Morgenausgabe Лr. 189 A 96 45.Jahrgang Böchentlich 70 Big., monatlich 3,-M im voraus zahlbar. Boftbezug 3,72 2. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 5,50 m pro Monat * Der Borwarts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bol und Zeit und Kinderfreund" Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen Stimme" Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 21. Apríl 1928 Groß- Berlin 10 Pt. Auswärts 15 Pf. Die et Ripattige Ronpareiñezel 90 Pfennig Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen" das fettge brudte Bort 25 Pfennig( guläffig amet fettgedruckte Borte). jedes weitere Bort 12 Pfennig Stellengeiuche das erite Bort 15 Rennig. tedes weitere Bort 10 Pfennig Morte über 15 Buchstaben zahlen für wen Worte Arbeitsmarkt Beile 60 Bfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden traße 3. wochentäal von 81%, bis 17 Ube Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292-297 Telegramm- Adr: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Verlag G. m. b. H. Boftschedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 8 Wen wählen die Beamten? Für politische Selbstbesinnung! Bon Albert Falkenberg. Ms der letzte Reichstag im Januar 1925 einberufen worden war, lagen ihm allein siebzig Anträge und Wünsche vor, die die Besoldungsfrage betrafen. Als die Märzsonne desselben Jahres den Plaz der Republik beschien, waren diese Anträge in die Papierkörbe des Volkshauses gewandert. Die bürgerlichen Parteien verrieten nicht die mindeste Neigung, auch nur einem der von der SPD. gestellten oder unterstützten Anträge ihre Stimme zu geben. Nach den Wahlen zeigten sie den Beamten die falte Schulter, die an die vor den Wahlen gemachten Versprechungen zu erinnern wagten. So war es 1924/25 so wird es bleiben, wenn nicht Die Beamten selber begreifen, daß die Beamtenfragen einen politischen Fragentomplex darstellen. Ganz so einfach wie 1924 wird es in dem bevorstehenden Wahlkampfe den bürgerlichen Parteien nicht gelingen, die Beamtenmassen bei der Stange zu halten. Inhalt und Auswirkungen der letzten Besoldungsreform müßten sollte man meinen über die Theorie hinaus die Beamten für die politische Wahl arbeit besser geschult haben als noch so systematisch angelegte Aufklärungsmethoden es vermöchten. | und angewandte Sozialismus helfen fann. Was tönnen lähmen, um sie mit Brosamen abspeisen zu können? die Beamtenmaffen für sich erhoffen, wenn die oberen Der einzige Weg, diese Zustände zu beseitigen, führt Schichten des Beamtentums meiter die Tore verriegelt über den Ausbau der deutschen Republit. Der halten, durch die, immer lauter pochend, die neuzeitliche Wahlaufruf der sozialdemokratischen Beamten stellt mit Entwicklung Einlaß begehrt? Geseze bedeuten wenig, Recht fest, daß rückschrittliche Verwaltungsmethoden zur wenn nicht die Menschen zu ihrer Anwendung im Sinne Festigung antirepublikanischer Gesinnung in den Verwaltun einer neuen Zeit vorhanden sind! Die im alten Geiste be- gen des Reichs, der Länder und Gemeinden geführt haben, fangenen Hüter der Gesetze denken nicht daran, freiwillig und daß in der Reichswehr der republikanische Geist systeauch nur ein Atom ihrer Macht preiszugeben. Noch immer matisch zurückgedrängt worden ist. Noch einmal hat das begehen sie die Torheit, vor dem Schritt der Zukunfts- deutsche Bolt zu entscheiden, ob die in Weimar begonnene bataillone die Ohren zu verschließen. Sie wollen es nicht politische Erneuerung Deutschlands fortgeführt werden soll. wahr haben, daß die neue Zeit marschiert. Regieren be- Die in den letzten Monaten in Ländern und Gemeinden erdeutet für sie herrschen, statt führen. Woher aber soll den zielten Wahlergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Die Beamtenmassen ein freiheitliches Beamtenrecht, Spuren, in denen die Bürgerblockregierung wandelte, eine auf mitbestimmungsrecht gegründete Beamtenverfchreden. Alles war auf Profit für die befizenden Schichten tretung fommen, wenn das Recht der nichtbeamteten unseres Boltes eingestellt. Und ganz besonders die Beamten Bolfsgenossen mit Füßen getreten wird? Jahrzehntelang politit dieser wahrhaftig nicht einmal in Schönheit gestorbes steht die Forderung eines Besoldungssystems zur nen Regierung des Besigbürgerbiods wir so rückständig, daß Diskussion, das allen Beamten ausreichende Daseinsmöglich bestimmt nicht die Beamtenmassen ihre Fortsegung wünschen feiten schafft. Auch die Beamten leisten produktive Arbeit, fönnen. Ihnen wird im Wahlkampf an Hand einer Fülle die als ein Teil des allgemeinen Wirtschaftsprozesses be- von Tatsachen der Beweis erbracht werden, daß sie nur gemertet und abgegolten werden muß! Solange aber die winnen fönnen, wenn die Demokratie als wegRapitalistentlaffe glaubt, auch weiterhin die Segnungen der bereiterin des Sozialismus fiegt. Wirtschaft in Erbpacht nehmen zu können, so lange werden die Beamtenmassen vergeblich auf eine gerechte Entlohnung warten müssen. Was wollen ausgerechnet die Beamten massen von einem Wirtschaftssystem erwarten, das auf der Seite der Besitzenden hohe Geminnquoten verteilt, sonst aber danach strebt, den Geist der arbeitenden Massen zu Alle gegenüber dieser Tatsache porgebrachten Argumente müssen versagen, wenn die Beamtenmassen sich zu der politischen Selbstbesinnung durchringen, ohne die ihnen weder politische, noch gewerkschaftliche Erfolge beschieben sein tönnen. Sie gehören in die Reihen der sozialdemokratischen Wähler! Reudells allerneuester Streich. Eine ultimative Forderung an die Braunschweiger sozialistische Regierung. Oben in der Beamtenhierarchie wird alles bleiben, wie es war Die Staatsmaschine meint man dort aben wird meiter von den alten Kräften bedient werden müssen, wenn sie nicht ins Stucken geraten soll. 3u leicht wird dabei übersehen, daß die hinter dem Lagewert unaufhaltsam fortschreitende politische Entwicklung der masen einen nicht wegzudenkenden Fattor in der Um bildung des Staatsapparates darstellt. Seit 1924 hat sich trot scheinbar gleichbleibender Balance- auch im Beamten tum mancherlei ereignet, mas dem ernsthaft politisch Einge ftellten zu denten geben sollte. Wenn schon alle Beamten politisch zu denken verständen, dann müßte ihnen die hinter uns liegende Regierungsperiode mindestens die eine Er tenntnis beschert haben, daß eine so gut wie alle freiheitlichen Der deutschnationale Parteiminiffer von Seudell hat Beamtenforderungen verneinende Politik nicht ihre Politik zu einem neuen Schlage ausgeholt. Er scheint allen Ernifes blafein fann. Wenn nun auch nicht alle Beamten diese Ermiert vor der ganzen Welt abtreten zu wollen. tenntnis schon jetzt gewonnen haben, so darf man doch hoffen, daß nicht unbeträchtliche Teile der zurzeit noch zu starf in den obrigkeitlichen Gedankengängen Befangenen für die politische Linksorientierung zu gewinnen sind durch einen auf dem Boden unumstößlicher Tatsachen geführten Wahlkampf, der letzten Endes nicht Stimmenfang zum Ziel hat, sondern zur politischen Selbstbesinnung hinüberleitet. Gerade die schon erwähnte Tatsache, daß sich aus der Einstellung der höheren Schichten des Beamtentums bei den Wahlen faum wesentliche Aenderungen für die politische Braris ergeben werden, sollte um so mehr den Beamten masjen Klarheit darüber bringen, daß ihnen ein hohes Maß der Berantwortung an der Herbeiführung einer grundlegenden politischen Kursänderung zu= fällt. Ueber den gewerkschaftlichen Trennungsstrich hinaus müffen jezt mindestens alle gefinnungsmäßig zusammengehörigen sich zur politischen Einheit bekennen und unter threm Banner handeln. Auch die Befruchtung der gewerk. schaftlichen Praxis fann nur auf dem Wege des politischen Erfolges erreicht werden. Dieser Tatsache Rechnung tragend, haben die sozialdemokratisch orientierten Beamten ohne fich an ihre gewerkschaftliche Orientierung zu binden foeben einen Wahlaufruf herausgebracht, der noch einmal die Grundzüge aller fortschrittlichen Beamtenpolitik darzulegen versucht. Dieser Appell an die Beamtenmassen betont viel mehr das politische, als das parteipolitische Moment. Der dem Appell zugrunde liegende Ge-[ bantengang zwingt zu folgenden Schlußfolgerungen: Es fann der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands um Verlängerung der Einspruchsfrist ersucht hat, steht noch aus. Er ist aber sicher zu erwarten. Selbst Bazille folgt Keudell nicht! Die bayerische Regierung, die fich bisher immer entschieden Sein neuefter Streich richtet sich gegen die sozialistische Regie- gegen die Anwendung des Republikschußgefeßes gewandt hat, ist rung in Braunschweig. Sie hat bald nach ihrem Regierungsantritt dem Ersuchen des deutschnationalen Innenminifters gefolgt. Sie, verfügt, daß die Braunschweiger Schulen teine Betenninisschulen sind und den Charakter von Gemeinschaftsschulen tragen. hat sich damit für das Republifschutzgesetz entschieden. Ein Schritt, Die evangelische Kirche hat natürlich fofort die gegensätzliche Auf- den man sich für die Zukunft merken muß. faffung vertreten und sich hilfeflehend an den deutschnatio. nalen Parteiminister gewandt. Die Folge war, daß er die braunschweigischen Schulen für evangelisch- lutherische Schulen erklärte und die sozialistische Regierung Braunschweigs jeht fozusagen ultimativ aufforderte, bis zum 1. Mai eine Erklärung abzugeben, daß sie einen Ausgleich der gegenfäßlichen Auffassungen für möglich hält. Falls diese Erklärung negativ sein sollte, beabfichtigt fich der deutschnationale Parteiminifter an das Reichsgericht um Entscheidung zu wenden. Geschlossene Länderfront. Von den 18 deutschen Länderregierungen haben bisher 15 gegen das Ersuchen des deutschnationalen Parteiministers Einspruch erhoben und die Entscheidung des Reichs gerichts angerufen. Der Einspruch pon Bremen, dessen Senat Stuttgart, 20. April. In der heutigen Sizung des Finanzausschusses des Landtages wurde die Regierung wegen ihrer Stellungnahme zum Verbot des Roten Fronttämpferbundes von sozialdemo kratischer und kommunistischer Seite befragt. Staatspräsident Bazille erwiderte, daß zweifellos die gefeßlichen Boraussetzungen für das Berbat vorliegen und daß ein Einspruch nach seiner Auffassung, die sich auch mit derjenigen des Innenministers dece, nicht geboten sei. Auch Innenminister Bolz betonte, daß die Gesetzwidrigkeit des Roten Frontkämpferbundes feststehe. Nachdem aber verschiedene Länder Einspruch gegen das Verbot er. hoben haben, sei es 3 wed mäßig, die Durchführung des Berbots bis nach der Entscheidung des Staatsgerichtshofes zurüd= zustellen. Fememord auf Befehl! nicht darum zu tun sein, gerade aus Beamtenfreifen nur Ein Geständnis des Landbundführers v. Bodungen.- Reichswehr und Roßbach. Mitläufer zu gewinnen. Eine Partei, die nicht nur wegen ihrer ziffernmäßigen Stärke, sondern vor allem wegen ihres der Zententwicklung dienenden Grundsazprogramms wie teine andere Partei berufen ist, über den Weg des Kampfes um die politische Macht die alten Regierungsgewalten abzu lösen, gebraucht zur Bedienung der Staatsmaschinerie Kräfte, die mehr als automatisch funktionierende Maschinenteile sind. Ihre Arbeit muß aus festgewurzelter politischer Ueberzeugung heraus geleistet mer ben. Diese Kräfte müssen wissen, daß sie nicht um ihrer selbst willen öffentlichen Dienst tun, sondern daß sie berufen find, dem wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg der Volks. gesamtheit die Bahn frei zu machen. Um diefer 3wedsezung ihrer Amtstätigkeit im Rahmen der Verfassung gerecht wer den zu können, dürfen sie feinesfalls tlassenmäßig, wenn nicht gar parteipolitisch orientierte Berwaltungsarbeit verrichten. Was aber die eben entschlafene Besisbürgerblad regierung auf fast allen Gebieten getrieben hat, ist einseitige Rlaffenpolitit schlimmster Art! Soll es anders werden, dann müssen an erster Stelle bie Beamten erkannt haben, daß gegen diese brutale Art, Klaffeninteressen zu vertreten, nur der fonsequent durchdachte Stettin, 20. April. merffam gemacht, daß er demnach eventuell als Anstifter Im Mittelpunkt der heutigen Berhandlung im Fememord- in Betracht kommt, versucht sich der Landbundführer auf die Linie prozeß stand die Bernehmung des damaligen Stabschefs von zurückzuziehen, daß er den Fall Heines speziell nicht im Auge Stettin, General a. D. v. Pawelsz und des Führers des gehabt habe... Bommerschen Landbundes, Major a. D. v. Bodungen. Es handelt sich um die Frage, ob die Roßbacher das Recht hatten, fich als Reichswehrsoldaten zu fühlen und daraus alle Konsequenzen zu ziehen, oder ob sie lediglich Zivilangestellte der in Frage kommenden Gutsbesitzer waren. Die bisherige Gegenüberstellung Pamelsz- Badungen ergibt, daß Bamelss ganz entitieden in Abrede stellt, daß die Roßbacher zu der fraglichen Zeit eine militärische Organisation waren, während Bodungen das Gegenteil behauptet. ces tommt zu außerordentlich scharfen und intereffanten Auseinanderlegungen zwifchen beiden, wobei bie militärpolitische Lage Deutsch lands in den Jahren nach dem Rapp Butsch mit einer Offenheit behandelt wird, wie es bisher noch nicht geschehen ist. Die Situation im Gerichtsfaal spizt sich dramatisch zu, als v. Bodungen fich zu dem Bekenntnis hinreiken läkt, dak der Befehl, Berräter zu beseitigen, von ihm ausgegangen fel. Darauf auf Das Beweistheme. Zu Beginn der Bernehmuna erflärt General v. Bawels, hos er die Aussagegenehmigung vom Reichswehrministerium erhalten hat. Der Vorsitzende umreißt das Bemeisthema folgendermaßen: Nach dem Kapp- Butsch erschien Oberleutnant Roßbach bei dem damaligen Chef der Generalstabes, Oberst v. Pawelsz, und sprach mit ihm über die Verwendung bzw. Berfügungsstellung der Organisation Roßbach für die Reichswehr im Falle non Un ruben. Den Werbandlungen wurde ein ausgearbeiteter Blon augrunde gelegt. Ueber bie Stammquartiere der Roßbacher im besonderen führte dieser Blan auch die einzelnen Baifen auf, die die Organisation Roßbach als Reichswehrwaffen Don früher belaß. Bei der Auflösung sollten die Waffen abgegeben werden. Tatsächlich erfolgte unter den Augen der Reichswehr jedoch die Berpadung der Waffen und die Versendung nach Bommeru. Die 25hnung der Roßbacher erfolgte durch den andbund, der zu diefem 3med 3uschüsse von der Reichswehr erhielt. Nach dem Kapp- Butsch fanden in Stettin im Hotel Breußenhof" und dem evangelischen Bereinshaus zwei Besprechungen mit General von Pawelsz statt, bei denen flar zum Ausdrud gebracht wurde, daß die Organisation Roßbach fich als zur Verfügung der Reichswehr stehende Truppen zu be trachten haben, und daß die Waffen unter allen Umständen geheim gehalten werden sollten. General von Pawelsz. stellt demgegenüber feft: Am 1. Januar 1920 war die Reichswehr nach den Bestimmungen des Bersailler Vertrages aufgestellt. Die Freikorps wurden aufgelöst, es tam zu Verftimmungen zwischen Reichswehr und Freitorps nach dem Kapp- Butsch. Der Landbund organisierte damals die Selbstschukorganisationen und bezahlte fie. Sie waren eine berechtigte Organisation des Candbundes. Mit der Reichswehr haben fie nie etwas zu fun gehabt. Einmal ergab sich eine porübergehende Berührung. nämlich als beim Kapp- Butsch die Reichswehr 8eitfreiwillige einberufen mußte. Dafür standen die im Bürgerbund zusammengeschlossenen Leute und die ehemaligen Angehörigen der Freikorps, die jetzt im Selbstschuh waren, zur Verfügung. Diese Zeitfreiwillinen konnten von uns einberufen werden. Roßbach saß damals in Mecklenburg, und es wurde das Jägerbataillon 37 gegründet. das auch am Ruhrkampf teilnahm. Dann erfolgte die Auflösung in Güftrow. Nach der Entlaffung der Zeitfreiwilligen ornanisierte der Landbund die Leute als Selbfischutz durchaus legal. Es war auch unser Interesse. Unangenehm war uns dagegen, daß die Führer dieser Gruppen auch jetzt noch enge Fühlung mit ihren Leuten behielten, da sie fie im Falle von Neuwahlen politisch mißbrauchen konnten. Deshalb habe ich Richtlinien aufgestellt, die aber nicht schriftlich niedergele worden sind. Danach durfte der Aufruf von Zeiffreiwilligen nur durch Behrfreiskommandos erfolgen. Die Aufflellung felbftitändiger Berbände unter den alten Führern fei nicht zu gestatten. Es entffand deshalb eine gewiffe Spannung zwischen Reichswehr und Landbund. Da Roßbach eine lebhafte Tätigkeit in Bommern entfaltete, bejchloß ich, mich deshalb an Roßbach direkt zu wenden. Ach jagte ihm meine Abficht, worauf er bat, daß, wenn wir wieber Zeitfreiwillige brauchten, die Teile seiner Organisation fompagnieoder batterieweise in die Reichswehr eingegliedert würden. Auf einen Pfiff von irgendwo verschwanden die Roßbacher eines Tages und gingen nach Schlesien, um dort zu einer Organisation zusammenzutreten. Die Reichswehr wußte nichts davon. R.-A. Bloch: Wir stehen auf dem Standpunkt, daß vor dem Transport die Reichswehr über den Landbund angefragt wurde. p. Bawels3: Es fragte nur ein Vertreter des Bürgerhundes an, ob es uns unangenehm wäre, wenn die Leute nach Schlesien gingen, worauf ich antwortete: Wenn ihr wollt, meinet meren, ich habe damit nichts zu tun. Der Landbund hat bei mir nicht angefragt. Auf jeden Fall muß ich es scharf zurückweisen, daß es sich um eine Organisation der Reichswehr handelte. Bors.: Und wie stand es mit den Waffen? v. Pawels 3: Wir brauchten Waffen für die Zeitfreiwilligen, und, um sie dem Zugriff der Kontrolttommiffion au entziehen, mukten mit Reichswehrwaffen beiseitefchaffen, die zu trenen Händen Bürgerkreifen übergeben wurden, aber nicht zur Verteidigung an einzelne, fondern nur, wenn die Reichswehr= zeitfreiwilligen im Falle von Unruhen einberufen werden mußten. Aus dem Waffenbesik der Organisation Roßbach fann also gar nichts gefolaert werden, man fann auch nicht sagen, daß diese Leute die Waffen mit Beteiligung der Reichswehr behalten haben. Wir haben uns vielfach große Mühe gegeben, die Waffen wiederaubekommen. 2. Bloch: Die Reichswehr hat doch die Waffen nicht den Gutsbesizern gegeben, fondern den Rosbachern. nawels: Auf feinen Fall, das muß ich auf der ganzen Linie zurückweisen. Wir haben diese Waffendepots auf den Gütern angelegt und zu treuen Häuden den Befihern übergeben, als noch gar feine Rohbacher auf den Gütern waren. Es ist möglich, daß die Roßbacher zur Pflege der Waffen verwandt wurden, aber bei dem Abmarsch nach Oberschlesien blieben die Waffen auf den Gütern. R.-M. Bloch: Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Depots den Roßbachern zu treuen Händen übergeben waren. v. Pawelsz( erregt): Auf keinen Fall, Herr Rechtsanwalt, ouf keinen Fall. Hätten wir das gewußt, dann hätten wir die Waffen fofficher zurückgezogen. Wir wollten ja aus den Roßbachern bodenständige Landarbeiter machen. R.-A. Bloch: Aus einem Befehl der Reichswehrbrigade 31 geht hervor, daß die Formation Roßbach mindestens bis zum 2. April 1920 als Reichswehrjägerbataillon 37 der Reichswehr unterstellt war. n. Pawels 3: Jawohl, General v. Lettow hatte ihre Aufstellung in Medienburg befohlen. R- A. Bloch: Wir wollen beweisen, daß die Roßbacher Soldaten waren, wenn sie den Landarbeitertittel auszogen, und zwar Soldaten unter den Fittichen der Reichswehr, die ihre Wiederverwendung ins Auge faßten, daß ferner aus dem Belassen der Waffen zu folgern ist, daß die Reichswehr diesen Zustand billigte und daß ferner, was die Waffengeheimhaltung betrifft, gemäß einer Bemerkung des Hauptmanns keiner im Jahre 1923 jedes Mittel recht war, den Berrätern den Mund zu flopfen. Danach konnten die Angeklagten annehmen, sie handelten befehlsmäßig und seien zu einer gewissen Selbstjustiz berechtigt. v. Pawelsz: Die Leute waren teine Reichswehrsoldaten, fie befamen teine Löhnung, feine Unterstützung von uns, fie founten fich alfo nie als Soldaten fühlen. R.-A. Bloch: Herr v. Badungen wird befunden, daß der Landbund zur Löhnung der Leuie Zuschüsse von der Reichswehr erhalten hat. v. Pawelsz: Das ist mir völlig neu. Auf die Frage eines Beisigers erklärte General v. Pawelsz, daß bei der damaligen Situation der Berrat von Reichswehr waffendepots als Landesverrat betrachtet werden mußte. Was die erste Sigung im Breußenhof in Stettin betreffe, fo habe er sich dort nur den Vertretern des Landbundes vorgestellt und nicht das Wort ergriffen. Auf der zweiten Sigung habe er mur im Sinne seiner Richtlinien gesprochen. R.2. 