Das Rätsel der SO Millionen. 4 Mittionen Tonnen Steinkohlen sind verschwunden! Was darf abgeschrieben werden? Nach den Ziffern des Reichswirtschaftsministeriums werden im Ruhrbergbau für jede Absatztonne 1,25 M. abgeschrieben. Die Mehrheit der Schmalenbach-Kommission hält jedoch für notwendig, daß dieser Betrag mindestens 1,74 M. betrage, und sie kommt bei dieser Annahme dazu, einen rechnungsmäßigen Verlust von<1,27 M. je Tonne Absatzförderung zu schätzen. Das Mitglied >er Kommission, Dr. Fritz Baads, hat jedoch ein Sonder- g u t a ch t e n erstaUet, in dem er eine Abschreibung von 1 M. pr» Tonne für ausreichend häst und deshalb einen Gewinn von je 00 Pfennig pro Tonne herausrechnct. Vor dem Kriege betrugen die Abschreibungen etwa SO Pf. je Tonne. Nun ist zweifellos und zugestandenermaßen mit chilfe dieser Abschreibungen der Ruhrbergbau stetig auf. und weitergebaut worden. Sein innerer Wert ist also gestiegen, so daß selbst angesichts der Geldentwertung ein Abschreibungssatz von 1 M., wie ihn Dr. Baabe annimmt, von den Arbciterverbänden als sehr reichlich an- gesehen wird. Besonders da nicht unbekannt ist, daß auch in den sogenannten„Selbstkosten der Werke" noch erhebliche still« Reserven versteckt sind. 4 Millionen Tonnen verschwunden. Ein Rätsel hat übrigens weder das Schmalenbach-Gutachten gelöst, noch konnte es bei den Schlichtungsverhandlungen aufgeklärt werden. Räch der amtlichen Statistik betrug die F ö r d e r u n g in Rheinland und Westfalen in den ersten drei Vierteljahren 1927 SSOSISZö Tonnen, der Absah dagegen— einschließlich Selbstver- brauch, Selbstverarbeitung, Deputate— 92 092 834 Tonnen! Woher stammen die rund 4 Willonen Tonnen, die in dieser Zeit mehr abgesetzt als gefördert wurden? (Fortsetzung auf der 2- Settel Kein Gchülermord in Mariendorf Ltngeklärt ob Gelbstmord oder ein Ltnglücksfalt. Die weitere Unkerfuchung des vermeintlichen Schüler- morde» in Marieadorf, über den wir im Morgenblalt berichteten. hat ergeben, daß ein Verbrechen nicht vor- liegt. Man dachte daran zunächst, weil eine Schußwaffe »icht vorhanden war. Man fand sie jedoch unter der Leiche Negen. al, diese nach photographischer Fixierung des Befundes von der Stelle weggenommen wurde. Ob Selbstmord oder ein Uuglück vorliegt, läßt sich nicht sagen. Der 18 Jahre alte Gerd S i e b e r t, der die Obertertia be> suchte, war ein guter Schüler mit guten Zeugnissen. Auch sein Verhältnis zu den Eltern ließ nichts zu wünschen übrig. Der Vater, der Filialleiter und Geschäftsführer ist, befindet sich auf Reisen, die Mutter war gestern ebenfalls nicht zu Hause In dem Trikotagen» und Strumpswarengeschäst der Eltern war N"r die Verkäuferin anwesend, die nicht wußte, daß Gerd Siebert sich in der Wohnung besand. Er muß sie durch den Hintereingang betreten haben. Als die Derkällferin um 7 Uhr schließen wollte, fand sie den ISjöhrigen Schüler In der Stube tot daliegen. Aus die Mordmeldung erschien die Mordkommission mit dem Gerichtsarzt, der einen Rahschuß in die rechte Schläfe feststellte. Räch dem Ortsbefund hat der Knabe vor dem Spiegel gestanden, al» der tödliche Schuß fiel. Di« Waffe ist ein T r o m m e l- revolver des Baters, der mit einer Anzahl Patronen in einer Schublade des Vertikows gelegen hatte. Daß der Schüler Selbstmord begangen hat, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Einen Grund dafür aber hat man bisher nicht gefunden. Möglich wäre das in ungeeigneter Lektüre zu suchen. Es kann aber auch sein, daß der Junge sich einmal mit dem Revolver an der Schläfe im Spiegel hat aus Spielerei sehen wollen und daß dabei unversehens ein Schuß losgegangen ist. Diese„Selbstmordstellung" ist bei jugendlichen Personen durch- aus nichts Seltenes. Tödlich getroffen fiel der Knabe zu Boden, so daß er mit dem Kopf etwas unter dem Tisch lag. und mit dem Körper die Waffe bedeckte. * In einem Vorortzuge bewußtlos aufgefunden wurde gestern abend ein unbekannter Mann, der von Nauen her nach Spandau fuhr. Dort fand man ihn auf dem Hauptbahnhof in einem Abteil auf und brachte ihn nach dem Krankenhaus. Der Unbekannte ist noch nicht zur Besinnung gekommen. Er ist etwa 35 bis 40 Jahre alt und trug dunkelbraunen Mantel, gestreiste Hos«, Marengojackett, und schwarze Stiesel. Alt« vernarbte Kopf- Verletzungen lassen vielleicht darauf schließen, daß es sich um eine» Kriegsbeschädigten handelt. Mitteilungen an die Kriminalinspettion Spandau. Neue Erdbeben auf dem Balkan. Berichte tut der 2, Seite, BERLIN Donnerstag 19. April 10 Pf. Ar. 186 B 92 45. Jahrgang. r Im Ruhrbcrgbau wird gegenwärtig zwischen den Unternehmern und den Arbeiteroerbänden um eine neue Lohnberechnung gerungen. Das Tarifabkommen ist von sämtlichen Arbeiteroerbänden gekündigt worden, lange, ausführliche Verhandlungen der Vertragspartner haben nicht zu einem Ziele geführt. Der inzwischen gefällte Schiedsspruch wurde von den Bergbauunternehmern abgelehnt und ihre Presse sucht jetzt im ganzen Lande diese Ablehnung verständlich zu machen. Sie stützt sich dabei zu einem guten Teil auf das sogenannte„Schmalenbach-Gutachten", das bisher noch vertraulich gehalten worden ist und wahrscheinlich erst im Laufe des heutigen Tages verössenilicht werden dürfte. Nun beginnen am Freitag vor"dem Reichsarbeitsminister die letzten Verhandlungen, die nach der Ablehnung des Schiedsspruches erforderlich geworden sind. Für diese Schlußverhandlungen kommt die Veröffentlichung des Schmalenbach-Gutachtens reichlich spät und die Arbeitervertreter fragen sich, weshalb es solange zurückgehalten worden sei. Wenn es nach ihren Wünschen ging, so hätte das Gutachten schon bei den Schlichtungsverhand- lungen eine große Rolle gespielt. Denn die Arbeitervertreter hotten ein großes Interesse, die Berechnungen diests Gutachtens unter die kritische Lupe zu nehmen, aber ihr Antrag, die Verhandlungen um eine Woche zu oertagen, wurde von den Unternehmern ab- gelehnt. Deren Streben ging dahin, die ganze Sache vor dem 1. Mai zum Abschluß zu bringen, da an diesem Tage der tarif- lose Zu st and und damit auch automatisch die Sieben- stundenschicht in Kraft treten würde. Die sogenannte Schmalenbach-Kommission hat ein Mehr» heitsgutachten erstattet, das aus verschiedenen und sehr be- rechtigten Gründen bei den Arbeitervertretern Mißtrauen hervorruft. Noch Meinung der letzteren hat die Kommission nicht genügend Zeit verwandt, um im Ruhrgebiet eigene Studien zu veranstalten. sie hat sich infolgedessen zum größten Teil auf die Vorarbeiten des Reichswirtschaftsministeriums stützen müssen. Infolgedessen wird das Mehrheitsgutachten der Kommission nicht als exakte Fest- pellunz anerkannt. Ibwasfa Anieigenprei«: Die einfvaltige Nonrareillqeile 80 Pf., Reklamejeile ü M. Ermäßigungen uach Tarif. Postscheckkonto: Vorwarts-Verlag G. m. b. H.» Berlin Nr. ST 536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 20T Der Ofen der 15000 Brote. Die Konsumgenossenschaft Berlin and Umgegend hat in ihrer in Berlin-Tempelhof gelegenen Großbäck rei einen sogenam ten Mammut hofen in Betrieb genommen, der 35 m Lang ist und 800 Brote in steh aiifnehwen kann und in einem ununterbrochen andauernden Back- p/ozeß im Tag> sdurci>schnitt 12— IS 000 und im Vrochendu chschnitt 80— 90 000 Brote ausbäc-kt. Der Ofen enthält S Back kam mern, die verschiedene Hitzegrade, von 230 bis zu ISO Grad, aufweist n; er wird von tausena kleinen Gasflämmchen geheizt, die elektrische Zündung haben. Du* Bud zeigt, wie das fertige Brot selbsttätig aus dem Ofen in eine Rutsche fäil, die es in die unteren Versandräume bringt und auf endlosem Band dem Expedienten zuführt. Erscheint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis für beide Ausgaben 70 Pf. pro Woche.» M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr.s Der Wahlkampf Zu einer eindrucksvollen sozk-ldemotrotischen Kundgebung gestaltete sich die erste Wählerversammlung im Char- lottenburger Bezirk. Der Andrang der Zuhörer war so groß, daß in den unteren Räumen des Lokais„Edenpalast" in der Kaiser-Friedrich-Straße eine Parallelversammlung abgehallen werden mußte, so daß die Redner des Abends abwechselnd in beiden Sälen sprachen. Der sozialdemokratische Reichstagskandidat Dr. Löwen- stein wußte in überaus überzeugender Weise klarzulegen, um was es bei dem Kampf um die Macht in der Republik geht. Der Redner führte aus. daß von keiner Partei schamloser die Ideale ihres Pro- gramms verleugnet wurden als von den Rechtsparteien im letzten Reichstag und unter der Bürgerblockregierung. Aus zahlreichen Fällen seines persönlichen Eingreifens konnte Dr. Löwenstein er- schütternde Beispiele beibringen, wie bei der heutigen rationalisierten Arbeitsweise die Jugend gefährdet wird, wie das Elend in den Massen wächst, trotzdem in der gesamten Industrie seit 1923 eine stete wirt- schaftliche Machtsteigerung sich bemerkbar macht. Der einzige Weg. die einzige Rettung aus diesen Verhältnissen kann nur die Antwort desVolkesam 2 9. Maibringen, denn die Bemühungen der sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag bleiben unwirksam, wenn ihre Zahl und ihre Stärke als Mehrheit ihren Absichten nicht zum Siege verHilst.— Der sozialdemokratische Reichstagskandidat Künstler tonnte die Ausführungen noch durch die Gegenüber- stellung der Tätigkeit des letzten Reichstags zu den abgelehnten An- trägen der sozialdemokratischen Fraktion unterstreichen, ganz be- sonders an den Beispielen von Verschwendung bei den Heer- und Marineausgaben, wo z. B. 3% Millionen für die Ergänzung von Pioniergerät bewilligt wurden, aber die S Millionen für die Schul- speisung armer Kinder nicht vorhanden waren. Als letzter Redner sprach Genosse Katzen st ein, der unter vielem Beifall auf die Pflicht der Wähler hinwies, die aussteigende hoffnungsvolle Kullur- bewegung, wie sie sich in allen Ländern anbahnt und von den breiten Massen getrogen wird, durch Stimmabgabe für die Sozialdemotra- tische Partei den Weg zu bereiten. * Eine sehr eindrucksvoll« Wahlkundgebung der Berliner Sozial- demokratie fand am Montagabend in Friedrichshagen statt. Die Kundgebung wurde mit einem stattlichen Umzug durch die Straßen des Ortes eingeleitet. Unter den Teilnehmern befanden sich auch die Kameroden des Reichsbanners sowie das Tambour- korps dieser Organisation. Auf dem Marktplatz, der dicht gefüllt war, wurde halt gemacht. Hier sprach nach Gesangsvorträgen des Arbeitergesangoereins.Eintracht" unter stürmischem Beifall der Reichstagsabgeordnete T r i s p i e n. Nach der Aussprache folgte ein weiterer Gesangsvortrag. Alsdann wurde die außerordentlich eindrucksvoll und ohne jede Störung verlaufen« Kundgebung mit anfeuernden Bemerkungen des Abteilungsleiters, Genossen Engel, in vollem Gange! geschlossen. Die Friedrichshagener Partennllglieder sehen nach dem glänzenden Erfolg