Morgenausgabe tfr.i35 A 66 45. Iahrgang «tch.nlltch 70«t«, amtain« S,— Ä bn D Drau 5'atjLfcar Polldrzug 7.72 TO. (iaM)L ScfteDgcIb. Vutlanbsabomu- nie« iüO M pro TOonaL « Tn.Sonsanp* trttfxim oorbnitig. lich zweimal. S-Nnlag, und Monlaa» «mmol, hie Slbenbousaaben für Serlui unb im fianbel mit bem Ittel ,D« Kbenb", SUuftriene«eilopeit.voll mtb Setr unb.«inberfreunb- Ferner -linierboltung unb willen»..Frauen. stimme».Technik» Blich in ble »ücherwell» unb.Suaenb-Bormär»" Berliner Volssvlatt Oiensiag 20. März>928 Groß-Berlin Pf. Auswärts-15 pj. » I m V a i M o« StonpareiNezeN» 90 Piennig Reklame�eile 5- Reich»» •norf mStinne Anzeigen" vo» settge» drulkt» Morl öS Pfennic, lAuISss,q zwe« tetlgedruckte Worte». ledes welkere Wort l2 Ptenniq SteUengeiuch» dae erit« Wort IS Wenn ig lede» weiter» Wort ZO Ltennig Worte übe» lS Buchstaben »üblen»ü» zwe« Won»"Arveitsmorkt gleite 00 Biennig Fomilionzeigen für Ddonnenren Zeile 40 Ptennici Anzeigen» annabm»«w k)auplge>chät« Linden» feroferS Wochentag« oonSV« dt» 17 Udc. Jentvawvgan der GozialdemoSrattschen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin TW 68, üinbenftrofee 3 gernU'tfdKt: Tönljott«9-2—297 ielegramm-Älir: Sozialbcmotrai verlm Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Vostlchelkkitnio:?crIin Z75ZL— Banftonko: Bank der Arbeiier«ngekiellie» und Beamten Dallsli SS T«»kanio>Gtlelllchoti. Teposiienlasl« Lindcnftr S Gegen die Landbundhetze! Erklärung des Kinanzministers im Reichstag. Das Treiben des Landbundes, der die ländliche Bevölte- rung gewissenlos gegen die Finanzämter hetzt, wurde gestern im Reichslag von den Rednern aller Parteien mit Ausnahme der Deulschnationalen gegeißelt. Für die Reichsregierung gab Reichsfinanzminister Dr. Köhler die folgende Erklärung ab: „5ch verarge es keinem Stand, wenn er feine Berufsfragen in Lerfamnilungen bespricht, aber unter keincn Umständen kann di« Re- gierung da» dulden, was in den letzten Tagen da und dort vor- gekommen ist,. Vorgänge, die sich in keinem Rechtsstaat wiederhole» dürfen. (Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Die Regierung wird hier ihre Pflicht tun ohne Ansehen des Standes und der Person.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Auch die deutschnationalen Minister?) Ich habe gesagt: di« Regierung. Sie wird Ihre Pflicht tun in Festig- keit. worauf das Volk einen Anspruch hat. In P y r I tz z B. sind ganz autzerordciülich schwere Dcrstöße vorgekoinmen. Leid tut es mir nur um die armen Irregeleiteten Menschen, die sich jetzt vor dem S t r o f r i ch t e r verantworten sollen und Dinge zu buhen haben, in die sie, ich weiß nicht durch wen. hineingehetzt worden sind.(Zuruf rechts: Eure Steuerpolitik!) Ich kann nur dringend bitten, hier kaltes Blut zu bewahren und Drohungen zu unterlassen, wie sie vor einigen Togen dem Dorsteher eines Finanzamts gegenüber ausgesprochen worden sind. bah«an nämlich nicht einstehen könne für da» Lebe» der Bollziehnngsbeamte«. (Hört, hört!) Ich habe die dringend« Bitte, dah die Führer der Organisationen, die es sa bei den hochgehenden Wogen sicherlich nicht leicht haben, die Zügel nicht aus der Hand geben, dgh sie vielmehr beruhigend und mäßigend auf ihre Mitglieder ein- wirken. Die Regierung ist bereit. Notständen, wo sie wirklich her- vortreten, Rechnung zu tragen. Durch den Erlaß vom 20. Februar ist bereits angeordnet, daß die Finanzämter von Amts wegen fest- zustellen haben, wo Notstände vorliegen, und daß sie von Amts wegen Steuererstattungen und-Nachlässe bewilligen. Aber ein« wilde Justiz darf es nicht geben. Es kann auch nicht geduldet «erden, daß in Bausch und Bogen in ganzen Gemeinden oder ganzen Bezirken die Landleute einfach erklären: Wir zahlen nichts mehr!(Abg. Dr. herh sSazs: Die Regierung hält dos sogar für berechtigt, sie hat dazu aufgefordert!— Abg. kube svölks: Laßt doch die Iiidcnschast zahlen!— Abg. Diehe sDnats: Mr sind alle zahlungsunfähig!) . Die Landwirtschast hat das größte Interesse daran, daß unter- schieden wird zwischen denen, die einfach zahlungsunfähig sind, und denen, die in der Loge sind zu zahlen. Damit kommt man nicht durch, daß man einfach sagt: Wir sind zahlungsunfähig.(Zurus rechts: Mit wenigen Ausnahmen!) Gut, dann wollen wir wenigstens, daß diese Ausnahmen zahlen. Ich bin verpflichtet, meine Beamten zu schützen, und werde alles tun, um diesen Schutz auch durdizusühre«. Es geht nicht, daß di« Beamten in verschiedenen Landestellen nur noch unter Bedrohungen arbeiten können. Die Regierung wird sich aber durch diese Dorkommniss« nicht zu der Annahme verleiten lassen, daß alles, was hier über die Not der Landwirtschaft gesagt wird, übertrieben sei. Ich weiß, daß weite Teile der Landwirtschast, nicht nur die Großbetriebe, sondern auch klein- und mittelbäuerlich« Betrieb« sich in ganz außerordentlicher Notlage befinden." Wenn der Reichsfinanzminister Dr. Köhler erfahren will, durch wen arme irregeleitete Landleute in Dinge ge- hetzt werden, die sie nun vor dem Strafrichter büßen müssen, so braucht er nur einen Blick in die deutschnationale' Presse zu werfen. Er wird dort Berichte über Reden von deutsch- nationalen Reichstagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten und Landbund- f ll h r e r n lesen, Aufsätze der deutschnationalen Presse, die all« nur dem einen Zweck dienen: zu Hetzen. Dort sitzen die intellektuell Verantwortlichen! Und wenn der Herr Reichsfinanzminister dann noch nickt Bescheid weiß, braucht er sich nur den deutschnationalen Retchstagsabgeordneten D i e tz e anzusehen, Besitzer des Ritterguts Rodersdorf in Sachsen, der ihm kecklich da- zwischenrief:„W ir sind alle zahlungsunfähig!" Sozialdemokratische Anfrage im Landtag. Dt« sozialdemokratische Fraktion hat im Preusiischen Landtag folgende Anfrage eingebracht: „Seit Monate» bemüht sich der Landbund, die Land- bevölterung gegen die Staatsregierung auf- zupntsche«. Unter dem stärksten Druck und unter Boykottandrohung sind die Landarbeiter und die Ge- werbetreibende« auf dem Lande und in kleinen Land- städteu zur Teilnahme an den D-monstrationeu gepreßt worden. In vielen Fällen wurden die Kundgebungen durch die deutschnationalen und völkischen Landbuudführer zu Aufreizungen, zu Gewalt- tätigkeiten und zur Aufforderung zur offeneu Auf- lehnung gegen die Staatsregierung mißbraucht. Ueber- griffe der Demonstranten gegen andersdenkende Per- sonen und gegen Behörden sind die Folgen gewesen. Der Landbund setzt dieses Treiben ununterbrochen fort. Wir fragen: Was gedenkt die Staatsregierung zu tun. um in Zukunft die öffentliche Ordnung gegen- über den Landbund-Uebergriffen sicherzustelle« und die für die Ausschreitungen verantwortlichen Personen zur Rechenschaft zu ziehen?" Rußlands Abrüstungsvorschlag. Von Liiwinow begründet, von Bernstorff und den Türken befürwortet. Senf. lg. März.(Eigenbericht.) Di« Montagssitzung der Dorbereitenden Ad- rii st ungsko in Mission wu»d« von dem russischen Ab- rüstungsvorschlag und einer Rede Litwinows be- herrscht. Nachdem der nunmehr eingetrosiene türkische Außen- minister Tewsit Rnschdy Bey bewillkommnet worden war. und in seiner Entgegnung dem Wunsch der Türkei, als neutra» ler Staat zu leben, Ausdruck gegeben hatte, erhielt Lilwlnow da» Wort. Der Vertreter der Moskauer Regierung ließ sich die Gelegenheit, dem Völkerbund und den westeuropäischen Regierungen ihre Sünden in der Abrüstunzefrage eiitgegenzuhalten� natürlich nicht entgehen. 38 Tagungen der Lölkerbundeversammlung und de» Rat» hätten über di« Abrüstung III Resolutionen gefaßt 14 ander« Organe des Völkerbundes hätten 120 Sitzungen über di« Abrüstungsfrage abgehalten, dagegen wolle Sowjetrußland den praktischen Beginn der Abrüstung. Der russische Vorschlag l 1 als organisches Ganzes zu betrachten, dos nicht zerstückelt werden dürfe. Die Kommission und. eine baldig« Abrüstungskonse- renz halKi das Prinzip der Gesamladrüstrng anzunshmen oder ab- zi-lehnen, und im erster«» Fall« mit der ersten Etappe der In vier Jahren zu vollziehenden Totalabi üstung anzus.inzen. Sowjetrußland, das neben nur drei anderen Staaten die Kononitisn gegen den Gas- und Bakterienkrieg ratifiziert habe, wolle die Totalabrüstung. trotzdem es das Land sei, dessen Sicherheit am wenigsten geschützt sei und von dem ein« Provinz. Bessara- dien, immernoch von fremden Truppen besetzt sei. Litwinow fragte Amerika, ob das Land, das gerade«in Ver- bot de» Krieges vorgeschlagen habe, die sowjetrussisch« Abrüstung zurückweisen könne. Graf Vernslorss nahm zu diesen Erklärungen sofort Stellung. Cr erklärte, daß der sowsetrussische Plan dem Geist der Wil- sonschen l4 Punkte, denen die Alliierten zugestimmt hätten, entspreche und mit der Arbeit der Abrüftungskommission harmoniere. Die Völkerbundstätigkeit aus dem Gebiet der Abrüstung halte auch Deutschland für sehr bescheiden und beschränkt. Di« russische Einteilung der Abrüstung in Etappen, deren erste die Heer« jeglichen Osfensivcharakters entkleide, sei gut. Bernstorsf wünschte«ine detaillierte Behandlung de» Planes bei der zweiten Lesung des eigenen Entwurfs der Kommission in den nächsten Tagen. Auch Deutschland verlange eine baldige Abrüstung»- vollkonscrenz und behalte sich einen dementsprcchenden Antrag vor. Nachdem noch der türkische Außenminister Litwinow zu seinem Abrüstungeoo: schlag beglückwünscht hatte, erstarb die Sitzung >n peinlichem Schweigen, so daß der Vorsitzende sie vor- zeitig schloß, mit dem H'nwei, darauf, daß die anderen Delega- tlonen am Dienstag Stellung nehmen sollien Frankrel�s bisheriger Vertreter zur Abrüftungssrag«. Paul B o n c o u r, Ist aus Wahlreisen, und Italien, England wie Amerika haben aleichsall» zurzeit nur Politiker zweiter Klasse in der Kommission. Llm die Seele des Landes. Wahlarbeit und Wahlaussichten auf dem Dorfe. Don Hermann Tempel, M. d. R. Wir sprachen in einem Kreise politisch aktiver Menschen von der Seele des Landes, des platten Landes. Irgendeinem unter uns entglitt der Ruf, den alle dachten: Arensdorfl Wie der Lichtkegel eines Scheinwerfers fiel das Wort auf den Hintergrund unseres Bewußtseins und ließ drei haßverzerrte Gesichter aufleuchten: die Familie Schmelzer. Vater, Sohn und Mutter! Wer das Dorf in seinem Verhältnis zum neuen Deutsch- land sehen will, darf nicht in das Arensdorf des Herrn Udo v. Aivensleben gehen. Das ist Minderheit, beinahe Aus- nähme. Das Land ist als Ganzes gesund geblieben, trotz der Giftspritzen, die ihm die Kreisblätter seit Jahren tagaus tagein verabreichen Man muß die spärlichen Stunden der Ruhe aufsuchen, die kargen Pausen zwischen Arbeit und Schlaf des Landproletariers. Da sind die täglichen Bahnfahrten zwischen der Kate im Dorf und der Arbeitsstelle in der Stadt. Hunderttausende, Millionen von Männern und Frauen schwingen jeden Werk- tag diesen gewaltigen Pendelschlag der Arbeit willenlos mit. Wanderer zwischen Acker und Werkstatt: Proletarier zwischen zwei Welten! Früh um vier flackern die Lichter hinter den Scheiben der Dorfgassen auf. Ein? Stunde Weg durch Dunkel und Regen, eine Stunde Fahrt, eingepfercht zwischen Menschen, Müdigkeit und Dunst, acht, neun und zehn Stun- den lähmendes Einerlei in der Fabrik. Stumpfes Zurück, im überfülltm Abteil, auf grundlosem Weg. Daheim eine abgehetzte Frau, K'.nderlachen und Kinderweinen. Eine Stunde Arbeit auf dem Acker und im Stall. Vielleicht noch — Gipfel des Tages— eine letzte Zärtlichkeit von Mann und� Frau. Das ist der Alltag, der die Seele ungezählter Menschen im deutschen Dorfe formt. Das Bewußtsein der Klassenlage verdämmert darin. Der Wille zum Klassenkamvf wird müde. Der Hunger nach einem Glauben irgendeiner Art, längst schon hinüber über die Wild- heit eines primitiven Kommunismus ebenso wie— nicht selten— über d'e Inbrunst eines schwärmenden Sektierer- tums, droht in Passivität und Indifferenz zu erlöschen. Wir lernten neulich einen Dorfkomvler kennen, in dem bei den Dezemberwahlen 1924 von 3000 Wahlberechtigten fast aus- nahmslos Fabrik- und Hafenarbeiter, nicht weniger als 2900 zu Hiufc geblieben waren. Ganz verschüttet liegen häufig die Lebensmergien der Frauen in solchen Gebieten. Diese Frauen der Kleinbauern, der Landarbeiter, der Fabrikarbeiter sind Leibeigen? der Ar- beit geworden. Das Haus, der Stall, der Acker zwi-aen sie, ihre Kraft zu verdreifachen. Kein? Ruhe, keine Rücksicht, keine Freude, und sei es nur der Flittsrqlanz eines Kinos. Die Tiermutter wird auf dem Lande geschont, wenn sie ge« baren soll, die Men'chenmutter nickt. Nur wenige Tapfere bewahren sich d:e Spannkraft des Willens zur Abwehr. Sie sind unler Vortrupp. Die Masse erschlafft. Wem es ge- geben ist. in dörflicken Versammlungen hineinzugraben in die verschütteten Schächte dieser Frauenieelen. den Schutt der Alltaqsfrohen wegzuräumen, wer den G'auben an die Be- freiung der Arbeit, an die Mission der Arbeiterpartei zu predigen weiß, dem kann es geschehen, daß mit einem Male das versteinte Eesickt einer alten Bäuerin lebendig wird und erloschene Augen sich feuchten. Leben regt sich, wo alles tot schien. » Unermeßliche politische Energien liegen, bei Männern und Frauen aus dem Lande brach. Wer sie gewinnt, hat ein Stück Entscheidung erzwungen. Wir denken dabei nicht in erster Linie an die Massen der rein bäuerlichen Schichten. An ihnen kann nur auf lange Sicht gearbeitet werden. Wir meinen vielmehr die ausgesprochenen Acker- und Fabrik» � Proletarier in jenen Dörfern, die weitab von den großen und kleinen Zentren des Lebens liegen. Sie politisch zu erfassen, ist schon heute möglich Die Lösung dieser Aufgabe ist das lauteste Gebot dieser Stunde flrhf dabei um das politische Gewicht einer Millionen- masse. Man muß einmal die Ergebnisse der letzten Volks- und Betru'bszöhlung von 1925 an diesem Maßstab messen. Von der Gesamtheit der 63 M'llionen der Bevölkerung Deutschlands wohnen 22 Millionen in ländlichen Gemeinden (Gemeinden unter 2000 Einwohnern). 7 Millionen in Land- städten(2000 bis 5000 Einwohner), dagegen nur 25 M'llio- nen in sämtlichen Mittel- und Großstädten(von 20 000 Ein- wohnern an auswärts gerechnet) zusammengenommen. Unter den 22 Million-« Einwohnern der Dorfgemeinden maa— wir sind da auf Schätzungen angewiesen— in etwa zwei Mil- lionen e'gentlichen Bauernbetrieben. d. h. in Betrieben von 2 b's 100 Hektar Größe, die bäu�rlicke Bsvöll?r"na rund 10 M'llionen Menschen betragen D'e übrigen 1? M'llwnen sind gon, überwiepend Land- oder I-duftrieorbsiter.-Aus d-n 7 Millionen Einwohnern d-r Landstädte stoßen weitere Millio"en zu dieiem 93'ocf von Prol-tar-ern hinzu Anders gesagt: in den Landgemeinden und Landstädten ollein woh- n?n schätzungsweise mindestens 10 Milllonen wahlberechtigte Männer und Frauen, die ihrer Klassenlage nach zu uns ge- höre«. Das ist ein Viertel des wahlmündigen Volkes über- Haupt. Ihre politische Erziehung ist eines der Kardinal- Probleme der Demokratie schlechthin. Ihre Vernachlässigung bedeutet die Hemmung jeden Fortschritts. »-K..., Unter den möglichen Formen der politischen Erziehung der Landproletarier in ihrem Verhältnis zur Idee des Volts- staats steht die Arbeitstechnik des Reichsbanners in vorderster Linie. Disziplin. Rhythmus, Farbe, Musik: diese Elemente des Begriffs der geformten Masse, der im Dorf, well unge- wohnt, noch stärker wirkt als im Getriebe der Städte, ziehen magnetisch an. Wer einmal das Bild eines Reichsbanner- aufmarfches auf dem Lande in sich aufgenommen hat, ver- liert es nicht wieder. Graue Bataillone von Männern in straffer Ordnung, vor jeder tleinen Ortsgruppe das prunkende Schwarzrotgold der Fahnen, weithin leuchtend über das Grün der Wiesen und Aecker, der federnde Takt der Trommeln und Hörner, der Traft und das Wagnis der Flaggen all Hecken und Zäunen der Arbeiterwohnungen:«in lebendiges Symbol des Willens zum neuen Staat. Ein Erlebnis, das die Scharen der Jugend, die voraufziehen, die Ketten der Zu- schauer, die die Ströhen säumen, wochen- und monatelang bereden und bedenken. Das Reichsbanner repräsentiert dem Landarbeiter, dem Knecht, der Magd, dem kleinen Bauern die Krast der neuen Ordnung, die er sonst nur aus der Ver- zerrung seines Kreisblattes kennt. Bleibt als Niederschlag der Demonstration eine Ortsgruppe zurück, so ist der Bann gebrochen, in dem Stahlhelm- und Kriegerverein das Dorf geschlagen hatten. Dortrage, bunte Abende und Sport helfen weiter. Wer diese Dinge Aeuherlichfeiten schilt, beweist nichts als einen Mangel an gefunder Psychologie. Das Reichs- banner kann hier ein ungeheures Stück Wahlarbeit für die Republik leisten. q- Selbstverständlich ist das alles nur ein Anfang. Das Ankurbeln der Energien. Die Dauerleistung verlangt feinere Kräfte. Hier stellt uns— neben einem Dutzend anderer Auf» gaben— das Problem der Presse auf dem Lande seine Fragen. Wie bringen wir unsere Zeitungen in das Dorf hinein? Die anderen haben alles: die Tageszeitung des Kreises, deren amtliche Bekanntmachungen und Anzeigen gelesen werden müssen, die landwirtschaftlichen Fachblätter, die kirchlichen Svnntagsblätter, übrigens eine besonders gefähr- liche Art der Gattung Rechtspresse. Sie werden in jede Tür hineingelangt. Tagtäglich sieht der Dorfbewohner nichts als eine Schlammflut von Verwünschungen und Verleumdungen der Republik, ihrer Männer und ihrer Symbole. Eine chro- »ifche Vergiftung des Denkens, die fast unbeilbar erscheint. Hier müßte die systematische Abwehr unserer großen und kleinen Zeitungsoerlage einsetzen. Bringen wir billige Sonn- tagszeitungen in Massenauflagen auf das Land hinaus. Nicht Flugblätter— mit Schlägworten kann man nicht er- ziehen. Schaffen wir das Zchn-Pfennig-Blatt, das die ganze Welt unserer Arbeit und unserer Hoffnungen widerspiegelt. Am Samstagabend und am Sonntagnachmlltag wird es in den Familien von Hand zu Hand gehen und vom Leitartikel bis zum Sporttell, vom Bild der Maifeier bis zur Rätsel- ecke studiert werden. Die Lösung dieser Frage scheint uns die Losung der Frage des Dorfes in seiner Beziehung zu uns schlecktyrn zu fern. Daß man diese' Aufgabe wirtschaftsich, iechmsch und organisatorisch bewältigen kann, ist durch Er- kohrung erwiesen..~' >-ti- Es kommt nicht nur darauf an. daß man eine gute Po« lsttt macht. Sie muß auch in das Denken der Masse hinein- getragen werden. Das Tempo, m dem wir die Kraft und den Sinn des neuen Staates dem Dorf zu Bewußtsein brin- gen. bestimmt das Tempo unserer politischen Arbeit. Der Wahlkampf, der vor uns steht, muß diese Bewegung vor- wärtsstoßen. Gelingt der Masseneinbruch in die dörflichen Festungen der Gegner der Republik, so ist ihre polllische Kraft gelähmt. Braunschweig und Mecklenburg sind uns da starke Verheißungen. Der Tag, an dem die Proletarier- müssen des Landes aus dem Dämmer ihrer politischen Rat- losigkett in das Licht der Bewußtheit ihrer Lage eintreten, ist der Tag der Entscheidung im Ringen der Klassen. Aoipwgramm- Klippen. Gefrierfleisch.