Morgenausgabe r. 183 A 93 45.Jahrgang öchentlich 70 Big- monatlich 3, im voraus zahlbar, Boftbezug 3,72 einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 5,50 m. pro Monat * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illuftrierte Beilagen„ Boll und Zeit“ und„ Kinderfreund" Ferner Unterhaltung und Wiffen".. Frauenftimme". Technik". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Vorwärts Berliner Bolksblatt Mittwoch 18. April 1928 Groß- Berlin 10 Pt. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Nonpareillezetle 80 Pfennig Reflamezeile 5.- Reichs mart.Kleine Anzeigen" das fettge druckte Wort 25 Pfennig( zuläffig gwei tettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 12 Bfennig Stellengesuche das erste Bort 15 Brennig. jedes meitere Wort 10 Pfennig Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Beile 60 Bfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeite 40 Pfennig Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. ftraße 3. wochentägl von 81%, bis 17 Uhr. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Postichedlonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. 3 ADGB. und Reichstagswahlen. Bersorgung oder Blockade? Alle Gewerkschaftsstimmen der Sozialdemokratie! Gestern hielt Genosse Peter Graßmann, Bor-| ten eine zweimalige Mieterhöhung um je 10 Proz., die fizender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, im Steigerung der Preise für Lebensmittel und Begroßen Saal des Gewerkschaftshauses vor den Mitgliedern darfsartikel durch eine unsinnige Zollpolitik, die die Sozialdemodes Verbandes der Lithographen und Stein- fratie veranlaßte, zum erstenmal feit Bestehen der Republik gegen druder einen Vortrag über die Gewerkschaften den Etat zu stimmen. Der Entwurf eines neuen Strafgefeß und die Reichstagswahlen, in dem er die Stellung buches ist über den Entwurf nicht hinausgefommen. Der Entder Gewerkschaften zu der bevorstehenden politischen Entschei- wurf eines Schulgesetes tann als gescheitert betrachtet wer dung programmatisch umriß. den. Das Gesetz über den Arbeitsschutz ist zwar dem Reichsrat zugegangen, aber von ihm so verzögert worden, daß seine Beratung im Reichstag nicht mehr möglich war. Die Sparer find mit ihren Aufwertungswünschen scharf abgewiesen worden. Die Besoldungsregelung hat besonders den unteren Beamten nicht das gebracht, was sie von ihr erhofften. Genosse Graßmann führte aus: Der oberflächliche Renner der freigewerkschaftlichen Statuten fann aus ihnen folgern, daß sich die Gewerkschaften nicht um die Politik kümmern. Dies trifft jedoch nicht zu. Die Gewerkschaften haben stets neben ihren programmatischen Zielen, wie es zum Beispiel die Verkürzung der Arbeitszeit und die Herbeiführung ausfömmlicher Löhne sind, versucht, sich auch der politischen Fattoren zu bemächtigen. Es ist unbestreitbar, daß es in der Borkriegszeit mit der Sozialpolitik überhaupt nicht vorwärts gegangen wäre, wenn nicht die Gewerkschaften als treibende Kraft vorhanden gewesen wären. Um nur ein Beispiel zu nennen, sei daran erinnert, Daß es vornehmlich der kritisierenden Tätigkeit der Gewerkschaften zuzuschreiben war, daß die berühmte" 3uchthausvorlage zerschlagen wurde. Die Gewerkschaften waren immer politisch orientiert und interessiert und sind es auch heute! Wir stehen heute vor der Alternative, uns entweder in die Opposition zu stellen oder heran an den Staat zu gehen. Die Frage der Koalition ist heute anders zu beurteilen als im früheren Obrigkeitsstaat. Sie ist nach der Staatsumwälzung zu einer Frage der 3wedmäßigteit geworden. Wenn man auf den Staat Einfluß ausüben will, muß man auch jede Gelegenheit benutzen, diesen Einfluß zu erlangen, wozu bei den bevorStehenden Neuwahlen der Parlamente wieder die Möglichkeit besteht. Der Parlamentarismus wird aber gerade von den ertremen Barteien herabgewürdigt, die sich von der Beschränkung der demofratischen Volksrechte Borteile für ihre Parteien versprechen. Für die Arbeiterschaft tann es im bevorstehenden Wahlkampf zunächſt einmal nichts anderes heißen als: ,, Keine Stimme den Rechtsparteien!" Die Rechtsparteien behaupten nicht zu Unrecht, daß sich ihre Wähler nicht nur aus den besitzenden Schichten, sondern zum größten Teil aus der Arbeiterschaft refrutieren. Die Ursachen, die diese Arbeiter zur Stimmabgabe für die Rechtsparteien bewegen, find ganz verschieden und nicht immer klar zu erkennen. Mit diesem sogenannten Treibholz in der Wählerschaft muß aber jede Partei rechnen; von ihnen hängt wesentlich das Wahlglück" ab. Unsere Aufgabe muß es sein, diese massen, die auf Grund ihrer Stellung zu uns gehören, für uns zu gewinnen. Wenn man die Tätigkeit des Bürgerblocks Revue passieren läßt, muß man feststellen, daß er nur die Intereffen des industriellen und landwirtschaftlichen Kapitals wahrgenommen hat, nicht aber die der arbei tenden Schichten. Dem Bürgerblock haben wir zu verdanDie Sozialdemokratie, die von dem größten Teil der Gewert. schafter als ihre politische Interessenvertretung betrachtet wird, hat leider zweimal erfolglos versucht, diesen Reichstag zu beseitigen, weil er nach ihrer Auffassung schon lange nicht mehr das Spiegelbild der politischen Meinung des Volkes darstellte. Die Sozialdemokratie wird im nächsten Neichstag alles daran setzen, um endlich den Achtstundentag gesetzlich zu verankern. Daß der Achtstundentag den deutschen Arbeitern wieder verloren ging, war eine Folge der Inflation, die die Gewerkschaften zu Boden warf, nicht zuletzt aber auch eine Folge der Passivität der Arbeiterschaft selbst. Es ist eine zwar bedauerliche Tatsache, daß die Arbeiterschaft viel leichter in der Lohnfrage an die Front zu bringen ist als in der Frage der Arbeitszeit. Man tönnte mir Feigheit verwerfen, wenn ich nicht zu der Frage sprechen würde, ob es richtig ist, daß Gewerkschafter auch Frage sprechen würde, ob es richtig ist, daß Gewerkschafter auch ihre Stimmen für die Kommunistische Partei abgeben. Der Gewerkschafter, der mit beiden Füßen auf dem Boden der Beschlüsse der Gewerkschaftskongresse steht, wird den Kommunisten seine Stimme nicht geben tönnen. Die Kommunistische Partei bekämpft die Politik der Gewerkschaften und beabsichtigt, diese für ihre politischen 3mede zu be mutzen. Dieses Bestreben tönnen wir verstehen. Die Kommunisten müssen aber auch verstehen, daß wir diese Bestrebungen befämpfen. Wir müssen es ablehnen, die Arbeiterschaft dauernd in der Gefechtsfront zu halten, wie es die Kommunisten wünschen, weil es unmöglich ist, auch mit der stärksten Truppe dauernd sieg reiche Schlachten liefern zu können. Die Befolgung einer solchen Taktik würde in der Praxis dazu führen, daß die Gewerkschaften gegenüber den Unternehmern bald machtlos am Boden liegen würden. gebunden, sondern von ihr völlig unabhängig. Die Gewerkschaften find nicht an die Sozialdemokratische Partei Die Sozialdemokratie hat aber stets die Forderungen der Gewerkschaften unterſtüßt, ſo daß es für den vorwärts strebenden Gewerkschafter im bevorstehenden Wahlkampf nur die eine Parole geben fann: Jede Stimme der Sozialdemokratie! Der Wahlkampf in Amerika. Norman Thomas Präsidentschaftskandidat der Sozialisten. New Yort, 17. April. Der Kongreß der sozialistischen Partei in Marion, Staat Ohio, hat befchloffen, Norman Thomas zum Kandidaten für die Präsidentenwahl aufzustellen. Nachdem dieser Beschluß gefaßt worden war, hat die Versammlung nicht weniger als 55 minuten Beifall getlatscht. Viele Jahre war J. V. Debs der sozialistische Präsidentschaftskandidat und er hat es zuletzt auf über eine Million Stimmen gebracht. Der Name dieses alten Vorfämpfers und Märtyrers der Kriegsgesetze er mußte als alter, franter Mann viele Jahre im Zuchthaus Atlanta verbringen, weil er wider die Beteiligung der Vereinigten Staaten am Weltkrieg gegen Deutschland und seine Verbündeten aufgetreten war hätte sicher wieder große Werbekraft entfaltet; da er inzwischen gestorben ist, mußte ein neuer Kandidat gesucht werden. Wenn auch der Sieg des sozialistischen Kandidaten einst weilen nicht zu erwarten ist, so hat doch noch jede Wahlkampagne die proletarische Bewegung gestärkt. Norman Thomas ist einer der wenigen Arbeiterführer in den USA., dem die Finanzlage seiner Eltern erlaubte, Hochschulstudien zu treiben. Er war zuerst Pastor, dann Richter, und die Erfahrungen in diesen Aemtern haben seine sozialistische Gesinnung gefestigt. Auch er gehörte zu den entschiedensten Kriegsgegnern. Schon bei der vorigen Präsidentschaftskampagne stand er neben dem Präsident fchaftsfandidaten Debs als Wahlbewerber für die Stelle des Bizepräsidenten der Republik. Chinesische Bergwerkskatastrophe. 470 Bergleute ertrunken! Der Handel unter dem Kapitalismus und Bolschewismus. Bon Wladimir Woytinsky. In der kapitalistischen Wirtschaft, wo zwischen dem Erzeuger und dem Verbraucher eine ganze Kette von Vermittlern steht, beansprucht der Verteilungsapparat unzweckmäßig viel Arbeitskraft und Rapital, treibt die Preise in die Höhe und gehört zu den Seiten des bestehenden Systems, die am meisten eine Kritik veranlassen. Die grotesten Aufwendungen für die Reflame, die Unübersichtlichkeit der vorhandenen Warenvorräte, das Spiel der Spekulation sind für den modernen Handel charakteristisch. Troß allen seinen Mängeln erfüllt aber der moderne Handelsapparat eine außerordentlich wichtige Aufgabe, und zwar nicht nur im Bereiche der Verteilung der Waren, sondern auch bei der Preisbildung. Auf dem Markte wird nämlich entschieden, ob bestimmte Aufwendungen und Rapitalinvestierungen zweckmäßig( gesellschaftlich notwendig) oder unzweckmäßig gewesen sind; hier kommen die Geseze des Wertes zur Geltung, hier werden die Kräfte der Einzelnen zur produktiven Kraft der gesamten Gesellschaft zusammengeschmolzen. Die sozialistische Umgestaltung des Handels muß deshalb unter aufmerksamer Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Bedeutung durchgeführt werden. GleichDie Sozialdemokratie sucht die Lösung dieser Aufgabe in der allmählichen Ersegung der wichtigsten Teile des vorhandenen Handelsapparates durch Organisationen, die die entsprechende Funktion besser als die Privatbetriebe erfüllen und zugleich dem Interesse der Gesamtheit dienen- diesen Forderungen entsprechen die Konsumgenossenschaften sowie die fommunalen und von den Gemeinden kontrollierten gemischten Einkaufs- und Verteilungsgesellschaften. zeitig fordert die Sozialdemokratie den Eingriff der öffentlichen Hand, der die Spekulation drosseln, die scharfen Breisschwankungen ausschalten und die Geheimnisse der Preisgestaltung enthüllen soll. Unter bestimmten Voraussetzungen fann das staatliche Handelsmonopol als die beste Lösung des Problems gelten( so wird es für die Kohlenverteilung und -ausfuhr in Großbritannien, für die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln in den Ländern, wo die Landwirtschaft unter den Schwankungen der Preise des Weltmarktes leidet, gefordert). Die Anwendung aller dieser Maßnahmen soll nicht nur die Milderung der Not der Volksmassen im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaft anstreben, sondern auch den Uebergang von dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zum Sozialismus vorbereiten und erleichtern, da auch die sozialistische Gesellschaft in der ersten Zeit nicht ohne Markt, Geld, Warenpreise wird auskommen können. Von diesem Gesichtspunkt aus verdienen die Versuche der Bolschewisten auf dem Gebiete des Handels die ernsteste Aufmerksamkeit. Unter dem Kriegsfommunismus sollte der Handel in Rußland so gut wie vollständig abgeschafft werden: der Staat übernahm es, der Bevölkerung alles Notwendige unmittelbar zu liefern. Das Kartensystem, das bereits während des Krieges in Rußland angewandt wurde, wurde auf alle Güter erstreckt man verteilte alles, solange die Vorräte reichten. Dieses System, das ausschließlich auf der Ausplünderung der Dörfer und der vorhandenen Warenläger beruhte, versagte aber vollständig. Eigentlich fam es auch niemals zu seiner vollen Auswirkung: es wurde stets durch den illegalen Handel ergänzt. Die neue ökonomische Politit" hat dem Handel die Tür geöffnet, aber in einer eigentümlichen Weise. Nach der offiziellen Auffassung setzt sich die Wirtschaft unter der Herrschaft der Nep aus zwei Elementen zusammen: dem fozialistischen Element( der Planwirtschaft) steht das kapitalistische Element( der Markt) gegenüber. Nach diesem Schema ist der freie Markt ein Erbfeind des sozialistischen Staates: der Markt, der sich stärker als der Staat erweist. sprengt die der Staat versucht dem Markt seine Gesetze aufzuzwingen, Berechnungen der Amtsstellen und macht ihre Pläne zunichte. Da springt die Tscheka ein, und so erhält Stalin die Möglichfeit, Trogfis Prophezeiungen zuwider zu beweisen, daß der freie Markt in Rußland an Bedeutung nicht gewinnt. Sicher wäre eine Entwicklung des freien Marktes und des privaten Handels mit der Sowjetwirtschaft unvereinbar. Wie würden die Staatsbehörden dem Bauern sein Getreide für 29 Broz. feines Wertes abnehmen können, wenn der private Käufer hemmungslos, im beliebigen Umfange für dasselbe Getreide 40 Proz. feines Wertes vorschlagen fönnte? Wir würden die staatlichen Trusts ihre Waren absehen, wenn es dem privaten Kaufmann gestattet wäre, dieselben( oder beffere) Waren ausländischer Herkunft um 50 Proz. billiger zu verfaufen? Wenn man die Produktion in nachteilige bureaukratische Fesseln hineingezwängt hat, fann man nicht dem freien Bei der Schwäche der politischen Arbeiterbewegung in Nordamerika, die nur über wenige Zeitungen verfügt und Das berühmte Bergwerk von Fushung, der größte Tagebau- Markt die Bildung der Preise und die Entscheidung über die 3weckmäßigkeit diefer oder jener Aufwendungen und Inberen Organisationsnet auch nicht allzumeit verbreitet ist, betrieb der Welt, der der Südmandschurischen Eisenbahngesellschaft veftierungen überlassen- das Land der Sowjets soll demstellt die Präsidentschaftskampagne die beste Werbegelegenheit gehört, ift infolge eines gewaltigen Wassereinbruchs aus einer still- nach von der Außenwelt abgeschnürt werden! Den Erzeugfür den Sozialismus dar; sie läßt die Bewegung besonders gelegten Bergwerksanlage teilweise überschwemmt worden. Etwa niffen der Bauernwirtschaft muß der Ausweg nach dem Weltauch auf die neu eingewanderten Massen übergreifen. 470 Bergarbeiter follen ertrunken sein. marft versperrt werden, ebenso wie den billigen ausländischen Waren der Zutritt zmn inneren Markt. Dieser doppelten Aufgabe dient das Staatsmonopol des Außen- Handels, jene Institution, der Rußland die Tatsache zu verdanken hat, daß die Umsätze seines Außenhandels gegen- wärtig etwa 20 Proz. der Vorkriegszeit ausmachen. Der russische Bauer erhält für seine Produkte bei diesem System einen winzigen Teil des Weltpreises, für die ausländischen Pflüge hat er aber das Dreifache und Vierfache zu bezahlen. Zum Teil hängt diese Verschiebung der Preise von den unge- Heuren Unkosten ab. die der riesige bureaukratische Apparat verursacht: weit wesentlicher ist aber die Notwendigkeit für die Sowjetregierung, die Verkaufspreise der eingeführten Waren entsprechend den Kosten der staatlichen Produktion zu regulierten. Diesem Zwecke dient auch die Organisation des Binnen- Handels. Im Jahre 1926/27 entfielen in der UdSSR. 34 Proz. des Binnenhandels unmittelbar auf die staatlichen Handelsstellen. Die weiteren 48 Proz. wurden den„Koope- rativen" übergeben, die sich zwar„Konsumgenossenschaften" nennen, tatsächlich aber keine Vereinigung von Verbrauchern, sondern eigenartige staatliche Handelsstellen sind, die vom Staat unterstützt werden und ihre Preispolitik nach den For- derungen des staatlichen Trusts richten müssen. Insgesamt hielt also der Staat 82 Proz. der Umsätze des Binnenhandels in seinen Händen, nur die übrigen 18 Proz. entfielen auf private Betriebe. Die Sowjetwirtschaftler jubeln darüber, daß der letzte Prozentsatz im weiteten Rückgang begriffen ist, was den Vormarsch des„sozialistischen" Handels und seinen Sieg über die kapitalistischen Elemente beweisen soll. Sie bemerken aber nicht, daß dabei der schlechte kapitalistische Handeksapparat durch einen noch schlechteren er- setzt wird. Wie kostspielig für die Volkswirtschaft die Bureaukrati- sierung des Handels sich erwiesen hat, ist aus den folgenden Zahlen ersichtlich, die den Anteil des Produzenten einerseits und des Handelsapparates andererseits an den Getreide- preisen auf dem inneren Markte kennzeichnen: Im gerbst 1913 Produzent Handel Roggen,, 68 Proz. 32 Proz. Gerste.., 71„ 29„ .Hafer... 67„ 33„ Im September 1927 Produzent Handel 54 Proz. 48 Proz. 48.. 52.. 