Morgenausgabe Ar. 191 45. Jahrgang A 97 Böchentlich 70 Big. monatlich 3- m im voraus zahlbar. Boftbezug 3,72 einschl Beſtellgeld, Auslandsabonne ment 5.50 m pro Monat * Der Barmarts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bol und Zeit" und Kinderfreund" Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen timme" Technif" Blid in die Bücherwelt und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 22. Apríl 1928 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die et Ripettige Ronpareillezetla 80 Pfennig Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen" das fettge brudte Bort 25 Pfennig( auläffig zwet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Biennig Stellengesuche das erite Bort 15 Brenntg. tedes weitere Wort 10 Bfennig Borte über 15 Buchstaben gablen für wet Worte Arbeitsmarkt Beile 60 Bfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Blennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3. wochentägl von 8, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Borwärts- Verlag G. m. b. H. Boftichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenstr. 3 Wähler und Wählerinnen der Republik! Schicksalsmonat ist in diesem Jahre der Mai! Sein erffer Tag ruff das arbeitende Volk zur großen Kundgebung für Acht-| ffundentag, Weltfrieden und Sozialismus. An seinem driften Sonntag wird der Deutsche Reichstag, weiden viele Landtage neu gewählt. Ueber die Gestaltung der Politik, über die Demokratisierung der Verwaltung fällt die Entscheidung. Die demokratische Republik, euer Werk, hat das Besihprivileg aus der Politik beseitigt; von euch, Wähler und Wählerinnen, geht die politische Macht aus. Die Arbeitenden in Stadt und Land, in den Fabriken und den Kontoren, in den Amtsstuben und den Stätten der Wissenschaft bilden zwei Drittel des deutschen Volkes. Gebraucht, werktätige Massen, eure politische Macht, und ihr werdet zur Befreiung Dom Befihprivileg in der Politik die Befreiung vom Besihprivileg in der Wirtschaft erringen. Schwer hat in den lehten Jahren die Herrschaft der Reaktion auf Deutschland gelaffet! Die Regierung des Bürgerblocks bedeutete den Stillstand in der auswärtigen Politik. Die Deutschnationalen haben sich allerdings den Erfordernissen der auswärtigen Politik untergeordnet, die von der Sozialdemokratie zuerst begonnen, von Wirth und Stresemann mit unferer Billigung fortgeführt wurde, der Politik, die durch Erfüllung zur Befreiung führt. Die Deutschnationalen haben erfüllt, haben die Entwaffnungsgesehe mitbeschlossen, aber die Anwesenheit dieser Militaristen anf Urlaub war eine schwere Belaffung und hemmte jeden außenpolitischen Fortschritt. Die nächste Zukunft schon stellt uns vor dringende Aufgaben. Die Befreiung der Rheinlande von fremder Besatzung ist unaufschiebbar. Die Reparationszahlungen müssen erleichtert und endgültig begrenzt werden. Der Friede muß durch Abrüstung und Schiedsgerichtsbarkeit gesichert, der Völkerbund demokratifiert und zu einem wirksamen Inftrument der Friedenssicherung gemacht, der Krieg als Mittel der Politik geächtet werden. Der siegreiche Vormarsch der Arbeiterklasse allein verbürgt diese Menschheitsziele. Entscheidet, Wähler und Wählerinnen, am 20. Mai gegen Militarismus und Kriegsgefahr, für die Befreiungspolitik und die Friedenssicherung! 1 Herrschaft der Reaktion bedeutet Gefährdung der Sozialpolitik. Stark freilich bleibt in der Demokratie der Einfluß der arbeitenden Massen. Der Sozialdemokratie ist es trotz Bürgerblock gelungen, im Reichstag das Arbeitsgerichtsgeseh, eine, wenn auch ungenügende Verbesserung der Sozialrenten, und vor allem die Arbeitslosenversichert.ng durchzusetzen gegen den erbitterten Widerstand eines Teiles der Regierungsparteien. Aber die Mächte der Sozialreaktion geben das Spiel nicht verloren. Unter Führung der Deutschnationalen richten Schwerindustrie und Großagrarier den Angriff gegen die„ Soziallaffen", gegen die Versicherung der ArbeitsLosen, die sie als Versicherung der Faulen und Arbeitsscheuen" schmähen. Am 20. Mai entscheidet ihr, Wähler und Wählerinnen, über " Fortführung oder Stillstand der Sozialpolitik. Der kommende Reichstag beschließt über das Arbeitszeitgesetz. Die Endschlacht über den Achtstundenfag kündigt sich an. Seiner Erringung galt seit 1890 die internationale Demonftration am 1. Mai. Keine beffere Maifeier in diesem Jahre als der Entschluß, alles daran zu sehen, den 20. Mai durch unermüdliche Organisations- und Werbearbeit zu einem Siegestag der Sozialdemokratie zu gestalten. Das deutsche Arbeitszeitgefeh wird über die Ratifizierung des internationalen Abkommens von Washington entscheiden. Der Achtffundentag in Deutschland macht den Achiffundentag zum internationalen Gesetz. Leber eure Freizeit, über euren Anteil am Arbeitsertrag und damit über euren Anteil an den Gütern der Kultur entscheidet ihr, Wähler und Wählerinnen, am 20. Mai. Mindestens 800 000 Wohnungen fehlen in Deutschland, enfsetzliches Wohnungselend herrscht in vielen Bezirken, Ausgestaltung des Mieterschutzes, Schaffung eines ausreichenden Rechtes auf Wohnung sind unabweisbare | Forderungen der Sozialdemokratie. Zu ihrer Erfüllung bedarf es der Zurückdrängung des Einflusses der Hausherren in den bürgerlichen Parteien. Steigerung der Lohnsteuer, rücksichtslose Ausschöpfung der Massenbelastung, Schonung des Besizes, das war die Finanzpolifik des Bürgerblockes, Drosselung der Gefrierfleischeinfuhr, Zollerhöhung für Kartoffeln und andere Nahrungsmittel, ungenügende Handelsverträge seine Wirischaftspolitik. Wollt ihr, Wähler und Wählerinnen, eine gerechte Steuerpolitik, eine Handelspolitik, die der deutschen Industrie neuen Abfah eröffnet und die Arbeitslosigkeit einschränkt, so entscheidet für die Sozialdemokratie! Wollt ihr eine sparsame Finanzpolitik, die neue Rüftungsausgaben vermeidet, wollt ihr die Beseitigung eines überlebten und kostspieligen Partikularismus, dann gebfeure Stimme der Sozialdemokratie! Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung ist ein wichtiges Interesse der Arbeiterschaft. Hebung der bäuerlichen Kaufkraft schafft vermehrten Absatz der industriellen Produkte und vermehrte Beschäftigung. Unzulänglich und ideenlos ist das Notprogramm der deutschnationalen Regierung. Neue Wege für flabile Preise der Agrarprodukte, für den direkten Verkehr zwischen den ländlichen Erzeugern und den organisierten Abnehmern der Städte, für die Hebung der Agrarproduktion und für die Befferung der Lage des Landvolkes weist des Agrarprogramm der Sozialdemokratie. Ein unwürd ges Spiel haben die Parteien des Rechisblockes mit dem hohen Volksguf der Schule getrieben. Wir profeffieren gegen die 3erveißung der Gewerkschaften durch künstliche Schürung der religiösen Gegenfäße. Gleiche Lage, gleiche Interessen verbinden alle Arbeiter aller Weltanschauungen! Hebung der Volksbildung, Aufstieg der Begabten aus den Reihen der Arbeiterschaft, Brechung des Bildungsprivilegs der Besitzenden, das sind die Kulturforderungen der Sozialdemokratie! In schwerster Zeit hat die Sozialdemokratie die Verantwortung im Reiche gefragen. Aus dem Zusammenbruch hat sie dem deutschen Volke den Weg zum Wiederaufstieg gewiesen. Aus den Trümmern des Kaiserreiches hat sie die Republik geschaffen. Allen Männern und Frauen gab sie gleiche politische Rechte. Aus Preußen, der reaktionären Feste des Dreiflaffenwahlrechtes, schuf sie den Hort der Republik. An der Umficht und Energie der preußischen Regierung scheiterten die gefährlichsten Angriffe der Reaktion und die Wahnsinnsstreiche der Linkspufschisten. Die Demokratisierung der Verwaltung schreitet trotz aller Widerstände, froß aller 3aghaftigkeit der bürgerlichen Parteien fort. Eine Machiposition nach der anderen wird den Junkern entrissen. Gedenkt, Wähler und Wählerinnen, am 20. Mai des Werkes von Braun und Severing. Erringt euch in den Ländern neue Macht! Das große Aufbauwerk des Sozialismus kann nur vollendet werden von einer einigen, geschlossenen Arbeiterpartei. Die Kommunisten haben die Arbeiterbewegung gespalten, haben ihre Zerstörungsarbeit während der schwersten Kämpfe in die Gewerkschaften und Genossenschaften getragen. Der Kommunismus bedeutet Schwächung und Desorganisation. Nicht Zersplitferung kann der Arbeiterschaft helfen, sondern nur Gammlung unter der Fahne der großen Partei der Sozialdemokratie. Wählt sozialdemokratisch und ihr verwirklicht die politische Einheit der Arbeiterbewegung! Die demokratische Republik gibt euch, den arbeitenden Massen, die Möglichkeit der Machterringung. Gegen die Demokratie heißt deshalb die Losung des reaktionären Bürgerfums. Mehrung der Macht des Reichspräsidenten, Aushöhlung des Etatsrechtes der Parlamente in Reich, Ländern und Gemeinden fordern die Devischnationalen als Vorkämpfer der Reaktion. Von den Gegnern muß man lernen. Schuß der Republik, Durchsetzung der vollen Demokratie und durch die Demokratie Verwirklichung des Sozialismus, das ist das Endziel unseres Kampfes. Deshalb, Wähler und Wählerinnen, auf zum Wahlkampf! Auf, Sozialisten, zur Feier des 1. Mai, zum großen Auftakt der kommenden Entscheidung! Für die Befreiung der Arbeiterklaffe, für Wettfrieden und Sozialismus! Stimmt am 20. Mai für die Sozialdemokratie! Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Krieg den Städten! Die deutfchnationale Parole. „Die Wendung, die wir wollen, die Wendung der deutschen Politik vom Asphalt zur Schale wird nur kommen, wenn Landvolk und Deutschneu tmole zu» sannnenhalten wie Pech und Schwefel."(Referenten nwterial der Deutschnatianalen Volkspartei.) „Unser Volt gedeiht nicht auf dem Asphall der Me- tropoien. in denen alle Heimatlosen und seelisch Eni' wurzelten zusammenströmen. Unser geistger Sjchwerpunkt liegt nicht, wie bei jenen, in der Stadt, sondern auf dem Lande."(„Pommersche Tagespost" vom 20. Aipril.) Diese Sätze mit den Schlagworten aus der agrarischen Propaganda der Vorkriegszeit kennzeichnen die Rück- zugsliniederDeutschnationalen. S5e haben sich einst Volkspartei genannt, weil sie städtische und ländliche Bevölkerung im Zeichen des Monarchismus und der„natio- nalen Opposition" zusammenfassen wollten. Sie haben der städtischen Bevölkerung Versprechungen gemacht— und sie haben sie gebrochen, sobald sie in der Reichsregierung saßen. Lnflationsgeschädigte. Sparer. Kleinrentner. Liquidations- geschädigte, Kriegsopfer. Beamte— er gibt kaum eine Kate- gorie der städtischen Bevölkerung mehr, die sie nicht betrogen hätten. Das Bekenntnis zur Monarchie st dahin, an die Stelle der„nationalen Opposition" ist die Teilnahme an der Er- füllungspolitik getreten, nun kehren die Deutschnationalen auf das Land zurück, um einseitige großagrarische Interessenten- Politik zu treiben. Für die städtische Bevölkerung, deren Stimmen sie einst umschmeichelten, haben sie nur noch eine Beschimpfung übrig: „Das ist ihr Volk: ein mit Schlagworten groß gefüttertes Pro- letariat der Großstädte, das nur willg reagiert, wenn die Bonzen es für opportun halten, feine niedersten Instinkte aufzuwühlen, um zum Vorteil des egoistischen Parteiinteresses einmal wieder„die kochende Volksseele" zu demonstrieren." Dies„mit Schlagworten großgefütterte Proletariat der Großstädte", die„Heimatlosen und seelisch Entwurzelten", die städtische Bevölkerung, die sie enttäuscht und betrogen haben, soll jene Kaste anerkennen, die heute wieder den Kurs der Deutschnationalen Partei bestimmt, wie sie einst den Kurs der Konservativen Partei bestimmte. * . Bereicherung der Großagrarier auf Kosten des deutschen Volkes— das ist Sinn und Inhalt der deutschnationalen Wahlparolen. Wendung der deutschen Politik zur Scholle— das bedeutet im Munde der Deutschnationalen nicht Agrar- reform. Siedlung, nicht Hebung der Kaufkraft der bäuerlichen Bevölkerung im Rahmen der Hebung der Kaufkraft des ganzen Volkes, sondern Senkung der Kaufkraft der arbeiten- den Massen, damit die Kaufkraft einer zahlenmäßig kleinen Klasse von Großbesitzern gehoben werde, damit ihre sozial libermächtige Stellung auf dem Lande gestärkt und eine wirk- liche Agrarreform oerhindert werde. Diesem Ziel gilt die Forderung. Deutschland durch Hochschutzzollmauern vollständig vom Ausland abzuschließen und künstlich den Zustand wieder herbeizuführen, den Deutschland im Kriege durch die Blockade erduldet hat. Der Abschluß Deutschlands von der Weltwirtschaft, den sie fordern, würde seine politischen .Konsequenzen haben: er würde Deutschland nicht nur wirt- schaftlich, sondern auch geistig und politisch isolieren, er würde d5 Bremse gegen die Verständigung der Völker wirken. Um des Klassenegoismus der landwirtschaftlichen Groß- öesitzer willen soll das deutsche Volk hungern, soll die Bcr- ständigung der Völker aufgehalten werden. Der großagrarische Klassenegoismus maskiert sich als Volksgemeinschaft auf dem Lande. Unter dem Rufe:.Land- voll in Not" soll eine Front der landwirtschaftlichen gegen die städtische Bevölkerung gebildet werden. Die neue Har- monielehre der Großagrarier lautet: Die Interessen von Besitzern und Arbeitern sind eines! Die deutschnationale Agitation auf dem Lande bemüht sich, die landwirtschaftliche Arbeiterschaft gegen die Jndustriearbeiterschaft aufzuhetzen: „Halt mit Löhnen und Preisen in der Industrie, bis die Landwirtschaft mit Löhnen und Preisen nachgekommen ist— das muß des Landvolkes Parole sein."