Morgenausgabe Er. 159 A 80 45. Iahrgang Wöchentlich 70 Pfg., monatlich 8,— TO. im voraus zahlbar. Postbezug 3,72 TO einschl. Bestellgeld. Äuslandsabonne- ment SL0 TO pro Monat. * Der„Bonvörts* erscheint wochentSg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im chandel mit dem Titel.Der Abend-, Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit- und.Kinderfreund- Ferner .Unterhaltung und Wissen-.Frauen. stimme-.Technik- Blick in die Bücherwelt- und.Jugend. Bormärts-. fr v Weettner Sowsblatt Dienstag 3. Apn'1 1928 Groß-Äer!in�V Pt- Auswärts 1 5 pf. Di» einspaltige NonpareMezeN» 80 Pfennig. Rellamezeile 5.— Reichs- mark.Kleine Anzeigen" das fettge. druckte Won 2S Pfennig(zulässig zwei fettaedruckte WoNe). sedes weitere Wort l2 Pfennig Stellengesuche das erb» WoN 15 Pfennig. ledes weitere Won Ii) Pfennig WoNe über 15 Buchstaben zählen für zwe, WoNe. Arbeitsmark» Zeile 60 Pfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm» im Hauptgeschäft Linden- AraßeS� wvchentägl. von 8Vi bt» 17 Uht Zentralorgan der Gozialdemosratßsche« Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoss 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87 öZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. LS. Diskonio-Gesellschast, Deposttenkasse Lindensir.» Das rote Wien. Bevölkerung 1600000— Parteimitglieder 400000. Aus der Zahreskonferenz der Sozialdemokratischen Organisation Wien berichtete Genosse Albert S e v e r. daß die Zahl der Partei- Mitglieder in Wien vom t. Januar 1327 bis zum ZI. März 1328 um 57 300 gestiegen ist und Ende März 400 000 überschritten hat; davou sind 264 000 Männer und 1Z7 000 grauen. So hat der Selpelsche Bürgerblock, so hat Schobers Julischlacht die Wiener Arbeiterbewegung'.vernichtet", daß vom 15. Juli bis Jahresschluß 28 000 neue Mitglieder gewonnen wurden! Die Werbeaktion.Von Atau zu Jnrn für die Partei" ist noch nicht abgeschlosien. von je 100 sozialdemokratischen Wählern sind 60 Parteimitglieder, von den über 20 Jahre alten Wienern jeder dritte! Zeder zweite Mann ist ein Genosse, jede fünfte Iran eine Genossin. 17 263 Ver- trauenspersonen versehen die parteifunttionen. Diesem Stand, mit dem Wien vorbildlich in der Internationale dasteht, entsprechen die Leistungen der Organisation, selbst bei dem niedrige« Parteibeitrag, der erst ab 1. Juni einheitlich 50 Groschen (30 Pf.) monatlich betragen wird. Anklage wegen des(Schusses auf Karl Seih. Richard Strebinger, der gelegentlich der Eröffnung des Schneepalastes im ehemaligen Nordwestbohnhof zu Wien auf Bürgermeister Seitz geschossen hat, wurde mehrere Monate hindurch auf seinen Geisteszustand untersucht. Es mar die Behauptung aufgestellt worden, er leide an Wahnvorstellungen. Die Untersuchung wurde abgeschlossen und das ärztliche Gutachten fertiggestellt. Run hat die Staatsanwaltschaft gegen Richard Strebinger die Anklage wegen Verbrechens des Mordversuches und wegen Der- brechen? der öffentlichen Gewalttätigkeit erhoben. Die VerHand- lung wird vor einem Schöffensenat in der zweiten Hälfte April sein. polen und Litauen. Abschluß der Königsberger Konferenz.- Gin kleiner Korischriii erziett. Die Königsberger Derhandlungen zwischen Polen und Litauen sollten nur den Charakter einer Vorkonferenz haben, obwohl sich Ministerpräsident Woldemaras und Außenminister Za- s e s k i in eigener Person dorthin bemüht hatten. Es bestand aller» dings die Befürchtung, daß selbst diese persönliche Zusammenkunft völlig ergebnislos verlaufen würde, da Litauen immer wieder er» klärt hatte, es müsse die Wilna-Frage in den Vordergrund stellen, während Polen jede Diskussion über Grenz- und Besitzfragen von vornherein kategorisch ablehnte. Nach dreitägigen Verhandlungen hat die Konferenz gestern abend einen Abschluß gefunden, der weitere Verhandlungen ermög- licht und auch vorsieht. Es sind drei Unterausschüsse ge- bildet worden, die folgende Fragenkomplexe prüfen sollen: Wirt- schafts- und' Verkehrsfragen: Aufenthaltsrecht, Paßformalitäten und kleiner Grenzverkehr: Sicherheits- und Entschädigungsfragen. Litauen hat E n t s ch ä d i g u n g s a n s p r ü ch e für die Schä- den geltend gemacht, die ihm durch den Z e l i g o w s k i-Handstreich auf Wilna im Jahre 1920 zugefügt wurden, Polen hat diese An- sprürhe nicht grundsätzlich zurückgewiesen. Was die Sicherheitsfrage betrifft, so weist Litauen insbesondere auf die P l e t s ch a i t! s- Banden hin, die angeblich mit polnischer Unter- stützung aufgestellt werden und versuchen, in litauisches Gebiet ein- zudringen. Polen b e st r e i t e t die Richtigkeit dieser Angaben. hat indessen in Königsberg den Abschluß eines Richtangriffs- paktes vorgeschlagen. In öffentlicher Sitzung am Montag fand ein langes Rededuell zwischen Woldemaras und Zaleski statt, in dem der Litauer immer wieder auf das Problem Wilna einging, während Zaleski«uier Erörterung dieser Frage konsequent auswich. Wie hartnäiktg Litauen an seinem Standpunkt sesthält, beweist die Bemerkung von Woldemaras über die Unmöglichkeit der Wiederaufnahme von d i- plomatischen Beziehungen mit Polen: er könnte als litauischer Ministerpräsident einen polnischen Gesandten nur in der ehemaligen Hauptstadt Litauens, Wilna, empfangen! Allein diese Redewendung zeigt, daß noch ein sehr weiter und schwieriger. Weg bis zum erfolgreichen Abschluß der vom Völker- bundsrat empfohlenen direkten polnisch-litauifchen Verhandlungen zurückzulegen sein wird. Daß man sich dennoch aus die Einsetzung von drsi Kommissionen geeinigt hat, die demnächst in Warschau, K o w n o und Berlin zusammentreten sollen, bedeutet immerhin «inen ersten Erfolg dieser direkten Aussprache. Die Hauptstadt gegen die Diktatoren. kowno, 2. April. Die Reglerungsanhänger im Kownower Stadtrat hatten gegen den Oberbürgermeister W i l e i s ch i s einen Mißtrauensantrag ein- gebracht. Die Regierung führt gegen den Oberbürgermeister schon seit längerer Zeit eine Kampagne, da er der L i n k s o p p o s i t i o n zuneigt. Die Sitzung des Stadtrats, in welcher über den Miß- trauensantrag verhandelt wurde, verlief sehr stürmisch, endete aber mtt dem Sieg des Oberbürgermeisters, denn der Stadtrat lehnt« das Mißtrtauensvotum mit 25 gegen 21 Stimmen ab. Ein angeblicher Grenzkampf. In seiner Konferenzrede hat Woldemaros sich auf Meldungen Serufen, wonach Anhänger des politischen Flüchtlings Pletsch- kaitis aus dem Wilnagebiet nach Litauen vorzustoßen versucht hätten. Woldemaras deutete an, daß Polen an diesem Versuch beteiligt sei. Zaleski erwiderte lediglich, daß Meldungen über den Vorfall ihm noch nicht vorlägen. Dazu kommen abends folgende Tele- gramme: kowno, 2. April. Der Kreischef von Treki berichtet: Am 31. März gegen 10 Uhr abends näherten sich etwa 60 Mann, bewaffnet. mit einem M a- schinengewehr und Karabinern, der Demarkationslinie in der Nähe des Dorfes Gervinai und eröffneten ein drei Minuten dauerndes Feuer, das von der litauischen Grenzpolizei nicht er- widert wurde. polen dementiert. Warjchan. 2. April. Die Polnische Telegraphcnagentur ist ermächtigt, folgendes zu erklären: Die von der amtlichen litauischen Telegraphenagentur ver- breitete Nachricht über den angeblichen Ueberfall durch Anhänger von Pletschkaitis auf das an der Demarkationslinie gelegene Dorf Ger- winai, wobei 50 Schüsse in der Richtung auf dos litauische Terri- torium abgegeben worden sein sollen, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Litauische Aufstandsjustiz. Kowno, 2. April. Wegen des Umsturzversuchs von Alytis wurden vier Angeklagte zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt, die übrigen sechs freigesprochen. Kapital und presse. Arbeiterantrag im Unterhaus. London, 2. April.(Eigenbericht.) Das Unterhaus wird am Dienstag die durch die fort- schreitende Kartellierung und Vertrustung der Presse geschaffenen Gefahren erörtern. Dem Haus liegt«ine von der Arbcitersrattion eingereicht« Entschließung vor, in welcher die Ausrechterhaltung der Unabhängigkeit der Press« im Interesse der Reinheit des öffentlichen Lebens gefordert und beantragt wird, gewisse Praktiken der syndizierten Press«, wie die Gewährung von Versicherungssummen an die Leser, als dem öffentlichen Leben abträglich zu verurteilen. Tschangtsolin in Noi. Die Südarmee rückt heran. Peking, 2. April. Marschall Tschangtsolin hat angesichts der Angriffsbewe- gung Tschiangtoischets gegen ihn angeordnet, daß alle ver- fügbaren Truppen gegen Tschiangtaischek gesandt werden sollen. Heute soll der Ausnahmezustand in Peking erklärt werden. Die Truppen der Südarmee haben den Gelben Fluß über- schritten und sind im Begriff, die Peking— Hankau-Bahn zu besetzen. Staatsgeld für Hilgenberg. Die Oevtschnationalen und der Berliner„Lokal-Anzeiger- Man schreibt uns: Bis zum Jahre 1914 war der„Berliner Lokal-Anzeiger" ein parteiloses, aber der Regierung ergebenes Blatt. Im Frühjahr 1914 sehnte sich Herr August Scherl nach Ruhe und suchte seinen Anteil an der G. m. b. H. August Scherl zu ver- kaufen. Er besaß noch 11 880 000 Mark von den 20 Millionen Mark Stammkapital der G. m. b. H. August Scherl, welches aus 10 Millionen stimmberechtigten Anteilen und 10 Millionen Vorzugsaktien sich zusammensetzte. Schon besaß der Verlag Rudolf Mos je 2 070 000 Mark Anteile der Scherlschen G. m. b. H., von denen 7S0 000 Mark stimmberechtigte Anteile waren. Daneben besaß die Allgemeine Deutsche Creditanstaltl 020 000 Mark, die D i s c o n t o g e s c l l- s ch a f t 840 000 Mark, dieNorddeutscheBank 800 000 Mark Anteile der G. m. b. H. August Scherl. Es war für Rudolf Mofse in Verbindung mit den 13 Banken, welche be- reits Anteile der G. m. b. H. August Scherl besaßen, nicht sehr schwierig, die 11 880 000 Mark Anteile des Herrn August Scherl aufzukaufen. Wahrscheinlich hat diese Situation zuerst der Geheime Finanzrat Alfred Hugenberg, damals Vor- sitzender des Direktoriums der Firma Fried. Krupp A.