BERLIN Sonnabend, 31. März Der Abend Erfoeint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr. 8 Spätausgabe des„ Vorwärts " Anzeigenpreis: 10 Pf. Nr. 156 B 78 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Pofticheck konto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Der Reichstag ist aufgelöst! Schlußreden von Marx und Löbe. Die letzte Stunde. Berunglückter Obstruktionsversuch der Deutschnationalen. Bei stark besetztem Haus und überfüllten Tribünen eröffnete heute mittag 12 Uhr Präsident Löbe die letzte Sigung des am 7. Dezember 1924 gewählten Reichstags. Als Präsident 2öbe gleich zu Beginn mitteilte, daß an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Rheinländer ein anderer Zentrumsmann in den Reichstag einge. treten sei, gerieten alle Zuhörer in langandauernde Heiterkeit. Es folgte mun zunächst die dritte Lesung des Handelsvertrages mit Griechenland, deren Erledigung in der gestrigen Sigung die Deutsch nationalen verhindert hatten. Auch heute noch machten fie einen Obstruttionsversuch; ihr Abgeordneter Wallraf murmelte etwas davon, daß die gestern beantragte Ueberweisung an den Handelspolitischen Ausschuß nicht das richtige gewesen wäre, man möge den Handelsvertrag doch dem Auswärtigen Ausschuß überweisen. Präsident Löbe wandte ein, daß der Auswärtige Ausschuß wohl nicht mehr zusammentreten werde, es täme für einen derartigen Wunsch vielleicht der leberwachungsausschuß in Frage. Abg. Hilferding( Soz.): Als der Vertrag im Handelspolitischen Ausschuß nochmals beraten werden sollte, haben die Deutschnatio nalen Widerspruch erhoben. Wir sehen feinen Grund zu einer nochmaligen Ausschußberatung und haben gegen eine solche im Ueberwachungsausschuß auch verfassungsrechtliche Bedenken. Abg. v. Richthofen( Dem.) findet es merkwürdig, daß eine Regierungspartei, die doch auch die Verantwortung für diesen Vertrag habe, ihm noch im letzten Augenblick Schwierigkeiten zu bereiten sucht. Der deutschnationale Verschleppungsantrag wird dann unter mitleidiger Heiterkeit gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Haten freuzler und Stalin- Kommunisten abgelehnt, der deutschgriechische Handelsvertrag selbst ohne Debatte in dritter Lesung verabschiedet. Es folgt dann der zweite Punkt der Tagesordnung: Entgegennahme einer Regierungserklärung. Das Auflösungsdekret. Reichstanzler Dr. Marg: In der Reichstagsfizung vom 27. Fe bruar hat mein Stellvertreter Hergt das Arbeitsprogramm vor gelegt. Es war notwendig geworden, da die Berhandlungen über das Reichsschulgesetz gescheitert waren, aber dringende Aufgaben im Interesse des deutschen Volkes und der deutschen Boltswirtschaft ihrer sofortigen Lösung harrten. Das Arbeitsprogramm mußte in engen Grenzen gehalten werden. Um so notwendiger war es, es in seinen einzelnen Teilen forgsam gegeneinander abzuwägen und dafür zu sorgen, daß es als einheitliches Ganzes seine gesetzgeberische Erledigung findet. Das ist geschehen, die Reichsregierung spricht ihre Befriedigung und ihren Dant dem Hohen Hause, dem Herrn Bräsidenten und allen Frattionen aus, die sich, unbekümmert um ihre politische Einstellung zur gegenwärtigen Reichsregierung, diefer posis tiven Arbeit bereitwillig unterzogen haben. Die Erledigung des Arbeitsprogramms hat zwingenden Bedürfnissen des deutschen Volkes, ja vielfach der bittersten Not ganzer Bevölkerungsgruppen und Lebensnotwendigkeiten des deutschen Wirtschaftslebens Rechnung getragen. Dant hingebungsvoller Arbeit ist auch die rechtzeitige Fertigstellung des Etats und des Nach tragsetats gelungen. Das deutsche Bolt hat damit vor dem 3n- und Auslande bewiesen, daß es über alle politischen Schwierigkeiten hinweg die Ordnung in feiner eigenstaatlichen Wirtschaft zu erhalten und immer weiter zu befestigen imffande ist. Am 27. Februar hat die Reichsregierung erflärt, daß gemäß ihrer Rundgebung vom 18. Februar der Erledigung des Arbeitsprogramms die Auflösung des Reichstags fich anschließen werde. Da diese Voraussetzung erfüllt ist, hat der Reichspräsident meinem Antrag entsprechend folgende Verordnung vollzogen: Nachdem der Reichstag mit dem gestern verabschie deten Gesetz das sogenannte Notprogramm erledigt hat und da nicht zu erwarten ist, daß noch weitere größere gesetzgeberische Arbeiten in dieser Wahlperiode zum Abschluß gebracht werden können, löse ich auf Grund des Artikels 25 der Reichsverfassung den Reichs. tag auf. Berlin, 31. März 1928. Der Reichspräsident: v. Hindenburg. Weiterer Bericht auf der 2. Geite) " Liebestragödie in Charlottenburg. Bericht auf der 2. Seite. Der erste Ostsee- Kinderzug. Gestern ist der erste Sonderzug mit schwächlichen Berliner Kindern vom Stettiner Bahnhof aus zum Osteraufenthalt an die Ostsee gerollt. Im ganzen sollen in diesem Jahre etwa 70 000 Berliner Kinder in die verschiedensten Gegenden des Reiches verschickt werden. Stuhlbeinschlacht in Oranienburg. Höllein- Jaddafch machen Schule. Unsere Genossen im Reiche wissen jetzt, was sie im Wahlkampf von kommunistischer Seite zu erwarten haben. Es wird ihre Sache sein, in sozialdemokratischen Bersammlungen die Ordnung aufrecht zu erhalten und alle Störungsversuche mit der gebotenen Energie zu unterdrüden, Neue Erdbeben registriert. Der Herd noch unbekannt. Die Taftit der Kommunisten im Reichstag aus Anlaß der Bes| eine andere Tür wieder im Saal. Der Standal setzte sich dann auf ratung des Amnestiegesetzes macht draußen im Lande Schule. Gestern der Straße fort. abend fand in Oranienburg eine öffentliche Wählerversammlung statt, in der der sozialdemokratische Abgeordnete und Gauleiter des Reichsbanners" Stelling über" Der Kampf um die Macht im Staate" sprach. Die Kommunisten erschienen während des Vortrages und zeigten sofort ihre Absichten. Noch während des Refetats versuchten fie nämlich, die zwischen den Stuhlbeinen befindlichen Latten herauszuziehen, um sich rechtzeitig in den Besitz von Schlagmaterial zu setzen. Der Vortrag Stellings wurde dauernd in einer geradezu müsten Weise unterbrochen. Wiederholt mußte Stelling feine Ausführungen unterbrechen, damit die Schreihälse, denen durch eine Reichsbannerkapelle Baroli geboten wurde, sich austoben tonnten. Nach Beendigung des Vortrags nahm ein Kommunist Schulz, angeblich aus Berlin, das Wort, um die Sozialdemokratie in der althergebrachten Weise zu beschimpfen. Nach seinen Ausführungen stimmten die Kommunisten die Internationale an, während die Reichsbannerkapelle das Reichsbannerlied intonierte. Plöglich stürzte einer der Kommunisten mit erhobenem Stuhl auf die Reichsbannertapelle los, womit das Zeichen zu einem müften Handgemenge gegeben war. Die Polizei mußte eingreifen und von dem Gummiknüppel Gebrauch machen. Nachdem die Kommuniften bei der einen Tür hinausgedrängt waren, erschienen fie durch Hamburg, 31. März. Die Hamburger Hauptstation für Erdbebenforschung registrierte in der letzten Nacht ein sehr heftiges Erdbeben. Die erste Welle traf um 1,34 Uhr ein. Der Herd dürfte etwa 2200 kilometer von Hamburg entfernt sein. Wien, 31. März. Die Seismographen der 3entralanstalt für Meteorologie registrierten heute nacht um 1,33 Uhr den Beginn eines sehr schweren Erdbebens, deffen Herd von Wien etwa 1400 kilometer entfernt fein dürfte. Der Marimalausschlag der Apparate betrug in Ost- West- Aufzeichnung 150 millimeter. Das Ende des Reichstags. Tragödien des Lebens und der Liebe ( Fortsetzung von der Präsident Löbe: Danach sind unsere Arbeiten beendet. Borher aber hat Abg. Dr. Scholz noch um das Wort gebeten. Abg. Dr. Scholz( D. Bp.): Gern würde ich in diesem Augenblid die vorbildliche Arbeit unseres verehrten Herrn Präsidenten in fängeren Ausführungen würdigen, wenn ich nicht befürchten müßte, er selbst wiefe mich darauf hin, daß ein aufgelöster Reichstag fich nicht mehr in längeren Gefühlsäußerungen ergehen dürfe.( Heiterfeit.) Deshalb gestatten Sie mir in aller Kürze, aber desto größerer Wärme den Dant des Hauses unserem verehrten Herrn Präfis denten auszusprechen( Lebhafte Zustimmung), für seine liebenswürdige und humorvolle, aber auch strenge, energische und feste Zügelführung, die uns in erster Linie ermöglicht hat, die schwierigen Aufgaben glatt und zu dem selbstgewählten Zeitpunkt zu Ende zu bringen. Ich glaube im Sine unseres Präsidenten zu sprechen, wenn ich diesen Dant ausdehne auch auf die Herren Bizepräsidenten, die Schriftführer, die Reichstagsverwaltung mit ihren Beamten, die alle in hingebungsvoller Pflichterfüllung ihr gutes Teil zu dem Erfolg beigetragen haben.( Beifall.) Präsident Löbe: Dem Borredner und Ihnen allen danke ich und glaube, daß seine Borte vielleicht weit über das hinausgehen, was meine Tätigkeit verdient; vollen Anteil daran haben die übrigen Mitglieder des Borstandes, die mich stets, nicht nur im Fall meiner Behinderung, auf das beste unterstützt haben. Besonders darf ich das von dem Herrn Bizepräsidenten Rießer sagen, den sein Alter nicht gehindert hat, mir immer beizustehen.( Beifall.) In den harten Meinungsfämpfen, die oft durch diesen Saal gehen, hat sich der Borstand bemüht, jeder Gruppe und jeder Strömung Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Es können Situationen eintreten, in denen einzelne behaupten, das sei uns nicht ganz gelungen. Vielleicht ist das richtig, aber die gute Absicht, den guten Willen wird man uns nicht abstreiten dürfen. Die sachliche Arbeit des Reichstags hat draußen vielleicht gegenüber den 3 wischenfällen nicht immer die richtige Beurteilung gefunden. Zwischenfälle sind vielleicht geräuschvoller, aber gewiß nicht wichtiger als die sachliche Arbeit.( Sehr wahr!) Der Inhalt der beschlossenen Gesetze bildet den Gegenstand der Parteifämpfe der Vergangenheit und der Zukunft, aber auf unsere geschäftliche technische Arbeitsleistung darf ich noch hinweisen. Es besteht kein Zweifel, daß eine Anzahl größerer, lange geforderter dringender Gesetze von uns geschaffen worden sind, und daß die pünktliche Erledigung des Haushaltsplans in den drei letzten Jahren und in diesem Jahre auch die des Notprogramms gezeigt haben, daß der Reichstag seine Aufgaben zu erfüllen vermag. Aus der letzten Zeit nenne ich nur das Liquidationsschädengeſetz, die Beamtenbesoldungsreform, die Gesetze über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversorgung, über Arbeitsgerichte, das Knappschaftsgefeß, die Steuerreformen und die Handelsverträge. In immer wachsendem Maße wird die Arbeit vom Plenum in die Ausschüsse nerlegt, und ein Blick von der Tribüne auf diesen Saal gibt kein vollständiges Bild unserer Arbeit.( Lebhafte Zustimmung.) Allein die Arbeit des Haushaltsausschusses unter der Führung unseres Kollegen Heimann hat ihm taum einen freien Tag ge= laffen und ihn oft bis in späte Abendstunden in Anspruch genommen. Der Sozialpolitische Ausschuß unter der Führung des Bizepräsidenten Esser hat in den 3 Jahren fast jede Plenarsizung mit einer eigenen Sigung begleiten müssen. Für diese Verschiebung mird eine zufünftige Parlamentsreform auch die formale Anpassung finden müssen.( 3ustimmung.) Nochmals dante ich der Verwaltung vom Direttor bis zu den Amtsdiernern und Arbeitern für ihre musterhafte und aufopfernde Tätigkeit.( Beifall.) Wir aber, die wir zu unseren Wählern zurüdfehren, fprechen für fie und uns den Wunsch aus, daß der bevorstehende Kampf fich nicht an unerfreulichen Reden und Ereignissen ein Beispiel nehme; der Kampf möge fo geführt werden, daß, wenn wir uns im neuen Reichstag wieder begegnen, wir nicht aneinander vorbeisehen müffen.( Lebhafte Zustimmung.) Und so gehen wir auseinander unter dem Ruf: Das deutsche Bolt, dem zu dienen wir uns bemüht haben, die deutsche Repubilt, fie leben hoch! Die Abgeordneten und fämtliche Anwesenden haben sich erhoben und stimmen in das dreifache Hoch des Präsidenten ein. Als die Horufe verhallt find, hört man von den Bänken der Kommu nisten ein unartituliertes Getreisch, aus dem einige Niederrufe herausgellen. Langsam leert sich der Saal, das vierte Parlament der deutschen Republit ist zu Ende. Selbstmord eines Rechtsanwalts in der Badewanne. Nach dem furchtbaren Abschluß eines langen Chelebens, einer hinterlassenen Aufzeichnung ist Meißner infolge eines das sich gestern in der Senefelderstraße in der Wohnung des Nervenzusammenbruches in den Tod gegangen. Botschaffners Stephan ereignete, beschäftigte heute früh eine Liebestragödie die Samariter der Feuerwehr. Durch schwache Hilferufe und Stöhnen wurde heute um 5% Uhr eine Frau in der Gueridest r. 21 in Charlottenburg auf das Zimmer ihres Untermieters, eines 24 Jahre alten Möbelpolierers Hermann Timm, aufmerksam. Sie nahm zugleich einen starten Gasgeruch wahr und benachrichtigte die Feuerwehr und das 126. Revier. Man fand Timm und seine Geliebte, eine 22 Jahre alte Gertud K., in bedenklichem Zustande im Bette liegen. Das Zimmer war mit Gas gefüllt. Von der Gasrohrleitung war die Düse mit dem Hahn abgeschraubt. Sie leg unter dem Bett. Die Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr hatten bei beiden Erfolg. Das Mädchen fonnte auch bereits vernommen werden, Timm dagegen noch nicht. Nach kurzen Aufzeichnungen schien es, daß die beiden die Absicht gehabt hätten, gemeinsam in den Tod zu gehen, das Mädchen bestreitet es jedoch. Sie hatte, wie sie sagt, Timm gegenüber geäußert, daß sie sich von ihm trennen wolle. Troß dem aber hatte sie gestern abend mit ihm noch verschiedene Lokale besucht und beide waren dann in seine Wohnung gegangen. Um 5% Uhr war das Mädchen infolge großer Uebelkeit erwacht und hatte fich gerade noch durch Rufe bemerkbar machen fönnen. Im Hotel