310 ch: Fit nicht babei& B. gejagt worden, daß das Deckwort ,, Ernte" Mobilma chung bedeute? v. Pawels8: Das ist mir völlig unbekannt. Es folgt die Bernehmung des Landbundführers v. Bodungen Er erklärt: Im Frühjahr 1920 nach dem Kapp- Butsch erhielt ich vom Wehrtreistommando den schriftlichen Auftrag, eine Abteilung zu bilden, und zwar zum Schuß der Regierung trag, eine Abteilung zu bilden, und zwar zum Schutz der Regierung Ebert- Scheidemann. Ich wurde zum Wehrtreisfommandeur gerufen und erhielt dort den bündigen Auftrag und eine Anzahl von Waffen, dle für die Reichswehr verwahrt und zur Bewaffnung dieser Abtellung verwendet werden sollten. D. Pamelsz: Dann fann es sich nur um eine vorüber gehend nach dem Kapp- Butsch aufgestellte 3 eitfreiwilligenformation handeln. b. Sobungen: Aus dieser Abteilung wurde dann die Organisation Roßbach gebildet. Dann fanden im Breußent hof die Berhandlungen zwischen Reichswehr und Landbund statt. Im Anschluß daran erfolgte eine geheime Unterredung mit Ihnen, Herr General. v. Pawelsz( erregt): Aber das ist ein absoluter Irrtum. Ihr Gesicht sehe ich heute zum erstenmal " Enthüllter Untersuchungsausschuß. Das Referat aus dem Narrenhaus.- Schabernack mit dem Recht. Terroristische Drohungen. München, 20. April.( Eigenbericht.) gewisser Borgänge im Untersuchungsausschuß durch Bestalozza. Er erflärte, Die Tätigkeit des Untersuchungsausschusses des bayerischen Landtages zur Klärung der hochberräterischen Borgänge Don 1923 hatte am Freitag ein hochinteressantes Nachspiel vor dem Münchener Amtsgericht. Das obsture monarchistische Blättchen Bayerisches Baterland" hatte den Berichterstatter des Ausschusses, Graf Pestalozza von der Bayerischen Bolkspartei, in schwer beleidigender Form angegriffen und u. a. erklärt, daß er sich als Monarchist aufspiele, gleichzeitig aber dem sozialdemokratifchen Mitberichterstatter Helferdienste leiste, um den Kronprinzen Rupprecht vor den Ausschuß zu zerren und zu zwiebeln. Das Urteil für den Angeklagten fiel sehr empfindlich aus; es lautete auf 2000 M. eldstrafe, wobei der Richter den Umstand, daß der Beklagte eben falls Mitglied der Bayerischen Volkspartei ist, als besonders erschwerend wertete. daß, wenn der Ausschuß in seinen Untersuchungs. arbeiten nicht gehemmt worden wäre, mancher hoch gestellte Herr um seine Existenz gekommen wäre. Das deutschnationale Mitglied des Ausschusses, der Fraktionsführer Dr. Hilpert, hat durch Drohungen und terroristischen Druck Beschlüsse erzwungen, die vom Rechtsstandpunkt aus einfach nicht zu billigen waren. Ich war wiederholt versucht, den Ausschuß einfach zu verlassen, weil ich das Empfinden hatte, daß hier mit dem Recht Schabernad In diesem Untersuchungsausschuß getrieben wird. hat man von Recht überhaupt nichts mehr gemertt, fondern nur von Parteieinstellung. Ich habe aber trotzdem geschwiegen, so schwer es mir auch fiel. Mehr konnte ich nicht tun." Geradezu fenfationell wirkte in der Berhandlung die Aussage des Klägers Graf Pestaloz3 a. Er erklärte seine Zurückhaltung in der Berichterstattung damit, daß ihm seine Fraktion den Mund verschlossen habe. Ein Frattionsbeschluß der Bayerischen Volkspartei, dem er sich fügen mußte, habe ihm aus Koalitionsrüdsichten verboten, das, was not wendig gewesen wäre, zu sagen. Aus diesem Grunde sei sein ganzes Referat zusammenhanglos gewesen und hätte den Eindruck gemacht, als wenn es aus einem Narrenhaus it a m me. Eine bevorstehende Gerichtsverhandlung in Nürnberg werde ihm Gelegenheit geben, die ganze Angelegenheit des Unter suchungsausschusses in aller Deffentlichkeit zu behandeln. Nicht weniger bedeutungsvoll war auch die Charakterisierung| systematisch verübten Betrug zu öffnen. und zwar in Unterredungen mit Thuen. Sie haben mich ja damals noch an den Hauptmann Bolf verwiesen. Es handelte sich um die Bereitstellung von Kräften für die Reichswehr und um Waffen. v. Pawelsz: Das ist vollkommen ausgeschlossen. Die Orgas nifation Roßbach war ja damals noch gar nicht da, und fein Mensch wußte, daß sie vom Ruhrgebiet nach Bommern tommen sollte. v. Bodungen: Bei der zweiten Unterredung im Evangelischen Vereinshaus, an der Sie und Hauptmann Wolf feilnahmen, wurde flar zum Ausdrud gebracht, daß sich die Organisation Roßbach als jederzeit der Reichswehr zur Verfügung stehend zu betrachten habe. v. Pawels3: Nein, davon weiß ich nichts. Ich habe imuner mieder betont, daß die Roßbacher nur als Beitfreiwillige für die Zeit der Not in Frage tamen, daß fie aber teine eigene Organisation aufstellen dürften. v. Bodungen gegen Pawelsz. v. Bodungen: Die Form der Arbeitsgemeinschaft wurde ausdrücklich nur nach außen hin gewählt. Es war mit der Reichs wehr verabredet, daß das Bataillon geschlossen unter Führung des Oberleutnants Roßbach aufgestellt werden sollte, und daß Roßbach einen Adjutanten von der Reichswehr erhielt, den Leutnant v. Wedel aus Stargard. 2andarbeiter war der Dedname für SolDaten, Ernte für die Mobilmachungsfälle, die auch mit der Reichswehr besprochen murden.( Sehr scharf und erregt): Unter diesen Stichworten sind wir ja auch immer zusammengerufen Sigung im Evangelischen Vereinshaus. worden. Sie, Herr General, tamen aus Berlin in Zivil in iene Oberstaatsanwalt Saß an Pawelsz die Frage: War das Interesse Es folgt eine Mittagspause. In der Nachmittagssigung richtet der Reichswehr an der Entwaffnung der Organisation Roßbach nur markiert oder echt? D. Pawelsz: Das Interesse des Behrkreiskommandos an der Entwaffnung der Zeitfreiwilligen nach der Entlaffung war absolut echt. Wir wollten die Waffen nicht in den Händen von Leuten lassen, von denen Gefahr drohte. RA. Bloch: Und das Reichswehrjägerbataillon 37? Pawels: Es gab tein Reichswehrbataillon 37. Wenn sich formation und nicht Reichswehr. die Roßbacher so nannten, dann waren sie doch eine Freikorps. RA. Bloch: Dann behalte ich mir vor, General Cettow- Bor. beck als Zeugen zu benennen. Wer gab den Schießbefehl? Ein Beisiger: Herr Beutnant Schulh hat hier erklärt, daß er einen überführten Berräter auf Befehl hätte erschießen müssen und er ließ durchblicken, auf Befehl der Reichswehr. v. Pawelsz: Der Gedanke einer ungefeglichen hin richtung von Verrätern ist niemals aufgetaucht. Ich habe von diesem Borfall erst durch den Prozeß erfahren. Die Reichswehr hat einen solchen Befehl bestimmt nicht gegeben. Befehl an Roßbach und an Schulh weitergegeben und ich habe ihn D. Bodungen( sehr scharf und laut): 3ch selbst habe diesen in der Unterredung von General v. Pawelsz bekommen.( Große anhaltende Bewegung im ganzen Saal) Es wurde mir gefagt, daß die Waffen geheimzuhalten und Berräter unter allen Umständen zu beseitigen sind. Das ist mir auch von Hauptmann Wolf ge fagt worden. tal v. Pawelsz bekommen, Bors: Sie haben also den klipp und klaren Befehl von GeneD. Bodungen: Jawohl, und zwar in einer furzen periönlichen Unterredung in dem kleinen 3immer des Hotels Breukenhof. v. Pawels3: Bon dieser Unterredung weiß ich nichts, aber ohne jede Einschränkung möchte ich hier sagen, daß von mir ein derDiese freimütige Offenheit des Grafen Pestalozza enthüllt mit einem Schlag die ganze Korruption der schuldbewußten und schuldbeladenen Rechtsparteien in Bayern, die seit Jahr und Tag alles daran setzen, um die Zusammenhänge des bayerischen Hochverrats vom Jahre 1923 zu verschleiern. Diese von den Sozialdemokraten im Laufe der letzten Jahre immer und immer wieder behauptete Tatsache ist damit einwandfrei bestätigt. Der ganze Borgang ist mehr als alles andere dazu angetan, dem hinters Licht geführten bayerischen Bolt endlich die Augen über den an ihm v. Bodungen, der Anstifter? Im weiteren Verlauf erklärt Bodungen, Pawelsz sei in der Beit der Konflikte um Oberschlesien eines Tages mit der Nachricht von Stettin gefommen, es werde mobilisiert. Die Orga nisation Roßbach set dann mit staatlichen Mitteln und mit Reichswehrwaffen nach Oberschlesien befördert worden. Bawelsz verneint beides. Oberstaatsanwalt Sa B( zum Zeugen v. Bodungen): Wollen Sie dabei bleiben, daß Sie Just zu den zuständigen Offizieren, also auch zu Leutnant Heines, mit dem Befehl geschickt haben, die Waffen umzubetten, entlaffene Roßbacher festzunehmen und mit den Beutere nach dem Befehl:„ Verräter find zu erledigen zu verfahren? Sind Sie sich bewußt, daß Sie sich damit der Anftiftung zum Morde fchuldig gemacht haben, und daß auf Ihre Auftiftung Heines die Tat begangen hat?( Große Bewegung im Saal, Entrüftung auf der Berteidigerbant.) D. Bodungen: Daran habe ich nicht gedacht. Ich habe nichts von Heines gesagt. Nach einer heftigen Konterverse zwischen Berteidigung auf der einen sowie dem Oberstaatsanwalt und dem Borsigenden auf ber anderen Seite richtet R... Bloch an General D. Bamelsz die Aufforderung, fein Gedächtnis noch einmal zu prüfen, um den Angeklagten beizustehen. D. Pamelsz: Ich muß wahrheitsgemäß sagen: Ein Ein. fluß der Reichswehr auf die Organisation Roßbach hat nicht stattgefunden, wohl aber ist es möglich, daß die An getlagten durch ihre organisatorischen Borgesetzten in dem Glau ben gelassen worden sind, fie seien noch Soldaten, v. Bodungen: Es ist richtig, daß wir den Leuten gesagt haben, fie feien Soldaten und sie könnten sich als Reichswehr be trachten. Das ist uns aber auch von Reichswehrstellen gejagt worden. Der Oberstaatsanwalt fam dann auf das Borleben des 3eugen v. Bobungen zu sprechen, der bis zum April 1924 Borfigender der Landbundfreisgruppe Greifenhagen war, und der wegen Beleidigung in zwei Fällen vorbestraft ist. Ueber weitere Fragen des Oberstaatsanwalts in dieser Richtung geriet der Zeuge in so große Erregung, daß schließlich diese Dinge nicht weiter era örtert wurden. Dann wurde der Rittmeister a. D. Freiherr v. Loen ver nommen, der die Arbeitsgemeinschaft Roßbach im Kreise Pyriz führte, und dann mit seinen Leuten nach Schlesien ging. In den Jahren 1920/21 und im ersten Halbjahr 1922 feien mit Willen und Wissen einer Regierungsstelle etwa 200 sogenannte Fememorde in Schlesien planmäßig durchgeführt.( Große Bewegung im ganzen Saal.) Es waren dies Urteile an Verrätern, und zwar wurde jeder einzelne Fall an diese Regierungsstelle weitergemeldet. 1921 murde ich dann von meinem Quartier in Mittelschlesien von dieser Regierungsstelle nach Breslau gerufen und erhielt den Befehl, mit meinen Leuten in Stärfe von 300 Mann sofort nach Oberschlesien zu gehen. 3ch tat es erst, als der Beaufflärung übergab, daß die Organisation Roßbach bewaffnet werde, tragte der Regierung, Oberst v. Schwarzfoppen, die schriftliche Erund daß die Regierung für etwaige Schäden eintrete. In dieser Sache arbeiteten in Breslau das Oberpräsidium, Polizeipräsidium und der Staatskommissar für die öffentliche Ordnung zusammen. Byriz. Die Reichswehr habe ausdrücklich angeordnet, daß jeder BerDer Zeuge berichtet dann noch über seine Tätigkeit im Kreise rat verhindert werden müsse, daß Berräter unschädlich zu machen oder zu beseitigen felen. Nächste Berhandlung Sonnabend, 10 Uhr vormittags. artiger Befehl nie und nimmer gegeben worden ift. Das nehme te Deutschnational unter Landbundflagge. auf meinen Eid.( Anhaltende Bewegung.) v. Bodungen: Als ich von dem Berrat des Waffenlagers erfahren hatte, habe ich nicht nur den allgemeinen Befehl meitergegeben, sondern auch Just den Auftrag erteilt... Borf.: Sie können die Aussage verweigern, wenn Sie glauben, sich strafbar zu machen. v. Bodungen: Diefe Gefahr nehme ich auf mich. Ich will alles aussagen. Ich habe einmal die jofortige Umbettung der Waffen in Stedlin und in unserer Waffenzentrale in Rosenfelde angeordnet, ich habe ferner die fofortige Festnahme aller entlaffenen Roßbacher im Kreise Greifenhagen verfügt, damit der Berrat feft. gestellt, und verhindert würde, daß die Kommunisten das Waffen lager ausräumen, und fchließlich habe ich Juft befohlen, befehlsmäßig zu handeln, habe ihn auf die Felddienffordnung und auf die Selbständigkeit des Unterführers hingewiesen, habe ihm erklärt, daß eine Unterlaffung unter Umständen ein größerer Fehler sein tönne als ein Fehlgriff in der Wahl der Mittel. Ich glaube, ich habe auch Leutnant Schulh noch in der Nacht benachrichtigt. Es waren auch Waffenlager in Pyrik und in einem Erbbegräbnis in Greifenhagen verraten worden. Die Sicherung der Waffen murde mir dann gemeldet, die Tat felbft aber nicht. Davon habe ich v. Bobungen: 3ch babe Be öfters gefchen, Herr General, erit( päter erfahren. Dresden, 20, April. Der Sächsische Landbund hat in einer Vertreterversammlung beschloffen, für die bevorstehenden Reichstagswahlen eigene Kandidatenlist ent unter dem Namen„ Sächsisches Bandoolf" aufzustellen. Spitzenkandidat aller brei sächsischer Wahlkreise ist der Vorsitzende des Sächsischen Landbundes, Landtagsabgeordneter Schreiber. An zweiter Stelle stehen im Wahlfreis Westsachsen der bisherige deutschnationale Reichstagsabgeordnete Do mich, im Wahlkreis Chemniz- 3widau und Blauen der Gutsbefizer raufpe- Jahnsdorf und im Wahlkreis Leipzig der bisherige deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Philipp= Borna. Jim Sächsischen Landtag wurde ein Antrag auf Auflösung, der gleichzeitig von Kommunisten und Sozialdemokraten gestellt mar, mit den 49 Stimmen aller übrigen Parteien gegen 45 fozial demokratische und tommunistische Stimmen abgelehnt. Volaisch- litauische Berhandlungen in Berlin haben begonnen. Borsigender ist oluwto, Direktor der Ditabteilung im pol nischen Außenministerium, ein bis zu diejer Grnennung fehr tätiges Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei. Endlich erreicht! »Meine Teuren— in neu« Monaten wird Deutschland der Retter erstehend Worum der Kammerivchlkamps geht. poincarä will die Rechte abstoßen. V. Zell, paril. SC April.(Eigenbericht.) Die Regierung Poincari wird die Wahlen überdauern: aber sie wird vielleicht anders aussehen als gegenwärtig. Poincares Ziel ist nicht mehr der Nationale Block, sondern die„republikanische Konzentration". Heut« schließt sein« Regierungsmehrheit auch die ausgesprochenen Nationalisten und Klerikalen ein, deren Führer Louis Marin dem Kabinett angehört. Aber Poincarä erstrebt eine Mehrheit, die stark genug ist, um diesen nationalistisch- klerikalen Flügel, der ihm innorpolitisch ebenso unbequem ist wie außenpolitisch, zu entbehren. Die groß« Frag« ist, ob ihm dos gelingen wird. Die Soziali st en werden gewinnen, wahrscheinlich nicht sehr viel, aber fi« können immerhin mit IIL bis 125 Abgeordneten zurückkehren. Die Kommunisten werden sich nur behaupten: selbst wem» sie«inen Stimmengewinn verzeichnen, wird sie das neue Wahlsystem eimge Mandat« kosten; mit 29— 25 Mann werden sie die Opposition verstärken. Die Zahl der oppositionellen Radikalen unter Führung des Parteivorsitzenden Daladisr dürft« sehr gering sein und zwischen 35 und 45 schwanken. Das wäre also mindestens l/O, unter Umstanden sogar nahezu 200 Opposition s- stimmen auf der Linken. Auf der anderen Seite wird das neue Wahlsystem vielleicht zwei Dutzend Vertretern der äußersten Rechten, Royalisten und anderen, den Weg ins Parlament öffnen. Die absolute Mehrheit wird rund 315 betragen. Die Frag«, ob es Poincare nun gelingen wird, die zurzeit 10O Abgeordnete zählende nationolistisch« Gruppe Marin zugunsten der Mitt« zu schwächen, um ohne sie regieren zu können, wird von manchen bejaht, von anderen bezweifelt. Die sogenannt« .republikanische Konzentration" würde aus den Lintsrepublikanern (Gruppe Poincare) der Loucheur-Gruppe, dem regierungsfreund- lichen Flügel der Radikalen und der„sosmlistischeii" Republikaner (Gruppe Herriot, Painleve, Briond) bestehen. Wenn es diesem Block der Mitte gelingt, 320— 350 Mandate zu erlangen, dann dürste Poincare die ausgestochene Rechte in die Opposition zurückstoßen. Da» wäre natürlich für den Fortgang der auswärtigen Politik sehr nützlich. Einstweilen hat der Ministerpräsident vermieden, gegen die Rechte offen Stellung zu nehmen. Die Notionaltstcn wissen sehr gut, was Poincare gegen sie im Schilde führt, aber sie tun noch immer so, als wäre er i h r Mann. In allen Wahlversammlungen berufen sie sich stolz auf das Werk der Regierung Poincare: aber zwischen den Zeilen ihrer Wahlartikel und Wahlreden ertönt, be- sonders seit der Rede Poincares von Carcassonne, die wehmütige Klage, daß dieser Mann heute nicht mehr poincaristisch genug sei. Der kurz vor dem Abschluß stehende Wahlkampf ist so nicht nur ein Kamps, zwischen der. Regierung der nationalen Einigung und dar Opposition von links. Weniger sichtbar, aber vielleicht noch wichtiger ist der Kampf innerhalb der bisherigen RegierUngs- koalltion�- ein Kampf um die Seele Poincaräs! Aus ganz Frankreich mehren sich die Meldungen über h es- ti g« Kämpfe innerhalb einzelner Wahltreiie zwischen zwei oder sogar drei Kandidaten, die sich all« auf PoincarS und auf die Regierungspolitik berufen. Besonders in Paris gibt es mindestens ein Dutzend solcher Fälle, wo zum größten Gau- dium der sozialistischen Zuhörer die regierungssreundlichen Kandi- daten sich gegenseitig die größten Grobheiten an den Kopf werfen— alles im Zeichen der.nationalen Einigung"! Paul Axelrods Einäscherung. Oer letzte Weg des großen Führers der russischen Sozialdemokratie. Eine große Trouergemeind« russischer und deutscher Sozial- demokraten gab gestern in der Abendstunde Paul Axelrod das letzte Geleit. An seiner Bahre im Krematorium Gerichtstraße lagen als Zeugen seiner Bedeutung und seines Ansehens in der internatio- nalen Sozialdemokratie viele, viele Kranze mit prächtigen roten Schleifen. Aus der ganzen West hatten Genossen, Freund«, Kor» porationen des großen Toten gedacht: daneben sandten Beileids- kundgebungen die Genossen K a u t s k y- Wien, Adelheid Popp- Wien, Pierre Rsnaudel-Paris, Z er etelli-Italien, die sozialistische revolutionäre Partei Rußlands. Die sozialdemokrati- schen Parteien fast oller europäischen Länder hatten ihr» Trauer Ausdruck gegeben: Oesterreich, Frankreich, Schweden, Finnland, Lettland, Georgien, Polen, die Vereinigung Paolo Zion. Chopins Trauermarsch lang durch den Raum, das Ebert-Manz- Quartett sang das Lied vom Sohn des Volkes. Dann nahm als erster Genosse Dan Abschied von dem Toten. „Nichts konnte den Glauben dieses Begründers der russischen sozialdemokratischen Partei erschüttern, keine noch so schweren Schick- salsschläge machten ihn wankend. Nur ein« Leidenschaft kannte er: den Kampf der russischen Arbeiterklasse um ihr» Befreiung. Doch nicht nur als Führer war er groß. Unver- gleichlich war er als Mensch und als Lehrer. Es genügte, ihm nur einmal zu begegnen, um einen unvergeßlichen Eindruck zu erhasten. um sich ihm nah und verwandt zu fühlen. Er war der Bater der Partei. Ihr widmete er alle seine Gedanken und alle seine Kräfte. Er wußte ober auch, daß es keinen Stillstand gibt und daß jede gelöste Frage zu neuer Fragestellung führt. Selbst wenn der eine oder der andere seiner früheren Schüler in Theorie od» Praxis von ihm schied, so hatte er dafür Verständnis, et kannte keine Entfremdung. So betrauttt am offenen Sarge die Partei den ver- storbenen Führer auch als Vater und Freund und gelobt, den Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse mit dem gleichen Feuer der Ueberzeugung weiterzuführen, wie es unauslöschbar in ihrem verstorbenen Führer gelodert hat." Im Namen d» Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und für die Sozialistische Internationale sprach Genosse Wllhelm Ditt- mann. Um Axelrod trauert nicht nur die russische Sozialdemo- krati«, sondern auch die deutsche Partei und die I n t e r- nationale. In der Vertretung des sozialistischen Weltprole- tariats stand der Verblichene in hohen Ansehen, und deshalb spricht die Internationale der russischen Bruderpartei die herzlichste Anteil- nähme aus. Uns galt Axelrod als die Verkörperung der russischen Sozialdemokratie. Dos Schicksal der russischen sozialdemokratischen Partei war Axelrods Schicksal: wer die Geschichte dieser Partei schreiben will, muß die Geschichte Axelrods schreiben. Die