-G. in Essen, erkannt und sich mit den namhaften Großindustriellen der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie und dem rechts- konservativen preußischen Jnnxnminister von Dallwitz zur Abwehr der Zunahme des freisinnigen Einflusses auf die Leitung des„Berliner Lokal-Anzeigers" in Verbindung gesetzt. Auf Geheimverfügung des preußischen Innenministers v o n D a l l w i tz zahlte im Jahre 1914 die Preußische Zentral- aenossenschaftskasse dem von Hugenberg begründeten Deut- schen Verlagsverein in Düsseldorf 2 Millionen Mark zur Erwerbung der Anteile des Herrn August Scherl an der G. m. b. H. August Scherl aus. Vielleicht hat der Betrag auch 2 bis 3 Millionen Mark ausgemacht. Wegen des Fehlens des größten Teiles der Akten in der Preußenkasse wie im Ministerium des Innern kann der genaue Betrag noch nicht festgestellt werden. In den Iahren 1916— 17 ist eine zweite Zahlung von ungefähr der gleichen Höhe auf dem- selben Wege erfolgt. Man dürfte nicht fehlgehen in der An- nähme, daß beide Zahlungen zusammen den Betrag von 5 Millionen Mark ausmachen. Es ist noch nicht aufgeklärt, woher dieses Geld kam. Wahrscheinlich sind die Beträge dem Preußischen S t a a t s e t a t entnommen und nur über die Preußen lasse in beiden Fällen geleitet worden. Nach Ansicht des preußischen Finanzministeriums ist die Preußen- lasse nicht als geschädigt zu betrachten, da sie damals wohl aus den preußischen Etatsmitteln Ersatz erhalten hat. Von einer Rückzahlung des am 23. April 1914 be- gründeten Deutschen Verlagsvereins, der am 1. Mai 1914 durch Verfügung des Innenministers von Dallwitz und des Iustizministers die Rechtsfähigkeit als Verein erhielt, da er kein eingetragener Verein werden wollte, ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Ein Posten von 5 Millionen Mark ohne Zinsen müßte sich doch leicht bei der Rückkehr in die Staatskassen in den Büchern feststellen lassen. Es ist auch ganz unwahrscheinlich, daß eine Rückzahlung vor der Beendigung der Inflation, also vor dem Jahre 1924, hätte erfolgen können, da der Deutsche Verlagsverein und feine Gönner, nämlich Geheimrat Hugenberg und die rheinisch-west- fälischen Großindustriellen, bis zu dieser Zeit bestimmt nicht in der Lage waren, 5 Millionen Mark in Gold zurückzuzahlen. Der preußische Staat hat also alle Veranlassung, Ausschau zu halten, wie er das dem Deutschen Verlagsverein in L)üsieldorf vorgeschossene Geld in Höhe von 5 Millionen Mark ohne Zinsen und einschließlich der Zinsen vielleicht 8 Millionen Mark zurückerhält. Es ist als sicher anzunehmen, daß in der Zeit von 1924 bis heute ein solcher Betrag von dem Deutschen Verlagsverein bei keiner Staatskasse eingezahlt wurde. Genau wie in der Affäre Lohmann und Geßler wächst der fehlende Betrag mit jedem Tage der weiteren Prüfung der Angelegenheit an. Am 28. März war von 2 Millionen Mark die Rede, heute ist schon kein Zweifel mehr, daß einschließlich der Zinsen 8 Millionen Mark dem preußischen Staate von dem Hugenberg-Konzern geschuldet werden. Im Jahre 1924/25 wurden in der Preußenkasse unter der Lewing des Präsidenten Semper die Akten über die Zahlung der Gelder an den Deutschen Verlagsverein 1914 und 1916/17 zum Teil vernichtet, da bei der Preußen- lasse gewohnheitsmäßig alle zehn Jahre die Akten vernichtet werden. Wir wollen hoffen, daß die Preußenkasse vor der Vernichtung der Akten auf das gründlichste festgestellt hat, daß sie selbst vollkommen befriedigt worden ist. In diesem Falle muß sie aber auch wissen und heute nach- weisen können, durchwen— also ob in den Jahren 1914 oder 1917 der Innenminister oder der Finanzminister oder wer sonst ihr den ausgelegten Betrag überwiesen ha». Nach den Statuten des Deutschen Verlagsvereins wurde jedes Mtiglied des Vereins Inhaber des Vereinsoermögeas im Umfange der Höhe des Kapitals, welches das Mitglied eingezahlt hatte. Es wird zu prüfen sein, ob der preußische Staat als Geldgeber Mitglied des Deutschen Verlagsvereins in Düsseldorf geworden ist oder ob er auf diese Möglichkeit verzichtet hat, indem er das Geld nur als Darlehn gegeben hat und nicht in der Absicht, Mitglied des Vereins zu werden. Bei Begründung des Deutschen Berlagsvereins betrug die Zahl der Mitglieder 12, später find es wahrscheinlich mehr geworden. Fast alle großen rheinisch westfälischen Firmen der Schmer industrie dürften Mitglieder des Hugenbergschen Deut schen Verlagsvereins geworden sein, wie sie auch Mitglieder der Hugenbergschen Ausland G. m. b. 5. in Essen im Jahre 1914 wurden. Die Mitglieder des Deutschen Verlagsvereins haben im Jahre 1927 ihre Einlagen, wenn auch nicht in Geld, so doch in Wertpapieren zurückerhalten. Der Deutsche Verlagsverein trat im April 1927 von seinen 18 750 000 Mark Stammanteilen der G. m. b. H. August Scherl 16 750 000 m. an die Ost deutsche Privatbant 2.-G. in Berlin W. 10, Viktoriastraße 30, im Hause Hugenbergs, und 2 Millionen Mark an den Außendienst G. m. b. H. in Berlin . 10, Vittoriaftr. 30, ab. Wahrscheinlich sind die Mitglieder des Deutschen Verlagsvereins bei der Gelegenheit durch Aktien der Ostdeutschen Privatbank und Anteile des Außendienst G. m. b. H. entschädigt worden. Am 1. Juli 1927 hat der Deutsche Verlagsverein in Liquidation sein ganzes Vermögen in die Firma Deutsches Gewerbehaus 2.-G., Berlin W. 10, Viktoriastraße 30, eingebracht. Der Deutsche Verlagsverein hat als Gegenleistung 3 500 000 Mark neue Aktien sowie 4000 Stück Genußscheine der Zollern hof A. G. übertragen bekommen. Die Zollernhof 2.-G., die Vorläuferin der Deutschen Gewerbehaus A.-G., befizt die beiden großen Bureauhäuser Unter den Linden 56( Zollernhof) sowie 54 und 55( Nationalhaus), deren Steuerwert von der Deutschen Gewerbehaus A.-G. heute auf 1 080 000 Mark beziffert wird. Neben dem Deutschen Verlagsverein sind zugleich sechs andere Firmen durch Fusion in die Deutsche Gewerbehaus 2.-G. aufgegangen, deren Aktienkapital jetzt 7 Millionen Mark beträgt. Es sind also Werte da, auf die der preußische Staat seine Hand legen kann, um die Durchstechereien preußischer Staatsminister in den Jahren 1914 und 1917 auszugleichen und den preußischen Staat vor Schaden zu bewahren. In§ 1 der Statuten des Deutschen Verlagsvereins ist der Erwerb von Sabotage oder Verwaltungsfehler? Zu den Verhaftungen in Sowjetrußland. aus dem Ausland eingetroffenen Maschinen nicht in vollem Umfang ausgenugt werden können, weil für einige dieser Drehbänke befondere Räume gebaut werden müssen. Bei der Bestellung wurde auch nicht die vorhandene genügende Stromstärke in Betracht gezogen, so daß jezt zwei neue Transformatoren aufgestellt werden müssen. Bon 65 eingetroffenen Drehbänken arbeiten nur 27. Gegen die wegen Industriesabotage in Rußland verhafteten| petromst, daß die in den Wertstätten der Jekaterinischen Eisenbahn. Ingenieure wird auch die Anklage erhoben, daß aus dem Ausland importierte Maschinen nicht in genügendem Maße ausgenutzt wur den. Offen bleibt aber die Frage, ob und inwieweit diese, Nichtausnuzung" ihre Ursachen in der russischen Industrieverwaltung selbst hat. Das scheint nämlich nach den Feststellungen der offiziellen russischen Presse recht oft der Fall zu sein. So veröffentlicht z. B. die Prawda" an einem einzigen Tage, am 24. März, drei derartige Fälle: Die Pramda vom 20. März meldet aus Charkow, daß in zahlreichen ukrainischen Fabriken die importierten Maschinen ohne Verwendung blieben. So z. B. auf den Fabriken in Dnepropetromst, die den Namen Lenin und Petrowski führen. Die Wirtschaftsorganifationen geben nicht die Gelder her, um die Maschinen aufzumontieren. Das gleiche gilt für die Fabrit in Artemowit Karl Liebknecht", wo zehn Maschinen seit dem vorigen Jahr unbenutzt da" Auf der Fabrit in Garlowfa liegen seit zwei Jahren aus Deutschland für die Gußeisenabteilung eingetroffene Maschinen und rosten. Einige Teile sind bereits zerbrochen. In der Kessel Schmiede rosten gleichfalls die schlecht geölten importieren Bressen. Auf der Fabrik ,, Wladimir Iljitsch" liegt unter Abfall- liegen und wohl erst Ende 1928 in Gebrauch genommen werden. eisen eine teure, bereits im Jahre 1926 aus dem Ausland importierten einigen Fällen heißt es auch, daß die Qualität der importierten Maschinen zu gering sei. Drehbant, für die kein Bedarf vorhanden war. Eisenbahnverwaltung hat aus dem Auslande 750 vervollkommnete Der dritte Fall betrifft die Eisenbahnmerkstätten. Die Maschinen kommen lassen im Gesamtwerte von 10 Millionen Mark. Die Verteilung dieser Maschinen auf die verschiedenen Werkstätten ging vollkommen planlos vor sich. In vielen Fällen wären sie überhaupt nicht für die Arbeit geeignet. In vielen Fällen fehlten die Motore oder andere notwendige Teile. Einige der Werkstätten haben mit der Aufstellung der Drehbänke so lange gezögert, daß die einjährige Garantiefrist überschritten wurde. Im Laufe des legten Jahres trafen in einer Wertstätte 30 Drehbänte ein, von denen feine einzige aufgestellt wurde; in den Werkstätten von Boltawa sind von 65 Drehbänken nur 25 aufgestellt worden. In der Instrumentalabteilung derselben Werkstätten arbeiten von 20 neuen Drehbänken mur 12, da der Stahl fehlt usw. Die swestija" vom 22. März berichtet aus DneproDie Prawda" vom 21. März meldet aus Chartom aus größten Teil unbenutzt daliegen. Als sie bestellt und gekauft wurder Fabrik Marti", daß die teuren ausländischen Maschinen zum den, hatte man feine Ahnung, wie, wann und wo man sie überhaupt verwenden könne. Die aufgestellten Maschinen können nur zu 25 Broz. ausgenutzt werden. Andere Maschinen entsprechen nicht der Bestellung der Fabrik und haben sich als untauglich erwiesen. Die letzten Nachrichten besagen, daß die Schuldigen verhaftet worden seien. Das find die Meldungen aus zwei führenden russischen Zeitungen im Zeitraum von vier Tagen Der starke erzieherische Wille, der mit diesen Veröffentlichungen festgestellter Mißstände verbunden ist, ist gewiß sehr erfreulich. Die Feststellungen zeigen aber auch, daß die Nichtausnutzung von eingeführten Maschinen noch fein Bea weis für Sabotagealte sein fann. Sechs Bizepräsidenten verabschiedet Anteilen der G. m. b. S. Auguſt Scherl als einziger 3wer Im Intereffe der Festigung der verfaffungsmäßigen republikanischen Staatsform. hingestellt. Im vorigen Jahre war der Deutsche Verlagsverein noch im