BERLIN Mittwoch 11. April Der Abend™ Erscheint tåglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 66 Spätausgabe des„ Vorwärts 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillegeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Posticheck konto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Gefangenenbefreiung in Moabit Ein sorgfältig vorbereiteter Plan.- Das Geständnis eines Beteiligten Flucht aus dem Sprechzimmer. Gechs Männer befreien einen Untersuchungsgefangenen. Ein unerhörter Borfall, der an Gepflogenheiten im wilden Westen Ameritas erinnert, hat sich heute im Moabiter& riminalgericht zugetragen. Gegen 10 Uhr drangen etwa sechs mit Revolvera bewaffnete Männer in das Sprechzimmer des Untersuchungsrichters am Reichsgericht, des Landgerichtsdirektors Vogt, und befreiten den Untersuchungsgefangenen Otto Braun. Einer von den Männern ist verhaftet worden. Braun ift entkommen. Seit dem 26. April v. J. befindet sich der Kommunist Otto Braun in Untersuchungshaft. Die Anflage lautet auf Hochperrat. Der Prozeß sollte am 4. Mai vor dem Reichsgericht stattfinden. Otto Braun wurde zur Laft gelegt, die Leitung eines militärischen Nachrichtenbureaus und militärische Ausbildungskurse, Waffenschiebungen und Waffentauf in Thüringen. Mit ihm find se ch s meitere Kommunisten angeflagt, von denen noch einer, Semmelmann, in haft fitzt. Unter den sechs Angeklagten befindet sich auch Otto Brauns Freundin, die 20jährige Olga Benario. Der Gefangene erheilt alle 14 Tage Sprecherlaubnis mit seiner Freundin Olga Benario. So war auch heute für 10 Uhr eine Sprecherlaubnis gegeben. Braun wurde wie gewöhnlich aus dem Untersuchungsgefängnis durch einen Gang zum Sprechzimmer des Untersuchungsrichters Bogt geleitet. Olga Benario war zur Stelle. Im Sprechzimmer selbst nahm außerdem noch der Justizobersekretär Schmidt Plaz. Im Nebenzimmer, von dem die Tür zum Gerichtstorridor führt, befand sich der Justizwachtmeister Necken. Plötzlich öffnete sich die Tür. Herein trafen fechs Männer. Sie riefen Hände hoch und züdten die Revolver auf den Juftizoberwachtmeiffer. Dieser sprang zu, versuchte einigen Männern den Revolver aus der Hand zu schlagen, erhielt aber einen Hieb mit dem Gummifnüppel ins Geficht, einen zweiten über den Kopf und fiel zu Boden. Zwei bis drei Männer stürzten über ihn her, hielten ihm die Arme fest und drückten sein Gesicht nach unten. Zu gleicher Zeit, durch das Geräusch aufmerksam gemacht, rief der Justizobersekretär Schmidt aus dem Sprechzimmer: Was heißt, Hände hoch?" In diesem Augenblick stürmten einige Männer in das Sprechzimmer, in dem sich außer dem Justizoberfekretär Schmidt der Gefangene Braun und Olga Benario befanden, sprangen auf den Juftizobersekretär zu, packten den um Hilfe Schreienden an der Gurgel, stellten ihn mit dem Geficht zur Wand. Gleich darauf stürzten die Eindringlinge zusammen mit Braun und der Benario davon. Der Justizoberfekretär Schmidt stürzte ihnen nach und schrie auf dem Korridor laut um Hilfe. Num begann wildes Rufen und Jagen. Gleich darauf ertönte auch schrilles Pfeifen. Aus allen Türen Gleich darauf ertönte auch schrilles Pfeifen. Aus allen Türen stürzten Leute herbei. Die Berfolgten gerieten bis zur Haupttreppe, hei der sich die Korridore nach links und rechts abzweigen, ließen sich von niemand halten und waren im nächsten Augenblick verschwunden. Es gelang, einen der Eindringlinge zu faffen. Er wurde von zwei Justizwachtmeistern in den Korridor zurückgeführt, in dem sich das Zimmer des Untersuchungsrichters Bogt befindet, und hier in eines der Zimmer bis zum Eintreffen der Kriminalpolizei festgesetzt. Wie verlautet, verweigert er jebe Aus. fage. Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie war der Ueberfall möglich? Die fenfationelle Gefangenenbefreiung bildet das Die Neuköllner Böhmen. Im Faltboot über den Atlantik Nach einem seit 200 Jahren bestehenden Volfsbrauch konnte man die Neuköllner Böhmen", Nachkommen der seinerzeit in Preußen angesiedelten Böhmen den Ostergang antreten sehen. Das Zimmer des Untersuchungsrichters beim Reichsgericht Bogt befindet sich im untersten Stodwert, nicht weit vom Rorridor ent fernt, der zum Hauptportal führt. Es ist üblich, Sprecherlaubnis in der Weise zu erteilen, daß die Untersuchungsgefangenen aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführt werden. Der Unterhaltung wohnt stets der Justizoberfekretär bei. Da nicht mehr als eine fremde Person anwesend sein soll, so nimmt der Justizwachtmeister stets im Nebenzimmer Platz. Bei der großen Anzahl von Sprecherlaubnissen wäre es zu umständlich, sie im Untersuchungsgefängnis felbft abzuhalten. Es fragt sich nun, ob man die Zimmer der Untersuchungsrichter nicht ein Stodwerf niedriger einrichten sollte, fie gewisserdiese Art für die Zukunft ähnliche Vorfälle unmöglich zu machen. maßen direkt an das Untersuchungsgefängnis anschließen, um auf Die andere Frage ist, ob nicht besondere Borrichtungen getroffen werden müßten, die es den Beamten in ähnlichen Fällen ermöglichten, den Justizwachtmeistern ein Zeichen zu geben, auf das hin sie alle Ausgänge schließen. In dieser Hinsicht sind gewisse Borrichtun gen getroffen. Sämtliche Justizwachtmeister sind mit Trillerpfeifen ausgerüstet. Daß dies aber nicht genügt, hat die heutige Gefangenen befreiung gezeigt. Außer den fünf bereits genannten Ausgängen gibt es noch einen weiteren zum Aktenhof, der zur Wilsnacker Straße führt. Der sogenannte„ Schwindfuchtsgang", der das neue Kriminal gerichtsgebäude mit dem alten verbindet, tommt wohl meniger in Frage, da man etwa drei Minuten braucht, um ihn zu durchschreiten. Tagesgefpräch in Moabif. Amtsgerichtspräfident, Landgeridis Strafantrag im Theaterprozek präsident und Oberstaatsanwalt find fofort benachrichtigt worden. Die Abtellung I A ift zur Stelle. Landgerichtsdirektor Bogt versucht, den Berhafteten zu vernehmen und wenigstens feinen Namen in Kampf im Mansfelder Revier fahrung zu bringen. Er verweigert jedoch auch weiter hin jede Aussage. Landgerichtsdirektor Bernau ist damit beschäftigt, feftzuftellen, ob irgendwelche Mißstände rein technischer Berichte auf der 4. Seite Ein 29jähriger Offizier der deutschen Handelsmarine, Kapitän Franz Romer, will in einem Badbeltanu den Atlantischen Dzean überqueren. Der Radiotelegraphist eines britischen Del dampfers meldet, daß er den waghalsigen Paddler etwa 500 englische Meilen von Lissabon auf hoher See gefichtet hat. Das Bild gibt den Abschied in Lissabon wieder. Die Bergehen des Entwichenen. Der befreite Kommunist Braun ist seinerzeit wegen des Ueber. falles auf den russischen Obersten Freyberg, der im Berdacht stand, mit den monarchistischen russischen Kreisen in Verbindung zu Damals wurden Dokumente geraubt. stehen, verhaftet worden. Braun war wegen diefes Ueberfalles zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Der Gefaßte gesteht schließlich. Der festgenommene Mitverschworene an dem Plan der gewaltBormittags einem eingehenden Verher unterzogen. Nach seiner famen Befreiung des politischen Gefangenen wurde im Laufe des anfänglichen hartnädigen Weigerung, eine Auskunft über fich und seine Mitbeteiligung zu geben, geftand er später ein, daß der plan feit acht Tagen forgfältig vorbereitet worden sei. Er behauptete jedoch, daß er die anderen Mitverschworenen nicht gefannt habe und daß überhaupt einer von der Persönlichkeit des anderen Kenntnis gehabt habe. Er gab dann an, daß er Karl Philipp heiße, Schlächtergeselle von Beruf und 24 Jahre alt sei. Die bei ihm gefundene Drense- Pistole will er erhalten haben. Auch die anderen seien in Drense- Pistole will er erhalten haben. Auch die anderen seien in derselben Weise ausgerüstet worden. Die Festnahme des angeblichen Karl Philipp erfolgte an der Haupttreppe im Neuen Kriminalgerichtsgebäude. Er hatte zunächst versucht, durch das Hauptportal auf die Turmstraße hinauszulaufen. Als er das Portal aber bereits verschlossen fand, wandte er sich zurück, um über die Treppe ins Innere des Gebäudes zu flüchten. Hierbei lief er den ihm bei der Berfolgung nachfeßenden Justizwachtmeistern direkt in die Arme und ließ sich, ohne irgendeinen Widerstand zu leisten, festnehmen. Bericht eines Augenzeugen. Ein Augenzeuge schildert uns seine Wahrnehmungen folgender. Art diefe Gefangenenbefreiung begünstigt haben. Dazu ist folgendes Die Schickerei am Steffiner Bahnhof men an jagen Bericht auf der 2. Seite Ich befand mich gerade unterwegs vom oberften Stockwerf des Kriminalgerichts tn die unteren Gfoifottfc» als ich laute» Rufen, Schreien und Laufen vernahm. Im ersten Augen- blich konnte man bei dem Widerhall nicht gut feststellen, aus welcher Richtung der Lärm kam. Van allen Seiten liefen Leute herbei. Die sinen stürmten die Trepp« hinauf, die anderen hinunter. Nun unterschied man genau, daß der Lärm vom untersten Korridor kommen müsse. Alles stürzte hinunter. Zum Schreien hatte sich ein schrilles Pfeifen gesellt. Da«(Bcnrze hatte vielleicht eine oder anderthalb Minuten gedauert. Entgegen kam mir»ine aufgeregte Menge. Dazwischen führten zwei iZusttzwachtmeistcr einen gut ge. kleideten blassen Menschen mit einem steifen Hut auf dem Kopf«. Im ersten Augenblick glaubte man, daß es«in flüchtiger Unter- siichungsgefangcner sein müßte. Erst allmählich wurde der Tat- bestand klar. Es handelte sich um«Inen der Kommunisten, die ihren Genossen befreit hatten. Der Unlersuchungsgefangene selbst und die anderen waren entkommen. Der Justizwachtmeister, der sich den Eindringlingen entgegen gestellt halte, kommt aus der Tür des Untersuchungsrichter» Vogt bernur. Man steht ihm feine Aufregung noch an. Sein Gesicht ist schwsißbedeckt, auf den Rosenrücken hat er eine blutend« Per« letzung, über die Wang« läuft ein« rote Schramme. Cr erzählt, wie die sechs Leute mit erhobenen Revolvern plötzlich ins Zimmer traten, ihm Schläge mit einem Gummiknüppel versetzten und zu Boden warfen. Er hatte kaum Zeit, sich die Gesichter anzusehen und würde sie auch nicht wiedererkennen. Auch der Iustizober- sekretär Schmidt ist zur Stelle. Die Männer haben ihm den Revolver direkt auf dos Gesicht gedrückt. Man sieht den roten Abdruck. Ich versuche, Näheres darüber zu erfahren, auf welche Weise Braun und seine Genossen au« dem Gebäude entkommen sind und höre, daß dep Justizwachtmeister, noch bevor die Triller- pfeifen anschlugen, bereits die Haupttür geschlossen hatte. Di« Davoneilenden hatten aber gar nicht verlucht, zur Haupttür zu gelangen. Sie holten sich sofort nach ollen Seiten verstreut. Od die anderen Portale— es kommen noch vier weitere in Betracht— beaufsichtigt und geschlossen waren, ist nicht festzustellen. Es wird behauptet, daß auf der Straß« ein Auto auf die Männer ge- wartet hätte. Maslow und Hausier. Oder der Abstieg der unentwegten Leninisten. I» den Ostertagen wurde— worüber der �Vorwärts" de- richtet hat— in Berlin der Lenin-Bund gegründet. Er um- faßt eine Anzahl von Führern und Ortsgruppen aus den Reihen ehemaliger Kommunisten, die den Moskauer Parolen nicht mehr unbedingt Folg« leisten und daher ihren eigenen, noch radikaleren Läden aufgemacht haben. Interesiant ist es nun zu sehen, wie sich dos kommunistische Zentralorgan, die.Rote Fahn«�, mit der Reu- gründung auseinandersetzt: Di« Verrät« rkonferenz beschloß die Aufstellung eigener Listen für die Reichstage- und Landtogewahlen. Am Tag« zuvor brüllt« man noch in ollen Tönen: Wir sind keine Partei. Am Tage darauf beschloß man«igen» Wahllisten, sozusagen, um zu demonstrieren, daß der Betrug da» höchste politisch» Prinzip dieses politischen Strauchrittsr- t u m s ist. da» da am Sonntag zusammengeschoben wurde. Herr Maslo« wäre sich selbst untre» geworden, wenn er nicht dem Betrug eine klein« Erpressung hinzugefügt hätte. Man nahm«ine Resolution an. in der die Kommunistische Internationale ousgesordert wird, den Maslow-Bund als sympalhisierende Organisation aufzunehmen... widrigenfalls Herr Maslow eigene Listen aufstellen werde. Eine wahchaft fürchterlich« Drohung! Herr Maslow stellt eigen« Listen auf. Na. warum soll er denn nicht... hat doch bei den letzten Reichstag« wählen der berühmte Prophet hausier auch eine Rcichstagslistc aufgestellt und fast 40 000 Stimme« daraus gesammelt. Daß die Kommunistische Partei die Angebot« de« Berräterdundes mit jenem Fußtritt beantwortet, den die