inter- »alionalc und die deutsche Sozialdemokratie nimmt Abschied von Axelrod in dem Bewußtsein, einen der Besten und Größten ver- loren zu haben." Dann sprach Genosse Ab ramo witsch als Vertreter des Zcutralorgans der russischen sozialdemokratischen Partei, dem„So- zialistischen Boten":„Nun ist mit Axelrod auch der letzte aus der großen Schar d» Männer dahingegangen, die an der Wiege der russischen Sozialdemokratie standen. Er war der erste, der im„Vorwärts" die russische sozialistisch« Bewegung beschrieb und der dafür eintrat, daß die zum Anarchismus neigenden russischen Arbeiter marxistisch dachten und Handesten. So wurde er d« Mittelsmann zwischen der europäischen und der russischen Arbeiterbewegung. Dem großen Sozialdemokraten Axelrod blieb es nicht»spart, die Z«- trümmcrung der russischen Arbesterbewegung durch den Volschewis- mus zu»leben, aber et hoffte auf die russisch« und auf die int«» nationale Arbeiterbewegung. Dabei bemühte er sich, jeden Schein ein» Besserung aufzufangen, um seinen russischen Brüdern dienen zu können. Dem einzig geliebten Führer und Meist» sagen wir an seiner Bahre: Seine Gedanken, seine Ueberzeugung werden siegen: wir, seine Freund« und Genossen, sind die Träger seine« Glaubens. Und wenn er in der Fremde sterben mußte, so ist das die größte Anklage gegen die russischen Diktatoren, die einen Mann aus dem Vat»lande wiesen, der Unendliches für das russische Proletariat getan." Im illomen d» jüdischen sozialdemokratischen Arbesterportei „Bund" sprach Genosse Jüdin. Für die russische sozialistische Ar- beiterjugend fand besonders»greifende Worte der Jugendgenosse Sapir und für den russischen sozialdemokratischen Klub in BerNn gedacht« des Toten Genosse Garvy. Nun senkten ssch deutsche und russische Parteifahnen— der Sarg sank in die Tiefe. So schied Paul Axelrod von seinen Genossen. Die Nordarmee vernichiei! Japaner verhängen in China das Kriegsrecht! Schanghai, 20. April. Aus allen Rachrichten geht hervor, daß Sunischuansa-ngs Heer vernichtet ist und Tschangfungtschang» he« ebenfalls einen schweren Schlag erlitten hat. Die Rordtruppen sind demoralisiert. Ihr«?. Armee ging in Massen zum Feinde üb«. V» britische und der amerikanische Gen»aikonsul in Tsin- c- u s u riete« ihren candsleulen abzureisen, da sich die Kämpfenden der Stadl nähern. Japan will Kiautschou haben. London, 20. April. Nach Meldungen aus Schanghai bestätigt ssch die Nachricht von einem großen Sieg der Südchinesen an der Eisenbahnlinie Tientsm— Nanyking. Die Einnahme von T fi n a n f u stehe unmittel- bar bevor. Die Südchinesen hätten die Parole ausgegeben, vor den japanischen Truppen in Tsmansu einzutreffen. In Südchina habe die EiNsendunz japanisch» Truppen nach Tstngtau und in die Provinz Echatrtung große Aufregung hervorgerufen, da man darin einen Versuch sehe, sich der Bucht von Kiautschou zu be- mächtigen, die die Japaner in der Konferenz von Washington auf- geben mußten. Man rechnet mit der Ausrufung des Boykotts gegen Japan. Japanische Regierungserklärung. Tokio. 20. April. Die japanische Regierung sagt in«in» amtlichen Erklärung, sie habe, als fie letzt«« Jahr ihre Kräfte aus Schantung zurückzog, d« chinesischen Regierung mitgeteilt, daß sie zum Schutz de« Lebens und der Güter ihrer Staatsangehörigen diese Truppen v on neuem ent- scnden würde, wenn Friede und Ordnung nach einmal bedroht würden. Die Erklärung betont, daß die gegenwärtige Expe- dilion weder ein« feindliche Maßnahm« gegen China noch eine Einmischung zugunsten ein» od» der anderen Partei bedeute. Die neue Gefrierfleischordrmng. Schieles Attentat gegen den Braten der armen Leute. Die am Frestag dem Reichsrat zugeleitete neue Gefrier- fleifchverordnung sieht die zollfreie Belieferung für folgende Bezirk« vor: Berlin, Stettin. Breslau. Magdeburg, die Semeinden des Regierungsbezirks M»seburg, Mona, Kiel, Wandsbek, Han» nover, Harburg, Wilhelmsburg, Wilhelmshaven, Wesermünde, die Gemeinden des Regierungsbezirks Arnsberg(mit Ausnahm« der Kreise Lippstadt, Meshede, Soest, Wittgenstein und Brilon), die Gemeinden des Regierungsbezirks Münster(mst Ausnahme d» Kreise Ahaus, Beckum. Borten. Coesfeld, Münsl».Land. Steinfurt. Tecklenburg und Warendorf), Frankfurt, Höchst, Hanau, Wiesbaden, die Gemeinden des Regierungsbezirks Düsseldorf(mit Ausnahme der Kreise Cleve, Geldern, Neuß-Stadt und-Land), Köln, Bonn, die Gemeinden des Siegkreises, Aachen. Düren, München, Nürnberg. Fürth, Ludwigshasen, Dresden, Leipzig, die Gemeinden der Kreis- hauptmannschaften Chemnitz und Zwickau, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, die Gemeinden der Stadt- und Landkreise Allenburg, Gera und Greiz, Mainz, Offenbach. Stadtbezirk Ham- bürg, Rüstringen und Stadtbezirk Bremen. Schiele hat also durch die Verminderung der Kontingent« große Teile der deutschen Industriearbeiterschast um die Möglichkeit gebracht, billiges Fleisch ein- zukaufen, obwohl es auf der Hand liegt, daß die Arbeiterschaft in den ländlichen Gebieten geradeso unter dem Fleischwucher leider wie die großstädtische Arbeiterschaft. Hier muß sobald wie möglich eine Aenderung erfolgen. Diese ist nur möglich. wenn die Wahlen einen Sieg der Sozialdemokratie ergeben, die sich von Anfang an Schieles Plänen widersetzte. Die Verordnung bestimmt weit«, daß den Konsumvereinen die Berechtigungsscheine grundsätzlich in der Höhe zugeteilt werden, in der sie im vierten Vierteljahr 1027 die o b« n g e n a n n- ten Gebiete mst zollfreiem Gefrierfleisch beliefert habe«. Der Krstik der Sozialdemokratie ist es auch gelungen, einige aus der allen Berordnung übernommene Bestimmungen zu oerschärfen, um dieSchiebungenmitGefrierfleisch unmöglich zu machen. So heißt es in der Verordnung, daß zollfreies Gefrierfleisch nur in Verkaufsstellen abgesetzt werden darf, die von dem Vorstand der Gemeinde bestimmt und überwacht werden. Es Ist auch»»boten, in derselben Verkaufsstelle, in der zollfreies Gefrier» fleisch gehalten, wird, verzolltes Gefrierfleisch anzubieten. Zollfreies Gefrierfleisch darf auch nicht zur Wurst verarbeitet oder an Fleisch. warenfabrikcn oder Gast- und Schankwirtschaften abgesetzt werden. Damtt sind wenigstens einig« uns«« früheren Forderungen heut« erfüllt. Bejond»s wichtig ist eine Bestimmung, big ebenfalls die Sozialdemokraten durchsetzen konnten. Sie ordnet an, daß die obersten Landesbehörden oder die von ihnon bestimm- ten Stellen westere Anordnungen darüber treffen können, in welcher Weise das Gefrierfleisch den Minder- bemit telten zuzuführen ist. Lockspitzelei am Brenner. Ein deutschösterreichischer Eisenbahner als Opfer. Innsbruck. 20. April.(Eigenbericht.) Das Opf» eines Lockspitzels ist ein österreichisch» Eisenbahner geworden, ver Heizer der Bundesbahn. Anton Fasching au» Innsbruck, fuhr dienstlich auf den Brenn». Dort wurde er von einem Italiener gefragt, ob ein Italienischer Deserteur in Oester- reich verhaftet würde und ob er dort eventuell Arbeit bekommen könnte. Der Heizer sagte, ein Deserteur werde an sich nicht verHaftel. und es sei unter Umständen schon möglich, daß» Arbeit bekomme. Der Italiener fragte dann noch, ob d» Heizer auf der Lokomotive einen Deserteur nach Oesterreich mitnehmen könne. Das lehnte Fasching ab. Schließlich wurde Fasching von dem Italiener noch eingeladen, mit ihm zusammen in der Bahnhoss- reftaurolion eiu Glas Wein zu trinken. Er tat das. kam aber nicht wieder zurück. Später wurde der österreichische Stationsvorsteher in der Station Brenner von dem Borstand des iiatienischen Polizeikommandos verständigt, daß Fasching wegen Verleitung eines italienischen Soldaten zur Desertion verhaftet worden sei. Fasching wurde nach Verona in das MIlilärgefängnis geschafft. Bei der Untersuchung durch die Lundesbahndirektion in Innsbruck wurde durch Zeugenaussagen festgestellt, daß Fasching den italienischen Soldaieu in keiner Weife zur Desertion zu verleiten versticht hat und ihm auch nicht bei der Desertion behilflich sein wollte. Er ist ganz offenkundig einem iiatienischen Lockspitzel zum Opf» gefallen. Das öfi»reichische Konsulat in Verona ist bcauflcogl worden, sofort die nötigen Schritte zu unternehmen. 1000 Wart Geldstrafe sllr Streicher. Die große Straftamm» des Lairbgerichts Nürnberg verurteilte in der Beruftrngsv»- Handlung den Hauptlehrer und Landtagsabgeordneten Streicher wegen Beleidgiung des Oberbürgermeisters Dr. Luppe zu 1000 M. Geldstrafe. Streicher wurde in der ersten Instanz zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Georg kenzler, der bisherige tinkskommuiüstische Reichstags- abgeordnete, wurde auf Gnmd eines Haftbefehls des Untersuchuugs- richters in Mannheim wegen eines Presievergchens gegen das Repudlikschutzgesetz und wegen Beleidigung oerhastet. Aus der Chemischen Industrie. Erfolge des Fabrikarbeiterverbandes. Gebiet, und zwar bis rund 50 Proz. des heufigen Absatzes zur Folge haben. Die Einschränkung des Auslandsabfakes werde dadurch eine Berminderung der Förderung bedingen, deren Auswirkung neue Stillegungen in allen Grenzbetrieben bedingen müsse. Dadurch würden nach und nach mindestens 50 000 bis 80 000 Bergarbeiter abgebaut werden müssen. Die Folgen folcher Maßnahmen feien so bitter, daß fie alle möglichen Auswirkungen zeitböten. Bum Kampf in Sachsen. Auch der drite Schiedsspruch abgelehnt. Wie in dem größten Teil der deutschen Industrie, so haben infolge der Haltung der Unternehmer ergebnislos abge- licher Kampfmaßnahmen, wie Aussperrung und Streit, weit überfich auch in der Chemischen Industrie die diesjährigen brochen werden mußten. Die Entscheidung liegt jetzt beim ReichsLohnbewegungen in den Monaten März und April zusammenarbeitsminister. gedrängt. Für diese Industrie besteht seit 1919 ein Reichsrahmenvertrag, der die allgemeinen Arbeitsbedingungen Arbeitszeit, Ueberstundenzuschläge, Urlaubszeit, tarifliche Schlichtungsinstangen usw. für den Geltungsbereich der Berufs. genossenschaft der Chemischen Industrie regelt, mit Ausnahme ber verhältnismäßig fleinen Gruppen der Seifen, Kali- und Delmühlenindustrie, für die Sondertarife bestehen. Die tarifliche Regelung der Löhne erfolgt durch bezirkliche Lohnver träge in 13 Lohnbezirken, von denen einige in Untergruppen aufgeteilt sind. Der Fabritarbeiterverband hat sämtliche Tarife zum 31. März bzw. 30. April gekündigt, mit dem Ziel einer erheblichen Lohnsteigerung, die der Arbeiterschaft nicht nur einen Ausgleich bringen sollte für die durch die Wirtschaftspolitik des Bürgerblocks erhöhten Kosten der Lebenshaltung, sondern auch einen höheren Anteil am Arbeitsertrag. Die Lohnbewegungen haben zu einem Erfolg geführt, dessen Umfang allerdings nur zum Teil den Erwartungen der Arbeiterschaft entspricht. Zu wenig ist hier das gefteigerte Arbeitstempo der fionalisierten Industrie berücksichtigt, die fortwährend steigende Arbeitsleistung von der Arbeiterschaft verlangt. In den Verhandlungen fuchten die Unternehmer nachzuweisen, daß die Lage der Chemischen Industrie feineswegs fo günftig fet. als es die Geschäftsgewinne einiger großen Firmen erkennen lassen. Die Verhandlungen über den neuen Lohn führten schließich zu einem Ergebnis, dem auch die Bertreter der Arbeiter zustimmten, da die Zwangsschiedssprüche Staatlicher Schlichtungsstellen sicherlich feinen größeren Erfolg gebracht hätten. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Tarifliche Stundenlöhne für ungelernte Betriebsarbeiter über 21 Jahre in der ersten Ortsklasse. Berlin- Brandenburg.. 76,5 Pf. Frankfurt( Hessen- Nassau u. Freistaat Hessen) Mitteldeutschland( Provinz Sachsen, Thüringen) Hannover . bisheriger Stundenlohn Stundenlohn 83,5 Pf. neuer Erhöhung in Pf. in Proz 7 9,2 75 82 7 9,3 " " 73 80 " 77 9,6 10,0 " Köln- Stadt 78,5 9,8 " Köln- Land 67 75 8 12,0 15 Ludwigshafen- Mannheim 73 80 9,6 " Essen Bezirk A 73 80 9,6 " B 64 71 11,0 " C. 68 75 10,3 " Breslau 55 62 12,7 群 70 .71,5 5 777477777 Ueber die in der Presse angeschnittene Frage, wie es mit den in der Produktionsstatiftit nicht erschienenen sechs Millionen Tonnen Steinkohlen steht, mit denen, wie der„ Deutsche" hervorhebt, die Unternehmer eine Cohnerhöhung von 8 Pro3., auf das ganze Jahr gerechnet, ausgleichen könnten, schwiegen sich die Unternehmer bei den Verhandlungen gründ. lich aus. Immer wieder beriefen fie fich in der Aussprache auf das für sie günstig lautende Schmalenbach- Gutachten. Sonft wußten sie zur Rechtfertigung ihres Standpunktes nichts anzuführen. Greift das Reichsfabinett ein? Die Leipziger Metallarbeiter lehnten am Freitag in neun überfüllten Versammlungen den von dem Schlichter Haak gefällten Schiedsspruch mit 14 002 gegen 73 Stimmen ab. Heute Metallarbeiteraussperrung in Hannover. Hannover, 20. April. Der Verband der hannoverschen Metallindustriellen teilt mit: Der deutsche Metallarbeiterverband hat dem Ersuchen, die streifenden Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit am Sonnabend, dem 21. d. M., zu veranlassen, nicht stattgegeben. InTU. meldet: Heute nachmittag trat das Reichsfabinett folgedessen besteht für die Metallindustrie keinerlei Möglichkeit, die zu einer Sitzung zusammen, in der der Reichsarbeitsmaßnahme der Gesamtaussperrung am Sonnabend, minister über die Verhandlungen im Lohn- und Arbeitszeit dem 21., zu vermeiden. Die Aussperrung wird in allen Betrieben fonflikt des Ruhrbergbaues berichtete. Ein Beschluß wurde nicht der Metallindustrie durchgeführt. Von Streif und Aussperrung gefaßt." werden rund 15 000 Arbeiter betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, als habe das Reichskabinett sich be sonders für die wirtschaftliche und soziale Lage der Ruhrberg. leute interessiert, erscheint nicht groß. Forschte man etwa nach dem Berbleib der verschwundenen paar Millionen Tonnen? Die Zechenbesitzer drohen. Hungerlöhne oder Arbeitslosigkeit. Effen, 20. April.( Eigenbericht.) Die gesamte fchwerindustrielle Preise fündigt zu den am heutigen Tage in Berlin beginnenden Nachverhandlungen über Arbeitszeitund Cohnregelung im Ruhrbergbau für den Fall der Berbindlichfeitserklärung des Schiedsspruches 3 ech en stillegungen in unübersehbarem Ausmaße an. Die„ Deutsche Bergwertszeitung" schreibt: Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches müßte eine scharfe Droffelung des fakes im bestrittenen Buchdruckerstreif in Danzig. Danzia, 20. April. Die Buchdrucker in Danzig sind vor einigen Tagen in eine Lohnbewegung eingetreten. Da die Verhandlungen bisher zu feiner Einigung geführt haben, sind die Buchdrucker heute in allen Betrieben Danzigs in den Streit getreten. Die 3eitungen werden infolgedessen heute nicht erscheinen, mit Ausnahme der fozialdemokratischen„ Danziger Boltsstimme", die die von den Buchdruckern geforderten Lohnerhöhungen einstmeilen bewilligt hat, bis eine endgültige Regelung erfolgt. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Ekkorn; Feuilleton: R.$. Döscher; Lokales und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag 6. m b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Vaul Ginger v Co. Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". Die tariflichen Stundenlöhne der Arbeiterinnen fliegen in Berlin, Hannover, Köln- Land, Frankfurt a. M. um 5 Pf., in Köln- Stadt um 4% Pf. Aehnlich ist das Steigerungsverhältnis in den übrigen Lohnbezirken, für die eine Neuregelung erfolgt ist. Die Erhöhung der tariflichen Handwerkerlöhne in der Chemischen Industrie bewegte sich in einem ähnlichen Verhältnis, zum Beispiel in Berlin von 99,5 auf 108,5 Pf., in Köln: Band um 10 Bf., in Köln- Stadt um 8 Pf., in Frant furt a. M. ebenfalls um 8 Pf. In der Kautschukindustrie, für die in einigen Bezirken Sonderabmachungen bestehen, stieg der Lohn für Betriebsarbeiter ( Ungelernte) in Berlin von 80 auf 87,5 Pf., in Köln Stadt von 73,5 auf 80,5 Pf., in Hannover von 71 auf 78 f. Soweit Neuabschlüsse vorliegen, find bis jetzt die Löhne für pier Fünftel der Arbeiterschaft der Chemischen und Kautschut industrie für annähernd 200 000 Arbeifer und Arbeiterinnen neu geregelt. Inwieweit in den übrigen Bezirken, für die eine Rege lung noch aussteht, Lohnkonflitte vermieden werden können, steht noch dahin. Doch ist nach dem Berlauf der bisherigen Lohnbewegungen anzunehmen, daß auch in den übrigen Bezirken eine Einigung der Tarifparteien möglich sein wird, zumal alle bis. herigen Lohnvereinbarungen durch Verhandlun= gen innerhalb der Tarifstellen zustandegekommen find. Die vom Fabritarbeiterverbande erzielten Erfolge in der Chemischen und Kautschukindustrie sind von allgemeiner Bedeutung für die gesamte deutsche Lohnentwicklung, da die Arbeiterschaft diefer Industrien zum größten Teil aus dem großen Heer der Ungelernten bzw. der aus ihrem erlernten Berufe Verdrängten stammt. Die Bedeutung dieser Ungelernten" im Produktionsprozeß steigt durch längeres Bertrautsein mit der Produktion ganz außerordentlich. Die Lohnfortschritte in der Chemischen Industrie find geeignet, das gesamte ohniveau in der deutschen Industrie günstig zu beeinflussen. Auch in den anderen Industriegruppen des Fabritarbeiterverbandes und des Keramischen Bundes fonnten durch freie Berhandlungen erhebliche Erfolge erzielt werden. Wir führen hier nur die wichtigsten an. In der Papiererzeugungs industrie wurden bis jetzt Bezirkslohntarife neu abgeschlossen in Bayern, Freistaat Sachsen, Hannover, Hamburg, Schles. wig- Holstein, Provinz Sachsen Thüringen, Württemberg, Baden, Rheinpfaiz und Brandenburg. Die prozentualen Lohnerhöhungen betragen 10 bis 13 Broz und bewegen sich zwischen 6 bis 8% Pf. für Hofarbeiter in der ersten Ortslohnklasse. In der Konservenindustrie und auch in einigen anderen Gruppen der NahrungsmittelIndustrie wurden beachtenswerte Lohnerhöhungen erreicht. In der Feinferamischen Industrie brachte die Lohnbewegung eine Erhöhung der tariflichen Stundenlöhne um 10 Broz. und der Affordverdienste um 5 Prog. In der Glasindustrie sind die Bewegungen noch im Fluß. Borliegende Schiedssprüche sind in jeder Hinsicht unbe= friedigend. In der Grobferamischen und Baustoffindustrie wurden ebenfalls zahlreiche Lohnerhöhungen erreicht. Für den größten Teil der Arbeiterschaft dieser Industrie sind die Lohnbewegungen noch nicht abgeschlossen. Der Gesamtbereich der vom Fabritarbeiterverband bis jetzt durchgeführten Lohnbewegungen umfaßt annähernd 350 000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Mit Ausnahme einiger Sprüche in der Keramischen Industrie tonnten alle Lohnbewegungen ohne Eingreifen des staat. lichen Schlichters und abgesehen von einigen Fällen auch ohne Arbeitsniederlegung, nur du ch das Bestehen einer fampfbereiten Organisation erledigt werden. • Der Werbeerfolg der Lohnbewegungen ist erfreulich. In den Monaten Februar und März hat der Fabrik. arbeiterverband 20 000 neue Mitglieder gewonnen. Keine Einigung im Ruhrbergbau. Die Berhandlungen über den Ruhr- Schiedsspruch am Freitag im Reichsarbeitsminifterium haben, wie zu erwarten war, feine Annäherung der Parteien gebracht. Von 11 Uhr vormittags bis in die bendffunden wurde verhandelt, is schließlich die Beratungen Damen- Hüle aus modeinem Strohgeflecht, grosse Farbu. Formenauswahl, ähnlich wie nebensteb.Abbildungen Eleganter HerrenstoffMantel gute Qualität, und Verarbeitung, Rückensattel gefüttert, Grösse 44-50 5,75 Modernes Kostüm fesche Verarbeitung.i.guter reinwollener Herren Kamm garn- Qualität, Jacke auf kunstseide nem Serge 29,50 49 HERMANN TIETZ Leipziger Str. Alexanderplatz Frankfurter Allee 9 • . Belle- Alliance- Str. Brunnenstr. Kottbuser Damm Wilmersdorfer Str. Andreasstr. Chausseestr. Olr. 189* 4S. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 21. April 1928 Mit Musik in den Frühling. Der Einzug des Frühlings kündet sich in der Weltstadt durch Anzeichen an. die der Kenner nicht nur im Buche der Natur zu lesen versteht. Mit dem Zuzug der ersten Schwalb«» strömen auch allerlei andere Wandervögel herbei, denen Berlin im Winter ein zu hartes Asyl war. die sich aber doch bei Beginn der warmen Jahreszeit hier wieder eine ganze Reche von vergnügten und lohnenden Tagen versprechen. Schon machen sie sich an den Grenz- bezirken bemerkbar: Zigeuner in bunter Tracht, Kessel- flicker, Bärenführer und D r e h o r g el s p i e l e r mit einem ewig frierenden Acffchcn in der Jacke. Aber das ist scheues und schwerfälliges Gefieder, dos richtige kecke und lustige Bogelpack find doch die„Blechmustkanten", die ihren Eiirzug in diesen Tagen halten. Arglos in seinem gleichen Trott wandelt man seine tägliche Straß«. Plötzlich wird man durch einen scharfen Klang aufgescheucht, der bis in den innersten Nero fährt. Und gleichzeitig setzt mit furcht- barem Blechgeschmetter die übrige Bande ein mit„Tschingtora" und „Bnmms- Tschingtarotota", das schönst« Freikonzert ist im Gange. Slm Klang hört man es. an der Schärfe des Tones, es sind diese c!ten Wandersrennd«, im linterharz beheimatet, die sich von ihrer cheimat hcrunterwandernd bis nach Berlin durchgeblasen haben. Um Pfingsten herum blüht hier ihr Geschäft, doch das schöne Wetter bat sie schon einige Wochen früher hcrgelockt. Nun stehen sie in der Tür eines kleinen Borgart«nlokals, halb drinn«n, halb draußen, mit ihrem unbesiegbaren Radau nehmen sie j«de Festung im Sturm. Welcher Wirt würde es fertig bringen, sie mitten im Text zu linterbrechen und sie aus d«M Lokal zu drängen? cheißa! da fliegen schon in den umliegenden Häusern in allen Etagen Fenster auf und fröhliche Gesichter lauschen dieser optimistischen Lebensbejahung aus kräftigen Lungen. Der Koffierer der Truppe hat scharf geäugt, er hat die freundlichen Blicke wohl bemerkt und dirigiert seine Kapell« gleich auf den Hof des nächsten Hauses, um die Ernte zu halten. Aber diese rauhen Kehlen, die dauernd geölt werden müssen, scheiden auch in dem Wirtshaus nicht ohne Geschenk. Ein Jeder hat erst einmal einen Korn hinter die Binde gegossen. Das geschah am Vor- mittag. Nun kann man sich denken, wie es bei unseren Blech- Musikanten am Ab«nd aussehen mag, wenn so viele feuchtfröhliche Stationen mit diversen Korns und Biers dazwischen liege». Da trifft man sie dann in Arbeiterlokalen,»w sie wissen, daß der Berliner Arbeiter in seinem Solidaritätsüberschwang auch diese „Künstler" als Gleichberechtigte in der Stammkneipe duldet. Hier wechselt nun das Geschmettere zwischen Trinken und Singen, man kann sich da manchmal aus einer stillen Berliner Straße plötzlich in einen italienischen Hasenort versetzt fühlen. Ein jeder Gast, der eine Lage wirst, darf seine Lieblingsmelodie gespielt Höven, vorausgesetzt. daß sie zum Repertoire der Musikanten gehört. Der Wirt schmunzelt. Es ist jedenfalls ein Geschäft, wenigstens für diesen einen Abend. Aber alle Tage möchte er den Radau nicht im Lokal haben. Er ist für solchen Geschäftsbetrieb nicht eingerichtet. Zu- letzt sind einige Frauen und junge Mädchen gekommen und schnell ist ein kleiner improvisierter Tanz im Gang«, ein Extrafcst. Ja, diese Musikantenvögel! Man weiß, daß sie in das ernst« arbeitsreiche Bild der Großstadt nicht mehr recht paffen, und man bedauert leise, daß sie eines Tages, diese letzten aus der großen Familie der fahrenden Künstler, hinweggescheucht werden durch Parographenstücke, die noch stärker sind wie die schrille Dissonanz ihrer Jnstrun-ente. Drei Trompeten und ein Baß! Diesmal ver- sprechen sich unsere Landsleute eine gute Ernte in Berlin wegen Oeffentl. Kundgebungen Heute, Sonnabend, 21. April: Kreuzberg. 17 � Uhr: Antreten zum Werbeumzug mit Musik, Fon- tanepromenade. Nach Schluß des Umzuges: Kundgebung unter freiein Himmel. Redner: Otto Meier, MdL. Morgen, Sonntag, 22. April: Prenzlauer Berg. 14 Uhr: Großer Werbeumzug unter Beteiligung des Reichsbanners. Treffpunkt: 13% Uhr Braunsberger Straße(am Arnswalder Platz). Parteibanner, rote und schwarzrotgoldene Fahnen sind mitzubringen. Männer und Frauen, erscheint in Massen! der Wahlen. Bei Wahlumzügen werden sie auf Lastautos durch die Straßen fahren, heute zwischen einem Wald mit roten Fahnen, morgen zwischen schworzweißroten, wie es trifft. Wenn die Judäer die Mauern von Jericho mit Posaunen umgeblasen hatten, diese Wandermusikanten werden ein übriges tun, um die Wähler Berlins herauszulocken. F. Generalversammlung des Konsums. Erweiterung des neuen Warenhauses beschlossen. Di« zum 17. April nach dem Lehrervereinshaus einberufene Ge- neral v ersanmKu ng der Konsum-Genoffenschaft Berlin und Umgegend war von 473 Dertretern besucht. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken des am Tage vorher verstarb c- nen verdienstvollen Genossen P u tz k e. Geschäftsführer M i r u s erstattete de» Halbjahresbericht, den starken Aufstieg der Berliner Verbraucherorganisatton von den verschiedensten Sellen beleuchtend. Der Milgliederzugaug betrug, in den sechs Berichtsmonaten Juli/Dezember 1927 14 2SL. Im Umsatz P eine Steigerung gegenüber der gleichen Zeit des Dorjghres um 4132439 M. von 19 SSI 993 M. auf 23 684 432 M. eingetreten: Die Eigenbetriebe haben mannigfach«, durch die Entwicklung bedingte Erweiterungen erfahren. Den erhöhten Erfordernissen«vt- sprechend wird noch im Lause dieses Jahres mit dem Bau der vierten Bäckerei in Klemensstadk begonnen werden. Eine außerordentlich starke Belebung zeigt sich in der Aleisch, und Wurskwareiwermilllaog. die es notwendig macht, durch einen im Lauf« des Jahres zur Boll- enduug gelangenden Neubau in Lichtenberg die dringend erforderlichen größeren Fabrikationsräume zu schaffen. Auf dem eigenen Landgut in Spercnberg steht die Schweinemast im Vordergrund: gegenüber 24 Schweinen im Ansang befinden sich jetzt ständig 8S Schwein« in Mast. Das Erholungsheim in Sperenberg erforderte un Halbjahr ein«n Zuschuß von 10193 M. Es wurden insgesamt 137 Kinder aufgenommen, davon 3k> Kinder von erwerbslosen Mitgliedern. Die S Parkasieneinlagen der Genossenschast erhöhten sich von Ende Juni bis Ende Dezember von IS 929 000 M. um 3 Sil 000 M. aus 19 440 000 M. Die Werbearbeit für die Genossenschast ist in zum Teil veränderter Form in regem Fluß gehalten worden. Gute Unterstützung fand die genossenschaftliche Propaganda bei einer große- ren Zahl von Gewevkschostszestungon. Das gleiche trifft auf die Ar- better-Tagespresse zu, wobei die laufend« und eingehende Unterrich- tung über genossenschaftliche Fragen durch den„Vorwärts" her- vorzv heben ist. Die eigene Zeitung, in ständigem Ausbau begriffen,. hat bereits eine Auflage von M« h r a l s 1 0 0 0 0 0. Die Zcchk der mit der genossenschaftlichen Erwerbslosenspende bedachten enverbs- losen Mitglieder beläuft sich im Durchschnitt auf 1 Progent der Mit- gliedschaft. Die Ergebnisse der Halbjahresbilonz lassen erwarten, daß wie im Vorjahr eine 4prozeniige Rückvergütung zur Aus- zahlung oder Gutschrift gelangt. In der Aussprache berührten einige Redner die neue Regelung der Gefrierfleischvers orguvg. Dom Referenten wurde darauf hingewiesen, daß von dem Zentral- verband und der Konsum-Genossenschaft Berlin alle zweckmäßigen Schritte unternommen worden seien, um die berechtigten Interessen der Konsumgenossenschaften zu wahren. Genosse Buchholz vom Aufsichtsrat brachte sodann den Bericht des Berbandsrevisors über die stattgefunden« Revision zur Kenntnis; bei der einwandfreien Buch- und Geschäftsführung der Genossenschaft lag keinerlei Veranlassung zu Beanstandungen vor. Der dritte Punkt der Tagesordnung betraf Ankauf von Grnvd- stücken. Geschäft-führ er Miras führte hierzu aus, daß die über- rafchend starke Inanspruchnahme des neuen Warenhauses am Oranienplatz es notwendig erscheinen ließe, Erweiterungen vorzude- reiten. Der Jahresumsatz würde sicher S Millionen Marl erreichen. Die Verwaltung unterbreitet der Generalversammlung den Antrag, die angrenzenden Grundstücke Luisenuser 27, 2S, 29 zur Erweiterung des Warenhauses zu erwerben. Weiter empfahl der Redner den Ankauf einer 300 qrn großen Parzelle in der Siedlung„Eigenheim" in Erkner zwecks Errichtung einer Ausgabestelle im eigenen Ge- bäude. Ohne Aussprache nahm die Versammlung die Anträge der Verwaltung einstimmig an. Schließlich lagen ein halbes Dutzend Anträge der kommunistischen Menschen, Göttern gleich... ßornan von Herbert George wells. 74! 3. Der Aussichtspunkt, den Lychnis Mr. Barnstaple gewiesen hatte, befand sich aus dem Bergrücken zwischen dem großen Tal, in welchem er die letzten wenigen Tage verbracht hatte, und einer wilden und steilen Schlucht, durch welche ein Ge- -birgsbach hinunterstürzte, der nach etlichen Windungen in einer Entfernung von etwa hundert Meilen in den Fluß der Ebene mündete. Der Aussichtsplatz befand sich auf den? Gipfel eines Felsens, er war auf großen Konsolen hinausgebaut, so daß er senkrecht über einer Krümmung des Gebirgsbaches hing; auf der einen Seite war die Landschaft gebirgig mit einer reichen und malerischen Decke grüner Vegetation in den Tiefen, aus der anderen Seite erstreckten sich die breiten Gärten einer gepflegten Landschaft. Eine Zeitlang betrachtete Mr. Barnstaple genau diese Schlucht, in welche er zum ersten- mal hinabschaute. Etwa fünfhundert Fuß unter chm schwebte ein Bussard, so daß er das Gefühl hatte, er könnte einen Kieselstein auf die ausgestreckten Schwingen fallen lassen. Viele Bäume unten mußten seiner Meinung nach Obst- bäume sein, aber sie waren zu weit entfernt, als daß er es hätte deutlich sehen können. Hier und da konnte er einen Fußweg unterscheiden, der sich zwischen den Bäumen und Felsen hinaufwand, und zwischen dem Grün sah er kleine Pavillons, in denen, wie ihm bekannt war, der Wanderer ausruhen, sich Tee bereiten. Gebäck und ähnliche Erfrischungen und möglicherweise ein Lager und ein Buch vorfinden konnte. Die ganze Welt war. wie er wußte, voll solcher Sommer- Häuschen und freundlicher Herbergen... Nach einiger Zeit kam«r zu jener Seite des Aussichts- platze- zurück, auf welcher er heraufgekommen war. und be- trachtete das große Tal. das zur See hinführte. Das Wort Kanaan kam ihm in den Sinn. Denn wahrlich, unter ihm lag das gelobte Land menschlicher Sehnsucht. Hier endlich gab es festgegründet und sicher Frieden. Kraft und Gesundheit, frohe Tätigkeit, langes Leben und Schönheit. Alles, was wir suchen, war hier zu finden und jeder Traum war Wirklichkeit. Wie lange würde es noch dauern— wie viele hundert oder tausend Jahre—, bis ein Mensch auf einem erhöhten Punkt der Erde ebenso stehen und die triumphierende Mensch- heit gänzlich und für ewig in Frieden sehen würde... Er faltete die Hände auf dem Geländer und versank tief in Gedanken. In diesem Utopien gab es kein Wissen, dessen Keime nicht anch auf der Erde bekannt waren, hier wurde keine Kraft benützt, welche die Erdlinge nicht benutzen könnten. So weit wäre heute die Erde, wenn es die Unwissenheit, die Finsternis, der Trotz und die Bosheit gestattet hätten... Nach einer solchen Welt, wie es dieses Utopien war, hatte Mr. Barnstaple fein ganzes Leben hindurch mit schwachen Kräften gestrebt. Wenn der Versuch, der vor ihm lag, glückte, wenn er sich lebend aus der Erde wiederfände, würde es Utopien sein, auf das sein Lebensziel gerichtet wäre. Und er wäre nicht allein. Auf der Erde mußte es Tausende, Zehntausende, vielleicht Hunderttausende geben, die in ihrem Sinnen und in ihren Taten ebenso kämpften, um einen Weg zur Flucht aus der Unordnung und Unwürdigkeit des Zeit- alters der Verworrenheit für sich und ihre Kinder zu finden, Hunderttausende, die den Kriegen und Verwüstungen ein Ende setzen wollten, um Jiu heilen, zu erziehen und aufzu- bauen, um das Banner Utopiens über den Lügen und der Zwietracht, �welche die Menschheit zugrunde richten, aufzu- pflanzen. „Ja. ober wir versagen," sagte Mr. Barnstaple und ging heftig erregt auf und ab.„Zehn- und Hunderttausende von Männern und Frauen! Und wir erreichen so weniaZ Bielleicht hatte jeder junge Mann und jedes junge Weib wenig» stens davon geträumt, der Welt zu dienen und sie zu bessern. Aber wir sind zerstreut und erreichen nichts, das Alte, das Faule, Sitten. Täuschungen, Gewohnheiten, geduldeter Verrat. niedrige Gesinnung triumphieren über uns.", Er ging wieder an die Brüstung und stand nnt einem Fuß auf einem Sitz da, den Ellbogen aus das Knie und das Kinn in die Hand gestützt, und starrte aus die Lieblichkeit dieser Welt, die er sobald verlassen sollte... „Wir könnten es schaffen!" Und plötzlich wurde in Mr. Barnstaple der Gedanke wach, daß er nun mit Leib und Seele her Revolution ange- höre, der großen Revolution, die auf der Erde im Gange ist; die marschiert und nimmer aufhören noch rasten wird, bis die alte Erde eine einzige Stadt und Utopien dort eingesetzt �sein wird. Es war ihm klar bewußt, daß diese Revolution das wahre Leben ist, und daß jede andere Lebensweise nur ein Schachern des Lebens mit dem Tode bedeutet. Und als sich dieser Gedanke in ihm herauskristallisierte, wußte er sofort, daß er sich bald ebenso in den Köpfen unzähliger anderer, jener hunderttausend Männer und Frauen auf der Erde, deren Sinn auf Utopien gerichtet ist, herauskristallisieren würde. Er richtete sich empor und begann auf und ab zu gehen. „Wir werden es schaffen," sagte er. Das irdische Denken war bis jetzt den Aufgaben und Mög- lichkeiten, die sich der Menschheit boten, noch kaum gewachsen. Die ganze Geschichte der Menschheit war bisher nichts weiter gewesen als die Bewegungen eines Schläfers, eine wachsende Unzufriedenheit, eine Empörung gegen die dem Leben ge- setzten Grenzen, der verständnislose Protest irregeführter Vor- stellungen. Alle Zusammenstöße. Meutereien und Revolu- tionen, die es jemals auf Erden gegeben hatte, waren nichts weiter als undeutlich erkennbare Vorläufer der Revolution, die noch kommen muß. Mr. Varnstaple erinnerte sich, daß er in sehr niedergeschlagener Stimmung war. als er zu diesem phantastischen Urlaub ausbrach: die Erdenangelegenheiten waren ihm äußerst verworren und hoffnungslos erschienen: aber setzt, auf dem Aussichtsplatz Utopiens' angelangt, und mit erneuerter Gesundheit, konnte er deutlich erkennen, wie zielbewußt die Menschen auf der Erde jetzt ihren Weg zur Eingangspforte der Endrevolution einschlagen, trotz aller Mißerfolge. Er konnte erkennen, wie die Menschen seiner eigenen Zeit sich aus Verstrickungen, wie es die Lügen der Monarchie, dogmatischer Religion und dogmatischer Moral sind, zu öffentlicher Selbstachtung und geistiger und leiblicher Reinlichkeit herausgekämpft hatten. Jetzt kämpften sie auch für internationale Nächstenliebe und für die Befreiung ihres gemeinsamen Wirtschaftslebens aus einem Netzwert von An- sprüchen, Unanständigkeiten und Betrügereien. In allen Kämpfen herrschen Verwirrung, Rückzüge und Niederlagen: aber von der ruhigen Höhe Utopiens aus gesehen, war der Eindruck im ganzen der eine» standigen Fortschrittes... �.._______ tFoctjetzuog folgt) Die Wählerin ist heule Sonnabend Abend in Fraktion vor, bei deren Begründung es nicht ohne die üblichen Angriffe auf die sozialdemokratische Partei abging. Die Generalversammlung lehnte sie ohne Debatte mit großer Mehr heit ab. Eine Todesfahrt. Das Autounglück auf der Zreptower Chauffee. Bor dem Erweiterten Schöffengericht. Neukölln stand bas schwere Berkehrsunglück zur Verhandlung, das sich am 20. Dezember 1927 auf der Treptower Chauffe e ereignete. Die Anflage lautete auf fahrlässige Tötung des fatholischen Geistlichen Wa 5 mann, auf fahrläffige Körperverlegung zweier Rinder und auf fahrläffige Transportgefährdung. Der Angeklagte, der 26jährige Chauffeur Karl Effers, hatte bei dem Unfall selbst eine schwere Gehirnerschütterung und andere schwere Verlegungen erlitten. den Abholestellen das Betenntnis zur 2. 3nternationale Das Echo im Nachbarland wird bei den Wahlen nicht ausbleiben. Die Gesangsgemeinschaft danite der Belgierin mit einem flämischen Volkslied. Genoffin Kuhnert streifte die wichtigsten Daten der sozialistischen Frauenbewegung feit 1908 und gab der Hoffnung Ausdrud, daß die Arbeiterfrauen am 20. Mai vollzählig ihre Pflicht tun werden, um den Sieg der Sozialdemokratie zuzuwenden. Die Bersammlung nahm begeistert die Resolution auf: Der Groß- Berliner Frauenfag, Berlins die dringende Mahnung, am 20. Mai der Herrschaft der von Tausenden von Arbeiterfrauen besucht, richtet an die Frauen Reaktion ein Ende zu machen. Im Namen der Gerechtigkeit, zum materiellen und geistigen Wohl der arbeitenden Männer und Frauen unp befonders im Namen der Kinder des Proletariats heißt die For. derung an die Frauen Berlins: beseitigt den Militarismus, baut den Frieben auf. Wählt am 20. Mai fpzialdemokratisch. Die greise Vorsitzende Genöff Bengels schloß die Persammlung. Erfolgreiche Bettschwindler. Weil sie so schön, fächselten". Lebergriffe chriftlicher Lehrer. Die Eröffnung der neuen weltlichen Schulen. Trog aller Heßpropaganda des Reichselternbundes und feiner deutschnationalen Hintermänner stehen, die neuen weltlichen Schulen fertig da. Aber auch die schon bestehenden älteren weltlichen Schulen haben starten 3ubrang. Obwohl neue Schulen int als 1000 Kinder aufnehmen müssen. Es mußten, da über 240 Schul Bezirk Friedrichshain eröffnet wurden, hat die Doppelschule Die stel megerstraße, die für 800 Rinder berechnet ist, mehr neulinge sich einfanden, allein 6 Anfangstlaffen gebildet merden. Der Uebergang vollzog sich ruhig Auch im Streifgebiet Prenzlauer Berg ist alles ruhig verlaufen. Das zur Berhinderung etwaiger Kramalle bereitstehende Polizeiaufgebot fand feine Berwen dung. Die in der schwarzweißraten Bresse groß aufgemachten Bes richte find Sensationsmache mit bestimmter Absicht. Die dort in dicken Ueberschriften wiedergegebenen Behauptungen über ſoziaLiftische Propaganda vor der Schule" sind erfunden. Das Gegenteil trifft zu. Ror der Schule versammelte Mitglieder des Reichs. elternbundes trieben Propaganda und verteilten Flugblätter, um weitere Einschulungen zu verhindern. Am genannten Tage befand sich der Geistliche Baßmann bei einer Abschiedsfeier für einen Kaplan in den Concordiasälen", Treptow, Kurz vor 12 Uhr nachts wurde er zu einem Kranten ge rufen, um ihm die Sterbejaframente zu geben. In seiner Begleitung befanden sich zwei Schüler. Auf der Treptower Chauffee fuhr der Angeflagte plöglich, anscheinend ohne jeden Grund, in die aus anderer Richtung in schnellem, aber erlaubtem Tempo tommende Straßenbahn der Linie 91. Aus dem völlig zertrümmerten Auto 80g man den Pfarrer fofort als Leiche hervor, während die beiden Schüler bewußtios waren und der Chauffeur auf den Straßendamm geschleudert wurde und befinnungslos liegen blieb. Die Frage nach der Schuld an dem entfeglichen Unglück auf der vereisten Chaussee wurde erst durch die heutige Beweisaufnahme endgültig geflärt. Nur ein Beuge, nämlich der Straßenbahnführer, erflärte, das Auto bes Angellasten, der hinter einem großen Auto gefahren sein soll, jei plöglich ohne jeden Ozund in die Straßenbahn hineingefahren. Andere Zeugen dagegen befundeten, daß der Angeflagte mit den linken Rädern der Tage auf den Schienen war. In diesem Augen des Bureaus in dessen Nähe umber aber besuchten wohl auch ein Einspruch nur in einigen fällen, wo er von ganz energischen Müttern blid habe ein Auto ihn porschriftsmidrig rechts überholt und dabei Jeinen Wagen wahrscheinlich angefahren, so daß er einen Rud be ram und gegen die Straßenbahn geschleudert murde. Der Ange flagie wollte sich infolge seiner Bewußtlosigkeit der Borgänge nicht mehr erinnern fönnen. Der Staatsanwalt hielt eine Mitschuld des Angeflogien für erwiesen, während die Hauptschuld den Chauffeur des unbekannten Autos treffe, das ihn überholt habe und spurios verschwunden sei. Die Mitschuld des Angeklagten bestehe darin, daß er, wenn auch nur teilweise, auf den Straßenbahnschienen gefahren fei. Gine Gefängnisstrafe von einem Monat mit Bewährungsfrist für den noch nicht bestrafien Angeflagten hielt der Staatsanwalt für ausreichend. Nach längerer Beratung verfündete das Gericht unter Borfiz von Landgerichtsdirettor Dr. Braune bas Urteil bahin, daß der Angeklagte zu drei Monaten Gefängnis mit Be mährungsfrist zu verurteilen fei. Der Angellagte fet entgegen bez Berliner Straßenpolizeiverordnung auf den Schienen gefahren, dadurch habe er fahrlässig gehandelt. Die große Ernährungsausstellung 1928. Des Broblem der menschlichen Ernährung versucht die grohe Ernährungsausftettung in Berlin zu lofen, tie vom 5. Mai bis 12. Auguft in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm stattfindet. Zu einer Borbesichtigung war gestern die Preffe geladen, wo schon allerhand gezeigt wurde, welchen Umfang und Bedeutung die Ausstellung befizen wird. Das größte Gebäude des Geländes am Fuße des Berliner Funtturmes beherbergt die Abteilung Biffenfaft. Hier bildet den Mittelpunkt eine umfaffende Bor führung des deutschen Hygiene- Museums. Eine Sonderschau Der Mensch und feine Ernährung" wird den Ausstellungsbefuchern zunächst die Technit vom Bau des menschlichen Körpers und feiner Organe, fowie von der allgemeinen Phyfiologie ber Ernährung vermitteln. In der Halle II Technif" werden in Fabrikanlagen, die in vollem Betrieb sind, die Rohstoffe vor den Augen des Bublifums verarbeitet. Es wird gezeigt werden, wie das Getreide zu Mehl zermahlen wird, um scbann in einer Bäckerei zu Backwaren und Bret verarbeitet zu werden. Die Behandlung und Berarbeitung des Fleisches wird anschaulich vor Augen geführt. Ebenso wird die Fischnahrung gebührend gewürdigt. Die Abteilung ,, Milch" allein nimmt einen Raum von 3000 Quadratmeter ein. In der Halle III, ẞrattische Ernäh rung" werden Bereine, Erziehungs- und Unterrichtsanstalten prot tische Ernährungswirtschaft vorführen. Die außerordentliche Bedeutung, die diese Ausstellung für den einzelnen Haushalt wie für die Gefamiheit besist, wird hoffentlich auch dazu beitragen, daß sich viele Wähler am 20. Mai mit der Frage beschäftigen, daß zu einer ausreichenden Ernährung auch eine fich anpassende sozialwirtschaftliche Politit gehört. Bürgerblock und Gewerbetreibende. Unter diefer Barete hatte der Einheitsverband foz Handels- und Gewerbetreibender eine öffentliche Berfammlung einberufen, in der der Genosse Jungnitsch. Dresden fprach. Er zeigte, in welch schmählicher Weise der Bürgerblock alle feine Versprechungen den fleinen Gewerbetreibenden gegenüber verraten hat. Er wies darauf hin, nur dann, wenn den Arbeitern und Angestellten ausreichende Löhne bezahlt würden, menn sie durch fürzere Arbeitszeit fulturelle Bedürfnisse befriedigen fönnten, an ein menschenwürdiges Dasein der fleinen Gewerbetreibenden zu denken sei. Alle diese Gedanken und Gruntfäße wären die, die die sozialdemofratische Partei vertritt, und daher dürfte es auch am 20. Mai für bie fleinen Gewerbetreibenden nur eine Barole geben, ihre Stimmen der SPD. zur Verfügung zu stellen. Das Referat wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Veranstaltung brachte eine Reihe von Neuaufnahmen für die Partei sowie für den Einheitsverband. Parteigenossen, die diesem Verbande beitreten wollen werden gebeten, ihre bressen an Genossen Hans Buch weiß, Berlin- Niederschönhausen, Tresdowftr. 