BERLIN Dienstag 12. April 10 Pf. Nr. 162 B 90 45. Jahrgang. € r f d> e I n t tö g N ch««Her Sosatags. Zugleich Abendausgabe des.VorwSns". Beiugsvreis für beide Ausgaden 70 Pf. pro Woche. S M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68. kiadenßr.s „Vofuwk Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile so Pf., Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Lebendig ins Grab geworfen? Die Hintergründe des Giettiner Kememord-prozesses. Im Fememordprozest Greifenhagen gestand der « Hauptbeschuldigte Leutnant Heines vor dem Ttettiner Gericht den Roßbach-Mann Paul Schmidt als„Verräter" niedergeschossen zu haben. Er verschanzt sich dabei hinter die offenbar zwischen mehreren Angeklagten vereinbarte Aus- rede, er sei von Schmidt angegriffen worden. Die Persönlichkeit Heines', der zu den Rechtsputschisten gehörte, verdient eine nähere Beleuchtung. Der Hauptangellagte ini Stettiner Fememordprozeß, Leutnant a. D. Heines, ist einer der bekanntesten und meistgenannten politischen Führer der Münchener Putschisten. Heines, der die schauerliche Mordtat in Pommern im Jahre 1920 begangen hat, war zwei Jahre später Führer der Abteilung Roßbach in München. Im Auftrag seines Führers Oberleutnant Roßbach gliederte Heines die Gruppe München der Abteilung R o tz b a ch als„Siebente Hundertschaft" in die nationalsozialistische Sturmabteilung Adolf Hitlers ein. Bei den Putschoorbereitun- gen 1923 wurde der Fememörder Heines Führer der gesamte« nationalsozialistischen„Sturmarmee". Für seine Mitwirkung am Hitler.Putsch erhielt Heines eine längere Freiheitsstrafe. Jetzt, nach nahezu acht Jahren, steht er wegen des Fememordes vom Juli 1920 vor Gericht, also wegen einer der scheußlichsten Mordtaten, die je verübt stnd. Stundenlang fuhren Heines und Ottow den überwältigten und gefesselten Schmidt im Walde hin und her, um eine Stelle, wo ste ihn ungestört erschießen und begraben könnten, zu finden. Schmidt, der schließlich sein Bewußtsein wieder- erlangt halle, wußte ganz genau, was mit ihm vorging und mußte stundenlang die Reden der Mardbeflien mit anhören, die fich über seine bevorstehende Ermordung unterhielten. Es lohnt nicht, die Einzelheiten der unglaublich bestialischen Dorbereiwngen der Tat noch einmal aufzurollen, die in Stettin ja zur Sprache kommen. Wesentlich ist folgendes. Den e r st e n Schuh auf den wehrlosen und seit vielen Stunden gemarterten Schmidt gab Leuwant Heines ab. Heines und Ollow haben jeder mehrere Male aus ihren Pistolen geschossen. Der Schwerverletzte wurde von den Roßbachern noch schwer mißhandelt und mit Füßen getreten. Die grauenhafte Szene findet ihren Höhepunkt in der fast unvorstellbaren Tatsache, daß der unglückliche Schmidt noch lebend in sein Grab geworfen wurde! Die Roßbacher haben dann in Gegenwart von Leutnant Heines das Grab zugeworfen und die Stelle durch darüber gestreutes Laub unkenntlich gemacht. Später beschlossen die Roßbacher, die Leiche des Schmidt umzubetten. Auch das neue Grab ist festgestellt worden, die Leiche jedoch nicht gefunden. Leutnant Heines, der durch die Angaben feiner Mitange- klagten auf das schwerste belastet ist, konnte trotz seiner bestialischen Mordtat noch 8 Jahre lang in der putschistischen und nationalistisch«« Bewegung Bayerns eine führende Rolle spielen. Zweifellos hat Oberleutnant Roßbach, zweifellos hat auch Adolf Hitler von dieser Tat gewußt. Der Femcbandit war der Verbindungsmann von Oberleutnant Roßbach zu Hitler und General Ludendorff! Unzählige Male weilte dieser Mörder in der Villa Luden- dorffs in Prinz Ludwigshöhe bei München. Wie eng die Be- Ziehungen Ludendorffs zur Abteilung Roßbach und zu Leutnant Heines waren, beweist auch die Tatsache, daß General Ludendorff seinen Diener, den Kriegsfreiwilligen Neubauer gerade in die Abteilung Rohbach abkommandiert hatte, in der er die Rolle eines Adjutanten von Heines spielte, bis er am Tage des Hitler- Putfches auf dem Münchener Odeonsplatz fein Leben verlor. Wer wundert ssch, daß auch der berüchtigte Student Bauer, der die Rathenau-Mörder bei sich beherbergt hatte und ein Attentat auf Scheidemann vorberellete, sich in der Abteilung Roßbach sehr (Fortsetzung auf der 2. Settel Landung der„Italia" bei Stolp. Wer hat Schuld an dem Unglück? Die Giraßenbahnkaiastrophe auf der Heerstraße. wäre gar keine Zeit gewesen. Als Beweis eine einfache Rechnung: Die Rennbahnstraße ist, sehr gut gerechnet, 400 Meter lang. Wenn sich die drei Unglückswagen auch mir mit einer Geschwindigkeit van 40 Kilometer vorwärts bewegt haben(es sind sicher viel mehr ge- wesen), so haben die Wagen für die 400 Meter eine runde halbe Minute gebraucht. Es ist aber zu berückfickstigen, daß die Wagen erst im letzten Drittel der Straße die gefahrbringende Geschwindigkeit erreichten. Wenn der Fahrer nun das Notsignal nach hinten gegeben hätte, wäre es den Schaffnern einfach unmöglich gewesen, in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit von etwa 10 Sekunden sich durch den Knäuel der Fahrgäste hindurchzuwinden, um die Bremsen betällgen zu können. Irgendeinen Einfluß auf die Geschwindigkeit hätte atsa selbst die stritte Innehaltung der Dienstvorschriften nicht gehabt. Viel besser wäre es vielmehr gewesen, wenn die verantwortlichen Leute der Straßenbahndirettion bei allen abschüssigen Straßen die Schaffner unter allen Umständen verpflichten würden, an den Hinteren Handbremsen zu stehen, um bei Gefahr sofort eingreifen zu können. Neben einer Verkettung von unglücklichen Umständen— unbestreute, glitschige Schienen, außerordentliche Ueberfüllung der Wagen und dadurch vergrößerte Schwungkraft derselben— sind also bei dem Heerstraßenunglück auch Unterlassungssünden der leitenden Stellen vorhanden. -i- Zur Klärung der Schuld an der Straßenbahnkatastrophe wurden gestern von der Kriminalinspektion Charlottenburg noch mehrere Schaffner und andere Personen vernommen, deren Aussagen sich mit der Darstellung des Fahrers Redlich mehr oder weniger decken. Leider konnte von den Fahrgästen, die mit dem Fahrer auf der vorderen Plattform des Triebwagens standen, noch keiner ermittelt werden. Diese Zeugen werden deshalb noch einmal gebeten, sich umgehend bei Kriminalkommissar Brandt, 2. ffriminalbezirt des Polizeianits Eharlottenburg, am Kaiser- dämm, zu melden. NoMles Erlebnisse in Aviv. Was rnadil die„Bremen"? Berichte auf der 2. Seite» Zu dem Slraßenbahnunglück erhallen wir aus Leser. kreisen eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen: Die Bezirksverordnetenversammlung Chor- l Ottenburg hat sich mit den Verkehrsverhältnissen an der Un- glücksstelle wie auch mit den Verhältnissen am Spandauer Bock wiederholt beschäftigt. Di« sozialdemokratische Fraktion hat die Straßenbahninspektion West darauf hingewiesen, daß die Verkehrsverhällnisse an den genannten Stellen über kurz oder lang zu einer Katastrophe führen müssen, und sie fand dabei die Unterstützung aller anderen Fraktionen. An der Unglücksstelle ist es besonders die sehr steil abfallende Rennbahnstraße, die in einer scharfen Kurve endet, die immer Gefahren ergibt; am Spandauer Bock schneidet die abfallende Straßcnbahnstreck« die Kreuzung der Reichsstraße, aus der«in starker Automobilvertehr in die Spandauer Chaussee mündet. An beiden Stellen kann ein versagen der Bremsen oder das Zusammenfallen Unglück- licher Umstände zu Unglücken führen. Die Warner in der Bezirks- verordnetenverfammlung versuchte man stets damit abzutun. daß man ihnen fachliche Unkenntnis vorhielt. Daß sie nicht unrecht hatten, beweist das furchtbare Unglück an der Heerstraße. Wenn die Straßenbahndirektion sich jetzt bemüht, herauszutüfteln, welche DienstvorschriftenderFahrerdesUnglückswagens unbeachtet gelassen hat, so sollte sie andererseits auch ver- suchen, festzustellen, ob nicht Unterlassungssünden der Direktion and des Aussichtspersonals vorliegen. Es ist z. B zu fragen, warum die Gleis« der ab- schüssigen Rennbahnstraße nicht in gewissen kurzen Abständen mit Sandhäufchen bestreut wurden, die den Fahrer unabhängig von der Sandstreuvorrichtung des Wagens gemacht hätten. Bei dem Schneewetter am Unglückssonntag wäre dies« Maßnahme sehr an- gebracht gewesen. Auf jeden Fall hätten die drei Wagen nicht die ungeheure Geschwindigkeit erreichen können, die ein Entgleisen in der Kurve zur Folge haben mußte. Auf anderen abschüssigen Strecken soll Sand auf diese Art und Werse gestreut werden. Die Straßenbahndirektion macht dem Fahrer weiter zum Vorwurf, daß er beim Erkennen der Gefahr nicht das Notsignal nack» hinten zu den Schaffnern gegeben hätte, wodurch dies« veranlaßt worden wären» dt« Handdremfen auf den Hinterperrons anzuziehen. Dazu Die Fememörder. (Fortsetzung von der 1. Seide.) wohl fühlte. Auch die zahllosen Gewalttaten, die die Roßbachabtei- lung in München unter Führung von lxines begangen hat, erhalten eine besondere Beleuchtung durch die Tatsache, daß Heines nunmehr als Fememörder enthüllt ist. Der Sturm der Roßbacher auf das Hotel Grünwald unter Führung von Heines, der Ueber- fall der Roßbacher auf den Zug der Gewerkschaftsfunktio» näre in München im Januar 1923, die Ueberfälle auf die sozio- listische Arbeiterjugend im März und Juni 1923 werden jetzt erst richtig verständlich, nachdem man weiß, ein« wie fanatische Mörderbestie dieser Heines war. Hoffentlich wird das Schwurgericht Stettin die menschliche Gesell- schaft