ihrer ersten Wahl Veranstaltung dem Wahltag mit großen Hofsnungen entgegen. Auch die Krauen rüsten! Der Bezirk Lichtenberg trat mit einer sehr gut besuchten Frauenkundgebung in den Wahltampf. Das Reichsbanner war als Zuhörer erschienen. Mit sozialistisch«« Gesängen, vom Lichtenberger Voltschor vorgetragen, begann eindrucksvoll die Kundgebung. Die bisherige sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Luise Köhler führte aus: Wenn wir in Land und Reich 51 Proz. der abgegebenen Stimmen auf uns vereinen könnten, würden wir zeigen, was eine starke SPD. kann. Dann würde die Zoll- Politik anders aussehen und damit der Preistreiberei ein rühm- loses Ende bereitet werden. Das Verhältnis der Dividende nichts- tuender Aktionäre zu den Löhnen der Arbeiter wäre«in anderes. Der Vorsitzende Schubert appellierte an die Frauen, nicht zu»er- gessen, wer ihnen das Stimmrecht ermöglicht hat. Er rief die 3 009 999 Jungwähler auf, an ihre Zukunft zu denken. » In Z e h l e n d o r f sprach in einer großen, sehr gut besuchten öffentlichen Wahlkundgebung am 17. April, zu der die sozial- demokratischen Frauen des Wahlbezirks eingeladen hatten, die Regierungsrätin Wachenheim. Die Rednerin nahm sich die Deutschnationalen vor und zeigte bei der Behandlung der außen- politischen Fragen, wie Friedensvertrag, seine Unterzeichnung und Erfüllung und Auswertungsschwindel, das wahre Gesicht dieser Partei. Eine Gesundung der Wirtschaft- lichen Verhältnisse sei nur möglich bei«ine? Politik des Friedens, wie sie die Sozialdemokratische Partei betätigt hat. Es ist den monarchistischen Deutschnationalen unerträglich, daß der Reichskanzler und die Reichsminister zu ihrer Amtsführung das Vertrauen des Reichstages bedürfen. Deswegen war die Be- seitigung des Artikels 54 der Reichsverfassimg wichtiger als die Be- seitigling des Artikels 1, der da sagt:„Das Deussche Reich ist eine Republik, die Staatsgewalt geht vom Volke aus." Der Kampf der Deutschnationalen gegen Preußen und seinen Verwaltungsapparat ist die selbstverständlich« Folge. Es ist das Verdienst der Sozialdemokratie, daß von Preußen aus den man- archistischen Gelüsten Einhalt geboten wurde. Einen besonde- ren Appell richtet die Referentin an die Frauen, die in steigendem Maße gewerbsmäßiger Arbeit nachgehen müssen, und zeigt in steffender Weife die Sünden der Rechtsparteien bei der Erledigung sozialpolitischer Fragen wie A r b e i t s z e I t, A r b e i t s- schütz, Frauenschutz usw. Die Rede hinterließ bei allen Anwesenden den stärksten Eindruck. Die verschwundenen Kohlen. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Aus den Haldenbeständen können sie nicht stammen. denn diese betrugen Ende Dezember 1926 1,647 Millionen Tonnen, Ende August 1927 1,917 Millionen Tonnen. Die Arbeitervertreter suchten diesem Rätsel in den Schllchwngsverhandlungen auf den Grund zu kommen. Die Anlernehmervertreter waren aber merk- würdig schwerhörig und unwissend, es gelang nicht, vou ihnen eine Antwort ans die entsprechenden Fragen zu bekommen. Wir glauben des Rätsels Lösung zu kennen. Das sind die Fehlmengen, die in der Statistik Nichterscheinen! Im Gegensatz zu England und zum Saargebiet, wo diese Methode sich vorzüglich bewährte, werden den Bergleuten an der Ruhr die Kohlen nicht noch Gewicht, sondern wagenwelse bezahlt. Durch das berüchtigte„Kränzeladen"(Aussetzen von Stücken um den Wagen- rand" damit mehr Kohlen in den Wagen gehen) wird viel mehr Kohle gefördert, als in der Förderstatistik erscheint! Bier Millionen Tonnen entsprechend einem Werl von 60 ZNll- lioueu Mark. Diese 69 Millionen Mark erscheinen nicht in den Klagen rrikcln der Unternehmer. Da sie aber wirklich von den Bergleuten gefördert und nicht etwa in der hohlen Unternehmerverband gewachsen sind, wird man ihre materielle Existenzanertennen und sie nnt in Rechnung setzen müssen. Uebrigens sind auch noch etaige andere Rätsel au» der Ruhr- kohleoproduklion zu löse«. Dazu ist aber'ficht eine plötzlich einge- setzte Kommission, die in ungenügender Zeit und mit ungenügendem Material arbeitet, geeignet. Unsere ganze Wirtschaft, und die Kohlenwirtschatf insbesondere, schreit geradezu nach besserer Durchsichtigkeit und Publizität, damit wir endlich aus dem ewigen Streit über Selbstkosten, Lohnantoil usw. heraus- kommen und die auf solchen Streit bisher verwandte Zeit zu wirk- lichsm Nutzen der Produktion verwenden können. Die 69 Millionen Mark, die in der A b s a tz-, aber nicht in der F ö r de r statsstik erscheinen, dürfen auch vor dem Reichswirtschafts« Ministerium nicht einfach verschwinden. Bon ihm wird die Zustim- mung zur Kohlenpreiserhöhung gefordert, die angeblich durch höhere Löhne erforderlich werde. Deshalb muß er Aufklärung verlangen über die Rätsel der 69 Millionen! Keudell verbietet den ZiZB. beschimpfen!" Aussperrung m der Holzindustrie Großspurig haben die Tischlermeister und Möbelsabrikantea. die in der sogenannten„V o b e h o" verewigt sind, zu heute die Aussperrung der Berliner Holzarbeiter angekündigt. Wir hakten gleich Zweifel darüber geäußert, ob die Tischlermeister den Beschluß der offenbar etwas gröhenwahnstuulgen Führer der Orga. nisation auch durchführen würden. Bi» heute mittag 1254 Uhr lagen die Meldungen ans den Betrieben, wo die Unternehmer aus- gesperrt haben, vollständig beim Holzarbeiterverband vor. Von de« ctma 12 099 Beschäftigten find rnnd 1509 ausgesperrt, d. h. also knapp 15 proz. Auch die Slavierfabrikanlen wollen aussperren. Offenbar angesteckt von dem Beispiel der„Babcho". haben die Klaoiersabritanten durch Schreiben dem Deutschen Holzarbelteroer. , band mitgeteilt, daß, falls bis Montag, dem 23. April, die Arbeit nicht bedingungslos überall ausgenommen würde, die Unter- nehmer zu den„schärfsten Maßnahmen" greisen würden. ZMt anderen Worten, die Unternehmer kündigen an. daß sie M o u- tag die Aussperrung beschließen wollen, falls die Klavier- arbeiter nicht zu Kreuze krtechen. Der Schlichter greift ein. Bemerkenswert ist bei diesen Kämpfen, daß sowohl die Klavier- fabritanlen wie die Tischlermeister und Möbelfabrikanten e» bisher abgelehnt haben, über eine Lohnerhöhung zu diskutieren. Reich. dem alle Versuch«, aas friedlichem Wege mit den Unlernehmeru zu einem Ueberelnkommen z» gelangeu, gescheitert waren, ist zu teil- weisen Arbeitsniederlegungen geschrUlen worden. Zasgesaml dürften geaenwärlig in der Holz, und Slavierlndufiric noch nicht 4990 Ar- bester im SKeik stehen bzw. ausgesperrt sein. Angesichts der Verschärfung der Situation hat der Schlichter jedoch die Parteien für Sonnabend zu sich geladeu. Das Rückgrat gebrochen. Preußen verhindert den Keudellschen Gewaltstreich- gegen den Willen der Kommunisten! Ztebea Preußen habe» die Regierungen von Hessen und Brauns chw ei g Einspruch gegen das verbot des RFD. durch deu Reichslunenmlnister v. Keu- dell beim Skaatsgerichlshoof erhoben.(Außerdem H a m- barg, Lübeck» Mecklea bürg. Red. d.„Abend".) Die würklembergische und b a yerlfche Regie- rung werden selbstverständlich dem Verbot Sendells z u- stimmen. Sa meldet die heutige„Rote Fahne" in Uebereinstimmung mit den meisten anderen Blättern auf ihrer vierten Seite. Die Lag« ist völlig eindeutig. Die Länder, die unter entscheidender Mit- Wirkung der Sozialdemokratie republikanisch regiert werden, fügen sich dem Keudellschen Gewalsstreich nicht. Die antirepublikanisch und deutschnational regierten Länder führen den Befehl widerspruchslos aus! In ihnen gilt also das Verbot des Roten Frontkämpferbundes schon heute. In den übrigen drei Vierteln des Reiches besteht dagegen das Verbot nicht. Kein Wunder, daß die offizielle deutfchnationalc Parteikorrespondenz jammert: Es ist wieder einmal das alte Bild. Preußen sabo- iiert Maßnahmen, die von einer Reichs stelle ausgehen und rühmt sich dieses Handelns noch... Eine Reihe anderer mebr oder minder sozialistisch regierter Länder sind dem Beispiel Preußens gefolgt. Man darf annehmen, daß der Staatsgerichtshof feine Entscheidung beschleunigen wird: aber wenn die Frist auch noch so turz ist, so ist der Aktion gegen die mililärische rote Organisation doch cigenklich schon das Rückgrat gebrochen. „Das Rückgrat gebrochen." Und was tut die„Rote Fahne"? In dem schon gestern gekennzeichneten Stil schimpft sie wiederum spaltenlang auf die Sozialdemokratie. Die Tatsache, daß Reichs-» recht Landesrecht bricht, daß einer späteren Entscheidung des Staats- gerichtshofes die preußische Regierimg sich von Rechts und Der- fassungs wegen fügen muß, gibt ihr den fadenscheinigen Vorwand. Dabei liegt hier die Lehre so einfach als denkbar: bis zu den Wahlen ist das Verbot des Roten Frontkämpferbundes durch den Widerspruch der republikanischen Länder praktisch für den größten Teil Deusschlands außer Kraft gefetzt. Wäre es den Kommunisten ernst um eine dauernde Verhinderung des Verbotes, so könnte es für sie nur eine Parole geben: durch die Neuwahlen auch im Reich eine sozialistisch-republikanisch« Regierung zu erzwingen. Das ist dos Ziel der Sozialdemokratie. Wer wie steht es mit den Kommunisten? Wir wissen es: Wenn es noch ihnen ginge, hätten wir ja auch in Preußen kein« republikanische Regierung, son- dern den Bürgerblock. Nicht weniger als viermal haben die Kommunisten 1925 im Bunde mit den Deutschnotio- n a le n die preußisch« republikanische Regierung gestürzt, obwolsi die Folge nur eine Reichsregierung hätte fein können, wenn die Weimarer Koalition nicht fest geblieben wäre. Hätten die Kommunisten in ihrem Kampf gegen das Kabinett Otto Braun Erfolg gehabt, so wäre ihr Roter Frontkämpfer- bund, dank einer von ihnen selbst geschaffenen Rechtsregierung, heute in Preußen genau so verboten, wie er in Württemberg und Bayern verboten ist. Daß es umgekehrt gekommen ist, liegt nicht an den Kommunisten, sondern ist das alleinige Verdienst der Sozialdemokraten. Wfolut klar ist damit bewiesen: nur die sozialdemokratisch« Po- litik sichert und erhält dem Volk die demokratischen Freiheitsrechte, während die Politik der Kommunssten zur Auslieferung des Staates an die Deutschnationalen und damit zur Der- nichtung der Are iheits rechte führt. Ach, du armer Westarp! Sine verunglückte deutschnationale Wählerversammlung. Der Berüner Vorort Zehlendorf gilt noch immer als eine Hochburg der Deutschnationalen. Hier stehen die schönsten Villen. hier wohnen die reaktionärsten Beamten, hier darf der Bürger mit „Besitz und Bildung" noch am lautesten auf die Proleten schimpfen. die weder von Zöllen, noch von Massensteuern etwas wissen wollen, die aber auch keine Sehnsucht nach einem neuen Kriegsgernetzcl haben. In den letzten Jahren hat sich jedoch Zehlendorf gewandelt. Mehrere Großsiedlungen sind entstanden, die auch der arbeitenden Bevölkerung Licht und Luft geben sollen. Zehlendorf ist keine Hoch- bürg der Deutschnationalen mehr, das sollte ihr Führer Graf W e st a r p am Dienstag abend erfahren. Eine deutschnationale Wählervcrsammlung. Der gräfliche Parteivorsitzende tritt höchstselbst als Redner auf. Zuerst geht es ganz gut. Wer das bittere Ende kommt nach. In der Diskussion spricht erst ein Vertreter der Deutschen Volkspartei und zieht auf mörderische Weise gegen den Kollegen vom Bürgerblock los. Dann kommen mehrere Aufwertler zu Wort. Sie fallen so über die Deutschnationalen wegen ihres Betruges an den Jnflattonsgeschä- digten und wegen ihrer sonstigen volksfeindlichen Politik her. daß von ihnen, wie man zu sagen pflegt, kein Hund ein Stück Brot mehr annehmen mochte. Das veranlaßte einen deutschnationalen Diskussionsredner zu dem gequällen Ausruf: es fe! ein Skandal. wie sich hier deutschnationale Männer gegenseitig zerfleischen. Graf Westarp murmelte noch einige Schlußworte, aber man merkte ihm an, wie sich Bitternis auf sein Herz gelegt hatte. Ja, b i c Wahl- oussichtensind schlecht, Herr Graf! Reue Erdbeben auf dem Balkan. Budapest. IS. April. Die scismogrophijchen Apparate der Budapest er Erd- bebeuwarle verzeichneten gestern abend um S Uhr 24 Miauten 37 Sekunden ein katastrophales Erdbeben, dessen Herd in einer Entfernung von etwa SOS Kilometer liegt Das Erdbeben war so heftig. daß die Schreibvorrichkung des Apparats herausfiel. Der Herd des Erdbebens dürfte auch diesmal in Bulgarien in der Gegend de« Erdbebens vom Sonnabend liegen. Das Erdbeben wurde auch in Budapest wahrgenommen. Sosia. 