BERLIN Freitag 20. April Der Abend Erfcheint täglich außer Sonntags. " 2 Bugleich Abenbausgabe des Vorwärts". Bezugspreis für beide Ausgaben 70 Vf. pro Woche, 3 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts " Anzeigenpreis: 10 Pf. Nr. 188 B 93 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 20 Milliarden zahlen die Maffen 1924 bis 1927. Die Hinterlassenschaft des Bürgerblocks. Was das Bolf und was der Besitz zahlt. Das Reichsfinanzministerium hat vor furzem die Uebersicht über bie Einnahmen des Reichs an Steuern, Zöllen und Abgaben im Rechnungsjahr 1927 veröffentlicht. Damit läßt fich nunmehr. die Entwidlung der Reichssteuereinnahmen seit der Stabilisierung in den Rechnungsjahren 1924 bis 1927 verfolgen. Die wichtigsten Zahlen hierfür bieten folgendes Bild: Reichssteuererträge 1924 bis 1927. Das Erdbeben in Bulgarien. 1924 1925 1926 1927 In Millionen Mr. Gesamtaufkommen 7 323 6856 7 173 8.490 Maffenbelastung. 4992 4.986 4 743 5.516 danon Lohnsteuer. 1332 1367 1 095 1348 " Umfagiteuer 1 798 1338 875 878 " Beförderungsft. 312 318 312 349" Zölle 357 590 940 1251 " Berbrauchssteuern 1 193 1373 1521 1 690 Befizzbelastung. 2 331 1870 2 430 2974 Davon Einkommensteuer 863 803 1064 1301 Körperschaftssteuer 314 187 382 478 Vermögenssteuer. 499 270 359 442 " " Erbschaftssteuer. 26 27 35 72 Diefe Zahlen ergeben den unwiderlegbaren Beweis für den unfozialen Charakter der Steuerpolitif des Bürgerblods. 1924 bis 1927 hat das Reich insgesamt rund 30 milliarden Steuern eingenommen. Davon sind aber mehr als 20 Milliarden durch die Massenbelastung aufgebracht worden, dagegen noch nicht 10 Milliarden durch die Besitzbelastung. Seit der Stabilisierung hat also die Massenbelastung mehr als zwei Driffel der gesamten Reichssteuererträge aufgebracht Zugleich hat aber die Maffenbelastung fortgesetzt riefenhafte Ueberschüsse geliefert. Der Bürgerblod war immer bemüht, diese Tatsache dadurch zu verdeden, daß die Boranschläge im Reichshaushaltsplan nachträglich den wirklichen Steuereingängen angepaßt wurden. Stellt man dagegen die tatsächlichen Steuererträge den ursprünglichen Voranschlägen gegenüber, so brachten an Ueberschüssen 1924 . 1801 278 1925 1926 Jn Millionen Mart 611 272 99 217 1927 646 94 Massenbelastung Besitzbelastung In den vier Rechnungsjahren hat also die Massenbelastung ins gejamt mehr als 3300 Millionen Ueberschüffe erbracht, die Befizbelaftung dagegen noch nicht 500 Millionen. Diese Ueberschüsse hat der Bürgerblock zu Liebesgaben an den Besitz und zur Senkung der Besitzbelastung verwendet. Nach eigenen Angaben der Reichsregie rung sind die Besitzsteuern durch die beiden großen Steuerreformen in den Jahren 1925 und 1926 um 2% Milliarden ermäßigt worden. Die Sozialdemokratie hat dieses Steuerunrecht ständig aufs schärffte bekämpft, und ihr Kampf hat auch eine Reihe von Erfolgen gezeitigt. Sie hat erreicht, daß das steuerfreie Existenzminimum bei der Cohnsfeuer, das 1924 nur 50 Mart monatlich betrug, vom 1. Januar 1926 ab auf 100 Mart monatlich erhöht wurde. Ihr alleiniges Wert sind die Erstattungen bei der Lohnsteuer, durch die bis jetzt 162 Millionen den Lohnsteuerpflichtigen wieder zurückgezahlt worden sind. Die Sozialdemokratie hat weiter durchgesetzt, daß die Umfahsteuer von 2½ Proz. im Jahre 1924 auf% Proz. ab 1. April 1926 heruntergefeßt, also auf weniger als ein Drittel ermäßigt worden ist. Sie hat schließlich erreicht, daß die Salzsteuer vom 1. Oftober 1927 ab aufgehoben und gleichzeitig die Zudersteuer auf die Hälfte ermäßigt wurde. Eine alte Moschee in Philippopel. Sofia, 20. April. Die letzten Meldungen, die im Laufe der Nacht über die Erdbebenkatastrophe eingelaufen find, besagen, daß die Schäden bedeutend größer find, als man ursprünglich annahm. Die Zahl der beschädigten Häuser foll über 2000 betragen, von denen mehr als 1000 vollkommen zerstört wurden. Die 3ahl der Toten ist auf 30 gestiegen( nadh anderen Meldungen follen es bereits mehr als 100 Tote fein. Die Red.), die der Schwerverletzten auf 60, die der Leichtverletzten auf 100. Die Erdstöße dauern noch an. Die durch Bulgarien verfehrenden infernationalen 3üge sind eingestellt: Die Bevölkerung fampiert im Freien und leidet unter der zunehmenden Kälte fowie unter Lebensmittelmangel. 3wei Ortschaften in der Umgebung von Philippopel find gänzlich zerstört. Während des Bebens wurden intereffante Naturerscheinungen beobachtet. In Türkengasse in Philippopel. einigen Dörfern wurde der Boden aufgerissen, und nach dem Erdbeben sprangen meterhohe Wasserfäulen hervor, die das Land überfchwemmten. Außer den Eisenbahnen wurden große Landstraßen zerstört. Erdstöße auf dem Balkan und in Kleinafien. Angora, 20. April. Gestern abend um 9 Uhr wurde in Adrianopel ein heftiges Erdbeben verspürt, das fünf Sekunden dauerte. Zehn Minuten später folgten vier schwache Stöße in kurzen Abständen voneinander. Sie wurden auch in Stambul und Ostthrazien wahrge| nommen. In Smyrna ereigneten sich zwanzig Sekunden lang Erdstöße mit einer turzen Zwischenpause. Heute wurden an den Dardanellen um 1 Uhr und um 3 Uhr nachmittags neue schwache Erdstöße verspürt. Fleischversorgung Berlins bedroht! 100 Stunden wöchentliche Arbeitszeit im Bieh- und Schlachthof. Die Arbeiter des Städtischen Vieh- und Schlachthofes sind es müde, immer wieder vergebens an die Behörden zum Einschreiten zu appellieren. Wochenarbeitszeiten von 70 bis 100 Stunden sind dort die Regel. Die Arbeiter find entschlossen, durch Selbsthilfe sich ihr gutes Recht zu verschaffen. Die Forderungen der Sozialdemokratie gingen darüber weit hinaus, aber der Bürgerblock verhinderte ein Fortschreiten auf diesem Bege. Er verhinderte insbesondere eine ausreichende Senkung der Lohnsteuer und er trat den Rechtsanspruch der Lohn- und Gehalts empfänger auf Ermäßigung der Belastung entsprechend der Leg Brüning mit Füßen. Er verhinderte ebenso die weitere Herab- Wir haben wiederholt auf die unhaltbaren Zustände fegung der Umfahffeuer und die völlige Beseitigung der Zuckersteuer, der schlimmsten Belastung des lebensnotwendigen Verbrauchs. Der Bürgerblod hat sogar die Maffen um die Früchte der Steuerfenfungen gebracht, die ihnen in den legten Jahren durch die Sozialdemokratie erfämpft worden sind. Denn diese Steuersenkungen sind mehr als aufgewogen ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) hingewiesen, die dort herrschen. Früh vor Tag und abends, wenn der gewöhnliche Bürger längst im Schlaf liegt, Sonntags vor und nachmittags, immer wird dort ge arbeitet. Die Markthallendirektion der Großmarkthalle erwiderte auf Beschwerden: Durch die Marttordnung ist lediglich der Zeitpunkt des Beginnens betreffend Einbringen des Marftgutes geregelt, nicht aber der Einlaß in die Hallen oder der Beginn der Arbeitszeit in denselben." Die Markthallendirektion erklärt also, daß dort die Arbeitszeit eine unbegrenzte sein kann, daß es für die Fleischereiarbeiter meder Arbeitszeitnotgeset noch Arbeitszeitbestimmung, geschweige geschweige denn der Gedanke gilt, daß die Arbeiter sozusagen auch Menschen sind. Das handelsministerium hüllt sich in Schweigen., Das städtische Kuratorium für den Vieh- und Schlachthof tut wie das Handelsministerium. Obwohl die Sonn tagsarbeit unzulässig ist, wird sie von der der Schlachthofdirektion un Polizei und beschränkt zugelaffen. Die Fleischgroßmarkthalle wird überhaupt nicht mehr geschloffen und dient statt dem Handel allein auch der Arbeit, die bort unbegrenzt und unbeschränkt zugelassen with. Diese Zustände sind eine Kulturschande Die Belastung des Volkes. (Fortsetzung von der 1. Seite.) worden durch die Erhöhung der Belastung durch Zölle und ver- brauchssteuern. Die Zollerträge sind von 1324 bis 1327 von ZS7 auf 1231 Millionen jährlich, also um das Dreieinhalbfache gestiegen. In derselben Zeit sind die Erträge der Berbrauchspeuern von 1133 auf 1690 Millionen jährlich angeschwollen. Trotz der wiederholten Er- Mäßigung der Lohnsteuer und der Umsatzsteiuer war daher die Massenbelastung 1327 um eine halb« Milliarde höher als 1324. Damit wird aber die Erschwerung der Massenbelastung nur zum kleinen Teil gekennzeichnet. Di« schlimmste Verschärfung ist durch die verschlechterte Zusammensetzung der Massenbelaskung eingetreten. Denn die Haupteinnahm« aus den Zöllen fließt nicht dem Reich. sondern den Produzenten zu, die ihr« Warenpreise um den Zoll- betrag steigern konnten. Deshalb ist die Zollbelastung der Der- braucher weit größer als die Zolleinnahme des Reiches. Die Zusammensetzung der Massenbelastung ist noch viel unsozialer als ihre Höhe. Der Uebertastung der Masten muß ein End« gemacht werden. Deshalb verlangt die Sozialdemokratie 1. weitere Ermäßigung der Lohnsteuer, so daß all« kleinen Einkommen befreit werden: 2. völlige Beseitigung der Umsatzsteuer: 3. Abschaffung der Zuckersteuer und aller sonstigen Steuern auf den lebensnotwendigen Verbrauch: 4. Senkung der Zollbelastung durch.Abkehr von der Hochschutz. Zollpolitik des Bürgerblocks.<) Für den Einnahmeausgleich bietet die Verschärfung der Besitz. bclastung reichlichen Spielraum. Noch immer sind die für 1326 zu wenig gezahlten 41 Millionen Vermögens st euer nicht nach- erhoben. Noch immer bleibt der Vermögenszuwachs steuer- frei und bringt die Erbschafts st euer lächerlich geringe Erträge. Noch immer erfolgt keine ausreichende Erfassung der Speku- laiionsgewinne und des verschwenderischen Verbrauchs bei der Einkommensteuer, und noch Immer sind die Steuer- bisteu nicht offengelegt. Wannsee-Köslin? Auf der Spur des Schriffstellers Braun und der Olga Benario. Der Handstreich in Moabit hält die Abteilung I A weiter in Tätigkeit. Täglich laufen Mitteilungen aus dem Publikum ein, nach denen der flüchtige Otto Braun oder seine Freundin Olga Benario oder auch die vier entkommenen Ve- freier hier oder da gesehen worden sein sollen, viele Beamte sind ständig unterwegs, um diese Mitteilungen nachzuprüfen. Bisher aber hat sich noch keine der angegebenen Spuren als richtig erwiesen. Alle Meldungen fanden eine harmlose Auf- klärung. Reuerdings soll Braun in G r o ß- M ö l l u in der Gegend von Köslin in Pommern sich aufgehalten haben. Die Kösliner Kriminalpolizei hat die Abteilung IA davon' in Kenntnis gesetzt und ist mit den Nochforschungen in der Gegend noch beschäftigt. Von Berlin aus werden augenblicklich noch mehrere -puren verfolgt, u. a. eine, die in der Richtung nach Magde- � urg zu weift. Am Aiga der Flucht gegen 11)4 Uhr. als die Befreiung noch nicht weiter bekannt geworden war, sahen Leute. »ie sie mitteilen, in derHähe von Wannsee auf der P o t s- damer Ehauffee zwei Automobile. In dem ersten, einem zraugrün lackierten offenen Privatwagen, saßen außer dem Chauffeur vier junge Leute mit dunkelblauen Anzügen und seglermützen. Man erinnert sich wohl, daß auch die Befreier Brauns dunkel gekleidet waren und blaue Mützen mit Abzeichen -rügen. Nur der eine, der gefaßt wurde, trug einen Hut. Hinter diesem Privatwagen fuhr eine große BerlinerAutodroschke, in der eine Dame allein saß. Der Chauffeur dieser Droschke wird »cbeten, unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 3000 M. iich bei der Abteilung I A im Berliner Polizeipräsidium zu melden, »eil er vermullich angeben kann, welche Richtung der Wagen mit den vier jungen Männern weiter eingeschlagen hat, und weil er »ielleicht auch dessen Erkennungsnummer weiß. Es handelt sich um -inen Vorgang am Tage oer Flucht, dem 11. April d. I. Gebeten, -ich zu melden, werden auch alle, die an jenem Tage zwischen 3 und >0 Uhr gesehen haben, daß vor dem Neuen Kriminalgericht in der Turmstraße ein graugrüner Privatwagen gehalten hat. der von iungen Männern bestiegen worden ist. Hierfür kommen besonders Thauffeure in Betracht, die vielleicht auch andere für die Ermitt- iungen wichtige Beobachtungen gemacht haben. Die Opfer vom Stadion. Die Llnterfuchung abgeschlossen. Die Leichen der bei der Straßenbahnkatastrophe am Stadion ums Leben gekommenen fünf Fahrgäste sind jetzt von der Polizei zur Bestattung freigegeben worden. Die Ätratzenbahn- gesellschaft wird, was selbstverständlich ist, den Hinterbliebenen die Kosten der Beerdigung erstatten. Die Untersuchung über die Schuldfrage bei der Straßenbahn ist jetzt abgeschlossen, ebenso die polizeilichen Ermittlungen und Vernehmungen der zahlreichen Zeugen, die von Kriminalkommistar Brandt beim Polizeiamt Eharlottenburg geführt wurden. Das gesamte Material wird vermutlich schon morgen der Staatsanwaltschaft III übergeben werden. Entgegen der anonymen Behauptung, daß der Straßenbahnschaffner Redlich in der Nacht vor dem Unglückstage als Autochauffeur tätig gewesen sei. ist festgestellt worden, daß R. das letztemal im Jahre 1327 während seines Urlaubs bei einem Moabiter Kraftwagenbesitzer ein paar Tage aushilfsweise als Chauffeur gefahren ist. Diese Bekundung Redlichs ist auch durch den betreffenden Fuhrhcrrn bestätigt worden, der sie auch jederzeit eidlich bekräftigen will. Es besteht die Vermutung, daß diese unwahre Behauptung des anonymen Brief- fchreibers einen Racheakt darstellt. Die Kriminalpolizei ist gegenwärtig damit beschäftigt, nach dem Absender der anonymen Karte zu forschen, und Redlich beabsichtigt, gegen ihn eventuell ge- richtlich wegen Verleumdung vorzugehen. Die. interalliierte Rheinlandtommission hat ihren Einspruch gegen das Frankfurter Eingemeindungsgesetz zurückgezogen und be- stimmt, daß das Gesetz auch im besetzten Gebiet angewandt werden tonn. » Aach Polen wird nun auch in Lettland die Bevölkerung in der Gasabwehr geschult. Polizei, Feuerwehr und Eisenbahner werden besonders ausgebildet. Keudells Gewaltstreich. Auch ein Beitrag zu dem Kapitel Politik und Charakter der Deutschnationaten. „Daher muh dte E i g e n st a a t l l ch k e i t der Länder Im ünkeressc einer freudig bejahten Reichselnhell, dte keinen