Besize aller 1914 und später erworbenen Anteile der G. m. b. H. August Scherl. Selbstverständlich kann sich der preußische Staat an diese Anteile halten und braucht nicht zu dulden, daß fie an andere Gesellschaften übertragen werden, um den preußischen Staat zu schädigen, der das Geld zu ihrer Anschaffung vorgeschossen hat. Der Firma August Scher 1, die heute über ein Stammkapital von 30 Millionen Mart, statt 20 Millionen Mart im Jahre 1911, verfügt, ist es nie beffer gegangen als in der Gegenwart, da sie heute vielleicht einen jährlichen Reingewinn van 4½ Millionen Mark hat. Aus einem parteilojen Blatt ist der ,, Berliner Lokal- Anzeiger" wie jedes andere Scherlsche Blatt zu einent Organ der Deutsch nationalen Bollspartei geworden Die Begründung des Deutschen Verlagsvereins.am 25. April 1914, das Sammeln von Geld bei der rheinisch- westfälischen Großindustrie und bei dem preußischen Staatsministerium durch Herrn Geheimrat Hugenberg hat seinem Konzern wie den rechtsstehenden Parteien einen schönen Erfolg gebracht. Nur durfte durch die Anfrage des sozialdemokratischen Abgeordneten Heilmann im Preußischen Landtag am 28. März 1928 und die nachfolgenden Erörterungen nicht be= fannt werden, daß Herr Geheimrat Hugenberg und seine deutschnationalen Freunde die aus preußischen Staatsmitteln geliehenen 5 Millionen Mart noch nicht zurückgezahlt und niemals verzinst haben! Die von dem preußischen Staat unerlaubterweise geliehenen 5 Millionen Mark haben nicht nur dem HugenbergKonzern und der G. m. b. 5. Auguft Scherl, sondern auch der Deutsch nationalen Boltspartei in den ver gangenen Jahren große Vorteile gebracht. So hat also das unerlaubtermeise vom tonservativen Minister von Dall wig in die Kasse des Hugenberg- Konzerns geleitete Staatsfapital bis heute die deutsche und die preußische Republik bekämpft! Die Klage der Witwe Eisners. Bayern zur Rentenzahlung bereit, aber das erste Angebot vom Gericht als zu niedrig erkannt. München, 2. April.( Eigener Drahtbericht.) Vor dem Landgericht München war am Donnerstag neuer Ter. handlungstermin in der Klagesache der Witwe Eisners gegen den Bayerischen Staat um Bezahlung ihrer Rente für sie und ihre Tochter. Im Gegensaß zu seiner früheren Haltung hat der Fistus nunmehr sich grundsäglich zu einem Vergleich bereit ertlärt. Er ließ durch seinen Vertreter der Klägerin eine jährliche Rente von 2400 Mt. für sie und ihre Tochter anbieten, das sind 20 Proz. der hundertprozentig aufgewerteten letzten Bezüge des Ministerpräsidenten Eisner. Eisner hatte nämlich während seiner Amtstätigkeit der ihm zustehenden Bezüge nicht voll in Anspruch genommen. Der Vertreter der Klägerin äußerte sich nicht ausdrücklich wegen der Höhe der Rente und erklärte, darüber mit seiner' Mandantin erst noch Rücksprache zu nehmen. Zweifellos aber sei das Vergleichsangebot zu niedrig. Auch das Gericht scheint sich auf diesen Standpunkt zu stellen; der Borfißende bemerkte nämlich, daß der Vorschlag des Fistus ein Minimum für die ferneren Bergleichsverhandlungen darstelle. Als nächster Termin wurde der 7. Mai in Aussicht genommen. Der Reichswahlleiter. Der Reichsminister des Innern hat zum Reichswahlleiter den Präsidenten des Statistischen Reichsamts, Geheimen, Regierungsrat Prof. Dr. Wagemann, und zu seinem Stellvertreter den Direk tor des Statistischen Reichsamts, Geheimen Regierungsrat Dr. Meifinger, ernannt. Die Geschäftsräume des Reichswahlleiters befinden sich Berlin B. 10, Lühowufer 8; Fernruf: Berlin, Kur fürft 2441; Telegrammadresse: Reichswahlleiter Berlin W. 10. In Rifaragua find bei einem Zusammenstoß zwischen nord. amerikanischen und Sandino- Truppen mehrere Kämpfer getötet oder vermundet worden. Im Zusammenhang mit den Personalveränderungen hat die preußische Regierung von einem Gesetz Gebrauch gemacht, das im zusammenhang mit dem Republiffchuzgesetz am 31. De ember 1922 vom Landtag verabschiedet wurde und das besagt: " Dr. Im. Interesse der Festigung der verfassungsmäßigen republikanischen Staatsform fönnen ferner jederzeit einstweilen in den Ruhestand versetzt werden: Ministerial dirigenten, Oberpräsidialräte, Oberregierungsräte bei den Regierungen als erste Vertreter der Regierungspräsidenten ufw. Dabei ist es unerheblich, ob die betreffenden Beamten vor oder nach dem Inkrafttreten der Reichsverfassung angestellt worden sind." Potsdam, Auf Grund dieses Gesetzes wurden in den einstweiligen Ruhestand versetzt die Bizepräsidenten von Redern in Gumbinnen, Schlöffingt in Dr Don Reudelf in Erfurt, Wellenfamp in LüneBurg, Dr. Dyderhoff in Aurich und Dr. Berner in Min den. Es handelt sich durchweg um altere, in den Traditionen des föniglichen Breußen großgewordene Beamte, die von ihrer Loyali Wer hat den Spucknapf geworfen? Herr Dengel will es nicht gewesen sein. Herr Dengel, bisher fommunistischer Reichstagsabgeordneter, schickt uns durch einen Anwalt eine Berichtigung, in der es heißt:. Es ist nicht mahr, daß ich in der Sigung des Reichstages vom 29. März 1928, als sich während der Amnestierede Landsbergs Zusammenstöße ereigneten, inmitten dieses Getümmels einen Spud napf ergriffen und aus dem Hintergrund auf die sozialdemokratische Gruppe geworfen habe. Wahr ist vielmehr, daß ich mich nicht im Getümmel, sondern stehend zwischen den Sitzplägen während dieser ganzen Zeit be funden und einen Spudnapf überhaupt nicht ergriffen, demnach auch nicht geworfen habe. Herr Dengel will es nicht gewesen sein, er empfindet es also herabwürdigend, im Parlament mit Spudnäpfen zu werfen. Seine Berichtigung ist ein Abrüden von dem kommunistischen Reichstagsabgeordneten, der den Spudnapf geworfen hat. Senatspräsident Lobe. Am 1. April in den Ruhestand getreten. Ein Richter der Republif! Am 1. April ist der Präsident des 1. Straffenats des Reichsgerichts, Dr. Karl Adolf Lobe, der bekannte Kommentator des Strafgesetzbuches, in den Ruhest and getreten. Sein Scheiden aus dem Amte ruft die Erinnerung an eine Reichsgerichts= entscheidung wach, die unter seinem Borsiz am 22. Juni 1923 gefällt wurde. Die Entscheidung hat folgende Borgeschichte: In einer von etwa 70 Personen, zumeist Mitgliedern des Jungdeutfchen Ordens, besuchten Versammlung, die in einem Lokal der Stadt Gotha ftattfand, hatten die vier Angeklagten die Republik durch die gefungenen und gesprochenen Worte:„ Wir brauchen feine 3 udenrepublik, pfui Judeure publif" beschimpft. Die Straffammer des. Landgerichts Gotha hatte sie dafür zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Revision der Angeklagten hob der erste Straffenat des Reichsgerichts durch Beschluß vom 22. Juni 1923 das Urteil auf. In der Begründung der Entscheidung heißt es: In den Urteilsgründen ist gesagt: Mit dem Vers:„ Wir brauchen feine Judenrepublik, pfui Judenrepublik", wandten sich die Angeklagten gegen die gegenwärtige republitanische Staatsform des Reiches und des Landes Thüringen." Der Ausdrud Judenrepublit" tann in verschiedenem Sinne gebraucht werden. Er tann die besondere Form der demokratischen Republik bezeichnen, welche durch die Weimarer Nationalversammlung„ ver fajjungsmäßig festgestellt" ist; er kann auch die gesamte Staatsform umfaffen, die in Deutschland seit dem gewaltfamen Umfturz im November 1918 bestanden hat. Gemeint fann sein die neue Rechts- und Gesellschaftsordnung in | tät subjettiv überzeugt gewesen sein mögen, die aber den Anforderungen ihres Amtes im Sinne des erwähnten Gesetzes nicht gewachsen waren. An ihre Stelle treten als Bizepräsidenten bei der Regierung in Gumbinnen der Landrat Dr. Steinhoff( Soz.) in Zeitz. Potsdam der Oberregierungsrat Dr. Mayer( Dem.) im Polizeipräsidium in Berlin. Minden der Regierungsvizepräsident Dr. von Krause ( Dem.) von der Regierung in Oppeln. Lüneburg der Oberregierungsrat Dr. Beermann( Dem.) vom Oberpräsidium in Hannover. Aurich der Oberregierungsrat Dr. Beuder( Bp.) vom preußifchen Ministerium des Innern. Erfurt der Landrat Fische nich( 3.) aus Stuhm. Im Bereich der preußischen Justizverwaltung ist der Oberstdafsaitwall radenpohl in Alfond auf Grimd des§ 3 der Verordnung vom 26. Februar 1919 mit sofortiger Wirtung in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Deutschland, die unter hervorragender Beteiligung deutscher und ausländischer Juden aufgerichtet wurde. Gemeint fann auch sein die übermäßige Macht und der übermäßige Einfluß, den die im Verhältnis zur Gefamtbevölkerung fleine Anzahl der Juden nach Ansicht weiter Boltstreise in Deutschland tatsächlich ausübt. In welchem Sinne die Angeklagten den Ausdrud Judenrepublik" gebraucht haben, ist nicht näher dargelegt. Es ist nicht einmal ausdrücklich festgestellt, daß die Angeklagten die verfassungsmäßig festgestellte Staatsform des Reiches beschimpft haben, sondern nur, daß sie die gegenwärtige Staatsform des Reiches beschimpft haben. Die Möglichkeit eines Rechtsirrtums ist hiernach nicht ausgeschlossen. Gänzlich unverständlich ist, inwiefern der Ausdruck„ Judenrepublik" auch auf die Republif Thüringen bezogen werden fann. Das angefoch tene Urteil ist daher nebst den ihm zugrundeliegenden Feststellungen aufzuheben. Es erschien angemessen, von der Befugnis des§ 394 St. P.D. Gebrauch zu machen und die Sache an ein anderes Gericht zu verweisen. gez. Dr. Lobe, Böhringer, Rosenberg II, Bucherer, Zeiler, Bachinger, Dr. Krenz." Diese Reichsgerichtsentscheidung gehört zu jenen Uebungen des Reichsgerichts, die die Erbitterung der Republikaner gegen die Justiz hervorgerufen haben. Lobe ist als hervorragender Jurist befammt. Diese Entscheidung aus dem Jahre 1923 der schwersten Zeit der deutschen Republik! zeigt, wie glänzend die juristische Argumen tation sich propagandistischen Stimmungen gegen die Republik anzupassen vermochte, daß die größte Sachkenntnis und anerkannter juristischer Scharfsinn nicht vor Abgleiten auf die schiefe Ebene der politischen Justiz schützen. Bezirksparteitag Oberrhein. Kandidatenaufstellung. Der Bezirk Obere Rheinprovinz der Sozialdemokratischen Partei hielt am Sonnabend und Sonntag in Köln feinen Bezirksparteitag ab. Der Bericht des Parteisekretärs Genossen Mi tonnie