erschoß sich gestern abend der 35 Jahre alte frühere Landgerichtsrot Rechtsanwalt Otto Meißner aus Stettin, der im Laufe des Tages in Berlin eingetroffen und Unter den Linden abgestiegen war. In einer halbgefüllten Badewanne liegend, schoß er fich aus einer Mauserpistole eine Kugel in den Mund. Das Geschoß durchschlug den Kopf und trat oben wieder heraus. Nach Marfe Spucknapf. Landsberg VT Go tämpfte die KPD. im Reichstag für die proletarische Einheitsfront! Urteil eines Arbeiters. An demselben Tage, an dem die Kommunisten die Redner tribüne des Reichstags stürmten und die standalösen Tumult Szenen entfesselten, schreibt uns ein Arbeiter folgende Zeilen: Der Bau des Panzerfreuzers fraglich! Reichstag zu besuchen. Ich war bis jetzt immer noch für fraglich! eistag war bis immer für Hatte jetzt öfters Gelegenheit, da ich arbeitslos bin, den eine Einheitsfront mit den Kommunisten. Jetzt bin ich Säge zur Sache, und dann die Sozialdemokratie ist schuld. Ich glaube, daß es heute regnet, da ist auch die Sozialdemokratie schuld. Wer diefen Leuten noch nachläuft, dem ist nicht zu helfen. Ein Rompromiß der Regierung mit dem Reichsrat. Heute vormittag 11 Uhr ist der Reichsrat zu einer nicht öffentlichen Sigung zusammengetreten, die 4 Stunden gedauert hat. Er genehmigte den Handelsvertrag mit Griechenland, und zwar ausnahmsweise in diesem Falle einmal, obwohl der Reichstag die dritte Lesung noch nicht vorgenommen hat. Allerdings dürfen an den Bertrag gemäß der Abmachung zwischen beiben Regierungen Aenderungen nicht vorgenommen werden. Der Reichsrat genehmigte auch das gestern vom Reichstag verabschiebete Gefeß über das Berbot des affenhandels nach China fomie die Rentenbankvorlage. Da der Reichsrat den Bautredit für den Panzerfreuzer abgelehnt, ber Reichstag ihn aber angenommen hat, bestand hier noch bie Möglichkeit einer Komplitation, wenn nämlich der Reichsrat gegen den Reichstagsbeschluß Einspruch erhoben hätte. Er hat das aber nicht getan; es ist vielmehr eine Einigung zustandegekommen, monach bis zum September nur Bauvorbereitungen erfolgen, jo daß die kommende neue Reichsteglerung noch die Möglichkeit der Enffcheidung über den Bau selbst haben wird. Eine Entschließung dieses Inhalts wurde vom Reichsrat an genommen. Cambridge- Oxford. Der Sieger: Cambridge. Condon, 31. März. Ja dem flaffischen Radermettkampf der beiden Univerfitäten Orford und Cambridge fiegte heute die Mannschaft von Cambridge. betehrt. Es kann ein Kommunist sprechen, wer will: ein paar Dieses Urteil eines einfachen Mannes fennzeichnet das Gestammel der kommunistischen Führer und ihrer Presse, die jetzt jede Schuld an dem schamlosen Ueberfall auf den sozialbemokratischen Redner zu bestreiten sucht, besser als noch so lange fritische Ausführungen. Wehmutszähren. Sugenbergs Trauer über das Barmaturteil. In der Hugenberg- Bresse stöhnen unter verzweifeltem Händeringen ein paar Schreiber, in denen man unschwer die Kußmann Knoll Gestalten erkennt, ihren Schmerz über das Barmat- Urteil aus. Wir wollen die Trauer der Herrschaften über den fläglichen Mißerfolg ihrer jahrelangen Hezarbeit nicht stören. Wir nehmen auch den letzten Berzweiflungsaft nicht tragisch, nämlich daß der Lag" ein brei Jahre altes, Don Herrn Kußmann in Holland aufgenommenes und merkwürdigerweise durch Haussuchung bei Knoll vorgefundenes Protokoll eines Mannes veröffentlich, der in bezug auf Glaubwürdigkeit und Bauterteit seiner Motive mit dem berühmten Zeugen Tannenzapf um die Krone ringen mag Aber erheiternd ist es, wenn man in derselben Bresse die sonst jeden Angriff auf die Justiz als Majestätsbeleidigung zurückweißt, lefen kann, daß das Barmat- Urteil im Ramen Heilmanns" ergangen sei, und daß die Kammer des Landgerichtsdirektors Neumann unter | Sieben Brandstifter auf einmal. Wie aus Die betrügerischen Gutsbesitzer. Prager Spezialtriminalfommissare in dieser Woche die Eheleute Leitmerig gemeldet wird, wurden durch Prager Spezialkriminalkommissare in dieser Woche die Eheleute Hillebrand und der Chauffeur Karl Malte in Rutta bei Auscha verhaftet. Bor einigen Wochen war das Haus des Produktenhändlers Hillebrand samt Autogarage und Auto abgebrannt, und der Schaden war mit 275 000 r. angegeben. Diesen Brand hat der Chausssseur Malke, der mit der Gattin des Chefs ein Verhältnis unterhielt, auf Anstiften mit Schießpulver gelegt. Nun fam auch heraus, daß der frühere Chauffeur Gierschig im Vorjahre bei Leipzig das Laſt auto des Hillebrand auf dessen Anordnung ebenfalls mit Schießpulver und Lunte angezündet hatte. Auch Gierschig wurde verhaftet. Auch im Jahre 1922 hat Hillebrand die ihm gehörige Sedermühle in Leitmeriz angezündet. Er und sein Bruder Jareslaus haben ihre Güter ohne einen Pfennig Bargeld erworben, und durch die hohen Versicherun gen wurden sie reiche Leute. Auch die Mühle war durch Schießpulver, und zwar von dem Kutscher des Hillebrand, angezündet worden. Weil wieder eine eifersüchtige Frau im Spiele war, wurde der ganze Betrug aufgedeckt. Es wurden daher Adolf, Josef und Jaroslaus Hillebrand, dessen Frau, die beiden Chauffeure und der Kutscher, also fieben Personen, als Brandstifter verhaftet. politischem Drud geurteilt habe. Die Krönung aber bildet folgender Saz im Hugenberg- ,, Tag": ,, Der Staatsboden ist ehemals hart, talt, nüchtern gewesen, er bot der Sumpfpflanze der Korruption feine Pflegestätte." Hugenberg muß es ja wiffen! Sein Berlag, der im Jahre 1914 durch eine statutenwidrige Kreditgewährung der Preußenfaffe auf höheren Befehl aus der Scherl- Masse dem berühmten 12- MannKollegium der Schwerindustrie zugeschanzt wurde, bildet ja das Musterbeispiel für den harten, nüchternen torruptionsfreien Staatsboden des alten Obrigkeitsstaates! Weiterbau des Europa- Hauses genehmigt. Eine Kompromißlösung. Der Streit um den Weiterbau des Europa- Hauses am Anhalter Bahnhof ist jetzt beigelegt worden. Auf Veranlassung des Kultusministeriums ist von den Architekten Bielenberg und Mofer ein abgeänderter Entwurf eingereicht worden, der den Forderungen des Ministeriums Rechnung trägt und den be anstandeten Innenhof beseitigt. Der Kompromißentwurf, der heute vom Ministerium genehmigt worden ist, stellt insofern eine Kompromißlösung dar, als die Rüdseite des 13geschossigen Baus blods nur bis zum vierten Stockwert aufgeführt werden darf, so daß in den Hof Licht und Luft eindringen kann. Das Bolkswohlfahrts ministerium hatte bekanntlich aus gesundheitlichen Gründen die vollständige Umbauung des Innenhofes beanstandet mit der Begrün dung, daß dann die untersten Stockwerte fein Sonnenlicht erhalten würden. Wie mir hören, ist das Europa- Haus auch nur als Bureaugebäude genehmigt worden, und die ursprüngliche Absicht, das Europa- Haus für Hotelzwecke nutzbar zu machen, fann nicht durchgeführt werden. Die Entscheidung des Volkswohlfahrtsministeriums ist sofort an das Polizeipräsidium weitergeleitet morden, das ebenfalls noch seine Genehmigung zu dem neuen Projekt, das bisher nur in einem Entwurf stizziert ist, geben muß. Es ist aber anzunehmen, daß auch hier eine Genehmigung er folgt und mit dem Weiterbau des Europa- Hauses in Kürze gerechnet werden kann. Die Südatlantifflieger in Tokio. Auf der Heimreise. Aus Tokio wird gemeldet, daß die französischen Flieger Cost es und Le Brig per Schiff in Tokio eingetroffen sind. Sie werden voraussichtlich am 7. April im Flugzeug nach Paris zurückkehren. Costes und Le Brig hatten am 15. Oftober den Südatlantik überquert und waren in Port- Natal in Brasilien gelandet. Dean unterließen sie genau so wie feinerzeit die Weltflieger Brod flug durch Amerika unternommen. Den Flug über den Stillen Im Anschluß an diese fliegerische Leistung hatten sie einen Rundund Schlee. Im Schiff überquerten sie die weite Wasserwüste. Im Flugzeug werden sie dann versuchen, nach Paris zurückzukehren. Start der Ozeanflieger wieder verschoben. London, 31. März. Nach Mitteilungen vom Flugplaz Baldonel ist der Start der Bremen" um einen weiteren Tag verschoben worden. Der Boden des Flugplages ist noch so aufgeweicht, daß das Flugzeug nicht hätte abfommen können. Die Wetterlage hat sich anscheinend günstig gestaltet. Der Wind hat sich nach Süd- SüdOft gedreht. Eröffnung des neuen Bahnhofs Wannsee. Die seit Jahresfrist im Umbau begriffenen Anlagen des Bahnhofs Wannsee find soweit hergestellt, daß als Erstes bas neu errichtete Empfangsgebäude heute eröffnet werden kann. Die Bahnhofsanlagen, die infolge des ständig steigenden Verkehrs immer weniger den Anforderungen genügten, find durch zweckmäßigen Ausbau den Bedürfnissen der Gegenwart angepaßt worden. Daneben hat auch die fommende Elektrisierung der Strecke die Umbauten beeinflußt. Die Erneuerung der Anlagen bringt in erster Linie dem Aus= flugsverfehr gegenüber dem früheren Zustand erhebliche Erleichterungen. Diese werden aber erst im vollen Umfange in Erscheinung treten, wenn nach Fertigstellung eines britten Bahnsteiges etwa im Juli des Jahres der Umsteigeverfehr von der Wannseebahn in Richtung Botsdam und Stahnsdorf und umgefehrt sich auf ein und demselben Bahnsteig abwideln wird, so daß die Benutzung der Treppenanlagen und des Tunnels fortfällt. Miras Liebhaber. Oer Argentinier und sein Kammerdiener. Paris hat wieder seinen sensationellen Prozeh. Ein schwer- reicher Argentinier namens Pablo und sein Kammerdiener stehe> als Prozeßgegrrer vor den Schranken des Gerichts. Dieser Kammer- diener hatte nämlich die Tänzerin Mira, die in einer wxtriösen Pariser Bar allabendlich Gegenstand der Begeisterung war, zu seiner Liebsten erkoren. Mit ihr hatte er sich einige Zeit nach Cannes zurückgezogen. Dann war er zu seinem Arbeitgeber zurückgekehrt Der Argentinier hätte zu der Geschichte vielleicht nachsichtig ge- lächelt, wenn er nicht entdeckt hätte, dah die entführte Mra sein« eigene Freundin Blanche war. Diese Entdeckung entschied über das Schicksal des Kammerdieners:«r wurde entlassen. Der Diener reichte nun eine Gegenrechnung ein über einige hundert- tausend Franken, die er im letzten Monat für seinen Brotgeber ausgelegt hätte. Di« einzelnen Posten lauteten: Zigaretten 7000 Franken: Zigarren 15 000 Franken; chundefleisch 10 000 Franken: Auegaben für M i ra 50000 Franken. Dies« Gegenrechnung, besonders aber die für Mira liquidierten 50 000 Franken, machten den Argentinier für eine Weile sprachlos. Der Kammer- diener sah sich gleich nach einem Gerichtsvollzieher um und lieh die beiden Automobile des Argentiniers beschlagnahmen. Der also Geneppte erhob Klage: durch einen Privatdetektiv hatte er erfahre»:, daß sein ehemaliger Diener ein Bankguthaben von 750000 Franken besah Pablo nahm sich den berühmten Pariser Berteidiger Moro-Giofferi, und dieser machte dem Gericht klar, dah ein Kammerdiener von der Güte Pablos im Lause weniger Jahre sehr wohl dreiviertel Million ersparen könne, zumal der Argentinier täglich die Havanna mit einem Tausendfrankenschein anzündet«. Dem Pariser Richter dürft« die Entscheidung zwischen einem solchen Herrn und einem solchen Diener sicher nicht leicht sallens Der junge Gorilla, Der Berliner Zoologische Garten ist wieder im Besitz eine» iungen Gorilla, der ihm nach kurzer Akklimatisierung in Nizza überwiesen wurde. Der neue Gorilla ist etwa vier Jahre alt und trägt den Namen Bobby. Das Bild zeigt Bobby auf dem Arm des Wärters mit seiner Schimpansengefährtin Bubi. Reichsrichier unier Anklage. Prozeß IokubowSki und Prozeß Reichert. Zwei Richter vom höchsten deutschen Gericht stehen unter An- klage der Beleidigung. Der eine, Dr. Bewer, ist zwar schon pen- sioniert, der andere aber, Dr. Reichert, amtiert noch als Senats- Präsident und hat eben erst das Urteil in dem Landesverrats*- prozeß gegen Küster und Solomon gesprochen. Di« beiden Reichs- lichter sind von dem Herausgeber des.Tagebuch*, Leopold Schwarz- schild, wegen Beleidigung oerklagt worden. Denn Reichert ist der verantwortliche Redakteur der.Deutschen Richter- zeitung*. in der Bewer eine Polemik gegen Schwarzschild zum Prozeß Jakubowski veröffentlicht hatte. Um diesen Prozeß Jakubowski wird es sich in dem Prozeh Reichert besonders handeln. Man erinnert sich der mehrfachen Ver- ösfentlichungen über das vollstreckte Todesurteil eines mecklenburgischen Schwurgerichts gegen den russischen Schnitter Ja- kubowski, der der Ermordung seines unehelichen Sohnes beschuldigt war. Das nur auf unzulänglichen Schlußfolgerungen(Indizien) beruhende Urtell ist in der Oeffentlichkeit vielfach und mit guten Gründen angegriffen worden, auch im.Vorwärts*. Leopold Schwarzschild hatte gleichfalls das Urteil kritisch beleuchtet, das leider insofern nicht mehr zu korrigieren ist, als es.vollstreckt*, nämlich der Verurteilte„vom Leben zum Tode befördert* wurde. Gegen diese Kritik richtete sich der Aufsatz des Reichsrichters i. R. Bewer in der Z»'tschrist des Senatspräsidenten Reichert. In dem jetzt beantragten Veleidigungsverfahren wird die in- direkte Nachprüfung des Urteils gegen Jakubowski und dadurch«ine kritische Ueberprüfung gewisser Justizpraktiken versucht werden. Fünf Kinder ermordet. Die Leichen wurden im Koffer der Mutter gefunden. Paris. 