Morgenausgabe Tir. 151 A76 45. Jahrgang Böchentlich 70 Bfg., monatlich&,-. im voraus zahlbar. Boftbezug 3,72 D2 einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 5,50 m. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Jlluterte Beilagen Boll und Belt und Rinderfreund" Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauenftimme"," Techni!", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 29. März 1928 Groß- Berlin 10 Pt. Auswärts 15 Pf. Die etalpattige Ronpareiñezelle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs. mart Kleine Anzeigen" das fettge druckte Wort 25 Pfennig( zulässig zwer fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig Stellengefuche das erste Bort 15 Brennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig Borte über 15 Buchstaben gählen für zwei Borte Arbeitsmarkt Beile 60 Bfennig. Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden. Straße& wochentägl. von 8%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Lohnzulage für Gemeindearbeiter. Beschlüsse des Berliner Magistrats. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: „ Der Magistrat hat beschlossen: a) Die Löhne der städtischen Arbeiter im Voll- Lohnalter werden mit Wirkung vom 2. April d. 3. um 6 Pf. und ab 1. Oktober d. 3. um 4 Pf. pro Stunde et höht. Die Stundenlöhne aller übrigen Arbeitskräfte erhöhen sich vom gleichen Tage im bestehenden Berhältnis. Diefe Löhne gelten bis 31. märz 1929. b) Das Boll- Cohnalter der städtischen Arbeiter wird vom 2. April d. 3. ab von 24 Jahre auf 21 Jahre herabgesett c) Straßenreiniger find vom 2. April d. 3. ab nach vierjähriger Beschäftigung als an gelernte Arbeiter nach Lohngruppe 2, Baggerer als angelernte Arbeiter mit besonderer Tätigkeit nach Cohngruppe 3 zu entlohnen. d) Die Gewährung des 48fachen Handwerkerstundenlohnes als Wochenlohn wird vom gleichen Zeitpunkt auf die Kraftfahrer der Straßenreinigung ausgedehnt. e) Die Bestimmungen über die Gewährung von Kinderbeihilfen an städtische Arbeiter werden hinsichtlich der Einkommensgrenze für Kinder mit eigenem Verdienst, für die Kinderbeihilfe beansprucht werden kann, vom 2. April d. 3. den Beamtenbestimmungen angepaßt. f) Die beantragte Umbezeichnung der Cohngruppen als Cohngruppen 1, 2 ufw. unter Forfiaffung der bisherigen Bezeichnungen als ungelernte, angelernte ufw. Arbeiter wird abgelehnt a) Den städiligen Gesellschaften wird empfohlen, thre Lohnerhöhungen in demselben Ausmaße zu vereinbaren." Mit diesen Beschlüssen ist der Magistrat zwar den Forberungen der Gemeindearbeiter nicht in allen Buntten beigetreten, die 3ugeständnisse sind jedoch sehr bemerkenswert, besonders wenn man berücksichtigt, daß seit der letzten Lohnregelung eine außertarifliche Zulage von 5 Pf. gewährt worden ist. Man muß auch die mißliche Finanzlage der Stadt Berlin in Rücksicht ziehen, denn diese Lohnerhöhung wirkt sich auf über 60 000 Arbeiter aus. Zu berücksichtigen ist weiter, daß auch die Herabfeßung des Voll- Lohnalters, die Neueingrup pierung der Straßenreiniger und Baggerer usw. gleichfalls prat tisch Lohnzulagen find. Es wäre also ungerecht, wenn man nicht anertemmen würbe, daß der Magiftrat der Notlage der städtischen Arbeiterschaft in einem Maße entgegengekommen ist, an dem sich die Privatindustrie ein Beispiel nehmen, follte. Frontwechsel in Warschau. Pilsudsfis Regierungsblock nähert sich der Rechten. Boftscheckkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstr. 3 Amnestie und KPD. Der Gipfelpunkt des verlogenen Opportunismus. Als im März 1927 die Fememörder Schulz und Genoffen zum Tode verurteilt worden waren, schrieb eine Berliner Zeitung:„ Wenn die verurteilten Fememörder erst einmal ihren Kopf gerettet haben, dann werden sie auch nach wenigen Jahren Ehrenhaft" die volle Freiheit wiedererlangen. Man kennt dieses Rezept aus Erfahrung." Wo war dieser Satz zu lesen? In einem Artikel der Roten Fahne" vom 27. März 1927. Die Rommunistische Partei scheint fein rechtes Vertrauen zu der Prophetengabe ihres eigenen Zentralorgans zu haben. Infolgedessen hat die Kommunistische Reichstagsfraktion sich felbft darum bemüht, die Zuchthausstrafen, zu denen die Fememörder begnadigt wurden, in Ehrenhaft umzuwandeln und ihnen die Wiedererlangung der Freiheit in wenigen Jahren zu ermöglichen. Die Sozialdemokratie ist stets für eine weitgehende politische Amnestie eingetreten. Ueber die Grenzen, die ihr zu stecken sind, fann man gewiß verschiedener Meinung sein. Aber darüber ist ein Streit nicht möglich, daß das Verhalten der Kommunisten in der Frage der Amnestie den Gipfelpunkt der Berlogenheit und der Feigheit darstellt. Die Kommunisten geben vor, daß ihre Aktion von dem glühenden Wunsch bestimmt wird, die proletarischen Gefangenen zu befreien. In Sowjetrußland befinden sich Tausende politischer Gefangenen in furchtbaren russischen Kerkern. Der 10. Geburtstag hat zur Amnestierung einer großen Zahl ge= meiner Verbrecher geführt, aber an die Begnadigung auch nur eines einzigen der vielen sozialdemokratischen Arbeiter, die durch Sowjetgerichte ihrer Freiheit beraubt waren, haben Stalinisten nicht gedacht, und die deutschen Bolschewisten haben es nicht gewagt, sich auch nur mit einem Worte für diese Männer und Frauen zu verwenden. Es ist eine Lüge, wenn sie jetzt so tun, als ob das Mitgefühl mit den gefangenen deutschen Kommunisten, die sie durch Warschau, 28. März.( Eigenbericht.) Regiment Pilsudstis für die parlamen unfinnige Parolen ins Unglüd gestürzt haben, Veranlassung zu ihrer Aktion gegeben hätte. Kommunistische Gefangene gibt es seit Jahren, ohne daß die KPD. in den legten vier Jahren auch nur einen ernsthaften Schritt zu ihrer Haftentlassung unternommen hätte. In jedem Amnestierungsantrag schloß sie alle Perfonen von der Begnadigung aus, die sich an Mordtaten oder Mordverschwörungen der Schwarzen Reichswehr, der Organisation ,, Conful" oder der Bayerischen Einwohnerwehr als Täter, Anstifter, Geldgeber oder Gehilfen beteiligt hatten. Nun fann man selbstverständlich gewisse Kategorien strafbarer Handlungen von einer Amnestie ausnehmen. Aber es ist unmöglich, Arten von Verbrechen in sie einzubegreifen, wenn sie von Angehörigen einer Linkspartei begangen sind, sie aber von der Gnade auszuschließen, wenn sie von Roßbachern oder Wikingern verübt sind. Man mag die Intelligenz der Kommunisten noch fo gering bewerten, das ist ihnen flar gewesen. Sie wußten, daß sich für ihren Antrag im Reichstage niemals eine Mehrheit finden würde. Daraus ergibt sich, daß fie gar nicht von dem Willen beseelt waren, ihre Opfer zu befreien. Ihre Sorge galt lediglich agitatorischen Interessen. 3m Sejm hat sich nach der Mittwoch- Sezession der Abgeord.tarische Demokratie neten des Regierungsblods eine paradoge Situation er- Wie wird nun Biljudski auf diese Niederlage reagieren? geben. Während die Linksparteien ihren oppositionellen Standpunkt Bei seiner maßlosen, ja pathologischen Eitelkeit muß man gegenüber der Regierung durch die Wahl Daszynffis zum auf alles gefaßt sein. Wird er seine Drohung mit der AufSejmmarschall noch bekräftigten, haben die Abgeordneten des Regie- Lösung des neuen Barlaments wahr machen? Manche AnSejmmarschall noch bekräftigten, haben die Abgeordneten des Regie- zeichen sprechen dafür, z. B. der Kommentar der offiziösen rungsblods, also die Leute, die die parlamentarische Vertretung der Drge,, Epoca", wonach die Regierung sich diese Demonstration nicht gefallen lassen fönne. Aber der Verlauf des gestrigen Tages spricht eher dafür, daß Pilsudski ein lenten wird. Allerdings ist es schmer dentbar, daß das gestern in die Erscheinung getretene Sufammengehen zwischen dem Regierungsblod und der Rechten von Dauer sein wird. Gegen die Rechte hat Pilsudsti im Mai 1926 geputscht, vor allem gegen die Rechte hat er den Wahlkampf geführt, dessen Hauptziel für ihn die Bertrümmerung der Rechtsparteien war, die ihm auch in startem Maße gelungen ist. Eine Berföhnung Bilsudstis mit der Reattion würde für ihn, nach alledem, was vorangegangen ist, eine noch viel schlimmere Demütigung sein als die Niederlage von Bartel am Diens tag abend. Regierung bilden, beschlossen, nun ihrerseits in Opposition gegenüber dem Sejmpräsidium zu trefen, um auf diese Weise gegen die nicht erfolgte Wahl des Kandidaten Pilsudskis zu profeftieren. Sie nahmen daher an der am Mittwoch nachmittag stattgefundenen Wahl der stellvertretenden Marschälle nicht teil. Diese Aemter wurden daher unter die 5 stärksten Parteien verteilt, mit dem Ergebnis, daß folgende Abgeordneten zu Bizemarschällen gewählt wurden: Dr. Maret( S03.), Woznide( Bauernpartei„ Befreiung"), Dombffi( Bauernvereinigung), Fürst Szetwerfynffi( Nat.- Dem.) und als Vertreter der Minderheiten der Ukrainer Sehajtewicz. In der gleichen Sigung ist es zu einer bemerkenswerten Abftimmung gekommen. Bon radikaler Seite wurde beantragt, die Regierung um Aufklärung über zahlreiche Wahlterroratte. In den Offgebieten zu ersuchen. Für den Auftrag stimmten die Linksparteien mit den Sozialisten an der Spitze sowie die Minderheiten. Der Antrag wurde jedoch mit den Stimmen des Regierungsblods und der Rechten abgelehnt. Das Bündnis des Regierungsblods mit der von der Regierung angeblich bekämpften Rechten scheint sich also bereits vollzogen zu haben. Die deutschen Sozialisten, die bei den Wahlen bekanntlich gemeinsam mit den polnischen Sozialisten gegangen sind, haben befchloffen, eine eigene Frattion im Parlament zu bilden. wobei ihnen jedoch von feiten der pps. die Teilnahme an einzelnen Kommissionen zugesichert worden ist. Die Wahl des Führers Führers der PPS., Ignaz Daszynski, zum Sejm Marschall, d. h. zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses, bedeutet für Pilsudski eine schwere persönliche Niederlage. Sie hätte diesen Charakter nicht gewonnen, wenn nicht der Diktator versucht hätte, mit der Drohung, das neue Parlament sofort wieder aufzulösen, die Wahl des stellvertretenden Ministerpräsidenten Bartel zu erzwingen. Wäre dieser Einschüchterungsversuch unterblieben, dann würde die Wahl eines Sozialdemokraten zum Präfi denten für die Regierung zwar recht unangenehm gewesen sein, aber sie hätte dem persönlichen Prestige Bifuldskis nur geringen Abbruch getan. Der Diftator hätte darauf hinweisen tönnen, daß der neue Parlamentspräsident ein langjähriger Freund von ihm ist, der noch vor wenigen Jahren sogar eine sehr warme Pilsudffi- Biographie verfaßt hat. Jetzt aber trägt diese Wahl den Charafter einer sensa tionellen Demonstration gegen das persönliche Deshalb bleibt die Krise, die durch die Wahl Daszynftis hervorgerufen wurde, nach wie vor sehr ernst. Wird Pilsudski seine Drohung doch wahr machen wollen, wird er versuchen, durch Neuwahlen unter noch bru talerem Terror als bei den joeben stattgefundenen ein will fähigeres Parlament zustandezubringen? Das dürfte ihm taum gelingen. Der Regierungsblod verfügt zur Zeit nur etwa über ein Drittel der Mandate und selbst ein gesteigerter Wahlterror würde aus dieser Minderheit teine tragfähige Mehrheit machen können. Was bleibt Pilsudski sonst noch übrig? Will er das Parlament gänzlich ausschalten, also nach rein faschistischen Methoden regieren? Bei seinem Eigenfinn und seiner militaristischen Dentweise ist das durchaus bentbar. Aber es wäre ein außerordentlich gefährliches Experiment, das er wagen würde, wenn er den Mussolini spielen wollte. Das faschistische Abenteuer ist in 3talien geglückt, es hat sich in den letzten 5% Jahren durchgefekt, ob aber das Regime Mussolinis angesichts der wachsenden wirt. schaftlichen Schwierigkeiten sich noch lange wird behaupten fönnen, bleibe dahingestellt. Jezt steht das Ende des Reichstages bevor und damit rückt der Zeitpunkt heran, in dem nach einem Beschluß der bisherigen Regierungsparteien vom 9. Dezember vorigen Jahres die Verhaftung der der 3entrale angehörenden Mitglieder der Kommunistischen Partei, der Abgeordneten Stöder, Roenen, Remmele, Hedert, hörnle und Pfeifer, die für die Ereignisse des Jahres 1923 unter dem Gesichtspunkt des Hochverrats verantwortlich gemacht werden, zuläffig würde. Die Sozialdemokratie hat diesen Beschluß leidenschaftlich bekämpft und sie ist nach wie vor der Auffassung, daß dieser Prozeß gegen die Bentrale überflüssig ist. Was sich im Jahre 1923 zugetragen hat, gehört der Vergangenheit an. Der Deutschen Republik droht heute von den Kommunisten feine Gefahr mehr, sie follte deshalb das Verfahren gegen die kommunistischen Führer niederschlagen und ihre verurteilten Anhänger, die durch feine Immunität geschützt waren, begnadigen. Die Amnestierung der Rapprebellen, die die Republik im Jahre 1919/20 zu stürzen suchten, muß die Amnestierung derjenigen, Die im Jahre 1923 das gleiche Biel erstrebten, zur logischen Folge haben. Es ist sicher, daß die Sozialdemokratie in furzer Zeit einen ihren Anschauungen entsprechenden Gnadenatt durchsetzen wird und ebenso gewiß ist es, daß dieser Akt und die in den Jahren nach Beendigung der Inflation ver urteilten Kommunisten tönnen sich darauf verlassen, daß ihr Schicksal bei der Sozialdemokratie gut aufgehoben ist. Wir find eben teine Bolschewisten, und deshalb lehnen wir es ab, unsere politischen Gegner, die im Kampf erlegen sind, zu quälen. Indessen ist Italien ethnographisch ein fast homo- fich nicht auf das Jahr 1923 beschränkt. Auch Mar Hölz genes Land. Bolen dagegen ist ein Nat.onali täten staat, in dem die nationalen Minderhei ten rund 33 Prozent der Bevölterung bilden. In einem solchen Staat, deffen wirtschaftliche und finanzielle Lage teineswegs rosig ist und der mit fast allen feinen Nachbarn auf gespanntem Fuße lebt, eine militärisch- faschistische Diktatur aufrichten zu wollen, wäre ein glatter Bahnfinn. Macht Pilsudski seine Drohung wahr, dann treibt er mit dem Schicksal feines Landes ein Babanque- Spiel gefähr lichster Art. Aus dem ,, Retter" Bolens tönnte dann sehr leicht der Totengräber Bolens werden! Aber die 6 tommunistischen Führer, die bisher dank der Sozialdemokratie vor der Notwendigkeit bewahrt geblieben sind, sich vor Gericht verantworten zu müssen und ihrer Freiheit beraubt zu werden, haben eine jämmerliche Angst davor, auch nur für turze Zeit das Schicksal ihrer verurteilten Parteigenoffen zu teilen, die die Sozialdemokratie bisher nicht hat schützen fönnen. Die Furcht der Stöcker und Genossen hat sie jedes Gefühl für Würde verlieren lassen. So und nur so erklärt es sich, daß sie jeden Sicherung. ( Die Amnestie im Rechtsausschuß. Breis zu zahlen bereit sind für ihre eigene Die Deutschnationalen stimmen gegen den sozialdemokratischen Antrag, weil er die Kommunisten begünstigt.- Die Kommunisten stimmen für den Antrag. Die Deutschnationalen waren bisher stets entschiedene Gegner jeder neuen Amnestie. Den Gedanken, eine solche zu erlassen, führten sie höhnend auf einen Amnestiefanatismus zurück. Nun aber, wo es gilt, die Subjekte zu befreien, die in der Mark. in Mecklenburg, in Oberschlesien unglüdliche Menschen in viehischer Weise abgeschlachtet haben, waren sie für den Amnestiegedanken gewonnen. Die Begnadigung der Kommunisten waren sie bereit in Kauf zu nehmen, wenn auch die Fememörder begnadigt wurden. Die Kom munisten gingen sofort auf die deutschnationalen Wünsche ein. Sie nahmen ihren Antrag, die Morde und Mordverschwörun gen von Angehörigen der Rechtsorganisationen auszuschließen, zurüd. Sie maren mit der Einbeziehung auch dieser Strafs tolen in die Amnestie einverstanden, ja fie stimmten sogar für die Niederschlagung aller noch anhängigen Mordverfahren gegen Männer der Rechten, was die Amnestierung z. B. der Mörder Erzbergers zur Folge gehabt hätte. Als sich dann für die deutschnational- tom munistischen Anträge teine Mehrheit fand, bemühten sich die Kommunisten, die Prophezeiung der Roten Fahne" vom 27. März wörtlich zu verwirklichen, also die Zuchthausstrafen der Fememörder in ,, Ehrenhaft" umzuwandeln und ihnen in absehbarer teilweise sogar recht naher Zeit, zur Wiedererlangung der vollen Freiheit zu verhelfen. Die Hafenfreuzler, die in Stärke von 600 Mann einige 20 Kommunisten auf dem Bahnhof Lichterfelde überfallen und brutal miß handelt haben, sollten nach dem Willen der Kommunisten von jeder strafrechtlichen Verantwortlichkeit befreit Schmelzer Vater und Sohn hätten nur noch furze Zeit auf einer Festung zu warten brauchen, bis sie mit der Abschießung von Reichsbannerleuten wieder beginnen fonnten. Einem solchen Amnestiegefeß fonnte die Sozialdemokratie nicht zustimmen, denn die Deutsche Republit ist gegen die Gefahren von rechts nicht entfernt so gut geschüßt mie gegen die von links. Der Briefwechsel zwischen Ehrhardt und seinen Getreuen, das Versprechen des württembergischen Staatspräsidenten Bazille, den Berufsputschisten Ehr hardt finanziell zu unterstützen, beweisen, daß die Rechtsverschwörer, wenn sie auch äußerlich zurückhaltender geworden sind, ihre umstürzlerischen Absichten nicht geändert haben. Wir haben nicht die Aufgabe, die Verschwörerorganisationen auf der Rechten mit der Ueberzeugung zu erfüllen, daß ihre Unternehmungen durchaus rifitolos find. Das aber wäre die Wirkung ihrer Amnestierung gewesen. Kommt Zeit, fommt Amnestic! Die Rote Fahne" entrüstet sich über die Verschleppungs. fünfte im Lichterfelder Prozeß. Mit bitterem Hohn charakterisiert sie die Taktik der Hakenkreuzler: Kommt 3eit, tommt Amnestie." Kommt Zeit, tommt Amnestic- von den kommunisten, die gemeinsam mit den Deutschnationalen die Fememörder, die beiden Schmelzer und die Strolche von Lichterfelde amnestieren mollten! Die Hoffnung der Völkischen von Lichterfelde waren Kommunisten. Abgeordnete werden gekauft. Die Angebote an den Bayerischen Industriellenverband. Der Bayerische Industriellenverband sammelt seit dem 1. februar einen Wahlfonds an. Auf der Tagung des Verbandes in München teilte der Geschäftsführer mit, daß von den 2160 Mitgliedern bisher 240000 m. Wahlgelder eingegangen find. Dieses Geld wird zur Unterstüßung derjenigen Kandidaten der bürgerlichen Parteien im Wahlkampf ausgegeben, die für die Interessen der Industrie einzutreten bereit find und dabei insbesonders Berständnis für die Erfordernisse einer gefunden, nationalen Wirtschaftspolitik" haben. Es wird nicht zu gunsten einzelner Parteien, sondern nur im Interesse der Industrie bermendet. Es werden also mit Hilfe dieses Fonds Abgeordnete gekauft, die als finanzierte Bertrauensmänner des Industriellenverbandes in das Barlament einziehen sollen. Es fehlt nur noch die Aufforderung: Kandidaten, die sich ver. faufen wollen, belieben ihr Bewerbungsschreiben ein zureichen. Wirth auf der Reichsliste. Ein Lebereinkommen Marg, Stegerwald, Wirth. Das Nachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger feilf mif: In einer Besprechung, die am Mittwoch abend unter Mitgliedern des Parteivorstandes des 3entrums flattfand, an der u. a. Reichstanzler Dr. Marg, der stellvertretende Vorfihende der Zentrumsfraktion des Reichsfages Stegerwald und Dr. Wirth teilnahmen, fam man, wie wir hören, überein, dem Reichsparteivorfland des Zentrums die Aufstellung Dr. Wirths als Kandidafen auf der Reichsliste des Zentrums zu empfehlen. Windthorsbünde für Birth. zustandezuDer Rechtsausschuß des Reichstages führte in| neftierung von vielen fluchwürdigen Taten erreichen fönne, so wäre feiner gestrigen Sigung die Beratungen des Amnestiegefeßes es äußerst bebentlich, auf eine solche Amnestierung einzuzu Ende. Abg. Höllein empfahl einen fommunistischen Antrag auf gehen. Die Sozialdemokratie müsse ein solches Gefeß ablehnen, in Amnestierung aller aus politischen Beweggründen begangenen der festen Ueberzeugung, daß es ihr in furzer Zeit gelingen Straftaten. Ausgeschlossen soll nach diesem Antrage voll werde, ein vernünftiges Amnestiege seg endeter Mord oder versuchter Mord oder Totschlag zubringen. und Teilnahme an einer solchen Straftat sein, doch sollen wegen dieser Straftaten festgesetzte Strafen in Festung umgemandelt werden, und zwar auf ein Drittel bzw. auf die Hälfte der gefeßlichen Höchstdauer zeitlicher Freiheitsstrafen. Der fommunistische Redner griff die sozialdemokratische Fraktion an und behauptete, sie wolle eine Amrestie überhaupt zu Falle bringen. Genesse Rosenfeld widerlegte diese kommunistische Behauptung, indem er folgenden sozialdemokratischen Antrag perlas: „ Es wird Straferlaß gewährt für die zur Zeit des Inkraftfretens dieses Gesetzes noch nicht verbüßten Strafen, die von Gerichten des Reiches und der Länder verhängt wurden wegen Straftaten, die aus politischen Beweggründen begangen worden sind. Der Straferlaß erstreckt sich auch auf Nebenffrafen, Sicherungsmaßnahmen, rüdiländige Geldbußen und Koffen. Ausgeschlossen von der Straffreiheit sind vollendeter oder versuchter Mord oder Totschlag oder Teilnahme an einer folchen Straffat." Genosse Landsberg wies darauf hin, daß die Kommunisten selbst früher in ihren Amnestieanträgen die Fememörder ausgenommen hätten. Die Hunderte proletarischer Gefangener, in deren Interese Höllein angeblich gesprochen habe, seien der Sozialdemofratischen Partei durchaus nicht gleichgültig. Unser Antrag beweise gerade, daß wir für sie die größten Sympathien hätten, und wir würden in der Durchsetzung der Amnestie trotz aller Anpöbelungen durch die Kommunisten nicht erlahmen, bis eine Amnestie, welche die proletarischen Gefangenen befreie, erreicht sei. Die Berachtung gegen die Verführer habe unser Interesse für die proletarischen Gefangenen noch vergrößert. Aber die sozialdemokratische Fraktion tönne nicht je de Amnestie annehmen, fie fönne nicht der Niederschlagung der Mordverfahren zustimmen und auch nicht der so weitgehenden Strafmilderung, wie