BERLIN Menstag, 3. 10 Pf. Nr. 160 B 60 45. Jahrgang. Erscheint täglich anfer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des„DorwSrrsV B«illg«»rci< für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche, s M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenftr.» }M)i�otU46 »»»eigenpret«: Die einspaltige Nonpareillqeile 80 Pf., Reklameteile s M. Ermäßigungen nach Tarif. PoAscheckkonto! Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? mm Oer Esel als Varadepferd. Oder: Kommunistische Wahrsagerinnen. Die Kommunistische Partei Deutschlands trifft ungeheure Anstrengungen zur Durchführung des bevorstehenden Wahlkampfes.„Kampf gegen Bürgerblock und große Koalition" ist das Schlagwort, in dem die Agitationsrichtlinien der KPD. den sachlichen Inhalt ihrer Wahlarbeit zusammenfassen. Tat- sächlich verbirgt sich aber hinter dieser Parole ein ganz anderes Ziel, nämlich der Kamps gegen Sozialdemokralle und die Republik. Deutschnationale, Deutsche Dolkspartei, Zentrum, Demo- traten werden in den Agitotionsrichtlinien, die volle sechs eng- geschriebene Schreibmaschinenseiten umfassen, kaum erwähnt. Wo das Wort„bürgerliche Parteien" überhaupt auftaucht, da geschieht es lediglich zu dem Zweck, um die angebliche chilssstellung der Sozialdemokratie und der preußischen Regierung zu dem Bürger- block zu„entlarven" und die ganze Stoßtraft der Polemik gegen diese zu richten. Nicht die Schwächung der Reaktion, sondern die Schwächung der großen sozialistischen und demokratischen Arbeiterpartei ist das einzige Kampfziel der angeblichen Arbciterfreunde auf der äußersten Linken. W i e soll nun dieses Ziel erreicht werden?— Eine große Rolle spielt dabei die Radikalisierung der um ihren Arbeitsertrag ringenden Volksmassen. Die Kommunisten wollen die Lohn- bewegungen und T a r i f k ä m p s e rücksichtslos für die Bolschewistenpropaganda ausschlachten und rechnen da aus das wohlwollende Verständnis jener reaktionären Unter- n e h m e r k r e i s e, die in dem zynischen Willen zur Ri-derringung der freien Gewerkschaften die besten Bundesgenossen der KPD. sind. Wörtlich heißt es da: „Die Organisierung großer wirtschaslskämpfe ist die wichtigste und entscheidendste Wahlvorbereitung. Die Radikalisierung der Arbeitermasien ist einer der entscheidenden Gründe, die die parlamentarischen Schwierigkeiten der Bürgerblockregierung sowie andererseits diese parlamentarischen Schwierigkeiten und in der Folge die vorzeitige Reichstags- und Landtagsauslösung die Kampfsiwation für die Arbeiterschaft günstiger gestallen, indem sie die bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien zu Kon- Zessionen zwingen. Wir müssen in der Wahlagitation diese Wechselwirkung der parlamentarischen nnd der Wirtschaftskämpfe den Arbeitermasien zeigen und sie dazu erziehen, daß sie bewußt die Wirtschaftskämpfe zu kämpfen gegen den Bürgerblock steigern." � Sellen hat die Kommunistische Partei offener als hier ein- gestanden, daß sie die Rot der kämpfenden Arbeiter nur für ihre parteipolitischen Ziele ausnutzen will, ohne ernsthast an der Hebung der Notlage zu arbellen! Sehr ausführlich beschäftigt sich dann das amtliche kommunistische Agitationsrezept mit der Sozial- demokratie. Wir entnehmen ihm folgend« Stellen: „In der Agitation ist eine ständig«, sorgfältigere Beobachtung der Gegner, in erster Reihe des Haupt- seindes innerhalb des Proletariats, der Sozialdemokratie, notwendig. Der Agitprop-Apparat muß schlagfertig sofort auf alle plötzlichen Angriffe des Feindes offensiv, sachlich und über- zeugend zu antworten verstehen. Im gesamten Wahlkampf müssen wir eine absolut offensive Linie innehallen. Unser Gegenangriff gegen die Preußenpolitik als die ver- längerte Front des Bürgerblocks muß sich zu 7S Proz. auf die Schlichtungspolitik der Preußenregieruug tonzentrieren, in der sie ihre Rolle als Agent der Bürgerblockregierung und des Unternehmertums auch dem rückständigsten(!) Arbeiter bewiesen hat. Wir müssen die Sozialdemokratie in den Fragen der Miete, Steuern und Zölle, der Kulturreaktion. der Reichswehr, der Personalpolitik angreisen, aber die entscheidende Frage ist die tatsächliche Aufhebung des Streik- und Koalitionsrechts durch die für verbindlich erklärten Schiedssprüche. Dieses abgekartete Spiel der sozial- demokratischen Sewertschastsbureautratie. der sozialdemokratischen Schlichter, der Preußenregierung. der Bürgerblock- regierung und des Unternehmertums, in dem die Schlichter die Zentralfigur sind, bieten die beste Angriffsfläche gegen die Preußenregierung." Die Kommunisten müssen danach fest überzeugt sein, daß die Zahl der politischen Analphabeten in Deutschland über alles (Forßetzuag auf der 2. Settel Der Skandal bei der Reichsbahn, Berichte auf der 2. Seite. Die Polizeischlacht in Prag. In Prag kam es vor einigen Tagen wegen V erschlechterung der Sozialversicherung tu Zusammenstößen mit der Polizei.— Im Bilde: Berittene Polizei geht gegen die Demonstranten vor. Rechts das Hus-Denkmal auf dem ALlstädter Ring. Metalldiebstähle im Großen. -15 Diebe und Hehler verhastei. Seil einem halben Zahre wurden in Großbetrieben Metalle aller Art in größtem Umfange gestohlen. Bei Abschlüsiea ergab sich endlich, daß viel mehr Abfälle, Späne und der- gleichen die Werke verlassen haben mußten, als die Bücher auswiesen. Wo sie geblieben waren, erschien rälselhast. Man wandle sich deshalb an die Kriminalpolizei. Lange und sorg- sälkige Beobachtungen führten zur verhaswng der Diebe. Tüe großen Werk« stehen dauernd mit Firmen in Verbindung, die von ihnen die Abfälle zpr weiteren Verwertung taufen und mit eigenen Fuhrwerken abholen lassen. Kutscher, Mitfahrer und Trans- Portarbeiter dieser Firmen wurden als die Dieb« entlarvt. Die Abfälle wurden in den Kellern der Großbetriebe in Tonnen gefüllt und auf Karren zunächst nach der geeichten Werkswage gebracht und dort abgewogen. Vom Bruttogewicht wurde das Gewicht der Transportgefäße und Karren, das ja feststand, abgezogen und so erhlell man das Nettogewicht. Nach seiner Feststellung wurden die Gefäße auf die Transportwagen ausgeschüttet. Aeußcrlich war alles in schönster Ordnung. Mit der Abholung betraut« Kutscher usw. aber hatten e» verstanden, durch unmerklich« Manipulationen an den Tonnen und Karren deren Gewicht um je S oder 6 bzw. Ig Kilo- gramm zu verringern. Weil nun von der Bruttomeng« das ur- sprünglich festgestellte höhere Gewicht abgezogen wurde, so hatten die Diebe jedesmal«inen entsprechenden Ucberschuß an Metall. Bei 10 Gesäßen machte das schon 50— 60 Kilogramm und bei 10 Karren 100 Kllogramm aus. Wenn man nun bedenkt, daß sich das drei- bis viermal die Woche wiederholte und daß mit«wem einzigen Lastauto 300—400 Zentner abgefahren wurden, so kann man sich vorstelle«, daß im Laufe der Zeit Tausend« von Zentnern den Dieben in die Hände fielen. Um sich den Ertrag, der später mit den Hehlern und allen Mithelfern geteilt wurde, zu sichern, mußten die Diebe ihre Beut« stets schon auf dem Wege vom Werk zu ihrer Firma absetzen. Das war ihnen auch nicht allzuschwer, denn sie waren mit Hehlern, darunter einer größeren Firma in der Friedenstraße, die außer Lumpen auch Abfall- und Altmetalle vertrieb, so eng ver- bunden, daß ein Fernruf während der Fahrt genügte, die Trans- portwayen der Hehler auf den Gegenweg zu bringen. Dazu waren auch Stichworte verabredet, wie„Gruß vom Lockenkopf",„hier Karl Schulze" usw. usw. An der bestimmten Stelle traf man sich dann zum Ileberladen des Mehrgewichtes, das ja die Abfuhrkutscher und ihr« Begleiter immer kannten. Die Hehler verließen sich mrs ihre Lieferanten, daß sie auch schon im voraus ihren Kunden nach deren Bedarf bestimmte Sorten Abfälle anboten. Die.Lieferanten" mußten dann dafür sorgen, daß sie diese Sorten von hier oder dort heranschafften. Sie wurden so mnnittelbar zu den Diebstählen ver- anlaßt. Das Treiben wurde jetzt von der Kriminalpolizei enthüllt, eine große Menge gestohlenes Metall tonnte noch beschlagnahmt werden. 15 Personen. Diebe und Hehler, wurden festgestellt, aber einstweilen auf freiem Fuß belassen, weil alle ge- ständig sind und Fluchtverdacht oder Verdunkelungsgefahr nicht mehr vorliegt. Der Betrieb in der Friedenstraße wurde geschlossen, das ganze Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Bs» telligten werden sich demnächst vor dem Strafrichter zu verantworten h-be»... u........ Die kommunistischen Parolen. Der Der Standal bei der Reichsbahn. ( Fortsegung von der 1. Seite.) Erwarten groß ist. Die Auseinandersetzungen zwischen Marg und Reudell auf der einen Seite und dem preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun auf der anderen sind die kennzeichnenden Mert Dienststrafverfahren gegen Direffor Neumann. Bie bereits mehrfach angedeutet wurde, find gegen das Reichs- richt erstattet. Neumann erklärt, daß er sich durch seine privaten male der ganzen Bürgerblockwirtschaft gewesen. Das haben sogar bahnzentralamt ir letzter Zeit schwere Angriffe erhaben worden, die Geschäfte keineswegs bei der Vergebung von Aufträgen habe be= die Hugenberger entdeckt. Die KPD. glaubt, das alles ihren Mitläufern vor enthalten zu fönnen. Daß im übrigen das Schlichtungswesen eine Angelegenheit des Reiches, nicht aber Preußens ist, das weiß jeder gelegntliche. Besucher einer Gewerkschaftsversammlung. Wenn jetzt die politischen Kurpfuscher glauben, ihre Anhänger für so verfroftelt halten zu können, daß sie mit solchen Mätzchen einen Wahlkampf führen wollen, so wird ihnen wohl einiges Erstaunen nicht erspart bleiben. Wir jedenfalls halten die deutsche Arbeiterbewegung für viel zu hochstehend, als daß wir auf eine Zugfraft derartiger Parolen irgend etwas geben fönnten. Doch wo es an Geist gebricht, da muß die technische Reklame das übrige tun. Die Kommunisten haben ja bekanntlich bereits den Reaktionären die Deutschen Boltslichtspiele( De voli) abgekauft, um so ihre Lichtbilder verbreiten zu können. In den Agitationsrichtlinien fordern sie sogar auf, die Agitation von Mann zu Mann durch eine fühne amerikanische Propaganda zu ergänzen. Betriebszeitungen, Häuserblockzeitungen, große und tleine Plakate, Transparente und Lichtbilder, Reklame auf eigens Reichsgerichtsjuftiz.ins de doig M. Thin ob von der Staatsanwaltschaft ebenso wie von dem durch die Hauptverwaltung der Reichsbahn eingefeßten Ausschuß und die Prüfungstommiffion untersucht werben. Die jetzigen Beschuldigungen gegen Beamte des Reichsbahnzentralamts sind erhoben worden von einem Teil der Industrie selber, die sich zurückgesetzt fühlt. Man behauptet, daß die Verteilung der Aufträge nicht lediglich nach rein fachlichen Gesichtspunkten erfolgt, sondern das zwischen maßgebenden Beamten und Industriefirmen Abmachungen bestehen, die den Leitern der Beschaffungsabteilung private Vorteile zusichern. Im Mittel punkt der Erörterungen steht augenblicklich die Geschäftsführung des Direktors bei der Reichsbahn, Neumann, dem nachgesagt wird, daß er Verträge mit Firmen getätigt habe, die den in Frage fommenden Unternehmen mühelos übermäßige Gewinne gesichert hätten und daß Neumann dafür in indireffer Form Entschädigungen erhalten habe. Die Staatsanwaltschaft in Moabit bearbeit das Material seit langen Wochen, doch ist der Tatbestand nicht so weit geklärt, daß die Hauptverwaltung der Reichsbahn sich wie im Falle des Oberbaurates Schulze dazu hätte entschließen können, Direktor Neumann vom Amt zu suspendieren.. Der schwerste Borwurf, der gegen Neumann erhoben wird, ist der, daß er von einem Dr. Kämpfer, den Inhaber der Firma Betrag von 400 000 m. schuldete, Dr. Kämpfer u. Co. in Glißmarode, die der Reichsbahn einen eine Billa in Neubabelsberg als Miethaus erhalten habe, und daß Neumann dann von dem Direktor Heiurid Warning, mit dem die Reichsbahn ebenfalls stimmen lassen, und daß weder die Eintragung der Hypothek durch Direktor Warning noch die Weberlaffung des Hauses durch Dr. Kämpfer als paffine Bestechung aufgefaßt werden fönnte. Die Untersuchung hierüber ist einigermaßen schwierig, da Direktor Warning sich seit mehreren Wochen im Auslande aufhält und auch in der nächsten Zeit kaum nach Deutschland zurückkehren dürfte, da er geschäftlich stark in Anspruch genommen sei. Erst nach seinem Eintreffen in Berlin wird es möglich sein, diese Befchuldigungen fo genau nachzuprüfen, daß die Behörden hier zu einem Abschluß gefangen können. Die Frage, ab die Berträge, die Neumann übrigens nicht allein, sondern zue sammen mit dem Chef seiner Behörde und Herren der Hauptverwal tung mit der Firma H. Schoner und der Kommanditgesellschaft Heinrich Warning abgeschlossen hat, eine Belastung des Reichsbahndirektors in dem Sinne darstellen, daß die Reichsbahn dadurch geschädigt worden ist, läßt sich ebenfalls nicht ohne weiteres entschei den, da die Abmachungen zivilrechtlich sehr fompliziert liegen. Die beteiligten Firmen erklären, daß die Verträge nicht von Neumann allein, sondern auch von anderen Jeitenden Beamten vorher geprüft und dann unterzeichnet worden seien. Ob die Abmachun= gen faufmännisch der Reichsbahn