Maslowsche BerrÜtergard« verdient, braucht nicht be- sonders betont zu werden. Die Leute, die hier mit dem verrückten Propheten häusser aus eine Stufe gestellt werden, waren vor wenigen Iahren noch die erste Führergarnitur der Kommunistischen Partei Deutsch- land». Unter Ihnen befinden sich Leuchten wie U r b a h n», Schalem, Ruth Fischer, Kilian und viel« andere mehr. heute schimpfen sie über die vfsiziell« Kommunistische Partei in den gleichen Tönen, in denen diese täglich die Sozialdemokratie und ihre Führer zu begeifern pflegt. Und weil sie in diesem edlen Wettstreit auch etwas leisten, gelten sie heute als Verräter, Be- trüger, politische Strauchritter und noch schöneres. Die Frage ist nur. wann werden die gegenwärtigen Führer der KPD. für die Moskauer Parolenschmiede zu oerrückten Propheten herabgesunken sein? Durch Draht und Funk. Im Schneidemühler Optantenlager sind 650 Deutsche aus dem Memellande, die. meist völlig mittrlloe, das Land verlassen haben, weil eine Erhöhung der Gebühren für die Aufenthaltsbewilligung angekündigt war. Die meisten von ihnen sind Fabrikarbeiter. » Die rumänisch« Regierung oerbreitet Nachrichten, daß die An» leiheverhondlungen im Ausland» günstig fortschreiten. Dabei liegt Titulescu krank in Genf und hat überhaupt nicht oerhandeln können. Die Meldungen aus Bukarest bezwecken lediglich, das Weiterbestehen der liberalen Regierung als notwendig erscheinen zu lassen. ♦ (Ein Sowjetdampfer lief de» Sturme« wegen einen spanischen Hafen an. Der Mannschaft wurde verboten, an Land zu gehen und von der Hafenpolizei ei» besonderer Wachdienst«ingerichtet, um die Ansteckung durch den Kommunismus zu verhindern. » Die Primärwahlen in Chikago endeten mit einer Niederlage des bisherigen Stndtbosie» Big Bill Thompson. Ein bekannter Negeranwalt, ein politischer Gegner Thompsons, wurde von sechs Männern in einem Automobil verfolgt und von ihnen er- schössen. Einschließlich der Polizei waren etwa 25 000 Personen mit der Ueberwachung der Wahlen beschäftigt. * Die nach Amerika gesandten 5 Millionen Rubel Gold aus der sowjet russischen Staaisbonk werden wieder zurückgesandt. Di« amen. konischen Banken haben dse Annahm« schließlich dgch verweigert, da die Bank von Frankreich und die Staatsbant von Rumänien auf die herausgab« diese« Golde» mit der Begründung geklagt haben, daß dos Gold Ihnen gehöre und von der Sowjetregierung wider- rechtlich beschlagnahmt worden sei. -» In Cipcago sind seit Jahresanfang 56 Bomben geworfen worden. Die Polizei wurde schwer bewossnet. Panzerwogen fahren in der Stadt, um da» Banditentum einzuschüchtern. Die Schießerei am Bahnhof. Oer Pferdehändler Paul Beyer als Täter verhastei. Wie wir bereits heut« früh mitteilten, wurde gestern nacht der 26jährige Arbeiter Paul Faltin aus der Schiegelstraße 14 bei einer Reoolverschießerei am Stettiner Bahnhof leben»- gefährlich oerletzt. F. wurde in da» Lazarus-Krankenhau» übergeführt, wo er zurzeit noch immer ohne Bewußtsein da» niederliegt. Inzwischen ist es den Beiniihmtgen der Kriminalpolizei noch im Laufe der Nacht gelungen, den Täter in dem Pferdehändler Paul Beyer, der in der Ackerstraße 115 wohnt, zu ermitteln und zu verhaften. B., der als jähzornig bekannt ist und schon wiederholt ln Schlägereien verwickelt war, behauptete bei seiner Bcr- nchmung, in R o t w e h r gehandelt zu haben. Wie«r sogt, war er früher Mitglied eines Lruderverein». Seine Aereinsgenossen hätten ihm Rache geschworen, weil er in dem TotschlagSprozeß gegen den chändler B o r ch a r d t, der seine Frau in der Mulack- straße vor etwa IVa Jahren erschoß, zuungunsten des Angeklagten ausgesagt habe. Er trat deshalb auch aus dem Berein aus. Gestern besuchte er, immer nach seiner Darstellung, mehrere Lokal« in der Gegend des Stettiner Bahnhofes und so wurden Vereinsmitglieder auf ihn aufmerksam. Etwa dreißig Mann griffen ihn schließlich an. Als er einen Schuß fallen hörte, der seiner Meinung nach ihm galt, zog er ebenfalls einen Revolver, schoß auf seine Gegner und ergriff dann die Flucht. Den verletzten F a l t i n kennternicht. Er weiß auch nicht, cb dieser zu seinen Gegnern gehört«. Ob dies« Darstellung richtig ist, bedarf noch der weiteren Untersuchung. Beyer bleibt vorläufig in Gewahrsam. Giarkstromunglück auf einer Grube. Ein Arbeiter getötet, einer schwer verletzt. villerfeld. 11. April. heute früh kurz nach 10 Uhr ereignete sich aus der Grube Leopold ein schweres Unglück. Bei Ausbesserungsarbeiten on der Hochspannungsleitung eines Laggers wurden mehrere Arbeiter vom Starkstrom getroffen. Der Arbeiter Lorenz. Vater von drei Kindern, war sofort tot; bei einem zweiten Arbeiter ist es ungewiß, ob er mit dem Leben davonkommen wird. Da» Unglück wird darauf zurückgeführt, daß der Stark- ström zu früh eingeschaltet wurde. Sechs Rühreier und ein Zylinderhut. Die Rache des Zauberkünstlers. Eigen» für den Ostermonat hatte sich der Direktor de« Intimen Kabarett« in Kyritz einen erstklassigen Zauberkünstler, zu deutsch Illusionist, engagiert. Wenigstens war in der Reklame zu lesen, daß es ein ganz erstklassiger Künstler sei. Aber offenbar leiden auch ganz erstklassig« Künstler an übergroßer Leere im Gelddeutet. Jeden- fall war e« so bei unserem Freund Fred Jack, wie er sich nannte. denn schon am dritten Tage seine, Engagement« verlangte er von dem Direktor kategorisch einen Borschutz. Dazu war der Direktor aber nicht verpflichtet, denn noch dem Artisten-Tarifoertrag braucht er die erste Zahlung erst am 10. zu leisten. Davon abgesehen war der Direktor auch nicht in der Lage, den geforderten Vorschuh zu zahlen, denn in seiner Kasse herrschte die gleiche negative Geldfülle wie in der des Zauberkünstlers. Leider verschloß stch aber der Artist diesem sehr stichhaltigen Argument und kündigte an. daß ein furcht- bares Unglück geschehen würde, wenn der Direktor aus seiner Weigerung beharren würde. Und das Unglück geschah, denn der Direktor hatte nicht gezahll. Am Abend arbeitete Fred Jack wie üblich auf der Bühne. Seine Glanznummer bestand darin, daß er sich von dem Conferencier, den der Direktor zwecks Ersparnis der Gage selbst mimte, einen Zylinderhut reichen ließ. In diesen Hut schlug der Zauberkünstler dann vor den Augen des Publikums einige Hühnereier hinein und heraus kam ein niedlicher Osterhase. Beim näheren hinsehen entpuppte sich der Osterhase zwar als ein Kaninchen, aber das tut nichts zur Sache. Das Publikum war jedenfalls immer begeistert. und der Herr Direktor siias Eonferencier ebenfalls, denn sein Hut blieb völlig unversehrt. An diesem Tage nun ließ unser Zauber- künstler wie üblich unter vielen schönen Reden sich den Zylindcrhut vom Direktor reichen. Dann schlug er die Eier in den Hut. Aber nicht wie sonst zwei, sondern deren sechs. Und noch etwas ereignete sich. Fred Jack Halle nämlich„vergessen", den Hut des Direktors gegen einen anderen, vorher präparierten Hut zu vertauschen, wie er es sonst tat. So kam es denn, daß diesmal aus dem Hut-kein Osterhase, wohl ober eine gelbe und klebrige Masse herauskam, bestehend au« zerschlagenen Eiern, die das Haupt des Direktors in menig schöner Weise schmückte. Di« Folg« war Krach. Erst vom Publikum, dann vom Direktor und schließlich noch vor dem Variete-Schiedsgericht. hier klagte der Zauberer, weil er mit der vom Direktor ausgesprochenen fristlosen Entlassung nicht ein- verstanden war. Und der Direktor hatte Gegenklage erhoben auf Ersatz eines neuen Hutes. Das Gericht konnte sich zunächst van dem Tatbestand kein rechtes Bild machen. Einer der Beisitzer regte daher an, der Zauberer und sein ehemaliger Direktor sollten die ominöse Szene vor dem Gericht nochmals wiederholen. Davon frei- lich wollte der Direktor aus begreiflichen Gründen nichts wissen. sondern zog e« vor. einen Vergleich zu schließen. Er ging von dem Grundsatz aus, daß ein magerer Vergleich immer noch besser ist als sechs rohe Rühreier im Zylinderhut. Geschwisteriod im Starnberger See. München, 10. April. Am Ufer des Starnberger Sees, in der Nähe von Bernried, wurde» Kleidungsstück«, ein größerer Geldbetrag, Neiic- passe und ein Abschiedsbrief gefunden und die Gegenstände als Eigentum eine« 52 Jahr« alten Münchener Oberledrers und leiner äSjährigen Schwester festgestellt. Die nach Auffindung der Gegenstände sofort vorgenommene Suche im See endet« m:t der Auffindung der Leiche der Schwester, während die Leiche des Oberlehrers bis jetzt noch n'cht geborgen werden konnte. Es besteht kein Zweisel. daß die Geschwister freiwillig in den Tod geggngen sind. Was sie zu dem traurigen Entschluß getrieben chat, liegt-völlig im Dunkel. Schwejk über den Wahlkampf. Oer brave Soldat schreibt: Lieber Abend! Weil du möchtest, daß ich dir soll über die Wahlen schreiben. Da» ist ein« schwierig« Sache, wo sich unsereins bisher nur mit dem Hundehandel beschäftigt hat, was viel Zeit uild Verstand er- fordert. Man muß nämlich riesig achtgeben beim Hundehandel, weil daß sie sonst«inen krummen Bastard für eine» Rassehund einem an- drehen möchten, woraus sich so ein hundcsänger kein Gewissen macht. Mit den politischen Parteien aber ist e« ein« andere Sache. Di« nennen sich all« frank und frei nach ihren Zielen. Seitdem ich nach Deutschland übergesiedelt bin, kenn ich mich schon nimmer au«. Da hört olles auf den Namen„Volkepartei" und es tut schrecklich viel Bolksparteien tn Deutschland geben, eine deutsche und eint deutschnationol« und eine christliche, daß man dem deutschen Volk möchte gratulieren zu diesen vielen Vollsparteien. Und ich meine, daß es eine schöne Sache ist mit der D e y t s ch n a t i 0- nalen Völtspartei. Da Hab ich einmal einer Baronin ein Schoßhündchen besorgen sollen, da? sollt« ganz klein und zahm sein. Ich Hab ihr ober einen jungen Hund von sechs Wochen an- gedreht und der Blanek, was mein Freund ist, hat beschworen, daß er nimmer wachsen ttit. Wie sie ihn aber freudestrahlend Hot nach Hause genommen, ist« Hunderl immer größer geworden, daß man es förmlich Ihr auf dem Schoß hat wachsen sehen. Und schließlich hat sie einen ausgewachsenen Bullenbeißer auf den Schenkeln liegen gehabt. Der ist eines Tages wild geworden und Hot die Baronin schrecklich zugerichtet, bis man sie hat in« Krankenhau» bringen müssen. Und ich meine, daß man vorsichtig sein muß mit der Deutsch- nationalen Boltspartei, denn ob sie auch ein« Volksportei heißen tut, so könnt« sie doch mit der Zeit zu einem Bullenbeißer heran- wachsen, der dos deutsche Volk zerfleischt, und es Hot den Schaden davon. Auch die Dölkifchen sind eine sehr sympathische Partei. denn sie halten sehr auf Rasscreinheit und dulden niemanden unter sich, der jüdisches Blut in den Adent haben tut, und sei es nur von einer Urgroßmutter her. Lieber«Abend", du kannst dir denken, welch« Freud ich alter Hundehändler an solchen Prinzipien Hab, der wo von den Kötern her Bescheid weiß, wieviel es auf ein« gute Rasie und auf«inen echten Stammbaum ankommen tut. Deshalb Hab ich auch zu jedem Hund, den ich verkauft Hab. einen Extrastammbaum hinzugedichtet, und ich könnt« der Völkisch«» Partei sich«? noch große Dienste erweisen. Da Hab ich einmal einen Herrn Kohl gekannt, der furchtbare Hetzreden gegen die Juden geschwungen hat, und er hat geschrien, man müßt« dies Geschmeiß mit Feuer und Schwert.ausrotten. Und er ist jeden Sonntag in die Kirche gegangen, denn schon sein Großvater ist g«tauft gewesen, und er hat ursprünglich Kohn geheißen. Der Herr Kohl aber hat sich einen Stammbaum zugelegt, wo« ein ganzer Kohlgarten ge- w«s«n ist. Es hat darin vor lauter Kohls gewimmelt und man hat nicht«inen«inzigen Kohn finden können. Wenn«r ober ist in «ine Gesellschaft gekommen, tn der«in Jud gewesen ist, so hat der Herr Kohl die Nase gerümpft und laut gesagt:„hier stinkts nach Knoblauch!", so daß niemand hat an seiner urgennanischen Sil)- stamung zweifeln können. Ich bab aber einmal ein hundert als Schäferhund verkauft, das ist eine Kreuzung von einem Foxterrier und einer Dack«!hii»din gewesen. Aber ich Hab ihm«inen Stammbaum von leuter deuts�en Schäferhunden gemacht, und«r ist prämiiert worden auf einer Hundeausstellung als deutschester der deutschen Schäferhunde. So möcht ich mich auch dem General Üudendorff und dem Ab- geordneten Walle nützlich erweisen, wenn sie ein U'a-vssva'er Eeidenhändler Abraham Weyland oder eine jüdische Grrßmntter In ihrem Siammbaum stören tut. Derlei«ntfernt«in gewiegter Hundshändler ohne Schmerzen und Benifestörung. Und den Herren Hitler und G ö b b e l s möchte ich mich aleich» fall« empfehlen, weil daß e, mein« Spezialität ist, auch d!