31. März. Einem schrecklichen verbrechen kam man in Ehambery auf die Spur. Die Freundin einer Kriegerwitwe mit Mmen Mar- Ii tief, die in deren Abwesenheit einen Soffer issnete, entdeckte darin fünf Sinderleichen. Frau ZNartinet, die Mutter der Sinder. ist unter dringendem Mordvergacht verhaftet worden. Richter und Streber. Volksbühne:„Die Rote Vobe". Eugene B r i e u x, der französische Akademiker, hat vor einem Bierteljahrhundert die Richter seines Landes mit ungeheurer Galle kritisiert. Da ist keiner, der nicht bereit wäre, das Recht zu beugen. Jeder will Karriere machen und statt der schlichten schwarzen Robe die rote tragen. Man ist betrübt, wenn ein armer Schlucker der Spitzbüberei oder gar des Mordes nicht überführt werden kann. Der Zwang, einen Angeklagten freizusprechen, wird als eine persönliche Blamage angesehen. Diese Karrieremacher, diese herzlosen Streber, diese gemeingefährlichen, volksfeindlichen, überpsissigen, sogar blutrünstigen Richter werden dazu noch von ihren Weibern angestachelt, damit sie sich in Grausamkeit trainieren und um Gottes willen nicht das Recht um der Gerechtigkeit willen suchen. Brieux hat schwarz in schwarz, höchstens gelegentlich schwarz gegen weih gemalt. Es gibt in diesem Richterklüngel kaum einen Mann mit Gewissensbissen. Der Staatsanwalt, der in der letzten Stunde, da er den Kops eines Mordverdächttgen fordert, von Skrupeln heimgesucht wird, gilt als ein Narr. Ministerpräsident und Parlamentarier und Rechtsrevisor verkuppeln sich fröhlich miteinander, damit das Volk von der Rechts- Maschine zerquetscht wird wie die Traube unter dem Druck der Wein- ketter. Und der UMersuchungsrichter wühlt sich auch noch wie«in Mistkäfer in die Vergangenheit armer Leute hinein. Es soll nicht vergessen werden, was einstmals Schuld war, was einstmals seit langem gesühnt ist. Hier setzt die Kritik des französischen Dramatikers noch schärfer ein als seine Wut gegen die übrigen Richtersünden. Hier verläßt der Franzose sogar den Boden der Realität, um sich in gewaltsam Romantisches zu versteigen. Heute, nachdem dieses wirksame und sehr aufregende Theaterstück um fünfundzwanzig Jahre gealtert ist, begreift man kaum, daß ein vom Schafott geretteter Mann des Volkes seiner braven Frau nicht den dunklen Fleck auf ihrer sonst tadellosen Vergangenheit verzeihen kann. Die Frau aus dem Volke war ein- mal ein junges, ganz zielloses, der besitzenden Klasse ausgeliefertes Ding. Sie kroch unter, wo sie nicht frieren, wo sie nicht hungern mußte. Sechs Wochen im Bordell, das ist die scheußliche Sünden- Vergangenheit dieser braven Ehefrau und Familienmutter, die ihre Kinder abgöttisch liebt. Da ihr der Ehemann diese Sünde, begangen aus Verzweiflung und Not, nicht verzeihen will, stößt sie dem Richter, der ihr Sündengeheimnis enthüllte, so unerwartet das Mord- messer in den Rücken. Ein stärkerer Effekt ist nicht zu denken. Man kann heute von diesem Stück noch viel lernen: selbstverständlich die Tendenz, die stark, beredsam und so deutlich vorgebracht wird, daß die Erbitterung den Theatersaal schnell vergiftet. Aber auch theatermäßig und technisch ist dieses Stück ein historisches Musterftück. Aorstadttheater und Äunsttheater, d. h. Schmiere und wirkliche Tragödie, sind unbe- denklich gemischt. Der Dramatiker scheut sich nicht, ganz dick auf- zutragen. Die jungen Leute, die heute in Deutschland und auch in Frankreich zum Theater drängen, möchten auch die Kinoerfahrung für sich ausnutzen. Brieux hat eher das Kino inspiriert, und so kehren die jüngsten mit Wonne zu den ältesten Methoden zurück. Aber es geht auch nicht so. Es bleibt etwas künstlerisch Peinliches trotz der sehr lobenswerten Gesinnung. Verführt wird der Regisseur Leo Reuß, allzu lärmende Manieren für seine Schauspieler zu empfehlen. In den beiden ersten Akten, in denen die wilden Er- eignisse den spektakelnden Ton verlangen, ist diese überbetonte Regie noch erträglich. Dann, wenn später nach der ergreifenden Intrige die Gedanken eingespannt werden sollen, Hot sich der Regisseur schon allzu beflissen in seine Effekthascherei verlaufen. Er läßt so dick auftrogen, daß selbst die zurückhattenden Schauspieler ent- gleisen. Das Stück ist voll von Prachtrollen. Darum gerade muß die Gefahr vermieden werden, die Einzelheiten zu heftig zu bringen. Leo Reuß und Agnes Straub spielen das Paar aus dem Volke, das von der Rechtsmoschine zermahlen wird. Frau Straub ist schlicht, still, verbissen, gar nicht ränkesüchtig, nur Leid, nur Sorge, nur Armut und Entschlossenheit. Ihr wurde der Regisseur nicht gefährlich. Leo Reuß ließ es denn auch nicht als Schau- spieler an der Dämpfung des Temperaments fehlen. Als Regisseur hätte er die Zügel fester halten müssen. Den Feind, den spitzelnden Untersuchungsrichter, den Fuchs mit der verwegenen Schnauze und Spürnase, der diese niederschmetternde Unrechtstragödie einfädelt, gab Herr Oskar S i m a. Er ist schon ein Schauspieler, der solche pointierte Rolle witzig ausstatten kann, doch er geriet auch in den chargierenden Furor hinein, den der Regisseur gebot. Allein Eduard v. W i n t e r st e i n hielt sich von diesem gewallsamen Effektesuchen fern. Er hatte den skrupellosen Staatsanwalt zu geben, den Mann, der trotz seiner Stellung nicht mechanisch und tobsüchtig die Rechts- Maschine drehen will, obwohl Herr v. Winterstein die rethorischen Grenzen seiner Rolle nicht sprengte, überzeugte er vollkommen. Die übrigen Damen und Herren, die sehr lebhaften Beifall fanden, ver- dankten ihren Erfolg der Vehemenz, mit der sie ihren Text als soziale Anklage oder auch als bissige Karikatur ins Parkett schleuderten. Max Hochdorf. Opereiienreinfall im Admiralspalast. „Rose Marie." Der erste Akt dauert geschlagene zwei Stunden. Geschlagen ist das Publikum, das ihn über sich hat ergehen lasten. Im zweiten Akt, als Trude L i e s k« und Paul Heidemann— man ist bescheiden geworden— altbewährte Berliner Täne anschlagen, lockert sich die Stimmung. Aber dann kommt die Sensation des Abends: Mira N i r s.k a, die Indianerin,, zeigt als Parterre-Mrobatin ihr« Kunststücke, sie macht es hinreißend, und das Publikum rast Auch den ersten Teil des Abends, soweit er zu retten war, hat sie mit ihrem„Tdten-Tanz" gerettet, der zu sehr reizvollen Massenwirkungen, nach bekanntem Revuerezept freilich, Gelegenheit gibt. Der Rest ist Langeweile— obgleich auch sonst allerlei zu sehen ist an Kostümen und„fabelhasten* Toiletten: das Haus der Holler-Revuen verteidigt sein Renommee: und obgleich Margret Pfa hl- Wallerstein und Aagard Oestvig um das musikalische Niveau bemüht werden. Nach dem erstenAkt überschwemmt ein Heer von Autoren, Direk- tvren, Bearbeitern, Mitarbeitern die Bühne, die in einem Blumenladen oerwandelt ist, und nimmt den Applaus entgegen, den ihnen— man versteht nicht, wer, mit solcher Unermüdlichkett spendet. Was haben sie geliefert? Eine miserable Operette in einer miserablen Auf- führung: kein Berliner Operettenschreiber, kein Berliner Operetten- theater könnte es schlechter machen. Diese„Rose Marie* ist ein Wetters olz, in New Pork, London, Paris macht sie seit Jahren volle Häuser: die International« des schlechten Geschmacks marschiert. XI.?r. Grabschrist aus den t Veichsiag. Wanderer, der du dich näherst diesem Ort, Halt dir die Nase zu oder heb dich schleunigst fort! Wiste nämlich, du stehst hier an der Statt, Wo man den letzten Reichstag begraben hat. Nicht sanftselig etwa und in Frieden Ist nach getaner Arbeit er oerschieden, Nein, man-hat ihm, doch leider noch viel zu spät, Ein paar Wochen früher das Lebenslicht abgedreht. Denn längst«he er in die Grube gesunken, Hat er schon fürchterlich zum Himmel gestunken. Hoffen wir, daß er nun wenigstens guter Mist Für die kommend« Frühjahrsaussaat ist! Hinter der schwarzweißrot angelaufenen Leiche Weinen nur ein paar olle Generäle her und ein paar Reiche. All« andern falten aufatmend die Hände: Gottseidank, es ging wirklich mit ihm zu Endel Aber: dah er in Bälde aufersteht, Davor schützt uns kein Flehen und kein Gebet. Nicht der Himmel und alle Engetscharm, Nur wir selber können uns daoor bewahren. Wanderer,-wer du auch feist Frau oder Mann: An dem Tage der Maiwahl denk daran! lPeler Michel. Die Eröffnung der Staaksoper. Die umgebaute Staatsoper Unter den Linden wird am Sonnabend, 28. April, mit einem Theatre paröe eröffnet, zu dem die preußische Stoatsregierung die Einladungen ergehen laßt. Gegeben wird die.Lauberflöte*. Ein Kartenverkauf erfolgt nicht. Die erste öffentliche Aufführung findet am Sonntag, 29. April, im Rahmen einer Festoorstellung des Vereins„Berliner Presse* statt. Zur AufsührunI gelangen „Die Meistersinger* in völlig neuer Inszenierung und in teilweise neuer Besetzung der Hauptpartien. Preise der Plätze von 75 M. bis 2,50 M.(Stehplätze). Kartenbestellungen(nur schriftlich) an den Verein„Berliner Presse", W 30. Maaßenstr. 15. Zm Iheufet in der Sönlggrütz-r Strafe« wird anläHtd) bcS 50. Geburt». tage» von Carl Steindcim eine Autsüdrung ieinc« S-bauspIel»„Die M arqui fc von?Irci«' mit Ida Roiand w der Hauptrolle vor- btreilei. Die Inszenierung hat Gustav Härtung übernommen. Oer Film etwas verrückt. (Capitol) Borläufig gehts noch. Aber wie lange noch? Das war diese Woche wieber ein Filmfjasko nach dem anbem. Und„Charlott etwas oerrückt*— was ist das übrigens für ein« Sprache?— nicht minder. Ja, wenn es bloß auf die Außenseite ankäme, möchte es angehen. Technisch ist alles gut gemacht: man sieht nette Bilder aus dem mondänen Berlin und Paris. Eolombo und andere südländische Gegenden müssen ihre Reize hergeben, Wellenbad im Lunapark nicht minder. Alles ist pön. der neuesten Fasson, Aber doch ist das ganze ein.Myzen�er��. Leerlauf. Der Ullstein-Roman, den Robert Liepmann verarbeitet. hat, mag im Original schon wenig bedeutet haben. Aber im Film ist er völlig läppisch und albern geworden. Dieses kapriziöse Luxus- geschöpfchen, das sich von ihrem Millionär scheiden läßt, weil sie sich nicht nachsagen lassen will, daß sie ihn nur wegen seines Geldes geheiratet hat und das ihn wieder heiratet, well sie selber reich (durch eine fabelhafte Erbschaft) und er angeblich arm geworden ist, interessiert uns nicht einen Augenblick. Zudem sieht der Manuskript- Verfasser die Dinge mit den Augen dieses Puppchens an, und es kommen wirklich Lächerlichkeiten heraus. Dies« Jagd noch der Erb- schaft wäre selbst für die Ullstein-Prestc, für die im übrigen Reklame gemacht wird, unmöglich(obschon dies eine kühne Behauptung ist). L i ch o muß mit seiner lockeren Regie an dieser Nichtigkeit scheitern. Ja, wenn es noch wirkliche Verrücktheiten zu sehen gäbe! Aber dies Getändle und Gemache haben wir satt, und weder Lya de Putti (die bald klar, bald sanft uinstorten Auges das Figürchen spielt), noch Pavanelli oder Fryland, noch Olga Limburg oder Lotte L o r r i n g entschädigen für den absoluten Mangel an Gehalt. Das beste an dem verlorenen Abend war der(nicht genannt«) Dar- steller eines bärbeißigen preußischen Beamten und die wirklich ausgezeichnete Begleitmusik. r. Die Erforschung des Schnupfens. Der Schnupfen ist eine lästige Plage der Menschheit, die zwar nicht sehr gefährlich ist, aber dafür um so weiter verbreitet. Merk- würdigerweise wissen wir noch sehr wenig über dieses Alltagsleiden. Eine Unmenge Theorien sind vorhanden, die sein Auftreten zu er- klären suchen, und es gibt noch mehr Mittel, die man dagegen anwendet, ohne daß sie viel-helfen. Nun aber will man dem Schnupfen- Problem energisch beizukommen suchen. Die amerikanische Chemical Foundation Hat der John-Hopkins-Universität zu diesem Zwecke 200 000 Dollar zur Verfügung gestellt, und man hat daraufhin«ine Kommission zur Erforschung des Schmipfens eingesetzt. Es wird geplant, fünf Jahre lang Untersuchungen über die Ursachen, den. Verkauf und di« besten Heilmethoden des gewöhnlichen Schnupfens anzustellen. An diesen Forschungen sollen sich Kliniker und Epi- demiologen, Bakteriologen und Pharmakologen, Biochemiker und praktische Aerzte beteiligen, und man hofft, ein so großes Material zusammen zu bringen, daß alle dunklen Fragen über diese scheinbar so einfache Krankheit beantwortet werden können. Ein Rekordjahr des Kaiser- Wilhelm. Kanals Die größte Verkehrsziffer, die feit der Eröffnung des Kaiser- Wilhelm-Kanals 1895 erreicht worden ist, wird für das Jahr 1927 angegeben. Wie.' m„Werft-Reederei-Hafen* mitgeteilt wird, benutzten insgesamt 53 422 Fahrzeuge mit 19 880 625 Tonnen Na»mg ehalt den Kanal.. Das sind 6000 Fahrzeug« mit rund 1800 000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Es waren 26 895 Dcmpfer. 23 400 Segler und 3127 Leichter und Schuten, Die Zahl der Schiffe ist zwar nicht höher als die im besten Berkehrejahr der Dorkriegszeit. aber der Raumgehalt über- steigt um 9 500 000 Tonnen die höchste Ziffer, die im besten Bor- kriegsjahr verzeichnet wurde; sie liegt um ganze 100 Prozent höher. ErftnnttBhrniigen der Woche: XHensiog Tbeater am Kurstirstondamm: Wenn eine will," Doimtslag Zlablilche Oper:„En« Wunder der Heliane" Sonnabend Deullche» ttunstler-Tbeatcr:.Echwarz-Wern."— Residenz-Tbkater:„stritzf— Leising-Theater:.Kanjunltur."— Kleine» Tbeater:„Kälhes Kollkontmen« Ehe,'.,„ Die Deufichc Snnslgemeinschas» veranstaltet heute, 8 llbr. im Brüder- vereinsbaii».«erlin. Kunürstemlr, llSitiü.