— Zientenbank-Krestitanstolt. Das Nachrichtevbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger teilr mit:, Der Interfraktionelle Ausschuß der bisherige» Zle- gterungsparteien des Reichstags beschäftigte sich gestern nachmittag mit der Frage der Gefrierfleisch einfuhr. Es sind aber- inäls Meinungsverschiedenheiten über die Höhe des Kontingents entstanden. Eine neue Rücksprache unter den bis- herigcn Regierungsparteien wurde daher für notwendig gehalten. In der gestrigen Sitzung kam es noch zu keinem Beschluß. Von einigen Parteien wurde eine Hinaufsetzung des nach der Vorlage auf 50 000 Tonnen festgesetzten Kontingents auf 70 000 Tonnen beantragt. Die Verhandlungen sollen am Dienstag fort- gesetzt werden. * 3m Reichsrat ergaben sich zu Beginn der Woche schon wieder neue Schwierigkeiten für die Durchführung des Arbeits- notprogramms. Die N e u o r g a n i s a t i o n d« r R e n t e n b a n f. kredttanstalt stieß, wie zu erwarten war. auf den Widerspruch von Preußen, das den Borschlag mochte, die Preußenkasse mit den Aufgaben für die Finanzierung der Landwirtschaft zu de- trauen. Daraufhin beantragte Sachsen, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Schieles agrarische planwirischast. Eine Denkschrift zum Rotprogramm. Reichsminister Schiele hatte bisher zur Durchführung eines londwirtschoftlichen Notprogramms nur Geld gefordert, das die Rechtsblockparteien auch bewilligt haben. Ueber fein Programm hat man kürzlich nur gehört— man horte es nicht ungern—, daß das Reich mit den Ländern zusammenzuarbeiten bereit sei. Setz: soll eine dem zuständigen Reichstagsausschuß zugeleitet« Denkschrift des Reichsernährungsministers Näheres über die Verwendung der Gelder erzählen. Der für die Prsfle hergestellte Auszug— die Denkschrift selbst kennen wir noch nicht— bringt leider noch immer nichts Bestimmtes und Neues. Nur darüber scheint sich Herr Schiel« noch immer gründlich auszuschweigen, warum es ge- Bauern gegen Arbeiter? Wahttampf-Eröffnuug in Schlefien. Dreslau. IS. März. Im Anschluß am die Bezirkskonferenz für Wittesschlesien, die gestern in Breslau zusammentrat und die im wesentliche» unoer» änderten Kandidatenlisten für Reichstag und Landtag mit Ge- nosien L ö b c als Spitzenkandidaten beschloß, fand in Breslau selbst eine internationale Kundgebung zur Eröffnung des Wahllampfes Patt. Bei prächtigem Sonnenwetter beteiligten sich etwa 20 000 Ge- nosien aus Stadt and Land mit vielen Musikkapelle» und Hunder. ten von Fahnen an der eindrucksvollen Demonstratio«. Anderthalb Stunden dauerte der Einmarsch der Züge in die große Messehalle, in welcher die Genosieu Ho j b au er-Prag, Pragier-War- schau, uitd Lobe- Breslau sprachen. Während Hofbauer unter lebhaftem Beifall von der wiederhergestellten Einigung unter den Genossen der verschiedenen Nationalitäten in der Tschechoslowakei berichtete und Genosse Pragier den Wahlsieg der Sozialdemokratie in Polen, unter schwerem Terror erfochten, feierte, beschäftigt« sich Genosse Lobe mit den Demonstrationen, die der Landbund auch in Breslau in vergangener Woche veranstaltet hat. Freiherr von Richthofen als Bauernführer hat dabei erklärt, er wolle die Bauern revolutionieren und gegen die roten und rosarote» Städt« führen. Dagegen hat die Soztaldemo- kratie nichts einzuwenden. Arbeiter, Arbeitslose. Sozialrentner, Kriegsbeschädigte und der verarmte Mittelstand werden ihnen gern die Türe» öffnen und den Bauern zeigen, daß bei ihnen nichts zu holen ist. Sie werden ihnen ihr« blaffen Kinder zeigen, die noch viel Milch und Eier von den Bauern brauche». um gesund und kräftig zu werden. Sie werden ihnen ihre j Frauen vorstellen, die den Bauer« gern Fletsch und Gemüse abkauften, wenn sie dazu in der Lage wäre». Hierbei können Arbeiter und Bauer» getrost zusammengehen. Wolle» die Bauer» aber Land haben, dann müssen sie zu de» Großgrundbesitzern gehen. Das können ihnen die Arbeiter nicht geben. Hiollen die Bauern billigere Preise für Jndustrieartikel haben, dann müssen sie zu den deutschnationa- len Großindustriellen, zu Herrn Reichert, Hugenberg, Leopold. Klönne, Gok usw. gehen. Sie sind e», die die Industriepreise in die Höhe treiben. Wollen sie billigere Zinsen haben, dann müssen sie zu den Großbanken und.Kreditgenossenschaften gehen. die vielfach unter deutschnatioualer Führung stehen. Di« Arbeiter setzen kein« Wucherzinsen fest. Wollen st« sich über ungerechte Steuer n beklagen, so werden sie darauf aufmerksam gemach: werden müssen, daß der Kleinbauer sein Land mit 120 bis 125 pro Hektar belastet findet, während der Großgrundbesitz nur 17 bis 34 M. pro Hektar zahll. Alles dos sind Ding«, bei denen sich zwischen den Arbeitenden im Land« und in der Stadt eine Einigung herbeiführen läßt. Schwerer wird dagegen die Einigung über diese Punkte zwischen den Freiherren und den Bauern sein. Diese Ausführungen wurden von den Anwesenden, unter denen sich Tausend« von Landarbeitern. Handwerkern und Klest/esttzern aus dem Landkreise Breslau, Ocls und Reumarkt befanden, mit großem Beifall aufgenommen. Der Bund der Arbeitenden von Stadt und Land wurde aufs neu« bekräftigt, die Demonstranten trennten sich mit dem Gelöbnis einer einmütigen Propaganda für den Sieg der sozialdemokratischen Liste. Wenn Fürsten schachern. Obdachlos infolge von Jürstengefchästen. Weimar, 19. März. Geschäftstüchtigkeit und Redlichkeit eines ehemaligen.Landes- Vaters* erfuhren eine eigentümliche Beleuchtung bei der Behandlung einer Eingabe, mit der sich kürzlich der Ausschuß für Gesetz- gebung und Verwallung de» Thüringer Landtags zu beschäftigen hatte. Im Jahre 1922 trat der ehemalige Herzog von Alte«. bürg durch, feinen. Generalbeoallmöchtigten Wolter Kronberg an «ine in Wilhelmshorst bei P o't s d a m wohnende betagt« Famtli« R. mit dem Ersuchen heran, ihr Wohnhaus mit Zubehör und Garten für den Kammerdiener Kaiser zu verkaufeir. Man bot für da» Anwesen, das einen Goldwert von 18 000 W. besitzt, 107 000 M.. woraus die allen Leute nach ansänglicheui Zögern, durch hie hohe Summe geblendet, dem Berkwss zustimmten. In dem Kaufvertrag wurde vereinbart, daß der Berkäuser auf ein Wohnrecht Der- z ich t leisten und bei. einem verzög erten Auszug für jeden Tag 1000 Mark Konventtonällp rase zahle» fallt«. ____ Auf der Suche nach einer audereg Wohnung wurden die.&ulc erst gewahr, daß dle 107 000 Paplärmark elura tassächllcheu Goldwert von 925 Work dacstelllen. Das Schlimmste aber war. daß dle Hintergangenen keine Wohnung bekamen und daß. als sie bei dem Generälbevollmächtigten vorstellig wurden, dieser mit Eintrei- b u n g der täglichen 1000 Mark Konventionalstrafe bzw. mit Pfän- dimg drohte. 3n ihrer Angst verließen die Leute ihr hei«. brachten die Möbel auf einen Speicher und logierten bis 1924 m Gasthöfen und Privatpenstonen. Inzwischen hörten sie. daß der Herzog das Land Thüringen wegen der Aufwertung seiner Ab- sindung verklagt habe und sich dabei darauf berief, daß er 1919 unter Zwang gehandelt und sich im Irrtum befunden habe, als er in die Abfindung einwilligte. Mit den gleichen Ar- g u m e n t e n wandte die Familie sich jetzt an den Herzog und drohte mit einer Klage. Um zu oerhüten, daß über die finster« Geschichte bei einer Ge- richtsoerhandlung etwas an die Oeffentlichkeit käme, verhandelte der Generalbevollmächtigte Kronberg mit den Leuten und versprach ihnen, das Grundstück bis Ende Ottober 1924 wiederzugeben. Die Bitte, dieses Versprechen schriftlich zu bestätigen wurde mit den Worten obgelehnt: .Ich als deutscher Osslziec gebe Zhneu mein Ehrenwort, zugleich auch im Namen seiner hoheii, daß Sie das an uns verkauf le Grundstück in wilhclmshmst zurückerhalten und spätestens Ende Oktober 1924 beziehe« können. Da, wird Ihnen wohl ge- nü gen." 2m Vertrauen auf dieses Versprechen suchten die Leute ihre Riöbel zusammen und warteten auf den Moment, ihr früheres Heim wieder beziehen zu könuen. Sie warten heut« noch. Denn weder dem Herzog noch feinem Generalbevollmächllglen fiel es ein. ihr Wort zu halten. Die allen Leute mußten wieder mehrfach umziehen. ihre Möbel in den Keller eines Neubaues stellen, wo sie teilweise verdarben, so daß ihnen nn Laufe der Zell«in Schaden von IsiWO M.ar k erwuchs. ,Eme Klage um Schädenersatz beim Aints geriiK Altenbürg� das nur den Vertreter de» Herzogs hörte, wurde abgimü«f«nZ's»"'da� M''Wn' Leute mimnehr in höchster RÄt sich veranlaßt sahen, sich an f>en Thüringer Landtag zu wenden Dieser besitzt leider keine Handhabe, sich der Sache anzunehmen, da tu sich um eine privatrechlliche Angelegenheit handelt. .Die Eingabe, deren Inhalt durchaus den Stempel der Wahrhell trägt, schließt mll einem Urteil über das Verhallen des Herzogs, das besser als eine lange Kritik den ganzen Fall beleuchtet. Die ge- schädigten Leute schreiben:.Durch die Aufregungen seit dem Jahre 1922 sind wir körperlich und seelisch zusammenge- brachen: fell dieser Zell ohne eigenes Heim lebend, da eine Woh- nung nicht zu erhalten ist, muß der Famiüenoater nur dafür sorgen, die hohe Miete für das Wohnen in möblierten Räumen herbeizu- schaffen, so daß wir gezwungen sind, da durch die Schuld de» Herzog» vollkommen verarmt, zu hungern und zu darbe». Aus diesem Grunde bitte» wir den hohen Ausschuß, uns zu helfen, durch den Herzog entschädigt zu werden, damit ihm klar gemacht wird, daß er sein« vermeinllichen Standesvorrecht« jetzt nicht mehr be- nutzen darf, alte Leute um ihr Hab und Gut zu bring«».* rode die Renteubantkreditanstalt sei» muß. der die Der- Wendung der Gelder übertragen werden fall und der erst ein neues Gesetz die Befugnis verschaffen kann, un Rahmen des Schieleschen Notprogramms tätig zu werden. Oie phoebus-ltutersuchung. Die Arbeit des Llnterausschusses. D« llnterausschuß zur Untersuchung der L o h m a»»> ll» t e r- nehmungen hat gestern Montag nachmittag getagt und nach der Erledigung der Erörterung der Geldquellen und der Boll- machten nunmehr auch die einzelnen Funktionen der Lohmann-llnternehmungen erörtert. Es wurde beschlosien. am Mittwoch nachmittag S Uhr in einer letzten Sitzung die von den Berichterstattern zu entwerfenden Schlußfolgerungen zu beraten und festzustellen, damit sie dem Haushallsausschuß zur wetteren Erledigung zugeleitet werden können. Das polnische Grenzschuhgeseh. Zur Verhinderung deutscher GefchSstStäflgkelt wohlgeeignet. Warschau, 19. März.(Eigenbericht.) Das Grenzschutzgesetz behält auch in seiner neuen Form die ZO-Kilometer-Zone bei. Schon bei den geringsten Zoll- und Finanzvergehen können die Einwohner der Grenzgebtete ausge- wiese» und völlig enteignet werden. Dem gleichen Gesetz unterliegen auch Ausländer und polnische Vertreter ausländischer Firmen. Auf diese Weise wird die wirtschaftliche Tätigtell in de« westpolnischen Gebieten, die für den Handelsvertrag Deutschland- Polen selbstverständlich«ine große Rolle spielen, völlig unter- b u n d e n. Selbst auf Oberschlesie» wird unter Verletzung der Genfer Besti.mw unge»das neue Gesetz ausgedehnt. Der Seist dieses Gesetzes entspricht den deutschlandfelndllch-n Tendenzen der Rechten. Es ist deshalb anzunehmen, daß das neue Gesetz mll den Stimmen des Pilsudski-Block» und der Rechten gegen die Stimmen der Linken im Parlament gutgeheißen werden wird. Andererseits ist nicht zu verkennen, daß die Rechte ihren Einfluß nur deshalb gellend machen konnte, weil die Aktion der Deutschland- fteunde und Berständigungsberellen in Polen durch den deutsch- »ational-agrarischen Widerstand gegen den Handels- vertrag in Deutschland paralysiert wurde. Oer Kaschisteumord in Paris. Polizei gegen reaktionäre Ausnuhnng. Pari». 19. März.(Eigenbericht.) Die Ermordung des ttnlienischen Faschisten Serovalli wird vo» d« Rechtspresse einer ausgedehnten antifaschistischen Organisation in Frankreich zugeschrieben: der Mord sei di« Vollstreckung des Urteils emes anarchistischen Femegerichts gewesen. Die Pariser Polizei«rklört kategorisch, daß die bisherig« Untersuchung des Mordes auch nicht eine Spur zur Begrün- dung dieser Sensationsnachrichten gebracht habe: italienische Anti- saschisten hätten sich gewiß verschiedenen Organisationen in Front- reich angeschlossen, ober eine Zentralorganisation der Faschisten-- gegner sei den Behörden nicht bekannt. Bon einem Revolutions- trtbunal könne schon gar kein« Rede sein. Neben- oder Hauptormee? Florenz. 19. März. Generassekretär Turati leitete die zweit« Aushebung der Faschisten, zu der auch Minister Ciano und Unterstaatssekretär Martelli sowie zahlreiche Lehördenvertreter erschienen waren. Turati hielt ekne Ansprache, In der er unterstrich, daß Im ganzen Reich 100000 Mann, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. aus den Iugendvsrbanden in die Miliz übertreten. Nach Empfang des Gewehre» und der Mitgliedskarte leisteten die Neu« das Treugelöbnis. Der gekränkte Vizepräsident. Zwischenfall im Landtag.— Oer dentfchnationale Vize« Präsident legt sein Amt nieder. Der Landtag verabschiedete am Montag zunächst nach kurz« Beratung m zweiter und dritter Lesung den Gesetzentwurf über die Regulierung der Schwarzen Elster nach den Haupt- utlsfchiistbeschfüsseK. Hierauf wird der Entwurf eines Staatsvertrages zwischen Preußen, Bayern, Württemberg und Bade.n über die Regelung der Lotte«verhält- u.i s s e nach kurz« Debatte angenommen. Roch Erledigung einer ganzen Reihe von Ausschußberichten tritt das Haus in die Beratung der Einzeltitel des Kultus- etats ein. Als hierbei beim Titel»Rcisekoslenzuschuß des Mi- msters" der Abg. Baczewskl(Pole) den Minister auffordert, in die östlichen Grenzgebiete zu kommen, und hierbei wieder eine Reihe von Fällen angeblicher Unterdrückung der polnischen Minderheit aufzählen will, wird er von dem gerade amtierenden Vizepräsidenten Dr. von Kries(Dnat.) dreimal zur Sache g«ufen. Als der Vizepräsident endlich das Haus befragt, ob Abg. Baczewski weiterreden soll od« nicht, stimmt die Mehrheit des Hauses aus Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten und Kommu- nisten sür das Weiterreden. D« Abg. Baczewski führt hierauf seine Ausführungen zu Ende. kurze Zeit darauf wird im hause bekaunk. daß Vizepräsident Dr. v. kries sein Amt niedergelegt hat. Die Abstimmung über die zum Kultusetat gestellten Anträge finden am Dienstag, dem 20. März, 14 Uhr, statt. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Finanzministeriums. Nach dem Berichterstatter Abg. Dr. Schmedding(Z.) erhält das Wort Abg. Dr. waentia(Soz.): Die großen finan,zpolitischen Fragen werden nicht hier, sondern beim Etat der allgemeinen Finanzverwal- tung behandelt. Die Frage der großen Denvaltungsresonn ist dies- mal zurückgestellt, denn inzwischen ist klar geworden, daß die Zu- sammenlegung der Länder öder ihr Abbau keine wesentlichen Erspar- irisi« bringt Deshalb hoben sich die Beratungen im Ausschuß einem Fragenkomplex zugewandt, dm ich die kleine Verwaltungs- r e form nenne» möchte. Hierbei verdient Erwähnung die Reorga- nisation der Hochbouvcrwaltung. In das Loblied des Herrn Finanz- Ministers auf diese Abteilung keines Ministeriums können wir nicht einstimmen, denn verfehlte Voranschläge, wie bei dem Umbau der Staatsoper in Berlin, wiederholen sich bedenklich oft. Eine Reform der inneren Verwaltung, wie sie der Innenminister uorgcschlagm hat und die z. B. eine Abgrenzung der Kompetenzen .-wischen Ober- und Regierungspräsident vorsieht, würde ich aufs ivär'instc begrüßen. Die Vorbildung der Verwaltungsbeamten ist ein besonderes Problem. Angesichts der Tatsache, daß heute im inn«en Dienst hauptsächlich finanzielle und wirtschastspolitifche Fragen be- handelt werden, ist es nicht richtig, die vorwiegend juristische Vor- bildung beizubehalten.(Bravo! bei den Soialdcmokraten.) Abg. Ebersbach(Dnat.): Das parlamentarische Regierungssystem ist viel teurer als das monarchische. Abg. Dr. von Richter(D. Vp.): Man würde das Kind mit dem Bade ausschütten, wollte man den Parlamentarismus für alles ver- antwortlich machen, wie es Herr Ebersbach tut. Die Fehlerquelle liegt darin, daß das parlamentarische System mach verhältnismäßig jung ist und daß wir alle noch nicht gelernt haben, es-riclztig zu gebrauchen. Abg. MerteN'Berlin(Deimst Wie sind für den Einheitsstaat nicht deshalb, weil wir große Ersparnisse«warten, sondern um eine einheitliche Skrwaltung zu bekommen. Die Reorganisation der Hoch- bauverw-Mng ist dringend notwendig. .sti/ PWdenr Barkcstz', gibs/.dem.Habfs Aenntnft! von einem in- -wisclM eingegangenen S ch r e t b e n d e tk B t,z e r pr ä st tbd u ip g D r. v o rt K n es, in dem..v!estr'mitte!lt, daß er fein Ami atz Mzä» Präsident niederlegen nrüffe. Es fei bei der Rede des Abg. Baezewski sein Bestreben gewesen, die G-schast« des Hauses zu för- der» und eins Wiederholung von Erörterungen zu vermeiden, die nach seiner Aufsasiunq in die allqemeine Auesprache und nicht in die Einzelberatung gehören. Die Mehrheitsparteien hätten gegen ihn entlchieden. Da diese Parteien sicherlich nicht die Absicht gehabt hätten, sich einer Förderung der Geschäfte hindernd in den Weg zu stellen, müsse er die Abstimmung als einen Akt persönlicher Animosität werten. Unter solchen Umständen sei es ihm un- möglich, das Amt eines Vizepräsidenten weiterzuführen. Präsident Bartels gibt im Anschluß hieran bekannt, daß er den Ael testen rat einberufen habe, der zu dies« Sachlog« Stellung nehmen. wird. Hierauf oertagt sich das Hau» auf Dienstag, den 20. März, 12 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats des Finänzministers, um 14 Uhr Wstimmungen über die zum Kultus- etat gestellten Anträge. D« Aeltestenrat des Landtags beschäftigte sich mit der Amtsniederlegung des deutschnationolen Vizepräsidenten Dr. uon Kries. Hierbei erklärten die Mehrheitsparteien, daß durch ihre Abstimmung für das Weiterreden des Abg. Baczewski keineswegs ein Äkt persönlichen Mißfallens gegen Dr. v. Kries zum Ausdruck gebracht werden sollte: sie stien lediglich d« Auffassung gewesen, daß sich eine Abstimmung erübrige, weil die R«de?eit des Abg. Baczewski sowieso abgelaufen war. Sollte Herr von Kries wieder als Vizepräsident kandidieren,, so st ä n de f e i n er Wiederwahl nichts im Wege. Wahrscheinlich wird Herr von Kries von den Deutschnationalen wieder als Vizepräsident präsentiert und auch vom Hause gewählt. Oer Ergänzungshaushalt. 184,5 Millionen Mark für das Votprogramm. Am Reichstag wurde am Wontag der Ergänzungshaus- halt sür 1928 nach den Beschlüssen des Relchsrats verteilt. Dieser Ergänzungshaushav bringt noch tmm« nicht die Ausfüllung d« im Hauptetat nur summarisch ausgeführten Personaltitel, überläßt diese vielmehr dem neuen Reichstag, dem also alsbald nach seinem Zusammentritt noch sin wichtig« weiterer Er- gäiyungshaushalt vorgelegt werden muß. Vorläufig soll die den, neuen Besoldungsgesetz beigefügte Uebersicht üb« den gegenwärtigen Stand an planmäßigen Reichsbeamten maßgebend sein. Für Hllfs- tröste sollen die Ansätze für 1927 mit einem entsprechenden Besol- dungszuschuß gelten. In sachlicher Hinsicht enthält der ErgäiMNgshaushalt neben den veränderten Sätzen für die Liquidotionsschäden und der aus dem Vorjahr wiederholten Außenhandelsgarantie von 175 Millionen das Sozialprogramm und das Hilfs- Programm für die Landwirtschaft. Der Dienst der Liquidationsschäden erfordert für 1928 7,5 Mll- lionen mehr als vorgesehen, für die nächsten Jahre je 11 Millionen mehr. Im Sozialprogramm sind für die sogenannten Werkspensionäre S Millionen neu eingesetzt, für die Kleinrentner 25 Millionen mehr. Bei-der Invaliden- v e r s i che r u ng handelt es sich für 1S28 um weiter« 75 Millionen, in den folgenden Jahren um 100 Millionen. Beim Kleinwoh- nungsbau sollen 10 Millionen einmalig für eine Kapstaterhöhung der deutschen Bau- und Bodenbank»«wendet werden, wie da» im Laickreditgesetz mm I»&» 192» Mctfch« ist. Giaatspräsident und Verschwörer. ... Ueb« die Beschaffung von Geldern sagte mir Bazlll«:„Oirefl kam» ich nicht« machen. Sie können sich ab« bestimmt darauf v«laffeo, Herr Haegele, daß ich mich persönlich dafür einsehen werde, daß Ihnen Mittel beschafft werden." (Aus einem Brief des Lertrauensmannes Ehrhardts.) Ehrhardt:»Ahoi— bin festgefahren!� Sazille:»Werde Witing-Schiff wieder flottmache«!� Kampf um den Ginowjew-Brief. Macdonalds Anklagen— Baldwins neue Version. London. 19. März.