Einheitsstaat aus Zwang verträgt, gewahrt bleiben. Deutschnationaler Wahlaufruf vom 20. April 1328. Daß der Reichsinnenminister v. K eu d e l l, Führer der Deutschnationalen Volkspartei, einen einmal begangenen Irr- tum eingesteht oder gar zu korrigieren suchte, ist bisher noch Keudell rüstet zum Abgang. „Llnd was soll nach dem Weggang von Exzellenz mit all den Akten geschehen, die Exzellenz hier anfgehänst haben?" „Schaffen Sie's auf mein Gut,- gibt famosen Dünger!" nicht dagewesen. Diese Starrsinnigkeit gepaart mit einer politischen Beschränktheit gehört überhaupt zu d e n Charakter- schwächen, die man als die typisch deutschnationaile ansehen muß. Sonst wäre es undenkbar, daß der deutsch- nationale Wahlaufruf die Eigenstaatlichkeit der Länder der- art stark betont in einem Augenblick, wo sich Keudell über die Selbstbestimmung der deutschen Freistaaten hemmungs- los hinwegsetzt. Fast alle größeren Freistaaten haben unter Preußens Führung gegen das Verbot des„Roten Frontkämpferbundes" pro- t e st i e r t. Ausnahmen sind nur in Bayern, in dem der Kommunistische Bund fast keine Rolle jpislt, und Württemberg, wo Herr Bazille waltet, der den ernsthaften Versuch der Auf, richtung eines Einheitsstaates mit der hochverräterischen Drohung bekämpfte, Württemberg.würde vom Reiche ab- fallen. Niemand neidet Herrn v. Keudell diese Gesellschaft. Tatsache ist doch, daß die überwiegende Mehrzahl der großen und industriereichen Länder sich dagegen gewandt haben, den RFB. zu verbieten. Die Länder, denen die Polizeigewalt zusteht, wissen am besten, was sie von dem Bestand des kommunistischen Bundes für die staatliche Sicherheit zu„befürchten" haben. Beharrt Keudell trotz ihrer Proteste auf seinem Ersuchen, so verstärkt er nur den Verdacht, daß unsachliche, rein politische Erwägungen ihn bei seinem Entschluß geleitet haben. Im übrigen hat jetzt der Staatsgerichtshof zut entscheiden. W a s er eigentlich entscheiden soll, ist einiger- maßen rätselhaft. Denn auch er kann an der Tatsache nichts ändern, daß die führenden Organe der Länder durchweg den Erlaß Keudells als rechtlich unhaltbar und politisch schädlich ansehen. Damit aber ist das Urteil bereits gefällt— ganz abgesehen davon, daß der Staatsgerichtshof in einem früheren Falle sich bereits gegen das Verbot einer Ortsgruppe des RFB. ausgesprochen hat. Keudell wollte den Gewaltstreich gegen die Lande? markieren, damit die Deutschnationale Partei wenigstens einen„V a t e r l a n d s r e t t e r" und Bolschewistentöter aufzeigen kann. Er wird auch mit dieser Geste bei den Wählern wenig Glück haben. Denn er hat nur wieder ein- mal den Beweis erbracht, daß zwischen den deutschnationalen Parolen von der Eigenstaatlichkeit der Länder und den Taten deutschnationaler Minister der übliche Widerspruch klafft, der sich in allen poliftschen Kundgebungen der charaktervollsten Partei bisher gezeigt hat! Lleberstürzt und unsachlich. Zu dem geplanten Verbot des Roten Frontkämpferbundes durch Minister Keudell erfahren wir noch folgendes: Wie übereilt dieser Beschluß zustande gekommen sein muß, ergibt sich auch aus folgendem Umstand: Jedes Jahr findet eine Konferenz der politischen Polizeiabteilungen statt, in der eingehend alle Fragen der Rechts- und Links organisationen besprochen werden. Für dieses Jahr ist die Tagung auf den 2 7. und 2 8. April festgesetzt. Die Konferenzen werden geleitet von Oberst Kuenzer, dem Reichskommissar zur Ueberwochung der öfsent- lichen Ordnung. Bei den Tagungen sind die Ehefs der Polizeien aller Länder vertreten, die wiederum ihre Speziolrcseren- ten mitbringen. Auf diesem Kongreß der berufenen Sicherheitsorgane hätte also die Meinung der Sachverständigen über den Roten Fronttampferbund genau eingeholt werden können; ein Verbot war« erst dann gerechtfertigt gewesen, weim diese Spezialisten sich auf den Standpunkt des Ministers v. Keudell gestellt hätten. Vor zwei Jahren wurde auf einer ähnlichen Konferenz von bayerischer Seite der Vorschlag gemacht, den Roten Frontkämpfer- bund zu verbieten. Auf den energischen Einspruch Preußens, How- burgs, Lübecks und Sachsens ist aber damals die Anregung Bayerns einmütig abgelehnt worden, um jetzt als ministerielles Ersuchen wiederaufzutauchen. Das Auswärtige Amt und die presse. Woher stammen die Gelder für den„Volksstaat"? Wir tellten vorgestern mit, daß das Zentralorgan der so- genannten„Allen sozialdemokratischen Partei", der„Volks- st a a t" in Dresden, Zuwendungen aus Mitteln des Aus- wärtigen Amtes erhalle und kennzeichneten die Verwen- dung von Steuergeldern ohne Wissen des Par» l a m e n t s als einen groben Mißbrauch amtlicher Gelder für parteipolitische Geschäfte. Wie nicht anders zu erwarten war, trat das Auswärtige Amt sofort mit einem Dementi an die Ocffcnt- lichkeit. Es ließ erklären, daß Mittel aus dem Geheimfonds an den„Volksstaat" nicht gezahlt worden seien, und daß das Amt im übrigen jede A u s k u n j t über die Verwendung des Geheimfonds oerweigere. Wozu es nach den Bestimmungen des Fonds be- rechtigt ist. Für den, der ein Dementi zu lesen versteht, fällt es von vornherein auf, daß sich die amtliche Erwiderung so stark an das Wort„Geheimfonds" klammert. Es gibt in der Tat einen solchen Ausgabcposten im Auswärtigen Amt, der mit ti Millionen Mark ausgestattet ist und von dem, wie wir bestätige« können, die Zahlungen au den„Volksstaat" nicht erfolgt sind. Dagegen deutete« wir bereits für jeden, der lesen kann, an, daß es sich um andere Geldquellen handelte. Es sind das die Auf- Wendungen für Unterstützungen und Beihilfen für Deutsche im Ausland, über die die Abteilung VI des Auswärtigen Amtes verfügt. Das Auswärtige Amt hat also dementiert, ohne überhaupt der Sache einiger» maßen nachzugehen. Die Verwendung von Geldern, die für Minderheiten im Aus- land bestimmt sind, zu innenpolitischen Zwecken, wird angesichts der Nollage auslandsdeutscher Kreise berechtigte Empörung er- regen. Man weiß zwar, daß der Freistaat Sachsen in Berlin eine E fandtschaft unterhält. Unbekannt war bisher jedoch, daß des- wegen Sachsen als Ausland anzusehen ist, und das ausgerechnet die sogenannte„Alte sozialdemokratische Partei" eine „deutsche" Minderheit in diesem Ausland vorstellt. Das Aus- wärtige Amt sollte sich weniger Mühe geben, die Sache zu ver- tuschen, als sie öffentlich klarzustellen. Wir können ihm schon jetzt versichern, daß die amtlichen Dementis nichts- helfen. Selbst wenn heute die Rcichsregierung diese Zusammenhänge zu bestreiten bemüh, ist. wird sie den konkreten Fragen nicht ausweichen können, die der Rechnungsprüfungsausschuß im neuen Reichstag bestimmt an sie richten wird. Deshalb würde man gut tun, diese heikle, um nicht zu sagen skandalöse Angelegen« h e i t schleunigst zu bereinigen. Jedenfalls fordern wir, daß mit der Verwendung amtlicher Gelder für dunkle parteipolitische Zwecke sofort Schluß gemacht wird. Giarworbereiiungen der„Bremen". Ollowa, 20. April. Nachdem die nötigen Ersatzteile, u. a. der Propeller des Iunker-Flugzeuges 13", ferner zwei Londungsräder,«in« Kiste mit verschiedenen Materialien sowie SpezialWerkzeugen, mit der Eisenbahn nach der Murray Bucht befördert worden sind, von wo sie nach Greenly Island zur Ausbesserung der„Bremen" weitergehen, rechnet man damit, daß der Start der„Bremen" bald erfolgen kann, * Nach einer Meldung aus Lake Saint« Agnes wurde jedoch die Weiterbeförderung der dort eingetroffenen Ersatzteile und des B r e n n st o f f s für die„Bremen" aus dem Fhigwcg nach Greenly Island durch Schnee st urm verhindert. Inzwischen sind die deutschen Ozeanflieger, unterstützt von den Leuchtturmbewohnern, damit beschäftigt, für ihr Flugzeug eine Startbahn herzurichten. Als Flug weg der Deutschen wird die Linie Greenly Island— St. Lorenz-Golf— Quebec genannt. Falls hier nicht«ine Zwischenlandung erfolgt, soll der Flug direkt nach New Park gehen. In New Bork und in Washington trifft man weit- gehende Borbcreitungcn für den En-pfang der Flieger. Welchen Empfang New Dork den Fliegern bieten will, beweist die Tatsache, daß 20 Proz. mehr öffentliche Gelder als für Lindberghs Empfang von der Stadt New Jork ausgesetzt wcvden sind. Der Kampf in der Holzindustrie. Wie wir voraussahen, hat sich die Situation in der Berliner Holzindustrie nur unwesentlich verändert. Bis heut« mittag hat sich zwar die Zahl der Ausgesperrten von 1500 auf rund 2700 und die der stillgelegten Betriebe von 80 auf 101 erhöht, doch sind an der Aussperrung zum überwiegenden Teile nur Mittel- und Kleinbetriebe beteiligt. Etwa 25 Proz. der stillgelegten Betriebe sind Zwergbetrieb«, die weniger als 10 Mann, teilweise nur «inen Arb«it«r besckäftigen. Es hat nickst nur den Anschein, als ob die Regie b«i der„Vabeho" schlecht klappt, sondern daß die Groß- unternehmen den Kampf auf dem Rücken der Kleinen „ausfechten" wollen. Wir teillen auch bereits mit, daß morgen vormittag vor dem Schlichter iükrhandlungcn stattfinden, die aber nur für die Holz- i n dust rie anberaumt sind. In der K l a v i« r i n d u st ri e ist d'e S'tuativn unverändert. Lier kommen die Unternehmer am Montag zusammen, um ihre„Gegenmaßnahmen" zu beschließen, Hugenberg ist groß... ... und Hussong ist sein Prophet! Sie ergänzen einander trefflich. Wie Ludendorff und sein Kriegspressequartier. Reminiszenz an Blücher:„3m Kriege muß jeder seine Pslicht tun, der eine mit dem Säbel, der andere mit dem Schnabel.' ■fjugenberg kämpft zwar nicht mit dem Säbel, aber mit der wirksameren Waffe des Kapitalismus, dem Geldsock. Dafür ist Hussong, sein Prophet, um so mehr beim Schnabel geblieben. Ueber fünf.Lokalanzeiger'-Spolten wetzt er diese Partie zum größeren Ruhme seines Herrn und Meisters. Wir gestehen: Als an- gestellter Wortemacher des Hugenbergkonzerns kann man seinen Geldgeber nicht duftender beweihräuchern, als es im heutigen„L.-A.' geschieht. Man muß es gelesen haben, wie dieser Hussong versteht, die nüchtern-sachlichen Finanztransaktionen seines Geldgebers mit ethisch-pathetischem Schmuß zu umschleimen. Ein« Kostprobe: Nicht eine fremde und fast unheimliche Wirtschaftsklugheit mehr erkennt man als das grundlegende und entscheidende für das Wachsen und Bestehen des Werkes Hugenberg, sondern die menschliche, seelische Verbundenheit von Männern verwandter Liebe, die nicht um Wirtschaftskapitanat, um Schwer- industri« und um Bankzinsen kreiste, sondern um zwei p o l h a s t einander entgegenstehende und einander angehörige Kernge- danken, um die 3dee der Nationalität und um den Persönlichkeitsgedanken. ,Lwei polhaft einander entgegenstehende und einander an- gehörige Kerngedanken.' Könnte man nicht auch das Verhältnis Hugenberg-Hussong mit diesen sinnigen Worten charakterisieren? Freilich: Ein schlicht abkürzendes„Huhu" tät's auch... Und doch: Nichts ist auf Erden vollkommen. Bei allem löb- lichen Eifer hat Herr Hussong einen Fehler begangen. Er über- schreibt nämlich seinen Lobgesang:„Das Ende einer Legende". Das war unklug, Herr Hussong! Denn unter diesem Titel er- wartete jeder die seit vier Wochen fällige Aeußerung des.Lokal- Anzeiger" zu der sich immer mehr enthüllenden Vorgeschichte des Hugenberg-Besitzes. Zu dem Ankauf der Scherl-Masse Theater und Film. RFB. und Preußen. .Herr, ziehe deine Hand nicht ab von mir- wenn ich auch hineinspucke!" auf allerhöchsten Befehl unter Mißbrauch preußischer Staatsmittel und konservativer preußischer Ministcrgewalt. Man erwartet Auf- klärung darüber, wie es kam, daß auf kaiserlichen Wunsch die „jüdische Gefahr" durch die Bankiers von Oppenheim und Levy-Hagen gebannt werden sollte. Man erwartet Aufklärung über die rätselhaften Millionen, die statutenwidrig die Preußen- k a s s e in das Geschäft einschoß. Man erwartet Aufklärung über die ungewöhnliche Verleihung der Rechtsfähigkeit an den Aufkäufer- verein unter Umgehung der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz- buches, die zwei preußische Minister durch„Erlaß" vollzogen. Fünf Spalten schwätzt Hussong über Hugenberg. Verklärt das Haupt des Finanzgewaltigen mit dem Heiligenschein des Mär- t y r e r s. Aber vom Wesentlichen schweigt er. Wie sagte doch einst der biedere Landgendarm, als er die sozialdemokratische Ver- sammlung auslöste:—„Bon Thema darf nicht gesprochen werden!" Wie Hussong seinen Hugenberg umwedelt das macht so leicht keiner nach. Aber— von TH e m a darf nicht gesprochen werden!___ Massengrab im Heldenkeller. 50 Leichen deutscher Soldaten aufgesunden. Paris, 20. April.(Eigenbericht.) Bei einer Kellerreporatur in Chevregny im Departe- m e n t A i s n c stieß man aus den Eingang eines deutschen Unterstände», in dein sich die Leichen von S0 deutschen Soldaten befanden. Ein Teil der Toten saß noch aufrecht um einen Tisch herum, die übrigen logen auf den Feldbetten. Augenscheinlich sind die Soldaten durch«indringende Gase gelötet worden. Wetterbericht der öffentlichen Welterdienslstellc Berlin und Umgegend(Nochdr. verb.s. Fortdauer des veränderlichen und kühlen Wetters. Für Deutschland: 3m Süden zeitweise heiter, überall kühl, im Norden fortdauernd veränderlich. Die„Neise Benjamins des Dritten". Die Russen im Theater des Westens. An ihrem ersten Abend, in„200000", haben diese russischen 3uden gezeigt, was sie können, und das ist viel: nun, am zweiten was dahinter und darin steckt an Menschenwert, und das ist noch mehr.„Die Reise Benjamins des Dritten— ein sentimentales Spiel", sag: der Theaterzettel; deutlicher sagt, worum sich's hon- delt, der Bearbeiter und Regisseur Alexis Granowsty in seinem programmatischen Vorwort.