auf allen Gebieten erfreuliche Fortschritte feststellen. Nach Borträgen des Genossen Hoffmann, Saarbrüden, über die leßten Landesratswahlen im Saargebiet, des Genossen Landtagsabgeordneten Haas über die preußischen Landtagswahlen und des Genossen Sollmann über die Reichstagswahlen wurden als Kandidaten aufgestellt in der Spize: Bahitreis Röin Aachen. Reichstag: Wilhelm Sollmann, Köln; Luise Schiffgens, Aachen; Hans Bödier, Gemertschaftssekretär, Köln; Beter Held, Angestellter, Bonn. Landtag: August Haas, Köln; Frau Kitschmann- Röhl, Köln; Philipp Fries, Köln; Emil Frost, Landwirt, Hückhäuſen. Wahlkreis Koblenz- Trier. Reichstag: Emil Kirschmann, Köln; Franz Gruber, Gewerkschaftssekretär, Kreuznach; Peter Brandt, Gewerkschaftssekretär, Trier; Frau Maria Degei, Koblenz. Landtag: Josef Kleinmeyer, Pfaffendorf; Mathias Non, Gewerkschaftsangestellter, Trier; Julius Schwarz, Gewerkschaftsangestellter, Saarbrücken; Frau Mehne, Neuwied. In deutschen Gefängnissen. Ein Bericht Artur Crispiens, an die 3nternationale über die politischen Gefangenen in Deutschland. Die Sozialistische Arbeiterinternationale hat bekanntlich in vergangenen Jahren eine besondere Kommission zum Studium der Lage der politischen Gefangenen eingesetzt, deren Borsigende die Genossen Artur CrispienDeutschland und Louis de Broudère- Belgien sind. Genosse Crispien hat einen besonderen Bericht über die politischen Gefangenen ausgearbeitet, dessen wichtigste Abschnitte wir im folgenden wiedergeben: Die deutsche Republit hat schwere Stürme von rechts und links überstanden. Oft genug wurden die Leidenschaften maßlos aufgepeitscht. 3ahlreiche Opfer blieben auf der Strede. Die deutsche Republik hat links und rechtsorientierte Regie rungen gehabt. Nur die Justiz hielt im allgemeinen immer Rechtsturs. Hunderte von Mordtaten und anderen Verbrechen, von Rechtsradikalen verübt, blieben ungefühnt oder fanden erstaunlich milde Richter. Nach links. aber schlug die Juftig fräftig zu., Das Gefeß zum Schuße der Republit, das nach dem Mord an Rathenau ausdrücklich gegen die Rechtsradikalen geschaffen wurde, hat die Justiz ebenfalls vornehmlich als ein Instrument gegen die Linke benutzt. Die Sozialdemokratie tämpfte, ihrer Tradition getreu, unermüblich gegen die, Klassenjuftiz. So setzte sie auch durch, daß im Gefeß zum Schuße der Republif an bestimmten Stellen die Zuchthausstrafe gestrichen wurde. Nur in besonders schweren Fällen Ponnte zu Zuchthaus verurteilt werden. Neben ihrem Kampf gegen die Klassenjustiz nahm sich die Sozialdemokratie auch unermüdlich der politischen Gefangenen an. Im ganzen wurden vier Amnestien erreicht. Dazu tam 1927, anläßlich des 80. Geburtstages des Präsidenten der Republik, eine Begnadigungsaktion. Der sozialdemokratische Reichtstagsabgeordnete Landsberg formulierte die grundsägliche Stellung der Sozialdemokratie in der Amnestiefrage am 2. Juli 1927 im Reichs tage fo: Man fann zu Amnestien stehen wie man will. Ich mache gar kein Hehl daraus, meine Ansicht ist, die Justiz sollte so be= schaffen sein, daß es weder einer Begnadigung im Einzelfalle noch einer Amnestie bedarf. Wenn aber eine Rechtsprechung eingeriffen ift wie bei uns ich sage nicht durchweg, aber in sehr vielen Fällen geübte, so ist eine periodische Wiederkehr von Amnestiegefehen ein Ding der Notwendigkeit." Im Anschluß an den Rathenaumord wurde ein Gesetz über Straffreiheit für politische Straftaten am 21. Juli 1922 gefchaffen. Perfonen, die im Jahre 1920 nach dem 4. August und im Jahre 1921 an einem hochverräterischen Unternehmen gegen das Reich als Täter oder Teilnehmer mitgewirkt haben, wurde Straffreiheit gewährt. Das Gefeß galt aber nicht für Straftaten, die sich in das Jahr 1922 fortgesezt haben und fand keine An= wendung auf Handlungen, die lediglich auf Roheit, Gigen= nuz oder sonstige nicht politische Beweggründe beruhten. Im § 2 des Gesetzes wurde bestimmt, daß, wenn die von den Ver= urteilten auf Grund dieses Gesetzes in Anspruch genommene Straffreiheit durch eine gerichtliche Entscheidung abschlägig beschieden sei, die Akten auf Antrag des Verurteilten einem von der Regierung berufenen Ausschuß, dem sogenannten Reichs Amnestie Ausschuß vorzulegen seien. Der Reichs- Amnestie- Ausschuß erhielt das Recht, wenn er seinerseits die Borausseßungen für Straffreiheit als gegeben erachtet, die Aften mit dem Botum Begna digung an den Reichsjuftiaminister zur Weitergabe an den Reichs präsidenten zu übermitteln. Det von der Reichsregierung berufene Reichs Amnestie- Ausschuß besteht aus 5 Personen: 2 Sozialdemofraten, 1 Demofrat, 1 3entrumsmann und 1 Deutsch- Bolfsparteiler. Borfizender des Ausschusses ist der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Moses. Der Begnadigungsausschuß hat in den vergangenen. 5 Jahren reiche Arbeit zu leisten gehabt. TP In ihren Angriffen gegen den Ausschuß übersehen die Kom munisten bewußt oder unbewußt die Tatsache, daß ihm durch das Gesetz ganz bestimmte Richtlinien gegeben sind, die er beachten muß, wenn er ernst genommen werden will und wenn die politischen Gefangenen wirklich Hilfe bei ihm finden sollen. Und es fonnte den politischen Gefangenen in einem Umfange geholfen werden, wie es zu Anfang vielleicht niemand für möglich gehalte hätte. Es ist gelungen, dem größten Teil der Gefangenen, die auf Grund des Gesetzes zum Schuße der Republik verurteilt waren, Befreiung zu verschaffen. Bei anderen wurden die Strafen bedeutend gemildert, Zuchthaus. in Gefängnisstrafen umgewandelt. Nach einer amtlichen Statistit über die vom ReichsAmnestie- Ausschuß im Gnadenverfahren für politische Straftaten ergangenen gutachtlichen Stellungnahmen und die dazu ergangenen Entscheidungen des Herrn Reichspräsidenten" find von insgesamt 97 Gefangenen 69 begnadigt worden. In 23 Fällen wurde die Begnadigung abgelehnt. Bon den übrigen Gefangenen wurden 2 im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen, bei einem wurde das Berfahren eingestellt und 2 sind verstorben. Int Reichstagsausschuß für Rechtspflege machte der Staatsjefretär Joel vom Reichsjustizministerium am 17. Februar 1927 folgende allgemeine Angaben: Nach dem vorhandenen statistischen Material, das allerdings Bayern und einige andere Länder nicht umfaffe, seien Straf erlaß und Kürzung von Freiheitsstrafen in 15 684, Erlasse von Geldstrafen in 4792 und Niederschlagungen von Strafen in 9230 Fällen erfolgt. Schon hieraus ergebe sich, daß die Reichsamnestie mirklich nicht ohne Wirkung geblieben sei. Durch die außerordentlichen Gerichte des Reiches feien im Jahre 1921 3338, im Jahre 1923 480, zusammen also 3818 po Iitische Straftaten abgeurteilt worden. Hiervon habe der Reichspräsident in 3036 Fällen Gnadenermeife verfügt. Ferner feien auch von dem Reft noch zahlreiche Fölle auf Grund des nach dem Rathenau- Mord erlassenen Amnestiegejeges vom 21. Juli 1922 amnestiert worden. Darüber hinaus hätten die Gerichte in zahlreichen Fällen auf Grund der ihnen vom Reichspräsidenten nach dem Vorschlag des Reichsjustizministeriums erteilten Ermächtigung teils im Urteil, teils fpäter Strafaussetzung bewilligt. Bom 1. Januar 1921 bis Jamuar 1927 seien durch Gerichte des Reiches 761 politische Straftaten abgeurteilt morden., In diefen 761 Fällen hätten 167 Berurteilte Gnadenerweise zugebilligt erhalten; in 291 Fällen feien auf Grund der Amnestie vom Jahre 1925 Straferlaffe oder Straffürzungen ausgesprochen worden. Was die politische Richtung der Verurteilten betreffe, fo feien von den feit 1. Februar 1925 bewilligten 134 Einzelgnadenerweisen 125 linksgerichteten und 2 rechtsgerichteten Tätern zugute gefommen. Bon den 291 Fällen der Amnestierung entfielen 251 Fälle auf linksgerichtete und 25 auf rechtsgerichtete Täter. Nur noch in 20 Fällen der von den außerordentlichen Gerichten Verurteilten besteht die Haft fort." In Bayern waren am Ende des Jahres 1927 noch zwei Schiele führt das Notprogramm durch. 6000 Die gleichmäßige Berücksichtigung des fleinen und des großen Grund: besitzes bei der Verteilung der Millionen. untergebracht. Durch die letzte Begnadigungsaktion wurden in Bayern neun Räterepublikaner in Freiheit gesezt, darunter sieben Geiselmörder. Der preußische Justizminister Dr. Schmidt hat im Preußischen Landtag und im Hauptausschuß des Preußischen Landtags wiederholt amtliche Zahlen über Begnadigungen bekanntgegeben. Anläßlich des 80. Geburtstages des Präsidenten der deutschen Republit ging eine umfassende Begnadigungsaftion vor sich, die auch politischen Gefangenen zugute. gekommen ist. Am 5. Dezember 1927 teilte der Justizminister im Preußischen Landtag mit, daß schon über 9000 Begnadigungen in Preußen ausgesprochen wurden. Am 26. Januar 1928 machte der Justizminister im Hauptausschuß des Preußischen Landtags weitere Mitteilungen: Die fommunistische Rote Hilfe ließ im Januar 1928 dem Reichstag eine„ namentliche Liste der nicht amnestierten proletarischen politischen Gefangenen, nach dem Stand vom 31. Dftober 1927" überreichen. Bon insgesamt 206 namhaft gemachten politischen Gefangenen befinden sich 129 in Zuchthäusern, 62 in Gefängnissen, 15 auf Festungen. Als Straftaten famen u. a. in Betracht: Hochverrat, Landfriedensbruch, Sprengstoffvergehen, Rörperverlegung, Erschießungen, Totschlag, Mord, Raub. Alle diese Taten haben politischen Hintergrund. Ein Fall für sich ist der Fall Mar Hölz: Afs Führer des mitteldeutschen kommunistischen Aufstandes wurde Hölz zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt. Ihm wurden ,, Nur eine ganz geringfügige Zahl von politischen Verfolgende Baten zur Last gelegt: Totschlag, Totschlags= urteilten befinde sich in Preußen noch in Haft. Es seien in versuch, 14 Sprengungen von Gebäuden, 11 Preußen bis zum 21. Januar. rund 14 000 Perfonen Gnadenerweise zuteil geworden, von denen 571 auf Sprengungen von Bahnanlagen, 1 Brandstiftung, politische Straftaten, die übrigen auf gewöhnliche Strafs taten entfallen. Im einzelnen seien erlassen worden: 106 Zucht hausstrafen, darunter zwei Buchthausstrafen völlig und 68 Straf reste von mehr als drei Monaten; 1389 Gefängnisstrafen, darunter 730 völlig und 229 Strafreste von mehr als drei Monaten; 13 Festungsstrafen, darunter 11 völlig; 284 Haftstrafen, darunter 267 völlig; 8763 Geldstrafen, davon 2958 völlig; rund 2900 zu Freiheitsstrafen Verurteilten sei bedingte Aussehung der Strafen oder Reststrafe unter Bewährung bewilligt worden. Die Kommunisten haben ebenso wie durch sinnlose Parolen auch durch maßlose Uebertreibungen den politischen Gefangenen mehr geschadet als genügt. 