19. April. Ein Erdbeben, das stärker ais das am letzten Sonnabend war, ereignet« sich gestern abend 9 Uhr 23 Minuten in Sofia. Die Bevölkerung verließ im panischen Schrecken die Häuser. Nach den ersten Mitteilungen befindet sich der Mittelpunkt des Bebens etwa 159 Kilometer südöstlich von Sofia. Bhilippopel scheint schwer gelitten zu haben. Mehrere Häuser sind dort eingestürzt Infolge einer Beschädigung des Elektrizitätswerkes ist Philippopel in v ö l- lige Dunkelheit gehüllt. Reuer starker Erdstoß in Sofia. Nach den bisher eingegangenen Meldungen llegt der Mittel- punkt des gestrigen Erdbebens bei Philippopel und H a s k o v o. Die Telephon- und Telegraphenleitungen nach der Provinz sind zer- stört, doch bemüht sich das Innenministerium, genaue Nachrichten zu erhalten. Der Kommandant der Garnison erklärte, daß in Philippopel fast alle großen Gebäude einge st ürzt sind. darunter die sechsstöckigen Gebäude des Tobakdepots. Die Lichi- anlagen der Stadt sind zerstört, so daß ganz Philippopel m voll- ständiges Dunkel gehüllt ist. Durch Kurzschluß entstanden eine Anzahl Brände, ein Militärdepot sst völlig abgebrannt. Im Militärklub sind viele Tote zu verzeichnen und ungewöhnl'ch viele Verwundete. Pejtimmte Zahlen konnten noch nicht genannt werden. Musik im Musikrundschau/ Opernhaus-Konzerte. Schicksalhafte Symbolik ist in der Situation des Theatermusikers: immer unten sitzen im oersenkten Orchesterraum: das Publikum oben, der Kapellmeister oben und die Sänger oben: immer den Tritt ihrer Fütze über sich spüren, nur verstohlen hinausschielenden Auges einen Fetzen Bühne auffangend, ein sinnloses Stück Froschperspektive. Und Abend für Abend, nach jedem Alt, oben das Wechselspiel von Applaus und dankbar strahlenden Gebärden: doch unten immer ausgeschaltet bleiben, schon vergessen und noch vergessen, nicht vorhanden, ewig unbeachtet. Und solches Untertag-Dasein ein Menschenleben hindurch. Und doch der Ehrgeiz, ein Künstler zu sein. Die Kellersarbe des Theatermusikers— er trägt sie mehr nach innen als nach außen— schwindet, der Mann belebt sich, fühlt sich: wenn er einmal für zwei Konzertstunden oben sitzt, im Licht, im Raum, gesehen, den Weg frei zum Ohr der Hörerschaft. Er bleibt einer von Diele», aber die Vielen sind nicht mehr Nebenpersonen, sind Ziel der Aufmerksamkeit, einziges Instrument der Aktion, Zentrum des Geschehens. Die Parole des Theaterdienstes: Hauptsache die Bühne, die Forderung, immer nur Unterschicht. Unterbau zu sein, Gerüst für die andern, nie Fasiade — der entmutigende Druck penetranter Anonymität ist aufgehoben. Selbstbewußtsein, Selbstgefühl, Arbeitsfreudigteit des Orchesters erfahren ungeahnte Steigerung. Zum ersten Male veranstaltet die Städtische Oper ein Symphoniekonzert: Zmn Besten für den Fonds des Gustan-Mahler- Denkmals in Wien. Von feiten der Stadt Berlin eine Geste der Sympathie an die Adreffe der österreichischen Hauptstadt und eine Huldigung Bruno Walters für Gustav Mahler, dem er— und dessen Werk er, wie kein Lebender, durch persönliches Erlebnis tief ver- Kunden ist. Dies Werk, ausklingend im„ilied von der Erde', wurzelt in dem Boden, aus dem die Erste Symphonie gewachsen ist: auch sie ist ein Lied von der Erde. Symphonie der Natur, des Lebens, der treibenden Kräfte, des Frühlings, nicht die jenes der herbstlichen Wehmut. Der zum Leben Erwachende und der vom Leben Schei- dende, romantische Versonnenheit, Zartheit, Innigkeit weltabge- wandten Gefühls, dort wie hier: unter Möhlers symphonischen Schöpfungen sind es diese beiden, die frühe und die späte, die bis ins letzte in der nachschaffenden Persönlichkeit Bruno Walters aufgehen. Davon sind wir in Berlin oft Zeuge gewesen. Aber diese Wieder- gab« der Ersten Symphonie, in so beispielloser Hingabe an das Werk, in so vollkommener Beherrschung des großen Ganzen und der kleinsten Teile, wirkt immer wieder, als sei sie von ihm— und von uns zmn ersten Male erlebt. Doch die Ileberraschung des Konzerts: das Städtische Orchester. Bisher nur in der Oper bewährt: nun zeigt es sich, bei Mahler und vorher schon bei Mozart, als Kon- zertorchester auf einer Höhe, unter der alle Erwartungen weit zurück- bleiben. Das ist bleibender Gewinn, und es ist Walters Führer- und Erzieherarbeit, der Berlin ihn dankt. Oper am Platz der Republik: Klemperer- Konzert ohne Klemperer. Auch hier Mahlers Erste Symphonie. Theater. Zon Klaus pringsheim. Als Attraktion, überliefertem Brauch entgegen, der den Solistenplatz im Programm den Prominenten des Hauses vorbehält, ist Bronislao 5zuberman gewonnen: er spielt das Mendelssohn-Konzert unvergleich« lich, wie nur er es spielt: doch freilich, wie wirs erst vor kurzen« bei Furtwängler von ihm gehört. Also, das Programm hätte fich wohl anregender gestatten lassen. Di« Staatskapell« leitet vertre- tungsweife A. v. Zeminsky. Der ausgezeichnete Opernkapellmeister findet so Gelegenheit, auf dem Gebiet, das in seinem früheren Wir- kungskreis, in Prag, ihm«cht anvertraut war, sich zu betätigen als Konzertdirigent, und das ist gewiß zu begrüßen. Aber die lauten Ovationen, mit denen ein kleiner Teil des Publikums ihn grüßt. machen ein wenig den Eindruck des Gemachten. Die Sache ist, nicht der einzelne Fall, in Berlin von grundsätzlicher Bedeutung. Kein Wort gegen Begeisterung, keines gegen spontanen Beifall. Da« Publikum bekundet, instinktmäßig, in solcher Form seine Stellung- nähme zu allen Lebensfragen des Musiklebens, es übt an seiner Gestaltung eine Art von Mitbestimmungsrecht, das ihm gewiß nicht geschmälert werden soll. Aber man macht heute beim Dirigenten--> nur bei ihm— aus jedem Akt künstlerischer Pflichterfüllung ein zen- trales Ereignis und aus deni Ereignis eine Sache von fchickfalhaft«? Wichtigkeit: aus jedem Erfolg sozusagen, den der Dirigent Schulz« erringt, eine Hie-Schulze-Angelegenheit. Das ist gefährlich, wo es nicht lächerlich ist. Es führt(und hat geführt) zu einer bedenklichen Berfälfchlmg der künstlerischen Kraftverhältnisfe. Gewiß, e» ist de« Dirigenten Sache, was er aus dem Orchester macht, und seine Sach« auch, was unter ihm das Orchester aus dem Werk macht, was es spielt. Symphonien, immerhin, werden vom Komponisten und sie werden „für großes Orchester', nicht„für große Dirigenten' geschrieben. Nicht nur das Werk geht vor: das Amt des Dirigenten ist: der erste Diener des Orchesters zu sein. Es wäre heilsam, wenn diese Er- kenntnis sich in der Berliner Musiköfsentlichkeit oerbreitete. Schauspielmusit. Das Problem Schauspielmusik wird im Piscator-Theate? von neuem zur Diskussion gestellt. Zu„Konjunktur' hat Kurt W e i l l, zum„Letzten Kaiser' Etnnund Weisel die Musik geschrieben. Zwei Musiker, die in beträchtlichem Abstand oonein- ander zu nennen sind. Weill ist ein Könner, Meisel ist keiner: Weill hat eigene Ideen, Meisel plakatiert Schlogworte. Wenn die Schau» spielmusik die beste ist, die man am wenigsten hört, nämlich, die sich dem Ohr nicht ausdrängt: schon um seiner unerträglichen 2lusdring- lichkeit willen ist der schlechte Lärm oerwtrslich, den Meisel während der Filmzwischenspicle in der Proszemumsloge, mitten im Publikum, vollführen läßt. Der Versuch, militaristisch-nationalistische Klänge kontrapunktisch zu verulken, scheitert an seinem Unvermögen: wa Proletarisch-Hymnisches vonnöten ist, fehlt das bescheidenste Minimuni an Eingebung. Weill, selbstverständlich, macht bessere Musik: denn es ist Musik, was er macht und was er kann. Den Ton der journa- listtsch-sachlichen Komödie hat er nicht gefunden: so bleibt fraglich, ob er für den Musiker zu finden ist. Freie Bahn dem Tüchtigen. Erfahrungen mit völkischen Kanditaten. i. Er ist ein kleiner Erzgebirgler mit melancholischen Augen und— seinem Heimatstyp entsprechend— schwarzhaarig.(Warum dies Indiz wichtig ist, erfährt der Leser noch.) Im Jahre 1919 war er sozialdeinokratischer Redakteur. Fuhr zu einer Agitationsreise ins Rheinland zusammen mit einem jüdischen Kollegen, der den schmäch- tigen Erzgebirgler um Haupteslänge überragte. Dainals verkehrten nur wenige Züge, und die wenigen waren stets überfüllt. Kurz und gut: unser Sachse setzte sich wohlgemut auf einen leeren Eckplatz, um gleich darauf von einem ins Kupee stür- Menden Herren zum Aufstehen aufgefordert zu werden, da dieser Platz belegt sei. Jener pocht auf sein Besitzrecht, worauf der Hinzu- kömmling grob wird und unfern kleinen Sachsen, der scheu in seine Ecke retiriert, als„impertinenten Iudenlümmel' anfaucht, ihn mir Ohrfeigen bedrohend. Hier erhebt sich der jüdische Kollege und kündet dem Erregten an, daß es ihm schlecht bekomnien werde, wenn er sich an dem kleinen Herrn in der Ecke oergreifen sollte. Worauf der Erregte sichtlich abkühlt, sich knurrend entfernt und den Schaffner zur Entscheidung des Streites holt. Der verkannte Arier aus dem Erzgebirge, dein sein mikriger Typ um ein Haar die Ohrfeigen eines Antisemiten eingetragen hätte, ist dank jüdischer Intervention gerettet.