zum Rugen gereichten, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Hier soll gerade die Tätigkeit der im wesentlichen aus Vertretern der Industrie bestehenden Prüfungstommission einsetzen, um nachzuforschen, ob die Veräußerung der Metalle, die Abgabe von Schrott usw., dem Reichsbahrzentralamt nicht hähere Gewinne abwerfen tönnen. Nach der strafrechtlichen Seite hin untersucht die Staatsanwaltschaft die Angelegenheif, und es muß zunächst das Ergebnis dieser Ermittelungen abgewartet werden, ehe fich hier ein abschließendes Urteil geben läßt. * fur enger geſchäftlicher Beziehung feht, 400 000 m. erhalten habe. ita dor Redatitionsichtuks mitgeteilt wird, bat die weifere mit dem das in Keubabelsberg von Direktor Eigentum erworben sei, während Warning dieses Geld als Hypothek auf das Grundstück habe eintragen lassen. Dieser Fall, der ziemlich verwickelt liegt, beschäftigt die Untersuchungsausschüsse eingehend Direffor Neumann ist über diese Beschuldigung am gestrigen Montag nem Untersuchungsrichter während des ganzen Tages vernommen worden und Geheimrat Beŋer von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat Generaldirektor Dorpmüller heute vormittag über diesen Fall eingehend BeOs paistilo Nachdem tatsächlich festgestellt ist, daß der Ritter Traugott v. Jagow an der Jungfrau Ger mania das Verbrechen der versuchten Nofzucht verübt hat, w'r genannte Jungfrau verurteilt, für diese Mühewaltung ihrem Schänder eine lebens längliche Rente zu zahlen. Bon Rechts wegen! zu mietenden leeren Häuserwänden find die Mittel dazu. In wöchentlichen Zellenfihungen will man die Barofen schmieden, deren Wir furz Untersuchung der Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung des Reichsbahnzentralamtes dazu geführt, daß gegen den Reichsbahndirektor Neumann das förmliche Dienstverfahren eingeleitet und die vorläufige Amtsenfhebung verfügt worden iff. Der unter dem Vorsitz des Reichsbahndirektionspräsidenten Eth- Karlsruhe arbeitende Untersuchungsausfchuß ist im engsten Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft bemüht, vollständige Aufflärung herbeizuführen. Hoffnung auf Segen. Französische Wünsche für die Regelung der Reparationsschulden. Paris, 3. April.( Eigenbericht.) Der Matin" veröffentlicht interessante Einzelheiten über die Möglichkeiten der praktischen Durchführung einer Mobilisierung der deutschen Eisenbahn- und Industrieobligationen im Zusammenhang mit der Liquidierung der interalliierten Schulden. Nach dem Bericht des Bariser Blattes fall die deutsche Reparationsschuld von 132 auf 32 Milliarden Goldmark reduziert werden. Diese Schuld verfällt dann in zwei gleiche Teile von je 16 Milliarden Mart, von denen der erste Teil durch Mobilisierung von 11 Milliarden Eisenbahn- und 5 Milliarden Industrie- Obligationen gedeckt, der andere Teil dem deutschen Reichshaushalt zur Last fällt und in der wirklichen Form von Sachlieferungen hauptsächlich an Franfreich und Belgien zur Biedergutmachung der Kriegsschäden abgeführt werden foll. Die Mobilifierung der Eisenbahn- und Industrieobligationen wird zur Zurückzahlung der inter alliierten Schulden an die Bereinigten Staaten dienen. Die Ver: einigten Staaten müßten in der Schuldenfrage, was die Höhe der Leiftungen anbetrifft, entgegenfommen, hätten aber den Vorteil, daß die Schulden nicht wie bisher in 62, sondern binnen weniger sein Der„ Matin" glaubt, daß die Verpolitischen Kampfes und die Schlagwirfung des flimmernden Bildes ſizen vor der Leinwand und laffen den Film vor ihren Augen ab= rollen. Herrn von Reudells Ministerium hat sie nicht geboren. Sie wissen: was hier im Bild vorbeizittert und Einlaß fordert in Auge, Herz und Verstand, das wird in diesem Wahlkampf hundertmal, tausendmal in Worten gesagt werden ohne Berbot, ohne Zensur. Aber sie sind Diener, find Beamte, einer Institution, Erefutoren eines Gefeßes, das den Film unter ein Ausnahmerecht stellte, ohne seine Verwendung im politischen Rampfe norauszusehen. Und nun ist er da: der erste deutsche Wahlfilm, der Film der sicheren Siegerin in diefem Hilf, heilige Senfur! Kampfe, der Film der deutschen Sozialdemokratie. Und Männer mit tiefem Verständnis für die Notwendigkeiten politischen Kampfes müffen mit dem Finger auf die Baragraphen ihres Gesezes tippen und schreiben: Folgende Teile sind verboten: eine Dame, ein Mann mit Schnurrbart beugt sich über sie. Länge 3,35 Meter... ein nerzerrter Hindenburg auf der Schulter ThälLänge 4,50 Meter". Und das, was nicht im Film gezeigt werden darf, das darf gesprochen werden. Das darf Das darf manns Aenderung fich ja sehr bald als notwendig erweisen wird. Die Bereinigten Staaten einem Appell Europas sich nicht verschließen fogar vorher im Lichtbild vorgeführt werden, wie die morgige sammlungen sollen möglichst so aufgezogen werden, daß mindestens würden, wenn die Reparations- und Schuldenfrage in wirklich praf. Uraufführung des Films im Berliner Lehrervereinshaus beweisen immer 80 Pro3. Nichifommunisten dabei sind. Klavierspiel, Rezitationen und andere Darbietungen sollen benutzt werden, auch wenn manche Genoffen das auch als eine Abweichung vom Leninismus" empfinden sollten. Als größte Attraktion wird empfohlen, Trupps zu öffentlichem Theaterspiel auf Straßen und Höfen zu bilden: ,, An einem Tage fritt vor etwa 40 Betrieben Berlins je ein republikanischer Esel auf Leinwandverkleidung wird durch uns geliefert) bzw. ein anderes Tier, das eine Wahlrede hält, natürlich mit entsprechender Bedeckung. Ein Trupp von 5 bis 10 Genossen mit Klappstühlen, jeder Vertreter einer politischen Partei, hält stehend eine Wahl= agitationsrebe, nachher sitzend eine Barlamentsrede, um den Gegensatz zwischen Versprechungen und ihrer Nichteinhaltung zu demonstrieren." So geht es fort mit turnerischen Vorführungen, die die Sozialdemokratie als Stüßen des Bürgerblocks vorstellen sollen; schließlich follen fogar Wahrsagerinnen antreten, um der Kommunistischen Partei zu der ihr gebührenden Rolle zu verhelfen. Man sieht, die KPD. geht aufs Ganze. Sie fämpft für eine schlechte Sache; daher will fie ben Inverstand mit allen Mitteln einzufangen fuchen. Um so wichtiger ist es, das ganze Machwert niebriger zu hängen. Die politisch denkende Arbeiterschaft jedenfalls wird fich von diefen amerikanischen Methoden der Berleumdung mit Entrüstung abwenden und den politischen Clowns in dem mit Sowjetgeld bezahlten Gewande eines Esels oder einer Wahrsagerin die notwendige Antwort geben. Metallarbeiterföhne werden erhöht. - in Köln. Durch eine Vereinbarung Dutch freie Vereinbarung zwischen den Gewerkschaften und dem Urbeitgeberverband der Metallindustrie wurden für Köln mit Wirkung vom 1. April ab Gruppenlöhne in der Metallindustrie um 8 bis 10 Pf. pro Stunde erhöht. Die Löhne der Hilfsarbeiter er höhen fich um 7 Pf. die Stunde. Die Löhne der Arbeiterinnen betragen in Zukunft 75 Broz. der Löhne ihrer Berufsgruppen. Für die Attordarbeiter wird eine Sonderzulage Don 4 Bf. bewilligt, ebenso für die Hilfsarbeiter. tischer Weise gelöst würde und auch die europäischen Schuldner gewisse Opfer brächten. # Diese Vorschläge stammen aus amerikanischen Finanzkreisen, die mit dem Berkauf der deutschen Eisenbahn- und Industrieobligationen auf dem Weltkapitalmarkt ein glänzendes Geschäft zu machen gedenten. Der Matin" hat sie der New York Times" entnommen, deren Pariser Vertreter fie am 23. März nach Amerika hinüber: brachte. Politisch ist an ihnen wichtig, daß Poincaré sich die Gedankengänge der amerikanischen Finanzleute über eine gemeinfame Regelung der Schulden- und Reparationsfrage anscheinend zu eigen gemacht hat. Spielte er doch bereits in seiner Sonntagsrede auf diese zusammenhänge an. So erfreulich das Abrücken Poincarés von der firen Idee ist, daß Deutschland 132 Milliarden zu bezahlen habe, wie es der Londoner Zahlungsplan 1921 feftfette: eine aktuelle Bedeutung haben die amerikanischen Anregungen noch nicht. Erflärt man doch bereits in Washington scharf, die Bereinigten Staaten hielten nach wie vor daran fest, daß deutsche Reparationen und alliierte Schuldenregelung zwei völlig voneinander getrennte Dinge sein und bleiben müßten. Bevor der neue amerikanische Präsident fein Amt antritt, was erst im März nächsten Jahres der Fall ist -ist an eine ernsthafte Disfuffion des Weltschuldenproblems zwischen den Regierungen nicht zu denken. Filmzensur in Nöten. Der erste Wahlfilm vor der Prüfstelle. In Herrn von Reudells Ministerium läuft's durcheinander. Telephone raffeln. Köpfe steden sich zufammen. Nervosität haftet durch die langen Korridore... Ungeheuerliches ist geschehen: Die Sozialdemokratische Partei hat einen Wahlfilm, einen richtig gehenden politischen Tendenzfilm zur Zenfur eingereicht den ersten deutschen Wahlfilm überhaupt! Ben Atiba wackelt mit dem Kopf. Der Reichskommissar für die öffentliche Sicherheit" wird bemüht. Das Baterland ist in Gefahr. Der Bürger blod ist in Gefahr. Ein Wahlfilm! Ein richtiggehender Wahlfilm- hilf, heilige Zensur! Soll dieser Wahl. fampf wirklich mit Filmen, Lautsprechern, Grammophonplatten, Bildbändern und derlei Teufelstram ausgefochten werden? Jawohl er soll es er wird es und heute ist Zenfurtag Menschen mit tiefem Berständnis für die Notwendigkeiten wird. Männer, denen es ernst ist um die politische, um die staatsbürgerliche Erziehung der Jugend, haben diesen Film für Jugendliche verbieten müssen, weil der Vertreter der Jugendlichen vor der Zenfurtammer es in entrüsteten Worten forderte. Er, der Jugendliche einer anderen Weltanschauung, fand die Karikatur feiner eigenen Partei„ verhegend", und der wundersame Schluß des Films, in dem sozialdemokratische Jugend über Stacheldraht und Grenzpfähle hinweg die Hände ineinanderschlingt, hat ihn nicht versöhnt. Für Jugendliche verboten!" Ist das nicht eine Raritatur auf das so ernst gemeinte politischen Tendenzfilm aus dem Gesetz herauszunehmen? -Filmzenfurgefeß. Bäre es nicht an der Zeit, den Wahlfilm, den Biel unnüze Arbeit, viel Gelächter blieben uns erspart, bliebe der deutschen Republik erspart. Und sie soll doch Siegerin sein in diesem Kampf! Verstopfung der Güterbahnhöfe. Neue Verhandlungen im Speditionsarbeiterfireif. Wie wir erfahren, hat der Borsigende des Schlichtungsausschuffes die Arbeiter und Unternehmer des Spediteurgewerbes zu heute nachmittag 5 Uhr zu neuen Berhandlungen geladen. Die Streitleitung hat den einzelnen Firmen genügend Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt, um leicht verderbliche Waren von den Bahnhöfen abzurollen. Auf den Bahnhöfen beginnen sich bereits die übrigen Waren anzuft auen, so daß in wenigen Tagen mif einer vollständigen Berstopfung der Güterböden zu rechnen ist. Bon der Lokomotive erfaßt. In der Nähe des Bahnhofes Charlottenburg er eignete fich heute in den frühen Morgenstunden wieder ein tödlicher Unfall. Der Arbeiter Albert Korilla aus der KaiserFriedrich- Straße 47 in Charlottenburg, der bei der Firma Bolensti und Zöllner beschäftigt ist, die dort bereits seit längerer Zeit Umbauarbeiten vornimmt, wurde von der Lokomotive eines herannahenden Personalzuges erfaßt und überfahren. Der Berunglückte hatte so schwere Berlegungen erlitten, daß er von den zu eilenden Arbeitskollegen sterbend von den Gleisen ges tragen wurde. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Die rote Nach einer Wahl Im südlichst«» Teile Ostpreußens war es, in Masurvn. nicht weit von dem Flecken Tonnenberg, das durch die große Schlacht gegen die Russen so bekannt geworden ist. im Jahre 1913, in dem Jahre, da eine Wahl die andere hetzt«. Die Dahlagitatoren waren durchs Land gesaust, zu Rad oder im Auto, und hatten ihre Wahlreden geschwungen, der eine für „rechts", der andere für„links", und das Ende vom Liede war. daß es den Landleuten ganz wirr im Kopfe war. Denn was verstanden die guten Masuren damals von Politik? Wer hatte sich früher groß um Wahlen gekümmert? Sie hatten eben immer treu nach An- weifung ihres Herrn Oberamtmannes oder des Herrn Ritterguts- besitzers.gewählt" und damit ihrer Pflicht— soweit es sich um Politik handelte— Genüge getan. Sie waren sich ja darin einig, sie waren froh, daß der Krieg zu Ende war und sie nun wieder im Trockenen saßen. Und die Politik?