54„ 46„ („Economic Bulletin", Moskau, 1927, Nr. 19, S. 7.) Die Kosten des Vermittlungsapparates find also jetzt im Durchschnitt— relativ— anderthalbmal so hoch, wie sie im Jahre 1913 waren. Dazu sind auch die Ergebnisse des neuen Handelsapparates bei der Verteilung der Waren höchst un- befriedigend. Die Waren werden nicht zur rechten Zeit in die entlegenen Gebiete zugestellt, ihre Auswahl entspricht den Forderungen der Verbraucher ntcht; um die vorhandenen Vorräte los zu werden, zwingen manchmal die Verkaufs- stellen in den Dörfern(auch solche, die sich Kooperative" nennen) den Käufer, der eine gewisie Ware verlangt, noch andere Gegenstände auf, die für ihn nutzlos sind, was letzten Endes nichts anderes als eine illegale Besteuerung des Der- bpauchers bedeutet. Das schlimmste ist aber, daß dank der Ueherbureaukratisierung des Handels die. Marttoerhältnisse vollständig undürchsichtig werden. Die Wirtschaftsorgane nerfteren jede Möglichkeit zu beurteilen, in welchem Matze ihre Pläne den Bedürfnissen der Volkswirtschaft entsprechen. Die Fehlerhaftigkeit der Dispositionen— die übrigens bei jedem System mitunter unvermeidlich ist— wird ihnen viel später klar, als dieses bei dem freien Markt in den kapita- listischen Staaten der Fall ist, was zu ungeheuren Verlusten für die Volkswirtschaft führt. Das bolschewistische Handelssystem bedeutet also eine übermäßige Steigerung der Preise und damit eine Verringerung des Verbrauchs: es hemmt den Warenumtausch und zer- stört den wichtigsten Regulator des gesamten Wirtschaft- lichen Lebens: der Außenwelt gegenüber stellt es e i n e A b- ort des Hochprotektionismus dar. die das Land mit einer Blockade umzingelt. Kurz, dieses System ist genau das Gegenteil davon, was eine fozia- listische Handelspolitik fein muß. In ihrem Kampf um die Umgestaltung der bestehenden Wirtschaft, um den Sozialismus strebt die Sozialdemokratie auch den kapitalistischen Handelsapparat durch einen neuen besseren Apparat zu ersetzen. Sie verzichtet nicht darauf, zu diesem Zweck das System des Staatsmonopols zu verwerten. Wenn sie dieses tut, wird sie aber das traurige Beispiel Ruß- lands nicht aus dem Auge lassen dürfen, das bewiesen hat, wie leicht dieses System zum schlimmsten Hindernis der ge- sunden wirtschaftlichen Entwicklung ausarten könnt Krach bei den Oeuifchnaiionalen. Der Krach im Lager der D euts ch nati an al e n gebt weiter. In Hamburg kämpft der völkische Flügel erbittert gegen den Regierungsflügel. Der völkisch-deutschnationale Reichstagsabge. ordnete G o t, der Scharfmacher von Blohm u. Voß, sollte ab- gesägt werden. Dies« Absicht ist der zahmeren Richtung mißlungen, dafür hat sie den Rücktritt des ersten Lorsitzenden des Deutsch- nationalen Landesverbandes Dr. Lienau. eines Vertreters der radikaleren Tonart, erzwungen. In Pommern streiten sich die Deutschnationolen um die Kandidaturen. Der Landbimd fordert, daß der bisherige Abgeordnete Schmidt, ein Veamtenvertreter, durch einen Landbundführer ersetzt wird. Der Streit darum ist noch Mientschiaden, ebenso der Streit um die Kandidatur des Land- bundarbeiters Johannes Wölfs, dem die christlichen Gewerkschaften Annahme von Schmiergelder» und Verrat vorwerfen. Da die Deutschnationalen wissen, daß sie Mandate verlieren werden, wird der Streit um die Kandidaturen mit ganz beson- derer Erbitterung geführt. Sie warten nicht erst ab, bis sie in der Wahl Schläge erhalten, sie teilen sie schon vor der Wahl unter- ei na nd« r aus! Die verhasteten Ingenieure. Der deutsche Rotschaster wird sie besuchet». Moskau, 17. April. Im Austrage- des deutschen Botschafters besucht« heute Lega- ttonssekretär Schliep erneut die jetzt im Moskauer Vityri-Gefängnis untergebrüchten deutschen Ingenieure. Schliep hatte von der Unterbringung und Behandlung der Gefangenen im allgemeinen einen günstigen Eindruck. Nach Erledigung der erforderlichen For- malitäten wird der Botschaftcr pcrsönlich di« verhafteten Reichsdeutschen besuchen. Keudetts letzter Streich. Oer Dfcichsinnentm'nister für ein Verbot des Votfrontkämpferbundes. Wie vo« zuständiger Seite mitgeteilt wird, hat der Reichsmini st erdes In n e r« auf Grund des 8 17, 2 des Republikschutzgesehes au alle Länderregie- r n» g e« das Ersuchen gerichtet, ein Verbot des Rotfrontkämpferbundes zu erlasse». Die preußische Regierung wird gegen dies Er- suchen Einspruch erhebe«»nd den Staatsgerichtshof anrufe«. « Der deutschnationale Reichsminister des Innern plant ein generelles Berbot des Roten Frontkämpferbundes. Er hat sich zu diesem Zweck bereits unter Bezugnahme auf das Republikschutzgesetz an die Länderregierungen gewandt. Diese Amtshandlung wird damit begründet, daß der Rote Front- kämpferbund die Wahlfreiheit gefährde. Einzelne Schlägereien jüngeren Datums zwischen Stahlhelmleuten und Roten Frontkämpfern— die niemals an der Front gestanden haben und heute kaum 17 Jahre alt sind— werden als Beweis angeführt. Das Republikschutzgesetz bestimmt, daß die Länder einem Ersuchen der Reichsregierung auf Grund dieses Gesetzes ent- sprechen müssen oder innerhalb zwei Tage Einspruch bei der Reichsregierung erheben können und gleichzeitig den Staats- gerichtshof anzurufen haben. Die preußische Regie- r u n g wird von diesem Recht Gebrauch machen und dem Ersuchen des deutschnationalen Innenministers nicht nachkommen. Ein entsprechendes Gesuch an den Staats- erichtshof ist bereits am Dienstag nach Leipzig abgegangen. intscheidet sich der Staatsgerichtshof für den deutschnatio- nalen Innenminister, dann würde die preußische Regierung in die Zwangslage versetzt werden, den Roten Frontkämpfer- bund sjegen ihren Willen zu verbiete». Die preußische Regierung hat unmittelbar nach der Reichs- tagsauflöfung dasVerbotderNationalfozialisti- schen Partei auf gehoben, um die Freiheit der Wahl nicht zu beeinträchtigen und dieser Partei die MögliHkeit zu geben, in aller Freiheit um die Stimmen der Wähler zu kämpfen. Sie hätte nüt dem Material, das der Lichterfelder Prozeß gegen diese Partei geliefert hat. leicht eine Aufrecht- erhaltung des Verbots begründen können— ober sie hat über alle anderen Erwägungen die Achtung vor der ver- fassungsmäßigen Wahlfrecheit gestellt. I Nicht so Herr von K e u d e l l. Er will nicht die Nationalsozialistische Freiheitspartei verbieten, sondern den Roten Frontkämpferbund. Anlaß dazu gaben ihm einige Schläge- reien zwischen Stahlhelmleuten und Roten Frontkämpfern aus den letzten Tagen. An diesen Schlägereien sind Stahl- Helm und Rote Frontkämpfer gleichmäßig schuldig. Sie sind beide Organisationen, die Prügel und Messer und Gummiknüppel mit politischen Argumenten verwechseln. Ihr Daseinszweck ist es, sich gegenseitig zu verprügeln. Herr v. Keudell zieht daraus den Schluß, das eine dieser Organisationen zu verbieten sei, die andere nicht. Fatalerweise für ihn verbietet er die Organisation nicht, die ihm politisch nahesteht, den Stahlhelm. Er benutzt die letzten Tage seiner Ministerherrlichkeit, um in den Kampf zwischen rechtsradikalen und linksradikalen Organisationen zugunsten der Rechtsradikalen einzugreifen. Der parteipolitische Zweck dieser Maßnahme ist ganz offenkundig. Herr v. Keudell verschafft sich selbst Propaganda- Material, um den Deutschnationalen, die mit der deutschnationalen Zustimmung zu Republikschutzgesetz und Kaiser- Paragraph nicht einverstanden sind, den Segen des Republik- schutzgesetzes in der Hand eines deutschnationolen Partei- Ministers preisen zu können. Vielleicht schafft man mit diesem Verbot auch dem preußi- schen Innenminister Ungelegenhesten... Wenn der So- zialdemokrat Grzesinski, infolge des Ersuchens des Herrn v. Keudell und gezwungen durch das Gesetz den Roten Frontkämpferbund verbietet, werden die Kommu- nisten nicht gegen den deutschnationalen Herrn v. Keudell, sondern gegen den Sozialdemokraten Grzesinski toben. Die Aktion des Herrn v. Keudell ist also eine kleine Aufputschung der KPD. gegen die Sozialdemokratie, ein Der- such, den Kommunisten Agitationsmaterial zu verschaffen. Es war schon bei der letzten Reichstagswahl so, daß die Deutschnationalen in den Kommunisten ihre natürlichen Bundesgenossen gegen die Sozial- demokratie gesehen haben. Ein Wahlmanöoer! Die Sozialdemokratie wird dies Manöver durchkreuzen. Sie wird den Massen zeigen, wie eng die Freundschaft zwischen äußerster Rechten und äußerster Linken ist, wie sich Deutschnationale und Kam- m u n i st e n gegenseitig in die Hände spielen. Dies Ma- nöoer wird die Deutschnationalen nicht vor der verdienten Niederlage retten! Eine Verurteilung und eine ZeststeUnng. Die Große Strafkammer beim Landgericht III verurtellle gestern in der Berusungsinsianz noch zweitägiger Verhandlung wegen öffentlicher Beleidigung den Mitarbeiter der weit- bühne Salomon tZakob Berthold) zu 1000 Mt. und den Verleger der„wellbähne" Ossiehty zu 600 M. Geldstrafe. In Stettin läuft der Fememordprozeß Hernes und Genossen. Die Gerichtsoerhandlung bietet das bekannte Bild: hinterhältiges Hinschlachten eines Kameraden auf den vagen Verdacht des Verrats hin, Abwälzen der Verantwortung von sich auf den Vorgesetzten, Leugnen der Verantwortlichkeit durch diesen. Zu gleicher Zeit wurden in B e r l i n in der Verufungs- Verhandlung zwei Journalisten, der Mitarbeiter der„Welt- bühne" Salomon und der Redakteur Ossjetzky zu Geldstrafen oerurteilt, well sie die Mitschuld der Offiziere des Reichs- wehrkommandos an den Fememorden behauptet haben sollten. In Wirklichkeit hatten sie aber in dem inkriminierten Artikel „Ein Plädoyer für den Fememörder Schulz", der während des Wilms-Prozesses erschien, nichts anderes sagen wollen, als was in der Urteilsbegründung der Siegert- Kammer, die Oberleutnant Schulz und Genossen zum Tode oerurteilte, gerichtsnotorisch festgelegt wurde. Es hieß da: „Die Reichswehr, die damals die Arbeitskommandos«in- richtet«, war sich bewußt und mußte sich bewußt sein, daß sie Formationen schuf, die geheim zu halten waren. Und wenn sie die Lösung des schwierigen Problems, wie dies zu bewerkstelligen wäre, den Arbeitskomanmdos selbst überließ, so hat sie damit«ine gewisse moralische Schuld auf sich geladen, da bei dem Fehlen einer Kontrolle durch die schafsende Stelle die Möglichkeit zu einer Tat wie der vorliegenden gegeben wurde, und da bei dem oberfchlesischen Ausstande 1921/22 eine solche Eigenjustiz mit dem Ziel der Beseitigung von Verrätern sich gebildet hatte und dies der Reichswehr nicht unbekannt geblieben fem konnte." Nicht viel anderes war in der„Weltbühne" behauptet worden. Der ordentliche Richter, wurde da gesagt, solle nicht außer acht lassen, daß der Oberleutnant Schulz nur er- teilte Befehle ausgeführt hat, und daß man neben ihn auf die Anklagebank mlndestens den Hauptmann K a i n e r und den Obersten v. Bock, wahrscheinlich aber auch den Obersten v. Schleicher und den General v. Geeckt setzen müßte. Reichswehnninister G e ß l e r. ohnmächtig gegenüber der Feststellung des Gerichts, stellte gegen die I o u r- n a l i st e n Strafantrag wegen Beleidigung und ereühte in der e r st e n Instanz Gefängnisurteile gegen beide. Die zweite Instanz bot das gleiche Schauspiel wie die erste. Die Offiziere vom Reichswehrkommando, die früheren Vorgesetzten SchuH', bekannten sich auch hier nicht zur Mit- Verantwortung. Sie wanden und drehten sich, anstatt Lffent- lich kund zu tun, was allgemein bekannt und gericht-knotorisch festgestellt ist, daß sie moralisch mitverantwortlich sind. Waren die Arbeitskommandos militärische Formationen oder nicht? Ja und nein, sagen die Offiziere. Waren von ihnen die Mittel und Wege zur Geheimhaltung der wahren Zwecke der Arbeitskommandos vorgezeichnet? Ja und nein. Hatten sie die Aufsicht über die AKs.? Ja und nein. In allen Fragen das gleiche Ausweichen statt männlichen Be- kennermutes. Rur auf eine Frage eine klare Antwort: eine Verantwortung für das„Verschwinden" der Verräter trifft sie nicht. Die Berufungsverhandlung hat ergeben, daß sie in Wirklichkeit ihre eigenen Geheimbefehle nicht befolgt haben: Die Tagebücher der Arbeitskommandos, die auf ihre Anordnung geführt wurden, und die, wie es in diesem Geheim- beseht hieß, von ihnen revidiert werden mußten, haben sie nie in Augenschein genommen. Ihre Beaufsichtigungspflicht gegenüber den Arbeitskommandos haben sie aufs gröblichste verletzt. Als der zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte Oberleutnant Schulz gefragt wurde, ob die Herren Offiziere im Reichswehrkommando III vielleicht nicht ungern sahen, wenn sie mit den inneren Angelegenheiten der Arbeitskom- mandos verschont wurden, fand er keine Antwort. Auch das war eine Antwort. Die Verurteilung der beiden Journalisten bedeutet keine Reinigung der Reichswehr! Paul Axelrods letzter Weg. Die Beisetzung des Genossen Paul Arelrod findet am kommenden Freitag, 1814 Uhr, im Krematorium Gericht- straße statt._ Senaiswahlen in Bremen. Bremen. 17. April.(Eigenbericht.) In der Bremer Bürgerschaftssitzung wurde am Menstag die Wahl des neuen Senats der Freien Hansestadt vor- genommen. Es wurden fünf Sozialdemokraten, drei Demokraten und drei oolksparteiliche Senatoren gewählt. Der bis- herige als überparteilich geltende Senatsprästdent Dr. D o n a n d t scheidet vereinbarungsgemäß am 31. März 1929 aus. Die Sozial- demokraten werden den zweiten B ü r g« r m« i st c r stellen. Außerdem erholten sie die wichtigsten Ressorts der Polizei, Schule, des Bauwesens und der Fürsorge� Die Deutschnationolen betonen offiziell in ihrer Presse, daß die Deutsche Boll spart«! abtrünnig geworden sei. indem sie, entgegen den Abmachungen des Rechtsblocks, doch eine Koalition mit den Sozialdemokraten eingegangen fei. Der Rechtsblock hat damit aufgehört. Die„Meuterer" werden befördert. Sin britischer Mittelmeeradmiral pensioniert. London, 17 April.(Eigenbericht.) Im Unterhaus machte am Dienstag der erste Lord der Admiralität Bridgeman die Mitteilung, daß die Admiralität den Admiral C o l l a r d, der im Mttelpuntt der Vorfäll« auf dem Flaggschff«Royal O a k" gestanden hah«, seines Postens enthoben habe, da„er für ein höheres Kommando u n- geeignet sei. Die Urteile dcs Kriegsgerichts gegen die beiden ihm untergebenen Offiziere seien durch die Admiralität bestätigt worden, jedoch würden die beiden wieder in Dienst gestellt werden, sobald geeignete Stelleu jrei würden. Echo In Gowjeimßland. ,Greenly— Lttfel im Packeis— zehn Monate Winter— nur durch Hundeschlitten zu erreichen,— das wäre ja ein Paradies zur Verschickung von Oppositionellen?-' Wie die Mörder gestanden. Veweisaufnahme im Gieiiiner Fememordprozeß.— Verieidigung wird nervös. , Stettin, 17. April. Im weiteren verlauf der Verhandlung iin Fememordprozeh richtet der Vorsitzende an den Angeklagten Ottow die Frage: „Wissen Sie, was Feme bedeutet?' worauf Ottow unter allgemeiner Bewegung Im Saal antwortet:„Jetne bedeutet Mord.' Damit ist die Vernehmung de» Angeklagten Ottow beendet, und es kommt zu einer Ueberraschung, als der Angeklagt« B o g t auf eine Frage des R..A. Bloch seine gestrige Aussage, in der M o r d n a ch t den Be- fehl. Spaten vom Boden zu holen, erhalten zu haben, die die anderen Angeklagten schwer belastet, als irrtümlich und es als mög- lid» hinstellt, dgtz der Befehl an dem Tage der U m b« t t u n g der Leiche gegeben sei. Diese plötzliche Umorientierung des Angeklagten Vogt veranlaht den Vorsitzenden zu der Frage, ob man außer» falb des Saales mit dem Angeklagten über den Fall ge- prochen Hab«. Der Angeklagte verneint, da» Gericht zieht sich zurück, um zu dem Wechsel der Aussag« Stellung zu nehmen. Daraus wirb in die Beweisaufnahme eingetreten. Kriminalkommissar chäbeler au» Stettin, der auf die ersten Gerücht« hin mit den Ermittlungen betraut worden war. erklärt, in Skecklin, Rosenfelde und Ltebrnow seien dl« amlllcheu Eintragungen über diese Leute sehr unvollkommen gewesen, sie hätten zum Teil völlig gesehlt, wie z. v. tu der Liste für Zavaliden. rasten vs«. Als Täter seien zuerst Heines und Ottow genannt und daraufhin verhaftet worden. Dann schildert« Kriminalassistent Peeschke, der den An- geklagten Vogt aus Oppeln abgeholt hat, wie dieser aus der Fahrt aus sich selbst heraus dle Angaben über den verlauf der Tat gemacht hätte, die sich mit seiner ersten Aussage deckten, ober im Widerspruch zu der neuen Darstellung am zweiten Sitzung»- tage Neben. Polizeiwachtmeister Eppstein, der grübet im E uropa-Taf-5 in Bremen verhaftet Hot, bekundet, daß Fräbel genau so wie Vogt während de» Iransvort» nach Stettin dem Beamten die Schilderung über die Tat und über die Art und weise gegeben habe, wie man den noch nicht völlig loten Schmidt schließlich durch Schläge und Tritte getötet habe. Diese Darstellung Hot Gräbel bekanntlich auch vor dem llnkersuchungsrichter aufrechterhalten, am ersten Verhaad- lunqstage aber widerrufen. Fräbel hatte, da er schon von der Auf- deckung des Mordes wußte, alles für seine Flucht vorbereitet und hatte Adressen von Wien und Budapest bei sich. Die Verteidiger werden nervös. Die Aursagen der Polizeibeamten sind der Verteidigung offen» bar sehr unbequem. Sie versucht die Glaubwürdiakeit des Wackt- Meister« Eppstein mit der Begründung anzuzweifeln, daß er sich, um Fräbels habhaft zu werden, zunächst unter Vor- spiegelung falscher Tatsachen der Schwester des wegen Mordes Angeklagten genähert habe.- Der Oberstaatsanwalt versucht diesen Komplex als nicht zur Sache gehörig auszuschalten, abei das Gericht beschließt seltsamerweise, dahingehende Fragen zU'« zulassen. Der Polizeibeamte erklärt sich auch hierüber zur Auskunst bereit, wenn ihm sein Vorgesetzter Oberrcgierungsrat Cörnees als stellvertretender Polizeipräsident die E r la u b n i s erteile. Aber auch das paßt den nervösen Verteidigern nicht. Sie protestiere» gegen eine Rücksprach« zwischen dem Polizeibeamten und jeinn» Vorgesetzten, da— der Oberregierungsrat sonst �in de» Verdacht der Zeugenbeeinflussung kommen lonite, iwZl er in einer Pressekonferenz schon einmal durch eine grausige Schilderung der Mordtat die Oesfentlichkest beeinflußt habe! Aufgeregtes Hin und Her. Zusammenstoß zwischen der» Oberstaatsanwalt und der Verteidigung, als der Anklogevertrekn erklärt, man könne doch von einem Polizeibeämien nicht verlang«� daß er einem Verbrecher auf geradem Wege beikomme— Ist» Verhandlung droht in eine Grotesk» auszuarten. Lange dauert es. aber endlich rafft- sich das Gericht dazu auf dem Wachtmeister zu gestatten, den im Saal anwesende« Oberregierungerat über seine Aussagekompetenzen zu befragen. Der aibt die Genehmigung natürlich ohne weiteres, und der Wachtmeister bestätigt die Darstellung des Verteidigers von der Art der Der? Haftung Fräbels etwas bissig hinzufügend, wie anders er den, sonst eines Subjekts habhaft werden solle, das schon alles zur.?lnchl vorbereitet und gelegentlich einer anderen Aememordlal in Schön- werter, über die noch Ermittlungen schweben, einem gewissen Aranj Dletring seine eigenen Papiere zur Verfügung gestellt habe. Sen- sation. Auf die Frage, wie es darum bestellt sei, antwortet Frä- bei. daß. als er 1323 in Hannover war, ein ehemaliger Roßbache, ihn für«inen Kameraden um Papier« gebeten, und daß er ihn, darauf feine eigenen Ausweise gegeben habe.. Die Vernehmung des Untersuchungsrichters folgt, un» schon glaubt die Verteidigung, wieder, den glatten Ablauf der Der. Handlung hemmen zu müssen.' Landgerichtsrat R i« j a h r kann nu> bestätigen, was die Polizeibeamten auch schon gesagt haben: de, Angeklagte Fräbel war in vollem Maße geständig:„Zch war ganz erstaunt, mit welcher Ossenheit und Selbstverstäudlichkeil er die grausigen Vorfälle im Walde erzählte.' Er weist auf die Untersuchungs- Protokoll« hin. Aber das paßt den Verteidigern nicht. Sie pro- testieren gegen die Verlesung der Protokolle. Miede, einmal ist ein Gerichtsbeschluß nötig. Der Protest wird zurück- gewiesen, und es wird beickqossen, das Gefamtprotokoll zu verlesen. Das Protokoll Fräbels enthält die schon bekannten Angaben und schließt mit der Erklärung, daß sie alle damals bei der Arbeit». gemeinichast vnter dem Druck gestanden hätten, es könnte ihne« genau so gehen wie Schmidt. Eine Notwehr bei Heines fei nicht anzunehmen Um 8 Ubr abends wurde die Verhandlung auf den Mittwock> vormittag 10 Uhr vertagt. Oer Riß im Rechistager. Warum Oeotfchnationale und Konservative auseinander« gingen. Bekanntlich ist die Deutschkonservattv« Partei, die die be» dingungslos kaisertreu« Traditionskompagni« der Deutschnationalen darstellte, mit ihrem größeren Bruder in Streit geraten. In Berlin agitieren die Konservativen für den„völkisch-nationalen Block', also gegen die Deutschnationalen. Daraufhin sind Graf Westarp und andere Führer der Deutschnationalen Partei aus der konservativen Gruppe ausgetreten, lieber die Gründe des Zerfalls konnte man Näheres auf einer Versammlung des Hauptvereins der Konservativen erfahren. Man koimte da hören, daß die Unentwegten aus den Rechtsparteien in den Deutschnationalen lediglich„«in Revolutionserzeugnis und eine Uebergangserschsi- n-ung' sehen— was eigentlich etwas zu viel behauptet ist. Denn während der Revolution waren bekanntlich Konservative und Deutschnationale gemeinsam vom Erdboden verschwunden. Erst nach. dem die Demokratie sich gegen ihre berufsmäßigen Schänder als duldsam genug erwiesen hat, um ihnen nichts zu tun. erst dann entdeckten die Stützen von Thron und Altar ihre Gesinnung wieder. Jetzt erfährt man aber auch, daß der persönlich« Ehrgeiz der kaiserlichen Junker und