-inen VarlragSabend mtt'„'ich,- bilbcrn. Max D eri spricht über.Die Freude am Bilde'. EmtrlltSlarle« 9 M Das Schicksal der Schwachsinnigen. Schuh für sie aber auch Schuh vor ihnen. G Der Erziehungs- und Fürsorge Berein für geistig zurüdgebliebene( schwachsinnige) Kinder, der vor fünfundzwanzig Jahren entstand, hatte eine Jubiläums sigung. In seiner Festrede gedachte der jetzige Borsitzende, Stadt. Schulrat Nydahl, der Persönlichkeiten, die um die Gründung und Förderung des Vereins sich bemüht haben, vor allem des verstorbe nen früheren Borsigenden, Schulrat Dr. v. Gizydi, der für den Gedanken eines solchen, dem Schuß der unglüdlichen Kinder dienenden Bereins warb und ihn verwirklichte. Nachdem Berlins Boltsschulen im Jahre 1898 die ersten Hilfs. schulklassen für Schwach befähigte erhalten hatten, fam im Jahre 1903 zu dem Sonderunterricht dieser Schuhbedürftigen die betreuende Fürsorge, die der segensreich wirkende Berein ihnen während ihrer Schulzeit und auch nach ihrem Eintritt in das Erwerbsleben gewährt. Im Gegensatz zu dem fortschreitenden Ausbau des Hilfs schalwesens dieser ergänzenden Fürsorgearbeit stehen die von Zeit zu Zeit immer wieder auftretenden Bestrebungen, die Schwachsinnigen gewaltsam zu beseitigen, damit die Gesellschaft von ihnen befreit werde, oder sie mindestens an der Fortpflanzung zu hindern. Ueber diese Fragen sprach in der Jubiläumssigung der Obermedizinalrat Dr. Ewald Melzer, Direktor der sächsischen Landespflegeanstalt Katharinenhof( Großhennersdorf) für bildungsunfähige, schwachsinnige Kinder. Er lehnte den Gedanken ab, das angeblich lebens. unmerte Leben der Schwachsinnigen abzufürzen, mie es der frühere Leipziger Strafrechtslehrer Binding vorgeschlagen hat. Zu dem anderen Vorschlag, die geistig Mindermertigen unfruchtbar zu machen, wie es in vielen Staaten Nordameritas schon geschieht, erklärte Dr. Melzer, daß ein folcher Schuß der Gesellschaft ebenso berechtigt und notwendig sei, wie die Maßregeln zur Bekämpfung von Seuchen oder auch von Verbrechen. Unser Strafrecht perbietet noch die Unfruchtbarmachung, auch bei Einwilligung, aber eine spätere Entwicklung fönnte dieses Hindernis beseitigen. Vorläufig bleibt uns nur die Möglichkeit der Unterbringung Schwachfinniger in Anstalten, um sie von der Kindererzeugung fernzuhalten. Wer, sagte Melzer, nur an den Schutz der Schwachfinnigen denkt, könnte als fozialer Schädling angesehen werden. Soziale Pflicht ist es, auch an den Schuß der Gesellschaft zu denken. Auch ein Wochenende. I. • ,, Hier, Elli, unsere letzten zwanzig Pfennig aber bei dem miesen Wetter tannst du nicht laufen." Der jungen Frau wird es sichtlich schwer, der so elegant vor ihr dastehenden Schwester die letzten Pfennige auszuhändigen wollte sie doch dafür noch eine „ Knochensuppe" zum Mittag bereiten, und schon martert sie sich mit dem Gedanken an einen einigermaßen ähnlichen„ Ersatz" ab. Der Omnibus jagt heran, das elegante Fräulein fommt etwas ins Gedränge, aber jetzt ist sie oben, der Wagen sauft los.. fling! Der jungen Dame entfällt das eine 10- Pfennig- Stück, trudelt von nder Plattform ab. Ach, mein letzter Groschen!" Die junge Dame hat fich in ein angstvoll starrendes Menschenkind verwandelt, am liebsten prince fie in voller Fahrt herunter... Unnötig, der junge Geffacher hat das blanke Stück bemerkt herunter auf, los! wie toll geftrampelt, trotz des schweren Patets auf der Lenkstange. Wirklich er schaffts bis zur nächsten Haltestelle. ,, Dant vielen Dank, mein lieber Herr!". Er wird rot:„ Lieber Herr!" das hat noch niemand zu ihm gesagt, und so eine hübsche junge Dame! Wie wär's, wenn man ihr ein wenig zur Seite -Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., 31. 3.28 Sonnab., 31.3.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 71 Uhr Don Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn.111. Anf. 71/2 Giovanni Rigoletto Staatl. Schauspielb. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarki 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Prinz Louis Das Duell Ferdinand am Lido Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 8 Uhr: Die rote Der ZigarettenRobe kasten CIRCUS BUSCH Morge 3 Uhr halbe Preise! Sonntag auch nachm. ungekürzt des Die Hosen Herr V. Bredow Vorher: ,, Osterhäschens Einkehr" Circusprogr., Ponyreiten usw. 7 U: Circus At raktionen 9% U.: Wasserschauspiel des Die Hosen v. Bredow Herrn Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr Elite- Sänger Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Die 4 Grazien von B. Croé. Komische 81 Uhr Oper 8, Uhr Berlins größte Sensation ist Berlins einzige Revue James Klein's Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Sonntag 2 Vorstellungen, nachmittags 32 Uhr bedeut. ermäß. Preise Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. 8 SCALA Nollendor 7360 Enrico Rastelli und weitere internationale Varieté- Attraktionen. Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr-30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Grosses Schauspielhaus Anfang Ende 8 Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL DOMPADOUR MASSARY Theater der Woche. Bom 1. bis 9. April. Bolksbühne. Theater am Bülowplatz: 1. bis 5., 7., 9. Die rote Robe. 6. Ges blieb? Aber schon fährt er mit der Hand gegen die Brust. Diese schlossen. 8. Peer Gynt. | Theater am Schiffbauerdamm: Der Zigarettentasten. 6. GeStiche was hat der Arzt gesagt? Reine übertriebene AnAnschlossen. strengung.- Na ja, im allgemeinen gehts freilich Hezzjagden... Thalia- Theater: Das Ramel geht durch das Nabelöhr. 6. Geschloffen. Aber es ist doch schön, ein lieber Herr" zu sein. II. Im Warenhause. Billiger Tag. Ich stehe auf der ungeschriebenen Liste der vor dem Ausgaberaum gebildeten„ Schlange" als Vorlegte. Da hat man Zeit, Studien zu machen. Fettwaren, BüdDie älteste Volksschule Berlins. Die 13. Volksschule in der Elisabethstraße ist heute 100 Jahre alt. linge, Flundern sind ganz in der Nähe. Ich sehe ein älteres Baar, noch gut gefleidet", aber als erfahrene Hausfrau sieht man, daß die Toilette doch eigentlich recht bald der Auffrischung bedürfte.. wohl Unterstützte, Abgebaute, als zu alt" a. D. Gesezte. Und ich höre: Er:" Sieh Emmi, hier die Flundernach die eß ich zu gern. Und das Pfund nur 50 Pf."„ Ja, gewiß wenn man nur wüßte, wie viele aufs Pfund gehen. Für zwei Mahlzeiten muß es reichen unser ganzes Vermögen das 50- PfennigStud." Hilflos geht ihr Blick über die Auslage hin und bleibt dann an dem viel umlagerten billigen Wurstverkauf" haften. Komm Emil, wollen noch erst da drüben sehen, was los ist. Du weißt, wir müssen rechnen... Aber morgen wenn das neue Geld da ist, dann taufe ich dir ganz sicher Flundern. Heut ist Speck und ein Zipfel Rotwurst vorteilhafter." Und sie zieht den Mann, dessen traurige Augen noch immer auf den rundlichen Flundern weilen, langsamt fort." Na, Fräulein wie lange foll ich denn noch auf meine Gans warten?" höre ich eine Madame vor mir im lauten Ton des Portemonnaiegewaltigen fich äußern... Sofie. Gegenfäße des Lebens!" " Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgebung.( Nachdruck verboten.) Wechselnde Bewölkung ohne ebliche Niederschläge. Temperatur wenig verändert. Mäßige südöstliche Winde. Für Deutschland: Im Südwesten vielfach Regen, weiter nordöstlich veränderlich. Temperaturen wenig verändert. Winterten 8Uhr Letzter Tag! Otto Reutter Sonntag, 1. April 2 Vorstellungen 2 31/2 Uhr Erm. mit dem 2 neuen Abends 8 AprilPreise Spielpl. Uhr 2 ATTRAKTIONEN 12 Reichshallen-Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. Dönhoff- Brett'l: Glänzendes Varieté- Programm! Tanz! Anfang 8 Uhr, Stgs. 51/2 Staatstheater. Oper am Platz der Republik: 1. Walküre. 2., 4. Puccini- Abend: Der Mantel, Schwester Angelika, Gianni Schicchi. 3. Der Kuß. 5. Fidelio. 6. Sinfoniekonzert. 7. Luisa Miller. 8. Tannhäuſer. 9. Die Macht des Schicksals. Städtische Oper, Charlottenburg: 1. Jonny spielt auf. 2., 9. Hochzeit des Figaro. 3. Rigoletto. 4. Barbier von Sevilla. 5. Das Wunder der Heliane. 6. Parsival. 7. Geschlossene Vorstellung. 8. Carmen. Schauspielhaus am Gendarmenmarkt: 1., 2., 3., 5., 7., 8. Louis Ferdinand. 4., 9., Die Weber. 6. Geschlossen. Schiller- Theater, Charlottenburg: 1., 2., 3., 5., 7. Duell am Lido. 4. Amphytrion. 6. Geschlossen. 8. Faust I. 9. Ende gut, alles gut. lin. -O Theater mit feftem Spielplan. Deutsches Theater: Zwölftausend.- Kammerspiele: Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Die Komödie: Marcel FradeTheater am Nollendorfplatz: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejt. Komödienhaus: Broadway. 6. Geschlossen. Großes Schauspielhaus: Pompadour Massary.- Theater des Weffens: Zigeunerbaron. Komische Oper: Zieh' dich aus. Luftspielhaus: Unter Geschäftsaufsicht. Metropol- Theater: Der Graf von Luxemburg. Berliner Theater: Die Bollé Sisters. 6. Ge= 6. Geschlossen. Die Tribüne: Spiel im Schloß. schlossen. Renaissance- Theater: Coeur- Bube. 6. Geschlossen. Walhalla- Theater: Im weißen Rößl. 6. Geschlossen.- RoseTheater: Sterne, die wieder leuchten. 6. Geschlossen.- Theater im Scala: Wintergarten: Varieté. Admiralspalast: Rose- Marie. Internationales Barieté. Reichshallen- Theater: Stettiner Sänger. Theater am Kottbusser Tor: Elite- Sänger. Theater mit wechselndem Spielplan. Theater in der Königgräher Straße: Bis 5. und 7. Flucht. 6. Hanneles Himmelfahrt. Deutsches Künstler- Theater: Bis 4. Die gold'ne Meisterin. Ab 5. Schwarz- Weiß. 6. Geschlossen. LeffingTheater: Hoppla, mir leben! 7. Ronjunttur.- Theater am Kur2. Geschlossen. fürstendamm: 1. Revue der Holländer- Revuen. 216 3. Wenn eine Frau will. Residenz- Theater: Kotottchen. 7. Frißzi. Kleines Theater: Bis 5. Liffy, die Rofotte. 6. Dftern ( Passionsspiel). 7. Räthes vollkommene Ehe. Theater in der Klosterstraße: 1. Der fröhliche Weinberg. 2. Nora. 3., 4. Die Wildente. 5. Gespenster. 6. Veronika. 7. Rosmersholm. 8., 9. Faust. Theater in der Lühowstraße: 1. Bennet contra Aschenbrödel. 2. bis 5. Sein eigener Gast. 6. Geschlossen. 7. Der verschobene Udo. Nachmittagsvorstellungen. Boltsbühne. Theater am Bülowplah: 1. Beer Gynt. Theater am Schiffbauerdamm: 1., 9. Schieber des Ruhms. Thalia- Theater: 1., 9. Das Kamel geht durch das Nadelöhr. Oper am Platz der Großes SchauRepublik: 6., 12 Uhr mittags: Sinfoniekonzert. spielhaus: 1. Bompadour Maſſary. Komische Oper: 1., 8. Zieh' dich aus. Refidenz- Theater: 1. Rotottchen. Metropol- Theater: dich aus. Berliner Theater: 1., 8., 9. Clubleute. 1. Gräfin Mariza. kleines Theater: 1., 8., 9. Gespenster. Renaissance- Theater: 1., mittags 12 Uhr: Die Mutter. Walhalla- Theater: 1. Rottäppchen. Rose- Theater: 8., 9. Mag und Moriß.-Theater in der Klosterstraße: 1. Iphigenie. 8. Rotkäppchen. 9. Der fröhliche Weinberg. Theater in der Lühowstraße: 1., mittags 12 Uhr: Sein Wintereigener Gast. 1., 16 Uhr: Das luftige Osterprinzeßchen. Scala: 1., 8., 9. Internationales Barieté. garten: 1. Barieté. Reichshallen- Theater: 1., 8. Stettiner Sänger. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. 6. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. !! Billige Teppiche!! Billige Tisch- und Divandecken Haben Zu billigsten Reklame- Preisen stellen wir schon jetzt unsere, für das kommende Oster- Fest stark aufgefüllten Läger, zum Verkauf, und bieten unserer geschätzten Kundschaft Gelegenheit zu vorteilhaftestem Einkauf. Sie Bedarf, so kaufen Sie schon jetzt bei uns; wir gewähren Ihnen, bei Kauf und entsprechender Anzahlung die Stundung d. Rest- Kaufsummen. Vereinbarung, ohne daß unsere- als billig- allerseits anerkannt. Preise erhöht werden. 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Eberswalde: Eisenbahnstr. 99 Neukölin, Hermannstr. 32 Filiale Nowawes: Priesterstr. 57 CASINO- THEATER 8 Uhr Piscatorbühne Kleines Theater Th. i. Admiralspalast Lothringer Str. 37. Nur noch wenige Aufführungen Doktor Klaus. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.10 M.. Sessel 1,60 M. Theater am Kurfürst 2091/93 Täglich 8 Uhr: Nollendorfplatz Erika Glässner Dir. Herm. Haller in Anf. 8, Ende geg. 11 Lissy die Kokotte Bis 10. April verlängert Für Jugendliche Die Abenteuer des nicht geeignet Deutsches Theater Berliner Theater braven Soldaten Direktion Kuhnert. Norden 12310 Abonnementsbüro: Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 84 Uhr Schwejk Täglich 8 Uhr: Arthurmit Max Pallenberg Rose- Theater HammersteinInsc. Erwin Piscator Montag, den 2. April, 8 Uhr: Die Bollé Sisters" 75. Vorstellung Gastspiel im Norden 10 338-39, 81, Uhr, Ende 10 U Zwölftausend ,, Morgen nachm. 4 U.: Ein Berliner VolksZinsen stück von Friedmann- Frederich. Max Norden 12798 Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Kammerspiele Norden 12310 Gr. Frankf. Str. 132 4 Uhr: Max u. Moritz 8 Uhr Lessing- Theater Der Flieger Täglich 8 Uhr: Thalla- Theater Walhalla- Th. Hoppla, wir leben! Dresdner Str. 72/73 84 U., Ende nach 10 Weinbergsweg 19/20 Zum 75. Male Täglich 8 Uhr von Ernst Toller Insc. Erwin Piscator Finden Sie, daß im weißen ROBI Saltenbarg- Bühnen Constance sich richtig Lustspiel in 3 Akten verbält? Die Komödie v. Blumenthal a. Kadelburg Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt Bismarck 2414/7516 4.- Mk nur 60 Pi. 81 U., Ende 10%, U. Sonntag nchm. 4 U. Marcel Fradelin Rotkäppchen ( Der Eunuch) Parkett v. 30 Pf. an. Dts. Künstler- Th 8 Uhr: Die goldne Meisterin Mittw. Premiere: Schwarz- Weiß Täglich 8 Uhr: Das Kamel geht durch das Nadelöhr Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 Gastspiel ROSCMarie Taglich 8%, Uhr Zigeunerbaron Theater des Westens Lichtenstein, Kobylansky, Muth, Lordmann, Richter, Brandt. Metropol- Th. Zentrum 128 24 8 Uhr: Der Graf von Luxemburg Hechy, Matzoer, Ralph Artur Roberts, Kettner Hofen, Hell, Hoffmann 144 Uhr Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 8 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie: Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Residenz- Theater Tägl. 81% Uhr: Kokottchen 4 Einakter mit Gustav Heppner Für Jugendl. nicht geeignet. Für Funkfreunde halbe Preise Sonntag 32 Uhr zu halben Preisen Schule der Liebe Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8.10 Uhr: Coeur Bube. Theater. d. Lutzowstr. Sonntag i Berliner ik- Trio Tel. Kurf. 9209-10. Täglich 84 Uhr Sonntg. z. 28. Male Bennet contra Aschenbrödel kleine Preise Gräfin Maritza Neukölln. Lustspielhaus 8 Uhr: 16/2, 18, 19, 21 Uhr Stg. 12 Uhr: Matinee Guido Thielscher Sternhimmel und Kalender Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jabran 0,50 Sein eigener Gast. Sonntag nachm. 