„Ein Märchen... einfach und klar, rührend und schrecklich und ewig." Das soll durch die Bühne„er- zählt" werden. Welt der Rot, des Elends, in der von Glück nur hossnungslose Sehnsucht weiß— und Glück, das, unerreichbar fern, geträumt von den Aermsten der Armen, im Traum offenbart, auf den das Erwachen folgt. Benjamin und Senderl wandern und wandern, ihrem unbekannten Ziel entgegen, dem gelobten Land der„Roten 3uden", bis ihr Weg der Abenteuer sie dahin führt, wo er begonnen: zurück in ihr Heimatdorf. Das ist alles. Aber was das Theater daraus macht, ist unbeschreiblich. Der Anteil der Musik wird entscheidend. Leo Pulver. der das Orchester dirigiert, hat sie geschrieben. 3üdische Musik, man kennt und weiß bei uns wenig davon: ein Gebiet, wert, von den besten Musikerköpsen erforscht zu werden. Aber hier ist der Grundton des Lüdischen überlagert, manchmal bis zur ilntennklich- keit, von Rustischsm und künstlich vermischt auch mit West- europäischem: bis Offenbach und bis zur svanzöfischen Oper. Außer- ordentlich, wie diese Musik— nicht in großen Formen, mehr in kleinen Zwischensätzen, ja einzelnen Tönen, die als genial erlauschte Zwischentöne wirksam werden— ins Spiel eingreift und dieses Spiel belebt, vertieft, erhöht. Das ewige Marschieren dieser beiden, die immer wieder den Weg, �ni« die Hossnung, ihn zu finden, ver- lieren— man sollte sich ihre, der Darsteller, Namen merken: Michaels und S u s k i n—, dieses Marschieren, mit dem immer wiederkehrenden Rhythmus der Musik, von der es begleitet wird, bleibt unvergeßlich. Aber das außerordentlichste, wie sich bei allen und in allem Ton der Rede und Ton der Musik, Ausdruck der Musik und Mienenspiel, körperlicher und musikalischer Rhythmus zu vollkommener Einheit zusammenfügen: vollkommenst« Einheit, die Regie und Dichtung, Dichtung und Musik, Musik und Dar- stellung zusammenschließt. Keine Geste, kein Wort, das man nicht miterlebend, mitfühlend versteht— versteht, auch wer nicht, wie Ludendorfs, jiddische Sprachstudien getrieben hat. Der Gefühlsion ist eindeutig, unmißverständlich, unwiderstehlich.„Sentimental?" Das Wort weckt Vorstellungen von österreichisrfjer Operette und ähnlichen schlimmen Dingen: das haben diese Menschen nicht vor- dient. Aber: einfach, klar, rührend, ewig— mit einem Wort: menschlich echt. Das klingt durch alle märchenhafte Gekonntheit ihres Spiels. TOaus Pringsfieim. „Die Durchgängenn." Gloria-Palast. Roch einer Komödie von Ludwig Fulda erwartet kein Mensch ein Filmmanuskript von überragender Bedeutung. Darum enttäuscht auch„Die Durchgängerstr" nicht, im Gegenteil, sie entzückt allgemein, weil sie wirklich nett herausgebracht wird. Also, da der Backfisch— dieses Produkt«cht bürgerlicher Ec- ziehung— sich nicht mit der neuen Mutter abfinden kann und unter der Lieblosigkeit des Daters leidet, reißt bewußter Backfisch aus, und zwar mit einem jungen Mann nach Amerika. Dort werden die Beiden sofort ein Ehepaar und der gläubige Zuschauer erlebt einen glorreichen Ausstteg durch der Hände Arbeit. Das junge Paar kommt gerade zur rechten Zeit nach Europa zurück, als der so unver- söhnliche Papa Regierungsrat von setner zweiten Frau verlassen wurde. Run können die beiden das Familienleben ausfüllen. Bei der optischen Erzählung dieser Geschichte führt Hans Schwarz die Regie und 3 o e M a y hatte den Oberbefehl. Di« reichen Erfahrungen der beiden Regisseure und ihre durchaus filmische Einstellung find von nicht zu verkennender Wichtigkeit. Sie stellen alles auf Augenfreude ein, haben in jeder Szene Bewegung, halten sich fern von jeder störenden Hast und kennen keinen toten Punkt. Käthe von Nagy, die bislang in all ihren Rollen»inen günstigen Eindruck machte, hat diesmal einen Riesenerfolg. Sie ist Schelm und Trotzkopf, ein liebendes Weib und ein aufmunternd tapferer Mensch zugleich. 3hr ganz famoser Partner ist Hans B r a u s e w e t t e r: er ist in der Anlage derartiger Filmrollen tat- sächlich unfehlbar. Und so hat ein jeder ein« wahre Freude an den beiden jungen Leuten und somit am ganzen Film. e. b. Die atten Ltnisormen. „Das Spreewaldmädel" im Emelka-polast.- Sogar als der alle Onkel auf das vorbeiziehende Alexander- Regiment weift und den verliebten Neffen fragt,„willst du auch das aufgeben?", röchelt dieser nach einem schrecklichen Gesichtskrompf „3a!" So weit geht der Fjlin und die roiyantische Neigung des Grafen und Gardeleutnants Iberg zu dem kleiikeic Spree waldmäd- chen, das er bei einem Manöver kennenlernte. Aber ifinn kommt doch alles anders, ganz anders.- Die Sprcewaldschöne heirate», eine» 3nspektor und der Graf eine Gräfin, um die feudale Weltordnun� nicht zu erschüttern. Um diese betrübte Handiung ranken sich Manöver- und Garnisonbilder. Die Verfasser Viktor Abel und Karl Ritter können sich mit Variationen über das Thema „O welche Lust, kaiserlich Deutscher Soldat zu sein!" nicht genug tun. Prächtig so ein Manöver? Die Soldaten küssen sich nur durch das Leben, brauchen nicht zu arbeiten, kennen keinen Dienst, und in der Garnison trage» sie hübsche Uniformen. Ein wirklich herrliches Leben, was tatsächlich dahintersteckt, wird nicht mit einem Wort erwähnt. Und wenn die Garde mit den Fahnen aufmarschiert, erschauern die Zuschauer vor Ehrfurcht. Die Dummheit gewisser BeoölkerungsscI-ichten ist eben riesengroß und bekanntlich blüht diesen geistig Armen nach der Bergpredigt einmal das Himiuelreich. Der Regisseur Hans S l e i n h o s s will der Handlung einen Hauch von Erdoerbundenheit geben, deshalb verlegt er einige Szenen in Kuh- und Schweineställe, läßt aber die Mägde Spitzenhöschen, � Seidenftrümpf« und manikürte Finger durch die Welt der Ställe ' spazieren jähren. Dazu ist Cläre R 0 in in e r immer die Stadtdame, die als Spreewalddame auf den Maskenball geht. Verkitscht wie die Handlung, verlogen wie die Gloriole, die im Stil der Militärhumo- rcsken um das Haupt der Soldaten kunstvoll angebracht wird, ist auch die Regie. Uebcrall Talmi,, aber dies entspricht am besten dem Ungeist, ans dem solche Filme geboren werden.— t. Dyckerpotts Hund. Von Robert Sröhfch. Wie der Autor zu(einer 3de« kommt, fragen Sie? Das ist nicht leicht zu beantworten. Wahrscheinlich kommen die 3deen zu ihm. 3n Sachen„D y ck« r p o t t s Erben" liegt der Fall einfach. 3ch scharrte einst im vermischten Teil einer Zeitung und fand das Körnchen: ein« Meidung aus Amerika, wonach in New York ein mehrfacher Millionär sein gesamtes Vermögen keinem geringeren als seinem Kater vermacht hatte Primitiv, wie Schriftsteller in ihre» Ansprüchen oft sind, packte mich die Angelegenheit. 3ch machte ein Märchen für Kinder daraus. Es hieß Murr Dyckerpott. Aber der Stoff ging mir trotzdem nach wie ein Schatten und lieh mir keine Ruhe. So entstand daraus viel« Lahre später zu allem Ueberfluß auch noch ein Theaterstück. Nur hatte sich darin der Kater in einen Hund oerwandelt, der nach den«rblüsternen Ver- wandten schnappt. Der Tanz um den goldenen Hund begann und trug mir gelcgenttich den Vorwurf ein, ich hätte das deutsche Lust- spiel damit auf den Himd gebracht. 3ch muß trotzdem versuchen, weiter zu leben. Nur der Wauwau muß sterben, in jeder Aufführung, und dabei kann leicht ein Malheur passieren. Bei der Aufführung im Dresdener Landestheater z. B. Näfft« hinter der Szene ein gelernter Polizei- Pinscher. Eine Belle hatte er, die es an Ursprünglichkeil des Tones mit den besten Tierstimmeniiuitatore» aufnehmen tonnl«. Er war in das Zimmer des Regisseurs verschlossen, wurde an den Kläsfstellen herausgeholt und bellte auf das Stichwort hin. Ein begabter Hund, ein Uoberhund. Er wußte zweifellos, daß ich der Autor war, denn wenn ich zu ihm hinter die Szene kam, senkte er den Schweis auf Halbmast und trollt« sich mit allen Zeichen der Geringschätzung zur Seite. Sogar Türen konnte er öffnen, indem er auf die Klinke drückte. Und das wurde, wie gesagt, eines Tages zur Katastrophe. Als Slrupp in der zehnten Ausführung wieder einmal erschlagen zu sein hatte, oergaß der Regisieur die Tür abzuschließen. Strupp wurde die Zeit zu lang. Er dritte aus die Klinke, schlüpfte durch die Tür hinter die Szene und bcllt� darauf los, was der Hals hergab— während ihm auf der Bühne bereits der Nachruf gehalten wurde... Kein Auge blieb trocken. 3n England, wo die Entwicklung bekanntlich weiter ist alz bei uns. brachte man in„Dyckcrpoits Erben" einen dressierten Hund ays die Bühne. Er spielte regelrecht auf der Szene mit, knurrte die erb- gierigen Verwandten on und bedrohte sie vorschriftsmätzig mit Beißen. Es muß ein unerhörtes Tier gewesen sein. Aber einmal stellte er sich— sie können's nun einmal nicht lassen— beinhoch an die Kulisse, um sie ausgiebig zu benetzen— und das muß sich herum- gesprochen haben, denn in Amerika, im Deutschen Theater von Ehikago, sah man von jeglichem Hund ab und ließ durch einen Apparat bellen. Das fall wiederum echter gewesen sein, als das echte Kläffen. Einmal jedoch kloppte der Mechanismus nicht. Der Apparat kläffte, kläfft« und hörte nicht wieder auf. Er mußte in den Hof und dort oitt meine Kosten erdrosselt werden. Sü t ttd in P'r.jen bellen? Ein echter oder ein scttjcher Hund? Man kommt aus den Sorgen nicht heraus. Die Kunst des Steindruckes. Vortrag von Prof. Hennann Eandkuhl. Die Lithographie ist die jüngste der graphischen Techniken und, verglichen mit der Radierung oder dem Holzschnitt, auch die leichteste. Lhre Herstellung geht rasch und erfordert nur geringe Vorkennt- nisse. Pros. S a n d k u h l schilderte in einem Vortrag, den«r auf Einladung des Bundes für K u n st a u s st e l l u n g e n in Schulen hielt, eingehend die Technik und die Ausdrucksmöglich- keilen der Lithographie. Der Künstler zeichnet das Bild aus den Stein mit einem weichen, sehr fetten Stift, der ein« mühelosere Strichführung ermöglicht als ein Bleistist. Cr bekommt dabei von der Wirkung des Dnickblattes bereits eine völlig klare Vorstellung, während er bei Radierungen und Holzschnitt dafür einen Probeab? zug braucht. Die geringen technischen Schwierigkeiten beim Litho- grophiercn geben den Arbeiten den Ausdruck lebendig sprudelnder Leichtigkeit. Der Künstler kann in der Lithographie alles aus- drücken. Goyas Lithographien wirken besonders erregend durch die Wucht ihres starken malerischen Ausdrucks. Daumier bediente sich ebenfalls der Lithographie, um anklagend sich gegen die Gesellschast zu wenden. Dieselben Ziele verfolgen darin Hagarth und Käte Kall- nütz, Hogarth in der zurückhaltenden Form des Engländers, Käte Kollwitz eindringlich und aufpeitschend. Menzels Lithographien sind elegant, fast spielerisch, Hans Thomas erfüllt von stiller Lyrik. Carinth zeichnete bis kurz vor feinem Tode seine malerisch großen Linien auf den Stein. Die Ausdrucksmöglichkeit der Lithographie läß!� sich also eingehend an der Kunst dieser Kroßen nachprüfen. Prof. Sandkuhl betonte, wie wünschenswert es sei, die Lithographie wieder allgemein als Porträtkunst in Aufnahme zu bringen. Sic ist billiger als eine gute Photographic. Vielen jungen Künstlern könnte mit entsprechenden Aufträgen geholfen werden. S— z, Mtschell-Neld. Der amerikanische Flugplatz Mitschell-Field. der das nächste Ziel der dcutichen Ozcanflieger bildet, befindet sich aus der im Staate New Aar.' gelegenen Lnsel Long Lsland. die mit New York durch eine Eisenbahnlinie verbunden ist. Der Flugverkehr von und nach New York geht in Wirklichkeit von den New Yorker Flugplätzen aus. die sich auf Lang Lsland befinden und ungefähr eine Stunde Bahnfahrt von New York entfernt sind. Unter den Flugplätzen ist der bedeutendste das„Mitschell-Field". An der Nordgrenze des Flugplatzes ist für die„Bremen" ein« besondere Flugzeughalle er- richtet worden. Für die Sicherheit der Landung der Ozeonflieger sind die umfangreichsten Maßnahmen getroffen worden, da mit einem ungeheuren Andrang des Publikums zu rechnen ist. Der Flugplatz wird im ganzen Umfange von 800 Soldaten und 300 Po- licemens abgesperrt werden, so daß der Landungsplatz selbst völlig freigehalten werden kann. Der Kommandeur des Flugplatzes hat angeordnet, daß dem Publikum ,die Möglichkeit gegeben werden soll, die Landung zu sehen und die Flieger zu begrüßen, ohne jedoch durch den Zusommenstrom der Massen ans einen Punkt, Flugzeug und Flieger zu gefährden. Mitschell-Field hat ein ideales Landuugs gelände, denn es besteht, wie ganz Long Lsland, aus festem im hartem Glqkscherschutt. .ZOvooü»nk«n für da» Deuijche The«!«r ia Riga bewilligte La lettländijche Parlament. Amanullah in Moskau. Die Kommunisten überbieten jeden Byzantinismus. Schon vor einigen Tagen fonnte der Osterpreß" aus Mostau melden, daß für den Empfang des Königs Amanullah von Afgha nistan von der Republik der Arbeiter, Bauern und Soldaten" Borbereitungen getroffen werden, die den verschwenderischen Empfängen in London und Paris gleichkommen mit Baraden der Roten Armee, Manövern, Flottenveranstaltungen und dergleichen. Inzwischen hat der Bolkskommissar des Auswärtigen in Mostau die näheren Einzelheiten für den Empfang festgesezt, aus denen fich ergibt, daß die fommunistische Regierung alle bisherigen Feiern für den orientalischen Monarchen zu überbieten sucht. Die russische Regierung stellt dem König ihr Repräsentationsschloß am Kremlufer zur Verfügung ( ganz wie bei uns) und hat die neun Tage des Aufenthaltes in Mostau und fünf Tage in Petersburg resp. Leningrad folgende Borbereitungen getroffen: In Mostan: Empfang durch die Regierung auf dem Bahnhof. Besuch des Präsidenten des Rats der Boltsbeauftragten und des Mausoleums. Besuch bei den Mostauer Stadtverordneten und Empfang durch bas diplomatische Korps. Abends Effen bei dem Präsidenten des Rats der Sowjetunion. Besichtigung des Kremls und des Sowjetinſtituts. Besuch des Rennplages, Irab. und lachrennen.