— Heute prangt sein Name aus der Kandidatenliste des oölkisch-nationalen Blocks. Für Reugierige: Der Mann heißt Arno Franke. ll. Er war bislang kein Abgeordneter, aber Sekretär der kleinen völkischen Gruppe im Preußischen Landtag. Als solcher suhlte er sich verpflichtet, wacker am völkischen Stammttsch mitzuhalten. Leider vertrug er nicht viel. lind wenn er über den Durst getrunken hatte, so offenbarte er seine Gesinnung und Gesittung, indem er Abgeordnete gegnerischer Parteien mit Grimassen, Ge- bärden und Echimpfworten provozierte. Worauf der Präsident Bartels ihn zu sich kommen ließ und ihm eröffnete, daß er ihm beim nächsten Anlaß das Betreten des Landtagsgebäudes unter- JEs gibt Krieg sdenlmäler verschiedener A rl. Hier ist eins, Ans man in Brüssel der am /. April 1916 erschossenen Gabrielle Petit errichtet hat. sagen werde. Seitdem ward der Wackere in den Restaurations- räumen des Landtags nicht mehr gesehen. Er ist heute Spitzenkandidat der Völkischen in Potsdam II für den Landtag. Würden die 40 000 Stimmen zusammenkommen, so dürste er künftig ungehindert im Landtagsrestaurant trinken und flegeln und kein Präsident wird es ihm verbieten können. Seine Name ist Fahrenhorst. III. Als Schutzpatron der Fememörder stand er— zwei Jahre mögen es her sein— vor dem Untersuchungsausschuß des Preu- ßischen Landtags. Schnarrte, krähte, benahm sich ja provozierend als möglich, um dem Parlament seine ganze junkerliche Verachtung zum Ausdruck zu bringen. Jetzt strebt er ins Parlament. Denn er fleht als zweiter Mann auf der völkischen Liste für Potsdam II. Sein Name ist Ritter- gutsbesttzer Wilhelm v. O p p e n- Tornow. Sibirische Katastrophe. 24 Dörfer unter Wasser. Moskau. 19. April. Durch Hochwasser sind im Allai- Gebiet 24 Dörser überschwemmt. Der Bahnkörper wurde an verschiedenen Stellen unterspült. Eine genaue(Feststellung der Zahl der Opfer war bisher unmöglich, da selbst die Dächer der hävser überflutet sind«nd da» hochwosier noch im Steigen be- grissen ist. Das Attai-Gebiet schließt eine der wertvollsten russischen Pro- vinzen in W e st s i b i r i e n ein, mtd zwar das Gouvernement T o m f k. Di« Gebirge find stark erzhaltig und darum von großen Bergwerksgefellfchaften bewirtschaftet, während die Täler viel Bich- zuchr und Landwirtschaft ausweisen. Die.zahlreichen Flüsse und Bäche, die von dem hohen Gebirgsrand zur Zeit der Schneeschmelze zu riesigen Strömen anschwellen, führen häufig im Frühfahr zu Üeber schwemnumg skotastrophen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um- gsgend(Rachdr. oerb.). Unbeständig und fortdauernd kühl mit Niederschlägen m Schneejchauern.— Für Deutschland: Allgemein Kühl and vnbestävdtg und vieijach Schaeeschav«, „Herbstzeii am Rhein." primos-palast. In primitivster Kulisienberrlichkeit wurden bei bengalischer Be- keucht ung auf der Bühne vorerst schockweise Rhein», Wein, und Liobeslioder gesungen, i>ei denen«in fabetl)aster Baß sich auszeichnete. Als dann mittlerweile Zwei Flaschen Wein geleert waren, geriet da, singende Männertrio in höchste patriotische Begeisterung und song, zur eigenen und des Publikums Rührung:„Wir treten zum Beten.' Mithin war man, als der Film endlich an die Reihe kam, reinewegs auf alles gefaßt. Der Fstm fetbst ist dos gleich« Genre, wie es alle Rheinstüne vor ihm waren, weich« die deutsche Filmindustrie bereits kstometerweife fabrizierte. Sobald vom Rhein die Rede ist, wird gelächelt und Wein getrunken, und man weiß wirklich nicht, ob für einen erhöhten Absatz der Rheinweine oder für ein Trockenlegungsgesetz Propaganda gemacht werden soll. Zum Schluß finden sich zwei Liebespaare, und zwar bekommt eine Wirtstochter einen Verwalter und ein junger, verarmter Mediziner ein« steinreiche Pianistin, di« sich, wenn sie gerade Lust dazu Hot, in Wohltättgkeitskonzsrteii bewundern läßt, was im Film natürlich als soziale Tat gefeiert wird. Der Regisseur Siegfried Philippi gibt auch nicht den geringsten Anlaß zu einem Lob. Ein« solche stümperhaste Arbeit Hot man seit langem nicht mehr gesehen. Wenn di« Schauspieler zufällig nicht trinken, reden oder singen sie: mithin werden sie immer unfilmisch vor die Kamera gestellt. Di« Landschaft versteht er nicht ouszumitzen. sondern packt sie willkürlich in die Szene hinein. Da» tollste Stück ist. daß der Regissour die rhein- und weinseligen Studenten eine Rheinsahrt bei verhangenen O-Zugfenstern machen läßt. Anstatt Landschofts- bilder zu zeigen, werden die Räder der Lokomotive photographiert. Die Schauspieler bringt der Regisseur nicht vollends um und Grete Reinwald, Ilka Brüning, Sophie Pagay, Albert Steinrück, Hermann Picha, Julius Brandt und Fritz Kampers kommen zu guten Leistungen. Die Neulinge EgoitvonJorban und(Britta L«y Hoden beide das st'lm- übliche Gesicht. Es ist aber bald Zeit, mal ein paar iniereflonte Gesichter zu entdecken. e. K. Henny Porten in Front. � Lotte' im Marmorhauei. Das war ein großer unbestrittener Erfolg für Henny Porten und den neuen Film. Man freute sich, daß dem Liebling des deulfchen Publikums— so sagt man doch— wieder nach den mancherlei halben Erfolgen etwas Ganzes gelungen ist. Das Film- Manuskript von Fred Hildenbrandt und Walter S u p p e r trägt das seine dazu redlich bei. Es gibt dem Regisseur Carl F r o e l i ch und dem Photographen Gustave P r e i h viele Möglich- ketten, die sie gehörig ausnutzen. Ein seltsames Milieu: Eine Burg- ruine, die von einem Kastellan, seiner zweiten Frau und der erwachsenen Tochter aus erster Ehe, Lotte, bewohnt wird. Der Besitzer, der letzte derer von Lindenberg, lebt in Berlin als Ein- tänzer und bezieht spärliche Einkünfte von den Trinkgeldern, die die Besucher der Burg entrichten. Eines Tages kommt er selber und verkauft das letzte wertvolle an der Burg, eine schöne Renoifsancetreppe. Er sindet sich wieder mit Lotte, seiner Jugend- gejpielin. und als er sich wieder oerabschiedet, hinterläßt er ihr ein Pfinrd. Lotte snchr ihn in Berlin auf, findet ihn aber nicht und lehrt zurück zu ihren Freunden im Allersheim, das in einer Kapelle der Burg eingerichtet ist.'Eine höchst settsame Gesellschaft von alten Weibchen und Männern, die in Trachte» von Amw Dunnemals einen Rest von alter Herrlichkeit gerettet haben. Das verschlossene, nicht unschöne, aber eckige und ungewandte Mädchen ist der Liebling der Insassen des Altersheims und sie olle nehmen innigsten Anteil an ihr und dem Kind«, das nun mitten unter ihnen das Licht de? Welt erblickt. Besonders der Schlosser Möricke nimmt sich ihrer an, kauft für sie und ihr Kind die alte Ruine und etobliert sich mit ihr oben. Die Geschichte geht natürlich aus wie«in Märchen oder«in Wunschtraum, der Baron wird herbeizittert und zu einer Trauung mit Lotte bestimmt, dann soll er wieder weiterziehen, ober er bleibt nun doch und so schließt alles in schönstem Wohlgefallen. Henny Porten kann eine Musterkollektion aus ihren früheren Rollen in einer oereinigen: sie ist das Aschenbrödel und die zum vollen Leben erwachende junge Mutter, und sie ist die schöne strahlende Braut. Alles mit dem Charme, den sie allen ihren Ge- staltungen gibt. Auch kann sie ihrer Lust an Verkleidungen und Verwandlungen frönen. Die Regie hat das Phantastische, das einige Male ins Spukhafte, Gespenstische gesteigert ist, wirksam in Rech» nung gesetzt. Manchmal wirken die Szenen, besonders ün Atters- heim, wie Ausschnitte aus Göfta Berling. und Möricke ist ja auch in der Tat vorzüglich in der charakteristischen Ausprägung von Ralph Arthur Roberts, ein wiedererstandener Kavalier aus der Tafelrunde. Auch die übrigen Besetzungen sind erstklassig. Hermann Vallcntin als Burgkostellon und Lotte Werck» meister als Stiefmutter sind prächtige Typen, von den vielen merkwürdigen Insassen des Altersheims gar nicht erst zu reden. Da auch das Landschaftliche und die Bilder aus Berlin wohl geroten sind, schließt sich das Ganz« zu einem harmonischen Gesamteffekt- zusammen. D. Das alte und das neue Mexiko. Durch zahlreiche Reisejchilderungen, durch die fesselnden Roman« eines B. Traoen und nicht zuletzt durch die politischen Stürm«, di« das Land durchtoben, ist Mexiko wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dr. Ernst W i t t i ch hat am Mittwoch vor dem iberisch-amerikanischen Klub in einem Vortrag mit Filmoorführun« gen dazu beigetragen, für dieses Land zu werben. Di« kostbaren, oft vom Urwald überwucherten und wieder freigelegten Baudenk- mäler der mexikanischen Borzeit, die Ruinenstätten, Chichen-Itza und Palcnque mit ihren pyramidenartigen Tcmpclbauten. ihren Ansätzen zu gotischen Formen vermittelten ein Bild der überraschend reichen Kultur eines Landes, das mit seinem überaus fruchtbaren Klima und seinem Reichtum an Silber, Gold und Industriemetallen be- gehrenswert für die spanischen Eroberer war. 300 Jahre nach seiner Eroberung hat sich das Land freigemacht. Heute ist die „Schatzkammer der Erde' eine Stätte intensiver Arbeit. Anschauliche Bilder von der Bananen-, Kakao- und Kokosnußgewinnung und von der rasch aufgeblühten Petrolciimindustrie führten in dieses modern« Mexiko. Der Redner kündigte an, daß die Filme, die jetzt mir Erläuterungen in englischer, spanischer und holländischer Sprache trogen, mit deutschem Verbindungstext einem breiteren Publikum vorgeführt werden sollen. Das wäre zu begrüßen, dabei aber zu wünschen, daß nicht nur Landschafts- und Industriebilder, sondern auch solche Filme gezeigt werden, die über die Lebensweise der Bevölkerung und über das soziale Streben des Voltes zu berichte» wissen._ 3n der volksbühoe. Iheoler am Sölowptatz. findet die Erftauffdhrung von Skakefv eures.B a s Ihr mout*. unter der Regie von Viktor Schwannete nm 1. Mai flott— Die weibltckcn Houvirollen find wie wlgl bcietzt: Viola(Agncj Straub), Olivia(Fntta Srod), Mari« (Steffi Spiral. Eine G-ueraltarle vaa Veulich-Oefirrreiib ist in 3. Auflage in einer Bapiergroßc von 71 X SS cm und im Matzstob von 1: IM 000 im Verla» von Carl Flemming u. C T. Wiskott. Berit», erschiene» uns fnc StM Xc durch jede Luchhandlung zu beziehe». Aufstieg der freien Gewerkschaften Metallarbeiterverband auf dem Wege zur Million. Der Deutsche Metallarbeiterverband hat mit einer Zunahme von 53 000 Mitgliedern im 1. Bierteljahr 1928 eine Gesamtmitgliederzahl von 868 000 erreicht. Hält diefe Zunahme weiter an, wofür auf Grund der Aussperrungstatiit der Unternehmer in Berbindung mit der steigenden Werbefraft des Verbandes begründete Hoffnung besteht, dann zählt der DMB. zu feinem Verbandstag in Rarlsruhe im Auguft dieses Bahres sicher weit über 900 000 Mitglieder. Es geht dann wieder auf die Million zu, die der Berband schon einmal erheblich überschritten hatte. Neuland für die Werbetätigkeit ist noch genügend vorhanden, weist doch die letzte Berufs- und Gewerbezählung 1925 mehr als 3 Millionen Beschäftigte einschließlich der Selbständigen nach. Die in allen Industrien und Gewerben vor fich gehende Mechanisierung des Arbeitsprozesses ruft zubem immer neue Zweige der Metallindustrie ins Leben. 