vor diesem Unmenschen schützen, den die„nationale" Presse noch als einen Helden zu feiern sucht! « Vernehmungen im Fememord-prozeß. Stettin, 17. April(BS.). Zur heutigen SBerljanbltmg im Greifenhagener Femeprozeß waren 29 Zeugen, darunter Dorfbewohner aus Stecklin, die mit den ersten Ermittlungen betrauten Polizeibeamten, vor allem aber der in dieser Sache öfters erwähnte Kreisleiter der Arbeitsgemein- schaft Roßbach im Kreise Greifenhagen, Leutnant Schultz 1, erschienen. Der letzte Angeklagte, der Feldwebel Oltow, sagte u. a. aus, wie Leutnant Heines, mit dem er zusammen auf Gut LIebenow untergebracht war, ihn eines Tages gesagt>abe, in Stecklin sei ein Spion zu verhasten, er solle mit ihm hinfahren und den Gummiknüppel dazu mitnehmen. Daß er, Ottow, sich als Kriminalbeamter ausgegeben habe, sei ihm nicht erinnerlich. In dem Hause der Familie Walter, wo Schmidt sich aufhalten sollte, habe man ihn zunächst nicht gefunden, bis man mit einem Male gemerkt habe, daß Schmidts Hut auf dem Tisch lag. Daraufhin habe man auch auf dem Boden nachgeforscht. Dort sei dem die Treppe Hinaussteigenden schon entgegengeschollen:„Wer heran- kommt, den schieße ich über den Haufen!" Gleich darauf sei in der Dunkelheit auch schon jemand ihm entgegengekommen, auf den er, Ottow, in der Annahme eines Angriffs, mit dem Gummiknüppel eingeschlagen habe. Dann habe sich herausgestellt, daß man Schmidt vor sich habe. Auch später im Roßbacher Quartier sei Schmidt auf Leutnant Heines losgegangen, weshalb er, weil er seinen Leutnant in Gefahr glaubte, den Gefangenen mit dem Gummiknüppel über den Kopf geschlagen habe. Den Lorhalt des Oberstaatsanwalts, daß Schmidt doch vorher die Waffen abgenommen worden feien, bestritt Ottow und schilderte dann weiter, wie man den heftig bluten- den und weinenden Schmidt dann mit einem Stück Vetklakea verbunden und vom Blut gesäubert habe. Lorf.:„Taten Sie das aus Mitleid?" Angel.:„Jawohl. Schmidt bat uns weinend, wir sollten ihn doch nicht schlagen." Ottow erklärte weiter, daß ihm die Fahrt in den Wald nach dem Besuch aus Gut Rosenselde merkwürdig vorgekommen sei. Nach einer Bemerkung von Heines habe er angenommen, daß Schmidt nun irgendwo festgesetzt werden solle. In den Wald selbst seien sie dann aus Versehen geraten, well sie, als sie zu Fuß gingen, in der Dunkelheit vom Hauptweg abirrten. Er, Ottow, sei dann allein weitergegangen, um den richtigen Weg wieder zu suchen. Plötzlich habe er Schreie und gleich darauf einen Schuß gehört, und zwar habe noch seinem Eindruck Leutnant Heines„Hilfe" "der.Halt" gerufen. Zurückeilend habe er dann den Schmidt am Boden liegen sehen und habe in seiner Aufregung auch auf ihn ge- schössen: ob zwei- oder dreimal wisse er nicht mehr, ebenso könne er nicht mit Bestimmtheit sagen, ob er überhaupt geschossen habe. Jedenfalls habe Schmidt nach diesen Schüssen noch immer geröchelt. Seine Angabe in der Voruntersuchung, er habe absichtlich vorbeige- schössen, könne er nicht mehr aufrecht erhalten. Vors.: In der . Voruntersuchung hat Fräbel gesagt. Sie seien auf den Röchelnden gestiegen und hätten auch ihm, Fräbel, befohlen, auf seinen H i n t e r k o p f z u t r e t e n. A n g e k l.: Das Ist nicht wahr. Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung sucht Ottow olle seine belastenden Aussagen aus der Voruntersuchung zurückzunehmen und zu entkräften. So widerrief er auch seine eigene frühere Aus- sage, daß ihm Heines im Walde die Pistole mit den Worten hin- gehalten habe: Schießen Sie das Schwein über den Haufen! Auf olle Vorhalte des Vorsitzenden, wie er denn damals zu dieser wissentlich falschen Aussage gekommen sei. erwiderte Ottow unter allgemeiner Heiterkeit nun. er habe vor dem Unter« suchungsrichter gelogen, weil er gemerkt habe, daß auch Bär gelogen habe. 5|>it�enIcancUdaten für den Landtag. Paul Hirsdi Hervorragender Kommunal- und Siaafcpolüiker. 1900-1921 Stadtverordneter in Berlin. War einer von den ersten 6 Sozialdemokraten, die schon im Dreiklassenlandtag der Gertrud Hanna Friedrich Bartels Besuchte die Volksschule, wurde Hat die Volksschule besucht und er- Budidruckerel-Hilfsarbetterln. In lernte das Malerhandwerk. Auber- unermüdlicher Arbeil wirkt sie schon ordentlich tätiges Mitglied der ge- seit Jahrzehnten für die Hebung der werkschatllichen und politischen Or- Lage der schallenden Frau. Durch ganisation. Hamburger Bürger- Vorkriegszeit einen heftigen Kampf das Vertrauen ihrer Berufsgenossen schaft 1904 bisl913. Angestellter im gegen die Reaktion führten. wurde sie Angestellte der Gewerkschaft. Im Landtag seit 1919. Malerverband, dann Sekretär der Sozialdemokratischen Partei. Seit 1913 Mitglied des Parteivorstandes Seil 1924 Präsident des Landtages. Hermann Harnisch Erlernte nach dem Besuch der Volksschule die TischlereL Kämpfte seit früher Jugend In der Sozialdemokratischen Partei und in der Gewerkschaft für die Ziele der Arbeiterbewegung. Jetzt Angestellter im Deutschen Holzar befterver band. Stadtverordneter erst in Neukölln, dann in Grob- Berlin. Preußen, einst der Hort der Reaktion, das Land der Junker, des Herrenhauses und des Dreiklasienparlaments, hat sich feit der Revolution zur festesten Stütze der Republik und der Verfassung entwickelt. Freilich ist die Stellung Preußens zum Reich inzwischen eine andere geworden. Im alten Staat stellte infolge der Personalunion von deutschem Kaiser und preußischem König, von Reichskanzler und preußischem Ministerpräsidenten das Reich wenig mehr als ein„verlängertes Preußen" vor. In Preußen herrschte damals allmächtig das Junkertum, durch die Vormacht- stellung Preußens im Reich bildete es auch die im Reich aus- schlaggebende Schicht. Die Weimarer Verfassung von 1919 hat die Stellung des Reiches gegenüber den Ländern erheblich gestärkt, so daß heute die Länder als selbständige Staats- gebilde nicht mehr zu bezeichnen find. Trotzdem ist auch die jetzige Bedeutung Preußens nicht zu unterschätzen. Umfaßt es doch drei Fünftel des Reichsgebiets und zwei Drittel der Bevölkerung. Ferner besitzt Preußen auch heute noch den größten zentralisierten Beamten- und Behördenapparat in Deutschland, da dem Reich aus den größten und wichtigsten Gebieten der Verwaltung nur die Gesetzgebung, aber nicht die Durchführung der Gesetze zusteht. Die preußische Verwaltung mit ihren junkerlichen Spitzen (Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten, Landräten. Polizei- Präsidenten usw.) bildete vor der Revolution das eigentliche Rückgrat der Junkerherrschaft. Durch die intensive Um- formungsarbeit der Minister S e v e r i n g und Grzefinski ist dies Rückgrat heute gebrochen. In den entscheidenden Stellen der preußischen Verwaltung, ebenso der preußischen Schutzpolizei, sitzen heute_ zuverlässige Republikaner, während der Einfluß des reaktionären Junter- tums von Jahr zu Jahr dahinschwindet. Deswegen richtet sich auch der Haß und der Zorn aller Reaktionäre gegen Preußen und das„System Severing". Umgekehrt, wie einst Bebel, denken die Deutschnationalen von heute:„Wenn wir Preußen zurückerobert haben, dann haben wir alles." Die Arbeiterklasse aber weiß, daß sie dem„System Severing" den Bestand der Republik und die Erhaltung der Verfassung in den schweren Iahren 1923 und 1924 verdankt. Die Arbeiterschaft wird alles daransetzen, um ihre Macht in Preußen zu erhalten. Nie wieder soll Preußen der Hort des Junkertums und der Reaktion werden. Das muß das Ziel des Wahlkampfes für den Reichstag wie für den Landlag am 20. Mai für die Arbeiterklasse sein! pommersche„Edle" gegen Nobile. Lunker in Giolp verursachen„Zwischenfälle". Wege» der ZNcheleien auf den Salomon-Znselv wurde der Häuptling B a s i a n a vom australischen Gericht zum Tode oer- St. Abf.-Neukölln. Heute von 18 Uhr ab wichtige Flug» blattoerbreitung bei Käst«, Wißmonnstr. 49.— Lüddecke, Fontanestr.— Mischte, Münchener Str. Stahmann, Münchener Str. und Balewski, Bodinstr. Ecke Jsarstr. Paul Axelrod, der lh der Internationale wellhekannte ruseierhe Soziatief., ist 78 jährig am Montagabend in Berlin gesfarbetu Sfalp, 17. April. General Nobile wirb sich zusammen mit den übrigen Herren der italienischen Botschaft, die zu seinem Empfang nach Stolp ge- kommen waren, voraussichtlich noch am heutigen Dienstagabend oder am Mittwoch früh nach Berlin begeben. Der Zweck des Besuches General Nobiles ist in erster Linie der, den Reichs- behörden Dank für die Zuvorkommenheit zu sagen, mit der ihm die Lustschisshalle in Stolp zur Durchführung seiner Expedition zur Der- fügung gestellt worden ist. Heute Morgen ist bereits mit der Reparatur der be- schädigten Stabilisierungsflüche der„Jtalia" begonnen worden. Di« Arbeiten werden schleunigst fortgesetzt, da General Nobite baldmögiichst Stolp zu verlassen gedenkt. Das italienische Polarschiss wird von Stolp aus, ohne die vovher auf das Programm gesetzten Probefahrten auszuführen, direkt nach Spitzbergen fliegen, von wo aus man vielleicht noch einige Usbungsflüge machen will. Diese überraschende Aenderung der Eni- schlösse Nobiles soll nicht lediglich aus die Tatsache zurückzu- führen sein, daß man bei gutem Wetter zunächst Spitzbergen er- reichen will. Es hat vielmehr den Anschein, als ob gewisse äußere Anlässe mit dazu beitragen, die Abfahrt der Expedition zu be- schleunigen. Trotz des liebenswürdigen Empfanges durch die Be- Hörden und Vertreter der italienischen Botschaft sollen Expeditions- Mitglieder in«inigen Gasthöfen persönlich insuliert worden sein.