(Referentenmateriol der Deutschnationalen Volkspartei.) D«r städtische Arbeiter verdient zu viel, deshalb verdient der Landarbeiter zu wenig— das ist die Logik der deutschnationalen Wahlpropaganda, mit der sie die Arbeiterfront sprengen wollen! Niemals ist die Stimme der sozialen Reaktion brutaler laut geworden als in dieser Hetze gegen die kümmerliche Entlohnung der industriellen Arbeiter- schast! Um die Löhne in der Stadt zu drücken, sollen Land- arbeiter und Großagrarier„zusammenhalten wie Pech und Schwefel"— damit die Großagrarier die Landarbeiter weiter in ihrer elenden unterdrückten Lage halten können. * Die Deutschkiationalen wollen eine Kluft zwischen der Stadt und dem Lande aufreißen. Die Antwort dagegen muß heißen: Einheitsfront der Volksmassen in Stadt und Land gegen die Partei des Großgrundbesitzes! Einheitsfront aller gegen die Deutschnationalen, die durch die großagrarische Preisdiktatur und die künstliche Blockade durch Hochschutzzölle in ihrer Lebenshaltung auf das schwerste bedroht werden. Die Aufklärung der städtischen Bevölkerung über ihr wahres Wesen und ihre Absichten besorgen die Deutschnatio- nalen selbst gründlich genug. Sie wird ihnen die Antwort geben! Der Abgeordnete Dr. Gildemeister ist gestern m Bad Eilsen an den orolgen einer Grippe gestorben. Dr. Gildemeister war Mitglied der Reichstagsstaktion der Deutschen Volkspartei und stand für die kommenden Wahlen an der Spitze der Kandidatenliste des 14. Wahlkreises(Weser-Ems). Er hat ein Alter von 82 Iahren erreicht. Die schwere Wirtschaftskrise in vSnIsch-Nord'chle»wig hat zu 'einer„Sammlungsbewegung" geführt, die eine gewisse Selbstregie- cung dieses Gebiets von 166 000 Einwohnern, daoon 40 000 Deutschen und gründliche Etoatshils« fordert. Leon Blum im Wahlkampf. Redefreiheit gegen die Kommunisten errungen. V. Stck. Paris. 21. April.(Eigenbericht.) In einer Schulaula des 20. Bezirks im äußersten Osten stehen, Kopf an Kopf gedrängt, erwa tausend Menschen. Es rst der frühere Wahlkreis von Edouard V a i l l a n t, dem greisen Revolutions- kämpfer, den er seit der Kommune von 1871 bis zu seinem Tode im Weltkrieg innehatte. Die ZuHöver sind fast ausschließlich Pro- lc tarier. Di« Versammlung ist soeben eröffnet worden, es herrscht ein unbeschreiblicher Radau. Der Vorsitzende,«in sozia- listischer Stadtverordneter, übertönt aber den Lärm mit seiner kräftigen Stimme und ruft aus:„Wir wissen, daß heut« ein« Bande Rowdys, die sich Kommunisten nemren, diese Versammlung ober- mals sprengen wollen. Wir aber sind entschlossen, uns nicht stören zu lassen. Wenn es sein muß, werden wir uns Ruhe zu verschaffen wissen und die Krakeeler an die frische Luft setzen!" Stürmischer Beifall der Mehrheit und Gejohle der Minderheit. Aus die Kommunisten macht diese Sprache sichtbaren Eindruck. Noch vor acht Tagen störten sie all« Versammlungen in diesem Bezirk, so daß unsere Genossen bereits erwogen hatten, die Propaganda für Leon Blum, ihren Kandidaten, auf Wahlplokate und Flugblätter zu beschränken, um Blum, den Führer der Partei, nicht länger den Beschimpfungen derartiger Strolche auszusetzen.— Beschimpfungen, unter denen die Worte„Lügner",„Halunke",„Zuhälter" noch lange nicht die schlimmsten waren. Aber Blum be- stand darauf, den Kampf in den Versammlungen aufzunehmen, und mit jedem neuen Tag gelang es ihm mehr, die Gegner zurückzu- drängen, sich auch bei ihnen Gehör zu verschaffen, ja sogar«inen Teil von ihnen zu betehren. Wie war dieser Umschwung mög- lich? Einmal durch die Entschlossenheit der Bezirksleitung und der Parteigenossen, wofür die soeben erwähnten einleitenden Worte des Versammlungsleiters Zeugnis ablegen, aber auch und vor allem durch die großartig« Beredsamkeit Leon Blums. Als er auf dem Podium erschien, gab es noch helllosen Krach, Pfeifen, Schmähungen flogen durch die Luft, übertönt allerdings durch heftigen Applaus. Blum begann mit seiner verhältnismäßig schwachen, etwas melancholisch klingenden Stimm«, an die man sich allerdings schnell gewöhnt Und die dann geradezu besonderen Reiz hat. „Was wir von euch verlangen." so sprach er. �das ist nicht bloß das Bekenntnis eines einzigen Tages durch die Abgabe eines sozia- listischen Stimmzettels. Die Wahl ist für ims mir«ine Etappe in unserem Kampf« für die Befreiung der Arbeiterklasse. Wir wollen euch dann auch für unsere Organisation gewinnen, für unsere politischen, gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Verbände, auf denen die Kraft der Arbeiterbewegung hauptsächlich beruht. Aber wir bekennen uns auch zur parlamentarischen Arbeit(höhnische Zwischenrufe), und auch ihr Kommunisten seid eine parlamen- t a r i s ch« Partei, sonst wäret ihr ja Anarchisten und würdet Wahl- kandidoten nicht aufstellen!"(Lebhafter Beifall.) Und in dieser F»rm der direkten Anrede an seine' Widersacher geht es weiter, der Widerspruch wird immer seltener, der Applaus immer stärker, obwohl der Redner die Kommunisten nicht schont. Zunächst kritisiert er aber scharf die Finanzpolitik der Re- gierung Pvincare. diedieoorlSuflgeStabilisierungdes Franken nur um den Preis einer schweren Wirt- schaftskrise erreichen konnte und dabei die hohen Vermögen schonte, angeblich um ihrer Flucht ins Ausland vorzubeugen. Rufe: „Amnestie!" werden laut. Blum erinnert an bh Bemühungen der sozialistischen Fraktion zugunsten der politischen Gefangenen und an seine Rede kurz vor der Auflösung des Parlaments für die Immunität der kommunistischen Abgeordneten, ein« Rede, die beinahe zur Sprengung der Regierung geführt hätte, weil H e r r i o t unter ihrem Eindruck zunächst für den sozialistischen Vorschlag stimmen wollte und sich erst durch Pvincares Drohung mit einer Regierungskrise und einer Währungskotastrophe davon abhalten ließ. Reue Zwischenrufe:.„Kartell der Linken!". Blum packt den Stier bei den Hörnern:„Jawohl, wir haben das Kartell vor vier Jahren gemacht, dafür übernehm« ich die voll« Der- «ntwortung, obwohl ich persönlich in Paris dagegen war und von meinen Genossen überstimmt wurde. Aber ich habe mich gefügt und erkläre rund heraus: Wäre ich heute vor die gleiche Situation gestellt wie 1924, ich würde genau so handeln wie damals, denn damals galt es der verhängnisvollen Außenpolitik des Nationalen Blocks«in Ende zu machen und die deutsch-sranzösische Annäherung anzubahnen. Das ist durch die Linksmehrhett erreicht worden und wir sind stolz darauf. Heute ist der außenpolitische Umschwung nicht mehr rückgängig zu machen, selbst Pvincare mußte die Dahn Briands beschreiten. Dieses Ergebnis allein recht- fertigt unsere Taktik von 1924. Wir haben das damalige Opfer nicht zu bereuen, denn wir haben es als internationale Sozialisten gebracht und für eine Sache, die uns fast noch höher steht als der Soziallsmus: für die Sache des Friedens!" Der Beifall wächst immer mehr, die Zwischenruser sind verstummt. Jetzt spricht Blum von der faschistischen Gefahr, von der Rot- wendigkeit, ihr in allen Ländern einen sozialistischen Damm cnt- gegenzustellen. In packenden Sätzen entwickett er den Gedanken, daß die diktatorischen Regierungen zum Kriege schreiten müssen, auch wenn die Diktatoren ursprünglich nicht wollten. Er erinnert an Napoleon und an seinen Neffen, die beide mit dem Zusammen- bruch Frankreichs geendet haben. Ich steh« inmitten einer Gruppe von Kommunisten. Einer flüstert wider Willen begeistert seinem Nachbar zu:„Ein Mordskerl ist er doch!"„Ja," sagt der andere ungehalten,„schön spricht er schon, aber ein Halunke ist er trotz- dem." Schließlich lebt ein Zwischenruser auf:„E i n h e i t s- front!" Blum nimmt den Zuruf auf:.Ihr wißt nur zu genau. warum wir keine Einheikssronk mit euch annehmen können. Unsere Partei, die einen Teil der sozialistischen Internationale bildet, hat nicht das Recht, auf«ine Einheitsstont «inzugehen, die nur von den zentralen Instanzen der Internationale beschlossen werden kann. Und sie wird nicht beschlossen werden, solange fundamentale Gegensätze zwischen Sozialisten und Kommunisten bestehen, solange insbesondere in Rußland ein Teil der Arbeiterklasse in den Gefängnissen schmachtet!" Als ein Unentwegter hier nochmals„Einheitsfront" rust. werden wütende Protestrufe laut, aber Blum beschwichtigt seine Genossen:„Einheitsfront? Ja, sie ist schon da. Ihr erlebt sie in diesem Bezirk tagaus, tagein, diese schamlose Einheitsfront gegen den sozialistischen Kandidaten, die Einheikssronk der Reaktionäre und der Kommunisten gegen mich, gegen den Mann, den sie am meisten hassen!" Der Beifall wächst zum Orkan: ,Es gibt Augenblicke", fährt Blum fort. „wo mich der Ekel überkommt, z. B. wem ich höre, wie die nationalistischen Diskussionsredner den Beifall.von Kom- munisten ernten, wenn sie gegen mich Schmähungen ausstoßen. Aber dann tröste ich mich, indem ich an das Wort I a u r e s denke:„Wenn ich die Dienste, die ich der Arbeiterklasse geleistet habe, an dem Haß inessen wollte, den meine Feind« gegen mich hegen, dam würde ich wohl die Sünde des Hochmuts begehen." Wie Orpheus in dsr UMerwelt die Raubtiere durch die magische Kraft seiner Musik bändigt, so hat Blum in einer Stund« Wunder vollbracht, durch die Kunst seiner Rede die Kommmisten zu ent- wasfnen Aber er ist am End« seiner physischen Kräfte. Seine letzten Worte sind von hinreißender Gewalt:„Als ich 1919 von den Ge- Nossen dieses Bezirks aufgestellt wurde— es war ein Jahr vor der Spaltung—, da kannte mich fast keiner, man wußte nur pon meiner langjährigen Fremdschaft mit Jaures und von meinen Bemühun- gen, die Pacteikrise der Nachkriegszeit im Sinne der Einigung zu schlichten. Ich Hab« seitdem meine ganze Kraft in den Dienst des Sozialismus gestellt. Ich bin der otte geblieben, derselbe, den damals die noch vereinigte Partei zu ihrem Kandidaten wählte. Ich weiß es, ich fühle es, und ich habe sogar einen Beweis dafür: Dieser Beweis liegt in der treuen Kameradschaft meiner Parteifreunde in diesem