6 brachten den Arbeitern im Durchschnitt eine Erhöhung ihrer Löhne um 13,82 Pro3. Troß der unbestreitbar erfolgreichen Tätigkeit der Ortsver waltung versuchten die Kommunisten in einer mehrstündigen Debatte, an ihr zu fritisieren. Die Kommunisten wurden sehr nervös, als Freigang ihnen in seinem Schlußwort einige unrühmliche Beispiele fommunistischer Gewerkschaftsarbeit" entgegenhielt. Die in geDon 78,4 Pf. pro Beitrag im Jahre 1926 auf 88,7 Bf. pro Beitrag heimer Abstimmung vorgenommene Neuwahl der engeren Ortsim Jahre 1927. Dieses Ergebnis ist überaus erfreulich. verwaltung ergab mit 199 gegen 150 für die Moskauer Liste abgeBeträchtlich sind die Leistungen des Verbandes für Untergebenen Stimmen die Wiederwahl der alten reformistischen" stützungen. Im Jahre 1927 wurden verausgabt für: Rranten unterstützung 1 151 370 D., Arbeitslosenunterst ügung 602 367 m. usw. Insgesamt wurden im Jahre 1927 für Unterstühungen 2 787 893 Mart verausgabt. Die von der Organisation geführten Wirtschaftstämpfe fummieren sich für das Jahr 1927 in 2216 Lohnbe wegungen, die den Beteiligten neben mannigfachen Verbesse rungen der Arbeitsverhältnisse eine wöchentliche Lohne erhöhung um 1694 539 m. und eine Berkürzung der Arbeitszeit von insgesamt 290 253 Stunden pro Woche brachten. Die Rosten der Lohnbewegungen bezifferten sich auf 417 662,90 m. Eine rege Tätigkeit entfaltete die Organisation auf dem Gebiete des Propaganda meje ns. nunmehr soll auch das Lichtbild und der Film in den Dienst der Propaganda treten. Die Konferenz erledigte dann nach einer längeren Debatte eine vom Vorstand eingebrachte Vorlage, die eine Neuregelung der Beiträge vorsieht. Der DMV. hatte im 1. Vierteljahr eine große Zahl neuer Bertrags und Lohnabschlüffe abgeschlossen. Eine Berftändigung mit den Unternehmern war nur in den feltenften Fällen möglich. Die amtliche Schlichtung versagte meistens bei der notwendigen Bohnerhöhung. Es mußte vielfach zur Ar beitseinstellung geschritten werden, die von den Unter nehmern mit der Aussperrung der übrigen Arbeiter beant. Ueber die Verhandlungen für den Zusammschluß mit dem wortet wurde. Ja sogar eine Gefa taussperrung wor Einheitsverband der Eisenbahner und dem Verband der Ge. von den Metallindustriellen angedroht, der der DMB. gelaffen gemeinde. und Staatsarbeiter berichtete umann. genüberstand. Im Augenblid glauben die fächfifchen Metall. Die Konferenz ftimmte barin überein, daß auch fünftig nur das Industriellen die notwendige Lohnerhöhung durch eine Aussperrung eine Ziel verfolgt werden müsse, diese Verhandlungen zu einem abwehren zu fönnen. erfolgreichen Abschluß zu bringen. Der DMB. zieht aus dieser Taftit der Unternehmer erheb. lichen Nuzen; denn sie stärkt seine Mitgliedschaft. Das Ber trauen der Metallarbeiter zur gewerkschaftlichen Organisation steigt. Das ist umso beachtenswerter, als fein Tag vergeht, an bem die kommunistische Presse den DMB. und die anderen freien Gewerkschaften nicht des Werrats" oder irgend einer anderen " Schandtat" bezichtigt. Die Arbeiter gehen erfreulicherweise achtlos daran vorbei. Sie wollen Taten sehen, nicht leere und zersetzende Worte. Auch der Verkehrsbund auf dem Vormarsch. Die gleiche Aufwärtsentwicklung ist auch in den anderen Gewerkschaften zu beobachten. So fonnte in einer Konferenz des er weiterten Vorstandes des Deutschen Berfehrsbundes der Bundesvorsitzende Schumann auf die starken Fortschritte hinweisen, die der Verband im Laufe der jüngsten Zeit gemacht hat. So ist die Mitgliederzahl von 313 039 am Jahresschluß 1926 auf 351 435 am Schluffe des Jahres gestiegen. In den ersten Monaten des laufenden Jahres hat sich diese Aufwärtsbewegung fortgefeßt, so daß die Organisation am 1. April 1928 rund 365 000 Mitglieder zählte. Entsprechend der Steigerung der Mitgliederzahl entwidelten fich auch die Rassenverhältnisse außerordentlich günstig. 3m Ortsverwaltung. Heute vor 20 Jahren. Bom Vereinsrecht zum Wahlrecht der Frau. Die Sozialdemokratische Partei hat sich von jeher unermüdlich für die politische Gleichberechtigung der Frau wie für ihre Zulassung zu allen Berufen und Aemtern eingesetzt. Die Propaganda dafür tonnte sich erst redyt entfalten nach der Aufhebung des Soizalistengefeßes im Jahre 1890. Frauen, deren Namen niemals vergessen werden: Ihrer, Stegemann, Babnik, etwas später Luise Ziej, Ottilie Baader und Klara Zetkin, wurden zu Führerinnen der Arbeiterinnenbewegung. Sie unterschied sich scharf von der bürgerlichen Frauenbewegung, die sich in der Hauptsache zu einer fogenannten Kulturbewegung entwidelte. Mit der Entwicklung Deutschlands zum Industriestaat stieg die 3ahl der erwerbstätigen Frauen von 4.62 Millionen im Jahre 1882 auf 8,24 Millionen im Jahre 1907. Diese Tatsache galt den bürgerlichen Barteien feineswegs als ausreichende Begründung, den Wahlrechtsforderungen der Frauen stattzugeben. Ihre stets wiederkehrende Bhrase, daß die Frau ins Haus gehöre, und daß das Familienleben durch das Stimmrecht zerstört werde, zeigte aufs Deutlichste, daß ihre Argumentation für die Ablehnung nur in der Vergangenheit wurzelte; soziale, und wirtschaftliche Umwälzungen glaubten sie einfach ignorieren zu können. Daß das nicht möglich war, zeigte sich bei der Annahme des des Reichsvereinsgefeges 19. April 1908- heute vor zwanzig Jahren- bas zwar uneingestanden, aber doch tatsächlich der wirtschaftlichen Entindmidlung und der veränderten sozialen Stellung der Frau in der Gesellschaft Rechnung tragen mußte. vom Nun war die Bahn frei für politische Agitation und Betätigung durch die Frauen selbst. Jetzt tonnten fie fich der Sozialdemo fratischen Partei als erdentliche Mitglieder anschließen und selb ständig die Aufklärungsarbeit unter den Proletarierinnen betreiben. Der erste fleine Schritt zur politischen Gleichberechtigung durch Gefet war getan, und in den nächsten Jahren entwickelte sich die sozialdemokratische Frauenbewegung außerordentlich start. Aber erst die Revolution verlieh den Frauen die Anerkennung als Staatsbürge rinnen und der Aufruf der Voltsbeauftragten am 12. November 1918 machte endgültig Schluß mit der Auffassung der Minderwertig. feit der Frau im politischen Leben. Doch der Kampf muß auch jetzt weitergeführt werden, bis die soziale Herrschaft der Bourgeoisie durch die Arbeiterflaffe überwunden sein wird. Der 20. Mai 1928 soll uns darin einen gewaltigen Schritt vorwärts bringen! Berantwortlich für die Rebaltion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Die„ Babeho" sperrt aus. Auch im Holzarbeiterverband geht es vorwärts! Die Generalversammlung der Berliner Holzarbeiter, die gestern abend im Berliner Clubhaus" stattfand, nahm zum Schluß einen Bericht des Bevollmächtigten Böse entgegen über die angefündigte Aussperrung der Babeho". Debattelos und ohne Aufregung wurde der Bericht entgegengenommen. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein Antrag angenommen, in dem gegen die geplante Auf lösung des Roten Fronttämpferbundes protestiert wird. Der erste Bevollmächtigte Freigang fonnte in seinem Geschäftsbericht mitteilen, daß es infolge des wirtschaftlichen Auf. schwunges im Vorjahre auch in der Mitgliederbewegung gut vor. märtsgegangen ist. Es fonnte nicht nur der im Strifenjahr 1926 eingetretene Mitgliederverlust wieder ausgeglichen werden, sondern darüber hinaus noch eine erhebliche Anzahl neuer Mitglieder gewonnen merden. Die Berliner Ortsverwaltung zählte am Schluffe des Berichtsjahres 26 838 Mitglieder gegenüber 24 230 Ende 1926, hatte also eine Zunahme von 2608 Mitgliedern oder 10,76 Broz. Eine ebenso günstige Entwicklung weist die Lokal tasse auf, deren Bestand sich im Laufe des Berichtsjahres von Der Organisation gelang es auch, überall abzuschließen, wo es den Unternehmern in der Strifenzeit gelungen Belmonte- Uhren preiswert und gut königstraße 30 mar, diese Tarife zu beseitigen. Die Lohnbewegungen Reizender Gold- und Silberschmuck, Silbergeräte in großer Auswahl, Bahre 1927 bezifferten sich die Gesamteinnahmen auf 149 330 D. auf 309 716 m. erhobberall dort wieder Tarife 11516557 m. Am Jahresschluß 1928 verfügte die Organisation über ein Gesamtvermögen von rund 8 millionen Mart.| Die Durchschnittsbeitragsleistung des einzelnen Mitgliedes hob fich HERDE FÜR KOHLE UND GAS auch bis zu 18 Monats- Raten VERLANGEN SIE SONDERANGEBOT Raddatz& Co Berlin.Leipzigerstr.122/ 123 Berlin O34 Dampfwäscherei IDEAL" Rich. B. 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Nun ist unsere Welt klein geworden, und unsere Jugend kann nicht heraus, manch ein Studierender muß als„Werkstudent" sich llnterhaltsmlltel erwerben. So zieht auch Graf Stenbock-Fermor, ein junger Balte, aus ins Ruhrrevier, um ein Jahr lang als Berg- arbeitet zu leben und fein Brot Zu verdienen. Nickst nur aus Wenteuerlust, auch von der Not getrieben, denn es ist gerade das letzte Jahr der Inflationszeit. Als Schlepper kommt er bei der Gewerkschaft„Friedrich Thyssen" unter, lebt, ein Kumpel unter den anderen, mll den Berg- arbellern ein Jahr, ein langes, mühseliges Jahr und entdeckt dabei, daß er imnillen eines Volkes gelebt hat, von dem er nichts wußte, dessen Wesen und Lebensbedingungen ihm fremder waren als die Hochzeitsbräuche Chinas. Aristokrat von Herkunft, Antibolschewist durch seine Erziehung und seine eigenen Erlebnisse, lernt er unter dem Proletariat der Gruben alles verstehen; auch die Verzweiflungs- ausbräche der Plünderungen, Streiks und die ohnmächtige Empörung der Arbefter, ihre Verbitterung und ihr Mißtrauen in alle und jede polllifche Führung, dieses:„Beschissen werden wir doch von allen..." Und wenn er unter diesem Volk mich nicht selbst zum Revolutionär wird, wenn er auch zuletzt noch mit seinem besten Grubenfreund eine Unterredung hat, in dem sie sich versichern, daß sie sich unbe- schadet aller persönlichen Hochachtung voreinander im Bürgerkrieg gegensellig die Schädel einschlagen würden, so doch nur darum, weil er ja weiß, sei» Leben in dieser Hölle dauert nur ein Jahr— dann kann er wieder zu seinen Menschen zurück. Und gerade weil dieses Buch von einem stammt, dem nichts ferner lag. als der Gedanke an politische Agitation, der durchaus nicht die Auffassungen der Arbeiterklasse teilt, gerade darum wirkt das Gemälde, das er von dem Leben seiner Arbeitskameraden ent- wirft, um so erschütternder. Wie er das erste Unglück erlebt, nur einer jener alltäglichen Betriebsunfälle, die kaum in der lokalen Presse des Reviers Erwähnung finden, einer der Unfälle auf der „Schüttelrutsche", der nur einem Meter hohen Strecke, in der der Bergmann aus dem Rücken liegend arbestet. Dem Kameraden ist das Bein von der herunterbrechenden Kohle zerquetscht, in irrsinnger Qual windet er sich brüllend in der niederen Strecke. „Nun sollte der Unglückliche fortgeschafft werden; tragen war bei der niederen Decke unmöalich, nur schleifend ließ er sich fort- schassen! Zwei Bergleute ergrifsen seine