Morgenausgabe Kr. 155 Aza 45. Jahrgang 70?t»- rnmctSt, S,—«. kB Mnu> jaWicj. �edlnjnj J,7t 9L «wschl. Beftengtli), Nu»t»7id«<>tu»w»- mmt 5�0 M. pro Monat. * Set.Bombt** trldjfiltl wochriMz, 04 zweimal. Sonntag* und Montag, einmal, bit Bbenbouegobtn für Seriin und im 11 anbei mit den, Titel.Der Übend* Illustrierte Beilagen»Boll nnb Z«U* und»Zkinberfreund* Femer .Unterhaltung und willen'.. Frauen- stimm«*.Technik*. Blick in die Bücherwelt* und.Jugend» Bombt,*. W Berliner Vottsblall «Sonnabend 51. Mörz 1928 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 Pf. Bit«Intpalttge«onpareillezen, tO Pfennig. Zleklomezeil» 5— Reich». mark.Kleine Anzeigen" da, fettge- druckt, Won 25 Pfennig lzuiäfsig zwei fettaedmckie Wune), iede* weiter« Won li Pfennig Klelleng, suche da* erst, von 15 Pfennig, lede» weitere Wori lv Pfennig WoN' über 15 Buchstaben zähien für zwei Won» Arbeit-morki Zeil« 60 Pfennig Fomilianzeigen iü, Abonnmten Zeil, 40 Pfennig, anzeigen» annahm, im Houplgefchäfl Linden- (roteS. wochenlbgl oon 8'/» M* U Uhr. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Bsrlag: Berlin EW 68, Lindenstraße S Fernsprecher: Dönhoff W2— LS? Tetegramm-Adr.: Sozialdemokrai Verls» Vonväris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87 bSS.— Banlkonto: Bank der Arbiilei, Angestellten und Beamte» Wallftr. SS. Dibkonto-fLesellschakt, Deposilenkasse Llndenslr. ti Die Auflösung des Reichstags. Heute mittag um-12 Uhr. 9« Slellefienrat de» Reichstage», der sofort nach Veendi* gang der geslrigeu pleaarslhung zusammen trat, beschloß mit Rücksicht daraus, daß Reichsregierung und Reichstag den Wunsch haben, sich. fall» es nötig ist. noch einmal mit den vom Reichsrat verabschiedeten Gesetzen zu beschäsligen, die nächste pleaarsitzung aus heute Mittag tZUHr zu verlegen. Aus ihrer Tagesordnung steht die dritte Lesung de» Handelsvertrages mit Griechenland und Entgegen- nähme einer Erklärung der Reichsreglenmg sAuslSsuug de» Reichstag».> Der Reichsinnenminlster teilte im Verlaus der Aettesteurat». fitzung mit. daß der Ruudsunt während de» wahttampse» keiner Partei zur Verfügung gestellt werden könne. Gegen diese Verfügung, die auf Beschluß de» Kabinett, ertasten morden ist, wandten sich die Sozialdemokraten. Demokraten und Kommunisten. welter regt« u. Kendell einen Waffenfrieden der Parteien sür die Sarwoche an. Dl« Fraktionen nahmen hiervon Kenntnis. Ein Beschluß konnte hierüber vom Aettesteurat natürlich nicht gefaßt werden. Der Reichsrat ist für heute vormittag tt Ahr einberufen. um dann zum Etat und zu den übrigen vom Reichstag noch verab- schiedet en Gesetzen Stellung zu nehmen. Der Kampf in Mexiko. Darstellung eines mexikanischen Staatsmannes. Die Zentrumsagitation braucht zu den Dahlen ei» Mittel, um ik katholischen Arbeiter, Angestellten. Jnslationsopf« u. a. m. davon abzulenken, daß sie sich mit dem Stimmzettel für die Bürgerblockpolitik de« Zentrum» bedanken. Als solche» Mittel ist oon altersher die Auspeitschung des Glaubenseifer» beliebt, obscho»«s sich bei de» kommenden Dahlen nicht im geringsten um Glauben»- fragen Handell und obwohl das katholische Zentrum gar kein Be- denke» getragen hat, mit den fanatischen Protestanten bei den Deutschnationalen und der Deutschen Dolkspartei durch dick und dünn zu regieren. La» neueste Ablenkungsmm'över soll nun— Mexiko, der Kampf der mexikanischen republikanischen und versastungstreuen Regierung gegen die Kirch« sein, die der mexikanischen Dersossung den Gehorsam verweigert, lieber diesen Kampf in Mexiko unterrichtet folgende» Telegramm, da» der SPD. von einer maßgebenden Persönlichkeit au» Mexiko aus seine Anfrage erhalten hat: Im August 1927 verlangte die mexikanische Regierung von den religiösen Institutionen gemäß einer Bestimmung der Berfassung. daß sie ihre Geisttichen amtlich registrieren lassen. Dieser Destim- mung kamen sämtlich« Geistlichen mit Ausnahme der ka> t h o l I s ch e n noch. Al» es dann zwischen der mexikanischen Re* gierung und Nordamerika zu einem schweren außenpolitischen Kon- flikt kam. benutzte die katholisch« Geistlichkeit die Situation zu einer ultimativen Forderung au die Regierung. Sie sortierte öffentlich zum Kampf gegen die Berfassung auf und verlangt« ein« Aenderung d«r ihr unangenehmen Bestimmui�en. Di» mexikanische Regierung verzichtete trotzdem zunächst auf Ab- wehrmahnahmen. Erst als im ganzen Lande bewaff- neter Widerstand gegen die Regierung geleistet wurde und sich die Teilnahme von Geistlichen daran unzweifelhaft nachweisen lieb, schritt Präsident Calles zur A b w« h r. Die Bischöfe wurden vor die Dahl gestellt, sich entweder den Prozeß machen zu lassen, oder in die Lerbanmmg zu gehen und Mexiko zu verlossen. Im Bewußtsein ihrer Schuld verließen sie Mexiko, statt vor den Richtern öffentlich Red« und Antwort zu stehen. Die mexikanisch« Regierung hindert niemand an der Ausübung de» Religionsunterrichte. Sie besteht u. a. lediglich darauf, daß ähnlich wie in Frankreich und wie es der mexika- nsschen Berfassung entspricht, die A u f si cht über öfsentttche Schulen vom Staat ausgeübt und der Religionsunterricht als Privatange- legenheit betrachtet wird. Moskauer Reaktionsdienst. Eine Wahlversammlung Leon Blums gesprengt. Paris. 30. März.(Eigenbericht.) Die Kommunisten führen, wie in allen anderen Ländern, ihren Wahltampf vor allem gegen die Soziotistische Partei. Als z. v. Leon Blum, der in dem hart umstrittenen 20. Pariser Wahl- bezirk kandidiert,«ine Wählerversammlung abhielt, trieben die An- Hänger Moskau» systematisch« Obstruktion. Blum hatte in seinen einleitenden Worten volle Redefreiheit zugesagt; trotzdem begonnen die Kommunisten wüsten Lärm und forderten, daß zunächst einem Kommunisten das Wort gegeben werde und ließen davon nicht ab, da es ihnen offenbar nur darauf ankam, die Der- sammlung zu sprengen. Blum konnte sich nur zeitweilig mit großer Mühe verständlich machen. Nach zweistündigen vergeblichen Versuchen, die Versammlung fortzuführen, mußte der Vorsitzende sie schließen. nutzte einer der Demonstranten, stieg auf das Trittbrett und hielt«ine Red« an die Bersammetten. Dieses Vorgehen war jedoch in keiner Weise gegen den Gesandten und dessen Gattin gerichtet, die ruhig den Wagen verließen und ungestört ihren Weg zu Fuß fortsetzten._ Die Verfolgung der Ukrainer. Maffenverh<»stung staatsgefährlicher Schulkinder! , Warschau, 30. März.(Eigenbericht.) In Ostgalizien hat die polnische Polizei„eine ukrainische Ge- heimorgonisotian' aufgedeckt, die hauptsächlich aus fünfzehn» jährigen Schülern eines ukrainischen Gymnasiums bestand. Die Schüler sollen Sabotage betrieben haben. Diese Behauptung klingt angesichts des jugendlichen Alters der 15 Verhafteten sehr unwahrscheinlich. Auch in Wolhynien wurde„eine ukrainische Geheimorganisation' ausgehoben. Zwanzig Personen wurden verhastet. Die prager Siraßenschlacht. (talonders Entscheidungen werden sabotiert. Liste der Schande. Der Äanditismus als politisches Prinzip. Die„Rote Fahne' hat gestern ihre Darstellung der kommunistischen Roheitsszenen im Reichstag überschrieben: „Banditentum im Re i ch s t a g.' Eine wohlgewählte Ueberschrist! Sie beschuldigt sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete des Angriffs auf die Kommunisten. Mit Verachtung gehen wir über diese Geschichtslüge hinweg. Die Szenen vom Donneretag waren ein Ausschnitt aus der langen Reche von politischen Roheitsakten der Kommunisten im Parlament und außerhach des Parlaments. Hier ist die Liste ihrer Schande: Kommunisten im Parlament. Am 27. August 1924 beantragte im Reichstag der Rational-' sozial ist Frick«inen Antrag seiner Fraktion auf Amnesticrung der sogenannten politischen Verbrecher dem Rechtsausschuß zu über- weisen. Der demokratische Abg. B r o d a u f erhob dagegen ge- schöftsordnungsmäßen Widerspruch, obwohl Vizepräsident D i t t- mann erklärt hatte, gegen den Ueberweisungsantrag könne niemand etwas«inzuwenden haben. Kommunistische Abgeordnet« drangen auf Brodaus ein. Genosse Peine stellte sich schützend vor Brodaus, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Die kommuni- stischen Reichstagsabgeordneten Grube- Zwickau und Rodder- meier- Bielefeld schlugen wild auf Pein« ein. Der Kaschemmen- geist der kommunistischen Fraktion offenbarte sich. Mit Fäusten und anderen Kampfmitteln sielen die Kommunisten über die sozialdemokratischen Abgeordneten und den Abg. Brodaus her. Der Abg. Brodaus wurde erheblich verletzt. Räch der Szene erklärte der kommunistisch« Reichstagsabgeordnetc K a tz. daß Brodauf Prügel hätte haben müssen. Als eine sozial- demokratische Abgeordnete ihrer Empörung In Cntrüstungsrussn Lust machte, rief ihr verrohtes kommilnistis6)ez Gesindel von Ab- geordneten zu:„Schade, daß Sie nicht auch eins in die Fresse be- kommen haben!" Der Präsident schloß die drei wüstesten komm»- nistischen Schläger von der Sitzung aus. Sie weigerten sich, den Saal zu oerlassen. Als Polizei in Zivil erschien, gingen sie fort" 1. August 19 25. Steuerdebatte im Reichstag. Di« Kom- munisten blieben mit geschäftsordnungsmäßigen Anträgen über die Redezeit in der Minderheit. Als Genosse Hertz zu sprechen begann, überhäuften einige kommunistische Reichsiagsageordnete, unter ihnen vor allem Höllein und Iaddosch, dl« Mitglieder der anderen Parteien mit den rohe st en und wilde st en Schlmpfworten. Trotz aller Ennohnungen setzten sie den Lärm fort, bis Iaddasch und Höllein oon der Sitzung aus- geschlossen lyurden. Beide Abgeordnete oerließen den Saal nicht eher, als Polizei im Saal« erschien. Landtagssitzung vom 2. Oktober 192 5. Der kom- munistisch« Abgeordnete Sabottka rief einem deutschnationalen Red- ner zu:„Ich bringe nächstens einen Knüppel mit und schmeiße ihn Dir In die Fresse!" Er wurde von der Sitzung ausgeschlossen. 12. Ottober 192 6. Sogenannt« Obstruktion der Kommu- nssten bei der 2. Lesung des Hohenzollernvergleichs. Der Kommu- nist Müller-Frankfurt rief dem Präsidenten zu:„Hausknecht der Hohenzollern". Cr wurde von der Sitzung ausgeschlossen. Der kommunistische Abgeordnet« Kellermann warf dem demotro- tischen Abg. Riedel«in A t t e n b ü n d e l an den Kops. Er wurde ausgeschlossen. Der kommunistische Abg. Kasper eitle auf die Rednertribüne und warf ein Wasserglas gegen die Abgeordneten der Rechten. Das Glas zersplitterte. Er bemächtigte sich der P r ä s i d e n t e n g l o ck e. sie wurde ihm oon einigen Dienern abgenommen, ebenso ein Tintenfaß. Wäh- rcnd der Abstimmung schlug der Komm»nist Abel Plötz- lich mit geballter Faust nach dem sozialdemokratischen Abg. O st e r r o t h. Abel wurde ausgeschlossen. Die übriggebliebenen Kommunisten unternahmen einen gewolt- tätigen U« b e r f a U auf das Präsidium, dos von dem Dizepräsidenten G a r n i ch, dem Volksparteiler Metzenthien und unserem alten Genossen B r e c o u r besetzt war. Mit Wasser- glösern. Tintensäsfern und Schubfachkästen fielen sie über das Präsidium her und suchten den Prä- sidenten von seinem Platz zu vertreiben. Di« Sitzung wurde auf- gehoben. Bei diesem Roheitsakt fiel es qllgemein auf. daß sich die m den Saal gebrüllten Rufe der Skandalmacher fast aus- schließlich in der sexuellen Sphäre bewegten, wobei Aus- drücke gebraucht wurden, wie sie oelegentlich in öffentlichen Pissoirs an der Wand zu lesen sind. Besonders wurden weibliche Abgeordnete mit Insulten überschüttet. Die Rauf- szenen, die man aufführte, machten durchaus den Eindruck einer k al t e n Mache. Das ist die Parlamentstatti? des Banditismus! Es ist Methode, daß die politische Tollwut der Kommunisten. sich vornehmlich gegen Sozialdemokraten richtet— dieselbe Methode, die die KPD. außerhalb des Parlaments gegen die sozialdemokratische Arbeiterschaft verfolgt. Wer denkt nicht an den 27. Januar 1925! Massenprotest der Berliner sozialdemokratikchen Arbeiterschaft im Sportpalast gegen die Bildung einer Rechtsregierung im Reich, gegen die Reaktiv« Gegendarstellung der Polizei. Durch dos staatlich- tschechische Pressebureau wird folgende Darstellung verbreitet: Während der gestrigen Kundgebung in Prag wurden 13 Wachleute und sechs Zivilpersonen verletzt. Bier verletzte Wachleute und zwei verletzt« Demon- stranten wurden in ein Krankenhau» übergeführt. Außer- dem wurde ein« Zivilperson durch einen Schuß ins Bein oerletzt, konnte aber noch am gleichen Abend aus der örzllichen Pflege nach Hause entlassen werden. Don wem dieser Schuß abge- geben wurde, konnte bisher nicht festgestellt werden. Arbeiterrede vom Kafchistenauto. Prag. 30. März. Wahrend der gestrigen Demonstrationen gelangte dos Automobil j de» italienischen Gesandten in ein« größere Gruppe De- wonstranten hinein, so daß es halten mußte. Diese Gelegenheit de» I Beulhen. 30. März. Da die Wojewodschaft die Durchführung der Entscheidung des Präsidenten C a l o n d e r, daß die Tagebücher in den Minderhetts- schulen in deutscher und in polnischer Sprache zu führen sind, a b- lehnt, hat Präsident Calonder die Angelegenheit dem Völker- bnndsrat unterbreitet, dem zurzeit bereits sieben ober- schlesische Streitfälle vorliegen. Gefängnis für einen Hundertjährigen! Warschau. 30. März.(Eigenbericht.) Da» Bezirksgericht verurteilte»inen glljährlgen Greis, der an den polnischen Freiheitskämpfen des vorigen Jahrhunderts aktiv teilgenommen hol und auch mehrere Verwundungen erlitt, wegen einer Beleidigung des früheren Ministerpräsidenten Grab- ski zu einer Woche Gefängnis. Die Strafe wurde für ein Jahr ausgesetzt. er Junker und Schlotbarone. Cine eindrudsvolle Kund gebung! Bor dem Sportpalast aber standen die Schwarzen 3) undert der Realtion mit Knüppel und Messer und Schlagring. Sie fielen über die sozialdemokratischen Arbeiter her, die von der Kundgebung zurückkehrten. Arbeiter sammelten sich zum Protest gegen Junker und Schlotharone, Kommunisten aber stellten sich als die Schwarzen Hunderi der Reettien vor die Feinde der Arbeiterschaft! Kommunisten untereinander. Die fozialdemokratischen Arbeiter haben sich der tom munistischen Angriffe ermehrt. Die Methode des Banditis mus feiert nun Triumphe im Fraktionskampf der Kommunisten untereinander! Hier sind ihre Ruhmestaten: 11. Januar 1926. Iman Kas, oppofifioneller tommunistischer Reichstagsabgeordneier, führte 200 feiner Freunde vor das Parteihaus der Kommunistischen Partei in Hannover. Sie unternahmen einen Sturmangriff, wurden jedoch von An gehörigen des Roten Frontkämpferbundes und Schußpolizeibeamten gemeinsam zurückgeschlagen. 29. Juli 1926. Berfommlung der verantwortlichen Bartei arbeiter der KPD. Berlin in den Sophiensälen. Es kam zwischen den Linten und der Zentrale Richtung zu müſt en Auseinandersegungen. Die Schlägereien wurden von den Noten Grontkämpfern auf der Straße fortgelegt. 18 Desember 1926. Das Rabinett Luther stürzte über die Flaggenverordnung. In der Reichstagsdebatte, die vorher ging, sprachen drei kommunistische Abgeordnete, Rädel, Schwarz und Scholem. Jeder für eine andere Richtung. Als Schwarz sprach, drang Höllein aus der Blitle der offiziellen Kommunisten vor. Er schrie: Du gemeines Schwein. Du gemeines Schwein!" 12. 90 ai 1927. Als nachmittags gegen 4 Uhr der fommunistische Reichstagsabgeordnete Pfeiffer den Sigungsfaal des Reichstags betreten wollte, stürzte sich der fintskommunistische Abgeordnete Schlagewerth unter Rufen wie Du Qump, Du Hund, Du Nationalbolfche wist", auf ihn, iching auf ihn ein, packte ihn an der Brust und schüttelte ihn hin und her. Der Borfall batte eine Vorgeschichte. Am Dienstag vorher hatten fich 10 oppofitionelle Kommunisten zu einer Besprechung zusammengefunden. Unter ihnen der Reichstags abgeordnete Dr. Korfch. Als sie das Lotal verliehen, wurden fie von einer vier. bis fünffachen lebermacht über fallen und mit Gummifnüppeln unmenschlich ge: folagen, wobei einer der perprügelten Arbeiter einen Schädelbruch erlitt. Schlagewerth say in Pfeiffer den Organifator des leberfalls und fiel deshalb täilich über ihn her. 10. November 1927. Bersammlung der Weddinger Opposition in den Pharusfälen in Berlin, Auseinandersetzung Ruth Fischer- Fritz Hedert. Kaum hatte Friß Heckert zu sprechen begonnen, so entstand ein furchtbarer Tumuit. Schimpfmorie flogen durch die Luft, Biergläser flirrten und zerbrochen, Fäuste redten fich, bis fchließlich der Tumult in eine regelrechte Schlägerei ausartete, Scholemiten und Thälmannen schlugen mit öuften und Knüppeln aufeinander ein, Die Schlägereien segten sich nach Mitternacht auf der Müller und Seestraße fort. Die Zeitung der kommunistischen Opposition hat eine stehende Rubrit eingeführt: pom Stalinismus zum Faschis mus. Täglich wird aufgezählt, wie es in den Kämpfen zwischen 3- Leuten und Oppofition zugeht: planmäßiger leberfall auf einen Demonstrationszug der Opposition in Breslau, 12 Mann 3- Leute bearbeiten einen Oppo firionellen mit einem am mer, so daß er ins Kranfena haus transportiert werden mußte. In Dortmund muß Thälmann ausreißen, um nicht verprügelt zu werden. Drei mobilisierte Abteilungen überfallen eine Oppofitions verfammlung und stürmen die Bühne, Gummitnüppel, Stühle, Schlagringe und Messer dienen als Baffe. Werbeversammlung des Roten Frontkämpferbundes in Frankfurt a. D. Als oppositionelle Kommunisten Zwischenrufe machten, brüllten die ZK- Leute: 2umpen, Strolche, haut die Hunde in die Fresse, hin aus mit den Bagabunden." Als die Oppositionellen den Versammlungsraum verließen, fiel ein Rollkom= mando über sie her. Mit Stühlen und anderen Waffen wurde auf die Oppositionellen eingeschlagen, auch Fraven wurden nicht verschont. Mit Gummifnüppel und Schlagring, das ist der Refrain! Der Höhepunkt aber: Boltspartversammlung der KPD. am 3. Februar 1928 in Halle. Sechs Stunden lang magte ein erbitterter Kampf zwischen Oppos fitionellen und Roten Frontkämpfern um die Bühne des Saales. Als der Tumult stundentang sich zu immer gemeineren Erzeffen steigerte, rannten viele Kommunisten gereifteren Alters händeringend, ihrer legten Illusion be raubt. durch den Saal. Der fommunistische Agitations sekretär Bolze erklärte anwesenden Gozialdemokraten wört lich: Jeder Sozialdemokrat ist mir lieber als dieses Gefindel!" Der kommunistische Stadtverordnete Koelz bezeich nete laut und vernehmlich seine Barteifreunde als Janhagel. Wild mogten die Stimmen durcheinander: Morgen werben niele Mitgliedsbücher fliegen. Bis heute abend bin ich Rom munist gewesen, jetzt habe ich genug. Diese Schande mache ich nicht mehr mit." Genug, genug der Schande! Wie lange wollen anständige organisierte Arbeiter diese Schande noch mitmachen? Richter der Republik. Disziplinarisches Einschreiten gegen einen Amtsgerichtsrat. Der Amtsgerichtsrat Dr. Röß mann aus Opladen nahm, als er sich im vorigen Jahre in Baltrum befand, pon einem Strandtorb eine Reichsfahne herunter und zerriß sie. Den goldenen Streifen gab er seinem Töchterchen mit den Worten: Da, mirf meg, mir wollen die Farben nicht mehr sehen." Wegen dieses Tatbeftandes wandte sich die Republikanische Beschwerdestelle Berlin an den Oberlandesgerichtspräsidenten in Düsseldorf, der nunmehr mitteilt, daß am 31. Januar d. 3. gegen Amtsgerichtsrat Dr. Rößmann in Opladen hisziplinarische Maßnahmen getroffen worden sind". Walded. Die Landesvertretung des Freistaates Balded hat dem Etaatsvertrag zwischen Walded und Breußen inzwischen zugestimmt. Die 26. Internationale Luftverkehrskonferenz in Berlin ist zu Ende. De Beschlüsse der Untertommiffion murden einstimmig qu genommen. Die 27. Konferenz wird in der vierten Septemberwoche