(? D. Red.) In einer anderen Meldung wird besonders darauf hingewiesen, daß General Nobile und einige seiner Expeditionsmitglieder von Großgrundbesitzern der Stolper Gegend, deren national!- stisch-völkssche Einstellung bekannt ist, belästigt wurden. Diese Ding« sollen sich in einem Lokal abgespielt haben, an dessen Stammtisch sich die Stolper Junkerschaft oft zu versammeln pflegte. Durch dummdreiste Redensarten wurden die Italiener ge- nötigt, ein anderes Zimmer des Lokals auszusuchen. Ferner wird darüber Beschweide geführt, daß die Stadt- behörde Stolp die Taktlosigkeit besaß, nur General Nobile selber einzuladen, während die übrigen Expeditionsmitglieder geflissentlich übergangen wurden. Megi die„Bremen" weiter? Llnd nicht nach New �ork? Jtem Jork, 17. April. Nach hier eingegangenen Meldungen besteht gegenwärtig der Plan, die tz n n k e r s m a s ch i n e F 13, die, wie berichtet, in Montreal eintraf, so nahe wie möglich an Greenly Island heranzubringen. Es soll dann, da die F 13 als Schwefterschiss der Bremen den einzigen hier erhältlichen für die Bremen brauchboren Propeller besitzt, die Bremen mit diesem Propeller ausgerüstet werden, um gegebenenfalls ihren Zlug noch New Jork fortzusetzen. Falls sich dies als unmöglich erweist, sollen die Bremen-Flieger aus der F 13 nach New Park gebracht werden. Noch immer herrscht ziemliche Unsicher he it über den tat- sächlichen Umfang der Reparaturarbeiten an der Bremen und infolgedessen auch über das voraussichtliche Datum eines neuen Starts. Canadian Preß berichtet aus Quebec, dort sei in der Nacht ein Telegramm v. Hünefelds eingegangen, wonach es sehr möglich ist, daß die Beschädigungen der Bremen die Verschiebung des Starts auf einen späteren Tag als Mittwoch not- wendig machen. Beschädigt sollen außer dem Fahrgestell u. a. sein der Rumpf und der Propeller. Die Tragflächen dagegen sind heil. In vier bis süns Tagen hojst mau die Reparatur beendet� zu haben. Die Partei der Lockspitzel. Kommvnisien-Moral. Die gegenwärtige offizielle Leitung der Kommunistischen Partei bejubelt die gewaltsame Befreiung des angeblichen Kommunisten Braun aus dem Gefängnis. Sie läßt von diesem angeblichen Kommunisten Braun angeblich geschriebene Briefe in Berliner Versammlungen verlesen. Run wird bekannt, daß dieselbe„Rote Fahne", die heute ihrem „Genossen" Braun zujubelt, ihn noch vor wenigen Jahren wieder- Holl als„sgent provocateur", als Lockspitzel bezeichnet und den Abscheu aller ihrer Leser über diesen Verräter an der proletarischen Sache heraufbeschworen hat. Wir haben diese Stilübungen gestern hier in die Erinnerung zurückgerufen. Was weiß die.Flöte Fahne" heute darauf zu antworten? Man lese selbst: ... Die Kommunisten können wirklich alles, wenn es sich darum handelt, einen Genossen vor der weißen Justiz- Maschine zu retten. Sie find sogar imstande, ihn al» Provokateur zu bezeichuen, wenn dadurch die Möglichkeit besteht, das Klassengericht zu verwirren, zu täuschen und sein Schicksal zu erleichtern.... Der Tatbestand ist ganz einfach. Genosse Otto Braun hak der Parle! selbst vorgeschlagen, ihn als Provokaleur von nalionalistischer Seile zu behandeln, weil die» die einzige INöglichkeil war. bei dem Prozeß wegen Akkenroube» die kommunistischen Arbeiter zu entlasten und die nationalistischen Richter zu täuschen... Selten ist der kommunistiische Zynismus so offen ans Licht ge- treten, wie in diesem Falle. Man soll sich deshalb das Zugeständnis für alle Zeiten ins Gedächtnis prägen. Denn es ruft die Erinne- rung wach an das hysterische Geschrei des gleichen Kommunisten- blattes über den„Lockspitzel" Neu mann, der im Tschekaprozeß Intimitäten der Berliner KPD. verriet, über den.Lockspitzel" Bozenhardt aus Mecklenburg, der in Berlin seinen Trans- porteuren entwich und sich in den Räumen der Sowjet-Handels- gesellschaft versteckte, über den„Verräter" Maslow, der zu vier Jahren Gefängnis verurteill wurde, über die angeblichen.Lockspitzel", die im Stuttgarter Partisanenprozeß aussagten— kurz, an alle die in den Reihen der Kommunisten zu jedem Verbrechen de- reiten„Kämpfer", die sofort zu.Lockspitzeln" wurden, wenn sie unter Anklage kamen.... Durch ihr zynisches Geständnis, daß sie nicht davor zurück- schreckt, die persönlich ehrenwertesten ihrer Parteimitglleder kurzer Hand vor der Oeffentlichkeit als Lockspitzel und Polizeiagcnten zu brandmarken, raubt die kam- munistische Zentrale sür die Zukunft jedem ihrer An- geklagten jede persönliche Sympathie und jede Glaub- Würdigkeit. Dadurch übernimmt sie für die Zukunft jede Verantwortung für noch härtere Strafen, die gegen ihre Funk- ttonäre verhängt werden. Jetzt begreift man erst vollends, warum die Zentrale die Amnestie der Fememörder betrieb: Ihr eigenes kostbares Leben in Sicherheit zu bringen. Denn in Zukunft wird jeder anständige Arbeiter mit Recht fragen, wenn irgendwo drei Kommunisten zusammenhocke», wer denn unter chnen der wirkliche Lackspitzel seil Die abgesagte Revolution. »Heute hätte sollen Generalstreik sein/ Wir lesen im Prager.Sozialdemokrat' folgend« Geschichte: Kurz vor der letzten großen Demonstration der Prager Arbeiter gab das Politbureau der KPT(Kommunistische Partei der Tschecho- slowakei), das sind also einige von Moskau«ingesetzte und von Moskau bezahlte, meist landfremd« Beamte, die Weisung heraus, daß am 11. April zum Protest gegen die Verschlechterung der Sozialversicherung ein Generalstreik stattfinden solle. Das Politbureau hatte niemanden gefragt: weder die eigenen noch die sozialdemokratischen Arbeiter, weder die Führer der anderen proletarischen Parteien noch die verantwortlichen Leiter der Gewerkschaften. Es gab einfach den Befehl heraus. Am 11. April ist Generalstreik! Es fiel natürlich keinem Menschen»in, dieser Parole zu folgen. Ebensogut könnte ja der Obmann der Pveloucer Kegelklubs oder der Ausschuß des Verbandes der Briefmartensammler den General- streik verfügen. Die Arbeiter tonnten natürlich gar nicht auf den Einfall kommen, einen Befehl zu befolgen, den ein irgendwer und niemand an sie richtete. Der Generalstreit fand also nicht statt. Di«.Rüde Pravo" (.Fiotes Recht') teilt diese Tatsache— es dacht« niemand mehr an jene Parole, die eine unter hundert ähnlichen, ähnlich ernst» zunehmenden des Politbureau darstellt— unter folgendem Titel mit: Heute hätte»allen Generalstreik sein. Wegen der Sabotage der Reformisten kam es nicht dazu. So geht's in der Geschichte der Revolutionen. Di««inen befehlen sie, die anderen unternehmen sie nicht. Es wäre alle» so schön, wenn die Arbeiter immer das täten, was die Herren im Politbureau wollen! Aber sie sabotieren die kategorischen Defehle und also wird die Revolution abgesagt. Es geht den Polbureau» strategen ähnlich wie vor zehn Jahren dem Ludendorff. Er hatte doch alles zum Endsieg vorbereitet, aber der Feind sabotierte ihn. Er hatte den Franzosen Flucht kommandiert, aber diese Saboteure hielten stand. Er hatte feierlich verkündet, daß kein amerikanisches Schiff über den Ozean kommen würde— die Burschen hatten die Frechheit, zwei Millionen Mann herüber- zuschiffen! Bei solcher Sabotage kann es natürlich nicht gelingen. Den Moskowitern geht es«benso. Sie befehlen, ober die Arbeiter sabotieren die Befehl« und werden sie wohl solange sabotieren, bis sich die Herren im Polbureau herablassen werden, die Arbeiter zu fragen, nicht zu befehlen, und schön abzuwarten, was die Arbeiterschaft unternehmen will. Zentrums-Kandidaturen. »Das Tierchen verfocht attzv selbständige Flüge. Ich denke dagegen hilft: den linken Flügel beschneiden!" Die Aerzte wollen Mandate. Eine gefährliche Lleberspihong des Standesgedankens. Von ärztlicher Seite wird uns geschrieben! Der Geschöftsausschuß des Deutschen Aerztevereinsbundes hat in Gemeinschaft mit dem Leipziger Verband die Erhebung einer Wahlumlag« von 20 M. bei allen deutschen Aerzten beschlosien. Dieser Fonds soll dazu dienen, Aerzten aller politischen Rirh- tungen die Kandidatur zum Reichs- und Landtag dadurch zu ermög- lichcn, daß ihnen ein Ersatz für den Ausfall ihrer ärzt- lichen Einnahmen geboten wird. Bedingung für die Unter- ftützung ist, daß die betreffenden Aerzte„unbeschadet ihrer sonstigen politischen und Weltanschauung volles Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten des ärztlichen Be- rufes haben'. Die Höhe dieses Fonds wird 800 000 M. überschreiten. Vier Herren des Vorstandes sollen nach„pflichtgemäßem Ermessen' über ihn verfügen! Wir bezweifeln, daß sich irgendein Kollege, gleichviel welcher Parteirichtung, finden wird, der durch Annahme von Geldmitteln von der ärztlichen Organisation Bindungen für seine parlamentarische Tätigkeit eingehen würde. Er würde sich damit zum parlamentarischen Vertreter der Berufsinteressen eines Standes, anstatt der Interessen seiner Wähler machen. Darum werden hoffentlich die lokalen ärztlichen Organisationen einmütig diese.Wahlumlage' ablehnen, wie dies in Berlin zum Teil schon geschehen ist._ Am 19. April wird vor dem Strafsenat des Reichsgerichts die Revisionsverhandlung im Prozeß gegen August Schmelzer und Eenosien stattfinden. August Schmelzer. Vater und Sohn, waren am 17. Dezember 1927 vom Schwurgericht Frankfurt a. d. O. wegen Totschlags des Reichsbannermannes Tictz in Arensdorf verurteilt worden. * Der katholische Bischof Dr. Karlni,«in Slowene, hat an- geordnet, daß der alte deutsche Friedhof in Marburg zerstört und eingeebnet werden soll. Dieser DeutlchenHasier scheint sich das Verbot deutscher Grvbschriften durch die Faschisten in Südtirol zum Porbild gl«««!»»»» jw habest.