sie die Kommunisten verlangten. Man dente nur an den Arensdorfer Fall: Reichsbannerleute seien durch ein Dorf gezogen, plößlich sei in sie hineingeschoffen worden und zwei Reichsbannerleute hätten sich in ihrem Blute ge= worden und zwei Reichsbannerleute hätten sich in ihrem Blute gewälzt und seien an den Verletzungen zugrundegegangen. Die beiden Täter seien bestraft, der eine mit fünf Jahren, der Anstifter mit anderthalb Jahren Zuchthaus. Für den Anffiffèr habe die Völtische Freiheitspartei fogar noch 40-000 Mart als Ehrengabe gesammelt. Wenn nun seine Berurteilung in sechs Monate Festung umgewandelt würde, so würde er das Geld in Empfang nehmen und sich sagen, solche Straftat fönne man noch einmal machen. Auf dem Bahnhof Lichterfelde feien Kommunisten von Hafens freuzlern überfallen morden. Mitten in das deshalb schwebende Gerichtsverfahren würde die Nachricht hineinplagen, daß die Läter amnestiert seien. Das fönne man nicht verantworten. Wenn man die Amnestierung der proletarischen Gefangenen nur durch die AmAbg. Wunderlich erklärte für die Deutsche Volkspartei, daß kein Grund sei, jetzt eine Amnestie zu machen. Ein Amnestiegesez wie das vorgeschlagene würde feine Befriedung bringen, deshalb sei Die Deutsche Volkspartei gegen die Amnestie. Abg. Schulte führte aus, daß das Zentrum feinen Anlaß sehe, jest ein Amnestie gefeß zu beschließen, so furze Zeit nach der letzten Amnestie von 1925. Der fommunistische Amnestievorschlag gehe auch viel zu weit, meil er auch die Urteile der Ländergerichte umfassen solle. Das Zentrum fönne der Amnestie auch deshalb nicht zustimmen, weil sic nicht gleichmäßig rechts und links behandele und deshalb eine mirtliche Befriedung nicht bringen fönne. Das Zentrum werde gegen jede Amnestie stimmen. Abg. Hampel erklärt für die Wirtschaftspartei, daß die Mehrheit seiner Fraktion dem Amnesticgesetz zustimmen würde, wenn die Urteile der Länder. gerichte herausgenommen würden. Abg. Cohmann erklärte, daß der sozialdemokratische Amneffieantrag für die Deutschnationale Partei unannehmbar fei, weil er nur nach links wirken würde. Nur der kommunistische Antrag sei für die Deutschnatio. nalen annehmbar. fei, wenn fein Amnestiegesetz zustandekomme. Abg. Richthofen er Abg. Barth( Dnat.) fügte hinzu, daß die Sozialdemokratie schuld flärte, daß die Demokratische Partei im großen und ganzen dem tommunistischen Antrag zustimmen fönne, wenn auch die Umwandlung der Zuchthausstrafen in Festungsstrafen über das zulässige Maß nicht unerheblich hinausgehe. An einer llmarbeitung dieses Teiles des Amnestiegesetzes würden seine Freunde teilnehmen. die Urteile der Ländergerichte von der Amnestie auszuschließen. Bei der Abstimmung wurde ein Antrag des Zentrums, gegen Zentrum und Wirtschaftspartei abgelehnt. Alsdann wurden die Bestimmungen über den Umfang der Amnestie fratischen und kommunistischen Anträgen angenommen. Bei in der Einzelabstimmung nach den übereinstimmenden sozialdemoder Abstimmung über die Umwandlung der wegen Mordtaten festgesetzten Strafen stimmten für den kommunistischen Antrag nur Deutsch nationale und Kommunisten. Er war aljo abgelehnt. Alsdann wurde der sozialdemokratische Antrag, alle Mordtaten von der Amnestie auszuschließen, mit allen Stimmen gegen die Deutschnationalen bei Stimmenthaltung der Kommunisten angenommen. Bei der Gesamtabstimmung über das ganze Amnestiegejelz ffimmten nur noch Sozialdemokraten, kommunisten und Demokraten mit ihren zusammen zwölf Stimmen für das Amnefliegefeh, während alle bürgerlichen Parteien einschließlich der Deutschnationalen mit ihren fünfzehn Stimmen das Amnestiegesetz ablehnten. Damit ist das Amnestiegesek gefallen. Bemerkenswert ist, daß auch bie Kommunisten in der Gesamt abstimmung für den sozialdemokratischen Antrag stimmten. Vor der Reichstagsauflösung. n fucht. Der Bölferbund kann in feiner heutigen Form noch Auch der Landtag macht in diefer Boche Schluß. Der Weltestenrat des Reichstags beschloß gestern, die driffe Cefung des Notetats am Freitag zum Abschluß zu bringen und Lesung des Notetats am Freitag zum Abschluß zu bringen und den Etat sofort dem Reichsrat zur Stellungnahme zu übermitteln. Die Auflösung des Reichstags wird dann noch am Freitag in einer besonderen Schlußjigung oder am Sonnabend vollzogen werden. Auch der Landtag will nach den Beschlüssen seines Helleftenrats feine Beratungen spätestens am Sonnabend abschließen. Die Auflösung erfolgt allerdings nach einem Antrag fämtlicher Barteien, über den am Freitag abgestimmt wird, erst einen Tag vor den Wahlen, am 19. Mai. nicht der Ueberstaat sein, der sich über die Souveränität der Völker stellt; die Regierungen in den Ländern sind es, die das langsame oder schnellere Arbeiten des Völkerbundes bestimmen. Die schärfsten Gegner der Rathenaufchen und der von den linken Parteien getragenen Politik haben sich bequemen müssen, wie ja nach einem Jahre ihrer eigenen Bolitik zu überschauen ist, alles das zwangsläufig zu erfüllen, was sic norber als Erfüllungs. politik verschrien haben. Sie sind gewissermaßen zu einem mangspazifis mus" befehri morden. Auf der Linie der Erfüllung hat die Rechtsregierung mehr erfüllt" als ihre Vorgänger. Man hütete sich, bei irgendeinem Verlangen der Bertragsgegner die Konsequenzen zu ziehen, trotzdem man deutschnationale Belange Stüd für Stück aufgeben mußte. Mit feiner Ironie sprach der Redner alle die Einzelfälle durch, die, vont Dawes Abkommen begonnen, bis zur oberschlesischen Schulfrage und der Besagungsfrage immer ein Nach geben der deutschnational beeinflußten Regierung gezeigt haben. Früchte zeitigte, so hat bestimmt die Rechtsregierung fein Verdienst daran. Die Politit des Rechtsblods des leßten Jahres hätte den rechtsstehenden Parteien Gelegenheit gegeben, den Beweis zu er bringen, daß unfer bisheriges System in der Außenpolitik faff ch fei. Diesen Beweis find sie uns schuldig geblieben. Die Durchführung des Notprogramms. Benn die Bolitit der internationalen Verständigung troßdent Konstituierung des Ueberwachungsausschusses. Dem Ueberwachungsausschus des Reichstages bei der Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms, der aus 28 Mitgliedern besteht, gehören nach den bisherigen Beschlüssen folgende Mitglieder der Reichstagsfraktionen an: Bon der Deutschnationalen Volkspartei die Abg. Thomsen, Bachmann, v. Dewiß, Schröder, Berndt, Baeder, Biener; von der Deutschen Boltspartei: Hamtens, Dr. Schneider, Kleinath; nom 3entrum: Bed- Oppeln, Blum, Perlitius, Sonner; von den Demofraten: Dietrich und Freiherr v. Richthofen; von der Bayerischen Boltspartei: Dr. Horlacher; van der Wirtschaftlichen Bereinigung: Kling. Die Fraktionen der Sozialdemokraten und Rommuniften werden ihre Vertreter erst heute bestimmen. Der Ausschuß wird sich am Donnerstag fonftituieren, Die erweiterte Borstandssitzung des Provinzverbandes Rechtsblockregierung und Außenpolitik. 7 der Windthorst Bünde Berlin Brandenburg hat folgenden Beschluß gefaßt: Der Vorstand nimmt mit großem Bedauern Kenntnis von der Tatsache, daß Reichskanzler a. D. Dr. Wirth in seiner Heimat Baden als Reichstagskandidat nicht mehr aufgestellt morden ist. Dr. Wirth darf im kommenden Reichs tag nicht fehlen. In Berfolg der Politik der Berliner Zentrumspartei ist es unsere Pflicht und Aufgabe, Dr. Birth als ben Vertrauensmann des Berliner 3entrums in den Reichstag zu schicken. Die Windthorst- Bünde erwarten daher, daß Reichstanzler a. D. Dr. Wirth als Spitzenkandidat der Berliner Zentrumspartei genannt wird.( An zweiter Stelle murde Dr. Spieder genannt.) Bifumfrei darf der Deutsche nach Nikaragua! Zwischen dem Deutichen Reich und Ritaragua ist ein Abkommen über die Aufhebung des Sichtvermertszwanges im Berkehr zwischen beiden Ländern abgeschlossen worden, das am 1. April d. 3. in Kraft tritt. Ein Vortrag des Genossen Breitscheid. Der Republitanische Reichsbunb hatte au gestern abend in die Räume des Demokratischen Klubs geladen, wo Genosse Dr. Rudolf Breitscheid über das Thema„ Rechtsblod. regierung und Außenpolitif" referierte. Der Redner führte aus, daß der Begriff der Souveränität des Staates, wie er non den rechtsgerichteten Parteien auf gestellt merde, unvereinbar sei mit der Balitif, wie fie nach dem Kriege von allen Regierungen eingeschlagen wurde. Ueber dieser Souveränität des Staates steht das Bölferrecht. dem sehr wohl ein Primat gegenüber dem Staatsrecht zuzuerkennen ift. Entgegen den Grudfäßen der Borkriegszeit, daß der Krieg die Fortsezung der Bolitif sei, mache sich das Prinzip in der auswärtigen Bolitik geltend, einen Apparat herzustellen, der die Streits fragen zwischen den Völkern auf friedlichem Wege zu be Die Zellenkrankheit. Die Reichsleitung der Linken Kommunisten beruft zum 8. April eine Reichskonferenz ein, auf der der Benin Bund" gegründet werden soll. Der Zwed des Lenin- Bundes wird in folgenden Säzen bezeichnet: ,, Wir haben Tausende von Genossen in der KPD. Diesen rufen wir zu: Tretet dem Lenin- Bund bei, aber bleibt augleich Mitglieder der KPD. und sorgt mit uns für die Wiedervereinigung aller Kommunisten. Wir fordern alle mirklichen Kommunisten auf, ortsgruppenpeife, zellenmeise, wo nötig, auch als Einzelpersonen, sich dem Lenin- Bund anzuschließen, den Gründungsfongreß durch Delegierte zu beschiden und verstärkt den Kampf aufzunehmen." Also organisierte Zelienbildung in der KPD.! Lenin- Bund ist dafür gut gewählt- Spaltung im Namen des großen Spalters! Die Nenderung der Tabaksteuer. Der Steuerausschuß des Reichstages beendete am Mittwoch die Beratung des Initiativgeseges zur Aenderung der abatsteuer. Während die Vorlage der Reichsregierung neben der Verkürzung der Stundungsfristen auch Eingriffe in die wirtschaft lichen Berhältnisse der Sigarettenindustrie porfah, durch die der übersteigerte Wettbewerb auf ein erträgliches Maß beschränkt wird, be zieht sich das Initiativgesez der Parteien nur auf die Berfürzung der Stundurgsfristen. Für alle neuen Strebite wird die Stundungsfrist auf längstens acht Wochen verkürzt. Die alten Kredite find allmählich, und zwar in einer Zeit von 20 Monaten, abzutragen. Das Gesek tritt am 1. April 1928 in Straft. Ein Mahnmal. Die phoebusaffäre soll, wie wir hören, durch Errichtung eines Reichsehrenmals ihren würdigen Abschluß finden. parlamentskrawatt in Prag. �egierungskoaliiion verhöhni die Opposition. Hilfe für ältere Arbeitnehmer. Dorschläge der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung. Der Vorstand der Reichzanstalt für ArbeitsvcrmiUlung und Arbeitsloscnvcrsickicrung hat sich seit längerer Zeit'mit der Frage be- schäftigt, durch welche Mahnahmen auf Grund der gegenwärtigen gesetzlichen Möglichkeiten die besondere Notlage der alte- r e ii Arbeitnehmer gelindert werden kann, s&as Ergebnis dieser eingehenden Beratungen waren«ine Reihe»on Vor- schlagen, mit denen sich der Verwaltungsrat der Reichsanstalt beschäftigte und die seine Zustimmung gefunden haben. An der Spitze dieser Vorschläge steht der fachliche Ausbau der Arbeitsvermittlung. Durch diesen Ausbau soll«inä wirksame Erfassung der vorhandenen Arbeitsgelegenheiten erreicht werden, um so in verstärktem Umfange auf die Unterbringung der älteren Arbeitnehmer hinwirken zu können. Don besonderer Be> deutung sind dabei die Lorschläge für den Ausbau der Ange- stslitenvcrmittlung. Innerhalb der Reichsanstalt soll durch Schaffung von Angestelltenabteilungen und durch Fachkräfte bei den Landesarbeitsämtern«ine einheitliche Organisation für die Ange- stelltenpsrmiitlung ausgebaut werden, die in räumlicher, sachlicher und personeller Beziehung die Gewähr für«ine den sozialen Er- sordernisfen entsprechende Arbeitsvermittlung bietet. Zur Förderung der Arbeitsousnahm« ist vorgesehen, doh der Vorsitzende des Arbeitsamts Fahrtkosten zwecks Vor- stellung beim Arbeitgeber gewähren kann. Das wird für Facharbeiter und Angestellte von Bedeutung sein. Bei der Beschäftigung von Notstandsarbeitern sollen in erster Lini» älter« Arbeitnehmer berücksichtigt werden. Für die Unterbringung von Angestellten sind außerdem Maß- nahmen zurberuflichenFortbildung der stellenlosen Ange- stellten vorgesehen. Auch soweit Umschulungen für andere Berufe möglich sind und die Unterbringung in anderen Berusen gesichert erscheint, können Mittel der Rcichsanstalt dafür in Anspruch gc« nommen werden. Von besonderer Bedeutung ist noch die Forderung, daß älter« Angestellte bei dem Personalbedarf der Behörden in erster Linie berücksichtigt werden sollen und Vorkehrungen zu treffen sind, dag die Behörden ihren Personalbedarf grundsätzlich bei den zuständigen Arbeitsämtern anfordern. In seiner Denkschrift über die Notlage der älteren Angestellten hat der Reichsarbeitsininister darauf hingewiesen, doh den Behörden auf dem Weg« der Verwaltung?- anordnung«ine bindend« Verpflichtung nach dieser Richtung hin auserlegt werden kann, falls Mahnungen zur freiwilligen Beachtung sruchtlas bleiben. Die bisherigen Erfahrungen lehren, daß ohne Bsr- pilichtung nickt auszukommen ist. Es wird deshalb Aufgabe der Reichsanstalt sein, die erforderlichen Schritte zu unternehmen. Bei der bevorstehenden Schasfung des Unterbaues der Reichs- anstatt wird es Ausgabe der Vertreter der Arbeitnehmer in den Organen der'Selbstverwaltung sein, dafür zu sorgen, daß die Bar- schläge für den fachlichen Ausbau der Arbeitsvermittlung in die Tot umgesetzt werden. LangsamerZ�ückgangderArbeiislosigkeii Oer Einfloß des Zrostwetters. Die Arbeitslosigkeit ist— wie amtlich mitgeteilt wird— auch in der ersten Märzhölste nur in dem gleichen geringen Umfange zurückgegangen wie in den vorhergehenden Wochen: das dürfte in der.Hauptsache auf die kalt« Witterung Zurückzuführen sein, die bis Mitte März angehalten hat. In der Arbeitslosenoersichcrung betrug die Zahl der Hauptunterstützungs- empsonger am 15- März rund l 2�0 000 gegenüber 1237 500 zu Anfang des Monats: sie hat also um rund 37 500 oder um 3 Proz. abgenommen. Der Rückgang machte bei den männ- lichen Arbeitslosen 3,3 Proz., bei den weiblichen nur 1,1 Proz. aus. Die Krisensürsorge zeigte für den gleichen Zeitraum nur einen ganz geringen Rückgang von 1.2 Proz.(rund 212 300 l)aupt- unterstützungsempsängcr am 15. März gegenüber 215 000 am 1. März). Die Zahl der R o t st a n d s a r b e i t e r hat in dem Berichtszeitraum wieder um•4,5 Proz. zugenommen und betrug am 15. Mörz insgesamt rund 70 800: davon entfielen auf Personen, hie in der Arbeitslosenversicherung unterstützt worden sind, 53 800, auf solche aus der Krisenfürsorge 17 000. Oer Schuh der Wahlpropaganda. Der preußische Minister des Innern hat bereit» jetzt «in« Zusammenstellung der gesetzlichen Bestimmungen über die polizeiliche Behandlung der Versammlungen und die ckandhobung des Presserecht« im Hinblick auf die Wahlen vornehmen lassen. Nach der Reichsversasiung und dem Reichsvercinsgcsetz haben oll« Deutschen dos Recht, sich ohne Anmeldung und ohne besondere Erlaubnis zu versammeln Hieraus folgt für die Polizei die Pflicht, diese Versammlungen zu schützen. Vorbeugende Verbote gegen Der- sammlungen sind nur dann zulässig, wenn im voraus feststeht, daß e» sich um ein« unfriedliche Versammlung handelt, und zur Verhütung unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Außerdem, wenn in der Versammlung Erörterungen stattsinden, die gegen das Rcpublikschutzgesetz verstoßen, und wegen Seuchengefahr. Das gewerbsmäßige Verkaufen, Verteilen, Ausrufen und An- schlagen von Druckschristen oder Bildwerken an öffentlichen Orten bedarf der ortspolizeilichcn Erlaubnis. Die nicht gcwerbs- mäßig« Verteilung solcher Druckschriften dars nur denjenigen Personen versagt werden, denen eine Legitimation verweigert worden ist. Für die Mahlzeit bedarf auch die gewerbsn.äßige Per- teilung von Druckschriften zu Wahlzwecken in der Zeit von der amt- lichen Vekanntmachung des Wahltages bis zur Beendigung des Wahlaktes keinerbesondersnErlaubnis. Gegen Plakate kann die Polizei nur„in den Schranken ihrer allgemein polizeilichen Defugnisie* einschreiten. Es wird aber au». drücklich amtlich erklärt, daß„jedes kleinliche, nicht durch zwingende polizeilich» Erwägungen gebotene Einschreiten zu unterbleiben" hat. Di« Beschlagnahme von Druckschriften soll in der Regel nur durch den Richter angeordnet werden. Die Polizei soll Druck- fchriften nur dann beschlagnahmen dürfen, wenn Gefahr im Verzuge ist, wenn die Druckschrift den§§ 6 und 7 des Rcichspressegesctzes nicht entspricht, da» heißt, wenn Name und Wohnort des Druckers, des Verlegers od« de» Verfassers sowie bei Zettungen des verantwort- lichen Redakteur« fehlen. Oder auch, wenn di« Druckschrift trotz eine» Verbot«, verbreitet wird. Ebenso kann die Druckschrift polizeilich beschlagnahmt werden, soll? ihr Inhalt gegen di« Bestimmungen des Strafgesetzbuclies oder des Republikschutzgesetzes verstößt, be- sonders wenn sie zum Widerstand gegen die Staatsgewalt oder zu Gewalttätigkeiten austordert. Aber auch hier soll die Beschlagnahme nur dann erfolgen, wenn dringende Gefahr besteht, daß sonst Vcr- brechen oder Vergehen sich ereignen könnten,___, � � Prag. 28. März.(Eigenbericht.) Heute kam es im Senat, der noch zweitägiger Debatte die von der Regierungskoalitinn beantragte Verschlechterung des Mieterschutzes überstürzt annehmen mußte, weil das alte Gesetz bereits mit Ende dieses Monats abläuft, zu heftigen Krawallen. Die eigentlich« Abstimmung war nihig verlausen. Als aber ein Berichterstatter der Mehrheit di« oppositionellen Reso- tutionen ohne ein Wort der B«gründung zur Ablehnung empfahl und dabei über das ganz« Gesicht lacht«, geriet die Opposition, die aus deutschen und tschechischen Sozialdemo» traten sowie Kommunisten bestand, in die heftigste E r- r e g u n g. Ein Puttdeckelkonzeri setzte ein. und schließlich stürmt« die ganze Opposition vor die Ministerbank und überschüttete von dort au» den Berichterstatter mit den schärfsten Vorwürfen. Mitten in dem Krawall wurde ein« Schreibmappc gegen den Berichlerftatter geschleudert. Ein K o m m u n i st erwischt« einen Ministersessel und schwang ihn drohend gegen den Berichterstatter. Der Borsitzende war machtlos. Es dauert« fast«ine Viertelstunde, bi» sich die Er- Auntius pacelli als Pazifist. Eine Rede vor der ausländischen presse. Auf einem Festessen de» Vereins der ausländischen Presse in Verlin hiett der Nuntius Pacelli, der zugleich Doyen des diplo- malischen Korps ist, eine interessante Rede, die durch ein ausge- sprock�en pazifistisch«» Bekenntnks von Interesse ist. Der Nuntiu? sagte u. a.: ..Di« seelisch« Front der Völker gegen die Unter- drückung de» Recht», gegen die Geißel de» Krieg«», wird sich erst an dem Tage vollkommen schließen können, da unbeschadet der Wahrung der berechtigten vaterländi. scheu Interessen die Porole de» Friedens«inmülig und machtvoll aus den Spalten der Weltpresse ertönt. In diesem Kampf, der sittlich höher steht als die Glorisizierung des Krieges, liegt eine der hehrsten Welterziehungsausgaben. die unser« Zeit zu«r- füllen hat. Niemand hat dieser Idee klassischere Prägung per- liehen, als der große Augustinus: �Ruhmvoller ist«». dl« Kriege mll dem Wort zu löten, als die Menschen mit dem Schwert: rühm- voller, den dauerhaften(frieden zu schassen durch den Frieden. nicht durch den Krieg!" Wenn der Heilige Augustinus diese Worte nicht in einem»bar- barischen" Zeitalter, sondern in einer heutigen Wahlkundgebung der Bayerischen Nolkspartei gesprochen hätte, so würde«r von diesen katholischen Mitbürgern niedcrgebrüllt. angespuckt, oerprügelt worden sein. Siresemann über das Genfer Abrüstungsfiasko. Noch dem Nuntius ergriff Dr. S t r« s e m a n n da» Wort und besprach in seiner Rede vor allein den Mißerfolg der jüngsten Genfer Abrüstungstagung. Er erklärte u. a.: „Daß in der ganzen Dölterbundspolitit durch den Stand der Abrüstungsfrage eine schwierige Situation«nt- standen ist, liegt offen zutage. Der Beschluß der vorbereitenden Wrüstimgskonfercnz kann nur al»»in Eingeständnis gedeutet werden, daß man in Genf im Augenblick keine Möglichkeit mehr find«, auch nur den ersten Schritt zur effektiven Durchführung der allgemeinen Abrüstung zu tun. Der verantwortlich« Staatsmann ist sich darüber Nar, daß solch« Probleme nicht von heut« aus mar- gen zu lösen sind, aber im Jahre 1928 kann man nicht mehr von einem heute aus morgen sprechen. Daß die realpolitischcn Voraussetzungen für die Erreichung der ersten Etappe schon heut« gegeben sind, ist meine f e st e Ueberzeu- g u n g. Trotz dieses ungünstigen Standes der Ding« im gegen- wärtigen Augenblick lehne ich e> ab. non einem endgültigen Versagen dos Völkerbundes in der Abrüstnngssrage zu sprechen, weil der Völkerbund in dieser Frage einfach nicht versagen darf. ... Es ist recht seltsam, daß hie und da versucht wird, den deutschen Anspruch dadurch herabzumindern, daß man ihm lediglich einen moralischen Charakter beimißt. Will man damit sagen, daß moralische Verpflichtungen unter den Völkern weniger regung allmählich etwas legte. Auch dann gab es wiederholt noch heftig« Krawalle, zuletzt, als der Vorsitzende sein Bedauern über die Vorfälle aussprach und ein eventuelles Einschreiten des Präst- diums gegen einzelne oppositionelle Senatoren ankündigte. Vom Putschisten zum Baptisten. Wandlungen des lettischen Leutnants Olin. Bekanntlich fand vor längerer Zeit in dem kleinen Städtchen Wolmar in Lettland ein nächllicher Alarm der Garnison unter sensationellen Umständen statt, als dessen Urheber sich ein Leutnant namens Olin herausstellte, der zunächst wegen Verdacht? eiii�s geplanten Putsche» militärisch-faschistischer Art verhaftet, später aber als geisteskrank In der Irrenanstalt interniert wurde. Olin ist jetzt