(Unt«haus.) Macdonald eröffnete die Sinowjew-Debatt«, indem et eine Entschließung einbrachte, daß ein Untersuchungsausschuß eingesetzt werden solle mit der- Befugnis, unter E l.d zu. ver» nehmen, Zeugen vorzuladen und Dokumente anzufordern. Mac» donald wies u.a. darauf hin, daß damals sede europäische Regie- rung in der russischen Frage mit gefälschten Dokumenten überschwemmt worden sei und hob besonders hervor, daß niemand das Original des Briefes gesehen Hab«, wogegen mehrere Abschristen gleichzeitig auftauchten, von denen eine zum Foreign Osfice gelangt«, zwei weitere Abschristen zum Chefredakteur der.Daily Mail" und anscheinend noch ein« vierte Abschrist an das konservative Hauptquartier.. Macdonald ließ dahingestellt, ob es «n echtes Original gab. beschwerte sich ab« darüber, daß die Oefsenllichkeit vorsätzlich irr« geführt wurde, indem« so dargestellt wurde, al» ob das damalige Ar b« iter k ab i n ett versucht habe, dk« DecLffeittlkchung' zu ch«chlichck.ts:euEr' artkärt«� daß.«ine.Partei durch derartige Mittel an'-N« Macht' geksmmsn sei:> bedeute den schwersten Schlag! der den Grundsatz" demokratischer Wahlen in der Gegenwart getroffen habe. Verweigere die Regierung die Untersuchung, so würde das auf die Erklärung hinauskommen, daß es durchaus erlaubt sei, während der letzten Tag« vor einer Wahl mit Fälschungen und Schwindel zu arbeiten. Baldwin antwortete, nach einer im Besitz der Regierung befindlichen Information habe Tschitscherin, als« von der russischen Regierung befragt wurde, zugegeben, daß der Si- nowjen,-Brief abgesandt wurde, habe sich aber nicht erklären können, wie die britische Regierung in den Besitz einer Abschrift gelangt sei. Tschitscherin vermutete, daß es sich um einen in Mos- kau oder London begangenen Verrat gehandelt habe. Baldwin fügte hinzu: Das Original ist von Iulpen(Sekretär der Kommu- nistischen Partei Großbritanniens?) zerstört worden. Kurz nach der Deröfsentlichung des Briefes in England wurde in Moskau ein Rusie verhaftet. Wir hoben allen Anlaß zu glauben, daß er mit der Weitergabe einer Abschrist des Briefes zu tun hatte, und er ist deswegen erschossen worden. Der Inl)olt eines Briefes, der am 25. Oktober veröffentlicht wurde, wurde bereits am 10. Oktober vom Vollzugsausschuß der Komnmnistischen Partei Großbritanniens erörtert, irrd ich vermute, daß sie nicht alle den Mund gehalten haben, denn Menschen, die ihr eigenes Land verraten, werden auch unter- einander Verräter fein. Der Premierminister lehnte«ine Untersuchung ob, indem er erklärte, kein britisches Geheimnis ist verraten worden, und der Ration ist kein schlechter Dienst erwiesen worden. Die Indiskretion ist in London erfolgt, aber nicht in amtlichen Kreisen. Sie stammt in letzt« Linie von d« kommunistischen Partei: sie ist in die Hände eines Geschäftsmannes der Eity ge- langt, 48 Stunden, bevor sie die Regierung erreichte. Heute habe ich diesen Mann zum erstenmal gesprochen. Der Premkrminifttr verlas hierauf eine Erklärung, dm der betreffende Geschäftsmann Eonrad D o n.a ld Im t hu rn ihn ermächtigt habe abzugeben. nachdem er vorher betont hatte, daß dieser Geschäftsmann keinerlei amtlichen oder politischen Charakter habe. Die Erklärung besagt zunächst, er(der Geschäftsmann) sei jetzt von einem seinem Gswährsmann gegebenen Schweigeversprechen e �t�.y.izA,e-?. wordeil.� Cr,. das!«.UN Qktech©:.1924 eine geschafi- hdye Besprechung mit»in«n- mrh««».MschWsipann gehabt, der iy eng« Verbindung mit k«u»un istischen- Kreisen Engtands stand Dieser Geschäftsmann habe ihm gegenüber das E i n t r i f eN eines bedeutsamen Briefes erwähnt, der von einem gewissen Sinowjew unterzeichnet sei, den« selbst als Apfelbaum kenne. Der Gewährsmann Balbwins«klärt, er habe um eine Ab- schrift gebeten, die ihm versprochen wurde, er habe die Abschrift noch am gleichen Abend erhalten. Cr sei empört gewesen, daß zu ein« Zeit, wo die Regierung vorschlug, Moskau gutes britisches Geld zu leihen. Moskau sich damit befaßt«, in England Aufruhr anzustiften, und zwar besonders in Heer und Marine. Er habe dah« bcschlosien, die Tatsache der Regierung und der Presse mit- zuteilen und habe dieses getan, sobald der andere, der um sein Leben besorgt war, sich in Sicherheit befand. Er habe eine Ab- schrift nicht der„Daily Mail" direkt, sondern einem zuverlässigen Freund aus der City übergeben, von dessen engen Beziehungen zur„Daily Mail" et wußte. Das Dokument schließt mit der Er- klärung:„Ich trage allein die Verantwortung für die Ke- schafsung des Wortlautes des Briefes und für seine Derösfent- lichung in der„Daily Mall". Ich habe niemals irgendeine Be- Zahlung od« Belohnung dafür erhalten," Nach wester« Besprechung wurde der Antrag mst 826 gegen 1S2 Stimmen abgelehnt. Das Hilssprogramm für die Landwirtschaft umfaßt eine Reihe verschiedener einmaliger Bewilligungen in Höh« von 6 4 Millionen. Davon sollen 30 Millionen der Behebung der gegenwärtigen außerordentlichen Notstände in der Landwirt- schoft dienen, 25 Millionen der Rationalisierung des landwtrtschaft- lichen Genossenschaftswesens. Weiter« 8 Millionen sind bestimmt für die Neuorganisation zur Förderung des Absatzes von Schlacht- vieh und Fleisch und zugleich als Rücklage für das Risiko, das bei einem für den gleichen Zweck berellgestellten Garantiesonds von 22 Millionen Reichsmark dem Reich erwachsen kann. Schließlich wird 1 Million zur Förderung der Geflügelzucht angefordert. Damst ist jedoch das landwirtschaftliche Notprogramm noch nicht erschöpft. Abgesehen von der besonderen Hilfe für die ostpreußi- s ch e Landwirtschaft, für die im Nachtragshaushost für 1927 besondere Mittel angefordert sind, ermächtigt der neu« Ergänzung»- haushall die Reichsregierung, die landwirtschaftliche Um» schul dung einschließlich des Erw«bs von Grundstücken in der Zwangsversteigerung durch Beteiligung an ein« Organisation ge- meinschaftlich mst Ländern und Gemeindeverbänden zu fördern. Endlich beabsichtigt die Reichsregicrung noch, kurzfristig« Bor- schüfse bis zur Höhe von 100 Millionen Reichs- mark an solche Institute zu geben, welche Kredite zur llmschuldung gewähren und dazu Anleihen ausnehmen wollen. Zahlenmäßig ergibt sich das folgende Gesamtbild: Der Ergänzungshaushalt bewilligt neu 184,5 Millionen Ausgaben. Di« Deckung soll in der Hauptsache in den Mehreinnahmen an Zöllen von 150 Millionen und an Tobaksteu« um 20 Millionen gesunden werden. Di« rest- kicken 14H Millionen sollen gewonnen werden durch Zlnsverbilli- gung für Meiiorationskredite, durch B«minderung verschiedener Ausgaben, sowie durch Kürzung der Personalausgaben um 3,5 Millionen Mark. Die Beratung dieses Ergänzungshaushalts wird voransflchtvch lange«md lebhafte Debatten hervorrufen. Die Verschwörung" am Oonez. Zwei Deutsche und vier Russen enthastet, vier Deutsche und 50 Russen bleiben in Hast. Moskau. IS. März. Von den 60 im Schachtybezirk des vonezgebietes Verhafteten. worunter 6 Reichsdeutsche, wurden aus Verfügung der Staatsanwalt. fchast außer den Deutschen G o l d st e l» und Wagner, üb« deren Entlassung bttelks b«ichket wurde, weiterhin die Russen Sosakow. Rottin. Sorottow und Lwow la Freiheit gesetzt. Faschisten, ustiz. Rom, IS- März. fange Faschisten, welche im November 1926 nach dem Attentat ans Mussolini in der Wohnung der Fran»erda, der römischen Korrespondentin des „BorwSrts", und in de« Lokalen des sozialistischen Qr- gans und der Amsterdamer Internationale Möbel und andere Dinge»erstört(und z. T. gestohlen. Red. d. ..B.") habe«, wurden freigesprochen, weil ihnen die böse Absicht gefehlt habe. Vor den Geschworeneu davongelaufen ist die Wiener Staats- anwallschaft mst ihren Anklagen gegen die gesamte Arbeiterpresse wegen deren scharfen Krilik d« Wiener P oll ze i s chla ch t« n vom 15. und 16. Juli v. I. Die Anklagen sind zurückgezogen— das Volks- urteil rechtskräftig! V« Offlziersstreit auf der„Royal Oak" wird, so teilte die Regierung im Unterhaus mst, kriegsgerichtlich untersucht; de« Streitgegenstand zu nennen, lehnt sie ab. Gegen die GMegungsbrutalität! Die Kuliurschädtichkeii der kapitalistischen Wirtschast. Köln, I9> Mürv(Eigenbericht.) . einer großen gewerkschaftlichen Kundgebung ..-iimcn die Vorstände, Betriebsräte und Vertrauensmänner der sreiqewertschaftlichen Arbeiterorganisationen und Angestelltenver- bänoe des gesamten Aachener Wirtschaftegebietes zu der wirlschastlichen Lage des besetzten Gebietes Stellung. In den letzten vier Jahren sind im Regieronasbet'rk Aachen 57 Betriebe, die rund 10 000 Arbeitern mit ih en Mamillen Brot gaben, stillgelegt werden, ohne daß ein« Aurstcht auf Wiederinbetriebnahme bestebt. Allein in dgr Stadt Aach«« kamen 27 Betriebe mit 6258 Arbeitern zum Erliegen, darunter das Zeclenwerk Note Erde, das 4000 Arbeiter beslbästigte. Außerdem wurden noch drei Berg- werke, Grube Maria Tbe�esia, Karl Friedrich und Nordstern mit zusammen etwa 2000 Arbeitern stillgelegt. Gegenwärtig ist im Regierungsbezirk Aachen etwa jeder siebente Arbeiter arbeitslos, wahrend im Reicbsdurcbschnitt erst etwa jeder 14. Arbeiter von diesem unbeimlichen Schicksal betroffen ist. Biel« Wusend Arbeiter haben bereits ihre Heimat verlallen, um sich namentlich in dem neu erschlollenen holländischen Kohlenrevier neue Erwerbs- Möglichkeiten zu suchen Es ist nicht zu oerantworten, daß das Kohlenvorkommen des Aachener Reviers, das d-e wesentlich st e Rohstoff- und Lebensgrundlage für die Erhaltung des Grenz- l a n d e s darstellt, zuounsten etwa des Ruhrbergbaues'vcrnach- lässigt wird. Es ist Pflicht aller für den Gang der Wirtschaft verantwortlichen Stellen, durch grundlegende Hilfsmaßnahmen der wetteren Verkümmerung der wirtschaftlichen Quellen, die Tausenden und Abertausenden Arbeitern Brot geben, Einhalt zu gebieten, hierzu wird nach der einheitli'en Auffassung aller Be- vöikerungsk-e'se ein- Verbellerung der sehr schwierigen Verkehrs» lag« des Aachener Gebiets durch den Bau einer Walser» straße zum Rhein für dringend ersorderlich gehalten, vor allem nachdem die Reichsbahn es abgelehnt hat, aus eisenbahn» tarislichem Wege entgegenzukommen. D'e imposante Kundgebuna. an der u. a. Vertreter der Staats- und Kommunalbehörden des Aachener Bezirks teilnahmen, fand ihren Ausklang in der Annahme einer Entschließung, in der u. a. der beschleunigte Bau des Aachen— Rhein— Kanals, eine orök-ere Zlntellnahme der Arbeiterschaft an den Rationalisterunorsraebnillen bei der Regelung der Lobn- und Arbeitsfrage, die alsbaldig« Röumunq der Rheinland« und die Rückaabe des Saaraebietes sowie die allgemeine Ab» r ü st u n g geiorder: und mit aller Entschiedenheit gegen ti« herab- setzuna des Gefrierf'eischkrntingents. auf das bei der herrschenden Not die 2l-rchen«r minderbemitte'te Bevölkerung besonders stark an- gewiesen ist. Protest«ingel«gl wurde. Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe. Mittwoch Verhandlungen über Verbindlichkeitserklarunq. � Im Lohnstreit d« s Buchdruckgewerbes finden die Derhandlungen über d«n von den Arbeitgebern gestellten Antrag auf BerbinAichteitcerklärung d«s vor kurzem getällten Schieds- fpruckes am Mittwoch statt. f Der Lohnstreit hat in ganz Deutschland eine mächtige Bewe- güng hervorgerufen. In allen größeren Städten haben«n den letzten Tagen Versammlungen strtwefunden, in deren Verlauf die sofortige Kündigung des Arbett?verhältniss«s gefordert wurde. Ltm die Löhne der Reichs- und Siaatsarbeiter Dl« Lohnverhandlungen für die Reichs, und Stoatearbciter beginnen am M i t t w o ch, dem?8. März. Da Preußen stch bis jetzt In fast ollen Lobnrcgelungen dem Reiche an- geschlossen hat, werden die preußischen Verhandlungen vermutlich erst nach den Reichsarbeiter-Lrhnrerhandlungen stattfinden Schon jetzt hat es den Anschein, als ob sich das Reichsfinanzmmiswnum tie Sache wieder einmal lehr bequem machen und erst den Schiedsspruch für die Cisenbahnarbciter abwarten will, um ihn dann wieder wie im oor.'gen Lahr auf die Reichs- und Staatsorbeiter zu übertragen. Ein so.cher Vorgang wäre für die Organisationen ganz untragbar. Es muß des- halb dem Reichsfinarrzministerium und dem preußischen Finanz- Ministerium dringend ans herz gelegt werden, sich endlich einmal von srlchen Methoden freizumachen. Im Reich wie in Preußen muß «ine selbständige, den Interessen der Reichs- und Siaatsorbeiter besser Rechnung tragende Lohnpolitik getrieben werden. Straßenbahner und Hochbahner. Dl« Sektion III des Verkehrsbundes(Straßenbahn, Hochbahn, Omnibus, Industriearbeiter) hatte kürzlich im Gewoikschofts- yaus ihr« Jahresversammlung. Der Sektionsleiter, Genosse h i l l e r, berührt« in seinem Gefiyästsbericht zunächst die Betneb srätewahlen und die Lohn- und Manteltarifbewegung in den drei Berliner Ver- kehrsbetrieben im vorigen Jahre. Wenn er bei dieser Gelegenheit an «inigen Beispielen darlegte, wie oftmals durch die„Rote Fahne" und die ihre Parolen befolgenden Funktionär« der Orgamsation Steine in den Weg gerollt wurden, wurde es besonders bei den oppositionellen hochbahnern mehr als lebhaft. Die„Opposition" hatte wohl olle ihre Anhänger, die nur dienst- frei waren, aufgeboten, weil die Sektionsleilung neu zu wählen war. Da die Kommunisten merkten, daß sie in der Mehrheit waren, drängten sie den Genossen hiller, sich mit seinem Geschäst-bericht kurz �u fassen. Dieser kürzte dann auch seine Berichterstattung ab, um einen ordnungsmäßigen Verlauf der Versammlung zu ermög- lichen. Er teilte schließlich u. a. noch mit, daß sich nun auch dos Aufsicht sperfo ii al der Hochbahn dem Verkehrsbund an- zuschließen beginnt und daß die Sektion im legten Jahre 1030 neue Mitglieder gewonnen habe. Als erster Diskussionsredner sprach der Führer der Opposition Dcter, der der Organisation zum Vorwurf machte, daß sie sich nicht mjt den Gemeinde arbcitern in Verbindung gesetzt habe, um für die Gemeinde- und Verkehrsbetriebe die gleiße Lohnsorde- rung aufzustellen. Genosse K n o b e l erwiderte, daß dies auch die Absicht der Organisation gewesen sei, daß aber, als die Funktionäre der Verkehrsbetriebe zur Tarifkiindigung Stellung nahmen, noch kein« Forderungen von den Gcmeindcarbeitern aufgestellt worden waren. Man verlangte deshalb auch von den Funktionären, daß sie der Lohnkommission die Aufstellung der Forde- rung überlassen sollten. Diesen Vorschlag brachte gerode Deter zu Fall, dem es gelang, die Funktionäre zu veranlallen, eine Forderung auflSPf Lohnerhöhung auf die am 1. Oktober fest- gsleqten Löhne zu erheben. Wenn also nunmehr SP f. weniger gefordert worden sind, als bei den Gemeinde- o r b e i t o r n, so sei dos nicht schuld der Orgamsation, sondern d i e Schuld Deter» selber. Dem nächsten Redner der Amsterdamer Richtung gelang es nur sehr schwer, bei dem dauernden Krakeel sich verständli-h zu machen. Dem Betriebsrat der Straßenbahn, Flieger, der seinen früheren Parteifreunden unverblümte Wahrheiten sagte, erging es nicht besser. Bei den Wahlen der Sektisnsleitungsmitglieder und der Deke- gierten zur Generalversammlung ging es dann so, lebhaft" zu, daß die Versammelten oft ni�t mehr rc�t wußten, worüber sie ab- stimmten. Wie bei einem Bonbanregen sloeen die Vorschläge der „Opposition" auf den Tisch der Versammlungsleitung, die auch olle mit Mehrheit angenommen wurden. Berliner Personenschiffahrt. Vor wenigen Tagen konnten wir über den Abschluß eines Tarifvertrags bei den Reedereien von Lang. mal dt u. Schmoll« sowie K l e m p i n berichlen, wo weitgehende Verbesserungen für das Personal vereinbart wurden. Bei diesen Reederei«« bestanden auch vorher bereits Tarifoerträg«. Diese gün- stipen Tar!sabsck>lüsi« scheinen einigen Reedereien, die bisher stets tarflos und daher gesperrt waren, sehr unbequem zu sein. Die bekannte St e rn g e s e l l s ch o f t hat z. B. ber'its erkannt. daß bei der Einstellung der werktätiaen Bevölkerung Groß Berlins andere Mittel gesunden werden müssen, um noch'Geschäste zu machen. Sie hat daher mit einer echt„national-christlichen" Ar- belteroertrcwng auch einen„Tarifvertrag" vereinbart. Die spei- gewerkschosttiche Organisation hält es unler ihrer Würde, a»f lolch« Tarifverträge einzugehen. Rur«in Beifviel: Die Verträge des Deutschen Verkehrsbundes hoben eine nach den gesetzsichen Bestimmungen geregelte Arbeitszeit und garantierte R o ch t r u h e mit eirer gün st igen Lohnregelung. Die „Rational-Ehristen" kennen diese Begrisje ofsenbar überhaupt nicht und baden eine.» Löhn vereinbart, der selbst in der Hauptsaison für den Baoteniann und chelzer um 21,50 ist. die Woche nledrlqer liegt als der vom Verkehrs bund abgeschlossen« wirkliche Tarifvertrag. So sieht die Interessenvertretung der Arbetter durch diese„Na- tionab-Christen" aus. Im Interesie der Sicherheit des fahrenden Publikums wird es auch Aufgabe der G«- werb«aufsicht sein, sich diesen„national-christlichen" Bertrag in Punkto Arbettszeit einmal etwas genauer anzusehen. Der Deutsche Perkehrsbund lehnt solche Tarifverträge grundsätzlich ab. Die St« r n g e s e l l s ch a f t bleibt daher ebenso wie di« Reederei R o b i l i n g an der Ignnowitzbrücke und Bauer in Friedrichshagen für sein« Mitglieder weiterhin gesperrt. „Wenn Genossen streiken." Ein„christliches" Nachwort zum Werkzeugmacherstreik. „Der Deutsche", der neuerdings alle mögstchen Anläsie an den Haaren herbeizieht, um zu beweisen, wie schlecht doch die sozialdemo- kratischen Freigewerkschafter und wie edel die nationalen Thrist- lichen seien, verfällt in seiner heutigen Ausgabe auf eine direkte Gemeinheit, die er mit der Ueberschrift versah:„W e n n G e- nassen streiken. Das Ergebnis des Berliner Werkzeug- macherstreiks." „Das Ergebnis ist, um es vorweg zu sagen, trotzdem der Deutsche Metallarbeiterverband die alleinige Führung hatte und ein früherer sozialdemokratischer Wirtschasts- m! n i st« r(Don uns gesperrt. Red. d. D.) als Schlichler fungierte, über alle Matzen schlecht." Bezüglich der Erfüllung der Lohnforde- rung laste der Spruch des Schlichters alles zu wünschen übrig. Die bei der allgemeinen Lohnbewegung der Facharbeiter im August 1927 als unannehmbar verworfene Akkordbasts bilde nunmehr die Grund- läge für die Werkzeugmacher. Das Resultat des Werkzeugmacher- streiks,„den der DMA., der sich gern als die schlag- fertig st e Organisation rühmt, allein geführt hat, ist über alle Maßen schlecht". „Nun ist der Arbetterschaft durch Anschauungsunterricht bei dem Berliner Werkzeugmacherstreit demonstriert worden, wie hohl und verlogen dieser Schwatz der Lioten Agitatoren' gewesen ist." Der„Schwatz" soll im vorigen Jahr« bei einer Bewegung der Christlichen in der rheinisch-westfälischen Metallindustrie, die ohne Kampf geführt wurde, gemaßt worden sein. Der„Christliche", der diese Verdächtigung des Deutschen Metall« arbeiterverbandes in den„Deutschen" brachte und der„Deuts �e". der sie aufnahm, wisten so gut wie wir, daß die Ausfechtung des Lohnkampfes der Berliner Werkzeugmacher durch Verbindlich» keitsertlärung des Echledsspruches unmöglich gemacht wurde. Wollten n�r uns auf das„christliche" Niveau begeben, dann könnten wir darauf hinweisen, daß nicht„ein früherer sozialdemo» kralischer Wirtschofteminlster", sondern der jetzige Reichs» arbcitsminister den Schiedsspruch für verbindlich er- klärt hat, trotzdem der Metallarbeiterverband sich dagegen gewandt und die Werkzeugma�er den S�iedsspruch abgelehnt hatten. Der Relcbsarbeit-mlnister steht zwar den Ebri st lichen nahe, dieser „christlichen" Schreiberei aber steht er sicherlich fern. Dem Artike'schreiber im„Deu.'schen", I. M., wie auch der Re- daktion des, Deutschen" sind die Gründe bekannt, die der Schlichter für seinen Schiedespruch ins Feld führte. Mit Rük- sicht auf die Kompliziertheit der Verhältnisie in der Metallindustrie, wie auch im Hinblick auf die Stillegung der bestreikten Betrieb«, hat der Schlichter es vermieden, eine endgültige Enllcheidiing zu treffen, v'elmehr die Regelung der Verhältnisse in di» Betriebe zurückverlegt. Der Schiedsspruch ist Ende Juni abgelaufen. Ist bis dahin keine befriedigende Regelung erfolgt, dann wird der Kampf erneut aufgenommen. „Wenn Genossen streiken", dann offenbaren di» „Christlichen" ihr Pharisäertum. provokatlon der Rhelnschiffer. Oer Kampf in ver Rheinschiffahrf unvermeidbar. vulsburq. 