Morgenausgabe flr.ies A85 45. Jahrgang Wöchentlich 70 Pfg� monatlich 8,— TO. Im voraus zahlbar. Postbezug 8.72 M. «jnschl. Bestellgeld. Auslandsabonne» ment SLV M. pro Monat. Der.Bonvön»' erschetm wochentSg. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal. die Abendausoaben für Berlin und im chandel mit dem Titel.Der Abend-. Illustrierte Beilaaen.Boll und Zeit- und.Kinderfreuno- Ferner .Unterhalwng und Wissen-..Frauen» stimme-.Technik- Blick in die Bücherwelt- und.Iugend'Borwärts- w1*/ WW> f> Aerlmer Volksblatt Sonntag April 1928 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 Pf. SW XonpsnlStsedt H Plennig Stflamejrllf 5— R-ich— «ort.Kleine Anzeigen" da» tettge» »ruiki««nn 2i Mennig(zuISMg zwei tennedeuckle«orte), lebe« weilen«ort 12 Menmg Siellengeluche dos-Nie von Ii Piennig. ledes weilen«ort 20 Mennig«ort» ilbn 15 Buchst» den eählen für zwei«orte Ürbeitomartt Seil» 90 Mennig gomilionz-lgen tue Abonnenten Zeil» 40 Biennig Anzeigen. ONNodme im bouglgescholl Linden» •nÄelk«ochenlögi oon 8Vt M« IT Übt Jentvawvgan der Sierungsrichllinien eigentlich verlangten. Sie glaubten des» alb mit dem Schwenken der Fahne Schwarzweißrot wieder politische Geschäfte machen zu können. Aber auch dieses abgebrauchte Symbol wird den Deutschnationalen nichts nützen. Die betrogenen Kleinrentner können sich dafür nichts kaufen. Als Wahlvarole bleibt deshalb wieder einmal nichts übrig als: Kampf gegen den Marxismus. Mll dieser Parole sollen die Bauern in die Wahlschlacht geführt werden. Aber werden sie nicht fragen, was bedeutet das: Kampf gegen den Marxismus? Ueber das Wesen des Marxismus herrscht in allen bürgerlichen Schichten die größte Unkenntnis. Als der rechtsstehende Profestor G e r l a n d im Januar 1925 sein Kolleg in Jena eröffnete, sagte er den Studenten: Am Samstag hat keiner der sechs Herren im Referendar- examen Antwort auf die Frag« geben können: Was ist Marxis- mus? Sicher haben alle sechs Herren auch gerufen: Nieder mit dem Marxismus! Aber keiner von ihnen hat sich Rechenschaft gegeben über dies« die Welt umspannende Bewegung, die in unserem Voter- lande von großer Bedeutung Ist." Ja, was ist Marxismus? In früheren Zeiten, als das deutsche Bürgertum noch glaubte, Arbeitermassen unter der Fahne des Liberalismus sammeln zu können, wußte man das bester. Freilich nicht zuletzt deshalb, weil stärkere persönliche fäden vom Marxismus zum Liberalismus und selbst zum onservatioismus führten. Wenn unsere Deutschnationalen von den großen Männern der kaiserlich-deutschen Vergangen» hell reden, so führen sie oft hinter Bismarck Johannes v. M i q u e l an. Miquel wußte freilich mit dem Marxismus Bescheid. Als Student schrieb er schon an Marx im Äahre 1849, daß er nach der Lektüre von dessen„Elend der Philo» sophie" ihm, Marx, mit Leib und Leben gehör«. Cr blieb bis zum Mai 1857 mit Karl Marx im Briefwechsel. Er hat diesen Briefwechsel also noch fortgesetzt, al» er bereits als Führer der Liberalen einer der tätigsten gewähllen Mllgueder des Die Konservativen gegen Westarp! Wahlparole in Berlin und Potsdam: Kür völkischen Block gegen Oeutschnationale. Am 31. März erließ der Vorstand der Deutschkonser- vattosn Partei, gezeichnet Gras Seidlitz-Sandreczti, den folgenden Wahlaufruf: „Für die kommenden Wahlen stellt der Vorstand der Deutschftmserwltuxm Partei seinen Mitgliedern anHeim, für diejenige Liste in ihrem Wahlkreise zu stimmen, deren Partei nach Programm und Verhalten oder deren Kandidaten noch ihrer Persönlichkeit die meist« Gewähr dafür bieten, daß durch ihre Förderung konservativen Gedanken und Wünschen Einfluß im neuen Parlament verschafft wird. Der Vorstand bittet, die konservative Organisation tatkräftig weiter auszubauen, damit neben der heute überhand nehmenden Vertretung von Interessen im öffentlichen Leben eine wirksame Vertretung unserer Weltanschauung vorbereitet wird. Auch berechtigte Enttäuschung aber darf zur Wahlenthaltung keinen Anlaß geben. Wahlrecht ist Wahlpflicht!" Die Deutschkonservative Partei ist die engere Organi- sation der Konservativen in der Deutschnationalen Volks» partei, sie stellt einen mächtigen Flügel der Deutschnationalen dar. Zu ihren Führern gehört Graf Westarp, der ihr Borsitzender war, bis er zum Parteioorsitzenden der Deutsch- nationalen Volkspartei gewählt wurde. Dieser offizielle Wahlaufruf, der es den Konservativen ausdrücklich freistellt, auch für dieVölkischenzu stimmen, bedeutet schon «ine Distanzierung gegenüber den Deutschnationalen. Nun hat der Bevollmächtigte der deutschkonser» vativen Reichsleitung für die Wahtkreise Berlin und Potsdam von seiner Pollmacht, die Wahlparole für diese Kreise auszugeben, Gebrauch gemacht. Er läßt durch die Tele- graphen-Union den folgenden Wahlaufruf verbreiten: Deutsche Wähler! Wer eintritt für die auf gesetzmäßigem Wege wiederherzustellend« legitime Monarchie(der sogenannte Kaiserparagraph des Republikschutzgesetzes ist eine Schande für unser Vol kl), für lebendiges Ehristentum in Haus und Schule, in Reich, Staat und Gemeinde, für deutsches Volkstum im freien Deutschen Reich, gegen das alles zersetzende Judentum und die von ihm abhängigen Parteien(besonders Demo- traten und Sozialdemokraten!), gegen das ganze heutige System, das uns in immer tiefere Rot führt, und den Parka- mentarismus, für«ine gesunde deutsche Landwirtschaft, für ein blühendes deutsches Handwerk, für eine ungeknebelte deutsche In- dustri«, für den ehrlichen deutschen Handel, für eine starke, von Parteieinflüssen unabhängige Wehrmacht, die unser Vaterland ebenso wie früher vor unseren in Waffen starrenden und zur Abrüstung nicht bereiten Feinden zu schützen in der Lage ist. für die Rückgabe der uns geraubten Kolonien, für ein ehrliches und vorgebildetes Be- amtentum, für Reinlichkeit des öffentlichen Lebens, für wirkliche Ve- kämpfung von Schmutz und Schund, für tatsächliche(nicht nur auf dem Papier stehende!) Meinungsfreiheit, der wähle konservativ, d. h. gebe seine Ttrurme am Wahltage nur dem völkisch-nationalen Block» auf dessen Wahlbewerberlisten auch Konservative stehen, die auch als Abgeordnete de? Blocks für unsere konservativen Ideale zu wirken reiche Gelegenheit und volle Bewegungsfreiheit haben. Als konservative Staotsaiiffassung bei uns noch maßgeblich war, war unser Vaterland stark und mächtig und ging es uns gut. Seitdem aber konservativ« Grundsätze mißachtet werden, geht es mit uns unmer schneller bergab. Also??? Der völkisch-nationale Block, das sind Graes e, Wulle und Henning und der Hofprediger D o e h r i n g! Der Bevollmächtigte der Deutschkonservatioen für Berlin und Potsdam hat also entschieden, daß die Deutschnationalen nach Programm und Haltung nicht die Gewähr für Vertretung konservativer Grundsätze bieten. Spitzenkandidat für Potsdam II für die Deutschnatio- nalen ist— Graf W e st a r p. Der politische Bertrauens» mann seiner engeren Organisation in der Deutschnationalen Partei bricht den Stab über ihm, er urteilt, daß Graf Westarp nach seiner Persönlichkeit nicht die Gewähr biete, konservative Weltanschauung zu vertreten. Er gibt die Parole aus, nicht für Westarp, sondern gegen Westarp zu stimmen! Vermutlich wird die Folge eine erregte Auseinander- setzung in der Konservativen Partei sein. Als Stimmungs» zeichen ist diese Wahlparole aber sehr interessant. SeuWösteneichs WiffschaflSpolilik. Genosse Renner gegen Geipels Bürgerblock. Em sehr bemerkenswertes Ergebnis hatten die Wahlen in der Zwangsgenvfsenschafl der Gastwirt« Wiens. Obwohl Gastwirt« ohne samiliensremde HUsslräste nicht mitzuwählen hallen, also die kleinsten Wirt«, erhielt die Liste des freien, sozialdemo- kratischen Gastwirteverbandes die meisten Stimmen— ein klarer Beweis dafür, daß selbst der größte Teil der Gastwirte nicht die„Vreitner-Steuern" für den Urgrund allen Hebels hält, sondern in der Politik der„Rathausmarxisten" und in der Aufrechterhaltung des Mieterschutzes, will sagen in der Nichtauswertung der Mieten die einzig« Möglichkell steht, die ohnehin so schwer« Existenz der Be- völkerung Wiens aufrechtzuerhalten. Ueber die für Deutschösterreich notwendige Wirtschaftspolitik sagte unser Genosse Dr. Karl Renner, der erst« Kanzler der Republik und nun der Leiter des Lrbellergenossenfchaftswejens. in einer Dersammimtg der sozialdemokratischen Kaufleute und Gewerbe- treibenden Wiens: Das Bürgertum sieht immer mehr«in, daß. die Politik der Chri st lichfozialenun fruchtbar ist und im Gegensatz dazu. wie in der Gemeinde Wien die Sozialdemokraten tüchtige Arbeitleisten. Daraus ist zu verstehen, warum sich die bürger- lichen Parteien mit so großer Leidenschaft auf die Ereignisse vom 15. Juli stürzten und den Bauern draußen erzählten, die Sozial- demokraten wollen ihr« Häuser niederbrennen. Wer es ist damit etwas geschehen, was ich den Sündenfall der Ehrisllichsozialen und der Regierung Seipel nennen möchte, weil sie hier von den Scharfmachern Gelder und Rat angenommen und die Politik des Bürgertums geopfert haben, um im Dienste des Schwerkapitals die Arbeiterschaft niederzuknüppeln. Der Industriellenvcrband, der wirtschaftlich keine fruchtbringcn- den Ideen hat, glaubt, daß die Industrie gedeihen werde, wenn man der Arbeiterschaft das. was sie durch die Revolution errungen hat. mit Gewalt wieder entreißt, und daher haben sie auch die Heimwehreu ausgerüstet. Der Schwarzrnbergplatz gibt auch das Geld für die Sudelpresse her, die mit voller Absicht die Verunglimpfung jedes sozialdemo- kratischen Namens sich zur Ausgebe gestellt hat.. Ich behaupte, daß am Schworzenbergplatz(Haus der Industrie) der Gistbrunnen ist, von dem aus die ganze öffentliche Meinung und unser Volk oergiftet werden. Es ist höchste Zell, daß die Industriellen, die mll dieser Methode nicht einverstanden sind, om Schwarzenbergplatz nach dem Rechten sehen. �.... Man tut den Arbeitern Unrecht, wenn man unter ihnen Iulimänner sucht. Die Arbellerllasse hat keine Julimänner! Diese sind beim Bürgerblock zu suchen. Seipel, Kienböck und Vaugoin(Rufe: lind Schober!), das sind die Iulimänner. (Stürmische Zustimmung.) Besonders Vaugoin, der ja an nichts anderes denkt, als an Gewehre und Schießen, der glaubt, e:n Ge» meinwesen könne man am besten damit regieren, wenn man dem Volke blaue Bohnen gibt und an ihm einen Aderlaß vornimmt. Parteipolitisch können wir der Regierung Seipel für ihre Scharsmacherpolitik, die sie auf Beseht des Schwarzcubergplahcs wacht, nur donkvstr fein. es gibt keinen rührigeren Apostel für unsere Sache als den Bundes. konzler Dr. Seipel, der sagte:.Lein« Milde!" Es gibt auch kein besseres Werbemittel für uns, als die Bewaffnung der Heimwehrleute. Trotzdem haben wir im Interesse des Landes und des Volkes den Heimwehrleuten zugerufen:„Besinnt euch doch. arbeitet mit uns gemeinsam. Wenn ihr es nicht tut, dann ent- steht«in schwerer Schaden für alle. Ihr werdet sehen, wie dann die große Masse der Bürger in den Städten und der Bauern aus dem Land« zu u n s stoßen. Dann werden wir in Zukünft ent- hoben fein, uns zu koalieren und werden als stärkste Partei im- stand« fein, jene Wirtschaftspolitik zu machen, die im Interesse des Staates und des Volkes notwendig ist!"(Stürmischer Beifall.) Bürgervorsteherkollegiums zu Göttingen und Mitglied der Zwecken Hannoverschen Kammer war. Wie Wilhelm G u h l in einer soeben in Carl Heymanns Verlag erschienenen Schrift: „Josianes v. Miguel, ein Vorkämpfer deutscher Einheit" mit- teilt, hat Miguel noch nach feinem Abgang als Finanzminister geäußert, daß er in seinem Leben eigentlich immer Sozial- demokrat gewesen sei. Das ist freilich nicht ganz wörtlich zu nehmen. An das Erfurter Programm hat er bestimmt da- mals nicht mehr„geglaubt". Schon im Dezember 1861 schrieb er an den Arzt Kugelmann in Hannover, der«in Freund Karl Marx' war: Bourgeoisie und Proletariat haben die gleichen Interessen, vor- erst gemeinschaftlich einen bürgerlichen, nationalen«taat zu grün- den. Wenn sie sich vorzeitig in die Haare geraten, erreichen beide nichts. Das war schon echt nationalliberal, wenn auch marxistisch vorausgesetzt wurde, daß sich Bourgeoisie und Proletariat einmal in die Haare kriegen müßten. Jedenfalls war Miguel einer derer, die sich ernst mit dem Werke von Karl Marx befaßten. Als 1869 der erste Band von Marx'„Kapital" erschien, da erkannte der Führer der nationalliberalen Reichstagsfraktion des Norddeutschen Bundes in einem Brief an Kugelmann dieses Werk rückhalt- los„als höchst interessant und lehrreich an" und bedauerte nur die gegen den Nationalökonom Roscher gerichteten An- griffe. Ja, er schrieb: Meinen Freunden Hobe ich das Buch überall empfohlen. Es ist für alle Anschauungen seine Kenntnis durchaus notwendig. Ja. Guhl, der feit langen Iahren Beamter im preußischen Finanzministerium ist, bemerkt, daß Miguel noch als Finanz- minister in diesem Sinne seinen Räten das Studium von Karl Marx empfohlen habe. Schade, daß der heutige Führer der Deutschnationalen, Herr Hergt, von diesen Empfehlungen des von ihm so sehr verehrten Herrn v. Miguel keinen Nutzen für die praktische Politik gezogen hat. Für den Wahlkampf wird es mit ordentlichen Marx- Studien freilich wieder zu spät sein. Die Klopffechter der bürgerlichen Parteien haben da einfachere Formeln. Sie de- klarieren unter Marxismus einfach die angebliche rote Gewerkschaftsherrschaft in Deutschland. Aber wo war diese denn? Im Reiche bestimmt nicht. Denn Wilhelm Marx war sicherlich nicht der Wortführer eines solchen Marxismus. Im Reiche ist die Sozialdemokratie seit dem Herbst 1923 überhaupt nicht mehr in der Regierung vertreten gewesen. Der Borwurs richtet sich deshalb in erster Linie gegen Preußen. Die Deutschnationalen sind eben untröst- lich darüber, daß sie bisher immer noch nicht in die preußische Regierung gekommen sind. Kampf gegen den Marxismus heißt im Grunde ge- nommen weiter nichts als Verhinderung des Aufstiegs derer, die von unten kommen. Heißt weiter nichts als Befestigung des Privilegs derer, die einer auf dem Geldsack gegründete Bit- dung haben. Heißt wecker nichts als zurück zum Obrigkeits- staot. Wer den preußischen K a st e n st a a t der Vergangenheck wieder herstellen will, der wird sich von den antimarxistischen Parolen der Rechten beeinflussen lassen. Wer aus der Re- publik einen wahrhaften Volksstaat schaffen will, der muß alle Werktätigen unter der Fahne des Sozialismus sammeln. Rur so können die Interessen der Angestellten. Arbeiter, Bauern und Beamten im neuen Staat tatkräftig gegen die Machtgier der Agrarier und der Schwerindusttie oertreten werden Wer sich der Interessen der überwiegenden Mehr- heck des deutschen Volkes so annimmt, der treibt praktisch marxistische Politik. Die Minderbemittelten in Stadt und Land werden bei der kommenden Reichstagswahl den Herren der Rechten zeigen, daß die Parole:„Gegen den Marxismus" heutzutage weniger zieht denn je. llnfere Kandidaten in Halle-Merseburg. Der soziclldemokrellifche Bezirtsporteitaq für Halle-Merseburg bat die folgenden Kandidatenlisten für die Reichstags- unid Larckitags- wohl aufgestellt: Reichstag: 1. Hertz-Berim: 2. Kruger-Merseburg: S. Peters- Halle: 4. Bergholz-Zeitz: 5. Marie Wackwitz-Weißenfels. Landtag: 1. Franken- Zeitz: 2. Christange- Mansfeld: Z. Drescher-Halle; 4. Müller-Halle: 5. August Schmidt-Bnchum. puffchist Neumann gestorben. Der ehemalige erste Bürgermeister von Lübeck, Dr. Neu- mann, ist am Ostersonnabendmorgen infolge eines Schlaganjolls, im Alter von 63 Jahren plätzlich gestorben. Er war vom 1. De- zcmber 1920 bis zum Juni 1926 erster Bürgermeister von Lübeck. Neumann gehörte zu dem Kreis der Putschisten um H u g e n- b e r g und C l o h. Als im Frühjahr 1926 die preußische Regierung zugrifs und die Pläne der Putschisten durchkreuzte, wurde bekannt, daß Neumann von Claß auscrsehen war, den Borsitzenden des Reichsdirektoriums zu spielen, das angeblich auf legalem Wege auf Grund des Attikels 48 eingesetzt werden sollte. Herr Neu- mann sollte als Reichskanzler die berüchtigte Notverfassung der Putschisten um Claß durchführen, die den politischen Gegnern mit Erhängen droht«. Nach dem Bekanntwerden dieser Pläne ließ Neumann sein Emoerständnis mit Claß ableugnen, bis eine Ber« öffenilichung des amtlichen Preußischen Pressedienstes einen Brief von Claß an Neumann vom 23. April 1926 wiedergab, der auf das klarste die Komplizität zwischen Claß, Hugenberg und N« u m a n n aufdeckte. Da Neumann sich weigerte, sein Anck als erster Bürgermeister niederzulegen, beschloß die Lübecker Bürgerschaft am 27. Mai und 2. Juni in erster und zweiter Lesung ein Miß- traue n svotum gegen ihn, so daß er zurücktreten mußte. Im Anschluß an diese Enthüllungen wurde bekannt, daß Neu- mann während seiner Amtszeit als Lübecksches Staatsoberhaupt gleichzeitig Vorsitzender des Verwaltungsausschusses von August Scherl gewesen war. Heute weiß man. daß er feit 1916 Mitglied jener famosen deutschen Berlagsgesellschaft gewesen ist, die mit preußischen Staatsgeldern gegründet worden war. um den „Lokal-Anzeiger" nicht in lintsgerichiete Hände fallen zu lassen. Das Charakterbild des Herrn Neumann ist eindeutig in der Geschichte gezeichnet. Er verquickte Politik und Geschäft, er war ein Putschist. der trotz seiner Gegnerschaft gegen die Dersvssung das höchst« Staats» omt m Lübeck behauptete. Lcwdwirlfchaftsrak Curnrna, der Direktor der Landwirtschaft s i ch u l e in Stolp, ist bis zur Erledigung eines gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens vom Anne suspendiert worden. Lumma hatte in einer tkniernchtsstunde den Schülern erzählt, der vrrstorbene ReichsvrSstdem Ebert habe einem Besitzer, bei dem er zur Jagd weilte, erklärt, er habe so lange Ziellicht, bis er den Schmutz unter seine» Fingernägeln sehen könne. Aus ber Lust gegriffen. Die„Politisierung" der Preußenkasse. Die Rechtspresse ist krampfhaft bemüht, die im Interesse der Lanidwirtschast erforderliche Reorganisation der Preußischen Zen- tralgenossenschastskass« zu einer politischen Angelegenheck zu stem- peln. Der Zweck ist klar: es soll den Lcmdbundschäslein und denen, �ie es werden sollen, Angst vor der verhaßten Preußcnregierung gemacht werden. Die„Berliner Börsen-Zeitung" verbreitet dazu eine neue Seil» sation.„Wie oerlautet", soll neben Herrn Rechtsanwalt Klepper als Vertreter der Demokraten und Regierungsrat Albersmann als Vertreter des Zentrums, für die Sozialdemokratie Dr. Bachem von der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten W-G. die preußischen Koalition-potteien im Vorstand der Preußen» lasse vertreten. Diese neuersunden« Kombination ist gewiß ganz interessant. Sie paßt in den Rahmen der bisherigen Landbundhetz« und ist ein neuer, niedlicher Versuch dazu. Wir haben der Meldung von vorn» herern keinen Glauben geschenkt, uns aber doch zu allem lieber» fluß bei den zuständigen Stellen noch erkundigt. Die Meldung ist vollständig aus der Luft gegriffen. England und Rußland. Der in Leningrad eingetroffene englisch« Nationalökonom Keynes erklärte, dos Fehlen normaler Wirtschastsbeziehungen zwischen England und der Sowjetunion behindere die Entwicklung der englischen Ausfuhr und lasse eine Atmosphäre der Ruh« und des Friedens in Europa nicht auskommen. Die liberal« und die Arbeiterpartei würden keine Gelegenheck vorübergehen lassen, um die Beziehungen mit der Sowjetunion Wiederaus- zunehmen. Die Knechischast Bessarabiens. Dom Kührer der rumänischen Opposition gebrandmarkt. Bukarest, 7. April. Der Führer der Nationalen Bauernpartei, Julius M a n i u, teilt in einem offenen Briese an die bessarabischen Parteiorgane mit, daß die Rationale Bauernpartei der offiziellen Feier der 10. Wieder- kehr des Tages der Bereinigung Bessarabiens mit Rumänien nicht teilnehmen werde. In dem Brief wird auf die tragische Lage Bessarabiens hingewiesen und betont, daß die Enttäuschungen, die Besiarabien erlitten hätte, nicht auf das Schuld- komo des rumänischen Volkes gebucht werden könnten, sondern auf da» unwürdig« Regime zurückzuführen seien, das die Liberale Partei seit zehn Iahren in Rumänien ausübe. Der rumänisch« Regentschaftsrat hat die Parlamentstogung geschlossen. Das Volt büßt damit die letzte freie Tribüne ein. Die bevorstehende Ankunft des Herrn— S u b t o f f dürft« nicht als Ersatz dafür angesehen werden. Gegen Amlsgerichksrok Dr. Rochmann aus Opladen, der im oevgangenen Jahre im Seebad Balirum von einem Strandkorb ein« Reichssahne herunterholte und zerriß, ist vom Obertondesgerichls» Präsidenten in Düsseldorf ein Disziplinarverfahren einge» lecket worden. Oiplomaienversetzung zu Ostem. Koester von Riga nach Belgrad. Folgende Ernennungen und Versetzungen deutscher Gesandter werden amtlich bekanntgegeben: Für Peking der Votschastsrat in Tokio Dr. v. B o r ch: für B u e n o s A i r e» der Gesandte in Brüsiel Dr. v. K e l l e r: für Brüssel der Ministerialdirigent im Reichsaußenministerium Dr. chorstmann; für Santiago d e E h i l e der Gesandte in Belgrad Dr. O l s- Hausen? für Belgrad der Gesandte in Riga Dr. K o« st e r: für Riga der Vortragende Legationsrat Dr. S t i e v e: für R e v a l der Generalkonsul in Barcelona Dr. S ch r o e t t« r: (Nachfolger in Barcelona der Wirkliche Legationsrat Dr. Bobrik): für Oslo der Ministerialdirektor Dr. W a l l r o t h(Nachfolger im Auswärtigen Amt der Ministerialdirigent Dr. v. D i r ck s e n): für Quito der Generalkonsul in Memel Dr. M u d r a(Nach- folger der Konsul in Gotenburg M a e n ß: dessen Nachfolger der Konsul in Porto Alegre Daehnhardt): für Porto Alegre(Generalkonsul) der Konsul in Czerno- witz Dr. Wahlbeck(Nachfolger im Auswärtigen Amt Dr. D r u b b a): fürSanFranzisko(Generalkonsul) der Generalkonsul z. D. Dr. don ch e n t i g. In den einstweiligen Ruhestand versetzt: der Gesandte in Peking Dr. Boye, der Gesandte in Buenos Aires Dr. Gneist. der Gs- sandte in Santiago Graf von Spee, der Gesandt« in Reval Dr. Frank, der Gesandte in Oslo Dr. Rhomberg, der Gesandte in Quito Dr. Grunow, der Generalkonsul in Marseille Dr. Franoux, der Generalkonsul in San Franziska Dr. Ziegler und der Vortragende Legationsrat im Auswärtigen Ami Dr. von Löhneysen. Der Botschafter in Tokio Dr. S o l f wird auf seinen Antrag in den R u h e st o n d versetzt werden, aber bis zum cherbst auf seinem Posten verbleiben. Zu seinem Nachfolger wird der Gesandte in Lissabon Dr. V o r e gs ch ernannt werden, an besten Stelle der Dirigent der Presseabteilung der Reichsregierung Dr. von Bali- gand treten wird Zu seinem Nachfolger ist der Vortrageild«> Legationsrat Dr. von Kaufmann-Aster bestimmt. -<- An den Grundsätzen, die unter dem kaiserlichen Regime für die Verwendung von Diplomaten und für den Nachwuchs maßgebend waren, hat sich seit 1S18 nicht viel geändert: Maßgebend sind das persönliche Vermögen, der Adelstitel, die Zugehörigkeit zu einem feudalen Studentenkorps oder die verwandtschaftliche Beziehung zur Großindustrie. Wer mehrere dieser„Voraussetzungen" gleichzeitig erfüllt, braucht um seine Karriere nicht bange zu sein. Nur ganz wenige Ausnahmen sind in den ersten Iahren nach der Revolution zugunsten von linksgerichteten, sogar sozialdemokratischen Persönlichkeiten gemacht worden. Aber diese wurden stets im Auswärtigen Amt als unbequeme Außenseiter empfunden. Das Mindeste, was sich von ihnen sagen läßt, ist, daß ihre Beförderung nicht gerade übereifrig betrieben wurde. Wäre z. B- D r. Adolf Koester nicht Sozialdemokrat, sondern Volksparteiler oder Deutsch- nationaler, so würde er nicht volle siebenJahrein Riga belassen, sondern schon längst zum Botschafter ernannt wor- den sein. Die Versetzung nach Belgrad gilt zwar als Beförde- rung, aber sie war wohl das M i n d e st e, was man dem Manns schuldet, der