als geheilt entlassen worden und hat beschlossen, der Sekte der Baptisten beizutreten und einer ihrer Prediger zu werden. Dieser Tage fand in Riga seine Aufnahme und Taufe im Baptisten- tempel statt. Es hätten sich zahlreiche Neugierige eingefunden, um den Mann zu sehen, der seinerzeit 24 Stunden hindurch das ganze Land in Aufregung versetzt hatte. ernst genommen werden können als juristische Verpflichtimgen? Die vorbereitende Abrüstungskonferenz■ hat nach ihrem Mißerfolg die Lösung den Regierunge« überlassen. Auf ihnen liegt die Verantwortung, und ich gebe der be, stimmten Hoffnung Ausdruck, daß diese Erwartungen nicht wiederum enttäuscht werden und daß wir uns schon aus der nächsten Völker- bundsversammlung einer hinreichend geklärten Sstnolion gegen- übersehe«, um dem Völkerbund konkrete und effektive Be- s ch l ü s s e zu gestatten." Kommunistenvormarsch bei Kanion? Panik im Hafen Gwatow. London, 28. März,(Eigenbericht.) Aus China kommen auch nicht völlig verständliche Nachrichten über den Vormarsch von kommunistischen chinesi- scheu A r m e en auf den großen, etwa 400 Kilometer östlich von Kanton gelegenen Hafen S w a t o w. Wie aus Hongkong gemeldet wird, haben die Regicrungstruppen eine Niederlage erlitten, die sie in völliger Auflösung zum Rückzug nach Swatow gezwungen hat. Eine weiter«, aus anderer Quelle stammende Meldung aus Konton besagt, daß die ganzen Truppenkontingente der Garnison von Konton zu den Kommuni st en übergegangen und daß auch die zur Verteidigung von Swatow eingesetzten Bataillone desertiert seien. Die gesamte Polizei Swaiows mit Ausnahme der höheren Offiziere sei wegen Sympathie für die Kommunisten c n t- lassen worden. Swctto« befindet sich im Zustand der Panik. und es hat eine massenhafte Flucht der begüterten Bevölkerungs-' kreis« nach Hongkong eingesetzt. Vermutlich handelt es sich bei diesen kommunistischen Armeen um aufständische bewaffneic Bauern. Znkernakionalcr Sludenlenkongreß. Im August wird in Poris der Iahreskongreß des Internationalen ist»den- tenverbande» stattfinden. Zu dieser Tagung sind mehr als 250 Delegierte ans den meisten europäischen Staaten sowie aus Nordamerika. Südafrika und Neuseeland angemeldet. Di? Deutsche Studentenschaft, die sich bisher dem Verband nicht angeschlossen, jedoch mit ihm zusammengearbeitet hat, dürste auf dem diesjährigen Kongreß ihren Beitritt erklären. Der Telephonverkehr zwischen Frankreich und den Der- einigten Staaten ist am Mittwoch eröffnet worden. Die Gespräch- gebühr für drei Minuten beläuft sich auf mehr al? 1200 Fronken. Nichtsdestoweniger wurden am ersten Tage zwischen Paris und New Port 36 Gespräche geführt. In der Jahresversammlung der kommunistischen Akademie in Zlloskau, welche die Streichung Trotzkis, Rädels, Ra- k u w s k i s und anderer Oppositionsführer von der Mitgliederliste der Akademie beschloß, wurden Klara Zetkin und T h a l e h e i m e r zu Mitgliedern der Akademie gewählt, Die Buchdrucker unter Zwang. Zurücknahme der Kündigungen und Weiterführung der Arbeit. Gewerkschaften und Niedrighaltung des Lebensstandards der Arbeiterschaft benußen, ihre Mißachtung auszusprechen. Die Ver sammelten find gewillt, das ihnen durch den Schiedsspruch Borenthaltene ohne Schädigung der Organisation auszugleichen." Die gestrige außerordentliche Generalversammlung der Berliner| den staatlichen Inftitutionen, welche ihre Macht zur Fesselung der Buchdrucker war schon vor ihrer Eröffnung überfüllt. Der GauDorfigende Braun führte aus, daß die Gehilfen in ernst er Stunde zusammengerufen feien, um zu der durch den verbindlich erklärten Schiedsspruch geschaffenen Situation Stellung zu nehmen. Es sei dadurch eine völlig neue Rechtslage herbeigeführt morden. Er brachte zum Ausdruck, daß auch der Berliner Gauvorstand in Anbetracht der ungeheuren Werte, die nicht nur für die Organisation, sondern auch für jeden einzelnen auf dem Spiele stehen, die Aufhebung der Kündigungen fordern müsse. Die Ausführungen des zweiten Verbandsvorsitzenden Kraus machten auf die Bersammlung einen großen Eindruck. Er wies u. a. darauf hin, daß der Kampf gegen das Schlichtungswesen jetzt auch aus dem Grunde von der Arbeiterschaft noch nicht geführt werden könne, weil die Unternehmer mit der Beseitigung des Schlichtungswesens auch den tollettiven Arbeitsvertrag beseitigen wollen. Die Debatte stand auf einem sehr hohen Niveau. Es wurde allgemein der Erregung über den unzulänglichen verbindlich erklärten Schiedsspruch Ausdrud gegeben. Schließlich wurde eine fommu nistische Resolution, die den allgemeinen Streit for derte, mit großer Mehrheit abgelehnt. Angenom men wurde gegen eine fleine Minderheit nachstehende Entschließung: ,, Die am 28. März 1928 tagende außerordentliche Generalversammlung des Bereins der Berliner Buchdruder und Schriftgießer erklärt, daß sie, nur dem 3wang gehorchend, um die Organisation vor größerem Schaden zu bewahren, den Anordnungen des Verbandsvorstandes folgt und von Kampfmaßnahmen gegen diesen Schiedsspruch absieht. Sie fann es aber nicht unterlaffen, I Protest der graphischen Hilfsarbeiter. Abbruch des Kampfes. Bu gleicher Zeit wie die Buchdruder waren in den City- Festjälen die Funktionäre der graphischen Hilfsarbeiter ver= sammelt. Auch diese Versammlung war überfüllt. Hier wurde nach einem Referat des Verbandsvorsitzenden Bucher nach längerer Aussprache folgende Entschließung mit 300 gegen 25 Stimmen an genommen: ,, Die am 28. März 1928 in den ,, City- Festsälen" tagenden Funktionäre der graphischen Hilfsarbeiter find empört über die Ber bindlichkeitserklärung des völlig unzureichenden Schiedsspruches. Der durch diesen Schiedsspruch ausgeübte staatliche 3wang, der die Arbeiter an der Verbesserung ihrer Lebenslage durch Kampfmaßnahmen hindert, ist unerträglich. Die Bersammelten fordern vom ADGB., mit allen Mitteln dafür Sorge zu tragen, daß derartige Machtsprüche in Zukunft nicht mehr erfolgen fönnen. Wenn die Funktionäre der Kollegenschaft gemäß den Weisungen der Hauptvorstände ebenfalls den Abbruch aller Kampfmaßnahmen empfehlen, so tun sie es nicht leichten Herzens. Die Situation aber fordert Geschlossenheit, strenge Disziplin und Treue zum Verband, trotz des mit Hilfe des Arbeitsministers erfämpften ,, Sieges" der Unternehmer. Gehaltsregelung für Metallangestellte. 1926 insgesamt 119 089 M. an Lohnerhöhungen erreicht wurden, Annahme des Angebots. Die Funktionäre des AfA- Metallfartells nahmen gestern abend im Nordischen Hof zu dem Angebot Stellung, das am Donnerstag voriger Woche bei den Verhandlungen über den Neuabschluß des Gehaltstarifes für die Angestellten der Berliner Metallindustrie von den Unternehmern gemacht worden war. Das Angebot sieht, wie wir bereits mitteilten, ab 1. April bis 31. März 1929 eine Er= höhung der Tarifgehälter um 5 Pro z. vor mit der Maßgabe, daß diese Zulagen in der Regel auch dann voll auf die Tarifgehälter gezahlt werden sollen, wenn bereits durch die sogenannten Leistungszulagen übertarifliche Gehälter gewährt merden. In Streitfällen sollen aber auch hier die Vertragsparteien vermittelnd eingreifen. Das AfA- Metallkartell hatte sich bereits vor der Funktionärver fammlung mit dem Angebot eingehend beschäftigt und beschlossen, es den Funktionären zur Annahme zu empfehlen. In der Disfuffion gingen natürlich die Meinungen über die Annahme oder Ablehnung auseinander. Das Angebot wurde aber schließlich nach längerer Debatte gegen eine starke Minderheit angenommen. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat sich zwar bis jetzt über das Angebot noch nicht geäußert, das von seiner Berhandlungstommission gemacht wurde, mit dem Bemerken, daß sie eigentlich zu Zugeständnissen überhaupt keine Vollmacht habe. Aber da das Angebot nicht zurückgezogen worden ist, fann man annehmen, daß es Dom BBMI. gebilligt wurde. Keine Stockung im Verkehrsbund. Der Vormarsch 1927. Die Berliner Ortsverwaltung des Verkehrsbundes hatte am Montag im Gewerffchaftshaus ihre Jahres generalversammlung, die sehr gut besucht war. Der 1. Bevollmächtigte, Genosse Ortmann, erläuterte zunächst den gedruckt vorgelegten Geschäftsbericht, dem wir folgendes entnehmen: Die im allgemeinen gute Konjunktur des Vorjahres hat sich auch auf das Verkehrsgewerbe ausgewirkt, was am deutlichsten aus der Arbeitsnachweisstatistik hervorgeht. Es wurden im Berichtsjahre 48 018 Stellen besezt gegenüber 29 178 im Jahre 1926. Trotzdem steht aber fest, daß eine große Anzahl von Transportarbeitern infolge der Rationalisierung und der Technisierung im Verkehrsgewerbe aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet sind und besonders ältere Arbeiter faft nicht mehr in Arbeit gebracht werden können. In der Agitation sind ganz ansehnliche Erfolge zu verzeichnen. Die Organisation musterte am Schluß des Berichts jahres 8090 Mitglieder mehr als Ende 1926, so daß sie mit nunmehr 60 104 Mitgliedern ihren Borkriegsmitgliederbestand( 1913 52 935) meit überschritten hat Entsprechend der besseren Wirtschaftslage war das Berichtsjahr auch außerordentlich reich an Lohnbewegungen. Angriffslohnbewegungen wurden 216 geführt gegen 45 im Jahre 1926 und einer um das fechsfache höheren Zahl von Beschäftigten als 1926. Während stieg diese Zahl im Berichtsjahre auf 735 742 M. Wie die Angriffs lust der Unternehmer in Zeiten guter Konjunktur nachläßt, geht daraus hervor, daß im Berichtsjahr nur 4 Abwehrbewe gungen zu führen waren, gegen 61 im Jahre 1926. Am Ende des Berichtsjahres bestanden 154 Tarifverträge, von denen am 31. März 59 für 54 233 Beschäftigte ablaufen. Genosse Ortmann kam dann noch auf die Verschmelzungs frage zu sprechen und sprach die Erwartung aus, daß die Verbandstage der drei Organisationen in diesem Jahre die Verschmel zungsfrage endlich näher der Lösung entgegenführen werden. Genosse Brette schilderte dann noch die Entwicklung der lokalen Kassen verhältnisse. In der Diskussion wurde wie üblich von den„ oppofitionellen" Rednern sehr wenig zum Geschäftsbericht gesagt, dafür aber die Tattit des Metallarbeiter und Berg arbeiterverbandes in den letzten Lohnfämpfen, das Schlichtungswesen usw. ,, fritisiert". Die Wahl der Bezirksverwaltung erfolgte ohne Debatte gegen etwa 10 Stimmen entsprechend den Borschlägen der engeren und erweiterten Verwaltung. Während auch die Wahl der Sektionsleiter und Beisiger in der Bezirksverwaltung sehr schnell und ohne Widerspruch erfolgte, kam es vor der Wahl des Leiters der Seftion III( Hochbahner, Straßenbahner, Omnibuffer) und des von dieser Sektion zu stellenden Beifizers oftmals zu minutenlangen Tumulten. In der letzten Jahresversammlung dieser Sektion, in der die Kommunisten in der Mehrheit waren, war beschlossen worden, die Stelle des Seftionsleiters auszuschreiben. Gegen den Widerspruch der Omnibusser, die für dieses Geschäftsjahr den Beisigerposten in der Bezirksverwaltung beanspruchten, wurde beschlossen, wieder den Kommunisten Deter von der Hochbahn für diesen Posten vorzuschlagen. Die erweiterte Berwaltung schlug im Gegenfaß zu dem Beschluß der Seftionsversammlung vor, den Genossen Hiller als Sektionsleiter widerzuwählen und als Beisitzer in die Verwaltung den Genossen Loll von der Aboag zu entfenden. Diesem Vorschlag stimmte die Generalversammlung mit übergroßer Mehrheit zu. Berlogene Hetze. Die Rote Fahne" versucht in ihrem Bericht von der General3 Die Kommmiten haben alfo die Bereinbarung gebrochen, mi nach in diesem Jahre die Omnibusser Anspruch auf den Beisitzer posten haben. Sie verschärfen dieses illoyale Berhalten durch eine persönliche, verlogene Hetze gegen den Vertreter der Omnibuffer, wie sie ja on Stelle fachlicher Kritit auch gegen andere Gewerkschafter in der gleichen Weise vorgehen. Diese Hege hat nachgerade die Grenze des Erträglichen überschritten. Neue Löhne in der chemischen Industrie. Der Schiedsspruch angenommen. Die Funktionäre der chemischen Industrie waren am Montag abend im Gewerkschaftshaus versammelt, um den Bericht über die Lohnverhandlungen entgegenzunehmen. Der Bevollmächtigte Rüder berichtete, daß die ersten Verhandlungen zu keinem Resultat führten. Im Bezirkstarifamt fam es nach längeren Verhandlungen zu folgendem Schiedsspruch: „ Der Lohn des über 21 Jahre alten ungelernten Arbeiters der Ortsklasse A in allen Fachgruppen beträgt ab 1. April 1928 83,5 Pf. pro Stunde. Der Lohn des über 21 Jahre alten ungelernten Arbeiters in Oranienburg beträgt 82,5 Pf. pro Stunde. Alle übrigen Löhne werden in der bisherigen Weise errechnet. Die jetzt gemäß Sonderabkommen für die Sonderklasse des Lautawerts bestehenden Löhne werden im gleichen prozentualen Ausmaß erhöht. Die Löhne sind mit vierwöchiger Frist erstmalig zum Ende der Lohnwoche fündbar, in die der 31. März 1929 fällt." In der fachlichen Aussprache wurde bemängelt, daß das Lohn ablommen auf ein ganzes Jahr Geltung hat. Abschluß im Fleischerverband. Die Berliner Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Fleischer hatte am Dienstagabend in Boekers Festsälen ihre letzte Generalversammlung. Mit dem 1. April geht diese Berufsorganisation als Sektion Fleischer in den neuen Industrieverband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter über. Die Versammlung wies einen so starken Besuch auf, wie er seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen war. Der 1. Bevollmächtigte, Genoffe Schulz, ging in seinem Geschäftsbericht zunächst auf die Beschäftigungsmöglichkeiten im Berliner Fleischergewerbe ein. Zu Beginn des Berichtsjahres waren auf dem Arbeitsnachweis 1137 Arbeitslose eingetragen, welche Zahl bis Ende Dezember nur bis auf 1083 zurüdging und zurzeit schon wieder 1313 beträgt. In der Mitgliederbewegung sind ganz ansehnliche Erfolge erzielt worden. Im Berichtsjahr gewann die Organisation 334 Mitglieder. Hierzu kommen noch 97 Mitglieder, die in diesem Jahre gewonnen wurden, so daß die Organisation jetzt 3520 Mitglieder hat. Im Vorjahre wurden insgesamt 26 Lohn= bewegungen mit 15 749 Beschäftigten gegen 16 Bewegungen mit nur 6294 Beschäftigten im Jahre 1926 durchgeführt. Die Gesamtsumme der durch diese Bewegungen erreichten Lohnerhöhungen beträgt 18 266 M. Während im Jahre 1926 insgesamt 2550 Verbandsmitglieder täglich 8 oder wöchentlich 48 Stunden und weniger arbeiteten, st i eg diese 3ahl im Vorjahre auf 3295. Etwa 600 Verbandsmitglieder arbeiten zurzeit noch länger als 48 Stunden wöchentlich. In diesem Jahre ist es endlich gelungen, die alte statutarische Forderung auf Einführung der Dollständigen Sonntags= ruhe im Ladenfleischergewerbe durchzusehen. Noch nicht erreicht worden ist die Abschaffung des Koft- und Logiswesens und der privaten Stellenvermittelung. Mit der Aufforderung, auch in der großen Industrieorganisation genau so freudig zu arbeiten wie bis her in der alten Berufsorganisation, schloß Genosse Schulz seinen Bericht. Wie der Kaffterer, Genosse Fischer, u. a. berichtete, ist der Lokalfaffenbestand von 2789 m. auf 8456 m. gestiegen. In der Diskussion sprach mir ein Redner, der sich im anerkennenden Sinne über die Tätigkeit der Ortsverwaltung aussprach. des neuen Ortsvorstandes und der neuen Settionsleitung vor. Die Die Versammlung nahm dann die Wahl des 2. Vorsitzenden Auszählung der Stimmzettel, die erst gestern nachmittag vorgenommen wurde, ergab bei 783 abgegebenen Stimmen 409 Stimmen für Mostau und 370 Stimmen für Amsterdam. Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Seute, Donnerstag, 19% Uhr, haus). Bortrag: Das Wandern einft und jegt. tagen die Gruppen: Südosten: Gruppenheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehr Tempelhof: Gruppenheim Moabit: Gruppen ngeum Germaniaftr. 46. Lieber- und Brettspielabenb. heim Städt. Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Vortrag: Bir und der Entwurf des Reichsschulgesetes Charlottenburg: Gruppenheim Jugendheim SpreeStraße 30. Spielabend. Gesundbrunnen: Gruppenheim Jugendheim Note Schule, Gotenburger Straße. Bortrag: Wohlauf zum Wandern in die Welt." Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Graun-, Ede Lorgingstraße. Jut Humboldt is mieber mat los!" Röpenid: Gruppenheim Sugendheim Grünauer Str. 5. Ausspracheabend: Wie gehe ich auf Fahrt?" Schöne persammlung des Verkehrsbundes den organisierten Krach ihrer weibe: Jugendheim Niederschöneweide," Berliner Str. 81. Bortrag: Religion Parteigenossen durch eine verlogene Hege gegen 2011 und den BerBöbel, das man bei den Hochbahnern zusammengeholt hat." Dazu fehrsbund fortzusetzen. Sie behauptet, Loll habe gesagt:„ Das schreibt unser Berichterstatter: ,, Genosse Loll hat nach meinem Stenogramm wörtlich gesagt: " Man hat in die Hochbahnerversammlungen den Pöbel von Unorganisierten bestellt." Nach dem Wort Böbel" begann schon der Tumult, so daß nur die in den vorderen Reihen Sihenden und wir auf der Bühne die folgenden Worte noch verstehen fonnten. Es stimmt auch nicht, daß sich Klose erst nach einer Biertelstunde erhob. Er versuchte vielmehr nach 1 oder 2 Minuten, während welcher Zeit er bes öfteren die Glocke schwang, zum Wort zu tommen. und sozialistische Weltanschauung." Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Vortrag: Die Frau im Produktionsprozeß. Landsberger Plaz: Jugendheim des Oftens, Große Frankfurter Str. 16, Quergeb. part., 8immer 2. Schach Tehrabend. Frankfurter Allee: Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, Bimmer 3. Osterfahrtbesprechung. Weißensee: Jugendheim Parkstr. 36. Singtreisprobe. Nordwestireis: Gingschar- Uebungsabend im Jugendheim Turiner, Ece See ftraße.-Jugend im Deutschen Bekleidungsarbeiterverband, Sebastianstr. 37-38. Vortrag:„ Aus der Pragis eines Wanderers." Jugendgruppe bes 8b. Heute, Donnerstag, 19% Uhr, folgende Beran ftaltungen: Goöneberg: Jugendheim Hauptstr. 15( Thüringenzimmer). Lieber Sübost- Treptow: Jugendheim Brangelstr. 128. Bunter Abend. Liederbücher mitbringen abend. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Alingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 58. Lind nftrake 3. Sierzu 2 Beilagen. Unterhaltung und Biffen" und Frauenstimme". Sie haben keine richtige Freude mehr am Rauchen ENVER BEY GOLD P VIERTE weil Sie die richtige Marke noch nicht gefunden haben. Probieren Sie einmal die Enver Bey Gold und Sie werden erstaunt feststellen, welch' köstlichen Genuß die Zigarette für Sie bedeutet. ENVER BEY GOLD 5$ Nr. 154» 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 29. März 1928 uleJte und \vsmcm Allen Zeiten und den Menschen aller Erdteile und' aller Rassen ist immer ein gewisser Aberglaube eigen gewesen. Von der Kirche wurde er ebenso gepflegt wie oersoigt. Der modern« Mensch unserer Zeit, der viele Brücken hinter sich abgebrochen hat, trägt plötzlich wieder den Glauben an Amulette und Talismane zur Schau, und zwar ganz bewußt, er braucht einen Glückbringer in einer glücklosen Zeit, der ihm einen Halt für die verlorenen inneren Werte gibt. Aber wollte man einen solchen Menschen fragen, ob er abergläubig sei, so würde er entrüstet mit.Rem"' antworten. Auch der unbefangene Leser wird zugeben, daß trotz der weit- gehenden wissenschaftlichen AufNärung gerade in unserer Zeit Aber- glaube und Wunderglaube immer neue Blüten treiben. Di« katho- lischc Kirche trägt dieser Zeiteinstellung noch innner dadurch Rech- nung, daß sie Wundererscheinungeu anerkennt. Die Glückszeichen der Sportler, Spieler und Autler. In einem sehr zeitgemäßen fesselnden Werk.Amulette und Talisman«� von Elizabeth Villiers, neu bearbeitet von A. M. Pachinger(Drei-Masten-Derlog), find mit großem Fleiß olle die Dinge zusammengetragen, an die sich der Aberglauben alter Zeiten bis heut« knüpft. Wir möchten uns und unsere Leser jedoch schützen, diese Dinge ernst zu nehmen, die der moderne Mensch als Talismane urid Glückbringer verehrt, wenn wir hier eine kleine Auswahl aus dem genannten Wert folgen lassen. Man findet das Amulett heute überall. Der Alieger trägt seinen Talisman bei sich, wenn er sein« Flüge antritt, der Autofahrer hat ein Amulett am Wagen: Tennisspieler, sogar die berühmtesten Champions, gehen unter dem Schutz« eines Amu- letts in« Spiel, ebenso der Voxer in den Ring, krikettspieler and Fußballer betreten mit ihm das Feld, indes die vielen Zuschauer, die das Spie! verfolgen, die gleichen Glückszeichen tragen, in der Hoffnung, ihren Günstlingen dadurch zum Sieg« zu verhelfen. Nicht anders ist es beim Rennfpoif, und es ist eine längst bekannte Tatsache, daß vor allem de« Spieler den stärksten Glauben an glück- bringend« Ding« hegen. Ein Mann, der des Mordes be- schuldigt ist. sitzt auf der Anklagebank, in feinen Taschen ein« Anzahl von Amuletten. Es ist m jeder Gesellschaftsklasse das gleiche. Der Anker ist das beliebteste Symbol der Matrosen und Reisenden zu Wasser und zu Land, der das Versprechen einer glück- lichen Heimkehr in sich trägt. Zager tragen, um die Kugelsicherheit ihrer Büchse zu erhöhen, in Silber gefaßte Knöchelchen eines be- stimmtn Körperteils vom Lux oder Marder an der llhrkette.— Ge- fchäftsleute glauben in geschäftlichen Angelegenheiten an die günstige Wirkung folgender Edelsteine, vorausgesetzt, daß die Geschäfte solider Natur sind: Amethyst, Chrysolith und der Mondstein. Als Amulette dienen in Nachbildungen in edlen Metallen u. a. Biene, Drache, Elefant, Fi�ch, Fuchs, Füllhorn, Hammer, Heim- che«, Heuschreck«, Hirsch und Stier, sowie das Wort „N a r i ta" auf ein Täfeichen geschrieben.