Morgenausgabe 31M61 Aöl 45. Jahrgang Wüch entlich 70 Pfg, monatlich S,->9t im voraus zahlbar. Postbezug 3.72 M. «mfchl. Veftellgeld. Äuslandsabonna» ment S�O M. pro Monat. * Der.Vorwärts� erscheint wochentäg- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend-, Illustrierte Beilagen.Boll und Zeit- und.Kind erfreund-. Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Technik- Blick in die Dücherwelt- und.Iugend-Dorwärts- lr� VerSiner VolSsblatt Mitiwoch 4. April 1S2S Groß-ÄerlinIL Pf. Auswärts tS pf. Di«« t n 1#« 1 1 1 g e SkonparetvezeN« 10 Pfennig Reklamezeile 5.— Reichsmark.Kleine Anzeigen" das fettge- druckte Wort 25 Pfennig lzulössig zwe> fettgedruckte Worte). iedes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erst» Wort 15 Pfennig, ledes weiter» Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben »ählen für zwe» Wone Ardeitsmarkt Zeile SO Pfennig Familianzetgen füi Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden. strafee 3. wochentägl von 81/« dt» 17 Uhr. Jentvalorgan der«Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhofs 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlw Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 KSK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellren und Beamten Wallstr. SS. Diskonto-Gesellschast, Dcpositenlaste Lindenstr. L Speditionsarbeiterstreik beendet. Die Arbeit wird heute in Berlin wieder aufgenommen. Bei den gestrigen Verhandlungen vor dem Bor- fihenden des SchlichtungsausschusteS erklärten die Par» teien sich mit der Bildung einer Schlichtungskammer einverstanden, deren Entscheidung als bindend gilt. Der Schiedsspruch vom 30. März, der eine Lohn- erhöhung von 3 Mark ab l. April und 1 Mark ab 1. Ol- tober vorsah, und von de» Arbeitern abgelehnt ward. wurde dahin abgeändert, das» die zweite Zu- läge von 1 Mark bereits ab 1. Juli zu zahlen ist. Die Arbeit soll heute— alsbald nach der Versamm- lung der Arbeiter— wieder aufgenommen werden. Ter Streik gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhält- nisses. Sämtliche Streikende werden wieder eingestellt. Maßregelungen dürfen nicht borge- nommen werden. Die Bewegung im l�uhrbergbau. Sie Verhandlungen gescheitert. B 0 ch u m. Z. April.(Eigenberichl.) Im Verwaltungsgebäude des Zechenverbaodes in Essen fanden am Z. April, vormittags, die ersten Lohnverhandluvgen zwischen den Vertretern des Zcchcuoccbandez und den Sewerkschaften statt. Lei Segina der Verhandlungen gaben die Vertreter der Bergarbeiter- verbände unter eingehender Begründung ihre Forderungen bekannt. deren wesenttichfie ist die Erhöhung der derzeitigen Tariflöhne gleichmäßig um 1.50 vl. Die Zechen Vertreter behaupten, daß sowohl die Reallöhne der Vorkriegszeil erreicht, wie auch die bestehenden Löhne, gemessen am Lebenshottungslnde; von heule gegenüber dem vom Mai 7927 (letzte Lohnerhöhungj sich durchaus ausgleichend entwickelt hätten. Abgesehen davon würde die Entwicklung der Selbstkosten infolge un- verändert gebliebener Sohlenpreise trotz mehrfacher Lohnerhöhungen keine weitere Belastung durch ein« neue Lohnerhöhung gestattet, ohne größte Gefahren für den Ruhrbergbau zu bewirken. Die Gewerkschaftsvertreter antworteten mit einer Beweisführung dahingehend, daß die Bewilligung der gestellten Forderungen nicht nur sozial unbedingt erforderlich, sondern auch wirtschasttich durchaus tragbar sei. Räch einer Sonderberalung der Zechen- Vertreter erklärten diese, daß sie, abgesehen von einem unwesentlichen Zugeständnis außerhalb der gestellten Forderungen, ans ihrer ab- lehnenden Haltung bestehen bleiben müßten. Sie forderten daneben: erstens, daß der Sreis der südlichen Randzecheu erweitert werde; zweitens, daß die vrtsältesien Rulschenmeisier und Meister- Hauer eine besondere Zulage von 50 Pfennig aus dem Gedinge er- halten sollen. Unter diesen Umständen mußten die Verhandlungen noch zwei- stündiger Dauer resultatlo» abgebrochen werden. Die nächste Verhandlung soll am 11. April, also an dem vom Schlichter bereits angesetzten Verhandlungstermin, stallfinden. / Dresdener Buchdrucker ausgesperrt. Dresden, 3. April. In einer heute abgehaltenen Sitzung des Bezirksvereins Dresden des Deutschen Vuchdruckervereins und der Innung Dresdener Buch- druckereibefitzer, on der fast alle Mitglieder teilnahmen, wurde nach langer erregter Debatte beschlossen, die Betriebe still- zulegen. Damit wird eine große Anzahl von Gehilfen, die die Arbeit zu den durch den Tarif festgesetzten Bedingungen auf» genommen hat, ausgesperrt. Der Bezirksverein ist entschlossen, den Kampf mit aller Energie fortzuführen. Die Gehilsenschaft wird den Kampf zu führen wissen. Hungernde Millionen. Britische Arbeiterführer berichten aus Indien. London. 3. April.(Eigenbericht.) Die nach Beendigung ihrer indischen Reise nach England zurück- gekehrten britischen Gewerkschoftsführer A. A. P u r e e l l und I. Halsworth, Mitglieder des Gcneralrats, haben der Presse eine gemeinsame Erklärung über ihre Eindrücke übergeben, in der es einleitend heißt: „Wir betrachten die Lage der Arbeiter Indiens mit größter Besorgnis und sind der Ausfassung, daß eine Fortdauer der gegenwärtigen Verhältnisse eine ausgesprochene Gefahr für die Zivilisation bedeutet. Wir haben das Menschenmögliche getan, um der dortigen Gewerkschaftsbewegung einen neuen Anstoß zu geben und glauben, einen gewissen Erfolg erzielt zu haben. Wir haben überall auf die dringende Notwendigkeit von Lohnerhöhungen hingewiesen. da hierin der Schlüssel für die Rettung der indischen Arbeiter liegt. Die granenhasten XDohnungs- und Betleidungsoerhällnisfe der indischen Arbeiter find alarmierend, und wir halten es für die erste Pflicht der britischen Arbeiterklasse, sich zur Unterstützung ihrer indischen Kollegen zusammenzufinden." Die beiden Gewerkschoftsführer erklärten hieraus, daß sie keinerlei Hoffnung auf die Regierung in Indien setzten— sei diese nun in den Händen von Weißen, Schwarzen oder Braunen. Annähernd 3l>t> Millionen unter den 325 Millionen Bewohnern Indiens seien Analphabeten.„Es wirft ein trauriges Licht auf die Segnungen der Zivilisation, daß die Menschen in Indien noch immer wie die Fliegen-dahin st erben und daß sich kaum irgendwelche Körperschaften oder Personen gesunden haben, die bereitwillig und in der Lage wären, auch nur genügenden Lebensunterhalt für die Hungernden zu beschaffen." Der Generalsekretär der britischen Jndependent Labour Party (Unabhängigen Arbeiterpartei). Fenner Brockway, der gemein- sam mit der britischen Gewerkschastsdetegotion nach England zurück- gekehrt ist. bestätigte den furchtbaren Eindruck von der Lage der Ar- beiterschast in Indien. Cr sprach sich dahin aus. daß der politischen Unruh« in Indien der nackte Hunger zugrunde liege. Millionen Inder hätten nicht genug zu essen. Soweit sse Industriearbeiter sind, müssen sie für wenige Pfennige ar- beiten: soweit sie Landarbeiter oder Bauern sind, werden sie durch Steuern und Mieten dauernd auf Hungcrzustand herabgedrückt. Es wäre leicht, sagt Brockway. die hungernden Millionen gegen die britische Herrschaft zu entflammen: aber auch die indische Selb- ständigkeit wird diesen Massen keine Befreiung bringen, wenn sie nicht von grundlegenden Veränderungen der Bodenvörfassung und der industriellen Verhältnisse begleitet ist. Rur durch eine auf die Gewerkschaftsbewegung gestützte politische Massenbewegung der Arbeiterschaft und Organisierung der Bauernschaft kann sowohl die politische als die wirtschaftliche Befreiung der indischen Millionen bewerkstelligt werden. Ein indischer Verfassungseniwurf. London. 3. April.(Eigenbericht.) Die Führer der indischen politischen Parteien haben nach mehr- wöchiger Arbeit den Entwurf einer Verfassung für Indien aus- gearbeitet. Das Ergebnis ist von um so größerer Bedeutung, als das Hauptargument für die Fortdauer der britischen Herrschaft über Indien die angebliche Unfähigkeit der Inder ist, sich über grundsätz- liche Fragen der Selbständigkeit untereinander zu einigen. Der veröffentlichte Teil des indischen Verfassungsentwurfs ist durch die Erklärung eingeleitet, daß olle Macht in Indien vom V ol k e aus- gehe. Dieser Einleitung folgt die Aufzählung der grundsätzlichen Staatsbürgerrechte: freie Religionsausübung, freie Meinungsäuße- rung, Organisations- und Versammlungsfreiheit, Elementarunterricht. Der Verfassungsentwurf erklärt hieraus die/ in Indien noch heule übllche Prügelstrafe und Tortur für rechtswidrig. Männer und Frauen sollen politisch gleichgestellt sein: ferner erklären sich die indischen politischen Führer gegen jegliche Staatsreligion oder staatliche Suboentionierunz von Religionsgesellschaften. Niemand solle zur Teilnahme am Religionsunterricht gezwungen werden. Keinen Staatsbürger soll aus Gründen der Religion oder der Kaste irgendein Nachteil im Rechts- oder Staatsleben treffe». Kommunifienprozesse. Zur Kritik der politischen Justiz., Von Professor vr. Gustav Radbruch-Heidelberg. Der Hamburger Strafrechtsprofessor Dr. Moritz Liep» mann, nicht Kommunist oder Sozialist, sondern bürgerlicher Demokrat, veröffentlicht im Drei-Masken-Berlag, München, eine Schrift, im der er so scharfe Kritik an den Kommunisten- Prozessen, namentlich denjenigen vor Reichsgericht und Staatsgerichtshof, übt, wie sie nur je von Sozialdemo- traten geübt worden ist. Man merkt es dieser Schrift an, wie der Verfasser im Laufe seiner Arbeit durch das Material, das ihm zufloß, zuerst befremdet, dann erschüttert, schließlich entrüstet wurde, wie der strenge Wille zu wissenschaftlich kühlem Urteil nur mühsam den Ausbruch eines auf das Tiefste empörten Rechtsgefühls zu beherrschen vermochte. Es will etwas bedeuten, wenn ein Rechtsgelehrter von hohem Ruf und gründlicher Sachkunde, selbst zugleich Richter, immer wieder in Ausrufe ausbricht wie diesen:„Ich weiß nicht, was man zur Rechtfertigung eines solchen Urteils anführen könnte. Ich kann nicht anders, als in ihm eins für einen deutschen Richter tief beschämende Verwilderung des Rechtsbewuht feins zu finden." Die Rechtsanwendung in Kommunistenprozessen ist oft kritisch dargestellt worden, wenn auch noch niemals so gründlich wie durch Liepmann. Liepmann zeigt, wie die Rechtsprechung von Reichsgericht und Staatsgerichtshof von ihrem falschen Ausgangspunkt aus folgerichtigerweise dahin führen müßte und in zahlreichen Fällen dahin geführt hat, nicht nur die Zugehörigkeit zum„Funktionärkörper" der Kommunistischen Partei, bei dem die Rechtsprechung ur- sprünglich halt machen wollte, sondern schon die Parteizuge- Hörigkeit selbst als Teilnahme an einer geheimen oder staats- feindlichen Verbindung im Sinne des Z 7 Rr. 4 des Republik- schutzgesetzes und als Vorbereitung zum Hochoerrat im Sinne des§ 86 des Strafgesetzbuchs aufzufassen. Daß diese Rechts- anficht praktisch gar nicht durchführbar ist, versteht sich von selbst. Sie führt nun in zufällig herausgegriffenen Einzel- fällen, deren Auswahl letzten Endes davon abhängt, von welchen Tatsachen die Polizei Kenntnis zu nehmen und der Staatsanwaltschaft Kenntnis zu geben für gut findet, zur Be- strafung, und es muß daraus eine unerträgliche Rechts- Unsicherheit und weiterhin eine Erschütterung des allgemeinen Rechtsbewußtseins angesichts der ungleichen Rechtsanwendung erwachsen. Dabei sind die polizeirechtlichen Folgen, welche die Annahme der Strafbarkeit kommunistischer Bestrebungen als solcher folgerichtigerweise haben müßte, noch nicht einmal in Betracht gezogen. Liepmann zeigt dieser Rechtsprechung ?egenüber,„daß unter keinen Umständen die bloße Zuge- örigkeit zu einer politischen Partei, mag sie infolge ihrer Ziele oder Methoden noch so staatsgefährlich erscheinen, den Tatbestand einer strafbaren Handlung erfüllen kann".„Denn eine von der Staatsordnung, von Verfassung und Vermal- tung zugelassene politische Partei, die Abgeordnete, eine Presse, Versammlungen mit dem Willen des Staates hat, kann niemals gleichzeitig verboten und strafwürdig sein". „Damit ist aber die Frage zugleich hinsichtlich des Funktionär- körpers entschieden. Denn wenn eine erlaubte politische Par- tei nicht zum Tatbestand einer strafbaren Verbindung ge- rechnet werden darf, so ist es auch juristisch unmöglich, iüe- jenigen für strafbar zu erklären die im Dienste dieser Partei tätig werden und Vertrauensstellungen im Auftrag der Zentral- oder einer Bezirksinstanz bekleiden."„Man sollte sich auch darüber klar werden„daß die Methode des Staats- gerichtshofs und Reichsgerichts in ihren Folgeerscheinungen noch viel gefährlicher und vergiftender wirken wird als das Sozialistengesetz."„Glaubt man den Bestrebungen der KPD. nicht mit geistigen und sozialen Mitteln" erfolg- reich entgegentreten zu können, so möge man sie durch ein Ausnahmegesetz verbieten. Das wäre zwar, eine unverant- liche Kurzsichtigkeit und würde im Grunde nur zur Verstär- kung der KPD. führen, aber genau die gleiche Wirkung wird durch die hier bekämpfte Art der Rechtsprechung geschaffen." Roch erschütternder als die Ausführungen Liepmanns über die Rechtsanwendung des Reichsgerichts und des Staatsgerichtshofs sind aber seine Mitteilungen über die T a t s a ch e n f e st st e l l u n g e n. An einein reichen Ma- terial wird gezeigt, wie bloße revolutionäre Gesinnungen zu strafbaren Tatbeständen umgeprägt, revolutionäre Erwartun- gen als bestimmte umstürzlerische Vorsätze ausgelegt werden, wie solche zur Vorbereitung zum Hochverrate nach der Recht- sprechung erforderlich sind. Und doch hat schon vor langer Zeit das Reichsgericht(Bd. 5, S. 68) ausgesprochen, daß„die Verbreitung von Grundsätzen, welche an sich oder in ihrer weiteren Entwicklung, wenn sie im Volke Leben gewinne. u gewaltsamen Angriffen der in§§ 80, 81 bezeichneten Art Hochverrat) führen, den Tatbestand des 8 86(Vorbereitung um Hochverrat) allerdings noch nicht erfüllt", da„§ 86 die Sorbereitung eines bestimmten Unternehmens zur Vor- aussetzung hat". Die gleiche Entscheidung gibt dafür ein gerade mit Bezug auf die vorliegenden Fälle belehrendes Beispiel:„Wenn ein Vater seinen Sohn im Hinblick auf eine von keiner Seite geplante, aber von chm als möglich gedachte revolutionäre Bewegung in revolutionären Idden erzöge." D Nicht anders tann es liegen, menn eine Partei ihren Nachwuchs zu revolutionären Ideen erzieht, sei es auch im Hinblick auf eine ,, ols möglich gedachte revolutionäre Bewegung", auf eine neue, durch wirtschaftliche, von der eigenen Einwir fung unabhängige Berhältnisse bedingte revolutionäre Welle, Schuldenregelung und Dawes- Revision. nicht aber auf eine bestimmt geplante revolutionäre Unter Europa ist über die Notwendigkeit einig, die Entscheidung liegt bei Amerika. nehmung. Paris, 3. April.( Eigenbericht.) immer an die Aufrechterhaltung des Dawes- Planes gehalten hätten, jetzt ebenfalls bereit seien, eine Revision ins Auge zu faffen, vorausgefekt, daß gleichzeitig die Berpflichtungen der Kuhnießer aus dem Dawes- Plan gegenüber ihren eigenen Kriegsgläubigern in entsprechendem Maße herabgefeht würden. Deutsche Bauarbeiter in Frankreich. Reparationskommission und Transfertomitee haben den Bera perträge unter ausschließlicher, Berwendung deut don Bauvertrag, der die ersten großen Reparationsbau der Arbeiter in Frankreich darstellt, in ihrer letzten Finanzministerium der Société du Verdon bereitgestellte Gady lieferungskredit beläuft sich auf 17,2 Millionen Mart, Vertragsträger ist das deutsche Bautonsortium in Berlin bzw. die vier in Arbeitsgemeinschaft von ihm herausgestellten Firmen. Dem Reichsgericht und dem Staatsgerichtshof können immerhin gemisse Entschuldigungsgründe zugebilligt wer= Die Ankündigung Poincarés in seiner lehten Wahlden. Ziepmann sagt einmal: ein Gericht erster Inrede in Carcassonne, daß er bereit sei, an einer internationalen Konstanz in Deutschland würde sich nach meiner Erfahrung mit ferenz zur eiquidierung der Reparations- und folchen vagen Vermutungen, die nicht einmal als Indizien kriegsschulden mitzuwirken, hat namentlich in der zu merten sind, begnügen, und, wenn es einmal geschehen amerikanischen Presse zu außerordentlich optimistischen Meljoute, so würde das Reichsgericht als Revisionsinstanz das dungen Anlaß gegeben. Man wollte schon wissen, daß die deutschen Urteil mit scharfen Worten aufheben. In der Tat hat sich das Reichsgericht durch seine Judikatur in hochverrats wie Berpflichtungen auf 32 Milliarden ermäßigt würden, und daß dafür die Hälfte zur Abtragung der interalliierten Schulden, der Rest zum Landesverratssachen zu erstinstanzlicher Rechtsprechung als wiederaufbau in Frankreich und Belgien bestimmt sei. Diese nachvöllig ungeeignet erwiesen. Richter, deren Hauptaufgabe die richt, die auf eine private Deutschrift internationaler Finanzkreise Wiederaufbau in Frankreich und Belgien bestimmt sei. Diese Nachrevisionsgerichtliche Nachprüfung der Urteile der unteren In- richt, die auf eine private Denkschrift internationaler Finanzkreise ftanzen ist, geraten unvermeidlich in die Gefahr, diefelbe zurüd zugehen scheint, läuft jedenfalls den Tatsachen sehr weit Sigung endgültig verabschiedet. Der hierfür vom französischen Silbenstecherei, die sie bei der Auslegung der tatsächlichen voraus. In Pariser maßgebenden Kreisen dementiert man Urteile zu üben durch das Gesetz genötigt sind, auch auf die auf das entschiedenste, daß schon jetzt irgendwelche Verhandlungen Beweistatsachen ihrer erstinstanziichen Rechtsprechung anzu zwischen den verantwortlichen Regierungen im Gange oder auch nur mwenden, sie mit logischen Mitteln weit über ihre psycholo- vorbereitet seien. Man weist in diesem Zusammenhang darauf hin, gische Tatsächlichkeit hinaus auszupreffen, etwa, wie in einem daß nun, wo sich Europa über die Notwendigkeit der Schuldender Urteile, den hochverräterischen Borjag bei der Tat daraus liquidation einig sei, die Entscheidung ausschließlich bei den Berzu konstruieren, daß in der eigenen Zeitung des Täters drei einigten Staaten liege, daß man aber von dort vor den Präfi. Monate vorher(!) von einem andern(!) Kommunisten dentschaftswahlen teine flare Stellungnahme erwarten dürfe. ein Artikel revolutionären Inhalts veröffentlicht war. Man Zum Ueberfluß veröffentlicht die Havas- Agentur am mürde, sage ich, gewisse Entschuldigungsgründe aus der Dienstag nachmittag eine Note, worin sie nach erneutem energifchen Mentalität eines Revisionsgerichts ableiten fönnen wenn Dementi der amerikanischen Pressemeldungen erklärt, bisher habe diese Mentalität wirklich in allen Urteilen erster Instanz weder die englische noch die franzöfifche Regierung einen Antrag auf hervorträte, aber im Falle Ciaz zum Beispiel haben wir eine Revision des Dawes- planes erhalten. Gleichzeitig befont aber die annähernd gleich scharfe Ausbeutung der Beweistatsachen Note- und hier ist die große Schwenkung, die in der Haltung der schmerzlich vermiffen müssen. Daß übrigens die erstinstanz- franzöfifchen Regierung feit der Ankündigung Poincarés eingetreten die interessierten Minister, die sich bisher lichen Zuständigkeiten des Reichsgerichts für dieses selbst veriff, deutlich zu erkennen, die intereffierten Minister, die sich bisher hängnisvoll sind, hat der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons fürzlich anerkannt, indem er ihre Loslösung vom Reichsgericht, ihre Ueberweisung an einen in Berlin zu errichtenden Politischen Gerichtshof in Vorschlag brachte. Ich sehe die Kommunisten feineswegs als Lämmlein, weiß wie Schnee. an. Gerade einer revolutionären Partei gegenüber muß aber die Rechtsprechung in leidenschaftsloser Sachlichkeit die Gerechtigkeit des Staates auch gegen seine Gegner repräsentieren, die allein ihm die Achtung eben dieser Gegner abnötigen fann. Eine Rechtsprechung aber wie die gefchilderte ist, sagt Liepmann ,,, eine schwere und gar nicht mpieder gutzumachende politische Kurzsichtigkeit, die ungewollt und unbewußt als leidenschaftliche Propaganda zugunsten des Wachstums der Kommunistischen Partei wirft", Die Gozialdemokratische Partei, die selber durch die Hölle des Gozialistengesezes hindurchgegangen ist, wird mit allem Nach druck eine Rechtsprechung bekämpfen. Die, gerade meil sie ein Ausnahmerecht in die Formen der ordentlichen Rechtsprechung fleidet, das Rechtsgefühl beinahe noch tiefer empört. Reichsgericht! Leipzig, 3. April.( Eigenbericht.) m Sienstag begann vor dem 4. Strojsenat des Reichsgerichts ein großer och verrats proze gegen den Arbeiter mit helm Bahnit aus Magdeburg. Bahuil hatte im Juni 1927 eine illegale Broschüre an einem Reichswehrjoldaten verteilt. Die Broschüre enthielt einen Artikel, überschrieben Der Geist in der Reichswehr In diesem Artikel wurde der Stahlhelm tag in Berlin einer schweren Kritik unterzogen und gesagt, daß noch viele attive Offiziere sich an den Veranstaltungen des Stahlhelms heteiligen. Dies genügte dem Oberreichsanmalt, gegen Bahnit einen Hochperroisprozeß einzuleiten. Der Angeflagte bestreitet, Broschüren verteilt zu haben. Er befindet sich seit Juni v. J. in Haft. Der Reichsanmalt beantragte 2 Jahre 6 Monate Zuchthaus. Das Gericht verurteilte Bahnit nach 12stündiger Berhandlung wegen Borbereitung zum Hochperrat, Bergehen nach§ 7 des Republikschuß gesetzes und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu 2 Jahren 9 Monaten Jeffungshaft und 300 Mark Geldstrafe. 