reraussichtlich in Brüffel oder im Haag tagen. Internationale und Mazedonien. Konferenz mit den Balkanparteien. Erklärung soll die Grenze überhaupt nicht früher geöffnet werden, bis einige Borbedingungen von Bulgarien erfüllt find, welcher Art wurde nicht gesagt. Die Kardinalforderung Belgrads ist die Auf sich jedoch faum eine bulgarische Regierung bereit finden: Lösung des mazedonischen Komitees. Dazu dürfte denn es könnte sich sonst ein 9. Juni noch blutiger und gefährlicher als der von 1923 wiederholen. Der Minderheitsvölkerausschuß der sozialistischen| Grenze für bulgarische Staatsangehörige und Woren. Nach einer Arbeiterinternationale hat den sozialistischen Barteien unlängst in der Stuptschtina von verantwortlicher Stelle abgegebenen Griechenlands, Bulgariens und Südslawiens mitgeteilt, daß der mazedonischen Frage eine besondere Tagung gewidmet werden soll. Die Kommission will am ersten Beratungstag die von den Parteien namhaft gemachten 3eugen vernehmen und am zweiten Tag mit den Vers tretern der angeschlossenen Parteien über das Problem beraten. Die Situng soll am 29. und 30. Mai in Wien pder am 13. und 14. Auguft in Brüssel sein. . Die bulgarischen Sozialisten haben noch um nähere Angaben gebeten und sich für die Tagung in Wien bie Zagung in Wie entschieden. Die mazedonische Dauergefahr. Aus Sofia schreibt man uns: Neue Gefahrenmomente scheinen den Frieden auf dem Baltan und besonders die südslawisch bulgarischen Beziehungen zu bedrohen. Südflamien behauptet 3. B., daß in Mazedonien eine breite revolutionäre Aktion bevorsteht, die Werkzeuge des Mazedonischen Komitees sollen fieberhaft an der Ausbreitung der bulgarischen Propaganda unter der mazedonischen Bepölferung arbeiten, die Innere Mazedonische Revolutionäre Organi fation( 3. M. R. D.) rüfte in den Grenzbezirken mit bulgarischer und italienifd) er Interftügung gewaltig, um ihre Freifchärler. trupps bei günstiger Gelegenheit in südslawisches Gebiet vorstoßen zu lassen. Es ist unmöglich, ohne weiteres festzustellen, ob die südslawischen Behauptungen in diesem Umfange wahr sind oder nicht. Die 3. M. R. D. war und ist heute noch eine unsichtbare und schwer faßbare Berschwörerorganisation. Der Bauerndittator Stambo. liiski, der nach der Nischer Konferenz auf Wunsch Belgrads gegen die mazedonischen Umtriebe vorging, um die Annäherung beiber Staaten zu fördern, mußte bald erfahren, daß er sich zu einem fast vergeblichen Unternehmen verpflichtet hatte. Er bezahlte seinen Berständigungsversuch mit dem Sturg. Jedermann in Bulgarien weiß, daß es die vorher unsichtbaren komita dichi waren, die in der blutigen Juninacht 1923 in allen Winkeln des Landes bis an die Zähne bewaffnet auftauchten, den 3antoffschen Militärputsch unterstügten und den ,, Renegaten und Landesverräter" Stamboliiski mit einem großen Teil seiner führenden Anhänger bestialisch donien vermochten bis heute nicht, der mazedonischen Bewegung ermordeten. Auch die Legionen südslawischer Gendarmen in Maze= Herr zu werden. Die J. M. R. D. hat anscheinend die Taffit der gefchloffenen Massenaufftände aufgegeben und ist zum System der Einzelattentate übergegangen. Südslawien nimmt mit Recht an, daß das Organisationszentrum der mazedonischen Verschwörer in Bulgarien liegt. Es schloß daher nach der Ermordung des Generals Rowatfde with feine Das Geficht der Wähler. Die Parole der Kriegervereine. Reichstag und Landtag schließen ihre Pforten. Der Wahltampf beginnt. Die Parteien treten por die Wähler. Aber nicht nur die Parteien, sondern auch allerhand Verbände, die sich trampfhaft bemühen, unpolitisch zu erscheinen, melden fich. Die Mazedonier haben es unter dem Regime der„ demokratischen Bereinigung" verstanden, sich einen ihr zahlenmäßiges Verhältnis zu den Bulgaren weit übersteigenden Teil führender Poften in politischen und wirtschaftlichen Leben Bulgariens zu sichern. Der esige Ministerpräsident 2i aptscheff ift Mazedonier, Bon 14 Diplomaten find 6 Mazedonier. Die Armee rekrutiert sich zumi größten Teil aus Mazedoniern. Dazu die vielen mazedonischen Abgeordneten in allen Parteien, hohe Beamte, Richter, Journalisten, Kaufleute, Handwerker ufm. Il eberall der mazedonische Einfluß, überall die mazedonische Propaganda. Um figürlich mit vielen Bulgaren zu reden: Der Schwanz wadelt mit dem Hunde. In den letzten Tagen und Wochen hat nun in Bulgarien ein Proteststurm gegen die Fortdauer der fädslawischen Grenzsperre eingescht. Die offiziöse Breffe erklärt, daß Bulgarien nicht für die Folgen der ungerechten Friedensdiftate verantwortlich gemacht werben tönnte. Diese Folgen zu beseitigen, liege allein in den Händen der Siegerstaaten. Die bürgerliche Opposition greift die Regierung beftig an, daß sie weder Gegenmaßnahmen ergreife, noch vor aller Welt gegen diesen Balkanskandal und die südslawische Billtür protestiere. Die breite Bauern- und Arbeiterbevölkerung Bulgariens ist nach wie vor eine chrliche Berfechterin des flawiIchen Einheitsgebankens auf dem Balkan. Sie steht deshalb der mazedonischen revolutionären Bewegung fühl gegenüber und betrachtet die mazedonische Inflation in Bulgarien als ein Danaergeschenk für das Land. Aber auch für sie ist es fein strittiges Broblem, daß die Mazedonier in Südflawien und Griechenland Minderheiten sind, auf welche der Minoritätenschutz Anwen dung finden müßte. Solange hüben wie drüben die Reaktion am Ruder ist und es ist wenig Aussicht vorhanden, daß in absehbarer Zeit eine Aenderung eintritt-, wird der Gefahrenherd des Ballans weiter schwelen. Wie kann man ihn erstiden? Kein Zweifel: Südflawien hat zuerst Hand anzulegen, indem es die asiatische Mißwirtschaft in Mazedonien durch eine demokratische Verwaltung ersetzt und der Bevölkerung die elementaren Rechte einräumt. Läßt Belgrad die Mazedonier die gleiche freie Luft wie die Slowenen und Kroaten atmen, so farägt es der mazedonischen revolutionären Bewegung die Waffen aus der Hand, Mazedonien würde dann das Bindes und Mittelglied zwischen Südslawien und den anderen slawischen Balkanstämmen, den Bulgaren und Thrafiern, werden. vorher Mitglied der Deutscylonservativen Bartei). Das find die beiden Herren, die im Berlauf des großen Spaltungstrachs bei ben Gelben von dem deutschnationalen Landtagsabgeordneten Wiedemann elende Kreaturen",„ feiges Gesindel" und geringster Schreiberjunge" tituliert wurden. Sie haben sich vergeblich an die Gerichte gewandt, da Wiedemann sich hinter seiner Immunität ver triecht, und wenden sich nun an die Redaktion des„ Bor märis",.da wir auf einem anderen Wege nicht zu einer GeDa ist das Sammelbecken der Kriegerpereine, der nffnugtuung gelangen". Wie das tommt, mögen die Herren selber häuserbund", in dem es heimlich gärt, seit sein Präsident schildern. In ihrem gemeinsamen Schreiben heißt es: einen schüchternen Versuch unternommen hat, der Reichsflagge und den Repräsentanten der Republit, die es nicht scheuen, auch als folche aufzutreten, Achtung zu verschaffen. Man lieft in feinem Amtsblatt: „ Anfäßlich der im Monat Mai stattfindenden Wahlen zum Reichstag spricht der Vorstand des Deutschen Reichstriegerbundes yffhäuser die Erwartung aus, daß jeder zu unserer Organisation gehörende Kamerad wie auch seine mahlfähigen Angehörigen sich in soldatischer Gewissenhaftigfeit unbedingt an den Wahlen beteiligen und bei Ausübung diefer staatsbürgerlichen Pflicht der Gesinnung Rechnung tragen, die unserer Organisation innewohnt. In der den Wahlen vorangehenden Zeit haben sich Kriegervereine und verbände als jolche von allen öffentlichen Rundgebungen politischer Berbände fernzuhalten. Was der einzelne Kamerad dagegen als Staatsbürger tut, ist seine eigenste Angelegenheit. foldatisch, aber sie verrät trotzdem, was offen auszusprechen sie Diese Schreibweise ist zwar sehr unfriegerisch und sehr un sich scheut. Die Kriegervereine begeben sich auf den Kriegspfad. Aber sie marschieren nicht offen mit entrollter Fahne, sondern schleichen einzeln zur Wahlurne, um in soldatischer Gewissenhaftig feit der Gesinnung Rechnung zu tragen, die unserer Drganisation innewohnt". Kriegervereinstattif! Kriegervereinspolitik! tönnte auch sagen deutschnational oder schwarzweißrot. Die Hoteliers: Keine Parteipolitif, aber...! Man In denselben Tagen und Wochen( in denen sie sich an did Gerichte wandten. Anm. d. Red.) sind wir mehrfach an den Borstand der deutsch nationalen Landtagsfrattion und an Abgeordnete herangetreten mit dem Ersuchen, uns in der Wahrung unserer Ehre als Angestellte behilflich zu fein. In unferer Gutgläubigkeit waren wir der Meinung, daß eine Landtagsfraktion einen genügenden Einfluß auf einen ihr ange fchloffenen Abgeordneten ausüben fönnte dahingehend, daß dieser Abgeordnete zum Ausdruck des Bedauerns über derart unerhörte Beleidigungen verpflichtet werden fönnte, wie sie uns gegenüber vorgefommn find. Von der deutschnationalen Land fagsfraktion erhielten wir eine Antwort dahingehend, daß fie nicht in der Lage sei, Herrn Wiedemann zu beeinflussen, da derselbe immun sei! Wir stehen somit vor der Tatsache, daß wir als Angestellte gegenüber einem Abgeordneten, der sich zudem Arbeiter führer nennt, volitommen vogelfrei sind, ohne irgend wo und irgendwann einen Schuß zu finden..." daß starte Kräfte am Wert sind, die Schmidt und wiede In dem Schreiben wird dann weiter Klage darüber geführt, erledigt feien, trotz aller Vorkommnisse wieder auf die mann, von denen es hieß, daß sie für die Deutschnationale Bartet beutinationale Mandatstifte zu lanzieren.d Deutschnationale Wählerklagen, Klagen deutschnotionaler Ara beiter! Der Reichsverband der Deutschen Hotels und Kampf um die Angestelltenversicherung. Restaurants ist zwar nicht wasserscheu( b. h. vielleicht auch das) aber er möchte sich vor allem nicht von den Politikern in die Suppe spuden lassen. Sehr verständlich, wenn man bebentt, daß der Fahnenfrieg ihm nor nicht langer Zeit den Appetit verdorben hat. Er erklärt, daß er mit Barteipolitit nichts zu tun habe underläßt folgende Wahlparole: Zu den bevorstehenden parlamentarischen Wahlen erklärt der Verwaltungsrat des Reichsverbandes der Deutschen Hotels und Restaurants in Uebereinstimmung mit der bisherigen Stellungnahme, daß der Reichsverband als wirtschaftspolitische Be rufsorganisation teine Parteipolitit treibt und sich nicht auf eine politische Bartel feftlegen tann und will, fon bern größten Wert darauf legt, in allen bürgerlichen Parteien Berständnis für die berufspolitischen Existenzfragen bes Gemerbes mie bisher zu finden." den politischen Parteien bürgerlicher Fakultät. Mit anderen Worten: Keine Parteipolitit, aber Geschäfte mit Eine gelbe parole. Auch die Gelben melden sich wieder. Diesmal nicht die deutsch und Wiedemann, sondern Herr Bartett, Korrespondent im nationalen Arbeiter" führer und Landtagsabgeordneten Schmidt Reichsverband vaterländischer Arbeitervereine, und Herr Witte, Bureauleiter im Rp2.( feit 1918 Mitglied der Deutschnationalen, Die Neuwahl des Verwaltungsrats. Nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte wählen die Ber. trauensmänner den Berwaltungsrat. Mit der Leitung der Baht ist als Beauftragter des Reichsarbeitsministers der Geheime Regierungsrat Dr. Bassenge in Berlin- Wilmersdorf, Kaiferallee 47, betraut. Dieser hat jetzt im Reichsanzeiger die näheren Bestimmungen über die Durchführung der Wahl erlassen. Die Vorschlagslisten find bis spätestens ben 15. Mai bei dem Wahlleiter( Wahlbureau: Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin- Wilmersdorf, Ruhrstraße2) einzureichen. Zur Aufstellung find nur wirtschaftliche Bereinigungen oder Berbände folcher Ver einigungen berechtigt. Die gültigen Vorschlagslisten werden frühestens 10, spätestens 8 volle Tage vor dem 15. Juni 1928 int Deutschen Reichsanzeiger und Breußischen Staatsanzeiger bekannt gegeben. Gewählt wird durch Stimmzettel. Der Beitraum, inner halb deffen die Stimmzettel einzusenden sind( Wahlfrist), dauert bis zum 15. Juni 1928 einschließlich. Die Stimmzettel sind dem Wahl leiter in einem verschlossenen Umschlag einzureichen. Die Reichs versicherungsanstalt liefert den Wahlberechtigten die Stimmzettel veränderte Vorschlagslisten abgegeben werden. Ais unverändert fomie abgestempelte Ilmschläge. Die Stimme darf mur für ungelten auch solche Borschlagslisten, in denen die Reihenfolge der Borgeschlagenen geändert ift. Höllem. Oder: Warum der Spucknapf stiegen mußte. Wie von einer Tarantel gestochen war der tomnrunlstisch« Reichs. �agsabgeordnte Emil H ä l l e i n aufgefahren, als Genosse Lands- derg ihm sagte, er lasse sich lieber von ihm beschimpfen als um- schmeicheln. Diese Anspielung auf das unwürdige Treiben der Kommunisten und besonders Emil Holleins In den letzten Tagen des Reichstags war es ja, die dem Höllein und Konsorten Anlaß zu ihrem t Spucknapfangrifs bot. Der Spucknapf ging doneben und aus die be. dauernswerten Neutralen am Stenographentisch. Die Kommunisten aber, und wiederum besonders Emil Höllein, waren durch dos Won Landsbergs g e t r o s f e n. Emil Höllcin hat sich gestern im Reichstag„mit Stolz" zu seiner Taktik der Umschmeichelung bekannt. Er ha» zugegeben, daß er die- zenigen sozialdemokratischen Abgeordneten, bei denen er„noch einen Rest proletarischen Empfindens" vermutete, sür dos deutschnational-kommunistische Amnestiekompromiß zu gewinnen versuchte. Es ist sehr hübsch von Höllein, daß er bei Leuten, die er vsfentlich„Arbeitermörder" nennt, immer noch„einen Rest prole- tarischen Empfindens" vermutet. Um der historischen Wahrheit willen »nuß aber hinzugefügt»Verden, daß noch am Mittwoch, dem 28. d. M., auch Genosse Landsbcrg zu den Sozialdemokraten gehörte, die dem Herrn Höllein nach mit einem„Rest proletarischen Empfin dens" behaftet erschienen. Denn an diesem Tage sah man, wie Höllein dem Genossen Landsberg zärtlich die Hand auf die ulter legte und hörte»nan, wie er jeden Satz seiner Anrede mit den Worten„Also mein Lieber" begann. Obwohl wir von Genossen Landsbcrg zu keiner Erklärung ermächtigt sind, glauben wir sagen zu dürfen, daß ihm diese Szene außerordentlich peinlich gewesen ist. Allerdings hat er sich diese etwas plumpe Vertraulichkeit selber zuzuschreiben. Hot er doch in unzähligen Fällen die K o m- munistenherausgehauen. Auf die Gefahr hin, noch einmal von Höllein umärmelt zu werden, wird er das auch weiter tun, wo immer sein Rechtsgefühl ihn» das gebietet. Im Fall Landsberg hat sich Höllein nicht zum erstenmal vcr- traulich um die Gunst von Sozialdemokraten beworben, die er össent- lich beschimpft. Als er z. B. vor einiger Zeit etwas Gedrucktes im Selbstverlag erscheinen ließ, lies er zu allen sozialdemokratischen Abgeordneten, die Einfluß auf die Presse haben, um von ihnen eine möglichst empfehlende Kritik seines Werkes zu erbitten. Er verfehlte nicht hinzuzufügen, daß es sich um eine politisch völlig neu- trale Schrift handle, die keinerlei Angriffe auf die Sozialdemokratie enthalte, so daß sie in der sozial- demokratischen Presse unbedenklich gelobt werden könne. Daß Höllein auf die dcutschnationale Presse in gleicher Weise eingewirkt hat, können wir aus eigener Wahrnehmung nicht be- hmjpten. Es ist aber eigentlich anzunehmen, da es ja seine Art ist, erst mit den Deutschnotionalen und dann mit den Sozialdemokraten zu verhandeln.(Ob er übrigens auch bei Herrn E v e r l i n g, mit dem er gleichfalls sehr liebenswürdig sein kann,„Reste proletarischen Empfindens" vermutet?) Auf alle Fäll« oersteht man jetzt, warum der Spucknaps fliegen mußte, als das Stichwort„Umjchinetchelung" fiel. Jeder wehrt sich, wie er kann. Die einen tun es»nit Geist, dl« andern..., Jeder tu» es eben nach feinen Fähigkeiten. Uebrigen»»var dieser Spucknapf vorausgeahnt. Denn als Höllein am Mittwoch auf seiner Propagandareise durch die flzzialdemokratischen Bänke niit einem unserer Genossen in vertrau- lichem Gespräch stand, kam ein anderer Cenolie dazu, der sagte: ,.Me kannst du dich mit dem da—. nämlich Höllein— einlassen! Heute kriecht er dir in den.. und morgen wird er dich bespeien." Dos traf am anderen Tage auch richtig ein. Nur daß die schleimig« Flüssigkeit, wie schon gesogt, daneben ging. »Künstler hat angefangen!� Die.Rote Fahne" von gestern überschreibt ihren Heeresbericht vom 2S. Mörz zutreffend:»Banditentum im Reichstag." Der„Bandit" ist allerdings bei ihr niemand anders als der Genosse Künstler. Der war's, der angefangen hat! Demgegenüber sei festgestellt, daß der Vertreter der Kommu- nisten im Aeltestenausschuß, Torgler, selber zugegeben hat, daß Künstler nicht geschlagen hat. Er beschränkte sich auf die Be- hauptung. Künstler habe„mit den Fäusten gedroht". Man tonn eben denen, die dabei gewesen sind, nicht ebenso frech ins Gesicht lügen, wie den bedauernswerten Lesern der„Fahne". Die schmäh- liche Schlägerei ist von Höllein und I a d d a s ch begonnen worden. E» sieht ihnen ähnlich, daß ihnen der Mut fehlt, sich zu ihrer Tat zu bekennen und daß sie sich wie Schulbuben auf andere herausreden. Wahttonflikt in Bayern. Die Demokraten appellieren an de« Staatsgerichtshof. München, 30. März.(Eigenbericht.) Die Demokraten, die in Bayern nur eine kleine Splitterpartei darstellen, hoben in letzter Stund« beim Staatsgerichtshaf in Leipzig da» bayerische Wahlgesetz an» gefochten, weil es angeblich in» Widerspruch mit der Reichs- Verfassung steht. Die Begründung für dies« Ansicht wird darin «blickt, daß bei den Wahlen zum Bayerischen Landtag mcht die Zahl der abgegebenen Stimmen, sondern die Bevölkerungszahl für die Wahl eines Kandidaten entscheidet. Die bayerische Regierung ist nun der Auffassung, daß über diese Frage nicht der Staatsgerichtshof des Deutschen Reiches, sondern der bayerische Staatggerichtshof zu entscheiden Hab«. Ihre Parteien haben deshalb einen eigenen Gefetzentwurf eingebracht, der mit rückwirkender Kraft eine Erweiterung der Zuständigkeit des bayerischen Staatsgerichtshofes vorsieht. Am Freitag entschied sich der Landtag sür die Annahme der Regierungsvorlage. Ihre zweite Lesung niußte aber bis Ende April vertagt»vtrden. Sollte bis dahin der Staatsgerichtshof in Leipzig über dt« Beschwerde der Demokraten in bejahendem Sinn« entschieden haben, so stünden einer Neuroohl de» bayerischen Landtages am 20. Mai erhebliche Schwierigkeiten iin Weg«. Das Koalitionsdurcheinander. Di« schroffe Forderung der Bayerischen Dolkspartei und der D eu t s ch n a t i o n a l e n. daß der Bauernbund auf Grund seines Dirhaltens zur Beointenbesoldungserhöhung au« der Regie» rungskoasition auszuscheiden habe, bat der Bauernbund am Freitag damit beantwortet, daß er sein« Weigerung, für sich ollein die Konsequenzen aus der gegebenen Situation zu ziehen, ausrecht erholt. In dem Antworljchrciben vertritt die Fraktion de» Bauern- bundes einmütig die Auffassung, daß die Krise sich nur noch§ 50 der bayerischen Verfassung lösen lasse, d. h. durch den gemein- samen Rücktritt der Regierung. Die totgesagte Kooli- tion besteht also nach wie vor weilcr. �_______________________ Reichstagsende. Uttö jetzt wollen wir da drinnen mal tüchtig auskehren Begründung des Barmat-Arteils. Das strafrechtliche Ergebnis des Rekord-Prozeffes. Die Verlesung der vorläufigen Begründung des Urteil« iin Barmat-Prozeß hat einschließlich einiger kürzerer Pausen nahezu 51/i Stunden gedauert. Rein physisch stellt« diese Ver- lesung an den Landgerichtsdirektor Neumann, der übrigens diesen Prozeß fast 15 Monate lang mit vorbildlicher Ruhe und Gründlichkeit geleitet hat, außerordentliche Anforderungen. Die end» gültige schriftliche Begründung dürste frühesten? in einem halben Jahr erscheinen, vorerst treten die Richter einen wohlverdienten Urlaub an. Der gestrigen vorläufigen Begründung ging zunächst eine kurze allgemeine Erläuterung voran, in der auf die außerordentlichen Schwierigkeiten dieses Prozesses hingewiesen wird. Das Gericht mache sich nicht anheischig, die absolute Wahrheit gefunden zu haben: es mußte sich in die Zeit von 1924 einfühlen, in der Krieg, Revolution uitd Inflation noch fortwirkten und ein« allgemeine Verwirrung der Geister erzeugt hatten. Auch sei in vielen Füllen eine zweifelsfrei« Feststellung des Tatbestandes nicht mehr möglich gewesen. In solchen Fällen mußte der Grundsatz„in ckudia pro reo"(im Zweifelsfall zugunsten des Angeklagten) zur Anwen- dung kommen,»vos aber keineswegs der Feststellung der Unschuld der Angeklagten gleichzukommen brauche. Es feien bedenk- liche Geschäftsvorgänge in Erscheinung getreten, doch ver- wirke unlauteres Geboren nicht immer den strafrechtlichen Tatbestand des Betruges. In anderen wesentlichen Kapiteln sei es jedoch gelungen, Klarheit zu ichajfen. Dann geht die Urteilsbegründung auf die einzelnen Kapitel der Anklageschrift ein. In Sachen Slaakebank erfolgt F r c i s p r u ch von der Anklag« de? Betruges, weil die Barmat hauptsächlich zur Last gelegte Ueberbcwer» t u n g von Aktienpaketen, die er als Sicherheit für die Kredite der Staatsbank übergeben hatte, insbesondere der Ehromo-Akticn, nicht nachweislich im schlechten Glauben erfolgte. Der frühere Finanzrat der Staatsbank, hellwig, der später in Barmats Dienste trat, wird von der Anklage der Untreue frei» gesprochen, hingegen werden verschiedene Geschenke, die er noch als Staatsbantbeamter von Barmat annahm, als unerlaubte Bortetle angesehen, die den Tatbestand der einfachen passiven Bestechung erfüllen. Da sedoch die von Hellwig vorgenommenen amtlichen Handlungen nicht pflichtwidrig waren, erfolgte in diesem Punkt sowohl H e ll w i g s Freispruch von der Anklage der Untreue gegenüber der Staatsbank wie auch Barmats Freispruch von der Anklage der aktiven Bestechung bzw. der Anstiftung Hellwigs zur Untreue. Der Reichstagsabgeordnete cange-hegermann. der früher der Zcntrumsfraktion angehörte und seit dem Beginn der Barmataffäre sein Mandat al?