BERLIN Dienstag, 20. März 10 Pf. Nr. 136 B 66 45. Jahrgang. CrfAeiBt«Vier /y/ /I/ 1/ /// en»rei<- Soale'ck Ad-nd-u-aab. des.V°rw«rtt' Bezua-vreis\m" J F w_ ij/. i A-- M..«n P'.. R-kl-mqe.le für de, de Ausgaben 7" Pf. pro Woche.» M. vre Monat. fff fl m i j � 0\#•■tiörMz'fl�rCA PoKfcheckkoot» «edaklion und erpedltton: Berlin GW««. ttodenSr.»/ JJWT�i WW\ASI TV BtrltN Nr.»7S«K. Fl : tüte einfraltige Nonparetllqeile 5 M. ErmaKiqungen nach Tarif. : Vorioarts-Verlag G. m. d. H., Ferni'rrecher: Dönhoff«»2 bis W? Landbundrevolte in Schlesien. Oe/' Lichterfelder Prozeß. Bericht auf der 2. Seite. Der große Messebahnhof. '———.'■! •i1*-' V> v 'i .». �' V- K v v>V; /)«r n&ut große Kreutungsbahnhof auf dem Messegelände, der in einigen Ffochen eröffnet wird, Das Grauen im v-Booi. Die Oeffnung des im Dezember gesunkenen Bootes. ' Bofitm, 20. März. We llniersuchungskommWon für die Aatastrr'phe des Unter« feeboote s 8 4, das am 17. Deze«r.b«r des vergangenen yahre» ge« funken und jetzt gehoben wurde, hat das Schiff besucht. ZNon fand sechs Leichen der Vefahung. die zurzeit de, Zusammenstotzes in dem Torpedoraum eingeschlossen waren. Au, der Lage der Leiche« ist anzunehmen, daß sie in ihren Schlafkosen gestorben und später durch das eingedrungen« Wasser aus diesen herauszeschttietr.mt wurden. Alls gelchname find dicht mit Schlamm bedeckt. Alle Torpedorohr« verschlüst« sind geschlossen, woraus hervorgeht, daß die Mann« schast keinen Versuch gemacht hat. aus diesem Wege au» dem Doot herauszukommen. Auch die Tür vom Torpedoraum zum Batterieraum war dicht verschlossen. Das Sprachrohr, durch das die Ziettungsmannschast Luft in das Boot pumpte, wurde unversehrt vorgefunden. Rem Dork. 20. März. Das eigetMch« Leck des Bootes war nicht groß genug, um das sofortige Sinken des Bootes herbeizuführen. Mau nimmt daher cm, daß die Leute im checkraum die Türe« zu lange offen gelassen haben, um sämtliche Sameraden hereinzulassen. Dadurch drang zu viel Wasser in den Raum ein, wodurch gleichzeitig Kurzschluß hervovge« rufen wurde. Die ZZ Wannschaflcu im Heckraum sind offenbar nach u»enig?u Stunden erstickt, während die übrigen acht, die sich im Torpedoraum aufhielten, wahrscheinlich noch Tage lebten. Sie haben sich, anscheinend von Hunger oder Müdigkeit übermannt. zum Ausruhen in die Hängematten gelegt und sind für immer ein« gefchlasen. Im Torpedoraum wurden nämlich ouffälligerwess« noch «n benutz ie Sauersiosslaschen gesunden, die wahrscheinlich als äußerst« Reserve zurückgestellt worden waren, zu deren Oeffnung man aber nicht mehr gekommen ist. da die Leute in den Hängematten inzwischeu die Besinnung verloren hatten. Rur zw« Mann scheinen nicht ruhig gestorben zu sein, da sie sich uoch im Tode umkrampft hielten. Leutnant Litch lag unter seinem Arbeitstisch mit dem Kopf aus der Mütze. Zwei schwarze Flecke an der Bordwand über seinem Sops rühren wahrscheinlich von Hammerschlägen her, der Hammer selbst tonnte stdcch nicht gefunden werden. Di« Mannschaften im Torpedoramn scheinen besonnen alle Borbcrenungcn zur Rettung IStroftm zu haben,«dem st« die urfxrüngüch nicht ganz dichten Lucken mit Gummi abdichteten; dos durch die Luken eingedrungene Wasser stand zwei Fuß hoch. Ferner hatten sie Vorbereitung dafür getroffen, daß durch einen bcst'mmtc» Kanal Luft einge» pumpt werden könnt«: die LuftFufuhr durch die Taucher erfolgte infolg« des Sturmes aber zu spät. Roch Eintritt der Dunkelheit wurden die Leichen in Flaggen gehüllt an Land gebracht und auf blumenbekränzten Wogen zum Hcspital geleitet. Di« Beisetzung wird aus dem Rationaisriedhos Arlrngton d« Washington erfolgen. Kinobrandunglück in Ltngarn. Drei Tote.— 60 Verletzte. Wie aus Budapest gemeldet wird, ereignete sich tu der Srmeiade Salt im Somitat Pest bei einer Sinovor- führoog ein schweres Brooduaglück. da» in feinen Einzelheiten an die Sotirstrophe im Sino von AI o r i a g o erinnert. Im Festfaol des Gebäudes des Gewerbeverein» der Gemeinde sprang bei der Vorführung eines Films au» der Dynamomaschine des Projektionsapparats ein Funken, der den Filmstreifen in Brand setzte. Gleichzeitig ging das elektrische Licht im Saal« aus. Im Nu stand die Kabine des Ope» rateurs in Flammen. In dem dichtgefüllten Soll entstand «ine Panik, und alles drängte nach der einzigen Tür des Saales, die zum Unglück nach innen zu öffnen war. Zahl« reiche Personen wnrden zu Boden getreten. Viele Leute sprangen aus den Fenstern des im ersten Stockwerk gesogenen Saales auf die Straße. Die Feuerwehr stellt« Leitern zu den Fenstern auf, über die sich ein Test des Publikums in» Freie rettete. Insgesamt erlitten 00 Personen Verletzungen, davon 30 schwere. In den Abendstunden sind drei der Schwer- verletzten im Spital ihren Verletzungen erlegen. Das Berkchrsmmisterimn in Rom hat 300 Volksschullehrer» die neuesten Tankz vorführen lassen, damit sie den Schülern da» Wesen dieser tnegersscheu Erungeuschaft klarmachen tön«»..... Die Banerurevolte gegen die Reichs- regleruug nimmt immer mehr an Umfang zu. Der Landbund, die Organisation der Großbauer« vnd der junkerlichen Grossagrarier, schreckt vor de« renolu- tionärsten Mitteln nicht zurück, wenn es sich darum handelt, die materiellen Vorteile der Gross- h a w e r« selbst auf Kosten der Aermsten zu sichern. Gr geht jetzt dazu über, nicht nur zu demonstriere», sonder» auch tatlichen, sogar bewafsueteu Wider st and zu leiste«. Ueber solche Fälle offener Rebellion gegen die Staatsgewalt wird uns nenerksings ans dem Kreise Nimptsch in Schlesien berichtet: Vor kurzem sollte in dem Dorfe Groß-Äniegnitz eine Versteigerung wegen Steuerrückständen gepfändeter Sachen stattfinden. Der Londbund bot in diesem Dorfe nicht weniger als ISO Mann aus anderen Gemeinden auf, um die Versteigerung zu verhindern. Kein Fleischer, dem seine eigenen Knochen lieb waren, durfte es wagen, etwa ein Gebot auf das zur Versteigerung kommende Vieh abzugeben! Der Gemeindevorsteher wurde von der randalierenden Menge verhöhnt und beleidigt. Selbstverständlich wurde von diesen„Notleidenden' der alkoholische„Frontgeist' reichlich konsumiert. An der Spitze dieses offenen und organisierte« Widerstandes gegen die Staatsgewalt standen der Borsitzende des Londbundes von Rohr, sowie die Junker von Richthofen und von Schimpf, ferner der Kreisdeputierte Ritzler und andere. Der Gemeindevorsteher. der eine solche Szene noch nicht erlebt hatte, kam ganz erschüttert zum Landrat, um ihm zu melden, daß der Landbund seine amtlichen Anordnungen gewoltsani verhindere! Als etwas später eine andere Versteigerung in der Gemeinde Langenöls stattfinden sollte, die etwa 1200 Einwohner zählt, forderte der Landrat rechtzettig zum Schutze der Amts- Handlung Schutzpolizei an. Sie wurde auch gestellt, und zwar eine Gruppe von 20 Mann. Der Laubbunb aber zog ans der ganze« Umgegend feine Anhänger zusammen, die mit Pferd und Wagen sowie mit Automobilen nach Langenöls strömten und dort— mehr als 1000 Mann stark— drohend den Schntipolizisteu gegenübertraten. Auch hier wurde die amtliche Versteigerung gepfändeter Ding« gewaltsam verhindert, weil sich die P o l I z e t t r u p p e zu schwach fühtte und angesichts der Uebermacht nicht von der Wafje Gebrauch machen wollte! Wie wir hören, soll zu der nächsten Versteigerung in der gleichen Gemeinde erhebliche polizeiliche Verstärkung herangeholt werden, um die Staatsautorität selbst gegen den allmächtigen Landbund zu sichern. Bei dem ganzen Borstoß des Landbundes handelt es sich nach Meinung der nur durch die agrarische Presse informierten und durch großagrarische Redner aufgehetzten Bauernschaft um einen Widerstand gegen die republikanische preußisch« Regierung. In Wirklichkett aber richtet sich die Rebellion gegen die hauptsächlich von de» Dentschuationalen geführte Reichsregiernng. deren Iustizminster H e r g t ein Deutschnationaler ist und als deren La nd-wirt schaftsminist er ausgerechnet Herr Schiele zeichnet, der sich selbst als„Candbundmiitister' feiern läßt! Die ernsten Worte, die gestern der Reichsfinanzminister Köhler an die Adresse der landbündlerischen Hetzapostel gerichtet hat, werde« solange vergeblich sein, wenn nicht die Reichsregiernng in Ge- meinfchaft mit der preußischen dem Landbund begreiflich macht, daß er und seine Leute nicht mehr das Recht haben, Revolution zu spielen, als irgendeine unter der Rot der Arbeitslosig- k e i t leidend« erregte Menschenmenge. E» handell sich nur um ein deutschnationales Wahlmanöver, angezettelt, um die Leidenschaften des Landvolkes von den Mißerfolgen dentschnatioualer RegiernngSkuust abzulenken und gegen die Städter zu Hetzen. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, so ist er unter anderem darin zu finde», daß m dem erwähnten«reife Nunptfch«ehr ai» 40 0* »Mtnfctt ihr? Siruerpsiichi gegen d«, Staat nol? erfüllt haken. trogdem fie unter nicht weniger schwierigen Verhältniflen leben als diejenigen, in denen jetzt' die Rebellion inszeniert wurde. Besonder» die kleinen Besitzer hoben mit wenigen Musnatzmen ihre Stenern voll bezahit, andere wollen wohl bezahlen, aber aus Furcht vor dem Terror des Üandbundes, der offen zum Steuer» streik auffordert, wagen sie nicht, ihr« Äbgaben zu leisten. Kennzeichnend ist, dah die gewaltsam verhinderten Ver- steigerungeri gerade bei Besitzern vorgenommen werden sollten,- die bei besten! Baden and bei glänzender lvirkfchaft nur mit Z bl» 5 Uroj. verfchnldr» sind und deshalb ganz unzweifelhaft in der Lage wären, ihr- Steuerpflichi zu erfüllen. Aber die Besitzer wollen nicht und glauben, durch die Hille des Landbundes von ihren Äerpfstchiungen beireit zu werden. Wie lange will Schiele und wie lange wollen die übrigen Reichsminister diesem verbrecherischen Treiben noch tatenlos zuiehen? Soll erst der Geist des Widerstandes auch auf die Industrie bezirk« übergreifen? Es ist hächste Zeit, dah die Bürgerblockregierung das Feuer löscht, das sie durch ihr« Ilntätigkeit selbst entfacht hat, Das Verbrechen von Langenoels. lUmptfch. 20. März Ver„Landmann" meldel: Anläßlich der gestern nachmittag iu Langevoel» skreis Ilimptsch) veranstalteien Zwangsversteigerungen auf landwirtfchafMchen Betrieben, hakten sich etwa l£100 Bauern ans den sireifeu Reichenbach und Bimptfch an- gesammelt, die durch Singen von Liedern aas de« Versteigerungs- z-Uitzen dir Abgabe von Geboten zu verhindern such- t e u. Ver L a n d r a I de» Srelf«, Rlmptfch haltte ein Schutzpolizei. kommondo von 20 Mann noch Langen oest entsandt, die mit dem Gummiknüppel gegen die Bauern vorgingen. Es gab mehrere telchkoer letzte. Als sich der Tumult immer mehr steigerte,«seil ein bekannter Führer der Landwirte verhaftet werden sollte, tieft der be- sehlshabend« Offizier die Maschiu engewehre auffahren «ad die Karabiner laVn. Angesichts dieser ernste» Lage wurden die »neiteren Zwangsversteigerungen abgebrochen. Rur dem besonne- na» Verhalte« de» Offizier» ist es zu«erdanken, daft noch im letzte» AnaeabliE ein Llutverglrften vermieden wurde. Das Notprogramm für die Aauern. Eine Reichsgesellschast für Viehverwertung. Zur Bogründlmg des ssgenannten landwirtschaftlichen stt o t p r o g r a m m s. das heute im Ausichuft für den Reichshnus- hast beraten wurde, erklärte Minister Schiele: Ein wesentlicher Grund der laudwirts che, Ulichen Nöte liegt in der Unausgeglich-nhelt zwischen der landwirtjäiostlnhen Güiererzeugung >md den Bedürfnissen des Verbrauchs, die in zeitweiligen Ab- f a tz s ch w i r i g k e i i-e n für nahezu sämtliche landwirtschosllicheu Produkte ihren Ausdruck findet, Schweinehaltung ist durch de» Rückgang der Schweinepreise unter die Gestehungskosten ernst- lich bedroh!. Angesichts ihrer großen Bedeutung, besonders für die bäuerlichen Betrieb«, beslehi alle Ursache, sie wieder lohnend zu machen. Bon den für die Organisation und die Förderung des Ab» satzes von Schlachtvieh und Fleisch ongisorderten Mitteln sollen S Millionen Mark ol» veihiise und 22 Millionen Mark in Gestalt »ou Darlehen bereitgestellt werden. Mit diesen verhälinismäßig perinaen Mitlckn kann eine nachhalligc Markti'erbesssrung eine Stabilisierung der Schweinepreife und eine Verringerung der Preis- spannen nur erreicht werden, wenn die Mittel einheitlich verwendet werden. Ein« Verteilung aus die Länder kann dal?