19; März. kEigenbencht.i Eine Tagung des Deutschen BerkchrsburOes in Dulsdurg-Ruhrort nahm kolgcnd« Entschließung an: „Der Vorstoß der Unternehmsr der Rbeinscküsfahrt beweist, daß d-e Oüersive der deutschen Arbeitgeber verschärft durchgeführt wird. Das Ziel ist Lohnabbau und Verlänaerung der Ar- beitszeit. Die Kämpfe in d«r Metallindustrie, im Berabau. in der K'natschisfahrt usw dewester,. daß die Zlrbeitgeber alle Kamp'«»- Methoden anwenden. Die Forderung auf Lohnabbau muß«in- mütia abgelehnt und die Forderung auf Lohnerhöhung mit dem stärksten Nachdruck vertreten werden. Der unausbleio- liche Kampf in der Rbeinfchiffahrt muß umlosiend vorbereitet werden, vi« Versammlung hält es zur Durchfühnmg des bevovftebenden Kampfes für unbedingt erforderlich, daß die der Internationalen Transportarbci»er.Fgderation(ITF.) ongelchlo"e- neu Organisationen in engkter Füblung miteinander für die Wah- rung der Interesien des Rh-inschisfahrtspersonals eintreten." Berichtigung. In die Notiz„Beilegung des Lohnkonfliktes in den preußischen Kraftwerken" in der Sonntagsausgabe hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß statt 31. Dezember 1929 31. Januar 1929 heißen. Aufgehobene Sperre. Die Sperr« über folgende Betriebe wird aufgehobein Heilgensee, Restaurant Seeschloh, Inh. Elsner: Tivoli. Jnh. Mudrach. Tegel: Schloß-Konditorei, Inh. P. Engels. Di« Differenzen sind beigelegt. ««ttrg, e.?5tre». ffo. LuUnistiaßk!. Am Mittwoch,». MSlj. 17 Uhr, bei?r ller. Berl'chingenstr. 7, Versammlung aler Ber.osscir. Das Erscheinen aller Parletgenossen ist dringenl» notw'rtig. Ter grattsongvorsta'-d. Vttunti,«ezirkramt Prenzlauer«etgj Am Mittwoch, 21. Mlirz,„ lkib Uhr, öffentliche Bcrsammlung aller de'm Bcz rkeamt beschäftiglcn Arbaiter, Angestellten und Beamten im Bez'rlsnerordnetrnstnnngssaol— Tanz'fict?tr. M. Eeross« E. Eevering, Minister a. B., spricht über: „Dcmotratisterung der Berwaltung." zsahlrrlihen Besuch erwartet »ie SPD..Fraktion. Freie Gewerkschafks- Zugend Groh-Verlin. Am Sonnt»,, W. Marz, 11 Uhr, flrdrt i™ Mercedeo-Balast. Perlin-Zir». rölln, Aermaarstr. 211, tue �oiiefür ftfeier' der Seren»awerkschaslaingeu» statt. Ilalosten britrag M Pf. Sintritt-kartr» st-d b«I allen srrlgewerlschaft. ll rn?ngerdf»nltionär,n. in den?aHst«llen und v-t-oerwaltnag-i, d« Per. bar de, in den durch Aasbarq kenallich gemacht«»?aMstellea der Boltatüh-e. >» bin?ngerdgruope» urd«a der Sre'gewerls'ati lichen Tugend, entrolc. Sngeluser 21'2S, 1 St.,? immer 7». zu haben.— Heute, Blenstag. Uhr, tagen de Eruppen: Südosten! Iug-rdbrm de, Vcrk'hrsbundc», Engel» >. Boetrag:.lnsthrer der Arbeiterbeweaung' Luxem'-ura uud Port llebknecht"— pa-d'»«rgrr""sa*- Nug" b>.e'm'N'estel. mererstr. Z. Werbeabrud. Pust'ge Schnurren.— Sra-k'i>e--r All e:?un-d» beim Litauer Str. IZ, Z'mmer 2. Vortrag!..Sie Entw'chlnng der Eewerk. schatten bis zum Pr'ege."— Mppfgrnppe Rorbwrstlrri«: Um IS Uhr bei Erwin Dirner, Berlin, Mllllerstr. IMo. Ivgerbgrupv« des?dA. Heut«, DIeustag, Surnabenb tLeitung Werner Herrmann) von 20—22 Uhr in der Turnhalle der Schuir Baruthrr Str. 20. Diirnkle dung ist mitzubringen.?n Anbeieacht des bevorstehend n Beichs. lugeudtages. brt dem auch srortliche Wetttiimpfe ausgetragen werden, tit«'» alle Jugendfreunde, di« turnerisch»efShigt stnd, an den Turnabendeu teilzunehmen. vol-er-, Werl- ard Schachtnt'strrbu-d. Am Mittwoch, 21 Mörz, In de» Sophienstilen, Sorhlrnstr. l7tkZ. Monatsverlammluag.»Der drrizehnt« Bundestag in Hamburg." St« Betrlebsrotswahlen. mst Berantwortiich lllr Politik: Dr. Eurt Seher: virtschatt: S. Aliagrlhcteri Sewerlschatisdeweauna: Z. Steiner: Seuilleton:>. H. DZicher: Lotale« und Sonstioe,; Frl» Rarstädt; Anzeiaen; Tb. Slsik». lllmtstch in Berlin Berlag; karwiiris Bcr,»g Die Kriminalinfpettion Mille fand den Koffer ohne InHall auf i einer Pfandleihe wieder, wo der Dieh ihn unter dem Nomen von chirschberg versetzt hatte. Als Dieb wurde ein 2� Jahre i alter chans Dellwig ermlltelt, der aus Harburg a. d. Elbe stammt.- Er ist gewerbsmäßiger Schwindler. So gab er sich für einen ehemaligen O f f i z i er der Hannoverschen Königsulanen oder der Braunfchweiger Husaren aus und betrieb schwindelhafte Gutstäufe und Hochstapeleien aller Art. Als Heiratsschwindler sagte«r, daß er wegen Teilnahme am Sapp-Putsch verfolgt werde und sich deshalb oerborgen hallen müsse. Die Kriminalinspektion Mitte leitete ein umfassendes Fahn» dungsverkahren in die Weg«. In verschiedenen größeren Städten wurden Spuren des Verfolgten festgestellt. Er selbst war überall bald wieder verschwunden. Jetzt endlich wurde er in München; wo er sich ,F)ans Reimann' nannte, nach einem Betrug. festgenommen. Er wird dort abgeurteill und dann noch Berlin gebracht werden. Hier hatte er vor seinem Berschwinden auf dem Bahnhof Friedrich st roße«in braunes Paketchen in Verwahrung gegeben. Man wußte natürlich nicht, wem es ge- hörte und ols es nicht abgeholl wurde, brachte man es endlich nach dem Hauptfundbureau der Eisenbahn auf dem Schlestschen Bahnhof. Kriminalbeamte fanden darin gestern das Scheckbuch und die Privatkorrespondenz des bestohlenen Bankenoer- trcters. Die offiziellen Dokumente sind noch verfchwunden. Der Verhaftete Hot in anderen Städten in Hotels, die er wegen Prel- lcrei.zum Teil fluchtartig verließ, Gepäckstucke zurück- gelassen. Di« Kriminalinspektion hat diese Sachen eingefordert, weil sie vermutet, daß sie die Dokument« entholten können. Die �Helden" vor Gericht. 600 Nationalsozialisten gegen 20 Kommunisten. Der Prozeß gegen die Nationalsozialist«, vo« Lichter selbe brachte gestern den Schluß der Derneh. mung der Angeklagte« und den Anfang der Lewel sausnah me. Natürlich sind alle sieben vollkommen unschuldig; nalürtich waren es aichk sie. sondern ihre Genossen, die die Der- lehungen der 21 Opfer der Llchterselder Schlacht verursacht haben: die Zerstörung der Schalmeien, deren traurige Reste zerbrochen und zerdeull— nur noch Blech— vor dem Richlertisch ausgehänst sind— daneben liegt die zerrissene Sesselpauke, ein Teil der Znstrumenie ist aber einfach ge- stöhlen worden—. war nicht ihrer Hände Werk; mit den l23 Schottersteinen, die ans dem Boden vor' dem Richter. lisch, mit den Schußwassen, knüppeln, die a n s dem Richter- tisch liegen, haben sie selbstredend nicht» zu schassen. Sie sind unschuldig wie Kinder. Diese stummen Zeugen der nationalsozialistischen Heldentaten geben aber eine lebendig« Vorstellung von dem. wie es am 20. März auf dem Bahnhof zugegangen fein muß. Dos Bild wird von den lebendigen Zeugen noch oervollkomm» net. Da ist zum Beispiel die Nebenklägerir, die Arbeiterfrau B e n d l e r. Ihr Man» gehörte zur Scholmeikapelle. Sie begab sich aus den Bahnhof, um ihn zu erwarten. Auf dem Bahnsteig geriet sie in den Knäuel der Nationalsozialisten..Schlagt die roten Hund« tot,' härte sie rufen,„hier kommt keiner mit dem roten Ab- zeichen lebend heraus.' Ein ISjähriger Bursche in. Uniform hon- tierte vor ihrer Nase mit einem Revolver. Als sie auf der Svckpa nach ihrem Ntann einem blutenden Menschen, der von einem Nationalsozialisten geführt wurde, die Mütze vom Kopfe nahm,«:n sein Gesicht zu sehen,«rhiell sie einen Schlag über den Arm. Ueber den Aufenthalt der Nationalsozialisten in Trebbin und ihre Absahrt von der Station berichten die Landjäger. G ö b b e l s, der Leiter des Gaues Brandenburg, hiev wie ge- wohnlich ein« seiner Brandreden.„Blut ist der beste Kitt!' meint« er. Aus dem Bahnhos in Trebbin hatten sich die Ziationalsozia- listen om Ende des Perrons aufgestellt, da für sie die sechs letzten Wagen des aus Jüterbog kommenden Zuges bestimmt waren. Undegreiflicherweise befanden sich fei zwei Abteilungen der vierten Klaffe die 23 Kommunisten, darunter der Landtagsabgeord- net« H o f f m a n n. Die Nationalsozialisten stürmten zu dem Ab- teil der Kommunisten und versuchten, dort einzudringen: ein Fenster wurde eingeschlagen, Steine flogen in den Wagen. Die Kommunisten wehrten sich, indem sie die Stein« zurückwarfen. Die Aus- sagen der Landjäger werden von den Eiseisbahnbeamten vervall- ständigt. Diese versuchten, einigermaßen Ordnung zu schaffen. Einer der Beamten erhiell einen Schlag über den Kopf und«inen anderen über die Wange, daß sie blutet«. Di« Kriminal-- beamten der Abteilung I», die den Aukentholt der blationalsozialisten in Trebbin zu überwachen hallen und mit dem gleichen Zug wie jene noch Berlin gesohren waren, schildern den Krawall aus dem Bahnhos Lichters elde-Ost. Ihre Versuche, zu. der Stelle oorznjn-ingen, wo die Schlägerei vor sich ging, blieb erqeb- nislos. lltther dos Gleise gelangten sie aus die Straße und benachrichtigten die Schupo. Im ganzen fielen etwa 20 bis 30 Schüsse. Auch einer der Beamten erhielt einen Schlag mit der Fahnenstange. Der Vorsitzende ist bemüht, festzustellen, ob die Kommu- nisten«inen Anlaß zu dem Ueberfall gegeben haben. Er hält den Angeklagten vor, daß die 600 Nationalsozialisten ja von den 20 Mann nichts zu befürchten hatten. III Zeugen sind aufgeboten, um den Nachweis zu führen, daß es hauptsächlich dies« Sieben gewesen sind, die aus dem Bahnhos Lichterselde den lieber. soll aus die Kommunisten verursacht haben. Die Beweisausnahme dauert heute fort. Menschen, Göttern gleich... 4SI lloman von Herbert George Wells. „Uns ihrem Wissen unterwerfen. Bon ihnen lernen, was wir nur können. In kurzer Zeit werden wir wahrscheinlich von den uns innewohnenden Giften befreit sein und es wird uns gestattet werden, aus dieser entlegenen Einöde der Berg- werke, Turbinen und Festen zu jenen Gartenwohnstätten zu- rückzukehren, die wir bis jetzt noch kaum kennengelernt haben Dort können auch wir manches in bezug auf Zivilisation lernen. Zuletzt würden wir sogar in unsere eigene unge- ordnete Welt zurückkehren— erfüllt von Wissen. Hoffnung und Hilfsbereitschaft, als Missionare einer neuen Ordnung." „Aber warum--?" begann Pater Anterton. Wieder nahm Mr. Burleigh das Wort;„Alles, was Sie sagen,' bemerkte er,„beruht aus unbewiesenen Annahmen. Sie delieben dieses Utopien durch rosig gefärbte Gläser zu sehen, wir anderen— das sind"— er zählte—„elf gegen einen— sehen die Dinge ohne so günstige Vorurteile.' „Und darf ich fragen, mein Herr," sagte Pater Amerton, indem er hochsprang und dem Tisch einen Stoß versetzte. daß alle Gläser klangen.„Darf ich fragen, wer Sie sind, daß Sie sich als Richter und Zensor über die allgemeine ösfent- liche Meinung der Menschheit aufspielen? Denn ich sage Ihnen, mein Herr, daß hier in dieser einsamen, gottlosen und fremdartigen Welt wir zwölf die Menschheit reprä- sentieren. Wir sind die Vorhut, die Pioniere in der neuen Welt, die Gott uns gegeben hat. so wie ER Kanaan vor drei- tausend Iahren fernem auserwählten Israel gegeben hat. Wer sind Sie--?" „Jawohl," sagte Penk,„wer sind Sie?" Und Mr. Ridleq unterstützte Ihn mit Geschrei:„Wer zum Teufel sind Sie?" Mr. Varnstaple hatte nicht die Rednergeschicklichkeit. einem so direkten Angriff zu begegnen. Er stand hilflos da. Erftaunlicherweise kam ihm Lady Stella zu Hilfe. „Das gehört sich nicht, Pater Amerton," sagte sie.„Mr. Barn'staple, wer immer er auch sein mag. hat vollkommen das Recht, seine eigene Ansicht zu äußern." „Und wenn er sie geäußert hat." sagte Mr. Catskill, der «uf der Mr. Barnstaple gegenüberliegenden Seite des Tisches auf- und abgegangen war.„hm. wenn er sie geäußert hat. möge er uns gestatten, das vorgeschlagene Unternehmen fort- ptsegen. Ich glaube, es war unvermeidlich, daß wir in un- serer Mitte— sogar in Utopien— den Nörgler finden würden. Der Rest von uns. nehme ich an, ist vollkommen einer Meinung über unsere Lage." „Das sind wir," sagte Mr. Mush, indem er Mr. Barn- staple mit einem feindseligen Ausdruck ansah. „Ausgezeichnet, dann glaube ich, daß wir den Beispielen folgen müssen, die für solche Fälle maßgebend sind. Wir wollen von Mr.— Mr. Barnstaple nicht verlangen, daß er die Gefahren— die Ehren eines Mitkämpfers mit uns teilt. Wir wollen ihn nur auffordern, Hilfsdienste ziviler Art zu leisten.--" Mr Barnstaple erhob die Hand:„Nein," sagte er,„ich bin nicht geneigt, Hilfsdienste zu leisten. Ich anerkenne keine Analogie der Lage mit den Notwendigketten des Weltkrieges, und wie dem auch fei, ich stehe zu diesem Projekt in voll- kommenem Widerspruch— zu dieser Ausräuberung einer Zivilisation. Sie können mich nicht einen Gewiffensgegner. des Kampfes an sich nennen, denn ich bin nicht gegen den Kampf für eine gerechte Sache Aber das von ihnen geplante Abenteuer ist keine gerechte Sache... Ich flehe Sie an, Mr. Burleigh, der S« nicht nur ein Politiker, sondern auch ein Mann von Kultur und ein Philosoph sind, zu überlegen, wohin wir getrieben werden— zu Handlungen voll Gewalt- tätigkeit unik Unseligkeit, von denen es hier kein Zurück mehr geben wird." „Mr. Barnstaple,' sagte Mr. Burleigh mit feierlicher Würde und mit einem gewissen vorwurfsvollen Ton in der Stimme,„ich habe überlegt. Und. ich glaube, ich kann wohl behaupten, daß ich ein Mann mit einiger Erfahrung bin, mit einer gewissen traditionellen Erfahrung in menschlichen Angelegenheiten. Ich möchte meinem Freund Mr. Catskill nicht ganz und gar beipflichten, nein! Ich möchte sogar weitergehen und behaupten, daß ich ihm in mancher Be- Ziehung nicht beipflichte. Wenn ich hier zu bestimmen hätte, würde ich sagen, wir sollten diesen Utopen Widerstand leisten — zu unserer Selbsterhaltung— aber nicht ihnen die heftige und angreifende Gegnerschaft entgegenbringen, die er im Sinne hat Ich glaub?, wir könnten weit schlauer, weit über- legter und weit erfolgreicher sein, als es Mr. Catskill zu sein scheint. Aber das ist meine persönliche Ansicht. Weder Mr. Hunker, noch Lord Barralonga, noch Mr. Mush, noch M. Dupont teilen sie. Noch— unsere Freunde, die— äh— Herren Mechaniker, teilen sie. Und was ich für unsere kleine Schar von Erblingen, die hier in einem fremden Universum ausgesetzt ist, als dringend erforderlich ansehe, ist Einigkeit i im Handeln. Was uns auch immer sonst zustoßen mag, Un- 1 einigkeit darf uns nichts anhaben. Wir müssen zusammen- halten und als ein Körper miteinander handeln. Diskutieren Sie, wenn Sie wollen, wenn Zeit für eine Diskussion da ist, aber entscheiden Sie sich zu guterletzt. Und wenn Sie sich entschieden haben, dann beharren Sie treu bei Ihrer Ent- scheidung. An der Notwendigkeit, uns eine oder zwei Geiseln zu sichern, hege ich keinerlei Zweifel. Mr. Catskill hat recht!" Mr. Barnstaple war ein schlechter Debattierer.„Aber diese Utopen sind doch genau so menschliche Wesen wie wir." sagte er.„alles, was in uns gesund und zivilisiert ist, spricht für sie." Mr. Ridley unterbrach mit einem absichtlich groben Ton: „Ach Gott," sagte er,„wir können doch hier nicht ewig qualschen. Es ist Abend und Mr.— dieser Herr hat sein Sprüchlein gesprochen und noch mehr als das. Wir sollten unsere Posten einnehmen und wiffen, was nian noch vor Einbruch der Nacht von uns erwartet. Darf ich vorschlagen, daß wir Mr. Catskill zu unserem Hauptmann mit voller militärischer Machtbefugnis wählen?" „Ich stimme dem bei." sagte Mr. Burleigh mit schlichter Freundlichkeit. „Bielleicht will M. Dupont." sagte Mr. Catskill.„als mir gleich berechtigter Hauptmann fungieren, ols Vertreter unseres glorreichen Alliierten, seines großen Vaterlandes." „In Ermangelung eines würdigeren Vertreters" willigte M. Dupont ein,„um darauf zu sehen, daß die Interessen Frankreichs entsprechend beachtet werden." „Und wenn Mr. 5iunker mein Lnitnant sein will?... Lord Barralonga wird unser Quartiermeister sein und Pater Amerton unser Kaplan und Zensor. Mr. Burleigh wird unser Ziviloberhaupt sein." Mr. Hunter räusperte sich, er runzelte die Stirn, mochte eine Miene wie jemand, der eine schwierige Erklärung ab- gibt.„Ich möchte nicht gerade Leutnant sein. Ich möchte keine offizielle Stellung einnehmen. Ich habe eine gewiff« Abneigung gegen— auswärtige Berwicklungen. Ich möchte Beobachter sein— der hilft. Aber ich glaube, meine Herren, Sie werden finden, daß Sie auf mich zahlen können— wenn Hilfe nötig ,st." Mr. Catskill setzte sich an die Spitze der Tafel und wies den ihm zunächst stehenden Stuhl M. Dupont zu. Miß Greeta Grey setzte sich an seine Seite zwischen ihn und Mr. Hunker. Mr. Burleigh blieb ai>f seinem Platz, einige Stühle von Mr. Hunker entfernt. Die übrigen kamen und stellten sich um den Hauptmann herum, mit Ausnahme von Lady Stell« und Mr. Barnftaple.(Fortsetzung salzt.) „Die Ernährung" Die große Schau von 100 Tagen aus dem Messegelände am Kaiserdamm. Di« ursprünglich für di« Zeit vom W. Lpril 6t» 5. August geplante Ausstellung.Die Ernährung" Hot«nsn solchen Umfang angenommen, daß es sich als notwendig erwks. an di« Nordseite d«r Funkhall« eine neue groß« Ausstellung». Holle von zirka 35 00 Ouadratmete»? anzubauen. Die Rücksichtnahme auf di« Fertigstellung dieses Baue» und die Tatsache, daß auf dem Freigelände hinter dem Funkturm Schau. stücke der Landwirtschaft, die eine weiter vorgeschrittene Jahreszeit bedingen, angelegt werden, haben es der Ausstellimgsleitung zweck- mäßig erscheinen lassen, die Hunderttagsschau erst ad 5. Mai zur Eröffnung gelangen und dafür über den vorgesehenen End- termin de» 5. August hinaus bis zum 12. August dauern zu lassen. Durch den Neubau und die Erweiterung de» übrigen Ausstellungsgeländes wird die Ernährungsausstellung«in« Hallen. fläche von rund 45 000 Quadratmeter bedecken. Da» größte Gebäude de» Geländes am Fuße de» Berliner Funkturmes, die H a l l e l,.W i s s« n s ch a f t" beherbergt aus- schließlich die Wissenschaft des Ernährungswefens. Hier bildet den Mittelpunkt eine umfassende Vorführung des Deutschen Hygiene- Museums. In eigen« für di« Ausstellung bearbeiteten neuen Modellen, Präparaten. Dioramen und Bildern wird di« Eonderschau »Der Mensch und seine Ernährung" den Ausstellungsbesuchern zunächst die Kenntnis vom Lau de» menschlichen Körper» und seiner Organ« sowie von der allgemeinen Physiologie der Er. nährung vermitteln. Der.Geschichte der Ernährung" ist eine be- sondere Abteilung gewidmet. In der Halle I I.Technik" werden in naturgroßen Fabrikanlagen, di« in vollem Betrieb sind, die Rohstoffe vor den Augen des Publikums verarbeitet. Die Abteilung.Milch" allein nimmt einen Raum von zirka 3000 Quadratmeter ein. Hier wird der mit Milchvieh desetzte zweck- mäßige Stall gezeigt und die Einrichtung einer Molkerei und Käserei vorgeführt. Ein« Cissobrik besorgt die erforderliche Kälte für alle diese Betriebe. Eine eigene Dampf»nlage liefert den not- wendigen Dampf. Gewürze, Genußmittel und Erfrischungsgetränk« sind ebenfalls entsprechend berücksichtigt. In der Hall« III.Praktische Ernährung" bilden den Mittelpunkt der Gesomtoorsührungen die Darstellungen der Hmisfrauenoereinc sowie der Erziehungs- und Unterrichtsanstalten und dergleichen. Auf dem Freigelände sind londwirtschastlichs Versuchsfelder und Kleintierstallungen angelegt. Schon dieler kurze Einblick in den Inhalt der Ausstellung macht klar, daß diese.Schau der hundert Tage" sich an das ganz« Bolk wendet. Nähere Auskünfte über Reiseerleichtenrngen, Eintrittspreise und Preisermäßigungen, besondere Dergünstigungen und dergleichen erteilt das Ausstellungs-. Messe- und Fremdenocrkehrsamt der Stadt Berlin, Charlottenburg g. Die Schulgeldstaffelungen. Lefiimmungtn für den Vefuck der höheren«ad Mittel« schulen ln Berlin. Nach den Beschlüssen der Gemei ndekörperschaften beträgt da» Schulgeld ooml. Aprilabfür Schüler der höhere» Lehranstall?» 