BERLIN Freitag, 23. März 10 Pf. Nr. 142 B 71 45. Jahrgang. Erscheint täglich avßer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bejugspreis für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche, 3 M.»ro Monat. Redattion und Expedition: Berlin SW68,Lindenstr.Z nteigenpreis: Die einspaltige Nonpareillejeil« so Pf., Reklamezcile s M. Ermäßigungen nach Tarif. ostscheckkonto: DorwSrtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37530. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Das Notprogramm wird fertig! Die letzten Schwierigketten.> oje Bestechungen bei der Reichsbahn. Eine Erklärung der Sozialdemokratie. Der Vollendung des sogenannten Notprogramms, da» der Reichstag noch vor seinem Auseinandergehen erledigen sollte, hatten sich in letzter Stunde noch allerhand Schwierig- leiten in den Weg gewälzt, so daß es zweifechaft scheinen lonnte, ob der schon an innerer Auflösung leidend« Reichstag über- Haupt noch imstande sein würde, die notwendigsten Sicherungen für den Fortgang der Geschäfte zu schaffen. Zu diesen Schwierigkeiten gehörte in erster Linie die Erledigung des sogenannten Liquidationsgesetzes, das mehrfach am Scheitern schien. Es ist schließlich in einer Weise verabschiedet worden, daß die Sozialdemokratie ihm die Zustimmung versagen mußte. Besondere Schwierigkeiten bot für den Bürgerblock die Frage der Neugestaltung de? zollfreien Gefrierfleischkontin- g c n t S. Aber auch hier hat das Zentrum eine Einigung herbei- geführt, indem es die Herabsetzung des Kontingents von 120 000 auf 50 000 Tonnen durchsetzte und damit seine Arbeiterwähler aus den Industriebezirken schwer sckstidigen half. Auch der Konflikt zwischen der Reichsregierung und Preußen, der sich um die N e u ge st a l t u n g der Renten kreditb an k herausgebildet hatte, ist durch ein Kompromiß abgelöst worden. Einer der für die Zentrumspartei unangenehnisten Punkte blieb die E rf ü l l u n g. va>r Zusagen, die seiner.Zeit einer Reihe »on Bcomtenkategoricn der unteren Besoldungsgruppen gegeben waren. Bei der Beratung der letzten Besoldungsordnung hatte nämlich der Reichstag in Entschließungen die Befserstellong einiger Kategorien der Beamten der unteren Besoldungsgruppen bis zur Beratung des Stellenplans im Haushalt für 1928 zurück- gestellt. Die Reichsregierung kam trotz ihrer Zusage den Wünschen nicht nach, brachte ober ihrerseits für andere Beamtenkategorien beim Ergänzungsetat 1928 Anträge auf Verbesserung. Das Reichs- kabinett und mit ihm die Zentrumspartei forderte, daß die Reichs- tagswünsche auch jetzt noch für später zurückgestellt würden. lieber diese Forderung wurde am Freitag vormittag im Reichshaus- haltsausschuß verhandelt. Für die sozialdemokratische Reichstags- fraktion gab Abg. Hermann Miineir-Franken dazu folgende Erklärung ab: „In Besprechungen, die mit den früheren Regierungsparteien stattfanden, traten wir mit der Mehrheit der Vertreter der Regie- rungsparteien für die Durchführung der Beschlüsse des Reichshaushaltsausschusses ein, deren Ausführung bei Beratung des Befol- Kmgsgesetzes feierlich versprochen war. Die Reichsregierung hielt aber einmütig daran fest, daß diese Beschlüsse jetzt nicht aus- geführt werden können. Zw verlaufe weiterer Besprechungen traten alle früheren Re- gierungsparteien der Auffassung der Reichsregierung bei. daß diese Beschlüsse zurzeit nicht ausgeführt werden können. Als Grund wurde u. a. angegeben, daß der Stellenplan für 1928 noch nicht vorliege. Ferner war nach den Erklärungen des Zentrums anzunehmen, daß bei Annahme der Anträge die Er- ledigung des Etats und des Notprogramms gefährdet war. Bei dieser Sachlage waren die Beschlüsse jetzt nicht durchzuführen, nach- dem andererseits nach den Beschlüssen des Unterausschusses die von der Reichsregicrung gewünschte», über das Besoldungsgesetz hinaus- gehenden Bestimmungen des Ergänzungsetats unserem Antrag ge- mäß gestrichen werden, verzichten wir zurzeit auf Anträge. Dos bedeutet keinen Verzicht auf die Durchführung der Anträge selbst, vielmehr hat der neu zu wählende Reichstag über die Durch- sähruug der Anträge zu entscheiden." Der Reichsholtsausschuß nahm gegen die Stimmen der Kam- inunistcn die Anträge des Unterausschusses an. Berichte auf der zweiten Seite. Weitere Majestäten in Sicht. Eine Invasion aus dem Morgenland. In diesem Jahre werden voraussichtlich noch mehrere fürst. liche Herrscher der Reichshouptstadt einen Besuch abstatten. Am Herbst soll z. B. der König F u a d von Aegypten eine Europa- reise antreten und bei dieser Gelegenheit Berlin besuchen. Außer- dem ist der S ch o h v o n P e r s i e n für Dezember angemeldet. Auch der Präsident der türkischen Republik Kemal Pasche plant eine Reise durch Europa und einen offiziellen Besuch in Berlin. Wir möchten hoffen, daß bei diesen Gelegenheiten mit we- »ig er aufdringlich eni Pomp gearbeitet wird als anläßlich der des w Led«.___ Urwahl bei den Freidenkern. In der großen Freidenkerorganisation„Verband für Freidenker- tum und Feuerbestattung E. V." wird am Sonntag durch Urabstim- mung eine neue Ortsleitung gewählt. Unser Bild zeigt eine Reihe von Plakatträgern, die für die „Liste Verbandsausbau" werben. Für diese Liste stimmen die So- zialdemokraten und alle, die den Verband nicht zum Tummelplatz kommunistischer Spaltungstendenzen machen wollen. Sonntag ist Urabstimmung! Ein Geisteskranker erschossen. Aufregender Vorfall vor der Llniversitäisklinik. Ein aufregender Vorfall spielte sich heute in früher Morgen- stunde im Eingang der Universitätsklinik in der Z i e g e l- straß« ab. Dabei wurde ein anscheinend Geisteskranker, der mit einem geladenen Revolver auf einen Schupo anschlug, von dem Be- amten in der Abwehr erschossen. Die Persönlichkeit des Toten konnte noch nicht festgestellt werden. Am Freitag früh gegen 3% Uhr erschien vor der Universitöts- klinik in der Ziegelstrahe ein Mann von etwa 30 bis 35 Iahren und verlangte vom Pförtner, daß er seine Personalien aufnehme. Auf die Frage des Pförtners, was ihm fehle, erwiderte er, ihm fehle gar nichts, er verlange nur, daß sein« Personalien aufgenommen würden, dann wolle er sich erschießen. Auf die weitere Frage, ob er denn eine Waffe Hobe, zog er sofort eine Dreyse-pistole. Der Pförtner schloß aus dem ganzen Gebaren, daß er es mit einem Geisteskranken zu tun Hab« und bat den Mann, mit ihm zum Arzt zu kommen. Davon wollte er jedoch nichts wissen. Unterdessen kam ein Polizeibeomter heran. Der Pförtner machte ihn durch Zeichen auf die Lag« aufmerksam. Der Beamte dachte daran, das Ueberfall- kommando zu benachrichtigen, konnte aber den Portalraum der Klinik nicht mehr verlassen, weil der Fremd« sowohl ihn als auch den Pförtner mit der Pistole bedrohte. Um Unheil zu verhüten, sprachen beide auf den Mann begütigend ein. Der ober wiederholte ständig sein Berlangcn unter fortgesetzten Drohungen. Ein Wärter der Klinik war inzwischen aufmertsam geworden. Er rief das Ueberfall- kommando an und begab sich durch einen Seitcngang auf die Straße, um es dein: Eintreffen über die Lage zu unterrichten. Die Beamten des Ueberfallkommandos suchten den Mann gleichfalls zu beruhigen, aber auch» das half nichts. Die Aufforderung, feine Waffe ab.zulegen, erwiderte der Krank« mit der Erklärung, er habe fünf Schuß, vier Schuß seien für die Beamten und der letzte für ihn selbst. Er schlug auch an und drückte ab, aber der Schuß ging nicht los. Jetzt griff auch einer der Beamten zur Waffe, um ihn durch einen Schuß kampfunfähig zu machen. In diesem Augen- blick machte der Kranke ein« so unglückliche Wendung, daß ihn die Kugel des Beamten ins herz traf. Er brach tot zusammen. Seine Leiche wurde beschlagnahmt und nach den, Schauhause gebracht. Der Tote ist schlank, hat mittelblondes Haar, hellbraune Augen «»ch eines Sei»« Höcker auf der Raje uod trug ome» schwarzes steifen Hut, einen schwarzen, Ueberzieher mit Samtkragen, einen schwarzblau gestreiften Anzug und schwarze hohe Schnürschuh«. Sein Hemd ist O. L. A. I/B. gezeichnet. Hiernach scheint es sich um einen Geisteskranken zu handeln, der irgendwo aus einer An- statt entwichen ist. Ein besonderes Kennzeichen ist ein« Tätowierung auf dem rechten Oberarm, die einen Anker mit zwei G darstellt. Vaubüberfall in Lichienberg. Ein Laufbursche, der sich nicht dumm machen laßt. Ein Raubüberfall wurde gestern am hellen Mittag in dem Hause Kietzer Weg 15, Lichtenberg, verübt. Ein Geschäft hatte den 14 Jahre alten Laufburschen Erich Haut nach dem Postscheckamt geschickt um 1025 M. abzuholen. Der Junge steckte das Geld in eine Aktentasche und fuhr auf dem Verdeck eines Autobus bis nach dem Bahnhof Frankfurter Allee. Auf dem Wege von dort nach dem Geschäft sprach ihn ein junger Mann an, erklärte, er sei vom Postscheckamt und beauf- tragt, das Geld in seiner Tasche nachzuzählen, weil er zu- viel erhalten habe. Der Laufbursche war aber„hell" genug, darauf nicht einzugehen. Er forderte den„Beauftragten" auf, mit ihm in das Geschäft zu kommen und dort nachzuzählen. Der Fremde ging auch neben ihm her nach dem K i e tz e r Weg zu. Ms beide den Hausflur betreten hatten, warf er plötzlich dem Burschen P f e f f er in die Augen, oersetzte ihm einen heftigen Stoß, raubte ihm die Tasche und lief davon. Weil Haut aber sofort laut um Hilfe rief, so eilte der Räuber gleich in das nächste Haus hinein und die Treppe hinauf. Zw vierten Stock wurde er eingeholt, der Polizei übergeben und nach der Wache gebracht. Er wurde festgestellt als ein 22 Jahre alter Bernhard W a r w i n f k i aus der Spielhagenftroße 3 zu Charlottenburg. Er behauptet, daß er Student sei, sich aber dem Film zu- gewandt habe und Hilfsregisseur geworden sei. Well es ihm sehr schlecht gehe, so habe er sich auf irgendeine Weise Geld ver- schassen wollen. Wenn die Firma des Jungen anständig ist. beschränkt sie ihren Dank für die Geistesgegenwart des vierzehnjährigen Laufbursche» Vicht aus einen Händedruck. Gegen die Putschhehe des Landbundes. Eine sozialdemokratische Interpellation. Im Preußischen Landtag haben die Abgeordneten Leid, Mausner und Gen. namens der sozialdemokratischen Fraktion folgende Große Anfrage eingebracht: In den Landbundnachrichten" des Kreises Oberbarnim, Amts. blatt der Landwirtschaftskammer Brandenburg und Berlin vom 9. März 1928 ist ein Bericht enthalten, in welchem der Verlauf einer Notversammlung, die am 5. März 1928 in Briezen stattfand, ge schildert wird. Danach hat in jener Versammlung Herr Gutsbesitzer Behnte Welfow zu gewaltsamem Borgehen gegen den Staat aufgefordert. Nach dem Bericht hat er folgendes ausgeführt: = Ich verlange, daß der Bauer, vertreten durch den Landbund, sich durchsetzt im Staate und zwar, wenn nötig, mit gewaltjamem Drud, dem der schwache Staat weichen wird." Daher forderte der Redner auf, daß sich alle Bauern zwischen 16 und 60 Jahren zum Heerbann in diesem Kampfe melden. und marschbereit würden. Zunächst müßten sich die Präsidenten des Reichslandbundes mit drei Bauern zum Reichspräsidenten begeben und folgende Forderungen zur fofortigen Annahme vorlegen: 1. Sofortige Durchführung des Notprogramms. 