Morgenausgabe 7Ir.l71 A&2 45. Iahrgang WLchesMch 70 Pfg� monatvch S,— M im voraus zahlbar. Postbezug 3.72 M. einschl. Bestellgeld. Äuslandsabonne« meut SL0 M. pro Monat. H- Der.Vonvätt," erscheint wochentög- lich zweimal. Sonntag» und Montags einmal, dle Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend* illustrierte Beilagen.Dolk und Zeit* und„Kinderfreund* Ferner Unterhaltung und Wissen*.Frauen- 'imme*..Technik*. Blick in die ücherwelt* und.Jugend- Vorwärts- » m Bertiner VoWSblatt 11. April 1928 Groß-ÄerlinlE Pt- Auswärts 15 ps. Die e t n l p a I t t g«?tonporeiVezeN, DO Pfennig Neklomezeile 5.— Reichs- mark.Kleine Anzeigen" das fettge. druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuche das erst» Wort 15 Pienntg. ledes wettere Wort 10 Pfennig Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Zeile SO Pfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig Anzeigen- annahm» im L)auptgeschäft Linden- strafte 3. wochentägl von 81/« bt» 17 Uhr. Jentralovgan der«Sozialdemokeatistben Vartei Deutsthstmds Redaktion und Berlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprechir: Dönhosl WS— A7 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Borwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 538.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. SS. DiSlonto-Eelellschaft, Depositeniasie Lindenstr. S Scharfer Kurs in Japan. Falsche Atarmgerüchte.— Auflösung der extremen Proletarierpariei. London, 10. April.(Eigenbericht.) Die Warmnochricht, daß man in Japan einer Kommunistenver- schwörung zur Ermordung des Kaisers auf die Spur ge- kommen und beoeits 1000 Verhaftungen vorgenommen seien, hat sich als unzutreffend herausgestellt. Di« Regierung verfügt« die Auslösung der extremen Proletarierpartei.Aonoto' und zweier anderer extremer politischer Organisationen, da ihr« Existenz die Sicherheit und Ordnung des Landes gefährde. Kommunistenverfolgung. Tokio, 10. April. Da die Untersuchung gegen die am 15. März verhafteten Kom- »numsten beendet ist, hat die Regierung die Nachrichtenzensur aus- gehoben. Der Eeneralstaatsanwalt erklärte dem Vertreter einer Zeitung: Der Haupteindruck, den man aus der ganzen Angelegenheit gewinnt, ist der, daß die Lage ernst ist: denn Japan sieht sich ange- fichts der ziemlich weit verbeiteten aufrührerischen Bewegung einer ungemein großen inneren Schwierigkeit gegen- über. Der gegenwärtige Versuch, die Grundlagen des Reiches zu er- schüttern. der zwar aus dem eigenen Lande kommt, aber von den radikalen Gedanken eines anderen Volkes beeinflußt ist, ist weit schwerwiegender als die von außen kommende Drohung einer be- waffneten Macht. Der offiziell« Bericht über die Kommunistenverhaftungen in Japan umfaßt 50 Seiten. Er führt aus, daß die Massenver. Haftungen im Anschluß an die Entdeckung von Bestrebungen zur Gründung eines kommunistischen Verbandes erfolgt find, dessen Ziel es gewesen sei, die soziale Gliederung des japanischen Reichs von Grund auf zu ändern. Besonders war geplant, wäh- rend der Wahlen Propagandaliteratur zu ver- breiten. Gegen 150 Verhastete ist bereits«in Verfahren ein- geleitet: ein Verfahren gegen 300 weitere Personen dürfte in kurzer Zeit folgen. Die kommunistische Bewegung habe durch die Rück- kehr in Rußland ausgebildeter Führer besondere Belebung erfahren. Die Bewegung verfüge bereits über eine gut durchgebildet« Organisation mit Zellen und einem Netz lokaler und zentraler Leiter. Sie werde oon Studenten und Pro- f e s s o r e n unterstützt. Wenn Chikago wählt. polizeimsbilisierung, Milizaufgebot, trotz alledem Entführung von Kandidaten. -- Ehlkago, 10. April. r Jost all« Polizisten der Stadl und außerdem Tausende freiwillige Wächter bewachen die Urnen bei den Vorwahlen, die heute die republikanische Partei des Bürgermeisters Thomson. die die Wiederwahl des Gouverneurs Small unterstützt, und die Anhänger de» Senators Deueen. seines Gegners, in hesiigen Kamps gegeneinander bringen. Kraslwagea mit Polizisten durcheilen dle Straße», um Bombenwürfe und Schießereien zu vergüten. Ganz früh am Tage benachrichtigten die Anhänger eines Lokalpolitikers die Polizei, daß dieser verschwunden und wahr- scheinllch e a k f ü h r t worden sei. um ihn zu verhindern, sich an der Wahl zu beteiligen. Ein anderer bekannter Lotalpolitiker wurde ebenfalls von bewaffneten Wännern entführt. Das Freigabegefeh. 50 Millionen Dollars für die Ausführung. Washington. 10. April.(Associated Preß.) Präsident E o o l i d g« hat vom Kongreß die Bewilligung eines Nachtragsetats von 56 897 800 Dollar nachgesucht, wovon 50 Mil- lionen für die Durchführung des Freigabegesetzes bestimmt sind. Mexiko rüstei ab. Heeresverminderung um die Halste. Wexiko-Ekty, 10. April.(Eigenbericht.) Staatspräsident Calles teilte auf einem Festbankett in Beraeruz u. a. mit. daß das mexikanische Heer im Lauf« dieses Jahres von 80 000 Mann auf 40000 Mann herabgesetzt werden soll. Die Arme« verschlingt augenblicklich mit 85 Millionen über ein Drittel des Gesamtbudgets. Offenbar ermöglicht die Beilegung des Erdölstreits mit dem mächtigen Nachbar im Norden diese Entlastung des aufstrebenden mexikanischen Volkes. �_ Drahtzieher Mussolini. Nefürchlongeu in Paris. Pari», 10. April.(Eigenbericht.) Di« Beunruhigung über die Besprechungen Mussolinis äußert sich besonders deutlich in der Linkspresse. Gerade di« Tatsache, daß es Mussolini immer wioder vermeidet, die Spannung mit I u g v- slawien durch direkt« Verhandlungen zu beseitigen, dafür aber mit allen Nachbarländern Jugoslawiens verhandelt, gibt zu schlimmstem Argwohn Anlaß. Man befürchtet eine Einkrcsung Jugoslawiens durch ein unter Italiens Leitung stehendes Baltan-Locarno oder gor einen Export des Faschismus nach den bis- her nur hplb diktatorisch geleiteten Staaten. Man legt Mussolini alles andere als friedliche Absichten bei. Sein« ganze Außenpolitik, so «gumentieri man in der Linken, sei bisher nur Kriegshetze gewesen, oom-Uebersall aus Korsu angefangen bis zur letzten Red« gegen Oesterreich: sie richte sich dazu immer schärfer gegen Frankreich. Nachdem Mussolini versucht hätte, Rumänien der Kleinen Entente zu entfremden, beginne er nun Verhandlungen mit Aaleski, di« ebenfalls nur dem Ziele gellen könnten, die Kleine Entente zu zerschlagen und di« Revision des Trianonoer- träges zugunsten des erzreaktionären Ungarn zu erleichtern und zu beschleunigen. Flucht aus Polen. Oer Grenzposten mit seinem Gewehr verprügelt. Lyck, 10. April. Wie di«„Lycker Zeitung" erfährt, versuchten in der Nacht zum Karfreitag etwa 16 bis 18 Personen aus Polen die deutsch-polnische Grenz« bei Pokowen, Kreis Lyck, zu überschreiten. Sie wurden von vier polnischen Schleppern bis zur Grenz« gebracht, stießen hier aber auf einen polnischen P o st e n, der aus seinem Karabiner sofort Alarmschüsse abgab. Er wurde aber von den Ueberläufern überwältigt, die ihm den Karabiner entrissen und ihn mit diesem verprügelten. Die Ueberläuser sind dann unerkannt über die Grenze gelangt. Auf polnischem Boden ist in- zwischen einer der vier Schlepper oerhaftet worden. Die Mißachtung des Völkerbundrichters. Wie der Kattowitzer Korrespondent des„Jl. Kurjer Codzienny" erfährt, hat der Wojewode von Oberschlesien, G r a z y ns k i, das Verbot des Präsidenten Colon der wegen des Absingens des Hetzliedes„Rota" in den Schulen mit einem Schreiben beantwortet. in dem er di« Entscheidung Calonders ablehne. Kirchenterror in polen. In Polen hat es große Erregung hervorgerufen, daß der B'schof von Lomza einen Hirtenbrief veröffentlicht hat, noch dem in den Gemeinden, in denen zahlreiche Stimmen für die L i n k c abgegeben sind, die feierliche Osterprozession zu unter- bleiben hat, ebenso dle Weihe oon Osterspeisen. Es wird sogar angedroht, diejenigen Gemeindemitglieder, die trotz Warnung den der katholischen Kirche besonders seindlich gesinnten Parteien avge- hören, die Sterbesakramente zu versagen. Litauen ohne Parlament. Auflösung ohne Neuwohlausschreibung! Sowuo, 10. April. Aus Grund einer Verordnung des Ministerrakes in kowno wird das Präsidium des ohne Neuwahlen ausschreibung ausgelösten lllauische» Sejm», da» bisher Regierungsgehälter bezog, diese nicht mehr erhalten. Di« Sejmtanzlei wurde aufgelöst und die Be- amten den einzelnen Ministerien zugeleill. Das Archiv und die Sejmdokumenle wurden verpackt und versiegelt. Die rusfische Agrarrevolution. Die Ergebnisse des bolschewistischen Experiments. Von Wladimir Woytinsky. Die Frage, wie die Landwirtschaft sich zum Sozialismus entwickeln werde, ist eine harte Nuß, die von der Sozial- demokratie nicht auf einmal geknackt wurde. Lange Zeit hat man die Lösung in einer Ausbreitung der landwirtschaftlichen Großbetriebe erblickt, die die gesamte Produktion auf dem flachen Lande etwa nach dem Muster der modernen Industrie organisieren sollten. Schon Kautsky hat aber in seiner „Agrarfrage" bewiesen, daß die Industrialisierung auf dem flachen Lande ganz anders als in den Städten vor sich geht, und daß die landwirtschaftlichen Betriebe einen neuen Charakter erhalten, ohne daß sie die Form kleiner Familien- betriebe dabei einbüßen. Die Erfahrungen der neueren Zeit haben diese Ansicht bestätigt. Dementsprechend ist das moderne sozialistische Agrarprogramm so aufgebaut, daß die nach sozialistischen Grundsätzen umgestellte Produktion auch den selbständigen Bauern Platz läßt. Die Entwicklung der Landwirtschaft zum Sozialismus äußert sich in dem tech- nischen Fortschritt der bäuerlichen Familienbetriebe, in ihrer Loslösung von dem Einfluß der Großgutsbesitzer, in ihrer politischen Annäherung an die Arbeiterbewegung, die ihren Interessen Schutz bietet. Gemäß dieser Auffassung kämpft die Sozialdemokratie um die Seele des Bauerntums. Ganz anders wird das Problem im Reiche der„Arbeiter- und Bauernregierung" gestellt. Am Anfang haben die Bolschewisten versucht, auf dem Lande staatliche"Großbetriebe zu schaffen. Es wurden etwa 6000„Sowjetwirtschaften" ins Leben gerufen, denen die fruchtbarsten Ländereien sowie das beste— bei den Grundbesitzern beschlagnahmte— lebende und tote Inventar übergeben wurde. In diesen Muster- wirtschaften wurden rund 300 006 Menschen gesammelt, die den Bauern die Vorteile des landwirtschaftlichen Sozialismus anschaulich machen sollten. Solange diese„Kommunen" aus der Stadt Waren erhielten und dieselben gegen Getreide aus- tauschten, konnten sie sich über Wasser halten. Als aber nach den Bauernaufständen und dem großen Hunger die Regierung zur„neuen ökonomischen Politik" überging, und den Sowjet- wirtschaften die Staatszuschüsse entzogen wurden, gingen sie fast alle zugrunde. Die Landwirtschast wird gegenwärtig in Rußland von etwa 25 Millionen Bauernwirtschaften be- trieben. Im Rahmen der neuen ökonomischen Politik nimmt die Differenzierung dieser Betriebe immer mehr zu, da die ärmeren Bauern ihre Bodenanteile den reicheren verpachten und sich diesen als Landarbeiter verpflichten(die Pacht- Verhältnisse sind in Rußland etwa in demselben Umfang wie in Deutschland verbreitet, die Zahl der Lohnarbeiter auf dem flachen Lande dürfte zwischen 2 und 3 Millionen liegen. Das Märchen, die B o l s ch e w i st e n hätien den Bauern das Land der Großgrundbesitzer übergeben, braucht hier nicht widerlegt zu werden. Die Enteignung des Landes wurde schon durch die Märzrevolution des Jahres 1917 v o r b e st i in m t, es handelte sich nur um die Verteilung der enteigneten Ländereien. Politisch war die Frage ganz klar, sie bot aber ungeheure technische Schwierigkeiten: die Ländereien, die verpachtet waren, konnten einfach den Kleinpächtern übergeben werden, das Land, das von den Großbesitzern bewirtschaftet war, mußte unter die Dorfgemeinden und einzelne Baucrnh.öfe verteilt werden. Die Nutzfläche der bäuerlichen Wirtschaften konnte dadurch höchstens um 10 bis 12 Proz. erweitert werden, und es war außerordentlich schwer, diese Operation so durch- zuführen, daß die interessierten Parteien zufrieden blieben und die produktiven Kräfte der Landwirtschaft nicht ge- schwächt wurden. Die demokratische Negierung hat diesen Schwierigkeiten gegenüber mehr Vorsicht als Entschlossenheit aufgewiesen. Die Bolschewisten haben dagegen blitzschnelle Maßnahmen getroffen: die Ländereien wurden unter Be- Nutzung von Bajonetten und Maschinengewehren statt Feld- maßinstrumenten verteilt, und zwar so, daß iedem Hofe mehrere Parzellen in verschiedenen Feldern und Wiesen zugeteilt würden. Man kann sich aber vorstellen, was der Zuwachs der Anbaufläche für einen Bauernbetrieb bedeutet, wenn dieser Zuwachs in 10 Parzellen von je 10 Ar besteht, die auf einem Gebiete von 25 Quadratkilometer zerstreut sind! Die Folgen der überstürzten und ungeschickten Verteilung der Ländereien nach dem Novemberumsturz sind noch jetzt fühlbar. Vor dem Kriege hatte Rußland den traurigen Ruf, die rückständigste Landwirtschaft Europas zu besitzen: der Weizenertrag von einem Hektar betrug hier z. B. 7 bis 8 Doppelzentner(in Deutschlanb 20 Doppelzentner). Trotzdem war seine landwirtschaftliche Produktion im fortwähren- den Aufstieg begriffen: im Zeitabschnitt 1900' bis 1910 ist sein Ernteertrag an wichtigsten Getreidearten um rund 20 Proz. angewachsen. Das Wachstum der Produktivität der russischen Landwirtschaft wurde allerdings dadurch gehemmt, daß die dürstigen Ueberschüsse der Bauernwirtschaften durch den Pachtzins und die Steuern aufgesogen wurden, was die Versorgung des Landes mit besseren Geräten. Düngemitteln, Saaten usw. unmöglich machte. Nach der Revolution war also ein stürmischer Aufstieg zu erwarten, der aber ausblieb. In den Iahren des.Lriegstommunismus"(der eigentlich auf einer Plünderung der Bauern beruhte) ging die Anbau- fläche etwa um eine Hälfte zurück, im Jahre 1926 kehrte sie zu dem Vorkriegsumfang zurück, im Jahre 1927 hat sie diesen Umfang um einige Prozent überstiegen, da aber gleichzeitig der Durchschnittsertray pro Hektar sich verringert hat, erzeugt heutzutage die russische Land- Wirtschaft nicht mehr, vielleicht sogar etwas weniger als vor der Revolution! Diese traurigen Ergebnisse der größten Agrarrevolution der Weltgeschichte wurden durch drei Hauptursachen hervor- gerufen: 1. die bereits erwähnte unzweckmäßige Perteilung der enteigneten Ländereien: 2. die Agrarpolitik, die den Vermögensverhältnissen auf dem Lande die notwendige Sicherheit entzieht und bei den Bauern das Streben zur Hebung ihrer Wirtschaft abtötet; 3. die andauernde Aus- beutung der Landwirte durch die Staatsmacht. Der letzte Umstand hat die größte Bedeutung. Vor der Revolution hielten die Bauern etwa 18 Proz. der von ihnen bearbeiteten Bodenfläche in Pacht. Der Pachtzins, den sie zu zahlen hatten, machte etwa 4 bis 5 Proz. der Ernte aus. Weitere 10 bis 12 Proz. des Ernteertrages wurden den Bauern durch die Steuern und vor allem durch den staatlichen Branntwein entzogen. Die Besteuerung der Bauern hat jetzt ungefähr die alte Höhe; der Pachtzins ist abgebaut, an seiner Stelle wurde aber den Bauern ein neuer, weit schwererer Tribut auferlegt, der mittels der Preisschere erhoben wird. Nach den Berechnungen des Moskauer Konjunktur- inftituts machen die Preise für die landwirtschaftlichen Er- zeugnisse in Rußland im Durchschnitt etwa 73 Proz., die Preise für die industriellen Erzeugnisse aber 250 Proz. der entsprechenden Preise in Deutschland aus(Angaben für den 1. September l927). Das bedeutet, daß der russische Bauer, der seine Produkte auf den Markt bringt, etwa 29 Proz. jener Menge von Fertigwaren bekommt, die der deutsche Bauer erhält! Der Bauer hat nur ein Mittel, sich der Wirkung der Preisschere zu entziehen: er muß sich dem Markt fern- halten, alle seine Bedürfnisse mit eigenen Mitteln decken, möglichst wenig verkaufen, möglichst wenig einkaufen. Das ist gerade, was in Rußland geschieht: die landwirtschaftliche Produktion' hat zwar den Vorkriegsstand beinahe wieder- erreicht, die Produktion für den Markt ist aber beinahe auf die Hälfte gesunken. Vor dem Kriege kamen rund 25 bis 30 Proz. der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in den Waren- verkehr, jetzt beträgt dieser Satz kaum mehr als 15 Proz. Die Verflechtung der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe ntit der Stadt, mit der Industrie, mit der gesamten Volks- Wirtschaft ist also stark zurückgegangen. Hier findet auch die allgemein bekannte Tatsache ihre Erklärung, daß Rußland, trotz des Wiederaufbaus seiner Landwirtschaft, über keine beträchtlichen Ueberschüsse für die Ausfuhr verfügt. Hier steckt auch die Ursache des verlangsamten Fortschritts der russischen Landwirtschaft. Nirgends wird so viel wie in Rußland über die' Rationalisierung, Industrialisierung, Intensifizierung und Elektrifizierung der Landwirtschaft geredet. Die Preisschere ist aber wirksamer, als die schönen Plakate, die gesckimack- vollen Ausstellungen in Moskau, die beredten Radiovorträge md sonstige Propagandamittcl, die auf die ausländischen Wiste der Sowjetregierung einen viel größeren Eindruck als auf die Bauern ausüben." In allen Ländern der Welt entwickelt sich die Landwirt- chaft in einer Richtung, die die Voraussetzungen ihrer So- jlalifierung schafft. In Deutschland ist von diesem Gesichts- vunkt aus der Rückgang der Bedeutung der Großbetriebe zu verzeichnen sowie der Fortschritt der technischen Ausrüstung ver kleinen und mittleren Bauernbetriebe. Zwar lassen sich vie letzteren bisher von den Herren Großgutsbesitzern aus- piclen, aber sie werden bald ihren eigenen Weg in der Politik finden wie sie ihn schon am wirtschaftlichen Alltag gefunden haben. Ueberall entwickelt sich die Landwirtschaft n der Richtung der Annäherung zur Industrie. Dem volschewistischen Experiment gelang es aber, die russische Landwirtschaft noch der entgegengesetzten Richtung zu lenken! Diplomaten und Republik. Ein Aachwort zum OsterOsteviremeni. Ein über die Interna des Auswärtigen Amtes gut unterrichteter Parteigenosse macht uns darauf aufmerksam, daß der Kommentar des «Vorwärts* über das neu« Diplomatenrevirement zwar im allgemeinen richtige Gedanken entwickelt, im einzelnen jedoch zu ungerechten Schlußfolgerungen Anlaß geben könnte. Insbesondere entspreche die Bemerkung, daß außer unserem Genossen Dr. K o e st e r vur der neue Botschafter P Santiago de Chile Dr. Olshausen 0? zuverlässiger Republikaner gelten dürfe, nicht ganz den Tatsachen. 