Offiziere neben sachlichen Differenzen zu dem offenen Ausbruch des Streites geführt hat. Die Kons«» vative Partei trat mit dem Anspruch auf, mehr Kandidaten aus die deutschnational« Wahlliste zu setzen. Das konnten diese aber nicht— wohl teilweise aus Organisationsgründen, aber teilweise auch deshalb, weil die Deutschnational« Partei au» rein demagogischen Gründen Vertreter aller rechtsgerichteten Beruf». und Interessentenverbände in ihr« Listen aufnehmen muß. Ein Landarbeiterführer wie der berühmte Zündholz-Behren», ein Landbunddemogoge oder ein reicher Schwerindustrieller gilt diesen Leuten natürlich mehr als die feudalen Onkel» aus dem konservativen Schmollwinkel, für die dann eben kein Platz ist. So zerschlugen sich die Verhandlungen zwischen Konservativen und Deutschnationalen. Hinzu kommt noch, daß di« Konservativen in der„Erfüllung«» Politik', noch mehr aber in der Verlängerung des Republikschutz» gesetzes und der Verbannung des Exkaisers ein« untllgbar« Schmach der Deutschnationalen sehen. So kam es zu dem Krach. Graf Westarp habe den Konservativen den Krieg erklärt, diese würden den Fehdehandschuh aufnehmen— so verkündet« pathetisch der völkisch« Generalleutnant a. D. Waechter auf der erwähnten Versammlung. Für diesemgen, di« die politische Moral der deutschnetionalen Volksbetrüger schon fett langem als imwürdige Mache erkannt haben, ist es ein doppelt ergötzliches Schauspiel, wie diese Leute jetzt auch von ihrer treuesten Schutzgarde preisgegeben und vor aller Oefsenllichkett gebrandmartt werden. Gegen die Prügelstrafe. Ein Erlaß des Kultusministers. Der preußische Kultusminister hat an die Schul» behöioen«inen Erlaß gerichtet, in dem es heißt: -„Die Berichte der Schulbehörden lasten erkennen, daß ebenso wie in der pädagogischen Theorie in d«r pädagogische» Praxi« die Straf« der körperlichen Züchtigung anmer mehr ver- worftn wird. Ich wünsch«, daß dies« Strafe entsprechend solcher Einsicht noch w»hr zurücktritt und' tatsächlich verschwindet. Ohne zurzeit«in Derbot auszusprechen, vevanlasi« ich daher die Schulaufsichtsbehörden unter Beachtung der früheren Bestimmungen bei der Beurteilung unangebrachter körperlicher Züchtigung zu be» rücksichtigen, daß es grundsätzlich von mir mißbilligt wirt und dementsprechend disziplinarisch zu ahnden ist. 1. wenn Mädchen körperlich gestraft werden. Z. wenn Kinder im ersten und zweiten Schuljahr geschlagen werden(weil dadurch die Anbahnung de» Vertrauens» Verhältnisses des Kinde» zum Lehrer gehindert wirt), 3. wenn Unaufmerksamkeit und mangelhaft« Leistungen durch körperliche Züchtigung bekämpft werden sollen. Zum 1. Mai 1V29 sehe ich einem umfastenden Bericht darüber entgegen, ob und wie die Schulaufsichtsbehörden mißbräuchlich« An. Wendungen des Züchtigungsrechts disziplinarisch bestrafen mußten.' Friedrich Leopold muß zahlen. Oas Reichsgericht gegen die Reatendrückerei des Hohem zollernprinzen. Leipzig, 17. April. tEigenbericht.) Der 3. Zivilsenat des Reichsgerichts beschäftigte sich am Dienstag mit einem Revisionsantrag de» Exprinzen Friedrich Leopold von Preußen. Der frühere Hofangestellte Wille, der seit 189S am Hose beschäftigt war. hatte den Antrag auf Ruhe- geholt gestellt. Die Rente war jedoch von dem Exprinzen abgelehnt worden, weil er infolge Vermögensverlust« nicht in der Lage sei, ehemaligen Angestellten seines Hofes Renten zu ge- währen. Das Kammergericht verurteilt« den Hohenzollern jedoch, dem Angestellten Wille ein Ruhegehalt in Höh« von 130 M. pro Monat ab Juni 1927 und später ein solches von 117 M. zu ge- währen. Der Prinz verlangte trotzdem, daß die Rente vom preußi- schen Staat gewährt würde. Er legte deshalb gegen das Urteil Re- vision«in. Das Reichsgericht wies den morarchistischen Rentendrücker mit seiner Revision ab. DerPrinzmußzahlen. Die Rew Yorker Empfangsfeierlichkeiien Wie bei Lindbergh. New Park. 17. April. Hier werden die Pläne für den feierlichen Empfang der„Bremen'- Besatzung bekannt, die schon in allen Teilen bi» auf all« Einzelheiten ausgearbeitet sind. Wie beim Empfang Lindbergh» werden auch diesmal alle Schiffe im Hafen zur Begrüßung ihre Sirenen ertönen lassen. Ein Flugzeuggeschwader wird über der Stadt kreuzen. Auf dem Platz vor dem Stadthaus werden Bürgermeister Walker und ander« hervorragend« Persön- lichkeiten New Park« die Besatzung der..Bremen' mit Ansprachen unter freiem Himmel willkommen heißen, vierzig Radio- st a t i o n« n werden diese Feier über die ganze Welt oer- breiten. An die Ansprachen schließt sich der feierliche Marsch die Fünfte Avenue hinauf. Am Madison Square wird halt gemacht werden, um einen Kranz an dem Denkmal für di« Gefallenen des Weltkrieges niederzulegen. Die„American Telephone Telegraph Comp.' stellt den Gästen für den Tag de» Eintreffens ihr« drahtlos« telephonische Berbindung mit Europa zur Verfügung, damit sie ihre Lagehörig«» in Europa anrufen können. Verbandsiag der polizeibeämien. Stellungnahme zu den Wahlen. Der Allgemeine Preuhlsch« Polizeibeamten-Verband hast am 17. und 18. April zu Berlin in den Kammersölen seinen Ordent- lichen Berbandstag ab. Der Eröffnungesitzung wohnte neben an- deren Vertretern der preußischen Behörden, der Parlamente und der freigewerkschaftlichen Beamtenorganisationen u. a. der Berliner Polizeipräsident Zörgiebel, Ministerialrat van den D« r g h vom Preußischen Innenministerium und Polizeimajvr Wondlin al» Vertreter des Kommandeurs der Berliner Schutz- polizei und der Landtagsabgeordnete Genosse Zachert bei. Nach den Begrüßungsansprachen der Gäste sprach das Mitglied der Bundesleitung des ADB. Genosse Händeler über„Die frelen Beamlengewerkschaslen und dle Wahlen'. Der Redner be- rührt« zunächst die parteipolitische Neutralität der Gewerkschaften, unter der leider viele Beamtengewertschaften noch die völlige po- litisch« Abstinenz verstehen. Sowohl für ein« Beamtenaewerkschaft wie für ied« Gewerkschaft würde«ine solche politische„Neutralität' die Selbstaufgab« der Organisation bedeuten. Eine Gewerkschaft müsse zwar parteipolitisch unabhängig sein, dürfe sich aber bei der Betrachtung der politischen Entwicklung keine Scheu. klappen umhängen. Wenn es die Situation erfordert, müsse sie auch mit einer Partei zusammen arbeiten, die uneingescbränkt für di« Interessen der Berufstätigen eintritt. Die Ereignisse in den letzten drei Iahren hätten mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie not- wendig es ist, daß auch die Beamten von ihrer politischen Macht als Staatsbürger mehr als bisber Gebrauch machen. Im Hinblick auf die b e v o r st e h e n d e n Wahlen sei es unerläßlich, den Beamten oiien zu zeigen, welche Parteien für und welche geaen ihre Interessen aufgetreten sind. An Versprechungen für den Be- amten habe es im letzten Wahlkampf 1924 bei keiner Partei ge- fehlt, von allen diesen Bersprechungen aber hätten di« Bürger- blockparteien und die von ihnen gebildete Regierung so gut wit nichts geHallen. Der Referent schilderte dann im einzelnen die reaktionäre Haltung der Rechtsparteken gegenüber den Forderungen der Be- amten nach einem fortschrittlichen Beamtenrecht, einem demokratischen Beamtenvertretungsgesetz sowie einem zeitgemäßen Reichs- dienststrafaesetz und erinnerte besonders an die im Herbst des Vor- jahres erfolgte Besoldungsneuregelung, die das beste Spiegelbild der„Beamtenfreundlichkeit' der Rechtsparteien sei. All diese Ding« müßten den Beamten die Augen darüber öffnen, daß sie trotz ihrer beamtenrechtlichen Sonderstellung auch Vroletarier seien, die zur Masse des werktätigen Volkes gehören. Die Beamten müßten jede Bestrebung energisch zurückweisen, die sie in einen Gegensatz- zur breiten demokratischen Volksschicht bringen wollen. Das Berufs- beamtentum— darüber müßten die Beamten sich klar sein— könne nicht erhalten werden gegen die Demokratie, sondern nur ni i t ihr. Für die Beamten könne es keinen Zweifel mehr geben, daß Jie ihre Stimmen bei den Wahlen nur einer demokratischen und ozialen Partei geben können, die nicht die Interessen des Industrie- und?lgrarkapitals. sondern die der ge>amten Arbeitnehmerschoit vertritt. Der Beamte gehöre bei den Wablen in eine Front mit den Arbeitern und Angestellten, die genau so wie er lediglich aus das schmale Einkommen aus ihrer Arbeit angewiesen sind. (Lebhafter Beifall.) Eine im Sinne des Referates gehaltene Entschließung wurde von den Delegierten einstimmig angenommen. Anschließend hieran hielt Ministerialrat z. D. Brill- Weimar ein interessantes Referat über den Pottzei-Rechls- und Volksstaal unter besonderer Berücksichtigung der seit Jahren erstrebten Verwaltungsreform. Auch zu diesem Referat wurde einstimmig eine Eni- s ch l i e ß u n g angenommen, die in konzentrierter Form die Ge- danken des Referenten enthält. Die Nachmittagssitzu�g wurde ausgefüllt von der Diskussion über die beiden Referate, die sich in durchaus zustimmendem Sinne bewegte. Die Aussperrung der Holzarbeiter. Die Babeh o hat am Montag beschlossen, die in ihren Betrieben beschäftgiten Arbeiter am Donnerstag auszusperren. Als Grund dieser Maßnahme wird in der Deffentlichkeit die unwahre Behauptung aufgestellt, der Holzarbeiterverband habe Berhand lungen über seine Lohnforderungen abgelehnt und statt dessen eine Anzahl Betriebe in den Streit gezogen. Durch dieses Lügenmanöver wollen die um den Syndikus Haertlein sich gruppierenden Scharfmacher ihr wahres Geficht verbergen. Wahrscheinlich haben die Herrschaften ihren Mitgliedern verschwiegen, daß sie selber am 13. März dem Holzarbeiterverband das Lohnabkommen fündigten und die Forderung auf Abbau der Löhne stellten. Daß die Berliner Verwaltung des Holzarbeiterverbandes über einen Lohn abbau verhandeln würde, dürfte ihr selbst der reaktionärste Scharfmacher nicht ernstlich zumuten. Die Holzarbeiter forderten vielmehr eine Lohnzulage von 15 Bf. pro Stunde und ersuchten um Berhandlungen zweds Abschluß eines neuen Lohn tarifes. Nachdem bereits vier Wochen verstrichen sind und die Berliner Berivaltung des Holzarbeiterverbandes den Unternehmern wiederholt ihre Bereitwilligkeit zu Berhandlungen betundet hat, ohne jeden Erfolg, erst dann ist es in einigen Be trieben zur Arbeitseinstellung gefommen. Wenn jetzt die Unternehmer die Aussperrung be schlossen haben, dann werden sie die Holzarbeiter gerüftet finden. Der Stolz dieser Scharfmacher wird sich sehr bald legen; die Zeche aber werden die von ihnen genasführten Unternehmer 4 zahlen. Heute abend findet die ordentliche Generalversammlung der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiterverbandes statt. Klingelbolle geht es schlecht! Seit Jahren flagt die Firma Meierei C. Bolle, Alt Moabit, über die schlechte Geschäftslage. Als die Firma noch unter der Zwangswirtschaft stand, hatte die Stadt Berlin es ver ftanden, troß einem veralteten Maschinenpart aber einer befferen Sozialversicherung rentabel zu wirtschaften. Die Firma hat ihrem Personal in den legten Jahren bedeutende Ver. ( chlechterungen aufoftroniert. Es war nicht möglich, zu einer Lohnverhandlung mit der Firma auf gütlichem Wege zu kommen. Immer wieder hat sie es verstanden, den Vorsitzenden des Schlich tungsausschusses für ihre Notlage" zu interessieren. Der bisherige Lohntarif, der am 31. März ablief, wurde von den Arbeiterorganisationen gekündigt und der Firma eine Forde rung eingereicht, die Löhne der Männer um 15 Bfennige und die der Frauen um 10 Pfennige zu erhöhen. Troßdem in an deren Meiereien Berlins auf Grund freier Verein barung meit höhere Löhne bestehen, scheiterten die Lohnverhandlungen bei Bolle, da die Firma fein Lohnangebot machte. Am 4. April hat der Schlichtungsausschuß unter dem Vorsit des Herrn Gewerberats Körner gegen die Stimmen der Arbeiter einen Spruch gefällt, der auf die schlechten Löhne eine Bulage von 5 Bros. ab 1. April und eine weitere ab 1. Oftober um 3 Proz. vorfah. Den Kutschern war durch die Mehrarbeit zur Bedienung der Filialen eine Verschlechterung ihrer bisherigen Brovision zugedacht. In einer Funktionärversammlung und in einer Be triebsversammlung am 16. April 1928 wurde diefer Schieds. fpruch einstimmig abgelehnt. Die Firma Bolle soll nun tuft, 1925 einen Gewinn von 114 000 art, 1926 einen folchen Don 122 000 Mart. Daneben find die Abschreibungen gehörig ge steigert worden. Die Aktien der Meierei C. Bolle befinden sich sämtlich in den Händen der Familie Werhahn. Die Mißstände bei Bolle fonnten nur einreißen, weil ein Teil der Arbeiterschaft der Firma der Gleichgültigkeit verfallen ist. Dabei hätte die Ar beiterschaft bei Bolle alle Veranlassung, fich endilch einmal aufzuraffen. Aber auch die Konsumenten, die die Produkte der Firma Bolle faufen, sollten daraus ihre Schlüſſe ziehen, zumal die Arbeitnehmer schaft der Firma Bolle großen törperlichen Anstrengungen unterworfen ist. Zum Metallarbeiterkampf in Sachsen. Der Lohnschiedsspruch abgelehnt. Dresden, 17. April.( Eigenbericht.) Die Landestariftommission Sachsen des Deutfchen Metallarbeiterverbandes beschloß am Dienstag, den Mitgliedschaften die Ablehnung des Schiedsspruches zu empfehlen. Der größte Teil der Hüttenarbeiter gehe auf Grund dieses Spruches Ie er aus; außerdem sei der Schiedsspruch mit dem Manteltarif night in Eintlang zu bringen. Der Leipziger Schiedsspruch. Dresden, 17. April.( Eigenbericht.) industrie, die neben dem Großen sächsischen Tarif" ein besonDer Schiedsspruch für die Leipziger Metall. beres Tarifgebiet bildet, fieht folgende neue Lohnregelung vor: Unter Beibehaltung der Abstaffelungen nach der bisher geltenden Lohntabelle werden die Ausgangsziffern wie folgt bemessen: a) für Attorbbafis 86 Pfennige, b) für Lohnarbeit 85 Pfennige. Der Mittellohn bleibt bei der bisherigen Höhe von 88 Pfennige pro Stunde. Die Lohntafel gilt unbefristet ab 1. April mit einmonatiger Kündigung am Schluß des Ka lendermonats; fie tann das erstemal für den 31. März 1929 ausgesprochen werden. Die Erklärungsfrist für die Parteien läuft bis Sonnabend, den 21. April, mittags 12 Uhr. Schiedsspruch für das Baugewerbe. Das Haupttarifamt hat einen Schiedsspruch gefällt, der die Löhne der Facharbeiter mit Wirkung vom 4. April um 6 Pfennig erhöht. höhen sich vom gleichen Zeitpunkt an um 7 Pfennig und erDie Löhne der Hilfsarbeiter erfahren mit Wirkung vom 4. Juli 1928 dann eine weitere Erhöhung um 1 Pfennig. Die Löhne der Tiefbauarbeiter werden mit Wirkung vom 4. April um 6 Pfennig erhöht. Die Löhne der am Tarifvertrage beteiligten Gruppen erhöhen sich im gleichen Verhältnis. Dasselbe gilt auch für die in Attord arbeitenden Kollegen. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Vereinsvorstand. Nachverhandlungen im Bankgewerbe. Die Nachverhandlungen über den von allen Tarifpartelen abgelehnten Schiedsspruch, der am 31. März von dem Schlichter Oberregierungsrat Dr. Brahn gefällt wurde, finden am Donnerstag, dem 19. d. M., vormittags 10% Uhr, im Reichsarbeitsministerium statt. netre Berthanbmgen nolwenbig fin, mali ble internetner den Schiedsspruch abgelehnt haben. Einigung in der Dresdener Kartonnagenindustrie. Ein Schiedsspruch, der von beiden Parteien abgelehnt wurde, führte zum Streit in mehreren Betrieben und schließlich zu dem Beschluß der Unternehmer, die 5000 Arbeiter und Arbeiterinnen auszusperren. Die Aussperrung ist jedoch gegenstandslos geworden, da die Parteien sich geeinigt haben. Der Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Spigenlöhne ab 30. März um vier Pfennige und ab 30. September um weitere drei Pfennig vorsah, wurde dahin verbessert, daß die zweite Zulage bereits ab 29. Juni erfolgt. Achtstundentag und Portugal. Paris, 17. April. abkommen ratifiziert. Die portugiesische Regierung hat das Washingtoner AchtstundenDer Textilarbeiterstreif in Bombay. Bombay, 17. April.( WTB.) Die Streitbewegung in den Spinnereien wächst sich zu einem Generalstreif aus, da die Arbeiterführer dieses Ziel verfolgen. Große Züge von Streifenden marschieren durch die Straßen. Der heute erfolgte Ausstand in 10 weiteren Spinnereien hat die Zahl der Streifenden auf mehr als 32 000 gebracht. Achtung! SPD.- Genossen der Gasvertriebsabteilung der Berliner Stäbt, Gaswerte A.-G. treffen sich am Donnerstag, 19. April, um 19 Uhr in Boekers Festfälen in Berlin, Weberstr. 17, Vereinszimmer. Berband der Maler, Ladierer, Anstreicher, Tüucher und Weißbinder Deutschlands, Filiale Berlin. Freitag, 20. April, 17% Uhr, im Eaal 4 des Berliner Gewerkschaftshauses, Mitgliederversammlung. Tagesord nung: 1. Bericht und Stellungnahme zu den Lohn- und Tarifverhandlungen. 2. Distusfion. Sämtliche von den Bezirken oder Betrieben geplanten Veranstaltungen haben an diesem Tage auszufallen. Da in bieser Versammlung wichtige Beschlüsse zu fassen sind, hat jeder Kollege zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dieses tein Zutritt. Freie Gewerkschaftsjugend Berlin. Heute, Mittwoch, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Weißensee: Gruppenheim Weißensee, Parkstr. 36. Reihenvortrag: Bub und Mädel in der Jugendbewegung." Zentrum: Gruppenheim Jugendheim Zehdenicker Str. 24-25. Aprillaune Aprilscherze. Nordring: Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Str. 10. Reihenvortrag:„ Unsere Arbeiterführer Bebel und Lassalle." Baumschulenweg: Gruppenheim Jugendheim Ernststr. 16. Literarischer Abend: Sintemann. Süden, Südwesten: Gruppenheim Städt. Jugendheim Nordstr. 11( Fabrikgebäude). Heiterer Abend: ,, Die lieben Verwandten." Reutölln: Gruppenheim Jugendheim Bergstr. 29 ( Hof). Vortrag:„ Gewerkschaftskämpfe einft und jezt." Boranzeige! Die Zusammenkunft der Gefellenausschüsse der Ortsverwaltungen und Jugendleiter findet am Montag, 23. April, um 20 Uhr, im Eaal 1, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, statt. Tagesordnung: Handwerksnovelle und Gewerkschaften." Referent Kollege Schlimme vom ADGB. Der 1. und 2. Gruppenleiter sind zur Teilnahme an dieser Zusammenkunft berechtigt. Jugendgruppe des 8d. Werbefeier für die Schulen flaffenen in Span dau 20 Uhr im Jugendheim Lindenufer 1. Darbietungen: Musit, Ansprache, Rezitationen, Aufführung. Die Schulentlaffenen und ihre Eltern find zu der Veranstaltung herzlichst eingeladen. Often: Jugendheim der Schule Litauer Straße 18. Vortrag: Unser Beruf Freuden und Leiden"( Krauß). Lichtenberg II: Jugendheim der Echule Goßlerstr. 61. Vortrag: Freuden und Leiden im Beruf"( Eschbach). Neukölln: Jugendheim Böhmische Str. 1-4. Alt- Berliner Humor" und Unterhaltung. Nordwest: Realgymnasium Schles wiger Ufer 14. Buntes Allerlei. Wedding- Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Redigenheim, 5 Tr.), Heiterer Abend"( Heilbrunn). Sattler, Tapezierer- und Portefeuillerverband. Morgen, Tonnerstag, 19. April, 19 Uhr, im Gaal 4 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Der Vorstand. Quartalsgeneralversammlung. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Solzarbeiter des Bezirks östliche Bororte. Morgen, Donnerstag, 16% Uhr, im Lichtenberger Bereinshaus, Frankfurter Allee 239, Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung, Die Betriebsräte und Bertrauensleute der be bereits den Schlichter von Groß- Berlin angerufen haben. Wie Schiedsspruch im Hamburger Hafen abgelehnt reitten Betriebe werden gebeten, zwecks Durchführung der Kontrolle " Jieht nun die Notlage der Meierei Bolle aus? Die Meierei Bolle hat einen toloffalen Aufschwung erhalten. Gia unterhält in Groß- Berlin ca. 150 Filialen. Sie hat einen un geheren Fuhrpart Autos) und neue Maschinen in den letzten Jahren angeschafft. Die Firma Bolle befigt die Aktienmajorität der Union Katao. und Schotolaben Fabrit A.-G. in Nauenburg. Im Jahre 1924 hatte die Firma einen Bers = am Eaaleingang recht pünktlich zu erscheinen. Hamburg, 17. April. Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses in Sachen der Hafenarbeiterlöhne, der eine Erhöhung des Lohnes für die erste Schicht von 8,29 m. auf 8,69 m. vorfah( gefordert waren waren 9,00 m.) ist von den Hafenarbeitern abgelehnt worden, so daß Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eztorn; Feuilleton: K. S. Döscher: Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". DamenBekleidung Mantels Kasha Natté, Rotte Jugendliche Form.......... Mantel gatem reinwoll aus Rips, mit relcher Rüschengarnierung Kleid ans bedrucktem Crêpe de Chine, mit langen Aermeln, geschmackvoll m. pliss. Volants besetzt 2250 29.50 3950 Morgenrocklin, fesche Form, in schöner, bunter Ausmusterung.. Morgenrock gut. 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April �92» Stadtparlament zum Straßenbahnunglulk. Kommunistische Königsverehrer.- Attacke gegen Konsumgenossenschast. Das folgenschwere Straßenbahnunglück an der Heerstraße wurde in der Stadwerordnetenversammlung. wie iu erwarten war, gestern zur Sprache gebracht. Zluf eine von allen Parteien gemeinsam an den Magistrat ge- richtete Sln fra g« antwortete Stadtrat Reuter sofort, und es folgte dann eine ausgedehnte Debatte. Wen die Schuld trifft, darüber war man nicht einig. Mit Anfragen wurde gestern die ganze Sitzung ausgefüllt. Eine kommunistische Anfrage wegen der Empfangsfeierlichkeiten für den Af- ghanenkönig Amanullah bereitete den Stadtverordneten, mit Ausnahme der Kommunisten, ein vergnügtes Stündchen. Der Kommuni st Lange tadelte jene Feierlichkeiten, erging sich aber in Lobeshymnen auf den Afghanenkönig, der dem englischen Imperialismus entgegengetreten sei. Unser(Benosie Weinberg nagelt« die komischen Widersprüche des Kommunisten fest. Nachher wurde wieder eiwnol gegen die Konsum- genossenschaft«in« Attacke versucht, die von den Demokraten ausging und von der Wirts chost-partei gern und eifrig unterstützt wurde. Genosse Heitmann erwiderte, daß nur der chaß gegen das Genossenschaftswesen der A rb« it« rb e v ö lk eru ng.aus diesen Angriffen sprach. * Vor Eintritt in die Tagesordnung gedacht« der Barsteijer. Genosse haß. der Opfer des Siraßenbahnunglücks an der Heerstraße. Die Versammlung hörte die Worte des Dorstehers stehend an. Unterzeichnet von ollen Parteien, verlangte eine Anfrage Auf. flänmq über das Unglück. Stadtrat Genosse Reuter beantwortete die Anfrage sofort. Er schloß sich zunächst für die Straßenbahn den Worten des Dorstehers an. Den Opf«rn und ihren Hinterbliebenen soll in jeder.Hinsicht geholfen werden. Auf den zu erwartenden großen Andrang noch dem Fußballspiel am Sonntag war die Straßenbahn vorbereitet. Die Unglücks» �vagen waren nicht überfüllter, als sie sonst überfüllt sind l!), Aufsichtspersonol war auch in genügender Menge vorbanden, der Fahrer ist vor der Abfahrt zum vorsichtigen Fahren ermahnt worden. Dielleicht haben dos Schneewettcr und die glatten Schienen die Bremsvorrichtung nicht voll zur Geltung kommen lassen. Festgestellt wurde, daß das Material der Straßenbahn einwandfrei funktionierte: mit dem verunglückten Wagenzug sind i'tzt schon wieder auf der gleichen Strecke Dersuchsfahrten unter den gleichen Umständen gemacht worden(nur hatte es dabei nicht geschneit, wie am Unglückstage! Red.V wobei sich herausstellt«, daß alles in Ordnung war. Es müssen sich also bei dem Unglück eine Reihe unglücklicher Umstände verkettet haben. Stadtrat Reuter »ezeichnete es nicht als seine Aufgab«, einzelne Personen zu belasten, vielmehr müsse die gerichtliche Untersuchung alles wester« ergeben.— Der Kommunist Deter macht« die Strombrems« und die lange Arbeitszeit der Straßenbahner für das Unglück veront- wortlich. Stadtrat Adler bezeichnete die Strombremse als sicherer eis die Luftdruckbremse Genosse Otto Klose erklärte, daß dl« Fahrer die Luftdruckbrems« immer noch vorzögen, oisenbar bevorzuge die Straßenbahndirektion aber deshalb die Strombremse, weil s i e billiger ist. Auf jeden Fall muß es aufhören, daß die Straßenbahner in bezug auf ihr« Arbeitsverhält» nisse als Arbeiter zweiter Klasse behandelt werden.— Damit war die Angelegenheit erledigt. Eine Anfrage der Kommumsten beanstandete die Form des Empfanges Königs Amanullah» von Asgbonistan. Nach kurzer Begründung durch den Kommuniftm Lange betonte Genosse Dr. Weinberg, daß auch nach Meinung der sozialdemokratischen Fraktion bei dem etwas operesten- haften Empfang manches vorgekommen ist, was stark an Vorkommnisse früherer Zesten erinnerte und was zu der Not der Zeit nicht recht in Einklang zu bringen war. Wir freuen uns, daß im Gegensatz zu anderen Männern der Berliner Oberbürgermeister den afghanischen Herzogsmantel abgelehnt hat. Von den Kommunisten sei es direkt leichtsinnig, sich hier in Berlin über den Empfang des morgenlondischen Königs aufzuregen wo kurze Zeit später die amtlichen Stellen in Moskau denselben König mindestens ebenso feierlich empfingen.(Lärm bei den Kommunisten.) 3n Moskau sind die Paraden größer als in Döberiß gewesen und in Moskau hat man sogar echte Tanks gezeigt. (Der Komnmnist Lange ruft gereizt: Es waren aber rote Tanks und nicht„weiße".)(!) Wir Sozialdemokraten, fuhr Genosse Weinberg fort, nahmen daher an, daß der.Protest der Kom- munisten auch auf den Moskauer Empfang Bezug hat. Stadw. Lauge(KPD.) bezeichnete den König Amanullah als den ersten, der dem kapitalistischen Unterdrücker England mit der Waffe in der Hand gegenübertrat. Er bedeute deshalb eine große Gefahr für Englands Imperialismus, das sei „die primitive Auffassung der Kommunisten." sagte Herr Lange wörllich.(In dem großen Gelächter, dos diese Selbstcharakterisierung auslöste, hörte man ironische Hurrarufe der Sozialdemokraten.) Dem ersten siegreichen Vekämpser des englischen Imperiums haben die kommunistischen Sympathien gegolten (Rufe: Hell König Amanullah!) und die Sowjets haben sich als Beschützer und Kampfkameradcn König Amanullah? und seiner Untertanen(!) gegen England empfohlen!(Rufe: Dem König Afghanistans?) Genosse Dr. Weinberg gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß bei einer solchen Zuneigung zum König von Afghanistan die Kommunisten Protest gegen den Berliner Empfang erhoben hätten. Man hätte doch viel eher erwarten dürfen, daß die Kommunisten den Empfang gar nicht schön genug gefunden hätten.— Die kommunistische Fraktion tobte und schrie, die anderen lachten aus vollem Halse über die kommunistischen köulgsfreuude. Das war das Ergebnis der heuchlerischen Anfrage. Eine Anfrage der Demokraten verlangte Aufklärung über eine Verfügung des W o h lf ach rt s a m te s Friedrichs» Hain, wodurch die Konsumgenosse nschaft berücksich» tigt wurde. Die Anfrager sahen darin eine unzulässige Bevor» zugung der Konsumgenossenschaft. Die Wirtschaftsparteiler nahmen den Anlaß wieder wahr, gegen die Selbsthilfeorganisattonen der Arbeiterschaft loszugehen. Für die sozialdemokratische Fraktion nahm Genosse Heitmann die Konsumgenossenschaft gegen die?ln- griffe von rechts in Schutz. Er wies insbesondere die Angriffe des Wirtfchastsparteilers Haake zurück. Es fei doch merkwürdig, meint« Genosse Heitmann, daß die bürgerlichen Genossenschaften von ollen bürgerlichen Partelea anerkannt werden und besonders auch die Landwirte sich den genossenschaftlichen Zusammenschluß nutzbar machten, während sofort ein lautes Ge- schrei erhoben wird, wenn es sich um Arbeitergenossenschaften handelt. Der Redner bat um Ablehnung der vorliegenden Anträge, einen sehr weitgehenden Antrag der Kommunisten bat Heitmann einem Ausschuß zu überweisen. Die Abstimmungen wurden au»- gesetzt. In vorgerückter Stunde kam dann noch die Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion wegen der in Berliner Krankenhäusern vorgenommenen Experimente an lebenden Menschen zu ärzttichen Zwecken zur Besprechung. Unsere Rednerin Genossin Dr. Frankenihol nahm die im„Vorwärts" vor einiger Zeit er» folgten Berösfentlichungen des Reichstagsabgeordneten Dr. Moses zur Grundlage ihrer Ausführungen. Der Vertreter des Haupt- gesundheitsamts, Professor Dr. Hosfmann, verteidigte das Recht und die Pflicht der Wissenschaft auf Versuchs. Er betonte, daß sofort nach Bekanntwerden der Sache die Leiter sämtlicher städtischen Anstalten zusammenberufen und ihnen eröffnet wurde, daß irgendwelche Experimente und Versuche mir mit Zustimmung der betrefsenden Patienten, bei Kindern der Ellem, angestellt werden dürfen. Der Redner gab dann noch Aufklärung über Einzelfälle. Damit schloß die Ausspracht Menschen, Göttern gleich... 7li Roman von Herbert George lvells. „Wir wollen alle Daten, die wir über die Beziehungen zwischen unserem Universum und dem euren besitzen, nach- prüfen. Wir wollen das Experiment von Ardenn und Chrysolagone umkehren und sehen, ob wir ein Lebewesen in eure Welt zurückbringen können. Wir sind jetzt fast sicher, daß wir es können. Und dieses menschliche Wesen muß uns und seine eigene Well genügend lieben, um zurückzukehren um uns ein Zeichen zu geben, daß es dort angekommen sei." Mr. Barnstaple sagte mll leiser Stimme: ,Lch kann das tun." „Wir werden Sie in Ihre Maschine setzen mit den Äleidern, die Sie getragen haben. Sie können wieder genau so hergerichtet werden, wie Sie Ihre Well verlassen haben." „Jawohl, ich verstehe." „Und da eure Well schlecht und streitsüchtig ist, aber doch hier und da einige merkwürdige begabte Köpfe beherbergt, möchten wir nicht, daß eure Leute erfahren, daß wir so nahe von euch leben— denn wir werden noch wenigstens einige hundert Jahre euch sehr nahe sein— wir möchten nicht. daß sie es wissen, denn wir fürchten, daß sie auf einmal hierher kommen, geführt von irgendeinem armen, einfältigen Genie oder Wissenschaftler, daß sie in gierigen, verrückten und überschwellenden Schwärmen daherkommen, an unsere Tore hämmern, unser Leben bedrohen und unsere hohen Pläne zerstören, und daß sie dann niedergeschlagen und wie eine Invasion von Ratten oder Parasiten getötet werden müßten." „Ja." sagte Mr. Barnstaple,„ehe die Menschen nach Utopien kommen können, müssen sie den Weg hierher lernen. Ich sehe, daß Utopien eine Heimat nur für jene sein kann. die den Weg kennen." Er machte eine Pause und beantwortete einige seiner eigenen Gedanken.„Wenn ich zurück bin." sagte er.„soll ich mich bemühen, Utopien zu vergessen? Ehryseos lächelte und sagte nichts. „Mein Leben lang wird mich die Sehnsucht nach Utopien plagen." „Und Sie aufrechterhallen." „Ich werde mein irdisches Leben dort wieder aufnehmen. wo ich es oerlassen habe, aber— auf der Erde— werde 1 ich Utope sein. Denn ich habe das Gefühl, daß ich, indem ich meinen Dienst angeboten habe und er angenommen wurde, in Utopien nicht länger mehr ein Verstoßener bin. Ich gehöre dazu... „Denken Sie daran, daß Sie getötet werden können. Sic könnten bei dem Versuch sterben. „Wenn es fein soll." „Wohlan— Bruder!" Mll seiner Tatze nahm er freundlich Mr. Barnstaples Hand, drückte sie und die tiefen Augen lächelten. „Nachdem Sie zurückgekehrt sein werden und uns ein Zeichen gegeben haben, werden wir noch einige andere Erd- linge zurückschicken." Mr. Barnstaple fuhr auf.„Aber!" japste er. Seine Stimme stieg voll Erstaunen in die Höhe.„Ich dachte, sie wären in den leeren Raum eines außerhalb liegenden Uni- verfums geschleudert und vollständig zerstört worden!" „Einige wurden getötet. Sie töteten sich selbst, indem sie sich über den Rand der alten Festung in die Dunkelhell draußen hinunterstürzten, als die Felsspitze rotierte. Der Mann in Leder, der Mann, den ihr„lange Barre" nanntet--" „Barralonga?" „Ja. und der Mann, der mll der Schulter zuckte und sagte,„wie meinen Sie?" Die anderen kamen zurück, als die Rotation spät am Tage beendet war, erschöpft und erfroren, aber nicht tot. Sic wurden wieder zum Leben zurückgebracht und wir stehen nun vor einem Rätsel, was wir mll ihnen anfangen sollen.... Sie sind von keinerlei Nutzen in dieser Well. Sie bedeuten eine Belastung für uns." „Das ist nur zu wahr," sagte Mr. Barnstaple. „Der Mann, den ihr Burleigh nennt, scheint in euren Erd- angelegenhellen von einiger Wichtigkeit zu sein. Wir haben seine Gesinnung erforscht. Seine Ueberzeugungskraft ist sehr gering. Er glaubt nur sehr wenig, außer an das Dosein eines kullivierten, wohlhabenden Herrn, der eine bescheiden hervorragende Stellung im Rate eines well konstruierten Reiches inne hat. Es ist zu bezweifeln, ob er an die Wirklich- kell einer solchen Erfahrung glauben wird. Wir wollen auf jeden Fall sicher sein, daß er glaubt, es fei nur ein ein- gebildeter Traum gewesen. Er wird glauben, es sei� zu phantastisch, um darüber zu sprechen: denn es ist klar, daß er wegen seiner Einbildungskraft schon große Angst hat. Er wird einige Tage nach Ihnen in Ähre Well zurückkehren und i Oer verhinderte Frühling. Schnee in Süd- und Südwestdeutschland. Der Frühling läßt auf sich warten. Dos hat seine Ursachen in der Tatsache, daß die über Mitteleuropa hereingebrochenen kalten nördlichen Lustmassen nicht abfließen können. Ueber Island be- findet sich der Kern eines umfangreichen Hochdruckgebiets. Ueber Polen liegt der Kern eines Tiefdruckgebiets und über ganz Wittel- europa herrscht ein Lustdruckgefällc. das kühle, nördliche Lust- ströme bedingt. Die nördlichen Luftmassen stauen sich an dcku Mpenkctten, wodurch zurzeit im südlichen Deutschland Rogensälle, in höheren Lager» Schneefälle zu verzeichnen sind.— Wir registrieren nachfolgende Meldungen: Preslau. 17. April. Durch den heut« morgen gegen vier Uhr einsetzenden störte» Schneefall und Sturm wurden die elektrisch betriebenen Weichen des Breslauer Hauptbahnhofes vielfach ungangbar. Es war trotz Einsatzes zahlreicher Hilfskräfte zur Weichenreimgung nicht möglich. den Betrieb ohne Störung anfrechtzuerhalten. Die zwischen sechs bis sieben Uhr ausfahrenden zahlreichen Personen- und Schnell- züge erlitten Derspätungen bis zu 127 Minuten. Dresden. 17. April. In der vergangenen Nacht ist in ganz Sachsen bei leichtem Frost überaus starker Schrieefall eingetreten. In Dresden wurden heute früh vier Zentimeter Schneehöhe gemessen. In den höheren Lagen des Erzgebirges hat die Schneedecke neuerdings«ine Stärke von 111 bis 20 Zentimeter erreicht. Vielfach sind in den Gärten und Parkanlagen jüngere Bäume unter der Schneelast zu- sammengebrochen. Verkehrsstörungen sind, soweit bisher bekannt, in nennenswertem Umfang nicht eingetreten. Gleiwih. 17. April. In Oberfchlessen ist ein plötzlicher Wettermnfchlag eingetreten. Seit sechs Uhr morgens hält starker Schneefall bei sinkender Temperatur an. Die Fernzüge haben erhebliche Verspätungen er- litt«»«. Der Berliner Nachtschnellzug kam in Gleiwitz mit einer Verspätung von hundert Minuten an. Im Nahverkehr ist die Zugverspätung»vemger gross. Freiburg, 17. April. In der vergangenen Nacht ist auf iMn Hohen Hchwarzwalv starker Schneefall eingetreten, der den ganzen Tag angehalten hat Die Schneehöh« beträgt bi« zu 20 Zentimeter. Bielfach sind durch den starken Schneefall Störungen im Fernsprechnerkehr eingetreten. Die Unterschlagungen im Freiöenkerverband. Kassierer Fritsch stellt sich. Der Hauptkassierer des„Verbandes für Freidenkertum und Feuerbestattung", Oswald F r i t s ch, der auf eine Anzeige des Bor- stand«? der Freidenker von der Kriminalpolizei gesucht wurde, hat sich gestern freiwillig bei der Kriminalpolizei gestellt Die Unter schlagumgen des Kassierers sind bekanntlich durch eine Revision aus' gedeckt. Fritsch hatte sich zunächst krant gemeldet, um nicht bei der Revision zugegen sein zu müssen. Als er davon erfuhr, daß einige seiner betrügerischen Handlungen ousgedeckt wurden, flüchtete er nach der Tschechoslowakei. Der Verbandsleitung gelang es, feinen Aufenthalt zu ermitteln. Ein Vorstandsmitglied fuhr ihm nach und konnte Fritsch überreden, sich bei der Polizei zu stellen. Er nahm Fritsch auch noch einen Betrag von 1000 M. ob. Auf der Fahrt noch Berlin gelang es Fritsch, beim Umsteigen aus dm» Bahn- hos Grünau wieder zu fliehen. Gestern hat er sich freiwillig bei der Kriminalpolizei eingefunden.— Die„Welt am Abend" versucht diese Angelogenhcit so hinzustellen, als ob die Verbandsleitung da- nm» gegen eine Revision der Kossenbestände roar, weil sie die Unterschlagungen decken wollte. Wir haben gestern schon mitgeteilt, daß erst infolge der Revision die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden. Sosort nach Kenntnis der Unterschlagungen hat die Verbands- leitung energisch durchgegriffen. wird sich ganz unauffällig nach Hause begeben. Er wird als nächster nach Ihnen ankommen. Sie werden ihn in der Politik wiederauftauchen sehen, vielleicht ein wenig weiser." „Das mag wohl sein," sagte Mr. Barnstaple. „Und— wie klingt sein Name?— Rupert Catskill; auch er wird zurückkehren. Eure Welt würde ihn vermissen." „Den wird nichts weiser machen," sagte Mr. Barnstaple mit Ueberzeugung. „Lady Stella wird kommen." ,Ich bin ftroh, daß sie gerettet ist. Sie wird nichts über Utopien sagen, sie ist sehr diskret." „Der Priester ist verrückt. Sein Benehmen wurde be- leidigend und anstößig. Und er befindet sich in Haft." „Was tat er?" „Er machte eine Anzahl Schürzen aus schwarzer Seide, setzte sich damit draußen hin und belästigte unsere jungen Leute in unanständiger Weise." „Sie können ihn zurückschicken," sagte Mr. Barnstaple nach einiger Ueberlegung. „Aber wird eure Welt so etwas gestatten?" „Wir nennen das„Keuschheit," sagte Mr. Barnstaple. „Aber natürlich, wenn Sie ihn behalten wollen... „Er soll zurückkommen." sagte Ehryseos. „Die anderen können Sie behalten," jagte. Mr. Barn- staple.„Wirklich, Sie werden sie behalten müssen. Auf der Erde wird sie niemand sehr vermissen. In unserer Welt gibt es so viele Leute, daß immer ein paar vorloren gehen. Wenn Sie die Absicht haben, auch noch die anderen wenigen zurückzuschicken, so könnte dies Aussehen erregen. Den orts- ansässigen Leuten könnten alle diese Wanderer, die von Nirgendswo jeder für sich daherkommen und auf der Maiden- head Road den Weg nach Haufe erfragen, aufsallem Die Wegweisenden könnten Fragen stellen.... Sie können nicht mehr schicken. Setzen Sie den Rest auf eine Insel oder so etwas Aehnliches. Ich wollte, ich könnte Ihnen raten, auch den Priester zu behalten, aber viele Leute würden ihn ver- missen. Sie würden an unterdrückter Keuschheit leiden und anfangen, sich wunderlich zu benehmen. Die Kanzel von St. Barnabas befriedigt ein anerkanntes Bedürfnis. Und es wird ganz leicht fein, ihn davon zu überzeugen, daß Utopien ein Spuk und Blendwerk ist. Alle Priester glauben das natürlich von allen Utopien. Er wird daran denken, wenn er überhaupt daran denkt, als an ein moralisches Albdrücken — wie wir es nennen würden." (Fortsetzung folgt.) Mii Vollgas durch die Bahnschranke. Und doch der einzige Ausweg! Ein Automobilunfall, der sich am 13. September o.?. am Bahnübergang bei Königswusterhousen ereignete und noch gümps; lich verlief, fand vor dem Schöffengericht Neukölln fein gericht- liches Nachspiel. Angeklagt war der 27jährige Kaufmann Kan-. didue wegen fahrlässiger Eisenbahntransportgefährdung. Der Angeklagte fuhr an dem betreffenden Tage abends gegen 8 Uhr mit seinem Auto von Königswusterhausen in Richtung Berlin. Trotz der Scheinwcrferbeleuchtung will er das Kurven.