20 Erpressungsfälle und mehr als 17 Fälle von Frei. heitsberaubungen. Erst nach dem Hölz verhaftet war, wurde eine Auslobung erlaffen, wonach 50 000 Mark Belohnung demjenigen zugesichert wurden, der belastendes Material gegen Hölz beibringen fonnte. Ein Borgang ohne Beispiel, Bor Gericht hat sich Hölz zu allen seinen Taten bekannt. Die ihm zur Laft gelegten Bluttaten wurden von ihm von vornherein entschieden bestritten. Neuerdings hat sich ein Bergmann Friehe gemeldet. Er will den Gutsbefizer Heß erschossen haben. Hölz foll am Tode dieses Gutsbefizers unschuldig sein. Man strebt ein Wiederaufnahmeverfahren an, um die schwerste Verurteilung von Hölz zu nehmen. Der Vorsitzende des Reichs- Amnestieausschusses, Dr. Moses, bemüht. fich seit längerer Zeit besonders auch um die Begitadigung für Hötzn einen Artikel, der in vielen Zeitungen er Moſes: Die Aufrechterhaltung des Urteils jeboch, zumal die Fort fegung der Verbüßung ins achte Strafjahr hinein, verlegt das Rechtsempfinden in solchem Maße, daß die schleunige Freilassung von Mar Hölz auf dem Wege furz entschlossener Begnadigung geboten erscheint." Im Reinist whirde am 10. Februar 1927 über eine tommmunistische Interpellation betreffend Amnestie für politische Gefangene verfchleiten ist, fugt Dr. Moles handelt. In der Interpellation wurde von Taufenden politischen Gefangenen gesprochen. Der fommunistische Abgeordnete Rafen berg, der die Interpellation begründete, meinte, daß wir immer noch nach bescheidener Schäßung tausend politische Gefangene in Deutschland haben". Dann aber führte er aus: Ich werde mir gestatten, auf den Tisch des Hauses die Liste der 190 politischen Zuchthausgefangenen niederzulegen." Demgegenüber trumpfte der deutschnationale Reichsjustizminister Her gt mit folgenden amtlichen Zahlen auf:„ Es sind noch heute in Strafbaft 20 aus Fällen der Verurteilung durch die außerordentlichen Gerichte und 179 aus Fällen der Verurteilung durch den Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit und des Reichsgerichts. Ganze 199 Fälle, für die das Reich zuständig ist." Die Kommunisten reagierten darauf lediglich mit dem Zuruf: Das ist gerade genug!" Obgleich der kommunistische Abgeordnete dann von seinem Recht des Schlußmortes Gebrauch machte, ging, er auf das Zahlenmaterial mit feiner Gilbe ein. fug ist es gerade nicht, feinem Gegner billige Triumphe zu bereiten und seinen eigenen Angriff abzuschwächen. Donbassowjezi. Das Erzeugnis der ruffifchen Spezialistenhehe. Mostau, 2. April.( OE.) In den Regierungsfreisen ist man bestürzt darüber, daß eine Berbindung zwischen leitenden Beamten im Donezbeden und ehemaligen dortigen Grubenbefizern sowie Gegenrevolutionären festgestellt(?) werden konnte Es handelt sich dabei weniger um den Umfang dieser Berbindung als um die lange Zeitdauer, in der sie unentdeckt blieb. Man sieht darin besorgniserregende Anzeichen dafür, daß die Macht den führenden Kommunisten mehr oder weniger entgleite und in die Hände der parteilosen Bureaukratie übergehe, die aus bürgerlichen Kreisen stammt. Zum erstenmal in der Geschichte der Kommunistischen Partei ist es zur Absetzung eines ganzen Bezirksparteitomitees gekommen. Andererseits scheint es nun aber doch, als ob die Maßgebenden mehr und mehr bemüht sind, die Geister, die sie durch ihre Warnungspropaganda aufgerufen und entfesselt haben, wieder zu beruhigen. Das Verhältnis zwischen den Arbeitern und den Fachleuten( Spezialisten) hat sich nämlich durch die sensationelle Aufmachung der ganzen Angelegenheit sehr verschlechtert. Die Arbeiter haben sogar für mißliebige Ingenieure den Ausdrud„ Donbaffowjez"( einer vom Donezbeden") geprägt. Die Atmosphäre des Mißtrauens gegen die Ingenieure hat schon zahlreiche Ingenieure dazu veranlaßt, Protest gegen die Verallgemeinerung der Beschuldigungen einzulegen. Seit einigen Tagen ist denn auch ein neuer Propagandafeldzug, diesmal zum Schutz der Spezialisten, eingeleitet morden. Während man bisher in dem bevorstehenden Prozeß allgemein mit sehr zahl reichen Todesurteilen rechnete, glaubt man jeßt, daß nur eine geringe Anzahl solcher Urteile gefält werden wird. Angeflagt find gegen 80 Russen und einige Ausländer, darunter die drei, vier Reichsdeutschen. Was die außenpolitische Wirkung der Verhaftung deutscher Gefangene aus der Rätezeit im Zuchthaus Straubing Ingenieure betrifft, so herrscht in Moskau die Meinung, daß die Aus der vorstehenden Darstellung ist ersichtlich, daß auch in Deutschland politische Taten mit unerhörten Strafen geahndet worden sind. Doch ist auch ersichtlich, wie nützlich es für die politisch verfolgten Proletarier ist, daß eine starke sozialdemokratische Crispien. Partei nicht ihrem Schicksal überläßt. Dort, wo die Kommunisten die Macht haben, nämlich in Rußland, hat die bolichemistische Regierung wiederholt gemeine Verbrecher, aber noch nie einen politischen Gefangenen begnadigt. Wir haben Listen in Händen, mo mehr als 1000 Namen von politischen Gefangenen angegeben sind, die nur wegen ihrer sozialistischen leberzeu gung in Rerfern malträtiert werden. Die Zahl der politischen Gefangenen ist leider noch viel größer. Genehmigung zum Besuch der Berhafteten zu einer Entspannung geführt habe und als bedeutendes Entgegenkommen der Sowjetregierung anzusehen sei.( Der Berliner Bertrag schreibt die Erteilung der Besuchserlaubnis zwingend vor! Red. d. B.".) Prozeß gegen dänische Konzessionäre. Leningrad, 2. April. Der Staatsanwalt hat gegen die dänischen Konzeffionäre Sta u Kelson Strafantrag gestellt, die in Leningrad eine Knopffabrik betreiben; sie werden der Verlegung des Tarifvertrages beschuldigt, sie sollen nämlich die 2ohnzahlung an die Arbeiter systematisch verzögert haben. Royalistenkrach beim Hochamt. Proteft gegen das päpstliche Borgehen. Paris, 2. April.( Eigenbericht.) Ant Sonntag fam es in Perpignan bei der feierlichen Messe in der Rathedrale zu schweren 3wischenfällen. Als der Briefter die letzte Verordnung des Bischofs gegen die Action francaise" perlas, erhoben sich einige Dugend junger Leute und verließen oftentativ die Kirche. Dabei stießen sie Verwünschungen, mie ,, Berräter, Schuft und Boche", aus, Nach Schluß des Gottesdienstes fam es zu neuen Zwischenfällen, die erst durch das Dazwischentreten der Polizei ein Ende fanden. Der Oldenburger Landtag wird am Mittwoch zu einer Sizung zusammentrefen und voraussichtlich mit großer Mehrheit, wenn nicht einstimmig, beschließen, daß der oldenburgische Landtag am 19. Mai aufzulösen ist und die Neuwahl zusammen mit den Wahlen zum Reichstag am 20. Mai stattzufinden hat. Nach dem japanische Wahlausfall ist die Opposition ungefähr Regierung das neugewählte Parlament auflösen! gleichstart wie die Regierungspartei; deshalb will, so heißt es, die = Der Streit im Speditionsgewerbe. Die geftrigen. Verhandlungen ergebnislos. Der Schlichter von Groß- Berlin hatte zu gestern nachmittag von Amts wegen die Vertreter der Tarifparteien des Berliner Speditionsgewerbes geladen, um zu versuchen, den am Montag früh ausgebrochenen Streif beizulegen. Bon den Unterhändlern der Speditionsarbeiter wurde betont, daß eine Beilegung des Konflifts durchaus möglich sei, wenn sich die Unternehmer zu einer größe: ren Lohnerhöhung und einer Verkürzung der Laufzeit des Lohnabkommens bereitfinden würden. Dieser Borschlag murde von den Unternehmern glatt abgelehnt. Sie arbeitungswertstätten in den Hüttenwerten, die Wassergasschmeißerelen u. a. Diese Fragen sollen in einer Schiedsgerichtsver handlung in den nächsten Tagen entschieden werden. Einspruch des Metallarbeiterverbandes. Lohntämpfe der Textilarbeiter in Bayern. In der südbayerischen Textilindustrie, in der am 7. April die allgemeine Niederlegung der Arbeit einsetzen wird, haben in Füssen bereits 1400 Arbeiter der Hanfwerke die Arbeit niedergelegt. In Augsburg sind, da Der Deutsche Metallarbeiterverband hat gegen die Entscheidung die Unternehmer die Kündigungen nicht angenommen haben, von des Landesarbeitsgerichts Dresden betr. die Gültigkeit des Schieds- den Arbeitern noch weitere Kündigungen erfolgt. spruches für die Hüttenwerke in der sächsischen Metallindustrie Einspruch erhoben. Bekanntlich fußt dieser Schiedsspruch auf dem Schiedsspruch für die rheinisch- westfälische Hüttenindustrie. Lohnerhöhungen in der Kölner Metallindustrie erklärten, daß schon die im Schiedsspruch festgesetzte Lohnerhöhung Die Lohnbewegung in der Kölner Metallindustrie ist durch für ihre Betriebe völlig untragbar sei, weshalb sie den Schiedsspruch freie Vereinbarungen zwischen den Gewerkschaften und dem ebenfalls ablehnen. Infolge der Unnachgiebigkeit der Unternehmer Arbeitgeberverband der Metallindustrie beendet worden. Mit Wir mußten die Verhandlungen schließlich ergebnislos abge= fung vom 1. April ab werden die Gruppenlöhne um 8 Pf. brochen werden. Eine Versammlung der streifenden organisierten Speditions arbeiter, die zu gestern abend nach der Königsbank einberufen war und einen überaus starten Besuch aufwies, war von einem mustergültigen Kampfgeist beseelt. Die Vertreter des Verkehrsbundes murden darauf hingewiesen, daß dieser Kampf allem Anschein nach von den Berliner Spediteuren mit einer Zähigkeit geführt werden mird, wie sie bisher noch in feinem Kampfe zu verzeichnen war. Es müsse deshalb von den Streifenden strengste Disziplin geübt und jede Anweisung der Streifleitung und der Organisation befolgt werden. Das muß ganz besonders dann der Fall sein, wenn die Organisation dazu aufgefordert wird, Maßnahmen zu ergreifen, um die Abrollung leicht verderblicher Güter von den Bahnhöfen sicherzustellen. Die Berliner Möbeltransportarbeiter