4 U. Das lustige Osterprinzeichen Unter Geschäftsaufsicht" Lahnstr. 74/75 L Trabrennen Mariendorf Sonntag, den 1. April nachm. 3( 15) Uhr Beilage Sonnabend, 31. März 1928 戶 Erster Eindruck: Chaos und Trümmer. Am Rande von Berlin und noch weit hinter Spandau stehen die Hallen der Seppellinwerte in Staaten auf freiem Feld. Die junge Saat grünt schon, die Sonne leuchtet, aber die beiden Hallen stehen jenseits von aller Jahreszeit. Wenn die Filme gedreht werden, ist Mai oder Dezember in den Ateliers, Armut und Reich Die Filmwerke in Staaken. tum, Tugend und Laster, Deutschland, Frankreich, die Südsee und die ganze Welt. brei Um die Filmwerte hat sich eine ganze Industrie angesiedelt. Ein Fahrweg führt nach den Hallen. Ein großes Berwaltungsgebäude ist aufgerichtet, im Vorhof liegt eine Kopieranſtalt, eine Tischlerei, der Möbelverleih für die Aufnahmen, eine Schloffermert statt und all das erinnert daran, daß der Film heutzutage vor allem eine technische und industrielle Angelegenheit ist. Vor dem Eingang in die Hallen stehen die gelentigen Reihen vieler Autos für die Regiffeure und die Stars. Der Bortier gibt den Weg frei, und bald steht man in der ersten Riesenhalle, deren Ausmaße das Weltbild eines Großfilms vollkommen umfassen fönnen. Diese Halle iſt 250 Meter lang, 42 Meter hoch und 42 Meter breit und in der einen Hälfte sehen wir noch die gemalten Kulissen einer megifanischen Landschaft: also Wüsten, Palmen, fleine weiße Städte und das blaue Meer. Die grünen Felder und der blaue Himmel da draußen find bald vergessen und unwichtig, hier und in der zweiten Halle, in der vier Ateliers eingebaut sind, wird neuer Himmel, neues Licht und neue Sonne selbst hergestellt, der elektrische Drehstrom wird in Gleichstrom verwandelt und der Gleichstrom verwandelt sich in leuchtende Quecksilbersäulen und gleißende Lichtanlagen. Die Atmosphäre, die durch die Ateliers weht, ist aufregend genug und läßt den Vorfrühling auf den Feldern bald vergessen. Der erste Eindruck, wenn die Ateliers sich öffnen, ist: Trümmerhaufen und Chaos. Hohe weiße Wände stehen da wie die Ueber. 3 Achtung Humarme die hanerollt Das Spiel beginnt. Mufit!" schreit der Hilfsregiffeur, und aus dem Flügel quellen die Latte und Melodien, um die Darsteller zu entspannen oder zu fonzentrieren. Der Klavierspieler trägt einen weißen Mantel, der mit den Namenszügen bekannter Künstler bedeckt ist, eine fonderbare und weithin sichtbare Autogrammsammlung, die in bunten Farben ausgestickt ist. Die Lampen zischen auf, die Quedfilberfäulen fluten und alle Gesichter sehen blau und wie verwest aus. Eine lange Gaffe ist sichtbar, ein fühler Schlauch, in den sich ein Schicksal ergießen wird. Bor diesem Schlachtfeld sbehen viele Männer, gut angezogen und sehr beschäftigt: der Regiffeur, der Hilfsregisseur, der Operateur und sein Gehilfe, der Architekt, der Bühnenmacher, der Oberbeleuchter, der Friseur: ,, Achtung! Aufnahme!" Die Aufnahme beginnt. Auf der weißen Gaffe fteht ein geschminkter Mann. Er läßt die Hosenträger schleppen und geht nach einer fichtbaren Goffe, um sich zu waschen. Es scheint früher Morgen zu sein. Er hält den Kopf unter die Leitung, ist vollkommen ungeniert und gurgelt. Dann wäscht er sich mit dem Zeigefinger den Rachen aus. Diese Szene wird wiederholt. Eine etwas ältere Dame steht plötzlich neben dem Rachenpuzer. Er ist nun Weltmann und schäfert mit ihr. Sie fichert und entwindet sich, schlägt ihn leicht auf die Backe und verschwindet in der Tür neben der Goffe. Das ist alles am frühen Morgen, aber nun entrollt sich Szene auf Szene, ist zeitlos im grellen Licht der Lampen und spielt am hellen Tage und am späten Abend. Drei Statistinnen, die das Lafter vorstellen müssen, warten auf den Aufnahmebefehl. Dann kommt der Star. Der Star. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts ift jung. Auf dem Tisch steht ein Glas Milch und die alte Dame will durchaus, daß die junge Dame das Glas Milch austrinkt. Aber die junge Dame will durchaus keine Milch mehr trinken, sie hat Feuer im Blut oder Whisky, sie will hinaus in die freie, wilde und wüste Welt, stampft mit jungen Füßen den Boden und stürzt davon. Die alte Dame versteht die Zeit nicht mehr. Im Nebenatelier ist eine Statistin soweit, eine fleine Rolle zu agieren. Sie lehnt leidzerwühlt an einer Tür( etwas für Rinobe fucher: in fast allen Filmen spielen geschlossene oder angelehnte Türen eine große Rolle!), das Mädchen also lehnt an der Tür und markiert Leidenschaft. Sie ist zusammengefact und der Strauß fünftlicher Blumen, den sie in der rechten Hand hält, berührt beinahe den Boden. Sie weint nun, die Träne rollt, sie will nichts von den Blumen wissen. Irgendein reicher, abgelebter Filmschurke hat sie geschickt und will eine junge Frau, aber das Herz dieser jungen Frau ist nicht mehr frei, es ist irgendwo im Filmheidelberg verloren ge gangen, an einen armen, aber dafür blauäugigen Studenten. Nun gut, das junge heftige Fräulein weint nicht mehr, sie ist wütend und schmeißt die Blumen efstatisch auf den Boden und stürzt aus der Tür. Aber sie ist nicht efstatisch genug. Viermal, fünfmal, zehnmal wird diese Szene für Anfängerinnen geprobt, vielleicht auch zwanzigmal, bis das weiße Licht verlöscht. Wir wissen es nicht und sind bald im letzten Atelier. In der ärmlichen, aber sauberen Försterstube sitzt das arme Kind, der Star, und weint sich die Augen rot. Sie denkt an ihn, Die Lichtgeschüße verschleudern ihr Licht. Die Musit hebt an. Immer noch gleift die fühle Gasse vor uns. Auf ihr wandelt der Star, ein schönes, blondes Geschöpf, ein Proletariermädchen. Ein böser, alter Mann spricht sie an. Sie hört mit entsetzten Augen zu. Der Alte lacht hähmisch und verschwindet in der ominöfen Tür neben der Wafferleitung. Das Mädchen lehnt erschöpft neben jenem Haus an der Mauer. Und plöglich sieht man aus dem Chaos und Kitsch der Handlung das Schmerzgesicht des Lebens, man sieht das rührende Antlig einer großen Künstlerin leuchten. Plötzlich erkennt man, daß diese klappernde Technik, dieser verwirrende Apparat mur Beihilfe zu sein braucht zur Entfaltung und Gestaltung eines Schicksals. Blößlich weiß man, daß die stumme Filmfünftlerin eine viel größere Schauspielerin sein fann als der Star auf der Sprechbühne. Hier in dem grellen, unbarmherzigen Licht hat sie sich nur selbst: die plastische Landschaft ihres Gefichtes, den rührenden oder erschütternden Schwung ihres Leibes und muß damit die Zuschauer in den verdreht, das Licht verlöscht. Aber diese Szene muß noch einmal gedunkelten Lichtspielhäusern überzeugen, erschüttern, hinreißen und weinend oder lachend machen. Aus der Filmindustrie löst sich langfam die Filmkunst. Wir gehen weiter. Der andere Star an der Nähmaschine. Neue Landschaften, neue Bauten und neue Kulissen werden sichtbar. Die Hämmer in einer Schlosserwerkstatt flingen. Feuer loht. Daneben enthüllt sich das Gerippe einer Kleinmädchenstube. 3wei Frauen find in jenem Zimmer, die eine ist alt und die andere Aus dem Film ,, Die letzten Tage von Petersburg". den reichen jungen Herrn, aber er will nichts von ihr wissen. Nun blickt sie müde von der Arbeit auf, von der Brotarbeit an der Nähmaschine und ist verzweifelt. Sie seufzt. Auch hier sind zwölf ernsthafte Männer und ein großer technischer Apparat um den einen Seufzer des armen Mädchens versammelt, Lampen, Quecksilberfäufen, Oberbeleuchter, Architekten, Bühnenmacher, Operateure, Regiffeure, der Klavierspieler, der Dramaturg. Der Seufzer wird gekurbelt werden, denn der bekannte Star an der Nähmaschine versteht nichts von der Nähmaschine, sie streift während der Aufnahme. All diese Filmfeßen und fragmentarischen Szenen, die wir kurz beschrieben haben, werden in den nächsten Monaten als fertige Filme ihren geisterhaften Siegeszug durch die Lichtspielhäuser antreten. Kleine Ladenmädchen werden heulen, junge Stenotypistinnen nach den reichen Freund seufzen, alte Ehepaare sich ihrer verliebten und frühen Jahre erinnern. Viele Menschen werden sich freuen, andere werden den Kitsch verfluchen und wieder andere auf Abhilfe sinnen, weil sie die ungeheure Bild- und Werbefraft des Films erkennen. Neues aus der Rechtspflege. refte eines Erdbebens. Daneben aber ist die Ordnung ba, ber ge- Das Reichsgericht erklärt Unfruchtbarkeit als Eheanfechtungsgrund. tünchte Marmortreppenaufgang eines französischen Schlosses. In dem fleinen Vorhof stehen einige frischbemalte und noch glänzende Löwen in Erwartung der dramatischen Szenen. Unweit des feudalen Schlosses gähnt die überfüllte Leere einer bürgerlichen Wohnung mit dem fatalen Kitsch aller Hausgreuel. Die lange Büchereihe der Bibliothek besteht aus Atrappen. Der Blumenstrauß auf dem bedeckten Tisch ist Illusion und künstlich. Das Chaos ordnet sich langsam. Wir gehen immer noch durch die Trümmerhaufen vieler Städte, Wohnungen und Landschaften, fast alle Bauten sind aus Holz und schön verputzt. Wir sehen furz die Aufnahme eines Speisewagens Dom Lugusexpreß. Licht flutet, die Darsteller sind geschminkt, das Gerüst jenes Wagens wird durch das Trampeln einiger Arbeiter rhythmisch bewegt. Dann sehen wir durch das Fenster einer Bauern stube in herrliche Landschaft, ja, aber diese Landschaft ist nur Malerei und keine Wirklichkeit. Eine Straße auf dem Montmartre ist aufgebaut, ein Café ist sichtbar. Davor wird der erafte Verkehr französischer Menschen militärisch eingedrillt.( Die französischen Menschen sind deutsche Statisten,) Wir sehen auch das Eingeweide eines Salons. Ein müder Herr bewegt sich durch den Raum. Ein treuer Diener nimmt ihm Pelz, Hut und Stock ab. Diese Sane wird dreimal gedreht. Das alles, diese flüchtigen Impressionen, sind wie Kino im Kino, und erwecken den Wunsch nach einem Groteskfilm, in dem das gespensterhafte Leben der vielen Ateliers und Szenen zu einem verrüdten und beglückten Spiel vereinigt wird. Es ist viel Betrieb und viel Bewegung in den dunklen oder lichtsprißenden Räumen, in niederschießenden Sturzbächen zischt das grelle Licht der Lampenreihen. Geschrei erhebt sich und übertönt die Musik, Pfeifen schrillen, Gongs läuten, die Arbeiter bauen neue Deforationen oder stürzen alte um. Manchmal hat man noch das Gefühl, als müsse der furcht. bare technische Apparat, der um jeden Film lauert, die Kunft der Darsteller erbrüden. „ Seid fruchtbar und mehret Euch!" Diese biblische Marime hat eine nachhaltige Wirkung in die Gegenwart geäußert, denn das Reichsgericht hat am 28. November 1927( IV 603/27) entschieden, daß die Unfruchtbarkeit der Ehefrau den Mann zur Anfechtung der Che berechtige. Welch peinliche Wirkungen solch eine Eheanfechtung für die Frau hat, wird jedem klar, der weiß, daß durch die Ehe anfechtung die Ehe als von vornherein nicht bestehend angesehen wird. Die Ehefrau wird wieder Fräulein und muß ihren Mädchennamen wieder führen. Aber das Reichsgerichtsurteil vom 28. November 1927 will von alledem nichts wissen. Es verlangt sogar vom Ehemann, daß er mit der Anfechtung nicht so lange zaudere. Insbesondere brauche er absolut nicht zu warten, bis sich die Unfruchtbarkeit seiner Frau mit voller Sicherheit ergeben habe. Nein, es genügten schon hinreichende Anhaltspunkte für die Unfruchtbarkeit, um mit Erfolg die Ehe anzufechten. Die deutschen Ehemänner wissen nun wirklich manchmal nicht so recht, was sie von der Gebärfähigkeit ihrer Frau zu halten haben. Früher las man es allerdings anders. Am 11. April 1906 Aber das Reichsgericht gestattet in diesem Punkte teine Naivität, sondern es fagt: erklärte das Reichsgericht in einem Urteil: „ Der trog ungeschmälerter Beiwohnungsfähigkeit bestehende Mangel der Fortpflanzungsfähigkeit stellt bei verständiger Würdigung des Wesens der Ehe sich nicht als eine Eigenschaft dar, die den anderen Ehegatten ohne weiteres von der Eingehung der Ehe abzuhalten braucht." Aber schließlich hat das Reichsgericht so gut wie jeder Mensch das Recht, seine Ansicht im Laufe der Jahre zu ändern. Uebrigens tommt es doch auf die Durchschnittsmeinung der Gesellschaft von der Bedeutung des Fruchtbarkeitserfordernisses für die Ehe etwas an. Die wenigsten find doch Majoratsherrn oder haben ein sonstwie geartetes erhebliches Interesse an der Fortpflanzung ihres Stammbaums. Die Durchschnittsmeinung dürfte wohl sein, daß man die Fortpflanzung dem Naturell der Frau anheimstellt. Nach der Berliner Statistik sind 10 Pro3. aller Ehen unfruchtbar. Will man behaupten, daß diese Ehen keine Eristenzberechtigung haben? Ist ein starter Bevölkerungszuwachs überhaupt geboten und erwünscht? Ist das Staatsintereffe nicht vielleicht zu manchen Zeiten das entgegengesetzte? In England befürwortet die Regie rung, daß den Arbeitern Mittel, die die Empfängnis verhüten, bekanntgegeben werden. Gibt es nicht eine Bewegung in der Welt, die sich der hemmungslosen Bevölkerungsvermehrung in den Weg Stellen will? " Der Ehemann hätte aus den in Frage kommenden Körperteilen, die ihm in dem langjährigen ehelichen Verkehr nicht hätten verborgen bleiben fönnen, ersehen müssen, daß seine Che frau unterentwickelt gewesen sei. Weil aber dem Ehemann dies entgangen sei, gelte seine Anfechtung als verspätet.