„Los von Rom!' wird die Ant- ..fjort jetU. � Theater< Thalia-Theater. Robert Gröhfch:„Oykerpotts Erben". Der Inhalt der Komödie: vor dem ekelhaften Köter Strupp, den der reiche Dykerpott zu seinem Universalerben einsetzte, liegt die Dykerpottche Verwandtschaft auf dem Bauch. Denn da» Testament besagt, daß nur der noch Strupps Tod« erbberechtigt sei, der stets alles für Strupps Wohlergehen Nötige getan habe. Bis zum Tode des Hundes müssen die Verwandten zusammen in der Dykerpottschen Villa leben und sich mit den Bosheiten des Hundes— und nebenbei mit ihren eigenen— herumärgern. Nach mißlungenen heimlichen Giftattentaten auf den Köter wird er schließlich von einem armen Verwandten in aller Oefentlichkeit erschlagen. Eine für den Zu- schauer nicht mehr ganz überraschende Schlußwendung folgt: durch Dykerpotts Erben: Jeanette Bethge, Hans Waßmann, Else Bäck-Neft. den erst nach dem Tod« Strupps zu eröffnenden Testamentsnachtrag wird der zum Universalerben eingesetzt, der sich mutig von der Tyrannei de« Hundes befreite und sich offen zu dieser Tat bekennt. Man kann die Idee des Stückes in verschiedenem Licht auf- leuchten lassen: als schwefelgelbe Satire wie als lustig schillernd« Komödie. Die Aufführung im Thalia-Theater war durch den Stil Hans Wahmanns bestimmt, der d!« Regle führt«. Es wurde also eine Komödie. Waßmann selber war einer der hoffenden Erben, köstlich in seiner fetten, bornierten Bürgerlichkeit. Neben ihm katzbuckelten Elfe Bäck-Neft und Jeanette Bethge zwerchfellerschütternd vor dem Millionär Strupp. In den Szenen dieser drei lag die Stärke der Aufführung. Die Läppisch- keit und dummschlaue Gaunerei ihre»„trauten Familienleben»', in das sie auch den Köter Strupp hineinbeziehen, spiegelte ein Stück ernster Wirklichkeit mit Betonung der lächerlichen Seiten, ober ohne besondere Uebertreibung. Waßmann, dem es ein leichte« gewesen wäre, sich als Star des Abends herauszuspielen, übte zum Wohle des Ganzen weis« Zurückhaltung. Maria Burk«, Julius Schmidt, vor allem ober auch der Vorsitzende des Tierschutzver- ein», Karlheinz Earell, paßten sich ausgezeichnet dem Etil des Abends an. Der Diener Fritz L i o n s mit seinem finsteren Ernst und seiner menschlichen Gemeinheit hatte sich dagegen aus der Satire herüberverirrt. Dabei gewinitt gerade diese Rolle außer. ordenttich an Plastik und Bedeutung, wenn sie mit überlegen lächeln- der Ironie erfüllt wird. Ein hübsch aussehendes Nichts war Vera Sk i d e l s k y. Als ihr mittelloser Anbeter hatte Fred Lieste einen schweren Stand; denn selbst die leiseste Andeutung einer inneren Erschüterung prallte resonanzlos an dieser seelenlosen Puppe Das rusfische Theater. Meyerhold und Stanislawski. Auf einem von der.�Volksbühne' im Bürgersaal des Rat- Hauses veranstalteten Vortragsabend sprach Paul Eggers, der im vorigen Lahr in Moskau und Leningrad weilte, über das russtschc Theater. Er begann sein« interessanten Darlegungen mit der Feststellung, daß sich das russische Theater unter keinen Sammelbegriff stellen läßt, denn es ist in sich genau so vielfältig und gegen- sätzlich, wie das Leben in Moskau und Leningrad selbst. Bor allem ist das russische Theater nur zum geringsten Teil revolutionär, denn von den zwölf Etaatstheatern haben nur drei bis vier ein rcvolu- ttonäres Repertoir. Die künstlerische Form der Aufführungen ist oft eine sehr veraltete, womit man aber dem Geschmack der breiten Masse entgegenkommt. Zu beachten Ist die Tatsache, daß am ruffischen Theater das kollektivistisch« Prinzip verdrängt ist. Di« Masse wird durch die Persönlichkeit ersetzt. Di« Schauspieler sehen in ihrer Tätigkeit eine heilige und veraretwortungsvolle Arbeit, durch die sie sich mit dein Volke innig verbunden fühlen. DI« Probezeit für ein Stück ist immer«ine sehr lang«, so daß in einem Jahr an einem Theater höchstens zwei Neuaufführungen herauskommen. Der Re- gisseur Meyerhold ist der Führer de« rein proletarischen Theaters, während in den Theatern Stanislawskis die „Nep'-Leute und die Sowjetbeamten sitzen. Die Aufführungen selbst sind mit vielen artistischen Darbietungen durchsetzt: am beliebtesten sind die Tscherkessentänze. Die Eintrittspreis« sind gestaffelt und verhältnismäßig hoch, was auch durch die Verteilung von ermäßigten Theaterkarten an Ar- heiter nicht ausgeglichen wird. Nachdenklich stimmt, daß es auch in Rußland an revolutionären Dichtungen mangelt, jo daß man sich zur Errichtung einer„Dlchterfchule" entschlossen hat. Die Gagen der Schauspieler, die mit dem technischen Personal des Theaiers in einer Gewerkfchvst organisiert sind, sind«bensalls gestaffelt, doch kennt Rußland keine„Star'-Äagen. Die Schauspieler haben— bei gesenkten Gayen in den Sommermonaten—.Lwölsmonats- oerträge"; ein Tay in der Woche ist spielfrei. Interessant ist, daß das Theater Stanislawskis, in dem nie revolutionäre Stücke gespielt werden, immer ausverkauft ist. Man gewinnt den Eindruck, daß für dl« Russen das Theater nicht nur die Flucht aus dem Alltag bedeutet, sondern daß auch viele im Theater die Institution sehen, in dem frei« Geister Asylrecht haben. Die mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen Paul Eygers' erfuhren durch Lichtbilder ein« wirkungsvolle Unterstützung. A. F. vom Sund für Suustousstevungen in Scholen spricht heut« um 20 Uhr im"�fir n erf a ci fi c« Berliner RathauseS Prof. Dr Werner Uder.Ä e ttcht., pu n lte der K u n il b e t r» ch t u n g in Scholen.' Am is. Apri um 20 Ut>r spricht im K s l l n i s ch e n weit verbreitet worden ist. zeige» trotzdem mcrtMrdiitenveile ein« erhebliche Zunahme an viphttzeri«. � �.W- VON B.TRAVEN Nachdruck verboten• Copyright 1928 by Biichergilde Gutenberg, Berlin 41. Fortsetzung. �er Onkel lrnr ein älterer Mann, grauhaarig schon, aber fest und sehnig. Sein kupferbrauncs Gesicht war straff, und seine schwarzen Augen glänzten wie die eines Knaben. Das strähnige Haar trug er ziemlich lang und seitlich nach hinten gestrichen. Er kam sehr aufreckst und langsam auf die Männer zu. Er grüßte und trat dann- sofort zu den Eseln, um sie zu prüfen.„Sehr gute Esel, Sensor," sagte Miguel,„sehr gute, verdad, die können sie nicht besser auf dem Markt in Durango kaufen." „Das ist wahr," sagte der Onkel,„es sind gute Esel. Freilich. ein wenig abgearbeitet und ein wenig hungrig. Ihr habt wohl eine weite Reise gemacht?" „Oh, nichl so wcst, kaum zwei Tage," mischte sich Jgnacia ein. Miguel stieß ihn in die Rippen und sagte:„Da hat mein Freund hier nicht ganz d?e Wahrheit gesagt. Wir sind jetzt allerdings nur zwei Tage marschiert, seit dem letzten Ruhetag. Aber in Wirklichkeit sind wir doch schon seit«inigen Wochen auf der Reise." „Dann ist es ja auch kein Wunder,>aß die Esel etwas heruister sind. Die werden wir aber schon wieder auffüttern." Als er das sagte, sah er sich die Leute genauer an. ihre Kleidung und ihre verkommenen Gesichter. Cr ließ es sich aber nicht anmerken, daß er sie beobachtete, er erweckte vielmehr den Anschein, als ob er sie nur ganz gedankenlos betrachte, während sich sein Geist mit dem Kauf und mit dem Zahlen beschäftigte.. „Was sollen sie denn kosten?" fragte er nun, die Leute immer weiter betrachtend. „Oh, ich denke," sagte Miugel lächelnd und den Kopf vertraulich neigend,„ich denke, daß zwölf Pesos kein zu hoher Preis ist." „Für alle?" fragte der Onkel ganz unschuldig. Miguel lachte laut auf, als habe er einen guten Witz gehört: „Aber natürlich nicht für alle, ich meine, zwölf Pesos für jeden einzelnen." .„Dos ist ein sehr hoher Preis," sagte nun der Onkel geschäfts- mäßig,„dafür kann ich sie auch auf dem Markt in Durango taufen." „Wer weiß?" gab Miguel zur Antwort.„Da find sie viel teurer, fünfzehn oder gar zwanzig Pesos. Dann muffen Sie sie aber noch heimtreibcn." „Richtig," nickt« der Onkel,„aber dann verdienen sie auch schon auf der Reise ihr Geld. Da kann ich Ware mit heimbringen und den Eseln aufpacken." Miguel lachte breit aus:„Ich sehe, ich habe es mit einem klugen Geschäftsmann zu tun, und da wollen wir auch nicht so hartnäckig auf unserem Preis bestehen. Mein letztes, mein allerletztes Wort— da schlagen Sie zu, mein allerletztes Wort ist n«un Pesos für jeden einzelnen. Ich weiß, Sie haben«s auch nicht so dick,>md wir haben dieses Jahr eine lange Trockenzeit." „Neun P«sos," sagte der Onkel ruhig,„dos kann ich nicht zahlen. vier Pesos und nicht einen Centavito mehr." „Machen Sie es fünf, und die Esel find alle ihr Eigentum," sagte Miguel und schob in« Hände in die Hosentaschen, als ob er das Geld schon im Sack habe. „Bier Pesos ist mein Gebot," sagte der Onkel ruhig. „Sie ziehen mir die Haut über die Ohren, Sensor: ober gut, ich will gewiß nickst selig werden, und blind will ich morgen früh sein, wenn ich Ihnen die Esel nicht in Wahrheit geschenkt habe für einen solchen Preis." Das sagte Miguel und sah dabei der Reihe nach vom Ont«l zu dem Neffen und dann zu seinen beiden anderen Strauchdieben. Die nickten und mochten eine traurig sein sollende Miene, um anzudeuten, daß sie soeben ihr letztes He nid für nichts weggegeben hätten. Der Onkel nickte nun ebenfalls, aber mit