die deutsch-lettischen Beziehungen in her- vorragendem Maße gefördert hat. Sonst kann ni�r.D r. O lsh au.l.S.n�bisher. Gesandter in Belgrad,' der nach Santiago de Chile versetzt wird und dort, ebenso wie Dr. v. Keller in Buenos Aires, demnächst zum Botschafter ernannt werden dürfte, als zuverlässiger Demokrat angesehen werden. Der neue Gesandte in Brüsiel, Dr. Horstmann, ist ein Mann, der bereits auf viele Jahre diplomatischer Lauf- bahn zurückblicken kann. Als Besitzer des eher linksge- richteten„Frankfurter Generalanzeigers" könnte er zwar ge- wisse Garantien für moderne politische Auffassungen bieten, demgegenüber steht aber die Tatsache, die kürzlich in der Presse" registriert wurde, daß er an einer schworzweißroten Winterveranstaltung des extrem-völkischen und nationalisti- schen Deutschen Offiziersbundes teilgenommen hat. Das ist nicht gerade eine Empfehlung für den noch immer heiklen Posten in Brüsiel. Der �Botschafter in Tokio, Dr. Solf, wird seinen Posten erst im Sommer nach den Krönungsfeierlichteiten zu Ehren des neuen Mikado verlassen. Er hat die Altersgrenze über- schritten. Seine Rolle in der Revolutionszelt ist bekannt: er hat sich als langjähriger kaiserlicher Staatssekretär für die Kolonien der neuen Regierung als Außenminister zur Ver- fügung gestellt und er hat später zweifellos dazu beigetragen» das Ansehen Deutschlands in Japan zu heben. Viel gelobt wurde auch die sehr geschickte und taktvolle Haltung des Gesandten in Peking» Dr. Boys, der Deutsch- lands Stellung in China außerordentlich zu stärken ver- standen hat. Warum dennoch auch er in den Ruhestand ver- setzt wird, obwohl er die Altersgrenze noch nicht erreicht hat, ist nicht leicht ersichtlich. t Im allgemeinen läßt sich sagen, daß das deutsche diplo- matische Korps sich„auf den Boden der Tatsachen" gestellt hat— mehr aber auch nicht. Entschiedene Monarckisten und Reaktionäre kommen in ihm nur vereinzelt vor(z. B. der berüchtigte Stockholmer Gesandte von Rosenberg), ober entschiedene, zuverlässige Republikaner sind ebenfalls sehr selten. Und das ist schon deshalb sehr bedauerlich, well von der Gesinnung und der Tatkraft der deutschen Vertreter im Auslande die.Beeinflussung der Auslandsdeutschen in hohem Maße abhängt. Die gerade erschütternde Borniert- heit zahlreicher Auslandsdeutschen, vor allem in überseeischen Ländern, ist ein besonderes trübes Kapitel, über das die ver- tändigen Elemente in der Wilhelmstraße oft ausrichtig ent- etzt sind. Wir möchten hoffen, daß die neuernannten beut» chen Diplomaten dort, wo ihre Vorgänger auf diesem Ge- biete versagt haben, deren Versäumnisse wieder gutmachen. Aber wir geben uns in dieser Hinsicht keinen allzu großen Hoffnungen hin, solange nicht in den Grundsätzen für die Beförderung und für den Nachwuchs in der Wilhelmstrahe eine radikale Aenderung eintritt. Einstweilen gehört die republikanische Gesinnung nicht„zum guten Ton" in der deutschen Diplomatie. Erst wenn die Angehörigen des diplo- matifchen Korps an weithin sichtbaren Beispielen erkennen werden, daß nicht der Adel, nicht das Privatvermögen, nicht die Zugehörigkeit zu den Bonner� Borusien, nicht die Ver- schwägerung mit der rheinischen Industrie in der Karriere den Ausschlag gibt, sondern die persönliche Tüchtigkeit und das mutige Bekenntnis zur neuen Zeit, erst dann wird ein Wandel eintreten, der auch der deutschen Außenpolitik und dem Ansehen' Deutschlands m der West zugute komme» wird. Osierbefcherung. Michel freute sich auf Ostereier und machte dem Osterhasen ein warmes Nest zurecht. Da kam der Marine« Osterhase und legte ein Ei... und auch der Eisenbahn-Hase legte ein Ei Aber als nun Michel kam, zeigte sich, daß diese Ostereier stinkend favl waren! Land Südwest? Das Zentrum für Vereinigung von Baden und Württemberg Sfutlgart, 7. April.(Eigenbericht.) Die Bereinigung von Baden mit Württemberg zu einem einheitlichen Staat steht seit einigen Tagen in der Presse der beiden Länder zur Diskussion. Der zum Zentrum gehörend« württembergische Innenminister Bolz äußerte sich dazu gegen- über dem Vertreter eines badischen Blattes, der„R a st a t t e r Z e i t u n g" in zustimmendem Sinne. Der Minister hob die bedeuten- den Dorteile hervor, die aus einer solchen Vereinigung erwachsen würden. Man werde durch diese Zusammenlegung Ersparnisse erzielen, aber es sei nötig, daß die Frage von großen staatspoll tischen Gesichtspunkten aus gelöst würde. Kleinliche parteipolitische und konfessionelle Bedenken müßten in den Hintergrund treten. Im übrigen sei das Interesse an der Zusammenlegung m Baden größer als in Württemberg, da hier die wirtschaftlichen Verhältnisse ge- sünder seien. Im Falle einer Zusammenlegung müßten jedoch die sozialen Lasten gemeinsam getragen werden. Obwohl sich Bolz jetzt nicht schon über Einzelheiten unterhalten wollt«, glaubte er doch sagen zu sollen, daß Stuttgart wegen seiner zentralen Lage die Hauptstadt des jüdwestdcutschcn Staates bleiben würde. Karlsruh« müßte in anderer Hinsicht, etwa durch den Aus- bau seiner Hochschulen, enschädigt werden. Bolz verspricht sich durch die Zusammenlegung dieser Lander eine Verstärkung ihres Einflusses auf die R e i ch s v e r w a l t u n g. Di« Lösung der Frage liege also im Interesse beider Länder und einer gesunden Reichsglicderung. Da Badens Interesse an der Frage aber ein größeres fei als das Württembergs, so wolle letzteres sich zurück- holten und zunächst eine offizielle Aeußerung Badens abwarten, um dann zu ihr von Regierung? wegen Stellung zu nehmen. Im Hinblick auf die grundsätzlich föderalistische Einstellung des Zentrums, das sich noch im Jahre ISIS streng ablehnend äußerte, muß man in seiner jetzigen Haltung eine Schwenkung erblicken, die vermutlich auf Erwägungen allgemein politischer Art zurückführen. Vielleicht glaubt das würüemberglsch« Zentrum durch die Vereinigung mit Baden am geschicktesten aus der po- litischen Sackgasse herauszukommen, in die es durch seine Verbindung mit der reaktionären Politik des Staatspräsiden» ten B a z i l l e hineingeraten ist. Aus dem Echo, das die Aeuße» rung des Ministers Bolz in Baden auslösen wird, dürste man bald Klarheit über die Gründe erhalten, auf die man den Umschwung in der Politik seiner Partei zurückzuführen hat. Die Frankenfälfcher begnadigt. Bkeibeuder Verlust der politischen Rechte. Budapest, 7. April. Di« Gerichtssaalkorrespondenz meldet: Der Amnestieerlaß des Reichsoerwesers vom 1. März d. I. hat die Gericht« ermächtigt ein- zelne Verurteilte zu begnadigen. Das Gericht hat in solchen Fällen ohne Antrag und Anhörung der Staatsanwaltschaft und der int er- essi«rten Partei zu entscheiden. D«r Vudapester Gerichtshof, der in den verflossenen Wochen bereits mehrmals von dieser Ermächtigung Gebrauch machte, hat durch feine jüngste Entscheidung von d«n im Frankenfälscherprozeß verurteilten Personen Emmerich Nadossy, Ludwig H a i t s, Alexander Kurz, Wladislaw E e r ö, Dffider R ab a und Dr. S ch w e tz begnadigt. Emmerich Nadossy wurde vom Gericht seinerzeit zu 3H Jahren Gefängnis verurteilt Fast zwei Drittel dieser Strafe hat er bereits verbsißt. so daß er i n einigen Mobaten ohnehin gesetzlichen Anspruch auf Frei- lassung gehobt hätte. Der Gerichtshof hat, nachdem er fem« Ent» fcheidung, gegen die prozessuale Rechtsmittel nicht möglich sind, ge» fällt hatte, unverzüglich verfügt, daß der nn Zuchthaus von Hart« seine Straf« verbüßende Emmerich Nadossy auf freien Fuß gesetzt werde. Di« Amnestie, der Emmerich Nadossy und Genossen teilhastig wurden, erstreckt sich außer auf die Freiheitsstrafe auch aus die als Nebenstrafe bemessen« Geldbuße; doch erstreckt sie sich nicht auf die Aushebung des im Urtell ausgesprochenen Verlustes der politischenRechte. Prinz Wind! f ch g rä tz ist also nicht begnadigt: aber das braucht er nicht, da er seine„Strafe" ohnedies abwechselnd im Hot«l-„Sanotorium" und aus seinem Gut verbrinzt. Bombenattentai in Tirol. Auf den Präsidenten des Indnstnellenverbandes. Innsbruck, 7. April. Wie aus I e n b a ch gemeldet wird, wurde dort gestern abend aus den Präsidenten des Tiroler Industriellen- Verbandes. Reillinger. ein Bombenanschlag verübt. Als Präsident Reiilinger aus seinem Hause in den Garten trat, wurde über die Gartenmauer ein eiserner Sprengkörper geschleudert, der unweit des Hauseinganges explodierte. Reitlingsr, der sich in der Nähe befand, blieb u n v e r l e tz t. Der Sachschaden ist gering. Die sofort eingeleiteten Erhebungen führten zunächst zu zwei Ver- Haftungen, die aber nicht aufrechterhalten werden konnten. lieber di, Täterschaft sehck bisher jeder sichere Anhaltspunkt. Präsident Reillinger ist ober der Ueberzeugung, daß die Täter keinesfalls in der Industriearbeiterschaft zu suchen sdtd. Arbeiterpartei und LLP. Zahreskonferenz der llnabhangigen Arbeiterpartei. Norwich, 7. April.(Eigenbericht.) Di« Jahresversammlung der Unabhängigen Arbeiter» Partei(ILP.) nahm zuerst den Bericht ihres Vorsitzenden Max- t o n über den Austritt Philipp Snowdens entgegen. Die Ardeiterpartei behauptet— so führte er aus—, daß sich die ILP. heute, wo bereits eine starke Fraktion der Arbeiterpartei im Unterhaus sitzt, überlebt habe, sie die von der Arbeiterpartei geleistet« Arbeit nur zum Schaden der gesainten Arbeiterbewegung wieder- hol« und im besten Falle unwichtige oder unrichtig« Difse- renzen seststell«, die ihr Weiterbestehen rechtfertigen sollten. Es sei aber vollkommen falsch, erklärte M a x t o n. wenn die Arbeiter- Partei hem« behaupten wolle, daß sie bereits ihr« endgültige Form gewonnen Hobe. In vielen Punkten würden ihre Methoden und ihre Politik erst jetzt festgelegt. Die Arbeiterpartei werde sich in der allernächsten Zukunft mit einer Reihe wichtiger Fragen aus- einandcrzusegen haben, es würde daher sicher nicht klug sein, wenn sie setzt gerade auf ein« ihrer besten Inspirationsau«l! �. verzichten wolle. vor dem Autoaomistenprozeß ia Colmar. Die IS Auümomisien, die bisher in Mülhausen gefangen««halten wurden, sind n a ch C ol» mar übergeführt tpordon Als sie heute irvb in Colmar ein- trafen, wurden sie in einem gewöhnlichen Sträflinqswagen vom Bahnhof nach dem Gefängnis transportiert. Es waren st a r k e Polizeikräfte aufgeboten worden, da man Demonstrationen seitens der Colmarer Beoöllerupg befürchtet hatte, dje jedoch nicb «rfvlgteni.>~ �- 140 Die Bekleidungsarbeiter. Fortschritte im Jahre 1927. gestellten 613 228 Beschäftigten im Bekleidungsgewerbe ergibt sich, daß noch rund 380 000 tariflich nicht erfaßt find. Unter den tarifvertraglich erfaßten Beschäftigten befinden fich 79 284 Heimarbeiter; davon 44 542 weibliche. Am stärksten ist die Heimarbeit noch in der Herrentonfet tion vertreten, obgleich hier seit etwas über einem Jahr eine starte Umstellung zur Betriebsarbeit vor sich gegangen iſt. Die Monteure wieder in Berlin. Die gestrige Bersammlung. In Schweden 65 000 Arbeiter im Rampf. Die Unternehmer der 3ellulose. und Papierindustrie kündigten die Tarifverträge, um die Spizenlöhne für 3000 bon 12 000 Arbeitern zu drücken. Die Arbeiter wurden ausgesperrt und später auch etwa 12 000 Mitglieder des Verbandes der Sägewertsarbeiter und etwa 27 000 des Verbandes der Papierindustriearbeiter. Außer den Löhnen sollten auch die Urlaubsentschädigung, die Ueberstundenzuschläge, die Bezahlung der Reparaturen und die ärztliche Hilfe verschlechtert werden und das Recht der Verbände eingeschränkt werden, die Interessen der Minderjährigen und der alten Arbeiter wahrzunehmen. Anfang Januar begann ein Streit der Erzgruben arbeiter mittelschwedens, deren Lohneinkommen weit unter dem der Grubenarbeiter Nord schwedens liegt. Letztere traten in Sympathie streiks, um den nötigen Lohnausgleich in Mittelschweden durchzusehen. ter zurzeit rund 65 000 beträgt. Zur Unterstützung der fämpfenden Arbeiter erhebt der Gewerkschaftsbund einen Extrabeitrag von 50 resp. 25 Dere pro Mitglied und Woche. Außerdem hat auch die Unterstützungsaktion der Bruderverbände in den anderen standinavischen Ländern bereits eingesetzt. Der Deutsche Bekleidungsarbeiterverband zählte Ende 1927 acht Reichstarifverträge, drei Landestarife, 19 Bezirks tarife, 315 Ortstarife und 65 Firmentarife, insgesamt demnach 410 Zarife, die in 779 Orten für 26 322 Betriebe Gültigkeit haben. In diesen Betrieben sind 232 184 Personen In der letzten Monteurversammlung an Weihnachten war bebeschäftigt, davon 156 940 weibliche. Gegen das Vor- schlossen worden, das Abkommen mit dem Verband Berliner jahr ist eine wesentliche Steigerung zu verzeichnen, jedoch gegen den Metallindustrieller über die Auslösungssäge zu fünHöchststand vom Jahre 1922 noch manches nachzuholen. Bei einem Vergleich mit den bei der Berufszählung vom 16. Juni 1925 feft- digen und eine Aufbesserung der seit dem 1. Juli 1927 bestehenden Bezüge zu fordern. Wie Gron berichtete, wurde über diese Seit Mitte März stehen auch die Arbeiter der ZuckerForderung zum ersten Male im Januar mit dem BBMI. verfabriken und der Marinewerft im Kampfe, so daß die handelt. Die Unternehmer behaupteten, daß sie zu einer Auf- 3ahl der ausgesperrten und streifenden Arbeibesserung der Auslösungssäge deshalb außerstande feien, weil sie teilweise schon 100 Prozent und noch mehr über den Vorkriegssägen liegen. Im übrigen sei auch die gegen wärtige Ronjunttur feine Profit, eine sondern mengentonjunktur". Die Verhandlungen wurden schließ lich ergebnislos abgebrochen und Ende März fortgesetzt. In der Zwischenzeit hatte die Organisation den Metallindustriellen an den Ausweisen der Großbanken und an anderen Feststellungen nachgewiesen, daß die gute, sich ständig noch steigernde Ronjunttur feine Mengen-, fondern sogar eine sehr gute Profittonjunktur sei. In den Verhandlungen Ausgang März wurde auch darauf hingewiesen, daß in vielen anderen deutschen Städten bedeutend höhere Auslösungsfäße gezahlt werden als in Berlin. Nach längeren Verhandlungen wurde dann ein neues Abkommen getroffen, das ab 2. April bis 31. März 1929 eine Aufbesserung der Auslösungssäge für alle Gruppen der Monteure um 5 bis 6 Prozent vorsieht. Zur Erringung verbesserter Lohn- und Arbeitsbedingungen murden im Jahre 1927 467 2ohnbewegungen ohne Ar= beitseinstellung in 26 936 Betrieben geführt. Dabei wurden für: 74 051 männliche Beschäftigte 349 198 Mart pro Woche= 4.72 m. pro Person, 152 544 weibliche Beschäftigte 508 158 m. pro Woche- 3,33 M. pro Person an Lohnerhöhungen erreicht. Die tarifliche Arbeitszeit beträgt 48 Stunden auf der ganzen Linie. Die Ueberstundenbezahlung ist gegen das Vorjahr sehr wesentlich verbessert worden Auch in der Ur= laubsfrage die ebenfalls seit Jahren geregelt ist wurden einige Berbefferungen erzielt. An einigen Orten mußten für verschie dene Branchen die Belegschaften zum Streit greifen. Diese Bemegungen wurden erfolgreich beendet; ebenso fonnten zwei Abwehrstreits mit Erfolg durchgeführt werden. Ueber das Lehrlingswesen hat die Organisation im ganzen Organisationsgebiet Erhebungen mit folgendem Ergebnis veranstaltet: Jn 222 Städten find 16 058 männliche und 27 194 weibliche, zusammen also 43 252 Lehrlinge. Bei einer Umrechnung für die einzelnen Branchen ergibt sich, daß 8. B. in der Herrenmaßbranche auf einen Betrieb 1,39 Lehrlinge, in der Damenmaßbranche 3,32, in der Buy branche 1,92 und in der Kürschnerei und Müzenmacherei 0,57 Lehrlinge entfallen. Rechnen wir die Anzahl der Lehrlinge auf die in diesen Branchen beschäftigten Bollarbeiter um, so entfallen auf je einen Lehrling 2,24 Beschäftigte in der Herrenmaß branche, 1,76 in der Buzzbranche und 7,3 Beschäftigte in der Kürschner- und Müßenbranche, während in der Damenmaßschneiderei auf jeden Beschäftigten 1,19 Lehrlinge tommen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit einer generellen Regelung der Lehr Derhältnisse. Bis jetzt sind die Lehrverhältnisse nur für 23 826 2ehrlinge geregelt, während besteht. für rund 20 000 Lehrlinge teine Regelung Im Jahre 1927 find auf der ganzen Linie wesentliche Fortschritte zu verzeichnen gewesen. Sie müssen ausgebaut werden. Vor allem muß für die noch nicht tariflich erfaßten Beschäftigten ebenfalls eine Regelung der Lohnverhältnisse erfolgen. Dem Bericht des Genoffen Gron schloß sich eine ziemlich eingehende Debatte an. Der Abschluß des neuen Ab tommens über die Auslösungssäge durch die Organisation wurde einstimmig gebilligt und auch anerkannt, daß die Organisation feine Möglichkeit hatte, den VBMI. zu größeren Zugeständnissen zu zwingen. Besonders von den älteren Monteuren wurde die Behauptung der BBMJ.- Wertreter entrüstet zurückgewiesen, daß die jeßigen Auslösungssäge um 100 Prozent und noch mehr höher seien als in der Vorfriegszeit. Richtig sei vielmehr, daß der Lohn zuzüglich der Auslösungssäge knapp in dem gleichen Verhältnis gestiegen sei, wie die Lebenshaltungskosten. Daß aber die Säße, die die Unternehmer den Auftraggebern abverlangen, bei denen die Monteure arbeiten, um 100 Prozent und noch mehr höher liegen als vor dem Kriege. Die von der Regierung eingesetzte Scht: chtungskommission hat wiederholt versucht, eine Lösung der Streitfragen herbeizuführen, bisher jedoch ohne Erfolg. Ein Vergleichsvorschlag der Schlichtungskommission im 3e11stofffonflikt ist jetzt von den Arbeitern abgelehnt, von den Unternehmern angenommen worden. In der Grubenindustrie wird noch verhandelt. Ein Ende der Kämpfe ist noch nicht abzusehen. Die Bellenbauer in Belgien. Brüssel, 7. April.( Eigenbericht.) Die fommunistische Spaltungsarbeit wird auch in den belgifchen Gewerkschaften eifrig betrieben. Der fommunistische Abgeordnete Jacquemotte, der noch immer führendes Mitglied des belgischen Angestelltenverbandes ist, organisiert z. B. in dem Ver= band der Eisenbahner seit Monaten 3ellenarbeit. Ein anderes Mitglied des Angestelltenverbandes wurde überführt, Gewerk Sekretär der geheimen tommunistischen fchaftskommission zu sein, die die Zellentätigkeit in den belgischen Gewerkschaften von einer Bentrale aus organisiert. Der Vorstand des belgischen Gemertschaftsbundes hat deshalb beschlossen, den Verband der Angestellten aufzufordern, Jacque= motte und den anderen erwähnten Kommunisten von seiner Sollte der AngestelltenMitgliederliste zu streichen. verband dieser Aufforderung nicht innerhalb zwei Monaten nachtommen, so würde er sich automatisch außerhalb des Gewerkschaftsbundes stellen. Außerdem wurde beschlossen, auf der strengen Durchführung der Entscheidung des letzten belgischen Gewerkschaftsfongresses zu bestehen, nach der Kommunisten aus allen amtlichen Stellen in den Gewerkschaften zu entfernen sind. Aufgehobene Sperre. Die Sperre des Zentralverbandes der Hotelangestellten gegen das Lokal um Schwan", Tegelort, Inhaber Herrmann, wird hierdurch aufgehoben, da inzwischen ein Bertrag zustande gekommen ist. Genosse Urich ersuchte die Bersammelten zum Schluß noch eindringlich, die Organisation mehr als bisher über die Verhältnisse in den einzelnen Städten und Ländern genau zu informieren, damit bei den Berhandlungen den Unternehmern mit durchschlagenderem Material aufgewartet werden kann. Vor allen Dingen müsse dafür gesorgt werden, daß auf dem Wege über die Betriebsräte der Organisation mitgeteilt wird, wo sich die Monteure befinden, damit sie ständig mit ihnen in Fühlung bleiben kann. Die Ver- Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Karstäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. sammlung beschloß, die übliche Zusammenkunft zu Pfing- Gewerkschaftsbewegung: Fr. Cytorn: Feuilleton: K. S. Döscher; Lotales Drud: Vorwärts- Buchbruderet sten ausfallen zu lassen und dafür am 2. Weihnachtsfeier- Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. und Berlagsanstalt Vaul Singer u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. tag wieder zusammenzukommen. Sierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". HJSRAEL 0 O , BERLIN O C SCHON EINEN MONAT un dejun your VOR ERÖFFNUNG DES ERWEITERUNGSBAUES ENTATION IM KLEIDER- STOFFE SEIDEN- STOFFE WASCH STOFFE NTR M PL NUR EINIGE BEISPIELE Veloutine Mantelstoffe Wolle mit Selde, der bellebte und elegante Modestoff, In allerneuesten Farben, ca. 100 cm br. 75 Kostümstoffe Kammg.- Herrenstoffe, Kasha- Covercoats, hervorragende Qualitäten, 130/140 cm br. 175 41 Bastselde Crêpe de Chine reine Seide, moderne buntfarbige Druckmuster, ca. 80 cm breit relne Selde, In vielfarb. Druckmustern, 195 gute Qualität, ca. 100 cm breit 90 Crêpeline Vollvolle bedr., vorzügl. Qualität, schöne Muster, weißer, halbheller und dunkler Grund, ca. 75 cm breit 50 bedruckt, herrliche Qual., In neusten Punktund Phantasiemustern ca. 100 cm breit 195 C2 SPANDAUER STRASSE KONIG STRASSE GEGRÜNDET 1815 ?!f.