«,' nicht erfolgen. tk« ist vielmehr beab-ichtizt, für das Reichsgebiet eine Einrichtung ins Loben zu rufen, an der sämtliche mit der vieb- onb Fteischversorgums besaftte» Kreise«It Elnschkuft der Verbraucher beteiligt sein sollen. Diese Vieh- und Fleischoerwertungegesellschoft soll vnler eigener Verantwortnng die erforderlichen Maßnahmen treffen und durchführen. Dar Einfluß der Reichsregierung soll gesichert sein durch die Schaffung«ine» Reichskommissars mit ausgedehnten Boll- inachten. Hand in Hand mit den übrigen Maßnahmen muß die Reorganisation des deutschen landwirtschaftlichen Genessen- schattswesens im Sinne einer weitgehenden Vereinfachung und Vereinheitlichung ins Auge geioßt werden, wie sie angefichi» der grohen Vielgesialtigkeit und Zersplitterung schon längst«ine Rot- wendigkeit ist. Zu ihrer Durchführung fasten die weiter angesor- bertizr 25 Millionen dienen. Ms erster Dcbaltcredner erhält der sozialdemokratische Abg. Hisferding das Wort. Cr ertlärw, die Not der Landwirtschaft wcrdc auch von der Sozialdemokratie anerkannt, sie sei ober nicht einheitlich, im Westen fei dt« Lage bester als im Osten, der bau er- lich«, Besitz stehe nach den Ermittlungen der Cnquetekommission b e s s e r da als der Äroßbesitz, die Industrielle Arbeiterschaft habe an der Hebung der Kaufkraft der Landwirtschaft da» größte Interesse. Di« Sozialdemokratie sehe ja bekanntlich in der Hebung der Kauf- kraft der Masten da» wirtschaftliche Zentralproblem. Eine der wichtigsten Fragen lür die Landwirlsck)ast sei die Stabili- sierung der Preise. Trotz der Rede de» Mintllcrs besteh« aber noch keine Klarheit, wie da» Programm in Angriff genommen werden solle. All die aufgeführten Mahnahmen seien nichi neue, die meisten hätten schon vor dem Kriege eine Rolle gespielt, wie vor dem Kriege, habe aber besonders nach der Stabilisierung die Führung der Landwirtschaft vollkommen versagt. Sie hätte immer nur geroten, möglichst viele Kredite auszunehmen. Dieses Versagen der Führung der Landwirtsihalt habe die jetzigen Nöte der bei- geführt. Der Versuch zur Umschuldung werde von der Sozial denwkraiie gebilligt, aber die große Frage sei- die, wie die Kredite verteilt werden. Für diese Kredit« übernehme das Reich die Garantie. Die Kreditgeber selber lausen daher bei der Gewährung der Kredite kein Risiko, und es sei yi fürchten, daß bei diefer Sachlage dl« Kreditwürdigketi der Schuldner nicht genügend ge» prüft««rde. Es dürft« fluch nursanier, in gsfahigen Betrieben(io!, Olfen werden. Die Sozialdemokratie stehe auf dem Boden eines früheren Zsntrumsaniragss, daß das ganze Rot» Programm nur mit Zustimmung eines Reichstagsausschustes durchgeführt io«rd«n dürfe. Was das landwirtschaftliche<3*• nofsenschaftswesen betrifft, so fehle auch hier der feste ein- hestliche Unterbau. Di« Erfahrungen ln anderen Ländern(Däne- mark ulw.) beweisen, daß durch das Genofienfchaftewescn»eine Regulierung der Produktion möglich sei Das Fehlen eines solchen notwendigen Unterbaues sei auch eine Schuld der Führung der Landwirtschaft. Am Schluß feiner Red« äußert« Dr. H i t s« r d i n g starke Bedenken gegen die Schaffung eines unab- hängigen Reichskommiffars. „Schlagt die Hunde tot!" Die Beweisaufnahme im Landsnedensbruchprozeß. Die Beweisaufnahme im Lichterselder Land- feledensbruchprozeß gegen die siebe» Rationalf oziollftea nahm bei starkem Andränge ihren Fortgang. Die Angeklagieo sind zum Teil gemäß den Weisungen des Gerichts in den gelben Stufen erschienen, die sie an dem Tage der Tat getragen haben. Der Angeklagte Schäfer, genannt„Rübezahl", hat sich seinen Spitz- und Schnurrbart abrasieren lassen. Racheinflnder wurden die Teilnehmer der Fahrt von Jüterbog bis Lichterfclde in den befchostenen Abteilen vernommen. Der Zeuge Arbeiter Gorn bekundete, daß bei der Einfahrt m T r e v b i n, als man die N a i i o n a l f o z i a l i st e n auf dem Bahn- steig sah, Weisung gegeben wurde, von den Fenstern wegzutreten. Sie seien ober schon gesehen worden, und es wurde gerufen: „Schlagt die roten Hunde tot." Kaum hiell der Zug, als schon sein Kamerad D e m u t h neben ihm einen Stich mit einem Dolch erhielt und verletzt über die Lank fiel. Es hagelt« Schottersteine. Während der Weiterfahrt wurden sie von den Trittbrettern aus beworfen, und es fiele» auch Schüsse. Im ganzen dürften 50 bis 60 Schüsie gefallen fein. In Lichterfelde hieß es:.Laßt die roten Hunde nicht lebend heraus!" Das gan.z« Abteil war voll Steinen. Als sie von den Beamten herausgeholt wurden, mutzten sie förmlich Spießruten laufen. und es hagelte Hiebe von Knüppeln und Fahnen- stanzen auf sie herab. Der Zeuge selbst erhielt mit einem Schlagring einen Hieb über den Kopf. Sic seien völlig ausge- plündert worden. Ihm selbst seien Ubr und Geldtasche weggenommen worden- Er sei ins Krankenhaus gekominen. Der Zeuge Pohle erhielt in Oichtcrfelde einen Schuh aus kurzer Entfernung van vorn. Das Projektil ging in den Mund und hat den Kiefer zertrümmert. Der Zeuge hat in dem Schützen den Mann erkannt, der zuerst in das Eaupä ,n Trebbin gekommen ist. Als die Schutzpolizei aufiorderte. den Wagen zu verlassen, konnte er nicht hinausgehen. Er lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Fußboden. Man hat ihn hochgehoben. und er blutete sehr stark im Gesicht. Ein Mann ging mit dem Knüppel auf ihn los. Do hat ein anderer von hinten gesagt:„Laß doch den alten Mann, der bat doch schon genug bekommen." Trotzdem hat der andere gelchlagen und Hai ihm die Hand fast z e r- t r ü m m e r t. Dann erhielt er einen Schlag von hinten auf den Kopi. Ein Polizeibeamter faßte ihn oni Rockkragen und führte ihn hinaus. Ver Zeuge erkennt in dem Angeklagten Schäfer den Manu wieder, der auf ihn geschossen Hot. Schäfer muß aus der Anklage- dank herausgetreten und sich dem Zeugen gegenüberstellen. Der Zeuge bleibt dabei, daß Schäfer auf ihn geschossen hat. De? Angetlagie Kern. Wie wir erfahren, ist der AnHeAagi« Kern im Lichterselder Notilmalsozialilten-Prozeß nicht etwa kaufmännischer Angestelltor. sondern K a n zl e i an g est e ll t e r beim Amtsgericht Acrlin-Mitte. Vorläufig ist gegen Kern von seiner Dienststelle nichts unternommen worden, vielleicht will man das Ende des Prozesses abwarten. Wir stnd aber überzeugt, daß dann das Amtsgericht Berlin-Mitt« in ernsthafte und hoffentlich nicht zu langwierige Erwägungen eintritt, ob es noch länger einen Mann im Iustizdienst dulden will, der sich als wüster Rauf- bald betätigt. Handel mii der Volksnot. Das Gefrierfleisch soll öruchflückweise beseitigt verde«. Die Herabsetzung des Höchstbetroges für die zollfreie Ein- fuhr von Gefrierfleisch von 120 000 aus 50 000 Tonnen ist in t t Hilf« des Zentrums im Handelepolitischen Ausschuß des Reichstags beschlossen worden. Es gibt keine der Ernährung der minderbemitielten Schichten des Volkes ieindlichere Maßnahme als diese. Sie bedeutet nämlich, daß in groheit Bezirken Deutsch- lands künitig Gefrierfleisch überhaupt nicht mehr in den Handel gelangt. Die Reichsregierung beabsichtigt, die verminderte Einfuhrmeng« nur gewissen Bezirken zuzuleiten, alle übrigen aber von dem Bezug auszuschließen. Die sechs größten Städte Deutschlands— Berlin, Hamburg, München, Köln. Leipzig und Dresden— aber haben bisher bereits einen Derbrauch vvn 50661 Tonnen im Jahre 1927 gehabt. Einschließlich des rheinisch- westfälischen Jndustriebezirks, das bei der Verteilung von Gefrier- fleisch selbstverständlich berücksichtigt werden muh, ergibt sich em bis- heriger Verbrauch van über 77 000 Tonnen. Die Herabsetzung der Einiuhnnengc auf 50 000 Tonnen raubt also nicht nur der Bevölke- mag in allen Bezirken die Möglichkeit. Gefrierfleisch zu kaufen, sondern wird auch in den eigentliche» Industriezentren zu einer ge- walligen Verknappung dieses wichtigen Volisnahrungsmittels führen. Diele Erwägungen scheinen e» gewesen zu sein, die in letzter Stunde die sogenannten Arbeftervertreter in den b ü r- e rl i che n Parteien doch noch zu einer, wenn auch schwachen, egenwehr veranlaßt haben. Bei der Beratung des Antrags auf Herabsetzung der Eefrierfleischmenge wird von ihnen der Antrag gestellt werden, die Einsubnnenge nur auf 70000 Tonnen zu verkürzen! Ob dieser Antrag eine Mehrheit findet, ist allerdings zweisel- hast, denn, nachdem die Arbeiiervertreter des Zentrums bisher Schritt für Schritt nachgegeben haben, ist kaum anzunebmen, daß fie einen wesentlichen Teil ihrer eigenen Fraktion dazu bringen werden, diesen gefährlichsten Teil des Rotprogromms der Neichsregierung zu verbessern. Der General mit dem Gememsinn. Sin würdiger Nachfolger des Äalkenbiegers. Die deutfchnatümalen Vertrauensleute für den füdbanerischen Reichstagswahlkreis haben beschlossen, für Herrn v. T i r pi tz, der nicht mehr kandidieren will, den General v. Lettow-Bvr- b e ck auszustellen. Der Herr General hat sich zwar zur Annahme der Kandidatur borest gefunden, aber in einer Erklärung sagt er, «r wolle sich nicht an eine bestimmte Partei binden, wenngleich BalkenSiegsrs Abschied. Herr v ZRrpitz tä. bigle In einem langen j-chiewen an, Oafz«r nicht mehr zum Reich». lag tanMdlmn wir». (Sr mahni am Gchluß zur Einheit. Olesmal biegen sich die Volle«- vor Lache«! er in seiner Weltanschauung auf deufichnationalem Beden steh«. Und er fügt hinzu: „Groß ist Deutschland, aber nicht durch die Macht und Herr- lebaft von Parteien, geworden, sondern durch einen, das ganze Vaterland umfassenden Gemeinsinn, der, wie mir scheint, im heutigen Deutschland stark verdunkelt ist/ Da Lettow-Vorbeck so schön von verdunkeltem Gemeinsinn reden kann, so seien zur Ergänzung dieier Erklärung einige Einrichtungen aus feine.r früheren Tätigkeit aufgefrischt. Selm Beginn der Kapp-Putfches hatte der Herr General sich sofort den Leuten zur Verfügung gestellt, die durch einen Putsch die Herrschaft über Deutschland cm sich zu reißen versuchten. Er war damals Befehlshaber der Reichs wehrbrlgade 9. In diei-it Eigenschaft erlieh er am 13. März 1920 für seinen Befehlsbereich einen Aufruf, in dem es hieß: „Ich habe mich mit der gefamien Reichswehr- brigade 9, ebenso wie die sämtlichen übrigen Relchswehrb«-- fehlshaber mit ihren gesamten Truppenteilen es getan haben, der neuen Reichsregierung zur Verfügung gestellt." General v. Lettow-Dsrbeck zwang dann weiter die Stoatsregie- m-ncen von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Sirslitz zum Rücktritt. Auf Grund dieser Hostung wurde nach Wiederkehr per fassungsmäßiger Zustände der Herr General seines Postens enthoben. In den verdunkelten Gemeinsinn des Generals Lettouv-Borbeck fällt etwas Licht durch die Tatsache, daß er es bisher noch nicht verschmäht hat. von der Republik, die er mit den Kappisten beseiiigen wollte, eine hohe Pension zu beziehen. Sie betrug na-f' d-r Denkschrift der Reichsregierung vom Rovember 1926 13025 Mark i in Jahr«, durch die Besoldungsreform«sl sie noch weiter erhöht worden. Der Herr General ist allerdings inzwischen vorsichttoer geworden. 1920 schlug er sich noch bedingungslos aus die Seite der Pn fchisien, heute will er sich nicht so ohne weiteres den Deutschraiiv- nalen avschsießen. Weiß man denn, wie long« die deutschnativnale Parte iherrlichkest noch dauern wird? Das Amnestiegesetz vor dem Scheitern? Vorläufig im Lluterausschvß. Im Nechtsausschuft des Reichstages kam es heute zu einer stürmischen Debatte über daSBmnestie» g e s e h. Jede Partei versuchte, der andere« die Per- antwartr.ng für das eventuelle Scheitern der Amnestie- Vorlage zuzuschicücn. Die Abg. Laads b-rg und Rosevfeld vertraten de« sozialdemokratische« Staadpunkt, vo« dem aas eine umfassende Amnestie eiche Notwendigkeit sei. Als eS so aussah. als ob sämtliche Amaestiilaaträxe abgelehat würden, beantragte Dr. Nosenfeld die Cfiasetzaag eine» Unterausschusses, der doch noch den Gersuch tnochea soll, eine Mehrheit der Partcie« für die Amnestie zustaubc zu bringen. Nach anfänglichem Sträuben deck Zentrums, das sich heute ganz klar gegea jede Amaestte aus» sprach, wurde der sozialdemokratische Antrag auf Ein- sefeung eines Unterausschusses angenommen. Der Unter» anEfschuft soll schon morgen zusammentreten. Lohnerhöhung für Gemeindearbeiier. Vis Beschlüsse des Unterausschusses. Der Unterausschuß der Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute vormittag mit den Anträgen dered«v. die die Verwaltungsbehörden zu führen haben, und vi« kalbamtlichen Senatoren zusawengeieht fein. Davon stellt die So- ziaidemokratie die hülste, also sechs hauptamtliche nnd zwei holbamk. liüie Senatoren, Demekrolen nud votksparlei se drei hauptamtliche und ei» halbamlischss Mitglied. Weit« wurde vereiubart, daß iu freinxrdeudc Stelleu d« Staats, und Scualsröle geeignete Sozialdemokraten einrücken sollen. lieber die besonders umstrittene Frage der Besetzung der Bürger- meislerflelle»(Präsideni des Senats und besten Stellvertreter) wurde sine Einigung so erzielt, daß im lautenden Jahre und 1929 der bisherig« Bürgermeister Dr. Petersen als solcher weiter amtiert. Ab t. Zonuar 1930 tritt an seine Stelle ein Sozialdemokrat, wofür der bisherige B ü cgerschofksp cäsident Rudolf Roß tu Aussicht genommen ist, der bis zu diesem Zeitpunkt zweit« Bürgermeister sein salb Ab l. Januar ID-ZO wird dann Dr. Petersen zweiter Bürgermeister. Sehr günstig hat die Sozialdemokratie bei den Vereinbarungen über die Besetzung d» Behörden abgeschnitten, von den Behörden kommen sieben uui« sozialdemokratische Verwaltung, darunter Polizei und innere Verwaltung. Schule. Wohlfahrt».. Zugendbehörde und Cand- lierrichaften. während Demokraten und Volkspartei je vier Vcrwal- tungen erhallen. Nach Nereinbarungen, die am Mittwoch morgen unterichriftlich vollzogen sind, sind die erforderlichen Neuwahlen des Senats für Mittwoch, den i. April, vorgesehen. Oer Konflitt im Ruhrbergbau. Die Derhandluagen gescheitert. Essen. 