200 M. jährlich, für Schüler der Mittelschule» 72 M. sährllch. Auf Antrag der Erziehungsberechtigten wird da» Schulgeld in folgender Weise gestaffelt: wird der voll« Schulgeldsqtz f. das «-�Nre�2? l.Smd 2.Kind 3.fcnd 4-Äink. unter 2500 M.. von 2 500 M. bis 3 800 M. ausschließlich von 3 300 M. bis 5 000 M. ausschließlich % ermäßigt um: Vi I i I von 5 000 M. bis 11 472 M. einschließlich— Bei einem Einkommen über 11472 M. ist für sedes Kind der »olle Schulgeldsatz zu zahlen. Das Schulgeld wird, wie bisher, i» monatlichen Teilbeträgen erhoben: es füll» daher zu zahlen: Mittel- an höheren Lehran st alten litr Zintiar. F bruar. Mä». Aprit Mal, Salt Zun«. Sept. August, OÖ. Roo. De». monatlich M bei vollem Schulgeldsatz.. bei Ermäßigung des vollen Schulgeldsatzes um V«•. um um 17,— 12,75 8,50 4,25 16.— 12,— 8r-- 4.- schu le» «ouailich 9DL 4�0 3,- 1�0 um Vi All« bisher gewährten Schichgetdermäßigungen und Befreiung«» laufen akn»1. März 1S2S äb.' Für jedes Kind, für das vom l. AprÄ 1928 oh ein« S ch u lg elder m ä ß i g u n g oder Befreiung in An. spruch genommen wird, ist ein besonderer Antrag zu stellen. Vordruck« hierfür werden in den nächsten Tagen von den Schulen «usgegeben. Das Paddelboot zwischen Eisscholle«. Am Sonntag nachmittag unternahmen zwei sunge Leute in einem leichten Paddelboot«ine Fahrt über den noch mit einer drei Zentimeter starken Eisschicht bedeckten Müggelsee und benutzten dazu di« durch Dampfer geschasfene Fahrtrinne. Als sie sich mitten auf dem Gewässer befanden, gerieten sie zwischen die in ständiger Bewegung befindlichen Eisschollen, di« sich Insolge der Strömung übereinander geschoben hatten. Das Paddelboot wurde empor- gehoben und konnte nicht mehr vor- noch rückwärts. Dom Ufer aus hatte man die jungen Leute beobachtet, tonnt« ihnen aber nicht zu Hilfe kommen, da dos Ei» für Menschen ausreichend« Tragfähigkeit nicht mehr hat. In dieser furchtbaren Situation— das Boot war inzwischen voll Wasser geschlagen, und die beiden Insasien waren bis aus die Haut durchnäßt— erschien gegen 4\i Uhr, nachdem die beiden jungen Leute bereit» zwei Stunden in ihrer schwierigen Log» ausgeholten hotten, der mit 500 Pasiogieren besetzte Dampfer .Wintermärchen", der sich aus der Fahrt von Berlin nach der Wol- tersdorfer Schleuse befand. Mit aller Borsicht und unter den äußersten Schwierigkeiten gelang es der Dampferbesatzung, an die Unfallstelle heranzukommen und die beiden vollständig erstarrten Paddler mit Leinen an Bord zu holen. Beide mußten infolge ihrer hochgradigen Erschöpfung nach dem Krankenhaus« in Erkner gebracht werden. Der Tchrei nach Brot. In einer Tageszeitung fand sich diesee Inserat: .Junger Dichter sucht irgendwelche Beschäftigung: auch jedwede körperliche Tätigkeit wird angenommen." Ein paar kurze nüchtern« Zeilen und doch ein« Welt voll Jammer und gräßlichster Erdengual.„Willst du in meinem Himmel mit mir leben, so oft du kommst, er soll dir offen sein", heißt es so schön aus Dichtermund. Aber arme E n t g ö t t e r t e find«s, deren gemordet« Seelen hier zum Schweigen gebracht wurden, jenseits allen warmfühlenden Menschentums dahinvegetieren. Und aus ihrer zertrümmerten Welt durchzittert der gellende Schrei nach Brot die Lust... Zugendbuch- und Sunstausstellung In Sreuzberg. Im Gesundheitsamt des Bezirks Krenzberg in der Urban- strafte wurde eine Jugendbuch- und Kunstausstellung eräisnet. Es ist sehr zu bcorüsien, daß gerade in den Bezirken mit überwiegend oroletarischer Bevölkerung der Jugend geistige Anregungen außerhalb oer Schule gebeten wevden. Die Ausstellung hat nicht nur für Jugendliche, die dort eine umfasiende Literatur vorfinden Interesse, sondern auch alle Iugendleiter. Lehrer und Eltern finden dort ein« wertvolle Sammlung von Büchern, die für Kinder aller Alter»- schichten geeignet sind. Und man kann den Einfluß der Lektüre auf werdende Menschen nicht hoch genug anrechnen. Auch für diejenigen, die die Iugendausstellung im Schloß Bellevu« gesehen hoben, wird in Kreuzberg neue» gezeigt. Da» B-zirkssiiqendomt Sreuzberg. das eins der tätiaften Berlms ist. gilt Dank und Anerkennung für da» Zustandekommen dieser Aufstellung, der man nur«inen reche guten Besuch wünschen kann. Das ehemalige Tauenhieu-Varielä hat sich in ein.Boule» oard-Theoter" verwandelt, das anstatt der früheren körper- kichen Artistik jetzt geistig« Pirouetten dreht. Es werden da eine unheimliche Menge Einakter vorgeführt(von 9 bis 1 Uhr läßt sich gor vieles sagen), in dem di« Koryphäe» kabarettistische» Humars das Regiment führen. Ausschnitte vom Kasernenhofleben, aber leider nicht frei nach Schwejk, sondern ein bißchen arg verstaubte Witze- leien früherer Jahrgänge. Dann kommt ein Kapitel aus dem Leben des hysterischen Frauchens mit Kriegsgeschrei. In einer seriösen Angelegenheit, betitelt„Der Bv'-Kang" hält Theodor Lons als scharfblickender und oiellebiger Molersmon» seinen verheirateten Freunden den wabren Spiegel ihrer vernachlässigten und darob „fremdgehenden" Gattinnen vors ungläubige Angesicht. Zum Schluß steigt die Parodie einer Klischeeoperette vom heiratslustigen Dollarmädel und seinem seelensezierenden Herrn Papa, der di« Dräutigämer in»pe schärfstens in Weiten und Spreu scheidet, bis das einzig gesiebte Kind nach langem schweren Kamnf endlich doch denjenigen erwählte, den er n i ch t wollte. Das parodistische Moment ist etwas schwach geraten.__ DaS wnsikalische HauSm!kropl»on. Dienst am Kunden nennt sich heute da» Perpetuum mobil« allen fortschrittlichen Geiste». Denn alle», was an Verbesserungen, Ler« oollkommnungen und Neuerungen geschaffen wird, kommt schließlich der Menschheit irgendwo und irgendwann zugute Ein Groß-Kaffe«- hausbetrieb in der Friedrichstraße, der in drei Stockwerten untergebracht ist, hat sich eine moderne Musitübertragungs- anlag« von Siemens u. Halske geleistet, die es ermöglicht, alle drei Stockwerke durch«ine einzige Kapell«, di« im 2. Stock konzertiert, durch Lautsprecheranlagen gleichmäßig„mit Musik zu versorgen". Ein Siemens-Spezial-Mikrophon nimmt di« Schallschwingungen auf, verwandelt sie in elektrische Wechselström« und diese werden nun durch Drähte nach einer Verstärtungseinrich- tung geleitet. Hier werden die sbwaben Wechselström« durch Der- ftärker-Röbren— ähnlich tele beim Rundfunkempsang— so ausgiebig verstärkt, daß sie zum Betrieb der 10 im ganzen Lokal ver- teilten Lautsprecher ausreichen. ver Dampfer•©cto"". Der Genosfenschcrft.D e v o"(Deutsche Bokkeerhciungsbeime) ist es gelungen, einen eigenen Deck- falondampfer mit Hilf« der Reederei Haenke- Tegel vom Stapel zu lassen. Der Dampfer faßt etwa 500 Personen, er hat sein« erste RunWahot auf dem Tegeler See durch starkes Treibeis bestanden. Der Dampfer scll zu Sonntag»-. Wochentags- und Wochenendfahrten auf den märkischen G«« wässern nach Potsdam, Nedlitz und Brandenburg, auch zu Fern« fahrten für Dereine und Schulfahrten zu mäßigen Preisen noch Rügen über Swinemünde. Heringsdorf benutzt werden. va» r»li«biiduvg»liii>t 7>re»>zlo> er Lerg veravilaiiet am Mittwoch, dem ZI. März, in der Hochschule sür Mufit. Hardenberg- Ecke F-iwnenslraft« sam Babnbos Zuo) da« 4. Sintonielonzert. Miiwtrlend«: Da« Berliner Sit sonicorchelier, Diri-ent Hermann Scher»« n, Soliilin Llien Eppstein(iliaoser). Nu« dcm Programm: Borlpiel zu einem Reoo< lutionSdrama— Tiesien, tllavieilon'ert D.moll— Brabm«. Smsonie Palloral(Nr. VI)— Bcelhoven. Beginn 8 Uhr abend«. Karten au der Abendkasse Sozialistische Arbeitersogend Groß-Berlin Oinfoidimoen lür diese Ztvbrii nar«■ dal Zosendsetretaetat. Perita 63D«8, ilndenlhale, Heule. Dienskag. 20. März. I9H Uhr: «r»»»i»Vla«! Schule Diesen. Eck« Pankstrahe. �tsasleakiwrofe und R«. ooluf.orwn.*'— ffiefundbranne»: Selmle Coten burger Str. 1..Der Jugend. ssche rar de« Strafrlchter."— Zaltolag II, Heim Slelmstr.«5..Sieodlutw» »an 1M8.'— 0»mau»»lat: Hei« Scherende egstr. 7..Die Märzrevolution.*— Nordost! Heim Danziger Str.82..Hexcnprozesse und Pfoffenfagen."— Sibörchauser Vorstadt! Helm Driesener Str. 32..Der 18. März und feine Vedeutung."— Wörther Pia«! Heim ttostanienallee 81..Die alte Sozialdemokratie in Sachsen."— Zentrum: Heim Landsberger Str. so. SinMhrung». abend.— Hasenhe de: Leim Porckstr. 11. Zehn-Minuten-Mecerate.—«idöne. berg Ii Helm Hauptstr. 15..Unsere Ausgaben in der Berussschule.— Schöne- derg Ii: Helm Hauptstr. IS. Slternabei d.- Selten II: Heim Blllowstr. 88. Helnr-Abend.— Halensee: Schule tzoachim.tzr'edrich-Str.?S..�torl Marl."— Lichte rselde: Helm Lichterfelde. Des!, Aibrechlstr. II-..Faschismus."— Steg- lip: Helm Albrech'str. 47. Werbeabent:.Humor und tzrobilnn."— Zehlen- dsef: Z'ordschule, Potsdamer Straße. Uedungsabeud.- Renköln ll: He-m Eteinmetzstr. 114. tragespolit'lche Aussprache.— Veukelln tili He m Wanzl'k- straje 7..Unsere Werbeaden» in den Schul-n."— Renlöln lV: Heim Schierke- strafje 44. Dichterabend.— NeukUgn VI; Schute Herdbergpiasi. Kedn-M'nuten. Beferate.— ttöpenick: Heim ikrllnouer Str. S. lieben zur srrllhstngsfeler.— Hermsdors! Hr'm L'oonstraße. Heimabend.— S>e>u>»ead->rf.Wea: Seim Se'del- strafte 1. Heimabend.— Pankow III: Heim Görschstr. 14. �tommunalpolUik." Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". «eschZ't, stelle: Berlin L 14 Sedastianstr 87« So« 8 Ar Beddlng: Dt., d. 20„ Padkadrer. und Dachricht-nadteilung S'tung um l»'7 Uhr bei Vondtke. e»nlstr. 77.— Mittwoch,«.«de». ffl'Imer-Sorf: 20 Uhr Versammlung der HameraMchait Vord bei Hahmann, Uhlandstr. 114. Sch?newe'de.?odann>cthal: Ingen hbaitner 20 Uhr im Iug'nh. he�m NlederlchSnewe'de. Berliner Str. 81 iSchule). Vortroat Die deutsche Veichsperlastung"'stamerad Mstiler)� Vrenzlsner Berg: 20 Uhr General- Versammlung de» Orlsvereina im Bezirksnersammluna�laal D<»n:'gcr S't«4. stövenick: Bntretrn 18*4 tlhr Bhs. PHtr-'j jur Vefe1 gung an der Versamm- lung der SPD.— Dannerstag, 22. Mörz,»-enzdera: 20 Ubr Iin-Iitlu- Spo-tabend bei Ewald. Ekal'per Str. l?0. imitte: 6. eam'erodlchaft 20 Uhr Versammlung hei Dobroh'aw. Sw'!>emll-ber Str. ll.— S�znebeeg.srr'eh-nan: Sonntag, 2ö. März. Agitatla-rekahrt. I M. Abfahrt per La staut» OU Uhr. Meldungen müssen ln» spätesten» Donnerstag am Turnabend SP. folgt fei». Deutsche,»rbeft«r-A isttnentendnr». Bezirk Norden: Zu lamme nkiinfi am Dienstag 20. März, 20 Ubr, in der Wefflichen Schüfe Bief-n. Ecke Pank» ftraste. Vortraft he» Derossen Dr. Le tbranh. Literorifcher Abend. Re!chrdnnd'Sdischer ssrontfsfhate» S. v., Ortsgruppe Berlin. Bez'ri Süd. Dienstag. 20. Marz, AVt. Uhr. Mitol'edrrver'ammlung m't Dem-",»ammer- shle, Deliower Ecke Pclle.AU'anee.StraKe. Herr Dgstor ssranke spricht über: ..Rnslo'in'« reaktionärer Staatsbegriff." Ebste wTfkommen. verband Vefksgeln'dteit, Ortsnereln BerNn. Donnerst--,. 28. Ale». ldlt Übe. Ifssa'-dstr. 8, Vortrag m-t Disknss'sn:.Die«efchiechtftche i?rags bei unseren Schpiklnhern." Referent Dr. m-d. Hammer.-?oqe»dn-n»p« Osten: ssreitag, 2Z. Mär,. 1814 Uhr. Eoß'erstr. 81..Jugend. L-ben»res«rm. kozioli-mus. Veterent Denoste Str'enn'ft.— Angeedgrnnne Estden: sdrei. tag. 28. Blärz, lOH Uhr. Jugendheim Sanner Eeke Böhmische Strafte. Märs?eier. l.an'-tollav- Anellost- O-t>»iIe>»»e'nl>, KOIovatr. lc>4. Stitevoast. Shenä» « vhr. dir. /ftrttiur L- viunInP: �mentcan iorglgn traA» and itt tr*d«»rornoting tgeaty. Stusenduugeu ffte diese Rubrik find »arlln SW«8, Ltndenltrohe 3. parielnachrichien fürGroß-Derlln stets an das BejtrtttekrcMrut i. Hot. 2 T rep- rechts, f richte». Zur Urwahl am 25. März 1923 im Verband« für Freidevkerlum and Fenerbestaltung findet am Mittwoch, dem 21. März 1928. Klugblatwerbreitung in Groß verlln stall. 3n allen Kreisen und AbleNangen von den bekannte» Sklllen aus. Beteiligung ist Pflicht. t.»reis Ritte. Heute, Dienstag, 28. RSrz, Wi Übe.(« Rosen. W- thaler Hos, Rosenthalee Str. 1102, Sreisoertretertag. Tagesordnung: S l. vortrug:.Dtroirrchtsresorm." Referent Dr. Weinberg. 8.»us- sl i:.n n nq �ber Sand. baten. 8. Verschiedene». Erscheinen unbedingt er- L WWWWWWWlWWW�WDWMi� ». Srei, Sreuzberg. Wegen plöftlicher Abreise de» Genossen Bienstock muft der Kursusadend beute auskallen. Der Surfusobschluft findet nunmehr bestimmt am kommenden Dienstag, 27. März, zu bekannter Zeit und am bekannten Ort statt. 14. st reis Reakiln. Zur Jugendweihe am Sonntag. ZK. März, stellt lede Abteilung 4 Orbner, welch« sich am Sonntag früh 7 Uhr tn der Reuen Welt. Hasenheide, melden. Heule. Dienstag. 20. März: 7. Abt. Die streisvertreter erhalten ihre Delegiertenkarten am Eingang des Saales. Es find die alten Delegierten. IL Abt. Die Bezirksiithrer werden ersucht, di, Maimarken von ihren Sruppeufithrern abzuholen. 38. Abt. 20 47. Abt. 19V Waidemarstr.—...........—---—----.----- holen. Die SejirlsfOhtei wollen unverzüglich alle Restanten kassier.'u. Tann ist sosori abzurechnen...... 88./81. Abt. Schöneberg-zriedenan. im Uhr bei«labe, Sandtzrpstr. 00 Kl. Versammlung aller stonsummitglirder. Varlrag des Senasseu Fr.edrich Sstttler. Bollzählige, Erscheinen ist Pflicht. Morgen. Mittwoch. 21. März: t«bt. 1» Uhr bei Brandt». Stralauer Str. 10, wichtige Flugblatt. 88. AÄ�'v-n' 18 Uhr ab Flugblattperbreituns der Fre'henkeraeiipssen von den Lokalen Abraham. Etaan-Dach-Str. 24, Wertalla und Sossmani- au». Alle porteigenSss.fchen Mi�Iirder de» Verbandes für Fretdenlertnm beteiligen stch daran... 85. Abt. Pünktlich 18 Uhr Flugblatt-erhrsttung vom Lokal Otts, Rlgacr Strafte SS. au». Alle Genossen beteiligen stch restlos. Um 20 U.ir Funkt onaroersammlung ebendort. Wegen wichtiger Tagesordnung ist vollzähsige» Erscheinen dringend erwünscht,«brechnvng der IBanbcr* tatienuxtitn 38. Abt. 1914 Uhr Sihung sämtlicher Bezirksführe, bat Fechner. Wilhelm- 4t. A� �hr bei Lipfert, Mariendorfer Str 8, auftervrdeutllch« Funk. tumScfitang. 47 Abt. 19V4 Uhr Bei»efche. Wrangelstr.». Funktionärsthung. Aeufterst w'chttge Vageeordnung........—... «•. Abt. CETtethltige, 19U, Uhr t» Jugendheim, SIndenste. 4, Mitglieder- Versammlung. Afferent und Thema wrd noch bekanirtgeqeben. Alle Mtzgl'cder müsse? erscheinen. Gäste und SampathiNerende sind einge'ad-n. TA. Abt. Doklem. 20 Uhr bei Schill ng.«änichn-Luis-�tr. 42. Rähe Unter- grundbahuhof Dablem-Dorf. Mitgliederversammlung. Vortrag:.Me nene Etra�rechksrcsorm." Referent Dr. Herrwnnn. VsllzLhuges Er» scheinen aller Mitglieder ist VN-cht. Gäste w-llkommen. 82. Abt. Stenli». 18V. Uhr hei Schellhaaf«. Ahornstr. IS. M'tgllederverfamm- lung. Vortrag:..Die w>rtfchaf»evettssche Loge." Referent Will» Rvggr. Erscheinen oller M't-Iieder ist PfNcht.- Rauke In. 82. Abt. 19V4 Uhr Im-elchenfaal Bes fla1fr&ifriet«!d)-nj' z zug de» Weide».' 2. Ansprache de» Genossen Dr. Georg Läwenstetn. 7. Arauenoervlustaltungeu: «. preis»reuzbeeg. Donnerstag, 22. März, 20 Uhr. bei Wolf, GrSiestr. 26. ffunkt'onärinnensttzung. Auf der Dagerordnvn» steht u. a. Wahl der zweiten«reislelterin. Alle Funkt'onärlnnen müssen anwesend fe>n. ». Abt, DonnerAag. 22. Mär». 18V> Ul'r. hei Hübner,«ilsnacker Str. 34. Bortrag der Genossin Hertha Eottheff über:„Die ssran im kommenhn, Mahrkampf." Alle Genossinpen find dazu herzlich eingeladen. Säfte»G- 85. Adä�r-wpelhof. Heute. Dienstag. 20. März. 19V4 Uhr. bei Piag-r. Dorfstrafte, Heiterer Abend. Vor:ra«--der Eenosie Heinz Barthrl. Alle E-no�innen find da»o eingeladen. Gäste w llkommen.. �„ 83. Abt. RevMln. Mittwoch. Sl. März. l0 Ubr. treffen stch die Genofpnncn pa'fer-ssriedr'ch- Ecke Eaalestrafte zur vestchtigung der Treibhäuftr us Botanilch-n Garten..„ 11«. Att. ffrfi-on. ssrei'ag, 23. März, T8V4 Uhr. bei Werner, s So-Nicker Strafte 125, Bortrac, der Genossin Hertba Gotthelf über:.VattonaOsieruna de» Haushalts.' Um zahlreich« Beteiligung wirb gebeten. Gäste will-; komnrn.._. Abt. 124« Mahl-dsef�Sd. Achtuno. Genossinnen! ver für Mittwoch. LI. Mär». anoeledte L'cktdi'derrortraa de« Se-ossen Dr. E-org LSwenstein f'ndet amstZndehalber erst am Mittwoch. 28. März, statt. Nähere Mitteilung erfolgt noch. US.*bt. �fnribPtf. Unser Frcueraterb Nndet in Mff'm Monat Donnerstag. 22. MSrit 20 Ifftr.'m fotaT DfwaTb. ENen'cke? Eft 5. sta t. Vortrag det(fitrolfln Mme ssber: Unsere Vorkämpserinnen. Um lege Beteiligung wird gebeten. Gäste Willkomm:?. Lstlrksclusschuß für Arbelterwohlfaßrt: 8. Preis Wctbir«. Donnere'ag, 22. Mär,. 10 Uhr. BesiGt'aung des«p. »'ctil'nqshl' msis und der Irr-nanftalt Wittenau. Treffpunkt!<) M n,'t?n vorher vor der Anstalt. Vve wteressierten GenoVnnrn und l�noss�n find herzlich e'noeladen.(Die Besichtigung kann leider doch nicht am Sonntag stattsind-n.)_ 8. Peel» ft'ebe'ck ehe'n, Mittwo», 2) März. 19'4 Übe,)n d'n Eom'n'u». sälen, Memeter Str. 67. Sitzung de» engeren Ai'-sG»lle» der Arbe'ter. wohlsahrt mit den O'-'euten der Abteilungen. Bollzählige» Erscheinen ist»nbedi-'n- erfo-derl'ch. 14. preis Benrrlln.«3. nrb 8« Abt. Donnerstag. 22 März. 20 Uhr ostnkt. l>ch lm Lokal E'che. La ler-Driehess-�ktr. 122(Ecke Eaa'estrast-), am Bahnhof Ka'ier.ssr'edrlch. strafte, Vortrag«- und Ansenra�eahend si'-er „Aufgaben und Meie d-r ArtelterDoh'iabrt." e-rt-r'-tin G'-ofn Dr. Hrnrigues. Alle interessierten Varte-M tgliebsr find herzlich eingeladen. Znnnsoz'alsste«: Ernft. Berlin, Atre�nung d-e rntfi n--Bed'noi V« M"tn-n«, 81. Mätz, nor der A'M'r«II-"»G8ft»-0 rl* 11»au 1£V4 di» 18 Uhr srfolnen. Snät-ee Astckg-be findet ui-»t i-ehe Natt. Grnnpe LicktenBerg: Henie, Dtenessig. 20 ITir, in der Blbsts'b-k Me'-Sfel- strafte?8 Vo"t'sck.Sat-'r lchrr Abend. Voe'eag'-der E-org Hellbrnnst. � Gruppe Den-neGrl, Hente, DIe-stao, 20 ssht. im He'm Germoniastr.«kl, Zimmer 4, Diskusswneabend:.Die Aufgaben unserer Bewegung." Arbeitsvemeinslflaft der Kinderfreunde: preis«terzbetp. Srnnpe Südwest! M.t"w-ch. 21. Mär», He'fersttzung lVotfa'kenfrage). Donnerstag, 22. Mär». Trben wir untere Eltern und ssreunde herzl'ck, ein, 20 Uhr ssfgenhh-'m Aorckstr. 11. Auf her Tagesortnung steht: ssabresber'cht und Zeltlager Uederfee. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 8. Abt. Am 17. Mär» verstarb unsere Denoss'n Elf, S t, I n h a u a. Vathenower Str. 74. Ehre Ihrem Andenken. Einäscherung am M ttwach, 21. 4. 1«\* Uhr. im«rrmatorium Eerichtstrafte. Sir bitten um reg« Petnl'gnng. 42 Ab. Unser Genosse B a n f S ch m' d t. M'ttegwasher Str«ss ist verstorbrn. Ehre feine« Andenken. Einäscherung i« Anzeigenteil beachten. cßf • Oos ideale 9Ctn Abführ-Konfek! „£*5., Unterhaltung unfl �Vilsen Ibsen an seinem �00. Geburtstag. Von Max Hochdorf. Nur ein« wahnsinnige Zigeunerin erkennt, daß Pfarrer Brand ein Genie und dem höchsten Menfchenerlnser oerwandt ist. Sogar der Teufel, der aus Menschenfang ausgeht, bellagt sich bei Peer Gynt darüber, daß die Menschenware für die t?