Morge-nausgaVe Jlr. iSi A66 45. Iahrgang »öa-mii« 70 Bfj, manctlttb S.— ft ha sdicm'flbttm. voftdqug».7Z M. eiaschl. �eflellgeld. Nu»landsadomtt. man» iJSÜ M pro SKonm • ta.SonoJrts* Bldjehn modjentaj. «ch jirtinial, 3oi/ntags und Monlag» «inmaL bi»Slb»n(mu»gabtn fürSnlm und im fionbel(mit dem littl„iej «benb-, 3[lu'tr»trtf Beilegen.Boll und 3ett- und.Jlmberlrmnb- gemee .Unfercoltung und Sifien",.grauen- ftimme".Technik» Blick in die SüchenscU* und.Sugend-Borwäri»» NerUner Voltsblatt Sonnabend T�März IS2S Groß-Serlin ly Pf- Auswärts 15 Pf. Sie»>»>»»> I>,» BonpctetDeiefl» <0 Bfenntg Beftomeieil« 5- Brich»» mstf.Kleine Äazeigea» da»> engedruck»©ort 25 Biennig(juidlhg jmet lengedruckl»©orte). lede» neuere©crt 12 Plennig Elellengeiuch« da» ers» Mar»>5©rnnig lede» weitere©an 10 Mennig©ort«»de,>5 Buchiiaben eählen für zwei©arte ArdeNsmarkl Aeile 00 Bfennig Farn Bbonnrmrn jh» 40 Mennig Aamilianzeigen ffil ii» 40 Mennig Anzeigen» «nnadm, NN baupigelchSII Linden- Vrasi» 5 ivdchenlägl»an i'it kt* t- U4L Jentvalorsan der Gozialdemokrattschen Kartei Deutschlands Redaktion und Lerlogi Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 tzernsprochdr: T ontiott£)2—291 Telegramm-Adr Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postschetkkonto' Berlin S7SZ6— Bankkomoi Bank der Srbeiier. Sngefiel!'«» vnd Beamien Walls». 6S Titkonlo-Gelellschasr. Teposilenkasie Lindensir S Märzfei er 1928 Lea 80. Zahreslag der RevoloNon von 1848 begeht das Reichs- bariner Zchwa.z-Rol-Lold durch eine b-sondere GedSchtiilSfeier am Sonntag, kmis Jliärz mittags 12 Llhr, auf dem Platz vor dem Äerliner Schloß(Lustgarten), «n der sich auch die Sozlaldemokrallsche Parket beteiligen wild. Die eitrzlnea Or(rne:dne de» Reichsbanner» marschieren ge- schlaffen nach dem Schioßplah vnd nehmen yier in zwei grohen Die-ecken m'k der Frvnl znm Sch'oß ikvs'ielliing. Auch die srel- heilliche Sludenlenschaf» an der tln'orfllal vnlin. der Berlfchc Skudeulenoerband, bckc llxl sich an diesem Ar f- ina"sch, um damit Zeugnis abzulegen dafür, dasi beule auch die Studenlenschasl mit dem Volk gehen will. Die 5eie? beginnt m'k dem Zansa-enmarsch. aufgeführt von den ZMZfe-n de» Reiibsbanners. Sodann spricht ZTHrrl Floralh vom S'aot lhea'er.?ec'l!grat')S„Die loten an die tetenden'. das ge'ade «n tüefer Slälte feine historifche vede't.ing hat. De Gedenk- rede häp dni Rcichrkacsabaeorduete Pcier Grahmann. Vor- p�»nder d»s HVGR. JTl't eemeirfamcm Gesang von Areii'groth» »S chwarz-Rot-G aid" fchsießl die Feie-, und d'e Orteveresae de» Reich bonners ma» schiere« gefchiosisn mi» Mufik In ihr« Siudtteile zurück. Avf dsu Friedhof der ZNorzqefallenen im.�riodrich»- hgin stellt der Ortsverei» Ariedrichshain des Reichsbanner» eine Ehrenwache. Auherdem läßt der Gauvorstand wie in den Vorjahren einen Sranz niederlegen. Di? S o zla l dem sk r all f che Pari ei und die Sozia. listische Arbeiterjugend veranstalten am Sonntagnach- mittag eine gemeinsam« Kundgebung auf dem Sportplatz Friedrichshain. I-eifpcntt der Parkeimilglieder ist der Süstriner P l a h (liVr Ah). Treff, unkt der SAZ. ist die Weberwiese(tt� llhr). Der Abma sch e.solgt um 15 Uhr. Ez findet ein vemonstrationczrg durch den Bezirk Ariedrlchz. Hain statt, der ln einer Kundgebung aus dem Spo tplah Ariedrichs- bain endet filier werden sprechen de- tandtagsabgeordnete Otto Meier. Bürgermeister Mielitz und W. Schwarz. Es ist Ehrenpflicht der Genosien und Genefsinnea. sich an dieser sseier zu beteiligen. Da nun zu der Fe' er dc» Reickzrbonne-» auch die bü'"?! sich- republikanischen Part len ihre ZNita'ieder arfgcboten haben, so wird die Gesamtkvndnebuvg eine würdiae Ehrung der? ?deen der wär-kämpser van 1843 und der 225 Berliner Opse*. die damals für Freiheit und Recht auf den Barrikaden um das Schloß siele«, werden. » Di« Freie SozlaNfilsche yochschuke veranstaltet heut«, Gönn ahend. den 17. März. iW Uhr, im(Zitzmigfsoal de»» ehemyligen Derrenhause», Leipziger Straße 9, einen Vortrag des Genosien ch e r in a nn Wendel' Frankfurt a.'Ä.' über.Di e M ü rz° r e o o l ü t i o n*.''-»-.'» Preußenregierung und Landbund. Eine notwendige Klarstellung. Der Aintliche Preußische Pressedienst schreibt: Die dem Reichslandbund nahestehende Presse beklagt sich tn heftigen Worten darüber, daß der preußische Minister- Präsident Dr. Braun in einem Schreiben an den Reichs- landbund es abgelehnt habe, eine Deputation des pommerschen Landbundes zu empfangen. Es ist nötig, angesichts dieser Kommentare der Landbundpresse und anderer deutschnationaler Zeitungen eindeutig und klar fest- zustellen, daß es sich hier nicht— wie diese Presse aus naheliegenden Gründen ihre Leser glauben machen möchte— um Uninteressierheit gegenüber den Sorgen der Landwirtschaft oder gar um„Bauernfeindlichkeit" handelt. Die preußische Staatsregierung ist in all ihren mit Land- wirischaftsfragen befaßten Stellen.nicht erst seit heute aus das Allerintensioste bemüht, jede nur mögliche Hilfe zur Erleichterung der schweren Lage der Landwirtschaft durch finanzielle, wirtschaftsvolitifche und betrtebsfördernde Maß- nahmen zu leisten. Dem Reichslandbund find all diese bereits eingeleiteten oder geplanten Aktionen Preußens und des Reiches selbstverständlich bis ins Detail be- k a n n t. Weit davon entfernt aber, die landwirifchaft- treibende Bevölkerung hierüber zu unterrichten und ihr zu sagen, daß in der Tat alles geschieht, was in der gegen- wärtigen Zeit allgemeiner schwerer Wirtschoftsnöte überhaupt nur aus den Stüatsfinanzen und den Staatsmöglich- leiten herausgeholt werden kann, peitscht der Reichs- landbund dauernd durch planmäßig im ganzen Lande organisierte Kundgebungen rein asitatvrischen Charak- ters die aus ihn noch hörende Landbevölkerung gegen die den Deutschnationolen verhaßte preußische Staatsregieruntz auf. Es gibt kein neues Material über die Notlage der Land- Wirtschaft, das dem preußischen Landwirtschaftsministerium und dem preußischen Ministerpräsidenten nicht bereits ein- ! sehend bekannt geworden ist und nicht auch schon Gegenstand achlicher Bearbeitung bildet. Bei den Empfängen, die n der letzten Zeit, insbesondere im preußischen Landwirt- schaftsmlnisterium. stattgefunden haben, hat sich stets ge- > e i g t. daß die vom Landbund in Berlin vorher eingehend nstruierten Teilnehmer lediglich durch starte Worte und Hurch zum Teil ungehörigesBenehmenden Mangel auszugleichen suchen, daß si? nichst imstande sind, den verantwortlichen Stellen irgendwie positive Bor- lchläge zu unterbreiten, wie es Im Interesse der Landwirt- ßhaft �besser gemacht"' werde» könne. t, Angesichts dieser unbestreitbaren Tatsachen, die erwarten ließen, daß es sich auch bei dem beantragten Empfang des pommerschen Landbundes lediglich um einen neuen nackten Agitationsversuch handelt, über dessen Verlauf so- dann die Landbundpresse entstellte Berichte verbreiten würde. hat der preußische Ministerpräsident, der nicht die Notwendigkeit einsieht, sich zur Befriedigung des A g i t a t i o n s- bedürfnisses des Landbundes etwa Insulten radikaler Landbundführer auszusetzen, selbstverständlich end- lich abgelehnt, den von Parteipolitik diktierten Wunsch des Reichslandbundes nach eipem Empfang zu erfüllen. Im Anschluß hieran erinnert der Amtliche Preußische Prcsie- dienst noch an eine Notiz, die der ossiziöse„Parlamentarische DienÜ' der Zentrumspartei vor wenigen Tagen in notwendiger Ab- wehr der Landbunddemagvgie versandt Hot und in der es hieß: ...„Reuerdings betreibt der Bund der Landwirte die Fort- setzung solche Deputationen, obschon die einschlägige« Mahnahmen der Regierung bekannt sind und zurzeit tm Reichstag zur Debatte stehen. Daraus ergibt sich dann folgendes Bild: Lehnt der einzelne Minister oder Abgeordnete aus Grund der oben belchrtebenen Tatsachen die Fortsetzung der wiederholten Empfänge ab. so wird er aus Grund dieser Ablehnung politisch ge b r a n d in a r t t. Empfängt er aber die Deputation und spricht sich offen mit ihr aus, so folgen Kundgebungen des Bundes der Land- Wirte in der Heimat der Deputation mit einer parteipolitisch ausgezogenen Berichterstattung und unwahr?« Be- Häuptlingen gegenüber Teilnehmern an der Besprechung, die nicht zur Partei des Bundes der Landwirt« gehören. Di« Ange- grisfenen sind dann genötigt, sich aus Grund des Pressegesetzes gegen solche herabsetzenden Ausführungen zu wehren. Zu solchen Bor- gängen ist beispielsweise' der Reichsarbeitsminister schon in zwei Fällen gegenüber einer Dersammkung im Kreise Bentheim ünd In Schlesien genötigt gewesen. Uebler tan« man die Wahlagitation kaum betreiben.'Dem landwirtschcssllichen Interesse wird damit ein schlechter Dienst erwiesen." Koniro�le für Schiele. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat am Freitag beschiessen, die Verteilung der zur Unterstützung der Land- Wirtschaft an da? Reichsernährungsministerlum überrriesenen 63 M i ßl i o n e n M a r k von der Z u st i m m u n g eine» aus 28 Reichs- tagsabgeordne»«« bestehenden Ausschusses abhängig zu machen. Dieser Ausschuß soll k, je dem«i nzglaen Falle wttwtrt«». Der Kampf der Eisenbahner. Dar den Schlichtungsverhandlvngen. Von Kranz Scheffel, Das Jahr 1927 war nach Angabe der Hauptverwaltung der Reichsbahn ein glänzendes Geschäftsjahr. Es »ergab«inen Ueberschutz von etwa 363 Millionen Reichsmark. Den Eisenbanbeamten wurde die notwen- dige Gehaltserhöhung, wenn auch nicht in allen Teilen be« friedigend, gewährt. Alle im Herbst und gegen Ende 1S27 gestellten Anträge auf Verbesserung des Einkommens der Eisenbahnarbeiter wurden abgetan mit dem Hin- weis auf die Lohn- und Gehaltsbewegung im Frühjahr 1928. Die Gewerkschaften erhoben folgende Forderungen: 1. Eine Lohnerhöhung von 10 Pf. für alle Lohn- gruppen und Ortsklassen. 2. Durchgehende Löhnung der im S ch i ch t l o h n beschäftigten Arbeiter. 3. Zahlung eines Zuschlages von 36 Proz. für Uebcrftunden 4. Bsiei-- tigung des Wirtschaftsbetriebes I und Ueberführung be- stimmtsr Teile des Wirtschaftsgebietes ll nach III. Ohne auch nur im geringsten auf die Gewerkschafts- forderung.n einzugehen, erklärte die Hauptverwaltung, daß eine Verhandlungsbasis nicht gegeben fei. Sie«stellte anheim, den Schlichter anzurufen. Das Ver° langen der Gewerkschaften, zu sagen, was die Reichsbahn als„v e r h o n d l u n g s f ä h i g" betrachtet, blieb u n b e« antwortet. Einem Wunsche des Reichsarbeitsmini st ers Folge leischn, den die Reichsbahn angerufen hatte, kamen die Partsien nochmals am 13. März zusammen, allerdings mst dem gleichen negativen Ergebnis wie am 3. März. Diesmal trat die F t n a n z a b t e i l u n g der Reichsbahn in.Fuiklion, Mit ungeheurem Zahlenmaterial ausgerüstet, oersuchte sie nachzuweisen, daß es der Reichs- bahn herzlich schlecht geht und daß für die Arbeiter r«in Geld vorhanden s ei. Die Reichsbahn habe zwar im Jahre 1927 einen Ueber- schuh von etwa 366 Millionen Mark erzielt, aber die Mehr- ausgaben für 1928 belaufen sich auf weit über 466 M'llionen Mark. Dazu komme die um 70 Millionen Mark gestiegene Reparationssumme. Die Reichsbahn fei gewungen, den Aus- gabeetat bedeutend zu kürzen, was sich bei Aufträgen an In- dustrie, bei Gleisarbeiten usw. scharf bemerkbar mache. Die Reichsbahn operierte mit den HungerlöhnenderDor- k r i e g s z e i t. und bemüht sich, den Nachweis zu er- - bringen, daß die Lohn'ndexziffer Anfang 1928 im Durch- schnitt 182-5 betrage. Die Hauptverwaltung schlußfolgerte, daß die Slrbeit-r ihre Lohnerhöhung vorweg hätten. Die Reichsbahn sei nicht in der Lage, den Gewerk- schaften etwas an.zubieten. Von neuem erging am selbigen Tage der Antrag der Reichsbahn an das Reichs- arbeitsministerium, einen Schlichter zu bestellen. Dem wurde stattgegeben und die Verhandlung für Dienstag, den 26. März 1928 angesetzt. Untersuchen wir die Zahlen der Reichsbahn. Nach dem reichsstanftischen Jahrbuch erzielte der gelernte Eisen- bahnarbetter, verheiratet, mit 2 Kindern im Jahre 1913 einen Lohn von 33,80 Mk. in der Großstadt. Derselbe Mann hatte nach Angaben des Neichsamtes am 1. Januar 1928 emen Lohn von 46 68 Mk. Das ergibt eine Index- Ziffer von nur 138. Der bei der Reichsbahn am höchsten bezahlte ge- lernte Handwerker(Hamburg) bezieht einen S t u n- denlohn von 163 Mk, Der im Reichsbahng-biet a m niedrig st en entlohnte Handwerker erhält 57 Pf. Für die ungelernten Arbeiter werden folgende Löhne gezahlt: In Hamburg als Höchstlohn in der Lohngruppe VII 82 P f. Der niedrig st e Lohn genannter Lohn- gruvpe beträgt 46 P i. Dazu kommt in jedem Falle der So- ziallohn für die Frau und isde? Kmd von 3 Bf pri Stunde. Dabei ist zu bemerken, daß die Abzüge für Sozial- v�e r s i ch e r u n g e n außerordentlich hoch sind. Sie betragen 25 bis 36 Proz. des Einkommens. � Die Reichsbahn selbst errechnet den Durchschnitt»- Zeitlohn auf 73 Pf. und den Durchschnitts- akkordlohn auf 96 Pf. Man vergleiche damit die sta- tistischen Angaben des Reichsomtes über die Lohn? in tfen Privatbetrieben. In 12 der bedeutendsten Erwerben und Industrien betrug der Durchschnittslohn im Februar 1928 für gelernte Arbeiter 1631 Pf., für den ungelernten 74.9 P f.: dabei sind die niedrigen Löhne der A r- beiterinnen in der Textilindustrie und Kartonindustrie eingerechnet. Damit ist das Geschrei der Reichsbafm über die hohen Eilenbahnerlöhne ins rechte L°cht gesetzt. D'e L e i st u n g s- f ä h i g k e i t der Eisenbahner steht nicht hinter derjenigen der Privatarbeiter zurück. Dank einer weitgetriebenen Rationalisierung, raffini-rter Arbeitsmethoden und Kontrollsysteme, wie Stoppuhr, Diameter u'w. stebt sie aus anerkannt hoher Stufe. Die K r a n k h e i t s z l f f« r ist enorm, trotzdem es sich um gcsund-s. ausgesuchtes Per- sanol handelt. Ein Vergleich der Krankenzifsern der Reichs- l'qün-Detriebskrankenkassen mit den Ortskranken- kassen ergibt folgendes Bild:'> i � Am Iahte 4927 betrug die Krankenziffer in den Betriebs- krankenkaffen 3.91 und in den Ortskrankenkassen-VjZ. Ein ähnliches Bild ergibt sich hinsichtlich der Unfälle. Auf je 199 gegen Unfall versicherte Personen wurden an Unfällen gezählt: der Mitteldeutschen Eisenindustrie-Derufsgenossenschast 9,3 Bei der Maschinenbau- u.Klcinindustrie- IVB .. Norddeutschen Eisen- und Stahl-„ 12L � In den Llusbesserungswerken des R e i ch s b ah n w e r k« direktionsbezikesKöln........ 1W In den Zlusbesserungswerken des Reichsbahnwerk- direktionsbezirkesKassel.... ÜJ Me steht es nun mit der angeblichen chronisch gewor- denen.Notlage der Reichsbahn? Es kann nicht ab- geleugnet werden, daß die Preise für Betrkebsstvffe zu den Betriebseinnahmen in keinem besonders günstigen Verhältnis stehen. Es wäre wohl zu prüfen, ob dieses große, gut und pünktlich zahlende Unternehmen alles tut. um fick vor Ueberteuerunqen zu schützen. An der Reparationsbelastung kann allerdings nicht achtlos vorübergegangen werden. Im ersten Normal jähr 1928/29 ist das erstemal der volle Betrag von 669 Mil lionen an Reparationen, neben 299 Millionen an Verkehrs st euern entrichten. Dazu kommt die Berzünsung der Obligationen und Vorzugsaktien. Dos ergibt zusammen über eine Milliarde Mark pro Jahr. Reich nch soviel wie die deutschen Eisenbahnen in der Vor kriegszeit an Ue der schuh einbrachten. Die Durchführung des Dawes-Planes und des auf diesem beruhenden Reichsbahngesetzes stellt dos Personal der Reichs l>ahn unter Ausnahmebestimmungen auf recht llch«m, sozialem und wirtschaftlichem Gebiete. Nicht nur. für den Politiker, auch für den Gewerkschafter ergibt sich hier ein Problem, an dem nicht achtlos vorübergegangen werden kann. Aber trotzallcdem war die Reichsbahn in der Lage, in den letzten beiden Geschäftsjahren eine G e s a m t r ü ck- stellung von 602 Millionen Mark zu machen. Der Güterverkehr, der naturgemäß abhängig ist von der . wirtschaftlichen Konjunktur, bewegt sich in aufsteigender ' Linie. Es ist oft genug festgestellt, daß die Reichsbahn G el d st e n u g h a t f ü r a n d e r e Z w e ck e, die einen produktiven Eharakter nicht tragen. In dem vorläufigen Voranschlag für 1928 ist z. B. ein Betrag von 63, 2 M i l lro n en Mark eingestellt, unter dem Konto„verschiedene Ausgaben". Darin find enthalten Leistungszulagen, allgemein Ächmarotzerzulage genannt, Beiträge für Teno, Bahn- schütz, Sportvereine usw. Die Oeffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, für welche sonstigen Zwetke diese Gelder verbraucht werden. Die Reichsbahn ist sehr wohl in der Lage, den berechtig- . ten-Wünichen und Forderungen ihrer Arbeiter Rechnung zu ! ragen. Ihre starre, ablehnende Haltung ergibt sich aus recht dnnhfichtigen Gründen, die nicht nur auf dem Gebiet der .Fracht- und Personentarife' liegen. Schlechte Lohne im Reichsbahnbetrieb verhindern nicht nur den wirtschaftlichen und sozialen Ausstieg der Eisenbahner, sie drücken gleich- zßstig.auf das soziale Niyeau aller Arbeiter.- Di» regionäre Einstellung des vom Schcoerkapstal beherrschten Vetwaktungs« vates,- der seine eigene Arbett lehr hoch hsnoriert»»st ein Krebsschaden Hr das Land. Die mangelnde Kauf- k r a f t der arbeitenden Beoölkeruug wirkt"hemmend auf die Deutsche Wirtschaft. Daran sollte auch der Schlichter denken, dem die Reichsbahn wohl die Verantwortung auslädt, der aber nicht minder den 499999 Eisenbahn- arh eitern und ihren Familien und darüber hin- ans der deutschen Arbeiterschaft verantwortlich ist. Lenkt Moskau ein? Eine sowjeirussische Erklärung. Keudetls letzter Gedanke. Deutschnatioaaler Futterkrippeusturm nach der Auflösung. Wie das„Berliner Tageblatt" mitteilt, plant Herr von Keüdell. unmittelbar nach der Auflösung des Reichstags drei Deutschnationale ins Reichsministerium zu bringen, einen als Ministerioldirettor. zwei als Ministerialräte. Um den Posten des Ministerial- direktors bemüht sich der sattsam bekannte deutschnationale Abgeordnete M a r e tz k y. Ein feiner Plan, dieser Beamtenschub«ine Minute vor �wölfl Eine feine Aummer! Herr Wilhelm Ganger, M.d.Q, deotschnational- eine Zierde deck Landbunds. Herr Wilhelm Gauger aus Belzig, deutschnationaler Lond- lagsabgeordneter, zweiter Vorsitzender des Lrandenburgischen Land- bunhes, rief gestern dem demokratischen Pfarrer Grau«, der den Landbundhetzern ins Gewissen redete, folgende Sätze zu: „Sie fasse« wir mal. Sie stundet Mil Zhnen werden 6ie Dauern abrechnen. Sie Lügenmaul!" Herr Wilhelm Gauger sprach am vergangenen Sonntag auf einer Landbundtundzebung in Belzig nach einem Bericht der„Deut. ichen Tageszeitung", es fei Snstem des Preußen,, das den S o zi a l. tat von IIb auf 4% Milliarden erhöht hobe> die Land- Wirtschaft zu verelenden.- Der preußis� Vrutto-Ctat, dessen Ansätze für soziale Zwecke leider viel zu niedrig sind, schließt insgesamt mit 2.2 Mil. norden Ausgaben ab! Ein deutschnationaler Landtogsabge- ordneter braucht das nicht zu wissen, er muß sich nur auf verlogene 'Ländbundhetze oerstehen. Emc Zierde des Landbundc-, dieser Gauger! Spät nacht» verbreitet MTB. folgende, offen»« russisch-osfiztöse Meldung ans Moskaur Der Beschluß, die Verhandlung gegen die der Dabo- tage beschnldigten Personen beschleunigt zu führe«, ist bereits vor dem Eintreffe« des deutsche« Memorandums erfolgt. Jmmerhi« erhält sich iu sowjetpolitischeu Kreise« die Anficht, daß die Frei- l a.s s u« g der deutsche« Ingenieure tu einem gesonderte» Verfahre» kaum durchführbar ist, und daß selbst die Stellung einer Kaution die Berdunkelungsgefahr nicht ausschlösse. Die Stimmung und die Lage erscheint kompliziert» doch stnd zweifellos Versuche im Gange, de» deutsche« Wünsche« gerecht zu werden, unter der Voraussetzung allerdings, daß dies ohne Prestigeverlnst möglich ist. • Außenministe? Stresemonn hat dem russischen Botschafter Krestinsfi die bekannten' Regierungsbeschlüsse schriftlich übergeben. Di« russisch« bürgerliche Berlmer Zeitung„Rul"(„Der Ruf't meldet, Krestinski Hab« noch der Unterredung mit Stresenzann in Moskau tele graphisch um die Erlaubnis nachgesucht, persönliiv über den ungüstigen Ei.udruck der Verhaftimgen zu berichten. An ausländischen Spezialisten leben jetzt in Rußland 2öS, dar- unter 127 Ingenieure. 