streifen. Streitbeginn heute morgen. Für die Berliner Möbeltransportarbeiter hat der Schlichtungsausschuß am Freitag einen Schiedsspruch gefällt, der für die stäntigen Arbeiter eine Erhöhung der Wochenlöhne um 4 mart, das sind 7 Proz., vorsieht. Nichtständige Arbeiter und Backer sollen auf den bisherigen Tagelohn von 11,25 m. ebenfalls eine Zulage von 7 Proz. erhalten, was eine Lohnerhöhung von rund 79 f. pro Tag ausmacht. Gefordert war sowohl für die ständigen Arbeiter als für die nichtständigen Arbeiter eine Lohnerhöhung von 20 Proz. Das Lohnablommen soll vom 1. April 1928 bis zum 31. März 1929 laufen. Mit diesem Schiedsspruch beschäftigte sich gestern abend in Boeters Festsälen eine überfüllte Versammlung der im Verkehrsbund organisierten Möbeltransportarbeiter, die nach eingehender Debatte den Schiedsspruch ablehnten und in geheimer Abstimmung fast einstimmig den Streit beschloffen. Der Streit beginnt heute früh. Beteiligt sind etwa 600 Arbeiter. Die Arbeitszeit in Hüttenbetrieben. Bei den Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband der nordöstlichen Gruppe und den vier Metallarbeiterverbänden über die Durchführung des Arbeitszeitschiedsspruches vom 17. Dezember 1927 wurde hinsichtlich der Frage der Zugehörigkeit der Betriebe zu den weiterverarbeitenden oder zu den Hüttenbetrieben ein Teilergebnis erzielt. Eine Reihe weiterer Fragen bleibt zur Regelung offen, wie z. B. die Gießereibetriebe, die Bes bis 10 Pf. pro Stunde erhöht. Die Löhne der Hilfs= arbeiter erhöhen sich um 7 Pf. die Stunde. Die Löhne der Arbeiterinnen betragen in Zukunft 75 Proz. der Löhne ihrer Berufsgruppen. Für die Akkordarbeiter wird eine Sonderzulage von 4 Pf. bewilligt, ebenso für die Hilfsarbeiter. Ausklang der Buchdruckerbewegung. Die Erregung über die Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches, die sich besonders in München, Stuttgart, Karlsruhe, Dresden, Lübeck, Stettin und Königsberg in Streitbeschlüffen geltend machte, ist jetzt auf der ganzen Linie der Einsicht gewichen, daß durch die Entscheidung des Reichsarbeitsministers ein Zwangstarif geschaffen wurde, dem die Gehilfenorganisation fich fügen muß. Der Streit in Lübeck endete mit einer Vereinbarung, wonach der Lohn für Sonnabend zu zahlen ist, während die am Montag ausgefallene Arbeit nachgeholt werden muß. In Berlin haben die Maschinenseger der Buchdruckerei wöchentlich gefordert. Da diese Forderung abgelehnt wurde, stellten R. Boll, Schiffbauerdamm 19. einen Einheitslohn von 105 Mark fie gestern nachmittag 3 Uhr die Arbeit ein. Die besireikte Firma brudt Buchwaldts Börsenberichte und die Fleischer- Verbandszeitung. Der Streif in Dresden. In Lamprecht( Rheinpfalz) haben bei der Firma Ha a s einige hundert Textilarbeiter die Arbeit niedergelegt. Die Firma glaubte, weil kein Tarif mehr besteht, die Arbeiter mit scharfen Lohnabbauplänen überraschen zu können. Die Arbeitsniederlegung war die Antwort darauf. Der Allgemeine Verband der Banfangestellten hat zu dem für das Bankgewerbe gefällten Schiedsspruch Stellung genommen. Er beschloß, den übrigen Angestelltenorganisationen des Bankgewerbes den Vorschlag zu unterbreiten, eine gemeinsame Stellungnahme zu dem Schiedsspruch herbeizuführen. Es ist damit zu rechnen, daß eine solche Stellungnahme noch vor den Bantfeiertagen erfolgt. rendt, Lichterfelde- Ost, Berliner Straße 70, wegen Lohnausfall Achtung, Töpfer! Hiermit wird über die Firma Mar Beh= der Töpfer. die Sperre verhängt. Deutscher Baugewerksbund. Fachgruppe Der Streik bei den Vereinigten Isolatorenwerken, Pankow, dauert seit dem 7. März an. Die 230 Mann starke Belegschaft steht geschlossen im Kampf. Die Firma sucht Streitbrecher anzuwerben. In verschlossenen Lastkraftwagen werden diese Streifbrecher zur Arbeitsstelle gefahren. Zuzug ist fernzuhalten. Die Lohnverhandlungen in der fächsischen Metallindustrie- für den Manteltarif ist bereits ein Schiedsspruch gefällt find ge= scheitert. Die Berhandlungskommission der sächsischen Metallarbeiter versuchte, die Unternehmer zu einer der Teuerung entsprechenden Erhöhung der Löhne zu veranlassen. Die Unternehmer erflärten jedoch, fie fönnten feinerlei Lohnerhöhungen bewilligen und forderten, daß das bisherige Lohnabkommen ein weiteres Jahr in Geltung bleibe. In der Bonner Fahnenindustrie wurde dieser Tage ein 12 Broz. erhöht wurde. Die Facharbeiter über 24 Jahre erhalten Schiedsspruch gefällt, durch den der tarifliche Mindestlohn um nach der Neuregelung 84 m. pro Woche, die männlichen ungelernten Arbeiter 69 Mt. und die weiblichen ungelernten 47 M. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch abgelehnt; die Arbeitnehmer haben Verbindlichkeitserklärung beantragt. Die Entscheidung über diesen AnObwohl in einer vom Deutschen Buchdruckerverband einbetrag ist zunächst bis auf den 4. April verschoben worden. rufenen Versammlung beschlossen wurde, die beabsichtigten Kampfmaßnahmen gegen die Prinzipale nicht durchzuführen, haben die Sparten der Maschinenseger, Stereotypeure und Rotationsbruder beschlossen, der Forderung von an 10 Mart Lohnzulage festzuhalten. Am Sonnabend früh find deshalb die ersten Arbeitsniederlegungen in den Dresdener Druckereien erfolgt. Von dem Streit wurden bis Sonnabend nachmittag sämt liche große Druckereien Dresdens erfaßt; ebenso wurde beim Birnaer Anzeiger" die Arbeit niedergelegt. In Dresden erschienen nur die sozialdemokratische Dresdener Volks= zeitung" und die kommunistische Arbeiterstimme", da in diesen Betrieben eine Einigung über die Lohnhöhe erzielt wurde: das gleiche gilt für die ,, Boltsstaat"-Druckerei. Die Es ist mit einer Ausdehnung des Streits zu rechnen. Unternehmer haben die Gesamtausfperrung auch für das Personal der Buchbindereien zu morgen, Mittwoch, beschlossen, falls nicht heute, Dienstag, überall die Arbeit wieder aufgenommen wird. Dieser Aussperrungsbeschluß hat die Situation verschärft. Die streitenden Buchdrucker sind aus dem Deutschen Buchdruderverband ausgeschieden. Sie haben ein Streiftomitee gebildet, das den Rampf gegen die Prinzipale führt. Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Graun Ede Lorging straße. Heimbesprechung. Ohne Seimausweis und Verbandsbuch kein Zutritt. Neu- Lichtenberg: Jugendheim Hauffstraße( Sportplag), an der Lessingstraße. Heimbesprechung. Wie gestalten wir unsere Osterfahrt aus? Heimausweis und Verbandsbuch mitbringen. Landsberger Plaz: Gruppenheim Jugendheim Dieftelmeyerstr. 5. Heimbesprechung. Bringt Heimausweise und Verbandsbücher mit. Frankfurter Allee: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Litauer Straße 18, Zimmer 2. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolle. Schöne weibe: Gruppenheim Jugendheim Niederschöneweide, Berliner Str. 31. Heim besprechung. Ohne Verbandsbuch und Heimausweis tein Zutritt. Treptow: Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53/54( Sortzimmer). Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle. Südoften: Gruppenheim Jugendheim des Berkehrsbundes, Engelufer 24/25. Wir besuchen die Beranstaltung des Berkehrsbundes. Jugendgruppe bes 8b. Heute, Dienstag, Turnabend( Leitung Werner Hermann) von 20-22 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Turnkleidung ist mitzubringen. In Anbetracht des bevorstehenden Reichs jugendtages, bei dem auch sportliche Wettkämpfe ausgetragen werben, bitten wir alle Jugendfreunde, bie turnerisch befähigt find, an den Turnabenden teilzunehmen. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eztorn; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Vaul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen und unterbaltuna und Biffen. SONDER- ANGEBOTE für das Osterfest Damen- Hut aus ExotenStumpen, mit fescher Lackbandgarnitur.... 850 Damen- Wäsche Damen- Hemd it stickerd.......... 145 Nachthemd Babiform, malt Stickereiweste 295 Hemdhose farbiger Opal, mit Spits....... 375 Schlüpfer Kunstreide, gute Qualität. 195 Unterkleid Kunstoeldo Complet elegante Ausführung 295 Kunstseide, mit Spitzengarnierung, 875 Trikotagen Damen- Unterziehschlüpfer 14595PL Damen- Schlüpfer echt& gyptisch Mako, sehr 195 fein gewirkt, in sarten Farben....... gute feinfädige Qualität Kunstside, Damen- Schlüpfer gate Qualitat, 450 295 moderne Farbensortimente. Damen- Schlüpfer stalde, 475 295 neneste Farben.. Damen- Prinzessrock Kunstside, viele Farben 90 Einsatzhemd für Herren, gute Qualilät, mit 295 mod. Tricolette- Einsätzen.. 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Das von der Berliner Staatsanwaltschaft eingesetzte Sonderbezernat, das die Zustände im Reichsbahnzentralamt zu bearbeiten hatte, hat in der letzten Woche energisch gearbeitet, um in die außerordentlich verworrenen Geschäfte der in der letzten Zeit viel fach genannten Behörde Klarheit zu bringen. Die Untersuchungen haben sich dabei auf eine Reihe großer Firmen, sowie auf eine Bant in Frankfurt a. M. ausgedehnt. = Zunächst wird jetzt die Rolle geklärt werden, die bei den Ge schäften die Metallbank in Frankfurt a. M. gespielt hat. Die Metallbant, die gewissermaßen das Dach für eine Reihe großer Industrieunternehmen der Eisenbranche ist, hat in einer noch nicht ganz flar ermittelten Farm es verstanden, auf die Bestellungen des Reichsbahnzentralamtes Einfluß zu nehmen. Bei der Prüfung dieser Angelegenheiten ist man dann auch auf Berträge des Reichsbahnzentralamtes mit anderen großen Konzernen ge Stoßen, die jetzt noch näher untersucht werden sollen. Es hat durch aus den Anschein, als ob die Geschäftsführung des Zentralamtes Durch die Staatsanwaltschaft einer außerordentlich gründlichen Renision unterzogen werden wird, da namentlich einzelne Abkommen über Materialbezug und Materialvermertung der Hauptverwaltung Der Deutschen Reichsbahn vollkommen unbekannt waren und ohne Zweifel der Reichsbahn viel geringere Einnahmen gebracht haben, als nach Lage der Dinge zu ermarten gemesen wäre. | zum Jahre 1926 60 Proz. des Wertes, während zurzeit die Quote 30 für Warning, 70 für die Reichsbahn beträgt. Neumann hatte die Verträge mit Warning geschlossen, sich aber Rückendeckung bei dem