9 Monate und die Geldstrafe gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt. * z Der Gedanke, Wiederaufbauarbeiten durch deutsche Arbeiter in Frankreich ausführen zu lassen, ist zuerst von der Sozialisti fchen Fünfländerkonferenz in Frankfurt a. M. im Jahre 1922 ausgesprochen worden. Damals dachte man allerdings vor allem an Arbeiten in den früheren Kriegszonen. Der Berdon ist ein Gebirgsfluß im jüdlichsten Teil der Alpen, unweit vom Mittelmeer. Es handelt sich bei dem abgeschlossenen Vertrag anscheinend um Regulierungsarbeiten, vielleicht auch um den Bau von Elektrizitätswerten auf Konto Reparationszahlungen, jedenfalls aber nicht um eigentliche Wiederaufbauarbeiten. Der Terror des Faschismus. Mussolinis Strafrechtsreform. Tod, Dauerzuchthaus, Gefängnis gegen politische Gegner. Deutschland, Desterreich und die Schweiz bereiten neue Strafgesetzbücher vor. Ueberall Kampf des neuen Strafrechtsgedankens gegen althergebrachte friminal- politische Ideen. Zweck der Strafe ist Erziehung und Besserung, wo dies nicht möglich, unschädlich machung durch Isolierung; nicht die Tat, sondern die Persönlichkeit des Täters soll für seine Beurteilung ausschlaggebend sein; Ueber zeugungsverbrecher dürfen nicht mit demselben Maße gemeffen werden wie gemeine Verbrecher- so ungefähr lauten die Hauptsätze der modernen Strafrechtswissenschaft. Der Abschnitt Verbrechen gegen die öffentliche Ordnung" ist gegen unerwünschte politische Verbindungen gerichtet, d. h. gegen Ber bindungen jeglicher Art, mit Ausnahme faschistischer. Wer öffentlich zum Klassenhaß auffordert, kommt auf 5 Jahre ins Gefängnis. Die gleiche Strafe droht dem, der zur Begehung strafbarer Handlungen auffordert. Berbinden sich drei oder mehr Bersonen zur Begehung cines Berbrechens, so droht ihnen Gefängnis bis zu 7 Jahren. Je mehr Teilnehmer an der Verbindung, desto höher die Strafe. Ja all diesen Fällen ist die Anordnung von Sicherungs= maßnahmen obligatorisch, ihre Frist ist unbegrenzt, ihre Aufhebung hängt davon ab, ob die soziale Gefährlichkeit" des Täters noch vorhanden ist oder nicht. Die Denunziation politischer Ber brecher wird zur Pflicht gemacht, die Begünstigung mit Gefängnis bis zu 5 Jahren gefühnt. Auch Italien bereitet seit mehr als einem Jahrzehnt ein neues Strafgesetzbuch vor. Im Jahre 1921 hat eine spezielle Rommission unter Borfi des Begründers der soziologischen Schule, Ferri, den allgemeinen Teil eines absolut modernen Strafgefeßentwurfes der Deffentlichkeit borgelegt. Dieſer Cmwuri iſt perworjen. Ruffolini Entwurf Hof einen neuen entwurf herstellen Taffert, feines Terrorregimes Neben den Kampf gegen die politische Betätigung der Bolts murdig ein Strafgefeßentwurf der Kentebelung der Arbeiterklasse maffen geht Hand in hand der Kampf gegen die wirts der Arbeitertlasse. und der politischen Gegner, einen Entwurf, der die politischen Ber- schaftliche Organisation brecher den gemeinen gleichstellt, der die Todesstrafe zur Normal- Streits jeglicher Art merden ein für allemal umter Androhung strafe erhebt und neben dieser Dauerzuchthaus, Gefängnis bis von Strafen verboten. Legen drei oder mehr Arbeitnehmer ge 30 Jahre, Konfisfation des Eigentums und Verlust der Staatsange meinschaftlich die Arbeit nieder, bloß zu dem 3wed, von den Ar hörigkeit dekretiert. Nicht die Persönlichkeit des politischen Ber- beitgebern Lohnerhöhungen zu erzwingen, ſo werbrechers ist für die gegen ihn zu treffende Maßnahme ausschlag den sie zu Geldstrafen verurteilt. Geschieht dies zu politischen gebend, sondern allein die Gefährlichkeit feiner Tat für Zwecken, jo tritt Gefängnisstrafe bis zu 1 Jahr ein. Soll durch den den faschistischen Staat. Ronfequenterweise mußte auch Streit ein Drud auf die Behörde ausgeübt werden, so wird die bei der Beurteilung des gemeinen Verbrechers nicht deffen PersönStrafe verdoppelt; für Führer und Ordner tann sie bis lichkeit, sondern die Schwere seines Verbrechens, der von ihm ange- auf. 7 Jahre erhöht werden. Sind bei den Streifs Drohungen richtete Schaden, bestimmend werden. laut geworden, so wandern alle bei der Drohung Anwesenden mitfamt ins Gefängnis. Der mirtschaftliche Bontott zicht 5 Jahre Ge fängnis nach fich, die Richtbeachtung der Entscheidung des ArbeitsNeben der Strafe steht die Sicherungsmaßnahme. Ihre Anwendung wird durch soziale Gefährlichte it" des Täters Hindenburg gegen die Dolchstoßlegende bebingt. Diese liegt vor, sobald die Möglichkeit einer Lat- amtes 3 Jahre Gefängnis. Kommt es aber bei Streits zu lärmenwiederholung gegeben ist. Bei Ueberzeugungsverbrechern ist Zum Abschluß der Arbeiten des parlamentarischen Unter fie aber stets gegeben. fuchungsausschusses. Die Ergebnisse des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Reichstages haben der Dolchstoßlegende ein Ende gemacht. Zum Abschluß der Arbeiten des Ausschusses hat der Reichspräsident das folgende Schreiben an den Vorfizenden des Ausschusses gerichtet: „ Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Für die Uebersendung der weiteren 5 Bände des Werkes des Untersuchungsausschusses sage ich Ihnen meinen verbindlichsten Dank. Ich habe mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß hiermit und mit dem Bericht des 20. Ausschusses die parlamentarische Untersuchung über die Ursachen des deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918 zum Abschluß getommen ist. Ich glaube, daß dieser Abschluß geeig net ist, alten Streitstoff innerhalb unseres Voltes zu beseitigen und den inneren Frieden zu fördern. Daß der Abschluß und die Endabschlüsse des Ausschusses erreicht werden konnten, dafür spreche ich dem Ausschuß und insbesondere Ihnen, dem langjährigen Vorsigenden desselben, meinen aufrichtigen Dant aus. Mit freundlichen Grüßen gez. v. Hindenburg." Der Vorsigende des Ausschusses ist der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Philipp, Leipzig. Ludendorff Ersatz. Ludendorff, der der nationalsozialistischen Mandatsliste bei den legten Wahlen noch so etwas wie einen Glanz verlieh, tandidiert nicht mehr und wünscht nicht mehr als politische Propagandanummer gebraucht zu werden. Die Nationalsozialisten find infolgedeffen in einiger Berlegenheit, aus der ihnen Pfarrer a. D. Münchmeyer= Borkum helfen soll. Dieser ehemalige Geistliche, den seines Amts zu entheben sich bie evangelischen Kirchenbehörden genötigt jahen, weil er sich außer feinem Radauantisemitismus eine standalöfe Beibergeschichte leistete, wird Spigen tandidat der Natio nalsozialisten für die Reichstagswohl im Kreis Wafer- Ems. Außerdem steht er auf der Liste der nationalsozialistischen Landtags fandidaten für den Wahlkreis Aurich- Osnabrüd. Db Hofprediger Doehring, der sich mit seinem Luther- Bund erst fürzlich den Bölfischen angeschlossen hat, mit dieser Nachbarschaft zufrieden sein wird, kann man füglich bezweifeln. Die Todesstrafe fie tann auf Anordnung des Gerichts auch öffentlich vollzogen werden steht als Drohung in 21 politi. en Paragraphen; fie steht auch auf gemeinen Mord in den verschiedensten Fällen, selbst nach freiem Ermessen des Richters 3. B. bei Tötung aus besonders verwerflichen Motiven. Todesstrafe droht bei Anschlag auf das Haupt der Regierung und auf dessen Freiheit und unversehrtheit; folglich auch bei Anschlag auf Leben, Freiheit und unversehrtheit des Königs, der Mitglieder seines Hauses, des Ver treters einer fremden Macht. Todesstrafe droht dem Leiter eines bewaffneten Aufstandes, für Entfesselung des Bürgerkrieges, für die Herbeiführung eines Blutbades( ein Blutbad ist aber gegeben, wenn in der Absicht, mehrere Personen zu töten, der Tod wenigstens zweier Personen durch Handlungen, die die öffentliche Unversehrtheit in Gefahr zu bringen geeignet sind, verursacht ist). Selbstverständlich steht auf die verschiedenen Landesverratshandlungen Tod. Fordert jemand zu einem Verbrechen gegen das Wesen des Staates auf oder verteidigt er ein solches, so wandert er ins Gefängnis für die Frist von 3 bis 12 Jahren. Geschieht dies burch die Presse, so wird die Strafe erhöht. Strafverschärfungen für poli= tische Presse8elitte sind auch in vielen anderen Fällen vorgesehen. An zweiter Stelle wartet auf Muffolinis Feinde, das Dauer. 3.uchthaus. Begeht jemand eine Tat, die darauf gerichtet ist, die Staatsordnung mit Mitteln, die von der Verfassung nicht zugelassen sind, zu ändern, so tritt Dauerzuchthaus ein. Liegen zwei Verbrechen vor, auf die jedes einzeln genommen Dauerzucht haus steht, so droht hierfür die Todesstrafe. Wer Vereinigungen vorbereitet, gründet oder ausgestaltet, die bestimmt find, mit Gewalt die Diftatur einer fozialen Klasse über andere zu begründen.pder die wirtschaftliche oder soziale Ordnung im Staate umzustürzen, mird mit 12 Jahren Gefängnis und mehr. bestraft. umzustürzen, wird mit 12 Jahren Gefängnis und mehr. bestraft. Auch wer an solchen Vereingungen teilnimmt oder für sie wirbt, tommt auf lange Jahre ins Gefängnis. Selbstverständlich stehen hohe Gefängnisstrafen auf, das öffentliche Tadeln föniglicher Regierungshandlungen, auf Beschimpfungen der Regierung, des Barlaments, des Hauptes der Regierung( bis 12 Jahre). Geschicht dies durch die Presse, wird die Strafe erhöht. den Rundgebungen, so wird die Strafe erhöht usw. Polizeiübertretungen. Berbreitung aufrührerischer Aufrufe, Teilnahme an aufrührerischen Bersammlungen, Vertrieb von verbotenen Drucksachen werden mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft. Das ist Muffolinis Strafgesetzbuch, sein neuestes Inftrument zur Bekämpfung und Niederhaltung des italienischen Proletariats. Sein Gegenstüd findet es im Sowjetstrafgesetzbuch; auch dieses feunt den Begriff der sozialen Gefährlichkeit". Doch um Mussolini Gerechtig feit widerfahren zu laffen: in Stalins Strafgesetzbuch lauert die Todesstrafe in der doppelten Anzahl von Paragraphen! Maffenprotest in Prag. Gegen die Sozialreaktion des Bürgerblocks. Prag, 3. April. ( Eigenbericht.) Wegen der heute abgehaltenen freigewerkschaftlichen Protestversammlung der Brager freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterfchaft gegen die Verschlechterung der Sozialversicherung hatten die Behörden die umfassendsten, Borfehrungen getroffen und nicht nur die Polizei, sondern auch Gendarmerie von auswärts in großer Bahl aufgeboten. Die Umgegend des Versammlungsplatzes glid) einem Heerlager, das aber nichts zu tun befam. Uni 4 Uhr nachmittags wurde in allen Betrieben die Arbeit eingestellt, und von den Sammelplätzen in den Vororten zegen die Arbeiter in geschlossenen Zügen auf den weiten Hawlitscherplag, der um 5 Uhr Kopf an Kopf voll war. Nach vorsichtiger Schäßung betrug die Zahl der Tei! nehmer 50 000. Bon acht Tribünen sprachen Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten zu er Menge, die immer wieder in Beifallsstürme qusbrach. Nach einstündiger Dauer wurde die Kundgebung geschlossen, und die Arbeiter traten in voller Drdnung den Heimweg an. Der Wenzelplatz und andere Straßenzüge waren von Gendarmerietrupps mit aufgepflanztem Bajo= nett abgesperrt. Arbeiterordner bildeten jedoch hier und auch an anderen Stellen vor der Gendarmerie Ketten und verhin derten se Reibereien. Die litauischen Diftaturzwerge haben die jüngste Sonntagsnummer des Vorwärts" nicht ins Memelland eingelassen, weil darin die Ueberfüllung der litauischen Gefängnisse berichtet war; *) Die deutsche Uebersegung erscheint in allernächsten Tagen im mögen fie doch die Unrichtigkeit dieser Meldung nachweisen, wenn Berlag de Gruyter ut. Co., Berlin. fie fönnen! Ein Jubiläum. Fünfzig Jahre tschechoslowakische Sozialdemokratic. Bon Rudolf Jllovn, Prag. In einem Gasthause zu St. Margaret in Brzewnom, einer Gemeinde bei Prag, famen am 7. April 1878 fünfzehn junge Männer zusammen: zwölf Arbeiter und drei Studenten. Nach dreistündiger Beratung beschloß dieser Kongreß, eine tschecho= flowakische sozialdemokratische Partei zu, gründen und ge= nehmigte das bereits von den früheren Kongressen der österreichischen Sozialdemokratie beschlossene Parteiprogramm. Es wurde das Statut einer geheimen Parteiorgani jation ausgearbeitet, da die österreichischen Gerichte und die Polizei nach sozialistischen Hochverrätern fahndeten und alle Arbeiterorganisationen als staatsgefährlich verfolgten. Der Kongreß. beschloß einstimmig, daß die tschechische sozia-. listische Arbeiterschaft sich von der tschechischen radikal- demofratischen Bourgeoisie loslösen und nach deutschem und öfterreichischem Muster zu einer selbständigen Arbeiterpartei zu= sammenschließen solle. Radikaler Demofratismus, Marrismus, Internationalismus und Selbstbestimmungsrecht der Rationen waren die Hauptforderungen. Nach dem Orte feiner Tagung wurde dieser sozialdemokratische Gründungsfongreß ,, St. Margaretner Kongreß" genannt. Wohl gab es in Böhmen und Mähren schon vor diesem Kongreß eine sozialistische Bewegung auch unter der tschechischen Arbeiterschaft, doch erft sei diesem Tage tritt die tschechoslowakische Sozialdemokratie als selbständige Partei auf. Die Gründung der Partei blieb nicht lange den Behörden verborgen. Eine scharfe Verfolgung der Teilnehmer des Rongresses setzte bald ein, und auch die tschechische bürgerliche Gesellschaft erklärte die Internationalisten und nationalen Verräter in Acht und Bann. Das deutsche Sozialistengesetz vom Jahre 1878 übte seine Wirkung, auch in Desterreich aus, und da es den Behörden nicht gelang, den Sozialismus an der Reichsgrenze bei Bodenbach aufzuhalten, waren sie bemüht, diese Umsturzideen im Reime zu ersticken. Es folgten Hausdurchsuchungen bei sozialistisch gesinnten Arbeitern, Berhaftungen, Vorladungen vor Gerichte und Verurteilungen zu mehrmonatiger Kerferhaft. In Prag wurde ein eigener Strafgerichtssenat für sozialistische Verbrechen errichtet, der seine Funktion bis zum Jahre 1885 ausübte. Der Hauptteilnehmer des Kongresses der tschechoslowaki schen Sozialdemokratie war J. B. Beck a, ein intelligenter Arbeiter und sozialistischer Dichter, der zum Redakteur des neugegründeten Parteiblattes gewählt wurde. Er sowie eine Anzahl sozialistischer Führer mußten nach wenigen Jahren vor der immer schärfer werdenden Verfolgung nach Amerika flüchten. Keudells Burgfriede. John Bis Offern habe ich mir Burgfrieden ausgemacht. Die Zeit werde ich nutzen, um rasch noch ein paar deutschnationale Beamte ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit zu befördern!" Das Pressemajorat mit Staatshilfe Aus der Dallwitz- Zeit seiner Gründung. Das Dreiflassenhaus hatte bis zur Revolution seine Souveränität stabilisiert wie einen rocher de bronze. Der Geist der siegenden Reaktion von 1849, verkörpert in den junkerlichen Offizieren, beherrschte Preußen durch das„ elendeste aller Wahlsysteme", wie sogar Bismard es einmal genannt hat, um es nichtsdestoweniger bis zuletzt aufrechtzuerhalten; in diesem Parlament fonnte der königliche Fi nanzminister Hergt noch den Eintritt Nordamerikas in den Krieg mit den stark bejubelten Worten verhöhnen:„ Die Amerikaner? Sie fönnen nicht fliegen, sie können nicht schwimmen, sie werden nicht tommen!" Und so wenig hat die neue Zeit und der neue Name die Konservativen geändert, daß ein Mann von solch vorausschauender Prophetengabe heute noch ihr Führer und der deutschen Republik Bizetanzler sein kann. " Als aber der Krieg noch fern war, saß Herr Dr. v. Dallwig So schwer waren die Anfänge der tschechoslowakischen auf dem Platz des kgl. Ministers des Innern. Ein grauhaariger und Sozialdemokratie, die in diesen Tagen das Jubiläum ihres graubärtiger hagerer Mann, grämlich- verbitterten Gefichts, leidenden fünfzigjährigen Bestandes feiert. Hierzu gesellte sich bald Aussehens. Kein eleganter Offizierstyp, mehr von jener Junker noch Üneinigkeit unter den Arbeitern selbst, so daß sich die abart, die sich in Akten vergrub. Alter Landrat und RegierungsBewegung, ähnlich wie in Deutschland, unter dem Einfluß der präsident, seinerzeit als„ Kanalrebell" gemaßregelt, weil er als 2b von Johann Most verkündeten anarchistischen Ideen in eine geordneter entgegen dem Willen des Königs den Bau jenes Mittelradikale und gemäßigte Richtung spaltete. Dieser Spaltung landfanals abgelehnt hatte, von dem Sr. Majestät General und Mifolgten bald Zersplitterungen in mehrere sozialistische, fommunister v. Podbielsti sagte:„ Wo wer id mir mit dem Lause: nistische und anarchistische Fraktiönchen, deren Anhänger ein- fanal porn Bauch stoßen lassen." Dazu war Schweine- Pod" ander auf das heftigste befehdeten. Die Berklüftung der Ar- ministerieller Sachwalter der Großagrarier und gewinnziehend Bebeiterschaft dauerte bis Weihnachten 1887, wo auf dem konteiligter on der Ausrüstungsfirma Lippelsfirch u. Co., der er einträg greßzu Brünn die Einigung der sozialistischen Bewegung liche Heereslieferungen fraft seines Amtes zuchanzte, beschloffen wurde. Dieser Zusammenschluß der Arbeiterschaft wurde zur Tatsache erst nach dem Kongreß der gesamten öfter reichischen Sozialdemokratie Ende 1888 zu Hainfeld in Niederösterreich, wo es dem Einflusse des Genossen Dr. Bictor Adler gelang, die gemäßigten und radikalen Sozialisten zu versöhnen und sie in eine einzige und einheitliche sdzialdemofratische Partei zu pereinigen. Dem trodenen, mit und dialettlojen, miesepetrigen Dallwitz, dem dus Kanalrebellentum die Ministerschaft nicht unmöglich ge macht, hätte man solchen Geschäftseifer nie zugetraut. Dallmiz machte durchaus den Eindruck eines ehrlichen und dabei asketischen Fanatifers fonfervativer Staatslehre, die eben das Bolt mit Beth mann Hollwegs Wort- in gottgewollter Abhängigkeit" von den Junkern und ihrem König sah und ewig darin halten wollte. Junter Sozialdemokratische Kandidaten. Pommern. Für den Reichstag: Gustav Schumann, Hauptschriftleiter, Stettin; Otto Bassehl, Schriftsteller, Buchholz; Georg Schmidt, Borsigender des Landarbeiterverbandes, BerlinKöpenid; Albert Bülaw, Stettin; Elfe öfs, Stettin; Franz Klü, Parteifetretär, Stettin; Fritz Thurow, Lehrer, Neustettin; August Streufert, Arbeitsvermittler, Siralfund; Robert Schulz, Angestellter, Stettin; Baul Schüz, Gemeindevorsteher, Rosengarten; Richard Grigat, Sefretär, Bütow; Mar Edh a cht, Lehrer, Greifswald. Für den Landtag: Theodor Hartwig, Bezirksjefretär, Stettin; Aleg. Kunße, Lagerverwalter, Stettin; Richard Schallod, Lehrer, Röslin; Karl Kirchmann, Arbeiterfefretär, Stralfund; Hermann Wilte, Parteisekretär, Stettin; Christoph König, Regierungsrat, Berlin; Richard Ostwald, Gewerkschaftsangestellter, Rolberg: Rudolf Mainzer, Schöffe, Saßniz: Richard altenberg, Gewerkschaftsangestellter, Stettin; Baul Ber nice, Kreisschulrat, Swinemünde; Olto Kunze, Angestellter, Röslin; Frau Schröder, Stralsund. Wenn jetzt die tschechoslowakische jozialdemokratische Arbeiterpartei auf die Tagung des St. Margaretner Kongresses vor 50 Jahren zurückblidt, jieht sie den gewaltigen Fortschritt, den die tschechische Arbeiterbewegung seit jener geheimen Sigung von 15 Männern gemacht hat. Der Einigungsfongreß der tschechischen und deutschen Sozialdemokratie im Januar dieses Jahres ist das erfreulichste Ereignis der letzten Zeit in der Arbeiterbewegung der Tschechoslowakei. Die moralische Wirkung, die dieser Einigungsfongreß auf die Arbeitermassen beider Rationen ausgeübt hat, ist groß und hat der Sozialdemokratie neue Sympathien der proletarischen Bevölkerung und neue Anhänger gebracht. Die diesjährigen Mai feiern werden in der ganzen tschechoslowakischen Republit von der tschechischen und deutschen Sozialdemokratie gemeinsam begangen werden, wodurch die Einigung beider Parteien auch nach außen hin befundet werden wird. Die Gemeindewahlen, die in den letzten Wochen wieder in manchen Orten stattfanden, haben sowohl der tschechischen als auch der deutschen Sozialdemokratie bedeutende Gewinne gebracht. Dagegen erlitten bei diesen Wahlen die Parteien der tschechischdeutschen bürgerlichen Regierungsfoalition und die Kommunisten bedeutende Einbuße an Stimmen. Der jegige er bitterte Kampf gegen die Verschlechterung der Sozialversicherung hat die gesamte Arbeiterschaft der Tschechoslowakei vorübergehend geeinigt. Sozialdemokraten, Nationalsozialisten und Kommunisten demonstrierten in den Straßen Brags gemeinsam gegen den Angriff der Bourgeoisie auf die Errungenschaften des Proletariats. Wenn auch 2. Lore Agnes, Hausfrau; 3. Paul Gerlach, Landesrat; diese Einheitsfront infolge der rüden Angriffe der kommu- 4. Beter Trim 6 orn, Landrat; 5. Carl 3 öllig, Bezirkssekretär; nistischen Presse und der Unverläßlichkeit der nationalsozia- 6. August Bauer, Gauleiter; 7. Elly Beder, Hausfrau; listischen Führer nicht von langer Dauer sein kann, hat sie doch 8. Walter Dorp, Schleifer; 9. Hermann Weimann, Gewertdie Arbeiter dieser drei Parteien einander nähergebracht und schaftsangestellter; 10. Georg Stöver, Gewerkschaftssekretär; dadurch die Sache des Sozialismus in der Tschechoslowakei 11. August Halbfell, Steiger. gegenüber der in letzter Zeit sehr selbstbewußt und immer dreister auftretenden Bourgeoisie erheblich gestärkt. Die tschechoslowakische sozialdemokratische Arbeiterpartei feiert das Jubiläum ihres fünfzigjährigen Bestandes in der berechtigten Hoffnung, daß es ihr in nicht langer Zeit gelingen wird, den größten Teil der tschechoslowakischen Arbeiterschaft wieder in ihren Reihen zu vereinigen. Düsseldorf- Oft. Für den Reichstag: 1. Heinr. Limberg, Redafteur; Für den Landtag: 1. Hermann Meyer, Geschäftsführer; 2. Sofie Christmann, Hausfrau; 3. Peter Berten, Redakteur; 4. Wilhelm Enz, Krankenfaffenangestellter; 5. Karl Dber mener, Bezirkssekretär der sozialen Baubetriebe; 6. Otto Braß, Verleger; 7. Frida Wulf, Schneiderin; 8. Frig Rommel, Genossenschaftsfetretär; 9. Peter Wiemer, Lehrer; 10, Georg Richter, Partei. fetretär; 11. Johann Eggert, Geschäftsführer; 12. Rudolf Bühler, Angestellter; 13. Ella Döpel, Gewerbetreibende; 14. Ernst Schumm, Gewerkschaftssekretär; 15. Karl Kolaß, Der Offiziertrach auf dem Royal Oak. Bezirkssetretär; 16. Franz Boutta, Schreinermeiſter. Condon, 3. April.( Eigenbericht.) Das auf dem Flugzeugmutterschiff, Eagle" abgehaltene britische Kriegsgericht wegen der Borfälle auf dem Flaggschiff„ Royal Dat" verkündete am Dienstag das Urteil gegen einen der beiden angeklagten Offiziere. Kapitän Daniel erhält eine schmere Rüge. Er wird von seinem Schiff entlassen und auf halbes Gehalt gestellt. Die Frage feiner weiteren Berwendung liegt nunmehr in den Händen der Admiralität. Düsseldorf- West. Anna Für den Reichstag: 1. Otto Braun, Ministerpräsident; 2. Johann Thabor, Vertreter; 3. Alfred Sch a 3, Gewerkschaftssekretär; 4. Otto Schulenberg, Bergmann; 5. Schleisief, Hausfrau; 6. Peter Knops, Gewerkschaftssekretär; 7. Friz Gaulfe, Eisenbahnarbeiter. Für den Landtag: 1. With. Schluchtmann, Landrat; 2. Friedr. Le weren, Parteisekretär; 3. Ernst Müller, am Anfang dieses Verhältnisses stand der findlichund Krone ergreifende Sang: Jochimke, Jochimte, hüte di, fangen wi di, hangen wi di. die Opposition getreten, und das vornehmste Amt des Innenministers war längst die Polizei geworden. Dallwig war der verförperte Polizeigeist. Selbst jeder Uebergriff gegen Sozialdemotraten, Polen und Dänen fonnte auf sichere Deckung durch den Minifter rechnen, die mit trähender Fiſtelſtimme und in erbittert- entrüstetem Ton, dabei stets schwer verständlich und immer unter dem Beifall der Rechten erfolgte, wo die v. Heydebrand und der Lasa, Rabe v. Pappenheim, v. Arnim Züfedom, v. Kessel, Graf v. d. Gröben, Graf. Wartensleben- Rogäsen und Schwirsen die Oberführer waren; dabei waren doch die Gesetze und Berordnungen schon so geartet und durch die willfährige Justiz meist noch so erweiterno ausgelegt, daß man gar leine lebergriffe brauchte, um die„ vaterlandslose Rotte", aber auch die Dänen und Polen nach Herzenslust und Staatsräjon zu piejaden. An die Stelle Jochimtes war für die Dallwige freilich längst Mit seinen Kollegen v. Trott zu Solz, D. Schorlemer- Lieser, Beseler, v. Breitenbach usw. bildete Dallwig eine durchaus homogene Regierung, deren Chef v. Bethmann Hollweg freilich nur selten in Erscheinung trat und selbst im tiefsten Krieg zur Neuorientierung" nicht mehr herausbrachte als die bedeutsame Erklärung, daß die Entmidling, nich fillitche Der Polizeiminister v. Dallwig aber, der sich so oft als Unterbrüder der nichtdeutschen Minderheitsvölfer, als Großfiegelbewahrer des Altpreußentums gezeigt hatte, der murde faiserlicher Statthalter in Elsaß Lothringen, den Generalen zu Liebe, am durch strenge Fortsetzung des Zabernurses den Tag vorzubereiten, an dem das„ ditsche" Elsaß und wie erst das welsche Lothringen jubelnd die Truppen Fechs als Befreier begrüßten Angestellter; 4. Cäsar Weyers, Parteisekretär; 5. Hermann Alberg, Angestellter; 6. Hub. Schlebusch, Lehrer; 7. Karl Rinke, Gewerkschaftssekretär; 8. Sofie Müde, Hausfrau, Westfalen- West. Für den Reichstag: Rob. Schmidt, Berlin; Husemann, Bochum; Frau Schulz, Herne; R. Ludwig, Hamm; Alwin Brandes, Stuttgart; K. Spiegel, Bielefeld; Dettinghaus, hagen; F. Henßler, Dortmund; D. Beder, Siegen; 3. Maimur m; Attendorn; H. Lehnemann, Bergfamen; F. Müller, Bochum; Israeliti, Hagen. Amanullah kommt wieder. Ausdeutungen einer Königsreise. Ein Teil der Presse hat in den letzten Tagen Meldungen über einen angeblich bevorstehenden Bündnisabschluß Afghanistans mit Großbritannien als große Gensation gebracht. Die Anwesenheit wo man ihn nur drei Tage offiziell Amanullahs in London gefeiert und dann in einem Hotel als Privaimann hat weiterleben laffen gab den Anlaß zu diesen Meldungen, bei deren Abdruck nur das Herkunftsdatum des 1. April nicht beachtet worden ist. Afghanistan hat seine Selbständigkeit gegen England errungen, es fühlt sich sonst von nirgendwoher bedroht, weshalb sollte der islamitische Staat gerade jetzt ein Bündnis mit dem Weltreich ichließen, gegen dessen Vorherrschaft sich die Mohammedaner Aegyp tens, Arabiens und Indiens immer mehr auflehnen, wenn ihnen auch die Kraft und hoffentlich auch der Wille zum Krieg gegen die