79 Techniker und 62 Facharbeiter. Angebllche»Sabotage� in Sowjetrußland.- Moskau. 16. März. Während die durch die Regieruogswittellungen über die Borfälle im Donezbecken hervorgerufene Erregung sich noch nicht gelegt Hot und täglich zu allerlei Kundgebungen und Resolutionen führt, wird jetzt auch aus Twer über „böswillige Schädigung" in der großen Farbenfabrik Wyfchnewolotze gemeldet. Räch Meldungen aus Twer sind dort Maschinen und fertige Waren zerstört worden. Ein Arbeiter namens Andrejew ist als„Schädiger des Volksgutes" verhaftet worden und soll«in Geständnis abgelegt haben. Schon fordern Entschließungen der Ar- bcsterschaft von Twer die allerschärfsten Matznahmen. Für deutsch-stanzösische Annäherung Vorlesung von Albert Thomas in der Hochschul« für Politik. Das Kriegsschädeagesetz. -- Z» Gritsch ädigungsaü« schuß des Reichstags irmrde am Freitag die zweite Lesung des Kriegsschädenschlutz- aesetz«, beendet. Der Entwurf behiell im wesentlichen den durch die erst« Lesung im Ausschutz geschaffenen und von uns bereits mit- sfeteillen Inhalt. Aenderungen sind nur in zwei Punkten vorgenom- ' men worden. Einmal wurde die Grenz« für die Hundertpro- 'zsnt'ige Entschädigung von 4699 auf 3999 M. herauf- g e s'ätz t: außerdem wurde der Härtefond» um 7 Millionen auf 37 Millionen V. o er stärkt, Die„Deutsche Hochschule für Politik" hat den Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Genossen Albert Thomas, für eine Gastvorlesung an ihrem Carnegie-Lehrstuhl gewonnen, dje sich über zwei Abende erstreckt und die am'Freitag begann. Genosse Thomas sprach über„Deutschland in den Augen eines französischen Freundes 187�—1328". Er wies zu Beginn darauf hin, dnß er nicht beabsichtige, eine präzise Geschichte der deptsch-sranzösischeu Beziehungen i» der französischen Perspckuoe zu geben, Zandern daß er es für bester halte, selbst- biographisch die Entwicklung seiner Gefühlseinstellung gegen- über Deutschland zu geben. Bon deutschen Journalisten sei er selbst immer als typischer Fra n z o s e geschildert worden, obwohl er glaube/ daß so wie«r. blauäugig, langbärtig und bebrillt, einmal der so tu außerdeutschen Ländern bekannte Typ des deutschen Professors äusge- sehen haben nüiste. Er fei ein gptcr Franzose und er hall« eigentlich durch den Ort feiner Geburt, Chompilly- la- Dataill«, ein kleines Dorf hei Paris, wo 1879/71 die französischen Truppen von den Day scheu geschlagen wurden, durch stine Familienverhältnisse und fesne Schulerziehimg zum Chauvinisten'werden mästen. Sein Pater war nämlich Petergy ov-N 187�/71. pnd rühmt« gern die..Heldentaten der fvonzöpschen A�n««.. Hie.S ch.u1x««Li e hu«-» sei. damals .ganz 1«sond»r«.vom- G» i st d/e r- Revanche,'.der/ Rache an Deutschland erfüllt gewesen. Trotzdem wirkten chuf ihn die repv- hllkaneschon und revolutionären Traditionen der französischen Republik im Geist« der LAkerverstän- digung.... Uederhaupt tonne nur aus republikanischen und demolratischen Traditionen der Völler die Völkerverständigung erwachsen. Besonders bedauerlich sei in diesem Sinn« der Untergang solcher Tra- dillonen in Deutschland seit 1848 gewesen. Von besonderer Bedeutung für seine persönliche Entwicklung sei besonders die französische Dreysus-Assäre gewesen, die nicht nur als Kampf zwischen republikanischer und tonservotiv-monarchistischer Tradition zu werten sei, sondern als Anstoß.zur g e i st i g e n Klärung innerhalb großer Schichten, besonders der Intellektuellen Frankreichs. Dieselben Intellektuellen seien es gewesen, die seit 1920 nach dem Weltkrieg gegen den französischen Nationalismus, gegen den Deutschenhaß mit Erfolg ankämpften. In die Zeit nach der Dreysus-Assäre falle auch sein« Wandlung zum überzeugten Sozialdemokraten, durch den Einfluß von Lehrern, und älteren Freunden. Als Sozialist, als Der. treter der Arbeiterbewegung, bekenne er sich auch heute. Als Sozialist Hobe, er stets für die Annäherung von Frankreich und Deutschlaud gearbeitet. Di«, sozialistischen Parteien aller Länder sind die einzigen gewesen, die sich schon vor dem Kriege ernschajt für eine wahre Völkerverständigung eingesetzt Höllen. Ihre Pläne zur Sicherung des internationalen Friedens, die Schaffung des Döll erkunde?, die Schaffung von.Schiedsgerichten zur. Beilegung von internationalen Streitfällen erlebten heute ihre Verwirklichung Er und Saures hätten /damals schon zu deutschen Arbeitern gesprochen und aur iillernationalsn Kongressen einmütig mit den deutschen Genosten di» Problem« bt* SritS? Verhinderung zu lösen versucht. Jetzt cjäte- e?', ätrfs neue engere und noch zahlreicher« B«- Ziehungen zu erneuern und neu zu schaffen, die eine Saat für den Frieden fem könnten. Di« Cretgniste bewiesen dos Fvetjckreit-n der Verständigung. und wenn die ölte'Saat des Friedens zugrunde gegangen sei» so müsse von neuem ges« Verden in der Gewißhell auf die spätero. reiche Ernte! Genosse Thomas wird heute feine Vorlesung fortsetzen. Llm die Reichsamnestie. Oeutfchaational-kommmiistische Eiaheitckfnmt. Der Rechtsausschuß des Reichstages setzt« gestern die Be- ratungen des Amnestiegesetzes fort. Reichsfustizminifter Hergt erklärte, daß die Regierung«in« abwartende Haltung ein- nehmen wolle. Abg. Wunderlich(D. Dp.) und hampel(Wirtsch«P.) betonten ihre verfassungsrechtlichen Bedenken gegen ein« Am- nestle, die olle in Deutschland gefällten Gerichtsurteile umfasse. Abg. Haaemaaa(Dnotl.) führte aus, daß feine Fraktion berell sei, durch alle bisher ergangenen Urteile einen Strich zu machen. Wenn die einzelnen Landesregierungen auch verfassungsrechtliche Bedenken gegen«ine solche Amnestie hätten, die auch die Urteile der Gericht« der Länder einschließe, so müsse doch angenommen werden, daß die Länder ihrerseits in der Beschließung von Amnestien folgen würden. wenn das Reich voranginge. Die Teutschnatlonaleu beantragte« daherr Straferlaß wegen aller durch Gerichte de» Reiche» and der Länder sestgcsselllen Straffarten, die au» politischen Beweggründen begangen worden sind und darüber hinan» Amnestie auch für all« Beamten des Reiches und der Länder, gegen die wegen au» politischen Beweggründen beruhenden vlenstgründen ein Disziplinarverfahren durchgeführt oder eingeleitet worden ist. Der deutschnationol« Redner beantragt« ferner die Wellerberatung in einem Unterausschuß. -.Diesem Antrag schloß sich bezeichnenderweise hällein(Komm.) an. der zum allgemeinen Erstannen dann auch zuguuflen de» deutsch. nationalen Antrage» den viel weitergehenden§ 1 Abs. l de» komum- »istischea Amnestieantrage« zurückzogt In.demselben Atemzug griff Hällein die Landesregierungen an, die angeblich sozialdemokrallsche Regierungen seien und deshalb durch ihr Dsrhalien bewiesen, daß die Sozialdemokraten gegen«ine Amnestie seien. In mteressanter Usbereinsllmmunz mll Höllein trat dann auch der Deutschnatianal« Freylagh-Loringhoveu. für«inen Unteraus. schuß«in� Genosse Dr. Rosenfeld wendet« sich gegen den komirmnististch. deutschnationalen Antrag aus Ueberweilung der Sache ße r vorbereitete g« wo ltsame Bormorsch gegen Leipzig und Berlin, ferner Kohrs Absicht, an die Spitze eines auf legalem oder illegalem Wege zu errichtenden Reichs- d t r c t t o r i u m s zu kommen. Gleichzeitig zietten die Pläne Hitlers und Ludendorsss aus Errichtung einer Rationaldiktalur in München und einen Vormarsch aus Berlin, die am 8. November verwirklicht werden sollten. Die bayerische Regierung hat die Pläne de» General. stobskoMmiffariats gekannt und grförderl. Der sogenannte Grenz- schütz an der nordbayerischen Grenz« wurde a u s Staats- Mitteln beza h l t, ohne daß der Ländtag Kenntnis hatte. Da- durch ist da, versafsungsmäßige Etakrecht des Landtags verletzt worden.'-Dos Ansehen Bayerns ist durch- den Hitler-Putsch aufs schwerste geschädigt morden-Di« Ausbildung der Verbände bei der Reichswehr lind die Duldung ihres Waffenbesitzes hat das Macht- gelühl der Verbände-gesteigert- und sie ständig zu Versuchen ver- leitet, dem Staat gesetz- und verfassungswidrig ihren politischen Machtwillen aufzuzwingen. Reichswehr und' Landespolizei � sind nicht von der. Desperadopolitik ferngehalten uich deshalb der maßlosen Ägitotion der Nationalsozialisten erlegen. Der Geverotslobskommissor ist gegen die ihm bekannt»» hochverräterischen Pläne des Sampsbundesi nicht eingeschritten. Die Zusti, Verwaltung hat tu der Verfolgung strafbarer Handlung versagt. Di« Richtvollziehung von Reichsgesotzen und Hastbefehlen der Reich»- behördep sübd die Berfyiaung.rrpubsikanischer Organisatiänen haben das R ech t zerstör�.'�« KMzorKne. haben devi Staat in d«r Verfolgung der/hochserräteri'sche«11nlernehmuntzen ddn K�setz- lichen Schutz versagt. Deb Ausschuh müsse deshalb die Verzögerung und Richtdurch- führung des Strofberfahrens gegen di« RSdelssührer vom 1'. Mas. ferner die vorzugsweise Behandlung der wegen Hochverrats An- Beklagten, insbesondre des General? Lüde'ndorfj im Sirokber- ohren, weiter die Einstellung des Versahrens gegen Kohr. Lossow und Seißer wegen Hochverrats und schließlich die übermäßige und vielfach mlt den gesetzlichen vorschrisleü kaum mehr zu vereiabareudc Zubilligung von Bewährungsfristen für die Täter vom t. und 5. November 1523 entschieden mißbilllgen. Die Abstimmungen. Sämtliche Anträge des sozialdemokratischen.Mitberichterstatters Högner wurden nach kurzer Aussprache abgelehnt: bei der Abstimmung stellte sich im wesentlichen nur der Abgeordnei« des Bauerybunde» auf die Seite des Antragstellers.. Der Antrag des.Berichterstotters, Graf. Pestalozzo (Boyr. Vp.), wurde daraufhin gegen die Stimm« des Genossen Dr. Högner angenommen. Rur bei dein letzten Punkt des Antrages, der di« Beteiligung de» ehemaligen Kronprinzen Rnpprecht an den hochverräterischen Vorgängen am 8. und 5. Nooemher in Abrede stellt, wqr das A bst! M mu ng e ve rh ältn i e 4,: 3 Dies ist daraus zurückzuführen, daß aus deutschnotionolen Antrag hin dos Wort„ehe- maliger" vor Kronprinz gestrichen wurde.'- Damit hat der Untersuchungsausschuß seine Arbeit erledigt. Lteberall dassewe! pariser Kommunisten bewirten die Wahl eines votiona- iistischen Stadtverordnetenvorstehers. Am Mittwoch wählte der Pariser Geweinderat seinm Vorsteher. Rechte und Linke kämpften um diesen Posten. San- didot der Linken war der Sozialist L e T r ö quer,«in tangjähriger Parteizenöss«, der sich während des Ruhrkampfes spontan nach Mainz begeben hatte, um verhaftete deutsche Eisenbahner vor dam französischen Kriegsgericht zu verteidigen. Le Troquer hätte schon im ersten Wahlgang gewählt' werden tonnen, wenn nicht die zehn k o m m u n i st l s ch e n Stadtv«rortm«ten einen eigenen Kandidaten aufgestellt hätten. Sie hielten diese aussichtslos« Kandidatur aber auch in, zweiten und dritten Wahlgang aufrecht mit dem Erfolg, daß schließlich der Vertreter des nationalen Blocks die absolute Mehrheit, erreichte. Ans fanatischem.Haß gegen- all«. Sozialistisch« verhelfen di« Kommunisten überoll der Reaktion zu posttischen Erfolgen. Ob in London oder in Paris ob in Berlin oder in Wien, ste sind überall die gleichen: Agenten der Reaktion l Gchwß der Kammeriagung. Paris. 1h. Mörz.(Eigenbericht.) •' Die 1924 gewählte Kammer bielt am Freitag ihr«, letzt« Sitzung ab. Sie hat die Hoffnungen, die man in Linkskreisen auf sie gesetzt hotte, nur zu einem ganz geringen Teil««rsüllt. Ihr bleibendes Verdienst'ist, daß sie der Politik de» Frieden» und der Völkeroer st ändigung Bahn gebrochen hat. Dagegen ——...... hat sie auf innerpolitischem Gebiet nahezu in allen Fällen versagt. Di« Aktion der Kartellregierungen erwies sich infolge der U n einigten de» Radikalen als derart lendenlahm, daß bald Nach dem Wahlsieg der Linken der Weg für di« Wiederoereinigung der Bürgerlichen unter der Flagge der„n a t< o n o l e n E i n h e i t" frei war. Der Zusammenbruch der Radikalen ist seitdem durch die Berleugnung ihrer Päriejgrundsätze weiter gediehen. I» der Schlußsitzung am Freitag ist«ine ganze Reihe von Ge- setzentwürfen, die die Regierung in letzter Stunde eingebracht hatte. im Eilzugstempo ohne Debatte unoeronde« angenommen worden. Der legte politische Komps wurde um die Eni hostung der kommunistischen Abgeordneten gesührt, die von den Sozialisten verlangt und von der Regierung durch ein« leer« Geschästsordnungsdebatte sabotiert wurde. Nach Stellung der Bertrauenssroge Hot die Sommer, mit 345 gegen 150 Stimmen beschlossen, eine Debatte über den sozialistischen Antrag nicht zuzulassen. Unter dem Eindruck der Mißachtung der parlamentarischen Rechte, beginnt nunmehr die letzte Phase de» Wahlkampsc-. ?a Bayern haben die in Frage kommenden Instanzen be- schlössen, zusammm mit der R e i ch» t a g s w a h l die im Laufe der nächsten Zeit fälligen Wahlen zum Bayerischen Landtag, ferne? zu z>en Bezirkstagen und Kreistagen stattfinden zu lasien. Der argeulinische'Uulerstaolssekreiör»estelli ist zum Botschafter in Berlin ernannt. Di« polnisch-lstautschen Verhandlungen, di« der Dökkerbundrat zur Beilegung de» Dauerkonfsikt««mpfohlen hqt, be- gümeu am 35. März in Königsberg i. Pr. Die Lohnbewegung im Baugewerbe. Gescheiterte Verhandlungen. wie der Vaugewertsbund. Vaugewertschast verlin. mikteill, jind die Lohnverhandlung:» sür den Bezirk verlin gescheitert. Die Funktionäre des Bangewerksbundes der Jochgruppe der Maurer und hils-arbeiter sowie der Vertreter der Jachgruppen, die am Tarifveltrage beteiligt sind, nahmen gestern in den Kontordiafestsälen dazu Stellung. Sie beauftragten Vorstand und Verhandlungskom- mi'sion, an der ausgestellten Jorderung weiter s e st z u h a l t e p« Geordert wurde fiir alle Gruppen eine Lohnerhöhung von 20 Pf. die Stunde, d. h. für Jacharbeiter l.SS M. sbieher l.ZS M.). für vauhilsorbclter t.20 M.(l.LS M.) und für Tiefbauarbeiter l.04 M. lS4 pf.). Die Lohnbewegung der Brauer beendei. Der Schiedsspruch von den Funktionären angenommen. Die Funktionäre der Berliner Brauereiarbeiter beschäftigten sich gestern abend in Büttners Festsälen mit dem Schiedsspruch, der am Donnerstag vom Schlichtungsausschuß gefällt worden ist und den wir bereits gestern abend in seinen wesentlichsten Punkten mitgeteilt habet,. Der Schiedsspruch- sieht für die gelernten Arbeiter ab März 1928 bis 28. Februar 1929 eine Erhöhung der Löhne um 3-M. pro Woche vor. Die Zehrgelder für das Fahrpersonrl sollen nach dem Schiedsspruch wie folgt festgelegt werden: für Fahbierfahrer auf 23 Pf. pro Hektoliter, füf Faßbicrmitfahrer auf 7 Pf. pro Hektoliter, für Flaschenbierfahrer auf 7 Pf. pro Kasten, für Flaschenbiermitfahrcr auf 3 Pf. pro Kasten und für Reserve- fährer ruf 2 und S Pf. pro Hektoliter oder Kasten. Die Löhne der iibri-zen Ardeiter und Arbeiterinnen, die Zuschläge sür die Arbeiter in Wechselschichten sowie die Beihilfen aus ß 616 BGB. sollen nach dem bisherigen Schlüssel festgesetzt werden. Für den Fall, daß während der Bertrag-dauer eine Mietssteigerung eintritt, soll für je 16 Proz. Mieterhöhung eine Lohnzulage von 2 Proz. gewährt werden. Zu diesem Schiedsspruch hatt« die Lohnkommission bereits Stellung genommen und, wie Genosie H o d a p p vom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter- den Funktionären berichtete, gegen eine Stimme bcschlossen, diesen Schiedsspruch den Funktio» nären zur Annahme zu empfehlen. In der Diskussion wurde im allgemeinen die zu lange Laufzeit des Lohnabkommens kritisiert. Ein Diskussionsredner stellte den Zsntrag, die Funktionäre über den .Schiedsspruch endgültig entscheiden zu lessen und in den De- trieben keine Urabstimmung vorzunehmen. Dieser Antrag wurde genau so wie der Vorschlag der Lohnkommission, dem Schiedsspruch zuzustimmen, mit großer Mehrheit angenommen. Damit ist die Lohnbewegung der Berliner Brauereiarbeiter beendet. in Berlin. Verhandlungen der Gemeindearbeiter. Die Anträge den städtischen Körperschaften überwiesen. Gestern fanden zwischen dem verband der Gemelndeorbeiler ond dem städtischen Tarisvertragsami die ersten Verhandlungen über die Lohnforderungen der Kämmereiarbeiter stall. Die Vertreter des larifoeclragsamts erklärten schließlich, daß sie die Jordernngen den zuständigen Körperschaften übermiltela würden. Die Ausschüsse de, Magistrats und der Stodlverordnetentmsammliing werden sich noch Im Laufe der nächsten Mache mit den Anträgen besaßen. Gescheiterte Tarifschiebung der Bankiers. Angst vor der freien Gewerkfchast. Der Reichsoer band der Bantleitungen hat auch in diesem Jahre wieder die bereits im vergangenen Jahre ange- wandte Politik eingeschlagen, den ihm polltisch nahestehen- den Deutschen Bantbeamtenverein zu gesonderten Der- Handlungen einzuladen, um, wenn irgend möglich, allein mit dem Deutschen Baükbeamtenverein ju einem T a r i'f o b s ch l u h zu ge- langen. Mit dem freigewerkschastlichenAllgemeinen Verband weigert sich der Reichsverband der B-rnkleitungen Der- Handlungen zu führen,' weil er aus dessen bisheriger Haltung wohl von vornherein es als aussichtslos ansehen mußte, mit den geringen Zugeständnissen, die er zu machen beabsichtigt, zu einem Tarifabschiuß zu gelangen; dann aber auch deshalb, weil der Reichs- verband der Ban?leitungen sich nach wie vor mit dem freigewerk- schaftlichen Angestelltenoerband wegen des Zeitungsoerbots in den Bankbetrieben in starker Fehde befindet. Der freioewerkschaftliche Verband hat bereits im Arbeits- Ministerium Schlichtungsverhandlungen beantragt, eben- so wird das aller Voraussicht nach seitens der übrigen Tarifvarteien der Bankangestellten am heutigen Tage geschehen. Der Bersuch, unter Ausschluß der freigewerkschaftlichen Organisation einen Tarif zu vereinbaren, ist g e s ch e it e r t. weil auch der Bankbeamtenperein aus Rücksicht auf seine Mitglieder nicht alles schlucken kann. Glnlgung im Gchneldergewerbe. Der Lohnschiedsspruch für die rund SV 000 Herren- und Damcnlchn eider, den wir in Nr 119 des„Vorwärts" oeröffentlichten, mit den Spitzenlöhnen oon 1,15 Mark für Herrenschneider, 127 Mark für Damenschneider und 95 Pf. für Schneiderinnen, ist oon beiden Teilen a ng e n 0 m m e n wrrden. Damit ist die Lohnbewegung in der Sckftieiderei beendet. Das Lohnabkommen ist für tne Berliner Verbandsmitglieder im Ortsbureau des Bekleidungsarbeiterver- bandes, Sebastianstraße 37/38, zu haben. Michskonferenz der Hausangestellten. Gleichstellung mit der Arbeiterschast. Die im Deutschen Verkehrsbund organisierten Hausanae- stellten hielten am Sonntag im Berliner Gewerkschastshaus ihr« 2. R e i ch s k o n fe re n z ab. Nach einigen einleitenden Worten des Gruppenleiters August Werner begrüßte der Der- treter des Verbandes der Portiers und Hausbesorger Oester« reichs, Karl Glaser«Wien, die Konferenz. Sodann gab der Gruppenleiter den Geschäftsbericht für die Zeit zwischen der 1. Reichs konferenz im Juni 1925 und dieser Konferenz. Vor dieser 1. Reichskonferenz waren die Hausangestellten der übri.'en Arbeiterschaft rechtlich noch nicht gleichgestellt. Dieses Unrecht ist durch die Einführung der Arbeitsgerichtsbar- keit endlich beseitigt worden. Einen ebenso großen Fortschritt be- deutet für die Hausangestellten die Einführung der Arbeitslosenversicherung der alle Hausangestellten unterstellt worden sind. Es tonnten jedoch nicht auf allen Gebieten Erfolge erzielt werden. S» ist zum Bei- spiel das schon im Jahre 1921 in Angriff genommene Gesetz über die Beschäftigung in der Hauswirtschaft nicht über das Stadivm der Beratungen hinausgekommen. Die auf Veranlassung de? Reichsarbeiteministeriums oon der Organisation aufoeftellte Statistik über die Arbeitsverhältnisse der Hau sänge- st« l l t e n sind im Sommer 1926 der Gesellschaft für soziale Reform überwiesen worden, die sie bis heute noch nicht ausgewertet hat. Durch die zur Ausstellung dieser Statistik herausgegebenen Frage- bogen ist aber auch für die Organisation und die Oefsentlichteit interessantes Material über die Arbeitszeit der Hausange- stellten gewonnen wo/den. So wurde festgestellt, daß von den er- faßten Hausangestellten 1.5 v'oz. eine Arbeitszeit von 17 Stunden hallen. 