BERLIN Montag, 2. April Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts " Anzeigenpreis: 10 Pf. Nr. 158 B 19 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Katastrophe von Smyrna. Berliner Sozialdemokratie im Kampf Im Bericht vom Bezirksparteitag 4. Seite Bootstaufe beim Reichsbanner. 20 Der Festzug der Mannschaften. Text im Sportteil. 3m Ruhrbergbau wird es ernst. Die Bergarbeiter zum Kampfe entschloffen. Bochum, 2. April.( Eigenbericht.) Jm Ruhrbergbau wird es ernst. Wer noch daran zweifelte, fonnte aus den Verlauf der konferenz des Bergarbeiterverbandes am Sonntag eines anderen belehrt werden. Neben dem üblichen Jahresbericht befaßte fich diese Konferenz mit dem Berlauf der Berhandlungen über die Neuregelung der Lohn- und Arbeitszeitbedingungen im Ruhrbergbau. Hierüber referierte der Bezirksleiter MeyerBochum. In der Borausbetrachtung über die kommende Cohnbewegung erklärte Meyer, daß es unbedingt gelingen müßte, den Reallohn der Borkriegszeit mit dieser Lohnbewegung herauszuholen. Ein Delegierter beantragte, über die Lohn- und Arbeitszeitfragen teine Diskussion zu führen, da diese Fragen sehr einfach und flar für alle sein müssen. Blieben doch nur zwei Möglichkeiten: entweder ein befriedigendes Verhandlungsergebnis oder der Kampf. Es wurde dem Antrag zugestimmt und eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die am 1. April 1928 im Parkhaus zu Bochum tagende Ruhrrevierkonferenz des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands spricht nach Entgegennahme des Berichtes über die Arbeitszeit und Cohnfragen die Erwartung aus, daß die Verhandlungen zu einem Ergebnis führen, das für die Organisation annehmbar ist. Sollten die Ruhrbergarbeiter in dieser ihrer Hoffnung getäuscht werden, dann erwartet die Konferenz vom Reichsarbeitsminister, daß er einen für die Organisationen nicht frei annehmbaren Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt. Bei ungenügendem Ergebnis sind die Bergarbeifer willens und gezwungen, auch das letzte gewerkschaftliche Mittel des Kampfes um Berbesserung der Cohn- und Arbeitsbedingungen anzuwenden. Die fonferenz spricht der Bezirksleitung zur Führung der Bewegung ihr volles Bertrauen aus und erklärt sich mit ben getroffenen Maßnahmen einverstanden. Gütertransport in Berlin stillgelegt! ist seit heute früh in Berlin ftillgelegt. Entsprechend dem BeDer Transport der Güter von und zu den Bahnhöfen schluß der Versammlung von Sonnabend haben heute früh sämtliche Speditionsarbeiter die Arbeit eingestellt. Die Notstandsarbeiten, Pferdepflege usw., werden ausgeführt. Außerdem sind die Streifenden bereit, leichtverderbliche Lebensmittel zu transportieren. Es handelt sich nur noch darum, eine Firma zu beftimmen, die den Transport dieser Waren auszuführen hat. leben eingreift, hätte zweifellos vermieden werden können, wenn Der Streit der Speditionsarbeiter, der tief in das Wirtschafts: nicht die Methode der Schlichtungsinstanzen, vom grünen Tisch den Arbeitern Vertragsbedingungen aufzuzwingen, zu sehr überhandnehmen würde. Trotz der großen Differenz, die zwischen der Forderung und der im Schiedsspruch ausgesprochenen Lohnerhöhung flafft, würden die Arbeiter fich abgefunden haben mit dem Schiedsspruch, wenn nicht die lange Laufzeit festgelegt worden wäre. Man kann durchaus das Bestreben der Schlichtungsinstanzen begreifen, für längere Zeit den Wirtschaftsfrieden herzustellen, aber die Schlichtungsinstanzen müssen dabei das durchaus begreifliche Mißtrauen der Arbeiter berücksichtigen. Dieses Miß trauen, das in der Inflationszeit seine Wurzel hat, ist genährt worden während der Periode der Nationalisierung, während der es der Arbeiterschaft unmöglich gemacht war, die Vorteile der Rationali fierung auch für fich nutzbar zu machen. gekündigt, daß er nur in den dringendsten Fällen die Berbindlich Der Reichsarbeitsminister hat vor einiger Zeit anfeitserklärung aussprechen werde. Wir haben aber erst am Sonnabend ein klassisches Beispiel gehabt für den Mißbrauch mit der Berbindlichkeitserklärung. Es handelte sich um den Schiedsspruch für die Seeschiffswerften. Dieser Mißbrauch führt dann zu Explosionen, wie wir es felbst bei den so gut disziplinierten Buchdruckern beobachten fonnten, Hundert Menschenopfer. Das Erdbeben in Kleinasien, das von vielen deutschen Erdbebenwarten registriert wurde, hat bedeutend größeren Umfang angenommen, als sich nach den ersten Meldungen erwarten ließ. Es hat sich als eine Katastrophe herausgestellt, die etwa hundert Menschen das Leben kostete. Genaue Zahlen sind im Augenblick, da die Telephon- und Telegraphenleitungen zerstört sind, noch nicht feststellbar. Das Beben wurde gleichzeitig in Smyrna, Mughla, Denizli, Aidin, Manisa, Balikesri und konftantinopel wahrgenommen. Sein Herd befand sich in Torbali bei Smyrna. Bon zehn Uhr ab hörten die Erdstöße im allgemeinen auf, nur in Torbali dauerten sie, wenn auch stark abgeschwächt, bis zum Abend an. Der Kai im Hafen von Smyrna ist geborsten. Ein benachbartes Dorf wurde zur Hälfte zerstört. Jn Smyrna selbst wurden sech zehn Personen getötet und fünfzig verletzt, davon zehn schwer. Neun Erdstöße wurden verspürt, sie haben ganze Häuserreihen zerstört. Etwa ein Biertel der Stadt liegt in Trümmer. Jn Smyrna allein wurden C5 Personen getötet und mehr als 100 schwer verletzt. In der Umgebung der Stadt ist die Zahl der Opfer noch viel größer. Sie übersteigt nach einzelnen Berichten Hundert. In sämtlichen. Fabriken mußte die Arbeit eingestellt werden, da die industriellen Einrichtungen beschädigt wurden und viele Fabrikschornsteine einstürzten. Die durch die Erdstöße aus dem Schlaf geschreckten Bewohner sprangen aus den Betten, und eilten, um Hilfe rufend, die Straßen entlang. Der Kai im Hafen von Smyrna ist geborsten. Der Uhrturm ist eingestürzt. Sämtliche Krankenhäuser sind überfüllt. Die deutsche BotGRIECHEN LAND E FLimnos E( gr) Lesbos Dardanellen KonstantingpelMarmara Meer Brussa • Balikesser TURKEI Bergama Klein( griech) Chios ( griech) Samos ( gr Maglinisa Smyrna Denislü orbal Aidin Asiene Sokia Erdbeben in Klein- Asien. 19315 schaft ist bemüht, Nachrichten über die Smyrnaer Deutschen, deren Bahl sich auf 3000 beläuft, zu erhalten. Am schwersten hat der Bezirk Torbali gelitten, in dem fast 200 Häuser eingestüzt sind In Seidi Kemi, einem Dorfe bei Smyrna, zählte man 50 Tote und 400 Verletzte. Die Bevölkerung fampiert im Freien. Einzelheiten von den Zerstörungen. In einer gestern 8 Uhr abends von der Anatolischen Telegraphenagentur veröffentlichten Meldung heißt es: Nach den letzten Meldungen wurden durch das Erdbeben in Smyrna 29 Wohnhäuser und 10 Lagerhäuser vollständig zerstört, während 193 Wohnhäuser, 86 Lagerhäuser, 6 Moscheen, 4 Schulen, 5 Fabrifen, 1 Druckerei, 2 Lichtspieltheater, 1 Hospital und 1 Uhrturm Beschädigungen aufmeisen. In dem Bezirk von Torbali find 5 Dörfer unbewohnbar geworden, in vier weiteren Dörfern sind gleichfalls schwere Schäden zu verzeichnen. Um neue Unglücksfälle zu verhüten, lassen die Behörden Gebäude ,, deren Einsturz droht, niederreißen. Eine vom Gouverneur an die von der Katastrophe heimgesuchte Bevölkerung gerichtete Proflamation teilt mit, daß sämtliche sanitären Einrich tungen zu ihruer Berfügung stehen. Der Gouverneur ist mit den Mi gliedern verschiedener Kommissionen nach Torbali abgereist. agentur haben sich auch gestern und heute früh Nach einer späteren Meldung der Aanatolischen Telegraphenin Smyrna und Torbali neue Erdstößze ereignet, durch die jedoch keine neuen Verluste an Menschenleben und auch tein neuer Schaden hervorgerufen wurde. Der Ministerrat beschäftigte sich gestern mit dem Erdbeben in Smyrna, stimmte den ersten getroffenen Hilfsmaßnahmen zu und wies eine erste Summe zur Unterstützung des Bilajets Smyrna an. Der Präsident der Republik hat an das Vilajet Smyrna ein Telegramm gerichtet, in dem er darum bittet, den Familien der ums Leben gekommenen sein Beileid auszusprechen sowie in seinem Namen 100 000 türkische Pfund zur Bestreitung der dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Familien zu verteilen. * Smyrna ist eine uralte Stadt. Der älteste Teil wurde vor dreitausend Jahren von der Aeoliern um das 10. Jahrhundert v. Chr. erbaut. In den Kämpfen der Griechen und Berser wurde es zerstört und dann drei Kilometer näher dem Meere im 3. Jahrhundert v. Chr. wieder aufgebaut. Im Römerreich war die Stadt eine der schönsten Kleinasiens, Mittelpunkt des Handels im nahen Orient. Schon einmal wurde die Stadt durch Erdbeben zerstört, im Jahre 128, und von Mark Aurel wieder aufgebaut. Sie gehörte zum Byzantinischen Reich, wurde von den Türfen am Ende des 11. Jahrhunderts erobert und wieder verloren, später im Besitz des Johanniter- Ritterordens. 1402 ging fie endgültig in türkischen Besitz über, und die Engländer und Griechen vermochten sie im und nach dem Weltkriege nicht zu behaupten. Auch neuere Erdbeben( 1880 und 1894), Feuersbrünfte( 1840, 1845) und die Best haben die Stadt nit dauernd zum Erliegen gebracht. Ihre geographische Lage als Aus- und Einfuhrhafen Kleinasiens ist dazu zu günstig. Früher Lob der Preußenregierung. Aus volksparteilicher Feder wird Campe berichtigt. Die giftgeschwollene Schlußrede, mit der in der vorletzten| verlässigkeit des Landes dem Reich gegenüber hat sich bis zur Stunde Sigung des Preußischen Landtags der Führer der Deutschen nicht das mindeste geändert, und das dürfte für die schließliche BeurVolkspartei, Herr Dr. v. Campe, gegen die Preußen- teilung der Weimarer Koalition ausschlaggebend sein. Als Gegenregierung zu Felde zog, hat allgemeines Aufsehen erregt. beispiel genügt ein Wort: Bayern. Wohin wäre es wohl mit Der Zentrumsführer he ß, der nach Dr. v. Campe zu Worte Deutschland gekommen, wenn Preußen auch nur annähernd die gleichen Schwierigteiten gemacht hätte wie die fam, fonnte unter lebhafter Zustimmung erklären, daß unmöglich eine Partei den Wiedereintritt in die Regierung Münchner Zentrale der Partikularisten? Eine Antverlangen könne, die für alle positiven Leistungen nur Spott wort erübrigt sich. Natürlich hat es im Laufe der Zeit auch in und Hohn übrig habe. Was hat Herr v. Campe damals Berlin genug Krach und unerquickliches gegenseitiges Anrennen ge= gesagt? Wir zitieren nach der ihm nahestehenden Täglichen geben. Ein Idealzustand war das Preußentabinett bestimmt nicht. Aber es hat sich über drei Jahre lang tapfer gehalten und Rundschau": dabei unbeschadet aller geleisteten Arbeit eine Standfestigkeit an den Tag gelegt, die man wenigstens als parlamen tarisch technische Leistung vermerfen muß. Dr. von Campe stellte sodann die völlige Unproduftivität der Regierung fest. An positiven Leistungen blieben nur der Hohenzollernausgleich und das Polizeibeamtengesetz. Beides nur der Hohenzollernausgleich und das Polizeibeamtengesetz. Beides aber habe die Opposition der Regierung beschert. Alle anderen Gefetze, wie die Veredelung der Hauszinssteuer, die Grundsteuervorlage, die Städte und Gemeindeordnung, die große und kleine Verwaltungsreform, das Städtebaugesez sind gescheitert. Man hat sich nie um die Haltung der Opposition gefümmert und alles laufen lassen. Es gab keine Führung und keine Einheit Sprilscherz des deutschnationalen M. d. R. lichte it im Kabinett. Und was, glaubt ihr, liebe Bauernwähler, habe ich euch aus Berlin mitgebracht?" " Kredite? Steuernachlaß?" April, April ein Panzerschiff!" Ausgangspuntt großer Karawanenstraßen, ist fie jetzt durch drei Eisenbahnlinien mit dem Landesinnern, mit Konstantinopel, Angora und der Bagdadbahn im Süden verbunden. Sie zählt über 200 000 Einwohner, davon die Hälfte Griechen; ausgeführt werten Gerste, Rosinen, Sesam, Feigen, Baumwolle, Olivenöl, Opium, Schwämme, Teppiche, Tabak. Kommunisten auf der Flucht. Vor dem Haftbefehl des Oberreichsanwalts. Die fommunistischen Reichstagsabgeordneten Stöder, Roenen, Hoernle, Heckert, Remmele und Pfeiffer werden von der Berliner Kriminalpolizei gesucht, weil sie auf Veranlassung des Oberreichsanwalts nach Leipzig überführt werden sollten. Sie haben mit der Reichstagsauflösung ihre Immunität verloren und sollten sich am 9. Mai vor dem Reichsgericht verantworten. Der Oberreichsanwalt hat ihre Verhaftung angeordnet weil er annimmt, daß sie der ihnen zugestellten Ladung freiwillig nicht Folge leisten. Jedenfalls sind die kommunistischen Abgeordneten spurlos verschwunden, vielleicht auch ins Ausland geflüchtet; sie werden sich wahrscheinlich am 9. Mai genau so wie bei einem früheren Termin damit begnügen, vor dem Reichsgericht durch einen Verteidiger eine Erklärung abgeben zu lassen, die ihr Fernbleiben von der Verhandlung rechtfertigen will. Besuch im Sowjetgefängnis. Heute nachmittag bei den gefangenen Deutschen. Da die Sowjetbehörden nun endlich nach wochenlangem Sträuben die Erlaubnis gegeben haben, daß ein Vertreter der deutschen Botschaft die im Sowjetgefängnis Rostoff am Don fitzenden reichsdeutschen Ingenieure und Mon= eure besuchen darf, wird heute nachmittag der in Roftoff eingetroffene Legationsrat diesen Besuch ausführen, und sich von ihnen ihre Erlebniffe berichten laffen können. Gegen die Experimentierwut. ias Anfrage der sozialdemokratischen Rathausfraktion. Die sozialdemokratische Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung hat an den Magiftrat folgende Anfrage gerichtet: 3m Reichstage wurde auf Mitteilungen der medizinischen Preise hingewiesen, nach denen in mehreren Krankenanstalten in unerhörter Art an lebenden Menschen experimentiert wird. Es wurden auch Berliner Anstalten benannt, in denen derartige Fälle von gefund heitsgefährdenden Experimenten vorgenommen wurden. Wir fragen on: Was hat der Magistrat getan, um die Berliner Bevölkerung in Zukunft gegen eine folde frivole Gefährdung ihrer Gesundheit in städtischen Anstalten zu schützen? In dieses nun die Ansicht der ,, Deutschen Volkspartei"? Eins der angesehensten volksparteilichen Organe, die ,, Kölnische 3eitung", macht in ihrer Ausgabe vom 1. April eine Bilanz in Preußen" auf, die