modernsten Mordwaffen fehlt. Auf der Rückreise wird Amanullah nächster Tage wieder in Berlin eintreffen, diesmal jedoch wird das Brimborium nicht wieder veranstaltet. Bon Berlin reist er nach Warschau und Mostau. Von dort meldet der„ Dit- Expreß":" Die Sowjetpresse warnt Afghanistan vor England, dessen imperialistische Bestrebungen den asiatischen Reichen schon von altersher gefährlich wären. Die Krasnaja Sweida", das Blatt der Roten Armee, schreibt: Schon lange firete das britische Imperium danach, Afghanistan in eine mastierte englische Kolonie zu verwandeln Amanullah, dem das Land seine Unabhängigkeit verdanke, habe besondere Ursache, sich mit unermüdlicher Bachfamteit daran zu erinnern, daß er diese Unabhängigfeit gerade gegen England habe durchsehen müssen. Weiter behauptet das Blatt, daß an der indisch- afghanischen Grenze größere englische Truppenmaffen fonzentriert würden, um etwaige Aufstände in Afghanistan zu unterstüten, melche Aufstände nur infolge englischer Machenjacaften entstehen fönnten. Wie man Aufstände in einem unabhängigen Land hervorruft, um einem übermächtigen Nachbar die Gelegenheit zu schaffen, es durch Einsadung zu beruhigen", das wissen ja die Moskauer am besten: Georgien! Arbeitslosigkeit durch Arbeitskampf Richtlinien der Arbeitslosenversicherung. Die Richtlinien über die Unterstügung Arbeitsloser bei mittelbarer Verurfachung der Arbeitslosig feit durch Arbeitstampf, die der Verwaltungsrat* der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung vor kurzem beschlossen kat, haben folgenden Wortlauf: 1. Verweigerung der Arbeitslosenunterſtügung an Arbeitnehmer, deren Arbeitslosigkeit mittelbar durch einen inländischen Ausstand unbillige Härte(§ 94 Abs. 2 ABABG.). anzusehen, wenn 1. feit Eintritt der Arbeitslosigkeit der mittelbar betroffenen Arbeitnehmer noch nicht 14 Tage perfloffen sind oder oder eine inländische Aussperrung verursacht wurde, ist nicht als 2. das Kampfergebnis die mittelbar arbeitslos gewor denen Arbeitnehmer unmittelbar betreffen wird oder 3. durch die Arbeitslosenunterstützung eine Beeinfluffung des Arbeit stampfes zu erwarten ist oder 4. in einem Betriebe oder in mehreren gleichartigen oder nach tem Betriebszmed zusammengehörigen Betrieben, die innerhalb cer Gemeinde oder wirtschaftlich zusammenhängender, nahe beieinander liegender Gemeinden gelegen sind und sich in der Hand eines Arbeitgebers befinden, Der Burgfrieden im Buchdruckgewerbe Auch die Streits in Stettin und in Dresden find be endet. Damit ist der„ tarifliche Friedenszustand" wiedergekehrt, der mur in fünf von nahezu 2000 Drudorten vorübergehend in Frage Seftellt war. ,, Lediglich dem staatlichen 3wang gehorchen d," schreibt der Korrespondent"," segt die Arbeiterschaft des deutschen Buchdruckgewerbes ihre Arbeit fort. Also weder freiwillig noch freudig, sondern mit Widerwillen und inneren Hemmungen, die in schrosistem Gegensatz zu den Wirkungen einer Lohnregelung in freier Vereinbarung der Tarifparteien stehen." Mit Genugtuung verzeichnet der Korrespondent" die Tatsache, - die organisierten Buchbrüder in feltener Disziplin von Anfang F's Schluß dieser Lohnbewegung hinter ihren Führern frnden. Wenn es zu einigen Plänteleien fam, so nur durch das provozierende Berhalten einiger Kreisleitungen der Unternehmer. organisation. " -Wohl feiner Gruppe der gesamten deutschen Arbeiterschaft ift in diesen Tagen so deutlich geworden, welche Grenzen ihre gemertfaitliche Macht hat. Und darum glauben wir, daß bei den komrienden Reichstagswahlen die deutschen Buchdrucker ihren Mann fallen werden wie nie zuvor, und zwar unter der Devise: Nieder mit der privatfapitalistischen Reaktion!". Der Konflikt mit der Gasbetriebsgesellschaft. Die Belegschaft der Gasbetriebsgesellschaft nahm am Dienstag chend in einer start besuchten Versammlung Stellung zu dem abIhnenden Berhalten ihrer Direktion bei den Lohnverhandlungen. De Arbeiter der Gasbetriebsgesellschaft hatten die gleiche Lohnforherung gestellt wie die Kämmereiarbeiter und die Arbeiter der Etädtischen Werte, mit denen fie in ihren Tariflöhnen bisher stets gleichgestellt waren.. Wie Gnadt, der Bertreter des Gemeinde und Staatsarbeiter rabandes, berichtete, hat die Direktion der Gasbetriebsaefellschaft fhei den legten Löhnverhandlungen gegen die Unterhändler der Srbeiter direft herausfordernd benommen. Als die Arbeitervertreter ire Forderung eingehend begründet hatten, frug der General Diretor Rörting, ohne auf die Forderungen einzugehen, ganz zynisch: st fonst noch etwas mitzuteilen?" Als die Unterhändler von der Direktion verlangten, fie möge ihre Stellungnahme zu den Forderungen der Arbeiterschaft be funden, erklärten die Direktionsvertreter, daß sie es aus tattischen Günden nicht für zweckmäßig hielten, zu den Forderungen etwas 21 fagen. Damit waren die Berhandlungen erledigt. Wie Gnadt riter mitteilte, wird sich der Schlichtungsausschuß, der von der sbetriebsgesellschaft angerufen worden ist, am Donnerstag, a) Arbeiter mittelbar dadurch arbeitslos werden, daß andere Arbeiter eines dieser Betriebe an einem Arbeitskampf beteiligt sind, b) Angeftelite mittelbar dadurch arbeitslos werden, daß andere Angestellte eines dieser Betriebe an einem Arbeitsfampf beteiligt sind. Werden Arbeiter mittelbar dadurch arbeitslos, daß An= gestellte, insbesondere Wertmeister, in einem Arbeitstampf stehen, entscheidet in allen Fällen der Vorstand der Reichs anft alt, ob unbillige Härte anzunehmen ist; 5. die Stillegung des mittelbar betroffenen Betriebs deshalb als notwendige Folge des Arbeitskampfes eingetreten ist, weil er für seine Weiterarbeit auf die Lieferung von elektrischem Strom, Gas, Wasser oder von Halb- oder Fertigwaren durch der mittelbar betroffenen Betrieb ausschließlich angewiesen ist. II. Soweit Tatbestände, die unter I fallen, gegeben sind, darf bei der Entscheidung von den Richtlinien nicht abgewichen werden. Im übrigen entscheidet der Verwaltungsausschuß des Landesarbeitsamtes bzw. ter Vorstand der Reichsanstalt noch pflichtgemäßem Ermessen, ob und von welchem Zeitpunkt an unbillige Härte im Sinne des§§ 94 Abs. 2 AVAVG. vorliegt. Heute, den 4 April, 20 Uhr: Große Wahlkundgebung im Lehrervereinshaus, Am Alexanderplatz Erstaufführung des Wahlfilms , Dein Schicksal" وو Ansprache Artur Crispien, M.d.R. Eintritt frei! Der Bezirksvorstand. Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Zutritt durch die Zensur verboten. Arbeiterrat entfallen: Liste 1( freie Gewerkschaften) 12 724 Stimmen 84,18 Pro3.( 27 Sige), Lifte 2( Chriftliche) 695 Stimmen= 4,6 Prozent( 1 Siß), Liste 3( Werkverein) 1401 Stimmen 9,27 Pro3. ( 2 Size). Der gelbe Wertverein hat seit dem Vorjahr, obwohl die Belegschaftsstärke erhöht wurde, rund 800 Stimmen verloren. Er hat also eine Niederlage erlitten, die sich am besten darin zeigt, daß er nur noch 9,27 Pro3. Stimmenanteil gegen 16 bis 17 Prozent im Vorjahre erreicht hat. Auf die Listen zum Angestelltenrat entfallen: Liste 1 ( AFA- Bund) 1508 Stimmen= 61,52 Prog.( 10 Size), Lifte 2( DHV.) 572 Stimmen= 23,34 Broz.( 3 Size), Lifte 3( GdA.) 333 Stimmen 13,59 Proz.( 2 Size), von insgesamt 2451 Stimmen. Der Gesamtbetriebsrat setzt sich zusammen aus 25 Freigewert schaftern und 5 anderen. Das Bemerkenswerte an dieser Wahl ist, daß, während das Verhältnis der SPD. zu den KPD.- Bertretern im Betriebsratsausschuß im vorigen Jahre 2: 3 betrug, in diesem Jahre 3 SPD.- Bertreter 2 KPD.- Bertretern gegenüberstehen. Die KPD. hatte unter dem Eindruck der verstärkten Arbeit der SPD. im Wert fotole des Einflusses der fozialdemokratischen Leuna3eitung der Sozialdemokratie freiwillig die Hälfte der Size aus Furcht vor einer offenen Niederlage angeboten. Infolgedessen gehen nach der Wahl 2 sozialdemokratische und 2 fommunistische Arbeiter in den Betriebsratsausschuß. Dazu tommt ein auf der AfA- Liste gewählter fozialdemokratischer Angestelltenvertreter, so daß der Betriebsratsausschuß des Leunamerfes nunmehr aus 3 Sozialdemo fraten und 2 Kommunisten besteht. Die SPD. hat damit die Rom: munistische Partei im Leunamert zum erstenmal überflügelt, ein für mitteldeutsche Industrieverhältnisse bedeutsamer Erfolg, der noch sichtbare Früchte tragen wird. Der Lohnfchiedsspruch für das fafise Baugewerbe, ben das Landestarifamt gefällt hat, bringt für die Sommersaison eine Erhöhung der Spizenlöhne in allen Klassen um 4 Pfennig pro Stunde. Der Spruch rief bei den Arbeitervertretern stärkste Entrüftung hervor, denn er bringt noch nicht einmal einen Ausgleich für die Entwertung der Lohnfäge in den letzten Monaten. Die Baus arbeiter werden deshalb den Spruch a blehnen. Die Koblenzer Bauarbeiter haben den Schiedsa spruch des Tarifamtes wegen der geringen Erhöhung der Fach arbeiterlöhne und der Berschlechterung der Tiefbauarbeiter und Hilfsarbeiterlöhne abgelehnt. Tarif für Apotheken und Verbandstoffbetriebe. Für die gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen in den Dom 2potheken und Berbandstoffbetrieben, find Berkehrsbund folgende Lohnerhöhungen vereinbart worden: Die Arbeiter in den Apothefen erhalten in der Spize ab 1. April eine Lohnerhöhung von 3,50 Mart pro Woche, die Arbeiterinnen 2,50 Mart und die Reinemachefrauen 5 Pf pro die In den Verbandstoffbetrieben beträgt Stunde. Lohnerhöhung für Arbeiter 3 Mart und Arbeiterinnen 2 Mart pro Woche. Im gleichen Verhältnis erhöhen sich sowohl in den Beide Verbandstoffbetrieben die Löhne der Jugendlichen. Lohnabkommen laufen bis zum 31. März 1929. Damit ist auch ter tariflose Zustand, der für die Arbeiter der Verbandsstoffbetriebe feit dem 1. Januar d. J. bestand, wieder beseitigt worden. Internationale der Versicherungsangestellten. Die Konferenz in Prag. Kürzlich tagte in Prag der erste Internationale Kongreß der Bersicherungsangestellten. 45 Bertreter der Versicherungsangestellten aus zehn Ländern tamen zusammen, um unter Führung des Internationalen Bundes der Privatangestellten über ihre Berufs- und Wirtschaftsangelegenheiten zu beraten. Die Tagung, die vom Präsidenten des Internationalen Bundes, Otto Urban, Borsigenden des Zentralverbandes der Angestellten, eröffnet und geleitet wurde, nahm einen glänzenden Verlauf. Referate wurden erstattet über: Die Organisierung der Bersicherungsangestellten. Referent: Generalfefretär G. J. A. Smit jr., Amsterdam. Die soziale und wirtschaftliche Lage der Versicherungsangestellten in den verschiedenen Ländern. Referent: Erwin Brillte, Berlin, und über die Kampf metho den im Versicherungsgewerbe. Referent: Gemeinderat A. Broce 3yner, Obmann des Vereins der Bersicherungsangestellten Defter reichs, Wien. Zweck der Konferenz war, die Berichte über die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Versicherungsangestellten in den verfchiedenen Ländern zu besprechen und sich über die zweckmäßigste Art der gegenseitigen 3usammenarbeit zu beraten, ferner zu prüfen, welche Möglichkeiten gemeinsamer Abwehrmaßnahmen gegen die reaktionären Bestrebungen des Versicherungsfapitals aller Länder bestehen. Sämtliche Beschlüsse der Konferenz wurden in voller Einmütigkeit gefaßt. Gleichzeitig wurde ein Komitee gewählt, das versuchen soll, aus den auf der Konferenz behandelten Fragen eine einheitliche Basis zu schaffen, die als Grundlage für die gemertschaftliche Arbeit gelten soll. Dem Internationalen Bund wurde von den Vertretern aller Länder der Dant dafür abgestattet, daß er als Erster angesichts des engen internationalen Zusammengehens des Versicherungsfapitals auf den Plan getreten ist, um auch die Versicherungsange stellten international zusammenzufassen, ihnen so die Möglichkeit gegeben ist, ihre Rechte dem internationalen Kapitalismus gegenüber wahrzunehmen. Sowjetruffischer Bureaufatismus. 24 Instanzen in Arbeitsgerichtssachen. damit In der Nr. 25 der„ Prawda" beschäftigt sich der bekannte Wirb schaftler Larin mit dem unglaublichen Bureaufratismus in Ar beitsgerichtssachen. Normalerweise müssen diese 24 Jn. stanzen durchschreiten, ehe sie zu Ende kommen. Benn man bedenkt, daß allein im Jahre 1926/27 59 000 Arbeiter und Angestellte, also 5 Broz. sämtlicher Arbeiter und Angestellten des Mostauischen Gouvernements, allein auf dem Wege der Klage zu ihrem Rechte tommen tonnten, so ist nicht schwer, sich vorzustellen, daß diese 24 Instanzen für die Arbeiter und Angestelltenschaft einen wahren Dornenweg darstellen. Denn in 25 Broz aller Ar beitsgerichtssachen wurde dieser Weg tatsächlich gegangen. Jedoch nur in 3 Proz Fälle murde die erst instanz10. April, mit dem Lohntonflitt beschäftigen. Die Versammelten In Sachsen streifen 20000 Metallarbeiter.liche Entscheibung abgeändert. Geradezu grotest wirft Fechten nach eingehender Debatte ihre Meinung in folgender einfimmia angenommenen Entschließung zum Ausdrud: ,.Die am 3. April versammelten Arbeiter der Gasbetriebsfellschaft nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem provo torischen Abbruch der Lohnverhandlungen durch die Direktion. Die Arbeiter werden die gefeßlich in der Stillegungsverordnung J- henswichtiger Betriebe vorgeschriebenen Schlichtungsosfchußverhandlungen abwarten. Sie find aber feft entschloffen, falls der Schlichtungsausschuß ihre Forderungen nicht overtennt, mit den äußersten Mitteln auch für den neuen Tarif die gleichen Löhne wie bei den Berliner Städtischen Gaswerfen zu erfämpfen.". Erfreuliches vom Hause Ullstein. Die Unternehmer drohen mit Gesamtaussperrung. Dresden, 3. April. In einer Anzahl von Betrieben der Metallindustrie in Dres den, Baugen, Chemnih, Plauen und Zwidau sind rund 20 000 metallarbeiter mit Zustimmung der Organisation in den Streit getreten. Bon Unternehmerseite wird dazu mitgeteilt, daß sich eine auf Donnerstag einberufene Sigung der Unternehmer der fächsischen Metallindustrie mit der durch den Streit geschaffenen Lage beschäftigen und zu der Frage einer eventuellen Gesamtaus Sperrung in der sächsischen Metallindustrie Stellung nehmen wird. aber diefes Instanzenlabyrinth, wenn man in Betracht zieht, daß das Prozeßobjekt durchschnittlich nicht mehr als 167 m. ausmachte. Jeder Instanzenzug tostet aber 8 bis 16 M. Somit stellten sich alle 24 Instanzen durchschnittlich auf etwa 300 m. Larin macht eine ganze Reihe von Vorschlägen, die zu einer Bereinfachung der Arbeitsgerichtsbarfeit führen sollen. Vor allem verlangt er, daß in Fällen, wo die Entscheidung der ersten Instanz zugunsten des Arbeiters oder Angestellten ausgefallen ist, sie eine endgültige sein soll. In der Nürnberger Bleistift- und Pinselindustrie führten die Lohnverhandlungen zu feiner Einigung. Der von den Unternehmern angerufene Schlichtungsausschuß brachte einen für die Arbeiterschaft ungünstigen Schiedsspruch, der einmütig abgelehnt wurde. Ein Teil der Betriebe mit etwa 1100 Beschäftig= In den letzten Jahren ist es der unermüdlichen Aufklärungs In Mannheim fündigten 6000 Metallarbeiter ten, meistens Arbeiterinnen, ist bereits in den Streit arbeit des 362. gelungen, unter den Angestellten der Firma III. stein mehr und mehr Boden zu fassen. Das zeigt sich vor allem darin, daß dem Gd2. bei den Wahlen zum Angestelltenrat von Jahr zu Jahr ein Siz nach dem andern abgenommen werden tonnte. Auch das Ergebnis der diesjährigen Betriebsratswahl zeigt einen erfreulichen Fortschritt in dieser Beziehung. Segte sich im ver angenen Jahre der Angestelltenrat aus 9 382.- und 3 GdA.- Milgliedern zusammen, so fonnte in diesem Jahre bei einer etwas färteren Belegschaft das Verhältnis der 3dA. zu den GdA.Stimmen wiederum zugunsten des 302. verbessert werden, in daß der jegige Angestelltenrat aus 10. 382. und 3 GdA.- Mitgliedern besteht. Es wird höchste Zeit, daß auch die Angestellten der übrigen großen Zeitungsverlagsanstalten, vor allen Dingen Scherl und Mosse, sich die Arbeit der Angestellten bei Ullstein zum Vorbild nehmen. Erfolg im Leunawerf. Niederlage der Gelben. Für die Metallindustrie im Industriegebiet Mannheim wurde ein Schiedsspruch gefällt, der für alle Lohngruppen eine Erhöhung des Edlohnes um 5 Pfennig pro Stunde vorfieht; das Edlohnalter wird von 25 auf 24 Jahre herabgesetzt, die Lehrlingslöhne werden in der obersten Stufe von 26 auf 30 Pfennig erhöht. Der Metallarbeiterverband beschloß die Ableh= nung des Schiedsspruches und Einreichung der Kündigung von 6000 Arbeitern bei Heinrich Lanz und Brown Bovern. Zur Lohnbewegung im Baugewerbe. Im Baugewerbe find in fast allen Bezirken die Partei verhandlungen zur Regelung der Lohnfrage ergebnislos verlaufen. Die von den Tarifämtern gefällten Schiedssprüche bringen für die Sommersaison Erhöhungen, die sich zwischen 7 und 4 Pfennigen in der Spize bewegen, und für die Wintersaison meist eine weitere Erhöhung von 2 Pfennig. Bis Bei der gestern im Leunawert vorgenommenen Betriebsrats.ießt find von den Tarifämtern Schiedssprüche gefällt für Berlin, Rheinland- Westfalen, die beiden Mecklenburg, Pommern, für das mahl wurden insgesamt 15 115 Arbeiterstimmen abgegeben bei einer Tarifgebiet Sieg- Lahn, für den Bezirk Dortmund, Bremen, Magde: Belegschaftsstärke von rund 18 000 Arbeitern. Auf die Listen zum burg, Bayern und Sachsen. Halle, 3. April.( Eigenbericht.) getreten. Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Zentrum: Gruppenheim Jugendheim Behbenider Str. 24/25. Heimbesprechung. Wir rüsten zur Osterfahrt. Norbring: Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Str. 10. Heimbefprechung. Ohne Verbandsbuch und Seimausweis tein Zutritt. Legte Mitteilungen zur Ofierfahrt. Baumschulen. weg: Gruppenheim Jugendheim Ernststr. 16. Heimbesprechung.. Bringt Berbandsbuch und Heimausweis mit. Süben, Südwesten: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Yordstr. 11( Fabritgebäude). Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle. Reufölin: Gruppenheim Jugendheim Bergstr. 29( Hof). Heimbesprechung. Ostervorfreuden. Heimausweise und Verbandsbücher mitbringer. Jugendveranstaltung in der Rulturabteilung des Deutschen Metallarbeiter. verbandes, Linienstraße. Jugendgruppe bes 8b. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, find folgende Ber anstaltungen: Often: Jugendheim der Schule Litauer Str. 18. Heiterer Abend. Lichtenberg II: Jugendheim der Schule Goßlerstr. 61. Gruppenbesprechung und Musikabend. Reukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1/4. Unterhaltungs abend. Nordwest: Realgymnasium Schleswiger Ufer 14. Heimbesprechung. Spanbau: Jugendheim Lindenufer 1. Heimbesprechung und Festſegung des Arbeitsprogramms. Webbing- Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1 ( Lebigenheim 5 Tr.). Heimbesprechung. Deutscher Baugewertsbunb, Fachgruppe Fliesenleger. Donnerstag, 5. April, 19 Uhr, Bersammlung in den Residengfestfalen, Landsberger Str. 51. Bericht von den Berhandlungen vor dem Schlichter. Die Geschäftssigungen fallen an diesem Tage aus. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Paul Singer u Co., Berlin SW 58. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen unb..Unterhaltung und Biffen". Gewerkschaftsbewegung: Fr. Cytorn: Feuilleton: K. 9. Döſcher; cotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. DUNLOP- Gennis- Bälle beliebt, bewährt und überall vertreten wie ,, Dunlop- Reifen" Nr. �6�» 4S. Jahrgang Mittwoch, 4. April �92S Justiz in Potsdam. Oeuischnaiionale als Ankläger und als Angeklagie. Durch einen Kriminoibeamten wird dem Richter des Potsdamer Amtsgerichts die Angeklagte zugeführt. Aermlich angezogen, der Körper durch Unterernährung zum Skelett okigemagert, steht die Arme da. Sie ist Aufwörterin, 42 Jahre alt, Hot drei Ainder zu ernähren und kocht jetzt in einer Arbciterkantine für Zl) Mark monatlich. Der Richter:..Weshalb sind Sie nicht freiwillig vor Gericht er- fchienen?" Die Angeklagte:„Ich hatte folche Angst, daß ich mein« Stellung verlieren könntet Der Richter:„Also es wird Ihnen zur Last gelegt, daß Sie der Tochter des Stadtrats Paul Wegner in Potsdam, als Sie dort den Aufwartedicnst oer- sahen, vier bis sechs Blätter aus einem selbstgeschriebenen Kochbuch herausgerissen hoben sollen." Statt einer Antwort hört man leises Schluchzen. Dann wird das Stadtratstöchterlin auf- geruien, 19 Jahre alt, chandelsschülerin, in Begleitung ihres Herrn Papas, des d e u t s ch n a t i o n a le n Stadtrats und Fabri- kanten Paul Wegner. Der Herr Stadtrat bleibt auch wäh- rend der Vernehmung seines Töchtcrleins im Gerichtssaal. Und nun erzäblt die Stadtratstochter das surchtbare Verbrechen, dessentwegen das halbverhungerte Weib und Mutter von drei Kindern angeklagt ist.„Sie hat mir die Seiten, die ich selbst geschrieben hob«, aus- gerissen. Und jetzt fehlen mir doch die Rezepte." Und diese Rezepte erzählen von Schokoladenauflauf, Butte r'k rem und Mürbeteig. Die Gerichtshilfe gibt über die Angeklagte das allerbeste Zeugnis ob. Ein arbeitsreiches, straffreies Leben. Der Richter:„Was wollten Sie denn mit den Rezepten, Angeklagte?" Aber die grau weint und schüttelt den.Kopf. Der Amtsonwolt tvantragt an Stelle von drei Togen Gefängnis 30 Mark Geldstrafe. Urteil: Wegen Diebstahls lä Mark Geldstrafe. Eine arme Frau wird zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, weil der als reich bekannte deutschnationale Stadtrat Paul Wegner in Patsdom es für nötig befand, sie anzu- .zeigen. Und während die bedauernswerte Frau nicht weiß, wie sie die Geldstraf« bezahlen soll, wird Herr Stadtrat Paul Wegner voller Stolz und Genugtuung auf die deutsche F u st i z blicken, die noch deutschem Recht so schwer straft, statt die Frau zu verwarnen, ober den Kläger und seine Tochter, die mit einer solchen Loppoli« das Gericht behelligen, aus dem Gerichtssaal zu jagen. Das Rechts- empfinden des Volkes empört sich gegen ein Gesetz, dos eine solche Rech'sprcchung zuläßt. Llm den schwarzroigoldenen Wimpel. Eine Potsdamer Entscheidung. Eine Entscheidung von Bedeutung wurde durch die P n t s- da in er Straskammer gefällt, vor der sich der Architekt Mar Beqertt aus Potsdam wegen Sachbeschädigung.zu veronlinorlen halte. Der Angeklagte beichäiligt in seinem Baubetrieb über ZOO Arbeiter und 20— Zö Lehrlinge. Der Bauherr duldet es nicht, daß bej ihm besäiäitigte Personen bei der Arbeit irgendwelche A b- zeichen tragen. Ende August 1927 kam sein 18jähnger Lebr- ling Karl Trope l in das Bureau des Angeklagten, um eine Lohnforderung einzuziehen. Der Lehrling hatte sein Fahr» rod. an dem ein Wimpel in den Reichs forden angebracht war, auf dem Hof hingestellt, und als sein Lehrherr die schwarzrot- goldenen Forben sah, befahl er dem Lehrling, sofort den Wimpel o bz« nehmen. Der Lehrling erwiderte:„Das sind doch die Forden des Reiches". Aber der Angeklagte machte kurzen Prozeh mit den Worten:„Ich dulde keine politischen Abzeichen in meinem Belrieb«, und das sind die Farben des Reichsbanner s", schnitt er die Stripp« durch, an welcher der Wimpel Menschen.Göttern gleich... eij Roman von Herbert George lvells. Was würde dann geschehen? Sie würden erfrieren. Die Luft würde sofort aus ihren Körpern entweichen, ihre Schwer- kraft würde sie plattdrücken, sie zermalmen und sie zusammen- fallen lassen. Wenigstens hätten sie keine Zeit, um zu leiden. Ein Schauer, als ob man in eiskaltes Wasser fällt... Er überlegte diese Möglichkeit. „Hinausgeworfen!" sagte er laut.„Wie man einen Käfig voll Mäusen über Bord wirst." „Ich verstehe nicht," sagte Lychnis. sich ihm zuwendend. Er blickte sie flehend an.„Und nun sagen Sie mir, was soll aus mir werden?" 