Morgenausgabe ttr.139 A20 45. Ichrgaag Wöchentlich 7V«onatvch Z.— W. ta oerau» iablbot Voftd«�ug 1.72 H. dsichl BHtcÜeeU) tlü»ta Bb�aBouMi nenf 5�0 3R pro Mo aal. ♦ D«.Sonndttf* erlchetnt moAentfig» lich zweimal. Sonntag» und Momag» etnniol. die Ndendaueuuden für Verlm and m Rondel Mtt dem Ittel.ver kldend' SUMtnerl» Settagen.Volk ond Zelt' und„Kinderfmiad" Ferner .Unterhaltung und Witten�..Frauen- stimme'.Technil' Blick in die Bücherwelt' und.Iugend-Vorwürt»' Wevlinev Vottsbta« Donnerstag 22. März 1Y2S Groß-Serlin lO Pf. Auswärts tS Pf. 9k« i• I•• i« t f i JtonpareiNezeU» Hg Pfennig ReNamezeil«- Reich»- «arf.Kleine Anzeigen' da» seug»- druckt, Dar» 25 Bfenntg lzuläsüg zwe< fettgedruckte Worte»»edes weitere Wor< t2 Blennia Stelleng,'uche da» erst, Wort l5 B»enn«g ,ede» weiter, Wort lll Wmni» Won, übe, 16 Buchituden höhlen*üi zw,« Won, Urde>lsmar5t Seil, ÖO Btenn»» Familiuiueigrn fül Lbonnenien Zeile 40 Pfennig Anzeigen» annahm«»m Fouptgefchäfi Linden- Äraße 3 wochentSa! von&1/, w» 17 Uhr. Jentvalovsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Nedattion und Verlage Berlin SW 68. Lindenstraße 3 FetMprechkr! Tonhotl Ä2— SS, lelegramm.tldr Sozlaldcmokral Berit» Vonväris-Verlag G. m. b. H. Boitlldeckkomo Berlin Z7SSK— Banklonto: Sank der«rdeiter. Sngeltellie» nnd Beamten Dalllir. 6S Tisionto-GelelUlliotl. Tepvsiientalie Ltndensrr S Zentrum ohne Wirth?! Baden stellt ihn nicht mehr auf.— Bürgerblockminister Köhler sein Nachfolger. Freiborg l. Bt., Zt. März.(Eigenbericht.) Der tandesemsschuß de» badlichen Zentrum» stellte heute ia einer Sitzung, die bis 1 Uhr abends dauert«, seine Kandidaten für die Reichetagewahlen aus. An Stelle Mi r I h». der nach dem Tode Fehrenbach» die Liste flihrte, wurde Reich:finanzmlnister Köhler Spilzenkandldat. Es solgea Die,. Ersing. Zöhr, Damm. S o n n e r. Frau Philipp. Neu für den Rcichrtag ist der bisherige Landiagsobgeordnete Jähr, der Im Landtag den Kamps gegen die Simulianschule führte. Wirth ist überhaupk nicht mehr ausgeslelll. Die ganze Liste bedeutet einen Sieg der klerlkal-söderalistischen Richtung. Um den Emdruck abzuschwächen, den man bei den Wählern be- fürchtet, hat die Parteileitung ein« Erklärung herausgegeben, in der ,s heißt: Die Kr ndidatur von cherrn Dr. Wirth ist m der Der- ganoenhcit innerhalb und außerhalb des Zentrums lebhaft er- örtert worden. Die Gründe, warum eine Kandidatur Dr. Wtrlhs lebhaft umstritten war, sind nicht nur in der Zentrumspresse, sondern auch außerhalb d«rse!ben weit- gehend erörtert worden. Sie stitd auch der Gegenstand einer eingehenden Aussprache Innerhalb des Landesausschusses ge, wesen und führten zu dem Beschluß, für diesmal von einer Aufnahme des Herrn , Dr. wirth abzusehen. Dabei wurde allgemein betont, daß man seine Fähigkeiten und Verdienste anerkenne, und der Wunsch ausgesprochen, daß diese im Rahmen des Zentrums wieder einmal in den Dienst des deutschen Parlaments gestellt werken könnten. Wenn man etwa aus den Beschlüssen des Landesausschusses den Vorwurf ableiten wollte, es sei damit ein Wandel in der politischen Linie beabsichtigt, die das badische Zentrum seit der neuen Aera eingehalten hat. so würde das der Wahrheit widersprechen. Der Landesausschuh war einig und geschloffen in dem Ziele, die Fahne de» Zentrums zum Siege zu sühren, einig und ge- schlössen in dem Willen, durch das ganze Land im Geiste der Väter die politische Vorarbeit zu den Wahlen zu leisten und durch nichts sich darin stören zu lassen. Dabei war man getragen von dem Bewußtsein, welch« hohen Güter dem Zentrum und seiner politischen Vertretung im Lande und im Reich anvertraut sind. Der völlig Inhaltlose und nichtssagende Schluß beweist am besten, wie sehr die Behauptung, daß kein Wandel der politischen Linie eingetreten ist. der Wahrheit wi verspricht. » Wirth. der setzt heimatlos gewordene, war nicht Zentrumsmann schlechtweg, er war— und ist wohl noch— b a d i s ch e r Zentrumsmann. Nur in der alten demokra- tischen Kultur des deutschen„Musterländles" war eine Er- scheinung wie diese möglich. Denn das Zentrum war regional stets sehr oerschieden: in Schlesien domlnierte das Magnaten- tum. der industrielle Westen war schon lange Domäne der christlichen Gewertschasten, die um ihrer Selbsterhaltung willen stets geneigt find, das Trennende gegenüber den freien, den„roten" Gewerkschaften stark zu unterstreichen. Im Südwesten aber, besonders in Baden, sah man mit freierem Blick über die Partelpsähle hinweg. Hier gab «s mehr demokratischen Geist und weniger konfessionellen Fanatismus als sonst irgendwo. Das wird nun anders. Baden.ist Wirths politische Heimat. 1911 wurde der IZjährige Lehrer der Mathematik Stadtverordneter in seiner Vaterstadt Freiburg. Nach der Revolution wurde er badischer Finanzminister. dann, zwei Jahre später. Reichsfinanz- minister, und im Mai 1921 übernahm er, ä2jährlg, das Reichskanzleramt. in dem er bis November 1922 verblieb. Di« Verdienste, die er sich in dieser Zeit erworben hat. wird die Geschichte würdigen: ohne die Arbeit, die er damals mit seinen sozialdemokratischen und demokratischen Minister- tollegen leistete, wäre die Befriedung Europas durch die einst so viel umkämpfte„E r f ü l l u n g s p o l i t i k" und die Festigung der Republik nicht möglich gewesen. Nach den Abirrungen der Cuno-Politik, die uns den Ruhr- einmarsch brachte, war man abermals genötigt, sachlich auf die Politik Wirths und der Sozialdemokratie zurückzugreifen, sonst wäre Deutschland dem Chaos verfallen. Wirth ist der Politik seiner Kanzlerzeit, der Politik der Koalition von Weimar, treu geblieben. Er hat den A u s f l u g des Zentrums in die Bürgerblockpolitik nicht mit- ?«macht sonder» ihn öffentlich, auf der Reichstagstribüne. «kämpft. Damit hat er sich zweifellos gegen die Disziplin 1 einer Partei oersündigt, wobei freilich zu bedenken ist daß >as Zentrum den Begriff der Parteidiszivlin nie so straff ge- spannt hat— und wohl auch nie so slrasf spannen konnte— wie wir es tun. Hoch über dem Formalen steht aber das Sachliche. Und da muß man sagen, daß Wirth heute mit der Entziehung des Mandats dafür bestraft wird, daß er recht behalten hat. Die Diszipltnierung Wirths wäre ein Akt politischer Konsequenz, wenn die Politik, die Wirth bekämpft hat, sich bewährt hätte, und wenn das Zentrum entschlossen wäre, sie weiter zu verfolgen Jedermann weih nun, daß das ge- rode Gegenteil der Fall ist. Die Bürgerblockpolitik hat sich, auch vom Standpunkt des Zentrums aus gesehen, nicht bewährt, denn was das Zentrum durch sie erreichen wollte, hat es nicht bekommen: das Reichsschulgesetz. Das Zentrum hat selbst vor aller Welt das Scheitern seiner Po- litik oerkündet, indem es sofort nach dem Fall des Schul- gesetzes den Bürgerblock kündigte und sich nur nach langen Kämpfen und Krämpfen dazu verstand, ihn als„u~ange- nehme Zwangsgemeinschaft" bis zum Reichstagsschluß fort- vegitieren zu lassen. Von heute in neun Tagen ist auch das zu Ende, dann geht das Zentrum in den Wahlkampf ohne Schulgesetz und wahrscheinlich— ohne Wirth! Wirth hatte seinerzeit diese Entwicklung der Dinge, soweit sie das Schulgesetz betrifft, vorausgesagt. Er hat seiner Partei prophezeit, daß sie durch ihr Eingehen in den„Besitz- bürgerblock" soziale Interessen schädigen werde, ohne den be- dungenen Preis dafür zu erhalten. Er hat gegenüber der engen Konfessions Politik eine demokratische und soziale Volks Politik gefordert. Daß es hierbei auch polemische Mißverständnisie gab, die durch das Temperament des Kämpfers hervorgerufen wurden, ist heute vollkommen neben- sächlich. In der Sache hat Wirth, vom ganzen Zentrum nur Wirth, recht behalten. Hat das Zentrum wirklich die Fehler seiner Politik er- kannt, ist es ernstlich gewillt, neue Bahnen zu betreten, die dann nur die alten Bahnen der Wirth-Politik von 1921/22 sein können, dann war, rein logisch gesehen, Wirth für diese erst recht war bei Spitze seiner badi- verschwunden, und Kö h l e r, Reichs- Umstellung der gegebene Führer. Jetzt den Reichstagswahlen sein Platz an der schen Heimatslis�e. Aber von da ist er an seiner Stelle erscheint-- Herr Dr. finanzminister des Bürgerblocks. Herr Dr. Köhler war einst Wirths nächster Freund und Mitarbeiter. Dann ging er von Wirth zu Marx und mit Marx auf Bürgerblockwegen weiter und weiter. Jetzt ist er Spitzenkandidat in Baden und sieht ungerührt zu, wie sein alter Freund in die Wüste geschickt wird... Es ist möglich, daß sich das Zentrum noch einmal auf feine alte Klugheit besinnt. Wirth fallen zu lassen, wäre ja eine ungeheure Dummheit. Das Zentrum bewilligt — sehr gegen die Stimmung seiner Arbeiterwähler— den Panzerkreuzer. Es hat gestern die Herabsetzung des Gefrierfleischkontingents von 129 009 auf S0 000 Tonnen mitbeichlossen, und selbst einen demokratischen An- trag, der das Kontingent auf 70 000 Tonnen bemeffen wollte, abgelehnt. Mit diesen Belastungen geht es in den Wahl- kämpf— will es wirklich auch den Fall Wirth noch mit dazunehmen? Das Zentrum mag immer noch mit einem ge- wissen Grade von Recht annehmen, daß es sich seineu Wählern gegenüber alles erlauben darf— dennoch kann niemand übersehen, daß sich auch in seinen Massen eine Gärung vollzieht, die durch den Fall Wirth eine starke Förderung erfahren kann. Ohne Wirth in den Wahlkampf? Da mag wohl mancher Zentrumsarbeiter nachdenklich werden. Die Sozialdemokratie wird es keinesfalls an der nötigen Aufklärung fehlen lassen. Für sie bedeutet da« Verhalten des Zentrums eine weitere Verbesserung ihrer Position im Wahlkampf. Niemand wird es ihr verübeln können, wenn sie die ihr gebotenen Chancen kräftig ausnützt! Gesrierfleischdrosselung beschlossen! Schlußabstimmungen über das Knegsschädenschlußgeseh. entwurs zuzustimmen, da die Verkeilung der vorhandenen Mkkel nn- sozial und ungerecht Ist und die Interessen der Sleingcschädigleu Der Reichstag erledigte gestern noch einer Aussprache das Kriegsschädenschlußgeseß. vor der Schlußnbstimmung begründet Abg. Schirmer- Dresden(Soz.) einen Antrag den Billigke-tsfonds von 37 auf SN Millionen Mark zu erhöhen und gibt folgend« sozialdemokratische Erklärung ab: Die sozialdemokratische ReichstaqsfraMvn ist immer für ein« ausreichende und der finanziellen Lag« des Re'cheg entsprechende Regelung der Kriegsschäden»ingetreten. Da die Reichsrezierung in Uebereinstimmung mit den Regierungsparteien den für die endgültige Regelung der Liquidation?, und Gemallschäden zur Verfügung stehenden Betrag auf 1300 Millionen Mark begrenzt hat, so sah die sozialdemokratische Reichstagssraklion ihre wichtigste Ausgabe darin, für eine gerechte Verteilung dieser Mittel zu sorgen. Dieser Anforderung entspricht der vorl egende Gesetzentwurs aber nicht. Er bringt zwar gegenüber dem bisherigen Zustand Dcrbesse- rungen, insbesondere durch die Heraufsetzunq der Grenz«, bis zu der die Entschädigung von 100 Prozent gewährt wird, von 2000 auf 5000 Mark. Der Geseßentwuri läßt aber die«beuic berechtigten Ansprüche der K l e i n st g e s ch ä d i g t e n bis zur Grenze von 2000 Mark unerfüllt. Dasselbe gilt von der Forderimg, die hundert- prozentige Entschädigung bis z u 10 000 Mark zu gewähren. Im Gegensatz zu diesen und anbeten Härten bei den KleingeschädHen steht die Bevorzugung de» wenigen hundert Grohgeschädigten. bei denen nicht einmal durch «in« Höchstgrenze der Entschädigungsbeirag begrenzt wird Rund 300 000 kleingeschädigke erholten wsolgcdesseu wesentlich weniger als etwa ZS00 Großgeschädigte. Die sozialdemokratische Retchstagsfraktion hat dieser unsozialen Regelung entgegenzuwirken versucht. Sie hat oerlangt: 1. daß die K l« i n st g e s ch ä d i g t e n bis zu 2000 M.«inen Entwertung szuschlog von 20 Proz. erhalten: 2. daß alle Schäden biszul0000M mit 100 Proz. ent- schädigt werden: 3. daß der H S r t e s o n d s aus 50 Millionen erhöht wird, und daß aus ihm nur solche Geschädigte berücksiib'igl werden, bei denen der Grundbeirag der Entschädigung 20 000 M und der Höchstsag eine' Beih'Ife 4000 M nicht übersteigt: 4. daß der H ö ch st b e t r a g einer Enlschädigunzt auf eine Million begrenzt wird und etwa erhaltene Ruhrenlschödigungen an- gerechnet werden. Alle diese Anträge aber wurden abgelehnt. Die sozial- dewokraäsche Frattiou ist deshalb nicht in der Lage, diesem Gesetz- denen der Großgefchädiglen geopfert werden. Auch die d e m o k r a ti s ch e Fraktion ließ«in« Erklärung abgeben, in der die soziale Ungerechtigkeit der Bürger- blockovrlage heftig ongeklaqt wirb. Zu einer Ablehnung der Vorlage kann sie sich trotzdem nicht entschließen. In der Schlußabffimmun«? wird daryt die Vorlag« gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Kommunistcu. Wirlschoftspartei. Völkischen, Ratlonalsozialisten und Volksrechlcparkei angenommen. Angenommen wird eine Entschließtmg aber Parteien mü Aus- nahm« der Kommunisten, die die Reichsregierung ersucht,„für die Zweck« der Zinserleichterung für Doitehen an Liqui- dationsgeschädigte wicderaukbauende Firmen zwecks Förderung des Außenhand-ls 1,5 Millionen Mark im Haushattssahr 1928 berc tzustellen. Diese Mittel sollen dazu dienen, die Verzinsung von Datteben aus 4 Prozent für das Lahr zu er.nätzlgen, jedoch soll die Ermäßigung in keinem Falle 3 Prozent Überschreiten- Ferner wird nachstehender Ausschußentschtieszung zugestimmt: a) die Reichsregicrung zu ersuchen, alles in ihrer Macht stehende tu tun, um bei der Endregelung der Reparatlonsverpflichlungen teutfchlands«in« besondere Berücksichtigung der Lasten Deutschland» au» Artikel 297 i. V. V. zu erzielen, die es gestattet, der Bestimmung de» Artikels 297 i. B V. gegenübel den Geschädigten in weiterem Umfange Genüge zu tun. b) die Reichsregierung zu«rsuchen, buidmöglichst in eine P r ti- f u n g einzutreten, wann und in welchem Umfange die für die Aus. gleichsgläubiger im Z l des Reichsentlanungsgesetzes vorge» fehene Regelung getroffen werden kann. c) die Reichsrcgierung zu ersuchen, beschleunigt zu prüfen, ob zur Erleichterung der Verwertung der den Ärieqsgeschädigten ge» währten Reichsschuldbuchein, ragungen diese 00» Steuerabzug vom Kapitalertrag befreit werden können. Der Gesetzentwurf zur Abänderunq der Verordnung über dos Reichswirlschaslsgericht und das Befatzungsleistungsgesetz wirb in zweiter und dritter Beratung angenommen. Gefrierfleischdebatte. Es folgt die zweite Beratung des Entwurfs eine« Gesetzte über Einfuhrscheine für Schwein« und Schwcineslcisch und Über die Herabsetzung de, zollfreien Gefriersleilchkontin- g e n t e» von 120 000 Tonnen aus 50 000 Tonnen ab 1. Rai 1928. Ordnung in LangsnKls. Xsl %Ci Rückzug des Landbundes. Breslau, A. Würz.(Eigenbericht.) Die auf Mittwoch 1 Uhr in ßangenols angesetzte Der» steigerung ist ohne jeden Zwischenfall oerlaufen. Zuzug von Landleuten aus der Umgebung hat nicht stattgefunden: auch die ortsansässige Bevölkerung machte nicht den Versuch, die De» steigerung zu stören. Außer dem ortsansässigen Laistijäger waren weder Landjägerbeantte noch Schutzpolizei von auswärts anwesend. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die am Montag tu Laugeuöls zu verzelchneudeu Unruhen voa der dorligea Cdfuug des Rekchslandbuades vorbereitet waren. Am 6. März d. I. erschien z B- in der Nimptscher Zeitung„Der Landsmann" folgendes Inserat:' Bekanolmachuvg. Die landwirtschastllcheu Säuger vou der heileren Lerche fingen von seht au zu deu bekaual werdeudeu Zelten tn den bekannt werdenden Orte« in größerer Zahl. Von Schimpfs. Dieses Inserat bedeutete nichts anderes als eine Aufforderung an die Landwirte, den Versteigerungen beizuwohnen und sie durch Absingen von Liedern zu stören. Der Kreislandbund hat zwar in der gleichen Zeitung vom 9 März eine Erklärung veröffentlicht. in der er sich gegen derartige Störungen ausspricht. Das erste In- serat hatte aber inzwischen seine Wirkung getan. Am Montag erschienen die Landwirte aus Langenöls und aus der Umgebung zu Dutzenden, um der Aufforderung vom 6. März Folg« zu leisten. Schimpfs übertrumpfte sein Inserat an dem betreffenden Tage noch durch hetzerische Redeusarlen. So rief er nach der Versteigerung unter anderem: „Ss haben sich leider Sauser gefunden, deren Namen zwar nicht bekannt, jedoch vou mir sestgestelll werden. Das ist ei« Niederträchtigkeit und Gemeinheit, und ich werde dafür sorgen, daß die Arbeilgeber diese Persouen fristlos e u l l a s se n." Am gleichen Tage fügte er bei einer anderen Gelegenheit hin« zu, daß er für das Leben derjenigen Personen, die etwas kaufen. nicht garantieren könne. Andere Gutsbesitzer äußerten: „wenn es hier knallt, dann knallt es auch wo- anders." Diese. Feststellungen werden amtlich bestätigt. Aus alledem er- gibt sich, daß es nur der außerordentlichen Zurückhaltung der Po- lizei zu verdanken ist, wenn es am Montag in Langenöls nicht zu einem Blutvergießen gekommen ist. Bekanntmachungen des Landrats und des Kreise landbundes. Anläßlich der Dorkälle bei der Versteigerung in Lanxenoels hat der Regierungspräsident I än i ck e am 29. März im Kreise Rimptsch mit den Vertretern der Landwirtschaft und des Krcislandbund-s verhandelt, um weiteren Zwischenfällen vorzubeugen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, hatten die Verhandlungen das Ergebnis, daß sich die Vertreter dd:'landwlrtschoftIZchen' Kreise der Bevölkerung bereiterklärten, auf bke ihnen nahestehenden Schichten elnzuwfccken. um ähnlich» Vorkommnisse zu verhindern. Der Kreislandbnnd des Kreises Rimptsch ha! folgend» B»- tannbnachung erlassen: „Eine am ZV. Mörz zwischen dem Herrn Regicruagspräsideulen vnd Vertretern der Landwirtschaft des Kreises Rimptsch in Im- dansmühl staligefundene Besprechung hat zur Folge gehabt, oaß etue Rachprüsuug der'Steuerschuldea und der wirt- schasilicheu Lage der Laageuoelser Landwirte unter der Leitung dc?