— die ließen sie die Berliner machen. Bon den vielen Parteisekretären und Agitatoren hatte ja schließlich ein jeder recht! Kam da mal einer von„links", ja, der Kerl hotte eigentlich sehr recht und ihnen ganz aus der Seele ge- sprachen: kam aber einer von„rechts", st» hatten sich bestimmt auch die Grohgrunddesitzer eingefunden, und man mußte wohl oder übel zugeben, daß der auch recht hatte. Jedenfalls, sie hatten zur Rot ihr Auskommen und damit waren sie zu bequem zum Nachdenken über Politik. Und über die Wahlen? Na, die richtigen Stimm- zettel wurde ihnen Herr Emil fchon besorgen. Herr Emit war nämlich Jäger und Diener und Chauffeur, alles m einer Person, bei Herrn General von Dunkel, Rittergutsbesitzer auf Klein- und Groß-Gribschinnen, und da Herr Emil in seinen Eigenschaften als Jäger und Diener und Chau-ifeur zur allernächsten Umgebung des Herrn General gehörte, stand«r bei den Köthnern und Büdnern und Bauern in hohem Ansehen. So waren sie denn auch jedesmal hingezogen zum Wahllokal und hatten fleißig den Stimmzettel in die Urne gelegt, den Herr Emil ihnen in die Hand gedrückt hatte. Nun waren die Wahlen— voraussichtlich— für ein« ganze Weil« vorbei, und die guten Masuren hatten wieder ihre Ruhe. Anders war«s bei den Herren Großgrundbesitzern. Heute saßen die drei Rittergutsbesitzer,«eiche den Wahlbezirk Sribfchinnen ge- bildet hatten, im Städtchen im.Königlichen Hof" zusammen, um das letzt« Wahlergebnis bei einer Flasche Rotspohn eingehend zu besprechen. Stimme. „Die Leute kommen eben wieder zur Bcrnunst." sagte der eine, „denn wenn man bedenkt, wie die beiden ersten Wahlen ausgefallen waren, ganz rot! Wohin sollte das auch führen? Jetzt sieht man doch wieder den Fortschritt, die Einsicht, denn die letzte Wahl hat uns doch«inen glänzenden Rechtssieg gebracht." „Ja, bis auf eine einzige Stimme!" mischt« sich jetzt der Nochbar ein,„die ein« einzige rote Stimm«! Aeh, lieber General, die ist doch bestiimnt nur von ihrem Emil! Dieser Kerl ist doch schon immer rötlich angehaucht gewesen? Dem Bengel hätte ich längst den Laufpaß gegeben, ihn längst zum Teufel gejagt: es gibt doch jetzt so viel« abgebaute Offiziere, äh, mit anständiger Gesinnung, die den Posten des Emil bei Ihnen, lieber General, mit Kußhand über- nehmen würden, und wir hätten wieder einen verläßlichen Menschen mehr!" Bisher hatte der Angeredet« schweigend zugehört, jetzt aber schickte er den„Ober" mit der Bestellung einer neuen Pulle außer Hörweite und begann schmunzelnd:„Meine Herren, was Sie mir da vorschlagen, zeigt mir, daß Sie kein« Diplomaten sind. Den Emil entlassen? R«, solang« ich lebe und... solange wir noch Wahlen haben werden, ausgeschlossen! Ick) will Ihnen jetzt er- zäPen,— Diskretion natürlich selbstverständlich—, wie das mit unseren Wahlen zugegangen ist. Sehen Sie, der Emil mit seiner verd... roten Gesinnung hatte zu den ersten beiden Wahlen die ganze Bande mit roten Stimmzetteln versorgt und ihnen die anderen abgenommen. Daher der groß« Mißerfolg unserer ganzen Werbe» tätigkeit. Ich war dahinter gekommen und nahm mir den Bengel vor: Hör« mal, alter Bursche, ich weiß, du sehnst dich schon lange nach einer neuen Doppelflinte. Die sollst du haben! Aber... du sorgst erst dafür, daß es bei der nächsten Wahl kein« rote Stimme mehr gibt. Du bekommst dann sofort ei« neue Doppelstinte und noch außerdem 1011 Mark von mir. Mer, wohl verstanden, keine einzige rote Stimme darf dabei sein! Und, meine Herren, der Emil hat's geschafft. Er hat den ganzen Kram geschmissen.„Rechts" hat in unserem Bezirk glänzend gesiegt, und Emil muß bleiben!" „Ja, aber die eine rote Stimme?" „Aber, Herrschaften, die stammt doch von mir selbst. Die einzige rote Stimm« habe ich doch selbst abgegeben. Ich wußte, Emil schafst's. Und wenn keine rot« Stimme dabei gewesen, dann hätte unser Sieg mich bar« 100 Marl und noch'ne neu« Flinte gekostet. Ra, so dumm sind wir nicht. Prost!" ,3 Hinter wieder Mietwucher. Hauptsache die Vermittlergebühr. Alle Transaktionen, die das Gebiet des Wohnungswesens be- tresfen, haben den Geruch der nicht immer ganz einwandfreien Ge- jchästsgebarung. Tausch, Kauf oder Verkauf einer Wohnung ran- gieren unter die sogenannten„Gelegenheitsgeschäste", deren Zustande- kommen selten auf der Basis rein kaufmännischer Kalkulation beruht. Kein Wunder, wenn die Unternehmer bzw. ihre Agenten, denen man die Bermittlung solcher Wohnungsangelegenheiten überträgt,, sich diese nicht streng sachlich liegende Situation zunutze machen. So beträgt z. B. die vertragsmäßige Provision für die Vermittlung einer Tauschwohnung S Proz. der ersten Jahresmiete. Bei Abschluß eines Auftrages ist an den Vermittler eine Gebühr von 20 M. zu entrichten, die späterhin bei Zustandekommen des Tausches von den vertragsmäßigen 5 Proz. in Abzug gebracht wird. Nachdem derartige Tauschongelegenheiten sich naturgemäß endlos lange hinziehen können, proponieren die Jmmobilien-Aermittlungs- geschäft« ihren Kunden zur rascheren Abwicklung des Geschäftes den Abschluß sogenannter Eilaufträge, bei welchen die Vermittler. ge b ü h r 3 0 M. beträgt, die jedoch von der eigentlichen Proviswns- summe nicht in Abzug gebracht wird. Dafür verpflichtet sich der Ver- mittler, den Auftroggeber durch besonders eilige Behandlung der Angelegenheit im Berlauf weniger Wochen in die Möglichkeit eines Wohnungstausches zu oersetzen. So lautete wenigstens die Oiferre eines solchen Bermittlungsbureaus im Berliner Westen. Die Auf- troggeberin, die infolge schlechter finanzieller Derhältnisie gezwungen mar, so rasch als möglich ihren Hausstand zu verkleinern, erteilt« dem Vermittler einen solchen Eilauftrag und bot ihn, die verlangte An- zahlung von 30 M. in zwei Teilbetrögen zahlen zu können, womit sich dieser auch einverstanden erklärte. Bei Empfangnahme des ersten Teilbetrages versicherte er der Austraggeberin nochmals, daß Smyma und seine Umgebung wurden am 31. März durch ein schweres Erdbeben heimgesucht. Zahlreiche Gebäude stürzten ein. Bisher wurden über hundert Tote gemeldet. Unser Bild zeigt den berühmten Uhrturm in Smyrna, der ebenfalls dem Erdbeben zum Opfer fieL er die Angelegenheit ganz eilig behandeln wolle und sie durch be- sondere Agenten, die ihm zur Verfügung stünden, binnen kürzester Zeit in den Besitz einer Tauschwohnung setzen würde. Als zehn Tage vergangen waren, ohne daß die Betresfende irgendwelche Nach- richt von dem Vermittler erhalten hatte und sich über den Stand der Dinge erkundigte, wurde ihr bedeutet, man könne erst nach Er- halt der vollen Anzahlung etwas unternehmen. Als sie sich daraufhin auf die ihr durch den Vermittler gemochten Angaben berief, oertröstete man sie und wollte die Sache wiederum„sofort in Angriff nehmen". Inzwischen waren weitere drei Wochen verstrichen, ohne daß auch nur ein einziges Tauschobjekt angeboten worden wäre. Mit groben Worten verweigert der Vermittler die Rückgabe der An- zahlung. Diese Art des Kundenfanges ist ziemlich durchsichtig und es wäre wünschenswert, daß dieses Vermittlerwesen in reellere Bahnen gelenkt würde. Reklamationen und Klogen der geprellten Auftrag- geber scheinen den Herren Vermittlern nichts neues zu sein. Sie wissen genau, daß si« ihr« Kunden fest in Händen haben, weil diese ja eine Veränderung ihres Wohnungsstandes, hauptsächlich wenn es sich um eine Wohnungsverkleinerung handelt, sehnlichst herbei- wünschen. Die Aufgaben des kommenden Reichstages. Auf der vom Kreis Kreuzberg einberufenen Beriveterversamm- lung. die am Montag in Rabes Festsälen abgehalten wurde, nahm der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Artur Cri spien dos Wort zu längeren Ausführungen über die Aufgaben der Sozial- demokratie in kommenden Reichstag. Der Redner verstand es, in geschickter Form die von den Deutschnationalen geleistete Arbeit dem großen Aufgabengebiet, das im kommenden Reichstag erledigt wenden soll, gegenüberzustellen. Di« deutschnationalen Minister haben es nicht fertig gebrocht, wenigstens die großen Gesetzesvor. lagen, auf deren Verabschiedung seit Jahren gewartet wird, dem Reichstag vorzulegen. Eine Reihe neuer Gesetze sind dringend not- wendig, weil die bestehenden längst veraltet sind. So muß als eine der wichtigsten Arbeiten das Straf- und Eherecht neu gestaltet werden. Auch die endgültig« Gesetzvorlage über den Reichswirt- schaftsrat, der seit Jahren nur.vorläufig' arbeiten kann, ist wichtige Arbeit für das neue Parlament. Auch das Betriebsrätegesetz muß vervollkommnet und ein neues Arbeitsschutzgesetz geschaffen werden. Im Arbeitsschutzgefetz sollen alle Schutzbestimmungen über die Frauen- und Kinderarbeit aufgenommen werden. Der Bottrag fand lebhoste Zustimmung. Der Vorsitzende des Kreises, Schweikardt, referierte dann über die Kandidatenausstellung zum Reichs- und Landtag. Es wurden für jedes Parlament Vorschläge an den Be- zirisoorstnnd weitergegeben. Oer neue Sowjetfilm. Tauen tzien-palast. Dieser neue Film E i s» n st e i n s, der im Anschluß an das Buch des amerikanischen Reporters John Reed„Zehr Tog«, die di« W-lterschütterten" heißt, dient in viel\ zerem Maße noch als der Pudomkin-Film der Glorifizierunz des Bolschewismus. Das rächt sich auch auf künstlerischem Gebiete. Der„Potemkin" bot eine einheitliche, geschloffen« Handlung, die jeden Freund der Freiheit und des Proletariat» ergreifen mußte, auch„Das End« von St. Petersburg" hatte trotz der Patteitendenz stark ans Menschliche greifende Seiten. Aber diese zehn Tage sind ausschließlich eine be- wußte Pattetsache, sie geben einen Abriß der russischen Geschichte vom Februar bis Oktober 1917, und zwar überwiegend �eine.i politifch-militärischen. Hier fehlt ganz das Jntereffe an dem Schick- sal einzelner Menschen: wohl spielt die Masse entscheidend mit, aber im Vordergrund stehen doch die politischen Führer. Der Film denkt gar nicht daran, die komplizietten russischen Problsme und ihre ökonomischen Grundlagen klarzulegen, er nimmt bewußt Pattei für die Bolschewisten und macht alle ihre Gegner lächerlich, zum Teil auf sehr billige Weise. Gerade im„Potemkin" war die kühl« Ob- jektioität, mit der auch die Gegenseite behandelt war. äußerst er- sreulich und von größter künstlerischer Wirksamkeit. In den zehn Togen ist K'erenski ein eitler Narr, dessen Wesen durch«inen schillernden Pfau symbolisiert wird oder auch durch«ine Nachäsfung Napoleons. Nicht viel besser geht es den Menschewiken und Sozial- revolutionären, die bekanntlich das Geschick Rußlands durch die da- mols bevorstehende konstituierende Derstunmlung bestirmnen laffen wollten und den militärischen Putsch der Bolschewisten ablehnten. Sehr ergötzlich ist es, wie der Film sich um die histottsche Wahrheit drückt, selbst wo Bolschewiken in Frage kommen, die heute in Un- gnade gefallen sind: Trotzki. Sinowjew u. o., die damals eine her- vorragende Roll« spielten, sind im Film ausgemerzt. Trotzkis Kopf scheint nur einmal aufzutauchen, aber sonst ist aller Glanz um Lenin gesammelt. Eisenstein müßte nicht der Regisseur de»„Potemkin" sein, wenn er nicht auch in diesem Fall« seine Klaue gezeigt hätte. Aber der unsilmische Stoff hemmt« ihn. Wohl kann er seiner Vorliebe für Moschinen freien Laus lassen, die große Petersburger Hebebrücke, die die Arbeiterviertel ocnn Stadtinnern trennt, dient als Glanzstück in seiner Regie. Er kann natürlich im übrigen mit einem unge? heuren Apparat auswarten, er hatte alles zur Berfügung. um den historischen Rahmen der Geschichte darzustellen, dos Panzerschiff Aurora wirkt mit, und hunderttauseick» Menschen werden auf die Beine gebracht, um den ersten fehlgeschlagenen Aufstand der Bolsche- wiken vom Juli und dann vor allein den Sturm auf das Winter- palais zur Darstellung zu bringen. Wie in allen russischen Filmen wird der Ausschnitt meisterhaft gehandhabt und die Szenerie der Lokalitäten, insbesondere des Smolny und des Winterpalais, gründ- lich ausgenutzt. In zahlreichen Einzelheiten erkennt man den Eisen- stein von früher wieder, z. B. in der Tanzverbrüderung der kauka- fischen Truppen mit den Bolschewiken: aber wo er der politisckxn Tendenz allzu sehr dienen will, gerät er in die Gefahr der gesuchten Effekthascherei. So z. B., wenn er alle möglichen Götter- und Götzenbilder aufmarschieren läßt, um die angebliche Einheit des Vaterlandes zu verspotten. Recht lebendig wird Elsenstein erst, wenn er die Moffe in Bewegung setzen kann, und dies tut er in einem sehr übertreibenden Sinne bei der Eroberung des Winter- palais. Edmund Weisel hat, wie zum.Potemkin". auch in diesem Film die Begleitmusik komponiert, auch er scheint dem Stoff er. legen zu sein, dies« Musik hat keineswegs den aufpeitschenden und sortreißenden Charakter wie die zum„Potemkin". D. Oeulsche Glückwunschtelegramme au Gorki. Nach einem in Möttau eingetroffenen Schreiben hat Gorki zu seinem Gebuttttage auch Glück- wunschtelegramme von sührenden deutschen Persönlichkeiten erhalten, darunter von Hauptmann. Max Reinhard, der Berliner Universität und dreißig deutschen Prosejjoren. Kleine Affären großer Leute. Amerikanischer Versager im Gloria-palast. Regisseur und Schauspieler führen einm heldenhaften Kamps gegen das Manuskript. Verheißungsvoll ist der Einsatz. Stürmische« Tempo, wildbewegte Moffe, aus der sich ollmählich die Haupt- darsteller lösen. Kein toter Punkt dank der Regie Bucha- w e tz t i' Es sieht so aus, als ob sich ein unterhaltsame» Lustspiel entwickeln sollte. Eine südamerikanische Stadt hat«inen neuen Gouverneur erhalten, einen Trottel, der sich einbildet, ein großer Do» Juan zu sein. Roy d'A r c y stellt schon in der ersten Szene mit unbetonter Neigung zur Groteske das Potträt dieses Menschen völlig geschloffen hin. Ein kleines Mädchen durchbricht die Reih« der absperrenden Matrosen, beißt und kratzt und benimmt sich wie Mary Picksord in ihren besten Augenblicken. Alle Voraussetzungen für ein« groteske Komödie