5.5 Vroz. arbeiteten lö Stunden, 22 proz. 15 Stunden. 44 Proz. 14 Stunden. 20 Proz. 13 Stunden und nur 7 Proz. 12 Stunden. Der 1921 ausgearbeitete Gesetzentwurf ist jetzt durch einen neuen ersetzt, der im Gegensatz zu dem alten Entwurf auch Bestimmunaen über den M u t t e r s ch 1:5, enthält. Eine V erab schied» v" dieses Ge- fetzes ist jedoch von diesem im Sterben liegenden Reichstag nicht mehr zu erwarten. Die Hausangestellten holen es selbst in der Hand, durch ihre Stimmabgabe bei der bevorstehenden Reichs- tagswahl daiür zu sorgen, daß wir ein Parlament bekommen, das wirklich soziale Gesetze im Interesse der Arbeiterschast schafft. Die Gemeinden haben fast nirgends Geld übrig gehabt, um Heime zu errichten für die Hausangestellte», die plötzlich entlasten werden, niroeubz ein Unterkommen finden können und somit schweren sittlichen Gefahren aucgeietzt sind. Ebenso ist es auch nick r gelungen, durchzusetzen, daß die' Hausangestellten, Wasch-«ich Reinemachefrauen und Portiers«und Wächter aller Art der Unfallversicherung' unterstellt werden. Es ist zu hoffen, daß der nächste Reichstag auch nnt dicllem Ausnahmerecht endlich aufräumt. August Werner kam dann auf die Entwicklung auf tariflichem Gebiete in den einzelnen Branchen zu sprechen und schildert" bcson» ders den jahrelangen Kampf gegen den Derein der Berliner Haus- und Grundbesitzer, der mit der Icslsiellung der Tarlssähigkeit diefes Vereins durch das Reichegerjcht erfolgreich endete. Zum Schluß fciner Ausführungen bedauerte er daß leider selbst noch in Gewerksä)aftskreisen der Hausangestelltenfraae so wenig Interesse entgegenoebracht werde, obwohl es in Deutschland etwa Ich Mit- lionen Hausangestellte gibt. Hier ist nach«ine gewaltige Auf- kiärungsarbeit zu leisten, um in diesen meist noch unter dem Ein- sluß der.�Herrlchast" stehenden Arbeiterinnen das aewcrkfchaktliche und politische Interesie ,'u wecken. Aber auch die Hausangestellten werden sich genau so, wie die ungelernten Arbeiter es getan haben� im L"»fk der Zeit die notwendig? Achtuna erringen. DI? N a ch m I i t a a e t a a u n o wurde eingeleitet durch ein Referat der 2. Krupfen'"iter n Luise Kühler über„Die orak- tische Durchführung de« Lehrst igevertragee sür die private Haus« Wirtschaft". Sie schildert«, wie durch die sozialreakiionäre Einstellung einiger führender Personen im Reichsverband Deutscher Haus- frauenoercine der Reichslehrvertraa vom 17 Dezember 1924 wieder zerschlagen worden ist. Oieser Lehroertrag ist vor allem des- halb zu Fall gebracht worden weil den Hausfrauen die Bestim- mung nicht paßte, daß die Arbeiten in die Zeit von Ü7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends zu legen find, und daß Jugendliche, die die Fortbildungsschule besuchen müisen, nicht länger als acht Stunden beschäftigt werden dürfen. Man wollte im Lehrvertrag eine' höchstens zehnstündige Nachtruhe festlegen, wozu die Organisation nicht die Haild bieten tonnte. Durch Berhandlunaen mit einzelnen Landesverbänden der Hausfrasten konnte für einzelne Landesteil« der Vertrag wieder oerlängert weichen. Frau Kühler kam dann auch eingehend auf den Eni- wurf des Berufsausbildungsgetetze» zu sprechen und auf die Forderungen, die die Orqamsation dazu stellt In der ausgiebigen, mit größter Sachlichkeit geführten Debatte wurden die Ausführungen noch durch viel« Beispiele ergänzt und der Gruppenleitung manche Anlegung«lieben. Die Tätigkeit der Gruppenleitung wurde durch die einstimmige Annahme einer Entschließung zum Geschäftsbericht gebilligt. Ebenfalls ein- stimmig angenommen wurde eine Entschließung, in der die E i n- beziehungs der Hausangestellten in die Unfall- n e r f i ch e r ii n a gefordert w'rd. Nach der Erledigung der vor- liegenden Anträge wurden Werner als Gruppenleiter und Luile Kähler als Gruppenleiterin«in st immig wiedergewählt. Retchstonferenz der GemelndeangesteMen. In einer gut desuchten Reichskonserenz der Angestellte� der Ge- meinden, G.emeindeoerbände und kommunol?� B e» triebsverwaltungen im Zentralverband der Angestestien. die am 11. März in Bad Finkenmühle tagte, berichteten der Reichs- fachgruppenleiter Haußherr und Sekretär Riemke über die Tätigkeit der Reichsfachgruppenleitung. Der Bericht wurde allseitig zustimmend ausgenommen. In e i n st i m m t g angenommenen Entschließungen nahm die i Konferenz zunächst Stellung zum Betriebsrätegesetz. Die Gemeindeangestellten fordern, daß es in vollem Umfange auch aus sie angewendet wird. Die Ausnahmebestimmung des S 13 Absatz 4, die nur dann Anwendung finden sollte, wenn wenige Angestellte mit einer großen Zahl von Beamten zusammenarbeiten, wird bekämpft ' und die Abänderung der Verordnung der preußischen Staatsregie» rung wie die der Reichsregierung gefordert. Für die Gemeinden und Gemeindeoerbönde wird eine vermehrte Bildung von Gesamtbetriebsräten nach Z 50 BRG. verlangt.- Eine weitere Entschließung erörtert das Verhältnis zwischen dem Recht der Beamten und der Angestellten der Gemeinden und Ge- meindeoerbände. Für die Angestellten wird die gleichberechiigte Mitwirkung bei der Regelung ihrer Arbeitsbedingungen gefordert, die im Betriebe durch die Betriebsvertretung für den ge- samten Beruf durch Kollektioarbeitsverträge zu geschehen hat. Kündigungsausschluß nach einer bestimmten Beschöstigungs- zeit, Ruhegehast und Hinterbliebenenversorgung kann aus diesem Wege erreicht werden. Wo Dauerangestelltenstellen geschassen wer« den, soll diesen Angestellten nur aus einem wichtigen, in ihrer Person liegenden Grunde gekündigt, und es muß ihnen der gleiche Anspruch auf Ruhegeld und Hinterbliebenenversorgung zugebilligt werden. wie den Beamten. Trotzdem bleiben ste Angestellte nach den Grund- sätzen des privaten Rechts und haben Anspruch auf Betriebsver- tretungen nach dem BRG. Für die kommunalen Werte und Betriebe wird eine Ausgestaltung nach rein kaufmännischen, technischen und wirts hast- lichen Grundsätzen gefordert. Deshalb müsten die Arbeitsplätze in diesen Betrieben mit Personen besetzt werden, die über praktisch» Ersahrungen verfügen, die aus Prioatdienstoertrag anzustellen und deren Arbeitsoerhällnisse durch Tarifvertrag vorbildlich zu regeln sind. Zur besteren Aus- und Dorbildung der Angestellten wird die freie Zulassung zu den kommunalen Berwaltungs- f a ch s ch u l e n gefordert Die Zulastung des ZdA. zur glelchberech- tigten Mitwirkung in den Kuratorisn dieser Schulen wird oerlangt. Der Reichsfachausschuh wurde neu gebildet. Die in größter Einmütigkeit verlaufene Tagung war von dem besten Geiste getragen und berechtigt zu großen Hoffnungen. = 1 I Dtk-tvva, SP»..ta>i»er! Am Montag. l!> Uhr, finhlt in Eckimihts v-escllschattshan», Fruchlgr. Ma, ein» Aertammlung oBer Im Einhcitsvertarh ocgonlfictttn Parteigenolfcn statt. Saaceorbming StcllungnahMk zu den koinmcnd'n Wahlen. äPeferent(BoroTle Breun-a. (Eines besonderen HinmeNcs an dieser Stelle bedars es wohl nicht mehr und Ist es?kticht eines jeden Genossen, rege Propaganda stir den?e. such der Versammlung zu entsalten. Partei» und Mitgliedsbuch legi- timieren. Der Serbcausschuß der SPD.-Eisenbahner. Frei« Semerkschastsjugerd G roh. Berlin. Heute, Sonnabend,- lb'e. Uhr. tagen die Gruppen: Banms>'ul«n»reg: Gruppenheim Jugendheim Crnststr. Iii. Liederabend.— Zugendlnrsns USblre s: Jugendheim Porchstr. U. Gewerkschatt. liche Jugendarbeit— Eewerlschaftliche Iug" dbeu>egung." � Am Sonntag, 25. März. U Uhr, findet im Merredes-Palast, Neukölln, Hermannst:. 214, die gahrfilnftfeier der ffreien Gewerkschostsjugend statt. Gintrittspreis 50 Pl Einlrittstarten stnd bet. allen sreigeu>er!sli-ak!,chen Iugen.dtunlt'onären, in d« ?al,!?reüen und Ortsrerrvo!:unnen der Verbände, in den due» Aushang kennt. Itch gemaedten.Zahlstellen der Volksbühne, in den Iuacndgruppen und in per. Fieigcroerkschafnichen Augendzentrale,«ngelnfer 24—38, 1 It., Zimmer Ta, zu haben. Märzfeier de»>kA-vrtsk»rtrls. Morgen, Sontag, Ib. März, u Uhr. Oer- anstalren das Berliner AtA-Ortskarlell und die Berliner AfA.Gewcrkschaft nt in der Stadthalle, lilosterstraße, eine Märzfeier.(Es wirken m-t durch Vezita. klonen Gertrud Epsoldt und Theo Maret. serner das Gello-Grio Liebermann. Hoppe-Lenzewski und der Gemischte Ghsr Groh-Berlin, unter Leitung oon Gdoard ffendler. Di« ffcstansprache hält Hedwig Wa-denheim. Eintrittskarten kür Jugendliche zu 20 Pf. und kür Erwachtene zu 50 Pf. stnd»och am Eingang der Stadthalle zu haben....... Pertand der Gärtner und Girtnereiarteiter, Gruppe Laadsä�aftsglrtnerei. Morgen, Sonntag, 10 Uhr, wichtig» Gruvpennersammlung in Haoeriands ffcfi- fälen, Berlin. Reue Frtedrlchstr. 88. Abstimmung über das Berhandlunge» ergebnis mit dem Unternehmeroerband. Niemand darf fehlen. Zager»grupp« des?»A. Morgen, Sonntag, II Uhr, Mär-Wer des AfA- Ortskarteüs tu der Stadthall«,«losterstraße. Die Zug-ndbezlrke treffen iick, nach Verabredung, um gemeinsam zur Stadihalle zu kommen. Beachtet auch dt. Anzeig» in der Sonntagsau-eabe des �Vorwärts". Verantwortlich kür Politik: Dr. Gart Geyer: Wirtschaft:®.«lixgeihrser: Dewerlschas!»brweguna: Z.«triner: Feuilleton:». K.»Sicher: Lokairs und Sonstiges: Arid«arftödt: Anzeigen: Tb»loche, sämtlich in Berlin- Perlag: Vorwäris-Beriog GmbH Berlin Druck: Vorwärts-Buchdri-ckeret und Vertaasanstalt Paul Einger u Eo. Berlin SM 88 Lindenstrast» 8. Hierin 2 Beilaaen and Unterdaltnno NN» Villen- Zill i»o«i» Gismm dagewesenen Preisen bringen wir Store«, Gardinen, Bettdecken Kflnstler-Gard>nen n besten QualttSten für 8.90. 7.80. 8.90 M Halbstores in allen Webearlen 1.78. 4.80. 8.80 8.- IB. Gardlnen-reslG eirai-Uabc. änei-keww zum halben Preis. - Elnzelverkaut von 9—7.Uhr.- WIs'-WjW'MMeii NenttdUn. Bergslr. 67 Stock, am Hingbahnhof Kein Laden I Elsa- �Beilen, kä: Stahlmanatzen. chOwettst an Prlv. Kat fr eiscnmOfrei uuc.j(an(TaOr Der r | UllUIUlf tllt„iiftn nistnii V. KOcker, Berlin S..icntenherger 6'raBe Z2.«ssi. V6I gnic Kapitan- HaDiabak 1 a rwn» Wenn Charleilon-Sanda' eilen, In vielen Farben, flexibel genäht....... Fesche T--ol eurschohe, mit bequemem Laufabsaiz. beige rost.. 13.50, 17.50 Damen-Spangenschuhe, belge rose u. sekf. reizende Modelle, eckst Louis XV-Abs. Damen Pump«, eckst Louis. XV-Absalz, die grobe Mode. 1 ySO beige- rose 14.50, mode. Xfar Damen-Span enschuhe, beige Kalbleder m.elfenbein Chevr.-Komblnat. wie Abb.,_ tf. 21.50, rosenholz und beige| K1"1" Chevr., aparte Steppverzier. 8.V■ Gwera-Mriimpft FJC/ne�;r.h Küchen Verkaol«Urcki an Private 1 Küche Hl.de 7ieilig 188.- KUche Dse Vleilig 248.— Küche Helga Tle.llg 265.- Abwascutisch• 50.- Wäscheschi Mnke 65. Kinoerschrflnke 66. BEROUNA Hommanflaneiiftr. 57 verzier. kV■ ms äamxmmiM 125 eigene Veikaafsstellen. davon In Grob- Berlin und Po's dam i C Splltelmirk« 14 V. Brunnenstr. 37 N, Ranziger Str. 1 N, Fnedrichstr. 130 N, Müllcrstr. 3 N, Rosenthsler Str. 14 NW, Turmstr. 41 NW. Wiisnacker Str. 23 O. Andreasstr. SO O, Frankfurter Allee 22 SO. Oranlenstr. 23 SO, Wrangelstr. 49 SW. Friedr chstr. 240 41 W, Potsdamer Str. SO (an der KurlOrstenstrJ Charlohenhurg. Wilmersdorfer Str.I22 Friedenau. R' einstr. 6 7 Neukölln, Bei vstr 12 (Ecke StemmetzstraSel Potsdam, Brandenburger Sir. 84 Erweiterungsbau Roscnthaler Strohe In wenigen Tagen ist auch diese modern umgebaute und erweitert« VarkauisslÄlle lerflggoslelll. Veetcksttgen 5ic schon tatst ebne Karnzwang. M. 131 ♦ 45. Iahrgong 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 17. Märzl92S Don Königswuflerhausen aus erreicht man in einftündiger Fahrt auf der Kleinbahn den bei Storkow i. d. Mark gelegenen idyllischen ZZillenort Hubertushöhe. Einige Minuten vom Bahnhof«nt- fernt, durch einen schmalen Waldstrich von der Bahnlinie getrennt, liegt— unmittelbar am Ufer des sich weithin erstreckenden Dolgensees— ein großes, stolzes Haus-„Das Tor der Hoffnung". Am 17 Ottober 1926, anderthalb Jahre noch der Gründung der ,jH e d w i g- W o n g e l- H i l f e", hat es sich zum erstenmal weiblichen Strafentlassenen geöffnet, und seitdem ist in ihm manches dunkle Schicksal geläutert und viel Leid in Glück verwandelt worden. Wie in einem guten Pensionat. Wer aber das alles nicht weiß, der wird es auch nicht er-- raten, nachdem er das.haus betreten hat. Cs vermittelt mit feinen Anlassen und Einrichtungen den Eindruck eines guten, soliden Pensionats, in dem die Töchter bemittelter Eltern ihre vernachlässigte Schulbildung verbessern und praktische Kenntnisse in der Haushaltsführung erlernen sollen. Der Besucher wird von .cinein schmucken, hübschen Mädchen(wer vermutet in ihr die Ur- heberin eines Verbrechens?) empsongen und eine Treppe höher zur P o r st e h e r i n in das Bureau geführt, dem„Gehirn" des Hauses, von dem der ganz? Organismus fein« Weisungen erhält. An einer Wand ein Bildnis: Hedwig Wangel locht in den vollen„Be- trieb", der immer im Bureau herrscht. a n gel- M u 11 i" sagen die„Kinder". D'c'Lorsteherin ist stets im Haus«! zu ihr hat sich der �ns.pefto.r geievh denn die Instandhaltung des Hauses� sein« Versorgung mit Licht und Wasser und die Bewirtschaftung des vier S" o r o e n großen Geländes erfordern«ine männliche Kraft. Stolz fuhrt die Vorsteherin durch das Reich, in dem das meist« ohne fremde ..Hilfe erzeugt wird. Zuerst geht e» zur Elektro zentrale, in der ein iO'PS-Diefclmotnr ftctjt;«ine Tür verbindet die Zentrale mil einer W e r k st a t t, in der an Wochentagen der Hobel zischt und der Hammer pocht. Soeben sind zwei funkelnagelneue Rodel- schtittcn vom„Stapel" gelaufen.... Dann geht es. vorbei an go- diingtem und gerodetem Waldboden, aus dem ein kleiner Obst- und Gemüsegarten werden soll, zum Stall: zwei Schweine, ein Hammel. Hühner und Tauben werden hier herangefüttert. In den Vorratskammern hängen Würste, und Eingemachtes steht in den Gläsern aus den Regalen. Im Keller des Hauses liegen die Waschküche mit der elektrischen Waschmaschine und die Plätt- und Rollkammer. Im Erdgeschoß öffnet sich die Tür zur Küche. Bier oder fünf Mädchen sind gerade mit der Bereitung der Mittagsmahlzeit beschäftigt: Spargelsuppe, Rinderbraten mit grünen Bohne» und Kartoffeln und als Nachtisch«ingemachtes Obst. Eine älter« Köchin gibt die Anweisungen. Dann führt der Weg in ein« Bade st ub«. der eine Frisierstube angeschlosien ist, durch das Fremdenzimmer, den großen Speisesaal, der eine herrliche Aussicht auf den See und die ihn umsäumenden Wälder gewährt, das Gesellschaftszimmer ,Lur Gemütlichkeit", die Schulstube und den sehr geräumigen Lehrsaal, in dem eine Kllmleinewond aufgespannt ist. Auch an musikalischer und anderer Unterhaltung ist kein Mangel: im Speisesaal stehen«in Harmonium und ein Lautsprecher. Sauber und freundlich sind auch die Schlafzimmer, in denen vier und neun Betten stehen. Alle Zimmer sind in frohen, bunten Farben gehalten und mit Blumen und Bildern reich geschmückt. Das Haus kann vierzig Insassen beherbergen, gegenwärtig zählt es aber nur zwanzig. Frau Wangel wäre es schon aus wirtschoulichen Gründen lieber, wenn dos Haus „immer voll" wäre. Aber, so unglaublich es klingt, das Haus hat nicht nur Freunde, sondern auch Feinde, durch die es gehässigen Angriffen ausgesetzt ist. Die Angriff« gehen fast ausschließlich von konfessionellen Kreisen aus, die dem„Tor der Hoffnung" die„D« l t l i ch k« i t" sehr übel nehmen. So hak ein evangellsche, „Mutterhaus" die„Hedwig- Maugel hilfe" als ein„werk de» Teufel»" bezeichuel, ein St ra f v o ll zu g s p r ö fi d en t hat. aus gleichen �.Bedenken" heraus, die Strafanstalten feines Bezirkes an- gewiesen, keine Entlastene zum„Tor der Hoffnung" zu schicken. Es soll aber hervorgehoben werden, daß die Haltung der p re u. ß if ch« n Staatsbehörden wesentlich anders ist. Die Bewohnerinnen des Hauses. Die Insassen(Schülerinnen nennt man sie), Frauen und Mädchen s«den Allers und jeder Herkunft, kommen direkt aus den Stroi- anstallen noch Hubertushöhe. Die Aufenthaltszeit ist»n- begrenzt, d. h. sie wird von dem Reifezuftand dar einzelnen abhängig gemacht. Erst wen» angenommen iverden kann, daß«ine Schülerin dem Leben gegenüber körperlich und seelisch Widerstands- fähig ist, wird sie aus dem Häufe entlasten nicht ohne vorherige Zuweisung einer geeigneten Stellung. Nur so kann dos Hinein- wachsen einer Dorbefiraften in das bürgerliche Leben gesichert werden. Infektionskranke werden in Hubertushöh« nicht aufgenommen. Die im Gefängnis verdiente Arbeiisbclohnung wird auf der Dresdner Bank dem Schülerinnenkonto zugeführt und ihnen dort erhalten. Ein Toschengeld wird den Insassen nicht ausgehän- digt: jede nötige Anschaffung übernimmt das Hans. Der Besuch von Angehörigen, die zu jeder Zeit kommen können, ist nach vor- heriger Anmeldung gestattet. Im allgemeinen sind die Modchen und Frauen untereinander vertraglich. Es gibt allerdings auch„schwierige" Naturen, mit denen man absolut nicht fertig werden kann und die aus dem Haufe gewiesen werden müssen. Eine Statistik des ersten Derwallungs- jahres vom 17. Oktober 1SS6 bis 31. März 1927 vermittelt»an den Insassen und der Arbeit an ihnen folgendes Bild: Don 28 angemeldeten Mädchen und 18 Frauen wurden 14 Mädchen Und 7 Frauen ausgenommen, während 2 Mädchen und 2 Frauen abgewiesen werden mußten. Alle anderen trafen nicht ein oder haften schon vorher eine Stellung erhallen. Ausgewiesen wurde eine Frau, vorzeittg gingen 7 Mädchen und 2 Frauen ab. im Krankenhaus blieben zwei Mädchen: zu Angehörigen gingen 2 Frauen und in Stellung drei Mädchen und ein« Frau. Im Haufe blieben weniger als vier Wochen 3 Mädchen und 2 Frauen, über einen Monat 3 Frauen, über zwei Monate 2 Mädchen, über drei Monate 2 Mädchen und eine Frau, über vier Monate ein Mädchen und über fünf Monat« 8 Mädchen und 2 Frauen. Es wurden unterrichtet 14 in Stenographie. 5 in Schreibmaschine, 1 in Buchführung, 17 in Schneidern, 6 in Wäscheflicken, 1 in Maschinen- stopfen, 1 in Putzmacherei, 10 in Gartenarbeit, 2 in Kleinoiehzucht. 16 in Hausarbeit. 