« uner- zozensten Hunde stubenrein zu bekommen. Und sie verrichten ihr« Bedürfnisse nur ncch auf öffentlichen Strafen und Plötzen, wie d�ß »p dem Gc-ist der Raticnalscziclistischen Freiheitepartei entspricht. Mein« stubenreinen Hunde bepissen wohl Laternenpfähle und Häuser. ecken, aber aus Frledhösen benehmen sie sich anständig und lassen Grobsteine und Edertdenkmäler in Ruhe. Und ich glaube, daß ich fvzar die Nationalsozialisten mit der Zeit so weit bri''gen möchte. weil daß da ein« geflochtene Peitsche bei tzingen Hunden Wunder wirken tut Und man könnt« e, bei ihnen auch einmal probieren. Wenn mir ncch etwas auf die Wahl einfällt, werde ich dir wieder schreiben. Dein braver Soldat »chn*" Eine Komödie der Wettkorruption „Konjunktur" von Leo Lania im Lesfingtheater. Trebitsch-Lincoln, Spion und Kapp-Ludendorft, geistig« r Generalstabschef In Deutschlands dreckigsten logen, wird Held«ine» Schieber- dramas. Die Idee, den Strolch komödienhaft und satirisch zum Hauptmann eines internationalen Schieberfchwanks zu machen, ist ein Vermögen wert. Leo Lania, der das wagt«, hat künftig um die deutsche Dramatik ebensoviel verdient wie Schiller um Wilhelm Teil und die Jungfrau von Orleans. An Courage und Gswitztheit sehlt es dem Psiffikus nicht. Doch er schreibt die Komödie einer Welttorruption! Da muß einer gescheit bis in die Fingerspitzen sein, da muh er den Kerls und den Weibern, die um dos goldene Kalb tanzen, detektivisch über- legen und hoxenmeisterlich gerissen an den Leib rücken. Nichts ist bedenklicher, als wenn der Held, der im politischen Stück mit Zepter und Krone oder Mit Milliarden und Torpedobooten spielen soll, im Grunde nur ein Konfektionsgenie bleibt. Lania stellt eine illustre Halunkengesellfchaft vor, die sich in die ökonomische Weltherrschast teilen möchte. Aber die Männlein, die dort ausmarschieren, und ihr wirklicher Anhang, sind nur von einer höchst primitiven Borniertheit oder Gemeinheit. Lania hat sie nie gesehen, er hat niemals mit ihnen gefrühstückt, er hat mit ihren Damen niemals geschlafen. Er hat sie nur ausgetüftelt. Albanien— sowie die Geschichte erzählt werden soll, kommt schon der Einwand— Albanien, der Schauplatz der Komödie, ist für Lania das Fabelland, von dem er vielleicht«in Stückchen kennt! trotzdem ist er dort nicht zuhause. Der Schauplatz seines Schwankes bedeutet für ihn nur die Parzelle eines Märchenmondreichcs. Er tastet und strauchelt, um seine Menschen dort anzusiedeln. In Albanien spukt also ein P-troleumskandal. Oel wird ge- rochen. Sofort schwindeln die französischen und italienischen Speku- lanten braven Naturburschen ihren Boden ab. Man bohrt mit internationalem Kapital. Man beulet und beutelt die Arbeiter im Namen der Humanität aus. Man sagt Weltkultur und meint britisches Imperium. In diesen Menschenmisthaufen purzelt Trebitsch-Linooln hinein. Er war«in galizischer Judensvhn aus Kolomea, er wurde der Adoptivsohn eines christlichen Bischofs, und schließlich Organisator des chinesischen Freiheitskampfes. Von den Himmelssöhnen übersiedelte er zu den Mönchen des Achos. Plötzlich taucht er als albanischer Nationalist und Anführer gegen die Welt- kapitalisten auf. Schließlich setzt er sich in weißen Diktatorhosen und klimpernden Epauletten auf den albanischen Thron. Doch er ist bereit, sich auch anders zu verkaufen. Er spekuliert zugleich mit Revolution und Reaktion. Sein letzter Streich ist der Diebstahl eines englischen Torpedoboots, da er keine Lust hegt, mit Flintenkugeln Bekanntschaft zu machen. Seine Knochen sind ihm lieber als sein« Gesinnung. Upton Sinclair hat seinen famosen Roman von der anrerikani- schen Pctroleumkorruption geschrieben. Obwohl dort jedes Detail, die Oelflecken auf dem Boden und dre Dreckslecken auf den Speku- lanten, genau stimmt, schmeckt das Buch trotzdem bogenweise nach der übelsten Kolportage. So ergeht es sogar dem Realisten, der diesen Wcltenikandai anrührt. Nun karikiert Lania von vornherein. er überspitzt und überhitzt alles, er taucht in literarisch präparierte Galle, in journalistisch gefirnisten Geist. Dann sagt man unwill- kürlich: Sieh doch, wie sich der tleine Moritz--- Der Regisseur P i»c ator typisiert alle Typen, die durch die Komödie gehen. Die Typen zeigen unverändert ihre monumentale Gegenwart. Sie wirken als Riescnpuppen, doch durch keinerlei innere Entwicklung. Sie sind nur nach außen hin charakterisiert. Wir sollen ständig die kuriose Visage dieser Petroleumrasskes sehen, ihren Spekulantengroßschnauzendialekt sollen wir hören, riechen sollen wir auch den Hautgout ihrer Weiberchen, aber wir werden verhindert, bis� an ihr seelisches Eingeweide zu gelangen. So bleiben der Dramaturg und sein Regisseur sich stilistisch getreu. Und so ge- horsam folgen die Schauspieler dem Dramatiker und dem Regisseur, daß sie meistens nur die redende Plakatsigur agieren. Frau D u r i e u x soll eine verkappte Agentin der amerikanischen Oel- interessen repräsentieren. Es gehört zu ihrer Rolle, daß sie in den Verdacht des Bolschewismus gerät. Sie darf sich nach dem Willen des Regisseurs nur aus der Affäre ziehen, indem sie faustdick und grotesk plakatiert. Sie darf nicht glitzern und schillern. Die kühle Dirtuosenintelligcnz, die sie sonst beherrscht, �zird eingedämmt. Sie soll nur Intrigantin sein, nur Tendenz ausipcien. Jedermann km Parkett weiß, woran er mit ihr ist. Rur die Partner auf der Bühne sollen taub und blind sein und keinen Augenblick das ganze Klamauk- rätsel durchschauen. So geht es auch mit den übrigen Künstlern. Curt B o i s als Trebitsch-Lincoln ist mehr Kabarettverschwörer und Spaßvogel als dramatische Figur. Und die Herren Cranach, Danegger, Kaiser und Stecke! spielen ebenso eintönig in diesem Stil. Die Fassade des Schmants blendet nur, der Dialekt und das Kostüm amüsieren, aber das Innere der Dinge und der Menschen. ihr geheimes Denken und Ihr besonderes Fühlen, all dieses Un> meßbare, dieses allein Fesselnde ist nicht zu spüren. Immerhin, das Stück, der Regisseur und die Schauspieler, si, waren interessanter als das, was wir bis jetzt bei Piscator sahen. E» waltete mehr Theater und Lebendigkeit als im vergangenen Winter. Di« Tendenz lief sich nicht tot. Der Dramatiker, der Re- gisseur und die Schauspieler experimentieren wohl noch, aber es scheint, daß sie einen Schritt weiter an jenes Theater heranrücken. das wir wünschen: an das Theater, das technisch und gedanklich mit unserer Zeit verwandt und mehr als ein blöder Unterhaltungs- schmus ist. Max II o c h d o r f. Ein achtzigjähriger Kämpfer. Seit dem 12. Lebensjahre auf dem Posten. Am 12. April vollendet der allzeit treu« Berater und Kampf- genösse der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, Wilhelm Mohs in Rahnsdorf sein achtzigste» Lebensjahr. In dem Revolution»- jähr 1848 in Berlin geboren, hat er die revolutionären Ideen diese» Jahres während seines bewegten und ereignisreichen Lebens hoch und heilig gehalten und sie durch eine emsige geistige Arbeit sozial erweitert und vertieft. Schon mit dem zwölften Iohr sandte ihn die Schule in den harten Existenzkampf. In diesem brachte er sich als Schlosser, Schreiner, Fabrikarbeiter, Zigarrenarbeiter, Schuhmacher usw. durch. Wenn man heute den Vater Mohs fragt: Was bist du denn alles gewesen, so antwortet er lächelnd: Frag' mich lieber, was bin ich nicht gewesen. Ja. selbst auf Schützenplätzen und Jahrmärlten zeig!« der körperlich sehr gewandt« Mann seine Akrobatenkünst« Ich denke immer, wenn ich den so lebendigen Erzählungen des Dater Mohs folge, an den sranzösischen Arbeiter in Kalifornien, von dem Karl Marx berichtet, ikiß er von sich sagte: Zu allen Arbeiten tauglich, fühle ich mich weniger als Molluske und mehr als Mensch. Als blutjunger Mensch schleicht sich Moh» in die Tonhalle- Versammlung ein, in der Ferdinand L a s s a l l« zu den Berliner Arbeitern sprach. Er hört das Gemurmel der fanatisierten fortschrittlichen Maschinenbauer, die sich bereden, den großen Agitator in die Spre« zu werfen. 186S wirbt er mit dem Lassalleaner Friedrich Wilhelm Fritsche Mitglieder für den Allgemeinen Deutschen Tabakarbeiteroerband. Ein eifriges Mitglj�d des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, begeistert er sich doch sreudig für den Zu- sammenschluß der sich befehdende» Bruder Parteien, der Lassalleaner und Eisenacher. In den Tagen des weißen Schreckens, der grausamen Aechtung der Sozialdemokratie nach den Attentaten hält er fest und unerschütterlich zur Partei. Er zählt Zu den„internen Genossen", Zu den wackeren Geheimbündlern des Ausnahmegesetzes, und lachend führt er di« haussuchenden Kommissare und Wachmeister der politischen Polizei Puttkamers an der Ras« herum. Inzwischen ist Moh» zum Fleischbeschauer in privater und dann in öffentlicher Stellung ausgerückt. Er wird«in umsichtiger und eu«rgisch«r Führer de» Gemeindearbeiterverbandes. In der sreireligiöfen Bewegung stürmt er gegen dt« Macht der Finsternis in den Landeskirchen an. Sehr nah« tritt er hier dem kämpfenden Bruno Wille. Er marschiert In den vordersten Reihen der Genossen, di« in der freien Volksbühnen bewegung eine radikal« Reform de» Theater, vorbereiten. Als mit der Jahrhundertwende die G« n 0 s s e n s ch a f t s» bewegung kräftig einsetzt, ist Moh» unablässig für di« sozialistisch- vertiefte Genossenschaft»�« tätig. In Rahnsdorf hilft«r rüstig an dem Aus- und Ausbau der dortigen Filiale der Äonsumgenosseu- fchaft Berlin und Umgegend mit. In der Revolution hatte er wesentliche Verdienste um die Ver- treibung des Rahnvdorser Ortsgewaltigen. Bis zur Stund« feuert der Achtzigjährige mit seinem ewig jungen Kämpferhumor di« Ge- nassen zum Angrisf auf das Zwinguri de» Kapitalismus an Möge er noch lange Zeit in ungebrochener Kraft als Bannerträger des Sozialismus wirken tönnan! K- Wahlpropaganda in Britz. Nach den Ruhetagen der Osterfeiertag« ist die Kleinarbeit für den Wahlkompf verstärkt aufgenommen worden. In Stadt und Land deackern die sozialdemokratischen Funktionäre ihr Arbeitsfeld, ver- sorgen ihre Nachbarn, ihr« Arbeitskollegen mit Flugzetteln und auf- klärendem Material und werben für die sozialdemokratische Presse. Zu dieser Intensiven Kleinarbeit gehören auch die Propagandaumzüg« durch einzelne Stadtteile. In jede Straß« soll da» rote Banner getrogen werden, überall muß von leuchtenden Transparenten die Bevölkerung gemahnt werden:„Wählt sozialdemokra- Lenin-Äund o du Hund! Wer schnappt nach anderer Leute Waden, Ksmmt hierdurch selber leicht zu Schaden! Wie man sich beißt in fremd« Beine, Dom großen Hund lernt M der klein«! tisch!" Die Straßenpropagandaumzüge haben darum Ihre Bede»- Hing, weil si« auch denen, die Nie eine sozialdemokratische Dersamm- lung besuchen würden, einen Eindruck von der Größe und Macht der Sozialdemokratie vermitteln.—- In Britz wurde gestern abend di« Wachlarbeit mit einem solchen Umzug eröffnet. Um 147 Uhr ver- sammelt« sich die sozialdemokratisch« Bevölkerung in der Werder- straße in Britz. Da» Reichsbanner hatte zu dieser Kundgebung sein Tambour- und Musiktorp» entsandt und auch die Britzer Kamerad- schaft, die sich in großer Zahl dem Zuge anschloß. Um 7 Uhr bildete sich der Zug, an der Spitze die Kapellen, dann eine Fahnenavordnung. die raten Banner d«r Abtcllungen und Bezirke und dann in langen Reihen dl« sozialdemokratische Arbeiterschaft, di« Jugend und da» Reichsbanner mit Hunderten von Fackeln. Die Oürerfeier in Nürnberg. Im großen Nürnberger Rathaussaal fand Dienetag abend die von der Stadl Nürnberg veranstaltet« Gedenkfeier für Albrecht Dürer statt. Der schöne historische Saal, vön dessen gewölbter Holzdecke drei alte holzgeschnitzte kunstvolle Leuchter herabhängen, war von einer festlich gestimmten Meng« Geladener gefüllt. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Luppe hielt die Eröff- nungsred«: Nürnberg will seinen großen Sohn ehren. Schlicht und einfach, wie der große Meister, aber würdig und eindringlich soll alle« sein, wckA Nürnberg seinen Bürgern irnd Kästen bietet. Alles Bolk soll sich vertiefen können in Dürers Werk wie In seine Persönlichkeit: Geist und Kultur aus Nürnbergs Blütezeit soll vor uns erstehen, und Kunst und Kultur unserer Zelt sollten wetteisern mit den Werken der Alten, von' ihnen lernen und aus ihnen neue Freude und Ver» ständnis gewinnen. Professor Dr. W ö l f f l i n- Zürich gab darauf als einer der besten Kenner Dürerscher Kunst der Versammlung in großen Um« rissen ein Spiegelbild de» Lebens und Schaffens des Nürnberger Meister». Dürer hat in die deutsch? Kunst die geklärt« plastische Anschauung gebracht, au» seinen Zeichnungen strahlt eine eigentüm- lich« Wärme und Beweglichkeit» bei ihm ist grundsätzlich alles Spannung und Aktion: der„Dürer-Blick" hat nicht seinesgleichen. Der Reednr beschäftigte sich besonders mit dem Einfluß der italienischen Kunst aus Dürer. Für den Deutschen ist es bezeichnend, daß in der Gesamtsumme von Dürers Kunst allein das Jndloiduell-Ein- malig» in seiner unübersehbaren Mannigfaltigkeit den Ausschlag gibt: die große sittliche Charakterfigur Ist die eigentliche Schöpfung Dürers geworden. Durch das Ganze seines menschlichen Wesens ist Dürer unser volkstümlichster Maler geworden, da« Urbild des deiitschen Künstlers, vor dem wir in dieser Gedächtnis- stunde verehrend, liebend, dankend uns verneigen. Im Rathauehof hatten Inzwischen Vertreter der Deutschen Künstlerschast Aufstellung zu einem Fackelzug nach dem Dürcr- Denkmal genommen. Um �10 Uhr bewegte sich der Fackelzug unter Glockengeläute vorbei an Dürers Geburtshaus nach dem Albrecht- Dürer-Platz. überall von einer stumm verharrenden, dichten Menschenmenge erwartet. Eingeleitet wurde dl» Huldigung am Denkmal mit Chorgesängen, an denen auch das Sängerkartell Nürn- derg des Deutschen Arbeitersängirbunde» mit dem.Festlied" von Schütz beteiligt war. Zeiisaiire im Trianon-Theaier. Julian Arendt, Verfasser der gesinnungstüchtigen Miniatur- revu«„Oh! U. S. A.". hat für das Trtanan-Theater eine neue satirische Zeitrcvue„0 h! K u r f ü r st c r. d a m m" geschrieben. Ln zwanzig Bildern zeichnet er eine Karikatur der Gegenwart mit be- scheidenen und vorsichtigen Ccrfuchen zur Derhvntplepelung des Mi- lllär» und der Monarchie Völkerbund, Klassenjustiz, Lippenstift- mod«, Schönhettslönigin, Schund« und Schmutzgesetz, verlogen« Film- romantik, Änmnulloh, Reichskanzler Marx, der Herzog von Afghanistan, Sechstagerennen mit Schiebung. Piscator(„Du gibst die Kunst— auch nicht umsunst"). Biel Politik, strammes Resrnbli- kanertum, manch» Pointe. Alle» Ist gut gemeint, aber wenig ist g«. lungen. Die Sonne des Humor» strahlt nicht über den Bildern. Wo Julian Arendt witzig sein möchte, wird er gallig. Wir u>«rd»n nicht warm, und die Langeweil« kriecht un« an. Trotz Trude Hefter« berg, di« in mächtigem Furioso ein paar Couplet» hinlegt, trotz Else Ehser mit einem urkomischen Dlenstmädchensang, trotz Eurt von Wolowsky und seiner famosen Pallenberg-Parodie. Auch LIlli Fl v h r ist ganz nett, aber si« macht sich zu oft niedlich. Dafür entschädigt wieder die unbtsicgliche Schlagfcrtigkeit des stimmzewal- tigen Kurt G» r r o n. Otto S t r a n f k y umrahmt die Revue mit Klängen und Anklängen in hastigem und etwa» asthmatischem Jazz. band. Dgr. „Er gehi rechts, fie geht links." (Titania-palast) . Ein gutes deutsches Lustspiel. Weil diese Ware so selten ist, läßt man sich durch Längen und Wiederholungen nicht ans dem Gleich- gewicht bringen. Diese Geschichte von dem jungen Ehepaar, dos sich kurz entschlossen scheiden läßt, da er hin und wieder auch allein Tanzdielen besucht, ist von Hans Wassermann und Fred Sauer nicht gerade originell erfunden worden. Es fehlt die Spannung, denn der Zuschauer weiß sofort, daß zum Schluß die Wiedervereinigung in Großaufnahme erfolgen wird. Diese tritt dann anch mit mathematischer Genauigkeit in Szene. Episoden müssen den leeren Raum von der Katastrophe bis zum gliickliche» Ende ous- süllsn, und diese Episoden sind gut erfunden, zeigen Sinn für Situationskomik und eine ausgezeichnete Regie. Ueberhaupt geschieht hier das Wunder, daß der Regifscur Fred Sauer und die Dar. fteller die Abgegriffenheit des Stoffes vergessen lassen. Der Film ist auf ein Kammerspiel hin stilisiert worden und beweist«ine gewisse künstlerische Kullur, eine Scheu vor allzu grellen Plakatwirkungey. So spielen die drei Hauptdarsteller Lotte R e u m a n n, Liao P a- vanelll und Georg Alexander gedämpster als sonst und sind trotzdem amüsant und liebenswürdig. In einer kleinen Nolle besticht Hilde M a r o f f durch die Natürlichkeit ihres Ausdrucks und durch Ihr Temperament. Nach den vielen Niete» der Spielzeit bleibt dieser Film Immerhin ein Treffer. L. „Amor auf Ski." (Eapitol) Der deutsch« Filmschwant ist eine neckische Angelegenheit. Her» manna Varthausen hat die ältesten Bestandteil« der vorkriegs» zcitlichen Bürgsrunterhaltung zu einem neuen Strauß vereinigt, Harry Liedtke ist der Held der Affäre. Er ist ein buldvvller Erbprinz, der für die ihm bestimmte Prinzessin nichts übrig hat und sich lieber mit den Töchtern des Landes beschäftigt. Der Zu- fall will ee, daß er bei einem Schneesportfest ein verirrte« Mädel rettet und ein« Nacht mit ihr In einer schneeverwehtcn Hütte ver- bringt(natürlich in allen Ehren!). Er ist dabei inkognito aus- getreten im Kostüm eines einheimischen Bergführer». Aber die Liebe hat In beiden gezündet. Zunächst trennen sich die beiden wieder, und es gibt eine ulkige Verwechslung mit dem echten Berg» sührer, aber zum Schluß kriegen sie sich doch. Zu Alt-Heidelbergs Zeiten wäre das immerhin nicht möglich gewesen: die Republik hat also wenigstens den Fürsten die Freiheit der Liebeswahl gebracht. Harry Liedtke macht von dem Recht, sich beliebt zu machen, aus- reichenden Gebrauch. Zum Schrecken aller seiner Verehrerinnen kann man es leider nicht verschweigen, daß er mit seiner Partnerin Christa T v r d y. die aber hier nur hübsch zu sein und stillzuhalten hat, richtigachend verheiratet ist. Das Beste am Film ist da« winterliche Milieu in Oberbayerns Bergen, wo die Großstädter das I Skifahren erlernen und zur Heiterkeit der Zuschauer sehr viel bei- tragen. Lydia Potcchina und Sylvester Bauriedl bilden ein zweit»» Liebespaar älterer Gattung von Anno dunnemals. Einen nur zu echten„wilden" Sohn der Berge steuert Franz L o s k a r n bei, r. Die llnlernallonal« der Bildungsarbeiler nahm Dienstag ihr« Arbelt ln Leipzig auf. Die Tagung ist von mehr als SlX) Lehrern aus ganz Deutschland und van den Abgeordneten aller angcschlossenen Verbände, mit Ausnahme der Abgesandten Sowjetrußlands, besucht, denen die Bässe verweigert wurden. Di« Tagesordnung behandelt die materielle und moralische Lage des proletarischen Kindes. Veotessv' Harold tt'-t, der«rcieMep« diuiiche Matbrmaiiler. bat einen Nu!»acb«öttinaen ILr da» lammende Winlersemestcr angenommen. Eine amerikanische Tejelllchast bestreitet die Unkosten. Kampf im Mansfelder Revier! Die Drohung des Herrn Generaldirektors. Streit der Berliner Klavierarbeiter. Die reaktionäre Lohnpolitik der Mansfeld 2.-G. hat| tungsverhandlungen zur Beilegung des schon fast acht Tage dauernjetzt eine sehr erregte Stimmung geschaffen. Seit Jahren werden den Streifs geladen. Die Verhandlungen sind auf heute abend die Arbeiter trotz ihrer schweren Schufterei mit Hungerlöhnen anberaumt worden. nach Hause geschid t. Abgesehen von einem fleinen Teil der Belegschaften, die im Afford arbeiten, werden Löhne gezahlt die jeder Beschreibung spotten. Trotz der guten Geschäftsergebnisse boten die Vertreter der Mansfelder 2.-G. bei Lohnverhandlungen und bei Fällung von Schiedssprüchen alles auf, um die Festsetzung höherer Löhne zu verhindern. Die Jahre 1926 und 1927 maren gute Geschäftsjahre für die Mansfelder A.-G., trotzdem wurde die alte Lohnpolitik verfolgt: Nichts den Arbeitern, alles den Aktionären, weitere Ausdehnung des Konzerns und Beherrschung des Kupferhandels. Die Schlichter, die mehrfach in Lohnstreitsachen zwischen den Gewerkschaften und der Mansfelder A.-G. zu entscheiden hatten, schenkten leider den Angaben der Vertreter der Mansfelder A.-G. vollen Glauben oder sie wichen vor der Drohung des Gene= raldirektors Heinold, die Betriebe still zulegen, zurüd. Die Tariflöhne für Hauer, 2ehrhauer usw. be tragen jetzt 4,50 M., für Anschläger usw. 4,20 M.; die Tarif. löhne der Uebertagsarbeiter bei 12ftündiger Schich te zeit bewegen sich für über 21 Jahre alte Arbeiter zwischen 4,20 bis 5,25 M. Einige wenige Arbeiter erhalten einen Tariflohn von 5,90 M. Tausende von Arbeitern erhalten nur den reinen Schichtlohn. Von diesen Löhnen gehen die nicht unerheblichen Knappschaftsgefälle ab. Die Gewerkschaften haben den Lohntarif gekündigt. Die Verhandlungen über eine neue Lohntafel sind ge= scheitert. Die Vertreter der Mansfelder A.-G. erklärten, daß die Forderung der Gewerkschaften auf Lohnerhöhung um 15 Pro3. undistutabel sei. Nun, für die Arbeiterschaft sind die Jammerlöhne der Mansfelder A.-G. längst nicht mehr diskutabe!. Die Gewerkschaften verlangten außerdem die Neuaufstellung der Lohntafel dergestalt, daß amähernd die tatsächlich verdienten Löhne der Akkord- und Gedingearbeiter in der Lohn. tafel festgelegt werden sollten. Im Dezember 1927 war zwischen den Parteien eine Neuaufstellung der Lohntafel in dieser Richtung vereinbart worden. Allein, die Mansfelder A.-G. suchte die Durchführung dieser Bereinbarung möglichst lange hinauszuschieben, offenbar deshalb, um sie zu ver hindern. Als den Gewerkschaften nach einem Vierteljahr der Entwurf der Mansfelder A.-G. übermittelt wurde, war darin entgegen der Absprache so gut wie gar teine Angleichung vorgesehen. Der Gezenvorschlag der Gewerkschaften in Verbindung mit der allge meinen Lohnforderung wurde, wie gesagt, als undistutabel abgelehnt. Die Gewerkschaften haben nunmehr den Schlichter für Mitteldeutschland angerufen, der vorerst über die 2ohnstreit fache zu befinden hat. Die annähernd 15 000 Arbeiter der Mansfelder A.-G. sehen dem weiteren Verlauf der Dinge mit großer Spannung entgegen. Sie werden sich diesmal nicht wieder mit einigen Bettelpfennigen abspeisen lassen, sondern ihr Recht auf eine Entloh mung, die wenigstens zum Allernotwendigsten ausreicht, erd fämpfen. Berhandlungen im Streit der Möbeltransporteure Der Vorfißende des Schlichtungsausschusses für Groß- Berlin, Gewerberat Körner, hat heute die Parteien zu neuen Schlich Theater, Lichtspiele usw. Mittw., 11. 4. 28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 8 Uhr Mittw., 11. 4. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. I. Anf. 612 Fidelio Tristan. Isolde Staat!. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarki 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Die Weber Ende gut, alles gut CASINO- THEATER& Uhr Lothringer Str. 37. Doktor Klaus. Ab 19. April: Die schwebende Jungfrau Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. 81% Uhr: Flucht von John Galsworthy Regie Victor Barnowsky Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Th.i. Admiralspalást Täglich 8 Uhr Volksbühne Rose Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 814 Uhr Die rote Der ZigarettenRobe kasten Deutsches Theater Berliner Theater Norden 12310 Direktion Kuhnert. Abonnementsbüro: Charlottenstr.90/ 91. Donh.170 Norden 10 338-39, 8 Uhr Marie Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr Im weißen Röß'I Lustspiel in 3 Akten v. Blumenthal u. Kadelburg Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt 4- Mk. nur 60 P1. Metropol- Th. Zentrum 128 24 8% Uhr: Der Kampf in der Berliner Klavierindustrie hat begonnen. Seit heute früh ruht in einer Anzahl von Groß- und Mittelbetrieben die Arbeit. Bis zum Ende dieser Woche werden von den rund 6000 Arbeitern und Arbeiterinnen, die in der Berliner Klavierindustrie beschäftigt sind, etwa 1000 in den Kampf einbezogen sein. Die Unternehmer der Klavierindustrie haben nichts getan, um diesen Konflikt zu vermeiden. Ihre ganze Haltung in den letzten beschlossen, zunächst einen Teil der Klavierarbeiter aus den Betrieben herauszuziehen. Ob dieser Kampf einen größeren Umfang annehmen wird, hängt ganz von der weiteren Haltung der Unternehmer ab. Die gut organisierten und fampferprobten Berliner Klavierarbeiter sind jeden falls fest entschlossen, den ihnen aufgezwungenen Kampf nicht eher abzubrechen, bis die Unternehmer das nötige Verständnis für ihre Forderungen zeigen werden. Der Strafantrag gegen Jo Lhermann. 