- und Warnungssignal vor dem Eisenbahnübergang nicht gesehen Haber. Nach Passieren der Kurve sah er plötzlich dicht vor sich eine ge- schlössen« Elsendahnschranke. Da ein plötzliches Stoppen un- tveigerhch ein Ueberfchlagen des Autos und vielleicht einig« Tbdesopser zur Folge gehabt hätte, Hab« er, wie er bekundeic, Bollgas gegeben und sei durch die Schranke gesaust. Dabei fuhr er«inen Gaskandelaber an, fo daß an dem Bahn- Übergang sämtliche Lampen ausgingen. An der anderen Seite der Schranke befanden sich mehrere Personen, so daß er das Steuer kurz noch links herumriß. Das Auto ist aus den Schienen zu stehen gekommen. In rasender Fahrt kam in 70 Meter Entfernung ein Berliner Zug, der durch Lampensignale von den Bahnwärtern noch rechtzeitig ausgehalten werden konnte. Der Angeklagte schob die Schuld auf die ungenügenden örtlichen Verhältnisse, er selbst aber suhlte sich nicht schuldig. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft waren jedoch von der Schuld des Ang- klagten überzeugt: sie gaben ihm recht, daß das Durchfahren der Schranke der günstigste Ausweg mar. Trotzdem fei er aber derjenige, der sich in dies« mißliche Lage hineinb«qeben habe, insofern, als«r zu schnell gefahren sei. Darin bestehe sein« Fahrlässigkeit. Mt 200 M. Geldstrafe blieb das Gericht noch unter der vom Staatsanwalt beantragten Straf« von 300 M. gegen de» bisher unbescholtenen Angeklagten. Opfer des Verkehrs. Gin schwerer Stroßenunfall ereignete sich gesleru gegen 17 Uhr vor dem Hause Rosenthaler Straße 72. Dort wurde beim Ueberschreiten des Fcchrdammes der bSfährige Schlächter Hermami Börger aus der R upprech tstr a ß e 27 in Lichtenberg von einem Trattor überfahren. Die Räder. des schweren Fahrzeuges gingen so unglücklich über den Bedauerns- werten hinwog, daß er auf der Stell« g«tötet wurde.— Ein ähnlicher Unfall trug sich ein« Stunde später auf der Kreuzung Treptower Chaussee und Eichen st raße zu. Der 22jährige Schlosser Arno R« i n w a r t h aus der Moosdorsstraße in Treptow versuchte eine vor ihm fahrende Zugmaschine u n v o r- schriftsmäßig auf der rechten Seite zu überholen. Er wurd« dabei mit seinem Rade gegen die Bordschwelle gedrückt und z u F a l l gebracht. R. stürzte so unglücklich, daß er von der Zugmaschine überfahren und schwer verletzt wurde. Er st a r b be- rests auf dem Wege zur nächsten Rettungsstelle an den Folgen eines Schädel, und Oberfchentelbruche».— Vor dem Grund- stück Unter den Eichen 63 in Lichterfelde wurde der Slljährige Schlosser Albert Vogler aus der Heesestrvß« IS in Lankwitz, der sich auf seinem Fahrrad aus dem Heimweg befand, von einem Last- kraftwagea von hinten angefahren. Vogler wurde auf das Straßenpflaster geschleudert und von einem aus ent- gejjengesetzter Richtung kommenden Auto überfahren. Er wurde mit lebensgefährliche» Verletzungen m das llankwitzer Kreiskrankenhaus übergeführt. Dem schuldigen Lastkraftwagenführer gelang es,- in der Aufregung zu entkommen. Eine Hochzettsgefellfchast verbravni. « Tote. Eine folgenschwere Braidkatasirophe ereignete sich in Blair F o u r(Pennsylvania). Als ein« Hochzeitsgesellschaft in einem Haufe versammelt war, brach aus bisher nicht geklärte Weise Feuer aus. Das Vraukpaar und 11 hochzeilsgäste kamen tn den Flammen um. Unter den Toten befindet sich auch die Mutter der Braut mit ihren fünf Kindern, darunter eine Tochter, die erst vor kurzem ge- heiratet hatte. Die anderen Verbrannten sind fünf Männer. Der einzige Ueberlebende ist der Vater der Braut, Embro Krepalschak. Autofahrt zu Ehren Aobiles. Nobile über seinen Flug. Eine Autofahrt von Mailand nach S t o l p veranstaltet der Automobilklub von Mailand unter Mitwirkung des Deutschen Auto- inobiltlubs. Die Fahrt erstreckt sich auf etwa 1360 Kilometer und wird von Mailand über Verona nach Innsbruck, München, Augs- bürg, Nürnberg, Bayreuth, Berlin, Stettin, und endlich zur Lust- schiffhall« von Seddin geleitet werden. Der zuerst Eintreffende wird einen Silberpokal aus der Hand des Generals Nobile er- halten. Die innerhalb 30 Stunden Ankommenden werden mit goldenen Medaillen ausgezeichnet werden. Die Fahrt startet vom nächsten Freitag 24 Uhr bis Sonnabend 12 Uhr. * General Nobile erklärte, daß er von Seddin aus keine Probe- flüge machen wolle, um die Motoren nicht unnötig zu belasten. Das Luftschiff habe bereits durch den Flug nach- Stolp fein« Tüchtigkeit bewiesen. Die erlitten« leichte Beschädigung habe nichts zu bedeuten. Wenn das notwendig« Material da sei,.würde das Luftschiff binnen wenigen Tagen wieder flugbereit sein. Der eine Motor sei während des Fluges nur zeitweilig eingefroren. Bei dem Nordpolflug sei das Einfrieren nicht mehr zu befürchten, da dem Master Glyzerin beigefügt werden würde. Um den einen Motor aufzusparen, werd« das Luftschifs zuerst nur zwei Motor« laufen lasten. Vor acht bis zehn Tagen werde nicht gestartet werden. UtaNand M ef nur mkt Rücksicht aus seine 8 reuude nnd Verwandten so frühzeitig und heimlich abgeflogen. Der Start in Seddin werde nicht so erfolgen. Die Meldungen über Belästigungen der Italiener in Stolp werden dementiert. OieLeiche auf dem Eisenbahnwagendach Tragödie eines jungen Berliner Schwarzfahrers. Altona. 17. April. Bei der Ankunft des Personenzuges 206 in Schwarzenbek heule früh SDl Uhr wurde aus dem Dache eines Wagens dritter Klasse eine männliche Leiche gesunden. Der Gelötete, dessen Schädel zertrümmert war. ist ein l7jähriger Lehrling ans Berlin. Schöneberg. Line Fohrkarte wurde nicht vor- gesunden und es Ist daher anzunehmen, daß der verunglückte tu Berlin auf da» Dach de» Wagens gestiegen ist, um ohne Fahrkarte mitzufahren, während der Fahrt muß er dann von einem Brücken- »eil ersaßt worden sein, wobei ihm der Schade» zertrümmert wurde. KepudlSKsniseKe»' Abend morgen. Donnerstag, den 19. April 1928. 20 Uhr im vittoriogarten. Wilmersdorf, Wilhelmsaue 11Z/114 vis schSdlichen Wirkungen des Bfirgerblocks auf finanziellem Gebiet Referent: Reichstagsabgeordoeter Kurt helutg Alle Republikaner find«iageladenl Reue Erdstöße in Bulgarien. Die Zahl der Opfer steigert flch. Bukarest. 17. April. heute nacht gegen drei Uhr wurden hier neneediog» Erdstöße verspürt, die mehrere Sekunden dauerten. Bisher sind keine Schäden gemeldet worden. Das Zentrum des letzten Erdbebens befand sich in Eerven. Eine große Zahl von Personen wurden unter zusammengestürzten Häusern begraben. Bis Montag früh wurden SV Tot« ge- borgen. Eerven liegt hundert Kilometer von Sofia entfernt. In Philippopel wurde neben anderen Häusern die berühmt« Moschee gnarot zerstört. Unter den Trümmern befinden sich hundert Personen, an deren Rettung man arbeitet. Auch in Sofia wurden zahlreiche Häuser zerstört und dabei «ine groß« Anzahl von Menschen getötet. In vielen anderen Städten wurd« ebenfalls großer Schoden angerichtet, so in Ruft- schuck, Razgrad, Tirnowa, Zeneli und Kazanlik. Di« bisher ge- metdefe Zahl der Toten entspricht nicht den Tatsachen, sie ist in Wirklichkeit viel größer. Erdbeben in Beuchen. Beuchen, 17. April. Um 18 Uhr 33 wurde hier ein etwa zwei bi« drei Sekunden dauernder, von Südwest nach Nordost verlaufender wellenfönnizer Erdstoß verspürt, der auf eine tettonisch« Erscheinung zurückzuführen sein dürfte. Die Bewegung wurde verschieden stark verspürt. In der Telephons enirale der Iohanna-Schachtanlag« in Vobrek geriet der acht Zentner schwer« T e l e p h o n- B e r- mittlungsschrant ins Schwanken. Ueber baulich« Schäden in der Stadt ist nichts bekannt geworden. B m mm** B-ÜMmaMimma B-M / UnifflßfSS�KQltß� Di« Form des Kannnerkonzerts zeigt sich diesmal nur in dem Charakter der Kompositionen. Bon einer beinah« Tristanfchen Sehn. sucht sind einige Teil« der Buttingichen Kanunersymphonie. Ge- dämpft klingen die einleitenden Sätze. Bon dem ruhigen Hintergr.ind der Holzbläser hebt sich manchmal schrill die Geige ab, um bald wieder unterzutauchen. Am Schluß ein paar wild« Striche der Celli. Di« Symphonie bricht ab wie mit einem Frage,-zeichen. Farbiger, l-bhastiger, glitzernder und im Tempo drängender Schrecker. Aber seltsam ökonomisch bleibt diese symphonische Dichtung in den Klang- färben, wenn man sie mit Schreckers Opern vergleicht. Frau My sz- G m e in« r singt fünf Schrecker-Lieder. Wie immer ist diese prachtvolle Altstimme im Ausdruck vollendet. Schrecker und B u t t i n g dirigieren selbst ihre Werke. Ein Konzert von hohem künstlerischen Niveau.— Dr. Stillich beginnt seinen Zyklus „Die sozial« Frage, ein Produktions, und Verteilungsproblem' mit der Gegenüberstellung der sogenannten pessimistischen und opti- mistischen Wirtschaftsaufsassung. Nach der Meinung der Pessimisten, vor allem des bekannten Robert Malthus, ist das Sozial- Produkt zu klein, das heißt, der Boden gibt einen Ertrag her. der nur bis zu einer ganz bestimmten Grenze gesteigert werden kann, während die Bevölterungszisfer immer höher klettert. Di« Opti- misten dagegen behaupten, es seien genug Güter vorhanden, das Uebel liege allein in der Verteilung. Als echter Wissenschoftier zweifelt Stillich an beiden Anschauungen. Er begnügt sich aber in diesem ersten Vortrog mit der Charaktcristit der entgegengesetzten Doktrine: die richtige Lösung verspricht er in dem zweiten Vortrag zu geben. Stadtschulrat Jens Nydohl spricht über das Berliner Schulwesen. Es ist ein rein instruktiver Bortrag, der den Hörer über die Arbeit, den Etat und den Aufbau der Berliner Schulen aufklären soll. Aber aus diesen sachlichen Ausführungen erkennt man, daß Berlin den ernsten Willen hat. soziale Gegensätze zu über- brücken, die Kinder von dem Banne einer veralteten Schultradition zu lösen und daß es bestrebt ist, die Erziehungsarbeit human und fortschrittlich zu gestalten. F. S. Sozialistische Krauen an der Arbeit. Da» diesjährige Ostertreffen der Berliner sozialdemofta» tischen Funktionärinnen am Märchenbrunnen am dritten Osterseier- tag gestaltete sich zu einer selerllch- f r ö h l i ch e n Einleitunz des Wahlkampses. Mit Begeisterung seine Zuhörer fortreißend, sprach der Jugend- genösse Erich Schmidt einleitende Berse von Herwegh. Dann fesselte die Genossin Gertrud Hanna die Anwesenden mit einer tief durchdachten Ansprache, von der wir hier nur einen kurzen Auszug geben können. Genossin Hanna wies daraus hin, daß dos diesjährig« Osterfest der Auftakt sein müsse für die bevorstehende, von uns lang ersehnte Abrechnung mit den Mächten, die nach dem Ausfall der Wahlen vom 7. Dezember 1324 geglaubt hatten, sür sie sei die Zeit gekommen, die alt«, durch die Revolution stark einge- schränkte Macht wieder zurückzugewinnen. Es gilt bei den kommen- den Wahlen zum Reichstag und Landtag den Einfluß der Sozial- demokratischen Partei so zu kräftigen, daß die Gegner dieses Ein- flusies ein für allemal den Gedanken aufgeben, die Sozialdemokratie wieder auszuschalten. Den Frauen, die die Mehrzahl der Wähler bilden, kommt hierbei eine sehr wichtige Arbeit zu, schon allein des- hatb, well Mißerfolg« bei Wahlen von allen Parteien so gern dem Frauenwahlrecht zugeschrieben werden. Für die Frauen gllt es also, die bevorstehende Zeit auszunutzen, um alle Kräfte mobil zu machen. um der Sozialdemokratie den Sieg zu sichern und dem Frauemoahi- recht dauernden Bestand. Dann folgt« da» Kinderimprovisationsorchester unter Leitung oon Dr. Iillius G o l d st« l n. Mit einigen einleitenden Worten erklärte Julius Gotdstein die pädagogische Bedeutung seiner Kinder- improvisationsorchesler. Kein Konzert, kem« Vorführung wollten die Kinder geben, sondern ein« össenlliche Musikstund«. Der Vor- hang geht aus und«inen herrlichen großen Steinway-Flügel um- gibt eine Kinderschar, die die verschiedensten Kmdermstrumente Hand- habt. Kleine Saxophone, in die die Kinder hineinstngen. Gong. Trommel, Triangel, richtige Kinderjazzinstrumente. Ein kleiner Kapellmeister besteigt den Stuhl, und es wird musiziert. Märsche. Walzer, von den Kindern gemeinsam mit ihrem Leiter erfunden! Zwei größer« Musikstücke:»Der Zauberwal d", wozu die Kinder Tanz und Text selbst erfanden, und Jü i t Straße', ein Klangbild der Großstadt, da« in einer großen Steigerung in dem Lied»Brüder, zur Sonn«, zur Freiheit' den Höhepunkt fand.— Mit dieser Art Kinderorchester ist«in neuerWegder Musik- Pädagogik beschritten, die tn den Kindern die Selbständigkeit de» Denkens und Fühlen» entwickelt. Einer Uebertragung dieser Entwicklung auf die Erwachsenen entsprach es, daß alle Anwesenden spontan in das Schlußiied de, kleinen Orchesters«instimmten. Als weller«« Glied der neuen Feftkilltur offenbart« sich uns der Berliner Bewegungschor Laban unter Leitung von Martin Gleißner. Der Sinn des Bewegungschors ist die gemeinsam« Freude, die Uebung und Schulung den sich Bewegenden geben. Das aus gemein- samen Spielen und Tänzen erwachende Gemeinschaftsgefühl ist Geist oon unserem Geist. Don der„Arbeiterjugend' wurde zum Schluß die Revue„Reaktion' unter ollgemeinem Beifall gespielt. Der nächste Abend rief unsere Funktionärinnen abermals zu- sammen, um ihnen für den Wahlkampf auch über die Arbeit des Landtages Informationen zu geben. Aus dem Gesamtüberblick, den die Landtagsabgeordnete Kunert gab, sind hervorzuheben: die Er- folg« auf dem Gebiet« der Demokratisierung der Verwaltung, die Auflösung der Gutsbezirk« und endlich die Gnadenpraxis des Land- tage» tn Strafsachen, die Einführung der Bewährungsfrist und der sozialen Gerichtshilfe. In der Behandlung dieser Kulturfrage tut sich die tiefe Kluft auf zwischen der Politik der Bürgerblockregierung im Reich in Sachen der Strafrechtsresorm und der oon Sozialisten beeinflußten Regierung in Preußen. Mit Recht wiesen die Vor- tragende und die ihr folgenden Rednerinnen auf die viele Arbell hin. die im Einzelfall geleistet werden muß und von der die Masse wenig oder gar nichts erfährt. Anschließend berichteten die Landtagsabgeordnete Gen. Hanna über die Arbeiten des Landtages für den Arbellerschutz. Helene Schmitz über Wohnungspollkik und Gen. Köhler über die Be- Handlung der Beamtensrage. Ja der Freien Sozialisklschea Hochschule spricht am Sonn- abend, dem 21. April 1928, 193» Uhr. im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3. der Genosse Hen- drik de Man über„Die Kulturmission des Sozia- lismus'. Karten zum. Preise von 30 Pf. sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Linden- straße 3, 2. Hof link», 3 Treppen: Buchhandlung I. H. W. Dictz Nachf., Lindenstr. 2: Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße, Ecke Luisenufer: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; Tabakoertrieb, Inselstr. 6; Derlag des Bildungsverbandes der deut- schen Buchdrucker, Dretbundstr. 5; Berlagsgesellschaft des ADGB� Abteilung Sorttment, Inselstr. 6a: Berliner Gewerkschaftskommrsston, Engeluser 24/25(Gewerkschastshaus). Die Presiekommission des.vorwärts' Hot sich neu konstituiert. Der bisherige Borstant» wurde wiedergewählt: Genosse Otto Meier als 1. Vorsitzender, Genosse Adolph Hoffmann als 2. Vorsitzender, Genosse H i e g« als Schriftführer, uni> die Genossen Büchner und Draemert ais Beisitzer. Zuschriften sind zu richten an die Adresse des Genossen Otto Meier, Berlin NW» Altonaer Str. 8. Fernspr. Moabit 5702. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Die Uebungsstunde ist in dieser Woche am Freitag, dem 20. Aprll, abends 7% Uhr, im Gesangsaal der Sophionschul«, Weinmeisterftr. 16/17. Die Kinder kommen pünktlich um 6 Uhr. Der Aufstchlsral der Berliner Skädlischea Gaswerke beschäftigte (ich in seiner letzten Sitzung mit der Wahl de» Direktors ür den verstorbenen technischen Direktor Tremus. Es ist mit über- großer Majorität der Baudirektor L u d w> g. Direktor der Städtt- schen. Gaswerk« München in Aussicht genommen. Nervöse und Schlaflose dürfen Kaffee Hag Irinken, denn er Ist frei von Coffein_ Pakete zu 95 Pfennig und RH 1.90 eine Kur In Bad Ems: denn sie heilt und kräftigt| Seif Jahrhunderten bewahrt gegen Katarrhe, Asthma, Emphysem, Grlppcfolgen, Herz- 1 und Gefäßerkrankungen, Gicht und Rheuma/ Natürliche kohlensaure Bader/ Die| größten und vielseitigsten Inhalatorien/ Pneumatische Kammern/ Unterhaliungcn und 1 Sport aller Art/ Vorzügliche Gaststärten.— Auskunft: Staatliche Bade- und Brunnen- 1 direkflon, Bad Ems, u. Reisebüros. 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Die Berliner Parteigenossen werden gebeten, fich an der Trauerfeier zahlreich zu beteiligen. * 2. Kreis Tiergarten. Abteilungen 9, 10, 11, 12, 13: e Genoffinnen und Genoffen beteiligen fidy restlos an der öffentlichen Rundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftt. 24. Beginn 19 Uhr. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Achtung! Alle Genojfianen beteiligen fich a Donnerstag, 19. April, an ber Demonstration, Treffpunft 18 be noe bem Bezirksamt Danziger Str. 64 4. Areis Prenzlauer Berg. Freitag, 20, April, 19 he, in bez Schulaula Gleimstraße, Filmvorführung: Die Bebez Ratten u 40 Pf. bei allen Funktionären unb an bez Abenblaffe. Bir bitten x regen Besuch. 14. Kreis Neutolla. Besprechung fämtlicher Abteilungsleiter mit bem engeren Rreisvorstand am Donnerstag, 19. April, 19 Uhr, im Barteibureau, Redarftr.& Heute, Mittwoch, 18. April: Abt. Die Genoffinnen holen die Wählerin" um 20 Uhr von Dobroblem, Eminemünder Str. 11, ab. 13. Abt. Die Mitglieber beteiligen fich heute frühzeitig an ber Surabgebung im Moabiter Gesellschaftshaus. Niemand barf fehlen. 20. Abt. 19 Uhr Bahlabend bei Bontte, Gaul, Ede Chriftianiaftraße. Bose, Kolonieſtc. 15. Stümperede, Rolonies, Ede Bechliner Straße. 35. Abt, 19 Uhr bei Otto, Rigaer Str. 85, Flugblattverbreitung. Alle Ge noffen und Genoffinnen müffen fich beteiligen. 38. Abt. 19 Uhr Bahlabenb file ben 154. Beairt bei Baber, Beberftr. 42. Referent Genoffe Marbus. 159. Bezirk: Strauß. Palisadenftr. 71. Referent Dr. Abler. 48. Abt. Schwerhörige. 20 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 4 Mitgliederver. sammlung. Bortrag: Die ruffischen Gegenfäße. Referent Hans Bauer. Bericht vom Bezirtstag. Alle Mitglieber müssen erscheinen. Sympathi fierende find eingeladen. 99. Abt. Briz- Budom. Bezirk Großfieblung: Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an der Berteilung der Wählerin" ab 17 Uhr bei Ritch meier, Frig- Reuter- Allee 12. 101. Abt. Treptow. 18 Uhr Berteilung der Wählerin von ber Spebition Graegftr. 