> Herrn Regierungspräsidenten eintritt. Wir weisen nochmals darauf hin, daß unsere in den viel lern des Sreises bekanntgemachke Aus- forderung, sich von jeder ungesetzlichen Handlung fernzuhalten, nachdrücklichst ausrechterhalken wird. Ilnbr- sonnenheiteu gegen Vertreter staatlicher Auioriiät dürfen in unserem- eigensten Interesse nicht vorkommen. Verhinderungen gc. sehllcher Handlungen fallen unter den Strafbegrisf der Röllguug nud des Aufruhrs—§ 114 und 115 Slr.Gss- Buch— und können die Teilnehmer ln schweres Anzlück bringen. Sreislandbnad Rimptsch. gez. v. R o h r." Der Landrat des Kreises Rimptsch hat folgende Bekanntmachung erlassen: „Aus die bei der Regierung in Breslau gegen die Zmang*- verfleigerungen ln Langen oels erhobenen Beschwerden hal ix-r�. Herr Regierungspräsident Gelegenheit genommen, an Ort und Stelle in eine Prüfung der Beschwerden einzulreten. Diese Prüfung konnte natürlich die für den 2l. März in Laazcuoels angesetzte Versteigerung nicht aufheben, da die Staatsgewalt vor deu ungesetzlichen haudlungeu in Langenoels und Groß-Snieg- nlh in keiner Weise zurückzuweichen gesonnen ist. Sosern aber die Rachprüsung durch den Herrn Rcgierungopräsidcn- ien eine Berechtigung der vorgetragenen Beschwerden ergeben sollte, wird selbstverständlich dem Rechnung getragen werden. Der Landral des Sreises Rimptsch." Protest der Steuer- und Zollbeamten. In einer Funktionärversammlung des dem ADA. angeschlossenen R e i chs v er b a n d e s der Steuer- und Zollbeamten. die gestern tagte, wurde eine Entschließung angenommen, in der gegen die Landbundhetz« und die Drohungen gegen die Finanz- ämter schärfster Protest erhoben und die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Reichsregierung schnellstens Maßnahmen trifst, den Rädelsführern ihr unverantwortliches Handwerk zu legen. In der Resolution heißt es dann weiter: „Die Finanzbeomten sind verpflichtet, innerhalb ihres Tätig- keitsgebicteg den gegebenen Gesetzesbestimmungen Geltung zu ver- schassen. Wer sie an dieser Pflichterfüllung durch Drohungen hindert, unterhöhltdieGründlagendesStaates. Die Finanz- beamten können auf Grund ihrer Erfahrungen im Dienste schr wohl ermessen, wo die Not tatsächlich vorhanden ist und wo sie nur als Mittel zu bestimmten Zwecken vorgetäuscht wird. Sie haben daher volles Derständms dafür, daß die in wirklicher Not befindlichen Kreise der Landwirtschaft mit den geeigneten verfassungsmäßigen Mitteln für die Sicherstellung ihrer Existenz eintreten. Sie müssen es aber ganz eätschioden zurückweisen, wenn te erster Linie solche Kreise der Landwirlschasl zu provokatorischen Akkloae« gegen die Fiaauz- Smier aufrufen, die durch ihre bisherige wlrtschastspoliNsche Einstellung die Miknerantworiung an dies« bekrübllchea Eutwicklong trugen." Der Ausschuß«MpfiehlZ"die Annahme und schlägt Tntschfi«- ßunaen vor, wonach bei Austreten von Notständen ist de? Fleisch» Versorgung der ärmeren Bevölkerung sofort von der Mag- I ichkeil" der Wiederheräussetzung de« Kontingentes Gebrauch gemacht werden soll. Ferner sollen von der für die Hebung des Viehmarktes bereit zu stellenden Summe zunächst 2 Millionen Mark für d-e Zentralorgan ifationen der Verbraucher und Fleischer abgezweigt werden. Abg. Schwidl-Berlin(Soz.): Wir lehnen die Herabsetzung des Gefriertteislbkontingents ab. weil sie keinen Nutzen für die La ndw'rtschaft bedeutet, dagegen großen Schaden für weite Kreise der Bevölkerung. Die 2 Kilogramm Gefrierfleisch auf den Kops der Bevölkerung können bei einem Gesamtsleisihkonsum von S2 Kilogramm auf den Kopf im vorigen Jahr gnr keinen Einfluß aus den Markt ausüben. Eins Lösung des Problems ist nur durch Hebung der Lebens- Haltung der breiten Masse möglich, die eine stärkere Nach- trage nach Fleisch hervorrufen würde. Gewiß, die Industrie ist günstiger daran als die Landwirtschaft: sie diktiert die Preise mit Hilfe der Syndikate und anderer Organisationen. Wer, wenn wir ein Ueberangebot an Vieh haben, Helsen auch keine Zölle, denn immer von neuem wird sich eine preisdrückende Ten- denz durchsetzen. Run hofft man, mit Hilfe der Händler den lieber- schuß auf weniger überlastete Märkte zu bringen und sogar die Aussuhr zu steigern. Wer wir werden schon von Dänemark und Frankreich her mit Vieh überschwemmt. Wie wollen Sie da auf dem Auslandsmarkt konkurrenzfähig sein? Der Schweinemarkt wird sich bessern, aber nicht durch das Notprogramm und nicht durch die Zölle, sondern durch Rückgang der Schweineproduktion infolge der schlechten Preise. Den allein möglichen Weg zur hilse haben die an Dänemark abgelreienen schleswigschen Bauern beschrillen: sie haben Schlachthausgen ossenschaflen gegründet vnd sind jetzt konkurrenz. sähig auch aus dem Auslandsmarkt. Im Ausschuß sind zwei Verlegenheitsanträge des Zen- t r u m s angenommen worden. Einmal soll bei eintretendem Not- stand in der Fleischoersorgung das Gefrierfleischkomingent erhöht werden.- Ein solcher Notstand kann gar nicht eintreten. Es Halle beißen müssen: Bei übermäßigen Preissteigerungen ist das Kontingent zu erhöhen. Durch den zweiten Antrag sollen Staatswillel zur Verfügung gestellt werden, damit die Großfleischer direkt mit dem Käufer in Verbindung treten und sich durch Verträge mit viehllcfernden Landwirten rückversichern. Das hat mit einem Programm für die Landwirtschast gar nichts mehr zu wn. das ist eine Subvention an die Fleischer, die in jeder Beziehung unberechtigt ist.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir verlangen in einer Entschließung, wenn schon das Kontingent herabgesetzt wird. daß dann mindestens die Gemeinden Bayerns. Württembergs und Thüringens prozentual in derselben höhe wie bisher beliefert wer- dem. denn nach den Absichten der Viegierung muß man damit rechnen, daß manche Gebiete künftig überhaupt kein zollfreies Gefrierfleisch mehr bekommen sollen. Das müßte zur größten Unzufriedenheit in der betroffenen Arbeiterschaft sühren. Abg. Fromm(Dnat.) erklärt die Zustimmung der Deutschnatio- naken zu den Vorlagen. Die Voraussetzungen, die selnerzcst für die Zulassung des zollfreien Gefrierfleischkontingents vorlagen, seien beute nicht mehr vorhanden. Es bestehe vielmehr ein U e b c r- a n z e b o t cm inländischem Vieh und Fleisch. Abg. Meyer-Berlin(Dem.) beantragt, das zollfreie Gefrierfleisch- kontingent nicht aus 50 000. sondern auf 70 000 Tonnen herabzusetzen. Den Einfuhrscheinen für Schweinefleisch wür- den die Demokraten zustimmen. Mit einer vollständigen Aufhebung des zollfreien Gefrierfleischkoritingents würden die Demokraten ein- verstanden fein, wenn der autonome Zoll auf Gefrierfleisch wesent- bch herabgesetzt wird. Bei Wlehnung dieses Antrages werde die Mehrheit der Demokraten gegen die Vorlage stimmen... RetchserilShrungstNmister Schiele - r klart, die Regierung fei bestrebt, den Roll aus Gefrierfleisch möo- i'chst bald zu regeln. Dem Abg. Schmidt gegenüber weist der Mr° inftec daraus hin, daß die Flenchemfuhr aus dem Auslände fast drei TierlÄ der Menge erreiche, die auf den Liehmärklen an deutschem Rindvieh zum Verkauf goilelll wirst. Die Konkurrenz des zollfreien Gefrierfleisches fei lcuiääillch sehr empfindlich für den demfchen Landwirt. Der Minister bittet um Wlehnung der sozialdemokrati- schen und demokratischen Anträge. Abg. hoernle(Komm.) lehnt die Dorlagen ab. Wg. Dr. hurlacher(Bayer. Vp.) erklärt, die Koykurrenz der zoll. ireien Gefrierfleischverteilung bedrohe weniger die Großgrundbesitzer, sie sei vielmehr eine Existenzfrage für den Bauernstand. Die Bauexnschafi leidet unter dem Tiefstand der Viehpreise. Seit 1923 ist das Gefrierfleisch ohne genügende Fleischbeschau nach Deutschland bineingelassen worden,(hört, hört! rechts.) Der Redner tritt für die R egi erungsvvrlag en und für die Ausschußentschließungen ein. Die Abgg. Kube(Natsoz.), hänse-Thüringen(Chrnat. Bauern. partei) und Weidenhöser(Äölk.) treten für die Vorlagen ein. Damit schließt die Wssprache. 50000 statt L20 000! Der sozialdemokraklschc Antrag auf Beibehaltung d« bisherigen zollfrelen Gefrlerfleischkonliageuts wird in nameul- i'cher Abstimmung mit Z1Z gegen 148 Stimmen bei einer Stimm. enthaltung abgelehnt. Dos Ergebnis wird mit Pfni-Rufen links aufgenommen. Der demokratische Aulrag. der das Kontingent auf 70 000 Tonnen herabsehen will, wird In namentlicher Abstimmung mfl 105 gegen 159 Stmmen bet 7 Stimmenthaltungen abgelehnt. Die Vorlogen werden nach Wlehnung weiterer Aenderungs- ankröge mit der Ausschußcnlschbeßung über erhöhte Gefrierfleisch- liefernng bei Rolständen In zweiter und dritter Lesung ange- « o m m e n. Die wetteren Ausschußentschließungen werden bis zum Nach. ttagsetat zurückgestllt. Um 19)4 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag. 14 Uhr. Auf der Tagesordnung steht neben kleineren Vorlagen der Bericht des Untersuchungsausschusses über die Ursachen des Z'lfammenbruchs. Oer Wahltermin. Reichstanzlsr Dr. Marx empfing gestern die Vertreter oller Retchstagsparteien mit Ausnahme der' Kommunisten zu einer Be- jprechung über die schwebenden politischen Fragen, besonders über die Beamtenfragen. Zu einem abschließenden Ergebnis kamen die Verhandlungen noch nicht. Die Fraktionsführer wurden gebeten, ihre Fraktionen zu befragen, ob sie aus ine Durchführung der angenommenen Entschüchungen zur Vesolstungsordnung ver- zichten wollen. - Auf eine Anfrage des Abg. Müller- Franken(Soz.) nach dem Zeitpunkt des Wahltermins wurde auch diese Frag« kurz be. handelt. Eine endgültige Entscheidung über den Wcchltermin liegt roch nicht vor; doch ist als wahrscheinlich anzunehmen, daß die Reichstogsneuwahlen spätestens am 20. Mai stattfinden werde».":. General Slkorfkl. Armeekorpskommandeur in Lemberg, fft auf Befehl Pissudfkis abgesetzt worden, weil er in einem Buch die Verdienste des Generals Razwodowski bei der Zurücks cAagung der russischen Offensiv« auf Warschau km Sommer 1920 gerühmt Witt«. Pilsudski nimmt dies« Verdienste bekanntlich ganz'für sich in Anspruch und hatte nach seinem geglückten Siaatsstreich den Genxral Rozwadowski gemaßregell. Dieses neue Vorgehen Pil. kchskis hat in weiten Kreisen Polens um so größeres Befremden hervorgerufen, als Sikorfki m der Armee und in der Bevölkerung großes Aissehen genießt. Die Lasteuverieilung in Preußen. Fiuanzdebatte im Landtag. Der Landtag setzte am Mittwoch nach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen die Aussprache über den Haushalt der Allge« meinen Finanzverwaltung fort, hierbei krstisierte der sozialdemokratische'Abgeordnete Dr. Waentig sehr scharf den setzt bestehenden Finanzausgleich. Ob eine Aenderung des Systems in diesem Landtag und in diesem Jahre möglich sein wird, bezweifelte er, wie er überhaupt zum Ausdruck brachte, daß eis befriedigender Finanzausgleich erst kommen wird, wenn das praktische Problem der Laftenverteilung gelöst ist. Sparsamkett dürfe im Etat nicht an falscher Stelle geübt werden, denn Streichungen beim Wohl- fahrtsetat würde die Auslieferung der breiten Massen an die kopi- talistische Wirtschaftsordnung bedeuten. Ei« große Rolle in der Aussprache spielle die Forderung derStadtBerlin auf Festsetzung einer höheren Ueberweisungs- quote aus dem preußischen Finanzausgleich. Mtt Ausnahme des demokratischen Redners Schmiljan sprachen sich sämtliche bürger- lichcn Abgeordneten dagegen aus. Für die Sozialdemokraten war es der Abg. h i r s ch, der mtt aller Schärfe die Forderungen Berlins vertrat. Leider wurde der sozialdemokratische Antrag, der die Eingabe des Berliner Magistrats der Regierung zur Berück- sichtigung überweisen wollte, a b g e l eh n t. Dagegen stimmten die Rechtsparteien, das Zentrum und«in Teil der Demokraten. Die Eingabe wurde schließlich der Regierung zur Erwägung überwiesen. In der Debatte stellte der Finanzminister Dr. höpker- A s ch o f f den neuen Finanzausgleich für den 1. April 1929 in Aussicht. Er gab dann eins Uebersicht über die Steigerung der Staats- ausgaben für Kullurzwecke. Während das alte Preußen 1913 für den Zuschußbedarf des Kultusministeriums nur 32 Proz. der Ge- somtausgaben auswarf, ist der Zuschuß 1927 auf 42 Proz. gestiegen. An diesem Mehrbedarf partizipieren die Universitäten, Technischen Hochschulen, Volksschulen gleichermaßen. Gegen den Schluß der Sitzung hielt der deutschnattonale Wg. von Rohr noch eine echte Iunkerrede. Er begründete den Antrag seiner Fraktion, daß alle Landwirte, die weniger als 1200 M. Ein- kommen versteuern, von der Grundsteuer und allen anderen staat- llchen Abgaben befrett sein sollen! Natürlich habe die preußische Staatsregierung für die Not des Landvolkes bisher nicht das ge- ringst« Verständnis gezeigt und dem Notprogramm de» Reichsland- wirsschaftaminister» alle erdenklichen Schwierigkeiten bereitet Kurz und bündig antwortete ihm der F i n a n z m> n i st e r. Danach hat Rerchsminister Schiele ganz plötzlich 85 Millionen vom Reichsrat als Noihllse für die Landwirtschaft verlangt ohne die Forderung irgendwie zu begründen. Trotzdem habe Preußen zugestimmt Preußen habe auch die 25 M tili o n e n als Hilfe für die ländlichen Genossenschäften bewilligt, ohne bis heute zu wissen. wie das Relchsernährungsminifterium diese Summen verteilt Wer vielleicht könne Herr»an Rohr bei seinen Beziehungen zur Rechts- regierung und zur Landwirtschaft darüber nähere Auskunft geben. Damft war der pommerfche Junker für diesmal abgefertigt Das Haus stimmte sodann dem Antrag des Geschäftsordnung». ausfchusses. d« die Ablehnung zur Strafverfolgung und Verhaftung der Wgg. Pieck und Eberlekn(Komm.) wegen Hochverrats empfahl, zu. Rächst« Sitzung: Donnerstag, 22. März. Verschärfung des Eiaisrechis. Minister Köhler über seine Zfoanzpo&tik im HauptouSsthoß. Bei der Beratung des Haushalts der allgemeinen Fwanzverwob tung in der Mittwochsitzung des Zlusschusses für den RÄchshausholt gab Genosse Keil einen eingehenden Bericht über die Gestaltung dieses Etats und der Gründe, die zu dieser Gestaltung geführt haben. Gleich nach dem Genossen Kell nahm der Finanzminister Dr. Köhler das Wort zu einer langen Rede, in der er u. a. ausführte: Ich habe beretts in meiner Etatsrede von einschneidenden Maßnahmen gesprochen, zu denen ich angesichts der höh« des außerordentlichen Haushalts genötigt fein werde. Ich bin inzwischen noch einen Schritt weitergegangen und habe vom 1. März ab die gesamten Ausgaben des außerordentlichen Etats vorläufig gesperrt. Mei« jetzigen Maßnahmen, die sich u. a. auch erstrecken auf die genaueste Durchprüfung jeder einzelnen Position des außerordentlichen Aufwands aller Ressorts, wird dazu führen, daß wir zu Absenkungen kommen. Was den Nachtragshaushalt betrifft, so können es nur die besonderen Verhältnisse der Neuordnung in Deutschland rechtfertigen, daß immer wieder Nachtragshaushalte mtt erheblichen Summen vorgelegt werden. Will man zu gesunden Fiuanzgrundsätzen kommen, so müssen solche großen sachlichen Nachttagsetats auch endgültig der Geschichte angehören. Trotz dieser Kritik an meinem Haushalt von 1928 glaube ich immer noch, daß dieser Haushalt, auch nachdem er durch das Not- Programm der Reichs regierung erhöht wurde, zwar sehr an- gespannt, aber doch geordnet ist. Nach dem Minister gibt Genosse Dr. hilserding einen aus« führlichen Bericht über die Verhandlungen des etat» rechtlichen Unterausschusses und begründet die folgenden E n t» schließungen, die im Unterausschuß gefaßt wurden. .A. Eine Auflegung von R e i chsa n l« i h e n soll durch ge» schöftssührend« Regierungen nicht erfolgen. Z. Di« Hinaufsetzung der Zinssätze einer Reichs- anleihe kann nur durch Gesetz erfolgen. E. Ausgabebewilligungen bei Disposittons- und ähnlichen Fonds dürfen auch vorschußweis« oder durch Vorgriffe auf kommende Bewilligungen nicht übernommen werden. v. Die Reichsregierung zu ersuchen, Richtlinien vorzulegen. welche 1. bei Veräußerung von erheblichen Vermögenswerten des Reiches, insbesondere Aktienpaketen durch die Reichsregierung einzuhallen sind: 2. eine fährliche Vermögensouf- stellung de» Reiches regeln. L. Die Reichsregierung zu ersuchen,«wen Entwurf zur Aende- rrnig der Reichshaushaltsordnung dahingehend vorzulegen, daß Verträge, die über das laufende Ctotsjahr hinaus die Vsrwal- wng binden, vor ihrem Abschluß dem Reichsminister der Finanzen vorzulegen siiid. Außerdem sollen km Haushalts- gesetz für 19?8 Bestimmungen vorgesehen werden, daß im außer- ordentlichen Haushalt bewilligt« Ausgaben nur im Rahmen der vom Reichsmimfter der Finanzen bereitgestellten MitteL geleistet werden dürfe». Auswariiger Ausschuß für Giresemann Einmütige Billigung des Vorgehens gegenüber Moskau. Im Auswärtigen Ausschuß berichtete gestern Dr.Stre- s e m a n n über die bisher unternommenen Schritte in der Angelegenheit der Deutschenverhaftungen im Donez-Revier'. Aus Grund seiner Mitteilungen"billigte der Ausschuß einmütig— mit Ausnahme natürlich des kommunistischen Vertreters— die getroffenen Maßnahmen, insbesondere die Aussetzung der deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen bis zur befriedigenden Regelung des Konflikts. * Moskau Hot neuerdings versprochen, die Untersuchung gegen die noch in Haft befindlichen Deutschen beschleunigt fortzu- sichren und deren Ergebnisse voraussichtlich in zwei bis drei Wochen mitzuteilen. Die»Roie Fahne� fordert Scheffers Ausweisung. Die hier erwähnte überaus kritische Stellungnahme des Moskauer„V. T."