�6S»45. Jahrgang Sonntag, S. April 4 S2S Heute voa Bahnhot zu Bahnhof— die Landschaft bleibt unberührt. ©k ersten ArühNngstage bringen selbst die nüchternsten Menschen in einen schwärmerischen Zustand, die Winlerplagc wird schnell vergessen. Um den Osterspazlergang drehen sich bald alle Gespräche— wird das.Jeff der Auferstehung" seinem traditionellen Ruf getreu bleiben, den Anfang des Lebens in uns mit der Ratur zu bilden? Wahrend im Orient, dem Mutterlande der religiösen Tradition, und im Süden unter stets sonnigem Gimmel die tirchlidhe Feier sich zum höchsten steigert— man braucht nur an die Osterseiern zu Jerusalem. Rom und Sevilla zu denken, hat der kühlere Norden der Auferstehung der Natur besondere Zuneigung bewiesen. Und wie könnte es wohl anders sein? Monatelang fast ausschiiehlich auf «inen Boden wandelnd, der hart und trüb, ohne jeglichen Schmuck farbiger Blüten, wird mit einem Male dem so begeisterungssähigen Menschen die Lehre von der Neuschöpfung durch die Natur augenfällig vorgeführt: an allen Ecken sieht man die Knospen sich ent- falten, die Keime sich regen,-den grünen Sprößling zur Sonne sich drängen. Ostern bedeutet die.Wende"— bald stärker— bald schwächer-- je nach den Launen des Wettergottes. Aber ganz aus dem Bild« der Natur läßt sich diese» froh« Spiel der Kräfte nicht weilen. Bei oller Betonung des Dranges zur Natur hin bat sich ober auch diese» Berhältni» allerlei Wandlungen gefallen lassen müssen. Was man ständig besitzt, achtet man nicht so sehr ipie ein sich bald offenbarende», bald sich versagende» Gut: die Antik» hatte den steten Sonnenschein und kannte nur vom Hörensagen die Schreck» niss« der nordischem Winter. Man hat dann auch den Alten die Empfindung für di« Natur ganz absprechen vollen, geht hierin jedoch zu weit. Zu allen Zeiten hat«» Menschen gegeben, die in emem innigen Verhältnis zur Natur standen, aber die Mehrzahl der Menschen der Antik« und der nachfolgenden Jahrhunderte sah vor allem da» Nützliche im Boden. So spricht Cäsar im Gallischen Krieg von der Notwendigkeit, die Germanen daran zu hindern, in die.fruchtbaren" Gegenden d«r westlichen und südlichen Nachbarn «inzufallen. Andererseits schrieb im<- Jahrhundert n.Chr. der römische Dichter Ausoniu» sein Idyll..Moselle", die poetische Schil» denmg einer Rhein» und Moselreis« von Bingen bis Trier. Vie Rückkehr zur Natur. r Mit dam Abschluß des Mittelalters und der Entdeckung der neuen Welt weitete sich wohl der Blick, aber die humanistische Bit- bung führte von der Natur fort und die bald sich einstellend« Den- lodderung der staatlichen Verhältnisse war nicht dazu angetan, das Wohlgefallen an den mit Raub» und Zwingburgen durchsetzten Schönheiten der Natur zu fördern. Und dos absolutistisch« Fürsten. tum, von so vielen Gernegroßen nachgeahmt, führt« endlich zu jener Derknöch«rung, der gegenüber Nousseaus Ruf.Zurück zur Natur" als ein Schrei der Erlösung angesehen werden mußte. Gleichzeitig gab die literarisch« Revolution, die mit den Erstlingswerken und dem persönlichen Auftreten unserer Klassiker verbunden war, dieser Bewegung starken Nachdruck. Klopstock dichtete die Ode.Eislauf", Goethe fegte als jugendlicher Apoll selbst über das Eis hin. und als sein« �Italienisch« Reise" bekannt wurde, war der Sieg auf der ganzen Linie entschieden. Die Nolurdichtuag war geboren: die Frühlingsdichtung, dl« dem Sehnen des Menschen nach der Wieder» klhr der Sonne, dem Erwachen der Natur, der Wiederbelebung der im Winter scheinbar so tot dastehenden Bäume, Sträucher, Stauden so beredten Ausdruck gab. Der stark« germanisch» nordisch« Einschlag ist dadurch zu erklären, daß, wie oben schon erwähnt, die nordischen Länder ander» al« die unter südlicher Sonne liegenden von dem Winter zu leiden heben. Während wir zu chause Gebliebenen zu Ostern im Winterkostüm die Sonnenstrahlen aus un» einwirken lassen, sucht der jenseits der Alpen Wohnende bereits den Schatten auf. Die postkuffchenzeit. Di« ruhigen Verhältnisse nach dem Wirrwarr der von Na» poleon versuchten Umwälzung der Länderkart« hatte das sine Gute, V>ß in dem Bertehr eine gewisse Ordnung und Sicherheit geschaffen werden tonnte. Man wurde nicht mchr von Wegelagerern ge» brandschatzt(nur die italienischen Staaten wiesen ein regelrechte» Brigantentum auf), man wurde zwar patriarchalisch behandelt, aber doch nicht ganz ol« Paket angesehen, vorausgesetzt, daß man.poli- tisch unverdächtig" war. Was aber doch als Hauptsache gelten muß: der Kaufmann, der damals noch nicht zum reinen.Geschäftsmann sich umgewandelt hatte, der Aktenschreiber, der Gelehrte, der Dichter, sie alle blieben in Berührung mit der Natur, die sie auch zu hause, in der klein. oder Mittelstadt, umgab. Anders als wenige Jahrzehnte später rollte man in behaglichem Pserdetrablempo durch Wälder und Auen. und etwaige Unfälle, Umwerfen, Ansahren usw.. ertrug man mit gutem Humor. Es war bei dieser Beförderung natürlich von Bedeutung, ob sie bei Sonnenschein, bei Sturm oder Regen erfolgt«: hatte man Pferdewechsel, so befand man sich meist in einem kleinen Ort und da man froh war, die.Beine ein wenig vertreten" zu können, so empfand man Nässe und Kalte unangenehm bei dieser Beschäftigung. In den veröffentlichten Erinnerungen und Briefen aus jener Zeit fehlt es nie an der Aufzählung der kleinen Reise- abenteuer. Der Bourgeois, der Parvenü, war noch nich» geboren — der Philister herrschte vor— Handwerker und Arbeiter waren auf Ihre eigenen Fortbewegungswerkzeuge angewiesen. Und die Philisterseelen wurden ordentlich poetisch, wenn sie mit vollen Taschen durch die schöne Natur fuhren und der.Schwager" ein lustig Liedel erschallen ließ. Die Passcgiere hatten meist eigenen Grundbesitz oder genossen die Wohltot, einen Garten hegen zu dürfen: sie waren mit Bäumen und Blumen vertraut und konnten anmerken, was sie Abweichendes an anderen Orten bemerkten. Und die.Po�stuben" hatten etwa» Liedenswürdig-Anheimelndes waren nicht van der falschen und kalten.Pracht" der Eisenbahn-.Warte- säle". illtmeister Fontane hat üb« diese.Passagierstuben" die treffende Bemerkung gemacht: .Passagierstuben sind ein selten trügendes Barometer für das Leben Ihrer Stadt und es hat eins Bedeutung, ob.Schwerins Tod" oder ein alle» Bostreglemeul über dem Losa hängt. Die Zu rsien walder Passagierstube zeigte aus schön Wetter", welche Anmerkung wohl auch die heutigen Bewohner der.roten" Stadt noch gern entgegennchmen werden., Die„flcitte* Welt. Auf den Philister folgt der Bourgeois. Die Städte schwellen an, werden zu Steinhaufen: Marthens. Garten aus.Faust" und die Weimarische« Gärten in den Ratsmädelgeschichten der. Böhlau wer» den von Jahr zu Jahr seltener. Stürmisch bricht sich der Drang nach der Natur Bahn. Omnibus oder Dampfer befördern in die nahe Sommerfrische, die bald mit dem entfernten Luftkurart oder Seebad« vertauscht wird. Orlsverändcrvng wird Mode. Sport der Reichen. Die Schnelldampscr machen Reisen bis nach Afrika in den wenigen Ferienwochen möglich. All« Well ist auf den Beinen, Ostern ist.man" an den llalienischen Seen, Pfingsten etwa am Rhein und im Iull an der Ostsee. Kein« Ueberraschung ist mehr möglich Treffen sich zufällig Herr Müller aus Schanghai und Herr Schulze aus Potfchavpel in der dänischen Hauptstadt, so geht man nach einem kühlen Händedruck wieder auseinander. Rudolf Lindau. der künstlerisch begabter« Bruder des vielgewandten Paul Lindau, hat für diese Erscheinung, daß man an keinem Platz« davor sicher ist. daß ein naher oder ferner Bekannter auftaucht, das'treffende Wort»die klein« Well" geprägt. Aber in diese reckst äußerlich Le. rührung de» Mevschn mit der Natur tritt nun eiv weiterer Faktor: die Natur al» Heilmittel wird entdeckt und die Anfänge einer der Jugend zunutze kommenden Sportbewegung werden sichtbar. Die ersten Durchquerungen Deutschlands auf dem Stahlroß wurden ebenso angestaunt wie die ersten Autoschrten von Land zu Land— alles Dinge, die uns heute nur noch ein Lächln abgewinnen. Die Osterfanfare. Heut« ist di« Menschhell zu einer ganz anderen Stellungnahm« zur Natur gelangt. Sie veredell auch das unscheinbare Stückchn Land, denn sie sieht es mll den Augen der Liebe an. Wenn nun in diesem Jahre als Folge des langen Winters zu Ostern nicht so- viel Grün als sonst zu entdecken sein wird, so tut das der Freude an der Natur kemen Abbruch. Frühling und Sommer muß es doch werdenl So wie das Lied der Lerche zum Himmel drängt, so jubell auch der Mensch seine Freud« hinaus, losgelöst von den Sorgen de» Damals fühlte man sich mit der Straße verbunden. Alltags umherschweifen und die Brust mit veiner Lust füllen zu können. Ostern ist der erste Auftakt für jene moderne Völkerwanderung, die Ihre sriedlicheu Ziele in kürzester Zeit erfüllen soll. Gin GroHfiadtfrühling. Wir Arbeitsmenschen inmitten einer hartkantigen Well der Stein« und der ewig fiebernden Straßen mühten verzagen, gälle es auf das erst« Grün und die jungfrischen Blüten zu warten, und wir haben es längst verlernt, die Verwirklichung unserer Frühlingssehii- such mit dem Kalenderbeginn zusammenfallen zu lassen. Di« Weltstadt kennt keine Jahreszeiten. Das wissen wir. und weil wir es wußten, darum waren wir befähigt, dem Winter und vielen Wintern standzuhalten. Mögen noch so viele Straßen und Flächen der großen Stadt sich mit Grün und Blüten schmücken— solange di« Menschen in Mietshöhlen wohnen und weit, sehr weit wandern und zurückkehren müssen, um Stein und Enge für Stunden gründlich zu vergessen, so lange wollen wir nicht sagen, daß es eine» Großstadtfrühling gibt. Aber es muß und wird einer kommen— anders hätte unser Kampfglaube an Frühling mrd Auferstehen keinen Sinn. Und es wird auch in den Städten Frühling werden— nicht wann wir von ihm singen, und nicht wenn wir ihn oerkünden, eh« die Wirklichkell un» auch gestattet, den Winter der Not zu brechen und zu zerschlagen, sondern wenn wir es klug und recht erfassen, daß zwischen dem Werden und Vergehen und neuem Warden immer das kraftvolle, arbeitende und schöpferische Sein liegt. Wir w« r d e n den Winter ganz aus der Stadt jagen, das wissen wir, nur hängt das nicht mll dem ersten Blühen zusammen, sondern mit unserem Wissen um sozial« Arbeit und um den Willen dazu. Ver- jagen wir di« unwürdigen Schatten unsere» Eingeengtseins, dann brauchen wir uns nicht mehr und nicht ängstlicher nach Frühling und Well« zu sehnen, als jedes menschlich« Herz danach begehrt. Wir warten nicht auf einen Auferstehungs tag, und wir brauchen nicht mit Jahren zu rechnen, aber das sitzt tief in uns: in den hörtesten Wintern unserer Not haben wir am erbittertsten darum gerungen und am wenigsten darum gebongt. Volk und Menschheit werde» auserstchetv das wahren wir als tiefste Erkenntnis, das ist unendlich mehr als«in Hoffen, denn tpst haben den häßlichsten der Winter geschlagen, und die Ucberzeugung von unserem Endsieg führt uns dem Tag entgegen, der unser stärkstes Gleichnis ist: der großen W e kt f r ü h l i n g s f ei er des 1. Mai. Oer Direktor und sein Mäzen. Groteskes aus dem Prozeß Joe German. Der Prozeß gegen den Theaterdirektor Joe Lherman ist auch gestern nicht zu Ende gegangen. Der zweite Sitzungstag beleuchtet« Joe Lherman als Theatermenschen und als Charakter. NWar er ein Hochstapler, für den das Gericht am Ansang der Genchtsverhandtung ihn zu holten schien? Der Schriftsteller Angermeier jagt« berells am Donnerstag: nein! Seiner Meinung nach war Lherman ein wahrer Förderer der jungen Dramatiker. Das Gleiche hätten anscheinend auch die anderen geladenen Schriftsteller bekundet, wenn sie im Gerichts- saoi zu Worte gekommen wären. Rechtsanwall Fuchs erklärte aber zu Anfang der gestrigen Verhandlung, daß sie sich ge- weigert hätten, vor Gericht zu erscheinen, nachdem der Vorsitzende Herrn Angermeier ein wenig unzart angefahren habe. Der Borsitzende meint« dazu, das sei gar nicht der Fall ge- wesen und da» Gericht hört« darauf über Lhermans künstlerische Befähigung nur noch Alfred Kerr. Lherman sei ein Theater- besessener, sagte dieser. Sein Fanatismus sei es gewesen, den jungen Dramatikern auf die Beine zu helfen. Er ruhte nicht, bevor er ein neues Stück aufgeführt hatte, und die Auf- führung stampfte er direkt aus dem Boden. Die Schauspieler gingen mit ihm durch dick und dünn, und niemals wollt« er sich selbst bereichern.«» interessiert« ihn nur die deutsche Dramatik. Er besaß alle Fähigkeiten,«in m a cht v alter Theaterleiter zu werden, und Halle tatsächlich Aussteht. durch das Stück irgendeines Autors zu Geld zu kommen. Soviel über dl« umstrillen« Theaterpersönlichkell Joe Lhermans. Vor und nach Kerrs Aussag« kamen die Zeugen. War der Weinagent Jon-Marlitt Joe Lhermans Mäzen oder war er es nicht? Jon-Morlill selbst erklärt«, er sei nie Mäzen gewesen. Em Theatern, äzen müsse doch das Theater lieben: er dagegen besuche es grundsätzlich nicht: denn: werde gut gespielt, so rege ihn dos auf; werde schlecht gespiell. so ärger« das ihn:«in Mäzen müsse über Geldmittel verfügen, er besitz« aber nichts. Wes- halb hätte er aber nicht Lherman helfen sollen, da doch sein« Töchter Schauspielerinnen seien? Di« Zeugen wollten aber wissen, daß Jon-Marlitt sich selbst als Joe Lhermans Mäzen bezeichnet habe. Dem Direktor des Neuen Theaters am Zoo, Walter, hatte er tele- phonisch gesagt:„Ich interessiere mich sehr für Herrn Lherman, Helsen Sie ihm bitte." Und der Derwaller hatte den Eindruck, als wären die Weinreservoir« Joe Lherman« unerschöpflich. Auch er selbst bekam zu Weihnachten einen Kasten Wein geschenkt, obgleich der Spender Lherman selbst geflickt« Hosen und geflickt« Schuhe trug. Interessant waren auch die Aussagen der Schauspielerin K. Ursprünglich sollte durch Jon-Marlllts Wein ihre Revue unterstützt werden: die Lieferung sollte lombardiert, di« Lombardscheine verpfändet werden und da« Geld Frau K. erhallen. Jon-Marlitt, der Weinagent, war berell, den Wein seiner Firma selbst auf Decknamen zu liefern. Darauf ging Frau K. nicht ein, die Kombinatton zerschlug sich und schließlich sagte ihr Jon-Marlitt, der Direktor Joe Lherman sei der Die Rowdies von Lichterfelde. Vor Schluß der Beweisaufnahme im Hakenkreuzlerprozeß. Der Prozeh der.Helden" von Llchlerfelde gehl seinem Ende entgegen. Nachdem die nationalsozialistischen Zeugen es vergeblich versucht haben, aus Weih Schwarz zu machen und sich als die Unschuldslämmer hinzustellen, über die die kommunistischen wölse hergesallen sind, werden Milte nächster Woche die Plädoyers beginnen können. Gestern fand nur eine kurze Sihung stall. Es lohnt sich kaum, in dieser ganz klaren Angelegenheit der 600 gegen 23 auf die Einzelheiten der nationalsozialistischen Aus- sagen ein.zu gehen, deshalb zwei Stichproben besonders drastischer Art aus der Donnerstagssitzung. Da ist z.B. der Reichswehr- soldat Will ich, ehemaliger Führer der Spandauer natio- n a l soz i a l i st is che n Pfadfinder. Am verhängnisvollen Abend kam er in einem Lastauto zusammen mit seinen Gesinnung»- genossen nach Lichterfelde, um von hier aus nach Berlin zu mar- schieren. Die Polizeibeomten entnahmen dem Auto einen Korb mit 20 bis 30 großen Steinen. Der Zeuge Willich bekundet aber, Steine ün Auto überhaupt nicht gesehen zu haben. Erst unmittel- bar vor der Vereidigung wird er vorsichtiger und gibt zu, daß vielleicht einzelne Steine im Auto herumgelegen haben können, er habe jedenfalls kein« gesehen. Die Steine sind aber in diesem Falle schließlich das geringste, viel wichtiger ist, daß der gestrige Führer der Hitler-Jugend, der sich schriftlich zum unbedingten Ge- horsam Hitler gegenüber verpslichten mußte, heute, nach Austritt aus der Nationalsozialistischen Partei, ein auf die Verfassung ver- pflichteter Reichswehrmann sein kann und zwar in einem in Span- dau gelegenen Bataillon. Wer weiß, wie viel« solcher ehemaligen Nationalsozialisten die Reichswehr des Herrn Geßler beherbergt. Und nochmals Dr. Goebbels. Der famose Brandenburger Gauleiter der Nationalsozialisten als Zeuge. Der Chauffeur Thimms erkennt in ihm den Mann wieder, in dessen Begleitung der Natio- nalsozialist war, der vor dem Bahnhof einen der verletzten Kom- munisten mit dem Revolver bedrohte. Ich schieße dich nieder, hatte er geschrien. Dr. Goebbels soll nach Aussoge des Chauffeurs seinen tapferen Gesinnungsgenossen vom Schießen abgehalten haben. Jetzt entsinnt er sich dieses Vorfalles überhaupt nicht. Wer weiß, viel- leicht entdeckt er ihn nur. Di« Bestialität der Nationalsozialisten auf dem Bahnhof Lichter- felde offenbart sich aber in ihrer ganzen Nacktheit erst aus den Gut» achten der Aerzte. Sie stellen fest, daß einige Schußverletzun- gen lebensgefährlich gewesen waren, und daß in mehr als in einem Falle die damals Verletzten heute noch an den Folgen ihrer Verwundungen schwer zu tragen haben. So ist einer der Rotfrontkämpfer, Pohle, gezwungen, eine Schien« im Munde zu trogen: außer dem Kieferschuß, der ihm den Unterkiefer zer- splitterte, hat er auch einen Lungen st eckschuh davongetragen. Die Nationalsozialisten können von Glück sprechen, daß niemand von den Komunisten ums Leben gekommen ist. Allerdings werden ja auch dann nicht mehr Angeklagte vor Gericht erscheinen, als es nun der Fall ist. Der größte Dell der Schützen von Lichterfelde lacht sich ja ins Fäustchen. In Lichterfeld« waren sie als aktive Teil- nehmer dabei, in Moabit sind sie bloß passive Zuhörer. einzige Mann, mit dem sie die Sache machen müsse. Es will fast scheinen, als sei es mehr als Zufall, daß der Zeuge Ion-Marlilt sich im Gcrichtssaal inmier wieder auf die Anklagebank niedersetzte. Sterblichkeit in Berlin-192?. Häufigste Todesursachen: Krebs und Herzleiden. In Berlin starben im Zahre lS27 söhne Totgeborene) 48 742 Personen, um 3330 mehr als im Zohre 1926, wo 45 412 Personen starben. Die Bergleichung mit der durch- schnilllichen Bevölkerungszahl, die in 1927 gegenüber dem Vorjahr wieder beträchtlich gestiegen ist, ergibt als Sterbe» Ziffer für 1927 11,7 pro 1000 der Bevölkerung. für 1926 11,1 pro 1000 der Bevölkerung, hiernach ist die Mehrung der Sterbefälle in 1927 nicht so schwerwiegend. wie es ans den ersten Blick scheinen könnte. Unter den Todesursachen stelzt in Berlin seit einigen Jahren nicht mehr Tuberkulose an der Spitze. In 1927 sbzw. 1926) starben an Tuberkulose 4570(4488) Personen. Die höchsten Zahlen werden jetzt für Krebskrankheiten gebucht, deren Mehrung unier den Todesfällen schon seit einer Reihe von Jahren aufgefallen war. In 1927 starben an Krebs 6443 Personen, gegen- über 6195 in 1926 und 5935, 5752, 5671, 5326, 4465 in den vorher- gehenden Iahren bis 1921 zurück. An zweiter Stelle standen in 1927 Herzleiden mit 5656 Sterbefällen gegenüber 5204 im Vorjahr. Achnlich hohe Zahlen wurden 1927(bzw. Vorjahr) gebucht für Ge- fäßkronkheiten mit 4518(3857) Sterbefällen und für Gehirnschlag mit 5140(4898) Sterbefällen. Herzleiden, Gefäß- krankheiten und Gehirnschlag sind drei Todesursachen, deren Meh- rung und Häufung unsere Zeit kennzeichnet. Dies« drei zusammen forderten in 1927(bzw. 1926) allein 15 314(13 959) Opfer, ziemlich ein Drittel aller Gestorbenen des Jahres. Von anderen Todesursachen, die häufig vorkamen, wurden in 1927(bzw. 1926) gemeldet Lungenentzündung 2419(2263), sonstige Krankheiten der Atmungsorgane 1061(926), Influenza 961(446), Diphtherie 562(249), Scharlach 123(81). Die Zahl der durch Insluenza und durch Diphtherie verursachten Sterbe- falle hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Zahl der Masernsterbcfälle ist mit 93(Vorjahr 91) fast unverändert ge- blieben. Dagegen sind die Keuchhustensterbefälle mit 12(Borjahr 263) auf etwa die Hälfte der Zahl zuckickgegangen. Die Säuglings st erbli-rhkeit hat in Berlin schon seit vielen Iahren nur noch geringen Einfluß auf die Gesomtsterblich- keit. Das erklärt sich zum Teil aus der andauernden Minderung der Geburtenzahl, aber auch die Verzleichung mit der Geburtenzahl ergibt noch einen erfreulichen Rückgamg der Säuglingssterblichkeit. In 1927 starben 3640 Säuglinge, gegenüber 3865 in 1926. Gemessen an den Zahlen der Lebendgeborenen des Jahres(1927: 42 696, 1926: 45 273), bedeutet das für jedes der beiden Jahre, daß auf je hundert Lebendgeborene 8,5 Säuglingssterbefälle kamen. In den acht Jahren 1920 bis 1927 kamen auf je 100 Lebendg�borene 14,0, 12,3, 14,0, 12,3, 9,5, 9,1, 8,5, 8,5 Säuglingssterbefälle. Noch höher« Zahlen als in den ersten Jahren dieser Reihe wurden für Berlin in der Zeit vor dem Kriege errechnet. In 1913 konnte das Gebiet des heutigen Berlin noch 76 665 Lebendgeborene buchen. Es starben aber in dem- selben Jahr nicht weniger als 10 996 Süugling«, das find 14,3 auf je 100 Lebendgeboren«. Den Rückgang der Säuglingssterblichkeit haben wir im wesentlichen den Bemühungen der v o n der Stadt eingerichteten Säuglingsfürsorge zu danken. Eine Unthan-Ehrunq. Unthan, der jetzt 80 Jahre alt geworden ist, bleibt eine außer- ordentliche Erscheinung in dem Kreise der Artisten. Ein Artist muß sonst Herr seiner Glieder sein. Jeder körperliche Defekt behindert ihn bei der Ausübung feines Berufs. Hier aber tritt ein Mann auf, dem von der Geburt ab beide Arme fehlen und der trotzhem ein großer Art! st wurde. Gerhart Haupt. mann, mit dem Unthan befreundet ist, hat ihm in seinem Roman „Atlantis" ein Denkmal gesetzt und Unthan selbst spielte diese Rolle in der Verfilmung vor ungefähr fünfzehn Iahren.— Der Zirkus Busch ließ es sich nicht nehmen, für den Jubilar einen Ehrenabend zu veranstalten. Auf einer Estrade saßen Unthan und seine Frau und nahmen die Glückwünsche entgegen. Vertreter der verschiedenen Artistcnverbände waren zur Gratulation erschienen. Auf da? persönliche Auftreten des Artisten mußte leider aus G e- sundheitsrückfichten verzichtet werden. Diese Ehrungen, in die das ganze Publikum begeistert einstimmte, sind dem Jubilar von Herzen zu gönnen, der sich um die Ausbildung der Krüppel, besonders aber um die Kriegsinvaliden, große Verdienst« erworben hat, indem er ihnen zeigte, was menschliche Energie zu leisten vermag. Der greise Artist dankte für die Ehrung mit herz- lichcn Worten. Die Tragödie eines Ehepaares. Aus Furcht vor Strafe iu den Tod. Eine Ehetragödie wurde gestern im Haus« Kochftr. 17 entdeckt. In seiner im dritten Stockwerk des Seitenflügels gelegenen Woh- nung wurde der 50jährig« Zollassistent B. und sein« zwei Jahre ältere Frau Gertrud durch Gas oergiftet bewußtlos aufgefunden. Di« Rettungsversuch« der Feuerwehr waren ohne Er- folg. Wie aus einem an die Angehörigen gerichteten Brief her- vorgeht, sind die Eheleute im gegenseitigen Einverständnis freiwillig aus dem Leben geschieden. B. war in zweiter Ehe verheiratet, hatte aber gegenüber seiner eisten Frau und zwei Kindern, die außerhalb Berlins woh- nen, groß« Verpflichtungen übernommen. Da auch der eigene Haushalt den Mann finanziell hoch beanspruchte, ließ er sich auf seiner Dienststelle Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen. Die Versehlungen wurden vor einiger Zeit bei einer Revision auf- gedeckt und B. sofort vom Dienst suspendiert. Dieser Vorfall lieh in dem Unglücklichen den Plan reifen, mit seiner Frau aus dem Leben zu scheiden, den die beiden Leute dann gestern zur Aus- führung brachten. Wie man Dumme fängi. Ein neuer Schwindlertrick. E» gibt bekanntlich Lotterien, die im entscheidende« Augenblick erklären, sie könnten beim besten Willen nicht die Gewinne auszahlen. Daß aber Einrichtungen dieser Art bestehen, die Gewinne ohne vorher gekaufte Loose verteilen, ist neuartig und eine originelle Erfindung, aus die ein junger Herr verfiel, der jetzt von der Kriminalpolizei gesucht wird. Am 1. April mietete ein„Geschäftsmann", der kaum über 18 Jahr« all sein soll, unter dem Namen„Hans Schmidt" in der Gartenstraße 10 ein möbliertes Zimmer. Bon hier au» versandte er an Landwirte und kleine Besitzer in Pommern jeden Tag ungefähr hundert gedruckte Mitteilungen in guter Auf- machung. Hierin überraschte er die Leute mit der nicht gerade unangenehmen Kunde, daß sie in der grdhen Lotterie, die fei» Unternehmen veranstallet Hab«, um neue Geschäftsverbindungen zu erwerben, den 2. Preis gewonnen hätten. Dieser Preis bestände aus einem kompletten eichenen Schlafzimmer im Wente von 775 Mark. Der Gewinn stehe chnen zur Der- fügung, die einzigen Kosten, die ihnen erwüchsen, seien die Spesen für Verpackung und Fracht. Diese würden etwa 65,70 M. betragen. Zwei Drittel davon Hab« der Gewinner zu zahlen,«in Drittel übernehme seine Firma. Wenn also 46 M. eingesandt würde». so erfolge binnen 14 Tagen die Zustellung der Schlafzimmer, einrichtung. Um den Gewinnern, die von einer Lotterie nichts wußten, klar zu machen, wie sie trotzdem zu dem Gewinn go- kommen feien, stand auf der Rückseite des Briefes gedruckt, dies« Preisverteilung wäre ganz ohne ihr Mitwissen erfolgt. Die Agenten der Firma hätten aus allen Teilen des Reiches Adresse» gesammell und an Hand dieses Materials fei es zu einer„diskreten" Verlosung gekommen. Der Brief enthiell noch die Bitte, Kunde der Firma zu werden, die Möbel aller Art, Küchen- geschirr usw. vertreib«. Zum Schluß wurde noch einmal auf die Kosten hingewiesen, die innerhalb fünf Tagen eingesandt werde» Menschen.Göttern gleich... vis Roman von Herbert George wells. Crystall war über die erste Stufe der Erziehung hinaus, die, wie er sagte, in ausgedehnten Schulgemeinden, die ganz und gar dem Leben der Kinder gewidmet seien, ausgeübt werde. Die Erziehung bis zum elften oder zwölften Jahr schien in Utopien viel sorgfältiger bewacht, behütet und ge- pflegt zu werden als auf Erden. Erschütterungen der Ein- bildung, Furcht und üble Beeinflussungen wurden ebenso sorgsam wie infektiöse Krankheiten und physische Leiden fern- gehalten: mit acht oder neun Jahren wurden die Grund- lagen des utopischen Charakters befestigt, die Gewöhnung an Reinlichkeit, Wahrheit, Offenherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Ber- trauen zur Welt, Furchtlosigkeit und ein Gefühl der Verant- wortung für die großen Ziele der Rasse. Erst im neunten oder zehnten Jahre ging das Kind aus dem Garten feiner Kindheit heraus und begann die gewöhn- lichen Wege der Welt kennen zu lernen. Bis zu diesem Alter lag die Pflege der Kinder in der Hauptsache in den Händen von Pflegerinnen und Lehrern; aber später gewannen die Eltern größeren Einfluß, als sie ihn auf das Leben der Jüngsten ausübten. Es war üblich, daß die Eltern eines Kindes in der ersten Jugend zwar in seiner Nähe waren und es besuchten, aber gerade dann, wenn die irdischen Eltern sich von ihren Kindern zu trennen pflegen, sobald diese zur Schule oder in einen Beruf gehen, kamen die Eltern in Utopien ihren Kindern näher. In Utopien herrschte die Ansicht, daß zwischen Eltern und Kindern eine selbstverständliche Gefühlssympathie bestehe: die Kinder strebten nach der Freundschaft und Ka- meradschaft ihrer Eltern und die Eltern hatten das Interesse ihrer heranwachsenden Kinder im Auge. Und obwohl die Eltern praktisch keine Gewalt über einen Sohn oder! eine Tochter hatten, nahmen sie natürlicherweise die Stellung eines Verteidigers, Ratgebers und liebevollen Freundes ein. Die Freundschaft war mangels der Gewalt um so offener und inniger und um so leichter, well die Mopen von Generation zu Generation um so viel jünger und geistig frischer waren als Erdlinge. Crystall«npfand anscheinend große Liebe zu seiner Mutter: auf seinen Bater, der ein wunderbarer Maler und Zeichner war, war er sehr stolz: aber die Mutter besaß das Herz des Knaben. Auf seinem zweiten Spaziergang mit Mr. Barnstaple sagte Crystall, er gehe, um etwas von seiner Mutter zu hören. und Mr. Barnstaple hatte Gelegenheit, den Ersatz für Korre- spondenz in Utopien kennen zu lernen. Crystall hatte ein Bündel aus Drähten und leichten Stäben bei sich; als sie nun an eine Stelle kamen, wo inmitten eines Rasenplatzes ein Pfeiler stand, spannte er seine Sachen in Form einer Wiege aus und drückte mit einem Schlüssel, den er an einer leichten goldenen Kette am Halse trug, auf einen Taster am Pfeiler. Dann nahm er einen Hörer auf, der am Apparat befestigt war, sprach laut, lauschte dann und hörte nun eine Stimme. Es war eine sehr angenehme Frauenstimme; sie sprach eine Weile ohne Unterbrechung mit Crystall, dann antwortete dieser und später waren andere Stimmen hörbar, einigen ant- wortete Crystall, anderen hörte er ohne Antwort zu. Dann packte er seinen Apparat wieder zusammen. Mr. Barnstaple erfuhr, daß dies der utopische Ersatz für Briefe und Telephon sei. Denn nur im Falle besonderer Ver- einbarung spreche man in Utopien nicht durchs Telephon mit- einander. Eine Nachricht wird an die Station des Bezirks gesandt, von dem man weiß, daß sich der Empfänger dort aufhält, und dort bleibt sie liegen, bis er die angesammelten Nachrichten abzunehmen beliebt. Und alles, was man wieder- holt haben will, kann wiederholt werden. Dann spricht er zurück zu den Absendern und erledigt alle Mitteilungen, die er will. Die Uebertragung geschieht drahtlos. Die kleinen Pfeiler liefern elektrische Energie, für die Verbindung oder für jeden anderen Zweck, den die Utopen wünschen. Zum Beispiel benützen sie die Gärtner, um ihre Mähmaschinen, Eggen, Rechen und Walzen zu betreiben. In weiter Ferne, jenseits des Tales zeigte Crystall die Bezirksstationen, wo diese Korrespondenz gesammelt und ver- teilt wurde. Nur wenige Leute waren dort beschäftigt, fast alle Verbindungen waren automatisch. Die Nachrichten kamen und gingen aus allen Teilen des Planeten. Dies veranlaßte Mr. Barnstaple zu einer langen Reihe von Fragen. Er bemerkte zum erstenmal, daß die Nachrichtenorgani- sation Utopiens vollständige Kenntnis vom Aufenthaltsort einer jeden Seele auf dem Planeten hatte: sie hatte ein Re- gister aller lebenden Personen und wußte, in welchem Nach- richtenbezirk die betreffende war. Jeder war aufgezeichnet und vorgemerkt. Für Mr. Barnstaple, der an die Taktlosigkeiten und Unanständigkeiten irdischer Regierungen gewöhnt war, war dies eine erschreckende Entdeckung.