öllenbelieferung immer minderwertiger wird. Alles, was Tugend, Seele, Mut, Glauben, Phantasie oder auch nur mittelmäßige Schuftigkeit besitzen soll, ist zu sehr über einen Kamm geschoren, es läßt sich zu leicht in den nämlichen Schmelzlöffel fassen, wie«in Knopf, der schesselweis« nach der Schablone verfertigt wird. In dem Moment, da sich vierzig Jahr« um das Leben Henrik Ibsens runden, räuspert er sich mit solchen Tendenzen und Sen- tenzen, die spitzfindig und lärmend gereimt werden. Cs ist eine pessimistische Altersweisheit, dl« der kräftige Mann hinaussendet. Doch er verschmäht es, sich des Stiles der Abklärung, des lächelnden Sar- kasmus und der beschwichtigenden Gelassenheit, zu bedienen. Er wettert und befeuert alles mit Leidens chost. Er bleibt nach Ueber» Windung der Romantik, der er nur in seiner tastenden Entwicklung angehört, ewig jung, durch sein« Bitterkeit und fein Mißtrauen. Er ist trotzdem frühzeitig vergresst, da er so sehr kritisch sede moralische Situation einschätzt. Er ist also ein junger Greis und zugleich ein greiser Jüngling. Seine Sittendevise lautet:„Alle» oder nichts", mit höchst schwerblütigem Unterton. Da dieses Ideal in der komplizierten Gesellschaft von 1870 wenig Kredit findet, wird Ibsen bissig und wild. Er gefällt sich in der Entlarvung mächtiger oder auch mangelhafter Individuen. bornierter Existenzen, erblich belasteter, zur Verkümmerung ver- urteilter Schwächling« und Schwärmer, herrlicher, doch gemein- gefährlicher Weiber und vereinsamter Genies. Aber er betont stet», daß all diese Menschen ungeheure Ausnahmenaturen seien. Sem Stockmann, sein„Volksfeind", d. h. der wahr« Dolksfreund, wie Ibsen ihn glorifiziert, sagt:„Der stärkst« Mann der Well ist der- jenig«, welcher—— allein steht." Ibsen verlangt, daß Stockmann diesen Satz nicht laut und propagandistisch spricht, sondern vertraulich und geheimnisvoll, so etwa, als hätte er eine Weisheit entdeckt, dl« vorläufig erst in engen Konventiteln geraunt werden darf. Es ist ein« Verschwörerweisheit, die sich einige Eingeweihte in die Ohren flüstern. Was außerhalb der geschlossenen Türen herumwimmell. die„kompakte Majorität", wird ja doch nicht zu gewinnen sein und auf unabsehbare Ewigkell in der traditionellen Lmcheit, d. h. in der Lüge", stecken bleiben. Es ist noch nicht 25 Jahre her, daß wir von Kanzeln und Bühnen solche sozialpädagvgische Belehrung mit Wonne vernahmen. Der Mensch wurde nicht als der Exponent seiner Zell angepriesen. Ihm wurde viesmehr' dringlichst empfohlen, er möge sich fühlen und fortpflanzen als der Opponent seiner Zeit. Da Stockmann sein« Fortpflanzungspslichten schon erfüllt hat, fordert er sein«. Jungen auf, st« sollen ihm einen Haufen recht verlumpter Gassenjungen her- beischaffen.„Einmal will ich doch mit den Lümmel» experimentieren. Manchmal können ganz merkwürdige Köpfe darauf sitzen" Dieser Wunsch entstammt der famosen Tolstoi-Marott«. Er entspringt einem frommen Anarchistentraum. Und Ibsen jagte die Menschen. die er schuf, mll Borliebe und mit ungewöhnlichen Lockmllteln in irgendeine Isolierung, in irgendeine Gedankenmausefalle hinein. Er züchtete die Opposition und Derstiegenheit in feinen Menschen, und da wir, besondere in gut bürgerlichen Kreisen, noch nicht viel von der heilsamen Medizin des Gemeinschaftsgedankens hielten, wurden wir innerlich befreit durch den so verführerisch und vollkommen ge- bildeten Herzensanarchisten Henrik Ibsen. Daun aber schienen uns plötzlich die zerrissenen Hosen der Menlcl)«n ebenso wichtig wie ihr« zerrissenen Herzen. Wir lernten die Weltplage des Wellenblutbades, den Heufchreckentad der Menschenmillionen, die Massentobsucht der gegeneinander wütenden Völler kennen. Die jo genial illustrierten Einzelwesen erschienen uns eines Tages unwichtig. Gegen den Einzelsall stellten wir das Massenschickjal ganzer sozialer Gruppen oder Nationen. Wir ver- suchten, die besonderen Katastrophen und Krebsschäden, die das Einzelindividuum plagten, mll Gemelnschostsmedizinsn, mil Sozial- Hygiene und organisierter Wohlfahrtspflege zu kurieren. Wir nor- malisierten den Menschen, das Menschenglück und auch das Menschenleid. Di« Well im einzelnen Menschen, sein« Sehnsucht und seine Not schienen uns durchsichtiger und deshalb unbedeutender als die Welt außerhalb der Menschen, die für unser« Vegrifse viel ratsel- haster wurde. Die kompakte Majorität war uns plötzlich helliger als der einzelne Mann mll dem genialen Dickkopf, als die einzelne Frau mll der märchenhaften Nixenseele. Di« Well Ibsens kam uns deshalb vor wie«ine Isolierzelle oder Schreckenskammer. Wir verspürten vorläufig nur geringe Lust, uns mll dem Theater seiner Marotten zu befreunden. Sein Realismus, aus Psychiatrie fundiert, seine Logik und Psychologie, auch alle sein« theatralischen Mittel trafen uns vorläufig nicht mehr tief, nachdem sie uns noch vor einem Dierteljahrhundert bts zum Fieber erhitzt hatten. Ibsen war die olympisch« Größe seiner Zeit. Wir nahen uns heute mll historischem Bewußtsein und Skeptizismus. Das Genie. das gewesen ist, wird durch solche Feststellung weder geschmäht noch geschmälert. Cs bekundet sich nur das sellsam« Paradox, daß Ibsen uns heut« so sern ist. well er uns zelllich noch so nah« ist. Es ist aber möglich, ja, es ist beinah« gewiß, daß wir ihn eines Tages wieder ganz ander« begreifen, als wir es heute vermögen. Henrik Ibsen ist ja erst hundert Jahr« alt. Dann aber werden wir ihn auch anders spielen müssen: nicht mehr realistisch und psychologisch behutsam und auch nicht mehr mll massivem Emst. Wir werden ihn spielsn, um mll seinen Moral sähen einen ironischen Knalleffekt zu erzielen, wir werden ihn aufführen ald«inm Satiriker, nicht mehr als einen gewalligen Pathetiker. Gerade deshalb, well Ibsen sehr leidenschaftlich sein« Dogmen verfocht und kein Kompromiß der Anschauungen zuließ, wird sein Theater sich ganz hervorragend zux satirischen Darstellung eignen. Man stell« sich z. B. Nora, die Sklavin des Puppenheim«, vor. wie die herrliche Dus« diese Rolle spiell«! Aller Schmelz, alle seelisch« Derlorenheit, alles unheimliche Traumwandlergemüt offenbart« sich durch diese überschwenglichste Schwester des Schmerzes. Aber man brach unter ihrer Weichheit zusammen. Man revollierte. obwohl man aufgewühll wurde. Irgend etwas Unbestimmt« rumorte schon heimlich im Gemüt,«in Widerstand gegen dies« heroisch« Trübseligkeit, und analysierte man dieses Unbehagen, dann merkte man bei zunehmender Kall- blütigkelt, daß der Dichter und seine genialst« Ausdeuterin auf jenem messerscharfen Grat« vorwärts schritten, aus dem sich das Erhabene und das zum Lächeln Reizend« trennen. So einzigartig und kostbar toll tonnt« man ehemals sein, wie diese besessene Nora, wie dieser im Llut seiner Däter angefaulte Oswald, wie diese wilde, wollüstige Hedda Gabler, wie diese natur- trunkene Frau vom Meere. Und nun zeigt man sich eines Tages oll diese herrlich und hellsichtig gesteigerte Derstiegenheit als die wirtliche oder auch nur als die eingebildete Kronkhell einer aus- gelöschten Vergangenheit. Regisieur und Schauspieler einigen sich dahin, mit ihren tragischen Rollen karikierend zu jonglieren. Dieser Schauspielerstll für das Ibsen-Xbeater wird sicher eines Tages die Auferstehung seiner heut vernachlässigten Dramen bringen. Denn das ist das Schicksal oller Gedanken und Kunstformen: sie .erscheinen uns«ine Zeit als bittere Notwendigkeiten, bis sich in einer erlösenden Stunde die Kühnheit als erheiternde Komik und die groß- artig verknotete Tragödie als lockerste Komödie entpuppen. Ibsen und der Sozialismus. Don vr. W. Sans. Als vor 80 Iahren Ibsens„Stützen der Gesellschaft" ihre deutsche Uraufführung erlebten, da stand es für das Bürgertum sofort fest: dieser Pseil, der der Moral ihrer Gesellschaft so schmerz- lich ins Fleisch schnitt, tonnte nur aus dem sozialdemokratischen Lager stammen. Aber man täuschte sich. Nicht als Gesinnung?- genösse des Proletariats— wenn auch in dem Konflikt zwischen dem Werkmeister Aune und seinem Reeder Bernick der Klassen- kämpf leise gestreift wird— greift Ibsen die bürgerliche Gesell- schaft an, die«r während der Gründerjahre in Deutschland reichlich Gelegenheit hatte zu studieren, sondern als Defürworter des Rechts der Einzelpersönlichkeit, nicht als Sozialist, sondern als Individualist. Der Wert des einzelnen, des Individuums steht ihm ungleich höher als der der Gesamtheit, der Gesellschaft. Er erblickt in dieser nur «ine Gefahr, eine Hemmung für die freie Entwicklung und Cnt- saltung der Einzelpersönlichkeit. Der Mangel an Solidaritätsgesühl sch'idet ihn scharf vom Sozialismus, wenn er auch den Gegner mit ihm gemeinsam hatte. „Für das Solidarische,"«chveibt er einmal an Georg Brandes, „habe ich eigentlich nie ein starkes Gefühl gehabt, ich habe es eigentlich nur so als traditionellen Glaubenssatz mitgenommen, und hätte man den Mut, es ganz und gar außer Betracht zu lassen, so würde man melleickt den Bollost lo», der am schlimmsten aus der Persönlichkeit lastet." Cr fühlt« sich selbst innerlich reich genug, um Gemeinschaft entbehren zu können, sah nur die Bindungen die sie dem einzelnen auferlegt, übersah aber die Kräfte, die diesem aus der Gemeinschaft zuströmen. Gelell'ckoft'ich« Problem« inter- «Merten Ibsen nur insoweit, als dos Verhältnis des einzelnen zur Gesellschaft in Frag« kam, und er stand dabei stets auf der Seite des Individuums gegen die Gesellschaft. Er macht« sich in feinem Leben von ollen Bindungen los, die die Folgerichtigkeit seiner eigenen Entwicklung umbiegen, die ihn hemmen konnten, ganz seinem Dichterberus« zu leben.„Eins nur wünscht ein Mann allein— Dabn frei, ganz er selbst zu sein," lautet Brandes und seine«igen« Devise. Darum wählte er da» Lo» de« Einsamen, des außerhalb der Gesellschaft Siebenden, machte sich frei von der Heimat, als diese ihm zu einer Fessel*u werden drobte,>öst« sich von der Familie lo», um nickt durch Rücksichten auf sie g-bemmt zu. werden, selbst die Freundschaft erschien ihm als ein„kostbarer Lnrus".„Wenn man sein Kapital auf eine Deruiung und«in« Million hier tm Leben fetzt, so Hot man nicht die Mittel, Freund« zu halten. Wenn man Freund« hält, so liegt das Kostspielioe ja nicht darin, was man kür sie tut, sondern was man aus Rücksill-t auf sie zu wn unterläßt. Dadurch verkrüvpeln viel« geistige Keime in einem." sBr'cs an G. Brandes.) Don diesem indimdualist'schen Gesichts- p-mkte aus sah er auch das Cheproblem, das Thema so vielsr sein«'' Dramen. Auch im Ausland lebte er als ein Einsamer, ein Eremit, ein Fremder, der keine tieferen Beziehungen zu seiner Umgebung ge- wann, keine Nabr"ng saugte aus der©--!"«? Welt der Länder, in denen er sich aufhie't, ganz nur in die Welt der eiferten dichte- riscken Bdaittosie versenkt. Da� dies« lleberän-'sMchkeit. mit der er si-b seinem Dickterberuke zulief-« von der Welt abschwoll,«ine gew-kie Engiakelt und stark« Einseitigkeit feines Lebens und Werkes zur Folg« haben muhte, sah Ibsen erst am Sckliisse seines Lebens ein und aob dieser Erkenntnis Ausdn-ck In feinem dramat'scken Epllog„Wenn wir Toten erwacken". Bor allem hielt sich Illlen, im Geaenfatz zu seinem Rivalen B'örnson, van jedem praktiscken Eingreisen in d'e Politik munMätzlich fern. Er wollt« nur De- obachter. Zusckauer, nicht Mitspieler, Atleur auf der Weltbübne sein. Cr war überzeugt, daß die Politik den Charakter verderbe. daß ll« den Politiker zwing«, nnsittllch« Mittel zu gebrauchen, und lhn dadurch auf ein fieseres sittliches Niveau herabzieh«. Darum hahs« er die Pol't'k und die Politiker und zeichnete dies« in Dramen cn'weder als rückllchtsloie, gewillenlose Streber und llttückssäger (Steimaaard im„B"nd der Iuaend". Hovstad und B'llina im „Rottifeind") oder als brutal« Derteidtg-r errungener Pofition-m sBüraermeiller im„Polkrfe'nd". Rettor Kroll in„Roemersholm"). Er sah In dem Kamns der bürperlick-n Parteien oegeneinander, der Konseroailven und L-beralen, kein Fechien für Ideale— die dienen nur als AushSngeschi'd—. sondern ein von nacktem. Egvie» M"S krttt�rtes Rinnen um Macht und Einfluß. So richtete er fein« iatiriscken Pfeile bald gegen die einen, bald geaen die anderen, nur sielen die Streiche gegen die Liberalen, so besonders im..Volts- feind", noch kräftiger aus. weil sie die Freiheit auf ihr Banner gef>br!«ben haben, ohne sie wirklich zu wollen, und dadurch dieses I�eal selbst in Mll&k-edit kminaen. Als einst ein plumper Inter- viewer Im.Day',) Chrom cle" Ibsen zu einem Gegner der Sozial- den-o'-atie zu stempeln suchte, indem er sich auf eine Aeußerung de- Dichters berief, er habe mit der Sozioldemotrati« und ihren Tbev'ien ni-bt das mindeste zu tun. da protestiert« dieser sofort enerassch:„Wenn der Korrespondent sich auf mein« Aeußerung her-llf. so wllns-s-te ick er hätte das, was ick hinzufügte und worauf ick besonders G-uvicht legte, nicht weggelassen—, nämlich daß Ich me iraendeiner Partei anaebört Hab« unh. voraussichtlich nie einer an'ebören werde." Er habe sich mit dem Sozlall-mus vertraut zu ma-ben gesucht, soweit er dazu Fähiakeit und Gelegenheit hatte, und„'war mit lebhaftem Interesse" Er sei, wenn auch auf ganz ar''-'-m Wen«,„in gewissen Punkten, obne es bemußt und un- m'itelliar e'-ssr-V m b-ben, zu den alei'k'en Eraebr'llen gekommen. wie d'e so-ielistsschen Morolpb>loionb,n". Dieses DemeMi ließ er u. a. mich in der„Münckaer Prst" durck Georg o. Vos'mar ab- hr.-cken. miz dem er von M'-'ncken her befreundet war. Dieser be- s-ffttat« m'.r in e'nem Briese dos„lebhafte Interesse", mit dem Ibs?n am. Sv'ia'i-mus und an der Arbeiterbewequna teilnahm. B-llorder? Hab« er mit tteier Entrüstung verfo'-tt. wie man in D?"tschlond unter dem Sozialistengesetz mit der Freiheil der Ar- bester v isprang. IlM-en sab m't Emröruna. bah„dem Arbeilerftand« nach die unentb» brsick'llrn mHv'duellen Recki« vo-enthal'en werben", wie er in deiner Red« an den„Pere'n Drontheimer Arheiier" betonte. D--, i-'b-te lbn on die Seite de» Soziass-mus, der diele Recht« dem A-b-kter rkSmrfen will, und dem er daber einem Mitarbeiter de» dü-vfiSm So'laldemot'-'ten' ge-'epsther eine.außerordensllch oroß» Z'-kunist rropbezriie. Frölich, ksillen sab die sozialen Probleme nickt r.on ib'er wirtschaftlichen und rolitiscken Seit«, wie der So- z?oss-mm- sondern von einem rein si'tsicken Standpunkt aus.<5- fjit'i tn seinen Dichtungen nickt nur„Gericht, loa über sein eigenes Ich", sondern auch Sb« W« und die Geselllchast, in der er kebi«. Er vrüste M* bürgerlich« Gesellschaft aus ihren ssttsichen W«r?i wch»erwarf si«. weil ihr Kapital und Profit höher stehe» als Leben und sittlicher Wert der Einzelpersönlichkeit.„Was siegt daran, ob ein« solche Gesellschaft gestützt wird oder nicht." Kein Dichter vor Ibsen hat die im Wesen de» Kapitalismus selbst liegend« Unsittsichkcit der bürgerlichen Gesellschofl so scharf erkannt und ins unerbittliche helle Rampenlicht der Bühne gestellt. Mit beißender Satire entblößte er ihre Schwächen und leuchtete in ihr« dunkelsten Hintergründe hinein. Rücksichtslos geißelte er die Un- Wahrhaftigkeit, Hohlheit, Scheinheiligkett ihrer„Ideale", deckte er den klaffenden Widerspruch zwischen ihrer angeblich christsichen Ge- sinnung und ihrem von rein«m Gewinnstreben geleiteten Wirtschaft- lichen Gebaren auf. Ein Feind aller Konvention, aller„unbe- strittenen" Pflichten und Gesetze, aller für heilig erklärten Ideal«. greift er die herkömmlichsten moralischen Grundsätze an, stellt sie In Frage, macht sie aus absoluten zu problematischen, stellt der gesellschaftlichen Moral eine individuelle gegenüber, zerreißt die Schleier, die man über die Dinge geworfen, spürt hinter den braven Masken die wahren Gesichter auf. Durch diese scharf«, unerbittliche Kritik, durch die schneidend« Fansare seiner kühnen Angriff« wurde Ibsen als Derneiner der bürgerlichen Gesellschaft für viel« zu einem Wegbereiter des So» ziasismus. Da» Positiv« aber In der Idee des Sozialismus, die neue Sittlichkeit, die in dem Gedanken des kollektivistischen Wirt- schaftsleben«, in dem Dillen zu gemeinsamer Arbeit an gemein- samen Aufgaben liegt, ist Ibsen nicht zum Bewußtsein gekommen. Ganz in seinen Di�terberuf aufaehend, kam er mit Arbeiterkreisen nie in engere Berührung, ihr Denken und Füh'en blieben ihm f-emd, und so haben die Nöte und Kämpfe der Arbeiterklasse— sehen wir von der obenerwähnten kurzen Episode in den„Stützen der Gesellschost" ab— auch keinen Platz in seinem Werk gefunden. Nicht von der Mehrheit erwartet Ibsen den Fortschritt, son- dern von wenigen kübnen Dorpostenkämpfern, von freien und geistig vornehmen Persönsick'eiten. voit einem neuen Adel de« Eharakter» und der Gesinnung. Diese« adlig» Element aber, glaubt« er,«erde van unten aus dem Arbelterltand« emporkommen. Dan'm ist es keinssweos nur Höflickkeit-pbrale. wtnn e� in einem Briefe an den dänischen Arbeiterführer Oscar N'ssen bckermt.„daß von allen Ständen unsere« Lande»«» der Arbeiterstand ist. der meinem Herzen am nächsten steht", und die Hotlnung und Zuversicht aus- snricht. daß ihm die Zukunft Lebens bedinoungen und ein« soziale Lag, bringen werde, wie er si« mit lebbafter Freude ersehn«. Zwar durchaus nicht als eines Gesinnungsgenossen also, wohl aber als eine« Freunde« des Soziasssmus und als«ine« Mit» kämpfir» geaen die bürgersiche Gesellschaft dürfe« wir Ibsen« bei seinem lOOfährigen Geburtstage gedenken. Robert Mayer, der Ttarr von Heilbronn. (Sestorven 20. Mär, 1578.) Do« Dudolf Lämmel-Vornburg. Mayer war ein Original. Er hatte die absondersiche Gewöhn- hell, über die Dinge wirklich und selber nachzudenken, statt gläubig hinzunehmen, was die Großen der Wissenschast seit den Griechen vor ihm gedacht hatten. So kam er zur Erkenntnis de» Satzes von der Umwandelbarkett der verschiedenen Energieformen, z. B. eine Kalorie Wärme:= 428 Kilogramm-Meter mechanischer Arbeit. Und er sprach allgemein aus: die Summe aller Energieformen ist unver- änderlich. Er entdeckte, daß sich Arbeit in Wärme verwandeln lasse. was übrigens jeder nachprüscn kann, wenn er sich, sei's vergnügt oder aber frierend, die Hänstc reibt. Da» führte weiter zur klaren Erkenntnis, daß eine Maschine, die Arbeit aus nichts herstellt, unmöglich sei. Freilich weiß heute jeder, der die Volksschule hinter sich gebracht hat, daß das Gesetz von der Erhaltung der Energie ein wichtiges Grundgesetz der Natur ist, in der wir leben. Aber damals schien die Sache den Leuten— ich meine damit die Doktoren und Professoren-7- so lächerlich, daß der„berühmteste" Physiker jener Zeit die Einsendung Maver» nicht ausnahm, nicht einmal beantwortete. Der Herr war ein Professor Poggendorss, nach dem heut« freilich kein Hahn mehr kräht. Viele Jahre mußt« Robert Mayer um Anerkennung kämpfen, und er hätte sie nicht erreicht, wenn nicht englische Gelehrte geholfen hätten. E» ist aber sehr lehrreich zu wissen, daß z. B. Tyndall nur deswegen für Mayer gegen seinen eigenen Landsmann Joule ein» trogt— well er damit diesem letzteren eins auswischen konntel Aber schließlich hat Mayer doch allmählich die Anerkennung seiner neuen Forschungen erreicht. Weder der große Newton, noch Laplac«, Lagronge, Lavoisier, Gauß, Riemann oder ein anderer Großer der Wissenschost hatte in dieser gleichwohl offen daliegenden und sehr wichtigen Frage richtig gedacht. Niemals aber hatte Mayer Genugtuung bekommen für die medizlnisch« Schmach, deren Opfer er geworden war, für jene ver- brecherische Einsperrung ins Irrenhaus, die niederträchtige Behand- lung daselbst mtt medizinischer Ueberheblichkeit ärztlicher Aster« weishett und Zwangssack«. Niemals auch konnte Mayer die tiefe Demütigung und den schweren Schock überwinden, den dos eine Jahr Irrenhaus brachte. Da er etwa» behauptete� was von den Gelehrten nicht anerkannt wurde(Arbett kann In Wärm« verwandelt «erde« u»d umgekehrt), so galt er als ine. Russisches Oel und Deutschland. Wachsender Absah- Amerika bleibt führend- Russische Kämpfe. Das Vorbringen des russischen Petroleums aus dem Wellmarkt pollzieht sich unter(o aufregenden Begleiterscheinungen, daß in- folgedessen die gegenwärtige finanzielle Bedeutung des Naphtha- erports für Rußland gelegentlich sehr überschätzt wird. Mit dem Getreideexport kann sich der russische Naphthaexport noch lange nicht messen. Der Werl de» Rophlhaexporl« im Jahre 192Z/2S wird mit 75 Millionen Rubel angegeben, und er dürste trotz der bedeutenden quantitativen Steigerung der Aussuhr im Jahre 1926/27 mit Rücksicht aus die gesunkenen Preise nicht wesentlich höher zu bewerten sein. 75 Millionen Rubel würden ober nur 11 Prvz. des russischen Gesamtexports von 676 Millionen Rubel im Jahre 1926/27 bedeuten, während der Wert der Getreide- ausfuhr 232,6 Millionen, der Wert der gesamten Agraraussuhr 417,7 Millionen Rubel betrug. Auch darf man nicht etwa glauben, daß die Lieferungsverträge. die die Standard Oil Company von New Dort und die Vacuum Dil Company mit dem russischen Naphthasynditot abgeschlossen haben und die ihrerseits