50 aus. 139. st. Tegel- Schulzendorf, Ren- Heiligenfee, Sieblung am Bahnhof Heiligen. fee. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lotal Rühnert. Distusfionsabend. Besprechung der Wahlarbeiten. Alle Genoffinnen und Genoffen miljen bestimmt erscheinen. Morgen, Donnerstag, 19. April: 3. Abt. 19% Uhr bei Borlid, Sebastianftr. 38, äußerst wichtige Funktionsfihung. Jeder Bezirk muß unbedingt vertreten sein. 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelfte, 8, Funktionärstzung. Bollzähliges Erscheinen ist Bflicht. 11. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen fidh an der großen Frauendemonstration mit Musit. Treffpunkt 17% Uhr Kleiner Tiergarten, 24. Abt. Eämtliche Mitglieder beteiligen fich an der Demonftration. treten um 18% Uhr Ede Danziger Straße und Prenzlauer Allee, 26. Abt. 18 Uhr Treffpunkt Bezirksamt Danziger Str. 64. Ane 125. Abt. Die Genossen treffen sich um 19 Uhr pünktlich im Lokal Sum Afrikaner", Lichtenberger, Ede Straßburgstraße, aum gemeinsamen Abmarsch zur Bersammlung in Hohenschönhausen. Röntgenthal 20 Uhr öffentliche Wählerversammlung im Lotal 8ur blauen Grotte" Referent Dr. Rudolf Breitscheid. 193. Abgabestelle der Konsumgenossenschaft, Bantow, Riffingenstr. 38-39. Donnerstag, 19. April, 19% Uhr, im Lokal Dreier, Riffingenste. 4, Ber fammlung aller SPD. Genoffinnen und Genossen, die genossenschaftlich organisiert find. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. 54. Abt. Charlottenburg. Freitag, 20. april, 20 Uhe pünktlich), Funktionär. figung bei Casper, Gueridefte. L Sämtliche Bezirksführer müssen ez. fcheinen, Materialausgabe. Frauenveranstaltungen: 1. Areis Mitte. Alle Genoffinnen und Sympathifierende beteiligen fich rest Yos an der am Donnerstag, 19. April, stattfindenden Demonstration im Rahmen unseres Berliner Frauentages. Treffpunkt pünktlich 18 Uhr Danziger Straße, Ede Prenzlauer Allee. Die Genoffinnen werden ge beten, ihre Fahnen mitzubringen. E. Kreis Friedrichshain. Donnerstag, 19. April, 18 Uhr, Abmarsch des Frauenzuges vom Baltenplay, unter Borantritt der Reichsbannertapelle. Die Abteilungen müssen Fahnen mitbringen. Die Wählerin" muß bis heute abend verteilt sein. 8. Kreis Wilmersdorf. Die Genoffinnen treffen sich mit dem 6., 11. und 18. Rreis nicht Blücherplak, sondern an der Heiligkreuzkirche( Nähe Blücherplag) um 18 Uhr. Die Abteilungsleiterinnen werben gebeten, die nicht vertauften Rarten für unfere Frauenveranstaltung am 22. April zum Republikanischen Abend am 19. April um 7 Uhr abzurechnen, da wir noch fleißig umfegen wollen. Unserem lieben Kameraden Robert Böhmert sum Selbst[*************** Spritzpumpne Abbruchz. Reklamepreis v.7 M.an Brennholz aufstallen. pro Raummeter 3 M. Filteringer Handwagen kostenSchläuche os zur Verfügung. verkauf. and Frau zur Silberhochzeit ein bretfaches Reichsbanner Frei Heil." Schwarz- Rot- Gold, Berlin- Kreuzberg, Zug 6. ******************** Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Krüger& Anton Galasch& Co. Lathan, 11. Kreis Schöneberg. Alle Genoffinnen bes 11. Rzelfes nehmen an bez Frauendemonstration am Donnerstag, 19. April, teil. Treffpunkt für ben ganzen Kreis an der Heiligkreuztiraje( Nähe Blücherplat) um 18 Uhr. Erscheinen ist Bflicht, 13. Kreis Tempelhof. Treffpunkt zur Demonstration Donnerstag, 19. April, pünktlich 184 Uhr, an der Seiligkreuzkirche( Nähe Blücherplag). Reine Genoffin darf fehlen. 20. Areis Reinidendorf. Alle Frauen sämtlicher Abteilungen beteiligen fich an der Demonstration am Donnerstag, 19. April. Treffpunkt für ben ganzen Kreis 18 Uhr Reinickendorf- West, Berliner Ede Scharnweberstraße. Benn irgend möglich, Fahnen mitbringen. Pflicht aller Genoffinnen ift es, an dieser Demonstration teilzunehmen. 7. Abt. Freitag, 20. April, 20 Uhr, in Cornis Festfälen, Gartenfte. 6, Bottrag der Genossin Gertrud Hanna, M. b. 2., über Gleichberechtigung ber Frau im öffentlichen und gesellschaftlichen Leben. Um rege Beteiligung wird gebeten. 8ur Demonstration am Donnerstag, 19. April, treffen fich die Genossinnen und Sympathisierende um 17 Uhr an der Invaliden, Ede Gartenstraße. 8. Abt. Alle Genoffinnen treffen sich zur Demonftration am Donnerstag, 19. April, um 1814 Uhr bei der Heiligkreuzkirche( Rähe Blücherplat). 17. Abt. Die Genoffinnen treffen fich aur Demonstration aum Frauentag am Donnerstag, 19. April, um 18 Uhr bei Hübner, Triftstr. 49, zum Ab. marsch. Erscheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. Auch die Frauen ber Genossen sind dazu eingeladen. Fahnen find bitte mitzubringen. Laubenkolonisten Es ist unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß- Berlins, soweit sie irgend durch Boten erreicht werden können, mit dem„ Vorwärts" zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung in die Lanbenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse unter Angabe, wo die Kolonie liegt, der Spedition oder der Hauptexpedition mitzuteilen. Gleichzeitig werden diejenigen Leser, welche die Zeitung bereits umbestellt, aber nicht erhalten haben, um Angabe ihrer genanen Adresse gebeten. Varwärts Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 18. Abt. Die 19. Abt. trifft fich are Demonftration am Donnerstag, 1. pell, um 184 Uhr Chriftianiastraße, Ede Brinzenallee. 21. Abt. Sämtliche Genoffinnen und die Frauen ber Genoffen treffen fich um 18 Uhr pünktlich bei Kroll, Utrechter Str. 21. Bon bort erfolgt b marsch zur Demonstration im Rahmen des Berliner Frauentages. Hahnen bitte mitbringen. 22. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen fich am Donnerstag, 19. April, an bet Demonstration. Treffpunkt 18 Uhr See, Ede Müllerstraße. Erscheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. 34. Abt. Freitag, 20. April, 19% Uhr, bei Saud, Comenius- Gale, Memeler Straße 67, Bortrag des Genossen Dr. Norbert Marg über Berufstrant heiten und Frauenleiden. Alle Genofsinnen find hieran herzlich einge laden. Gäste willkommen. 88. Abt. Alle Genossinnen beteiligen fich an der Rundgebung am Donners tag, 19. April. Treffpunkt 18 Uhr Baltenplag zum Abmarsch nach bem Märchenbrunnen. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Rote Fahnen mit. mitbringen. 43. Abt. Die Genoffinnen treffen fich zur Demonstration am Donnerstag, 19. April, 1814 Uhr, an der Heiligkreuzkirche( Nähe Blücherplaz). Borher finbet eine wichtige Besprechung dortfelbft ftatt. Sebe Genoffin muß an wesend sein. 44. Abt. Treffpunkt zur Demonstration am Donnerstag, 19. April, 18 Whe, Laufiger Platz. Erscheinen aller Genossinnen ist Pflicht. Von hier Ab marsch zur Beranstaltung in Aliems Feftsälen. 45. Abt. Alle Genoffinnen der 45. Abt. nehmen reftios an der Frauen demonstration am Donnerstag, 19. April, teil. Treffpunkt 18 Uhr Laufiger Plag. Abmarsch nach Kliems Festfälen. 74. Abt. Rehlendorf. Die Genoffinnen treffen fich mit Fahnen zur Abfahrt aum Groß- Berliner Frauentag am Donnerstag, 19. April, 16% Uhr, am Omnibus, Linie 20, Endhaltestelle, Reine Genoffin darf fehlen. Schöneberg. 78. Abt. Seute, Mittwoch, 18. April, 20 Uhr, bei Dähn, Mühlenftraße 9, Vortrag des Genossen Dr. Greil. Thema: Warum und wozu wählen die Frauen." Erscheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. 80, Abt. Die Genoffinnen treffen fich morgen, Donnerstag, 19. April, 17 Uhr, an der Haupt-, Ede Fregestraße, aur Demonstration zum Frauentag. Nach ailgler 17 Uhr Untergrundbahnhof Hauptstraße. 81. Abt. Friedenau. Treffpunkt für die Teilnehmerinnen am Frauentag am Donnerstag, 19. April, um 17% Uhr, an der Straßenbahnhaltestelle Raifereiche. 101. Abt. Treptow. Treffpunkt zum gemeinsamen Abmarsch zur Rundgebung in Rliems Festfälen, Safenheibe, 17% Uhr, an der Wiener Bride, Reine Genoffin barf fehlen. Fahnen find bitte mitzubringen. 103. Abt. Oberschönewelbe. Achtung, Genoffinnen! Treffpunkt zur Fahrt aur Frauentundgebung am Donnerstag, 19. April, um 17% Uhr, am Hauptbahnhof Niederschöneweibe. Für Nachzügler Laufiger Blah. Pünktliches Erscheinen aller Geroffinnen ist Pflicht. 136. Abt. Reinider borf- Dft. Die Genoffinnen werben gebeten, bie Wählerin von der Genoffin Meiser, Reinickendorf- Ost, Schönholzer Weg 1, abzuholen. Es ist genügend Material vorhanden. 90. Abt. Neukölln. Sonnabend, 1. April, Frühlingsfest in ben Baffage- Festfälen, Bergstr. 147. Ronzert, Neftrede( Genoffe Sermann Harnisch, M. b. 2.), Ull.Trio, Pant Tolledorf, Otto be Roche. Ein trittspreis einschl. Stener 1 M. Zang frei. Eintrittstarten find bei Der Feftausschuß. ben Funktionären zu haben. Jungsozialisten. Spielgemeinschaft: Donnerstag, 19. April, 19% Uhr, Probe im Jugenb heim Nordstr. 11. Erscheinen aller Beteiligten ist Pflicht. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Achtung! Flugzettel zum 1. Mai sind am Freitag, 20. April, in bee gen ttale, Lindenstr. 3, abzuholen. Kreis Prenzlauer Berg: Freitag, 20. April, 19% Uhr, im Seim Danziger Straße, Bezirkshelferbesprechung. Gedenktage, Jubiläen usw. 132, Abt. Blankenburg. Unser Genosse Sugo Nigichle, von Beruf Pampenfabrik Charlottenburg, Bäder, ist heute, Mittwoch, 18. April, 60 Jahre alt. 32 Jahre zur Partei Berlin 0. 27, Am Gustav- Adolf- Platz gehörig, hat er in dieser Zeit unermüblich in der Kleinarbeit für bie Bartei Verl Sömmeringstr. fo manches Mitglied geworben. Wir wollen hoffen, daß unser Freund noch Wilhelm 1196. recht lange in unseren Reihen für unsere Jbeen witlen tann. Alexanderstr. 14 in der Gesamt- Auflage billig... Bahnb. Janowitze des Vorwärts" and trotzdem außerordentlich Meine Damen! Meine Herren! Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 85. Abt. Tempelhof. Am Montag, 16. April, verstarb unfer langjähriger Genosse Johannes Bugte. Ehre seinem Andenken! Einäscherung ant Donnerstag, 19. April, 19% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um recht rege Beteiligung. 101. Abt. Treptow. Unser junger Genoffe Erwin Baschen ist plöglich im Alter von 25 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, 12% Uhr, in Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet ber Borstand. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfetretariat Berlin G 68, Lindenstraße 3 Wanderleiterkonferenz Mittwoch, 18. April, pünktlich 19% he, ten Seichen. faal der Schule Rochfte. 13. Lichtbilder:„ Dortmunder Jugendtag." Sutereffierte Genoffinnen und Genossen find willkommen! Berichtsbogen und Monatsprogramme abliefern. Achtung, Abteilungslassierer! Heute, Mittwoch, zwischen 17 und 19 hr Abrechnung der Beitragsmarken und Ausgabe des Jugend voran Arbeiter Jugend." und der Bebbing: Heute, Mittwoch, 18. April, 19% Uhr: Stefenthaler Borstadt: Schule Gipsfte, 23a. Bertschulen." Seim See, Ede Turiner Straße. Jugend, Schule, Lehrling. Hohenschön hausen: Heim Freienmalder Gir. 5-6. Spiel, Sport und Tang." Baltenplag: Beim Silfiter Str. 4-5. Was wir wollen." Reichenberger Biertel: Seim Briger Str. 27-30. Wert und Berufsschulen. Charlottenburg: Seim Olberstraße. Die Sozialistische Jugend- Internationale." Spandau: Seim Binbenufer L. Bichtbildervortrag: Dortmund." Tempelhof: Heim Germaniaftr. 4-5. Sag: spolitische Fragen." Friedrichshagen: Heim Friedrich fraße 87. Werbeabend mit Lichtbildern. Raulsdorf: Schule Abolfstraße. Die Freidenterbewegung. Lichtenberg- Mitte: Heim Scharnweberstr. 29. Jugendtage. Ren- Lichtenberg: Seim Sauffstraße. Berufsschulfragen. tenberg Best: Seim Scharnweberstr. 29. Der. Jugendliche in der Gesellschaft. Ripenid: Der Genoffe Franz Billwod ist verstorben. Die Beifegung erfolgt heute, Mittwoch, 15% Uhr, auf dem Friedhof in der Nubower Straße. Stege Beteiligung wird erwartet. Treffpunkte für die Beteiligung an der morgen, Donnerstag, ftafffindenden Frauendemonftration: Berbebegirl Mitte: 18 Uhr Danziger Straße, Ede Prenzlauer Wies, De sirtsamt Brenzlauer Berg. Berg Berbebesir! Brenzlauer Berg: 18% the vor bem Bestrtsamt Brenzlauer Berbebestel Neukölln: 18 Uhr Schillerptontenade, 18 Uhr Sergbergples. Alle Genossen missen erscheinen. Rote Fahnen find mitzubringen. Oeffentliche Werbeveranstaltungen. Baslow: Berbeabend in der Schulaula Görschyftr. 41-42. Donnerstag, 19% Uhr.) ( m. Sanja Moabit: Jugendwerbefeter in ber Schulaula Walbenferstr. 19. Rottbuffer Tor: Jugendfeier in der Schulaula Reichenberger Str. 131-183 Bautwig: Werbeabend in Lehmanns Festfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 29-81. Brogramm: Mufit, Gesang, Rezitationen, Ansprache u. a. m. Werbebeşirt Sichtenberg: Die fite Gonntag, 22 April, in friebrichefelbe geplante Beranstaltung fällt umständehalber aus. * Borträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftian str. 37/38, Sof 2 Tr. Mittwoch, 18, April. Kreuzberg: 19% Uhr Gigung des erweiterten Borstandes bei Rrepp, Blanufer 75. Steglig( Ortsverein): 15 Uhr Beerbigung des Ram. Fischer auf dem Parkfriedhof, Lichterfelde. Beteiligung aller bienftfreien Kameraden Pflicht, Beißece: Borstandsfigung und Spiel mannszug um 20 Uhr. Donnerstag, 19. April. Mitte: 20 Uhr Bersammlung ber 3., 4. und 5. Kameradschaft im Rosenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11-12. Borttag. Prenzlauer Berg, 2. Marschkameradschaft: 18 Uhr Treffen Bezirks. amt zum Saalschuß am Märchenbrunnen. Weißensee: 18 Uhr Antreten bet Peters, Eaalschuh Hohenschönhausen. Bernau: Gaalschuß in Röntgenthal. Abfahrt 19.56 Uhr. Prenzlauer Berg, 1. Marschkameradschaft: Antreten 19 Uhr in Weißenfee, Pistoriusstraße, Stadthalle, zum Gaalfchuß. Neukölln- Briz, 3. Ramerabschaft: Turnen 20 Uhr Mariendorfer Weg 69-70. Lichtenberg: 20 Uhr Rameradschaft Biesdorf Versammlung bei Porath, Marzahner Straße. Rameradschaft Raulsdorf: Bersammlung bei Hübner. Kameradschaft Friedrichs felde: Bersammlung bei Schwarz, Capriviallee 40. Auch passive Kameraden haben zu erscheinen. Wintersport- Abt.: 20 Uhr Vortragsabend und Monatsversammlung in Schneiders Hotel, Königftr. 39. Anschließend Blazeinteilung für die Tennisgruppe. Interessenten willkommen. Friedrichshain, Tambour. und Bläserkorps: Donnerstag, 19. April, 18% Uhr, Baltenplay, Antreten in Bannertleibung. Bankow: Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, Sportlersizung bei Necß. Weißensee: Freitag, 20. April, 18% Uhr, Eaalschutz Stadthalle Pistoriusstraße. Deutscher Esperanto- Bunb, Ortsgruppe Berlin. Freitag, 20. April, 20 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackescher Martt, Uebungs- und Vortragsabend. Gäste willkommen. " Mieterbund bes Verwaltungsbezirks Steglig, e. B, Freitag, 20. April, 20 Uhr, Lokal Bum Hindenburg". Lichterfelde, Hindenburgdamm 115, Bffent Bersammlung. Tagesordnung: 1. Die Stellung der Mieterschaft im nächsten Wahlkampf." Referent 1. Vorsitzender, Amtsrat Wilh. 2. Die Rechtsprechung ber ordentlichen Gerichte, insbesondere des Reichsgerichts, zum ReichsmietenReferent Rechtsanwalt und Notar Fuhrmann, gefeß und Mieterfchußgefeß." Steglig. 3. Aussprache. Beantwortung von Anfragen durch den Synditus Rechtanwalt Hans Levy. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle Berfin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Beitweise aufflarend, weiterhin fühl, feine erheblichen Für Deutsch Niederschläge bei mäßigen Winden aus nördlicher Richtung.. land: Fortbestand des fühlen und wolligen Wetters, strichweise Leichte Regenschauer. Natürliches Mineralwasser STAATL FACHINGEN Altbewährt bei Störungen der Verdauungs- und Harnorgane und bei Stoffwechselkrankheiten Fachinger Versandstelle, Berlin SW. 11, Schöneberger Str. 16a. T. Lützow 8260/61 nicht die Kenntnis der Orte interessiert. Sie, wo der Tabak wächst, auch nicht die internen Einzelheiten der Mischung und Herstellung einer Zigarette Sie wollen einzig und allein von einer Zigarette wissen, dass sie Genuss bereitet und bekömmlich ist. Rauchen Sie daher die weit verbreitete ENVER BEY GOLD Die Zigarette des gülen Geschmacks 58 praktische Wirtschastsdemokratie. Aufstieg der Arbeiierbank.- Llmsah mit 1.S50 Millionen fast verdoppelt. Die heute mit Recht ernst diskutierte Frage der Wirtschafts- dcmokratie wird am schnellsten und erfolgreichsten überall da gelöst. wo die Arbeiterschaft ihr Schicksal wirtschaftlichundfinan- ziell selb st in die Hand nimmt. Jahrzehntelang haben die Spargroschen der arbeitenden Massen dem privatkapitalistischen Miet- wucher die Kapitalien zur Verfügung gestellt. Jahrzehntelang standen die Kamps- und Unterstützungsgelder der Gewerkschaften privaten Borrken zur Lerfügung. wo sie indirekt jenen Kreisen zugute kamen. mit denen die organisierte Arbeiterschaft ihre Kämpfe durchzuführen hatte. Heute verzeichnen wir nicht nur einen riesigen Aufschwung der Konsumvereine und ihrer Sparkassen, große eigene Bau- berrenorganisationen und Bauuntcrnehmungen, die organisierte deutsche Arbeiterschaft hat auch chre Banken. Die Gelder der Arbeiter- schoft fließen direkt Anstalten und Unternehmungen zu, die der Ar beiterschast und nur ihr dienen. Mühelose Zwischengewinnc und Dividenden, die früher dem Privatkapital zuflössen, sind sind heute weitgehend e n t p r i o a t i s i c r t, der Demokratisierung der Wirtschaft ist, wo sie klingenden Erfolg bringen kann, eine breite Bahn gebrochen. Zu diesen Bestrebungen nach radikaler Selbsthilfe durch eigene Wirtschastsunternehinungen gehört auch die im Mai 1924 gegründete, seither mit größtem Erfolg sich entwickelnde Bank der Arbeiter, An- gestellten und Beamten A.-G. Wenige Zahlen geben von ihrer stürmischen Aufwärtsentwicklung ein deutliches Bild. Aus der Bilanz der Arbeilerbank. Am 31. Dezember 1924 (in Aktienkapital..... 0,75 Reserven.......— Gesamtelnlagea.... 9,41 davon befristet.... 5,47 laufend.... 3,94 Gewährte Kredite... 1,79 Wechsel u.Schatzonweisung. 0,26 Wertpapiere U.Beteiligung. 0,38 Kasse und Guthoben.. 5,13 Jahresumsatz..... 