2. Ginfegung einer Spartommission zum Zwecke des Abbaues des Verwaltungsapparats bei den Landrats- und Finanzämtern. 3. Regierungsbefegung mit Ministern mit der nötigen Vorbildung. 4. Streichung der Ministerpenfionen seit 1918. Borher aber müsse dieser Kampf so organisiert werden, daß fofort losgefchlagen werden fönne. Folgende vorgeschlagene Entschließung des Herrn Behnke wurde einstimmig angenommen: 1. Entschließungen werden nicht mehr gefaßt. 2. In allen Ortschaften ist der Kampf zu organisieren, ins befondere durch Sicherstellung der Nachrichtenübermittlung und der Marschbereitschaft aller Sechszehn bis Sechzigjährigen. Schriftliche Bereiterklärung ist zu fordern. 3. Wir sind nicht gewillt, Zwangsmaßnahmen weiter zu ertragen. Die Ruh bleibt im Stall, der Stall bleibt unser. Das Das System dieses Staates wird an der Dorfgemeinschaft scheitern. Dies ist unsere Macht. Reichslandbund benutze sie. Her Behnke forderte die 1500 Anwesenden auf, die Hand zu erheben und folgenden Schwur zu leisten:„ Der Kampf geht los, zum Siege oder Tod."- Die Versammelten leisteten diesen Schwur. Was gedenkt die Staatsregierung gegen diese zum gewaltsamen Sturz auffordernden Aeußerungen zu tun. Ist die Staatsregierung gewillt, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Herrn Behnte vorzugehen? Kohlengruben in Flammen. Ein Dorf von dem Feuer bedroht. Wie wir bereits gestern mitteilten, war in den Abendstunden des Mittwoch auf der Grube Friedländer, wo sich das furchtbare Einsturzunglüd ereignete, Feuer ausgebrochen, das sich infolge des heftigen Windes schnell ausbreitete und einen großen Teil der im Tagebau betriebenen Grube in Brand setzte. In den Abendstunden schien es, als ob es gelingen würde, den Brandherd einzu dämmen. Wie wir neuerdings aus Müdenberg erfahren, haben die Brände auf der Grube Friedländer und in benachbarten Gruben in der Umgebung infolge des heftigen Windes der legten Tage einen unvorhergesehenen Umfang angenommen. Neben starter Zerstörung von Kohlenfeldern ist auch die Vernichtung einer Menge Grubenmaterialien zu verzeichnen. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung wurden aufgeboten und nahmen im Berein mit Arbeitern und Angestellten der Gruben den Kampf gegen das Feuermeer auf. DON Zu ciner Katastrophe wäre es beinahe in dem Dorfe Grünewald gekommen. Dort war in der Grube Koyme, die dem Lauch hammerwerk gehört, Feuer ausgebrochen, das sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete und in äußerst gefahrdrohende Nähe des Dorfes bzw. Siedlung Grünewald fam. Nur im letzten Augenblick gelang es den vereinten Anstrengungen der Feuerwehren und der Einwohner, die Katastrophe abzuwenden und den Brand einzu dämmen. Die Gefahr ist jedoch noch keineswegs beseitigt, da sich immer wieder neue Brandherde zeigen, die von dem Wind entfacht werden. Zu dem schweren Einsturzunglück der Abraumförderbrüde auf der Friedländer Grube wird vom Grubensicherheitsamt beim Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe folgendes mitgeteilt: Die Förderbrücke wurde mit Hilfe eines Holzgerüftes montiert, das auf 4 Böden ruhte und etwa 100 meter lang und 20 meter hoch war; die Böcke waren unterein ander verbunden. Von der Eisenkonstruktion war etwa die Hälfte aufmontiert. Am Tag vor dem Unfall herrschte bereits starter Wind, so daß Stahltroffenveranterungen als Windschutz angebracht wurden. Am Unfalltage 9,30 Uhr vormittags fette plöglich starter Wirbelwind ein. Es gelang nicht niehr, die auf der Brücke befindlichen Leute sämtlich herunterzuholen. Ein zweiter Wirbelstoß brachte die Konstruktion zum Ein Sturz. Die Windstärke war zur Unfallzeit am Flughafen Kottbus 10-20 Meterjefunden. Der Bau der Brüde mar bergbehördlich zugelassen. Die statischen Berechnungen waren mehrmals durch Sachverständige, sowohl auf Beranlassung der herstellenden Firma, Mitteldeutsche Stahlwerke, Abt. Lauchhammer, als auch der Bergbehörde selbst durchgeprüft worden. Die amtliche Untersuchung des Unglüds durch die Bergbehörde ist eingeleitet. Der Unfallausschuß der Grubensicherheitskommission Halle tritt am 23. März auf der Unfall grube zusammen. Getötet wurden bei dem Unglück 10 Pers fonen, verlegt wurden 6 schwer und 2 leicht. Der preußische Handelsminister hat der Berwaltung und der BetriebsDertretung der Mitteldeutschen Stahlwerte Abt. Lauchhammer telegraphisch sein Beileid ausgesprochen. Das Lawinenunglück bei Krummhüber. Die Leiche des jungen Günther gefunden. Die Leiche des am Kleinen Teich durch eine Lawine verschütteten 18 Jahre alten Baugewerbeschülers Guenther aus Erd. mannsdorf im Riefengebirge ist heute vormittag gefunden worden. Der Bater hatte auf eigene Verantwortung die Bergungs arbeiten übernommen. Die Leiche, die in sigender Stellung aufgefunden wurde, zeigt starte Berlegungen. Guenther lag in einer Tiefe von 3% bis 4 Meter unter dem Schnee begraben. Haussuchung bei Baurat Schultze. Bestechungsaffäre bei der Reichsbahn. Die Firma Reifert hat im Laufe des letzten Jahres, nachdem Schulze aus den Diensten der Reichsbahn ausgeschieden war, Lizenzen im Betrage von 16 000 m. gezahlt und diese Lizenzen offen in ihren Büchern unter Nennung des Empfängers ver= bucht. Diese Summe, die nur auf den letzten, und zwar fleinsten Teil der Lieferung bezahlt wurde, macht nicht 5 Pro3., sondern nur 2 Pro aus. Gegen Oberbaurat Schulhe vom Eisenbahnzentralamt und| Lizenz wurde ihm von der Firma für verbessernde Ideen erst die genannte Kölner Firma wird die Untersuchung durch die gewährt, nachdem er der Firma wiederholt vor Zeugen versichert Staatsanwaltschaft fortgesetzt. Am Donnerstagnachmittag hat, daß er zur Annahme der Lizenz die Genehmigung feiner vorerschienen Kriminalbeamte in der Wohnung des Oberbaurates und gefehten Behörde habe. in der Berliner Filiale der Firma Reifert u. Co. und beschlagnahmten dort das schriftliche Material, soweit es noch vorhanden war. Heute vormittag ist Schultze von dem Untersuchungsrichter vernommen worden. Wie wir erfahren, nimmt die Staatsanwaltschaft bei ihm nicht nur Verlegung feiner Amtspflichten, sondern auch Beft echung an, da schon jetzt festzustehen scheint, daß Schulze über den Rahmen der Lizenzgebühren hinaus von der ihm befreundeten Firma Reifert Geschente für fich und seine Familie angenommen hat. Da jedoch im wesentlichen der Tatbestand schon geklärt ist und durch den Zugriff der Behörden in Köln und in Berlin Verdunkelungsgefahr nicht mehr besteht, tommt eine 3nhaftierung Schulhes wohl kaum in Frage. Die Firma Reifert äußert sich. Zum Bestechungsstandal bei der Reichsbahn erläßt die Firma Hans Reifert u. Co. A.-G. in Köln eine Erklärung, in der es heißt: „ Der gegen Provision angestellte Berliner Vertreter der Firma hat durch Mißbrauch von Inkassovollmachten beim Reichsbahn zentralamt Guthaben der Firma Reisert bis zu 98 000 m. eingezogen und für eigene Smede verwandt. Nach Aufdedung der Unregelmäßigkeiten durch die Geschäftsleitung der Firma Reifert am 5. Februar 1927 ist dieser Vertreter gezwungen worden, die Verwendung des Geldes nachzuweisen, wobei man darauf stieß, daß er einen Teil des Betrages an einen Beamten des Reichsbahnamtes weitergegeben hat. Zu den Patenten erflärt die Reichsbahnamtes weitergegeben hat. Zu den Patenten erflärt die Firma Reisert, daß Oberbaurat Schulze vom Zentralamt einer Reihe von Firmen die Aufgabe gestellt hat, die technisch den neuen Anforderungen nicht mehr genügenden Waggonräderschalen durch Rotguß zu verstärken. Schulze gab den in Frage stehenden Firmen nicht nur der Firma Reifert- Anregungen, für die zwei Firmen, darunter auch Reifert, je eine brauchbare technische Lösung fanden. Reisert hat diese ihrerseits zum Patent angemeldet; also hat Schulze jetzt fein Patent im Besitz gehabt und tonnte auch der Firma kein Patent verkaufen. Eine Zu der weiteren Meldung einer Korrespondenz über das Ber hältnis zwischen Schulze und Reisert stellt die Firma Reisert fest, daß sie nicht in größerem Maßstabe Bestellungen seitens der Reichsbahn erhalten hat als andere Fabrikanten. nach dieser Feststellung ist es der Firma Reifert unerklärlich, wie sie in Verbindung gebracht werden kann mit den Lizenzgebühren über 100 000 m. Im übrigen werden von der Firma Reifert alle Einzelheiten des Verhältnisses der Firma Reifert zu Schulze, soweit sie in Borstehendem nicht richtig gestellt sind, als unwahr bezeichnet. Im letzten Herbst ist die Firma Reifert nicht in Ronfurs, fondern in Zahlungsschwierigteiten geraten, die durch ein Bergleichsverfahren am 29. März ihren Abschluß finden sollten. Unrichtig find weiter die Mitteilungen, daß die Firma Reifert auf Grund in Aussicht gestellter noch größerer Aufträge seitens des 3entralamts faniert worden ist. Die Firma Reifert hat seif Monaten feine Aufträae des Zentralamts mehr erhalten, und zurzeit sind auch feine Aufträge in Aussicht ge= ftellt. Das ist allen an der Sanierung Beteiligten bekannt. Die Firma versichert ausdrücklich, daß sie an den ihr vom Zentralamt zugewiesenen Aufträgen nicht nur feinen Nußen, sondern großen Schaden gehabt hat aus dem nicht zuletzt ihre Zahlungsschwierig feiten vom Herbst 1927 resultieren. Daß für Schulze bestimmte Gelder von Reisert auf dem Wege von Köln nach Berlin von einem Angestellten unterschlagen sein follen, ist ebenfalls unrichtig. Bücher der Firma Reifert find nicht beschlagnahmt worden, dagegen sind die Aften, die auf die Unterschlagungen des Berliner Vertreters der Firma Reisert Bezua haben, der Staatsanwaltschaft aus freien Stüden zur Verfügung gestellt worden." Die Buchdrucker fündigen. Zahlreiche Bewilligungen der Forderungen. Reichstarifabschluß der Buchbinder. Heute wird im ganzen Reich die von den Tarifgewerkschaften| fun, wenn fie fich rechtzeitig darauf einstellen und nicht die Dinge des Buchdrudgewerbes befchloffene Kündigung des Arbeits- zum äußersten treiben. verhältnisses durchgeführt. Entsprechend den Beschlüssen der Organisationen fanden vorher zwischen den Betriebsvertretungen und den einzelnen Unternehmern Berhandlungen über die Bewilligung der aufgestellten Forderung von 10 M. Cohnerhöhung ftatt. Sowit darüber bis heute vormittag Nachrichten bei den Dr. ganisationen vorlagen, haben sowohl im Reich wie in Berlin eine beträchtliche Anzahl