5d könnte der Nachfolger Koesters in Riga, Dr. S t i c v e, die gleich« Bezeichnung für sich in Anspruch nehmen, dessen bisherige Arbeiten als Kriegsschuldreferent des Auswärtigen Amtes zwar öfters von sozialdemokratischer Seite kritisiert wurden, ober noch viel schärfer oon deutschnationat-monarchistischcn Stellen, die ihn, eine zu laxe Verteidigung der kaiserlichen Borkriegsdiploinatie vorwerfen. Bezeichnend sei in diesem Zusammenhang, daß die berühmte Taimen- berg-Rede Hindenburgs unter bewußter Ausschaltung Stieves, d. h. des zuständigen Ressortreferenten, außerhalb des Auswärtigen Amtes oerfaßt wurde. Ebenso könnte man dem künftigen Gesandten in Lissabon, D. von Baligand, das Zeugnis nicht vorenthalten, daß er de- reiks vor dem Krieg« Demokrat war und für linksstehende, sogar sozialistische Zeitschriftc» schriftstellerisch tätig war. Auch der neu» Gesandt« in Buenos-Aires. von Keller. sei als loyaler Republikaner bekannt. Schließlich gebe es unter den Minder prominenten Diplomaten, die in dem Osterrevirement ver- zeichnet sind, sicherlich den einen oder den anderen, der es nicht ver- diene, zu denen gerechnet zu werden, die sich bloß„auf den Boden der'Tatsache* gestellt hätten. Wir geben diesen Bemerkungen umso lieber Raum, als sie zu dsr Kategorie der erfreulichen Berichtigungen gehören. Unsere grundsätzliche Stellungnahme zu dem Thema„Diplomaten- korps und Republik� wird davon nicht berührt, denn sie entspricht, wie gesagt, durchaus den Tatsachen. Maiauftuf der Internationale. An die Arbeiter aller Länder! Die ungeheuren Opfer an Menschenleben, die wahnsinnigen Verheerungen der Wirtschaft, die den vier Jahren des Völker- mordens zur Last fallen, hatten zunächst auch die hartherzigsten Ver- treter der kapitalistischen Ausbeutung und der imperialistischen Machtgier erschüttert. Unter dem unmittelbaren Druck der entsetz- lichen Katastrophe erklärten sie sich bereit, den Forderungen der Arbeiterklasse entgegenzukommen. Sie verpflichteten sich feierlich, vor allem de» Achtstundentag»nd die Abrüstung auf internationaler Basis zu verwirklichen. Jahrelang wurde er- wogen, verhandelt, beraten und immer wieder die Erfüllung der feierlichen Berpflichtungen hinausgeschoben. Im zehnten Jahr nach dem Waffenstillstand glaubten die kapitalistischen Regierungen auch die lehken Beste des Schamgefühls abstreifen zu können. An der Spitze der Wortbrüchigen marschiert die konservative Regierung Großbritanniens. Sie hat nach jahrelangem Manövrieren nun offen im Genfer Arbeitsamt erklärt, daß sie die Konvention von Washington über den Achtstundentag, die die Regierungsvertreter Großbritanniens am 28. November 1919 mitbeschlossen haben, nicht ratifizieren wolle. War über den Achtstundentag unmittelbar noch dem Krieg wenigstens ein Konventionsentwurf zustande gekommen, so ist die Frage der internationalen Abrüstung noch nicht einmal in diesem Vorstadium der Vorbereitung. Das Scheitern der Seeabrüstungskonferenz der drei größten Seemächte der Welt und vor allem das Scheitern der Genfer Vorbereitenden Abrüstungskonferenz offenbaren nur allzu deutlich, daß die imperialistischen Regierungen die Zeit für ge- kommen erachten, um den Gedanken der Abrüstung auch öffeaklich zu verleugnen. Es ist den kapitalistischen Regierungen gelungen, durch Ver- schleppungsmanöoer über die kritische Periode des moralischen Druckes, den die dampfenden Schlachtfelder auf sie ausübten, hinweg- zukommen. Die Arbeiter aller Länder sind sich dieser Verschlechte- rung der taktischen Situation bewußt. Sie werden die Lehre daraus ziehen, noch enger als bisher die Reihen zu schließen, alle Kräfte im gemeinsamen Kampf ihrer Klasse zusammenfassen. Die Geschlossen- heit der Aktion muß sich vor allem bewähren in den großen Wahlkämpfcn dieses Jahres! Sie wurden verheißungsvoll eingeleitet durch die Wahlen in Polen, wo es der sozialistischen Partei gelang, mehr als eine halbe Million neuer Wähler um sich zu scharen. Am l- Mai wird bereits das Resultat des gewalligen Kampfes, den unsere sozialistischen Genossen in Frankreich sühren, bekannt sein. In Deutschland wird der l.Mai ein Höhepunkt des Ringens um den Wahlsieg fein. Später wird die Wahlentscheidung in England, Belgien, Holland und in der Schweiz fallen. In olle diese großen Kämpfe geht die Arbczterklasse im Vertrauen ans die eigene Kraft allein. Eine Welt oon Feinden umgibt sie. Aber die Arbeiter wissen, daß der Klorungsprozeß im Innern ihrer Klasse selbst große Fortschritte gemocht Hot, daß die Irrungen und Wirrungen der Kriegs- und' Nachkriegszeit immer mehr überwunden werden, daß es in immer höherem Grade gelingt, die Arbeiterklasse zusammenzufassen zur Einheit in Wolle» und Tat. Die kapitalistischen Feinde wagen es wieder, ihr wahres Angesicht offen zur Schau zu tragen. Die Arbeiter ließen sich nicht ein- schüchtern durch den gemeinen Spott über den Achtstundentag bei der ersten Maifeier 1899, sie lassen sich ebensowenig einschüchtern durch den perfiden Wortbruch, der nun für alle Welt ofsenbar ist« Die Wahlsiege dieses Jahres werden eine kräftige Antwort sein! Aber das Kampjfeld der Soziallstischen Arbeiter-Internationale ist nicht beschränkt auf die Länder, wo Wahlkämpfe stattfinden. Die schwierigsten Aufgaben sind in den Ländern ohne Demokratie zu erfüllen. Und nicht viel besser steht es in den Ländern mit S ch e i n- demokratie. Die größten Opfer bringen die Genossen dieser Länder, um organisatorische Verbindungen aufrechtzuerhalten, um den Massen in ihrem Lande Ausklärung über die wahre Lage und ihre Aufgaben zu vermitteln, um das Ausland zu informieren über die Greuellaten der Diktatoren und Halbdiktatoren. Und so ge- denken wir am 1. Mai vor allem unserer Genossen in den Gesang- nissen und Verbannungsorten und jener, die das harte Los haben, im Exil leben zu müssen. Trotz aller Drohungen der Reaktion marschiert die Arbeiter- klasse unaufhaltsam weiter, wächst ihre Organisation und Kampf- entschlossenheit. Auf dem Brüsseler Kongreß der Sozialistische» Arbeiter- Internationale im August wird sie sich mit den großen Problemen der Abrüstung und des Militarismus, mit den entscheidenden Fragen der Kolonial- Politik und des Imperialismus auseinandersetzen. Dieser Kongreß wird den Fortschritt, den die Sozialistische Arbeiter-Internationale in der gemeinsamen Aktion für die Ziele des Sozialismus in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens errungen, zum kräftigen Aus- druck bringen Die ernsten Vorbereitungsarbeiten für ihn sollen ge- tragen sein von der Begeisterung unserer großen Maifestkund- gedungen, in denen wir demonstrieren: Gegen den Militarismus! Gegen den Imperialist mns! Gegen den Krieg! Gegen die faschistische Reaktion! Gegen die kapita- listische Ausbeutung! Für die internationale Festlegung des Achtstundcnt tages! Für das Sclbstbcstimmungsrecht der Kolonialvölker! Für die organisatorische Einheit des Proletariats in jedem Lande und in der Internationale! Für die neue Gesellschaftsordnung des Sozialismus! Das Bureau der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Oeutschnationales Durcheinander. Die Zersplitterung durch die Konservativen.— Westarp in Verlegenheit. Der österreichische Kommunist Richard Schüller ist in Paris vcrhcsiet ward-:». Er wird als Sekretär der Komintern und Ekki- Sekrerar bezeichnet. Die Grenzsperre Albaniens gegen Südflawien wurde wieder aufgehoben. Nachdem die deutschnationale Presse bisher über den deutjchkonservativen Wahlaufruf gegen W e st a r p für den völkisch-nationalen Block geschwiegen hat, nimmt nunmehr die„K r e u z- Z e i t u n g dazu Stellung. Die„Kreuz-Zeitung* ist das. alte.Organ der Konser- vativen, das besonders dem Grafen W e st a r p nahe steht. Diese Zeitung ist durch den konservativen Wahlaufruf für den völkisch-nationalen Block in eine unangenehme Lage versetzt worden. Für die konservative Opposition, oder für Westarp, so steht die Frage jetzt für sie wie für die konservativen Wähler. Die„Kreuz-Zeitung" entscheidet sich für Westarp: „Wir haben in der„Kreuz-Zeitimg* bisher stets den konservativen Gedänken im Rahmen der Deutschnatio- nalen Volkspartei vertrcten und wir hoben auch immer den G r a f e n Westarp als den Träger dieser Richtung inner- halb der nach der Revolution aus der Deutjchkonseroatiocn Partei entstandenen Deutschnationalen Volkspartei angesehen. Auf diesem Standpunkt st ehe n wir auch heute. Wir werden daher ebenfalls von der oon dem Grafen Seidlitz gegebenen Freiheit der Stellungnahme Gebrauch machen und weiter den k o n- feroativen Gedanken innerhalb der deutsch- nationalen parlamentarischen Vertretung nach Kräften Geltung zu schassen oersuchen.* Also für Westarp! Aber auch gegen den völkisch- nationalen Block? Da wird es der„Kreuz-Zeitung" bedenklich. An diesem Punkte schließt sie: wir sind ja alle eins und wollen eigentlich dasselbe: „Aber auch in bezug auf den allgemeinen Wahlkampf möchten wir unseren konservativen Lesern doch folgende Gedankengänge unterbreiten. Der völkisch-nationale Block basiert auf dem Zweifel- los sehr gesunden Gedanken der nationalen Opposition. Auch wir haben hier des öfteren ausgesüh'rt, daß die Deutschnationalen in der nächsten Zeit wieder in die Oppositionsstellung gehen müssen, mit dem hauptsächlichen Ziel der Sammlung aller nationalen Kräfte. Ob nun dieser grundsätzlich« Oppositionsgedanke s ch o n bei Beginn des Wahlkampses ausgesprochen wird, oder ob erst nach den Wahlen die entsprechende Haltung eingenommen wird, ist vielleicht mehr eine taktische Frage, obwohl wir mehr zu der ersteren Ausfassung neigen. Realpolitisch gedacht, scheint uns aber, wie die Dinge liegen, diese Frage des Zeitpunktes, an dein die Oppositionsstellung eingenommen wird, nicht ausschlaggebend. Denn ohne Zweifel ist der Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampse bereits, um es negativ auszudrücken, auf eine Richtwieder- kehr der b.i s h e r i g e n Koalition im Reiche ein- gestellt. Man braucht nur an die ofsenbaro Linksschwenkung der Volkspartei zu denken. Die Deutschnationalcn werden also auch von selbst in dieselbe scharfe Oppositionsstellung kommen, wie sie sie bisher in Preußen innegehabt hoben." Zum Schluß die ergebene Bitte, daß der Wahlkampf der Konservativen gegen Westarp keine gehässige Formen annehmen werde. Gut Wetter für den Grafen Westarp— er wird ja in die Opposition zurückkehren! Wählt Westarp— aber wenn ihr nicht wollt, so wählt Wulle! Eine feine, geschlossene, eindeutige Wahlparole! Unsere Kandidaten. In Schleswig-Holstein. Der sozialdemokratische Bezirksparteitag für Schleswig-Holstein hat folgend« Kandidatenlisten aufgestellt: Für den Reichstag: Louise Schroeder, Altona. 2. Eggerstedt, Kiel. 3. M. Richter, Neumünster. 4. L. Biester, Hoisbüttel. 5. P. Löhrke, Berlin. 6. Michelsen, Flensburg. 7. Richard Hansen, Kiel. 8. Kirch, Altona. 9. Heinrich Fick,.Stockelsdorf. 10. Schweizer, Kiel. 11. Pusch, Rendsburg. 12. Dölz, Tönning. Für den Landtag: 1. Breconr, Kiel. 2. Ton! Jensen, Kiel. 3. Paul Bugdahn. Altona. 4. Jürgen Jürgens«», Eckernförde. 5. Peters, Hochdonn. 8. Rickers, Kiel. 7. W. Siemert, Altono. 8. Delle, Wandsbek. 9. Friedrich Hansen, Kiel, 10. Anna Brando, Altona. 11. Claußen, Tönning. 12. Böhm, Neumünster. 13. Jacobs, Büdclsdorf. l4. Lempfert, Elmshorn. IS. Flatterich, Schleswig. 16. Brauer, Altona. Defizii in Thüringen. Deckung: Ersparnisse im Volksschulwesen. Weimar. 10. April.(Eigenbericht.) Der Thüringische Etat für 1928 schließt mit� einem Fehlbetr ag von 13 592 480 Mark ab. lieber die Deckungs- Möglichkeit des Fehlbetrages im Voranschlag läßt sich nach Meinung der Regierung zurzeit etwas Bestimmtes nicht sagen. Sie setzt ihre ganze Hoffnung auf dos Reich. Ein« Erhöhung der R e a l st e u« r n kann ihrer Meinung nach nicht in Frage kommen.' Aus einer Ver- fügung des Amtsblatts für Volksbildung ist aber die Richtung.zu erkennen, in der die Regierung zu Ersparnissen gelangen will. Di« Klassenbesuchszahl der Voltsschulen und die Unterstufe der höheren Schulen wird trotz überfiMter Klassen von 4 0 auf 4 8 erhöht. Also Kulturabbau, um Realsteuern einzuspartnl Roi Krönt. ZluS dem Bericht des Zioten Krontkämpferbondes. Vom 23.. bis 25. Mörz tagte in Hamburg die 5. Ä e i ch s- konferenz des Roten Irontkämpferbundes. Die Bundesfiihrung des Roten Frontkämpferbundes sowie die Reichs- suhrung der Roten Jung front harten zu dieser Tagung umfang. reiche Berichte vorgelegt, die neben einem sehr ausführlichen Rück- blick auf die geleistete Tätigkeit im vergangenen Jahr« auch«ine Uebersicht über den gegenwärtige»Stand der Organi- s a t i o n des Bundes enthalten. Der Oeffentlichkeit ist darüber bis- her nichts bekanntgeworden. In diesem vertraulich behandelten Organisationsbericht wird ausdrücklich festgestellt, daß es dem.Roten Frontkämpferbund" nicht gelungen ist, die Zahl der Mitglieder und Ortsgruppen zu steigern. Zwar seien viel« Neueimritt« zu verzeichnen ge- wesen— es werden an verschiedenen Stellen die widersprechendsten Zahlen genannt—, aber diese neuen Mitglieder habe man nicht zu halten vermocht. Es müsse deshalb eine der wichtigsten Auf- >XI<1. Aus den detaillierten Angaben des Organisationsberichts ergibt sich jedoch, daß diese Zahl sehr stark übertrieben ist. Sie errechnen die Mitgliederzahl des Roten Frmrttämpferbundes und der Roten Jungfront zusammen auf rund 1l)<)(><)>), von denen 76 000 dem Roten Frontkämpferbund und nind 25 000 der Roten Zungfront angehören. Selbst diese Ziffern sind eher zu hoch als zu niedrig gegriffen._ Münchmeyers Genossen. Oer Nazi-Aufmarsch in Bayern. Der„Bayerische Kurier" macht sich das Vergnügen, aus der Kandidatenlist« der Nationalsozialisten einige Exemplare herauszufischen, um sie einem größeren Publikum vorzuführen. Da ist der Kandidat für den Landtagswahltreis Oberbayern Max Neunzert. Heber ihn berichtet das Blatt: „Der Name des Herr Neunzert svielte in den politischen Mord Prozessen der Jahre 1920 bis 1922 eme sehr wesentliche Rolle. Aus Anlaß des im Forftenrieder Park an einem armen Dienstmädchen verübten Mord« befand stch Herr Neunzert, wie in dem Femeausschuß festgestellt worden ist. m Uniersuchungs- Haft. Im Mordprozeß Härtung wurde gegen Hern, Neunzert Klage erhoben. Die Verhandlungen endeten zwar mit einein Frei- fpruch wegen Mangel an Beweis: im Prozeß und auch in der llrteilsbsgründung wurde ober Herr Neunzert aufs allerschwerstc belastet." Auf der Reichsliste der Natümalsozialisten steht ein Fliegerhaupt- mann a. D.® ö r i n g- Berlin, ein ehemaliger militärischer Gehilfe Hitlers, dem der„Bayerische Kurier" nachsagt, daß er aus der Putsch- und Nachputschzest vor ollem durch einen sehr blutig ge» I) aj t e wen G eh ei mbefehl bekamA jeü___________________ —• MSnchmeyer, Neunzert und GÖling.'t>as find die Früchte, an denen man die Nationalsozialistisch« Partei erkennen kann. Der Notional-Lölkisch« Block marschiert zwar getränt von den Nationalsozialisten in den Wahlkampf, sein« ideelle Einstellung stimmt ober in den Hauptfragen mit den Rat,onalsozialisten überein. Und das sind. die Gruppen, in denen die Deutfchnationalcn ihre Bundesgenosien sehen! Ludendorffs Gratulanten. Ludendorff hat am Ostermontag seinen 63. Geburtstag ge- feiert. Die deulschnationale Presse, die sonst kein« Ge- legenheit- vorüber gehen laßt, um Offiziere auch weniger hohen Grades in das Gedächtnis der Gegenwart zurückzurufen, übergeht dies Ereignis mit Stillschweigen. Auch in der völkischen Presse, die sonst„ihrem" Feldherrn an diesem Tage Lobeshymnen widmet«, ist es diesmal merkwürdig still. Hillers Blatt, der„Bölkifche Be- obachter", begnügt sich mit ganzen vier Zeilen. In dem Blatt der Wulle-Richtung, der„R o st o ck e r Zeitung", beschcidet man sich damit, auf der zweiten Seite einer Käte Bayer-München dos Wort zu überlassen. Deren Ausführungen sind denn allerdings auch danach. Sie feiert den Ludendortf von heute, den Ludendorff der Freimaurer- Töterei, und sogt von ihm: ..Der Ludendorff von heute, dessen Geburtstag am 9. April bevorsteht, wuchs damit noch weit hinaus über den Ludendorfs der Schlachl von Tanoeaberg. Titanenhaft brach er los, feine einzig« Waffe die Wahrheit, uill» die Wucht feines Angriffs auf de» schwächsten Punkt der oerfilzten Gegner verriet den Meister der Strategie. Die Welt horchte auf, Furcht schlotterte, Hohn umgeifert« ihn— aber dos Lachen erstarrte beim Anblick solcher Reckentraft/ Mau vergaß sogar das Sprüchlein vom „politischen Kind" Ludendorff, so fuhr den„Ueberstaatlichen" der Schrecken ins Gebein. Kein Zweifel: Millionen wenden ihm aus diesem Woge folgen, wenn nicht heute, so morgen, weil sein Wog der deutsche ist. Und dies« Bewegung macht so wenig an den Landesgrenzen halt, nne«inst Luthers halbes Besreiungs- werk. Schmerzlich pflügt Lubendorff, aber große Saat streut er in die Furchen. Ihre Früchte werden golden den spätesten Geschlechtern reisen und sie werden einst seinen Namen ,renn«n als den des größten Befreiers der DeuffHenl" Die Freunde Ludendorffs wissen, weshalb sie das Amt des Gratulanten diesmal einer Käte Bayer überlassen haben! Oer Wahlfonds der Industrie. Die sächsische Industrie sammelt einen besondere« Wahlsonds für mdnstriesrommc Abgeordnet«. Die Kolgen der Landbundhetze. Ein Nollziehungsbeamter einer thüringffchen Kasse erhielt von einem Landwirt, bei dem er wegen hoher Beitragsrückstände pfänden sollte, dieser Tage folgende» Schreiben: .Ihnen zur freundlichen Mitteilung, daß ans Beschluß de» Landboodes die Zahlungen für die Sronkeakoffen sowie für Steuern vorläufig eivgeitl'llt und nicht mehr bezahlt«erden dürfen. Die gesamte Landwirtschaft steht fetzt geschlossen hinter ihren Führern. Ein Eingriff Ihrer Behörde würde der Auftakt . zu einer großen unangenehmen Sache sein." Das ist nur ein Beispiel von den fast zahllosen Auswirkungen der Hetze des Thüringischen Landbundes. In Hunderten von Fällen wurden die Bollstreckungsbeomten mit Erschießen be- Oem Hunde, wenn er gut gezogen, Ist selbst der reiche Mann gewogen, !lnd reichlich wird der Pudel honoriert, Oer den Zehnstundentag brav apportiert! Oer Freiheitskampf Nikaraguas. Amerika will nur ungestörte Wahlen sichern. Einem einzigen Fremden gelang es, die Armee der auf. ständischen Nikaraguaner aus der Nähe kennenzulernen und ihren Führer General Sandino zu interviewen. Dieser Journalist, ein ausgezeichneter Kenner Lateinamerikas namens Carlcton Beals, veröffentlicht in der New-Porker „Nation" feine Eindrücke. Die folgenden Ausführungen sind der liberalen Zeiffchrift entnommen. Wenn die Bürger der Vereinigten Staaten jenes Gefühl für Humor wirklich hätten, dos ihnen nachgerühmt wird, so hätten sie laut aufgelacht, als der Auswärtige Ausschuß des Senats verkündete, die Marinetnippen müßten in Nikaragua