4. Eine Zeit lang gab ihm Lychnis keine Antwort. Sie faß da, den sanften Blick auf den blauen Hauch gerichtet, in den sich nun das Flußtal aufgelöst ha�te. Dann wandte sie sich ihm mit der Frage zu: „Wollen Sie in dieser Welt bleiben?" „Gewiß, jeder Erdling muß den Wunsch haben, in dieser Welt zu bleiben. Mein Korper ist gereinigt, warum sollte ich nicht bleiben?" „Scheint Ihnen diese Welt gut?" „Lieblichkeit, Ordnung, Gesundheit. Kraft und Wunder, sie hat olle guten Eigenschaften, nach denen meine Welt stöhnt und für die sie arbeitet." „Und doch ist unsere Welt nicht zufrieden." „Ich könnte zufrieden sein." „Sie sind müde und noch schwach." „In dieser Luft könnte ich stark und tüchtig werden. Ich könnte fast jung tn dieser Welt werden. Den Iahren nach bin ich nach eurer Auffassung ein junger Mann." Wieder war sie eine Weile still. Der mächtige Einschnitt in der Landschaft war nun mit undurchsichtigem Blau erfültt. Und hinter den schwarzen Silhouetten der Bäume auf den Hügelhängen sah man nun die Horizontlinie der Berge, die sich gegen das gelbliche Grün und fahle Gelb des Abend- Himmels abhoben. Niemals hatte Mr. Barnstaole eine so friedliche Abenddämmerung gesehen. Aber Lychnis Worte verleugneten diesen Frieden.„Hier." sagte sie.„gibt es keine Rast. Täglich erwachen Männer und Frauen mit den Worten:„Was werden wir heute neues unternehmen? Was werden wir ändern?" ,5m hob««uun wilde» Plaaete» voll LralUheU und befestigt war. Strippe und Wimpel gab er dem Lehrling zurück. Die Mutter des Tröpel erstattete Strafanzeige megen Sach- beschädigung, und die erste Instanz verurteilte Bcyertt' seinerzeit wegen Sachbeschädigung zu 3 Mark Geldstrafe. Amtsanwalt und Angeklagter legten gegen das Urteil Berufung ein. In der zweiten Verhandlung führte der Angeklagte aus, daß er k e i n« r l e i Politik in seinem Betrieb dulde. Cr habe auch seinen Angestellten das Tragen von Stahlhelm, bzw. Haken- kreuzobzeichen verboten. Der erste Staatsanwoll Dr. Fuhr- mann beantragte 40 Mark Geldstrafe oder für je 10 Mark einen Tag Gefängnis. Di« Handlungsweise, so führte der Staatsanwalt aus. gehl über das zustehende Recht eines Lehrherrn hinaus. Der Angeklagte hat sich über den Umfang seines Erziehungsrechtos, das ilmr aus dem Lehrvertrag zusteht, geirrt. Die Straskommor, unter Vorsitz von Londgerichtsrat Härtung, sprach ober den Angeklagten auf Staatskosten frei, und zwar mit der Begründung, daß objektiv Sachbeschädigung vorlieg«. Der An- geklagte hob« aber nicht rechtswidrig gehandelt. Er mar auf Grund des Lehrvertrages verpflichtet, seinen Willen als Lehrherr durchzudrücken, nachdem der Lehrling sich geweigert hotte, sejnem Befehl Folge zu leisten. Das ist ein Potsdamer Freispruch, ganz im Geiste der Rauscher-Stadt! Ein schwarzrotgoldener Wimpel ist kein p a r. teipolitisches Abzeichen wie ein Hakenkreuz oder eine Stohlhelmnodel: fchwarzrotgold sind die Farben des Deutschen Reiches? Ein deutscher Mann, als der Herr Begertt aus Potsdam doch sicher gelten will, sollte sich schämen, die Rationalfarben seines Vaterlandes mit Gemalt zu entfernen. Eine deutschnationale Verlegerin. Sie stiehlt und schwindelt, kommt aber frei. Das tirpitznational« Tageblatt im bayerische» Allgäu hat einen Verleger, der zusammen mit seiner Zeitung von der Frau Verlegerin kommandiert wird. Sie ist eine strenge Herrin, bei der olles Order parieren muß. Wer sich ihren Anordnungen nicht willig fügt, der fliegt, und so kam es, daß in den letzten drei Jahren nicht weniger als 13 Redakteur« und eine Reihe anderer Angestellten ihren Dienst bot Frau Else quitiieren mußten. Dieses Regiment wurde zum Stadtgespräch der Allgäuer Butter- und Käsezentrale, es fand um so mehr Rah- rung, als auf der bürgerlichen Vergangenheit der Tyrannin einige recht dunkle Flecken lagen. Run fand eines schönen Tages einer der Redakteur« einen wertvollen Drillontenanhänger, und, wie sich's gehört, erfuhr die Frau Chef davon und besorgt« selbst die Ablieferung des Geschmeides bei der Polizei— so sollt« man meinen. Rein! Sie fuhr wil ihrem Opelmagen zu einem Juwelier nach Augsburg. ließ die Brillanten herausbrechen und durch werklose Steine ersetzen. So schickte sie den Fundgegenstond„mit Gruß und Kuß" an die ihr bekannte Verlicrcrin. Dies« ober merkte die Täuschung und schlug Lärm. Jetzt zog es Frau Else vor, der Freundin«inen Schwindel vorzumachen: einer ihrer Redakteure, der mit einer ver- schwcnderischen Frau belostet sei, habe aus dem gefundenen An- Hänger die Brillanten herausgebrochen und verkauft: durch Zufall habe sie davon erfahren, und mit Rücksicht auf die Zeitung und die Drahung des Redakteurs, sich zu erschießen, wenn die Sache bekannt würde, möge doch alles vertusäst werden: für Rückgabe der echten Steine werde sie sorgen. So geschah es auch. Unordnung in ein« Sphäre voll Sicherhett und Schönheit verwandelt. Sie haben die Wildnis menschlicher Triebe dazu gebracht, daß sie Einigkeit, Wissen und Macht hervorbrachte." „Aber niemals rastet der Forschungstrieb. Wissenschaft und der Wunsch nach mehr und immer noch mehr Macht ver- zehrt unsere ganze Welt." „Ein heilsamer Appetit. Ich bin jetzt müde, so schwach, erschöpft und hinfällig, als ob ich eben geboren morden wäre, aber wenn ich dann stärker geworden bin, werde auch ich an der Wißbegier teilhaben und an den großen Entdeckungen, die jetzt Utopien erfüllen, Anteil nehmen. Wer weiß?" Er sah ihr lächelnd in die friedlichen Augen. „Sie werden noch viel zu lernen haben," sagte sie. Ein Gefühl für die tiefen Unterschiede, die ein Fort- schritt von dreitausend Iahren in den grundlegenden Ideen und im Gedankengang der Rasse verursacht hatte, dämmerte in Barnstaple auf. Er erinnerte sich, daß er in Utopien nur dasjenige hörte, was er verstand und daß alles, was in seinem erdgebundenen Ideenkreis keinen Platz fand, unhörbar für ihn war. Der Abgrund des Mißverstehens dürfte weiter und tiefer sein, als er annahm. Ein vollkommen ungebildeter Nigger von der Goldküste, der es versuchte, Thermo-Elektri- zität zu beherrschen, hätte sich eine weit hoffnungsvollere Aufgabe gesetzt. „Schließlich sind es nicht die neuen Entdeckungen, an denen ich teilnehmen möchte, wahrscheinlich sind sie für mich zu hoch. Was ich mir wünsche, ist das vollkommen schöne Leben, dieses Leben, das aus allen Träumen meiner Zett Wirklichkeit wurde. Ich wünsche nur, hier zu leben, das wird mir genügen." „Sie sind noch schwach und müde," sagte Lychnis,„wenn Sie kräftiger sind, werden Sie andere Gedanken fassen.� „Aber was für andere Gedanken—?" „Ihre Gedanken werden sich Ihrer eigenen Well und Ihrem Leben wieder zuwenden." „Zurück zur Erde?!" Lychnis sah wieder ein wenig in die Dämmerung, ehe sie sich ihm zuwandte. „Sie sind als Erdling geboren und erschaffen, was können Sie anderes sein." „Was kann ich anderes sein?" Mr. Barnstaples Ge- danken blieben an dieser Frage hasten, und als die Lichter Utopiens wie Stecknadelköpfe das dunkle Blau unten durch- stachen, in Ketten und Gruppen zusammenliefen und zu nebelhaften Flecken verschwammen, lag er mit seinen Ueber- legunqen mehr fühlend als denkend da. Er widersetzte sich der Wahrheit in Lychnis Worten. Die Polizei und die Oeffenllichkett hatten aber die Finger schon zu tief in der Geschichte, so daß Frau Else es vorzog, dem bösen Stadtklatsch durch eine eilig« Erholungsreise nach Schweden zu entfliehen. Aber der Paß stimmte nicht, also kehrte sie reuig in die Heimat zurück. Trotz aller Beziehungen noch oben brummte ihr der Slrafrichter drei Monate Gefängnis auf. zeigte aber schon im Urleil den Weg zur Freisprechung in der Zwesten Instanz. Vier Wochen lang wurde nun Frau Else vom Oberarzt der Allgäuer Heilanstalt u n t« r s u 6) t, leider ahne Er- folg, denn der gewissenhafte Mediziner konnte keine straf- befreienden psychischen Defekte, sondern nur raffinier- tes Komödiantentum feststellen. Aber nun arbeiteten die Beziehungen zu Kunst und Wissenschaft! Ein Universitäts- Professor und Psychiater war bald gesunden, der das erste Gutachten als eine glatte Fehldiagnose erklärte und die arme Frau Else als„ein großes hilfloses Sind" taxierte. Damit war die Grundlage für die Berufungsverhandlung am Landgericht Kempten geschaffen. Folge: ein glänzender Freispruch! Welch üblen Eindruck aber diese Justizkamödie hervorrief, zeigt ein Ausspruch, den nach der Urteilsverkündung ein angesehener Kempten er Biiiger im Zuhörerraum machte: Die deutsch? Rechtsprechung möge doch endlich ehrlich sein und Paragraphen mäßig festlegen, van welcher Vermögensgrenze an in Deutschland alle Delikte straffrei sind! Ermittlungsverfahren gegen Reumann. Die Untersuchung beim Zieichsbohnzentralamt. Die Justizpressestelle keilt mil:„Das staotsanwaltschasl- liche Ermittlungsversahren ist aus den Geschäftsbereich des Direktors bei der Reichsbahn. Wilhelm R e u m o n n, ansgc- dehnt worden. Die Ermittlungen werden voraussichtlich geraume Zeil in Anspruch nehmen, da das Material sehr umfang- reich ist. Die Borunkersuchung gegen den Regierungs- und Bau rat Hugo Müller in Götkingen hol bisher den Verdacht einer strafbaren Handlung nicht bestätigt, ist aber noch nicht abgeschlossen. Unter Benutzung sämtlichen bei der Slaatsanwaltschafi und der Hauptverwaltung der Reichsbahn eingehenden llnlersuchungsmate- rial» wird die Angelegenheit in strafrechtlicher Hinsicht von der Staatsonwaltschost. in wirtschaftlicher Beziehung durch die von der Hauptverwallung der Reichsbahn eingesetzte U n t e r s u ch n n g s- k o m m i s s i o n gctrossen." Die Ziusen der Bergmanu-Gläubiger. Di« B c r g m o n n. A f f ä r e wird neben dem strafrechtlichen Rachipiel für die Leiter und Agenten des zusammengebrochenen Lombordunternohmens auch einen Rattenschwanz von Zivil- Prozessen gegen die Darlehen sgläubig er zur Folge hoben. Der mit der Liquidierung betraute Konkursverwalter Schuft er hat nämlich in einem Rundschreiben alle Gläubiger, soweit sie bereits kürzere oder längere Zeit die von Bergmann versprochen«« 30 bis 40 Proz. Zinsen für dos von ihnen investierte Kapital erholten hoben, zur Rückzahlung dieser Zinsbeträge aufgefordert und droht im Weigerungsfälle' mit Klage. Schuster stützt sich auf die Recht- sprechuwg der Zivilgerichte, wonach auf Grund von sj 138 BGB. die Annahme übermäßig hoher Zinsen gegen die guten Sitten v c r st o ß c. Einer der durch Bergmann Geschädigten, ein Herr Z., will min aus prinzipiellen Gründen und als Prczedenz für die übrigen Zivil- klagen diesen Rechtsstreit durch all« Instanzen durchfuhren, weil er es als eine Unbilligkeit empfindet, daß den Gläubigern, die ihr Kapital durch Bergmann verloren haben, mm noch die Zurückzahlung der Zinsbeträge zugemutet werden soll, abgleich Dieses herrliche Utopien, vollkommen und gefestigt, im Gleichgewicht und bereit zu schreckenerregenden Abenteuern in unerforschtest Universen, war eine Welt holder Riesen und ungeselliger Schönheit, eine Welt der Unternehmungen, bei welchen ein armer, unwissender, schwacher Erdling weder helfen noch teilnehmen sonnte. Sie hasten ihren Planeten ausgeschöpft, so wie man eine Geldbörse leert. Sie stießen nun mit Macht gegen die Sterne vor... Sie waren freund- lich, sie waren sehr freundlich... Aber sie waren anders..» Ein Müßiggänger in einer lebensvollen Dell. 1. In wenigen Tagen hatte Mr. Barnstaple seine körper- liche und, geistige Kraft wiedergewonnen. Er lag nicht mehr zu Bett in der Loggia, erfüllt von Mitleid mit sich selbst und Son der Schönheit einer bezähmten Welt: er ging frei herum und unternahmen bald lange Spaziergänge in der uto- pischen Landschaft, suchte Bekanntschaften und lernte immer mehr von diesem Wunderland erfüllter menschlicher Wünsche kennen. Denn dies machte den größten Eindruck auf ihn: Fast alle größeren Plagen des menschlichen Lebens waren über- wunden, Krieg, Seuchen, Krankheit, Hunger und Annut waren aus der Erfahrung der Menschen ausgestrichen wor- den. Die Träume der Künstler von vollendeten und lieb- liehen Körpern, von einer in Harmonie und Schönheit ver- wandelten Welt waren verwirklicht: der Geist der Ordnung und Organisation triumphierte. Die äußere Erscheinung des Lebens war durch diese Errungenschaften in jeder Beziehung geändert worden. Das Klima des Tales der Rast war mild und sonnig. wie das Klima Südeuropas, aber fast alle charakteristischen 'Merkmale der italienischen oder spanischen Landschaft fehlten. Hier gab es keine gebeugten altersschwachen Frauen, die schwere Lasten trugen, keine Bettler, die einen zudringlich verfolgten, keine zerlumpten Arbetter, die am Straßenrand herumlungerten. Die winzigen Terrassen, die störenden Stockungen als Folgen der-Landbebauung von Hand aus, die ästigen Oliven, die gehackten Weinberge, die kleinen Fleckchen mit Korn oder Obst bebaut, die versagende unverläßliche Be- Wässerung unter jenxn primttiven Bedingungen, waren durchgreifenden Meliorations-Plänen einer großzügigen und sorgfältigen Ausnützung der Hänge, des Bodens und der Sonnenbestrahlung gewichen. Keine mageren, geschorenen Ziegen oder Schafe, von Kindern gehütet, zwischen Steinen, kein gefesseltes Vieh, das nur die ihm zugeteilte Portion, und nicht mehr, fra�(Forts, folgt.) Wie erkennt der Z Ckn Kontörangesteklker— nennen wir ihn Krause— bekommt mitten In der Burcauorbeit einen ihm selber unerklärlichen Ansall. Er hat fürchterliche Schmerzen in der linken. Höftgegend. Vollkommen fassungslos schleppt er sich nach Hause. Weder er noch seine Frau wissen, was sie von der blitzartig gekommenen Erkrankung halten sollen. Natürlich wird sofort ein Arzt geholt. Haben Sie Lieber gemessen? Als er kommt ist die erste Frage:„Haben Sie Fieber gemessen?" —„Nein."—„Warum nicht? Haben Sie kein Fieberthermometer?" —„Nein." So muß der Arzt selbst die erste und notwendigste klnlcr- suchnng vornehmen, die Jestllellung der eventuellen IieberhÖhe. Aber siehe da, dos Fieber ist mäßig, lind nun nimmt der Arzt jene Untersuchung oor, die jeder Arzt zuerst machen muß, um die oer- borgene Krankheit zu erkennen. Und dies, die Diagnose, nämlich die Fähigkeit, aus vorhandenen Kennzeichen auf die Krankheit zu schließen und auf diesem richtigen Schluß dos richtige Heiloersohren aufzubauen, ist wohl eine der schwersten ärztlichen Künste. Weil sie ungemein schwer isi, kann sie nur durch) fahrelange Tätigkeit unmittelbar am kranken Menschen erworben werden und es ist deshalb«in Unding, etwa aus abgeschnittenen Nackenhaaren, wie es der selige- unselige Schäfer Ast machte, eine Krankheit zu ertennen. Die Diagnose ist deshalb so schwer, weil ja die Krankheit i m Korper sitzt, in den der Arzt ohne weiteres nicht hineinsehen kann. Es stehen dem kundigen und erfahrenen Arzt drei Wege offen, lim die Krankheit seines Patienten zu erkennen. Zuerst ist da die Anamnese. Das Wort ist griechischen Ursprungs und heißt auf deutsch: Erinncrung. Der Arzt fragt den Patienten aus und läßt sich alles erzählen, was der Patient weiß. I« unserem Fall ist dem Arzt wenig mit der Anamnese gedient. Krause hat so etwas wie diesen Anfall noch nie gehabt. Er ist ein ganz gesimder Mensch, 45 Jahre alt, sühxt ein solides Leben. Cr steht selber vor einem Rätsel. Ost aber, und besonders dann, wenn der Patient über ein gutes Gedächtnis verfügt und sich selbst genau beobachtet Hot, kann die Anamnese wertvolle Fingerzeig« geben. Ein zweites Mittel, die Krankheit zu erkennen, steht dem in langjähriger Praxis erfahrenen Arzt zur Berfügung in der„Erkenntnis auf den ersten Blick." Dem kundigen Arzt zeigt sich in der Tat oft auf den ersten Blick, was mit dem Patienten los ist Das typische Aussehen des Gesichts und die typische Haltung des Körpers, besonders aber der unteren Extremitäten, der Beine, deuten auf bestimmte Crkran- kungen. Der dritte und bei weitem wichtigste und bedeutsamste Teil der Diagnose ist die sogenannte objektive Untersuchung. Während unmittelbar am Krankenbett in der Wohnung des Erkrankten nur mit einfachen Mitteln gearbeitet werden kann, bietet das moderne Krankenhaus, besonders aber, und zwar in Berkin die durch die Ort»' krankeukafleu errichteten Ambulatorien mit Ihren großen modernsten Instrumentarien die Möglichkeit, an den Herd der Erkrankung heran- zukommen. Was kann der Arzt am Krankenbett tun? Zunächst und als erstes wird er immer das tun, was er bei unserem armen Krause tat.' Er fragt nach der Zioberhohe. Krauses hatten leider kein Fieberthermometer. Aber dieses nicht teure Instrument, in jeder Apotheke zu haben, sollte in keinem Hau». halt fehlen. Fieber wurde früher vielfach im After, später in der Achselhöhle und heute oft unter der Zunge gemessen. Alle diese Ocrtlichteiten sind zur Erkennung des Fiebers gleich gut, die beiden letzteren heute aber üblich. Sodann aber steht dem Arzt die Aus- kultation und die Perkussion.zur Verfügung. Auskultation Ist Ab» horchen. Der Arzt legt entweder sein Ohr out den Körper des Patienten oder setzt das Stechoskop genannte Hörrohr an und be» lauscht so die Töne und Geräusche des Herzens, der großen Gefäße und der Atmungeorgane. Mit dem Stethoskop aber werden auch Reibsgeräusche, z. B. bei Knochenbrüchen und bei Rippenfellerkrait- kungen, festgestellt. Der erfahrene Arzt kann erkennen, ob die Töne und Geräusche normal oder krankhaft sind und kann hieraus vielfach die wichtigsten Schlüsse ziehen. Die Umgebung des Kranken hat bei dieser wie überhaupt bei jeder ärztlichen Untersuchung die größte Ruhe zu bewahren und jeden Lärm sernzuhalten. Die perkusliou ist ein Abklopsen und Abtaste« gewister krankheitsverdächtigcr Steve». Die verjchicdenen Organe des Menschen find in den sogenannten Äörperböhlen eingebettet. Aus dem Schall, der sich beim Anschlagen dieser Höhlen ergibt und den allerdings der Arzt sehr genau kennen muß, kann der Arzt schließen, ob die Organe gesund sind oder nicht. Die Perkussion bat beim Erkennen van Brustkrankheiten sehr gute Dienste getan. Kein praktischer Arzt kommt ohne Auskultation und Irzt die Krankheit? Perkussion aus, aber nicht jeder praktische Arzt ist mit einipm s» ungemein sensiblen Nervensystem ausgerüstet, dos ihn befähigt, auch die feinsten Abweichungen von der Norm wahrzmiehinen. Anr Krankenbett w-ld sich der Arzt noch die Zunge zeigen lassen und auch den Urin besehen. Dann aber ist seine diagnostische Tätigkeit beendet und er muß versuchen, sich aus dem Beobachteten ein Bild zu wachen, Neue Methoden der Diagnose. Wer nun aber einige Jahrzehnte zurückdenken kann, der wirk» wissen, daß diese Methode der Krankheitserkenmmg auch schon damals üblich war. Inzwischen aber ist die Wissenschast fortgeschritten zu neuen Methoden, zu denen ganz besonders auch die chemischea zu rechnen sind und die hauptsächlich auf die Untersuchung des Blutes und des Harns sich beziehen. Der sorgsöllige Arzt wird sich von dem Pakkenten, den er in dessen Wohnung sieht und untersuch?, eine Urin. probe mitgeben lassen, um sie zu Hause zu untersuchen. Die Urinuntersuchung ist für Feststellung von Erkrankungen der Niere und Blase unerläßlich. Durch Zenlrifugieren des Harns werden die Niederschläge(Sedimente) gewonnen und sodann mikroskopisch unter- sucht, harnsöurekrifialle. oxalsaurer Kalk oder phosphorsaurer Salt werden dann wohl festgestellt. Daraus kann dann der Schluß go- zogen werden, daß die aus diesen Stoffen sich bildenden Steine oder Griese sich in der Niere oder der Blase ablagern und wie im Fall Kraus« einen Ansall(Kolik) hervorgerufen haben. Die chemische Unkersuchung des Harns ist das sicherste INUlel. um Diabete«(Zucker» kraokheit, Harnruhr) zu erkennen. Die llwskopie(klinische Harn- Untersuchung) ist also eines der wichtigsten diagnostischen Mittel. Ein weiteres wesentliches Krankheitserkenniigsmittcl ist dann der Rönlgenapparal, mit dem auch eino Anzahl Berliner Ambula» toricn ausgerüstet ist. Die Röntge n�rnters u4) u n g muß in vielen Fällen an den Schluß der Diagnos« gesetzt werden und ist, wie der leitende Arzt des Ambulatoriruns Char- lottenburg, Dr. H i r s ch b e r g. im Jahrbuch der Ambulatorien her- vorhebt, ein wichtiger, aber auch nur ein Teil der Diagnos«. Eine solche Untersuchung aber ist kestspietig. In den seltensten Fällen ist ein praktischer Arzt in der Lag«, sich einen solchen Apparat anzu» schassen. Aber auch der Patient, der in keiner Kasse ist. wird«ins Röntgenuntersuchung nicht leicht bezahlen können. Das moderne Ambulatorium. Der Lorteil des modernen Ambulatorium» zur richtige» und schnellen Erkennung einer mit sonstigen Mitteln schwer zu erkennen. den Krankheit ist unverkennbar. In unserem Fall Lrause glaubte der Arzt zunächst eine Rierenbeckenent.ziilidung ermittelt zu haben. Nach. dem er den Urin untersucht hatte, gab er der Vermutung Raum, daß es sich um eine von einem Nierenstein hervorgerufene Kolik handeln könne. Nachdem Krause nach dreiwöchigem Krankenlager wieder her- gestellt war, begab er sich in das Ambulatorium der Sraukenkasse in Ehariottenburg und hier wurden bei einer Röntgenaufnahme sofort in der linken Nierengegend drei dunkle Schatten festgestellt. Di« Vermutung, daß krause Nierensteine hotte, wurde somit zur Gewiß« heit und die Kur entsprechend eingerichtet. Möglich wurde ihm die Kur nur dadurch, daß er in der Krankenkasse war. Die Wohltat der. sozialen Gesetzgebung spürte er somit con eigenen Leibe. E» würde zu weit führen, alle Methoden der Krankhetts» erkennung überhaupt auch nur zu nennen. Kein Organ des Körpers kann sich diese« Untersuchungen mehr entziehen. Für Augen, Ohre«, Nase, Sehlkops find besonders ausgebaute physikalische Untersuchung». Methoden vorhanden. Die Herzschläge z. B. werden mittels eines un» unerhört genial erdachten Apparates, den Elektrokardlographen, photographiert und aus der Kurve kann der Arzt erkennen, ob das Herz gesund und normal ist oder nicht. Das Eystoskop ist ein außergewöhnlich sinnreich konstruierter Apparat zur Durchleuchtung der Alasenwond, in der Hand des Arztes unentbehrlich, aber für den Kranken nicht gerade sehr angenehm. Nichts ist schlimmer und verhängnisvoller, als wenn der unge. duldige oder verzweifslnde Patient sich an Ratgeber wendet, die ein» fach infolge mangelnder wissenschaftlicher Bor- und Ausbildung nicht die Möglichkeit haben, die Krankheit einwandfrei zu ertennen. Eine Krankheit aber, die in Monaten und Iahren entston- d e n ist, läßt lichnichtinTagen uvdWochenheilen. Der Patient muß Geduld haben, muß sich den Anordnungen des Arzte» willig fügen und muß selber den Willen haben, durch eine vernünftig« Lebensweise wieder gesund zu werden. Dann wird der Weg von der richtigen Erkennung der Krankheit zu ihrer richtigen Heilung oft- mals kürzer sein als mancher mißmutige und hoffnungslose Patient glaubt. si: noch nicht die Höhe der investierten Summen erreicht haben. Dcz weitere beruft sich dieser Gläubiger auf die Tatsach«, daß Berg» mann in den von den Darlehensgebern unterschriebenen Reversen äusdrüiÄich niemals von Zinsen, sondern mir von Gewinnanteilen spricht._ Der Giraßenbaume Gierben. Straßenbäume sind wie Großstadtmenschen, ebenso schwer er- ziehbar und mickerig in der Jugend. Dann, wenn sie sich durch- gemausert hoben, werden sie in den meisten Fällen starke, tüchtige Kerle, an denen alle Welt seine Freude hat, die Menschen, die Böget— die Hunde. Mau sage nicht, daß sie keinen Verstand hätten: sie streben hoch hinaus, sie wollen über die beengenden Schranken hinweg ebenfalls ihren Anteil am blauen Himmel. Als kommunale„Angestellte" haben sie aber einen Pflock zurückzustecken. Und, wenn sie ihre Altersgrenze erreicht haben oder den Mietern in der ersten Etage zuviel Schatten machen, hat ihre Stunde ge- schlagen. Manchmal sollen sie auch einer dick aufgeblasenen Litsaß- soule Platz machen oder sie werden von einem wildgewordenen Automobil„umgelegt". Das Leben ist ja von soviel Zufälligkeiten abhängig. Ueberzähltge sind.immer ein„Verkehrshindernis". Nur bei den Bäumen bedient man sich eines rücksichtsloseren