1 Jahr 3 Monat Gefängnis. In dem Betrugsprozeß gegen den Theaterdirektor" Jo Lhermann wurde heute die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Steiner beantragte gegen Lhermann wegen Betruges und Untreue eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der fast 9½monatigen Untersuchungshaft. Die Anklage wegen Urkundenfälschung wurde vom Anklagevertreter mangels Beweises fallen gelassen. Für den Angeklagten Alaska Pasi Sibirien unerforste Gabist Der australische Fliegerhauptmann Wilkins ist am 5. April von Point Barrow( Alaska) aus nach dem Nordpol gestartet. Die Strecke, die der Flieger bis zum Nordpol zurückzulegen hat, betragt 2700 Kilometer. warten. Bochen läßt sogar den Schluß zu, daß sie absichtlich den Kampf| sprachen die Rechtsanwälte Dr. Georg Meyer, Dr. Herbert Fuchs heraufbeschworen haben. Bereits am 10. Februar hat der Holz- und Joseph. Das Urteil ist im Laufe des heutigen Tages zu erarbeiterverband das Lohnabkommen zum 26. Februar gekündigt und den Unternehmern die Forderung auf eine 15prozentige Erhöhung der Löhne und Afforde unterbreitet. Am 16. März bequemten sich die Unternehmer endlich zu Berhandlungen, die aber völlig ergebnislos verliefen, da die Unternehmer es rundweg ab= lehnten, die Löhne und Akkorde auch nur um einen Pfennig zu erhöhen. Steuerftreit in Thüringen. Berschiedene thüringische Kreisverwaltungen haben für ihre Bollftredungsbeamten beim Ministerium des Innern polizeilichen Schuh angefor dert, da sich die Landbundparole ,,, feine Abgaben mehr zu zahlen", schon fühlbar aus mirtt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Niederschläge, Temperaturen niedriger als heute. Umgebung.( Nachdrud verboten.) Teils heiter, teils wolkig, ohne Für Deutsch land: In der nordöstlichen Hälfte ziemlich wolfig und fühl, in der südwestlichen Hälfte strichweise leichter Regen, Temperaturen wenig verändert. Klavierarbeiter auf die unausbleiblichen Folgen ihres Verhaltens aufTrotzdem die Unternehmer von der Verhandlungskommission der merksam gemacht wurden, blieben sie bei der Ablehnung. Die Erbitterung der Arbeiter über dieses provozierende Verhalten der Unternehmer wuchs von Tag zu Tag. Da auf friedlichem Wege eine Berständigung nicht mehr zu erzielen war, die Klavierarbeiter aber auch nicht daran dachten, auf die tarifliche Regelung und Erhöhung ihrer Löhne zu verzichten, haben die Funktionäre am Ostersonnabend druderei und Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Komische 8 Uhr Oper 8 Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8.10 Uhr Coeur Bube. Reichshallen- Theater 8 Uhr, Sonntg. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger nachm. halbe Preise, volles Programm! Dönhoff- Brett'l: Groß. April- Programm Tanz. Anf. 8 Uhr, Sonntags 51/ D. Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 162 und 1912 Uhr: Theater am Kottbusser Tor Der Sternhimmel Täglich 8 Uhr Der Graf von Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Luxemburg Matzner, Hoffmann, Jolan, Hell, Kettner, Goroll. CIRCUS Piscatorbühne BVSCH Theater am Nollendorfplatz 7 U: Fabelhafte Kurfürst 2091/93 Sonnabend, den 14. 7 Uhr 8 Uhr, Ende 10 U. Die Bollé Sisters" " Der letzte Kaiser Zum 54. Mal von Jean Rich.Bloch Gastspiel im Vorletzte Aufführg. Ein Berliner Volks- Inst.Karlheinz Martin Zwölftausend stück von Max Friedmann- Frederich. Freitag, d. 14., 72 U. Adalbert, Lea Seidi, Lori Leux Zum 1. Male Pygmalion Lessing- Theater Norden 12798 8 Uhr Kleines Theater Konjunktur Kammerspiele Täglich 8 Uhr: v. Leo Lania Norden 12310 8 U., Ende nach 10 Zum 8%. Mal Finden Sie, daß Käte läßt sich verführen Lustspiel v.H.Sturm Klinder, Bogner, Constance sich richtig Kettner, v. Mollendorf verbält? Saltenburg- Bühnen Die Komödiets. Küpstler- Th Bismarck 2414/7516 8 U., Ende 10% U. Zum 74. Mal Marcel Fradelin Eunuch 8 Uhr: Schwarz- Weiß April- Attraktion. Nur noch kurze Zeit! Hosen v. Bredow Theater des Westens Gastspiel Maskager jlid. akadem. Theater Garnowsky: Bühne Heute 8 U. Premiere Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Elite- Sänger der Heimat 18 u. 21 Uhr: Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt 1 M. Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Kinder unt. 15 Jahren 0 50. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Am Stammtisch von B. Croé. Grosses Anfang 8 Uhr Schauspielhaus Ende REGIE: 11 Uhr CHARELL G Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts BuchSierzu i Beilage. SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Das AprilSensations- Programm mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. EWOG Mariendorf Gemeinnützige Wohnungs- Genossenschaft e.G m.b.H. 1. Generalversammlung Donnerstag, den 19, April 1928 Lustspielhaus im Sportrestaurant Blauweiß, Kurfürstenstr. 77 Dir. Dr. Martin Zickel 8 Uhr: Guido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Residenz- Theater 81 Uhr: MADAME Fritzi 200 000 POMPADOUR Insz. Erwin Piscator Musikal. 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Anträge und Satzungsänderung 6. Ausschluß von Mitgliedern Charlottenburg, den 7. 4. 1928 Der Vorstand gez. Fr. Rösner. Karl Knöppchen, Otto Krüger Lyons' Tee Verlangen Sie nur diese Marke Wegen seiner Ausgiebigkeit ist er der Tee der Hausfrauen Rose- Theater Thalle Theater Trabrennen Mariendorf eder Wertsache Wäsche nach Gewicht Gr. Frankf, Str. 132. 8 Uhr: 8 Uhr: Das Kamel geht Sterne, d. wieder leuchten durch das Madelabr Donnerstag, 12. April nachm. 3( 15) Unr sowie Garderobe im Leihhaus [ G. F. 60 Markgrafenstraße 22 l Damptwäscherei Merkur, Berlin O 112 Frankfurter Allee 307 Fernspr.: Andreas 2820 Spezialität: Arbeiter- Berufskleidung Inh. Aug. Bachmann Mitgl. d. SPD. 122 Hermann Joël [ G F. 109 Potsdam Tel. Potsdam 1741-42 Beleuchtungs Korper alter Art auch bis SEL 12 MONATS RATEN Raddatz Co Berlin Leipzigerstr122-193 föelloge Mittwoch, II. April 192S JhvjUmib Sjininuifnßs Jtt End« März dieses Jahres fand im Reichsverkehrsministerium in Berlin die A. Internationale Luftvertehrstonferenz statt, an der Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Schweiz und die Tschechoslowakei beteiligt waren. In erster Linie hotte man praktische Betriebsfragen des für das Jahr ISZ« vorgesehenen Luftoerkehrsnetzes durchgesprochen. So vorsichtig man auch dem Luftetat des deutschen Reichs«?- kehrsministeriums gegenübertreten mag, so ist doch die Initiative unserer Luftbureaukraten in der Ausgestaltung des europäischen Luftoerkehrsnetzes anzuerkennen. Gewiß— andere Länder werfen die für die Luftfahrt bestimmten Gelder in erster Linie für Kriegs- flugzeuge zum Fenster hinaus und müssen sich deshalb in der Aus- gestaltung ihres Luftverkehrsnetzes größter Zurückhaltung befleißi- gen. So verfügen England, Frankreich, ja selbst die Bereinigten Staaten nur über ein sehr dünn gespanntes Lustverkehrsnctz. Deutsch- land dagegen ist durch seine geographische Lag« im Zentrum des europäischen Kontinents sowie durch die höchst wohltätig« Zwangs- entwaffnung in den Mittelpunkt des europäischen Zivil-Luft«rkehrs gestellt worden. OüS«-Lustkreuz Europa�. Es ist tatsächlich so, daß im Flughafen Tempelhof das euro- päischc Verkehrsnetz fein Zentrum gefunden hat. Das deutsche Luftverkehrnetz zeigt bereits eine außerordentlich«, vielleicht schon zu weitgehende Dichte. Von den innerdeutschen Linien, die wie im vorigen Jahr beflogen werden, soll hier weniger die Rede sein. Die Lufthansa streckt vielmehr die Spitzen ihres Verkehrs über den ganzen Kontinent hinaus. In Richtung Spanien wird ein lautender Flugdienst bis Barcelona unterhalten, von wo aus der spanische Flugableger die deutschen Passagiere und die Post nach Madrid zu befördern l>at. Der Verkehr mit Frankreich wird durch direkte Verbindung bis Paris und Marseille aufrecht erhalten. London wird über Amsterdam und über Brüssel an- geflogen. Nach den nordischen Staaten fahren direkte Luft- r-rrkehrslimen, und zwar nach Kopenhagen, Oslo, Stockholm, Heising fvrs und Riga. Der Verkehr mit Rußland ist durch die Flug� linie Berlin-- Danzig— Königsberg— Moskau und Berlin— Königs berg— Riga— Moskau schon seit Iahren verwirklicht. Eine Flug- station der Lufthansa in Leningrad soll demnächst errichtet werden. Das Luftkreuz Europa hat durch Polen und durch dos b e- setzte Gebiet am Rhein zwei Lücken auszuweisen. Trotz aller Vorstellungen darf der polnisch« Korridor bei Danzig immer noch nicht überflogen werden. Auch die Flughäfen im besetzten Gebiet Saarbrücken, Trier und Aachen können noch immer nicht angeflogen werden. Eine dritte Lücke im Luftkreuz Europa besteht außerdem am Brenner, da die demnächst in Betrieb zu nehmend« Luftlinie München— Mailand immer noch an der Forderung Italiens fchei tert, Trient als erste italienische Luftstation anzufliegen. Die Hansa ist dagegen der Ansicht, daß das außerordentlich unwirtschaftlich sei. �v- Linien.� Im neuen Sommerluftverkehrsplon 1328 wird bereits der Unterschied zwischen dem lokalen Verkehr und den sogenannten„I> Linien", die ohne Anhalten auf den Zwischenstationen betrieben werden sollen, zum Ausdruck kommen. Im«rgangenen Jahr ist lediglich eine einzig«.Durchgangslinie" betrieben worden, nämlich auf der Strecke Berlin— Frankfurt a. M. Für den Sommerverkehr 1928 werden folgend« V-Linien in Betrieb genommen: Berlin— Wien........ Flugdauer 4 Stunden Berlin— Zürich.......„ 5, Berlin— Frankfurt a. M....... 2'/,* Berlin— Paris......... 6'/,» Berlin— Köln........, 4, Berlin— Kopenhagen...... 3>/,. In Zürich findet das Schnellflugzeug Anschluß nach Marseille «nd Madrid, in Kopenhagen Anschluß nach Oslo und in Wien An» fchluß nach Budapest. Von dort aus kann Konstantinopel entweder über Bukarest oder über Belgrad— Sofia angeflogen werden. �Frochilinien� und»Flei-Verkehr�. Außer der Trennung in„D-Linien" und Flugnahverkehr wird der kommende Lustfahrplan eine Trennung des eigentlichen Per- sonen- vom Frachtverkehr bringen. Besondere grachtlinien werden eingerichtet auf den Strecken: Berlin— Hannover— Amsterdam— London und Berlin— Essen— Köln— Paris, weiterhin auf dem trans- alpinen Luftweg München— Mailand. Diese Frachtlustschi fse werden lediglich der Beförderung von Fracht- und Stückgut dienen. Neben dem eigentlichen Frachtdienst wird der sogenannte.Flug- eisenbahnvertehr"(Flei- Verkehr) zum erstenmal erprobt werden, der eine kombinierte Derfrachtung zwischen Flugzeug und Eisenbahn vorsieht. Nachttustverkehr. Im vergangenen Jahr wurde lediglich die Strecke Berlin— Danzig— Königsberg im Rachtluft oerkehr beflogen. Auf Grund der da- bei gemochten Erfahrungen werden nunmehr folgende Flugstrecken auch dem Nachtllift«rk«hr dienstbar gemacht: Berlin— Breslau, Berlin— Leipzig— Nürnberg. Berlin— Hannover. Die Einführung de» Nachtflugverkehrs entsprach einer dringen- hm Fvrdenmg der jüngsten Zeit. Selbst tot{chwOfte Unggengver. bindung konnte die Totsache nicht aus der Welt schaffen, daß der Reisende durch den Schlofwogenoerkehr eine viel größere Zeit- ersparnis buchen konnte. Aus diesen Gründen ist der systematische Ausbau der großen Flugstrecken für den Nachtslug in Aussicht ge- nommen. Die Vorbedingung dafür ist die sogenannte Bodenbeleuch- tung. In Abständen von je fünf Kilometern wgrden stark nach oben leuchtende oder blinkende Lichter angebracht. All« dreißig Kilometer ÜiinjriXl Europäischer So mmer-Flug-PIa n 1928. wird ein Drehlichtscheinwerfer aufgestellt, der das Gelände für Zwischenlandungen beleuchtet. Der Ausbau der Nachtslugstraßen ist mit großen Kosten verbunden, er wird erst im Laufe von Iahren auf den wichtigsten Strecken beendet sein. Im Sommerluftsahrplan wird auch zum erstenmal der so- genannte.S o n n t a g s f l u g d i e n st" auf den Strecken Berlin- Wien und Berlin— Paris in Erscheinung treten. Klugzeug, Lustschiff und Schiffahrt. Während die augenblicklich in Gang befindlichen Ozeonüber- querungen lediglich sportliches Interesse in Anspruch zu nehmen vermögen, hat der intercuropäisch« Wasserflugzeug- verkehr in den letzten Monaten besondere technische Fortschritte gemacht. Sa werden von Berlin aus die Flugstrecken nach Oslo, Kopenhagen, Stockholm und Helsingfors rein als lleberfee-Luft- strecken beflogen. Hier finden die bekonnten Dornier-»nd Rohr- bach-Flugboote Verwendung, besonders der.Dornier-Superwal", dessen neuestes Modell vier Motor« besitzt und schwimmfähig