Bezirk, die mir in diesem furchtbaren Wahlkampf von der ersten Stunde an zur Seite gestanden haben, die mich in jede Vsr- sammlung begleiten und die den entfesselten Leidenschasten die Stirn bieten. Ich sage Euch allen, die Ihr hier seid: Wem man solche Fremde zählt, wem man solche Treue täglich wahrnehmen kann, so ist das ein Beweis dafür, daß man sie oerdient hat!" Nach diesen Worten, mit echtestem Pathos ms letzter Lungen- kraft tti eine atemlos horchende tausendköpfige Versammlung geschleudert, verließ Genosse Blum das Podium. Ich sah Arbeiter, junge und alle, sich die feuchten Augen und Wangen trocknen. Kein feindlicher Zuruf mehr, sondern brausender Applaus, in den sich begeisterte Ruf« mengen:„Vive LI um! Vivc 1c Parti 1" (Hoch die Partei!). Und als nach einer belanglosen Diskussion der Saal sich langsam leerte, da habe ich die Zuversicht jener Genossen begriffen, die mir gesagt hatten:„Vor vierzehn Tagen noch hielten wir das Mandat für Blum für verloren. Jetzt, wo es uns gelungen ist, ihm Redefreiheit zu verschasfen, da wissen wir. daß er siegen wird!" 612 Deputierte. Paris, 21. April. Nach amtlicher Statistik sind 612 Kammersitze zu vergeben. Durch die Rückkehr zum Einerrvahlsystem ist die Zahl der Abgeord- neten um 28, von 584 auf 612 erhöht. Die 584 Sitz« waren auf die Parteien wie folgt verteilt Aeußerste Rechte 11, Rechtsrepubll- kaner, darunter die Gruppen Marin und Maginot 128. Linksrepu- blikaner 85, radikale Linke(Loucheur) 48, Radikale 135, Sozial-� republitmer 48, S o z i a l i st e n 102, Kommunisten 27. Wie in den Tagen Helffert'chs! Oevtschaationale Hetze gegen die Verständigungspolitik. In der Reichsregierung haben die Deutschnationalen dem Kurs der auf Verständigung abzielenden deutschen Außen- Politik zugestimmt. Sie haben den Locarno-Vertrag, den Eintritt in den Völkerbund gebilligt. Ihre Wahlagitation im Lande setzt gleichwohl die Hetze gegen die Erfüllungs- Politik fort. Man liest im deutschnationalen Referenten- material: „2)ie Schuld der Linken(Zentrum, Demokraten und Sozialdemokraten) ist nicht, daß sie Fehler gemacht hat— die sind rechts auch gemacht— sondern daß sie Arbeit leistete für unsere Feinde. Der Locarno-Vertrag war ein Fehler. Trotz dieses L o c a r n o- Betruges im Westen»erlangt die Linke, daß wir jetzt in einem Ostlocarno auch noch den Raub Polens anerkennen. Einen Krieg zur Befreiung des Vaterlandes will die Linke allerdings nicht, aber einem Krieg zum Heile unserer Feinde be- reitet sie den Weg. Wir wollen die Linke wegen ihres Unglück- seligen Weges nicht beschimpfen. Ein furchtbares Schicksal hat sie dazu bestimmt, ein Volk allmählich zu feigen Lumpen zu machen und Dienst zu tun für unsere Feinde. Wer links stimmt, stimmt für Frankreich und Polen. Wer deutschnattonal stimmt, stimmt deutsch." Wie in den Zeiten des Erzberger- und Rathenau-Mordes! Eine solche Partei der naiionalistischen Hetze und der Doppel- zsingigkeit ist die schwerste Gefährdung der außenpolitischen Interessen Deutschlands. Eingeschränkter Kriegsverzicht. Oer französische Entwurf. Amtlich wird die deutsche Uebersetzung des französischen Entwurfs eines groß- und später allstaatlichen Kriegsverzichtsvertrages veröffentlicht. Sein Hauptunterschied gegen den n o r d- amerikanischen Vorschlag besteht darin, daß er das Recht auf „rechtmäßige Verteidigung" vorbehöll, so wie b e- stehende Verträge es festlegen, besonders wenn solche Ver- träge die Verletzung ihrer Bestimmungen einem feindlichen Akt gleichstellen. Auch wird auf den Krieg als polllisches Werkzeug solcher Handlungen nicht verzichtet, zu denen man sich ohne' sich dazu durch die Anwendung eines Vertrages wie der Völkerbundssatzung oder irgendeines anderen beim Völkerbund eingetragenen Vertrages veranlaßt gesehen hat. Ferner soll der Kriegsverzichtpakt in keiner Weife die Rechte und Pflichten beeinträchtigen, die sich für die Vertragschließenden aus früheren internationalen Uebereinkommen, an denen sie beteiligt sind, ergeben. Diese Bedingtheiten des Kr�egsverzichts werden, so wird aus Nordamerika, dem Lande des Nikaraguakriegs. gedrahtet, sehr um- freundlich aufgenommen: man lehnt es ab, darauf einzugehen. Frankreich, das seinen Vorschlag in London, Washington, Berlin, Rom und Tokio hat überreichen lassen, ist zur Diskussion darüber bereit. Auf Antrag der Sozialdemokratie finden die Reichstags- und Landtagswahlen in Varmeu nach Geschlechtern getrennt statt. Freie Gozialistische Hochschule. 1909 Geschichte eines Bündnisses. Hendrit de Man spricht. Am Sonnabend sprach im Saale des Preußischen Staatsrats der belgische Genosse Hendrit de man, der bekannte Verfasser des in der sozialistischen Bewegung vielumstrittenen Buches Bur Psychologie das Sozialismus", über das Thema„ Die Kultur. mission des Sozialismus". Er ging von der Feststellung aus, daß die sozialistische Be wegung, wenn sie den gesamten Lebensprozeß der Gesellschaft umwälzen wolle, nicht allein politische und wirtschaftliche Forderun gen und Aufgaben durchführen, sondern notwendig auch eine Kulturmission erfüllen müsse. Denn ein Problem einer fozialen Lebensumgestaltung sei immer auch das Problem einer Umgestaltung der Kultur als Ergebnis des gesellschaftlichen Gestaltungswillens. Diese Aufgabe sei nicht zu lösen durch bloße Angliederung eines neuen Bewegungszweiges, einer Kulturabteilung, an den politisch- ökonomischen Stamm der Arbeiterbewegung, sondern der direkte materielle Klassentompf müsse die Kulturmission des Sozialismus in feinem Verlauf erfüllen, und sein Ge staltungstreis müsse durch die ihm innewohnenden Kulturaufgaben erweitert werden. Gliedert sich die Arbeiterbeweung nur einen neuen, den Kulturaufgaben gewidmeten Organisaionskreis an, so tommt sie mur zur Erfüllung der allerdings sehr wichtigen Teilaufgabe der Ge= staltung der Freizeit des Arbeiters, während der größte Teil der Lebenszeit des Arbeiters nicht ihm, sondern den wirtschaftlich über ihn herrschenden Kapitalsmächten zur freien Verfügung steht. Beschränkte sich die Arbeiterbewegung nur auf die kulturelle Gestaltung des immer noch nur so fleinen Teiles des Arbeiterlebens, der in der Freizeit liegt, so verzichtete sie damit auf die Umgeftaltung des heutigen, auf tapitalistischer Ausbeutung beruhenden gesellschaftlichen Lebens. Heute, wo dem Arbeiter zur freien Geftaltung mur die Freizeit zur Verfügung steht, sind die besonderen Rulturorganisationen, wie in Deutschland der Sozialistische Kulturbund" zwar notwendig, aber nicht ausreichend. " Aber die sozialistische Bewegung hat die Arbeit zur umfassenden Lösung der ihr gestellten Aufgabe auf dem Gebiete der Kultur nicht vernachlässigt. Das beweist die Geschichte der Arbeiter. bewegung. Einerseits hat sie der Arbeiterschaft durch Erfämpfung der politischen Freiheit, der Demokratie, der Arbeiter. schutzgesetze, des Betriebsrätegesezes usw. die Anfäge zur selbständigen Bestimmung über die anderen Teilgebiete ihres Lebens, die Politik und Wirtschaft erkämpft. Andererseits hat sie aber durch Verkürzung der Arbeitszeit, durch Sozialversicherung, die den Arbeiter aus dem Zustand des vollfommen den Schwankungen der Wirtschaft preisgegebenen Paupers emporhob, erst die materiellen Borauslegungen für jegliche selbständige und eigenwillige Lebensgestaltung geschaffen und damit einen wichtigen Teil der Kulturaufgaben des Sozialismus der Lösung nähergebracht und ihre Lösung erst ermöglicht. Aber diese materiellen Erfolge befriedigen nur die zwar wich tigen, aber nicht allein ausschlaggebenden materiellen Bedürfnisse, das heißt die Klassenforderungen der Arbeiterschaft auf wirtschaftliche Befferstellung und politische Machteroberung und Selbstbestimmung. Die Befriedigung dieser Bedürfnisse ist zwar wiederum notmendig, aber nicht ausreichend für eine Ablösung des Kapitalismus durch eine wirklich neue Gesellschaftsordnung, die nicht nur di Staffenforderungen der Arbeiterschaft, sondern die Bestrebungen alles der Menschen erfüllt, die eine Kulturentwicklung der Menschheit in der Richtung zu ihrem Lebensziel machen, daß die Kultur ihre thr innewohnenden und von ihr ausgesprochenen sittlichen Ideale im Leben erfüllt, wie dies die verfallende und innerlich unwahrhaftige Kultur des Bürgertums nicht mehr tut. Durch die bloße Befriedigung der materiellen Kaffenforderun gen der Arbeiterflaffe, entsprungen aus dem durchaus berechtigten „ Neide der Besiglosen", werde aber nur ein Kapitalismus mit umgefehrten Vorzeichen geschaffen, und trotz aller Verschärfung der Klaffengegensäge schreitet die tulturelle Berbürger lichung des Proletariats fort, wenn das Proletariat mit allen seinen Kulturbestrebungen sich mur Anteil am überkommenen Kulturgut des Bürgertums verschaffe. Bu einer wirtlichen Neugestaltung des gesamten gesellschaft lichen Lebens und dadurch bedingten Kulturneuschöpfung sei noch eine zweite Art von Forderungen nötig, die nicht ursächlich aus dem geschichtlichen Ablauf der Menschheitsgeschide entstehen tönnen, sondern die vom menschlichen Willen bewußt als Biel, als Sinn des Lebens, als sittliches Ideal gesezt werden müssen, die aber als Antriebe von Anfang der Menschengeschichte her in den Menschen vorhanden gewesen sein müssen. Die Ideale der Freiheit, Gerechtigkeit, Bersönlichkeitsent. faltung. Ohne einen Lebensfinn, ohne Wertungen sei neue Kultur nicht zu schaffen, und nur durch die Betonung und Erfüllung ethisch aufgestellter Forderungen könne der Sozialismus fähig fein, feine Kulturmission durchzuführen. Die Ausführungen des Referenten fanden starken Beifall. Der Sieg der Südarmee. Feng unterordnet sich Zschangfaischet. Schanghai, 21. April. Die Nationalisten haben bei der Einnahme von Tsining in der Provinz Schantung 1000 Gefangene gemacht und 2000 Gewehre fomie 11 Maschinengewehre erbeutet. Fengjuhsiang hat es für notwendig erklärt, ein einheitliches Kommando zu schaffen, und sich deshalb unter den Befehl von Tschiangtais chet gestellt. Flucht Tschangtfolins? Kowno, 21. April.