Morgenausgabe A Sonnabend � � WM##### MG GmM. iSaT« et�ntii«» wj,«»»«flu»*—*.■! iLm, �■(Tb|■ HB H Hj Auswärts 1t 5 z)s k. P-ftb«,u,,.»». jäJB i irWMi Wz W H � HB H H HB Hi£\H tfl r-Y/ nal4L StßtO�tlh, SatlanDsabomw MSOB V-flK! MD WM MB W> DW WD Wtfl*») W> VU i // Dt« e«» I» a I«Ig« Ronp-r-III-z«»« aient 5J0 SÄ. pts Monat. B H H H H H H H H H B iTO« 10?>"">'». R-Nam-,«». i.- R->ch-. TriH BW H H B WU. W> �W»W B B.«leine Anzeigen- Na» WW B Wz B ln� iM �W WD �SÖP'/rfp/ druckt»«an SS Ps-nnil, lzuläMg?m», Sei.Bormön»*«rttfietm«ochentSg» MW WM I�Ul. �WWMvZ�B�, DB �J/«flu! settaednickle Wonc>.>»d«s weil»r» Wart lich zweimal. Sonntag« unk Montag» I JBB i �WS �DL\ // Sfi I 12 Plennia Etell«ngeiuch, da»»tft, einmal, die Abendauogaben für D«li» s Xr Ha Wort 15 Pfennig, lebe» weitere Won und im Handel mit dem Titel Jo\ 10 Pfennig Wort» über 10 Buchstaben Ldend". Illustriert» Beilngen.Ball zählen für zwei Wort» Arbeitsmark» und Zeit" und �iindersreund'. 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Diese beschämende und gefährliche Diskrepanz nach Möglichkeit zu tilgen, legt ober die sozialistisch« Klasse, die Arbeiterschaft, einen unzweifelhaft besseren und lebendigeren Willen an den Tag als ihr kultureller Widerpart, handle es sich nun um die Gesetz- gebung, die Rationalisierung des Staatslebens, die internationale Derfassung Europos oder um was innner. Die sozialistische Klasse ist, im geraden Gegensatz zum kulturellen Volkstum, geiftsremd nach ihrer ökonomischen Theorie, aber sie ist gei st freundlich in der Praxis—> und das ist, wie heute alles liegt, dos entscheidende." Wer also in Deutschland der Demokratie das Wort rede, .chließt Thomas Mann die Betrachtung, der empfehle damit ler Kulturidee weitgehende zeitgemäße Zugeständnisse an die ozialistische Gesellschaftsidee, die längst viel zu siegreich sei. als daß es nicht um den deutschen Kultur(iedanken geschehen sein müsse, falls er sich konservativ gegen sie verstocke. Oeuischnaiionale Boykoiidrohungen. Sie erpressen Wahlgelder. Der Vorstand des deutschnationalen Münsterberger Kreis- Verbandes in Schlesien verschickt einen Bettelbrief an die deutsch- nationalen Parteimitglieder, in dem es heißt: »Sollten Sie für unsere Not kein Verständnis haben, so tragen Sie die Mitschuld, wenn unsere deutschnaiionalen Belange von dem Rad der Ereignisse zermalmt werden. Wir aber, die wir in schwerster Stunde gleich den Soldaten an der Front unser Baterland bis zum letzten Augenblick verteidigen, werden den Lauen und Gleichgültigen durch wirtschaftlichen, gesell- schaftiichen Boykott zeigen, daß uns nichts mit ihnen verbinde:." Diese Methode, Wahlgelder aufzutreiben, grenzt an(Er« Pressung. Sie läßt erkennen, mit welchen terroristischen Me- thoden die Deutschnaiionalen aus dem Lande den Wahlkampf zu ühren gedenken._ Stahlhelm— Oeuischnaiionat. Auch ein Wahlaufruf. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, der zu sein er noch immer vorgibt, erläßt einen Wahlausruf: 1. Jeder Stahlhelmkamerad hat die Pflicht zu wählen. 2. Jeder Stahlhelmkamcrad hat die Pflicht, in erster Linie einem Stahlhelmkameraden seine Stimme zu geben und für diesen W a h l h i l f e in jeder Weise zu leisten Da» sieht beinah« danach aus, als wolle der Stahlhelm einen eigenen Laden aufmachen. Aber es ist nicht so bös gemeint, wie die Stahlhelmleitung. die den Aufruf veröffentlicht, beruhigend hinzufügt. Di«„Kameraden", die man in den Parlamenten unterzu- bringen hofft, erhalten im voraus folgenden politischen Stempel: „Wir können unsere Kameraden nicht beneiden, welche nun- mehr in den Fraktionen die schwere Ausgabe haben, gegenüber dem Parteiegoismus und dem Interessenklüngel die Belange des Bolkswohls zu vertreten. Wir wissen, daß sie ein schweres Amt antreten, und daß sie mit allem ihren ernsten Wollen nicht Immer durchkommen werden. Daraus werden wir ihnen dann keinen Vorwurf machen." Das schmeckt weniger nach Stahl als nach der Politik eines ge. wissen Grafen, der immer auch anders kann. Der Aufruf sollle deshalb kürzer lauten: Stahlhelm-Fraktion halb und halb. Münchmeyer. Porträt, von seinen Freunden gezeichnet. Im völkischen»Deutschen Tageblatt" lesen wir folgende Brief- kastennotiz: „Emden. Sie schreiben: Herr Münchmeyer, weicher in einigen Orten Ostsrieslands früher einen Vortrag hielt:„Eine Rettung Deutschlands nur noch möglich, durch die deutsche Frau". soll laut Zellungsnachrichten bei der kommenden Wahl für die Nationalsozialisten kandidieren.