11 in Kochen. Backen undEinmachen, 6 in Wäsche mit elektrischem Betrieb und 8 Schülerinnen im Frisieren. Don 21 Schülerinnen waren fünf mll Zuchthaus bestraft. Die Strafen waren für alle nur denkbaren Dergohen verhängt worden. Das Aeußere dieser Menschen erzählt nur in wenigen Fällen von dem, was Me Statistik verrät. Für Ausbildung m Menschenkunde bietet das Haus«in einzigartiges Material. Langsam, aber stetig formen sich die Menschen in dem„Tor der Hoffnung" um. Hedwig Mangel geht daran, in Berlin eine Heimwerk- st ä t t e zu errichten, in der die Schülerinnen, die sich in Hubertus- höh« besonder« bewährt haben, Gelegenheft zu einer gründlichen beruflichen Ausbildung haben sollen. Die finanziellen Mittel zu diesem Werk sollen aus einer Lotterie gewonnen werden, die in der nächsten Aeft veranstaltet wird. Die prinzipiellen Bedenken, mft denen ein Sozialist jeder Einrichtung gegenübersteht, die im wesentlichen auf privater Wohl- töftgkeft aufgebaut ist, darf man angesichts des Werkes von Hedwig Wangel zurückstellen, weil hier«ine Pionierarbeit geschaffen ist. aus der wertvoll« Erfahrungen für die Zukunft gc- schöpft werdsn können. wer ZNikalled der Hedwig- Minqel.Hisse werde» will, der zahle einen Mlndestjahresbettrag von Z Mar? und andere Geldlpenden bei der Dresdner Bank aus das Postscheckkonto der hedwig-Wangel-Histe Berlin Nr. 37 211 Oer neue Wahlfilm. Am Freitagmiftag wurde dem Parteivorltand in der Kamera" Unter den Linden, der neue Wahlfilm vorgeführt, der kürzlich unter der Leitung des Genossen Dr. Lohmann fertiggestellt worden ist. Der Film soll, nachdem er die Zensur passiert hat, an die einzelnen Bezirke gesandt und am Schluß der kommenden Wahlverfannnlunoen gespiell werden. Die Barführungszeit dauert etwa 33 Minuten. Der Film: der sehr geschickt aufgebaut ist, charafterifiert in prägnanten Bildern die einzÄnen Parteien und die Folgen für das Droletäriat, wenn Bürgert-lock und schmar.ztvnß- rote Reaktion die Mehrzahl der Stimmen erhalten würden. Von neuem kriegerisches Spiel, das sehr leicht Verhängnis- volle Folgen zeitiaen kann, von neuem Aussperrung, Drückung der Arbeitslöhne, von neuem Reaktion auf allen kult urellen Gebieten. Uebertreiibungen sind vermieden worden und trotzdem wird die ganze Situation schlag. llchtartig erhellt. Vor allem: man hat diesmal nicht den Humor vergessen. D>« Trickzeichnungen von dem Zentrums- mönnlein und von den Kommunisten sind witzig gemacht und dabei durchaus filmisch empfunden. Der Film erscheint als sehr wirksame Unterstützung im Wahlkampf, und es ist zu hoffen, daß die Zensur ihn ungekürzt freigibt, besonders da die. Darstellung völlig objektiv bleibt, die Wahrheit schildert und durchaus keine aufreizende Tendenz zur Schau trägt. Menfchen.Göttern gleich... 43s Roman von Herbert George Wells. „Sie ist geschlossen," sagte Mr. Barn staple.„Außer durch die Gnade der Ulopen werden wir unsere Welt nie wiedersehen. Und sogar mit ihrer Gnade ist es zweifelhaft." „Das ist es. was mich nachts nicht schlafen läßt," sagte Mr. Hunker. „Es ist ein Gedanke, der uns allen schon gekommen sein muß," sagte Mr. Burleigh. „Und es ist ein Gedanke, der so niederschmetternd unan- genehm ist, daß man lieber nicht darüber sprechen sollte," sagte Lord Barralonga. „Ich habe bis zu diesem Moment nicht daran gedacht," sagte Penk.„Sie wollen doch nicht sagen, Herr, daß wir wirklich nicht zurückkommen." „Es kommt, wie es kommt," jagte Mr. Burleihg.„Des- halb bin ich gespannt, Mr. Eatskills Ideen anzuhören." Mr. Eatskill stützte die Hände in die Hüften und sein Ausdruck wurde ernst. „Diesmal stimme ich ausnahmsweise." sagte er,„mit Mr. Barnaby überein. Ich glaube, die Aussichten sprechen da- geg:n. daß wir jemals die lieben Städte unserer Well wieder- sehen werden." „Ich fühle das," sagte Lady Stella mit weißen Lippen, „ich wußte das schon vor zwei Tagen." „Und so sieht mein Sonntagsausflug aus, ausgedehnt bis in die Ewigkeit" sagte M. Dupont und eine Zeil lang sprach niemand ein Wort. .Es ist. als ob—" sagte endlich Penk.„Wahrhaftig, als ob man gestorben wäre" „Aber ich m u u ß zurück?" platzte plötzlich Miß Greeta Gr:y heraus, wie jemand, der eine verrückte Idee beiseite schiebt...«Es ist absurd. Ich muß am 2. September in der Mhambra auftreten. Es ist unerläßlich Wir kamen ganz leicht hierher. Es ist lächerlich, zu sagen, ich könnte nicht auf demselben Weg zurück." Lord Barralonga betrachete sie mit liebevoller Bosheit. „Sie werden warten!" „Aber ich muuß!" flötete sie. „Es gibt etwas wie Unmöglichkeiten— sogar für Miß Greeta Grsy." .Mieten Sie-in Spezmlslugzeug." sagt« fi«.„irgend etwa»." Er betrachete sie mit boshaftem Grinsen und schüttelte den Kopf. „Mein Lieber," sagte sie,„Sie haben mich bis jetzt nur in Feiertagslaune gesehen. Die Pflicht ist eine ernste Sache." „Meine Liebe. Ihre Mhambra ist uns jetzt ungefähr so fern wie der Hof des Königs Nebukadnezar... Ich kann's nicht ändern." „Aber es m u u u ß sein," sagte sie in ihrer königlichen Art,„und jetzt genug davon!" Mr. Barnstaple stand von der Tafel auf und ging zur Burgmauer, wo eine Oeffnung Ausblick auf die dunkle Wild- nis draußen bot. Dort setzte er sich nieder. Seine Blicke wan- dessen von der kleinen Gruppe, die im Gespräch um den Abendtisch herumsaß, zu dem in der Abendsonne leuchtenden Kamm der Felsriffe jensetts des Canons und zu den wilden einsamen Berghängen unterhalb des Vorgebirges. In dieser Well würde er vielleicht den Rest seiner Tage zu»erleben haben. Und diese Tage dürsten nicht sehr zahlreich sein, wen» Mr. Eatskills seinen Willen durchsetzte, vydenham, sein Weib und die Jungen waren wirklich so fern—„wie der Hof des Königs Nebukadnezar." Er halle seiner Familie noch kaum einen Gedanken ge- widmet, sell er den Brief in den Kasten gesteckt hatte. Jetzt fühlte er ein seltsames Verlangen, ihnen irgendein Wort oder Andenken zu schicken— wenn er es nur konnte. Wunderlich, daß sie nie wieder etwas von ihm oder über ihn hören wür- den Wie werden sie sich ohne ihn zurechtfinden'? Wird es wegen des Kontos bei der Bank Schwierigkeiten geben? Oder wegen der Versicherung? Er hatte immer beabsichtigt, ein gemeinsames Kmfto für sich und feine Frau einzuricht-n, aber er hatte nie rechte Lust dazu gehabt, es zu tun. Ge- meinlchaftlich und einzeln verfügungsberechtigt... etwas, was jedermann tun müßte... Seine Aufmerkiamkett kehrte zu Mr Eatskill zurück, der seine Plane entwickelte. „Wir haben uns hier auf einen ausgedehnten, auf einen sehr ausgedehnten Ausenthalt einzurichten. Wir wollen uns über die Dauer keiner Täuschung hingeben, es mag Jahre dauern es mag Generationen dauern." Etwas in dieser Rede machte Pen/ stutzig.„Ich kann nicht recht einsehen." sagte er,„wie das möglich fein kann— Generationen?" „Ich komme gleich darauf." sagte Nr. Eatskill. „Leider," sagte Mr. Penk und blickte Lady Stella mft scheuen und tiefsinnigen Augen an. „Wir haben in dieser Weft auszuharren, eine kleine fremde Gemeinde, bis wir sie beherrschen, so wie die Römer die Griechen beherrschten, und bis wir ihre Wiflenichaft meistern. Das mag einen langen Kampf bedeuten. O ja, es wird sogar einen sehr langen Kamps bedeuten. Und in- zwischen müssen wir uns ein Gemeinwesen behaupten; wir müssen uns als eine Kolonie, eine Garnison betrachten, bis der Tag der Wiedervereinigung kommt. Wir müssen unser« Geiseln festhallen. Herr, und nicht nur unsere Geiseln. E« könnte für unseren Zweck nötig sein und wenn es für unseren Zweck nötig ist, so muß es geschehen— andere dieser Ulopen hereinzunehmen, sie jung zu fangen, ehe diese sogenannte Er- ziehung sie für unsere Zwecke ungeeignet macht, und sie in den großen Traditionen unseres Imperiums und unserer Raffe aufzuziehen." Mr. Hunker schien hier etwas sagen zu wollen, ober er unterlieh es. M. Dupont sprang heftig vom Tisch auf. ging vier Schritte fort, drehte sich um und blieb dann. Mr. Eatskill beobachtend, stehen. „Generationeen?" fragte Mr. Penk. „Jawohl," sagte Mr. Eatskill,„Generationen. Denn hier sind wir Fremde— Fremde wie jene kleine Schar Aben- teurer, die ihr Bollwerk vor fünfundzwanzig Jahrhunderten auf dem Kapttol neben dem reißenden Tiber errichtet haben. Dies ist unser Kapttol. Ein größeres Kapitol— eines größeren Roms— in einer weiteren Well! Und wie jene Schar römischer Abenteurer werden auch wir unsere geringe Zahl auf Kosten der Sabinerinnen um uns Kerum verstärken müssen und sie zu unseren Sklavinnen, Gehilfinnen und Ge- fährtinnen machen! Kein Opfer ist zu groß für die hohen Möglichkeiten dieses Unternehmens." M. Dupont schien zu diesem Opfer gern bereit zu sein. „Richtig verheiratet," warf Pater Amerkon ein. „Richtig verheiratet," sagte Mr Eatskill in Parenthese. „Und so, mein Herr, wollen wir hier aushalten, uns be-- haupten, diese wüste Gegend beherrschen und unser Prestige, unseren Einfluß und unseren Geist in dem trägen Körper dieser dekadenten, utopischen Welt verbreiten. Bis wir schließ- lich»n der Lage sind, das Geheimnis, das Ardenn und Ehryiolagone suchten, zu meistern und den Weg zu unserem eigenen Volte wiederzufinden, ihn den zusammengedrängten Millionen unsere« Wellreichs öffnend--" (F-rtfetzun, fnlgi) Dem Andenken der Märzkämpfer! Eine Seier der Iungsozialisten. Sa war ein« schöne und weihevolle Kundgebung. In der die gungsozialisten das Andenken der Märzkämpfer des Jahres 1848 feierten. Die Jugend des schaffenden Volkes war gerne und in großer Zahl dem Rufe, um derer zu gedenken, die mit ihrem Rlute das düngten, was wir, die Nochfahren, heute ernten. Mit Recht sagte der Festredner, daß die Schassung eines freiheitlichen Staates, einer sozialen Republik, nur dann für die Zukunft gesichert ist, wenn die Jugend sich begeistert für diese Idee einseht. Deshalb seien gerade die Jungsozialisten berufen, an dem Staate der Zukunft zu arbeiten. Die Kundgebung mi Schiller-Lyzeum in der Pankftraße wurde durch den Film ,�D 1« Mutter" eingeleitet. Dann sprach der sozialdemokratische Reichstogsabgeordnete Wilhelm Soll man» Worte zur Erinnerung an die Märzrevolution 1848.„üle Mutter", dieser Film der unterdrückten Massen, die für die Freiheit kämpfen und sterben, zeigt uns, welche Opser das Proletariat bringen mußte im Kampfe gegen die M i l i t ä r d y n a st i e n. Im Jahre 1848 hat dos deutsche Volk versucht, die Kellen des Dbrigkeitsstaates zu sprengen. Das deutsche Bürgertum stand 1848 aus den Barrikaden gegen die Dynastie der Hohenzoller», ohne selbst den demokratischen Volksstoat zu besahen. Erst als Las falle und Karl Marx die neuen Ideen in Deutschland ver» breiteten, erkannte das arbeitende Volk, daß Freiheit nur möglich sei im demokratischen Bolksstaat. Erst von Ü a s s a l l e wurde da» Banner der Revolution entrollt. Die deutsche Revolution von 1318 ist aus dem Blute von Millionen Kämpfern, aus dem Opferstrom des Wellkriegs geboren. Erst die Arbeiter-' f ch a f t hat der Jugend und den Frauen da» Wahlrecht gegeben. Dem Bürgertum war die Repübllk Ziel, der Arbeiterschaft ein Mittel, eine Waffe, ein breite« großes Kampfseld, aus dem unsere Organisationen ihre Klassenkämpfe führen tonnen. Demokratie ist uns nicht Friede. fondern Kampf um die Seele de» Volke». Wir wollen da» Volk immer wieder wachrufen zu neuen Kämpfen! Wir wollen die Bil- dungs- und Befihoorrechte beseitigen. Wir wollen die polt. tische Macht erobern, um den Arbeitern die wirtschaftspolltische und soziale Freiheit zu bringen. Die Jugend steht bereit, an der Seite der Sozialdemokratie für die Freiheit zu kämpfen. Mit dem Gesang der Internationale schloß die Kund» gebung. �Serolina" und„Kupfergrabeu". Oer hohe und der tiefe Summertoa. Zu de» w Groß-Berlin bereits destehenden Vermittlungsstellen mit Selbstanschlußbetrieb treten in der Nacht vom 17. zum 18. März die Vermlltlungsstellen Berolina und Kupfergaben: diesen Vermittlungsstellen werden Teilnehmer von Alexan» der, König st adt, Merkur und Zentrum zugeteilt. Die Berolina» sowie die Kupfergabenteilnehmer werden«benfo wie olle bisherigen Selbstanschlußteilnehmer in der Lage sein durch Drehen der Nummerscheide ihre» Apparates all« anderen Selbstonschlußteil. nehmer unmittelbar zu wählen. Die Seldstanfchlußteiinehmer er« reichen einen Teilnehmer, der an eine Vermittlungsstelle ohne Selbst» anfchlußbetrieb angeschlossen ist, durch Wählen des Rufzeichen» der in Frage kommenden Vermilllungsstelle und durch Ansage der Nummer an die sich meldende Beamtin. Alle chandamtsteil» nehmer(mit Apparaten ohne Rummernscheide) müssen im Der» kehr mit Selbstonschlußteilnehmern darauf achten, daß sich nach dem eigenen Amt noch ein Hilfsamt meldet; diesem Hilfsamt lst nochmals Amt und Nummer des gewünschten Tell» nehmer« anzugeben i es ertönt sodann ein alle 10 Sekunden wieder» kehrender, kurzer, hoher Summerton; es ist dies da» Zeichen, daß auf Beantwortung des Anrufs gewartet werden kann. Mit diesem unterbrochenen hohen Summerton darf das Besetztzeichen, b. I. ein dauernder, tiefer Summerton, nicht oerwechselt werden. Im Verkehr der Handomtsteilnehmer(mit Apparaten ohne Nummerscheibe) untereinander trill eine Aenderung in der bis» herigen Betriebsweise nicht ein. Me Teilnehmer sparen Zeit und Verdruß, wenn sie vor jedem Anruf au» dem Fernsprechbuch feststellen, ob der gewünschte Teil» nehmer infolge der Inbetriebnahme neuer Aemter etwa eine neue R u m m e r erhalten Hot. Das gilt vom 18. März ab besonder» für Anrufe, die an Teilnehmer der Vermittlungsstellen Alexander, Königstadt, Merkur und Zentrum gerichtet stnd. Noch immer keine Deckung. Die(Sozialdemokratie gegen(Steuer- und Tariferhöhung. Die geprügelte Hausangestellte. Ein Mißhandlungsprozeß in der Berufungsinstanz. Da» Amtsgericht Berlin-Miite hatte Frau K. wsgen einfacher Körperverletzung, begangen an ihrer Hausangestellten KSte 0., zu 200 Mark verurteilt. Der Zlngoktagten schien die Straft zu hoch— besonders schmerzlich empfand sie es, daß di« Urteilsbegründung Ihren Handlungen sexuell« Hintergründe unter- schoben hatte. Der Staatsanwalt fand dagegen die Strafe zu niedrig. So legten beide Berufung ein und das Schöffengericht mußte sich dos zweitemal mit der Angelegenheit befassen. Der noch nicht 18jZhrigen Käte war das ostpreußische Heimat»- darf zu eng geworden. Sie sehnte sich nach Berlin. Die Schwester der Frau K. verschaffte ihr bei dieser eine Stellung und die M u t t e r der Käte bat in einem Brief an die Frau K., sie recht streng zu halten, dafür zu sorgen, daß sie sich nicht herumtreib». �Nehmen Sie ein Stück Knüppel, schlagen Sie ihr die Ciebelel au« dem Schädel heraus. U ebernehmen Sie die AkulterpsNchten an meiner Stelle," schrieb sie ihr. Und Frau K. hielt die.Käte tatsächlich streng. Allerdings beiam sie gut zu essen, durste sich in den Zimmern der Herr- schoflen aufhalten, auch sonst schien sie es, wenigstens am Anfange, nicht schlecht zu haben. Käte schrieb in den Briefen on di« Mutter und Freundin, daß sie wie«in Kind gehalten werd«. nicht viel zu arbeiten brauchte, spazieren gehen dürfe und daß sie sich im allge- meinen wohlfühle. Der Aufenthalt im Hause Ä. muß aber doch auch noch ein« Kehrseite gehabt haben. Jedenfalls sahen die Einwohner de» Hauses die Sät« de» öfteren weinen. Auch bemerkten sie Beulen an ihrem Gesicht. Käte klagte über Haue, die sie von der Frau K. bekomme. Als dann eines Tage» Hausbewohnerinnen die Käte wimmernd ruft» hörten:„Liebe, gnädig« Frau, hören Sie auf. ich kann nicht mehr," worauf diese antwcetete:„Stehe auf; bis ich drei zähle, bist du aufgestanden." woraus Klatschen von Schlägen folgten, erstatteten sie Anzeige bei der Polizei. Der Arzt stellte bei der Käte blutunter» lauftne Stellen und Striemen an den Armen und ein vollständige» blauunterlaufenes und geschwollenes Gefäß fest. Absolute Klarheit schaffte auch die Berufungsverhandlung nicht. Käte.-in phantastischer und nicht ganz wahrheitsliebender Mensch. Der von dem Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenversamm- lung eingesetzt« Unterausschuß beschäftigte sich gestern erneut mit der Möglichkeit, das Defizit des Berliner Etats aus» zugleichen. Er beschloß eine Erhöhung der Gewerbesteuer sowie des Grundsteuerausahe» und die Heranziehung der städtischen Werke zu erhöhten Abgaben. Alle Parteien waren sich dabei bewußt, daß di« Werksabgaben die Grenze des Erträglichen nunmehr nahezu überschritten haben, da sie den stetig wachsenden Zlnsarderungen on ihren Betrieb kaum noch gerecht wer- den können, und der weitere Auebau der Werke wie der Verkehrs- Unternehmungen ernstlich in Frage gestellt wird. Insgesamt läßt sich durch diese Maßnahmen das Defizit allenfalls bis auf rund 3 Millionen vernngern. Dazu kommt aber, daß noch den Beschlüsien de» Hauptous- schusie» de» Landtags die erwarteten und in erster Lesung bereits als Einnahmen eingestellten Erhöhungen aus dem Finanzausgleich und der kraslfahrzeugsteuer nicht mehr als sicher gelten können. Dadurch würde sich da» Loch im haushall auf nicht weniger als etwa 20 willloneu erhöhe». Für dlefe Summe ist eine Deckung»ich« wehr zu beschaffe». Die Sozioldemokraste lehnt fedenfasts sehe Sleuererhvhung und jede Erhöhung der werkslarise mit Rücksicht auf die Kol. läge der Berliner Bevölkerung unter allen Umstände« ab. Wenn also tatsächNch der Landtag mit einer großstadtfelnd- Ii che n Mehrheit bürgerlicher Parteien den sozial- demokratischen Antrag auf Erhöhung des Berliner Anteils an den in Betracht kammenden Steuern ablehnen sollt«, so müßte dir Stadt Berlin die Verantwortung für die dann notwendig werdend«" Kürzungen ihres Haushalts den betreffend an b ü rg«r lichen Parteien überlasten. Mit kleinen Abstrichen auf der einen Seil« und kleinen Erhöhungen aus der anderen Seit« wäre es dann nicht mehr getan. In Frage käme vielmehr nur die Streichung der Ausgaben für Straßen- oder Schul- oder Woh- nungsbauteu. Daß eine solche Zwangsmaßnahme nur im Hinblick auf einen vernünftiger zusammengesetzten Landtag der Zukunft vorläufig vorgenommen werden könnt«, versteht sich von selbst. Jeder weiß, daß an und für sich die Auegaben für diese Zwecke schon bis on das Maß des Erträglichen abgedrosftll worden sind. Der Streichung müßte also eine Reu- einsetzung noch in diesem Jahre folgen. Man sieht, zu welchen Konsequenzen di« halsstarrige PoliNk der bürgerlichen Parlcien im Landtage führen würde. Die Sozia l demokratie wird sich dadurch nicht von der geraden Linie ihrer Berliner kommunalen Politik abdrängen lasten. Sie weiß sich als stärkste Partei im Rathause für den Etat verantwortlich und wird ihn— so oder so— zur Verabschiedung bringen. Dir Wählerschaft wird noch in diesem Jahre zwischen den berlinftind- lichen Parteien und der Sozialdemokratie zu entscheiden haben. Die endgüllige Beschlußfasinng über die Deckung ist die zur nächsten Woche, also bis zum Abschluß der Beratungen im Land- tage, vertagt worden. gab ei» Bild von den Mißhandlungen, di« di« Begründung des ersten Urteils gerechtfertigt erscheinen ließen. Da» Gericht gelangte zur Verwerfung sowohl der Berufung der Angeklagten al» auch derjenigen des Staatsanwalts. Es blieb bei 200 Mark Geld straf«. Da» Urteil der ersten Instanz hatte bei der Demestung der Strafe den Umstand berücksichtigt, daß die Mutter der Käte der Frau Ä. dos Züchtigungsrecht an ihrer Tochter übertragen habe. Der Fall der läjährigen Käte zeig! aber, wohin es unter Umständen führen kaim, wenn Mütter leichtfertig di«„Herrschaft" um Ausübung der Mutterpflichten an ihrer Statt bitten._ Kaiserliches bei der Reichswehr. ,W. D." im Wehrkreiskommando IDL „Kürzlich besuchte ich— so schreibt man uns—»«in W o h l» tätigkeitskonzert d«s Wehrkreiskommando» III der vereinigten Musikkorps im Zirtu» Busch, da» unter Leitung de» Heeresmusitinspizienten Pros. Hochenberger stand. Zu meiner größten Ueberraschung mußte ich dort folgende Feststellung machen: Die Fanfaren der Musiker trugen viereckige blaue Dehängr. die mit silbernen Fransen