kaum 19 Proz. des russischen Naphthaexports betreffen, wirklich die Ursache des partiellen Krieges zwischen dem Standard Oll und dem Shell-Konzern bilden. Hätte nicht die gewaltige Ueberproduktion in Amerika den Standard- gesellschaften den Gedanken eines Konkurrenzkampfes nahegelegt. jo hätte der Umstand, daß sie russisches Oel in Indien und im Orient billiger absetzen können als ihr eigenes Rohöl, sie sicher nicht zur Ausnahme des Kampfes bewogen. Nichtsdestoweniger hat die Ausdehmlng de» Naphthaexports für Rußland einen ungeheuren wert. Die Naphthaindustrie ist jener Zweig der russischen Wirtschaft, welcher in der raschesten Entwicklung begriffen ist, und dessen Erzeugung und Ausfuhr die Vorkriegsziffern weit hinter sich lassen. Aus diesem Gebiete scheint die Konzentration in einer Hand wirtlich große Vorteile zu bieten. Durch die Einheitlichkeit der Leitung können die Bohrungen in zweckmäßiger Weise angelegt und vermehrt werden unter Vermeidung gegenseitiger Anbohrungen und unter Verhinde- rung jener plötzlichen übermäßigen Produ ktionssteigerungen, welche die freie Petroleumindustrie von Zeit zu Zeit in eine überaus krisen- hafte Lage versetzen. Hier kann rationalisiert und billig produziert werden, so daß selbst bei der gegenwärtigen Preislage dos russische Naphtha synditat beträchtliche Ueberschüsse an den Staat abführen kann. Und es ist für die Sowjetregierung von größter propa- gandistifcher Wirkung, daß ihre Petroleumprodukte an allen Märkten der Well erscheinen und der internationalen Arbeiter- schast augenfällig demonstrieren, daß wenig st ens auf einem Gebiet ein staatlich russischer Betrieb mit den größten kapitalistischen Konzernen konkurrieren kann. Die russische Naphthaproduktion im Jahre 1926/27 betrug 19,36 Tonnen gegen 8,32 Millionen im'Vorjahre und 8,77 Millio- nen im Jahre 1913. Unter den Petroleum produzierenden Staaten stand Rußland infolge des Rückgangs der mexikanischen Produktion im Jahre 1926 27 an zweiter Stelle. Uebrigens ist in dieser In- dustrie der Zlbstand der zweiten Stelle von Der ersten ungeheuer. Die russische Erzeugung betrug kaum 8 Proz. der Erzeugung der Dereinigten Staaten(72 Millionen gegen 995 Millionen Barrels) und etwa 6 Proz. der Weltproduktion von 1254 Millio- nen Borrels(1 Barrel 1,64 Hektoliter). Dagegen ist allerdings dem russischen Petroleum eine große Zukunft zuzusprechen, denn die Rohölvorröte des russischen Territoriums werden auf 2874 Millionen Tonnen' geschätzt, mehr alS'doppell so hoch als die ErdSloorräte der Vereinigen Staaten, die allerdings von der offiziellen Statistik regelmäßig unterschätzt zu werden pflegen. Von diesen 19,36 Millionen Tonnen wurden 2,94 Millionen Tonnen exportiert gegen 1,47 Millionen Tonnen im Vorjahre, 952 999 Tonnen im Jahre 1913 und 1,84 Millionen Tonnen im Iabre des bisherigen Rekordexports 1994. Während also die Pro- duktion gegenüber dem Vorjahre nur um 24 Proz. gestiegen ist, weist der Gesamtexport eine Zunahme von 38 Proz. auf. Dabei hat sich gegenüber der Vorkriegszeit der Charakter des Export» wefeutlich geändert. Der Export setzt sich gegenwärtig zusammen: aus 599 999 Tonnen Benzin(gegen 399 999 im Vorjahre, 152 999 im Jahre 1913 und 19 999 im Jahne 1994), 438 999 Tonnen Petroleum(gegen 311999, 444 999 und 1,5 Millionen Tonnen), 168 099 Tonnen Schmieröl (gegen 133 999, 239 900 und 224 999), 675 900 Tonnen Heizöl(gegen 475 000, 65 909 und 0). Don dem russischen Export gingen 478 099 Tonnen(gegen 398 999 im Vorjahre) nach Italien, 386 999(179 999) nach Frankreich, 381 009(385 099) nach England— der B r u ch m i t England hat also dem Petroleumexport nach England keinen Eintrag getan—. 346 999(241 999) nach Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei, 156 999(84 999) nach Aegypten und Indien, 69 099(62 999) nach Belgien. 69009(15 099) nach Spanien-, 38 999(29 999) Tonnen wurden an Bunkeröl für Schiffe ab- gegeben. Der wichtig st e Abnehmer ist also Italien. Di« deutsche E i n f u h r st a t i st i k, die sich allerding» auf das Kalenderjahr 1927 bezieht, weist nur eine Einfuhr von 56 999 Tonnen Benzin(gegen 37 999 im Vorjahr) aus oder rund 8 Proz. der deusschen Benzineinfuhr von 713999 Tonnen, 83 990(71 090) Tonnen Schmieröl oder nicht ganz 22 Proz. der gesamten deutschen Schmieröleinfuhr. 13 099(18 099) Tonnen Gasöl oder kaum 8 Proz. des deutschen Gasölimports und bloß 5499 Tonnen Petroleum (Leuchtöt). dos sind nur etwas über 3 Proz. der deutschen Leuchtöl- einfuhr. Insgesamt ergibt sich also nach der deutschen Statistik ein Import von 157 999 Tonnen an russischen Petroleumprodukten oder weniger als die Hälfte der russischen Ausfuhrziffer. Diese Differenz ist dadurch nickt völlig ausgeklärt, daß die russisch« Stg- tistik den Erport nach Deutschland, Oesterreich und der Tschecho- slowokei in einer Ziffer zusammensaßt. Don russischer Seite wird darauf hingewiesen, daß ihre Statistik nicht das Bestimmungsland, sondern die Nationalität der Besteller aufnimmt, daß also müq- licherweise auch deutsche Transitkäufe ihre Ziffer beeinflußt haben. In der deutschen Einfuhr spielt also Rußland durchaus keine domi- gierende Rolle. Der deutsche Oelmarkk im Oelkrieg. Wenn also auch die russische Einfuhr nach Deutschland im Fort- schreiten begriffen ist und der Benzinimport aus Rußland in diesem Jahre zum Beispiel um mehr als 50 Proz. zugenommen hat, so dominieren doch auf dem deutschen Markte noch durchaus die Deutsch-Amerikanische Petroleumgeselllchast als Vertreterin des S ta n d a r d- Konzerns und die Rltenania-Ossog als Handelsgesell- schast des englisch-niederländischen Konzerns (Royal Shell). Obwohl diese beiden Gefellschaften miteinander konkurrieren, so führen sie doch keinen Krieg gegeneinander. Die Deutsch-Amerikanische Petroleumaesellschast gehört nickt zum Konzern der Standard Oil os New D o r k, sondern zum Konzern der Standard Oll of N e w I e r s e y, die offiziell am Kampf gegen Deterding noch nicht teilnimmt. Uebrigens führt der Deterding-Konzern gegen die Standard. gruppe den Krieg nur auf jenen Gebieten, wo dieser Konzern russisches Petroleum verwendet, was in Deutschland nicht der Fall ist. Die beiden Gesellschaften verkehren, miteinander sowie mit der- Deutschen Petroleum-Aktie ngcsellschost, die persisches Petroleum ver- kauft, sogar ziemlich freundschaftlich. Die deutsch-russische Petroleumgesellschaft dagegen, die Derunapht, hat im Laufe des verflossenen Jahres eine Zeitlang einen ziemlich heftigen Kampf gegen die anderen Gesellschaften geführt und jede Offerte dieser Gesellschaften um einen Pfennig unterboten. Jetzt haben diese Unterbietungen aufgehört. Wenn die Preise dennoch weiter zurückgehen, wenigsten» indirekt, wie z. B. aus dem Wege von Ra- hatten an die Kraftdroschkenbesitzer, so ist dies die Wirkung der Ueberproduktion. im Amerika und der wachsenden Rohölgewinnung in einigen neuen Ausschlußgebieten. Für die Zukunft wird jedoch Rußland auf eine Erweiterung seines Absatzgebietes in Deutschland nicht verzichten. Das russische Rophthosyndikat hat eben jetzt mit der ehemals österreichischen Gallia die„D e r o p' gegründet, welch« den Kleinverkaus in die Hand nehmen und auch Zapfstelle» errichten soll: eine ähnliche Oroani- sation, wie sie sich das russische Naphthasyndikat bereits in der„Rop* (Russian Oll Products Ltd.) in England geschaffen hat und in Frank- reich zu schaffen beabsichtigt. Durch Vereinigung mit der Erdöl- industrie-Aktiengesellschaft(„Eriag') wird die Derop ein bereits vor- handenes Zapfstellenmetz gewinnen, an das sie anknüpfen kann, und wird auch die kaufmännischen Ersahrungen der Eriag im deutschen Verbrauchergeschäft verwerten können. Sch— k. Wichtiger Aktienerwerb des RWE. Reue Gasbeteiligungen trotz Verkauft des Gasnetzes. Wie gemeldet wird, ist die Aktienmajorität der A l l g e- meinen Gas- und Elektrizitäts-Gesellschaft. Bremen, nachdem sie sich bisher im Besitz der Bankfirmen Carsch u. Co., Berlin,»nd Gumpel, Hannover, sowie der Metallsirma Schoyer u. Co., Berlin, befunden halle, in die Hände der Aktien- gesellschaft für Energiewirtschaft in Berlin gelangt. In der letzten Generalversammlung der Bremer Gesellschaft wurde der Aufsichts- rat noch durch Vertreter dieser Firmen ergänzt, so daß daraus der Schluß gezogen werden kann, daß diese Firmen die Majorität noch nicht lange besaßen. An dieser Transaktion fft in hohem Maße bemerkenswert, daß die Aktiengesellschaft für Energiewirtschaft. Berlin, vom Rh ei- n i sch- W est sä li s che n Elektrizitätswerk beherrscht wird. Ihr Aufsichtsratsvorsitzender isr Dr. Dögler, und der gesamte Vorstand des RWE. ist im Aufsichtsrat vertreten. Die All- gemeine Gas- und Clektrizlläts-Gesellschaft Bremen ist in der Haupt- fache Holding- Gesellschaft und beherrscht durch Majoritätsbesttz etwa zwei Dutzend Gas- und Elektrizitätswerke, besonders in West-, Mittel- und Süddeutschlond. Die Ausdehnung der reinen Elektrizitäts interessen beim RWE. wäre begreiflich. Es ist aber nicht anzunehmen, daß das RWE. Elektrizitätsinteressen in diesem Falle oerfolgt. Das wider- spräche seiner bisherigen Methode de« Stromverkaufs. Wohrfchein- sicher ist vielmehr, daß das RWE. hier Gas interessen versolgt. und zwar obwohl«s erst ganz kürzlich sein Gasnetz an die private Aktiengesellschaft für Kohleoerwertung in Essen veräußert hat. Es ist deshalb die Möglichkell nicht von der Hand zu weisen, daß das RWE. auch mll dem Erwerb dies« Majorität, ähnlich wie es bei dem Verkauf des Gasnetzes geschah, den Ferngasplänen der Ruhr Schrillmacherdienste leistet. Die Oessentlichkell hat deshalb alles Interesse, die weitere Auswirkung dieser Transaktion aufmerksam zu verfolgen. Zur Vermeidung falscher Auffassungen. Der«Znqueteausschuß beruhigt über seinen Agrarbericht. Wir haben kürzlich schon darauf hingewiesen, daß der Vor- bericht des Unterausschusses für Landwirtschaft beim Enquete- ausschuß über die Verschuldung der Landwirtschaft beim Reichslandbund teils schwere Enttäuschung, teils helle Empörung ausgelöst hat. Dos ist kein Wunder, weil dieser Vor- bericht in der Tat die ganze Bauernogitation des Reichslandbundes in die schwersten Verlegenheiten bringt. Scheinbar aus dieser Situation heraus hat der Unterausschuß für Landwirtschaft, dem auch eine Anzahl Führer des Reichslandbundes angehört, sich zu dem außer- gewöhnlichen Schritt verstanden, eine beruhigende Er- klärung über die Tragweite des Berichtes zu ver- öffentlichen. Es wird unterstrichen, daß es sich um einen Borbericht handle und daß die Erhebungen über die Verschuldung der Landwirtschaft noch nicht abgeschlossen seien. Die bisherigen Ergebnisse seien nur deshalb zusammengefaßt worden, um einer Entschließung des Reichs- tages Rechnung zu trogen. Namentlich seien die Erhebungen im Rheinland und in Südwestdeutschland nur aus sehr wenige Buch- führungsergebnisse gestützt.„Um eine Beunruhigung, die in land- wirtschasllichen Kreisen durch einseitige Auslegung in der Presse entstehen kann", zu vermeiden, wird festgestellt, daß die erfaßten rheinländische« und südwestdeutschen Betriebe an und für sich viel zu gering seien, um eine Verallgemeinerung für diese Gebiete zu gestatten Es sei im übrigen zu berücksichtigen, baß der Porbericht nur den Stand der Verschuldung am 39. Juni 1926 erfasse. Ein abschließendes Urteil über die gegenwärtige Lage der Landwirtschaft in allen Gebieten und Betriebsgrößen enthalte der Vorbericht nicht. Der Satz aus dem Bericht, daß das Kernübel in dem Mißverhältnis der Betriebseinnahmen zu den Ausgaben, ins« besondere den öffentlichen Lasten und den hohen Zinssätzen bestehe — dieser Satz, aus den der R e i ch s la ndb u u d offenbor den Hauptwert legt, wird zur Beruhigung noch einmal wörtlich zitiert. Wir haben gegen diese Beruhigung der agrarischen Oefsentlich- kell, wenn wir sie für einen Enqueteausschuß auch ungewöhnlich finden, nichts einzuwenden. Aber wir wissen nicht, ob der Enquete» ausschuß seine Autorität in der Oeffentlichkeit damit stärkt, besonders nachdem die Kreise des Reichslandbundes, also in erster Linie politisch interessierte Kreise, chre Enttäuschung und ihre Empörung über den Enquetebericht so offenkundig gemacht haben._ Niedriger hängen! Bekommt die Großeinkauftgesellschast Staatskredite? Die„Allgemeine Fleischerzeidmg" überschreibt in ihrer Nr. 63 vom 14. März d. I. eine Notiz:„M i l 1 i o ne n k r ed i t e für die Bölts-Werke." Sie gibt in ihrer Notiz die Mlliellung des preußischen Landwirffchaftsministers weder, in der es u. a. heißt: „Außerdem hat der Landwirtschaftsminister beantragt. Mittel bereitzustellen, damit die Großeinkaussgesellschaft der Konsum» verein« sofort Mostschwein« gegen Lieferung von Gerste ab- nehmen kann." Dies« Mitteilung deutet die„Allgemeine Fleischerzellung" so, daß die Großeinkaussgesellschaft der Konsumvereine Millionen er- hatten soll, offenbar für den Ausbau der früheren Böfts-Werke m Oldenburg. Soweit uns bekannt, handelt es sich bei dem Antroz des preußischen Landwirtschaftsministers darum, den gegenwärtig reichlich beschickten Schweinemarkt mehr zu entlasten, als es jetzt durch den Konsum geschieht. Dazu sind natürlich nur große Werke imstande, wie sie die„Großeinkaussgesellschaft Deutscher Konsumvereme m. b. H." besitzt. Die Großeinkaussgesellschaft hat sich becell erklärt, schon jetzt Schweine aus dem Markt zu nehmen und sie nicht mll barem Geld, sondern mit Futtermitteln, nämlich Gerste, zu bezahlen. Dies« Gerste ist aber heute im Verhältnis zu den Schweinepreisen so teuer, daß es für die GEG. ein Derlust. geschäft wäre. Aus diesem Grunde hat sich der preußische Land- wirtschaftsminister bereit erklärt, für eine Uebergangszeit, die sich nur auf wenige Wochen erstreckt, weil rn Kürze jedermann mll höheren Schweinefleischpreisen rechnet, aus den zur Derftigung stehenden Mitteln zuzuzahlen. Es handelt sich also nicht um einen Millionentredit, es handelt sich überhaupt nicht um«inen Kredit, sondern«s handelt sich um ein« Maßnahme zugunsten der Land- Wirtschaft, die denn auch aus landwirtschaftlichen Kreisen lebhaft befürwortet wird. Wenn der Plan nickst zur Ausführung kommen sollte, so hat nicht die Großeinkaussgesellschaft den Schoden davon, für die es, wie berells gesagt, nur ein Entgegenkommen bedeutet, wenn sie die geplanten Maßnahmen mitmacht, sondern die Landwirtschaft wäre die Leidtragende. Im übrigen dürste es auch der„Allgemeinen Fleischerzellung� nicht unbekaNtll sein, daß die Großeinkaussgesellschaft nicht nur keiner Kredite bedärf, am allerwenigsten, um ihre Werke ouszi». bauen. Daß die Böltz-Werke von der Großeinkaussgesellschaft box bezahlt worden sind, weiß die oerehrliche„Fleischerzeitung", und sie hat früher selbst schon zu ihrem eigenen Aerger konstatieren müssen, daß die organisierten Genossenschaften ihrer Zentrale gc- nügend Gelder zur Verfügung stellen, um den Ausbau aller ihrer Anlagen— es sind leider erst 43 Fabriken— zu gewährleisten. Geld Ist noch reichlich vorhanden. Die Reichsbauk kauft Gold. Der Reichsbankausweis zum 15. März läßt wieder eine erhebliche Entlastung der Reichsbank erkennen, obwohl kurz vor dem Quartals- schluß sonst viel Geld verlangt wird. Der Rückgang der Wechselbe st ände um 260,3 aus 2090,7 Millionen ist recht b e- trächtlich, und wenn auch die Lcmbardbestände, wie gewöhnlich zur Monatsmitte, um 40,4 auf 91 Millionen aeftie-en und die Kundschaftsgelder aus Girokonto um 34.5 auf 492,1 Millionen ge- sunken sind, so scheinen Banken und Wirtschaft doch noch immer recht flüssig zu sein. Der Notenumlauf hat sich um 18l.9 aus 3885,8, der Umlauf an Rentenbantscheinen um l.S auf 694,9 Millionen ver- rmgert. Die Goldbestände sind mit 1881,1 Mllionen fast unver- ändert, die Devisenbestände für die Notendeckung um 36.2 auf 262.1 Millioyen aesenkt. Diese erhebliche Senkung der Deckungxdevisen erklärt sich für rund 21 Millionen MarkausGoldkäufen im Auslände, die im nächsten Reichsbankausweis d»e Gold- bestände entsprechend höher erscheinen lassen werden. Die deuffche Ausfuhr noch Rußland steigt. Noch den Angaben des Moskauer Handelskommisjanats ist in dem bisherigen Rückgang der deutschen Ausfuhr noch Sowjetrußland, der nicht zuletzt der An- laß zu den kürzlich abgebrochenen deutsch-ruffiscHen Verhandlungen war, ein Wandel eingetreten. In den vier Monaten Oktober— Januar 1927/28 ist der Sowjet e x p o r t nach Deutschland um 7 Proz. auf 59,8 Millionen Rubel zurückgegangen, während die deutsche Ausfuhr nach Rußland auf 76,4 Millionen Rubel, das ist fast dos Doppelt« des Vorjahres erhöht ist Da die Liefe- rungen aus den bekannten Russenkrediten in der fraglichen Zeit zu- genommen haben durften, wäre diese Entwicklung möglich. Doch wird sie im einzelnen noch nachzuprüfen sein. Der amerikanische Gummikrieg gegen England hat eine Der- schärfung erfahren. Die in den Vereinigten Staaten bestehende Gummieinkoufsgesellschaft. die durch gemeinsamen Einkauf des ge- samten amerikanischen Bedarfs und durch entsprechende Lagerhaltung auf die englischen Preisdiktate enffprechenden Emftuß ausüben will. wird ihre Tätigkeit nickt einstellen, wie erwartet wurde, sondern ver» stärkt fortsetzen. Sie hat einen neuen Kredit von nicht weniger als 60 Millionen Dollar erhalten, der zur Senkung bzw Stabi- lifierung der Gummipreise verwendet werden soll. Do v,om amerika- nischen Handelsminister Hoover bekannt ist, daß er.den Kampf gegen dos englisch« Gummimonopol scharf führen will, ist anzu- nehmen, daß diese Kreditgewährung unter Förderung der.' amerika- nischen Regierung zustande gekommen ist. t Zlum Kochen von Gemüsen M AGG ls Fleischbrühe ''Ä'Siit-'.'«* Nr. 4SS» 4S. Jahrgang ��OVlOOFf S OtctMffög. 20. aRirj 1926 Abrechnung mit den Großagrariem. Kinanzdebatte im Reichstag.— Die Großgrundbesitzer als Gteuerdrückeberger. Vor Eintritt in die Tagesordnung des Reichstags macht Präsident Lobe darauf aufmerksam, daß er am Sonnabend irrtüm- lich das Initiatiogesetz des Reichsrots über die Uebernahme der gesamten Kosten der Krisenunterstützung auf das Reich, das bereits entsprechend dem Ausschußantrag abgelehnt war, nochmals zur Abstimmung gebracht habe. Es gelte natürlich der a b l e h n e n.d c Beschluß des Reichstags. Das Saar, ollabkommen mit Frankreich geht an den Auswärti- gen und den Handelspolitischen Ausschuh, der vertrag mit polen über die Landarbeiter an den Volkswirtschaftlichen Ausschuß. Die Verlängerung des Gesetzes über den verkehr mit unedle» Metallen bis Ende dieses Jahres, allerdings mit Ausnahme von Eissnschrott. wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Ein« Aueschußentschließung, die die Uebernahme der durch die Vesahungsverhältnisse den Gemeinden entstandenen polizeikosten auf das Reich verlangt, wird angenommen, ebenso«ine Aus- icbußsntfchließung, den Saargängern und Elfah-Lotbringen-Gänger» wieder Mark monatlich für Verheiratete. 