-Korrespondenten Paul Scheffer zu der Donez-„Verschwörung" hat, wie wir voraussahen, ein W u t g e s ch r e i der„Roten Fahne" entfesselt. Das Per- liner Bolschewistenblatt fordert in dürren Worten die so- fortige Ausweisung Scheffers aus Moskau: „Wie lange glaubt das„Berliner Tageblatt" die Gast. sreundschaft der Sowjetunion durch den Verleumder Scheffer mißbrauchen zu wollen? Wäre es nicht an der Zeit, Herrn Scheffer begreiflich zu machen, daß es der Tätig- k e i t s f e l d seiner Ambitionen besser heute wie morgen in eine Umgebung verlegen sollte, die feine Phantasie bester befriedigt als die rauhe Wirklichkeit der kapitalistischen Ohnmacht im proletarischen Staat? Wir unsererseits halten es an der Zeit, daß diesem skrupel- losen Verleumder die Maske des Sowjet„sreundes" endgültig und brutal vom Gestcht gerissen wird." Man darf nun gespannt sein, wie die Sowjetregierung auf diese Forderung reagieren wird. Vor den Kulissen. Die Landbundhetze. Hinter den Kulissen. ---ä-s„ J Die Phoebus-Ltniersuchung. Der Unterausschuß des Haushaltsausschustes zur Unter- suchung der Phoebus-Affär« erörtert« ani Mittwoch nachmittag den vom Berichterstatter Abg. H e i n i g(Soz.) vorgelegten schriftlichen Bericht und die von ihm ausgestellten Schluß- folgerungen. Im großen und ganzen ergab sich im Unterausschuß über den Bericht Einmütigkeit, während einige kleine Einzel- formulierungen nochmals erörtert werden sollen. Der Bericht stellt die e t a t s r e ch t l i ch e Seite in den Vordergrund. Nach seiner Drucklegung wird der Unterausschuß am Freitag nachmittag in einer letzten Sitzung die endgültige Fassung vornehmen. Der Bericht wird dann dem Plenum des Haushalts- ausschusses zugeleitet werden, dos sich voraussichtlich am Montag mit /dieser Angelegenheit beschäftigen wird. Mnienbanknovelte im Reichsrai. SchieleS Dorschlöge erheblich beschnitten. Oer Erfolg * Preußens. 5* dar gestrigen Vollsitzung des Reichsraul wurde die Novell» lziix Aendsrung de? Gesetzes üb« die ReutenbanKreditanstalt ver» abschiedet und an den Reichstag weitergeg�en. Di« Absichten des Neichsernährungsministers Schiel« und seiner Hintermänner erfuhren habet allerdings zugunsten der Preußischen Zentralgenvsienschofts» kaffe«ine grundlegende Einschränkung, über deren Einzelheiten wir gestern schon berichtet haben. E« rst setzt nicht nur erreicht, daß durch den 28gli adrigen Reichs- tagsausschuß die Durchführung de? Notprogramms parlamentarisch kontrolliert wird. Auch die der Nentenbankkredrtanstalt im Interesse der Großagrarier zugedachte Blankovollmacht für die Erweiterung ihres Geschäftskreists ist gefallen. Die Preußische Zentralgenosienschaftskasie erhält für den ge- samten Verkehr mit den landwirtschaftlichen Genoflenschaften die Ausschließlichkeit. Die Remenbankkreditanstalt darf nur in eng de- schränktem Rahmen, der für neue Beteiligungen dazu noch an die Zustimmung einer Zweidrittelmajorität des Berwaltungsrotes ge- Hunden ist, an neu zu gründende Absatz gesellschaften kurzfristige Kredite gewähren und auch aus dem Geldmarkt nur bis zu JO Prozent ihres Grundkapitals entsprechende Mittel aufnehmen. Eine weitere Beschränkung der großagrarischen Macht- plane bedeutet die neue Bestimmung, daß die Rente ndankkredit- onstalt sich zwar an der Preußenkasie mit Einlagen beteilizen darf, daß aber auch diese Beteiligung von der Zustimmung der Zwcidrittel. Majorität des Berwaltunzsrates getragen sein muß. Der Vertreter der bayerischen Regierung, der schon früher sich grundsätzlich gegen ein« Ausdehnung der Befugmsi« der Rentenbank- kredltanstalt sich ausgesprochen hatte, hat nach den einschneidenden Veränderungen der Novell« für Bayern ebenfalls die Zustimmung erklärt. Im Reichstag dürste die Annahme des Gesetzes sicher fein. Varmai-Abfchluß. »Prozeß der subjektiven Seite." Räch fast stebenwöchiger Dauer wurden gestern, am ISS. Der. Handlungstage desBarmat-Prozesse«, die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Derteidigung zum Abschluß gebracht. Oberstaatsanwalt Raasch gab bei seiner Behandlung des Kapitels„Allgemein« Garantiebank" den Ausführungen der An- Nagebehörde«in gewisses Schlußwort, in dem er bat. an der inneren Ileberzeugung, mit der die Staatsanwaltschaft diese Anklage ver- treten habe, nicht zu rütteln. Es handele sich hier um einen ..Prozeß der subiektiven Seite". Alle diese Ding« seien in eine verworren« Zeit gefallen, die hofsentüch zum großen Teil überwunden sej, und aus der sich manches erklären lasse. Am Sonnabend werden die Angeklagten zum letzten Wort kommen und werden sie sich größtenteils auf kurze Erklärungen beschränken. Man hofft, mit der Urteileberatung noch vor Ostern fertig zu werden. Wahrscheinlich wird da, Urteil am ISS. oder. 200. Verhondlungstag unmittelbar vor dem Osterfest gesprochen werden._ llluhlunrnhen in Buenos Aires sind das Vorspiel zur Präsidenten- wähl f cha f tl i chen Unternehmungen der dem ADGB. ange- schlosienen Gewerkschaften in sachlichen Gruppen zusammen- zufassen und darüber hinaus«in, Holdinggesellschaft zu schaffen, die als zentrale Instanz den organisatorisch und Wirtschaft- lich notwendigen Ausgleich zwischen den fachlichen Gruppen vor- zunehmen hätte. Die eingehende Aussprache, der ein vollständiger vonr Bundesvorstand unterbreiteter Plan zugrunde lag, ergab für die Klärung der vorbereitenden Maßnahmen sehr wertvolle Gesichts- punkte. Ver Bundesausschuß beauftragte den Bundesvorstand, eine Erhebung über de» Bestand an Unlernehmuagen und ver. mögeoswerteu der Gewerkschaften durchzuführen, um eine feste sachliche Grundlage für die detaillierte Durcharbeitung des Ptanes unter juristischen, wirtschaftlichen und gewerkschaftspokstischen Gesichtspunkten zu schaffen. Oer Reichsbahnschiedsspruch. Für die Eisenbohnerverbände vntragbar. ' Zw Lohnsirell bei der Deutschen Reichsbahngesellschafl wurde von der Schllchlerkammer unter Vorsitz de» Unterslaatssekrctär» iL D. von Mallendars gestern im Relchsardeüsmiaisterlum ein Schiedsspruch gefällt. Der Spruch steht für die verschiedenen Lohngeblete eine Er- höhung der geltenden Grundlöhne vou drei bt» s ü n f B j e n n l g für die Lohngruppe Z vor. Die Löhne der übrigen Lohngruppen erhöhen sich in dem gleichen Verhältnis. Der Zu- schlag für lleberzeitarbeit soll 25 sZroz. betrogen. Diese Lohnregelung fall erstmalig zum 31. März 1929 kündbar sein. Erklörungsfrist bi» Montag, den 26. März, abend» 6 Uhr. Dieser Schiedsspruch wird von allen beteiligten Organ i- sationen der Eisenbahner als untragbar bezeichnet. Einmal, weil die darin vorgesehenen Lohnzulagen viel zu niedrig sind, weiter aber, weil diese Lohnzulagen prozentual erfolgen sollen, so daß die am allerschlechtesten gestellten Gruppen die geringsten Zulagen erhielten. Während die etwas bester gestellten Gruppen Zulagen bi» zu sechs Pfennig bekämen, würden die Eisenbahner der niedrigsten Gruppen nur zwei Pfennig Zulage erhalten. Durch die fortgesetzt« prozentuale Bemessung der Lohnzulagen wird die Lohnspanne zwischen den einzelnen Lohngruppen immer mehr auseinander« gezogen, zum Schaden der untersten Gruppen, die der Aufbesserung am ehesten bedürfen., Schließlich ist auch die Bindung aus«in volles Jahr, die bei einer angemessenen Lohnerhöhung eher erträglich wäre, bei den ge- ringen Zulagen, die der Schiedsspruch vorsieht, unerträglich. Die Vertreter der Organisationen werden heute unter sich über die durch diesen Schiedsspruch geschaffene Situation beraten. Die Lohnverhandlungen bei der Rekchspost. Die Verhandlungen bei der Reichspvst haben cmch am Mittwoch noch kein Ergebnis gebracht. Das Reichspostnrwistertmn wartet, wie wir bereits angedeutet haben, auf den Schiedsspruch im Lohn. streit bei der Reichsbahn, um sich ihn zum Muster zu nehmen. Wenn Reichspost und schließlich auch noch die Finanzministerien für die Regelung der Löhne der Reichs- und Staatsarbeiter nach dem Vorbild des jetzt vorliegenden Eisenbahnerschiedsspruchs vorgehen wollen, dann dürfen sie sich auf einen ernsten Konflikt mit der Arbeiterschaft gesaßt machen: denn man kann unmöglich Hundert- tauseude von Arbeitern mit Bettelpfennigen abspeisen. Keine Einigung im Buchdruckgewerbe. Oie Unternehmer wollen Verbindlichleitserklärung! Die gestern im Reichsarbeilsministerium geführten Nachver- Handlungen zum Schiedsspruch vom 16. März find er- gebnislosverlaufen. Die versuche de» verhandlungslelter». die Partelen zu einer Einigung durch Vereinbarung zu veran- lassen, scheilerien an dem widerstand der Unkernehmer. die jede» Entgegenkommen ablehalen und aus ihrem Antrag auf Verbindlicherklärung beharrten. Nunmehr bleibt abzuwarten, ob 0er Re>ch»arbeit». minister wirklich den gänzlich unzulänglichen Schied». sprach, der.den Arbeilssrledea im vuchdruckgewerbe nicht sichern, sondern nur gefährden kann, al» gerecht und billig er- klären wird. Sine Entscheidung de» Retchsarbeitsmlntster» wird erst in einigen Tagen erwartet. (Schiedsspruch für das Baugewerbe. Sechs Pfennige Stundenlohnerhöhung. Für das Berliner Hoch-, Beton- und Tiefbaugewerbe hat das Tarifamt unter Borfitz des Amtgerichtsrats Dr. Riefe«inen Schiedsspruch gefällt. Der Schiedsspruch sieht für alle Bauarbeiter. gruppen«inen Zuschlag von sechs Pfennigen auf den tarislichen Stundenlohn vor. Diese Regelung soll bis zum 26. September 1928 gelten. D!« Erklärungsfrist geht bis zum 4. April. Konferenz der Krankentassenangesiettien. Der Zentralverband der Angestellten hott« zum Sonntag ein« Konferenz der Krankentassenangestellte» der Provinz Brandenburg nach Berlin«inberufen. 45 Ortsgruppenvertreter waren anwesend. Der Kolleg« Brenk« vom Vorstand des AdA. schilderte eingehend die schwierigen Verhandlungen zum Neuobschluß de» Tarifvertrage». Besonders störend haben sich bei der Neu- regelung der Besoldung der Krankentassenang«stellten die Eingriffe de» preußischen Wohlfahrtsministeriums bemerkbar gemacht. Im Wohlfahrtsmmtsterium sind Kräfte am Werke, denen«s ein vorn im Auge ist, wenn die Organisationen der Krankenkossen mit dem ZdA., dar Berufsorganisation der Krankeakassenaugestellte«, auf dem Wege de» Tarifvertruges die Anftellungsverhältuisie selbst regeln. Die entstandenen Schwierigketten werden es notwendig machen, daß da» veraltete Dien st recht, wie«» in der Reichsversicherungs- ordnung festgelegt ist. geändert werden muß. Der Gauleiter Beil forderte die Delegierten auf. sich mehr als bisher um die Angestellten der Landkronkenkasfen zu kümmern. Durch die vollzogene Ausschuß- und Norstandswahl ist auch in den meisten Landkrantenkassen der bestimmend« Einfluß der Großagrarier gebrochen, so daß mit den Angestellten dieser Kassen nur die persönlich« Fühlung aufgenommen werden muß. um sie der freien Gewerkschaft zuzuführen. Abwehr gegen Arbeiterzerspliiierung. Beschluß der Metallarbeiter. Die Berliner Metallarbeiter hatten am Montagabend in den Sophiensälen ihre Ouartalsgeneroloersammlung. Nach dem vom Genossen Schmidt gegebenen Kassenbericht für dos 4. Quartal folgte ein Lichtbildervortrag von Dr. M a j e r c z i k über„Die Eni- Wicklung der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke feit dem Jahre 1924'. Im Anschluß daran ging die Versammlung zur Erledigung der Anträge über. Die engere Ortsverwaltung beantragte, die im April fälligen Neuwahlen der Branchenleitungen zurück- zustellen. Die Verwaltung will einen Entwurf ausarbeiten zur Reorganisation de» Lranchenausbaues und zur Aenderung des Wahlmodm. Die Ortsemnelhmg will damit der©nifturilitdenm® M der Berliner Melallüiduslrie Rechnung trage» und die Brauch«» möglichst nach Industriegruppen ausbauen, wie e» bei de» Betriebsräten bereits vor längerer Zeit geschehen ist. Die Kam» munisten behaupteten, daß die Ortsverwoltung mit diesem Anrrag nur«ine weitere„Rechtlosmochung' der Mitglieder deadfichlig«. D« Antrag wurde mit der üblichen Mehrheit angenommen. Die heftigste Debatte entfachte folgender Antrag der Bezirk»- leitung des 21. Bezirks: „Mit Entrüstung und zu unserem größten Bedauern habe» wir die Schreibweise der„Roten Fahne' verjolgt während der Zeit, wo unsere Organisation in den schwierigen Verhandlungen mit den rheinischen Metallinduslriellen um die Wiedereroberung der achtstündigen Ar- b e i t s z e i t stand und die.Mote Fahne' jeden Tag, vom Beginn bis zum Teilerfolg, von beginnendem und vollendetem Verrat schrieb und unseren leitenden Kollegen in der Organisation Ver- l u m p u n g imd dergleichen Dinge zum Vorwurf machte. Diese Schreibweise konnte von der scharsmacherischen Press« der Unternehmer nicht überdoien werden. Den höchsten Gipset der Gemeinheit lcistele sich aber die Nummer 396 vom Freitag, dem 30. Dezember 1927. In einem spaltenlangeu Artikel wirft sie lausenden unserer besten Kollegen, unseren Äsährigen Iubilaren,„solenne Fresserei und Kneiperei' vor. Dieses Blatt ist Publikationsorgan unserer Organisation. Die Generalversammlung beschtleßt. die vrtsoerwaltima zu verpflichten, diesem Organ in Zukunft die Insertion zu entziehen, da die Schreibweise nicht nur organisationshemintiid, jonoern orgauisationsschädigend wirkt.' Bestreiten konnten dt« kommunistischen Redner natürlich nicht, daß die„Rote Fahne' der Organisation bei jeder Geiegeuheit Knüppel zwischen die Beine wirft. Sie oersuchten aber, die gemeinen Berleumdungen und Beschimpfungen als eine notwendige(!) und die Organisation fördernd«(!!) Kritik hinzustellen. Von unseren Ge» nassen wurde mit Recht darauf hingewiesen, daß die Kommunisten in der Parte! schon längst daraus hinwirken können, daß dies« Ver- unglimpsungen unterbleiben. Wenn die Kommunisten auf ihr Porieiorgan nicht diele» Elnstuß Hoden, müssen sie sich schon dam» ab- finden, daß die Gewertschaslsmitgtieder sich gegen solch« Gemein- Helten wehren. Der Antrag wurde schlleßlich mit großer Mehrheit angenommen. Die übrigen kommunistijlien Anträge wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt oder abgelehnt. Faschistische Arbeiier unerwünscht. Der Schweizerische Baumeisterverband pflegte bisher alljährlich einige 10V italienisch« Arbeiter für die Saison- arbeiten in der Schweiz anzuwerbtn. In diesem Jahre haben sich die Verhandlungen jedoch zerschlagen, weil die italienische Regie- rung die Auswahl der zu entsendenden Arbeiter selbst vor- nehmen wollte. Der Baumeisterverband sollte nur 20 Proz. de« in Frage kommenden Arbeiter aussuchen dürfen. Er lehnte es jedoch ab. ausschließlich kaschistisch« Arbeiter anzustellen. Slatt dessen wurd»n 500 Arbeiter aus dem österreichischen Bu.r- genlande verpflicht«. Aussperrung bei der Ostindifchen Eisenbahn. Kalkutta. 21. März. Heute wsirden Polizeiverstärkungen und Truppen nach den großen Reparaturwerkstätten der Ostindischen Eisenbahn i n L! l l u a h entsandt, wo infolge der Aussperrung von Arbeiter» mit dem Ausbruch von Unruhen gerechnet wird. Die GärUng unter den Arbeitern hat sich auch auf ander« Betriebe der Ost- indischen Eisenbahn ausgedehnt. Polizei und Militär! Sie müssen dem Unternehmertum Helsen, die von ihnen bis zur„Gärung' geschundene Arbeiterschaft zu„de ruhigen'._ Angestellte der Berliner Metallindustrie! vcllentliche Pers-mml-ng heute WH Uhr in den Loi-hiens-leu. Sophien- stroß«. Togesorduuug: i..Di« Forderungen der Bnacstcllten an den Urnen SHcirf-otng.* Rcfcrrut»«liegt Frig Schröder oom Verbaudsvorsia-d de»?.dS. 2.®crid t»brr d e am gleichen Zage siottsindei de» Sehaltsoerhaud ungeu mit dem«BMZ.»olleginur» und»ollegeu!»eweift der VtsfeutN-ileit dn«� eine« Mageudrsuch, bat o!e Angestellten der Berliner Metallindustrie endlich ana» töiumliche SxhäU«,«erlangen.»lA-Zlletalllartell! Zarger, Lang«, SSnther. Bund der technlfchen Angestellte« und Beamten. Morgen, Freitag. 1» Uhr. Iahee-gencralversammlung uu Gewerksci�aftr-Haua, Sngelufcr 24/2j. Anwcseu. beit aller Delegierten ist Vflicht. Bundeamitglieder find gegen Vorzeigung dea Mitgliedsduche« ala Söst« willtommen. Freitag. Sprechstunde der Ort». vcriochltuna Berlin bte Bunde« und der Berwalwngostrlle Berlin der Beunsz- drank'neasse Deutschier Technltrr fäll! an». Nächste Snrcchstnnde: Montag, ■26. März, I«-19 Uhr. Freie Eemertschasto'ngend«rast-BerNn. Sanntag vormittag>1 Uhr in, Mercedes-Balnft, NeutRln, Hennannftr 21 t. Iahrfllnftkeier. Unkoft'nbeitrag so Bf. Sintelttskarten stnd noch zu haben.— Heut». Donnerstag. lS'H Uhr, tagen die Grnpoen: Slldnften: chrnpprnheim Nelch>enbkigei Str.« tFeuermehr. Kaua). Disknssionsadend:.Der Beichsschulgeseh-ntwurf.'— Zempelhof- wruppenheim Lyzeum«ermaninftr, 4fe. Literarischer Abend:.Deutsche Frei» heltadichter nnd Ihre Werte."— Moadtt««druppenheim Städilschr« Jugendheim Lehrter Str. lZ/li. Lichtbildervortrag:.Der harz und leine SchSnheiten."— «harlattrnbnrg:«rnppenhelm Jugendheim Cpreestr. 80..Märzststrine."— «efnndbrnnnrn:«riippenheim Zuqrndheim Bat« Schule«oienduraer Straste. Bortrag:.Fünf Jahre Berliner FtöZ."— Knmbaldt: Grnpp nheim Zug-udhe m Sraun- Ikcke Lortzingstraße. Borirag:.An« der romanischen chewcrkfchasls- demegung."—»aprn'ck: Sruv penheim Jugendheim Gronauer Str. s. Scher, und Heiterkeit stnd GS st» de! uns.— Schdneweld«: Gruvvenheim Zugrndhe'm Riederfchilneioeide, Berliner Str. 31. Hosemann kommt M't seiner Sumorsiste. — Lichtender«: Fngendheim Dostrstr. L. Borirag:»Die Beziehungen zw'sche» Staat und Wirtschaft."— Landsberger Blast! Jugendheim des Ostens. Groha Frankfurter Str. 16, Ouergeb. pari.. Zimmer 2 Luftiger Lefeabend.— Frank- furter Allrri Siädtilche, Jugendheim Litauer Str. 16.»immer 6. Borirag: .Die Entrvcklling der pro'etarlschen Jugendbewegung."— Zlardwestlreiat Ucbnngsabend der»re!astngscha? Im Fugendheim Dur'ner Scke Seestroße.— Weihrnsee: Chorprobe im Fugendhelm Weißenfee, Barkstr. 3«. Fngendgruppe de« hdA. Versammlung der IngendfuuktianSr» pünktlich 20 Uhr Im?ngendhe!m de« vrisdnrean». An derselben Stelle eine Stunde früher, also um 19 Uhr. Besprechung aller Vertreter der Fugendbezirke fiir die Vorbereitung der WettlSmpfe zum Belchslngendtag In Frankfurt a. M— Heute, Donnerstag, 19V4 Uhr, finden folgende B�ronsta'tungen statt: Echiige» berg: Zug»ndhe'M Hanotstr. 