( TU.) Ueber Rußland wird gemeldet: Die Lage auf der Front der Nordtruppen ist recht schwierig. Nach amtlichen Angaben ist die neunte Mufdener Division nach der Front verladen worden. Sie weigerte sich, abzuziehen und verlangte die Auszahlung der Löhne für die legten fünf Monate. Tschangtjolin räumt insgeheim Beting. Aus den Schlössern werden die Wertgegenstände nach Mutden abtransportiert. Der Donprozeß in Moskau. Amnestie Verbot Amnestie RFEL In treuem Bunde fordern fieRot Front und Kendell- Amnestie. Verbor Ammi Jedoch Grzesinski tritt dazwischen, Rot Front fann hinter ihm entwischen. Verbot Amnestie Keudell zückt tückisch das Verbot: Rot- Front ift plötzlich arg bedroht. Handlander Reaktion!! Amnestig Anvestie Nun wird der Retter angebellt; Der Bund ist wieder hergestellt! Reichswehr und Roßbach. Sun metteren Beric Die Generalsausfagen im Stettiner Prozeß. Steffin, 21. April 3m weiteren Verlauf des heutigen Prozesses erklärte General Höfer: Ob und welche Beziehungen zwischen Reichswehr und der Organisation Roßbach 1920 bestanden haben, ist mir nicht bekannt, da ich als Reichswehr befehlshaber auf höhere Weisung an der geheimen Selbstschußorganisation nicht beteiligt war, damit ich der Entente und ihren Schnüffelorganisationen gegenüber freie Hand behielt. Im Früh jahr 1921 waren die Roßbacher meines Erachtens eine regierungsfeitig anerkannte Freiwilligenformation, die vor übergehend zum Militärdienst zweds Heimatschutzes herangezogen wurde. Auf die Frage des Vorsitzenden, was wohl im Jahre 1920 mit Verrätern von Waffenlagern zu geschehen hatte, erwiderte der General, daß das davon abbinge, ob ein bestimmtes Verhältnis zwischen der Organisation Roßbach und den staatlichen Einrichtungen bestand und ob die Organisation den Auftrag hatte, die Ueberwachung der Waffen durchzuführen. Hatten Sie den Auftrag, dann war es Ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ihn auch durchzuführen. Den Mannschaften muß auf jeden Fall zugute gehalten werden, daß sie sich immerhin als Soldaten fühlten und auch als solche handelten. Auf den weiteren Hinmeis des Vorsitzenden, daß gestern von 200 Tötungen von Berräfern in Oberschlesien gesprochen worden sei, schilderte General Höfer sehr eingehend die Entwicklung der Lage in Oberschlefien, den glänzenden Aufbau der polnischen Kampforganisationen, die von den Polen in den Aufständen begangenen Scheußlichkeiten und die Blutopfer der Deutschen. Es war reine Notwehr zum Schuße von Haus und Hof, von Weib und Kind. Alles mußte aus der Erde gestampft werden, denn wir hatten weder Waffen, noch Verpflegung, noch Bekleidung. Alles mußte von deutscher Seite zudem noch illegal geschehen, wurde aber von den Reichs- und Staatsbehörden, die ihre Berantwortung für das unglückliche Land fühlten, im geheimen unterstützt. Hunderte von diesen Männern da unten haben ihr Leben gelassen für die deutsche Republit, Tausende find zu Krüppeln geschoffen. Gewiß haben in dem Haß und Sturm dieser Zeit trübe Bilder nicht gefehlt. In solcher Atmosphäre wurde der Wert menschlichen Lebens nicht als so hoch eingeschägt, wie es unbedingt notwendig gewesen wäre. Was dort vorgekommen ist, erscheint heute ungeheuerlich, aber gerecht beurteilt werden können diese Dinge nur dann, wenn man sich in diefe zuchtlofe, gewalttätige Seif, ihren Hak und Kampf zurüdversetzt. Ueber die 200 Töfungen felbft, fo erklärte General Höfer weiter sei ihm nichts bekannt, wohl habe er, da die Truppe nicht vor die öffentlichen Gerichte gehen fonnte, um eine geheime oder Lynchjuffi der Truppe auszuschließen, im Intereffe der Erhaltung der Manneszucht sogenannte Kameradengerichte qe fchaffen, und zwar in vollem Bewußtsein, daß er später des wegen einmal zur Verantwortung gezogen werden müffe, weil diese Gerichte auch Todesstrafen androhten. Rechtsanwalt und Notar Hans Munte aus Braunsdyweig ist von der AEG. aufgefordert worden, den brei in Rußland verhafteten deutschen Ingenieuren in dem Prozeß als Rechtsbeistand In Wirtlichkeit sei aber fein einziges Tobes zur Seite zu stehen. Rechtsanwalt Munte hat das mandat urteil gefällt oder vollstrect worden. Einmal fei angenommen und wird in diesen Tagen nach Moskau abreisen. ihm, der alle Urteile zu bestätigen hatte, ein Todesurteil gegen einen Nach den russischen Bestimmungen dürfte Rechtsanwalt Munte im Berräter vorgelegt worden. Er habe ihn aber dann dem Staats. wesentlichen beratender Beistand neben dem russischen Offianwalt in Kreuzburg übergeben, und der Betreffende fei zialverteidiger sein. schließlich in eine Landesirrenanstalt gefommen. DE DIDG Borf: Sind Ihnen schon beim ersten Todesopfer Fälle von Selbstjustiz bekannt gewesen? 3euge: Gewiß, ein Fall, der sehr verantwortungsvolle ehemalige Reichs- und Staatskommissar Hörsing hat ja damals auch die Weifung gegeben: Wer mit der Waffe in der Hand ge troffen wird, ist zu erschießen. Auf die Frage des Oberstaatsanwalts; ob General Höfer nach Lage der Dinge die hier zur Verhandlung stehende at als gerechtfertigt bezeichnen fönne, erwiderte General Höfer zunächst, daß nach Lage der Dinge eine Selbsthilfe wie im Fall Schmidt nicht gerechtfertigt war, daß aber der ganze Geist der Zeit und die Einstellung der aus dem Baltikum und aus dem Ruhrrevier tommenden Roßbacher zu berücksichtigen wären. Auf Befragen der Verteidigung bestätigt General D. Paweliza dann noch, daß im Sommer 1920 in Pommern fein, normaler Bustand geherrscht habe, während General Höfer ebenfalls betonte, daß für die damalige anormale Zeit der heutige Sittenfoder nicht maßgebend sein könne. Die Anordnung Hörsings fei übrigens schon nach drei Tagen wegen ihrer schlimmen Folgen wieder aufgehoben worden. Die Verhandlung wurde darauf auf den kommenden Dienstag wormittags 10 Uhr vertagt. * Der amtliche Preußische Pressedienst veröffentlicht folgende ErHärung: „ Nach den Mitteilungen der Morgenblätter vom Sonnabend, dem 21. April, ist in der Freitagverhandlung des Fememordprozesses gegen eines und Genossen in Stettin von dem Zeugen Rittmeister a. D. von 2oen die Behauptung aufgestellt worden, daß eine Spezialformation in den Jahren 1920/21 und im ersten Halbjahr 1922 mit Willen und Wissen einer Regierungsstelle etwa 200 sog. Fememorde in Schlesien planmäßig durchgeführt habe. In jedem einzelnen Falle sei über die Bollstrechung des Urteils an diese Regierungsstelle berichtet worden. Aus der in diesem Zusammenhange erfolgten Nennung des Oberpräsidiums und des Polizeipräsidiums in Breslau sowie des Staatskommissars für die öffentliche Ordnung muß der Eindruck entstehen, als seien diese Behörden die vorher erwähnte Regierungsstelle. Demgegenüber wird mit aller Entschiedenheit vom Breußischen Ministerium des Innern festgestellt, daß keine dieser preußischen Regierungsstellen jemals zu einer Ermordung, geschweige denn zur planmäßigen Durchführung einer Reihe solcher Straftaten den Auftrag erteilt hat. Ebenso unrichtig ist es, daß über die Erledigung solcher Aufträge einer der genannten Regierungsstellen Meldungen erstattet worden sind." 005 Erdbeben in Südafrika. Schwarze Bergarbeiter verschüttet. Johannesburg, 18. April. tiges Erdbeben. Im Bergbaugebiet, wo die Stöße befonders start Heute früh gab es ein etwa sechs Minuten dauerndes hefwaren, wurden durch Erdrußsche eine Anzahl eingeborene Bergarbeiter verschüttet Arbeiter, Gewerkschaftsmitglieder! Stollegen, die in der prattischen Gemertschaftsarbeit ftehen, ift es un möglich, Kandidaten zu wählen, die bei ihrer Arbeit an Vorschriften Der Kommunistischen Partei gebunden sind. Es steht also fest, daß durch die Art, wie in Berlin die Kandidaten aufgestellt werden, ein groß Teil unserer Kollegen an der Ausübung ihres attiven Wahlund die Kollegen, die nicht der KPD. angehören, auf: Der 1. Mai, der Demonstrationstag der Arbeiter aller Länder,| geben unsere Mitglieder die Stimme ab für die einzige deutsche Ar- rechts behindert wird. Wir fordern aber trobem unsere Genossen fommt heran. Er ist in diesem Jahr von befonderer Bedeutung. beiterpartei, Der Achtstundentag, dessen Erringung er von Anfang an gewidmet war, steht allem Anschein nach vor schweren Hemmungen. Die Berkürzung der Arbeitszeit hat zwar große Fortschritte gemacht in allen Ländern, so große, daß rall, wo bie der Achtstundentag fast überall, wo die Industrie herrscht, vor der Verwirklichung steht. Aber der Anst urm der englischen Regierung, der unterflüht wird von den vereinten Unternehmern, die alle das Washingtoner Uebereinkommen nicht wollen, tann den Fortschritt hemmen, wenn die Arbeiter nicht auf dem Poften sind. Darum ist der 1. Mai in diesem Jahre ein Tag des Gelöbnisses, alles daran zu sehen, daß die Pläne der Reaffion zuschanden werden. Der Achtstundentag muß tommen und er wird kommen. Dafür werden die organisierten Arbeiter sorgen. Die Sozialpolitik, für die wir am 1. Mai auch stets unfere Stimme erheben, hat gleichfalls von Jahr zu Jahr Boden gewonnen. Wir fönnen das mit Stolz fagen, denn es ist nicht zuletzt unser Wert, auf das wir dabei verweisen. Wir erkennen den Fortschritt an, aber wir sehen auch die Lücken. Biel, außerordentlich viel bleibt noch zu tun. Dazu bedarf es, genau wie beim Kampf um den Achtstundentag, starter Gewertschaffen, es bedarf auch einer starten Arbeiterpartei, die im Reichstag vorwärts drängt. Der Mai ist in diesem Jahr der Wahlmonat. Am 20. Mai für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Sie allein ist die Partei, auf deren Unterstützung wir jederzeit rechnen können bei der Berwirklichung unserer sozialpolitischen Ideen. Dieser Partei ist bei der Wahlarbeit in weitestem Maße zu helfen. Damit dienen wir auch dem Weltfrieden, der trotz aller traurigen Erfahrungen im Weltfrieg noch immer gefährdet ist. Wir wollen mit unseren Nachbarn in Frieden leben, der der Wirtschaft und damit der Arbeit dient. Damit dienen wir aber auch der deutschen demokratischen Republik, die bewiesen hat, daß sie den Frieden will, der Republit, die wir brauchen als wichtigen Stütz. punft im Kampf gegen wirtschaftliche Unterdrüdung, im Kampf für den Fortschritt. Die Quelle jeden Fortschritts aber ist die Organisation. Stolz steht die deutsche Arbeiterbewegung da. Die Gewerkschaften haben im vergangenen Jahre 500000 mitglieder neu gewonnen. Das darf nur der Anfang des Fortschritts sein. Arbeiter, organisiert euch! Feiert den 1. Mai in würdiger Form! Der Vorstand des werden der Reichstag und verschiedene Landtage neu gewählt. Dabei Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundec. Der Kampf im Holzgewerbe geht weiter! Die gestrigen Verhandlungen ergebnislos. In den Verhandlungen über den Konflikt in der Berliner Holzindustrie am Sonnabend vor dem Schlichter fam es nicht zu einer Berständigung. Die Unternehmer lehnten es ab, auch nur einen Pfennig Lohnerhöhung zu zahlen. Nach mehr als vieiffündiger Aussprache wurden die Verhandlungen als ergebnislos abgebrochen. Zum Lohnfampf der Klavierarbeiter. Der Arbeitgeberverband der Berliner Musikinstrumentenindustrie hat seine Mitglieder zu Montag zu einer Generalversammlung eingelaben, um über Abwehrmaßnahmen, d. h. eine Aussperrung, zu beraten. Der Arbeitgeberverband teilt wohl u. a. mit, daß die Berhandlungen mit den Arbeitern ergebnislos verlaufen sind, schweigt sich jedoch darüber aus, weshalb fie ergebnislos verliefen. Es wäre der Beilegung des Konflittes jedenfalls dienlicher, wenn die Generalversammlung der Unternehmer zunächst einmal sich mit Dieser Frage befaßte, bevor sie sich mit 2bwehrmaßnahmen" befaßt, die den Konflitt zwar verschärfen, jedoch nicht verhindern tönnen, daß schließlich eine Lohnzulage gemacht werden muß, die schon durch den heraufbeschmorenen Streit höhere Rosten verursachte und die nach den Abwehrmaßnahmen" noch mehr unnüz verteuert würde. ** Der Lohnfonflikt bei Bolle beigelegt. Der Lohntonflitt bei der Meierei Bolle ist am Freitag durch Berhandlungen beigelegt worden. Zwischen den Parteien wurde eine Vereinbarung getroffen, die im wesentlichen folgendes besagt: Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 4. April, der ab 1. April eine Erhöhung der bisherigen Tariflöhne um 5 Broz. und ab 1. Oftober um weitere 3 Proz. vorsieht, wird dahin abgeändert, daß bereits ab 1. ab 1. Juli eine weitere Erhöhung der Löhne um 3 Proz. eintritt. Weiter wurde vereinbart, daß die bisher nach Gruppe III b als Leichtarbeiter bezahlten Stalleute und Kolonial waren mitfahrer mit gleicher Birtung als Schmerarbei ter nach Gruppe IIIa entlohnt werden. Verbandstagswahl bei den Schuhmachern. Morgen, Montag, werden in der Berliner Zahlstelle des 3entralverbandes der Schuhmacher die Wahlen zu dem im Juni-in Köln tagenden Verbandstag vorgenommen. Die Wahllokale sind in den Betrieben und Bezirken durch Handzettel befannt gemacht worden. Wahlberechtigt ist jeder Kollege, der mit seinen Beiträgen nicht länger als vier Wochen im Rückstand ist. Die Wahl ist geheim. Im Wahllofal werden Stimmzettel ausgegeben, die sechs Kandidaten bezeich nen. Drei Delegierte sind zu wählen. Wahlrecht ist Wahlpflicht! Am Montag müssen alle Kollegen, vor allem aber unsere Genossen in den Betrieben dafür werben, daß alle Kollegen und Kolleginnen an der Abstimmung nach der Arbeit teilnehmen. Die Wahlen zum Verbandstag find so wichtig, daß alle Berliner Kollegen fich an der Abstimmung beteiligen müssen. Wer wird gewählt? In der Generalversammlung der Bahlstelle am letzten Montag, die von 264 Kollegen befucht war, wurden die Kandidaten aufgestellt. Bei der Abstimmung erhielten die Kandidaten, die nicht der KẞD. angehören, ein Drittel der abgegebenen Stimmen. Mit Stimmenmehrheit wurden also, wie übfich, nur kommunisten zur Wahl gestellt. Für alle EXTRA- PREISE 94.96.HERRENKLEIDUNG Sakko- Anzug marinebl. Kammgarn, zweireihige Form, wie Abbildung Sakko- Anzug mod. Form, mode kar., vorzügl. Verarbeitung moderne Karomuster, zweireihige Form, wie Abbildung Sommer- Mantel 2reihig, grau od. braun, gemust. Impr. Wollstoff 94,00 69.00 0096 83.00 Krawatten Foulardseide Must., Ser. 12.00 Ser. 11175 Sport- Anzug Beinkl., in kar., mod. 96.