wesentlich anders aussieht: Die Kölnische Zeitung" schreibt über die Minister der Weimarer Koalition: Selten ist ein politischer Führer so blamabel von seiner eigenen Parteipreffe berichtigt worden wie hier Herr v. Campe. Es gab allerdings schon vorige Woche Stimmen in der Deutschen Volkspartei, die behaupteten, Herr v. Campe sei von allen guten Geistern verlassen gewesen, als er seine Landtagsattacke gegen die Preußenregierung ritt! Goldwährung und Weltanleihe. Poincarés Wahlfeldzug für die Regierung der Mitte. In Carcassonne, einer französischen Provinzstadt im Südosten Frankreichs, in der Mitte zwischen Toulouse und dem Keiner von ihnen konnte sich der Kraft der preußischen Idee entziehen, als der Wille des Volkes ihn in die Regierung berief. Golf von Lyon gelegen, setzte gestern Poincaré seinen vor acht Sie dienten, mußten dienen. Und so besehen, ist es müßig, zu Lagen in Bordeaux begonnenen Wahlfeldzug fort. Er kündigte den Gericht zu figen über Schönheitsfehler der Weimarer Roa- Uebergang zu einer gefunden Goldwährung als unbedingt lition, die drei Jahre lang die Geschicke Preußens gelenkt hat. Diese fanierung unterordnen. Man brauche dazu, wie bisher, eine feste notwendig an. Die tommende Rammer müsse alles diefer Finanzrepublikanische Mehrheit, die entschlossen sei, sich selber in 3ucht zu halten". Weimarer Koalition hat trok allem ihre Pflicht getan. In seiner gewohnten Rabulistik hatte Herr v. Campe am Donnerstag in seiner Rede nachzuweisen versucht, daß die Schuld an der von der Deutschen Volkspartei mutwillig verursachten Sprengung der Großen Koalition im Jahre 1924 auf die Parteien der Weimarer Koalition fiele. Was aber lesen wir in der Kölnischen Zeitung"? „ Die Deutsche Volkspartei hat die Große Koalition aufgegeben ... Als das Kabinett Braun endgültig stabilisiert wurde, ist sowohl von der Regierung wie von der Volkspartei ein geschichtlicher Augenbiid verpaßt worden... Die Schuld an dieser Unterlassungsfünde verteilt sich gleichmäßig auf beide Pariner, oder sie ist überhaupt schwer nachzuweisen. Auf alle Fälle aber begab sich die Bolkspartei sehr zu ihrem Schaden der ausübenden Gewalt." Und wie sieht es mit der von Herrn v. Campe behaupteten ,, völligen Unproduktivität" der preußischen Regierung aus? Hören wir auch hierüber die Kölnische Zeitung": Zur auswärtigen Politik erklärte er: ,, Wir haben alle genug unter dem Kriege gelitten, um ihn zu mißadyten und num entschlossen alles beiseite zu schieben, was uns der Gefahr eines neuen ausfeßen könnte." Es werde möglicherweise bald eine Zeit fommen, wo die deutschen Eisenbahn- und Industrieobligationen des Dawes- Planes auf dem Weltmarkt placiert werden fönnen. Boincaré wies dann noch auf weitere finanzielle Verhandlungen hin, die kommen könnten. Er wollte damit zweifellos eine Revision der interalliierten Schuldenabkommen andeuten und unterließ es daher nicht, auf die Verhandlungsstärke hinzuweisen, die Frankreich aus seiner Währungsjanierung schöpft". * Zu der Aufnahme der Rede in Paris am Montag drahtet unser Berichterstatter, daß sie ihren Eindruck weder nach rechts noch nach links verfehlt hat". Auf den außenpolitischen Teil der Rede geht fein Blatt ein, mit Ausnahme des Populaire", der in dem Hinweis auf die mögliche Ausgabe der Dames- Obligationen einen Preußen hat Rheinland und Reich gereftet, als in andern£ ändern Revolten aufsprangen; das war freilich unter der Großen Koalition, aber dennoch hieß ihr Führer Otto Braun, der auch heute noch im Amt i ft. An jener bedingungslosen Ju-| Bint sieht, die Besprechungen von Thorn wieder aufzunehmen. Vom Balkon in die Tiefe. Roheitsaft eines Trunkenen an seiner Ehefrau. Ein Roheitsaff in der Familie von erschütternden Begleitumständen rief gestern nacht die Kriminalpolizei nach der Johannisstraße 10 in Spandau. Nach einem vor. angegangenen Streit, der zuleht in Tätlichkeiten ausartete, stürzte der 41jährige Schloffer Wilhelm Vogler feine 38jährige Frau vom Balkon seiner im zweiten Stodwerf gelegenen Wohnung auf die Straße hinab. Die Unglückliche erlitt so schwere Verletzungen, daß fie unter den Händen mehrerer Hausbewohner, die hinzueiffen, ftarb. Vogler, der häufig trant, machte seiner Frau das Leben geradezu zur Hölle. Bank und Streit waren an der Tagesordnung. Der Mann schreckte nicht davor zurüd, seine Frau zu schlagen. In der Nacht vom Sonntag zum Montag kurz nach 12 Uhr kehrte das Ehe: paar von einer Einsegnungsfeier in der Müllerstraße in Spandau heim. Schon dort war es zwischen beiden und mehreren Berwandten zu einem heftigen Streit gekommen. In der Trunkenheit begann Vogler zu toben und schlug mehrere Fensterscheiben ein. Schließlich gelang es den Leuten, den Mann zu beruhigen und ihn zum Aufbruch zu veranlassen. Auf dem Wege nach Hause geriet er mit seiner Frau erneut in Streit, der in der Wohnung seine Fortsetzung fand. Hier spielte sich nun jene Szene ab, die in ihren Einzelheiten noch ungeklärt ist, nach Angaben von Hausbewohnern sich aber folgendermaßen zugetragen haben muß: Kurz vor 1 1hr ertönten aus der Wohnung Boglers laute Hilferufe, nachdem zuvor zwischen den Eheleuten ein sehr heftiger Wortwechsel stattgefunden hatte. Plötzlich wurde die Balkontür aufgerissen. Hinter der flüchtenden Frau erblickte man Bogler, der auf die Wehrlose einschlug und ihr die Kleider vom Leibe riß. Nun geschah das Unglaubliche. Der Unhold drückte seine Frau Streif im Mannheimer Hafen. Mannheim, 2. April.( Eigenbericht.) Am 1. April haben die Mitglieder des 3entralverbandes der Maschinisten und Heizer zu der Lohnbewegung im Hafengebiet Mannheim- Ludwigshafen und Rheinau Stellung genommen. Die Unternehmer haben auf die ihnen übersandten Forde rungen jede Berhandlung abgelehnt. Sie begründen ihren ablehnenden Standpunkt mit dem Hinweis auf den Lebenshaltungsinder. Die Kranführer, Maschinisten und Handwerker des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer, die für das Hafengebiet einen Fachgruppenvertrag haben, sind daraufhin zum Beschluß gekommen, von dem letzten gewerkschaftlichen Mittel Gebrauch zu machen und ab heute, Montag, den 2. April, in den Streit zu treten. Die Lohnforderung beträgt 15 Proz. auf den zurzeit gezahlten Wochenlohn. Drei kommunistische Abgeordnete wurden in Paris zu mehrjähriger Gefängnisstrafe wegen beleidigender Artikel verurteilt. Die Abgeordneten sind nicht aufzufinden. at gegen die Balfonbrüftung. Frau Bogler verlor den Halt und stürzte topfüber in die Tiefe, wo sie mit zerschmettertem Schädel regungslos liegen blieb. Hausbewohner, die unfreiwillige Zeugen der nidyt alltäglichen bzw. allnächtlichen Szene wurden, eilten sofort auf die Straße. Die Hilfe tam aber zu spät. Die Polizei wurde benach richtigt und mehrere Beamte begaben sich an den Tatort. Da nach dem Befund zweifelsohne Mord vorlag, murde die Berliner Mordtommiffion alarmiert. Bogler wurde in seiner Wohnung verhaftet. Tische und Stühle in der Wohnung waren umgeworfen. Die Betten aus den Gestellen geriffen.. Troß seiner Truntenheit behauptete Bogler jofort, daß sich seine Frau selbst in die Tiefe gestürzt habe. Beugen find leider nicht vorhanden, da sich der Vorfall auf dem Balkon in wenigen Gefunden abspielte. Der Täter wird wahrscheinlich noch im Laufe des Tages dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Glimpflicher verlief ein Ehe streit, der sich gestern im Hause Sächsische Str. 74 abspielte. Aus noch ungeklärten Gründen gerieten hier der 27 Jahre alte Kaufmann Emil Rosenbaum und seine Frau in Streit. Die Frau 30g plötzlich einen Revolver und gab auf ihren Mann einen Schuß ab, der die linke Backe streifte. Rosenbaum wollte ihr die Waffe entreißen und in dem sich entspinnenden Kampf entlud fich die Waffe zum zweitenmal. Die Kugel drang der Frau in den linken Oberschenkel. Während die Berletzte nach dem Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht wurde, fonnte der Mann, nachdem ihm auf der Rettungsstelle seine leichte Berlegung verbunden worden war, wieder seine Wohnung aufsuchen. Reichstarif für Großbuchbindereien. Mit dem Verband Deutscher Buchbindereibesitzer hat der Vers band der Buchbinder und Bapierverarbeiter Deutschlands eine Ber. barung getroffen, nach der sich der Spikenlohnin Klasse I von 1 M. pro Stunde auf 1,09 m. erhöht. Alle übrigen Lohn fäße errechnen sich nach dem Lohnschema des Reichsmanteltarifs. Diese Bereinbarung soll Gültigkeit haben vom 5. April bis zum 30. Juni 1928. Zu den Neuernennungen von Beamten in Preußen, über die mir am Sonntag berichteten, ist festzustellen, daß der zum Bizepräsidenten in Oppeln ernannte Regierungsdirektor Dr. Fischer sowie der zum Bizepräsidenten bei der Regierung in Münster ernannte wie irrtümlich gemeldet Oberregierungsrat Pähler nicht Sozialdemokraten, sondern Angehörige der Zentrumspartei sind. Die neue ägyptische Regierung lehnte den Vertragsentwurf Englands ab. In London erklärt man, England sei nunmehr nur an feine Zuficherungen von 1922 gebunden. Vom Kind zum Kämpfer. Eine neuartige Jugendweihe in Pankow. Nolde und Klee. Bergeistigte Natur und fosmische Visionen. Die Jugend weihen gewinnen an neuen Formen und innerer Kraft; immer mehr werden sie zu einem vom Geiste kampffreudiger Lebensbejahung erfüllten Fest. Das tam besonders start zum Ausdruck auf der Sonntagvormittagsveranstaltung im Tivoli in Bantow. Man hatte hier den Bersuch gemacht, in der künft- Schöneberger Ufer) Aquarelle ausstellt. Seit beinahe 20 Jahren ist lerischen Ausgestaltung neue Wege zu gehen, was im wesent der Künstler öffentlich nicht mehr in Berlin erschienen, seit jenem lichen gelang. Eine Belastung des Programms mit Darbietungen, folgenschweren Krach, den er mit Mag Liebermann und der Sezeffion die dem Charakter dieser Feierstunde nicht ganz entsprachen, bildete hatte. Wir wollen hoffen, daß der beleidigte Künstler durch diese die Schwäche der Veranstaltung, deren großer Eindruck fich aber Ausstellung das endgültige Begräbnis des Kriegsbeils uns ankündigt trotzdem erhielt. und danken Nolde für die schöne Gebärde dieser ersten Ausstellung Orgelspiel ertönte, als die Jungen und Mädel, denen eine feiner Aquarelle in Berlin. Die Provinz hat ihn seit Jahrzehnten rote Fahne vorangetragen wurde, durch den Raum zu ihren Plägen gekannt, bewundert, gekauft; daß ihn Berliner Sammler ebenso schritten. Dann erscholl Lachners herrliche Hymne an die Musit", gekauft, bewundert und gekannt haben, wird die Ausstellung im vom Männerchor 3ukunft" meisterhaft gesungen. Von gleicher Kronprinzenpalais beweisen, die in diesem Augenblick einfeßt. Aber künstlerischer Stärke die sich anschließenden Musikdarbietun Gammler sind nicht das Bolt: wir alle haben ein Recht darauf, einen gen der Herren Georg Fuhr( Geige), Rühle( Cello) und Kurt unserer größten Maler bei uns zu Hause kennen zu lernen. Stod( Klavier). Froh und leicht die Tanz- und Singe gruppe der weltlichen Schule( Bankſtraße). Zu einem einzig und glücklichsten Seite. Die Müllersche Ausstellung zeigt Emil Nolde von seiner weichsten artigen Erlebnis wurde dann die Aufführung der„ Sprechgemeinschaft Niederschönhausen". Der Sprechchor trat an die Stelle des Weiheredners. Die follettive Masse verkündete die Macht der Gemeinschaft und die Botschaft des Sozialismus. Hauffe in Kunstseide. VEREINIGTE GLANZSTOFF 18% DIVIDENDE PLUS BEZUGSRECHT " Was hast du denn da zu meffen?" D- ich berechne, wie hoch meine Kunstseides aftien noch steigen werden, das hält genau Schritt mit der Höhe des Rockfaumes!" Hinter der dunklen Schar der Sprecher die stetig wechselnden auf eine meiße Wand projektierten Bilder des Malers Haffen richter. Expressionistische Symbolit von aufwühlender Leiden schaft. Die farbenfrohen Bilder verschmolzen mit der lebenden Masse zu einer Einheit. Zum Schluß, als erhebender Ausklang der Feier, der gemeinsame Gefang der Internationale. Wieder wehte die rote Fahne voran und die jungen Menschen schritten geweihte Kämpfer! in den von Sonnenlicht durchfluteten Tag. Das Reichsbanner als Sturmtrupp. Auf einer großen Bundesgründungsfeter des Neuköllner Reichsbanners im großen Saale der Neuen Welt" nahm Ministerpräsident a. D. Stelling das Wort zu einer Ansprache, um das Arbeitsfeld des Reichsbanners im Wahlkampf aufzuzeigen. Der Weg der deutschen Republik ist mit Blut gedüngt. Bis zum Jahre 1924 herrschte in den Straßen der Städte ein unvergleichlicher Terror der Rechtsverbände, der sich gegen die richtete, die sich frei und offen zur Republik bekannten. Erst das Reichsbanner hat dafür gesorgt, daß die republikanische Aufklärungsarbeit an die Massen getragen werden kann. In den letzten Tagen haben sowohl Bauern wie Kommunisten eine wüste Heze gegen die republikanischen Parteien entfaltet. Selbst mit Terror wurde versucht, die republifanische Aufklärungsarbeit zu hindern. Das Reichsbanner wird dafür sorgen, daß die Bedrohung des Rechtes der freien Meinung aufhört. Wir werden es mit unseren Bataillonen schaffen, die Gegner der Republik niederzuhalten. Die Arbeit des Reichsbanners im Wahlkampf ist schwer; fie wird aber freudig geleistet, daß der jekt zu wählende Reichstag endlich eine republitanische Mehrheit zeigt. Am Sonntag sah Neutölln eine große Straßenfundgebung des Reichsbanners. Auf dem Sportplah nahmen Vertreter der drei republikanischen Parteien das Wort zu einer furzen Ansprache. Für die Sozialdemokratie sprach Landtagsabgeordneter harnich, für die Demokratische Partei Dr. Müller und für das Zentrum Reichstagsabgeordneter Schönborn. 