besetzt waren und i» jeder Ecke«tue silberne köuigskrone trugen. In der Mitte de» Tuche» aber besanden sich, edensall» in Silber gehalten, die Znttiale»„HL IL" Schon bei einem ähnlichen WohltätigkeUskonzert, da» etwa vier Wochen zuvor im Zirkus Busch stattfand, mußte ich dieselbe Wahrnehmung machen. Ergänzend möchte ich hierzu bemerken, daß bei jener ersten Der- anstaltung auch die Kesselpauken dieselben blauen Behänge trugen, wa» bei dem Konzert am 11. März allerding» nicht mehr der Fall war." Der Reichswehrminister Groener hat kürzlich in«iner Rede klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, daß er T a k t l o s i a- ketten und Entgleisungen der Reichswehr aufs strengste ahnden würde. Er hat weiterhin gesagt,„daß kein Angehöriger der Reichswehr mehr Anlaß zu einer sensationellen öffentlichen Kritik, wie es in der Vergangenheit häusig vorgekommen Ist, geben dars". Der Herr Reichswehrminister hat wieder Gelegen- heit, sein Wort in die Tat umzusetzen! Und so wenig man daran zweifeln kann, daß er e« tun wird, so wenig sollte er die Der- antwortlichen in der Reichswehr, die diesen Unsug dulden, darüber im Zweifel lasten, daß sie nicht in die Reichswehr hineingehören. „Weltliga für Sexualreform." Von den drei Senioren der Sexualwistenschaft, August F o r e l (Schweiz), Havelock E l l i s(London), Magnus H l r s ch f e l d(Ver- lln). ist in Verbindung mst Victor Margueritte(Pari»), Mar- garet Sanger(New Park), H. Lundborg(Upsala), R. Gold- scheid und K. K a u t s k y(Wien), Bechterew t(Leningrad). Balkis(Moskau), I. H. LeuNbach(Kopenhagen) und vielen anderen bekannten Forschern und Förderern der Sexualwistenschaft eine„W eltliga für Sexualreform auf sexualwis- senschaftlicher Grundlage" gegründet worden, die dahin wirken will, daß in allen Ländern der Welt aus den Forschung»- ergebnisten der Sexualwissenschaft die praktischen Folgerungen für die Beurteilung und Neugestaltung des menschlichen Geschlechts- und Liebeslebens gezogen werden. Besonders umfaßt das Pro- gramm folgende 10 Punkte: 1. Ehereform, 2. die völlige Gleich- berechtigung beider Geschlechter, 3. die Frage verantwortungsvoller Geburtenregelung, 4. die Verbesterung des Menschengeschlechts noch eugenischen Gesichtspunkten, 5. dos Unehelichkeitsproblem, 6. die Eheuntouglichkeit, 7. die Bekämpfung der Prostitution und Ge- schlechtstrankhetten, 8. die richtige Beurteilung sexualer Trieb- abweichungen, 0. das Sexualstrasrecht, 10. die Sexualerziehung. Ein von der Weltliga einberusener Kongreß findet tm Juni d. I- unter Vorsitz de» dänischen Minister» Steinte in Kopenhagen statt. Mitglied kann jeder werden, der sich mit Sexualresorm auf sexualwistenschastlicher Grundlage beschäftigt, sowie auch olle, welche die Ziele der Weltliga fördern wollen. Veitritt»- onmeldungen(Beitritt nach Belieben), sowie olle Anfragen sind zu richten an die Geschäfts stell« der Weltligo, Berlin RW. 40, In den Zelten 10. Man spart Kirchensteuer. Wer noch im März seinen Airchenaustritt erklärt, spart Jahr Kirchensteuer! denn er braucht nur noch bis zum 1. Jull zu zahlen. Wer dagegen erst nachdem 31. März au». tritt, muß noch biszum 1. April des nächsten Jahr«« Kirchensteuer zahlen. Vom 14. Üebenejahre ab muß jeder selb- ständig seinen Kirchenauetritt erklären, braucht also keine Erlaubnis der Ellern dazu! Kirchenauslrittserklärungen werden angenommen: 1. kostenlos vormittags beim zuständigen Amtsgericht, 2. gegen eine Gebühr von 2 M. durch einen Notar in den Geschäftsstellen des Verbandes für Freidenstertum und Feuerbestattung E. 25., und zwar: Friedenstrahe 60: Dienstags und Freitags von IS bis 20 Uhr. Gneisenaustroße 41; Montags und Donnerstags von IS bis 20 Uhr, in Charlottenburg. Rosinenstraße 4(Jugendheim): Soimabead» von 17 bis 18 Uhr. Immer wieder Mord. Eine räffelhaste Bluttat in Hamburg. Die am Billdeich in Homburg wohnende Ehefrau des Maurers Hoeger wurde am Freilog. morgen von ihrer 71 Jahre allen Mutter mit zerschmettertem Schadet blutüberströmt im Dell liegend aufgefunden. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Am Kopfende de» Belle» wurde ein Beil gefunden, mit besten stumpfer Seite der Mord ausgeführt worden war. Der Ehemann der Er- mordeten halle um 6 Uhr morgens die Wohnung verlosten, um zur Arbeil zu gehen. Zwei Stunden später verließ der ISjährige Sohn Richard die Wohnung. Ais um 10 Uhr die Großmutter auf- stand, sand sie In der Küche einen Briefumschlag, aus den ihr Enkel geschrieben hatte, sie möge ausräumen, da die Mutter fort« gegangen sei. Frau Hoeger halle aber, als sie ihren Mann kurz vor seinem Fortgehen das Frühstück zurecht machte, geäußert, st« fühle sich nicht recht wohl und wolle wieder zu Bell gehen. Dem Sohn «rzahlle sie, al» der Gatte weggegangen war. sie Hab« Besorgungen zu machen und würde gleich fortgehen. Diese sich widersprechen» den Darstellungen der Ermordeten dürste für di« Au? klärung des Mordes von Bedeutung sein. Als die Großmutter den Zettel ihres Enkels fand, ging sie sofort an di« Arbell de» Auf räumen» und entdeckte die Schreckenstat. Die Polizei hat Inzwischen festgestellt, daß die Ermordet« viel ausging und in Kaffeehäusern oerkehrte. Frau H. macht« sehr häufig Herrenbekanntschafteu. van denen der Ehemann keine Ahnung hatte. Es wird angenommen. daß die Frau, nachdem ihr Mann und ihr Sohn die Wohnung ver» lasten hallen, einen Fremden bei sich empfing, der dann die im Pell liegende Frau ermordete oder sie bei einem Streit er- schlug. Da ein Portemonnaie mit 50 M. in bar au» der Wohnung verschwunden ist, besteht olle Wahrseh-inlichkell, daß ein Raubmord vorliegt. Lustmord an einem zehnjährigen Mädchen. Die Staatsanwaltschaft Glogau wurde Freitag früb von dem Auffinden einer weiblichen Leiche in einem Wasser- groben in Grünberg in Schlesien, der die Abwäster der Fabriten ausnimmt, benachrichtigt. Es Handell sich um die Leiche eines ungefähr zehn Jahre allen Mädchens. Nach Loge der Dinge kann es sich nur um einen Lustmord handeln. Waldbrände in den Anhenbezirken. Die Feuerwehr wurde in den gestrigen Nachmlttagsstunden mehrmals nach den Außenbezirken alarmiert, wo Gras- und Waldbestände in Brand geroten waren. Während es in den meisten Fällen, so in Karlshorst, Frohnau, Friedrichs- Hagen, Spandau usw., nach kurzer Zeit gelang, da» Feuer einzudämmen, waren mehrere Löschzüge aus dem Tegeler Schieß platz über eine Stunde mit der Bekämpfung eines größeren Waldbrand«» beschäftigt. Das Feuer war aus bisher noch ungeklärter Ursache aus dem Tegeler Schießplatz in der Nähe der Luftschisserkaserne entstanden und breitet« sich mit großer Schnelligkeit nach allen Seilen aus. Als die lDehren an der Brandstätte eintraft«, standen über 10 Morgen Wiesen« und Heid«-- q« l ä n d e in Flammen. Durch Auswerft» von Gräben und Ein- letzen von mehreren Schlauchleitungen gelang es, das Feuer zu lokalisieren. Die starke Rauchsäule, die weithin sichtbar war, hatte eine große Schar Neugieriger angelockt. das jBesce, Oer importierte Ehemann. ■fran von der Goltz lieh ihn sich aus Frankreich kommen. Als wir in den zwölf sommerlichen Tagen, die uns kürzlich beschieden waren, darauf hingewiesen hatten, daß jetzt die'Zeit ist, wo man einen erfrischenden Spaziergang über dos frei« Feld machen könne, da wurden als Wonderziele auf dem Barnimplateou neben Alt-Landsberg und Werneuchen auch B l u m b e r g genannt. Und dojj dies« Empfehlung nicht übel war, bestätigt Alimeister Theodor Fontane, der in seinen Wanderungen„an lachenden Dörfern* de» Barnim vorbei Blumberg als ein freundliches Dorf bezeichnet. Das ist c» auch heute noch. Ehemals aber, im 13. Jahrhundert, war es sogar Stadt, gehört« den Brandenburger Bischösen und ging 1543 für 5000 Gulden in den Besitz des Kurfürsten Joachim II. über. 1002 ab«r erwarb der kurfürstliche Kanzler Johann von Loeben das Gut und von ihm bekam es fein Schwiegersohn Conrad von Burgs- darf. Der aber war ein großer Lebemann, denn er wurde ein„ge- waltig«r Courmacher* genannt. Etwas von jener Art muß wohl feine Tochter gehabt haben. Das erstemal heiratet« sie einen von Könitz. Der starb ihr weg. Dann heiratete si« einen General von der Goltz. Bon dem ließ si« sich bald scheiden. Und nun wollen wir Meister Fontane selber sprechen lassen: „Frau von der Goltz war kaum von ihrem zweiten Mann ge- trennt, als si« auch schon den Vorsatz faßte, sich zum drittenmal zu vermählen und zwar, kost« es, was es wolle, mit einem Fran- z o s« n. Bei ihrer Schwärmerei für alles Französisch« kam es ihr auf eine Wahl Im besonderen nicht an. Sie schrieb des» halb an ihren Pariser Kommissionär, der sich bis dahin durch seinen feinen Geschmack in der Uebersendung von Coissüren(Haarputz) und Modeartikeln bewährt hatte, ihr einen Mann zum Hei» raten zu schicken, der rüstig sein und geistvoll und selbstver« ständlich auch vom Adel sei. Der Auftrag wurde prompt ausgeführt. Nach etwa vier Wochen traf in Berlin ein Franzose von über 50 Jahren«in und meldete sich bei Frau von der Goltz als derjenige, den sie gewünscht habe. Die Ehe kam wirklich zustand«, und Fontane vergißt nicht hinzuzufügen, daß sie glücklich war. Er bezeichnete aber diese köstliche Episode ganz ausdrücklich als „einen charakteristischen Zug für die Sittengeschichte jener Zeit". Nur muß man sich fragen, ob er charakteristisch n u r für j e n e Z« i t war. Ein Beispiel unserer Tage liegt nah«: Eine Hohenzollern» Prinzessin nahm sich auch einen Ausländer, einen Rusien, zum Mann. Unser Fall der Frau von der Goltz auf Bluinberg ist aber des» wegen so interessant, well sie, die Tochter eines der höchsten hohen» zollernschen Würdentroger, sich geradezu frivol ein«, Ehemann, noch dazu«inen Franzosen bestellt, well sie, eine wahr« p r e u- ß l s ch e Wlig«, für alles Französisch« so schwärmte. Di« Nachkommen dieser Aristokraten aber.— von K a n i tz und von Burgsdorf gibt es heute noch, und von der Goltz ist sogar sehr bekannt— und ihr deutfchnationaler und völkischer Preß- vüngel oennessen sich, da» Volk zu lehren, was wahres Deutschtum und echtes Preuhentum ist. Generawersammlung der Arbeiter-Sänger. Am Sonnabend und am Sonntag tagt« im Saatbau Friedrichs» hatn die Generalversammlung des Berliner Gaues des Deutschen Ardeitersöngerbundes. an der etwa IIS Delegiert» mit Berlin und der Provinz Brandenburg tellnahmen. Bor Ein. tritt w die Tagesordnung ehrte die Versammlung die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgli«dcr durch Erheben vog h«» Plätzen. Gau» Vorsitzender Schneider, d«r die Delegierten begrüßt und die Per. sammlung eröffnet hatte, referierte darin über den Jahresbe» r i ch t und den Kossenbericht. Seit dem Jahr« 1922 Ist für den Bund eine aussteigend« Entwicklung zu verzeichnen; gegenwärtig sind ihm lOLereine mit 12 OOOMitglledern angeschlossen. Hervorzuheben sei die Arbeit der Bezirke, die für den Bund von größter Wichtigkeit war. Die im Borsahre veranstaltete Werbt« wach« hat gelehrt, daß derartige Veranstaltungen in Zukunft wir» kungeooller aufge.zogen werden müssen. Erfolgreich verliefen die von den Aereincn In Krankenhäusern. Altersheimen und Strafan- stalten auxgelührUn Konzerte. Der N ebner gab dann dein Bedauern über die Haltung des Berliner Magistrats Ausdruck, der dem Bund nur ein« sehr geringe finanzielle Beihilfe gewährt. Es ist die Aufgabe der Vertreter der Arbeiterparteien im Stadt» Parlament, hierin Wandel zu schaffen. Die Nichtbeteiligung des Bund«« an der Berfassungafeier in den Funkhallen hat sich als ein schwerer Fehler erwiesen, der sich nicht wiederholzii darf. Der vom Gauvorsitzenden Schneider gleichfalls«rftat.e:« Kassenbericht gab ein befriedigendes Bild von der finanziellen flog« des Bundes. In Anschluß an diese beiden Referat« berichtete Frau Egger« über die Arbeiten der Kontrollkommission, die den Delegierten die Entlastung de« Vorstände» und de« Kassierers emp- fohl. Lehmann berichtete hierauf von der Tätigkeit der Beisitzer im Zentrvloorstand. An dl« Berichte schloß sich est« sehr lebhaste Diskussion, in deren Mittelpunkt die Frage der Beteiligung des Bundes an dr, von der Stadt veranstalteten Bersassungsfeiern stand; die übergroße Mehrheit sprach sich f ü r eine Betei'igung der Verew« an den zukünftigen Bersassungsfeiern au». Noch einem kurzen Sltchihwort des Vorsitzenden Schneider fand die Sonnabendtogung ihr Ende. Die Tagung am Sonntag begann, nachdem die Delegierten dem Borstand und dem Kassierer einstimmig Entlastung erteilt hatten, mit der Derotnna zablreicher Anträge, von denen die meisten der Ablehnung verfielen. Nach Unterbrechung durch die Mittagspause, in der die Berliner Liedersreunde E. B. die Delegierten mit dankbar aufgenommenen Liedervorträacn unterhielten, wur- den dl« Beratungen fortgesetzt. Man beschäftigte sich eingehend mit dem Rundfunk, an dessen Programm die Arbeitersäi'ger mehr ei» bisher beteiligt werden müssen. Auf Vorschlag des Gauvor. ftandes wurde dann ein« Kommission zur Leistung d« Borarbesten gewählt, die sich aus drei Anträgen ergeben, in denen die Errichtung einer Chorsängerfchul«, die Beranstaltung von Muster. k o n ze r t e n und Werbekonzerten gesordert wurde. Zum Schluß wurde dem Problem der Tendenzliedcr für Mänrierchör«, an denen ein Mangel besteht, eine eingehende Aussprache gewidmet. An die Beschlußsossung über die Anträge schlössen sich die Wahlen.zum Vorstand und zur Kontrollkommission sowie dst Ersatzwahl zum Bundesvorstand an. Di« Wiederwahl des Gau- leiters Schneider, des 2. Vorsitzenden Hilter und des Schriftführers Engel erfolgte einstimmig. Als Beisitzer im Gauvorstaich wurden Stessens, Reet, Nowäck und Klau gewählt: die Wahl des Beisitzers im Zentralvorstand siel aus R a ch o w. Zu Mit- gliedern der Kontrollkommission wurden Frau E g g e r s, August Schulz« und Bruno Witzle gewählt. Den Rest der Tagung füllten Besprechungen über interne Bundeeangelegenhesten aus. In später Abendstunde wurde die Tagung, die im Zeichen des Aufstiegs der Arbeiterfänger» bewegüng staich, vom Borsitzenden Schneider mit einem drei- fachen Hoch auf den Deutschen Arbeiiersängerbund geschlossen. werktäglich außer Sonnabends, von 0 bis 8 Uhr abends, im Ber- liner Äbendgymnasium. Ziegelstraß« 12, entgegengenommen. Tele. phänische A'nsragen sind zwecklos, da das Berliner Abenbdgym. nasium durch Fernsprecher nicht zu erreichen ist. Krankenkassen und Natnrheilmethodc. Zu diesem Tbema machte Dr. med. Hans Äraa z im Rahmen eines gutbesuchte» Vortragsabends, dK im Cdenpalaft in Cltztrloitenburg veronstaliet wurde, sehr iniercssante Ausführungen. Der Referent, der schon seit Jahren als Arzt im Sinne de? Natur- heilbewvgung tätig ist. tonnte den von ihm entu-ickeltsn Gedanken gangen einen besonderen Wert und tiefgehend« Ueberzeugungskrast geben, weil in seinem Referat die theoretischen Erkenntnisse durch die Erfahrunzen des praktischen Lebens ergänzt wurden. Vekonntlich ist die von einer Krankenkasse gewährte Behandlung fast ausschließlich ein« medikamentös«. Dr Graoz tritt nun für die Gleichberechtigung der Naturheilbe- Handlung mit der Medizinbehandlung ein. Seinem Vortrag rng die Feststellung voraus, daß dl« meisten Kassenvorständc er Raturheiltund« nicht ablehnend gegenüber- stehen: sie sind aber mit der Frage nicht genügend vertraut. Dann gab der Redner ein« Darstellung der Krankbeitsursachen und der Bedingungen, die die Voraussetzung zu einer Genesung bilden. Als Folge ergibt sich Ablehnung aller widernatürlichen Heilmittel, die tatsächlich Reiz- aber kein« Heilmittel sind. Der Haupt- sattor der Raftrheilmethode ist eine gesundbeitliche, vernunftmabige Lebensweise, Meidung von Alkohol und Nikotin, Wasser und Lust sind die Hauptelemente des natürlichen Heilungsprezesics. Die Kra nken f a si engesetzgebung sieht die Behandlung mit Medikamenten als ein« Pflichtleistung der Kasse an. während sie den physikalischen Maßnahmen das nicht zubilligt, obwohl deren Anwendung rationeller ist. Zu sordern ist, daß die Entscheiduna über vhyAkalisch-diäteiilche Maßnahmen, die bei den Kassen al» Mehrleistungen gelten. Ber- trauensärzten übertragen wird, die mit der Materie wirklich ver- traut sind. Den Kassen würde großer Nutzen cnt- stehen, wenn sie in ein« direkt« Fühlung mit den Naturheilvereinen steten würden. Diese Koalition, würde die Aufklärungsarbeiten unter den Kassemnitgliedern intensiver ge stalten. Die Forderung auf ein« innig« Verbindung der Kassen mit der Nawrheilbewequng wird auch von ber Arbeiterschaft angenommen werden. In der sich dem Vortrag anschließenden Aus- spräche gaben die meisten Redner fhre Zustimmung zu dem Vortrag. Die Landräte zur Eingemeindung der Gutsbez!rke. Im„Vowärts* Nr. 109 vom 4. März berichteten wir über den Wunsch des Berliner Mogistrats, daß die an Berlin angrenzenden Gutsbezirke bei ihrer Ausläsung dem Stadtgebiet angegliedert wür> den. Aus der den Stadtverordneten zugegangenen Magtsträts- vorlag« geben wir die Mitteilung wieder, daß die Land röte von Teltow, Niederbarnim und O st Havelland und auch Kreisausschüsi« jede Abtretung von Gutsbezirken an Berlin abgelehnt hätten. Für den Kreis O st h a v e>- la n d wird das vom LaNdrat Siering in einer Zuschrift an. uns bestritten. Zur Klarstellung wollen wir jetzt die betreffenden Stellen der Borlage ausführlicher wiedergeben. Es heißt da:„D t e L a n d r ä t e der Kreise Teltow. Niederbarnim und Osthavcl. fand, an die Berlin grenzt, haben uns jedenfalls zu ihren Aui- tellungsplänen nur insoweit um Aeuherung ersucht, als die Stadt Verlin Gutsherrin der Gutsbezirke ist.* Und weiter unten:„D i e Londrät e haben jedoch unserem wiederholt geäußerten Wunsch. uns in vollein Umfange Gelegenheit zur Stellungnahme zu ihren Aufteilungsplänen zu geben, nicht entsprochen.* Und schließlich:..... haben die üondräte und, soweit sie sich mit dieser Frage bisher oeschäftigt haben, auch die Kreisausschüsi« jede Abtretung von Gut?- bezirken an Berlin... von vornherein abgelehnt.* Demgegenüber schreibt Landrat Siering:„Ich bitte ergebensi um Berichtigung, daß- der Magistrat der„Stadt Berlin, soweit der Kreis Osthaoelland in Frage kommt, an uns wegen Eingemeindungs- fragen nicht herangetreten ist Aus dem Grund« tonnte auch ein» Ablehnung nicht erfolgen.*. JugsiräwsiKsn der Arbeiterschafft Groß- Berlins. Sonntag, 18. März: Köpenick, vorm. II Uhr, in der Aula der Körner.Realschule. Lindenstr. Sonntag. 