von Unternehmern die Forderung bewilligt. Bei diesen Unternehmern ist also die Kündigung nicht durchgeführt worden. Soweit darüber Nachrichten bis heute vormittag vorlagen, die natürlich noch der Ergänzung bedürfen, haben in Berlin 15 Unternehmer mit annähernd 2000 unter den Tarifvertrag fallenden Beschäftigten die Forderung bewilligt. Darüber hinaus haben eine Anzahl von Großfirmen sich bereit erklärt, eine wesentlich höhere Summe als die durch den Schiedsspruch beschloffene Cohnerhöhung zu bewilligen. So hat eine bekannte Berliner Großfirma mit rund 2000 unter den Tarifvertrag fallenden Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 6 m. angeboten, eine andere Großfirma bot 7 M., andere Firmen 5 mM., Diese Angebote sind jedoch abgelehnt und die Kündigung ist eingereicht worden. Einen Ueberblick über die Bewilligungen aus dem Reich läßt sich zur Stunde noch nicht geben, doch iſt zu erkennen, daß zahl von Firmen sich bereit erklärt haben, die Forderungen der eine wesentlich höhere Zulage zu gewähren. Unter diesen Gehilfen zu bewilligen bzw. über den Schiedsspruch hinaus Umständen kann natürlich keine Rede mehr davon sein, daß der Schiedsspruch für verbindlich erklärt wird. Mit dieser Tatfache müssen sich die Unternehmer abfinden. Sie werden also gut ähnlich wie in Berlin auch in den anderen Städten eine große AnBor einem vom Reichsarbeitsminifterium gebildeten Schlich tungsausschuß fanden gestern Lohnverhandlungen für das Buch bindergewerbe in Berlin statt. Es tam zu einem Schiedsspruch. nach dem der Reichstariflohn in klaffe I von 1,01 m. auf 1,09 m. erhöht wird. Alle übrigen Lohnfähe errechnen sich nach dem Cohnschema im Reichsmanteltarif. Diese Lohurechnung foll Gültigkeit haben vom 5. April 1928 bis zum 3. April 1929. Der Schiedsspruch wurde sofort von allen Vertragsparteien angenommen. Wichtig für Kriegshinterbliebene! Nach der letzten, erst fürzlich erfolgten Abänderung des für die Versorgung der Kriegsbeschädigten und ihrer Hinterbliebenen in Frage kommenden Reichsversorgungsgesetzes ist eine Erleichterung Frage tommenden Reichsversorgungsgesetzes ist eine Erleichterung in der Nachprüfung des ursächlichen Zusammenhanges des Todes eines Beschädigten mit dem Kriegsdienst insofern eingetreten, als die gungsfalles an die Hinterbliebenen gezahlt wird, wenn der Tod des Rente stets dann ohne erneute ärztliche Nachprüfung des Versor Beschädigten an dem Leiden erfolgte, für das er Rente bezogen hatte. In solchen Fällen wird auch den Hinterbliebenen stets das volle Sterbegeld gezahlt. Hierzu teilt der Reichsbund der 1927 in Kraft getreten ist. Für Fälle, die gleich liegen, in denen Kriegsbeschädigten mit, daß diese Bestimmung mit dem 1. Oktober aber der Beschädigte vor dem genannten Termin verstorben ist, fann währt werden, wenn der Antrag spätestens bis zum 31. März im Härtewege die Rente rückwirkend ab 1. Oftober 1927 dann ge1928 durch die Hinterbliebene beim Versorgungsamt gestellt worden ist. Bei Ueberschreiten dieses Termins fann die Zahlung der Rente erst vom Tage des Bewilligungsbescheides ab im Härtewege gezahlt werden. Auch für die Gewährung von Rente an Eltern, die früher von ihrem sodann gefallenen Sohn wesentlich unterstützt worden sind, hat das neue Gesetz Erleichterungen gebracht. Eltern oder Elternteile, die deswegen mit ihren Ansprüchen abgewiesen worden sind, weil der Verstorbene nicht Ernährer war oder geworden wäre, tönnen jetzt eine Beihilfe erhalten, wenn sie den Nachweis führen, daß der Verstorbene mindestens ein Drittel zu den Kosten der Lebenshaltung der Eltern oder des Elternteiles beigesteuert haben würde. Auch diese Beihilfe tann rückwirkend ab 1. Oktober 1927 bezogen werden, wenn der Antrag bis zum 31. März 1928 beim Versorgungsamt eingegangen bzw. gestellt worden ist. Der 31. März 1928 ist also für beide Kategorien ein wichtiger Berfallstermin, der nicht überschritten oder versäumt werden darf. Das Recht auf rückwirkende Nachzahlung verjährt unter allen Um ständen an diesem Tage. Die freie Gewerkschaftsjugend feiert am Sonntag, dem 25. März. im Mercedespalaft Neukölln, Hermannstraße, ihr fünfjähriges Bestehen. Die Ansprache hat der Borsigende des Deutschen Holzarbeiterverbandes Friz Tarnow übernommen. Das reichhaltige Programm bringt die Aufführung des Sprechchorwertes:„ Der ge spaltene Mensch von Bruno Schönlant durch den Sprech- und Bewegungschor der Berliner Bolfsbühne und der Tanzgruppe Sforonel- Trümpy. Die Feier beginnt um 11 Uhr. Eintrittskarten sind zum Preise von 50 Pfennig bei allen freigewerkschaftlichen Jugend funktionären, in den Zahlstellen und Ortsverwaltungen der Verbände, der Träger des letzten Friedensnobelpreises und Führer Freigemertfchaftlichen Jugendzentrale, Engelufer 24/25, 1 Treppe, in den Zahlstellen der Boltsbühne, in den Jugendgruppen und in der der deutschen Friedensgesellschaft, wird heute 70 Jahre alt Simmer 7A, zu haben, Prof. Ludwig Quidde, Deutschland muß seine Arbeiter schützen. Ausbeutung bei derInternationalen Schlafwagengesellschast Das Arbeitsverhältnis der Schaffner der Internationalen Schlafwagengefellschoft ist einfach menschennnwürdig. Auf dem Papier steht ein Monatslohn von 100 M., wovon nach Abzügen 80 M. bleiben. Außerdem haften die Schaffner für Lochzange, Fensterscheiben, Wassergläser, Karaffen. Zentralhei- zung usw. Uniform. Seife und Toilettenpapier zahlt nicht etwa die Firma, sondern müssen die Schaffner selb st kaufen. Für diesen Lohn, der nicht einmal zur Deckung der Unkosten reicht, dürfen die Schaffner und Bagagisten 400 Stunden im Monat fahren i dazu kommen noch 30 Stunden, die sie unnütz auf der Direktion herumstehen müssen. Bei diesen wunderbaren Verhältnissen ist es erklärlich, daß es Schaffner gibt, die mit 200 bis 300 M. Schulden bei der Firma belastet sind. Die zuständige Organisation, der Zentroloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten, wandte sich wiederholt an die Behörden. Das Gewerbeaufsichtsamt lehnte ein Eingreifen wegen U n z u st ä n d i g k e i t ab. Der Verband stellte Strafantrag auf Grund der Verordnung vom IL. März 1319. Der Staats- onwalt nahm den Inspektor Beier mit 200 M. in Strafe. Dieser Generalbevollmächtigte beantragte gerichtliche Entscheidung. Beter wurde in Moabit auf Kosten der Staatskasse freigesprochen! Der Richter kam zu einem freisprechenden Urtell, weil ein Teil der Ueberarbeit im Ausland gefahren wird. Darauf kommt es ober zweifellos gar nicht an. Die Berliner Geschäftsstelle der ISG. ist hier in Berlin beim Amtsgericht Mitte im Handelsregister«in- getragen. Sie ist verpflichtet, hier in Berlin die Arbeitsverträge nach deutschem Recht abzuschließen. Die Freisprechung hat natürlich zur Folge, daß die Inspektoren der ISG. noch brutaler gegen die Angestellten vorgehen Durch diese Freisprechung sind die 40 Pro;. Dividende(eingetragenes Kapital 250 000 000 M.) der belgischen und französischen Barone wieder gesichert. Seit zwei Jahren weigern sich die deutschen Inspektoren einen Tarifvertrag abzuschließen. Was sagt das Rcich-verkehrsministerium dazu? Dänemark verlangt« und erhielt für jeden Schaffner 240 M. festes Gehalt. Die in Deutschland beschäftigten Ange- stellten dürfen nicht einmal Trinkgeld betteln, obgleich sie auf Trink- geld angewiesen sind und mehrere Sprachen beherrschen müssen._ Abgeordneter Rheinländer gestorben. Der dem Zentrum angehörende Rcichslagsabgeordnete Rhein- länder ist in der vergangenen Nach: plötzlich an einem Herz- schlag gestorben. Er hatte noch der gestrigen Plenarsitzung auf. merksam beigewohnt. Rheinländer ist ein Schulmann aus West- solen und hat sich auf schulpolitischem Gebiet«, insbesondere bei der Beratung des Reichsschulgesetzes führend betätigt und sich lebhaft für die Konsessionsschule eingesetzt. Er wurde kl Jahre alt und gehört« dem Reichsparlament seit der verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung 1919/20 an. Zuckerhändler gegen Konsumvereine. Deutscher Reparationszucker sollte nicht nach Frankreich. Paris, 23. März.(Eigenbericht.) Der„Populaire* weist heute wieder auf einen Sachlieferungs- skandal hin. Die Konsumgenossenschaften in den zer- störten Gebieten haben vor mehr als einem Viertljahr um die Liefe- rung deutschen Zuckers auf Reparationsrechnung ersucht. Die fran- zösischen Zuckcrhändler haben es jedoch bis heute verhindert, daß diese Sachlieferung von der Regierung ausgeführt werde. Sie haben ihren Einspruch damit begründet, daß die französische Zucker- Produktion in diesem Jahr« den inländischen Bedarf decken werde. Nunmehr wird jedoch bekannt, daß 30 000 Tonnen Zucker nach Frankreich eingeführt werden müssen. Lleberfoll im Gerichtssaal. Ein Angeklagter schlägt die Klägerin zu Voden. hindenburg. 23. März. Während einer Zivilprozeßverhandlung vor dem 5)indenburger Amtsgericht, bei der es um eine Schadenersatzsorderung wegen einer tätlichen Mißhandlung ging, kam es zu einem aufregenden Zwischenfall. Der Beklagte, ein Grubenschläger C i e s l o k, schlug plötzlich mit einem dicken Knüppel, den er heimlich in die Verhandlung mit- gebracht Halle, auf die Klägerin, die Ehefrau Sapia, mit solcher Wucht ein, daß das Blut an Wand, Bank und Barriere spritzte. Die Frau brach sofortmgusamnicn, während der Täter mit den Worten„Du wirst mich nicht mehr erpressen!" versuchte, weiter auf die ain Boden liegende Frau einzuschlagen. Gerichts- beainte hinderten ihn jedoch daran und in seiner Wut darüber zer- schlug er noch verschiedene Einrichtungsgegenstände. Mit großer Mühe wurde er überwältigt und in das Gerichtsgefängnis gebracht. Die Frau mußte in schwerverletztem Zustand In das Knappschaft-- lazarctt übergeführt werden. Man hofft jedoch, sie am Leben er- halten zu können. Der Täter zeigte keine Spur von Reue und erklärte noch, daß er die Frau ermorden werde, sobald er wieder in Freiheit sei. Bereits am Donners- tag ist ein Verfahren wegen versuchten Totschlags gegen Cieslol eingeleitet worden._ Durch Draht und Funk. Griechenland und Rumänien schlössen einen Nichtanznsfs- und Schiedsvertrag ab. Es ist der erste Bertrvg dieser Art auf dem Balkan. x Die spanische Regierung nahm.bedingungs- und vorbehaltlos" die Einladung des völkerbundsrals an, die Tätigkeit im Völker. bund wieder auszunehmen. * Der Oberingenieur der AEG. Franz Go Idstein, vor drei Wochen in der Sowjetunion verhaftet, dann aber freigelassen wurde, traf in Berlin ein. » Die Leichenfeier für Oberbürgermeister I e n s e n- Kopenhagen wurde von Hunderttausenden begangen, die um das erste sozialistische Stadthaupt trauern. Zur offiziellen Feier in der Rathaushalle waren auch die Mwister, das Reichstagspräsidium und das diplomatische Korps erschienen. Wetterbericht der öffentlichen Wellerdienststelle Verlin und Umgebung.