23 einfenden zu wollen. Die Frauen im Friedrichshain. $ Zu der großen Demonstration aus Anlaß bes Internationalen Frauentages ist noch nachzutragen, daß auch die Frauenfundgebung in den Brachtfälen am Märchenbrunnen sich zu einem Triumph für bie Sozialdemokratie gestaltete. Nach Gesangs. porträgen der Gesangsgemeinschaft von Professor d'Arguto ergriff die belgische Genosin Berthe Massou das Wori als Vertreterin eines Landes, in dem die Sozialdemokratle heute noch um die Er langung des Frauenstimmrechts tämpft. Die Rednerin mies auf bie Dienste hin, die die europäische Arbeiterbewegung für die Ber. mirtlichung der Idee des Friedens geleistet hat. Grausamteit ist niemals das Monopol einer einzigen Nation. Eine unruhige außen. politische Lage ist den kapitalistischen Regierungen nur Anlaß, die Slärung sozialer Fragen zu verzögern. Bölterverföhnung wird fomit zu einer internationalen sozialistischen Angelegenheit. Belgien ermarie non ber deutschen Arbeiterschaft am 20. mai Gute Geschäfte machten seit einem halben Jahre brei Bett. ich windler, die jetzt von der Kriminalpolizei festgenommen Unerhört aber ist, was sich driftliche Lehrer erlaubt haben. Man murden. Ein Raufmann Balter Kretschmar, seine Frau unb hat alle Kinder, auch die vom Religionsunterricht befreiten unb sein Bruder Helmut, die stets wie biebere Landleute ge für die meltliche Schule gemeldeten Rinber, erst in die christfein Bruder Helmut, die stets wie biedere Landleute gefleidet gingen, fetzten balb hier bald da in einem Betibureau auflichen Schulen übergeführt, um dann gegebenenfalls ihre irgendein Pferd eine Mart. Abends nach dem Rennen fauften fie Burüdschulung nach der Sonnenburger Straße vorzunehmen. Einige fich eine Sportzeitung, ersehen daraus den Sieger mit der höchsten Rinder, die feft erklärten, daß fie in der Sonnenburger Straße Quote und fälschten auf diesen ihren Bettzettel fo bleiben wollen, wurden in den lassen zurüdgehalten, einzelne geschickt um, daß die Fälschung taum zu merten war. Dazu ver wurden sogar eingeschlossen. Alle wurden dann nach der wandelten sie die 1 in eine 10, so daß bei einem Einsatz va 10 M. Abschiedsfeier der anderen mit aus dem Schulhause geführt. Weiein ganz netter Gewinn heraustam. nend tamen die Kinder zu ihren Eltern, deren Mit dem Gewinnzettel in der Tasche gingen sie dann nach Schluß Lotal in der Nachbarschaft. Irgendeinem Mann auf der Straße eder einem Gast im Lotal befundeten sie zwar ihre Freube, daß fie gewonnen hätten, aber zugleich auch ihr Leid, daß das Wett bureau schon gestoffen fei. Sie feien aus Salen" hierhergekommen, um Geflügel abzuliefern und hätten die Gelegen heit wahrgenommen, einmal zu wetten. Mit dem Zuge um 11 Uhr müßten sie nach Sadfen wieder abfahren, und es wäre doch umständlich, noch einmal hertonmen zu müssen, um den Gewinn ab zuheben. Sie wollten gern auf einen Teil verzichten", wenn sie den Rest gleich ausgezahlt befommen fönnten. So wollten fie fich 3: B. mit 50 mr. begnügen, wenn sie dem Bettel nach 70 Mr. gewonnen hatten. Immer gab es Leute, die sich diesen leichten Berbienst nicht entgehen laffen wollten. Und am nächsten Tage wurde die Fälschung im Wettbureau festgestellt. So erbeutete die Gefell fchaft jeden Tag zwischen 40 und 150 Mart. Sie spielte mit verteilten Nollen, bald trat Walter Kretschmar mit seiner Frau, bald fein Bruder Hemut mit feiner Schwägerin als feiner Chefrau, auf. Weil alle schön lächelten", so zweifelte niemand daran, daß sie Landleute aus Sachfen waren. Kürzlich hatte Frau Kretschmar tas Bed), bei einem Rennen in Strausberg einem Betrogenen zu begegnen. Ereriahnte fie und ließ sie festnehmen. Während die Stwindlerin dem Amisgericht Ali- Landsberg Augeführt murbe, ermittelten die Beamten des Sonderdezernats in Berlin die Wohnung des Ehepaares in der Florastraße in Pankow. As fie hier flingelten, verschwand Walter Kretschmar durch die Hintertür nach dem Boden. Sein Bruder munde sofort festgenommen, er selbst aber auch in dem Versteck entdeckt. G Beim Rangieren totgefahren. Gestern nachmittag ereignete fich auf dem Bantower Güterbahnhof ein schwerer Rangierunfall. Beim egen eines Hemmschuhs wurde der 24jährige Rangierer Reinhold Liedtke aus Neudorf von einem beranrollenden Güter magen erfaßt und überfahren. Der Berunglückte wurde mit einem Schädelbruch und schweren inneren Verlegungen in das Pantower Krankenhaus gebracht. L. starb furz nach seiner Einlieferung, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Ortsverein Prenz'auer Berg, ber anstaltet am Sonntag, 22. April, einen mit einem Festzug verbundenen republilanisden Tag, an dem fich eine große Anzahl Berliner und auswärtige Drtsvereine beteiligen. Die geftveranstaltung findet mit den Ansprachen auf dem Sportplag an der einsamen Bappel statt. An. schlieneud Botsfest im Eaalbau Friedrichshain. Aufstelung des eftzuges um 14 Uhr auf dem Arnswalder Blab. die des Fackelzuges am Sonnabend um 19 Uhr Danziger Straße, Ede Pappelallee. Der Ortsverein Treptow des Reichsbanners veranstaltet am Sonntag, dem 22. April, in Niederschöneweide einen rebublifanischen Tag. Um 15 Uhr findet vom Der Abend Bahnhof Johannisthal aus( Sternplay) ein Ummarsch statt. bereinigt alle Teilnehmer im Spreepalast, Styffhäuser, zu einem Früblings. feit. Die Reichsbannerkapelle, sowie der Boltschor Südosten wirken mit. Funkwinkel. Die Opernfendungen werden in der letzten Zeit aus der richtigen Erfenntnis gewählt, daß der Rundfunt gewissermaßen einen Ausgleich zu der Opernbühne bilden und Werte in sein Programm aufnehmen muß, die treh guter Qualität heute von der Bühne verschwunden sind. Nach 28 olff- Ferari und Bellini nun Auber mit Des Teufels Anteil. Außer Fra Diavolo" und in weiterem Abstand Der Stummen von Bortici ist faum eine andere Auberfche Oper jetzt noch Repertoireftüd der deutschen Bühne. Das ist schade, denn Des Teufels Anteil zeigt von neuem, über welchen melodienreichtum Auber verfügt, welch tänzerischer Geist in dieser Mufit lebt. Bronsgeest tonzentriert die Handlung besonders in den gesprochenen Teilen. Nicht so tiar wie sonst heben sich die Stimmen Doneinander ab, stellenweise ist der Chor verwischt und das Orchester tritt zurüd. Bruno Seidler Wintler schleppt feineswegs, doch manches flingt matt und gleichgültig. Tilly de Garbo fingt strahlend den Carlos, allerdings nicht immer einwandfrei in ben Rabenzen, während Gomberts Tenor fich diesmal in der Höhe nur schwer entfaltet. Für diese Bartie ist ein umfangreicher Inrischer Tenor notwendig. Hans Rafta spricht über den dänischen Dichter Hermann Bang, d. b. er spricht eigentlich nur über sich selbst und über fein Verhältnis zu dem Dichter. Er schildert, wie er, nämlich Hans Rajta, in Kopenhagen lebte, und unter welchen Beschwerden er bort zu feiben hatte. Das mag für Rafta intereffant fein, aber be ftimmt nicht für den Hörer, ber Positiveres will, als das Ausmalen einer höchst persönlichen Stimmung, die vielleicht der der Bangschen Romane entfernt ähnelt. Ueber Bang hört man wenig, im Grunde nichts. Hans Rafta follte fachlicher werden, wenn er im Rundfunk fpricht Für persönliche Angelegenheiten eines Literaten ist das Café beffer geeignet als der Rundfunt. Recht verheikungsvoll be ginnt mit aus Breslau ſeinen Vortrag Von der Wanderbühne zum festen Theater" mit einer Analnse Pallenbergs, endet jedoch mit ber Schilderung brei historischer Tatsachen, über bie im Berliner unbfunt( chon berichtet worden ist. F.S tam, beachtet wurde. Die Freunde der weltlichen Schule werden diefen Dingen nachgehen. -w Das ganze Treiben wird beleuchtet burch folgendes Rundfhreiken des Elternbundes an die Eltern:„ Das Ministerium hat gegen uns entschieden Durch einen Schulstreit fönnen wir niets erreichen; denn die Erfahrung hat gelehrt, daß ein Schulftreif zusammenbricht, wenn er längere Zeit dauert und wenn Schulftrafen verhängt werden. So müssen wir denn die Um fdyulung unserer Kinder in Rauf nehmen. Aber eine möglich. feit gibt es, daß wir die Schule in der Sonnen burger Straße unseren Kindern erhalten Es wird ja nur eine fleine Zahl von Kindern sein, die in die weltliche Schule in der Sonnenburger Straße gehen werden. Nun liegt es an uns, dafür zu sorgen, daß diese Zahl nicht größer werde. Rein Bater und feine Mutter darf etma aus Bequemlichkeit, odber meil das alte Schulgebäude den Kindern lieb ist, sein Rind nachträglich für die weltliche Schule anmelden. Dann bleibt die Zahlber Schulkinder fo gering, daß die Schulverwaltung es niet wagen darf, betde Shulgebäude an bis wenigen tinber Der weltlichen Schule aus liefern, und wir dürfen die Hoffnung haben, das die Doppelschule in der Sonnenburger Straße doch evangelisch bleibt Die in der schwarzweißroten Preffe gemachten Angaben über mur 14" und 35" Einschulungen sind lächerliche Erfindungen. Innerhalb der beiden ersten Stunden waren bereits über 300 EinSchulungen vollzogen. Alle Täuschung, der Deffentlichkeit aber hat nichts genügt. Die Wirkung der Uebergriffe wird eine andere sein. Die Arbeiter eltern werden die einzig richtige Antwort geben und nun erst recht und sofort ihre Kinder in die weltliche Schule umschulen. Den Fall in der Sonnenburger Straße" wollen die Deutsch nationalen für den Wahlkampf ausschlachten. Mit dem Schlagwort: Die Sozialdemokratie ist die Feindin der Religion" will man die Wählermassen täuschen. Daher dieser Kulturfampfrummel"! Aber die Arbeiterschaft wird auch hier den Deutsch nationalen und ihren 3utreibern ihren zutreibern aus dem Reichselternbund einen Strich durch die Rechnung machen. Tödlicher Motorradunfall. An der Ede Warschauer- und Ropernitustraße ereignete sich gestern abend ein schwerer Motorradunfall Der 60jährige Eisenbahnoberassistent Friedrich Dakmann aus der Waldenerstraße 9, der sich auf seinem Motorrade auf dem Nachhauseweg befand, wurde an der Straßentreuzung von einer Straßenbahn der Linie 5 angefahren. D. stürzte so unglücklich auf das Straßenpflaster, daß er einen doppelten Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus am Friedrichshein gebracht, wo er furze Zeit nach seiner Einlieferung an den Folgen seiner schweren Berlegung ft ar b. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Noch unbeständig und fühl mit Nachtfrostgefahr. Für Deutschland: Im Süden wollig bis heiter und etwas wärmer, sonst Fortbestand des veränderlichen Betters. Ueberall Nachtfroftgefahr. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin S 68, Lindenstraße 8, für Groß: Berlin ftets an bas Bezirksfefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Heute abend, 18 Uhr, Sihung des erweiterten Bezirtsvorffandes Im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Cindenstraße 3. 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Bilbungsoleute der Abteilungen! Die Gin trittstarten für das Schülertheater müssen heute, Connabend, beim Kreis obmann, Genossen Park, Efromstr. 58, abgerechnet werden. 12. Kreis Steglig- gantwig- Lichterfelbe. Seute, Sonnabend. A. April, pünktlich 19 Uhr, im Enzeum Sothenburgstraße, Wahlrepue: Benn ihr wollt!" Bringt Betannte und uns Raheftehende mit. Rammt und lacht! Eintritt 50 Bf. 17. Kreis Litenberg. Die Abteilungsleitungen werben bringend um Angabe der Zahl der am 1. Mai tätigen helfer an den Kreisvorsigenden esfudit. Heute, Sonnabend, 21. April: & 6. 18 Uhr Flugblattverbreitung bei Ridert, Steinmek Se Canning. 9 Uhr ebenfalls Flugblattnetbreitung bei Rident 16. Die Begirlsfibrer empfangen ble lugblätter von 17 s 18 he bei Gottfall. Butbuffer Str. 24. Flugblattverbreitung in den tolalen Gottschalt, Butbuffer Str. 24; Callies, Graunfte. 41; Start, Butbuffer Straße 14 21. Ant. 18 Uhr und Sonntag 9 Uhr Flugblattverbreitung. Treffpunkt in ben 8ahlabendlokalen: Böhm, Magstr. 18; Dame, Schulftr. 24; Sappe, Marfiz., 5; Hofmann, Prinz- Eugen- Str. 7; Silmann, Nazarethtird ftraße 41; Rroll, Utrechter Str. 21; Schrepel, Antonstr. 8; Schola, Adolfstraße 12; Loigt, Oudenarber Str. 6. 28. 2bt. 15 Uhr Flugblattverbreitung bei Beinlich, Weißenburger Str. 1 Conntag, 22. April, Treffpunkt zur Demonstration 14 Uhr auf dem Börther Blag. Wir bitten die Genossen, zu flaggen. 28. Abt. Flugblattverbreitung Connabend und Sonntag. Ausgabe in ben bekannten Lotalen der Bezirke. Die Bezirksführer holen bie Flugblätter am Connabend von Binner, Trestowftr. 36, ab. Die Mitgliederver Sammlung am 25. April fällt wegen der Rundgebung aus. Daffic am Frei tag, 27. April, Egtrazahlabenbe in ben Bezirken. 20. Abt. 17 Uhr und Sonntag 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Burg, Brenz lauer Allee 189. Conntag, 22. April, 14 Uhr, Treffpunkt zur Demanfiration auf dem Arnswalder Blaz 31. bt. 17 Uhr Flugblattverbreitung bei Goldschmidt, Stolpische Str. 88. Alle müssen helfen 36. Abt. Die Mitglieber treffen fich aur Flugblattverbreitung bei Buidh, Tilfiter Str. 27. 43. Abt. Die Mitglieder treffen fich zur Flugblattverbreitung in den 8abl. abenblokalen, Sonntag, 22. April, ab 9 Uhr 47. Abt. 17 Uhr Abmarsch von Stebentopf, Mustauer Str. 35, aur Fantane promenabe. Eonntag, 9 Uhr, Flugblattverbreitung bei Timpe, Naunyn ftraße, Ede balbertstraße; Lier, Naunynstr. 9; Siebentopf, Mustauer Straße 85. 48. bt. Die Bezirksführer und Selfer önnen ab 14 Uhr Flugblätter von Reller, Fürstenstr. 1, abholen. e Mitglieber treffen sich 18 Uhr Fontane promenabe zum Werbeumzug. Charlottenburg. 57. Abt. Flugblattverbreitung: 1 Gruppe: Arndt, Rant ftraße 51. 2. Gruppe: Thunad, Wielandstr. 4. Eonnabend von 17 bis 19 Uhr, Conntag von 9 bis 11 Uhr. 54. Abt. 17 bis 19 Uhr Flugblatt. ausgabe im Jugendheim Fosinenfte. 4. Sonntag ab 8 Uhr ebendort Flugblattverbreitung 6. und 7. Gruppe. 5. Gruppe bei Bühnemann, Selm bolgftr. 39. Flug 68. bl. Falenfee. Sonnabend und Sonntag Flugblattverbreitung. blätter abholen von Schüler, Johann- Sigismund- Str. 11. 74. Abt. Fehlendorf. Die Bezirtsführer holen 19 Uhr die Wählerzeitung ab. Mitglieder, welche von den Bezirksmitgliedern noch nicht beliefert worden finb, hofen bie Wählerzeitung Conntag 9 Uhr von Schnorte, Botsdamer Straße 8, ab. 81. Abt. Friebenan. b 17 Uhr Flugblattverbreitung bei Riabe, Sandlery ftrage 60-61. 84. Abt. Lantwig. Ausgabe her lugblätter von 17 bis 18 Uhr bei eb mann, Raifer- Wilhelm- Str. 29 81 e Mitglieber beteiligen fich Gonn abend und Sonntag an der Flugblattverbreitung. Außerdem beteiligen fich heute bie Mitglieber an ber Revue Benn ihr wollt im Enseum, Rothen burgftrake, in Steglig. Eintritt 50 f. 88. Abt, Lichtentabe. 17% Uhr bei Bartel, Raifer- Bilhelm- Straße, Empfang ber Flugblätter. 31. Abt. Reutöln. b 18 Uhr Flugblattverbreitung bei Balemsti, Bobbin, Ede Jlarstraße: Stahmann, Münchener Straße, Ede Reuterstraße; Mischte, Münchener Str. 23; Röfter, Rarlsgartenstr. 4; 2ildbede, Rarlsgartenftr. 12 27. Ab Neukölln. Von 14 bis 18 Uhr Flugblätter aus bez Spedition Rohn, Siegfriebftr. 28/29, abholen. 101. Abt. Treptow. Ab 17 Uhr in ber Spedition, Graektr. 50, Flugblatt verbreitung. für bie Besirte 4 und 5 Abholung ber Flugblätter son ben Bezirksführern. 104. bt. Nieberschönemeibe. 18 Uhr bei Thiele, Berliner Str. 88, Flugblatt Derbreitung. 106. Abt. Johannisthat. Seute 18 Uhr Flugblattnerteilung bei Gobin, Ras ftraße 2. Tafelbft auch Funktionärligung 108 Aht. Copenid. 18 Uhr Ausgabe der Flugblätter. Dammsorftabt: Delay Schula. Bahnhoffte. 34. Alt und Riegoorftabt und 20unifde Barstadt: Schloßftz, 27 1 111. Abt. Bohnsdorf, 20 Uhr bei Shmibt, Schulzenberfer Str. 11. ffentliche Grundbefizernerfammlung. Erscheinen aller Genossen natmenbig. Sonntag, 9 Uhr, Flugblattverbreitung bei Seimann, Baltersberfer Str. 100. 127. Abt. Bohenschönhausen. 20 Uhr treffen fich bie Genoffen aur Flugblatt verbreitung im Berliner Sof, Berliner Str. 93. 18. Abt. Reinidenborf- Oft. ab 18 Uhr Flugblattauspabe bei Bambren. Re benzstraße und Wahle, Brovinaftraße. Sonntag früh Flugblattnerbreitung. am Dienstag, Die Bezirksführer haben aur Mitgliederversammlung 24. April, einzulaben. Morgen, Sonntag, 22. April: 13. 8. The Flugblattverbreitung. Die Flugblätter Fönnen fou beute, Sonnabend, bis 19 Uhr non Sofeph, Wilhelmshavener Str. 48, abgebolt merden. 32. ht, Flugblattverbreitung. Die Flugblätter lännen am Sonnabenb ans ben bekannten Parteilotalen abgeholt werden. 53. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Flugblattverbreitung. 8. Gruppe: Schilt. Wallstr. 99. 9. Gruppe: Reimer, Bilmersdorfer Str. 21. 10, Gruppe: Bohne, Schloßfte. 45. Die Flugblätter fönnen bereits Sonnabenb, 18 Uhr, abgeholt werben, in ber 9. Gruppe um 17 Uhr. 67. Abt, Gennemalb. b 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Bursbacher, Bahn hofsreftaurant. 77. Abt. Schöneberg. Flugblattverbreitung. 1. Bestel: Mitbe, Rollenborf ftraße 16. 2., 3. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftt. 5a. 4. Bezirk: Bin, Martin- Luther- Straße 69. 88. Abt. Marienborf. 8 Uhr bei Niendorf, Chauffeestz. 19, breitung. lugblattner 33. Abt. Renkölln. 9 Uhr Flugblattverbreitung. 56. Bezirk: 8immermann, Stuttgarter Str. 41. 57. Bezirk: Reßler, Treptower Str. 91. 34. Abt. Reutöln. Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. Die Bezirksführer holen die Flugblätter von Echröder ab. 99. Abt. Briz- Budow. 4. Begirt: 8% Uhr Flugblattverbreitung son Rota! Ropplom, Rubower Str. 61, aus102. Abt. Baumschulen weg. 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Saß, Baumschulen. straße und Eintritt in die Werbeattion. 