(Ist inzwischen Partei- amtlich bestätigt.— Die Schristltg.) Damit ist Herr M. in kurzer Zeit bei seiner 5.(fünften) Partei angelangt. Er kandidterte bzw. agitiert« der Reihe nach für folgende Gruppen: Deutschnational, Welsen, Deutschvölklsch, Böltisch-sozialer Block, und jetzt Nationalsozialistische Arbeiterpartei(in der Landwirtsgegend nennt sie sich verschämt Hitlerbewegung). Bekanntlich war Herr M. früher Pastor in Borkum. Nach seinen Prozessen entzog ihm das Landeskonsistorium auch den Titel. Ein Heftchen mll dem Titel: Gedächtnisrede für Deutschlands unvergeßliche Kaiserin (Ein leuchtendes Vorbild für deutsche Frauen und Mädchen) wurde auf seinen f rü h er« n Ag i t alt o n srei s en von Herrn M. an- geboten. Heute wird er auf Befehl fdues Parteigottes wohl diefe seine Schrift zu Hause lassen müssen, nun wird halt eben da» Lied von der Hitlerrepublik angestimmt.(Melodie: Die Ueberlandzentrale versorgt Berlin mit Licht!)— Dies schöne Lied ist tatsächlich in verschiedensten Versammlungen(besonders zur Störung v ö l- k i s ch e r Kundgebungen) von den Nationalsozialisten gesungen worden."__ Die Knüppelpartei. In Zeitz sprach der Oberkommunist Eberlein in einer Massenversammlung der Kommunistischen Partei. Auftakt zur Wahl im Zeichen gähnender Leere. Das kommunistische Organ in Halle berichtet über diesen Erfolg:„Der Besuch entsprach der Situation... In dieser Berfammlung schrie der Zeitzer kommunistisch: Stadt- oerordnet« Gut jähr: „Das Apachen tum, von dem der sozialdemokratische„Volks- böte" heute morgen so hähnisch schrieb, soll diesen Leuten teuer zu stehen kommen. Wir werden es bald auch in den Zeitzer Stadtverodnetenfitzungen beweisen, daß es nicht nur unsere Genossen im Reichstag, sondern auch die Zeitzer Kommunisten verstehen, blutige Köpfe zu schlagen I" Das Rowdytum als Partei maskiert— das ist die KPD. Zwischenfall bei einer belgischen Parade Ein Soldat schleudert sein Gewehr gegen einen General. Brüssel, 6. April. Während einer Truppenschau anläßlich des Geburts- tages des Königs ereignete sich in Gent ein Zwischenfall. Ein Soldat des dritten Linienregiments trat aus den Reihen und warf fein Gewehr in der Richtung auf den General Callatay, der die Truppenschau abnahip. Der Soldat wurde ve r h a f t e t. Ziatienische Schiffsbesatzung verhastet. Palermo, S. April. Der gestern aus Neapel eingetroffene Dampfer Eannia hatte. wie eine polizeiliche Untersuchung auf blinde Passagiere ergab, 21 Personen an Bord, die ohne Erlaubnis auswandern wollten. Da die Polizeibehörde der Ansicht ist, daß eine so große Anzahl nicht erlaubter Passagiere nur mit wissen der Schiff». besahung an Bord gelangen konnte, wurde die g e s a m k e Mannschaft, mit Ausnahme des Kapitäns, in Haft ge- uommen. Am Grabe Dürers. Nürnberg, S. April. Albrecht Dürers Grab auf dem alten Iohannissriedhof war heute aus Anlaß der ävvjährigen Wiederkehr des Todestages dieses deutschen Meisters das Ziel vieler Tausende von Verehrern seiner großen Kunst. Der bis in die späten Abendstunden dauernde Vor« beimarsch der langen Reche Besucher Schritt vor Schritt und in ehrfurchtsvollen Schweigen gab einen außerordentlichen Eindruck von der großen Verehrung dieses Meisters der deutschen Kunst, an dessen mit Lorbeerkränzen reich geschmückten Ruhestätte sich alsbald Blumenspende über Blumenspende als Zeichen dankbarer Gesinnung für Freud« und Erhebung durch Dürer» Kunst hausten. Nacht der Ausschreitungen. Kolgenschwere Schießereien und Schlägereien. Punsch in der Silvesternachi. Llnd was um die Osterzeit danach kam. Wenn man überall Silvester feiert, warum dann nicht auch in Großbeeren? Und daß man diese eigenartige Nacht in deutschen Landen nicht gerade mit Limonade begießt, ist männiglich bekannt. Warum sollte Großbeeren eine Ausnahme machen? Also man feierte dort, wie in deutschen Landen üblich, Silvester bei Pünschen und Schnäpsen und Bieren. Nun