19 Der Ortsverein Kreuzberg hat am Sonntagabend gleichfalls sein vierjähriges Bestehen mit einer Veranstaltung in den Kammerjälen in der Teltower Straße gefeiert. Neben Musikvorträgen des Reichsbannerorchesters erzielten die artistischen Vorführungen großen Beifall. In einer kurzen Ansprache wies der Borfizende Weißbach auf die Bedeutung des Reichsbanners im Wahltampfe hin. Es ist ein Ereignis, daß Emil Nolde( bei Ferd. Müller,| Künstler Klee und Nolde sind aus derselben Wurzel entsprungen; aus der deutschen Neigung zum Besonderen, bis zum Bizarren, Verträumten, aus dem Ungenügen an der baren ,, Wirklichkeit". Nolde bildet dieses Wirkliche zu phantastischer, zu neuer und unerhörter Sinnlichkeit der farbigen Erscheinung um; Klee verneint es und baut aus Assoziationen, aus vagen Erinnerungen an unsere Welt einen völlig felbständigen, jenseits gewohnter Erfahrung liegenden Kosmos neu auf. Das Wort Kosmos" darf nicht schreden; es ist von Lobrednern des Expressionismus entfeßlich mißbraucht worden. Bei Baul Klee hat es seine relative Richtigkeit; relativ, weil figierte Worte ja überhaupt, genau wie Augeneinbrüde, etwas subjektiv ganz Bedingtes haben, weil fein Mensch sich dasselbe beim gleichen Ausdruck vorstellen kann. Wenn man aber von ,, kosmischen Bisionen" reden darf, so ist es bei Klee der Fall. Für ihn besteht das uns allen Sichtbare nur als Baustoff einer ganz und gar nicht irdischen, einer nur geträumten und unwirklichen Welt. Daß sie ihre Ueberzeugungsgewalt besitzt und in höherem Sinne ,, wirtlich" ist als das, was wir Alltagsmenschen am Alltag sehen, liegt an der Stärke der Kleeschen Vision. Es ist schon zuviel an groben und sinnfälligen Worten dabei; der Welt dieses Künstlers kommt man nicht näher mit Ausdrücken aus unserer gewohnten Sinnenwelt. Aber auch nicht mit dem billigen Hinweis auf die sogenannte Abstraftion, auf ornamentale Farbenverteilung. Fast immer knüpft seine Phantasie, durch musikalisches Genie beflügelt, an irgendwelche fernen oder nahen Eindrücke von Wirklichkeit an( die auch ebenso gut Träumen entstammen fönnen). Aber sie gestaltet dann ganz und gar frei; aus einer unerhörten und seltsam beschwingten Borstellungskraft heraus, folche Anregungen zu Bruchstücken einer fernen Traumwelt, in der alles leicht, zart, von betörender Anmut und Durchsichtigkeit und Unwirklichkeit erscheint; in der das Schwere hell und das Dunkle leicht wird und alle Träume einer sehnsuchtsvollen Seele in bezaubernder Erlöstheit wahr werden; füße und melancholische, dunkle und vor Optimismus ganz durchfichtige. Im Aquarell äußert sich die deutsche Kunst seit jeher am intenfipſten; man braucht nur an die herrlichen Blätter von Dürer zu denten, die gegenwärtig in der Akademie ausgelegt find. Nolde, deffen starte aus unergründlichen Tiefen schöpfende Phantasie aus dem Erlebnis der Farbe quillt, hat unzweifelhaft das Frischeste, das Unmittelbarste, Glühendste in Wasserfarbenblättern gegeben. Man ist mit dieser Feststellung vielleicht, und nicht ohne Absicht, ungerecht gegen die ungeheure Ueberredungstraft seiner Delbilder, feiner Tuschzeichnungen, seiner Graphit; es gibt Holzschnitte und Radierungen von ihm, die eine kritisch sondernde Nachwelt zum föstlichsten Besitz der deutschen Kunst erklären wird. Hier aber find nur Aquarelle versammelt, und fein Widerspruch meldet sich, der sie zu feinen erlesensten Schöpfungen erflärt. Denn in ihnen ist alles ton zentriert, was uns Nolde einzigartig macht und geliebt und hin reißend: Phantasie, die das Wirkliche zur Seligkeit des Traumes er höht und schöpferische Vorstellung mit Wahrheit beglänzt; unergründliches Wunder der Farbenwahl, die jedem Blatt feinen Zauber, sein dekoratives Biorieren und das Glück seiner Einzigartigkeit ver letht; Erkennen der Wahrheit in Natur und im tosmischen Zusammenhang, die aus tropischen wie heimischen Motiven das Bleibend Sinnfällige so herausdeftilliert, daß sie als ebenso großes Wunder wie Selbstverständlichkeiten wirken, natürliches Borbild reftios in einer tünstlerischen Bision verschmilzt. Der Umfang dieser Gegenstände ist darum unbegrenzt; es freist aber vor allem um die Erinnerungen an Noldes Südseefahrt 1914, um spanische Eindrücke, holde Blumenmunder, friesische Wolkenlandschaft, Meer- und Aquariumsbewohner und immer wieder auch um den unausschöpfbaren Reiz des menschlichen Gesichts. Stärker noch als diese Zaubereien lassen uns die kleinen Blätter und Delbildchen von Paul Klee die Bedingtheit unserer ge wohnten Anschauungsmelt erleben. Sie sind bei Flechtheim ( am Lützowufer, nicht weit von Müller) ausgestellt, und es ist gut, daß man gleichsam mit einem Blick diese Welten in der Spannung ihrer Verschiedenheiten und Berwandtschaften umfaffen kann. Die Zwei Stunden Inbrunft. Das Problemftüd ,, Die Mutter". Der Berliner Pfarrer Walther Nithad Stahn beschäf tigt sich mit der Frage, ob man unheilbar Kranke töten darf, um ihre Qualen abzukürzen. Er tut das brennenden Herzens, aber unglüdseligerweise an Hand eines eigens zu dem Zwed konstruierten Schauspiels ,, Die Mutter". Unheilschwanger beginnt das Drama mit der Tötung eines verletzten Schmertterlings, einem Ereignis, das zu einem ausgedehnten, äußerst ethischen Disput zwischen Mutter und Sohn führt. Die Mutter entpuppt sich dabei als gottesgläubige Idealgestalt von übermenschlicher Kindlichkeit und als Gegnerin. jeder gewaltsamen Vernichtung. Im zweiten Att haben sich aber die Ansichten gewandelt. Als sie vom Arzt erfährt, daß ihre geistesfrante Tochter nicht mehr geheilt werden kann, gibt sie ihr Gift. Alle verstehen die heroische Tat, nur der Sohn grollt empört. Im dritten Aft grollt er meiter, obgleich das Schmurgericht die Mutter freispricht. Er läßt nicht ab, in sie einzureden, bis sie den Glauben an Gott wiederfindet. Nur er hat das Recht über Leben und Tod. Sie ist geläutert und mit ihr der Zuschauer, der nunmehr das vorbem mantend gewordene moralische Gleichgewicht zurückgewonnen hat. Die blutleeren Figuren des findlich und absichtsschmer gezimmerten Schauspiels sprechen salbungsvoll und meihedüster in gespreiztem Deutsch. gespreiztem Deutsch. Wenn von einem harmlosen Geistestranten die Rede ist, der frei herumlaufen darf, dann drückt das der Autor so aus: Im Nebenhause lebte ein älterer Mann, den man als ungefährlich sich ergehen ließ". Das Drama wäre aber auch nicht zu ertragen, wenn man es vorerst ins Desche überfeßte. Soviel Inbrurit fann heutzutage kein Mensch aushalten. Aus dem mit Ethik gespickten Stück quellen gute Lehren und milde Sentenzen unaufhaltsam ins Parkett. Wer es nicht mitgemacht hat, kann nicht ermessen, wie lang zwei Stunden sind. Im Dezember 1926 hat Frankfurt a. D. die Uraufführung erduldet. Leider ist darüber immer noch kein Gras gewachsen. Es fommt eine Truppe des Staatstheaters Schwerin nach Berlin, eigens um im Renaissancetheater einem wehrlosen Bublifum„ Die Mutter" vorzuspielen. Künstlerische Offenbarungen erlebt man in diesem Ensemble nicht. Friederite Peter mann( als Mutter) tastet sich schmerzensreich durch das Dickicht der Nithack- Stahnschen Sprache, betont jedes Wort und zelebriert ein behutsames Pathos. Ein Darsteller holt dramatische Wirkungen aus dem tragisch herabgezogenen Mundwinkel. Nur Kurt Erlich überwindet den Schwulst ohne Stolpern, ein sympathischer Schaufpieler mit aus dem Herzen strömender Natürlichkeit, ein Schaufpieler für Berlin. Ernst Degner, Arbeiter Theater- Ausstellung. Berschiedene Orts- und Reichsgruppen des Deutschen Arbeitertheaterbundes haben sich zur Veranstaltung einer Arbeitertheaterausstellung in den UnionFestfälen, Greifswalder Straße, zusammengetan, angeregt durch die große Theaterausstellung in Magdeburg, nur nicht auf dem neutralen Boden der Kunst ftehend, wie diese. Wir wollen fein Theater zum Vergnügen," heißt es in den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden, wir wollen der Kunst auch teine neue Richtung geben, und die neuen Wege, die mir da oben auf der Bühne gehen, find für uns fünstlerisch betrachtet von Wozu solche Kunst dienen soll? Noldes Schwerkraft und Sinnenstärke mag man noch hinnehmen; die Natur erscheint zwar idealisiert" vergeistigt, aber sie ist noch da. Die ganz unirdische Kunst Paul Klees geht dem arbeitenden Menschen schwer ein; sie erscheint ihm leicht als Spielerei. Dies aber wäre zu beachten und als Rechtfertigung solcher mahren Höhe unserer Kunst zu verstehen: ohne die wir daß die höchste Form unserer Liebe zum Leben schlechterdings nicht zu leben vermöchten die Vorausweisung auf eine höhere Form dieses Lebens ist. Daß Paul Klee diese Prophetengabe besitzt, daß er uns eine unermeßlich verfeinerte und beseeltere Welt über der unseren offenbart, mit den überzeugenden Mitteln eines großen Künstlers: Dies macht den unschäzbaren Wert seiner kleinen Blättchen und Tafeln aus. Seine Welt tröstet und erhebt uns; fie zeigt uns einen Hoffnungsschimmer, einen tröstlichen Spalt, aus diesem Erdental in Geist und in der Hoffnung zu entfliehen. Paul Ferd. Schmidt. nebensächlicher Bedeutung. Einzig als Ziel proletarischer Aufklärungsarbeit soll uns die Bühne dienen, Wort, Ge bärde und Musit sind der propagandistischen Wirkung untergeordnet; sie sollen nichts weiter als eine wirkungsvolle Illustration einer politischen Forderung bedeuten." So lautete, in großen Zügen, die ſtart tendenziös gefärbte Rede des ersten Sprechers. Der zweite Redner, der im Namen der auswärtigen Gruppen das Wort ergriff, stand weit mehr auf dem Boden der Vernunft. Er sprach von den Forderungen und Zielen des proletarischen Klassenkampfes, der sich der Bühne als Sprachrohr für die große Masse bedienen müsse zum siegreichen Verfechten einer Weltanschauung ungeachtet aller Parteipolitik. Die Ausstellung selbst enthält Modelle für proletarische Versuchsbühnen, Sprech- und Bewegungschöre, Bilderbogen eines proletarischen Kabaretts, einen ganzen Piscator- Saal mit Bühnenmodellen aus„ Rasputin" und" Fahnen", ein interessantes Modell von Gropius für eine neue Piscator- Bühne, reichhaltiges Photomaterial, Statistiken und sonstiges Bühnenmaterial. Der vorgesehene Autorenabend mußte megen Differenzen mit dem Finanzamt ausfallen. Aenderung in der Berwaltung der Staatstheater. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, sind mit dem 1. April bei den preußischen Staatstheatern folgende Veränderungen eingetreten: Der Geh. Regierungsrat Winter scheidet als Vermaltungsdirektor megen Erreichung der Altersgrenze aus. An die Stelle der bisherigen Generalverwaltung tritt die Generalintendanz, die aus dem Generalintendanten Tietjen und Jeßner gebildet wird. Jugendpreis Deutscher Erzähler. Der Jugendpreis Deutscher Erzähler für das Jahr 1927 fonnte bisher nicht erteilt werden, da bis zum 31. Dezember 1927 eine unDer erwartet große Zahl von Manuskripten eingesandt wurde. Preis wird voraussichtlich am 15. Mai 1928 verteilt werden. Das Ausschreiben des Jugendpreises für das Jahr 1928 kann erst nach der Preiserteilung für das Jahr 1927 erfolgen. Von der Einsendung Don Manuskripten für das Jugendpreisausschreiben 1928 ist darum folange Abstand zu nehmen, bis der Verband Deutscher Erzähler durch die Presse das Ausschreiben 1928 bekanntgegeben hat. Sowjetrußlands Teilnahme an der Pressa. Der Rat der Boltstommiffare beschloß die Einsegung eines aus fieben Mitgliedern bestehenden vorbereitenden Ausschusses zur Teilnahme der Sowjetpresse an der Kölner Presseausstellung. Chalatom, der Präsident des Vorstandes des Staatsverlages, wurde zum Kommissar des Sowjetpavillons auf der Preffe ernannt. Er wird auch den Vorsiz im vorbereitenden Ausschuß übernehmen. Das Theater der Gegenwart. Zu diesem Thema findet am 4. im Saal des Leffing- Museum 3, Brüderftr. 15, 19, Uhr, der 3. Ausspracheabend der Conderabteilungen der Volksbühne statt. Es sprechen Walter Eschbach, Dito Kah, Hans Eiemien: Das Publikum. Seine Gewinnung, seine Mitarbeit."" Unfostenbeitrag 40 Pf. Der Berliner Athmann- Chor, vereinigt mit Sängerchor Wedding, gibt am 8.( 1. Osterfeiertag) vorm. 11 Uhr, ein Stonzertim Mercedes Palast, Utrechter Str. 33. Karte influſive Liederterte 60 Pf. Zum Kampfe bereit! Die Berliner Sozialdemokratie marschiert zur Wahlschlacht auf. Im ehemaligen Herrenhaus tagte gestern der start befuchte| genommen. Dann ergänzte Parteisekretär Theodor Fischer den in Barteitag des Bezirksverbandes Berlin der der Morgenausgabe des„ Borwärts" vom Sonnabend bereits beSozialdemokratischen Partei. Nach einleitenden Lied- sprochenen Jahresbericht des Bezirksverbandes. Er kam zu dem vorträgen, gesungen von Mitgliedern der Fichte- Georginia", er- Ergebnis, daß die Berliner Parteiorganisation diesmal stärter, öffnete der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Künstler, die innen und äußerlich gefestigter in den Wahlkampf geht und Tagung durch einen Nachruf für die in der Berichtszeit verstorbenen daß der Sieg nicht zweifelhaft sein fann. Rassierer Pagels fonnte Angehörigen der Partei und mit besten Wünschen für die Wieder- feststellen, daß die Bezirksverbandskasse wohlgerüstet für den Wahlgenesung des erkrankten Landtagspräsidenten Bartels. Saal und fampf dasteht, ohne Beihilfen aus Holland oder Moskau und ohne Galerien waren überfüllt, 417 Delegierte nahmen an den Berhand- Korruptionsgelder reichswehrminiſterlicher Seetransport- Attien lungen teil. Den politischen Situationsbericht erstattete Gesellschaften zu erwarten. Reichstagsabgeordneter Crispien: Der tiefere Grund für die Bildung des Bürgerblods war in den immer schärfer werdenden Gegenfäßen zwischen Kapital und Arbeit zu suchen. Das zeigte ganz besonders die große Rede des Boltsparteilers Dr. Scholz in Insterburg ausgangs des Jahres 1926, der schon damals einen Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokraten forderte, Dr. Marg nahm dann auch den Auftrag zur Bildung einer Bürgerblodregierung an. Das Scheitern dieser Regierung, die am > Sonnabend erfolgte Auflösung des Reichstags zeigte, daß ein Zufammenschluß der Parteien der alten Mächte im heutigen Staat nur eine Episode sein kann, und daß nur eine Regierung, die ihre Grundlagen in den breifen Maffen des Volkes hat, die Gewähr für eine erfprießliche Arbeit bietet. Der Versuch des gesprengten Bürgerblods, im sterbenden Reichstag sich noch schnell eine zugkräftige Wahlparole zu schaffen, indem den Sozialdemokraten die Verantwortung für das Notprogramm zugeschoben werden sollte, scheiterte an der Taktik der sozialdemo fratischen Fraktion, so daß also die Sozialdemokratie mit den besten Aussichten in den Wahlkampf gehen