sind gegeben. Doch es lommt anders, es wird entschieden sentimental: denn der zerkratzte Matrose verllebt sich in die klein« Dame, und auch der Gouverneur ist nicht abgeneigt. Nun entwickelt sich olles programmäßig: Rivalität, Desettaiion, beinahe Mord, beinahe Versühnmg, rauschende Küste unter Kirschbaum- blüte, Begnadigung und unentwegt glückliches Ende auf einem Ozeandampfer. Das ist Schema und billiger Kitsch. Und die Regie, die mit Versprechungen beginnt, versandet. Immerhin versügt Buchowctzki über das genügende künstlerische Format, um zu sentimentale Gesühlsergüss« abzudämmen. Jede große Szene, di« er zeigt, ist meisterhaft abgestust und gesteigert, und doch hinterläßt das Ganze«inen peinlich gequälten Eindruck. Mae M u r r o y spielt die 5)auptrolle. Sie weint und lacht prachtvoll echt und daneben bevorzwgt sie Bewegungen einer Operettendioa und verfällt dabei in wilde Theatralik, die besonders unangenehm gegenüber der Ruhe und Wahrheit ihres Partners Lloyd 5) u g h e s auffällt. Rein, Regisseur und Schauspieler entscheiden nicht allein den Erfolg, das Manuskript bleibt mitbestimmend. Der Import diese» Film» war überflüssig, denn Deutschland produziert selbst schon zu viele schlechte Filimnanuskripte. F. S. Die Freude am Bilde. Vortrag in der deutschen Kunstgemeinschast. Für den«nverbildeien. aber für Kunst empfänglichen Menschen bedeutet dos Kunstwerk kein Geheimnis. Es ist Unsinn zu glauben, daß ein besonderes gelehrtes Wissen notwendig sei, wenn man Kunstwerke verstehen wolle. Die oberflächliche Massenschulung auf dem Gebiet- der Kunstgeschichte hat leider dazu geführt, daß viele Menschen das natürlich« Sehen verlernt haben. Max D e r I be- mühte sich in einem Vottrag, den er im Rahmen der„Deutschen Kunstgemeins chaft" hielt, zu zeigen, was wirklich«„Freude am Bilde" heißt. Er brachte im Lichtbild Reproduktionen von Gemälden aus den verschiedensten Stil- und Zeilepochen, an denen er di« Sprache der Bilder etläuieri«. Man kann jede« Bild be- schreit-«» nach Farbigkeit. Formengebung, Art der dargestellten Dinge. Doch unter dieser Oberfläche— und ebenso klar erkennbar wie diese— ruht der Gefühlsausdruck, den das Wert für den Künstler bedeutete. Und jedes Bild, das auf einem Beschauer ein- wirkt, tut das, indem es in ihm Gefühle weckt, die denen seines Schöpfer, verwandt sind. J« unvoreingenommener der Betrachtende vor dem Werk steht, desto klarer wird es sich ihm offenbaren— vorausgesetzt, daß er imstande ist, die starten Gefühle de» Künstlers nachzuerleben. Ist der Mensch dagegen nur banaler Alltags- empsindungen sähig. so wird er auch in der Kunst sich von ihnen airgezogen fühlen und also das färb- und strukturlos« Werk, den Kitsch, bevorzugen. Freude an wahrer, starker Kunst heißt aber immer Freude am Kunstwerk, nicht am Künstler. Auch der be- deutende Künstler schofjt neben Gutem Minderwertig«,. Wer«in Bild wirklich nacherlebt, wird das wertlose auch dann als wertlos erkennen, wenn ein berühmter Name über diese Tatsache hinweg- täuschen mochte. T«. Gelehrte aller Länder... find in Deutschland willkommen. Die bekannte Kaiser- Wilhelm- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, deren Ziel es ist, namhaften Forschern die Möglich feit zu geben, sich fast ausschließlich der reinen Forschung zu widmen, hatte vor kurzem der Presse Gelegenheit gegeben, die Arbeitsstätten für Silikatforschung( Erforschung der natürlichen Gesteine, Keramik und Zemente), Faserstoffchemie und das neue Institut für Antropologie zu besichtigen. Bei dieser Gelegenheit hielt der Präsident der Gesellschaft, Exzellenz v. Harnad, eine beachtenswerte Ansprache, in der die neuen Pläne fennzeichnend sind, die in der nächsten Zeit veröffentlicht werden sollen. So wird mit Unterstützung der Reichsregierung und der preußischen Regierung in Dahlem ein Gasthaus, ein Institut zur Aufnahme ausländischer Gelehrter errichtet werden. Hier sollen folche jüngeren ausländischen Gelehrten Arbeitsstellen finden, von denen die deutschen Wissenschaftler etwas lernen fönnen, und die umgekehrt auch von Deutschland Anregung für ihre Arbeitsgebiete empfangen können. Um den Verkehr unter den Wissenschaftlern anregend zu gestalten, werden im neun Haus infache, aber angenehme Klubräume usw. vorhanden sein. Man beabsichtigt in diesem Hause auch in der Zukunft die Mitglieder der Gesellschaft mit Vertretern der Wirtschaft und der Politik zusammenzuführen und so den Gefichtskreis der auf ihren Spezialgebieten Arbeitenden zu erweitern. Die Gesellschaft beabsichtigt fernerhin, in Heidelberg ein Inftitut für medizinische Forschung zu errichten. Hier sollen eine Zentrale für die physikalische, chemische und physiologische Forschung in Zusammenhang mit der klinischen Forschung entstehen. Das Reich, die badische Landesregierung und die Stadt Heidelberg bringen die Mittel für dieses Institut auf. In großzügiger Weise beabsichtigt man, das Inftitut für Hinrnforschung auszubauen. Es soll im zu fammenhang mit den bekannten Anstalten in Buch gebracht werden. Man hofft, hier ein Werk zu schaffen, das in der Welt einzig dasteht. Das bekannte Institut für Arbeitsphysiologie soll nach Dortmund- Münster verlegt werden. Eine sehr interessante Anstalt entsteht bei Müncheberg in dem Institut für Züchtungsforschung. Hier wird u. a. ein kleines Mustergut errichtet werden. Man beabsichtigt hier, die Erfahrungen der theoretischen Vererbungswissenschaft für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Es handelt sich hier um das erste Institut, das die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft errichtet. Endlich hat die Rockefeller- Stiftung die Schaffung eines eigenen Heims für das Institut für Psychiatrie in München ermöglicht. Das neue Gebäude wird bereits am 13. Juni im Anschluß an die Theater, Lichtspiele usw. Dienstg, 3. 4. 28 Staats- Oper Am Pl. d.Republ. 8 Uhr Dienstg, 3.4.28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. IV. Auf. 7 Deutsches Theater Piscatorbühne Norden 12310 Theater am Abonnementsbüro: Nollendorfplatz Norden 10338-39, Kurfürst 2091/93 84 Uhr, Ende 10 U Anf. 8, Ende geg. 11 Zwölftausend Kammerspiele Norden 12310 84 U., Ende nach 10 Der Kuß Rigoletto Finden Sie, daß Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Prinz Louis Ferdinand Charlottenburg 8 Uhr: Das Duell am Lido Bis 10. April verlängert Die Abenteuer des braven Soldaten Schwefk mit Max Pallenberg Inst. Erwin Piscator Gastspiel im Constance sich richtig Lessing- Theater verhält? Norden 12798 Täglich 8 Uhr: am 11. und 12. Juni stattfindende Hauptversammlung der Gesellschaft eingeweiht werden. Insgesamt besitzt die Gesellschaft augenblicklich 31 Inffitute. Vor dem Kriege waren es fieben! Es hat den Anschein, daß die Wunden, die die Inflation in gledlicher Hinsicht geschlagen hatten, durch Reich-, Staats- und private Hilfe wieder ausgeglichen sind. Gerade in der wissenschaftlichen Forschung hat es sich gezeigt, daß das Ausland, vor allem Amerika in der Kriegszeit ungeheure Fortschritte gemacht hat. Gebiete, auf denen Deutschland früher das Monopol besaß, sind dort unter großem Kostenaufwand erfolreich zum Nutzen der nationalen Industrie und Wirtschaft bearbeitet worden. Um so erfreulicher ist es, daß Deutschland nunmehr auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Forschung neue Wege geht und in internationaler Zusammenarbeit hoffentlich zu guten, der Menschheit nüßlichen Ergebnissen kommen wird. Drohender Konflikt in den Konditoreien. Der Schiedsspruch abgelehnt. In einer vom Nahrungsmittel- und Geträntearbeiterverband, Sektion Konditoren, am 2. April einberufenen Versammlung wurde, nachdem Thieme über die bisherigen Lohnverhandlungen Bericht erstattet hatte, der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses einstimmig abgelehnt. Noch besteht die Möglichkeit, eine Berschärfung der Situation zu vermeiden. Aber die Konditoreibesizer müssen rechtzeitig umkehren. Die Organisationsleitung des Nahrungsmittel- und Getränte arbeiterverbandes hat nunmehr freie Hand und wird den entsprechen den Gebrauch davon machen. Das Personal in den Betrieben muß fich sofort mit der Organisationsleitung in Verbindung setzen, deren Weisungen streng zu befolgen find. Amerikanische Arbeitslosigkeit. Nach der„ Chicago Tribune" hat die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten bedrohliche Formen angenommen. Der amerikanische Gewerkschaftsbund schäßt die Zahl der Erwerbslosen auf 7,2 Millionen, andere Schäßungen schwanken zwischen 4 und 6 Millionen. Das amerikanische Arbeitsamt will aber nur" pon 2 Millionen Arbeitslosen missen. Barnowsky- Bühner Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 81 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8, Uhr: Broadway Walhalla- Th. CASINO- THEATER& Uhr Weinbergsweg 19/20 Lothringer Str. 37. Täglich 81 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Doktor Klaus. Im weißen Röß' Ausschneiden Gutschein 1-4 Pers. Lustspiel in 3 Akten Fauteuil nur 1.10 M.. Sessel 1.60 M. v. Blumenthal u. Kadelburg Renaissance- Theater Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt Steinplatz 901. 4.- Mk. nur 60 P1. 8.10 Uhr: Coeur Bube. Th.i. Admiralspalast Dir. Herm. Haller Theater des Westens Täglich 8, Uhr Die Komödie Hoppla, wir leben! Täglich 8%, Uhr von Ernst Toller Bismarck 2414/7516 Insc. Erwin Piscator Zigeunerbaron 84 U., Ende 10% U. Voranzeige! 7. April Ciurina, Hofbauer, Marcel Fradelin„ Konjunktur" Lichtenstein, Brandt ( Der Eunuch) v. Leo Lania Insz. Erwin Piscator Berliner Theater Thalia- Theater Volksbühne Direktion Kuhnert Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbanerdamm 8 Ubr 814 Uhr Charlottenstr.90/ 91.Dönh.170 8 Uhr: Dresdner Str. 72/73 Täglich 8 Uhr: Die rote Der Zigaretten- Die Bollé Sisters" Das Kamel geht Robe Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Die goldne Meisterin Morgen 7 Uhr: Premiere Schwarz- Weiß kasten Planetarium am Zoo Ein Berliner Volksstück von durch das Nadelöhr Friedmann- Frederich.- Max Residenz- Theater Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Tägl 8 Uhr: Verläng. Joachimsthaler Straße Kleines Theater Der gr. Paris. Erfolg Noll. 1578 16, 18, 19, 21 Uhr Sternhimmel und Kalender ' Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jahren 0,50 N PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 6. April BTL Potsdamer Straße 38 Der größte Gauner des Jahr. hunderts mit Luciano Albertini Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14 Verlängert bis Donnerstag 6 Mädchen suchen Nachtquartier Fleischer, Richter. Metropol- Th. Zentrum 128 24 8 Der Graf von Luxemburg Matzner, Hoffmann, Jolan, Hell, Kettner, Goroll. Philharmonie Täglich 8%, Uhr: Kokottchen& Uhr: Liszt- Abend Erika Glässner in 4 Einakter mit d.Philharmon.Orch. Gustav Heppner Dir. Dr. Kurt Singer Lissy die Kokotte Für Jugendl. nicht Berlin. Aerzte- Chor geeignet. Für Jugendliche nicht geeignet Für Funkfreunde halbe Preise| Missa solemnis Arthur Hammerstein Gastspiel der Operette RoseMarie TAUENTZIEN PALAS LUDWIG KLOPFER Grosses Schauspielhaus Anfang 8 Uhr REGIE: Ende 11 Uhr CHARELL DOMPADOUR MASSARY ZEHN 8 SCALA TAGE REGIE Nollendorf 7360 Das AprilEISENSTEIN Sensations- Programm MUSIK MEISEL DER KOMPONIST DIRIGIERT VORSTELLUNGEN 6.8.10 mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. Von der Arbeiter Theater Ausstellung. FOX EUCHARIPINE Im Rahmen der vom Deutschen Arbeiter- Theaterbund in den Unionsälen, Greifswalder Straße veranstalteten ArbeiterTheaterausstellung ist unter den vielen interessanten bühnenmäßigen Gestaltungsversuchen das Modell einer proletarischen Versuchsbühne der Gruppe Prenzlauer Berg besonders beachtenswert. Es stellt, gut in der Beobachtung und scharf in der Satire, eine Kritisierung der deutschen Justiz dar. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für die Redaktion: Engen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Lustspielhaus Rose- Theater CIRCUS BUSCH Dir. Dr. Martin Zickel Uhr: 8 Guido Thielscher in„ Unter Gr. Frankf. Str. 132. 8 Uhr Sterne, die Geschäftsaufsicht" wieder leuchten. Komische 81% Uhr Oper 81%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Winterarten das Programm der 12 Attraktionen 12 Näheres siehe am Säulenring KINO TAFEL = Kolibri- Lichtspiele Schwarzer Adler Belle- Alliance- Platz 2 Maciste unter falschemVerdacht Alpenglühen Süden Frankfurter Allee 99 Charlie Chaplin in: Zirkus Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Metro- Palast Chausseestraße 30 Luther mit Eugen Klopfer Beiprogramm und Bühnenschau 72 Uhr: Fabelhafte April- Attraktionen Mysteriös Velda, das Gehirn als Unerreicht Die Könige der musik. Radiostation Reizend Mis Loyal mit ihren Drollig Dressurspielereien 50 dressierten Tauben Pally Dassi's 91/ 4Wasserschaust.: Hosen v. Bredow Donnerstag: Ehrenabend für C. H. Unthan Persönl. Auff. des 80 jährigen armlos. Künstlers Der Vorverkauf für Ostern bat begonnen Reichshallen- Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. Das wundervolle Progr. der Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. Dönhoff- Brett'l: Glänzendes Varieté- Programm! Tanz! Anfang 8 Uhr, Stgs. 51/2 Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Elite Sänger Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Die 4 Grazien von B. Croé. PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 6. April Marienbad- Palast| Palast- Theater Badstraße 35-36 Der rote General Das Mädel mit d. dunkl. Punkt Pharus- Lichtspiele Alhambra" Th. am Moritzplatz Kosmos Lichtspiele Müllerstr. 