bleiben, um dort die Wahlen zu überwachen. Selbstverständlich sind die Soldaten nicht damit beschäftigt, den Arbeitern auf den Kafseeplantagen Demo- �ratie zu�p r« d i gen. Statt dessen hallen sie sich in einem -dünn bevSskerten Bergland aus und knallen Anhänget Sandinos nieder. Wle�ein witziger Mann gesagt hat, tun sie ihr möglichstes, um die Zahl der zu beaufsichtigenden Stimmen zu verringern, wah- rend Sandino seinerseits alles daran setzt, daß möglichst wenig Marinesoldaten als Aufseher übrig bleiben. Die Statistiken, die dem Auswärtigen Ausschuß des Senats durch Seeoffiziere vor- gelegt wurden, reden eine traurige Sprache. Bis zum 1. Februar dieses Jahres hatten die Bereinigten Staaten danach 4609 Mann in Nikaragua landen lassen. Während Sandino behauptet, davon feien über 500 getötet worden, gibt die Marinebehörde die Zahl der Gefallenen mit 21 an, die Verwundeten beziffert sie auf 45: aber 1410 Mann mußten noch Nordamerika zurückkehren, well sie am Tropenfieber erkrankt warrn. Die USA. hatten oder haben noch — soweit sie nicht abgeschossen sind— in Nikaragua 6 De Haoiland- Bombenflugzeuge, zwei Flugboote, sechs Beobachtungs-, sechs Vought-Kampf-, drei Fokker-Transport- und sechs mit je einem Geschütz bewaffnet« Kampfflugzeuge. Von dieser Luftflotte holten Sandinos Schützen zehn Apparate herunter und zwangen drei weitere zum Niedergehen. Wie viele Nikaraguaner im Kampfe gefallen find, weiß wohl niemand. General Sandino jagte zu Carleton Beals über den Fsldzug folgendes:„Wir haben von den Eindringlingen viel gelernt. Früher schlugen wir unser Lager immer im Freien auf: aber als wir ge- sehen hallen, daß der Feind die Häuser nikaraguanischer Bürger wie Kasernen benutzte, indem er die Bewohner unbarmherzig auf die Straße setzte, wandten wir ein« ähnliche Methode an. Wir drangen in solche Wohnungen ein, von deren Inhabern bekannt war, daß sie mit unseren Gegnern sympathisierten, und dos mit der größtmög« lichsten Schonung für die Besitzer. Sehr häufig bieten uns jedoch die Leute ihre Häuser mit ihrer ganzen Habe freiwillig an. weil sie auf unserer Sejte stehen und wissen, daß wir für die Unabhängigkeit des Landes kämpfen. Die Bevölkerung versorgt uns auch aus eigenem Aistrieb mit Lebensmitteln. Glauben Sie, wir hätten uns ein halbes Jahr lang an einem be- festigten Platz gegen die Streitmacht der Nordamerikaner halten könnnen, wenn wir wirklich bloß Banditen wären? Mit Banditen sympathisiert die Bevölkerung� nicht: uns behandelt sie wie Freunde. Die Nordamerikaner sagen: Sandino wird bald erledigt sein: er hat zu wenig-PrioiaM und Munition, keine Maschinengewehre. Unser« Feinde vergessen aber, daß das Volk uns alles Nötige liefert: sie lassen außer acht, daß sie selbst Maschinen- gewehre und Munitionsvorräte besaßen." Bei diesem Punkt an- gelangt, ließ der Gdneral dem Berichterstatter verschiedene Waffen zeigen, die seine Soldaten den Nordamerikanern abgenommen hat- t«n: Revower, moderne Gewehr«, Flugzeugmaschincngewehre usw. „Wir haben zetzt.30 Maschinengewehre," erklärte er.„Wo gibt es Banditen mit derartiger Bewaffnung außer in Chilago? Bei Ocotal hiellen wir ein Gefecht aus, das mit seinen 15 Stunden fort- währenden Feuerns schon fast eine Schlacht genannt werden tonnte. Während eines anderen Gefechtes bei Las Cruce» haben wir 20000 Schüsse abgefeuert. Nicht so schlecht für reine Banditen l" „Oberst Porsikno Sanchez, der das Daligebirge vor mir erreicht hatte, erlaubt« sich, Kontributionen von einzelnen Privatleuten einzutreiben. Er wurde aus der Armee, die die Unabhängigkeit Nika- raguas verteidigt, ausgestoßen und alles gestohlene Geld wurde wieder zurückgegeben— hier ist eine Empfangsbestätigung von Elvira Rodriguez über 2000 Dollar, welchen Betrag ihr Sanchez adgenomemn Halle und wir wieder vergüteten. Meine Vergangenheit ist makellos. Man kann jeden meiner Schritte prüfen, nie wird man finden, daß ich jemandem auch nur einen Cent ungerechtfertigt abgenommen oder ein Versprechen nicht gehalten habe. Den Lebensunterhalt habe ich mir durch meiner Hände Arbeit in verschiedenen Ländern verdient: ich schaffte für Petroleumgesellschaften, in Bergwerken und gelegentlich auch auf verantwortlichem Posten." Dann zeigte Sandino dem Bericht- erstellter das Hauptbuch der Armee.„Hier werden olle Ein- nahmen und Ausgaben getreulich aufgeschrieben. Jetzt werde ich dem Obersten Colindres 15 Dollar— mehr habe ich im Augenblick mcht— geben, um ffiäfche einzukaufen: ich werde ihm sagen müssen, er möge dem Kaufmann erzählen, daß wir arm sind und kein Geld herbeischaffen können: wenn das Geld nicht ganz reiche, wöge er die Rechnung ruhig an Präsident Coolidge schicken, der an den Unruhen in unserem Lande schuld ist." Präsident Diaz, den Beals gleichfalls sprach, fft der Ansicht. daß Sandino vor Ende des Jahres nicht gefangen genommen wer- den kann, wenn die Zahl der nordamerilanifchen Truppen in Nika- ragua vorher nicht verdreifacht oder vervierfacht wird. Er hält es außerdem für nötig, daß die Marinetruppcn mll der gleichen Schnelligkeit und Unabhängigkeit vom Nachschub vorgehen können wie die Soldaten Sandinos. Er will sie in kleine, stets schlagfertige Kolonnen eingeteilt wissen, die nur mit außerordentlicher Vorsicht marschieren dürften, da Sandino es ausgezeichnet verstehe, den Gegner in einen Hinterholt zu locken. droht oder mit bissigen Hunden von den Höfen gehetzt. Die sozial- demokratische Fraktion des Thüringischen Landtag» hat diese Zu- stände zum Anlaß einer Anfrage an die thüringische Re. g i e r u n g genommen.____ z „Konjunktur" von Leo Lania. Im Lessing-Theater. Unter den bekannten schlechten Stücken, die Piscator bisher an feinen Bühnen aufführte, ist Leo L a n i a s Satire auf die Petra- leumschieber am meisten zu loben Besäße der jung« Dramatiker, der auf das Programm Piscator« mll allen zehn Fingern schwört, ebenso viel Klughell wie würzig« Energie, dann würde er«ine vor- züglich« politische Komödie schreiben können. Doch«r bleibt allzu behaglich an einigen Simplizisfimuspointen hängen und oerdirbt sich so dos Weltbild, das vielleicht ganz lustig vor seinem beglückten Auge steht. Darum ersetzt er durch Pedanterie, was kitzelnder Humor sein jolli«. Doch bei Piscator liebt man die faustdicken Wort- kanonaden und feiert mit Freuden auch diesen der Förderung durch- aus würdigen, vorläufig noch unausgewachsenen Versager. M.H. Konflikt im Schwerfuhrgewerbe beendet Die Forderung der Lohnkommission angenommen. Wie wir bereits milleiUen, hatte die Lohnkammission der Ar- beiter des Berliner Schwerfuhrgewerbes den Unternehmern gegen- über ihre ursprüngliche Lohnforderung dahin reduziert, daß ab 1. April eine Erhöhung der Wochenlöhn« um 4 M. und ab 1. Oktober bis 31. März 1929 um eine«ine weitere Mark erfolgen solle. Die Funktionäre hatten weller beschlossen, am Mlltwochfrüh in den Streik zu treten, falls die Unternehmer diese Forderung ob- lehnen sollten. Die Unternehmer des Schwerfuhrgewerbes waren gestern abend zusammengekommen, um zu dieser Forderung Stellung zu nehmen. Sie haben beschlossen, die Forderung anzunehmen. Die Funktionäre der im Berkehrsbund organisierten Arbeller des Berliner Schwerfuhrgewerbes waren gestern abend ebenfalls oersammelt, um je nach der Entscheidung der Unternehmer die weiteren Beschlüsse zu fassen. Da ihre Forderung von den Unter- nehmern restlos anerkannt worden war, nahmen sie von irgend- welchen Kampfbeschlüssen Abstand, so daß die Lohnbewegung im Bertiner Schwerfuhrgewerbe nnwnehr beendet ist. * SCHI- KAU Für Garten.Balkon ur Fischwerbetag in der Fischabteilung unseres Hanses Leipziger Strasse, 4. Stock, veranstaltet vom Berliner Hausfrauen- Verein E.-V. ( gegründet von Lina Morgenstern.) Wir zeigen, wie die Hausfrau auf leichte Weise Fische abwechslungsreich zubereiten kann. Vorträge: vorm. 11-12, nachm. 3-4. 5-6 Uhr. 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Flachstäbe.... 290 350 40 575 690 875 1000 1175 HERMANN TIETZ Unſerem Bertehrswirt Otto Seefeld nebst Gemahlin zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Baugewerksbund B, Wedding 99999** 6eeeeee Unferem lieben Genossen und alten Rämpfer Emil Grieger zum 25jähr. Parteijubiläum bie herzlichsten Glückwünsche! 7. Abteilung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Todesanzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Heinrich Appelt am 6. April gestorben ist. Einäicherung: Mittwoch, 11. April, 17 Uhr, im Krem. Gerichtstraße. Am 6. April starb unser Rollege, ber Rernmacher Joseph Seidel Cinäscherung: Donnerstag. 12 April, 14 Uhr, im Rrem. Gerichtstiaße. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Am 4. April starb unfer Rollege, ber Metallarbeiter Otto Knorn Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Am 5. April ftarb unser Rollege. Der Schloffer Emil Müller Die Einäscherung hat bereits ftattgefunden. Ehre. ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Am 7. April d. J. starb nach längerem Leiden der Direktor der Berliner Städtische Gaswerke i. R. Oscar Gadamer im 65. Lebensjahre. Der Verstorbene war mehr als 30 Jahre lang bei den Berliner Städtischen Gaswerken in leitender Stellung tätig und hat sich durch hervorragende Leistungen, Pflichttreue und vornehme Denkungsart unsere Wertschätzung und Verehrung erworben. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Der Aufsichtsrat Der Vorstand der Berliner Städtische Gaswerke Akt. Ges. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 11. April, 17 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101/103, statt. Nach langem, quaivollem gewen verschied am 9 April, abends 9 Uhr, mein innigftgeliebter, unvergeßlicher Gatte, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Ontel, der Rorreitor Albert Herpin im 44. Lebensjahre. Berlin- Lichtenberg, 10. April 1928 In tiefftem Schmerz Luise Herpin und Angehörige Die Einäscherung finder Freitag, 13. April, abend 7%, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt SPD. 44. Abteilung Am 5. April starb unsere Genossin Hedwig Borath Wir werden ihr ein ehrendes Anbenten bewahren. Um rege Beteiligung wieg gebeten Die Abteilungsleitung. Die Einäscherung findet Donners tag, den 12. April, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt Am Montag, dem 9. b. M., verftarb nach schwerer Krankheit unser lieber Mitarbeiter, der Korrektor Albert Herpin im 44. Lebens, ahre. Der Verstorbene war ein treuer Ar beitsgenoffe und tapferer Mitstreiter um unsere Menschenrechte. Sen Andenten werden wir immer in Ehren halten. Berlin, den 10 April 1928. Das Gesamtpersonal ber Preuß. Druckerei- u. Berlags- A- G. Die Einäscherung er olgt am Frei tag, dem 13. April, abends 7 Uhr, im Rrematorium Baumschulenweg. Offene Füße 24. Krampfabergefchwüre, schwerhellenbe Bunben, schmerzhafte Cntzündungen etc. unerträgliches Juden hellt nachweisbar laut taufenden Danffagungen die mitbe wohltuenpe Drlinda Galbe, Dose M1.75 u. 3.-, in Drogh. u. Apoth. fonft bei Dito Reigel, Berlin ED, Cijendehafiz.& Sil Zum Bleichen ohnegleichen! Mal- u. Zeichen Bedarf L- Juergens Alexanderplatz Spritzpumpen 2. Reklamepreis v.7 M. an Em Selbstaufstellen. Filtersanger Schluche verkauf. Garderobel Marine- Maßanfertigung Hosen Original- Marineware m. Schlitz oder Latz M. 12.50, 16.50, Extra- Anfertigung M. 22.50, blaue Wollhemden mit Kragen M. 10.Marine- Ueberzieher M. 35,-, Marine Arbeitszeug, 2 teilig, unverwüstlich, M. 13.-. Marine- Rosacker, Kiel. Wohnungen aller Größen durch Westverlag, 44444 Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Walzwertarbeiter Achtung! Unsere Bertrauensmännertonferenz findet in diesem Monat nicht statt. Achtuna! Mechaniter Achtung! Unsere Bertrauensmännertonferenz finbet nicht am 19. April, fondern schon am Donnerstag, dem 12. April, statt. Achtung! Achtung! Donnerstag, den 12. April, abends 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23 Der Versammlung aller Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: Bericht von bent Stand der Lohnbewegung. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Achtung! Betriebsräte Achtung! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 7 tft erfchienen und tann gegen Borzeigung der Legitimationsfarte bes Betriebsrats obmannes in unserem Bureau, Zimmer 5, oder nach 4 Uhr im Simmer 4 entgegen genommen werden. Die Ortsverwaltung. Für deinen Seelenschmerz nimm Alkohol, Für deine Hühneraugen ,, Lebewohl"* *) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen wohl Balienscheiben, Blechdose( 8 Pflaster) 75 Pfg, Lebewohl Fußbad gegen empfindliche Füße und Fuß Krüger& Potsdamer Straße 48. Aerzten empfohlene Hühneraugen- Lebewohl und LebeLathan, Pumpenfabrik Filiale: Berlin 0. 27. Oranienstr. 49( Moritzpl.) Alexanderstr.14 2.M.v.Beinb. Janowitzbede Prospekt. Vertreter besuch kostenlos. Kurfürst 6054-6059. schweiß. Schachtel( 2 Bäder) 50 Pfg., erhältlich in Apot! eken und Drogerien. Wenn Sie keine Enttäuschungen er.eben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewohl in Biechdosen und welsen andere, angeblich ebenso gute" Mittel zurück, .4S. Lahrgang Mittwoch, 44. April 4 92S Herr auf dem Friedhof. Was der Pastor„unchristlich" nenni. Auf Friedhöfen von Kirchengemeinden kann man bei Vestottungen immer wieder erleben, daß Pasloren ihre streng- christliche Gesinnung in einer Weife bekunden zu sollen glauben, die zu peinlichen Auftrillen führt. Etwas Derartiges wird fehl wieder von dem am Fürsten brunner Weg gelegenen Friedhos der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis- Kirche gemeldet, aus dem ein verstorbener Parteigenosse aus Charlottenburg bestattet wurde. An der von den Hinterbliebenen unter Mitwirkung eines Kastors veranstalteten Totenfeier beteiligten sich auch Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei, des Reichsbanners und des Dolkschores Harmonie, die sich mit ihren Bannern eingefunden hatten, um ihren Genossen und Kameroden zur letzten Ruhe zu geleiten. Als vor der in der Friedhofskapelle stattfindenden Feier die Leiter des Chores mit dem Pastor über die Rechenfolge der Gesänge sprachen, forderte dieser, daß ihm zunächst die Liedertexte zur Kenntnisnahme mitgeteilt würden. Vorwurfsvoll stellte er dann fest, daß darin von einem Ende und von Trennungsfchmerz geredet wird, aber nicht oon Jesus und von Auferstehung. Er erklärte, unter solchen ilmständen könne er die Lieder nicht zulassen. Di« Chormitglieder »varen erstaunt, denn sie hotten für zweifellos geholten, daß die Liedertcxte durchaus dem Wesen emer Tronerfeier angemessen seien. Sie wiesen den Pastor unter anderem darauf hin. daß Uthmanns weihevolles Lied„Du fernes Land* mit seinem Schluß„Ich föhlls, an Todes Hand nur kann ich schauen dich meiner Seele fernes Bei der Arbeit verunglückt. Fünf Verletite. Im Laufe des gestrigen Nachmittags ereigneten sich zwei schwere lk.msturzunsolle, bei denen fünf Arbeiter verletzt wurden. Der erste Unfall trug sich auf dem Grandftück Kaiserstr. SO kn Martendorf zu. Für einen dort in Angriff genommenen Neubau werben zurzeit Ausschachwnqsarbeiten vorgenommen. Aus bisher ungeklärter Ursache gerieten gegen 1ö Uhr plötzlich größere Crd Massen in Bcmegung und nerschütteten drei Arbeiter. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert und es gelang ihr, die Bcrunglückten, den 27jährigen Hans Rose aus der Jsiethenstraße 45 in Neukölln» den Arbeiter Wilhelm Hase aus der Chausseestraße in Mariendorf und den Zsjährigen Arbeiter Hans Später aus der Werderftraße 4 zu Tempelhof. aus ihrer pefahrliche» Lage zu befreien. Die Verunglückten, die innere Ver- letzungen erlitten hatten, erhielten von dem Feuerwehrsamariter die eiste Hilfe., Ein folgenschwerer Deckenein st urz ereignete sich gegen 17 Uhr auf dein Grundstück Alt-Treptow 7. Bei Abriß- arbeiten des zweistöckigen Gebäudes stürzte die D ecke des ersten Stockwerkes ein und begrub zwei an der Unfallstelle Deschnstigte, den Arbeiter Mathias Laube aus Neukölln und den Lehrling Hermann K u h l c y aus Warnsdorf unter sich Auch in diesem Falle kamen die Verunglückten mit nicht allzu- schweren Verletzungen davon. Die Feuerwehr legte beiden Nntoer- bände an. � Die Bluttat in der Jnvalidenftrafic. Die Bluttot, die sich in der Nacht zum 2. Feiertag auf dem Flur bes Hauses Invaliden st roße 124 abspielte und der die 79 Jahre alte Bertäuferin Kätc Berndt zum Opfer fiel, ist jetzt tzum größten Teil aufgeklärt. Der Täter, der 27 Jahr« alte Friseur Paul G r u h l i ch, wurde von der Kriminalpolizei wegen Mordes dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Gruhlich hatte mit dem Mädchen schon seit geraumer Zeit in Ncu�Stettin, wo beide wohnten,«in Perhölwis. Weil sich jetzt die Folgen bemerkbar mochten, so begab Menschen, Göttern gleich... 65) Roman von kferbert George wells. Crystolls Definition des Lügens mar vielumfassend: die ungenaue Darstellung von Tatsachen, sogar die Unterdrückung einer wesentlichen Tatsache, sei lügen. „Wo es Lügen gibt, kann keine Freiheit herrschen." Mr. Barnstaple war von diesem Gedanken mächtig er- griffen. � Er erschien ihm einerseits ganz neu, und anderer- seits, als ob er ihn schon immer unbewußt gehegt hätte. Die Hälfte des Unterschiedes zwischen Utopien und unserer Welt, sagte er sich, liege darin, daß unsere Atmosphäre von Lug und Trug erfüllt und vergiftet sei. „Wenn man sich das nur einmal klar macht!" sagte Mr. Barnstople und fing an, Crystall gegenüber sich über oll die Falschheit im menschlichen Leben zu verbreiten. Die firundlegenden Voraussetzungen irdischer Beziehungen waren mmer noch in weitem Ausmaße Lügen, falsche Vorurteile in bezua auf notwendige und unvermeidliche Unterschiede der Landesfarben und Nationalitäten, Ansprüche auf Amt und Würde in der Monarchie: Vorspiegelungen der organisierten Gelehrsamkeit, religiöse und sittliche Dogmen und Täuschun- gen. Und man muß darin leben: man ist ein Teil dessen, man wird durch diese unvernünftigen Unwahrheiten gehin- dert, belastet, in Not gebracht und getötet.„Lüge, das Ur- verbrechen! Wie einfach ist das! Wie wahr und zwingend ist das! Dieses Dogma bedeutet den grundlegenden Unter- schied zwischen dem wissenschaftlichen Weltstaat und allen vorausgegangenen Staaten." Hier knüpfte Mr. Barnstaple an und stürzte sich in eine lange und erregte Rede gegen die Berheimlichunaen und Fälschungen der irdischen Zeitungen. Diese Frage lag ihm sehr am Herzen. Die Londoner Zeitungen hatten aufgehört, unparteiische Vermittler von Neuigkeiten zu sein: sie unterschlugen, verstümmelten und machten unrichtige Angaben. Sic waren nicht besser als Propagandaflugblätter. Fetzen!