118. Abt. Lichtenberg. 9 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lotalen aus. Die Gruppenführer tönnen am Sonnabend ab 15 Uhr bas Material von Tempel, Gudrunfte, 7, abholen. 135. Abt. Razow. 9 Uhr im total 8um Bantgrafen", Bantgrafenftr. 8, Flugblattverbreitung. 140. bt. Borfigwalbe, 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Boitschach, Cefitz L Frauenveranstaltungen. Azzis Prenzlauer Berg. Achtung Genofsinnen! Die ameite Rummer der Bablerin" liegt in ben Flugblattverteilungsstellen. Es wird gebeten, fie Bei der Gesamt- Flugblattverbreitung mitzugeben 9. Kreis Wilmersdorf, Sonntag, 22. April, 19 Uhr, in der Schul. aula, Weimarische Straße, Ede Mainzer Straße, große Frauenkund gebung. 1. Ansprache ber Genoffin Marie Runert, M. b. 2. 2. Der Film Kreuzung des Weibes", mit Mufitbegleitung. Um zahlreiche Be teiligung bitten die Frauen des 9. Rreises. Eintritt 30 Pf. Jungfozialisten. Alle Mitglieber werben aufgefordert, fich heute, Sonnabenb, unb Sonntag recht zahlreich ber Partei zur Flugblattverbreitung zur Verfügung an ftellen. Ale Mitglieber müssen zur Stelle sein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Mitte. Gruppe Arkonaplaß. Sonntag, 22, April, 16 Uhr, im Heim, Behbenider Str. 24/25, Lichtbildervortrag: Peter Stoll. Kreis Kreuzberg. Areishelfersigung Montag, 23. April, 20 Uhr, Zugenb. heim, Nordstr. 11. Besprechung der Maifeier. Gruppe Südwest! Achtung! Rotfalten, Jungfalten nehmen teil am Berbeumzug der Partei. Treffpunkt: Sonnabend, 21. April, 17% Uhr, Nordstraße, Ede Belle- Alliance- Straße. Montag pünktlich 17 Uhr im Jugendheim zur Maifeier- Brobe. Dafür Kreis mitte. Am Montag, 23. April, fällt die Selferßigung aus. um 20 Uhr im Heim, Sehdenider Straße, Gruppenleiterfißung. Alle Gruppen müssen vertreten sein. 15. Kreis. Gruppe Oberschöneweibe. Sonntag Fahrt nach Strausberg. Treffpunkt& Uhr Bhf. Niederschöneweide, Donnerstag, 26. April, Boftstänge im Jugendheim Oberschöneweide. Gedenktage, Jubiläen usw. 7. st. Unferem Genoffen Hermann Beyer, Aderstraße, langjähriger Funktionär der Partei, aum 25jährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glud. wünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei. Organisation 102. Abt, Baumschulen weg. Dienstag, 17. April, verstarb plöglich unfere Genossin Maler. Ghre ihrem Anbenken. Einäscherung heute, Sonnabend, 21. April, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für diefe Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Perlin S 68, Lindenstraße 3 Politischer Informationsabend. Montag, 28. april, 19% Uhr, im Gaal 12 bes Breußischen Lanblages, Brinz- Albrecht- Straße, Referat bes Genoffen Dr. Rudolf Breitscheib über Die politijde Lage und die Wahlen. Alle älteren Genoffinnen und Genoffer müssen erscheinen. Mitgliedsbuch bient als Ausweis. * Wir beteiligen uns alle an der Flugblattverbreitung am Sonntag, 22. pril. Seber geht in de zuständige Parteiabteilung. Sämtliche Abteilungsveranstaltungen fallen aus am Mittwoch, 25, April, wegen bez Parteifunbgebung im Sportpalast; am Montag, 80. prif, magen pe Demonftration unferez Organisation burch Schöneberg. Heute, Sonnabend, 21. April: Schönhauser Borstabt: 18 Uhr bei Goldschmidt Flugblattverbreitung Gumenaping: Treffpunkt zur Flugblattberbreitung 17% Uhr am Selmbal set- Sidtenberg- the unb Weft: Terffonte Babel 18 The W. Stralau Rummelsburg. Sempelhof: Brobe zu Teufel Reaktion mit ber 368, 19 im Seim Germaniastraße. Fallplag II: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung 17% Uhr an der Sozialistenede", Gaudn, Ede Cantianstraße. Berbebegir! Dsten: W.- B.Borstandssigung 19% Uhr im Seim Litauer Straße 18. Berbebeste! Areuzberg: Demonstration gemeinsam mit der Bartel. Treff puntt 17 Uhr Fontanepromenade. Fahnen mitbringen, Berbebegirl Reutölu: 8u der Flugblattperbreitung der Partei treffen fich alle Mitglieder im zuständigen Parteilolal. Siehe Borwärts"( Partei angelegenheiten). Beteiligt euch alle. Berbebezirk Oberfpree: Radfahrer- Bropagandafahrt durch den Bezirk. Treffpunkt aller Radfahrer mit Blataten 17 Uhr vor dem Heim in Niederföneweide, Berliner Str. 31, Berbebegirt Mitte: Uebungsabend zur Maifeier Jugendheim Bandsberger Straße 50. Berbebezirk Brenzlauer Berg: Alle die Genoffen, bie als Flötenfpieler Heim Sichterfelbe- D Stealth 8 hr Bahnbet: Rempelbol The Bahnhof( auth Radfahrer); Bannsee, Behlendorf und Nowawes 8 Uhr Bahnhof Bannsee. Treffen 12 Uhr Schillermarte bei Gosen, Oeffentliche Werbeveranstaltungen: Heute Sonnabend: Safenheibe: Jugendfeier in Rabes Feftfälen, G. 59, Fichteftr. 29, 19 Uhr. Lichterfelbe: Werbe- und Elternabend findet erst am 28. April im Jugend. heim in Lichterfelde, Albrechtftr. 14a, statt. Werbebezirt Often: Sonntag, 22. April, Bichtbilbervortrag: Unfer Jugenb tag", Schulaula Frankfurter Allee 37. Untoftenbeitrag 30 Bf. Anfang 20 Uht. ber Tambourtapelle mitmielen wollen, treffen fich 19½ Uhr im Selm Dansiger Vorträge, Vereine und Versammlungen. Straße 62, Es wird gewünscht, daß sich recht viele Genossen hierzu melden. Morgen Sonntag: Sumannplay: Treffpunkt zur Demonstration 13% Selmholtplag. Fahnen mitbringen. Fallplag 1: Fahrt nach Birkenwerder. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Millionenbrüde. Faltplas: Fahrt nach Crossin fee Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Weißensee: Flugblattperbreitung 8 Uhr bei Callas. Friedrichshagen: Heim Friedrichstr. 87: Seimabend. Reinidenborf West: Heim Seibelstr. 1: Bunter Abend. Besten 1: Beteiligung an der Flugblattverbreitung. Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Blomstraße, Rachzügler bei Ridert, Steinmegstr. 35, Westen II: Die Fahrt fällt aus. Treffpunkt zur Flugblattverbeitung 10 Uhr Bahnhof Bulomstraße. 14 Uhr abendort Treffpuntt zum Spaziergang.- Neukölln V: Treffpunkt 8 Uhr sur Flugblattverbreitung Richardplak. Erscheinen aller Genoffen erforderlich, 14 Uhr Treffpunkt Bahnhof Neukölln zum Spielen in ber Rönigsheibe. Gübweft: Treffpunkt 9 Uhr Bindenftr. 2( Dieg- Verlag). Bebbing- Rorb: Treffpunkt 7 Uhr Augustenburger Blag. Werbebezirt Lichten. berg: Die für Friedrichsfelbe geplante Beranstaltung fällt umständehalber aus. Gesundbrunden: Berbebzirtsfahrt. Treffpuntt 7.15 Uhr Bahnhof Gefund brunnen. Schönhauser Borstadt: Fahrt. Treffpunkt 28 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. 19 Uhr Seimabenb. 3nftrumente sind mitzubringen. Lichtenberg- Mitte. West: Treffpunkt zur Fahrt 7 Uhr Bahnhof Stralau Rummelsurg. Barbebezirk Mitte: Treffpunkt 9 Uhr sur Flugblattverbreitung bei Bran bes, Stralauer Str. 10. Berbebegir! Webbing: Treffahrt fämtlicher Gruppen 11 Uhr Jugendgelände Briefelang, Spielgeräte und Musikinstrumente mitbringen. Berbebeşirt Kreuzberg: Treffpunkt aur Flugblattverbreitung bax belannten Abteilungen Uhr in Treff Berbebegirl Teltowlanal: Treffahrt nach den Bofener Bergen. un bez Abteilungen: Lantwis, Lichterfelde und Zeltom 8 ühr Bahnhof Freie Sozialistische Hochschule. Heute, Sonnabend, den 21. April, 19% Uhr im Sigungsfaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3** Vortrag des Genossen Hendrit de Man: Die Kulturmission des Sozialismus Eintrittstarten zum Preise von 50 Pf. an der Abend taffe, sowie auch an den bekannten Stellen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin S. 14. Sebaftianfte 37/88. Sof 2 St. Sonnabend, 21. April. Fricbrichshain, Rameradschaft Büsching: 19 Uhr Versammlung bei Bänsch, Weberstr. 15. Referent Ram. Lichtenberg: Joachim: Reichsbanner im Berkehr mit Schupo und Juftiz." Urnenbeilegung unseres verstorbenen Ram. Herpin 16 Uhr auf bem Urnenfriedhof, Sathausstraße. Beteiligung aller bienstfreien Rameraben erwünscht. Sonntag, 22, April. Prenzlauer Berg: 8 Uhr vor Opalsti, Cantianstraße, zunt Ausschmüden des Festplages. Tempelhof: 13% Uhr Bhf. Mariendorf Treffpunkt ber Blankenfeldefahrer. Weißensee: 124 Uhr Antreten Heinersdorfer, Cac Gustav Adolf- Straße, mit Jahnen und Spielleuten, Bantom: Rameraden, die an der Werbefahrt nicht teilnehmen, treten 13 Uhr Dänenstraße, Ede Schön haufer Allee, an. Reinidendorf- West: Antreten 12 Uhr im Bereinslotal sur Bflichtveranstaltung Prenzlauer Berg. Abfahrt 13.03 Uhr Eichbornstraße. Hermsdorf( Ramerabschaft): Abfahrt von Hermsdorf 12.33 Uhr. Treffpunkt 13 Uhr Bhf. Schönhauser Affee. Waffersport- bt., Rug Ruberriege: 10 Uhr Bootshaus. Montag, 23. April. Kreuzberg, Jugend MI: 20 Uhr Berfanm Tung im Jugendheim Wrangelftr. 128. Ablershof, Kamerabschaft, Sportgruppe: 19 Uhr Zusammenkunft im Jugendheim Roonstraße. Wassersport.Abt., 8ug Ruderriege: 19 Uhr Bersammlung im Gaubureau, Sebastianstr. 37-38. Kreuzberg: Ram. Justizrat Dr. Lewinst ist verstorben. Beifegung Sonntag, 22. April, 12 Uhr, Weißensee, Lothringenstraße, von der alten Halle aus. Antreten Vereins Sennigsdorf: Eonntag, 22. April, Pflichtveranstaltung. heinm Radfahrer 9% Uhr, alle anderen Rameraben 10% Uhr. Efperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montag, 23. April, 20 he, Stefbau tant ur Hütte", Charlottenburg, Raiser- Friedrich- Str. 58. Gäste miltammen. Werbungs und Vortragsabend. Aleintaliber Sd teßsportverein Dften"( Reichstartell Republi), e. 8. Sportplay Friedrichsfelbe, am Abstellweg. Sonnabend, 21 April, findet ab 15 Uhr bis Dunkelheit bas Uebungsschießen ber beteiligten Ortsvereine statt. Sonntag, 22. April, ab 9 Uhr bis Dunkelheit, findet das Bedingungsschießen aller nicht verhinderten Rameraben statt. Freireligiöse Gemeinde. Conntag 11 Uhr, Pappelallee 15, Bartrag bes Herrn Dr. A. Rosenberg: Die Frau und die Kirche." Harmonium: Miferere aus Troubadour"( Verdi). Gäste willkommen. But Grünbung Arbeiter- Rabis- Bund Deutschlands, Ortsgruppe Neukölln, Unt einer neuen Nebengruppe findet in dem Lotal Sarzer, Ede Wildenbruchstraße, am Sonnabend, 21. April, ab 17 Uhr, eine Bastel- und Werbeschau ftatt. 20 Uhr Vortrag des Genossen A. Schroder, Neukölln, über Rundfunt unb Arbeiterschaft". Darauf Praktische Binte für ben Empfang und Borfüh rungen mit felbftgebauten Apparaten. Jum 1. Mai hält sich die Berliner Fahnenfabrit Fischer u. Co., Wallstr. 84( Nähe Roßftraße) empfohlen. Rote und schwarzrotgoldene Fahnen sind in allen Größen preiswert am Lager.. Was sagt der Bär? BREMEN JOSETTI JUNO 4 Spannkraft und Ausdauer brachte kühnen Piloten durch Sturm und Nacht den Sieg über das Weltmeer. So siegt auch im Daseinskampf der Vorwärtsstrebende, angeregt durch den Genuß der unvergleichlichen Josetti Juno KON LINON Berlins meistgerauchter 48 Cigarette Die landwirtschastliche Zentralbank Zum Abschluß der Rentenbanttreditanstalt.- Ihre Leistungen und Sünden. Der Jahresabschluß der in den letzten Monaten im Zusammen- hang mit der finanziellen Sanierung der Landwirtschaft wieder ein- mal heftig umstrittenen Deutschen Rentenbankkreditanstalt, die nach Gesetzes und eigenem Willen als.Landwirtschaftliche Zentralbank" firmiert, liegt der Oeffentlichkeit jetzt vor. Bilanzzifsern und Ge- winne dieser Bank sind viel weniger bedeutsam als ihre Politik. Das„Eigem"kapital(mit den Reserven heute rund 340 Millionen) erhält sie in der Hauptsache aus Ueberschüssen der sich auflösenden Rentenbank und der Reichsbank. Was sie an Ehtnahmen hat, bestimmt sie aus Derwaltungskostenbeiträgen und Zinsen im wesent- lichen selbst. Um Kundschaft braucht sie sich nicht zu sorgen: die Landwirtschaft braucht Geld: Kundschaft macht ihr niemand streitig: zum Teil hat sie durch Gesetz eine Monopolstellung, zum Teil hat nur sie genügend Kredit zur Beschaffung von Anleihen. So hat die Rentenbankkreditanstalt ebenso weitergreifende Funktionen wie Kompetenzen. Aehnlich wie die Reichsbank die gesamte nationale Kreditwirtschaft als zentrale Bankenbank betreut, so ist die Rentenbant. materiell and moralisch verantwortlich für die Gesundheit der finanziellen Agrarwirlschaft. Diese Bevantwortung ist riesengroß. Schon rein zahlenmäßig. Die RKA. hat Ende 1927 eine Bilanzsumme von nicht weniger als 1333 Millionen Mark. An ,.Eigen"kapital. Auslands-, Golddiskont- bankanlekhen und öffentlichen Krediten verwaltete sie Ende 1927 nicht weniger als rund 1240 Millionen Mark. Gerade deshalb, weil der ganzo kürzliche Großkampf die Kompetenzausdehnung der RKA. zum Ziele hatte und well diese Ausdehnung der Kompetenzen von den die Anstalt beherrschenden Großagrariern im Dienst des finanziellen Samerungsprogramms sachlich zu begründen versucht worden ist. ist der Jahresbericht für die Prüfung wichtig. wie weit dio RKA. ihrer ungeheuren Verantwortung gerecht ge- worden ist. Der Bericht stellt als erstes sofort fest, daß ohne die sogenannten Schwimmkredits(vom Konjunkturinstitut auf 1,8 Milliarden geschätzt) der bankmäßige Personalkredll der Landwirtschaft bis Ende 1927 von 1.96 auf 236 MMarden gestiegen ist, obwohl in diesem Jahre 1926 die neue Reolkreditverschuldung von 2,05 auf 236 Mll- liarden sich erhöht hat. Die Leitung der RKA. scheint nicht zu ahnen. daß sich aus dieser Feststellung, weNn bis Bank ihren Namen als �Landwirtschaftliche ZeMralbank" zu Recht trägt, der denkbar schwerste Vorwurf für ihre eigene Arbeit ergibt. Die hauplsuaklioa der R&A. bestand in der Aufgabe, die hohe und drückende Personalkrediwerschuldung in billigeren langfristigen Realkredit umzuwandeln und dadurch vor allem dafür zu sorgen, daß die kurzfristige Verschuldung, besonders die Zinslast daraus nicht weiter auswuchs. Die RKA. war v e r a n t- wortlich dafür, wenn sie die Umschuldung in die Hand nahm, daß nicht nur überhaupt umgeschuldet würde, sonder» daß auch das rentabilitäts. und betriebspolitisch« Ziel der Umschuldung, die dauernde Finanzierung der Jahreskampagne aus den laufenden Sahreserträgen zu sichern, erreicht wurde. Die RKA. trifft selbst die fundamentale Feststellung, daß dieses Ziel nicht erreicht wurde, daß die Lage der Landwirtschast trotz der Umschuldung noch verschlechtert wurde. Die Kredllkris« der Landwirtschaft, die Ende vorigen Jahres zum Ausbruch gekommen ist und die öffentlichen Finanzen jetzt in schwerste Mitleidenschaft zieht, geht damit zum ent- scheidenden Teil zu Lasten der RKA.# Natürlich könnt« sich dieses fundamentale versag« der RKA. nicht bei chr selber geltend machen, auch nicht bei den vermittelnden Realkreditanstalten, denn diese wurden durch Hypotheken geschützt. Es müßte sich auswirken gegen die Gläubiger der wachsen- den Personalkredit«, in erster Linie beiderPreußischenZen- tralgenossenschaftskasse. deren alte in der RKA. ver- tretene Leitung taten- und willenlos dem ungesicherten Anwachsen und der Aushöhlung der Sicherheit der Personalkredite zusah. Als «rrtifich die preußische Regierung dem hier unvermeidlich sich vorbereitenden gänzlichen Zusammenbruch der ländlichen Kredit. Wirtschaft en gerisch durch Personal- mll) Eyftemwechsel wenigstens in der Preußenkasse vorbeugte, da waren es die RKA und ihre groß- agrarischen Beherrscher, die einen politischen Aeldzng gegen die„sozialistische landtvirtfchafts- feivdliche" Prevßenregierung entfesselten. Wir wissen nicht, ob die Herren der RKA die Größe chrer Schuld ahnten. Wenn st« ihnen aber bewußt war, wäre dieser Feldzug schon deshalb nötig gewesen, damit die Oeffentlichkeit das Ausmaß dieser Schuld nicht erkennt. bi�en noch eine Kompetenzausdehnung der � verlangen, wie es geschehen ist, und zwar in der Absicht, der RKA. die Sanierung der Landwirtschaft in großem Ausmaß zu übertragen, mit neuen kurzfristigen Geldern für neue Personalkredit«, hatte in der Tat die von Preußen glücklich begonnene Rettung der Landwirtschaft aufs schwerste gefährdet. Die Einzelheiten des Berichts sind sehr umfangreich. Aber sie spiegeln nur im einzelnen wider, wie wenig die Rentenbankkredit. onstalt ihrer Verantwortung gerecht geworden ist. Ihr eigenes Personalkredllg eschäst ist um 54 aus 263 Millionen Mark gestiegen. Ein großer Teil dieser Kredite war schon Ende 1927 eingefroren. dennoch dachte sie an di« Erweiterung ihres Personalkredit- geschäftes. 110 Millionen davon wurden bis Ende' 1932 in Ab- zahlungskredite umgewandelt, und es heißt das eigene Der« sagen bei der Umschuldungsaktion nur gefällig umschreiben, wenn die Rentenbankkreditanstalt diese Abzahlungskredite als Ersatz für zweite Hypotheken kennzeichnet. An langfristigen Anleihen hat die Rentenbankkreditanstalt bisher rnnd 440 Millionen Mark in drei Amerika-Anleihen von 25, 30 und 50 Millionen Dollar vermittelt. Es wirkt wie eine Illustration der eigenen Unfähigkeit, wenn über die Verwendung der Amerika. anleihen gesagt wird, daß sie zu? wirtschaftlichen Gestaltung der Betriebe, insbesondere zur möglichst starken Abdeckung der kurzfristigen drückenden Verbindlichkeiten zu dienen haben, keinesfalls aber zu u n produktiven Zwecken verwendet werden dürfen. Die Rentenbankkreditanstalt hat nichts, aber auch gar nichts dazu getan, daß dies« Zweckbestimmung der Zlnleihen durch entsprechende kontrollierende Vorsorg« der Verwendung der Gelder auch erreicht wurde. Dazu mußt« das.sozialistisch«, landwirtschast- kiche� Preußen durch seine von den Herren der Rentenbankkredit- anstatt so heftig bekämpfte Preußenkasienreform erst die Grundlage schaffen. Eine vierte Amerikaanleihe ist beabsichtigt. Ihre Venne»- dung wäre ohne das Eingreifen des preußischen Staates in derselben unglücklichen Weise und mit demselben gefährlichen Ergebnis«folgt. «nm da» Jandwtrttchastsseivdliche'' Presch« die finanzielle Sanierung der landwirtschaftlichen Kreditwirtschast nicht in die Hand genommen hätte. Diese Feskstellungea sind notwendig, damit die Reateabank- kreditanstalt keinen Lorbeer trägt, den sie nicht verdient. Sie muß öffentlich verantwortlich gemacht werden für die Funktio- nen, die sie als landwirtschastliche Zentralbank ausübt. Diese Funk- tionen sind zu wichtig, der deutsche Kredit im Ausland ist zu kostbar, das Dersagen der Rentenbankkreditanstalt in der Vergangenheit war zu groß, als daß ohne die Feststellung ihr« Derantwortlichkest in de? Zukunft neue Experimente zugelassen werden dürsten. Die politischen Kreise allerdings, die hinter der Rentenbank- kreditanstalt stehen, find von kaum zu übertreffender Bedenkenlofig- keit. Sie haben sich in den allerletzten Tagen noch einen Streich geleistet, der kaum seinesgleichen hat. Der ganze Kampf um die Rentenbankkredttanstall und gegen die Preußenkass« ist für sie ein politischer Kampf um die Aufrechterhaltung und, wenn möglich. noch Erweiterung des großagrarischen Einflusses in der Landwirtschaft. So setzte denn auch unmittelbar vor der Generalversamm- lnng der Rentenbankkredttanstall m der.Berlin« Börsenzettung" eine hetze gegen die vvabhängigev bSoerlichen Organisationen ein mit dem ausschließlichen Ziel, daraus in den bevorstehenden politischen Kämpfen Kapital zu schlagen. Ihren Niederschlag hat diese Hetze in einer Meldung gesunden, die benwrkenswerterweise von der reaktionären Kreisen nahestehenden Telegrophenunion und von dies« allein verbreitet wurde. Die Hetze geht gegen die H« i m- b a n k- A.- G.. die der Deutschen Bauernschaft nähersteht als dem Reichslandbund. Der deutschnationale Abgeordnete Hillaer-Spiegel- bcrg hat behauptet, daß die von d« Heimbank-A.