7 Mark für Ledige zu zahlen und Hessen einen Reichszuschuß zum Rheinbrückenbau in Mainz zu gewähren. Darauf wird die zweite Lesung des Haushalts fortgesetzt beim Knegslastenetat. Abg. Dr. Schueider-Dresden sD. Vp.) bedauert, daß unsere Tributlasten immer noch nicht«ndgüllig festgesetzt sind. Mit aller Schars« müsse protestiert werden gegen die Zumutung, die phan-- mftisch« Summe des Londoner Ultimatums von 132 Milliarden als Endsumm« anzuerkennen Zu fordern sei die Festsetzung einer End- iumm«, die weit unter 40 Milliarden liegt. Abg. Dr. Dernbnrg lDem.) weist auf die erschreckend« Höhe des Kriegslastenetats bin. Wenn wir«ine Revision des Dawes-Plans wollen, dann müssen wir bei uns selbst anfangen und ei» Ende machen mit der demagogischen Finanzpolitik, die heute bei uns ge- trieb«» wird. Abg. Dr. Reichert lDnat.) fragt, bis zu welchem Stadium die früher eingeleitet« Aussprach« des Reichssinanzministers mit dem Reparattonsagenten gediehen sei und wie es mit der Endsumm« stehe. Die veutschnatlonalen müssen jede verantworkung für die che- staltnnq des Vames-Vlans ablehnen. Abg. Dr. predl lWirtsch. Vag.) m«int, es sei sehr einfach, sich jetzt gegen den Dawes-Plan zu erklären. Seine Annahme wäre ohne die Zustimmung der Deutschnationolen nicht möglich gewesen. Gerade die deutschnational beeinflußten Renierungen hätten dl« Etat« so ansgebläh«, daß dl« Wirkung eine Steigerung der Dawes- Zahbmgen war. Damit schließt die Aussprach«. Der Kriegslastenetat wird angenommen, dazu eine Ent- schlisbung zugunsten der elsaß-lothrinoischen Rudestandsbeomten. Der inzwischen eingegongene Ergänznnqshnusholt. der das Notprogramm enthält, wird ohne Aussprache dem Haushaltsausschuß Überwiesen. E» folgt« die zweite Beratung des Haushalt, des Reichsfinanzministeriums. Der Ausschuß verlangt in einer Entschließung jährliche Nach- weilungen über Festsetzung, Erlaß und Niederschlagung von Geld- strafen. Zlbg. Meler-Baden(Soz.): Weil noch Immer das Existenzminimum viel zu niedrig angesetzt worden ist, ersticken die Steuerbehörden in Arbeit. Die 60 Proz. Steuerpflichtigen der untersten Einkommenftufe bringen nur den Betrag von 10 Millionen, die übrigen 40 Proz. dagegen 12ö0 Millionen. Die Ersparnis der halben Arbeit würde also nur geringfügige Steuerausfällc zur Folge haben. Leider haben die Regierungsparteien unsere Anträge auf Entlastung der kleinen und kleinsten Existenzen abgelehnt; ihre Beschlüsse sind keine Erfüllung der Lex Brüning. die eine Senkung der Lohnsteuer versprach. Bor allem muß die Kannbestimmung in der Verbrauchsbesteuerung des Einkommensteuergesetze« geändert werden. Ihr« Folge ist heute. daß ei» Geschäftsmann, der monatlich 4000 Mark für seinen Der- brauch aus dem Geschäft zieht, so daß dieses keinen Gewinn weiter obwirfl, einkommensteuerfrei bleibt.(Hört, hört! links.) Energischer müßte die Regierung Front machen gegen die maß. lose Steuerhehe des Landbundes, der aus diese Weis« die groß« Rot und dos bittere Leid vergessen machen will, das andere Kreife des deutschen Volkes tragen müssen. Wenn ein« Schicht das Recht hätte, stch gegen die Steuerlast aufzulehnen, dann wären es die Konfu- menten. besonders die Lohn- und Gehaltsempfänger.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Landwirtschaft aber hat kein Recht dazu, denn sie bringt knapp drei Prozent der gesamten Einkommen» steucr auf. (Hört, hört! links.) Aber auch innerhalb der Landwirtschaft ist die Steuerleistung noch ganz verschieden. Der badische Kleinbauer zahlt 14S Mark pro Hektar, der ostpreußische Großagrarier 17 Mark. (Erneutes: Hört, hört! links.) Wir fordern deshalb Offenlegung der Steuerlisten. damit die Herren im Osten sich schämen, künftig noch solche Steuer- «rklärungen abzugeben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Crem er(D. Vp.) weist darauf hin. daß die Haupt- einnahmen des Reiches nicht aus den direkten Steuern, sondern aus den Zöllen und Berbrauchsabgaben stammen. Bei den Besitz- und Derkehrssteuern fei teilweise eine Ueberlaswng der Steuerkraft zu verzeichnen. Die Lohnsteuer sollte auf«ine andere Basis gestellt werden. Nicht nur die Landwirte, sondern alle Berufsschichten hätten über steuerliche Ueberlastung zu klagen. Die g e r ä u s ch- vollen Landbunddemonstrationen, bei denen oft mit unwahren, demagogischen Behauptungen gearbeitet werde, machten ott den Eindruck, als hätten die Führer ein Vergnügen daran, die Lolksfeel« zum Kochen zu bringen. Abg. Dielrich-Badsn(Dem.)" verlangt eine Herabsetzung der Kosten des Finanzministeriums und«ine Verminderung seines großen Lerwoltungsapporats im Interesse der Steuerzahler. Die kleine» Bauern müßten heute weit höhere Steuer« zahle» alä die Großgrundbesitzer. Di« schwankende Haltung des Reichsfmanzmmisters in der De- urteilung der Finanzloge des Reiches je noch d«�t politischen Bedürfnissen der Regierung sei befremdlich. Abg. Dr. Brüning(Z.): Bei der Lohnsteuer sei die Grenze der Vereinfachung durch die soziale Gerechtigkeit gezogen, die die Erstattung der zuviel erhobenen Steuer verlangt. Bei der Landwirt- schaft werde sich das fetzige System der Besteuerung nicht dauernd aufrechterhalten lassen. Jetzt werde«ine wirkliche Einkommensteuer eigentlich nur bei den büchsührenden Landwirten berechnet mit dem Erfolg, daß die großen Landwirte weit besser ab- schneiden, als die Kleinbauern, bei denen dos Ein- kommen peschätzt wird. Abg. Dr. Gereke(Dnat.) beklagt die steuerliche Belastung der Landwirtschaft. Die in Preußen durchgeführte Aufhebung der Guts- bezirke habe zu weiteren Lasten für die Bauern geführt. Die Kundgebungen der Bauernschaft im ganzen Reiche seien keineswegs künstlich ausgezogen; die Führer hätten vielmehr alle Mühe, die «rregten Bauern vor unbedachten Schritten zurückzuhalten. Der Vorwurf der Steuerdrückebergerei gegen den Groß. grundbesitz sei ganz unberechtigt. Hcot« Dienstag,». Min, abends VI, Uhr, sprechen Im Spreegarten. Treptow Staatsrnlnister a.D. Genosse Carl Severing and FranrKfinstler.M.d.R, in einer Stfentlichen Knndgebaaz Ober •Die SozlaldemoKraDe im Belduta&waimuuniir Gemeinsamer Abmarsch mit Musik SPD. Treptow« Wiener Brücke/ SPD. BaamsrhaUnweg: Watdecke «US Uhr. R..B. NenkSIln: Bahnhof Treptow 7 Ubr. R—B. Kreuz- bergt Mariannenplatz 6.48 Ubr. Massen harauai SPD. T reptow-Banmichnlenweg. Grofte Ottenllldie HumUebimD morgen Mittwoch, ZI. MSrz, Wl, Uhr. im großen SaaJ des Stadttheatere Köpenick, Friednchstrafle A. Vortrag: Die politischen Parteien ■od die Wahlen. Referent: Reichstagsabgeordneter Kort Heinig. Treffpunkt zum Fackelzug mit Musik um t» Uhr Bahnhof Köpenick. Mioner and Preaen, erscheint In Maasen I 108. Abt Köpenick der SPtX Reichssinanzminister Dr. Köhler: Wir sind uns darüber klar, daß bei der Lohnsteuer eine Aenderung notwendig ist. Wir werden uns in nächster Zeit auch aussprechen müssen über die Frage von Zollsenkungen und über Fragen der Besitz- und Verkehrs steuern. Die Tätigkeit der Reichssteuerbeamten ist mit Recht anerkannt worden. Der tüchtigen Arbeit dieser Beamten ist zum großen Teil die Steigerung der Steuereinnahmen zu ver- danken. Die Kompliziertheit der Steuerverwattung ist in der Haupi- fache dadurch verschuldet worden, daß der Reichstag in den Gesetzen icde mögliche Einzelheit regeln wollte. Wir arbeiten an der Ber- einfachung des Apparats. Die Aufhebung einer großen Zahl Finanz- ämter steht bevor, auch die Londesfinanzämter sollen verringert werden. Die Buch- und Betriebsprüfung hat sich gut entwickelt. 1927 ist es uns dadurch gelungen, die internationale Verschlechterung vieler Betriebe aiiszudecken zum Nutzen der Einnahmen des Reiches. (Der Minister kam dann auf die L a n d b u n d h e tz e zu sprechen. Wir berichten darüber im Hauptblatt.) t Abg. Simon-Schwaben(Soz.): Der Landbund sucht in geradezu verbrecherischer Weis« die Ag> tation zu betreiben. Gewiß hat. auch der Landwirt das Recht der Demonstrationen, aber er muß sich im Rahmen der Gesetze halten. Die Landwirtschaft ist in Rot, aber man darf nicht vergessen. daß sie immer noch im Besitze von Realitäten ist. Der Großgrundbesitz ist lange nicht so notleidend wie der kleine Bauer. Zwei Drittel des Steueraufkommens entstammen den Massen- steuern. Die Senkung der Lohnsteuer ist namentlich den Sozial- demokraten zu verdanken. Aber sie ist wieder wettgemacht worden durch die Zölle und Verbrauchs st euer n. Wir fordern Ausbau der Vermögenssteuer, Einsührung der Dermögens.zuwachs- steuer, Besteuerung nach dem Verbrauch, Ermäßigung der Lohn- steuer. Viel zu reichlich wird die Stundung von Steuern zugestan- den. Wo der böse Will« vorhanden ist, muß entschieden zugefaßt werden. Die Buchführung muß weiter ausgebaut werden, damit mehr Bettieb« kontrolliert werden können; es ist doch beachtlich, daß in einem Jahre über 100 Millionen Mark an Steuern mit Hilfe des Buchprüfungsdicnstcs hereingeholt werden konnten. Die Ueber- stunden in den Finanzämtern müssen aufhören; man sollte Hilfskräfte einstellen und dabei auch abgebaute Beamte bedenken. Mit der Auf- Hebung und Zusammenlegung von Finanzämtern darf nicht gezögert werden, wenn auck Bayern widerstrebe. Es darf nicht sein, daß auch der Reichssinanzminister sagen muß, in Bayern habe er nichts zn sogen. Die Steuerpolitik des Bürgerblocks ist unsozial und verschont den Besitz. Der neue Reichstag muß mtt dem Bürgorblock gründlich abrechnen. Abg. Dr. Aeder(Natfoz.) verlangt Offenlegung der Steuerltsten der Bank- und Börsenmognaten. Ab. Dorsch(Ehristlnat. Bauernpartei) beklagt vor allem die Vielheit der Steuern, in der Landwirtschaft.- Abg. Bortnuinn(Wirtfch. Vgg.) führt Beschwerde über die Art," In der selbst bei den kleinsten Gewerbetreibenden Bücherrevisionen vorgenommen werden. Abg. Frau Arning(Soz.) verlangt schleunige Befriedigung der Ansprüche der früheren Kriegsgefangenen. Damit schließt die Aussprach«. Der Haushalt wird mit der Ausschußentschließung an- genommen. Vizepräsident Esser kommt zurück auf einen vam nationalsozia- listischen Abg. Dr. Feder verlesenen Brief, in dem ein Petent gegen den Präsidenten Löbe den Vorwurf erhebt, er habe eine Petition nicht weitergegeben und«ine Drucksache nicht ver- teilen lassen. Hierzu stellt Vizepräsident Esser fest, daßandiesen Beschuldigungen kein wahres Wort sei.(Rufe links: Echt völkisch!) Präsident Löhe: Ich habe an Herrn Dr. Feder die Frag« zu richten, ob er nach dieser Aufklärung nicht von der Rednertribüne aus feine Beschuldigung zurücknehmen will. Abg. Dr. Feder(Ratsoz.): Ich habe lediglich den Brief verlesen. Nachdem die Aufklärung gegeben ist, bitte schon, ist die Sache erledigt.(Stürmische Rufe links: Lump, Schwindler, Verleumder. elender Feigling!) Um 20Vt Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag 13 Uhr. Auf der Tagesordnung steht neben kleineren Vorlagen das Kriegs- s ch ä d e n s ch l u ß g e s e ß. J-41/ bm PmblEm? Nem! Denn ieJes Audb sieht das verstärkte Format. isds Hase atmet die aromaflsdis Würze der verbsssertEn MOSLEM- ZigarsttE zum nsuan Prsisa statt 3 PF jetzt 4 PF SLMM- also, nur Ein Moslem P.ROBLEM ÜS&j&MLtiL.'-vi.• � V". Am Smrrrtog spricht Wilhelm Nowack anläßlich der Revolu- tionsgedenkfeier über den„Deutschen Einigungskamp i vor acht Jahrzehnten". Er skizziert kurz die potitisch« und kulturelle Situation nach dem Wiener Kongreß, die fortschreitende Reaktion, die Knebelung der Presse, der freien Meinungsäußerung und des Ver>' amrnlu n gsrechts Entschieden wendet er sich gegen die Angriffs auf das erste deutsche Parlament in der Frankfurter Paulskirche, das gewöhnlich als eine Versammlung politischer Idealisten ohne Erfahrung hingestellt wird. Der Schauspieler chsinrich Witt« rezitiert darauf Gedichte von Herwegh und Frei- ligroth mit dem rhetorischen Schwung, den besonders Freiligratl) verlangt- In der Funk-Matinee der Erksche Männer- gesangverein mit Schubert-Lieder für den Chor bearbeitet und mit Volksliedern. Uebertragungen aus großen Räumen, wie aus dem Großen Schauspielhaus, sind bei chorischen Veranstaltungen immer vorzuziehen. Der Ton verliert hierbei weiriger an Fülle und Umfang als bei Uebertragungen aus flachen, gedeckten Sende- räumen. So hinderläßt dos Konzert einen starken, künstlerischen Eindruck. Di« Zlbendveronstaltung ist di« erst« in der Reihe der Jbsen-Feiern des Rundfunks. Sie ist hauptfächlich aus 'Rusi? gestellt, sie soll gewissermaßen die Landschaft musikalisch illm'tneren, in der„Peer Gynt" und„Das Fest auf Solhaug" spielen. Grieg, Schjetderug und Soendsen bilden trotz sonstiger formaler Verschiedenheiten«ine künstlerische Einheit, die Werke haben dieselbe Grundstimmung, dieselbe lyrisch« Holtringi anders dagegen der spröde und herbe Psitzner mit seiner Ouvertür« zum „Fest auf Solhaug". Ein Konzert zum Gedächtnis Ibsens könnte besser als..Rorbkscher Weich" bezeichnet werden. Jedenfalls ist es ein« D«ranstaltunq von künstlerischem Format. Am Schluß ihres Vortroges über Ibsens Frauengestalten am Montag nachmittag erklärt Olga Stieglitz, daß drei Jbsensche Frauen. Hedwig aus der„Wildente", und Aase und Soloeig aus „Peer Gynt" keiner kritischen Analyse bedürften, denn ste seien ganz Natur. Scheinbar glaubt Olga Stieglitz tatsächlich, daß sie die anderen Frauen analysiert habe. Der Vortrag nahm vorweg, was Carl Stricker gleich daraus prägnanter über Ibsens Dramen sagt. Strecker gibt in erster Linie da- Gesamtbild des Werkes, dann auch eine erweiterte Inhaltsangabe und die Probleme und die Menschen der Dichtung. Es ist«in Gedentoortrag ohne übersteigerten Jubel und ohne ob- lehnende Ärüit. Strecker bewahrt immer eine ruhig abwägende Haltung. Aber bei der Charakterisierung der„fjedda Gabler" behauptet er gerade das Gegenteil von dem, was Olga Stieglitz heraus- gefunden hat. Es kommt nicht daraus an, wer Recht hat: jede Figur eines Dramas kann verschieden ausgelegt werden Innerhalb einer Stunde wurden also zwei grundverschiedene Meinungen über den- selben Gegenstand geäußert. Wem soll der Hörer glauben? Die Kapelle Dr. Imre v. Szilagyi spielt im Nachmittagskonzert ungarische Musik von schwerer blühender Melodik, von weich zerfließender Meioncholie, die erst wieder verschwindet, wenn das Lied zum Tanz wird. Abends di« Uebmragung von Gounods„Der Arzt wider Willen" aus der Staatsoper. F. S. Wetterberich» ber SffrvtNchea wetterdlenltNetl« Aertia vad llmgegevd stkachdr.»erb.). Noch Irocken und heiter, Tenivcraluren am Tage noch etwa« bkber, nacht« leichter Froll.— JCr Veutfchland: Nur in We'ideut'ch- land strichweise etwa« Regen, im übrigen Reiche trocken und vielfach beiter. Tcmperciiiren überall im ganzen Reiche etwa- höher, im Osten und Süden noch ziemlich strenge Nachtjröslc. vre Salkschae yarmonte- Thartottenbnrq(WHgllA de« Denllcke» Zlrbeüer-Säugervundes) wicderdoil lein Konzert.Humorund scherz imLiede' am Sonnabend, 24. März, abends 8 Uhr, in der Hochichuie iür Musik. Karten a 75 Ps. an der Kasse. Zu« Vortrag gelangen Kinder-, Jugend-, Männer- und gemischte Chöre. Bette u-Ausstellung Grünfeld. In der Frage einer angenehmen, zweckmäßigen und hygienischen Wohn- und Lebensweise spielt unzwestelhast das Bett ein« nicht un- wesentliche Rolle. Schließlich verbringen wir doch einen ganz be- trächtlichen Teil unseres irdischen Gastspieles auf diesem Psuhl, der weder einem überladenen Iiermöbel, noch einem allzu asketischen Marterkosten gleichen soll. Das Vett muß sich seiner äußeren Gestalt nach den Raunwerhäitnisien sowie den übrigen Ernrichtungsgegen- ständen anpassen und seine Inneneinrichtung soll allen Ansprüchen bequemer und gesunder Liegemöglichkeit entsprechen. Interessant ist ein aus der Zeit Ludwigs XV. stammendes Prunkbett, das die prvtzig-geschmacklose Ucberladenheit früheren Wohnstils, gepaart mit einer mehr als primitiven körperlichen Hygiene aufweist. Das Bett selbst, ornomentengeschmückt, verziert mit Säulen und Säulchcn, darüber ein prächtiger Betthimmel mit Plcureusen, Goldfransen und allem möglichen Zierat, die Bettdecke aus schwerer, leuchtender Seide und darunter schliefen die Menschen der damaligen Zeit aus un- bezogenen Decken und Kisten, ohne Laken. Doneben zeigt die Aus- stellung ein« reiche Auswahl von Betten, wie sie sein sollen. Schlicht in der Form, mit guten, bequemen Einsätzen, die Bezüge aus seinem oder derberen Wäschestoff, mit Fältchen, Wickelajour oder f)übf+cn, einfachen Flachstichmotiven, Bettdecken aus Wasselstoff, Pikee. Rips, wollene, oder halbwollen« Schlafdecken. Die Bettstellen selbst aus Messtng oder Holz, durchweg in ruhigen, geraden Formen gehalten. Verschiedenartigste Nachthemden, Pyjamas und Morgenröcke ver- vollständigen das Bild. - onrvTr-w.nc-e w Dienstag.#». 33.5 Staitnlpn | Am Plyd.Repabl. 7 Uhr i Tristan d. Isolde »tutl. Sduisplilli. tu oendamraonartl 8 Uhr Prinz lonis Ferdinand Dienstag, 203.28{ StädtisdiE ßpei Btsmarckstr. a.-Im. II. W. 7»/, i toatt. Stfeillerft. Charlottenburg 8 Uhr Das Duell am Udo Volks büh ne li'siia an Sllonpiali Tu. an Sdiifftiinnianin 8 Uhr Der Zigaretten- kasten 7>;, Uhr Peer U MM NM Norden 12310 Abonnementsbüro: Norden 10338—39. V, Uhr, Ende 10 U. Zwfilttaueend KatnraerspieTe Norden 12310 '•'«U, Ende nach 10 Fisdaii Sie, daß Coastasce sidi riditig _______ vertält? Die Komödie Bismarck 241«'731« 3'/. U.. Ende 10'/, U tani 89. Mal«: Marcel Fradelln! »Der Eunuch», Eerlioer üieater Direktion Kuhnert. Tiiricthulr.än SI.5S«li.11C Heute?'/, Uhr Premier« .MM Mn" Ein Berliner Volk»- stDck von frledmti-fndeilik.— In Uiltut. tu iiidl. Lad lau KomSsciio S'/nülir Oper g'/5ühr llames KloliTs! gewaltiges neues ftevuc-Stück: lieft' n aus! Lastspiel bao» «-/, Uhr duido Thieiseber „Csför üEflMsatMäir UnjEsVe�eiu Täglich»'/, Ubr LWiidM Kiurlnaa. 0.(W"»«r taih«» Uchtcnstein, Hofbauer.Fleiscber .8»rl. Slajtap-I Wieser. Bradslty. Brand» Sie werden%i'! dasselbe sägen, was Millionen erfahrener Hausfrauen immer wieder be« tonen, wenn sie vergilbte oder graue Wasche durch Sil, Henkels beliebtesÄleichmittel, schneeweiß erhielten: ä:»"•"" jy,'.', 3ijmn öleicberi- o�neqieicfpen f ,«>. wtf.'.''-Vvv...:\ m w M � W .' � 200 MliwirUende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. CASINO-THEATER» Uhr LothrJogcr Str. 37. Doktor KSaus. Aaswfanelden i antschem 1—4 Pers. Fauteuil nur 1,10 5U. Sessel 1.60 M. iCOLtA- Noüendort 7360 Enrico Rastelli und weitere internationale Varietö-Attraktlonen. Theater am Kolthosser Tor Koitbuaser StraSe 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr 9 Sonntag, nachmittags 3 Uhr Elite-Sänger sjW�im März-Spielplan d. gr. Schlage: Ii Jli diese Idiwiegenöline" vj* Volksstück In l Akt. 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G-moll-Moz.; Z Sinf-Beethov. Uraufführung des tasttgenAbeniecrertiiiBsderAafa Der SrWe Gauner des Jahrhunderls Regie: Max Obal mit Luciano Albertini Hans Albers. Tman Glfison.emia Ley 5, r, 9 Uhr 4, 6.30, 9 Uhr Primus-Palast Primus- Palast Potsdamer Str. Hcrmannplalz Jugondilclio haben Zutrlttl OeMtWaiMi-feU Oienntag. 6en 20. TXflr}. aber ÖS Z Hit. im Jagen Oheim da» veebanöa hanses. Linienste. 83 85 Branchenversammlung aller Werkzeugmacher-Lehrliogc Groß-Verllas Tegeeorbnung: l. Tortrag de-. stcllegkN s-inridi Seüwiq-„Vom Hond- wer! zum modernen Industriearbeiter.- Z. Sranditnnnfle egenbeiitn. ZugendFolleaen! Alle in unserer Branche tätigen Lehrlinge ntüfien unbedingt»u dieser Bersommiung erichetnen Bqstlert in der VerFstatt und in der Schule sllr zahlreichen Besuch. Die Zugeudtommlsflon. «ldwül VlmllvschlLgN! vlenntaa. den 20. TUärj, abendn Z Ahe, Im Berbanbnbans, Linien» strohe 83. 55 Branchenversammlung der Bauanschläger Tagesordnung: 1. Verband«- nnd Bronchenanoetegenheiten. 2. Diswstion 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Da michllge Fragen ouF der Tagesordnung fteben, merden die Kollegen er- sucht, restlos die Versammlung zu besuchen ll. MelfEmlköe. mutwach, den 21. Marz, nachm. «>/, Ahr. im vrendanar«arten, Oresdener Strotze 85 Branchen Versammlung Tgge»o?önnng: U Bartrag an, eigen est Werken Dichter Max Bartdel 2. Branchenanzelegenheiten. chieden«, 8. Dez- Pflicht eine« jeden Kollegen ist»«. za er- uch ist müzubrmgen. t tcheinen. Witglledsduch >«»»»: ZeiikmuM**"-» R irtnoch den 21 mdr). nachm. 5 Ahr, im verdandMönn», Linien- strotze 53/85 Branchenversammlung der Feilenarbeiler. Togesordnunq: 1. Berich« stber die Perbondlungen vor dem Sckilichwng«. onsschutz Z. Disiusston und Verschiedenes 0I«inderbetten 8.751 B-ttwäschel Znlettsl spottbillig und gut l«ein» Lomdardwaren. Leih, hau,. Beunnenftroß»«7• »«tragen« Herren,»rderode. Spez'i-W täi Bouchilguren. spottbillig. Nah, Dar» mannstrasie 25/26. 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