15 sHofgebiiude 1 St.,?Mringrn>i>nmert. Bortrag:.Unsere Gewerkschaft." Referent Budolf Barthel.— Südost. Ter ptomr Fiioendbeim Wrangelstr. 128. Ausspracheabend:»Unser Werben" lLeitung Heinz Mann). Verantwortlich für Bolitik: Dr. Snrt Sener: Wirtschast: S.»lingelheser: Dewerlschgkisbewegnna: z. Steiner: Feuilleton:». H. DSscher: Lolaies und Sonstiges: Frist storstiidt: Anzeigen: Tst. Slscke. sämtlich in Berlin Verlag: Borwärts.Berlag GmbH.. Berlin Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Berlagsanstall Beul Singer u Co.. Berlin SD 68 Lindcnstroge I. liier» t Bellaarn nnd.Untrrdaltnna nn» WIstrn" Maßgebende Imährung/physiotogen atuck der Anticht, daß diejenige gemieefite Kost die zuträglichste ist, die einige Mal wöchentlich kleine Fleischgaben, täglich reichlich Gemüse und Obst und im übrigen Milchmehlspeisen enthält Sicher ist es nun jedem erwünscht, auch eine Abwechselung in den Mehlspeisen zu haben. Hier kommen Ihnen Dr. Oeiker'a Pudding- pulver, die leicht und schnell mit Milch zu bereiten zind, sehr entgegen. Sie ergeben schmackhafte and wohl bekömmliche Nach- speisen. Dr. Oetker'z Puddingpulver sind ebenso wie Back- pulver.Backin", Vanltltn- Zucker, Gustin usw. infolge großen Umsatzes in allen Geschäften stets frisch zu haben.— Viele neue m. wertwolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen da» neue färb, lltustr. Oetker-Rezeptbuch, Ausg. F. das für 15 Ffg. in allen Geschäften erhältlich ist. 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Beträchtliche Werte sind in den letzten drei Tagen durch die aufeinanderfolgenden Katastrophen vernichtet worden. Bei Hannover ist im Langenhagischen Moor ein Brand ausgebrochen, der sich gegen 11 Uhr so verstärkte, daß die Feuerwalze auf den städtischen Forst übergriff. Di« Ober- försterei sah sich genötigt, weitere Hilfe zu alarmieren. Auf Veranlasiung des Regierungspräsidenten wurden zwei Bereitschaften Schutzpolizei«ingesetzt. Das Feuer bewegt sich bereits über 8 bis 10 Kilometer. Auch aus den übrigen Teilen der Provinz Hannover werden Moorbrände gemeldet. Aus Anhalt kommt die Meldung, daß durch Funken- a u s w u r f einer Eisenbahnlokomotive in der M o s i g k a u« r Heide«in Brand entstand, der sich infolg« des scharfen Ost- wind«? rasch ausbreitet«. Etwa 1.5 bis 20 Morgen Wold wurden vernichtet, eh« das Feuer gelöscht werden konnte. In Pommern brach in dem Walde zwischen Wutzkow und Zemitz ein Feuer aus. das einen außerordentlichen Umfang annahm. Etwa 2000 Morgen lvald flehen in Flammen. Die Flammen schluger meterhoch In den NachmiUngsstunden gelang «z, ein Umsichgreifen des Feuers zu verhindern. Der Schaden läßt sich noch nicht übersehen. Ein weiterer Waldbrand entstand in der staatlichen Oberförsterei Taube nberg bei Bütow, der an der trockenen Heide reiche Nahrung fand und sich m i t u n- geheurer Geschwindigkeit ausbreitete. Große Wald- flächen standen in Flammen. Noch drei Stunden konnte dos Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. An der holländischen Grenz« geriet auf der Geldernschen Kreisbahn, wahrscheinlich durch Funkenflug aus einer Lokomotive, ein mit Stroh beladeuer Güterwagen zwischen dem Vorort Auwel und dem Marktflecken Straelen ii� Brand. Der brennende Wagen wurde abgekoppelt, er rollte auf der oolchirssigen Strecke nach Auwel hinunter, wo er drei Häuser und die Schule in Brand letzte. Ein haus und die Schule brannten vollständig nieder, während bei den beiden anderen Häusern die vachslühlc abbrannten. In der Nacht geriet dann gleichfalls in- folge Funkenflngs dos in der Näh« der Brandstätte gelegene An- Enischeidung über Flugplahverlegung. Vnh bleibt für Siedlungszwecke erholten. Der von der Berliner Stadtverordnetenvenommlung einqeictztc Ausschuß zur Priisung der Vorlage des Magistrats über die Ver- legung des F l ug p l o tze s A d l- r s h o f n a ch Britz Hot in feiner gestrige» Sitzung einen endgültigen Beschluß gefaßt. Naächem der Ausschuß eine Reihe Sachverständiger für das situgwelen angehört hatte, die das Gelände in Rudow für sehr e-.'kgnet hielten, heschloß der Ausschuß, der Deutschen Versuchsan- statt für Luftfahrt das Gelände in Rudow anzubieten. Der Aus- schuh nahm den vorliegenden sozialdemokratischen An- trog, der Versuchsanstalt dos Gelände in Rudow zu überlassen, cinstiwwig an. während ein Antrag, das Gelände in Britz zur Ver- fitgung zu stellen, abgelehnt wurde. Die Berliner Stadt- verordneten werden sich heute abend in ihrer Sitzung be- rests mit der lleberlosiung des Geländes in Rudow an die Der- suchsonstalt beschäftigen. Der eigentliche Vertrag mit der Der- suchsonstalt wird erst später abgeschlossen. Die einzelnen Bestim- mungen des vom Magistrot vorgelegten Vertrages über die lieber- Menschen, Göttern gleich... 501 Roman von Herbert George Wells. 2. Aber die Ereignisse konnten nicht auf Mr. Barnstaple warten. Er wurde bei Tagesgrauen von Penk gerufen, der ihm mitteilte, daß die Garnison fortan jeden Morgen durch ein elekrisches Signal, das er und Ridley ersonnen hatten, gsweckl werden würde. Während Penk sprach, eröffnete ein verheerendes Geheul dieser Erfindung die neue Tagesord- nung. Er überreichte Mr. Barnstaple einen aus einem Notiz- buch gerissenen Zettel Papier, auf dem Mr. Catskill ge- schrieben hatte: „Nicht-Kämpfer Barnaby. Hat Ridley bei der Bereitung des Frühstücks, Lunchs und Dinners zu helfen-, Zeit und Menu an der Wand der Messe: abräumen und ordentlich auswaschen: die übrige Zeit zur Verfügung von Li. Hunker, um im chemischen Laboratorium die Bombenherstellung zu versuchen. Reinigen des Laboratoriums." „Das ist Ahr Dienst," sagte Penk,„Ridley wartet auf Sie." „Gut/ sagte Mr. Barnstaple und stand aus. Es hatte keinen Zweck, einen Streit heraufzubeschwören, wenn er ent- fliehen wollte. So begab er sich zu dem narbigen und ver- bundenen Ridley und sie ahmten sehr gut die britische Militärküche aus dem großen rauhen Aahr 1914 nach. Zum Frühstück um halb sieben Uhr wurde jeder durch ein zweites Solo der Sirene herausgeholt. Die Männer wurden in Rech und Glied aufgestellt und von Mr Catskill, an dessen Seite M. Dupont stand, inspiziert. An gleicher Richtung wie diese beiden, aber einige Vards seitwärts stand Mr. H unker: alle anderen Männer waren angetreten, mit Ausnahme von Mr. Burleigh. der Zioilgouvernöur in Utopien sei« sollte und vermöge jener Eigenschaft noch im Bette lag. und Mr. Barnstaple. dem Nicht-Kämpfer. Miß Greeta Grey und Lady Stella saßen in einer sonnigen Ecke des Hofes und nahten an einer Fahne. Es sollte eine blaue Fahne mit einem weißen Stern werden, einem Zeichen, das' irqendeiner bestehenden National- Flayge genügend unähn- lich war. um eine Verletzung der patriotischen Gefühle eines Mitgliedes der Gelellsckaft zu vermeiden. Sie sollte den Crd- lings-Völkcrbiwd repräsentieren. Nach der Parade zerstreute sich die Ae:ne Garnison auf ihre perjchieds«« Posten und zu ihre« Obliegenheiten. M. wcfen eines Wirtes in Brand. Es wurde ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Aaper Wald, das Ausflugsziel der DüfseS>c>rf«r, wurde gleichfalls von einer Brandkatastroph« heimgesucht. Das Feuer war durch unvorsichtiges Wegwerfen einer Zigarre ver- urfacht worden und dehnte sich infolge des herrschend» starken Windes schnell aus. Die Bekämpfung des Feuers gestaltete sich schwierig, da durch Funkenflug der trocken« Waldboden an anderen Stellen immer wieder in Brand gesetzt wurde. Nach mehrstündigem Mühen gelang es schließlich, das Feuer zu löschen. Die zwei Trockenperioden der letzten Monate haben Wald und Heide ausgedörrt. Das Land schreit nach Regen. Ein Funken aus dem Schornstein der Lokomotive, ein unachtsam weggeworfener brennender Zigarrenstummel genügen, um weit« Flächen in Brand zu setzen und wertvolle Kulturen zn vernichten. Großkampstag bei der Feuerwehr. Fünfzig Alarme am Vor« und Nachmittag.— Ein Nekord. Bei der Berlmer Feuerwehr herrschte gestern Hochbetrieb. Bon 9 Uhr morgens bis 19 Uhr abends liefen nicht weniger als 50 Hilferufe aus ollen Stadtteilen ein. Unaufhörlich rasselte dos Telephon. Dachstuhl-, Wohnungs- und Waldbrände und Gas- vergistungen waren die Ursache des größten Teils der Alarme. Ein Rekord- und Großkampftag, wie er fest vielen Monaten nicht mehr zu verzeichnen war. Auf dem Lagerplatz der Firma Otto Fr itsche in der Kiefholzstraße in Treptow entstand gegen 16 Uhr«in größeres Feuer. Der Brandherd erstreckte sich auf ein« Fläche von sast 4000 Quadratmetern. Große Vorräte von Brettern, Ruft- und Nutzhölzern, sowie ein Schuppenkomplex wurden ein Raub der Flammen. Bei den Löscharbeiten erlitt ein Brandmeister schwere Augenverletzungen.— In der Ly ch e n« r Str. 31 brannte ein Teil des Vorderhausdachstuhles nieder. Zwei Züge waren drei Stunden an der Brandstelle tätig.— Diel Arbeit verursachten auch gestern wieder.zahlreiche Wald- und Wiesenbrände, so in Wittenau, Tegel, Karlshorst, Johannis- thal usw. lassung des Geländes sollen erst gründlich überprüft werden. Auch besteht die Absicht, in den Bertrag neu aufzunehmen, daß in dos Direktorium der Versuchsanstall ein Vertreter des Magistrats auf- genommen wird. Nach diesem Aussckußbeschluß. dem sich die Berliner Stodloerordnetenversommlung anschließen wird, kann der Versuch, einen Teil des ehemaligen Rittergutes B r i.tz d e x P e r f u ch s a n st a l t zu überlassen, als endgültig gescheitert betrachtet werden. Ueberfall aus Rache. In der Nacht zum Dienstag wurd« ein junger Kaufmann K. aus Friedrichshogen, der sich gegen Mitternacht von Hirsch- garten her aus dem Heimwege befand, übersollen und schwer miß- handelt. Aus einem Gebüsch heraus sprangen ihn plötzlich drei Männer von etwa 20 bis ZO Jahnen an, schlugen ihn nieder, miß- handelten ihn schwer, zogen ihm Mantel, Iockell und die Weste aus und ließen ihn so halbenttleidet in der Kälte liegen. Als der lleberjallene wieder zu sich kam, waren die Uebellätcr längst verschwunden. Er schleppte sich nach Hause und erstallete gestern morgen Anzeige. In der Mantcllasche befanden sich sein Porte- Duponl übernahm das Oberkommando und Mr. Catskill, der die ganze Nacht hindurch gewacht hatte, ging schlafen. Er hatte die napoleonifche Eigenschaft, zu jeder beliebigen Tageszeit ein oder zwei Stunden schlafen zu können. Mr. Penk stieg auf den höchsten Punkt der Festung, wo die Sirene installiert war, um Ausschau zu halten. Mr. Barnstaple konnte, als er mit Ridley fertig ge- worden war, und ehe Hunter bemerkte, daß seine Mithilfe verfügbar sei, einige Augenblicke ergattern und diese Zeit verwandte er auf eine Besichtigung der Burgmauer auf der Seite, an welcher sich die Abhänge befanden. Während er an der alten Brustwehr stand und die Aus- sichten erwog, wie er am Abend in der Dämmerung ent- schlüpfen könnte, erschien über dem Felsen ein Flugzeug und ging auf dem nächstliegenden Abhang herunter. Zpiei Utopen stiegen aus, sprachen eine Zeit lang mit dem Flug- zeugführer und wandten sich dann der Erdlings-Festung zu. Ein einziger Ton der Sirene rief Mr. Catskill hinaus auf die Brustwehr, an die Seite Mr. Barnstaples. Er zag einen Feldstecher hervor und beobachtete die sich nähernden Gestalten. „Serpentin und Ceder," sagte er, den Feldstecher ab- setzend,„und sie kommen allein, gut." Er drehte sich um und signalisierte mit den Händen nach Penk, der mit zwei kurzen Signalen seines Instrumentes antwortete. Dies war für alle das Zeichen zum Sammeln. Tief unten im Hof erschien der Rest der alliierten Macht mit Mr. Hunke'- und stellte sich in leidlicher Nachahmung von Disziplin in Reih' und Glied auf. Mr. Catskill ging an Barnstaple vorüber, ohne im ge- ringften Notiz von ihm zu nehmen, gesellte sich zu M. Dupont, Mr. Hunker und ihren Untergebenen und fuhr fort, sie über seine Pläne für die herankommende Krisis zu unterrichten. Mr. Barnstaple konnte nicht hören, was gesprochen wurde. Er bemerkte mit Hohn und Mißbilligung, daß jeder Mann, sobald Mr. Catskill mit ihm fertig war. die Hacken zusammen- schlug und salutierte. Dann zerstreuten sie sich auf em Kom- mandowort auf ihre Posten Es gab eine teilweise ruinierte Treppe, die von der Höhe des Hofes durch das große Tor in der Mauer hinunterführte, das den Zugang zu und von den unteren Hängen ermöglichte. Ridley und Mush gingen auf der rechten Seite dieser Stufen hinunter und stellten sich hinter einen Mauervorspruch, so daß sie vor jedem, der sich von unten her näherte, oerborgen waren. Pater Amerton und Mr. Hunker versteckten sich auf gleiche Weise auf der linken Seit«. Pater Amerton hatte moonake»it 30 M., Handschuh« und eine Monatskarte der Eisenbahn. Trotz aller dieser Umstände liegt höchstwahrscheinlich kein beabsichtigter Raub, sondern ein Racheakt vor. Die Unter- suchung nach dieser Richtung ist im Gange. Bergkatastrophe bei Salzburg. 17 Naturfreunde in einen Abgrund gestürzt. Wien, 2l. März. lEigmbericht.) Ein schreckliches Vergunglück wird aus Salzburg gemeldet. Eine Gruppe von 17 sozialistischen Naturfreunden, die eine Tour aus den Souaeoblick nulernommeu und dort übernachtet hatte, ist am Mittwoch früh ans dem Abstieg verunglückt. Di» früh herrschte eine kälte von 25 Grad, dann scheint durch einen Föhn der Schnee erweicht worden zu sein. Als die 17 Naturfreunde später aus ein Schneebrett traten, stürzten sie ab. 13 wurden ver- schnttel. nur 4 konnten sich retten. Das Schicksal der 13 Naturfreund« scheint trotz der ausgesandten Retlungsexpedition besiegelt. Es besteht kaum noch hossnung, daß sie gerettet werden können. Zu diesem Unglück, das in allen sozialistischen Touristen- und Eportkreisen tiefe Trauer hervorrufen wird, wird der TU. aus Salzburg folgendes gemeldet: Eine Gesellschaft von 17 Wiener Skisohrern wurde auf dem Somienblick bei einem alten verfallenen Bergwerksstollen in 2500 Meter Höhe von einer Lawine überrascht, die die Gruppe ins Tal mitriß. Vier Teil- nehmer der Gesellschaft konnten sich retten und gelangten völlig er- schöpft und nicht vernehmungsfähig' bei dem Naturfreunde- ha us in Kolm-Saigurn»n. Die anderen 13 Personen sind verschüttet Es dürfte keine Möglichkeit mehr bestehen, sie zu retten. Eine Gendarmeriekolonnc ist noch dem Sonncnblick beordert worden, um die Verunglückten auszugraben. Im ganzen Sonnenblickgebiet herrschte seit heute vormtttag ein orkanartiger FöhnsNirm, der die Rettimgsarbciten aussichtslos erscheinen läßt. Das Einsturzunglück von Mückenberg. Zehn Todesopfer. Die Warnung kam zu spät. Zu dem furchtbaren Einsturzunglück aus der Grube Friedländer der..Bubiag", Braunkohlen- und Brikettindustrie A. G., in Mückenberg bei Liebenwcrdo, über das wir gestern abend bereits ausführlich berichteten, wird uns van der Unglücks- stätte noch folgendes berichtet: Die Aufräumungs- und Bergungsarbeiten wurdest während der Nochmtttagssttinden von einer großen Rettung- kolonn« f o rt g e s e tz t. Insgesamt wurden aus den Holz- und Eisetttrümmern zehn Tale geborgen. Bis auf einen aus H am- bürg stammenden Arbeiter sind die tödlich Verunglückten in der Gegend van Liebenwerda beheimatet. Im Lauf« des Nochmittags gelang es, sämtliche Toten zu identifizieren. Ihre Namen sind: Kurt Bönig. 26 Jahre, Nauendorf. Kurt Grünwold. 19 Jahr«, Grünwaldc. Otto Schwabe.'26 Jahre, Lauchhoinmer. Heinrich wink, 27 Jahre, Lauchhammer. Ewald Richter. 21 Jahre, Grünwaldc. Otto Fennspiel. 22 Jahre, Bockwitz. Hermann winkler, 23 Jahre, Kahla. Hans Muller. 22 Jahre, Hamburg. Willi lentsch, 19 Jahre, Nauendorf. Willi Rosiger. 21 Jahre, Nauendorf. Deinnach tritt die von uns.zuerst wiedergegeben« Meldung, daß sogar 13 Todesopfer zu beklagen sind, nicht zu. Noch dem bisherigen Untersuchungsergebnis scheint es ziemlich einwandfrei erwiesen, daß die Katastrophe durch den Orkan hcrbei- gesührl worden ist. Bereits am Dienstag wurden von der Bau- man ein aufgerolltes Seil gegeben, stellte Barnstaple fest, und fein umherschweifender Blick entdeckte, wie Mr. Mush schnell eine Pistole hervorzog, sie ansah und dann wieder in die Tasche steckte. Lord Barralonga postierte sich einige Stufen über Mr. Mushs Stellung und zog einen Revolver hervor, den er in der einen gesunden Hand hielt. Mr. Cats- kill blieb am Treppenkopf stehen-, auch er hielt einen Revolver. Er wandte sich der Festung zu, überlegte einen Augenblick die Aufgabe Penks und winkte ihm dann, den andern zu folgen. M. Dupont, bewaffnet mit einem derben Tischbein, stellte sich rechts von Mr. Catskill auf. Eine Zeitlang beobachtete Mr. Barnstaple diese An- ordnungen, ohne daß er sich ihrer Bedeutung bewußt wurde. Dann wandten sich seine Blicke von den zusammengekauerten Gestalten innerhalb der Burg den zwei ahnungslosen Utopen zu, die zu ihnen heraufkamen, und es wurde ihm klar, daß in wenigen Minuten Serpentin und Ceder sich unter den Griffen ihrer Häscher winden würden... Er empfand, daß er handeln müsse, aber er hatte seilt Leben lang kritisch überlegt und war nicht gewohnt, rasch zu entscheiden. Er zitterte heftig. 