„Wilder" zwar nicht ausübte, aber behielt, wird von der Anklage des Betruges an der Staatsbank und an der Reichspost mit der Begründung freigesprochen, daß für die 1'� Millionen, die er sich durch seinen Freund Höste zum Zwecke des Ankaufs einer Papierfabrik in Sachten von der Reichs- post verschaffte, ausreichende Deckung vorhanden war. Weder objektiv noch subjektiv lag demnach«ine Schädigung des Reiches vor. Daß diese 1Ä Millionen von der Reichspost unter Bor- spiegelung der unrichtigen Behauptung geliehen wurden, sie seien für notleidende Industrien des besetzten Gebietes bestimmt. wird Lange-Hegermann deshalb nicht zur Last gelegt, wen er behauptet. diese Angabe sei ohne sein Zutun durch Höst« erfolgt und er habe erst nachträglich davon erfahren. Von der Anklage des Betruges an der Denkschen Girozentrale wird Barmat mit der ausdrücklichen Feststellung f r« i g e- sprachen, daß entgegen der Annahme der Staatsanwaltschaft weder ein vollendeter, noch ein versuchter Betrug vorliege. Das gleiche gilt sür den Punkt Vrandevburgiiche Girozentrale. Auch der Angeklagte Klenske. Barmats Prokurist, wird deshalb freigesprochen. Im Kapitel Höste ist das Gericht zu'. V e r u r t e i l u ng der beiden Hauptangeklagten Julius und Henry Barmat wegen aktiver Bestechung gelangt. Das Urteil stellt zunächst fest, daß auch«in parlamentarischer Minister unzweifelhaft Beamleneigenschast genieße. Es stehe fest, daß sich Höste in der Zei» von Moi bis Oktober 1024 wiederholt Geldsummen von Barmat teils für den Vau seines Hauses, teils für andere persönliche oder politische Zweck, geliehen habe, wobei es offen gelassen bleibe, ob es sich um Darlehen oder um Geschenke gehandelt habe. Da jedoch Sicherheiten nicht verlangt und auch ein fester Zinssatz nicht vereinbart wurde, wurde der Tatbestand der aktiven Bestechungshandlung an sich bereits gegeben sein.„Der Kette der Zuwendungen von selten Barmat» an Höste stehe ein« ebenso lückenloseKette von Handlungen gegenüber, die H ä s l« f ü r Ba r m a t aus» führte, sei es Gewährung von Krediten oder die Prolongierung der Kredite oder andere Handlungen." Das Gericht hat nun mit Rücksicht auf die Tatsache, daß Höst« tot ist und sich nicht mehr verteidigen kann, die Frage offen gelassen, ob eine passive Bestechung Höstes durch Barmat vorlag. Indessen stellte sich dos Gericht auf den Stand- pl'nkt, daß a-k t i v e Bestechung Höfles durch Barmat deshalb vor- log, weil Barmat seine Zutvendungen an Höste nur machte, um diesen für die Gewährung von Postkrediten sür seinen Konzern günstig zu stimmen. Barmat habe sein ganzes Kreditgsbarcn aus Höste abgestellt, alle Kredite hingen unmittelbar oder mittelbar mit der Post zusammen, war Höste nicht mehr willfähig, so brach das ganze Kreditgebäude zusammen, und darüber war sich Julius Barmat nicht ini unklaren. Ueberaus langwierig gestallete sich die Urteilsbegrüirdung in den Kapiteln 3. Roth Obligalionsonlcihe und Gorantiebank. Die Angeklaqten Staub und Rabbinowüfch, denen wegen falscher Bewertung der Ä. Roth A.-G. Betrug vorgeworfen wurde, werden freigesprochen, weil ihnen der gute Glaube nicht be- stritten werden kann. Ebenso werden die beiden Borstandsmit- glieder der Garantiebank-walther und Hahlo von der Anklage freigesprochen, den Rückversicherern falsche Angaben über den Stand des Barmat-Konzerns gemacht zu haben. Das Finanz- kredit-Bersicherungsgeschäst sei an sich neu und schwierig, blieb der Barmat-Konzern intakt, so waren die Versicherungsverträge und damit auch die Rückversicherungsvertröge ein gutes Geschäft. Die Auskünfte der Staatsbank über Barmat lauteten bis zuletzt sehr günstig. Nur der Angeklagte IDalthcr wird wegen Bergchens gegen das Gesetz über die Privatoersicherungsnntcrnehmungen zu 2 0 0 M. Geld st rase verurteilt. Schließlich wird der Fall des Oberzolllnspektors Stachel behandelt, der als Leiter des Zollamtes in Bentheim vorschrifts» widrig wiederholt Barmat gestattet hatte, beim Passieren der Grenze in den frühen Morgenstunden aus dem Schlafwagen nicht auszusteigen und später auch auf zollamtliche IX n t e r-- s uchungen bei ihm verzichtete. Da sich Barmat erkennt- lich zeigte und Stachel verschiedentlich Geschenks machte (Grammophon, Uhr, Sckrankkofser). wurde Stachel wegen sortgesehtcr schwerer passiver Bestechung insgesamt zu 3 Monaten 3 Togen Gefängnis verurteilt, und es wird ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf drei Jahre aberkannt. Auch Barmat wird in diesem Falle wegen aktiver Bestechung vcr- urteilt. In einer Schlußbetrackstung wurde in einer Urteilsbegründung auch die Bemessung des Strafmaße» gegen Zulins Barmal erläutert: 10 Monate Gefängnis im Falle Höfte. 2 Monate im Falle Stachel, zusammengezogen auf 11 Mo- noke Gefängnis unter Anrechnung der 155 Tage Untersuchungshaft. Henry Barmat erhält im Falle Höste nur sechs Monats Gefängnis (die bis auf 23 Tage verbüßt sind), weil sein älterer Bruder auch in diesem Falle der Führende gewesen ist. Hellwig hätte als Per- walter öffentlicher Gelder und in gehobener Stellung besondere Vorsicht walten lassen sollen. Daher mußte ans eine Gefängnis- strafe erkannt werden, doch im Hinblick darauf, daß er sich durch seine Handliingsweise um eine gesicherte Ziikunst gebracht hat und da- durch schwer bestraft sei, genüge eine Strafe von sechs Wochen, (die übrigens durch Untersuchungshaft mehr als verbüßt ist). Schließlich wird als strafmildernd, insbesondere auch für die Brüder Barmat, geltend gemacht, daß alle Angeklagten unvorbestraft waren und daß in den drei Jahren bis zur Verkündung des Urteils das Damokles-Schwert dieses Pro- zesses ihnen schwere physische und psychische Schäden verursacht hat. Inwieweit von den verurteilten Angeklagten oder von der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt werden wird, steht noch nicht fest und wird sich wohl erst entscheiden, wenn die schriftliche Begründung des Urteils vorliegt, also erst in etwa einem halben Jahre.__________ Der neue Aufstand in China. Vorodin soll wieder da sein. Peking, 30. März. Es wird behauptet, daß der russische Kommunist B o r o d i n auf südchinesischcm Boden eingetroffen sei. Borodin ist von der Pe- kinger Regierung außerhalb des Gesetzes erklärt worden. Für feine Festnahme Ist eine Belohnung von 10 000 Dollar ausgesetzt. Ein Drama im Gefängnis. polynesier vor ihrem Prozeß gestorben. Elf Eingeborene, nach dem Aufstand auf den Salomonsinseln verhaftet und ihrer Aburteilung wegen Ermordung zweier Beamter und fünfzehn eingeborener Polizisten entgegensehend, sind im Gefängnis von Capitevite an Dysenterie g e st o r b e n. Die Krankheit wird auf die Ernährung, auf den Mangel an Bewegung im Gefängnis und auf die Er- r e g u n g der Gefangenen angesichts der bevorstehenden Urteils- vcrkündung zurückgeführt._ Reu er Dauerflugwellrekord. Den amerikanischen Fliegern H a I d e m a n und S t i n s o n ist es gelungen, den, Weltrekord im Dauerflug, der bisher von Edzard und Rlsti.ez mit 52 Stunden 22 Minuten und 32 Sekunden gehalten wurde, um 7 4 Minuten 9 Sekunden zu verbesiern. Haldeman wurde durch seinen Ozeanslug In Begleitung der Miß Ruth Elders bekannt. Die Reorganisierung des IGB. Oer Streit um den Sih. Bekanntlich hat die Berliner Ausschutzsitzung de» Internationalen Gewerklchostsdundes beschlossen, vor der endgültigen Wahl des Sitzes, des Generalsekretärs und des Vorsitzenden des ZGB. an die angeschlossenen Landeszentralen einen Fragebogen zu richten und sie zu bestimmten Vorschlägen aufzufordern, worauf dann in sechs Monaten eine autzerordentlich« Ausschußsitzung stattfinden und an Hand der«ingegangenen Vorschläge definitive Veschlüsse fassen soll. Unterdessen sind bereite, wie die Pressebenchte des IGB. mit- teilen, einig« Antworten eingetroffen. So schlägt der Bri- tische Gewertschastsbund vor, den Sitz des JGB. nach Berlin zu oerlegen. Kanada setzt sich für die Aufrechterhaltung des Sitzes in Amsterdam ein. Lettland ist mit Brüssel und Berlin einverstanden, verlangt jedoch, daß d,e Lösung dieser Frage einigermaßen im Zusammnehang mit der des General- f e k r e t ö r s erfolgt. Für den Posten des Vorsitzenden und des Generalsekretärs sind bis jetzt noch keine Kandidaten mit- neteilt worden. Die lettlöndische Landeszentrale bemerkt in diesem Zusammenhang, sie halte es für unzulässig, datz ein vom Kongreß abgelehnter Genosse zum Vorsitzenden des ZGB. gewählt werde. Abgesehen von diesen offiziellen Antworten haben sich uuch die j Landeszentralen von Frankreich und Deutschland mit der Reorgani sationsfrage befaßt. Iouhaux sagte in diesem Zusammenhang als Berichterstatter im Nationalrot des Französischen Gewerkschifts- bundes:„In finanzieller und verwaltungstechnischer Hinsicht könnte die Wahl Berlins als ausgezeichnet be- zelchnet werden. In s o z i a l e r Hinsicht wäre sie u n g ü n st i g e r: denn es bestände das Risiko des Einflusses der deutschen Landes» zentrale. Es ist nicht wünschenswert, daß sich die Erfahrungen mit dem internationalen Sekretariat der Zeit vor 1914 wiederholen Selbstverständlich wird jedoch die französische Landeszentrale nicht ihr Veto gegen die Wahl von Berlin einlegen. Dazu liegt.ens, sie sind proleiarisicrt. und sie haben weder Zeit noch Geld für Tee- stunden und Tanzbars. Aus dieser Schicht rekrutiert sich aber auch die Gilde der.Eintänzer', der Edelkomparsen usw., kurz, sie stellen den Teil des russischen Emigrantenlebens, durch den Herr Subkoff jetzt zu einer gewissen Berühmtheit gek«nmen ist. Sin Hoffänger. Nicht jeder hat sein Glück gemacht, wie dieser Schwager unserer ehemaligen Majestät, und denkwürdig wird mir«ine Begeg- n u n g bleiben, die ich einmal mit einem solchen ehemaligen Mitglied der Kriegerkaste hatte. Da stand auf unserem Hof ein Sau- g e r, und merkwürdigerweise sang der Mann russisch, ein Volt»- lied, von dem er sich nur den Kehrreim in holpriges und utTbo- Oer Stabskapitän als Hofsäoger. hokfenes Deutsch übertragen hatte: zum Schluß kay,«in Kosak«»- tanz. Ich rief ihn an, ob er Essen haben wolle. Dann saß er in meiner Küche. Es war früh am Donnittag. aber mein Gast roch schon erheblich nach Schnäpperkens, und schr schmierig war der, olle Soldatcnrnantcl, unter dem Rock saß kein Hemd mehr. Die Suppe sollte ich n i ch t wärmen, ex konnte kein warme? Essen mehr vertragen. Das einzig relativ Saubere waren an ihm ein Paar wasch lederner Handschuhe. Und' dann erzählte er: Er war der Sohn eine» zarlskischen Generals und selbst im Zarenherr Slabskopikön gewesen. Major bei den„Weißen" unter Wrangel, „dann ich ausgerückt. Bolschcwicki nicht gutt..." Und trotz Dreck und Fusel kennen die Reste seiner ehemaligen Kinderstube zum Vor- schein, er sprach noch immer ein gutes Französisch:.Sibben Spra- chen spreche ich, Madame. Madame werden gictigst verzeihen—, chabben Madame ein C h e m d sier mich?'— Beim Abschied konnte der Erdlinge zog den Feldstecher hervor und beobachtete damit die Rollen. „Was er wohl davon hält,' sagte Mr. Barnstaple. Mr. Catskill drehte sich um und gab Penk einen Befehl, Penk salutierte und verschwand. Ein starker Knall aus der näherliegenden Schlucht rief Mr. Barnstaples Aufmerksamkeit zur kleinen Brücke zurück. Sie war fort. Er ließ den Blick schweifen und fand sie einige Bards weiter auf dem Wasser. Er sah, wie das Wasser aus- spritzte, das metallene Gitterwerk sich aufkrümmte, zwei Schritte forttanzte und dann still lag. Und einen Augenblick später erreichte das Krachen und Klirren des Falles sein Ohr. „Wer tat das nun?' fragte Mr. Barnstaple. Mr. Cats- kill beantwortete die Frage, indem er hastig zu jener Ecke der Burg ging und hinunterstarrte. Er war offensichtlich überrascht. Also hatten offenbar die Utopen die Brücke gesprengt. Mr. Hunker und Lord Barralonga folgten Mr. Catskill fast auf dem Fuße. Ihre Bewegungen riefen den Eindruck einer lebhaften Diskussion hervor. Allmählich kamen die Sonnenstrahlen über den Kamm des Quarantänefelsens hinunter in die Schlucht. Sie hatten nun das Kabel, welches den Gipfel einkreiste, erreicht und m ihrem Licht glänzte es mit kupfernem Glanz. Die drei Utopen, durch die Mr. Barnstaple in der Nacht geweckt worden war, wurden sichtbar, wie sie mit größter Be- schleunigung die Strickleiter hinunterstiegen. Und noch ein- mal bemerkte Mr. Barnstaple den summenden Ton, den er während der Nacht immer wieder gehört hatte, aber jetzt war er viel lauter und ertönte überall um ihn herum, in der Luft, im Wasser, in den Felsen und in seinem Gebein. Plötzlich erschien neben der kleinen Gruppe der Erdlinge oben etwas Schwarzes, Lanzenförmiges. Es schien neben ihnen in die Höhe zu springen, hielt inne, sprang wieder eine halbe Mannshöhe hoch und sprang wieder. Es war«ine Fahne, die auf einem Flaggenstock, den Mr. Barnstaple bisher nicht bemerkt hatte, gehißt wurde. Sie erreichte die Spitze des Stockes und hing schlaff herunter. Dann blies sie ein Windstoß auf. Einen Augenblick flatterte sie auf und zeigte einen weißen Stern aus blauem Grund und fiel wieder zusammen. Dies war die Flagge der Erde— dies war die Flagge des Kreuzzuges, der die Segnungen des Wettbewerbes, des Streites und des Krieges nach Utopien zurückbringen sollte. Darunter erschien der Kopf Mr. Durleighs, der die utopischen Rollen durch seine Gläser prüfend betrachtete. ___________ Eortsetzung jolgt.) ich nur mit Aufbietung einiger Mustelfraft dem beabsichtigten Handtuß entgehen. Berzeihung, is so ieblich bei uns... immer heeflich mit die Damen..." Im Asyl oder im Tiergarten war ficher sein Nachtquartier... * So haben sich die Emigranten mun eingebürgert, und wir finden sie in allen Ständen und Gewerben. Und wie ist die politische Einstellung der Emigranten? Nun, ihr Monarchismus hat sich im Laufe der Jahre erheblich abgefühlt, und menn sie auch feine Sozialisten geworden sind alle Tage schleiff das Leben an ihnen herum. Mord und Selbstmordversuch. In Gegenwart der Kinder. Eine entsetzliche Familientragödie spielte sich im Hause Senefelderstr. 23 ab. Der Postschaffner Kurt Stephan erschoß nach voraufgegangenem Wortwechsel seine Frau, die die Scheidung beantragt hatte, in Gegenwart der Kinder. Er versuchte dann, seinem Leben durch einen Schuß in die Bruft ein Ende zu machen. Schwerverletzt wurde er in das Krankenhaus Friedrichshain eingeliefert. Bor einem halben Jahre trennte sich Frau Charlotte Stephan megen fortgesetter Streitigkeiten von ihrem Manne, dem 27 Jahre alten Hilfspoftfchaffner Kurt Stephan, der in der Danziger Straße 22 wohnen blieb, während sie mit ihren beiden Töchtern Charlotte und Dora, im Alter von 1 und 7 Jahren, nach dem Quergebäude des Hauses Senefelderstraße 23 über siedelte. Die Frau hatte die Ehescheidung in die Wege geleitet, weil der Mann die Familie vernachlässigte. Gestern nachmittag erschien Stephan bei seiner Frau in der Wohnung, um eine Aussprache zwischen den Eheleuten derart zu, daß Stephan, ein jähzorniger herbeizuführen. In Gegenwart der Kinder spiste fich die Stimmung Mensch, auf seine Frau einschlug. Die Frau versuchte zu flüchten, murde aber von dem Manne daran gehindert. Bei dem Kampf um den Ausgang nach dem Flur zog der Mann pläglich einen Browning und feuerte auf die vor ihm stehende Frau einen Schuß ab, der ihr den Unterkiefer zertrümmerte. Trog der schweren Berlegtung hatte die Frau noch soviel Geistesgegenwart, die Tür ihrer Wohnung zu öffnen und bei den gegenüber wohnenden Leuten Der Standal beim Reichsbahnzentralami. Dorpmüller setzt eine besondere Untersuchungskommission ein. die Dinge sehr übel riechen Um die zahlreichen Beschuldigungen über Unregel-| Dienststelle der Reichsbahn zu beschäftigen hat. Die Untersuchungen mäßigteiten im Beschaffungswesen bei der der Staatsanwaltschaft gehen noch immer fort und erst in der Deutschen Reichsbahn endlich einmal so genau wie irgend nächsten Woche fann man eine Art von Abschluß in den bisherigen möglich festzustellen, ist in Ergänzung des bestehenden Ermittelungen erwarten. Es ist erflärlich, daß sich, um das BerPrüfungsverfahrens durch den Generaldirektor der fahren der Staatsanwaltschaft nicht zu erschweren, im Augenblick über den Stand der Angelegenheit noch wenig sagen läßt. Aber Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Dorpmüller, eine be- soviel ist schon heute zu sagen: es dreht sich nicht mehr in der fondere Prüfungsfommission eingesetzt worden. Hauptsache um den Regierungsoberbaurat Schulze in Berlin und den Reichsbahnbeamten Müller in Göttingen. Schulze scheint, Schon diese Tatsache weist darauf hin, daß soweit sich das bisher feststellen ließ, bei den Vorwürfen gegen das Reichsbahnzentralamt nur eine sehr untergeordnete und tleine Rolle gespielt zu haben, während Müller immerhin größere Geschäfte mit anderen Firmen getätigt hat. Bei beiden besteht eine gewisse Parallele insofern, als nicht nur der Berliner Vertreter der Firma Reifert aus Köln durch Unterschlagungen den Oberbaurat Schulze geschädigt hat, sondern weil auch der Berliner Vertreter eines südwestdeutschen Werkes, mit dem Müller in Verbindung stand, durch geschickte Manipulationen Schulze mehrere Jahre hindurch um einen Teil seiner Einfünfte