20. März. Die heute sortgefehten V«hondlungev über da» Mehrarbeit». abkommen iw Ruhrbergbau»«tiefen ergebnislos. Die Gewert. schasten blieben bei ihrem verlangen nach sin« Verkürzung d« Schichidauer unter nnd üb« Tage aus sieben bzw. acht Stunden, die uot« Hinweis aus die Seibslkosten und die Absahloge de» Ruhrb«g. baue» vom Zechenocibcnd abgelehnt wurden. Die Gegenvorschläge de» Z echen Verbandes wurden von den Gewerkschaften gleichfalls ab- gelehnt. D« Zechenv«band hat den Schlichter, der an den heutigen Verhandlvngev teilzunehmen verh1nd«t war. angenifen und ihn «fnchl. die Schllchtvngsv«handlungen am 28. und 2S. März obzn- hallen. 12000 Textilarbeiier kündigen. Oer Konflikt in der südbayerischen Textilindustrie. Augsburg, AT März(Eigenbericht). Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen den Tarif- Parteien in der südbay«ischen lertllinduftrie hoben nunmehr die Gewerkschaften beschlostcn, die Kündigung für 12 000 Arbeiter und Arbeiterinnen einzureichen. Die Kündigung wird zum 7. April perfekt. Es muß jedoch damit gerechnet werden, daß die Unter- nehm« d« übrigen bayerischen Textilwerte aus Solida ritw ihr« Arbeit« aussperren. Insgesamt sind In der südbayerischen Textil« industri« 30 000 Arbeit« und Arbeiterinnen beschästigt. D« Lanslitt dreht sich um Whne und Arbeitszeit. Durch Draht nnd Fnnk. Da, hlaterlafsrue Vermögen des verstorbenen Präsidenten von Awetlka. hording. wird vom Seaalsausschnß für den Petroleum- fkantal unter sucht werden. Man will feststellen, ob harding für die?>ber k-ngung der staatlichen Oelfelder an die petroleumschieb« bestochen worder» ist. � Di« Bauernpartei hat ihr« Mitarbeit in dar rumänischen Kamm««»gestellt, da dar Begentschastsrat Neuwahl«« ablehnt«. WWSV*** demokratisch« geworden sind und sich ohne alle akademischen Be- denken in den Dienst der Tageskämpfa stellen. Warum sollten wir das, was Piscator„Gesimrungsbühne" nennt, nicht auch zustande bringen? Also alle künstlerischen Kräfte heran und dann hinein in die Propaganda! Es bedarf keines großen Personals. Mit bescheidenen Mitteln zu wirken, ist noch immer die größte Kunst gewesen. So hat stch denn der„B ü ch e r k r e is" die rühmlich bekannten„W ander- ratten" herangeholl: Friedet Hall. Tlzeo Maret und Puggi Muck. mit einer kleinen Jazzband«, die von dem bewährten Hauskapell- meister Claus Clauberg geleitet wird. Die ebenfalls nicht unbekanitten Max Hochdorf und Erich Kuttner haben eine Revue verfaßt, und die wurde nun erstmals unter künstlerisch« Leitung Hochdorfs und mit der Musik von Clauberg im Lehrer- vereinshaus vorgeführt. „Wenn Ihr wollt", laut« der Titel. Nicht„Was ihr wollt" wie bei Shakespeare: üb« das Was sind wir uns nachgerade im klaren. Auf das„Wenn" kommt es an, auf die Anstrengung, Ein Wintersporifilm. „Das weiße Stadion" im!lfa>pavülon. Di« Olympischen Winterspiele, die in diesem Jahr m St. Moritz abgehalten wurden, haben den bekannten Spezialisten für Wintersport Dr. Arnold Frank auf den Plan gerufen. Er hat gemein» schaftlich mit Othmar Gurmer und seinem bewährten Photographev nicht nur die sportlichen Vorgänge als getreuest« Reporter im Film feftgehollen, sondern darüber hinaus aufs neue die Winter- schöicheiten verherrlicht. Die vielen Millionen, die In der Großstadt gebannt, von des Winters Herrlichkeit wenig erleben und nun gar die Schönheiten eines Winters im Oberengadin zu Füßen grandioser Eisriesen nur aus der Zeitung erahnen, haben hier Gelegenheit. all das nachzuholen, was ihnen die Ungunst ihr« Lage versagt. Ri« der Winter als Künstler wirkt, wie er mit dem Schnee und feinen Aborten, vor allem mit dem Rauhreif, phaittastischc Gebilde sckxifft, die die Blütenschönheit des Frühlings übertreffen— das alles wird hier in lebendiger Anschaulichkeit vorgeführt. Dann setzen die Vorbereitungen für die Olympiade ein. von überall her strömen die Besucher herbei. Sportsleutc und auch, wie es im Erlämerungshcst beißt,„mondäne Habitues der luxuriösen Hotelpolöste". mit denen St. Morig prunkt.(Man kann in der kapttolistischen Welt kaum noch etwas vorführen, ohne zugleich Reklame für Geschäftsunternehmungen zu machen. Das tritt leid« auch in diesem Film zutage.) lftun setzt das Sporttreiben iu der weißen Arena ein, der herrlichsten, die man sich in der Well denken kann. Die Teilnehmer aus LS Ländern leisten den olympischen Schwur, und die ganze Olympiade wickell sich noch einmal vor unseren Augen ab. Durch die Wunder d« Zeitlupe können die Einzcllelstungen bis ins kleinste Detail zerlegt und verfolgt werden. der Sportler steht also hier im Bilde mehr, als er je in der Natur «nähren hätte. D« Eislauf, der Skilanglauf, das Eisschießen. Skeletanrennen, Pferderennen auf dem See, Pferdeschneeschuhrennen und vor allem der Kunstschlittschuhlauf werden im weiteste» Maße berücksichtigt. Die photographischen Leistungen sind beivundcrns- roert, euch der Nichtsportsmann gewinnt Interesie. Vor allem der Skilanglauf, in dein der Schwede Hedlund Meister wird, ist ein großes Spannungserlebnis. Gemütlich« geht das Eiscurling vor sich, bei dem die Physiognomien d« Mitspieler gebührend hervor- steten. Direkt humoristisch schaut sich eine Bobaufnahme mit der Zeitlupe am hier ist nur noch ein Schneckentempo vorhanden. Grandios wirken die Sprünge von der Olympiospnmgschonze, wobei das Unwahrscheinlichste wirklich wird. Tullin Tham»«rziell einen 37-Meter-Sprung. Fröhlich und lustig sind die Leistungen im Eis- kunstlavs. wobei wahre Akrobaten des Schlittschuhs austreten. Da» Entzücken der Zufchaver ist die jugendliche Weltmeifterin Sonja Henie, die unglaublich: Geschicklichkeit mit Anmut paart. Den Höhepunkt d« filmilchen Leistung stellt wohl die Aufrrcchme d« Hockeykonkurrenz dar. D« Regisseur hat es hier»«standen, ihr höchst dramatisch und sogar belustigende Wirkung abzugewinnen. Der Regisseur des Wintersports, dem wir zugleich die schönsten Winterfilme verdanken, hat durch diesen Film seinem Gebiet neues Interesse und sich selbst einen Triumph gesichert. D. „Die Braut am Scheidewege." sTauentzieu-palast.) Wir sind in uns«em Denken und In unieren Üebensgewohn. hellen schon gehörig amerikanisiert, das stimmt, aber so amerikanisch ampsinden wir noch nicht, daß»vir jaden Film aus Dollaritn so mir nichts dir nichts schlucken können. Deshalb fleht auch für uns nicht die Braut am Scheideweg«, nein, sie rennt direkt in eine (Film-) Katastrophe hinein. Mit bewußt« Braut beschästigt sich näm- lich ein handlungsarmes Manuskript, das einen Untergrundbahn. schaffn« als Liebhaber austreten läßt Er und die Diva lieben sich. doch plötzlich muß sie die Verlobung lösen, weil die Firma das tüchtige Mädel als Einkäuferin nach Paris schickt. Warum«in ver- lobt« junges Mädchen nicht nach Paris fahren kann, wird uns KM Der vorgnügisn und Segeistsrten Aufnahm« noch zu schließen, di« d« Probeaufführung zuteil wurde, darf man auf einen vollen Erfolg dieser frisch-fröhlichen Wahlrevue rechnen. Hieber. ewig unerklärlich bleiben. Doch eben bevor d« Dampf« abfährt, stoßen zwei Unteignindbahnzüg« zusammen, Tom wird verletzt, schick ihr ein Telegramm, sie eill zu ihm, und da stellt es sich heraus. Tom ist kein einfacher Schaffn«, Tom ist der Sohn des Direkors der Untergrundbahn. Alfred Sontell schiildcrt in seiner Regie oft nett und typisch amerikanisches Leben. Doch hat er sonst kerne nennenswerten Einfälle, sondern arbeitet noch mtt den schon langst überholten Revueszenen und Modeoorführungen. Dorothy Mackaill überbetont die schlanke Linie und die vennännlichte Frau, was ihrerseits bei ihren ausdruckslosen Zügen und ihren welchen Pe- weguugen ein ganz böser Mißgriff ist. Zu allem Pech treibt ,der Regisseur noch Sport in Großaufnahmen, der weder seinem Siar� noch seiner Regie besonders bekömmlich ist. Jack Mulhall hin- gegen gefällt einem von Mal zu Mal besser. e. b. Eurhythmischs Kunst. Rudolf Stein« nennt seine Kunst „Eurhythmie", was man etwa mit.pvohlabgemessenen Tonzbewsgun- g»n" verdeutschen kann. Wer bei ein« von Stein«» Beranstattungen unbefangener Zuschauer war, wird mtt dies« Uebersetzung auch durchaus einverstanden sein. Als.chic Offenbarung der sprechenden Seele"— wie die Eurhythmie von ihren Vertretern bezeichnet wird— dürfte sie freilich kaum ein anderer Mensch ansehen. Die„Seele" zeigt sich schließlich w jedem nicht mechanisch nachgeplapperten Wort, in jeder persönlichen Geste. Eine„Offenbarung" einer „sprechenden" Seele übersteigt ab« wchl die Aufnahmefähigkeit unseres grobarganisierien Zettalters. Jedenfalls wurde von der inneren Erschütterung, die solch unvorstellbares Ereignis fraglos unt« den empfänglichen Zuschauern auslösen müßte, in der Matinee im Deutschen Künftleriheat« r nichts sichtbar. Zu gut ge- spieller Musik tanzten junge Menschen mit sehr gelockerten, aus- drucksfähigen Armbewegungen. DI« Füße und d« Rumpf ginge» noch eben rhythmisch mit, blieben ab« immer nur körperlich bedingt« Anhängsel der gestaltenden Anne. Ein« geradezu tragische Tanz- kleidung, die den griindlich verhüllten Körper noch dicht mit flattern- den Schleiern umwickelte, ließ die Gesten leid« selten in ihrer vollen Ausdruckskraft zur Wirkung kommen. Ein fürchterlich verstaubtes Pathos lastete auch auf den Rezitationen, die wie ein tönender Brei auf das Publikum herabströmten. Denn di« Anhäng« der eurhythmi- sehen Kunst tanzen auch das gesprrchene Wort. Daß sie sich dabei nicht nur tn eine Sackgasse verirrt haben, zeigten ein paar sehr gelungene tänzerische Illustrationen zu Movgensternschen Galgen» liedcrn. Die unfreiwillige Komik der Rezitation erhöhte dabei noch die erheiternde Wirkung. In diesen Darbietungen inid«inigen an- fpruchslosen Tänzen zu unbc schwerer, heiterer Musik boten die Enrhythmik« zwar nichts überwältigend Großes, ab« doch immerhin «nsizunehmende Kunst. Freilich war das nur sin« spärliche Bei- gäbe zu ein« Fülle sich anspruchsvoll gebärdender Richtigkeiten. Tee. Mary wigmaci wird mit ihr« Krupp« am Tomtiag. dem 26. März. BorwiltcR? 1 1'/, Nbr. m derBolkSbSIin« am Bitlowplah tanzen. Einlaßkarten find ftir Mitglieder zum Preise»an Vlk. l,dv erhätllich. Edtki, v. Schreack»eranstallet heute, 20 Uhr, im Lach- Saal ihren z weil en Tanzabend. Nne Fatnetslen-itusslellnug de» ital'enifcheu Aaler» Ärturo Eiaeelli findet vom lS bi< 81. in d« KmistanSsteklung Der Stur«, Potsdamer Straß« 124». statt. «w OTjetkoniert von Prof. V alter Fischer findet am SS., 20 Uhr, im Tom statt Programm SO Pig. berechtigt zum Eintritt chin Ciilu fiov-obc, b der Volksbühne üb« da» Tbema»Dichter und Regisseur' findet am sirellai. dem 83.. 20 lllr. im Bürgeisaal des Berliner Ratbattie«, Eingang Könristra>,e. statt. En.eitende Reieiate kalten Dr. Nanued Keorg. Dr. Wolsganr Hoffmaim-H«tiisch und Dt.Han» I. Relstsch. Etnlahkat ten zum Pi eise von SO Pf. Sa'mvaikhy In Venischiavh Ruf Elntodnna. der dortigen Kunstgesell- ichalt wird Iodn Gatsworthq im Juni Kambura beiucken. Räch einer kurzen d-ulichen Ansprach« wird er in englischer Sprache aus seineu Werken lesen. Jnl'e Adlch, das früh«« kangtährlg« Aitglied de» Berliner Schau- lpieidauses, ist bochbetagt gestorben. Sie begann ibte Bübnenlanibahu 1871 m Riga, war dann in D-ssau und siranliurt a. SK. und, jot 1876, et» Liebhaberin und Salondame in Berlin engagiert. Berlins größte Brücke. Hof« trkumMerend mit den 5ti«senWt«n beschenkt. 