Arme und zogen ihn in der Richtung nach oben. Es mußte eine irrsinnige Qual sein, der Unglückliche brüllte wie ein Stier auf; selbst die abgestumpftesten Männer fuhren zusammen. Der blutende, zerfetzte Beinstummel tanzte am Boden, sprang und hüpfte wie ein Ball, der nachge- zogen wird!" Und so sieht der Arbeitsort aus: Ein Meter hoch, vier Meter breit, in der Mitte die„Schüttelrutschen", schmale Rinnen aus Eisen von wechselnder Länge, die auf Rollen bewegbar durch Motorkraft in ruckende Hin- und Herbewegung gesetzt wurden. Die Kohle, die die Bergleute ständig auf die Rinnen schütten, rutscht so fortwährend herunter und fällt in die Wagen auf der Förderstrecke. Die Arbeit in der Schüttelrutsche wird von den Bergbesitzern besonders gern angewandt, da erheblich mehr Kohle geschafft werden kann, als bei der üblichen Gewinnung und viel zeitraubende Nebenarbeit. Es gaschchen aber auch nirgend« so viele Unfälle wie in der Schüttet- rutschstrecke. So ist das ganze Buch eins einzige Anklage gegen das ausbeuterische Kapital, gegen die Hetze und das Prämiensystem, das über Blut und Leichen dem Profit nachjagt. Dann, als Zeitdokument wertvoll, erstehen uns schnellebenden, schnellvevgeflenden Menschen noch einmal die Nöte der Jnflations» zeit, die Kämpfe der„Stabilisierungskrise". Besatzungswilltür und Schikanen. Streik und Niederlage— und immer wieder das Bild eines Proletariats, in dem das Menschentum elend geschändet und zermalmt wird. Die Wohnungsverhältnisse sind fürchterlich... in der Feierschicht liegt der Schlafgänger bei der Frau, die fünf- zehnjährigen Mädel schon haben wechselnde„Freunde", die Kinder verkommen in den überfüllten Wohnungen und auf der erbarmungs, losen Straße. Einziger Tröster der vielen: Der Alkohyl. der doch auf Stunden das Elend vergessen läßt. Und erschüttert bestätigt der „Weißgardist" das Wort der Frau des neugewonnenen Freundes: „Wer reich ist, braucht noch nicht glücklich zu fein, aber wer im Elend lebt, kann es überhaupt nicht sein." Und neu gewonnen, neu begriffen, bringt er aus dem Leben unter den Kumpels, Z00 Meter unter der Erde, das Wort des Dichters Arno Holz mit: „... Ja, recht hat, o du süße Mutter, Dein Wort, vor dem mir stets gegraut: Was soll uns Shakespeare, Kant und Luther— Dem Elend dünkt ein Stückchen Butter Erhabner als der ganze Faust!" Rose Ewald, Sabotage der Naturgeschichte. Einer der besten Filme des vorigen Jahres war zweifellos „Ehang", eine saubere Arbeit von hohen Qualitäten, die in die Dschungeln entführte und einen Blick in das primitive und gefahren- umdrohte Leben der Bewohner des indischen Urwaldes gewährte. Höhepunkt des Films war der Ansturm einer Elefantenherde gegen ein Dorf: Den Bewohnern ist die Ankunft der wilden Tiere stgnali» siert worden. In rasender Eile packen sie ihre Habseligkeiten zu- sammen und flüchten sie. Kurze Zeit darauf brechen die Elefanten dann auch in das verlassene Dorf ein. Eine Orgie der Zerstörung vollzieht sich. Die Häuser zerbersten und die Pfähle zersplittern. Di« Elefanten toben weiter und was sie zurücklassen ist eine trostlos« Trümmerstätte... Nun war es klar, daß diese Vandalenszene nicht gut eine unverfälschte Naturaufnahme fein konnte. Der zoologische Laie hiell es für möglich, daß es wilde und mtt Zerstörungsinstinkten begabt« Elefanten gäbe, aber dann war es ausgeschlossen, daß sie Zeitpunkt und Verlaus des Generalangriffes dem Filmoperateur vorher mitgeteilt hatten-- und überhaupt erweckt« die Systematik ihrer V e rn ichtungsk a mpagne größtes Mißtrauen. Da meldet sich nun in einem Berliner Blatt ein Auslandsdeut- scher zum Wort, der um die Einzelheiten des Zustandekommens des Filmes„Ehang" weiß, und er teilt mit, daß der Elefantenfturm auf das Dschungeldorf eine einzige Unmöglichkeit sei. Der Elefant sei ein durchaus scheues Tier, dos gar nicht daran denke, in menschliche Siedlungen einzufallen und in Wahrheit sei das, was im Film als wütender Amoklaus angriffslustiger Bestien wirke— die wilde Flucht oerängstigter und völlig zahmer, braver, ehrlicher Arbestselefanten vor den Schieß-, Johl- und Trommelgeräuschen, mit denen man auf sie eingewirkt und sie in sinnlose Furcht versetzt habe. Die Kinoindustri« schildert nun die Natur so: Der Mensch der die Tiere mit Flintenschüssen und Lärmattacken vor sich her treibt, wird zur oerfolgten und bedauernswerten Unschuld und die verfolgte und bedauernswerte Unschuld flüchtender Tiere wird zur feindseligen Hand- lung reißender Bestien. Aber darin eben unterscheidet sich der Mensch vom Tier, daß er die Dinge aus den Kaxf stellen und für die Bestie das Tier ausgeben kann. Hon« Bauer. Brodtener Ufer. und Brausebäder vervollständigen das Heim. Bibliothekssaal und Zchreibzimmer dienen ernsterer Arbeit. Im Warenverkaufs- räum können die Gäste der Jugendherberge, des Jugendlandheims wie die Selbstoerpfleger des Ferienheims für Erwachsene alles Kotwendige zum Lebensbedarf einkaufen. Eine Mustereinrichtung für sich bietet die Küche. Hier kann die Hausfrau sehen, mit welch praktischen Hilfsmitteln rationelle Küchenwirtschaft betrieben wird. Kleine auswechselbare Maschinen mst elektrischem Handbetrieb ersetzen mühevolle Handarbeit. Neben einem großen modernen Kochherd ist ein 130 Liter fassender Koch- kessel für die Massenspeisung sowie eine der modernsten Wasch- Maschinen vorhanden. » Und nun noch das Ferienheim für Erwachsene. Es ist dazu bestimmt, sowohl Einzelpersonen wie Familien für Tage oder Wochen aufzunehmen. Die 12 Doppel- und 4 Einzel- zimmer, die allerschönste Aussicht und zum Teil Ausblick auf die Ostsee bieten, sind alle nett und freundlich geh altem In den große- ren Zimmern können auch Kinderbetten aufgeschlagen werden. Zentralheizung, fließendes Wasser und elektrisches Licht sind auch hier Selbstverständlichkesten. Der Arbeiterfamilie, die mst wenig Geld Erholung sucht, ist hier ein ganz behagliches Heim geschaffen. Alle 4 Gebäude sind räumlich west voneinander getrennt. Spiel-, Liegeplötze. Wiesen, Gemüsegärten und Parkanlagen um- säumen das Ganze, so daß jede Abteilung unbehindert oou der anderen ist. » Die Preise im Theodor-Schwartz-Erholungsheim sind außerordentlich niedrig. So wird oerlangt für Uebernachten im Ferien- heim mst vollständigem Frühstück für Jugendliche 1,50 M., für alle Aelleren 2.— M. Das Uebernachten im Jugendheim kostet für Jugendliche 25, für Aestere 50 Pf. Im Ferienheim betrögt der Preis für die volle Pension pro Tag für Jugendliche 2,50 bis 3.— M., für olle Aelleren 4— M. Es gibt auch Mittag- und Abendessen zu sehr mäßigen Preisen. » So ist denn in selbstloser Arbest ein Werk entstanden, das wegen seiner vorbildlichen Anlagen bald west über die Grenze« Lübecks berühmt werden wird. Mühe und Hingabe, die die Ar-, Verwaltungsgebäude mit Jugenderholungsheim, beiter-Wohlfahrt hier aufgewendet hat, fic-den ihren besten Loh« darin, wenn alle Gäste des Heims sich Wohlbefinden und durch sorg- fälliges Umgehen mit dem ihnen anoertrouten Gute dazu bestragen, es als Musteranlage zu erhalten., Nachdruck verboten O Copyright 1*78 by Büdiergllde Gutonborg. tertiw 43. Fortsetzung. Ann war es«b leichtes Spiel für den Wtalden, selbst ein Voll' dlutindianer, die ganze Begebenheit zu erzählen. Die Esel hatten gestreut, also hott« niemand Zeit gehabt, sich um sie zu bekümmern. Infolgedessen mußte an dem Platze etwas vorgegangen sein, was alle Ztnwssenden, deren Fußspuren zu erkennen waren, so in Zln spruch genommen hatte, daß sie nicht gesehen hatten, wann die Esel zu streuen begannen. Und der Vorgang mußte ein schwerwichtiger gewesen sein, denn sonst hätten die Esel nicht so weit streuen können. Weder von dem Platze aus, wo die Bäume standen, zu der Stall«, wo die Esel wieder eingeholt worden waren, noch von dieser Stelle aus weiter zur Stadt waren Fußspuren des Amerikaners zu sehen. Auch wenn er barfuß gegongen wäre, seine Spuren hätte man leicht erkannt. Die Form seines Fußes ist nicht so schön wie die eines Indianers, weil er immer Stiefel trägt und häufig solche, die die Zehen verkrüppeln. Außerdem sind die Füße der Weißen viel größer als die der Indianer, die allgemein zierliche und klein« Füße haben. Da von dem Platze keine Spuren des Amerikaners weiter- führten, so muht« er noch auf dem P'otz« sein. Und da er nicht tief und nicht sorgfältig genug eingegrabet.�war, auch kein Regen gefallen war, so hatten die Männer sein Grab in wenigen Minuten gefunden. .Wegen Mord kann man nur angeNagt werden, wenn der Leichnam gezeigt werden kann,' hotte Miguel gesagt. Damit hotte er recht gehabt. Das ist dos Gesetz, und das darf man ein gutes Gefetz nennen, denn in so großen Ländern können Menschen sich so unsichtbar machen, daß«in Leichnam leichter gefunden werden kann als der Mensch, der freiwillig verschwand. De* Leichnam war gefunden, und da die drei Wegelagerer das Mgentum jenes Leichnams besaßen, ohne das Besitzrecht beweisen zu können, so war diese Angelegenheit im Grunde abgetan. Der Alkald« betrachtet« sich den Leichnam nur eine Sekunde, dann sagte er:„Machete.' Dann zogen die Männer dem Körper das Hemd aus. das der Alkalde an sich nahm, und hierauf gruben die Indianer den Leich- nam wieder ein.em er wußte, daß es keinen Schaden anrichten könne. Merklvürdigerweise für den. der die.Heilkraft des Wassers nicht k»n»t. wurde» die Männer, Frauen und Z index, tte den Wunde«. doktor delagerten, all« gesund. Sie behaupteten es wenigstens. Und es ist ja mft allen Krankheiten so, wenn man überzeugt ist. daß man nicht mehr krank ist. so ist man eben gesund. Gegen äußere Leiden, wo„der Tod directamente dicht unter der Haut lag', wie die Leute erzählten, und sie den Tod schon deutlich fühlen tonnten, wenn sie auf die Haut drückten, da oerschrieb Howard heiße Umschläge. Der Abwechselung wegen manchmal wieder kalt« Umschläge. Umschläge auf den Kops, auf den Nacken, auf die Hand- .., und siedle es in den Hügel, wo der Kopf lag. flächen, auf den Puls, auf den Unterlieb, auf die Fußsohlen, wo immer Platz war. Und die Leute wurden auch hier alle gesund. Der Tod kroch weg unt« der Haut,»eil es ihm, je nachdem, zu heiß oder zu kalt wurde. Mit Arm- und Beinbrüchen, Berstauchungen und Verrenkungen wurden die Leute allein fertig. Do tonnte ihnen kein Arzt etwas zeige». Und Geburtshilfe brauchte Howard auch nicht leisten. Das ging ganz glatt. Der Ruhm Howards wuchs mit jedem Tag«, und hätte« mehr Sinn und Lieb« für ein Zusammenleben rnft natürlichen Menschen gehabt, so hätte er hier in Frieden und Glückseligkeit sein Leben verbringen können. Aber er dachte doch täglich an seine Abreise. Es waren ihm so verschiedene Gedanken gekommen hinsichllich der beiden Mftarbeiter, ob st« sein Gut auch ordentlich abliefern würden. und ob sie sicher durchkommen möchten zur Bahn. Er tröstet« sich damit, daß