3. Bornstaple wünschte noch immer, sogar in diesen letzten verhängnisvollen Minuten, irgendwie vermitteln zu können. Er erhob einen Arm und rief:„Hü!" was sowohl den Erd- lingen, als auch den Utopen draußen galt. Niemand bc- merkte seine Gebärde oder seinen schwachen Schrei. Dann brach sich sein Wille durch ein Dickicht von Hein- mungen den Weg zu einem einfachen GeSanken. Serpentin und Ceder dürfen nicht gefangen werden! Er war über seine Unentschlossenheit erstaunt und unwillig. Natürlich, st» Wir« fen nicht gefangen werden! Diese Verrücktheit mußte sofort verhindert werden. Mit vier Sprüngen war er auf der Mauer, und nun rief er laut und deutlich:„Gefahr! Gefahr!" und noch einmal„Gefahr!" Er hörte einen Ausruf des Erstaunens von Catskill und dann pfiff eine Pistolenkugel dicht an ihm vorbei durch die Luft. Serpentin blieb stehen, blickte auf, berührte Ccders Ann und deutete hinauf. „Diese Erdlinge wollen euch gefangen nehmen, kommt nicht her! Gefahr!" gellte Barnstaples Stimme, indem er die Arme schwenkte. Und„pat-pat-pot": Mr. Catskill er- lebte die Enttäuschungen einer Revolverschießerci. (Fortsetzung folgt.) J Whntg axgea des herrschenden Stnrme» eicherhettswnß» nahmen getroffen. Das hohe chal> bzw� Eifengvrüst wurde neu verseilt und oerankert. Roch menschlichem Ermessen hätten die Lo» kehrungen genügen müssen, um«in Unglück unmöglich zu machen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen trat die Aclaströphe ein. Der Richtmeister bemerkte, wie uns mitgeteilt wird, wie sich plötzlich ein Teil de» Gerüstes zu neigen begann. Seine Watnungsruf« kamen jedoch bereits zu spät. Das Gerüst stürzte schon im nächsten 2lugenblick zusammen und riß die Arbeiter mit in die Tiefe. Obgleich der Rettungsdienst gut funkrionrrrte, sind zehn Tot« zu beklagen. Die sieben Schwerverletzten, die Knochendrüch«, innere Verletzungen und Schädelverletzungen erlitten haben, fanden im Krankenhaus in Lauchhammer Zlufnahme. Bei einigen gibt das Befinden zn ernsten Besorgnissen Anlaß. Wie mir in später Abendstunde erfahren, beträgt die Zahl der Verletzten, die im Krankenhaus in Lauchhammer liegen, acht. Einer der Verletzten befindet sich in hoffnungslosem Zu stände, während man die andern am Leben zu erhalten bosst.__ Riesenbrand bei der AEG. 12 Löschzüge an der Brandstätte. Ein Großfeuer kam gestern abend kurz vor 22 Uhr innerhalb des umfangreichen Fabrikkomplexes der AEG. in der Wilhelminenhofstraß« 76/77 in Oberfchöneweide zum Ausbruch. Das geusr war in einem etwa zwanzig Meter langen Fabrikgebäude, in dem die Werkstifchleret unter» gebracht ist. entstanden. Von hier griffen die Flammen auf ein Packmateriolien- und Oellager über, das gleichfalls in wenigen Minuten lichterloh brannte. Als die ersten Feuerwehren an der Brandstätt« eintrafen, hatte da» Feuer einen riesigen Umfang angenommen. Schätzungsweise umfaßt« das Feuermeer 4000 Qnadralmeler. Fünfzehn Schlauchleitungen mußten in Tätigkeit gesetzt werden, ?nn«ine Katastrophe zu verhindern. Denn in unmittelbarer Nähe des umfangreichen Brandherdes lagerten mehrere hundert Fässer mU Benzin. Velen und Fellen. Kurz vor 22 Uhr wurde von den Wächtern de« Werkes in der Tischlerei ein Feuerschein bemerkt. Unmittelbar darauf schlugen aus den Fenstern auch schon meterhohe Flammengarbe» hervor. Als auf den Alarm die Oberfchöneweider Feuerwehr und kurz daraus zwei Züge der Berliner Berufswehr an der Brandstelle eintrafen, brannte da? Gebäude in feiner ganzen Ausdehnnag bereit» lichterloh. Der orkanartig wehende Sturm trieb die Flammen auf einen angrenzen- den, etwa 120 Meter langen und SO Meter breiten Schuppen, in dem Packmaterialienvorräte, Velfässer usw. lagerten. Das Feuer sprang aus den Schuppen über und fraß sich mit rasender Schnellig- keit weiter. In wenigen Minuten hatte der Brandherd eine so.große Ausdehnung gewonnen, daß die hächfle Alarmstufe an die Haupt- fsuerwach« in der Lindenstraße weitergegeben werden mußt«. Hierauf wurden weitere acht Löschzllge mobilisiert, d!« unter Leitung des Oderbranddirektors G« m p p anrückten. Gleichzeitig tnurde das Feuerloschboot 3 zur Hilfeleistung herangezogen. Don vier Seiten wurde das Fttier mit 15 Schlauchleitungen größten Kaliber« angegriffen. Es ist als«in großer Glücksumstand anzu« sehen, daß die riesigen Benzin- und Oelvorrät«. die in unmittelbarer Näh« des Brandherdes lagerten, vor der Wut des Feuer« geschützt werden konnten. Erst gegen 24 Uhr war das Fenex völlig in der Gewalt der Wehr, und die Ablöfchungs- und Aufräurrmngsorb«il«n konnten vorgenommen werden. Di« Entstehungsurfoch« ist noch un- bekannt!. Die Kamilieniragödie am Webding. Das Wohnungsamt Wedding hat keine Schuld. Einige Berliner Mittagsblätter brachten gestern die Nachricht, daß der Selbstmord der Ehefrau Nietjchte und ihrer Tochter, den wir bereits in der D!snstag»Margenausgab« mitgeteilt hatt«n, darauf.zurückzuführen fei, daß das Wohnung»- omt Wedding die Familie schikaniert hätte. Nach ge- nauen Erkundigungen kann«inwandfrai festgestcM werden, daß das Wohnungsamt keine Schuld an dieser bedauerlichen Tro- Jödi« hat. Da» Hau» Prinz-Eugen-Straße 24 gehört einem Herrn fachau, der dl« Kochstube widerrechtlich an das Che- paar Ntetfcht« vermietet hat. Als das Wohnungsamt von dieser Vermietung Kenntnis erhielt, mußte es selbstverständlich gegen diesen Verstoß der Mieterschutzbestimmungen einschreiten und die Familie auffordern, da» Zimmer zu räumen. Herr Nietschke, der mehrfach beim Wohnungsamt vorstellig wurde, trat dort sehr ruhig und fachlich auf und konnte auch gegen die mit Recht ausgesprochene Räumungsausforderung nichts einwenden. Die Familie Nietschke ist ober erst seit Ende 1027 eingetragen. Das Wohnungsamt hat, wie uns mitgeteilt wird, mit voller Absicht vermieden, scharf durchzugreifen und der Familie genügend Zeit gelassen, die Wohnung zu räumen,«v scheint, daß andere Ursachen als die Wohnungsräumung Anlaß zum Selbstmord der Frau Nietschke g«. geben haben. Ist Erna Anthony geisteskrank? In der Mordsach« gegen Erna Anthony Hot sich«in« Z«ugin gemeldet, die behauptet, ein junges Mädchen hätte sich von ihr am Sonntag vor der Tat ein S ch l ä ch t e r m« s s e r geliehen und 50 Pf. Pfand dafür gelassen. Da die Zeugin glaubte, in der Anthony jenes Mädchen wiederzuerkermen, die Be- schuldigte das aber leugnete und behauptete, um jene Zeit mit ihrem Bräutigam in Neukölln gewesen zu s«in, wurde sie am Dienstag in«inem Polizeiauto noch dem Lokal in Neukölln, In dem sie auf ihren Bräutigam gewartet heben will, zum Zwecke der Gegen- Überstellung hingeführt. Ueber das Ergebnis dieser Gegenüber- stellung ist amtlich noch nichts bekanntgegeben worden. Wie bei allen rätselhaften Bluttoten wird auch hier der Geisteszustand der Täterin eine wesentlich« Roll« spielen. Rechtsanwalt Walter Bahn hat beim Amtsgericht Bsritn-Mitt« den Antrag gestellt, Erna Anthony gerichtsärztlich untersuchen zu lassen. Sie soll außerordentlich jähzornig sein, so daß in d«r Familie öfter heftige Szenen vorgekommen sind. So soll sie einmal auf ihre Schwester losgegangen sein und sie mit dem Tod» bedroht haben. Andererseits soll Erna Anthony sich oft ohn« Grund unglücklich gefühlt und ein merk- würdiges Benehmen gezeigt haben. Ziellos soll si« mit ber Untergrundbahn durch ganz Berlin hin- und her- gefahren sein. Die Doruntersuchung wird erst in den nächsten Togen eröffnet werden, so daß jetzt noch nicht feststeht, ob Erna Anthony wegen Mordes oder wegen Totschlag« zur Verantwortung gezogen werden wirb • Di« Mitglieder des Verbandes für Freidevkerkum und Feuer- befiallung E. B wählen die Lisi«„Berbandsausbau" bei der Unvahl am Sonntag, den 26. Mär» Adolph Hoffmann siebzigjährig? Unser Genosse Adolph Hoffmann, Stadtverordneter von Berlin, vollendet heute, am 22. März, sein siebzig st esLebens- jähr. Längst ist dem alten Kämpfer das Haar gebleicht, aber das leuchtend« Weiß dieses Kopfes paßt nicht recht zu dem Feuer, das immer noch in dem unverwüstlich Jungen glüht. Adolph Hofsmann ist ein echtes Berliner Kind. Als solches kennzeichnen ihn Berliner Sprache und Berliner Witz, denen er zum Teil feine Dolkstümlichkeit verdankt. Geboren wurde er, wie er selber scherzend zu sagen pflegt, aus einem Kirchhof, nämlich im Hause Marienkirchhof 11. Seine Mutter stammte aus einer alt- eingejessenen und streng katholischen Berliner Fischerfamilie sie ließ ihn aber evangelisch taufen. ,Lm Schatten der Kirche" hatte er „das Licht der West erblickt," er, den später die Kirche zu ihren gehaßteste» Feinden zählte, weil er in ihren Schatten hineinleuchtete. Schon in seinem vierten Lebensmonat verlor Adolph Hosfmann die Mutter, und«r mußte von da ab das Los eines Pilege- k i n d e s tragen. Die ersten neun Jahre, die er bei«inem recht- schaffenen Tuchmacher-Ehepaar in der Siebergasse oerlebte, waren die glücklichsten seiner Kindheit. Man gab ihn dann nach Köpenick zu einem Kahnschiffer und später nach Zlngennünde zu einem Korbmacher. Obwohl ihm in diesen Pflegestellen wenig Zeit zum Schul- besuch gelassen wurde, brachte der aufgeweckte Junge, nach Berlin zurückgenommen, es doch noch fertig, aus der ersten Klasse einer Berlmer Gemeindeschule abzugehen. In der L e h r e bei einem Graveur wollte man ihn zu fleißigem Kirchenbesuch anHallen, doch Adolph war schon damals kein Frsund de» Gcttesdienstcs und schwänzte ihn. Nachdem der nocli nicht Fünfzehnjährige an einem schönen Pfingsttag in der Rosen- thaler Straße zufällig in die Freireligiös« Gemeinde hineingeraten war, wurde er ihr regelmäßiger Gast und treuer Anhänger. Und dann dauerte es auch nicht lange, bis er durch einen Allersgenossen auf Führer der Sozialdemokratie, auf Fritzsch«. Hassellnann usw., aufmerksam gemacht wurde. In Hans Most» Jugendzard« empfing Adolph. Hoffmann die ersten Anregungen zu seiner Arbell für die Sezialdemokratie, und auch sein stet» bewahrte, Verständnis für die Jugendbewegung gründet sich aus die Erlebnisse jener Zeit. Di« Graveurlehre mußte er nach noch nicht einem Jahr wogen Schwäche der Augen verlassen. Er arbeitete dann als Bursche im Buchhandel, in der Textil- und Metallbranche, auch als Maler, und noch als verheirateter Mann erlernte er das Vergald er Handwerk. Nach einem Hochoerrat sprozeß im Jahr« 1884 siedelt« Genosse Hoffmann von Berlin noch Halle über. Dort gründete er noch vor dem Fall des Sozialistengesetzes den �Zeitzer Bolksböten". der 1890 nach Zeitz verlegt wurde. Er lellete dann in Zeitz da?> Blatt bis 1893, wobei er sich verschiedene Gefängnisstrafen holle. Jn der Gefängniszelle fand Adolph Hoffmann als einziges Buch— die Bibel. Aus der Bibellektürc entstand ihm der Vortrag „Die zehn Gebote und die besitzende Klasse", den er später in zahlreichen Orten des Deutschen Reiches halten mußt«. Er gab ihn schließlich als Broschüre heraus, die in etwa 200000 Exemplaren oerbreitet worden ist 1893 kehrte Genosse Hosfmann nach Berlin zurück. Er betrieb hier Buchhandel, im übrigen aber gehörte er zu den rührWen Kämpfern für die von den Fesseln de* Sozialistengesetzes befreite Partei. Als Delegierter nahm er an vielen Parteitagen und zwei internationalen Kon- grejsen(Paris 1889, Kopenhagen 1910) teil. 1900 wurde er Mitglied der Stodtoerordnetenversammlung, in der er um Reformen des Obdachs, des Arbeitshause» und der Armen- pflege sich bemühte. Zum Reichstag kandidierte er 1887 in Halle- Merseburg. 1890 in Zeitz. Gewählt wurde er 1304 m Reichenbach- Auerbach. Unter den sieben ersten Vertretern der Sozialdemokratie im preußischen Dreitlassenparlament war Adolph Hoff- mann, 1308 gswähll in Berlin XII lMoabit-Wodding). Die Junker, wie Kröcher, von Erffa und andere» fanden in ihm einen schlagfertigen Gegner, dessen vernichtenden Witz sie fürchteten. Am 3. November 1313, dem Tage der Revolution, riß Genosse Hoffmann sich vom Krankenbett los und sprach an neun Stellen Berlins zu der Volksmenge. Später erlitt er einen schweren Krankheitsrückfall. Di« Wellen der Revolution hatten ihn zusammen mit Konrad Harnisch in das preußische Kultusministerium getragen. Er benutzte die kurze Zeit seiner Amlstätigkeil. die Schulen von geistlicher Aussicht zu befreien. Da? dankt ihm noch heute die Mehrheit der Lehrerschaft. Er war auch Mitglied der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung. Adolph Hoffmonn hat auch eine sehr fruchtbare schrift, steller!s che Arbeit geleistet. Eine stattliche Reihe von Broschüren und Theaterstücken ist aus seiner Feder hervorgegangen. Noch in jüngster Zeit hat sein Büchlein„Amoretten", das ein Beitrag zur Beleuchtung der Sexualnot und zum Kampf gegen Geschlechtskrankheiten ist Beachtung in weitesten Kreisen gesunden. Des allen Vorkämpfers der Partei, der im vorigen Jahr bereits ein Halbiahrhundert seiner Parteizugehörigkell oollendere, werden well über Berlin hinaus die Genossen heute an seinem 70. Geburts- tag in treuer Kameradschaft gedenken. Schweres Brandunglück in Malmö. Zahlreiche Arbeiterfamilien obdachlos. AN« ans Kopenhagen berichtet wird, hat eine farcht- bar« Brandkalaflrophe in der letzten Rächt da» Arbeiter- viertel von Malmö heimgesucht. Gegen 3 Uhr morgens brach in einem von etwa 100 Per- s o n e n bewohnten dreistöckigen Wohnhause der Hotzfadrtt Dun« oesbeeg ein Feuer aus, das sich unbemerkt über da» ganz« Ssbäud« vor b-retton tonnt«. Erst als das Haus vollkommen in Flammen stand, wurden dk? schlofe-iden Bewohner alarmiert. Es gelang den meiste», unter größter Gefahr das nackte Leben zu retten. Ein alleres Ehepaar, das im zweiten Stock wohnte. ist in den Flammen umgekommen. Di« vielen A r b«i t«rfam ili e n, die nunmehr obdach- los geworden sind, haben nicht das geringste ihrer Habe gerettet. Das Haus war aus Holz gebaut. Zwei Kinder unter Steinen verfchiittet. Ein«genartiger Unfall ereignete sich gestern nachmittag an der Ecke Grolmanstraße und Savygniplatz in Charlotten- bürg. Beim Umbiegen fuhr«in Lastkraftwagen an der dortigen Baustelle gegen einen Zaun und brachte«inen großen Stapel Mauerstein« zum Einsturz. Zwei an der Un- fallstelle spielende Kinder, der dreijährige Herbert L i p« n s k i aus der Grolmanstraße 28 und dessen neunjähriger Bruder Gerhard, wurden unter dem Steinhaufen begraben. Schwerverletzt wurden die Kinder geborgen und in da» Westender Krankenhaus gebracht. Arbkiters Tod. Die Reichsbahndlrektivn Breslau teilt mit: Gestern wurden kurz vor Märzdorf(Kreis Bolkenhain) durch den Güterzug 3400 zwei Rottenarbeiter überfahren und getötet. Es wird vermutet, daß sie da» Warnungssignal des Rottenführer« über- hört haben.— Eine kurze, aber erschütternd« Meldung! Das kurze AbenÄon.iert bringt unter Seidler-Winkler» Leitimg Russisch« T an z«. Kein« Volkstänze mit Balalaika, sondern Balletts aus nijsisch.-n Opern, als Kunsttänze für großes Orchester. Hin und wieder Slntlänge an die russische Volksmusik, im großen und ganzen aber freie Erfindung,, manchmal nnt orientalischem Einschlag, wie in Mussorgslyz persischem Tanz, der sich aus schwer- mütiger Verträumtheit zu wildem Taumel steigert- Manches gibt sich sehr temperamentvoll, aber im Grunde bewahren all« diese Kompositionen einen elegischen Unterton. Einwandsrei sind Klang, Rhythmus und Tempo des Orchester». Zu erwähnen bleibt die Uebertragung der Teemusik aus dem Kaiserhof am Nachmittag. Programm und Orchester holten gutes Niveau. Sehr schön klingt die Phantasie aus Verdis„Maskenball", und virtuos ist der erste Geiger.— Dr. Karl Würzburger unterhält sich mit seinen Hörern über den modernen Mann und über die moderne Frau. Würzburger spricht bübsche Feuilletons, beispielsweise über das Schminken der Frau, das er als Wunsch zur Anonymität auslegt, und er plaudert über den Mann der sich noch immer nicht auf der Höhe der Situation befindet. Diele» bleibt bloße Rederei, gut geschliffenes Bomnot, aber diese Form des Vortrages ist fesseln» der, liebenswürdiger, sprühender, als eine tiefe, wissenschaftlich fundiert« Abhandlung, und vielleicht vermittelt sie ohne großen Auf. wand an technijchen und wissenschaftlichen Ausdrücken dem Hörer dieselbe Wissensmenge.— Ueber das„Medizinische Welt- bitd" spricht Prof. Dr. Kraus. Hierzu eine grundsätzlich«. Be- merkung. Der Rundfunk, der sich an alle wendet, ist kein Univer- sitätskatheder. Sicherlich fällt es einem Wissemschastler schwer, über ein Thema, das lhnt selbstverständlich, das aber dem Laien schon der. technischen-Ausdrücke wsgen ein Buch mit siebe» Siegeln ist, populär- zu,. sprechen E» ist konm. anzunehmen, daß ein bedeuten- der Prozentsatz der Hörer den Ausführungen folgen kann. F. S. Ke'chsbannerwahl»ad Relchsbannerreg'enw». Di««»meiadlchast Hanta des OrtSvei ein» Sei lin-Titrqamn de» Reichsbanner« Schwa, j-Rol(Moll, MU am Denneistag, dem 22 Mär,. 20 Nor, in der ilnla der Menzel- Rralfdmle Zchleswiger Uicr 13, ein- öflentliche©nfornmlung ab. Tdcma: .Reichsbanner lrabl und Neichsbannerregierunq.' Es sprechen- ReichSniiuiiler a. D. S o l i in a n n, M. d. R., über:.PboebuSikniidal und Deinolratine, nng der ReichSwebr.' Llbsrardneier Heirrnänn-V-eslau.Republitaner in©er- walinng und Jnlliz', Eeneratzettetär Krone«bei �BauernieooU« und Ro! der Landwirtschaft.�_ Sport. Reimen zu Mariendors am Mittwoch, dem 21. März. 1. Rennen. I. Sir Said tZaun tun.). 2. Saiänova(I, Millch. 3. Flagg-nlicd(LautenberzerU Toko: 81:10. Platz: 18, 46: 10. Fernes tiefen: Turiddu. Louisiana. Ida©alo«. 2. Sennen. I. Sdd(Cd. MillS). 2. R-llh«rnold sschioder). 3. Nniator l©abr). Toto: U: 1(3. Platz: 13, 18, 17; 10. Ferner liefen; Theokrat. Satan, Galeere, Ebampagner. 3. R- n n- n. t. Könia Robe-,(Jauß len.). S. Hlppawge(L-ut-n. berper), 8. Harsenmälchen lZinoratzli). Toto: ZL- 10.©tatz: 1,. 41, 40; 10. Ferner licien: Rofenfrau. Louilelle. Koryphäe, Turandot, Mo-gen« sonn«, O'äaptän Lcerbera. Mary(önti. Drano. 4. Renne n. l. Baron Kiaiawal,(J. Mills), 2. ftrankenstein(Schu',1. 3. Cotta lLchleuIcner). Toto: SS: tO.©iatz: 18,15,24:10. ferner liefen: Zlnlerpellanl. Heidepiwz I, Terraria, Corona Mc. Kinney, Dow- pfaff Quitt«©.. Puss-Ichm._. � 6. Nennen. 1. lliion Bingen(Cd MillS), 2. Primel(F. 8. Hallore(Heckcrt). Tolo: 12: 10. Platz: 10, 13: ia Ferner tiejcnt Moialprediger. Lindowgold. �. 8. Zi« n n« n. 1. Sari Hein,(üb. Mills). 8. Cuift quafi(Lenizcr). 3. Bellt in tJfluf, jun). Tolo: 19: 10. Platz: 11. 12, 11: 10. Ferner liefen: Königsadler, Willy->l. Aolianniskäfer, Flalterrole. 7. Renn-n. 1. Eckstein«Befitzer). 2. Minni Hall«(Baumaart). 3. Barmaid lHöbne). Tolo: 22:10. Platz: 13. 34. 18: 10. Ferner liefen: Copal. Nuigast, Friedrich Rex, Del Wal:S, Petronilla A... Goudflc-S Gloiia, Denkmünze._ 8. SR e n n en. 1. HaZdrnbal lTb. Mills), 2. Leising(Heckert). 