(Nachdr. verb.) Trocken und ziemlich heiter, am Tage wieder mäßig warm, südliche Winde. Für Deutschland: Im Westen wolkig und warm, vereinzell etwas Regen. Im Osten heiter und trocken, nur im Nordosten noch Nachtfrost. Der Virtuose i Konzert-Rundschau In jedem, auch im gesellschafllichen Sinn ist der Instrumental- virtuose Exponent des romantischen Zeitalters. Züchtung des Indi- viduellen, Ueberschätzung des Artistischen, Vorliebe für das virtuosisch Blendende, all dies war wohl dem 19. Jahrhunderi gemäßer als diesem, in dem wir leben. Gewiß, der Virtuose ist im modernen Konzertsaal heimisch geworden: aber seine gesellschaftliche Heimai ist und war der Salon: wer hat oder macht heute«inen? Unzeitgemäß vielleicht: aber von seiner beherrschenden Stellung im großstädtischen Musikleben, als Konzertgeber oder Solist in Sinfoniekonzerten, hat der große Instrumentalvirtuose noch nichts aufgegeben. Die Zeit hat es eben keineswegs eilig, in allem zeitgemäß zu werden. Es ist hier alles wie es vor dem Kriege war, die Berhältnisse, ja, auch die Namen haben sich kaum geändert. Der Wechsel der Generationen vollzieht sich hier langsamer als etwa in der Sängerwelt; der In- strumentalist. weniger Sklave seines Körpers, vom Altwerden weniger bedroht als der Sänger, ist sozusagen langlebiger, dauerhafter in der Ausübung seines künstlerischen Berufes. Aber mit den Bedingungen dieses Berufes hängt auch seine Unzeitgemäßheit zusammen. Im echten Virtuosen ist ein Hang zur Unzeitgemäßheit: er ist Spezialist, muß es fein, und er muß, je höher im Erfolg er steht, um so mehr national von Bestimmung, weil sein Wirten nicht national begrenzt ist: aber solche Internationalität gleicht als Plus das Minus seiner Unzeitgemäßheit aus. Es ist nicht, oder nur ausnahmsweise seine Sache, die Zell vorwärts zu treiben: aber er trägt dazu bei, politisch- geographische Grenzen zu überwinden. Und auch dos bedeutet heute: die Zeit vorwärts treiben. Internationale des Ruhms. P a b l o C a s a l s: der Name des großen spanischen Cellisten, sein Ruf, unter Lebenden der erste Meister seines Instruments zu sein, hat die Unwiderruslichkeit des schlechthin Legendären verlangt. Sein erstes Berliner Konzert, das erste wieder seit seinem letzten Auf- treten vor dem Kriege, war ein Ereignis schon Wochen im voraus: aber es bestätigt sich, daß es nicht zuviel war, was man von ihm erwartet hatte. Bei diesem Künstler Ist in der Tat alles Voll- kommenheit. Dabei strengstes Mufikertum von äußerster Kon- zessionslosigkeit: doch, wie er Bach spielt. Strenge und Ernst ge- paart mit Anmut, Deutsches in reiner Harmonie mit Romanischem: ein« Ausnahmserscheinung. Auch Bronislaw Huberman, der polnische Geiger, ist ein«: als Musiker und als Virtuose In ein- samer Höhe. Er hat als Spezialität den beispiellosen Charme seines Tones, der sein Geheimnis ist. Dem erliegt sein Publikum immer von neuem, aber das ist sein gutes Recht. Sein Recht vielleicht, aber kein gutes, ist es dagegen, in Scharen die Vankreihen zu ver- lassen und nach dem Podium zu drängen, während des Spiels, dies Spiel durch Geräusch übertönend, um sich aus nächster Nähe an den Ein Gensaiionsfilm. „Spione" im Llfa-Palast. Wenn die Fülle der Sensationen und der Reichtum an Span- nung, wenn die Höhe der technischen Leistung bei gänzlicher Gleich- gülllgkeit und Unwahrscheinlichkeit des Stoffes die Güte eines Films ausmachen, so ist Fritz Längs neuer Film„Spione" zweifellos ein guter Film. Wer aber neben dem Optischen und bloß die Phantasie Aufreizenden noch einen tieferen Gehalt bei einem Film verlangt, der mit größten Mitteln hergestellt ist und zweieinhalb Stunden dauerte, der kommt hier wenig auf seine Kosten. Auf der einen Seite der mit allen Mitteln ausgestattete und vor keinem Verbrechen zurückschreckende mysteriös« Chef der russischen Spionage, der unter den mannigfachsten Masken und Verkleidungen austritt, auf der anderen Seite der schwerfällige und bureaukratische Apparat des bespitzelten Staates(man kann sich darunter Frankreich oder England vorstellen). Aber der große Unbekannt« findet«inen ihm gewachsenen Gegenspieler in Nr. 326 des gegnerischen Geheim- dienstes. Die Minen und Kontraminen, die die beiden gegeneinander loslassen, bilden den Inhalt des Films. Natürlich muß die Liebe hineinsprelen. Die russische Meisterspionin Sonja, die Nr. 326 zur Strecke bringen soll, verliebt sich in ihn. Alles, war auch immer an kluger List. Gewalttat und Verbrechen ausgeboten wird, führt zu keinem Resultat. Die beiden kommen doch zueinander. Die russische Geheimzentrale wird in einer großen Polizeiattacke besetzt, der ge- heimnisoolle Chef weiß zwar zu entfliehen und zum Schluß noch in der Maske eines fabelhaften Clowns sein« Verfolger irre zu führen, aber als er alles verloren steht, macht er aus dem Spiel blutigen Ernst und erschießt sich selbst. Die Photographie ist ganz aus der Höhe der Sensationen, aber sie hilft so wenig wie die hervorragende Qualität der Besetzung über den Eindruck des gewaltsam Konstruierten, der bloßen Quantitäts- leistung nicht hinweg. Es ist schade, daß die großen Mittel nicht für größere Zwecke ausgeboten sind. Den Hagi umgibt Rudolf K l e i n- R ogge mit all dem Nimbus des Mysteriösen und Faszinierenden: auf der Gegenseite stattet Willi F ritsch die Nummer 236 mit allem erfreulichen frischen Draufgängertum aus. Es ist die sympathische Figur in diesem Hexenkessel einer wild ge- wordenen Phantasie. Die beiden Spioninnen, die durch ihre Ge- schicklichkeit wie ihre Schönheit das Spiel ihres Chefs unterstützen, sind Gerda Maurus(mit sehr interessantem Gesicht) und Lilian Dczzers, die in der Rolle«Ks armes Mädchen den Leiter des m Konzertsaal. Von Klaus pringsheim. Gesten zu ergötzen, mit denen Wladimir von Pachmann es begleitet. Der 80jährige Pachmann also, Sensation der Sen- sationen, ist wieder in der Berliner Philharmonie erschienen, der wunderliche Pianist aus Odessa, der wunderbare Chopin-Spieler, heute als Greis in Wahrheit Wunder und Kunosum in seltsamer Personalunion. Es ist richtig, er redet ununterbrochen, während er spielt, vorher und nachher, er bringt es fertig, mit der Hand, indes sie über die Tasten gleitet, gestikulierend zu erläutern, was sie treibt: er ist just, was man ein„Original" nannte, damals, als die Züchtung des Individuellen zeitgemäß war. doch auch der Zeit, in der er groß geworden, hat er es ein wenig zu toll getrieben, wissen ältere Berliner sich zu erzählen. Aber er spielt Chopin wie kein Lebender, und das ist immerhin was. Jgnaz Friedman, der amerikanisch internationalisierte Pole, vermag kraft seines Namens die Philharmonie nur halb zu füllen: aber wer die Schlußfuge in Brahms' Händel-Dariationen so aus den Tasten meißelt, wer, den Vergleich mit Pachmann beiseite, Chopin so in die Tasten zu träumen weiß, der ist ein Großer unter den Pianisten der Gegenwart. Und unter die Großen muß auch Claudio Arrau, der 23jährige Chilene, gezählt werden: er ist Nochwuchs vom Wuchs jener Pianistengeneration, die einst Franz Liszt, selbst glänzendster Vertreter wcltbürgerlich-mondänen Vir- luosentums, herangebildet und in die Welt gesandt hat. Und da ist auch noch der ungarische Geiger Franz o Becsey, der, als solistische Attraktion des 9. Philharmonischen Konzerts, das Violin- konzert von Sibelius spielt: sehr blendend, sehr virtuos: doch mehr ist darüber nicht zu sagen. Oer Weg zum Erfolg. Der Weg zum Erfolg, er braucht nicht immer beim Weltcrsolg zu enden, beginnt als Weg der Opfer: der Opfer für die ersten Konzerte, die gegeben sein wollen. Der Instrumentalist Hot es immerhin nicht so schwer wie der Dirigent, der sich jedesmal ein ganzes Orchester mieten muß. Am besten dran sind die Mitglieder von Ouortettvereinigungen: da geht das Defizit in vier Teil«. Aber die vier Damen aus Wien, die sich zu dem„W e i ß- Q u a r t e t t" verbunden haben, verdienten, das nächste Mal mehr Hörer in ihrem Saal zu finden: in Schuberts G-Dur, op. 161 zeigen sie sich auf hoher kammermusikalischer Stufe. Und das.Königsberger Streichquartett" bietet mit Beethovens H-Moll op. 132,— man keimt die unerhörte Schwierigkeit der Aufgabe— ein« wahrhaft respektgebietende Leistung. Auf dein Wege zum Erfolg ist Frieda Kwost-Hodapp längst ans Ziel gelangt: sie kann olles und ihr Kiavierspiel zeugt von jener tiefen Lieb« zur Sache, die innere Berufung ist. Während sie im Beethoven-Saal«in anspruchsvolles Programm von Händel bis Debussy zur Freude ihrer Hörer absolviert, sitzt am Flügel des Bechstein-Saales Aurelia Cionca und entfaltet viel Tem- perament, Kraft und Energie, ober es sind schlimme Kompositionen, die sie aus ihrer rumänischen Heimat mitgebracht hat. Ihr jünger Landsmann, Dorel Handman, vor wenigen Iahren noch Schüler des Berliner Konservatoriums, überrascht, zumal in Liszts II-Moll-Sonate durch innere und äußere Gereistheit: technische und musikalische Anlage lassen keinen Zweifel, daß aus dem Weg, dessen erstes Stadium er mit seltenem Glück überwunden hat, Außerordenl- liches zu erwarten ist. Carl August Franz, der pianistisch für sein Instrument schreibt, spielt als feiner, kultivierter Musiker. Und Bruno Eisner. bewältigt an einem Abend des Ber- liner Sinfoni«orwangcrschaftsunterbrcchung vertreten werden. Alle noch so erdrückenden Beweismomente von der morde- rischen Ausjäte, die sich an die strafrechtliche Verfolgung der Abtreibung knüpft, haben versagt. Man kennt die Opfer, die jahraus, jahrein durch fehlerhafte, unbefugt« und kunstwidrige Eingriffe fallen — Liepmann zählt allein an Todesfällen etwa 29 999—, weiß von der ungeheuren Zunahme diesbezüglicher Pfuscher und Lohnabirciber, weiß auch, daß das Gesetz in seiner Durchführung ein Klassen- und Ausnahmegesetz ist. Das olles hindert aber nicht, immer von neuem dem Arzt die Verpflichtung al? Mehrer und Enthalte r dos Volksbeftandes aufzu- erlogen. Mit der von Grund aus falschen Bezeichnung.Abtrcrbungs- seuche", d>« in sich den Begriff des Dcfamierenden zur Schau trägt, schreckt man und ruft man zum Kampfe auf, nicht aber etwa gegen die tausendfältigen soziologischen Ursachmomente, nein allein gegen die Handlung und selbst deren Versuche. In dem„Aerztlichen Vereinsblait" tritt der Referent des Aerzte- tages von 1925, weich letzterer sich mit der Frag« der Abtreibung und dem Vorgehen gegen diese beschäftigt halt«, für die strikte Durch- führung der damals beschlossenen Richtlinien ein, d. h., daß das für die Feststellung der ärztlichen Begründung für eine Schwang erjchojts- Unterbrechung erforderliche Votum zweier Aerzte nur aus der Reihe der von der