kann. Crispien zeigte dann, wie die Deutschnationalen befon ders in der Außenpolitik nicht nur völlig versagt, sondern Schritt für Schritt gegenüber der von Stresemann vertretenen Außenpolitit zurückgewichen sind. Im besonderen zeigten die Mißerfolge des Rechtsblocks in der Abrüstungsfrage, daß tatsächlich nur die Arbeiterschaft der geeignete Garant für Abrüstung und Frieden ist. In der inneren Politik haben die Deutschnationalen Opfer um Opfer bringen müssen, um sich behaupten zu können. Sie schluckten n. a. das Republitschutzgesez, das bekanntlich eine Rückkehr des ehemaligen Kaisers mur mit der Zustimmung einer verfassungsmäßigen Regierung zuläßt, und sie nahmen auch sonst vieles an, was fie früher ablehnten. Allerdings fonnte der Bürgerblock auch schwere Schläge gegen die Arbeiterschaft führen. Das Ben irum brachte sich dabei in immer stärterem Gegensatz zu feinen Arbeiterwählern. Aber das hinderte nicht, daß eine Ermäßigung der Lohnsteuer im versprochenen Umfang verhindert murde, so daß beispielsweise das Auftommen aus der Lohnsteuer um 623 Millionen stieg, die Besitzsteuern aber nur 79 Millionen mehr einbrachten. Besonders gegen die Sozialpolitik liefen die Regierungsparteien Sturm; man scheute sich nicht, auf Umwegen den Reparationsagenten scharf zu machen, um vielleicht auf diesem Wege die Lebenshaltung der Arbeiterschaft noch mehr herabdrücken zu tönnen. Es zeigte sich also, daß auf allen Gebieten der Bürgerblod seine Interessen wahrnahm und dabei die Interessen der arbeiten den Massen start zurückdrängte. Im Wahlkampf werden in unserer Agitation das Reichsschulgeseß, die Justiz- und Straf rechtsreform, die Aenderung der großkapitalistischen Wirt fchaftspolitik und die Forderung nach tultur- und fozialpolitischen Reformen einen breiten Raum einnehmen. Die Sozialdemokratie wird mehr als bisher das Schivergewicht ihrer Agitation und ihrer Parteiarbeit auf die Gewinnung eines verstärkten Einflusses auf die Wirtschaftspolitik legen. Politische Demokratie in der Wirtschaftsführung und in den Wirt schaftskörpern wird den arbeitenden Massen den Einfluß bringen, der ihnen nach ihrer Bedeutung im Produktionskampf zukommt. In der Diskussion über den Geschäftsbericht behauptete Brendel, baß der Inhalt des Abend" sich nicht geändert habe, fand dabei aber starten Widerspruch. Der Redner wünschte eine stärkere Her anziehung der sozialdemokratischen Bezirksamtsmitglieder zur Parteiarbeit. Künstler bezeichnete die Schaffung des Abend" als eine vorläufige Teillösung der Frage eines Berliner Lofalblattes. Der Fortschritt, der erzielt sei, sei anzuerkennen. Künstler betonte den Ausbau des Abend" zu einer großstädtischen modernen Zeitung, die ganz besonders die Gewerkschaftler und Sportler befriedige. Darüber hinaus aber bringe der Abend" auch dem großen PubliDas neue Kur- und Erholungsheim der Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin in Lüneburg, erbaut von Architekt d. B. A. Albert Gottheiner, eingeweiht am 30. März von Stadtrat Ahrens in Gegenwart des Regierungspräsidenten Lüdemann. tum all das, was es, dem Zeitgeschmad entsprechend, in der Zeitung lesen will und was wir als Sozialdemokraten ihm sagen wollen. Künstler empfahl einen Antrag des Kreises Neukölln, in dem die Fortsetzung der Verhandlungen zweds Schaffung eines Berliner Parteiorgans gefordert wird. Schneider trat für Abschaffung der gesonderten Frauenzusam mentünfte ein. Diederichs vermißte eine ausreichende Bildungsmöglichkeit für junge Parteimitglieder und forderte eine stärkere Vertretung der Jugendlichen in den Parteikörperschaften. Lempert: Die Jugend soll wohl gleichberechtigt sein, sie soll sich dann aber auch gleichberechtigt in der Parteiarbeit fühlen. Minna Todenhagen: Wir haben schon seit Jahren darüber gesprochen, ob wir die Frauenabende abschaffen oder beibehalten sollen, haben aber stets festgestellt, daß da, wo die Frauen gesondert zusammentamen, auch die Frauenmitgliedschaft stärker war. Im übrigen müssen wir im bevorstehenden Wahlkampf alle Kräfte zusammenfassen. Lamm betonte die Notwendigkeit einer Erziehung im so zialistischen Sinne in der Familie. Urich: Wir haben zuviele Jugendorganisationen. Der organifatorischen Zersplitterung unter der Jugend müssen wir mit einer Zusammenfassung der Gewerkschafts- und Parteijugend begegnen. Dr. Cohn fezte sich dafür ein, daß die Zahlabende mehr als bisher zu einem Teil der politischen Aktionen der Partei gemacht werden. Es müsse daher eine gewisse Zentralisation in der Stellung der Themata eintreten. 3 mei Gegner stehen der Sozialdemokratie im Wahlkampf gegenüber: Die Deutschnationalen und die Kommu nisten. Die Sünden des Bürgerblocks an der Arbeiterschaft und Geschäftsberichte einstimmig Ein Antrag auf Schluß der Debatte wurde angenommen, die an der Landwirtschaft, besonders den fleinen Bauern, die den Wahlen für die verschiedenen Körperschaften des Bezirksvor Geschäftsberichte einstimmig gutgeheißen. Bei Politik der Rommunisten gegen den Sozialisstandes wurden alle bisherigen Amtsinhaber einstimmig mus und gegen die Arbeiterschaft werden uns dabei das geeignete Abwehrmaterial geben. In unserer Republit fämpfen Kapitalisten und Arbeiter um die Macht: Der Kampf der Sozialdemokratie geht um die Ausgestaltung des Staates zur sozialen Republik, die wir als Etappe auf dem Wege zum Sozialismus ansehen. Die Delegierten nahmen die Ausführungen Crispiens mit le bhaftem Beifall auf. Von einer Diskussion wurde Abstand Theater, Lichtspiele usw. Montag, 2. 4. 28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 7 Uhr Montag, 2.4. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.-Turn.IV. Anf. 71/2 Puccini- Abend: Die Hochzeit Der Mantel Schwester Angelika Gianni Schicchi des Figaro Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr. Prinz Louis Das Duell Ferdinand am Lido Deutsches Theater Norden 12310 Abonnementsbüro: Norden 10338-39, 84 Uhr, Ende 10 U Zwölftausend Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 8 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie: Victor Barcowsky Kammerspiele Komödienhaus Norden 12310 84 U., Ende nach 10 Finden Sie, daß Norden 6304. Tägl. 81 Uhr: Broadway wiedergewählt. manbate nach Mögfttett zu vermeiden. Rimftler hatte vorher dazu die Erklärung abgegeben, daß die Berfiner Abgeordneten noch nie Doppelmandate gehabt hätten. Ein Antrag Lichtenberg, die Reichstagsfraktion aufzufordern, mit allem Nach durd zu verlangen, daß angesichts der hohen Pensionen für Offiziere und Beamte die Bezüge der Sozialrentner so er höht werden, daß ihre Existenz gewährleistet ist, wurde dem Partei vorstand überwiesen. Der Kreis Friedrichshain verlangte in einem Antrage, daß preußische Landesparteitage abgehalten werden sollen. Der Antrag wurde angenommen. Der Pressekommission überwiesen wurden zwei Anträge, die sich mit der Berichterstattung durch den Borwärts" befaßten. Die Einrichtung einer Parteischule wurde dem Parteivorstand empfohlen. Der Kreis Spandau forderte eine Ausgestaltung der Rundfuntprogramme, wie es den Interessen der werktätigen Bevölkerung entspricht; die Delegierten waren einstimmig für diesen Antrag. Einer ganzen Anzahl Anträge wurde ohne Debatte zugestimmt. Durch den Bezirksvorstand wurde den in bürgerlichen Sportvereinen befindlichen Parteimitgliedern empfohlen, sich einem Arbeitersportverein anzuschließen. Der Antrag fand die einstimmige Annahme durch den Bezirksparteitag. Ein Antrag des Bezirks Wedding, der von der Reichstagsfraktion verlangt, das gesamte Miet- und Wohnungswesen in gesunde Bahnen zu lenten und ein Antrag des Kreises Friedrichshain, der die Abhaltung eines Parteitags nach den Wahlen verlangt, wurden ebenfalls an genommen. In seinem Schlußwort fonnte der Vorsitzende Künffler unter der lebhaften Zustimmung der Delegierten feststellen, daß der sozialdemokratische Bezirksparteitag den Gegnern gezeigt habe, daß die Sozialdemokratie geschlossen und mit einem festen Siegeswillen in den Wahlkampf geht. Die Vorbereitungen hierzu find in den Kreisen in vollem Gange. Mit einem Hoch auf die Partei wurde der Parteitag geschlossen. TORS Die politischen Zinnfiguren. Die Spielzeugindustrie hat von jeher mit ihren Erzeugnissen ein getreues Abbild des Lebens geliefert und damit der Allgemeinheit einen Dienst erwiesen. Durch das Spielzeug wird das Kind spielend an des Lebens rauhe Wirklichkeit herangeführt. Sei es, daß ein Mädchen in der Puppenfüche spielend" die Hauswirtschaft erlernt, oder in einem Jungen durch das Spiel mit einer Dampfmaschine das Interesse für die Techynit erweckt wird, immer ist im Spielzeug ein erzieherischer Wert, der seinen höheren Sinn ausmacht, verborgen. Darüber hinaus erfaßt die Spielzeugindustrie aber auch Seite erscheinungen, die sich im besonderen in menschlichen Typen offenbaren. Wen hat z. B. noch nie eine Chaplin= ix f Das Aktuellste puppe aus einem Schaufenster angelacht? auf diesem Gebiete sind ohne Zweifel die in unserer Abbildung gezeigten politischen Binnsoldaten. In wiziger Weise hat man hier die Vertreter der politischen Parteien- das Stück toftet 5 Pf.! aufmarschieren lassen: den Zentrumsfreuzjüngling, den deutschnationalen Junter mit mann mit Kirchenrock und blauweißer Bayernfahne, den 5 a fen parteiler, der, in Hut und Zylinder, die alte Monarchistenfahne grünem Jägerhütchen und der schwarzweißroten Fahne, den Volks mit der republikanischen Gösch in Händen hält, den Reichsbannermann mit der schwarzrotgoldenen Fahne, den„ Roten Frontkämpfer" und vorn in der Mitte den sozial= demotratischen Arbeiter in blauer Bluse, der in seinen nervigen Fäusten die rote Fahne schwingt. Treffend modellierte Sendboten aller Parteien, die jetzt in den Wahlkampf ziehen! Im übrigen seien sie dem Museum für Bötterkunde zur Anschaffung empfohlen, denn spätere Geschlechter werden an manchen Typen ihr Ergötzen haben. Die Arbeitslosigkeit in Dänemart hat sich in der letzten Woche, anscheinend durch die neue andauernde Kälte hervorgerufen, wieder gefteigert. Die Zahl der Arbeitslosen war bereits auf 71 600 herabgegangen und ist wieder auf 72 390 gestiegen. ( Schluß des redaktionellen Zells.) Die Neuanfnahmen des Reichsbanner- Drchefters: Drum, funger Tambour Sur Conne, zur Freiheit, Wann wir schreiten Gol Germaniae, Tren zur Fahne Flaggen marsch, Freiheitsmarsch Vorwärtsmarsch sind erschienen Dann wurden die vorliegenden Anträge beraten. Zwei Anträge aus Mitte und Schöneberg, die sich mit den Doppelkandida- auf„ Artiphon". Giche Inserat im Geschäftsanzeiger. turen bei Reichstags- und Landtagsmandaten befassen, lösten eine längere Debatte aus. Der Antrag Mitte, Sozialdemokraten in höheren Verwaltungsstellen möglichst nicht als Kandidaten aufzustellen, wurde abgelehnt, dagegen wurde beschlossen, DoppelPiscatorbühne Rose- Theater Th.i. Admiralspalast Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Anf. 8, Ende geg. 11 Gr. Frankf. Str. 132. 84 Uhr Sterne, die Bis 10. April verlängert wieder leuchten. Die Abenteuer des braven Soldaten Schwefk mit Max Pallenberg Thalia- Theater Inse. Erwin Piscator Gastspiel im Constance sich richtig Theater des Westens Lessing- Theater verhält? Täglich 8 Uhr Norden 12798 Täglich 8 Uhr: Die Komödie Zigeunerbaron Hoppla, wir leben! Bismarck 2414/7516 Ciurina, Hofbauer, von Ernst Toller 8 U., Ende 10%, U. Lichtenstein, Brandt Insc. Erwin Piscator Fleischer, Richter. Marcel Fradelin ( Der Eunuch) Dresdner Str. 72/73 Täglich 8 Uhr: Dir. Herm. Haller Täglich 81, Uhr: Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr: Arthur Hammerstein Im weißen Röß'I Gastspiel der Operette RoseMarie Lustspiel in 3 Akten 1. Blumenthal u. Kadelburg Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt 4,-Mk. nur 60 P1. Das Kamel geht Theater i. d. Lutzowstr. Lustspielhaus durch das Nadelöhr Kleines Theater Täglich 84 Uhr: Erika Glässner Residenz- Theater Berliner Theater Für Jugendliche Saltenburg- Bühnen Tägl. 81, Uhr: Direktion Kuhnert. Volksbühne Dts. Künstler- Th. Der gr. Paris. Erfolg Charlottenstr.90/ 91. Denb.170 Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 14 Uhr Kokottchen 8 Uhr 8 Uhr: Die goldne Meisterin Schwarz- Weiß 4 Einakter mit Gustav Heppner 99 in Lissy die Kokotte nicht geeignet Planetarium am Zoo Tel. Kurf. 9209-10. Täglich 8 Uhr Bennet contra Dir. Dr. Martin Zickel 84 Uhr: Guido Thielscher in Unter Aschenbrödel Geschäftsanfsicht" Stg. 12 Uhr: Matinee Sein eigener Gast. Metropol- Th. Zentrum 128 24 8 Uhr: Die Bollé Sisters" Verlang. Joachimsthaler Straße Der Graf von Noll. 1578 Ein Berliner Volks- 16, 18, 19, 21 Uhr stück von Sternhimmel und geeignet. Friedmann- Frederich.-Max Kalender Für Fankfreunde halbe Preise Adalbert, Lea Seidl, Lori Lenx Die rote Der Zigaretten- Dstg. Premiere: Für Jugendl. nicht kasten Robe Luxemburg Matzner, Hoffmann. Jolan, Hell, Kettner, Goroll. CIRCUS BVSCH Tägl. 7, U.: Neue Circus- Attraktionen Zum Schluß: Die Hosen des Herrn v.Bredow Berantwortlich für die Redaktion: Engen Prager, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Borwärts Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Reichshallen- Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. Dönhoff- Brett'l: Glänzendes Varieté- Programm! Tanz! Anfang 8 Uhr, Stgs. 51/2 CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Nur noch wenige Aufführungen Doktor Klaus. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Elite- Sänger Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Die 4 Grazien von B. Croé Komische 81 Uhr Oper 8%, Uhr Berlins größte Sensation ist Berlins einzige Revue James Klein's Revue- Stück: Zich dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8.10 Uhr: Coeur Bube. Beilage Montag, 2. April 1928 12 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts REVARTRE MOY Was die Geheimarchive verraten. Bismarck als Umstürzler und Verschwörer/ Bon Hermann Wendel. Wie, der Mann des Sozialistengeseges, der grimme Unterbrüder der Arbeiterbewegung, der entschlossene Bekämpfer jeder revolutionären Regung nah und fern, selbst ein Umstürzler und Verschwörer? Jawohl, fein Zweifel, er war in Umfturz und Verschwörung verstrict; mur handelt es sich nicht um den satten Bis mard des saturierten Deutschland nach 1871, sondern um den hung rigen Bismard des hungrigen Preußen von 1866, der daran ging, die deutsche Frage mit Blut und Eisen zu lösen". Daß sein Borstoß gegen den Deutschen Bund, gegen das altehrwürdige Haus Habsburg, gegen die ganze legitime Staatenordnung des Biener Rongresses ein Stüd Revolution war, blieb schon den Zeitgenossen nicht verborgen; selbst der nicht übertrieben scharfsichtige Wil helm L. prallte vor den Plänen seines Ministerpräsidenten entsetzt zurüd:„ Das ist ja die Revolution, was Sie mir vorschlagen." Befannt ist auch Bismards Ausspruch aus jenen Tagen:„ Wenn es um die Eristenz Preußens geht, alliiere ich mich mit der Revo. lution, und wo ich Hilfe finde", aber erst die sich jetzt offenherziger erschließenden Geheimarchive verraten, in welchem Maße er damals die Verwendung revolutionärer Mittel vorbereitete.*) Das Bündnis mit 3talien. Schon das Bündnis mit Italien gehörte dazu, denn dieser Staat war allen reaktionären und fonservativen Gemütern in Europa ein Greuel, weil er durch einen Sieg des nationalen und demokratischen Prinzips über den Legitimitätsgedanken entstanden war; das Herz auch der preußischen Junker schlug mit dem davongejagten König beider Sizilien, während ihnen Bittor Emanuel I., wie Napoleon III. auch, als frecher Usurpator gaft. Bis mard aber, dieser über alle Legitimitätsvorurteile erhabene, hundeschnäuzig fafte Realpolitifer fuchte nicht nur bei Napoleon Rüdenderung und bei Bittor Emanuel Bundeshilfe gegen die Habsburger, fondern zog auch aus dieser Waffenbrüderschaft mit revolutionären Mächten weitgehende Folgerungen. Sicher zollte er der Auffassung Beifall, die der preußische Gesandte in Florenz, Rarf Graf D. 11 fe dom, damals in einem bisher unveröffentlichten Bericht entwickelte: Wenn es Defterreich erlaubt wird, seine fremden Bölker über Deutschland hin gegen uns zur Schlachtbank zu führen, so werden auch mir diesen Böltern beweisen dürfen, wie sehr dies ihrem eigenen Interesse widerspreche. Wir werden ihnen die Mittel geben dürfen, im Kriegsfall sich diesem selbstmorderi fchen Mißbrauch ihrer Nationalität gegen die unsere zu widerlegen. Durch diesen Widerstand seiner Völker wird Defterreich vor Europa als eine fünftlich fonftruierte Macht erwiesen, die fein Recht hat, fich mit den naturgemäßen, in nationaler Einheit beruhenden Staaten auf gleiche Stufe zu stellen. Diesem Gesichtspunkt entsprach Bismards tollkühner Plan, da er sich zu einem Kampf auf Leben und Tod rüstete, Defterreich durch Aufwiegelung seiner Böller von innen heraus zu fprengen. Daß fich diese Bölfer in gottgewollter Abhängigkeit" von einem legitimen Herrscher" befanden, für solche Sentimentalitäten hatte er nur ein Achfelzuden. Die preußische Notwendigkeit gebot es hoch die Revolution! Die Unterstützung der ungarischen Umstürzler. Habsburgern unterworfene oder benachbarte Slawen bearbeitet, nämlich die Serbobroaten. Durch den preußischen Konsulatsverweser in Belgrad, Dr. Laubereau, wußte Bismard, welcher Sprengstoff in Serbien aufgehäuft war. Er kannte auch den Namen des Majors Dresch towitsch, der, ursprünglich t. t. Hauptmann, für den Obreno witsch die unterirdische Arbeit unter den Südslawen der Donaumonarchie leitete. Als darum am 10. Juni 1866 auf Einladung der General Türr in der Wilhelmstraße erschien, gebürtiger Ungar, ehedem Offiziersbursche in einem österreichischen Regiment, 1849 als Leutnant zu den Piemontesen übergelaufen, aufgestiegen bis zum Generaladjutanten Bittor Emanuels und mit einer Prinzessin Bonaparte verheiratet, mar der preußische Staatsmann rasch nicht nur über die ungarische Angelegenheit, sondern auch über die füdflawischen Zusammenhänge im Bilde. Als er erfuhr, daß mit den Ungarn auch die Serbokroaten in Bewegung gejetzt werden müßten, nickte er Gewährung, und da er gegen den Preis, der sie ins Feuer locken sollte, die Errichtung eines großen südslawischen Reichs aus österreichischen und türfischen Gebieten mit Serbien als Kern, gewiß nichts einzumenden hatte, schob er Türr ein Tintenfaß hin, damit er in einer mit feinem Vertrauensmann Dresch to witsch vereinbarten Chiffre eine Depesche niederschreibe: 142 70 207 310 115 49 182 228 389 153 176 122 46 65 38 236 205 114 141 und so fort. Bismard nahm das mit Zahlen bedeckte Blatt, Nebte es auf einen größeren Bogen und schrieb mit den Haken seiner charatteristischen Schrift darüber: Consul Herrn Lo(!) bereaux Belgrad. Teilen Sie das Folgende an Oreskovich mit, der es sich entziffern wird. So ging die Depesche fort; es war die Weisung, daß die Lunte angesteckt werden konnte. Doppelt genäht hält besser! Damit doppelt genäht besser halte, befahl Bismard am gleichen Tage dem Legationsrat v. fuel, sich eilends zu Ver handlungen über nähere Zusammenarbeit mit der serbischen Regierung nach Belgrad aufzumachen. Gezwungen, auf Umwegen zu reisen, fonnte der preußische Emissär erst am 8. Juli dem Fürsten Mihailo seine Botschaft ausrichten. Aber obwohl Königgräß die Wagschale inzwischen zugunsten Preußens gesenkt hatte, hielt sich der Obrenowitsch sehr zurück, denn einmal schien die Türkei drauf und dran, selbsttätige Bewegungen ihres Basallen mit Waffengewalt zu hindern, zum anderen rieten Rußland und Frankreich ab, zum dritten stand zu befürchten, daß auch ein geschlagenes Defter. reich immer noch stark genug sein werde, das kleine Serbien empfindlich zu züchtigen, und zum letzten nahm Belgrad nicht ohne Grund an, daß es mit der Aufstandsbereitschaft der Ungarn nicht weit her sei. 3 Aber an Bismard lag es wahrlich nicht, daß sich damals nicht Italiener und Madjaren, Tschechen und Serbokroaten gegen die Habsburgerherrschaft erhoben und die Donaumonarchie in Stücke schlugen; um ein Haar wäre er der Geburtshelfer eines tschechischen und eines südslawischen Staates ge morden, wie sie erst ein halbes Jahrhundert später gegen den Willen Deutschlands zur Welt kamen. Das Haus der Arbeiterpresse" in Köln. Seit 1849 die ungarische Revolution mit ruffischer Hilfe in Blut etstidt worden war, nährte im Ausland, in Paris, in London, in Florenz, eine ungarische Emigration den Haß gegen Habsburg und die Hoffming auf Abrechnung. Wo immer Angriffsabfichten gegen Wien gehegt oder ausgeführt wurden, eilten diese Emigranten herbei, mit den Feinden Desterreichs am gleichen Strick zu ziehen. So hatte sich 1859, als Italiener und Franzosen bei Solferino und Magenta die Weißrice Franz Josefs marfen, ein Ungarisches Nationaldirektorium" unter Rossuth, Riapfa umb Telety gebildet, und die Aufstellung einer ungarischen Legion auf italienischem Boden war in poflem Gange, als der Friede von Billafranca Rauhreif auf die ungarischen Hoffnungen sentte. Aber auch in der Folge hatte Cavour mit den ungarischen Berschwörern geliebäugelt, und Italien Geld und Waffen für einen Aufstand Ungarns gespendet. Als jetzt die ungarische Emigration mehrere Monate vorher den Leichenduft von Königgrätz witterte, flopfte sie bei Usedom und bei Bismard unmittelbar an. Von zarten Gewissensbedenken ganz frei, prüfte und überlegte der preußische Ministerpräsident doch sorgfältig. Militärische Gründe sprachen für die Unterstützung der Ungarn, denn nach dem Urteil des Generalstabschefs Moltte fonnte Desterreich, zählebig, wie es war, zwei oder drei Schlachten ohne große Gefahr verlieren, aber eine Revolution in Ungarn bereitete ihm den Garaus. Mehr noch schlugen die politischen Gründe durch. Bismard wurde die Sorge nicht los, daß Italien noch in letzter Stunde von Desterreich durch Abtretung Venetiens dem Bündnis mit Preußen abspenftig gemacht werden könne, und daß es dem Leiter der italienischen Bolitik. La Marmora, überhaupt nicht auf eine große und fühne Krieg führung, auf einen Stoß ins Herz der feindlichen Macht, antomme. Diesen Zweifeln zu beceonen und Italien wirklich ins Feuer mit- druckten Wort vermitteln. Fast alle Staaten der Welt werden in zureißen, war die Unterstützung der ungarischen Pläne sehr geeignet, denn sie umfaßten, von der Apenninhalbinsel ausgehend, die Landung eines italienisch- ungarischen Korps in Dalmatien und seinen Vormarsch nach Ungarn. Damit denn der Feldzug der Staliener in rechten Schwung fomme, beschloß Bismard, die Italiener in rechten Schwung fomme, beschloß Bismard, die Sache der ungarischen Revolutionäre zu der seinen zu machen. Verschwörung mit Tschechen und Gerbien. Aber auch bei anderen Völkern der Donaumonarchie nersprach der Appell an ihr Unabhängigkeitsgelüft Erfolg. Die Tschechen blieben bei Bismards renolutionären Entwürfen nicht aus dem Spiel. Als am 10. Juli die Preußen in Brag einrückten, eröffneten Maueranschläge des Oberkommandos den„ Einwohnern des glorreichen Königreichs Böhmen" die Aussicht, daß sie durch den Sieg der gerechten Sache ihre nationalen Wünsche gleich den Ungarn ver mirtlichen" fönnten, und im weiteren Berlauf des Feldzuges dachte Bismarck an die Errichtung nationaler Regierungen in Prag und Brünn. Weit stärker hatte seine Politik schon vorher andere der *) Siche auch: Hermann Wendel, Bismard und Serbien im Sahre 1866, Berlag für Bolitit a Birtichaft, Berfin 1927 Köln rüftet fich, Gäfte aus, der ganzen Welt zu empfangen. Die in Internationale. Presseausstellung Köln", nach dem Brauch der modernen Abkürzungen furz Bressa" genannt, wird mitte Mai eröffnet. Sie will mit den Methoden der modernen Ausstellungstechnik ein Bild von der Verbindung unseres gesamten sozialen, politischen und kulturellen Lebens mit dem ge einen eigenen großen Staatenhaus" die Internationalität der Rachricht und Zeitung anschaulich machen. Sehr schnell haben sich der Bundesvorstand des AII. Spizenorganisation der sozialdemokratischen Bresse ents gemeinen Deutschen Gemertschaftsbundes und die gemeinen Deutschen Gemertschaftsbundes und die schlossen, ihre Größe und ihre Bedeutung in einem eigenen Hause zu Demonstrieren. Es ist das„ Haus der Arbeiterpresse". AN DE G BE ED новыйлеви 976 demokratischen Presse. Sie gibt das Beispiel einer Ge finmungspresse, die der rein tapitalistisch fundierten bürgerlichen Breffe bewußt gegenübersteht. Ihre Schau ist daher vom Werden und vom Sein der sozialistischen Arbeiterbewegung nicht zu trennen, die ein reiches, sorgsam ausgewähltes Material in zahlreichen Kojen und Vitrinen vor die Augen der Besucher bringen wird. Briefe und Manifeste von Mart, Engels und Lassalle, eine Fülle unbekannter Früherscheinungen, die Publikation der sozialdemokratischen Berleger, die Ausstellung landsmännisch geordneter Gruppen der sozialdemokratischen Preise der Gegenwart werden viel Interessantes zu bieten haben. In cinem Lesera um werden die Besucher sämt Teil des Hauses der Arbeiterpresse" befindet sich endlich der liche sozialdemokratischen Blätter Deutschlands finden. Im hinteren Vortrags und Filmraum, der etwa 165 Sigpläge und gegen 100 Stehpläge umfaßt. Hier wird ständig ein Film laufen, der in überaus lebendiger Bild Sein Schöpfer ist der junge Kölner Architekt Hans Schufraft den Aufstieg der sozialdemokratischen Bewegung und die Wirk. ma cher. Das Haus steht an einem hervorragenden Punkt des Aus- samkeit ihrer Führer zur Anschauung bringen wird. In welcher ftellungsgeländes, und mit seinem 25 Meter hohen Form fich endlich die sozialistische Internationale an der Ausstellung Turm, der wie ein Finger emporragt, wird es eines der Wahr- beteiligen wird, ist gegenwärtig noch Gegenstand von Verhandlungen. zeichen der Bressa" werden. Schumacher hat das Haus der Ar- Die roten Buchstaben unseres Hauses der Arbeiterpresse", die in beiterpresse", dessen Aufbau bereits weit fortgeschritten ist, architet- eigenartiger Gruppierung am Turm angebracht sind, werden weithin tonisch wie raumfünstlerisch als Ausdruck unserer Zeit geschaffen. leuchten. Mag auch die Bressa" überwiegend eine Schau der kapitaEs verzichtet auf jeden unsachlichen Aufputz, ganz bewußt auf den listischen Aera und ihrer Wirksamkeit in der modernen Publizistik fachlichen 3med hin gestaltet. 