einer Gebärde, als hätte er schon gestern nachmittag gewußt, daß er heute Esel für vier Pesos das Stück kaufen würde. Er ging wieder zu den Eseln und sagt« dann:„Wollt ihr denn die Packen auf euren Rücken weiterschleppen?" „Ja, richtig, die Pocken," sagte Miguel verblüfft und sah nach seinen beiden Kumpanen: diesmal ober nicht so protzend, wie er es gewöhnlich tat. sondern so, als ob er sie nur um eine gute Antwort oder einen Rat anflehen wollte. Ignacio verstand den Blick und sagte:„Die Packen wollen wir auch verkaufen, wir wollen mit der Bahn weiterfahren." „Das ist wahr," gab Miguel nun geläufig zu,„die verkaufen »vir auch. Das war unsere Absicht." In Wahrheit hatten sie die Packen ganz vergessen über dem Esel- vertauf. „Was habt ihr d«nn in den Packen?" Der Onkel ging wieder Näher heran und stieß mit der Faust in einen Packen. „Felle", sagte Miguel,„gute Felle. Auch unser Kochgeschirr und dann noch Werkzeuge. Da, Gewehr können Sie uns ja wohl kaum bezahlen, das ist zu teuer." „Was sind denn das für Werkzeuge?" fragte der Onkel. „Das ist so allerlei." erwiderte Miguel,„das sind Spaten und Pickhacken und Brecheisen und alles so«twas." „Wie kommt ihr denn zu solchen Werkzeugen?" fragte der Onkel scheinbar ganz nebensächlich, so als wolle er nur da» Gespräch weiter- führen. „Oh— die Werkzeuge— das ist—" Miguel wurde plötzlich unsicher. Er fühlt««in Unbehagen und mußte ein paarmal schlucken. Auf eine solche Frag« war er nicht vorbereitet gewesen. Dann platzte Ignacio hinein:„Wir haben doch b«i einer amerika- nischen Minengesellschast gearbeitet, da kommen wir doch nun gerade her." „Jawohl, so ist es," sagte nun Miguel rasch und warf einen dank- baren Blick zu Ignacio hinüber. Er nahm sich vor, diese Hilfe- leistung dem Ignacio nie zu vergessen. „Dann hobt ihr bei der Minengesellschast dies« Werkzeuge also gestohlen?" sagte der Onk«l trocken. Miguel lacht« vertraulich und blinzelte den Ont«l an, als ob er mit ihm im Bund« sei.„Nicht gerade gestohlen, Senjor," sagte er. „stehlen ist nicht unsere Sache. Wir haben die Werkzeug« nur nicht abgeliefert, als wir unsere letzt« Schicht gemacht hätten. Das tonn doch niemand stehlen nenn«n. Wir wollen ja nicht viel dafür haben, vielleicht zwei Pesos für die ganzen Werkzeuge. Nur damit wir sie nicht zur Bahn zu schleppen brauchen." „Ich kann die Esel natürlich nicht alle kaufen," sagt« nun der Onkel langsam.„So viel Esel brauche ich gar nicht. Aber ich werde die übrigen Einwohner zusammenrufen lassen. Jeder hat etwas Geld, und dann kann ich euch versprechen, ihr werdet di« Esel und auch das übrige Zeug alles leicht los. Ich werd« mein Bestes tun. Setzt euch nieder. Wollt ihr Wasser haben oder ein Paket Zigaretten?" Dann ging Angel ins Hau» und kam mit einem Krug Wasser pnfe aat eamn Päckchen Sapremn» Herrn»» Der Onkel redet« mst seinem Neffen, und der Neffe machte sich auf, die Männer des Dorfes zusanimenzurusen. Die Männer kamen Alte und Junge. Sie kamen einzeln ober zu zweien. Manche trugen ihren Machete im Gürtel, andere trugen ihn offen in der Hand, wieder andere trugen gar nichts. Sie olle gingen zuerst in das Haus des Onkels und sprachen mit ihm. Dann kamen sie heraus, sahen sich di« Esel sehr sorgfältig an und betrach- teten darauf die drei Fremden ebenfalls. Sie betrachteten die Ber- käufcr vielleicht noch sorgfältiger als die Esel, aber sie taten es bei Se/ir gute Esel, Senjor, sagte Mi weitem unauffälliger als bei den Eseln. Die Fremden merkten nicht, daß sie so genau b«schen wurden, sie hielten es für die übliche Neugier der indianischen Landbevölkerung. Nach einer Weile kamen auch die Frauen der Mämier langsam und ein wenig scheu herangeschlichen. Sie olle brachten ihre Kinder mit. Einige Frauen trugen sie im Tuch über den Rücken geknotet, andere trugen sie auf dem Arm. Die Kinder, die lausen konnten, liefen um ihre Mütter herum wie die Küchlein um die Henne. Endlich schien«« die Männer alle oersammelt zu sein: d«nn es kam keiner mehr. Nur vereinzelte Frauen näherten sich noch lang- sam dem Hause. Der Onkel trat nun aus dem Hause. Alle die Männer, die noch bis zuletzt mit ihin im Hause gewesen waren, folgten ihm. Sie bildeten eine dichte Grupp«. Aber andere, die schon vorher herausgekommen waren und sich die Esel angesehen hatten, blieben zwischen den Eseln stehen. Dadurch waren di« Straßenräuber, ohne es zu bemerken, unauffällig eingeflossen. Wohin auch immer sie sich wenden mochten, der Rückweg war ihnen abgeschnitten. Und dennoch sah es ganz natürlich aus. denn di« Männer waren doch hier, um sich die Esel auszusuchen. „Der Preis wäre nicht zu hoch," sagte der Onkel,„wir wundern uns nur alle sehr darüber, daß ihr so gute Esel so billig verkaufe« könnt." Miguel zog ein breites Lachen und sagte:„Sehen Sie, Senjor, wir brauchen eben Geld, das ist es, und darum müssen wir ver- kaufen." „Haben die Esel einen Brond?" fragt« nun der Onkel so beiläufig. „Natürlich." sagte Miguel,„alle haben einen Brand." Er sah sich um nach den Eseln, um den Brand zu erkennen. Aber die Männer oerdeckten die Esel so, daß keiner der Strauchdiebe den Brand sehen konnte. „Was kür«inen Brand haben denn die Esst?" fragte nun der Onkel. Miguel fing an. sich sehr unbequem zu fühlen, und seine Freunde begannen sich zu drehen nud zu wenden, um den Brand zu sehen. Aber die Indianer drängten sie scheinbar unabsichtlich immer weiter ab von den Eseln. Der Onkel sah Miguel unverwandt an. Und Miguel wurde immer unsicherer. Er fühlte, daß sich ihm etwas näherte, was für fein ferneres Dasein entscheidend werden konnte. Als der Onkel, ohne feine Frage zu wiederholen, ihm weiter so merkwürdig scharf in» Gesicht sah. wußte Miguel, daß er die Frage zu beantworten hotte. Er druckste ein wenig und würgte, und dann sagte er:„Der Brand— ja, der Brond, das ist«in Ring mit«tnem Strich darunter." Der Onkel rief hinüber zu den Männern, die bei den Eseln standen, und fragte:„Ist das der Brand, Hombres?" „Rein," riefen die zurück. „Ich habe mich geirrt." jagte darauf Miguel,„der Brand ist ein' Ring mit einem Kreuz darüber." Die Männer sagten:„Das ist nicht der Brand." „Ich bin ganz verwirrt," sagte nun Miguel, beinahe zusammen« klappend.„d«r Brand ist natürlich ein Kreuz und ein Ring herum um das Kreuz." „Ist das richtig?" fragte der Onkel. „N«in," sagten die Männer,.da» ist falsch." „Ihr habt mir doch erzählt," sagte nun der Onkel ruhig,„daß dies eure Esel seien." „Sind sie auch," platzte Ignacio dreist heraus. .Aber keiner von euch weiß den Brand, da» ist merkwürdig." „Da hoben wir nicht darauf geachtet," sagte Miguel und versucht«. eine wegwerfende Miene aufzusetzen. „Habt ihr." wandte sich nun der Onkel zu allen Männern, die anwesend waren,„jemals einen Menschen gesehen, der Esel oder sonst irgendwelches Vieh besaß und nicht stden einzelnen Brand wußte, selbst wenn die Brände verschieden waren und das Vieh aus verschiedenen Zuchten kam?"(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAQ BRINGT. imimimmnimiinmmmnmmimimmtminmminimimiimmiimiimmnnmnnmiiimmimimmminmmimiiiiiMimmimniimiMuniiiniiraimiiMiimnmiiimmiuaiainmmi Deutsche, wahret eure heiligsten Kulturgüter! Furchtbares hat sich ereignet! Ausgerechnet in dem deutschen Lande, das ollen Gombrinusoerehrern als das klassische Land edler, teutonischer Bier-Kultur bekannt ist: in Bayern. Der bayerische Kultusminister hat jüngst den Plan für kinen Lehngang für alkoholfreie Jugenderziehung veröffentlicht und dabei di« Lehrerschaft aller Schulgvttirngen auf diesen Lehrgang aufmerksam gemacht. Ist dies nicht«in furchtbares Verbrechen an den Heiligsttn Kulturgütern der deutschen Nation: Schnaps und Bier? Nein!— Aber gewiß doch! Denn im Anschluß an eine Beschwerde des Vereins Bayerischer Branntwei». und Litörfabriken und des Südbayerischen Wein- Händleroerbandes hat nun auch die Industrie- und Handelskammer München in einer Eingabe an dos bayerische Hanidelsministerimn Bedenken dagegen erhoben, daß durch „systematische Ausklärung der Jugend im Sinne der absoluten Akoholseit-de in das heranwachsende Geschlecht ein neues Moment des Kampfes und der Zcrslei'schung getragen würde". Es wird betont, daß gerade für die bayerische Wirtschaft bei einem Uinsichgreifcn der extremen Alkoholbewegung schwere„volks- wirtschaftliche Schädigungen"— gemeint ist natürlich für den Geldbeutel der Bier-, Schnaps- und Weinbrenner, nicht etwa, wie Naivling« annehmen möchten, für die in diesen Industrien be- fchäftigten Arboiterl— entstehen: das Handelsministerium wird er- sucht, sich dafür einzusetzen, daß eine staatliche Förderung derartiger Lehrgänge unterbleibe und daß auch den bayerischen Lehrern eine Teilnahme untersagt werde. Bravo! Also um Gottes willen die„blöde Masse des Lölkes"(Dr. Hugo, MdR., Urteil im Reichstag), die zwar jetzt zum 20. Mai als„Stimm- vieh" gut genug für die politischen Alkohol-Industrie- Cliquen ist, nicht über den Alkoholmißbrauch auftlären, es wäre eine Todsünde wider den St. Salvator- und andere Bier- geister. Wer etwa glairbt, daß es sich um einen verspäteten Aprilscherz handelt, der lese obige Mtteilung in Nr. 81 der„Münchner Neuesten Nachrichten" vom 22. März 1928, dem schwarzweißroten Organ der bajuvarischen Bierpetrioten: also: deutsche Volksstämme, deutsche Jugend! Wahret eure heiligsten Kulturgüter: den echten deutschen Schnaps, da, edle deutsche Bier, sonst ist an einen