⁰⁰ 4 flg., Golfhose u. Ig. Stoffen, wie Abbild. Sport- Anzug vierteilig, m. Breeches u. langem Beinkleid, moderne Farben Loden- Mantel oliv oder grau Strichloden, Ölnesseleinlage Windjacke impr., dichter, indanthren gefärbter Nessel, 7600 2800 1775 Herrenhut HERRENWÄSCHE Stehumlegekragen moderne Formen, Mako 4 fach Perkal- Oberhemd und einem Kragen 50 WOLLE 030 SEIDE mit gefütterter Faltenbrust 3.90 Zephir- Oberhemd in modischen Streifen, mit gefütterter Faltenbrust Nachthemd fartig. Besatz, Geishaform od. mit Kragen, langgeschnitten 775 WASCH 350 STOFFE Sämtliche Oberhemden gewaschen, geplättet und mit Umschlagmanschetten TRIKOTAGEN UND STRÜMPFE Herren- Beinkleid. 275 farbig, Baumwolltrikot, Gr. 4 Herren- Hemdhosen 200 weiß, Baumwolltrikot, Gr. 4 Schlupfbeinkleider für Damen, Trikot, Baumwolle mit Kunstseide, Gr. 44 1,90 Schal Kunstselde, neue, be- 90 aus gutem Haarfilz, 690 Farben druckte Muster, ca 30/150 cm Damenstrümpfe 115 echt Mako Damenstrümpfe 145 künstliche Waschseide Damenstrümpfe künstliche Waschselde, Agfa- Travis la mit Florsohle 2,95 Damenstrümpfe 490 10 fach, farbige Tramaseide Geht zur Wahl! Streicht aber sämtliche Namen, die der Stimmzettel enthält, aus. Gebt ungültige Stimmen ab! Dadurch ist es möglich, daß die Wahl zu einem Protest gegen die KPD. Parteidiftatur in unserer Zahlstelle wird. Wir wenden uns besonders an die Genossen, die heute noch in Mitglieder und Generalversammlungen fernbleiben. Der Einfluß Erinnerung an die Radauversammlungen vergangener Jahre den unserer Genossen in den Versammlungen macht sich heute schon fühlbar. Der Radau, die wüsten Beschimpfungen der SPD. und des ADGB. haben aufgehört. Die Tatsache, daß in jeder Versammlung der Kreis unserer Genossen stärker vertreten ist, hat die Wald- und Wiesenredner zum Schweigen gebracht. Auch der Vorsitzende Hör gibt sich große Mühe sachlich zu bleiben, während dieje Aufgabe dem zweiten Borfizenden Müller immer noch ziemlich schwer fällt, wie eine Bemerkung gegen unseren Kollegen Schüler in der letzten Versammlung wieder zeigte. Wir können und müssen also von unseren alten Genossen verlangen, daß sie zufünftig noch zahlreicher die Versammlungen besuchen, vor allem aber, daß sie in verstärktem Maße in den Betrieben die Agitation für die Partei verfolgen. Fordert eure Kollegen auf, zur Wahl zu gehen und ungültige Stimmzettel abzugeben! Der Streit der Handschuhmacher. Die Entscheidung des Reichsarbeitsministers steht aus. Seit dem 2. April stehen im ganzen Reiche die Handschuhmacher im Streit. Es sind daran rund 10.000 Arbeiter und Arbeiterinnen beteiligt, wovon etwa 75 Proz. Arbeiterinnen sind. Die Löhne der Arbeiter schwanken zwischen 30 und 50 Mart, die der Arbeiterinnen zwischen 12 und 20 Mart. Der Verband der Lederarbeiter, dem die Handschuhmacher angehören, hatte in den drei Städteklassen eine Lohnerhöhung von 23 bis 27 Proz. gefordert. Nachdem die Unternehmer in den Verhandlungen alles abgelehnt hatten, haben die Arbeiter zum 31 März gefündigt und gleichzeitig den Schlichtungsausschuß in Halberstadt angerufen. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, der die Löhne um 6 bis 7 Broz erhöht. In den Nach verhandlungen, die in München stattfanden, wurde keine Einigung erzielt. Eine Entscheidung des Reichsarbeitsministers steht noch aus. Der Streif geht infolgedeffen mit unveränderter Schärfe weiter. Der Streit in den 3solatorenwerfen Pankow. Die Firma versucht mit allen Mitteln, die feit sieben Wochen stillgelegte Produktion durch Steifbrecher wieder in Gang zu bringen. Die Streifenden sind jedoch fest überzeugt, daß das der Firma mit den Streitbrechern nie gelingen wird. Die Arbeitswilligen" merden durch Lastautos, die von den Fuhrgeschäften Wisfe. Albrechtstraße 15, und Lunt, Freien malder Straße, gestellt werden, unter polizeilichem Schuz nach dem Betrieb gebracht. Alle Bemühungen der Firma, die Front der Streifenden zu erschüttern, sind jedoch vergebens gewesen. Die Streifenden halten nach wie vor fest zusammen. Berantwortlich für Politit: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Egtorn; Feuilleton:.. Döscher; tales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Beriag 6 m. b. S... Berlin Drud: Borwärts- Buchdrnderet und Verlagsanftalt Vaul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". NUR EINIGE BEISPIELE Wollt aft aparte Muster in Chiné- Druck, 110 cm breit 65 Bastseide reine Seide, buntfarbig bedruckt, 80 cm breit 95 19 Phantasiestoffe aus Baumwolle, m. zweifarbig. u.mehrfarbig. schönen Karos 60 Veloutine Wolle mit Seide, große Farbenauswahl, ca. 100 cm breit 175 Japon- Foulard In Punkten u. kl. mod. Effekten, aparte Farbstellungen, ca. 90 cm 190 Feintrikolette in elegantes Gewebe, geschmackvollen Streifen u. Karos 35 DAMENKLEIDUNG UND HÜTE Kleid vorzügl. stoff mit farbigem Kesha 1450 Besatz Kleid bedr. reinwoll. Mussel, m. farb, Krawatte 1800 Jumperkleid 29ºº Bastseide m.farb.Garnitur Damenhut manillaartiges Geflecht, viele Farben, mit Band garniert 190 Kleid a. vorzügl. Velourtine m. Biesen verarbeitet 3700 Regenmantel karierter Stoff, vorzüglich gumm., bewährte Qualit. Mantel engl. mellerter Stoff, ganz auf Futter 1950 3900 Damenhut feines Geflecht, mit Band garniert 535 NJSRAEL BERLIN C2 SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE GEGRÜNDET. 1815 Nr. �94. 45. Jahrgang Sonntag, 22. April 492» isdnerürtile �]&nM LVnvfH' Xf' fa jii m niitiim 'En- Fischdampfer auf hoher See Kisten er nehmen will und, während ein Angestelller der Markt- Verwaltung die Kisten mit den entsprechenden Namen.;etteln versieht, qeht die Versteigerung schon wieder weiter. Auf diese Weise werden an manchen Tagen in 2 Stunden über 10 000 Zentner Fische um- ««setzt. Abiransport. Nach Schluß der Versteigerung werden die Fischkisten auf den bereitstehenden Rollwagen durch elektrische Trecker nach den Pack- räumen der Säufer befördert. Pferde dürfen in die Versteigerung� hallen nicht hineingeführt werden. Die Packräume sind zu langen ch allen aneinander gereiht, die den Auktionshallen unmittelbar an- gebaut sind oder getrennt davon liegen. Insgesamt sind 6 solcher hallen vorhanden, die zu ebener Erde die Packräume, im Ober- geschah die Kontor, und Lagerräume enthallen. Etwa 60 Prozent der Asche werden.frisch" ins Binnenland versandt. Der Rest wird von der Aschindustrie weiterverarbeitet. Der Versand der Frisch- fische erfolgt in Weidenkörben, die mit Stroh, Matten und Perga- mentpapier ausgelegt sind, mit reichlicher Zugabe von gemahlenem Kunsteis. Geräucherte und Kühlfische. Die Aschindustric stellt aus den Fischen Erzeugnisse her, die inmh die Einwirkung von Rauch, Salz»nd Esstg iür lange Zeit haUdar gewacht sind, well durch diese«stoste de» ZerjeSungverreger« Die meisten können sich wohl eine Vorstellung von einem Schlachthos machen, der das lebende Vieh versammelt und es gleich nach der Schlachtung in zerlegtem Zustand den Menschen übermittelt, wer denkt aber daran, daß ein anderes wichtiges Nahrungsmittel— der Asch und im besonderen der Seefisch— auch eine ganze Reihe ähnlicher Vorkehrungen nötig macht. Und der Asch ist leichter verderblich als das Aeisch. Die Struktur seiner Faserung ist von so empfindlicher Art. daß jedes grobe hantieren mit ihm seine Verderbnis beschleunigt. Ein Seefischereihasen wie der von Wesermünde- Bremerhaven— im übrigen der größte de» euro- päischen Festlandes— stellt darum eine Sehens- würdigkeil dar, die meilab von allem liegt, was der Laie je gesehen hat. Ankunft und Versteigerung. In jeder Nacht bringen die Fischdampfer van ihrer gefährlichen Arbeit in der Nordsee, von der stürmischen Rüste Islands, aus dem Nordmeer und aus den heißen marokkanischen Gewässern an 50 000 und mehr Zentner der MceresnaHrung. Sic sind vierzehn Tage und länger unterwegs gewesen und ihr Eintresfen ist so eingerichtet, daß jeden Morgen eine bestimmte Anzahl die Ladung löschen kann. Der Seefisch, von denen der kleinste vielleicht einen halben Meter lang ist, wandert in die riesige Auklionsholle und wird dort sofort in den ersten Morgenstunden zur Auktion gestellt. Eine andere Möglich- tcit. die Fische in den Handel zu bringen, gibt. es nicht, da sich ihr Preis nach der Güte»nd Reichhaltigkeit des Fanges richten muß: selbstverständlich auch nach dem Bedarf des Binneixlandes. Die Fische sind in etwa 1Z0 psund fassende Kisten abgewogen, die nun im kühlen Innern der hall« in endlosen Reihen.aufgestellt sind. Der staatliche Hallenmeister hat diejenigen Fische, deren äußere Be- schaffenheit es zweifelhaft erscheinen läßt, ob sie nach längerem Eisenbahntransport noch in gutem Zustande an den Verbraucher ge- langen, beschlagnahmt. Die Käufer, Fischgrohhändler oder ihre Be- auftrogtcn, sind versammelt und haben sich einen Ueberblick über Menge. Arten und Güte der angebrachten Fische verschafft. Die Wagen der Versandgeschäftc zum Abrollen der glkaüften Fische stehen auf der Fohrscite der Auktionshallc bereit. Alles ist fertig für die Versteigerung. Pünktlich uin 7 Ilhr besteigt der staalliche Versteigerer mit zwei listenführenden Gehilfen die fahrbare Kanzel. lind mm entwickelt sich ein ungemein bewegtes Treiben. In dichter Schar umdrängen die Käufer die Kanzel des Versteigerers. Der schreit laut die Fische aus und steigert sie uni 1 bis VA Pf. für dos Pfund mit unglaublicher Zungengeläufigkeit. Fast nie erfolgt ein lautes Gebot: nur durch unbedeutende Zeichen, deren ausfälligstes noch ein leichtes heben des Armes ist, deuten sie an, daß sie im Preise noch mitgehen. Ploßlich fällt der Hammer des Versteigerers und der Zuschlag ist erteilt. Wem und zu welchem Preis? Der Fremde hat es nicht erfassen können. Der Käufer gibt an, wieviel -WiXlvW■ iüroüpiiiiy'iifpm" Hiiii iiiiuiiiii MMSNW Die große Fischauktionshalle in Bremerhaven-Wesermünde. die Lebensbedingungen erschwert sind. Nach den großen Mengen, die von der Fischindustrie aufgenommen werden, decken diese Be- triebe weite Flächen des hafengelöndes und die stumpfen, vier- eckigen Schornsteine der Räuchereien können neben den langen Pack- hallen geradezu als bauliches Charakterzeichen des Fischereihafens gellen. In den Räucheröfen, deren manchmal 60 in einem Betriebe eingebaut sind, werden die leichtgesalzenen Fische zunächst über einem offenen Feuer von groben Holzspänen der Buche, Birke oder Erle — nicht der Nadelhölzer, weil die Fische den Harzgeruch annehmen— in 2 bis 4 Stunden gar geräuchert. Dann wird das Feuer durch Sägespäne abgedeckt, so daß eine starte Rauchentwicklung eintritt, durch die der Fisch eine goldbraune Farbe erhall. So werden Bück- ling, Sprott, Schellfisch, Seelachs und andere geräuchert. Im Gegensaß zu dieser sogenannten warmräucherei werden die Fische bei der Kalträucherei zunächst in einer Salzpökel völlig gar gemacht und erst dann über verdeckt schwelendem Feuer langsam geräuchert. wobei die Fische nicht heiß werden dürfen. Salt geräuchert ist zum Beispiel der fette Lachs. Eine andere, viel geübte Art der Zu- beveitung ist das Marinieren, das heißt das Einlegen von Fischen, die durch längere Lagerung in einer starken Salz, und Essigpäkel, durch Kochen oder Braten in Fett gargemacht sind, in eine gewürz» reiche Essiglösung oder eine andere schmackhaft« Tunke(Tomaten, Blick in die Fischauktionshalle Fleischbrühe). Erhebliche Mengen großer Fische, besonders Kabel- jau, die in den wärmeren Monaten wegen des Vorurteiles der Deutschen gegen die Seefischnahrung im Sommer nicht abzusetzen sind, werden in einem Großbetriebe künstlich getrocknet zu Stockfisch oder gesalzen und getrocknet zu Klippfisch. Stock- und Klipp- fische finden in den lateinischen, subtropischen und tropischen Ländern guten Absah. Um den Sommerüberschuß an Seesischen auch in einer dem Geschmack des deutschen Verbrauchers zusagenden Form haltbar zu machen, ist eine Anlage errichtet, in der die Fische nach einem neuen verfahren in tiesgekühlter Sohle sehr schnell völlig durchsrieren. Die so behandelten Fische können im Kühlhaus monatelang lagern, ohne an Geschmack und Nährwert zu verlieren. Nichts darf verlorengehen. Aus den Köpfen und anderen Abfällen — die Fische werden meist der Frachtersparnis wegen ohne Kopf verschickt, neuerdings sogar vielfach nach Entfernung auch der haut und Gräten als Filets— wird durch Dämpfen, Trocknen und Mahlen das gelblich-braune Fischmehl, ein hochlvertiges Mastfutter. erzeugt und in anderen Anlagen aus den Lebern der Fische Medi- zinal- und Jndustrietton gewonnen.