er jetzt nichts tun könne und sich auf die Geschicklichkeit und Ehrlichkeft der beiden verlassen müsse. Dann kam eines Morgens ein Indioner ins Dorf geritten und »cht« da» Haus, wo der große Doktor wohnte. Er sprach zuerst mit dem Gastgeber selbst, und dann gingen beide auf Howard zu. Der Gastgeber sagte:„Sensor, da ist ein Mann aus einem Dorfe von drüben über das Gebirge hinweg. Er hat Ihne»«in« Geschichte zu erzählen.' Der Indianer setzte sich nieder, drehte sich«in« Zigarette, zündet« sie an. und dann begann ei zu erzählen. „Lazaro war im Busch und brannte Holzkohle. Er ist ein Kohlenmann. Es war früh am Morgen. Er hatte gerade aufge- schichtet. Da sah er etwas auf der Erde kriechen. Und als er nun näher hinsah, da erkannte er, daß es ein weißer Mann war. der da kroch. Cr war ganz voll Blut und konnte nicht mehr weiter. Lazaro gab ihm zu trinken. Dann ließ er seinen Holzhausen allein, packte den weißen tranken Mann aus seinen Esel und bracht« ihn ins Dorf in fein Haus. Als der Mann Im Hause auf eine Matt« gelegt war. war er tot. Dann kam aber ein anderer Mann, sah sich den Weißen an und sagt«:„Der ist nicht ganz tot. Der ist nur sehr krank oder sehr schwach Da muß Filomeno hinüberreiten zu dem weißen Wunder» doktor, weil Filomeno ein Pserd Hot, und weil ein Esel nicht so schnell läuft.' Ich bin Filomeno, Sensor, und Ich Hab««in schnelles und gute» Pferd. Ich bin nun gekommen. Sie können dem weißen trant«ü Mann gewiß helfen, wenn Sie gleich mitkommen.' „Wie sieht der weiße Mann denn aus?' fragte Howard. Filomeno konnte ihn so deutlich beschreiben, als stünde tt neben ihm, und Howard wußte, daß es Curftn war. Er machte sich sofort bereit, zu gehen. Sein Gastgeb» und noch drei ander Indianer begleiteten ihn. Es war ein langer beschwerltcher Ritt. Aber als die Männer ankamen, hatte sich Curtin schon«in wenig mehr«rhott und schien außer Gefahr zu sein. Den Leuten im Dorfe hatte Curtin mit wenigen Worten erzählt, daH er auf dem Wege angeschossen worden sei, von wem, das wisse er nicht. Er wollte vermeiden, daß man Dobbs verfolge, weil sonst alles verlorengegangen wäre. „Diese nichtswürdige Kreatur hat mich kaltblütig niedergeschossen,' sagte Curtin zu Howard,»weil ich mich weigert«, mft ihm dein Gut zu teilen. Er spielte erst einen Trick, al» ob er in Notwehr sei. Aber ich wußte gleich, worauf er aus fei. Ich hätte ja eigenttich zustimmen können zu der Teilung, und wenn wir w der Stadt waren, die Sache wieder in Ordnung bringen können. Aber du wärest vielleicht früher bei uns gewesen, ehe ich erwartete, und dann würdest du geglaubt haben, ich hätte dich betrügen wollen. Du würdest sicher nicht geglaubt haben, daß ich der Teilung mir scheinbar zugestimmt hätte. Cr kippt« mir eine in die linke Seite und ließ mich im Busch liegen, damit ich dort verrecke. Nun habe ich aber zwei Schüsse, ich kann mich jedoch nur auf«inen besinnen. Ich denke beinahe, dieser Schurke ist später, als ich bewußtlos dalag, noch einmal zurückgekehrt und hat mir noch«ine gekippt, um seiner schönen Arbeit auch ganz sicher zu sein. Spät in der Nacht kam ich zu mir und torkeft« und kroch so rasch von d» Stelle fort, wie es nur möglich war. Ich dachte, der kommt sicher am Morgen, ehe er weitermarfchiett, noch einmal her, und wenn er sieht, daß ich immer noch«inen Atemzug habe, gibt er mir den Rest. Ich bin dann auf einen Indianer gestoßen, der im Busch Kohl« brannte. Zuerst lief er weg, weil er sich fürchtete. Als ich ab» dann zu ihm sprach und ihm sagt«, daß ich in Not sei, half er mir sofort und brachte mich hierher. Ohne seine Hilfe wäre ich sicher umgekommen, denn ich konnte nicht mehr weiter, und kein Mensch würde mich da je gefunden haben.'(Schluß folgt.) WAS DER TAG BRINGT. «wiuinttiiiniiiBiiiiiiiiiBwiiiitiiiiiwniiniiniinimiiimniHiiiHiitiiiimiiiiiiiimiiiiiiiHniQiainiiiiiiiiiiinitnnitiiiafnwiiiiimiinmiininiiimBmiiwiiiiiinaiW8mminiwipi— Der alte Putschten nehmer. So etwa» liest marn Wer leiht völkischem Schulmeister(allem Kriegs- und Putschteilnehmer) einige WO M? Dem ehrenwerten Erzieh» kaim geholfen werden: wir bean- tragen beim Reichsgericht Verdoppelung fein« republikanischen Pension, unter Berufung auf seine alte Putschtcilnehmerfchaft! Die Luftflotte des Finanxmagnaten. Der belgische Finanzmagnat L o e w e n st« i n, der im vorigen Jahre mehrere Flugzeug« der englischen Flolle gemietet hatte, um seine Geschäftsfreunde nach Biarritz zu befördern, wird in diesem Jahre«ine eigen« Luftflotte zur Verfügung haben, die jetzt durch «inen Fotker-Monoplan vervollständigt worden ist. So gedenkt er. künstig für seine geschäsllichen und sonstigen Reisen v'on„oltmodi- scheu' Einrichtungen, wie Auto und Eisenbahn, aber auch von den bestehenden staatlichen Lustverbindungen unabhängig zu sein. Die Engelmacherin. Margarete Martinö in Chambery(Frankreich) hatte im Kriege ihren Mann verloren. So war sie mit einem Nachbarn«in Ver- hältnis eingegangen, das einige Jahre andauerte. Eines Tages wurde sie in ihrer Abwesenheit von einer Bekannten besucht. Frauen sind neugierig: aus Langeweile öffnete die Besuchcrin einen Koffer und erblickte darin zu ihrem Schrecken drei Kinderskeletts und zwei völlig ausgetrocknete Kinderleichen. Die Frau behiell anfangs ihr Geheimnis für sich. Als sie aber einige Tage daraus mft der Mariine in Streit geriet, warf sie ihr die Kmderleichen vor. Da gestand die Frau Martin« unter Tränen, daß sie seit 1921 sechs Kinder geboren hatte, wovon fünf von chr getötet worden waren. Der Fall wurde ruchbar. Di« Polizei griff ein und verhaftete die Martine. Sie behauptet, daß ihren Freund der größte Teil der Schuld treffe. Er Hobe ihr übrigens in Gegenwart von Zeugen gedroht, daß er ihr den Leib aufschlitzen würde, wenn sie in andere Umstände käme. Di« Unkenntnis der Mittel gegen die Empfängnis wurde hier mit«ine Ursache zum Verbrechen. Die Stadt der wenigsten Morde. Soeben ist der Jahresbericht der Stockholmer Kriminalpolizei oeröffenfticht worden. Mai, erfährt daraus, daß(927 in Stockhalm 8896 Derbrechen verübt worden sind, wovon 5350, etwas über 60 Proz.. restlos aufgeklärt werden konnten. Der Wert des ge- ftohlenen Eigentums beziffert sich auf über anderthalb Millionen Kranen: davon wurden 75 Proz. den Eigentümern zurückgestellt. Weitaus die Mehrzahl der Verbrechen entfällt auf gewöhnlichen Diebstahl: von dielen Fällen konnte nur die Hälfte aufgeklärt werden. Stockholm hat die niedrigste Mordziffer in Europa und Amerika. Im Laufe des ganzen Jahres 1927 würden in Stockholm nur zwei Wort« verübt, Das«Ke Verbreche» diojey Art war gm Word aus Eifersucht:«in Mann hatte seine ungetreue Gattin erschossen. D» zweite Mord wurde von einem Irrsinnigen verübt, der zuerst sein» Frau erschlug und sich dann das Leben nahm. Auch die Zahl der Raubüberfälle ist in Stockholm erstaunlich gering. E» sind nur vier Verbrechen dieser Art registriert worden. Zwei Räuber wurden per- urteilt, während in den anderen Fällen die Angeklagten wege« Mangels an Beweisen freigesprochen wurden. Die Zahl der Fäl- schungen beträgt 211, während 702 Betnigsfälle aufgeklärt wurden, Ziemlich häufig find die Fälle des Derficherungsfchwindels: 1115« I Di« größte Zahl der Verbrechen entfällt auf den Oktober und beträgt in diesem Monat 900. Ehen auf einen Tag. In Sowjetrußland sind Heiraten auf einen Tag eine veo« breitet« Erscheinung. Wenn«in junges Mädchen nur unter de? Bedingung einem jungen Menschen zu willen sein will, daß er sie heiratet, so läßt er sich nicht lange halten. Er begibt sich mit ihn zum Standesamt, dort wird die Ehe registriert, die Brautnocht wird genossen, und am nächsten Tag«»klärt der jung« Mensch, für den die Registrierung am Standesamt nur ein Mittel zun, Zweck war, daß er sich nun scheiden lassen wolle. Allein in Lenin, grad wurden im Lauf« von drei Monaten mehr als 40 solcher Ehen geschieden, die nicht mehr als zwei bis drei Tage gedauert halten. Die Moskauer.Abend-Zeitung' teilt nun eine Verfügung des Obersten Gerichtshofes mit, in der es heißt: In der letzten Zeit sind in der Gerichtspraxis Fälle beobachtet worden, daß einzelne Bürger Ehen schließen, um nach erfolgtem Verkehr sich am nächsten Tag« scheiden zu lassen. Im größten Teil d» Fälle sind dies« „Ehen auf«ine» Tag' nur zu dem Zweck vorgenommen worden, um die Möglichkeit des Verkehrs mft den Frauen zu haben. Bis jetzt war man sich nicht einig, ob solche Eintagsehen kriminell zu belangen find. Die Plsnaroerfammlung des Obersten Gerichtshofe» hat entschieden, daß derjenige, der eine Eehe schließt zu dem alleinigen Zwecke, mit einer Frau in Verkehr treten zu können, m Wirklich. keit aber die Absicht hatte, in«in bis zwei Tagen die Ehe scheiden. zu lassen, auf Grund de» Z 153, das heißt wegen Ver- gewaltigung zur Rechenschaft gezogen werden muß. Drei Hindus radeln um die Welt. Drei junge Hindus haben vor kurzem ein« Reis« um die Welt auf dem Zweirod glücklich vollendet. Sie haben zu dieser Leistung fast fünf Jahre gebraucht. Im Jahre 1923 oerließen sie Bombay. radelten durch Indien und gelangten nach Persien. Bon dort fuhren sie auf dem Zweirad über Palästina nach Aegypten, kamen zu Schiff noch Italien, wurden dort als Spione festgenommen, ab» bald wieder entlassen. Dann ging die Radeftour durch Europa und üb» den Kanal nach England, von wo sie zu Schiff nach Amerika sichren, den nordamerikanischen Konttnent durchrodelten und dann nach Japan gelangten. Darauf durchquerten sie zu Rad China und da« asiatisch� RManj» und kehrten nach ihrem Baterland zurück,, ~ Sportund Spiel~ Revolution in der Monopolhose. Der Berliner Arbeitersportverein Fichte", der sich Beide Erzeugnisse zeichnerischer Kunst bilden wir hier ab. Die feiner revolutionären bolfchemistischen Gesinnung nicht genug rühmen Frage entsteht, ob zwischen der Firma Flörsheim u. Co. und deren fann, hat im November v. J. sich ein neues Vereinsa b= Monopolhose und dem„ revolutionären" Arbeitersportverein Fichte zeichen zugelegt. Dieses Abzeichen wurde damals im Vereins blatt„ Der Kampfgenoß" mit folgenden Worten eingeführt: „ Sieh unser heutiges Titelbild. Sieh unser neues Vereinsfymbol! Wie war das alte? Bier F vom großen Fichte- F durch Schlungen. Bier F, frisch, fromm, froh, frei. Bielleicht haben wir nie unter fromm fromm im Sinne einer Religionsgemeinschaft ge= meint. Bielleicht dachten wir fromm als Begriff für treu. Aehnlich wie man von einem guten, ruhigen arbeitssamen Pferde, einem Pferde, welches nie ausschlägt, beißt, ausreißt, als von einem frommen Pferde spricht. Bielleicht dachten wir uns überhaupt nichts mehr unter dem alten Zeichen? Das„ neue" ist aber streng durchdacht! Das„ neue" ist eben Fichte! Das neue ist uns Symbol! Das neue zeigt uns neue Wege. Einfach, gradlinig, scharf, fantig, spizz und doch fest in der Faust. Bewegung