2S. März: Große» Schauspielhaus, Karlstr., vorm. 9 Uhr. Charlotteuburg, vorm. 11 Uhr, im Schiller-Theater. Sonntag, 1. April: Großes Schauspielhaus, Karlstr., vorm. 9 und 11 Uhr. Pankow, vorm. 11 Uhr. in den Tivoli-Lichtspielen, Pankow, Bertiner Straße 27. Proaramm: Ehorgesäng«, Musik, Rezitation. Festspiele. Weihe- reden: Anna Remitz, M. d. R.; Arthur Crispien, M. h. R.; Erich Ollenhauer, Stadtverordneter Dr. Lohmann. Angst vor Grost-Berli». In ihrer letzten Gtmeindesitzung faßte die Gemeindevertretung des Dorfes Sakrow den Beschluß, sich einer etwa beabsichtigten Eingemeindung nach Groß-Berlin mit allen Kräften zu widersetzen. Außerdem beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, einen Protest an den preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten wegen der Sperrung der Rordseit« des Sakrower See» für den Wassersportverkehr zu richten. Dt« Gemeinde führt darin au», seit undenklichen Zeiten befahren ihr« Mitglieder diesen See, man möge lieber die Fischereischule an«inen von Berlin entfernteren Ort oerlegen. Für diesen — aber nur für diesen— Beschluß gebührt der Gemeindevertretung ein oernehmltches Bravo! Anmeldungen für das Abevdqy'nnasium. Das Berliner Abendgymnasium, Berlin N 24. Ziegelstraß« 12, eröffnet Im September dieses Jahres neue Klosien sowohl für Damen und Herren mtt Bolksschulbildung als auch für solche, die bereits«In« höhere Schul« besucht haben. E» werden aber nur berufstätig« Personen ausgenommen, di« bereits dos 18. Lebensjahr vollendet haben. Das Schulgeld beträgt 10 M im halben Jahr, die Kosten für Lehrbücher etwa «0 M. jährlich Vorbedingung iür die Aufnahme ist da» Bestehen einer Eignungsprüfung, die nicht die wisien- schoftlichen Kenntnisse, sondern das Aufsasiungsvermögen der B-e» werber feststellen soll. Diese Prüfung findet in der letzten ~~~»- Aprilwoche statt. Anmeldungen dafür werden ab st April, Hans Pfitzner ist es schwer geworden, sich durchzusetzen, viel schwerer, als er es der Qualität- scin-er Werke nach»erdient. Ader Psitzners Schaffen ließ sich nicht etikettieren. In dar Orchestrierung ist«s stark von Wagner beeinflußt, inhaltlich weist mancher ver- M' Itzner setzte der» WWWWWUlEMaa.. wurde. Ds« nicht sehr glücklichen Textbücher seiner Opern tragen wandte Zug zu Brahm? hinüber Pfitzner letzte sich so zwischen zwei Stühle. Er fiel nicht sondern stellte sich rechtzeitig auf die Beine. Doch er mußt« lange stehen, ehe ihm ein Platz angeboten wohl di« Hauptschuld daran, daß er auch heut«, obgleich Pfitzner die verdien!« Anerkemnmg längst zuteil wurde, so selten aufgeftihrt wird. Man freut« sich, eine» Abend im Rundfunk dem Kompo. nisten gewidmet zu sehen. Pfitzner selber leitete die Ausführung, die die Ouvertüre zum„C h r i st« l f l e i n* und de» L»»DurLlavIer- konzert bracht«. Beides sind beinahe Grenzwerte in Psitzners Schaffen: bo, wuchtig«, kraftvoll betont« Klavierkonzert, und die zart«, lieblich« Märchenmusik der Christelflein-Ouvertür«. Pfitzner ist gewiß kein ganz großer. Aber solang««r sich aus den mustkalischen Ausdruck beschränkt, ist er ein Menlch, der etwa» zu sagen Hot und dem man gerne lauscht.— Am Nachmittag bemüht« sich Prof. Franz Nvbiling für Stöphan Mallarm 6 zu werben. Mollarmä, der dem gleichen Kreis wie Baudelaire und Verlaine entstammt, schwelgt in seinen Versen in der Musik der Sprache. Seine Dichtung entsprang reinem Aesthelentum. Diesem dichte- rischen Impressionismus kommt es weniger darauf an, was gesagt wird, ol» wie etwa» gesagt wird. Prof. Nobilina? Uebersetzungcn waren bemüht, von dieser rein sprachlichen Kunst Mallarmäe etwas fühlbor werden zu lassen. Das oigentliche Wesen dieser Vers« wurzelt aber so stark tn der Originalsprach«, daß sie nur in ihr richtig gewertet werden können. Selbst in der besten Ucberttagung erscheinen sie stärker al» Oberflächenkunst. als si« eo tn Wirklichkeit stnv* Tes. ReichsbannerwerbunK im Hohen Fläming. Am veroangenen Sonntag fuhren 3 6 0 Reichsbanner, l e u t e aus Berlin- Kreuzberg in nier großen Lastzügen bis hinter B a r u t h in die Domänen des F u r st e n Solms und des Herrn von L o e'o o w, ln denen bisher der Stablhelm mit Hilfe de? Gutsinspektoren fast unumschränkt herrschte und seine„Anhänger" aus der Landbevölkerung in seine Organisationen preßte. Schon in B a r u t h. wo eine kurze Rast gemacht und Werbemotcrial verteilt wurde, erregte die stattliche Zahl der Kameraden allseitiges Jnter- »sie. Aber noch freudigeren Widerhall fanden die republikanischen Kundgebungen in den Orten des hohen Fläming M« r z d o r f. P« t t u» und D a h m e, bei denen die Kameraden W e i ß b a ch. Perl» und R o b i n s o n zu der Bevölkerung sprachen. Es wurde allgemein anerkannt, daß der Stahlhelm dort noch nie «loen so mustergültigen Aus marsch mit so starker Be- die kommenden Wahlen. Hinchcliffe g lt als v rlorrn. DI« Hoffnungen, daß Kapitän Hinchetisse und seine Begleiterin noch am Leben sein könnten, sind in London so gut wie aufgegeben. Der bekonnte Flieger Mae Intosh erklärte gestern, daß der Grund für den überraschten Start Hinchelisses vermutlich darin zu suchen sei, daß zwölf ausländische Flieger sich für einen Atlantikflug vorbereiten. Ivetterberlcht der Sffemiichen wellerdirnftslelle Berlin nnd ttmgegeud «Nachdr. ocrb.). Fortdauer des heiteren Wetters, nachts Frost, am Zaoc Temperaturanstieg über Null.—(sür veutschland- Weiterl,!» bciländincs Weiler, nachls Fiost. ... Senalafiee ,eW(lct«- im Prlma».P,last ReuliUIii. Am grellao, t6. MSr,. 16', 4 Uhr, wird da» Tanzkofiee.Slldstcrn" in den äufterft vornehmen und ac lchmackvoll ousgcslatieten S-Sumeu de» neuen Primu»-'1a!al!e« am Henna»» via», Urdanflr. 72—7«, eröffnet. Die Zndaber, erste-Vachleute, bieten ,t»l- fiuB. utcuiisic. rtus[iici. j'ic»Jiihabcr,_____ Sensatton. Freier Eintritt. Eoiide Preise, tzwet Kopetlen. die' bckannte > an-Band und ein Wiener Saloirorchester. ff«»WA owa'an.Band und ein Wiener Salonorchester.___| ansen, dl» Stwimungetanone, zu« Zan, die neuesten rner singt der deltebtc Aisreu Echlage-r. W'T&V �/ wirk•? f x\\/ VA- vcA wv v \ii\\VT/■ Je-X Continental 1928 verkörpert iih Aufban des Gewebes; der Struktur der Gummilauffläche und der Materialverarbeitung das Ergebnis unserer letzten, auf Landstraße, Rennbahn und im Laboratorium gesammelten Erfahrungen. Die Gewähr für restlose Zufriedenheit bietet Ihnen Die Lage der Landwirtschast. Vit Besserung gegen früher.— Wo sitzt die Not wirklich?— Oer Enquetebericht. Es ist chorakt?ristisch sür die deutsche Landwirtschaft, daß ihr« wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren in den einzelnen Betrieben und den verschiedenen Gebieten Deutschlands ganz verschiedene Wege genommen hat. Es ist ebenso unrichtig, von allgemeinen großen Gewinnen der Landwirtschast wie von allgemeinen durch die Wirtschastsverbältnissc der letzten Jahre zwangsläufig bedingten Verlusten der deutschen Landwirtschaft zu sprechen. Sowohl Gewinne wie Derluche traten em. Sehr deutlich spiegelt sich diese verschiedene Entwicklung in den Buchfül»rungs«rgcb- nissen, die der Enqueteausschuß herausgegeben hat, wider. Nach diesen Untersuchungen, die von der Lage der Landwirtschaft eher ein zu ungünstiges als ein zu günstiges Bild entwerfen— da die landwirtschaftliche Buchführung vornehmlich Steuerzwecken dient— haben im Wirtschaftsjahr if)24i25 49 Proz. der untersuchten MX) Be- triebe mit einem Reinertrag, 51 Proz. mit einem Verlust abgeschlosien. Im Jahre 1925/26 finden wir 6 2 Proz. der Betriebe mit Rein- ertrag und nur noch.? 8 Proz. mit Verlustabschlüssen. Di« Besse- rung ist unoerkennbar. Diese Verbesserung in der Lage der Landwirtschaft während der letzten Jahre hat es ermöglicht, daß die Landwirtschaft bereits erhebliche Ersparnisse machen konnte. Allein bei dem Reichs- verband der landwirtschastlichen Genossenschaften waren schon am 1. Juli 1927 nahezu 100 Millionen Einlagen vorhanden. Das ist «m wesentlich höherer Prozentsatz der Vortriegs- spare,«lagen, als ihn die städtischen Sparkassen erreicht haben. Die mit Ausnahme der Schweinepreis« seit der Mitte des letzten Jahres für die Landwirtschaft sehr günstigen Preise haben zweifellos zu einer weiteren wesentlichen Steigerung der landwirt- schaftlichen Spareinlagen geführt. Der K un st düngerverbrauch der Landwirtschaft hat sich ini Wirtschaftsjahr 1926'27 gegenüber dem vorhergehenden Jahr u m mehr als 199 Millionen Mark gehoben. Daß die vom Landbund in den letzten Monaten proklamierte Rot der Landwirt- schaf« nur euren geringen Teil der Betriebe betrifft, geht auch daraus hervor, daß in den letzten Monaten der Kunftdüngerontauf der Lant� Wirtschaft keineswegs zurückgegangen, sondern sogar gegen- über dem Vorjahr so stark gestiegen ist, daß auch im laufenden Iobr mit einer Steigerung des Kunstdüngerverbrauchs um etwa 199 Millionen Mark zu rechnen ist. Auch der landwirtschast- liche Maschinenabsatz hat sich wesentlich gehoben. Trotz dieses gesteigerten Produktionsmittelbezuges hat die Landwirtschaft nach der soeben von der Preisberichtstclle des deutschen Londwirt- schaftsrats veröffentlichten Vorratserhebung vom 15. Februar 1927 gegenüber dem oerigen Jahre erhebliche größere Getreide- und kartoffeloorräte. So betrugen 15 Febr. 1927 lö.Febr 1938 rund Tonnen rund Tonnen Vorräte an Winterweizen?98 999 812 000 , Wmterraggen 695 900 869 000 . Kartoffeln'.. 3 030 000 5 277 000 Alle diese Tatsachen sprechen nicht sür eine ol l g e m« i n e Notlage und Unrentabilität der Landwirtschaft, sondern, sie sind deutliche Reichen andauernd em Aufschwungs. Allerdings ist dft Lage der Landwirischnst nicht überall günstig/ Eine ganze Anzahl von Betrieben lmi in den vier letzten Jahren mit Verlust gearbeitet und tn dieser kurzen Zeit bereits wieder recht erhebliche Schulden aufnehmen müsien. Enticheidend für die günstige oder ungünstige Entwicklung nach der Inflation waren,, wie auch der Enquetebericht über die Verschuldung, den wir bereits kurz be- sprachen, feststellt, solgende Momente: Die Gründe für die teilweise verschlechleroag. Die Jahre 1924/25 brachten zeitweise für die Landwirtschoit un- günstige Produktenpreise und vor ollem riesige Preisschwankungen. Außerdem hafte die völlige Steuerfreiheit der Landwirtschast nach der Stabilisierung ein Ende. Ein Teil der Landwirte haue während der Inflation die Betriebe weitgehend ausgebaut, dos Inventar vermehrt und große.Kunstdüngervorräte angelegt. Andere Teile der Land- Wirtschaft haben die Inflation weniger oder gar nicht ausgenutzt. Es ist von großem Einfluß auf die Entwicklung der einzelnen land- wirtschaftlichen Betrieb« gewesen, in welchem Stadium des Betriebs- aufbaues sie in die Stabilisierung eingetreten sind. Den bereits in der Inf'ation kostenlos ousgebaiften Betrieben fehlte es nicht an Betriebskapital, dagegen hatten die nicht rechtzeitig umgestellten Betriebe teilweise unter großem Geldmangel zu leiden. Elne große Zahl von Landwirten, die aus ihrem Betriebe in den letzten Iahren nichts herauszuholen verstanden und denen Äreditguellen offenstanden, haben sich in wenigen Iahren eine so große Schuldenlast ausgeladen— die Zinsen mußten durch neue Kreditaufnahme bezahft werden—, daß sie in den letzten Monaten wegen Ueberschuldung in eine ausgesprochen« Notlage geraten sind. Wir haben bereits in der Morgenmimmer des„Borwärts* vom 10. März eine graphische Darstellung aus dem Enquetegutach ien über die Verschuldung der Landwirtschaft wiedergegeben, aus der die erschreckende chäusunz solcher überschuldeter Betriebe im deutschen Osten deutlich hervorgeht. Während nach den Untersuchungen des Enqueteausschusses m Westdeutschland 82 Proz. der untersuchten Betriebe nur gering oder gar nicht oerschuldet stick», häufen sich in Qstelbien, ganz besonders tn Pvrmner, und Ostpreußen die hoch verschuldeten Betriebe in einem engen Gebiet. Daß auch in diesen östlichen Gebieten die Verschuldung durchaus kein« z wangs- l ä u f i g« ist, geht deutlich daraus hervor, daß tu allen von der E«. quete untersuchten Betriebsgruppen Hochverschuldetc und überschuldet«, aber auch ganz niedrig verschuldete Betrübe zu finden sind. Diese individuellen Berschiedenheften de« Betriebsersolges stick» zweifellos zum größten Teil der verschiedenen Tüchtigkeit der Be- triebsleiter zuzuschreiben. Groß- und Kleinbetriebe sind nicht gleichermaßen durch Ueberschuldung gefährdet. Der Enguetebertcht hat die Derfchuldung in Beziehung zum Neuerlichen Einheitswert gesetzt. Da jedoch bei dieser Bewerwng das in den bäuerlichen Betrieben geoenüber den Großb�riebon doppeft so wertvoll« Inventar und der hohe Bodenpreis bäuerlicher Güter unberücksichtigt geblieben ist. bedeutet eine über den Einheitswert hinausgehende Derschuldunz in bäuerlichen Betrieben «in« im Verhältnis zum Derkehrswert nur halb so hohe Ber- schuldung als im Großbetrieb. Außerdem beziehen sich die Enqueteunterfuchungen auf den 3 Ol Juni 1926. Seit dieser Zeit hat die landwirtlchoftli-fce Verschuldung noch um mebr als eine Milliarde zugeuvm- me n. Die chauptzunahmc der Schulden s«ft dieser Zeit entfällt jedoch nicht auf bäuerliche, sonder» auf Großbetried«. Schließlich muß man die Frage auswerfen, ob dt« von der En» guete erfaßten 1762 buchfuhrenden Betrieb« für die insgesamt fünf Millionen landwirtschaftlichen Betriebe als typisch anzusehen sind. Bon den Großbetrieben ist. diese Frage wohl zu bejahen. Nicht ohne weiteres dagegen für Kleinbetrieb«, denn buchführende Kleinbetriebe sind eine Ausnahme, und es liegt die An- nahm« nahe, daß buchfuhrenden Kleinlondwirten mehr Krediftnög- lichkeiten offen standen als der großen Masse der nicht buchsühren- den Bauern. Da eine Uebertragung der bei 1762 Betrieben sestge- stellten. Berschukdung-ergebnisie aus die gesamte deutsche Land- Wirtschaft eine um 29 Proz. höhere Verschuldung ergibt als die Untersuchungen des Konjunkturinstituts für den gleichen Zeitpunkt, scheint die Annahme wahrscheinlich, daß sich diese zu hohe Derschu'- dung aus Berallgemeinerunz nicht typischer Verschuldungsverhäld- niste von erfaßten Kleinbetrieben ergibt. Wenn auch zweifellos ein- zelne Kleinbetriebe sich in schwerer wirtschofllicher Nollagc befinden, so kann doch auf Grund der Enquetoerhebungen mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß im allgemeinen die bäuer- lichen Wirtschaften, was die Verschuldung anbetrifft, g ü n- stiger dastehen, als es noch dem Enquetebericht scheinen mag. Auf keinen Fall kann von einer allgemeinen bäuerlichen Ueber- schuldung, wie dies die Rechtspartelen tun, gesprochen werden. Wohl aber sind zahlreiche ostelbische Wirtschaften, vornehmlich Großbetriebe, in ihrer Existenz bedroht. Der Engueieöc eicht fordert daher, daß Sanlemugsstellen eingerichtet werden. mn alle nach Umschuldung hochverzinslicher kurzfristiger in niedriger verzinsliche langfristige Kredite lebensfähigen Betriebe zur Gesundung zu führen. Diejenigen Betriebe aber, die vor dem Zusammenbruch nicht beivahrt werden können, müsien zu einem möglichst großen Teile der Siedlung zugeführt werden. Da in den ostdeutschen Notstandsgebieten eine.Häufung der Zusammenbrüche notleidender Betriebe und damit ein übermäßiger Sturz der Güter- preise, wodurch auch gesunde Betrieb« in ihrer Existenz bedroht würden, zu befürchten ist, müssen Aufnahme stellen«inge- richtet werden, die Besitzwechselschwierigkeitsn aus dem Wege zu räumen und eventuell selbst als Käuser autzutreten haben. Di« so in die Hand der Aufnahmestellen gelangten Güter werden.zum Teil verpachtet, verkauft, vor allem aber der Besiedlung zugeführt wer- den müssen. Wir schließen uns voll den Schlußsätzen des Enqueteberichts an» der sagt:-Die unverbrauchten und geschulten Kräfte der Bouernsöhne st ehe» bereit, um mit Hilfe des Reiches und der Länder an die Stelle niedergehender Großbetriebe neue Dorfgemein- jchaften zu fetzen. Ihnen gliedern sich in ausreichender Zahl Landarbeiter und Handwerker an, welche mit ihren Ersparnisten die unentbehrlichen kleinen Stellen erwerben." Ein Wort an Herrn von Richthofen. Wie wir schon festgestellt haben, gehört neben anderen Land- bundführern auch.Freiherr v. Richthofcn-Boguslawitz zu den Unter- Zeichnern des Enquetebenchts. Herr v. Richthofen fühll sich durch unsere doryN geknüpften Bemerkungen gegenüber der Oesfentkichkeft so sehr auf die Füße getreten, daß er in der.Deutschen Tages zeiwng" in überflüssig langer und leider lehr wenig fachlicher Weise mit dem.Vorwärts" polemisiert. In der Tot müßten die Führer des Reichslandbundes, wenn der Enquetebericht vom Reichslandbund ebenso an das verhetzte Landvolk gebracht würde, wie die landbündlerischen Wahlphrasen, in Verlegenheiten kommen. Und Herrn v. Richthosen fällt es deshalb offenbar sehr schwer, die im Enquetebericht auch von ihm festgestellte Wahrheft auch vor ber Londbundöfsentlichkeil als Wahrheu zu oertreten. Diese Verlegenheiten werden dadurch keineswegs geringer, daß Herr v. Richthosen die landbündlerische Schimpfkanonade fortsetzt und damit sein Ansehen als Sachverständiger im Enqueteausschuß belostet,.jherr Geheimrat Sering wurde niemals von sozialdemo- kratischer Seite als Sozialist charakterisiert Er wurde aber vom Reichslandbund abgeschüttelt, als er als wahrheitsuchcnder Gelehrter zur Sanierung der Landwirrschaft dem Landbund unangenehme Dorschlöge machte. Daß die Linkspreste die Fackel des Klassen- kampfes in die Landwirtschaft werfe, daß der Linken die.bisherigen landwirtfchaftsfeindlichen Maßnahmen" noch nicht genügten— land- wirtschoftsfeindlich mar die Politik des Landbundcs—, daß die wahrhaft ernsthafte Sorge Preußens und der neuen Leitung der Zentrolgenoflenschaftskaste mit politischen Soziolisierungstenden,�n gleichbedeutend fei— das sind hetzerische Schlagwort« aus dem Arsenal des Reichslandbundes und eines Sachverständigen des Enqueteausschusies unwürdig. Und Herr v. Richthofen wirbt ver- gebllch um die Bauern, wenn er feststellt, daß unter Bauern ge- hungert wird. Denn wenn wirklich gehungert wird, so geschieht es, um aufgenommen« Schulden ehrlich zurückzu- zahlen, wovor sich leider unter der Aegide des Landbundes zahl- reiche Großagrarier drücken mft dem Erfolg, daß auch der ehrlich Schulden abtragende Bauer darunter leiben muß. Es ist kein Ruhmesblaft, das sich Herr v. Richthosen durch seinen Tageszeitung- Artikel in seinen Lanbbundkrmrz geflochten Hot. Oas Konjunkiunnstiiut berichtigt. Sine falsche Diagnose richtig gestellt.- Sin Irrtum bei der Drucklegung. Wir veröffentlichten vor kurzer Zeit ein« Zuschrift, in der das Institut für Konjunkturforschung auf ein« grobe Nachlässigkeit in der Formulierung seines Urteils über die Wirtschostslaz« im letzten Dierteljohrsheft für Konjunkturforschung aufmerksam geinacht wurde. Das Institut für Konjunkturforschung hat sich erfreulicher- weise veranlaßt gesehen, entsprechend unseren Anregungen ein« Be- richtigung seiner Diagnose vorzunehmen. Die Berlchligung lautet! Im Heft 4 des zweiten Jahrgangs der„Bierteljahrshefte zur Konjunkturforschung" ist bedauerlicherweise bei der Druck- legung ein Irrtum unterlaufen. Auf Seite 7, im zweiten Absatz, Zeile 3. muß es— entsprechend den Ausführungen auf Seite 25 des Heftes— anstatt:„die Derbrauchsgüter- « r z e u g u n g hat sich um 4.6 Proz.. die Erzeugung bei den Produktionsmittelindustrien um 2.4 Proz. vermindert" wie folgt heißen:„von Ende Ottober 1927 bis Ende Januar 1928 hat sich die Beschäftigung in den Verbrauchsgüterindustrien um 4.8 Proz., in den Produktiogütermdustrien un, 2.3 Proz., vermindert". Wir stellen gerne fest, daß das Institut für Äonjunknirtorschung durch diese Berichtigung nicht nur die Diagnose an einem ent- scheSenden Punkte mit de» Tatsache» i» HeberfcftfBmmims hat, sondern auch mft der liebung bricht, öffentlich festgestellte Unstimmigkeiten oder Einseitigkeften unberichttgt zu lassen. Die jetzt: vorgenommene Berichtigung ist allerdings in dem Punkte noch ungenügend, als hinzugefügt hafte werden müssen, daß nach den vom Institut berechneten Produktionsindizes, abgesehen von dem saisomnäßigen, kein allgemeiner Rückgang der Erzeugung festzustellen war. Wir können es uns allerdings nicht versagen, darauf hin« zuweisen, wie verhängnisvoll es ist, daß es zu dieser Be- richtigung kommen mußte. Das Institut weiß selbst, wie stark die gesamte Industrie und alle für die Wirtschafts- und Sozialpolftik in Deutschland verantwortlichen Kreise feine Diagnosen und Prognosen beachten. Die Feststellung, daß die Derbrauchsgüter» erzeugung und die Erzeugung von Produktionsmifteln von Oktober bis Ende Januar um 4,8 bzw. 3,2 Proz. zurückgegangen sei, ist durch die ganze Well gegangen und hat ihre Wirkung g et a n Einp Berichtigung beeinträchtigt nicht nur das Ansehen des Instituts: sondern hat auch leider für die Urtellsbilbung der Oessenllichkeit nicht dieselbe Wirkung, wie eine von vornherein von so schweren Fehlern freie Diagnose. Wir glauben, daß so außerordentlich ernste .Irrtümer bei der Drucklegung" absolut unmöglich sein müßte». Texiilgewmne häufe« sich. plauener Iadustriewerle verdienen 45 proz. des Kapitals! Der Direktion der Plauener Induflriewerte il.