„�utnr«" war auf ihrem Gebiet allem Anschein nach genau und vollständig, aber das war ein rein wissenschaftliches Blatt: es berührte nicht die Tagesneuigkeiten. Die Presse war nach seinem Dafürhalten Wunderland" doch gewiß zu der Stimmung dieser Feier passe. Aber der Pastor blieb dabei, er müsse die Lieder ablehnen. Den Vor- wurf, daß er. den Chor an der Erfüllung eines letzten Wunsches des Verstorbenen hindernd, die Feier stören werde, wies er zurück. Statt„an Todes Hand" könne man ja„an Jesu Hand" sagen, meinte er, oder man könne auch irgendwelche Lieder aus dem Gesangbuch singen. Die Chormitglieder lehnten ab, auf solche Zumutungen einzugehen und von dem Geistlichen sich Voischrifteit über die Auswohl ihrer Lieder machen zu lassen. Sic erklärten ihm, daß ein« derartige Unduldsamkeit eines christlichen Pastors ihnen unverständlich sei. U n ch r i st l i ch sei, antwortet« der Pastor, das Verhalten der Sänger. Achselzuckend begab er sich in die Friedhofzkapell«, um der Trauergemeinde seine Leichenrede vorzutragen. Di« Chormitglieder entschlossen sich dann, außerhalb der Kapelle dos Ende der Trmierfeier abzuwarten und erst nachher sich dem Trauerzug auf seinem Weg nach der Grifft anzuschließen. Der Pastor hatte es mit seiner Unduldsamkeit dahin gebracht, daß sie darauf verzichteten, am Sarge des toten Sanges- genossen zu singen. Unser Gewährsmann, der an der Bestattung teilgenommen und den Auftritt mit dem Postor erlebt hat, gibt seiner Darstellung dieses Falles chrfftlich-pastoroler Unduldsamkeit die Ueberschrfft: „Anschauungsunterricht für Kirchenangehärige* Ja, er hat recht, solche Vorkommnisse wirken mit der Eindringlichkeit eines Anschauungsunterrichtes und hoben die Wirkung, der Kirche neue Scharen ihrer bisherigen Anhänger z» entziehen. sich das Mädchen vor 14 Tagen nach Bertin zu Vermanbten und teilte ihrem Geliebten ihren Aufenthalt mit. Gruhlich kaufte sich nun in Neu-Stettin eine Pistole und kam zu den Feiertagen nach Bertin. Nachdem er am ersten Feiertag mit seiner Braut und einer Kusine einen Ausflug gemacht Haff«, gab er auf dem Hausflur den tödlichen Schuß aus die Geliebte ob. Die beabsichtigte Flucht munde, wie wir mitteilten, durch einen Passanten verhindert. Ein Orahiseilaiieniat. Zwei Motokrostfahrer überfallen und aoSgeplünderi Ein heimtückisches Drahffeilottentot wurde in der Nacht zu Dienstag auf der Chaussee von Perlcberg nach Wilsnack verübt. Die Toter Haffen aus einem in der Nähe gelegenen Jagen der Forst einen starken Koppeldroht entwendet und ihn von Raum. zu Baum quer über die Chaussee gespannt. Dqnn legten sie sich mit Pistolen bewaffnet im Dunkel des Waldes auf die Lauer. Bbi Einbruch der Nacht kam der 20 Jahre olle Gutsinspektar Erich N e u- mann aus Wittmoor mit seinem Bekannten, dem 18 Jahre alten Land!»iri»s»hn�I»ni-ck< aus Strehlen auf einem Motorrad mit Beiwagen die Chaussee entlang. In der Finsternis fuhren sie gegen das Hindernis und kamen schwer zu Fall. Ianicke wurde leichter verletzt, Neumann dagegen erhieff stark blutende Ge- sichtsverletzungen. Wöhrend sich beide noch bemühten, ihr Rad wieder auszurichten, sprangen drei Strolche aus sie zu und zwangen sie mit vorgehaltenen Waffen, ihre BarsckHst herauszugeben. Iänicke konnte entschlüpfen und aus dem etwa zwei Kilometer entfernten Forsthause Wallbrück Hilfe herbeiholen. Inzwischen war Neumann den Bairditcn preisgegeben. Er mußte seine sämtlichen Papiere und seine Briestasche mit 3Z M. ausliefern., 'Forst- und Polizeibeamtc nahmen sofort die Verfolgung auf, konnten aber niemand mehr finden. Die drei Räuber waren gut gekleidet und maskiert. Auf ihre Ergreifung ist eine Beloh- nung von 300 M. ausgesetzt. Auf Ersuchen der Ortsbchörde wurde ein Beamter des Berliner Rliubdezemats und ein Sucheifführer mit Hund an den Tatort entsandt. Die Verletzungen Neumanns haben sich zum Glück als nicht lebensgesährlich herausgestellt. das einzig mögliche Salz des zeitgenössischen Lebens, und wenn dieses Salz seinen Geschmack verloren hatte--! Der arme Mann hielt eine Rede, als ob er wieder am Frühstückstisch in Sydenham säße und eben eine schlechte Morgenzeitung hätte. „Einst gab es in Utopien ganz die gleiche Verwicklung," sagte Crystall tröstend.„Aber es gibt ein Sprichwort:„Wo die Wahrheit zu Besuch war, dorthin kehrt sie zurück." Du mußt dich nicht so sehr grämen: eines schönen Tages wird sich auch eure Presse läutern."% „Wie haltet ihr es mit Zeitungen und Kritiken?" fragte Mr. Barnstaple. Crystall erklärte, daß Neuigkeiten und Diskussionen in Utopien etwas vollkommen Verschiedenes seien. Es gebe Hänser— eines könne man sehen—, die als Leseräume be- nützt würden. Man gehe dorthin, um Neuigkeiten zu er- fahren. Dorthin kämen die Berichte über alle Ereignisse auf dem Planeten, über Erfindungen. Entdeckungen und Taten. Es werde das berichtet, was man brauche,' es gebe keine Jnsertionsverträge, die jeden Tag den gleichen Hausen von Nachrichten erforderten. Eine Zeit lang, sagte Crystall. waren die Berichte über die Erdlinge sehr ausführlich und unterhaltend, aber seit einigen Togen hatte er die Zeitung nicht gelesen, da die Erdlingsangelegenheiten sein Interesse an der Geschichte geweckt hatte. Es gab stets Nachrichten über neue wissenschaftliche Entdeckungen,' die seine Phantasie be- wegten. Ein häufig wiederkehrender Punkt, der die Oeffent- lichkeit interessierte und erregte, war die Darlegung eines ausgedehnten Forschungsplanes. Die neue Slrbeit über Raumzusammenhänge, für welche Ardenn und Chrysolagone gestorben waren, verursachte zahlreiche Nachrichten. Wenn m Utopien jemand starb, war es Sitte, seine Lebensgeschichte mitzuteilen. Crystall versprach, Mr. Barnstaple zu einer Nachrichten- stelle mitzunehmen und ihn durch die Verlesung einiger uto- pischcr Beschreibungen des irdischen Lebens, die von den Erd- lingen herrührten, zu unterhalten: auch wünschte Mr. Barn- staple danach etwas über Ardenn und Chrysolagone zu hören, die nicht nur bedeutende Entdecker, sondern auch in der Lieb« groß waren, und von Serpentin und Ceder, für Gasexplosion in der Oranienstraße. Sine Ehefrau schwer verletzt. Im Haus« Oranienstraße 173 ereignete sich gestern abend ein« folgenschwere Gasexplosion, bei der«ine Frau schwer und ein« zweite leicht verletzt wurde. Kurz vor 18 Uhr ertönte in der im vierten Stockwerk gelegenen Wohnung des Bildhauers Zöllner eine heftige Detona- tion. der unmittelbar darauf laut« Hilferufe folgten. Haus- bewohn« alarmierten die Feuerwehr, die sich Einlaß in die Woh- nung verschafft«. In einem Zimmer, das durch die Gewalt des Luftdrucks schwer verwüstet war, lag die 35jährige Frau des Wohnungsinhabers mit schweren Verletzungen bewußt- los am Boden. Eine 19jährige Arbeiterin, die bei Z. beschäftigt ist, hatte am Ann Verletzungen erlitten. Während das junge Möi>- che» nach Anlegung von Notoerbänden nach Hause entlassen werden konnte, mußte die schwerverletzte Frau durch die Feuerwehr in das Bethanien-Krankenhaus gebracht werden. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht geklärt werden. Oer Leichenfund bei Gettow. Die Obduktion des Hausdieners Kotlewski. Der Tod des jungen Hausdiener« Karl Kotlewsti, dessen Leiche, wie mitgeteilt, gestern bei Geltom angeschwemmt wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Für ein Verbrechen hat sich bisher nicht der gering st e Anhalt gefunden. Um 4 Uhr nachmittags traf der Oberstaatsanwalt Pfaffe mit der Berliner Mordkommission auf dem Friedhof in Geltow ein. Di« Obduktion, die von den Potsdamer Gerichtsärzten geleitet wurde, «ergab kein« Anhaltspunkte dafür, daß der Tod durch äußer« Gewalt verursacht worden ist. Die Leiche ist so stark in Verwesung überge- gangen, daß Jesfftellungen über äußer« Verletzungen unmöglich waren. Ob die inneren Organe vielleicht Gift enthalten, wird die Untersuchung lehren. In den Kleidern wurden noch 2 Mark bares Geld gefunden: es haben sich Zeugen dafür gemeldet, daß der Angefchwemmte in Berliner homosexuellen Kreisen verkehrt hat. Die Leiche ist zur Beerdigung freigegeben morden. Roch der Obduktion begaben sich Mord- und Gerichtskom- rmssian m zwei Kähnen zur Fundstelle der Leiche am sogenannten Grashoim- Bisher hoben sich kein« Verbindungen mit den, Fall des Pagen Schnöpel herstellen lassen. Religionsunterricht im ersten Schuljahr. Aus Grund der Reichsverfassung kann die A b t Meldung vom Religionsunterricht erfolgen in oller Schulen und in ollen Klassen, also selbstverständlich auch bereits in, ersten Schuljahr, sofern überhaupt Religionsunterricht erteill wird Von Rektoren und Lehrern wird jedoch häufig versucht, eine Be� freiung der Schulanfänger vom Religionsunterricht abzulehnen mit der Begründung, daß im ersten Schuljahr nur„Gesanituuterricht' erteilt würde— also kein besonderer Religionsunterricht stattfinde Solche Erklärung ist falsch. Für Preußen heißt es z. B. in den„Richtlinien für den Lehrplan der Grundschulen"(Min.-Erl. vom 16. 3. 192!. II. III A. 404);„3m ersten Schuljahr sind drei Stunden für den Religionsunterricht zu verwenden." Im„Lehrplan für die Volksschulen de, Stadt Berlin" heißt es ausdrücklich:„Für den Religionsunterricht sind in den Fällen drei Wochcnstnnden gesondert anzusetzen, wen« ... Kinder nach der Willenserklärung der Eltern am Rcligians- Unterricht nicht teilnehmen sollen." Auch für Länder und Gebiete, in denen besondere Verfügungen wie für Preußen oder Berlin nicht bestehen, sollen die Eltern bereits un ersten Schuljahr die Abmeldung vom Religionsunterricht vcr- langen und im Falle der Verweigerung der Befreiung des Kindes eigenmächtig dieses vom Religionsunterricht fernhalten. Also auch in Orten, wo keine weltlichen Schulen bestehen, haben die Eltern das Recht, ihre Kinder vom ersten Schilltags an vom Religionsunterricht fernzuhalten. die er innige Bewunderung hegte. Die utopischen Nachrichten entbehrten natürlich des„Iwut-xont" einer irdischen Zeitung: die oerwickelten Morde und amüsanten Ungezogenheiten, die unterhaltenden und aufregenden Verleumdungssälle und auf- gedeckten Schwindeleien, die großen Prozessionen königlicher Hoheiten durch die Hauptverkehrsstraßen und die romanti- jchen Schwankungen der Börse und des Sports. Aber was die Neuigkeiten Utopiens an Lebendigkeit fehlen ließen, wurde durch die Lebendigkeit der Diskussion wettgemacht. Denn der fünfte Grundsatz der Freiheit in Utopien war: freie Dis- kufsion und Kritik. Jedem Utopen stand es frei, alles im ganzen Universum zu kritisieren und zu besprechen, vorausgesetzt, daß er weder direkt, noch indirekt Lügen darüber erzählte, er konnte so achtungsvoll oder verachtungsvoll sein, wie es ihm beliebte: er konnte etwas Beliebiges, auch Umstürzlerisches vorschlagen. Er konnte sich in Poesie oder Prosa, wie es ihm gefiel, aus- drücken. Er konnte sich in irgendeiner Schriftform Ausdruck verschaffen oder durch eine Skizze oder Karikatur, wie er gerade Laune hatte. Nur dem Lügen mußte er entsagen, das war die einzige strenge Regel in Streitfragen. Was er mitzuteilen hatte, konnte er drucken und in den Nachrichten- stellen verteilen lassen. Dort wurde es gelesen oder nicht be- achtet, je nach dem, ob es die Besucher billigten oder nicht. Ost nahmen sie eine Kopie dessen, was sie gerne lasen, mit sich. Crystall hatte einige neue phantastische Aufsätze über der Erforschunades Raumes unter seinen Büchern: erfinde- rische Geschichicn, die von Knaben sehr eifrig gelesen wurden: es waren Broschüren von dreißig bis vierzig Seiten auf wunderbarem Papier gedruckt, dos, wie er sagte, aus Flachs und gewissen Schilfgräsern erzeugt war. Die Bibtiothekare merkten vor, welche Bücher und Blätter gelesen und mitge- nommen wurden, die man dann durch neue Exemplare er- setzte. Die Stöße von Schriften, die nicht gelesen wurden, beschränkte man nach kurzer Zeit auf ein vd«t zwei Exemplare und der Rest wanderte in die Papiermühlen zurück. Aber viele Dichter, Philosophen und Schriftsteller, deren Phantasie kein großes Publikum fand, wurden nichtsdestoweniger auf- bewahrt und die Erinnerung an sie wurde von einigen wenigen Verehren lebendig erhalten. (Fortsetzung folgt.) Deckeneinsturz in einem Rurfaal. Parteinachrichten corn 3wanzig Gäste verschüttet. Bad Homburg, 10. April. Um ersten Feiertag, mittags gegen 1 Uhr, brach in einem neuen Saal von Harbertsmuhle bei Oberstedten, während die Gäste garabe beim Effen waren, ein großer Teil der schweren Gipsdede wahrscheinlich infolge Ueberlastung ein. Die 20 anwesenden Gäste wurden fast sämtlich mehr oder meniger schwer perlegt, zum Teil von Gipsstücken verschüttet. Der bedienende Kellner wurde vom her abstürzenden Kronleuchter getroffen und am Kopfe schwer verletzt. Homburger Polizei und Sanitätstolonne begaben sich an die Unfallstelle. Die Berlegten wurden aus den Trümmern geborgen. 3mei Bersonen hatten so schmere Berlegungen davongetragen, daß sie mit dem Sanitätsauto abtransportiert werden mußten. Die übrigen Berlegten hatten Brellungen, Quetschungen und Hautabschürfungen davongetragen und fonnten nach Anlegung von Rotverbänden ent. laffen werden. Vier Kinder hilflos verbrannt. Als der Bater aus dem Hause war. Boltenhain, 10. April In der letzten Nacht brannte in Langhelwigsdorf, Kreis Bollenhain, die etwa zehn Minuten vom Dorfe abseits gelegene Wirtschaft des Landwirts Walter vollständig nieder. Bier Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren, bie im Gebäude schliefen, sind verbrannt. Der Bater, der Witmer ist, war abends, nachdem die Kinder schlafengegangen waren, weggegangen, so daß die Kinder allein im Hause maren. Als Entstehungsurfache wird Brandstiftung angenommen. TO 46 Stunden im Wasser. Meifferleiffung eines Schwimmers. Hamburg, 10. April. Der deutsche Schwimmer Otto Remmerich, ber am Ofter. Jonntag abends acht Uhr zu einem Refordverfuch im Dauerschwim men gestartet war, hat heute abend um sechs Uhr nach 46 Stun. ben das Baffin verlassen. Er hat zwar damit seine Absicht, 50 Stunden zu schwimmen, nicht ganz durchführen fönnen, aber trotz. bem mit seiner Leistung den von ihm im vorigen Jahr aufgestellten eltreford um 14 Stunden überboten. Gastragödie in Stettin. Eine Mutter und drei Kinder dem Gas erlegen. Steffin, 10. April Heute nachmittag gegen 5 Uhr nahm man aus der Wohnung des Buchhändlers Lutowsti starten Gasgeruch wahr. Beim Gindringen fand man Frau Litomsti, ihre beiden Töchter im Alter ron vier und acht Jahren und ihre beiden Söhne von drei und fünf Jahren besinnungslos in ihren Betten vor. Die Bashähne maren geöffnet. Die fofort angestellten Wiederbelebungsner. Juche maren nur bei dem jüngsten Rinde erfolgreich, während die übrigen bereits gestorben waren. Bluttat am Stettiner Bahnhof. Clafenbungen für diese Rubrik find Berlin 6B 68, Lindeuftraße 3, für Groß- Berlin ftets au bas Bezirksfefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Sente, Mittwoch, 11. April, 19½ Uhr, Funktionärinnentonferens in den Sophien- Sälen, Sophienste. 17-18. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Türkontrolle 1. Areis. 7. Kreis Charlottenburg. Heute, Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, ermeiterte Kreisvorstandssigung im Rathaus. Boranzeige. Die Wanderratten" führen ihre neue Wahlrevue Benn ihr wollt am 1. Mai( Maifeier) im Lotal Spandauer Bod auf. Karten zu 50 Bf. bei ben Abteilungsfunktio nären. Maifeierausschußßigung. Sonnabend, 14. April, 19 Uhr pünktlich im Jugendheim, Rofinenstr. 4 Rarten für bie Borstellung Mufil" von Bebetinb im Schillertheater am 22. April find bei den Bildungsausschus mitgliedern und beim Obmann Ahlfeld, Krumme Str. 62, zu haben.( 1,20 m.) 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Freitag, 13. April, 19% Uhr, Besprechung mit den Delegierten zum Bezirtstag bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Ausweis ist mitzubringen. 18. Kreis. Mittwoch, 11, April, 18% Uhr, Röpenid, an der bekannten Stelle Donnerstag, Information der Abteilungsleiter für die Rahlabende. 12. April, 19½ Uhr, Kreisvorstandssigung, Röpenid, an der bekannten Stelle. Erscheinen aller Borstandsmitglieder tft Pflicht. Besondere EinTabungen erfolgen nicht. 18. Kreis Lichtenberg. Die Rreisfunktionärtonferens finbet diesmal ausnahms. meise Freitag, 13. April, 19 Uhr, im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, ftatt. 19. Kreis Bantom. Heute, Mittwoch, 11. April, 18% Uhr, Sigung bes Rreis. Dorstandes, sämtlicher Abteilungsfunktionäre, der Bahlabenbleiter bes 19. Kreises und der Delegierten aume außerordentlichen Bezirtstag im Türkischen Belt, Breite Str. 14. Stellungnahme zur Randidatenaufstellung. Die Sigung dauert nur eine Stunde. Mitgliederversammlungen und Zahlabende heute, Mittwoch, 11. April: 1. Abt. Die Bezirksfihrer holen Unfer Weg" zwischen 19 unb 20 The bet der Genoffin Richiefing, Aderstr. 1, ab. Die Sammellisten für das Banner find umgehend abzurechnen. 2. Abt. Lotal Ohngemach, Kommandantenfte. 88, Bortrag: Die politische Lage und die tommenden Wahlen". Referent Billy Großmann. 8. Abt. Achtung, Jubilarbilder find fertig und tönnen aum Selbfitoftenpreis Dom Genoffen Berls fofort abgeholt werden. 2. bt. Sahlabenbe bei Döll, Bergstr. 71; Bärwalbe, Schlegelfte. 8; Betean, Pflugftr. 1; Naufer, Bonenfte. 19; Rube, Streliger Str. 55. Bozarbeiten zur Wahl. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 10. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Um zahlreichen Befuch des heutigen, Frauenwerbeabends bei Genste, Kirchstr. 13, wird gebeten. Achtung! Die Funktionäre erscheinen bereits um 19 Uhr ebenbort. 14. Abt. Bahlabenbe bei Gottschall, Butbuffer Str. 24; Start, Butbuffer Straße 14; Rallies, Graunftr. 42. Bortrag: Außenpolitit und Bürger blod Referent Genoffe Bernstein. 18. Abt. 8ahlabende bel Döhling, Brunnenste. 79; Seufchner, Aderfte. 110 Bericht vom Bezirkstag. Gäste willkommen. 17. bt. Die Bahlabenbe fallen aus und finden erst am 25. April ftatt. 22. Abt. Die 8ahlabende fallen aus. Alle Mitglieder beteiligen sich an ber Cinäfcherung unferes Genoffen Rogon heute, Mittwoch, 20% Uhr, im Rrematorium Gerichtstraße. 25. bt. Sahlabende bei Baronffi, Bafteurftr. 6; Röseler, Goldaper Str. 9; Bericht Räftner, Elbinger Str. 24, und Redemag, Elbinger Str. 87. erstattung Bom Begirtstag. Die Bahlabenbleiter erscheinen eine Stunde nother bei Redewag zur furzen Besprechung. 28. bt. Lotal Beinlich, Beißenburger Str. 1, Borttag: Die politische Sage und bie tommenden Wahlen". Referent Abolf Buschid. Bericht vom Be zirftag. Stellungnahme zu den Wahlarbeiten. 