ereignete es sich, daß am ersten Neujahrstag früh gegen vier Uhr eine Anzahl Rotfrontleute, denen der Punsch wohl Mut gemacht hatte, ihren Einzug in ein Lokal streng nationaler Richtung hielt. Der Wirt, der sein gutes Siloestergeschäft schon gemacht hatte, sah es mit saurer Miene, stellte, von dem Besuch wenig erfreut, den Leuten das Bier hin und gebot alsbald Feier- abend. Einige von der Roten Front waren klug genug, ihr Bier trotz der Unfreundlichk-it des Wirtes hastig hinunterzuspülen und abzuziehen. Andere meinten wohl, so ein Wirt müsse dem Kunden doch zum mindesten Zeit lassen, sein Gläschen in Ruhe zu trinken. Der Wirt wollte offenbor die Leute los sein und drängte energisch und wenig höflich zum Aufbruch. Wie dos aber nun kommen kann, wenn es die vierte Stunde im neuen Jahr ist. Einer von den Rotfrontleuten beanspruchte durch- aus sein Recht, auf gemütliches Austrinken. Es kam zum Wort- Wechsel und der Mann mit Windjacke und roter Armbinde ließ sich dazu hinreißen, den Wirt einen Stoß vor die Brust zu geben. Allerdings wurde diese Ausschreitung von einem Angehörigen des Wirts sofort erwiedert. Er schmiß den Täter glatt die Treppe hin- unter und soll dann außerdem auch die schwangere Frau des Mannes schwer beschimpft haben. Das ließ sich der Ehemann denn doch nicht gefallen. Es kam zur allgemeinen Keilerei, bei der etliche Fensterscheiben in die Brüche gingen. Kurzum eine Sache, die nicht nett, aber in vorgerückter Siloesterstunde keineswegs ungewöhnlich fein dürfte. Es hätte zu einer Zivilklage gereicht. Hier aber wurde die Staatsgewalt mobil gemacht und nicht weniger als zwei Land- jäger aus dem wohlverdienten Schlaf getrommelt. Und dann er- folgte die Anklage. Seit Sllvester sind über drei Monate verstrichen, und niemand denkt noch ernstlich an die Sache. Anders aber das Gericht. Da wird die Geschichte mit aller Eindringlichkeit und umständlicher Ausführlichkeit rekonstruiert und wird dennoch nicht ganz klar. Dem Rotfrontmonn wird selbst von dem Landjäger ein gutes Zeugnis ausgestellt. Aber, aber— er hat den dicken Wirt unsanft vor die Brust gestoßen und das ist, es hilft ihm alles nichts, nach§ 223 des StGB. Körperverletzung. Merk dirs. unwisiender Laie! Sein wiederholter Versuch, darauf hinzuweisen, daß er selber von der Treppe gestoßen und daß seine Frau schwer beleidigt worden ist, nützt ihm an Gerichtsstelle leider nichts. Ausgang: 60 Mark Geld- strafe in Raten abzahlbar. Das ganze aber im Grund doch nur eine Bagatelle um das Thema: Punsch in der Silvesternacht. Und dafür große Verhandlung. Borsitzender, Gerichtsschreiber, zwei Schöffen. sechs Zeugen, darunter die beiden Landjäger und zwei Stunden Verhandlung. Wohnhöhle in Wannsee. Man kennt Wannsee. aber man kennt es doch nicht ganz, wenn man glaubt, es nur als Wohnstätte reicher und. reichster Leute und feudaler, schwarzweißrot bewimpelter Sportklubs zu kennen Jen- seits der bekannten Brücke gabelt sich die Hauptstraße. Rechts führt die Straße parallel zum Wannsee, links zum kleinen Wannsee. Hier stehen auf hohem Ufer, umgeben von den prächtigsten Parks nicht Landhäuser schlechthin, sondern Schlösser und Paläste. Herr von Siemens hat hier im größten Ausmaß seinen wahrhaft fürstlichen Palast, um den sich für die Angestellten eine kleine Häuserstadt gruppiert. Weiter führt der Weg, der nur von Autos befahren wird, und endet schließlich ganz nüchtern in dörflich anmutend« Wohn- statten, dem ehemaligen, aber schon vor Jahren noch Wannsee ein- gemeindeten Stolpe. Alsenstraße3 9. Auf den ersten Blick«in niedliches Häuschen. Ein Motiv für einen Maler, sollte man meinen. Sieht man aber näher zu, dann merkt man, daß rieselnder Kalk sich seine Bahn bricht und daß fallender Putz die Mauersteine erscheinen läßt. Man will eintreten, stolpert aber. Ein hohes Brett bildet die Schwell« und soll verhindern, daß der Regen vom Bürgersteig in den Flur spült. Soll! Der Regen läßt sich nicht durch ein Brett aufhallen. Zur Rechten ein Stäbchen. Feuchte Treibhausluft brodell darin. Der Fußboden feucht, die Wände feucht, die Betten klamm. Hinter den Betten blecken die nackten Stein« hervor. Ein Meißelstoß und man hat Verbindung mit draußen. Di« Deck« total