bei dem Wert betrogen hat. Die Einsetzung nicht nur der Untersuchungstommiffion, sondern auch eines besonderen Ausschusses jeitens der Hauptverwaltung der Reichsbahn läßt jedoch schon heute erfennen, daß müssen. Dorpmüllers Kommission setzt sich zusammen aus dem Präsidenten der Reichsbahndirektion Karlsruhe, Freiherrn v. Elz Rübenach, als Vorsitzenden, dem Direktor bei der Reichsbahn, Meine de, dem Reichsbahnwart Dr. Koch von der RBD. Berlin und dem Direktor des Hauptprüfungsamts der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Herrn Windscheid. Nach den Direktiven der Generaldirektion soll dieser Ausschuß in engem zu sammenhang mit der Kommission arbeiten, die zurzeit im Auftrage der Hauptverwaltung unter dem Vorsiz des Reichssparkommissars, Präsidenten des Rechnungshofes des Reiches und früheren preußischen Finanzministers Sa emisch und unter Beteiligung namhafter Wirtschaftler prüfen, ob die Organisation des Reichsbahnzentralamts und die Kontrollmaßnahmen in dem Beschaffungswesen einer Aenderung bedürfen. Ob durch diesen Ausschuß die notwendigen Klärungen erreicht werden, muß zweifelhaft erscheinen. Es ist kaum anzunehmen, daß Herr Dorpmüller Leute mit der Prüfung des Geschäftsgebarens der Dinge gehen. Der Reichssparkommissar hat zwar schon seit beim Reichsbahnzentralamt beauftragt, die wirklich auf den Kern einigen Wochen mit den Untersuchungsbehörden Fühlung genommen, die sich bereits längere Zeit amtlich mit den Vorgängen bei dieser Jugendweihen beim Reichsbahnzentralamt sehr vieles verbesserungsbedürftig t, und man kann, ohne der Untersuchung vorzugreifen, schon jetzt fagen, daß in nicht allzu ferner Zukunft eine Reformation der Frage, in welcher Weise das Zentralamt umzugestalten dieser Behörde an Haupt und Gliedern stattfinden muß. Augenblicklich beschäftigt man sich bei der Reichsbahn sehr mit sein wird. Lärm zu schlagen. Auf dem Treppenpodest brach sie aber be- der Arbeiterschaft Groß- Berlins. Beute, wie schon bei Ahr und Frau Mittendorf erwiesen worden Sonntag, 1. April: Bankow, vorm. 11 Uhr, in den Tivoli- Lichtspielen, Pankom, Berliner Straße 27. finnungslos zusammen und verschied. Wie später festgestellt wurde, hatte die Kugel den Kopf durchschlagen und war in die Wirbelsäule eingedrungen. Auf den Lärm und das Geschrei der Kinder liefen Großes Schauspielhaus, Karlstr., vorm. 9 und 11% Uhr. die Hausbewohner zusammen. An ihnen vorüber eilte Stephan die Treppe hinab und schoß sich eine Kugel in die Brust. Er erreichte zwar die Straße noch, brach hier aber unter seiner Verlegung zusammen und wurde von Passanten, ehe die Polizei hinzukommen konnte, nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die Kriminalpolizei des 61. Reviers, die alarmiert wurde, stellte den Tatbestand fest und trug Sorge für die Unterbringung der Kinder bei Nachbarn im Hause. Später werden sie der Obhut der Großeltern anvertraut werden. Die Leiche der erschossenen Mutter wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Stephan ist noch nicht vernehmungsfähig. Er wird, sobald er transportfähig ist, als Polizeigefangener dem Staatsfrankenhause zugeführt werden. Programm: Chorgesänge, Musif, Rezitationen, Festspiele, Sprechchor, Weihereden: Stadtverordneter Dr. Lohmann, Erich Ollenhauer. Karten sind ausverkauft und auch an der Kasse nicht mehr zu haben. ledigung zu bringen, so daß ein Massenprozeß von ungeahntem Ausmaße zu erwarten ist. Das Eigenartige an den Berfehlungen so vieler zum größten Teil bisher unbestrafter Personen ist, daß die ift, für ihre verbrecherischen Handlungen fein Entgelt betommen haben. Vielmehr haben sie sich durch die wehleidigen Klagen der Frau Ohlerich bestimmen lassen. Die kleine Erika Krause, die, wie wir in der gestrigen Abendausgabe meldeten, vermißt wurde, ist in der Schloßstraße zu Steglitz völlig erschöpft aufgefunden worden. Es fonnte noch nicht festgestellt werden, was dem Kinde während seiner Abwesenheit aus dem Elternhause zugestoßen ist. Die Meineidsfabrik der Frau Ohlerich. platz, Sonntag, den 1. April, 11% Uhr. Aue Freunde der freiUnd alles um eine Nähmaschine. Zu einer Massenmeineidsanklage von noch nie dagewesenem Umfange wird das von der Staatsanwaltschaft I unter dem Sonderdezernat des Staatsanwaltschaftsrats Nuthmann eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen die Meineidsfabrik der Frau Ohlerich führen. Zwei Opfer der Frau Ohlerich sind bereits wegen Meinverbüßt seit dem 1. Januar die gegen ihn verhängte Strafe von 1 Jahr Buchthaus, die in Gefängnis umgemandelt worden ist. Das zweite Opfer, Frau M., hat jetzt die Aufforderung zum Strafantritt der vom Schwurgericht I gegen sie erkannten Strafe von 1 Jahr Gefängnis erhalten. Eine zweite Tragödie ähnlicher Art wurde um 18 Uhr im Hause Leinestraße 13 in Neukölln entdeckt. Dort wurde in ihrer im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung die 31jährige Frau des Arbeiters A. und ihre 1½ jähriges Töchterchen Nora durch Gas vergiftet bewußlos aufgefunden. Rettungsversuche der Feuerwehr hatten nur bei der Frau Erfolg. eides abgeurteilt worden, das erſte Opfer, der Bäckermeiſter A., Wie aus einem hinterlassenen Briefe hervorgeht, lebte Frau 2. in lezter Zeit mit ihrem Manne in einem ständigen In frieden, so daß sie ein solches Dasein nicht mehr länger er= tragen zu fönnen glaubte und deshalb beschloß, freiwillig a us dem Leben zu scheiden. Das Kind wollte sie mit in den Tod nehmen. Nachdem der Ehemann sich gestern früh an seine Arbeitsstelle begeben hatte, schritt sie zur Ausführung ihres traurigen Borhabens und öffnete die Gashähne. Als der Mann am Nachmittag von der Arbeit heimfehrte, fand er in dem mit Gas er= füllten Schlafzimmer Frau und Kind bewußlos auf. Die Feuerwehr die zur Hilfe gerufen wurde, war über eine Stunde mit Wiederbelebungsversuchen beschäftigt, die dann nach langwierigen Bemühungen bei der Frau auch von Erfolg maren. der Frau war jedoch so bedenklich, daß sie in das Neuköllner Krankenhaus übergeführt werden mußte. Die Leiche des Kindes wurde polizeilich beschlagnahmt. Das Kind war nicht mehr zu retten. Der Zustand Auch der Kumpan verhaftet. Der erdichtete Raubüberfall. Wir berichteten gestern, daß der Raubüberfall auf einen Laufburschen in Briz sehr rasch als Schwindel festgestellt wurde. Jetzt ist auch der Komplice verhaftet. Der junge Konrad Mahlow behauptete bei seinem Geständ nis, daß er von einem Freunde, einem 20 Jahre alten Buchdrucker Helmut Stiller, verführt worden sei. Sein Freund habe darauf gedrängt, daß er Geld herbeischaffe. und die einzufajfierenden 750 M. wollte er mit Mahlow teilen. Tatsächlich war es Stiller, ein arbeits- und wohnungsloser junger Mensch, der den Botenjungen überfiet", um denn sofort mit der Beute zu verschwinden. Gestern nacht zeigte er sich in einem Lokal an der Ecke der Wichertstraße in Neukölln. Dort wurde er erfannt und fest= genommen. Er hatte sich in den letzten Tagen bei seiner Freundin verborgen gehalten. Zuvor aber hatte er das Mädchen und sich selbst in einem Kaufhaus in Neukölln nach ailen Erfordernissen der Mode von 1928 eingefleidet. Caher legte ein Geständnis ab und wird heute dem Interfuchungsrichter vorgeführt werden. Sicherlich wird das erkennende Gericht der lleberzeugung sein, daß er schwerer anzufassen ist, als der Arbeitsbursche, den er verführt hat. Auf dem Heimwege tödlich verunglückt. Geftern turz nach 16 Uhr ereignete sich vor dem Haufe Haupt traße 7 in Lichtenberg ein tödlicher Verkehrs= unfall. Dort geriet der 22jährige Arbeiter Emil Beiz aus der Berliner Straße 45, der sich auf seinem Fahrrade auf dem Heimwege befand, unter die Räder eines Lasttraft. wagens und erlitt so schmere innere Berlegungen, daß er menige Minuten später st arb. Die Schuldfrage fonnte noch nicht geflärt werden. Die Leiche wurde nach der Friedhofshalle in der Bornißstraße gebracht. Das neue Ermittlungsverfahren erstreckt sich auf nicht zuweniger als acht meitere Personen, die gunsten der Frau Ohlerich Meineide geleistet haben. Diese sämtlichen Meineidsantlagen, bei denen Frau Ohlerich als Anstifterin in Frage tommt, hat die Staatsanwaltschaft zu einem Berfahren vereinigt, das demnächst vor dem Schwurgericht I zur Berhandlung gelangen wird, Von den unter Meineidsanflage gestellten acht Personen haben mehrere zwei bis drei Mein eide geleistet. Frau Ohlerich, die gegenwärtig die gegen fie von den Schwurgerichten I und III verhängte Gesamtzuchthausstrafe von 4% Jahren wegen Anstiftung verbüßt, ist angefagt, alle diese Personen zu rund 15 Meineiden angeftiftet zu haben. Neben diesen Anstiftungen zum Meineid schwebt bei demselben Sonderdezernat noch ein Berfahren gegen Frau Ohlerich wegen geradezu gewerbsmäßiger Herstellung falscher eidesstattlicher Versicherungen. An diesem Zweig der Meineidsfabrit find zum Teil dieselben Personen, die unter Meineidsantiage stehen, beteiligt. Außerdem aber werden noch weitere zehn Personen verfolgt. Alle haben im Laufe der zahlreichen Zivilprozesse, die Frau Dhlerich mit ihrem Ehemanne führte, und bei denen es sich um eine Nähmaschine und einige andere kleinere Möbelstücke handelte, auf zureden der Frau Ohlerich die von dieser niedergeschriebenen eidesstattlichen Versicherung unterschrieben. Nach dem bisherigen Stande des Ermittlungsverfahrens ist bereits aufgedeckt, daß nicht weniger als 80 falsche eides statt liche Versicherungen abgegeben worden sind. Es bestehen gegenwärtig Erwägungen, die sämtlichen Antlagen gegen Frau Ohlerich in einem Prozeßverfahren vor dem Schwurgericht zur ErFreidenfer- Jugendweihe in der Boltsbühne, Theater am Bülowgeistigen Bewegung sind eingeladen. Freidenker- Jugendweihe für Fredersdorf, Hoppegarten, Petershagen usw. in Petershagen 3um alten Dessauer" Sonntag, den 1. April, 10% Uhr. Englisch für Freunde internationaler Kleinarbeit. Genoffinnen und Genossen, freigewerkschaftlich Organisierte und Sympathisterende, die mit Gesinnungsfreunden in englisch sprechenden Ländern eine Freundschaftskorrespondenz führen wollen, um sich dann auch eventuell später zu besuchen und als Gast beim Freunde wohnen, tönnen jetzt in Sprachkurse der Mittel und Oberstufe eintreten, die im Zentrum der Stadt abgehalten werden. Die Birfel tagen von 17% bis 19% Uhr, die Klaffen von 20 bis 22 Uhr. Für das Sommerhalbjahr soll auf Wunsch eventuell ein neuer Anfängerfurfus eingerichtet werden. Unterrichtet wird nach der direkten Methode. Wandbilder unterstützen den Unterricht in hervorragender Weise. Deutsch wird soweit wie möglich vermieden. Nach 20 Abenden bereits beginnen die Teilnehmer frei zu sprechen. Englische und schottische Genossen arrangieren deutsche Sprachkurse als Folge der Tätigkeit der Vereinigung ,, Die Freunde der internationalen Kleinarbeit". Auch sie vertreten den Standpunkt, die Sprache ist die Seele des Volkes und dient als Mittel zur Bölkerverständigung. Anmeldungen sind umgehend einzureichen an den Leiter der Kurse, Genossen W. Floerte, S. 19, Kurstr. 32, Borderaufgang, langjähriger Lehrer städtischer Fortbildungsschulen in England und Echottland. Die Ordner der Proletarischen Feierstunde treffen sich morgen, Sonntag zur Jugendweihe im Großen Schauspielhaus 8 Uhr vor mittags, Bühneneingang Schiffbauerdamm. Der Reichsschuhverband der Schwerhörigen hält vom 7. bis 9. April 1928 ( Dftern) seinen Verbandstag in Berlin ab. Die Hauptversammlung findet am Sonntag, bormittags 10 Uhr, im Blenarsaal des vorläufigen ReichsDie mit der Verbandswirtschaftstats, Berlin W., Bellevueftr. 15, statt. tagung berbundene örmittel- Ausstellung( Eintritt frei), die bereits am Dftersonnabend, vormittags 10 Uhr, in den Germania- Bracht fälen, Berlin N. Chausseestr. 110, eröffnet wird, und der Feſtabend, der am Ditersonntag ab 6 Uhr ebenfalls in den Germania Sälen stattfindet, find den Schwerhörigen und ihren Angehörigen zum Besuch dringend empfohlen. Eine Sänger- Morgenfeier, die dem Voltslied gewidmet ist, veranstalten die im 15. und 16. Berwaltungsbezirf bestehenden Gesangschöre des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes, die als 12. Bezirk, Gau Berlin, zusammengefaßt find, am Sonntag, dem 1. April, vorm. 10 Uhr, im styffhäuser, Niederschöneweide, Berliner Str. 91. Massenchöre und Einzelhöre von Männern, Frauen und Kindern kommen zum Vortrag. Freunde des Gesanges find herzlich willkommen. Funkwinket. Mundwasser? Die Weltentwicklung verläuft in Kurven. Jede Kulturwelle, die auf einem Höhepunkt angelangt ist, steht auch bereits an einer Wende, am Anfang eines neuen, entgegengeseßten Weges. So nur find die verschiedenen fünstlerischen und menschlich- tulturellen Epochen zu verstehen. Paul Friedrich betonte in seinem Vortrag, daß auch die neue Sachlichkeit" so ein Extrem des feelisch verworrenen, des gefühlsmäßig übertonten Zeitabschnittes zwischen 1910 und 1920 begriffen werden muß. Sie ist der Ausdruck eines neuen, flaren Daseinsgefühls. Aber schon ist auch diese Epoche im Begriff, sich zu übersteigern, indem sie aus Sachlichkeit Nüchternheit macht. Wenn man aber dem Vortragenden in bezug auf Kunst und Weltanschau ung vollkommen zustimmen fonnte, so traf er bei der Betrachtung der Architektur der neuen Sachlichkeit doch wohl nicht das wesent lichste. Die gleichförmigen, nur farblich belebten Massenwohnhäuser haben, ja teine fünstlerisch wertvollen Bauformen verdrängt. Sie geben vielmehr dem Straßenbild an Stelle von qualender Unruhe Eine Hundertjahrfeier. Die 13. Boltsschule in der Elisabethund Stillosigkeit den Eindrud einer flaren besänftigenden Gefchloffen straße, die älteste Boltsschule Berlins, fonnte in diesen Tagen auf ein hundertjähriges. Beste ben zurückblicken. Aus diefem Anlaß fand in der Aula der Schule eine eier statt, an der die Bertreter der Staatlichen und städtischen Behörden, bes Brovinzial Schulfollegiums, der Lehrertammer, die Beiter benachbarter unb befreundeter Schulen, sowie auch verschiedene alte und älteste Schüler und Schülerinnen teilnahmen, heit, der gerade in unserer überhafteten Zeit höchst erfreulich wirft. In der Novellenstunde las Richard Hülfenbed eine Novelle Tausend Mart". Lückenlos ist hier die Analyfe feelischer Empfin bungen durchgeführt. Die Gestaltung des Stofflichen litt allerdings darunter. Die Handlung ist so völlig zum schattenhaften Rebenher gestaltet, daß man thr trog einiger spannender Momente tein jonderliches Interesse abgewinnen fonnte, tes Fa eins kennt man wohl, das Beste! Und das ist: Odol! PREISAUSSCHREIBEN! Die Namen von 21 in der obigen Silhouette de$ Berliner Bären gezeigten Berliner SehenswQrdigkelten enthalten je 2-4 nebeneinanderliegende Buchstaben, die in richtiger Reihen» folge aneinandergereiht den obigen Satz ergeben. Unseren Kall ff- Packungen liegen die für die Lösung erforderlichen 21 Bilder bei, auf denen in der Bezeichnung die wichtigen Buchstaben im Druck hervorgehoben sind. Es sind also diese 21 Bilder aus den Kalif-Packungen oder äus dem Inserat in richtiger Reihenfolge auf einem Papierbogen anelnandergeklebt an die Zigarettenfabrik Garbäty, Berlin-Pankow, mit der Aufschrift Kalif- PraisaUMChraiben einzusenden. Unter die Einsender der richtigen Lösung werden durch BOtarlella Auslosung folgende Praisa verteilt: 1. Preis Mk.1000.- in bar 2. Preis 3. Preis 4. Preis Mk. 500.- in Mk. 300.- in Mk. 100.- in v' p«i8>?:::::::: m 6. Preis Mk. 25— in 7. Preis:V.V. �.'f. Mk. 25— in 100 Trostpreise zu je 100 Stück Kalif-Zigaretten 500»„ u 1 unserer Bilder-Sammei-Afben bar bar bar bar bar bar „Deutsche Heimat" mit 25 Bildern. Letzter Eineendungstermln Ist der 31. Mai 1S2S. Die Veröffentlichung des Ergebnisse« erfolgt am 10. Juni 1928 an der gleichen Stelle. Zigarettenfabrik Garbäty. Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., 31. 3.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 712 Uhr Don Sonnab.; 31.3.28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Tura.III. Anf. 71/2 Giovanni Rigoletto Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Prinz Louis Ferdinand Charlottenburg 8 Uhr Das Duell am Lido Volksbühne Theater am Bülowplatz| Tb. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 8 Uhr Die rote Der ZigarettenRobe Sportliche Gipfelleistungen von 25 Nationen Atemberaubende Sensationen bei der Rekordjagd im Schneeparadies des Engadin SportGroßfilm der olympischen Spiele von St. Moritz Das weiße Stadion Sonnabend Wochentage 7915 und Sonntag 915 Populäre Preise/ Jugendliche haben Zutritt Ufa- Pavillon am Nollendorfplatz Vorverkauf ab 12 Uhr unanterbrochen im Ufa- Pavillon( Tel. Nolldt. 8376 s. Lützw. 3453) und bel A. Wertheim Grosses Schauspielhaus kasten Anfang 8 Uhr Komische 8 Uhr Oper 8 Uhr Berlins größte Sensation ist Berlins einzige Revue James Klein's Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Sonntag 2 Vorstellungen, nachmittags 312 Uhr bedeut. ermäß. Preise Vorverkau ab 10 Uhr ununterbrochen. 8 SCALA Nollendor 7360 Enrico Rastelli und weitere internationale Varieté- Attraktionen. Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr 30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Seit Ende 11 Uhr REGIE: CHARELL DOMPADOUR MASSARY CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Nur noch wenige Aufführungen Doktor Klaus. Deutsches Theater Renaissance- Theater Norden 12 310 Steinplatz 901. Abonnementsbüro: 8.10 Uhr Coeur Bube. Norden 10 338-39, 81 Uhr, Ende 10 U Zwölftausend Morgen nachm. 4 U.: Zinsen Kammerspiele Norden 12310 81, U., Ende nach 10 Zum 75. Male Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Ausschneiden: Gutschein 1-4 Pers. Die Komödie Fauteuil nur 1.10 M., Sessel 1,60 M. Winterarten Letzter Tag: Otto Reutter Sonntag, 1. April 2 Vorstellungen 2 Uhr mit dem Abends 8 32 neuen AprilPreise Spielpl. Uhr Erm. 2 ATTRAKTIONEN 12 Reichshallen- Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. Dönhoff- Brett'l Bismarck 2414/7516 8 U., Ende 10% U. Marcel Fradelin ( Der Eunuch) Berliner Theater Direktion Kuhnert Charlottenstr.90/ 91, Dönb.170 8 Uhr Die Bollé Sisters" CIRCUS BUSCH Me 3 Uhr halbe Preise! Sonntag auch nachm, ungekürzt Die Hosen Herrn des Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands. In der Nacht vom Donnerstag, dem 29., zu Freitag, dem 30. März, verschied nach langen, sehr schweren Leiden im Alter von 56 Jahren der Vorstandssekretär unseres Verbandes, der Kollege Louis Kaulfuß In dem Verstorbenen verliert unsere Organisation einen zuverlässigen, tüchtigen und fleißigen Mitarbeiter, der jederzeit und ehrlich für seine Organisation und darüber hinaus für die gesamte Arbeiterbewegung sein Bestes gegeben hat. Sein Tod reißt eine Lücke, die wir nur schwer ausfüllen können, sein Andenken wird in der Arbeiterbewegung fortleben. Der Vorstand. ndet am Die Einäscherung findet am Montag, dem 2. April, abends 6. Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. v. Bredow Residenz- Theater Vorher: ,, Osterhäschens Einkehr" Circusprogr., Ponyreiten usw. 7% U: Circus At raktionen 9 U.: Wasserschauspiel Die Hosen des V. Bredow Herrn Piscatorbühne Kleines Theater Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Anf.8, Ende geg. 11 Bis 10. April verlängert Die Abenteuer des braven Soldaten Schwefk mit Max Pallenberg sc. Erwin Piscator Ein Berliner Volks- Montag, den 2. April, 8 Uhr: 75. Vorstellung stück von Friedmann- Frederich. Max Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Th.i. Admiralspalast Dir. Herm. Haller Täglich 8 Uhr: ArthurHammerstein Gastspiel RoseGlänzendes Varlotó- Programm Marie Tanz! Anfang 8 Uhr, Stgs. 52 Gastspiel im Lessing- Theater Norden 12798 Täglich 8 Uhr Täglich 8 Uhr: Erika Glässner in Lissy die Kokotte Für Jugendliche nicht geeignet Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr Im weißen Röß' Lustspiel in 3 Akten Tägl. 8 Uhr: Kokottchen 4 Einakter mit Gustav Heppner Für Jugendl. nicht geeignet. Für Funkfreunde halbe Preise Sonntag 3½ Uhr zu halben Preisen Schule der Liebe Jarnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 8 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr. v. Blumenthal a. Kadelburg Broadway Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt Hoppla, wir leben! Mk. nur 60 Pl. Thalia- Theater von Ernst Toller Insc. Erwin Piscator Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 8 Uhr: Die goldne Meisterin Mittw. Premiere: Schwarz- Weiß 1 Sonntag nchm. 4 U. Dresdner Str. 72/73 Rotkäppchen Parkett v. 30 Pi. an. Theater des Westens Täglich 8 Uhr Zigeunerbaron Täglich 8 Uhr: Das Kamel geht durch das Nadelöhr Allen lieben Freunden, Bekannten und Verwandten die betrübende Nachricht, daß am 29. März 1928, nachts 1, 12 Uhr, mein herzensguter, treusorgender Mann der Gewerkschaftssekretär Ludwig Kaulfuß im Alter von 55 Jahren von seinem in großer Geduld ertragenen schweren Leiden erlöst wurde. In tiefstem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen Frau Luise Kaulfuß Berlin- Friedenau, Rheingaustraße 3. Einäscherung: Montag, den 2. April, abends 6 Uhr, im Wilmersdorfer Krematorium. Metropol- Th. Theater i. d. Lutzowstr. Rose- Theater Lustspielhaus Zentrum 128 24 8 Uhr: Der Graf von Planetarium am Zoo Luxemburg Verläng. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 Hechy, Matzuer, Hefen, Hell, Hoffman Bennet Tel. Kurf. 9209-10. Gr. Frankf. Str. 132 Täglich 8 Uhr 4 Uhr: Sonntg. z. 25. Male Max u. Moritz 8 Uhr contra Der Flieger Aschenbrödel Lichtenstein, Koby- 16, 18, 19, 21 Uhr Ralph Artur Roberts, Kite Stg. 12 Uhr: Matinee lansky, Muth, Lord- Sternhimmel und mann, Richter, Brandt Kalender Eintritt 1 M. Guido Thielscher 81 Uhr: Unter Geschäftsaufsicht Sonntag Pre Uhr Sonntag nachm. 4U. Berliner k- Trio kleine Preise Kinder ant. 15 Jahren 0.50 Gräfin Maritza Osterprinzeichen Neukölln. Baderu. 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So gut alle Kundigen wissen, daß die Gewinn- und Verlust. rechnungen und die Bilanzen der Aktiengesellschaften nicht mehr als schwache Andeutungen für die Erkenntnis des wirklichen Geschäftsverlaufs und der wirklichen Gewinne der Großunternehmun gen sind, so oft wird immer noch versucht, mit den falschen Gewinnzahlen aus den veröffentlichten Abschlüssen und mit den willkürlich bemessenen Dividenden einen Beweis zu führen für die Höhe der Geringfügigkeit des Unternehmergewinns gegenüber den verausgabten Lohnfummen. Um diesem Schwindel ein Ende zu machen, um an Stelle der gewohnheitsmäßigen Veröffentlichung eines Gebäudes von falschen Zahlen eine wirkliche Durchleuchtung der Wirtschaft und ihrer Rentabilität in den Attienunternehmungen zu erzielen, fordert die Sozialdemokratie bei der kommenden Reform des Attienrechts nichts dringlicher, als eine wirklich wirksame Ausgeftaltung der Publizitätsverpflich tungen unter Einschaltung von Sicherungsvorschriften gegen den gewohnheitsmäßigen Schwindel, wie er heute an der Tagesord nung ist. Die Urteile der Sachverständigen. " 3ur Unterstüßung dieser Forderung hat es immerhin eine gewisse Bedeutung, daß in den Materialien, die von der Wirtschaftsenquete fürzlich über die Wandlungen in den Rechtsformen der Einzelunternehmungen und Kon3erne" veröffentlicht worden sind, noch einmal mit dem Stempel des Offiziellen und erhärtet durch Aussagen der unmittelbar Beteiligten der lächerliche Charakter ber herrschenden Publizität der Aktiengesellschaften festgestellt worden ist. Wir wollen einige Belege für diese Feststellung aus dem veröffentlichten Material hier festhalten. Bon den Gutachten, die der Ausschuß eingefordert hat, beschäftigte sich mit der Publizitätsfrage im besonderen das des Finanzschriftstellers Bruno Buchwald, das in bezug auf den gegenwärtigen Zustand in dem folgenden Satz gipfelt: Man tann ohne Uebertreibung sagen, daß es besser wäre, die Aktiengesellschaften von der Pflicht der Bilanzveröffentlicyang überhaupt zu befreien, als es zuzulassen, daß von fast allen Unternehmungen falsche oder mindestens zur Be urteilung des Unternehmens Döllig unzureichende Bie lanzen veröffentlicht werden." Ueber die Art, wie in den Bilanzen Gewinne zum Berschwinden gebracht werden, wie man aus Gewinnen vor der Deffentlichkeit Schulden werden läßt, enthält das Buchwaldsche der Deffentlichkeit Schulden werden läßt, enthält das Buchwaldsche Gutachten u. a. folgende charakteristische Darstellung: " Der schlimmste Mißstand ist, daß bei sehr vielen vielleicht ,, Nein, da alle Firmen ihre Gewinne in einer Summe angeben und man gar nicht wissen fann, woraus sich der Gewinn zusammensetzt und natürlich die Interna erst recht nicht fennt, nämlich was für Abschreibungen erfolgt sind, was für Rückstellungen in der Inventur sind usw. Ich weiß zwar, die Firmen haben einen Gewinn von so und soviel Millionen, wie er sich zusammensetzt, wie er in Wirklichkeit ist, weiß ich nicht. Vor dem Kriege, wo die Geschäfte sehr gut gingen, hat man am Ende des Jahres gesagt: Wir wünschen eine Dividende von so und soviel zu verteilen; da wir aber das Mehrfache verdient haben, müssen wir den übrigen Gewinn zu internen Rückstel lungen verwenden." Wir glauben, daß die Rückkehr zu dieser Borfriegsfitte eine recht weite Verbreitung unter den deutschen Aktiengesellschaften gefunden hat! Aus der Vernehmung von Geheimrat Deutsch ging ferner noch die interessante Tatsache hervor, daß bei einem großen Konzernunter. nehmen, wie der AEG., die Gepflogenheit bestehe, Waren, die einer Filiale auf Lager geliefert werden, in der Bilanz bereits als Forderungen und nicht mehr als Warenvorräte aufzuführen. Also nicht einmal die Posten des Warenbestandes und der Außenstände tür in der Bilanzaufstellung entzogen. in der Vermögensaufstellung sind einigermaßen flar und der Will Dr. von Siemens bestätigte in der Bernehmung die befannte Tatsache, daß der Siemens- Konzern, wie viele große deutsche. Unternehmungen, aus den Betriebseinnahmen ausgebaut, vergrößert und verwaltet worden sei. Er anerkennt theo. retisch", daß eine große Publizität unzweifelhaft richtiger und ehrlicher wäre: „ Ich sage Ihnen ganz offen, daß es einem persönlich mitunter unangenehm ist, sich hinzusehen und überlegen zu müssen, wie man verschleiert. Aber trotzdem glaubt Herr von Siemens nicht, daß in der heutigen Zeit der Uebergang zu einer ehrlichen Publizität möglich wäre". Es ist unnötig, die Zitate zu vermehren. Niemand bestreitet, daß die Publizität der Aktiengesellschaften heute ein großer Schwindel ist, aber man betont, daß dieser Schwindel gleichsam durch Berallgemeinerung rechtmäßig geworden sei. Wenn den einzelnen Sachverständigen die Frage vor= gelegt wurde, welcher wirkliche Schaden denn nun den Unternehmungen aus richtigen Veröffentlichungen über Geschäftsumfang, Bilanzen und Gewinne praktisch erwachsen könne oder bei gelegent licher Bekanntgabe richtiger Zahlen erwachsen sei, so lauten die Antworten jedesmal ganz ausweichend und ins allgemeine gehend. Die den meister Gesellschaften Reserven, die aus dem Jahres- Konkurrenz würde aus einem verstärkten Einblick Borteile ziehen gewinn vor dessen Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung und dergleichen. Eine genaue Angabe über einen infolge einer zurückgehalten werden, nicht offen angegeben, sondern unter Den kreditoren( Gläubigern) verſtedt werden. Es wird Bublizität wirklich eingetretenen Schaden wurde von keinem Sach dann unter irgendeinem Namen, z. B. Werterhaltungskonto", perſtändigen gemacht. Dabei wäre ein Schaden, der einer Gesell Rüdstellung für zufünftige Prozeßtosten"," Rückstellung für Be- schaft gegenüber der Konkurrenz erwächst, natürlich noch kein triebsverbesserung" usw. in den Büchern ein Konto eingerichtet; Beweis für einen volts wirtschaftlichen Schaden. der Saldo wird aber in der gedruckten Jahresbilanz nicht ausgewiesen, sondern den Kreditoren zugezählt. Es sei z. B. auf den Bericht der Revisionskommission des Eschweiler Bergwerfsvereins nom 28. März 1925 verwiesen, in dem festgestellt wurde, daß in der Bilanz der Gesellschaft per 30. Juni 1924 unter den mit 14,82 Millionen Mark angegebenen Kreditoren nicht weniger als 4,87 Millionen Mart enthalten waren, die unzweifelhaft als Rückstellungen anzusehen waren." Ohne Zweifel sind aber die meisten Gründe, die gegen die Publizität heute angeführt werden, nur Vorwände. In Wirklichkeit handelt es sich vor allem darum, vor den Augen des Steuerfistus und vor den Augen der Arbeiter und Angestellten die wirkliche Höhe der erzielten Ge. winne zu verbergen. Was die Enquetevernehmungen auf diesem Gebiete gebracht haben, sind keine Enthüllungen. Es ist aber Aber nicht nur der Finanzkritiker stellt in diesem Gutachten die die offizielle Bestätigung der unmittelbar Beteiligten, daß die Bubli zität im Aftiewesen in der heutigen Form zur völligen Farce geworden ist. Diese Tatsachenfeststellung, auch im Rahmen der En quete, muß dem Gesetzgeber als Material dienen, um die Bestimmungen des Aktienrechts fünftig so auszubauen, daß eine wirtbaß der Schwindel, der heute zum guten Ton der führenden Kreise liche Durchleuchtung der Attienwirtschaft gesichert wird und unserer Wirtschaft gehört, durch Strafbestimmungen ernsthaft betämpft wird. Schwindelhaftigkeit der Bilanzen fest, sondern auch die vernommenen Großunternehmer geben rückhaltlos zu, daß man aus den veröffentlichten Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen nichts ersehen fam. So sagt z. B. der Direktor der Deutschen Bank Dr. Schlitter: „ Ich glaube nicht, daß unsere Bilanzen, die nur in großen Umrissen einen summarischen Ueberblick geben können, den außen Stehenden Aktionären über den Vermögensstand und auch über die Rentabilität ein näheres Bild vermitteln." Oder der Rechtsberater zahlreicher großer Unternehmungen, Justizrat Dr. Pinner, bemerft: Es wird allgemein die Ansicht vertreten, daß die Bilanzen heute selbst dem Kenner feinen Einblick in die Vermögenslage der Gesellschaften geben." Rechtsanwalt Dr. Ernst Wolff formuliert sein Urteil über den Bilanzwert wie folgt: „ Man kann selbstverständlich aus der Bilanz sehen, ob das Unternehmen floriert oder bankrott ist, aber von diesen ganz groben Fragen abgesehen, dürften nach meinen Beobachtungen Bilanzen und Gewi.in- und Verlustrechnungen in irgendwelche Detailfragen feinen Einblick gewähren." Generaldirektor Dr. Deutsch und Herr von Siemens. Dem Direktor der AEG., Geheimrat Deutsch, wurde die Frage vorgelegt, ob die Bilanzen wenigstens in der Regel so seien, daß der Fachmann irgend etwas Wesentliches aus ihnen erfehen tönne, worauf er die folgende Antwort erteilte: Saarstreit und Ferngas. Erflärungen des preußischen Handelsministers. Der preußische Handelsminister Dr. Schreiber hat vorgestern bie Vertreter der Presse bei sich empfangen und der Deffentlichkeit ein Bild der Arbeit des preußischen Handelsministeriums in den letzten Jahren zu geben versucht. Bei dieser Gelegenheit wurden zur Frage des Saar- Elektro- Streits und zur Frage des Gasmonopols Erflärungen abgegeben, die sich festzuhalten verlohnt. Zur Saarfrage sagte der Minister, daß Preußen nichts verfäumen dürfe, um eine erfolgreiche Eingliederung des Saargebietes in die deutsche Gesamtwirtschaft für den Augenblick sicher zustellen, wo das Saargebiet von der Völkerbundkontrolle befreit sein würde. Wichtiger als die Schuldfrage angesichts der außerordentlich bedauerlichen Erregung des Saargebietes über den SaarElektro- Streit sei eine zufriedenstellende Lösung des Konfliktes. Das Rheinisch- Westfälische Elektrizitätswert habe nach der Berichterstattung der Herren Hermes und Horion die Notwendigkeit anSonnabend, 31. März 1928 erkannt, die wirtschaftliche Einheit des Saargebietes zu erhalten und zu fördern und sei bereit, das Gaargebiet auch im Bereich der Weiherzentrale zu verlassen. Den Ausführungen des Ministers war zu entnehmen, daß auch nach seiner Meinung es falsch war, daß von der Ruhr aus in das Saargebiet eingedrungen worden sei, in ein Gebiet, das äußerst pfleglich behandelt werden müsse. Die Tatsache der Berunruhigung durch das RWE. sei nicht zu bestreiten. die Die Befürchtungen, daß der Ferngasplan der Ruhr8echen ein Privatmonopol zur Folge haben werde, teilt der Minister nicht. Diese überflüssig optimistische Auffassung wir werden in den nächsten Tagen Gelegenheit haben, sogar die Gefährlichkeit dieses Optimismus nachzuweisen gilt zum mindesten schon angesichts der Tatsache heute nicht, daß es auch örtliche Monopole gibt, wo die Behinderung der Konkurrenz die monopolistische Wirkung sicherstellt. Bei seiner Ansicht geht der Minister davon aus, daß es neben der Zechen- auch mächtige regionale Gruppenversorgungen geben wird, wobei er auf Entwicklung in Thüringen und in der Frankfurter Gegend hinwies. mit erfreulicher Deutlichkeit unterstrich er aber, daß jetzt schon bei allen Vertragsabschlüssen monopolistischen Tendenzen der Boden entzogen werden müsse. Soweit der technische Fortschritt Preisermäßigungen beim Ferngasbezug erlaubt, müssen Schieds. gerichte für diese Preisermäßigungen forgen. Die Provinzen dürfen in keinem Falle einseitig und ausschließlich Wegeberechti gungen vergeben. Auch die Ausschließlichkeit der Belieferung muß grundsäßlich ausgeschlossen sein, so daß die vertragschließenden Gemeinden oder Provinzen jederzeit die Möglichkeit haben, Konturrenzangebote für zusätzliche Lieferungen zu berücksichtigen. Die Verträge müssen zeitlich nach Möglichkeit auf den gleichen Termin abgestellt, und ebenfalls muß das Heimfallsrecht, sei es an die Gasfäufer, sei es an Staat und Reich, gesichert werden, Wir halten diese Stellungnahme feineswegs für ausreichend, um den Gefahren des Privatmonopols wirksam zu begegnen. Immerhin aber find diese Festlegungen des Handelsministeriums gegenüber der bisherigen unflaren Politik begrüßenswert. Ein englisches Kohlenausfuhrkartell. Gegen den Schleuderexport. Bechenunternehmer und Exporteure der mittelenglischen Kohlenindustrie haben einen Vertrag geschlossen, der für den Export der mittelenglischen Rohle die Errichtung eines Syndikats nach deutschem Muster bedeutet. Der 3 wed des Bertrages ist die Verhinderung des Schleuderexports und die Einhaltung der vom Kartell festgesetzten Exportpreise. Außerdem sollen die Zwischenhändler ausgeschaltet werden, die zwischen den Zechen und den Exporteuren stehen. Die Exporteure erhalten von den zusammengeschlossenen Zechen als Ausfuhrprämie einen Rabatt. der ähnlich geförderten Kohle erhoben wird. Den Zechen wird aber das Recht wie im Deutschen Kohlensyndikat, als Umlage pro Tonne der Dorbehalten, auch selbst zu verkaufen. Ueber die Absichten des Bolen alles weniger als eine Verschärfung des Konkurrenzfrieges Synditats wird erflärt, daß man gegenüber Deutschland und wünsche. Die Schaffung der englischen Synditatsorganisation habe vielmehr zur Folge, daß man als Gleichberechtigter mit der deutschen und der polnischen Organisation über gemeinsame Vereinbarungen perhandeln könne. Die Tschechei fauft die Bulfanwerft nicht. Die offiziöse Prager Presse" teilt mit, daß in der tschechoslowa. fifchen Regierung von Anfaufsverhandlungen über die Stettiner Bulkanwerft für die Tschechoslowatet nichts betannt sei. Die Berhandlungen mit Deutschland über die durch den Friedensvertrag der Tschechoslowakei zugestandenen Freihafengebiete hätten ergeben, daß von der Erwerbung eines solchen Gebietes in Stettin gänzlich abgesehen worden sei. Wir haben gestern mitgeteilt, daß die Leitung der Stettiner Bulkanwerft die Verhandlungen mit der Tschechoslowakei nicht beftritten habe. Die Frage wird also noch zu klären sein. Auf der endgültig beschlossen sein, weil die„ Dejchimag" mit den Hamburger anderen Seite soll die Stillegung dieser größten ostdeutschen Werft Bultananlagen für ihren Bedarf glaubt auskommen zu können. Somit bleibt die Frage offen, was mit der immerhin noch recht beträchtlichen Belegschaft geschehen wird. Deren Schicksal werden die zuständigen Behörden vor der Stiflegung zu sichern haben. Schlechter Baumarkt und fehlende Reichsbahnaufträge drosseln die Beschäftigung. Mit dieser Begründung sollen auf der Dort munder Union, einer Abteilung des Ruhrmontantrusts, Produktionseinschränkungen durch Stillegung eines der drei Hochöfen erforderlich geworden sein. Auch bei der Edelstahlwerte A.-G. in Bochum soll eine Balzstraße stillgelegt werden, wodurch insgesamt 1500 bis 2000 Arbeiter und Angestellte zur Entlaffung tommen sollen. Aus dem Ludwig- Löwe- Konzern. Die Ver. Isolatoren werte A.-G. Berlin- Pankom, ein Konzernwerk der Ludwig Loewe 2.-G. in Moabit, schließt das Jahr 1927 mit einem fleinen Reingewinn von 22 266 M. ab, während im Vorjahr ein Ber Iuft von fast einer halben Million ausgewiesen wurde. So scheint die im letzten Jahre durchgeführte Sanierung und die Umstellung auf moderne Produktionsweise Erfolg gehabt zu haben. Die Er höhung des Umsatzes machte sich besonders im zweiten Halbjahr bemerkbar. Osterfest- Sonnenschein Ein Paar neue SALAMANDER MARK LAMANDE Lebhafte Bewegung auf Metallmärften. Die Kartellpläne der Zinferzeuger. Das Metallgeschäft, das bis zu Anfang des Monats ziemlich Kommunisten gegen Amnestie! ruhig war, hat sich im Laufe des März gebeſſert und die Metal preiſe tommten fich sowohl bei Zink als auch bei Kupfer, Blei und Ablehnung des deutschnationalen Antrags.