8. Cle- mentine lBahr). Tolo: 15: 10. Platz: 12, 13. 15: 10. Feiner licien- Antimon. Kiojchel, Long«llbert, Hella Timolo. Anker I. Campanuta. Hain- Burton. 9, Rennen. 1. llhrenberg(I. MillS). 2. Pelrutchka ICH. Mills), 8. Flamingo lSanß jun). Toto: 26; 10. Platz: 10, 10: 10. Ferner liefen: F.ammgo, Invasion, Llley B. wetlerbericht der ifferllichen Seilerdienftstelle Berlin vnd llmaegend (Nachdr. oerb.). Heiter bis wolkig. Milderung der Nachlfiöste. Tages, lemperalu-en etwas nieb-iger als bisher. Lebhaste Südostwinde.— Für lZeuychlano: Im Westen bewöllt mll Regeniällen,(onjl wollig bis heuer, nur in Mittel- und Qsldeulschland noch Nachlfiöste. Osterausstellung bei Wertheim. Ostern, das Fest der kleinen Menjchenl Aus allen Schaufenstern gucken putzige Osterhasen. Hühnchen und andere fröhliche Tier«: zwischen Blütenzweigen und Osterglocken lacht uns die sroh« Kinderwelt entgegen. Die Firma Wert heim hat in ihren sämtlichen Kaufhäusern hübsche Oster- dekorationen für die Kleinen geschaffen Do gibt es ganze Os'er» wiesen mit einer Unmenge Hasen, die allesamt eifrig ihrer Be- schäftigung»achgehen. Der eine rückt, mit der Bolamsiertrommel bewaffnet, auf Schmetterlingefang aus, der andere legt die schuß- fertig« Flinte ans Ohr,«in fleißiger Maleismann Osterhase pinselt die Leinewand voll, die Hasenmama schaukelt ihre Jüngsten, da- zwischen springen lustige Ziegenböcklein, der Laubfrosch tanzt auf einem großen Ei, und über dem Ganzen fitzt in riejenhaster Größe, seiner symbolischen Beschäftigung mit Feuereifer obliegend, ein übermenschlich großer Osterhase, und die Eier, die er in knappen Sekundenintervallen fabiiziert, kugeln unentwegt in bereitgestellte Körbchen. Er scheim in seinem produktiven Innern eine Art Drehbühne zu besitzen, sonst müßten die Produkte seines unermüd- lichen Schaffens längst die Straße überfluten. Do stehen sie nun ringsum mit leuchtenden Augen all die. für die diej« fröhliche Szenerie geschaffen ward. Vom Bewundern zum Wünschen ist nur «in ganz kleiner Schritt,«ber da hat ja gottlob ein weise» Geschick Osterhäschen. Hühnchen und Eier in dsn verschiedensten Größen und Preislagen wachsen lassen, und ein Neiner gclbwollener Piep- matz erfüllt schließlich, wenn', nicht anders sein kann, auch seinen Zweck. wer zum TrShiahr elueu»«uen Mantel iraniht. muß hl- henttge ylnzeige von«ohneo u. Sdriny, Al-�a.-derstr. 12. lesen.€ie beweist, dast aul««leihun« n-ckit teuer zu sein braucht. Jeder, der Bedarf hat. sollt» sich die schönen Muster und ssormen der Herren, und flnad-rkleidung ohn» Kaufzwan» vorlegen lassen. Er handelt dann klug und— wird kaufen. - gegen Schnupfen wSmM Wirkung frappant! ■Hl Unterhaltung unfl Wissen Vellage des Vorwärts HB Mörderische Filmschönheit. Oer„elektrische Stuhl" des Filmstars. Die amerikanischen FilmschSnheUen haben den Siegeszug durch dl« ganze Welt angetreten, aber kein Mensch ahnt, welches Mar- tyrium diese zart und heiter lächelnden Filmstars zu erleiden haben, um die Schönheit zu erhalten, mit der sie die Menschen«robern. Je größer der Ruhm der Filmschauspielerinnen ist, desto mehr müssen sie darauf bedacht sein. Gestalt und Aussehen zu bewahren, um nicht zum alten Eisen geworfen zu werden, denn das Gedächtnis der Menschen ist sehr schwach. Das Beispiel berühmter schöner Theaterfrauen, wie zum Beispiel der Helene Odilon, der die ganze Welt zu Füßen lag, und die trotzdem in schwer« Armut geriet, als sie alt wurde, ist ein mahnendes Menetekel. Die Filmschön- Helten tun darum olles, um den körperlichen verfall oder die Ver- änderung ihrer lieblichen Erscheinung zu vermeiden. Ein« der furchtbarsten Qualen, die die Scbönheitspffege ersonnen hat, ist ein Apparat, der den bezeichnenden Namen„der elektrische Stuhl" führt. Er bringt zwar feinen Opfern nicht sofort den Tod, wie sein berüchtigter Namensvetter In dem Zuchthaus von Smgsing, aber er ist auch eine mörderisch« Maschine, die ihren Namen mit Recht trägt. Eines ihrer reizvollsten Opfer ist der amerikanische Filmstar Peach« Browning, der auch in Deutschland bekannt ge- worden ist. Dieser elektrische Stuhl hat nämlich angeblich die Fähig. kett, überflüssiges Fett zu beseitigen, indem er ungeheure Hitze im Körper erzeugt. Die schöne Peache glaubte daran und ließ sich die elektrischen Pol« des Schlankheit-apparates an ihren Körper legen und solange durchglühen, bis sie schwer erkrankte, und nur noch ein Schatten ihrer früheren Schöndelt ist. Aehnliches erlebte die bekannte Filmschauspielerin Estelle Taylor, die als Gattin de» gewesenen Borerkönigs v e m p s e y ein« große Rolle spielt. Auch sie fürchtete die allzu große IJeppigteit und legte sich derartig« Oual«n auf, daß sie einen schweren Zusammenbruch ihrer Nerven erlitt. Besonders gefährlich sind ober die geheimnisvollen Schlank- heitspillen, d!««in« schl«ichende Wirkung im Körper ausüben und V«rhe«rung«n anrichten, die nicht wieder gutzumachen sind. Uns ist eine hervorragende deutsche Filmdiva bekannt, dl« eine derartig« Kur machte und daran fast gestorben wäre. Sie wußte nämlich nicht, daß die Schlankhellswirkung der Pillen nicht gehemmt werden kann, sondern auch dann noch weiterbesteht, wenn die ätzenden Sä sie auch bereits lebensnotwendige Stoffe innerhalb des Körpers an- greifen. Mau kann diesen Pillen nämlich nicht befehlen, an einer bestimmten Stelle Halt zu machen, sondern sie wirken zum Schrecken der Patientinnen auch dann noch, wenn die Schlankheit bereits in Krankheit übergeht. Die Geister, die sie riefen, werden die Film- stars dann nicht los. In Hollywood hat sich der großen Dioen geradezu«in nervöse? Zustand bemächtigt, der m der Furcht vor dem Dickwerden besteht. All« hungern sie und unterziehen sich den größten Entbehrungen. denn sie sind all« von dem gleichen panischen Schrecken ergriffen, ihre Schönheit zu verlieren. Bei manchen Filmgesellschaften hat sich der kategorische Imperativ der Schlankheit sogar bereits zu Pars- graphen verdichtet. Verträge werden nicht mehr auf eine bestimmte Zell abgeschlossen, sondern auf ein bestimmtes Gewicht. Wenn eine Filmschauspielerin die Höchstgrenze überschreitet, ist der Vertrag er- loschen. Es befindet sich zu diesen Zwecken in den Räumen der Gesellschaft die„Wage der Gerechtigkeit", durch die dw wachsenden Kilos der Stars festgestellt werden. Von dieser Schönheitsraserei sind nicht nur die Frauen be-. fallen, sondern auch die männlichen Filmstars, denn auch sie müsien dafür sorgen, daß sie nicht zu alt und zu dick werden. Douglas Fairbanks hat seinen eigenen Arzt, der dafür sorgt, daß er seine. die Frauenherzen erobernde Gewandtheit des Körpers nicht verliert, da er dann nur noch einen Bruchteil des Wertes besäße, der ihm heut zugemessen wird. Auch ein dickbäuchiger Tom Mix ist undenk- bar, zumal alle diese männlichen Filmhelden von der Gunst der Frauen leben, die in ihnen ihre Lieblinge sehen. Tom Mix Hot sich ein ganzes Sportstadion erbauen lassen, rnn in täglichen Uebun- gen sein Gesicht und seine Figur zu bewahren. Auch unsere beut- schen Filmlieblinge, die die jugendlichen Liebhaber spielen, dürfen nicht altern, denn alle sind sie zu eitel, um in das Fach der Bäter abzuwandern. Eitelkeit aber kcstet Geld und Entbehrungen. Die? cht die Kehrseite des glänzenden Lebens, das die reichbezahlten Film. schaufpieler und Filnrschauspieterinnen, von der Welt viel beneidet. führen. Oonnersiag 22. März �S2S Die grüne Fahne des Propheten Von Jakob Altmaier. Es siegt mir fern, den alten guten Baron kränken zu wollen, unseren damaligen Hauptmann und Konipagnieführer. Rang und Alter hätten chm ohnehin einen besseren Posten sichern müsien. Seine beiden Söhne dienten im Regiment, und als der Krieg aus- brach, meldete auch er sich wieder zur Stelle. Später, im gut ge- festigten Stellungskrieg, kam er zur Front. Niemand dankte es ihm. Höherenorts wurde er belächelt. Die jungen Leutnants und Oberleutnants haßten ihn, weil er ihnen eine gute Stelle wegnahm. Die Unteroffiziere, Feldwebel und Offizier- stellvertreter hatten das bald heraus, wollten sich nach oben beliebt machen und hörten es gerne, wenn die Mannschaften ihre Marsch- lieber mit Spottversen gegen den allen Hauptmann tränkten. Aus denen ward es kund, daß er sich etwas allzu ängstlich und allzu ehr« lich an den Untersland klammerte. Das war die Rache der Gemeinen, weil es der alle Baron auch mll den Dienstvorschriften zp genau nah. Sem« Schuld war es gewiß nicht. Cr war einer von der alten Schule, der das neu« Exerzierreglement nicht gelernt halle und nicht mehr nachholen konnte. Die Oberen wußten dies und ließen es ihn bei jeder Gelegenhell spüren. Hintennach mußten es die Soldaten büßen. Und immer war es in der Ruhestellung. Da ließ zum Bei- spiel der Bataillonslommondeur auf dem Exerzierplatz durch seinen Hornisten ein Kommando blasen. Die fünfte, sechste und siebente Kompagnie verstanden es. Bei uns gab es stets ein heilloses Durch. einander. Unser« aktiven Unteroffiziere und Musketiere schwenkten auf dos Signal in Gruppenkolonne rechts. Der Hauptmann gab aber den falschen Befehl nach links. Unten schrien Leutnants und Zugführer mll gezückten Degen, oben, aus seinem Gaul, forzte der Kompagnieführer und schrie wiederum: die Soldaten schimpften und fletschten die Zähne vor Zorn und Schweiß, rannten gegeneinander und durcheinander wie eine Herd« junger Hammel, beschimpften sich gegenseitig, wie es in Wahrheit den Offizieren im Sinn lag und wie es zu tun sie aus Anstand und Gehorsam nicht wagten. Im Hinter- grund lacht« das ganz« Bataillon, bjs sein Adjutant herbei- galoppierte und die Sache ernrenkt«, woraus das Spiel erneut wurde. Frage niemand nach der Manöverkritit und der Frozzelei auf dem Heimweg. Mittag« folgten dann die verschiedenen Appells. Zlbend» ging es zum Schanzen. Dazu kamen die Läuse in den Quartieren und der Kohldampf und tausend andere Dinge. Da hätte man lebensüberdrüssig werden können. Wir waren glücklich, wenn'» wieder nach vorn in Stellung ging. Die gegenüberliegenden ge- wohnten feindlichen Stellungen hallen doch etwas Versöhnliches, und dt« Verheirateten konnten wieder täglich an Weib und Kind schreiben. Rocht, hakten wir abgeläst, und wenn es Tag wurde, riefen wir unser„Ätfirlki* hinüber, bis uns van drüben die gewohnte Ant- wart kam:„Bon jour cainerade!" Manchmal gab es auch gegen- felligen A erger Einer von uns schrie:„Carnerade allewand toujour prornenade madcmoiselle kran�aisel* Als Antwort fauchte es: „Sal prussien!" Bis bann der gewohnte englische Flieger seinen Morgenjpazlergang über unsere Linien und dem Zwiegespräch ein Ende macht«. Deckung I So lebte man hüben und drüben ganz frtedsich. Man kannte die gegenselllgen Gewohnheiten und wußte genau, wann diesseits und jenseits abgelöst wurde. Neugierig waren wir nur, ob's den Iran- zojen in Ruhe genau so schlecht ging wie uns? Wir hofften es, und hätte uns jemand gesagt, der Franzmann wäre besser dran, wir hätten eine richtige Wut auf chn gehabt. So ober erschien er uns ein Leidensgefährte, der einzig«, der uns richtig verstand. Wenn er uns nicht reizte und keine Dummheiten mochte, taten wir ihm auch nichts. Also war zwischen uns und jenen eine Art Wasfcnstillstaud. Die Hauptsache, wenn die Esienholer in Ruhe gelassen wurden. Wenn sie von drüben um diese Zeit Brocken in unsere Linien warfen, war's für einige Tag« aus. Dann wurde es an der Front ungemilllich. Das gab's aber nur selten. Aus beiden Selten wußte man aenau, zu welchen Tages- oder Nachtzeiten die Artillerie schoß. Danach konnte man sich einrichten. Das dauerte so den ganzen Sommer, und es gab wenig Verluste. Nachts belustigte man sich gegenseitig mit Leuchtraketen. Die gingen drüben mit seidenen Fallschirmen nieder. Meist tat uns noch der„Anton" den Gefallen imb schoß sie weit herüber, daß sie zu holen und nach Hause zu schicken waren. Hie und da probierte led« Cell« pflichtgemäß ein Maschinengewehr und feuerte einmal ein Mutwilliger einen Schuß hinüber, sofort wurde er von uns ausgsschtmpft. Wozu die Leute drüben unnütz reizen und kopfscheu machen? Der„Anton" meldete es so doch nur seiner Artillerie und beschwerte sich bei ihr und dann kam Tobak auf unsere Gräben und Unterstünde und kostete unnützes Blut. Das waren zwei— drei schöne Sommermonate. Man konnte ungestört schanzen, den Osfizieren hausticfe Unterstände ausbauen und Ver- bindungsgraben anlegen. Drüben ober feierten sie ihren 14. Juli als wäre Kirchweih in der Nachbarschaft. Unsere Leute spielten dazu Ziehharmonika. Es schien aber der Heeresleitung, als litte darunter der Offensiv- geist der Truppe. Angreifen wollte man nicht, die Artillerie sollte auch ihre Munition sparen, weil sie nicht viel hatte. Jeder Schuß mußte von der Divisionsleitung vorher genehmigt werden, denn oben ln Flandern kostete es zuviel und Tag und Nacht hörten wir von dort den Donner rollen und grollen, daß es uns oft angst und bange wurde. Woher aber den Offensivgeist holen? Das sollte nacht» geschehen durch Patrouillengänge. Zum Ueberfluß hatte Italien den Krieg erklärt, und um die Stimmung zu verbessern, gab es eifern« Kreuze in Menge. Die Heeresleitung wollte wissen, welches Regiment drüben läge, als ob das nicht längst bekannt gewesen wäre. Man tot aber anders und verhieß für jede gute Meldung eine Aus- zeichnung. Ein» Patrouillenkompagnie wurde gebildet Wer chr angehörte, tonnt« am Tage ruhen und brauchte nicht zu schanzen. Also meldeten sich viele Freiwillig« Meist Studenten und jung« Leute. Was wurde da für ein Schwindel getrieben! Bis hinter die französischen Gräben wollten einige Beförderungshungrtge ge- kommen sein Strohpuppen mit deutsch-n Uniformen wurden ange- fertigt. Die schob man nachts im Zwischenfeld vor sich her, lieh fron- zösijch« Kundschafter drauflos schießen und anrennen, um dann au» dem Hinterhalt die Getäuschten zu fangen oder zu töten. Täglich liefen neu« Räubergeschichten die Gräben und Unterstände entlang. Es gab Beförderungen und Auszeichnungen und die ln Deckung gebliebenen Offiziere wurden ebenfalls ausgezeichnet. Die bekamen die eiserae» Kreuz» erster Klasse. Da» ließ unseren allen Baron nicht schlafen. Gar zn gern hätte auch er das Eisern« Erster an die Brust geheftet. Zwar spielte er täglich seine Schachpartie und war guter Laune und Menschenfreund- sich; wie innner, wenn ihn nicht ein Vorgesetzter au» der Ruhe ge- bracht hatte. Nachts aber grübelte er. sann und sponn. und eine, Morgens hatte er es. Eine Patrouille wollt« drüben Schwarze gesehen haben. Sie sollten sogar vom ungewöhnten Klima stark erkältet sein und ständig husten.„Farbig« Franzosen," dachte unser Hauptmann.„Araber. Mohammedaner, Anhänger des Propheten." Damals meldeten ja auch die deutschen Zeitungen tröstlich: unser Bundesgenosse, der Sultan, habe den heisigen Krieg erklärt.„Wozu also diese nächtlichen Anstrengungen und verlustreichen Schießerelen, um einen einzigen Gefangenen zu machen oder gar nur«in mit der Regimentsnummer versehenes Kragenstück nach Hause zu bringen. Holen wir sie doch in Massen und lassen wir sie freiwillig kommen." Noch am selbigen Tag gingen ein Uillerosfizier und zwei Mann in Ruhestellung. Sie hatten den Auftrag, grünes Tuch und ein« Stange zu holen. Aus diesem Tuch sieh der Hauptmann eine Fahne schneidern. Halbmond und Stern wurden anfgenäht, und als die Nacht niedersank, flatterte die grüne Fahne des Propheten über unserer Stellung. Die Kompagnie wurde in Alarm gesetzt und fiebernd erwartet« unser Baron das Ueberlaufen und den Einzug aller farbigen Fron- zosen. Nach seiner Ansicht konnte das erst bei Morgengrauen ge- schehcn, wenn drüben die Anhänger Mohammeds beim ersten Hahnenschrei, gen Osten gewendet und zum Gebet erhoben, das Zeichen Allabs erblicken würden. Wenn dann nicht sofort, müßten sie bestimmt in einer der nächsten Nächte herüberkommen. Der Tag brach an. Es geschah nichts. Gegen acht Uhr heulte der erst« Gruß herüber. Dann ging es Schlag auf Schlag. Krach aus Krach. Ratsch— dum, ratsch— dum, ratsch— dum I Aufschlagzünder, Zeitzünder, Minen. Di« Balken unserer Unterstände knickten wie Streichhölzer zusammen. Verwundete schrien, die Hölle war lo«. Von der grünen Fahne des Propheten war kein Faden übrig- geblieben. Der Wafienstillstand an unserem Fronttett war zu Ende. Aus mll der Ruhet Einen farbigen Franzosen haben wir in jenem Juli weder freiwillig noch unfreiwillig zu Gesicht bekommen. Mit Italien hatte uns auch Allah verlassen und alle guten Geister. Das Eiserne Erster bekam unser Hauptmann erst viel später. Die moderne Augenheilkunde. Zum Ivo. Geburtstag Albrecht von Gräfes. Albrecht v. Gräfe, ber am 22. Mörz 1828 In Berlin geboren ist, ist einer der großen Pfadjinder auf dem Gebiete ber Medizin, denn er hat die modern« Augenheilkunde begründet und zu einem der vollendetsten Gebiete ber gesamten ärztlichen Kunst gestaltet. Schon im jugendlichen Alter von 22 Jahren begründete er in Berlin eine Prioalaugenheilanstalt, die bald vorbildlich für all« anderen ähnlichen Institute in ganz Europa wurde. Nachdem Helmholtz im Jahre 1850 den Augenspiegel erfunden hatte, mit dessen Hilfe es dem Arzt möglich wurde, die inneren Teile des Auge», insbesondere die Netzhaut zu beleuchten und ein klares Bild von ihr zu erhalten. begann bi« bedeutsame wissenjchastliche Forschungsarbeit Gräfes, der den unermsßsichen Wert des Augenspiegels für die Diagnose erkannte und mit seiner Hilfe die Behandlung der Krankhellen des Auge» auf völlig neue Grundlagen stellte. Bahnbrechend wurd« er in der Behandlung des sogenannten„grauen Stars", für den er eine neue Operationsmethode erfand. Sie hatte«inen derarttgen Erfolg, daß 98 Prozent aller Kranken aus diese Weise geheilt werden tonnten. Noch segensreicher war aber seine Einführung ber Ope- ratton des„grünen Stars", einer der gefährlichsten Erkrank- ungen des Auges, die bis dahin für völlig unheilbar gegossen hatte und ein« der größten Plagen der Mmrichhoit war. Das Wesen dieser Krankheit besteht darin, daß der Augendruck park erhöht wird. Dadurch erfolgt ein Schwund des Sehnervs und der lichtempsind- liehen Netzhaut. Albrecht v. Graf« brachte zum erstenmal eiize Operation dieser Stars in Anwendung, durch die der Druck des- Auges ständig herabgesetzt wird. Die Erfolge waren über Erwarten günstig, besonders wenn die Operation frühzeitig erfolgte, so daß durch den genialen Augenarzt einer der schlimmsten Feinde der Menschheit einen Teil seiner Schrecken verlor. Gräfe setzte aus seinem Sondergebiete die erfolgreiche Tätigkeit seine» Vater» fort, der einer der ausgezeichnetsten Chirurgen war und schon vor mehr als 100 Jahren plastische Operationen durchführt«, die zur Verschönerung de« Menschen dienten nnd heute viel- fach angewandt werden. So bildet» er bereits im Jahre 1816 eine Nase aus der Armhaut und im Jahre 1817 aus der Haut der Sttrn. Diese„deutsche" Methode, wie sie genannt wird, wurde die Grund--. läge für alle ähnsichen ärztsschen Maßnahmen auf diesem Gebiet»-. Albrecht v. Gräfe hatte also in seinem Vater einen vorbildlichen Lehrer und war, gleich diesem, nicht nur auf seinem Spezialfach führend, sondern auf allen Gebieten der Medizin, insbesondere der Nerven- und Gehirnkrankheiten ein Fachmann allerersten Ranges. der in kurzer Zeit einen Weltruf genoß. Er hatte sich im Jahre 1853 als Prtvatdozent an der Universität Berlin nledergelassen. Fünf Jahre später wurde er außerordentlicher Professor und Direktor der Augenklinik in der Charit�. Im Jahre 1866 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Als Universitätslehrer war er ebenso groß wie als Arzt, denn er verstand es, seinen Hörern die Liebe zur Wissenschast und da« ärztliche Verantwortlichkeitsgefühl einzu- flößen, wie er selbst ein unermüdlicher und stets hilfreicher Arzt und Berater der Kranken war. So Ist er als Charakter, als Mensch und als Gelehrter vorbildlich und bahnbrechend geworden. Am 22. Mai 1882 wurde sein Denkmal in Berlin enthüllt, das von dem Bildhauer Siemering entworfen wurde. 