28. Abt. Bahlabend bei Maahs, Brenzlauer Afee 232; Bartel, Wörther Straße 19; Wegner, Wörther Str. 26; Jänide, Hagenauer Ste. 5; Reichen berg, Choriner Gtt. 49; Sundel, Rastanienallee 29/30; Meier, Oberberger Straße 49. 30. Abt. Bahlabenbe. Begirt 93 bis 97: Bohft, Enchener Str. 108; Bezirk 100: Lotal Pappelallee 80; Begir! 101 bis 102: Soffmann, Enchener Str. 8; Begirt 117 bis 123: Mahntopf, Carmen- Sylva- Str. 123; Bezirk 124 bis 127: Geitler, Ranzqwftr. 10. 31. bt. 8ahlabende. Goldschmidt, Stolpische Ete. 36; Meißner, Schivel. beiner Str. 84; Gdmark, Bornholmer Str. 9. Berichterstattung vom Be atrtstag und non ber Kreisvertreterversammlung. 32. bt. Die Bahlabenbe fallen wegen der Rundgebung aus. 33. Abt. Die Zahlabenbe fallen aus. Alle Genossen werden gebeten, ihre Freunde und Betannte zum Besuch der öffentlichen Rundgebung des Kreifes im Gaalbau Frebrichshain zu veranlaffen. 84. bt. Die Funktionäre treffen fich eine halbe Stunde vor Abmarsch zire Demonftration in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67. 35. bt. Die Bahlabende fallen aus. Alle Wähler beteiligen fidy reftios an ber öffentlichen Rundgebung. Borwärts- Lefer und Sympathisierende find einzuladen. Beginn 19 Uhr. 36. bt. 19 Uhr Treffpunkt aller Genoffinnen und Genossen zur Wählertumb gebung im Gaalbau Friedrichshain. 88. bt. Die Bahlabende fallen aus. Die Fahnen der Abteilung find ab 18 Uhr nach dem Gaalbau Friedrichshain zu bringen. Unfer Weg ift in den bekannten Lokalen abzuholen. 41. Abt. Die Sablabende finden erst Mittwoch, 18. April, ftatt. An der Ede Borsig- und Schlegelstraße in der Nähe bes Stettiner Bahnhofes wurde gestern gegen 21 Uhr der 26jährige Baut Balentin aus der Schlesischen Straße 14 von einem noch unbekannten Täter niedergeschossen und schwer ver. legt B. wurde durch einen Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Lazarus- Krantenhaus übergeführt, wo er hoffnungslos Charlottenburg. 51. 86t baniederliegt. Borträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianstr. 37/38, Hof 2 Tz. Donnerstag, 12. April. Tiergarten: 19 Uhr engere Borstandsfigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. 19-21 Uhr Baden Wellenbab Bunapart. Ermäßigter Breis 50 f. Prenzlauer Berg: Bersammlungen um 20 Uhr. Kam. Baltan bei Bogel, Jablonstifte. 9. Ram, Königstor bei Rösner, Immanueltirchstr. 25. Kam. Senefelderplag bei Büttner, Saywebter Str. 23. Ram. Falle bei Zeuge, Milastr. 5. Alle paffiven Kam. von Falte und Nord lap und bie Radfahrer des ganzen Ortsvereins im Altersheim Danziger Straße 62 Besprechung zum 22. April. Friedrichshain: 19% Uhr außerordent liche Generalversammlung in den Comenius- Sälen, Memeler Straße. Eintritt nur mit giltiger Mitgliedstarte. Charlottenburg: 144 Uhr Einäscherung des Rameraden Richard Dilsner im Krematorium Gerichtstraße. Starte Beteiligung unbedingt erwünscht. Tempelhof: 20 Uhr Vollversammlung im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstraße. Borstand 19 Uhr. Lichtenberg nebst Ram.: Uhr zug und Kameradschaftsführer, Rommiffionsobleute mit Gesamtoorstand bei Geelom, Gürtelstr. 17. Freitag, 13. April. Neukölln- Brig: 3. Kam. 20 Uhr Turnen Mariendorfer Weg 69-70. Lichtenberg nebst Ram.: Alle Rame caben haben die Kameradschaftsversammlungen zu besuchen. Ram. Guftas Tempel 20 Uhr Bersammlung bei Tempel, Gudrunstr. 7. Bortrag. Reiniden.. borf Weft: 20 Uhr Mitgliederversammlung mit Damen bei Frieschütz, Scharn weberstr. 50. Auftakt zu den Wahlen." 19 Uhr Vorstandssitung. Sermsborf: Ram. 20 Uhr Versammlung bei Ofrint, Berliner, Ede Bahnhofstraße. Bortrag. Bernau( Bezirk): 20% Uhr Versammlung aller Ortsvereine bei Löwe, Bernau. Juristischer Vortrag. Wahlarbeit. Raulsdorf: 20 Uhr Bersammlung bei Hübner, Bahnhofstraße.- Sonnabend, 14. April. Lichtenberg: 18 Uhr Fahnennagelung der Kam. Traveplah", Konzert, Borträge usw. bei Biebler, Frankfurter Allee, Ecke Ruschestraße. Eintritt 1 M. Weißenfee: 20 Uhr Famifienabend im Wirtshaus zum Pferdemarkt". Eintritt 50 Bf. Republikaner und Kameraden anderer Ortsvereine willkommen. " Freie Sochschule. Mittwoch, 11. April, 20 Uhr, Bring- Louis- FerdinandStraße 21, Epeisehaus. Darwins Abstammungsroman." Arbeiter- Samariter- Bunb, e. B. Mitgliederversammlung haben folgenbe Abteilungen: Mitte: Mittwoch, 11. April, Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag. Friedrichshageu: Mittwoch, 11. April, Friedrichshagen, Friedrichstr. 121. Reinidendorf: Donnerstag. 12. April, Scharnweberstr. 114. Bankow: Donnerstag, 12. April, Kissingenstr. 48, Jugendheim. Lichtenberg: Freitag, 18. April, Weserstr. 20, bei Heers. Röpenid: Montag, 16. April, Schöner. Tinder Str. 5, bei Stippekohl. Kreuzberg: Montag, 16. April, Blücherstr. 38, bei Buhr. Friedrichshain: Montag, 16. April, Talifabenstr. 77, bet Groß. Rcutölln: Montag, 16. April, Brinz- Sandiern, Ede Leffingstraße.-Tempelhof: Montag, 16. April, Mariendorf, Königstraße, bei Lindisch. Webbing: Diens tag, 17. April, Schulstr. 12, bei Bellin. Sermsdorf: Dienstag, 17. April, Roonstraße, Turnhalle. Charlottenburg: Dienstag, 17. April, Rofinenftr. 4, Jugendheim. Treptow: Dienstag, 17. April, Wildenbruchstraße, Schule. Weißensee: Mittwoch, 18. April, Charlottenburger, Ede Tassostraße. Bereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Groß- Berlin, e. B. Mittwoch, 11. April, 20 Uhr, in den Fortuna- Sälen, Strausberger r. 8, BollverfammYung. Arbeitsgemeinschaft entschiebener Republikaner. Donnerstag, 12, April, 20 Uhr, in Landres Weißbierstuben, Stralauer Str. 36-37, öffentlicher Bor. tragsabend Männeror Friedrichshain. Die Sangesbrüber treffen fich am Mittwoch, 11. April, 19 Uhr, Gaalbau Friedrichshain( Galerie), zur Mitwirkung an ber Wahlfundgebung des Kreises. Berein ber Stralsunder zu Berlin. Donnerstag, 12. April, 20 Uhr, Sonnen- Uhr( Sochbahnstation Osthafen), Bortrag über 3bfen Longfellow English Debating- Club. Bülowstr. 104 Mittwochabend 8 Uhr. Alice Behrend: Modern London. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfiftete Berlin und Umgegend Machdr. verb.) Meist bewölkt und etwas tübler, feine nennenswerten Rieberschläge. Für Deutschland: Im Nordosten mertliche Abfühlung und Hellenweise leichte Niederschläge. Auch im übrigen Steinje Kemperaturen eltoas niebriger. 45. Abt. Die nächsten Funktionär- und Gruppenversammlungen finden Mon. tag, 16., und Mittwoch, 18. April, ftatt. Nähere Mitteilungen erfolgen noch. 46. Abt. Lotal Burdhardt, Görliger Str. 52, Bortrag des Genossen Karl Litke. Diskussion. Parteiangelegenheiten. Wir bitten um rege Beteiligung. 48. Abt. Gliefing, Wassertorstr. 68, Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirkstag. 8ahlabende. 1. Gruppe: Schellbach, Königin. Elifabeth- Str. 6; 2. Gruppe: Lotal Potsdamer Straße Ede Sophie- Char Iotte- Straße; 3. Gruppe: Dörre, Dandelmannftr. 18. Bortrag und Befprechung der Parteiarbeit. 55. Abt. Lotal Reimer, Wilmersdorfer Straße 21, Bortrag: Die Aufgaben der Sozialdemokratie im neuen Reichstag" Referent Emil Klobt,. b. 2. Aussprache. Parteiangelegenheiten. 56. Abt. 1. und 3. Gruppe 8ahlabend bei Liersch, Kantstr. 62. 56. Abt. 2. Gruppe, Wahlabend bei Jostomiad, Solgendorffftt, 20. Bericht vom Bezirtstag. 57. bt. Statt der Bahlabende am Mittwoch, 11. April, wichtige Funktionärsigung um 19 Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4. Die Bahlabende find erst am 18. April. 58. Abt. Jm Gigungsfaal, Ranteftraße 4, Mitgliederversammlung mit Gästen. Abrechnung vom 1. Quartal Funkwinkel. Maret Webers Offenbach- Millöder- Abend war am Montag die erfreulichste der Ofterdarbietungen. Dieser in sein Inftrument verliebte Geiger reißt feine Kapelle zu jubelnder Musil bejahung fort. Den Klängen der beiden Operettentlaffiter setzte er funtginde Lichter auf, daß bei Offenbach jede Nuance glitzernd ins Ohr sprang und Millöcker musikselig und musittrunken tönte. Es mar ein Unterhaltungsabend von berückendem Wohlllang. Einen Tag zuvor war der Abend Johann Strauß gewidmet. Selmar Meŋrowiz dirigierte temperamentvoll und begeistert den 3igeunerbaron". Aber die tertlich nicht sehr glückliche Operette fam im Rundfunt nicht recht zur Geltung. Dadurch wurde auch der Genuß an der Mufit beeinträchtigt, obwohl man sich stimmlich ausgezeichnete Kräfte verschrieben hatte: Violette Schadow, Elise von Catopol, Emma Baßth, Leo Schützendorf u. a. Am Dienstag brachte das Funforchester, unterstützt von Josef Plaut, einen Bunten Abend, der von freundlich- gemäßigter Heiterfeit erfüllt war. Amusant plauderte am Dienstag Josef Delmont über„ Selt. fame Begebenheiten im Reiche erotischer Tiere". Er erzählte von dem erstaunlich vernünftigen Verhalten von Cha mäleons in Fällen von Gefahr. Man könnte nach der Art, wie die Tiere z. B. einem bedrohten Artgenossen zu Hilfe tamen, fast an nehmen, daß ein überlegender Berstand ihr Handeln leitet. Beson ders Wunderbares aber wußte der Bortragende von einer Herde australischer Schafe zu berichten, die ihren gefährlichen Feind, den Dingo, eingetreist und zum Hungertode verdammt hatte. Am Diens. tag schloß Prof. Dr. Caszner seinen 3ytlus über Das Wetter in Dichtung, Mythe und Leben. Er zeigte, mie das Better im Strieg und Frieden häufig die Geschicke der Bölfer beefnflußt hat. Wenn es sie auch nur verhältnismäßig felten entscheidend änderte, so wurde doch durch das Wetter manches geschichtliche Ge fchehnis hinausgezögert oder beschleunigt. Reichsbahndirektor Dr. Steuernagel behandelte das Thema„ Statistit und ihre Ber wertung bei der Reichsbahn" leider bei weitem nicht so amüsant, wie das die entsprechende Zeichnung in der Funt stunde tat. Die Riesenzahlen von Leistungen, Material, Einnahmen und Ausgaben bei der Reichsbahn machte der Vortragende zwar an eindrucksvollen Bergleichen deutlich, aber in recht trodener, monotoner Form.dral dissuaded 0800 Ees girtstag. bebe Des Breit sei Degesing. Etellung 7. Abt. Grunemalb. Bahnhofsreftaurant Burzbacher, Abtellungsversammlung. Niemand darf fehlen. Bilmersdorf. 71. Abt. Lokal Lau, Sildegard ftr. 14, 8ahlabenb. Bortongi Außenpolitit. Referent Dr. Schönberg. 72. Abt. Lokal Singebusch, Warziner Ede Laubacher Strade, Sahlabend. Bericht vom Kreis- und Bea zirtstag. Diskussion über Agitation. Erscheinen ist Pflicht. 73. Abt. Schmargendorf. Lokal Deutsches Haus, Breite Str. 34, 8ahlabend. Tagesordnung wird noch bekanntgegeben. 74. Abt. Zehlendorf. Lokal Kaiserhof, Potsdamer Straße, Abteilungsver Sammlung. Vortrag der Genoffin Dr. Luise Morgenstern. 78. Abt. Schöneberg. 8ahlabende in ben bekannten Zotalen. Aussprache über unsere Wahlarbeiten. Bericht und 82. Abt. Steglit. Sämtliche Bezirke Bahlabend in den bekannten Lotalen. Rege Beteiligung ist Pflicht. In allen Bezirken Thema: Bahlarbeit. 85. Abt. Tempelhof. Sahlabende. 1. Bezirk: Lotal 8iegner( früher Wendt), Boruffiaftr. 70; 2. und 5. Bezirk: Buse, Werder Ede Raifer- WilhelmStraße; 3. und 4. Bezirk: Brimus, 8ur Linde, Berder. Ede FriedrichKarl- Straße; 6. Bezirk: Lokal Lange, Ringbahnstr. 6; 7. Bezirk: Lokal Sappaldt, Gottlieb- Dundel- Straße Ede Germaniaftraße. Bericht vom Bc. zirksparteitag. Reukölln. 89. Abt. Die Zahlabenbe fallen biesmal aus und finden am Mittmoch, 18. April, statt. Donnerstag, 12. April, 19.30 Uhr, Borstands- und 90. Abt. Jdealkasino. Funktionärfisung bei Grommed, Ganderstr. 10. Beichfelstr. 8, Bortrag:„ Mitten im Wahlkampf". Referent Redakteur Franz Klühs. 91. Abt. Lofal Bergiloßhöhe, Rarlsgartenstr. 6/11. 92. Abt. Referent Genoffe Bose. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Bahlabende halten ab pünktlich 20 Uhr die Bezirke 14, 29, 30 bei Gauter, Sarzer Str. 88( Bericht vom Bezirksparteitag. Referent Genosse Weigelf): Die Bezirke 27, 28, Restaurant Wefer. Ede Schandauer Straße( Bortrag: Die fommenden Wahlen". Referent Genosse August Seitmann, Borsteher der Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung); die Bezirke 32, 33 bei Rönig, Wildenbruch. Ede Weserstraße( Vortrag: Mieterschuß und Wohnungsbau unter der Bürgerblodregierung". Referent Genosse Robert Sachs); die Bezirke 31, 44, 45, 55 bei Wolff, Raifer- Friedrich- Ede Rofeggerftraße( Bortrag); die Bezirke 46, 47, 59 bei Simon, Berthelsdorfer Str. 10 ( Bortrag: Die tommenden Wahlen. Auf allen Bahlabenden außerdem noch wichtige organisatorische Mitteilungen, weshalb Erscheinen aller Genoffinnen und Genossen unbedingte Pflicht.-96. Abt. Lokal Billmer, Nogatstr. 56, Bortrag: Industrieproletariat und Agrarprogramm". Refe rent Regierungsrat Otto Albrecht. 99. Abt. Briz- Budow. 3., 5., 6. Bezirk: Der Bahlabenb fällt aus. 103. Abt. Oberschöneweibe. 8ahlabende westlich der Schillerpromenade bei Knappe, Westendstraße. De ft lich der Schillerpromenade bet Efchrisch. Wilhelminenhofstr. 64b. Wichtige Parteiangelegenheiten. 105. Abt. Ablershof. Lotal Bogel, Bismardftr. 74, Mitgliederversammlung. Erscheinen aller Mitglieder dringende Pflicht. 109. Abt. Friedrichshagen, Lotal Schola, Friedrichstr. 81, Bericht von Bezirks, Wir beginnen pünktlich parteitag. Stellungnahme zur Wahlbewegung. 20 Uhr 110. Abt. Grünan. Lokal Berner, RBpenider Str. 125, Bericht vom Bezirks, parteitag. Wahlangelegenheiten. Alle Mitglieder müssen bestimmi er. fcheinen, 118. Abt. Lichtenberg. Tempel, Gudrunftr. 7, Stellungnahme an den Wahlen. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. 127. Abt. Sohenschönhausen. Berliner Sof, Berliner Str. 93, MitgliederverSeinersdorf. Bahlabend bei Rabbak, Tiniusstr. 60. Erscheinen ift Pflicht. fammlung. Die Gruppenführer treffen fich bereits um 19 Uhr ebenbort. Bericht vom Bezirkstag und Stellungnahme zum außerordentlichen Beairtsparteitag. 131. Abt. Niederschönhaufen. Lotal Wilhelmshof, Raiser Wilhelm- Ste. 64, Bericht vom Bezirksparteitag. Aussprache über die Randidatenaufstellung. 132. Abt. Blankenbura. Lokal Alug, Dorfstr. 2, Bericht vom Bezirksparteitag. Niemand barf fehlen. 133. Abt. Buchhola. Rahlabend bei Roffad, Sauptstr. 71 134. Abt. Buch. Sahlabend bei Göpfert, Am Bahnhof. Erscheinen aller Mitglieder bringend erforderlich. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Rahlabenb im Boltshaus, Scharnweberftr. 114. Bericht vom Bezittsparteitaa. 140. bt. Vorfigwalbe. Potol Mottfcjach, Ernststr. 1, Bortrag: Was hat ber Bürgerblod ber Arbeiterschaft gebracht?" Referent Bezirksverordneter Pogolt. Parteiangelegenheiten. Borwärts- Refer und Sympathiserende find freundlichst eingelaben. 140 Abt. Wittenan. Bablabenb bei Schuls, am Norbbahnhof, Vortrag: Die Frau im politischen Leben der Böller. Referentin Genoffin Seinze. We Mitglieder milffen erscheinen. 141. bt. Roferthal und Nieberfinhaufen- Weft. Gemeinfamer Rohrebenh Bet Schwefig. Bericht vom Beairtstag. Die tommende Wahlarbeit. Erscheinen aller Genoffen dringende Pflicht. Morgen, Donnerstag, 12. April: 36. bt. 19% Uhr bei Busch, Silfiter Str. 27, Funktionärsigung. Erscheinen aller Funktionäre dringend erforderlich. 37. t. 19% Uhr bei Bfeiffer, Sausburgstr. 2, wichtige Funktionärligung. 86. Abt. Mariendorf. 191 Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, wichtige Sigung fämtlicher Funktionäre und der Kreisnertreter der 86. Abteilung. 116. t. 2ichtenberg. 20 Uhr bei Morr, Neue Bahnhofstr. 28, wichtige Funk. tionärsigung. Röntgenthal- Bepernid, Schmanebed- Alpenberg. 20 Uhr bei Werner Zahlahend Frauenveranstaltungen: 6. Kreis Kreuzberg. Achtung, Genofsinnen! Alle Funktionärinnen treffen fich heute, Mittwoch, 11. April, um 18% Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienftraße 17-18, aur Wahlbefprechung. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 9. Areis Wilmersdorf. Donnerstag, 12. April, 20 Uhr, findet bei Teichmann, Solsteinische Str. 12, eine schr wichtige Streisfunktionärinnenfonferens ftatt. Erscheinen aller Funktionärinnen ist Pflicht. Tagesordnung: 1. Be richt über die beiden legten Konferenzen der Kreisleiterinnen Groß- Berlins. 2. Aussprache über die Veranstaltung am 19. April: 20 Jahre Frauen. recht." 3. Unsere Rundgebung am 22. April in der Schulaula Weimarische Straße 4. Berschiedenes. 128./130. bt. Pantom. Achtung, Genoffinnen! Unfer Turnabend am Donners tag, 12. April, in der Zurnhalle Neue Schönholzer Straße fällt aus. Näheres wird im Vorwärts" bekanntgemacht. 136. b. Reinidenborf- Oft. Donnerstag, 12. April, 19% Uhr, im Jugendheim Lindauer Straße, Frauenabend. Bortrag des Genoffen Dr. med. Friede. berger über Mutter und Rind". Um recht zahlreiche Teilnahme und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Arbeiterwohlfahrt: 3. Rzeis Webbing. Donnerstag, 12. April, 20 Uhr pünktlich, im Sigungs faal des Ledigenheims Schönstedtstr. 1, Schulungsturfus. Thema: Schuh aufsicht und Fürsorgeerziehung als Maßnahmen der Gefährdeten fürforge." Referentin Genossin Dr. Hellinger. Alle Genosfinnen und Genossen find herzlich eingeladen. 7. Kreis Charlottenburg. Freitag, 18. April, 20 Uhr pünktlich, im Rathaus, Bortrags- und Ausspracheabend über Gefährdeten fürsorge". Referent Ge noffe Theet( Friedrichshain). Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 10. Kreis Behlendorf. Alle an der Fürsorgearbeit interessierten Genoffinnen und Genossen erscheinen Mittwoch, 11. April, 20 Uhr pünktlich, im Raiserhof, Behlendorf, Botsdamer Str. 50, zur Mitgliederversammlung. Thema: Aufgaben und Siele der Arbeiterwohlfahrt." Referentin Genossin Morgenstern. Jungfozialisten Groß- Berlin: Generalversammlung am Montag, 16. April, 19 Uhr, im Breußischen Landtag, Bring- Albrecht- Str. 5. Einlaß nur gegen Borzeigung bes Parfeibuches und bes Gruppenausweises. Spielgemeinfchaft. Donnerstag, 12. April, 20 Uhr, im Jugendheim Bordste. 11, Bezirksamt Kreuzberg, Zimmer 11, wichtige Besprechung zur Wahlveranstaltung. Erscheinen aller Mitglieber bringend erforderlich. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 22. Abt. Am Freitag, 6. April, riß der Tod einen unferer Heltesten, ben Genossen Heinrich Rogon, im 72. Lebensjahre plöglich nach furzer Krankheit aus unseren Reihen. Genoffe Rogon gehörte der Partei feit 35 Jahren an. Immer tätig für die Partei, und von gefundem Humor erfüllt, war er ein allfeitig beliebter Genosse. Wir sind von tiefer Trauer erfüllt, und wollen ihm ein ehrendes Andenten bewahren. Die Einäfcherung findet am Mittwoch, 11. April, 20% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. 44. Abt. Unfere Genoffin Sebwig Borath, Rottbuffer Ufer 63, ift verstorben. Chre ihrem Andenken! Einäscherung Donnerstag, 12. April, 151 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir erwarten rege Beteiligung. 51. Abt. Charlottenburg. Unser Genoffe Dilsner, Nehringste. 