175,00 1925 MUHo 4,00 0,10 21,21 13,11 840 12,60 Ichl 2,13 9,17 448,00 1926 nen Ma 4,00 0,20 36,14 20.73 15,41 16,11 3,98 3,63 17,50 716,00 1927 ry 4,00 0,65 79,11 57,52 21,59 42,05 533 6.30 30,78 1350,00 In der vorgestern durchgeführten Genera �Versammlung konnte festgestellt werden, daß mit 1350 Millionen der Jahres- Umsatz der Arbeiterbank im Jahre 1927 die erste Milliarde weit überschritten hat, daß der Umsatz von 716 Millionen vom Jahre 1926 fast verdoppelt wurde und daß gegenüber 1924 der Umsatz jetzt ver- ochtfacht ist. Cr ist w e i t e r i m S t e i g e n. Im ersten Viertel- fahr 1928 betrug er bereits 550 Millionen Mark, so daß für das ganze Jahr 1928 ein Umsatz von mindestens 2% Milliarden, also nochmals eine Verdoppelung zu erwarten fein wird. Das Vertrauen in die Arbeiter, A n g e st e ll lt e n vnd Beamten als Kundschaft der Arbeiterbank wurde vollauf gerechtfertigt. Die zur Verfügung gestellten Gelder sind Ende 1927 auf 79,11 Millionen, das ist mehr als das Doppelle des Vorjahres und fast das Neunfache vom Jahre 1924, gestiegen. Dabei ist das Klliolsystem in anderen Städten noch nicht sonderlich stark ausge- baut(vorerst nur Hamburg, Breslau, Frankfurt am Main, Dresden und Bremen), wobei noch besonders zu berücksichtigen ist, daß in Schwesterbanken, wie den Sparkassen der Konsumvereine, sich laufend riesige Gelder ansammeln. Konsumgenossenschaften, soziale Bau- und Siedlungsgenossen- schaften, Kommunen, Versicherungsanstallen und andere Wirtschafts- Unternehmungen der Arbeiterschaft sind die Stellen, die die besonders gesicherten Kredite der Arbeiterbank erhalten. Diese Kreditgewährung hat sich bis Ende 1927 auf 42,05 Millionen erhöht, ist gegen das Vorjahr mehr als verdoppell und gegenüber 1924 fast verzehnfacht. Dabei wird neben der Sicherheit auf die sofortige Greifbarkeit der Gelder sehr geachtet, soweit es für den Fall sofort erforderlicher Rückzahlung notwendig ist. Besonders erfreulich ist es, daß die in der Arbeiterbank durch- geführte Selbsthilfe den Wohnungsbau, der den arbeitenden Massen die größten Sorgen bereitet, durch die Gewährung von rund 17 Millionen Zwischenkrediten bei der Errichtung von 4000 Woh- nungen hat nachdrückllch fördern können. Das zu niedrige Eigenkapital. Auffällig ist gegenüber dieser starken Entwicklung die Gering- fügigkeit des Aktienkapitals von 4 Millionen. Wächst die Arbeiterbank. wie zu erwarten ist, in dem bisherigen Maße weller, so wird sie immer größere Aufgaben zu erfüllen haben. Sie wird beanspruchen müssen, daß sie nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland, entsprechend ihrer Kapitalmacht, ernst genommen wird und daß ihre Unterschrift soviel gill, wie sie nach ihrer geschäft- lichen Bedeutung gegenüber dein Prioatkapllal in Anspruch nehmen kann. Bei der Auflegung von Anleihen muß sie in die Lage kommen, nicht erst noch Provisionen für die Vermittlung von Wertpapieren, die ihre Kundschaft kauft, an andere Banken bezahlen zu müssen. Wie vom Privatkapital muß sie auch von der Reichsbank anständig' behandelt werden. In vieler Hinsicht ist das äußere Ansehen der Arbeiterbank abhängig von der Höhe des eigenen Kapitals, und es wird deshalb bald zu überlegen sein, das Aktienkapital zu er- höhen. Die heute, nach der neuen Stärkung aus dem diesjährigen Reingewinn schon auf 1,1 Millionen erhöhtenBankreserven lassen für diese Erhöhung bereits einen ziemlich wellen Spielraum. Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. hat in» Jahre 1927 auch in der Gewinn- und Lerlustrechnung im ganzen befriedigend abgeschlossen. Die Rohgewinne haben sich «ruf 2,1 gegenüber 1,47 Millionen im Vorjahre erhöht: der Rein- gewinn ist dabei allerdings nur mll OLO gegen 0,88 Millionen ausgewiesen worden. Die Handlungzunkosten sind nach der be- deutenden Erweiterung des Geschäftes gestiegen, und zwar von rund 617 000 auf 1 139 000 Mark. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß wie bei allen Spargelder verwallenden Banken von der Ar- beiterbank im Jahre 1927 auch Kurseinbußen zu tragen waren, die durch die Börsenentwicklung besonders der feswerzinslichen Papiere im Jahre 1927 entstanden. Es handell sich dabei um„Buch"- v-rfuste, die nicht unbedingt abgeschrieben werden mußten, weil eine Besserung der Kurse die Verluste wieder ausgleicht. Die Arbeiter- bank hat aber richtig gehandell, indem sie von ihren Gewinnen diese vorübergehenden Kurseinbußen vollständig abgeschrieben und da- durch gewisse stille Reserven geschaffen hat. Entwicklung der Soften und Ueberschüsse. Rohüberschuß 229 061 M. 505 360 M. 1 468 974 M. 2 015 181 M. Handl.-Unkosten 80 505. 306 463„ 616 901„ 1 139 332. Reingewinn 139 533„ 200 953„ 878 026„ 903 875„ Dividende 10 Proz. 10 Proz. 10 Proz. 10 Proz. Wie in allen früheren Iahren werden aus dem Reingewinn der Arbellerbank die Kassen der Bankaktionäre, das sind in der Hauptsache die großen Zentralverbände und Spitzenoer- bände der freien Gewerkschaften, entsprechend ihrer Kapitalbeteiligung durch eine Dividende von 10 Proz. gestärkt. Selbstverständlich bleibt auch diese Dividende der Arbeiterbank zur weiteren Verwen- dung in Form von Guthaben der betreffenden Verbände erhallen. Eine angegliederte Hypothekenbank. Im Jahre 1928 hat die Arbeiterbank einen neuen vorsorglichen Schritt für die Erhöhung ihrer Unabhängigkell von den privat- kapitalistischen Banken getan. Sie hat sich stark an der H a n- nooerschen Bodenkredit-Bank in Hildesheim be- teiligt, einer sehr leistungsfähigen Hypothekenbank, die für das Jahr 1927 bei einem Kapital von 3,6 Millionen Mark eine Dividende von 12 Proz. verteilen konnte und die in der Lage ist, für ihr« früheren Papieriuarkpfondbriefe die selten hohe Entschädigungsquote von 40 Proz. zu oerteilen. Der Grund dieser neuen Ausdehnung der Arbeiterbank liegt auf der Hand. Je größer die bei der Arbeiterbank angelegten Gelder werden, um so größer die Mäglichkell, insbe- sondere durch Baukredite nicht nur den Wohnungsbau zu fördern, sondern auch für die Spargelder eine besonders sichere Anlage zu schaffen. Bei der Hannoverschen Bodenkredit-Bank können unsere Bauherrnorganisationen direkt Hypochekengelder erhallen und die von der Dank dasür ausgegebenen Pfandbriefe können unmittelbar, ohne daß an Private dabei Zwischengewinne zu fließen brauchen, von der Arbeiterbank für chre Kundschaft erworben werden. Auch hier werden also bisher dem Prioatkapllal vorbehattene Zwischen- gewinne zugunsten der Arbeiterbank und deren Sparer entprioati- siert und der Nutzen der eigenen Interessen der organisierten Ar- bellerfchaft zugeführt. Selbstverständlich wächst mll' der sprunghaften Ausdehnung unserer Arbeiterbank auch die Verantwortung für ihre zielsichere Führung. Die Arbellerschaft darf erwarten und vertrauen, daß der Aufsichtsrat darüber wacht, daß diese Führung in sicheren Händen ist und immer bleibt. Probleme im Verkehr und Handel. Professor Hirsch beim Oeurschen Verkehrsbund. Beim Deutschen Verkehrsbund sprach Professor Dr. Julius Hirsch, Staatssekretär z. D., über die neuesten Entwicklungsrichtun- gen im Handels- und Transportgewerbe. Das moderne Verkehrs- wesen habe in den letzten hundert Iahren unvergleichlich viel mehr geleistet als in allen Jahrtausenden vorher. Das gill insbesondere auch für das deutsche Verkehrswesen, das sell etwa 80 Iahren nicht nur rund 60 000 Kilometer Eisenbahnschienen-gelegt hat, sondern auch die Länge der schiffbaren Wasserstraßen in den letzten 30 Iahren vor dem Kriege in Deutschland beinahe verdoppelt hat. Der Aufstieg der letzten Jahre sei in Deutschland erstaun- lich, gegenüber 1926 leisteten im Jahre 1927 Eisenbahn und Wasser- straßen über 25 Proz. mehr und das trotz verringerter Kohlen- transporte, an deren Stelle großenteils die Elektrizität getreten ist. Die Zahl der gefahrenen Tonnenkilometer ist im Jahre 1927 um fast 27 Proz. größer gewesen als im Jahre 1913, die beför- derten Mengen waren zum ersten Male um4bis5Proz.über denen des Jahres 1913. Dennoch sei dies« Leistung klein gegenüber den Riesenleistungen Amerikas, das insbesondere für Straßenbauten Jahr für Jahr über 5000 Millionen Mark ausgibt, dessen Petroleummengen in Röhrenleitungeu in einer Länge von etwa 125 000 bis 13 0 00 0 Kilometer durch das ganze Land getrieben werden. Auf- fallend ist demgegenüber in dem reichen Lande das Zurückbleiben des Verkehrs auf den Wasserstraßen und die geradezu kümmerlich« Entwicklung des Flugverkehrs. Daß allein in Deutschland im letzten Jahr sicher weit über 100 000 Personen das Flugzeug benutzt haben, fei drüben großenteils unbekannt. Ursache: die Macht der Eifenbahn-Gesellschaften. Im ganzen aber sei der Verkehr das Pro- totyp des Kapitalismus und seiner ungewollten Weiterentwicklung zum Großbetriebe, von da zur Großunternehmung und weiter, ob man will oder nicht, zur öffentlichen Unternehmung. Während Deutschland seine Eisenbahnen formell privatisiert hat, haben England und Amerika ihre Dahnen mehr und mehr unter öffentliche Kontrolle stellen müssen. Die Produktivllöt des einzelnen Beschäftigten gehe bei alledem stark aufwärts. In vielen Richtungen anders verläuft die Entwicklung in der Warenoerteilung, im Handel, der einst mll dem Verkehrswesen eng verbunden war. In allen Ländern wächst die Zahl der Personen, die im Handel beschäftigt sind, schneller als die Zahl derer, die in der Herstellung beschäftigt sind. Das führt zu einem wachsenden Antell der Handelskosten am Warenpreise. In Preußen kamen auf 10000 Menschen im Jahre 1840 etwa 97, die im Handel ffifg waren, 1907 waren es 334 und jetzt sind es über 420. Trotz aller Tendenzen zur Ausschaltung des Handels geht die neue Einsthal- tung von Handelsgliedern bis auf diesen Tag immer wieder vor sich, teils weil neue Gebiete erschlossen werden, teils weil neu« Waren in den Absatz der Massen hineinkommen sollen, so neuer-, dings z.B. wieder neben Auto und Radio die ungemein wichtigen Haushallungsmaschinen: vor allem auch, well das große Problem der Marktgewinnung, des„In-den-Markt-Pressens der Ware* zu, sätzlich neue Kosten verursacht und neue Menschen erfordert. Den- noch ist die Belastung des Warenpreises durch diese neuen Kosteni ungemein hoch und sie hält die möglich« Größe der Produktion eben dadurch verhällnismäßig zurück. Rationalisierung demgegenüber stellen die Versuche dar, die Großbetrieb« und Großunternehmung schaffen. Die Waren-- Häuser stellen nicht viel mehr als 5 Proz. des gesamten Einzel- handelsumsctzes, und selbst bei Konfektion haben sie kaum mehr als ein Viertel bis ein Drittel. Die älteste und stärkste Form ür Europa sind die K o n s u m v e r e i n e. die neuerdings auch in Deutschland einen erstaunlich schnellen Aufschwung nehmen. In der Dorkriegszell waren sie alles in ollem auf noch nicht 600 Mll- lionen Mark Umsatz im Jahr gekommen, in der Inflation hatten sie verloren, im Jahre 1926 haben sie die tausend Millionen Umsatz schon überschritten und im laufenden Jahr ist mit einem Um- satz von 1300—1400 Millionen Mark zu rechnen. In Amerika. England und Frankreich sind daneben die privaten Massen- filialbetriebe in ungemein starkem Vordringen. In Amerika gibt es einen einzigen Betrieb, der über 17 000 Läden in sich ver, einigt. Trotzdem sst das Problem der Rationalisierung im Handel noch kaum entscheidend angefaßt. Als Aufgabe d«r bewußten Ratio- nalisierung ergebe sich der Ausgleich der Beschäftigungsschwoniun- gen, insbesondere auch durch planmäßige Verschiedenlegung de? Lohn« und Geballstermine. die Senkung der Kapitalkosten durch Beschleunigung des Umschlages und die Steigerung der Leistung je Kopf des Beteiligten durch stärkere Interessierung am Umschlag und seiner Beschleunigung. Nach der Rationalisierung der Pro- duktion werde diejenige der Handelswirtschaft die neue dringliche Volksaufgabe.__ Industrie gegen Reichssandbund. „Der traditionelle Hang der tandwirtschast zu hohe» Agrarzölleo." Wo der Reichsoerband der deutschen Industrie nicht nur schön« Worte für die Landwirtschaft zu drechseln, sondern seinen Mit- gliedern über seine Politik Rechenschaft zu geben hat, bekennen sein« Vorstandsmitglieder gelegentlich auch eine tritssche Hallung gegen die Zollpolitik des Reichslandbundes. Herr F. Neitzert, Vizepräsi-. dent der Frankfurter Handelskammer und Vorstandsmitglied des Reichsoerbandes, hat das im Jahresbericht der Weih- und Schwarz- blech verarbeitenden Industrie bei der Behandlung der Handels, Verträge folgendermaßen getan: Es ist nur zu einleuchtend, daß industriell noch unentwickelle fuh:_________ m____ R... zo'lt» gewährt wird. Jedesmal nun. wenn dies« Frage zur Erörterung gestellt wird, werden von landwirtschaftlicher Seite unsere Agrarzölle al s s a k r o s a n k t e r-k l ä r t. Eine solche grundsätzliche Stellungnahme ist natürlich mit der Struktur unserer Volks- Wirtschaft und den Bedingungen ihrer Entwicklung nrcht zu vereinbaren. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß auch die Landwirtschaft ein Recht darauf hat, daß ihre Ent-. Wicklungsmöglichkeiten und Daseinsbedingungen berücksichtigt wer- den, da sie ein wichtiges Glied am volkswirtschaftlichen Gesamtkörper darstellt. Andererseits muß die Landwirtschaft gerade aus diesem Grunde auf den Weg geführt werden, den die eine in gleicher Weiss den Binnenmarkt und die Ausfuhr betreuende Wirtschafts- Politik geht. Eine möglichst weitgehend« Produktion?- k o st e n s e n k u n g, bei der die amtliche Wirtschaftspolitik und auch die Industrie, die Banken, Versicherungen. Verkehrsinstitute usw. Hilfestellung zu letzten haben, muß dazu benutzt werden, um den traditionellen Hang der deutschen Land- Wirtschaft zu hohen Agrarzöllen zu mildern.* Das ist sicher in jedem Wort richtig, vom Reichsverband der Industrie deshalb aber doch nicht weniger unfreundlich gegen den Reichslandbund. Wenn der Reichsverband aber die Katze einmal aus dem Sack läßt, muß dos in der Oeffentlichkeit auch ge- bührend vermerkt werden. Neuer Auslandsauftrag für die Lokomokivindustrie. Der viel, umstritten« Lokomotivauftrag der holländischen Regie- rung, der bisher noch aus nationalen Prestigegründen der ein- heimischen Industrie in Holland zugesprochen werden sollte, ist jetzt endgültig an Deutschland gefallen. Es handell sich um zehn große Schnellzugmaschinen im Werte von etwa 1,2 Mll- lionen Mark, von denen die Hälfta bei den Schwarzkopff- werken in Berlin- Wildau und die Hälfte bei der Hohen- z o l l e r n- A.- G. in Düsseldorf gebaut werden soll. Bei den auch im niederländischen Lokomotivbau vorherrschenden Absatzschwierig- keiten mag es den dortigen Behörden nicht leicht gefallen sein, den immerhin bedeutenden Auftrag an das Ausland zu vergeben, aber die über 10 Prozent niedrigeren deutschen Preise haben letzten Endes doch den Ausschlag gegeben. Dieser neue Auslandserfolg der deutschen Lokomotivindustrie beweist wiederum, wie richtig es war. aus der A b f a tz n o t der letzten Jahre die Tugend der Ra- tionalisierung zu machen, so daß die auf diese Art erlangten Auslandsaufträge wenigstens teilweise die Drosselungspolitik de? Reichsbahn auszugleichen vermögen. Wieder 12 Prozent Sarolll-DIvldende. Wie in den beiden letzten Iahren beschloß der Aufsichtsrat der S a r o t t i- A.- G. in Berlin-Tenipelhof auch für 1927. eine Dividende von 12 Prozent in Vorschlag zu bringen. Die Beschäftigung im ersten Vierteljahr 1928 war durchaus zufriedenstellend. In verschiedenen Betrieben stieg der Umsatz derart, daß ein« erhebliche Verstärkung des Ma- schinenvarks durchgeführt werden mußte. Die hierfür erforder- lichen Mittel wurden aus laufenden Betriebseingängen entnommen. ' DI BESTE 1+ PFC- Z/GABETTE! Unterhaltung unö Das englische Eine Klarlegung vo Vor kurzem vermittelte der„VorwLMs" eine ihm zugegangene Forderung an die Leitung des Berliner Rundfunks, dafür zu sorgen, dah in von ihr veranstalteten Vorträgen über Vorgänge im poli- tischen Leben Englands das Wort Labour party nicht mehr widersinnig mit dem zweideutigen Wort Arbeitspartei, sondern der Sache gemäß mit Arbeiterpartei übersetzt werde. Wie berechtigt diese Forderung ist, mag die folgende Klarlegung zeigen, die zugleich den- jenigen, welche sich nicht näher mit dem Studium der englischen Sprache besaßen können, manche ihrer Eigentümlichkeiten vcrständ- lich machen wird. Daö heutige Englisch, wie es sich seit dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert zu einer nationalen Sprache entwickelt hat, besteht im wesentlichen aus zwei großen Sprachstämmen: dem angel- sächsischen und dem normannischen Stamm. Von ihnen ist das Angelsächsische, eine Mischung aus niederdeutschen Mundarten und dänischen Sprachelcmenten, wenn es nicht die Sprache der Urein- wohner der britischen Insel» war, die um Jahrhundert« ältere Sprache. Die normannisch-französische Sprache drang in England im elften Jahrhundert mit seiner Eroberung durch die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer ein und blieb dort einige Jahrhunderte die Sprache des Hofs, des von den Normannen eingesetzten Feudal- adels und der oberen Geistlichkeit mit deren Anhang, während die breite Masse des niederen Volkes sich nach wie vor des Angel- sächsischen bediente. Mit dem Ausstieg eines Teils dieser Volks- schichten und dem Rückgang der Macht des Adels vollzog sich im Laufe des fünfzehnten und sechzehnten Jahrhunderts eine Ver- Mischung beider Sprachstämmc in der Weise zu einer neuen Sprache, die erste Form des heutigen Englisch, so daß für das sich unmittelbar Darstellende das angelsächsische, für die abgeleiteten Gegenstände oder Begriff« das normannisch-französische Wort gebraucht wurde beziehungsweise gebraucht wird. iITmi II' de« ZZorwöri« Wort Labour. i Eduard Bernstein. Ein Beispiel dafür gibt Karl Marx in einer Note zum ersten Abschnitt des ersten Bands seines großen Werks„Das Kapital". Dort liest man:„Im 17. Jahrhundert finden wir noch häufig bei englischen Schriftstellern„wortb" für Gebrauchswert und„Value" für Tauschwert, ganz im Geist einer Sprache, die es liebt, die un- mittelbare Sache germanisch und die reflektierte Sache romanisch auszudrücken." Warum die englische Sprache das„liebt", erklärt die soziale Seite ihrer Entstehungsgeschichte, die Marx natürlich bekannt war. Und sie erklärt auch, warum die englische Sprache für Arbeit, die Gegenstände hervorbringt oder vervollständigt, das dem deutschen Wort„Werk" nachgebildete Wort„vorlc" hat und demgemäß den in der Produktion beschäftigten Arbeiter„worlcer" oder„workman" nennt, aber wo es sich um Arbeit im abgeleiteten Begrisf des Wortes handelt, das aus dem Lateinischen stammende Wort L a b o n r gebraucht, je nachdem für Arbeitsmühe schlechthin oder aber für die 5Aasie der um Lohn Arbeitenden. Auf Grund dieses. Sprachgebrauchs ist mit der fortschreitenden Ausbildung der klaffen- bewußten Arbeiterbewegung� das Wort Labour immer mehr das kennzeichnende Wort für diese und die Sache der Arbeiter als Klaffe geworden. Daher nennt sich in England seit Eindringen der Denk- weis« des modernen Sozialismus in die Arbeiterbewegung die. Arbeiterpartei nicht, wie das in der Zeit der ersten sozialistischen Internationale, das heißt in den sechziger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts geschah,„vorkers party" oder„workingmens party", sondem„Labour party" und ihren Kampf einen Kampf für „Labour" im großen sozialen Begriff des Wortes. Und so, in dieser Auffassung, hat es sich Bürgerrecht im ganzen englischen Sprachgebrauch unserer Tage erworben. Es wird heute keineick� Engländer einfallen, unter„Labour party" etwas anderes zu ver- stehen als Arbeiterpartei., peter Stolt, der Laubenkolonifi Ein Kapitel aus seiner Lehrlingszeit vo« Karl Danh. Das Frühjahr war da, Vater hatte das Land, das er sich immer gewünscht hatte, bekommen, und die Arbeit wartete. Als erstes konnte ich alle meine Hoffnungen und Wünsche darin begraben: da? Lesen in meinen freien Stunden, in die Iugendgruppe gehen, Wanderungen und Fahrten machen. Hatte Vater früher zu solchen Absichten bloß geknurrt, so winkte er nun mit aller Deutlichkeit ab:„Graben, Peter, graben, daß wir voran kommen: die Land- nachbarn sind uns schon um ein Dutzend Spatenlängen voraus!" So eine Laubenkolonie ist putzig wie ein Zwergenreich: Vrettcrhütten mit Puppenfenstern und ebensolchen Gardinen, und die Beete, die Hühnerställe, die Hecken wie aus dem Geschichten- buch von den Liliputanern. Sogar die Leute kamen mir winzig vor. Sie buddeln mit der ganzen Familie, und bei jedem Spaten. stich bücken sie sich dreimal und sammeln Steine und Unkraut und Regenwürmer aus dem Boden. Eine Handvoll Würmer ist so gut wie ein Ei, sagen sie. Je kleiner und winziger das Haus ist, desto stolzer ist aber der Name:„Lehmanns Landhaus".