-G. bei der Rentenbankkredttanstall in Anspruch genommenen Kredtte zum großen Teil ungesichert und damit gefährdet seien, und daß die Heimbank-A-G. zu parteipolttischen Zwecken dem Demokratischen Bauernbund 75 000 Mark gezohtt habe. Im Anschluß daran wird behauptet, daß die Anstaltsversammlung d« Rentenbankkredit- anstall diese Mitteilungen von Herrn HUllwr-Spiegelberg zum Anlaß genommen habe, eine Revision ihrer Kredite bei der Heimbank nach dem Antrage von Herrn Hillger-Spiegelberg und auf Grund der Mitteilungen d«.Berliner Börsenzeitung� zu beschließen. Die Heimbank-A-G. stellt demgegenüber fest, daß es absolut unwahr sei, daß die Rentenbonkkredita»stall diese Revision beschlossen habe, daß zwar He« Hillger-Spiegelb«g von dem in der Versammlung anwesenden Vorsitzenden des Aufsichtsrate? der Heimbank sofort widerkegt« Angrisfe erhoben habe, daß der Präsi- dent des Berwaltungsrates der Rentenbankkreditanstalt erklärt habe, daß die Anstaltsversammlung zu den Angriffen von Herrn Hillg«-Spiegekb«g keine Beschlüsse fassen könne. Bon der Rentenba i�kreditanstoll wurde selbst erklärt, daß sämtliche der Heimbank gewährten Kredite ihr gegenüber gesichert seien. Ferner stellt die Heimbank fest, daß die Behauptung von zu politischen Zwecken gewährten 75 000 Mark frei erfunden ist. Kennzeichnenderweise hat sich di« Rentenbankkreditanstatt, wie wir«fahren, nicht dazu b«elt erklärt, die falsche Meldung üb« die von ihr angeblich beschlossene Revision selbst zu dementieren. Die deutschnationolen Angriffe, das Verhalten der RKA wirkten wie der letzt« Strich zu dem Bilde, das sich im Zusammenhang mit d« landwirtschoftsichen Kreditkrise, den Dorgängen der letzten Wochen und dem letzten Geschäftsbericht abzeichnete. Dieses Bild ist nicht günstig für die Rentenbankkredttanstalt und ihre Behe«sch«. und auch die deutschen Landwirte werden diese? ungünstige Bild bald kennen. Dorüb« möge sich niemand täuschen. Immer noch Hochkonjunkiur. Rekord des deutschett Wechselumlaufs. Das Institut für Konjunkturforschung gibt in seinem dritten Wochenbericht vom 18. April einige bemerkenswerte Daten, aus denen sich die nicht ganz selbstverständliche Tatsache ergibt, daß die deutsche Wirtschastskonjunktur weiter im Zustand der Hochkonjunktur verharrt. Die Wechselziehungen aus dem Warenumlauf feien nach dem vorübergehenden Rückgang im Monat Februar wieder gestiegen. D« Monat März habe mit 4,7 Mil- liarden Mark den bisher höchsten Stand seit der Wäh- rungsstabilisierung«reicht. Der Wechselumlauf dürfte Ende März um etwa 9 Proz. größer gewesen sein als Ende Oktober 1927(!) und um 29 Proz. größer als Ende März 1927. Da im Monat März auch die Wechseleinreichungen bei den Noten- danken wieder beträchtlich zugenommen haben, so deute die Gesamt- bewegung des Wechselkredits darauf hin, daß die Spannungen in der Wirtschaft unvermindert anhalten. Das Konjuntturinstitut fügt hinzu, daß trotz einer geringen Abnahme der Kredit sicher- h e i t im März diese im ganzen noch imm« unverhältnis- mäßig hoch erscheint. Aus diesen Feststellungen ergibt sich eine außerordentlich wich- tige Tatsache zur Beurteilung der Konjunktur. Im ganzen hat man bisher, auch unabhängig von den Saisonschwankungen, einen leichten Rückgang der Konjunktur feststellen zu sollen geglaubt. Auch das Konjuntturinstitut hat in seinem letzten Biertelsahresbericht eine entsprechende Diagnose gestellt. Jetzt zeigt sich aus dem Umfang der ausgestellten und umlaufenden Wechsel, daß diese Diagnose nicht richtig sein kann. Wenn heute der Wechselumlauf noch um 9 Proz. größer ist als Ende Oktober, also zur Zett des unbe- strittenen Höhepunktes der Konjunktur, so können bei einem gleich- zeitig recht leichten Geldmarkt und unverändertem Reichsbanksatz S p a n n u n g s«scheinungen diese Zunahme des Wechsewmlaufes unmöglich erklären. Infolgedessen bleibt nnr der Rückschluß aus einen trotz oller Saison«scheinungen«höhten Warenumschlag. Dos aber bedeutet, daß die vom Unternehmertum groß aufgemachte und vielfach konjunkturell begründete Abwehr von Lohnforde. ruogen nicht auf festem Boden steht, sondern eine— vom Institut allerdings geförderte— Zwecklüge Ist. Interessant wie das Konjunkturinstttut die Unzulin glich- keit seiner Diagnose zu begründen versucht. Es sagt. die Hochspannung dauere deshalb so wnge und die Kreditsicherheit sei deshalb so außergewöhnlich groß, weil im Gegensatz zu frieren Konsunkturaufstiegen dieses Mal die konjunkturelle Expansion in der Hauptsache von beretts bestehenden Unternehmungen getragen war- den fei. Dabei wird die außerordentlich interessante Taffache fest- gestellt, daß in der Zeit der Hochkonjunktur, das heißt im Jahre 1927, von einer Grijad«lätigkdi überhaupt keine Rede sein kann und dich die Zahl der bestehende» Zinnen gegenüb« dem Zahre 1«S«ach nn» rnnd 9400 zurückgegangen sei. Auf der«der« Seite sei da» RomtnalkapSal d« bestehende« AkttengeseSschasten sehr b» trächllich gestiegen.(Sett Ende 1925 bis Ende März 1928 um 2.6 Milliarden Mark oder um 13,4 Proz.) Rur nebenbei sei er- wähnt, daß sich auch aus dieser Ziffer ergibt, wie außerordentlich beträchtlich sett dem englischen Bergarbeiterstreit und während des bisherigen Konjunkturablaufes die Gewinne und die Kapitalbildung gewesen sein müssen. Es ist bemerkenswert, daß das Konjuntturinstitut hi« Wied« genötigt ist, indirekt eine Korrektur seiner Diagnose vorzunehmen. Uns wundert das nicht. Wir haben immer auf dem Standpunkt ge- standen, daß es während d« ganzen Sanierungsepoche der deutschen Wirtschaft, die wohl kaum von 1929/30 beendet sein wird, falsch ist. zur Beurteilung der Konjunkturdaten das normale Konjunktur- schema der Vorkriegszeit zu verwenden, statt die absolute Eigengesetzlichkeit der Sanierungsepoche einer kapitalisti- schen Volkswirtschaft der.Konjunkturbeobachtung zugrunde zu legen. Das zeigt sich auch in diesem Falle. Daß nämlich während einer Hochkonjunktur statt der sonstigen Neugründungen noch ein Rück- gang der Firmenzahl eintritt, das würde, wenn das Normalschema zu Recht Anwendung fand, die allen Konjunkturgesetze um- stoßen. Da aber trotz Hochkonjunktur ein Rückgang der Gründungen und der Firmenzahl einttat, so ist das auch ein B e- weis, daß die allen Konjunkturgesetze für die heutige Sanierung?- Periode nicht gellen können. Die lebenslänglichen Arbeitsverträge. Herr Dögler und seine Arbeiter. Aus den von der Wirtfchastsenquete veröffentlichten Proto- kollen über die Vernehmungen von Konzernlettern verdient eine kleine charakteristische Aeußerung festgehalten zu werden, die der Generaldirektor der Bereinigten Stahlwerk«, Dr. Dögl«. mochte. He« Dr. Dögl« behauptete, daß die Arbettsintensität der deuffchen Arbeiter hinter derjenigen der Arbeiter in den Bereinigten Staaten zurückbleibe und führte zur Begründung u. a. aus: „Die Amerikaner haben«ine wesentlich bessere Schulung zur Arbeit als wir. Es kommt auch hinzu, daß die sofortige Ent- lassung ohne Angabe von Gründen in Amerika natürlich den Zlrbeiter ganz anders zur Arbett anhätt als bei uns. wo ge- wissermaßen ein lebenslänglicher Bertrag vorhanden ist." Auf die Zwischenfrage, die Herrn Dr. Vögl« gestellt wurde, ob seine Arbetter einen lebenslänglichen Vertrag haben, lautete seine Antwort: .Kennen Sie Arbetter. die unter normalen Verhältnissen ent- lassen werden, wenn sie ihre Pflicht erfüllen? Ich keime keine." Soll man nun wirklich annehmen, daß Herr Dr. Dögler in seiner großen Praxis noch keinen Arbeiter kennengelernt hat, der ganz ohne eigenes Verschulden— sei es aus Gründen der Konjunk- turschwankung, sei es aus Gründen der Stillegung von Werken unk» Werksteilen od« ihrer Zusammenzichung— auf die Straße gesetzt worden- ist? Wenn das wirklich d« Fall wäre, so würde es nur beleuchten, wie unendlich groß die Klnft ist, die sich zwischen dem an der Spitze des Trusts stehenden Generaldirektor und seinen Ar- beitern austut. Denn jeder Arbeiter kennt, wenn er nicht selbst davon betroffen sst, zur Genüge die Kollegen, die bei voller Pilichtersüllung von der Geißel der Arbeitslosigkeit betroffen, nichts von einem lebenslänglichen vertrag gemerkt haben. Ab« vielleicht hat He« Dr. Vögler die Arbeitsverträge der Generaldirektoren mll den Arbeitsverträgen der Ar- beiter verwechselt und irrffimlich angenommen, daß die Arbeiter ebenso gesichert seien wie die Generaldirektoren. Hoffentlich läßt er sich bei der Entscheidung über Lohnfragen nicht auch von der Bor- stellung leiten, daß die Einkommen der Arbeiter sich nicht von den Millioneneinkommen der Generaldirektoren unterscheiden. Zwei Zliegen mit ein« klappe. Die Varziner Papier- f a b r i k in Hammersmühle schlägt in ihre.» Abschluß für 1927 gleich zwei Fliegen mtt einer Klappe. Sie hat nämlich sa gut verdicm, si« die Dividende von 8 aus 10 Proz. erhöhen kann, obwohl sie vorher 650 000 statt 450 000 Mark im Borjahre für Abschreibungen vom Gewinn abgesetzt hat. Wie sich diese riesigen Abschreibungen bei d« Bewertung der Anlagen auswirken, sei an einem einzigen Posten «läutert. Für ihr: beiden W«ke hat die Gesellschaft sich neue Maschinen im Werte von mehr als einer halben Million ange- schafft, die in der Bilanz restlos abgeschrieben wurden, sa daß sich der Wert der Maschinenparks, der in Wirklichkeit mn eine halbe Million gestiegen ist, in der Bilanz um keinen Pfennig erhöht hat. Dies« Abschreibungspolitit ermöglichte den Gesellschaft, ihren Iahresüberschuß künstlich von 1,22 Millionen Mark auf den„bescheidenen" Reingewinn von 575 000 Mark zurück- zuschrauben, der damr immer noch zur Erhöhung der Di- vidende genügte. Zortdau« der Eisenkonjunktur. Wie die Zeitschrift.Stahl und Eisen" mitteilt, betrug die Roheisenproduktton im März 1 170 476 Tonnen, übertraf also die Februarziffern um 48 092 Tonnen. Da im März die Hochöfen allerdings 31 Tage in Beirieb waren, im. Vormonat dagegen nur 29 Tage, so ist die durchschnittliche arbcitstägliche Droduttton mit 37 757 Tonnen doch etwas, und zwar um 946 Tonnen niedriger ge- worden. Günstiger blieben die Ergebnisse d« Rohstahl» gewinnung im März. Insgesamt betrug die Stahlwerkspro- duktion 1 421524 Tonnen, liegt also um 99532 Tonnen über den Februarzisfern. Arbeitstäglich wurden 52 649 Tonnen pro- duziert, also nur 231 Tonnen weniger als im Vonnona t. Dieser Bericht läßt besonders bei der Stahlwerksproduktion eine fast un- vermind«te Konjunktur im ersten Quartal 1928 gegenüber der Glanzzeit im v«gangen«n Jahr erkennen. Rene Ausbaupläne bei den V«. Glanzstoff-Werken. Auf der Glanz st off-Generalversammlung erklärte der Bor- stizende, daß in der Erhöhung der Dividende von 15 auf 18 Proz. eine vorsichtige(!), aber.zuversichtliche Dividendenpolttik zum Aus- druck komme, die man in Zukunft fortzusetzen hoffe. Am Bilanzstichtag habe sich die Kapitalerhöhung vom August 1927 in de» An- lagen noch nicht auswirken können, da ein grast« Teil der neuer Mittel noch nicht eingesetzt war und somtt 71 Millionen als Bank- authaben ausgewiesen wurden. Inzwischen hat sich der Stand der Betriebsmittel bedeutend oerschaben, da die ständige Erweiterung der Anlagen und der Ausbau der Beteiligungen di« flüssigen Mittel entsprechend beansprucht hätten. Im übrigen seien weitere größere Angliederungsprojekte in greifbar� Nähe gerückt, woraus� sich auch der neue Kapitalbedarf erkläre. Nach diesen Ausführungen wird also d« Glanzstoffkonzern seine deuffche und internattonale Macht- stellung in der Kunstseideproduktion auch rn diesem Jahre noch bs- deutend ausbauen. Sarstadl- Warenhaus« erhöhen Dividende und Kapital. Di« jetzt auch in Berlin stark arbeitende Rudolf-Kafftadt-A.-G. H�nr- bürg, die größte deuffche Warenhausgesellschaft, hat mit rund 1032 Millionen ihre Gewinn« stark vermehrt. Die Dividende für die Aktionäre wird von 10 auf 12 Prozent erhSht. Gleichzeitig wird eine neue Kapitalerhöhung von 51 auf 70 Mil» l i o n e n voracschlagen, nachdem vor nicht langer Reit erst?0 Mit- lioncn neue Aktien ausgegeben worden waren. Der Umsatz in den Warenhäusern stieg von 175 aus 232 Millionen, d« Fabrikaffons- und Berkaufsumjatz an fremde Abnehmer von 27 auj 45 Millionen TUat .rcx Unterhaltung unö ANissen Geschichtsschreiber md mnmeoremer. Zu Taines-Ivo. Geburtstag, 21. April. Von Or. Friedrich Spree«. Tai« ist«ii«r der grohen Erzieher de» heutig«, Frankreich geworden, an desien Schriften sich ein neue» Geschlecht geschult hat. Wir haben gerade jetzt ein gnmdlegende» Wert„Philosophische Strömungen der Gegenwart in Frankreich' von g. Benrubi, da» soeben bei Felix Meiner in Leipzig ersdnenen ist, eine Darstellung dar vielgestaltigen, die ganz« Kultur befruchtenden Dentbewegungen de» letzten Dierteljahrhundert». Ms bahnbrechender Geist steht hier neben Conti« und Renan Tain« am EinganL Er hat die posiü» mstische und naturwissenschaftliche Richtung in den Geisteiwisset» schaften fortgeführt, hat die Milieutheori« ausgebaut, durch die die naturalistische Dichtung begründet wurde:«r ist vor allem, wie Ben- rubi hervorhebt, dar eigentlich« Schöpfer der psychologischen For« schung in Frankreich, der er dte weiten Gebiete der Sprach« und Kunst, die Vorgänge beim Genie und beim Kinde, in den Massen und Kranken erschloß. So ist noch heute Tain« starke, suggestiv« Persönlichkeit leben- dig, und nicht nur in seiner Heimat, sondern auch bei uns. wo man seinen„Clsay über La Fontaine', sein«»Geschichte der englischen Literatur', seine»Entstehung des modernen Frankreich', viele seiner glänzenden Abhandlungen, als Meisterstück« einer tiefdringenden Psychologie und eines die Vergangenheit heraufbeschwörenden Stils bewundert. Was sein ebenbürtigster Leser, Jakob Burckhardt, 1877 an Prehn über ihn schrieb:»Der Autor hat zwei große Eigenschaften: er sieht die geistigen Konturen und Farben überaus deutlich und schreibt merkwürdig einfach schön'— das macht die Schriften dieses genialen Schilderers unvergänglich. Seine Theorien freilich sind veraltet, in ihrer Einseitigkeit erkannt. So stark auch Taines philosophische und poStische Anschommgen von England beeinflußt sind, so hat er doch feine Hauptimpulse von Deutschland empfangen: er trug sich mit einem großen Werk über Deutschland, als der Krieg von 1870 diese Pläne vernichtet« und ihn veranlaßte, zu Nutz und Frommen sein» besiegten Vaterlandes die Entstehung seiner Kultur darzustellen. Sein Ausgongspunkt war Herders in seinen»Ideen zur Geschichte der Menschheit' nieder- gelegene Geschichtsphilosophie und die Lehre der Romantik vom Voll»- tum. die ihm durch Frau von Stoel»ermittelt wurde». Kein anderer Autor hat ihn in solch« Begeisterung»ersetzt wie Hegel. dessen Lektüre er als eine der schönsten Erinnerungen seiner Jugend- zeit pries. Aber die spätere Bekanntschaft mit Comte»»positiver Wissenschaft', seine medizinischen Arbeiten erfüllten ihn mit jenem »naturwissenschaftlichen Rausch', der um die Mitte des Iahrunderts die Geister ergriffen f>atte. Auch die Vorgänge der Psychologie und Geschichte glaubte man aus Naturgesetzen erklären zu können, und den stärksten Ausdruck fand dieser varmessene Stolz in Tain«» Satz: »Das Laster und die Tugend sind Produkt« wie Schweselsäure und Zucker, und jede zusammengesetzt« Gegebenheit entsteht au» dam Zusammentreffe» einfacher Gegebenheiten, von denen sie abhängt.' Dieser Auffassung, die gleichsam ein«.Chemie' der Geschichte fordert, entspricht die Betonung der tierischen Natur de» Menschen, von der er schon in der Einleitung zu dem Essay über La Fontaine sagt: »Man kann den Menschen als«in Tier höherer Art betrachten, das Philosophie und Dichtung ungefähr so erzeugt, wie die Seidon- wärmer ihre Puppen und die Lienen ihr« Lienenstöcke hervor- bringen.' So wollte er auch die Menschen und die geschichtlichen Erscheinungen aus einfachen Grundbegriffen erklären, aus der Rosse. den Klima- und Bodenverhältnissen, den Zeitumständen und beim Menschen noch aus einer.Haupteigenschast', die sein« besonderen Leistungen bestimmte. Tain« hat später an seiner Theorie nicht streng festgeholten, sondern die künstlerischen und historischen Schöpfungen aus dem mit feinster Intuition erfaßten allgemeinen Kulturzustand herauswachsen lassen. Im Grunde ist es bei Taine der ewige Zwiespalt zwischen Ge- lehrten und Künstler, der bei jedem großen Historiker austritt. Mag der Philosoph noch soviel Scharfsinn auf die Analyse des Verstandes, die Erklärung der historischen Gesetz« verwenden— es ist letzten Ende» das Ahnungsvermögen des Genies, die Fähigkeit der Kam- Position und die dichterische Kraft der Darstellung, die Taine zum hervorragenden Geschichtsschreiber macht. Tain« ist«in großer Künstler und Psychologe Die Gabe der Vereinfachung, der begriff- lichen Gliederung, die von seinem gelehrten Denken genährt ist, verwandet sich und steigert sich zu einem stilisierenden und monu- mentalen Stil, der seinen Kulturgemälden die geschlossene Wirkung. den einheitlichen Zug verleiht. Dazu kommt die Feinheit und der Scharfsinn seiner psychologischen Analyse Er selbst war ein Bücher- mensch, die Stirn gebleicht von langem Nachtwachen, aufgerieben von dem Ringen mit den ungeheuren Stoffmassen, aber im Innern beseelt von einer tiefen Leidenschaftlichkeit, die ihn zu den lieber- menschen der Renaissance hinzog wie Jakob Burckhardt; die Gegen- wart stieß ihn in ihrer Kleinarbeit ab und flößte ihm eine Welt- Verachtung ein, die ssch in seinem witzigen und nachdenklichen Halb- roman»Leben und Meinungen des Thomas Graindorge' offenbart. Aber im Grund« war diesem überlegenen Geist nichts Menschliches fremd, und daher kommt fein freier, durck kein nationales Vorurteil beengter Blick, sein« verblüffend« Unbefangenheit des Urteils, sein Gerechtigkeitsgefühl, das ebenso die großen Verbrecher der Re- naiflance gelten läßt wie die stnster-mvralischen Puritaner. Nur gegen die französische Revolution ist Taine in seinem letzten Werk ungerecht gewesen. Aus dieser Gabe des Derstehens imd des Durchdringens ganzer Epochen und Massenbewegungen, aus der Kunst, die tiefsten Gründe historischer Ereignisse aufzuspüren und die verschiedenartigen Tat- fachen mit Hilf« eines wunderbaren Gedächtnisses unter einem großen Gesichtspunkt zu ordnen, ist Taine ein unvergleichlicher Schilderer einzeln«? Zdulturperioden und Kunststile geworden. Packend ist die Charakteristik der verschiedenen Kunstcpochen in der„Philosophie der Kunst' und der dichterischen Erscheinungen in der»Geschichte der englischen Literatur'. Und dann in seinem schon etwas matteren, ober bewunderungswert angelegten letzten Werk die nie wieder er- reichte Darstellung des»Ancien Rögime', das visionär geschonte Monument Napoleons! Auch den Dichtern seiner Jett, einem Balzac oder Dickens, ist er gerecht geworden. In seinen Spätwerkeä überwuchert freilich manchmal die Füll« der»kleinen bezeichnenden Züge', die er so liebte, die klaren Linien des Bildes; er häuft die Beispiele, ohne neu« Nuancen zu bringen. In seinen besten Werken aber ist er ein großer Virtuos« in der seltenen Kunst, die Grund- mächt« des geschichtlichen Lebens, die Wesenhett des Genies und die dunklen, doch einfachen Gefühl« einer Masse mit dem blühenden > Leben eines dichterisch-anschaulichen Stil» zu erfüllen. Ein verfehlter Neruf. Von Michael Soschtscheako. Dasjka Tjapkin war Taschendieb von Prosesfion. Er arbeitete hauptsächlich in der Trambahn. Deshalb brauchen Ei« ihn nicht zu beneiden, Leser! Est, Berus, der nichts trögt: Da glitscht man in ein« Tasche, und was ist's schon? Ein Feuerzeug vielleicht! Oder ein Toschentuch, oder zehn Zigaretten, oder, sogen wir. die letzte Gas- und Elektrizitäts. rechnung. Eine Kinderei— ganz einfach!— aber kein Berus. Der Teufel weiß, wo heutzutage das Publikum feine Pretiosen oerwahrt: Brieftasche, Uhr und dergleichen. Ein schiechtes Volt lebt heutzutage! Sperr' nur beide Augen auf, daß sie dir selbst nicht das Deine aus der Tasche ziehen. Sie run's, sehr einfach. Du beschäftigst djch gevad« mit der Tasche des Schaffners— und eins, zwei!— schon hat man dir was geklaut, Teufel noch einmall', Apropos WertgegenstZndel Die Leute tragen sie sicherlich aus lauter Bosheit auf der Brust oder gar auf dem Bauch. Dies« Stellen sind unter anderem zart und vertragen da. Kitzeln nicht. Wenn du nur mit dem Finger daran tippst— gleich gibt es ein Hallo!— Diebe! Einfach scheußlich! Ein«lender Beruf! Ein aller Embrecherpraktikus riet Wafjka aus reinem Herzen, dach einen anderen Beruf zu ergreifen. Da» heißt nur feine Spezialität zu wechseln. »Jetzt ist Sommer!' sagte er.»Du müßtest in dte Diller». vororte hinausfahren. Bruder. Such' dir da«ine n«Ue Villa aus und knocke, knacke nach Herzenslust. Ueberdie» hast du auch dl« gut«, frisch« Luft. Euer einer könnte leicht mal die Schwindsucht bekommen, noch eh' man'» gedacht.' Schon richtig! dachte Wafjka. Da«bettet man wie ein Elefant, und was kommt heraus?