damaligen Präsidenten des Reichsbahnzentralamts geschaffen. Es verlautet, daß Präsident Hammer zu dieser Zeit ebenfalls Lizenzverträge mit namhaften Industriefirmen zu laufen hatte, die aber von der Reichsbahnhauptverwaltung genehmigt worden waren. Fest steht, daß die Heinrich Warning Kommanditgesellschaft außer ordentlich hohe Gewinne aus dem Bertrag gezogen hat. Es hat den Anschein, als ob sich die Deffentlichkeit noch auf aller: hand leberraschungen gefaßt machen kann und die Staatsanwalt. fchaft außerordentliche Beschäftigung finden wird. Unumgänglich notwendig aber ist es, daß volle und ganze Klarheit geschaffen wird. Bluttat einer Geisteskranken. Die Mutter mit dem Hammer niedergeschlagen. Ein furchtbarer Borfall spielte sich gestern abend im Hause Lichtenberger Straße 14 ab. Aus der Wohnung des Arbeiters Spierling ertönten gegen 18 Uhr plötzlich laute Hilferufe. Hausbewohner wurden aufmerksam und eilten hinzu. In längeren Ausführungen beschäftigt sich die„ Bossische Auf der Treppe, unmittelbar vor der Wohnung, fanden fie die 47jährige Auguste Spierling mit schweren kopfverlegun Zeitung", der dafür die Verantwortung überlassen werden muß, nunmehr auch mit der Person eines Reichsbahndirektors Neu- gen bewußtlos auf. Als man durch die offenstehende Tür in mann, des Leiters des Referats des Eisenbahnzentralamtes. Herr Elsbeth entgegen, die in der Hand einen Hammer hielt und wirre die Wohnung eindrang, fam den Eintrefenden die 23jährige Tochter Neumann ist Besizer einer schloßartigen Billa in Reden führte. Man hielt das Mädchen fest und arlamierte das Meubabelsberg, die sich ehemals im Besitz eines Herrn nächste Polizeirevier, das mehrere Kriminalbeamte an den Tafort Dr. Kämpfer, Inhabers der Firma Dr. Kämpfer u. Co. in entfandte. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen ist die Glißmarode bei Braunschmeig, befand. Dieser Firma wieder war Tochter, die aus erster Ehe stammt, in cinem 2nfalle non im Jahre 1924 nom Reichsbahnzentralamt 2 Itmetall zur 11 m= Geistesgestörtheit ohne jeden Grund mit einem Hammer arbeitung übergeben worden, das sie im Jahre 1925 zum von hinten über die Mutter hergefallen und hat ihr mehrere muchWert von 400 000 Mart zurückliefern sollte, wozu fie tige Hiebe über den Schädel beigebracht. Troß der schweren Beraber nicht imftande war, da fie fich in Zahlungsschwierigkeiten belegungen gelang es der Uleherfallenen, laut um Hilfe rufend die fand. Der dem Reichsbahndirektor Neumann unterstellte Reichs. Treppe zu erreichen, wo sie dann bewußtlos zusammenbrach. Frau bahnoberrat Ruge vertrat die Interessen der Bahn. Plötzlich hieß es, Spierling wurde zu einem benachbarten Arzt gebracht, der die sodaß die Bahn an der Regelung der peinlichen Angelegenheit nicht fortige Ueberführung in das Krankenhaus Am Friedrichshain anmehr interessiert sei. Die Firma H. Schoner( Charlottenburg), deren ordnete. Das geiftestrante Mädchen wurde in Haft genommen und Mitinhaber Pfeiffer mit Reichsbahndirektor Neumann persönlich der Jrrenanstalt in Herzberge zugeführt. befreundet mar, und die Firma Alfred Drenfuß( Charlottenburg) maren nämlich an das Reichsbahnzentralamt mit dem Anerbieten herangetreten, die Forderungen a t die Firma Dr. Kämpfer u. Co. zu übernehmen. Dafür murde den beiden Firmen der größere Anteil des Altmetallanfalls zum Zwede der llmarbeitung auf die Dauer von fünf Jahren mit hohem 11marbeitungslohn und sehr günstigen Rückliefe rungsbedingungen zur Verfügung gestellt. Das Konfortium übernahm dafür die Forderungen der Reichsbahn, die aber nicht in bar bezahlt, sondern langsam aus den Guthaben verrechnet werden follten. Die Firmen erhielten monatlich etwa 400 bis 500 Tonnen Altmetall mit einem Reinverdienst von 200 m. pro Tonne, so daß sie ous diesem Vertrag einen Jahresverdienst von rund 1,2 millionen Marf ziehen konnten. • Eine recht unklare Sache scheint auch der Warningsche Kupferlieferungsvertrag zu. sein, wodurch dem Berliner Vertreter der Frankfurter Metall- Gesellschaft, Warning, in den Jahren 1924 bis 1926 4000 bis 6000 Lokomotiven zur Verschroffung übergeben wurden. Der Preis der Tonne Schrott betrug rund 50 Mark, der des Kilos Kupfer rund eine Mark. Der Bertrag, der mit Warning geschlossen wurde, sah außerordentliche Ge= minne für Warning vor. Wie behauptet wird, erhielt er bis Menschen, Göttern gleich... 60] Roman von Herbert George Wells. Sie lächelte beruhigend. Es war vorüber. Die Wissen schaft und Organisation Utopiens hatten die Gefahr an der Gurgel gepackt und sie gebannt. Allerdings hatte Lychnis nichts mit der vorbeugenden und säubernden Arbeit zu tun gehabt, melche die Laufbahn dieser eindringenden Mikroben so schnell beendet hatte; ihre Arbeit bestand in der Pflege und Sorge für die Kranken. In Barnstaples Bewußtsein drang der Gedante, fie sei ein wenig betrübt, daß dieses Berf der Barmherzigkeit nicht mehr nötig war. Er blickte in ihre schönen freundlichen Augen auf und fand darin liebevolle Besorgnis. Sie war nicht traurig darüber, daß Utopien mieder geheilt war; das war nicht anzunehmen; aber sie schien betrübt zu sein, sich selbst nicht mehr der Hilfe widmen zu können, und froh zu sein, daß wenigstens er noch Beistand nötig hatte. Was wurde aus jenen Leuten auf dem Felfen?" fragte er. ,, Was wurde aus den anderen Erdlingen?" Sie wußte es nicht. Sie glaubte, daß sie aus Utopien vertrieben worden seien. Zurück auf die Erde?" Sie war nicht der. Meinung, daß sie zur Erde zurüd gekommen seien. Vielleicht waren sie in ein anderes Univer fum gelangt. Aber sie wußte es nicht. Sie gehörte zu jenen, die feine mathemtische Begabung hatten, und die phyfio chemische Wissenschaft sowie die verwickelten Dimensionstheorien, die so viele Leute in Utopien intereffierten, lagen außerhalb ihres Gedankenfreifes. Sie glaubte, daß der Gipfel des Burgfelsens vollständig aus dem utopischen Universum hinausgeschleudert worden sei. Eine große Anzahl Leute war eingehend mit der Untersuchung der unerforschten Dimensionen beschäftigt, in welche physikalische Vorgänge ausgedehnt werden fönnten, aber die Probleme erschreckten Lychnis. Ihr Geist wich vor diesen Dingen zurüd, wie man vor dem Rand eines steilen Abgrundes zurückweicht. Sie mollte nicht daran denken, wohin die Erdlinge entschwunden maren, welche Tiefen sie überwunden, welche Unendlichkeiten fie erblickt und durchflogen hatten. Solche Gedanten er öffneten dunkle Abgründe zu ihren Füßen, während sie alles für feststehend und sicher gehalten hatte. Sie gehörte zu Der Prozeß der Nationalsozialisten. Nur das Hemd eines Hafenfreuglers beschädigt. Die Berhandlungen im Landesfriedensbruchprozeß der Nationalfozialisten dehnen sich ins Uferlose aus; das Ende ist noch nicht ab zusehen. Um so flarer ist der Tatbestand: alle Verdunkelungsversuche und Münchhausiaden der Hakenkreuzler können daran nichts ändern. Gestern fom einer der verwundeten Nationalsozialisten zu Worte. Aus der Aussage dieses Zeugen zur Probe nur eine phantafiereiche Stilblüte: 60 Kugeln sind aus dem Wagen der Kommunisten auf die Nationalsozialisten geflogen gekommen, erklärte er wahrheitsgemäß. Sie standen also gewissermaßen im Kugelregen" meinte ironisch einer der Nebenkläger. Jawohl." Und nur eine Kugel hat Sie getroffen? Ja, nur eine Kugel hat diesen Zeugen Gener getroffen, und zwar war das kein Bauchschuß, mie behauptet wurde, sondern ein Streifschuß. Die Haut mar faum gerigt, beschädigt war nur das Hemd. Troßdem war der Zeuge in Ohnmacht gefallen. " Bor einigen Tagen hatte der Zeuge Leichert eine ebenso glaubwürdige Aussage gemacht wie dieser Zeuge. Er befand sich nämlich Dienstag, 3. April 1928 auf dem Wege zum Ausgang links von dem Wagen der Kom munisten, und hatte an der rechten Seite eine Schußverlegung erhalten. Wie fonnte das nun geschehen?" fragte der Borsigende. - Ja, ich habe mich in diesem Augenblick umgedreht." In Wirk lichkeit deutet die Schußverlegung auf der rechten Seite darauf hin, daß die Kugel von einem auf die Kommunisten schießenden Nationalsozialisten herrühren muß. 0 Gestern erfuhr man auch etwas über Dr. Goebbels Rede. Ein Kellner erzählte nämlich, wie dieser Gauleiter der Nationalsozialisten seine Mannen zum Marsch nach Berlin auf forderte. Zum erstenmal" fagte er, marschieren wir nach Berlin. Halten wir strenge Diszipin, aber wehe dem, der uns entgegentritt". Die Nationalsozialisten haben die Parole ihres Führers richtig aufgefaßt. Sie warteten gar nicht ab, bis jemand ihnen auf dem Marsch nach Berlin entgegentrat; fie benutzten die erste beste Gelegenheit, um die verkappte Aufforderung ihres Führers zu Gemalttätigkeiten Wirklichkeit werden zu lassen auf dem Bahnhof Trebbin und sodann in Lichterfelde. Wozu diese ausgedehnte Gerichtsverhandlung? Lofaltermin im Entschädigungsamt. Langkopp bestreitet jede Tötungsabficht. Im Reichsentschädigungsamt fand durch den Untersuchungsrichter Blank eine Besichtigung der Dertlichkeiten statt, an denen sich vor einigen Wochen der aufregende Attentatsversuch des Farmers Langtopp abgespielt hat. Es handelte sich vor allen Dingen darum, festzustellen, ob die Aussage Langkopps glaubhaft ist, daß er trotz der Revolverschüsse und der Höllenmaschine teinen Beamten, sondern nur sich selbst habe töten wollen. Langkopp, der von seinen Verteidigern, Rechtsanwalt Dr. Als. Nebeneingang in das Reichsentschädigungsamt gebrachi berger und Rechtsanwalt Gollnick, begleitet war, wurde durch einen und in das Zimmer des Geheimrats Bach geführt, wo in Gegendargestellt wurden, die sich bei dem Besuch des Farmers dort abmart des Untersuchungsrichters noch einmal die dramatischen Szenen gespielt haben. Geheimrat Bach gab eine anschauliche Echilderung und Langlopp, der einen durchaus ruhigen und gefaßten Eindruck machte, bestätigte die Aeußerungen Bachs immer wieder mit den Worten: „ So ist es gewesen." Dann schilderte auf Beranlassung des Untersuchungsrichters Bach), mie ihm die lleberliftung Langtopps gelungen sei. Er berichtete, daß er dem Farmer ein Flugblatt der radikalen Gruppe der Geschädigten zum Lesen gegeben und durch ein Konferenzzimmer