- Die Schlußßigung des Landtags. = Zinn befestigen. Besonders start wird zurzeit in den Bereinig ten Staaten gefaujt, mo man gerade in den letzten drei Monaten des alten Jahres und im Januar noch einen großen Rüdgang ber llmfäße beobachtete. Schon im Februar waren besonders die Kupferverkäufe lebhafter und die Industrie nahm dort etwa 20 Proz. mehr Rupfer auf als im Januar. In Deutschland selbst ist es erst in der zweiten Hälfte des März beffer geworden, da in den ersten Wochen des laufenden Monats infolge der schwebenden Differenzen mit der Arbeiterschaft die Metallindustrie in allen Zweigen nur wenig Metalle faufte. Nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der Metallpreise während der letzten Wochen: 100 Kilo Lofteten am Blei. Zint. Zinn Elektrolyttupfer. • 1. März 1928 38,50 40,25 41,00 49,50 51,00 50,75 472,00 466,00 12. März 23. März 26. März 1928 1928 1928 41,00 m. 51,00 486,00 489,00 " " 135,00 134,75 134,75 134,75 " 1 Der Landtag hat gestern seine Arbeiten beendet und seine| unschädliche Resolution gegen die Warenhäuser fand gegen sie AnAuflösung beschlossen, die auf den 19. Mai, den Tag vor der nahme, da in diesem Falle mit den Rechtsparteien die Mittelständier Neuwahl, datiert ist. aus dem Zentrum stimmten. Wie immer am letzten Tag der Legislaturperiode wurden die Die größte Sensation der Etatberatung war indessen beim noch ausstehenden Arbeiten in sehr schnellem Tempo erledigt Ein Justizetat die Abstimmung über den deutschnationalen AmaeffieDutzend kleinerer Vorlagen über Kultivierungsarbeiten, Wasser- antrag, der Straferlag für alle politischen Gefangenen einschließbauten, Hafenbauten usw., eine Novelle zum Bolksschulunterhaltungslich der Fam: mörder und sofortige Haftentlassung fordert. gesetz und eine Unzahl Ausschußberichte über die verschiedenartigsten Für diesen Antrag stimmten nur die deutschnationalen Antragsteller, Gegenstände wurden ohne Debatte um Ramsch erledigt. dagegen das ganze übrige Haus und auch die Kommuniffen! Die Rommuristen nahmen also im Preußischen Landtag genou die Stellung ein, wegen deren sie im Reichstag über den Abgeordneten 2andsberg und die sozialdemokratische Reichstags gsfrattion mit Fäusten und Spudnäpfen hergefallen sind! Dann nahm der Landtag den Bericht des Untersuchungsausschusses über die Fememorde entgegen, den Genosse Kutt ner erstattete. Er wies die fommunistischen Angriffe auf die Arbeitsmethode des Ausschusses zurück und teilte mit, daß als Ergebnis der Untersuchung hauptsächlich eine schwere Belastung der Deutschvöltischen Freiheitspartei herausgekommen märe. Man erwartete nach diesem Referat heftige Reden der Völkischen und Kommunisten; aber auch dieser Bericht wurde ohne Debatte genehmigt. Der völkische Abgeordnete Körner und der Kommunist Obuch, die von ihren Parteien als Redner ausersehen waren, hatten nämlich die Debatte verschlafen. Kurz nach der Abstimmung erschienen sie mit hochroten Köpfen, von ihren Freunden Aber da war es schon zu spät. Und so sehr unwillig begrüßt. Der Gesamtetat wurde in gewöhnlicher Abstimmung von jämt= lichen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten angeno.nmen. Besonders start fällt die Aufmärtsbewegung der 3 innpreise ins Auge, was man als Folge nicht nur größerer amerikanischer, sondern auch englischer Käufe ansehen kann. England hat über: haupt im Februar infolge der guten Beschäftigung seiner Industrie mehr getauft als in den Vormonaten. Im Februar betrug die Zinkeinfuhr über 12 000 Tonnen und die Bleieinfuhr fat mußten sie sich damit begnügen, sich nach der Sitzung in der Wandel- Preußenfasse wurden durchgesetzt. Knirschend stimmten auch 24 500 Tonnen. Im Januar sind nur etwa 8900 Tonnen 3ink und 18 500 Tonnen Blei eingeführt worden. Neben dem wachsenden Geschäft ist eine fortschreitende Kar= tellbewegung in der gesamten internationalen Metallrohstoffmirtschaft festzustellen; der Zusammenschlußgedante wird nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika start gefördert. In Brüffel hat vor einigen Wochen eine Besprechung zwischen belgischen und polnischen Zinterzeugern wegen der bevorstehenden Verhandlungen über die Bildung eines europäischen oder internationalen Zintfartells stattgefunden. Man einigte sich bei dieser Besprechung bereits über die Vorschläge zu einer Stabilisierung des 3intpreises, und diese Stabilisierung soll bei einem Preis von ungefähr 53 M. für 100 kilo vorgenommen werden. Eine Ein= schränkung der europäischen Erzeugung soll dann durchgeführt merden, wenn die Vorräte einen Umfang von 25 000 Tonnen übertreffen. Der Bildung eines Kartells, besonders eines europäischen ohne die Amerikaner, stehen noch große Schwierigkeiten im Wege und man bemüht sich, besonders in Belgien, die Amerikaner für dieses Problem zu interessieren. In den Bereinigten Staaten ist man aber gezwungen, sich von allen solchen Plänen nach außen hin fernzuhalten, da die amerikanische Gesetzgebung die Bildung von Kartellen verbietet. Man nimmt aber an, daß durch die große Beteiligung des nordamerikanischen Industries und Finanzmannes Harriman auch der amerikanische Einfluß bei dem zu bildenden Bintfartell in Europa gesichert wird. Ein Kartell der nord. amerikanischen Zinferzeuger, das natürlich nur das Ausfuhr gefchäft beeinflußt, besteht schon seit einigen Monaten. Die dänische Wirtschaftskrise. Gozialdemokratie verlangt Enqueteausschuß mit besonderen Bollmachten. Abgeordneter Stauning hat im Namen der Sozialdemokra. tischen Bartei im dänischen Reichstag einen Fünfzehn- Männer- Aus. schuß gefordert, der die Möglichkeiten zur Beseitigung der Wirtschaftsfrise und der Arbeitslosigkeit durch staatliche Maß nahmen untersuchen soll. Außer einem Gutachten über die Möglichkeiten normaler Beschäftigung in der Industrie werden von dem Ausschuß Gesetzesvorschläge zur Milderung der Landwirt schaftskrisis, zur Hebung der industriellen Konkurrenzfähigkeit, zur Echaffung neuer Exportmärkte, zur Entwicklung der Fischerei usw. erwartet. Wenn die Mehrheit des Ausschusses es für nötig erachtet, foll der Reichstag zu einer Sondertagung einberufen werden. be. Zusammenarbeit zwischen Siemens und Rütgers. Die Aufsichts ratssigung der Rütgersgesellschaft hat zum ersten Male feit 1924 hie Berteilung einer sechsprozentigen Dividende fchloffen, gleichzeitig aber auch einen Vertrag mit der Siemens u. Halste A.-G. genehmigt, der die gemeinsame Herstellung Dont Sohleftiften und Elektroden versieht. Zu diesem Zmed werden die Plania- Werfe von Rütgers in Ratibor und die Siemensfabriken in Berlin- Lichtenberg und Meitingen in Bayern in einer neuen Attiengesellschaft zusammengeschlossen, von deren 18- Millionen- Kapital jede der beiden Gesellschaften zunächst 9 Millionen Mart übernehmen wird. Bermeidung von Doppelarbeit, wichtiger aber noch die Ausschaltung des Wettbewerbs, ist der 3wed der gemeinschaftlichen Gründung. Zur Frage der Kölner Ferngasversorgung wird berichtet, daß die Frankfurter Gasgesellschaft" der Stadt Köln ein neues Angebot gemacht hat: Gemeinschaftlich mit einer Zeche, die noch nicht genannt wird, soll die Kölner Gasversorgung erfolgen, wobei Köln im Augenblid feine Kapitallaften zu übernehmen hätte, später jedoch eine fapitalmäßige Beteiligung erwerben fann. Dieses neue Konkurrenzangebot gegenüber der A.-G. für Kohleverteilung dürfte wie das frühere die Errichtung einer Roferei bei Köln ins Auge gefaßt haben, wobei offenbar die Gelbstverbraucherrechte der beteiligten Zeche mit in Ansah gebracht werden fö: men. Preußenhilfe für schleswig- holsteinische Landwirte. Der Amtliche Preußische Bressedienst teilt mit: Die preußische Staatsregierung hat der Brovinz Schleswig- Holstein als einmalige Beihilfe einen Betrag von 300 000 Mart zur Verfügung gestellt. Die Beihilfe foll dazu dienen, den in Not geratenen Landwirten der Provinz die Aufbringung der Umlagen zum Bieh= feuchen entschädigungsfonds zu erleichtern. OSTER- ARTIKEL gefüllte fein dekorierte und PRÄSENT EIER in allen Größen u. Preislagen Creme- Eier. Gelee Eler. Likör Eier. halle gegenseitig ihr Mißgeschick zu flagen. Die strittigen Abstimmungen waren erst auf 2 Uhr nachmittags festgelegt, so daß nach der Erledigung dieser ersten Angelegenheiten eine zweistündige Pause gemacht werden mußte. In der Nach mittagsfißung wurden dann sämtliche Abstimmungen zur dritten Etatberatung vorgenommen. Durchgängig siegten die Regierungsparteien, nur eine übrigens sehr harmlose und Der Notetat verabschiedet. Schlußabstimmungen im Reichstag. Nach Annahme des Justizetats wandte sich der Reichstag gestern dem Verkehrsetat zu. Abg. Dr. Hilferding( Soz.) wies auf die Ueberraschung der Deffentlichkeit über die beabsichtigte Tariferhöhung der Reichsbahn hin. Eine Veranlassung zu der Erhöhung liege nicht vor. Sogar die parlamentarischen Mitglieder des Verwaltungsrats feien über rascht worden.( Hört, hört! links.) Die Reichsbahn sei Reichseigentum, nicht fremdes Eigentum. Ein solches Verhalten einer Reichsverwaltung sei nicht national.( Sehr wahr!) Abg. Geschte( Komm.) protestiert gleichfalls gegen die Erhöhung. Abg. Mollath( Wirtsch. Bag.) begründet folgende Entschließung: Der Reichstag erkennt eine Notwendigkeit für die Erhöhung der Eisenbahntarife zurzeit nicht an und ersucht die Reichsregierung, der geplanten Erhöhung der Eisenbahntarife die Zustimmung zu verfagen. Abg. Dietrich- Baden( Dem.) schließt sich dem Protest gegen die Erhöhung an. Abg. Erjing( 3.) erinnert daran, daß das Bentru schon bei den Anträgen zur Besoldungsreform warnend darauf hingewiesen habe, daß die Besoldungserhöhungen teinen 3med hätten, menn fie durch eine Verteuerung der allgemeinen Lebenshaltung ausgeglichen würden. Reichsverkehrsminister Dr. Koch: Ich fann erklären, daß ich den Beschluß des Verwaltungstais der Reichsbahn bedaure. Er hat schriftlich die Stellungnahme der Reichsregierung mitgeteilt bekommen. Die Finanzlage der Reichsbahn ist in diesem Jahre nicht schlechter, sondern besser geworden. Ich denke nicht daran, einer Tariferhöhung zuzustimmen. Die Beamtenbesoldung hat mit der Tariferhöhung gar nichts zu tun. Sie hat bei der Reichsbahn 50 Millionen mehr gefoftet als veranschlagt war, aber der Finanzbedarf von 350 Mil lionen war schon vorher vorhanden. Der Minister wendet sich dann gegen die Meldung eines Mittagsblattes, daß ähnliche Geheimfonds wie bei der Lohmann Affäre auch beim Berkehrsministerium bestehen sollen. Dazu erklärt Minister Dr. Koch: Das Reichs verfehrsministerium hat nur offene Fonds zur Verfügung, die der ordnungsmäßigen Prüfung des Rechnungshofes und des Reichs. tags unterliegen. Der Rechnungshof hat die Rechnungen von 1927 schon geprüft. Abg. Dr. Quaah( Dnat.) wendet sich gegen den Abg. Ersing: Wollen Sie auf die Dauer das Personal der Reichsbahn auf einem Lebensstandard erhalten, der unter dem allgemeinen Lebensstandard des deutschen Volkes liegt? Nach weiteren Protesten wird die Entschließung Mol fath einstimmig angenommen, ebenso die in gleichem Sinne gehaltene Entschließung der Deutschen Boltspartei. Angenommen wird eine Entschließung Giesberts, die Reichsregierung möge gemeinsam mit der preußischen Staats regierung den Nürburg- Ring in der Weise fördern, daß daraus ein ordnungsmäßig geleitetes Unternehmen wird. Der Berkehrsetat und auch die übrigen Etats werden in dritter Beratung angenommen. Nach Annahme des Haushaltsgefeges mird über den Haushaltsplan die Schlußabstimmung auf deutschnationalen Antrag namentlich vorgenommen. Gegen den Etat stimmen Sozialdemokraten, Demokraten, Wirtschaftspartei, Kommunisten und Nationalsozialisten. Die Mitglieder der Wolfsrechtpartei enthalten sich der Stimme. Bayerischer Bauernbund, Deutschhannoveraner und Böttische stimmen mit den bisherigen Regierungsparteien für den Etat. Der Efat, mit dem durch den Ergänzungsetat auch das Notprogramm verbunden ist, wird mit 200 gegen 170 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen .Stück 5 Pf. Stück 5 Pt. Stück 10 Pt. Dessert- Eier...... Stück 10 pt. bylian Kiebitz Eier....... Stück 10 Pf. Knickebein- Eler... Stück 25 Pf. CYLIAX FABRIKATE FILIALEN IN ALEN STADTTEILEN Auch das heiß umfämpfte Gesetz zur Reform der Preußischen Zentralgenossenschaftskaffe ging in zweiter und dritter Lejung glatt über die Bühne. Die endgültige Regelung der Machtverteilung zwischen Staat und Genossenschaften in der Preußentasse wurde: dabei zurückgestellt, aber die Erhöhung des Kapitals der Preußentaise um 130 Millionen und vor allem die Reform der Leitung der die Deutschnationalen zu, aber nicht ohne durch den Abgeordneten Dr. von Winterfeld in wüsten Beschimpfungen gegen den preußischen Finanzminister und Innenminister ihrem ganzen Haß gegen die preußische demokratische Personalpolitit Ausdruck zu geben. Damit waren die Aufgaben des Landtages erledigt und die Selbstauflösung wurde einstimmig beschlossen. Ohne Aussprache wird auch der Nachtragsetat für 1927 in dritter Lesung angenommen. Die Novelle zum Tabatsteuergeset wird gleichfalls debattelos in dritter Beratung angenommen. Mit der dann folgenden Erledigung von Petitionen ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Löbe schlägt um 14% Uhr vor, eine neue Sigung um 18 Uhr abzuhalten und auf die Tagesordnung die dritte Lesung des deutsch- griechischen Vertrages und eventuell die Entgegennahme einer Regierungserklärung( Auflösungsdefret) entgegenzunehmen. Infolge des Widerspruchs der Völkischen und Kommunisten kann die dritte Beratung des Griechenvertrages nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Acltestenrat, der sofort nach der Plenarsizung zu sammentrat, beschloß dann, wie wir an anderer Stelle ausführlich mitteilen, die Schlußiigung auf heute zu verlegen. Vorträge, Bereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfir 87/88. Sof 2-2. Sonnabend, 31. März. Friedrichshain: 20 Uhr Schussportler u Jungiameraden Madot, Ede Koppenstraße, sur Wanderung. Rafen. that: 20 Uhr bei Frische, Niederfir. 5, Mitgliederversammlung. Zehlendorf: Sur Teilnahme an der Beranstaltung in Reutöln antreten 17 Uhr Bhf. Behlendorf- Mitte, Sahlreiche Beteiligung erwünscht. Sportplag Friedrichsfelbe: Ab 15 Uhr bis Dunkelheit allgemeine Uebungen aller beteiligten Ortsvereine. Sonntag, 1. April. Baffersportabteilung: Der Gauvorstand hat Pflichtarbeits dienst für alle Rameraden des Zuges Oberfpree und der Ruberriege um 9 Uhr angeordnet. Wir bitten um reftioses Erscheinen. 13 1hr Antreten Bhf. Hirschgarten. Friedrichshain: 13 Uhr Antreten mit Tambourtorps und Fahnen am Bhf. Hirschgarten. Pflichtveranstaltung. Tempelhof: 134 Uhr Antreten Bhf. Tempelhof mit Spielmannszug und Fahnen zur Teilnahme in Neukölln. Lichtenberg nebit Rameradschaften: 13% Bhf. Stralau- Rummetsburg mit Tambourkorps und Fahnen. Nachzügler 14 Uhr Bhf. Hermannstraße. Pflichtbeteiligung in Neukölln. Weißenfee: Antreten 12% Uhr Seinersdorfer, Ede Gustav Adolf- Straße. Pflichtveranstaltung Pantow. Rowawes: Radpropagandafahrt auf das Land. Abfahrt pünktlich 8 Uhr vom Friedrich- Ebert plaẞ. Adlershof, Kameradschaft( Sportgruppe): Montag, 2. April, 19 Uhr, Busammenkunft im Jugendheim Roonstraße. Arbeiter- Samariter- Rolonne Berlin. Geschäftsstelle: Große Samburger Straße 20. Telephon: Norden 3340. Abt. Webbing: Mitgliederversammlung 3. April, 20 Uhr, Lolal von Bellin, Schulstr. 12. Abt. Reinidendorf: Die Mitgliederversammlung Donnerstag, 5. April, muß ausfallen. Freie Arbeiter- Stenographen Bereinigung Groß- Berlin. Allen Mitgliedern fei nochmals unser Frühjahrswettschreiben am Sonntag, 1. April, 14 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 59, in Erinnerung gebracht. Freireligiöse Gemeinde. Eonntag 11 Uhr Bappelallee 15 Bortrag des Herrn Dr. M. Brie. Schugverband geschädigter Auslandsdeutscher, Kolonialbeutscher und Ber brängter. Nächste Mitgliederversammlung 4. April, 20 Uhr, Schubert Ronzertfaal, Billowstr. 104. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle Berfin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Wechselnd bewölkt mit einzelnen Regenfällen, wieder etwas tühler, auffrischende Südwestwinde. Für Deutschland: Ueberall veränder liches Wetter mit einzelnen Regenfällen, oftwärts fortschreitende Wbkühlung. Bab Ems. Die Ruracit 1928 beginnt am 1. April, die Hauptfurzeit am 1. Mai. Der Monat April gilt als sogenannte Barturzeit; es spielt ein fleineres Orchester, aber Kursaal, Badehäuser und Inhalatorien find in vollem umfang geöffnet. Die Rurabgabe ist der Sauptturzeit gegenüber um 50 Bros. ermäßigt. Geitens der Staatlichen Rurverwaltung, der Hotelinhaber usw., ift auch der vergangene Winter wieder benust worden, an der Berschönerung des Bades und dem Ausbau seiner Einrichtungen weiterzuarbeiten. So findet det 1. April Bad Ems bereit, seine Gäste bestens aufzunehmen und ihnen zu bieten, was sie zur Heilung und Erheiterung suchen. Das Osterfest steht vor der Tür und müssen wir nun ernstlich an die Er. gänzung unserer Garderobe denten, Jm Modehaus Titus König, Neukölln, Bergstr. 9-10, findet man die entzückendsten Neuheiten für das Frühjahr in Damenkonfektion, Sommerpelzen, Stridwaren, Damen- und Herrenhüten, Schals und Schirmen. Die Firma gewährt trog der niedrigen Breise weitestgehende Zahlungserleichterungen. Continental 1928 verdankt seine hervorragenden Eigenschaften besonders der forgfältigen Auswahl des für ihn verwendeten Nohmaterials. Reue erprobte Mischungsergebnisse dienen hierbei als Fabrikationsgrundlage. Durch ein fein überlegtes Homogenisierungsverfahren wird jede Schwankung in der Qualität des fertigen Erzeugnisses vermieden. Daher bietet der neue Continental 1928" unbedingte Gewähr für gleichmäßige Güte. MARZIPAN- EIER zu 5, 10, 20, 50 Pf., 1. M. usw. die bekannten Spezialitäten Schokoladen- Waffeln Pfd. 50 Pt. Creme Gebäck* Pfund 50 Pt. Erstklassige Schokoladen Marke Sonne..... Tafel 70 Pf. O Marke Krone..... Tafel 60 Pt. Marke Vollmilch... Tafel 60 Pf. Pralinen in allen Preislagen DIE GROSSE QUALITAT TAGLICH FRISCHE WARE Unterhaltung unö Missen Beilage des Vorwärts ,,Klaffen"-Lotterie. Ein himmlisches Gesellschastsspiel. Wie das alles hinterher ist, wenn wir tot find, das wissen wir ja ganz genau. Diejenigen, welelze hier unten nicht wohl getan haben, kommen in die Hölle; die andern in den Himmel. Hat man sich bewahrt, sozusagen sein himmlisches Einjährige aögedient. wird man auf«ine Wolle geschoben, auf der kann man dann hin- und her- rutschen, auch mal«inen Blick hinuntertun auf die Erde oder B«> kannte besuchen— sogar Redakteure sind schon in. den Himmel ge- kommen. Aber wie ist das man eigentlich, bevor wir geboren werden? Ich für meinen Teil glaube, daß da jedesnial unter den Ossi- ziere» der himmlischen Heerscharen geknobelt wird. Oder, weil dos zu zeitraubend und anstrengend ist, daß da so eine Art Lotterie existiert. Deswegen spricht nian wohl auch oft vom„Los" eines Menschen. Gezogen zu werden scheint das schon im Moment feiner Geburt. Da steht nun schon'von Anfang an fest, ob einer ein Leben führen soll als Kanalreiniger. Obersteuereinnehmer, Grohindustrieller, Fememörder oder abgefundener Fürst. Ob er einen Stammsitz haben wird in der Oper oder einen Stammtisch in der Kneipe. Ob er reich wird oder nicht. Ob er für seine Sünden ins Kittchen wandert oder nach Holland. Ein schönes Gesellschaftsspiel ist diese Menschenlotterie, die sich der liebe Gott da ausgedacht haben muß. Im Himmel wird gespielt, hier unten wird gelüten. Und die Pfaffen, die allemal noch sott zu essen haben, nennen das ganze dann Gerechtigkeit. Warum auch nicht? Mit ihrem„Los" sind sie ganz zufrieden. » Neulich, und diese Geschichte ist wirklich wahr, machte in einer BadeanstaU in Budapest der Großindustrielle B. durch Bretter- wand zwischen Herren- und Damenbad hindurch die Bekanntschast einer jungen Dame. B., bereit zu einem galanten Abenteuer, wollte die Dame»ach dem Bade erwarten, Ihrerseits aber erklärte sie ihr Einverständnis nur, wenn der Kavalier nicht alt und nicht fett sei. Um das Gegenteil zu beweisen, reichte B. über die trennende Wand seine Hand, die mit einem sehr wertvollen Brillantriug geschmückt war. Die Hand hatte jetzt für die Dame weniger Interesse als der Ring. Den zog sie als„Pfand" vom Finger und ward nicht mehr — gehört; bis sie beim Lerlossen der Badeanstalt an der Stimme er- kannt werden konnte. Errötend zog sie den kostbaren Ring aus dem Tüschen, für ihre Finger war er trotz deren.Länge" wohl zu weit gewesen. Natürlich wurde— o nein: angezeigt wurde die Dam« nicht. Sie war nämlich im Nebenberuf noch eine bekannte Ope- rettendiva. Und eine Diva hat eben ein so großes Los gezogen, daß sie auch klauen darf. Kommt sie aber durch einen unglücklichen Zusall doch vors Gericht, dem das natürlich äußerst peinlich ist, dann leidet sie bestimmt an.Kleptomanie". * Nun sei noch eine klein« Geschichte erzählt, die ebenfalls den Vorzug besitzt, wahr zu sein. Von Budapest wollen wir nach Harn» bürg fahren. Dort lernen sich zwei in einer Kneipe kennen, ein Mann in„gehobener" Stellung und eine„Gefallene", sie verlieben sich, heiraten einander, finden keine Arbeit, kommen nach Berlin. Hier geht es ihnen noch viel schlechter. Der Mann, ursprünglich gelernter Kausmann, läßt sich als ungelernter Arbeiter einschreiben— alles