verschwärzt. Pfusch- arbeit eines Ofensetzers war die Ursach«, daß Tag um Tag die Rauch- schwaden sie färbten. Daneben ein winziges mit Steinen ausgelegtes Kämmerchen, von der Stube— toll, toll ist das— nicht einmal durch eine Tür abgeschlossen. Ein paar zerzauste alte Decken bilden die Tür. Der Fußboden des Zimmer liegt unmittelbar auf dem Erdboden und nimmt jede Kälte und jede Feuchtigkeit auf. Und in diesem Elendsloch, das früher das Armenhaus der Ge- meinde Wannsee war, haust ein steinaltes Mütterchen. Die vom vielen Weinen entzündeten Augen sprechen eine herzzerreißende Sprache. Sie sehen den Besucher vorwurfsvoll und hoffnungslos an: Du meinst es wohl gut, aber helfen wirst du auch nicht können. Man ist ziemlich fassungslos, als man hört daß dieses er- bärmliche Wohngelaß Eigentum der Stadt Berlin ist, daß also Berlin verantwortlich ist. Der zunächst Ver- antwortliche aber ist der 10. Bezirk, Zehlendorf. Sein sich oft voiksfreundlich gebender deutschnationaler Bürgermeister Dr. Schumacher sollt« sich einmal um diesen Schandfleck seines Bezirks kümmern. Der gewissenhafte Chauffeur. Ein„Vorwärts'-Leser schreibt uns: In einer der letzten Nächte nahm ich gegen Hl Uhr nachts ein« ein st reif ige Autodroschke und gab dem Chauf- feur dos Ziel an. Unterwegs bemerkte ich. wie er plötzlich d i e teuer« Tax« 3. die zu beanspruchen er berechtigt war, auf Taxe 2 zurückschaltete. Nach etwa 300 bis 400 Meter griff er aber- mals zum Apparat und schaltet« wieder die Taxe 3 ein. Ich habe den Grund sofort geahnt, bin aber über diese geradezu rührend« Gewissenhaftigkeit erstaunt. Der Chauffeur hatte nämlich versäumt, die allerkürzeste Strecke zu nehmen, die nur ein sehr guter Kenner der Berliner Straßen mit Sicherheit gewählt hätte. Der von ihm gemachte Umweg war nur gering. Dennoch hat dieser mustergültige Chauffeur, um mich nicht zu schädigen und gewissermaßen um sich selbst zu bestrafen, diese Umschaltung freiwillig vorgenommen. Al, ich mich später erkundigte, was ihn zu dieser Manipulation ver- anlaßt hotte, bestätigte er mein« Vermutung und entschuldigte sich für ,ben kleinen Umweg. In diesem schlichten Proletarier steckt«in größere» Quantum instinktiven Anstandes, ala in unzähligen»vor- nehmen* Menschen. In der Nacht zum Freitag kam e« an zwei Stellen, und zwar in der Königgrätzer Straße und in der Großgörschenstraße zu schweren Schlägereien, bei denen der Revolver eine Rolle spielte. Bor dem Hause Königgrätzer Straße 118/19 gab der 27jährige Bote Gerhard Schmalz auf den 22jährigen Arbeiter Walter Potrowki zwei Schüsse ab, die in die Brust und den Unterleib trafen. P. mußte mit lebensgefährlichen Ver- l e tz u n g e n in dos Birchow-Krankenhaus gebracht werden. Der Täter wurde oerhaftett Bei feiner Vernehmung gab er an, in Notwehr gehandelt zu haben. Potrowki sei in einem Lokal in der Königgrätzer Straße mit ihm in Streit geraten, der sich auf der Straße fortsetzte. Hier sei dann P. über ihn hergefallen und habe ihm mit einem harten Gegenstand mehrere wuchtige Hiebe über den Kopf oersetzt. In der Notwehr habe er seine Pistole ge- zogen und aus seinen Angreifer zwei Schüsse abgefeuert Die Polizei ist mit der Nachprüfung seiner Angaben noch beschäftigt. Glimpflicher lief eine Schießerei ab, die sich an der Ecke Kulm, und Großgörfchenstraße kurz nach 3 Uhr ab- spielte. Der 21 Jahre alle Arbeiter Konrad hatte mit dem wohnungslosen Kaufmann Otto Kockorow einen heftigen Wortwechsel, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Plötzlich zog K. einen Trommclrevoloer, der mit Schrot geladen war, hervor und schoß auf Konrad. Die Schrotladung ging Konrad durch die linke Hand, die er zur Abwehr erhoben hatte. Passanten, die Zeugen des Exzesses geworden waren, hielten den Revolver- Helden fest und richteten ihn so übel zu, daß er mit schweren Verletzungen nach der nächsten Rettungsstelle und von dort als Polizei- gefangener in das Staatskronkenhaus geschafft werden mußte. Der Angeschossene konnte nach Anlegung von Notverbänden im Elisabech-Krankenhaus in seine Wohnung entlassen werden. Auch Kockorow will in Notwehr gehandelt haben. Ein« weitere schwere Schlägerei entspann sich Donner»- tag nacht