ist wie jedes andere leichte Segelboot oder Motorboot auch. Im Seeflug- Hafen Lübeck-Travemünde ist kürzlich das erste Dock für Flugboote in Betrieb genommen. Ein wirtschaftlicher Transozean-Luftverkehr wird allerdings erst verwirklicht werden können, wenn in engster Zusammenarbeit von Luftfahrt und Schisfahrt, von Luftschiff und Flugzeug neue Weg« gesunden werden, um über die ersten sportlichen Experimente hin- aus regelrechte Luswerkehrslinien einzurichten. Ansätze zu dieser künftigen Zusammenarbeit sind bereits da. Im übrigen wird das Flugzeug und das Luftschiff die inter- ozeanischen Reisewege der Zukunft ganz neu gestalten. Neue Lust- Häfen an den Äüstenspitzen Englands, Frankreichs und Spaniens, Inselgruppen zwischen den'Ozeanen wie die Kanarischen, die Kap Verdischen Inseln werden in den Vordergrund treten und van hier aus den„Umschlagvcrkehr" vom transozeanischen Luftdienst zum Küsten- und Binnenverkehr in die Wege leiten. Binnenseen und Binnenhöfen, die imstande sind, Fernflugzeuge aus dem Trans- ozeanverkehr direkt aufzunehmen, werden ein« ganz andere«r- kchrstschnifche Bedeutung erhalten wie bisher. Die Bötterbrücke. Die Arbeiterpress« hat dem Ausbau des europäischen Luftnetzes großes Interesse entgegengebracht. Wenn auch der Flugverkehr in seinem heutigen Stadium noch an die Zuschußgelder des Staates in Form von Subventionen oder mehr oder minder klar zutage treten- den Beteiligungen gebunden ist, wenn auch der Arbeiter als Luft- � Passagier in der allernächsten Zeit wohl kaum noch in Frage kommen wird, so wird doch mit dem Fortschritt der Technik dieser Luft«r- kehr zu einem völkerverbindenden Element ersten Ranges werden. Als.Brücke zwischen den Nationen", unter deren luftigen Bogen der Nationalismus und der Revanchogeist von selbst erlöschen wird, bedeutet uns der international« Luftverkehr eine wichtige Etappe der Annäherung der Völker und der Schaffung einer lebendigen Inter- nationale der Arbeitenden in allen Ländern der Welt. Hermann Lc Hütringer. WAS DER TAG BRINGT. iniimmiinimtinmmiiimiiimniimnnmmmimMmnRiiiMiiimiiniiiminHimmnniiimiiiimiinuiiiiiiiininiiiiHmiiiiiiiiinnimiiniiiuiiiiiiiiiiiiiiiuiuniiiniiniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiniiii Der Doktorhut. Eine klein« Universität feiert Jubiläum. Die Fakultäten verleihen um die Wette Doktordiplome h.«. An Würdige und Unwür- dige. Meist an Unwürdige. Schließlich behält die staatswissenschaftlich« Fakultät noch einen Doktorhut übrig, da der Ausersehene drei Tage zu früh dos Zeit- liche gesegnet hat. Längere Beratung unter den nationalökonomischen Professoren, wer als Ersatzmann in Frage käme. Plötzlich schlägt der älteste Professor— Stalin als Ehren- doktor vor. Zlllgemeines Entsetzen. .Aber gewiß, Stalin," schmunzelt der Greis..Ihm ist doch gelungen, was wir deutschen Volkswirtschaftsprofessoren zwei Gene- rationen hindurch vergeblich als höchstes Ziel erstrebt haben: Karl M a r x z u w i d e r l e g e n." M. ▼. L. Mensch oder Vieh? Aus einer in Königsberg i. Ostpr. erscheinenden landwirtschast- lichen Zeitung: .Kastriere auf Wunsch mit Versicherung und zu kon- kurrenzlosen Preisen. Um recht gütigen Zuspruch seiner werten Kundschaft bittet Viehkastrieyer Stanik, Kooschen." Hier scheint einige Vorsicht geboten. Herr Stanik macht nämlich, wenigstens in seiner Annonce, zwischen Mensch und Vieh verteufelt wenig Unterschied. „In bedauernswerter Weise." Der dänische Korrespondent des„Fränkischen Kurier" in Nürn- berg ist eine Seele von einem Menschen. Las man doch in dem Blatt kürzlich folgendes: „Wie au» Gifiingen in Dänemark gemeldet wird, hat sich dort ein schwerer Verkehrsunfall zugetragen, wobei zwei Personen dem sicheren Tod« in geradezu bedauernswert« r Weise entgangen sind." Di« dem Verkehrsunfall Entronnenen werden sicher recht wenig Verständnis für dieses Bedauern haben. Er muß gehenkt werden. Der Bauernjungc Florian Papp hotte in D i s e g r a d in Ungarn gemordet. Er wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Die höchste Instanz bestätigte das Urteil. Es gab auch keine Gnade und der Morder hätte in den nächsten Tagen hingerichtet werden «üsten. Der Scharfrichter war auch schon zur Stell«. Inzwischen erlaubte sich ober der Bauernjunge ein wenig irrsinnig zu werden. Die Gewißheit seines baldigen Endes schien ihm unerträglich zu sein. Die Acrzte stellten Wahnsinn fest, und verfügten, daß Florian Papp in die Irrenanstalt übergeführt werde. Die Hinrichtung konnte nun nicht stattfinden. Der Scharfrichter reiste wieder heim und die Aerztc versuchten alles, um den Jrrsinigen wieder dem Leben zurückzugeben. Denn die Staatsanwaltschaft faßte den Entschluß, daß sie jede drei Monate von der Leitung der Irrenanstalt ein Bericht über den Ge- sundheitszustand des zum Tode Verurteilten einverlangen werde. Diese besondere Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft hat nun einen triftigen Grund. Lautet einmal der Bericht günstig, ist der Bauernjunge wieder hergestellt, so wird man ihn schleunigst zurück in das Gefängnis führen und dem Galgen überantworten. So ver- langt es Gesetz und Moral. Nach der Teufelsinsel. Der Dampfer.Martiniere" hat die Insel Jle St. Martinde-R« mit 418 Sträflingen an Bord verlassen, die nach der Teufelsinsel gebracht werden sollen. Der Dampfer soll Algier anlaufen und dort noch einige Sträflinge an Bord nehmen. Obwohl seit langem Bemühungen im Gang« sind, diese Deportationen nach Französisch- Guyana endlich einmal zu unterbinden, scheint das offizielle Frank- reich doch sehr an diesen Ucberresten barbarischer Strafmethaden zu hängen. Die Gefangenen sind an Bord des Dampfers in großen Käsigen untergebracht, die Verpflegung ist— wenigstens während der Ueberfahrt— leidlich gut. Jede Meuterei kann im Keime er- stickt werden, da«in„sinnreiches" System von Röhren es gestattet, siedendheißen Dampf in die Käsige zu blasen. Schweroerbrecher sind einzeln in großen Eisenkäsigen untergebracht. Wohl versuchen hier und da Sträflinge die Flucht von der Teufelsinsel, doch nur wenigen. ist es bisher gelungen, rettendes Land zu erreichen. Autos gegen Revolutionen. Muffolini machte dieser Tage«ine sensationelle Entdeckung. In einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Pariser„Journals" äußerte er sich folgendermaßen:„Wissen Sie, warum in Frankreich keine Revolution möglich ist? In Frankreich lausen eine Million Autos herum. Und ein jeder Autobesitzer, das kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, wird zu einem überzeugten Gegenrevolutionär. Ueberhaupt, die Zahl der Autos sind die sicherste Stütze der heutigen Gesellschaftsordnung." Mussolini fand also das richtige Mittel gegen die Revolution. Und es wäre wahrhaft sehr angenehm, wenn der „Duce" das Experiment machen würde: einem jeden Arbeiter sein eigenes Auto geben und abwarten ob diese Arbeiter Gegenrevolu- tionärr werden. 36. Fortsetzung. E«ht ebenso leicht mit dem Gute chowards. Wenn er ihn auf- findet, well, da ist es genau so, wie du mir es übergeben hast. Er soll ihn erst einmal nuffmdcn. Und findet er ihn später einmal, man kann«s nicht wissen, es gibt manchmal so merkwürdige Zu- fälle, dann haben ihm Banditen auf der Reise eben alles ab- genommen, und er hat gerade das nackt« Leben und einen seiner eigenen Sock« retten können. Es sind ja so viele Banditen herum. Denen kann man schließlich alles aushängen, weil ihnen sa alles zuzutrauen ist. Die haben auch den Curtin erschossen. Vielleicht ist es doch besser zu sagen, sie hätten sich beide gezankt und ver- prügelt, und dann hätten sie sich getrennt. Curtin ist dann einen anderen Weg gegangen, und was aus ihm geworden ist, das kann er nicht wissen. Aber es ist doch besser, lieber gleich die Geschichte mit dem Ueberfall der Banditen zu erzählen. Wozu sich lange den Kopf zerbrechen, was er sagen und erzählen wird. Erst einmal in Sicherheit in der Stadt sein, dann wird sich auch ein Ausweg finden, wie das alles schön geordnet werden kann. Man könnt« auch ganz offen auf den Alten in Tampico warten und ihm mit einer wilden Geschichte entoegenspringen, so daß er jede Nach- forschung sein läßt. Den einen oder die zwei Säcke, die man gerettet Hot aus den Klauen der Banditen, kann man teilen mit dem Alten. Dann ist er ganz zufrieden, daß er wenigstens etwas übrigbehalten hat und sagt ke'n Wort weiter. Bielleicht stößt auch dem Alten auf der Reise bis zur Bahn noch etwas zu. Wenn man nur ein paar Mestizen zur chand hätte Für zwanzig Pesos oder fünfundzwanzig könnten sie dem Alten auflauern und ihn beiseiteräumen: dann weiß überhaupt niemand etwas von der ganzen Sache. 20. Die Esel waren aufgepackt. Sie standen geduldig da, trotteten einen Schritt oder zwei umher und standen wieder still. Ab und zu drehten sie sich um. Sie warteten auf den Zuruf und verstanden nicht recht, warum es denn nicht voranging. Sie waren an ihre Zeit gewöhnt, und es war schon spät am Bormittag. Das Laden hatte Dobbs viel mehr Mühe gemacht, als er erwartet hott« Es war nicht so leicht, die Tiere ganz allein ohne die chille einer zweiten Person so zu laden, daß die Packen nicht zu rutschen be- gönnen: denn er konnte nicht an beiden Seiten des Tieres zu gleicher Zeit stehen. Beide Seitenpacken zugleich auf den Tragsattel zu bringen, ging nicht, weil die Pocken zu schwer waren und er sie nicht so hoch heben konnte, daß sie gleichzeitig aufkamen und das Gleichgewicht hielten. Wenn sich die Esel wenigstens zum Laden niederlegen wollten wie die Kamel«. Aber das tun die Esel nicht, weil sie eben kein« Kamele sind. Sie können auch mit einer solchen Last sich nicht erheben, obgleich sie mit der Last Stunden und Stunden hoch die Berge hinauf und wieder hinunter trotten können, ohne ein« Spur von Ermüdung zu zeigen. Endlich war es Dobbs aber doch gelungen, mit dern Laden zu End« zu kommen. Er wollte gerade den Eseln zurufen und ihnen«inen Hieb versetzen, als er an Curtin dachte. Er hatte zwar während des ganzen Morgens und besonders während des Ladens ununter. brachen an Curtin gedacht, aber mehr als einen Abwesenden oder Borausgegangenen denn an einen Toten. Daß Curtin tot war, tot für immer, war noch nicht mit d«m Bewußtsein so völlig ver- schmolzen, daß er nur an einen toten Curtin hätte denken können. Jetzt aber, als der Zug losmarschieren sollte, dachte er an den taten Curtin. Und da siel ihm«in, daß er ihn ja vor dem Ab- marsch hatte begraben wollen, der größeren Sicherheit wegen. Einen kurzen Augenblick zögerte er, ob er ihn nicht einfach liegenlassen solle, wie er lag. Die Coyaten, Lerglöwen. Geier. Ameisen und Fliegen würden ihn schon schnell genug verschwinden lassen. Aber dann blieben immer noch einige Knochen und Lumpen zurück. Das war nicht gerade nötig, daß die Knochen Reklame machten und erzählten, was geschehe» sei, oder was geschehen sein könnte. Diese Gedanken mischten sich aber mit einem anderen Te- danken, der ihm bis jetzt ganz fremd gewesen war und ilM unschlüssig mochte. Er dachte, daß er vielleicht den Leichnam nicht sehen könne, ohne«ine Dummheit zu machen. Alles um ihn herum war so unnatürlich einsam und still. Der Wald war so mager, die Dm Loden hatte Dobbs viel mehr Mühe gemacht— Bäume schienen nicht ganz ausgewachjcn zu sein. Sie schienen sich nicht entscheiden zu können, ob sie noch ein wenig größer wachsen sollten, oder ob si« besser bleiben möchten, wie sie sind. Die Trockenheit ist gar zu lang und kann ans Leben gehen, tpenn man zuviel Wasser braucht. Und weil manch« aus Klugheit nicht größer werden wollten, die Erde unter ihnen aber nicht mit ihnen über. einstimmen wollte, so wuchsen sie krumm, krüpplig, schief und grotesk. Kaum daß ein Bogel sang oder ein Wild durch das Unterholz huscht«. Es war Wind in der Lüst- Dobbs fühlt« ihn und sah es an den ziehenden Wolken. Aber die Bäum« bewegten sich nicht. Sie standen wie versteinert. Sie schienen nicht grün zu sein, sondern graubläulich wie spröde Lavamasse. Die Lust um ihn herum schien eine ebenso graue Lavafarb« anzunehmen, und es war ihm, als sei sie versteinert und kaum zu atmen. Die Esel standen nun ganz ruhig, als warteten sie daraus, ver- steincrt zu werden, wie alles andere umher. Si« drehten zuweilen den Kopf unheimlich langsam zu Dobb« herum und sahen ihn mit den großen schwarzen Augen lange an. Er bekam einen Augenblick Furcht vor den