1030 Quadratmeter Ausstellungsfläche sem: unser Saus wird als Symbol der Einheit und der Kraft der find vorhanden. politischen und wirtschaftlichen Arbeiterbewegung stärkste Eindrücke geben Der Sängsflüget smjaft die ysettung ber asiat " 30. Fortsetzung. .ja waren aber auch die marodierenden chorden, mit denen nian sich hcumzubalgen hatte und gegen die sie die Fracht auf Blut und Leben zu verteidigen hatte. Was scherten sich die Horden um Blut und Leben? Die kämpften bis auf den letzten Tropfen, denn es gab immer nur zu gewinnen, und auf das Leben, das sie dagegen ein- setzten, psissen sie, weil darüber ja sowieso schon lange in einem Gerichtsurteil, oft in mehreren, endgültig verfügt war. Es fiel auch ein Tier mit seiner Ladung in die Vchlucht, und die Ladung mutzte geborgen werden, oder ein Tier sank mit seinem Reichtum in einen Sunips oder verschwand beim Ueberschrciten eines Flusses. Es war noch sehr in Frage zu stellen, ob es leichter war, die Schätze aus der Mine zu holen, oder ob es leichter war, die Schätze sicher nach Mepiko zu bringen, ohne daß das Leben der Donja Mario auf der Strecke blieb. Sic durchlebte auf der Reife«ine wahrhaft beklagenswerte Zeit, und wenn sie an die hart« Zeit der vielen Jahre bei der Mine zurückdachte, so war jene Zeit nicht weniger beklagenswert gewesen. Nie war sie ihres Lebens froh gewesen, seit sie im Besitze der Mine war. Und sie wußte sich nicht einer einzigen Stunde zu erinnern, wo sie sich ihres Lebens oder ihres Schatzes vollkommen sicher gefühlt hatte. In Wahrheit, wenn sie an alles dachte und sich aller Tage erinnerte, so hatte sie das erbärmlichste Leben geführt, das sich nur denken läßt, ein Leben, viel erbärmlicher als das eines Tieres. Immer in Furcht, immer in Sorgen. Schwere Träume störten ihren Schlos, und sie fand nie«in« Erholung aus den qualvollen Gedanken, die sie hetzten und jagten während des Tages. In all dem Jammer ihres traurigeii Daseins hatct sie nur ein, nur ein einziges leuchtendes und strahlendes Bild: jenen Augenblick, wenn sie ihren Schatz abge- liefert lzatte in dem Sicherheitshause der königlichen Regierung in Mexiko. Dieser Augenblick, den zu erleben sie ein so erbarmungswürdiges Dasein während der letzten Jahre geführt hatte, kam. Sie erreichte die Stodt Mexiko, ohne daß sie auch nur einen Barren ihres kost- baren Gutes verloren hätte. Sic wurde vom Vizekönig persönlich empfangen, und es wurde ihr die hohe Ehre zuteil, daß der Vizekönig sich mit ihr in Privaiaudienz lange unterhielt. Ihre Freude und ihre Dankbarkeit gegen den hohen Herrn kannte kaum noch irgend- welche Grenzen, als er ihr versprach, daß er den Schatz, den sie in so harter entsagungsreicher Arbeit erworben habe, in den Gewölben aufbewahren wolle, die sonst nur der Verwahrung des königlichen Schatze� und der Staatsgclder dienen. Das war viel mehr, als Donja Maria je erhofft hatte. Nirgends in ganz Neu-Spanien. nicht einmal in den Katakomben der Käthe- dralc oder in einem Kloster ivar ihr Schatz so gut verwahrt und so sicher aufgehoben wie in den festen Gewölben der Regierung und unter der persönlichen Berantwortung und Bürgschaft des Vizekönigs, der höchsten Macht im Lande. Hier endlich lag ihr Schatz sicher und wohlverwahrt, bis sie ihn unter militärischer Bedeckung zum Schiff transportieren und dann mit sich nach dem Lande ihrer Sehnsucht nehmen konnte. Sie versprach dein Vizekönig für seine gnädige LWitfcrge, die«r ihr angeveihen ließ, einen Anteil an ihrem Schatz«, der hoch genug war, daß selbst ein Vizekönig in Neu-Spanien ihn einen fürstlichen Anteil nennen konnte. Dann zahlte sie ihren Leuten die Löhne und entließ sie. Hierauf suchte sie ihren Gasthof auf, den besten, den die Stadt hatte. lind nun endlich, nach so vielen Iahren, konnte sie sich ruhig zum Schlafe niederlegen. Zum ersten Male seit Jahren konnte sie ruhig aufatmen, ruhig und bedachtsam und ungestört essen. Endlich durste sie auch einmal andere und schönere Gedanken haben, als sie in allen de» Iahren in ihrem Hirn herumzuwälzen gehabt hatte. Aber dann geschah etwas, was sie nicht erwartet hatte, obgleich es keineswegs merkwürdig, sondern ganz natürlich war. Der Schatz verschwand nicht und wurde auch nicht aus den Gewölben bei Nacht und Nebel gestohlen. Aber etwas anderes verschwand. Donja Maria batte sich in dcm Gastihof« zum Schlafe niedergelegt, wohlgeborgen in einem weichen, herrlichen Bett. Ader niemand hatte sie wieder aufstehen sehen. Niemand hat je wieder etwas von Donja Maria gesehen. Niemand hat j« wieder etwas von ihr gehört. Sic war verschwunden, und kein Mensä) konnte angeben, wo sie geblieben war. Das ist eben sehr einfach," so schloß Howard seine Erzählung, „die Donja Maria hatte nur eins vergessen, daß Gold auch manchmal . nsichtbar macht. Ich wollt« euch die Geschichte ja auch nur erzählen, m euch zu zeigen, daß der Transport ebensogut seine Schwierig- '.'iten hat wie das Suchen und das Kraben, lind selbst wenn man alles so schön in Sicherheit zu haben glaubt, so ist das dann noch nicht "ntschieden, ob man sich davon auch nur eine Tasse Kaffee wird rufen können. Das alles ist ja der Grund, warum Gold so teuer ist." „Gibt es denn da keine Möglichkeit," sagte Curtin,„daß man vielleicht herausfinde» kann, wo die Mine war? Die Frau hat doch Nicht alles ausgebeutet, die hat doch genug zurückgelassen." „Die Mine kannst du sehr leicht finden," erwiderte Howard, „aber du kommst zu spät. Die wird von einer großen Minengesell- schaft ausgebeutet, und sie hat der Gesellschaft schon zehnmal mehr eingebracht, als sie der verschwundenen Senjora gebracht hatte. Di« Min« scheint in der Tat unerschöpfltch zu sein. Kannst sie ganz leicht finden, sie heißt„Donja-Maria-Mine", und sie liegt in der Nähe von Huacal. Kannst arbeiten da im Wochenlohn, wenn es dir Vergnügen macht." Die Männer saßen noch eine Weile um da» langsam ver- glimmend« Feuer, und dann begannen sie aufzustehen. Sie reckten sich, traten mit den Füßen auf den Boden und wollten hinüber zum Zelt gehen. „Die Geschichte ist schon mchr als hundert Jahre alt," sagte da Lacaud. „Das hat ja niemand bestritten," sagte Dobbs. „Ich weiß aber eine Geschichte, die nur zwei Jahre alt ist und die ebensogut ist oder noch besser." „Ach. halt's Maul," sagte Dobbs gähnend,„wir wollen deine Geschichte nicht hören, auch wenn sie nur eine Woche alt sein sollte. Deine Geschichte kennen wir schon, die interessiert uns ebensowenig wie du. Und wenn du gar nichts sagst, so ist uns das schon am liebsten. Du bist ja ein Ewiger." „Ein was?" fragte Lacaud. „Ein Nischt," sagte Dobbs und trottete hinter den beiden, di« vorausgegangen waren, nun auch zum Zelt hinüber. Am folgenden Morgen, dem vorletzten, den sie hier zu»er- bringen gedachten, waren die drei so aufgeregt, daß sie sich kaum Ruhe nahmen, zu frühstücken. Ei« krochen in Ihre geheimen Der- stecke, und joder brachte fein Häuflein Arbeitsgut hervor. Es warm Körnchen, Sand und Staub, sorgfältig eingedreht in altes Zeltleinen und mit einem Bindfaden verschnürt. Jeder besah ein ganz ansehn- liches Häufchen solcher Säckchen. Die Aufgabe war nun, dies« Söckchen gut und unauffällig zu verpacken. Sie kamen in getrocknete Wildhäute, und so wurden nun festverschnürte Packen gemacht, die durchaus den Anschein erweckten, als seien sie Packen, die mir aus trockenen Fellen bestanden. Diese Packen kaincn hierauf in Säcke, und die Ladung war fertig. Dobbs und Curtin gingen dann auf die Jagd, um noch ein Stück Wild zu bekommen für die Reife. Howard zimmerte Tragsattel für die Esel und überholte das Riemen- und Leinengut, damit sie auf der Reife nicht durch Brüche der Verpackungen aufgehalten würden. Lacaud war wieder fein eigenen Weg gegangen und stöberte in dcm Gebüsch in der Nähe der Weideflöche herum. Aber er sagte nicht, was er suche, und von den dreien fragte ihn niemand. Sie be- trachteten sein Gebaren weder mit dem Slusdruck von Mitleid noch mit dem von Spott. Mitleid war ihnen fremd, und um ihn zu verhöhnen, dazu fühlten sie sich nicht interessiert genug. Es war ihnen nunmehr ganz gleichgültig, was der Mann tat, solange er ihnen keine Unbequemlichkeiten bereitete. Selbst wenn er einen Berg aus ge- diegenem Gold« gefunden haben würde, sie wären noch sehr in» Zweifel gewesen, ob sie ihren Plan, om folgenden Morgen obzu- reisen, auch nur um einen Tag oerschoben hätten. Sie hatten sich WAS DER 7 itiiiuiiiinimmninminnuiiiiiimmiitiiiiiiuiiiiiiinmninniiiiiiimtniiiiiiuutininiinitiiii Die Parade der Bleisoldaten. Im Garmsonmuseum zu Potsdam haben sie jetzt ein Denkmal für di« berühmten Frühjahrsparaden errichtet, die vor dem Krieg alljährlich auf dem historischen Gelände des Lustgartens stattfanden. Aber das Denkmal besteht nicht aus Stein oder Erz, sondern aus Blei, und es wird von 2000 Miniatursoldaten gebildet, die, mit den historischen Uniformen der alten Garderegimenter bemalt, in einem Saale aufgestellt sind. Das also haben sie in Potsdam aus den vergangenen Tagen des Kaisertums in die neu« Zeit herüber- gerettet: Eine Nachbildung der Traditionsregimenter in Blei. Und da soll man nur ja nicht sagen, daß solche Bleisoldaten doch eigcnt- lich«ine recht naive Sache wären und mchr für kleine Iungens, die etwas sür ihren kindlichen Spieltrieb brauchen. Ach nein, Blei- soldaten sind immer höchst gefährlich gewesen: der heimtückischste Bazillenträger der Welt und der Weg zu den verschütteten Unter- ständen und leichenbcsäten Drahtverhauen des großen Krieges hat seinen Ausgangspunkt in den Kinderstuben genommen. Sie haben schon recht, die stellungslosen Generale und abgetakelten Jung- frauen Potsdams, auf deren Initiative die Ausstellung zustande gekommen sein mag: Bleisoldaten sind etwas für die Großen, und der rechte Patriot kann ihrer so wenig entraten wie der Kokainist seines Puloers und der Sadist der Peitsche. Da werden nun also die mit ihrem heimlichen Laster Begabten vor den bunten Bleiklümpchen stehen. Sie werden sich vergangener Zeiten erinnern, ihre Augen werden leuchten, und leis werden sie vor sich hinbrummeln:„Das Gewehr... über! Die Augen... links! Rechts schwenkt... maaarsch!" O, diese lieben Kommandos, die ein« Welt bedeuteten! Zwar werden die bunten Bleiklümpchen keine Notiz von ihnen nehmen und regungslos verharren--- aber diese Passivität werden sie dann nur mit ihren lebendigen Vorbildern aus den Jahren vorm Krieg gemeinsame haben, zu denen auch kein Kommando mehr dringen kann, weil diejenigen, die zu ihnen drangen, sie in ihre kühlen Lehmgruben von Flandern und Galizien dirigierten.' HansBauer. Der Hund vom Kälberstein. In der„Berchtesgadener Zeitung" inserieren Leute von Gemüt das Folgende: „Um Entschuldigung bitten wir den Herrn und die Dame, welche am Sanntag auf einer Bank am Kölberstein saßen und welche unser Hund durch unanständiges Betragen heimtückisch von dortselbst vertrieb." Dieser Hund verdient« wirklich, unter die Guillotine des Schund- und Schmutzgesetzes zu kommen. Die Schiupihose. In den„Amtlichen Nachrichten der Gemeinde Budenheim" liest man folgende nicht uninteressante Notiz: „Ein fast neues Wäschestück(sog. S ch l u p f h o s e) wurde i m Vorgarten der prote st antischen Kirche gefun- den. Slbzuholen bei...." Wie kommt denn die Schlupfhose in den Kirchengarten? Man muß doch sehr bitten....! Der Wert der Arbeitspause. Der Wert einer Tasse Tee wurde In einem Bericht des eng- lischen.Lndustriol Fatigu« Research Bcord" ins recht« Licht gerückt. Eine Industriefirina, di« Arbeiterinnen beschäftigte, gemährte diesen am Bor- und Nochwettqg je 18 Mimte» Pause." In der Pause er- in die sofortige Abreise so sehr verbissen, daß nichts sie hätte aufhalten können. Sie waren mit einem Mole der Einsamkeit, der Schufterei und der harten Lebensweise so überdrüssig geworden, daß sie nichts nennen konnten, was sie bewogen haben könnte, auch nur einen Tag länger hierzubleiben. Ihre Stimmung war so, daß sie Lacaud halb- tot geprügelt haben würden, wenn er auch nur den Versuch gemacht haben würde, sie zu überreden,»och eine Woche hier zu verweilen, weil er einer großen Sache auf der Spur sei. Als Howard so neben- bei hinwarf, daß Lacaud genau zu wissen scheine, was er wolle, denn er handle nicht ganz so träumerisch wie ein Ewiger, da sagte Eurtin: „Mich kann nichts verführen. Er könnte mir ein Stück bringen so groß wie meine Faust. Ich will es gar nicht haben." „Haben? Warum nicht?" sagt« Dobbs.„Haben schon. Aber wie fortkriegen? Wir können das, was wir haben, ja schon kaum heimkriegen. Ich will nichts mehr, oder er müßte es mir schon nach Durange bringen. Also nun ruhig davon." Diesen Abend saßen sie ziemlich schweigsam om Feuer. Jeder war mit seinen Gedanken und Plänen viel zu sehr beschäftigt, als daß er etwas erzählt hätte, oder als daß er einem anderen in Ruh« hätte zuhören können. Es war noch dunkel, als sie das Zelt abbrachen und sich auf den Weg machten. „Du bleibst wohl noch hier?" fragte Eurtin den Lacaud. „Ja, ich habe hier noch zu tun," sagte der. „Dann viel Glück, Junge. Viclleickst haben wir später einmal Zeit, deine schöne Geschichte zu hören," meinet Dobbs lochend.„Dann kannst du vielleicht auch Beweise bringen" Lacaud schob die Hände in die Taschen und antwortete:„Be- weise? Beweise, sagst du? Die kann ich jetzt schon bringen. Aber ihr habt ja keine Zeit." „Die haben wir auch nicht." sagte Dobbs.„Dorum müssen wir jetzt gehen. Wir haben es eilig, ins Trockene zu kommen." Howard gab Lacaud die Hand und sagte:„Ich habe dir da Salz, Pfeffer und noch einige andere Kleinigkeiten zurückgelassen, die uns nur im Wege sind. Kannst du vielleicht brauchen. Da liegt auch noch em Stück Zelttuch. Magst du auch haben, ist gut sür den Regen in der Nacht." „Danke," erwiderte Lacaud. Auch Dobbs und Curtin schüttelten Lacaud die Hand. Dobbs gab ihm Tabak, und Curtin gab ihm eine Handvoll Patronen. Jetzt, als sie schieden, wurden sie mit einemmal Freunde. Eurtin hatte es bereits auf der Zunge, ihn einzuladen, mit ihnen zurückzugehen, weil es ja hier für ihn fürchterlich sein müsse, allein in dem Dickicht zu hocken, und wo gar keine Hoffnung sei, etwas zu finden, weil sie lange genug hier gewesen seien und jedes Steinchen umgewendet hätten und sie genau wüßten, was und was nicht hier zu finden sei. Aber er sagte es nicht und jagt« nur:„Good bye." (Fortsetzung folgt.) AG BRINGT. tnniniiiiniiiiiiiiiiuiiiniiiiiiiiiiiniiiiiinmiiiiiiiiiiimiuiiiiniiiiiiiiuiiNiimmmiiiinimM hielten die Arbeiterinnen in de? Kantine«mentgeltlich je«in« Tasse Tee. Die Arbeitsleistung war nicht nur beständiger und höher, auch die Zahl der Arbeiterinnen, die im Laufe des Jahres ihr« Stellung wechselten, ging bedeutend zurück. Sie betrug im Durchschnitt nur 25 Proz. Bei einer anderen Gesellschaft, die nur je 3 Minuten Pause gestattete und«in« Tasse Tee lieferte, wechsciten 42 Proz. der Be- schäftigten ihre Stellung. In einer dritten Firma, die weder Paus« gestattete noch Tee lieferte, erhöhte sich dieser Prozentsatz aus 91! Zigarettenrauchen und Bubikopf sind unsittlich. Die Lehrerinnen van B u a p e st haben sich nicht zn beklagen. Dem Unterrichtsminister liegt ihr sittliches Wohl besonders am Herzen. So kam vork urzem ein Rundschreiben heraus, daß Beklei- dungsoarschriften für die Lehrerin enthält und zugleich chr Be- nehmen in der Schule und vor der Oeffentlichkeit regelt. Vor ollem dürfen die Lehrerinnen keine kniefreien Röcke trogen. Der Rock muß wenigstens einen Teil der Waden bedecken. Die Lehrerinnen dürfen weiter keine Zigaretten rauchen, weder in der Schule, noch außerhalb. Diese Maßnahme sei aus pädagogischen Rücksichten un- bedingt notwendig, erklärt das Rundschreiben. Zuwiderhandelnde werden disziplinarisch bestraft. Ebenso ist dos Tragen eines Bubi- kopfes unsittlich. Der Bubikopf wirke auf die Kinder aufreizend. Die meisten Lehrerinnen haben, wie di« Budapester Blätter zu be- richten wissen, diese Verordnug als etwas Selbstverständliches