9, ift plöglich verstorben. Ehre feinem Andenken! Cinäfcherung Donnerstag, 12. April, 14% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Be teiligung. 108, Abt. Röpenid. Unser Genofe Emil Erdmann, Wenbenschloßftraße 211, ist am 6. April verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäicherung heute, Mittwoch, 11. April, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wit ermarien rege Beteiligung. Seute hat bie Suppe wieder einmal fein gefmedi", fagte bei Tisch der Ehemann, damit hast du sicher viel Arbeit gehabt". Geine Frau lächelte, Eigentlich mitßte ich dich ia bei diesem Glauben laffen, aber ehrlich, wie ich bin, will ich dir verraten, baß das Rochen guter Suppen gar nicht schwierig ift. Wozu haben wir benn Maggis Suppenwürfel, bie uns bie Sauptarbeit abnehmen? Dabei sind sie billig und außerbein in 28 verschiebenen Corten zu haben, so daß ich dir 4 Wochen lang jeden Tag eine andere gute Suppe vor. Tegen tönnte. Und jede hat ihren reinen, natürlichen Geschmad." sid Esst mehr Früchte und Jhr bleibtgesund! Mittwoch ll.aforitl92d Unterhaltung unö ÄNissen SeNage des Vorwärts Erlebniffe in der(Zisenbahn. Aon Viktor Auburtin. Irrungen der Zeit. Der her heimwärts fuhr, war wieder einmas zräßNch voll. Mein in unserem Abtell. dos nur P-lotz für sechs Personen hat. saßen deren sieden. Nämlich ich. die Engländerin mit der Krokodilledertasche und zahllose Japan«. In Deutschland ist es jetzt so: auch in dem kleinsten Zirkel sind immer zahllose Japaner vorhanden. Auf dem Gang draußen aber stand alles dicht bei dicht, und gerade vor unserem Abteil hielt sich eine deutsche Familie aus. de. stehend aus ein« sehr feinen Dame, zwei Herren und einer Zofe; die Zofe sprach oiel und laut und paßte eigentlich nicht recht zu diesen vornehmen Leuten. Nun geschah es. daß die England«« mit d« Arokodirledertasch« in unserem Abteil plötzlich das Wort«griff und folgende Red« hielt: .JD, hie ist noch ein Platz, wenn wir etwas zusammenrücken: wollen wir die Dam« da draußen bitten, hereinzukommen?' Ich sagte sekbswerständkch sofort zu. und die Japan« grinsten treunttich, wo, bei den Japanern sowohl sa wie nein bedeutet: worauf die Engländerin die Tür öffnete und die deutsche Dome auf- forderte, hereinzukommen. Die deutsche Dame errötete etwas, trat mit leichtem Gruß ein und setzte sich elegant auf den ihr frei- gemachten Platz. von da od tonnte man bemerken, daß der Rest der Familie draußen auf dem Gange in heftig« Aufregung begriffen war: die beiden Herren zuckten häufig die Achseln und die unmanierliche Zofe sprach noch lebhaft« als bisher. Plötzlich»fohte diese Zofe dt« Klinke, riß die Tür auf und rief d« zwischen uns sitzenden Dam« zu:.Man«, gebe» Sie einmal den Schlüssel zu der braunen Tasche h»!' Da ist« uns allen eiskalt üb« den Rücken gelaufen. Dir hatten die Zofe mit der Dame und die Dame mit der Zof« rer» wechselt. Vie Vahafieigkarte. Der Herr mit dem Bollbart stieg m Probstzella m den Zug«in. fand in unserem Wteil einen Eckplatz und ließ das Fenster herunter, um sich van sein« Frau zu»«abschieden. „Also vor drei Tagen hast du kein« Nachricht von mir: ich schreib««st aus Innsbruck. Grüß Ewmy und vertragt euch. Auf Wiedersehn, Wiederseh�I' D«r Zug fing an zu fahren, der Herr mit dem Bollbart schloß das Fenster und setzte sich. Sei» ganze» Wesen drückte dos Behagen aus, das der Mann empfindet, der sich eben von sein« Frau«rahschiedet und«wen Eckplatz gefunden hat. Nichts kündigte die gräßliche Katastrophe an, die gleich üb« ihn niedergehen sollte. Da kam der Schaffner:.Lemand zngestiegen?' und der Herr mit dem Vollbart reichte ihm zwei Fahrkorten hin. Zter Schäffner betrachtete die zwei Karten aufuwrksam. knipste die ein« durch und gab beide dem Herrn zurück.„Dos eine ist ein« Dahnsteigkarte,' sagte er ruhig und ging weit«. Oer Herr mit dem Vollbart sah die Bahnsteigkarte betroffen aru dachte«inen Augenblick nach, dann««zerrten sich sein« Züge in furchtbarstem Entsetzen.„Ilm Gottes willen.' schrie er.„ich habe die Bahnsteigkarte mein« Frau mitgenommen.' Er stürzte dem Schaffner nach.„Um Gottes willen,' hörten wir ihn draußen rufen,„die Karte muß von der nächsten Station mit Eilbrief zurückgeschickt werden, sonst kann mein« Frau nicht mehr von dem Bahnsteig herunter.' Der Schaffner erklärte ihm. daß das nicht möglich sei, da ein« «Sf dem Bahnsteig befindliche Person keine Eilbriefe empfangen dürfe; und es begann«ine lange Verhandlung. Wi« da» abgelaufen ist. weiß ich nicht, da ich bald ausgestiegen bin, ab« ich befürchte Schlimmes. Wir leben in einem Staatswesen, da» auf festen Gesetzen errichtet ist und, auf diesen Gesetzen ruhend, den Stürmen der Zeit standgehalten hat. Und eins dieser Gesetze lautet, daß niemand den Bahnsteig verlassen darf, der nicht ein« von d» zuständigen bürgerlichen Behörde durchlochte Kart« vorweisen kann. Wenn die Kart« jetzt v«lor«n geht, muß die Frau aus dein Bahnsteig bleiben. In meiner Erinnerung steigt die Geschichte eines Königs von Sparta auf. der zum Tod« verurteilt war. der in einen Tempel flüchtete und in diesem Tempel ausgehungert wurde. Nun, ganz so schlimm wird es d« Frau de» Herrn mit dem Vollbart nicht«gehen. Man wird ihr im Bahnhof ein Lag««- richten und sie vom Reswudant«ms ernähren: aber fort darf sie nicht. Sie wird den Rest Ihres Leben» auf dem Bahnsteig»«bringen, ihre Freundinnen zum Kaffee einladen, Kinder gebären, sterben und dort auch beerdigt werden. Es müßte denn da» Gesetz umgangen werden, wozu ich gerade in diesen Zeiten nicht raten möchte. Der Prophet Sacharja. Immer wenn d« Untergrundbahnzug hint« dem Leipzig« Platz «ms dem Tunnel herauskommt, drehe ich mich auf meinem Sitz um und betrachte durch das Fenster die Landschaft. Dies« Landschast mit den vielen Eisenbahnwagen irnd Schienen ist ein« der schönsten, die ich kenne-, sie ist besonder, schön in den gedämpften Farben des Winters, die ja immer geschmackvoll« sind als die Farben des Sommers. Da ist alles weiße und silbern« Dompfwolken, und wo ein Riß tn den Wolken ist, sieht man f«n eine Eiseillmhnbrück«, die aus keinen Pfählen ruht, sondern in der Luft schwebt. Unten aber zieht durch den Nebet eine Prvzesston kleiner Lichtchen, und dies« Pro. Zession ist nichts anderes als d« Potsdamer Porortzuz, der bereits die«sten Lampen des Nachmittags angezündet hat. 9 Als ich mich min neulich mied« auf meinem Sitzplatz in d« Bahn umdreht«, um hinauszusehen, da fiel mein Blick aus ein junge» blande» Fräulein, das neben mir saß und in einem Buche las. Es paßt sich nicht, einem blonden, lesenden Fräulein in ihr Buch zu sehen, aber ich tat es doch, und so konnte ich bemerken, daß da« Luch, in dem die Dame las, die Bibel war. eine llsine. sehr eng- gedruckt« Ausgab« der Bibel. Und zwar las da» Fräulein gerade den Propheten Sacharja. Ein blonde« Fräulein, das zwischen den Stationen Gleisdreieck und Nollendorfplatz in dem Propheten Sacharja liest, das ist offenbar nicht die erst« beste: sie ist ond«s als wir Dutzendmenschen, die für »ichts Jnrerefse haben, als für Gerichtsbericht« und Sportmeldungen. So regte ich mich an dem blonden Fräulein heftig auf. und als st« zufällig ob derselben Station ausstieg wie ich, bin ich che klopf«»' Ein deutsches Dichterschicksal. Erinnerungen an Emil Gott. Wer um da» Iah? 190ö auf den Hängen und Halden der Schwarzwaldberge in der Umgegend Fmburgs umherschweift«, der erblickte am Fuß d« alten, zerfallenen Burg Zöhringen ein kleines Haus, das mehr einem verwunschenen Märchenschlößchen, als einer Menschenwohnung glich. Weihe und rote Rosen rankte» sich in ver« schwenderisch« Fülle um Fenst« und Türen, überzogen die beiden Stockv>«ke und schmückten selbst das einfach« Holzdach. Hummeln und Wespen, Bienen und Schmetterlinge flatterten von Blüte zu Blüte, schwirrten und gaukelten beutetrunken zum Garten, um dort bei den blühenden Obstbäumen, den Schlüsselblumen und Mai» glöckchen ihr Wert fortzusetzen. In zartem Weiß leuchteten die schlanken Stämmchen junger Birken durch die Blütenpracht. Tief« Einsamkeit ringsum, kein Laut, kein menschliches Wesen weit und breit. D« Eintretende fand Garten und Haustüren geöffnet. Ein Krug mit frischem Ouellwosser, Brot, Zucker und Zitronen auf dem Tischchen d« Küche schienen stumm zur Erquickung einzuladen. Aber auch hier kein Laut, kein Schritt, der die leeren Räume mit Leben «füllte. Und doch deutete der ärmliche, nur auf dos Notwendigste beschränkte Hausrat, deuteten Büch« und Stöße von Handschristen an. daß hi««in Mensch seinen Wohnsitz ausgeschlagen hatte. Erst ein Blick aus dem Fenst« ließ den geheimnisvollen Besitz« endlich sichtbar werden. Auf dem Felde hint« dem Garten stand ein Mann In einer alten Drillichhose und hackte und grub und jätete Unkraut au» dem steinigen Loden. Es war Emil Gött, der damals noch gänzlich unbekannt« Dichter und Philosoph, der sich aus dem Trubel d« Weltstadt Berlin, aus der Enge d« akademischen Oehrsäle, die er als Student besuchte, hier angesiedelt hatte. Seit über einem Jahrzehnt focht der Einsame einen erbitterten Kampf um sein« Existenz. Das Ziel, dos er sich gesteckt hatte, Handarbeit und Kopfarbeit harmonisch miteinander zu»«binden, Dichter und Bau« in ein« Person zu sein, fordert« immer schwerere Opfer. Geschäftstüchtige Agenten nutzten die Unerfahrenheft des Arglosen aus die schlimmste Weise au». Was Betrug und Diebstahl ihm nicht raubte, da» verlor er durch die eigene allzu groß« Gut» mütigkeit? Er legt eine Sandgrube an, um Arbeitslose zu be. schäftigen, er übernimmt den Betrieb eines Steinbruchs. Heimstätten für Minderbemittelt« aus„Sirockenplatten', ein« Art van Gips- dielen, Erfindungen aller Art, Luftschiffe, Feuerwehrleitern, eine neue Spinnfaser, die Tausenden von Erwerbslosen Arbeit vermitteln soll — Pläne, die zum Tell in die Tat umgesetzt werdcn, aber an der herbm Wirklichkeft scheitern und ihm eine immer tiefere Schuldenlost aufbürden. Sein kleiner Besitz, aus dem er«in„Musterhofle' machen wollte, wird bald zur unerträglichen Last. In seinen Tage- büchern, die zum Erschütterndsten gehören, was die deutsch« Literamr birgt, setzt sich der Enttäuschte mit sich selbst und der Welt aus- einander. Verzweifelte Selbstonklagsn gegen d'e zu große Weich- heit und Vertrauensseligkeit, dichterische Pläne, Aphorismen, Hoff- nungen, die sich bis z» Jubelhymnen steigern und jäh in Derzweif- lung und Todessehnsucht umschlagen, bilden ihren Inhalt. Das Bild eines gegen sich selbst rücksichtslos ehrlichen Menschen, eines«vigen Such«s und Ringers wird in ihnen lebendig. Sie finden ihre Er- gänzung und oftmals ihre Erklärung in den Aufzeichnungen seiner Mutter, die als Wäscherin ein kümm«liches Leben fristete, um mit ihrem kärglichen Lohn dos Schlimmste von ihrem Sohn abwenden zu können. \ Emil Gött hat mehr«e Theaterstücke geschrieben. Das bühnen- wirksamste ist wohl„Der Schwarzkünstler',«ine Bearbeitung der „Höhle von Salamanka' von Cervantes. Wett persönlicher sind aller- dings die beiden dramatischen Gedichte„Edelwild',„Fortunos Kiß' und das Lustspiel„Mauserung'. Dieses tief Persönlich«, die eng« V«bundenheit zwischen eigenem Erleben und künstlerischer Pro- duktion war auch der Grund, weshalb der Dichter eine große Scheu vor der Verüffeiftlichung empfand.„Edelwild' zog er im letzten Augenblick wieder von der Bühne zurück, obwohl d« damalig« Leiter des Lessing-TH�Äers in Berlin, Otto Neumann-Hofer, dem Dicht« wie dem Werke großes, weitgehendes Verständnis entgegen- bracht«. Auch„Fortunos Biß', in dem Gött feinem Glauben an das„eine, einzige Weib', das irgendwo in d« Well lebe und nur für ihn bestimmt sei, Ausdruck yprliehen hafte, wurde erst nach seinem Tode veröffentlicht. D« Dicht«, den gerade dies» Traum von der fernen, unbekannten Geliebten, die irgendwann einmal seinen Weg kreuzen müsse, Jahre und Jahrzehnte hindurch auf das tiefste erregt und beeinflußt hatte, fürchtet« die Bloßstellung seines Inneren durch eine Veröffentlichung. So opferte er unbedenklich Anerkennung und pekuniäre Borteile, um sich selbst treu zu bleiben, um der großen Forderung genügen zu können, die er aus den Werken Tolstois und Nietzsches für sich selbst aufgestellt hatte. Ein Leben, das auf solchen Daraus! stzungen aufgebaut war, da» di« Notwendigkeften des Alltags bis zu dem Grade völliger D«- kennung d« Wirklichkeit unbeachtet ließ, mußte notwendigerweise eine Tragödie werden. Als die Mutter im Winter 1907 den Dichter besuchen wollte,-fand sie ihn bewußtlos am Ofen liegen, den«r mit letzter Anstrengung hafte heizen wollen. Noch einmal erwachte«r zum Leben, aber feine Kraft war gebrochen. Als seine geliebten Birken zu grünen begannen und die Mutter dem Kranken die ersten Blumen aus seinem Garten, den er so sehr gepflegt hatte, bringen wollte, trat sie an ein Totenbeft. Kaum ii Jahre alt, war Emil Gött am 13. April 1908 entschlasen. Die Weltanschauung, deren ollumfassende Weite den Dicht« Höfte erlösen können, die seinem hmetsten Wesen entsprach, den Sozialismus, Hot Emil Göll nicht gefunden. Er, dem jeder Hun- gernde. jeder Bettler der„Bruder Mensch' war, der sein letztes hingab, um einem Unglücklichen zu büken, wäre wie kaum ein anderer berufen gewesen, auf sozialem Gebiet Mitarbeiter, wenn nicht Führer zu werdess. Daß die kopseroatioe Erziehung im Ellernhaus, di« stark vorherrschenden Elemente und der Hang zur Mystik, der als letzter Rest de? Katholizismus in ihm geblieben war, Und nicht zuletzt der gewaltig« Einfluß des Individualisten Nietzsche ihm diesen Weg»er- sperrten, war niHt seine Schuld, sondern die tiefste Tragik seines Lebens, an der er zerbrach. Elke. de» H«zens nachgegangen. Doch dauerte dos nicht lange, da sie schon an d« nächsten Eck« in«in« Konditorei txrjchwmrd, mit dem Propheten Sacharja unter dem Arm. * Wie ist dieses Leben doch geheimnisvoll, wie reich an Abgründen und Berstecken, von denen wir Eiligen nichts wissen! Dann ab« bin ich nach Hause geeilt, habe die Bibel vom Schrank genommen, mich aus? Sofa gelegt und den Propheten Sacharja ge- lesen von Anfang bis zu Ende. Don d« Stadt Tyrus, die Gald hatte wie Sand, und Silber wie Kot auf der Straße, und di« der Herr doch vernichtete: und von der Pracht der Philister. Offenbar logen schon damals ähnliche Berhältnisft vor wie heute. IMIt Erlaubnis des Brrlaers Albert Langen, MUnchrn. g Aus:„Ein®Io« mit Eoldsilchcn" nun Siclo�Juburtin.) Henrik Ibsen und der Sozialismus. Unser»nrnxgischer tScnnff« Oka»»ringen vom„iromrerne, isagforrnins' in Oslo batte die Freundlichkeit, un» nachstebenben Orlginaldritrag zur Verfügung zu stellen. Die Redaltion. Es ist wahrschrtustch überhaupt nicht bekannt, daß Henrik Ibsen, nachdem er seinen ersten Entwurf des.Catilina' geschrieben hatte und von d« kleinen Seestadt Grimstad nach Oslo kam, hier mit den Sozialisten In Verbindung trat. Marcus T h r a n e, ein junger Student, der mit den sranzöstschen und deutschen sozialistischen Ideen bekannt geworden war, rief im Jahre 1850 in Norwegen eine Arbefterbewegung ins Leben und organisierte einen großen Teil der norwegischen Arbeiterschaft. Er begann in Oslo(dem früher«» Ehristlania) die Publikation einer Arbeiterzeitung,"die im Verlaufe eines einzigen Jahres eine sehr rasche Verbreitung sand. Im Jahre 1851 gewann Thron« einjji anderen jungen Studenten als Wft- arbeit«, Theodor Abildgoard, die sich dann beide der Organi- sation der norwegischen Arbefterschoft widmeten. Später wurde «in Maurer. Bernhard Hansen, Mitredakteur ihres Arbeiter- blaftes. Henrik Ibsen und Abildgoard bewohnten zusammen ein Zimm« in unserem ärmsten Stadtteile der Hauptstadt. Beide waren oller Mittel entblößt, und Ibsen mußte, um sich dos Geld für ein Essen zu verschossen, einst seinen„Catilina' als- Ilmschlagpapier den Fischhändlern oerkaufen. Di« Arbefterbewegung begründete auch eine Schule in der Haupt. stadt. Ibsen interessiert« sich nicht allein für die unterdrückten Völker in Europa, beispielsweise für di« Polen, sondern er liftrkt« auch als Lehrer in der Arbeiterschule. Sr schrieb auch Artikel für di« Arbeit«zeitung und mehrer« Gedichte. Es ist jetzt beinahe un- möglich, sestzustelten. was m dieser Zeftung aus Ibsens»Feder stammt. E» war natürlich anonym, wie auch die übrigen Sachen. Diese Beiträge haften keinerlei große« literarisch« Bedeutung als die übrigen Befträge des Blattes, doch kann man hier und da Meister- Haftes schon in einzelnen Barsen und Zellen entdecken- Die Ardeiterbewegung, di««inen revolutionären Eharakt« am zunehmen drohte, wurde im Jahre 1851 durch die Regierung mit Gewalt unterdrückt, obgleich di« Parlamentsmehrheit damals schon liberal war. Mehr al« 200 Führer wurden im Juli 1851 ein- gekertert. und die Hauptführer für mehr«« Jahre, solange di« Unter. ............ 11 1'■ suchung dauerte, in Schutzhaft genommen und endlich zu Strafen von sechs Monaten bis zu vier Jahren yenirteilt. Unter den Verurteilten befanden sich auch Throne und Abildgoard. Ibsen entging seiner Verhaftung nur durch j>ie Boraussicht seines Druckers, der eine An- zahl Manuskripte Ibsens, bevor die Polizei kam, verbrannt«. Da er mit der Bewegung keine ond«e Verbindung hatte, als daß er Lehrer w der Arbeiterschule' und Mitarbeit« des Arbeiterblattes war, so sinden wir seinen Namen nicht unter den„Verdächtigen', doch steht es außer �coeifel, daß er gewiß verhaftet worden wäre, wenn man eines seiivr Manuskripte gesunden hafte. Er verlor aber keineswegs seifte Sympathie für seine eingekerkerten Freunde und die Arbeiterbewegung, allerdings gab fein dichterisches Werk dann seinem Leben eine andere Richtung. Unter den hervorragendsten Männern Norwegens, die mit d« ersteh Arbeiterbewegung in unserem Lande sympathisierten, war auch Henrik Wergeland, vielleicht«in« unserer größten Lyriker. Er gab in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Wochenschrift für Arbefter heraus, ebenso standen A. O. Binse und d« bedeutendste Tageskritiker Batten-Hansen auf feiten der norwegischen Arbeiterschaft. Dinjes' Werke, Verse im Dialekte, sind im Auslande leider nicht bekannt. Pins« war auch Lehrer an der Schule, wo Ibsen wirkte. Später besuchten auch B j ö r n s o n un? Jonas L i e, allerdings nur sporodilch, diese Schule. Es ist aber eine Tatsache, daß alle norwegischen Dichter des 19. Jahrhunderts mehr oder weniger mit der Arbeiterbewegung einen Kontakt hatten. Am interessantesten dürfte ober Ibsens Inniger Kontakt mit dem ersten wirklichen Volksaufstande der arbeitenden Klasse— Handwerker und Bauern— unseres Landes sein. Die Wirkung dieses Aufstandes war ein neues Landaesetz— das keine erhebliche Verbesserung brachte—»nd die Forderung des allgemeinen Wahl- rechts.. Allerdings waren, noch fünfzig Jahre nötige ehe es dazu kam. Vor kurze Kock vor KVO tzechren. Daß es nichts Neues unter der Sonne gibt, selbst n�nn das R«u« mit noch so großem Nach- druck als nach nie dagewesen gepriesen wird, ergibt sich aus einer kulturhistorischen Notiz in dem Märzheft der Zeitschrist„Die Berg- stadt'. Man erfährt daraus, daß zu Beginn des 14 Jahrhunderts die Röcke in bedenklicher Weise kürzer,' die Dessau» sichtbar zu werden begannen und daß die.Aufregung und Entrüstung damals nicht geringer war. als vPlfach jetzt, obwohl cs sich damals um die Röcke der— Männer handelte.