— Spieler nähen in ihr« Westentasche«inen Dachszahn ein, der dann unbedingt Glück bringt. Vom glückbringende« Hemde undvon Teddy-VSreu. Mel« Flieger lassen sich in ihren Apparaten Stück« von verun- glückten Flugzeugen als Abwehrmittel gegen Unfälle einbauen. Santos Dumont würde nie einen Flug unternommen haben, ohne das Medaillon mit dem Bilde der helligen Jungfrau, das ihm von der Prinzessin Jsobella geschenkt wurde, um den Hals zu tragen. Bon einem anderen bekannten Flieger wird erzählt, daß er einmal bei einem furchtbaren Absturz wie durch ein Wunder dem sicheren Tod entgangen sei. Seitdem bewahrt er das Hemd, das er an jenem Tage trug, als kofibare ReNquie auf, hat es seitdem nicht mehr waschen lassen und legt es stets unter seinen Kleidern an, wenn er sich zu einem Fluge rüstet. Als kräftigstes Amulett auch für Flieger gelten die Schnurrbarthaare eines Tigers. Nach altem indischen Glauben wohnt in diesen Schnurrbarthaaren eine geheimnisvoll«, schirmende Kraft. Die olegante Pariserin wählt mit der größten Sorgfalt wie bei ihrer Tollette auch die Steine, die sie auf ihre Wunderkxast hin erprobt, perlen sollen nur am Areitag getragen werden: der Montag gehört dem Rubin und der Sonntag dem Smaragd. Der Diamant, namentlich in Boutonform gefaßt, ist jahraus, jahrein erlaubt. Rur während der Karwoche und während der.Pferderennen" nimmt man mit Vorliebe Diamanten, denn sie bringen Glück und lassen dos ge- wettete Pferd zum Siege kommen. Immer noch legt auch die heutige Zeit den edlen Steinen, diesen Wundern der schaffenden Natur, ge- heimnisvolle Kräfte bei. Der unaufhaltsame Fortschritt der Natur- Wissenschaft vermag darin nichts zu ändern.— Der jetzt als Amulett so beliebte Teddy-Bär, trotzdem er eine Erfindung amerikanischer Spielzeugfabrikanten ist— erscheint bei allen Gelegenheiten, auf dem Kühler des Automobils, auf den Kissen im Boudoir der Dame. Doch gitt er nur für glückbringend, wenn er aus Liebe geschenkt wird. All« Amulette haben diese Eigenschaft, daß sie nur wirken, wenn sie von Freunden uns aus herzlicher Zuneigung verehrt werden. Selbst erworbene Talismane besitzen den Zauber nicht. Ebenfalls darf ein Talisman nie auf die Erde fallen, denn das Berühren mit der Erde nimmt ihm feine Kraft. Wenn die Beschäftigung mit diesen okkulten Problemen auch zu den unfruchtbarsten Sachen gehört, die ein vernünftiger Mensch betreiben kann, so ist es doch zuviel gesagt, wollte man ihnen jede Wirkung auf das Verhalten vieler Personen abstreiten. Man denke an das Wort:.Der Glaub« macht selig!" Es gibt aber leider noch ein« große Angahl innerlich nicht gefestizter Menschen, die Halt und Ansporn bei ihren„Glücksbringern" suchen, von dem sie steif und fest behaupten, ihr Zauber schütze sie vor der Gehässigkeit und Tücke des rauhen Lebens. Gemeinheit, du siegst! Saihüllungen über„Komplott der Sozialdemokraten. Die„Deutsche Zeitung" hat— glücklicherweise yoch im rechten Augenblick— ein sast unglaubliches Komplott der Sozialdemokraten im Berliner Rathaus« entdeckt. Sic ist in der Lage, ihren ahnungslosen Lesern in größter Auf- machung zu berichten, daß die ganzen Hanshaltsberalungea in diesem Zahre nur Scheiumanöver sind. In Wahrheit bestehen bereits geheime, aber.feste"«bwachnngen zwischen den Kommunisten und den Sozioldemo- kraten, die.teilweise im Wortlaut vollkommen feststehen" und die unmittelbar nach den Wahlen Wirklichkeit werden sollen. Dann werden in einem.Rothanshalt" die S t e u e r n, die Tarife aller Verkehrsmittel und Werte erhöht werden, und aus diesen Erhöhungen werden Lohnerhöhungen und.rote Sonderaktionen" bezahlt werden. Da haben wir also die Niederträchtigkeit und Hinterhältigkeit sozialdemokratischer Politik in Reinkultur. Erst machen die Sozial- demv kraten einen Etat mit den Mittetparteieu und dann.einen zweiten Etat" mit den Kommunisten. Und da wird dann ganze Arbeit gemocht werden: alles wird erhöht, alles wird geschröpft, olles wird bewilligt! Man staunt nur über die Dummheit aller anderen Parteien im Rathause, die von diesem Komplott bis- her nichts gemerkt haben. Die Mittelparteien müssen erst von dem Antisemitenblatt die kommunistischen Abmachungen erfahren, und die Kommunisten sind sogar so dumm, daß ste— die Abmachungen in der Tasche— den Beratungen des.ersten" Etats ruhig zusehen. Zllle zusammen haben sich aber den Kopf über die Bolancierung diese» Haushalts zerbrochen, und sie erfahren nun, daß die Lösung so schrecklich einfach ist: Man braucht nur alle Steuern und olle Tarif« zu erhöhen, dann hat man auf einmal Geld, soviel man haben will! Daran hatte allerdings bisher niemand gedacht, diese Entdeckung mußte erst durch die.Deutsche Zeitung" gemacht werden. Man sieht wieder einmal, wie einfach doch eigentlich Politik zu machen ist, wenn man über die nötige Portion Schläue und Ge- m e i n h e i t verfügt— wobei man es dem Urteil der Oeffenttichkeit überlassen kann, festzustellen, auf welcher Seite die Gemeinheit zu suchen ist. Menschen, Göttern gleich... 66] Roman von yerbert George Wells. Was für ein Ende würden diese armen Leutchen dort oben finden? Ihre Lebensdauer war noch mehr bedroht als seine eigene denn er konnte hier wochenlang liegen und hungern, ehe er den letzten Hauch von sich geben würde. Sie aber hatten sich offen gegen die Macht und Weisheit Utopiens aufgelehnt und nun mutzte sich schließlich die ordnende Macht jener Welt über ihren Häuptern zusammenballen. Er hatte immer noch schwache, sinnlose Gewissensbisse wegen seines Benehmens bei Catskills Verschwörung. Jetzt lächelte er darüber, daß er einmal fest davon überzeugt gewesen war, die Erde würde über Utopien siegen, wenn nur Catskill seine Geiseln gefangen hätte. Diese Ueberzeugung hatte ihn zum Handeln gedrangt. Außer seinen schwachen Rufen war ihm scheinbar nichts anderes übrig geblieben, um dieses riesenhafte Unheil abzuwenden. Aber angenommen, er wäre überhaupt nicht dort gewesen oder er wäre dem hemmenden Instinkt der Kameradschaft, der ihn dazu drängte, gemeinsam mit den andern zu kämpfen, gefolgt— was dann? Als er sich den Anblick Ceders ins Gedächtnis zurückrief, der Mush berumgeschleudert hatte wie ein Schoßhündchen, und die hohe Gestalt Serpentins, zweifelte er, daß es den Erolingen, sogar auf den Stufen zwischen dem Torbogen. möglich gewesen wäre, die beiden zu überwältigen. Die Revolver wären ebenso gebraucht worden wie auf dem Hang, und Catskill hätte keine Geiseln, sondern nur erschlagene Männer gehabt. Wie unaussprechlich dumm war doch der ganze Plan Catskills gewesen. Aber er war nicht dümmer, als sonst das Benehmen Catskills, Burleighs und der übrigen Staats- männer der Welt während der letzten Jahre auf Erden. Manchmal, als die Welt während des großen Krieges in Agonie lag, schien es, als ob Utopien der Erde näher käme. Die finsteren Wolken und der Qualm dieser schwarzen Jahre wurden vom Licht seltsamer Hoffnungen durchzuckt, von der Erwartung, die Welt würde neu geboren werden. Die Rationalisten, Geldleute, Priester und Patrioten hatten alle jene Hoffnungen zunichte gemacht. Sie hatten auf die alten Gifte, Infektionen und auf die schwache Widerstandskraft des zivilisierten Geistes oertraut. Sie hytten sich auf ihre Waffen verlassen, hatten ihre Hinterhalte gelegt und ihre Frauen in Txitiflk-ft gesetzt, um Flaggen der Uneinigkeit zu nähen»»« Eine Zeitlang hatte sie jliese Hoffnung getötet. Aber nur eine Zeillang. Denn Hoffnung, die Erlöserin der Menschheit, feiert fortwährend Auferstehung. „Utopien wird siegen," sagte Mr. Barnstaple, und saß eine Weile da, um einem Geräusch zu lauschen, das er schon früher gehört hatte, ohne es besonders zu beachten. Es war ein schnurrendes Klopfen in den Felsen über ihm, wie vom Gang einer großen Maschine. Es schwoll an und wurde dann wieder schwächer bis zur Unhörbarkeit. Seine Gedanken kehrten zu seinen ehemaligen Gefährten zurück. Er hoffte, daß sie dort oben nicht zu elend und ängst- lich seien. Insbesondere wünschte er, es möge sich etwas ereignen, um Lady Stellas Mut zu stärken. Er war liebevoll um Lady Stella besorgt. Für die Uebrigen wäre es das Beste, wenn sie bis zum Ende tätig im Kampf verharren würden. Wahrscheiniich arbeiteten sie alle fieberhaft an irgendeinem hoffnungsvollen Verteidigungsplan Catskills: mit Ausnahme Mr. Burleighs. der nichts wn würde— überzeugt, daß es wenigstens für ihn noch einen ehrenvollen Aus- gang geben werde, und der wahrscheinlich auch nicht sehr ängstlich wäre, wenn es keinen gäbe. Amerton und vielleicht auch Mush würden in eine religiöse Wiedergeburt verfallen, was die anderen ein wenig beunruhigen oder für Lady Stella und Miß Greeta Grey vielleicht sogar ein geistiges Betäubungsmittel bedeuten würde. Und für Penk war Wein im Keller... Sie würden den Gesetzen ihres Seins folgen, sie würden das tun, was die Natur und die Gewohnheit von ihnen ver- langt. Was wäre sonst möglich? Mr. Barnstaple tauchte in einen methaphysischen Ab- grund unter... Jetzt ertappte er sich dabei, wie er auf die Armbanduhr sah, es war zwanzig Minuten nach zwölf Uhr. Immer häufiger blickte er auf die Uhr— oder verging die Zeit lang- samer?... Sollte er die Uhr aufziehen oder sie auslaufen lassen? Er empfand schon großen Hunger. Doch das konnte noch kein � richtiger Hunger sein. Offenbar verlor er die Gewalt über seine Einbildungstraft. Das Ende des Ouarantänefelfens. l. Mr. Barnstaple erwachte langsam und widerstrebend aus einem Traum, der vom Kochen handelte. Er war Soyer, der berühmte Küchenchef des Reformclubs, er erfand und kostete neue Gerichte. Aber auf den holden Pfaden des Traum- landes war er nicht nur Soyer, sondern zu gleicher Zeit ein sehr tüchtiger utopischer Biologe und ebenso Gottvater selber. So konnte er nicht nur neue Gerichte herstellen, sondern konnte auch neue Gemüse und Fleischarten, die hinein- gehörten, erschaffen. Ganz besonders interessierte er sich für eine neue Sorte Geflügel, die Chateaubriand-Rasse, welche die reichen Vorzüge eines ausgezeichneten Beefsteaks in der Form und der Delikatesse einer Hühnerbrust vereinen sollte. Er wollte das Gericht mit einer Mischung von Jamaika- pfefser, Zwiebeln und Pilzen füllen— aber die Pilze waren nicht das Richtige. Die Pilze— er kostete sie— bedurften wirklich nur einer ganz kleinen Aenderung. Und im Traum erschien ein Hilfskoch, mehrere Hilfsköche, alle nackt wie die Utopen, sie trugen Hühner aus der Speisetammer herbei und sagten, sie könnten sie nicht festhalten, sie wären„hoch- gegangen" und gingen immer noch höher. Um diesen Ge- danken des Höhergehens zu illustrieren, hoben die Hilssköche die Hühner über ihre Köpfe und begannen die Wände der Küche hinaufzuklettern: jene waren felsig und für Wände einer Küche merkwürdig eng beieinander. Die Gestalten wurden schwarz, wurden emporgeschleudert»nd zeichneten sich als schwarze Silhouetten gegen den leuchtenden Dampf ab, der aus einem Kessel mit kochender Suppe aufstieg. Es war kochende Suppe, und doch war es kalte Suppe und kalter Dampf. Mr. Barnstaple war wach. An Stelle des leuchtenden Äampfes war es Nebel, heller Mondscheinnebel, der die Schlucht füllte. Er spie die Gestalten zweier Utopen in schwarzer Silhouette aus... Was für Utopen? Barnstaple schwankte zwischen Träumen und Wachen. Dann fuhr er in gespannter Aufmerksamkeit empor. Sie be- wegten sich mit leichten Gebärden, ahne seine Gegenwart in so unmittelbarer Nähe zu bemerken. Sie hatten bereits, eine dünne Strickleiter an irgendeinem Punkt oben befestigt. Aber wie sie das zuwege gebracht hatten, wußte er nicht. Einer stand noch auf der Felsenplatte, der andere schwebte über ihm und spannte sich quer über den Schacht, indem er sich am Seil festhielt und die Füße gegen den Felsen stemmte. Ueber der Kante der Felsplatte erschien der Kopf einer dritten Gestalt, die von einer Seite jzur anderen schwankte und offenbar auf einer zweiten Strickleiter heraufkam. Irgendeine Auseinandersetzung war im Gang. Es kam Mr. Barnstaple zum Bewußtsein, daß dieser letzte Ankömmling der Meinung war, er und seine Gefährten wären nun hoch genug geklettert, daß aber der oberste Mann darauf bestand, sie sollten noch höher gehen. In wenigen Sekunden war die m*_______....________ Sache gerege (Fortsetzung folgt) j Für die Ambulatorien. Die anerkennende Zuschrift eines Kranfenfaffenmitglieds. In den letzten Tagen sind uns zahlreiche 3uschriften zugegangen, die sich mit der beabsichtigten Sperrung der Ambulatorien für die in der Krantentasse Bersicherten beschäftigen. Demnächst werden wir die ganze Angelegenheit noch einmal ausführlich besprechen. Heute begnügen wir uns damit, im Auszuge das Schreiben eines Mitgliedes der Ortsfranten= tasse Berlin wiederzugeben. Man schreibt uns: ,, Schon oft ist ja über die Warte= räume bei den Aerzten geschrieben worden, und man hat Klage geführt, daß nicht genügend Sitzplätze vorhanden sind, daß die Räume sehr oft nach der Hinterfront liegen und daß es an Luft und Licht vielfach fehlt. Wir alle wissen, daß es schon für einen gefunden Menschen eine Bein ist, längere Zeit warten zu müssen, in sehr viel höherem Grade aber trifft dies für einen Kranten zu. Als ich das erste Mal in ein wirklich bequemes und angenehmes Wartezimuner kam, da habe ist richtig aufgeat met. Es war einfach und geschmackvoll in der Einrichtung und Ausstattung, es war hell und luftig und mit Ventilation und Zentralheizung versehen. Gewiß war auch hier der Besuch stark, aber niemand brauchte zu stehen. Man hatte für genügend Size gesorgt, ich war nämlich im Ambulatorium. Die Räume, in denen der Kranke behandelt wird, sind so, daß sich alle Sachverständigen des In- und Auslandes, die sie gesehen haben, in sehr rühmender Weise äußerten. Wer selbst im Ambulatorium als Patient behandelt ist, wird Bescheid wissen. Gemiß gibt es gerade bei franken Menschen manchen Nörgler, manchen Unzufriedenen, manchen Verbitterten, der überall etwas auszusetzen hat. Bei der großen Mehrzahl der Patienten aber ist die Einrichtung des Ambulatoriums mit Freuden aufge nommen, und der Wunsch ist lebendig, diese Einrichtung zu erhalten und weiter auszubauen. Von wem aber murden die Ambulatorien geschaffen? Es waren die Rrantentassen, die in der Notzeit unseres Volkes, in den Jahren der Inflation, wo alles drunter und drüber ging, dieses Wert errichtet haben. Wer hat das Geld dazu gegeben? Es maren die Kranfenfassen, es waren die Gelder, die von den Mitgliedern aufgebracht waren und heute noch aufge= bracht werden müssen. Aber trotzdem diese schöne Einrichtung durch das Geld der Mitglieder der Krankenkassen, durch unser Geld, geschaffen worden ist, will man uns seit dem 1. März 1928 die Benuzung der Ambulatorien verbieten. Warum? Es ist die Berufsorganisation der Aerzte, die befürchtet, daß ihre Mitglieder erwerbslos werden könnten. Denn seitdem die Ambulatorien bestehen, ist der Zugang in ihren Wartezimmern geringer geworden. Aus diesem Grunde hat man mit dem Oberversicherungsamt verhandelt, und dieses hat entschieden, daß alle Hauptversicherungspflichtigen nur noch bei den freien Aerzien be= handelt werden dürfen. Sollte dieser Entscheidung tatsächlich auf die Dauer stattgegeben werden, so würde es einen schweren Schlag gegen die segensreiche Einrichtung der Ambulatorien bedeuten, die freilich ja schon von Anfang an für einen Teil der Aerzteschaft eine gefürchtete Konkurrenz waren. Es ist Pflicht der Krankenkassenmitglieder sich dagegen zu wehren, daß ihnen genommen wird, was sie mit ihren Beiträgen erbauten. Sie dürfen sich nicht zwingen lassen, auf eine Einrichtung zu verzichten, die ihnen aus vielen Gründen lieb und wert geworden ist. Aufbau, nicht Abbau, soll die Lofung fein." In kochendes Wasser gestürzt. Im Kabelwert Oberspree der AEG. in der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide ereignete sich gestern ein fchwerer Unfall. Der 45jährige Walzer Gustav Schinder aus der Niederstraße 5 in Berlin- Rosenthal, dem die Leberwachung eines mechanischen Arbeitswalzwerkes untersteht, verlor plöglich den Halt und stürzte in einen Wassertanal der Transport vorrichtung, in dem das Wasser auf etwa 100 Grad erhigt ist. Sch. trug furchtbare Verbrühungen davon. Er mußte in das Reinickendorfer Kreistrantenhaus übergeführt werden, wo er an den Folgen seiner schweren Verlegungen star b. Autobus in der Fensterscheibe. Infolge des schlüpfrigen Pflasters verlor der Führer eines Autobus der Linie 13 gestern abend gegen 18 Uhr die Herrschaft über die Lentung seines Wagens, geriet dabei auf den Bürgersteig und fuhr an der Ede Rosenthaler Straße und Linienstraße in das Schaufenster einer Filiale der Städti= fchen Gaswerte hinein. Eine Straßenpassantin, die in diesem Augenblick die Unfallstelle passierte, wurde erheblich verlegt und mußte zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden. Die Fahrgäste des Autobus tamen mit dem Schrecken davon. Die Feuerwehr mußte den Wagen abschleppen. Immer noch die Luftfahrt- Versuchsanstalt. Die Stadtverordneten werden in ihrer heutigen Sigung sich mieder mit der Vorlage einer Verlegung der Versuchsanstalt für Luftfahrt nach Brig oder Rudom zu beschäftigen haben. Wäh rend die Mehrzahl der Sachverständigen sich für Rudom ausgesprochen hat, will Stadtrat Busch das Briger Gelände in einen Flugplay verwandeln. Sehr merkwürdig ist die Tatsache, daß die Versuchsanstalt an Stadtrat Busch herangetreten sein soll mit der Bitte, das Brizer Projekt folen zu lassen, da doch die Widerstände zu groß seien. Die Verfuchsanstalt hält auch ein Gelände in Lichterfelde für viel geeigneter für ihre Zwecke. Stadtrat Busch scheint aus der Vorlage eine Prestigefrage machen zu wollen, obwohl unzweifelhaft ist, daß sowohl die Sozialdemokraten als auch die Kommunisten gegen die Vorlage stimmen werden. Ein Berliner Rechtsblatt hat in den letzten Tagen es so hingestellt, als ob die Sozialdemokratische Partei ausschließlich im Interesse der Gehag" gegen Brig eingenommen ist. Die Sachverständigengutachten haben bisher der Sozialdemokratischen Partei mit ihrer Stellungnahme recht gegeben. " Werbefeier der weltlichen Schnle in Neukölln. Die 5. weltliche Schule in Neukölln veranstaltete im Städtischen Lichtspielhaus, Bergstraße, unter dem Motto„ Die entfeffelte Schule" ihre Jahresfeier mit einem vorzüglichen Progranum. Die Veranstaltung fand so reges Interesse in Elterntreisen, daß der große Saal bis zum legten Plaz gefüllt war und viele noch stehen mußten. Schulorchester und Schulchor gaben der Veranstaltung den würdigen musikalischen Rahmen, Geigenfolos, Sinn spiele und eine hübsche" Demonstration der Schul: jüngsten" entfeffelten stürmischen Beifall. Die entfesselte Schule" felbft ist ein tabarettistisch aufgezogenes Spiel, das eine Auseinander sehung zwischen dem freien schöpferischen Geist der weltlichen Schule und ihrem Prinzip der ungehemmten Entfaltung und dem vermuderten Schulsystem der Privilegien und des ungeistigen Drills darstellt. Recht originell waren die auf modern frisierten Schnurren von Herrn Bastor sin Kauh" und dem„ Doktor Eisenbart" mit Musik und auf Leinwand projizierten farbigen Illustra tionen, die von 13jährigen Schülern der Anstalt geschaffen wurden. Mit zwei politischen Spielen Kasper vor dem VoltsGericht" und„ Eine Maifeierim Grünen" fand die Werbeveranstaltung der weltlichen Schule ihren gelungenen Abschluß. Belch ausgezeichneter Geist in der von christlicher Seite fo grimmig befehdeten weltlichen Schule lebt, hat nicht zum wenigften diefe Feier bewiesen. Dunkle Geschäfte eines Richters. Zu einem Verweis und 300 Mart Buße verurteilt. Vor dem kleinen Disziplinarsenat des Kammergerichts, der sich aus sieben Disziplinarrichtern zusammensetzt, stand gestern der Landgerichtsdirektor vom Landgericht II, Dr. Bodenheimer. Es handelte sich um eine sehr dunkle Angelegenheit, in der nach der Anflage Dr. Bockenheimer zum Zwede der Begnadigung für eine Frau, die wegen schweren Sittlichkeitsverbrechens zu Zuchthaus verurteilt worden war, Einfluß zu nehmen versucht haben soll. Dr. Bockenheimer, aus Frankfurt a. M. gebürtig und fast in seiner ganzen Laufbahn beim Rammergericht beschäf tigt, gilt als hochbegabter Mensch. Zahlreiche Studienreisen und wissenschaftliche Arbeiten haben ihn zu einem Sachverständigen auf seinem Gebiet gemacht, der deshalb auch von der Reichsregierung wiederholt herangezogen wurde. Landgerichtsdirektor Dr. Bockenheimer lernte nun 1926 beim Pfarrer der Heiligen- Geist- Gemeinde in Charlottenburg, zu deren Bereich er gehört, Bockenheimer ist katholischer Konfession einen Herrn Hart fennen, den ihm der Pfarrer, ein Pater Baltenpohl, als einen hochangesehenen WeinPfarrer, ein Pater Baltenpohl, als einen hochangesehenen Wein händler aus dem Moselland vorstellte. Der Bruder des Landgerichtsdirektors war vor dem Kriege Weinhändler in Bordeaux gewesen, und die Anklage sagt, daß Bodenheimer Herrn Hart ge= beten habe, mit seinem Bruder in Geschäftsver= beten habe, mit seinem Bruder in Geschäftsver bindung zu treten. Nun aber handelte es sich bei Hart um einen Menschen, der in sittlicher Beziehung äußerst bedenklich erscheinen mußte. Hart ist bereits vor einigen Jahren in Trier megen eines Sittlichkeitsverbrechens zu Gefängnis verurteilt. In Berlin erhielt dann seine Freundin, ein Fräulein Schulczit, megen Kuppelei 1½ Jahre Zuchthaus. Hart, dem man Notzucht vorgemorfen hatte, war damals freigesprochen. Dr. Bockenheimer betätigte sich als juristischer Berater bei den Vertragsabschlüssen zwischen Hart und seinem Bruder. Dienstlich aber hat er vorher wiederholt mit der Angelegenheit HartSchulczik zu tun gehabt. Es drehte sich um Haftbeschwerden der verurteilten Schulczit. Ende 1926 trat nun Pater Baltenpohl an Bockenheimer heran, ob man nicht für Fräulein Schulczik auf dem Gnadenweg etwas machen" fönne, denn 1½ Jahre Zuchthaus Was wird mit dem Ozeanflug? Hauptmann Köhl von der Lufthansa nicht entlassen; er ist felbergegangen. Zu der Meldung, daß Köhl von der