vergeblich. Miete kann nicht bezahlt werden, das Zimmer wird gekündigt, die Frau erklärt eines Morgens im Bett bleiben zu wollen: „Da fühlt man den Hunger nicht so..." Auch da vergreist sich einer an fremdem Eigentum- Ein Pelz, zwei Mäntel, ein Fahrrad, alles zusammen ungefähr fünfhundert Mark wert, wird�fiir einund. fünfzig Mark verkaust. Die Frau die früher aus die vtroße ging und heute in einer christliche» Buchhandlung fromme Schristcn ucr- kauft, hat von dem Diebstahl nichts gewußt. Sie bekommt einen Monat Gefängnis. Der Mann neun. Neun! « Wir haben einen Klafsenstaat hier unten. Wir haben, wenn es einen Gott gibt, der sich mit väterlicher Milde um jeden einzelnen kümmert, sogar eine ,Llassen"-Lotterie oben. Es hat keinen Sinn, in jedem Fall, mit dem wir berechtigtcrwcise nicht zufrieden sind, „Schiebung!" zu rufen. Das Schicksal korrigiert einen Fehlspruch noch seltener als ein deutsches Gericht. Wir wollen vielmehr den pfäffischen Funktionären dieser himmlischen Lotterie erklären: Euer Unternehmen ist Schwindel, wir machen nicht mit, wir pfeifen auf die ewige Seligkeit, wenn wir dafür den irdischen Dreck einschließlich eines militaristisch und kapitalistisch verseuchten falschen Priestertums los werden können. Jeder notleidende Proletarier, jedes unter- ernährte und tuberkulöse Kind, jeder zum Krüppel geschossene Kriegs- teilnehmer ist mit Wonne bereit, mit dem Pfarrer seines Distrikts hinsichtlich seiner materiellen Lage zu tauschen. Die Chancen, später per Wolkenomnibus im Himmel herum- kutschieren zu könne», mögen sich nach traditionell kirchlicher Aus- fassung bei so unerhört genußsüchtigem Bonehmen freilich verringern. Aber für ein bißchen Sonne hier unten schmort das Volk später mit Vergnügen in der Hölle. « Wie bitte, Lose? Kein Bedarf, Herr, kein Bedarf... • Erich Gottgctreu, Der Dieb. Vd« Effi Horn. Plätzlich war flackernde Bewegung in der Straße. Ein« Frau hatte laut und gellend um Hilf« gerufen, urtd mit dem ersten Laut ihres Schreies tastet« sich die Unruhe in zitternden Schwingungen noch ollen Seiten durch die Rechen der eilenden Menschen, ließ sie aufhorchen und stehen bleiben, lousihen und fragen. Das Gerücht von einem frechen Raubüberfoll auf offener Straße sprang hoch: der dritte derartige Fall in dieser Gegend. Dabei geschah gar nichts in Wirklichkeit, niemand hatte etwas (fetegt in Wirklichkeit, alles war nur wcchfelvolles Empfinden weniger Sekunden. Dann ward es greifbar. Da ragt« irntten in der Gehbahn eine große, stattliche Frau, mit hochroten Wongen und heftig atmend vor Erregung. Der blond« junge Mensch, der mit einem Lächeln verlegener Ratlosigkeit vor ihr stand, hatte versucht, ihr den kost- baren Perlbeutcl zu stehlen, aber sie hatte ihn dem Burschen so heftig wieder weggerissen, daß ihm nur ein Stück der rotseidencn Hentelkordet geblieben war, und dabei laut um Hilf« geschrien. Nun schlug sie ihm mit der um die Tasche gekrampften Faust ins Gesicht, daß ihm der Hut mit jähem Ruck vom Kopfe flog. Er ober hatte immer noch den abwesend träumerischen und schämend bittenden Ausdruck im Gesicht, als müsie er sich ganz langsam be- sinnen, uin was und wen es sich hier eigentlich handelte. Dann sprang mit einmal, wie ein jäher Funke, der Schreck in seinen großgewovdenen Auge» aus und, wie in plötzlicher Erkenntnis der Bedrohlichkeit seiner Lage, löste er sich mit schneller Wendung von der Gruppe, die sich allmählich angesammelt hatte, und rannt« in großen Sprüngen die Straße entlang. .Haltet den KerlI" schrie die Frau,„den Handtaschenmarder!" und wie durch Zauberschlag kam wieder Gleichdewegung in das wirre Durcheinander des Menschenstromes der Straße. Zuruf« und Aufmunterungen flogen hin und wider; die Flinken und Geistesgegenwärtigen setzten hinter dem Jimgen her, der in eine menschenleere Nebengass« eingebogen war. Er lief in ver- zweifelten Sätzen, sinn- und ziellos, dicht an den Häusern entlang, verfolgt von einer immer größer werdenden Menschenmenge. Einmal wandte er sich zurück und schrie ihnen zu, sie sollten ihn lasten, er wäre unschuldig, aber als Antwort kamen nur drohende Rufe und Berwünschungen zurück. In sein Gesicht, in dem erst nur Staunen und Schreck gewesen war, trat nun, betäubend und aufpeitschend zugleich, di« wohn- witzige Angst des gehetzten Tieres, bereit, blind und taub gegen eine unversehens auftauchende Mauer zu rasen, die Angst, die nicht mehr fragt, warum und wovor sie sich fürchtet, sondern nur noch ohne Umschauen weiter und weiter hetzt, um sich dann zuletzt in Be- sinnungslosigkeit und zitternde Krämpfe oder blindwütige Ber- zweiflung auszulösen. Sein Herz schlug bis zum Halse und aus seiner Stirn stand der Schweiß in. kleinen, kalten.KflM Mme.�nd graue Schleier logten sich sekundenlang vor fein« brennenden Augen. Ein Mann versperrte ihm mit westousgebreiteten Armen den Weg. „Erklären Sie mir den Tatbestand, wenn S>e unschuldig sind, werde ich Sie wester lasten. Anderenfalls muß ich.. Ein Stoß vor die Brust warf ihn beiseite und schob ein« dunkle Wolke vor di« Sonne seiner moralischen Beredsamkeit. „Ein gefährlicher Bursche!" rief er den Nachsetzeichen zu und folgte dann auch, bedächtigen Schritts, der wilden Jagd. Als der erste Steinwurf ihn traf, kochten Wut und Verachtung in dem Gehetzten hoch. Er schlug und trat nach allem, was ihn auf- zuhalten drohte. Sein« Flucht dünkte ihm«ine Ewigkeit, und doch lief er kaum wenige Minuten. Er fühlle, daß er nur noch ganz kurze Zeit aus- halten könnte. Einen Augenblick dacht« er daran, sich einfach auf den Boden zu werfen und, ganz ausgestreckt, jedes Glied seines Körper» fest an die Erde geschmiegt, zu atmen, ganz tief und be> freiend, mochte kommen, was da wollt«. Aber der an- und abschwellende Lärm in seinem Rücken riß ihn zusammen und trieb ihn wester. Alle Gedanken, die wirr und zusammenhanglos ihm ins Hirn schlugen, formten fein« Lippen zu keuchenden Sätzen. Ohne es zu wissen, sprach er immerfort vor sich hin wie im Fieber. „Ich bin doch kein Tier-- laßt mich doch-- was wollen sie denn-- ich kann nicht mehr-- kann-- kann-- kann-- nicht mehr. Mutter-- jetzt ist alles aus.-- Was will der Kerl-- aus dem Wog oder ich schlag dich nieder-- Wenn doch ein Schutzmann da wäre-- irgendein vernünftiger Mensch-- Da ist ein Haus-- nur eine Minute Zeit und Ruhe--" Cr warf sich gegen eine Tür, daß es durch den Hausflur dröhnte. „Berschlosten! Weiter-- weiter-- jetzt links um die Ecke und ins nächste Haus-- sie werfen mit Steinen-- Herrgott-- oh-- nach links—.—" Ein schwerer Stockhieb über den bloßen Kopf hatte ihn taumeln gemacht. Instinktiv warf er sich noch noch links, wodurch er für Augenblicke seinen Verfolgern aus dem Gesicht kam, lief blindlings an zwei offenen Haustüren vorbei und stolperte dann durch ein halboffenes Tor. das in einen kleinen, feuchtkalten Hof führt«. Da brach er zusammen. Ganz plötzlich, mit merkwürdig weicher Bewegung, ohne Laut, ohne hastende Unruhe. Da» pfeifende Keuchen seines Atems ging in leises Stöhnen über. Dann wurde er ganz still. Der Hieb hatte ihn zu gut getroffen. Aus dem Winkel seiner grauwerdenden Lippen sickerte ein ganz dünner, seiner Faden hellroten Blutes. Mund und Stirn, über di« sich ein grünviolctter Schein legt«, waren noch sin Tode oerzerrt »uster dem letzten, Ichreckvollen Eindruck seines Lebens. Rur um die Augen lag ein merkwürdig weicher Zug bittender Frage. Der fein« Strahl einer fernen Laterne fing sich in den Starrgläsernen und ließ sie matt aufschimmern, weit offen, wie in Vorwurf und anklagendem Erstaunen. Die draußen suchten lang« vergeblich nach ihm, stritten, in welches der Häuser er sich geflüchtet, und jeder wartete, ob nicht der andere den Verbrecher zurückbrächte. Endlich sonden sie den schmächtigen, blonden Jungen im Dunkel des ummauerten kleinen Hofes. Sie waren doch crschrocken, als sie ihn so reglos liegen sahen mit seinem angstvoll trotzigen und rührend voiwurssvollen Gesicht, und jeder sah sich um, wer den per. bängnisvollen Schlag geführt hatte, aber keiner wußte es, und keiner wollte schuldig fein.„ V Aber ganz still wurden si« und sahen sich großerschreckt an, als piotziich einer sich zu dem Tot»».niederbeugte und mü vorfichtiger Hand ein kleines Stück rotfeidener Schnur von dessen Rockärmel löste, da« sich da versehentlich um einen der festen Hornknöpse ge- schlungen hatte. Es war gerade das Stück, das am Seidenhenkel der— weiß Gott warum— so wütend verteidigten Handtasche gefehlt hatte, an dem roten Henkel, der sich durch einen unglückseligen Zufall am Aermel des Ahnungslosen für einen Augenblick verfangen und so dem Jungen das Leben gekostet hatte— dank der schnellen Phantasie seiner Besitzerin und der wildwestlich-n Begeisterung sfähigkeit ihrer hilfsbereiten Verteidiger. Die verstanden nur nicht, worum er überhaupt di« Flucht er- griffen hatte. Aber wie hätte er in seiner unschuldbewußten, überraschten Ahnungslosigleit den wütenden, moralischen und tätlichen Angriffen der mnazonenhaften Frau di« Stirn bieten sollen? Wer kannt« und verstand denn all die blitzschnellen Gedankengänge und Erwägungen, di« der Impuls des Augenblickes schafft,»nd die so schicksalbedeutend und ausschlaggebend für ein Leben sein können und sind? Diele ein wonig— manche genauer— dock; keiner ganz. Eines ober verstanden jetzt all«, und das war das rätselnde Staunen in den schimmernden Augen des Toien, die sich noch nicht schließen wollten, als sie ihn langsam, in stillem Zug« hinaustrugen. Argentinien und das Kind. Sonderbericht für den„Vorwärts" von Max Winter. (Schluß.) An die Kinder wendet sich auch das Gesundheitsamt mst seinem energischen Kamps gegen die Stubenfliege, und auch im Kampf gegen Naturschädlinge wirken vor allem Kinder mst. Wich das erfahren sie in der Schul«,«in wi« wichtiges Nahrungsmittel die Milch ist, und an ollen Straßenecken und in den vielen Milch- trinihallen wird diese Ausklärung durch ein sehr wirksames Plakat fortgesetzt. Trinkt mehr Milch! sagt es. Ein Liter Milch ist gleich 1S00 Gramm Fisch— ein Fisch liegt auf der Schüstel—. ist gleich 630 Gramm Huhn— ein Huhn liegt auf der Schüssel—. ist gleich 790 Gramm Kortoffeln, 9 Orangen oder 8 Eiern. In der Mitte des Bildes eine Milchslasche und von dieser gehen Teil« zu allen anderen Lebensmitteln, di« wesentlich teurer sind. Unten steht dann:»Di« Milch ist das gesündeste und billigste Nahrungsmittel. Immer sei die Milch rein und undoerfülscht." Wenn man die vielen vollen Milchtrinkhallen sieht, dann erkennt man auch, daß diese Erziehung nicht nutzlos ist. Ein Besuch der Kindeerspstäler oder des„Depositos", des Hauses, wo jede Mutter in Zwangslage ihr Kind abgeben kann. woraus e» dann in öffentlich« Erziehung genommen wird, zeigt, wie sehr Argentinien schon den Wert der Gesundheit zu schätzen weiß. Soweit sie es noch nicht sind, ist die öffentliche Gefundheits- Verwaltung daran, alle Krankenhäuser nach besten europäischen Mustern zu gestallen. Immer wieder sind argentinische Aerzte in Paris, Berlin, Men, um die neuesten Einrichtungen zu studieren und sie dann in der Heimat einzubürgern: immer wieder werden auch europäisch« Männer der Wissenschast und Kunst eingeladen, nach Argentinien zu kommen und dort an dem kulturellen Aufbau mitzuhelfen. Co hat Argentinien auch frühzeitig den Erfahrung?- satz kennengelernt, daß Vorbeugen menschlicher, hoffnungsreicher und auch billiger ist, als Hellen. Dieser Erkenntnis dankt die Ein- rlchtung der städtischen Tageserholungsstätten während der Ferien ihr Dasein. In fünf große Parks von Buenos Aires gibt es solche Ki nd e r k ol o y i c n. Di« Kinder komme» gegen S Uhr morgens mit der.Stro.ßenbahnup- den.,Park,.Mch bleiben dann, überaus �eich« lich verpflegt, bis etwa 6 Uhr abends. Dann fahren sie wieder init Karten nach Haus«, die ihnen die Kolonie zur Verfügung steht. Di« argentinischen Kinder sind glücklich. Di« Schulbehörde hat dort die Haupt- und die Hitzcfericn so zusammengelegt, daß dreieinhalb Monate Ferien zusammenkommen— von Mitte November bis zum 1. März—, denn das ist di« heißeste Zeit. Diese Ferien nützt die Leitung der Crholungskolonien so aus, daß sie jedesnial je 5000 Kinder auf einen Monat in Erholungsfürsorge nimmt. Dabei werden riesig« Gewichtszunahmen erzielt. Natürlich gehört zu jeder Kolonie. ein Musterspielplotz und jedes Kind hat feinen Liege- stuhl. Natürlich ist auch für Bade-»nd Dnschegelegenheite» ge- sorgt. Die Seele dieser Einrichtung ist der sozialistische Stadtverordnete Zaccagnini, der auch sonst manch« schöne Einrichtung beantragt und dann durchgeführt Hot, wie etwa in der städtischen Ausstellung Opernaufführungen im Freien, an denen bis zu ZSWiO Zuschauer teilnehmen, die nichts zu zahlen haben, als das zwei. Straßenbahnkorten gleichkommende Eintrittsgeld in die Ausstellung. Es herrscht helle Begeisterung bei diesen Aufsührungen. Wohl sündigt der Argentinier auch ani Kind. Er gibt dem Kind, wie der Mnnchener, Mkohol zu trinken, und wie in allen süd- lichen Ländern bleiben auch i» Argentinien die Kinder abends lange aus, oft bis Mitternacht und darüber: aber einen Vorzug hat der Argentinier vor den meisten Europäern: er schlägt das Kind nicht. Das gleich« gilt von ganz Südamerika. Erst in der vier- ten Woche meines Ausenthalts bin ich der ersten Rute begegnet. Dieser ober in einem deutschen Hause. Sie ist mit eingeuwn- dert, wird aber hoffentlich nie Bürgerrecht erlangen. Die Stellung des Argentinier» zum Kinde ist vielleicht am klarsten und schönsten auf einer Widmungstafel im botanischen Garten von Buenos Aires dargelegt. Es heißt dort: Schutz den Kindern, Vögeln und Pflanzen! Die Kinder sind die Zukunft des Baterlnndes! Erziehen wir sie! Di« Vögel sind Heiser der Landwirtschaft. Beschützen wir sie! Die Pflanzen geben Gesundheit, Vergnügen und Reichtum. Pflegen wir si«! Die Kinder, die Vögel, die Pflanzen sind dos Ergötzen unseres Heims! Lieben wir sie! Ein Volk, das solche Stellung zum Kind« einnimmt, kann für sich schon den Ehrentitel eines.Kulturvolkes in Anspruch nehmen. warum sind die pusscr der Eisenbahnwagen»'cht gleich gsbaul? Liele Menschen müssen tagaus, tagein mit der Eisenbahn fahren,- um zu ihrer Arbeitsstätte zu kommen. Wer solch ein eifriger Eisen- bahnbemitzer und gleichzeitig auch«in scharfer Beobachter ist. wird schon bemerkt haben, daß bei ollen Wagen�und Lokomotiven die � Puffer aus der linken Seite des Wagens oder der Lokomotive stets gewölbt, auf der rechten Seite dagozen stets plattenförniig sind. Warum wohl? Durchfährt der Zug«in« ÄUtve, so werden die beiden Wagen in der Krümmung zusammengedrückt. Dabei würden die Pusser oerbiegen, wenn sie beide flach wären. Diese Desahr Verbiegen» wird vermieden, wenn der ein« Puffer ein« Wöl- bung aufweist. Angriff eine» Adler« auf ein Flugzeug. Ein merkwürdiger „Derkehrzzusammenstoß" zwischen Flugzeug und Adler ereignete sich jüngst über den Leskiden. Auf das polnisch« Flugzeug„Aerolot", das sich aus dem Wege von Krakau nach Wien bcland. stür.zle süb, als es das Gebirge überflog, ein großer Adler. Der Zusammenpryll war so heftig, daß die Tragflächen des Apparates leicht verbogen wurden und dem Adler einen tödlichen Stoß versetzten. Das Flug- zeug konnte feinen Flug nach Wien fortsetzen. Dieser Fall erinnert an einen kürzlich aus Südamerika gemeldeten Kampf zwischen Flugzeug und Adlern. Stadthaushalt- noch unerledigt! Schwierigkeiten bei der Deckung.- Zurückverweisung an den Ausschuß. Die Stadtverordnetenversammlung wollte gestern mit der Haushaltberatung fertig werden aber es tam anders. Lange Auseinandersetzungen im Aeltestenausschuß, die den Beginn ber Stadtverordnetenfigung start verzögerte, endeten mit dem Bor. schlag, die nicht erledigten Teile des Haushaltplans an den Ausschuß zurückzuverweisen. Dazu gehört vor allem das Kapitel Steuern, das für die Erreichung des Gleich gewichts von Ausgaben und Einnahmen des Haushalts in Frage tommt. Die Demokraten forderten die Zurückweisung, weil sagten sie im Weltestenausschuß die Erhöhung der Gemeinde. arbeiterlöhne noch in den Haushaltplan hineingearbeitet werden müsse, um die Deckung zu sichern. Daß Schwierigkeiten bei der Haushaltfestsetzung von den Demokraten zu erwarten seien, verlautete schon in einer der letzten Sizungen bei der Debatte über die Wertzuwachssteuermäßigung, die abgelehnt wurde. Es blieb gestern nur übrig, die Zurückverweisung zu beschließen. Der Magistrat wirtschaftet also im neuen Haushaltjahr, das am ordnetenversammlung wird erst nach Dftern wieder zusammentreten. ist, einen Standal. Der Redner kennzeichnete den Gutachterausschuß beim preußischen Minister für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung, der sich über die Reinhardtbühnen zu äußern hatte, als eine Versammlung von Theaterinteressenten, der zu feinem objektien Urteil in der Lage gewesen sei. Dem Minister sei unter allen Umständen das Recht abzusprechen, von sich aus Bühnen als gemeinnügig" zu erklären und damit in die Steuerhoheit Berlins einzugreifen. Inzwischen war vom Zentrum ein Antrag eingegangen, der vom Magistrat forderte, bei der Regierung dahin vorstellig zu werden, daß der Reinhardt GmbH. die ,, Gemeinnüßigkeit" wieder abzuerkennen ist und der Eingriff in die Steuerhoheit Berlins aufDie Stadtverordneten Scheller( Wirtscg.) und gehoben wird. Lange( 3.) fprachen sich gleichfalls gegen die Gewährung der Steuerfreiheit aus, ebenso Koch( Dnt.) und Hallensleben( D. B.). Der Zentrumsantrag und ein ähnlicher der Deutschnationalen wurde einstimmig angenommen. Mit Osterwünschen des Vorstehers ging das Haus in die Ferien. 1. April beginnt, zunächſt ohne Haushaltplan. Die Stadtver Parteinachrichten Unmittelbar nach Eröffnung der Gigung teilte der Borsteher, Genosse Haß, mit, daß ein Atrag der Demokraten auf zurückvermeifung des Etats an den Ausschuß vorliege; dem Antrag stimmte eine große Mehrheit zu, so daß die Beratungen abgebrochen wurden. Hugo- Preuß- Brücke! Die in kürzester Zeit fertig werdende Brücke über den Humboldthafen am Lehrter Bahnhof soll nach einem Antrag der Demofraten Hugo Preuß- Brüde genannt werden. Selbstverständlich erhob Herr Pfarrer Koch) von den Deutschnationalen Einspruch dagegen, der sich darauf stüßte, daß man die Sache folange zurüc stellen folle, bis die allgemeine Straßenumbenennung der Straßen Berlins durchgeführt ist. Dagegen wandte sich der Demokrat Merten, der das Verdienst Hugo Preuß' als Schöpfer der Weimarer Verfassung hervorhob. Pfarrer Koch konnte das natürlich nicht gelten laffen und so sprach er davon, daß das Verdienst Preuß' absolut noch nicht in der Geschichte feststehe, und daß ein abschließendes Urteil über das Verfassungswert noch nicht gegeben werden fönne. Erst menn Hugo Preuß eine historische Persönlichkeit wie etwa Bismarc fei, fönne man darüber sprechen. Herr Koch zeigte Luft, die Debatte in der Form fortzusetzen; dem machte Genoffe Dr. Cohmann mit einem Schlußantrag ein Ende. Schließlich mußte noch eine namentliche Abstimmung heran, um den Deutschnationalen als Mittel zur Sabotierung zu dienen. Sie hatten aber fein Glück damit: mit 101 gegen 62 Stimmen wurde die Benennung Hugo Preuß- Brüde beschlossen. " Gemeinnüßige" Reinhardtbühnen! Die Anerkennung der Gemeinnüßigkeit" der Deutsches Theater GmbH.