Wiederaufstieg Deutschlands nicht zu denken! A. g u s n u 1 1 a. Raubtierjagd in Frankreich. Eine aufgeregte Jagd nach Raubtieren entwickelte sich in der Umgegend des kleinen französischen Ortes Fe camp am Kanal. Einem herumziehenden Zirkus waren ein großer Leopard und drei Panther entkaufen, und die Nimrods des Oertchens nahmen die seltene Gelsgescheit wahr, mit ihren Flinten bewakfnet, den Raub- tieren aus den Lech zu rücken und di« Polizei bei der Unschädlich- machung der Bestien zu unterstützen. Die Jagd auf di« drei Panther verlief ziemlich gemütlich: sie wurden ohne Schwierigkeiten erlegt. während sie hinter einigen Hühnern hersagten. Um so schwieriger war es, den Leoparden zur Streck« zu bringen. Nachdem er einen Ilksährigen Knaben nicht unbedenklich vcrieftt hatte, veroorg er sich in einem Dickich». Ein Gendarm, der annahm, das Tier fei bereits MÜntal tumnn ht da, QMOuiti)«U Uich Mtld Üch nlnfcfim ni jeMiJm ip W» p■ ii iip* 0*, Jl Mß Entsetzen dem Leoparden gegenüber, der aufgerichtet dastand und wütend knurrte. Der Mann benutzt« in seiner Aufregung den Kolben seines Gewehrs und schlug damit den Leoparden auf den Kops. Er hielt ihn so in Schach, bis er seine Kameraden anlangten und ihn totschössen. Wer will Lindbergh heiraten? In einer Mädchenschul« zu Eolumbra«n Staat« Missouri wurde 160 jungen Dcnnen di« im Unterricht immerhin ungern ahn- liche Frage vorgelegt, ob si« wohl den populärsten Mann der Vereinigten Staate», den Flieger Lindbengh. heiraten wollten. Unter den Antworten befanden sich merkwürdigerweise nur 29 be- jahende. 83 der Mädchen, die ein« Heirat mit dem Idol der amerikanischen Frauenwelt ablehnten, gaben als Grund an, daß sie bereits in einen andern verliebt seien. 17 erklärten, er wäre ihnen zu beliebt; sie fürchteten, daß ein solcher Mann, der der Oefsentlichkeit angehört, teilten guten Ehegatten abgeben würde. 12 bekannten freimütig, er wäre nicht ihr„Typ" und sechs äußerten di« Befürchtung, er könne jeden Augenblick bei feinen waghalsigen Flügen getötet werden. Drei gaben di« stoh« Antwort, sie wollten deshalb nicht einen berühmten Marw heiraten, weil sie dorm nur als fein« Frau bekannt werden würden. Wer weiß das? Ambra in frischem Zustande ist«ine ivachsartige, im trockene» bimsteinartige und krümlige Masse von gelblichgrauer Farbe,«in Darmsekret des Pottwals und wird in Klumpen bi» zu 90 Kilo Gewicht aus dem Innern toter Wal«— häusig aber auch noch durch Aufsischen aus dem Meere— besonder» an den Küsten von Madagaskar, Surinam, Java und Japan gewonnen. Sie löst sich nicht im Wasser, wol)l aber in heißem Alkohol, in Acther und Oelen. Der widerliche Gestank der frischen Ambra verwandelt sich erst mit der Zeit in den«igentüinlichen aromatischen Dust, der diesem merk- würdigen Naturprodukt zu seiner Bedeutung im Drogenha»»del ver- Holsen hat. Da» Sellsamste jedoch ist, daß dieser Wohlgeruch nicht von der Materie selbst, sondern von einer in ihr lebenden Batterie herrühren soll. •k In der.guten alte»» Zeil"»nußten Schisse, die auf dem Main fuhren, allein auf der Streck« zwischen Bamberg und Mainz 33mal Zoll bezahlen. * Die Haut der südafrikanischen Eingeborenen ist l�mol so dick wie die der Europäer. •k Ein Gramm Radium entwickelt«in« Energie, di« genügt, um 8000 Zentner 1000 Meter hoch zu heben. k Aus Spitzbergen wächst heute keine Pfla»»ze höher als fünf Zenti- meter. Vor vielen Jahrtausenden muß es dort ungeheure Wälder gegeben hoben, w'e auch die großen Kohlenfunb« beweisen. "k Nadelbaum« tragen nur alle drei bi» vier Jahre reichlich zsomufc ~ Sportund SpielDie Spartenfrage. Straffe Zentralisation oder föderalistischer Bund? Bom Ei des Kolumbus hat gewiß schon jeder gehört. Es sollen fich piele gelahrte Herren den Kopf zerbrochen haben, wie man das Ei auf die Spize stellt. Eigentlich muß man über die dummen Menschen von damals lachen, denn es war doch so einfach nachdem das Rätsel gelöst war. An diese lustige Sache muß man bei der Sportenfrage im Arbeiter- Turn- und Sportbund denken, die für die Sportler auch so ein Ei des Kolumbus ist. Leider hat noch keiner entdeckt, wie man dieses Ei auf die Spize stellt, ohne daß es wieder umfällt oder gar zerschlagen wird. Das letztere liegt nämlich durchaus im Bereich der Möglichkeit. Im großen Zug gesehen liegt die Sache so: Der Arbeiter. Turn- und Sportbund umfaßt jetzt schon fast alle Sportarten, nämlich Turner, Leichtathleten, Turnspieler, Fußballspieler, Schwimmer und Ruderer, dazu Wintersport usw. Abseits, stehen noch die Athleten, Segler, Wanderer und Radfahrer. Wenn diese Sparten fich innerhalb eines großen Berbandes wirklich gut entwickeln sollen, fo brauchen sie Bewegungsfreiheit! Jede Sportart braucht finanzielle Mittel zu ihrem Betrieb. Fließen alle Gelder in Zentralfaffen, fo bleibt für die Sparten gewöhnlich nicht viel übrig. Das ist in den örtlichen Vereinen ebenso wie in Kreis und Bund. Aus diesem Grunde hauptsächlich bestehen die vielen Spezialsport. flubs, die zwar ihre Sportart gut pflegen fönnen, aber doch das allgemeine Bild der Bersplitterung der Kräfte zeigen. Ueberall, mo in den Vereinen das starre Prinzip der straffen Zentralisation als alte Doftrin aufrechterhalten wird, verfümmert die Entwicklung der Sparten. Eigentlich könnte man fagen, daß der Arbeiter- Turn- und Sportbund das Ei des Kolumbus schon entdeckt hat! Bielleicht hat man mur nicht den Mut, diese Entdeckung einzugestehen? Der Bund hat befondere Spartenangestellte( jogar für Unterſparten). Die Sparten halten in den einzelnen Kreisen besondere Ta. gungen ab, ebenso finden vor den Bundestagen Sparten fonferenzen als Einleitung der großen gemeinsamen Tagung statt. Der ganze Sportbetrieb wird tatsächlich bereits von den Sparten selbständig geregelt. Die Bundesleitung ist eigentlich zum großen Teil schon föderalistisch aufgebaut. Das Hemmnis für den legten Schritt zur freien Entwicklung der Sparten liegt in der alten Kreis. und Bezirkseinteilung, die noch von der Zeit herrührt, als die Turner die alleinigen Mitglieder waren. In der jetzigen Zeit der Spartengliederung sind die Kreise und Bezirke eine Doppelorganisation, die die weitere Entwicklung hemmt! Wenn das hier aufgewendete Maximum an Geld und Arbeitskraft den Sparten zugute tommt, so ist nicht nur der Organisationsapparat verein. facht, sondern auch eine erfolgreiche Arbeit garantiert. Die jetzige leberorganisation wird dadurch noch drastischer, daß die einzelnen Sportarten örtlich, in Provinzen, Ländern und dem Reich in Arbeitersportfartellen zufammengeschlossen sind, an deren Spizze die Zentralfommission für Arbeitersport und Rörperpflege" steht. Diese Kartelle müßten die eigentlichen Träger der Gemeinschaftsarbeit sein, während die Sparten ihre Spezialarbeit zu leisten haben. Die Ent scheidung liegt bei den Turnern, die zahlenmäßig imftande sind, das letzte Wort zu sprechen. Wenn die zwingenden Notwendigkeiten und verschiedenartigen Arbeitsmethoden berücksichtigt werden, so muß die Entscheidung lauten: Getrennt marschieren und Dereint schlagen! Der bürgerliche Sport würde die Folgen dieser Neuorganisation bald spüren! Frizz Stühm. Handball. Trotz des Schnees am Sonntag ließen sich der größte Teil der Handballer nicht abhalten, fast alle Spiele auszutragen. Neukölln 1. Abtlg. und Frisch- Frei- Niederschöneweide trennten sich mit 4: 1 ( 0: 0). Bar das Spiel in der ersten Halbzeit ausgeglichen, so fonnte in der zweiten Halbzeit Neukölln durch das bessere Zusammenspiel den Sieg erhalten. Eiche- Köpenick verlor durch das nervöse Spiel PROGRAMM für die Zeit vom 17. bis 19. April BTL Potsdamer Straße 38 The Kia mit Charlie Chaplin, Jackie Coogan Das weiße Stadion, 6 Akte Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14 Wenn ein Welb den Weg verliert, 7 Akte mit Nina Vanna Die Bankräuber von Alaska in der zweiten Halbzeit gegen Fichte 8. 2btlg. mit 4: 1( 1: 0). Adlershof weilte in Klausdorf und gewann hoch mit 9: 1( 6: 0). Klausdorf ist dadurch endgültig auf dem legten Platz angelangt Sportverein Berlin 12 stellte gegen Groß- Berlin- Friedenau durch die bessere Technit das Resultat auf 5: 0( 2: 0). Nach der Pause wurde Friedenau härter in der Spielweise. An drei Toren ist die Friedenauer Verteidigung nicht ganz schuldlos. Die Frauen[ piele fonnten, bis auf eines, wegen Nichtantreten der Mannfchaften nicht ausgetragen werden. Groß- Berlin Wedding konnte ihren schärfsten Gegner Fichte- Nord bei einem schnellen und harten Spiel tnapp mit 1: 0( 1: 0) abfertigen. Bei den Jugendmannchaften lauten die Resultate Fichte 10 Abtlg. gegen Adlershof 4: 1( 2: 0), und Schöneberg- Sportler gegen Groß- Berlin- Wedding 0: 0. Hockey! Von den Spielen der Gruppe A wurde nur eines zwischen dem Athletit- Sport- Club gegen Lichtenberg 2 I ausgetragen. Der ASC. gewann von Anfang an führend 4: 0. Die weiteren Serienspiele maren ein Opfer des Wetters. In einem Gesellschaftsspiel fonnte die Freie Turnerschaft Schönholz die stark mit Ersatz und außerdem unvollständig angetretene Sportliche Bereinigung Nordoft 7: 1 schlagen. Auch Schönholz trat mit Erfaz an, waren aber stets die Befferen. In der Gruppe B fiegte die Sportliche Vereinigung Roland 1 mit 4: 2 über die Freie Turnerschaft Schmargendorf. Weitere Resultate: Lichtenberg 2 II gegen Schönholz III 2: 5; Groß- Berlin Nordring III gegen SB. Roland II 3: 0; Freie Turnerschaft Schönholz Jugend gegen