Deutschen Lufthansa wegen des Amerikafluges entlassen worden sei, wird gemeldet, daß Köhi die Verhandlungen über den beabsichtigten Flug geführt hat, ohne die Lufthansa in Kenntnis zu setzen. Als Angestellter und Leiter des Nachtflugbetriebes der Lufthansa wäre er hierzu verpflichtet gewesen. Die Deutsche Laufthansa hat von dem Unternehmen nicht von Köhl, sondern von dritter Seite Kenntnis erhalten. Wenn Köhl sich rechtzeitig an die Lufthansa gewandt hätte, wäre ihm wohl ein Urlaub bewilligt morden, wie dies ja auch bei seinem lehtjährigen Ozeanflug der Fall gewesen ist. Trotzdem er auf die Notwendigkeit dieser vorherigen Berständigung rechtzeitig aufmerksam gemacht wurde, hat er ohne Benachrichtigung der Lufthansa seinen Dienst verlassen. Eine Mitteilung irgendwelcher Art von Röhl liegt bei der Deutschen Lufthansa nicht vor. Die Lufthansa hat daher keine Veranlassung gehabt, irgendeine Mitteilung wie die eingangs erwähnte Köhl zugehen zu lassen. Wie aus London gemeldet wird, sind auch weiterhin die Aussichten für den Ozeanflug denkbar ungünstig. Die ,, Bremen" steht noch immer auf den Flugplatz Baldonel bei Dublin, und die Flieger warten auf günstigere Wettermeldungen. Ostersonderzüge nach Ostpreußen. seien doch sehr bitter. Nun verwandte sich in der Tat Dr. Bodenheimer drei oder viermal für Fräulein Schulczit. Hinzu kommt, daß die Geschäftsverbindung zwischen Hart und dem Bruder des Dr. Bockenheimer gleichfalls für den Landgerichtsdirektor peinlich ist. Die Anflage sagt, er habe aus den Mitteln der Firma Hart- Bockenheimer Darlehen erhalten, die später auf die Bemühungen Bockenheimers bei den Straffällen des Weinhändlers verrechnet wurden. Bockenheimer gibt zu, durch seinen Bruder Geld geliehen und 70 Flaschen Wein als Zuwendung erhalten zu haben. Als dann Hart erneut wegen Kuppelei angeklagt wurde, setzte sich Dr. Bockenheimer mit den zuständigen Richtern in Berbindung, um seiner Weberzeugung Ausdruck zu geben, daß eine Wiederaufrollung des Verfahrens unzulässig sei. Dabei erhielt er von den angerufenen Herren Körbe. Der Fall fam ins Rollen durch einen Gerichtsberichterstatter der beiden Berliner fommunistischen Blätter namens Magner, der inzwischen mehrfach bestraft wurde. Er soll an Hart Erpressungen begangen haben, indem er ihm versprach, daß er gegen Zuwendungen dafür sorgen werde, daß die Angelegenheit nicht in die Deffentlichkeit fäme. Ais mun Hart im zweiten Verfahren wegen Kuppelei 21 Monate Zuchthaus betam, framte er die Sache aus und stellte die Behauptung auf, Landgerichtsdirektor Dr. Bockenheimer habe für seine Bemühungen um ihn und seine Freundin Honorar bezogen. Der Staatsanwalt beantragte, Dr. Bodenheimer als schuldig zur Bersetzung in ein anderes Amt mit gleichem Range und mit Minderung des Diensteinkommens um 10 Proz. für drei Jahre zu verurteilen. Der Vorsitzende, Senatspräsident Preiser, hatte schon während der ganzen Verhandlung immer wieder betont, daß es ihm geradezu unfaßbar fei, wie Dr. Bodenheimer sich mit Leuten von der Qualität des Hart und der Schulczif habe ein= lassen können. Diese Ansicht tam auch im Urteil deutlich zum Ausdrud. Dr. Bodenheimer wurde zu einem Verweise und zu 300 Mart Geldstrafe verurteilt. Es mar dies das erste Disziplinarverfahren, das vor dem Senat des Kammergerichts öffentlich verhandelt wurde. Sport. Rennen zu Mariendorf am Mittwoch, dem 28. März. 1. Rennen. 1. Steinnelle( Jauß jun.), 2. Beate( S. Mills), 3. Rehoferin( Freundt). Toto: 17:10. Blab: 12, 18, 19:10. Ferner liefen: Laterne, Turandot, Baron( Sabler, Schüler Teddy, Hippologe, Friedrichsdor. 1. Tizian( Ch. Mills), 2. Nora Halle( J. Mills), 3. Theofrat( Lemzer). Toto: 13:10. Blag: 11, 14, 13:10. Ferner liefen: Bierde, Schneepeter, Belletrist, Nippfache. 2. Rennent. 3. Rennen. 1. Frieda Edelstein( J. Mills), 2. Clementine( Bahr), 3. Antimon( Jauß jun.). Toto: 15: 10. Blat: 10, 10, 10: 10. Ferner liefen: Anfer I, Lur, Haga Burton, Streitfrage, Leffing. 6. Rennen. 4. Rennen. 1. Jeanette( Ch. Mills), 2. Ehrenberg( J. Mills), 3. Karo Bube( Jauß jun.). Toto: 44: 10. Platz: 16, 14, 12: 10. Ferner liefen: Lindowkind, Belwin, Baron Silvester, Manzanares, Barmaid. 5. Rennen. 1. Graf Dorn( Befizer), 2. Campanula( Rüdert), 3. Minni Halle( Regli). Toto: 100: 10. Blat: 36, 30, 16: 10. Ferner liesen: Harjenmädchen, Heider, Gelbstern, Adeline, Monostatos, Mirabelis I, Lombardei, D'Captain Leerberg, Lord Bolo. 1. Britton( Großmann), 2. Abendstern( Sauß jun). 3. Brimel( J. Mills). Toto: 17:10. Platz: 15, 29: 10. Ferner lief: 7. Rennen 1. Manrico( Sauß jun.), 2. Marcel( Mills), 3. Trotteur( Reiter). Toto: 42: 10. Blab: 15, 18, 16:10. Ferner liefen: Crassus, Königsadler, Herostrat, Kurgast, Dawson Watts, Altmart, Rlud 8. Rennen. 1. Erasmus( Ch. Mius), 2. Quifi quafi( Lemzer), 3. Invasion( Weig). Toto: 13: 10. Blaz: 11, 18, 33: 10. Ferner liefen: Meister B., Dentmünze, Flamingo, Copal, Karl Eugen. Modena 9. Rennen. 1. Cour Maid( Sauß jun.), 2. Freibeuter( Lemzer), 3. Einsiedler( J. Mills). Toto: 17:10. Blaz: 12, 21, 16: 10. Ferner liefen: Flaggenlied, Katharina, Dunajec, Beinftod. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an bas Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten. 1. Rreis Mitte. Freitag, 30. März, 19% Uhr, bei Dobrohlam, Swinemünder Straße 11, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes mit den Bezirkstags. delegierten. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt mit, daß am Donners Parteinachrichten tag, dem 5. und Freitag, dem 6. April, je ein Sonder 3ug 3. Klaffe mit 50 Proz. Fahrpreisermäßigung und beschleunigter Durchführung von Berlin nach Insterburg über MarienburgElbing- Braunsberg- Königsberg verkehren wird. Der Zug geht von Berlin Friedrichstraße ab um 19,22 Uhr und trifft in Königsberg i. Br. um 8,46, Insterburg um 10,37 Uhr ein. Die Fahr= preise für die Hin und Rückfahrt betragen von BerlinStadtbahn nach Marienburg 22,60 m., nach Elbing 24 M., nach Braunsberg 26,80 m., nach) Königsberg 30 m. und nach Insterburg 34,40 m. In Berlin tönnen die Fahrkarten nur schriftlich durch Ausfüllung besonderer Bestellkarten bestellt werden, die bei sämtlichen Fahrkartenausgaben fostenlos abgegeben werden. f Millionengewinn eines Straßenarbeiters. Das 1- MillionFranken- Los des Credit National in Paris ist von einem pensionierten Straßenarbeiter in Nancy gewonnen worden, der Vater von vier Kindern ist. Funkwinkel.Z Der Nachmittag brachte nochmals eine Gorti- Biographie. Dieser Vortrag, den Dr. Manfred Georg im Rahmen der Jugendbühne hielt, stizzierte allerdings gleichzeitig Gorfis Stellung im russischen Kulturbild. Er wandte sich durch die Form seiner Darlegungen aber nur an eine sehr erwachsene Jugend, die wenn sie Interesse für Gorki hatte schon gewiß den einen oder vielleicht gar beide Vorträge vom Vortag hörte. Dieser dritte dürfte daher nur ein sehr geringes Publikum gefunden haben. Die Funkstunde bewies durch die sinnlose Form dieser drei Veranstaltungen nicht ihre Achtung, sondern ihre Mißachtung des Dichters. Frands Rezitationen brachten starke, lebensvolle Stimmungsbilder Gorfis, die allerdings ebenfalls nur auf sehr reife jugendliche Hörer berechnet waren. Teile aus den autobiographischen Kindheitsschilderungen des Dichters hätten sicherlich auch findlichere Zuhörer fesseln können. Dr. Mar Osborn begann eine Vortragsfolge" Die Nationalgalerie". Obgleich er ziemlich eingehend einzelne Werke des Klassizismus und der Romantik behandelte, wurden in ihrer Gesamtheit lebendig. in seinen ausführlichen Schilderungen die künstlerischen Epochen Dr. Karl Würzburger schilderte, wie der moderne Mann die moderne Frau im Beruf sieht. Dieser unbeschwerte, sehr subjektiv betonte, aber höchst geistvolle Vortrag funfelte wie ein fleiner, vollkominen geschliffener Edelstein. Ein gutes Nachmittagsunterhaltungskonzert bot die Kapelle Emil Roos. Am Abend feierte das Funforchester die Operette in ihren Vertretern Oskar Strauß und Emmerich Kalmann. Tes 5. Areis Friedrichshain. Die Obleute der Revisoren der 32., 33. und 38. Ab teilung haben bestimmt am Gonnabend, 31. März, 17 Uhr, beim Genoffent Paul Ben, Goßlerstraße, Kaffenrevision abzuhalten. 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, 30. März, 19% Uhr, erweiterte Kreisvorstands. figung bei Krüger, Grimmstr. 1. Montag, 2. April, Kreisdelegierten versammlung bei Rabe, Fichtefstr. 29. 14. Recis Rentaln. Erweiterte Kreisvorstandssigung mit den Bezirkstags delegierten am Freitag, 30. März, 19% Uhr, an bekannter Stelle. Delegierte, die nicht dem Kreisvorstand angehören, sind einzuladen. Material zum Bezirkstag mitbringen. Heute, Donnerstag, 29. März: 8. Abt. Diejenigen Mitglieder, die am Kreisvertretertag am Freitag teila nehmen sollen und verhindert. find, müssen ihren Ausweis ameds Stellung eines Bertreters dem Genossen Thannhäuser, Steinmegstr. 44, und Franz von Buttkamer, Litkomplag 3, einreichen. Der Areisvertretertag beginnt um 19 Uhr. 101. Abt. Treptow. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Frühlingsfeier der Gozialistischen Arbeiterjugend um 20 Uhr im Lokal Nitschte, Am Trep tower Part. Morgen, Freitag, 30. März: 70. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr im Cafe Trautenau, Rifolsburger Plag, Dise tuffionsabend. Bortrag: Die wirtschaftspolitische Lage und die tommen den Wahlen." Referent Landtagsabgeordneter Eduard Zachert. Gäste sind eingeladen. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr im Lokal Pinger, Dorfstr. 50, Mitgliederver sammlung. Vorschläge zur Kandidatenaufstellung zum Reichs- und Landtag. Alle Mitglieder müssen wegen der wichtigen Tagesordnung bestimmt erscheinen. 95. Abt. Neukölln. Die Einlaßkarten zur Fahnenweihe find beim Genossen Bieweg, Zietenstr. 71, Hof III, abends abzurechnen. 103. Abt. Oberschöneweide. 19% Uhr wichtige Funktionärßigung bei Winkler. 95. Abt. Reukölln. Sonntag, 1. April, im Lotal Bergschloßhöhe, Rarlsgartenstraße, Fahnenweihe. Prolog, Ronzert, Ult- Trio und Tanz. Beiherebe: Hermann Harnisch, M. d. L. Eintritt einschl. Stener 1 M. Gaalöffnung 16 Uhr. Beginn 17 Uhr. Alle Genoffinnen und Genossen find mit Freunden und Bekannten herzlichst eingeladen. Frauenveranstaltungen: 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Funktionärinnenkonferenz kann heute, Donnerstag, nicht stattfinden. Es wird gebeten, am Freitag, 30. März um 2 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 289, wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung zu erscheinen. 68. Abt. Halensee. Heute, Donnerstag, 29. März, 19% Uhr, bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag des Genossen Lewin- Dorsch über unsere politische Zukunft und die Frauen." Alle Genossinnen find herzlich einte geladen. Gäste millkommen, Forman gegen Schnupfen Wirkung frappant! 109, Abt. Friedrichshagen. Seute, Donnerstag, 29. März, 20 Uhr, bei Scholz, Friedrichstr. 81, Frauenwerbeabend. Vortragender Genosse Hosemann, Alle Genossinnen sind dazu herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. 141. Abt. Rofenthal. Heute, Donnerstag, 29. März, 19% Uhr, bei Schmehfing, Walderfeestr. 5, Bortrag des Genossen Hans Kamm über Religion und Sozialismus." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäste will. tommen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt: 3. Kreis Wedding. Heute, Donnerstag, 29. März, 20 Uhr pünktlich, im Gigungsfaal des Ledigenheimes Schönstedtstr. 1, Schulungskursus. Thema: Schutzaufsicht und Fürsorgeerziehung als Maßnahmen der Gefährdetenfürsorge." Referentin Genossin Dr. Hellinger. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 6. Kreis Kreuzberg. Heute, Donnerstag, 29. März, 20 Uhr, im Gesundheitshaus, Am Urban 10-11, Echulungskursus. Thema: Jugend und Beruf." Referent Genosse Walter Eschbach. Alle interessierten Genossinnen und Genossen find herzlich eingeladen. 13. Kreis Tempelhof. Freitag, 30. März, 19% Uhr, ganz pünktlich, im Sigungszimmer 1 des Bezirksamtes, Dorfstraße, Kreisversammlung mit Jahresbericht und Aussprache. Ale infereffierten Genofsinnen und Genossen werden gebeten, zu erscheinen. Anschließend Besuch der MitgliederverSammlung bei Pinger, Dorfstr. 50. 17. Kreis Lichtenberg. Freitag, 30. März, 19½ Uhr, im Zimmer 25 des Lichten. berger Rathauses, Schulungskursus. Thema: Das Arbeitsgerichtsgeseh." Shulentiafungsfeiertarten Rnb ebguredynes. Rexton VI: bang, Des fahrer! Bis spätestens 2 April milffen beim Genoffen Seffe, Beferfte. 155-156 3 M. hinterlegt werden.- Bittenau: Heim Rosenthaler Str. 15. Unfer Balb. Oeffentliche Werbeveranstaltungen heute, Donnerstag, 19% Uhr: Treptow: Frühlingsfeier bei Nitschke, Am Treptower Part 26. Eintritt 40. Pf. morgen, Freitag, 30. März: Faltplag II: Frühlingsfeier in der Aula des Gymnasiums Gleimftr. 49. Werbebezirk Reutöllu: Begrüßungsfeier für Schulentlassene im Gaalban, Bergstr. 147. Brogramm: Mufit, Rezitationen, Ansprache, Lieber aur Laute, Boltstänge, Chorgesänge, Festspiel u. a. Für die Schule Referent Genosse Paul Judrian. Bahlreiche Beteiligung wird erwartet. Schüler- Sport- Anzug Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Borbereitende Sigung für den 1. Mai am Freitag, 30. März, 20 Uhr, in der Geschäftsstelle, Lindenstr. 3. Alle interessierten Genossinnen und Genossen find herzlich eingeladen. mit Breeches- od Knie- Hose, modern gem. Cheviot Gr.38 Mk.33Rrcis Röpenick, Abt. Bohnsdorf: Freitag, 30. März, Generalprobe bei Schulz, Bohnsdorf, Dorfplay, um 19 Uhr. Der Gruppenabend fällt aus. Wir bitten dort nach Möglichkeit um Abrechnung der Karten. Sonnabend, 31. März, Frühlingsfeier mit der SAJ. im Lokal Schulz, Bohnsdorf, Dorfplat ( großer Gaal). Beginn 20½ Uhr. Eintritt: Kinder 15 Pf., Erwachsene 30 f. Kieler- Anzüge Karten find bei den Kindern, den SAJ.- Mitgliedern und beim Genossen Joschko, Neue Str. 3, zu haben. Wir bitten um regen Besuch der Veranstaltung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei Organisation 0 5. Abt. Donnerstag, 29. März, 10% Uhr, findet die Einäscherung unseres nerstorbenen Genossen Julius Herrmann im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Wir bitten um rege Beteiligung. 51. Abt. Charlottenburg. Die Trauerfeier für unsere fo plöglich verstorbene Genossin Rinte, Klaus- Groth- Straße, findet heute, Donnerstag, 29. März, 11% hr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Bir hitten um rege Beteiligung. 55. Abt. Charlottenburg. Am 22. März verstarb unser langjähriges Mit glied August Pohl im 67. Lebensjahre an den Folgen. eines Schlag. anfalles. Ehre seinem Andenken! SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Der Singkreis trifft fich morgen, Freitag, piinltlich 191 Uhr, in den Städt. Lichtspielen, Neukölln, Bergstr. 147( U- Bhf. Bergstraße), zur Mitwirtung an der Werbefeier. Bewegungschor Brenzlauer Berg: Uebungsabend 19% Uhr Elfaffer Str. 26. Heute, Donnerstag, 19% Uhr: " Saltplas 1: Seim Eberswalder Str. 10. Einführungsabend. Röllnischer Bart: Seim Engelufer 24-25, Unsere Jugendtage." Baltenplag: Heim Silfiter Str. 45. Funktionärsigung. Frankfurter Viertel: Heim Litauer Straße 18. Funktionärsigung. Südwest: Heim Lindenstr. 4. Mitgliederverfammlung. Friebenan: Heim Offenbacher Str. 5a. Reichstagssigung." Schöneberg 1: Seim Hauptstr. 15. Funktionärsipung.. Schöneberg III: Heim Sauptstr. 15. Staat und Nation. Steglig: Heim Albrechtstr. 47. Mitgliederversammlung. Zehlendorf: Nordschule, Potsdamer Straße. Lebens reform." Rentölln I: Außerordentlicher Gruppenabend beim Genossen Graube, Schubomaftr. 53, Ede Richardplay. Neukölln II: Funktionärsigung bei der Genoffin Ache, Raiser- Friedrich- Str. 51. Treffpunkt 19% Uhr Reichspost. Die reinwollener Melton Cheviot für 6 Jahre Mk.43: 36Sport- Anzug mit gefütterter Golf- Hose, rosk brauner Cheviot mil Flott. Überkaro Gr.38 Mk.43Jacken- Anzüge korierte moderne Cheviots f6 Jahre Mk. 27, 23 19: Leineweber Berlin C, Köllnifcher Fifchmarkt 4-6 Was fagt der Bär? JOSETTI CIGARETTEN JOSETTI Soda Bleich Mittell Chlor Waschblair SEIFE Sie sparen alle Zutaten Sie schonen Ihre Wäsche SUMA Suma schafft SUMA Jhnen doppelt so viel waschkraftige Sauge! SUMA hilft Jhnen sparenes gibt keinen wahreren Satz als diesen! Betrachten Sie die Bilder und hören Sie folgende Tatsachen: Sie brauchen für einen gewöhnlichen Waschkessel( Inhalt 40 Liter = 4 Eimer Wasser) nur ein Paket Suma. Kein anderes Waschmittel reicht so weit. 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März entschlief plöglich nach Turzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger und Großvater, Schwager und Ontel, der Schriftseger Hugo Schulze im 55. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Anna Schulze und Kinder Neukölln, Biebrichstr. 11 Cinäsch: Sonnabend, 31. März, nachm. 1 Uhr, im Kremator. Baumschulenmeg Danksagung Für die überaus herzliche Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben guten Mannes Carl Klähne fage ich allen Bermandten, Freunden und Belannten fowle der SPD. der Abt. 108 Röpenid meinen herzlichften Dant Röpenid, 26. März. Ww. Marie Klähne. Danksagung Am 27. März verschied nach langem, ichwerem Leiben meine treue Lebensgefährtin, meine liebe, herzensgute Frau Franziska Grässel im 61. Lebensjahre. Charlottenburg, Raifer Friedrich- Straße 3. In tiefer Trauer Martin Grässel. Die Cinäfcherung findet am Montag, dem 2. April, 15% Uhr, im Krema torium Gerichtstraße ftatt. Sn der Straffache gegen den Simmer mannKarl Borner in Berlin, Reiniden dorfer Str. 24, geb. LIGA Lichtenberger Gartenheim E. G. m. b. H. tät Bauchfiguren, foottbillig. Naß, Gor Soll Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Getragene Herrengarderobe, Speziali. mannstraße 25/26, früher Muladstraße. Bilans per 31. Dezember 1927. am 21. Auguft 1895 An Bankkonto int Rieberzimmern, megen Beleidigung ift folgendes Urteil am 6. Februar 1928 ergangen: Der Angeklagte wird wegen Be leidigung zu 50fünfzig M. Geld ftrafe, hilfsweise zu 10- zehn Tagen Gefängnis und in die Kosten des Berfahrens verurteilt. Das Amtsgericht Berlin- Bedding. Abt. 12. Krause- Pianos zur Miete W50, Ansbacherstr.1 Two speist man gut u. billig? Nur Haben Nähmaschinen 7422,99 Per Geschäftsanteile 25 107, Postscheckkonto 144,87 Reservefonds. 1.600, Kassakonto.. 175,24 Fpothekendarl. 39 590,22 Därlopp.Nähmaschinen gegen 8- Mart. 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Neuwahl der ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder, Nr. 26a. • Bekleidungsstücke, Wäsche usw Bon Ravalieren wenig getragene, wie auch neue elegante Jadettanzüge, SmoZur Teilnahme an der Generalver- ting, Fradanaige, Baletots, Gummider Autogen- u.Lichtbogenfchweißer sammlung sind die eingetragenen Ge- mäntel, Sofen, für jede Figur paffend, nossen berechtigt. verkauft fpottbillig, teine Lombardware, Leibhaus Friedrichstraße 2, am Salle schen Tor. und-schweißerinnen. Tagesordnung: 1.Bortrag über: Das Schweißen von Edelmetallen. 2. Branchen angelegenheiten, 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Die Ortsverwaltung Der Vorstand. Bader. Bülow. Schulz. Verkäufe Bettenverkauf! Neue! 9,751 15, 19.50! Brachtpolle 27.50! Bauernbetten 32,-1 Paunige 37.50! Kinderbetten Obstbäume billig. Alt- Raulsdorf 5.8.75! Bettwäsche! Julette! fpottbillig und gut! Reine Lombardwaren. Leih Stahlmatratzen, günstig an Priv. 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Es ist in Deutschland noch sehr wenig beachtet worden, daß, während die Industrie und der Handel in den Jahren von 1924 bis 1927 nicht nur unzählige große und fleine Zusammenbrüche, sondern auch ungeheure Konzentrationsvorgänge aufzuweisen hatfen, bei den großen deutschen Banken weder ein einziger Zujantmenbruch eintrat, noch irgendwelche nennenswerte Konzentration erfolgte. Im großen und ganzen haben sämtliche deutschen Banken in diesen Jahren der Sanierung und der oft sehr verlustreichen Zusammenschlüsse glänzend abgeschlossen. Noch weniger wird an die Ursachen dieser Vorgänge gedacht. Man könnte das zweifellos jahrelang bestehende Kreditmonopol, das den Banken die Aufrechterhaltung einer weiten 3insspanne erlaubt hat, zur Erklärung heranziehen. Aber es ist kein Zweifel darüber, daß schon seit dem Jahre 1926 fich die Konturrenz in der Bankwirtschaft außerordentlich verstärkt hat. So bleibt in der Tat fein anderer Grund für die glänzende Entwicklung der deutschen Privatbanken, als daß im Jahre 1924 die Vorfriegstapitalien außer= ordentlich scharf, zusammengelegt worden sind, gegenüber 1913 im Durchschnitt auf ein Drittel, was relativ niedrige Dividendenan sprüche zur Folge hatte, so daß die Banken für die Berzinsung des Eigenkapitals aus ihren Ueberschüssen nicht in Verlegenheit zu tommen brauchten. Falsche Schlüffe. Donnerstag, 29. März 1928 A.-G. sich ihren Firmennamen mit held und France so billig mie möglich vergolden, d. h. die Aktien nur zu einem Bruchteil ihres Wertes bezahlen wollte. Da die Gegenpartei nicht so ohne weiteres zu überrumpeln war und die held u. Francke- Aktionäre fich gegen die„ talte Enteignung" mit Händen und Füßen sträubten, so griff man zu fleinen, aber immer wirksamen Druckmitteln. Man verknappte der Held u. France A.