(!) Abends Effen beim Volkskommissar des Auswärtigen. Fahrt zum Flugplak. Besuch des Hauses der Roten Armee und Flotte. Effen in der Afghanischen Botschaft. Siemens Bie Begrüßungen des fremden Gastes teilgenommen haben? Figura zeigt, verstehen die bolschewistischen Führer das Geld des russischen Bolles für einen König sehr viel splendider auszugeben Besichtigung von Industriewerfen, vom Haus der Bauern und als es in der deutschen Republik der Fall war. Museum der Revolution. Abends Galavorstellung im Staatlichen Theater. Besuch der Universität und des Ministers für Bildungswesen sowie der Timirjasem- Akademie. Abends Künstlertheater Feodor Iwanowitsch". Besuch der Flugwerke und des Museums für soziale Hygiene. Abends Ballett im Großen Theater Krassny Mat“. Besuch der Kriegsakademie und der Oktoberläger. Manöver auf dem Chodynkafeld. Abends Opernvorstellung. Besuch der Staatsbank und des Juwelenfonds. Abends Zirtus. In Leningrad. Weibliche Polizei in China. Zur Bekämpfung der Opium- und Spielhöllen. Die Einrichtung einer weiblichen Polizei, die in den letzten Jahren in den europäischen Ländern Berbreitung gefunden hat, ist nun auch in China aufgenommen worden. Dort erwartet man von der Mitarbeit der Frauen eine wirtsamere Betämpfung der Opium und Spielhöllen, die fich oft im Besitze von dung von Polizistinnen eröffnet worden. " Empfang durch die Stadtverordneten und Besuch der Eremitage. Frauen befinden. In Befing ist auch eine Schule zur Ausbil Bankett der Stadt. Besuch in Detffoje Sfelo und Frühstück im Katharinenschloß. Besuch der Akademie der Wissenschaften. Ballett im Marientheater. Fahrt und Frühstück in Kronstadt. Besuch und Frühstück in der Porzellanfabrik in Petershof. Besuch des Hauses der Arbeiter. Operettenvorstellung im Michailow- Theater. Weil er wie Tom Mir werden wollte. Zu dem Tode des Schülers Gerd Siebert in Mariendorf wird noch mitgeteilt, daß die Annahme eines Unglüds. falles durch die neueren Ermittlungen weiter bestätigt Revolver feines Baters oft in der Tasche mit sich herumgetragen worden ist. Die Freunde des Toten befunden, daß Siebert den und ihn ihnen auch gezeigt hat. Er erklärte dabei, daß er sich im Schießen übe, um es zu der Fertigteit eines Tom mig zu bringen. Die Borliebe für Abenteurerfilme hat ihn ohne Zweifel auch veranlaßt, einmal vor dem Spiegel die Heldenstellung einzu nehmen. Zu einem Selbstmord lag nicht die geringste Veranlassung Mir welchem Recht haben sich die deutschen Kommunisten den vor. Der junge Mensch wollte zur See gehen. Sein Vater war Mund zerrissen, weil einige unserer Genossen, Ministerpräsident| damit auch einverstanden und wollte ihn zu Oftober d. 3. in der Braun und Reichstagspräsident Löbe, an sehr viel bescheideneren Handelsmarine unterbringen. Man sieht, die Kommunisten in Mostau lassen sich nicht lumpen. An Stelle einer Theatervorstellung in Berlin bieten fie gleich sieben und an Stelle von drei Banketts und Essen werden es dort sechs bis acht, dazwischen militärische Baraden und Manöver, alles, weil ein Röntg tommt, an dem Rußland gewiß einiges Intereffe haben mag. Teilzahlung Herren-, Damen- u. Kinder- Kleidung Teppiche, Gardinen Steppdecken, Federbetten, Wäsche usw. PECA Kottbuser Damm 79 eine Treppe, gegenüber dem Hohenstaufenplatz Charlottenburg Wilmersdorfer Str.54a Feinste Teigwaren . Eier- Makkaroni 1) dinn, 2) mittelstark Eier- Fadennudeln Eier- Bänder, breite Eier- Schnittnudeln. Eier- Hörnchen. Eier- Körbchen Eler- Sternchen . Eiergraupen Schnittnudeln ohne Eier 1/2 Pfd. Pfund -.43-82 44 84 -.41.78 -41-78 -41 -.78 eine Verkehrslokal E der organisiert. Arbeiterschaft Willy Hoffmann BERLIN N, Lychener Straße 8 Spezialehandl jur tü Ischias n düft., Jesäß und Bein, wenn ärztl. festgestellt. In 15 Tagen sine schwere Fälle beseitigt werden. Unantastbare Heilerfolge. estätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Ivalidenstraße 106. 9-11, 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby lose 78 Rind- u. Schweine- Schlächterei " -.70 <-. 46 CARL TAMASCHKE Max Jobski Putbusser Straße 6 Qualitätsware/ Billigste Preise Berlin SO, Dresdener Straße 121-123 Erfinder- Vorwärts trebend Berdienstmog chetti Aurtlärend Broschfire Cin neuer Geift gratis burd Erdmann& Co., Berlin, koniggrätzerStr.71 Die Technif im Dienste des Wahlkampfs. Ein Wahlkampfauto, das mit Laut sprechern, Berstärkern und allen not wendigen Apparaten zur Verbreitung von Wahlreden im Freien auf Kilometerentfernung ausgerüstet ist. Lints im Bordergrunde der Motor, der die Radioanlage treibt und sonst als Maschine für das Auto dient. Die Sozialdemokratische Partei stellt eigene Autos mit Laut sprechern in den Dienst des Wahltampfes. Gelbstmordepidemie in Nordböhmen. Mit 13 Jahren lebensmüde. Teffchen, 20. April Jm Bezirt Tetschen herrscht eine ausgesprochene Selbstmordepidemie. In den letzten 13 Tagen haben sich 7. Selbst morde bzw. Selbstmordverfuche ereignet. Fast die Hälfte der Fälle betrifft Jugendliche. In Pilsen sprang ein erst 13 Jahre alter Schüler einer Pilsener Anstalt in selbstmörderischer Absicht aus dem Fenster des ersten Stockwertes aufs Pflaster und zog sich lebensgefährliche Berlegungen zu. Ueber die Ursache der Tat gibt der Junge keine Auskunft. In Bombay ftreifen 40 000 Textilarbeiter. Der Streit ist darauf zurückzuführen, daß die Unternehmer versuchten, eine höhere Spinnereien vermindern zu können. Arbeitsleistung zu erzwingen, um auf diese Art die Belegschaft der Freie Sozialistische Hochschule. Sonnabend, den 21. April 1928, 19% Uhr, im Sigungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Bortrag des Genossen Hendrik de man über: ,, Die Kulturmission des Sozialismus". Karten zum Preise von 50 Pf. find an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof links 3 Treppen- Buchhandlung Verband der graphischen Hilfs Engelufer 24/25- Tabakvertrieb, Inselfir. 6- Berlag des Bil J. H. W. Diez Nachf., Lindenstr. 2arbeiter, Ritterstraße Ede Luisenufer arbeiter, Ritterstraße Ede Luisenufer3igarrengeschäft Horsch, dungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5 Vers lagsgesellschaft des ADGB., Abteilung Sortiment, Infelftr. 6a Berliner Gewerkschaftstonimission, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus). Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glade, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag Gm 6. S., Berlin. Drud: Borwärts Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Bähr- Stiefel zum Wandern, Strapazieren, für Beruf Russische Juchten-, Schaft- u. Autostiefel Motorradstiefel, Reformschuhe, Gesundheitsschuhe H. Bähr, Berlin( vor der Brücke) Waldschänke Sadowa Ausflugslokal mitten im Wald a. d. Bahn gelegen. Herrlicher Garten, 3000 Personen fassend. Saal für Vereine, auch Sonntags kostenlos. Inhaber: Otto Thöldte Kegelbahn Vorzügliche Küche Gutgepflegte Biere Go Betten- Hühn 1903 Kurt. 7704 W 30. Gleditsdistraße 47, am Winterfeldtplatz Neukölln, Hermannstr. 33, Neukölln 6139. Full- Federn, Pfd. M. 5.00, 3.50, 2.00, 1.25 Inlett, gestr. 130/200 M. 14.00, 115/200 12.00, 80/80 3.20 Metallbett, 80/180, 33 mm Bügel u. 16 Zugfed. 22.00 Auflagen, 3 teilig, m. Keilk. 30.00, 25.00, 22.00, 16.00 Ruhebett m. 40 Spiralfedern 60.00, 55.00, 50.00, 45.00 Andere Maße und Qualitäten. Preise entsprechend. Dampf- Bettfedern- Rein gung mit elektrischem Betrieb Vormittags gebrachte Betten liegen ab 16 Uhr gereinigt bereit. Bei einem Stand frei Haus! Großdestillation Ernst Friedrich, Belle- Alliance- Str. 3 Flaschenverkauf zu Engros- Preisen Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts und trotzdem billig! 10 PE TEMBARG SPARKASSE Mandreises OSNABRÜCK Staub 100 sauger MARK ALLER SYSTEME Quittungs-, Rabattu. Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 45 Jahr. als Spezialität Conrad Muller Leipzig Schkeuditz Umsonst haben Sie sich mit allen möglichen u. unmöglichen Mitteln gegen Ihren Buiten abgeplagt, da Sie unfer Bexalit noch nicht tannten. Jegt alch bisa 12 MONATS RATEN Raddatz Co Berlin, Leipzigerstr 122-123 Best tann Sonen HerrenkleiderFabrik bas nicht mehr pafieren Sie holen fich einfach in der näch ften Apothete eine gibt bis auf weiteres Anzüge, Uiffer, Flasche Begalit. Baletots zu Fabritpreisen ab. Butte Borrätig in Apo- überzeugen Sie sich. theten. Hersteller: Otto Stumpf A. G.Raiser- Wilhelm- Str. 24, I Tr. Chemnitz. J. BAER Badstr. 26, Edie Prinzenallee Neuheiten für Frühjahr u. Sommer Fert ge Herren- und Knabenbekleidung in nur anerkannten Qualität. für jede Figur passend. Die Maßabtellung unter Leitung bewährter Zuschneider bringt das Geschmackvollste hervor. Große Auswahl in Gabardine, Gummi- und Lodenmäniel, Windjacken, Sportund Berufskleidung. J.B föeifage Freitag, 20. April 1928 ZkvMmd Sfu&w*gaA Ja w&nwwvt&P Das Jahr«ach der �mrichtmrg König Ludwig XVI. 1793.'94 murbe die Wils Epoche des Konvents. Es ging in diesem Paria- ment, das sich Frankreich zum ersten Male gewählt hatte, eigentlich nur noch um das formale Prinzip der Parteimacht. Darum ging es, ob die Girondisten oder die Jakobiner, die Anhänger Dan- tons oder Robespierres herrschten. Seine eigentliche Aufgabe, die Verfassung bürgerlich-demokratisch auszugestalten und eine Gesetz' gebung einzuleiten, welche die Grundsätze der„Freiheit" und „Gleichheit" in juristischen Bestimmungen umprägt, hatte der Kon- oent ganz aus dem Auge verloren. Mitunter vergaß er sogar, daß die Revolution von 178S eine bürgerliche Republik errichtet hatte. Kommunistisch« Bestrebungen meldeten sich. Unter dem Einfluß von Babeuf und Hebert versuchte ei» Teil der Abgeordneten, alles moblle und im- mobile Privateigentum zum Staatsgut zu machen, und«in kleiner Kreis dieser kommunistischen Gruppe ging gleich aufs ganze. Auch die Frauen sollten der Sphäre des Privatrechts enthoben und für Allgemeingut erklärt werden. Die Oamen wittern Gefahr. In sener Zeit schien aber alles möglich zu sein mrd in de» Salons der vornehmen Damen witterte nran Gefahr. Es müsse etwas geschehen, sonst gehe mit der alten Ordnung, die zum Glück der Teufel geholt habe, die ganze Familienkultur zugrunde, die der Himmel in Güte erhalten möge. Das war der Text, den Theres« Eabarrus und Madam« R 6 e a m i« r ihren Freunden mit be- forgter Energie an jedem Gcsellschaftsabend predigten. Am 3. Juli gab Therese Eabarrus ihren großen Abend. Es hieß, Robespierre hole zu neuen Gewaltschlägen aus und diesmal werde es Tausenden das Leben kosten. Es wurde leidenschaftlich disputiert. Plötzlich schrie Madame Recamier in die Erörterungen hinein: „Wer rettet Frankreich vor dem Scheusal Robespierre und vor dem Kanaillen Hebert, Chufeau, Babeuf?" Es meldete sich eine Thersitesgestalt,«in Mann mit Namen Jules Fr4on. Er war klein, bveitfchultrig, mit einem Buckel- ansatz. So ernst die Frage gemeint war, so bedrohlich die Ding« lagen, dieser Auftritt erregte einen Ausbruch schallender Heiterkeit. Freron verließ tiefgekränkt das Haus, aber noch am Abend schrieb er Therese Eabarrus folgenden Brief: .Mademoisell«, nicht Ihretwillen und nicht um der Herrschaften willen, die Ihr« tägliche Nähe teilen, sondern um Frankreich zu eilölen, werde ich Robespierre und sein Regiment stürzen." Am nächsten Tage war Freron aus Paris verschwunden. Theres« wurde im Bade verhaftet und in das Staatsgefängnis ge- bracht. Jules Fröron zog landauf, landab, und warb für die Rildung von Selbstschutzorganifationen. Im begüterten Bürgerstand folgten Taufende feinem Ruf und andere Tausend« vom Adel, die den Morgenhauch der Reaktion spürten, folgten chnen nach. Dank des Geschickes von Jules Freron wurde«ine Berschwörerarbeit mit größtem Erfolg in unheimlichster Verborgenheit geleistet. Aus einmal, als die Schicksalsstund« Robespierres schlug, waren diese Selbstschutzorganisationen mi! vielen Tausenden in Paris, von deren Dasein man hier ebenso. wenig wußte, wie von dem Dasein des verschwundenen Fräron. In jener denkwürdigen Sitzung vom 4. Oktober 1793 empfingen die Abgeordneten der Opposition das Stichwort zum Sturz Robespierres von außen. Sie hatten den Mut, dem Diktator zu- zuschreien:„Das Blut Dantons erstickt dich!" Sie hatten den Mut. auf dem Höhepunkt der Debatte Robespierve in den Anklagezustand zu versetzen, well von draußen die Flüche und Drohungen der Schlitzorganisationen in den Saal hineinhallten. Als Robespierr« hingerichtet war, blieben die Jakobiner- k l u b s. Auf der«inen Seite standen nun die Selbstschutzorgani- sationen, auf der anderen die Mitglieder der Klubs. Beide Gruppen lieferten sich monatelang blutige Kämpfe. Am 5. Mai 1794 kam es zu einer förmlichen Schlacht in Paris. Sie lief zugunsten der Selbstschutzorganisationen aus. Was Fröron gekonnt hatte, brachte aber auch Babeuf zuwege. In kurzem schuf er seinerseits ein« Schutzgarde von 20 000 gut bewaffneten, fanatisch treuen Anhängern. Sein Ziel war die kom- munistische Republik, unl) man sagte ihm allerhand ander« Zcr- störerobsichten nach. Vor allem glaubte man, daß er nun doch das bürgerliche Familienrecht adscftfssen und so den Antrag Chuseau, der immer noch nicht zur Veryandlung gekommen war, außerhalb des Parlaments diktatorisch durchsetzen werde Durch die Salon» von Paris ging von neuem der Schrei des Entsetzens: »Die Krauen sollen Gemeingut werden?'" Gegen diese Macht Babeufs, die mehr im geheimen arbeitete, glaubte der mürrisch gewordene FrSron auch nur mit GeHelm- mittel« auskommen zu können. So richtet« er innerhalb seiner Selbstschutzorganisationen Geheimgericht««in. Die Fem« erstand wieder, und zwar in ihrer eigentlichen, ur- sprünglichen Form. Sie setzte ihre Aerfolger in den Anklagezustand, lud sie vielfach vor ihr Forum, verhärte Zeugen und sprach mit Stimmenmehrheit ihr Urteil. Sie wurde von der Slaatsauiorität nicht einmal grundsätzlich bekämpft. Di« ordentlichen Gericht« dul- beten dies« Rebeninstanzen und schritten auch nicht«in. wenn Von Bruno Altmann. Todesurteile von ihnen gefällt und vollstreckt wurden. Es kam sogar vor, daß die ordentlichen Gerichte der Feme„Rechtshilfe" leisteten. Jede Ortsgruppe des Selbstschutzes hatte, wenn sie mehr als 80 Mitglieder zählte, ihr Femgericht. Die Angehörigen dieser Tri- bunale, wie die Vollzugsbeauftragten, ernannte der Präsident des Ortsverbandes. Der Sinn dieser Fröronschen Femgericht« ist klar. Was durch die gesetzlichen Bestimmungen des Staates nicht verboten war und also auch durch die ordentlichen Gerichte nicht bestrast werden konnte, sollte, wofern es der Entwicklung zu einer gemäßigt bürgsr» liche» Republik hinderlich war. ausgetllgt werden. Auch mon» archistische Bestrebungen machten sich vielfach gellend. Im ganzen wirkten diese Femgerichte weniger brutal als die- jenigen der Gegenwart. Es gab auch andere Strafen als die Todes- strafe. Man lleß beispielsweise Mädchen der„Gesellschaft" von un. solidem Lebenswandel ein Bad im kollon Wasser nehmen oder man band sie nackt auf einen Esel und ließ sie«inen stundenlangen Rill durch Stadt oder Dorf machen. Uebrfgens sollen sich die Faschisten nicht gar zu viel aus die Originalität ihres Strafverzeichnisses einbilden. Oeffenlliche Ver- abfolgunz von Abführungsmitteln verhängten schon die französi- schen Femgerichte, und die Vollstrecker dieser Strafe hatten zu sorgen, daß die Wirkungen der Einnahme auf offener Straße zu- tage traten. Ein merkwürdiger Sittenprozeß. Die Chronik von Nancy weiß über einen merkwürdigen Sitten- prozeß vor dem dortigen Femgericht zu erzählen. Nor kurzem, heißt es hier, war eine junge Dame aus Paris herLb«rgekommen: Maria de Martillon. Sie war schön wie Maria von Magdala vor ihrer Buße, und gebildet wie eine Hetäre in der Umgebung des Perikles. Mit der sittlichen Strenge nahm sie es nicht genau, und sie hatte auch eine Theorie des Lebensgenusses, die sie kühn und ungeniert entwickelle. So kam sie in den Ver- dacht,«in« etwas verspätete Propogandistin jener Konoentsgruppe zu sein, die einst auf Abschaffung d«r Ehe hingearbettet hatte.