in das Arbeitszimmer des Geheimrats Ehrhardt geeilt sei, den er ge marnt habe. Von dort sei er mieder auf den Korridor gelaufen und sei nun mit Langtopp zusammengetroffen. Bon hier ab gehen die Schilderungen auseinander. Geheimrai Bach gab zu Protokoll, daß er den Korridor entlang ge. laufen und hinter sich Detonationen von Schüssen gehört habe. An der Haupttreppe sei er gestolpert und zu Boden gefallen; Langtopp habe ihn erreicht und mit vorgehaltener Pistole aufgefordert, in das Arbeitszimmer zurückzufehren. Unter dieser Drohung habe er sich entschließen wollen, dem Farmer, den er für geisteskrant hielt, zu folgen. Er sei wieder zögernd nach seinem Zimmer zu gegangen, Langtopp sei neben ihm gegangen. In diesem Augenblick sei der Präsident des Reichsentschädigungsamtes auf den Korridor gekommen und habe gerufen, mas es dort gäbe. Langkopp habe sich umgedreht, und diesen Moment benutzte Geheimrat Bach, um seinen Gegner fest zu umschlingen. Langfopp stürzte zu Boden und mehrere Beamte, die inzwischen herbeigeeilt waren, hielten ihn fest. Langkopp behauptet nun, daß er erst in diesem Augenblick aus dem Revolver geschossen habe. Er sei bemüht gewesen, die Waffe gegen seinen Mund zu richten, habe jedoch, da Geheimrat Bach ihn umflammeri hielt, den Arm nicht mehr weit genug nach vorn bringen können, den Konservativen Utopiens, sie liebte das Leben, mie es| stille Abendfriede war von unzähligen Billionen hastender mar und mie es gewesen war. Sie hatte sich der Pflege und schwirrender Atome erfüllt. Barnstaples gemidmet, als sie mußte, daß er dem Schicksal der anderen Erdlinge entgangen war, aber um die Einzelheiten dieses Geschides hatte sie sich nicht sehr viel gefümmert. Sie hatte es vermieden, darüber nachzudenken. ,, Aber wo sind sie? Wo sind sie hin?" Sie mußte es nicht. Sie teilte ihm zögernd und unvollkommen ihre eigenen zurückhaltenden und ablehnenden Gedanken über diese neuen Entdeckungen, welche die Einbildungskraft der Utopen en: zündet hatte, mit. Das entscheidende Moment mar das Experiment von Ardenn und Chrysolagone, das die Erdlinge nach Utopien gebracht hatte. Dies war die erste Bresche in den bis dahin unüberwindlichen Schranken, die ihr Uniperjum in drei räumliche Dimensionen eingeschlossen gehalten hatten. Dies hatte die Abgründe geöffnet. Dies hatte den Anstoß dazu gegeben, all die neue Arbeit, die nun Utopien erfüllte, zu entfesseln. Es mar die erste Errungenschaft prattischer Ergebnisse aus einem verwickelten Nezmerf von wurden dadurch auf die bescheidenen Entdeckungen auf Erden Theorien und Schlußfolgerungen. Barnstaples Gedanken zurüdgelenkt, auf Franklin, der mit seinem Drachen den Blizz gefangen und abgeleitet hatte, und Galvani mit seinen tanzenden Froschschenkeln, der über das Rätsel staunte, welches die Elektrizität in den menschlichen Dienst eingeführt hatte. Aber es hatte eineinhalb Jahrhunderte gedauert, bis die Elektrizität merkbare Veränderungen im menschlichen Leben bewirkte, da es so menig irdische Arbeiter goh und da die Wege so hindernisreich, langsam und mühevoll maren. In Utopien eine Entdeckung zu machen, bedeutete eine geistige Feuersbrunst entfachen. Hundertausende von Forschern arbeiteten nun in freiem und offenem Zusammenwirten an Hand der fruchtbaren Richtlinien, die Ardenn und Chrysolagone geoffenbart hatten. An jedem Tag und zu jeder Stunde wurden nun den lltopen neue und bis dahin phantaftische Möglichkeiten zwischenräumlicher Beziehungen verständlich gemacht. Mr. Barnstaple rieb sich den Kopf und beide Augen mit den Händen und legte sich dann zurüd, er blickte auf das große Tal unten, das in der untergehenden Sonne allmählich eine goldene Färbung annahm. Er hielt fich für das gesichertfte und gefestigtste aller Lebewesen im Mittelpunft einer von blühender Heiterkeit erfüllten Sphäre. Aber dieser Eindruck einer unendlichen Ruhe mar eine Täuschung. Jener Aller Friede und jede Beständigkeit, die der Mensch tennt oder jemals fennen wird, ist nichts weiter als die glatte Oberfläche eines reißenden Stromes, der mit unglaublicher Eile von einem Wasserfall zum anderen dahinschießt. Es gab eine Zeit, da man von ewigen Bergen sprechen fonnte. Heute weiß jeder Schulbub, daß sie unter dem Frost, dem Wind, dem Regen und der Meeresflut Tag für Tag, Stunde für Stunde dahinschwinden. Es gab eine Zeit, da man von der Terra firma sprechen und die Erde als etwas Festes, Diamanthartes unter den Füßen betrachten fonnte. Jetzt weiß man, daß sie durch den Raum wirbelt, sich um eine freisende blindlings getriebene Sonne dreht, inmitten einem Haufen von Sternen, wie in einer Schafherde. Auch dieser rosige Schleier der äußeren Erscheinung vor Mr. Barnstaples Augen, diese Stille und gleichmäßige Röte des Sonnenunterganges und das große Panorama des Sternenraumes, das unter dem Blau des Himmels hing; auch dies würde nun durchdrungen, durchraft und entzweigeriffen werden den Dingen, die ihn am meisten beschäftigten. Die ausgestreckten Fühler seines Geistes näherten sich ,, Aber wo sind meine Gefährten? Wo find ihre Leichname? Ist es möglich, daß sie noch leben?" Sie fonnte es ihm nicht sagen. Er lag gedankenvoll da... Es war natürlich, daß er einer geistig rückständigen Frau in Pflege gegeben worden mar. Die fortschrittlichen Geister hier hatten in ihrem Leben nicht mehr Verwendung für ihn, als die fortschrittlichen Geister auf Erden etwa für Schoßhündchen. Sie wollte über diese räumlichen Beziehungen überhaupt nicht nachdenken, der Gegenstand war für sie zu schwierig; sie gehörte zu den Mißerfolgen utopischer Erziehung. Sie faß neben ihm mit einer göttlichen Lieblichkeit und Ruhe auf dem Antlig und er empfand sein Urteil über sie mie einen verübten Berrat. Doch hatte er den quälenden Wunsch, die Antwort auf seine Fragen zu erfahren. Er nahm an, daß die Spize des Burgfelsens abgedreht und irgendwie in den leeren Raum hinausgeschleudert wor den mar. Es war unwahrscheinlich, daß die Erdlinge diesmal wiederum gegen einen passenden Planeten stoßen würden. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren sie ins Leere hinausgeworfen morden, in den interstellaren Raum irgendeines unbekannten Universums... ( Fortsetzung folgt.) um sich selbst zu treffen. Auch die Tatsache, daß er dt« chSllei»- maschin« abgezogen hat, will der Verhaftete so erklären, daß«r durch dieses Mittel sich der Verfolgung zu entziehen oersucht Hobe. Berliner Kranke im Solbad Lüneburg. Ein neues Heim der städtischen Betriebskrankenkasse. Die Betriebstrantenkass« der Stadt Berlin hat soeben in der Stadt Lüneburg für ihre Angehörigen ein Kur- und Erholungsheim eröffnet, das für 38 Krank« berechnet ist. Warum man gerade nach Lüneburg gegangen ist, hat seinen guten Grund. Die der Kasse angehörenden städtischen Arbeiter sind vielfach den Unbilden der Witterung derart ausgesetzt, daß sich über kurz oder lang rheumatische Erkrankungen einstellen. Da nun, was wenig be- kannt ist, Lüneburg feit fast 1000 Jahren«ine bedeutende und in der ärztlichen Fachwelt geradezu berühmt gewordene Solquelle sowie schwefel- und eisenhaltige Moorerden besitzt,.entschloß sich die Krankenkasse, sich in Lüneburg anzusiedeln. Sie wurde dabei, wie man anerkennen muß, von der Stadt Lüneburg auf das«nt- gegen kommendste u n t« r st ü tz t. Nicht nur gab die Stadt in Erb- pacht das umfangreiche Grundstück her, sie baute sogar über die vor- doisührende Bahnlinie für die cheiminsasien eine eigene Brücke, die das cheim unmittelbar an den großen Kurpark anschließt. Die Kranken haben auf diese Weise eine geradezu ideale Verbindung zwischen ihrem Heim und den Solbädern. Das Heim selbst, von dem Berliner Architekten Genosien Albert G o t t h« i m e r errichtet, ist in seiner Art sehenswert. Der äußere Ilmriß ist schlicht in braunen Klinkern gehalten. Nur das leuchtende Blau der keramisch gerahmten Tür fällt hier ins Aug«. Die Innenausstattung ist ober ganz und gar auf häusliche Rehag- lichkeit der Kranken gestellt, die auch im Winter die Kur nehmen können. Der Patient wird in seinem Zimmer die vorbildlichste Ein- richtung finden: Doppeltüren, die jeden Schall abfangen, gekachelt« Waschnischen mit fließendem warmen und kalten Wasser, Zentralheizung und Decken- und Tischbeleuchtung. Im Erdgeschoß befinden sich die Tagesräume. Außer dem Speiseraum gibt es einen Tage- räum, Schreib- und Lesezimmer und Billardzimmer. Di« Fenster weisen indanrhrenfarbige' Stoffe auf, die Decken in freudigen Farben gehaltene Bemalung. die Wände verschieden getönt« Täfelung. Alles zusammen gibt eine ungernein behagliche Stimmung. Eine große Liegehalle fchließt sich an diese Räum« an. Das Keller- gefchoß enthält außer der mit allen modernen Einrichtungen wie Gasherd, Gaswärmschrank, automatischen Kühlschrank, elektrischer Kartoffelschälmaschine, Wasch- und Plättküche versehenen Küche die Bäder. Arztraum und einen Raum mit medikomechanischen Apparaten. Dos zweite Stockwerk beherbergt die schönen lichten Räume für die Angestellten des Heimes. Die aus Berlin erschienenen geladenen Gäste konnten mit freudigem Staunen fesfftellen, daß der Detriebskrankenkaffe als Bau- Herrin in ersprießlicher Zusammenarbeit mit dem Architekten, den Baufirmen, der Stadt Lüneburg und den ausführenden Arbeitern «in vortreffliches Wer! gelungen ist. Dieser allseitig sich äußernden Zufriedenheit lieh der Vorsitzende der Kasse, Stadtrat Genosse A h r« n s, beredt« Worte des Dankes und der Anerkennung. Der Oberbürgermeister von Lüneburg Dr. Schmidt nahm mit freund Iichen an die Berliner gerichteten Worten das Heim in die kommunale Obhut und brachte seiner und der Bürgerschaft Freude darüber Ausdruck, daß die Berliner Kasie gerade die alte Bäderstadt Lüneburg ausgewählt habe. Unter den Ehrengästen sah Män den Regierungspräsidenten vou Lüneburg, Genossen Lüde- ..man n, den Vertreter des Oberbürgermeisters Böß, Stadtsyndikus Genossen Dr. Lange und den Präsidenten des Landesorbeitsaintes Genossen Brühl, der früher in seiner Eigenschaft als Vorsitzender d«r Koste den Bau sehr gefördert halle. Roch ein Wetifrifieren. Diesmal gings um