-G. etwas den Bank kredit. Für die sieben Berliner Großbanken ergibt sich folgende Ge- Schließlich haben ja die Herren vom Ostkonzern einige Erfahrungen, genüberstellung: Eigenkapital 1913 1927 2 338 Kreditoren und AkzepteEinnahmen aus Provisionen 8.608 813 Millionen M. 8562 " 112 232 " Einnahmen aus Zinsen. Provisionen u. Zinsen zusammen Steuern 209 186 " 321 418 20 50 " Einnahmen ohne Steuern. Unkosten. • 301 118 368 318 " " " Die den fieben Berliner Großbanten zur Verfügung stehenden fremden Gelder sind mit 8562 Ende 1927 gegen 8608 Millionen Ende 1913 ungefähr gleich hoch. Die Gesamteinnahmen aus Provisionen und 3injen find aber mit 418 gegenüber 321 Millionen um fast 100 Millionen höher. Die Unkosten, die von den Banken in ihrer Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden, sind mit 318 gegenüber 118 Millionen im Jahre 1913 um 200 Millionen höher. Daraus ergäbe sich eine Verteuerung der der Volkswirtschaft von den sieben Großbanken geleisteten Kreditdienste um nicht weniger als 297 Millionen Mart in einem Jahre. Und die Aussicht ist in der Tat fast grauenhaft zu nennen, wenn man daran denkt, daß eine entsprechende Verteuerung des Kapitalumlaufes in Deutschland nicht nur jahrlang bestanden hat, sondern darüber hinaus, wenn die öffentliche Kritik nicht den Finger auf die Wunde legt, unbesehen auch jahrelang weiterbestehen tann. Leider wird aus diesen Tatsachen vielfach der absolut falsche Schluß gezogen, daß die private Bankwirtschaft in Deutschland in sich gesund sei und auch voltswirtschaftlich zwedmäßig arbeite. Der Maßstab für die volkswirtschaftliche Gesundheit und Angemessenheit des Bankwesens ist der Preis, zu welchem die Banken ihre Geschäfte für ihre Kundschaft erledigen. Der beste und sicherste Anhaltspunkt dafür, wie hoch dieser Preis ist, ist auf der einen Seite der Vergleich der den Banken zur Verfügung geschuldigen, die die deutschen Unternehmer zu verantworten hätten. stellten fremden Gelder und auf der anderen Seite der Vergleich der Einnahmen aus Zinsen und Provisionen. Die übrigen Geschäfte der Banten, insbesondere das Effekten- und Konsortialgeschäft läßt man zweckmäßig weg, da die Erträge aus diesem Geschäft von den Banken in der Regel in ihren Bilanzen nicht ausgewiesen werden. Eine günstige Gelegenheit zu diesem Vergleich sind die kürzlich vorgelegten Abschlüsse der sieben Berliner Großbanten mit den entsprechenden Ziffern des Jahres 1913, wobei sich der die Rechnung erleichternde Zufall ergibt, daß die zur Verfügung stehenden fremden Gelder 1927 wieder fast genau dieselbe Höhe erreicht haben wie im Jahre 1913. Die von uns verwendeten Ziffern entnehmen wir einer fürzlichen Zusammenstellung der Frankfurter Zeitung", die bei den Ziffern für 1913 alle inzwischen erfolgten größeren Fusionen mit berücksichtigt hat. Für unsere Ueberlegungen tommt es nicht darauf an, ob diese Ziffern auf 1 oder 5 Millionen genau stimmen oder nicht; entscheidend find nur die Größenverhältnisse. Und da zeigt sich denn etwas volkswirtschaftlich außerordentlich leberraschendes. Der Ruhrtrust noch stark beschäftigt. Herr Bögler zur Lohnpolitit.- Ein Abkommen mit Krupp. In der Generalversammlung der Vereinigten Stahlwerke A.-G. erklärte Dr. Vögler, daß das neue Geschäftsjahr bisher günstig Derlaufen fei. Das zweite Vierteljahr( Januar bis März) merde für Kohlen und Koks, für Eisen und Rohstahl etwa die gleichen Ziffern ausweisen, wie sie für das erste Vierteljahr be fanntgegeben wurden. Auch der Umsatz werde entsprechend günstige Ergebnisse bringen. Die Preise im Ausland seien für die meisten Walzwerkserzeugnisse nicht unwesentlich gestiegen, und im ganzen könne der zukünftigen Entwidlung mit ruhiger 3u versicht entgegengesehen werden. Herr Bögler vertrat die Ansicht, daß es volkswirtschaftlich viel richtiger sei, mehr Leute bei nicht zu hohen, aber auskömm lichen Löhnen zu beschäftigen, um so mehr, als Deutschland schon jetzt mit den Lohn- und Soziallasten an der Spitze der europäischen Länder stehe. Wir sind erfreut, daß Herr Vögler auskömmliche Löhne wünscht. Wir hoffen, daß er deshalb seinen Bergarbeitern eine entsprechende Erhöhung der Löhne nicht versagen wird. Wir können nicht annehmen, daß er die heutigen Löhne für austömmlich hält. Denn einmal ist es nicht wahr, daß der deutsche Lohn- und Sozialinder an der Spitze der europäischen Länder steht England und die nordischen Länder haben erheblich günstigere Ziffern, England sogar eine größere Sozialbelastung und zum anderen haben die Löhne der Bergarbeiter den Reallohn der Vorfriegszeit noch faum erreicht. Bögler wehrte fich dagegen, daß das Kapital der Vereinigten Stahlwerte zu hoch angesetzt sei. Der Wert der den Bereinigten Stahlwerken gehörenden Bergwerte allein betrage etwa 600 bis 700 Millionen, und die Kapitalbelastung auf die Tonne Rohstahl betrage in England und Amerika 100 m. mehr als etwa in Deutschland. Herr Vögler begibt sich hier offenbar in den fehlerhaften Zirkel, den Wert deutscher Werts- und Bergwerksanlagen nach den Wiederbeschaffungskosten einsetzen zu wollen, was für das heutige Deutschland eine absolut unmögliche Rechnung wäre. In der Generalversammlung wurde auch ein Abkommen genehmigt, das zwischen den Vereinigten Stahlwerken und dem Krupp- Konzern geschlossen wurde. Danach verkauft der Stahlverein an die Friedrich- Krupp A.-G. 500 Kuge der Gewerkschaft Emscher Lippe und erhält dafür, wie gemeldet wird, vom KruppKonzern den Betrag von rund 30 Millionen Mart. Wir wissen nicht, woher der Krupp- Konzern diese riesenhafte Summe nimmt, glauben aber annehmen zu dürfen, daß auch ihm genügend Ueberschüsse zur Verfügung stehen, um zum sehr großen Teil aus laufenden Mitteln, ohne daß die Dividende dadurch leidet, seine Kohlenbasis verbreitern zu können. Außerdem findet ein Tauschgeschäft zwischen den beiden Ronzernen statt. Die Ber einigten Stahlwerte geben dem Krupp- Ronzern ihre 43prozentige Beteiligung an der Norddeutschen Hütte A.-B. in Bremen und erhalten von Krupp dafür ein größeres am Rhein bei Duisburg gelegenes Gelände, das die Bereinigten Stahlwerke für ihre Zwecke dringend braucht. Schließlich scheint noch ein weiteres Zusammenarbeiten der beiden Konzerne beabsichtigt zu sein, insbefondere im Siegerland. Num ist es sicher, daß die deutschen Banten gegenüber diesen 3iffern sich sofort darauf berufen werden, daß die Steuern gegenüber 1913 enorm gestiegen seien. Wir sind es ja gewöhnt, daß gegenüber 1913 enorm gestiegen seien. Wir sind es ja gewöhnt, daß der Hinweis auf die Steuern und auf die Verschwendung der öffent lichen Hand immer dazu herhalten muß, tausend Dinge zu ent Deshalb ist es zweckmäßig, die Steuerfoften in den beiden Bergleichs. jahren voll in Abzug zu bringen. Aber auch dann ergibt sich noch eine Verteuerung gegenüber dem Jahre 1913 um rund 267 Millionen Mart. Selbst wenn man nun auch für die Soziallaften einen Abzug machte, bleibt eine Verteuerung der von den Großbanken der Bolkswirtschaft geleisteten Dienste, die einfach als unerträglich be: zeichnet werden muß. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn man sagt, daß von 1924 bis 1927 die größten Schwierigkeiten für die deutschen Banken unver= meidlich gewesen wären, selbst trotz dieser enormen Verteuerung der von ihnen geleisteten Dienste, wenn sie ihr eigenes Kapital, das mit Dividende versehen werden muß, auch nur annähernd so hoch bemessen hätten wie im Jahre 1913. Aber in der niedrigen Bebemessen hätten wie im Jahre 1913. Aber in der niedrigen Bemessung des eigenen Rapitals liegt noch kein Verdienst. Es wird dadurch nichts daran geändert, daß der Dienst, den die Banten ihrer Kundschaft heute, wo man wieder von einer normalen Wirtschaft sprechen fann, mit einem Preise bezahlt wird, der die Gesundung der Gesamtwirtschaft aufs schwerste hemmen muß. Der Appetit kommt beim Effen. Eisenwerfe Buderus und die Siegerland- Subventionen. Wie wir bereits furz mitteilten, hat die Eisenwerte Buderus A.-G., das führende Erzbergbau- und Eisenverarbei tungsunternehmen des Siegerlandes, das Jahr 1927 mit einem Reingewinn von fast zwei Millionen Mart abgeschlossen und daraus zum ersten Male seit der Stabilisierung eine Dividende von 5 Pro3. gezahlt. Dom Wie zu erwarten war, befaßt sich der Geschäftsbericht der Verwaltung eingehend mit der Staatssubvention, die April bis Oktober 1927 nach und nach abgebaut wurde. Natürlich bedauert die Verwaltung die Verstopfung dieser staatlichen Geldquelle sehr und versteigt sich sogar zu der Behauptung, die Regierung sei mit ihren Hilfsmaßnahmen auf halbem Wege stehen geblieben, anstatt die Subvention solange weiterzuzahlen, bis die Vorfriegsproduftion wieder erreicht wäre. Auf die ewigen Klagen der Unternehmer über die Löhne und Soziallaften einzugehen, erübrigt sich. In dem Falle der Buderus werte aber fönnen die in herausforderndem Ton vorgebrachten Klagen der Verwaltung nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Die Herren von der Verwaltung scheinen ganz vergessen zu haben, daß sie über ein Jahr lang mit öffentlichen Geldern, also letzten Endes auch mit den Steuergroschen ihrer Belegschaften gefüttert wurden. Im übrigen sollten die Unternehmer einmal den Mut haben, mit realem Zahlenmaterial herauszuṛüden. Wenn die Berwaltung die Steigerung der Metallarbeiterlöhne in den letzten drei Jahren mit 63 Broz. angibt, so befagt das gar nichts, denn auch der engherzigste Verbandssyndikus weiß, daß das Lohnniveau von Anfang 1924 überhaupt feine Eristenzbasis bieten fonnte. Daß die Buderusmerte außer dem ausgewiesenen Reingewinn auch noch genügend Mittel für den Ausbau der Betriebe übrig hatten, beweist die Investierung von 1,5 Millionen Mart in den Anlagen, die sämtlich aus laufenden Gewinnen über Betrieb" bezahlt wurden. Auch der Stand der Betriebsmittel ist günstig. Go gingen die Schulden von 11,2 Millionen auf 10,7 Millionen Mark zurück, während die Forderungen sich trok beträchtlich erhöhter Vorräte nur von 22,9 Millionen auf 22,4 Millionen Mart ermäßigten. Die Gesamtbelegschaft des Konzerns belief sich zum Jahres ende auf 9400 Mann. wie man Fusionen macht, wenn der andere nicht will. Da die jetzige Industriebau- Held u. France A.-G. als Konzernwerf der Schultheiß- Ostwerke 2.-G. allein für deren Baubedarf gut beschäftigt mar, außerdem aber noch von der allgemeinen Konjunktur profitierte, so ist die hohe Dividende von 10 Pro 3. weiter nicht überraschend. Da von dem auf 8,1 Millionen Mark erhöhten Aftienkapital 2 Millionen noch nicht begeben sind, also noch nicht mitarbeiten, fonnte bei einem Umsatz von 21 Millionen Mark das Kapital also dreieinhalbmal umgeschlagen werden. Die hohe Dividende hat also die Held u. France- Aktionäre für das ungünstige Umtauschverhältnis threr Aftien sie erhielten auf 450 m. nur 200 m. reichlich entschädigt, denn ihre Gesellschaft hatte ihnen vier Jahre keine Dividende gezahlt. Das Nachsehen haben auch in diesem Falle wieder einmal die Arbeitnehmer, denn unmittelbar nach der Fusion gab Held u. Frande einer großen Anzahl Angestellten, darunter vielen mit mehr als zehnjähriger Dienstzeit, den Laufpaß. Eine Entschädigung für diese Fusionsopfer steht natürlich nicht zur Diskussion. 15 Proz. Dividende des Belvettrusts. Das Kapital in einem Jahr verdoppelt. Die deutsche Samtindustrie, einer der rentabelſten Zweige in der Textilwirtschaft, wird seit dem vorigen Jahre von der Me cha= nischen Weberei Linden A.-G. bei Hannover beherrscht, die in überraschend furzer Zeit ihre Monopolbestrebungen durchsetzte. Die wichtigste Aktion war der Ankauf der Berliner Velvetfabrit A. Mengers und Söhne, einer der größten und ertragreichsten Belvetproduzenten Deutschlands, deren Kapital von 4,5 Millionen Mark sich heute zu 90 Broz. in den Händen der Mechanischen Weberei zu Linden befindet. Der aus der Konjunktur, sowie der Erweiterung des Unternehmens entstandene Kapitalbedarf wurde durch zweimalige Erhöhung des Aktienkapitals befriedigt, so daß die Gesellschaft zurzeit mit 13,5 Millionen Mart, also dem doppelten Kapital des Borjahres, arbeitet. Da die insgesamt 6,7 Millionen neuen Attien mit 3,7 Millionen Mart zu 175 Proz. und der Rest sogar zu 235 Broz. begeben wurden, flossen der Gesellschaft rund 13 Millionen neue Gelder zu, die in der Bilang fast ausschließlich, nämlich mit 12 Millionen Mart in neuen Beteiligungen ausgewiesen werden. Die Samtindustrie hat schon in der schärfsten Krisenzeit 1925/26 eine hohe Rente abgeworfen und in dem Glanzjahr 1927 erst recht. Daß die Gefellschaft troß erheblicher Gewinnsteigerungen bei dem Dividendensatz der letzten Jahre von 15 Proz. bleibt, hängt einmal mit der Kapitalerhöhung zusammen und ist nur die Angelegenheit eines Rechenerempels. Bei ,, normaler" Dividende der Berliner Velvetfabrit, die 1924 und 1925 in ben schlechten Zeiten 17 Proz. verteilte, hatte die Mechanische Weberei Linden außer ihrem Reingewinn von 2,1 Millionen Mark noch fast 700 000 Mart Dividendengelder zu erwarten gehabt, so daß sich damit ihr Gewinnausweis entsprechend erhöhen würde. Dies wird aber sehr einfach dadurch verhindert, daß die Berliner Velvetfabrit mie im letzten Jahr, fo auch für 1927, dividendenlos bleibt und ihre Gewinne in die Anlagen steckt. In der Bilanz fällt außer den 12 Millionen neuer Beteiligungen die Erhöhung der Forderungen und Bankguthaben auf, die von 5,3 auf 9,2 Millionen Mart stiegen, obwohl aus den laufenden Mitteln, über Betrieb" allein schon 600 000 Mark Zugänge für die Anlagen bezahlt wurden. Da der im Juli veröffentlichte Börsenprospett bei 6 Millionen Marf Forderun gen 2,3 Millionen Mark Bankguthaben auswies, so tann das Bankguthaben jeßt auf rund 5,5 Millionen Mart beziffert werden Auch bei den Umfaßziffern muß man auf den Börsenprospett zurückgreifen, dem zufolge der Umsatz von 1924 bis 1926 von 14,5 auf 17,4 Millionen Mark stieg, so daß der Umfaz im letzten Jahr mit reichlichen 20 Millionen nicht überschätzt wird. Diese Umsätze gelten jedoch nur für die Werke der Mechanischen Weberei in Linden. Die Gesamtzahl der Beschäftigten in Berlin und Hannover zufammen beträgt zurzeit etwa 3600 Mann. Bis zum Eine neue Pfandbriefanleihe. Die Preußische Zentral bodentredit- Berlin legt bis zum 14. April 10 Millionen Mart Goldpfandbriefe zur öffentlichen Zeichnung auf. Diese 10 Millionen bilden einen Teilbetrag einer neuen Großemission den 40 Millionen Mart, die bereits amtlich notiert wird. 1. April ist eine Ründigung ausgeschlossen. Es törmen Stücke gezeichnet werden in Beträgen von 100, 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Mart. Die Pfandbriefe werden mit 8 Pro3. perzinst, der Zeichnungsturs beträgt 98 Proz Die verschleierte Kohlenpreiserhöhung. Als der große Ausschuß des Reichstohlenrates die Braunfohlenbrifettpreise für den Monat März nicht wie gewöhnlich von 15 auf 14 M. ermäßigte, fandern den Winterpreis beibehielt, haben wir darauf hingewiesen, daß in der Nichtgewährung dieses Frühjahrsrabattes versteckte Kohlenpreiserhöhung zu erblicken fei. Gestern wurde gemeldet, daß die Preise für Hausbrand und Briketts im mitteldeutschen und ostelbischen Braunkohlensyndikat für April, Mai und Juni von 15 auf 13 M. herabgeset worden seien. Auch hier liegt keine Preisermäßigung vor, wie der naive Leser vielleicht meinen tönnte, sondern nur die Gewährung der alljährlich für diese Zeit vorgesehenen Rabatte. Die Kohlenpreis erhöhung vom März aber ist beibehalten worden, denn während früher für April bis Juni die Hausbrandbrifettpreise bei 12 m. lagen, liegen Rohlenpreiserhöhung vom März geblieben. Bauunternehmen des Spriffonzerns. fie jegt bei 13 M. Die scheinbare Preisermäßigung ist also die alte Dividendenpflaster auf Aktionärswunden. = Eheschließungen und Industriesfusionen haben manchmal eine frappante Aehnlichkeit. Nämlich in den Fällen, wo der eine seinen Namen und der andere sein Geld hergibt. Nicht anders war es bei der Zwangsfusion der Held u. Frande A. G., Berlin, mit der 3ndustriebau A.-G. in Berlin. Held u. Frande hatten auf dem Baumartt einen sehr guten Ruf, aber große Ebbe in der Kaffe; die Induftriebau- A- G. dagegen brauchte als Baufirma des Schultheiß- Oft werte Konzerns mit Geldforgen nicht zu rechnen, dagegen fehlte ihr noch die Tradition. In diesem Fall sollte also mit dem Zusammenschluß beiden Teilen geholfen werden. Die Geschichte hatte nur den einen Halen, daß die Industriebau Selbsthilfe der Landwirtschaft. Gründung eines Biehabjahverbandes. Auf Anregung aus Hofbefizertreisen ist in Hamburg ein Viehabsahverband gegründet worden, der bezweckt, den Abjak Ser Landwirtschaft an Schlachtvieh synditatmäßig zu organisieren und damit der Landwirtschaft eine Einflußmöglichkeit auf die Preise ihrer Erzeugniffe zu verschaffen. Der Verband soll sich über bas nordwestdeutsche Gebiet erſtreden. Link- pianos eigenes Fabrikat Günstigste Bedingungen Laden, Brunnenẞir. 35. Hugenberg und die Preußenkaffe. Eine Geheimverfügung aus dem Jahre 1914. Der fönigl. preußische Innenminister v. Dallwig hat Hugenberg finanziert! Es folgte die zweite Beratung des Geseßentwurfes über die Preußische Zentralgenossenschaftstoffe. 21bg. Hillger- Spiegelberg( Dnt.) bekämpft die Vorlage heftig. Der Einfluß der Genossenschaften würde lahm gelegt und der neue Direktor der Breußenfasse Klepper allmächtig. Auch Schacht habe vor dem Hineintragen der Politik in das genossenschaftliche Kredit wefen gemarnt. Der Landtag nahm in feiner Mittwoch- Sigung die Gefeß.| bereits selbst aufgelöst habe. Dabei schreibt Ehrhardt unter dem entwürfe über die Besoldung der Boltsschullehrer, Mittelschullehrer 3. Januar 1928 felber:„ Die Auflösung ist ein äußerlicher Uft." Der und Gewerbe- und Handelslehrer in zweiter und dritter Beratung Brief befindet sich bei Herrn von Keudells Aften.( Leb: nach furzer Debatte an. haftes hört, hört!) Der Reichsinnenminister hat ferner das preu Bische Landwirtschaftsministerium veranlaßt, unter Umgehung des Artifels 128 der Reichsverfassung Frauen zum Amt des Fleisch beschauers nicht zuzulassen, weil ihnen die dafür erforderlichen Eigenschaften abgehen. Darüber zur Rede gestellt, hat Herr von Keudell im Reichstag erklären lassen, man dürfe den Frauen nicht zumuten, mit jedem Ochsen fertig zu werden.( Große Heiterfeit.) Hoffentlich werden wenigstens bei den Wahlen die Frauen mit den größten Ochsen fertig werden.( Heiterkeit und sehr gut! links.) In der Zeit, in der im Reich vier Regierungen auseinandergegangen sind, hat die preußische Koalition fest und zielbewußt regiert. Der Bürgerblock im Reich beruhte auf einer politischen Unwahrheit, auf der Entrüstung über Scheidemanns Rede zum Militäretat im Dezember 1926. Was inzwischen über das Treiben des Wifingbundes enthüllt worden ist und Groener selbst bestätigt hat, hat bewiesen, daß Scheidemann damals Wort für Wort recht gehabt hat. Hätte Marg damals auf ihn gehört, hätte er sich die jehigen Skandale in der Marine ersparen können.( Sehr wahr! links.) Die deutschnationalen Pläne zur Verfassungsreform, wonach die Minister vom Reichspräsidenten ernannt werden sollen, unabFinanzminister Dr. Höpfer- Aschoff: Der Einfluß der Genossen schaften wird nach der Reform größer sein als vorher. Die Bertreter der Rechtsparteien würden eine große Verant mortung auf sich laden, wenn sie die Erhöhung des Kapitals der Breußentaffe um 130 Millionen und damit die preußische Hilfsattion für die Landwirtschaft entzwei schlügen. Seitens der Rechtsparteien wird namentliche Abst im mung beantragt, an der die Rechtsparteien nicht teilnehmen. Das Haus ist beschlußunfähig. Die gleiche Beschlußunfähigkeit ergibt sich bei der wiederholten Abstimmung über das Flaggengesez. Hierauf wird die dritte Lesung des Haushaltsplanes fortgesetzt: Abg. Heilmann- Berlin( Soz.): Der deutscmationale Etatredner, Herr Schlange- Schöningen, hat die Regierung megen ihres scharfen Vorgehens gegen den Professor Dr. Helfrig in Breslau angegriffen. Ich stelle fest, daß mir bereits im Mai 1924 dem Kultusministerium mitgeteilt haben, daß Selfriß in seiner Borlesung über Staatsrecht im Auditorium Maximum gesagt hat: ,, Wo foll auch der Respekt vor den Beamten der Republik hertommen, wenn ein früherer Sattlermeister Reichspräsident und ein früherer Reisender in Spültlofetts Reichskanzler wird." # In diesem Falle ist also höchstens die viel zu lange Ge duld der Regierung zu beflagen. In diesem Zusammenhang die Anfrage an die Boltspartei, ob sie noch heute zu der Rede des Abg. Dr. Leidig aus dem Jahre 1925 steht, daß die Republik keineswegs ihr Staatsideal sei und daß sie auf die Wiederkehr der Monarchie hoffen.( hört, hört! links.) 3ur Frage der Amnestie die Feststellung, daß das Schwurgericht in Landsberg den Fememördern die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt hat, weil bei ihrer Tat politische Erregungen höchstens eine ganz geringe Rolle gespielt haben: Vorherrschend war die unmenschliche Roheit und die hemmungslose Mordlust." Wir sind für feine Amnestie zu haben, bei der solche Mordbuben wieder auf die Menschheit losgelassen werden und bedauern, daß die Kommunisten erlaubt haben, ihre politischen Gefangenen mit diesen Bestien in Beziehung zu sehen.( Großer Lärm bei den Kommunisten.) Die Sozialdemokratie im Reichstag nimmt das Notprogramm für die Landwirtschaft an, die Deutschnationalen hier machen ObStruttion dagegen. Das große Geschrei über die Zentralgenossenschaftstaffe ist uns sehr verdächtig. Ich frage: 3ft auf Geheimverfügung des preußischen Innenministers von Dall mit dem Deutschen Berlagsverein in Düffeldorf, der Zentrale des Hugenberg- konzerns, im Jahre 1914 das Geld zum Anlauf der Scherlichen Unternehmungen statutenwidrig aus den Geldern der Preußenfassc zur Berfügung gestellt worden?( Große Bewegung.) Ist es richtig, daß die Dokumente und konten darüber zwar im preußischen Innenminifterium, aber nicht in der Preußenkaffe aufzufinden find?( Erneute Bewegung.) den Pazifisten" Groener und die Wirtschaftspolitik des Herrn Cure tius grabe stehen. Die deutschnationale Demagogie in Wirtschaftsfragen treibt unerhörte Blüten. Die Landbundparole, daß in allen Ortschaften der Kampf zu organifieren ist durch Marschbereitschaft aller 16- bis 60jährigen, ist die nadie Aufforderung zum Bürgerfrieg. Man sucht das„ Candvolt" zu fanatisieren, damit es bei der Wahl die sozialdemokratischen Flugblattverteiler und Reichsbannerleute fofschlägt.