142 Beginn: W. 5,30 7, 9,15. S. ab. 5 Uhr Lichtenberg, Lückstraße 70-71 Reinhold Schünzel in Hercules Maier Großes Beiprogramm Luisen- Theater Odeon, Potsdamer Str. 75 Reichenberger Straße 34 Du sollst nicht stehlen mit Lilian Harvey Natur und Liebe Turmstraße 12 Der Sprung ins Glück mit Carmen Boni Kampf um Liebe, 7 Akte Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Die Sandgräfin( Christa Tordy) Bühne: Die Luxusrevue: Schrei nach Casanova Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Charlie Chaplin in: Zirkus Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Osten Die Geliebte des Gouverneurs Concordia- Palast mit Magda Sonja. Fritz Kortner Andreasstraße 64 Súdwesten Du sollst nicht stehlen Seidene Strümpfe Große Bühnenschau Der Film- Palast Kammersäle Viktoria- Lichtbild- Th. Teltower Straße 1-4 Luther Jugendliche haben Zutritt Frankfurter Allee 48 Charlie Chaplin in: Zirkus Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Eröffnung: Sonnabend, den 7. April Der große Prunkfilm: Schwai ze Natascha Den Teufel im Herzen Kammerlichtspiele Alhambra Müllerstr. Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Die Frau, die nicht nein sagen kann( Lee Parry) Zirkuszauber Norden Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80. Henny Porten: Wehe, wenn sie losgelassen Buster Keaton Beiprogramm und Bühnenschau Mila- Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130. Beginn 5, Stg. 3. Das grosse bekannt gute Schlagerprogramm LSP Lichtspiele am Senefelderplatz H. Liedtke in: Die rollende Kugel Die Kreuzersonate nach L.Tolstoi Der Piccolo v. goldenen Löwen Auf der Bühne: Hoch das Bein Badstraße 58 Fürst oder Clown Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Pat u. Patachon auf dem Wege zu Kraft und Schönheit Jugendliche haben Zutritt Donnerstag und Karfreitag: Luther Prinzen- Palast Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99. Maciste, der Held der Berge Das Sündenschiff Karfreitag: Luther Jugendliche haben Zutritt Gesundbrunnen Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Schwarze Natascha Alraune( Brigitte Helm). Bühnej Humboldt- Theater Badstraße 19 Große Bühnenschau Henny Porten in Liebe u. Diebe Erster Preis ein Kuß Prinzenallee 42-43 Schwarze Natascha Bühnenschau Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Chang Jugendliche haben Zutritt Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Maciste, der Held der Berge Der Gefangene auf der Teufelsinsel Bühne: Paxton: Revée Licht vision Karfreitag: I. N. R. I. mit H. Porten Beginn: 6, 7.30, 9.30, Jugendliche haben Zutritt Breite Straße 21 a Deutsche Frauen Treue Rivalen der Wildnis Jugendliche haben Zutritt Deutsche Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Das Ende von St. Petersburg 1+ 1= 3- Claire Rommer Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb.Trinitatiskirche Zwei große Schlager: Die Hölle von Rio. Großfeuer Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Ab 4. April: Erlauschtes aus der Konfektion( Marys Geheimnis) Schöneberg Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 49 6.30, 9. Uni Streng vertraulic, Eddie Cantor Totentanz d. Liebe, Greta Garoo Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Beginn Wochentags 630, 9 Nur noch bis Karfreitag: König der Könige föellage Dienstag 3. April 192S fcHUmtö SfuibuilQajße Ati ibutesA Die Stadt der tausend Kanonen Ein Besuch in der englischen Kolonie Gibraltar/ Meg»l-°°n mmt>. 5m Traum« war alles so schön. Der Generaldirektor hotte mir eine Anweisung von 1vtX> Mark in Aussicht gestellt, ich braucht« mich nur zur Kasse zu bequemen, und das wollte ich gerade tun, da flog ich plötzlich von unsichtbarer Gewalt gestoßen aus dem Bett. Endlich sammelte ich mich in der Kajüte. Zur Hälfte lag ich auf meinem Koffer, die andere Hälfte lag im Waschservice. Da stürzte ich auch schon auf das Deck, wo einige fremde Menschen geschäftig hin und her liefen� Endlich hatte sich das Grau in Grau des Nebels ge- lichtet, da sah ich ein Schiff gurgelnd in die Tiefe sinken. Der Stoß wurde mir klar. Unser Frachtschiff hatte einen Engländer gerammt. Einige Leute der Besatzung hatten noch Gelegenheit aus für jeden Tag ausgestellt werden Um 8 Uhr werden die Tore ge- schlössen, so daß niemand mehr diese Stadt betreten oder verlassen kann. Sucht man aber, in dies« Lage gekommen, in Gibraltar ein Hotel auf, so kommt man vor lauter Kontrollen nicht in den Schlaf. Es ist besser, man begibt sich gleich zur Polizeiwache und spielt dort die Nacht durch mit den Beamten Karten. So habe ich es getan, denn auf das Schiff zu kommen, ist umnöglich. Selbst der Hafen ist hermetisch abgeschlossen. Die Zerstörer werden mit großen Zeiten überspannt: wahrscheinlich um sie vor dem Einstauben zu bewahren. Sonst ist die Stadt frei! Außer den Menschen, die in ihr wohnen. Man erhält Weine, Zigarren, Parfüm, Kleider, Schuhe Gibraltar, die Stadt der tausend Kanonen. unser Schiff zu springen: der Rest wurde von uns gerettet. Als der Kapitän endlich feine Mannschaft zählte, brach er in Jammern aus, dmn ein Mann fehlt«. Rachher aber bei warmem Grog und Decken stellte sich heraus, daß er vergessen hatte, sich mitzuzählen. Kurz« Zeit darauf erklang schon«in« Quetschkommode, die einer von den Schiffbrüchigen noch gerettet hatte. So kam es, daß wir die Stadt der tausend Kanonen— Gibraltar— der seeamtlichen Untersuchung wegen anlaufe» mußten. Bald leuchteten uns die ersten Felsen mit den glitzernden Feuerschlünden entgegen. Der Lotse kam. die Hafenpolizei löste ihn ob. Die Barkasse der Seebehörde mit einem Photographen legte sich an unser Schiff. Der Kapitän und die Offiziere wurden uns entführt, und endlich der nächste Morgen bracht« uns die Erlaubnis, Gibraltar zu betreten. Der erste Eindruck ist niederdrückend. Sollte sich einmal Christus hierher verirren, er würde die Welt, wenn er es nicht schon getau hat, für immer oerlaffen. Als erstes passiert man zwei Mauern, die von der gleichen Güte sind, w?« die Langmut des europäischen Volkes. Aber dahinter beginnt beileibe noch nicht die Stadt. Hier treiben kräftige Soldaten vielerlei Sport, der nicht allein von England, o nein, auch von den europäischen Staaten bezahlt wird. So kommt man durch Zementkasematten und Panzergewölbe endlich in die Stadt, die spanischen Charakter trägt. Unter der 200j ährigen eng- liichen Herrschaft hat sich hier anscheinend nichts geändert, außer, daß die Spanier als englische Staatsbürger betrachtet werden. und Wäsche für«inen äußerst niedrigen Preis. Die Stadt ist ebenso wie der Hafen zollfrei. Hat man sich endlich müde auf eine Bank des großen Parks gesetzt, und wendet sich oerträumt zur Seite, so sieht man sich unvermittelt irgendeinem alten Feuerfchlunde gegen- über und achtet man etwas genauer auf feine Umgebung, fo fmdet man sich bald von Kasematten und Batterien umgeben, und rettet man sich in höchster Derzweiflung auf einen stillen Ort, so hat man das schöne Wort„Bombhouse" vor sich. Unten vereinigen sich die Meere, durch den Nebel taucht Afrika auf und mein Begleiter, ein biederer spanischer Kaufmann, der fo ganz nebenbei zwischen seinem Lederhandei dos Deutsche Reich vertritt, erzählt mir den Grundriß einer Novelle eines spanischen Satirikers, wie er sich den Untergang Gibraltars und der Flotte vorgestellt hat. Nachdem unzählige Mal« deutsche Unterseeboote, durch den Nebel geschützt, Gibraltar besucht haben, ist der englische Konuncmdant der Festung Gibraltar durch vteles Whiskytrinken wahnsinnig geworden. In solch einein Anfall ließ er die englische Flotte vor Gibraltar versammeln und bombar- dierte sie dann in Grund imd Boden, nur zu dem Zweck, daß er wenigstens einige zuftiedenftellend« Ergebnisse nach London melden tonnte. Der Kaufmann beschwichtigte mich, der Satiriker sei nicht ernst zu nehmen, und außerdem sei er an der englischen Krankheit gestorben. Es lebt sich in dieser Stadt gut und ruhig, wenn auch nicht ganz ohne Zwischenfälle. So hatte vor einigen Tagen ein Leutnant den kommandierenden Oberst erschossen, die Bürger stehen nun erregt in den Straßen, um den Leichenzug abzuwarten, der auch pünktlich ein- trifft, von aufgeputzten Ehrenwachen umgeben. Langsam marschiert der Trauerzug durch die schmale Hauptstraße. Hinter dem Sarg wird das Pferd des Oberst geführt. Seine blankgeputzten Schuhe, die an dem Steigbügel befestigt ssnd, glänzen in der Abendsonne. Der nächste Morgen bringt sein« doppelt« Zeitungsauflage, auf den Plätzen bilden sich Parteien für und gegen den Mörder. Man munkelt mit spanischer Wichtigkeit erst oon der Tochter des Oberst, dann von der Frau des Leutnants mit dem Oberst, bis sich schließlich herausstellt, daß weder dos«ine noch das andere stimmen kann, da weder eine Tochter noch eine Gattin vorhanden ist. Endlich einigt man sich auf eine politische Affäre. Gibraltar hat seinen Skandal. Entsetzt flüchtet man vor Hitze und AcHksgemurmel auf einen Schinde rtarren, um zur.Line" zu fahren. So nennt man die kleine Stadt Ahvrras in Spanien. Hier schlendern Soldaten und Mädchen ans dem Marktplatz umher. Bettler, Blinde, Lotterieverkäufer, johlende junge Barschen im süßen Nichtstun, alte Frauen und junge Mädchen, die lüstern wie die jungen Fisch« umher blicken, umgeben einen. Unbewußt wartet man aus den letzten Akt, der die Oper zum Abschluß bringt. Kurz vor meiner Abfahrt bewaffnete ich mich mit einem Erlaubnis- schein, der durch unzählige Stempel verschmiert war, daß er beinahe seinen Zweck verfehlt hätte, und betrat dos Polizeigefängms. Nach- dem man mich durch katakombenähnliche Gänge geschleppt hatte, ttat ich in einen Lichthof. In der Mitte stehen zwei aufrechte Baiken, ehemals eine Schaukel, die abmontiert in der Eck« liegt. Und zwischen diesen Baiken hängt ein langer Sack, in dem sich die traurigen Ueberrcste des degradierten Leutnants befinden, der bei Sonnenausgang gehängt wurde. Drei Tage später bringt erst die „Gibraltar Gazette" die traurige Mitteilung. Die verräterische Autonummer. Das Verbrechen eines Juweliers. Straße in Ahorras. Blick auf Gibraltar. Wenn man bedenkt, daß die englische Motte int Anfang des 17. Jahrhunderts nach Gibraltar kam. um Trinkwasser zu nehmen und bis heute keines gefunden hat, dann ist es sehr interessant zu sehen, wie John Bull diesen spanischen Besitz zu seinem Flotten- slützpunkt ausgebaut hat. Das in zehn Minuten zu erreichende Spanien ist durch einen internationalen Strich oon Gibraltar getrennt Strich ist eigentlich schon zu viel gesagt Ein armseliger grüner Meck, auf beiden Setten von Stacheldraht umgeben, bildet die Grenze, auf welchem ahnungslos die Stiere mit den Pferden, die für den nächsten„Bullioit" vorgesehen sind, weiden. Um von der Landseite nach Gibraltar zu getanqen, muß man mit einem Er- ausgeruM»aa, oon. oeasa am eiw gewGi Am TS. Februar befand sich die Pariser Iuwelierbörse in Auf- regung: der Juwelier Gaston Trufeme war an. Abend zuvor plötzlich verschwunden: mit ihm seine sämtlichen Juwelen und die 3SOOV Fr., die er bei dem befreundeten Juwelier Mestorini laut einem Schuldschein einkassiert hatte. Am gleichen 29. Februar wurde aber die Polizei zu der nach Arminvilliers führenden Chaussee ge- rufen, wo ein Chauffeur eben erst die brennende Leiche einer männ- lichen Person entdeckt hatte. Es war dies die Leiche des Pariser Juweliers Gaston Trufeme. Sein Schädel wies zwei Verletzungen auf. Juwelen und Geld fehlten. Es lag Raubmord vor: Trufeme mar allem Anschein nach in Paris getötet und seine Leiche hierher verschleppt, mit Benzin begossen und angezündet worden. Der Mörder mußte den Iuweiierkreisen angehören. Die ersten Recherchen führten zu einem unerwarteten Ergebnis. Ein Fleischergeselle hatte einen Mann mit einem schwarzen Schmirrbart aus einem hellbraunen Automobil drei Berrzinbehälter schleudern sehen. Man fand sie in der Nähe der Leiche. Und ein Garagenbesitzer I gerat meldete, daß die drei Benzinbehälter bei ihm getauft worden seien: er kannte auch die Nummer des Autos: Es war die Nummer von M e st o r i n i s Altto, des freundes des ermordeten Gaston Trufeme, von dem er am 28. Februar die 35 999 Fr., die dieser ihm schuldete, einzulösen hatte. War Mcstorino der Mörder? Cr wies mit Em- pörung die Zumutung zurück. Sein Auto, erklärte er, habe am 28. und 29. Februar die Garage von Vnrennes nicht verlassen. Der Garagenbesitzer bestätigte es. Der Benzinverkäufer Izerat mußte sich in der Nummer geirrt haben. Die Polizei ließ von Mestorini ab. Sie fahndete nun nach dein Auto. Es war unauffindbar. Sie nahm die Juwelierstraße Rue Lafayette und die Iuwelierbörse unter scharfe Kontrolle. Sie stellte fest, daß ein Kommissionär am selben Tage, wie Trufeme, verschwunden war. Hatte er etwas mit dem Morde zu schaffen? Man forschte nach dem Dorlcben Trufernes, um hier Anhaltspunkte für die Täter zu finden. Es ergab sich, daß der Tote ein Doppel- leben geführt hatte. Einst Musikant auf dem Montmartre, hotte er seine früheren Beziehungen nicht aufgegeben. Er verkehrte in nicht einwandfreien Tanzlokalen und Kneipen, unterhielt, von seiner Frau getrennt lebend, Liebschaften, hielt in Paris möblierte Zimmer, empfing seine Korrespondenz postlagernd. Weibliche tüc Petuatatmat mutztet�?