5irf« onbew stehen mit nahen Zlugen dabei, weil die Armut der Eltern kein« großen Geschenke erlaubt. Gegen ein bescheidenes Leckergeschenk an die Schulrekruten, um den ersten Schulgang mit Freude zu pflastern, wird niemand etwas sagen. Weg aber mit den provozie- rendenRenomniiertuten! E. Berlin* größte Brücke über den H umboldthafen gehl ihrer Vollendung entgegen. Für den F ußgänger verkehr 6oll sie in nächster. Zeit freigegeben werden. produktive Erwerbslosenhilfe. Schuhreparaturwerkstätten für Erwerbslose. Das Organ der Berliner Schuhmacherinnungen bringt in Nr. 12 vom 18. März einen Bericht über eine öffentliche Schuhmacheroer- fammlung des Jnnenbezirks Wedding, die sich mit den Schuh- reparaturmerkstättcn für Erwerbslose befähle. Der Referent, der Jnnungsmcister Franz Weih, erklärte in dieser Versammlung, die Schuht eparaturwerkstötten für Erwerbslose Hollen im Jahre 1927 einen Zuschuh aus öffentlichen Mitteln in chöhe von 800 000 M. erhalten. Die„Berliner Schuhmacher, zeitung� scheut sich nicht, diesen offenkundigen und von dem Vertreter der Arbcitergewertschaft in der Versammlung widerlegten Blödsinn zu wiederholest. Ein einfaches Rechenczempel, das der Gewerkschafts- Vertreter in der genannten Versammlung vorgeführt hat. beweist die Unhaltborkeit dieser Behaupmng. chörtz vom Schuhmacherverband hat dem Herrn SchuKmochcr- meistcr folgende Rechnung aufgestellt: In Berlin werden in allen Schuhreparaturwerkstätten für Erwerbslose insgesamt 2S � S chu hmachergesetle n beschäftigt, die lange Zeit erwerbslos ''woreri und für absehbare Zeit keine?lu?sicht auf Arbeit in Prival»- betrieben hoben. Die Beschäftigung bieser Erwerbslosen geschieht aus sozialen Gründen und datiert in der Regel l3 Wochen. Die Werkstättott erhokten aus öffentlichen Mtteln einen Zuschuß, der nach der Zahl der beschäftigten Arbeiter und der Anzahl der Arbeits» tage sestgescjzt wird. Berechnet man einen Zuschuß für 1027 pro Arbeiter und Tag mit 2 M., so kommt man zu einer Gesamt- summe von 15 000 M. im ganzen Jahr 1927.(Zurzeit beträgt der Zuschuß Z M. pro Tag und Arbeiter, so daß der Zuschuß für 1028 bei 25 Arbeitern sich auf 22 500 M. belaufen wird.) Geht man davon aus, daß ein Arbeiter täglich drei Paar Schuhe besohlen und beflecken kann, so ergibt dies in allen Werkstätten bei 25 Arbeiter» jährlich 22 500 Paar, die dem selbständigen Hand- werk verloren gehen. Bei den 8500 Berliner selbständigen Schuhmachern und Schuhmachermcistern entfallen somit auf jeden selb- ständigen Betrieb 3hb Paar Reparaturen i m Jahr. Dabei ist zu berücksichtigen, daß viele Erwerbslose ihre Schuhe nicht repa- rieren lassen könnten, wenn sie den Preis sofort ganz entrichten mühten, was ihnen bei Teilzahlungen und niedrigen Preisen in den Schuhreparaturwerkstätten für Erwerbslose möglich ist. Die weitere Behauptung des Herrn Weiß und der„Berliner Schuhmacherzeitung", die Schuhreparaturwerkstätten für Erwerbs- lose oerarbeiten minherwertiges Leder, ist selbst vom Obermeister E ck e r l e i n, der sich lobend über die Werkstätten aus- gesprochen hat, widerlegt worden. Hartz erklärte in der Dersamm» lung, daß das Material, das er selbst in mehreren Werkstätten in Augenschein genommen hat, gut und einwandfrei ist. Bezeichnend für die wirtschaftliche und politische Rückständigkeit der Weddinger Schuhmachermeistcr ist die Tatsache, daß der reak- tionäre Stadtverordnete Dr. Falk von der Deutschen Volts- partei unier starkem Beifall seine Schimpfkanonade gegen die Linksparteien vom Stapel lassen konnte, während die Be- sürworter der sozialistischen Wirtschaftsweise durch wüstes Lärmen andauernd umerbrochen wurden. Die Renommieriüie. <5ive wichtige Angelegenheit für kleine Leute. Wieder einmal naht der für Eltern, Kinder und Lehrer be- deutungsoolle Tag, cm dem es mit der freien Ungebundenheit der ersten Jugendjahre vorbei ist und Zehntausende van Kindern erwartungsvoll den ersten Gang ,zur Schule anzutreten haben. Man macht heutzutage den Schulrekruten die„Aushebung" leichter als früher. Schon Wochen vorher phantasiert es in den jungen Köpfen von Licht und Schatten. Wir Altgewordenen haben, als wir schul- pflichtrg wurden, die kindlich« Freude an der mit Süßigkeiten ge» füllten Einschulungstüte nichl kennen gelernt. Di« Eltern waren unter dem alten Kurs in der Mehrzahl durch eigene fatfch« Er- ziehung so geartet, ihre Kinder graulich zu machen vor dem ersten Schulgang tmd ihnen überhaupt die Schule als sin Schreckgespenst an die Wand.zu mahlen. Wie verkehrt, wie grünblich verkehrt! Was damals oersäumt worden ist und so unendlich vielen Menschen dag Schulleben geradezu verekelte, will heule«ine mit- unter etwas übertriebene Liebe und Verzärtelung doppelt gut machen an Kindern unserer Zeit. So hat auch die neuere Sitte, den frisch eingeschulten Kindern bei der Heimkehr vom ersten Schulgang eine süß« Tüte zu schenken, bereits das vernünftige Maß über- schritten. In guter Spekulation werden von findigen Firmen die Papierhandlungen, Konfitürengeschäfte, Warenhäuser mit Augeboten van grellbunten Einschulungstüten überschwemmt. Früher waren es unscheinbare kleine Dinger, heute haben sie sich zur Länge von einem halben Meter und mehr auegewachsen. Dar den Popierabteilungen der Warenhäuser stauen sich in den letzten Tagen vor der Einschulung die Mütter. So mancher Mutter, die es sich leisten zu können glaubt, sind die am Loger aufgestapelten größten Renommiertüten noch nicht groß genug. Nur gut, daß die unteren neun Zehntel der silbern und goldig glitzernden Papp- ungetüme«ine Attrappe bleiben. Sonst gäbe es eine Fülle ver- dorbener kleiner Mägen. Am großen Tage stehen die Mütter vor dem Schuleingang und messen mit kritichen Augen ab, wer die größte und teuerste Konfekttüte aufgetrieben hat. Was macht dieser töricht« Wettlauf um schnell oerpuffenden, nach außen zur Schau getragenen Glanz für einen Eindruck auf die Kinderseelel Ein« gedankenlos böse Kostprob« von Erziehung ist es. Zuschanden gemacht wird das schöne Wort, daß eine Kinderhand so leicht zu füllen sei. Di« Kinder der Leute mit dem prallen Geldbeutel werden aus der Straße und auf dem Schul- Oer Einbrecher von Erdberg. Oder die Aiamaqe der Wiener pol�ei. Herr Schober, der Polizeigewaltige von Wien. hört sein» Polizei gern„die beste der Welt" nennen: sie war auch sehr gut. vor einigen Iahren noch. Seitdem aber die Angst vor einer Volks» räche für die Iulischlacht Herrn Schober und die Semen beherrscht und seitdem stadtseinbliches Bauerntum die österreichische Bürger. blockregierung beherrscht, verwendet die Polizei- ihre Kraft Haupt- sächlich aus die Rüstung für den Bürgerkrieg. In Wien sind in den letzten Monaten eine ganze Anzahl Autos geraubt worden— nicht einen der Autorauber hat man bis jetzt erwischt. Aber in einem solchen Auto, das die Räuber zu einem Ueberfoll aus ein Wechselgeschäft benutzt haben, hat die Polizei einen— Knops, blau, 3 ZcMimetcr Durchmesser, gefunden und nun sucht sie in ganz Wien den dazugehörigen Mantelträger und ver- haftet Leute, denen ein Knopf fehlt... Das Tollste aber ist der Einbrecher von Erdberg. In diesein alten Stadueil, der am südlichen User des Donaukanals, den Prater- auen gegenüberliegt, haust seit Wochen ein überaus geschickter Kletterer, der meist aus Baugerüsten hinaus- und heruntersteigt, durch Abortfenster in Wohnungen gelangt, zwar nicht sehr Wert- volles, aber für die dort wohnenden armen Teufel doch schwer Ent- behrliches mitnimmt. Bor allem haben sie Angst vor ihm, oernageln abendlich die Aborttüren— die in den älteren Häusern Wiens noch meist auf dem Gong draußen sind— und befinden sich in ständiger Aufregung. Di« Polizei verfolgt ihn mit allen Mitteln, aber bis jetzt ist er immer noch davongekommen, jo schnell über die Dächer lausend, wie ein anderer auf der ebenen Straße. Man kennt sei» Nachtlager, Erdberger Str. IN, Dachboden, ständig lauert dort Polizei auf ihn, aber seitdem schläft er anderswo, Freitag wurde er, als eine ganze Armee vor, in. um und auf Nr. 101 wartete, plöstlich in Nr. 65 gesehen. Mes rannte hin— in der Zeu aber besuchte er ganz ruhig das gerade unbewachte Haus Nr. 101! Abends wäre ein Polizist auf einem Dach beinahe von einem seiner Kameraden aus einem Bodenfenster erschossen worden, Lichizeichen im letzten Moment haben ihm das Leben gerettet. Vor kurzem erhielt der sozialistische Wiener„Abend" folgenden Rohrpostbrief, ausgegeben in Erdberg: Wien, am 14. März 1928. An die verehrliche Redaktion„D e r A b« n d" Wien IX. Znr Kenntnis der Erdberger Bevölkerung: Unterfertigter ist weder ein Ber- noch Einbrecher. Bin drei Jahre arbeitslos und will Filmschauspieler werden. Hobe noch nie mehr genommen, als ich zu meinem Training oder zu meiner notwendigsten Aus« stafsierung benötige. Fürchten braucht sich vor mir kein Mensch. Die Polizei soll sich keine Mühe geben, ich bin für sie nicht erreichbar. Der Polizeischreck von Erdberg. . Ü. recte Dachläuser. Im übrigen bin ich entschlossen, meine Tätigkeit auch m andere Bezirke zu verlegen, also demnächst woanders. �Natürlich kann dieser Briet auch nur ein Scherz sein— dam» aber beweist er, daß man über die Polizei lacht. Wetterbericht der öffentlichen wellerdienststelle Berlin und Umgebung(Nachdr. verb.): Fortdauer des trockenen, heiteren Wetters, Nachts Frost, am Tag« rascher Temperaturanstieg. Leb« haste jüdoilliche Winde. Für Deutschland: Im Weiten etwas Bewölkung, sonst überall heiter, in Mittel- und Ostdeutschland noch.zahlreich« Nacbtftöste. Perar.twortllch kUc die Redaklion: Sueea Präger, Berlin:«neeiaen: TV ßlode, Berlin. Ver!»«: Borwürt» Berla« 0» m b H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druilerri und Brrlogsangalt Paul Singer& Co.. Berlin SB SS. Lindenstroge 8. Sirr,» 1 Beilove Verband der graphischen Hilfsarbeiter und Slllmvzveucken Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsoerwoltong Berlin. Außerordentliche Mitgliederversammlung vannerslag, den Z-.Nä'Z l-kS, vochwiNog, S Uhr. m den Sommer- Sälen. Zeltower Straße t Tagesordnung: Vi« Lodnbrwrgung im Sachdrackqewerd». Die Situation eisordert dringend das Erscheinen aller Milaiieder. -Ohne ordnungSmaßloeS Mitgliedsbuch kew Zilttüt. Der Orisvorslaad:(S. Grohmann. «der?ri -ieter» p rei»wert Paul«Zollet», vorm.«etoi tone MetiornenstraBc i, &dt Ramnmiirabe Am, uAonnpl. 103 08 'tVotpei«) man< cu> n.buititT Nur droB-Bcrlln Alexcndcrplaix !! BILLIGE TEPPICHE!! 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Und von dem mauretanischen Hirten an, dem Tier- bündiger wider Willen, gibt es bis auf den heutigen Tag weltberühmte Dompteure, die freilich, einer Modelaune folgend, gegenwärtig gerne Tierlehrer genannt werden wollen. Doch, ob man sie nun Tierlehrer oder Tierbändiger nennt, erlebt haben diese Leute unendlich viel und in bunter Willkürlichkcit seien in nachfolgenden Zeilen ein paar Er- lcbnisse aneinandergereiht. Sie Krokodile sind ausgebrochen. Kapitän Wall hat schon seit langen Iahren seinen unheilbaren Schwann für Krokodile. Er dressiert Krokodils. um einzig dastehende Tanchsensationen mit ihnen zu machen. Nun waren eines Tages neue Krokodile an die Adresse von Kapitän Wall gekommen. Dessen Bursche wollte sich vor dem übrigen Personal zeigen, und in Abwesenheit des Meisters öffnete er die Transportkäften. Der Gehllje hatte nur an die natürliche Trägheit dieser Tiere gedacht und völlig ausser acht gelassen, daß sie auch ungeheuer geschwind sein töimeni Im Nu waren sie den Kästen entschlüpft und beherrschten(Kapitän Wall hotte gerade ein Variete- rngagement» die Bübne. Alles flüchtete und die Direktion erließ durch Anschlag folgende Bekanntmachung:„Die Bühne ist gesperrt. Die Krokodile sind ausgebrochen.� Schließlich kam Kapitän Wall und gleichzeitig, wenn auch aus anderer Richtung, kam Billy Ienkins. Kapitän Wall hat einen Franwsen zum Vater und eine Französin zur Muttor, ist also waschechter Franzose, aber mit Berliner Dialekt, denn er besuchte in des Deutschen Reiches Hauptstadt die Schule. Und Billy Ienkins. der Cowboy, nun. der beherrscht auch Berliner Deutsch. Daran dacht« zur gegeben«» Zeit der Krokodilbeherrscher, er guckt« sein« Krokodile an, er sah Billy an und sagte sodann:„Uff dir haben wir jrade jewartet." Und da doch in der ganzen Dell nichts so im Augenblick die Situation retton kann, wie ein guter Berliner Witz, legte sich auch hier flugs die allgemeine Verwirrung. Ienkins warf geschickt Lassos um die KrokodUrachen. War ein Krokodil emgesponnen, legte sich Wall mit seiner aanzen Kraft auf den Rücken des Tieres und band ihm einen Maulkorb um. So wurde ein Ausreißer nach dem anderen eingefangen. Oer Tiger im Zigarrenlade«. In Paris war Hochbetrieb-, Hagenbecks waren dort mit einer Riesenschau. Und in seinem Wohnwagen saß, so vm die Nachmittogsstunden. halb zwischen Schlaf und Wachen, der Herr Direktor und überprüfte gerade die Pferde nsch'.'