Schmargendorf Jugend 5: 2 Auch die Frauenspiele mußten ausfallen. Und wieder Sport und Spiel"! während beim SPD.Berlag diese Untoften mit einfaltuliert waren. Davon berichtet natürlich Sport und Spiel" nichts. Barum nur? Wie uns aus Sportfreisen mitgeteilt wird, ist die jugendliche Redakteurin von Sport und Spiel" ziemlich unerfahren im Zeitungswesen, der eigentliche Macher ist ein Krantentassenarzt, der auch als Jugendleiter des 1. Kreises sein Un wesen treibt. Der Herr Dottor schiebt überall die Jugendlichen vor, um dann aus gedeckter Stellung seine Angriffe gegen die Organisa tion zu richten. Wie lange laffen die Leichtathleten und Turnspieler sich das noch gefallen? Sport- Club„ Berolina" Neukölln. Die Borabteilung führt Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, in der Turnhalle Thomasstraße einen Kampfabend durch, der hauptsächlich dem Nachwuchs gewidmet ist. Die Neuköllner haben sich Gegner aus den Vereinen Lurich und Nordost verpflichtet. Außer den Erstlingstämpfen werden sich noch Arens( Berolina)- 3ingel( Nordoft) und Runge( Berolina) - Freundlich( Nordost) treffen. Schachwerbeveranstaltung. Die Abteilung Westen" des Bera liner Arbeiter Schachklubs hält Mittwoch, 18. April, 20 Uhr, Yordstraße 36 bei Schulze einen er beabend ab mit folgendem Programm: Vortrag: Die Geheimnisse der Opferkombinationen". Simultanvorstellung und Gästeturnier. Gäste fönnen bei freiem Eintritt teilnehmen. Wer das Schachspiel erlernen will oder schon Schachspieler ist und noch feiner Abteilung des Berliner Arbeiter- Schachflubs angehört, wende fich an Franz Elison, Berlin NW 87, Waldstraße 34. In allen Abteilungen kostenlose Schachlehrkurse. bund. Freie Ruderer und Kanufahrer im Arbeiter- Turn- und SportFortsehung der Spartengeneralversammlung Mittwoch, 18. April, im Hackeschen Hof", Rosenthaler Straße 40/41, 19% Uhr. Mitgliedsbücher mitbringen! Freie Schwimmer Freie Schwimmer Charlottenburg. Vereinsmeisterschaften 19. April, 19% Uhr, Krumme Straße 10. Eintritt 25 Pf., Jugendliche 15 Pf. Gäste willkommen. Zweiter Renntag bei Rütt. Am Sonntag. Der zweite Renntag der Rütt- Arena am fommenden Sonntag bringt das erste Stunden Mannschaftsrennen für Berufsfahrer in diesem Jahre, für das insgesamt 12 Mannschaften Die Zeitung der Leichtathleten und Turnspieler, Sport und verpflichtet werden sollen. Außerdem findet ein sehr gut interSpiel, ist nach wie vor bemüht, durch einseitige kommunistische national besettes Hauptfahren mit Vor- und Zwischenläufen statt. Berichterstattung das Ansehen des Arbeitersports zu schädigen. In zwei Dauerrennen über je 15 Kilometer sind den Nachwuchsfahrern der Nr. 12 vom 21. März wird unter der Ueberschrift:„ Warum vorbehalten; hierfür sind bisher fest verpflichtet worden die beiden nur? berichtet, daß auf dem Kreisfußballtag in Magdeburg fest Berliner Grrleben und Dobe und der Holländer Vermeer, gestellt wurde, daß die Kreisleitung der Fußballer die Fußball- zu denen sich noch weitere Fahrer gefellen. freiszeitung dem sozialdemokratischen Verlag in Magdeburg in Auftrag gab, obwohl die kommunistische Tribüne" die Zeitung um 80 m. pro Nummer billiger herstellen wollte! Wie das Organ des Arbeiter- Turn- und Sportbundes jetzt mitteilt, hat der KPD.- Verlag die Sportzeitung wohl um 80 M. billiger herstellen wollen, die Sportler follten aber die Kosten für Redaktion und Berichterstattung felbft tragen, Schwarzrotgold auf Motorbooten. Wer an den Osterfeiertagen die Wasserstraßen in der Umgebung Berlins besuchte, fonnte die Beobachtung machen, daß sich unter den Motorbooten eine beträchtliche Anzahl mit einem Stander bea Bei den Arbeiteranglern. ( बाल) Angler- Wochenendhaus am Schlänitzsee. KINO TAFEL Süden Schwarzer Adler Th. am Moritzplatz Frankfurter Allee 99 Beg. W. 6.15, 9. S. ab 5 Uhr Der Sprung ins Glück mit Carmen Boni Totentanz der Liebe mit Grete Garbo Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Das Sündenschiff bitte Anschluß Gloria Swanson in Sunyas Liebe Bühnenschau Concordia- Palast Andreasstraße 64 Sensationsprozeß Das Wunderland Ball Große Bühnenschau Belprogramm und Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Neukölln Odeon, Potsdamer Str. 75 Passage- Lichtspiele Schuldig! mit Suzy Vernon, Willy Fritsch, Goetzke Der Löw ist los, 6 lustige Akte Turmstraße 12 Pola Negri in Qualen der Ehe Abenteuer in Paris, 7 Akte Neukölln, Bergstraße 151-152 Luciano Albertini in Der größte Gauner des Jahrhunderts Der Held von Sonora Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Tempelhof Alexanderstraße 39-40 Kurfürst- Lichtsp. ( Passage) Verlängert! 6 Mädchen suchen Tempelhof, Dorfstr. 22 Nachtquartier mit Jenny Jugo, Georg Alexander Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Straße 1-4 Sensationsprozeß, Magda Sonja Das große Belprogramm Kolibri- Lichtspiele Belle- Alliance- Platz 2 3 lustige Tage Der Löw' ist los! Streng vertraulich! Jugendliche haben Zutritt Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Brand im Osten Bubnenschau Osten Lichtenberg, Lückstraße 70-71 Der Bund der großen Tat Eins+ Bins Drei Varietéschau. Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Männer vor der Ehe.mit Ant. Pointner Der Kellner aus dem PalastHotel Norde LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Die Frau mit dem Weltrekord Die Königin des Weltbades Mila Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130. Beginn 5, Stg. 3. Streng vertraulich! Der brennende Wald. Gr. Bühne Metro- Palast Chausseestraße 30 Der Piccolo vom Golden. Löwen Bühne: Szenen aus der Oper Carmen Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Norma Shearrer in Die große Nummer Die Liebe der Jeanne Ney Alhambra Müllerstr. Liebe u. Diebe mit Henny Porten Beiprogramm. Bühnenschau Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99. Prühreife Jugend Ueber alles die Liebe Gesundbrunnen Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Manege. Der große Zirkusfilm Corinne Griffith in Diebstahl Bühnenschau ,, Alhambra Viktoria Lichtbild Th. Skala- Lichtspiele Badstraße 58 Mädchen, die sich nicht ver- Frankfurter Allee 48 kaufen Thomson: En Ritt auf Leben mad Tod Harry Liedtke in Mein Freund Harry Bühnenschan Schönhauser Allee 80. Lilian Harvey: Du sollst nicht stehlen Belprogramm Bihnenschne Lya Mara in Heut tanzt Mariett Bühnenschan Jugendliche haben Zuste Ein guter Fang. PROGRAMM für die Zeit vom 17. bis 19. April Marienbad- Palast Badstraße 35-36 Notschrel hinter Gittern Das brennende Schiff Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 19 Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Des großen Erfolg. weg. verlängert Der Biberpelz n. Gerh. Hauptmann Die Sandgräfin mit Christa Tordy Freiwild nach Arthur Schnitzler Faun- Lichtspiele Der Fürst der schwarzen Berge Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Die Hölle der Jungfrauen Dazu ein zweiter Schlager Bühnenschau Prinzen- Palast Prinzenallee 42-43 Der Piccolo v. Goldenen Löwen Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Du sollst nicht ehebrechen mit Therese Raquin Bühne: Varietéprogramm Palast- Theater Breite Straße 21 a Familientag im Hause Prellstein Zwei Welten Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Die Liebe vom Zigeuner stammt Ehegeheimnisse Krumme Str. 37, gegenüb.Trinitatiskirche Ledige Mütter. Ein Film uns Zeit Der Mann mit der Narbe Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Beg. 7 u. 9 Uhr Paul Morgan konferiert Uraufführg: Schwejk in russisch. Gefangenschaft Schöneberg früher Titania( uta Schöneberg Hauptstraße 49 6.30, 9 U. S. 3.15, 5, 7, 9 U. Iwan Mosjukin in Opfer( Hingabe) Laura la Plante in Ihr Spielzeug Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Ellen Richter in Die Dame mit dem Tigerfell Reinhold Schünzel in Himmel auf Brden Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Das Mädchen der Straße Bühne: Sylvester Schäffer, der größte Universalkünstler aller Zeiten fand, den man auf ben Gemäffern bisher noch nicht gesehen hatte. Es war der Stander der noch jungen Motorbootabteilung des republikanischen Deutschen Auto Club. Die Motorbootabteilung hat schon eine große Anzahl Anhänger gefunden, weil sie sich mit den Tendenzen des Klubs recht schnell befreunden konnten. Die Abteilung will nicht politisch hervortreten und will auch teine Rampforganisation sein. Im Gegenteil, fie will zu allen Berbänden freundschaftliche Beziehungen unterhalten und macht sich die Pflege sportlicher und gesellschaftlicher Beranstaltungen zur Aufgabe. Sie will aber für die Achtung der schwarzrotgoldenen Farben eintreten und sie auf dem Wasser durchzusehen versuchen. Werbematerial, Auskunft und Neuanmeldungen bei der Reichs. geschäftsstelle und den Vorsitzenden der Gruppe Oberspree: Kurt Egon Kochmann, Berlin S59, Schönleinstr. 18. Telephon: F6 Baerwald 4320 und F2 Neufölln 4238; Gruppe Havel: Georg Nähring, Berlin- Lantwig, Sedanstr. 