( Reinhardtbühnen) löfte eine längere Debatte aus. Genosse Flatau nannte die Gewährung des Prädiftates ,, gemeinnützig" an die Reinhardt GmbH., das mit Steuerbefreiung verbunden Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SW 68, Lindenstraße 3. B für Groß: Berlin ftets an bas Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 4. Recis Prenzlauer Berg. Heute, Sonnabend, 31. März, 19 Uhr, im Saal bes Bezirksamtes, Danziger Str. 64, Filmvorführung: Panzerkreuzer Betemtin mit Belprogramm. Außerdem Referat. Eintritt 40 Bf. Alle Genossinnen und Genossen nebst Sympathisierenden sind herzlichst ein. gelaben. 7. Kreis Charlottenburg und Spandan. Heute, Sonnabend, 31. März, Juristische Sprechstunde von 17-18 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4, Ge legenheit zum Kirchenaustritt. 9. Kreis Wilmersdorf. Heute, Connabend, 31. März, 20 Uhr, im Bittoriagarten, Wilhelmsaue 113-114, Gigung des Bodenverwertungsausschusses. 13. Kreis Tempelhof. Seute, Connabend, 31. März, pünktlich 19% Uhr, bei Niendorf, Mariendorf, Chauffeeftr. 19, Sigung des Kreisvorstandes. 14. Rreis Neukölln. Die Ortsgruppe Neukölln des Reichsbanners SchwarzRot- Gold ladet ein zum Stiftungsfest in der Neuen Welt", Hafenheide, hente, Sonnabend. 31. März, und zur Rundgebung am Sonntag, 1. April, auf dem Sportplag Raiser- Friedrich, Ede Innstraße. Heute, Sonnabend, 31. März: 23. Abt. Treffen zur„ Borwärts"-Agitation ab 17 Uhr bei Mollnau, Müller. Straße 62a. 32. Abt. Achtung! Die Bezirksführer werben gebeten, bis Sonntag, 1. April, die Beitragsmarten beim Abteilungstaffierer, Genossen Karl Polchow, Friedrichsfelder Etr. 21, abzurechnen. 137. Abt. Reinickendorf- West. Ausspracheabend 20 Uhr im Voltshaus, Scharn. weberstr. 114. Thema: Abrüftung und Abrilftungskonferenz." Morgen, Sonntag, 1. April: 42. Abt. Ab 12 Uhr Abrechnung sämtlicher Bezirksführer beim Raffierer. Reftanten am Montag, 2. April, bei Rabe. Am Dienstag, 3. April, Zu sammenkunft der Revisoren. 95. Abt. Reukölln. Fahnenweihe im Lokal Bergschloßhöhe, Karls. gartenstr. 6-11. Konzert, Brolog, Feftrebe: Hermann Harnisch, M. d. L., -Trio und Tanz. Eintritt inil. Steuern 1 M. Saalöffnung 16 Uhr. Beginn 17 Uhr. Alle Genoffinnen und Genoffen find mit Freunden nab Belaunten herzlichst eingeladen. Wir erwarten recht rege Be teiligung. 131. Abt. Rieberschönhausen. e Genoffinnen und Genoffen werben gebeten, um 11 Uhr bie Jugendweihe in den Zivoli- Sidtipielen zu besuchen, und fich nachmittags an der republikanischen Rundgebung des Reichsbanners zu be teiligen. Umzug von Schloß-, Ede Pestalozzistraße, aus um 14 Uhr. Runde gebung auf dem Marktplag, Bismardstraße, um 16 Uhr. Anschließend im Restaurant Rordend" gemütliches Beisammensein. Eintrittspreis cin. schließlich Tanz 60 Pf. Wir erwarten recht rege Beteiligung. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Gruppe Südwest, Jungfalten: Heute, Connabend, Fahrt nach der Dubrow. Treffpuntt 14% Uhr Yord, Ede Belle- Alliance- Straße. Sterbetafel der Groß: Berliner Partei Organisation 0 91. Abt. Neukölln. Unser langjähriges Mitglied, Genosse Hugo Schulze, Biebrichstraße, ist einem Herzschlage erlegen. Ehre seinem Andenken! Einäscherung heute, Connabend, 31. März, 13 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendiekretariat. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Borsigendenkonferenz Montag, 2. April, im Gaal 12 des Preußischen Land. tages. Beginn 19 Uhr pünktlich. Ausweise nicht vergessen. Ohne Ausweis tein Zutritt. Achtung, Fahrpreisermäßigung zur Osterfahrt: Die Anmeldung muß spätestens bis 3, April auf den Fernbahnhöfen vor. genommen werden. Bei Fahrten über die Stadtbahn nach Osten Schlesischer Bahnhof, nach dem Westen Charlottenburg. Für den Bereich des Vorortver tehrs ist Anmeldung nicht notwendig. Für die Jugendweihe am Sonntag, 1. April, um 9 und 11½ Uhr, im Großen Echauspielhaus, werden Genossinnen und Genossen als Helfer benötigt. Treffpunkt pünktlich 8 Uhr morgens Eingang Schiffbauerdamm. Heute, Sonnabend: Neukölln II: Das Geld zur Osterfahrt muß bis heute bei dem Genossen Dalichau, Neukölln, Ertstr. 18, entrichtet werden. Heute legter Tag! Werbebezirk Prenzlauer Berg: Beteiligung an der Werbefeier der Abteilung Wörther Plaz. Morgen, Sonntag: Fallplay 1: Museumsbesuch. Treffpunkt 9% Uhr Sozialistenecke. Die Funk. tionäre treffen fich um 15% Uhr ebenbort. Westen 1: Fahrt StrausbergBlumenthal. Treffpunkt 5 Uhr. Lantwig: Schule Schulstraße. Osterfahrt. besprechung. Tempelhof: Spaziergang. Treffpunkt 9 Uhr Kanalbrüde. 15 Uhr Vorstandssitung im Heim. 18 Uhr im Heim Germaniaftr. 4-6 Lichtbildervortrag: April- April." Alle Parteigenossen und Jungfozialisten fowie Neukölln 1: Spielen in der Genossen anderer Gruppen find gern gesehen. Königsheide. Treffpunkt 9 Uhr Neuterplay. Köpenid: Heim Grünauer Straße 5. Generalprobe. Werbebezirk Lichtenberg: Heim Hauffstraße. Begrüßungsabend:„ Wir sind die junge Garde." Werbebezirk Neukölln: Heim Steinmeßststraße. Oeffentliche Werbeveranstaltungen, 19% thr: Heute, Sonnabend: Frankfurter Viertel: Werbeabend in der Schulaula Frankfurter Allee 37. Wörther Play: Werbefeier in der Schulaula Danziger Str. 23. Eintritt 20 Bf. Halensee: Feierstunde in der Schulaula der Goethe- Schule in Wilmersdorf, Eifenzahnstraße Neu- Lichtenberg: Frühlingsfeier in der Aula des Jahn- Realgymnasiums, Martiſtr. 2, Bohnsdorf: Frühlingsfeier im Restaurant von Schulz, Dorfplag. Eintritt 30 f. Werbebezirk Lichtenberg: Autopropagandafahrt. Treffpunkt 15% Uhr Jugendbilhne, Holteistraße. Nachzügler 16% Uhr Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde. Reftlose Beteiligung aller Mitglieder ist notwendig. Fahnen mitbringen! Morgen, Sonnfag: Warschaner Viertel und Rote Falten: Werbefeier in ber Schulaula Frank furter Allee 37. Eintritt 40 Pf. Programm: Mufit, Rezitation, Ansprache, Lieber zur Laute, Bollstänge, Chorgefänge, Festspiel u. a. Enorm billig Glocke aus Rhabanas, mit modernem Musterim Stroh 850 2750 Wollwaren Pullover oder Lumberjak, moderne Form, 450 mit Kunstseide gemustert. Lumberjack mit mit Kunstseidenmusterung, 590 in modernen Farben Pullover Kunstselde gemustert, in grosser 875 Farbenauswahl Lumberjacke mit Kunstseide, 1275 Strickkleider. Kunstseidenmusterung, mo- 975 1475 derne Ausführung, in nenen Frühjahrsfarben Damen- Strümpfe od. Herren- Socken 95P prima Qualitäten.. BeidenElegante Damen- Sportstrümpfe forcin farbig, mit Laufmasche, pa. engl. Fabrikat...... 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Sun Abschluß seines Geschäftsfahres hat der Bezirksverigen 73 Sozialbemofraten, darunter 9 Frauen; in den Bund Berlin der Sozialdemokratischen Partei Bezirksversammlungen ist die Partei durch 261 Bezirksverordnete wieder einen umfangreichen Tätigkeitsbericht erscheinen vertreten, unter denen sich 34 Frauen befinden. Von den Bezirkslassen, ber dem Bezirksparteitag am Sonntag vorliegen wird. bürgermeistern gehören 10 der Sozialdemokratischen Partei an, von den befoldeten Stadträten 48. Ein Jahr Bürgerblod", das war das Kennzeichen, unter bem fid, die Arbeit des Bezirksverbandes im vergangenen Jahre abspielte. Der Kampf der Reichstagsfraktion gegen den Bürgerblod fand fräftigste Unterstützung bei der Mitgliedschaft. Bereits am 10. Februar des vergangenen Jahres wurde der Kampf mit einer Riesenfundgebung im Sportpala st aufgenommen, in ber acht Reichstagsabgeordnete unserer Partei zu der politischen Ronstellation sprachen. Mit derselben Begeisterung, mit der der Rampf gegen die Reaktion im Reiche aufgenommen wurde, tritt auch jetzt die Berliner Sozialdemokratische Partei in den Wahlfampf ein; fie wird zum Siege führen! Trotz der riesigen Arbeitslosigkeit, die zum Beispiel die 21. Abteilung so start betraf, daß über ein Drittel der Mitglieder ohne Erwerb war, ging es doch überall in der Organisation mit Riesenschritten vorwärts. So tonnte unter vielen anderen die Abteilung Baumschulenmeg berichten, baß in dem verhältnismäßig fleinen Ort der sozialdemokratischen Parteiorganisation über 400 Mitglieder angehören, mährend es die Kommunisten noch nicht auf 50 gebracht haben. Alle Parteien in diesem Orte beschränken sich auf Mitgliederzufammenfünfte, fie magen es nicht, öffentliche Bersammlungen zu veranstalten. Der Bericht des Betriebssetretariats verzeichnet in allen Gewerkschaften ein startes Zurüdgehen des kommunistischen Einflusses. Aus einer ganzen Anzahl von Ortsverwaltungen konnten die Kommunisten hinausgewählt werden. Die Beamten agitation Beamtenagitation wurde im Laufe des Jahres dem Betriebssekretariat angegliedert; In einer großen Anzahl von Kursen und Vorträgen wurde der es hat sich gezeigt, daß diese Verbindung recht vorteilhaft war. Freie Sozialistische Hochschule. Arbeiterbildungsschule fissa- 3 eds Sonnabend, 31. März 1928 Gohrisch( Elbe) abhalten, der von 33 Berliner und 6 sächsischen Frauen besucht war. Daneben wurden viele Sonderkurse über die verschiedensten Themen abgehalten. Erfreulich ist das ständig wachsende Interesse der Kreise für die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt. Das neue Pflegeamt der Stadt Berlin legt feit seinem Bestehen großen Wert auf die Mitarbeit der Arbeiterwohlfahrt, die ihm geeignete Helferinnen benennt. Die meisten Kreisleitungen halten Sprechstunden ab, in denen die Hilfefuchenden beraten werden. Der Kindergarten in der Blumenstraße erfreut sich bei den fleinen Schüßlingen und ihren Eltern immer größerer Beliebtheit. Er nimmt durchschnittlich 45 bis 50 Kinder auf. Aehnlich ist es im Kinderhort Danziger Straße. In das Friedrich Ebert Heim in Tännich entsandte die Berliner Arbeiterwohlfahrt während der großen Ferien 45 Kinder zur Erholung, das August Bebel Heim in Gohrisch beherbergte während des ganzen Jahres bis zu 65 fleine Gäste im Alter von 6 bis 14 Jahren, die alle durchschnittlich sechs Wochen bort blieben. Die Kurerfolge werden allgemein so hoch bewertet, daß die volle Belegung des Heims gesichert ist. Der Kampf um das Reichsschulgesetz gab der Bewegung der Elternbeiräte und dem Kampf um die Errichtung weltlicher Schulen neue Impulse. Die Stellungnahme des Kieler Parteitages zur weltlichen Schule hat die nachhaltigste Förderung der Bewegung gebracht, und so konnten zu Ostern 1927 fünf neue weltliche Schulen errichtet werden, und zwar im Bezirk Prenzlauer Berg 2, Friedrichshain 2, Kreuzberg 1. Auch in Schöneberg gelang es der zähen Arbeit der freien Schulgemeinde, wenigstens die Genehmigung für die Einrichtung von Sonntag, den 1. April, 19 Uhr, in den Wandelhallen des vier Klaffen zu erwirten, während in Köpenid eine ganze Schule Abgeordnetenhauses, Prinz- Albrecht- Straße eingerichtet werden konnte. Seit dem 1. November vorigen Jahres besitzt Berlin 42( weltliche) Sammelschulen Geselliger Abend Bartel stets für die Hörer, Lehrer und Freunde der Schulen. Sozialdemokratische Bartet ftets geEintrittskarten zum Preise von 50 Pf. sind durch die Obleute der Kurse der genannten Schulen, sowie durch den Reichsausschuß für sozialistische bildungsausschuß, Lindenstr. 3, 2 Hof, 2 Treppen, Zimmer 8, zu beziehen. und drei Filialen mit 556 Klaffen, in denen 9367 Knaben und 8754 Mädchen unterrichtet werden. So wie es die Berliner Sozialdemokratische Partei stets gewohnt war, erfolgte auch im vergangenen Geschäftsjahr die Errechnung des Mitgliederbestandes nach der Zahl der umgesetzten Bildungsarbeit, Lindenstr. 3. 1. Hof links, 3 Treppen und durch den Bezirks- fammlung im Sportpalast in 10 000 Eremplaren, bei der MaiBeitragsmarken. Danach konnte eine Steigerung auf 53 873 Mitglieder Mitgliedschaft die Weiterbildung ermöglicht. Ein Ferienfurfus in Oberkiezmühle bei Freienwalde war von 28 Teilnehmern besucht. Kundgebungen des Kulturkartells, eine Pestalozzi- Feier, proletarische Feierstunden, eine Revolutionsfeier im Großen Schauspielhaus, fünf Theatervorstellungen, eine Sonnenwendfeier im Boltspart Neukölln, eine Morgenfeier und eine Maifeier im Rund. funt sind das Ergebnis der Arbeit des Bildungssekreta riats. Auch die Jugendbewegung des Bezirksverbandes machte erfreuliche Fortschritte. Nachdem die von den Kommunisten in spirierte Opposition" durch den Ausschluß erledigt war, fonnte wieder mehr an den Ausbau der Organisation gedacht werden. Die 3ahl der Ausgeschlossenen ist durch neugeworbene Mitglieder voll erfegt werden, und am Schluß des Geschäftsjahres war fogar ein beträchtliches Wehr an Mitgliedern vorhanden. Die Sozialistische Arbeiterjugend hat sich mit eigenen Veranstaltungen und mit der Teilnahme an der allgemeinen Bartelarbeit start hervorgetan. Das Frauenfetretariat fonnte feststellen, daß etwa gegenüber 45 087 im Jahre 1926 festgestellt werden. Die Bezirks verbandstaffe fonnte in Einnahmen und Ausgaben für reine Mit. gliedsbeiträge mit 361 964 m. abschließen. Die Besamtbilanz ergibt einen guten Bestand an verfügbaren Mitteln. In 1261 Mitgliederversammlungen beschäftigten sich die Angehörigen der Partei mit organisatorischen und politischen Fragen und nahmen Referate über Wirtschaftspolitik und Kulturprobleme entgegen. In ehrenamtlicher Tätigkeit wurden nicht weniger als 3854 500 Flugblätter und 45 000 Broschüren verteilt. In ber Berbewoche selbst tam unter anderem eine Extraausgabe des Vorwärts" in einer Auflage von 1 350 000 Eremplaren und ⚫ weiteres illustriertes Werbematerial in der doppelten Auflage zur Berbreitung. Der Erfolg dieser außerordentlichen Parteiarbeit war Die Aufnahme von über 5000 neuen Mitgliedern. In die Berichtszeit fällt auch die Ausgestaltung ber Abend ausgabe des„ Borwärts zum Abend". Diese achtfeitig erscheinende Spätausgabe bes Borwärts" fommt den Bedürfnissen der Ber. finer Barteigenossenschaft in größerem Umfange nadh, als es die folange erschienene Abendausgabe des Borwärts" vermodyte. 30 Proz. aller weiblichen Parteimitglieder erwerbstätig Es mar auch im vergangenen Jahre das Mertmal der Berliner Rommunalpolitit der Partei, daß durch die Taktik und find. 14 Broz. der Frauenmitglieder find in Betrieben, der Rest das Berhalten der Kommunisten im Rathause der sozialdemokratische neben der hausfraulichen Tätigkeit als Heimarbeiterinnen, zum Teil Einfluß beschränkt wurde, und daß die Politit der kommunistischen als Zeitungsträgerinnen oder Butzfrauen, tätig. In diesen Angaben Fraktion besonders durch die rechte Seite des Hauses eine über spiegeln sich die sozialen Berhältnisse in der Arbeiterschaft GroßGebühr große Bedeutung erhielt. Die kommunalpolitische Arbeit Berlins flar wieder. Auf dem Internationalen Frauentag und in fteht natürlich in engem Zusammenhang mit der sonstigen Tätig großen Werbeveranstaltungen traten die Frauen mit gutem Erfolge beit der Partei in den bezirklichen und zentralen Körperschaften in die Deffentlichkeit. Auf Antrag des Frauenausschusses ließ der der Stadt. In der Stadtverordnetenversammlung Bezirksverband einen Wochenendkursus im August- Bebel- Heim in " Das Parteiorgan, der Vorwäris", wurde bei der Berdemonstration in 200 000 und bei der Antikriegsdemonstration am 1. August auf dem Wittenbergplay in 18 000 Eremplaren to stenlos verteilt. Durch die Botenfrauen und durch die einzelnen Abteilungen wurden im Laufe des Jahres zu Agitationszweden 611 305 Ausgaben des„ Vorwärts" in die Bevölkerung gebracht. 26 000 Säulenanschläge, 4 Werbefilme, Reflame in vierzig Kinos und die Wanderschrift an der Friedrichstraßenpassage besorgen da neben die Agitation für die Zeitung. Die Arbeit in der Partei wirfte sich auch in vielen Unter organisationen aus. De Jungsozalisten, die Mieter, die Elternbeiräte, die sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen, die Kinderfreunde, die Mitglieder der Genossenschafts- und Sportbewe gung haben ihre eigenen Versammlungen und Zusammenkünfte, in denen sie ihre Spezialfragen bearbeiten. scher Hilfsarbeit die Sozialdemokratische Partei als eine MusterSo stellt sich im organisatorischen Aufbau mie in parteigenössiorganisation dar, bis im bevorstehenden Wahlkampf gegen den Bürgerblock an der Spike stehen wird. Aus der Partei. Biftor Adler, Ferdinand Hanusch und Jakob Reumann, alle bret unvergessen als Vorfämpfer der österreichischen Arbeiterbewegung, Schöpfer der deutschösterreichischen Sozialgesetzgebung und erster Bürgermeister des roten Wien, erhalten ein gemeinsames Denkmal Todestag ist, am 12. November, ist die feierliche Enthüllung. Stifter neben dem Parlament. Am Staatsfeiertag, der auch Viktor Adlers sind die Gewerkschaften, die Genossenschaften und die Arbeiterkammer. Die Stadt Wien gibt den Play und wahrscheinlich auch einen Geldbetrag dazu. Jede soll zu Osten wissen beige- rosé, aparies Modell. 1150 haselnuß, echt 12.50 L. XV.- Abs. dab wir in Auswahl, Preiswürdigkeit und Qualität an der Spitze marschieren. Hier einige Beispiele unserer Leistungsfähigkeit. Damen- Pumps die große Mode, echt LXV- Abs., beige- rosé 14.50, mode Damen- Stegspangenschuhe echt LXV- Abs., pfirsich Damen- Spangenschuhe beige- rosé mit brauner Chevreaublende. 1250 14.50 1650 101 hds4 C, Spittelmarkt 14 181N, Friedrichstraße 130 N, Brunnenstraße 37 N, Müllerstraße 3 N, Danziger Straße 1 N, Rosenthaler Straße 14 Herren- Halbschuhe braun Boxkalf, rassige, spitze Form, rings weiß gedoppelt, 1850 feinste Rahmenarbeit. Herren- Halbschuhe braun Rindbox, gefällige Form 1190 13.90, wie Abbildung • . 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Gold- Hypotheken- Darlehnsforderungen abzüglich Amortisation RM. pf 2302 717 17 9 037 008 35 5 289 445 35 9803 754 81 GM. 210 286 496,97 464 000,95 3461 076 20 209 822 496 02 ( davon im Gold- Hypothekenregister eingetragen GM. 207 867 377,17) m Gold- Hypothekenregister als Ersatzdeckung eingetragene Wertpapiere. Hypotheken- Darlehnsforderungen aus Rentenbank- Kreditanstalt Hypotheken- Darlehnsforderungen aus Rentenbank- Kreditanstalt ( Golddiskontbank) Hypotheken- Darlehnszinsen Rückständige Hypotheken- Darlehnszinsen Roggen- Kommunal- Darlehnsforderungen( im Roggen- Kommunal- Darlehnsregister eingetragen) abzüglich Amortisation. Ztr. 224 250 20 038 Gold- Kommunal- Darlehnsforderungen abzüglich Amortisation 3642 578 7824 822 22 9 033 6901508 767 10 314 393 29 Ztr. 204 272 a 11,925 RM.. 2 435 228 10 GM 81 643 471,50 948 600, 80 694 871 50 ( davon im Gold- Kommunal- Darlehnsregister GM. 80 057 400,-) Kommunal- Darlehnszinsen Rückständige Kommunal- Darlehnszinsen Verschiedene Debitoren Grundstückskonto: Bankgebäude Unter den Linden 48/49 Mittelstraße 53/54 • Passiva. Aktienkapital: Stammaktien Vorzugsaktien Reservefonds: Gesetzlicher Spezieller Pensionsfonds Central- Goldpfandbriefe eingetragen RM. 6 250 000, 1 100 0 0, Central- Roggenpfandbriefe 5% Ztr. 290 237 à 11,925 RM. 322 250 92 951 30 2 353 496 90 3496 000 351 343 547 23 RM. 18 000 000 200 000 pt 7350 000 734 563 44 3461 076 20 41% Ausgabe I GM. 124 000, 42% 67 439 590, 99 5% 5 082 600, 10 6% 10 677 600, 9 62% 10 000 000, 30 7% 27 398 900. 99 74 446 700, 99 7 291 100, 22 900, 202.483 390 7 824 822 22 9 033 690 8% 10% Noch einzulösende ausgeloste Guthaben, der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt Guthaben der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt( Golddiskontbank) Roggen- Kommunalschuldverschreibungen 5% Ztr. 204 212 a 11,925 RM Gold- Kommunal- Schuldverschreibungen: 5% GM. 60 7% 1219 2 435 228 10 2 207 240, 5 407 700, 23 450 000, 8% 0 39 765 800, 10% 7 080 950, 61 850, 77 973 540 6876 686 60 26 126 40 RM. • 33 672,85 420, 34 092 85 248 527 37 199 223 14 Noch einzulösende ausgeloste Zu zahlende Zinsscheine Noch nicht abgehobene Dividende Vorausbezahlte Hypotheken- Darlehnszinsen Vorausbezahlte Kommunal- Darlehnszinsen. 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