„Auf Erden wäre dies die Ur- sache für nicht endenwollende Erpressung und Tyrannei," sagte er.„Jeder wäre der Spionage ausgeliefert. Wir hatten einen Kerl in der Polizeiverwaltung— wenn der in eurer Derkehrsabteilung gewesen wäre, hätte er iu einer Woche das Leben in Utopien unerträglich gemacht. Du kannst dir nicht vorstellen, was für eine Plage er war." Mr. Barnstaple mußte Crystall erklären, was man unter Erpressung verstehe. Etwas Aehnliches habe es anfangs in Utopien gegeben, sagte Crystall; genau so, wie auf der Erde habe in Utopien die gleiche natürliche Veranlagung bestanden, Kenntnis und Macht zum Rächtest seiner Mitmenschen zu mißbrauchen, und das gleiche Mißtrauen eines jeden gegen das Bekanntwerden seiner Personaldaten. In der Steinzeit hätten die Menschen in Utopien ihre wahren Namen geheim- gehalten, man habe von ihnen nur mit Spitznamen sprechen können. Sie fürchteten zauberischen Mißbrauch.„Einige Wilde tun dies auf Erden auch jetzt noch," sagte Mr. Barn- staple. Nur ganz allmählich hätten die Utopen Vertrauen zu Aerzten und Zahnärzten gewonnen und nur sehr langsam seien Aerzte und Zahnärzte vertrauenswürdig geworden. Ein Dutzend Jahrhunderte sei notwendig gewesen, ehe die Haupt- fächlichsten Mihbräuche des Vertrauens, das in einer moder- nen Organisation notwendig ist, tatsächlich abgestellt werden konnten. Jeder junge Utope muß fünf Grundsätze der Freiheit lernen, ohne die eine Zivilisation unmöglich ist. Der erste Grundsatz ist der der Verschwiegenheit. Das bedeutet, daß alle persönlichen Angelegenheiten zwischen dem Bürger und der öffentlichen Verwaltung, der er sie anvertraut, vertrau- lich sind und nur zu seinem Vorteil und mit seinem Einoer- ständnis benützt werden dürfen. Natürlich sind alle solchen Daten für statistische Zwecke verfügbar, aber nicht für die persönlichen Angelegenheiten des einzelnen. Der zweite Grundsatz ist der Satz der Bewegungsfreiheit. Ein Bürger kann, vorausgesetzt, daß er von seinen öffenstichen Verpflich- tungen entbunden ist, ohne Erlaubnis oder Erklärung an jede beliebige Stelle des Planeten gehen. Alle Transportmittel stehen frei zu seiner Verfügung. Jeder Utope kann die Um- gebung, das Klima und die soziale Atmosphäre verändern, wie es ihm beliebt. Der dritte Grundsatz ist der Satz vom unbeschränkten Wissen. Alles, was in Utopien bekannt ist, mit Ausnahme der ganz persönlichen Daten üher lebende Per- sonen, ist registriert und ebenso leicht erreichbar, wie es durch eine vollständige Reihe von Verzeichnissen, Büchern, Museen und Auskunfteien zu erlangen ist. Was immer der Utope zu wissen wünscht, kann er. so weit sein Auffassungsvermögen und sein Fleiß es zulassen, in höchster Klarheit, Genauigkeit und Leichtigkeit erfahren. Nichts wird vor ihm verborgen gehalten und nichts ihm falsch dargestellt. Und dies brachte Barnstaple zum vierten Grundsatz der FreiheU, der lautete� daß die Lüge das schwärzeste Verbrechen sei. lFortsetzung folgt.) müßten. Zur Bequemlichkeit war eine Zahlfarte beigelegt. Biele Briefempfänger überfandten die Schriftstücke sofort der Kriminalpolizei. Als diese daraufhin am 4. April den unternehmenden jungen Mann, der die Briefe mit" Rabus" unterzeichnet hatte, dingfest machen wollte, ergab sich, daß ihn der Vermieter schon wieder vor die Tür gesetzt hatte. Wahrscheinlich wird er nun von einer anderen Stelle aus jeinen Schwindel wieder versuchen. Zwei Wechselfallenschwindler, die Hand in Hand arbeiten, sind in den letzten Tagen im neuen Westen eifrig und Der eine erscheint zunächst allein in einem mit Grfolg tätig gewefen. Der eine Geschäft, fauft eine Kleinigkeit und gibt einen Hundertmartschein in Zahlung. Dann kommt der zweite und macht es ebenso. Er hat es fehr eilig und wünscht 20- Mart- Scheine als Wechselgeld. Der andere bittet dann um Silbergeld und so richten sie beide nach Verabredung einige Verwirrung an, und benußen sie, außer dem Wechsel= geld auch die großen Scheine einzusteden. Am Mittwoch suchten die Gauner auf diese Weise kurz hintereinander zwei Geschäfte in der Tauenhienstraße heim. Am Karfreitag erbeuteten ſie in der Morgenstunde am Kurfürstendamm in einem Geschäft 110 m., in einem zweiten 220 m. und in einem dritten 140 m. Der eine der Schwindler ist etwa 36-38 Jahre alt, 1,50 bis 1,60 Meter groß, hat schwarzes Haar und einen gestutzten Schnurrbart und trägt eleganten schwarzen Paletot mit Samtfragen. Der zweite, ebenfalls elegant gekleidet, ist etwa 40-42 Jahre alt und etwas größer als der andere. Vor den beiden Gaunern seien die Geschäftsleute gewarnt. Kein Altern mehr. Aerztliche Gesichtsretusche für jedermann. Die halb tomisch wirkende Kapitel vom gewaltsamen Festhaltenwollen der entschwundenen Jugend ist längst in das Gebiet ernsthaftester Erwägung und tiefgründigster Betrachtungen getreten. Und was früher als törichte Eitelkeit und lächerliches Getue galt, das ist heute, bei nüchternster Betrachtung oftmals zur eisernen Notwendigkeit geworden. Bücherstunde im Rundfunk. Eine Zuschrift. reiner ist aber auch die Freude für das Publikum, denn die neum Nummern des Aprilprogramms find durchweg erster Klasse und man muß fürchten, dem einen Unrecht zu tun, wenn man den andern besonders lobt. Robins wandelnder Musikladen ist zum Totlachen, wozu die tadellos flappende Aufmachung wesentlich beiträgt. Der Komiker der Brüder Ghizzi, hier nicht unbekannt, wirkt jedesmal aufs neue rennen fin besonders zeitgemäß. Der Obermann der 2 u jt e l- und Artur Atrobaten belehrt die offenen Mundes staunenden Freunde der Akrobatik, daß er in Salto und Handstand nun offenbar das Leßtmögliche erreicht hat. Die sich Rastellis Gummiball, der es fertig bekommt, über 100 mal auf dem Trampolin nennenden Afrobaten verfügen über einen schwarzen menschlichen Salto zu schlagen. Die Afrobatittänzer Florence und Grip rufen die Erinnerung an die unvergleichlichen Edmonde Guy und Ernst van Düren wach. Aber die schöne blonde Florence wirkt viel finnlicher als Edmonde. Die beiden heimsen den stärksten Beifall. Mar Wall aber ist ein Afrobatiftänzer von besonderen Gnaden. Er wirkt fo einzigartig und überwältigend fomisch, daß man sein Können im Film festgehalten sehen möchte. Ilona und Gona Rarolewna, zwei schöne Tänzerinnen mit fast noch schöneren Kostümesicht einmal to ſehr ihr Tanz als vielmehr ihr lieb reizendes Wesen entzückt und begeistert. Die russische Kleinunftbühne Goldener Hahn bringt gespielte russische Volkslieder und Kunstlieder von Mussorgsky und Tschaikowsky, slawisch bunt und laut temperamentvoll, elektrifierend. Die HudsonGirls sind vom Märzprogramm übernommen und haben um ihre schönen Beine neue prächtige Kostüme. Der Damenimitator Derfas ist Meister seines Fachs. Der Redaktion geht aus dem Lesertreise folgende Buschrift zu: Bor einiger Zeit brachten Sie einen längeren Artikel ll m das Rundfunk programm, in dem ber Berfaffer prinzipiell zu dem Programm der Berliner Funtstunde Stellung nahm. Zu meinem Erstaunen fand ich aber feine Kritit, überhaupt teinen Hinweis auf die Bücherstunde, die wöchentlich einmal oder zweimal auf dem Programm erscheint. Anschließend an die Bücher stunde am Dienstag nachmittag, in der Karlernst Knap ein paar gleichgültige Romane besprach, möchte ich mir erlauben, einige Bemerkungen zu äußern. Nebenbei, da ich literarisch intereffiert bin, höre ich seit Jahren ständig diese mündliche Buchfritit. Nun ist festzustellen, daß sowohl Herr Knah wie auch Herr Anthos sich gemäßigt haben. In letzter Zeit sind teine Angriffe, die auch früher selbstverständlich nur berstedt ge= führt wurden, auf Bücher mit sozialistischer Grundeinstellung erfolgt, und vielleicht nur aus Werte dem einfachen Grunde, weil man folge einiad nicht bradte. Bei der ungeheuren Zahl der Neuerscheinungen ist es völlig unmöglich, auch nur annähernd die bedeutendsten Werke in der kurzen Spanne Beit zu besprechen. Der Kritifer muß also eine Auswahl treffen. Diese wird natürlich in erster Linie nach seinem persönlicher Geschmack geschehen, ferner nach der Initiative der Sendegesellschaft. Die Sendegesellschaften haben nun die Tendenz, allen etwas zu geben, nur bei der Bücherstunde" machen sie eine Ausnahme. Was hier als Kunstmert gewertet wird, entstammt meistens dem trauten, bürgerlichen Heim. Man lebt ein paar Jahrzehnte zu spät. Mögen diese Werte ästhetischen Wert haben, mögen fie gut geUeber Weltfriede Abrüstung Völkerbund formt sein, ihr Inhalt liegt der großen Masse der Hörer zu fern. fprach Genosse Otto Bach im Saal I des Gewerkschaftshauses in Werte aber, die das Interesse der Masse erregen, verschwinden in einer gut besuchten Versammlung der Freunde für inter der Versentung. Warum etwa, wie es vor Monaten geschah, nationale Kleinarbeit". Der Redner ging von den eine eingehende Analyse von Thea von Harbous Schmarren 14 Punkten Wilsons aus und schilderte das Werden des Friedens Metropolis"? Warum immer wieder das liebevolle Berfenten in vertrages und des Bölkerbundes. Der Völkerbund sei eine KonGartenlaubenliteratur? Treibt der Rundfunt, der sonst zession der kapitalistischen Siegermächte an eine auf Frieden und stets seine politische Neutralität wahren möchte, Recht bedachte öffentliche Meinung. Sein größter Mangel liege in hier eine verftedte Propaganda für den Bürger. feiner Berbindung mit den Friedensverträgen, denn in diesen Verblod? Die Proletarier bilden die Masse der Hörer, und auch trägen tomme nicht der Wille einer durch Krieg und Not zur Be die Bücherstunde soll ihnen etwas geben. In der augenblicklichen finnung gebrachten Menschheit zum Ausdruck, sondern hier habe die Form ist fie vollständig überflüssig und lächerlich. alte Geheimdiplomatie, deren Opfer auch Wilson wurde, noch einmal Und noch zwei Dinge will ich erwähnen. Wäre es nicht mög- auf der ganzen Linie gefiegt. Von den 14 Punkten Wilsons sei lich, die Abendveranstaltung mindestens eine halbe am Ende mur der Bölkerbund geblieben, der in Amerita einstimmige Stunde früber zu legen, da der größte Teil der Hörer Ablehnung fand. Gerade aber darin, daß der Bölkerbund auch früh aufstehen muß? Und dann möchte ich auf eine Eingeographisch nicht geschlossen fei, liege eine große Gefahr für ihn richtung Frankfurter Senders hinweisen. pher ne findet bort elf urges Ronzert staff unter dem Titel an den Böllerbund liege in feinem völligen Berjagen auf dem Ge" " „ Die Oper der Woche", in dem Duvertüren oder Bruchstücke aus den Opern, die in der Woche auf dem Repertoire des Frant furter Opernhauses stehen, gespielt und gesungen werden. Rönnte nicht auch Berlin dieses Konzert einführen?" Winfergarfen. Das Barieté hat das Glüd, nicht mit den Launen der Prominenten und der Diven rechnen zu müffen. Die internationale Artistenkonkurrenz ist groß und jeder muß jeden Abend sein Allerbestes geben, wenn er oben bleiben will um so Funkwinkel. Weltfriede, Abrüstung und Völkerbund. den der Böller biete der Abrüstung. Solange der Artikel VIII des Bölkerbundspattes vorsieht, daß die Bundesmitglieder sich zu dem Grundsaz bekennen, daß die Aufrechterhaltung des Friedens eine Heraba fegung der nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß erfordert, das mit der nationalen Sicherheit vereinbar ist", kann vom Völkerbund eine wirkliche Abrüftung nicht erwartet werden. Troy diefer Mängel liege schon in der Tatsache des Vorhandenseins des Bölkerbundes überhaupt ein Fortschritt. Es sei durchaus möglich, mit diesem Völkerbund den Weltfrieden zu sichern, und zwar dann, wenn die leitenden imperialistischen Staatsmänner im Bölkerbundsrate ersetzt werden durch Männer, die durch das Bertrauen der internationalen Arbeiterschaft im Bölterbunde wirten. Die fommenden Wahlen in den wichtigsten Ländern Europas geben der Arbeiterschaft die Möglichkeit, den Bölkerbund diesem Ziele einen Schritt näher zu bringen. Ein Wiener Arzt nimmt seit längerer Zeit in Wien und auch in Berlin Gesichtstorretturen vor und es ist interessant zu hören, aus welch grundverschiedenen Berufs- und Gesellschaftsschichten sich sein recht stattlicher Patientenkreis er hat im vergangenen Jahre gegen 1800 Personen behandelt. zusammensetzt. In erster Linie sind es natürlich die Leute von Bühne und Film. Ihr Gesicht, das durch das ständige und erhöhte Muskelspiel, noch mehr aber durch das viele und vers schiedenartige Schminken dem Zerstörungsprozeß rettungslos aus. geliefert ist. Das Theater stellt naturgemäß eine ganze Menge folch Korrekturbedürftiger. Aber nicht nur die Stars größeren und fleineren Ralibers find es, sondern auch jene ganz Kleinen, deren Mund stumm bleibt, wo mur Gesicht, Körper und Beine fprechen: Statiftinnen, Figurantinnen, Girls und wie sie alle heißen mögen. Bei ihnen, deren Bühnentauglichkeit zum fleinen Teil auf fünstlerischen und zum größten Teil auf rein äußerlichen Qualitäten beruht, bedeutet die Erhaltung der jugendlichen äußeren Form Sein oder Nichtsein. Aber auch Bertreter bürgerlicher Berufe, hauptsächlich Vertäuferinnen, Mannequins, Fri. feulen ufm. zittern vor dem Gespenst Alter". Dann kommen Ehefrauen, bei denen wohl nicht der Beruf, dafür aber das eigene Lebensglüd, sowie das einer ganzen Familie auf dem Spiele Die Dichtung des alten Orient betrachtete steht, weil der Mann, der im täglichen Leben ständig Gelegenheit R. W. Goldschmidt, Dozent an der Humboldt- Hochschule, aus hat, frischer, blühender Jugend zu begegnen, Bergfeiche zieht, die zu der Perspektive der Weltliteratur. Der Redner begnügte sich daher den tragischsten Konsequenzen führen tönnen. Aber nicht nur weib mit der Behandlung weniger charatteristischer Hauptwerke. Eine liche Patienten fommen zu ihm. Einer seiner letzten Patienten Vorstellung des Kulturstandes von Alt- Babylon gibt das Gilgamesch- wie übrigens viele Frühwerte der Weltliteratur als war der Geschäftsführer eines Hotels, dessen Anstellung von einem Epos, das So erstes eine Schilderung der Sintflut enthält. Aus der Geschichte des gefunden, jugendlichen Aussehen abhängig gemacht wurde. So spielt sich vor den Augen des Arztes ein buntes Kaleidostop mensch ägyptischen Rezertönigs Amenophis IV.( um 1350 v. Chr.), der gegen den Willen der Priester die Götter abschaffte und die lebenspendende lichen Geschehens ab, und er müßte nicht Mensch sein, sähe er nicht Sonne als Gott verehren ließ, ist ein Sonnenhymnus von großer die große Tragit leidvollen Menschentums, die sich hier aus rein Schönheit erhalten. Das Weltbild der alten indischen Welt spiegelt äußerem Anlaß zu tiefinnerstem Schmerz verdichtet. Bisher waren sich in den Weisheitsdichtungen der Beden. Der Vortragende wies folch ärztliche Schönheitsreparaturen, deren Vornahme man, wie darauf hin, daß die Beschäftigung mit diesen Dichtungen bedeutet, 7. April 1928, wurde in der Südftr. 70/71, eine Minute vom Bahnhof Neu Am Abend gab es eingangs geschildert, ausschließlich einem start entwickelten Eitelkeits- in anschaulicher Form Weltgeschichte zutreiben. gefühl zuschrieb, eine ziemlich foftspielige Angelegenhet, die sich eben wieber, wie ftets in dieser Woche, ernste mufit" mit betont auch nur Menschen mit derartigen Lurusbedürfnissen leisten konnten. christlichem Einschlag. Gegen gelegentliche Darbietungen dieser Art sofern fie fünstlerisch vollwertig sind wird tein musikliebender Heute aber, wo man darüber ganz anderer Ansicht ist und weiß, Funkhörer etwas einzuwenden haben. Es bedeutet aber einen uneraus welch ernsthaften Motiven eine solche Korrektur oftmals erforderträglichen 3wang und nebenbei eine Geschmacklofigkeit, wenn eine lich ist, will und soll man auch trachten, daß auch die wirtschaftlich Woche lang statt sonstiger Unterhaltungsdarbietungen ein- bis zwei- maßgebender Eisläufer beſtens bewährt und kann als vollwertiger Grfaß für Schwachen imftande find, den Kampf mit dem gefährlichen Feind mal täglich wenn man die Vorträge hinzunimmt, sogar noch häufiger eine Art Radiofirche abgehalten wird. „ Alter" erfolgreich durchzuführen. Tes. Die Mujittapelle des Reichsbanners Schwarz- Rof- Gold, Ortsverein Treptow, gibt am 2. Dfterfeiertag in Niederschöneweide int Spreepalast, Kyffhäuser, ein volkstümliches Konzert( Blasorchester). Anfang des Konzerts 16 Uhr. Nach dem Konzert in zwei Sälen Tanz. Bei günstigem Wetter findet das Konzert im Garten statt. Eintritt einschließlich Tanz 50 Pf. Erwerbslose und Kinder 25 Pf Konfum- Genoffenschaft. Die Fraktion Genossenschaftsaufbau hält am Donnerstag, dem 12. April, abends 7 Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, eine Fraktionsfizung ab. Erscheinen aller Fraktionsmitglieder ist notwendig. Die Juristische Sprechstunde fällt am Dienstag, dem 10. diejes Monats, aus. Rosmos, bas neue Rins in Ren- Lichtenberg. Gestern, am Sonnabend, dem Lichtenberg, ein neues Lichtspielhaus eröffnet. Das Saus faßt etwa 900 Bere fonen und ist mit allen Errungenschaften der modernen Kinotechnik ausgestattet. Das Rino bringt neben den größten Filmen auch Bühnenschau. Sommer- Eisbahn. Ab Oftermontag( 2. Feiertag) tommen auf der neuen Sommer- Eisbahn in der Neuen Welt"( Safenheide) große Eisballetts unter der Devise: Ein Gebirgsfest in St. Moris" zur Aufführung, bei der die vom Sportpalast her bestens bekannte Eiskönigin Charlotte" und viele andere prominente Eiskünstler mitwirken. Die Čisbahn hat sich nach dem Urteil Natureis bewertet werden. Um den Zuschauern noch weitere Abwechslung z bieten, wird in den Nebenfälen ein großer Osterball mit vielen Ueberraschungen veranstaltet. Cadiel Leopold Morgenröcke: Das Haus für grosse Weiten KÖNIG STR.22-26 Gadial in größter Auswahl, auch für stärkste Damen geeignet, darunter entzückende Morgenröcke aus bedruckten guten Waschstoffen, in selten schöner Machart Hochmoderne Mäntel aus prima Herrenstoff, bester Qualität. in den vornehmeten Dessins, erstklassig verarbeitet, moderne schlankmachende Formen. Diese Mäntel sind mit Rückenfalten, Knopfleisten, Gürtel, eingeschnittenen Taschen, Herren- Revers, von der Achsel bis zur Hüfte mit Biesensteppereien ausgestattet und ganz auf kunstseidenem Paillette gefüttert. Wenn Sie dann noch hören, dass dieser herrliche Mantel mur 69: kostet, wäh en Sie gewiß keinen anderen als diesen. 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Marburg& Co., Hamburg, und bei den fonftigen Zeichnungsstellen sowie bei allen Banffirmen und Sparkassen, wo ausführliche Prospette zu beziehen find. Die Abnahme der Stüde lann jederzeit bis 30. April geschehen. Die Sicherheit der Gold- Pfandbriefe beruht auf Gold- Bypotheten nach Feingoldwert, die auf ländlichen und städtischen Grundftüden eingetragen find. Cine Kündigung ist bis 1933 ausgefchloffen. Die Tilgung muß späteffens 1965 beendet sein. Stide über 5000, 2000, 1000, 500, 200 unb 100 Goldmart Sie find von der Reichsbank zur Beleihung in Riaffe A sugelaffen. Berlin NW7, Unter den Linben 48/49. preußische Central Bodentredit- Attiengesellschaft Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr Im welßen Röß'l Lustspiel in 3 Akten 7. Blumenthal a. Kadaiburg Vorzeiger dieses Schwarz Linbemann Defterlink Dts. Künstler- Th 81 Uhr: Kleines Theater Saltenburg- Bühnen Täglich 8 Uhr: Käte läßt sich verführen Lustspiel v.H.Sturm Klinder, Bogner, Kettner, T. 