..... empor, sie wurden auf einmal genommen, und herein fleischrechnungen. Drei Stufen führten zu dem Wagen empor, sie wurden auf einmal genommen, und herein fiel dem Dompteur einer gemischten Gruppe und schrie:„Herr Hagenbeck, Toni ist im Zigarrenladen nebenan." Im selben Augenblick hatte der Angerufene seinen Rock abgeworfen, denn Toni war eine prächtige bengalische Tigerin, so schön und so wild, daß sie schon durch ihr bloßes Dasein sagte: „Wir Vengalen sind doch die herrlichsten Tiger der Welt. Im Nu war ein Vorsatzkäfig herangeschafft, und Domp- teur und Willy Hagenbeck verschwanden im Zigarrenladen. Dessen Inhaber besaß hinter dem Laden ein kleines Schlafgemach, das, damit er sein Geschäft jederzeit übersehen konnte, eine Glastür hatte. So konnten auch die beiden Eindringlinge in dieses Zimmerchen sehen, und da gewahrten sie den Mann, wie er auf dem Boden kniete und die Perlen eines Rosenkranzes durch seine Finger gleiten ließ. Und Toni, nun Toni freute sich ihres Lebens und sprang vor richtigen Uebermut. Ein Tier muß man rufen, ein Tier muß man locken. Also riefen beide„Toni",„Toni", und schmeichelte» und toten schon. Willy Hogenbeck griff in seine Taschen, um Lecker bissen hervorzuholen, aber leiden war er Bären-Hagenbeck, in der einen Hosentasche hatte er ein Stück Brot, in der anderen ein paar Stückchen Zucker. Der Raubrierdompteur verfügte nicht über Leckerbissen, weil er Fleischstückchcn nicht in den Taschen seines Strassenanzuges zu beherbergen pflegte. Toni wurde immer kecker und sprang immer höher. Auf einmal schnellte sie mit mächtigem Satz an einem Riesenregal empor und warf dabei eine ganze Reihe von Zigarrenkisten herunter. Und da. ja, da muß man die Beteiligten sprechen lassen. die beurteilen die ganze Angelegenheit nämlich völlig sachlich und sagen: „Da bekam Toni Angst und ging in den mitgebrachten Käfig." Vorstellung. Sawade feierte mit einer gemischten Raubtiergruppe Welterfolge. Als er mit dieser berühmten Gruppe in Amerika weille, ereignete sich ein grauenhafter Vorfall. An einem Nachmittag, kurz vor Beginn der Vorstellung, wo die meisten Bediensteten sich als Platzanweiser im Zirkus befanden, wurde plötzlich im Stall Alarm geschlagen. Einen langjährigen Raubtierwärter und Dompteurgehllfen fand man. von zwei Tigern zerrissen, in deren Wagen. Wie war das geschehen? Keiner konnte Antwort geben. Mit Eisen- stangen schlug man auf die Tiger ein, sie ließen nicht van ihrem Opfer. Wollten sie den Mann anfressen? Da kam Sawade, feine Nummer war die letzte, aufgeschreckt aus feinem Wagen, nur mit Hofe und Netzhemd bekleidet. Mit einem Blick kontrollierte er den Laufgang, der von dem Kästgwagen in den Rundkäfig der Manege führte. Der Laufgang stand und war vollkommen gesichert. Da schrie der Dompteur„Vorstellung". Oeffnete den Wagen, jagte die Tiere in den Lauigang und trieb sie in die Manege. Das Publikum war erstaunt. Was sollte diese un- angekündigte Programmänderuna? Warum begann man so hastig vor der festgesetzten Zeit? Und der Dompteur im Netzhemd? Seit wann war es Mode, so salopp vor den Zirkusbesuchem zu erscheinen? Und Sawade. der nicht wußte, ob er seine Tiere von einem Toten oder einem tödlich Verwundeten gerissen hatte, er arbeitete mit diesen Tieren, er führte ruhig die ganze Nummer durch. t Zonny zieht die Twtleine. Der Zirkus Busch war auf der Reise von Berlin nach Hamburg. Das Einpacken, der Weg nach der Bahn und das Verladen, alles war glatt von statten gegangen. Dar Zirkus reiste im Sonderzug. Die Artisten, müde und abgespannt oder aufgeregt und in freudige/ Erwartung, hingan ihren Gedanken noch. Auf einmal geschah etwas Furchtbares und alle Passa- giere, mochten sie auch noch so verschieden gestimmt sein, Ein jeder hatte sogleich seine eigenen Vermutungen. Der eine meinte, Clown I. habe einen Blutfturz bekommen, er litte doch an Magengeschwüren, und er habe in der lek'en Zeit so �auffällig elend ausgesehen, der andere sagte bissig, Mister Soundso Hobe wohl der Schlag gerührt, ein Schlag- anfall sei nämlich bei Alkoholikern schon in jungen Jahren fällig, und so waren dar Redensarten viele. Nur das Zugpersonal redete nicht, sondern revidierte gewissenhoft, und da stellte es sich heraus, daß die Transportoerhältnisse waren dazumal noch wesentlich anders — der Elefant Ionny— die Notleine gezogen hatte. Ich bitte ums Wort! Zuschriften aus unserem Leserkreise, Elendsweg der Q'qnidaiionsgefchädigten Alle Zellungen der bürgerlichen Richtung beschäftigen sich In langen Betrachtungen mit dem Attentat auf das Reichscntfchädi- gungsamt durch den Farmer Langtopp. Mit zynischer Gewiß- hell prophezeien manche diesem Unglücklichen einen Lebensabend im Zuchthaus, ohne die Ursachen zu würdigen, die ihn zu dieser Verzweiflungstat getrieben baben und ohne zu untersuchen, welche Stellen dte Hauptschuld tragen, daß heute der weitaus größte Teil der Mittel- und Sleingeschädigten im größten Elend dahinleben muß. Gewiß ist dieser Angriff auf eine ausführende Behörde zu verwerfen. Aber einen Verzweifelten ins Zucht- hau» zu verdammen, ist einfacher, als die veramwortlichen Per- sonen an ihre Pflicht gegenüber ihren Mitmenschen zu«rinnen, Di« Hoffnung auf Gerechtigkeit haben alle diejenigen aus- gegeben, denen durch das bisher bestehende und jetzt tn Beratung befindliche Schlußentfchädigungsgcfetz nicht geholfen werden darf, weil solch« Fälle nur vereinzelt vorgekommen sind und im Gesetz nicht berücksichtigt werden. Ein Fall beispielloser Ungerechtigkeit sei hier angeführt. Ich bin Neingeschädigter Flüchtling aus Posen. Meine Frav wurde durch die polnische Soldateska schwer mißhandelt, sa viel- leicht vergewaltigt und behielt ein schweres Leiden zurück, mtt dem sie sich heute noch quält. Ich selbst erhielt für meine verlorenen Sachen ab und zu mal eine kleine Abschlagszahlung in Papier- bzw. Soldmark, die ab«- nicht zu dem bestimmten Zweck verwendet. sondern zur Bezahlung von Arzt- und Apotheker- rechnungen benutzt werden mußten. Al» dies« Zuschüsse durch die sogenannt« Rachentschädigung als erledigte Abfindung galten und eingestellt wurden, waren wohl alt« Schulden bezahlt, ober neu« bereits wieder hinzugekommen. Ich wandt« mich unter«in- gehender Darlegung an das Entschädigung-amt w Breslau um Gewährung einer Beihilfe, wurde aber zweimal abgewiesen mit der Begründung, daß»ine Hilse nicht möglich sei, da das bis- herige Gesetz eine Hilf« für derartige Fäll« nicht vorseh«. Ich bin Beamter und muß am 1. jeden Monats einen erheb- lichsn Teil meines Gehalts zum Zustopfen eines alten Loche« be- nutzen, um«in neues öffnen zu können. So geht dieses Leben nun schon jahrelang. Mit welker Dienstfreudigkeit ,ch ar« belle, kann stch jeder denken. Weder kann ich an Beschaffung»an Sachen, noch an eine ordentliche ärztliche Behandlung meiner Frau denken. Mit offenen Lugen, oft der Verzweiflung nah«, muh ich zusehen, wie das Siechtum longsam und sicher in meiner Familie Einzug hall. Von Tag.zu Tag wird dos Familienleben mehr zyr Dual, da infolge Geldmangels ein« durchgreifende ärztliibe Behand\ lung nicht möglich ist uiid der Staat für dies unverschuldet? Elend kein Verständnis hat. Für P h o e b u s und R u h r t n d u st r i e, für clsaß- lothringische Werke und Panzerkreuzer gibt es Hunderte van Millionen, aber für uns, die wir schuldlos im Elend sitze», sind nicht mal einige hundert Mark vorhanden. Ist es da ein Wunder, wenn die Verzweiflung den Verstand Überinanni? Nur wer dieses Elend am eigenen Leibe spürt, weiß, was für Nerven dazu gehören, um abzuwarten, bis ein Schlußgesetz herauskommt, dos totsichcr für derartige Fälle wieder keine Entschädigung oder Hilf« vorsieht. Dann bleibt tatsächlich nur die Höllenmaschine oder der freie Tod auf dem Feld« des Elends. Xw. Landbundhehe in der Praxis. Al» ich jetzt mehrere Wochen in Pommern unterwegs war. hatte ich Gelegenheit, die Propaganda der Landwirte wegen il�er angeblichen Notloge zu beobachten. In Wirklichkcll rst diese Notlage, abgesehen von einigen Aus- nahmen, nicht halb so ichlimm, wie es gemacht wird. Die e i g e n t- lich Notleidenden sind die kleinen Geschäftsleute und Handwerksmeister, welche von den Landwirten abhängig sind: denn die Landwirte lassen diese Leute ein Jahr uitd länger auf Zahlung wart««, trotzdem sie selbst für ihre Erzeugnisse, w« Äon, und Vieh, sofort Geld bekommen. Die Geschästslcute wissen, daß e» den Landwirten in Wirklichkeit gar nicht so schlecht geht, sie dürfen ob«r nichts sogen, well sie sonst von diesen boykottiert werden. Ich hall« Gelegenhell einige Angaben nachzuprüfen und konnte feststellen daß speziell an Markttagen die Landwirt« aus den lönd- lichm, Sportassen Betröge von ewigen hundert Mark einzahlen, die selben Leute ließ«, jedoch ihr« Gläubiger unbefriedigt. Anscheinend ist vom Landbund die Parole herausgegeben worden, nicht zu zahl«». Ebensalls konnte ich beobachten, daß die Londleutc fast durchweg Loschaffungen machen, d. h. sich Speisezimmer und sogar Herrenzimmer bestellen dl« betreffenden Tischlermeister aber jähre- lang hinhalten mit der Begründung, sk seien in Nat und könnte» daher nicht zahlen. Dasselbe gllt sür Radioapparate usw. Ich muß ausdrücklich betonen, daß ich es den Leuten gönn«, sich lolche Anschaffungen zu machen, jedoch nur wenn sie es sich leisten können und nicht dafür vom Staat entschädigt werden wollen. Jedenfalls wäre es«ine Ungerechtigkeit, den Landwirten Gelder tn den Hals zu schmeißen, weiche für ander« Zwecke viel nötiger sind. bl K. Das Goldgraben im mexikanischen Busch ist keine lehhie Arbeit Das müssen auch die drei Ar bell er Dobbs, Curtln und Howard erfahren. Nachdem sie aber ein Jahr lang schwer ge- sduihei haben, können sie doch feststellen, dah sie sld) ein kleines Vermögen erworben haben. Sie rüsten sich wieder zur Rückkehr nach der Stadl. Da erscheint plötzlich ein Fremder auf der BildLSche. Vergeblich suchen ihn die drei von ihrem Lagerplatz fernzuhalten. Er bleibt trotz aller Drohungen und Tfitlichkeiten da, aber sdüieb- lich hören sie Interessiert auf. als der Fremde berichtet, in dieser Gegend befinde sich eine außerordentlich reiche Ader, deren Ausbeutung sie alle zu MilllooSren machen würde. Aber jetzt kommt eine neue U eberrasch ung: tm Tale faucht eine Schar berittener Banditen auf. Der Fremde schildert In bewegter Welse den Lieber- fall auf einen Eisenbahnzug. 19. Fottsevung. Die Beamten des Hilfszuges luden mif Hilfe der gefunden Fahr» gdlle alle Taten und Berwundeten in den Zug und fuhren mit chrer traurigen Fracht zur Station zuriick. Dort war bereits dos Telegramm eingelaufen, daß ein Lazarett- Zug unterwegs fei. der aber vor morgen früh nicht an der Stelle fein könne. Dann waren noch weitere Telegramm« in der Station von der Regierung und von den nächsten Garnisonen. Die Regierung telegraphierte, daß alle Abteilungen der berittenen Londpvlizei der Nachbardistrikte aus dem Marsche seien, und daß vier Regimenter Kavollerie der Federal-Armee mobilisiert seien und noch»or Anbruch des Morgens mit Spezialzügen zur Uebersallstelle gesandt würden, um die Verfolgung der Banditen aufzunehmen. Eine Nähnadel in einem Haufen Heu zu finden, ist keineswegs leicht. Aber wenn sie durchaus gefunden werden muß, so kann sie gefunden werden, auch wenn der Heuhaufen noch so groß ist. Nach den Gesetzen der Mathematik kann man berechnen, daß man sie finden mutz, und wann man sie finden wird. Aber einen Banditen zu finden, der einen erheblichen Dorjprung hat über Dschungelwege, dl« er am besten kennt und der Verfolger überhaupt nicht kennt, und der nach lleberkreuzen des Dschungels Gebirge erreicht, das Hoch- gebirge in Mexiko, das ist mit dem Finden einer Nähnadel in dem größten Heuhausen überhaupt nicht zu vergleichen. Aber die Soldaten sind meist ja selbst Indianer. Das ist schon etwas wart. Sie wisien auch, wo zu einer bestimmten Zeit die Banditen gewesen find, nämlich hier an dieser Bahnstrecke zwischen zwei genau bekannten Stationen. Und es dauert« nicht allzulange, da hatten die Ossiziere heraus, daß die Banditen sich in kleine Gruppen ausgeteilt hotetn und nach verschiedenen Richtungen aus- cinandergegangen waren. Die Nohnade! in dem Heuhaufen war nun auch noch in kleine Stücke gebrochen. Oberflächliche Beschreibungen der Banditen waren herumtele- graphiert worden. Aber da kann einer der Beschriebenen ruhig durch ein Indianerdorf reiten, die Soldaten können ihn sogar treffen, sie können ihn in Verdacht haben. Aber wenn er nichts in seinen Taschen oder aus seinem Leibe hat, das an den Zugübersall erinnert. was nützt dann die Beschreibung? Er hat immer ein Alibi. Er Hot in jener Nacht zwanzig Kilometer entfernt von der Ueberfallstelle unter einem Baum an der Straße nach Colchihustes geschlafen. Das Gegenteil kann ihm niemand beweisen Ab-r da reitet ein Trupp Federai-Kaoallerie durch Guazomota. Vor einer Hütte bocken zwei Mestizen, in ihre Decke eingewickelt und imichend. Di« Soldaten reiten ruhig vorüber. Der eine Mestize will oufftehen und hinter die Hütt« gehen. Aber er bekommt einen Wink vo» dem anderen, kehrt wieder zurück und hockt sich ruhig wieder hin. Der Trupp ist schon vorüber. Da droht sich der führende Offizier um und läßt den Trupp halten. Er ist durstig und reitet zu einer Hütts. Nachdem er getrunken hat, reitet er auf die andere Seite hinüber und steigt ab. Hier hocken bis beiden rauchenden Männer. „Wohnt ihr hier in diesem Dorf?' fragt der Offizier. „Nem, w,r wohnen mcht