„In jenen Tagen', heißt es in der Mainzer Chronik,„ging die Torheit d« Menschen so weit. daß di« jüngeren Männer so kurze Röcke trugen, daß sie weder vorn noch hinten(der Cl)ronist drückt sich weit derber aus) richtig bedeckt waren. Mußte sich jemand bücken, so sah man....(wieder folgt«in derber Ausdruck, den wir lieber nicht wiedergeben). O. weich unglaubliche Schande!' lind die Ensisheimer Chronik Nagt im Hinblick aus di« kurzen Röcke der Männer:..Also ging man vor Kaiser, König, Fürsten und Herren und vor ehrbaren Frauen. und es ging so schandbar her, daß es Gott leid war.' Ihr sekun- diert der Bersosser der großen Chronik von St. Denis, der den Verlust der Schlacht von Cräcy al» Folg« des göttlichen Zornes über die unanständigen kurzen Röcke der französischen Männer auffaßt und den Untergang de» Reiches prophezeit, wenn die Söhne nicht noch in letzter Stund« zu den frommen Sittel der Bäter zurückkehren. ,I1ie einen trugen so kurze Gewänder.' schreibt er.„daß sie, wenn sie sich bücken mußten, denen, di« hinter ihnen standen, die Hosen und was darunter zeigten'. Wie angenehm für Sie wenn Sie Ihren Schriftwechsel auf der vorzüglichen Mercedes Modell 5 schnell und bequem eriedigen können! Mercedes bic Deutsches Theater Norden 12310 Abonnementsbüro: Norden 10338-39, 814 Uhr, Ende 10 U. Zum 54. Mal Vorletzte Aufführg. Zwölftausend Freitag, d. 14., 72 U. Zum 1. Male Pygmalion Kammerspiele Norden 12310 81, U., Ende nach 10 Zum 88. Mal Finden Sie, daß om Constance sich richtig Verlang Sie Druckschrift 3928 u. unverbindl. Vorführg. 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Die Unternehmer hätten lediglich ungeheure Kapitalien in die Betriebe hineingesteckt, ohne den geringsten Nutzen davon zu haben. Während die meisten Artikelschreiber nur allgemein diese Behauptung aufstellen, führt Bergwerksdirektor Ruffel im „Hannoverschen Kurier" vom 29. März ein konkretes Beispiel an. Die Schachtanloge hat eine Förderung von 2099 Tonnen tag- lich. Um diese Förderung zu erreichen, waren 1914 2196 Arbeiter beschäftigt, die 112 Maschinen anwandten, 1927 nur noch 1666 Ar- bciter, die 698 Maschinen benutzten. Wie hat diese Veränderung nun auf die Lohnkostcn gewirkt? Die reinen Lohnkosten für die 2999 Tonnen haben 1914 bei einem Durchschnittslohn von 5,69 M. 11 793,69 M., 1927 bei einem Durchschnittslohn von 8,29 M. 13 661,29 M. betrogen. Der Durchschnitts- lohn i st also um 46,4 P r o z.— immer nach weniger als die Teuerung seitdem—, die Lohnkosten sind aber nur um 15,4 Pro;, gestiegen. Noch krasser ist der Unterschied bei der Kohlengewinnung. Hier waren 1914 1958 und 1927 814 Arbeiter tätig. Die Lohn- summe hat bei einem Schichwerdienst von 6H9 M. in 1914 6877 M., bei einem Schichtverdienst in 1927 von 9,39 M. 7579,20 M. betragen. Der Schichtverdienst ist hier demnach um 43 Proz., die Lohnkostcn sind aber nur um 10 Proz. gestiegen. Der Schichtförderanteil der Hauer ist um 34 Proz. gestiegen gegenüber 1913. Für die Mechanisierung über Tage führt Herr Ruffel folgendes Beispiel an: Für 2999 Tonnen Tagesförderung war früher eine Kesselanlag« von etwa 30 Torn wallkesseln mit einer Bedienungsmannschaft von mindestens 65 Personen vorhanden. Heute wird die gleiche Dampsmcirge mit vier Röhrenkesseln und 18 Mann Bedienung erzeugt. Gespart sind also 47 Mann. Der Schichtlohn dieser Arbeiter beträgt im Durchschnitt ungefähr 7,50 M.: 47 mal 7,59 mal 300 sind 105 750 M. Dieser Betrag wird allein an Löhnen gespart. Herr Rüssel sagt in seinem Artikel, das wirtschaftliche Ergebnis hänge von den Anlagekosten ab. Cr ver- schweigt sie aber. Wir glauben nicht, fehl zu gehen, wenn wir die Kosten für die angeführte Kesselanlage mit 599 990 M. annehmen. Bei einer Verzinsung von 19 Proz. ist das eine Nettoerspar- nis allein an den Löhnen von 55 759 M. Herr Bergwerksdirsktor Rüssel schreibt in dem Artikel weiter: „Bei der Grubenunterhaltung, die mich ihrer Eigenart die Verwendung von Maschinen ausschließt, ist es hauptsächlich die .Konzentrierung des Abbaues und die entsprechende Verminderung der Grubenstrecken sowie die Zunahme des Streckenausbaues durch Eisen und Stein, die hier eine Verminderung der Arbeiterzahl er- möglicht hat." Verkürzung der Strecken bringt nicht nur Verringe- rung der Arbeiterzahl, sondern auch erhebliche Ersparnis an Material. Diese Beispiele von noch kaum ausgeglichener Teuerung w der Lohnhöhe und dem relativen Abrücken der Lohnsummen zeigen deutlich, wie der Nutzen der Rationalisierung in der Tat den Unter nehmern verblieb. Das ist auch nicht anders möglich und wird durch die günstigen Geschäftsabschlüsse der Bergwerksgesellschasten nur bestätigt. ».preußag�-Erzählungen im Dergarbeiterkampf. Kürzlich hat der preußische Handelsminister Dr. Schreiber über Rentabilität und Sozialpolitik in den preußischen Staatszechen einige Bemerkungen gemacht, die die Rentabilität in den Staats- zechen als nicht besonders günstig erscheinen ließen. Die feder- führende Presse des privaten Zechenkapitals hat prompt diese Bc- inertungen gegen die Forderungen der Bergarbeiter ausgenützt und insbesondere auch den letzten Jahresabschluß der Preußischen Berg- werks- und Hütien-A.-G.(Preußag) als Beweis für die Zahlungs- Unfähigkeit des Ruhrbergbaus benutzt, lftun ist es interessant, daß die Preußag ihre Zechen in Oberschlesien bzw. Niedersachscn hat, nicht aber eigenllich im Ruhrgebiet, dessen Rentabilität gegen- wärtig allein zur Diskussion steht. Der uns jetzt vorliegende Ab- schluß der Preußag zeigt aber darüber hinaus, daß die Preußische Bergwerks- und Hütten-A.-G. das Jahr 1927 verhältnismäßig sehr günstig abgeschlossen hat. Der Gewinn aus den Betrieben und Beteiligungen hat sich im Jahre 1927 gegenüber dem Vorjahr von. 15, 99 auf 20,99 Millionen, also um rund 30 Prozent erhöht. Die Abschrei- Hungen konnten von 7,67 auf 11,91 Millionen erhöht werden. Ver- schiedene Rückstellungen werden statt mit 0,62 mtt 1,03 Millionen ausgewiesen, der Reingewinn ist von 6,05 auf 7,78 Millionen gestiegen, und der preußische Staat erhäll daraus ein« Ausfchüt- tunz von 5 gegenüber 4 Millionen hn Vorjahr«, was bei einem Kapital von 199 Millionen Mark einer Erhöhung der Divi- den de um 1 Proz. entspricht. Die Preußag erhöht also ihr« Dividende, während die Zechengesellschasten an der Ruhr aus»man« gelnder Rentabilität" teilweise ihre Dividenden glauben herab» setzen zu müssen. Nun hat die Preußag neben den Zechen noch allerlei andere Bergwerke, Hütten- und Fabrikanlagen. Die Zechen bilden aber den Hauptbesitz. Diese Zechen haben nun nach dem Geschäftsbericht, abgesehen von der Bergtnspektion Borsinghausen, sich durchaus ren. tiert, und zwar, obwohl es sich nach den sehr markanten Sätzen des Geschäftsberichts für 1926 durchweg um minderwertige, überalterte Anlagen handelt, bei denen z. B. auf einer über 149 Jahre alten Grub« auf sieben Sohlen abgebaut wird. Gerade dos Beispiel der Preußag-Zechen ist daher geeignet, die zweifelsfreie Rentabili- tät der Ruhrzechen noch zu unterstreichen, die unter unvergleichlich viel günstigeren Abbaubedingungen bei einer viet weiter getriebenen Konzentration und Rationalisierung heut« wirt- schaften können. Im übrigen scheinen bei der Preußag merkwürdig« Auf- f a s s u n g e n von der für ein öffentliches Großunternehmen gc- botenen Pflicht zur Publizität eingezogen zu sein. Wir sind nicht der Meinung, daß unter allen Umständen die L ä n g« des Ge- fchäftsberichts auch schon eine Garantie für eine vernünftige Ge- schäftsführung darstellt Aber es muß doch sehr bedenklich stimmen, daß die Verwaltung der Preußag in langen Aussührungen über die sozialpolitisch« Belastung des Bergbaus in die Kerbe des privaten Zechenkapitals zu schlagen bemüht ist, im übrigen aber ihre 2 3 Seiten umfassend« Berichterstattung des Jahres 1926 dieses Mal auf runde 6 Seiten zusammengestrichen hat. Statt 129 Zeilen im Vorjahr unterrichten jetzt ganze 3 Zeiten(1) über die Verhällnisse in der Bergwerksdirektion Hindenburg. Ueber die Hüttenämter Gleiwitz und Malapane berichten 4 Zellen gegenüber rund 59 Zellen im Lorjahr. Förderziffern und Produktionsziffern fehlen überhaupt: der Entwicklung des Förder- und Produkttons- anteils der Belegschaften, die für 1926 noch sehr ausführlich dar- gestellt worden ist, wird kein« einzige Zeile gewidmet. Bei der privaten Harpener B« rg b a u- A-.G.. die in der publi- zistischen Scharftnacherei vorangegangen ist. hat man ja auch die wichtigsten Ziffern unterschlagen, und es ist in hohem Maß« be- dauerlich, daß man hier eine Ueberemstirmnung mit der Preußag feststellen muß. Ebenso sind für dos vergangene Jahr im Gegensatz zu früher die Umsatzziffern verschwiegen. Größere Gewinne als im Vorjahre, eine günstigere Bilanz dazu im unpassendsten Augenblick und unter unangenehm verdächtigen Umständen eine derartige Einschränkung der Publizität: das macht die Absicht nicht unwahrscheinlich, in prononzierter Form von einer großen Staotsunternehmung aus dem privaten Zechentapital eine willkommene Hllfsstellung geben zu wollen. Wir glauben, daß 5>err Minister Dr. Schreiber sich die Umstände, die zu dieser ausfälligen Einschränkung der Berichterstat- hing geführt haben, einmal ansehen sollt«. Endlich starke Belebung des Arbelismarkts. Im LandesarbeitSamt Brandenburg 18600 LlnterstüHte weniger. Länger als sonst hat es in diesem Jahre gedauert, bis das Frühjahr dem Arbeits markt die gewohnte Enllastung brachte. Sie ist in erfreulich starker Weise auf Ostern zu endlich erfolgt. Das Landesarbeitsamt Brandenburg schreibt dazu: Die Gesamtlage des Arbeitsmarktes zeigt nach einem Stillstand in den letzten Wochen nunmehr eine recht erhebliche Aus- wärtsbewegung. Dies kommt sowohl in der gesteigerten Vermittlungstätigkeit wie auch in der Abnahme der Arbeitsuchenden und der Abnahme der Unterstützungsbezieher zum Ausdruck. Bei den .Hauptunterstützungsempfängern ist allein ein Rückgang von rund 18 599 Personen zu verzeichnen. In der Hauptsach« ist dies mit auf die verstärkte Aufnahme von Bau-, Außen arbeiten sowie von Straßen- und Wege- bauten zurückzuführen. Auch die verstärkte Inangriffnahme von Nolstandsarbeiten trug mit zur Enllastung des Arbeitsmarktes bei. Eine gewisse AufnaHmefSHigkeit zeigte die immer noch gut beschäf- tigte Metallindustrie sowie der Braunkohlenbergbau. Infolge des guten Absatzes der Ton- und Ziegelindustrie war hier auch die Verladetätigkeit sehr lebhast, was wiederum zu neuen Einstellungen in diesen Industriezweigen führt«. Gleichbleibend gut war die Konfektion, namentlich für weibliche Kräfte, beschäftigt. Die Maßschneidere! wies einen erhöhten Beschäftigungsgrad auf. In den Standorten der Textilindustrie hat sich jedoch die Zahl der Arbeitsuchenden merklich erhöht bzw. gingen die Tuchfabriken zur Kurzarbett über, da nur vereinzette Nachausträge für den Sommer getätigt wurden. Ob sich hier die Beschäfttgungs- Verhältnisse bei Eintreten wärmerer Witterung durch regere Nach- frage für Sommerwaren bessern werden, muß noch dahingestellt bleiben. Bemerkenswert ist, daß für die Wintersoison die Aufträge für die Tuchfabriken mir sehr schleppend und für spätere Liefer- termine eingehen. Im ollgemeinen klagt die Geschäftswelt über den schlechten Zahlungseingang. Hinsichtlich der Angestellten kann gesagt werden, daß diese ebensalls, wenn auch nicht in dem Maß« wie es bei den anderen Benifen der Fall ist. von der Besserung der Lage mit erfaßt worden sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß der Stand der Erwerbs- losigkeit bei den Angestellten immer noch ein verhältnismäßig sehr hoher ist. Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Per- sonen betrug in der Berichtswoche 164559(183 935), davon ent- fallen auf die Arbeitslosenunterstützung 141 921(158 465), Krisen- Unterstützung 23 538(24 579)._ Der ftasiabsah im Monat März hat mit 1.61 Millionen Doppel- Zentnern gegen 1.65 Millionen im gleichen Monat des Vorjahres eine sehr respektable Höhe beibehalten. Der Absatz im ersten Vierteljahr 1928 ist mit 5,72 Millionen Doppelzentnern Rein- kali nicht unerheblich gegenüber dem ersten Vierteljahr 1927 mit 5,38 Millionen Doppelzentnern gestiegen. Die ersten elf Mo- nate des laufenden Düngerjahres(Mai— März) zeigen eine Steige- rung gegenüber der gleichen Zeit des vorhergehenden Düngerjahrcs von 11,61 auf 12,22 Millionen Doppelzentner.— Diese Entwicklung ist recht erfreulich, zeigt sie doch, daß auch die deutsche Landwirtschaft mtt Düngerkäusen nicht zurückhält und sich von den verbrecherischen Sabotageparolen des Reichs- landbundes nicht beeinflussen läßt. Auch die. Tuchivduslrie blüht. Nach Verlusten hoher Gewinnabschluß. Die Vereinigte Märkische Tuchfabriken A.-G. Berlin hatte nach der Stillegung ihrer Luckenwalder Betriebe und der Umstellung ihres Hauptwerkes in S a g a n für 1926 einen Verlust von 293 999 M. ausgewiesen. Dieser Verlust wurde im letzten Jahr nicht nur wettgemacht, sondern ein Reingewinn von fast 499 999 M. erzielt, aus dem 7 Proz. Dividende auf das Aktienkapital von 4,6 Millionen Mark gezahlt yxrden. Darüber hinaus aber hat die Verwaltung aus dem Erlös von Lager- und Grundstücksverkäufen in Luckenwalde für 899 999 M. eine Million eigener Aktien zurückgekauft und komint mit dem überraschen- den Vorschlag, das Kapital dementsprechend von 4,6 auf 3,6 Millionen Mark zusammenzulegen. Auf diese Art hat sich die Gesellschaft natür- lich eine ganz erhebliche Reserve geschasfen, denn der Herabsetzung des Kopitals werden entsprechend hohe Abschreibungen oder Rück- stellungen folgen. Beachtenswert ist, daß sich infolge der Rationali- sierung die U n k o st e n um 29 999 M. ermäßigten, obwohl die Betriebsgewinne mtt 1,7 Millionen Mark sich beinahe ver dop- p e l t e n. Auch die Geldlage hat sich gegen das Vorjahr bedeutend gebessert, denn während Forderungen und Schulden sich in der letzten Bilanz ausglichen, stehen heute fast zwei Millionen Forde- rungen nur 9F Millionen Mark Schulden gegenüber. Da der Vorsitzende auf der Generalversammlung die augenblickliche Be- triebslage sehr günstig schilderte und Beschäftigung aus Monate hinaus vorhanden ist, ist die K ü n d i g u n g der gänzlich u n- zureichenden Lohntarif« durch die schlesischen Texiil- arbetter, zu denen auch die Saganer Belegschaften gehören, nur allzu berechtigt. Gute Entwicklung in der ostdenkschen waggonindustrie. In letzter Zeit ist die Waggon- und Maschinenfabrik Christoph u. U n m a ck A.-G. in Niesky(Oberlausig) mehrfach mtt den Fusion?- Plänen der Linke-Hofmann und Busch-Waggonwerke, Bautzen, in Zusammenhang gebracht worden. Der jetzt vorliegende Abschluß der Gesellschaft zeigt, daß das Unternehmen sich in den letzten zwei Jahren gut erholt hat und bei einer eventuellen Fusion keines- wcgs nur der nehmende Teil wäre. Obwohl die Eesellschast 1925 mit einem Verlust von fast 569 999 M. abschloß, gehört sie zu den wenigen Waggonbaimnternehmen, die ohne eine finanzielle Sanier- una sich wieder hoch arbeiteten. Daher ist die Verwaltung auch in diesem Jahre vernünftig genug, von dem bedeutend höheren Er- trage 9,5 statt 9,33 Millionen M. für Abschreibungen aus die Anlagen abzusetzen und den trotzdem noch um 59 Proz. höhe- ren Reingewinn von knapp 369 999 M. zur Auffüllung der 1925 aufgelösten Reservefonds zu verwenden, anstatt zur Zahlung einer Dividende. Daß die sehr gute Beschäftigung in den Waggon-, wie auch den Maschinen- und Baubetrieben der Gesell- schaft lausend hohe Einnahmen brachte, zeigt sich in den erheblichen Ausgaben für Erneuerung der Wcrkanlagen. So wurden im Laufe des Jahres säst 550 090 M. neu investiert, die aus laufenden Ein- nahmen„über Betrieb" bezahlt wurden. Die Belegschaft, die von 4599 bis auf 2699 im Jahre 1926 abgebaut war, Hot Ende des vorigen Jahres 3999 Mann wieder überschritten. Glanzgewinnc Bayerische Motorenwerks. Die Bayerische Motorenmerke A.-G.'in München hat im Jahre 1927 außerordentlich große Gewinne gemacht. Der Fabrikationsgewinn ist' mit 19,86 gegenüber 5,45 Millionen im Jahre 1926 fast ver- doppelt, der Reingewinn mit 1,91 gegen 9,72 Millionen fast verdreifacht. Aus das mit 19 Millionen Mark jetzt verdoppelte Aktienkapital wird nicht nur die gleiche, sondern noch eine um 2 auf 14 Proz. erhöhte Dividende verteill. Das neue Geschäftsjahr wurde mit einem wesentlich vergrößerten Auftrags- bestand begonnen. Nordsee-Wersltrust verzichtet aus Dividende. In der Aufsichts- ratssitzung der Deutschen Schiffs- und Maschinenbau A k l.- G e s. in Bremen(Deschimag) wurde beschlossen, für 1927 keine Dividende vorzuschlagen. Bevor Geschäftsbericht und Bilanz veröffentlicht sind, läßt sich über die Lage dieses größten deutschen Werswnternehmens noch nichts Abschließendes sagen. Die jetzt be- kanntgegebenen Ziffern zeigen aber bereits, daß die Betriebs- gewinne mit 4,7 Millionen Mark um 79 Proz. höher sind als im vergangenen Jahr. Die Abschreibungen wurden von 1,7 auf'2,5 Millionen Mark heraus gesetzt. Der Abschluß ist zweifellos von der Fusionspolttik der Gesellschaft beeinflußt, die seit 1926 in Hamburg, Bremen und an der Ostseeküste sieben andere Wersten aufgesogen hat. In den hohen Abschreibungen ist allem Anschein nach schon die Stillegung des Stcttiner Vulkan miteinbe- griffen, die im Laufe der nächsten Monate durchgeführt werden soll. Die neue 25-7NillioneN'Anlelhe der Stadl Berlin, die für fünf Jahre zunächst in der Form von fünfprozentigen Goldschatz- a n w e i s u n g e n aus den Markt komint. soll vom 13- b i s 19. April öffentlich zur Zeichnung aufgelegt werden. Die 25 Mit- lionen sind ein Teilbetrag einer größeren in dieser Form beabsichtig- ten Anleihe von 59 Millionen Mark, die bekanntlich ein Bank- konsortium so lange aus dem Kapitalmarkt beschaffen will, bis der Umtausch in Berliner Kommunalobligattonen zu günstigeren Zins- bedingungen möglich fein wird. Wie gemeldet wird, war die Frankfurter Schatzanweisungsaiileihe, die der Berliner als Muster gedient hat, ein g r o ß e r E r s o l g. Die Zeichnung muhte vorzettig geschlossen werden: trotzdem ist die Ueberzeichnung so stark. daß die Zuteilung rationiert werden muß. Die Schweiz, Holland und England haben besonders stark gekaust, ein Zeichen. wie groß das ausländische Vertrauen in deutsche Kommunal- anleihen ist. Erhöhung der ftohieupreise in Polen. Für Polen soll am 16. April eine Erhöhung der Kohlenpreise um 19 Prozent in Kraft treten. Die polnische Kohlenindustrie hatte eine Preiserhöhung um 29 Prozent verlangt und ihre Forderung mit den Verlustpreisen begründet, die— ähnlich wie für Deutschland— auf dem Weltmarkt unvermeidlich seien. Lieferungen für die Eisenbahn und den Bedarf des Militärfiskus müssen zu den alten Preisen er- folgen, ferner wurde zur Bedingung gemacht, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter nicht verringert werden darf und daß, besonders im Export nach Skandinavien, wo die polnische mit der englischen Kohle zusammentrifft, die gegenseittge Konkurrenz der polnischen Zechen ausgeschaltet werden muß. Für Kinder nur Chlorodont Ein Urteil von Vielen:....... Jung gewohnt ist alt getan! So heißt's im Sprichwort und so bin ick auch mit Ihrer Chlorodont- Zahnpaste gefahren. Als Knabe kaufte mir die Mutter schon immer obige Paste und ich weiß midi kaum jemals zu erinnern, eine andere gebraucht zu haben.