„Es wäre", sagt di« Chronik,„keine Angelegenhell für die ordentlichen Gericht«. ab«r nachdem die Femeorganisationen den Schutz der Ehe zu einem Hauptgrundsatz ihrer Bestimmunzen gemacht hallen, kamen sie um die Verfolgung der schönen Maria de Martillon nicht herum." Sie erschien stolz und siegesbewußt. Sie, nicht der Vor- sitzende, sprach das erste Wort. „Wer gab Ihnen das Recht, mich hierher zu schleppen?" Der Borsitzende wollte etwas sagen, doch sie unterbrach gleich: „Heucheln Sie doch nicht, ich stehe hier, weil ein Dutzend um die Treu« ihm Männer oder Liebhaber besorgter Damen mein« Bestrafung wünschen." Man fragte sie dies und jenes: sie antwortete kokett, ironisch. frech. Schließlich langwellte sie das Verhör und ohne Zusammen» hang mtt ihrer Vernehmung warf sie die Frage ein, ob di« Herr«» Richter„di« Geschichte der Hetärin Phryne aus dem 4. Jahrhundert vor Christi kennen". Da niemand Bescheid wußte,«rzähll« sie: „Es gab in Athen eine lebende Demonstration der Schönheit: Phryne. Sie geizte wenig mll der Gewährung ihrer Lieb«, so daß alle ein Aergernis nahmen, die neidisch waren oder ihre Liebe nicht gewottnem Frauen und Abgewiesene brachten st« vor Gericht. Gar gewattig zürnt« der Ankläger. Phryne lächelt«. Es entrüsteten sich auch einige Richter. Da legte sie ein Gewandstück nach dem anderen ab, und schließlich stand sie enthüllt da, in der Majestät ihrer klassischen Schönheit. Sie trat ganz dicht an den Richtertisch heran, lächelle Richter und Ankläger an und sprach:„Wenn ihr den Mut habt, so verurteill mich." „Meine Herren____" Maria de Martillon begann in heiterster Unbefangenheit die Enthüllung ihrer eigenen Reize. Der Vorsitzende sprang auf:„Mademoiselle, nicht wir können Ihre Richter sei». Das Femegericht wird Domen zu Hilfe ziehen." Entsetzt bat di« Angeklagte: „Rein, meine Herren, richten Sie mich. Ich will Richter, keine Rächer!" Die Femerichter waren in keiner kleinen Verlegenheit. Schließ- lich brachten sie mehr einen Rat als ein" Urtell zustand«. Maria de Martillon solle innerhalb einer Woche Nancy verlassen. Die Keindschast gegen die Karikatur. Besonders empfindlich waren di« Selbstschutzorganisattonen gegen di« Karikatur. Geradezu verhaßt war chnen«in Zeichner der„En de Toulouse", Henri Cadach e. Der Mann war, wie sie sagten,„boshaft wie ein Äff"'. Als er es chnen gar zu arg trieb, kam er vor das Femgericht. Er hatte sich eine Karikatur geleistet, die eine Reihe bekannter Herren der Schntzorganifationen als Seiltänzer zwischen einer Kirche und einem berüchtigten Amüsiersalon darstellte. Sie balancierten von der Kirch« zum„Palast der Mutter Seillard". Mit ernst seierlicher Miene>n der Nähe des Gotteshauses, mll dem Ausdruck vergnüg- ter Lüsternhell in der Nähe des Amüsiersalons. Als Text stand folgender Dialog unter dem Bild: Monsieur A.:„Seit mann sind Sie unter die Akrobaten ge- gangen?" Monsieur M.:„Oho, ich habe Künstlerblut in mir. Meine Mutter hat mich bei einer Zirku-aufführung vor dem Herrn Erz- bifchof wäbrend eines Luftsprunges geboren." Das Femegericht verurteilte Henri Cadach« am 4. Dezember 1798, fünfmal die Garonne zu durchschwimmen. Er leistete dieses kleine Spoitkunslstück, ob er dabei seine Boshafttgkell abgebadst hatte, erzählt die Revolutionszeschichte nicht. Ein Jahr später mochte Napoleon den Selbstschutzorganisattonen mit einem Federstrich ein End«. „Mütterliche" Damen. Oos Hündchen, der Kuß und die Kinder. Die Dame trägt ihren kleinen Hund, einer Handtasche gleich, unter dem Arm gepreßt. Es ist einer jener kleinen Hund«, dem die Menschen nach raffiniertem Ueberlegen körperliches Können und geistige Kräfte genommen haben, um ihn als Luxushund für viel Geld zu verkaufen. Er schmiegt sich gern an, well er immer vor Kätte zittert,«r ist wohlerzogen, weil er viel zu dösig für echtes hundliches Draufgängertum ist. Seine Hilflosigkell und sein Phan- tasiepreis machen ihn zum Gegenstand dauernder Verhätschelung der reichen Dame. Den Hund unter'm Arm, erzähtt die Dame ihrer Freundin: „Mit meiner Köchin bin ich sehr zufrieden, mit meinem Haus- mädchen desgleichen, jedoch, es hat eine unangenehm« Eigenschaft, es ist nämlich eine junge Witwe mll einem Kinde. Und denke dir nur, was sie sich herausnehmen wollte, sie meinte doch tatsächlich, sie könne das Kind zu mir ins Haus bringen. Nicht den Tag über, aber abends sollt« das Kind aus der Krippe geholl werden. Da habe ich sofort und energisch„Nein" gesagt. Krippenkinder sollen ia freilich immer rtchig sein, jedoch, ich traue dem Schwindel nicht. Ein Kind weint do�h einmal! In der Mädchenstube stehen ja kein« wertvollen Sachen, aber, weißt du, ein Kind ruiniert doch mal irgend etwas." „Ha pietsch" macht der kleine Hund. Im selben Augenblick sagt die Dame:„Ach, ist es dir zu kalt," und sie preßt den Köter noch fester an sich. Dann erklärt sie der Freundin:„Weißt du, ich habe den kleinen Hund so lieb, er darf meine Chaiselonguekissen und mein? Teppich« ruinieren, ich bade das Tierchen stets selbst, denn ich bin vorsichtig, bei mir erkältet es sich nicht, und in meinem Auto habe ich extra«inen kleinen Sitz für den Hund anbringen lassen" Daraus bekommt das winzige Vieh einen dicken Kuß auf das kleine Naschen, die Dam« drückt den Köter vor Liebe an sich und sagt glückstrahlenden Auges:„Ja, wir Frauen haben doch alle so etwas Mütterliches an uns." « Zwei Damen unterbrechen entzückt ihren Spaziergang, um ein Familienidyll auf einer Weide zu betrachten. Dort grast«in Mutterschaf mit seinem Lämmlein. Das Jungtier schreit„Bäh" aus heller Lebensfreud« heraus. Es klingt kläglich, denn ein Läm n. lein hat noch keine starke Stimme. Di« Alte grast, damll sie Milch hat. Fleisch ansetzt und die Wolle wächst.„Bäh" schreit das Lamm, „Bäh" schreit es unaufhörlich, weil Bäh der einzige Laut ist. durch den es sein Dasein verkünden kann. Da» Mutterschaf läßt das Kleine nicht aus den Augen, zudem kommt es des öfteren schnüffelnd an das Kind heran. Die eine Dame entsetzt sich:„Nein, wie ich mich über das Schaf ärgern kann, es kümmert sich gar nicht um sitin Lamm. Schafe sind doch sehr dumm, die hoben nicht einmal das richttg« Muttergesllhl." Die Damen gehen weiter und haben di« Schaf« natürlich bald vergessen. Da fragt im Laufe des Gesprächs die ein«:„Was machen dein« Kinder?" Daraus antwortet die andere smrd ausgerechnet die, welche sich über die Schafmutter entsetzt«):'„Ach, denen geht's gut. Weißt du. übrigens bekomme ich sie kaum zu sehen, sie sind immer bei ihrem Fräulein. Schließlich hat man solche teure Kraft doch auch nicht umsonst engagiert. Und man soll das Muttersein auch nicht falsch auffassen, ich bin noch eine schöne Frau, ich will noch was vom Leben haben." Ern» Bus inj;. Unsere nächsten Erzählungen. In der heutigen Nummer des„Abend" geht der Goldgräberroman ,D er Scholz der Sierra Maare" von B. Traven zu Ende. Er hat wegen seiner spannenden Handlung und der ausgezeichneten Schilderung der sozialen Verhältnisse in Mexiko den ungeteilten Beifall unserer Leser gefunden. Zweifellos gehört„Der Schatz" zu den besten Erzeugnissen der Weltliteratur. Arn Sonnabend beginnen wir mit dem Abdruck der Aufzeichnungen eines Rechtsanwalts„A k l Nr. 51 3". Die Tragödie einer Ehe, ein ergreifendes Zeugnis von den sozialen und sittlichen Nöten unserer Zeit. Dann lassen wir eine zwar kurze, aber um so lustigere Geschichte folgen, die von dem Tschechen Hasek handelt. Wer Hasek ist? Der Schöpfer des ,„Braven Soldaten Schwej k". Von ihm wird berichtet, wie er von einem Kameraden der Straße zum Juden gemacht worden ist. Jude zu sein, ist für manchen Antisemiten ein Greuel. Daß Haäek sich zum Juden machen ließ, hat ihn sicher nicht gereut, so kann man wenigstens aus dieser Geschichte schließen. Schließlich veröffentlichen wir im Erstabdruck eine Erzählung„Der Sprung über den Schatten" von Karl Schröder. Die Geschichte eines proletarischen Studenten, der alle Vorurteile der bürgerlichen Gesellschaft, in die er, der arme Schulmeisterssohn, hineingestoßen warder soll, abwirft, um sich zu den hohen Zielen der Ar beiterbewegung zu bekennen. VON B.TRAVEN Nachdruck»erboten»Copyright me by BOchergllde Outenberg, Bertin 44 Fortsetzung.(Schluß.) .Daun ist der Bursche also mit allem durchgegangen?" fragte Howard. „Ohne Zweifel." Der Alte dachte eine Weile nach. Dann sagte en„Eigentlich ein Lump war er nicht. Ich glaube, er ist im Grunde ein ehrlicher Kerl. Der Fehler war, daß er mit dir allein abzog. Es ist eine verdammt böse Versuchung, mit einer Menge Gold und nur mit einem Mann zur Seite, auf Seitenpfaden und Schleichwegen durch diesen einsamen Busch tagelang zu ziehen. Dieser Busch lockt und lockt und schreit und slüstert unaufhörlich:„Ich plaudere nichts aus, greif zu, es ist eine Gelegenheit, die nicht wiederkommt, ich bin ver- schwiegener als Gräber." Wenn ich jung wäre wie ihr, ich weiß nicht, ob ich die vielen Tage hindurch einer solchen verfluchten Lockung hätte widerstehen können. Es ist ja nur eine Sekunde, eine einzige Sekunde, um die es geht. Und rechne einmal selbst, wie viele Sekunden ein Tag von vierundzwanzig Stunden hat. Eine Sekunde, in der sich blitzschnell die Begriffe verschieben, und ehe die Begriff« sich in der nächsten Sekunde wieder in das alte Geleise einrenken, hat man schon geknipst. Dann kann man nicht mehr zurück und muß volle Arbeit tun." „Der Schurke hatte kein Gewisien, 4as sit alles," sagte Curtin. „Der hat soviel und sowenig Gewissen wie wir alle, wenn er denkt, daß er die Ellbogen gebrauchen muß, um raufzukommen. Wo kein Ankläger zu erwarten ist. da schweigt es wie eine leere Schnaps- flafche, die in einem verstaubten Winkel liegt. Das Gewissen wird nur lebendig, wenn es unterstützt wird. Dafür sind ja die Zucht- Häuser, die Henker, die Höllenstrofen. Haben unsere Munitions- lieferanten, die ihr Geld machten, daß sie halfen, die europäischen Völker abzuschlachten, ein Gewissen? Hat unser Mr. Wilson ein Gewissen gehabt, als er fünfzigtausend von unseren Jungen ermorden ließ, well Wallstreet fürchtete, ihr Geld zu verlieren, und ine Munitionsmacher noch bessere Geschäfte machen wollten? Ich habe nie davon gehört. Immer nur wir kleinen Kicker müssen das Gewisien haben, andere brauchen keins. Jetzt wird wohl dem Freunde Dobbs das Gewisien lebendig werden, wenn er erfährt, daß er mit dir nur halbe Arbeit gemocht hat. Nein, lieber Junge, laß mich mit dem Gewissen nur ganz aus dem Spiele. Ich glaub« nicht daran. Wir müssen uns jetzt nur darum bekümmem, wie wir dem Burschen die Beute wieder abjagen." Howard wollte nun sofort nach Durango reiten, um Dobbs noch einzuholen oder ihn wenigstens in Tampico zu erreichen, ehe er aus dem Lande verschwand. Curtin sollte hier im Dorfe in Pflege bleiben und später nachkommen. Als Howard seinen Gastgeber erklärte, daß er nun nach seinem Eigentum sehen müsse, weil Curtin hier krank läge, gaben sie ihm recht, daß er abreisen müsse, wenngleich es ihnen schwerfiele, ihn so bald gehen zu lassen. Am nächsten Morgen war Howard bereit, nach Durango zu gehen. Aber die indianischen Freunde wollten ihn nicht allein gehen lassen. Sie wollten ihn begleiten, damit er auch sicher in der Stadt ankäme, und damit ihm nicht ein ähnliches Schicksal widerfahre wie seinem Genosien Curtin. Deshalb ritten sie alle mit ihm. Sie waren gerade bis zum nächsten Dorf gekommen, als sie den Indianern begegneten, mit dem Alkalden als Führer, die auf dem Wege waren, um die Esel und Packen zu Howard zu bringen. „Wo ist denn euer Senior Dobbs, der Amerikaner, der diesen Zug nach Durango bringen sollte?" fragte Howard, als er sich umgesehen hatte und keinen Dobbs finden konnte. „Der ist erschlagen," sagte der Alkalde ruhig. „Erschlagen? Von wem?" Howard sagte es rein mechansich. „Bon drei Wegelagerern, die gestern von den Soldaten gefangen genommen wurden." Howard sah auf die Packen, und sie schienen ihm merkwürdig dünn zu sein. Er sprang hinzu und öffnete einen seiner eigenen Packen. Die Felle waren vollzählig drin, aber die Säckchen waren fort. „Wir müssen die Wegelagerer einholen," rief er,„ich muß sie etwas fragen." Seine Begleiter waren dazu bereit. Man ließ den Zug in das Dorf bringen, wo Curtin lag. Die übrigen Männer ritten auf geraden Pfaden den Soldaten nach. Die Soldaten hatten sich nicht sehr beeilt, voranzukommen. Bei solchen Patrouillenritten werden immer noch die Orschoften, die in der Nähe des Hauptweges verstreut liegen, besucht, um zu hören, was los ist, und den friedlichen Einwohnern zu zeigen, daß die Regierung sie nicht vergessen hat und sie unter Schutz hält. Die Gefangenen, die mitgeführt werden, vertiefen nur den Eindruck bei der indianischen Landbevölkerung, daß sie ruhig ihrer Arbeit nachgehen kann, und daß die Regierung nach dem Rechten sieht und den Banditen und den Wegelagerern tüchtig auf den Fersen sitzt. Die Banditen und diejenigen, die vielleicht gerade im Sinne haben. es einmal mit diesem Geschäft zu versuchen, werden durch die Ge- fangenen, deren Los vorher hinreichend bekannt ist, eindrucksvoll genug belehrt, daß es auch seine Schattenseiten hat, auf Straßen- räuberei auszugehen. Solche Warnungen sind wirkungsvoller als Berichte in den Zeitungen, die hier nicht hinkommen, und wenn sie hinkommen, nicht gelesen werden können. Am darauffolgenden Tage waren die Soldaten schon eingeholt. Der Alkalde stellte dem Offizier Howard als den rechtmäßigen Eigentümer der Esel und der Packen vor. und Howard erhielt ohne weiteres die Erlaubnis, die Banditen auszufragen. Wie sie Dobbs umgebracht hatten, das interessierte ihn nicht, der Alkalde hatte es ihm schon deutlich genug erzählt. Er wollte nur wissen, wo die Säckchen seien. ..Die Säckchen?" fragte Miguel.