Standcsvertretung dazu bestimmten Aerzte erteilt werden darf. Dies bedeutet nicht etwa nur«in« Privilegierung privatwirt- schaftlicher Interessen, sondern, was eine weit schlimmere Bedeutung hat, eine verschärfte Stellungnahme in der Jndikotionsstellung und damit ein weiteres Hineintreiben der von körperlicher und seelischer Not bedrängten Frauen in die Hände pfuscherischer Elemente. Und wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen, so ruft das „Aerztliche Correspondenzblatt" der bayerischen Aerzt« in einer seiner letzten Nummern zum energischen Kampf gegen dl«„Abtreibungs- seuche" auf und stellt Beschlüsse in Aussicht, die für Bayern verbind- lich gemacht werden sollen. Wie dies« aussallen werden, darüber wird man sich wohl kaum einer Täuschung hinzugeben brauchen. Eine tiefernste Illustration zu diesen falschen Gedankengängen, weil historisch eingeengt und traditionell ohne Wertung«ntwicklungsmäßig bedingter Slrukturverschiebungen des Individuums und des Gesell- schaftsorganismus hingenommen, bildet die jüngste Verurteilung zweier Aerzte im Rheinland zu einem Jahre bzw. zehn Monaten Ge- fängnis, die aus rein sozialen, mensdilichen Motiven bei einer Reihe von Arbeiterfrauen die Tötung der Leibesfrucht vorgenommen hotten. Die Mehrung dieser Fälle in den verschiedensten Teilen Deutsch- lands— den erschütterndsten Ausdruck hiervon gibt das Buch des kommunistischen Arztes Crede,„Volk in Not", mit den Radierungen von Käte Kollwitz— schreit nach einer Aenderung des Z 228 des Strafgesetzentwurfes von 1925, und es wird die Aufgabe des kam- inenden R«id>ztags sein, hier endlich einmal den deutschen Aerzten den Weg zu zeigen, den sie zu gehen haben, und der nur durch eine krampfhafte Anlehnung an die ursprünglich« Rolle des Schützers und Erhalters individuellen Lebens versperrt ist. Zur rechten Zeit für diese Staatsmoral kommt der soeben er- schienen« Bericht Karl Kautskys über..Fünf Jahre öffentliche Ehe- beratung", der auf Grund weitschichtigen Materials die R o t w e n- digkeit einer Eheberatung in Fragen des Geschlechts- Verkehrs und der Fortpflanzung Seite für Seit« nachweist. Diese allein auf di« Feststellung von Erbanlagen, konstitutionelle Krank- heilen und auf eugenische Ratsdstüg« stellen zu wollen, hieße, ein weiteres mehr oder minder überflüssiges Institut zu einem Schein- leben in die Welt zu setzen, um der Masse beizubringen, daß sie in erster Linie Kinder zu zeugen hat. Dazu bedarf es nach all den flammenden Kundgebungen keiner weiteren Einrichtungen mehr. Wenn diese Beratungsstellen irgendwcldie rassenhygienischen Zwecke erfüllen sollen, dann müssen sie vor ollem dort einsetzen, wo hem- mungslose Vermehrung der biologisch, sozial und wirtschaftlich unter- wertigen Volksbestandteile aufgehalten werden, wo di« Frau vor drohendem Untergang, die Familie vor wirtschaftlicher Verelendung geschützt werden muß. Hier haben ethische und sozialhygienische Gesichtspunkt« einzusetzen. Diese sind untrennbar verbunden mct Ratschlägen über Kinderbesdiränkungsmaßnahmen. Ob man die Einrichtungen Ehe- oder Sexualberatungsstellen nennt, ist gleich- gültig. Dr. Julian Marcus ef München. VON B. TRAVEN Nachdruck verboten• Copyrighr 1928 by BOchergilde Gutenberg, Berlin w; �(V- Die drei Arbeiter Dobbs, Curfin und Howard haben beim Goldgraben im mexikanisdien Hochland der Sierra Madre eine ansehnliche Menge Goldsand gefunden. Sie rüsten sich zur Heimreise, da erscheint ein Fremdling, der behauptet, da6 in der Nähe eine ungeheuer reiche Goldader zu finden sei. Bevor sie sich noch entschliefien, ob sie an der Aufsuchung des Schatzes feil nehmen wollen, erscheinen Banditen auf der Bildfläche. Der Neuankömmling berichtet über einen räuberischen Ueberfall auf einen Personenzug und von der Verfolgung der Bandifen durch mexikanisches Militär, jetzt aber werden die Goldgräber selbst von den Banditen bedroht, die sich in die Berge zurückgezogen haben. Sie sehen, wie die Bande sich an Ihr Lager heranschleicht, Curlin droht mit Schieben, wenn die Räuber näherkommen sollten. Diese behaupten, sie seien von der Folzci. 22. Fortsetzung. „Sie können auch von dort aus mit mir sprechen. Ich verstehe ganz gut, was Sie sagen." „Wir werden Sie in Arrest nehmen. Sie sagen hier und haben kein« Lizenz zum Jagen. Wir werden Sic verhaften und Ihnen den Revolver abnehmen und ihr Gewehr." Curtin lachte Hinuber.„Wo ist ihr Schild? Dürfen Sie denn Waffen tragen? Sic haben doch kein Schild, und Sie sind nicht von der Federalpolizei, auch nicht von der Staatspolizei. Sie können mich gar nicht in Haft nehmen." „Hören Sie, Sensor," sagte der Wortführer und kam«inen Schritt näher,„wir werden Sie nicht in Arrest nehmen. Geben Sie uns nur ihren Revolver. Das Jagdgewehr dürfen Sie behalten. Wir brauchen den Revolver und auch die Munition." Er kam noch einen Schritt näher, und die übrigen Männer folgten ihm. „Nicht einen Schritt näher," rief Curtin,«sonst wird gefeuert, damit Sie es wissen." „Seien Sie doch ein wenig mehr höflich, Sensor. Wir wollen Ihnen doch gar niästs tun, wir brauchen nur den Revolver." „Den benötige ich selbst." „Werfen Sie das Eisen hier herüber, dann belästigen wir Sie nicht mehr und gehen unserer Wege," rief einer der übrigen Männer, „Nichts kriegen Sie, und nun machen Sie, daß Sie fortkommen." Curtin war«in wenig höher gestiegen, um den Platz besser übersehen zu können. Die Männer berieten nun wieder, was zu tun fei. Sie sahen, daß der Gringo in der Erdrinne augenblicklich im Vorteil wart er lag gut gedeckt. Sobald sie zogen, ließ er sich fallen, und ehe sie den Durchgang zum Busch erreichen konnten, hatte er sechsmal gefeuert, und wenn er gut geschossen hatte, lagen sie alle flad). Sie gingen deshalb wieder zurück und setzten sich auf den Erdboden. Es war inzwischen zehn Uhr geworden» und sie dachten daran, sich ihre Tor- ullas und Tamales oder was sie sonst mit sich führten, zu wärmen. Sie zündeten ein kleines Feuer an und hockten sich herum, um ihre dünne Mahlzeit zu bereiten. Sicher waren sie zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Gringo ihnen ja auf alle Fälle in die Hände schlüpfen müsse. Er konnte dort nicht weg, und da sie hier auf dem Platze ihr Feldlager hielten, so handelte es sich gewiß nur um zwei Tage, und der Ve- lagerte mußte ausgeben. Cr würde ja auch einmal schlafen, und dann könne man ihn leicht überraschen. Sic aßen, dann legten sie sich hin und hielten ihren Mittags- schlaf. Das dauerte zwei Stunden, dann wurden die Leute wieder lebendig und redeten aufeinander ein. Sie suchten sich zu beschäftigen. Und aus diesem Betätigungodrange heraus kamen sie auf den Ge- danken, Curtin zu überlisten, ihn gesangenzunchmen und sich dann mit ihm den Nachmittag angenehm zu vertreiben. Das Opfer findet gewöhnlich einen solchen Zeitvertreib weniger angenehm. Den Höhe- punkt jenes lieblichen Gesellschaftsspiels mit Pfändern überlebt es oftmals nicht. Die Leute sehen ja all« in der Kirche so viel Bilder und Gemälde mit den blutigsten Greueln, sehen die aufgestellten Figuren der Heiligen und Märtyrer mit zerfetzten Körpern, Leiber, die mit Speeren und Pfeilen vollgespickt sind, offene Mäuler, aus denen der abgeschnittene Stumpf der Zunge herausgrinst, heraus- gerissene Menschenherzcn, an denen das Blut heruntertropst und aus denen rote Flammen schlagen, zernagelte und blutüberströmte Hände und Füße, aufgebrochene Knie und zermalmte Kniescheiben, Rücken, die mit Angelhaken gepeitscht werden, und Häupter, auf die Dornenkrän.te mit«inem dicken Holzhammer getrieben werden. Und vor diesen Bildern und hölzernen Figuren, die so realistisch sind, daß man von unsagbarem Grauen geschüttelt wird, wenn man sie sieht, und im Schlafe aufaerissen wird, wenn sie einem im Traum er- scheinen, liegen die Gläubigen und Frommen stundenlang auf den Knien mit weit ausgestreckten Armen und ausgebreiteten Händen und wnnmer» und stöhnen und beten und murmeln und singen mit leiser Stimme hundert, zweihundett, fünfhundert Ave Marias. Und diese Männer, wenn sie ihren Zeitvertreib mit ihren Opfern suchen, brauchen keine Erfindungsgabe zu besitzen, sie brauchen nur nachzu- ahmen, was sie von Kindheit an in der Kirche gesehen haben. Und sie ahmen es nach, geschickt und treu nach den Mustern, denn ihre ganze geistige Vorstellung, die sie haben, wurzelt in der Religion, aber in einer Religion, die auf sie nur durch das Aeußerliche, durch die realistisch« Darstellung, durch die mysteriösen Zeremonien wirkt. Und hier ist es, unter diesen Menschen, wo in der Karwoche die ganze grausame Folterungsgeschichle in allen ihren minutiösen Einzelheiten an lebensgroßen Figuren in erschütternder Naturwahrheit den gläubigen Mengen vorgeführt wird. Das ist kein Passionsspiel: die Vorführungen werden buchstäblich und unmittelbar von diesen Menschen aufgenommen, von diesen bedauernswerten Menschen, die durch unheilvolle Mächte seit Jahrhunderten und bis auf den heutioen Tag in Aberglauben und Unwissenheit gehalten werden, im nackten egoistischen Interesie iener Mächte. Und eine Reaierung. die in wahrhaft modernem Geiste zum Segen dieser gequälten, unolück- lichen Menschen zu arbeiten trachtet und den Kampf gegen' jene Mächte zu führen gezwungen ist. muß Kavallerieregimenter aus. schicken, um diesenigen, die nicht« weiter tun. als das nachzuahmen, was lle sehen, einzufanaen und als Verbrecher zu behandeln. Kann ein derartiger Zugüberfall mit so unerhörten Grausamkeiten aus- geführt werden van normasen Menschen? Di« heidnischen Indianer in der Sierra Mcdre. in Oaraca. In Cblavas und in Vucatea sind solcher Bestialitäten nicht fähig. Die Mesti'en und Merikaner aber, die vor der Begehung des Derbrechens zur Mutter Gottes beten und vor San Antonio eine Stunde lang knien und darum flehen, daß er ihnen helfen möge, damit die Tat auch gelinae, die nach dem Ver- brechen wieher auf den Knien licoen und die Muster Gottes anslehen und ihr zehn Stearinkerzen versprechen, damit sie nicht von den Trupven erwischt werden möaen, die kennen kein Verbrechen und keine Grausamkeit, die auszuüben sie sich nicht für fähig hielten. Ihr Gewissen ist stets unbelastet, sie legen die Bürde ihrer Schuld auf die Rücken der Figuren, die nach ihrer Meinung für diesen Zweck geschaffen sind. Und an eine angenehme Nachmittagsunterhaltung, die ganz unschuldig damit beginnt, daß man dem Opfer glühende Holzstückchen in den Mund schiebt, schienen die Männer jetzt zu denken. Und davon sprachen sie auch ganz offen und so klar und nüchtern, daß Curttn verstehen konnte, was ihn erwartete. Einer der Männer zog seinen Revolver und schob ihn so unter sein« offene Lederjacke, daß man es nichl bemerken