zeigt das neue F. Die Bes megung, die Form der Fahne. Das Borwärtstragen, das Flatternde, das Buchtige. Genau ausgewogen und bestimmt. Bielleicht haben noch nicht alle Fichtegenossinnen und-genossen den Inhalt, den Sinn des neuen verstanden. Gefühlt haben es fast alle. Hier ist die neue Form. Nur so wirbt Fichte, so stolz und frei von allem Drum und bran. So einfach und trotzdem so inhaltsreich. So war das neue Abzeichen eine Revolution! Sieh unfer Titelbild! Sei stolz, dieses F tragen zu dürfen..." Gut gebrüllt, Leupold! Aber vom Erhabenen zum Lächerfichen ist oft mur ein Schritt. In der Epistel ist nicht davon die Rebe, mer an dem neuen revolutionären Vereinsabzeichen das Urheberrecht hat. Darüber gibt aber ein Reflameblatt der Textilindustrie Auskunft. Wir finden dort ein Inserat der Textil firma Flörsheim u. Co., Frankfurt a. M. und München- Gladbach, das eines ihrer hervorragenden Erzeugnisse, nämlich die Mono= polhose, anpreist. Diese Firma hat auch ein Warenzeichen für belagte Hofe, und dieses Zeichen sieht dem revolutionären Abzeichen bes Arbeitersportvereins Fichte so ähnlich wie ein Ei dem anderen. Zum 20. Mai! Der Bericht der sozialdemokratischen Reichstags: frattion an die Partei beweist, wie die Fraktion mit allen verfüge baren Mitteln für den Arbeitersport eintritt. Dant der aufflärenden Arbeit der Fraktion im Reichstagsausschuß für Leibeseine Ideengemeinschaft besteht, oder ob einer von beiden gegenüber dem anderen das Urheberrecht verlegt hat. Der Gedante, daß der RECORD- KLEIDUNG ADI Zeichen der Monopolhose. F Das Fichte- F. Arbeitersportverein Fichte" für die Firma Flörsheim u. Co. Reklame läuft, ist doch wohl abwegig? Daß aber in dem Zeichen einer Hosenmarte die Revolution" fiegen wird, glauben wir doch nicht! Der Fall zeigt, daß man beim Anblid eines solchen Zeichens die abweichendsten Gefühle haben fann; der eine benft an rote Fahnen und blutige Revolution und der andere an englisch- lederne Hofen! Jeder nach seinem Geschmad! gefchäftstüchtigen holländischen Buchmacher haben für die Fußballolympiade Liften aufgelegt, in denen die sich an den Fußballspielen beteiligenden Länder je nach ihrer Spielstärke zu hohen oder niedrigen Rurfen offeriert werden. An der Spiße steht Argentinien mit Bari, bann fommt Uruguaŋ mit 2: 1 notiert, an zwölfter und letzter Stelle Jugoslawien mit 100: 1, vorher die Türkei mit 50: 1. Menfchen wird man also handeln wie das Vieh auf ber Rennbahn. Den Arbeitersportlern fann es nur recht sein! Verpflichtungen für Rütt. Am Sonntag. Bei ihrer zweiten diesjährigen Veranstaltung am fommenden Sonntagnachmittag bietet die Rütt- Arena ihren Anhängern ein Programm, bei dem diesmal der Hauptwert auf die Kurzftredenwettbewerbe gelegt ist, für die Rütt neben den bekannten Ausländern Spears, Charlier, Mouton und De Martini inzwischen noch Charliers ausgezeichnete Landsleute Duran und den mehrfachen Sechstagefieger Maurice Dewolf, der im Vorjahre auf der Rütt- Arena einer der erfolgreichsten war; ferner die Italiener Bassi und Urago, sowie den Dänen Jensen und den Holländer Rolles verpflichtet hat, so daß also nicht weniger als zehn namhafte Ausländer am Start des großen Fliegerhauptfahrens und Des Stundenmannschaftsrennens erscheinen werden. Auch die deutschen Farben sind mit dem Krefelder Schamberg, der bisher von Sieg zu Sieg geeilt ist, seinem starken Landsmann Damerom, dem Breslauer Kießlich, dem Dresdener Steinbach, dem Stuttgarter Schuler und den Berlinern Lorenz, Oskar Rütt, Hahn, Graue, Schwemmler, Henne, Kühl, Mühlbach, Dorn, Krüger, Redzierski usw. nicht schlecht vertreten. Man fann daher damit rechnen, daß es in dem großen Fliegerrennen, das eine Anzahl Bor-, Befähigungs- und Zwischenläufe sowie drei Endläufe umfassen wird, heftige Kämpfe zwischen den Deutschen und den Ausländern geben wird. Die in diesem Rennen nicht plazierten Fahrer treffen sich in einem Ausscheidungsfahren, während Redzierski seine Armbinde" gegen den mit Feuereifer trainierenden zähen Italiener Baffi zu verteidigen hat. Die beiden Dauerrennen hinter Motoren über je 15 Kilo= meter bestreiten Carpus, Dobe, Ergleben, Maczynski und Vermeer. an den Amateurrennen, für die überaus viele Meldungen einge gangen find, nimmt u. a. auch der schnelle Dresdener Einsiedel teil. Vereinskalender Touristen Berein Die Naturfreunde", Tentr. Bien. Abt. Charlota eini bes Denkens. Abt. Süd- Ost Freitag, 20. April, 20 Uhr, Reichenberger Str. 66. Lichtbildervortrag. Ab f. Treptow: Freitag, 20. April, 20 Uhr, Elfenstr. 3. Lichtbildervortrag. Erdgeschichte der Heimat. A b t. NeuölIn: Freitag, 20. April, 20 Uhr, Ropiste, 55. Vortrag. Gemeinfchaftstüche. altun ftgemeinfchaft: Freitag, 20. April, 20 Uhr, Montag, 23. April, 20 Uhr, Ebertyfte. 12. Das Arbeiten mit Neutoccin. Avt. Johannisfte, 14-15. Borträt, Blumen, Grizzen. Fotogemeinschaft: Brit: Montag, 23. April, 20 Uhr, Jugendheim, Rathaus. Was heißt Weltanschauung. Gesundbrunnen: Achtung! Neues Heim Hintermannschaft ins Banten. Auch die Läuferreihe hat stets bestenburg: Freitag, 20. April, 20 Uhr, Spreeftr. 30. Kriminalität und wiesen, daß sie zu spielen versteht. Gutes Zerstörungsspiel, sowie unermüdlich ich Aufbau von Angriffen zeichnet sie besonders aus. Das Schmerzenskind der Mannschaft, der Torwart, hat in den letzten Spielen bewiesen, daß er auch im Ernstfalle feinen Mann steht. Nur ist ihm dringend zu raten, das unnötige Ferauslaufen bei noch schon so mancher Mannschaft zur Niederlage verholfen. Aus Anlaß dieses Spiels besteht im Groß- Berliner Gebiet ab 12 Uhr Spielverbot. Abt. übungen bringen auch die bürgerlichen Parteien dem Arbeitersport so überlegenem Spiel zu unterlassen. Leichsinn des Torwarts hat Beltliche Schule", Pant. Ede Wiesensttraße, Donnerstag 19. April, Humogrößeres Interesse als bisher entgegen. Zu dieser gesteigerten Anerfennung haben vor allem die außerordentlichen Leistungen der Arbeitersportler in bezug auf die Durchführung ihrer Olympiade und den Bau der Bundesschule in Leipzig beigetragen. Die bisherige Arbeit im Reichstag ist aber erst ein Anfang. Es bleibt noch viel zu tun. Der Frattion gelang es zwar, insgesamt 400 000 Mr. Beihilfe für die Bundesschule in Leipzig durchzusehen, es war aber nicht möglich, gegenüber der fulturfeindlichen Einftellung der Rechtstoalition mehr als 1% Millionen Mart für Sport zmede im Reichshaushaltsetat durchzusehen. Auch eine Aenderung des bisherigen Berteilungssystems für die Reichsgelder war nicht zu erreichen. Die Reichstagsfraktion ist aber der Ansicht, daß die Gleichberechtigung mit den bürgerlichen Verbänden dann erreicht wird, wenn die Arbeitersportler ihre eigene Beme= gung starten und unter Anerkennung dessen, was die SozialDemokratie für die geleistet hat, den Einfluß der Partei mehren. Die fommenden Reichs- und Landtagswahlen merden den Arbeitersportlern dazu Gelegenheit geben. Fußball. Vorrunde um die Bundesmeisterschaft. Noch ist das Spiel um die oftdeutsche Arbeiterfußballmeister. Schaft in aller Erinnerung, und schon wieder bietet sich den Anhängern des Fußballsports die Gelegenheit, ein großes Spiel zu fehen. Abler 08, Berlins Meister, und der mitteldeutsche Meister, Verein für Leibesübungen 88, Naumburg, stehen sich am fommenden Sonntag im Lichtenberger Stadion in der Borrunde um die Bundesmeisterschaft gegenüber. Die Mannschaft des Berliner Meisters ist noch in aller Ge Ziel: Friedrichshain. ristischer Abend. Arbeiter. Sport- und Kulturkartell, Tiergarten, Montag, 23. April, 19% Uhr, bei Lorgaß, Emdenerstr. 56. Rartelfigung. Arb.- Rabf.- Verein Groß- Berlin, Gonntag, 22. April, 5 Uhr, Baumblüte nach Werder, Soherweg 7. 13 Uhr Schlendorf, Karlstr. 12. Start Waldemar Straße Ede Mariannenplag. Gäste willkommen, Arbeiter. Zurn- und Sportverein, Paniow e. B. Sonnabend, 21. April, 18% Uhr, im Turnerheim Sportplag Bantow- Seinersdorf", Bierteljahresvers fammlung bes Bereins. Banber- Babbler Savel". B. Bootshaus Heiligensee", Dorfstr. 29. Sigung: Freitag, 20. April, 20 Uhr, bei Fuhrmann, Graunfte. Ede Demmi nerstraße. Gäfte millfommen. Mitglieder werben aufgenommen. Sonntag, 22. april, Anpaddeln, Start 8 Uhr, Bootshaus. Arbeiter- Radfahrer- Bunb Solidarität". Touren für Sonntag, 22. April: Der am 29. April ftattfindende Straßenlauf der Arbeiter sportler über 7 Stilometer van reptom bis zum Friedrichs hain, hat eine Bereicherung dadurch erfahren, daß auf dem Sport plaz im Friedrichshain um 15 Uhr ein Handballspiel Hannover gegen Sparta stattfindet. Hannover wurde beim Spiele gegen die Ländermannschaft am vorigen Sonntag nur knapp mit 7: 6 geschlagen. Die Zuschauer des Straßenlaufes werden also am Ziel ein hervorragendes Handballspiel zu sehen bekommen. Das Internationale Arbeitsamt veröffentlicht in seinem offiziellen Kommuniqué nunmehr auch die Mitteilungen, die von der sozialistischen Arbeiterspartinternationale hinausgehen. Das Internationale Arbeitsamt bemüht sich, Erfahrungen zu sammeln, mie die Freizeit der Arbeiter in den verschiedenen Ländern ausgenügt wird. Es tann sicherlich feine beffere Ausnügung der Freizeit geben, als daß die Arbeiterschaft wandert, Spiel und Sport treibt in Arbeitersportvereinen. Toto auf der Olympiade. Das scheint ja bei den olympischen Spielen in Amsterdam recht nett zu werden. Neben Sporttanonen, einem Heer von Sportoffiziellen in St. Morig waren z. B. mehr Offizielle als Wetttämpfer vertreten, einer Auslese von Fürstlichkeiten und hohen Militärs haben nach den letzten Meldungen auch die Börsenfettefte Geschäft verspricht die Fußballolympiade" zu werden. Die hächtnis. Das flache Baßipiel des Innensturms und die schnellen jobber und Buchmacher geradezu glänzende Chancen. Das Flantenläufe der beiden Außenleute brachte schon gegen Forst die FAHRRADER OPEL FOR NUR MK. 3-4 wochtl. Teilz. GE Vertreterbes. U. Vorfuhrg. Unverbindl. Sherlock Gm.b.H.Berlin Backescher( Qarkt 2-3- Tel. Qarden 4791-93 Donnst., 19.4.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 71 Uhr Don Giovanni Staatl. Schauspielb. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Prinz Louis Ferdinand Donnst, 19.4.28 Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. II. Anf. 71 Die Hochzeit des Figaro Staatl. Schillerth. Charlottenburg 8 Uhr Das Duell am Lido Deutsches Theater Norden 12310 Abonnementsbüro: Norden 10338-39, & Uhr, Ende 10%, U. Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr, Trebtisch Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 81% Uhr 2, Drisst. Copenid: Fürstenwalde, Start 7 Uhr, Schloßplas. 1. Dragt. Seinersdorf: Buch, Start 11 Uhr, Raiser- Bilhelm- Str. 12. Drisgt. Giralau Rummelsburg: Buch. Stort 8 Uhr. Türrschmidtstraße. Drtsgr. Gönhaufen: Bezirksfuchsiago im Buchener Bald, Start 11½ Uhr, Friebensplak. Ortsgr. 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