-V. in Plauen sst es diesmal sehr schwer gefallen, die Riesengewinn« von 1927 unterzubringen oder, so gut es eben ging, zu oerstecken. hätte doch die Auszahlung einer 40prozeallgen vloideude in der Oeft'enUichkeft unliebsames Aufsehen erregt. Soviel wurde nämlich verdient, obwohl die Dividende„nur" von 9 auf 14 Proz. er- höht wird. Die Rechnung ist nicht schwierig. Die Bilanz weist nach Ab- zug sämtlicher Unkosten und nach vorheriger Rückstellung von 585 000 M. für Tantiemen und Provisionen einen Betriebs» gewinn von 1,68 gegen 0,61 Millionen Mark aus. Davon rverle» Abschreibungen auf die Werksanlagen abgesetzt, die mft 800 000 M. die völlig ausreichenden Abschreibungen des letzten Jahres u m mehr als das Dreifache übertreffen, so daß ein Rein» gewinn von nnck» 900 000 M. verbleibt, von dem 570 000 M. für Dividenden absließen und rund 277 900 M. auf neue Gewinn» rechnung vorgetragen»»erden. Bei Einsetzen der normalen B o r j a h r s abschre.ibungen und der vom Gewinn vorweg abgezogenen Tantiemerückstellungen ergibt sich folgend« nette Gewinnliste: Betriebsgewinne.... abzüglich Abschreibungen. .. 1 683000 M. ... 240 000„ 1 443 000 M. zuzüglich Tantiemen-Rückstellungen 585 699„ Tatsächlicher Gcwlaa 2 028 699 JH. Bei einem Aktienkapital von 4.5 Millionen Mark hat die G«» sellschafi also über zwei Millionen, das sind fast 45 Proz. des Ka-- pitals>n einem Jahre verdient. Ob die Gesellschaft ihre Aktiv» näre kleinere oder größere Dividenden zahlt, loiw die Arbeiter» lchast weiter nicht interessieren, sehr viel aber geht die 1200 Man» starke Belegschaft und die 150 heimarbefter o«, wo- dos Unter» nehmen im Laufe eines Jahres taljächlich verdient hat. Aorddeoifche Wollkämmerei 12 prozeat Dividende für 50 Millionen Kapital. Ueberroicheick» groß— angesichts der ichonmachemchen Politik der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnkömmerei in Bremen bei den letzten schweren Lohnkämpsen—- sind mich deren®e die Einstellung des Verfahrens veranlaßt. Die Vergebung des Druck- auftrages für das Breslaucr Fernsprechverzeichnis entsprang nicht politischen Gesichtspnnklen. Die Druckerei hotte das M i n d e st- gebot gemacht. Damit schließt die Beratung. Das kommunistische Mißtrauensvotum wird gegen die Stimmen von drei anwesenden Kommumstea unter großer Heiterkeit abgelehnt. Einstimmig wird der Antrag Mollath(Wirtsch. Vgg.) auf Er- mäßianng der Fernsprechgebühren für Wenigsprecher angenommen. Um 18'/- Uhr vertagt sich das Haus auf Sonnabend, 13 Uhr. Auf der Tagesordnung steht neben verschiedenen kleineren Dor-� lagen der Haushalt des Reichspräsidenten. Die Begabtenfchule in Preußen Auf S00 Arbeiterkinder 35 000 Beamtenkinder. Im Landtag nahm am Freitag die Debatte über das Volks- fchulwesen noch mehrere Stunden in Anspruch. Im Mittelpunkt der Erörterung stand nach wie vor der Berliner S ch u l st r e i k und die Erhöhung der Pfarrerbesoldung. Die Deutsche Volks- parte! fürchtet augenscheinlich, daß sie wegen ihrer Haltung zum Schulgesetz, bei dem sie nicht alle klerikalen Ansprüche schlucken konnte, einigen evangelischen Orthodoxen verdächtig werden könnte: sie übertrumpfte deshalb in Scharfmachcrei.gegen die weltliche Schule und Hetze zum Schulstreik selbst dir Deutschnationalen. Im Namen des Ministeriums legte Ministerialdirektor K a e st- n e r noch einmal die völlige Grundlosigkeit und Sinn- losigkeit des Berliner Schul st reiks dar. Er machte die nur allzu wahre Bemerkung, daß, wenn in der preußischen Schul Verwaltung Ungerechtigkeiten bestünden, sie nur verübt würden gegen die weltliche Schule und gegen rcpublika- nisch« Lehrer. Der sozialdemokratische Redner Genosse Dohl konnte dem Standpunkt des Ministertunis nur beitreten. Im Landtag wurde die Behauptung ausgestellt, Ministerialdirek- tor Kaestner sei Sozialdemokrat. Das ist nicht der Fall. Wer er ist ein moderner Pädagoge ynd ein vernünftiger, gerechter und wahrheitsliebender Mensch. Uüd das bestimmt seine Haltung in der Frage der weltlichen Schule. Zur Frage der Pfarrerbesoldung legte noch einmal Ge- nossin W e l l m a n n den unbedingt ablehnenden Standpunkt der Sozialdemokratie fest. Sie nahm die Gelegenheit wahr, um mit der Heuchelei derjenigen christlichen Geistlichen abzurechnen, die noch immer ein antisoziales Kanonenkirchentum predigen. Abschließend schilderte Genossin O e st r e i ch die Not der Schule in Ostpreußen, namentlich in den Grenzbezirken. Neben der finanziellen Not der Volksschule existiert dort freilich eine ebenso große politische Not der Republikaner in der Volksschule, weil das Ministerium gegen die Reaktion bei weitem nicht die nötige Energie aufwendet. Zum nächsten Kapitel der höheren Schulen vertrat Genossin Dr. Wegscheider unsere alte Forderung einer wirklichen B e- gabtenschule. Sie führte zu diesem Punkte etwa aus: Bon der Umbildung der höheren Schule zur Begabtenfchule find wir noch weit entfernt: etwa b00 Söhnen und Töchtern von Arbeitern auf den höheren Schulen stehen allein 35 000 Kinder von höheren Be- amten gegenüber. Der Hauptmangel der höheren Schule ist das Fehlen eines die Jugend erfüllenden Lebensideals. Daher die Klagen wegen Ueberbürdung, die nur bedeuten, daß eine wesens- fremde Arbeit zu einem wesensfremden Zweck die Jugend ermüdet. Einer besonderen Pflege bedarf die A u f b a u s ch u l e, die die be- gabten Kinder am längsten mit ihrer proletarischen Basis verbunden sein läßt. Auch die Werkoberschule nach österreichischem Muster hat unsere Sympathie. Die Stellung der Lehrer muß unaus- gesetzt weiter gehoben werden: denn Lehrerarbeit ist Künstlerarbeit. (Sehr gut! bei den Soz.) Vor allem aber fordern wir für die höheren Schulen das Volksbewußtsein ihrer Verantwortting gegen- über dem neuen Staat. Mit Mißbilligungsschreiben, die den Betroffenen wahrscheinlich großen Spaß machen, wird die Republik sich und ihr Wesen nicht durchsetzen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Nach langer Debatte wird auch dieses Kapitel erledigt. Nächste Sitzung Sonnabend 19 Uhr: Rest des Kultusetats(Uni- oersitäten, Kunst)._ Reichswehrkinder. 13 700 eheliche, 10 600 uneheliche Eoldatenkiuder. Das Reichswehrministerium veröffentlicht eine bildliche Dar- stellung der„Herkunft und des Familien st andes der Reichswehrs ol baten". Aus den Graphiken geht hervor, daß 53 Proz. der Soldaten vom Lande stammen und nur 46,3 Proz. aus der Stadt. Der Anteil der agrarischen Bevölkerung an der Reichs- wehr ist also beträchtlich größer als jener der industriellen Ar- betterschaft. Den Luxus der Ehe konnten sich nur 13,7 Proz., also 1?382 Reichswehrangchörige gestatten, während 84 317 es als aus- sichtelos ausal)en. angesichts ihrer„fürstlichen" Löhnung eine Familie zu gründen. Nach der offiziellen Statistik zählte man 13 763 eheliche und nur 19 698 uneheliche Reichswehrkinder. Da es sich um eine„offizielle" Statistik handelt, so wurden nur jene unehelichen Kinder gezählt, deren Väter sich selbst zu ihnen bekannten oder deren Mütter ihre Alimentationsansprüche geltend machten. In Wirklichkeit aber dürfte die Zahl der unehelichen Ncichswehrkiuder weit größer sein. Und wo wurden die meisten unehelichen Kinder in die Welt gesetzt? Der höchsten Beteiligung kann sich die 7. Division rühmen, die in Bayern 16 Proz. oller unehelichen Reichswehr- kinder in die Welt setzte. Die 4. Division brachte es in Schlesien„nur" auf 15 Proz., die 1. Division in Ost- preußcn auf 14 Proz. Jedenfalls ergibt sich die Tatsache, daß gerade die agrarischen Gebiete die höchste Zahl unehelicher Reichswehrkinder stellten. Die Frauen des städtischen Proletariols haben also weniger Begeisterung für das Milttär gezeigt. Wer sorgt aber für diejenigen Kinder, deren Reichswehrväter sich nicht dazu bekannt haben? Die Soldaten können nicht, die Reichs- wehroerwalwng ihrerseits wird wenig Lust dazu zeigen! Und da dürfte es wieder auf jenen Endeffekt hinauslaufen, den Heine so schön formuliert hat: „Und da jeder zahlen wollte, Zähst« keiner von den beiden." l Ein Fmblsm? Nefn! Dbhh ieJes Aubb sisht Jas varsfärkfe formst ibJb Nsse afmaf JlB ammaflsdiB Würze der verbesserten MOSLEM' ZigsraftB zum neuen Preise statt 3 Pf jetzt 4 Pf. also, nur sin Moslem PROBLEM Thealer Llditfplelc olw. BeDisdiEsTlieater Norden 11310 Abonnementsbüro: Norden 10338—39. Si/.Uhr, Ende 10 U ZwSlftansend Sonntag, den 18. nachm. 4 Uhr Zinsen von Bernard Shaw Preise 1—7 M. Kamraerspisle Norden 12310 81'4U.. Ende nach 10 Finden Sie, daS [(instante sidi riditig wrhalt? Sonnab.. 17.3 28 Staats-ßper AmPl.d.Republ. 8 Uhr itutl. Sdiampislti. tn QtnilarnasW 8 Uhr Prinz Lonfc Ferdinantf Sonnab.. 17.3.28 Städtisdie Oper Bismarckstr JUt.-Ion. I«»I. 7',, Staat!. Stbillerth. Charlottenburg 8 Uhr Das Duell am Udo mmtm Sonntag um 3 Uhr halbe PrelM Die Komödie Bismarck 2414/7516 8V,UM Ende 10V2 U. Marcel Fradelin (Der Eunuch! Eerliner Tüeater Direktion Kuhnert. tlu/, Uhr: Kein Polizeirerbot Oskar Ebelsbacher in Sdinie der Liebe Frist. Siwant Ig 3 Ikto, Für Jugendl.verb Fir Finkfmcde baite Ptsisc Sonntag 3'/, Uhr halbe Preise 5d>nle der Liebe Netropol-Tb. Zentrum 128 24 8 Uhr Der Graf von Luxemburg Hedn, Rittset, blgit trlor Roterts. Wtwt Ulfen. Hell. Hiffnii Sonntag v,4 Uhr kleine Preise Srfifln Harilu Tanz- Kaffee „Südstern" ibiiiip iiimiiwi ihimh—— UrbanstraOe 72-76 Primas-Palast(am Hermannpiatz) HEUTE ERÖFFNUNG 4'° Uhr Sensation: •Bawaian-Band . Wien. Salon-Orchester Die Sttenmnnx.*8KaiioBC-C A L F R E D J A H S E N H singt die neuesten Schlager mm Tanz Wir bieten bei freiem Eintritt und soliden Preisen die "«etliili dtt Farelansl NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Rcgclmäßiec direkte Abfahrten roif DoppelseriranDcn- Dampfern für Reisende u. Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedinoungi Berlin: Norddeutscher Lloyd, Agentur Bcrli �Arw I S /L.>~..f A Jt___v r- fen u. Abfahrten erteilt ,.......-------— iin. ü. m. b. Unter den Linden 1(Hotel Adlon). Fernspr.: Zcntr. 12230 u 12231. F. Montanas, Generalvertretung d. Norddeutschen Lloyd, Invalidensir 93(zwischen Lehrter u. Stettiner Bahnhof/, Fernsprecher Norden 12 241 und 7916. - Weltreisebureau„Union�. Unter den Linden 22. Potsdam; E. Rössler. Brandenburger Straß, 32. MpftP NOCH BILLIGER-- UND NOCH BESSER! Wir bieten den höchsten Gegenwert für Ihre Zahlung Wenn man von dem modernsten und vollkommensten Standard- Wagen spricht denkt man selbstverständlich nur an den .ADLER STANDARD 6" Er besitzt alle letzten Errungenschaften höchstentwickelter Technik und alle Finessen erlesener Konstruktion. Oddruck- Vierradbremse Einpedaldrucksdimierung Ganzstahlkarosserien Brennstoff-, OeL- und Luftfilter Bendix-Patent-Antrieb Reichste Verwendung von Elektron-Metall Federdämpfer. Stoßstangen Elegante Linie— modernste Farben, NEUEPREISE! ADLER STANDARD 6 Fahrgestell RM. 5500.—* Zweisitzer, offen RM. 7100.— Viersitzer, offen RM. 6700.— Limusine.-4 sitz. RM. 7300.— Cabriolet, 2 sitz RM. 8100.— Cabriolet. 4 sitz. RM. 8600— A b Werk Frankfurt am Main Audi die Adler Modelle 625 und 11 50 PS im Preise erheblich herabgesetzt ADLERWERKE vorm. Heinrich Kleyer A. G FRANKFURT A. M Filiale Berlin: Belle-Alllance-Sirafse 6 und Unter den Linden 12/13. Vertreter: Automobil-Ausstellung, Wilhelm Balzer A. G., Budapester S trabe 9» CASINÖ-THEATER ß Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Aasscfanciden Gutschein 1—4 Pers. Pauteuil nur 1.10 M. Sessel 1A0M. Theater am Kottbusser Tor Kottbauer Streue 6. Tel. Mpl. 160r/ Täglich R Uhr 9 Sonntag, nachmltlags 3 Uhr �Elite- Sänger MR. im März-Spielplan d. gr. Schlage: IV JiiliHeSdiwlegerj&önß" VoIkpstCck in I Akt Ferner. Scherscb Rnsclli. der Meiste: der Komik in rugüS Mufcl: 100 in ä.R K Qülttangs-, Rabatt o.Rekiamemarken gegen Nachahmung gesetzt gesch. fertigt seit 45 Jahr als Spexlalifät Conrad Flauer Lelpzi- Schkeuditz zur Miete W�O. Ansbachers tr.1 Otto Reutter and da» groB. Programm! toniuai z farste. unßen z 3» 0, k Uhr. J» kleine Preise Reichshailan.lheater 8 Uhr. Sonntg. nachm. 3 Uhr, Das wnnderrolle Progr. der Steüiner Sänger nachm. ermäfi. Preise uönhoff«Bratt'li UiiDiinVviiti-PiiimNil Gonnabend 17. März 1925 Änterhalwng unö �Dissen Beilage. des Vorwärts Die gute Kohle. Von Vera Inder. Deutsch von S. Sorrissoff. Au« k«n fo(6»n erschienenen Navevenband der bekannten rnssi. scheu Schriftstellerin. Bera Inder, eine der besten Sennerinnen der mbdernck Sindcrpsucholoaic, schildert in der vorliegende» Skizze das M'lieu der englischen Bergarbeiter tviihrend des legten Generalstreiks. Die bildhübsche Mary-Anna, welche mit ihren großen Augen und winzigen Ohren olle ihre Freunde wahnsinnig macht«, fing in der Küche ein Mäuslein und fraß es. Das war nichts Sonderbares, wenn man wußte, daß Mary-Anna erne Katze war. Und dennoch war es merkwürdig, da diese Katze sich des Leumundes erfreute, weder Mäuse zu fangen, noch diese zu fressen. Der klein« Bill be- merkte es, als er die Treppe hinunterstieg, mn in der Molkerei Butter und Brot für dos Nachtmahl einzukaufen. Auf der fünften Stufe sah er die Mary�Anna. Er vergaß das eigen« Nachtmahl und schaut« zu, wie dies« großäugig« Schönheit nachtmahlte. Tief erschüttert ging er dann hinauf und sagte seiner Schwester Sousanne:„Susi. die Mary-Anna hat eine Maus gefressen. Ich hob's gesehen. Und wir haben doch mit allen Schulkollegen gewettet, daß unsere Mary- Anna nicht einmal die rassigste australische Ratte, auch wenn man diese mit Zucker und Rosinen bestreute, anrühren würde. Was geschieht nun jetzt? Wir haben also verspielt. Dies« Mary-Anna! Sie hat es absichtlich getan." Susin machte runde Augen und antwortet« leise:„Si« hat es nicht absichtlich getan, Bill, sie ist hungrig: verstehst du? Die Mutter füttert sie seit drei Tagen nicht mehr.. Gegen Abend begann der Regen gegen die Fenster zu trommeln und der Wind blies schaurig im Ofenrohr. Di« Stimmung schien sehr traurig zu sein und erinnerte an Mister Kreegs, den Lehrer, als er fragte:„Run. Bill Swsoft, oder, nun, Soufann« Sweeft. erzähle uns alles, was dir von der Sündflut bekannt ist?" Man deckt« den Tisch. Butter gab es kerne und mit dem Brote war es auch nicht allzu üppig. Bill erklärte sich diesen Umstand damit, daß nicht er, Sohn eines Schachtarbeiters und künftiger Schacht« mit starken Fußballmuskeln,. in den Laden gegangen fei. sondern seine Mutter, ein schwaches Weib und dazu noch keine Sportlerin... Bill steckt« seine Hände in die Taschen, verzog seine Lippen, ganz wie sein Dater. als er seine Pfeife raucht«, und sogt« ebenfalls, ganz wie sein Bat«:„Aber das Weit er! Bei solch« Witterung ist «s am gemütlichsten, beim Kamin zu sitzen, wo unsere gut« Newcastelsch« Kohl« brennt." Nach diesen Worten schaut« Bill in den Kamin und bemerkte, daß bloß zwei Stückchen drin logen: die Betonung„gute" schien diesmal am wenigsten geeignet. Bill setzt sich vor den Ofen, stieß die hiirterUsäge Mary-Anna mit dem Fuß und sagt«:„Susi, der Bat« ist nicht zu Hause. Weiht du nicht, wo» ist?" «Susi wußte ab« alle,: das war ihre Eigentümlichkeit. �D« Bat« war auf den Platz hinausgegangen, dort, w» am Schild ein Bierkrug dargestellt ist, aus dem d« Schaum herunter- tröpfelt, wie bei ei«r.S«lse.... wemi man den Kaps wäscht. Dort sind sie all« und kcmferieren/welßt du.,." „Konferieren?— wunderte sich Bill— und worum?" „Sie beraten und beschließen, noch durchzuhalten. Du. bei dm gebratenen Kartoffeln, die uns Mutti heute geben wird, denke daran." „Und worum, Susi?" „Weil du davon so viel ißt. daß das.Durchhalten" immer schwieriger wird." „Ab« warum?" fing Bill wieder an, doch kam in diesem Augenblick der Vater. Don seinem Regenmantel ronn das Wasser, die Kapp« hing herab, und das lange graue Halstuch sah einem dicken nassen Tau ähnlich „Du bist gekommen, Jack." sagt« die Mutter,„es ist schon spät, die Kinder gehören schon in» Bett. Und das Wetter..." Dabei schaute sie ihn uno« wandten Blickes an. .Morgen werden in unserem Derein irgendwelche Produkte verteilt," kam es von den Lippen des Daters, indem er sein nasses Gesicht auswischt«.„Milch und Eier erhalten bloß Kinder, die krank sind." „Milch... bist du nicht krank, Susi?" fragte Bill leise und fügte schwermütig hinzu:.Ich bin gesund. Der blau« Fleck am Fuße zählt wahrscheinlich nicht. Wenn ich aber, zum Beispiel, von der Wasserpumpe herunterpurzle? Was meinst du?" -- Susi vergaß nicht, bei den gebratenen Kartoffeln ihrem Bruder einen bedeutungsvollen Blick zuzuwerfen. Doch Bill schien ee nicht zur merken. Er erzählte dem Vater, wie in der Schule def Lehrer Mist« Kreegs ihn üb« die Sündflut befragte und welche Folgen daraus entstanden. „Nun, was geschah später?" erkundigte sich der Vater neu- gierig.. „Lauter Unannehmlichkeiten. Mister Kreegs hat mich aufgerusen und gefragt:„Was kannst du von Noah erzählen? W« war Noah?" Und ich antworiete:„Ich kann bloß sagen, daß Noah ein Streikbrecher war. Er hatte sich gerettet, während alle übrigen er- tranken." Bill blickte auf dm Tisch und bem«kte, daß sein Teller v«- schwunden war. Er konnte sich aber gut erinnern, daß noch eine große gut gebratene Kortoffel darauf gelegen hatte, eine ganze und eine halb«. Warum hat man sie so rasch weggenommen, während er vom Schullehrer erzählte? Er sah auch, daß die Mutter olle Ueberreste in das Töpfchen zusammenschüttete. Und da erinnerte er sich an die Worte Susis... In her Nacht umhüllt die Ansiedlung kalter Nebel. Irgendwo gibt es Mondnächte, warmes Meer und heißes Herz. Hier ober war der bergige Boden hart, die Schächte lagen totenstill da, und ein kohlengeschwärzter Himmel hatte sich ouf die Dächer herabgesenkt. Bill, ker vom Greise Noah mit heißen Kartoffeln träumte, er- wachte, weil es ihm kalt wurde. „Susi," rief er,„schläfst du nicht? Warum ist es auf einmal kalt aeworden?" .'.Sprich leise, Bill, ich glaube, daß man gestern schlecht geheizt hat." Die Eltern-schliefen auch nicbt. Der Vater mit dem tuch- umw'ckelten Hals ging einige Male aus. und beim Lichte d« Laterne versuchte er irgend etwas genau zu lesen. „Nun?" fragte die Mutter. „Das Thermometer fä'lt. In den letzten drei Stunden ist es um fünf Grad kälter geworden." Es trat eine Totenstille ein. „Morgen ist unser Kohlenvorrat zu Ende. Es bleibt uns genau soviel, daß ich die Teetann« aufkochen kann." Aus d« Ecke, wo die Mutter saß, oernahm man wieder«ine Stimme. Der verschwundene Zeichenkasten. Ein pädagogisches Problem. In d« Zeichenstunde wird in der xten Klasse einer Gemeinde- schul« entdeckt, daß einer Schülerin der Zeichenkasten mit dem oer- schiedenen Material fehlt, der sich stets am bestimmten Platz, wie bei allen Schülern, unter der Bank befand. Wer kann den Kasten fort- genommen haben? Umfrage durch die Klasse: Wer hat den Kasten von Hilde Eh. an sich genommen? Es meldet sich niemand. Der Lehrer hält ein Zehn-Minuten-Donnerwett« für angemessen und bemerkt, daß die ganze Klasse nachsitzen müsse. Darauf melden sich einige, die wenig Lust zum Nachsitzen haben, und wollen diesen und jene mit dem Kasten gesehen haben. Der Verdacht bleibt auf einem Mädchen, Hedwig, hängen, das schon öst«s Mützen, Taschentücher und dergleichen an sich genommen hat. Aus welchen Motiven wohl? Nach einigen Tagen fand man die vermißten Gegenstände an einem unv«muteten Ort« immer vor... Hedwig leugnet, den Kasten „genommen" zu hoben. Im Laufe d« Auseinandersetzung spricht der Lehrer von„einem Recht, das anzuzeigen",„Diebstahl" usw. Hedwig bleibt stocksteif. Di« Masse tuschelt über st«: Hedwig ist innerlich empört und wird sich bei nächster Gelegenheit mit»er- schiedenen Mitschülern„abfinden".