gegen 22 Uhr in der Schloß- Ecke Albrecht- straße zu Steglitz zwischen mehreren Reichswehr- l o l d a t e n und drei Passanten, die nach ihren Abzeichen, die sie an den Röcken trugen, der Kommunistischen Partei ange- hören sollen. Der 27jShrige Kurt Kramer aus der Ring- straße zu Steglitz erhiell bei dem Handgemenge mit dem Seitengewehr einen Stich in die rechte Hüfte und mußte nach dem Kreiskrankenhaus Lichterfeld« gebracht werden. Nach den polizeilichen Feststellungen sollen die Kommunisten die Angreiser gewesen sein. Sie wurden festgenommen und der Ab- teilung IA, im Polizeipräsidium zugeführt. Schweres Motorradunglück. Ein Polizeioberleutnant tödlich verunglückt. Ein schweres Motorraduuglück trug sich am Kor- freitog früh an der Ecke Reichs st raße und West endalle« in Charlottenburg zu. Der Polizeioberleutnant Schröter vom Revier 132 am Kaiserdamm befand sich um 6 Uhr morgens mit seinem Motorrade auf dem Heimweg. An der ge- nannten Straßenkreuzung geriet er mit seinem Fahrzeug auf dem durch den heftigen Regen schlüpfrig gewordenen Asphalt ins Schleudern, verlor die Herrschaft über die Lenkung und raste gegen die Bordschwelle. Durch den Anprall wurde Schröter in hohem Bogen auf die Straße ge- schleudert, wo er schwerverletzt und besinnungslos liegen blieb. Dorüberfahrende Chauffeure, die das Unglück beobachtet hatten, bemühten sich sofort um den Verunglückten. Bevor jedoch ein Arzt herbeigerufen werden konnte, erlag Sch. seinen schweren Verletzungen. Die Leiche des Verun- glückten wurde beschlagnahmt und in da, Charlottenburger Schau- Haus gebracht. Riesenbrand in Havanna. Erdöl brennt und explodiert.— Das flammende Meer. 80 Personen verletzt. Havanna, S. April. Gestern nacht um 10 Uhr ist in der Petroleum-Raffinerie der Standard Oil Company in Regia gegenüber Havanna ein Brand ausgebrochen, der auch im Laufe des vormittag» noch nicht gelöscht werden konnte, vis jetzt sind 1l der 102 Rohöltanks der Anlage, die mit einem Aufwand von lS Millionen Dollar errichtet worden ist. vom Feuer zerstört. Es erfolgten mehrere Explosionen. Die Einwohner flüchteten sich an Bord des im Hafen Negendeu amerikanischen Schlachischisses Wyoming und des kubanischen Kriegsschisses Euba. Da auch der Hafen von dichten Rauch- majfen erfüllt war. sehten die Kriegsschisse ihre Scheinwerfer in Tätigkeit, um den Booten der Flüchtigen den Weg zu weisen. Da weitere Explosionen drohten und die flammenden Oel- mengen sich auf dem Wasserspiegel de» Hafen» auszubreiten de- gannen. mußten die in der Bähe de, vrandplahes liegenden Schiffe ihre Ankerplätze weiter hinaus verlegen. Da im Laufe des Morgen» der Wind gedreht hat, hofft man. eine Entzündung der übri- gen petroleumtanks, in denen noch etwa 3 Millionen Gallonen Brennstoffe lagern, verhindern zu können. Es wurden 8 0 per- fönen verletzt, darunter 11 Malrosen de» Linienschiffe» Wyoming, dessen Mannschaft sich an der Bekämpfung de» Brande» beteiNgt Halle. Der Sachschaden wird bi» jetzt aus zwei Millionen Dollar geschäht. Ltnbemerki ertrunken. Tödlicher Unfall im Wiener Amalien-Nad. wie», fi. April. Die Mitglieder der Schweizer Arbeiterstudiea- kam Mission besichtigten geslern hier verschiedene städtische Ein- richtungen. darunter auch das städtische Amalienbad, wobei mehrere Mitglieder der Kommission die Schwimmbassin» benutzten. Belm verlassen des Bades wurde da» Fehlen eine» Mit- gliedes der Kommission bemerkt, doch wurde angenommen, daß es sich beim Ankleiden verspätet habe und noch nachkommen werde. Abends jand man dann in dem Schwimmbassin eine Leiche, und es wurde festgestellt, daß da» vermißte Mitglied der Studienkommission beim Baden ertrunken war. Wie die Ermittlungen ergaben, hat der ertrunkene Schweizer Arbeiterdelegierte infolge eine» Schlaganfalle» den Tod ge- fanden. Zwei Momente: Dürertag und Karfreitag bestimmen das Tagesprogramm. Bereits am Vormittag wird die Dürer- f e i e r übertragen, die die Gesellschaft für deutsches Schrifttum im Herrenhaus veranstaltet. Abends hält Kurt Psister aus München das große Dürerreferat. Psister erkennt das Wesen eines Rund- funkvortrages, denn er gibt keine Bildanalysen, die ohne Reproduktion für den Hörer unfruchtbar bleiben Psister spannt den Rahmen weiter,«r setzt Dürer in Verhältnis zur Zeitkultur und Zeitgeschichte, er bringt seine Kunst in Zusammenhang mit der Italiens, der Niederlander und der zeitgenössischen Deutschen. So entsteht über das BUd Dürers hinaus, über die Wertung seiner menschlichen und künstlerischen P«rsönlichkeit«ine Skizze von der deutschen Renaissance mit ihr«n einander widerstrebenden Richtun- gen.