( Die Ehe bleibt also troy Unfruchtbarkeit bei Bestand!) Aus dieser Entscheidung können die Ehemänner allerhand lernen. Der Ehemann ist nach Auffassung des Reichsgerichts vor allem verpflichtet, sich in dem Körper seiner Ehefrau gehörig auszufennen. Aber außerdem muß er genügende medizinische Bildung befizen, um Ursache und Wirkung auf gynäkologischem Gebiete richtig abzuschätzen. Der Gedanke ist gewiß nicht übel, aber wie will man ihn verwirklichen ohne gynäkologische Aufklärungskurse? Etwas rigoros mutet allerdings an, daß das Reichsgericht erflärt, der Ehemann solle sich ja nicht der Hoffnung hingeben, daß die Unfruchtbarkeit seiner Ehefrau sich beseitigen lasse. Wozu dieser Beffimismus? Die Mediziner werden uns vielfach eines anderen belehren. Neuerdings wird man übrigens sagen müssen. Es gibt ja Ehe= beratungsstellen, und wer wirklich Wert auf die Fruchtbarkeit seiner Frau legt, möge sich diese Eigenschaft seiner Braut durch eine Eheberatungsstelle attestieren lassen. VON B. TRAVEN Nachdruck verboten S Copyright 1928 by Büchergilde Gutenberg, Berlin 29. Fortsetzung. Don Manuel war gewitzigt dank der reichen Erfahrungen, die andere gemacht hatten. Er schickte kein Silber und kein Gold fort. Er speicherte es auf und wartet« auf seinen Tag. Trotzdem ihm die Mine so reichen Gewinn abwarf, behandelte er doch seine indianischen Arbeiter recht erbärmlich, zahlte ihnen kaum soviel Lohn, daß si« satt wurden, ließ si« arbeiten, bis sie zusammenbrachen oder gar weg- starben, und wenn sie nicht genügend schafsten, ließ er noch mit der Peitsche nachhelfen. Mit Negern läßt sich so für eine lange Zeit wirt- schasten, mit Indianern nicht. In den dreihundert Iahren spanischer Herrschaft in Mexiko haben die Spanier nie und zu keiner Zeit das ganze Land in unbestrittenem Besitz gehabt. Irgendwo war immer ... ließ sie arbeiten, bis sie zusammenbrachen. KvfccOion, Aufruhr und Empörung. Und war sie an einer Stelle »rutol und menschenunwürdig unterdrückt, brach sie woanders wieder »us. Das war im großen so, und dos war auch so im kleinen. Und nnes Tages war Rebellion in der Mine de» Don Manuel. Seine Frau, Donja Maria, koimte noch rechtzeitig fliehen, aber er wurde trfchlagen. Sein« Schatze wurden nicht geraubt, sondern, nachdem Von Manuel tot war, verließen die indianischen Arbeiter den Platz »nd kehrten in ihre Dörfer zurück. Als Donja Maria durch Boten erfahren hatte, daß die Mine »-sder sicher sei, kehrte sie zurück, um die Arbeit sortzusetzen. Sie and die erbeuteten Schatze schön und sicher vergraben. Was sie »esaß, hätte genügt, daß sie ihr Leben sorgenlos führen konnte bis m das End« ihrer Tage. Aber sie hatte sich in den Kopf gesetzt, nach Spanien zurückzu» sehen und dort als die reichste Frau zu erscheinen. Da sie noch jung var und auch Schönheit reichlich mit auf den Lebensweg bekommen flitte, so hegte sie die Hoffnung, in Spanien ein Schloß und ein idlige« Gut zu kaufen und durch die Verheiratung mit einem Marquis tem Hof« nahezukommen. Es hatten ja spanische Granden Töchter iztekischer, tezkukischer und otrderer-indiamscher Fürsten Mexikos und Perus geheiratet nur ihres Reichtums wegen. Warum sollte st«, die ius anständigem bürgerlichen Hause war, mit Hilf« ihres unermeß» zchen Vermögens nicht viel leichter noch einen Marquis zum Gatten «•kommen? Sie verstand zu rechnen, vielleicht noch bester ats ihr erschlagener Nonn. Sie rechnet« aus, wieviel ein Schloß und wieviel ein alt- »dliges Gut in Spanien tosten würde, wieviel die Unterhaltung diese» Besitzes, Dienerschaft, Wagen, Pferd« und Reisen kosten würden, wie- ?iel der Marquis gebrauchen würde, und wieviel sie selbst noch täglich „.'»zugeben hätte, um ein« glänzende Rolle bei Hose spielen zu !önn«n. Sie kam aus eine ansehnliche Summe. Aber immer fand ie, daß da noch vieles fei, was sie nicht bedacht habe, daß da noch ilbgaben an die Regierung seien, daß sie eine Kirch« zu bauen habe» am die hohen Herren der Inquisition günstig zu stimmen und sie nicht lüstern werden zu lassen Uirb dann arbeitete sie noch so lange, ins der ausgerechnete Betrag verdoppelt werden konnte. Damit war äe gegen alle Fehlrechnungen gesichert. Es waren fürwahr harte tzahre, wo sie zu kämpfen hatte. Fern von der Zivilisation, fern «der, auch der kleinsten Bequemlichkeit, Tag und Nacht aus dem Posten, geschickt mit den Arbeitern umgehend, daß ihr Lohn nicht zu ijoch sei, daß er aber auch wieder gut genug s«i, daß sie aushielten und sich nicht empörten. Da mußte auch an Ueberfälle gedacht werden, an Banditenhorden, die sich aus Verbrechern, aus defer- tisrten Soldaten, aus entsprunge- n«n Strafgefangenen, aus dem 'Auswurf der Städte gebildet hatten und die marodierend. unter Iitdianern und Weißen gleich Schrecken verbreitend, im Lands umherzogen." IS. Der blaffe Neid muß es der Donja Maria lasten, daß si« sich den zahlreichen Aufgaben bester gewachsen zeigte als ihr ehe- maliger Gatte. Sie fürchtet« Sie fürchtete weder Tod weder Tod noch Teufel, weder noch Teufel... marodierende Banditen noch re- bellierende Indianer, und si« wäre sicher auch noch mit der Inquisition in irgendeiner Weise fertig geworden, wenn die Frage an sie herangetreten wäre. Sie war robust, ausdauernd und unternehmend; aber wenn sie damit nicht durchkam, so gewann sie um so sicherer mit ihren diplomatischen Fähigkeiten. Sie konnte lachen, wenn es ihr nützlich erschien, sie tonnt« weinen, wenn sie da» für wertvoller hielt, sie vermocht« zu fluchen wie ein Straßenräuber, und sie konnte inniger beten als sin Franziskanermönch. Arbeiten konnte si« für sechs Indianer, und wenn es nicht so ging, wie sie es wollte, dann packte sie mit gesunden Fäusten selbst zu, und die Indianer, ung«wohnt, eine Frau so schwere Arbeit scheinbar spielend verrichten zu sehen, o«rieten in eine Art von Bann, wo sie tun muhten, was Donja Maria von ihnen verlangt». Das ging lo Jahre hin. Schließlich aber bekam sie doch ein« solch« Sehnsucht noch Spanien, nach einem sauber«« Haufe, einer guten Küche, einem molligen Schlafzimmer und nach einem Gesponst, mit dem sie hätscheln und tätscheln konnte, daß sie sich eines Tages entschloß, aufzupacken und abzuziehen. Als si« ihr Vermögen über- schlug, fand sie, daß es reich«« konnte für jeden Luxus, der sich nur ausdenken laste. Si« hatte sich einen bewaffneten Schutztrupp herangebildet, der dafür diente, die Mine und die aufgespeicherten Schätze zu bewachen und zu verteidigen. Der Trupp bestand aus Indianern, einigen Mestizen und zwei spanischen Soldaten, die dejertiert oder entlassen worden waren. Einen dieser beiden Spanier machte sie zum Führer bei Tag« und den anderen zum Führer in der Nacht. Das Metall, von dem etwa ein Sechst«! Gold, alle« übrige aber gediegenes Silber war. hotte sie in rohe B'öckchen und Barren ge- gössen, damit es sich leichter transportier« laste. Diese Blöckchen wurden in Kisten sicher verpackt. Wie groß der Reichtum war, den sie aus der Mine geholt hatte, ist daraus zu ersehen, daß sechzig Maultiere, fedes einzelne bis zur Grenze der Tragfähigkeit beladen, nötig waren, um das Metall abzutransportieren. Die Karawane mit ihren zwanzig bewaffneten Begleitmann- schasten machte sich auf die Reise. Zweitausend Kilometer bis nach der Hauptstadt Mexiko. Kein« richtige Straße, über Wüst«ngelände, über steil« Gebirge, durch Flüsse, durch Schluchten und Felsklammen, durch Urbufch und Urwald, durch Dschungelgebiete, einige Tage in den«iseskalten Winden der Sierra, dann in der glühenden Hitze d«r tropischen Regionen und dann wieder üb«r schneebedeckte Gebirgs- Partien und wieder durch fieberfchwül« Dschungellandfchaften. Und dann kam ein Abend, wo ihr das Lager merkwürdig bewegt erschien. Sie sah näher zu und fand, daß der eine Spanier d«n Versuch gemacht hatte, di« Dinge zu seinen Gunsten zu ändern. Er kam zu ihr und fragte:„Wollen Sie mich heiraten oder nicht, Donja Maria?"„Ich, Sie? Einen solchen Straßenräuber? Einen, d«r vom Galgen heruntergefallen ist, weil der Henker einen morschen Strick gebraucht hat, statt eines guten neuen?" Darauf sagte der Bursche:„Ich nehm««s auch ganz gern ohne Sie, Senjora. Ich kriege auch noch«ine Hübschere."„Was nehmen Sie ohne mich?" fragt« Donja Maria.„Wae da in den Kisten ist."„Nicht, solange ich dabei bin, du Bastard." Der Mann hob die Hand, zeigt« rüber, wo di« Leute lagerten, und sagte grinsend:„Dann sehen Si« nur erst einmal dorthin, vielleicht überlegen Sie es sich mit der Heirat. Eine Stunde will ich schon gern warten."„Da magst du auch gut dein ganzes L«ben warten, wenn du nicht vorher gehenkt wirst." Sie ging ober doch rüber zu den Leuten und fand, daß der Bursche eine schöne Arbeit geleistet hatte. Der andere Spanier und die Indianer waren gebunden, während die Mestizen auf der Seite dieses Mannes waren und an dem Geschäft teilzunehmen gedachten. Sie standen da, di« Pistolen im Gürtel, und sahen die Frau frech und grienend an. „Schöne Arbelt. das muß ich sagen," meinte Donja Maria zu dem Burschen, dex ihr hinterher folgte.„Nicht wahr?" gab er zur Antwort.„Da werden Sie wohl nun nicht mehr lange überlegen und brav und schön ja sagen," fügte er hinzu. „Nein, da host du recht, du Hund von einem Bastard, da werd« ich nicht lange überlegen," sagt« si«. Gleichzeitig hatte sie von einem der Sättel, di« auf dem Boden lagen, eine Peitsche ergriffen, und«he der Mann auch nur sah, was los war, hatet sie ihm'einen erbar- mungslofen Hieb quer über dos Gesicht gezogen, der feine Augen blendet«. Cr taumelte, und si« ließ blitzschnell ein halbes Dutzend über sein Gesicht nachfolgen. Dann brach«r zusammen und rührte sich nicht mehr. Aber sie sing erst an. Di« Mestizen waren so erstaunt über das, was sie sahen, daß sie weder an Fortlaufen noch an Schießen dachten. Und als si« zum Bewußtsein kamen, was mit ihrem Führer geschehen war, sausten ihnen auch schon di« Peitschen- hiebe über das Gesicht. Die nicht fielen, begannen, mit den Armen ihr Gesicht bergend, zu rennen. Donja Maria sprang zu dem anderen Spanier und schnitt die Stricke, mit denen er gestsfell war, mit«in paar kurzen Rucken auf. D«r befreite sofort die Indianer, und die waren im Nu auf den Pferden und lastoten die Mestizen ein. „Häng' den Bastard," rief Donja Maria und zeigte auf den Spanier, der si« zu heiroten gedacht hatte und der sich schwerfällig „Nein, da hast du recht, du Hund,«. vom Boden zu erheben begann. Eine halb« Minute später hing«r. „Was habe ich dir Hund gesagt?" rief sie ihm zu. während die Indianer ihn hochzogen.„Ich habe dir doch gesagt, daß du vorher gehenkt wirst. Und mit euch?" wandte sie sich den Mestizen zu. „Euch müßte ich auch hängen lassen. Aber ich werde euch noch«tn Loch off«n last«n, ihr lauft ja doch all« dem H«nt«r in di« Schling«. und ich will ihm nicht das Geschäft oerderben. Aber da» kann ich euch sagen, wenn ihr das noch einmal versucht, peitsch« ich euch persön- lich, bis die Fetzen von eurem Kadaver hängen, dann laste ich euch rösten und darauf hängen. Ihr braucht nicht zu bleiben, könnt gleich gehen, brauche euch nicht. Lohn kriegt ihr nicht, und die Pistolen nehme ich euch auch wieder ab. Aber wenn ihr durchaus bleiben wollt, schenke ich euch in Mexiko die Pistolen, die Sättel und die Pferde, die ihr reitet. Höre mal, du Spanler," sie ging nun zu dem Manne hin. der auf ihrer Seit« war,„wi« heißt du. Ja, Rügo? Wenn wir in Mexiko sind, kriegst du"— sie hatte sagen wollen „das ganze Maultier", überlegte es sich aber noch rechtzeitig und sagte:„Da kriegst du di« rechte Seitenladung de» Mulas da drüben, und die Indianer kriegen die halbe Ladung der linken Last, die können sie sich teilen." Damit war die Meuterei zu End«. (Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". mmnninnnnmimiiiiiiitimiiiniiimiiimniiiiiiiiiniininiiiniininiiiiiniitiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniimiiiiiiimNmiina Kfelttwortratsel. Senkrecht: 1. Londoner Gefängnis, 3. Stadt in Kleinasien, 4. Teil des Baum«», 5. Tiermagen, 6. weiblicher Vornam«, 8. französisch« Festung, 10. biblische Gestalt, 12. Fluß in Rußland, 16. Verschwörung, 19. Bogel, 20. Halbinsel in Asien, 22. Rüge, 25. Stand, 26. Erfrischung, 28. Verhältniswort. W a g e r e cht: 2. Erdöl, 7. Fluh tn Sibirien, 9. Nebenfluß der Donau, 11. Pflanz«, 13. Planet, 14. Getränk, IS. Nebenfluß des Rheins, 17. Nagetier, 18. Fluß im Harz, 19. Fluß in Italien. 21. Getränk, 23. Nebenfluß der Donau, 24 Gepränge. 27. Held der germanischen Sage, 28. Fluß in der Schweiz, 29. geographisches Werk. Magisches Quadrat. Die Buchstaben ergeben, richtig eingesetzt, wagerccht und senk- recht die gleichen Wörter folgender Bedeutung: 1. Männlicher Vorname. 2 Leipziger Spezialgetränk. 3. Stadt in Norwegen. 4. Edel- gas. Srgänzungsrätsel. Schutz— Stuhl. Wochen—. Punkt. Gold— Staat. Jost— Mann. Darf— Stelze. Fahnen— Genosten. Wall— Baum. Mast— Saite. Anstatt der Striche ist je ein Hauptwort zu setzen, das sowohl mit dem vorangehenden als auch mit dem nachfolgenden ein neues Wort bildet. Die Anfangsbuchstaben der Ergänzungswörter, von oben nach unten gelesen, nennen einen Titeltopf. 2 3 4 1 7 4 2 9 S 2 6 6 1 7 4 5 9 4 1 2 3 6 6 5 4 9 4 6 4 Zahlenrätsel. 5678563129 3 7 6 7 5 4 7 7 4 4 5 4 Wahlresultat Blutgefäß Griechisch« Insel Nagetier Deutscher Fluß Frucht Weltkörper Geistlicher Männlicher Vorname Gebäck Jahreszeit Weiblicher Borname Blume Gesteinsart Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. n rt i f rh ö a Ciiirthrni* 1 OiMhe»_ 0 5 3. Nervi. Magisches Quadrat: l. Linde.— 2. Ideal. — 4. Davos.— 5. Elise. Zahlenrätsel: A T CV II 8 T B E B E L I S ü 3 GESTE ESA »ALBE TEGEL BASALT ES AU BEATE ELBA LEGAT Silbenrätsel: 1. Diana, 2. Suez, 3 Gogol, 4. Undme, 5. cokewalk, 6, Zjolith, 7. Mecklenburg, 8. Unze, 9. Nantes, 10. livoli, 11. Ganges. 