und Natürliches betrachtet. Und solche Lehrerinnen erziehen die zukünf« tige ungarische Generation. Wer weiß das? Die Schrittlänge eines erwachsenen Menschen beträgt im Durch- schnitt 80 Zentimeter. * Der Mond ist als Vollmond achtmal heller als Im letzten Viertel. * Leuchtzifferblätter werden außer bei Uhren auch bei Kompassen, Meßinstrumenten und Ge'chützrichtgeräten verwendet. Statt der teuren Radiunipräparate nimmt man neuerdings Ersatzstoffe, z. B. das jüngst entdeckte Mesothorium. * James Watt kennen wir hauptsächlich als den Erfinder der Dampfmaschine und des Kondensators. Er hat aber auch die für die Handels- und Geschäftswelt unentbehrlich gewordene Briefpresse erfunden und ist Gründer des einheitlichen Maß- und Gewichts- systcms. it Zwischen je zwei Eisenbahnschienen muß bei der Derlegung stets eine Wärmelücke gelassen werden. Die Schienen dehnen sich nämlich auf.1 Meter Länge bei je 1 Grad Wärmezunahme um 1,82 Millimeter aus. * Di« Technik der Luftphotographie ist so weit vorgeschritten, daß man vom Flugzeug aus ohne weiteres fertige Landkarten von aus- gezeichneter Schärfe aufnehmen kann. Eine Aufnahme mit einem Apparate von!4 Meter.Brennweite in 2000 Meter Höhe ergibt z. B. eine Karte im Maßstetc 1: 10 000, die ein Gelände von 200 Hektar, also mehr als das Dreifache des Fürstentums Wavaca Wohl an 10 000 Zuschauer k umstanden dos Oval des Lichten- »bcrger Stadions, als der Schieds- �'richter den Ball für den Kampf �um die o st deutsche A r b e i- !terfußballmeisterschaf t frei gab. Gleich nach dem Anstoh zeigt es sich, daß die Pankower die besseren sind. An den Toren hat der Torwart der Forster keine Schuld. Alles, was nur irgend zu halten war, hielt er. Daß bewies er schon an den ersten Schüssen, die aus sein Heiligtum kamen. Hauptsächlich waren es die präzis und scharf aufs Tor gegebenen Bälle des Halblinken. Uebcrhaupt waren der Torwart der Forst er und der Halblinke von Adler die Helden des Tages, der Förster durch seine blendende Abwehr und der Pankawer durch seine ausgezeichnete Ballverteilung. Gleich mit dem Anstoß verlegt Adler dos Spiel in des Gegners Holste. Sofort muß der Torwart eine Probe seines Könnens ab- legen. Einen scharfen Schuß des Mittelftürmers hält er blendend. Auch der Holbrechte versucht seine gefährlichen Schüsse anzubringen� Er findet beim Torwart der Forster jedoch wenig Gegenlieb«. Der Sturm der Forster ist auch nicht müßig. Hier steht dem Adlertorwart ober dos Glück zur Seite. Auf und ab wogt der Kamps. Auf der einen Seite ist es der gute Torwart, auf der anderen Seite steht dem Torwart eine gute Portion Glück zu der Hand. Di« Angriffe Adlers zeugen vor größerer Kraft, ivährcnd bei Forst der nötig« Elan, der Angriffsgeist, fehlt. In der Ii. Minute wird der Bann gebrochen. Gut spielt sich Halblinks durch und unhaltbar sitzt der Ball i m R c tz. Die Forster scheinen dadurch etwas deprimiert. Bei Adler da- gegen kommt jetzt erst der richtige Schwung in die Mannschaft. An- griff auf Angriff rollt auf des Gegners Tor. Schon nach vier Minuten läuft der Linksaußen schnell durch und Nr. 2 sitzt. Zwei Minuten später hat auch Forst ein« große Erfolgsmöglichkcit: Der Torwart Adlers ist herausgelausen. Der Mittelstürm«r der Forster kann aber den Ball nicht ins leere Tor bugsieren. Ueber- Haupt ist der Torwart der Pankower verschiedene Male derartig leichtsinnig, dos feine Mannschaft von Glück sagen kann, daß nichl mehr Tore gefallen sind. In der 39. Minute gelingt Adler durch gute Kombination durch den Mittelstürmer der 3. Treffer. Kurz vor der Pause winkt den Adlern noch das 4. Tor, doch erweist sich hi«r der Pfosten als Retter in höchster Not. Die zweite Spielhälfte sieht zunächst Forst- im Vorteil. Adlers Hintermannschaft muß schwer arbeiten, um Erfolge zu ver- hindern. In der 54. Minute führt die dritte Ecke für Forst zum längst verdienten 1. Tor. Adler läßt sich aber nicht ent- mutigen. Schon zwei Minuten später sitzt der Ball, vom Halb- rechten getreten, zum 4. Treffer im Netz. Die Läuferreihe der Forster läßt jetzt merklich nach. Aber auch der Sturm kann keinerlei Er- folge erringen, trotzdem der Adlertorwart sehr leichtsinnig wird. Allerdings haben die Forster mit ihren Angiffen reichlich Pech. Bei der vierten Ecke geht der Ball zweimal dicht am Tor vorbei, ohne daß es einem Spieler gelingt ihn ins leere Tor zu lenken. Adlers Sturm dagegen findet beim Forster Torwart wenig Gegenliebe. Alle noch so gut gemeinten Schüsse werden von ihm gehalten. Erst in der 75. Minute gelingt es dem Mittelstürmer durch Kopfstoß den 5. Treffer zu buchen. Zwei Minuten später wird der Leicht- sinn des Adlertorwarts bestraft. Wieder hat er sein Tor verlassen. Ein unverhoffter Schuß aufs Tor. Wohl wirft sich der Torwart, Der Halblinke von Adler— Der Forster Torwart aber zu spät. 5:? lautet jetzt das Resultat. Die Förster versuchen jetzt mit Macht zu retten, was es noch zu retten gab. Ileberkombination ließ jedoch keine Erfolge mehr aufkommen. Adler dagegen verläßt sich voll auf seine Verteidigung. Dann scheint das Pulver der Forster verschossen. Adler übernimmt wieder das Kommando. Jetzt zeigt der Forster Torwart erst sein hohes Können. In der 80. Minute hält er«inen sehr scharf getretenen Elfmeter mit großer Bravour. Er kann es allerdings nicht verhindern, daß Adler kurz von Schluß noch zum 6. Treffer konnnt. A d l e r 0 8 ist somit»Ostdeutscher Meister". Der Sieg war vollauf verdient. Jugend wirbt für Turnen und Sport! Das Fest der Freien Turnerschaft Grof�Berlin. Da? A Iugrndwerbefest der Freien Turnerschaft Groß-Berlin bildete den Abschluß der Winterveronstaltungen. Pünktlich mit dem Glockenfchlag zogen die Iugendabteilungen in die mit Emblemen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes geschmückte Halle. Weithin leuchtete die meterhohe Inschrift:»Mach dich frei— komm zu uns!" Unter lautloser Stille sprach ein Iugendleiter den Prolog:»Brüder, auf, die Welt ist zu befreien!" Dann schallte es frisch und hell aus Hunderten von Kehlen:»Wir sind jung, die Wclt steht osfen..." Während die folgenden Freiübungen' so recht geeignet «wen. den jugendlichen Körper zu recken und zu strecken, bot das Geräteturnen an 22 Geräten jedem einzelnen Gelegenheit, sich nach besonderer Fähigkeit zu betätigen. Das Pferdespringen an fünf Pferden beschäftigte die Geübteren. Interessanten Uebungen mit dem Medizinball folgte«in originelles F l a ch t n r n e n. Erstaunlich war, wie beweglich und gelenkig die Iugendturner über die Matte kamen, das war ein kugeln und Trudeln, ein fortwährendes Springen, das die Zuschauer zu wiederholtem Beifall veranlaßt«. Hier war die Jugend in ihrem Clement.— In einem technisch guten Handballspiel standen sich die Jugendmannschasteii Wedding und Süden gegenüber. Wedding übernahm durch gutes Zusammen- spiel sofort die Führung. Und erst nach Halbzeit war es Süden möglich, durch zwei Tore auszugleichen.(Resultat: 2: 2.1 Im sportlichen Teil wurden Pendelstafetten<10 mal 1 Hallen- läng«), Rundstafetten<10 mal 1 Runde) und eine Schweden- stafette 4, 3, 2, 1 Runde ausgetragen. In allen Läusen wurde ein äußerst flottes Tempo angeschlagen und mit Aus- bietung oller Kräfte gearbeitet. Leider gingen durch mangelhaften Stabwechsel bzw. schlechte Ablösung kostbare Sekunden und gute Chancen verloren.— Bei den allgemeinen Spielen erfüllte Jauchzen und Frohsinn den weiten Raum, und»unsere Iungens" tummelten sich noch Herzenslust. Das „Prelle n"(Hochschnellen mit einem von etwa 50 Turnern gc- haltenen Tuch) erweckt« ganz besondere Heiterkeit. Das Durch- kriechen durch Fäfstr löste allgemeine Heiterkeit aus. Den Abschluß des Festes bildeten die von Jugendlichen vorgetragenen Szenen Bruno Schön lanks: Der gespaltene Mensch. Zugend heraus? Zugend. treibe Sport! Alach dich frei— komme zu uns! Das erste Straßenrennen. Bei„Solidarität". Di« Rennfahrer des Arbeiterradfahrerbundes S o l i d a r i- t ä t eröffneten gestern vormittag ihr« diesjährige Rennsaison mit einem Straßenrennen»Rundum den Gorinsee". Die Rennstrecke war im allgemeinen in guter Verfassung, es ging von Schönwald« über Schönow, Bernau, Wandlitz bis Schönwalde. Daß der Rennsport bei den Arb«iterradfohrern sich gut«ingesührt hat, beweisen die vielen Zuschauer, dix dicht gedrängt Ziel und Start belagerten. Die Rennfahrer waren in stattlicher Zahl angetreten. Die Jugendklasse absolvierte ihre zwei Kilometer aus d«r Strecke Basdorf— Schönwalde. 11 Fohrer starteten im Zeitfahren, in der Gruppe d«r Schlauchreifenfahrer konnte Splint- Moabit sich als Sieger placieren. In der Klasse der A l t e r s f a h r e r starteten 7 Fahrer, auch hier konnte Moabit durch Stein kraus siegreich hervorgehen, dicht gefolgt von Eichler und Annen. In der 2. Kl a s s e hatte Maslowski 7. Abi. das Rennen vor Jden ü. Abt. ge- wonnen. Alle Gruppen starteten in Abständen von 10 Minuten. In der H a u p t k l a s s« wurden in der 3. Klass« 41 Fahrer auf die Reise geschickt, das Tempo war von Anfang an sehr scharf, so daß sich das Feld gleich lang zog. Sachse und P a e tz e l übernahmen von Anfang an die Führung, die sie auch bis zum Ziel nicht aufgaben. In d«r 2. Klasse gingen 38 auf die Reise. Bernau wurde von einer Spitzengruppe von b Fahrern erreicht, denen dicht aus 8 weitere folgten. Mehrere Stürze, die aber glimpflich verliefen, lichtete» die Felder«cheWich. Hinter Bernau stellten Dobruck, Gomoll und Bergemann den Anschluß an ine Spitzengruppen wieder her, doch schied gleich darauf Dabruck eines Sturzes wegen aus. Die 1. Klasse ging mit 30 Fahrer» davon, hi«r übernahm sofort P a tz a ck die Führung, mußt« aber hinter Bernau eines Schlauchdefckts halber aufgeb«n, so daß nun Wegen er, Marien, Ihme und Reh die Spitzengruppe bildeten. hart bedrängt von den weiteren Konkurrenten. In der Reihen- folg« Marien, Ihme, Wegener und Reh gingen sie dicht hintereinander durchs Ziel. Die Organisation klappte gut. Die Mitglieder der Ortsgruppen Schönwalde und Bernau hatten die Streckenbesetzung übernommen. Auch die Arbeitersamariter waren tätig. Resultate: Ha>>?tgr»ppe, ZV Kilometer, 1.«lasse: 1. Marie». Moabit 51.8; 2. Ihme. I. Abt.. 51.4; 3. Wegener. 6, Abt.. 51,414. 2.«lasse: 1. Willi Fischer. «ijpcnick 52,04; 2. Burlizct-Echöncberg 52,5: 3. Bcrgema>i»,ZLciKcnsce 52,0«. 3.«lasse: 1. Willi i-a»s-. 4. Abt., 52,23: 2. Pactzcl, fi. Abt. 52,24; 3. Rottke, 5. Abt., 52,25.— Altusfnjttt, 30«Ilomeier, 1.«lasse: I. K. Steintraus-Moabit, Zeit: 55 Min.; 2. Eichler, B. Abt., Zeit: 56,3; 3. P. Annen. Moabit 57,2. 2.«lasse: 1. Maolowsti, P.. 7. Abt.. 56,4; 2. Iben. 6. Abt., Zeit: 50 Min.— Drabtreisen: 1. Ebclminski. P., 57,2; 2. Bor, 6. Abt., 50,3.— Iugendllaisc tiber 3«ilomeier, Tchtanchreifen: 1. Spill'.;» Moabit, Zeit: 2,58: 2. Eiripnick,«., I. Abt., Zeit: 3,02; 3. Lachenauer.Zch�- berg 3,04. Drobtreifen: 1.«irchherr, 93., Oberschiineweide, Zeit; 3 34. WüllI» reifen: l. Pcntsch-Moabit, Zeit: 3,27; 2. Winkler Eharlottenbnrg, Zeit: Schenkendorf- Eichwaide Gro/j; Beteiligung beim StraHenlauf. Die Veranstaltung wurde ein großer Erfolg für den Arbeiter- sport. Ueber 50 0 Konkurrenten der verschiedenen Sport- verein« fanden sich am Start in Schcnkendorf ein, wo sich lange vor Beginn ein farbenfrohes Bild entwickelte. Ganz unerwartet groß war die Beteiligung der Bevölkerung, die nicht nur die Seiten der zu durcheilenden Ortschaften, sondern auch die Chaussee dicht besetzt hielt. Um 14,52 Uhr fiel der erste Startschuß und die stattliche Schar der Mannschaften begab sich auf die weite Reise. In kurzen Abständen folgten die Einzelläufer und Geher, von einer großen Radfahrerkavalkade umschwärmt. Der Mannschaftslaus war eine sichere Zlngelcgenheit für den S. C. B e r o l i n a. Schon nach 2500 Meter übernahm Berolina die Führung, um einen anfangs nur geringen Vorsprung von Wechsel zu Wechsel zu vergrößern. Mit 150 Metern Vorsprung passierte denn Berolina in 38: 34 das Zielband am Rathaus in Eichwalde, von einer riesigen Zuschauer- menge jubelnd begrüßt. Bei den Einzelläufern lag das Rndel bis auf 800 Mete? dicht geschlossen zusammen. Lawerenz(Schönow) übernahm dann die Spitze, von M a t t n e r(Fichte) dicht gefolgt. Mattner, bei dem sich Atembeschwerden einstellten, fiel dann ganz zurück und mußte Schirr m acher(Fichte) und die nachfolgenden Läufer an sich vorbeiziehe» lassen. Unerwartet gut lief I e h n e r(Zernsdors), der sich den 3. Platz sichern konnte. Bei den Gehern dominierte Wolf(Bohnsdorf). Er über- nahm gleich die Führung, von Da nies I und II(Sparta) und Falkenhagen(Fichte) gefolgt. Nach 0500 Metern(Wildau- Schule) gelang es den Brüdern Domes die Spitze zu übernehmen. Die Freude sollte aber nicht lange dauern, Wolf holte das verlorene Terrain wieder aus. Noch 8000 Metern wird Zeuthen in der Reihenfolge Wolf, Domes II, Falkenhagen, Domes I passiert. In dieser Folge fiel auch das Ziel in Eichwaldc. Bootstaufe beim Reichsbanner. Republik— Reichsbanner— August Bebel. Dos Reichsbanner konnte am Sonntag zum dritten Male sein« Anhänger zum Bootsplatz am Wendenschloß zur Taufe dreier neuer Boote«inladen. In großer Zahl waren die Freunde der Reichsbannersvortbewegimg der Einladung gefolgt, so daß der Bootsplatz nicht ausreichte, die Festgäfte auszunehmen. Aus der großen Wiese vor dem Bootsplatz wurden die drei Boote aufgestellt und dort der Weiheakt vorgenommen. Senatspräsident G r o ß m n n n begrüßte im Auftrage des Gau- vorftaudes die Fcstgüste unter denen man auch den Polizeivize- Präsidenten Weiß, Staatssekretär A b« g g und mehrere Ossiziere vom Kommando der Schutzpolizei sah. Di« F c st r e d« hielt Bürgermeister Dr. Ostrowski. Anknüpfend an die Rainen der zu taufenden Boote:„Republik",„R e i ch s b a n n e r" und »August Bebel" wies der Redner auf die Jutnnstsaujgab« de» Reichsbnnners, den republikanischen Staat im Geiste August Bebel» mit sozialem Inbalt zu erfüllen. Peter Graß mann, der Bor- sitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, taufte die Boote. Herzliche Worte fand er bei der Taufe des Boots„August Bebel". Nach