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Die Gegner der Sozialdemokratie haben ihr oft vorgeworfen, daß sie den Materialismus der Menschen fördere, dah sie die Magenfrage in den Mittelpunkt der Politik stelle und den Kampf um höhere Lebenswerte in den Hintergrund dränge gegenüber dem Kampf um wirtschaftliche Werte. In diesem Vor- muri steckt fast immer, wenn er ausgesprochen wird, ein erbärmliches Mag wm Heuchelei. Erstens wäre es leicht für diejenigen, deren materielle Bedürfnisse befriedigt sind, deren Lebenrlage gesichert ist, die in der Wirtschaft eine Machtstellung zu verteidigen haben, die Magenfrage, die eine Magenfrage- der anderen ist, zu verkleinern und dafür von den idealen Gütern zu sprechen. Zweitens aber ist die Behauptung, daß in der politischen Ideenwelt der bürgerlichen Parteien die materiellen Fragen eine geringere Rolle spielen als in der der Sozialdemokratie, nicht einmal wahr. Was ist die Landbundhetze der Deutschnationalen anderes als der Appell an materielle Instinkte? Was spielt bei der Deutschen Aolkspartei eine größere Rolle als die Verteidigung des Besitzes, der Kampf gegen die„kalte Sozialisierung' und die„sozialen Lasten�? Und die Wirtschaftspartei? Rückt sie nicht programmatisch die materiellen Sonderintercssen einzelner Bevölkerungsgruppen, besonders des Hausbesitzes, in den Mittelpunkt der Politik? Ist der Kampf zwischen links und rechts im Zentrum etwas anderes als der Kampf zwischen dem Einfluß der Industrie- und Landmagnaten auf der einen und dem der christlichorganisierten Arbeiter auf der anderen Seite auf Wirtschafts- und Sozialpolitik? Leben die Demo- kraten nicht davon, daß sie materielle Interessen kleiner, geistig links gerichteter Schichten des Unternehmertums und der höheren Ange- stelltenfchaft, die sich vom Aufstieg der Arbeitermacht bedroht fühlen, zu schützen entschlossen sind? Die so gerne über den Materialismus der Sozialdemokratie sich entrüsten, sie gleichen all« mehr oder minder denen, auf die Heinrich Heine fang: „Ich weife, sie tranken heimlich Wein und predigten öffentlich Wassert" Die Sozialdemokratie hat nie Ihre Grundoufsasiung verleugnet, daß sie die Ueberwindung des materiellen Elends, daß sie die Hebung des Wohlstandes der breiten Massen der Be- völkerung, die Sicherung der Lebenslage der Besitzlosen, der Arbeiter, der Angestellten und der proletarisierten Schichten unter den wirt- schafllich Selbständigen und unter den freien Berufen als die e l e- mentar« Voraussetzung ansieht für jene Entfaltung des kulturellen Lebens, für jene Sicherung der Menschenwürde jedes Mitgliedes der Gesellschaft, für jene geistige Freiheit, die als ideale Ziele ihre Arbeit und ihren Kampf beherrschen. Die nationale Idee der Sozialdemokratie ist nicht auf Machtanhäufung zur Unter- drückung anderer Völker, nicht aus Ausdehnung des Futterplatzes mit Waffengewalt gerichtet, sondern darauf, die ganze Bevölkerung in die nationale Kulturgemeinschaft einzubeziehen, die Hintersasien der Notion zu Bestandteilen der Nation zu machen. Dieses ideale Ziel, das nicht zum Kampf, sondern zur friedlichen Zusammen- arbeit der Nationen führt, ist aber nur erreichbar durch Umgestaltung der wirtschoftlich-sozialen Verhältnisse. Durch eine Umgestaltung, die Schritt für Schritt mit der Elendsüberwindung, mit dem Auf- stieg der Arbeiterklasse, mit der planmäßigen Entfaltung Wirtschaft- licher Kräfte zum Wohle der Gesamtheit verbunden ist. Deshalb wollen wir uns unseres Materialismus nicht schämen. Wir wollen ehrlich und freudig bekennen, daß wir im Gegenwarts- kämpf die wirtschaftlichen Ziele in den Mittelpunkt stellen, daß wir den Kampf um menschenwürdige materielle Lebensbedingungen der breiten Massen der Bevölkerung, mag er sich in noch so viele klein erscheinende Einzelheiten auslösen, für die notwendige Voraussetzung der Verwirklichung der kulturellen Ideale halten. Auf Verwirk- l i ch u n g, nicht auf schöne Worte kommt es uns an. Deshalb führt unser Weg zwangsläufig über das, was diejenigen, die sich mit der Predigt begnügen, als die„Magenfrage" herabzusetzen suchen. Wir sind die letzten, die die Revolutionierung der Köpfe unterschätzen, wir wissen, daß wir unsere Ziele nur durch die Heranbildung von Men- schcn echter sozialistischer Gesinnung erreichen können, aber wir wissen auch, daß jede Hebung des Lebens st andards, die aus dem Druck der materiellen Not herausführt, dah jede S i ch e- r u n g von Stunden der Muße für die Männer und Frauen der Arbeit, daß jeder Schritt, der aus elenden Masienguartieren z u menschenwürdiger Wohnung mit Luft und Licht und Raum für Eltern und Kinder führt, notwendige Voraussetzungen sind für den Ausstieg zu einer veredelten Form der Gesellschaft. In diesem Sinne sind wir Materialisten und wollen wir Materialisten sein, ohne uns dessen zu schämen! Politik und Wirischast. Der Kampf um den Aufstieg der Arbeiter und Angestellten. der zugleich der Kampf um die Gesellschaftsordnung der Zukunft Ist, spielt sich auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Formen ab. Soweit der Kampf der Gewerkschaften um die Arbeitsbedingun- gen und das Lordringen der Konsumgenossenschaften in die Wirtschast in Frage kommen, handelt es sich im Ausgangspunkt so sehr um rein materielle Fragen, daß hier ein Problem ihres Gewichtes nicht besteht. Anders liegt es nur beim politischen Kampf, beim Kampf um die Macht im Reich, in den Ländern und in den Gemeinden. Hier sind die unmittelbar wirtschasllich-sozialen Fragen nur ein Teck des großen Fragenkomplexes, der der politischen Entscheidung unterliegt. Die Vorfrage der Staatsform, Fragen der Rechtsgestaltung: Todesstrafe, Abtreibungsparagraphen. Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch Hochverratsstrafen u. a. m., Fragen der Kultur: konfessionelle oder wellliche Schule, Durch- brechung des Bildungsprivilegs der Besitzenden u. a. m., Fragen der Außenpolitik: internationale Berständigung oder heimliche Rüstung zu neuen Kriegen und viele» ander« wird durch die politische Macht- bildung mitentschieden. In den Reichstagswahlkämpfen von 1920 und 1924 sind auf Grund der damaligen Gesamtlage ohne Zweifel die rein Wirtschaft- Vchen Fragen gerade von feiten der Sozialdemokratie in den Hinter- Von Fritz Aaphiali. grund gerückt worden gegenüber den großen Fragen der Außen- Politik:„durch Erfüllungspolitik zum echten Frieden, für Völker- Verständigung gegen den Wahnsinn der Revancheidee' und gegen- über der großen innerpolitischen Entscheidung:„für Republik und Demokratie, gegen Monarchie und Diktaturgelüste". Neben diesen Kernfragen der letzten Wahlkämpfe war es eigentlich nur ein wirt- schaftliches Problem, das von den Parteien der Rechten stark in den Vordergrund gerückt wurde: die Aufwertungsfrag«. Hier versprachen besonders die Deutschnationalen dos Blaue vom Himmel herunter, um nach gelungenem Stimmenfang auch nicht das geringste zu hallen. Jetzt, 1928, liegen die Dinge anders. In der Außenpolitik hat sich die Politik der Revision durch Erfüllung und die Politik der Verständigung, die wir von 1919 bis 1924 in hartem Kampfe durch- setzen und verteidigen mußten, so sehr als die allein mögliche er- wiesen, daß bei aller Bedeutung, die heute wie stets der Scheidung der Geister in echte Friedensfreunde und Opportunisten der Ver- ständigungspolitik zukommt, dieses Problem im Wahlkampf in den Hintergrund gerückt ist. Und in der Innenpolitik: gewiß, auch hier scheiden sich noch die Geister in Republikaner des Herzens und solche des Lippenbekenntnisses, noch gibt es ein« schwarzrotgoldene gegen eine schwarzweißrote Front, ober trotz alledem dürfen wir sagen, die Republik als Staatsform ist gesichert. Die Arbeiterschaft bleibt für die Republik in Verteidigungsstellung, aber der aktuelle Kampf geht nicht mehr um die unenlbehr- liche Form der Republik, sondern um ihren Inhalt. Damit aber gewinnen die wirtschaftlichen Fragen eine erhöhte, eine unmittelbare Bedeutung für die Wahlen von 1928, als sie es in den vorangegangenen Wahltämpfen haben konnten. Denn der I n- halt der Republik hängt gewiß auch von ihrem Ausbau zum Einheitsstaat, von Strafrcchtsrcfonn, Schulpolitik u. o. ab, aber in erster Linie von der Stellung des Staates in der Wirtschaft und zur Wirtschaft, von der Frage, ob die Macht des Staates den Besitzintcressen der Großagrarier, der In- dustrie und der Finanzmächte dienstbar gemacht wird oder ob sie eingesetzt wird, um auch unter Opferung von Gruppeninteresscn des Besitzes der Besserung der Lebenshaltung der breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung zu dienen und der Sicherung der Existenz der vom Elend bedrohten Schichten. Für Makfenwohlftand oder für Vcfihprivilegien, das sind die großen Richtlinien, nach denen sich die Wirtschaftspolitik und die Sozialpolitik des kommenden Reichs- tags scheiden wird, je nach de«- Entscheidung der Wähler am 20. Mai, und diese Grundrichtung der Wirtschaftspolitik wird den Inholt der Republik in den nächsten Iahren der Entwicklung bestimmen. Worum gehi der Kampf? Wenn wir die allgemeine Bedeutung der wirtschastspolitischen Grundrichtung in diesem Wahlkampf erkannt haben, so kommt es noch darauf an. wenigstens an ein paar Beispielen konkret zu zeigen, um was der Kampf geht. Wir wollen keine Illusionen nähren: nicht über Sozialismus oder Kapllalismus als herrschendes Wirtschaftssystem entscheidet dieser Wahlkampf. Selbst wenn unsere kühnsten Hoffnungen reifen würden, selbst wenn die Arbeiterklasse ungespalten der kapitalistischen Welt gegenüberstehen würde, würde durch«inen Wahlsieg nie mit einem Schlag das Wirtschaftssystem wechseln, wie eine Staatsform an einem Tag wechseln kann. Der Uebergang vom Kapitalismus zum Sozialismus wird immer ein organischer Umbildungsvorgang fein, dessen Tempo allerdings durch das Maß der Gewinnung politischer Macht durch die Arbeiterklasse beeinflußt werden kann. Aber niemals wird der Kapitalismus an einem Tage oerschwinden, weder läuft er über die Grenze davon, wie der eine Monarch, noch kann er hingerichtet werden, wie der andere Monarch. Also es geht im Wahlkampf— nur Unehrlichkeit kann das der Arbeiterklasse verschweigen— nicht um das Ganze des Wirtschaftssystems, sondern es geht um die nächsten Schritte vorwärts für die Hebung der sozialen Lage der arbeitenden Massen und damit gleichzeitig um das Eni- wicklungs t« m p o zum Sozialismus. Wo entscheidet sich nun tm einzelnen die Frage:„Für Massen- Wohlstand oder für Besitzprivilegien"? Beginnen wir mit dem Budget, mit den öffentlichen Haushalten von Reich, Län- dern und Gemeinden. Viele Milliarden Mark niüssen jährlich aus dem Gesamtprodukt der deutschen Wirtschaft in die Kassen des Reichs, der Länder und der Gemeinden fließen, um von dort wieder für die Zwecke der Allgemeinheit ausgegeben zu werden. An welcher Stelle und nach welchen Maßstäben man die Steuern und Abgaben erhebt, ist das erste wichtige politische Mittel, die Einkommensverteilung zu beeinflussen. Der verflossene Reichstag hat eine klare Linie verfolgt: Abbau der Belastungen des Besitzes, Vermehrung der Massenbelastung. Zölle und indirekte Steuern sind die Quellen, aus denen man die wachsenden Ausgaben gedeckt hat, und selbst das feierliche Versprechen dbs Ab- baus der Lohnsteuer nach Ueberfchreiten der 100 Millionen Monats- elnnahmc, das die Lex Brüning gab. wurde vom Besitzbürgcrblock nicht erfüllt. Das Vermächtnis des alten Reichstags an den neuen wird„Defizit" heißen, ob die neuen Steuern, die man zur Deckung brauchen wird, wieder dem Massenverbrauch aufgepackt werden oder ob sie einmal durch Besitzbesteuerung den üppig entfalteten Luxus- konsum der besitzenden Klasse treffen sollen, darum geht es in diesem Wahlkampf. Aber vielleicht noch wichttger, als die Frage der Form der Staats- einnahmen, ist die Frage des Zweckes ihrer Ausgaben? Sollen wirklich, wie es der Reichstag des Bssitzbürgerblocks beschlossen hat, in den nächsten Jahren hundert Millionen Mark an deutschen Steuergeldern für den Bau von Panzerkreuzern, ein militärisches Spielzeug, verschleudert werden? Soll in Marine und Reichswehr oder im Luftverkehr ein« Suboentions- und Korruptionswirtschaft mit nationalem Mäntelchen gepflegt werden, wie sie unter dem Regime Geßler uns zum P h o e b u s- Skandal mit 26 Millionen Mark Verlusten des Reichs geführt hat? Sollen, wenn«in Großkonzern der Industrie herabgewirtschaftet ist— wir denken an die Stützungen der Stinnes, Stumm, Mannesmonn, Röchling, Kahn und Konsorten im Jahre 1925/26— Reichsmittel zur Verfügung stehen, mit d«n Ergebnis, den Verant- wortlichen der Mißwirtschaft große Vermögen zu retten? Oder sollen das nächstemal die 5 Millionen Mark, die für Schul- speisungen angefordert und von diesem Reichstag abgelehnt wurden, wieder abgelehnt oder auf 10 Millionen erhöht bewilligt werden, damit kein Proleiarierkind hungrig auf der Schulbank sitzen soll? Sollen bei einer neuen Revision der Beamtengehälter wieder die höchsten Stufen die größten Zulagen erhalten oder soll ein sozialerer Aufbau der Besoldungen durchgeführt werden? Soll an Verschwendungen im Heeresetat gespart werden öder an den elenden Renten der Kriegsbeschädigten? Das find nur eine Reihe herausgegriffener Fragen, um die«s in diesem Wahlkampf geht. Betrachten wir die Zollpolitik. von der die Preisgestaltung und damit der Reallohn des Arbeiters, die Kaufkraft des Rentenempfängers abhängt. 1927 hat sich die Bürgerblockregierung in Genf und in Berlin zum Zollabbau bekannt und sie hat den Zuckerzoll, den Mehlzoll, den Kartoffelzoll erhöht. Sie hat über den Abbau von Jndustriezöllen, die zum großen Teil unvernünftige Sondergewinn« sichern, beraten, aber nichts getan. Sie hat durch Herabsetzung des Gefrierfleischeinfuhrkontingentes den ärmsten Verbrauchern das Fleisch verteuert. Der neue Reichs- tag wird dm endgültigen Zolltarif zu niachen haben. Soll er wie der provisorische von 1925 den Sonderintcressen starker Gruppen von Industrie und Landwirtschast dienen, oder soll er auf Erleichterung der Lebenshaltung der Massen eingestellt sein? Auch darum geht es in diesem Wahlkamps! Nicht nur die Zollpolitik, auch die Politik der großen ZNonopolorganisalionen der Industrie beeinflußt die Preise. Sollen die Kartelle und Trusts weiter unkontrolliert ihre Macht gebrauchen oder mißbrauchen können? Die sozialdemokratischen Arnrägc für eine staatliche Kontrolle der monopolistischen Organisationen sind im Reichstag des Vefitzbürgerblocks der Regierung„als Material" überwiesen worden. Soll es dabei bleiben oder sollen die großen Industriemächte einer ernsthaften Staats- aufficht im Interesse der Gesamtwirtschaft unterworfen werden? Soll durch die Rcichshcmmung der Beratungsstelle für Aus- landsanleihen weiter der Kampf der privaten Industrie � gegen die kommunalen Unternehmungen unterstützt werden? Salt durch die Absperrung der Komniunen vom internationaleil Kapital- maret die Konjunktur gedrosselt, die Aussaugung der Arbeitslosen weiter gehemmt werden und die Ueberwindung der Wohnungsnat der Proletarier gehindert werden? Soll der siaat- liche Einfluß auf die Lohnpolitik der Schlichter dahin gehen, den Arbeitern die Teilnahme an den Früchten der Raliouaiisierung zu verbauen oder soll Hebung der Massenkauskraft aus . Kosten des Luxuskonsums die höchste Richtlinie der amtlichen Lohn- 1 Politik werden? Wir haben eine knappe Auslese der aktuellen Wirtfchaftsfragen gegeben, um die die Entscheidung am 20. Mai geht. Hoffen wir, ; daß die Mehrheit der Männer und Frauen des arbeitenden Volkes aller Berufe sich ihrer berechtigten materiellen Interessen bewußt sei und um dieser materiellen Interessen willen, die die Grundlage des kulturellen Aufstiegs bilden und die im Einklang stehen mit der Politik der Freiheit und des Friedens, alle Kräfte anspannen für den Sieg der Sozialdemokratie. Das eniweriete Gteinkohlengutachien. Meinungsverschiedenheiten in der Schmalenbachkommiision Unsere Vermutung, daß die für die Untersuchung der Ren- lcbilität im Ruhrbergbau vom Reichswirtschaftsministerium ein- gesetzte Kommission nicht zu einem einheitlichen Gutachten gekommen sei, wird jetzt bestätigt. Eine gemeinsame Plattform konnte nicht gefunden werden, und Genosse Dr. Baad« hat deshalb für entscheidende Punkte dem Rcichswirtschastsminister ein Eon- dergutachten eingereicht. Die größte Meinungsverschiedenheit, die für die Frage der Rentabilität entscheidend ist, besteht über die berechtigte Höhe der A b s ch r e i b u n g s s ä tz e. In diesem Punkte scheinen die Auffassungen außerordentlich weit auseinanderzugehen. Es ist also in der Tat so, daß die dem Ruhrkapital nahestehende Presse die Oeffentlichkeit entgegen der Wahrheit in ein- seitlger Weise über dos Urteil der Schmalenbach-Kommiffion informiert hat. Damit ist das Gutachten dieser Kommission in doppelter Weis« entwertet. Einmal wird man der Arbeiter- s ch a f t nicht zumuten können, die Beeinflussung der Oeffsiitlichkeit in der den Zechenherren willkommenen Richtung einfach hinzu- nehmen. Die Berufung auf dos Gutachten der Schmalenbach-Kom- Mission wird bei den kommenden Verhandlungen in der Berg- arbeiterschaft keinen Eindruck machen. Zum anderen haben die In- distretioncn dieser Blätter den Zechenhcrren einen Bären- dienst erwiesen, denn ohne die voreilige, einseitige Bekannt- machung von Teilergebnissen wäre trotz der uneinheitlichen Stellungnahme der Gutachter der Eindruck des Gutachtens auf die Oeffeut- lichkeit sicher günstiger gewesen. Auch das Reichsarbeits- und das Reichswirt- schaftsmini st ertum werden sich diesen Tatsachen nicht ver- schließen können, insbesondere nachdem das Reichswirtschaftsministe- rium es in der Hand gehobt hätte, die Indiskretionen zu verhindern. Dem Sondergutochten von Dr. Baabe kommt unter den ge- gebenen Umständen ganz besondere Bedeutung zu. Die Gutachten müssen baldigst veröffentlicht werden. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 3. April be- rechnete Großhandelslndexziffer des Statistischen Reichsamts war gegenüber der Vorwoche mit 138,8 nahezu unverändert. Im Monatsdurchschnitt März ist die Gcfamtindexziffcr um 0,4 Proz. aus 138,5 gestiegen. Ein« neue tprozentlg« Dsandbriefanleihe der Preußischen Zentralbodenkredtt A.-G. kann bis zum 14. April gezeichnet werden. Es Handeft sich um 10 Millionen Goldpfandbriefe, die bei acht prozentiger Verzinsung zum Kurs von 98 Prozent erworben werden können. Zeichnungsausforderung in dieser Numm" Paläste der Kultur", spolls Was die Kontrollkommission der KPR. aus dem Donezbecken berichtet. wertschaften feinen genügenden Drud auf die Wirt schaftsorgane ausüben, die Wirtschaftsorgane aber die elementare Tatsache nicht verstehen wollen, daß eine gesunde, saubere und gemütliche Arbeiterwohnung der einzige Beg ist, die Produktivität der Arbeit und somit auch die Kohlenförderung zu heben." z über Interessant ist auch, mas Schwarz über die Paläste der Kultur" erzählt. Im Donezbecken," sagte er, sind vor kurzem 10„ Paläste der Kultur" eröffnet worden. Sie haben 6 Millionen Rubel gekostet. Diese neuen Kulturstätten hatten die Aufgabe, das Kulturniveau der Arbeiter zu heben. Was fanden wir aber in Wirklichkeit vor?" fragt Schwarz 33 Der Vorsitzende der russischen zentralen Rontrollfommission| men nichts Warmes. Die Ursache liegt barin, daß die GeJaroslawti hat in Berbindung mit den Ereignissen im Donez beden an die Arbeiter des Bezirks Artemomst einen Aufruf er Lassen, in dem es u. a. heißt:„ Der Schaden, den die Verschwörer der Kapitalisten und ihrer Lafaien, der konterrevolutionären Spezialisten, die Jahre hindurch in den Werken des Donezbeckens angeftifet haben, ist ein ungeheuerlicher. Wir müssen nicht allein eilige und entschiedene Maßnahmen ergreifen, die geeignet sind, die Schuldigen physisch unschädlich zu machen, fondern auch ein für allemal jebe Möglichkeit unterbinden, daß ähnliche Versuche wiederholt merden. Das Zentralfomitee hat den Genossen Molotow, Tomsti und mich beauftragt, an Ort und Stelle die Ansichten der Arbeiter und Arbeiterinnen über die Maßnahmen zu hören, die von der Partei ergriffen werden müssen. Nicht uninteressant find angesichts dieses Aufrufes die Schilde rungen des Borsigenden der Bergarbeiter Schwarz über feine Eindrücke im Donezbeden. Besonders schlimm sieht es in den Are beitersiedlungen aus," flagte er einem Mitarbeiter des„ Irud". In den Arbeitermohnfasernen fehlen die elementarsten Bequemlichkeiten. Die Arbeiter schlafen auf nadten Brettern, Matragen gibt es nicht. Die Folge davon ist, daß in einigen Bergmerken die 18jährigen Burschen bereits tubertulös find. Die öffentliche Speisung ist in den Bergwerken schlecht organisiert, fie taugt nichts. Die Bergarbeiter betom= Die Bergarbeiter beto m Der Dienst der Polizeibeamten. . Der Beamtenausschuß der Schupo Berlin zurückgetreten. Am 4. d. M. fand in der Polizeiunterkunft Binden eine Beamtenausschußsizung der Bertreter der Berliner Schutzpolizei statt, an der sämtliche Vorsitzende der Inspektionsbeamtenausschüsse teilnahmen. Auf der Tagesordnung stand die Neuregelung des Sonderdienstes der Revierbeamten sowie die Dienstregelung der Bereitschaftsbeamten. Nach kurzer Debatte murde einstimmig festgestellt, daß diese Regelung nicht den Bünschen der Beamten entspricht und auch der Beamtenausschuß des Kommandos vorher nicht dazu gehört worden ist. Auf Grund dieser Tatsache stellte der Ausschuß sein Mondat zur Verfügung, weil er glaubte, seinen Wählern gegenüber diese Neuregelung, die nach Anficht sämtlicher Beamtenausschüsse eine Verschlechterung darstellt, nicht vertreten zu können. Dieser Beschluß wurde sofort dem Polizeipräsidium und dem Kommando der Schußpolizei übermittelt. Der Dienst der Berliner Polizeibeamten, die in den Revieren Verwendung finden, ist seit geraumer Zeit so geregelt, daß jeder Beamte in einer Woche 48 Stunden Dienst mit 8stündiger bzw. 7= bzw. 9stündiger Ablösung verrichtet. Es wird gewechselt allwöchentlich in Vormittag-, Nachmittag und Nachtdienst. Nach der neuen Einteilung, die eine Berbesserung bedeuten foll, müffen die Beamten, melche den Nachmittagsdienst von 14 bis 22 Uhr versehen, am darauffolgenden Bormittag zweimal je 3 Stunden in der Woche zum fogenannten Sonderdienst. Dieser findet auf den Kasernenhöfen statt und umfaßt polizeiliche Ausbildung und Sport. Durch diese Regelung wird die geringe Freizeit der Polizeibeamten ganz erheblich Derringert. Hinzu kommen noch die Unfosten, die durch hiergegen einmütig Protest. Bon Anfang an lag ihre Arbeit im argen. Mit der Einrichtung der Baläste der Kultur und mit den Büchern wird geradezu mild gehaust. In Gozlowta fehlen bereits alle Türklin. fen. Die fommunistische Jugend hält es für möglich, ihre natür lichen Bedürfnisse in den Sälen und Lesezimmern der Paläste zu befriedigen. In Petrowit habe ich die kommunistische Belle besucht. In dem Zimmer war es nicht aufgeräumt, der Boden war besch mußt, herum lagen Zigarettenstummel. Aehnlich fieht es auch in den anderen Palästen der Kultur aus." Sollten auch daran die in- und ausländischen Spezialisten schuld haben? Man versteht wohl, daß die Kommunistische Partei in diesem Bezirt aufgelöst wurde. 5. Kreis Friedrichshain Große öffentl. Wählerkundgebung Mittwoch, 11. April, abends 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain Die Sozialdemokratie und die kommenden Wahlen Referenten: Rudolf Hilferding, M.d.R., Franz Künstler, M.d.R. Clara Bohm- Schuch, M.d R. Aufführung d. soz aldemokratisch. Wahlfilms ,, Dein Schicksal Das Musik- und Tambourkorps des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold Friedrichshain und der MännerchorFriedrichshain, haben ihre Mitwirkung zugesagt 99. Abt, Britz- Buckow Oeffentliche Wählerversammlung am Dienstag, dem 10. April Treffpunkt: Werderstr. Ecke Rungiusstr. in Britz um 18 Uhr sendung von Material in die Lage zu sehen, den Kampf gegen die Auswüchse des Erwerbslosenversicherungsgesetzes aufzunehmen. Das Material fann ganz ungeordnet, ganz zu fammenhanglos sein, es brauchen nur fnappe Angaben über Ein 3elfälle gemacht werden. Nur daß wir möglichst bald recht viel stichhaltiges Material aus allen Teilen dés Reiches in der Hand haben, darauf fommt es an. Wir beabsichtigen, das Material dem RFR. zu unterbreiten; dazu müssen wir die Sigung des Rechtsausschusses des RFR am 15. März wahrnehmen und find deshalb gezwungen, den Termin für die Einsendung des Materials an uns auf den 1. März festzulegen gez.: Ludwig, Forstrat. das Fahrgeld entstehen. Die Berliner Polizeibeamtenschaft erhebt gestellt, dann erft werben für diese bie notwendigen„ Beweise Wir sehen also: Zunächst werden Behauptungen aufgesucht. Wir sind gespannt, wie das Bemeismaterial ausfällt. Bis her haben sich alle Behauptungen der Unternehmer gegen die Arbeitslosenversicherung als zum mindesten recht übertrieben erwiesen. Die Hetze gegen die Sozialversicherung. Im übrigen: Wenn sich bei den niedrigen Unterſtügungsfäßen arAuch die Waldbesitzer machen mobil. Neben den Landwirten dürfen natürlich die alb be fiber nicht fehlen, menn es sich um die Bekämpfung einer sozialen Maßnahme handelt. Wie dabei vorgegangen wird, beweist nachstehendes Rundschreiben: Reichsverband Deutscher Baldbesikerverbände Die Geschäftsstelle. Tgb.