1. Die nächste Bollverfammlung findet am 23. April, 20 Uhr, im Ingenieurhaus, Friedrich Ebert- Str. 12, statt. Motorbootbesizer und Freunde als Gäſte will tommen. Berliner Handballmeister. Solange der Verband Brandenburgischer Athletit- Vereine die Handballmeisterschaft austrägt jezt nahezu sechs Jahre-, hatte fie der Polizeisportverein stets inne. In diesem Jahre mußte er sie aber an den Deutschen handballklub abgeben. Konnte das erfte Entscheidungsspiel der Handballklub mit 6: 5 gewinnen, so fiegte im zweiten Spiel die Polizei mit 8: 5( 3: 2). Das dritte Spiel gewann der Handballklub mit 6: 3( 1: 0). Der Handballklub wandte auch hier sein Flügelspiel an, tonnte sich dadurch auf dem nassen Boden gut halten und gewann dadurch. Die Schupoleute dagegen verließen sich auf ihr Kombinationsspiel, was ihnen wohl bei den anderen Spielen von Nugen war, aber hier an der gut arbeitenden Handballverteidigung versagte. Das vorher gespielte Städtespiel gegen Magdeburg verlor Berlin fnapp mit 4: 3 ( 3: 2). Sportvorträge im Berliner Rundfunt. Heute, Dienstag, 19 Uhr: ,, Waldlauf als Training und Wettkampf". Redner Hans Borowit. Borausfagen für Strausberg: 1. Dottor Fenja; 2. Stummer Teufel. Britannicus; 3. Die Königin Barfuß; 4. Mondnacht Mohenglüd; 5. Fünf Uhr- Albana; 6. Gladiator Rottländer; Rottländer; 7. Geri Sonechilde. Vereinskalender Kampfrichter- Bereinigung, Turner, 1. Kreis! Mittwoch, 18. April, 19% Uhr, Rampfrichtersigung füle Männer und Frauen im Schultheig", Röpenider Straße 55a. Touristen Berein Die Raturfreunbe" Centr. Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 18. April, 20 Uhr, Aula Beinmeisterstr. 16/17, Bor tragsabend Freiheit und Runft".( Ref. Gen. Rudolf Focker), Einlaß frei, Gäfte willkommen. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Ebertystr. 12. Coziales Wandern. Abt. Friebenau: Dienst., 17. April, 20 Uhr, Ofenbacher Str. 5a. Gefchäftliches. Abt. 2ichtenberg: Dienstag, 17. April, 20 Uhr ebenda. Bandertechnik. Abt. Norben: Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Connenburger Str. 20. Lichtbildervortrag. Busch Abend. Abt. Webbing: Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Turiner Ede Geeftr. Ge schäftliches, Abt. Treptow: Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Elsenstr. 3. Heimabend Abt. Pantow: Dienstag, 17. April, 20 Uhr, Görschstr. 14. Geschäftliches. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Chriftburgerstr. 14, Aus dem Leben eines alten Eoz aliften",( Ref. Gen. Dr. Mar Schütte). Abt. Schöneberg: Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Hauptstr. 15. Etwas über moderne Runft. Abt. Südwest: Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Vorfftt. 11. Rörperkultur und Arbeitersport. Naturmiffenfchaftliche Abt.: Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Johannisstr. 14/15. Die Bermehrung ber Pflanzen 1. Seil. So wollen wir nicht fämpfen! Ein Beispiel aus fommunistischer Gewerkschaftspraxis. Durch die revolutionär e" Taftit der Solinger Dris verwaltung wurde somit die Barmer telle gezwungen, ebenfalls bis zum 1. Mai 1929 abzuschließen. Die Lommunistische Presse hat zwar über den Ausgang der Lohnbewegung in Solingen berichtet, auch betont, daß der Abschluß ,, unbefriedigend" fei, aber nichts geschrieben über„ Berrat" an der Arbeiterschaft und der gleichen. Ueber die Preisgabe des Achtstundentages, über die Umgehung der Mitglieder verlor man nicht ein Wort. Ja, wenn es„ Reformisten" gewesen wären... Ein wenig nachahmenswertes Beispiel revolutionärer Theorie| Geltungsdauer zurüdzog, weil in Solingen eine Abmachung und Praris lieferte vor kurzem die unter kommunistischer Führung getroffen war, die eine geringere Lohnhöhe und eine längere Laufe stehende Solinger Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes. zeit vorfah. Als zu Beginn dieses Jahres überall zu den bevorstehenden Lohn. tämpfen gerüstet wurde, blieb auch die Solinger Ortsverwaltung nicht untätig. In einer Mitgliederversammlung wurde befchloffen, die Frühjahrsbewegung zu einem großen, gemeinsamen Kampf der Fabrit. und Heimarbeiter der Metallindustrie zu gestalten. Von der Bezirksleitung in Hagen wurde verlangt, die Lohnfämpfe in Solingen, Remscheid, Kronenberg, Elberfeld- Barmen und Hagen einheitlich zu führen und in einer Konferenz der Betriebsräte des Bezirks die Richtlinien für den Kampf festlegen zu lassen. Ge fordert wurde für alle Arbeiter eine Lohnerhöhung von 15 Pf. pro Stunde, daneben eine Erhöhung der Feuerzulage von 10 auf 20 Proz., eine Herabfegung der Höchstaltersgrenze, eine andere Staffelung der Berufsgruppen usw. Kurz vor dem Kündigungstermin wurde in einer Besprechung zwischen der Solinger Drisverwaltung, dem Bezirksleiter des Metallarbeiterverbandes und Vertretern des Christlichen Metallarbeiterver bandes vereinbart, daß sofort an den Unternehmerverband das Er. fuchen gerichtet werden solle, noch vor dem Monatsschluß in Berhand. iungen über die Lohnforderungen einzutreten. Wenn diese Berhand. lungen scheiterten sollte der Tarif zum 31. März gefündigt werden. In den Verhandlungen fam es zu feiner Einigung, so daß ent sprechend der Vereinbarung der Solinger Lohntarif gekündigt wurde. Bis dahin war alles glatt gegangen. Plöglich befannen fich aber die Solinger Funktionäre ihrer revolutionären" Bestimmung. In einer Funktionärversammlung wurde der Bezirksleitung das Mißtrauen ausgesprochen, weil es durch ihre Tattif bereits zu früh zu Berhandlungen mit den Unternehmern gekommen fei. Die Berhandlungen sollten erst aufgenommen werden, wenn schon ein größerer Teil der Solinger Arbeiter im Streit stünde! In der Zwischenzeit hatte aber der Unternehmerverband nicht nur den Solinger Schlichtungsausschuß zur Vermittlung angerufen, sondern auch mit der Berwaltungsstelle Barmen über den Neuabschluß eines Lohntarifes verhandelt. Die Unternehmer machten hier das Angebot, die Löhne der Barmer Metallarbeiter um 5 Pf. in der Spige zu erhöhen, die Akkordzuschläge um 3 bis 4 Proz. auf zubeffern und eine Anzahl Arbeiter besser einzugruppieren. Das Lohnabkommen sollte bis zum 31. Dezember laufen. Die Verwaltungsstelle Barmen hatte von den Unternehmern eine Erklärungsfrist erwirft, um das Verhandlungsergebnis den Mitgliedern zu unterbreiten. Die tommunistsche Bresse ver. dammte dieses Verhandlungsergebnis in Grund und Boden und begann das übliche Geschrei über den Berrat der Reformisten", Abwürgung des Kampfes" usw. " Was tat aber die fommunistische Solinger Ortsverwal▪ tung? Ohne die Funktionäre und Mitglieder zu fragen, schloß fie eine Vereinbarung ab, die auch nur eine Erhöhung der Löhne um 5 Pf. pro Stunde, darüber hinaus aber eine wöchentliche Arbeitszeit von 52 Stunden und eine Gültigkeit bes neuen Lohnabkommens bis zum 30. April 1929 vorfah! Die Folge davon war, daß der Unternehmerverband für Barmen sein Angebot hinsichtlich der Neue Erhöhung der Kirchensteuer. Die Erhöhung der Kirchensteuer von 8 auf 11 Prog. ist von der Berliner Stadtfynode beschlossen worden; die Folge dieses Beschlusses wird sein, daß im laufenden Jahr die Steuerschraube von der Kirche dementsprechend angezogen wird. Man sieht, die Kirchenaustrittsbewegung fängt an sich auszuwirken. Je mehr aus. treten, desto mehr müssen die anderen zahlen Wenn nun auch leider alle, und selbst diejenigen, die lange der Kirche den Rüden gefehrt, mit herangezogen werden, um die 72 Mil. lionen Mart in Preußen aufzubringen, die der Preußische Landtag den Kirchen bewilligt hat, so tann doch jeder bei der direkten KirchenSteuer vorbeugen, indem er feinen Austritt aus der Kirche umgehend erklärt. Für alle, die am Tage nicht Zeit haben, aufs Amtsgericht zu gehen, ist am Freitag, dem 27. April, abends 6 bis 7 Uhr, Gelegenheit, im Bureau ber Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee 15, unter Borlegung einer Legitimation ihren Austritt zu vollziehen. Gebühr pro Person 2 Mart Dem, der Wert auf freidenferife Erziehung feiner Rinder legt, bietet sich Gelegenheit, die Kinder in folgenden Schulen in Religionsgeschichte und Lebens. Punde vollständig unentgeltlich unterrichten zu lassen: Weißenburger Straße 4 a, Donnerstags von 3% bis 5% Uhr; Reichenberger Straße 44, Montags von 3½ bis 5% Uhr; Koppenstraße 84, Freitags von 3 bis 5 Uhr; Wiesenstraße 66, Donnerstags von 3 bis 5 Uhr; Tempelhof, Friedrich- Wilhelm- Straße, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr; Niederschöneweide, Berliner Straße 31, Freitags Don 3 bis 5 Uhr; Oberschöneweide, Wattstraße, Dienstags und Freitags von 3 bis 5 Uhr. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Um-. gegend( Nachdr. verb.). Start wolkig und weiterhin fühl, ohne er. hebliche Niederschläge. Für Deutschland: Im Often und Süden Niederschläge, Temperaturen überall wenig verändert. Berantwortlich für die Rebattion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag Gm 6 S.. Berlin. Drud: Borwärts Buck bruderei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co.. Berlin G 68. Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage. Sür Ballon und Garten Korbmöbel Peddigrohrsessel9.75 gepolstert Peddigrohrsessel9.75 volle Wulst m. Rückenstreif. Peddigrohr, kleiner Klubsessel ganz ausgeflochten Peddigrohr· 11.00 Hocker 3.95 Gartenschirme moderne Farb- 19.50 stellungen. Weidensessel mit Zopfrand wie Abbildg. 4.95 Liegestuhl ohne Armlehnen 3.75 mit Liegestuhl Armlehnen4.75 Tischdecken Tischdecke 2 seitig 100/110 brauchbar, neue Muster 1.15 Tischdecke gewebt, 1.95 waschecht 110/110 Tischdecke vorzügl 110-150 3.25 2.75 Qualität, neueste Muster Korbtischdecke gute echt arbige Qualttät 90/90 Markisenstoffe Markisenköper gute Leinenqual, in großer Musterauswahl, 100 cm breit Meter 2.75 Markisenstoff wasserdicht. sehr dauerhafte 2.40 Qual tät, 120 cm breit, in$ 2.95 6 verschied. 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