— Der Nachmittag gehört Johann Sebastian Bach. Gramdam und Hansi Freudberg spielen Sonaten und Präludien. Es ist«in Konzert, das jenseits der Alltäglichkeit steht, denn Bach ist in feiner grandiosen Monumentalität, die stch auch in seinen kleinen Werken offenbart, jedem Urteil«ntrücktz«ine Erscheinung, die weit üb«r der Alltagswell emporragt.— Am Abend wird aus dem Großen Schauspielhaus Verdis„Requiem* übertragen. Ueber die Ausführung und über das Werk wird hier an anderer Stell« ausführlich berichtet werden. D«r Eindruck ist auch im Rundfunk stark; wi« immer bei U«bertragungen aus großen Räumen wirkt d«r Ton geschlosi«ner, klarer und reiner. Solisten, Chor und Orchester heben sich schärftr voneinander ab. C« kommt nur selten zu Tonüberlagerungen. F. 6. Gegen unbefugtes Ltniformtragen. preußenregierung und Wach» und Schließgesellschasten. Di« Republikanische Beschwerdestelle Berlin hatte seit dem Juni 1925 die preußischen Ministerien darauf hin- gewiesen, daß der sogenannte.Wach- und Sicherheits- dienst für Groß. Berlin S. m. b. H.*. der unter der Leitung eines Herrn Majors a. D. von Hirsch-Schwabe steht, seine Angestellten nicht ihrer Tätigkeit als Nachtwächter ent- sprechend ausrüstete, sondern Angestellte und Vorgesetzte Polizei. und reichswehrähnlich einkleidet. Achselstücke, Offiziers- begen, graue Offiziersmäntel wurden benutzt, um den Eindruck einer Behörde oder einer staatlichen Einrichtung zu erwecken. G«sinnungsmSßig stand die Organisation dieses Wach- und Sicherheitsdienstes der Republik nicht gerade freundlich gegenüber. Andere Wach- und Schließgesellschaften machten diesen Unfug nach, so daß stch nunmehr nach wiederholten Vorstellungen die preußische Regierung zum Einschreiten veranlaßt sah. Der Minister des Innern hat am 8. März 1928 der Republi- konischen Beschwerdestell« mitgeteilt, daß durch Erlaß vom 18. Januar 1928 gemeinsam mit dem Minister für Handel und Gewerbe bestimmt ist: .Nicht gestattet sind: a) Uniformen aus feldgrauen und blauen Stoffen. Für die «ms diesen Stoffen bereits beschafften Uniformen ist«in« Aus- trngezeit von zwei Iahren zuzulassen. Neue Uniformen sind nur au» schwarzen, schwarzgrauen oder dunkelblauen Stoffen zu fertigen. d) Grau« OffiziermSntel. e) Achselstücke oder Schultergeflechte au» Metallfäden jeg- vcher Art. d) Offizierdegen oder-säbel, Seitengewehr oder andere blank« S«it«nwasfen.* Es sst erfreulich, daß damit einem manchmal nicht un- bedenklichen Unfug«in Ende gemacht wird. Straße von Gibraltar durchschwömmen Eine kühne Stenotypistin. Gibraltar, 6. April. Der Londoner Stenotypistin Mercedes Gleitz« ist es ge» lungen, die Meerenge von Gibraltar zu durchschwimmen. Fräulein Gleitze schwamm gestern vormittag 8.50 Uhr von der Insel Palomas bei Tarifa ab und traf um 9.20 Uhr ab«nds in Punta Leona bei Ceuta in ausgezeichneter Berfassung ein. Sie kehrte zwei Stunden später an Bord eines Dampfers nach Tarifa zurück, wo ihr große Huldigungen bereitet wurden. Im vergangenen Sommer hat Miß Gleitze. deren Eltern übrigens aus Frankfurt a. M. stammen, bereits den Kanal durch- schwömmen. Zusammenstoß zwischen Auto und Straßenbahn. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einer Auto» dorschke und einer Straßenbahn der Linie 41 ereignete sich gestern abend an der Ecke Gneisenau- und Belle-Alliance-Straße. Der Führer der Autodroschke, der in Richtung Tempelhos fuhr, näherte sich der Straßenkreuzung im Normaltempo. Plötzlich boy aus der Gneisenaustraße ein Wagen der Straßenbahnlinie 41 in die Belle-Alliance-Straße ein. Der Chauffeur tonnt« sein Gefährt aus dem schlüpfrigen Pflaster nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringen und fuhr mit großer Gewalt gegen den An- Hängewagen, der aus den Schienen geworfen wurde. Samt» liche