***« als die andere; anonyme Briefe hagelten auf die Untersuchungs- organe nieder, Telephonanrufe wollten nicht aufhören. Als gar der Benzinoerkäufer Izerat in der Photographie Trusemes den Benzin. läufer erkennen wollte, glaubte man für einen Augenblick von Tru- ferne mystifiziert worden zu sein: man nahm an, daß er selbst je- mand getötet habe, um mit den Brillanten und dem Gelds zu verschwinden. Alle Spuren fühtten zu nichts. Di« Belohnung von 49 999 Fr., von der Brillantenböffe ausgesetzt, tat keine Wunder. Schließlich erinnerte sich die Polizei des sonderbaren Zusammen- fallens der Nummer des Mestorinoschen Autos mit der des Mord- autos____ Das Geständnis MesiorinoS. Zweieinhalb Wochen nach dem Verschwinden Trusemes war Mestorino geständig, ihn getötet zu haben. Di« Tat war in seinem Bureau geschehen, als Trufeme sich geweigert habe, den Wechsel zu prolongieren. Durch eine tätliche Beleidigung Trusemes in Wut geraten, habe er ihn mit dem Ringemnaß getötet, die Leiche in seinem Auto nach Varennes gebracht und am nächsten Morgen in der Nähe der Chaussee von Arminvilliers in Brand gesetzt. Und min erwies sich, daß die Pariser Polizei in eigenartiger Berblen- dung wochenlang hatte düpieren lasse», anstatt sofort der in die Augen fallenden Spur nachzugehen. Der Garageninhaber hatte auf Bitten Mestorinos die falschen Angaben über den Aufenthalt des Autos in seiner Garage gemacht. Er habe sich nichts dabei gedacht, sagte er, obgleich sein Angestellter ihn auf die Blutspuren aufmerk- sam gemacht hatte, die sich im Wagen befanden. Nun stellte man auch auf dem Teppich in Mestorinos Kabinett und im Schrank Blut- spuren fest. Mestorinos Verwenidt«, Fräulein Chamaux, war ihm bei der Beförderung der Leiche ans dein Hause behilflich gewesen, eine Angestellte Mestorinos liatte von ihm Trusemes Juwelen in Verwahrung erhalten. Mestorino, der die ganze Zeit über an Geld- knapphett gelitten hatte, konnte nach Trusemes Verschwinden seine Schulden bezahlen. Das alles gelangte erst jetzt zur Kenntnis der Polizei. Die Beamten erhielten aber die Belohnung in Höhe von 40 090 Fr. Liegt nun Mord oder Totschlag vor? Diese Frage werden in der nächsten Zeit die Pariser Geschworenen zu beant» warten haben. Inzwischen nahm aber die Untersuchung eine ganz unerwartete Wendung. Mefterinv erklärte, daß er mit seiner Schwägerin, Fräulein Chermoux, intime Beziehungen unterhalten Hab«. Am verhängnisvollen Tage sei er mit Trufeme wegen der Chermoux in Streit geraten. So sei es dann zum Totschlag gekommen. Dies« Darstellung Mestorino» findet jedoch feinen(Staufen, 31. Fortsetzung. Howard hatte ein ähnliches Verlangen. Er wollte ihn ersuchen, mitzukommen, und er gedachte, ihm eine Anstellung in seinem Kino zu geben, als Vorführungsoperatcur oder als Hausverwalter. Aber auch er sprach das nicht aus, gab ihm nur die Hand und sagte nur: „Good lud" Und Dobbs dachte, daß ein Mann mehr auf der Reis« nicht schaden könne, es sei ein Schutz mehr gegen Banditen, und wenn man die Ladung auf vier Mann verteile, sehe sie nicht so auffällig aus, aber er schüttelte ihm die Hand nur kräftig und sagte freundlich: „So long." Lacaud hatte jedem ebenfalls ein kurzes Wort zum Abschied gesagt, dann stand er eine Weile und sah den Leuten nach. Als er sie nicht mehr sehen konnte, drehte er sich zum Feuer, stieß mit der Stiefelspitze darin herum und sagte laut:„Schade." 17. �ie Reisenden hatten mit ihrem Packzuge«inen weiten Umweg zu gehen, um zu vermeiden, das Dorf, wo Curtin die Einkäufe zu machen pflegte, nicht zu berühren und nicht von den Bewohnern gesehen zu werden. Sie wollten die Leute des Dorfes in dem Glauben lassen, daß Eurtin noch immer dort oben sei. Als sie weit aus dem Bereiche des Dorfes waren, blieben sie auch nicht auf den Wegen, sondern wanderten Pfade, wo sie sicher waren, selten jemand zu begegnen. Je weiter sie aus dem Distrikt sich entfernten, desto mehr durften sie hoffen, ungesehen die Stadt zu erreichen. Waren sie erst einmal in der Stadt, dann waren sie und ihr Gut in Sicher- heit. Da gingen sie in ein Hotel, packten alles schön um und setzten sich mit unauffälligen Koffern In die Bahn. Sie hatten jetzt kaum noch bares Geld in der Tasche, einige Pesos, und die sollten reichen bis zur Stadt. Dort tonnten die Esel und was man sonst nicht brauchte, verkauft werden, und das gab dann das Fahrgeld. Aber die Stadt mußte erst geschafft werden. lind dos erforderte seine Zeit. Die Entfernung war nicht so erheblich. Aber die Wege wollten sie nicht gehen, weil sie dort leichter Banditen oder Landpolizei treffen konnten als auf den versteckten Pfaden. Je weniger Leute sie begegneten, um so lieber war es ihnen. Nun liefen die Pfade nicht alle so, wie sie es gewünscht hätten. Alle Pfade führen entweder zu einem Dorf oder zu einer menschlichen Behausung. Da stießen sie zuweilen ganz plötzlich auf ein Dorf, wenn sie es weder erwartet noch gewollt hotten. Und waren sie erst einmal in Sicht eines Dorfes, so konnten sie nicht gut umkehren. Das hätte sie verdächtig gemacht. So kamen sie am zweiten Tage in ein Indianerdorf. Es hatte sich nicht vermeiden lassen. Sehr ungewöhnlich ist es nicht, daß eine Eselkarawanc durch einen Ort zieht. Daß nur weiße Männer diese Karawane führen, ist zwar selten, aber es machte sich niemand Ge> danken darüber, weil die Weißen ja manchmal recht merkwürdige Ideen haben. Als sie nun mitten Im Ort waren, sahen sie vor einer Hütte vier Mexikaner stehen. Drei von ihnen hatten einen Patronengürtel um- geschnallt und hinten auf der Hüfte den Revolver. „Das ist Polizei," sagte Dobbs zu Howard.„Jetzt sitzen wir drin." „Scheint wahrhaftig Polizei zu sein," erwiderte der Alte. Dobbs hielt die Esel an, ober Howard stieß ihn an und sagte: „Nur keine Dummheiten jetzt. Wenn wir so plötzlich anhalten oder gar umkehren, dann sind wir fertig. Dann merken die gleich, daß hier etwas nicht stimmt. Nur ganz ruhig darauflos, als ob wir ein klares Gewissen hätten. Das haben wir ja auch. Es ist nur wegen der Taxe und der nicht eingeholten Lizenz." „Kann uns aber den ganzen Bettel kosten." Dobbs fluchte. Inzwischen kam auch Eurtin näher. „Was will denn der Mann mit der Brille?" fragte er und deutete mit dem Kopf hinüber zu dem Manne, der nicht bewaffnet war, und der am Eingang zu der Hütte stand und offenbar mit den Bewohnern redete. „Ist wahrscheinlich ein Regierungskommissar," sagte Dobbs. "Weiß der Henker, was hier las ist. Laß uns ganz ruhig weitergehen." — und nagte laut:„Schade!" Die Mexikaner hatten die Ankommenden nicht bemerkt. Erst als den Platz erreichten, wo die Hütte stand, drehte sich einer der Polizeileute nach ihnen um. Dann schien er den anderen etwas zu sagen, und darauf drehten sich alle um und sahen den Reisenden nach, die gemächlich weitergingen. Als sie schon den Platz beinahe über. schritten hatten, rief mit einem Male einer der Männer ihnen nach: „Holla, Seniores, un momento!" „Nun fitzen wir fest" sagte Dobbs halblaut. „Ich gehe rüber, ollein," schlug Howard vor,„ihr bleibt hier bei den Eseln. Ich will hören, was die wollen." Howard ging hinüber Als er vor den Männern stand, sagte er: „Outen Tag, womit können wir dienen?" „Kommen Sie von den Bergen runter?" fragte einer der Beamten. „Ja, wir haben gejagt." „Sind Sie alle geimpft?" fragte der Mann nun. „Ob wir was? Ob wir geimpft sind?" Howard sprach es mit leichten Worten, denn er hatte sofort erkannt, was die Männer hier wollten. „Freilich, wir sind alle geimpft. Schon als ganz klein« Kinder. Das ist bei uns gesetzlich. Ich bin sicher schon zehnmal geinipft worden in meinem Leben." „Wann das letztemal?" „Vor zwei Iahren." „Haben Sie das Eertificado bei sich?" Howard lachte:„Das trage ich doch nicht immer in der Tasche." „Natürlich nicht," sagte nun der Mann.„Aber dann muß ich — und der Mann kratzte ihm mit der Ifadel ins Fleisch. Sie jetzt hier impfen. Wir sind die Impfkommission, und wir müssen jeden impfen, den wir hier in den Dörfern treffen." Der Mann mit der Brille ging in die Hütte und kam mit seinem Kasten hervor. Er öffnet« ihn, Howard entblößte den Oberarm, und der Mann kratzte ihm mit der Nadel ins Fleisch.„Mit Ihnen haben wir es leichter als mit den Leuten hier," sagte der lachend. „Hier die Leute müssen wir auslauern, die rennen in die Berge und in das Dickicht, weil sie glauben, wir wollen ihnen den Kopf ab- schneiden." „Ja," meinte einer der Potizeimänner, während er ein Buch herausnahm,„hier die gesamte Einwohnerschaft zu impfen, kostet uns mehr Mühe, als wenn wir eine 5)orde Banditen einsangen sollen. Aber die Seuche nimmt überhand, wenn wir nicht alles hier zuin Impfen herankriegen. Die Kinder, das ist das Schlimmste. Die Frauen machen ein Geschrei, als ob wir die Kinder ermorden wollten, WAS DER T nimmiiiimmMimminiiiinmiiiiimiimimiiiiiiiiiiiiimimiimMmmiimiinmniniiimiiiii Das Menü als kulturelle Verpflichtung. Das hat uns bestimmt noch gefehlt: ein Verein, der sich die Pflege der„Eßkunst" aufs Panier stickt! Was Abrüstung und Völkerbund, was Reichstagswahl und Politik überhaupt, was Arbeitslosigkeit und Massenelend, was Wohnungsnot und sonstiger Zauber unserer geliebten Zeitlichkeit! Die Hauptsache ist, daß gut zu essen kriegen, die es sich leisten können und sonst keine Sorgen haben. Kultur und Forlschritt der Gesellschaft? Erziehung der Mensch- heit zur Gemeinschaft? Entwicklung eines Lebensstiles im Einklang mit den Mitteln der Gegenwart? Nebensache: so soll dein Menu aussehen: „... Vorbildlich wollen wir nationale Speisenfolgen auf- bauen, an einen Hamburger Abend einen westsälischen schließen, Schwaben neben Bayern stellen mit allen Spezialitäten, Schle- sien gegen Ostpreußen ausspielen, heute rheinisch, morgen braun- schweigisch sein, selbst wenn wir in Berlin wohnen und angeblich örtlich unabkömmlich sind____" Also, Herr Alfred Richard Meyer, der Begründer des Unternehmens für lukullische Genießer„Gasterea". das fortan unser Menu wie ein Gedicht neuer Sachlichkeit aufzubauen gewillt ist als „... wahrlich schöne kulturelle Verpflichtung..., unser Essen über den Begriff normaler Ernährung hinaus wieder zu einer Kunst zu gestalten----" Anfang März hat„Gasterea" zum ersten Male diesen Kultnrpflichten von Messer und Gabeln genügt. Immerhin: nur der deutsche Spießer vermochte in dieser Zeit die kulturelle Verpflichtung des Kochtopfes zu entdecken! Das macht uns wirklich keiner nach. Das ist die gründlichste aller Folge- rungen aus dem gleichfalls germanischen Sprichwort:„Die Lieb« geht durch den Magen!" Eine Weltstatistik der„weißen Kohle". Die Nutzbarmachung der Wasserkräfte nimmt immer mehr zu und steht mit dem industriellen Aufschwung der einzelnen Länder in engem Zusammenhang. Nach einer neuen Zusammenstellung des Geologischen Amtes der amerikanischen Regierung steht Nord- amerika bei weitem in der Ausbeutung der„weißen Kohle" an der Spitze. Die auf diese Wesse gewonnenen Kräfte beliefen sich Ende 1S26 auf 16 800 000 PS. An zweiter Stell« steht Europa mit 13100 000 PS. In den Jahren 1321 bis 1326 hat sich die Ge- winnung von Wasserkraft aus Anlagen von über 100 PS in Amerika um 3 800 000 PS vermehrt, in Europa durch Anlagen von jeder Größe um 4 200 000 PS. Aber die Zunahme der Anlagen in den drei letzten Iahren war in Amerika sehr viel größer als in Europa. Unter den europäischen Staaten steht Italien in der Ausnutzung der Wasserkraft an der Spitze mit 2 300 000 PS; die durch weiße Kohl« gewonnenen Kräfte in Frankreich betragen 2 000000, in Norwegen 1300000, in der Schweiz 1830 000, in Schweden 13-50000 PS. und kämpfen wie Wahnsinnige mit uns, wenn wir die Nadel ansetzen wollen. Da, sehen Sie mein Gesicht, ganz zerkratzt von den Weibern. und hier mein Kollege hat eine schwere Beule am Kopf, wo ihn die Weiber niit einem Stein getroffen haben. Wir sind schon vier Tag- hier. Alle haben sich verkrochen, und wir müssen si? aushungern, bis sie wieder hereinkommen. Nach und nach kommen sie ja. weil sie gesehen haben, daß die Kinder, die wir schon geimpft haben, noch Immer an, Leben sind. Aber wie sollen wir es ihnen denn klar- machen, daß wir nur zum Besten der Leute und ihrer Kinder hier arbeiten." Während der Zeit hatte er in dem Buche herumgeblättert und kam zu den leeren Blättern. „Schreiben Sie hier aus beide Seiten Ihren Namen hin," sagte der Beamte. Howard schrieb und gab das Buch zurück. „Ihr Alter?" Der Beamte schrieb es ein, unterschrieb dos Blatt, riß die ein« Hälfte des Blattes an der perforierten Linie aus und gab sie Howard. „Hier haben Sie Ihr Eertificado, diesen anderen Abschnitt be- halten wir in unserem Buch. Schicken Sie Ihre beiden Kameraden auch herüber. Es wird ihnen nichts schaden, auch wenn sie schon zehnmal geimpft sind." „Was habe ich denn nun zu bezahlen?" fragte der Alte.