-Nr. R 252/28. Berlin W. 9, den 11. Februar 1928. Potsdamer Straße 134 III. An sämtliche Berbände, den Herren Borstandsmitgliedern zur Kenntnis. Rundschreiben Nr. 8 betr. Erwerbslosenversicherung. Auf der Sizung des Hauptausschusses des Preußischen Landesnerbandes am 31. Januar murde von verschiedenen Seiten auf die schweren Schädigungen der Wirtschaft, besonders auch forstlicher Betriebe, durch das neue Erwerbslosenversicherungsgesetz hingewiesen. In vielen Gegenden ist es nicht mehr möglich, die nötige Zahl von Baldarbeitern im Winter aufzutreiben, weil die Unterstügungssäge besonders der Saisonarbeiter so hoch sind, daß sich Ar= beiten nicht mehr lohnt!" Gegen diesen unhaltbaren 3ustand muß im Berein mit anderen betroffenen Wirtschaftszweigen vorgegangen werden. Wir bitten dringend, uns durch Ein Mark der hachelegande Kammgarn 20 Anzung Stoff Kochu. Seeland Gertraudienstr.20/ 21 gegenüb.Pelrikirche beiten nicht mehr lohnen sollte, dann würde das nicht gegen die Arbeitslosenunterstügung, sondern gegen die Lohnpolitik der Wald befizer sprechen. In eff Betrieben wurden Berfchlechterungen der Arbeitsbedingungen abgewehrt. Bewegungen ohne Arbeitseinstellungen waren in 212 Fällen, an 241 Orten, mit 21 602 Betrieben und 36 064 Be schäftigten zu verzeichnen. Erfolg hatten an Arbeitszeit Dertürzung 11 022 Personen, zusammen 83 289 Stunden je Woche, Lohn erhöhungen 21 319 Berfonen, 63 514 m. je Boche; und an sonstigen Erfolgen( Bezahlung von Ueberstunden, Ferien und andere Bergünstigungen) 19 600 Personen. Neu abgefchloffen wurden 55 Tarifverträge für 4649 Personen, perlängert oder erneuert 28 Tarifverträge für 14 142 Bersonen und Nachträge resp. Lohnabkommen wurden 107 für 11 541 Personen abgeschlossen. Am Jahresschluß bestanden 156 Tarifverträge für 25 967 Beschäftigte. Die Einnahmen der Hauptkasse betrugen rund 532 608 M., darunter 476 112 M. für Wochenbeiträge. Die Ausgaben betrugen rund 385 043 M., darunter 110 982 m. für Unterstügungen, 60 130 Mark für Lohnbewegungen, 38 287 m. für das Verbandsorgan unb 78 741 M. für Agitationszwede, Bildungsveranstaltungen, Literatur und dergleichen. Aus den Ortstassen wurden gleichfalls recht beachtliche Summen für Unterstügungs- und Bildungszwecke aufgewendet. Der Kampffonds wies am Ende 1927 einen Barbestand in der Hauptkaffe Don 487 005,56 M., in den Zahlstellen von 23 157,09 2, insgesamt die Summe von 510 162,65 Mart aus. Arbeiter und Beamtenorganisation. Die Gewerkschaftsbewegung in Lettland hat neuerdings wieder einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Der starte und wohl organisierte Beamtenbund, eine der größten Berufsorgani sationen in Bettland überhaupt, hat sich dem Zentralbureau der Gewerkschaften Bettlands angeschlossen. Der Berband umfaßt vor allem die unteren Staats- und Kommunalbeamten; er stand bis jegt außerhalb der allgemeinen Gewerkschaftsbewegung. Der Beschluß ist, um so bedeutsamer, als fich bisher in feinem Lande außer Frankreich die Beamtenorgani fationen der modernen Gewertschaftsbewegung vollständig an geschlossen haben. Metallarbeiterstreif in Frankfurt a. M. Der für das Groß- Frankfurter Wirtschaftsgebiet gefällte Schieds spruch mit einer Lohn- und Attorderhöhung von 7 Prozent wurde vom Schlichter für Hessen- Nassau nur teilweise verbind= lich ertlärt. Die Parteien wurden beauftragt, die übrigen Streitpunkte durch neue Berhandlungen zu regeln. Die entsprechen den Verhandlungen verliefen jedoch ergebnislos. Die Betriebsfunktionäre der Metallindustrie beschlossen daraufhin, ihren Belegschaften die Arbeitsniederlegung zu empfehlen. Schiedsspruch für die füdbayerische Textilindustrie. Augsburg, 7. April Im Lohnstreit der füdbayerischen Tegtilindustrie murde vom bayerischen Landesschlichter ein Schiedsspruch gefällt. Der Manteltarif wird mit einigen Alenderungen bis 31. Dezember 1929 verlängert, die Löhne werden im Durchschnitt um 7,7 Prozent erhöht. Die Dauer der Lohnregelung geht bis Ende Februar 1929. Erklärungsfrist 12. April. Europäischer Anschauungsunterricht. ( IGB.) Während eine britische Regierungskommission zu prüfen hat, inwieweit das indische Bolt zur Selbstverwaltung reif ist, hat foeben die Polizei der gleichen Regierung anläßlich des Lilloahftreits in Bamangachi ein Beispiel der Ueberlegenheit der, europäischen Zivilisation gegeben, indem sie, unterstüẞt Don Eisenbahnpersonal, auf bie europäische m Streitenden schoß, wobei fünf Perfonen getötet und 35 verlegt wurden. An dem Streit, bei dem das Streifpoftenstehen einen durch aus friedlichen Charakter trägt, finb 20 000 rbeiter be teiligt, ferner find 6000 metallarbeiter in Sym. pathie streit getreten.n hibit ud Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, dem 7. April 1. Rennen. 1. Blad Belbet( Frangle), 2. Geri( Wolff), 3. Der Nader( Bismart). Toto: 23: 10. Blaz: 15, 31, 22: 10. Ferner liefen: 2. Rennen. 1. Ernani( Narr), 2. † önigsferze( Braun), 2. † Paradenia 1. ( Wenzel). Plas: 16, 16( Stonigsterze), 20( Para benia). Ferner liefen: Pommard, Die Nacht, Loft, Tirili, Fähnrich, Sangesluit. Der Fleischerverband im Jahre 1927. Brünne, Jagannath, Ottogebe, San Marco, Die ungünstigen Wirtschaftsperhältnisse haben sich noch start auf das Fleischergewerbe ausgewirft. Da obendrein die Lehrlings haltung außergewöhnlich groß ist, wies die Arbeitslosigteit einen Jahresdurchschnitt von 15 Proz. auf. Erst in der zweiten Hälfte des Jahres zeigte sich eine mertliche Befferung. Kurzarbeit war nur in wenigen Großbetrieben und zeitweilig zu verzeichnen. An der Beseitigung des zollfreien Gefrierfleisches zeigen die Fleischermeister organisationen auch schon deshalb großes Interesse, weil Schlachtpieh- und Fleischknappheit Breissteigerung zur Folge hat und Preissteigerung zwar weniger Umfag, aber desto höhere Berdienstspanne mit sich bringt. Für die Fleischergesellen, speziell die älteren, droht dadurch aber noch größere Arbeitslosigkeit und obendrein ihre Ausschaltung aus dem Beruf. Die Erfolge des Berbandes eigen fich nicht allein im Mitgliederzuwachs von 14018 auf 16643, rund 16 Proz., und finanziell, sondern auch in fozialer Beziehung. Der Kampf um die Sonntagsruhe führte in GroßBerlin zum Erfolg. Auch der Kampf um die Befreiung von der Um fagsteuer und die Durchführung der Sozialversicherung für die Kopf. bzw. Lohnschlächter in den Schlachthöfen hat recht gute Erfolge gezeitigt. Bommerlund. 3. Rennen. 1. Norge( log), 2. Karodame( Eichborn), 3. Crust ( Haufer). Toto: 29: 10. Plag: 15, 16:10. Ferner liefen: Atout König, 4. Rennett. 1. Rinaldo( Wenzel), 2. Halla( Böhlle), 3. Fegefeuer ( Thielemann). Zoto: 44:10. Blaz: 14, 11, 13: 10. Ferner liefen: Starl Ferdinand, Magier, Nutria, Moving. 5. Rennen. 1. Die Königin( Echniker). 2. Mandarin( v. Borde), 3. Quo vadis( Oberleutn. v. Mekich). Foto: 47:10. Plaz: 22, 13:10 Ferner liefen: Marc Anton, Daisy II 6. Rennen. 1. Fallenfeder( Narr), 2. Rottländer( M. Schmidt). 3. Ariane( Wenzel). Toto: 98: 10. Plat: 22, 18, 51: 10. Ferner liefen: Immortelle, Griland, Alfterblümchen, Ferne 7. Rennen. 1. Heldraftein( Hauser), 2. Laurin( Adermann), Ferner 3. Brand Mauffeur( Wolff). Zoto: 18:10. Plat: 14, 16: 10. liefen: Albana, Doktor, heliotrop. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Umgegend ( Nachbr. verb.). Troden, woltig bis heiter, am Tage etwas wärmer. Für Deutschland: Nirgends nennenswerte Niederschläge. In Mittel- und Ditdeutschland am Tage etwas warmer, im Besten Eintrübung, sonst wollig bis heiter. Marine- Garderobe tigung M. 22.50, Der Zentralverband besteht im Gegensatz zu dem Hirsch- Dunderschen Fleischergesellenbund grundsätzlich auf der Durchführung des Maßanfertigung Metallbetten 1250 Achtstundentages bzw. der 48- Stunden- Woche. Schon darum ist es Hosen Original- Marineware m. Schlitz verständlich, daß die Fleischerinnungen den Bund zu Tarifabschlüssen oder Latz M. 12.50, 16.50, Extra- Anter- Schlafchaiselongues 26.auffordern, weil dieser mindestens 54stündige wöchentliche Arbeitsblaue Wol hemden mit Kragen M. 10.- Plüschsofas 50 M., Ratenzahlung zeit abschließt, sich auch um die Einhaltung seiner Tarifverträge nicht Marine- Ueberzieher M. 35,-, bemüht. Daß Kampf nicht zugleich Streit bedeutet, das zeigte sich, Marine- Arbeitszeug, 2 teilig, unverindem der Verband nur vier Rämpfe mit Arbeitseinste lwüstlich, M. 13.-. lungen in 16 Betrieben mit 1050 Beschäftigten zu führen hatte. Marine- Rosadier, Kiel Es gibt für Renner nur eine Edel- Cigarette Göhr Berlin, Pappelallee 12 Pankow, Schmidtstr.1 Preussengato! 53 58 Phänomen Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Dienstag, 10. April, 18 Uhr, Sihung des erweiterten Bezirksvorstandes im Konferenzsaal der„ Borwärts"-Redaktion, LindenOstertreffen der Funktionärinnen e em Dienstag, 10. April, 17 Uhr, in den Brachtsälen am Märchenbrunnen ( Friedrichshain). Bei gutem Wetter von 15 Uhr ab in dem sehr schönen Garten Raffeelogen. Vorbereitungskursus zur Aufnahmeprüfung in ble Wohlfahrtsschulen, Rinbergärtnerinnen und Hortnerinnenseminare beginnt Ende April. Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften find balbigft zu richten an bie Arbeiterwohlfahrt, G 68, Sindenstr. 3, 2. Saf, 2 St. Dort wird nähere Auskunft erteilt. Sprechstunden: Montag, Mittwoch, Freitag von 10 bis 13 Uhr oder zu auderer Zeit nach vorheriger Ber einbarung. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Gigung des erweiterten Rreisvorstandes Donnerstag, 12. April, 19 Uhr, bei Klug, Danziger Str. 71. Besprechung der Wahlarbeiten. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die roten Fahnen am Dienstag, 10. April, ab 12 Uhr, in den Brachtsälen am Märchenbrunnen abzugeben. 9. Kreis Bilmersdorf. Sigung der Beamtenvertreter am Montag, 9. April, findet nicht statt. Neuer Termin wird noch bekanntgegeben. Diens tag, 10. April, 20 Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Ede Güngelstraße. 14. Areis Reuteln. Mittwoch, 11. April, pünktlich 18 Uhr, wichtige Be sprechung aller Abteilungsleiter im Parteibureau Redarste. 3. Sede Ab. teilung muß vertreten fein, 19. Kreis Vantow. Mittwoch, 11. April, 18% Uhr, Sigung des Kreisvorstandes, fämtlicher Abteilungsleiter und Zahlabenbleiter des 19. Areifes und der Delegierten zum außerordentlichen Bezirksparteitag im Türkischen Relt, Breite Str. 14. Stellungnahme zur Randidatenaufstellung. Die Sigung bauert nur eine Stunde. Erscheinen dringend erforderlich. 20. Rreis Reinidendorf. Die nächste Sigung des erweiterten Kreisvorstandes findet am Freitag, 18. April, statt. Heute, Sonntag: 8. Abt. Die Bezirksführer Taben zu den Rahlabenden am Mittwoch ein. Die Einladungszettel tönnen sofort abgeholt werden bei Rickert, Steinmez. Straße 36a. 8. Abt. Dienstag, 10. April: Wichtige Funktionärsigung betr. Wahlarbeiten um 20 Uhr bei Midert, Steinmegstr. 36a. 13. Abt. 19% Uhr wichtige Funktionärsigung bei Teichert, Lübeder Str. 8. 21. Abt. 19% Uhr Funktionärversammlung bei Kroll, Utrechter Str. 21. Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, Rahlabend in folgenden Lokalen: Boehme, Magstr. 18; Bamm, Echulstr. 24; Sappe, Magstr. 5; Sofmann, BrinzEugen- Str. 7; Silmann, Nazarethkirchstr. 41; Kroll, Utrechter Str. 21; Schrepel, Antonste. 8; Schula, Adolfstr. 12. Tagesordnung: Auf zum Rampf!" 23. bt. 20 Uhr bei Grunwaldt, Kameruner Str. 19, wichtige Funktionär fizung. 24. 91bt. 19% Uhr pünktlich wichtige Funktionärßigung bei Bogel, Jablonski. Straße 9. Eämtliche Funktionäre müssen erscheinen. 27. Abt. 19% Uhr bei Reet ,, Connenburger Str. 1, Funktionärsigung. 29. Abt. 20 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, Funktionärsigung. Alle Bezirksführer müssen unbedingt erscheinen. Materialausgabe um 18% Uhr ebendort. 30. Abt. 19 Uhr bei Pohft, Enchener Ede Stargarder Straße, wichtige Funk tionärßigung. Niemand barf fehlen. 37. bt. Ab 18 Uhr bei Pfeiffer, Sausburgstr. 2, Flugblattverbreitung. 42. t. 19 Uhr bei Wiersborf, Urbanstr. 6, wichtige Funktionärsigung. 46. Abt. 19% Uhr Funktionärßigung bei Wallentyn, Görliger Str. 72. Stellungnahme zur Wahlarbeit und wichtige Mitteilungen. Funktionäre milfsen alle erscheinen. 47. bt. 19% Uhr bei Rres, Wrangelfte. 121, Ede Manteuffelstraße, wichtige Funktionärsigung. Charlottenburg. 52. Abt. 20 Uhr bei Babe, Raiferin- Augufta- Allee 52, Funt tionärsigung. 56. Abt. 19 Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, Funktionär igung. Alle Funktionäre müssen erscheinen. Wichtige Besprechung. Jahresbericht. Funktionärtarten find in Empfang zu nehmen. Blumenspenden eder Art fetert preismert Paul Golletz. Dorm. Robert Mever Mariannenstraße 3, Ede Naunynftraße Am Morispl. 103 03 Anker- Velour- Teppiche allererstes uältestes Fabrikat m. Franse 230 320 210 46-6950 10 97-0143191-38232-28318-392 Ia 77. bt. Cbneberg. 20 Ube bet Jürgens, Barberoffefts. Se, wichtige funt. tionärßigung. 87. bis 73. bt. Wilmersdorf. Achtung, fiehe Kreisnachrichten! 95. Abt. Neutolla. 19% Uhr bei Reil, Brinz- Sanbjern- Str. 38, Berftands figung. 3. Abt. Die Bezirksführer laden zum 11. April aur Mitgliederversammlung bestimmt ein. 11. Abt. Die für kommenden Mittwoch angefegte Mitgliederversammlung fällt gus. Dafür findet an demselben Abend um 19 Uhr eine Funktionär. tonferenz bei Berger, Levegowftr. 21, ftatt. 39. Abt. Der Feiertage wegen findet unsere Funktionärsikung erst am Mitt. woch, 11. April, ftatt. Annonce Dienstag früh beachten, 40. Abt. Donnerstag, 12. April, zwanglofe Besichtigung bes neueröffneten Ronfumwarenhauses am Oranienplag. Anschließend gemeinsame Kaffee tafel im Erfrischungsraum und Vortrag von Genoffin Gertrud Lodahl. Treffpunkt 13% Uhr vor dem Konsumwarenhaus. Gäste aus anderen Abteilungen herzlich willkommen. 46. bt. Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, Abteilungsverfammlung bei Burk hardt, Görliger Str. 52. Bortrag bes Genoffen Karl Bible. Diskussion. Parteiangelegenheiten. Rahlreiches Erscheinen der Genossen wird gewünscht. 83. Abt. Lichterfelbe. Mittwoch, 11. April: Die Parteigenoffen aus bem Oris teil Oft" treffen sich beim Genossen Baul Krafft, Heinersdorfer Str. 17. Bortrag des Genossen Gotthilf Sigler. Die Parteigenoffen aus bem Orts teil Gib" treffen sich bei Brettschneider, Berliner Str. 128b. Vortrag bes Genoffen Dr. Reinhold Krüger über: Repubil ober Monarchie?" 114. Abt. Lichtenberg. Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, Mitgliederversammlung bei Schentle, Croffener Str. 14. Referent Sermann Miller. Frauenveranstaltungen. 8. Kreis Spandau. Dienstag, 10. April( 8. Ofterfeiertag), große Frauenveranstaltung in Löbells Rarlsluft, Satenfelde, Stadtpart. Ronzert, Rezitationen, Ansprache der Genoffin Erna Kreffe, Gefang und anderes. Anschließend geselliges Beifammensein. Eintritt 10 Bf. Die Charlottenburger Genoffinnen und Angehörige finb auch in diesem Jahre herzlich eingelaben, 10. Abt. Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, in den Moabiter Bierhallen, Rirchftraße 18, Frauenwerbeabend mit unterhaltendem Programm. Bortragen. ber Genosse Heinz Barthel. Alle Genoffinnen find dazu bezalich einDazu ber geladen. Gäfte tönnen mit eingeführt werden. 111. Abt. Bohnsdorf. Dienstag, 10. April( 3. Ofterfeiertag), 16 Uhr, Ofter treffen, verbunden mit Kaffeetochen, im Lotal Heimann, Waltersdorfer Straße 100. Anschließend politisch- fatirischer Abend. Bortragender Ge noffe Hans Ramm. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Gäfte Lönnen mit eingeführt werden. Groß- Berliner Funktionärinnenkonferenz am Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, in ben Sonhien fälen, Beinmeisterstr. 17/18. Tagesordnung: 1. Referat ber Genoffin Marie Runert, S. b. 2., über Die Sozial bemokratie im Landtag." 2. Die Borschlagslisten an ben Wahlen. 3. Bez. schiebenes. Funktionärinnenfarte und Mitgliebsbuch( zufammen) legitimieren. Türtontrolle: 1. Kreis Mitte, Das Frauensekretariat. 2 Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt: 3. Areis Webbing. Donnerstag, 12 April, 20 Uhr pünktlich im Gigungsfaa! des Ledigenheimes Schönstedtstr. 1 Schulungsturfus. Thema: Schug aufficht und Fürsorgeerziehung als Maßnahmen der Gefährdeten fürsorge." Referentin Genoffin Dr. S. Sellinger. Alle Genoffinnen und Genoffen find herzlich eingeladen. 7. Kreis Charlottenburg. Freitag, 13. April, 20 Uhr pünktlich, im Rathaus Vortrags- und Ausspracheabend über Gefährdeten fürsorge." Referent Ge noffe Theek( Friedrichshain). Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 10. Areis Behlendorf. Alle an der Fürsorgearbeit intereffierten Genoffinnen und Genoffen erscheinen Mittwoch, 11. April, 20 Uhr pünktlich, im Kaiser. hof, Rehlendorf, Potsdamer Str. 50, zur Mitgliederversammlung. Thema: Aufgaben und Ziele der Arbeiterwohlfahrt." Referentin Genoffin Dr. Luise Morgenstern. Jungfozialisten. Gruppe Lichtenberg: Am 3. Feiertag fällt bet Seimabend ans. $ Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ 108. Abt. Röpenid. Der Genoffe Rat! Seling, Röpenid, Eichhorn. ftraße 6, ist am 4, April verfchieben. Die Cinäfcherung finbet ftatt am Diens. tag, 10. April, vormittags 11% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Ehre feinem Andenten. Läuferstoffe Boucle 68 cm 290 90cm 390 120cm 510 mod Streifen bet., brt, brz La Cocos 68cm 245 90cm 335 120cm 445 Für Flur Treppe brt. brt Verdüre brt. Möbelbezugstoffe 130cm. brt. 585 TeppichBursch Verkauf nur C2, Spandauer Str. 32 Dreherei Ta Peristan- Teppiche ges. gesch. Meinere Bl. Schraub. Schlofferet, laufende Aufträge, frantheitshalber verkauft billig Offerten unter NK. C. 204 bef. 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Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Str. Brunnenstr. Kottbuser Damm Wilmersdorfer Str. Andreasstr. Chausseestr. Den Genossen und Genossinnen des 9. Kreises für die erwiesene große Aufmerksamkeit zur Silberhochzeit unseren besten Dank. Eduard Bahr und Frau Elise. 10 Pб ATEMB SPARKASSE dlandkreises OSHABRUCK Erben gesucht. Der Fabritbefizer Ludwig Subicatis, verstorben zu Karlshorst, hat feinen 100 nachstehend genannten einstigen Ar beitern und Angestellten je ein Ber MAR mächtnis ausgefeßt: Karl Bier, geb. Quittungs-, Rabatt- 24. 7. 79; Friedrich Coesfeld, geb. 12. 3. 53; Josef Ertelt, geb. 29, 11. 77; Gott Deutscher Metallarbeiter- Berband Achtung! Achtung! Der Vorstand veranstaltet für Verbandsmitglieder, die im u. Reklamemarken lieb Feierabend, geb. 23. 12. 85( 557); Berkzeugmaschinenbau beschäftigt sind, einen Kursus in unserer Nach mehrjähriger Tätigkeit in den gegen Nachahmung Walter Firalaff, geb. 9. 10. 87; Ernst Ambulatorien der Krankenkassen Berlins Familienangehörige zugelassen gesetzl. gesch. Freefe, geb. 4. 8. 72; Friß Geifeler, geb. Wirtschaftsschule in Dürrenberg. habe ich mich als Arzt niegergelassen fertigt seit 45 Jahr, und bin zur Kassenpraxis sowohl für als Spezialität Selbstversicherte wie für bettlägerige Conrad Muller Gerber, prakt. Arzt. Charlottenburg, Leipzig- Schkeuditz Inferieren Kaiser- Friedrich- Str. 5a. Wilh. 5563. Sprechst: 8 bis 10%, 5 bis 7; Sonntags 10 bis 11 Uhr. bringt ERFOLGI Wohnungen Gelegenheitskauf aller Größen durch Westverlag, 81. 5. 57; Baul Junter, geb. 10. 11. 70; Gustav Krüger, geb. 14. 6. 66; Wilhelm Kollegen, welche beabsichtigen, an diesem Kurfus teilzunehmen, geb. 5. 1. 53; Alfred Bisturel, geb. 6. 11. Lange, geb. 27, 3. 76: Wilh. Neumann, müssen ihre selbstgeschriebenen Bewerbungen bis spätestens zum 82; Paul Pietsch, geb. 28. 2. 71; Fried- 10. April bei der Ortsverwaltung einreichen. Aus der Bewerbung rich Reich, geb. 12. 10. 56; Mar Puzger, geb. 20. 9. 85: Friz Regner, geb. 17. 7. muß hervorgehen: 88; Otto Schulg, geb. 3. 8. 59; Rudolf Stelter, geb. 27. 11. 56; Erich Schuh!, Die bisherige Mitgliedschaftsdauer im Deutschen Metallarbeiter. geb. 1. 10. 86; Baul Wagner, geb. Verband, Tätigkeit im Verbande und in der Arbeiterbewegung, 23. 1. 87; Martha Bon, geb. 2. 12. 71; Martha Bleschte, geb. 10. 9. 83; Marie gegenwärtige Funktion im Deutschen Metallarbeiter- Verband oder Bobuan, geb. 18. 11. 76( 757); Anna als Betriebsrat usw., ob verheiratet, Alter des Bewerbers, ob und Bartel, geb. 81, 12, 80; Anna Bieder mann, geb. 81. 7. 80; Martha Rosmehl, inwieweit bisher an Kursen teilgenommen und sonstige zweckWegen Lagerräumung Abgabe von geb. 27, 4. 81; Gertrud Philipp, geb. Patent- Grudeherden 28. 10, 79; Berta Bierfig, geb. 17. 12. dienliche Angaben. 63; Franziska Speweded, geb. 4. 3. 83; Die Bewerber müssen geistig regsam und aufnahmefähig sein pro Stück nur M. 15.- ofepha Speweded, geb. 4. 6. 84: Selene Zahlungserleichterung! Wagner, geb. 22. 1. 84; Martha Berner, und sollen in der Regel das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben. 20. 3. 78: Emil amus, geb. 67; Georg Besonders geeignet für Laubenkolo- geb. 17. 6. 84; Subert Gerlach, geb. Weitere Informationen tönnen mündlich im Zimmer 4 des Baul Söppner, geb. 16. 6. 67; Georg Berbandshauses eingeholt werden. Runze, geb. 3. 4. 77; 3ba Krüger, 1916 beim Geblaffer. Die Cinäscherung erfolgt am Potsdamer Straße 48. nisten, Siedler, kleine Haushaltungen. Donnerstag, dem 12. April, 13 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Ab 1. April befinden sich meine Privatund kassenärztlichen Sprechstunden Lichtenberg, Rathausstr. 1 täglich 8-10, 5-7. Sonntags 10-11. Filiale: Oranienstr. 49( Moritzpl.) 