— Drei Eisfabriken mit einer Tagesleistung von 8600 Zentnern, von denen die«ine, wohl die größte in ganz Deutschland, Platten von 120 Zentner Gewicht her- stellt, liefern das Kunsteis zum Verpacken der Fische auf den Dampfern und für den Versand ins Binnenland. Der tiefgekühlte Fisch wird mit einfachen holzboarbei- tungsinstrumenten in einer gesonderten Abteilung, m der bei Tempe- An unsere Abonnenten! Im Jahre 1S24 habe« wir be« Bezugspreis für de« „Vorwärts", nachdem die Stabilisierung der Mark ge- sichert war, von 4 M. auf 3 M. festgesetzt. Ju diese« vier Jahren sind die Preise für Lebensmittel, Gebrauchs- artikel und Materialien langsam aber stetig gestiegen, so daß sich mehrfach Lohn- und EZehaltserhöhunge« sowie Drnckpreiserhöhnngen notwendig machten. Trotz dieser Mehrausgaben wurde der„Vorwärts", den Wünschen unserer Abonnenten entsprechend, durch eine Reihe von Beilagen für Wissen und Unterhaltung ausgebaut. Die erweiterte Abendausgabe des„Vorwärts",„Ter Abend". die gegen früher im verdoppelten Umfange und mit Illustrationen ausgestattet erscheint, kommt einem lang- gehegte« Wunsche unserer Leser entgegen. Die starke Steigerung der Ausgaben für die Abendansgabe, verbunden mit der am 1. April eingetretenen Druck! Preiserhöhung, zwangen uns. de» Bezugspreis ab i. Mai auf 85 Pf. pro Wache bzw. S.ttO M pro Monat zu erhohe«. Wir vertraue« der Einsicht unserer Abonnenten und Parteigenoffeu, daß ste trotz Erhöhung des Bezugspreises nicht nur treue Abonnenten des„Vorwärts" bleiben, sondern auch mit erhöhtem Eiser für weiteren Abon- nentenz»wachs sich einsetzen werden., Verlag und Redaktion des �Vorwärts" raturen von mttms 3° gearbeitet wird, seiner haut, Flosse»»ud Gräten entledigt und dann, in Kisten verpackt, wieder in dl« Lager- räume bei Temperaturen von- minus 10° zurückgestellt. Bon den Konsumfischen lassen sich Fischfilets als Langfilets, d. h. in ganze» Sellen, oder als Kurzfilets, das sind handgroße Stücke, herstellen. Für den Fischkleinhändter im Binnenlmde eignen sich die Langfilets wesentlich besser, zumal es in manchen Gegenden schwierig ist, van vornherein den Wünschen des Publikums gerecht zu werden, da die Abnehmer Mengen bis zu einem Viertelpfund herunter wünschen, Anders dagegen ist es, wenn man neue Kanäle für den Absatz von Fischfilets zu erschließen oersucht. Solche neuen Wege find durch Heranziehung der Konsumvereine, Delikatestem und Kolonial Warengeschäfte gegeben. Für diese Almehmer muß das Fischfilet bereits in gangbare Größen geschnitten und gut verpackt sein. Oer Zischdampfer erntet. Im Vergleich zu den großen Uebersee-Fracht- und Fahrgast« Dampfern sind die Fischdampfer Zwerge. Aber sie sind von un« geahnter Seetüchtigkeit, die jedem Wetter widersteht. Natürlich sind sie an Deck wie im Innern für ihren Zweck besonders eingerichtet. Die jetzt gebräuchlichen Fischdampfer sind etwa 40— 50 Meter lang. zirka 7 Meter breit und etwa Z--4 Meter tief. Sie haben eine drei- fache Expansionsmaschine, die 400— oOO PS. entwickelt und dem Schiff eine Geschwindigkeit von 9— 10 Seemeilen gleich 17— 19 Kilometer jede Stunde verleiht. Sie fasten etwa 3000 Zentner Kohlen und können 25 Tage tn See bleiben, hat das Schiff seinen Fang- platz erreicht, dann wird das Grundschleppnetz ausgesetzt. Durch die schweren Scherbrettern wird es bis auf den Meeresgrund gesenkt und durch sie offen gehalten, weil die Scheerbretter bei Fahrt im Wasser auseinanderstreben. Die Oberkante des Netzsackes ragt vor. damit aufgescheuchte Fische nicht nach oben' entweichen: die Unter, kante, die über dem Meeresboden pflügt, auf dem sich die Fisch� viel aufhallen, weil sie dort die- meiste Nahrung finden, stt auckj starkem Drahttau hergestellt und oft mit holzrollen versehen, um damit über den steinigen Boden zu rollen, ohne zu zerreißen. Im Hinteren Teil des Netzes hängt eine Klappe herunter, damit die gefangenen Fische nicht wieder hinausschwimmen können. Beim Aussetzen hat jeder Mann seinen bestimmten Platz und seine Arbeit. Das Schiff dreht quer zum Wind, die Maschine stoppt und bringt durch Rückwärtsgang das Schiff zum Stehen. Alle Mann werfen das schwere Netz an der Windseite über Bord, das Schiff wird durch den Wind vom Netz weggetrieben, und nun wird das vordere Scher- brett zu Wasser gelassen. Dann geht die Maschine langsam vor- wärts, das Brett schert vom Schiff ab und nimmt das Netz mit. Mit 2— 3 Seemeilen Fahrt, etwa 3,5— 5H Kilometer, wird das Netz geschleppt. Ein Schluppzug dauert normal 6 Stunden, bei guten Fangergebnisse» weniger. Das Aufhieven, das heißt Aufziehen des Netzes, geschieht wieder mit der Dampfwinde. Dazu wird die Ma- schine gestoppt, nachdem das Schiff quer zum Wind gelegt ist. Knirschend rollen die Leinen auf die Trommeln, bis die Scher» breiter gegen die Bordwand donnern. Alle Mann warten in gespannter Erwartung an der Bordwaud, daß das Netzende, etwa 30 Meter vom Schiff, hochkommt. Sind viel Fische darin, so schießt es wie ein Pfropfen hoch: bei wenig Fischen rollt es schwerfällig auf den Wellen. Das Netz wird her- angezogen und durch einen Flaschenzug mit Dompfkraft über Deck geholt. Dort wird es geöffnet und der ganze Segen des Meeres Einfahrt zum Fischereihafen Wesermunde klatscht an Deck. Sofort wird das Netz neu ausgesetzt, und dan» erst beginnt die weitere Behandlung der Fische. Sie werden go- schlachtet, ausgeweidet und nach Art und Größe getrennt an vcv- schiedenen Stellen des Decks geworfen, die durch oerfetzbare Stau- bretter gegeneinander abgeschottet sind. In diesen Fächern werde» die Fische gründlich gewaschen und dann im Fischraum unter Deck zwischen Schichten von gemahlenem Kunsteis sauber verpackt. In dieser Weise wird ohne Rücksicht aus Tages- oder Nachtzeit und ohne Unterbrechung gearbeitet, wenn nicht eine schwere See das Arbeiten hindert. Schweigend tut jeder feine schwere Arbeit und der Kapitän steht selbst mitunter ununterbrochen 48 Stunden am Ruder, während die wetterfeste Besatzung in nassen Kleidern die schlimme Arbeit des Fifcheverftauens leistet. Wenn der Fischraum gefüllt ist, oder schlechtes Wetter naht, wird die heimreise angetreten Fischpropaganda. In der kommenden Woche setzt eine große Propaganda für dlä Fischnahrung in Berlin und im ganzen Reiche ein, um alle Be». braucherschichten auf die wohlfeile Fischnahrung hinzuweisen. Au» diesem Anlaß werden billige Fischtage veranstallet, und es kommen zum Verkauf: frische grüne Heringe, pro Pfund IS bi» 25 Pf., snscher Kabllau, Seelachs, Ostseedorsch zum Preis« von 25 Ps. an, im Ausschnitt entsprechend teurer, sowie lebend« Plötzen, pro Pfund öb-r&i Pf. und lebende hechte, pro Pfimd 1—1,20 Ut, 16 noch Stöße, t...- ,j Gin Menschenfreund. OaS VennächtniS eines Berliner Arbeitgeber«. Fast klingt es wie eine der vielen Meldungen aus dem Sand« der unbegrenzten Mögliclsteiten. Romantik. Phantasie und was sonst noch an ideellen Regungen in uns schlummert, werden wach und wir fühlen uns unwillkürlich in eine spannende, filmische Be- gebenheit versetzt. Aber es ist weder über dem grohen Teich, noch am Schreibtisch eines routinierten Filmliteraten passiert, sondern diese Sache hat sich hier bei- uns in Berlin zugetragen. Im Jahre 1915 machte der Fabrikbesitzer Ludwig Sudikati» in Beriin-Karlehorst sein Testament, in dem er seine sämtlichen Angestellten, 88 an der Zahl, mit Legaten bedachte. Nach dem kürzlich erfolgten Tode der Frau, die er zur llniverfalerbin eingesetzt hatte— er selbst starb ein Jahr nach der Testamentsnied«?- legung—. kommt jetzt das Vermächtnis zur Verteilung. Der Testamentsovllstreeker, der mit dem Verstorbenen lang« Jahre hin- durch befreundet war, schildert diesen als einen Menschen von be» sonderen Qualitäten. Aus kleinen Anfängen hotte er sich herauf- gearbeitet und es vom Werkführer zum Fabrikbesitzer gebracht. Aber wählend sonst die anfänglich Kleinen, die später einmal groß werden, meist am höchsten im Sattel sitzen, blieb er innerlich und äußerlich der schlichte Mensch und seine späteren Angestellten blieben für ihn stets, was sie in früheren Zeiten gewesen, seine Kameraden. Er half, wo er Rot und Leid sah und als er einmal in Bad Liebenstein zur Kur weilte und dort Gelegenheit hatte, die Klinik eines berühmten Augenarztes zu sehen und hier die un?.>liche Tragik der Unglück- lichen Lichtlosen erlebt«, da reifte sofort der Entschluß in ihm, ein« B l i n d e n st i f t u n g ins Leben zu rufen. Wie sehr ernst es ihm mit seinem Vermächtnis an sein« An- gestellten war, geht aus der Formulierung des Testamentes hervor. Er oerzeichnete genau jeden Namen mit allen Personalien und verfügte, daß im Falle des inzwischen erfolgten Ablebens de« «inen oder anderen, deren Ehefrau oder Kinder das Legat zuzu- fallen habe. Außerdem hatte dl« Bekanntgabe seines Testamente« in dreimaliger Veröffentlichung in einer von ihm bestimmten Tages- zeitung zu erfolgen. Leider fiel das Wirken dieses Menschen in die unselige Zeit der Geldentwertung und der jetzige Wert seine» Nachlasses ist ein verschwindend kleiner Teil der ursprünalichen Summe, von den 88 bedachten Personen haben sich be- reits ungefähr 65 gemeldet und es ist zu wünschen, daß auch die übrigen ihren Anteil erhalten, da nach Verlauf von sechs Monaten die nicht abgehobenen Vermächtnisse in Wegfall kommen. Es wird besonders auf Inserat« in den Nummern 168 vom 8. April und 179 vom 15. April d. I. des.Vorwärts� verwiesen, die ein genaues Namensverzeichnis der Erben eMhalten. Eine Ehrenpflicht. In S ch ö n e b e r g, wo die Schwarzweißroten sich breit machen, hat in der Bezirksvcrsammlung die sozialdemo. kratische Fraktion folgenden Antrag«ingereicht:„Die Bezirksversammlung ersucht das Bezirksamt, dafür Sorge zu tragen, daß in ollen Schulen des Bezirks naben dem Bild des jetzigen hteichspräsidenten auch das Bild des ersten Reichsprä fi- denten Ebert in gleicher künstlerischer Ausführung an- gebracht wird.