der Bootstaufe begrüßten W i e g n er im Auftrage des Bundesvorstandes und G r> m m k a u für den Wassersportverbond die Festgäste. Der Leiter der Wassersportabteilung, W i l k e n s, nahm die Boote in seine Obhut und gab das Kommando zur ersten Fahrt. Die Boote unternahmen ihre erste Fahrt festlich geschmückt, bc- gleitet von den Im Vorjahr getausten Booten„Oberbürgermeister Büß",„Mathias Erzberger" und„Stdirat Bendig. Stadtrat Bendig und Otto Schulz waren auch bei den drei letzten Boote die Haupt- spender. Rütt-.ATena'Preiniere. Im Mittelpunkt des E r ö s f n u n g s Programms der Rütte A r e n a standen mehrere Dauerrennen, die mit Sawnll, Lewanow, Dederich, Miguel und Thollembeek besetzt waren. Der„Flug- h a f e n- P r e i s" sah zwei Läufe über je 15 Kilometer vor, die beide S a w a l l, einmal in 14 Minuten 33 Sekunden und ein ander- mal in 14 Minuten 10 Sekunden gewann. Thollembeek folgte im ersten Lauf mit 15 Meter Rückstand vor Dederich(75), Lemanow (180) und Miguel(280 Meier zurück). Auch im ziveiien Laus be- Sieger: Huschke /r fegte der Belgier den zweiten Platz( 40) vor Lewanow( 190), Debe richs( 300) und Miquel( meit zurüd). Den 30- Kilometer- Lauf um den Eröffnungs- Preis" wußte sich Thollenbeet in guter Manier zu sichern. Er gewann die 30 Kilometer in 28 Minuten 39,3 Setunden vor Sawall( 140), Miquel( 180), Dederichs( 240) und Lewanom( 390 Meter zurüd). Die Fliegerrennen, die am Eröffnungstag wohl nur ausnahmsweise den umrahmenden Teil des Programms bildeten, verfiefen durchweg interessant. Rütts Demonstrationen über Ablösun gen bei Sechstagerennen nahm das Publikum mit geteilter Meinung auf. Resultate: Gesamtresultat vom Flughafenpreis: 1. Sawall 30 Kilometer; 2. Thollembeek 29,945 Kilometer; 3. Lewanom 29,630 Kilometer; 4. Dederichs 29,625 Kilometer; 5. Miquel Großer Eröffnungspreis, 30 Kilometer: 1. Thollembeet 28: 39,3; 2. Samall 140 Meter; 3. Miquel 180 Meter; 4. Dederichs 240 Meter; 5. Lewanom 390 Meter. Hauptfahren: 1. Oskar Rütt; 2. Kießlich 3 Lg.; 3. Steinbach. Endlauf der Zweiten: 1. Boffi; 2. Heyne; 3. Maczinsky. Endlauf der Dritten: 1. Mühlbach; 2. Dorn; 3. Schuler. Ausscheidungsfahren: 1. Mühlbach; 2. Dobe; 3. Dorn. Verfolgungsrennen: Kedzierski holt Dorn nach 19 Runden ein. Deutsche Meile für Amateure: 1. Preuß Breslau 9: 47,4; 2. Refiger- Breslau; 3. Krehn- Berlin. Vorgabefahren: 1. Rüdiger- Berlin; 2. H. Lange; 3. R. Lange. Premiere in Strausberg. Nach längerer Verzögerung fonnte Strausberg endlich am Sonnabend die Berliner Galo pprennzeit nach alter Tradition einleiten. Es wurde ein Publikumserfolg im besten Sinne. In idealem Zustande befand sich das Geläuf, dem der Regen der letzten Tage überaus zustatten fam. Am besten besetzt und damit das interessanteste Rennen war der über 2000 Meter führende März Ausgleich. Das Rennen gewann nach scharfem Kampf Gerber unter D. Schmidt, der die Saison also gleich mit einem Siege einleitete. Trainer C. Feller, der Gerber trainiert, hat seinen Stall in ganz großer Form, wie schon der den Tag einleitende Sieg von Lichtenstein, mit dem ein hübscher Coup gelang, und der zweite Platz von Norge hinter Karodame im Fredersdorfer Jagdrennen zeigen. Die Ergebnisse: Eröffnungs- Jagdrennen: 1. Lichtenstein( Alog); 2. Goldener Frieden; 3. Heldrastein. Toto: 128: 10. Blag: 20, 13, 17:10. Ferner liefen: Daisy II ( 4.); Mimose, Quilow, Theano, Fünf Uhr, Fahnenwacht, Beer Gynt. Begrüßungs- Flachrennen: 1. Iliade( R. Bachmeier); 2. Ordenstanzler; 3. Menelaos. Toto: 162: 10. Blaz: 26, 16, 18:10. Ferner Tiefen: Heiliger Narr, Probefahrt, Erlkönig II( 4.), Moving, Wintermeide, Amana, Gunthrada, Gwanahild. Fredersdorfer Jagdrennen: 1. Rarodame( E. Eichhorn); 2. Norge; 3. Diocletian. Toto: 30: 10. Plag: 16, 14:10. Ferner liefen: Werden,( 4.), Carloman, Spigbub. März- Ausgleich: 1. Gerber( D. Schmidt); 2. Saloa( Böhite); 3. Monbnacht. Toto: 34: 10. Play: 15, 15, 18:10. Ferner liefen: Rinaldo( 4.), Theokrit, Storm Cloud, Bonheur, Daubenton, Carabach, Oran, Lobredner, Maltasten, Odaig, Frasquita. Biesower Hürdenrennen: 1. Mandarin( Haufer); 2. Laurint; 3. Hilarius. Toto: 19: 10. Blag: 12, 22, 28: 10. Ferner liefen: Grand Mousseur( 4.), Doktor, Clothilde, Mohn. Maiden- Flachrennen: 1. Rotenstein( D. Schmidt); 2. Batachon; 3. Rott länder. Toto: 31: 10. Plaz: 14, 22, 18: 10. Ferner Liefen: Rosenherzog( 4.), Pommard, Die Nacht, Horeb, Legende, Windspiel, Baradenia. Quast- Jagdreunen: 1. Husdent( Hr. H. Schmidt); 2. Bubi; 3. Namen. Toto: 167: 10. Blaz: 40, 19, 22:10. Ferner liefen: Pommer( 4.), Barfuß ( gef.), Mundschenk, Herzog, Fuchsie, Jwan( gef.). Voraussagen für Strausberg: 1. Bintermeide Manitou; 2. Goldener Frieden Coran; Sonechilde; 3. Fehrbellin 4. Perlenfischer Gigerl; 5. Romreise Fataider; 6. Bommer Rinaldo. Dioscur; 7. Vineta Mariendorf. Honeymoon- H.- Rennen: 1. Rosenfrau( Rozal); 2. Beate; 3. 2effing. Toto: 83 10. Blag: 25, 15, 15:10. Ferner liefen: Heliogabal, Hella, Timoko, Clementine, Anter I, Monostatos, Harfenmädchen, Malteser( 2. o. W.), Martha Salle, Louisette. Beter- the- Great- Rennen: 1. Leonardo( Ch. Mills); 2. Leo Watts; 3. Sallore. Foto: 20:10. Tlak: 11, 10, 12:10. Ferner liefen: Alpenfeuer, Primel, Rebel tappe, Edzard, Britton. Stuten- Prüfungspreis: 1. Quift quafi( Treuherz); 2. Jeanette; 3. Franlet. Toto: 45:10. Blag: 14, 14, 16:10. Ferner liefen: Lindowkind, Marie Luife, Katharina. Coeur Maid. Nervolo- Belle- Rennen: 1. Erifa( Bef.); 2. Friedrich) Reg; 3. Barmaid. Toto: 39:10. Play: 15, 24, 26: 10. Ferner liefen: Dennewit( als 1. disqu., 80 Proz. Sieg und Plaz zurück), Campanula, Diana Magowan, Cirano, Minni Halle, Botsdam, Ingrid Halle. Balmarum- Preis: 1. Bostumus( P. Finn); 2. Frankenstein; 3. Etashöferin. Toto: 65:10. Blag: 26, 16, 21: 10. Ferner liefen: Notula, Goudsters Gloria ( als 3. disqu., 80 Broz. Plaz zurüd), Kletterrose, Good Bon( o. W.), Heideprinz I, Peralta, Kohlenkönigin, Luftschiffer, Quitte B., Angriff, Dompfaff I, Importeur( o. W.), Barometer, Copal. Hengste- Prüfungspreis: 1. Caro- Bube( Jauß ir.); 2. Ehrenberg; 3. Rari Heinz. Toto: 23:10. Plag: 13, 18, 12:10. Ferner liefen: Eckstein, Baron Silvester, Belwin( 4.), Klud. Guy- Agworthy- Rennen: 1. Miger( Ch. Mills); 2. Flamingo; 3. Atmart. Toto: 13:10. Plag: 12, 37, 24:10. Ferner liefen: Herostrat, Alpengeier, True For, Johannistäfer, Native Forbes. Belwin- Rennen: 1. Aurgast( Finn); 2. Lindenwirtin I; 3. Abdullah Silver. Toto: 217: 10. Blag: 29, 14, 25:10. Ferner liefen: Jfegrimm, Casanova, Schnadahüpfl, Meister B., Dewenphine. Emily- Allen- Rennen: 1. Louisiana( Ch. Mills); 2. Jrrteufelchen; 3. Arme. nier. Toto: 17:10. Blag: 12, 16, 13:10. Ostmark, Charlen Worthy, O'Cap tain Leerberg, Mary Gun, Jsarwelle, Niederländer, Freibeuter. PREISWERT 310QUALITATS ARTIPHON RECORD MUSIKLLPLATTE SCHALLPLA QUALIT GELMARD Die Harmonie auf dem Papier. Anwälte, die keine Gewerkschaft wollen. Man fchreibt uns: Bor einigen Tagen hatte der Zentral- Das Personal stand auf der Straße und trauerte seinen rüc verband der Angestellten an die Bureauangestellten aller ständigen Löhnen nach und den Arbeitspapieren. In der Eile hat Berliner Anwälte und Notare eine Bersammlungseinladung der Herr Kaffeehausmann auch die Abführung der Beiträge zur versandt, der eine Flugschrift beigefügt mar. In dieser war die Sozialversicherung unterlassen, so daß die Angestellten meder A Dentschrift des Deutschen Anwaltvereins zum 3entralverbandes der Angestellten zu dieser sozial- reaktionären Hal- haben. Hoffentlich sorgt die Konkursverwaltung dafür, daß die Arbeitsschutzgesetz abgedruckt und die Stellungnahme des spruch auf Krantenversicherung noch auf Erwerbslosenunterstützung tung der prominenten Organisation der deutschen Anwaltschaft zum Angestellten schleunigst in den Besitz ihrer Zeugnisse und Arbeits Ausdrud gebracht. bescheinigungen fommen, damit sie sich um neue Stellung bewerben können. Diese Sendung hat anscheinend den Zorn eines Anwaltsbureaus erregt. In schöner Harmonie haben Anwälte und Bureauangestellte den nachstehend abgedruckten Brief dem Zentralverband der An gestellten gesandt. Ob diese Harmonie zwischen Arbeitgebern und Angestellten nicht der Furcht vor etwaiger Kündigung entspringt, lassen wir dahingestellt. Die absolut unleserliche Unterschrift des diesem die Angelegenheit doch ein wenig peinlich war. angestellten Bureauvorstehers läßt jedenfalls darauf schließen, daß Leider beweist die dennoch erfolgte Mitunterzeichnung, daß es immer noch Angestellte gibt, die sich ihrer eigenen Meinung schämen und nicht das notwendige Rückgrat besigen, ihre wohlverstandenen Interessen gegenüber dem absolut nicht mit Strupeln belasteten Unternehmertum zu vertreten. Wir haben keinen Anlaß, die Namen der in Frage kommenden beiden Anwälte zu verschweigen, zumal diese sicherlich keinen Wert darauf legen werden, ihre Mandanten in den Kreisen der arbeitenden Bevölkerung zu suchen. Der Brief lautet wörtlich: mehrere Schreiben, die Sie an die Bureauangestellten richten. Bei Durchsicht unserer heutigen Posteingänge stoßen wir auf Wir verbieten Ihnen hierdurch, sich an unsere Bureauangestellten unter der Anschrift unseres Bureaus mit Ihren schriftlichen Ergüssen zu wenden. Im übrigen lehnen es unsere Angestellten ab, eine Gewerkschaft, namentlich wie die Ihre, zwischen fich und uns einschieben zu lassen. Für Verhegung ist in unferem Bureau fein Boden. Wir arbeiten mit unseren Angestellten gemeinsam, aber nicht gegeneinander, wie Sie das gern möchten. Weiter lassen Ihre geistigen Erzeugnisse eine völlig falsche Auffassung der in Frage kommenden Verhältnisse erkennen. Wir erwarten also, in Zukunft von Ihren Zuschriften verschont zu bleiben. gez. Grieß, Rechtsanwalt. gez. Warnemünde, Rechtsanwalt. Bureau der Rechtsanwälte Dr. Grieß und Dr. Warnemünde. gez( Unterschrift), Bureauvorsteher. Reichsbeihilfe für Kleinrentner. Auszahlung noch vor Ostern. Im Haushalt des Reichsarbeitsministeriums für 1928 ist ein Betrag von 25 Millionen Mark eingesetzt, der zur unmittelbaren Beihilfe an die Kleinrentner verwendet werden soll. Nach einem gemeinsamen Erlaß des Reichsarbeitsministers und des Reichsministers des Innern vom 29. März erhalten aus diesen Mitteln die Kleinrentner, die sich zur Zeit der Auszahlung der Beihilfe in Kleinrentnerfürsorge befinden und bereits am 1. März 1928 in dieser Fürsorge standen, eine einmalige Beihilfe in Höhe des doppelten Betrages des ihnen für den Monat März 1928 tatsächlich gewährten fortlaufenden Unterstützungsbetrages. Liegt dieser Betrag unter dem für Kleinrentner für den Monat März 1928 festgesetzten Richtsah, so ist der doppelte Betrag dieses Richtfazes zu gewähren. Mindestens find in jedem Falle auszuzahlen: für ein Ehepaar. für Alleinstehende • für zuschlagsberechtigte Kinder je 90,- M. 50,- m. 20,- m. Das Verhalten des Mocca- Lang richtet sich von selbst. Mußte er schon vor seinen Gläubigern flüchten, fonnte er menigftens dafür sorgen, daß das Personal seine Papiere vorher zurückbekam. FRIEDRICH EBELO Das Ebert- Denkmal in Brieg. Eine gewichtige" Bittschrift. Im Unterhause in London wurde am Dienstag eine von 920 000 Autofahrern unterzeichnete Bittschrift über die Autosteuer eingereicht. Man ersucht darin, die Steuer nicht nach Pferdestärken, sondern nach dem Betriebsstoffverbrauch zu berechnen. Die Bittschrift ist ihrem Umfange nach die größte, die bisher ins Parlament gebracht wurde. Die einzelnen Akten wurden auf Last. fraftwagen herangeschafft, und 80 Personen waren erforder= Die Beihilfe soll durch die Fürsorgeverbände unverzüglich tun- lich, um diese Bittschrift ins Parlament zu bringen. lichst noch vor Ostern ausgezahlt werden. Die verschwundene ,, Mocca- Thyla." Im Dezember vorigen Jahres machte der frühere Direktor des Mocca Fig", ein Herr Theodor Lang, in der Friedrichstraße 65 ( früher„ Omnium") ein Konzert- Café unter der geistreichen Firma ,, Mocca Thyla" auf. Nachdem die Herrlichkeit ein Bierteljahr im Gange war, raffte der Inhaber den letzten Rest der Gelder zu sammen und rückte aus. Die Lohnbewegung im Hamburger Hafen hat nunmehr zur Kündigung des Lohnabkommens der Hafenarbeiter durch die Arbeiter zum 30. April geführt. Es wird eine Erhöhung des Tagelohnes von 8,20 m. auf 9, M. für die erste Schicht sowie eine entsprechende Erhöhung der Akkordsäge gefordert. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend( Nachdruck verboten!: Ziemlich fühl, größtenteils bewölft, ohne erhebliche Niederschläge. Für Deutschland: Im Süden und Südosten vielfach Regen, überall ziemlich fühl. Neuaufnahmen des Reichsbanner- Orchesters/ Gau Berlin 25 cm Durchmesser Kapellmeister WILLY KUHN Nach allerneuestem Elektro- Aufnahmeverfahren hergestellt D. 3049. Drum, junger Tambour, schlage drein! Marsch 3050. Zur Sonne, zur Freiheit. Marsch D. 3051. Wenn wir schreiten Seit' an Seit'. Marsch 3052. Sol Germaniae. Marsch.. D. 3053. Treu zur Fahne. Marsch. • Willy Kuhn Willy Kuhn .. Willy Kuhn Willy Kuhn 3055. Flaggen- Marsch Schwarz- Rot- Gold" D. 3054. Freiheits- Marsch Doppelseitig bespielt Richard Schmiel Georg Porepp Max Arensberg 3056. Vorwärts- Marsch. Oesterreich. Schutzbundmarsch Jos. Biskup Eine weitere Reihe von Aufnahmen des Reichsbanners erscheint demnächst./ Verlangen Sie diese Aufnahmen, so auch Aufnahmen meines weiteren Repertoires bei Ihrem Schallplatten- Lieferanten./ Falls nicht vorrätig, werden Bezugsquellen nachgewiesen. Artiphon- Record Herrmann Eisner, Musikschallplatten- Fabrik, Berlin SW 19 Beuthstraße 1 Der Kenner trinkt das vorzüglich nach Pilsner Art gebraute EngelhardtSpezial Hell Auch in Flaschen überall erhältlich Warum mehr bezahlen? M.38 Hur 68.-M. kost. jetzt ein hochmod. elegantes, starkes u. dauernaftes SternGebrauchsrad, Mod. 5, i. hochwertig. Ausstattung mit mod., rassigem Rahmenbau mit 5 Jahren Garantie u. Original Torpedofreilauf. pr. Bereifung( rot oder grau). Nickelfedersattel, gelbe Felgen mit rost sicheren Speichen. kompl. Werkzeug. Pumpe, Glocke usw. 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