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Mit dem ersten Blütenduft tommt auch eine innere Umstellung des Menschen auf die anderen Annehmlichkeiten des Lebens. Wenn in den Gärten die Magnolien und Krokusse blühen und warme Sonnentage ins Freie zu loden, zimmert man schüchtern das erste Reiseprogramm. Ohne große Versprechungen zu machen, darf sich das Badnerland das Land des ersten Frühlings nennen. Diesen Namen hat es sich nicht selbst gegeben. Es erhielt ihn von jenen, die seit Jahren in den badischen Bädern und Kurorten einfehren und damit den regelmäßigen Auftakt der Kursaison in Baden schon zum Osterfeste geben. Alle Rurorte, Heil- und Erholungsstätten haben ihre Pforten bereits geöffnet. Hotels und Pensionen( in allen Klassen und Preisstaffelungen) harren der Gäste. Hier in der Südwestecke des Reiches, dem Rückgrat der großen Rhein- Weltverkehrsstraße, vereinigen sich die Anmut der Tallandaschaft mit der Großartigkeit der Gebirgswelt. Entlang vom Rhein und Neckar reiht sich im Odenwald und Schwarzwald Tal an Tal, Ort an Ort, Berg an Berg. Und ganz im Süden enthüllen die Ufer des Bodensees ihre erste Pracht. So tönnen auch die wenigen freien Tage zur Osterzeit zu einem Gesundbrunnen werden in der reizvollen Landschaft des Badnerlandes. Wenn in Frankreich das Volkslied von der douce arvillonse, dem sanften April, spricht, in Norddeutschland aber nach Geibels Lied die Bäume erst im Mai ausschlagen, so ist in Süddeutschland der April zwar manchmal wetterwendisch, aber auch der Monat der ersten Baumblüte. Anfang April sind die Schneeglöckchen verblüht, aber Anemonen stehen schon seit der zweiten Hälfte des März in Blüte, ebenso Beilchen und Primeln. Zwar schläft der Wald im Ganzen, aber die Weidenfäßchen blühen schon lange. Das Gras sproẞt, und besonders im nedartale haben wir frohe, hoff nungsvolle, erwartungsvolle Zeit des überall sich regenden Früh lings. Eberbach, an dem großen Neckart nie gelegen, wo der Fluß seine Richtung nach Norden verläßt und scharf nach Westen und Südwesten abbiegt, um, den südlichen Odenwald durchbrechend, dem Rheine zuzueilen. Eberbach hat auch die höchste Erhebung des Odenwaldes, den Kazenbuckel, in der Nähe, der bei einer Erhebung von über 500 Meter über die Talsohle gute Gelegenheit zu nervenftärfenden, luftverändernden Höhenwanderungen bietet. So ladet Eberbach den von des Winters Arbeit Ermatteten zu leiblicher und seelischer Erholung ganz besonders ein. In den weitgedehnten Waldungen der Neckarstadt, auf den zahlreichen Bergen fann der nach Erholung fich Sehnende durch abwechslungsvolle Eindrücke von des Alltags Gedankengängen sich abwenden und sich in das frohe Weben der Natur versenten. Der Dom von Naumburg. Bom Thüringer Wald grüßt ein stolzer Bau ins burgengefronte Saaletal hernieder: der Naumburger Dom. Erbaut in jenen Tagen, ba die Kunst einen Höhepunkt ihrer Schöpfertraft erreichte, als vollendeter romantischer Stil fich zur jungen, frischen Frühgotik wandelte. Streitbare Grafen und selbstbewußte Bürger, ritterliche Sänger und minnigliche Frauen, gotterfüllte Rünstler und handwertsstolze Meister, Kirchenfürsten und demutsvolle Büßer sah der ehrwürdige Bau in der Zeit feines Werdens. Bier wohlgestaltete Türme umrahmen das Kreuz des Kirchenschiffes. Dieser edyt romantische Baugebante gibt dem Dom ein schloßartiges. festliches Gepräge. Gerade in den rein romantischen Zeilen des Gebäudes, im Langhause und den achteckigen Ofttürmen spürt man das Walten des Kunsttriebesritterlich empfindender Zeit. Große, fühn geschnittene Wandflächen, maßvolle Verteilung der schönen Rundfenster FOX und der edelgeformten Ornamente. Leichter wirkt in seinen gelösten Maffen der gotische Chor, während die romanische Krypta, die geheimnisvolle Unterkirche, vom weltentrüdten Sinn mönchischer Mystik erzählt. Mitten im feierlich- ernsten Innenraume des Domes trennt der Lettner" Chor und Langhaus. Wie ein Sinnbild mittelalterlicher Weltordnung steht diese steinerne Scheidemand zwischen Klerus und Gemeinde. Über der Lettner ist mehr als symbolisches Mauerwerkdenn er ist die Schöpfung eines genialen Künstlers. Die Nachwelt fennt seinen Namen nicht aber die Kunst ehrt ihn. den unbekannten Bildner der Naumburger Figuren. Die Natur stellte ihm ein vorzüglich geeignetes Material in unmittelbarer Nähe der Stadt zur Berfügung: den Muschelfalt, der sich in den Höhenzügen der Naumburger Umgebung findet. Bon dem unbekannten Meister stammen fowohl die Bilder am Lettner, wie die Stifterfiguren" im Chore. Am Lettner bildete er religiöse Werke. An der Tür die weltberühmte Sonntag, 8. April 1928 Kreuzigungsgruppe: Türpfoften and Türkturz bilden das Kreuz des Messias, Maria und Johannes stehen ihm zur Seite. Auch die Stifterfiguren" im Chor zählen zu den erstaunlichsten Leistungen deutscher Kunst. Acht Ritter und vier Edelfrauen Stitter des Domes stehen an den Wänden des Chores. Auch sie sind ein Teil des Bauwerkes und doch ist jede einzelne Gestalt eine lebensvolle, eigenartige Persönlichkeit. Troß Zeitstil und Anpassung an die Architektur, troß des Wechsels der Weltanschauung im Laufe vieler Jahrhunderte wirken diese Bilder heute noch in unverminderter Lebensfrische auf uns. Uta, die Gräfin mit dem Kindergesicht, ist der Inbegriff der züchtigen froume". Die Ritter Söhne ihrer Heimat. Bäurisch das Selbstbewußtsein, bäurisch der Troß, bäurisch auch die Klugheit in den Gesichtern. Heute noch begegnen uns Gestalten wie der Markgraf Edehardt unter den Bauern in der Naumburger Gegend- mächtige, schwere Körper mit gewaltigen Schädeln. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 8. April 1928. 9: Morgenfeier. 11.15: Uebertragung Großes Schauspielhans: Osterkonzert der Schutzpolizei. 14.30: Ein Ostermorgen in Jerusalem. 16: Seltsame Begebenheiten im Reiche exotischer Tiere. 16.30: Teemusik. 19.30: Sendespiele: ,, Der Zigeunerbaron", Operette von Johann Strauß. Montag, den 9. April 1928. 9: Morgenfeier. 11.30: Frühlingsständchen. 14: Kurzschrift. 14.30: Für den Landwirt. 16.20: Uebertragung Rennbahn Karlshorst. Anschließend Unterhaltungsstunde. 19: Expedition zu den Tobasindianern in Nordargentinien. 19.30: Das Weltbild des Kino. 20: Porträts aus der deutschen Romantik. 20.30: Musikvorträge. 22.30: Tanzmusik. Dienstag, den 10. April 1928. 11.35: Vormittagskonzert. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Die Vererbung von Krankheiten. 16: Stunde mit Büchern. 16.30; Novellen. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Statistik und ihre Verwertung bei der Reichsbahn. 19: Das Wetter in Dichtung, Mythe und Leben. 19.25: Das Bildungsund Erziehungsprogramm des männlichen Kaufmannslehrlings. 19.55; Der Betrieb als Auswirkung der großen Organisationsgesetze. 20.30: ,, Dritter Feiertag" Musikvorträge, Rezitationen, 1 Mittwoch, den 11. April 1928. 15.30: Die Frau in der Volkswirtschaft. 16: Krampfadern und ihre Behandlung. 16.30: Jugendbühne. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Wie sieht der moderne Mann die moderne Frau? 19: Phantasie der Wirklichkeit Phantasie des Dichters. 19.30: Oeffentlicher Zeitdienst zur Sicherung von Verkehr und Handel. 20: Die neue deutsche Volksschule. 20.30: Vortrag. 21: Klavierquartette. 22.30: Tanzmusik. Donnerstag, den 12. April 1928. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Die Heimkehr der Zugvogel. 16.15: Jüngste Dichter. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Aus dem Reich der Reklame. 19: Japan, das Land der künstlerischen Grazie. 19.25: Weltprobleme der Energie- Wirtschaft. 19.55: Vom Manuskript bis zur musikalischen Aufführung. 20.30: Sinfoniekonzert. 22.30: Tanzmusik. Freitag, den 13. April 1928. sb moldo 15.30; Wilhelm Busch und die Frauen. 16.15: Junge Reporter haben das Wort; Vortrag und Leseproben. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Die SportDichter schau des Monats. 19: Italienisch. 19.25: Philosophen als Dichter als Philosophen. 19.55: Der Ursprung des Brandenburgisch- Preußischen Staats20.30: Pep", Amerikanisches Liederbuch von Lion Feuchtwanger. 21: Die deutsche Volksliederspende. 22.30: Tanz mit Gesang. Sonnabend, den 14. April 1928. wesens. 15.30: Schädlingsbekämpfung 16: Medizinisch- hygienische Planderei. 16.30: Humoristische Reportage. 17: Unterhaltungsmusik: 18.30: Das deutsche Schlosserhandwerk im Spiegel der Zeit. 19: Der deutsche Film in der Welt. 19.25: Die Nationalgalerie. 19.55: Höhepunkt der Weltliteratur. 20.30: AltBerliner Romantik in Wort und Lied. 22.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, den 8. April 1928. Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 18.45: Ostersitten und gebräuche. Ab 20: Uebertragung aus Köln. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, den 9. April 1928. Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 16.50: Unterhaltungsmusik und Flötensonate. 19.30: Uebertragung aus Dresden. Anschließend Uebertragung aus. Berlin. Dienstag, den 10. April 1928. 16: Die Grundlagen der Romantik. 16.30: Ueber Bildung und Leben. -17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Flächen- und Raumrechnung. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Das klassische Weimar. Ab 19.30: Uebertragung aus München. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, den 11. April 1928. 16: Die Gefahr der Ueberbürdung in den Schulen und bei der Berufsvorbereitung. 16.30: Einführung in das Verstehen von Musik. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Stand der landwirtschaftlichen Ausbildung und Wege zu ihrer Verbesserung. 19.20: Geld and Gold in der Geschichte der Völker. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, den 12. April 1928. 16: Erziehungsberatung. 16.30: Raum und Zelt. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Das neue Mieterschutzgesetz 18.30; Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Die Kartoffel auf den leichten Sandböden Norddeutschlands im Jahre 1928. 19.20: Albrecht Schaeffer: Heiland". 19.45: Schweizer Dichter. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 13. April 1928. 16: Der mittlere Techniker im Baugewerbe. 16.30: Film und Rundfunk 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Geld und Gold in der Geschichte der Völker.18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Entwicklungsmöglichkeites des Handwerksbetriebes. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 14. April 1928. 16: Kurzschriftdiktat. 16.50; Rechtsfragen der neuen Besoldung. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Wohlstand, Wirtschaft und Löhne. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Lieder aus Faust. 19.20: Bachpassionen. Ab 20.309ds Uebertragung aus Berlin. Badera. 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Reisebilder aus Argentinien von Max Winter. Was nicht im Dämmern rang nach Hauch und Weg, große Viehweide. Die Pampa ist aber auch der Mais, den ihr Und nichts frohlockt im blühenden Geheg, Was nicht im Grabe einer Hoffnung lag. Und meine Brüder, die im Feuerzwang Der ewig regen Tage wissend sind, Erkennen mehr als ich: erst jagt ein Wind, Dann geht die Welt den Auferstehungsgang Wenn ein Gefangener sich nach Mauern sehnt, Damit er weiß, wie schön der Frühling ist, Weil eine Blume, die der Haß vergist, Verwundert an den grauen Steinen lehnt, Franz Rothenfelder. Landes. Beilage des Borwärts Die Pampa! Zu deutsch: die Grasebene. Was aber birgt sich| erhellt wird. Ein Kinderarzt aus Buenos Aires, der Lieblingsfür den Argentinier nicht alles hinter diesem Wort: Pampa. Die neffe unseres Gastgebers, lenkt es. Wir hinterdrein. Immer mehr Pampa ist ja zunächst die Grasebene, die große, die unendlich treifen uns die Gewitter ein. Aber mir jagen dahin, daß es hochauffprigt aus den Pfützen, und manchmal geht es durch ganze Boden in gewaltigen Kolben, mehr Keulen als Kolben, den Menschen Seen. Zuckt ein Bliz auf, dann sehen wir vor uns auf dem Lastschenkt; die Pampa ist das Getreide, das die großen Molinos, die auto ein Dutzend Gauchos stehen und fizen, denen die tolle Fahrt mechanischen Mühlen, versorgt in der Hautpstadt und in den an höchster Spaß ist. Es ist wirklich ein Fünfzig- Kilometerrennen mit Flußläufen gelegenen Städten unterwegs. Die Pampa ist der dem Gewitter. Kaum halten wir nach etwa einer Stunde vor Lein, die Pampa ist die Milch, die der holländisch- argentinischen feinem einsamen großen Gehöft, taum sind wir in den marmorRasse von deutschen Händen abgenommen wird, furz, die Pampa verkleideten Hof, den Patio, getreten, taum fühlten wir uns unter ist der Reichtum des ganzen Landes und für den echten Argentinier, Dach geborgen, als auch schon das Gewitter da ist und Regenmassen den Criollo, den Crioscho, wie man hier sagt, auch die Poesie des niedersendet, wie ich sie noch nie gesehen. Keine fünf Minuten und der offene Hof, den die Säulengänge des Hauses umgeben, war in einen Seee gewandelt und Bliz um Bliz fuhr nieder; plötzlich ein Krach, daß wir ins Zimmer geschleudert wurden der Blizz war in den Blizableiter gefahren. In der Küche gossen sie schon heißes Wasser auf die mit dem Mate, dem argentinischen Nationalgetränt, gefüllte fleine Kürbisschale, aus der der Tee mit Hilfe Und dann eines Rohres mit filbernem Mundstück geschlürft wird. aus demgeht das Röhrchen von Mann zu Mann Alle saugen muß. Auch der Doktor macht diese unhygienische Sitte mit. Das - die ist so ein Stüd Indianertum, das noch erhalten geblieben ist Friedenspfeife. Der Altargentinier sieht es als Beleidigung an, wenn man fich mehrt, mit ihm diese modernisierte Friedenspfeife zu rauchen. Endlich um halb fünf Uhr morgens dürfen wir uns zurückziehen und versuchen, nach einem erfrischenden Bad einige Stunden Schlaf zu finden. Ja so ein Bauer, der seine 6000 bis 8000 Stüd Vieh sein eigen nennt, hat für seine Gäfte auch einige Badezimmer bereit, mit vieler Bequemlichkeit eingerichtet. Auch einen Mufiffalon mit Mavier gibt es und ein Billardzimmer. Und wie ein König in seinem Reich, so herrscht hier der Estanzero, bereit, alles zu tun, um seiner Umwelt das Leben schön zu gestalten. Und diese gibt wieder gerne zurüd. Jeder Besuch des Onfels wird zum Ereignis. Der Bruder des Alten hat das Nachbargut. Nur der Fluß Terzero trennt die beiden Riesengüter, durch die man stundenlang mit dem Auto fahren kann. Der Sohn des Zimmermanns." Rohr filteren Evant, an man gewöhnen Bon Henri Barbusse. II. Die erste christliche Generation wurde geboren und starb. Die Begründer des Christentums: Paulus, Barnabas, Petrus und die anderen starben, ohne daß dem christlichen Messias auch nur ein einziger, menschlicher, realistischer und geschichtlicher Bug gegeben wurde. Biel später, 20 Jahre nach dem Tode des Apostels Paulus( der für uns- folange wir nicht eines Besseren belehrt sind der Mann bleibt, der dem Christentum seine lebensfähige Gestalt gegeben hat), fordert die mystische Begeisterung der ersten Bei: mar vorbei die stets anwachsende Schar der Gläubigen eine weitere Aufklärung über diesen Gott, der, wie man sagte, gleich einem irdischen Wesen gelitten hatte. Woran hatte er gelitten? Wo und auf welche Weise hatte sich das abgespielt? Wann und unter welchen Umständen hatte sich Gott zu den Menschen gesellt? Die Menschen fagten:" Wir sehen ihn mit den Augen des Glaubens, aber gebt uns Anhaltspunkte!" Aus diesen und noch aus anderen Gründen waren die Häupter der Kirche zu dem Opfer genötigt, ein menschliches Abbild von Jesus Christus zu schaffen. Sie stellten ihn jemandem gleich, der auf Erden gewandelt hatte. Sie wählten dazu eine schattenhafte, non der Zeit verwischte Persönlichkeit seit der Kreuzigung des Galiläers durch einen römischen Verwaltungsbeamten war ja schon ein halbes Jahrhundert verflossen. Und dann sprachen fie: so fah er aus. Wenn es ihn in Wirklichkeit nicht gegeben hätte, wäre er damals erfunden worden, da man für die Berförperung Chrifti einer menschlichen Gestalt bedurfte. Hätte der wirkliche Mensch nicht schon den Namen Jesus geführt, hätte man ihn von nun an so genannt. Es wurde von ihm eine Geschichte erzählt, deren sämtliche Einzelheiten mit den Prophezeiungen des alten Testamentes über einstimmen fonnten: der Messias Jesu, Sohn der Jungfrau Maria und des Heiligen Geistes, aus dem Stamme Davids, wurde zu Bethlehem geboren, lebte in Nazareth und predigte an den Ufern des Sees von Tiberias, vollbrachte unerhörte Wunder, wurde von Den Pharifäern und Priestern aus Jerusalem, die die Beihilfe des Pontius Pilatus erzwangen, gefangengesetzt und getötet. dritten Tage ist Christus vom Tode erstanden und zum Himmel aufgestiegen. Die Bücher, die diese Geschichte erzählen, heißen Evangelien. Das erste Evangelium erschien gegen Ende des ersten Jahrhunderts„ nach Jesum Christum", das letzte, in seiner heutigen Gestalt, gegen das Ende des zweiten Jahrhunderts unserer Zeit rechnung. Am Durch den zauberhaften Vorgang der Auferstehung war der Mensch Christus zum ersten Male dem göttlichen Myftizismus verbunden worden. Er wurde mit überirdischen Eigenschaften ausgestattet, verschwand in einem wahren Feuerwerk von Wundern, alten Weissagungen und neuen Gesetzen. All das bildete eine feltfame Mischung. Das Merkwürdigste aber ist, daß der arme, hingerichtete Rabbi, den man als Opfer ausgewählt hatte, um durch das Martyrium feines Leibes der Lehre von der Erlösung sichtbare Gestalt zu geben und das Bild des gewaltigen Opfertodes für die Zwecke der Theofogie finnlich wahrnehmbar zu machen, aus sich selbst groß war und daß diese Größe auch den religiösen Apparat überstrahlt, mit dem man seine Schultern beschwerte. Den Evangelien entströmen Teile der wahren Stimme des wirklichen Jesus, der darin gefangen und entstellt ist. Etwas von seinen verzweifelten Rufen nach Gleichheit und das unstillbare Verlangen nach proletarischer und revolutionärer Gerechtigkeit, die die Volksmengen in die Wüste getrieben hatte, klingt darin wieder Aber das Außerordentliche an dieser ebenso schlichten als wahren Geschichte, das sich einem immer mehr aufdrängt, seitdem es statthaft ist, der Heiligen Schrift gerade ins Gesicht zu sehen, ist der Umstand, daß inmitten aller Erfindungen der Romane erzählenden Evangelisten der wahre Jesus lebt. Wenn man ihn erhlich sucht, findet man ihn dort wieder und erkennt beim Lesen gewisse echt menschliche Züge, die die Religionsbegründer nicht erfunden haben fönnen. Dieser wahre Jesus, der uns im Laufe der Begebenheiten entgleitet( mit Ausnahme seiner Verurteilung wegen politischer und fozialer Unruhen), weil wir von diesen Tatsachen nur das Szenarium und die tendenziöse Beglaubigung der als unangreifbar geltenden Inszenierungstünstler befizen, enthüllt sich uns haupt sächlich durch seine Ideen, die man nicht so vollkommen zu entstellen vermochte, wie die Ereignisse seines Erdenwallens. Ja selbst nach einem gründlichen Studium der Evangelien kann man zu dem Schluß gelangen, daß die wirkliche Lehre des besiegten Galiläers bis zu einem gewissen Grad von den chriftlichen Reformatoren gefannt und verwendet worden ist. Aber sie alle hielten es mit Judas, Denn sie hatten zwar alle Vorteile von Jesus, aber sie verrieten Die Pampa ist aber auch das, was den Europäer lodt. Für ihn ist die Pampa der Begriff für Land, für das Land, nach dem er so hungrig ist. Für ihn ist die Pampa das weite, große, billige Land, das er glaubt noch erwerben zu können, der Inbegriff aller Hoffnungen, solange er das Land nicht kennt. Für wenige Auserwählte des Glückes ist die Pampa auch das Land erfüllter Hoffnung. Aber im großen und ganzen sind diese Riesenflächen, durch die der Schnellzug tagelang fauft, in festen Händen, und nur wenige Besitzer der riesigen Ländereien können sich entschließen, etwas von dem Boden abzugeben, ihn der Kolonisation zuzuführen, so notwendig auch Argentinien solche Kolonien hätte, die ihm helfen könnten, den Reichtum des Landes auch wirklich auszuschöpfen. Kolonien bedeuten Menschen, Kolonien bedeuten Wege. Beides braucht Argentinien: Wege und Menschen und beides weit über die Bampas hinaus, bis hinauf in das Chaco, wo hundert Edelhölzer wachsen, aber so weit ab, daß es dem argentinischen Möbelschreiner noch immer billiger tommt, Holz aus Europa zu verarbeiten. Das gehört so zu der planlosen Wirtschaft des tapitalistischen Zeitalters: Holz in den Urwald tragen. Die englischen Bahngesellschaften fönnen sich nicht zu billigeren Tarifen entschließen, und hier hat die Macht des jungen Staates vorläufig noch ihr Ende. Im Chaco wächst auch das Quebrachoholz, aus dem das Tannin gewonnen wird. Dieser Reichtum wird gehoben. Die Bahn führt direkt in den Wald, wo an Ort und Stelle das foftbare Gut mitten aus dem Holz gesogen und dann in alle Welt versandt wird. Menschen und Wege braucht das Land. Ein Besuch in der Pampa macht das jedem offentundig. Der Zufall ist mir günstig. In einer Gesellschaft lerne ich einen Viehhändler fennen, einen Biehhändler aus Argentinien. Da er mir zwei Tage später, wie verabredet, mitteilt, daß nachmittags 5 Uhr fein" Bug geht, bleibt mir nicht viel Zeit zur Vorbereitung der Reise, die uns 550 Kilometer weit ins Land führen folletwas weniger als die Strecke Wien- Berlin. Wir kommen auch so drei Minuten vor Abgang des Zuges vor unser Schlafabteil. Fast der ganze Zug besteht aus Schlafwagen. Der Viehhändler aus Argentinien hat zufällig denSchlafwagen. Der Viehhändler aus Argentinien hat zufällig den felben Schlafwagen wie ich, und auch der Bauer", zu dem wir reisen, um eventuell einige tausend Stück Vieh von ihm zu erhandeln. Auch der Estanzero, der Besitzer der Estanzia, reist zufällig mit dem Rug und im selben Wagen. Da er hört. daß seine Estanzia unser Ziel ist, setzt auch schon die argentinische Gastfreundschaft ein. Wir sind seine Gäste und bleiben es, bis wir unter Bliz und Donner am nächsten Abend von ihm Abschied nehmen. In faufendem Flug gings dahin durch die Pampa. Neun Stunden später waren wir mitten in gewitterschwarzer Nacht in der Station Leones, in dem Dorf der dreißig Pesomillionäre.( Ein Peso sind 1,80 M.) Gespenstische Lichter tamen auf uns zu und gespenstische Gestalten, sechs, acht, zehn. Unser Gastgeber ist ein finderloser Witwer, und alle diese Jugend, die da in seltsamer Tracht angerückt fommt, in weiten, unten abgebundenen Hofen, von einem breiten Gürtel um die Hüfte gehalten, im Gürtel ein Meffer, auf dem Kopf einen Schlapphut, ein Halstuch, eine furze Jacke, alle diese Jugend im Kostüm des Gaucho, des berittenen Viehhirten der Estanzia, tommt den Onkel einholen, der wieder einmal einige Tage draußen auf der Pampa Erholung suchen will. Es ist herzliche Liebe, die den alten Herrn empfängt. Und dann geht die wilde Jagd los. Uns voran die Jugend auf einem Lastauto über Stod und Stein, durch Moor und Sumpf, hals: brecherisch rasch in finsterer Nacht, die nur ringsum von Blitzen ihn insgesamt. Man machte von seiner lebensvollen, wahren und reinen Lehre Gebrauch, um eine fünstliche Dogmatik aufzubauen, die den weitgreifenden Absichten Jesus' geradezu entgegengesetzt ist, denn man hat seine Gedanken und Worte in ihr Gegenteil verdreht. So läßt man ihn sprechen, alles fomme von Gott, ihn, der doch gelehrt hatte, alles fomme aus uns. Man macht aus ihm den höchsten Mittler, ihn, der doch gepredigt hat, es gäbe feinen Mittler zwischen den Menschen und der Unendlichkeit, die Größe des Men schen und der Menschheit entspringe diesen selbst, man sei ebenso wenig imftande, den Bau eines steinernen Hauses mit dem Dache zu beginnen, als das soziale Gebäude von oben herab zu errichten. Man tann also nicht behaupten, seine Persönlichkeit fei zu jenem Zeitpunkt gänzlich in Bergessenheit aeraten, da die Trümmer seiner Lehre damals ausgegraben und verfälscht wurden. Man hat einen sentimentalen Verkünder einer anmutigen und utopistischen Liebe auf die Beine gestellt, obwohl Jefus immer nur vom logischen und fruchtbaren Gefühl der Solidarität gesprochen hat: Füget euren Mitmenschen das nicht zu, was ihr nicht mollt, daß man es euch zufüge." Aber es gab noch etwas Schöneres und Erhabeneres als die Kraft. mit der die menschlichen Wahrheiten Jesus' die Lügen und Irrtümer der christlichen Lehren durchdrangen: der menschliche und mur er allein Refus den man ausgegraben und zum Mittelpunkt ber neuen Gotteslehre gemacht hatte, wurde die Ursache ihrer Bedeutung und ihres Triumphes. Die Gestalt des Gott Menschen, der mit seinen eigenen Händen von den Reichen und arbeitete. der Heimsuchungen erlitt und Prieſtern verfolgt wurde, gewann die Liebe des Volkes. das diese Religion zur seinigen machte. Die Liebe der Armen hielt diesen Glauben aufrecht. Sie dachte nicht darüber nach, daß alle diese Herrlichkeiten nur Schall und Rauch waren, auf einer Täuschung beruhten, daß meder Gott ein Mensch, noch ein Sterblicher Gott Das genießen wir am nächsten Tag reichlich. Da der Estanzero mit der Jugend bis um 7 Uhr morgens beisammen saß, brach für diese der Tag erst mittags an. Dann aber ging's los. Der Dottor chauffierte uns selbst hinaus auf die Pampa zu den Herden. Da tauchte auch schon die erste vor uns auf. 3wei Gauchos sprengten heran. Wir hielten, und im nächsten Augenblick saß der Viehhändler im Sattel und schon ging es mitten durch die Herde, mit dem Blick zu prüfen die Raffe, das Alter die Güte der Herde und sich einen ungefähren Preis zu bilden. Eine Viertelstunde später fizen wir wieder im Auto und rajen weiter, eine andere Herde zu erreichen. Wir halten jetzt Einkehr auf dem Hof des Hirtenpaares, dem diese Herde anvertraut ist und trinken unseren Mate, bann geht es in halsbrecherischer Fahrt über den Terzero. Auf einem Drahtseil