� Wc'l sie einen andern liebte! Als der Maurer M. gestern nach Arbeitsschluß in seine Gel- tower Wohnung zurückkehrte.. fand er im Schlafzimmer auf dem Fußboden liegend seine 2Zjährig« Frau Elise tot auf. Neben der Leblosen lag ein kleiner Trommelrevoloer; sie hatte sich durch einen Schuß in die Schläfe getötet. An ihren Mann und ihre Eltern hat die Unglückliche Briefe hinterlass«», in denen sie mitteilt, dast sie einen anderen liebe und des- halb freiwillig aus dem Leben scheide. Die Leiche ist von der Pots- domer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. AusbildnngZbeihilfcn iür Kriegerwaisc«. Zur Förderung der Berufsauobildung von Kriegerwaifen snicht der Kinder Kriegsbeschädigter) sind besondere Reichs- mittel verfügbar, die auf das Drängen der Kriegsopfer- verbände in den Reichshau-bali eingestellt wurden. Ueber den Verteilungsmodus der Erziehungsbeihilsen sür Kriegerwaisen von -»-»nailich 19, 25 oder 35 M. geben die Ortsgruppen des Reichsbundes Aufschluß. Der Antrag ist an die für den Wohnort der Kriegerwaise zuständige Fürsorgestelle zu richten. Wie der Reichs- bund der Kriegsbeschädigten mitteilt, kann Anträgen, die bis 1. M a i gestellt werden, mit Wirkung vom 1. Oktober 1927, später eingehenden Anträgen erst mit Wirkung vom ersten des Antrags- monats ab entsprochen werden. Rasschund-Ausftcllung. Für diese im Lunapark eröffnete Ausstellung wurden vom Staat vier und von der Stadt Berlin zwei Preise ausgesetzt, womit osstziell d«n Rassehunden eine gewisse Wichtigkeit dokumentiert wird. Jedes ausgestellte Tier ist eine Schönheit, denn man zeigt sehr absichtlich das beste Material, weil die Züchter auf gute Ver- kaufsgelegenheiten hoffen. Man sieht sowohl den größten Ge- brauchs. wie den kleinsten Luxushund. Von den deutschen Rassen sind besonders Dachshunde aller Varietäten und Diensthund«, zum Beispiel deutsche Schäferhund«, Boxer und Rottweiler, besonders stark vertreten. Bei ihnen wird eine lobenswerte Hochzucht ge- trieben: achtet man doch auf die Schönheit, vernachlässigt dabei aber nicht den Gebrauchszweck. Die Olpmpia-Windhundrciin-Gesellschaft macht mit ihren 29 Renn-Grey-Hounds aller Farben für die in Aussicht stehenden Rennen hinter dem elektrischen Hasen Reklame. Der größte Teil der hier vorgestellten Hunde ist in England bereit» in Rennen gelaufen und prämiiert worden. Diese Tiere sind die in Form gegossene Beweglichkeit. Interessant ist auch, daß sich unter den ausgestellten Haushunden ein Liebling srüherer Generationen, nämlich der Mops, befindet. Für die Möpse, Rund um die Wurst. Schlackwurst. vor dem Arbeitsgericht Berlin wird die Klag« einer fristtos«ntlasjeneu Schtächtermamsell oerhandelt. Di« Klägerin war mit ihrer Ertlassung keineswegs einverstanden und hat daher ihren Exmeister aus das Gericht zitiert. Hier findet zu» nächst die übliche Sühne Verhandlung statt. Der Beklagte soll erklären, warum und weshalb er die Klägerin entlassen hat. Er legt los: „Wissen Se, Herr Rat, das i» man bloß von wejen das Privat- leben. Im Geschäft war se janz tüchtig.* „Das müssen Sie etwas näher erläutern, denn im allgemeinen ist das Privatleben des Angestellten leine Angelegenheit, die dem Thes das Recht zur sristlosen Entlassung gibt.* ,Na, erloben Se mal, Herr Rat, wo doch die Klägerin gleich bei mir in Station war und je wohnt hat. Sie is ja sonst ein ganz solide» Meechen. Nur furchtbar zänkisch is se. Immer hat se sich mit ihrer Kollegin rumjezantt, und dann haben se sich sogar gehauen.* „Im Geschäft oder in der Wohnung?* „Nur in der Wohnung, im Geschäft war f« janz tüchtig.* „Na, dann können Sie sie deswegen dach auch nicht entlassen! Außerdem fragt sich auch noch, wer immer mit dem Streit an- gefangen hat, die Klägerin oder die Kollegin.* „2>et is mir vollkommen ejal. Don mir aus kann je sich ja auch rumhauen, soville se will. Aber se soll meine Würscht« in Ruh' lassen. Zeimal habe ich ihr in allem Guten gejagt, Frieda, Hab ich sesagt, wenn Se schon der Erna'n paar runterhauen, dann machen Se dos mit de Hand ad oder nehmen Sie meinetwegen de Blumen- vase. Aber lassen Se mein« Schlackwürste in Ruh'. Aber se hat sich nicht dran jekehrt. Wie se sich wieder mit der Erna gehauen hat, da m'mmt se doch ein» von de frischen Schlackwürste, wo jerad« au» dem Rauch sekvmmen waren. Di« Wurst wog 2% bis 3 Pfund. Und damit haut se der Erna eins auf der ihren oft- preußischen Dickschädel, und richtig, die schäne Schlackwurst geht kaputt. Det brauch Ick mir nicht zu sefallen zu jelassen.* Der Richter verflicht, die Parteien zu vergleichen. Aber de? Versuch scheitert. Klägerin und Beklagter einwickeln sehr viel Tem- perament, und es war nur gut, daß es im Gerichtssoal kein« Schlack. würste gab. Wer weiß, was sonst geschehen wäre. Aber was nicht ist, kann noch werden, denn demnächst findet der Kcrmmertermin statt, und hierzu soll der Beklagte den.ostpreußischen Dickschädek*. Frid» lein Erna, als Zeugen und gleichzeitig das corpus delicti, die zerschlagene Schlackwurst, mitbringen.> Wer hat die Wurst gefressen! Amn war frischgebacken« Fleischermamsell, si« hott« vor genau fünf Tagen ihre Lehrzeit beendet. Jetzt„fühlte* sie sich. Sie war jetzt Dam« und wollte daher auch nicht mehr wie«in kleines Lehr- Mädchen mit Paketen losgehen. Leider hatte ihr Chef aber für dies« Würde kein Verständnis. Nach wie vor gab er ihr mehr oher minder gewichtige Wurstpakete mit, die sie zur Kundschaft bringen mußt«, wenn si« aus dem Nachhauseweg war. Fräulein Anni, die neue Mamsell, weigerte sich zwar nicht direkt, wohl aber machte sie den Herrn Chef darauf aufmerksam, daß sie„so etwas* nicht mehr nötig habe. W« die Chefs aber nun einmal sind, reagierte er auf derartige sanfte Rippenstöße in keiner Weis«. Also beschloß Fräu- lein Anni deutlicher werden. Die Gelegenheit hierzu bot sich sehr bald. Wieder machte eines Tages der Herr Chef ein großes Wurst- paket zuaecht und beauftragt« Fräulein Anni, dieses Paket zu einer Kundin zu Dringen. Aber nicht an dem gleichen Abend, sondern Anni sollte dcks Paket zunächst mit in ihre Wohnung nehmen und es erst am Morgeckxiustragen, bevor sie ins Geschäft kam. Am anderen Morgen kam FrSiljfin Anni ms Geschäft wie üblich. Auf die Frage. ob sie die Wurst abgeliefert hätte, antwortete si« mit einem ruhigen und sachli-ben„N e i n� Wo denn die Wurst sei. wollte der Chef wissen.„Die hat de� Hund gefressen.' erwidert« Anni. Jetzt wollte der neugierige Fhei willen, welcher Hund. Und darauf erklärte Anni, min etwas audführlicher werdend:„Na. unser Hund. Wir haben zu Haus« einen bissstzen Hund, und der bat die Wurst gefrellen. Ich konnte sie doch nicht die Nacht mit ins Bett nehmen." Die weitere Auseinandersetzung zwischen dem Schlächtermeister und seiner Mamsell endete mit derev fristlos« Entlassung. Die Folge war ein« Klage vor dem ArS�itsgSricht. Hie? ent- puppte sich der bissige Hund als ein ganz kleinerRehpinscher, noch dazu als einer, der schon so alt war, daß er kaum noch laufen tonnte. Aber Anni blieb bei der Behauptung, daß dieser„billige Hund* das ganze Paket mit 5 Pfund frischer Wurst rntfgefressen bätte. Und der Meister mußte seiner Mamsell Lohn zahlen bis zum Tage der gesetzlich zuläsiigen Entlassung. von den gemeldeten war keiner in Berlin gezogen, holte man sich den Richter aus Kassel. Nebenbei bemerkt,„man sagt* die Möpse sollen wieder eine Zukunft hoben. Alles in allem sieht man unter den Hundefreunden viele strahlende Augen, ob so viel Abwechslung und so viel Schönheit. Bei den Hunden hingegen sieht man viele krause Stirnen, weil auch nicht die geringste Beißsre mit den Artgenossen geduldet wird.__ „Jim durch die Siegesattee." Umbau der Friedrich-Ebert-Straße vor der Dollendung. Der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Lennti- st ra ß e und Brandenburger Tor ist nunmehr im l etz t« n Baustadium. Die eigentlichen Arbeiten ssnd vollendet. Di« Straßenbahn benutzt bereite den neuen Meiskörper auf dem Mitteldamm, und die alten Schienen auf dem Fahrdamm in Richtung Brandenburger Tor werden herausgenommen. Auch die Ecke Lennöstraße— Friedrich-Ebert-Straße ist noch nicht wieder voll- kommen asphaltiert. Während bisher der ein« Damm als Spezial- fahrftrecke zur Fahrt vom Brandenburger Tor zur Lennästraße und zurück diente, wird der Verkehr setzt so geregelt, daß der ein« Damm für die Richtung zum Brandenburger Tor und der andere Damm für die Richtung vom Brandenburger Tor benutzt wird. Ilm den Verkehr an dieser Eck« etwas zu mildern, hat man am Kemper-Platz große Schilder aufgestellt mit der Aufschrift„A n- fahrt durch Brandenburger Tor durch die Sieges» a l l e e*. Auf diese Weise wird auch vor dem Brandenburger Tor selbst der 5kr«uzungsoerkehr vereinfacht. Erweiterung des pestalozzi-�röbel-Hauses. Da» in Schöneberg gelegene Pestalozzl-Fröbel-Hau» de«„Berliner Vereins für Voltserziehung, das für Mädchen und Frauen«ine Reihe Anstalten zur Ausbildung in beruflicher H a u s w! r ts cha s ts. und Erziehung». Am Mittwoch, dem 25. April 1328, 13'/, Uhr. im„Sportpalast", Potsdamer Straße 72. Es sprechen: Arlur Erispien, Alb. Falkenberg. Gertrud Hanna. Franz Künstler, Toni Sender. Otto Mels über Sie Sozialdemokratie und die bevorstehenden Wahlen Masseachöre des Deulschen Arbeiter-Sängerbundes.— Fanfarenbläser des Reichsbanners. Fahnen und Banner mitbringen, Die Arbellerläuger treffen sich zur gesanglichen Mtwirkoug spätesten» 13 Uhr Bundeskarte oder Ausweis um Eingang vorzeigen. tättzkelt geschaffen hat, ist in den letzten Jahren immer stärker in Anspruch genommen worden. Im Jahre 1923 hatten die Aus- bildungslehrgänge des Pestalozzi-Fröbel-Hauses zusammen 325 Schülerinnen, im laufenden Sommerhalbjahr 1328 aber werden sie von rund 1299 Teilnehmerinnen besucht. Infolgedessen hat ein E r- weiterungsbau ausgeführt werden müssen, dessen Kosten mit Hilfe eines Hypothekendarlehens aufgebracht wurden. Bei der E i n- weihungsfeier, die am Sonnabend stattfand, hielt der Vor- sitzende des Deretns, Minister a. D. D o m i n I c u s, die Festrede. Er sprach von dem wachsenden Zudrang der„Töchter ge» bildeter Stände* zu den verschiedenen Frauenberufen und auch zu den Ausbildungslehrgängen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses. Aber er sagte kein Wort darüber, daß man viel eher wünschen müßte. den Töchtern aus der werktätigen Bevölkerung den Besuch solcher Ausbildungsstätten ermöglicht zu sehen. Daß auch diese Mädchen In die Berufe der Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen, Iiigendleiterinnen, Werklehrerinnen usw. hinemgelangen können. sollte eigenllich gerade einem„Verein sür Volks erziehung* als erstrebenswert zelten.__ Lleber den Aordpol? T-l-Swnden-Flug von Alaska nach Spitzbergen. Oslo. 21. Aprll.' Räch einer von anderer Seite noch nicht bestätigte» Meldung des„Dagbladet" sind die amerikanischen Flieger wilkens und Eielson in 21 Skundea von Alaska nach Spitzbergen geflogen. Falls sich die Meldung bewahrheitet, müßt« es sich um sine außerordentliche Leistung der Nordpolüberfiiegung handeln. Nobile in Berlin. General Nobile, der Führer der„I t a l i a", ist am Frei- tagabend, aus Stolp kommend, zu einem kurzen inoffiziellen Besuch in Berlin«ingetrofsen. In der kommenden Woche wird Nobile Berlin abermals besuchen, um dem Reichspräsidenten, der Reichsregierung und dem Reichsverkehrsminister die offiziellen Besuche abzustatten und ihnen für die Ueberlassung der Halle in Slolp sowie für die Unterstützung durch die Reichswehr und den Wetter- Meldedienst zu danken. General Nobile hat am gestrigen Sonnabend dem italienischen Botschafter«inen Besuch abgestattet und hat dann eine Anzahl Unterredungen gehabt, die sich aus seine Nordpolexpedition beziehen. Wie wir hören, ist die„Jtalia* in Stolp startbereit. Die Nachfllttung des Wasserstoffzases und der Brennvorräte ist beendet. und auch die Reparatur der Dämpfungeflosse ist vollendet. Das Luftschiff liegt st artbereit>n der Halle, wird jedoch kaum vor Ablauf von acht bis zehn Tagen aufsteigen, da das Expeditions- hilfsschiff„Citta di Milano* noch immer nicht in Spitzbergen ein- getroffen ist. Erst wenn der Dampfer dort vor Anker gegangen sein wird, will Nobile Stolp verlassen, um nach der Landung in Spitzbergen, die von der Mannschaft des Hilssschisfes vorgenommen sind ein Vertrauensartiket. Die Qualität zeigt sich erst im Gebrauch. Wer darauf achtet, WO erkauft, weiß auchwi& erkauft,«g-g.;r_n £cht chines.