Verfahren». Zurzeit ist in Friedenau und Steglitz ein solches General- morden. Da soll in der Rhein- und Schloßstraße die Straßenbahn in die Mitte des Fohrdomme gelegt werde». Run aber büßen die Bäume als erste für die neue Berkehrsordnung. Es sind wohl mehrere tausend Stück, würden sie zusammenstehen, so wären sie ein Wald, und es würde ihnen auch nichts nützen. Man verfährt ganz generell, man schlägt sie olle ab. Erschütternd ist dos Bild solcher Zerstörung. Zuerst werden die Aeste einzeln abgesägt. Klagend recken die kronenlosen Stämme ihre Armstümpfe nach allen Seiten, leise streicht das Mitleid von Frauen und Kindern über sie. Baum an Baum wird so entkleidet, schon steht die ganze Reihe bis zur nächsten Straßenecke nackt. Und trotzdem würde der Baum Sieger bleiben, wollte man ihn jetzt zufrieden lösten. Einige Wochen später würde er versuchen, einige Augen am ästelosen Stumpf zu treiben und diese Augen würden ein Gesicht bilden und dieses Gesicht würde noch einigen Jahren wieder zur Krone erblüht, den Borübergehenden zulächeln: Seht. auch ich bin ein Geschöpf der Natur. Eine Kolonne Arbeiter marschiert heran. Mit Schaufeln, Hocken und Bexten geht es an die Wurzeln der Bäume. Nicht lange, so sind die Wurzeln freigelegt: die Aexte lösen den letzten -Halt. Da sinkt der Stamm, ein paarmal gerüttelt, schon uin. ein wirklicher Toter, den keine Kunst je wieder zum Leben erwecken konnte. Auf Lastautos wird er fortgeschafft, ebenso das Gezweig, das auf große Haufen in den Querstraßen geschichtet wird. Frei liegt bereits der Durchblick der Straße, ein neues Bild, wirklich kein schönere» in seiner gespenstigen Leere. Man blickt noch einmal in die kleine Gruft, kein Meter im Geviert, inmitten des Straßenpslosters. Und man wundert sich, wie unser Graßstadtkamerad sich mit einem so bescheidenen Plätzchen begnügt hatte und doch so groß und stolz war und so schön. Zehn Personen festgenommen! Oer Einbruch in der Neuen Königstraße. Deinerzeit berichteten wir über die wertvolle Beute, die vor etwa 10 Tagen Konfektionseinbrecher in der Neuen König st raße machten. Sie stahlen Waren im Werte von etwa lZOOO Mark! Zunächst bot sich kein Anhalt, wer die Täter waren. Da hörten die Beamten, daß seit einigen Togen Damen- und Herrenstrümpfe in der Gegend der L i n i e n st r a ß e auffallend billig geworden waren. Sie beschloiscn, sich diese wohlieilen Sachen anzusehen und stießen auf einen Burschen, der in einem Hausflur schwung- haften Handel betrieb. Seine Vorräte wurden als aus dem Ein- bruch stammend erkannt und beschlagnahmt. Seine Liese- rantin war eine Frau Müller aus der Linlenstraße gewesen, die als Hehlerin schon bekannt ist. Nach und nach wurde ermittelt» ooß die.»Lieseranten" ei» Hermann K r u rn m r e y und ein Rudolf Lübeck waren» die beide keine unbeschriebenen Blätter sind. Es gelang, die Behausung von K r» m m r e y s Braut in der Kleinen Frankfurter Straße ausfindig zu machen. Das Haus würde unter Beobachtung gehalten, und als Krummrey eines Abends erschien, wurde er festgenommen! Jetzt galt es nach, den Lübeck zu erwischen. Seine Braut wohnte in P a n t a w-?lls Lübeck mit seinem Mädchen erschien, schickte er sie als„Horch poste»" vor. Sie wurde ergriffen, brach ober— ohne Zweifel auf Verabredung— in ein Geschrei aus, daß ihr Freund aufmerksam wurde und zu flüchten oer- suchte. Die Beamten konnte» auch ihn nach kurzer Jagd d i n g f e st machen. Krummrey und Lübeck geben den Einbruch zu. Im ganzen wurden zehn Personen— Diebe und Hehler— festgenommen. Drtstrankenkassc Lichtenberg im neuen Heim. Am Montag ist das neue Gebäude der Lichteizherger Orts» lranlentasse, in uninittelbarer Nähe des Stodtparks gelegen, dem Berkehr mit dem Publikum übergeben worden. Das neue Hau», von dem Diplomarchitettsn E. H. Schweizer, Wilmersdorf, erbaut» machl außen und innen bei aller Schlichtheit der Ausführung einen erfreulichen Eindruck. Im Kellergeschoß des Neubau? befindet sich die A n l a g c f ü r m e d i z i n i s ch e B ä d e r. Sie enthaften Licht-, Schwefel-,»ud russisch-römische Bäder, sowie Brausen, ebenso einen Raum sür Höhensonne und Kohlensäurcbäder. Das Erdgeschoß weist insofern eine Neuenmg auf, als sich hier ein mit allem Komfort eilt- gerichteter Liegeroum mit kompletter Radioanloge befindet. Bemerkenswert ist, daß sich die Keller zweieinhalb Me t e r unter dem Grundwasserspiegel befinden. Im Erdgeschoß liegt der Abfertiglingsroum für das Publikum, der keine Schalter hat, sondern Tische. Sowohl für die Beamten als auch für die Besucher ist ein Erfrischungsraum vorhanden. Die Druck- (ochen der Krankenkasse werden von einer eigenen Druckerei her- gestellt. Schließlich sei noch die mit den Errungenschaften dar neuesten Technik ausgerüstete Zahnklinik erwähnt, ferner das Gesellschasts- ambulatorium. die Lungensürsorge, die Rönigenaulage und die Röntgenaufnahme und Therapie. Das zweite und dritte Stockwerk cnt- Höft Wohnungen, die bereits bezogen sind. Eine erfreuliche Wirkung hat die Erösfnung des neuen Kasseuhousek: In dem Haus Magdo- leiienstraße, in dem sich die Krankenkasse bisher befand, werden nun 2 8 Wohnungen frei. Ausstellung der Amateurphotographen. Anläßlich ihr«?.tzOjährigen Bestehens hat die„Berliner Bereinigung zur Pflege der L i e b h a b« r p h o t o» g r a p h i e" am Sonntag ini Virchow-Saal des Handwerkervereins- Hauses in der Sophienftraßc im Rahmen einer schlichten Feierlich- keit eine Ausstellung erössnct. Vo-n 100 von den Vereinsmitgliedern eingesandten Arbeiten hat eine setyr strenge Jury mir 165 zum Aushang bestimmt, wodurch zugleich dem Bedürfnis roch einer besonderen Auszeichnung Genüge geia» ist. Sehr vorteilhast Ist die An- ordwing und die künstliche Beleuchtung, welche von oben auf die Photographien fällt, die, zwar in verschiedene Rahmen gebracht. auf Kartons von einheitlicher Farbe geklebt sink Das erleichtert dem Beschauer ein objektives Urteil. Zumeist sieht man Landschaf- ten» unter denen die Broindrucke und-unrdruck« Reinigers durch die ihnen innewohneiche künstlerische Kraft ausfalle:?. Einzigartig dann die Helgoländcr Flscherköpfe Alfred Zerners. die treffend gelungenen Studien„Das Ständchen" M. C. Schmidts und die in Aquarien gemachten Aufnehmen von Un g« r, dessen Meister- schaft bierin unerreichbar ekscheint. Erwähnenswert noch Fei- bicks Akte und Chorakterlöpse(„Der Erlöser" und„Der Blöde"». B o l l m a n tt s Landschaften, H. Lehmanns Typenbilder und Zl l b r e ch t s eindrucksvolle Großstadtbilder. die in schöne Siim- mungen gebannt sind. Eine Schwäch« der Ausstellung, daß di« Technik soft gar nicht und das soziale Milieu überhaupt nicht vertreten sind. Alle Arbeiten zeigen Fleiß und große Lieb« zur photographischen Kunst, die oft genug zu Unrecht dem„Sport" zugewiesen wird. Der Eintritt zu der kleinen, aber sehenswerten Ausstellung ist sprei. Republikaner fliegen. Die Rechtsparteien fürchten die Abrechnung. Je näher der Wahltermin» desto rücksichtsloser und verlogener in der Hetze gegen die Republik und gegen die, diese stützende Parteien. Daß die mittel- ständlerischen Wirtschaftsorganisationen nur Rekrutierungsschulen der reaktionären Parteien find, ist bekannt. In letzter Zeit haben sich nun auf dem Boden der Weimarer Verfassung stehende Verbände gebildet, die im ständigen Ausblühen begriffen sind. Auch der Reichs- verband der„Freien Ha u s b e f i tz e r", Landesgruppe Preußen mit seinem Sitz in Berlin ist eine solche Folgeerscheinung. Herr Ladendorsf aber dutdct das nicht, und wer Nicht pariert, der fliegt. Nachfolgend bringen wir unseren Leser» einen kleinen Auszug aus dem Protokoll einer Vorstandssitzung. die von Herrn Ladendorff, Mit- glied der„Wirtschast-partei" des Preußischen Landtages, geleitet wird: „Der Vorsitzende bericktet über einen Fall» In dem das Bor- standsniitglied eines dem Berliner Bund« angeschlossenen B-reins gleick?eitig dem Vorstände des..Republikanischen Hausbesitzervereins" angehört. Nach eingehender Aussprache wird der Beschluß gefaßt. dem betreffenden Verein die einmütig« Stellungnahme Rir Kinder nur Chlorodont Ein Urteil von Vielen:.Jung gelohnt ist alt getan 1 So heißt's im Spridiwqrl und so bin ich auch mit Ihrer Chlorodont-Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß midi kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben.— Nun möchte ich auch gern von Ihren anderen Präparaten die Überzeugung gewinnen, daß sie an Güte gleich Ihrer Chlorodont-Zahnpaste sind........ Wenn ich einige Worte dazu schrieb, so sollte es keine Schmeichelei sein, sondern lediglich nur das zum Ausdruck gebracht werden, was der Wahrheit entspricht.......* M.. Bdn.,]. Matthay.(Origlnaibrief bet unserem Notar hinterlegt.)— überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf., große Tube 1 Mk., Chlorodont-Zahnbürste 1.25 Mk.. für Kinder 70 Pf. Kinder- Geschenk-Karton 1.60 Mk., enthaltend: 1 kleine Tube Zahnpaste, I Kinder- Zahnbürste» 1 Kinder- Mundspülglas, Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsstellen. Man verlange nur echt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück, Achtung, Munition geliefert, die Reaktion rüſtet! des Borstandes mitzuteilen, monach es der Borstand nicht billigen tann, daß Borstandsmitglieder eines Bundesvereins Organi fationen angehören, deren 3wed und Ziel den Interessen des organi fierten Hausbesiges entgegensteht." Nach dieser Kampfansage ist es Selbstbetrug, wenn aufrechte Republifaner fich noch länger von Herrn Ladendorff führen" laffen. Massenaustritt tann hier nur erzieherisch wirken. Meldungen nimmt die Geschäftsstelle des Reichsverbandes der Freien Hausbesitzer", N. 65, Müllerftr. 159a, entgegen. Wenn die Sirene Heult! In einem zwar meit nom Mittelpunft Berlins entfernt gelegenen, ober trotzdem noch zu Groß- Berlin gehörenden Borort ertönt eines wirklich schönen Sonntags nachmittags die Feuerfirene. Zwei Radfahrer, die gerade nichts weiter zu tun haben, fommen auf den Ge danten, das Ausrüden der Feuerwehr zu beobachten. Sie fahren also in wenigen Minuten zur Feuerwache und stellen nun folgendes feft, mobei mir den einen von den beiden Radfahrern schildern laffen, was sie erlebten. ,, Nur zwei bis drei Minuten find es bis zur Wache. Wir tommen zwar außer Atent aber trotzdem viel zu früh an. Auf der Bache rührf sich nichts, indessen die Sirene zur Eile mahnt. Endlich aber öffnet sich das Tor und vier träftige Männer schieben einen Bagen mit Sitzgelegenheit für etwa 10 Mann heraus, dem ein Beimagen mit den Schläuchen angehängt wird. Nun ist das Fahrzeug 3war fertig, aber mo find die Pferde, wo die Mannschaften? Schon tommt ein Radfahrer auf dem Bürgersteig angefahren, schreit Achtung! Achtung! Blah! Blaz! Die vielen Menschen, die sich neugierig angesammelt haben, spriten auseinander. Dann kommt in Sonntagsanzug ein zweiter Mann, ein dritter, ein vierter folgte Endlich ist die Mannschaft versammelt, aber die Pferde fehlen und inzwischen sind neun Minuten vergangen. Nach meiteren 1% Minuten naht der Rutscher mit den Rappen( 10% Minuten). Endlich geht es in mörderischem Tempo los( 12 Minuten). Cine Strede geht es gut, bann fommt eine Steigung und die Pferdchen mögen oder fönnen nicht mehr und wollen stehen bleiben. Der Rutscher peitscht, die Mannschaft schreit: hüh und hüh und los! Endlich, endlich geht es weiter und der Wagen kommt zur Brandstelle ant und es hat dom Alarm im ganzen 22 Minuten gedauert und alles ist schon vorüber, meil es nur ein Wiesenbrand mar. Die früher gefommene Mannschaft einer Behr, die nicht zu Groß- Berlin gehört, hatte das Feuer eingedämmt. Alle Aufregung war umsonst und ein Mann schreit mißmulig und zmar mörtlich die höchst bezeichnenden Worte: Na, wegen so einem Quatsch hätte uns man doch nicht aus der Mittagsruhe ftören brauchen." Holdselige Zustände, nicht wahr! Man male fich aus, was ge schehen fann, menn as mal ein ernsthaftes Feuer gibt und teinen Quatsch und es wieder 22 Minuten dauert, bis der Mannschafts magen mit ben Schläuchen erscheint, in einem Borort Don Groß- Berlin! Lohnt das den Einsatz? Schlechte Geschäfte zweier Einbrecher. 3rei Spigbuben pflegen fich feit einigen Wochen in Deutöln und Reu- Tempelhof mit lebensgefährlichen und dabei recht ertrag lofen letterpartien zu beschäftigen. So erstiegen sie das Dad) des Edhauses Weserstraße 181 Fulbastraße 44, und an einer Waschleine, die sie am Schnee fang befestigten und zur größeren Sicherheit auch am Blitzableiter anbanden, fletterten sie nach dem vierten Stock hinab. Run revidierten sie einige Wohnungen, in die sie durch die Klosett und Speisekammerfenster einstiegen. Aber nachdem fie bei ihren maghalsigen Rünften zuvor soviel Mut gehabt hatten, muß ihnen jest das Herz in die Hose gerutscht sein. Denn um nie. manden zu weden, beschränkten fie fich auf die Durchsuchung der Küche. In einer Wohnung erbeuteten fie eine Börse mit 40 Mart, in der zweiten ganze vier Mart und zwanzig Pfennige und in der britten überhaupt nichts. Auch in der Berliner Straße in Neu- Tempelhof hat die Kalorine nächtliche Besuche abgestattet. Hier gingen die Slettermaren über die Dächer mehrerer Häuser, bis sie endlich ein Ruchenfenster offen fahen. Wie in Neukölln befestigten fie eine mehrfach zusammengedrehte Waschleine, die mit Rnoten nerfehen war, diesmal aber am Dachfenster selbst. Ihr Schuhzeug hatten fie vorsichtshalber mit Staublappen ummidelt Die ganze Unternehmung ist ziemlich lebensgefährlich gewesen, weil das Dach vorfpringt und die nächtlichen Befucher wiederholt am Strid hin und her pendeln mußten, um sich durch das Fenster in die Küche hineinschwingen zu können. Hier labten sie sich erst mal an Sped, Räfe und einigen Flaschen Lagerbier, durch fuchten dann das Küchenfpind und hatten hier das Glüd", tatsächlich 100 Mart zu finden. Dann verschwanden sie wieder. Den Strid ließen sie hängen, und auf dem Dach legten sie zum Abschieb ein Stüd des angebrochenen Käses nieder. Drei Häuser weiter gelangten fie, diesmal ohne Strid, durch eine Nische wieder in eine Küche, hier haben sie aber fo gut wie gar nichts vorgefunden. Bei fünf Einbrüchen haben die Spiẞbuben also insgesamt 144,20 Mart, das macht 7.2,10 Mart pro Kopf, außer dem Sped, dem Käse und dem Bier, erbeutet. Der Einsatz war, außer der Lebensgefahr bei den Kletterpartien, wenn wir milde rechnen, eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das ergäbe unter Abrechnung der wenigen Groschen, die im Gefängnis durch Arbeit der Bestraften erworben werden, einen Tagesverdienst von fage und fchreibe 40 Pfennigen. Die Berbrecher find eben nun einmal die schlechtesten Rechner der elt, weil sie in den allermeisten Fällen, von ganz wenigen großen Gaunern abgesehen, Freiheit und Leben für Gewinne aufs Spiel setzen, die zu dem Ginjaz in feinem Berhältnis ftehen! Die Freunde der Internationalen Kleinarbeit veranstalten am Mittwoch, bent 4. April, 20 Uhr, im Saal 1 des. Gemertidaftshauses, Engelufer 24/25, wiederum einen Vortragsabend Benoffe Otto Bad), Referent im Internationalen Arbeitsamt, 3meigamt Berlin, fpricht über: Beltfriede brüstung- Bölfer. bund. In Anbetracht des Scheiterns der in der vergangenen Boche beenbeten Tagung der Abrüftungstommiffion in Genf, frogen Millionen von Menschen sorgenvoll: Wohin des Weges? Diefer Borttag joll nun die Zuhörer vertraut machen mit den Einrichtungen jomie mit den Maßnahmen, die bis heute zur Sicherung des Belt friedens geschaffen wurden, und welches insbesondere ber Stanb ber Abrüftungsbestrebungen ist. Der Kampf gegen die Monarchisten des Bürgerblocks wird bei der bevorstehenden Reichstagswahl bedeutende Geldmittel erfordern. Zahle daher jeder, ber nur irgend kann, schnellstens seinen freiwilligen Beitrag für den Wahlfonds der SPD. in Berlin auf Postscheckkonto 48743 an Aler Pagels Berlin SW68, Lindenstraße 3, ein. Raubüberfall in Frankfurt. Selbstmord des Täters bei seiner Festnahme. Frankfurt a. M., 3. April Heute vormittag drang ein 28jähriger Fabritarbeiter in eine fierte Räuber bedrohte die Beamten mit vorgehaltenem Revolver Steuerzahlstelle in einem Frankfurter Außenbezirk ein. Der masund floh mit einer großen Summe auf seinem Rade. Polizeia beamte verfolgten den Flüchtigen. Auf einem Platz im Stadtinnern murde er vom Rade geriffen. In diesem Augenblick brachte er sich einen Schuß in die Schläfe bei. Er wurde schwer verletzt in das Krankenhaus transportiert, wo er alsbald seiner Verwundung erlag. Die geraubten 6600 mt. fonnten der Steuerfaffe zurüd gebracht werden. Kein Fischverkauf am Karfreitag. Nach den neuen Bestimmut gen der Sonntagsruhe findet in diesem Jahre am Karfreitag feinischverlauf statt. Die fühle Bitterung läßt jedoch durch aus zu, den ich vor dem Feiertag zu faufen. Für die Karwoche sind besonders reichliche Zufuhren vorhanden in allen Sorten Fluß und Seefischen, so: Kabliau, Schellfisch, Schollen, Dorich, lebende Hechte, Karpfen, Schleie und Plötzen. In dieser Boche foll es in jeder Familie heißen: Auf jeden Tisch ein Gericht Fisch Funkwinkel. vertieft und dadurch teilweise der alten Raivität beraubt, ist das Bon Hugo von Sofmannsthal modernisiert, psychologisch mittelalterliche Spiel Jebermann", die Geschichte von dem Leben und Sterben des reichen Mammes, in den Spielplan der deutschen Bühne eingegangen und wird von der Berliner Funt stunde als Sendefpiel geboten. 25er trok, der Auffrischung ergreift die Dichtung faum. Sie bleibt Museumsfunst und bietet Kurt Binthus Gelegenheit, allerlei Geistreiches und Gelehrtes über bas mittelalterliche Drama zu erzählen. Da auch Hofmannsthal die. Typen hauptsächlich durch das Wort charakterisiert, eignet sich die Dichtung zum Sendeſpiel. Ihr ganzer Gehalt liegt im Bort, die Szene ist, mur dekorativer Rahmen, und alle Vorgänge find auch ohne diesen Rahmen verständlich. Noch mehr: Ohne Bühnenbild prägen fich die Szenen stärker ein, wirfen eindringlicher, das faziale Moment tritt prägnanter hervor. Alfred Braun bereitet zuerst durch ein langes mufifalifches Borspiel und durch Gloden geläut den Hörer vor. Dann fetzt Krausneds Stimme ein, fchafft um sich die Atmosphäre von Ferne und Alltagsentrüdtheit. Darauf ist die ganze Aufführung eingestellt. Braun greift allerdings nach akustisch stärkeren Mitteln, als sie eine Bühnenaufführung verlangt. So läßt er beispielsweise nicht den Tab allein, sondern einen Chor nach Jedermann rufen und läßt ihn mit einer scharfen Dissonanz abbrechen. In großen Zügen werden die Menschen entworfen. Müthel als Jedermann ist ein here porragender Sprecher; er verfällt weder ins Sentimetale, nod ins Efstatische. In seinem Vortrag Kult und Kunst" beschreibt Jaro 3arezti sehr eindringlich moderne Kirchenbauten... geläuterte Bis Ostern verbleiben Ihnen nur noch 4 Tage. Elle tut not, wenn Sie sich zu den Festtagen neu einkleiden wolten. Wir geben Ihnen 20% Rabatr auf die geleistete Anzahlung! Sie erhalten bei uns: Damen- und Herren- Kleidung Kinder- Kleidung fertig und nach Maß. Wäsche, Strümpfe, Herren- Artikel auch anne Anzahlung auf Das Urteil im Wagner- Prozek. Wie aus Frankenthal gemeldet wird, wurde im WagnerProzeß, über den wir seinerzeit berichteten, nach fünfmöchiger Berhandlungsdauer der Hauptangeflagte Bagner wegen fortge= setzten Betruges zum Nachteil des Leuna- Werfs wie des Reiches zu insgesamt 15 000 Mart Geldstrafe oder 150 Tagen Gefängnis und wegen Bergehens der aktiven Beamtenbestechung zu z wet Jahren Gefängnis verurteilt. Caftel erhielt wegen passiver Bestechung ein Jahr drei Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 5000 Marf oder 50 Tagen Gefängnis. Der Angeflagte Schwarz erhielt drei Monate Gefängnis, Waibel vier Monate und Weber sechs Wochen Gefängnis. Der Angeklagte Hechtenberg erhielt eine Geldstrafe von 10 000 Mart oder 100 Tagen Gefängnis, Frühauf 5000 Mart Geldstrafe oder 100 Tage Gefängnis. Die Angeklagten Hamann, Klöpfer, Bieberich, Stallmann erhielten insgesamt 4700 Mart Geldstrafe oder msgesamt 185 Tage Gefängnis. Die Angeklagten Schönberger, Römer und Bestechungsgelder wurden. noch für verfallen erklärt. Hermann wurden freigesprochen. Insgesamt 45 300 Mart Tödlicher Unfall beim Fußballspiel. Bei einem Fußballspiel in Griesheim bei Darmstadt, an dem mehrere Knaben teilnahmen, tam ein 14jähriger Junge zu Fall Hierbei bohrte fich ein feststehendes Messer, das er bei fich trug, in seine Bruft. Die herbeigerufenen Aerzte fonnten nur noch den Tod des Knaben feststellen. Die Kaffen und Geschäftsstellen der Berliner Städtischen Gas. wette Aft.- Gef. bleiben am Dftersonnabend, dem 7. April d. I., füz den Berkehr mit dem Publikum geschlossen. Der Plano- Zusammenfeger Herr Georg Krüger, wohnhaft Paul Singer Straße 45, tonnte am 1. April 1928 auf eine 25 jährige ununterbrochent Sätigkeit bei der Bianofortefabrik C. 3. Quandt, Berlin 0 17, Paul- Singer Straße 50, zurüdbliden. Sport. Renuen zu Strausberg am Dienstag, dem 3. April. 1. Rennent. 1. Bintermeibe( Burst), 2. Blad Velvet( Franzřej 3. San Marco( Dersaug). Zoto: 23:10. Plat: 12, 15, 16:10. Ferne Tiefen: Teifi, Theano, Credo, Bachelors Duarter. 3. Renne it. 2. Rennen. 1. Goldener Frieden( Walter Heuer), 2. Fairh( Derschug) 3. Sonechilde( B. Schmidt). Zoto: 15:10. Blag: 12, 46, 16:10. Ferne liefen: Spigbub, Der Rader, Ciche, Cumberland III, Ofterdingen, Macan 1. Koran( Karras), 2. Daheim( Elflein), 3. Gaffe ( Großfopf). Koto: 25:10. Blak: 18, 23, 83:10. Ferner liefen: Menelaos Gunthrada, Fehrbellin, Brünne, Hanuman, Rivalin, Sperrmal, Albana Moving, Gollub, Surfin 4. Rennen. 1. Beltes( Hauser), 2. Marc Anton( Franzle), 3. Berlen Zoto: 56:10. Plat: 19, 36, 18: 10. fifcher( Bismart). Ferner liefer Battler Cruiser, Hargreife, Pimoulouche, Marketenderin, Eisenbart Finanzier. 5. Rennen 1. Bubi( Bismart), 2. Sandhafe( Müschen), 3. Fechterit ( Wurst). Zato: 29: 10. Plat: 12, 15, 18:10. Ferner liefen: yateides Barfuß, Falter, Rontreise, Baladin. 6. Rennen. 1. Schmertlilie( Eichhorn), 2. Quo vadis( Bismark) 3. Stillewit( Bittner). Toto: 560: 10. Blaz: 60, 22, 33: 10. Ferner liefen Dioscur, Csaba, Heliade, Mohn, Großfürstin. 7. Renne It. 1. Abteilung. 1. Gichlake( D. Müller), 2. Erl tönig II( Dreißig), 3. Trianon( Hielscher). Toto: 181: 10. Blat: 46, 13 52: 10. Ferner liefen: Ritornell, Sanktion, Piasti, Basto, Coo d'Almée. 2. Abteiluu g. 1. Rinaldo( Benzel), 2. Le Challengi Blat: 13, 67( I Ferner liefen: Brimo, Stalliebling ( ul), 2+ Magier( Schönflich). Xoto: 31: 10. Challenge), 16( Magier): 10. Fegefeuer, radio, Fenja. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegen! ( Nachdr. verb.). Wechselnd wollig, später mit Reigung zu leichten eben schlägen Am Zage etwas warmer bei mäßigen füdwestlichen Winden. Für Deutschland: In der mestlichen Hälfte am Tage etwas warmer, in übrigen Reiche noch ziemlich fühl, nur in Westen wesentliche Niederschläge Teilzahlung Jeder Flottes Kasha- Kleid aus Bordürenstoff mit Faltengarnierung Eleganter Sakko- Anzug aus gutem Stoff, Ersatz für Maß M. 22.M. 68.BRUNNEN/ FRANKFURTER/ KOTTBUSER/ WILMERSDORFER ALLEE 350 DAMM 103 STR.165 CHLBG. STR.197 Der letzte vor Ostern, und den dürfen Sie auf keinen Fall versäumen. Bindertag! Denn mit Rücksicht auf's Fest gibt's diesmal ganz besonders vorteilhafte Angebote in entzückender Kleidung für die Kleinen und jedes Kind erhält außerdem ein Geschenk! Moderner praktischer Mantel aus Herrenstoff; Rükkenfalte. Gr. 60 ( jede weitere Größe 1.00 mehr) 1350 Feiner Babymantel: schönes Tuch. eleganter Aufputz. Größe 45 ( jede weitere Größe 2.00 mehr) 1150 Goldiges BabyComposé: Kasha mit Popelin; GroBe 45-60. GröBe 45( jede wei. tere 0.50 mehr) 575 Prachtiges Jumperkleid: prima Popelin, bestickt. Größe 60-90. Größe 60( jede weitere 0.50 mehr) 750 上 Reizvoller KashaMantel: schöne Ware, flotte Arbeit. Größe 60 ( jede weitere Größe 1.00 mehr) 50 Herrliches Composé- Kleide guter Popelin, bestickt. Größe 60-90. Gr. 60( jede wei tere 1.00 mehr) 1150 C& A BRENNINKMEYER Fesches Jäckchenkleid: gute Kashaware, apart ge putzt. Gr. 60-90. Gr. 60( jede weitere 1.00 mehr) 1500 Herrenstoff- Mantel, für Schule und Reise. Rücken. falte. Größe 60 ( jede weitere Größe 0.50 mehr) 675 Oranienstr. 