„Schloß Wilhelms- höhe",„Villa Sonnenschein". Villa heißen überhaupt die aller. meisten. Ich Hab keinen Spaß daran gehabt und Hab verdrießlich den Handwogen zwischen unserer Wohnung und dem Land hin und hergeschobcn: Bretter, Kisten, Werkzeug hin, leer zurück. Dabei mußte man gut auspoffen, daß man sich in den Zwergenstraßen und-wegen nicht verfuhr. Gut, daß sie ebenso wie die Buden ihren Namen hatten: Scherbenweg, Baumschukenstraße, Rosengang, sonst wäre man so leicht nicht wieder rausgefunden. Es war wohl für die Leute, die hier Notwohnung hatten, und die von Brief- träger» und Gaswerkkassierern gesucht wurden.. Der Boden auf unserem Land war hart und steif: was man mit dem Spaten losgemacht und umgeworfen hatte, blieb wie ein Backstein liegen. Wir würgten mit zweien daran, Vater grub um, und ich stieß die Schollen klein. Wenn wir eine Furche fertig hatten, mußten wir erst ein« Weile verschnaufen, und Vater besah sich seine verstümmelt« Hand. „Der Boden ist gar nicht so schlecht," sagte Frees«, der frühere Pächter, der an ewem Nachmittag herausgekommen war.„Du mußt ihn nur mit Asche und Sand vermischen, Klaus, und dann guten Stalldünger untergraben, dann wird er kurz und krümelig, und es wächst wie in Aegypten." Vater nickt« dazu, ich fluchte innerlich. Ich sah mich schon mit dem Handwagen unterwegs, um Sand, Asche und Stalldünger heranzufahren. „Der Peter ist ne gute Hilse für dich, Klaus," sagte der nieder- trächtig« Kerl.„Für meinen Hermann wär das doch nichts ge- wesen. Solche Kontorfritzen, weißt du, verderben sich bloß ihre feinen Hände dabei. Und man kann es den Ehefs nicht verdenken, wenn sie keine Erdarbeiterklauen auf dem Papier sehen wollen." „Sontorfegen und Feueranmachen ist auch leichter als dies« Schufterei," sagte ich frech,„das kann Hermann wohl aushalten." Frees« ging in feine Bude und packt« den Rest seiner Sachen zusammen: Vater brummte: „Sachteken, Peter, oller Anfang ist schwer. Glaub nur nicht, daß mir mit meinen sechs Fingern die Arbeit leichter fällt. Sollst sehen, wenn's erst mal geregnet hat, geht es wie geschmiert." Das meinte Klanke auch, der Vorsitzende von dem Verein der ganzen Laubenkolonisten hier herum. Er ist auch ein Bekannter von Vater vom Hafen her, wo er einen Nachtwächterposten bei den Baumwollschuppen hat. Hier geht er wie ein wichtiger Mann umher und trägt«ine Schirmmütze mit' Seglerabzeichen: er hat auch einen Fahnenmast vor der Bude, daß es noch Hafen aus- sieht. Wenn zwei oder drei zusammenstehen und er kommt dazu, dann streicht er sich den Schnäuzer und sagt:„Tag. meine Herren, wie ist die Wetterlage?" Er kennt sich genau mit dem Wetter aus, er sagt:„Dps Hoch über Mitteleuropa geht innner höher, und das Atlantische Tief sackt immer tiefer. Stall, wir können uns darauf verlallen, daß wir Regen kriegen." Vater ließ mich manches Mal bei der Arbeit allein. „Wirf den kleinen Lappen noch um," sagte er eines Abends vnd brachte seinen Spaten in den Schuppen.„Ich habe Versammlung und muß schleunigst fort." Böse sah ich ihm nach. Ich durfte nicht zu meinen Atters- genoffen gehen, durfte nichts treiben, was mir Spaß macht«. Ich mußte mich hier mit dem Lehmboden abplagen, der jetzt nach dem Regen wie Brotteig klebte und in dicken Ballen unter den Stiefeln saß. Zornig stieß ich den Spaten in den Grund, immer im Takt« des Sprichworts, das wir als Kinder so oft zu hören gekriegt hotten: Zu sagen— haben— bloß die— Allen—, die Ipngen— ha'm das— Maul zu— halten—. Und so wütete ich weiter, Furche um Furch«, ohne aufzusehen. Die Sonne war längst untergegangen und die Nacht war herein- gebrochen, als der letzte Stich getan war. Da schmiß ich den Spaten in den Geräteschuppen und wollte meinen Rock anziehen, als ich merkt«, daß meine Finger so krumm stehen geblieben waren, wie sie den Stiel umklammert hatten: ich konnte sie nicht mehr gerade biegen. Auch gut, dann wird iporgen die Lehre geschwänzt, mir ist jetzt alles egal! Und ich rannt« in der Dunkelheit davon, in das Gewirr von Wegen hinein, und aufs Geratewohl weiter. Ich habe laut mit mir selbst gesprochen, mich feige geschotten, weil ich nicht einfach die gan.ze Lehmklitsche im Stich ließ und das tat, was mir gefiel. Aber ich sah ja nichts vor mir, was ich hätte treiben sollen, cs war olles so unklar in mir. Mit Gewißheit wußte ich nur dies: Hier fnußt du raus, Peter, hier verbauerst und vor- lauerst du. Und wild rannte ich drauflos. Schließlich stand ich wieder vor unserem samosen Aegyptenland wie vor einer halben Stunde, und der Mond, der eben durchkam, zeigte mir das wüste Echollengebirge. das ich da zuwege gebracht hatte. Ich versuchte nun einen anderen Weg und war bald wieder mitten in den Selbstgesprächen: Du mußt den Kopf klar kriegen. Peter, nicht immer so zwischen Hecken und Zäunen rennen wie hier, freies Land vor dir sehen, Aussicht haben. In dem Augenblick drang vom entfernten Hafen herüber ein tiefes Schiffslignal, da hotte ich gleich meine Richtung, und die Gedanken hüpften auf denselben Weg. I So wie aus dem Meere müßte es sein, freier Blick nach ollen Seiten und Dolldampf voraus! Bloß war da wieder das HInder- nis mit der mörderischen Bunker- und Kesselarbeit. Ich kam mit mir nicht ins klar«. Schließlich ging ich verdrossen nach Hause und nahm mir vor, ihnen da ein böses Gesicht und meine Hände zu zeigen, dit noch immer krumm und unbeweglich waren. Aber hier wollte niemand etwas davon sehen. Voter hatte schlechte Nachrichten von der Betriebsversammlung mitgebracht, und er kaut« noch an der Reso- lution wie ein Hund an einein Knochen, der schon von allen Seiten abgenagt ist. Da ging ich gleich in die Kammer und legte mich zu Bett. Nur schlafen, schlafen, und wenn's bis zum anderen Mittag ist! Den Traum dieser Nacht weiß ich noch wie heute. Ich war Herkules und stand am Scheidewege. Rechts lag der Hafen voller Schiffe, links ging es in die Laubenkolonien. Ein Kerl mit einer Seglermütze und einem Gesicht wie der alte Klanke führte mich den Weg zur Linken durch hundert kleine Weg« und Hecken mitten in das Kleingartenviertel hinein. Dann drückte er mir einen Spaten in die Hand:„Ehe du nicht die 12 Heldentaten verrichtet hast, kommst du aus diesem Irrgarten nicht wieder heraus." Und nun kämpfte ich gegen Schnecken, Erdflöhe, Blattläuse, Raupen und Käfer, bis mir der Spaten vor Erschöpfung aus den Händen fiel und die Finger krumm und kraftlos stehen blieben. Die Mutter aber stand hinter mir, und wenn ich inne hielt, erhob sie flehend die Hände:„Nicht streiken, Peter, nicht streiken, es ist unser Tod." Und das weiß ich auch noch, daß es am nächsten Morgen kein Fackeln gab. Daters unerbittliches: Aufstehen! riß mich aus meinem Traum, dann wurde mit steifen und lahmen Fingern nach dem Zeug gegrabbelt, und rein gings ins Geschirr wie ein Droschken- gaul, der im Halbschlaf seinen Weg trottet. Die zählebige Mücke. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die alten Feinde oller sommerlichen Freuden, die Mücken, wieder auf dem Plan erscheinen werden und man neuerdings mit großzügigen Vernichtungsplänen aufwarten wird. Dabei ist es leider gar nicht so einfach, den Mücken wirkungsvoll zu Leibe zu gehen. Wie der russische Gc- lehrte Szerbakow insbesondere über die Lebensweise der Malaria- mücken, die ja nur wenig größer sind, als unsere gewöhnlichen Mücken, berichtet, erfreuen sich diese Tiere einer Zählebigkeit, die zu ihrem gebrechlichen Organismus in merkwürdigstem Gegensatz steht. So besitzen sie vor allen Dingen außerordentliche Wider- standsfähigkeit gegen die Kälte. Versuche haben ergeben, daß sie 10 Stunden lang Temperaturen bis minus 31 Grad aushalten können, um wenige Stunden nach einem solchen Versuch aus der Kältestarre wieder zum gewohnten Leben zu erwachen. Ebenso widerstandsfähig sind sie gegen Hunger. Selbst Weibchen können bis zu einem halben Jahre hungern und sich nach kurzer Blut- saugerei alsbald wieder an das anstrengende Geschäft des Eierlegens begeben. Selbst eine Kombination von Källeeimvirkung 'bis zu minus 28 Grad und �Hunger vermag den Tieren nichts zu schaden. Bei seinen Versuchen stellte Professor Szerbakow außer- dem noch fest, daß das Verhalten der Mücken im Winter außer- ordentlich zweckmäßig ist, indem sie sich nach Beendigung des som- merlichen Freilustlebens niemals mehr als etwa SM Meter von ihren Brutplätzen entfernen, bei weniger als 4 bis S Grad Wärme überhaupt nicht mehr ausfliegen, bei 2 bis S Grad Kälte in die bereits geschilderte Kältestarre verfallen, in ihr aber den Winter ausgezeichnet durchhalten. Diese Forschungen widerlegen auch die Meinung, daß Malariamücken sich nur in wärmeren Gegenden halten können und sollten zu doppett energischer und sorgfälliger Mückenbekämpfung Veranlassung geben, da ja nicht nur die Ma- lariamllcken Infektionsträger sind und da bei einer Entwicklungs- dauer des Mückeneies von S bis 6 Tagen ein Weibchen nach ein- maliger ausreichender Blutnahrung imstande ist, hundert und mehr Eier zu legen.____ Ein medizinisches Wunder. In Denaby bei Doncaster starb dieser Tage im Alter von 2S Jahren John William Cuttell. Cr hatte sich bei einem Unfall im Jahre 1318 das Genick gebrochen, starb aber damals nicht, sondern konnte bis heute am Leben er- halten werden. Er war während dieser neun Jahre ein ständiges Objekt der Bewunderung seitens der medizinischen Wissenschaft aller Lanber. OleEnihüttung des etruskifchen Gprachrätfels Bei dem ersten Internationalen Sprachforscherkongreß, der im Haag 200 Gelehrte aus 23 verschiedenen Ländern vereinte, bildeten den Höhepunkt die mit großer Spannung erwarteten Mitteilungen des italienischen Sprachgelehrten Professor Trombetti von der Universität Bologna über die etruskische Sprache. Seit mehr als 200 Jahren beschäftigt dieses Rätsel die Sprachgeschichte, und es hat viel dazu beigetragen, einen romantischen Schimmer um dieses gc- heitnnisvolle Boll zu legen, dos in so enger Verbindung mit den, ollen Römern stand und dessen wirklichkeitssrvhe und ausdrucksvoll�. Kunst einen so bedeutenden Eindruck hinterläßt. Trombetti betonte. daß ine Etrusker wie die amerikanischen Mayavölter eine ausgestorbene und wenig bekannt« Kultur besaßen. Sie waren jedoch zuerst die Beherrscher von Rom. Herodot, der„Vater der Geschichte", vermutet«, daß sie Lyder waren, die von Kleiimsien herüber kamen. Sie sind jedenfalls von den Römern aufgesogen worden, und während «ine stattliche Reihe von Kunstwerken von ihrer geistigen Art zeugen, sind von ihrer Sprache und Schrift mit einer einzigen Ausnahme nur kurze Inschriften erhalten geblieben, die mehr oder weniger in derselben Form erscheinen. Die glückliche Ausnahme ist das berühmte „Liber Linteus", ein Buch, auf Leinen geschrieben, das in Streifen zerrissen und für die Umwicklung der Mumie einer etruskischen Dame verwendet worden war. Diese Mumie wurde in Aegypten entdeckt und befindet sich jetzt im Museum zu Agram. Auf dem Studium dieses Fundes ist zum großen Tell die seit 20 Iahren betriebene Erforschung der Sprache durch Trombetti auf- gebaut. Das Alphabet bietet keine Schwierigkeiten, aber die Worte selbst scheinen von dem Lateinischen sehr entfernt zu sein. Der Ge- lehrte ist zu der Ansicht gelangt, daß das Etruskische zu den t a u k a- fischen und indogermanischen Sprachen gehört, und zwar sich enger an das Indoeuropäische anschließt. Er glaubt, daß es in die Gruppe von Sprachen einzuordnen ist, zu denen die vorhelenischen und die alten Sprachen Kleinasiens gehören. Danach sind die Etrusker zu der großen indoeuropäischen Familie zu zählen, die aus Kleinasien nach Europa vordrang. Das Etruskische kann nicht als eine isolierte Sprache bezeichnet werden, sondern, ist in seiner Grammatik und seinem Wortschatz mit verschiedenen anderen Sprachen, von denen einige erst in neuester Zeit studiert worden sind, verwandt. Wolfsjagd per Grammophon. Die amerikanischen Blätter de- richten über eine Idee des in Montreal lebenden Zahntechnikers Salzmann. Dieser hat in überraschend einfacher Weise das Problem gelöst, wie man die unzählige» Wolfsherden, die die kanadischen Farmen überfallen und im Biehbestand ungeheuere Verwüstungen anstellen, ausrotten könnte. Die Farm:r hatten sich in den vcr« gangenen Iahren wiederholt an die Regierung um Hilfe gewendet, da diese Wolssherden bereits zu einer Landplage herangewachsen waren. Man wußte jedoch keinen Rat. Der Zahntechniker Salz- man» legte nun der zuständigen Stelle den Vorschlag vor, im Kampf gegen die Wolfsherden zur Grammophonplatte Zuflucht zu nehmen. Man soll Platten herstellen, die das Heulen der Wölfe genau imi- tieren. Die Wölfe besitzen ganz hervorragendes Gehör und pflegen sich, wenn sie das Geheul eines Wolfes hören, zusammenzurotten. Man überwache die Umgebung des Grammophons, dann übernehme das Militär den Abschuß. Run wurden in den vergangenen Mo- natcn im Zoo einige Tausend solcher Grammophonplatten verfertigt. Die Generalprob« der neuen Methode ging dieser Tage vor sich. Am Rand des Mildes, in dem besonders viele Wölse hcramirren, gc- langte eine ganz« Batterie van Grammophonen zur Ausstellung, fünfzig an der Zahl, die zu gleicher Zell das Geheul von Wölfen ertönen ließen. In einer halben Stunde hatten sich am Rande des Waldes vom Geheul angelockt, etwa 400 Wölfe angesammelt. Das Waldes, vom Geheul angelockt, etwa 400 Wölf« angesammelt. Das auf der Strecke. Ein neuenldeckte» GrohsäutztHer. Schon mehr als einmal glaubte man das letzte Großsaugetier der Erde aufgefunden zu haben, aber nun hat man wieder ein solches entdeckt, nämlich das einhornige Nashorn auf Sumatra. Bisher kannte man von dort nur das kleinere zweihornige Nashorn. Nun lebt aber in den sumpfigen Küstenwäldern von Südost-Sumatra noch«in anderes riesiges Tier, das größte Nashorn Asiens, das nur den chinesischen Händlern bekannt war und nunmehr durch G. C. Harzenwinkel fest- gestellt wurde. Das Tier ist einhornig, das Weibchen jedoch ohne Horn. Die Haut ist wohl zum Schutze gegen die dortige furchtbare Mückenplage mit Hornschuppen gepanzert. Anker- Velour- Teppiche allererstes u.ältestes Fabrikat m. Franse 90 140 210 170 1946 6 69,500 97-01430191-358232-28 318-392Läuferstoffe Boucle 68 cm 290 90cm 390 120 cm 510 mod Streifen brt. brt Cocos 68cm 945 90cm 335 120cm 445 für Fluru Treppe brt.. brt, brt. T Verdüre 55 Möbelbezugstoffe 130 cm. brt.. Rereich Pursch Verkauf nur C2, Spandauer Str. 32 Echte PERSER enorm billig Ia Peristan- Teppiche ges gesch. Mahal- Teppiche erprobte Marke reine Wolle mit Handfranse, getreue Persermuster aus bestem reinen Kopien von Perser- Teppichen Wollgarn mit Handfranse 170 250 230 46-39083-330105-355124 28 61: 320 92; 33 113, 3581372814228166-208-243 260 300 420 230 325 1878232310-374 Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken I Deutsche Hypothekenbank in Meiningen, II Frankfurter Pfandbrief- Bank Aktiengesellschaft in Frankfurt a. M. III Leipziger Hypothekenbank in Leipzig, IV Mecklenburgische Hypotheken- und Wechselbank in Schwerin, V Norddeutsche Grund- Credit- Bank in Weimar, VI Preußische Boden- Credit- Action- Bank in Berlin, VII Schlesische Boden- Credit- Actien- Bank in Breslau, VIII Westdeutsche Bodenkreditanstalt in Köln. In den heutigen Generalversammlungen wurde beschlossen, für das GeC Theater Lichtfpicie afw. Deutsches Theater Norden 12 310 Abonnementsbüro: Norden 10 338-39, 8 Uhr. Ende 1012 U. Pygmalion Theater des Westens Gastspiel Moskauer jüd. akad. Theater Garnowsky- Bühne Heute 8 Uhr: ,, 200 000" Musikal. Komödie Morgen 814 Uhr Premiere Die Reise Benjamins. Musikal. Spiel Carnowsky- cühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 81% Uhr: Die Marquise von Arcis ( Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache) v. Carl Sternheim Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 81, Uhr Broadway 81 200 Tharum das Jnduftriegebiet Fritzi Musik. Schwank von Bernard Shaw Delschaft, Pointner, dtsch. v. Siegfr. Trebtisch Kammerspiele Norden 12310 Zum 95. Mal schäftsjahr 1927 eine Dividende von 9% zu verteilen, deren Auszahlung gegen Rückgabe der mit dem Firmenstempel oder dem Namen des Ein- s, U., Ende nach 10 reichenden zu versehenden Dividendenscheine vom 18. April ab ,, unter Abzug der 10% igen Kapitalertragssteuer, an den Kassen der Gemeinschaftsbanken stattfindet. Die Dividendenscheine lauten, soweit sie zu ehemaligen Papiermark- Aktien gehören, im Text auf das Geschäftsjahr 1927; soweit sie zu neuen die Nr. 5. bei IV die Nr. 6, bei V die Nr. 60, bei VI die Nr. 55, bei VII die Nr. 5 und bei VIII die Nr. 34. Finden Sie, daß Reichsmark- Aktien gehören, tragen sie bei I die Nr. 21, bei Il die Nr. 40. bei III Constance sich richtig Meiningen, Frankfurt a. M., Leipzig, Schwerin. Weimar, Berlin, Breslau, Köln, den 16. April 1928 DIR HA DAS BEKANNTE BERLINER MÖBELHAUS liefert Ihnen gediegene, neuzeitliche MOBEL Teppiche und Dekorationen in guten Qualitäten Kredit bis zu 24 Monaten auch ohne Anzahlung Elsässer Str. 37 nahe Oranienburger Tor Brunnenstr. 33 nahe Invalidenstraße Am Montag, dem 16. April 1928, starb plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Sohn und Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Krankenkassenangestellte Joh. Putzke im 55. Lebensjahre. Charlotte Putzke, geb. Barz Kinder u. Schwiegertochter. Die Trauerfeier findet am 19 April, 19%, Uhr, im Kremator. Baumschulenweg statt. Am Montag, dem 16. April, starb plötzlich und unerwartet an Herzschlag unser Angestellter Johannes Putzke im Alter von 54 Jahren. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen pflichttreuen und charaktervollen Mitarbeiter, dessen Verlust wir aufrichtig bedauern. Ehre seinem Andenken! Vorstand und Geschäftsleitung der Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Tempelhof. Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 19. April, abends 28 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Der Tob entriß uns plöglich am Montag, dem 16. April, unseren lieben Kollegen Johannes Putzke Seine aufrechte Gesinnung, sein unbeirrbares Eintreten für die Interessen der Kollegen als Mitglied des Betriebsrates werden uns immer vorbildlich und in dantbarer Erinnerung bleiben. Ein ehrenvolles Andenken ist ihm für alle 8eit gesichert. Die Kollegenschaft d. Allg. Ortskrankenkasse für Berlin- Tempelhof Am 16 April verschied nach kurzem, schwerem Leiben meine liebe Frau, unsere gute, treuforgende Mutter, Schwieger- und Großmutter Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Pauline Finke geb. Halbeisen tm 65 Lebensjahre. Um stilles Beileib bitten Karl Finke und Kinder Berlin N 58, den 17. April 1928 Korförer Str. 3 Kleines Theater verhält? Eibenschütz, Gottgetreu, Vespermann, Manning. Für Funkfreunde halbe Preise. 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