„Ach ja. diese kleinen Säckchen. die hoben wir oll« ausgeschüttet. Da war nur Sand darin, um den Fellen mehr Gewicht zu z«ben." „Wo habt ihr denn die Säckchen ausgeschüttet?" fragte Howard. Miguel lachte.„Was weiß ich? Irgendwo im Busch. Das eine Säckchen hier, das andere weiter fort. Es war finster. Wir find dann in der Nacht weitermarschiert, um fortzukommen. Wir haben kein Kreuz hingenagelt, wo wir die Säcke ausgeschüttet haben. Sand gibt es überall. Sic brauchen sich nur zu bücken. Und wenn Sie gerade den Sand, den Sie vielleicht als Proben hatten, suchen gehen wollen, ich glaube nicht, daß sie noch ein Körnchen finden. In der vorletzten Nacht hatten wir einen fürchterlichen Sturm. D«r hat alles fortgeweht, auch wenn ich genau wüßte, wo es war, wo wir die Söckchen ausschütteten. Ich würde es Ihnen sonst gern sagen, für ein Säckchen Tabak. Aber ich weiß es nicht und kann mir den Tabak nicht oerdienen." Howard wußte nicht, was er sagen sollte. Alles, was er äußern oder was er wn konnte, war nur, ein solches Gelächter anzustimmen, daß die übrigen Männer und auch die Soldatm mitlachen mutzten, obgleich sie nicht wußten, wo der Witz lag. Aber das Lachen klang so gesund, daß sich niemand gegen seine Wirkung wehren tonnte. Howard warf den Strauchdieben ein Säckchen Tabak zu, dankte dem Offizier, verabschiedet sich von ihm, und dann rill er mit seinen Freunden wieder zurück. „Well, my boy," sagte Howard, während er sich auf den Rand des Lagers setzte, auf dem Curtin lag.„Das Gold ist dahin gc- gangen, wo es herkam. Diese prachtvollen Halunken haben es für Sand gehalten, mit dem wir die Fellhändler in der Stadt betrügen wollten beim Auswiegen der Felle. Und diese Lämmer haben den Sand alle ausgeschüttet. Wo, wissen wir nicht mehr, well es finster war. Und dann hat der Hurrikan in der vorletzten Nacht den Rest besorgt. Für ein Säckchen Tabak war jetzt die ganze Bronze zu haben, für die wir zehn Monate schufteten." _. „Da hörst Du es ja" wandle sich Howard an Curlin... Und er begann so zu lachen, daß er sich krümmen«nutzte, weil ihm der Bauch u>eh tat. „Wie du da lachen kannst, das ist mir ganz und gar unverständ- lich," sagte Curtin halb erbost. „Das versteh« ich nicht," sagte Howard, nur noch immer mehr lachend.„Wenn du hier nicht lachen kannst, bis du platzt, dann weißt du nicht, was ein guter Witz ist, und dann kannst du mir leid tun. Dieser Witz ist zehn Monate Arbeit wert." Und er locht«, daß ihm die Tränen über die Backen liefen. „Mich haben sie zum Wunderdoktor gemacht," blökte der Alte lachend,„ich habe mehr erfolgreiche Kuren und für weniger Medizin aufzuwersen als der beste Arzt in Chikago. Du bist zweimal tot- geschossen worden und lebst immer noch, und der gute Dobbs hat den Kopf so völlig verloren, daß er ihn selber nicht einmal mehr damit suchen gehen karm. Und das alles für Gold, das uns gehört, und von dem niemand weiß, wo es ist, und das billiger ist als«in Säckchen Tabak für fünfunddreißig Centavos." Nun endlich begann Curtin zu lachen, und er wollte gerade ebenso kräftig damit herausbrüllen, wie es der Alte schon die ganze Zeit tat. Aber Howard hielt ihin die Hand auf den Mund:„Nicht so laut, alter Junge, sonst platzt.dir der Lungenflügel. Und den mußt du behalten, well wir sonst nicht nach Tampico kommen. Mit der Bahn wird es wohl kaum viel werden. Wir müssen auf den Eseln zurückreiten, und die wir nicht zum Reiten gebrauchen, die müssen wir verkaufen, damit wir«venigstens Tortillas und Frijole» zu essen haben, wir Millionäre, die wir sind." „Was können wir denn nur anfangen?" fragte Curtin nach einer Well«. „Ich überlege schon, ob ich mich hier nicht dauernd als Medizin» mann niederlassen soll. Wir können das Geschäft gemeinsam be» treiben. Ich koinme allein sowieso nicht durch. Ich brauche einen Assistenten, und ich will dir olle meine Rezepte vermachen. Die sind gut, das kann ich dir versprechen." Als Howard die Packen alle einzeln durchzusuchen begann, fand er einen Packen, aus dem die Säckchen nicht ausgeschüttet waren. Entweder waren sie übersehen worden, oder der von den Strauch- dieben, der sich diese Packen angeeignet hatte, war zu bequem ge- ivesen, die Packen olle aufzuschnüren, weil er gedacht hatte, sich das für später aufzuheben, wenn sie es nicht so eilig hatten, weiterzu» kommen. „Das wird gerade reichen für— für was?" sagte Howard. „Mit dem Kino wird es wohl nichts?" fragte Curtin „Dazu reicht es nicht. Aber ich habe gedacht, viellemst ein ganz kleines Delikatessen- und Konservengeschäst?" „Wo? In Tampico?" Curtin setzte sich halb auf. „Natürlich. Wo dachtest du denn?" erwiderte Hoivard. „Aber im letzten Monat, als wir in Tampico«varen, machten sa vier große Delikatessengeschäfte innerhalb von sechs Wochen Pleite." Curtin hielt es für wichtig, den Alten zu erinnenr „Das ist richtig," sagte Howard.„Zlber das war vor zwölf Monaten. Das kann sich nun geändert haben. Man muß sich doch ein wenig auf sein Glück verlassen können." Curtin überlegte«inen Augenblick und sagte dann:„Vielleicbt ist doch dein erster Vorschlag der bessere. Wir versuchen es erst einmal eine Zeit mit dem Medizingeschäst, da«st uns wenigstens das Essen und die Wohnung sicher. Ob das bei den Delikatessen der Fall fein wird, weiß ich noch nicht recht." „Aber Mensch, da sitzt du doch mitten drin. Da brauchst du doch nur den Büchsenöffner zu nehmen und«ine Büchse aufzu» machen oder auch zwei, wenn es dir schmeckt." „Well und schön. Aber das sollst du mir erst noch sagen, was du essen willst, wenn sie kommen und das Delikatessengeschäft ver- siegeln. Dann kannst du doch nicht mehr ran an die Konserven- büchsen." „Daran habe ich nicht gedacht," sagte Howard betrübt.„Das ist wahr, dann können wir nicht mehr ran an die Büchsen, und der schönste Büchsenöffner«st dann wertlos. Ich denke auch, es ist viel« leicht doch besser, die Delikatessen vorläufig allein zu lassen und uns lieber auf Medizin zu legen. Außerdem ist es«in höchst ehren» werter Beruf. DelikatessenwarenHändler kann schließlich jeder Esel «Verden, Medizinmann noch lange nicht. Dazu muß man geboren sein. Und das darf ich von mir mit Fug und Recht behaupten. Komm nur erst rüber in mein Dorf, da wirst du etwas sehen und lernen. Den Hut wirst du ziehen vor mir. mein Junge, wenn du siehst, was für eine geachtete Persönlichkeit ich da bin. Die wollten mich vor einigen Tagen Ichon zur gesetzgebenden Körperschaft machen. Was sie sich darunter denken, habe ich aber mcht erfahren können." In dem Augenblick kam sein Gastgeber hereim „Scnjor," sagte«r,„wir müssen jetzt fortreiten. Es ist gerode ein Mann herübergeritten gekommen. Der sagt, es s«ien so vicfe Leute im Dorf, die den Doktor sehen«vallten, daß sie im Dorf Angst bekämen. Darum müssen wir sofort losreiien." „Da hörst du es ja,"«vandte sich Hoivard an Curtin. als er ihm die Haiid gab. Curtin lachte und sagte:„Ich denke, daß ich in drei Togen rüberkommen kann, um den Wunderdoktor zu sehen." Howard hatte keine Zeit, zu antworten. Di« Indianer hatten ihn untergefaßt, hinausgetragen und aufs Pferd geHobe««. Dann ritten sie mit ihm davon. WAS der tag bringt. ««niniiiiiiimiiiiminiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiilniiiiiiiiiiuiiiiiiiniMiininiiiiiiiniiiiiiiiiiiüiiniiiiiiuiiiiuiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiinnimniniiiiuniiiiiiiiuiniinuiiiiini Jesuitisch. Im Vorkriegsreichstay hatte der Sozialdemokrat Dr. Ludwig Frank—«r fiel im Airsang des Krieges bei Baccarat in Frank- reich— in einer Red« die Beweisführung«in«s geehrten Vor- redners vom Zerrtrum als jesuitisch bezeichnet. Amtierender Präsident war der alte Freisinnig« Dave, dem der Schalk so. im Nacken saß, daß er— der Vize— niemals ein« Gelegenheit vorbeigehen ließ, um«ine witzige Bemerkung zu machen. Schon griff er ein, es ivar kaum leises Gemurmel im Zentrum entstanden, und sprach milde:„Herr Abgeordneter,«venn Sie den eben ge- brauchten Ausdruck in d«m Sinn gemeint haben sollten, daß dem Jesuitenorden gewöhnlich besonders geschickte Dialektik nachgesagt wird, so hätte ich zum Eingreifen keinen Anlgtz: wenn Sie aber dmnit ein Mitglied des Hauses im Sinne einer weitverbreiteten Volksauffassung einer Art Worwerdreherei beschuldigt haben sollten, so müßt« ich das rügen!" Damit s«tzt« er sich schalkhaft lächelnd, und nachdem das allgen««ine Hallo vorbei war, setzte Frank seine Rede fort. Nachher kommt Dave, durch den Wandelgang links nach Fregattenart schlingernd, an Frank vorbei, kneift die Aeuglein zu und fragt ihn:„Sagen Sie, Herr Kollege, war meine prösidentiale Enunziation vorher nicht eigentlich etivas jesuitisch?" Man dränge sich zur Kasse! Ein Inserat: Ludendorff, gezeichnet im März lS28 von Prof. Bernh. Winter. ...... Dieses Bild besitzen heißt: ein Deutscher sein! Für Geld geben die Völkischen also sogar Rasselegitimationen. Wenn sich nun die Grenadierstraße mit Ludendorff-Portraits schmückt, dann werden die völkischen Bersammlungsredner noch jiddisch lernen müssen. Ballkleider aus Papier. In Poris ist die Blumenmalerin Madeleine Lcmaire gestorben. Die Blätter erinnern daran, daß sie es war, die nach dem Kriege von 1870 die Mode der„Lais en pzpier" aufbracht«. Dos waren Veranstaltungen, bei denen die Eingeladenen sich mit Kostümen aus Papier verkleideten, die dann bei der„Demaskierung" abgerissen wurden, worauf die eigentlichen Tolletten zum Vorschein kamen. Auf einem solchen Fest erschien der Maler Clairin als Lohengrin, ganz in Silberpapier gekleidet.„Welche Schokoladenfirma vertritt er denn?" fragte der Maler Geröme, der als Witzbold bekannt war. In den Tagen, da General Boulanger auf der Höhe seines Einflusses stand, erschienen bei einem solchen Ball, den Madeleine Lsmair« gab, mehrere Damen als Lilien gekleidet, wohl um die Blumenmalerin zu ehren. Man oermutete aber dahinter«ine politische Kundgebung. da ja di« Lilie das Sinnbild der französischen Königssamili« ist. Die Prinzessin Mathilde bemerkte dazu, alz sie die Namen der„ver- kleideten Lilien" hörte:„Das kann unmöglich politische Bedeutung gehabt haben, denn keine der Damen hatte auch nur das geringste Zlnrecht darauf, dies Sinnbild der Reinheit zu tragen." Und sie fügte hinzu:„Es war höchstens ein Versuch, ihre Freunde zu täuschen." Historische Städtebilder in Amerika. Eine bauliche Restaurierungsarbeit ungewöhnlicher Art wird zurzeit in Amerika ausgeführt. Es handelt sich dabei darum, die Stadt W i l l i a m s b u r g, di« ehemalige Hauptstadt des Staates Virginia, der ältesten und lange Zeit hindurch wichtigsten europäischen Kolonie in Nordamerika, in ihrem ursprünglichen Zustand wieder- herzustellen. Man will die Stadt nach Möglichkeit so ausbauen, wie sie in der Kolonialperiode ausgesehen hat. In Williamsburg stehen noch sechzig oder siebzig Häüser, die nachweislich vor den« amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erbaut worden sind. Außer diesen können noch weitere fünfzig Häuser stehenbleiben, di« den« Originaltyp der Häuser so sehr gleichen, daß sie das historische Bild nicht beeinträchtigen. Alle anderen Bauten werden aber un- erbittlich niedergerissen, und an ihrer Stelle Vierden Ziegel- und Holzhäuser nach Modellen aus der Zeit der Kolonisierung gebaut werden. In dem allen Williamsburg waren die hervorragendsten Gebäude das Capitol, die Hauptschul«, die««ach den Plänen des berühmten Baumeisters der Zeit. Sir Christopher Wren, erbaut wurde, und der Palast des Gouverneurs. Bon diesen monumentalen Gebäuden steht heut« nur noch die Schule. Schwierig ist besonders das Problem, den Gouverneurspalast in seiner ur- sprünglichen Gestalt wiederherzustellen, da man keine Bilder von ihm besitzt. Für den Abriß und der Wiedererbauung von Privat, Häusern wurden bisher allein zum Millionen Dollars verwandt.. 