12. Exaudi, 13. Wala, 14. Sckzellsifch. 15. Inkunabel» 16. Frankfurt, 17. Sindbad, 18. Edam, 19. Sorrent, 20. Odaliske, 21. Fenriswolf, 22. Erdal, 23. Diagonale, 24. Nansen, 25. Nonde, 26. Gromngen, 27. Ekrasit, 28 Sahib, 29. Raute, 30. Justus, 31. Eschcnvach, 32. Landwirt, 33. Zchthiolith, 34. Madrid, 35. Elpenor, 36. Cocamo, 37. Eichendorfs, 38. Fatime, 39. Catium. — Daß Glück ihm günstig fei,— Was hilft s dem Stoffel?—- Denn rcgnst's Brei,— Fehlt ihm der Löffel. Kreuzworträtsel: Senkrecht: 1. Biber, 2. Eger, 3. Elle, 5. Nahe, 6. Eber, 7. Nagel, 9. Bier, 13. Ibsen, 15. Hagar, 16. Olm. 17. Tal, 20. Ebert, 22. Auer. 23. Basel. 25. Oder, 2«. Nase, 27. Idee. 28. Mate. Wagerccht: 1. Bebel, 4. Anden, 8. Igel, 10. Alba, 11. Laich, 12. Erie, 14. Ehre. 16. Ort. 18. Esel. 19. Alge. Zl. Mol. 24. Bonn, 27. Irma, 29. Abend. 30. Reis, 31. Ente, 32. Trier. 33. leg«!. Die fehlende Mittelsilbe: ga, Agat«, Vergasung. Brigade, Rogate, Organist Lugano, Pergament, Golgatha, Ben. j galen, Pegasus, Engadin, Vagabund. Nr. 156 45. Jahrgang Sonnabend 31. März 192S Baut Euch ein Paddelbot! Im Vorfrühling beginnt da. Instandsetzen der possersport-' fohizsuge. So mancher Sportfreund, der selbst kein■ 00* besitzt, hilft dabei, e» wieder für dt« kommend» Saison flott 3" machen. U awillkürlich denkt er dabei:»Wie komme ich auch zu e:->eni kleinen Brot, um mich auf dem blauen Wasser zu tummeln?" Zo einfach und bescheiden der Paddelsport auch ist, so ist er d i) einer dcr schönsten. Di« schönsten Winkel unserer Mark Brandenburg find totsächlich nur im Paddelboot zu erreichen. Daher v eist dieser Sportzweig immer mehr und mehr um fich Di« Ans. ungskosten «i rcs derartigen Bootes sind oerhältnismäßig gering d'i�tzdem wird es manchem Sportfreund in Anbetracht der wirtlc. llichen Ner- Hältnisse nicht möglich sein,«in Boot auf einer Bor««rft zu be- stellen, oder zu taufen. Cr mutz darum zum Selb au schreiten. Dies« Zeilen und die beigefügteZeichnung mögen als A � eitung dienen. Zunächst braucht man zum Bau eines Boote eine Helling. Das ist eine hochkantstehend« Bohle von 4 Zentimer. r Dicke, etwa Zy Zentimeter Breite und etwa ö— 5,20 Meter Länge. Sie wird mit Seitenstützen, etwa 50 Zentimeter über de-m Boden, fest verbunden. Die Helling kann auch au, zwei zusan'wengenagelten Brettern bestehen. Auf ihrer oberen Fläche macht man dann die Einteilung, wie sie die Zeichnung angibt. An m irkierten Stellen 0—12 befestigt man Holzklötze mit den höhe> wie Zeichnung angibt, um ein Ansteigen des Schiffsbodens vorn und achtern herbei- zuführen Nachdem man de» Schisfsboden fertiggestellt hat(in den genauen Breiten, die ebenfalls aus der Zeichnung ersichtlich sind) und mit der Rahtteist«(Nahtspant) versehen hat, setzt man ihn auf dies« Klötze. Man acht« darauf, daß der Boden im Querschnitt wagerecht festgemacht wird. Bor« und Achtersteven(mit Auskehlung fSponungs für Seitenplanke versehen) setzt man auf den Boden aus und verbolzt beide» mit etwa 5 m/m-Bolzen. Jetzt beginnt man mit dem Aussehen der Spanten, die vorher genau angefertigt sind und mit den Bodenwrangen(Bodenrippen) verlascht bzw. genietet sind. Diese Arbeit erfordert grotz« Sorgfalt, da auf gute Schmiege- kante, horizontale Abstände voneinander, auf horizontale und Lotrechte zu achten ist. hat man nun dies« Vodenwrangen mit dem Boden vernagell, was mit 1,8 Quadratmillimeter verzinkten Nägeln geschieht, dann beginnt man mit dem Anbringen der Seilenplanke. dies« wird mit dem Vorsteven und Achtersteven, mit den Seiten- s panlen und dem Schisssboden vernagelt. Diese Seitenplanke wird innen an der Oberkante durch einen Balken(Balkweger) 20X20 verstärkt zur besseren Befestigung des Decks. Die vecksbalken, die vorher sorgsällig angepaßt und an ihrer Oberkante mit den übrigen in der Längsrichtung ausgestrakt sind, befestigt man durch verzinkte Nägel an der Seitenplanke und am Seitenspant. Der Schönheit und der besseren Raumausmitzung des Bootes wegen acht« man daraus, daß das Deck im Längs« und Onerfchnttt gewölbt ist. Zu seiner Be festigung verwendet man am besten Mefsingschrauben. doch kann man es auch mit verzinkten Nägeln vernageln. Als Abschluß erhält das Deck auhenbords eine Scheuerleiste, innenbord» eine Reeling oder Setzbord, die mit den Seitenfpaitten verschraubt wird. Den Fußboden des Bootes fertigt man so an, daß er zum Saubermachen des Bootes herausnehmbar ist. hat man alle holzteil« geglättet und geschlissen und auch die Nägel in den Planken etwa 2 VIVimeter versenkt, dann streicht man das ganz« Boot innen und außen mit Leinölfirnis. Nach einigen Tagen schleift und kittet man(wichtig sind die Nagellöcher!), um dann hinterher zu lackieren, was tunlichst mit Tokiollack ge- schehen soll, da er unter Garantie im Wasser nicht weiß wird. Zur Ausrüstung gehören vier Paddel, von denen je zwei durch eine Messinghülse verbunden sind. Man kann sie in jedem Wasser- sportartikelgeschäft kaufen oder auch leicht selbst anfertigen. Weiter benötigt man einen Bootshaken,«ine Festmachelein« und eine Vootstaterne. die nach der allgemeinen Wasserstraßenordnung bei eintretender Dunkelhest auf dem Wasier an Bord zu führen ist. Sitzkisien, vielleicht auch Bootsteppich vervollständigt die Ausrüstung. Ernst Retzlaff, Dachtkonstrukteur, Berlin. oiiä« •.i« »»eSeyMb*«*»• tta AwV'W.iy—— y» f*—" �>»>»*>■**'£***• Berufswahl, eine Schicksalsfrage. Zur bevorstehenden»diulentUrnung. Ostern naht, die Schulentlassunl steht wieder einmal bevor. Was soll unser Junge, unser Mäde'«rden? Das ist die bange Frage, die sich Tausende von EUern' Erziehern in diesen Tagen vorlegen,»tele haben diese für de' jungen Menschen und sein künftiges Wohlergehen so wichtig« f«-ge schon entschieden. Trotz- dem ist sorglichst« Prüfung und Ueb«rirgung auch in diesen Fällen nicht zum Schaden. Daher ist es begrüßenswert, daß letzt zwei Werke erschienen sind, die das zur Berufswahl Notwendige mit- teilen.�) Wo»»oll unser J/Qgc werden? Di« Technik umfaßt die meist." Berus«. Sie haben all« ihre Bor- und Nachteil«. E» ist l«s Verdienst des von Dr. Erich Sänke herausgegebenen Buches, d�ß>« den einzeln«» Abschnitten aus die Nachteile— wenn auch schonend— hingewiesen wird. Schließlich kommt es ja auch darauf an. daß der jung« Mensch mit Lust und Liebe an seine Arbeit geht. Je besser er in seinem Beruf durchgebildet ist. je mehr er sich pls Könnet fühlt, um so weniger wird er als Ausbeutungsobjekt zu gebrauchen sein. Daher hat gerade die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft «in so hohes Interesse an«in«r guten Lehrlingsaus. b i l d u n g. Und daher soll der unge Mensch auch vor dem„Ein- tritt ins Leben' gut beroten we den. Das geschieht durch die Be- ruseberatung und durch Eignur Anrufungen. In dem erwähnten Werke wird die psychotechnifch« Untersuchung«ingehend geschildert. Im Anschluß daran Verden n«cht weniger als 132 handwerkliche und technische Benif« geschildert. Ein eingehendes Studium des Buches vor dem Aufsuchen d«r Berufsberatung oder gar der in Aussicht genommenen Lehrstelle wird vielen von allergrößtem Nutzen sein. •) Dr Erich Sank«:„Wa� soll unser Junge«erden' und„Das moderne Buch der weiblichen Beruf«'. Berlag von Wilhelm Köhler. Minden i. W. Preis l-des Bandes tarromert 2,80 M. Wo*»oll unser Model werden? Die Zahl der technischen Frauenberufe ist leider noch relativ gering. Da» zeigt sich auch bei der Lektüre des lehrreichen kleinen Buches:„Das moderne Buch der weiblichen Berufe', von Dr. Erich Iank«, in dem die technischen Berufe der Frau einen Verhältnis- mäßig kleinen Raum einnehmen. Hervorzuheben ist u. a. der Beruf der t« ch n i s ch« n A s s i st« n t i n, der Lyzealbesuch und ein« zwei- jährige Ausbildung in einer staatlich beaufsichtigten Anstalt erfordert. Die medizinisch-technische Assistentin arbeitet auf bakteriologischem Gebiete, übernimmt Blut-, Harn- und andere Untersuchungen und beteiligt sich an Tierversuchen. Ein weiteres Arbeitsgebiet sind Röntgenbestrahlungen, wissenschaftliche Photographien, Organausnahmen und wissenschaftliche« Zeichnen. Für die ch e m i s ch- t e ch n i s ch e A s s i st« n t i n ist im Gegensatz zu ihrer medizinisch-technischen Kollegin die Ausbildung noch nicht staatlich geregelt. Borgesehen ist auch hier ein« zweijährige Ausbildung mit staatlichem Abschlußexamen. Die Arbeitsstätten der chemisch-technischen Assistentin sind chemische Laboratorien, Forschungsinstitute, Zucker- fabriken, Mühlen, Obstbauinstitut«. Fabriken sür Arzneimittel, serner Eisen- und Metallwert«, Maschinen-, Papierfabriten usw., ein Ge- samtgebiet also, dos den persönlichen Wünschen und der Beronlagung weitesten Spielraum gewährt. Eine zweijährige Ausbildung er- fordert auch der Beruf der Reichsbahnbeamtin, die nach vollendeter Prüfung als Betriebsofsistent im Rahmen der vorhandenen Plan- stellen angestellt wird. Dagegen ist der Zugang für die Reichs- p o st b e a m t i n, die dem mittleren Dienst angehört, gesperrt, wenn auch in der Praxis die Maßnahme hin und wieder durchbrochen wird. Zu den anregendsten, ober wirtschaftlich oft sehr unsicheren Frauenberufen gehört die Tätigkeit der S u n st g« w e r b l« r i n. Sie betätigt sich als künstlerische Weberin, als Spitzen- arbeiterin, als Kunst tischlerin und H o l z b i l d- hauerin, sie arbeitet als weiblicher Goldschmied, als Plakat, und Modezeichnerin, als Architektin und Kunst töpferin. Wir haben in Deutschland heut« schon«ine ganze Anzahl Frauen, die hervorragende Fähigkeiten aus diesen Gebieten aufweisen können und in eigener Werkstatt arbeiten oder «ine leitende Stellung in Kunstabteilungen großer Fabriken ein» nehmen. Trotz dieser erfreulichen Tatfache muß jedoch immer wieder auf dos Dornenvolle gerode dieser Berus« für mittlere und kleine Talente, die zudem über gering« oder gar keine pekuniären Mittel verfügen, gewarnt werden. Verwandt mit diesen Berufen ist die Tätigtest der Buchbinderin, deren Ausbildung in der söge- nannten Meisterlehre besteht. Sie arbeitet zunächst drei Jahr« als Lehrling, legt dann die Gesellenprüfung ab und wird nach weiterer dreijähriger Tätigkeit zur Meisterprüfung zugelasfen. Sa beschränkt auch die Auswahl der gekernten Frauenberuf« heute noch ist, lo läßt doch gerade die Uebersicht in dem hier zugrunde gelegten Werk erkennen, daß der Einfluß der Frau im modernen Berufsleben in ständigem Wachsen begriffen ist. Allen Eltern und Erziehern kann die Lektüre dieses Buches dringend empfohlen werden. Industrie In China. In China gibt es gegenwärtig 260 Zündholzfabriken, 160 moderne Dampfmühlen, 74 Zementwerke und Ziegeleien, SS Glas- und Porzellanfabriken, SS«chiffbauunter- nehmungen, die auch Eisenbohnwaggons und Straßenbahnen bauen, 15 Arsenal«. 3 Glühlampcnsabriken, 1 Fabrik für elektrische Maschinen, 100 Großdruckereien, 7 Hochöfen, serner Tabaksabriken, Raffinerien, Papiermühlen, Gerbereien usw. Der größte deutsche Ingenieuekongreß 192» in Essen. Vom 9.— 11. Juni 1928 findet in Essen die diesjährig« Hauptversammlung des Verein» Deutscher Ingenieure statt. Man rechnet mst einer ganz außerordentlichen Beteiligung. Sicherlich werden mehrere Tausend Ingenieur« aus ganz Deutschland in diesen Togen nach dem Ruhrgebiet kommen. Außerordentlich wichtige Vor- träge über die im Vordergrund« stehenden Fragen der Technik, eine Anzahl Besichtigungen und weitere Veranstaltungen werden mit dieser Hauptversammlung verknüpft sein. Di« Hauptversammlung dürste auch ein« größere Zahl von ausländischen Ingenieuren nach Essen führen. Mst der Hauptversammlung soll auch die Grund- steinlegung de».�Hauses der Technik' in Essen verbunden werden. Berliner Vezirksverein Deutscher Ingenieure. 