„Wir sind sehr knapp mit Geld." „Da haben Sie nichts zu bezahlen. Das kostet nühts. Bezahlt die Regierung." „Das wäre ja dann recht billig." sagte Howard lachend und schob den Aermel herunter. „Wir wissen ia," sagte nun einer der anderen Beamten,„daß Sie alle geimpft sind, oder wir nehmen es wenigstens an. Aber wir tun es hier mit Borlrebe, daß wir Sie impfen. Wir sind recht dank- bar. daß Sie gerade hier zur rechten Zeit vorbeikommen. Die Ein- wohner hier, die sehen von ihren Verstecken aus ja jede Bewegung, die wir machen. Darum hoben wir uns auch gerade dies« Hütte aus- gesucht, die steht am freiesten. Wenn die Leute nun sehen, daß wir keinen Unterschied machen zwischen Indianern und Weißen, und daß Sie hier Ihren Arm hinhalren, als ob Sie das jeden Tag täten, io bekommen die Leute Vertrauen und sehen, daß es nicht das Leben kostet." Howard ging hinüber und schickte Dobbs und Eurtin zun: Impfen. „Ich wüßte nicht, was ich lieber täte," sagte Curtin lochend, „jeden Augenblick dachte ich, sie werden kommen und dumme Fragen machen." „Wenn es dir Vergnügen niacht," sagte Howard,„dann kannst du denen erzählen, was du in den letzten Monaten getan hast. Die haben kein Interesse für deine Familienangelegenheiten. Die sind die Jmpfkommission. und alles, was nicht mit Impfen zu tun hat, läßt sie kalt. Die impfen einen verfolgten Banditen, der gerade vor- überkommt, und lassen ihn laufen. Es gehört nicht zu ihrem Geschäft, Banditen einzufangen." „Na, na," unterbrach Dobbs,„besser, du hältst das Maul, wir lassen uns impfen, und dann sofort weiter." „Habe ich denn gesagt, daß wir uns hier niederlassen sollen?" „Aber du redest gerade so, als ob wir denen um den Hals fallen sollten," sagte Dobbs und trottete hinüber zu der Hütte. lFortfetzung folgt.) BRINGT. iiiimiiiHmimmmniiMiiiiimiimiiiiiMiiiiimimuimmiimiumimmmiimmimmii'mniM Der Henker im Frack. Bis vor kurzem wurden die Todesurteile in Polen von Mili- tärpersonen vollstreckt. Die Militärbehörden lehnten sich aber da- gegen auf; sie erklärten, das Militär werde dadurch demoralisiert. Das neue polnisch« Gesetz über Vollstreckung der Todesstrafe setzte daher die Anstellung eines besonderen staatlichen Henkers fest. Auch die Formel der Dollstreckung wurde festgelegt: Alle zur Hinrichtung erforderlichen Vorbereitungen werden vom Henkergehilfen besorgt: der Henker selbst vollzieht den Akt in Frack, Zylinder, schwarzer seidener Maske und weißen Handschuhen, die er nach Beendigung der Hinrichtung an den Fuß des Galgens wirft. Bei den letzten Hinrichtungen ging es tatsächlich so feierlich zu: die zu Tode Verur- teilten dürsten zufrieden gewesen sein. Es erhoben sich aber Stim- men, die behaupteten, die Hinrichtungszeremonie sei zu theatralisch und entspreche nicht dem Ernst der Rechtspflege. Dem Hinrichtung?- akt droht deshalb eine Vereinlachung. Vom Tragischen bis zum Lächerlichen ist auch hier nur ein Schritt. Der Selbstmord der Studentin. Die„Prawda" erzählt: Die Studentin der Staatlichen litera- rifchen Kurse, das Mitglied der kommunistischen Jugend, Isla- m o w a, 22 Jahre alt, hat sich das Leben genommen. Zwei von ihr hinterlasiene Zettel lüften ein wenig das Dunkel, das über dem Grunde für ihren selbstgewählten Tod herrscht. Auf einem der beiden Zettel, der an den Sekretär der Schriftstellervereinigung A l t s ch u l- ler gerichtet war, hieß es:„Ich verfluche dich für das ganze Leben. Sei verflucht. Sei dreifach verflucht, daß du mich gestern betrunken gemacht und dem Schimpf preisgegeben hast." Im zweiten Zettel, der an den Mann der Selbstmörderin, Mitglied der kommunistischen Partei, adressiert war, stand u. a.:„Gestern hat man mir Böses zugefügt. Ich hatte so schon schwer am Leben zu tragen. Jetzt wird es ganz unmöglich werden. Dir gegenüber trifft mich aber keine Schuld. Aengstige nicht die Mutter; schreibe ihr zuerst, daß ich krank bin, erst später, daß ich tot bin. Es wäre schön, wenn man mich im Krematorium verbrennen würde, und zwar in dem Kleide, das ich eben anhabe." Der Selbstmord der jungen Kommunistin Hot auf den Literatur- kursen ungeheures Aufsehen erregt. Sowohl Altschuller als noch zwei andere Studenten der Kurse und weitere vier Personen wurden verhastet. Die Justizbehörde führt die Untersuchung über die Ur- fachen des Selbstmordes. Auf einer Studentenoersammlung, an der auch die Professoren teilnahmen, verlangte man die Todesstrafe für diejenigen, die den Selbstmord der Jslamowa verschuldet hoben. Da» Sowjetstrafgesetz, das die Verschuldung eines Selbstmordes unter vtrase stellt, ist zweifelsohne zu begrüßen. Daß Studenten und Pro- fessoren ober für die Schuldigen die Todesstrafe, die selbst durch das Gesetz nicht vorgesehen, fordern, ist doch ein starkes Stück und spricht von einer ziemlicher: Gefühlsverwirrung. Kreistag der Turnsparte. Nichts als Unproduktivität!- Dreimalige Vorstandswahl. Der Spartentag der Turner am Sonntag bot wieder bas übliche Bild gegenseitigen Mißtrauens. Das Uebergewicht Fichtes und die schwache Vertretung der Provinz sicherten den Kommunisten noch einmal eine Mehrheit" von zwei bis neun Stimmen, um die es zu stürmischen Auftritten fam, weil wiederholt mehr Stimmen abgegeben wurden, als nach den Feststellungen der Mandatsprüfungskommission Delegierte anwesend waren.(!) Schließlich stellte es sich heraus, daß von Fichte" noch einige Delegierte nadsgefommen waren! = Unfruchtbare Debatten, gegenseitiges Miß trauen- mie lange soll diese 3ersehung des Arbeitersports noch gehen? Es fehlte nicht viel, dann wäre die ganze Tagung auseinander gelaufen. Die Kommunisten und ihre Mitläufer nußten ihre Mehrheit" rüdjichtslos aus, besetzten die Aemter und drückten ihre Anträge durch. Aus den Beratungen ist erwähnenswert: Im engeren Berlin geht es vorwärts, da die Einrichtungen des Kreises( Kreisschule, große Veranstaltungen usw.) fast durchweg der Großstadt zugute kommen. In der Provinz und selbst der weiteren Umgebung Berlins fehlt es an sportlicher Unterstützung. Die Arbeit des Kreisjugendausschusses beschränkt sich lediglich auf die„ ideologische"(!) Erziehung der Jugend ohne sportlidge Berbetätigkeit. Zum Bundestag wurde beschlossen: Ablehnung der Mitarbeit an tomunalen Werbewochen( 73 gegen 65 Stimmen), Fichte- Resolution gegen den Werksport( 83 gegen 61 Stimmen), AbSchach zu Ostern. In Stuttgart, Kottbus und Berlin. Der Deutsche Arbeiter- Schachbund hält vom 6. bis 9. April in Stuttgart seinen 5. Bundestag ab. Neben der Tagung des Bundeskongresses finden große Schachveranstaltungen statt. Eine besondere Note erhalten die Veranstaltungen durch die erstmalige Austragung der Bundesmeisterschaften im Mannschaftstampf. Sind doch diese Kämpfe ein Prüfstein für den augenblidlichen Stand der Spielstärke der deutschen Arbeiter- Schachspieler. Außer Berlin ist zum Bundesmeisterschaftstampf noch vertreten: Hamburg, Mannheim und Gera, so daß sehr harte Kämpfe zu er= warten find. Die Berliner Mannschaft hat folgende Aufstellung: Often( Berliner Meister), Rauch, Eyber, Bogt, Rohne, Grammatitoff, Faltenhagen, Kubiczek, Schwabe und Gädice. In gleicher Linie wie das Turnier um die Bundesmeisterschaft sollen auch die Kämpfe der Kreise, Bezirke und Städte ausgetragen werden. Außerdem finden eine Reihe von Einzelwettkämpfen verschiedenster Art statt. Der Kottbusser Berein, immer einer der regsten und tüchtigsten des ersten Kreises, hält zu Ostern in Kottbus das dritte Laufizer Arbeiter Schachturnier ab, für all die Ge= nossen des ersten Kreises, denen es nicht möglich ist, den Bundestag in Stuttgart zu besuchen. Auch dieses Turnier wird ein Erfolg für den gesamten ersten Kreis werden. Der Treffpunkt für die Berliner Teilnehmer ist am Sonntag früh 7,20 Uhr Görliger Bahnhof.( Fern bahn, Biener Straße.) Auskunft erteilt: G. Berwinsti, Berlin 59, Planufer 91. Der Werbebezirt West des Berliner Arbeiter- Schachtlubs hält am Oftermontag ab 10 Uhr für alle Berliner Schachgenoffen, die nicht in der Lage find, nach Etuttgart oder Rottbus zu fahren, in Charlottenburg, Am Lügom 9, eine große Schach werbe. veranstaltung ab. Nach einem Bortrage werden Freundschaftswettkämpfe ausgetragen. Ein Berliner Meisterspieler wird gegen die erschienenen Gäste simultan spielen. Der Eintritt ist frei und Gäste sind herzlichst willkommen! Spielergebnisse. Hoden. In einem sehr interessanten und schnellem Treffen fertigte die Sport1. Bereinigung Nordost 06. den SC. 4: 0 ab. Nordost zeigte ein ideenreiches Spiel, wobei insbesondere ein sehr gutes Läuferspiel den tatenfrohen Sturm immer wieder nach vorn drängte. Sie diftierten den ASCern vollkommen ihre Epielweise und waren von Beginn an die Besseren. Dem ASC. wurde sehr bald jede Entwicklungsmöglichkeit genommen. Dazu tam noch die äußerst unsichere und selten richtig placierte Berteidigung. Der Klubtormächter hatte einen selten guten Tag, hielt alles, was zu halten war, und ist an den Loren schuldlos. Der Sturm spielte planlos und starrköpfig. Gefallen fonnten nur der rechte Halbund Außenstürmer, Die hoffnungsvollen, noch jungen Nordostler werben in den noch ausstehenden Spielen, ein ernftes Wort mit reden und sich weiter in den Vordergrund setzen. Der ASV. Fichte Weft, in welchem nach langer Bause wieder einer ihrer Beften mitwirfte, gewann 5: 0 gegen den ASV. Lichtenberg 2 I. Hervorzuheben wäre der wirklich verbesserte und größere Biderstand der Lichtenberger. Weitere Resultate: SV. Moabit ISV. Roland I 5: 4. Charlottenburg II- Fichte 10 2: 0. Nordoft II- Groß- Berlin- Nordring II 3: 1. Lichtenberg 2 II- Fichte 12 II 1: 0. ASC. III- Moabit II 3: 0. ASC. II- Fichte 1 II 3: 1. Handball: Groß- Berlin- Süden konnte das Spiel gegen Fichte- Süd unentschieden gestalten. Fichte zeigte eine leichte lleberlegenheit in der ersten Halbzeit. Der Torsteher von Süden zeigte fich von der besten Seite. In der zweiten Halbzeit gab Groß- Berlin den Ton an. Das Resultat von 4: 4( 2: 2) ändert an dem Tabellenftand nichts. Groß- Berlin- Wedding 2 gemann überlegen gegen Fichte 10. Abt. mit 9: 1( 5: 1), während Groß- Berlin- Wedding 1 tampflos die Bunfte erhielt, da es die Schöneberger Sportler vorzogen, nicht anzutreten. Groß- Berlin- Friedenau und Charlottenburg: Schwimmer tonnten mur in der ersten Halbzeit ein Tor schießen, während die zweite leer ausging. Die Bohnsdorfer Frauen fonnten diesen Sonntag von den Schöneberger Turnerinnen eine Niederlage am vorigen Sonntag ein torlojes Spiel gestalten, mußten aber von 4: 0 hinnehmen. Die Wilmersdorfer Frauen konnten von Fichte 5. Abt. mit 3: 0( 0: 0) die Punkte erhalten. Garderoben auf haltung einer Jugendveranstaltung gegen die bürgerliche Sportwoche mit tommunistischer Mehrheit, während die anderen Delegierten sich nicht an der Abstimmung beteiligten. Beschlossen wurde ferner, daß es bei drei Hauptsparten im Bunde bleiben soll, aber auch ein anderer Antrag, der auf Sondersparten hinzielt. Es fehlt eben an jeder Verständigung über praktische Arbeit. Die Frage Kreistag oder nicht?" brachte eine Mehrheit der bisherigen Minderheit. Nach den eindrucksvollen Darlegungen des Kreisvertreters Reichert und des Kreiskassierers Schulz wurde mit 78 gegen 69 Stimmen beschlossen, den Kreistag wegen der bevorstehenden Wahlen zu vertagen. Die gefang, 89 Personen vom Tode des Ertrintens 3πt retten. Anmeldungen nimmt Erich Marg, Neukölln, GoetheStraße 9, entgegen. Vereinskalender. Touristenverein Die Naturfreunde". Abt. Friedrichshain: Dienstag, 3. April, 20 Uhr, Ebertnstr. 12, Fahrtbesprechung. Abt. Lichtenberg: Dicus tag, 3. April, 20 Uhr, Jugendheim Hauffstraße, Wie ich Naturfreund wurde." flügelte, Worte und Zitate." Abt. Norden: Dienstag, 3. April, 20 Uhr, Sonnenburger Str. 20, eAbt. Wedding: Dienstag, 3. April, 20 Uhr, Turiner, Ede Geestraße, Bolksliederabend. Abt. Treptow: Dienstag, 3. Apr.1, 20 Uhr, Eisenstr. 3, Heimabend. Abt. Bankow: Dienstag, 3. April, 20 Uhr, Görschstr. 14, Bub und Mädel." Abt. Cüboft, Jugendgruppe: Mittwoch, 4. April, 20 Uhr, Reichenberger Str. 66, Osterfahrtbesprechung. Abt. Schöneberg: Donnerstag, 5. April, 20 Uhr, Hauptstr. 15, Fahrtklöhnerei". Naturwissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 5. April, 20 Uhr, Johannisstr. 14-15, Frithlingsfragen. Abt. Südwest: Tonnerstag, 5. April, 20 Uhr, Yordstr. 11, Liederabend. GB. Mcabit. Mittwoch: 19 Uhr Straßenlauftraining Geestraße( Dorn busch), 20 Uhr Sportler und Jugend Turnhalle Quigowstr. 115, 22 Uhr Funktionärbesprechung Quer durch loabit" bei Krüger, Butligste. 