hier, Senjo." „Wo seid ihr denn her?" „Wir habe» unser Haus in Eomitala." „Gut," sogt der Offizier und stellt seinen Fuß in den Steigbügel. Er will auffitzen und mit seiner Abteilung wieder abreiten. Er ist etwas müde, das Pferd tänzelt herum, er kann den Steig- bügel nicht tnegcn. Einer der beiden Mestizen steht auf, weil das Pferd ihm beinahe auf den Füßen herum« camp est. Er kommt näher und faßt den Steigbügel, um den Offizier bchilstid» zu fein. Die Decke fällt von seinen Schustern. Dcr Offizier stellt den Fuß wieder auf den Erdboden. „Das haben Sie denn da in Ihrer Hosentasche'?" fragt er nun den ausgestandenen Mestizen. Der Mann sieht an sich herunter und aus seine Hosentasche, die ziemlich bucklig hervorsteht. Er dreht sich halb um. als ab er westcr zur Hütt« treten walle, als ob er ein Loch suche. Dann sieht er aus die Soldaten und auf den Offizier, zieht an seiner Zigarette, nimmt sie aus dem Munde, bläst den Rauch in einein kurzen Stoß ans und lächlet. Mit einer raschen Bewegung hat ihn der Offizier am offenen Hemdkragen gefaßt und mit der linken Hand gleichzeitig In die Tasche gegriffen. Der andere Mestize ist nun ebenfalls aufgestanden, zuckt die Schustern, als ob ihm die Störung seiner Ruhe lästig wäre, und als ob er sich einen anderen Platz suchen wolle, wo er in Ruhe locken und rauchen kann. Ein Sergeant und.zwei Soldaten sind abgesprungen und stehen so, daß die beiden Mestizen nicht entweichen können. Der Offizier läßt den Hemdkragen des Mannes los und besieht sich da», was er ibm aus der Tasche gehellt hat. Es ist«in gutes, rundes, ziemlich kostspielioes Lederportemonnaie. Der Offizier lacht, und der Mestize lacht. Der Offizier öffnet das Portemonnaie und schüttet den Inkalt in die Hand. Es ist nicht viel, etwas Gold, große Silberstücke, alles in allem etwa fünfundzwanzig Pesos. JItt das Ihr Geld?" fragt er./ „flrretlich ist dos mein Gold." „Das ist viel Geld. Da Mnnten sie sich doch ein neues Hemd taufen" „Das werde ich auch morgen tun, ich will zur Stadt gehen." Aber in dem Portemonnaie ist mich eine Fohrkarle erster Klasie noch Torreon. Dieser Mc sitze fährt nie erst« Klasse. Außerdem bat sie da« Datum de« Uebersalltage«. ZW andere M~nn wird d"rcksncht. Er hat auch Glld, hat es nher lost in der Tofhe. Er h-st aber auch einen Brillonlrmo In der 'fkrtosche seiner Host Aus einen Wink des Sergeanten sind olle �oldoien stni abgesessen. „Mo dgbt ihr denn eure Pferde?" „Die stel'n da hinten." soot der erste M-sti-e. schüttet sich Tobak aus das Blatt, zieht mit den Zähnen das Säckchen zu und rollt sich eine neue Zigarette. Er ist nicht nervös und verschüttet nicht«in Krümchen Tabak. Ruhig und lächelnd zündet er sich die Zigaretle an und raucht, während ein anderer Unteroffizier alle seine Taschen durchsucht. Die Pferde der beiden werden herangebracht und durchsucht. Armselige Sättel, minderwertiges Zaumzeug und ein zerschlissener Lasio. „Wo sind die Revolver?" fragt der Offizier. „Wo die Pferd« gestanden haben." Der Sergeant geht hin und kratzt mit den Stiefeln in einer Ecke des Erdbodens herum, wo er einen Revolver und«ine alte Pistole hervorbringt. „Wie heißt ihr denn?" Di« beide» Leute sagen ihre Namen. Der Offizier schreibt die Namen ein und was er gefunden hat. Leute aus dem Dorfe haben sich angesammelt. Der Offizier fragt einen Burichen:„Wo ist denn d« Kirchhof hier, der Eemen- terio?" Der Offizier, die Soldaten und die beide» Mestizen in ihrer Mitte folgen dem Burschen, der den Weg zum Eementerio zeigt- Hinter ihnen her kommen die Leute des Dorfes, Männer und Kinder und die Frauen mit Ihren Kleinen auf dem Arm. Auf dem Eementerio gehen die Soldaten in eine Ecke,«in Spaten wird gebrocht, und die beiden Mestizen graben chre Löcher. Der Offizier raucht, die Soldaten rauchen und schwatzen mit den Leuten des Dorfes. Als die Löcher tief genug sind, setzen sich die beiden Mestizen und ruhen sich aus. Sie drehen sich wieder Zigaretten, und !»ach einer Weile jagt der Offizier:„Wenn ihr wollt, könnt ihr jetzt beten." Der Offizier' kommandiert sechs Mann, die sich aufftellen. Die beiden Mestizen bleiben durchaus ruhig, sie sind nicht nervös. nicht ängsrltch. Sie bekreuzigen sich, murmeln etwas, bekreuzigen sich wieder und stecken sich eine neue Zigarette an. Dann stellen sie sich nebeneinander aus, ohne einen Befehl abzuwarten.. Der Offizier ruft:„Fertig!" Die beiden Bandüeo rauchen noch ein paar Züge, dann werfen Sie die Zigaretten so it. Nachdem die Löcher zugeschaufelt sind, nehmen der Offizier und die Soldaten die Mützen ab, stehen eine Well« schweigend, setzen die Mützen wieder auf, verlassen den Friedhof, sitzen aus und reiten lo». Warum soll sich der Staat unnötig größere Ausgaben machen, wenn der Endzweck doch derselbe ist! Ein anderer Trupp Kavallerie bemerkte in dem bergigen Gelände acht Männer einige Kilometer voraus auf Pferden reitend. Die Männer schienen die Soldaten gesehen zu haben, denn plötzlich sielen sie in Trab und verschwanden.� Der Ossizier folgte mit seinem Trupp, konnte aber nicht finden, wohin sich die Reiter gewandt haben mochten. Die Husspuren auf dem sandigen Wege waren so zahlreich und gingen so weit auseinander, daß der Offizier kein« Spur auf- nehmen konnte. Er beschloß, den Spuren zu folgen, die an, frischeste� schienen. Nach einigen Stunden kamen die Soldaten zu einer einsamen Hazienda. Die Soldaten ritten in den weiten Hos und sahen ab, um ein wenig zu rasten. Der Besitzer kam heraus, und der Offizier fragte ihn, ob er nicht eine Anzahl Reiter gesehen habe. Der Besitzer erklärte, niemand sei vorübergeritten, er müßte es sonst wissen. Darauf erklärte der Offizier, er müsse die Hazienda durchsuchen. worauf ihm der Besitzer antwortet«, er möge tun, was ihm beliebe Der Besitzer ging in das Haus zurück, und als die Soldaten sich nun dem Hause näherten, wurd« auf sie von mehreren Seiten aus geschossen. Ein Soldat war tot und vier verwundet, als sie das Hoftor beim Zurückgehen«reicht hatten. Eine Hazienda ist wie«in großer Gutshof. St« ist mit einer dicken hohen Mauer umgeben und steht wie«ine klein« Festung im Gelände. Die Soldaten hatten ihre Gefallenen mit hinausgefchleppt. So- bald sie draußen waren, wurde das Tor von innen geschlossen und über die Mauer auf die Soldaten weitergefeuert. Und nun beginnt«in wackeres Gefecht, da», wie beide Parteien genau wissen, nur mit der völligen Vernichtung de« anderen endet oder mit Mangel an Munition. Die Belagerte» haben nichts zu verlieren, erschossen werden sie auf jeden Fall. Di« Verteidigung ist die einzig« Gelegenheit, die sie haben, um ihre Lage zu ändern. (Fortsetzung folgt.) WAS DER 7 tmiKMiiffliieaamifliiioiBiiffisimaituiimuiUMniiiiininaiwai'Uiiuiuiinfliiui Wenn da denkst, du hast ihn... Die Inflation war gerade beendet, aber man glaubt« noch Nicht recht an die Stabilisierung der Rlark, als«in bekannter Berliner Konzern eine Zahlung von 490009 Goldmark nach Hamburg zu leisten hatte. Ein vertrauenswürdig« jung« Mann, der sonst als gehobener Kassenbote beschäftigt wurd«, erhielt den Barscheck, sollte das Geld von der Reichsbank abheben und nach Hamburg bringen. Aus der Inflation her hatte sich noch die Scheu vor Ueberweijungen erhalten. Der jung« Mann wurde auch ordnungsgemäß auf dem Lehrter Bahnhof verfrachtet, kam aber nicht in Hamburg an. son- dorn wurde durch seltsame Fügung des Schicksals m Italien zwei Tage später verhaftet, man fand nur noch 2ä 000 M. bei ihm. Wo war das übrige Galt»? Bar dem Hamburger Gericht erklärte er, tr hätte in Hamburg ein Flugzeug noch Italien gemietet und dort 373 000 M. verjubelt. Jawohl, das hotte er getan, in zwei Tagen, bitte schön! Das sich ein Generaldirektor leisten könne, lag« auch im Bereich seiner Fähig- kell. Kein Schmeicheln und drohen de« hohen Gerichts hals, der Angeklagte blieb verstockr bei sein« Behauptung und erhielt als Quittung für seine lebemännischen Allüren vi« Jahr« Gefängnis, eine reichliche Spanne Zeit, um üb« die gesellschaftlichen Unterschiede in bezug aas Geldausgeben nachzudenken. Unterdessen zergrübelte man sich in Berlin angestrengt die Köpfe, wie man wieder in den Besitz des verlorenen Schatzes gelangen könnte. Und jemand hatte eine geniale Idee, worauf der Syndikus des Konzerns nach Homburg geschickt wurde. Er hatte eine Unterredung mit dem Gefangenen. Er macht« ihm den Bor- schlag, das Geld auszuliefern, der Konzern würde ihm 25 Prozent der Summe auszahlen. Dies sollte notariell bestätigt werden. Der vertrauenswürdige junge Mann lächelte liebenswürdig und erklärte, daß er seine frühere Behauptung, das Geld sei verjubelt, aufrechterhalte. Es sei tatsächlich möglich, diese Summ« iu zwei Tagen durchzubringen,«r wisse es aus Erjahrung, aber man müsse nur Talent dazu haben. Er besäße es. Vielleicht probiere es der Herr Syndikus auch einmal. Und übrigens sei das Ganze«io faules Geschärt- Gesetzt den Fall.« hätte das Geld in Sicherheit pebradst. dann würde er ein Narr fein, sich nach mar Iahren abgebüßter Haft imt lächerlichen 23 Prozent zu begnügen oder sogar Gefahr zu lausen, den Vertrag als ungültig erklärt.zu sehen. Uebrigens ließe er die Generaldirektion Herzlichst grüßen. Traurig fuhr der Syndikus heimwärts. Jetzt hatte man Jahre Zeit zum lieberlegen, lind«an überlegt« im Schweiße feines An- gesichte. Do verfiel man vor etwa einem Monat auf einen Herr- liehen Plan, nachdem man Nochforfchungen durch Detektive als ,zu langwierig und zu unsicher abgelehnt hatte. Das Geld müsse vor- Händen sein, technisch sei es vollkommen unmaglich, 373000 M. in zwei Togen restlos Zu verjubeln. Also entweder sei e, ve'graben oder m Werten angelegt, jedenfalls sei es im Besitze des Dcfrau- danten. Man müsse also diesen zum Offenbarungseid zwingen, um ihn dann wagen Meineids zu verhalten. Der Himmel sei gelobt. endlich eine prächtige Fall«, kein Entwischen mehr möglich! Zwei Tage vor der Hoffentlofsung, es ist jetzt eine Woche her, fuhr der gequälte Syndikus wiederum nach Hamburg, versah sich mit einem Gerichtsvollzieher und«ortet« zur bestimmten Stund« vor dem Gefängnis. Er«ortete und wartete, bis Ihm der Angst- AG BRINGT. ininnimiHuimniuimitinnuiiiiiuoiiiiimuBioiinffinnffliaauBniniaiwiaHa schweiß in dicken Tropfen auf der Stirn stand, llad da«fuhr« da» Schreckliche- der vertrauenswürdige junge Wann war wegen tadelloser Führung vor drei Monaten bereit» entlassen word-n. Jetzt hängt in dem Arbeitszimmer des Syndikus der sinnige Spruck: Wenn du denkst, du hast ihn... schwarz«ingerzh-nt. flix. Das 2S. Kind. Ein rechtsstehendes Blatt verzeichnet mit freudig« Genug- tuung di« unheimliche Produktivität einer 42jährig«n Spa- nierin aus San Lucas de Sapprameda. Du Frau hat. ein« wohrhafie Gebärmaschine, jetzt das 25. Kind geboren und getauft. Viermal hat die Zweiundoierzigjährige Zwillinge, einmal sogar D r i l l i n g e zur Welt gebracht. Das strannnnationale Organ ist natürlich höchst entzückt! So müßte es auch bei uns klappen. Könige gibt es zwar nicht mehr, die— zum frischfröh- lichen Totschießen— Soldaten brauchen. Ab«, je mehr proletarische Ausbeutungsobjekte, desto besser. Bei den Enkeln der Cherusker. Die direkten Nachfahren jener wackeren Leute, die sich vor rund 2000 Jahren mit den Legionen des Varus im Teittaburger Wald herumgeprügelt haben, sind jetzt bessere„nationale" Bürger und im �Hermannsbund 1043 E. B.", zusammengeschlossen. Dieser wichtige Bund versendet jegt Einladungen zu seinen» 13. Stiswngssest. Das lieffiimig« Dokument unterrichtet vorzüglich über die besonderen Bedingungen teutonischer GeseMgkeit. Es heißt da:.Wie alljährlich, wird aud) diesmal das Fest einen natio- nalen Charakter tragen und von künstlerischen Darbietungen erfüllt(!) sein. Es findet unter Teilnahme vaterländischer Verbände ein Fahneneinmarsch und die Nagebmg der Bundessahne durch den Probst von Berlin, Generalsupeiinlendent D. H a« n d l e r, stakt. Ge'andier o. D. Dr. Krater v. Schwartzen- seid nürd Soldatenlieder singen." Mit dem Programm würden die Hermannbündler auch heute noch die römischen Legionär« in di« Flucht schlagen. Dynamit zwischen den Zähnen. Einen neuen wirkiomen Zirkustrick hat sich der südslawische Artist Barlo ausgedacht, der gegenwärtig in Paris Darstellungen gibt. Vorta nimmt«ine 30 Zentimeter lange Dynamitpatrone zwischen die Zähne und bringt die daran hängend« Lunte zum Glimmen. Ein Mann sieht Himer ihm und hält ihm die Spitz« eines Degens dicht an das Genick. Trotz des furchtbaren Rück- schloges der Patrone steht Barta imerschütterticch Einem normalen Me-'sche» würde der Riickschlag Mund und 21-f« zerreiben. Die Dynomitladung ist groß genug, um einen großen Geldschrank zu sprengen. Denkmal für den Erfin er des Gns�lins. In Cozcws. einem französischen Dorfe im Tal der(TV-orrffe, isi ein Denkmol enthüllt worden, das dem Erfinder des Gasolins, Fernand Forest, gewidmet ist. Das Denkmal zeigt di, Düfte des in Armut gestorbenen Erfinders in der nach ihm benannten Straß«. Der Sockel des Denkmals trägt die Inschristt„Forest starb enn, nachdem er die Industrie der ganzen Well reich gemacht hatte." Kreis-Geräteturnen. I., 1. und 5. Kreis in Magdeburg. Zum friedlichen Wettstreit trafen sich am Sonntag die Aus- wohlmannschaften für Geräteturnen des 1., 2. und 5 Kreises. Die Vertreter des]. Kreises waren die fünf Sieger aus dem letzten Kreiswetturnen und somit das Beste, was im Augenblick der L Kreis an Turnern stellen kann. Der 8. Kreis ist augenblicklich, als 5lreis- riegs, Bundesmeister. Bor gut besuchtem chause begann dann auch der Wettkampf. Zuerst wurde Barren geturnt. Resultat: 1. Kreis 164 P.. 2. Kreis 168 P., Z. Kreis 176 P. Hier zeigte sich schon die lieber- legcnheit des Z Kreises. Zlm Pferd stauen die Hoffnungen des 1. Kreiies nicht sehr günstig, doch die Berliner waren tüchtig und mit Erfolg. Resultat: 1. Kreis 161 P., 2. Kreis 158 P., 5. Kreis 176 P. Am Reck wurden dann Glanzleistungen gezeigt, die in Ausführung und Schwierigkeit wohl nicht mehr zu überbieten waren. H'er konnte dann Berlin auch Punkte sammeln. Resultat: 1. Kreis 174 P.. 2. Kreis 169 P., Z. Kreis 183 P Zum Schluß die Freiübungen. Hier waren der 1 und 5. Kreis ebenbürtig, was sich auch am Schluß durch die erreichte Punktzahl zeigte. Die Endzahlen stellen sich folgendermaßen: Erster 3 Kreis 706 P. Zweiter 1. Kreis 670 P. Dritter 2 Kreis 655 P. Die besten Einzelturner waren: Kurt Rödel, 5. Kreis, 151 P. Ernst Tetzner, 5. Kreis. 