4. April, Vh Uhr, Technisch« Hochschul«. Hörsaal 801. M a n g t s o e r s a m ml u ng. Dr. F. N o a ck spricht über„Nsuestes auf dem Gebiet des Funk- wesens'(mit Vorführungen). Gast« willkommen. Arbeiter Sport Schulentlassene, treibt Sport! In diesen Tagen beginnt für viele Jugendliche rein äußerlich ein Wechsel fast aller Lebensgewohnheiten. Borbei ist die Kinderzeit die Schulzeit! Frühmorgens geht's zur Arbeitsstätte, wo nicht mehr Spieltameraden, sondern Arbeits follegen begrüßt werden. Und abends kommt das neue Lehrmädchen oder der Lehrling dann abgespannt nach Hause. Diese plötzliche Veränderung der bisherigen Lebensgewohnheiten, die unzähligen neuen Eindrücke, die auf den jungen Menschen einstürmen, erzeugen zumeilen, wenn der Reiz des Neuen überwunden ist, einen apathischen Bu stand. Er wird oft unliebsam verstärkt durch die wenig verständige Behand lung, die den Schulentlassenen im neuen Wirkungsfreis widerfährt. Dieses ,, Nicht- verstanden- Werden" bann gerade in der Entwicklungszeit bei den Jugendlichen eine Stimmung auslösen, die sich unter Einwirtung besonderer Ereignisse bedenklich auswirken fann. Die jungen Leute merken das meist selbst und suchen instinktiv durch Abwechselung und Aufheiterung das seelische Gleichgewicht mieder herzustellen. Fehlt ihnen in solchen fritischen Stunden verständnis volle Beratung, besuchen sie fade Amüsierstätten, um sich bei Nikotin und Alkohol die trüben Gedanken zu verscheuchen. Kinobesuche und Herumlungern in zweifelhafter Gesellschaf: laffen die unmöglichsten Gedanken und Bläne reifen, und manches freundliche Mädel, manch lieber Junge gerät allzu schnell auf die falsche Bahn. Eltern und Erzieher, die Verständnis aufbringen für die Möte der Jugendlichen, tönnen in solchen Fällen durch taftvolles Be nehmen viel Unheil verhüten. Sie müssen darauf achten, daß die jungen Leute die wenigen Stunden der Inappen Freizeit nicht nur mugen, um sich Wissen und Können anzueignen, sondern um Körper und Geist auch anzuregen. Lebensfreude muß geweckt werden. Unsere Jugend muß Gelegenheit haben, sich auszutummeln! Und wo tönnte das besser geschehen als beim Turnen und Sport, beim Wandern und Schwimmen. Hier fann sich der jugendliche Feuergeist betätigen. Der heranwachsende, sich entwickelnde Körper tann bei Spiel und Sport Säfte und Kräfte zur Entfaltung bringen. Spiel und Sport, betrieben im Kreise Gleichgesinnter, ist Erholung und stimmt den Menschen heiter. Turnen, Wandern, Schwimmen stärken das Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen. Und ganz abgesehen von allen Feste der Jugend. Der Zentralverein für volkstümlichen Sport, die Freie Turnerschaft Groß- Berlin, veranstaltet als letztes Hallenfest vor Beginn des Sommerbetriebes am Sonntag, 1. April, ein großes Jugendwerbefest in der Zentralfurnhalle Brinzenstraße 70. Das Programm ift forgfältig zusammen gestellt und bietet in jeder Beziehung einwandfreie Borführungen. Besonders find alle Schulentlassenen und Lehrlinge zu dieser Veranstaltung eingeladen, und auch die Eltern und alle Freunde der Leibesübungen sollten nicht versäumen, dieses Feft zu besuchen. Hallenöffnung 14,30 Uhr, Beginn pünktlich 15 Uhr. Unfoftenbeitrag 30 f. Morgen, Sonntag, veranstalten die Mädchen, Knaben- und Kleinkinderabteilungen der Freien Turnerschaft Neutölln ein Werbeturnen in der Turnhalle Weisestraße 20. Beginn 15 Uhr. Eintritt 10 Pf. Das Turnen zeigt einen Ausschnitt aus dem Betrieb des Vereins. An Intereffe gewinnt die Veranstaltung noch durch Mitwirkung der Kleinkinderabteilung( Drei- bis Siebenjährige). Beweisen doch unsere Jüngsten beim frohen Tollen, wie gut ihnen schon in diesem Alter Leibesübungen bekommen. Zusammenfchluß im Kanusport. Drei auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehende Kanuvereine des 1. Kreises, und zwar die Freie Kanu- Vereinigung „ Schweiffterne", die Freien Wasserfahrer", Köpenick, und die„ Bereinigung der Kanufreunde", Ertner, haben sich zusammengeschlossen. Die nunmehr geschaffene Bereinigung führt den Namen Freie Ranu- Union". Die Freie Kanu- Union" ist die zurzeit größte Arbeiter Kanu- Bereinigung im 1. Kreis. Am Sonntag, 1. April, findet die erste offizielle Fahrt, das Anpaddeln, statt. 80 Boote treffen sich zur ersten gemeinsamen Fahrt am Zeuthener See( Freibadwiese). Dort werden leichtathletische Wett fämpfe, Faustballspiele usw. ausgetragen. Abends ab 20 Uhr findet im Restaurant Wilhelmshof", Köpenic, Hirschzartenstr. 1, ein gemütliches Beisammensein statt. Fahrverbindung: Bahnhof Hirschgarten oder Straßenbahn 84, 187. Die Gruppe Erfner nimmt noch Mitglieder auf. Anfragen an Willy Forper, Berlin N. 58, Stargarder Str. 33. " Schach am Sonntag. | BE diesen günstigen Einflüssen auf den Jugendlichen, find regelmäßig betriebene Leibesübungen am allerbesten geeignet, den Schäden der einseitigen Berufsarbeit entgegenzuarbeiten. Stoffwechsel, innerer Aufbau und Kräftigung des ganzen menschlichen Körpers vollziehen fich regelmäßiger und wirken sich aus in gesundheitlichem Wohlbefinden, in frischerem, munterem Wesen, in Aufgewedtheit und Lebensmut! Die Wahl der Ilebungsmöglichkeit fällt nicht schwer. Der Arbeiter Turn- und Sportbund bietet in allen ihm angefchloffenen Bereinen, bei geringen Beiträgen, Gelegenheit, jede Sports art auszuüben. Ob Turnen oder Wandern, jegliche Art Rasen- und Wassersport Rasen- und Wassersport-, jeder findet nach persönlicher Bera.1lagung oder besonderem Geschmad in den einzelnen Abteilungen oder Bezirken fachmännische Beratung und Anleitung. Darum hinein in die Arbeiter- Turn- und Sportvereine! Leichtathletik- Straßenlauf. Die Ausschreibung. Der große Straßenlauf der Leichtathletits parte des 1. Kreises im Arbeiter- Turn- und Sportbund ist der Reichs tagswahlen wegen auf den 29. April vorverlegt worden. Die Organisation ift dem Sportverein Sparta" übertragen worden. Der Lauf wird über 7140 meter als Stafette ausgetragen. Start: Treptow, Rathaus, 16 Uhr- Ziel: Sportplaz Friedrichshain. Die Ausschreibung. Der DAC. entwickelt sich. Starke Beteiligung zur Osterfahrt nach Wien. Zu der Osterfahrt des neu gegründeten republikanischen Deutschen Auto Club" nach Wien und Prag sind die Anmeldungen über Erwarten zahlreich eingelaufen. Ueber 50 Wagen werden am tommenden Donnerstag von der Nordschleife der Avus aus zur Fahrt nach Wien starten. In Leipzig ist durch die dortige Ortsgruppe ein Empfang vorgesehen mit einem anschließenden Frühstüď. In Liz werden die Teilnehmer vom dortigen Bürgermeister empfangen, ebenso ist in Wien ein Empfang im Rathaus für den Ofte fonntag geplant. Die Fahrt beginnt am 5. April in Berlin und ndet am 11. April nachmittags in Dresden. Der Z11strom an Mitgliedern ist ungewöhnlich stark. Der Mitgliedsbestand hat sich seit Ende Januar vervierfacht, und die Aufnahmetommiffion ist täglich mehrere Stunden damit beschäftigt, die eingehenden Aufnahmegesuche zu prüfen. Bom Präsidenten des Klubs wird darauf hingewiesen, daß Aufnahmen nur mit Angabe von Referenzen möglich sind, und daß die Aufname von der Genehmigung der Aufnahmetommission abhängig gemacht wird. In allen größeren deutschen Städten sind bereits Ortsgruppen gegründet worden, so u. a. innerhalb der letzten 14 Tage in Breslau, Frantfurt a. M., Hannover, Königsberg und Leipzig. Weitere Gründungen stehen bevor. Das Anwachsen des Klubs haf eine bedeutende Bergrößerung der Geschäftsstelle in größere Geschäftsräume notwendig gemacht. Das Generalsekretariat verlegi deshalb eine Geschäftsstelle am 10. April vom Kronprinzenufer 19 nach deReuen Winterfeldtstr. 20. Mit der Leitung der Reichsgeschäftelle ist das Mitglied des Präsidiums Herr Kolm betraut worden. Tag der Olympiade. Ein Reit- und Fahrturnier. Der itag, er Tag der Olympiade, brachte in Gegenwart des Reichspräsidenten e große Olympiade Dressurprüfung. Sie wurde von Mjor Bürtner auf Caracalla, einem Pferde, das von vornherein viele Sympathien hatte, gewonnen. Der Sieger ritt dann, nach ko nmando durch Lautsprecher, dem Publikum die Olympiadeaufgabe vor. Die anderen vorgeführten Pferde nahmen auch sehr für sich ein und so wird Deutschland mit acht guten Dressurpferden in Amfterdarn vertreten sein. Begrüßenswert par es, daß gerade an diesem, sportlich so wichtigen und gesellschaftlich glanzvollen Tage die Schupo mit gymnastischen lebungen am Pferde und ihren 50 Reitern eine Schaunummer bestri, die tosenden Beifall fand. Beim Abendfpringen schnitten, ne das jetzt schon üblich geworden ist, die Diympiade- Pferde nicht allzu besonders ab. Vom Training der Rennhunde. Zu dem am 1. Dfterfeiertag im Stadion Lichtenberg stattfinden. den Hunderennen sind die Trainings im pollen Gange. Schon jegt fann man sagen, daß die Hunde ihre gute Form aus dem Borjahre bewahrt haben. Von den zum ersten Male für ein Rennen gearbeiteten Tieren zeigten eine Anzahl sehr gute Leistungen, so daß aus dem neuen Lot Ueberraschungssieger fommen werden. Der BHRC. seht alles daran, den Eröffnungsrenntag zu einem hundesportlichen Ereignis zu machen. U. a. ist der Große Osterpreis, offen für Polizeihundrafsen, zu erwähnen; es liegen schon jetzt eine große Anzahl Meldungen vor. Ganz be= sonders ist auf das Neulingsrennen für Whippets aufmerksam zu machen. Zugelassen sind die Hunde, die beim BHRC. noch nicht auf dem Platz waren. Auch das Eröffnungsrennen für Polizeihundrassen( Schäferhunde, Dobermänner, Airedale Terriers) wendet fich an Bolizeihunde, die noch nicht beim BHRC. gestartet haben. Zu allen Rennen tönnen auch Hunde gemeldet werden, deren Besitzer nicht Mitglieder des BHRC. sind. Jeder Hundebesitzer, der Interesse am Hunderennen hat, sollte seinen Hund an den an jedem Sonntagvormittag ab 9 Uhr im Stadion Lichtenberg stattfindenden Training teilnehmen lassen.- Meldescheine und Auskünfte durch Dr. W. Nidel, NW, 21, Jonasstraße 4. Telephon Moabit 3410, von 17 bis 19 Uhr. Der letzte Trainingstag Sonntag, den 1. April, um 9 Uhr, A Stafetten. 1. Männer. a) Hauptstafette( offen für alle Sparten). Start: Treptow, Rathaus- Alt- Treptow- Treptower auf dem Stadion Lichtenberg; dort werden bis zum Schluß MelChaussee- Schlesische Straße- Faltensteinstraße- Oberbaumbrücke- dungen entgegengenommen. Zu den Trainings haben InterWarschauer Brüde- Barschauer Straße- Petersburger Straße- El- effenten freien Eintritt; auch tönnen Hundebesitzer dort ihren Hund binger Straße bis zum Nordeingang des Sportplatzes zum Schluß auf Renneignung ausprobieren. Runde auf der Aschenbahn. Gesamtlänge der Strede 7140 Meter. b) Offen für B- und C- Bereine. Strede wie unter a. c) Kleine Stafette( offen für D- und E- Bereine, sowie für Klaffe F). Bur Kaffe F gehören nur die Vereine der anderen Sparten. Start: An der Warschauer Brücke. Strece alsdann wie bei a und b. Länge der Strecke 3140 Meter. Die Mannschaften unter a und b bestehen aus 15, die unter c aus 10 Teilnehmern. Die Streckeneinteilung ist bei allen Streden beliebig. Die Wertung erfolgt gesondert für jede Klasse und Sparte und b und c, ebenso auch die für 2., 3. usw. Mannschaften unter a, b und c. Jugendliche sind berechtigt, bei den Männerstafetten mitzulaufen. 2. Frauen( offen für alle Sparten). Start: Baltenplatz. Länge der Strece Die Mannschaft besteht aus 10 Teilnehmerinnen. 1940 Meter. Die Mannschaft besteht aus 10 Teilnehmerinnen. Stredeneinteilung beliebig. Die Wertung erfolgt für alle Sparten gesondert. Strecke alsdann wie bei den Männern. Männern. 3. Jugend( offen für alle Sparten). Start: Warschauer Straße, Ede Romintener Straße. Strede alsdann wie bei den Länge der Strecke 2540 Meter. Streckeneinteilung beliebig. Die Wertung erfolgt für alle Sparten gesondert. 4. Schüler und Schülerinnen( offen für alle Sparten). 20 mal 75 Meter. Start: Petersburger Straße 26, Fahrradgeschäft. Strecke wie bei den Männern. Die Eröffnungsrennen bei Rütt. Nachdem am letzten Somitag die Sommerradsaison auf der Olympiabahn eröffnet wurde, ft gt morgen, Sonntag, 15 Uhr, die Rütt- Arena mit ihrem ersten Meeting. Die Hauptnummer des Prigramms ist ein Dauerrennen hinter Motoren, das aus zwei gesonderten Wettbewerben besteht, und zwar dem Flughafenpreis" in zwei Läufen zu je 15 Kilometer, und dem großen Eröffnungspreis" in einem Lauf über 30 Kilometer. Neben den deutschen Stehern Sawall, Lewanow und Diederichs wird der Franzose Miquel und der Belgier Thollembeet am Start sein. Für die Fliegerrennen hat Rütt ebenfalls ein hervorragendes Programm ausgearbeitet, so daß auch die Freunde des leisen Sp. rtes" voll auf ihre Kosten kommen werden. Als Einlage plant Rüt. die Vorführung der Entwicklung der Ablösung beim Mannschaftsret men während der letzten 25 Jahre, ein Thema, das im Hinblick auf die Vorgänge beim legten Berliner Sechstagerennen besonders aktuell ist, zumal die auf Täuschung des Feldes berechneten und daher verbotenen Tricks gezeigt und er= läutert werden sollen. 1 Borausfagen für Mariendorf: 1. Lindowpeter Heideblume; 2. Leo Watts Leonardo; 3. Quifi quasi Lindowkind; 4. Minni Dennewitz; 5. Luftschiffer-Corona McKinney; 6. Baron Caro Bube; 7. Miger Native Forbes; 8. Linden Dolerit; 9. Louisiana Fahrt Jauß jr. B. Einzellaufen und gehen. Für das Einzellaufen und-gehen ist die Ausschreibung vom Sportverein Sparta"( offen Halle für den Bund) maßgebend: 1. 12 Kilometer Straßenlauf mit Mann- Silvester schaftswertung a) offen für alle, b) für Anfänger, c) für Turner mirtin I und andere Sparten, d) für ältere Sportler; 2. 12 Kilometer Gehen mit Mannschaftswertung a) offen für alle, b) für Anfänger. Bu 1 und 2. Eine Mannschaft besteht aus drei Läufern bzw. drei Gehern. Wertung: Der 1. einen Bunft, der 2. zwei Punkte usw. Start 16 Uhr. Start und Ziel auf dem Sportplatz im Friedrichshain. Startgeld: Männerhauptstafette 2 M., Kleine Stafette Die um 10 Uhu stattfindenden Mannschaftswettkämpfe des Berliner Arbeiter- Schachtlubs haben folgende Zusammenstellung: Gruppe A: Charlottenburg 1- Nordring 1, Bismardstr. 56; Süd- West 1- Wedding 1, Lanfmiger Str. 5; Weddieg 2- Westen 1, Malplaquetstr. 14/16. Gruppe D: Mitte 1-1,50 m., Einzelläufer und geher 30 Pf. Frauen und Jugend 1 M. Königstadt 1, 3ionsfirchplatz 5; Südwest 2- Weißenfee 2, Lankwitzer Str. 5. Im freien Schachheim des Berliner Arbeiter- Schachflubs in der Landsberger Str. 82( Hof I), das jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet ist, wird wieder ein reichhaltiges Programm gegeben. Eintritt mur 10 Pf. Gäste herzlich willkommen. Schüler und Schülerinnen frei. Meldeschluß: 21. April. Meldungen gehen unter gleichzeitiger Einsendung des Startgeldes an Ermin Janetti, Berlin D 34, Gubener Straße 23. Den meldenden Bereinen geht ein Lageplan sowie eine Tabelle über Steigung und Gefälle der Strecke und einer 100- meter- Cinteilung zu. Am Dftermontag, dem diesjährigen röffnungstag der Karlshorster Die Karlshorster Eröffnungsten im Berliner Rundfunk. Rennbahn, überträgt die Berliner Buntstunde 16.20 Uhr das Hauptereignis des Rennens, den Osterpreis, auf den Berliner Sender. Eine Fluggeschwindigkeit von 512,776 Kilometer in der Stunde. Der italienische Major de Bernardi flog heute auf einer 3 Kilometer langen Strede bei Benedig mit einem Hydroplan Macchi 52 mit Fiat- Motor eine Stundengeschwindigkeit von 512,776 Rilo= meter. Er erreichte damit einen Weltrekord. 400 000 Kilometer im Luftverkehr legte vor menigen Tagen der Pilot Paul Witte von der Deutschen Luft- Hansa im planmäßigen Luftverkehr Hamburg- Amsterdam zuriid.