40 Am Oraalenplatz Chausseestr. 113 Belm Stettiner Bhf. Königstraße 33 Am Bhf. Alexanderplats Nachdruck von Wort und Bild verboten Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Mittwoch zur Verfügung!-Schriftliche Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch, 4: 4.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 71 Uhr Mittwoch, 4.4. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.-Turn.IV. Anf- 71 Puccini- Abend: Der Barbier von Der Mantel Schwester Angelika Gianni Schicchi Sevilla Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Die Weber Amphytrion Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 14 Uhr Grosses Schauspielhaus Anfang Ende 8 Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL Deutsches Theater Norden 12310 Abonnementsbüro: Norden 10 338-39, 8 Uhr, Ende 10 U Saitenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 71 Uhr: Premiere Zwölftausend Schwarz- Weiß DOMPADOUR Kammerspiele Walhaila- Th. MASSARY Norden 12310 81, U., Ende nach 10 Weinbergsweg 19/201 Finden Sie, daß Täglich 8 Uhr Constance sich richtig Im weißen Röß'l verhält? ax Lustspiel in 3 Akten v. Blumenthal u. Kadelburg Vorzeiger dieses Renaissance Theater Die Komödie zahlen für Parkett Steinplatz 901. 3.10 Uhr Coeur Bube. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 81 Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie Victor Barnowsky Die rote Der Zigaretten- Komödienhaus Robe kasten Komische 8 Uhr Oper 81%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Thalia- Theater Dresdner Str. 72/73 Täglich 8 Uhr Das Kamel geht durch das Nadelöhr Theater des Westens Täglich 8 Uhr auch Sonntags Bismarck 2414/7516 4- Mk. nur 60 Pl. U. Ende 10%, U. Marcel Fradelin Rose- Theater ( Der Eunuch) Gr. Frankf, Str. 132. Berliner Theater 8 Uhr Direktion Kuhnert. Sterne. d. wieder leuchten Ciurina, Hofbauer, Charlottenstr.90/ 91.Dönh.170 Zigeunerbaron Lichtenstein, Brandt Fleischer, Richter. Th.i. Admiralspalast Dir. Herm. Haller Täglich 8, Uhr Arthur Hammerstein Gastspiel der Operette RoseMarie dich aus! Winter en 200 Mitwirkende. Vorverkau: ab 10 Uhr ununterbrochen CASINO- THEATER Lothringer Str. 37 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Doktor Klaus. Ausschneiden Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.1 M. Sessel 1,60 M. SCALA 8 Uhr Nollendor 7360 Das AprilSensations- Programm mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. das Programm der 12 Attraktionen 12 Näheres siehe am Säulenring 814 Uhr Residenz- Theater Die Bollé Sisters" Tägl. 8 Uhr: Ein Berliner Volks- Der gr. Paris. Erfolg stück von Friedmano- Frederich- Max Kokottchen Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Lustspielhaus Dir. Dr. Martin Zickel 814 Uhr: Guido Thielscher in„ Unter Geschäftsaufsicht" Kleines Theater 4 Einakter mit Gustav Heppner Für Jugendl. nicht geeignet. Für Funkfreunde halbe Preise Metropol- Th. Zentrum 128 24 814 Uhr: Der Graf von Luxemburg Matzner, Hoffmann, Täglich 8 Uhr: Jolan, Hell, Kettner, Erika Glässner in Goroll. Lissy die Kokotte Philharmonie Für Jugendliche nicht geeignet Mael Murray in Kleine Affären grosser Leute Metro- Goldwyn- Mayer- Film der Parufamet Regie: Dimitri Buchowetzkl Wochentags Sonnab. u. Sonnt. 7 915 5 7 915 Gloria- Palast an der Gedächtniskirche Vorverkauf ab 12 Uhr ununterbrochen Im Glor.a- Palast u. bei A. Wertheim Krause- Pianos TEPPICHE zur Miete W50, Ansbacherstr.1 8 Uhr: Liszt- Abend d.Philharmon.Orch. Inferieren Dir. Dr. Kurt Singer Piscatorbühne Berlin. Aerzte- Chor bringt ERFOLG! Theater am Missa solemnis Theater am Kottbusser Tor Nollendorfplatz Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr Kurfürst 2091/93 Anf. 8, Ende geg. 11 Bis 10. April verlängert Elite- Sänger Die Abenteuer des Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Die 4 Grazien von B. Croé. Reichshallen Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr. braven Soldaten Schwefk mit Max Pallenberg Inst. Erwin Piscator Gastspiel im Lessing- Theater Norden 12798 Heute 8 Uhr Zum letzten Male Das wundervolle Progr. der Hoppla, wir leben! Stettiner Sänger nachm. ermäß. Preise. von Ernst Toller Insc. Erwin Piscator Sonnabend, 7. April Dönhoff- Brett'l: Uraufführung: Glänzendes Varieté- Programm „ Konjunktur" v. Léo Lania Tanz! Anfang 8 Uhr, Sfgs. 51/2 Insz. Erwin Piscator Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 18 und 19 Uhr Der Sternhimmel der Heimat 18 u. 21 Uhr: Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt I M. Kinder unt. 15 Jahren 0.50 efonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem !! billig!! Zur Neueröffnung 8 billige Verkaufstage Boucle Handwebteppiche Mottled 14.123.Alle anderen deutsch. Fabrikate, einige mit kl. Web- u. Farbfehl., bis 50%, ermäß. Brücken, Läufer, Tisch-, Divan-, Steppund Daunendecken spottbillig! Smyrna Fabrikteppich- Verkauf Jetzt Bei e- Alitance- Platz 12, I. Auf Wunsch Zahlungserleichterung. " Erhalte Dich gesund durch Steinmetz- Brot Das patentierte Steinmetz- Verfahren scheidet alles Nährlose ab und ermöglicht die Erhaltung der reichen Vitamine, Nährsalze, Schwefel-. Kalk-, Eisen- und Phosphor- Verbindungen der Fruchtschicht und des Keimes. Unübertrefflich an Reinheit und Nährkraft. Auch in Päckchen( Scheiben) erhältlich in allen 4000 Verkaufsstellen von DON Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Bilanz per 31. Dezember 1927 Aktiva Kasse, fremde Geldsorten, Kupons und Guthaben bei Noten- und Abrechnungs-( Clearing-) Banken Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Debitoren in laufender Rechnung Bankgebäude. Aktienkapital. Reserven Kreditoren. Akzepte • RM. 65 267 783 10 427 710 409 67 217 656 628 84 109 607 231 96 130 687 335 50 23 2: 4 781 80 23 941 556 32 21 491 676 82 727 395 270 38 25 000 000 Summa der Aktiva 1771 972 674 39 Passiva Pensions- Fonds für Beamte Sonstige Passiva Gewinn- Saldo • Summa der Passiva RM. 60 000 000 50 000 000 1 563 908 407 52 72 564 766 71 3 000 000 1 6228 947 08 16 270-53 09 771 972 674 9 Gewinn- und Verlust- Konto pro 1927 Soll Verwaltungskosten Steuern Gewinn- Saldo Haben Provisionen Wechsel und Zinsen einschließlich des Gewinnes auf Kupons und Sorten Effekten- und Konsortial- Gewinne Gewinn- Vortrag von 1926 Papierhaus L.Juergens jetzt Nr. 43 NEUE KONIG STR Neue Königstr. RM. 55 128 043 57 9 386 958 98 16 270 553 08 80 785 555 63 RM 40 161 618 32 33 345 985 22 5 000 000 2277 952 09 80 785 555 63 Fahrräder auf Teilzahlung wöchentlich M. 2.50 Fahrradhaus Dinuco 1. Geschäft: Berlin N 39, Chausseestr.97 2. Geschätt: Neukölln, Berliner Str. 11 Wittlers Brotfabriken, Berlin N65 Schaufenster- Tapete! Maxstraße 2-5. Alle Eigenmuster ohne Zwischenhandel. Sächsische Tapeten- Industrie, Berlin W., Wilhelmstr. 44, zwischen Leipziger u. Zimmerstr Nr. 161 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Am Ende der„ Schweinenot". Getreideproduzent gegen Vieherzeuger.- Verbraucherschutz ist Bauernschuh. Es fostete im I. Bierteljahr 1926 II. 1926 1 D3. Fuffergerste 1 Dz. Mais In den Klageliedern der deutschen Landwirtschaft"( bzw. der- rischen Anhang zu seiner Arbeit Monatsdurchschnittszahlen in Mark fenigen, die sich in ihrem Namen zu flagen für berechtigt hielten) für inländische Futtergerste in Breslau und verzollten Mais in hat seit längerer Zeit die Schweinenot" eine besondere Rolle ge- Hamburg pro Doppelzentner, die hier in der Zusammenfassung nach spielt. Kein Wunder; fallende Preise erfüllen jeden Waren- Bierteljahren mitgeteilt werden und die eine ungemeine Ver produzenten mit Sorgen. Und gefallen sind die Schweinepreise in teuerung erweisen. Deutschland ganz zweifellos. Dieses Fallen begann schon im Jahre 1926. Vom dritten Bierteljahr 1925 bis zum vierten Vierteljahr 1926 wurden in Berlin durchschnittlich für den Doppelzentner Lebendgewicht von Schweinen zwischen 80 und 100 Kilo Gewicht nach: einander bezahlt: 170, 172, 154, 149, 160, 151 Mart. Diese Preise lagen im günstigsten Falle um 46,8 Proz., im ungünstigsten Falle immer noch um 27,1 Broz. über dem nach Ansicht des Statistischen Reichsamtes vergleichbaren Preise des Jahres 1913 in Höhe von 117,20 Mart. Die eigentlich niedrigen Preise brachte aber erst das Jahr 1927. Die monatlichen Nachweisungen des Statistischen Reichsamtes in Wirtschaft und Statistit ergeben für Berlin pro Doppelzentner Lebendgewicht die folgenden Preisreihen. " je Dz. Cebendgewicht Preis in Mart: Preis in Proz. von 1913: Januar 1927 Februar März April mai. Juni • • 9 143,8) 122,7 132,2 133,3 112,8 123,8 105,6 118,6) 101,2 116,6 118,9 99,5 121,6 103,8 Juli. 126,2) 107,7 August. 137,2 136,9 117,1 September 147,4) 125,8 Oktober 135,6 115,7 November 126,6 126,3 108,0 Dezember. 116,6) 99,5 • 111.6 113,2 95,2 96,6 Januar 1928 Februar Wenn man die gegenwärtige Preislage, das heißt also die Schweinenot" in ihrer augenblicklichen Bedeutung, ertennen und den Preisrüdgang unter Ausschaltung der Saisoneinflüsse er. faffen will, so ergibt sich in der Gegenüberstellung der Monate Januar und Februar der Jahre 1926 bis 1928 das folgende Bild. ( Berliner Preise pro Doppelzentner Lebendgewicht in Mart.) Januar Februar. 9 • • 1926 164,40 154,80 1927 143,80 132,20 1928 111,60 113,20 Dieje Preistrife für die Schweinezüchter wird aber wesentlich verschärft durch die Preisentwidlung der Futtermittel. Dr. Arthur Hanau, der Verfasser einer Abhandlung über Die Prognose der Schweinepreife" im 7. Sonderheft der Bierteljahrshefte zur Konjunkturforschung" und einer früheren Abhandlung über dasselbe Thema im 2. Sonderheft, verzeichnet in einem tabellaand adh 14,9 17,6 M. 17,0 17,4 " " III. 1926 " 16,5 17,8 " P 1926 " 18,2 18,6 " 1927 18,8 P 17,8 " 1927 22,2 18,2 17 " 1927 " IV. 1927 20,5 22,0 18,7 " . 19,7 " Die Gegenfäglichteit der Preisentwidlung für Schweine und für Futtermittel ist für die Schweinezüchter ficherlich von größter und höchst unangenehmer Bedeutung. Auf eine allgemeine Formel gebracht, bedeutet sie: es geht den Schweinezüchtern schlechter als den Getreideproduzenten, da ja hohe Preise für ausländische Futtermittel die Preise für inländische Futtermittel und diese wieder die Preise der anderen inländischen pflanzlichen Erzeugnisse nach sich ziehen. Nun fällt zweifellos der Begriff „ Getreideproduzent" mit dem Begriff„ Schweinezüchter" in der landwirtschaftlichen Praxis weitgehend zusammen. Aber doch nicht so sehr, daß die altbekannte Unterscheidung falsch wäre( sie ist im Gegenteil im wesentlichen richtig!): Biehzuchter sind vornehm lich Klein und Mittelbesiger, Getreideproduzenten sind vornehmlich Groß befizer. Mit anderen Worten: die staatlichen Hilfsmaßnahmen( 3ölle, Subventionen) für die Großgrundbesiher find wirkungsvoller gewefen als die Maßnahmen gleicher Art für den klein- und Mittelbefih! Die Freundschaft" der anmaßenden großagrarischen Wortführer für die fleinen und kleinsten Berufs follegen" erscheint unter diesen Umständen in der einzig richtigen Beleuchtung. Das Problem, das hier zur Erörterung steht, ist mun freilich nicht in erster Linie mit den Zollfragen verfnüpft. Eine nähere Betrachtung, erweist vielmehr, wie recht die fozialdemokratischen Vertreter hatten, wenn sie je und je den 3oll. forderungen gegenüber darauf hingewiesen haben, um wieviel wich tiger für ein wirkliches Gedeihen der Landwirtschaft andere Fragen find, deren Lösung deshalb nur langsam vorantommt, weil frucht bate Wirkungen von dieser Seite her einen höheren Stand der landlichen Bildung im allgemeinen und der landwirtschaftlichen Fach bildung im befonderen zur Voraussetzung haben. Diese Boraus fegungen sind im sozialdemokratischen Agrarprogramm mit aller Klarheit und nach ihrer vollen Bedeutung gewürdigt. Mittwoch, 4. April 1928 Solche viel wichtigeren Fragen sind u. a. die der Marktbeobachtung, der vorausschauenden Erkenntnis der Marktentwidlung und der Marttanpassung. Die Sozialdemo= fratie, deren Interesse in erster Linie mit dem der breiten Massen der Konsumenten zusammenfällt, ift gleichwohl zur Lösung dieser Fragen insoweit fähig und bereit, als es sich um eine( wenigstens verhältnismäßige) Stabilisierung der Preise und nicht um eine Ausplünderung der Konsumenten handelt. An dem starken Auf und Ab der Preise haben die Konsumenten nicht das geringste Interesse, weil es lediglich der Produktionsverbesserung im ganzen nur hinderlich ist und eher eine im ganzen steigende Preisentwiclung fördert als das Gegenteil. Insoweit hat die schon erwähnte neueste Arbeit des Instituts für Konjunkturforschung eine Bedeutung, die weit über das wissenschaftliche oder das engere Produzenteninteresse der Schweinezüchter hinausgeht. Der Verfasser bemerkt einleitend,„ daß die bisherige Produktionspolitit nicht imstande ist, die landwirtschaftliche 435 400 anhegeragte Preiben 1926 احنة ملكشملية. idling 4927 1928 Schweinehaltung zu einem Produktionszweig auszubauen, dessen Rentabilität eine dem Umfange nach gleichmäßigere Einfügung der Schweinehaltung in den landwirtschaftlichen Betrieb ermöglicht". Der Berfasser bespricht dann und markiert mit Zahlen und Diagrammen ausführlich die( übrigens längst bekannte) Periodizität in der Entwidlung der Schweinepreise. Er untersucht diese Preisbewegung auf ihre Ursachen, und er gewinnt aus dieser Untersuchung Leitfäße", deren Beachtung auf eine vorausschauende Marktanpassung heraustäme und zweifellos einen wesentlichen Teil der preisbewegenden Ursachen auszuschalten und also eine weitgehende Breisregulierung ermöglichen würde. Es muß aber ganz scharf betont werden, daß die zutreffende Würdigung dieser Leitfäße" und des ganzen Untersuchungsergeb nisses und die richtige praftische Anwendung ein hohes Maß von Berständnis für vielerlei Zusammenhänge vorausjeßt. Ein Verständnis, das leider in den Kreisen der landwirtschaftlichen Besitzer, die hauptsächlich in Frage fommen, nur erst vereinzelt vorhanden ist. ( Auch wenn es im weitesten Umfange vorhanden wäre, fönnte nur eine relative Stabilisierung des Marties und der Preise in Frage tommen, weil eine Reihe von Fattoren der Preisbildung in der kapitalistischen Wirtschaft einfach nicht vorauszubestimmen sind.) Bald wieder steigende Preise. Bon größter Bedeutung für die Gegenwart ist nun die Vorausschau des Verfaffers auf die fünftige Preisentwicklung am Schweinemartt. Sie ist am einfachsten und einprägsamsten im Bilde Osterangebote Lido- Sandalen in allen modernen Farben, der neueste und praktische Frühjahrsschuh.... 1090 000 OP AD Die Frühjahrsmode rot und blau, erdbeerfarben und beige, mit elegantem Durchbruch u. besonders kräftigem Bodenmaterial.. 1250 00000 AD Kinder- Stiefel beige, imit. Chevreau, der schöne Frühjahrsstiefel für die Kleinsten, Gr. 20-22 4,50.... 18-19 Schulstiefel braun, bestes Fabrikat, besond. kräftig, Gr.36-39 11,90, 31-35 9,90, 27-30 8,90, 25/26 6,90, 23/24 Beige- rosé u.rosenholzKinderspangenschuhe, die gr. Mode, Gr. 36-39 8,90, 31-35 7,90, 27-30 6,90, 23-26 Spangenschuhe echt Chevreau, mod. 90 Farb., erstkl. Fabrik., 3.90 bequem. amerikan. und Prinzessabsatz Spangenschuhe braun, edit Boxcalf, 90 mod. Flügelkappe, 5.90 5° bequem. amerikan. Absatz, sehr billig Elfenbein u. beige- rosé Span90 genschuhe mit reich. Lodiverzierung, sehr apart, L.- XV.- Absatz Kinder- Spangenschuhe Trotteurschuhe braun, auch Schnürschuh, erstkl. Material, Gr.36-40 10,90, 31-35 9,90, 27-30 7,90, 25/26 6,90, 23/24 590 braun, echt rahmenFabrikat, weiss ged., mit amerik. Absatz Trotteurschuhe braun, coht Boxcalf, 50 feinste Rahmenarb., Flügelkappe u. kräft. Crêpegummi- Sohlen 1050 Spangenschuhe noisette und mode, 90 mit aparter Verzie1090 Fung, neueste Mod., edit Louis- XV.- Abs. 1950 2150 Herren- Halbschuhe braun, best.Fabrikat, 50 vorzügl. Ausführ., 1250 Binde- Spangenschuhe Spangenschuhe rot, beige und grau, echt Chevreau, sehr beliebt, Grösse 27/28 8,50. 25/26 7,50........ 23/24 Lido- Sandalen für Kinder, hellrot, mit festem Absatz, vornehme Lochyerzierung, Grösse 31-35 7,90, 27-30 9C 690 m.Crêpegummisohl., feinste Rahmenarb., in beige, oxblood u. grau, besond. billig felnst.Rahmenarbeit, besonders billig. 1250 Herren- Halbschuhe braun, kräft. Crêpe50 gummisohle, echt rahmengenäht, der beliebte Modeschuh 1450 1650 Herren- Halbschuhe braun, echt Boxcalf, 50 mitu.o.Flügelkappe, 1650 Lido- Sandalette feinst. Flexibel- Ausführung, mit leder90 überzogen. Absatz, 690 beige, rot, grau, blau, hochfeine Modelle. Kinder- Spangenschuhe Trotteurschuhé oxblood und rosenholz, neueFrühjahrs mode, Flügelk., kräft. Crêpegummisohle, Gr.31-3512,50,27-30 mit verschiedenen entzückenden Kom50 binationen, neueste Frühjahrsfarb, der vorn.Trotteurschuh 1150 felnste Rahmenarb., vorn. Frühjahrssch 1650 Herren- Halbschuhe mahagonifarben u. dunkelbraun, eleg. 50 Modelle, apart. Ver 1650 zierung, i. schlanker und spitzer Form... 2150 Herren- Halbschuhe oxblood u. braun, in hochfeiner Ausführ., 50 la rote Gummisohle mit Gleitschutz, echt rahmengenäht... 1650 24.50 Stiller Ältestes Schuhhaus grössten Umfanges! 00000 Beige- rosé die grosse Mode, mit apartem elfenbeinfarbenen Motiv, neuestes Modell, besonders billig 12,50 Neuestes Modell belge, blau und rot, mit aparter Lochung und lederüberzogenem Absatz 1450 festzuhalten. Die untenstehende Zeichnung enthält fowohl die( gestrichelte) Linie der von Dr. Hanau vorhergejagten, wie auch die( ausgezogene) Linie der tatsächlichen Preisentwicklung. Danach hat der Verfasser die Entwicklungs tendenz mit großer Zuverlässigkeit vorausgefagt. Für die Jahre 1926 und 1927 und für die Monate Januar und Februar des Jahres 1928 fällt seine Vorhersage der Richtung nach fast genau mit der tatsächlichen Preisgestaltung zusammen. Der Verfasser hat durch seine gründliche und weitgespannte Untersuchung weiterhin dargetan, daß solche Boraussagen mit dem höchsten Grade von Wahrscheinlichkeit möglich find, und daß auch seine Voraussage für 1928 vollen Anspruch auf Glaubwürdigkeit hat. Wir haben also mit start steigenden Schweinepreifen zu rechnen. Damit sollte eigentlich für den Wahlkampf ein gut Teil der Agrardemagogie zurückgewiesen und erledigt sein. Tatsächlich wird fie natürlich mit größter Gewissenlosigkeit betrieben werden. Insbesondere wird der Sozialdemokratie„ Landwirtschaftsfeindlichkeit" immer wieder nachgesagt werden mit dem jeweiligen Hinweis" auf ihre Haltung zu Zoll- und Subventionsfragen. Es wird deshalb notwendig sein, daß wir das wissenschaftliche Rüstzeug fleißig benügen für den Nachweis, daß es auf Dinge, deren Förderung die Sozialdemokratie sich zum Programm gemacht hat, viel mehr an tommt wenn man die Landwirtschaft unterstützen will, ohne gleichzeitig die Verbraucher auszuplündern!-, als auf die Fragen, die die Agrardemagogie fleißig in den Vordergrund stellt.-etzDas Steinkohlengutachten. Ein unerhörter Standal. Bor etwa vier Wochen hat das Reichswirtschaftsministerium zur Untersuchung der Rentabilität im Ruhrbergbau eine von Profeffor Schmalenbach geführte Kommission eingefeßt, der auch wir haben das rechtzeitig als unzweckmäßig kritisiert- zwei Generaldirektoren von Ruhrzechen angehören. Die Bedeutung dieses Gutachtens liegt angesichts der gegenwärtig durch die Tarifverhandlungen im Bergbau sehr gespannten sozialpolitischen Verhältnisse auf der Hand. Die vorherige Bekanntgabe und einseitige Kommentierung der Ergebnisse dieser Untersuchung ist naturgemäß für diejenige Bartei, die dadurch die Deffentlichkeit zu beeinflussen vermag, von erheb licher materieller Bedeutung. Ebenso naturgemäß ist die möglichkeit einer solchen Bekanntgabe, die das beteiligte Miniſte rium unter allen Umständen verhindern müßte, ein großer Skandal. Dieser Skandal ist da. Die Deutsche Bergwerfs= zeitung", das offiziöse Organ der Ruhrzechèn, ist wahrscheinlich über den von an der Kommission beteiligten Persönlichkeiten wesentlichen Inhalt des Gutachtens informiert worden. Dem Reichswirtschaftsministerium selbst liegt bis heute das Gutachten in den endgültigen Fassun= gen noch nicht vor. Es ist absolut unentschieden, ob die Kommission eine einheitliche Plattform gefunden hat und ob nicht verschiedene Boten abgegeben werden. Die Deffentlichkeit darf unter diesen Umständen nicht einseitig informiert werden. Dennoch teilt die" Deutsche Bergwertszeitung" in langen Aus führungen mit, daß nach den Feststellungen der Kommission bisher die Bergschäden in der Kalkulation nicht genügend berücksichtigt worden seien, daß die zurzeit üblichen Abschreibungssäge viel zu gering feien, daß hinsichtlich der Erlöse die Lage des Ruhrbergbaues nicht günstig fei. Stillegung in der Schuhindustrie. Die schon seit längerem währende Geld- und Absatzkrise bei der Schuhfabrit Herz in Frankfurt a. M. foll jezt zur Stilllegung der Betriebe führen. Dieses für die Belegschaften so bittere Ergebnis ist die Folge einer Geschäftspolitik, die seit zwei Jahren jede Zielsicherheit vermissen ließ. Während die Gesellschaft bis Anfang 1926 fast ausschließlich Luruswaren herstellte, ging sie, wie die Verwaltung erklärte, wegen der geringen Kauffraft des Inlandmarktes zur Produktion billigerer Massenartikel über, für die eine ent sprechende Neuorganisation jedoch nicht vorbereitet war. Trotz der Erkenntnis der geringen Kauffraft der Bevölkerung war die Gesellschaft dann eine der ersten Schuhfabriken, die im vorigen Jahr die Preise herauffeßte und sich damit selbst den Absatz drosselte. Der Verlustabschluß für 1926/27 hatte bereits zu einem scharfen Kapitaleinschnitt durch Zusammenlegung von 1,5 auf 0,4 Millionen Mark geführt, so daß die Aktionäre mehr als zwei Drittel des Aktienwertes einbüßten. Auch die neuen Mittel, die durch die Kapitalerhöhung dem Unternehmen zuflossen, sind durch die laufenden Verluste seit dem Juli vorigen Jahres, die mit über 300 000 M. zu beziffern sind, bereits start angegriffen. Wie die Verwaltung mitteilt, war der Februar der erste Monat, der wieder einen Ueberschuß abwarf. Die Stillegung ist vorläufig nur als eine vorübergehende Maßnahme zur Umstellung der Betriebe gedacht, was im Interesse der davon betroffenen 500 Mann Belegschaft dringend zu hoffen ist. Im übrigen sollte die Gesellschaft, wenn sie schon umstellt, auch einen Wechsel bei den verantwortlichen Direktoren vornehmen, deren falsche Maßnahmen letzten Endes zu diesem trostlosen Abschluß geführt haben müssen. Flotter Geschäftsgang in der Berliner Metallindustrie. Die Abschlüsse der R. Stod Spiralbohrer 2,-G. und der Deut schen Telephon- und Kabelwerte A.