136 2320 ~ Sportund Spieldie Die Naturfreunde und ihre nächsten Tagungen. = Die nächsten Wochen und Monate bringen für die deutsche und internationale Arbeiter Wanderbewegung eine ganze Anzahl wichtiger Konferenzen. Die außerordentlich wichtige naturwissenschaftliche Arbeit in den deutschen Gauen- hier bestehen mehr denn 100 Arbeitsgemeinschaften darf von der Sigung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Natur- und Boltstunde, die am 12. und 13. Mai in Frankfurt a. M. stattfindet, besondere Förderung erwarten. Als nächstes bringt sodann die Naturfreunde- Jugend fonferenz am 9. und 10. Juni in Probstzella wichtiges Material für die Jugendarbeit bei den Naturfreunden. Aufgabe diefer Konferenz wird es auch sein, engere Fühlung mit der Arbeiter Jugendbewegung zu finden. Zwischendurch bereiten im Mai, Juni und Juli eine große Zahl von Gaukonferenzen die Arbeit vor, die vom 12. bis 19. Auguft durch die Reichs und die Hauptversammlung der Naturfreunde in 3 ürich zu er ledigen ist. Die Reichsversammlung der deutschen Naturfreunde wird fich in der Hauptsache mit der Arbeit in den legten 1½ Jahren, mit der Beitragsregelung, dem Ausbau der Ferienheime und Wanderherbergen, der Schaffung eines einheitlichen Reichsblattes anstatt der vielen Gaublätter, sowie den wichtigen Bildungsfragen in Photo arbeit und natur- wie funstwissenschaftlicher Tätigkeit beschäftigen. Der Hauptversammlung des Gesamtvereins, zu der 16 Länder aus drei Erdteilen ihre Vertreter entsenden, liegen neben dem Rechenschaftsbericht der Wiener Zentralleitung die Erledigung der Heimbaufragen, ferner gleichfalls wichtige Bildungsfragen zur Er ledigung vor. Außerdem wird in einem grundfäßlichen Referat Nationalrat Boltert Wien, der Präsident der internationalen Arbeiter- Touristenbewegung, das Thema„ Die Naturfreundebewegung im Dienste der Arbeitertlaffe" behandeln. Rebenher geht in Zürich ein großes internationales Naturfreundetreffen mit zahlreichen Veranstaltungen, Befichtigungen und anschließenden Bergfahrten. Die Naturfreunde werden sich insbesondere auch mit der Frage rer Konzentration der Arbeit zu beschäftigen haben. Auch innerhalb der Arbeiter- Sportbewegung kommt man immer mehr zu der Ueberzeugung, daß engere Zusammenfassung notwendig ist, damit gleichgerichtete Bestrebungen in einem einheitlichen Ganzen aufgehen können. Diese Entwidlung fann nur einen Gewinn für die Arbeiterbewegung bedeuten, wobei die Notwendigkeit der Mitarbeit der Mitglieder zwar nicht direkt in ihrer Organisation, aber in Partei und Gewertschaften zu betonen ist. Handball. Städtemannschaft gegen Nowawes. Bei den Handballspielern nähert sich die Serie dem Ende. Da jetzt die Zeit der Gesellschaftsspiele und Städtewettspiele beginnt, so muß auch die Berliner Städtemannschaft gerüstet sein. Die Mannschaft hat aus diesem Grunde am Sonnabend, den 21. April, ihr erstes Spiel gegen Nowawes. Die Aufstellung der Städtemannschaft ist folgende: Nielsen ( Groß- Berlin- Webbing) Alemt ( Fichte- Nord) Schulz Goffe ( Spandau) Dall Klutsch ( Belten) Baden- Baden Turffchau. 10040 Hamburg- Grunewald. Die traditionelle Rennwoche des Internationalen Klubs in Baden- Baden erstreckt sich wieder über 5 Renntage, die auf den 24., 26., 28., 31. Auguft und 2. September festgesetzt worden sind. Bereits jetzt sind die Ausschreibungen für die Hauptprüfungen erschienen. Es find dies Fürstenberg- Rennen, Zukunfts- Rennen und Großer Preis von Baden. Alle drei Rennen wurden mit der vorjährigen Preishöhe zur Ausschreibung gebracht. den Dreijährigen vorbehaltene Fürstenberg- Rennen und die flaffische Zweijährigenprü fung, 3utunfts- Rennen, vergeben je 29 000 m, der Große Preis von Baden sieht 64 000 m. an Geldpreisen vor. Im Großen Preis von Hamburg blieben bei der zweiten Einfazzahlung 29 Vollblüter startberechtigt. An dem 30 000- MartRennen, das am 20. Mai in Großborstel gelaufen wird, können u. a. noch Postmeister, Löwenherz II, Balü, Narciß, Serapis, Normanne, Rheinwein, Lampos, Audax und Faro teilnehmen. Rheinwein, Lampos, Audag und Faro teilnehmen. Das Bod sielsti- Rennen, eine Prüfung, die ständig im Jahresprogramm der Grunewaldbahn wiederkehrt, hat eine besonders gute Besetzung gefunden. Fast die gesamte erste Klasse der drei jährigen und älteren Pferde ist in der am 14. Juni zur Entscheibung gelangenden Prüfung vertreten. Genannt seien mur Aditja, Torero, Postmeister, Ferro, Farn, Oleander, Mah Jong, Libertas, Oberwinter, Aurelius, Lampos, Audag und Farinelli. Vorfchau auf Karlshorst. = Im Mittelpunkt des dritten Carlshorster Remntages am Sonnabend steht ein Herrenreiten, das Rosenberg Jagdrennen. Es ist ein über 4000 Meter führender Ausgleich II, demzufolge die Klaffe der teilnehmenden Pferde nicht besonders groß. Dreifach ist mit Daubenton, Bezna und Borgia der Stall Heinz Stahl vertreten. Da alle drei Pferde nicht ungünstig davongekommen sind, muß man den Trägern der weißgrünen Jade die ersten Aussichten zubilligen. Zwei Prüfungen der Bierjährigen sowie das abschließende Flachrennen sind weitere bemerkenswerte Geschehnisse dieses Tages. unsere Voraussagen: 1. Grand Mousseur Lucrezia; 2. GirantBatlle Cruiser; 3. Opar Lodentopf; 4. Stall Heinz Stahl- Boros; 5. Turmalin- Eintracht II; 6. Senom Franzia; 7. Heluan Alster blümchen. 0 Um die tägliche Turnstunde. 4 Der Ausschuß zur Pflege der Leibesübungen des Preußischen Landtags behandelte, dem„ Amtlichen Breußischen Pressedienst" zu folge, fürzlich die Eingabe des Deutschen Turnlehrervereins in Berlin um Einführung der täglichen Turnstunde. Als Regierungstommiffar legte Ministerialrat Dr. Ottendorf in einem Referat den Standpunkt des Kultusminifters bar. Nach längerer Beratung über die auch im Hinblick auf die Bolksgesundheitspflege wichtige Angelegenheit wurde auch vom Plenum beschlossen, die Eingabe dem Staatsministerium zur Berücksichtigung zu überweisen, mit der Maßgabe, das Staatsministerium zu ersuchen, die weitere Durch führung der täglichen Turnstunde zu fördern. Maccabi bort am Dienstag, 24. April, 20 Uhr, im Saalbau Friedrichshain. Es wird intereffante Paarungen geben, die den Be fucher auf seine Rechnung kommen lassen werden. Vorverkauf in den Trainingsstätten, im Saalbau Friedrichshain, Café Petric und unter Hansa 5268. ILA. 1928"-Berlin. Internationale Luftfahrt- Ausstellung. Nach dem bisher vorliegenden Meldeergebnis scheint die Aus= stellung des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrtindustrie, die in der Zeit vom 7. bis 28. Oftober 1928 in den Hallen des Ausstellungs-, Messe-, und Fremdenvertehrsamtes der Stadt Berlin am Kaiserdam m stattfindet, recht umfangreich zu werden. Außer den deutschen Flugzeugen wird man am Kaiserdamm die führenden Flugzeug- und Motortypen des Auslandes studieren können. Bon festgemeldeten Ausstellern seien erwähnt: Farman- Frankreich, Avia- Prag, Armstrong- Siddeley- England. Ebenso werden die einschlägigen Industrien und Zubehörindustrien des Auslandes auf der Ausstellung vertreten sein. Gemeldet haben Belgien, Bolivien, Dänemark, England, Frankreich, Griechenland, Italien, Merito, Rußland, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei, Türkei, Ungarn und USA. Durch die bereits vorliegenden. Anmeldungen können die beiden großen Autohallen voll besetzt werden. Mit Rück ficht auf die zahlreichen noch schwebenden Beteiligungsverhandlungen mit Firmen des In- und Auslandes ist in Aussicht genommen auch die zurzeit im Bau befindliche neue Funkhalle in das Ausstellungsgebiet hineinzubeziehen. Auch das die Hallen umgebende Freigelände wird voll belegt werden. In den Vereinigten Staaten beabsichtigt man, den nordamerikanischen Besuchern der„ ILA. 1928" in möglichst großem Umfange Erleichterungen zuteil werden zu lassen. So hat sich bereits jetzt ein Komitee gebildet, das Gemeinſchaftsreiſen zur JL. 1928" veranstalten will. Wie wir erfahren, hat sich bereits eine größere Reisegesellschaft zusammengeschlossen, um mit dem Dampfer Columbus" einige Wochen vor Eröffnung der„ ILA." in Bremen eintreffend, Flüge durch Deutschland mit eigens für diesen Zweck bereitgestellten Flugzeugen zu veranstalten. enni st Radfernfahrt ,, Rund um Köln". Mit internationaler Beteiligung. Den dret nationalen Straßenrennen Berlin- Rottbus Berlin, Großer Straßenpreis von Hannover und„ Rund durch Oberschlesien" folgt am kommenden Sonntag das erste internationale Straßenradauf der 250 Kilometer langen Strede Köln- Jülich- Neuß- Düsselrennen dieser Saison. Die 16. Fernfahrt Rund um Köln", die dorf Solingen- Siegburg- Bonn- Köln ausgefahren wird, sieht nicht nur alle deutschen, sondern auch prominente ausländische Fahrer Banaga, die Belgier van Hevel, Sellier und Vermandel, die Italiener in Bettbewerb: Die Italiener Girardengo, Belloni, Negrini und Linari, Ciaccheri und Menegazze und neben tem Schweizer Heinrich Suter dem Italiener Piemontesi sowie den Belgiern Delbecq und Mortelmans den vorjährigen Straßenweltmeister Alfredo Binda. Daß unsere Fahrer diesen Größen der Landstraße auch nur an nähernd gewachsen sein werden, ist faum anzunehmen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Treffpunkt der Radfahrer Stettiner Borortbahnhof und Sonntag 6 Uhr Stettiner Bahnhof. zur Fahrt nach Eberswalde 16 Uhr Bahnhof Weißensee, 18 Uhr Zur Fahrt nach dem Jhlandsee 28 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Fried richsfelde. Lampe nicht vergessen. verlegt. Die angefeßten Treffpunkte bleiben bestehen. Das Anfahren der Havelvereine wird vom 22. auf den 29. April Vereinskalender Bichelsberger Ruber- Gesellschaft 1914 E. B. Sonntag, 22. April, An rubern. Abfahrt vom Bootshaus pünktlich 9% Uhr. Abends geselliges Bei sammensein in der Neuen Welt", Spandau, Anfang 18 Uhr. riegener Bahnhof. Montag: Heiterer Abend, Jugendheim, Steinmegstr. 114, A. W. J. Sonntag, 22. April, 5% Uhr. Fahrt nach Tiefensee. Treffpunkt: 20 Uhr. Ursprung und Bekämpfung der Kriminalität in der Jugend. Ueber dieses Thema spricht Dr. Tichauer im Touristenverein Die Naturfreunde", Abt. Charlottenburg, Freitag, 20. April, 20 Uhr, im Jugendheim, Spreca straße 30. Roplin ( Reutölln 2) Chert ( Spandau) Ariger ( Fichte 8) ( Gr. Berlin- Wedding) Hoffmann Butter ( Gr. Bln. Süden)( Fichie- Nord) Ersag: Auder( Fichte 7) Diefe alte, erprobte Aufstellung der Städtemannschaft bürgt für ein gutes Spiel. Nowawes hat den Vorteil, eine geschlossene Mannschaft zu sein, muß und wird aber trotzdem alles aufbieten, um in Ehren zu bestehen. Das Spiel findet um 17 Uhr auf dem Urbanplay statt. Die Arbeiterschaft wird bei einem Eintrittspreis von 20 Pf. um regen Besuch gebeten. Handballspiele am 22. April. In der ersten Gruppe spielen Reutöln 2. Abtlg. und Sparta in Neufölln, Dammweg. Neukölln steht in der Tabelle por Sparta, ein Sieg ändert bei feiner Mannfchaft etwas. Frisch- Frei- Niederschönemeide spielt gegen EicheRöpenid in Niederschönemeide, Berliner Straße. Die beffere Mannfchaft ist Köpenid. In der zweiten Gruppe spielt nur Fichte 3. Abtlg. gegen Romames um 15% Uhr auf dem Urbanplay. Sollte Fichte gewinnen, dann stehen sich beide Mannschaften punttgleich. GroßBerlin- Wedding empfängt in der 3. Gruppe Spandau in Reiniden dorf, Scharnweberstraße. Sollte hier ebenfalls Wedding gewinnen, dann stehen alle drei ersten Mannschaften in der Tabelle punktgleich. Bei den Frauen spielen in der ersten Gruppe S. B. gegen Tegel in Reinidendorf, Schäferfee, und in der zweiten Gruppe Neuföln 1. Abtlg. gegen Groß- Berlin- Lichtenberg in Neufölln, Dammmeg. Die wichtigsten Spiele in der 3 meiten Klasse find: Charlottenburg- Schwimmer gegen Berlin 12 in Bolkspart Jungfernheide, Brandenburg 1. Abtlg. gegen Schöneberg- Turner in Branden burg, Fichte- Treptom gegen Moabit in Baumschulenweg, Eiche- Tegel gegen Groß- Berlin- Wedding 2 in Tegel, Graf- Rödern- Korso und Fichte Spielabtlg. Frauen gegen Schönow in Baumschulenweg. Die Männerspiele beginnen um 16% Uhr und die Frauenspiele um 14% llhr. Hockey. Der ALB. Pantom fährt zum ASV. Fichte West zum fälligen Serienspiel Bantom hat lange pausiert und darf man darauf gespannt sein, wie sie sich gegen den in Hochform befindlichen Gruppenersten aus der Affäre ziehen werden. Das Spiel beginnt um 12,30 Uhr auf dem Breußenplatz am Fehrbelliner Plaz. Eine zweite interessante Baarung zwischen der Sportlichen Bereinigung Nordost und dem Athletik Sportklub geht um 17,30 Uhr in der Schönhauser Mee Dom Start Erst vor furzem gewann Nordost 4: 0. Sie follten auch diesmal fiegen, wenn auch bedeutend schwerer, da der AGC. gewiß alles baran segen wird, um den Spieß umzudrehen. Beitere Spiele: Charlottenburg II- Moabit I 17 Uhr in Westend; Roland I- Lichtenberg Sportler I 15 Uhr Schönhauser Allee; Groß Berlin Nordring II- Lichtenberg Sportler II 13,30 Uhr Schönhauser Allee; Jugend Charlottenburg- Nordost 16 Uhr in Westend. Mee. Gesellschaftsspiele: Fichte I 2- Schönholz 2 um 9 Uhr; Fichte I- Schönholz V 10,30 Uhr in der Schönhauser Allee und Boland II- Fichte 10 II um 12 Uhr in Lichtenberg Bom Bahnhof zum Barieté. PLAZA PLAZA gründung waren die Verhältnisse in anderen Weltstädten, in denen Boltsvarietés in den dichtbevölkerten Wohnvierteln seit langem be= stehen und sich bewährt haben. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, ist der Ostbahnhof einer der besten Pläge Berlins. Er liegt in der dichtest bevölferten Wohngegend, in der Umgebung der Frankfurter Allee, der Köpenider Straße und der Warschauer Straße und ist zu Fuß in etwa 5 Minuten vom Schlesischen Bahnhof, in 12 Minuten vom Alexanderplatz erreichbar. Wer kennt nicht von den Bewohnern im Osten Berlins das tot und schmeigiam daliegende Gebäude des ehemaligen Ber liner Ostbahnhofs am Küstriner Play? Es dient feinem 3wed mehr und war eine Stätte des Aergernisses für die ganze Gegend. Ein bekanntes Berliner Varietéunternehmen hat den Bahn hof von der Reichsbahndirektion Berlin auf 25 Jahre gepach tet und will daraus ein großes Varieté machen, das 3500 Perfonen faffen soll. Daneben soll ein Festsaal in der Art der Neuen Welt" entstehen, der mit dem Varieté durch zwei Tunnels verbunden ist. Den Besuchern des Varietés, desser Eintrittspreise zwischen 50 Pf. und 2,50 M. betragen sollen, wird auch der fosters Laje Bejuch des Saales gestattet, jein Beispielgebend für die Neuwerden Die Architektenpläne sind bereits fertiggestellt, mit dem Umbau, der eine Erhaltung der Umfassungsmauern und der alten Schine telfchen Fallade vorsieht, wird in der nächsten Zeit begonnen Baungäfte der Reflame. Eine füße Viertelstunde" in der Friedrichstraße. 