10. T. 2. SV. Pantow. Karfreitag und Ofterfonnabend Planierung des Trainingsfeldes. Spaten und Harken sind nach Möglichkeit mitzubringen. ASC. Boran", Niederschönhausen. Die Vierteljahresversammlung der JiuJitsuer, Ringer, Heber, Turner, Jungmädchen sowie der Spielleute findet Freitag, 6. April, 14 Uhr, im Goldenen Alder, Nordend, statt. Auch die Passiven müssen daran teilnehmen. Ruderverein„ Borwärts", e. B. Dienstag, 3. April, 20% Uhr, Monatsversammlung. Ansetzung der Osterfahrten. 0 Drei Boxmeisterschaften. Die Beratungen im Kreisvorstand( Kreisrat) erhielten folgende Bewertung: Praktische Arbeit gleich Null, als Ersatz dafür endlose gehäffige politische und persönliche Debatten. Beschlossen wurde ferner die Schaffung eines Kreisblattes für alle Sparten. Sparten. Die Wahlen ergaben das eingangs sfizzierte müfte Bild und schließlich Wiederwahl der„ Oppositionsleitung". Bahlen zum Bundestag finden durch ll r wahl statt( 4 Turner, 1 Leichtathlet, 1 Spieler). Vorschläge hierzu bis 15. April an Nitzschte. Durch eine Anfrage Fahrenwald- FTGB. tam zutage, daß aud Für den Großfampftag des deutschen Bogsports morgen, beim legten Kreisfest mit dem Geld in unverant wortlicher Weise gewirtschaftet worden ist. Damit hatte diese Tagung ihr Ende erreicht, ohne die so notwendige Geschlossenheit auch nur im geringsten zu fördern. Arbeitersport und Wahlen. Die 3entraltommission für Arbeitersport und Rörperpflege e. V., hat zum bevorstehenden Wahlkampf den nachstehenden Beschluß gefaßt: Die bevorstehnden Wahlen zum Reichstag und einigen Landtagen sind für die gesamte Arbeiterschaft so bedeutungsvoll, daß alle Kräfte für den Wahlkampf angespannt werden müssen. Alle Veranstaltungen, die geeignet sind, die Wahlarbeit zu stören insbesondere den Besuch der Wahlversammlungen zu beeinträchtigen müssen unbedingt vermieden werden. Die Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege macht es deshalb ihren Verbänden zur Pflicht, während des Wahlkampfes in der Zeit vom 20. April bis zum 20. Mai alle Veranstaltungen, die größere Maffen oder Funktionäre der Wahlarbeit entziehen fönnten, zu unterlassen. Soweit solche Veranstaltungen bereits festgesetzt sind, müssen sie, wenn das nur irgend möglich ist, rüdgängig gemacht oder bis nach den Wahlen verschoben werden. C. Gellert, Borsitzender. F. Wildung, Geschäftsführer. Die Rettungsschwimmer. Der Arbeiter Wasserrettungsdienst mendet fich mit einem Aufruf an die arbeitende Bevölkerung Berlins, mehr als bisher das Schwimmen und darüber hinaus das Rettungsschwimmen zu erlernen. Nicht jeder, der schwimmen kann, ift auch zugleich ein Retter. Dazu gehören gewisse Borbedingungen wie sicheres Schwimmen, Tauchen und die Kenntnis der Be freiungsgriffe, um sich gegebenenfalls aus der Umflammerung des Berunglückten zu befreien. Außerdem muß er auch die Wieder. belebungsmethoden beherrschen und sofort anwenden können. T Der Arbeiter Wafferrettungsdienst, wie sich die Organisation der Rettungsschwimmer des Arbeiter- Turn- und Sportbundes nennt, Ostdeutsche Meisterschaft. Adlers Mittelstürmer beim Kopfspiel. hat sich zur Aufgabe gestellt, befähigte Schwimmer im Ret tungsschwimmen auszubilden. Jeder Mensch ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter! Das ist die Aufgabe, Tätigkeit des Dienstes im vergangenen Jahre war, ergibt sich dar die sich der Rettungsdienst gestellt hat. Wie groß die segensreiche aus, daß etwa 300 Rettungsschwimmer in sämtlichen Bädern Groß Berlins über 12 000 Wachstunden abgehalten haben, wobei es ihnen Für Herren: Preis Anzüge..... von M. 45. 98.- 5. Paletots...... von M. 65. 86. 6. Gummimäntel..... von M. 19.50 Morgen im Sport- Palast. mittwoch, ist es dem Beranstalter gelungen, ein Programm zu sammenzubringen, wie wir es bisher noch nicht erlebt haben. Drei Meisterschaftskämpfe, darunter einen um den Titel eines Europameisters, bei dem sogar die Aussicht besteht, daß zum zweiten Male ein deutscher Boger seinen Namen in die Rangliste Europas eintragen fann, verdienen höchstes Interesse. Das genaue Programm sieht folgendermaßen aus: Einleitungstampf( Schwergewicht): Ludwig HaymannMünchen gegen Charlie Smith- England, über 8 Runden, 5- Unzenhandschuhen, weiche Bandagen. Meisterschaft im Feder. Duisburg( Herausforderer), über 15 Runden, 4- Unzenhandschuhen, gewicht: Paul Noad- Berlin( Verteidiger), gegen Heinrich Gohresharte Bandagen. Meisterschaft im Schwergewicht: Franz Diener- Berlin( Verteidiger), gegen Mag Schmeling- Berlin( Herausforderer), über 15 Runden, 4- Unzenhandschuhen, harte Bandagen. Europameisterschaft im Mittelgewicht: MolinaFrankreich( Berteidiger) gegen Hein Domgörgen- Köln( Herausfor derer), über 15 Runden, 4- Unzenhandschuhen, harte Bandagen. Der Vorverkauf ist an allen Vorverkaufsplägen in vollem Gange. Die großen Tribünen werden für den Borkampf errichtet, die Seitentribünen jo gelegt, daß sie volle Sicht auf den Ring gewähren. Da Molina am Sonntag in Mailand gegen den Italiener Bosisio, dem er sogar den Titel abtreten mußte, versagte, wird, wie bereits vorgesehen war, der Engländer Moore gegen Domgörgen antreten. Letzter Tag des Reitturniers. Der Sonnabendnachmittag, der den Damen reserviert war, brachte für die Reiterinnen drei Konkurrenzen, und zwar ein Jagdfpringen, eine Eignungs- und eine Dressurprüfung. Cornett, der am Abend zuvor ein schweres Jagdspringen gewann, wurde im Amazonen- Jagdspringen von Frau v. Hennig, mit drei Fehlern in der Zeit von 53 Sekunden, als Sieger jüber den recht schwierigen Kurs gebracht. Die Eignungsprüfung für Damenreitpferde gewannen( leichte Pferde) Frau v. Becker auf der schönen Gradizer Stute Eris,( schwere Pferde) Frau Keller mit dem mächtigen schleswig- Holsteinischen Rapp- Walach Ritter Blaubart. Bei der Damenpferdedressurprüfung wurden zwei erste Breise verteilt, und zwar an Frau R. Hans Wan III, den Frau Ran titt und an Abdera, die von Frau Franke vorgestellt wurde. Zum ersten Male traten auch die Wagenpferde an, für die eine Tandemprüfung ausgeschrieben war. Sieger blieb der Stall Gottschalk, der über ein herrliches Material verfügt. bolte fich bie bähildbe Am Abend holte sich die dänische Springreiterin Frau Hasselbalch auf Jurist ein Springen. Der Sieg wurde vom. Publikum. lebhaft begrüßt, was man auch von Meerfönigs Sieg behaupten fann. Dieser zuverlässige Schimmel tam als letztes Pferd der sechs Abteilungen in die Bahn, war das einzige Pferd, das den Kurs fehlerfrei absolvierte und gewann somit die ganze Abteilung. Der Sonntag, der Tag der Championate, gab einen leberblick über das ganze sportliche, reiterliche und züchterische Niveau des Turniers. Das Championat der Jagdpferde holte sich Wotan unter Oberleutnant v. Nagel, das Championat der Pferde aus der Privatzucht fiel an Fuchs Packard. Das Championat der Reitpferde aus den Eignungsprüfungen gewann Drausgänger II. Bei diesen Siegerkonkurrenzen schnitt also die hannoversche Zucht, die dreimal vorne war, sehr gut ab. Die große Dressurprüfung für Reitpferde gewann Herr Wätjen auf Haustochter, das Publikum aber hatte mur Augen für das elegant reitende Frl. von Lungen auf Sabel. Die Mehrspännerfonkurrenz wurde zur glanzvollen Schaunummer, namentlich als die Sechser- und Viererzüge im Galopp vorgeführt wurden. Auch hier holten sich die Gottschaltschen Füchse den Siegerpreis. Der Abend brachte eine direkte Hochspannung, eine fiebernde Erregung des Publikums, als die Pferde, die in den einzelnen Abteilungen des Kanonenspringens fehlerfrei den Kurs. absolvierten, um den Sieg stachen. Sieger blieb Baron III mit Spillner im Sattel, der fehlerfrei den Sprung 1,90 Meter hoch, 1,80 Meter weit, nahm. Dieses Berliner Turnier muß als eins der am besten gelungenften bezeichnet werden. Hoffentlich behält man nun auch für die Zukunft die Verbindung mit der Gegenwart bei. olman in Saint Paul( Minnesota) aus und überholte dadurch 1433 Loopings hintereinander führte der amerikanische Flieger die kürzlich von dem Franzosen Fronval mit 1111 Loopings er zielte Bestleistung ganz erheblich. Für Damen: Preis Anzahl. Rate Kleider...... von M. 9. 49. 2. 1.Anzahl. Rate an an 3. an 2. 2.50 Mäntel....... von M. 19.89.1. Kostüme Ferner große Auswahl in: 3.- 1.50 an an von M. 33. 5. 2. an Stricksachen, Burschen- u. Knaben- Anzügen, Backfisch-, Mädchen- u. Kinder- Kleidung M Teilzahlung! PRENZLAUER Reinidiendorier Sirage 117 Eingang durch ( am Bahnhof Wedding) den Möbelladen Löhne einer Monopolindustrie. edynet- 7,31 11. betrug, bei 26zug der Steuern und der Sozial- ooch“ versprach er der franzöſiſchen Amazone ſeinen Gegenbeſuch in Gesteigerte Leistung und Hungerlöhne. In der Zementindustrie stehen zurzeit etwa 12 000 Ar beiter im Rampfe für die Verkürzung der Arbeitszeit von 10 und 12 Stunden auf 8 Stunden und für die Erhöhung der Löhne. Die Jahresleistung des Vollarbeiters war bereits 1926 von 266 Tonnen im Jahre 1913 auf 376 Tonnen gestiegen. Die Unternehmer erklären jedoch, diese Steigerung sei nur durch die Errichtung kostspieliger Anlagen, die verzinst werden müßten, möglich gewesen. Der Durchschnittslohn des Zementarbeiters fei von 4 Mart im Jahre 1914 auf 7,10 Mart im Jahre 1926 und auf über 8 Mart im Jahre 1927 gestiegen. Mit diesem Hinweis wollen die Unternehmer der Deffentlichkeit einreden, daß schon infolge der hohen Löhne erfolgen fönne. feine Herabsetzung des Zementpreises des erwachsenen Zementarbeiters- nach 10ftündiger Arbeitszeit be-| Wannsee begegnete. Getreu dem Motto: wat die fanm, tann id versicherung 6,56 Mart; nach achtstündiger Arbeitszeit Paris und jetzt ist er tatsächlich auf dem Wege, sein Versprechen einzu. 5,83 Mart, netto 5,21 Mart. In diesen Durchschnittslöhnen find die Akkordverdienste und Zuschläge für Familienbilje, Ueberstundenleistungen und sonstige Vergütungen, wie Prämien usw. einbegriffen. Angesichts der günstigen Entwicklung der Zementindustrie und der fast durchweg äußerst schweren und schmutzigen Arbeit der Zementarbeiter wäre es nichts Besonderes, wenn der durchschnittliche Tagelohn wirklich 8 Mark überschreiten würde. Die Unternehmer scheinen aber einen ernsten Wirtschaftskampf provo 3ieren zu wollen. Nur in Mitteldeutschland hat man sich geeinigt. In Rheinland- Westfalen ist ein Schieds. pruch gefällt worden, der absolut unbefriedigend ist und von der Arbeiterschaft abgelehnt wurde. In den meisten Bezirken ist die Lohnfrage noch offen. Berlin- Paris im Zuckeltrab. Die Organisation der Arbeiter hat nun die Lohnberechnun= Unser jüngster" Refordfahrer, der 68jährige Droschkentutscher gen eines Zeitraumes von vier Wochen nachgeprüft und Gustav Hartmann, der gestern um 10 Uhr morgens in Wann dabei festgestellt, daß in keinem Betrieb der auf der 3ement- see startete, ist um 7 Uhr abends glücklich in Brandenburg bundlagung vom 6. Dezember 1927 angegebene Durchschnittslohn an der Havel gelandet, feierlich begrüßt mit einem Autohupenerreicht wurde. Die Lohnabrechnungen beziehen sich nur auf Vollständchen der dortigen Autodroschken. Die nächste Etappe wird arbeiter. Die Lohnzettel von etwa 1000 Arbeitern, die sich fast Genth in sein und so weiter in froher, hoffentlich recht guter Fahrt auf alle Betriebe des Reiches und auf fast alle für die Zementpro- bis Paris. Diese Idee, die anfangs jeder für einen Aprilscherz duktion maßgebenden Arbeitengruppen verteilen, ergeben, daß im hielt, kam dem Alten, als er im vorigen Jahre der Französin Rachel Reichsdurchschnitt der durchschnittliche Bruttotagelohn Doraine begegnete, die ihm auf ihrem Dauerritt Paris- Berlin in lösen. Fünf deutsche Meilen will er pro Tag machen, 10 000 Ansichtskarten sollen ihm durch Verkauf den Lebensunterhalt sichern und ein Zentner Hafer wird für den braven Zossen mita geführt. In der Tasche den Paß mit Visum, Gewerbeschein, tierärztlichen Schein und Zigarren, flantiert von einen wahren Fahnenwald- rechts der Berliner Bär, links Schwarzotgold, im Rücken die Preußenfahne und die Trikolore zog der unternehmungsluftige Altmeister des Droschtengewerbes zum fröhlichen Schwanengesang. Im Auguft oder September will er wieder in Berlin sein. Und da sage noch einer, die Droschte passe nicht in den Rhythmus der neuen Beit! Acht Tote bei einer Bergwerfsexplosion. Keystone( Virginia), 3. März. Gestern abend ereignete sich in einem Bergwerf eine Explosion, bei der acht Personen getötet wurden. Sechs Opfer wurden in einem abgelegenen Winkel des Bergwerks, wohin sie sich geflüchtet hatten, um den tödlichen Gasen zu enigehen, enganeinander geschmiegt aufgefunden. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdruck verboten.) Wechselnd bewölkt, zeitweise etwas Für Deutschland: Im Nordwesten etwas Regen, noch vorwiegend aufklärend, am Tage etwas wärmer, bei mäßigen südlichen Winden. troden, im mittleren Teile des Reiches zweitweise aufheiternd, Tagestemperaturen im allgemeinen etwas höher. CARISCH CARISCH KAFFEY CARISCH HAFFEC Cari AFFE CARISCH Pravagl FÜR DEN OSTERKUCHEN Original Bienert. Auszugmehl 2- Pfund- Badung 64 Bf... 5- Pfund- Badung 1.60 ff. Sultaninen. Zum Osterfest CARISCH- KAFFEE M. Cariffima beltoffee. B.- Balet. 1.95 Wielend der Kaffee für den Sonntags. 1.70 tisch Bib.- Palet M. 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