-G. haben wir bereits während des Berliner Werkzeugmacherstreits besprochen. Aber die Berliner Metallindustrie hat die gute Zeit nicht etwa schon hinter sich, sondern die Konjunktur hält noch in unverminderter Stärte an. So erklärte auf der Generalversammlung der Deuts schen Telephon- und Kabelwerte der Vorsitzende, daß in den ersten sechs Monaten des neuen Geschäftsjahres seit Oktober der Umsatz die gleiche Höhe der entsprechenden Zeit des Vorjahres erreicht habe, daß aber die ,, Spizze der Aufträge" auch in diesem Jahre vermutlich erst im Sommer und Herbst zu erwarten sei". Auch auf der R. Stock Generalversammlung führte der Vorsigende aus, daß von einer Abschwächung der Konjunktur noch keine Rede sein könne und der Auftragsbestand noch für längere Zeit Beschäftigung sichere. Interessant war noch die Bemerkung, daß die Vorräte sich deswegen so erhöht hätten, weil der Großhandel Werkzeuge nicht mehr auf Lagerhaltung den Fabrikanten überließe. Lager nähme, sondern infolge der Typisierung und Normierung die = Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Sonnabend, 7. April, ist das Bezirkssekretariat geschlossen. Wiedereröffnung: Dienstag, 10. April. Alle Parteinachrichten, die bis dahin erscheinen sollen, müssen bis Donnerstag, 5. April eingegangen sein. 3. Kreis Wedding. Die erweiterte Rreisvorstandsfißung in dieser Woche fällt aus. 16. Kreis Röpenid. Donnerstag, 5. April, 19 Uhr, im Rathaus, Zimmer 52, Fraktionssigung mit dem Kreisvorstand und den Bürgerdeputierten. Kommunale Angelegenheiten. Erscheinen aller beteiligten Genossen une bedingt erforderlich. Heute, Mittwoch, 4. April: 74. Abt. Zehlendorf- Mitte. Achtung, Gehag- Siedelung! Heute, Mittwoch, 4. April, 20 Uhr, Zahlabend im Waldhaus. Stellungnahme zur Wahl agitation. 80. Abt. Schöneberg. 20 Uhr Funktionärsigung bei Gürlich, Begasstr. 1. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Primus, Werder- Ede Friedrich- Karl- Straße, engere Borstandssigung. 93. Abt. Neukölln. Die Funktionärsigung fällt in dieser Woche aus. Sahlabend findet am Mittwoch, 18. April, ſtatt. Der 102. Abt. Baumschulenweg. Zu der heute 20 Uhr in Johannisthal stattfinden. den Kreismitgliederversammlung treffen sich die Mitglieder um 19 Uhr vor dem Lokal Borgmann zweds gemeinsamen Spazierganges nach dem Ver= fammlungslotal. 128./130. Abt. Bankow. 20 Uhr im Türkischen Zelt, Breite Str. 14, Sigung der Bildungskommission. Donnerstag, 5. April, 19% Uhr, Funktionärs figung bei Meehs, Berliner Straße Ede Lindenpromenade. 140a, Abt. Wittenau. 20 Uhr beim Genossen Lorenzen, Oranienburger Str. 219, wichtige Vorstandssigung. Niemand darf fehlen. Morgen, Donnerstag, 5. April: 3. Abt. 19% Uhr bei Borlid, Gebastianstr. 38, äußerst wichtige Funktionär fizung. Erscheinen aller dringend erforderlich. 33. Abt. 19 Uhr Vorstandssigung bei Loiad, Benmeftr. 8. Um 20 Uhr Funk. tionärßigung ebendort. Alle Bezirksführer müssen anwesend oder vertreten sein. Die Bertreter des Reichsbanners und der Jugend müssen ebenfalls erscheinen. 36. Abt. 19% Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Funktionärfizung. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen aller Funktionäre dringend erforderlich. 67. Abt. Grunewald. 20 Uhr Abteilungsvorstandssigung mit sämtlichen Fun tionären im Lokal Wurzbacher, Bahnhofsreftaurant. 79. Abt. Schöneberg. 20 Uhr im Lokal Bodszus, Eachsendamm Ede Reichardi ftraße, Funktionärsgung. Hierzu müssen sämtliche Bezirksführer und Unter taffierer mit Markenbestand zur Abrechnung bestimmt erscheinen. 81. Abt. Friebenau. 20 Uhr bei Alabe, Sandjernftr. 60/61, Funktionärsigung. Ausgabe des Mitteilungsblattes. Erscheinen aller Funktionäre dringend erforderlich. Lichtenberg. 114. Abt. 19% Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Bor119. Abt. 19% Uhr bei Bark, früher stands- und Funktionärsigung. Mene, Möllendorf: Ede Rittergutstraße, Funktionärsizung. Erscheinen dringend erforderlich. 120. Abt. Friedrichsfelde. Pünktlich 20 Uhr bei Schwarz, Capripiallee 104, Funktionärsigung. Zu dieser äußerst wichtigen Sigung muß jeder Funk tionär erscheinen. Die Bezirksführer feien besonders darauf hingewiesen. Frauenveranstaltungen. 105. Abt. Adlershof. Seute, Mittwoch, 4. April, bei Bogel, Bismardftr. 74, Bortrag der Genoffin Lisa Albrecht über Rörperpflege und Gymnaftit", mit praktischen Vorführungen. Alle Genofsinnen find dazu eingeladen. Gäste tönnen mit eingeführt werden. Um vollzähliges 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Donnerstag, 5. April, 20 Uhr, im Jugendheim Lindauer Straße wichtige Funktionärinnenkonferenz. Erscheinen wird gebeten. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Erster Jahresabschluß des Dachpappenfrufts. 10 Proz. Dividende. Die Ver. Dachpappenfabriten A.-G. in Charlottenburg, eine aus etwa 20 Einzelgesellschaften gebildete Dachgesellschaft von Rutgers und Obertots schließt ihr erstes Geschäftsjahr bereits mit einer Dividende von 10 Broz. auf das 7,6 Millionen Mart betragende Aktienkapital ab. In dem Geschäftsbericht entwirft die Verwaltung ein sehr günstiges Bild von der Tätigkeit dieses neuen Teer- und Pappentruſts. So fönne durch die Aufteilung der Absatzgebiete die Ware stets von der frachtgünstig= ften Produktionsstätte aus versandt werden und durch den Austausch der technischen Erfahrungen sei nicht nur eine Qualitätsverund befferung, sondern zugleich Leistungssteigerung Rostensentung erzielt worden. Jedoch seien die eingeleiteten Joachimsthal- Berbellinsee am Karfreitag, 6. April, früh 7 Uhr pünktlich, Rationalisierungsmaßnahmen noch feineswegs zu Ende geführt. Ein fräftiger Außenseiter für den deutschen Linoleumtrust ist 17. Rreis Lichtenberg. Mittwoch, 4. April, 19 Uhr pünktlich, im Simmer 36 des Lichtenberger Rathauses Obleutekonferenz. Wegen wichtiger Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen erforderlich. Jungfozialisten: Gruppe Reinickendorf.Dft. Wir treffen uns zu unserer Ofterfahrt nach an der Normaluhr, Stettiner Fernbahnhof. Wir bitten alle Gruppenmitglieder, fich rege zu beteiligen. in Frankreich entstanden, und zwar in Reims. Dort wurde unter Vorträge, Vereine und Versammlungen. Der Tatbestand der einseitigen Beeinflussung der Deffentlichkeit durch die der Deutschen Bergwertszeitung" gegebenen Indiskretion 70 Millionen französische Franten( rund 14 Millionen Goldnen steht dadurch fest, daß gesagt wird: " Wenn diese Zeilen im Drud erscheinen, wird man im Reichswirtschaftsministerium wissen, wie es im Ruhrbergbau zurzeit tatsächlich aussieht und wie es mit seiner Rentabilität bestellt ist.... Am Dienstag beginnen im Ruhrbergbau bereits die Cohnverhandlungen.... Es wäre zu wünschen, daß sich auch das Reichswirtschaftsministerium mit dem Gutachten eingehend befaßt und die Lehren daraus zieht, damit nicht ein Schiedsspruch gefällt wird, der lediglich Rüdficht auf den beginnenden Wahlkampf und auf die Gewerkschaften nimmt und die tatsächlichen Verhältnisse im Ruhrbergbau außer acht läßt." Das Ziel dieser Beeinflussung ist klar. Es liegt in dem Hinweis auf die am Dienstag im Ruhrbergbau beginnenden Lohnverhandlungen. Die Absicht ist erwiesenermaßen also die Beeinflussung der Deffentlichkeit und vor allem des Reichswirtschaftsministeriums. Das Reichswirtschaftsministerium muß sich von der Deutschen Bergwerfszeitung" die 3 ensur gefallen lassen, daß es von den tatsächlichen Berhältnissen im Bergbau nichts wisse. Das Ziel dieser Zensur ist die öffentliche Herabsetzung des Reichswirtschaftsministeriums, das bekanntlich die Entscheidung über die Kohlenpreise hat. Kein Wort teilt die Deutsche Bergwertszeitung" davon mit, ob die Stellungnahme der Kommission eine einheitliche war. Ausmuzung des Sachlieferungsverfehrs mit Kruppschen Linoleummaschinen eine Linoleumfabrit errichtet, die heute über ein Rapital franken) verfügt. Diese Gründung ist von besonderem Intereſſe deshalb, weil man durch die zwischen dem deutschen Linoleumtrust und den englischen Produzenten getroffenen Vereinbarungen schon von einem werdenden europäischen Lino leummonopol sprechen fonnte. Es wird interessant sein zu beobachten, ob die große französische Gesellschaft fonfurrierender Außenseiter bleibt oder sich mit den deutsch- englischen Monopolis: Sämtliche Radfahrer 8½ Uhr Händelplak zur Uebungsfahrt. Sämtliche listen in den Raub der Marftausbeutung teilen wird. Es wird heutzutage je auch gegründet, damit man mit ins Geschäft fommt und sich eventuell sogar für teures Geld von den Monopolisten fressen lassen kann. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefättstelle: Berlin G. 14, Sebastianftr. 37/38, Sof 2. Tp. Mittwoch, 4. April. Tiergarten: Kameradschaft Stephan 3 Uhe Vortrag Mitgliederversammlung bei Lindner, Lehrter Str. 44. Friedrichshain: Rameradschaft Andreas 19% Uhr Kameradschaftsversammlung bei Heinrich, Lange. Ede Krautstraße. Rowawes: 20 Uhr Bersammlung mit Frauen im Eisenbahnhotel. Vortrag Kamerad Dr. Muhle. Donnerstag, 5. April. Lichtenberg: Steglig( Ortsverein): Der Turnabend fällt aus. 20 Uhr Sigung der Bug, Rameradschaftsführer, Rommissionsobleute mit Gesamtvorstand bei Robert Geelow, Gürtelstr. 17. Freitag, 6. April. Stegattiven und passiven Kameraden zur Sportübung im Schüßenhaus Lichterfelde 9 Uhr. Teltow: Radfahrer 8 Uhr Antreten bei Linte. Bannerkleidung. Charlottenburg: Do., d. 5., 19% Uhr, 4. Ram. Stuttgart Berf. im„ Eden palaft", Raiser- Friedrich- Str. 24. Ab 22 Uhr geselliges Beisammensein. Rezitationen und Tanz. Eintritt 20 Bf. Rameraden anderer Kameradschaften mit Angehörigen ab 22 Uhr willkommen. Kreuzberg: Fr., d. 6., 7 Uhr, Nachrichtenzug und radfahrende Kameraden Antreten Mariannenplay, Feuerwehr dentmal, zur Propagandafahrt nach Erkner. Reichsbund der Reiegsbeschäbigten. Ortsgruppe Often V: Mittwoch, 4. April, 20 Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Bersammlung. Referat waifen." Longfellow English Debating Club, Bülowftr. 104. Mittwoch, abends 8 Uhr, Bulman Smith: Suggestion. Briefkasten der Redaktion. 2. R. 2. 1. Reiner, acht ohne Angaben. 2. Ein Abgeordneter, inf haben teine Angaben gemacht. 3. Nichts, da Trennung von Rirche und Staat durch geführt. Kirchen werden aus privaten Mitteln gebaut. Stillegung der größten amerikanischen Lokomotivfabrit. Am 1. Juli werden die Betriebe der Baldwin Locomotive Works in Philadelphia, dem Produktionszentrum dieses größten amerikanischen Lokomotivkonzerns, vollkommen stillgelegt. Die Berwaltung begründet zwar diese Maßnahme mit bevorstehenden Kameradin Sarnoß:" Jugenderziehung und Berufsausbildung der Arieger. Umstellungen, jedoch ist die Stillegung wohl in erster Linie auf das So ging der Wert der von Amerika ausgeführten Lokomotiven im ständige Sinten der Auslandsaufträge zurückzuführen. letzten Halbjahr um 60 Broz. gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres zurück. Dieser auffallende Rückgang des amerikanischen Lotomotivegportes ist daraus zu erklären, daß die großen Abfazländer für rollendes Eisenbahnmaterial, wie Aegypten und besonders Süd= afrika und Südamerika besonders scharfe technische Bedingungen stellen, denen sich der Amerikaner ungern anpaßt. Ameritas Stärke auf diesen Märkten lag zeitweise in den sehr furzen Lieferfristen, die seine Industrie durch die fortgeschrittene Serienproduktion anbieten fonnte und außerdem noch in den sehr günstigen Zahlungsbedingungen. Jedoch hat die verhältnismäßig rohe Ausführung der amerikanischen Maschinen dazu geführt, daß die ausländischen Staatsbahnen es vorziehen, ihre Aufträge nach Europa, und wie die letzten großen Ausschreibungen in Südafrika beweisen, in erster Linie nach Deutschland zu vergeben, dessen Lokomotivindustrie sich jetzt den technischen Bedingungen des Auslandes in jeder Hinsicht anzupassen weiß. Dieser Skandal diskreditiert nicht nur vom Staat eingesetzte Gutachterkommissionen überhaupt; er ist eine politische Angelegenheit ersten Ranges. Das Reichswirtschaftsministerium ist nicht in der Lage, die bereits erfolgte Beeinflussung der Deffentlichkeit wieder gutzumachen. Es muß sich darüber klar werden, wie es die verantwortlichen Persönlichkeiten zur Rechenschaft zieht, und die Deffentlichkeit muß sich darüber klar werden, was sie gegenüber dem Minister zu tun hat. Nicht die„ Deutsche Bergwerkszeitung". sondern die Kommission und der Reichswirtschaftsminister sind dafür verantwortlich zu machen, daß auf so unerhörte Weise in schwebende Auseinandersetzungen eingegriffen werden fann. Soweit nur das Gutachten zugunsten der Ruhr zechen spricht, ist es heute entwertet. Für die bevorstehenden Entische Gas A.-G., Ludwigshafen" gefolgt, die von den scheidungen hat es den größten Teil seines Bertes eingebüßt. Zollfreie Maschineneinfuhr nach Merito auf sechs Monate erlaubt ein Dekret des merikanischen Präsidenten Calles, soweit diese Maschinen zur Einrichtung neuer Industrien bestimmt sind. Deffentliche Gasfernversorgung in der Pfalz. Südwestdeutschland ist in der Schaffung einer eigenen öffentlichen Ferngasorgani heimer und der hessischen Gesellschaft ist die Pfalz mit der Pfälsation erfreulich aktiv. Nach der Gründung der Frankfurt- MannKreisgemeinden der Pfalz sowie den Städten Ludwigshafen, Kaiserslautern, Pirmasens, Frankenthal, Speyer, Neustadt, Landau, Zweibrücken, Homburg und St. Imbert gegründet wurde. Das Aktienkapital beträgt zunächst 50 000 Mart; die Verlegung der Rohrleitungen soll durch gegenseitige Vereinbarungen freigegeben werden und unentgeltlich sein. Ostern muß man baden, denn sonst würde die frohe Feststimmung in der oder die zu Ostern beliebten Kleingebäde auch gut geraten. Wer da nun Familie nicht recht aufkommen. Wichtig ist jedoch, daß Kuchen und Torten ohne Gorge fein will, verwendet Dr. Detters Badpulver" Backin“ und richtet ich genau nach den neuen Detter- Rezepten, Ausgabe F, die in den ein schlägigen Geschäften zu haben sind. Dann haben Sie die Garantie, daß alles tlappt und auch vorzüglich schmeckt. Was schenke ich zu Ostern? Was wäre beffer geeignet als tünstlerisch ausgeführter Schmud, Silbergeräte oder eine Armband- oder Taschenuhr? Wer diese Geschenke preiswert und gut kaufen will, wende fich an die alt. bekannte Firma Belmonte u. Co., Berlin, Leipziger Str. 97, Ede Charlotten straße; 2. Geschäft: Königstr. 30, Ede Neue Friedrichstraße. Natürliches Minerahvasser STAATL FACHINGEN Altbewährt bel Arterienverkalkung und erhöhtem Blutdruck Fachinger Versandstelle, Berlin SW. 11, Schöneberger Str. 16 a. T. Lützow 8260/61 Die richtige Stimmung zu Ostern ist in der Familie nur dann vorhanden, wenn alles gut geklappt hat. Vor allen Dingen muß der Festkuchen gut geraten sein. Setzen Sie also Ihre guten and reichl. Zutaten nicht aufs Spiel, sondem backen Sie mit Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin", das Sie ebenso wie Dr. Oetker's Puddingpulver, Vanillin- Zucker, Gustin usw. stets frisch in allen Geschäften erhalten. Viele neue und wertvolle Anregungen sum Backen bietet Ihnen das neue farbig illustrierte Oetker- Rezeptbuch, Ausgabe F, das für 15 Pfennig in allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem Buche auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat ,, KüchenIn vollständig neuer Bearbeitung ist Dr. Oetker's Schulkochbuch, Ausgabe C wieder erschienen. Das Buch ist mit seinen ca. 500 Koch-, Back- und Einmache- Rezepten und vielen farbigen Tafeln für jede Hausfrau und besonders für die angehenden ein gater Ratgeber in der Haushaltführung. Es berücksichtigt die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie die neuen Forschungsergebnisse in der Ernährungswissenschaft. Wenn nicht vorrätig, ist das 150 Seiten starke Buch in dauerhaftem Pappband gegen Einsendung von 30 Pfennig in Marken von mir portofrei sa beziehen. wunder", mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten Dr. August Oetker, Bielefeld. and kochen können. Unterhaltung unö 50 issen.- VI Von Ottc Um einen solchen Frühling zu verstehen, muß man erfahren haben, was«s heißt: Monate lang zwischen Eis un>d Schnee, zwischen wenigen, dicht an den Wald gekuschelten Waldarbeiterhäuschen zu leben. Bis an die Dachtraufe still und tief eingeschneit zu fein, und nichts zu hören, als den weichen Fall des Schnees, dos Bohren des Frostes im Walde und das Rollen und schwingend« Klingen des ver- eisten Grundsccs. Dann und wann,«in weithallender Schuß, das donnernde Rollen einer Staub- oder Grundlavine, sonst nichts, als Stille. Zeitlos scheinende, blau und weiße, gleißende, glitzernde— graue, bange oft bedrückende Stille... Jetzt ober ist es anders geworden. Täglich sinkt der Schnee tiefer. Der See ist mit tnietiefem Schmelzwasser bedeckt, das erst nachts, wenn die Bäche stiller durchs Gefelse brausen, langsam durch die Eisspalten versickert. Die bisher so verträumt gewohnte Land- schaft ist merkwürdig unruhig geworden. Der Wald tut ganz ver- worren, tastet wie ein Blinder nach den warmen Winden, Aeste regen sich liebend an, und in den Nächten hört man ihn bang rauschen, seufzen— laufchen. In der Früh« kann es geschehen, daß schon ein Bogel singt, aber es ist noch kein rechtes Lied— es null erst eines werden. Untertags treibt ein schwerer Wind große Hänge- wölken über das Tal. Der Rauch aber bleibt flach über den Häusern liegen und regt sich nicht, denn er weiß noch nicht wohin. Niemond weiß wohin. Allerorten spürt man keimeiche Beränderung, die in der Luft, in den Mittagsschatten, in der ganzen Beleuchtung liegt. Aber man liebt seinen Schlaf... Man will sich nicht täuschen lassen und hält er mit den Bäumen:«schläft, fühlt tief, sammelt Kräfte und setzt Knospen an. Dos aber hat wohl jeder. Mensch wie Tier: grün« Gedanken, oder, daß man plötzlich, visionär, mitten in einem knallblouen Himmel,«ine große, runde, heiß glutende Sonne sieht. Einen Feuerball! � Nun aber sind wir traurig. An einem Morgen, nachdem unser Sehnen doch schon fast Vertrauen geworden war, springt der Wind wieder um Grau und düster vergeht der Morgen, und dann beginnt «s wieder langsam zu schneien. Das sagt sich so leicht. Aber wer weiß denn, wie traurig das ist? Resigniert steh ich am Fenster und schaue der Verhüllung zu. Tüß, tüß, schweben die großen, leichten Flocken nieder, und decken das bißchen Fels und apere Erde sanft zu. Es schneit... es schneit und schneit immer mehr, und bald ist die ganze Landschaft wieder wie vorher, weiß, verschlafen, verträumt, versunken. Immer schwächer wird der Bäche frohes Gesinge, bis es endlich ganz in der Stille verklingt... Mein Herz ober ist schon heiß: wäre ich Erde, so müßt« der Schnee an meiner Brust zerschmelzen! Ist die Erde dann anders als wir, die wir doch von ihr genommen sind? Trotzig hole ich die Schier hervor, um auf der Seeseite ein wenig zu üben. Es ist ein schlechter Schnee, der immer übler wird. Irgendwie muß dabei noch enva, anderes im Spiele sein. Di« Sonne?— und ich hebe den Blick und bin gleich wieder sroh... Schau, der Wind hat sich gedreht! Ein kräftiger Föhn braust über die Grat«, und treibt ungeheure Herden weißer Wvlkenlämmer vor sich her. Wie die Gründe dampfen! Nebelstreifen irren über den Wäldern, schweben, ehe sie stchs versehen— zerpflückt, zerrissen— über die Berge. Das ist der Frühling! Es platscht und tropft von den Bäumen. Grundlavinen und Wasserfäll« rauschen um die Wctt«. Immer heißer bedrängt das Licht die Welt! Drei Tage lang frißt es nichts als Schnee. Di« Wasser brüllen upd grählen, reißen Erde, Stein«, Bamchtämme und erschlagenes Lavinenwild mit sich: zerfetzen, zermechlen den Raub an den steinernen Wänden und speien ihn endlich in den See. Das war der Auftakt, und jetzt erst beginnt der steirische Frühling. Mitten im Schnee, wo nur ein kleines Jnselchen freier Erde fleckt, drängt der weiß- und lilafarbene Krokus feine gläsernen Kelche durch dos Gras. In wenigen Tagen find olle Wiesen wie ver- zaubert. Am Rande des Waldes wehen die Anemonen und an den blitzenden Bachränften, zwischen goldstäubigen Hasesstauden, leuchten die scheuen, zaghaften Sterne der Schneerosen. Auf den Matten Ehrhart. läuten die blauen Glocken des Enzians, die feingefranzten Silber- glöckchen der Soldanellen. Fett« Leberblumen und schuppiger Lattich, Himmels chlüsiel und zart duftende Erika säumen die wormbesonnten Wegränder. Jeder Tag bringt ein« neue Freude, denn dieser Frühling ist reißend, sieghaft und viel kühner als der des Flach- landes, wo«in langer Sommer den Pflanzen gute Zeit zu gemäch- lichem Blühen und Reifen gibt. Oh, dies« lichtseligen Morgenftühen! Wenn hinter den seidigen, grauen und roten Weidensträhnen der glatte See aufblitzt, das klargrüne Wasser, in dem sich tief die dunklen Wälder und gleißenden Gipfel spiegeln. Der Himmel tropft vor Bläue! Durch daz Gc- stecht der Bäume schwingen tönende Vogelreihen, alles jubelt und regt sich, ja, sclbst im Wasser quirlt es, wird es laut. Da stehen die schlammbleichen, verfrorenen Gesellen, die Fische, in riesigen Zügen dicht unter der Wasserfläche, nur um ein wenig Wärm« zu spüren. Immer höher treibt es das kalte Blut, bis die Rückenflosse wie ein kleines braunes Segel aus dem Wasser steht. Der Wald ist nimmer zu erkennen. Das kichert und lacht, lockt und ruft bis spät in den Abend. Da wird geflochten, gehänunert, werden Gänge gewühlt und Höhlen gegraben, bis es so weit ist... In brütender Mitlagsglut, im Schatten der Hochwaldtannen, in den reinen Frühen und klaren, sterndurchwachten Nächten— zwischen Steinen, in Nestern und tiefen, schützenden Felsenriffen— vollzieht sich das heilige Weh des Gebärens. Dichter schließt sich das Grün des Waldes. Ueber den Wiesen schweben Schmetterlinge. Trauermäntel, schwirrende Taubenlchwänzchen, prunkend« Admirole, Füchse und Perlmutterfalter. Festlich gaukelt der Schwalbenschwanz aus dem satten Grün der Tannen. Aus jedem Blättchen, jedem Halm«, sitzt «in quinkelierendes Insekt, ganz benommen von seiner Musik, mit der es die Welt doch um soviel schöner und lauter macht. Mit sperrangeiweitem Mau!« und überquellenden Augen musizieren in den Tümpeln, breitgespreizte Unken und Frösche. Man muß irgend etwas tun in diesen Tagen. Irgend etwas, das das träge Winterblut in Wallung' bringt. Deshalb rode ich Baumstümpfe aus. Das ist eine harte und köstliche Arbeit, verbissene Wurzeln aus dem Fels zu zerren, zu ziehen und stemmen, schaufeln und hacken, zu lüften und heben. Aber was kann es schöneres geben, als so mit nacktem, dampfenden Oberkörper in der Liebe einer solchen Sonn« zu stehen. Fühlen wie man braun brät.. Aus den feuchten Wurzelstöcken quillt fingerdickes Harz. Die offene Erde dampft, Fichten und Tannen strömen ihren guten Atem aus, und das Laub der Buchen, das weich und sammten die lauen Lüfte streichell, riecht wie edler Weihrauch. Man reißt die Lungen aus- «inander und kann gar nicht genug davon kriegen. Beglückend ist dies« Arbeit! Am Abend fahre ich mit dem Einbaum über den See. Wie frischgefallener Schnee liegt es da auf den Wiesen, der sich immer mehr und mehr entbreitet.— Wie dann das Schiff mit dem Kiel ans harte Ufer stößt, ist«m Wunder geschehen. Die ganz« Welt ist oerzaubert.