( Sehr wahr! fints, Unruhe rechts.) Die Regierung muß rechtzeitig mit aller Energie dafür sorgen, daß der Wahlkampf unblutig wird. Selbst die„ DA3." hat die Erflärung abgegeben, daß diefe Landbundhehe sich feine Regierung gefallen lassen fönne. Eine wirkliche Hilfe fann der Landwirtschaft nur werden durch steigende Konsumkraft der großen Mehrheit des Volkes, der Stadtbevölkerung. Der Kampf gegen die Sozialpolitik ist Selbstmord für die Bauern. Nur in Gemeinschaft mit Arbeitern, Angestellten und Beamten kann im deutschen Industriestaat Landwirtschaft und Mittelstand gedeihen. Das sehen in wachsendem Maße alle minderbemittelten Volksschichten ein und scharen sich deshalb in wachsender Zahl und Geschlossenheit um die deutsche Sozialdemokratie. Im Reich herrscht die Zerfahrenheit des Bürgerblods, hier flare reupublikanische Festigkeit. Dort spielt man mit der Verfassung, hier leistet man ehrliche demokratische Arbeit. Dort ist die Erfolglosig= feit, hier unser Stolz auf die großen Erfolge der preußischen Regierungspolitik. Dort sind Phrasen und Lüge, hier ist das sachliche Argument und die flare Erkenntnis wirtschaftlicher Möglichkeiten. Bon blinder Leidenschaft und finsterem Fanatismus rufen wir die Wähler fort zu hellsichtiger Erkenntnis und zielklarer Arbeit. Nicht an einem Tage werden wir unser Ziel erreichen, aber als Resultat unseres unausgefeßten stetigen Vorwärtsdringens werden wir zu dem gelangen, was wir leidenschaftlich erstreben: Den Frieden Europas, die Freiheit der Bölfer und den Wohl= Sozialdemokraten.) hängig vom Botum bes Barlaments, lehnen wir schon deshalb ab, stand für alle.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den weil dann die deutschnationale Politit noch unehrlicher würde.( Sehr wahr! links.) Schon jetzt wollen die Deutschnationalen ja nicht für Die Weiterberatung wird auf Donnerstag 12 Uhr vertagt. Das Notprogramm verabschiedet. Die Schlußabstimmungen im Reichstag. Im weiteren Verlauf der gestrigen Sihung nahm der Reichstag den Haushalt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Demofraten und Kommunisten an. Angenommen wurden auch die Entschließungen des Haushaltsausschusses. von Zum Haushalt des Reichstags wurde der Vorstandsantrag angenommen, den Zuschuß zur Reichstagswirtschaft 35 000 auf 80 000 2. zu erhöhen, um die Weiterbesoldung der Kellner auch in der parlamentsfreien Zeit zu ermöglichen. Angenommen wurde weiter das Haushaltsgefet, das gewisse Stärkungen der Stellung des Reichsfinanzministers bringt. Zum Ergänzungsetat murden auch die einen Teil des landwirtschaftlichen Notprogramms bildenden 25 Millionen Mark für die landwirtschaftlichen Genossenschaften bewilligt. Das Haus vertagt sich. Präsident Löbe schlägt vor, auf die Tagesordnung der Donnerstagssigung, die um 13 Uhr beginnen soll, die dritte Beratung des Etats, die Novelle zum Tabaksteuergesek und die dritte Beratung des Gesetzes über Schußwaffen und Munition zu setzen. Abg. Geschte( Komm.) beantragt, die Amnestiefrage morgen auf die Tagesordnung zu sehen, da der Rechtsausschuß seine Beratungen darüber abgeschlossen hat: Abg. Dr. Kahl( D. Bp.) teilt mit, daß der Ausschuß den Amnestieantrag mit fünfzehn gegen zwölf Stimmen abgelehnt habe.( Rufe bei den Kommunisten:„ Bfui!" Präsident Löbe erklärt diesen Ruf für unparlamentarisch gegenüber einem Abge ordneten. Abg. Torgler( Komm.): Der Ruf wendet sich nicht gegen den Abgeordneten Stahl, sondern gegen den Ausschußbeschluß.) Abg. Dittmann( S03.) meint, daß die Amnestiefrage beim Juftizetat erledigt werden könne. Der Antrag, die Amnestiefrage besonders auf die Tagesordnung zu sehen, wird abgelehnt; diese Frage soll beim Justizetat beNächste Sigung Donnerstag 1 Uhr: Tabatsteuernonelle; dritte Lesung des Etats für 1928 und des Nachtragsetats für 1927. Schluß gegen 17 Uhr. In allen drei Lesungen wurde ein Initiatiogesehentwurf angenommen, wonach für die Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms ein 28gliedriger Reichstagsausfuß ein gefeht wird, der das Recht erhalten soll, seine Tätigkeit bis zum 3u- sprochen werden. fammentreten des neuen Reichstages durchzuführen. Die Schlußabstimmung wird später stattfinden, da hier eine verfassungs. mäßige 3 weidrittelmehrheit festgestellt werden muß. Es folgt die zweite Beratung der Novelle zum Gesetz über die Errichtung der Rentenbanttrebitanstalt. Der Ausschuß schlägt unveränderte Annahme in der Fassung vor, die der Entwurf im Reichsrat gefunden hat. Abg. Hörnle( Romm.) bekämpft den Gesetzentwurf, der nur dazu dienen solle, die Durchführung des Notprogramms des Besitzbürgerblods zu sichern. Abg. Schmidt- Köpenick( Soz.) Die Außenseiter in der Verwaltung werden die Deutschnationafen wohl nicht mehr angreifen, nachdem Dr. Quaaz am 8. März im Reichstag die Erflärung abgegeben hat, den Deutsch nationalen fäme es nicht auf die Schulbildung an, sondern auf die Schule des Lebens, und es gäbe feinen häßlicheren Hochmut als den weist die kommunistischen Vorwürfe zurüd. Die tiein bäuer. Hochmut der Bildung.( hört, hört!) Damit aber die Deutschnatio- lichen Besizer fönnten gerade über die Preußentaffe nalen in Zukunft fleine Verfehlungen sozialdemokratischer Beamten zu Einfluß kommen. Die sozialdemokratische Fraktion stimme dem nicht durch den Wahlkampf schleppen, besoffene Geschichten oder Tatt- Gefeßentwurf und der Ausschußentschließung zu. Was im nof. lofigkeiten, um die es sich dabei handelt, verlese ich von einem programm stehe, seien Anleihen, die man bei der Sozialdemokratijuristisch vorgebildeten Bandrat rechter Parteizugefchen Partei gemacht habe. Nicht erst seit Kiel dente die Sozial hörigteit ein Schreiben an einen Berliner Rechtsanwalt. Der demokratie so. Die Riesenkredite seien für die Landwirtschaft nur Landrat bittet darin, ihm die Schreibmaschinendame auf zehn Tage zum Unheil; das habe schon Graf Kanik seinerzeit ausgesprochen. zu borgen, damit sie auf der Leipziger Messe feinen selbstkonstru- Der Redner prophezeit für die kommenden Jahre den Strach in ierten Sodenhalter vorführen fönne.( Große Heiterkeit.) Das preu den Landbundgenossenschaften, wie er schon 1925 vielfach eingetreten Bische Innenministerium soll dem Landrat wegen Aufnahme eines sei. Bei den Arbeitergenossenschaften seien derartige nicht genehmigten Gewerbebetriebs einen Verweis erteilt haben.( Er- 3usammenbrüche nicht vorgekommen. Das Geld der Landbund neute große Heiterkeit.) Wir machen daraus teine großen Gegenossenschaften sei zum Beispiel im Russischen Hof" und in induschichten, aber wir bitten in der nachsichtigen Beurteilung fleiner ftriellen Unternehmungen verpulvert worden. Dummheiten um Gegenseitigkeit. Run zu dem Rechenschaftsbericht der preußischen Staatsregierung. Der Vergleich zwischen Preußen und dem Reich drängt sich auf. Im Reich die absolute Erfolglosigkeit der Außenpolitif. An dem Tage, an dem Polen die neuen Grenzgefeße erlaffen hat, die die Deutschen in Polen praffisch rechtlos machen, hat die deutschnationale Reichsregierung dem Reichstag einen Staatsvertrag mit Polen zur Annahme zugehen lassen, durch den die polnischen Landarbeiter, die vor dem 1. Januar 1919 nach Deutschland gefommen find, den inländischen Arbeitern gleichgestellt, aber von der Lohnsteuerpflicht befreit werden.( hört, hört! lints.) Hätte das eine Lintsregierung getan, würde die deutsch nationale Volksfeele wegen dieser nationalen Ehr- und Würdelofig feit überschäumen. Auf dem Gebiet der Verfassungspolitik wagt man im Reich zwar nicht die Berfassung anzutasten, aber man marttet und listet mit ihr. So hat der Reichsinnenminister das Berbot des Bitingbundes für ganz Deutschland nach fünfmaligem vergeblichen Ersuchen Preußens abgelehnt, obwohl der Staatsgerichtshof durch Urteil festgestellt hat, daß der Biking in ganz Deutschland eine Geheimorganisation zum Sturz der Verfassung sei.( hört, hört! links.) Herr von Keudell beruft fich auf die Ausfünfte mehrerer Regierungen, daß der Biting sich Abg. Freiherr v. Stauffenberg( Dnat.) begrüßt den GesezDer Entwurf wird dann in zweiter Beratung in der Ausschußfaffung angenommen. Nach einer Miftagspause wird dann in neuer Sigung ohne Aussprache auch die dritte Beratung bis zum Artifel 2 erledigt. Die endgültige Erledigung der Vorlage wird vertagt, da in den Schlußartifel der Borlage der Zeitpunkt des Infrafttretens sämtlicher Vorlagen des Notprogramms hineingearbeitet wer den soll. Dadurch erübrigt sich das für diesen Zweck zunächst beabsichtigte Mantelgejeg. Aus der Partei. Katalog des Parteiarchivs. Das Parteiarchiv der deutschen Sozialdemokratie, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, hat für die Archivbücherei in diesen Tagen einen neuen Katalog herausgegeben, der in erster Linie für die Besucher des Archivs bestimmt ist, darüber hinaus aber als Nachfchlagemert für private und öffentliche Bibliotheken allseitiges Inter esse des In- und Auslandes erwecken dürfte. Der Katalog umfaßt XVIII und 1020 Folioseiten in Maschinenschrift und ist in 3 Halbledereinbände mit dem Aufdruck katalog der Bibliothet der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" geschmackvoll und solide gebunden. Er enthält die gesamte Literatur außer der Bibliothef der ehemaligen Parteischule des Parteiarchivs am Jahresschluß 1927. Nicht darin enthalten sind die Dokumenten-, Brief, und Materialiensammlungen. Gegliedert ist der Katalog in XVI Hauptabteilungen, die der besseren Uebersicht wegen in zmedentsprechender Weise wieder in Unterabteilungen geordnet sind. Nur die Schriften von Kari Marg, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle und deren Erläuterungen und Gegenschriften unterliegen mit wenigen Ausnahmen nicht der Systematif, sondern befinden sich unter Abschnitt Sozia= lismus. Die Hauptabteilungen umfaffen: I. Boltswirtschaft, II. Sozial wissenschaft, III. Sozialismus und Sozialdemokratie, IV. Geschichte, V. Staatswissenschaft und Politit, VI. Rechtswissenschaft, VII. Krieg und Frieden, VIII. Bildungs- und Erziehungswesen, IX. Religion und Philosophie, X. Geographie, Naturwissenschaften, Medizin, XI. Sprach und Literaturwissenschaft, Belletristit und Stunft, XII. Allgemeines, XIII. Periodisches, XIV. Briefe, Dokumente und Materialien, wobei auf die vorhandene Kartothet verwiesen wird, XV. Nachtrag und XVI. Literatur der ehemaligen Unabhängigen geordnet ist. Ein Autoren- und Stichwortverzeichnis bildet den üblichen Abschluß. Alles Nähere wird in den Vorbemerkungen in ausführlicher Weise erläutert. Es folgt die Schlußabstimmung über den zur Mitwirkung beim landwirtschaftlichen Notprogramm einzusetzenden Reichstags- Sozialdemokratie Deutschlands, die nach Kennwort alphabetisch ausschuß. Das Haus stimmt in namentlicher Abstimmung mit 363 gegen 5 Stimmen der Einsetzung dieses Ausschusses zu. Präsident Löbe stellt fest, daß die Bedingungen eines verfaffungsändernden Gesezes erfüllt seien. Ueberleitungsgefeß für die Strafrechtsreform In namentlicher Schlußabstimmung wird dann auch dem mit 344 gegen 36 Stimmen zugestimmt. Auch hier sind, wie Präfident Cöbe feststellt, die Erfordernisse des verfassungsändernden Gesehes erfüllt. . In Anbetracht der wiederholten Anfragen von Interessenten sei Archivfatalogs angefertigt worden ist. Da der Katalog durch den mitgeteilt, daß, um die Wünsche von Bibliotheken und gemeinnügigen Einrichtungen zu berücksichtigen, eine größere Auflage des Buchhandel nicht zu beziehen ist, sind Bestellungen direkt an das Parteiarchiv der Sozialdemokratie zu richten. Daraufhin werden dann dem Besteller die Bezugsbedingungen zugehen. Es fliegt mir jetzt spielend zu! Eine junge Frau, deren Kochkunst auf noch etwas wackeligen Füßen stand, konnte seit kurzer Zeit mit schmackhaften, nett angerichteten Speisen aufwarten und erntete damit natürlich entsprechende Anerkennung. Sie verriet es freudestrahlend, daß Dr. Oetker's neues Schulkochbuch diesen Wandel geschaffen habe. In der Tat will das neue Buch, Ausgabe C, jeder Hausfrau und besonders der angehenden ein guter Ratgeber für die Haushaltführung sein, denn es berücksichtigt die veränderten wirtschaftl. Verhältnisse, sowie die neuen Forschungsergebnisse in der Ernährungswissenschaft. 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Bou Jaroslav Haschet Als sie die Rohle gruben im Schacht, Erzählten sie von der Welt, daß ranschend das Feld über ihnen lacht, und von Wiesengrün und der Aeder Pracht, und daß Lenzhauch wieder verjüngend weht, daß draußen wieder Frühling ift. Daß in diesem Frühling die Sträuche ausschlagen und auf den Bäumen sprießt das Blatt; es ist mit Worten nicht zu sagen, alles muß neue Gewänder tragen, und alles ist schön, überaus schön, dreihundert Meter über ihnen... Daß plätschernd ein Bach durch Haine geht, in denen Veilchen blühn, daß der Vögel Gesang überm Lande steht und geheimnisvoll in der Ferne verweht, und daß es noch glückliche Menschen gibt, dreihundert Meter über ihnen.. ( Aus dem Tschechischen übersetzt von Josef Ralmer.) Litanei um einen Anzug. Bon Walther Gosch. Erasmus Sütterlein, aus dem vierten Stod eines brustkranken Miethauses am Ende der Stadt, wollte doch auch einmal einen neuen Anzug haben. In dem alten sah er wirklich aus wie eine vers schrumpelte Pflaume; er hatte schon recht, wenn er sich einen neuen münschte, und es wäre ganz in der Ordnung, wenn er ihn betommen würde. Bann? Ja, wann? und wie? und mo? Es bedarf näherer Mitteilungen, warum der Wunsch, etwas Motwendiges haben zu wollen, weil man es braucht und weil man boch nicht zur Beluftigung aller Mitmenschen auf der Straße umberlaufen tann, in den Wind gesprochen wurde. Husch husch Dorbei! Erasmus Sütterlein war nämlich( und das ist es!) mehr oder meniger glüdlicher Befizer einer periodisch mißgehenden Schrift. ftellerei, beren Fabritation( geschütztes Warenzeichen!) bem Schicksal anheimfiel, früher oder später, auf Umwegen versteht sich, auf den Mist geworfen zu werden. Wie schon gesagt, das Geschäft ging fchlecht, die Konturrenz mar groß, die Gerichtsvollzieher fraßen einem bie Luft meg und die Einnahmen letterten in die Tiefe Aber das wäre noch alles zu ertragen gewesen, wenn die Kunden, die doch Sütterlein mit ausgesuchter Höflichkeit, Hochachtung und qualitätssauberer Lieferung bediente, wenn auch nicht nach dem Empfang der Ware, so doch nach geraumer Zeit das von ihnen Erworbene bezahlen würden. Nicht in die Tüte! Sechzehn Verwandlungen grotesker Art hatte Erasmus Gütterlein hinter sich: vom Neoromantiker bis zum beamteten Schreibling, das Geld dreier Freundinnen gewissentos vermirt fchaftet, fast jeden Abend in die Sterne gespuckt, und nun lief er herum wie eine verschrumpelte Pflaume und sollte über den Zaun springen? Der Strug geht so lange zum Brunnen, bis er überläuft. Zur einmaligen Kenntnisnahme eines schoflen Geschäftsgebahrens werden die noch ausstehenden Honorare nachstehender Zeitungen unter Berantwortung des Autors öffentlich angeprangert: 1. Mitteilungsblatt des Fürstenberger Gefangvereins Helvetia" 1899 E. 2. Für Auffag: Die Bedeutung der Hühneraugenoperation in der Musik Franz Schuberts. Eine tulturhistorische Er örterung. Gebrudt am 10. Oftober 1927. 2. Die geplaßte Trommel. Sentralorgan der Föderation der Nationalphilosophischen Bartei ultramontanen Glaubens. Für Leit. auffaz: Reopolitifches Glaubensbekenntnis am Himmel der verwahrlosten Völker. Gebrudt am 5. November 1927. 3. Das Glühwürmchen. Blätter für Kunst und Dichtung im humgen Deutschland. Publikationsorgan der Zweiundzwanzigjährigen. Für: III, Kapitel aus dem Roman: Die festen Spätlinge. Gebrudt am 8. November 1927. 4. Der freie Nasenreiniger. Zeitschrift des freien Nafenreiniger. verbandes und verwandter Berufe, Siz Berlin. Für Auffaz: Lohn Pämpfe, Sozialversicherung und Profitrente des Brustteefapitals unter der Regierung Karl des Großen. Gebrudt am 26. Oftober 1927. 5. Thimburger Generalanzeiger, Thimburg a. d. Schlotter. Für Gedicht: Unbeschreiblich herz am See. Feuilleton: Schwester Helene oder die Berführung im Sarngeschäft, mit Zeichnungen des Berfaffers. Gebrudt am 23. Nopember 1927. Diese Beute, d. h. diese Leute, die in diesen oben genannten lebenswichtigen Betrieben zu fizen, zu meinen, zu urteilen und zu benorieren angestellt find, tragen Schuld daran, daß Erasmus Sütterlein noch feinen neuen Anzug hat und weiter so zerbäult herumlaufen muß, angeschoffen wie eine Bogelscheuche und zerbrüdt und plundria, daß einem hungrig wird. Er läuft auch, und wie er läuft! Die Mädchen feigten sich eins, meil ihm bie Bartstoppeln in den Hut wachsen und er die Augen flein macht, um nicht all bie langen Rasen der gut mit Chepiot- und Kammgarnbezogenen sehen zu müssen und innerlich meint vor But und jeden anhanen möchte, meil er fo eine verbogene, fomische, nerhunzelte Figur macht. Run ist es noch dazu fautalt geworden. Himmel, der Wind fchlägt wie ein Taschenmesser durch den dünnen, bredigen Blun. ber. Sutterlein hat es endlich fatt, fich weiter verfohlen zu lassen. Er wird sich ein Tuch drehen und es sich um den Hals widein und die Türffinte zu was benutzen, das manche Leute durchaus nicht vertragen fönnen. Im Langsamvergehen wird dann vielleicht der neue Anzug nor feinen Augen baumeln wie ein Luftballon. -( Aber dermoch wird um umgehende Abrechnung der noch aus tehenden Honorare bereits brudgelegter Arbeiten im Intereffe der Hinterbliebenen höflichst gebeten.) Beilage des Borwärts Roman eines Osterhasen. Bon Ernst Hoferichter. Hinter dem Auslagefenster eines Baderladens fißt ein Schoto-| mittag fauft ein Privatdozent Hausbrot. Am liebsten hat er ein labehase. Sein füßer Mund berührt leicht die Glasscheibe. Um Edstüd, das beint Hineinbeißen fracht. ihn herum liegt eine hellgrüne Weide von Papierwolle ausgeftreurt. Er trägt ein milchkübelblaues Halsband. Zwischen seinen Pfoten hält er einen Korb mit drei Eiern. Rosa, lila und gelb. Er fann fich denken, wie er dazu kommt. Umsonst überblickt er seine ganze Entwicklungsgeschichte. Und vermutet- Irrtum. Die lange Reise von Dresden nach München verbrachte er in einer Pappschachtel. Da roch es nach Leim und er roch nichts Grünes. Jezt blickte er durch das dice Fensterglas auf die Straße hinaus. Am Randstein spielen Nachbarstinder mit einer Hutschachtel mit weißen Mäufen. Ein Schutzmann geht vorbei. Er mirft wie ein Ausrufezeichen. In den Mittagsstunden fommt aus einem Barterrefenster Klavierspiel Ein Kinderfräulein tippt:„ Das Gebet einer Jungfrau... Mengstlich fieht der Osterhase nach der Sonne hin: jetzt schaut fie schon durch die Auslagefenster des Friseurladens und dann und dann liegt nur noch die Schnittwarenhandlung dazwischen und sie ist bei ihm zerschmilzt ihn zu Brei. Da wird ihm Platos göttliche Ideenlehre zum einzigen Trost. Und er denkt viel über feine Geburt nach. Wie er wurde". Ein fiebzehnjähriges Fabrikmädchen hat den warmen Schokoladenteig in eine Form gegossen. Dabei dachte sie an eine Tanzstunde mit Grammophonmufit. So kam er zur Welt. Bom Ladentisch her hört er die Bäckersfrau mit der Kundschaft reden. Sie schreibt die einzelnen Preise auf das Weiße eines Zeitungsrandes und zählt sie laut zusammen. Dann fällt Metall auf die Marmorplatte und rutscht in die Kasse ab. Dazwischen hinein trillert die Ladentlingel, neue Räufer tommen hinein. Jeden VorWenn die Schule aus ist, bekommt der Osterhase immer Besuch vors Fenster. Zwei strohblonde Mädchenköpfe, die auf dem Heim. weg vom Kindergarten zu ihm hereinlachen. Und wenn sie ihre Finger und Nasen gegen die Scheibe drücken, spürt er ihre Wärme hindurch. Die beiden lieben ihn und er sie auch. Von ihnen möchte er am liebsten gefressen werden -w ... Damenschneiderin- Liebesperlen, ein zehntel Pfund. Und noch -Wenn über ihm die Gaslampe zu einem dicken Mond aufmacht dann ist es Abend. Dann kauft bald die machsgelbe eine fleine Weile und vor seiner Nase fällt der eiserne Rolladen als nächtliches Gewitter donnernd herunter. Es ist Nacht im Laden und und der Osterhase denkt: jetzt ist wieder ein Tag herum balb ist Ostern. Wenn es Ofterfamstagabend ist, kann er nicht mehr verkauft werden und fann noch ein Jahr leben. 