12 Jahre nach seinem Tode, denn er starb schon im Aller von 42 Jahren, am 20. Jull 1870., Ein neuer vsick In die Werkstatt des Kosmos. De? berühntto amerikanische Physiker Dr. Robert A. M i l l i k a n gab in einem Vortrag, den er in San Marino in Kalifornien gehalten hat. eins neue aufsehenerregende Theorie vom Auflau des Universums lx- könnt. Cr erklärte, daß seine Untersuchungen noch nicht beendet seien, daß er aber zu der Anschauung gelangt sei, daß die Welt nicht, wie man bisher geglaubt, durch ewige Abgabe von Energien dahinschwinde, sondern daß in den Himmelskörpern unaushörsich neue Kräfte entstehen.„Wir haben", so führte er ans,„seit 30 Jahren«rkannt, daß durch die radioaktiven Voroänge dio schwereren Atome in leichtere umgewandelt werden. Man darf daher erwarten, daß Irgendwo Im Weltall ein aufbauender Prozeß vor sich geht, der die durch die Radioaktivität vernichteten Kräfte wieder herstellt und erneuert." Millikan hat in den Hochgebirgen von Kalifornien und Bolivien die kosmischen Strablen untersucht und sie mit Hilfe von selbstregistrierenden Tlektroskopen, die ick Ballons fast durch die gesamte Ausdehnung der Erdatmosphäre gesandt wurden, studiert. Er hat dadurch neue Erkenntnisse ge- wonnen und behauptet,„daß überall um un», sowohl in den Sternen und den Tternennebeln wie in den Tiefen d«s Weltraum» ein scköpsenscker Prmeß vor sich gebt, und daß die kosmischen Strahlen durch den Weltraum die Geburt gewöhnlicher Element« aus positiven und negativen Elektronen verkünden. Wenn mau sich daran erinnert, daß da» positive Elektron der Kern eines Wasserstoffatoms ist und daß alle spettrostopischen Beobachtungen überall tm Wellraum Wasserstoff anzeigen: wenn man sodann erwägt, daß wir in den letzten 15 Jahren erkannt haben, daß alle Elemente das Vielfaehe des Gewichts de» Wasserstoffatoms auf« weisen, wie es in dem Bau de» Hessvms erscheint, so führt das alles darauf hin. daß der Vorgang de» Atombaus aus pofitioen und negativen Elektronen unaushörsich vor sich geht." Mllikan will durch neue und genauere Messungen der kosmischen Strahlen» als fe vorher gemacht wurden, festgestellt haben, daß dies« Strahlen die Träger dieser neugeschaffenen Energien sind. Schneuzt euch in Papier! Ein« Hauptursach« unserer Krank- hellen und Epidemien ist das Taschentuch, verkündigt Raoul Blondel, ein bekannter kanadischer Arzt. Blondel wirbt m einem Aufruf für die internationale Einführung de» Seideupapier» auch zu nasalen Zwecken, wie in Japan. Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Donnerstag zur Verfügung!-»Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden Residenz-Ttieater TigL»u Uhr: Kei« Potlielrerftot Oskar Ebelsbaeher in Sdisle der Liebe fuE. SdvMi ii z tttm. FQr Jugendl. verb. Flr Fmkfrmiid) haltt Frriu Waibaila-Tb. Planetanira an Ion Donnst- 22. 3.2i> Staals-Oper Am Pl.d.Rcpubl. 7*/, Uhr Cavalleri* ruslicana— Bnfazzt itaati. Sdiaospielb. im ütndatmtnmarkt 8 Uhr Donnst, 22. 3. 28 Stadtlsdie Oper Bismarckstr tt.-InrB. II. ÄHf. 7Va Tronba- door Staat!. Sdiillertti, Charlottenburg 8 Uhr Volksbühne Tbeatai am BDloviilat] Tb. am SdiiflbagerbamiP 8 Uhr vielMM 8 Uhr 8er Zigaretten- Norden I23I0 Abonnementsbflro: Norden 10338—39. "/< Uhr, Ende 10 U. Zwfilf tausend Sonntag, den 28. nachm. 4 Uhr Zinsen Preise 1—7 M. Kararaerspiele Norden 12310 Uh Ende nach 10 "oastanca sidt riditig verhält? Die Komödie Bismarck 2414'7516 8", u. Ende in«/, u. Marcel JFradelin (Der Eunuch i Berliner Hiesler Direktion Kuhnert ih»l,Nt,ilt.R|.ai.«»d.Ill 8»/4 Uhr .DieBoIIfi Slsters" Ein Ba-Iiner Volks- stück von FrWmm-FtBteiA.— In biblkil. In Wbt Ufi Un Thalia-Theater Dresdner Str. 72/73 B H; Oas Kamel geht Ih. im Nor noch S Vor Stellungen Tägl.S'/j Uhr flALLER- REVDE Jannunawoi' Letzte äonniag- >(chm.-Vorsillg 3 Uhr: die ganze Vorstellung zu halben Preisen, chluss der Spiel zeit 28. März «mmtr-innt Fh. Kftniegrätz. St Bergm.211|, Uhr Erika eiassner in Gretchcn Für Jugendliche nicht geeignet Theater i.lLQtiowstr. Tel. Kurf. 9209-10. 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Am Dtcnstag nahm der ftauptausschuß des Preußischen Landtages zu den vorliegenden Anträgen in der Ferngasfrage Stellung. Die bürgerlichen Parteien fühlten sich bei der Frage des volks- wirtschaftlichen Nutzens und der Machtstellung eines pri- uaten Gasmonopols n i ch t g a n z w o h l. Ist doch durch die bisherige Diskussion der Kohlen-, Gas- und Eisenbahnsachleute die von der Aktiengesellschaft für Kohleverwertung aufgestellte Behaup- tung von dem großen volkswirtschaftlichen Vorteil, der in der Ferngasversorgung durch die Kokereien der Kohlenzechen läge, nicht allzuviel mehr übrig geblieben. Da nach den bestehenden Gesetzen der staatliche Einfluß nur über das Wege- oder Enteig- nungsrecht zur Geltung kommen kann, hatte die sozialdemo- kratische Lendtagsfraktion erst versucht, diesen Einfluß durch ein besonderes Gesetz zu erreichen, in dem gesagt war, daß die Errich- tung von Gasleitungen über 2 Atmosphären Druck außer der poli- zeilichen der Genehmigung des Ministers für Handel und Gewerbe bedürfe. Nachdem feststand, daß das Zentrum auf diesen Boden nicht treten wollte, legte unsere Fraktion folgenden Amrag vor: „Die Staaisregierung wird ersucht, der Entwicklung der Gas- fernoersorgung ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Im Interesse der Kommunen und der Konsumenten ist alles zu tun, um den größtmöglichsten Einfluß des Staates bei der Ferngasversorgung zu sichern. Das Enteignungsrecht ist nur dann zu verleihen, wenn die Interessen der Allgemeinheit genügend gewahrt sind und .jede Möglichkeit eines Monopolmißbrauches ausge- schlössen ist. Insbesondere ist anzustreben, daß durch Options- und Heimfallsbestimmungen der künftige Einfluß des Staates, der Provinzen und der Gemeinden gesichert wird. Durch Meist- begünstigunqsbestimmungen und durch Festsetzung einheitlicher Vertragsfristen und Kündigungstermine für Lieferung und Durch- leitung muß die gleichmäßige Behandlung der Äcmmunen verbürgt werden. Ebenso muß erreicht werden daß für Arbeiter, die durch die Stillegung von kommunalen Gas- werken arbeitslos werden, eine angemessene Entschädigung ge- zahlt wird.' Außer diesem Antrag lag ein Antrag des Zentrums und der Kommunisten vor. Die Kommunisten verlangten, daß die Beliefe- rung der Bevölkerung mit Gas, Elektrizität und Wasier der privat- kapitalistischen Ausbeutung entzogen und nur als Aufgabe der Kom- munalverbände und des Staates erklärt würde. Der Zentrums- antrag war sehr widerspruchsvoll und ließ in seiner unglücklichen Formulierung die später von den Zentrumsrednern keineswegs preisgegebene Ausfaisung, daß Gas, Elektrizität, Wasier und Ber- kehr gnnidsätzlich öffentlich zu bewirtschaften sind, oernrisien. Nach einer sachlich ganz deplacierten Bemerkung über die öffentliche Hand in der Gaswirtschoft hieß es am Schlüsse: „Das Stoatsministerium wird ersucht, angesichts der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Gasfernversorgung, elektrische Fernleitungen. Fernwasserleitungen und dergleichen, den Unter- nehmungen die Enteignungsbefugnis im Rahmen des geilenden Rechts zu verleihen und nötigenfalls beschleunigt einen Gesetzentwurf vorzulegen, wodurch das G e n e h m i- gungsrecht und angemessener Einfluß des Staates sowie die Durchführung derartiger Fernleitungen gesichert wird." Also Enteignungsbefugnis an das Schwerkopital, ohne jegliche Bedingungen und Sicherungen! Der preußische Handels- minister Schreiber sprach sich für den sozial- demokratischen Antrag aus und auf seinen Borschlag wurden im Zentrumsantrag hinter dem Wort.Unternehmungen" die Worte.unter Wahrung der öffentlichen Jnter- essen" eingeschaltet. Bolksportei und Deutschnationale waren natürlich für den Zentrumsantrag, da sie ja— ganz besonders die Dolkspartei— der Weinung sind, solche Ding« regeln sich in der freien Wirtschaft von selbst. Der Vertreter der Bolksportei sprach auch von Kettenhandel und Wucher mit Gas und Elektri- zität, vergaß aber dabei, daß es seine politischen Freunde sind, die in erster Linie in den Kommunen immer mehr aus den städti- jchen Werken herausquetschen wollen, um nur nicht mehr Kommu- nalsteuern bewilligen zu müssen. Die unklare Stellungnahme des Zentrums erfolgte offenbar nicht ohn« starke Beeinflussung durch die Industrieherren des Ruhr- gebiets. Vor der Oeffentlichkeit könnt« das Zentrum fein« Stellung- nehme für das private Ruhrkapital unmöglich verantworten. 1925, als es auch schon Zechenscrngasleitungen im rheinisch-westfälischen Gebiet gab, sagte das Zentrum: Grundsätzlich gehört die Versor- gung der Bevölkerung mit Gas, Wasser und Elektrizität in die öffentliche Hand. 1927, im Preußischen Landtag, hieß es noch: Im Interesse der Kommunen und Konsumenten größter Einfluß des Staates in der Ferngasversorgung. Mit der vom Minister vorgeschlagenen Einschränkung wurde der Zentrumsantrag gegen die Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten angenommen. Zur richtigen Zeit ist ein Sonderdruck des Artikels„Das Problem der Ferngasversorgung" vom Vizepräsidenten des Städte- tages, Dr. Fritz Elsas, aus dem„Deutschen Volkswirt" erschienen. Der Vizepräsident des Städtetages sagt am Schluß zusammenfassend: „Abschließend kann also die Frage noch der Wirtschaftlichkeit der Zechemernversorgung dahin deomworter werden, daß eine Berbilligung des Gases für die Gemeinden durch den Fern- gasbezug im allgemeinen nicht zu erwarten ist. Unter Um- ständen könnte scgar der Wegsall der Einnahmen aus den Neben- Produkten und dem Kotsgeschäft zu einer Erhöhung der Gas preise führen. Zweifelles werden die Städte nach Ein- führung des Ferngasbezuges den benöligten Zechenkoks teurer bezahlen müssen, als den bisher aus der eigenen Er- zeuguna zur Verfügung stehenden Gaskoks, der bei der gemeind- lichen Gaserzeugung nur Nebenprodukt ist. Der Gaskoks bildete bisher ein Rcgulierungsmcment für die Kotspreise, da? von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung war.... Der Allgemeinheit wird bei Durchführung der Ferngasversorgung, möoen die Lieferungs- Verträge lauten wie sie wollen, auf jeden Fall das Selbst- bestimmungsrecht genommen. Die Regulierung der Preise für die bei dem Entqasungsprozeß gewonnenen Neben- Produkte wie Koks, Teer, Ammoniak. Benzol usw. fällt weg. Di« Sicherheit der Gasversorgung wir» wesentlich ge- mindert... Volkswirtschaftliche Notwendigkeiten für eine � Ferngasversorgung von den Kohlongewinnungsstädlen aus b e- stehen nicht, viele sprechen vrekmehr für die Schassung dezentralisierter Gruppengasversorgungen." Unsere Kommunalvertreier müssen, bevor sie Entscheidungen irgendwelcher Art fällen, sich eingehend mit dem Für und Wider Cin neuer Gubveniionsskandal. Folge des Notprogramms.— Reparationslasten Herrn Schiele zu niedrig. Neben den zur Sanierung der Landwirtschaft oder praktisch für den Wahlsonds Schieles im Notprogramm angeforderten 85 Millionen Mark ist eine Forderung des Notprogramms in der Oeffentlichkeit so gut wie unbemerkt geblieben: Die Ausdehnung des Einfuhrscheinsystems auf Schweine und Schweinefleisch. Es würde jetoch wundernehmen, wenn diese in Schieles Programm scheinbar nebensächliche Forderung nicht ähnlichen Charakter trüge, wie die großen Subventionen für die notleidenden Betriebe, Ge- nossenschaften und die Lieh- und Fleischoermertungsgesellschast. Seit vielen Iahren fordert die schweinezüchtende nordwestdeutsche Landw-rtschast die Aufhebung der Futtermittelzölle oder, da an- gesichts des politischen Widerstandes der Großagrarier dieses Ber- langen bisher aussichtslos war, die Ausdehnung des Einfuhrschein- systems aus die Schweine- und Schweinefleischausfuhr, um nach England Schweinefleisch exportieren zu können. Diese Ausfuhr war bisher den deutschen Schweinemästern unmöglich, weil die zur Mästung der Schweine notwendige Futtergerste mit einem so hohen Zoll belastet ist, daß die Produktionskosten der Schweinemast in Deuischland um 19 M. je Doppelzentner höher liegen als in Däne- mark. Um der nordwestdeutschen Landwirtschaft die Belieferung des englischen Marktes in gesunder Konkurrenz mit den dänischen und kanadischen Schweineexporteuren zu ermöglichen, hat die Sozial- d e m o k r a t i e beretts vor einigen Monaten im Reichstag«inen Antrag auf Erteilung von Einfuhrscheinen bei Ausfuhr von Schwei- nen und Schweinefleisch gestellt. Dieser Antrag wollte nichts anderes als die Einbeziehung der Schweineausfuhr und Gerste- einfuhr in den zollfreien Beredelungsverkehr: die Einfuhrscheine sollten lediglich zur zollfreien Einsuhr von Futtermitteln zur Schweinemast gültig sein. Ihre Höhe sollte so bemessen werden, daß zwar die Vorbelastung des deutschen gegenüber dem dänischen wchweinemäster durch den Futtermittelzoll ausgehoben, ober keine Exportprämie darüber hinaus gewährt wird. Dieser gesunde Gedanke, den deutschen Schweinemäster in einen ehrlichen Wettbewerb zu den dänischen Schweinemästern treten zu lassen, hat Herr Schiele in seinem Notprogvamm in sein Gegenteil verkehrt. Er hat nicht nur die Gültigkeit der Einfuhrscheine für alllc durch Einfuhrscheine geschützten Waren verlangt, sondern er hat auch die Höhe des Einfuhrscheins so bemessen, daß über die Rück- Vergütung des Futtermittelzolles bei der Schweineaussuhr für jeden Doppelzentner 6 M., und für jeden Doppelzentner Bacon(Ge- räuchertes) zirka 8 M. Exportprämie in die Tasche des Exporteurs fließen würden. Dieser wird dadurch in die Lage versetzt, entweder die Dänen auf dem englischen Schweinemarkt stark zu unterbieten oder, falls dieses deutsche Schweiuedumpmg zu englischen oder dänischen Gegen- maßnahmen führen oder die Schweineoussuhr auch ohne Dumping möglich sein sollre, einen Exraprofit von ö M. je Doppelzentner in die eigene Tasche zu stecken. Bezahlt werden müssen diese, nicht einnml der Landwirtschaft, sondern dem Viehhandel zufallende« Subventionen au? den Zolleiunahmen, d. h. aus der Reichs- lasse und den Steuermitteln. Bereits bei einer Ws- fuhr von 200 000 Schweinen, das sind nur rund 4 Proz. der dänischen Ausfuhr, würde die Exportprämie die deutsche Reichskasse mit mehr als ein« Million Mark belasten. In einem besonders merkwürdigen Licht erscheint diese Handels- fubvention Schieles im Hinblick auf die deutschen Reporations- lieferungen. Zurzeit muß auf Reparationskonto ein Kvntin- gent von 3000 Schweinen nach Frankreich geliefert werden. Auch jedem dieser Reparationsschweine gedenkt Herr Schiele zugunsten des Handels«ine Exportprämie von ö M. mit auf den Weg zu geben. Scheinbar ist Herr Schiele der Ansicht, daß das deutsche Volk brs° her zu wenig Reparationen zahlt und daß es Aufgabe seines Notprogramms ist, diese geringen Zahlungen zu erhöhen. Es sei ihm dies nicht benommen. Jedoch wäre es angebracht, daß die Reichsregierung Herrn Schiel« nahelegt, diese Extrareparationen nicht aus Steuermitteln der Gesamtheit, sondern aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. Die deutschen Schweinehändler, denen Schieles freiwillige Repa- rationszahiungen zugute kommen, sitzen seit Wochen in Paris, um dort große Schweinelieferun-gen Deutschlands nach Frankreich auf Reparationskonto abzuschließen. Sie werden Herrn Schiel« für seine Liebe und Freundschaft sicherlich besonderen Dank wissen. beschäftigen und Wert darauf legen, Fachleute zu hören, die nicht beeinflußt sind von der Ruhrkohle. Bei allen Entscheidungen dürfen unter keinen