hängt eine offene Balkenschaukel, start genug, einige Menschen zu tragen, und auf dieser stehend, gondeln wir hinüber. Der eine Gaucho hatte sein Pferd vor den Draht gespannt, der, in einem Flaschenzug laufend, die Schaufel hinüberzieht. Ich war glücklich, als ich diese Nervenprobe hinter mir hatte und bedachte nicht, daß wir auch wieder zurück müssen und schon gar nicht, daß uns das Gewitter von gestern zwingen werde, in der nächsten Nacht noch einmal so über den Fluß zu gehen, der, hochgeschwollen, seine lehmig braune Masse tief unten führte. Das Auto führte uns dann durch Wald und Busch, da schreckten wir die Kibize auf, die wie weiße Gespenster über uns hinwegflogen, tausend Leuchtkäferchen über dem fumpfigen Gelände an der einen Straßenfeite, Gequate von tauschend Fröschen und das Gezirpe von tausend daumengroßen grünen 3nfaden. Auch hochbeinige Bampashajen laufen über den Weg, und viele fleine Vögel stören wir im Schlaf, wohl auch die schönen rotbauchigen Amseln der Pampa, die amselgroßen Rotfehlchen. Nur den scheuen Strauß der Pampa sehen wir nicht. Als wir ihm im Frühdämmer des Abends im Auto nachspürten querfeldein durchs hohe Gras, da fahen wir die fliehende langbeinige Majestät der Pampa nur als Schattenrest am Horizont. Er weiß es, daß in einem Bampaauto auch immer ein Gewehr ist und das Gewehre losgehen. werden fönne und daß man, selbst wenn die geheiligte Legende im Ernste ebensowenig vom Leiden eines Gottes. wahr wäre fprechen könne, der sich zwischen Himmel und Erde hin- und herbewegt, als von der zeitlichen Entseelung der förperlichen Hülle Chrifti. Das Volf ist rein, wahr und schlicht. Wenn es, mit Recht oder Unrecht, eine ihm verständliche Gestalt oder Idee begriffen zu haben glaubt, macht es sich diese zu eigen und. verleiht ihr Gewalt. Nach den Evangeliſten haben die Unglücklichen und Enterbten von der neuen Lehre Besitz ergriffen. Dem neuen Glauben hat das internationale Proletariat Leben und Sieg verliehen. Gr wurde Ihm verdankt das zu einer Bewegung der Massen und Klaffen. Christentum troß feinen Fehlern, Bidersprüchen und der Ungerech tigkeit feiner grundlegenden Dogmen die Herrschaft. Nachdem die Kirche durch die Massen zur Macht gelangt war, wurden diese von ihr verleugnet und zurückgedrängt. Die Kirche wurde zu einer reaktionären Gewalt des Staates und gelangte dadurch zur Erbschaft des römischen Kaiserreichs, daß sie sich ihm fflavisch ähnlich machte. Der wahre Jesus und jene, die ihm glichen, wurden ihr fremd. Die blutige Geschichte der Kirche ist für alle Gläubigen ein Schimpf. In unseren Zeiten aber hat das gleiche, ungeheure Trauerspiel wieder begonnen. Die große Idee der sozialen Neuordnung beherrscht die Welt. Sie richtet sich gegen den festgefügten Mechanis mus der überlieferten Anschauungen und die Barbarei einer schwan fenden Kultur, die die gleichen Zeichen des Niederganges und der Aber diese Be3erfegung aufweist, mie einst die antike Belt. wegung trägt nicht den Todesteim in sich wie das Christentum. Sie stützt sich weder auf Träumereien, noch auf llebernatürliches, meder auf Phantasien noch auf das Sterben einer Gottheit. Sie ftüßt sich vielmehr auf die Vernunft, das Leben und auf leicht faßliche, wohlbegründete Geseze, jenen gleich, die die Naturfräfte regeln. Und dadurch wird sie siegen. Berechtigte Uebersetzung von Abele Alarmill. \■ v Ostern in Athen. Von Olly Haebler.Hug. Der große Markttag. Karsamstag gilt der Vorbereitung auf das große Osteressen. Die Fastenzeit wird in einigen Tagen vorüber sein; vier lange Wochen hat man sich zurückgehalten, eine Woche fast nichts gegessen: nun aber... Ich gehe auf den Markt. Zunächst hört man nichts als das Blöken und Schreien von tausend und aber tausend Osterlämmchen und das Rufen und Anpreisen und Handeln und Feilschen der Der- käufer. Rührend die unendlich vielen Neinen possierlichen Lamm- lein: aber trotzdem, sie müssen alle ihr junges Leben lassen. Denn eher geht die West unter, als daß der Grieche auf sein Osterlamm verzichtet. Und wenn man zu arm ist, um ein Lamm sür sich allein zu kaufen, so tut man sich mit ein paar Familien zusammen, und das klein« Tier wird gemeinsam verzehrt: ein primitiver Kommu» nismus des Konsums und ein« nahrhafte Zweckgemeinschaft, aber geheiligt durch eine Ueberliefcrung, die sicher älter ist als die grau» fame Sage vom Opferlamm am Kreuz. In der Markthalle ist ein unheimliches Gedränge, und noch un- heimlicher sind die Massen von Lebensmitteln, die für diesen Tag da aufgestapelt wurden, um das hungrige Volk zu sättigen: Fische, wer kennt ihre Namen, mindestens dreißig Sorten, ohne da« sonder» bore Kleinzeug des Meeres, das so fürchterlich aussieht und so de- likat schmeckt, Eeslügel, wundervolle Gemüse, Tomaten, groß und rund wie Spalierobst, Käse. Oliven und was sonst noch da unten in der fabelhasten Sonne nahezu von selbst wächst: und Tausende von rot gefärbten Eiern. Dos Ei spielt neben dem Lamm die Hauptrolle beim griechischen Osterfest. Dann ganze Wagen voll mit dem herrlich gebcckenen Osterbrot, in Form unserer Hefenkränze etwa: aber immer mst zwei bis vier gefärbten Eiern gefüllt, die durch das Backen einen eigenartigen, aber sehr guten Geschmack be» kommen. Eines ist für uns Deutsch« seltsam: auf dem ganzen Markt siehst du nahezu keine Frau. Käufer und Verkäufer sind alles Männer. Die griechische Frau kauft keine Lebensmittel ein: das ist Sache des Mannes. Der Mann geht auf den Markt, mietet sich für ein paar Drachmen einen der vielen kleinen Jungen, die mit Körben ausgerüstet herumstehen: kauft ein, was die Familie braucht: ladet es dem Jungen auf, der es dann nach der Wohnung bringt. Das ist in allen Schichten so, bei reich und arm, immer kauft der Mann ein: die Frauen verstehen sich überhaupt nicht darauf. Und so geht es nun den ganzen Tag, noch abends war die Markthalle gefüllt mit kaufenden und feilschenden Männern, und die Geschäfts« straßen wimmelten voller Käufer. Denn an diesem Tage kauft der Grieche auch seinen neuen Strohhut und seine neuen Schuhe. Beides liebt er sehr, und du kannst oft einem höchst schäbig ge- kleideten Kavalier begegnen, aber einen tipptoppen Strohhut hat er und moderne Schuhe. Auch der Arbester trägt, wenn er nur irgend kann, am Sonntag moderne Schuhe, und es muß einer schon sehr arm sein, wenn er darauf verzichtet. Deshalb ist auch die Gilde der Schuhputzer so verbreitet. Hunderte von Buben verdienen sich damit ihr Essen. Beim Griechen fängt offenbar der Mensch bei den Schuhen an. Leider gibt es in dem wahnsinnig übervölkerten Athen viele, die dann keine Menschen sind. Die Auferstehungsfeier. Es ist zwölf Uhr nachts. Alles hat sich sonntäglich angezogen. Jeder trägt«ine Kerze in der Hand. Ueber diese Tage herrscht ein Massenverbrauch an Kerzen: schon die ganze Woche sind in den Straßen.Luden aufgeschlageu... gewesen, in denen man Kerzen kaufen konnte, mit Blumen und Bändern geschmückte für die Kinder, und schöne weiße Wachskerzen für die Großen. Die Hausfrau über- reicht jedem, der zum Haus gehört, vom Dienstmädchen bis zum Hausherrn, eine Kerze, die aber noch nicht angezündet werden darf: olles geht zuerst in die Kirche, und dort, am ewigen Licht, wird die Kerze«ntzündef. Das ist ein schönes Symbol: ex ariente lux! In der Kirche oder, wenn der Andrang sehr groß ist, auf einem Podium por der Kirch« wird nun die Auferstehungsmesse gelesen und wieder, wie in der Nacht des Karfreitags, ist die Stadt ein Lichtermeer von brennenden und wandernden Kerzen.... Aber nun, wenn die Messe beendet ist und Christ erstanden von de, Todes Banden, jetzt, mit einem Ruck sprüht«In Taumel auf. Feuerwerk leuchtet bunt und flimmernd, Raketen schießen in die Höhe, Frösche knattern, Pistolen werden abgeschossen, Krach, Radau, alles doppelt und dreifach in der südländischen Lebendigkeit—> wundervoll! Der wirbelnde, rasend«, flammende, lärmend« Aus» bruch eines Vulkans: Christo anesti! Christ ist erstanden! Die Fastenzeit ist vorbei! Mensch, nun kannste wieder! Was schafft dir deinen Schmerz, Prolet? Daß du dich ganz mit Leib und Leben vich deiner ktrbeit hingegeben, Sie du mit beiner Seele nährst— — Und baß nichts von dir darin aufersteht: Das schafft dir deinen Schmerz, Prolet! Daß Brücke, Haus und Tarn und Tuch Dein Blut trank und der Seele Schmerzen. Nun prangend stehn im Licht von taufend Kerzen— — Und daß man stolz daran vorübergeht: Das ist dein und der Menschheit?luch, Prolet! Und daß dir Herrscher unserer Welt Nur nach dem Gold und unserem Schaffen haschen, Das, kristallisiert aus unserem Blut, ?n ihr« aufgestellten Netze wellt— wir wissen, Haus und Brot sind gut. Doch hat der Lohn, das blank: Geld, Noch nicht das Blut davon gewaschen. So reck' dich auf! Sei stark und groß, Prolet! Und schau: in Brücken, Häusern und Maschinen, Da kreist dein Blut, der Welt zu dienen. Du hältst in deinen harten Händen Das Weltgeschenk: dich selbst zu spenden. — wenn einst die Welt dich und dein Tun versteht, Bist du erlöst. Es kommt dein Tag, Prolet! Heinrich Lersch. Das Osteressen. Natürlich wird den meisten nachher schlecht. Kunststück: tage- long hat mcn ohne Fett gekocht, die letzten Tage fast überhaupt nichts gegessen, am Karfreitag und Karsamstag richtig gehungert j — und nun ist alles in Hülle und Fülle da! Das Osterlamm am| Spieß oder mit viel Fett gebraten, und dann all die anderen schönen und feinen und nahrhaften Dinge, eine Fülle des Guten! Es ist etwa zwei Uhr morgens. Der Trubel hat sich verlaufen: allmählich ist olles nach Hause gegangen. Dort ist der Tisch fest- lich gedeckt. Nur Kerzenbeleuchtung. Das gibt dem ganzen etwas Feierliches, Sakrales und mildert ein wenig die heißhungrige Hol- tung der Menschheit. Es gibt entweder Hühnersuppe oder Mageritza, ein dickes, suppenartiaes Gericht aus den Eingeweiden der Lämm- chen, mit Reis vermischt. Dann kommen die Eier, die man aber nicht einfach aufschlagen darf: nein, man nimmt das Ei, geht zu einem der Gäste, klopft das eigene gegen das des anderen, sagt dazu .Christo anesti!" und siehe da, Mit Hllf« des auferstandenen Christus springt auch tatsächlich die Schale entzwei und nun kann man sich an soviel Eiern sattessen, als man hat, und man hat viele, denn jeder hält es für feine Pflicht zu schenken. Alles ist in hei- te�ster Sttmmung, man lacht, man singt, die Großen sind wie Kin- der, und alles ist gut wie am letzten Schöpfungstage. Besonders tüchtige Familien bleiben, essend und singend und trinkend, die ganze Nacht auf, um am Morgen dann gleich mit dem Braten des Oster- lammes zu beginnen und um nach dieser notgedrungenen Pause das Essen fortzusetzen. Am Ostersonntag ist morgens keine Kirche. Vermutlich well die Priester auch mal essen und ruhen wollen. Sie haben in der Karwoche eine Schwerarbeiterzulage wahrhaftig verdient., Wir jjingen in die Kaserne, um dort einen Bekannten zu be- suchen. Auch die Kaserne war frisch gestrichen, alles war mit Blumen geschmückt, und ein fabelhafter Bratenduft siegte über alle Kommißgerüche. Im Hof hatten die Soldaten sich Lauben ge- Brief eines Pferdeknechts. Aus dem Ernst-Haeckel-Archiv, mitgeteilt von Prof. Peine. Schmidt. Das Ernst-Haeckel-Archio der Universität Jena verwahrt unter anderen Schätzen auch ein« selzr große Zahl— schätzungsweise mehr als 30 000— Briefe a n Ernst Haeckel, die er im Laufe seines langen und reichen Lebens aus allen Winkeln der Erde, aus allen Gesell» schaftskreisen und Bildungsschichten erhalten hat, von Natur- forschern, Soziologen, Historikern, Geographen, Philosophen, Theo» logen, Juristen, Politikern, Staatsmännern, Publizisten, Künstlern, Arbeitern, Fürsten, Schriftstellern und Dichtern, Handwerkern, In- dustriellen, von Männern, Frauen, Schillern und Kindern. In diesen Briefen ist ein überaus reiches und originelles Material zur Kultur-, Geistes- und Wissenschastszeschicht« des 19. Jahrhunderts enthalten, und außerdem: erst aus diesen Briefen lernt man die ungeheure Arbeit und weltweit« Wirkung dieses Menschen ganz kennen und verstehen. Dieser Tage fiel mir der Brief eines Pferde- knechtes in die Hand, der es verdient, weiteren Kreisen bekannt zu werden: er lautet wörtlich: Bruch bei Metten in Westfalen, 8. September IN?. Sehr geehrter Herr Professor! Der Kampf, der zwischen dem Dersums und Mheismus tobt, hat auch mich, ohne daß ich es wollte, mitgerissen und ist her Grund, wesfjolb ich diese Zeilen an Sie richte, mit der Bitte, sie nicht etwa uugelesen in den Papierkorb zu spedieren. Es mag Ihnen vielleicht recht sonderbar vorkommen, daß ich mich direkt an Sie wende, doch wird es Ihnen erklärlich «erden, wenn ich den Sachverhalt darlege. Doch da ich Ihnen fremd bin. ist es wohl nötig, mich vorerst vorzustellen. Mein Name ist Heinrich Holet, mein Stand Land- arbeiter, oder genauer ausgedrückt, Pferdeknecht. Ich hob« mich vor etwa sechs Wochen in diese Gegend hierher verirrt und arbeite nun bei einem Dauern. Nun ist diese Gegend bis auf einen kleinen Prozentsatz Protestanten streng katholisch: mein Arbeitgeber auch. Doch das würde mich nun auch nicht betrüben. Natürlich fiel es gleich den ersten Sonntag auf. daß ich nicht auch zur Kirche ging wie alle anderen, trotzdem in meinen Legitimationen stand, ich sei katholisch. Der Bauer frug mich deshalb nach dem Grund mid ich sucht« es ihm nun verständlich zu machen, daß es Menschen gibt, die auch ohne Religion leben können, ohne um ein Haar schlechter zu sein, als solche, die in die Kirch« gehen, und daß die Ergebnisse der modernen Wissenschaft mit den Dogmen der katholischen Kirche tn Widerspruch stehen usw. Der Bauer brummte etwas von„gottloser Welt", und ich glaub«, er hätte mich fortgejagt, wenn die Not um Arbeiter auf dem Lande nicht so groß wäre. Denn es war Erntezeit. Nach einigen Tagen aber hatte ich den Kaplan auf dem Half«, der nun mit dem Katechisieren anfing. Er schien zu glauben, daß ich nur ein lauer Katholik bin, und dachte, es gelänge ihm, mich zu bekehren, wenn er mir mit dem Jenseits und der Hölle droht. Ich erzählte ihm jedoch zur Antwort meinen bisherigen Lebenslauf uill> entwickelt« ihm nun meine Lebens- und Weltanschauung. Es ist hier wohl der Ort, Ihnen etwas über mich selbst zu sagen. Mein Bater ist Fabrikarbeiter und war in den 70er Jahren, als in Böhmen die sozialistischen Ideen auftauchten, einer der ersten Anhänger derselben. Das bekam ihm schlecht, denn er wurde ver- folgt und sein ganzes Leben ist nur eine Kette von Derfolgungen gewesen. Im Jahre 1885 wurde ich geboren. Natürlich blieb das Elend, das wir zu ertragen hatten, nicht ohne Einfluß auf mich. Ich wurde Sozialist, ohne daß mich mein Vater dazu„hera.ngebil- det" hätte, da er selten bei uns, meist in der Fremde auf Arbeit oder wegen politischer Vergehen im Gefängnis war. Selbstredend war aber mein damaliger„Sozialismus" recht oberflächlich und bestand nur in dem Nachreden der Schlagworte der Agitatoren. Doch war ich ein rechter Lesewolf und las alles, was mir in die Hände kam. Nach und nach lernte ich wirkliche gut« Bücher und Werke von künstlerischem und ethischem Wert« kennen und gelangte so durch die Lektüre der Klassiker(Lessing, Goethe, Schiller, Hehe) auf Umwegen zur Philosophie. Auch über Naturwissenschaft las ich viel, und als ich vergangenes Jahr Weismanns Vorträge über ..Deszendenzlehre" gelesen hatte, war ich meiner Religion, d. h. Resten derselben, die schon durch das Studium der vorgenannten Werke ms Wanken geraten waren, los. Das ging freilich nicht so glatt, wie ich es nun erzähle, sondern ich hatte viel« innere Kämpfe zu bestehen und bin jetzt noch nicht völlig klar über mich selbst. So ungefähr erzählt« ich es auch dem Kaplan. Er lud mich auf den nächsten Sonntag zu sich und nun begann das Disputieren. Zuerst über die Philosophie im allgemeinen, dann die verschiedenen Richtungen. Daß der Materialismus, Pantheismus, auch Spinoza, Descartes. Kant, Hegel, Feuerbach bei dem Kaplan nicht gut an- geschrieben sind, läßt sich denken. Meine Kenntnisse in diesen Sachen sind zwar lückenhaft, doch genügten sie mir, um den Kaplan in Schach zu halten mit seinen Uebertreibungen. Besonders auf Kant war der Herr wütend: ich kann es vollkommen begreifen. Schließlich kamen wir auf die Naturwissenschaft, auf den Darwinis- mus. Dann kamen wir auch auf die Konsequenz desselben, auf den Monismus. Die Müh«, die er sich gab. um mir die Eristenz der Seele zu beweisen, war umsonst. Denn seine Syllogismen waren immer so fehlerhaft, daß es mir leicht war, ihm dieselben zu ent- zimmert, dort aß man das Osterlamm und trank und trank und cfi. Jeder, der kam, wurde bewirtet: es war alles in Hülle und Fülle da. Und es kamen viele. Es kamen auch sehr hohe Gäste: die Minister, die Generäle und andere hohe Tiere. Und sie alle waren sehr freundlich und nett und vergnügt zueinander, obwohl der Grieche im allgemeinen nicht gern« Soldat ist. Die Generäle taten aber sehr herablassend, als wären sie bei einem Regimentstag oder bei einem Kriegcrvereinsjubiläum, zückten«in Osterei nach dem anderen und wünschten ihren Muskotten ein Christo anesti. Aus- nahmsweise unterblieb heute die schöne Sitte, daß vom Unteroffi- zier aufwärts jeder Fußtritte austeilen darf. Als wir noch Hause kamen, war auch unser Osterlamm ge- braten, und die nahrhcfte Arbeit dieses Tages nahm ihren weiteren Fortgaieg. Nochmittags ging ich in die Kirche: es war sehr inter- essant, denn es wurde die Ostergeschichte in sieben Sprachen gelesen: � griechisch, albanisch, italienisch, russisch, englisch, französisch und deutsch. Die deutsche Sprache klang allerdings etwas seltsam: offen- bar hatte der gute Priester keine oder nur eine höchst mangelhafte Ahnung von der Aussprache der deutschen Worte— denn er las die deutschen Buchstaben mit neugriechischer Aussprache. Aber immerhin: der Sinn dieser Sitte ist ein tiefer und zu respektieren, und der gute Wille bleibt zu loben. Der Metropolit, ein alter ehr- würdiger Greis mit langem Bart, wohnte jedem Gottesdienste bei, geschmückt mit herrlichen altbyzantinischen Gewändern: alles über. und über in Gold. Außerhalb der Festtag« kannst du sie im By« zantinischen Museum bewundern. Auch Montag und Dienstag nach Ostern sind Feiertage, an denen nicht gearbeitet wird. Diese Gelegenheit benützt der Athener, der sonst kaum aus der Stadt herauskommt, um auf eine der Inseln zu fahren. Mit Körben. Bündeln. Säcken bepackt, in denen das Osterbrot und allerlei andere gute Dinge oerstaut hat, kommt er zu seinen Verwandten oder Freunden, ihnen das Christo anesti lnzu- wünschen. Am Mittwoch beginnt nach einer W�che des Fastens und der Freude der griechische Alltag wieder. Die lärmende Einheit der Festtage, wo es keinerlei Unterschiede zu geben scheint, sst vorbei: es gibt wieder furchtbar arme und sehr reiche Leute, es gibt wieder Generäle und Gemeine, es gibt Faulenzer und ungemein geschäfts- tüchtige Leute: nur eines bleibt immer gleich— der strahlend blaue Frühlingshkimmel über Attila! -100000 Bilder in der Sekunde! Eine der bedeutendsten Erfindungen auf dem Gebiete der Film- technik ist die Zeitlupe, auch Zeitdehner genannt. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, Aufnahmen beliebig zu„dehnen", so daß Dinge des täglichen Lebens, die sonst dem menschlichen Auge nur schwer oder überhaupt nicht wahrnehmbar sind, im Bilde festge- halten werden können. E» sei hier nur an die von den Wochen- schauen her bekannten Aufnahmen von Pferderennen und Sport- ereignissen aller Art, fliegende Vögel usw. erinnert. Ueber diesen Zeitdehner. seinen Bau und sein« Anwendung hielt in diesen Tagen Ingenieur Thun in der Deutschen Kino- technischen Gesellschaft in Berlin einen belehrenden Vortrag, aus dem Einzelheiten auch die Oeffentlichkett interessieren dürften. Die Anwendung der Zeitlupe erfolgt vollkommen verschiedenartig. Während für einfache Personen- und Tierausnahmen etwa 200 Bilder pro Sekunde ausreichen, um den betreffenden Lorgang genau zu verdeutlichen, wird sür technische oder physikalische Dinge eine bedeutend höhere Dildzahl benötigt. Für Fräsmaschinen zum Beispiel nimmt man 1000 Bilder pro Sekunde an, für Ausnahmen beim Schleifen sogar 20 000. Besonders die Textil- und Elektro- branche beanspruchen bei der Kompliziertheit und Schnelligkeit ihres maschinellen Betriebes sehr hohe Zahlen. Bis vor kurzem war es nicht möglich, auch nur annähernd derartig hohe Geschwindigkeiten, die die Kamera bei diesen Auf- nahmen benötigte, zu erreichen. Erst die neuesten Apparate, wie die Ernemann-Zeitlupe und der Arkania-Zeitdehner, befriedigen die Ansprüche einigermaßen. Eine besondere Schnelligkeit aber er- geben die sogenannten„Funken-Zeitdehner". Der neueste Apparat von Geheimrat Kranz soll bis zu 100 000 Bilder in der Seku«''»« erzielen, eine Geschwindigkeit, die nur dadurch erreicht werden kann, daß die Filmtrommel auf mehrere Meter vergrößert, das Bild selbst auf 1,4 Millimeter verkleinert wird. Wichtig ist selbst- verständlich dabei, daß die Funken stark abgekühlt werden. decken. Ich würde gern seine Ausführungen wiederholen, doch habe ich leider kein« Zeit und bin auch des langen Schreibens unzewohnt und will mich daher so kurz als möglich fassen. Sein Hauptbeweis für die Seele war: man könne den Verstand auch nicht sehen und doch zweifett keiner daran. Auf meinen Einwand, der Verstand sei an und für sich nichts Greifbares, könne daher nicht zu sehen sein, dafür aber manifestierte er sich in der Sprache und den Hand- lungen des Menschen, mußte er schließlich zugeben, daß sein Ver» gleich nicht ganz richtig sei. Doch die folgenden waren nicht besser. Sein« Fähigkeiten für Apologetik und logisches Denken scheinen auch nicht besonders zu sein. Aber was will er machen? Als Priester muß er doch zu allem, was die Kirche lehrt,„Amen" sagen, selbst wenn er anders denken würde. Borausgesetzt natürlich, daß er nicht den Mut hat, daraus die Folgen zu ziehen. Doch sind wir mit unserem Disputieren noch nicht fertig. Ich soll in einiger Zeit wiederkommen. Heute besuchte mich der Pfarrer und knüpfte Bekanntichast mit mir an. Ich glaube, daß mit!) nun beide zu gleicher Zeit werden bearbeiten wollen. Dann hätte ich freilich meinen Stand etwas schwerer: und dann haben die Herren Zeit, sich in aller Ruhe die Scheinbeweise zu sammeln, was mir nicht möglich ist, da ich als Knecht von früh um 4 bis abends um 9 Uhr arbeiten muß, und dann weder die geeigneten Bücher noch Zeil habe, um mir die nötigen Waffen zusammenzusuchen. Das ist nun der Grund, warum ich mich an Sie, geehrter Herr, wende. Ich bitte Sie, so freundlich zu sein, mir einige einschlägige Schriften aus Ihrer Feder oder auch anderer Gelehrter zu senden. Ich würde mir gern selber welche anschaffen, doch ist es mir mit dem besten Willen nicht möglich. Und doch bedarf ich ihrer so notwendig. Ich erbiete mich, das Porto zu tragen und verspreche Ihnen dieselben nachher wieder unversehrt zurückzusenden. Ich will nun meinen Brief schließen und bitte Sie um Nachsicht wegen meiner Verwegenheit und betreffs der Form und Schrift dieses Briefes. Ich schreibe auf der Futterkiste neben den Pferden, jeden Augenblick gewärtig, unterbrochen zu werden. Die Rosse gucken mir zu und kauen ruhig ihren Häcksel, der mit einigen Körnern Hafer vermengt ist. Unwillkürlich denke ich da an die Katholiken, welche auch, durch«in paar Körner der Wahrscheinlich. keit getäuscht, sich ganze Massen von Dogma-Häckerling vorsetzen lassen und behaupten, es sei ein ganz gutes Futter. O ja. aber für....... Entschuldigen Sie bitte den Bergleich. aber er war zu naheliegend. Ich bitte Sie nochmals, meine Bitte zu erfüllen, und hoffe auf baldige Antwort. Hochachtungsvoll Ihr ergebener' Heinrich Haler.