414 Und schnell fällt von den Türmen die Zeit herab. Der Sams tagvormittag ist da und die Glocken läuten wieder. Da huscht eine Dame seiden zum Laden herein. Und mit einem Male riecht es überall nach blühenden Veilchen. Sie deutet auf den Osterhasenund schon fällt er in einen weißen Papiersad wie in einen Gletscherspalt hinein. aus Draußen in einem Hausgang nimmt ihn die Besizerin herund beißt ihm den Kopf ab. Sein lezter Blick fällt auf blitzende Goldblomben und es riecht nach Zahnpasta mit Pfefferminzgeschmack. Und da am Nachmittag die beiden Blondföpfe wieder ans Fenster kommen, sehen sie nur mehr die ausgetretene Spur im grünen Gras Da gehen sie traurig nach Hause. • daß auch für der den Wiesen dasselbe gelte: daß durch Fruchtbarkeit der Vulkanasche. babur Verſuche nachgewieſen ſei, daß der Welttampf dicht zuNeue Forschungen des Prof. Griggs. Nicht nur im Bolfsglauben, sondern auch in den Kreisen der Wissenschaft galten lange die Lavamasse und auch der Aschenregen die Menschen sich immer wieder in die Nähe der Bulkane wagten als außerordentlich fruchtbar. Dies war mit der Hauptgrund, daß und sich dort anbauten. Woher mun die durch den guten Pflanzenmuchs anscheinend erwiesene besondere Fruchtbarkeit der Lava und der Bultanasche fam, ist lange 3eit durch die Wissenschaft nicht einwandfrei festgestellt worden. Man nahm an, daß das üppige Wachstum im allgemeinen durch Düngeftoffe veranlaßt würde, die der Boden durch die Asche zugeführt bekam. Diese Theorie bestreitet nun zum Teil der amerikanische Forscher und Professor der Botanit amerikanischen Gesellschaft das Bulfangebiet des Katmai auf der Robert Griggs auf das energischste. Griggs hat im Auftrage der Halbinsel Alasta in jahrelanger Arbeit studiert. Er hat auch mit der dort in gewaltigen Waffen aufgefundenen Bultanasche genaue Bersuche und chemische Analysen vorgenommen. Auch er hatte beobachtet, daß der Pflanzenwuchs, der durch die oft 25 Meter hohe schendede fast völlig vernichtet mar, schon zwei Jahre darauf wieder üppig sproßte. Das Gras stand höher als je vor dem Aichen regen und selbst die wild wachsenden Früchte zeigten eine Größe, wie man bisher nicht beobachtet. Troßdem ist er der Ansicht, daß der Glaube an die besondere Fruchtbarkeit der Bulkanasche ein Jrrtum ist. Für die Bulkanlava, die aus flüssigem Basalt besteht, gibt er die Fruchtbarkeit zwar zu, da die fruchttragende Kraft des Bodens, der aus permittertem Basalt besteht, allgemein befannt ist. Der Trugschluß liegt mun aber darin, daß man bisher meist annahm, die Aschenmassen feien von derselben Gesteinskonstruktion wie die Basaltlavaflüsse. Gerade die Forschungen Prof. Griggs zeigen, daß die Eruptivgesteine einen außerordentlich mannigfachen Charakter aufweisen fönnen. Es gibt Eruptiogefteine, die alle Bestandteile Es gibt Eruptiogefteine, die alle Bestandteile eines fetten Bodens enthalten, aber es gibt auch andere, die ebenso unfruchtbar find, wie reiner Sand. Gerade die Bultanasche am Ratmai zeigte im wesentlichen bei der Analyse eine Zusammen fegung, die etwa dem Granit entsprach, also einen durchaus anfruchtbaren Boden bildete. Aber diesen chemischen Untersuchungen stand die unfeugbare Tatsache eines starten, neuen Bilanzenwuchses, einer nach dem Aus. bruch besonders üppigen Begetation gegenüber. Prof. Griggs indem er in einzelnen Gläsern Weizenfamen großzog. Dabei ergab unternahm deshalb noch besondere Versuche mit Pflanzenfulturen, fich, daß die in Bulkanasche gepflanzten Weizenschößlinge genau jo schnell rot wurden und aus Mangel an Nahrungsstoffen eingingen, wie die Vergleichspflanzen, die in reinen Quarzfand gefät waren. Erst durch die Hinzufügung von Düngefalzen, von Stiditoff, Kali und Phosphor ließ sich ein normales Wachstum der Pflanzen erzielen fruchtbarkeit der Bulkanasche war nicht zu leugnen, daß das Gras Prof. Griggs stand also vor einem Rätsel, denn troß der Undoppelt so hoch stand wie früher und die Brombeeren doppelt so groß waren mie vor dem Aschenfall. Griggs fuchte deshalb die Ursache für diese Förderung des Pflanzenwucyses nicht mehr in der Beschaffenheit der Asche, sondern in einer anderen Wirfung, die fie auf das Pflanzenwachstum ausübte. Er behauptet mun, daß dieje Birtung bie gleiche sei wie etwa beim Strohmist. Die fleineren, nicht so lebensfräftigen Pflanzen wurden durch die Asche niedergehalten und zerstört. Nur die schnellmachsenden und besonders lebensträftigen fonnten die Afchenschicht durchdringen und sich so am Beben erhalten. Auf diese Art war zunächst eine gewisse verstärkte natürliche Auslese eingetreten, die nur den besonders lebensträftigen Pflanzen das Gedeihen ermöglichte. Diese Pflanzen fanden mun aber auch noch günstigere Wachstumsbedingungen, da ihnen feine fleinen Konkurrenten die Nahrungsstoffe des Bodens ftrittig machten. Die Erklärung ist zwar einleuchtend und wahrscheinlich, bürfte aber doch wohl faum genügen, um beispielsweise das üppig wuchernde Gras der Wiesen zu erklären. Prof. Briggs führt zum Beweise seiner Theorie das Beispiel eines Baumes an, der zwanzig Jahre lang mühsam um sein Dasein gefämpft hatte und nur sehr langsam gewachsen war. Während der ganzen Zeit hatte feit Stamm nur einen Durchmesser von 16 Millimeter erreicht. Als nun ber Ausbruch tam und ber Aschenregen rings um ihn berum den Pflanzenwuchs vernichtete, fam für ihn die Periode einer besonders günftigen Gelegenheit zur Ausnutzung der vorhandenen Bodenfräfte, die ihm das Gefträuch und Geftrüpp bisher geraubt hatten und er entwickelte in den kommenden Jahren fünfmal soviel Holz wie früher. Im Zeitraum non pier Jahren hatte er den in zwanzig Jahren erworbenen Durchmesser mehr als verdoppelt. Für diesen Einzelfall ist die Erklärung gewiß zutreffend. Aber auf dem Wiefen gelände liegen die Dinge eben anders, ober wenigftens glaubte man bisher, daß fie anders liegen. Prof. Griggs behauptet aber mun, fammenstehender der Gräfer einer in außerordentlichem Maße wachstumhindernd wirfe. Seine Untersuchungen ergaben denn auch, daß nicht, wie man ursprünglich glaubte, die üppig wuchernden Wiesengräfer ihren Ursprung aus Samen in der Aschenzone selbst genommen hatten, sondern daß auch die neuen schicht durchbrochen hatten. Pflanzen unmittelbar aus alten Wurzeln stammten und die Aschen. Fruchtbarkeit der Bultangegenden, wenn auch noch nicht völlig ge Durch die Forschungen des Prof. Griggs ist das Problem der flärt, so doch einen großen Schritt feiner Klärung näher gebracht morden. Sie zeigen zum mindesten, daß auch in der Gegend des Aschenregens die Schädigung des Bilanzenwuchses durch einen Ausbruch niemals so groß ist wie es ursprünglich den Anschein hat, da stets nach ein oder zwei Jahren eine neue, meist üppigere Begetation aus der Asche entsteht. müssen sie Tallwut als 3wedmäßigteitserscheinung. Im allgemeinen ist man gewöhnt, alle durch Barajiten ujm. hervorgerufenen Erschei nungen nur vom Standpunkt des Menschen aus zu beurteilen. Will man aber die Biologie derartiger Krankheitserreger verstehen, so ist es recht müßlich, die Dinge einmal von der entgegengesetzten Seite her, also vom Standpunti des Parasiten aus, zu betrachten. Hunde, die an der Tollmut erkrankt sind, zeigen ein bestimmtes Krankheitsbild, das durch große Beißwut, unbändigen Wandertrieb. Wasserscheu und Schlundkrämpfe geftennzeichnet ist. Diese vier Erscheinungen werden in ihrer biologischen Bedeutung fofort verständlich, wenn man sie mit dem Auge des Tollmuterregers betrachtet. Die Erreger zeigen eine große Vorliebe für die Speicheldrüsen und sammeln fidy daher in großer Menge im Speichel der franken Hunde an. Damit ja das Bestreben, sich zu vermehren und auszubreiten nun eine Verbreitung der Erreger möglich ist jedes Lebewesen hat auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden. Dies geschicht durch den Biß, und zwar nur dann, wenn sie in eine tiefe Bihwunde gelangen. Für den Tollwuterreger ist somit die Beißwut des frantien Hundes, der ihn zwingt, an einem Tage oft 50 bis 100 Kilo. Hundes von größtem Vorteil. Der gewaltige Wandertrieb des er meter zurückzulegen, dient ebenfalls zur Berbreitung der winzigen Strantheitserreger. Und schließlich verhindern die Wasserscheu und die starken Schluckbeschwerden, daß die Erreger gerade zu der Zeit, wo sie fich gerade masseuhaft im Speichel angesammelt haben und gewissermaßen auf Berbreitung„ marten", durch das Schlucken in heitserscheinungen, die durch die Tollwuterreger hervorgerujen den Magen befördert werden, wo sie umkommen müssen. Die Krantwerden, find also für die Erreger selbst außerodentlich zweckmäßig und vorteilhaft. Die Tollmuterscheinungen stellen nicht nur einfache Reaktionen des befallenen Hundes auf die eingedrungenen Schädlinge dar, sondern sie gereichen in erster Linie den Krankheitserregern zum Vorteil. Es sieht in diesem Falle ganz so aus, als ob die Parafiten den Wirtskörper( also den Hund) zwingen, sich ganz in den frembdienlichen Zweckmäßigkeit der Krankheitserscheinungen. Dienst ihrer Zwecke zu stellen. Man spricht in diesem Falle von einer Mofes und die Landwirtschaft. Bekanntlich büßt ein Ader allmählich seine Fruchtbarkeit ein, wenn Jahr für Jahr allmählich die felbe Pflanzenart auf ihm gebaut wird und wenn zudem nady die Düngung mangelhaft ist. In der Gegenwart wird eine dauernde Ausmuzung des Bodens durch den intensiven Betrieb der Landwirtschaft nur dadurch möglich, daß man einen regelmäßigen Fruchtmechsel übt, das heißt, von Zeit zu Zeit eine andere Pflanzenart auf dem Felde anbaut; außerdem verhindert die künstliche Düngung ein Unfruchtbarwerden des Bodens. Benn dagegen früher ein Acker teinen rechten Ertrag mehr abwarf, dann ließ man ihn einfach eine Beitlang liegen, bis sich von selbst wieder der nötige Vorrat pon Pflanzennährstoffen im Boden angefammelt hatte. Dieses Brach liegen der Felder war im alten Ifrael durch die Gesetzgebung Moses genau geregelt. Es bestand die höchst vernünftige Bestimmung, daß in jedem flebenten Jahr der Boden nicht bearbeitet werden darf, fondern fich selbst überlaffen bleiben muß. Dieses jogenannte Sche mitajahr hatte vor allem den 3wed, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, also Raubbau zu verhindern. Das ganze Land mor in BeBirte eingeteilt, die nacheinander in verschiedenen Jahren nicht bebaut wurden, so daß immer mir ein Teil der Felder brach lag und niemals Nahrungsmangel eintreten fonnte. Dieje gejezgeberischen Maßnahmen zeigen deutlich, daß man schon vor Jahrtausenden bemüht mar, eine vernünftige Bodenbewirtschaftung auszuüben. Der Sohn des Menschenfreffers. Wuniiwi, die zwitschernde Lerche", war einer der appetitbegabtesten Menschenfreffer der Fitschi Inseln. Jezt wird aus Cawaci, dem Hauptori der Injelgruppe, berichtet, daß Daniel Wuniiwi, der 70jährige Sohn des berühmten Rannibalen, für feine Berdienfte um die fatholische Kirche von der römischen Surie mit der Medaille Bene merenti" ausgezeichnet morden ist. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianste. 37/38, Hof 2 Tr. Freitag, 30. März. Charlottenburg: Jugendkameradschaft 20 Uhr im Jugendheim Spreestr. 30 Lichtbildervortrag: Die Französische RevoIution", Ram Rosenberg. Gäste willkommen. Neukölln- Brig: 18% Uhr Hohen. sollernplatz Pflichtantreten für alle aktiven und passiven Kameraden zum Bropagandamarsch für unsere Gründungsfeier am Sonnabend, 31. März. Zier. garten: Baden fällt aus, da das Wellenbad geschlossen. Weißensee: 20 Uhr Borstandssigung im Grünen Baum", Kreuzberg: Sonnabend, 31. März, 18 Uhr, Pflichtantreten zum Werbeumzug Fontanepromenade. Gonntag, 1. April, Stiftungsfest im Großen Saal der Kammerfäle, Teltower Str. 1. 3 Millionen 275 Tausend Pland Weintrauben sind ungefähr notwendig gewesen, um das Quantum an TraubenWeinen und Weinbrand herzustellen, das ich im Jahre 1927 gekauft habe Diese Zahien beweisen die Leistungsfähigkeit meiner Firma. Nur das Beste su liefern, bleibt mein Prinzip. Kostproben gratis! Ausschank vom Faß! Apfelwein, herb, zur Bowle.... 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Tanzvorführungen der Herta- feift- Schule. Einlaž 4 Uhr. Programmbeginn 5 Uhr. Karten à 60 Pf. intl. Tanz bei allen Funktionären fowie an der Kaffe erhältlich. Bund der Freibenkerjugend, Ortsgruppe Groß- Berlin, 5. Bezirk: Donnerstag, 29. März, 19% Uhr, Jugendheim Litauer Str. 18. 14. Bezirk: Donners tag, 29. März, 19 Uhr, Jugendheim Neukölln, Wanglitstr. 7.- 4. Bezirk: Freitag, 30. März, fällt aus. Freitag, 30. März, 20 Uhr, öffentlicher Lichtbildervortrag in Neukölln, Boddinftr. 35, in der Aula der Dr. Rathenau- Schule. Thema: Die Kirche in der Raritatur." Eintritt frei. Der Neuköllner Sängerchor, Mitgl. d. DASB., veranstaltet am 1. Ofter. feiertag unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn S. Schreiber, im neuen Saal Neue Welt", Hafenheide, einen Seiteren Abend im Voltston", dem Lenz, der Liebe und dem Humor gewidmet, unter Mitwirkung des bekannten Jensations prozep mit Magda Sonja Ein Film der National- Film- A.- G. Für die besten Beantwortungen der Preisfrage: War sie die Täterin?" in den Vorstellungen am Dienstag, dem 27. d. M., erhielten je RM. 50.als Prämie: 1. Frl. Grete Pieper, Steglitz, Birkbuschstr. 11 b 2. Herr Eduard Gärtner, Lichterfelde, Ringstr. 101 3. Frl. Margarete Becker, Steglitz, Lindenstr. 22 4. Herr Ernst Bogda, Steglitz, Wredestraße 34 Täglich 6.30, 9 Uhr, Sonntags 4, 6.30 und 9 Uhr. 100 M. Prämie in jed. Vorstell. Donnst., 29. 3.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 712 Uhr Carmen Donnst., 29.3.28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. III. Anf.7/ 2 Die Hochzeit des Figaro Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr: Die Weber Ampbytrion Grosses Schauspielhaus Anfang Ende 3 Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL DOMPADOUR MASSARY CASINO- THEATER& Uhr Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Ausschne iden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.10 M.. Sessel 1.60 M. 8. SCALA Nollendort 7360 Enrico Rastelli und weitere Internationale Varieté- Attraktionen. PAULWEGENER Damon H MIT ALKE TERRY u.JVAN PETROVICH Metre- Goldwyn- Mayer- Film Verleih der Parefamet Musikal.Illustration u.Leitung Kapeilmeister Otto Stenzeel Uraufführung: Heute 7918 Ufa- Theater Kurfürstendamm 26 Vorverkauf 12-2 Uhr wa Ufa- Theater Kurfürstendamm( Telefon Bismarck 6179). b. A. Wartheim PARK RIES Deutsches Theater Norden 12 310 Abonnementsbüro: Norden 10338-39, 8 Uhr, Ende 10 U Zwölftausend Stg. 1.4.. nachm. 4 U.: Zinsen( 1-7 Mark) Kammerspiele Norden 12310 814 U., Ende nach 10 Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 8%, U., Ende 10%, U. Marcel Fradelin ( Der Eunuch) Berliner Theater Direktion Kuhnert. Charlottenstr.90/ 91.Dönh.170 8 Uhr: „ Die Bollé Sisters" Max Ein Berliner Volksstück von Friedmana- Frederich. Adalbert, Lea Seidl, Leri Leux Theater des Westens Täglich 8, Uhr Zigeunerbaron Kiurina a. G.( Wiener Staatsop.) Lichtenstein, Hofbauer, Fleischer ( Berl. Staatsop.) Richter, Bradsky. Brandt Th.i.Admiralspalast Dir. Herm. Haller Arthur Hammerstein Gastspiel Antlerpaares Maria and Jofeph Maui. Enfang pin 18% hr. Ch tritt 1,25 M. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Donnerstag, 29. März, 20 Uhr, Vortrag des Herrn Rebatteur Abraham über Wirtschaft und Pazifis mus." Proteft gegen die Berurteilung der Redakteure Jakob und Rüster( Leip ziger Pontonprozeß). Zutritt für jedermann. Freie Aussprache. Anschließend Generalversammlung mit Vorstandswahl. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Meist start bewölft, mit Neigung zu Regenfällen, ziemlich fühl bei schwacher Luftbewegung. Für Deutschland: Ueberall ziemlich fühl, mit berbreiteten, meist leichten Niederschlägen. Centralboden Preußische Central- Bodenkredit- Aktiengesellschaft Zeichnung auf GM. 10 000 000 8% Central Goldpfandbriefe vom Jahre 1922 ( 1 Goldmark gleich 1790 kg Feingold) Kündigung frühestens zum 1. April 1933 zulässig ausgegeben anf Grund des Privilegiums vom 21. März 1870. Der zur Zeichnung bestimmte Betrag bildet einen Teil der 8% Central- Goldpfandbriefe vom Jahre 1927, welche auf Grund des im„ Deutschen Reichsanzeiger" vom 24. Dezember 1927 und 22. März 1928 veröffentlichten Prospektes zum Handel und zur Notiz an der Börse von Berlin zugelassen worden sind und bereits amtlich notiert werden. Ihre Zulassung an den Börsen von Frankfurt a. M., Hamburg, Köln und Leipzig ist beantragt. Von diesen 8% Goldpfandbriefen wird ein Betrag von 10000000 plsmart bis zum 14. April 1928 zum Kurse von 98,- Prozent zuzüglich der laufenden Stüczinsen bis zum Tage der Abnahme bei der Preußischen Central- Bodenkredit- Aftien gesellschaft, Direction der Disconto- Gesellschaft bei der Allgemeinen Deutschen Credit- Anstalt " " und deren Zweiganstalten, Norddeutschen Bant in Hamburg, und deren Zweiganstalten, " P A. Schaaffhausen'scher Bankverein A.-G. und deren Zweiganstalten, G. Bleichröder, Berlin, " M. M. Barburg& Co., Hamburg, Gal. Oppenheim jr.& Cie., Köln, und den sonstigen Zeichnungsstellen sowie bei allen Bankfirmen und Sparkassen während der üblichen Geschäftsstunden früherer Schluß vorbehalten zur Zeichnung aufgelegt. Bei der Zeichnung ist event. eine Kaution von fünf Prozent des gezeichneten Betrages in bar oder in solchen Effekten zu hinterlegen, welche die Zeichnungsstelle als zulässig erachten wird. Die Zuteilung bleibt dem Ermessen der einzelnen Zeichnungsstellen überlassen. Börsenumsatzstempel hat der Zeichner nicht zu entrichten. Die Abnahme der zugeteilten definitiven Stücke hat bis zum 30. April 1928 zu geschehen. Die Zentral- Pfandbriefe sind ausgefertigt in Abschnitten zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark und mit April- Oktober- Zinsscheinen, deren erster am 1. Oftober 1928 fällig wird, versehen. Die Zinsscheine werden nach Wahl der Inhaber außer an der Kasse der Gesellschaft in Berlin auch bei den obengenannten Bankhäusern und bei den sonstigen Stellen eingelöst. Die Einlösung der Zinsscheine sowie der ausgeloften oder gekündigten Stücke erfolgt in deutscher Reichswährung nach dem Werte des Feingoldes, der gemäß der Verordnung vom 29. Juni 1923 für den 15. Tag des dem Fälligkeitstage vorhergehenden Monats maßgebend ist. Die Umrechnung findet nach den gefeglichen Bestimmungen statt. Ergibt sich aus dieser Umrechnung für das Kilogramm Feingold ein Preis von nicht mehr als 2820 RM. und nicht weniger als 2760 RM, so ist für jede geschuldete Goldmark eine Reichsmart in gesetzlichen Zahlungsmitteln zu zahlen. Seitens der Inhaber sind die Pfandbriefe untündbar. Die Rückzahlung durch die Gesellschaft erfolgt nach Kündigung oder Auslosung, die zum ersten Werktage eines jeden Kalendervierteljahres mit mindestens einmonatiger Kündigungsfrist zulässig sind und spätestens 14 Tage nach der Ziehung bekanntgemacht werden. Bis zum 1. Februar 1933 ist eine Kündigung ausgeschlossen; eine Auslosung darf bis dahin nur in Höhe derjenigen Beträge erfolgen, welche auf die den Pfandbriefen als Deckung dienenden Darlehne durch Tilgungsbeiträge oder außergewöhnliche Rückzahlungen bei der Gesellschaft eingehen. Die Tilgung der Pfandbriefe, welche auch durch Nückkauf zulässig ist, muß bis zum 1. April 1965 beendet sein. Die Goldpfandbriefe der Gesellschaft werden von der Reichsbank in Klasse A beliehen. Am 31. Dezember 1927 betrugen: das eingezahlte Grundlapital der Bestand an erworbenen Sypotheken der Umlauf von Central- Pfandbriefen. • 9 18 200 000 GM. 213 283 572 • 群 205 944 466 Die Preußische Central- Bodenkredit- Attiengesellschaft untersteht der Aufsicht der preußischen Staatsregierung, welche durch einen Staatskommissar ausgeübt wird. Er hat die Urkunden über die Hypothekenforderungen unter Mitverschluß der Gesellschaft zu verwahren und darf diese Urkunden nur gemäß der Vorschrift des Reichs. hypothekenbankgesetzes herausgeben. Die als Sicherheit für die Central- Goldpfandbriefe dienenden Goldhypotheken werden in ein besonderes Goldhypothekenregister eingetragen, auf welches die Bestimmungen des Gefeßes über wertbeständige Hypotheken vom 23. Juni 1923 Anwendung finden. Kein Central- Goldpfandbrief darf von der Gesellschaft ausgegeben werden, der nicht zuvor durch eine ihr zustehende, in das Goldhypothekenregister eingetragene Goldhypothekenforderung gedeckt ist. Der Staatskommissar versieht jeden Pfandbrief vor seiner Ausgabe mit der Bescheinigung über das Borhandensein der vorschriftsmäßigen Deckung und über die Eintragung in das Goldhypothekenregiſter. Berlin, im März 1928. Unter den Linden 48/49. Preußische Central Bodenkredit- Aktiengesellschaft. Komische 8 Uhr Oper 8%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Schwarz Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8.10 Uhr Coeur Bube. Rose Marie Theater am Kottbusser Tor 3 Jahre ananterbr. auf d. Spielplan der Vereinigten Staaten 2 Jahre anunterbrochen to England 400-> Aufführungen in Paris Uraufführung Freitag, 80.März präzise 7 Uhr. Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr. Elite- Sänger Im März- Spielplan d. gr. Schlager „ Oh diese Schwiegersöhne" Volksstück in 1 Akt. Ferner: Schorsch Ruselli, der Meister der Komik in Frablingszauber Lindemann Desterlink Kleines Theater Walhalla- Th. in Täglich 8 Uhr: Weinbergsweg 19/20 Erika Glässner Täglich 81, Uhr Die Erben von Groß- Quirlitz v. Fedor v. Zobeltitz Vorzeiger dieses zahlen für Parkett Lissy die Kokotte Für Jugendliche nicht geeignet Residenz- Theater auch Sonntags statt Tägl. 8 Uhr: Kein Polizeiverbot Oskar Ebelsbacher in Schule der Liebe Franz. Schwank in 3 Akten, Für Jugendl. verb. Für Funkfreunde halbe Preise Thalia- Theater Dresdner Str. 72/73 Täglich 8 Uhr: 4,- Mk. nur 60 Pt. Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 8 Uhr: Die goldne Meisterin Theateri.d.Lutzowstr Tel. Kurf. 9209-10. Täglich 8 Uhr Bennet contra Das Kamel geht durch das Hadelöhr Aschenbrödel Reichshallen-Theater 8 Uhr. Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermä B. Preise. Dönhoff- Brett'l: Glänzendes Varieté- Programm Tanz! Anfang 8 Uhr. Stgs. 5/ Wrede Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 84% Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr Broadway Planetarium am Zoo Veriäng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 18 und 19 Uhr Der Sternhimmel der Heimat 18 u. 21 Uhr: Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jahren 0.50.. Lustspielhaus 8 Uhr: Guido Thiefscher „ Unter Geschäftsaufsicht" anschließend Nachtkabarett Konzertsaal d. staatl. Hochschule f. Musik Hardenbergstraße, Ecke Fasanenstraße Freitag, den 30. März, abends 8 Uhr Konzert der Typographia Gesangverein Berlin. Buchdrucker u. Schriftgießer Gegr. 1879. Mitgl. des DASB. Chormeister: Alexander Weinbaum Mitwirkender: Professor Josef Wolfsthal Eintrittskarten à 1.50 Mk und 1.00 Mk in den mit Plakaten belegten Handlungen und Abendkasse Winter 8 Uhr. Garten Rose- Theater Gr. Frankf, Str. 132. 8 Uhr Letzte Woche Otto Reutter tellenangebote finden im Vorwärts Der Flieger besteReachtung!