— Ich fahr' schon besser in die Vororte. Da ist die Lust rein und ein ganz anderes Arbeiten. Ich bin rvirklich herunter, das ist schon so mit der Schwindsucht. Mso fuhr Wastta nach Pargolowo. Er spaziert« Ehausseen und Straßen aus und ab. Di« Lust war prächtig. Aber er hatte darum nicht mehr zu leben. Zudem reizte die frische Lust feinen Appetit: er hätte immerzu futtern können. Als ob ein Loch in seinem Magen wäre! Also begann stch Wasska eine Villa auszusuchen. Und bald erblickte er eine wunderbare Villa, mit einem Schild am Zann: ».Dr. Korjuschtin» Frauenarzt.' .Aha!' dachte Wasska,»ein Arzkl Desto besser! Solche Leute haben Silber im Büfett.' Zuerst steckte er stch t» dte Büsche, die den Garte« der Bllla umgaben. Er wollte erst mal ein bißchen rekognoszieren... und so sah er folgend«: Eine Wärterin mll einem Neinen Bourgeois— vielleicht fünf- fahrig— kam in den Garten. Sie hielt stch auf den Wegen, und der klein« Junge kies vor ihr her und spielle Spielzeug hotte er ein« ganz« Menge: Puppen, ein« klein« Fabrik, Lokomotive»... Aber da war noch etwa, besonder» Interessantes— ein Krersel, wie es schien. Man braucht« ihn nur aufzuziehen, so brummte er furchtbar und drehte stch one«in Karussell. Wasska interessiert« da» Spiel so lebhast, daß er beinah« aus dem Gebüsch sprang. Schließlich hielt er aber doch an sich. »Sie ziehen thn ja nicht richtig auf!' dacht« er.»Wenn der Kreisel mit voller Kraft liefe... da würde er stch ganz anders drehen!' Der«ärteikn»st« offenbar«arm geworden: ste»st m foul. den Kreisel richtig aufzuziehen. .Dreh' doch schon, dreh' doch!' mnrmest« Wasska.»Ilreh' doch, du dummes Ding!' Aber die Wärterin entfernte stch mit dem Kind«. Da kletterte auch Wasska au» seinem Versteck, er schlich in den Hof und sah sich um. Bis ins Meinst« mußte man sich auskennen: wo ein Schornstein war. wo die Küche usw. In die Küche guckte er geradezu hinein: ob man keine Arbeit habe? Nein, man brauche ihn nicht..Troll' dich!' hieß es.»Du klaust noch am End«... das sieht man dir am Gesicht an!' Und richtig: st« hatten'» getroffen. Auf dem Rückweg ließ Wafjka das Beil mtt gehen. Am nächsten Tag« legte er stch wieder ins Gebüsch Er liegt da und überlegt, wie er die Sache anpacken soll. Man müht« durchs Fenster einsteigen, denkt er. Ins Speise- zimmer. Wenn das Fenster heut« geschlossen sein soMe, so ist's kein Unglück. Ich wart« eben. Morgen vergessen ste es vielleicht. Allnächtlich schlich Wasska vor da» Fenster, um zu probieren, ob e? nachgeben würde. Schließlich— die Woche war um— gab es nach. Man hatte das Fenster vergessen... Wasjka zog seinen Rock aus, um bequemer arbeiten zu können. Er svrach seinem knurrenden Magen gut zu... und stieg ein! Links, dachte er, steht der Tisch, rechts das Büfett. Das Silber ist im Büfett. Im Zimmer herrschte peinliche Dunkelheit. Obgleich die Nacht eiaentlich hell war: in fremden Räumen ist es immer schwierig, sich auszutennen. Wasska tastet« sich mit den Händen fort: er er- wischte scheinbar das Büfett. Eine Schublade war schnell geöffnet— lauter Kram. Kinderspielzeuz. Teufell Teufel! Tatsächlich: Puppenspielsachen... »O weh!' sagt« Wasska.»Ich bin nicht an der richtigen Stelle «ingestiegen. Ich bin ins Kinderzimmer geraten, soviel ist klar.' Er ließ die Hände sinken. Er wollte in» Nebenzimmer gehen: aber er bekoft, plötzlich Angst. Er hatte die Orientierung verloren. Am Ende kommst du noch zum Doktor selbst, dacht« er, und der Doktor sticht mit der Lanzette zu... Ach. dachte Wasska. ich nehme wenigstens da» Spielzeug mit! Spielsachen kosten auch Geld! � Er begann die Schublad« auszuräumen. Auch der Kreisel, den er neulich im Garten bewunderte, fiel ihm in die Hände. Wasska lächette Der Kiessel, dachte er. von neulich. Gleich nachher ziehe ich ihn aus. Unbedingt ziehe ich«h*«mfi Also hopp!«- gilt! Hast überkam ihn. Und so ließ er irgendetwas auf die viel« fallen, daß m krachte. Und Wasska steht: in dem•««*« bewegt stch der Junge. er richtet stch«ff. Er kommt darfuß aüf Wassta M. Wasska warb außerordentlich verlegen. .Schlaf' doch!' war alle», was« sogen konnte. »Du!' sagte der Jung».»WMst da wähl mein Spielzeug in Frieden lassen!' Teufelsjunge k! dachte Wasska. Sa werben ste mich noch er- wischen. Der Jung« heull plötzlich. Er fängt an zu schreien. -Willst du schlafen, Bengel!' zischt Wasska.»Ich zerdrücke dich wie«ine Laus!' »Laß' meine Spiellachen...' „Irrtum!' sagte Wasska, während er hie Spielsachen m seinen Sack stopfte.»Das find deine Spielsachen gewesen, setzt kannst du sie suchen.. »Was sagst du?' »Suchen sollst du. sage ich!' Wasska warf de« Sack au» dem Fenster und sprang ihm nach. Aber er sprang noch ungeschickt und verletzt« sich an der Brust. Schwerenot. dachte er. So kommt man am End« zur Schwindsucht! Er setzte stch nieder, rieb sich die Brust und schöpft« Atem. Ich muß ja laufen, dachte er. lind er warf den Sack über die Schulter und wollt« Fersengeld geben... als ihm plötzlich der Kreisel t« den Sinn kam. .Halt!' sagte Wasjka..Wo ist der Kreisel? Hab' ich den am End« vergessen?' Er fühtte im Sack: Gott sei Dank, da war er! Wasska zog den Kreisel heraus. Auf einmal spürt« er«in« unbändige Lust, ihn aufzuziehen. Er konnte es gar nicht erwarten. Nun. ich versuch'« und ziehe ihn auf! denkt er. Er zog ihn auf, so weii es nur ging, und ließ tos... Der Kreisel brummt und springt und schaukelt. Wasjka lachte, vor Lachen legte er stch flach ans den Bauch. So geht er also, wenn man ihn richtig aufzieht! dentt er. Der Kreisel war noch nicht abgelaufen, als mau im Haufe Alarm schlug: »Diebe— haltet den vievk' Wasjka sprang auf und wollte lausen-- pardauz! kriegte er eins auf den Kopf. Nicht eben heftig. Die Faust mochte nicht in der Hebung sein. Er stolperte wohl einen Augenblick. Aber er sprang sogleich wieder auf. Es war«in Stock oder«ia Strick! dacht« er. Und rannte, rannte... und deckte mtt der Hand seinen Kopf. Er war wcchl«inen Kilometer gelausen, da fiel e, ihm plötzlich «in:«r hatte den Rock vergessen! Wasska heulte fast vor A erger. An«wem Grabenrand hockte er sich nieder. Teufell denkt er. Teufel noch einmal! Da» fft ja ein schöner Beruf! Der ist schltmmer al» mein erster! Jetzt Hab' ich den letzten Rock verloren. Ich will umsatteln! Ich gehe unter die Wohnung». eäuber! Teufel! Teufell Rasmussens selisamstes Lagderlebnis. Der bokamite dänisch« Polarforscher Knud Rasmussen erzählt in skandinavischen Blättern von einem abenteuerlichen Erlebnis, das er während seiner letzten Reffe nach Grönland gehabt hat.„Es war«in böser Winter gewesen', so schreibt Rasmussen, ,/die Jagd war schlecht, die Borräte waren zu End«. Nun hieß es, auf die Jagd gehen und Beut« nach Hause bringen. Ich entschloß mich, zusammen mtt Quakinak, einem der besten Estimojäger, das Glück zu vorsuchen und einen Iagdausflug zu unternehmen. Tagelang wanderten wir über die unendlich« Eiswüste, ohne irgendein Tier zu treffen. Eines Tages bot sich unseren Augen ein Schauspiel, das uns de« Atem anhatten lleß. Ein großes Eisfeld, das im Glanz des herrlichen Polarlichtes vor uns lag, war mtt einer dichten Masse von Tieren bevölkert. Eisbären und Polarfüchse machten stch an dem Kadaver«ine, Walrosses zu schaffen. Nie habe ich«in« derartige Menge von Eisbären, dieser scheuen Tier«, die man überhaupt selten trifft, an einem Fleck beffammen gesehen. Es waren ihrer vielleicht zwanzig, olles herrliche Exemplare mit prächtigem Fell. Di« Füchte gaben scharf« Laut« von sich, die Bären brummten; all« diese selt- samen Tierlaut« vereinigten stch zu einer eigenartigen Symphonie der Polarlandschaft. Quakinak war außer sich vor Freud«. Einen solchen Tierreichtum hatte er noch nie gesehen. Er war ein einfacher Läger, der jubelte, wenn er ein Stück Wild erlegen konnte. Hier ober stand er vor einer Fülle, mit der er nicht fertig werden tonnte. „Das schickt uns die Göttin des Eismeere», die große Sulefad!' sagte der Eskimo. Inzwischen waren einige der Bären müde geworden, einige stritten sich noch um die Beut«. Nachdem wir eine Zeillang schweigend da» Schauspiel genossen hatten, nahm Quakinak sein Gewehr von der Schulter und legte an. Em Schuß zerriß die kalte, klare Luft, von dem die Tiere aber keine Notiz nahmen, da von Zeit zu Zeit Eisblöcke mit demselben scharfen Knall barsten. Ein Bär taumelte— er war an den Tatzen getroffen. Seine Genossen dachten wahr» scheinlich, er sei von einem der Ihrigen gebissen worden. Die Folge war ein allgemeiner wilder Streit. Noch zwei Schüsse knallten, und noch zwei Bären wälzten sich in ihrem Blut. Quakinak fitsten sich offenbar der Gefahr, der wir ausgesetzt waren, nicht bewußt zu sein, vi« Göttin de» Eismeere» stand uns aber tatsächlich bei. Di« Polarfüchse, deren Zahl sich inzwischen stark vermehrt hatte, die W genügender Masse den Bären außerordenllich gefährlich werden, griffen plötzlich die Eisbären an. Hals über Kopf flüchteten dte mäch- tigen Tiere vor der Meute der heulenden Polarfüchse. Bald ver- schwand die ganze Masse hinter den Eisbergen. Auf der blutze- tränkten Walstatt blieben zwei Bären und viele Füchse, die wir ge- schössen hatte, liegen. Wir hotten Mühe, unsere unerwartet große Beut« auf den Hundeschlitten zu verstauen, und noch größere Schwierigkeiten. tk schweoe Last glücklich nach Hause zu bringen. Don an- gekommen wurde» wir. besonder, aber Quakinak, von seinen Slam» mesgenvssm stürmisch gefriert, lfr fft settdem ein berühmter Mann geworden, ha hm die große Göttin de» Meere» beigestanden hat.' Verspätete Entdeckung. „ Mitgliederschwund bei den Gewerkschaften". Die Deutsche Bergwerts- Zeitung muß wohl einen besonderen Swed verfolgen, wenn sie jetzt mit einem Mitgliederschwund bei mertschaftspreffe foll inzwischen der Mitgliederftand die Zahl von 4 Millionen erheblich überschritten haben." Lassen wir also dem Scharfmacherblatt seinen Mitglieder schmund". Berjammlungen wurden Entschließungen angenommen, in denen die von der Organisationsleitung eingeleiteten Maßnahmen und die gestellten Lohnforderungen in Höhe von 15 Pf. die Stunde gebilligt wurden. Der Berlauf der Versammlungen, in denen viele tausend Gemeindearbeiter zujammengeströmt waren, gab ein Bild äußerster den Gewertschaften aufwartet, trotzdem felbft den geschworenen Einigung in der Werfftein und Marmorgruppe Gefchloffenheit und höchsten Kampfwillens. Feinden der Gewertschaftsbewegung in ber Rebattion diejes Blattes die Tatsache nicht entgangen ist, daß die Gewerkschaften im letzten Jahre durchweg einen erfreulichen Mitglieder zuwachs zu verzeichnen hatten, der in den ersten Monaten dieses Jahres fich noch verstärkt hat. Die folgende Einleitung der Mitgliederschwundgeschichte zeigt, was sie beweisen soll: Wenn man die hochgemuten Worte lieft, die in der Gewertschaftspreffe über die fiegreich vordringende GewerkschaftsIdee zu finden sind, so mutet solches Gebaren doch sonderbar an, wenn man demgegenüber die nüchternen Zahlen des Statistischen Reichsamtes liest, die fast bei sämtlichen Gewerkschaften einen mehr oder weniger erheblichen Mitglieder rüd gang für das Jahr 1926 feststellen. Die Monopolstellung der anerkannten" Gewerkschaften wird jedenfalls durch diesen Rüdgang feineswegs tiefer begründet. Man sollte fich über ihre zahlenmäßige Macht keinen Illufionen hingeben und sie entsprechend der Ge famtzahl der deutschen Arbeiterschaft nicht zu hoch einschätzen." Der„ Mitgliederschwund" tonnte bei einen Bergleich der Zahlen des Jahres 1920 mit denen des Jahres 1925 weit wirksamer" de: monstriert werden, wenn der Bersuch hierzu sich nicht noch lächerlicher erweisen müßte als das jeßige Experiment. Muß doch die ,, Bergwerfs- Zeitung" selber ihren Balfen von dem Mitglieder: schwund ziemlich behauen, indem sie die nachstehende Einschränkung macht: Der Mitgliederrüdgang wird auf die Wirtschaftskrise zurüdgeführt, die den größten Teil des Jahres 1926 anhielt. Erst gegen Ende des Jahres trat eine Erholung in der Mit gliederbewegung ein, die sich im Jahre 1927 fort gesezt hat. Nach nicht kontrollierbaren Mitteilungen der GeTheater, Lichtspiele usw. Sonnab., 21.4. 28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 8 Uhr Sonnab., 21. 4.28 Städtische Oper Bismarckstr. Geschlossene Verst lleng Fidelio Rigoletto Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Im Gendarmenmark! 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Die Gespenster Journalisten SCALA 8 Uhr Nollendor 7360 Das AprilSensations- Programm mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. Sonnabends u. Sonntags te 2 Vorstellungen: 320 u. 8 Uhr 30 zu ermäßigten Preisen das manze Programm. Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8.10 Uhr Coeur Bube. Streit in der Kunststeininduftrie. Der Streit in der Berliner Wertstein- und Marmorgruppe ist gestern durch eine Vereinbarung vor dem Schlichter für Groß- Berlin beigelegt worden. Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 3. April, der von den Arbeitern abgelehnt und mit dem Streit beantwortet wurde, sah eine Lohnerhöhung von sechs Pfennigen ab 1. April eine weitere ab 1. Oftober um zwei Bfennige bis 31. März 1929 vor. In den gestrigen Verhandlungen vor dem Schlichter wurde eine freie Vereinbarung getroffen, die den Schieds spruch dahin abändert, daß ab 1. April neun Pfennige und weitere drei Pfennige bereits ab 1. Juli, insgesamt also zwölf Pfennige Lohnzulage gewährt werden. Geltungsbauer bleibt bis 31. März 1929. Der Streitin der Kunststeingruppe geht weiter, weil hier die Unternehmer fich hartnädig fträuben, den Tarif, vertrag für das Steinmehgewerbe anzuerkennen. Die streifenden Arbeiter dieser Gruppe erwarten von der Bauab die Arbeiter, die mit Kunststeinarbeiten beschäftigt werden, eine arbeiterschaft, daß sie eine scharfe Kontrolle darüber ausübt, von der Organisation gestempelte Arbeitsberechtigungskarte besitzen. Lohnbewegung in den Rheinstädten. Köln, 20. April.( Eigenbericht.) Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hatte am Don nerstag in über 30 Großstädten des rheinisch- westfälischen Industrie gebiets seine Mitglieder zu Versammlungen einberufen, um zur tommenden Lohnbewegung Stellung zu nehmen. Die Versamm lungen hatten überall außergewöhnlich starken Besuch. In allen Lothringer Str. 37. Volksbühne Deutsches Theater Kleines Theater| CASINO- THEATER 8 Uhr Abonnementsbüro Frau Käte läßt Die schwebende Jungfrau heater am Blowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 81 Uhr: Norden 12310 Täglich 814 Uhr: Norden 10338-39, Die rote Der Zigaretten- 8 Uhr, Ende 10%, U. sich verführen Robe kasten Schauspielhaus Grosses Anfang Uhr REGIE: Ende 11 Uhr CHARELL Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr. Trabtisch Kammerspiele Norden 12310 31, U., Ende nach 10 Lustspiel v.H.Sturm Klinder, Kettner, v. Mollendorf Sonnt. 4 U. kl. Preise Tageszeiten der Liebe Residenz- Theater 814 Uhr: Finden Sie, daß Constance sich richtig Fritzi MADAME verhält? Musik. Schwank Delschaft, Pointner, Elbenschütz, GottgePOMPADOUR Die Komödie treu, Vespermann, Komische 8, Uhr Oper 8, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Nachmittag Gewinnauszug Sonntag 3%, Uhr: LetzteVorstellg.zu klein.Preis. mit vollständigem Programm. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. 1. 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April 1928 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 4 Getbiane gu 3000 t. 204914 833994 2 Getpinne gu 2000 Q. 175938 8 Gebinne su 800 14359 231908 288773 316024 28 Gewinnen 500 a 1373 21115 40604 103045 125893 143901 146775 186799 208616 217254 239406 259857 333030 363598 94 Geminne su 200. 9514 11066 15200 21321 25751 28571 33294 59710 74528 82173 88814 108690 110187 115877 122711 129804 140111 146124 148375 150619 163194 168700 169831 173193 174601 196283 199434 200943 212355 221238 228809 235061 237828 258209 270814 276351 293553 298149 316696 324632 326227 328506 348164 364998 365990 369356 374409 218 Geminne u 120. 496 553 630 5207 8748 8825 9879 13802 16797 19087 19364 22634 22636 24189 24399 25865 37144 39956 44046 47236 48078 48626 49489 61713 63982 66559 79246 85684 86396 87341 91601 99929 103625 117565 118689 125498 127723 128688 130594 132985 134425 135510 138955 143260 146239 146915 167590 159532 175094 175393 175623 186999 190673 192888 193119 198277 198547 206586 212372 216679 219840 220310 220768 224486 225651 227661 227729 229909 235225 243549 243582 249991 251860 256693 258646 263179 270616 280370 280847 281437 282363 283698 291368 298164 298897 300082 307601 309514 309852 315001 316514 317552 323812 324265 330137 331290 336965 343074 349037 354195 356202 356331 360303 360760 361768 363472 366904 371808 373413 In ber Nachmittagsalehung wurden Gewinne über 60 M. gezogen 2 Getiuxe ga 50000.5128603 4 Gewinne ja 3000 134436 297755 6 Gewinne au 2000. 85223 94842 151268 6 Gewinne zu 1000 g. 8135 160266 285791 6 Gewinne zu 800 m. 54256 129636 250686 24 Gewinne ju 500 93. 75262 94051 130492 136785 157412 160925 187955 194933 250550 268654 301412 306607 108 Gewinne ju 200 g 174 12441 13365 19243 23624 25353 26614 39743 50165 55917 69464 93788 94210 95156 134198 135622 158112 160111 160872 167030 190828 194090 198310 204836 205621 217073 218243 221570 222109 224662 225176 225517 237568 240878 259298 263196 266498 269844 281025 287621 307517 312237 316370 322168 325382 329541 330727 830859 339110 339397 351432 362971 365502 258 Gewinne 120 9. 1637 4923 8384 10393 10818 12071 14613 14707 17883 24815 29571 30565 32647 38632 46460 49414 49975 52050 58470 58825 66278 67748 68765 70418 71452 73646 74809 81678 81890 82274 83248 88849 89431 90079 92181 92744 95668 100271 1026854 103551 105784 108325 111080 114426 115326 122178 126892 128000 128139 131882 133901 135723 139811 142763 143794 144062 153134 153323 157926 158298 158320 138609 164616 172526 173046 176505 182812 193138 197551 198801 200386 200789 203219 212555 215223 216686 219707 220135 221975 222025 223453 227278 234279 235947 238419 239242 242387 247175 255222 258407 260012 263799 269470 275841 275909 275913 278040 281229 282497 294477 295303 296907 300013 304744 305693 306472 307921 311468 315685 322881 328058 329627 882140 335895 340163 340373 341163 343740 348188 352373 353747 355654 857794 359479 359698 361649 363786 364854 368264 Bismarck 2414/7516 Manning. 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April In dem Streif det Spinnereibetriebe ist eine Berschärfung eingetreten. Mehrere Betriebe haben sich dem Streit angeschlossen, so daß gegenwärtig 40 000 Arbeiter streiten und 20 Fabrifen still liegen. Bandesschlichter Stehle geführten Nachverhandlungen tam zwischen Einigung in der badischen Metallindustrie. In der vor dent den Parteien eine Einigung zustande. Die Spizenlöhne erhöhen sich von 72 auf 77 Pf., die Affordsätze um 4 Proz. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Connabend, 19% Uhr, tagen bie Gruppen: Baumschulenweg: Gruppenheim, Jugendheim, Ernftstr. 16. Unterhaltungsabend. Beranzeige. Bir besichtigen am Sonntag, 22, April 1928, folgende Feuerwehrwachen: Feuerwache Reukölln". Treffen 9% Uhr: Neukölln, Kirchhofftr. 2023. Feuerwehrwache Memel". Treffen 9% Uhr: Berlin D, Memeler Str. 58. Feuerwehrwache Oberberg". Treffen 9% Uhr: Berlin N., Oberberger Str. 24/25. Feuerwehrwache Schillerpart. Treffen 9% Uhr: Berlin N., Edinburger Str. 33. Feuerwehrmache Suarez. Treffen 10% Uhr: Charlottenburg, Suaregstr. 10/11 Zutritt nur mit Teilnehmerkarte. Jugendgruppe bes 3b. Seute, Sonnabenb, findet folgende Beranstaltung ftatt: Werbefeier für die Schulentiaffenen in Reatölin, 19 Uhr, Sugendheim Böhmische Sir. 1-4. Darbietungen: Mujit, Regitationen, Ansprache des Dris gruppennorfigenben Hans Gottfurcht, Lichtbildervortrag. Die Schulentlassenen und thre Eltern find au der Beranstaltung herzlichst eingeladen. Circus Busch Letzter Spielmonat: Mai! Sonnabd., 21. April 8U. Premiere Eine tolle Lircus- Revue Berlin steht Kopp 14 lusilge Bilder L.&. Manege bearb. v. Ad. Steinmann In den Hauptrollen: Anna Müller- Lincke. Olly Stiven Fritz Beckmann Berlin auf dem Wasser! Noch nie gesehene Wasser- Elfchic. Feuer- Fontänen! Vorher: Neuartige Circus- Attraktionen. Billigste Sommerpreise! Pig für einen bis 60 Galerie 1.- gut.Sitzpl} Loge Nachm. 3%, U. halbe Pr. bis 30, 50. 75 PL, 1.- Logs 3 Osterhäschens Einkehr" 16 Circus- Attraktionen! 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