Scheiben zersplitterten: drei Fahrgäste erlitten Schnitt- wunden und mußten zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden. Nach Anlegung von Notverbänden konnten sie ihren Weg fort- setzen. Das schwer beschädigte Auto mußte abgeschleppt werden. Der entgleiste Straßenbahnwagen wurde durch eine Arbeits- kolonne der Straßenbahn wieder eingeleift. Der Straßenbahnver- kehr erlitt eine erheblich« Störung. Vom dritten Skockwer? in die Tief«. In der Donnerstagnacht. kurz vor 23 Uhr, stürzte sich die 23iahrige Elfe Meier au» dein 3. Stock ihrer im Hause Kaifer-Wilhelm Straße 25 gelegenen Wohnung aus den asphaltierten Hos hinab. Da» Mäd- chen war s o s o r t t o t. Di« Leiche wurde durch die Feuerwehr in da» Echauhau» geschafft. Da» Motiv zu dem Verzweiflunge. ickrttt ilt noeb unbekannt. Die Löhne im Falsche Rechnung Zlm 3. Npril iparen die ersten Verhandlungen zwischen den! ?arifs>arteien über die Lohnforderung der Vergarbeiterverbände. Die Nerband« fordern eine Erhöhung dertariflichen Schicht» löhne um 1,Sl) Mark. Der Zechenverband hat. wie immer, jede Lohn- erhöhungabgelehnt. hat er auch der Preise übergeben. der Bergarbeiter zurückgeblieben zweite Quartal 1914 herangezogen werden und nicht das Jahr 1913, das ein ausgesprochenes Hochtonjunkturjahr gewesen sei. Beim Lohn- vergleich müsse auch von einem Arbeiter mit Frau und drei Kindern ausgegangen werden. Dann würden sich folgend« Vergleichszahlen ergeben: Barverdienst des Mauers im 2. Vierteljahr 1914..... 6,54 Mark 4.„ 1927.... 9,87.. entsprechend einem Reallohn von 6,55 Mark 100,15 Proz. Für die Gesamtbelegschaft würde sich aus gleicher Grundlage ein Reallohn von 103,82 ergeben. Zu diesem Ergebnis kommt der Zechenverband nur, weil er einen Arbeiter mit Frau und 3 Kindern zugrunde legt. Ein Kunst- stück, das nur der Zechenverband fertig bringt. Vit Arbeiter mit drei und mehr Kindern machen 9 Pioz. der G e» samtbelegfchaft de» Ruhrbergbaues aus(.Glückauf" Nr. 2, 1928). Frauen und Kinder zusammen entfallen auf einen Arbeiter 1,4 Personen, für die Soziallohn gezahlt wird. Der S o z i a l l o h n beträgt je Frau und Kind 16 Pf. 1,4 mal 16--- 2 2, 4 P f. Nur dieser Betrag darf eingesetzt werden, alles andere ist Zahlen- s p i e l e r e i, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Es ist auch nicht zulSsiig, das zweit« Vierteljahr 1914 zugrunde zu legen: denn das Jahr 1927 war«benfall» ein Hochkonjunktur- jähr, und bis jetzt ist es auch noch da» Jahr 1928. Aber davon ganz abgesehen, bei den Produttionszahlen wie Schichtförderanteil ulw. nimmt der Zechenverband st et» das Jahr 1913 als Vergleichsbasis an. Von 1913 ausgegangen und den Durchschnittsbarver- dien st derGesamthelegschast zugrunde gelegt, ergeben sich folgende Dergleichszahlen, wobei noch bemerkt sei, daß in dem Dar- verdienst auch sämtliche Ueberschichtenzuschlöge ent> halten sind. Barverdienst des Hauers im 2. Vierteljahr 1913 4., 1927 6,78 Mark 9,56„ Der Reallohn beträgt somit bei einem Lebenshaltungsindex von 150,6 6,34— 9 3, 5 P r o z. Bei der Gesamtbelegschaft ergeben sich folgend« Zahlen: Barverdienst im 2. Vierteljahr 1913... 4.. 1927... Ruhrbergbau. der Zechenherren. beträgt also bei dem Hauer 93, 6 Proz., bei der Gesamt- belegschaft 96,42 Proz. Ein richtiges Blld von der sozialen Loge der Bergarbeiter ge- winnt man aber erst, wenn man nicht die Bruttolöhne, sondern das, was sie tatsächlich an Einkommen haben,, die Nettolöhne, sich vergegenwärtigt. Als Nettolohn ist hier der Bruttolohn ab- züglich der Versicherungsbeiträge zu verstehen, die Abzüge sür Steuern usw. sind in demselben enthalten. Nettolohn der Gesamtbelegschaft im 2. Vierteljahr 1913.... 5,36 Mark 4.. 1927.... 6,99, Reallohn 4,66 Mark= 86,56 Proz. Nettolohn»ine» Hauers im 2. Vierteljahr 1913...» 6,47 Mark 4., 1927... 8,05. Reallohn 5,35 Mark= 82,68 Proz. Das Einkommen des Hauers ist also noch 17,32 Proz� das der Gesamtbelegschaft noch 13,44 Proz. geringer als 1913. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die Löhn« der Berg- arbeiter in der Vorkriegszeit äußerst niedrig waren. Noch trüber wird das Bild, wenn�nan nicht die Durchschnittslöhne, sondern die Schichtlöhne der einzelnen Grup- p« n betrachtet. Es handelt sich dabei um rund 55 Proz. der Gesamtbelegschaft. Vergleiche mit der Vorkriegszeit sind hierbei nicht möglich, weil die entsprechenden Vergleichszahlen fehlen. Es können deshalb nur die letzt gellenden Schichtlöhne zuzüglich Soziallohn und lieberschichtenzuschläge gemäß g 6» der Arbeitszeitverordnung aufgeführt werden. Bruttolohn Nettolohn- Gelernt« Arbeiter... 8,10 Mark. 6,87 Mark Angelernte Arbeiter.. 7-30„ 6,19„ Ungelernte Arbeiter.. 6,50„ 5,51„ Wie sich bei einem solchen Einkommen die wirtschaftliche und soziale Lage der Bergarbeiter gestaltet, kann sich jeder ausmalen. Die Durchschnittslöhne der Hauer geben aber auch noch kein wirkliches Bild, sie sind beeinflußt durck Spitzenlöhne. Wir sind in der Lage, eine Aufstellung über die Löhne von 1709 Lauern je Schicht Im Monat Dezember 1927 mitzuteilen. Es sind Leistungslöhne ohne Kinder- und chausstandsgeld. Es hatten einen Lohn von: der Revierdurchschnttt ist 9.14 Mark. Die Tabelle dürft»! deshalb als Spiegelbild der Derhällniffe des Gejamtreoiers gelten. Sie zeigt, daß mehr als die Hälfte der Hauer den Durchschnittslohn nicht erreicht. Die hier angeführten Zahlen sprechen für sich. Sie zeigen, daß die Forderung der Bergarbeiter nicht nur begründet, sondern ihre Ersüllung eine dringende Notwendigkeit ist. Sie machen es verständlich, daß die Bergarbeiter gewillt sind. � wenn notwendig auch mit dem letzten gewerkschaftlichen Mittel für ihre Forderung einzutreten. ... 5,60 Mark ... 8.24, Der Reallohn beträgt 5.40 Mark--- 96.42 Proz. Der Brutta-Reallohn einschließlich aller Ueberschichtenzuschläge Der Durchschnittslohn dieser 1709 Hauer betrug 9,18 Mark, Lohnerhöhungen in Köln. Bei der Lohnregelung der chemisch-technischen In« d n st r i e in Köln wurde der Stundenlohn des Betriebsarbeiters um 6M! Pfennig erhöht. Danach beträgt der Stundenlohn 7814 Pfennig, die Kopfzulag« 2 Pfennig: die festen Leistungszulagen betragen 3 bis 6 Mark die Woche. Außer- dem wird als M i e t a u f s ch l a g für die am 1. Oktober eingetretene Mieterhöhung 1 Mark pro Woche an die männlichen Arbeiter bezahlt. In der WellpappenindustrI« wurde der Stundenlohn um 614 Pfennig erhöht: für die ungelernten Arbeiter beträgt er i n derSpitze92Psennig. Die Arbeiteriimenlöhne wurden um 5 Pfennig erhöht. In den Kunstfigurenfabrtken wurde der Stundenlohn durch Schiedespruch um 714 Pfennig erhöht. Di« Facharbeiter er- hallen einen Stundenlohn von 10714 Pfennigen, die ungelernten 79 bi» 83 Pfennig, die Arbeiterinnen 69 bis 79 Pfennig die Stunde. Für die chemische Großindustrie außerhalb Kölns wurde durch einen Schiedsspruch des Haupttarifamtes in Berlin der Stundenlohn des ungelernten Arbeiters um 8 Pfennig. der Stundenlohn des Handwerkers um 9)4 Pfennig(auf 90 Pf.) die Stund« erhöht.— Alle dies« Abkommen gelten vom 1. April 1928 bi» 51. März 1929._ Moskaus Kampf gegen öle Gewerkschaften. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat auf dem Kongreß der Roten Gewerkschoftsinternationale der Präsident Losowsti in seiner Schlußansprache daraus hingewiesen, daß die russische Gewerkschafts- bewegung nie an den Beitritt zur Amsterdamer Internationale gedacht habe. Bereits im Jahre 1926 hätten die russischen Gewerkschaften die Gerüchte über den Anschluß an die Amsterdamer Internationale energisch dementiert. Der Kampf gegen die europäischen Gewerkschaften würde wieder aufgenommen. Die europäischen Gcwerkschasten müßten sich in de n Dienst der Kommunistischen ~tart«i stellen. Die kommunistischen Parteien Europas, und zwar eutschlands, Englands und Frankreichs müssen mit aller Gewalt d i e Gewerkschaften erobern, denn die Gewerkschaften seien das groß« Instrument der Weltrevolution. Zum Schluß wurden die von dem russischen Vollzugsausschuß der Gewerkschaften oorgeschlogenea Richtlinien angenommen. »eranm/rtlich N>r PiliUk: Dr. Cnt®f»e» StDcrCfcloFtstK tBctCfciaftstaTOeguna: Fr.«»(•tn; RtuiUcton:». K. D Sicher: unft Confti«»: Fritz«arpid»! injetarn: itz.«öleckr: sSmtlich in t «rlaz: Lorwar:«.LcrIng®. m. d H.. Berlin. TruS: Lorwarte-Bu- Tn �______ r._»i n\___• �—.. /f-, CO iCZ VI O Bmim W und L«rln/, itutl. 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