— Hedwig soll am nächsten Morgen den Kasten mitbringen. Am nächsten Morgen kommt Hedwig ohne den Kosten, worauf sie d« Lehrer schimpfend nach Hause schickt. Verbittert läuft die Kleine bei heftigem Regenwetter in die ziemlich entlegene Wohnung, ohne sich in ihrer Stimmung Zeit zum Anziehen des Mantels zu nehmen. Nach einer Stunde kommt die Mutter mft Hedwig in die Schul«: es gibt«in« heftige Auseinandersetzung«stens wegen der Bezeichnung„Diebstahl" in bezug aus Hedwig, zweitens darum, daß der Lehrer das Kind angeblich ohne Mantel in den Regen geschickt hat. Die Klosse bekommt«inen wenig schönen A tftritt zwischen dem Lehrer und der Mutt« zu sehen, Worte wie Hausfriedensbruch usw. fallen. Der Erfolg? Di« Klasse wird in ein« bösen Art auf die Mit» schülerin gehetzt, schon durch den m«kwürdigen Beginn d«.Unt«- suchung" des Falles durch den Sehr«.— Sie kommt dazu, zu hören, daß der Lehr« genau so schimpfen und drohen kann wie xbeliebige Personen.— Die Angeberei und Petzerei wird gehegt durch unmoti« vierte Drohungen.— Em Kind verliert den Zusammenhang mit d« Klasiengemeinschost und wird aus ihr ausgestoßen, sein seelisches Gleichgewicht schw« erschüttert.— Eine Mutter wird in Aufregung gebracht. • Was tut in einem solchen Fall« d« modern« PS dogog«? Cr hat sich niemals den ihm anvertrauten Kindern gegenüb« ge- walttätig und auf seine körperliche Ueb«legenh«it pochend gezeigt. Und darum Hot« zu den Kindern«in innigeres Verhältnis. Darum wird es wirken, wenn er auffordert, der Kasten Wäg» von dem. jenigen, der ihn fortnahm, Wied« an den rechten Ort gestellt werden, Darum wird er bei seinem Hinweis, daß das nötig sei, um Hilde nicht in ihrer Zeichenarbeit zu behindern, bei den Mitschülern volles Ber- ständnis finden. Darum wird es lebendig ausgenommen werden, wenn die Bemerkung fällt, daß Hilde nun das Versäumte nachholen müsse. Die Schüler empfinden, wie unangenehm es für Hilde ist, daß sie nun in ihrer Arbeit zurückbleibt. Dieses Verhalten des Schulerziehers bedeutet, daß dem Kinde, das den Kasten fortnahm,«ine Möglichkeit zum Wiedergutmachen bleibt, die ihm der individual-psychologisch eingestellte Lehrer über- Haupt immer und in erster Linie lassen wird. Wer will behaupten, daß das Kind Hedwig den Kasten mit der Absicht nahm, zu stehlen? Wer will behaupten, daß ejn jfind sich ganz klar ist über Eigentumsbegriffe? So klar, daß es niemals Verlangen nach eines anderen Gut bekäme? Nicht ein Kind, das nicht schon begehrte hätte, toa# dem andern gehört. Die sittlichen Hemmungen, sich daran zu vergreisen, müssen gestützt werden. Der moderne Pädagoge wird iikt übrigen seine Kinder so weit kennen, daß er weiß, wem er die Fortnahme des Kastens zutrauen darf: er wird im Falle, daß der Kosten am nächsten Morgen noch nicht da ist, die Klasse»ufsordern, Hilde zu neuem Material zu verHelsen. Hilfs- bereitfchaft und Opferwilligkeit werden an Stelle der Angeberei und Klatschsucht gefördert, wenn jeder Mitschüler etwa einen Stift, einen Gummi usw. abgibt, damit Hili.> zu Zeichenmoteriol kommt. Der Lehrer wird ferner helle Augen aus den oder die Verdächtige haben, um sse, wenn er bestimmte Beobachtungen gemacht hat, zu fragen, warum sie den Kasten sortnahm. Das Kind Hedwig würde nicht als minderwertiger Mensch gestempelt, den man„anzeigen" und verpetzen kann. Die Klassengemeinschait wird nicht gestört, der Lehrer erntet neues Vertrauen, weil er der Klasse Hilfsbereitschaft zutraut. Das Kind Hedwig würde in seinem Gleichgewicht nicht gestört, hätte Gelegenheit, ohne aufzufallen, Hilde Freundlichkeit zu erweisen, weil es sich instinktiv in Hildes Schuld fühlt. Es kann sich auch immer noch vor sich selbst freimachen, indem es dem Lehrer den fortgenommenen Kasten bringt, der darüber nichts verlauten lassen wird, woher« kam. Und eine Mutter hat nicht nötig, sich um ihr Kind zu ängstigen, das bis zur Schulzeit niemals etwas nahm und das nun„Dieb" geschimpft worden ist wegen einer Dummheit. einer Albernheit, die sein kleiner Verstand nicht übersah... Liebevolles Verständnis, Geduld und Güte, Eingehen auf die Kinder-Pfychologie, die Kinder-Gemütsversasiung— das ist alles, was dazu gehört, solche Methoden durchzuführen, zum Nutzen des Lehrer» und der Kind«.— Wer mit starten und groben Mitteln erziehen will, wird immer stärkere und gröbere wählen müssen, wenn « ans die Dauer überhaupt noch Eindruck herorrufen will.— Umstellung tut vielerorts noch not! Ad. „Denke nicht. Jack, daß ich Angst Hab«. Ich zitt«« ei» wenig, das ist wahr. Aber die Sinder... Und dann, ist da» nicht jämmerlich bitter: das ganze Leben für die Kohl« zu schuften, und jetzt rächt sich die Kohle» an un» auf solche grausam« Weise? Man muß ab« doch Geduld haben, Jack. Was soll man ansangen! Um jeden Preis muß man durchhalten. Sonst erschlafft ein«, dann der zweit«, und die ganze Sache ist verloren. Morgen werde ich unseren Frauen vorschlagen, nach der Reihe zu heizen und die Kinder zu«wärmen. Und im allgemeinen ist noch uns«e Lage nicht so kritisch. Ich tonn ja meine Sonntagsjacke v«kausen, die du mir- am Hochzeitstag geschenkt hast." Jack näherte sich dem Bett.„Wir müssen durchhalten. Und wir werden alles ertragen, solange ich Sack Sweeft heiße, nicht wahr, Alt«...?' Nach drei Tagen bekam Bill zuerst Kopfschmerzen, dann Hals» «ntzündung, dann Rückenstechen, dann olles zusammen. Er lag im Bette, in zwei Decken und zwei Mäntel gehüllt. Die Augen hielt er geschlossen. Cr macht« sie bloß auf. um mit Susi zu sprechen, da er ohne sie nicht leben konnte. Mary-Anna, die die Hälfte ihn« Schönheit wrloren hatte, schlummert« zu seinen Füßen. „Susi," sagte Bill,„ist es gerecht, daß wir da« ganz« Leben für die gute Kohle geschuftet haben, die jetzt so schlimm ist?" Susi schwieg. „Susi," sagt« wiederum Bill,„mir scheint, ich bin jetzt krank genug, daß ich Milch bekomm«, was meinst du?" Susi schwieg. „Susi," sagte Bill.zum dritten Male.„Unsere Lage ist ja nicht so krittsch. Ich kann noch meine Zinnsoldaten verkaufen, die du mir zum Namenstag geschenksthaft. Wir müssen aber durchhalten. Sonst erschlafft einer, dann der zweite, und die ganze Sache ist verloren. Wir werden alles ertragen, solange ich Bill Sweeft heiße—-— nicht wahr. Alte?", „Ja--' flüsterte Susi. „Arbeitslose" pflanzen und Tiere. Technil besiegt Natur, aber Natur besiegt auch Technil. Das Vordringe» der Technik macht nicht nur Menschen arbetts- los, sondern auch Ti«e und Pflanzen, selbst die bisher ziemlich unwegsame Wüst« Sahara wird allmählich von Automobil und Last- Mg erobert, die die neuen„Schifte der Wüste" darstellen sollen. Das Kam« l, das bisher Alleiicherrscher auf dem Gebiet des Wüsten- verkehr? war, wird allmählich ausgeschaltet und es ist sicherlich der Tag nicht fern, wo auch dies« Tiere arbeitslos geworden fein wer- den. Je größer der wirtschaftliche Austausch der Völker wird, desto weniaer genügen die primitiven Bedingungen, unter denen sich in den Wüstengebieten Afrikas und Asiens Handel und Wandel bisher mit Hilfe der Kamele vollzieht, den heutigen Ansprüchen. Wir müssen schneller und billiger arbeiten als unsere. Bäter und Urahnen, darum ist es nicht haltbar, daß sich dort d« Derkehr noch in genau derselben Weise vollzieht, wie zur Zest.des Erzvaters Abraham vor mehreren taufend Iahren. Die letzten Jahrzehnte haben in den zivilisierten Ländern de» Sieg des Automobils gebracht, durch das besonders in Großstädten und im Lastenverkehr das P f er d fast völlig verschwunden ist. Eine Arbeitslosigkeit.größten Stils ist unter diesen Tieren eingetreten, und nur d« Schlachthof ist die Stätte, wo sie noch in großen Hausen zu sehen sind. In noch größerem Umfang hat die modern« Wisiettschast Arbeits- losigkeit unter Pflanzen geschaffen, die früh« wegen ihres Färb- reichtmns ungewöhnlich begehrt und kua waren. Man denke nur an die Indigopflanz«, aus der dos berühmte Indigoblau ge- wonnen wird. Besonders der japanisch« Indigo wurde vielfach ver- wendet, da« nicht weniger als 7» bis 80 Proz. Indigoblau enthält. Deutschland hat viel Gest» für diese Farbpslanze ausgegebqp, bis es vor ungefähr SO Jahren gelang, auf künstlichem Wege die Farbe hetzustellen. Noch im Jahre 1895 führte Deutschland 18 009 Doppsl- zentner Indigo aus Indien und Japan ein. Fünf Jahre später war diese Meng« bereits auf den dritten Teil mit kaum 6909 Doppel- zenw«n zusammengeschmolzen und weitere fünf Jahre betrug sie kaum noch 1009 Doppelzentner. Während also in den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ungefähr 19 bis IS Mil- lionen Mark alljährlich ins Ausland gingen, blieb letzt das Geld im Lande. In ähnlicher Weife ist auch das Schicksal der Purpur- sch necke»«laufen. Bei den alten Griechen und Römern, ebenso wie im Mittelalter, war die Purpurfarbe als besonders köstlich an- gesehen, denn sie war sehr selten. Purpurstofte wurden nur von den Vornehmsten und Reichsten getragen. Aus diesem Gründe war die klein« Stachessch-necke d« Gattung Murex, die man in früheren Jahr- hniideiUen zur Herstellung der Purpurfarbe verwendete, begehrt und teuer. MUber auch ihre Schickscüsstunde hatte geschlagen, als die Anilinfarben auftauchten, und sie ist ebenso arbeitslos geworden wie 'die farbenspendenden Blumen. Zwar trat durch die Verwendung der chemischen Farbstoffe eine starke Verbilligung der damit getränk- ten Waren ein, ab» dies gereichte ihnen nicht zum Vorteil, denn hie neuen Farben waren nicht im entferntesten den alten zu vergleichen. Fast jeder Mensch kennt die wundervollen alten Perserteppiche, die trotz aller Buntheit der Farbengeftaltung doch einen ruhigen, schlich- ten und vornehmen Eindruck machen. Alle die tausendfältigen bunten Seile sind so gegeneinander abgetönt, daß sie einen einheitlichen künstlerischen Eindruck hervorrufen. Diesen Vorzug hatten aber nur die Pflanzenfarben, während die Anilinsarben grell sind und bei weitem nicht die Lichtfestigkeit ausweisen wie die alten, dem Indigo und der Purpurschnecke entzogenen Farbtöne. Aehnlich sst es auch mit der Seide. Der Seidenspinner hat einen scharfen Konturrenten in der Kunstseide erhalten, aber er ist trotzdem nicht arbeitslos geworden, denn noch heut« ist die reine Seide d« Kunstseid« bei weitem überlegen. Die Technik besiegt also die Natur, aber die Natt»r besiegt auch die Technik. Eine Altlliarde Nachkommen. Die Fruchtbarkeit nieder« Tiere ist besonders dann sehr hoch, wenn sich die Eier parthenogenetisch entwickeln, d. h. ohne Befruchtung. Solche Tiere sind beispielsweise die Wasserslöhe, die in der Regel fast während des ganzen Jahres aus unbefruchteten Eiern hervorgehen. Wie hoch die Zahl der Nachkommen ist, zeigt eine neue Untersuchung von I. Bourgutllaut de Kerherve am Großen Wasserfloh(Dapsinia magna). Diese Tiere Wersen in kurzen Zwischenräumen von einigen Tagen ihr« Haut ab, und dabei gelangen die Jungen, die sich inzwischen im Brutraum zwischen den beiden Schalenklappen aus den Eiern ent- wickelt haben, ins freie Wasser und schwimmen davon. Der Forscher beobachtete eine größere Zahl solcher Wasserslöhe in kleinen Gesähen in ElN.;elhait und stellte die Zahl der bei jeder Häutung abgesetzten Jungen fest!. So lieferte ein Tier in der Zeit vom 2. Juni bis 14. August 18 Gelege von zusammen 6S7 Nachkommen, ein anderes brachte in 17 Gelegen 776 Nachkommen hervor. Die Zahl der in den einzelnen Gelegen erzeugten Ei« ist verschieden. Im ersten Gelege beträgt sie im Durchschnitt 24, im 2. Gelege 40, im 4. Gelege 60 usw. Vom 9. Gelege ab nimmt die Zahl der Nachkommenschaft wieder ab. Da jedes Tier schon bald nach der Geburt selbst mit der Eiproduttion beginnt, ist die Bermehrunq der Wosserflöhe natürlich sehr groß. So berechnete KerhervS, daß die Nachkommenschost eines einzigen Tieres sich schon nach 6 Generationen— also nach wenigen Wochen nur— aus etwa 1 Milliarde Tiere beläuft! Natürlich ist dies nur eine tsieoretifche Zabl. denn im Freien werdxn die meisten Tiere bald von Fischen weggeschnappt. Aus der Partei. Die Saadldalureu in Weser-Ems. Die Meldung in unserer Freitog-Morgenausgabe über die Kandidatenaufstellung im Wahl. kreis Weser-Em» bezieht sich, wie ergänzend nachgetragen sei. nur auf die Stellungnahme der Organisation Osnabrück. Der Bezirks. Parteitag, der endgültig die Kandidatenaufstellung vornimmt, findet erst am 15. April statt. paiteinachrichten /A sürGroß-Berlin «i»I«»dungen ffit tiefe R-drU find Betlit SB«. Liode-str-tze 3. Achtung, Funktionäre! stet» a« ta,«eztrt»ietretaet«» 2. Kot. 2 Treo. recht». ,» richte» » vi« künstlerisch ausgeführten Alalmarkeo für lSZ«. dl- In diesem Zahre wieder 20 J3f. kosten, sind ollen Abteilungskaffierera bereits zugestellt worden. Die poli.ischen Vertrauensleute der Betriebe nwrden gebeten, die notwendige Anzahl sofort bei ihren Abteilnngs. kassierern abzuholen und eifrig zu vertreiben. 3. it.: Siteg Pagel». *■ f"'* SSe*#.«»««Uo. 18. Mär,. UM Uhe, gt>|e«--dgekmo« wm U. Sedenttag der Reoalntion»an 1818." Semeinfamee Treffonntt mit �«"i dem ftüflcinet Pia»,»bmaefch pitattlich ödlngt' ers orteelich" 9a'intt mitbringen. Zahlreiche«eteilignng � Friedriisehain. Die Abteilungekassierer rechnen mit dem Srei». s?Merer Genossen Paul Ben, G-ßlerstr. l. heute, Sonnabend, zwischen stimmt ab»Wanderratten"«Billetts unh Tellersammlungen de» 7-*"'*«h-rl-tte»b».g»nd«fonboii. Juristische Sprechstunde heute. Sonn. abend, von 17 b>» 18 Uhr im Jugendheim Postnenstr. t. heute. Sonnabend. 17. März: � Ä61-.�'1 Bezirk-sllhrer rechnen die.W Konfirmanden- Anzüge Trstkl. EerTenkoDtefelion Anzllgc, Paletai«. Hofen 30«, unter Pres da direkt von gabrit. Fahrgeldvergülung l'rvoiuuun, linienstr. SS a. Verkäufe Teilzadluag! Sinderwagen. Kaftanienallee 18/20. Stern, » Srlileiitiinz'ooiSei"'. �sorhe usw Wenig getragene Jackettanzllge. teil» auf Seide. 18,—. Lmot.nganzügr. Bauch. anzuge, Taillenmänlei. Palelot», stau- »cnd billig SelegenHeitskäufe in neuer Serrengarderobe Lelhdau» pofenthaler Tor, Llnicnftraße 208—204, Ecke Ziofen. thalerstraße Keine Lomdardware_ Wen!» aet ragen e Kaoalieraarkxrode oon Millionären«erzlen Anwälten. Fabelbai! diUtae Prciie. Emriebl, Taillenmäntel Paletots. Fracks Smo- king». Gedrockanzüae. Hofen Sport». Gehpelze Gelegenheitskäufe in neuer Garberode Weitester Weg iobnend Lothe inaer straße 30. 1 Treppe. Rosen- thaler Pia». Papierhdus L]uergens jetzt Nr. 43 jt Neue Könlgslr. Slmnesspcsdeo ciet Dei ie?rn v r e s w< Fant Golletx. oottn. Pjton»na Aariannensiraße J, Ecke Naununstraße Ani> Ol'ntivol.ioa 08 �llkommenste Reinigung jedes Fädeken unversehrt! ein Waschmittelf das nichts Scharfes enthält und doch den hartnäckigsten Schmutz entfernt. p.in solches Waschmittel ist Sumal Oeffnen Sie ein Paket, beachten Sie, wie sammetweich das Pulver ist und wie erfrischend seifig es riecht. Dies sind die untrüglichen Merkmale eines reinen Produktes von ungewöhnlich hohem Seifengehalt, das nichts Schar» fes enthält-- Prüfen Sie die Suma» Langet Wie prächtig sie schäumt} prüfen Sie auch die mit Suma ge» was ebene Wäsche i wie blütenrein und duftig sie ist und wie weich und griffig sie sich anfühlt t Jedes Fädchen unversehrt 1 SUNL1CHT- MANNHEIM «a20«L All das kann nur Suma, das neuor» tige Waschmittel, das die Wäsche besser und schonender reinigt�ls alles bisher Dagewesene. Mit Suma waschen heißt Wäsche, Arbeit und Geld sparen. Waschbrett und Bürste sind überflüssig. Suma löst durch bloßes Kochen allen Schmutzt Sie selbst brauchen nur leicht nachzuwaschen und gründlich zu spülen.- Scharfe Waschmittel gefährden Stoffe und Farben. Suma schont sie vollkommen. Lassen Sie also Suma Ihre nächste Wäsche besorgen. Preis 50 Pfennig. wenig aehaffrn«, wie Iacketkanzüge, Em». von Keeelieee» wen auch neue elegante Ja« tipg.. Frackanzüae. Paletot». Gummi. Btdntel, Holen, für jede Figur passend. verlauft lvottbillia. keine Lombardware. Leihhaus Friedrichstraße i. am Halle- fiten Tee.__» hocheleganter Gesellschaft» Leihhau» Lowick,. Prinzen. verlerd Anzüge straße li»__ vettenneUans! Reuel 9.731 13,-. 19.301 Prachtvolle 27,301 Bauernbetten 82,-1 Ba.-niae 37J0I Kinderdetie» 8.751 Beltwäschel Inlett»! spottbillig und gutl«eine Lomdardware» Leid» hau« Brunnenstraße 4?• Getragene und neue Keerengaederobe billigst. Roß. Kastamenallee 84.» anzöge. Smälinganzöge. Gedreckanzüge, Eommerpaierol», Gabarb:nemäniel. Bauchanzüae, für jede Figur passend. außerdem hochelegante neue Garderobe. '.-ssi WMMMMWMMMM oon erstklassigen Schneideril zu staunend billig billig: Pelziacke» Haus Lowick! o« Tri gearbeitet, staunend billigen Preisen. Besonder» Pelzm»"'"' ilnzenst Klint Lomdardware. Pelzmäntel im Leih. Prinzenstraße 103, eine reppe. NLbms«cbIn«n Tüetovp.Rädmaschinrn gegen d-Mort. W»d»enraten Biostk. Beunnrnstrafte 183. Zwilchen Rosenthalervla» und Znvali- dcnftraße. Norden IIS. Massrnpesten. Rußdanmbllsett». Kre. d-nzen, Schreibtilche, Solaumdaue Her» abgeletzte Preiie Zahiungserleichterung. Kamerting. Kaftanienallee 36.' Piano, 200,—. 473,—. 675,-, gebraucht groß» Auswahl in neuen; lang. 'ährtge Garantie Her er. Brunnen» .traße 191, i Trepp». Zcosenthaler Pia tu Teilzadlung._ Slntpia»»». überaus pre-.-wert. Piano. »adrck Link. Lrunnenstraße tS Fahrräder/ TeUzahlnng. Riesenanswahll Tsia- mantrader, GSrlckeräder. Trmmphrader, Nultiplerräder. Sitti-rrSbrr. üu-uopol- raber. bildschöne».cnnmalchinen. ear. zückende, sd)nellallfende Straßenrenner. sechsjährige Garantie,«aufzwang, ofer Lageeoeluch. Fahrradrahmen ist.—. Ka.iaräder 88,—. Schiawe. Wein- me.sterstraß« vier._* Fahrräder. iiMlaflig» Martenräder. TrUzahIung Fahrraddau» Genirum, Linienstraße neunzrdn._______• Ren eröffnet! 2�0 wöchentliche Teilzahlung. erstklassige Fahrrader. Riesen» auswahl sämtlicher Modelle 3 Jahre Garantie. GrvßberNner Fahrradoer- triebs-Sesellschast, Turmstraße 70._ 2 Stauuenerregend!• Tourenräder mit Torpedo freilaus, Eanlibereifung 33,—, Damenräder 03.—, Halbrenner 63,—, Rennmaschinen 73.—, Zlahmen 17, Decken 2.40, Schläuche 0,85, Sättel 2». Witt. lerräder.verkaufsstelle. Waltemarstraße. Pücklerecke.' Ksukgezucke gihngediffe. Silderlachen..ginn. Blei, Quecksilber Soldschmelze, Ehristionat. «övenickerstr 39 inade Adalbert strafte». Münze». Briefmarken kauft Groß- mann, Iohannisstraß« 4.' Verschiedenes Baal da» Alpend» rs. Znoalideriltr 03, Lehrler Babndoi Jeden Mlttwoa,. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Graßer Ball Trellpunkl»rr Stroh» Witwer. ErNklassige Ettmmunaskavelle. '.«eltdetektlp". Ermitllungsinstilut reiß. W 88, Kleiststraße 86. I CKoch. bahnbol Rollen dorlplatz). Kursstrst 4348, zuverlässige Erlebiguna aller Erm.tt- lungen, Beobachtungen. Ausiiinfte Tau. sende Anerkennungen. Eolibrisäle. Martin.Luther-Straße 0». Mittwochs. Donnerstag». Sonnabend» und Sonntags Eliteball der reiferen Jugend Fabelhikte neue Saaldekorat zn. Hebamme Hildeeheim. langfshrige Praris. Blllowstraße 62.» '.<»et