— Nun möchte ick auch gern von Ihren anderen Präparaten die Überzeugung gewinnen, daß sie an Güte gleich Ihrer Chlorodont-Zahnpaste sind........ Wenn ich einige Worte dazu schrieb, so sollte es keine Schmeichelei sein, sondern lediglich nur das zum Ausdrude gebracht werden, was der Wahrheit entspricht......." H.. Ddn., J. Matthay.(Originalbrief bei unserem Notar hinterlegt)— überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf., große Tube 1 Mlc, Chlorodont- Zahnbürste 1.25 Mk, für Kinder 70 Pf. Kinder- Gesdienk- Karton 1.60 Mk, enthaltend: 1 kleine Tube Zahnpaste, 1 Kinder-Zahnbürste, 1 Kinder-Mundspülßlas, Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsstellen. Man verlange nur eckt Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück. Das tägliche Schlachtfeld. Schutz der Arbeit aller Länder! Im Jahre 1923 verunglückten in Frankreich 2082 Urbeiter tödlich, in England 3302 Arbeiter, Deutschland erlebte im Jahre 1925 insgesamt 5285 Todesfälle auf dem Schlachtfelde der Arbeit. Die Bereinigten Staaten schäzen die Zahl ihrer töd lichen Arbeitsunfälle auf 20 000 bis 25,000 jährlich. Rund hundertmal so groß ist die Zahl der Arbeitsunfälle, die nicht tödlich verlaufen. Den oben angeführten Todesfällen standen gleich zeitig in Frankreich 777 975, in England 480 035, in Deutschland 652 837 gemeldete Arbeitsunfälle gegenüber. Biele führten zu dauernden Berstümmelungen. Unmeßbar ist der Kummer und das Leid, die durch diese Arbeitsunfälle in den Arbeiterfamilien hervorgerufen wurden. Aber nicht mur die seelischen Folgen, auch die materiellen sind verheerend. In einer Schrift des Internationalen Arbeitsamts wird mitgeteilt, daß man die Leistungen für die obligatorische Unfallversicherung im Durchschnitt auf 1 bis 2 Proz. der Löhne beziffert. In Deutschland wurden im Jahre 1926 von den gemerblichen und landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften 317,7 Millionen Mark für die Unfallentschädigung ausgegeben, eine amtliche englische Schäzung kommt für das Jahr 1925 auf über 12 Millionen Pfund Sterling. Für die Vereinigten Staaten von Amerifa wird der jährliche Berlust an Arbeitszeit bei einer Be rechnungsweise, die einen Todesfall 6000 Arbeitstage gleichsetzt, auf 40 Millionen Arbeitswochen geschätzt. Abgesehen von einer internationalen Berpflichtung zum Ausbau der Unfallstatistik und zum Austausch von Infor mationen über die zweckmäßigste Unfallbekämpfung schlägt das Arbeitsamt vor, die automatische Ruppelung von Eisenbahnwagen in aller Ländern einzuführen. Während in Europa jährlich Hunderte von Arbeitern beim Ruppeln von Eisenbahnwagen ihr Leben verlieren und Taufende schwer verletzt werden, So waren 1886 in Leipzig bei 269 Lithographen 230 Lehrlinge und bei 399 Steindrudern 186 Lehrlinge. Der Organisation ist es gelungen, auch hierin Mandel zu fchaffen. Welche Bedeutung der Verband dem Lehrlingswesen, besser gesagt, den Lehrlingen als fünftigen Berufskollegen beilegte, geht schon daraus hervor, daß er vor 20 Jahren bereits für seine Lehrlingsabteilung die Graphische Jugend" schuf. „ Es geht heute nicht mehr nur um Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, sondern vor allen Dingen um Anerkennung der Arbeitertlaffe als gleichberechtigten Fattor bei allen Entscheidungen." Auch auf diesem Gebiete will die ,, Graphische Presse" samt der Graphischen Jugend" Wegweiser sein. haben Nordamerika, Japan, Indien und einige andere Länder mit Lohnerhöhung für fächsische Gemeindearbeiter. der automatischen Kuppelung gute Erfahrungen gemacht. International soll weiter für schwere Frachtstücke eine Gewichtsbezeichnung in Kilo und Zentnern, deutlich sichtbar für den Arbeiter, der das Kolli zu behandeln hat, eingeführt werden. Für Kolli und Säcke, die getragen werden müssen, schlägt man ein internationales Höchstgewicht vor, und zwar von 75 Kilo per Stück. Auch der Schuß der mit dem Laden und Entladen von Schiffen beschäftigten Arbeiter scheint dem JAA. für eine internationale Regelung reif zu sein. Weiter wird verlangt, das schon lange diskutierte Problem, den Handels= verfehr mit Maschinen ohne die vorgeschriebenen Schutz vorrichtungen in allen Ländern zu untersagen. Jahr noch keinen endgültigen Beschluß über die internationale Die Arbeitskonferenz tann geschäftsordnungsmäßig in diesem Unfallverhütung fassen, ihre Aufgabe ist, zu beschließen, ob den Diese Zahlen machen es zu einer gebieterischen sittlichen Regierungen ein Fragebogen zugesandt wird, in dem sie sich über die Zweckmäßigkeit einer internationalen Bekämpfung der gePflicht der Menschheit, alles für eine Befriedung der Arbeit, für die Verhütung der gewerblichen Unfälle einzusetzen. Bis- werblichen Unfälle im allgemeinen und einer internationalen Rege her ist die Unfallverhütung faft durchweg durch die nationale Ge- lung der oben, genannten Sonderprobleme äußern follen. Eine spätere Arbeitskonferenz wird dann auf Grund der eingegangenen setzgebung recht und schlecht geregelt worden. Erst auf der kommen Antworten weitere Beschlüsse zu fassen haben. den Arbeitskonferenz im Mai wird endlich auch einmal die Möglichkeit internationaler Unfallbefämpfung praktisch behandelt werden. Ein 300 Seiten langer Bericht des Internationalen Arbeitsamtes ist den Beratungen dieser Konferenz vorausgeschickt worden. Er fommt zu dem Schluß, daß die Unfallbekämpfung in der Hauptsache nach wie vor sich im nationalen Rahmen abspielen wird, daß aber gewisse Einzelprobleme für die internationale Regelung reif sind. Deutschnationale Landarbeiterfreunde. Wie sie die Heiligkeit der Ehe schützen. Einer der landwirtschaftlichen Unternehmer, die durch ihr Tun die Aufmerksamkeit der Deffentlichkeit immer wieder auf sich lenken, ist der Rittergutsbesitzer und deutschnationale Abgeord= nete des preußischen Landtages v. d. Osten- Warnih. Hier aus einen bon ihm aufgestellten Arbeitsvertrag ein Baffus, der diesen Deutschnationalen charakterisiert. Der Paragraph 5 lautet: Nicht auf dem Gute arbeitende Familienangehörige oder nicht zur Familie gehörige Personen dürfen in die vom Guf geftellte Wohnung nur mit besonderer schriftlicher Genehmigung der Gutsherrschaft aufgenommen werden. Zuwiderhandlung gegen diese Bestimmung berechtigen die Gutsherrschaft zur fofortigen Aufhebung des beitsvertrages. Für diefen Fall ist.... verpflichtet, die von ihm innegehabte Gutswohnung binnen acht Tagen zu räumen." Nach diesen Bestimmungen befigt der Landarbeiter, der eine zum Gute Warnis gehörende Berfwohnung bewohnt, nicht das Recht, über die Wohnung zu bestimmen. Bestimmen darf einzig und allein die Gutsverwaltung. Durch die Vorschrift in dem Arbeitsvertrag, daß die auf dem Gute nicht beschäftigten Familienangehörigen im Besitze einer schriftlichen Wohngenehmigung sein müssen, hat es die Gutsverwaltung fogar in der Hand, die Absichten und Pläne der Familienangehörigen maßgebend zu beeinflussen. Die Familienangehörigen haben nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder sie stellen sich der Gutsverwaltung zur Verfügung, dann dürfen sie die Wohnung der Familie benußen, oder aber sie tun dies nicht, dann laufen fie Gefahr, von ihrer Familie rücksichtslos getrennt zu werden. Das hindert Herrn v. d. Often allerdings nicht, sich bei jeder Gelegenheit als Hüter und Schüßer des deutschen Familienlebens aufzuspielen. Die Schlußbestimmungen des zitierten Paragraphen find besonders beachtenswert. Hier offenbart fich die ganze Herzlosigkeit, zu der ein deutscher Agrarier fähig ist. Verbandstag der Poliere. Ausbau der Organisation. Hamburg, 10. April.( Eigenbericht.) Der Polier, Wert und Schachtmeisterverband für das Baugewerbe Deutschlands hat dieser Tage in Ham burg seinen 13. ordentlichen Verbandstag abgehalten. Der Bundestag war von 60 Delegierten aus allen Zeilen des Reiches befucht. Aus dem Geschäftsbericht ist hervorzuheben, daß die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe in den beiden letzten Jahren zwar etwas zurückgegangen, aber immer noch start ist. Trotz des verhältnismäßig guten Baujahres 1927 ist die Wohnungsnot nicht gemindert worden. Die Tatsache, daß bis heute von den Regierungen des Reiches und der Länder weder ein fester Bauetat aufgestellt noch die notwendigen Mittel aus den Erträgnissen der Hauszinssteuer bereitgestellt sind, läßt den Schluß zu, daß die herrschende Wohnungsnot und die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe ohne durch greifende baldige Maßnahmen der Regierungsstellen noch Jahre andouern werden. Dem Bunde gehörten am Schluß der Berichtszeit 389 Bezirksvereine mit 13 340 Mitgliedern an. Die Unter ftügungseinrichtungen und der Rechtsschutz des Bundes fanden leb hafte Inanspruchnahme. In die Debatte griff auch der Vertreter des AfA- Bundes, Stehr, ein; er bedauerte, daß die Differenzen zwischen dem Baugewerksbund und dem Bolierbund in die STAATL NaOrfiches Mineralwasser FACHINGEN altbewährt bei Stoffwechsel krankheiten ( Gicht, Diabetes, Fettsucht, Blutarmut und Rachitis) Fachinger Versandstelle, Berlin SW. 11, Schöneberger Str. 16a. T. Lützow 8260/61 Die Lohnbewegung der sächsischen Gemeindes arbeiter ist beendet. Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der sächsischen Gemeinden hatten eine Erhöhung der Lohnfäße der Gelernten um 8 Pf., der Angelernten und Ungelernten um je 7 Bf., der Facharbeiterinnen um 6 und der ungelernten Arbeiterinnen um 5 Pf. gebracht und zwar gleichmäßig in allen Ortslassen. Bei der Abstimmung haben sich 11 758 Mitglieder für die Annahme und 4763 dagegen entschieden. Das Verhandlungsergebnis gilt damit als angenommen. Kohlenarbeiterffreif in Gibraltar beigelegt. London, 10. April. Der Streit der Kohlenarbeiter in Gibraltar ist beigelegt Januar begonnen, als die Kohlenhändler eine Herabsetzung der und die Arbeit wieder aufgenommen worden. Der Streit hatte im Löhne vom 1. Februar ankündigten. 2. Allgemeiner Berband der Deutschen Bankangestellten, Ortsgruppe Berlin. Mitgliederversammlung am Donnerstag, 12. April, 18 Uhr, in den Gophien Gälen, Sophienste. 17-18. Tagesordnung: Unfere Stellungnahme aum Schiedsspruch. Referenten: Kollegen Marg und Emonts. Freie Aussprache. 8b. Mitglieder der Fachgruppe Metall sämtlicher Sektionen. Donners tag, 12. April, 19% Uhr, Nordischer Hof, Invalidenste. 126, gegenüber Stettiner Bahnhof, Fachgruppenmitgliederversammlung. 1.„ Die Gehälter und die Gewinne der Metallindustrie." Referent Dr. Kreyßig vom Afu- Bundesvorstand. Tarifangelegenheiten. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir bestimmt das Erscheinen aller Mitglieber. Die Ortsverwaltung. Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Heute, Mittwoch, 19½ Uhr, tagen die Gruppen: Weißensee: Gruppenheim Parkstr. 36. Heiterer Abend. Hosea mann erfreut die Gruppe. Bentrum: Jugendheim Zehdenider Str. 24-25. Reihenvortrag:" Führer der Arbeiterbewegung Friedrich Ebert." NordOfterfahrt." Banmschulenweg: Jugendheim Baumschulenweg, Ernfifte. 16. Plauderabend: Unsere Osterfahrterlebnisse." Süden, Südwesten: Gruppenheim Städt, Jugendheim, Nordstr. 11( Fabrikgebäude). Lefeabend: Die Arbeit in der Dichtung." Rentölln: Jugendheim Bergstr. 29( Sof). Einführungsund Werbeabend. Jugendveranstaltung in der Kulturabteilung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienstraße, um 19 Uhr. Es sind infolgedessen auch in diesem Falle die Regierungen der einzelnen Staaten, von deren Haltung alles abhängt. Ihre Zusammensetzung ist letzten Endes maßgebend dafür, wie die Gesund heit und das Leben der Arbeiter geschützt werden sollen. und da diese Busammensetzung wiederum von den Ergebnissen der Wahlen abhängt, bestimmt schließlich die Wählerschaft selbst ihr ring: Jugendheim Eberswalder Str. 10, Zimmer 12. Ein Rüdblid auf unsere fozialpolitisches Schicksal. 5. Kreis Friedrichshain Großc öffentl. Wählerkundgebung Heute Mittwoch, 11. April, 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain Die Sozialdemokratie und die kommenden Wahlen Referenten: Rudolf Hilferding, M.d.R., Franz Künstler, M.d.R. Clara Bohm- Schuch, M.d R. Aufführung d. sozialdemokratisch.Wahlfilms ,, Dein Schicksal Das Musik- und Tambourkorps des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold Friedrichshain und der Männerchor Friedrichshain, haben ihre Mitwirkung zugesagt Deffentlichkeit getragen worden seien und sprach die Hoffnung auf balbige Ausgleichung der Differenzen aus. Die neu eingerichtete Berufstrantentasse der Boliere, Bert- und Schachtmeister fand die Genehmigung des Bundestages. Ebenso wurde die Rranten und Erwerbstofenunter stützung wieder in voller fagungsgemäßer Höhe festgesetzt und die Alters und Invalidenunterstützung so aufgebaut, daß Mitgliedern, die nach Bollendung des 55. Lebensjahres Angestellten, Invaliden oder Unfallrente beziehen und im Bunde mindestens 120 Monatsbeiträge bezahlt haben, eine monatliche Unterstügung erhalten. Die Einteilung des Bundes in Bezirke wurde neu geregelt. wieder gewählt. Bergerig und Schulte- Braunschweig sind Der bisherige Bundesvorstand wurde einstimmig wiederum Borsitzende. Die Bundestage sollen in Zukunft nicht mehr alle 2, sondern alle 3 Jahre abgehalten werden. Als nächster Tagungsort wurde Dortmund gewählt. Unternehmerwünsche. Die Bauarbeiter sollen 10 Stunden arbeiten. mertstammer Köln mit Hilfe des Regierungspräsidenten auf Zehnstündige Arbeitszeit versucht die Hand dem Verordnungswege, vor allem für die Zimmerer, Dachdecker, Maurer und Klempner zu erreichen. Die Handwertstammer Aachen will die Lehrzeit für das Mezgerhandwerk von 3 auf 3½ Jahre und für das Schmiede- und Stellmacher- somie für das Installationsgewerbe von 3% auf 4 Jahre heraufgesezt haben. Eine entsprechende Eingabe ist an den Regierungspräsidenten von Aachen bereits gemacht worden. Tariffündigung der Lithographen. Scharfe Gegenfäße. Der Reichstarif für das Deutsche Lithographieund Steindrudgewerbe, umfassend die Berufsgruppen der Lithographen, Steindrucker, Notendrucker, Notenstecher und den photographischen Kunstdruck, ist vom Verband der Lithographen und Steindrucker als alleinigem Kontrahent auf Arbeiterseite am 31. März zum 31. Mai gekündigt worden. Neue Tarifverhand. lungen find für die Zeit vom 14. bis 16. Mai angesetzt. Bei dem scharfen Gegensatz zwischen den Anträgen der Parteien ist mit sehr heftigen Auseinandersetzungen zu rechnen. Bierzig Jahre, Graphische Preffe". Das Organ des Berbandes der Lithographen, Steinbruder und verwandter Berufe, die„ Graphische Presse", erschien zum erstenmal am 1. April 1888 und zwar erst noch als Pionier des gewerffchaftlichen Zusammenschlusses. In 1500 Exemplaren wurde das Blatt gebrudt, bei 700 Abonnenten. Der Zentralverband trat erst im Jahre 1891 ins Leben. Wenn heute die Lithographen, Steindruder, Chemigraphen, um ihre mustergültige Organisation und noch mehr um ihre Arbeitsbedingungen, vielfach beneidet werden, ſo iſt es nicht überflüssig, wenn die Graphische Preffe" in ihrem Rückblid darauf 21 hinweist, daß auch in diesem Gewerbe um die Mitte der 80er Jahre Löhne von 12 bis 15 M. wöchentlich feine Seltenheit waren und der durchschnittliche Wochenlohn 20 bis 22 M. betrug. Es gab allerdings nicht wenige andere Berufe, die eine längere als zehnstündige Arbeitszeit hatten und dabei weit niedrigere Wochenlöhne, Auch die Lehrlingszüchterei fuchte sich in dem Gewerbe breit zu machen. Jugendgruppe bes 8b. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, finden folgende Beranstaltungen statt: Often: Jugendheim der Schule Litauer Str. 18. Lichtbildervortrag: Schwarzwald- und Städtefahrt." Referent Bredow. Lichtenberg II: Jugendheim ber Schule Goßlerstr. 61. Bortrag: Unser Wollen"( Heinz Many). Webbing- Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim 5 r.). Vortrag: Wirken und Ziele des 3dA."( Otto Lamm). Neukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1-4. Bortrag: Wirken und Biele des 80A."( Kollege Diede rich). Nordwest: Realgymnasium Schleswiger Ufer 14. Vortrag: Birken und 8iele des 8d."( Erwin Bunzel). Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Unterhaltungsabend. " Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft; 6. Alingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn: Feuilleton: K. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Bormärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co., Berlin GW 6 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und unterbaltuna und Billen. Jeden Mittwoch KINDER TAG Zum Schulanfang Schulanzug aus grauem und braunem Buckskin, für 6 jährige •. • 750 Schulanzug, Sportform, für 6 bis 9 jährige. 1200 teilweise ganz gefüttert, 24, 21,-, 18, 15.für größere Knaben, 10 bis Sportanzüge 14 jährig, teilweise ganz gefüttert aus gemusterten Stoffen, je nach 1650 Ori- Kieler Anzüge Qualität und Größe, 48, 45, 38, 30, 27, 21, 18 ginal blau Melton m. kurzer oder langer Hose in besseren Qualitäten 33, 26, 21 Kieler Pyjack blau Melton, ganz gefüttert, m. Aermelstickerei, je nach Qualität u. Größe... Größe 0 von 10⁰⁰ 650 Übergangsmäntel in vielen geschmackvoll. Fassons aus Stoffen je nach Qualität u. Größe für 3jährige, 24, 18,16, 10 Windjacken a.. imprägn. 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