konnte, daß die Waffe schußbereit war. Curtin konnte die Bewegung nicht sehen, weil sie ihm gegenüber verdeckt war: aber Lacaud haste sie beobachtet. Die Männer standen einer nach dem anderen auf, reckten sich und kamen wieder zur Mitte des Platzes. „Hören Sie, Senjor," rief der Mann mit dem goldbronzierten Strohhut,„wir wollen miteinander verhandeln. Wir wollen jetzt gehen, weil wir nichts mehr hier zu essen haben, und wir wollen P lotslich ließen sich die Männer... auch noch nach dem Markt morgen früh. Da müssen wir uns jetzt ausmachen. Geben Sie uns den Revolver. Ich habe hier eine golden« Uhr mit guter Kette. Die gebe ich Ihnen für den Revolver. Die Uhr ist hundertfünfzig Pesos wert. Das ist ein gutes Geschäft für Sie." Er zog die Uhr aus der 5)osentasche und schwenkte sie an der Kette in der Lust herum. Curtin war wieder hochgekommen. Er rief hinüber:„Behalten Sie Ihre Uhr, ich behalt« meinen Revolver. Ob Sie zu Markte gehen oder nicht, ist mir gleich. Aber den Revolver kriegen Sie nicht, und damit ist jetzt Schluß." Er stützte die Arme auf und wollte wieder hinunterspringen. Und jetzt hatte der Mann, der den Revolver unter der Jack« bereit» gehalten hatte, die Waffe gerichtet. Er stand hinter einem anderen gedeckt, und selbst wenn Curtin den Mann sah, so konnte er doch nicht sehen, daß die Waffe in Anschlag lag. Ehe jedoch der Bandit abdrücken konnte, krachte ein Schuß, und der Revolver siel dem Manne aus der Hand, während er den Arm hoch in die Lust warf und schrie:„Ich habe eins gekriegt." Als der Schuß gefallen war, wandten sich die Männer alle über- rascht der Rinne zu. Sie sahen ein schwaches Wölkchen hochsteigen. Aber das Wölkchen kam aus der linken Ecke und nicht von da, wo Curtin gesessen hatte. Sehen konnten sie aber weder den Schützen noch die Waffe. Sie waren so erstaunt, daß sie kein Wort herausbrachten. Vor- sichtig rückwärtsgehend kamen sie an den Rand des Gehölzes. Dort setzten sie sich auf den Erdboden und begannen wieder zu reden. Was sie redeten, konnten die Belagerten in der Rinne nicht ver- stehen, aber sie sahen doch so viel, daß die Bandsten sich in höchster Verwirrung befanden. Das war doch nicht etwa Polizei, die hier versteckt war? Nun kamen auch noch drei andere, die im Busch auf Posten waren, heraufgeeilt, weil sie den Schuß gehört hatten und glaubten, sie hätten hier einzugreifen. Aber der Führer schickte sie wieder fort, well er es offenbar in diesem Augenblick für wichtig hielt, daß die Pferde bereit seien. Nachdem sie«ine Zeit gesprochen hatten, lachten sie mft einem Male laut auf. Sie erhoben sich, und unausgesetzt lachend kamen sie wieder mehr zur Mitte des Platzes. „Sie, Senjor, mit uns können Sie solche Tricks nicht spielen," rief der Führer.„Wir haben es gesehen. Sie haben da in der Ecke das Gewehr angebunden und mit einer Leine abgezogen. Aber wir fallen auf solche Späße nicht rein." Di« Männer lachten belustigt auf. Und mtt einem Ruck hatten sie jetzt olle die Revolver in der Hand. „Kommen Sie hervor, Bürschchen, sonst holen wir Sie," rief da Führer.„Wtrd es bald. Eins, zwei, drei. Na, raus nun." Curtin schrie:„Ich denke gar nicht daran. Wenn Sie einen Schritt machen, wird geschossen." „Wollen wir schon sehen, Hombre." Plötzlich ließen sich die Männer alle auf den Erdboden fallen und begannen, den Revolver in der Faust, von verschiedenen Seiten auf die Stelle zuzukriechen, wo Curtin saß. Sie kamen aber nicht weit. Vier Schüsse krachten aus vier verschiedenen Stellen der Rinne, und zwei der Männer schrien, daß sie getroffen seien. Sicher hatten sie nur Streifschüsse, denn sie alle wendeten sich und krochen zurück zum Gebüsch. Hier berieten sie nun, was zu tun sei. Es war ihnen klar ge- worden, daß die Rinne von mehr als einem, vielleicht gar von vier oder fünf Mann besetzt sei. Und diese Leute konnten kein« anderen sein, als Leute von der Polizei. War da» wirklich Polizei, dann waren sie geliefert, denn die Polizei würde nicht hier oben nur sein, die würde inzwischen auch den Weg besetzt halten und ihnen den Rückzug absperren. Es blieb also nur eins übrig. Der Kampf mußte nun aufgenommen werden. Aber es erweckte den Anschein, als ob sie nicht beginnen wollten, und als ob sie abwarten möchten, was die Leute in der Rinne tun würden. Sie erwarteten von dort den Angriff. Als aber kein Angriff erfolgt« und sie keinen Laut von der Rinne her hörten, wurden sie wieder unbestimmt und glaubten aufs neue, daß der Gringo da nur Tricks spiele. Denn wären es Soldaten, die würden nicht warten, die würden angreifen und sie In die Arme der Soldaten treiben, die auf dem Wege stehen.(Forts, folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iiiiiiiiiiiiiiinniiiiiniiiiiiiiiiniiiii:ii:iiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiimiimiiiiuiiiiiiiniuiimuiiiiuiuiiumiuuiiiiiHiuiniiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiuimiiniiiinimiiiiuinuii!iiiiitimiiiuiiiini!iiiiiiiuimuniii Bouillon mit Ei. Die Sommersaison war zu Ende, die ersten kühlen Herbsttage angebrochen. Der Kellner Schwarz und der Küchenchef Weiß, die im Sommer im gleichen Hause gearbeitet hatten, standen in der Bahn- hosshalle des kleinen Badeortes und lrUerhielten sich über die Be- rufsverhältnisse. „Mich kriegen keine zehn Pferde wieder nach diesem kleinen Nest her, hier versauert man ja," meinte der Küchenchef und ging in den Wartesaal, während Schwarz noch am Gepäckschalter seinen Koffer abgab. „Eine Tasse Fleischbrühe," rief er dem gerade vorbeieilenden Kellner zu und nahm an einem kleinen Tisch Platz. „Bedaure sehr, die ist leider alle geworden." „Dann trinke ich ein Glas Bier," sagte Weih nach einigem Heber- legen. Das Bestellte wurde gebracht und der Kellner verschwand. Schwarz war inzwischen ebenfalls eingetreten. Da der Kellner nicht zu sehen war, ging er selbst zum Büfett, um etwas zu be- stellen. Er nahm Weiß gegenüber Platz, der gerade von seinem Bier trank. „Bier ist mir zu kalt, ich habe eine Bouillon mit Ei bestellt," sagte er zu Weiß. „Die ist leider alle, ich hätte auch lieber etwas Warmes ge- trunken, man merkt doch, daß der Sommer vorbei ist." „Jedenfalls hat der Büfettier die Bestellung angenommen." Der Kellner erschien und stellte eine Bouillon mit Ei vor Schwarz nieder. „Sagten Sie nicht vorhin, die Fleischbrühe wäre alle?" fragte Weiß den Kellner. „Jawohl, das ist auch der Fall," antwortete dieser. „Bouillon ist doch ein französisches Wort, welcher Unterschied ist denn nun zwischen Fleischbrühe und Bouillon?" fragte Schwarz und stieß den Küchenchef unter dem Tisch mit dem Fuß an. „Fleischbrühe wird von Knochen und Fleisch gekocht und Bouil- lon von Suppenwürfeln," erklärte der Kellner mit wichtiger Miene, strich das Gold ein und ging weiter. „Was sagen Sie nun?" platzte Schwarz unter Lachen heraus. „Das haben Sie sich auä) nicht träumen lassen, daß Sie hier in diesem kleinen Nest noch eine solche kulinarische Entdeckung machen würden." W i 1 1 m. Der Faschismus und die Männerhosen. Den Segen des Faschismus müssen auch die halbwilden Völker kennenlernen. Und da man bei ihnen nicht die nicht vorhandenen Schulen italienisieren kann, da man aber doch etwa» verbieten muß, wird ihnen ganz einfach das Tragen der Männerhosen verboten. So geschah es auch auf der Halbinsel Somali, die unter italie- nischem Protektorat steht. Eines Tages erschien eine streng« Verordnung, die die Mit- glieder des Stammes Nizserten zwang, ihre neueste Errungenschaft. die Männerhosen, wieder abzulegen. Früher gingen die schwarzen Männer ganz nackt oder sie waren höchstens mit einem Lendenschurz bekleidet. Nun wünscht der italienische Kommissar, daß die Wilden wieder so herumlausen sollen, denn— erklärt er:„Hosen sind ein Privileg der weihen Männer und ein Schwarzer, der{o etwas zu tragen sich untersteht, wird mit zwei Jahren Gefängnis und 25 Stockhieben bestraft". Wegen dieser Verordnung herrscht auf der Halbinsel große Eni- rüstung. Das Oberhaupt des Stammes A b d i S e j k versuchte den Gouverneur zu bewegen, diese Verordnung zurückzuziehen. Doch dieser verweigerte das im Namen des Faschismus. Nun will Abtn Sejk auf der Septembertagung des Völkerbundes erscheinen und seine Intervention erbitten, denn Somali verlangt Männerhosen. Eine Schnupfenstatistik. »Der Schnupfen ist ein Uebel, das einen jeden Menschen mehrere Male in seinem Leben erreicht. Man muß also Mittel und Wege finden, um dieses Uebel energisch zu bekämpfen" erklärte eine Liga in New Pork, die vor kurzem zur Bekämpfung des Schnupfens gegründet wurde. Sie ließ durch die John Hoptins- Universität, der sie 195 000 Dollar zur Erforschung des Schnupfens übergab, eine Schnupsenstatistik veröffentlichen. Nach dieser Sta- tistik tostet diese Krankheit einem jeden amerikanischen männlichen Staatsbürger einundeinhalb Arbeitstage im Jahre. Bei Frauen ver- hast sich die Sache noch schlimmer. Jede einzelne von ihnen wird durch den Schnupfen 2,1 Tage im Jahre arbeitsunfähig. Das Nationalvermögen vermindert der Schnupsen jährlich um 800 000 Dollar. Die verschnupfte Menschheit in Amerika gibt monatlich 4500 Dollar für Medikamente aus, die nichts nützen. Nun will die Liga einen Kreuzzug gegen den Schnupfen eröffnen. Der Tod eine Luxussache. Ein Professor der Aberdeen University in Amerika war um ein Gutachten darüber aufgefordert worden, ob Grabsteine als Luxusgegenstände zu betrachten seien. Der Professor ist der Ansicht, daß Grabsteine unbedingt Luxusgegcnstände sind, weil man sie, was wohl unbestritten bleibt, nur einmal im Leben brauche. Der Herr Professor wird nun also wohl auch eine Luxussteuer auf den Tod befürworten. Ein Opfer seines Berufs. Der Pfarrer der presbnterianischen Kirche in der kalifornischen Stadt Gelcndale hat eine Schadenersatzklage gegen die Kirche angestrengt. Der anscheinend äußerst temperamentvolle Geistliche hott« sich beim Predigen den Arm ausgerenkt und er mußte sich operieren lassen. Wie kann man auch nur so mit den Händen sprechen! Die Zeitung hat Schuld! Wütend kommt ein Mann in die Schrift'eitung eines Zeiiunas- blattes gestürmt:„Sie mit Ihrem verflixten Käseblatt!" Der Redak- fear kennt seine Pappenheimer schon und fragt ruhig:„Na, was gibt cs denn diesmal?"—„Sie haben doch gestern von einem Einbruch in der Tstraße geschrieben. Die Diebe haben alles auf- gebrochen, alle Wertsacken gestohlen, und Sie schrieben auch ganz richtig,�daß sie die goldene Uhr in meinem Nachijchrank übersehen hätten."—„Na, stimmt das nicht?"