3 da in etnem Edhaus der Friedrichstraße ein Geschäft, durch dessen Tür lediglich weibliche Rundschaft ein- und ausgeht. Denn es werden dort Sachen verkauft, für die sich wirklich nur eine Frau intereffieren kann: Leibbinden, Korsetts, Hüfthalter, Strumpfhalter, Büstenhalter und Leibchen. Bon der einfachen Bauchbinde aus schlichtem Mull oder Flanell bis zum Büstenhalter, aus zarter roter Seide mit blauen Bergißmeinnichtblüten bestickt, ist alles in diesem Geschäft zu haben. Auch Gummistrümpfe, welche die dicken Baden, die augenblicklich fein Mann sehen will. verdrängan sollen, gibt es. Und fein Mensch wird es dem Geschäftsinhaber, der mit diesem ehrbaren Handel sein tägliches Brot verdient, verdenken, daß er Reklame macht. Das tut er auf eine originelle und unterhal same Weise: der geschäftstüchtige Inhaber spiegelt feinen Kundinnen und allen, die es werden sollen, in seinem Schaufenster etwas vor. Im buchstäblichsten Sinne! Er spiegelt ihnen eine Modenschau ver. Fast greifbar. In einem schwarzen Kasten, der sich plötzlich erhellt, erscheint( durch eine geschickte Spiegelung) eine Dame: fchlant, mit einem lächelnden Girlgesicht, pechschwarzem Haar und tirschroten Lippen. Und, was die Hauptsache ist, die Dame geniert fich nicht im geringften, trotzdem sie nur sehr notdürftig mit einer blauen Kombination befleibet ist. Sehr verführerisch. Was braucht fich die Dame auch zu genieren: man sieht ja mir ihr verfleinettes Spiegelbild, bas vor den Augen wie eine Fata Morgana gaufelt. Es ist aber das Spiegelbild eines Wesens aus Fleisch und Blut. Unten schimmern die selenen Strümpfe bis weit über die Knie hinauf. Es ist ein Mannequin, das die neuesten Gummistrümpfe, Leibbinden, Strumpf- und Büftenhalter vorführt. Eine Biertelstunde lang. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 20. 4. 28 Freitag, 20. 4.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. Städtische Oper Bismarckstr. 12 Uhr: Mittags- A- Tarn. II. Aut. 7 Sinfoniekonzert Zauberflöte 8U.: 7. Sinfoniek. Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Ende gut, Gespenster alles gut Volksbühne Deutsches Theater Norden 12 310 Abonnementsbüro Norden 10 338-39. 3 Uhr. Ende 112 U Pygmallon von Bernard Shaw dtsch. v. Sienfr. Trebtisch arnowsky- ühnen Th. Königrätz. Bergm. 2110 81, Uhr Die Marquise Von Arcis Merkwürdines Beispiel einer weiblichen ache) v. Carl Sternheim Kammerspiele Komödienhaus Norden 12310 31, U., Ende nach 1 Finden Sie, daß Norden 6304. Tägi. Uhr Broadway Konferenz der Kraftwerfarbeiter Preußens. Tarifliche und soziale Forderungen. Nach erfolgter Diskussion faßte die Konferenz einstimmig fol Auf Einladung des Verbandes der Gemeinde- und Staats. arbeiter tagte am 15. April im Gildehaus zu Kassel eine Kon ferenz von Delegierten der in den preußischen Kraftwerken beschäf tigten Arbeiter. Orlopp Berlin sprach über: Die Elet. trizitätsversorgung Deutschlands" und Funke Frant. Die Herren, von denen immer zwei Duhend das Schaufenster furt a. M. über: Die Ruhelohnversorgung der in dicht belagern, werden es auf eine distrete Anfrage bestätigen, daß öffentlich- rechtlichen Betrieben Beschäftigten". es eine füße Viertelstunde" ist. Allerdings, auch sie hat ihre Bitter- gende Entschließung: feiten. Wie traurig, wenn das liebliche Wesen den Entzückten ein Schild vor die Augen hält, auf dem das Wort„ Bause" steht. Und wie unmenschlich geradezu, wenn ein stämmiger Mann in blauer Livree die Herren sehr höflich und noch mehr energisch auffordert, ,, auseinander" zu gehen. So etwas ist hart und verdüstert die ganze Friedrichstraße. Aber bald kommt man, sowie im schwarzen Kaften das Licht der Verheißung neu erstrahlt. wieder zusammen. Zu Dutzenden, dicht gedrängt. Und da soll eine Frau durchkommen? Der Versuch müßte von einer Naiven unternommen werden. Und es wäre naiv, nicht zu glauben, daß die Herren, die vor dem Ge. schäft so fest und treu zusammenhalten, es nur darum hun, damit sie ihrer Frau einen Wink geven können, wo es praktische Leibbinden oder gesunde Strumpfhalter zu faufen gibt A. F. Schweres Bauung ück in New York. Bei den Bauarbeiten für die Untergrundbahn auf dem oberen Broadway in New York trat ein Erdrutsch ein, der 13 Arbeiter verschüttete. Bis jetzt wurden zwei von ihnen tot, zwei andere schwer verlegt geborgen. Man befürchtet, daß noch weitere Todesfälle zu verzeichnen sind. Lothringer Str. 37 Rose- Theater Metropol- Th.[ CASINO- THEATER Uhr Die schwebende Jungfrau Gr Frank. Str. 132 8 Uhr: terne d. wieder eachten Zentrum 128 24 8 Uhr Der Gra von Luxembur Thalia- Theater Matzner, Hoffmann Dresdener Str. 72-73 Jolan. Hell, Kettner u. Dykerpoits Frben Sonntag, 14 Uhr Residenz- Theater 814 Uhr Fritzi Constance sich richtig Piscatorbühne Musik. Schwank verbält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 31, U., Ende 10%, U. LetzteAufführunger Marcel Fradelin Der Eunuch Theater am 8Blowplatz Th. am Schiffbauerdamm Berliner Theater 8 Uhr 81 Uhr: Direktion Kuhnert. Die rote Der Zigaretten- arlottenstr.90-91.06mh.171 Robe Grosses Anfang kasten Schauspielbaus Ende 8 Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL 99 8 Uhr Die Bollé Sisters" Ein Berliner Volksstück von Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 8 Uhr: Der etzte Kaiser von Jean Rich Bloch asz- KarlheinzMartin Gastspiel im Lessing- Theater Norden 12798 8 Uhr ,, Honjunktur v. Leo Lanja Insz. Erwin Piscator Theater des Westens Gastspiel Friedmann- Frederich- Max Moskauer jud. Adalbert, Lea Seidl, Lori Leux Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frau Käte läßt sich MADAME POMPADOUR si verführen Winterten 8Uhr das Programm der 12 Attraktionen 12 Näheres siehe am Säulenring akad. Theater Täglich 8 Uhr: Benjamins III. Die Reise Musikal. Spiel Lustspiel v.H.Sturm Walhalla- Th. Klinder, Kettner, v. Mollendorf Sonnt. 4 U. kl. Preise Tagesze.ten der Liebe Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th 81 Uhr: Schwarz- Weiß Weinbergsweg 19/20 14 Uhr Tobias Knorke Berl.Posse m. Musik u. Gesang v. Joh. Heb Vorzeiger dieses zahlen für Parkett auch Sonntags statt 4.- Mk nur 60 P. Sonntag nchm. 4 U. Die Puppenfee Parkett v. 30 Pi. an. Delschaft, Pointner, Eibenschitz, Gottgetreu, Vespermann, Mannin. Für Funkfreunde ha be Preise. Lustspieliaus Jir. Dr. Martin Zicke 8 Uhr: iuido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Fischer. Hofen Kleine Preise Patanin Th..Admiralspalast Täglich, Uhr Rose Maric Planetarium am Zoo Varian. Joachimsthaler Stra Noll. 1578 16, 18, 19, 21 U. im Reiche der Mitternachtssonne cintritt I al. finder unt. 15 Jahren 2,5 Renaissance- Theater Steinplatz 901 3.10 Uhr Coeur Bube. Komische 81, Uhr Oper 8%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen Ausschneiden Gutschein 1-4 Pers Fauteui nur 11 M.. Sessel 1,60 M SCALA Uhr Vollendor 7360 Das AprilSensations- Programm mit zum ersten Male ir Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. Sonnabends u. Sonntags te 2 Vorstellungen: 3 u. 8 Uhr 3 zu ermäßigter Preisen das manze Programm. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 1607 Täglich& Uhr Sonntag, nachmittags Uhr Elite- Sänger Gr. neuer April- Spielplan. u. a Die tolle Lolo von Max Reinhardt Am Stammtisch von B. Croé Reichshailen- theater Stettiner Sänger Das neue Programm! Anf. 8 Uhr. Sonntg. nachm. 3 Uhr( haie Preise). Dönhoff- Brett'l: Das lustige April- Progr. Berliner Tik- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/751 ,, Die Delegiertenfonferenz für die Arbeiter der preußischen Kraftwerke beauftragte den Verband der Gemeinde und Staats. lichen Betriebe, nach wie vor alles zu verfuchen, um für alle Ar arbeiter als zuständige Organisation für die Arbeiter der öffent beiter der preußischen Kraftwerte einen einheitlichen Tarifvertrag zu schaffen. Die anwesenden Delegierten verpflichten sich, darauf hinzu wirken, daß die bestehenden Einzeltarife zum erstmöglichen Termin gekündigt werden. Der neu zu schaffende Tarifvertrag soll für alle Arbeiter der preußischen Kraftwerke die Bohn unb Arbeitsverhältnisse einheitlich regeln und neben porbildlichen Löhnen soziale Bestimmungen enthalten Es ist auf und andere soziale Rechte hat, was noch bis zum heutigen Tage die Dauer unhaltbar, daß jeder Staatsarbeiter Krantenlohn erhält den Arbeitern der preußischen Kraftwerke vorenthalten wird. Die Konferenz erhebt schärfften Einspruch dagegen, daß man den Arbeitern der preußischen Kraftwerte nach wie vor eine Ruhegeldordnung vorenthält, obwohl alle Arbeiter ber fommunalen Werte seit Jahren eine Ruhegeldordnung haben. Selbst gemischt- wirtschaftliche Unternehmen haben in den letzten Jahren die Notwendigkeit einer Sicherstellung des Arbeiters im Alter anerkannt und haben dementspre end Ruhelohnordnungen mit den zuständigen Organisationen abge schlossen. Reich und Staat haben für ihre Arbeiter eine Zusage versorgungskaffe eingeführt, trotzdem werden den preußischen Kraft. werfarbeitern die gleichen Rechte verweigert. Die Delegierten verpflichten sich, alles zu tun, um auch den Lezten Beschäftigten der zuständigen Organisation zuzuführen." Regen Mäntel Damen Loden- Mäntel MK 47,39-27Damen Gummi- Mäntel Mk.39: 33: 24Damen Gabardine- Mäntel Mk.69; 47: 33Herren Loden- Mäntel MK 47, 36; 27Herren Gummi- Mäntel Mk.36: 27, 19 Leineweber Berlin C, Köllnlfcher Fifchmarkt 4-6 PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. April KINO- TAFEL Süden BOL Th. am Moritzplatz Potsdamer Straße 38 Spione, nach dem Roman von Thea v. Harbou Rheinstraße 14 Marys großes Geheimnis mit Eva Speyer. Curt Vespermann Das Cowboy- Derby Odeon, Potsdamer Str. 75 The Kia mit Charlie Chaplin, Jackie Coogan Das weiße Stadion Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 Die Sache mit Schorrsiegel nach d. Roman der Berl. Illustr. Ztg. Beg. W. 6.15, 9. S. ab 5 Uhr Der Piccolo vom goldenen Löwen Eheskandal Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Belphegor, I. u. II. Teil Bühnenschau Concordia- Palast Andreasstraße 64 Metro- Palast Chausseestraße 30 Pat u. Patachon auf dem Wege zu Kraft und Schönheit Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Spione. Ein Film von Fritz Lang Pharus- Lichtspiele Pat und Patachon auf dem Wege Kosmos- Lichtspiele zu Kraft und Schönheit Belprogramm und Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Eine kleine Freundin braucht ein jeder Mann Zwei unterm Himmelszelt Bühnenschau Tempelhot Alexanderstraße 39-40 Kurfürst- Lichtsp. ( Passage) Die Sache mit Schorrsiegel nach d. Roman der Berl. Illustr. Ztg. Súdwesten Film- Palast Kammersåle Teltower Straße 1-4 Der Brigadier Gérard mit Rod la Roque Das weiße Stadion Tempelhof, Dorfstr. 22 Onkel Toms Hütte Jugendliche haben Zutritt Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Schinderhannes Bühnenschau Osten Kolibri Lichtspiele Viktoria- Lichtbild- Th. Belle- Alliance- Platz 2 Belphegor, I. Teil Das Rätsa von Paris maunerkönig Frankfurter Allee 48 Es zogen 3 Barschen Auf der Bühne: Das AlexanderFleßburg- Quartett Lichtenberg, Lückstaße 70-73 Das Ende von St. Petersburg Bühne: Die berühmte Wolga- Revue Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Müllerstr. 142 1 Er geht rechts Sie geht links Zwei arabische Ritter Marienbad- Palast Badstraße 35-36 Elternlos Dle Unschuld ohne Kleid Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 19 Schwejk in russischer Gefangenschaft Bühnenschau Kristall- Palast Alhambra Müllerstr. Prinzenallee 1-6 Spione. Ein Film von Fritz Lang Belprogramm. Bühnenschau Nordwesten Die tolle Lola mit Lilian Harvey Die Todesfahrt auf d. Black R ver Welt- Kino LSP Norden Lichtspiele am Senefelderplatz Werner Krauß. Jonny Jugo in Die Hose Der Leibgardist Mila- Lichtspielpalast Schönhauser Allee 130. Beginn 5, Stg. 3. 2 große Schlager: Marys großes Geheimnis. Cowboy- Derby Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee$ 0. Die Sandgräfin Belprogram. Bühnenschau Alt- Moabit 99. Die letzte Galavorstellung Anderer Frauen Männer Gesundbrunnen Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Die Sache mit Schorrsiegel Der Präriereiter Bühnenschau ,, Alhambra" Badstraße 58 Luciano Albertief in Der größte Gauner des Jahrhunder's W. Haases Burlesken- Ensemble Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Spione Bühnenschau Prinzen- Palast Prinzenallee 42-43 Der Fahnenträger von Sedan Peinde von gestern Bühnenschau Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Henny Porten in Liebe u. Diebe Die große Revue Auf ins Tivoli Palast- Theater Breite Straße 21 a Splone. Ein Film von Fritz Lang Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Lya Mara in Heut tanzt Mariett Die Höschen des Fräulein Annette PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. April Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Onkel Toms Hütte Belprogramm Jugendliche haben Zutritt Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Lya Mara: Heut' tanzt Marie t L.Albertini: Der größte Gauner des Jahrhunderts Jugendliche haben Zutritt Paun- Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb.Trinitatiskirche Die Sandgrafin( Christa Tordy) Prinz auf 24 Stunden Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Beg. 7 u. 9 Uhr Uraufführung: Spreewaldmädel mit Claire Rommer Bühnenschau Schöneberg früher Titania( Ufa Schöneberg Hauptstraße 49 6.30, 9 U. S. 3.15, 5, 7, 9 U. Spione. Ein Film von Fritz Lang Belprogramm Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Das Mädchen der Straße Bühne: Sylvester Sc äffer, der größte Universalkünstler aller Zeiten