14.5 P. Emil Leuhold, 1. Kreis. 140 P. Kurt Sä ring, 2. Kreis, 139 P. Forst-Süd schlagt Stettin 4:1. Fußball in Berlin. Das zweite Treffen um die Ostdeutsche Fußball- Meisterschaft, das am Sonntag in Stettin zwischen dem Stettiner Vallspiekklub und Forst-Süden stattfand, sah die Lau« sitzermit4:1 siegreich. Der Sieg der Forster stand während des ganzen Sp'els fest, doch leisteten die Stettiner unerwarteten Widerstand. Hauptsächlich zum Schluß gab es sehr brenzliche Situationen vor Südens Tor. die der Torwart aber alle mit großer Sicherdsit klärte. Bis zur Pause stand das Spiel 2:0 für Forst. Doch bald nach der Pause gelang es Stettin ei» Tnr aufzuholen. Dem setzt« Forst aber wieder zwei Treffer entgegen. Am 1. April stehen sich nun im Lichtenberger Stadion Adler 08 und Forst-Süden im Endspiel gegenüber, von dem Sieg hängt die Beteiligung an den Lundesmeisterschaften ab. Berliner Fußball-Resultate. Zur Abwechslung gab es wieder eimnal hellen Sonnenschein und damit schönstes Futzballwetter. Aber auch die Ueberraschungen blieben nicht aus. Im Norden konnte Nordiska den Amateuren durch das 2: 2- Resultat einen Punkt abnehmen. Alemannia und Adler 08 lieferten sich einen harten Kampf, den der Kreismeister nü.t 3: 1 gewann. Union gewann gegen Velten 3: 2. Wittenau g*gen Bavaria 2; 0. Tegel 24 gegen Wacker 20 1:3. Spandau 25 gegen Teutonia 09 2: 4. Siemensstadt, gegen Brieselaug 4:2.— Osten: Stralau gegen Brandenburg 02 2: 3. Kaulsdors gegen Fichte-Südost 1: 8. Lichtenberg III gegen Johannisthal 2: 0. All- Glienicke gegen Strausberg 2: 0. Treptow gegen Neuenhcgen 1: 1. Lichtenberg I gegen Berliner Sportverein 22 3; 1. Obgrspree gegen Wildau 5; 0. Lichtenberg II gegen Woltersdors 5; 2. Hertha 22 gegen Fichte-Treptow 6: 0. Frisch-Frei gegen Merkur 4: 1. Fricdnchshcgen gegen LaumschulenWSg 6:0. Südwesten: Fortuna 23 gegen Mariendorf 9: 2. Potsdam gegen Rüstig- vorwärts 2:0. Luckenwalde I gegen Luckenwatt« III 3:1. Hertha argen Ehorlottenburg 1: 3. Tempelhof gegen Neuköllner Ballspiel- klub 3:2._ Ergebnisse der Krcismcistcrschaftcn. Im Arbeiterathletenbund ergaben sich bei den Sä,wßkämpf«n folgend« Meister: Boxen: Federgewicht: Konieczui 1(Lurich) gegen Walter(Nordosts. Ausgeglichener Kampf, unentschieden. Leichtgewicht: Moll(L.) über Freundlich(NO.) cPjcbQilev�por't' Im Training! Die Rennfahrer des ARB.„Solidarität". De Rennfahrer des Arbeiterradfahrerbundes„Solidarität"' sind nicht müßig, sich für die Wettkämpfe, die in der Saison 1928 zu erwarten sind, vorzubereiten. Wer des Sonntags die Chausieen der Umgebung Berlins besucht, findet hier die Acbeiterrennfahrer beim Training, ganze Gruppen fahren hinaus, um unter Führuig eines Fachkundigen sich ein flottes, aber beständiges Tempo anzueignen, denn gerade das Tempofahren ist für den Straße ifahrer die Grundbedingung seines Erfolges. Die Arm- und Leimnusteln müssen im systematischen Training den Erfordernissen des Rem- sports angepaßt werden, auch die Technik des Atmens muß er- lernt sein, denn schon so mancher junge Rennfahrer mußte wegen Stiche und Schmerzen ein sonst aussichtsvolles Rennen aufgeben. Besonders erfreulich ist es. daß die neu eingetretenen Mitglie- der sich diesen Notwendigkeiten sehr gut anpassen, denn„Solidarität' hat während der Winterzeit starken Zuwachs erhalten, was als gutes Zeichen der Ä'ompffreudigkeit gewertet werden kann. Bei Eröffnung der Radrennbahnen wird auch hier sofort ein eifriges Training einsetzen, da der Bezirkssportausschuh mehrere Bahn- rennen im Programm hat. Für das Jahr 1928 sind wieder eine ganze Anzahl Straßenrennen vorgesehen. Die ersten Straßenrennen sind ein Einzelfahren am 1. A p r r l, am 15. A p r i l ein Stafettenfahren und am 29. April ein geichlosse- nes Maunjck>oftsiahren. Wen Rennfahrern und äuch solchen, die es werden wollen, bietet sich günstige Gelegenheit, sich in die Melde- listen einzutragen und bereits schon die ersten Nennen mitzufahren. In Moabit befindet sich«ine besondere Rennfahrerabtei- l u n z. auch die Bezirke Kreuzberg. Friedrichshain und Prenzlauer Berg haben Rennfahrergruppen, wie auch die Bundesvereine der Vorort«. Selbstoerstimdiich stehen auch im ARB.„Solidarität' Touren- und Wonderfahren sowie Reigen und Radball- und Radpolospiel in höchster Blüte. Da die Arbciterradfahrer ihre diesjährige Saison mit dem 1. April beginnen, und zwar mit einer Tourensahrt und einem Straßenrennen in Schönwalde, so werden alle radfahrenden Volksgenossen sowie auch alle Rennfahrer darauf Hingewlesen. Der Arbeiterradfahrerbund„Solldariiät' hat d« besten Hnterstützungseinrichtungen bei Radimfall, im Sterbesalle, Haftpflicht-, Raddiebstahlversicherung, bei einem niedrigen Beitrag. Anmeldunzen können in jeder Sitzung bei nochstehenden Ab» teilungen erfolgen. Es tagen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat 20 Uhr: 2. Abt. Schönlemstr. 6 bei Müller(mit Rennfahrer- gruppe): 3. Abt. Grünauer Str. 17 bei Reinke; 7. Abt. Kolonie- ftraße 147 bei Wende: 8. Abt. Waldenferftr. 19 bei Thielemann: 9. Abt. Schulstr. 114 bei Seefeldt: 11. Abt. Iasmunder Str. 3 im Iasmunder Vereinzhaus: jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat 20 Uhr: Rennfahrerobtellung Moabit, Stromftr. 28 bei Schablon: jeden 1. und 3. Freitag im Monat 20 Uhr: 1. Abt. Steinmetz- ftraße 36s bei Rinkert: 4. Abt. Boxhagener Str. III zur Reichs- post; 4. Abt. Strausberger Str. 3, Fortunasäle: 6 Abt. Schwedtcr Straße 23— 24, Büttners Saal: 10. Abt. Gubener Str. 45 bei Neu- mann. Die Wteilungen 1 bis 10 haben Rennfahrergruppen. Jeden 1. Freitag im Monat tagen Motorfahrerabteilung, Me- meler Str. Ecke Pillauer Str. bei Rostin. Motorfahrerab- t e i l u n g. Brunne nstraße 102 bei Radler. Für Rennen nimmt auch Anmeldungen entgegen und erteill weitere Austunit Rudolf Meinert, Berlin SO. 16. Brückenstr. 5 b, r. Sfl. 4. Punktsieger. Welteraewicht: Fromm(L.) nur unentschieden gegen Lehmann(NO.). Mittelgewicht: Frank(L.) Punktsieger über Müller(NO.). Halbschwergewicht: Ueberraschungssieger Mielzinfki (NO.) über Kellner(L.). Durch genauen Kinnhaken in der ersten Runde. Bantamgewicht: Punktsieg Konieczni 2(L.) über Rohde (NO). Schwergewicht: Radtke(L.) kampflos Sieger. Lurich ffreis- meister mit 9:7 Punkten. Ringen: Fliegengewicht: 1. Runde: Wuttig(AW.) Sieger in 1,17 Minuten, Selbstfaller, gegen Böttcher (B.). 2. Gang, harter Kampf, unenischieden. Bantamgewicht: Karoß (B.) Sieger, beide Gänge, über Hossmeister(AW.) in 5,37 und 9,26 Mlumen durch Hüstschwung, K. große Kraft. Alle anderen Kämpfe in allen Gängen nach interessanten, beweglichen Ringen unentschieden und zwar: Federgewicht: Schlichtenberg(AW.) gegen Droos(V.). Leichtgewicht: Köhring(AW.) gegen Hcntschel(B). Lcichttnittelgewicht: Eckert(AW.) gegen Schnrckenberg(B.). Schwer- Mittelgewicht: Gröndorf(AW.) gegen Seelenbinder 2(B.). Schwer- gewicht: Nagel(AW.) gegen Sovran(B.). Beralina, Neukölln, zum vierten Male Kreismeister mit 13: 13 Punkten. Zur Turohallenbenußung. Die Erlaubnis für die Inan- spruchuahme der Turnhallen in den Berwaltungs- bezirken 1 bis 6 wird bis zum 30. September 1928 verlängert. Än- träge auf Acndernng der Zeiten bzw. Gewährung von neuen Togen sind unverzüglich durch den Schulletter bzw. Turnhallenssrwalter an das Stadtamt für Leibesübungen, Leib. 8 28, einzureichcn In jedem Falle ist die vorherige Stellungnahm« des Schulleiters oder Turnhallenverwolters erforderlich. Die Bereine sind gehalten, wegen der Koftenübernahm« oder der Ermäßigung unverzüglich An- träge bei dem zuständigen Bczirksjugendamt einzureichen. Dereine, die die entsprechende Bescheinigung bis zum 10. April 1928 der Arbeitersamariter auf dcrnT egeler See Die Wassergebiete in der Umgebung Berlins wurden im ver- vergangenen Jahre für den Rettungsdienst eingeteilt, und zwar erhielt die Rettungsgesclljchast der Wasierspartvereine den Müggel- jee, das Rote Kreuz den Wannsse und die Arbeiter. Sama- riter-Kolonne Berlin den Tegeler See zugewiesen. Die vorn Mogistrat dafür ausgeworfenen 15 000 M. wurden unter den Organi. stttionen gleichmäßig verteilt. Bs- jvndcrs die Arbeiter-Samariter-Kv- tonne fand auf dem Tegeler See ein außerordentlich unübersichtliche« Ar- beitsfeld vor, und da der überwiesene Rettungsdienst so.zu gestallen war, daß er auch wirklich im Interesse des unterftützungfuchenden Publikums ausgeübt werden konnte, so schaffte sich oi« Arbeiter-Samoriter-Kolonne ein großes Motorboot an, das bei 10 Meter Länge für den Rettungsdienst besonders gebaut und eingerichtet wurde. In der Borderkajüte können zwei Berunglückte cuj bequemen Lagerstätten ruhen, während der ostene Raum des Bootes für die sofortige Behandlung eingerichtet ist. Neben einer Anzahl Schwimmwesten, Rettungsringen, Rettungsleinen, einem Suchnetz, einem Suchanker, befinden sich auch«in Sai«rstoffapparat. ein Pittml-tor zur Aus sich rung der künstlichen Atmung und«in gTofier Scheinwerfer an Bord. Bemannt ist das Rettungsboot mit einem Lootsfuhrer, zwei Rettungsschwimmern, einem Samariter und einer verantwortlichen Aufsichtsperjon. Bei der Unübersichtlich kell des Tegeler Sees sah sich die Arbeiter-Samariter-Kolonne ver- anlaßt, an mehreren Stellen Zelt-Hilfsstationen cinzu- richten, die sich im Bedarfsfälle durch Abschießen von Leuchtsignalen mit dem Rettungsboot und de? Hauptstation verständigen können. Wöhrend der Dienststunden des Sonnabends und Sonntags sind die Posten mit etwa 20 Samaritern besetzt, die alle, ebenso wie die Besatzung des Bootes, ihren Dienst ehrenamtlich versehen. Don der außerordentlichen Inanspruchnahme der Rettungsstation im ver- gongen«» Jahre gibt folgende Aufstellung ein gutes Bild: Insgesamt wurden 103 Unfälle behandelt, davon vier Armbrüche, ein Beinbruch, eine Gehirnerschütterung, zwei Schlüffelbeinbrüch«. Ein Arzt mußte sechsmal hinzugezogen werden, acht Berunglückte wurden zur Wohnung, sieben ins Krankenhaus transportiert. Lei Boots- Unfällen erfuhren 21 Ertrunken« die erste Hilfelciswng. Da- von konnten durch Wiederbelebungsversuche 16 ge- rettet werden, wahrend bei fünf Verunglückten Hikfe zu spät kam. Sechsundzmanzig gek enterte Boote wurden abgeschleppt resp. vor dem Versacken bewahrt. Diese außerordentliche Inanspruchnahme der Rettungsstakion hat die Unzulänglichkeit der jetzt benutzten in einer Restauration gelegenen Räume erwiesen. Die Kolonne ist daran, eine Rettungsstation zu bauen, wozu oller» dings die eigenen Mittel nicht ausreichen. Ufer und See sind wahrend der Sommermonate außerordentlich stark be- völkert. Tausende suchen hier Erholung: daß die Rettungsstation nötig ist, beweist ihre starke Inanspruchnahme. Dem ehrenamtlich betriebenen Rettungsdienst muß daher die finanziell« Grundlag« durch die Stadt Berlin gewährt werden. Vielleicht bietet sich bei den gegenwärtigen Etatberotungen dazu noch Gelegenheitt Schulleitung der von ihnen benutzten Turnhalle nicht vorgelegi höben, zahlen die Gebühr laut Tarif: 3(drei) Reichsmark pro Stunde. Im eigenen Interesse der Bereine wird gebeten, die Frist innezuhalten. Oehlfchläger. Der Bezirk Süden der Freien Turnerschafk Groß. Berlin»er- anstaltet mit seinen Kinderabteiiungen ein öffentliches Turnen mit anschließender Schutentlassungsfeier am Donnerstag, 22. März, 18 Uhr, in der Turnhalle Doeckhstraße 17/20. Alle Freunds der Leibesübungen, besonders aber die Eltern sind zu diesem Abend herzlich eingeladen, Zmirifial'Berelo»Sie Nat-rfwund«-'. a. Miirz. Sl> Uhr. Wrinmeistrrfti. 