Eseln. Und um die Furcht abzuschütteln, ging er zu einem Esel und zog die Leinen fester an. Dann ging er zu einem anderen und rüttelte an den Packen, als ob er prüfen wolle, ob sie fest genug sitzen und beim Abstieg�von der Höhe nicht etwa rutschen würden. Sie saßen aber fest genug. Das Puffen gegen die Körper der Tiere und das Betasten ihres Felles beruhigten ihn, und er vergaß den Blick der großen gläsernen, leuchtenden Kohle- brocken. Ob er die Augen auf hat. gläsern, leer und matt? dachte Dobbs. Das ist nur natürlich, sagte er sich, jeder Tote hat die Augen auf, und die Augen sind immer gläsern und matt. Nein, dachte er wieder, sie sind nicht gläsern und leuchten auch nicht wie die Esel- äugen, sie sind eingeschrumpeltes mattes, trübes Glas. Sie sind überhaupt nicht gläsern, sie sind glasig. Es ist doch besser, ich grabe ihn ein. An die Augen könnte ich vielleicht denken. Aber ich nniß ihn eingraben. Er zog«inen Spaten aus dem Gepäck. Aber als er ihn in der Hand hatte, dachte er wieder, daß das Eingraben überflüssig sei und nur einen Zeitverlust bedeute. Er könne dadurch vielleicht gerade den Zug nicht bekommen, und je eher er aus der Gegend fort sei. desto besser sei es. Während er den Spaten wieder zwischen die Gurten schieben wollte, packle ihn aber die Neugierde, zu wissen, ob Curtin vielleicht schon von den Geiern angefallen sei. Das genau zu wissen, würde ihm eine große Sicherheit geben, dachte er Er zog den Spaten wieder heraus und ging hinüber in das Gehölz. Er ging geradeswegs auf die Stelle zu, wo Curtin lag. Er hätte die Richtung, vielleicht gar die Stelle mit geschlossenen Augen > finden können. Als er aber zu dem Platz kam, war dieser leer. Er hatte sich geirrt. Die Dunkelheit des vergangenen Abends und das unsichere Licht des brennenden Astes hatten die Richtung ver- schieden erscheinen lassen Er begann zu suchen, kroch durch das Unterholz und schob sich durch das Geäst der Gebüsche. Cr fühlte sich plötzlich nicht wohl dabei. Er fürchtete, auf den Leichnam zu stoßen, wenn er es mn wenigsten erwart«. Das wollte er vermeiden. Er dachte, es könne sogar geschehen, daß er unversehens dem Leichnam ins Gesicht fasse. Der Gedanke bereitet ihm ein un» behagliches Gefühl. Er gedachte nun, das Suchen sein zu lasten. Als er jedoch den halben Weg zurückgegangen- war, sagte er sich, daß er niemals Ruhe sinden würde, wenn er nicht jetzt den Leichnam vor sich noch einmal liegen gesehen habe und überzeugt sein könne, daß Curtin wirtlich tot ist und keine Dummheiten bereiten würde. Abermals begann er zu suchen. Kreuz und quer lief er durch den Busch. Dann rannte er zurück zu dem Lagerplatz, um von dort aus die Richtung aufzunehmen. Er tonnte sich plötzlich nicht mehr genau erinnern, in welch« Richtung er am vergangenen Abend Curtin getrieben hatte. Zehnmal, fünfzehmnal, zwanzigmal sagte er in jene Richtung: Es war vergebens. Er fand den Leichnam nicht. Sollte er sich derartig in der Richtung getäuscht haben? Seine Aufregung steigerte sich iminer mehr. Die Sonne stand j«tzt steil hoch und glüht« unerbittlich. Er keuchte und geriet in Schweiß. Er bekam fürchterlichen Durst. Aber er trank nicht. sondern goß das Wasser gedankenlos in großer Menge in sich hinein. Wenn er wieder durch das Gestrüpp kroch, dreht« er sich jeden Augenblick nervös um. Eine Sekunde lang glaubt« er. das müsse Furcht sein. Aber er redete sich ein. daß es nur Nervosität sei. Gewissen war es ganz bestimmt nicht, dessen war er sich sicher. Es war nur die Aufregung. Die Esel waren ungeduldig geworden. Di« vod>crsten hatten begonnen abzumarschieren. Und bald folgte der übrig« Aug nach. Gleichgültig trottend. Mit einem Fluch sprang er ihnen noch. Dos machte die Esel scheu und verwirrt. Sie begannen zu rennen. Er mußte die vordersten überholen, um sie aufzuhalten. Das brachte ihn ganz außer Atem. Er jagte die Esel wieder zurück zum Lager- platz. Nun standen sie ruhig und nagten an dein mageren Gras. Der eine oder der andere drehte sich um nach ihm und sah ihn groß und verwundert an. Das erschreckte Dobbs, und er nahm sich vor, ihnen die Augen zu verbinden. N/A" Seine Aufregung steigerte sich immer mehr, Aver er begann wieder zu suchen. Und als er nun zum hundertsten Male überzeugt war, auf der Stell« zu sein, wo er Curtin niedergeschossen hatte, sah er das Stück eines verkohlten Astes liegen. Und nun wußte er, daß er auf dem richtigen Platz war. Das Stück war in der vergangenen Nacht von dem Ast ab- gebrochen, den er zum Leuchten gebraucht hatte. Der Boden sah unruhig aus. Aber das koniüc ebensogut von seinem eigenen Herumwühlen und Herumlaufen sein. Blut konnte er nicht sehen. Auf diesem Boden hätte man es auch kaum sehen können. War Curtin von einem Ti«r verschleppt worden? Oder hatte ihn jemand gefunden und aufgehoben? Selbst konnte er nickt fortgekrochen s«in, denn er war tot. Davon hatte sich Dobbs doch überzeugt. Er war sicher von einem Tier verschleppt worden. Um so besser, dachte Dobbs. Dann wird bald nichts mehr van dem Leichnam übrig sein. Etwas ruhiger geworden, begann er nun, an den Abmarsch zu denken. Aber er drehte sick) immer wieder um. Bald glaubte er, daß er Curtin zwischen den Bäumen gesehen habe, bald schreckt« er zusammen, well er meinte, einen anderen Menschen bemerkt zu haben. Dann wieder fuhr er auf, weil er überzeugt war, er hält« Stimmen gehört. Und wenn irgendwo ein Ast brach oder ein Stein rollte, so glaubte«r. ein Berglöwe schliche um ihn herum, derselb«, der Curtin verschleppt hatte, sei nun auf den Geschmack gekomnien und wolle ihn hinterrücks anfallen. (Fortsetzung folgt.) RätsehEcke des„Abend iiiiiiuiniiiiiiiiuniiiiiiniinminiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiininiiiiiunniiinniiiiiiiinniiiiiiiininniiiiiiiuiinifliiüimmiiiiiinuiiiuiuiiiiiiiniuiniiuiniuiiu ärfintDDtfräffcf 2. Musikstück: 3. Rufs. Männername: ä. Ital. Komponist: 5. Möbel- stück: 6.-Franz. Jugenderzieher: 7. Stadt in Bayern: 8. Bez. sür Entstehung: 9. Geogr. Bezeichnung: kO. Stil des 1. franz. Kaiser, reiche: 11. Dramatiker: 12. Thronräuber: 13. Teil des Auges; 14. Schweizer Kanton; 15. Böser Geist: 16. Fluß in Indien; 17. Stadt in ZAeinasie-i; 18. Bez. sür Brüstung: 19. männl. Bogel: 26. Afsyr. König: 21. Afrik. Stadt: 22. Stadt in Thüringen: 23. Mineral: 24. Schlingpflanze: 25. Nebenfluß der Donau: 26. Ital. Dichter; 27. Stadt in Ostpreußen; 28. Oper von Berdi; 29. Franz. Mädchenname: 30. Türk. Titel; 31. Angehöriger eines Wandervolks: 32. Stadt in der Schweiz. Kammrätsel. Die Buchstaben nebenstehender Figur sind so zu ordnen, daß die senkrechten Reihen Wörter mit folgender Bedeutung ergeben: 1. Sozialistischer Theoretiker, �bekannter Abgeordneter, 3. französischer Sozialistenführer, 4. Sehnsucht des Spießertums. Die obere wagerechte Leiste nennt einen kürzlich verstorbenen Führer der Sozialdemokratie. Hr. Versrätsel. Federn hat's und fliegt doch nicht, Bier Beine hat's und läuft doch nicht, Immer steht es mäuschenstill, Weiter nichts als Ruh' es will. Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel: Senkrecht: 1. Lava, 2. Lama, 4. Base, 5. Paris, 6. Po, 7. Star, 9. Sansibar, 14. Angel, 15. drei, 16. Lettland. 17. Ar, 19. Met, 21. Largo, 22. Heu. 24. Aloe, 26. es. 28.«r. 30. Isias. 32. Ebbe, 34. Sole, 85. Esel. 38. Seit, 40. er. Wagerecht: 3. Nab, 6. Parsioal, 8. As, 10. Bomst, 11. As. 12. Iran. 13. Aa. 17. Arno. 18. Roß. 19. Meer. 20. Golem. 23. Netz. 25. Ai, 26. Eber, 27. Iller. 28. Csau. 29. Lido. 31. Eger, 33. es. 36. Knie. 37. Ob, 39. Bafel. 41. da. 42. Plebejer. 43. Elm. Charad«: Einsall— Einfalt. W a g e r e ch t: 1. Stadt in Thüringen, 3. Planet, 6. sagen- hafter Bogel, 8. weiblicher Vorname, 10. Stadt in Holland, 11. Halb- edelstein, 13. Teil des Baumes. 14. Steinkohlenprodukt, 16. britische Kolon!«, 17. Großkraftwert, 18. Flächenroum, 22. Stadt in Hessen, 24. Schlingpflanze, 25. Gewässer, 26. Artikel, 29. Schmuck, 31. Be- hälter, 34. Tageszeit, 37. Wüsteninsel, 38. Bodengestaltung, 39. Berg in Tirol, 40. Stadt in Schlesien, 41. deutscher Strom. 42. Stadt in der Tschechoslowakei, 43. bekannter Flieger. 44. Ausdrucksart. Senkrecht: 1. Elektrizitätswerk. 2 Stadt in Thüringen. 4 Nagetier, 5. Stadt in Hannover. 6. Fluß In Frankreich. 7. Ge. webe. 9. Stadt in Kroatien. 12. Freidenkertum. 15. griechischer Dichter des Altertums. 19. Ankerplatz. 20. Vogel, 21. Wald. 23. Straußenart, 27. Insel im Atlantischen Ozean. 28. deutscher Dichter, 30. Vogel, 32. Flüßchen im Harz, 33. Stadt in Westfalen, 35. französischer Komponist, 36. Naturerscheinung. Silbenrätsel. Aus den Silben an ba bi borg bürg che da dan de de de dus e e e e« em er er er er feu furt ge ge gen ger haut he je i in in in in ten la lan le lu ma mir man na n«»e netz ni ni nid vis «o o pa pach pel phe pi rou rc rc rib rouf ru falz sar san sau seau sel sis stein fter stra sur sus ta te ter tor tu tu u wi sind 32 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, einen Drosaspruch von Goethe ergeben. Bedeutung der einzeln«» Wörter: t Stadt in Finnland: E3IBHAÜEBEI E K X N OLLI- U H M U Rösselsprung. Hartnäckig weiter fließt die Zeit, Die Zukunft wird Vergangenheit. Bon einem großen Reservoir Ins andre rielelt Jahr um Jahr. Und aus den Fluten taucht empor Der Menschen bunt gemischtes Korps Sie plätschern, traurig oder munter, 'n bisset rum, dann gehen's uMer Und werden, ziemlich abgekühlt, Für längere Zeit hinweggespült, Busch. ~ Sportund SpielDer gesammelte Sport. Stand der Handballspiele. polo Die 1. Klasse der Frühjahrshandballserie ist mit dem größten Teil der Spiele fertig. In vielen Gruppen haben sich die führenden Mannschaften herausgeschält. Der Stand ist folgender: Museum für Leibesübungen. ACOUS NOIMMIA RUAN aus Ditafrita) aus Ostafrifa) erreichten im Hochsprung 2½ Meter 19 390X Im alten Teil des Berliner Schlosses ist in verstedt liegenden 1000 Indianer um den Ball stritten. Die Batussi( Negerstamm Bodenräumen das Deutsche Museum für Leibesübun gen untergebracht. Dieses Museum, das Wesen und Werden der Leibesübungen veranschaulichen soll, wurde nach jahrelanger Vor. arbeit unter Hilfe von Behörden und Privaten ins Leben gerufen. Trotz der primitiven Unterfunft tonnte es sich immer besser entwickeln, so daß heute die Räume nicht mehr ausreichen und wertvolles Material, das zurzeit in Kellerräumen untergebracht ist, nicht ausgestellt werden kann. Durch die übersichtliche Ordnung der Ausstellungsgegenstände gewinnt man ein gutes Bild über die Geschichte der Leibesübungen. Malereien und Reliefs zeigen die hohe Kultur der Aegypter, die schon vor nachweisbar 4000 bis 5000 Jahren Sport und Spiel trieben, sportliche Dokumente aus Assyrien, Babylonien, Kreta, Mesopotamien sind vorhanden, die auf ein Alter von 3000 bis 4000 Jahren zurückblicken fönnen. Das vorhandene Material aus Griechenland und Rom stellt einen Ausschnitt aus dem sportlichen Leben der klassischen Zeit dar. Modelle und Pläne ein Glanz stück dieser Abteilung ist das Modell der Anlage von Olympia, des Festspielplates, auf dem alle vier Jahre zur Zeit der Sommer fonnenwende heilige Spiele stattfanden, Reliefs, Statuen und Reliefs, Statuen und Bruchstücke, Sportgeräte und Preise sind interessante Zeugen des Sportes der Antite Griechenlands. Die Abteilung Mittelalter und Reformationszeit gibt zahlreiches Material über die Beibesübungen dieser Zeit Ein besonderer Raum ist der Geschichte des deutschen Turnens gewidmet. Sehr interessant ist die Abs teilung Ethnologie der Leibesübungen. Der vorhandene Ausschnitt aus der vergleichenden Bölferfunde läßt erkennen, daß die Spielbetätigung einen wichtigen Teil im Dasein der Naturmenschen ausmacht. Zur Sicherung des eigenen Lebens gegen die Unbilden Der Natur sowie gegen feindliche Tiere und seinesgleichen mar der primitive Mensch gezwungen, förperliche Höchstleistungen zu vollbringen, die den unter ganz anderen Voraussetzungen lebenden Kulturmenschen als unmöglich erscheinen. So zeigen uns weiter Bilder, Geräte, Modelle, wie das Spiel jener freien Kinder der Natur allmählich in das Wirtschafts- und Sozialleben eingreift. Ein Delbild zeigt Bettläufe der Tarrahumaraindianer, die Läufe von nicht weniger als 273 Kilometer zurüdlegten. Bekannte Spiele, wie Hocken und Rafet, finden wir hier, Sei denen oft 600 bis Werbung im Arbeitersport Der Arbeitersport ist zurzeit, organisatorisch