Umständen die augenblicklichen finanziellen Schwierigkeiten der Gemeinden ausschlaggebend sein, sondern die höheren Gesichtspunkte, die Interessen des Volksganzen, müssen in den Vordergrund gerückt werden. Der neue Landtag wird sich sicherlich sehr bald mit dieser Frag« ebenfalls zu befassen haben. denn der Kampf zwischen Privatwirtschaft und Kommunalwirtschaft geht weiter. A. Haas, M. d-L. Die Reform der Zigarettensteuer. Mißachtung der Verbesserungsvorschläge durch dieRegierung Der Gesetzentwurf zur Reform der Zigarettensteuer liegt jetzt dem Reichstag vor. Wir haben seinerzett berichtet, daß der Reichswirtschaftsrat in seinem Gutachten den Gesetzentwurf der Regierung als unzulänglich in bezug auf die Verkürzung der Stundungssristen sür die Banderolensteuer gekennzeichnet hat, und daß er die Zwangsregelungen für den Zigarettenvertrieb durch Fest- setzung von Rabatten, Festsetzung von Zahlungsbedingungen und Kontingentierung des Reklameaufwandes, die der Entwurf im Ein- klang mit den Wünschen der großen Zigarellenfabrikanten enthält, abgelehnt hat. Der Reichswirtschaftsrat hat gegenüber den Regie- rungsvorschlögen einen anderen Weg vorgeschlagen, der die v ö l l i g e Beseitigung der zinsfreien Steuerkredite der Zigarettenindustrie gewährleisten sollte, und der, was in der Regie- rungsvorlage fehlt, auch für die Material st euer den Zahlungsaufschub von sechs auf vier Monate verkürzen wollte. Die zweckmäßigen Vorschläge des Reichswirtschaftsrats sind an den Regierungsentwurf spurlos vorüber- gegangen. Der Gesetzentwurf wird in seiner ursprünglichen Fassung dem Reichstag vorgelegt— die Begründung hält es nicht einmal der Mühe wert, sich mit dem Gutachten des Reichswtrtschafts- rats irgendwie auseinanderzusetzen. Neu hinzugekommen ist nur noch ein Vorschlag des R e i ch s r a t s, der die Zwangsregelung für den Zigarettenoettrieb verschärfen will durch das Verbot, im Kleinhandel Zigaretten billiger zu verkaufen, als zu den aus den Sleuerzeichen angegebenen Preisem Man will also das sogenannte Schleudern, durch das heute ein Teil der Verbraucher mit billigeren Zigaretten versorgt wird, unter Strafe stellen. Dieser Schutz eines Kleinverkauispreises, der vom Fabri- kanten festgesetzt wird, dessen Angemessenheit ober in keiner Weis« kontrolliert wird, wäre ein besonders bedenklieber Präzedenzfall für die Hoch Haltung der Preise von Markenartikeln mit gesetzlicher Hilse. Es wird nun die Aufgabe des Reichstags sein, den Re- gieriingsentwurs im Interesse des Steuerauskommens zu verbessern. Der Reichstag wird dabei in bezug auf die besser« Form und das radikalere Maß der Beseitigung der unverzinslichen Steuertredite, die in den letzten Iahren der Zigaretteninduftrie zugeflossen sind. sich auf dos Gutachten des Reichswirtschoftsrats zweckmäßig stützen können. Die Zwangsregelung, die keinen anderen Sinn hat, als die Lasten dieser notwendigen Kreditentziehungskur von der Zigarettenindustrie auf den Handel und die Zigaretten- r a u ch e r mit Reichshilfe abzuwälzen, muß unbedingt be- kämpft werden. Wenn man glaubt, daß sich die Dinge so weit ent- wickelt haben, daß die Zigaretteninduftrie bei freier Wirtsrbaft ihre Stenerfunktionen nicht erfüllen kann, so gibt es nur einen Ausweg: die Vorbereitung des Staatsmonopols, nicht aber den Schutz bestimmter Intereiientengruppen durch eine gesetzliche Zwangs- regelung, die dem Verbraucberinteress« nicht dient und nur geeignet ist, einen unvermeidlicken Bereinigungsprozeß in der Zigaretten- induftrie künstlieb aufzubakten. Es wäre sehr erwünscht, wenn es dem Reichstag gelänge, auf diesem Gebiet noch scknell vernümtige Arbeit zu leisten, damit das H-neinfließen neuer Steuerkredite in die Industrie ein End« findet. Die Firigkeit der Regelung dabf aber nicht auk Kosten der Richtigkeit gehen, d. b. es darf niebt. um nur fckmetle Arbeit zu leisten,«in« unvernünftige Jnteressentenzwangsregelung zum Gesetz erhoben werden. Einsuhrüberschuß geht zurück. Februar um 190 Millionen.— Starke Ausfuhrsteigerung. Nach der Erhöhung des Einfuhrüberschusses auf 498 Millionen im Monat Januar, die von der agrarischen Rechtspresse sebr mit Unrecht für ihr« Sonderinteressen ausgebeutet wurde, ist inj Monat Februar der Einfuhrüberschuß sehr beträchtlich, und zwar um 100. i Millionen auf 308 Millionen Mark zurückgegangen. Die gesamte Wareneinfuhr sank von 1360 auf 1250 Millionen, die gesamte Wareii- ausfuhr stieg von 862 auf 942 Millionen. Aus der Abnobme der Einfuhr um 110 und der Zunahme der Ausfuhr um 80 Millionen ergibt sich die entsprechende„Besserung" der Handelsbilanz. Im einzelnen ging die Lebensmitteleinfuhr um rund 133 auf 319,4 Millionen zurück. Die Einfuhr von Rohstoffen ist um rund 34 auf 696,2 Millionen Mark gestiegen, wobei die Hauptzunahme auf die Einfuhr von Textilrohstofsen(36,7 Missionen Mark mehr) entfiel. Gleichzeitig ist die Rohstoffausfuhr um rund 18 auf 209,2 Millionen ebenfalls angewachsen. Beide Ziffern sprechen für die große Bedeutung der Saisonmomente in der Wirtschaftslage sür die Fortdauer einer relativ starken Konjunktur, wobei besonders die Einsuhrsteigerunq von Textilrohstofsen zu beachten ist. Mit fast 700 Millionen eingeführten Rohstossen ist seil der Stäbili- fierung eine Rekordzifser erreicht. Die auswärtige Fertigwarenbilanz hat sich ebenfalls erheblich gegenüber dem Monat Januar gebessert. Dre Fertig- waren einfuhr ging um 7,4 auf 223.3 Millionen zurück, wobei in der Hauptsache Texlilfertigworen weniger eingeführt wurden, und die Ausfuhr von Fertigwaren stieg um 58 aus 690,2 Millionen Mark. An dieser Steigerung sind Textilfertigwaren mit 13,6. Maschinen mtt 5, Leber mit 6,1, Walzwerkserzeugnisse und Eisenwaren mit 4,2 Millionen Mark beteiligt. Eine nennens«>erte Abnahme der Fertigwarenaussuhr war bei keiner Warenart seftzustellen.__■... Vom Eleklrokamps der Saar. In der Aufsichisratssitzung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerkes in Essen haben Mi- nister a. D. Dr. H e r m e s und Landeshauptmann der Rhein- Provinz Dr. Horton über ihre im Saargebiet durchgefübrten Verhandlungen zur Beilegung des Saarelektrvstteites berichtet. Nachdem diese als Treuhänder vermittelnden beiden Präsidial- Mitglieder des RWE. sich im Saargebiet von der Einhelligkeit des Wunsches überzeugt haben dürften, daß das RWE. sich aus dem Saargebiet zurückziehen soll, dürften wohl bald auch beim RWE die Konsequenzen daraus gezogen werden.— Zur Errichtung neuer Anlagen will die im Saargebiet führende Saar- land-Elektrizitätsgesellschaft eine Hollandemleib« von 1.2 Millionen Gulden aufnehmen, sür die die Stadt«Saarbrücken die selbstschuldnerische Bürgschaft übernommen hat. Die Zeichnung soll in der nächsten Woche bereits erfolgen. Zu neuen und beachtlichen wegen für die Geldbeschaffunq hat sich unter dem Druck der Auslandsanleihesperre die Stadt Frankfurt entschlossen. Die Stadtverordneten hatten eine Inlandsanleihe von 20 Millionen Mark bewilligt. Diese Anleihe soll aber, ofsenbar mit Rücksicht aus die gegenwärtig ungünstige» Bedingungen, nicht sofort begehen werden. Vielmelp sollen dreijährig« sünsprozentige S ch a tz s ch e i n e. die später in einer längerfristigen siebenprozentgen Anleihe umgetauscht werden können. ausgegeben werden. Um den Anreiz für die niedrig verzins- lichen Schatzscheine zu erhöben, wird ein hoher Rückzahlustgs» aufschlag gewährt, der im Durchschnitt 8 Proz. betragen wird. Hier liegt ein außerordentlich interessanter, in seinem Ergebnis aufmerksam zu verfolgender Versuch vor, den gegenwärtig sehr ungünstigen Anleihebbdingunqen auf dem inländischen Kapitalmarkt durch die Einschaltung des Kredites privater Banken nach Möglicch- lest aus dem Wege zu gehen. einlf ntumgen für diese Rubrik flu» Verl tu<5 38 88. Liudcustraß, L parteinachnchsen/SA�ftirGroß-Nerlln stet, ob da»®ejirf«|eftetarta 2. S»I. 2 Tre?. recht»,»u richte» Heute. Donnerstag. 22. Märp � MugdNltter für die Kreldenk-rw-hle» bestimmt WC�otlld, Sebostianstraß-, abhole». aM" �Abends wichtiae Fluoblattverbreitung von den bekannten LMb�ans. Eamtlnbe Genossen müssen sich beteiligen. Zy-, Sämtliche Funktidnörr müssen pünktlich R Übe bei«romphardt. nsser»«tr. 4b, sein, NM sehr wichtige» Material in Empfang»u nehmen»einer darf fehlen. Die Wanderratten. LilletI« müssen ebenlaüz '»ule. Donneralaa. restlos abgerechnet werden. iil- Abt. lbl� Uhr Flugblattverbrcitung für die jsrridenker van den Eomeniuo» fqlcn, Mcmcler chtr. i>7, au». Die Betirlsführer müssen untedinHt die L»tcn mitbringen. sz..«>>t. Reukelln. Alle interessierten Genossinnen und Genossen, besonders lflinktionär«, beteiligen sich an der Sissung der Arbeilerwohlfahrt um IS!- Uhr iir der.Eichel«aifer.Friebrich.Ltr. 122. Eike Saaleftraße. Vor. traft Der Genossin Dr. Clara Hcnriques. wtsp------ r Ii m J01- Abt. Treptow. IstVi Uhr im Lokal Ritschi« P Park 36, ssilm. und Vortrag«, Kend. 1...Der Kreuzzug M � 2. Ansprach- des Genossen Dr. Zulius Moses. M. d. R. Um m ystpfpi finimn nitrh /rofiAfi»«,....x.n, Am Treptower p des Weibes.' p ...— v. u. Um zahlreiche f- ,BorwSrts"-Lcsrr und Einupathisscreiioe sind W Vcteiiigung wird gebeten » besonders eingeladen. tv». Abt. Köpenick, sslugbiottverbrritung ul» lst'h Uhr für die Tresfpunkt für die Dammvorstadt: Eisner. Kalser.Silhclm.Etr. � Äöllnuche und Kicssvorstadt: Echloßstr. 27. »üö. Abt. Weiß-nfe«. Die Bezirksführcr werden ersucht, die Maimarken um. gehend»om Kassierer Daefchncr abzuholcii, Morgen. Zreitaq. 23. März: *• Abt. Di- Mitglieder treffen sich um>« Uhr bei SÜbner,«Ilsnacker Str. Z4 zur niugblatwcrbr-ituna. Keiner darf fehlen. S». Abt. Eharlottcnburg. Pünktlich Ai Uhr wichlige Kl Eafper Au-rickeftr. 1. SSmtliite Vezlrksführrr müsse» � Funkiionärsissung bei _.------—„---------- bestimmt erscheine». klU. Abt. Oberichoueweidt. 10'. Uhr wichtige sslugblattvrrbreitung von den B-zirtslota leg Knappe, Westends, raste, und Emmerich, Wilhelminenhofstraste, ans. üi.rmand darf fehlen. 11#. AU. Acktenberg. Alle Genossen treffen sich um 30 Uhr im Lokal Barst fsrühcr Mepr), Möllrndorf. Ecke Rittergutstrast'. sprgchnng. Erscheinen dringend erforderlich. zu einer wichtigen Ve. Franenveranstaltungen: ö. Suci« Kricdrichshai». Seute, Donnerstag, 22. Mörz, 10 V. Uhr, in den CommiiisflHeii, Remeler Sir.«7(«tteinMimmtt), wichtige Funktio. .niirinnenronforeo». Auf der Tagesordnung„liniere Wahlarbeit." ällW ssnnktionljrtnnen müssen anwesend sein. «. Keci» Kren,»erg. Lente, Donnerstag. 22. Miirz. 20 Uhr, bei Wolf. Gräfe. straste 36, Kunltionärinnenssstung. Auf der Tagcsordniing ftrhi u. a.t Wahl der 2. Kreisleiteri». Alle Abieilnngrn müssen vrrircten fein. 0. Abt. Heule, Tchnnerstag, 2S. Marz. I»».> Uhr. b»> Hilbncr. Wilsnacker Straste ZI, ZZqiissrag der Genossin Hertha Gotthelf llbrr:„Die Bedeutung der kommend«» Wahlen.'«fc Genossinnen und Genosse» sind tag««t» Staden. Gäste willkommen. dt. Grüna» Freitag. 3S. März, im Uhr, bei Werner, Kdpenicker Straße US, Vertrag der Genossin Hertha Gotthelf über:„SRottanaliflnung de, Haushalt»." Gaste willkommen. 138. Abt. Sermiborf. Heute, Donnerstag. 32. März. 30 Uhr, im Lokal Dewald. Glienicker Str. ö. Vortrag der Genossin Helene Michaeli» über:„Unsere Vorkämpferinnen." Um rege Beieiliguna wird gebeten. 141. Abt. RoienthaU Achtnng, Senossinnenl Unser Frauenabend findet in diesem Mona! erst am Donnerstag, 20. März, statt. Wir beteiligen uns dafür an der Konfumnerfammlung bei Kohn. Veztrksausschuk, für Arbeiterwohlfahrt: 4. Kreis Prenzlauer Berg. 28. Abt., Die Helserbefprechuug muß heute, Don» ncrstag, 22. März, wegen anderer Parteiveronstaitnngen ausfallen. 12. Kreis Steglist. Freitag. 23. März. 20 Uhr pünktlich, im Rathau» Steglitz Schulungskursus. Thema:„Das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Ar» beitsloscnvcrsicheruno." Reserent Genosse Rudolf Earsten. Alle Genossinnen und Genosscil sind herzlich«ingelaben. 14. Kreis Reukclln.#3.«n» 9«. Ab«. Donnerstag, 22. März. 30 Uhr pünktlich, im Lokal Eiche, Kaifer-Friedrich-Str. 122(Eckt Saolestraße, am Bahnhof Kaifer-Friedrich-Stratze), Vortrags, und Ausfprachcab»nd über„Aufgaben und Ziel der Arbeiirrwohlfohrt.' Referentin Genossin Dr. Elara Ken- riques. Alle interessierten Parteimitglieder sind herzlich eingeladen, 1», Kreis Pankow. Freitag. 23. März, 20 Uhr pünktlich, im Lokal Meyer, Türkisches Zelt, Pankow, Breite Str. 14. Lichtbilderobsnh:„Anfgaben und Einrichtungen der Ärbeitcrwohi fahrt.' Referentin Genossin Morgenstern. Ilm rege Beteiligung wird gebctcil. Spielgemeinschaft der Zungsozialisten. Heute, D»»nersta», 22. März, tS'b Uhr, im ssdA.. Belle. Alianee.Str. Hit, glicderverfamniluna. Erscheinen unbedingt erforderlich. Grnppenmilglieber, Mitglieder der Splelgemetnschast werde» wolle», fl»b herzlich eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde: Krei, Ztenlölln- Freitag, 23. März, 30 Uhr, in der Baracke«anghoferstraße Zusammenkunft der Elternobleut»,_ { Sterbetafel der Groß- Berliner Partei> Organisation\ 10». Abt. Köpenick. Unser Genosse Karl«lähne. Harten ftr 27, ist am 10. März verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend, 24. März. 14 Uhr. im Krematorium Baumschuleuweg, Wir bitten um rege Beteiligung. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Veriln Sinsenbunaen für diese 3h>brtt n Serlln GW SS, binden ffraße 5 » dcks Ivgendfekreimla«. Achtung, Fahrpreisermäßigung zur Dsterfahrl. Die Anmeldung muß spätestens bis 3, April auf den Fenibahnhöfcn vor- genommen werden. Bei Fahrten über die Stadtbahn nach Osten Schlestfcher März, im fiahnhof, nach dem Westen Eharlottenbur«. » Bezirksvorstandssttznng heute, Donnerstag, pünktlich 10'4 Uhr. Anmeldnngeu zum vstcrturlns: Letzter Termin Sonnabend, 24. Sekretariat. HMJ MM CöftniQfL* AB. tat werde»»enosstnnen und Genosse» als Helfer de nötigt. tz Uhr morgen, Eingang Schiitdauerdamm. «chnnfpielh-n« Trefft»»kl pünoitch Norde»: Heute Donnerstag. 22. März. 19�3 Uhr: Hei» Lortzing. Ecke Graunstraste. Zehn.Minuten.Refrrate. Fallpla» l: Heim Eberswalder Str. 10. �)as interessiert uns?"— GchZn» ha»see Boefiadt: Schule Driesener Str. 32. Zehn-Minuten-Referat».— Köpe- »icker Viertel- Schule Srangelstr. 128. Einführunasabcnd.— Südwest: Heim Lindenstr. 4. Lichtbildervortrag:„Unser Wandern.— Rcnkällv l: Bei Voigt, Fuldaftr. 57, Funktionarsitzung.— Renkölln v» Bildungsausfchust Heim Kannsr Straste. Die Genossen, d>« an der Oftcrfahrt teilnehmen wollen, melden sich gleichfalls, da letzte? Tag.— Schöneberg Iii: Seim Hauptstr. 15. Einführnngs- abend.— Steglitz: Seim Albrechtstr. 47. Werbeabend:„Arbeitende Jugend un Tageskampf.'— Zehle»dorf! Nordschule, Potsdamer Straste. Uebungsaoenb.— Wittenau: Heim Rofcntholer Str. 15.„Aus dem Leben Karl Zlkorr'.' Spnnda»: Aula der vberrsalfchul» Moltkeftrast«, 30 Uhr, Feierstunde. D Musik. Rezilation. Ansprach«, Gesang, Festspiel. Werbe bezirk e: Vorstandssitzung beim Genossen Haetzel, Adlershof, Waldstr. 52. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. Werbe bezirk Osten: Aelterengruppe: Heim Tilflter Straß«. Fortsetzung der Aussprache. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-ÖJold". «eschS'tostelle! Berlin S 14. Sebastionftr 37-3«. Hot 2 Tr. Lichtenberg nebst Kameradschaften: Do., d. 22, 20 Uhr, Zug- und Kam.-Fübrer mit Gesamtvorstand bei Kam. Zmbufch, Lückftr. 56. Das gesamte Material vom Republikanischen Tag muß abgerechnet werden. 20 Uhr das gesamte Tamdourkorps mit Znstrumenten im Vereinsheim Sport- platz Friedrichsfelde. Erstmalige gemeinsame Uebnngsstnnde aller Tambour- koeps des Kreises Osten.— Neukölln. Britz: Fr., t 23.,>9 Uhr, Saalschutz Ber- liner Kindl-Brauerei, Hermaunstr. 214/219.— Sonnabend, 24. März. Tier» gart«»: 20 Uhr 4. Gründungsfeier im Tiergartenhof. Eintritt 1 M. Käme- raden anderer Ortsverein» find herzlich eingeladen. Sport»l»tz Friri»rlch«seld«: Ad 15 Uhr bis Dunkelheit gemeinsame llebnng.— Lichtenberg nebst Kameradschotten: Sonntag, b. 25., Landagitationsfahrt per Ant» nach Werneuchen. Abfahrt 10 Uhr bei Werner, Wilhelmstr. 3, m>t Tambourkorpo und Fahnen. Mi»trrb»»b tz«, B»r»»ltrn>g,bezlrk» Steglitz€. B. Freitag, 38. März, 30 Uhr. Aldrechtshof, B«rlln.St»gli». Albrechtstr. I-(Rähe Rothan»), bffentlich« Versammlung. Tagesordnung: l.„Was erwarten wir Mieter vom neuen Reichstag?' Referent Rechtsanwalt und Rotar Hans Levg. 2. Aussprach«. Beantwortung von Anfragen durch den Syndikus Rechtsanwalt Hon, Leon. Proletartschrr Kunst»»ntz Werb«ab«»d, veranstaliet vom Gemischten Ehor und der Schulgemeinde der II. weltlichen Schul», Echöninaftr. 17. Donnerstag, 32. März, lOH Uhr, im grasten Phanisfaal. Mülle est?.!42, unter gütiger Mitwirkung der Lichtenberger Oechesterveeeiniaung„Wagner'»nd der Spielgemrin- fchaft..Wedding". Mitglied des AThB Der Reinertrag ist für unterstützungs- bedürftig» Kinder der u. weltlichen Schule destimmt. Eintritt: Erwachsene - Pf.. Kinder 20 Pf. Verein der Berliner Buchdrucker und Schristgießer K _________________ W>_____.. ataRekmt worden find, ist da» ArbeitsverhSilnis am Arotkag, 24. AUtez. mit der nach g l>. Ziffer 2 des Tori!,, mastgedendeo einwöchigen Fr-st iN kündige», gu tllndigen haben die Sollegen all« dem Deutschen?>uch-rul unterstehenden Betrieb« Die Kündigung ist entweder einzeln mündlich oder insgesamt durch Untcrichris, auf Listen einzureichen Bon der KUndignngspsticht nicht berührt find: 1 Kollegen, die nicht dem Buchdruck««, rif unierOeheu: 2. Schwervefchädigte, die unier dem Schutz» der»esttm- mungen des Schwerdelchädigteu- Gesetze» eingestellt worden find. Faktoren. Obermeister und Angestellt», soweit fie technische Arbeiten nicht verrichten, haben ihre Tätigkeit auszuüben wie bis..er Oer Gniirorstiind. »Mo opeui ws» 0» n.»111107 Nur Äz,. 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