1«— 17. JtarJrag Martin®I«ianct mit Bor Vcrefaukalender. vrtogrunse»«Ii»? iuttov**. �■. M>.■ I.©omnoftif und Beweg ung,ch»r.� Vortrag Marnn Sleioocr mit Borfijhruroen der Berliner Bcwcgungochör« Laban. Unkostenbeitrag A> Bs.— Bbt. Ziergart«»: Donnerstag, W. Mär„ A> Uhr, Lehrter Str. 18—19.— Abt. Lichtenberg: Bonnerstag, 22. Märg, 20 Uhr. Lamfstraß«, Iugcnbheint, Ltnaftler.— Abt. Schöntberg: Donitcroiag« 23. März, 20 Uhr. Hauytstr. 15,„Sozial u'tische krzlebting".— Abt. Südw-fi, Donnerstag, 22. Mär», 20 Ubr, Äorckstr. 11. Lichtbildervortrag:..Sächfilrie Schwei-".— Zlotarwiffenllt altliche Abt.: Donnerstag, 2!. März. SO Uhr. Zo. banniostr. 14— IS. Arbeitsabend._ Abt. S.zarloitenbnrg: ssreitag. 25. März, 20 Uhr, Spreelir. 30,„TechnU de» Denkens".— Abt. Südost: Neichenbrögir Strafte es. Freitag. 25. März, 20 Uhr, Deschaktliches.— Abt. ch«c»udoriut»«n- Freilag, ZZ. Mä-z, 20 Uhr, Sortzingstr. 19..Kbsen-Kedrnkkcier"ecr von nebenamtlich musizierenden Beamten, durch Reichswehrkapellen, Dilettonten und Bsiischer nehmen auch diesen Musikern die Sicherheil ihrer win- ichoftlichen Existenz. Biel schlimmer aber ergeht es der großen Mass? von Musikern, die auf Ausführung von Musikgefchäften von Fall zu Fall angewiesen sind. Diese konimen wirtschaftlich nie xur Ruhe, und widrigste Konkurrenz aller der vielen nebenberuflich Tätigen schmälen ihr Einkommen und ihre Derdienstmöglichkeiten. Unter solchen Berhältnissen kann man nur dringend vor der Wahl des Musikerberuss abraten. Rur in dem Falle, daß besondere, unzweifelhafte Be- g u b u n g und unüberwindliche Neigung den jungen Menschen für den Beruf bestimnitericheineu lasieu, wenn ferner die Möglichkeit gegeben ist, ihm eine zweckmäßige und vielseitige Ausbil- h u n g zuteil werden zu lasten, die ein ruhiges Entroickeln und Ausreffen seiner natürlichen Fähigleiten sicherstellt, nur dann soll man ihn als Musiker ausbiiden lasten und dann wird es ihm vielleicht möglich sein,«in« geletlfchoftlich und wirtschaftlich besri Äugend« Stellung durch die Ausübung seines Berufs zu erringen. Eine sehr wichtig« Frage fft, w o soll«in junger Mensch Musik erlernen? Dem kleinen Beamten oder dem Arbeiter sind die Ausgaben für Privatunterricht zu hoch. Der Besuch eines Was der Berliner nicht kennt, Wie die Partie an der TV eidendammer Brücke in die Spree mündet. Konservatoriums ist unerschwinglich. Bleibt also nur noch die„Musiklehre" bei einem Stodtinusikdirektor in einem kleinen Ort, der zudem die Jungens noch in Kost und Logis nimmt. Die Stadt- pfeisereien aber sind als Lehrstellen für Musiker in keiner Weise geeignet. Den Eltern kann man nur dringend raten: Gebt eure Kinder nicht in diese Lehren, sie verkümmern geistig und kiitperlich. Die notwendige Ausbildung findet der junge Mann nicht in einer sogenannten Stadtpfeiferei. sondern nur in einer Orchesterschule, ate|b tat Hochschulen fst» Musik ht Eharlottenburg. Köln a. Rh., Mainz und Esten angegliedert sind. Auskunst über Wusikerausbildungsfragen erteilt bereitwilligst der Deutsche Musikerverband, Berlin SW. 11, Bernburger Str. 19. Selbstmord eines polizeibeawten. In der Nacht zum Montag erschoß sich der Polizeioberwocht« mcister chans Steinmetz von der Schutzpolizei Wesermünde, dek zur höheren Polizeischule Eiche bei Potsdam abgeordnet war, auf seiner Stube mit seiner Dienstpistole. Der Tot« muß sich mit diesem traurigen Borhoben schon lange getragen haben, dcnu seine Kameraden erzählen, aus seinen Aeußerungen sei schon vor einem halben Jahre zu entnehmen gewesen, er wolle seinem Leben ein Ende machen. Als er gestern wieder ähnliche Worte ! fallen ließ, sah sich einer seiner Kameraden veranlaßt, bei ihm zu bleiben, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Trotz dieser Dorsichtsmaßregel gelang es Steinmetz, unbemerkt eine P i st o l e an die Schläfe zu setzen und abzudrücken. Er fiel dem ! Kameraden, der trotz seiner Bestürzung schnell zusprang, leblos i« | die Arme. Märzfeier der Gemeinde- und Staatsarboiter Am Abend des 18. März im Saalbau Friedrichshain hielt der ' Verband eine Gedenkfeier für die Revolutionsopfor ab, dtze ein | sorgfältig ausgewähltes künstlerisches Programm zur Grundlage ! hatte. Der Berliner Uthmann-Chor, das Berliner Konzertorchester l und der Sprech- und Bewegungschor der Berliner Volksbühne : wirkten mit. Die Berliner Organisation der Gemeinde, und Staats- arbsiter hat durch eine Reihe hochstehender Veranstaltungen ihre Mitglieder samt deren Familienangehörigen zu solchen Feiern er- zogen, so daß auch seine Märzscier, trotz vierstündiger Dauer, einen durchaus würdigen Berlauf nahm. Die Darbietungen wunden de- geistert ausgenommen. .Der Alkohol und strozetz ttravtz*. Die vczirkZgruvve Kreuzberg des Arbeiter-Abwventenbundes veiatistaltel Mitlivoch. den 21 März, 19.80 Ubr. im VortragSsaol de» GefundheilSamleS. Äm Urban Nr 10/ lt. einen Äklend über das Thema:.Der A 1 t o b tk r a n tz Vortragende: Dr. H. Dr. Fraenlel. Eintritt frei. ol und Prozeh egscheid er-Ziegler und t Schluß des redaktionellen Teils.) Wer nennt die Länder— lennt die Zahnen? Soeben ist dl« zweit» Auf- läge de, Waslaro-Zahnknalbunis erschienen(Heransgeder: Maslary-Agarettr», ktbcil, Berlin S 42). Da, Album verlockt zu einem ungemein turzweiligeu und bildendeu Sammelfport. Es>11 bcftimmi zur Aufnahme der iarbenfrohcn Zahnenbilder, die dcn guten Massaro-Zigaretteu mitfolgen und In original- getreuer Wiedergabe die Zahnen aller Kulturstaaten der Welt zeigen. Die sehr geschmackoall ausgestatiete und erfreulich stberflchtlich angeordnete Zieuausgabr. ist wesentlich reu tiger. Es lohnt sich, dafür l.'ü M. anzulegen. A.MZZ oWerizon 7360 Enrico Volksbühne Id. im - L'Iir Der Zigaretten- 1 kästen l»»i«i im Sülswau 7»/, ühr Peer M Rasteiii iti'td wanere internationü!© Variete«Attraktloren. Komssche |8 Ühr Oper ührj jiames Klein'sj gewiffiges neues R« v u e• S t ü< k: Zieh' dldi aus! 200 Mtulrliende. Vorverkauf ab to Uhr ununterbrochen mmmm Sonntag em 3 Uhr halbe Preise Ttieater am Kottbusser Tor | Kerttbusser StraBe 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich s Wir Sonntag, nachmittags 3 Uhr Elite-Sänger lim Märr-Spielplan d. gr. Schlager Volksstßck in I Akt. Ferner: Schorsch Ruselll, der Meister der Komik in �rerM Refchsha)len>fheater 8 t'hr, Lonnig, nachm. 3 Vtir. Das vrunderTolfc Frogr. dar Stettiner Sänger nachm. arm 00. Preise. uönhoff«Brett*!: ülämmdes KaiistePrograii Tim! ünsan; 8 ülir. ilj!. Sst'a CASINO-1 HEATER« u*, Uothrloger Str. 37 Doktor Klaus. AoachBcIdaii Gutschein I— t Pers. Fauteuil nur 1.10 M.. Sessel 1.60 M. OeotsdietTtieatei Norden 12 310 4 hon n ememsbOro: Norden 10338—30, h, Uhr, Ende 10 U. Zwfilfianiend Renaissance- Thealer Steinplatr 001 s< h Coeur Bube. Kamtnerspiele \orden 123iü a 4Uh Ende nach to Findel Sie, da3 .onsfante süfa riditig vertiält? 9ie Komödie Bismarck 2414/7516 SV, U. Ende 10»/» U. Zum SO. Nale: Marcel Fradelin (Der Eunuch i Metropol-Th. Zentrum 128 24 8»/, Uhr Der Grat von Luxemburg hlch irr«ifem, Mfatr iUfn, Ui.Htlfinn anawstv-Sülae' rn.KAnlevräte>t i3ergm. 21)0. 8'/, Uhr Flucht nn Jori« üiäm/t, 'wie- firtw»mumr lioroOdlcnhou: Norden 6304 rägl. 8»/, Uhr Broadway Philharmonie " Uhr flajdi-Wozart-ikBtli- Abend des Pbllharm. Orch. Bim. Pro, J Prflwer Sinf. G-dur-Haydn; Sinf. G-moil-Mor.; 2. Sinl-Beethov. Thkslsr des Westens Täglich 8". Uhr lipmüSam Klunnaa G-lWimr ustuj Liciitenstein, Hofbauer, Fleischer ibri. iiiaha-i Wieser. Bradsky. Brandt PisoatorbOhns Theater am Nollandorfplatz Korfürst 2091/03 Anf, 8. Ende geg. Ii Die Abeateaer des braTen Soldaten Schwei k od»u PillnierB ■Mt. Ervii Pliotir Gastspiel im Leasing«Thoater Norden 12798 Täglich 8 Uhr IM. wir leiten I von Ernst Toller In-c. Erwin Piscator Walhalia-Th. Weinbergsweg 19/20 räglich 8»/, Uhr AitsteigeiiQartier Schwank in 3 Akten lagenHidi Uran Igtntt: Vorzeiger dieses zahlen für Parken auch Sonatags statt Mk nur 88 Fl. Kleloet Ttieater Täglich SV, Uhr: Erika Giassner in Grelchcn Für Jugendliche nicht geeignet M 7»/, Uhr: Waner-sÄ Die Hosen des Herrn v Bredow Vorher: Nene Ctrcos- AttraUionco I inte/- Z* art� Otto Beatter und das ch". Proöramm Lustspiel Haas 8»/. Uhr (ioido Thielscher üesdiäftsaifsidil" Saltenlorj-Siilflen Bis. Künsüer-Th 8 Uhr Die goldne Meisterin geriinet Itiester Direktion Kuhnen. Hvlottaufi.SIl Heute T1-'- Uhr Premiere Je Balle Sisierj" Ein Berliner Volks- Stflck von fnitoMD-fieda'd.— Ku Ujlret,•ja ieidL Liri lai Theater LlLBlzowstr. Tel. Kurt 1209-10. Täglich S»/, Uhr Sennei comra isdieiilirOdcl Besidem-Theater Tägl. t>/, Uhr: Kein PoIlzelTerbol Oskar Ebelsbacher In Sdmle der Liebe friB. SOvuU n 3 Wen. Für Jngendl. verb Fir FgetlreraO lulle Mu h. in hdiniralsgalas Utztcr Mona- rä�l.H'gühT mm BEVDE Mittwoch, den 21. März nawin. i(ts> rar ctalnss der Spiet zeit 28. März Thalla-Tbeater Dresdner Str. 72/73 8 L: Das danel geht dudi das Hadelühr Kose-7beater Gr. Frankt. Str. 132 8'/. Uhr Der Flieder Pknietarioi am Zoe Imi«;. mdimltuMi Strik Noll. 1578 16. 18, 19'/, 21 Uhr Siernhimaiel und Kalender Eintritt I Ist. itttm gm.'I Jem o.si MdkLMh 12 TtlonatsRaten \Ltaddah£Cc\ i BerlmieiprigerSir!2Z lZi i Potsdamer Straße 38 Draronerliebchoa mit Harry Liedtlre, Maria Paudler Rheinstraße 14 Verlängert! Pal and Pataehan auf dem Wege na Kraft«ad -SchÄnhelt fugendliche habejt Zutritt Odeon, Potsdamer Sir. TS najö Der brave Soldat Schwejk «n dar Front Alesranderstraße 39-40 (Passage) VeriängertJ üra*«nerliehchen mit Harry Lf edtkt. Maria Paudler Turmstraße 12 Schuldig; mit samt Vcmon, wmy F ritsch Dazu Ein Mädel ro« heute f'IIrnrotnaji in 6 Akten Th, am Morltzplat* Beginn W.\V>. 7. 9,15. 5. ab.800 Der rol« Ritter der Euft ule Uen» da« Kharlt» N»rs«a Lulsen«Tiieater Reiehenberger Straäe 34 Ledige Mütter Die gr. Ooldberg-Revne: Weshalb, wies«, warum? PassagerLIchtsplele Neukölln. Bergstraße 151—162 Manege Ferner Dia Apache«*na Paria BBbttcaschaa Concordia-Palast AndreasstraCe 64 Das Bode ron St. Petersburg Beiprogramm und Büboenschau glrÄ�Vw�rta�lfilrPilast Kammersäle Teltowei Straße 1—4 Drag/ Uedt tka Harry Kollbri«Lichtspiele Betler ANIance- Platz 2 Der Uebertall auf den Süd BxprsB Das Raus am Kröpei Ö a tun Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Da? große russische Filmwerk. Das Ende von St. Petersburg Ferner Bühnen schau ViktoHa'Llchtblld>Th. Frankfurter Altoe 48 Bheferlcn Femer Dr. Bessala Tarwasdlasc BOhaanschan Kammerlichtspiele Friedrichsfelde. Berliner Straße 18 Sein größter Blatt mit Harry Plsl Dazu Früher» Verhiltulsae Ph ar Iis> Lichtspiele Mülle rstr 142 Das Rade von St. Petersburg Carlo Aldtnl in Der Mann ohne Kopf Alhambra Müllerstp. Dragontrlichchcn mit Hnrty Lted'ke Die große Revue: Jeder eian in Berlio Mila» Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130 Mr. Wu, Eon Chancj Dazu das er. Belprogrontm und die gute Buhnenschau LSP Lichtspiele am Senelelderplatz Der Bettler vom KSlner Dom Der Herr voa Paris Metro>Palast ChausseestraBe 30 Die Spielerin. Harry Uadtke Kampf am Liebe Bühncnschaa Ballschmleder-Lichtsp. Badstraße 16 H. Llcdtke: Draeanerliebchen Pai und Patacbon in Pellkanlen Bühnenscbau Skala-Lichtspiele Schönhauser Aliae Sft.. KSolgln Luise. IL Teil Bfihuci Kurt Ooritx in em Spiel zum Film '**** if* 5 Welt>Kino Alt-Moabit 99. W. SJä. Stg. 3 Uhr Das'Bnde wen St. PetersbOrj Ein Meisterwerk rnss. Redekunst „Alhambra" Badstraße 58 Loa Chaacy> Mister Wn Eddie Cantort Sli eng vertraulich HumboIdt�Theater Badstraße 19 Du aollst ulcht atelilen l Pech muß der Mensch beben KristalUPalast Prinrenallbe i— 6 Harry Picl in Panik Marienbad-Palast Badstraße 35—36 Der ttond der Eroßcn Tat Man steigt nacht PrinzensPalast Prinoenailee 42—43 Der Bond der yrellaa Tat Man steigt nach l BfirgergartenaLichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Freiwild. Bvaline Holt Eis»+ Eins--- Oral Beiprogramm PalastsTheater Breite Straß! IIa Panik mit Harry Pin) Tivoli Lichtspiel-TtL Berliner Straße 27 Das tanz, nde Wien Bütita Das lachende Wien Eine üpeiette von Oskar Strauß Schlüter- 1 heater Schlüterstr. 17 Anfang W« 7. Sonnt ab 4 Uhr Llt»l Ama, Hans S-Gwe in Schindei haane» PaunsLichtspiele* Krumme Straße 37 Ein Mordsnifidel m tCilly PeHidt Jumbo, der Ehestifier(6 Akte) cmeika*Palast Knrfürs'.endamm 68 Uraufführung: Pat und Patachon Auf dem Wege zu Kraft und Schönheit Titania»Palast Sehloßstr. 5. Ecke uutsmuihsztr. 4 lustige Tage Auf der Bühne: Predy Rlcn mit seinem rühmten Jatiorrhesror