— Ein weites schimmerndes Nest von Blumen wogt um mich her, Hunderttausende, Millionen von Narzissen! Steif und stolz stehen sie um mich her und schauen mich mit ihren hellen, lieben Gelbäuglein an. Und nun, wo ich im Gras« liege, wo sie so dicht an meinem Herzen blühen, sind sie auf einmal ganz ernst und ganz groß geworden. Lauter kleine, feine, adlige Persönchen, deren jede ihr eigenes, besonderes Gesichtchen hat. Der Föhn rauscht auf den Höhen, glutende Gipfel oerblasien» die Wälder raunen und die Waffer gehen immer lauter im Grunde. Es dämmert zag. Ein zitterndes Lichtlein winkt über dem See. Am Himmel erblühen die ersten Sterne, und eine ferne Glocke läutet sein zur Ruh... Jetzt haben oll« die kleinen, holden Frühlingswesen ihre lieben Augen zugemacht. Die Zaubergeige. Von Edward Stilgebauer. Die Erhobene, die bekanntlich nichts nach Rang und Stand fragt, hatte Luigi Traversa die göttliche Gabe schweigend in die Wieg« gelegt. Ein erst Zehnjähriger, entdeckte der also begnadete Knabe das unschätzbare Geschenk, als er eines schönen Tages ahnungslos in der alten Rumpelkammer des Händlers Salomone spielte. Dos war ein närrischer Kauz, und ganz Cremona kannte ihn. Ein wahrhast seltsames Gemisch aus Hobgier und Mitleid, hatte er der Waschfrau Angelika ein Gelaß in seinem baufälligen Häuschen in der Bio Bcnedetti überlassen. Die fleißige Angelika war keine andere als Luigis Mutrer. und obwohl sie den lieben, langen Tag noch außerhalb bei fremden Leuten arbeitet«, erübrigte sie dennoch des Abends genügend Zeit, um auch bei ihrem Wohltäter Salomone noch dem Rechten zu sehen. Sie reinigte die Wohnung, flickt« die Kleidung, erledigte stillschweigend, was es eben sonst noch bei einem alten Junggesellen zu erledigen gab. War doch Solomon« Zeit seines Lebens unbeweibt geblieben. Ein wahres Glück für ihn und die Evastöchter, denn feiner ganzen Lebensauffassung zufolge hätte er feiner Frau auch nicht das Schwarze unter dem Nagel gegönnt. Luigis Bater war gestorben. Die Angelika mußte sich daher auf sich allein und ihre beiden starken Arm« verlassen, und nicht nur sie und ihr Kind, sondern auch der kluge Salomone hatten ihren Dorteil davon. Das Häuschen in der Dia Benedetti glich iH mancher Beziehung einem Museum, denn Luigis und Angelikas Wohltäter war nicht nur Geldverleiher, sondern auch Antiquar. Um ein paar Soldi kaufte er von den Unglücklichen, denen des Lebens bitterste Not grausam im Nacken saß, das Mögliche und Unmögliche zusammen und stapelte es in den lichrtosen Räumen, denen er den Namen„Magazin" gab, auf. Was er im Verlaufe von«in paar Monaten nicht an den Mann zu bringen verinocht«, wanderte in die Rumpelkammer und moderte hier zwischen Spinnweben und Mottenfraß. Und in dieses Arsenal der Trümmer versunkener Herrlichkeiten flüchtete sich der kleine Luigi mit dem großen Geschenke der Göttin und baute sich aus Fetzen und Lappen,©plitten, und Scherben eine phantastische Wunderwelt. �i«r zog sein« Hand an jenem schickfalentscheidenden Morgen auch die längliche Kiste hervor, die vielleicht schon seit zwanzig oder noch mehr Iahren vergessen unter einem Haufen ausrangierter Lumpen träumte. Di« Neugierde ließ dem Knaben kein« Ruh«, er össnete den Kosten und fand... eine Geige. Auf seinem schönen, aber blaffen, von einem Kranz kohlschwarzer Lacken umrahmten Gesichtchen malte sich zunächst die Enttäuschung. Wußte er doch eigentlich recht gar nicht, was er mit dem Instrument« ansangen sollte. Doch da fiel ihm glücklicherweise ein, daß er ja einmal mit der Mutter und Salomone in einer Osteria gewesen und daß dort ein Rapolitano die Bioline mit einem Bogen gestrichen und dazu- die das Fischerlied von Santa Lucia gesungen hatte. Und aus dein Nachahmungstrieb der Kinder heraus, suchte er in der alten Kiste nach dem Bogen, fand ihn auch in der Tal und strich munter drauf lo». Es war ein fürchterliches Gekratze, das Stein und Bein er- weichen konnte. Solomon« hätte unweigerlich Lärm geschlagen und sich solche, auf das energischste verbeten, wäre er nicht gerade in seiner Bottega mit einem Kunden beschäftigt gewesen, der um die Anschaftung eines alten Spirituskochers feilschte. In seinem sehr begreiflichen Esser, diesem da» wertlose Gerät für fünf Lire auszu- hängen, achtete der Althändker nicht weiter aus die Katzenmusik und nahm von ihr erst in dem Augenblick Notiz, als der andere ganz plötzlich den Spirituskocher zur Seite stellte und fragte:„Aber wer spielt denn in eurem Aaus« die Geige, Salomone?"—„Wird wichl der unnütze Bub' der Angelika Traversa sein, Maestro! Er macht sich immer in der Rumpelkammer zu schaffen und zwar stets dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann!" Der Moestro, der Diolinist bei der„Banda Municipole" war, lauschte, mit sonderbarer Verklärung im Auge, noch der Rümpel- kammer und murmelte immer dieselbe» Worte:„La voce, la voce!" (der Klang.) Dann warf er«inen notdürftig zusammengeklebten Fünflireschein aus den Ladentisch und ließ sich den Spirituskocher einpacken. Salomone steckte die Note ein, nachdem er deren Zahl noch einmal sorgfältig-überprüft hatte und überhörte um«in Haar d!« leicht hin- geworfenen Worte des Gehenden:„Schickt doch den Buben mal gelegentlich z» mir, Solomon«!" So kam das Kind der Waschfrau, über das die Göttin das Füll- Horn ihrer Gnade ausgeschüttet hatte, in Maestro Bastonettis Haus. Salomone war darüber froh, fast noch froher als Angelika, denn der Bub hatte daheim in Abwcjentheit der Mutter alles auf den Kopf gestellt. Auch fand der Althändler nichts dabei, daß Luigi den»er- staubten Kasten mit der alten Geig« daoonschleppt« und beides im Haufe Bastonettis stehenblieb, denn nach dem Wimmerholz hatte in zwanzig langen Iahren auch nicht ein einziger Mensch gefragt. Und Luigi Traversa macht« rapide Fortschritte, nachdem ihm der Maestro die ersten Griffe beigebracht hatte. Bald darauf hatte er sich auch an das Entzücken des Maestros gewöhnt, nur daß dieser immer wieder während seines Spiels das einzige Wort„La voce, la voce" wiederholte, begriff er freilich nicht. Da fühlte sich eines Tages der alte Salomone. der jetzt schon die Siebzig hinter sich hatte, nicht wohl. Der Doktor untersuchte seinen Patienten aus das genaueste und hob die Brauen. Dann begab er sich zusammen mit der Angelita in den Laden, da Solomon«? Schlafzimmer dicht hinter der Bottega lag. Hier sprach er ernsthast und lang« mit der Frau, die sehr erschrocken war, und diese fragte später den Kranken, ob sie Luigi nach dem Rabbiner schicken soll«. Da glitt ein trübes Lächeln über das welke, blaff« Gesicht des Alten. als wolle er sich auch ohne Rabbiner in das Unvermeidliche ergeben. Er wollte den Arm heben, als ob er sich durch ein Zeichen»er- ständigen möchte, aber der Arm gehorcht« seinem Willen nicht mehr und auch da» Sprechen siel ihm schwer. Aber Angelika begriff, daß Salomone den Rabbi nicht nötig habe und daß sie Luigi o» dos Beit des Alten dringen solle. Der war jetzt fünfzehn geworden, und schon drehten die Cremoneserinnen die Köpfe nach ihm, wenn er durch die Gassen der allen Stadt schritt. Denn er war nicht nur schön, nein, er strich die Geige wie kein zweiter in ganz Cremona. Das hatte er bei Maestro Vastonetti gelernt. Luigi trat in das Sterbezimmer. Als er das Ohr den wellen Lippen Salomones näherte, standen zwei hell« Tränen« feine» großen, braunen Auge«. Salomone«ersuchte zu sprechen, aber es gelang ihm nicht mehr. Seine Recht«, die er kaum noch zu bewegen oermochte, fuhr, als wenn sie schreiben wollte, über die Bettdecke. Angelika hatte die Situation erfaßt. In Hast brachte sie Salo- mon« dos, wonach er verlangte und der Aller schrieb mühsam:„Die Geige oermgche ich Luigi Traversa. Solomon«." Achtundvierzig Stunden später begrub man ihn.—-- Der erste Soloabend, den der junge Luigi Traversa aus der von Salomone ererbten Geige in Mailand gab, haftet noch heute in aller Erinnerung. Nicht nur wegen der phänomenalen Leistung des jugendlichen Virtuosen, nein, noch mehr infolge eine» Dorfalls, der sich damals im Kimstlerzimmer abgespielt hatte und der die Runde durch die italienische Presse machte. Auch hier war das Zauberwort Bastonettis:„La voce. la voce" von Mund zu Mund gegangen, als sich«in fremder Herr nach Schluß des Konzertes bei Luigi Traversa melden ließ. Der Dialog der beiden war ein sehr kurzer. „Darf ich einmal Ihre Geige sehen, Maestro?" „Bitte." i Nach einer langen Pause eingehender Prüfung:„Ich biete Ihnen 30 000 Lire für das Instrument!" „Die Geige sst mir für das Zehnfache nicht feil, Signore! Sie ist ein Andenken!" „Dann bitte ich um Entschuldigung." Der Fremde ging. Aber am nächsten Tage vermocht« Luigi selbst, der seine Geig« immer nur geliebt und niemals geschätzt hatte, der Versuchung nicht länger zu widerstehen. Den Geigenkasten unter dem Arm betrat er den Berkaufsraum eines bekonmen Fachmannes. „Ich bitte um ihr Urteil." Die Prüfung dauert« lange. Und aus einmal traf ein Ruf höchsten Erstaunens Luigi Traverfas Ohr:„Tatsächlich... lesen Sie bitte selbst... da auf der Innenseite des Bodens... es ist ausgeschloffen, daß ich mich täusche..." Und Luigi entzifferte:„Arnati". „Diese Geige sst unschätzbar!" J5a«einer Hand—■« der Toll* Die Universität von Jerusalem— der neue„Tempel Salomos". Als eine Erfüllung des Wortes der Schrift, noch dem das Haus des Herrn auf den Kipfeln der Berge wieder ausgebaut werden soll. bezeichnet der Erbauer der neuen Universität von Jerusalem, Prof. Patrick Geddes, dieses großartige Architckturwcrk, das jetzt seiner Vollendung entgegengeht. Die Hebräische Universität, deren Grund- stein im Jahre 1918 gelegt wurde, erhebt sich aus dem Gipfel des Skopas-Berges und beherrscht das Kidrontal: sie ist eine der größten Universitätsbauten der Welt. Die erste Abteilung der Universität wurde 1925 eröffnet. Die übrigen Teile werden demnächst vollendet sein, wie Pros. Geddes einem Berichterstatter des„Daily Expreß" mitteilte..„Die große Kuppel der Univerfttät", sagt er,„ist so ent- worsen, daß sie in völliger Harmonie mit den Houptbauten der beiden Schwesterreligioneit, der christlichen und der mohammeda» nsschen, sein wird und sich mit den Domen der Heiligen Grab-Kirche und der sogenannten Omar-Moschee zu einer Einheit zusammensügt. Das Gebäude des Einstein-Instituts für mathematische und Physika- lische Forschungen ist beinahe fertig: die Jüdssche Nationalbibliothek, die mit 25 000 Bänden eingeweiht wurde, umsaßt bereits mehrere Hunderttausend. Di« Abteilung für Hebräische Studien, das Ver- waliungsgebäude und die Groß« Halle schreiten ebenfalls in ihrem Bau rasch fort, und wenn der ganze Komplex vollendet ist, wird er ein großartiges Bild darbieten, das an die Herrlichkeiten des alten Salomonischen Tempels gemahnt." wieviel Bibliotheken gibt es? Der argentinische Bibliothekar Sporn, der sich seit langem mit der Statistik der Bibliotheken be- schästigt, hat alle Büchereien der Welt, die über 50 000 Bände enthalten, zusammengestellt. Es gibt 1038 solcher Büchersamm- lungen mit 181 Millionen Bänden: davon entfallen auf Europa 669 mit 120 Millionen Bänden, aus Nordamerika 314 mit 54 Mil- lionen Bänden, aus Mittel- und Südamerika 22 mit 2 300 000 Bön- den, aus Asien 23 mit fast 4 Millionen Bänden, ans Australien 7 mit über 1 Million Bänden, auf Afrika 3 Bibliotheken mit 200 000 Bänden. Die m e t st e n Bibliotheken besigt Deutschland: 160 Büchereien mit 30 Millionen. Bänden: dann folgt- Frankreich mit III Bibliotheken mit 20 Millionen Bänden, Großbritannien mit 101 Bibliotheken und 17 Millionen Bänden, Italien mit 85 Bibliotheken und 13 Millionen Bänden, Oesterreich mit 32 Biblio» theten und über 5 Millionen Bänden, die Schweiz mit 26 Biblio- theken und 3 700 000 Bänden, Belgien mit 19 Bibliotheken und 3 Millionen Bänden, Holland mit 18 Bibliotheken und 3 200 000 Bänden, Polen mit 14 Bibliotheken und 2 800 000 Bänden, Spanien mit 14 Bibliotheken und 2)4 Millionen Bänden. اسة. P Komman Frühzeitig. Ohm Opersonnabend können Sie. Then Olubusache bestimmt nicht mehr song= fältig vorunfunn, zudem dürfte auf unsern jetzige Rinken- Chubuwork für On down nicht mehr den Unfang zeigen, der allein geftortent, Ihren Wün= schen entsprechend zu wählen. din pfönsten Früfjorfu& modulla in Damen- u. Herren- Bekleidungfind fünt das Churfast barnit gestellt Spielend leichte Zahlungsbedingungen. KAUFHAUS Modern IM OSTEN: IM- SÜDEN: Große Frankfurter101 Koftbuserdamm 72 Ecke Kraufftraße Am Straußberger- Pl Ecke Lenauftraße Nähe Hermann- Pl. Bei uns Teilzahlung ohne Preisauffchlag! Damen- und Backfisch- Mäntel aus Wollrips, Kasha, Herrenstoff, schwarze Seide glatt und gemustert 16.50 19.50 24.- 29.- 36.- 45.- 64.- 72.- 75- bis 110.-M. Straßen- und Sport- Kostüme aus Cheviot, Wollrips, Herrenstoff, Kasha 26.- 35.- 45.- 49.- 56.- 64.- 75.- 82.- bis 100.-M. Entzückende Wollkleider aus Popeline, Rips, Charmetnine, Kasha 12.50 15.- 17.- 19.50 22.- 27.- 33.- 38.- 42-48.- 55.- bis 75.-M. Vornehme Seiden- Kleider mit kurzem und langem Arm, aus Taffet, Crêpe de Chine, Georgette, Veloutine 16.- 18.- 22.- 28.- 34-39-45-55.- 62.- 68-75.- bis 100.Frauenmäntel und Frauenkleider in großen Weiten Blusen, Röcke, Kinder- und Maid- Mäntel in allen Längen, Windjacken, Damen- Gummi- und Trench Coat- Mäntel Herren- Sakko- Anzüge aus Cheviot, Melton, Gabardine, Kammgarn, 1- und 2 reihig 28. 34.- 36-40.- 45. 52.- 58,- 65.- 72-80- 88.- 95.- 105.- bis 150.- ML Herren- Sport- Anzüge aus besonders haltbar n Stoffen, mit 1 und 2 Hosen, auch mit Knickerbocker aus Covercoat, Shetland, Gabardine auch in Marengo 36.- 42-48.- 55.- 62.- 68.- 72.- 75-82-90.- bis 110.-M. Frühjahrs- Ulster und Sport- Paletots 49-52-57.- 68-72-80.- 88-95.- 110.- bis 130.- M Tanz-, Smoking- u Frack- Anzüge, Burschen-, Jünglings- u. Kinder- Anzüge u. -Mäntel, Gummi- Mäntel, Windjacken, Breeches u. Streifenhosen, Arbeitshosen Strickkleider, Lumberjacks, Pullover, Strickwesten parte Neuheiten in Leibwäsche, Tischwäsche, fertige Bettwäsche We waren, Inlerte, Drelle, Teppiche, Gardinen, Stepp, Chaiselongue- Decken Wandbehänge, Tisch Bettfedern und fertige Betten in doppelt gereinigten füllkräftigen Qualitäten Unsere Schuhwaren- Abteilung enorm großer Auswahl Trikotagen. Oberhemden decken, Vorlagen blatet Ihnen eine große Auswahl für Damen Herren u. Kinder in einfacher u. Luxusausführung. Gule Fabrikate, tadellose Paßform Dem Genossen Carl Gädicke nebft Frau Aur Silberhochzeit die herzlichsten Glüdwünsche! Fraktion Kübler 9999999** 66 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme an der Trauerfeier meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, jagen wir allen Freunden und Betannten unseren herzlichsten Dant. Frau Anna Schulze und Rinder. Reutölln, Biebrichfte 11. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Außenmonteure Achtung! Sonnabend, den 7. Wpril, nachmlifags 4 Uhr, im Rofenthaler Sof"( Barferrejael). Rofen.haler Straße 11/12 Versammlunge aller außerhalb auf Montage befindlichen Kollegen der Metallindustrie mit Ausnahme der Rohtleger und Heizungsmonteure. Tagesordnung: 1. Bericht über bie Neuregelung der Auslösungssäge. 2. Berschiedenes. Die Tarifverträge gelangen Bersammlung zur Ausgabe. in der Das Erscheinen allez Monteure wirb erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Wohnungen aller Größen durch Gratis! Wahl Gratis! der Ausschußmitglieder der LandesverVom 4. bis einschl. 7. April beim Einkauf von 5,- M. in Wein und Spirituosen 12 Flasche Griech. Süßwein Gratis! Milder Apfelwein z. Bowle, Liter 0.50| Echter Tarragona Liter 1.35 Jehannisbeerwein, stis . 1.05 Echter Malaga Stachelbeerwein, ca. 14% 105 Prima Wermuthwein. 1.60 1.85 Heidelbeerwein, stiß NO 1.25 Griech.Süßwein, Ersatz f. Ungarw.. 1.90 1.45 Echter Insel Samos. 1.90 9 Erdbeerwein, stiß 1.45 Echter Duro Portwein 2.80 Kirschwein, stiB Echter Pepsinwein für Kranke Liter 2.60 Erstkl. Weißweine •• Rot- u. Bordeaux- Weine 1, Fl. ohne Glas 1.20, 1.40, 1.60, 2.- FL ohne Glas 1.-, 1.25, 1.50, 2.Fruchtsakt, Fl. ohne Glas 1.70 Traubensakt, FL. ohne Gl. 4.-, 5.50 Meine Spirituosen, erstklassige Qualität staunend billig s Oster- Sonder- Angebot! la la Eier- Advokat, Liter 3, Bel Bestebungen von 10. M. an Lieferung froi Haus Groß- Berliin. Bernhard Tiedmann Likörfabrik und Weingroßhandlung Zentrale: 017, Fruchtstr. 5-6. Tel. Alexander 4086 Berlin O, Königsberger Straße 1| Berlin N, Brunnenstraße 105 Berlin 0, Fruchtstraße 76 Berlin N, Swinemünder Str. 85 Berlin O, Andreasstraße 4 Berlin SO, Köpenicker Straße 59 Berlin N, Kastanienallee 49 Berlin 0, Frankfurter Allee 270 Neukölln, Hermannstraße 95/98 Berlin SO, Grünauer Straße 6 Berlin W, Bülowstraße 48 Westverlag, Potsdamer Straße 48. SpezialFiliale: fahandi, nur für Ischias in Hüft., Gesä und Bein, wenn ärztl. festgestellt. In 15 Tagen sind Oranienstr. 49( Moritzpl.) were Fälle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge. Prospekt, Vertreter besuch kostenlos. Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Invalidenstraße 106. 9-11, 1-4. Senctar 10-12. Jacoby Kurfürst 6054-6059. TRAURINGE Preisliste gratis! 1 Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Mk. 18.Gediegen und modern Schwere Ausführung 1 Ring( 585 gest.) Gediegen und modern Schwere Ausführung Mk. 22.Mk. 28.Mk. 12.Mk. 15.8 karat. Ringe v. Mk. 4.- bis 7.- p. Stück. Gravieren gratis zum Mitnehmen. Ges. geschlitz Hermann Wiese, Berlin 24. Artilleriestr. 30 W, Passauer Str. 12 Ständig ca. 2000 fugenlose Trauringe am Lager. Die angenehme Schreibtischzigarre ist Bertwina feiner, weißer Brand, helle Farbe mit einem herzhaften Geschmack 25 Pfg. ficherungsanstalt Berlin. Metallbetten, Auflegematraßen, Chaise- Bittlerräber- Berlaufsstelle, Waldemar Longues, Rinderbetten, Rinderwagen Ede Püdlerstraße. Fabritneue Fahrfpottbillig trop Teilzahlung. Schön- räder 35,-, Tourenräder mit Torpedohauser Allee 5, Echönhauser Tor. freilauf, Contibereifung 58,-, DamenFür den Ausschuß der Landesver Ausnahme- Angebote! zu tatfächlich räber 65,-, Halbrenner 65, RennRahmen 17,-, Schlauchficherungsanstalt Berlin find je 10 Mitglieder günstigen Breifen nur Möbel- Magazin, maschinen 75 der Arbeitgeber und der Versicherten sowie Invalidenstraße 131, Saltestelle Stettiner reifen 4,50, Schläuche 0,85. Günstigste je 30 Erfaßmänner zu wählen. Bahnhof. Stammhaus Rügenerstraße 13. Bezugsquelle für Sändler und Brivate. Borschlagslisten für jede ber betben Bolterte Schlafzimmer in Birke, Eiche, Fahrräber, erstklassige Martenräder, Gruppen find getrennt( Arbeitgeber und Nußbaum, Mahagoni 630,- eichene EB- Linienstraße neunzehn Teilzahlung. Fahrradhaus Centrum, Berficherte) nach vorgeschriebenem Muster simmer, 250 breit, zerlegbar, ganz erft bis spätestens zum 28. April 1928 bem unter- laffige Berarbeitung, 645,-. Möbelzeichneten Wahlleiter( Charlottenburg. Magazin, Invalidenstraße 131, Saltestelle Berliner Straße 11, Oberversicherungsamt) Stettiner Bahnhof. einzureichen. Der genaue Wortlaut des Bahlaus- fchwere Ausführung, mit echtem Mar. 8ahngebiffe. Silberfachen, 8inn, Blei, ichreibens fowie der maßgebenden Be- mor und Spiegel 365,-, Speisezimmer, Quedilber, ftimmungen ist in Nr. 13 des Amtsblatt Serrenzimmer, tomplett, echt Ciche, Röpeniderfte 39( nahe Adalbertitraße). für den Landespolizeibezirk Berlin" ver- 315,-, Anrichterüchen, fiebenteilig, mit Briefmarken, Münzen lauft Groß öffentlicht. Linoleum, lafiert, ladiert, 95. Möbel. mann, Johannisstraße 4. Charlottenburg, den 29. März 1928 Magazin, Invalidenstraße 131, Salte ftelle Stettiner Bahnhof. Engelhardt, Regierungs- Direttor Verkäufe Schlafzimmer, 160 breit, breitürig, Kaufgesuche Goldschmelze, Chriftionat, Bahngebiffe, Silberfachen, Rinn, Blei, Quedsilber. Goldfimelze, Chriftionat, Anfleibeschränke, fourniert, 150 breit, Röpeniderftr. 39( nahe Adalbertstraße). auf Pianoband, dreitürig, Wäscheabtei Tung und Spiegel, 128,-. Englische Bettstellen, Komplett, 55,- Waschlom moden mit Marmor und Spiegel 78.Unterricht Abituranstalt( Bolts. • Beachtenswert! Deutsches Teppichhaus Nachttische mit Apotheken 27. Moquette. Einjährigen Emil Lefevre feit 1882 nur Oranien fofa 65 Chaiselongue 18,-. Stand-[ dyller). Auch Abendkurse. Direktor Straße 158. Reinerlei Beziehungen aur uhren 68,-. Diplomaten 52, Bier. Dr. Fadelmann, Hohenzollerndamm 198. ähnlich flingenben Firma. Man achte Bugtifche 78,- Riefenauswahl in Cin. Uhland 5890( 3-4). 1927 bestanden zehn auf Bornamen Emil. zelmöbel, fomplette Einrichtungen, RePrimaner meiner Anstalt das Abitur. naifancemöbel. Sahlungserleichterung. Barzellen jeder Größe, Quadratmeter Möbel- Magazin, Invalidenstraße 131, von 30 Pfennig an. Otto Marggraf, Saltestelle Stettiner Bahnhof. Waldheim, Langer Weg 19. Basborf bei Wanblik( Mart), Rolonie Gelegenheit. Büfett 75. Umbauten Verschiedenes 38. Rußbaum- Schreibtische mit Aut fas 385,- Rleiderschrank 18.-, Bertito Emaille- Vereinsabzeichen, hochfein po Bekleidungsstücke, Wäsche usw. 15,-, Richen 24,-, Bettstellen 15, Tiert, vergoldet, 18 Millimeter groß, Watchtoiletten mit Marmor 14, often per Stild bei 12 Stüd 1,10, Wenig getragene Ravaliergarderobe Möbel- Magazin, Invalidenstraße 181, 25-90, 50-70, 100 60, breifarbig, von Millionären, Aerzten, Anwälten. Saltestelle Stettiner Bahnhof. eint und zweifarbig billiger! Alb. Fabelhaft billige Preise. Empfehle Betsch, Bereinsabzeichen und Stempel Fünfundfünfzig Serrenzimmer, Leber fabrit, Berlin- Niederschöneweide, RBTaillenmäntel, Baletots, Frads, Smo- sofas, Leberfeffel, Klubtische, herabgefegte nischestraße 58. Wegen Mufter anrufen: lings, Gchrodanzüge, Sofen, Sport. Breife. Rahlungserleichterung. Ramer. Oberschönemeibe 260. Gehpelze, Gelegenheitstäufe in neuer Garderobe. Beltefter Weg lohnend. ling. Kaftanienallee 56. Saalbau Alpendorf, Invalidenstr. 63, Lothringerstraße 56, 1 Treppe, Rofen Möbel- Roffien bietet Ausstellung von Lehrter Bahnhof. Jeben Mittwoch, thaler Blag. Musterzimmern. Sonnabend, Schlafzimmer, Donnerstag, Conntag: Treffpunkt der StrohBon Ravalieren wenig getragene, wie Speifezimmer, Serrenzimmer feßt au Großer Ball. auch neue elegante Jadettanzüge, Smo- herabgelegten Preifen. Einzelmöbel weit witwer. Erstklassige Stimmungstavelle. Colibrisale, Martin- Luther- Straße 69 ting, Fradanzüge, Baletots, Gummi. unter Preis. Deutliche Auszeichnung mäntel, sofen, für jede Figur paffend, an jedem Gegenstand. Snnungsmeister Mittwochs, Donnerstags, Sonnabends I und Sonntags Eliteball der reiferen perkauft fpottbillig, teine Lombardware, Roffien, Kaftanienallee 57. Leihhaus Friedrichstraße 2, am Halle. Jugend. Fabelhafte neue Saalbekoration. fchen Tor. 150 Musikinstrumente Gen Benig getragene Jadettanzilge, teils Mietpianos, Raufanrechnung. auf Geibe, 18,-. Smotinganzige, Bauch brauchtes 425. Bahrt, Hauptstraße 1, anzüge, Saillenmäntel, Baletots, ftau. Ede Grunewaldstraße. nenb billig. Gelegenheitstäufe in neuer Herrengarderobe. Leihhaus Rosenthaler fabrik Lint. Brunnenstraße 85 Sintpianos, überaus preiswert. Biano. Tor, Linienstraße 203-204, Ede Rosen. thalerstraße. Reine Lombardware. 19.501 52,-1 8,751 Arbeitsmarkt Stellenangebote Stoffbruder, geilbten, fudit fofort 375- 450,- 475,- gebrauchte. Swider, Spittelmarkt 8/10. Bianohaus, Brinzenstraße 90. Rontorboten, jest fdulentiaffen, fucht Bettenverkauf! Reuel 9.751 15,-, rachtvolle 27.50! Bauernbetten 8ahlung nach Bunich, Pianos neu Seiffert, Oberwasserstraße 18. Davnige 37,50! Rinderbetten und gebraucht, mit herrlicher Tonfülle, Bettwäsche! Snletts! fpottbillig ohne Anzahlung, Eleine Raten, fehr und gut! Reine Lombardwaren. Leih- preiswert. Sangjährige Garantie. Biano haus, Brunnenstraße 47. haus, Röniggrägerstraße 81. Bandonions, Lange, Uhlig, weltbe. Garten: Laube:: Balkon rühmt, Fabritlager, Fabritpreise, Teil. zahlungen, fleine Anzahlung. Mufit. Obstbäume billig. Alt- Raulsborf 5, weigel, Abalbertstraße 91. Dames. Möbel Betriebsleiter für chemigraphische Anstalt 30,- monatlich an, ohne Anzahlung, gebrauchte unb neue, nur Firmenpianos. zum baldigen Eintritt gesucht. Es Langjährige Garantie, feine Bechfel. kommen nur Bewerber in Frage, die Reine Binsberechnung. Reine Phantafie aber langjährige Erfahrungen verBatentmatraßen, Primissima"-Metall- preise. Adam, Nollendorfplag 7. Für den Kenner betten, auflegematragen, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn, Spe zialgeschäft. JUHL 21fügen und in der Lage sind, einen Fahrräder Personalstand von ca. 100 ArbeiMetallbetten mit Auflagen fern zu leiten. Geboten wird gutTeilzahlung! 2,50. Riesenauswahl. Schlafchaifelongues 22, Chaiselongues Görideräber, Triumphräber, Bittler. bezahlte selbständige Position in beden 6. Wandbehänge 8.- Barüber, Waffenfahrräder, Nedarfulm- süddeutscher Großstadt. Offerten tentmatraken 9, Volfterauflagen räder, Diamanträder, Multiplexräber, unter J. 8 an die Hauptexpedition allee 12: Bankow, Schmidtitraße L ftraße vier. d. Bl., Berlin SW 68, Lindenstraße 3, ZIGARREN Wochenabzahlung 3 Göhr, Vappel- Monopolräder. Schlawe, Beinmeister.