betrachtet, etwa in der gleichen Situation wie die Gewerkschaften in den neunziger Jahren. Aus losen Formationen, scheinbar ahne größere Bedeutung, entwickeln fich festgefügte Zentralen. Aus den primitiven Anfängen reinen Turn- und Sportwesens entstehen Berbände mit zielbewußter sozialistischer Tattit, die bereits über eine Million Anhänger haben. Der Bergleich mit den Gemertschaften der neunziger Jahre trifft noch in anderem Sinne zu, nämlich im Verhältnis der Partei zum Arbeitersport. Wie damals die Gewerkschaften von vielen leitenden Parteigenossen dahin eingeschäzt wurden, daß die Arbeiter dadurch vom politischen Rampf ab gehalten werden, so begegnet man heute ähnlichen Anschauungen gegenüber dem Arbeitersport. Neuerdings sind einige Anfäße zu energischer Berbetätigkeit zu verzeichnen, deren planmäßige Förderung fehr zu wünschen ist. Der Sport ist ein Vorrecht der Jugend! Von den rund 800 000 Angehörigen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes find 150 000 im Alter von 14 bis 18 Jahren, 100 000 von 18 bis 20 Jahren und 350 000 über 20 Jahre, von letzteren auch noch ein großer Prozentjaz im Alter von 20 bis 25 Jahren. Dazu tommen dann noch etwa 200 000 Kinder. Aehnlich liegen die Berhältnisse in den anderen Verbänden. Man kann die Arbeitersportverbände also mit vollem Recht als Massenorganisation der Jugend bezeichnen. Der Einfluß des Arbeitersports reicht aber weit über diese Zahlen hinaus. In vielen leinen und großen Beranstaltungen tritt der Arbeitersport dauernd an die Deffentlichte it. Bei den Bundes- und Kreisfesten, den Ballspiel- und Leichtathletikwettkämpfen steht oft die ganze Stadt im Bann des Festes. Große Massen sehen die Disziplin und gute Leiftung einer Arbeiterorganisation. Bolitisch Indifferente, die für keine Bersammlung zu haben sind, erleben hier ein Beispiel praktischer sozialistischer Arbeit und Solidarität. Für die Gewinnung der noch abseits stehenden Massen ist der Arbeitersport sehr wichtig. Der junge Turner und Sportler wird ficher in vielen Fällen aus reinem Sportintereffe Mitglied oder besucht aus diesem Grunde die betreffenden Veranstaltungen. Aus der dauernden Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten entwickelt sich über die sportliche Arbeit hinaus aber jener große sozialistische Ge meinschaftsgeist, der die Vorauslegung zur flaren politischen Ertenntnis ist. In den Städten und kleinen Orten der Provinz betrachtet man die Zusammenarbeit zwischen Partei, Gemertschaften und Arbeitersport als Selbstverständlichkeit, vielfach liegen die leitenden Funktionen in einer Hand. In den Großstädten ist jeder Organisationszweig fpezialisiert, wobei die gemeinsamen Intereffen sehr oft benachteiligt werden. Die Besettigung dieser Schwierigkeiten fann nicht schwer fallen, wenn ihre Notwendigkeit poll erkannt worden ist. Die Gewinnung der Jugend ist für die Partei außerordentlich wichtig, weil nur dadurch junger Nachwuchs an Rämpfern ge ponnen wird. Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft! Boraussagen für Mariendorf. 1. Fahrt Jauß jr.- Esparjette. 2. Gest. Faltenhagen Nonne. 3. Lindenwirtin I Lindowtind. Lessing. 5. Dompfaff I. Luftschiffer. 6. Edn Hannibal. 7. Belwin Magowan jr. 8. Geft. Lindenhof Laterne. 9. Caro Bube- Marie Luife. 4. Lindow Peter und zeigen eine Technit, wie wir sie bei unseren Besttrainierten nicht vorfinden. Eine Zusammenstellung von Wasserfahrzeugen und Rudern aller Art( in Modellen und Originalen) veranschaulichen das wichtigste Verkehrsmittel des Menschen und wir erkennen am Gerät, in welcher Weise sich der Wilde seiner Umgebung anpaßte und wie er die Technit des Ruderns seinem Leben dienstbar zu machen verstand. Ein Raum ist als sportärztliche Beratungsstelle eingerichtet und zeigt sämtliche notwendigen Instrumente, Meßvorrichtungen, Höhensonne, Röntgenapparat und so meiter. Eine andere Abteilung ist dem Wassersport und Rettungswesen gewidmet. Für den Uebungsstättenbau und das Jugendherbergswert ist ein besonderer Raum vorhanden. Modelle von wie Sportplaganlagen zeigen, welch großer Fortschritt auf diesem Großkampfbahnen des In- und Auslandes, Schwimmanlagen soGebiete zu verzeichnen ist. Auch Modelle von vorbildlichen Jugendherbergen und Alpenvereinshütten find ausgestellt, ebenso Musterturnhallen, Rodelbahnen, Schießstände, Kegelbahnen, Stifprunganlagen, Bootshäuser, Modelle und Geräte über die Entwicklung und Fabrikation der Turn- und Sportgeräte zeigen, daß bestes Material und sorgfältigste Verarbeitung zur Fülle von Anregungen wird durch dieses Anschauungsmaterial dem Herstellung eines dauerhaften Sportgeräts notwendig ist. Eine Interessenten gegeben. Auch die Kunft im Sport wird nicht vergessen. Die Ausstellung von Plastiken, Statuen, Blatetten, Gemälden sollen einerseits die Künfte für die Leibes. übungen, andererseits die Turner und Sportler für ein gutes Kunstwert interessieren. Alles in allem: ein Besuch der Ausstellung lohnt wahrhaftig, es wäre zu wünschen, daß der Museumsleitung recht bald bessere Räume zur Verfügung gestellt werden, so daß das gesamte wertvolle Material, das zum großen Teil noch in den Kellerräumen untergebracht ist, der Deffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Weiter müssen Reich und Länder Mittel zur Verfügung stellen, damit die Museumsleitung in ihren Arbeiten nicht von der privaten Mildtätigkeit abhängig ist. A. B. Arbeiter- Schach. Berlin wird Bundesmeister. Der Deutsche Arbeiterschachbund führte Ostern in Stuttgart zum ersten Male die Bundesmeisterschaft für Mannschaften durch. Spielberechtigt waren die Sieger aus den Gauwettkämpfen. Berlin spielte mit Osten, Rauch, Eyber, Vogt, Grammattifoff, Faltenhagen, Kubiczet, Schwabe, Gädide, Spengler. Diese Mann fchaft war den Gegnern glatt überlegen, was aus folgenden Reful taten hervorgeht: Berlin- Hamburg 7: 3, Berlin- Mannheim 8: 2, Berlin- Gera 8%: 1%. Berlin hat somit die Bundesmeister ichaft vollkommen überlegen gewonnen. Das Endresultat lautet: 1. Berlin 23% Buntte, 2. Mannheim 13% Buntte, 3. Ham burg 13 Punkte, 4. Gera 10 Punkte. Auch im Hauptturnier wurde Berlin der erfolgreichste Bertreter, und zwar fonnte es drei erfte Plätze belegen. Riegenkeglerkampf B.S.B gegen F.K.B.D. Der Herausforderungskampf des Bezirkes Neukölln des Freien Reglerbundes gegen den Berliner Sportteglerbund fand kürzlich unter großer Beteiligung statt. Der erwartete spannende Kampf zwischen zwei Auswahlriegen blieb nicht aus. Nur gang tnapp siegte die Riege Neukölln des Freien Reglerbundes mit 11 Holz Vorsprung. Geschoben wurden pro Kegler 200 Kugeln in die Bollen. Mannschaft Adlershof. Neukölln, 1. Abt. Fichte, 8. Abt. Eiche Köpenic Sparta Neukölln, 2. Abt. Niederschöneweide Klausdorf Fichte- Süd Fichte, 7. Abt. • • • • . . Groß- Berlin, Süden. Nowames. Fichte, 3. Abt. Fichte, 19. Abt. Schmargendorf. Brandenburg, 2. Abt. • Spandau Fichte- Nord Groß- Berlin, Wedding Groß- Berlin, Norden i Schöneberg- Sport. Schönow. Velten. Brandenburg- Sport. 1. Gruppe. Spiele gew. verl. unentsch. Gem. Verlust 5 1 11234335 55432211 69996556 2. Gruppe. 65543757 12T1445 6433211 3. Gruppe. 356558654 55421113 1113344T Vereinskalender. Punkte 10: 2 10 2 8 4 6: 6 4: 8 4: 6 1 3: 7 1 1: 11 |||||~|~ 28664422 : : 0242208 2 4: 2 9 2: 11 10: 0 10: 2 8: 2 4: 6 4: 7 3: 9 2: 8 1 1: 7 Freie Faltbootfahrer Berlin. Nächste Zusammenkunft Donnerstag, 12. April, 20 Uhr, Schule Weinmeisterstr. 16/17. Gonntag, 15. April, Be teiligung an der Auffahrt der Sparte in Grünau. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Oberspree( Zug nach Spindlersfeld). Arbeiter- Sportverein Libertas eröffnet in Bilmersdorf eine neue Abteilung für Ringen, Jiu- Jitsu und Bogen. Ab 16. April jeden Montag und Donners tag 20-22 Uhr Voltsschule Babelsberger Str. 24, obere Turnhalle. Mittwoch, 11. April, 19% Uhr, Generalversammlung aller Abteilungen im Edenpalast, Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Str. 24. nimmt die Spielverteilung Tonnerstag, 12. April, 20 Uhr, Restaurant JhlenWilmersdorf. Die Tennisabteilung der Freien Turnerschaft Wilmersdorf felb, Uhland- Ece Günzelstraße, vor. Neuanmeldungen dort oder beim Leiter Chanm, Wilmersdorf, Augustaftr. 6( Uhland 6954). Ruberbezirk ber Freien Turnerschaft Groß- Berlin. Bersammlung Donners tag, 12. April, 20 Uhr. Vortrag:" Rudertechnik und Ausbildung." Bootshaus und Vereinslokal Niederschöneweide, Berliner Str. 97. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Bootsstände noch frei, auch für Nichtmitglieder. Anschrift: Ostar Road, Neukölln, Rogatstr. 46. GB. Moabit. Mittwoch, 19 Uhr, alles zum Straßenlauftraining Gee Ecke Afrikanische Straße. Anschließend bei Dornbusch Funktionärsißung für Quer durch Moabit". Ein Versuch. 90KW Der Dauerschwimmer Otto Remmerich, der, wie bereits ge meldet, seine eigene Weltrekordleistung im Dauerschwimmen um 14 Stunden überboten hat und 46 Stunden schwamm, konnte das Baffin ohne fremde Hilfe verlassen. Eine gleich darauf vorgenommene Untersuchung ergab, daß Herz und Atmung durchaus normal waren. Wie Kemmerich, der sich förperlich vollkommen frisch fühlte, in einer Unterredung erklärt, ist der Abbruch des Schwimmens nach 46 Stunden lediglich auf Nervenüberanstrengung zurückzuführen, die so groß war, daß das Bewußtsein in den letzten Stunden fast völlig ausgeschaltet war, und die Schwimmbewegungen nur noch ganz mechanisch erfolgten. Mehrmals war Kemmerich nahe daran, einzufchlafen. Er hatte schließlich jede Orientierung verloren, wußte auch nicht mehr, wo er schwamm. Auch Sehstörungen stellten sich ein. Kemmerich ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit im Dauerschwimmen zwischen 40 bis 50 Stunden liege, und hält es selbst für ausgeschlossen, daß ein Mensch etwa 60 oder gar 72 Stunden, wie er sich dies vorgenommen hatte, ununterbrochen schwimmen fönne. burg, ist bei einem Automobilunfall in der Nähe von Hamburg Josef Bohne, Chefpilot der Bäumer- Flugzeugwerte in Ham ums Leben gekommen. Bohne war einer der bekanntesten Flieger; sein im Vorjahre geschaffener Höhenflug- Weltrekord für Leichtflugzeuge mit 5680 Meter ist noch heute unerreicht. Bootstaufe bei den Freien Seglern. Ostern hat der Berein Berliner Jollensegler auf seinem eigenen Grund ftück auf der Rohrwallinsel bei Köpenick seinen großen Tag. Vier erstklassige, schnittige Rennboote, aus Mahagoni gebaut, standen zur Taufe bereit. Das schöne Osterwetter hatte der Veranstaltung einen guten Besuch beschert. Stadtrat Ireitel fonnte das erste Boot des Eigners Bartelt, einen 20- Quadratmeter- Jollenfreuzer, ben der Befizer nach 1500 Arbeitsstunden selbst hergestellt hatte, auf den Namen Sebbin II" taufen. Nach einem fräftigen Goode Wind Ahoi" wurde das Boot zu Waffer gelaffen und trai turz darauf seine erste Fahrt an, die von den Anwesenden mit Interesse ver folgt wurde. " Dann wurden die anderen drei Rennboote, Troztopf"( 15 Quadratmeter) ,,, Wasserfloh" ( 10 Quadratmeter) und Anni"( 20 Quadrat meter), aus der Taufe gehoben. Es ist ein feltener Fall, daß von einem Arbeiterfegelverein pier Neubauten der Sportfegelei gleichzeitig übergeben werden. An die Taufe schloß sich eine Geschwader fahrt faft aller Boote des Bereins an. + Geschäfts- Anzeiger Volksfürsorge Gewerkschaftlich- Genossenschaftl. Versicherungs- Aktiengesellschaft Die Versicherung aller Arbeiter und Angestellten[ 8 Auskunft erteilen alle Vertrauensleute, sowie die Rechnungsstelle Berlin S 42, Ritterstraße 126,!. Kassenstunden täglich von 8-1, Dienstags von 8-6,30 Uhr. VOLKS FEUERBESTATTUNGS- VEREIN V.VAG vormals Volks- Feuerbestattungs- Verein Groß- Berlin 1913 UNTER REICHSAUFSICHT Nach einmonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt orforderlich. [ G. F. 54 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf: Norden 38 85-88, 50 44 Paul Schattschneider Str. 6a und Berlin SW, Lindenstraße 97,93 Breitestr. 60 Spandau, ces orfer Str. 99 Schönwalder Str. 29 und Pichels Bezirk Süden- Weften. Allen Organisationen MAURER& DIMMICK . empfiehlt sich Bauhütte BUCHDRUCKEREI BERLIN SO 16, KOPENICKER STRASSE 36/38 Berlin G.m. b. N. Gesellschaft für Bauausführungen aller Art Berliner Ratskeller Berlin SW 48, Wilhelmstr. 106 Bierabteilung Königstr. 15-18 Weinabteilung Künstlerkonzert Vorzügliche Küche Heinrich Falkenberg E.G. 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