—„Ja. Ich bin der Testohlene. Aber vergangene Nacht war die Bande da und hat die Uhr aus dem Nachtschrank geholt!" Die Zementbahn eröffnet! Schon am Sonntag Olympia- Bahn. Am kommenden Sonntag wird die Berliner Sommerradrennsaison für 1928 offiziell eröffnet. Die Straßenfahrer bestreiten ihr schon traditionell gewordenes Rennen Berlin- Kottbus Berlin, während sich auf der Olympiabahn die Steher und Flieger versammeln. 11 Die Wiedereröffnung der Olympiabahn bringt das Debut des in der Sportgemeinde weithin bekannten ehemaligen Schrittmachers Werner Krüger als Veranstalter von Rennen auf offener Bahn. Der Schrittmacherkönig" hat bekanntlich vor einem Jahre die Lederjacke für immer ausgezogen, um sich nunmehr als Beranstalter zu betätigen, und zwar auf der Bahn, auf der er mit dem Hannoveraner Erich Möller seine letzten Erfolge erringen konnte. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die Olympiabahn bereits einen Schrittmacher zum Leiter hatte. Der vor zwei Jahren auf der Hamborner Radrennbahn tödlich verunglückte Schrittmacher Franz Hofmann mußte im Jahre 1911 die Bahn übernehmen, weil er dem damaligen Besizer größere Geldmittel zur Verfügung gestellt hatte, die dieser nicht tilgen fonnte. Dann kam der Krieg, der teine Einnahmen brachte, so daß sich Hofmann veranlaßt sah, nach dem Kriege die Bahn zu verkaufen. Werner Krüger will neben den Dauerrennen auch den Fliegersport pflegen. Der tommende Sonntag bringt zur Eröffnung drei getrennte Dauerrennen über 15, 25 und 30 kilometer. Lewanow, Rosellen, Bauer, Catudal- Frankreich und Storm- Holland sind hierzu verpflichtet worden. Fliegerrennen für Berufsfahrer und Amateure vervollständigen das Programm. Die Berufsfahrer bestreiten ein Mal- und Vorgabefahren, während den Amateuren ein Punktefahren vorbehalten ist. Rennbeginn 3½ Uhr. Zu der fünftigen Programmgestaltung erfahren wir folgendes: Am 13. Mai gelangt das bekannte Große Goldene Rad" mit Sawall, Lewanow, Snod- Holland, Leddy- Belgien und SaufinsFrankreich zum Austrag. Geplant iſt, am gleichen Tage den Nachwuchs im Kleinen Goldenen Rad" zu Worte kommen zu lassen. Carvus, Hille, Dederichs, Chnitmann und Schmidt sollen hier antreten. Der 24. Juni bringt den Großen Preis von Berlin" mit der Besetzung Sawall, Möller, Lewanow, Krewer und GrassinFrankreich. Am 9. September steigt" der Große Preis von Europa". Er ist mit Sawall- Deutschland, Snock- Holland, LinartBelgien, Maronnier- Frankreich und Suter- Schweiz als Fünfländertampf gedacht. Achtet auf die Müggel! Aufnahme des Rettungsdienstes. Die„ Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin u. Umgegend e. B." eröffnet den Sanitätsdienst auf ihren Stationen in Rahnsdorf und Friedrichshagen am Sonntag, 25. März. Bon da ab find die Stationen wieder jeden Sonntag mit Sanitätsmannschaften besetzt. Sobald das Befahren des Müggelfees mit Gefahr verbunden ist, wird auf den Stationen eine rote Flagge gezogen. Neben den Rettungsstationen Rahnsdorf und Friedrichshagen befinden sich Warnungsstationen bei dem Spindlersfelder Ruderklub, im Spree- Kafino, Köpenid, und bei dem Nuderklub Ertner. Auch auf diesen Stationen wird, sobald der Müggelsee gesperrt werden muß, eine rote Flagge gezogen. An alle Wassersporttreibenden ergeht die dringende Bitte, das Warnungszeichen unbedingt zu beachten und das Befahren des Müggelfces zu vermeiden, sofern an den genannten Stellen die rote Flagge gezogen ist. An den Oster- und Pfingstfeiertagen befinden sich fliegende Stationen an der Schleuse in Neue Mühle, am Dolgensee und am Wolziger See. 283 Die Boxerkommiffion hat Tunney benachrichtigt, daß er sich bis zum 22. März zu entscheiden habe, ob er die Herausforderungen von Sharkey, Heeney und Risko annehme. Der Bormanager in Chicago hat mitgeteilt, daß er Tunney 400 000 Dollar und die Hälfte Der Einnahmen biete, wenn er einwillige, in Chicago feinen nächsten Borkampf auszutragen. ~ Sportund Spiel~ Berliner Frühjahrsturnier. Das Reit- und Fahrturnier, das am 24. März bis 1. April im Sportpalast abgehalten wird, verspricht wiederum ein sportliches und gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges zu werden. Um einen immer weiteren Kreis von Zuschauern zu gewinnen, hat die Turnierleitung sich diesmal sieben Schaunummern ge= sichert und zwar eine vierfache hohe Schule, eine Reitpantomime, Werner Krüger, der neue Mann in Olympia. ein Springmanover von Reichswehroffizieren auf Olympiadepferben geritten, 50 Reiter der Schußpolizei, die große reiterlich- gymnastische Uebungen ausführen werden, eine" Parforce- Jagd im Sportpalast", eine Quadrille, geritten von Berliner Stallmeistern auf 24 Schimmeln und eine historische und moderne Schau: Die Reiterei im Wandel der Jahrhunderte. Titelkämpfe im Boxen. Die Meisterschaften im Sportpalast. Neben der Meisterschaft von Deutschland im Schwergewicht zwischen Franz Diener und Schmeling wird am 4. April im Berliner Sportpala st noch ein zweiter Titelkampf abrollen, und zwar ein Kampf um die Europameisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem französischen Titelhalter Molina und dem Kölner Hein Domgörgen. Daneben ist nunmehr auch Ludwig Haymann für den 4. April verpflichtet worden. Ludwig Haymann, der damit nach seinem Kampf gegen Bub Gorman zum ersten Male wieder in einem Berliner Ring bort, hat das Recht, mit dem Sieger aus dem Kampf Diener- Schmeling im Mai ebenfalls um den Titel zu kämpfen. = Die deutsche Boxsportbewegung hat in letzter Zeit nicht zuletzt durch die großen Erfolge Schmelings einen fräftigen Impuls er halten, der sich auch nach außen hin in erfreulichem Maße auswirkt. Bahlreiche Herausforderungen deutscher Meister an die Europameister ihrer Gewichtsklasse haben verhältnismäßig schnell Geltung und Anerkennung gefunden. Nach Hein Domgörgen. der am 4. April im Sportpalast gegen den Mittelgewichtseuropameister Molina Frankreich kämpfen soll, ist es Weltergewichtsmeister Karl SahmHamburg, der sich zu einem Europameisterschaftskampf zu rüsten hat. Nach längeren Berhandlungen ist es gelungen, den Titelhalter Darton Belgien für den 22. April nach dem Leipziger ,, Achilleion" zum Meisterschaftskampf mit Sahm zu verpflichten. Der nächste Deutsche, der um einen Europatitel bort, dürfte Federgewichtsmeister Paul Noad sein, dessen Herausforderung an Quadrini. Italien von der Internationalen Bor- Union soeben anerkannt worden ist. Der Italiener hat sich bis zum 12. April dazu zu äußern, ob er die Herausforderung annimmt. Aloer noch eine vierte Europameisterschaft steht in Aussicht. Der Italiener Michele Boa naglia, im Januar von Mar Schmeling in der ersten Runde vernichtend geschlagen, hat auf Grund seines vor kurzem in BuenosAires errungenen Sieges über Kid Charol telegraphisch von dort eine neue Herausforderung an den deutschen Halbschwergewichts- und Europameister gerichtet. Frühlingswandern. Gastfahrten in die Umgebung Berlíns. Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit tommt auch die Natur wieder zur Entfaltung. Der Naturfreund hat daher um diese Zeit die Möglichkeit zu schönster, anregendster Naturbetrach tung. Die Sumpfflora zeigt ein kräftiges Aufblühen bei Milz. fraut, Sumpfdotterblume, Beinwurz, Bestwurz, Wiesenschaumfraut Enzian, allerlei Weidenarten, Erlenbüschen. Wiesen und Lucht zeigen prächtigste Naturentfaltung. In den Wäldern läßt sich vieles beobachten. Gänseblümchen Dor allem auch an unseren Seenrändern, Windröschen, Scharbocks traut, Leberblümchen, Fingertraut, Mistel, Erlen, Pappeln und Ulmen sieht man in schönster Blüte. Und auch sonst regen sich allerlei Lebewesen. Da lohnt es schon, trog oft noch ungünstigen Wetters zur Schau auf Fahrt zu gehen. Besonders die Ber finer Umgegend bietet für den Freund der Frühlingsentwicklung braußen in Wald und Flur reiche Anhaltspunkte. So find denn in den Kreisen der Arbeiterwanderer zu dieser Zeit besondere Aus flugsorte beliebt. Brieselang, Kremmener Luch, das nördliche Havel gebiet, Golmer Luch, Plagefenn, Nonnen- und Schwärzefließ, das Löckniggebiet mit den angrenzenden Seentetten und die Dubrow werden gern aufgesucht. Ohne Führer geht es aber für den in der Natur fremden Großstadtbewohner oft nicht ab. Die Berliner Naturfreunde haben es sich deshalb zur besonderen Aufgabe gestellt, hier Abhilfe zu schaffen. Die Naturwissenschaft. fiche Abteilung der Ortsgruppe Berlin wird von Zeit zu 3eit besondere Frühlingswanderungen veranstalten, die dem Außen stehenden Einblick in das Leben und Treiben der frühlingshaften Natur bieten sollen. Die erste dieser Wanderungen wird bereits am Sonntag, 1. April, stattfinden. Abfahrt 8,05 Uhr Lehrter Bahnhof und 8,10 Uhr Putligstraße. Die Fahrt geht durch den Briefelang und die Bredower Forst. Gäste sind herzlich will tommen. Für später sind nicht nur der Jahreszeit angepaßte Wanderungen vorgesehen, sondern auch solche in Gebiete mit einem be. sonderen industriellen Charakter, wobei die Besichtigung verschie dener Werke vorgesehen ist. Auch diese Fahrten verdienen reichen Zuspruch. GROSSER OSTER VERKAUF Entzückende Neuheiten geschmackvoller Frühjahrs- Moden! Kleiderstoffe Kasha in verschie denen Melangen 2.95 2.70 1.95 • Kasha- Travers„ Die große Mode" 3.50 2.95 2.20 Kasha kariert, gestreift, ca. 100 cm breit. 4.50 3.50 . Shetland u. Kasha ca. 140 cm breit, f. Mäntel 3.75 und Kostüme 7.50 5.90 Meter Seidenstoffe Bastseide naturfarbig. 1.95 2.90 4.304.20 Bast- Drucks neueste Muster..... 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Abt. gegen Lichtenberg in Neukölln, Dammweg und Groß- Berlin- Lichtenberg gegen Neukölln 2. Abt. um 10 Uhr in Lichtenberg, Kynaststraße. Wichtige Spiele der 2. Klasse: Fichte- Spielabteilung gegen Lichtenberg 2. Abt. in Baumschulenweg. Groß- Berlin- Friedenau gegen Berlin 12 um 10 Uhr in Friedenau, Offenbacher Straße. Brandenburg 1. Abt. gegen Charlottenburg- Schwimmer. Fichte 9. Abt. gegen GroßBerlin- Wedding 2 in Reinickendorf, Schäfersee. Waldlauf in Schulzendorf. = Am kommenden Sonntag, 25. März, veranstaltet die Freie Turnerschaft Groß Berlin einen Waldlauf in Form einer Schnitzeljag d. Treffpunkt für alle Bezirke 14 Uhr, im Lokal von Huhnert, Schulzendorf. Der Ablauf erfolgt 14 Uhr. Anschließend gemütliches Beisammensein. Theater, Lichtspiele usw. Freitag. 23. 3. 28 Staats- Oper Am Pl. d.Republ. 12 Uhr: SinfonieMittagskonzert 8 U.: V. Sinfoniek. Freitag, 23. 3. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. II. Anf. 72 Turandot Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Prinz Louis Das Duell Ferdinand am Lido Komische 81, Uhr Oper 8%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Volksbühne Ausschneiden Gutschein 1-4 Pers. Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 8 Uhr Die Entkleidung Der Zigarettendes Antonio Carossa kasten Grosses Schauspielhaus Anfang Ende 8 Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL Fauteuil nur 1,10 M.. Sessel 1,60 M. 8 Winter Uhr Garten Otto Reutter und das dr. Programm Renaissance- Theater Steinplatz 901. Freie Turnerschaft Groß- Berftu E. B. Commdog, Generalprobe zum Jugendfest, Turnhalle Prinzenstraße. he, 4. Kreis, Arbeitersportler, Sigung Dienstag, 27. März, im Lokal von August Bohst, Lychener Straße 103, Ede Stargarder Straße. Parteiausweis legitimiert. Schach am Sonntag. der C- Gruppe des Berliner Arbeiterschachklubs haben folgende ZuDie um 10 Uhr stattfindenden Mannschaftswetttämpfe fammenstellung erfahren: Gesundbrunnen 2 gegen Humboldthain 2, Voltastraße 19. Süden 2 gegen Schillerpart 1, Mustauer Straße 10. Often 2 gegen Friedrichsfelde 1, Weberstraße 6. Im freien Schachheim des Berliner Arbeiterschachtlubs in der Landsberger Straße 82( of 1), das jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet ist, wird der große Wettkampf des Werbebezirks Nord gegen den Werbebezirk Ost an etwa 60 Brettern ausgetragen. Dieser Wettkampf verspricht sehr interessant zu werden. Beginn 14 Uhr. Eintritt 10 Pf. Wer das Schachspiel erlernen will, oder wer schon Schachspieler ist und noch keiner Abteilung des Berliner Arbeiterschachklubs angehört, möge sich an die Adresse von Franz Elison, Berlin NW. 87, Waldstraße 34, wenden. Die Abteilung Berliner Theater Residenz- Theater Direktion Kuhnert Charlottenstr.90/ 91. Donb.170 8 Uhr „ Die Bollé Sisters" Tägl. 81 Uhr: Kein Polizeiverbot Oskar Ebelsbacher in Ein Berliner Volks- Schule der Liebe stück von Friedmann- Frederich. Max Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Franz. Schwank in 3 Akten, Für Jugendl. verb. Für Fankfreunde halbe Preise Kleines Theater Theater des Westens Täglich 8 Uhr: Erika Glässner in Gretchen Für Jugendliche nicht geeignet Täglich 8 Uhr Zigeunerbaron Kiurina a. G.( Wiener Staatsop.) Lichtenstein, Hofbauer, Fleischer ( Berl. Staatsop.) Wieser, Th. im Admiralspalast Bradsky. Brandt 99 Nur noch 4 Vorstellungen Tägl.8, Uhr ALLERREVUE Wann und wo Letzte SonntagNchm.- Vorstllg. 3 Uhr: die ganze Vorstellung zu halben Preisen Piscatorbühne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Ant. 8, Ende geg. 11 Die Abenteuer des braven Soldaten Schwefk mit Max Pallenberg Insc. Erwin Piscator Gastspiel im Schluss der Spiel Lessing- Theater zeit 25. März Norden 12798 Täglich 8 Uhr Thalia- Theater Hoppla, wir leben! Dresdner Str. 72/73 U. Das Kamel geht DOMPADOUR 8.10 Uhr: Coeur Bube. durch das Hadelühr MASSARY Theater am Kottbusser Tor Sonntag um 3 Uhr halbe Preise 8 SCALA Nollendorf 7360 Enrico Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Elite- Sänger Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr: Absteigequartier Im März- Spielplan d. gr. Schlager Schwank in 3 Akten ,, Oh diese Schwiegersöhne" Volksstück in 1 Akt. Ferner: Schorsch Ruselll, der Meister der Komik in ,, Frühlingszauber" 99 von Ernst Toller Insc. Erwin Piscator Lustspielhaus 8 Uhr Guido Thielscher „ Unter Geschäftsaufsicht" Jugendliche keinen Zutritt! Rose- Theater Vorzeiger dieses zahlen für Parkett Gr. Frankf. Str. 132. auch Sonntags statt 8 Uhr 4,- Mk. nur 60 Pl. Der Flieger Rastelli Deutsches Theater Kammerspiele Theater i. d. Lutzowstr. und weitere internationale Varieté- Attraktionen. Sonnabends u. Sonntags Je 2 Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr-330 zu ermäßigton Preisen das ganze Programm. Reichshallen- Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. Dönhoft- Brett'l: Glänzendes Varieté- Programm Tanz! Anfang 8 Uhr, Stgs. 51/ PROGRAMM für die Zeit vom 23. bis 26. März 1928 BTL Potsdamer Straße 38 Charlie Chaplin in Zirkus Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14 Der Fremdenlegionär mit Dorothea Wieck, Oskar Marion Dazu De schwarze Satan spannende Akte Odeon, Potsdamer Str. 75 Norden 12310 Norden 12310 Abonnementsbüro: 84 U., Ende nach 10 Norden 10 338-39, Finden Sie, daß 31/4 Uhr, Ende 10 U Zwölftausend Constance sich richtig Sonntag, den 25. vorm. 11 Uhr Bühne der Jugend ..Mörder für uns Sonntag, den 25. nachm. 4 Uhr Zinsen Preise 1-7 M. Die Komödie Bismarck 2414/7516 84 U., Ende 10% U. Marcel Fradelin ( Der Eunuch) verhält? darnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 8 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie: Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. та Tel. Kurf. 9209-10. Täglich 8 Uhr: Bennet contra Aschenbrödel Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 8 Uhr: Die goldne Meisterin Metropol- Th. Planetarium am Zoo Zentrum 128 24 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg Hedry, Matzner, Ralph Artur Roberts, Rettner Hofen, Hell, Hoffmann Verläng. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16, 18, 1912, 21 Uhr Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jahren 0,50 Tag B, Uhr, Berliner Ulk- Trio Neukölln, Lahnstr. 74/751 Ostrap" des Berfiner Arbeiterschachtlubs veranstaltet heute Freitag, 20 Uhr, bei Sollmann, Rigaer Straße 67, einen Werbeabend mit folgendem Programm: Bortrag„ Die Bedeutung des Arbeiter= Schachs", Gäfteturnier und Simultanspiel. Eintritt frei! Vereinskalender. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität“. 1. Abt.: 18 Uhr StahnsdorfMachnower Schleuse. Start Bülowstr. 55. 2. Abt.: 7 Uhr über Birkenwerder durch den Krämer, 13 Uhr Spandau( Lokal Sur Markthalle"). Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: 13 Uhr Streifzüge durch den Often. Start Laufizer Blaz. 4. Abt.: 13 Uhr, Tour am Start, Weberwiese. 5. Abt.: 7 Uhr Trainingstour für Rennfahrer, 13 Uhr Röntgenthal. Start Landsberger Plaz. 6. Abt.: 11 Uhr Glienice a. d. Nordb.( Bath). Start Schönhauser Allee 164. 7. Abt.: 13 Uhr, Tour am Start, Roloniestr. 147. 8. Abt.: 8 Uhr durch den Krämer, 13 Uhr Papenberge. Frühstart Arminiusplag, mittags Waldenserstr. 19. 9. Abf.: 13 Uhr Glienicke a. d. Nordb.( Bath). Start Schulstr. 114. 10. bt.: 13 Uhr Tour am Start, Comeniusplay. 11. Abt.: 13 Uhr Adlershof( Biege). Start am Blochplay. Rennfahrer- Abt.( Moabit): 14 Uhr Streifzüge durch die Jungfernheide. Start Arminiusplag. Motorfahrer( Norden): 10 Uhr Brandenburg a. d. Havel. Start Brunnenstr. 101. Bez. 21, Ortsgr. Weikensee: Streifzüge, Endziel Bernau. Start 13 Uhr Kaifer- Wilhelm- Str. 12. Ortsgr. Reinidendorf: Frühlingsfahrt. Start für beide Abteilungen 13 Uhr Schillerpromenade, Marienplag. Ortsgr. Pankow: Summt- Birkenwerder. Start 10 Uhr Jugendheim. Ortsgr. Niederschönhausen: 24. März Frühlingsfest. Weißensee( Turnhalle). Ortsgr. Strelau- Rummelsburg: Schmödwig. Start 12 Uhr Türrschmidt, Ecke Lessingstraße. Arbeiter- Sport- und Kulturkartell Neukölln. Montag, 26. März, 20% Uhr, im Jugendheim Wanzliksir. 7, Kartelljugendversammlung. Bereinsjugendleifer laden ein. Alle noch nicht gemeldeten Quartiere für den Reichsartistenwettstreit müssen bis spätestens heute abend in der Geschäftsstelle abgegeben werden. Unübertrefflich in Qualität und Preiswürdigkeit Zweireihiger Ulster aus modern gemustertem Cheviot, grau u. mittelbroun Mk. 47: Zweireihiger Ulster aus steingrauem Gabardine MK.63: Zweireihiger Ulster aus apart kariertem reinwollenem Cheviot Mk.75in mode u grau, regenfest Paletot mit Samtkragen ( Chesterfield) steingraver Shetland m.K- Seidenfutter Mk.89.Durch eigene Herstellung beste Gewähr für Zutaten und Näharbeit Leineweber Berlin C, Köllnifcher Fifchmarkt 4-6 KINO TAFEL Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Mein Freund Harry mit Harry Liedtke Revue: Weshalb, wieso, warum? Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Dolores del Rio in Dle Liebe vom Zigeuner stammt.. Ferner Bühnenschau Südwesten Henny Porten in Liebe und Diebe Film- Palast Kammersäle Turmstraße 12 Charlie Chaplin in Zirkus Jugendliche haben Zutritt Teltower Straße 1-4 Der größte Gauner der Welt mit L. Albertini Viktoria- Lichtbild- Th. LSP Frankfurter Allee 48 Zwei Stunden lachen Streng vertraulich! Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Concordia- Palast Andreasstraße 64 auf dem Pat und Patachon Wege zu Kraft und Schönheit Lichtspiele am Senefelderplatz Alraune( Brigitte Helm, P. Wegner) Die Waise vom Hell- River Metro- Palast Chausseestraße 30 Charlie Chaplin in Zirkus Bühne: Kammersäng. Schwarz als Bajazzo PROGRAMM für die Zeit vom 23. bis 26. März 1928 Ballschmieder- Lichtsp. Tivoli- Lichtspiel- Th. Badstraße 16 Ledige Mütter Der Todesreiter von Arizona Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Charlie Chaplin in Zirkus Kammerlichtspiele Skala- Lichtspiele Marienbad- Palast Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Es war zu Heidelberg in blauer Sommernacht Dazu Widetzky- Sänger Ferner: Dle 11 Teufel Norden Schönhauser Allee 80. Harry Liedtke in Dragonerliebchen Bühne: Kurt Goritz m. seinem Ensemble Nordwesten Am Rande der Welt m.Brigitte Heim Pharus- Lichtspiele Welt- Kino Alexanderstraße 39-40 Kolibri- Lichtspiele ( Passage) Onkel Toms Hütte Belle- Alliance- Platz 2 An der Grenze des Todes Das gewaltige Filmwerk 13 Akte Jugendliche haben Zutritt Süden Müllerstr. 142 Der Welterfolg Onkel Toms Hütte Wochenend wider Willen Die wilden Pferde v.Chinook- Ta Alhambra Müllerstr. Osten Schwarzer Adler Th. am Moritzplatz Frankfurter Allee 99 Beginn: W. 5, 7, 9,15. S. ab 3 Uhr Der alte Fritz 1. Teil( Friede) Jugendliche babon Zutritt Onkel Toms Hütte Ferner Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Es zogen 3 Burschen Bühne: Revue: Oogen, Fleesch und Beene. Mila- Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130 Das Ende von St. Petersburg Bühne: Das russische Tanzpaar Koroleska Alt- Moabit 99. 19 W. 5,05. Stg. 3 Uhr Pat u. Patachon auf dem Wege zu raft und Schönheit Jugendliche haben Zutritt Gesundbrunnen Alhambra Badstraße 58 Der Sprung ins Glück Humboldt- Theater Badstraße 19 Charlie Chaplin in Zirkus Badstraße 35-36 Harry Piel in Panik Prinzen- Palast Prinzenallee 42-43 Charlie Chaplin in Zirkus Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Königin Luise, IL Teil Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a Martin Luther Jugendliche haben Zutritt Berliner Straße 27 Charlie Chaplin in Zirkus Bühne: Zirkus Chari- Vari Jugendliche haben Zutritt Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 Anfang W. 7. 9,15. Sonnt. ab 4 Uhr Mady Christians in Königin Luise, I. Teil Jugendliche haben Zutritt Faun- Lichtspiele Krumme Straße 37 Der alte Fritz, I. Teil, Friede Verstärktes Orchester Jugendliche haben Zutritt Sonntag, 3 Uhr Jugendvorstellung Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Uraufführung: Wenn ein Weib den Weg verliert Café Elektric Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Sensationsprozeß( Magda Sonja, Anton Pointer) Bühne: Harry Allister