(gesetzt geschützt» Ii kGuI 60 6 Pl 1' Juonopoldaunen p yr �......——, pfund M.f�sora-�pfd�um oberbettT y2 Quaeitätswure:an�o. Ä Sebastian-Str. 138 anderBismarcl<-Stn Der Wahlichwindel der Reaktion und ihrer Helfer wird, sein Luftschiff für die Fahrten nach dem Bol fertigzustellen. Am Sonntagnachmittag wird General Nobile voraussichtlich die italienischen Automobilisten empfangen, die am heutigen Sonnabend nachmittag, von Mailand fommend, in Berlin eintreffen sollen. Fast 60 Wagen des italienischen Automobiltlubs starteten am Freitag früh in Mailand zu einer Touren. fahrt mit dem Ziel Stolp in Pommern. Der erste Wagen traf gestern um 18,35 Uhr auf der Apusbahn in Berlin ein. Bis 20 Uhr hatten zwei weitere Wagen Berlin erreicht. Die übrigen Teilnehmer der Huldigungsfahrt folgten in turzen Abständen. Das Gros der Fahrer wurde bereits um 5 Uhr in Berlin erwartet; vermutlich war das trübe und regnetische Better schuld an der Ber. zögerung Buchthaus für einen Justizanwärter. Gestempelte Strafmarten wurden als neue verkauft. Die rätselhafte Attenbefeltigung auf dem Amtsgericht Werder a à H., die feinerzeit großes Auffehen erregt hat, war Gegenstand einer Verhandlung vor dem erweiterten Potsdamer Schöffengericht. Angeklagt war der 23jährige Juftijanwärter a. D. Walter Bed aus Werder an der Havel, dem fortgesetzte Attenunterschlagung. Belfeitefchaffung und Bernichtung von Aften und Bestechung zur Caft gelegt sind. Mit ihm hatte sich zu verantworten der 30jährige Kanzleiangestellte Kurt Fuhrmann aus Werder, dem Belfeiteschaffung von Urfunden zur Cast gelegt wird. ist schon in vollem Gange.- Ihm muß mit größter Energie entgegengetreten werden. Das foftet viel Geld. Freiwillige Beiträge für den Wahlfonds der SPD. in Berlin zahle man deshalb schnellstens auf Postscheckkonto 48743 an Aller Pagels Berlin SW 68, Lindenstr. 3, ein. Besichtigung völlig aus der Luft gegriffen gewefen. Uus verschiedenen Unstimmigkeiten in den Aussagen von Bater und Tochter zog ber Bertreter der Anflage Zweifel, ob nicht bie Angeklagte doch ursprünglich die Wahrheit gesagt habe, weshalb er deren Freisprechung beantragte. Das Schöffengericht aber hielt es für zweifellos, daß die Angeklagte ihren Bater falsch beschuldigt habe. Trog der baburch bewiesenen niebrigen Gesinnung ging das Gerid wegen ber Jugend der Angeflagten nicht über die mindest ftrafe von 1 Monat Gefängnis hinaus und gab thr auch Strafausseßung. Es wurde aber an diesen Gnadenbeweis die Bedingung gefnüpft, daß die Angeklagte sich während der drei jährigen Bewährungsfrist unter die Schubaufsicht bes Jugendamtes ftelle. Die Angeklagte erklärte, daß sie sich überlegen wolle, ob sie das Urteil annehmen tänne oder Berufung ein legen wolle Freidenfer Bezirkskonferenz. „ Berbandsaufban" stellt jetzt den Vorstand. Der Angeklagte führte eine flotte Lebensweise, und um fich bazu Geld zu verschaffen, verfiel er auf einen ganz eigenartigen Trid. Bon alten Strafatten löfte er bie bereits gestempel. ten Strafmarten ab und vertaufte fie, nachdem er bie Nachdem durch Urwahl die Delegierten des Berliner Bezirts Marten neu geftempelt hatte, weiter. Im Zusammenhang damit der verbandes des Berbandes für Freidenfertum und Feuerbestattung nichtete der Angeklagte eine große Anzahl dieser Atten, indem er sie gewählt waren, fand am Sonnabend abend im Neuköllner Rathaus nach seinem Geständnis verbrannte bzw. auf dem Boden feiner die Delegiertentonferenz statt. Genosse Rüdert vom elterlichen Wohnung in Werder verstedte. Auch Ordnungs. Hauptvorstand eröffnete die Konferenz und führte während der Dauer der Tagung den Borsig. Die Kommunisten versuchten schon Dauer der Tagung den Borsig. Die Kommunisten versuchten schon nummern sind von dem Angeklagten in zahlreichen Fällen verbrannt bei Beginn der Tagung durch unfimmige Geschäftsordnungsanträge Ein andermal wieder stellte er einen fingierten bie Berhandlung zu erschweren. An dem geschlossenen Widerstand 3ahlungsbefehl aus, und das eingetriebene Geld behielt er der Vertreter der Liste Verbandsaufbau" scheiterten aber alle für sich. Der Angeklagte hat ferner zahlreiche Attenstüde dem Ge Störungsversuche. Die Tagung fonnte einen ruhigen Berlauf fchäftsverkehr bodurch entzogen, daß er sie einfach unter alte Cheaften nehmen. Genosse Mehlhose gab den Geschäftsbericht. Daran verstedte. In Aufwertungsfachen fertigte er für die Antrag schloß sich eine furze Distuffion, in der die Opposition ihre be ſteller in Gastwirtschaften amtliche Protokolle aus und ließ fannten Borwürfe erhob. Zu den Wahlen für die Bezirksleitung fich dafür freihalten. Gebühren, welche die Werderschen Obftzüchter hatten beide Fraktionen, Berbandsaufbau" und Opposition", Bor in Aufwertungsangelegenheiten zahlten, behielt der Angeklagte in einigen Fällen auch für sich. Wurde ihm die Arbeit zu sauer und schläge eingereicht. Die Liste des Berbandsaufbau" murde blieben die Aften unbearbeitet liegen, dann wurden fie von dem fetzt sich folgendermaßen zusammen: Bezirksleitung Genoffe Friz mit 24 gegen 14 Stimmen gewählt. Der neue Borstand Angeklagten vor der Reviſion ſo gründlich versteckt, daß tein Beamter Schmidt. Salzmann, Bollny, Frau Sydow und Dally. Für den fie miederfinden konnte. Die Berliner Kriminalpolizei bedte die Ber- Hauptvorstand wurden gewählt: Genoffe. Sattichneider, fehlungen auf und ermittelte auch den Kanzleigehilfen, der im Berein Huhn und Günther. Für den Aufsichtsrat: Genosse Güth und mit Bed vor den Revisionen ebenfalls einen großen Teil der Aften Rarret, für den Beirat Genosse Krüger und als Revisoren Genoffe. verschwinden ließ. Sie wurden später in allerhand Bersteden Ortung und Diener. miedergefunden. Nach dem Antrage des Staatsanwalts murde Bed zu einem Jaht fünf Monaten 3uthaus umd 300 Mart Geldstrafe nerurteilt. Die Geldstrafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Fuhrmann erhielt zwei Monate Gefängnis, bei einer Straf aussetzung von drei Jahren. Beide Angeklagten nahmen das Urteil an Vater und Tochter. Falsche Anschuldigung gegen den eigenen Vater. Begen wissentlich falscher Anschuldigung ihres eigenen Baters mit einem nur durch Zuchthaus zu ahndenden schweren Verbrechen, hatte sich gestern die achtzehnjährige Tochter eines Lokomotivführers vor dem, Großen Schöffengericht in Moabit zu verantworten. Zum erstenmal feit einem Jahr Quertreiberei der Kommunisten hat die Berliner Organisation des Berbandes wieder einen ord mungsmäßigen Borstand, der arbeitsfähig ist. Die Wahl wird auch in die Freidenferbewegung die Ruhe bringen, die notwendig ist, um die Kulturaufgaben des Verbandes zu erfüllen. Mit der gestrigen Wahl ist die Macht der Kommunisten im Berliner Frei benterverband gebrochen. Für die Sozialdemokratic. Der Bezirk Niederschönhausen trat jetzt auch mit einer öffentlichen Rundgebung in den Wahlkampf. Der Besuch in diefem an der Peripherie Berlins gelegenen Borort war aus gezeichnet. Mit dem Gesang:" Brüder, zur Sonne, zur Freiheit", wurde die Kundgebung stimmungsvoll eröffnet. Die Referentin, Genoffin Mathilde Wurm, nahm in längeren Ausführungen zu der Katastrophenpolitit des Bürgerblods Stellung und brandmarkte die verlogenen Wahlaufrufe der Deutschnationalen. 3war haben wir in Deutschland die Demokratie des Stimmzettels, aber für uns bedeutet sie nur eine Etappe auf dem Wege zur sozialen Demotratie. Erst die wahre soziale Demokratie wird uns den großen Boltsstaat der Zukunft, in dem die Menschen ein menschenwürdiges Dafein führen, bringen. Am 20. Mai hat die arbeitende Bevölke rung Gelegenheit, ihre politische Reife zu beweisen. Wer für den Sozialismus, für den internationalen Gedanken der Bölkervereini gung ist, deffen Pflicht muß es sein, seine Stimme der Sozialdemokratischen Partei, der Partei der Arbeitnehmer, zu geben. Zum Schluß wurde der Wahlfilm„ Dein Schicksal" gezeigt; beim Er scheinen der Bilder Bebels und Eberts jegte spontan starter Beifall ein, der nicht enden wollte. Das junge Mädchen war eines Tages bei der Kriminalpolizei erschienen und hatte gegen den Bater Strafanzeige er. stattet, daß er sich an ihr unter schwersten Mißhandlungen und Bedrohungen vergangen habe und daß er auch der Vater des von ihr zu erwartenden Kindes sei. Später hatte das junge Mädchen ihre Beschuldigungen als unwahr zurüdgenommen und war nun felbft angetlagt worden. In der Verhandlung geftand sie auch zu, daß sie ihren Bater falsch beschuldigt habe, und zwar mit der Absicht, aus strenger Rucht wegzukommen. Der Vater hatte sie bei der geringsten Kleinigkeit auf das schwerste mißhandelt. Oft habe er sie gefeffelt und auf den nadten Körper mit dem Stod geschlagen. Der Vater des Kindes sei ein Mann, den sie in einem Verein fennen gelernt habe. Der Lokomotivführer gab zu, daß er seine Tochter wegen ihrer leichtsinnigen Lebens- In den Musitersälen, in der Kaiser- Wilhelm- Straße, reführung und schlechten Charaktereigenschaften in der von ihr an- ferierte. in einer gutbesuchten öffentlichen Wählerversammlung der gegebenen Weise häufig gezüchtigt habe. Im übrigen aber sei die| Vorsitzende des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, Genoffe Tar Uneas Nauns. Nats in der letzten Woche Des Monats besondere. Raufgelegenheiten! now. An Hand vieler Beispiele tennzeichnete er die unheilvolle Bolitif des Bürgerblods. Auch in der Wirtschaft tam diese Politik sehr zum Schaden der arbeitenden Bevölkerung zum Ausdruc. Tarnow ernete für seine Ausführungen starten Beifall. Trotz der angekündigten freien Aussprache meldete sich ein Gegner zum Wort und Genosse Riese tonnte die Bersammlung mit einem Hoch auf die Sozaldemokratische Partei schließen, nachdem er noch alle Anwesenden ermahnt hatte, am 20. Mai ihre Pflicht zu hm. Die bulgarische Erdbebenkatastrophe. Ein Augenzeuge berichtet. Sofia, 21. April,( Eigenbericht.) Die Sora veröffentlicht folgende anschauliche Schilderung eines Augenzeugen der furchtbaren Erdbebentataftrophe in der gänzlich zerstörten Stadt Barifomgrad: Die ganze Nacht heute ein fredlicher Sturm, ber refige Staubwolten aufwirbelte. Am nächsten Morgen um 11 Uhr ähnlich einer entfernten Artilleriefanonade. Im gleichen Augenbite ertönte ein unheimliches unterirdisches Donnern, begann der Baden mellenartig zu fanten. Ein Ortan fegte über die Stadt. Nach wenigen Momenten bot bie Stadt ein ent feßliches Bild der Berwüstung. Schornsteine, Häufer brachen unter furchtbarem Krachen zusammen. Gellende Schreie ertönter. Ueberall Szenen des Jammers. Mütter suchten ihre Kinder und Kinder riefen nach den Eltern. Als der erste Schreck vorüber war und auch die Erbe wieder still lag, rannten die Leute wie finnlos über die mit Geroll und Schutthaufen bedeckten Straßen hinaus auf das freie Feld. Ein neuer Erdstoß erfolgte, aber meniger heftig. Die erregt zusammenstehenden Gruppen stober in panischem Schreden auseinander. Ueber der Stadt lag Grabes ftille Alle Häuser waren eingestürzt oder so beschädigt, daß sie nicht mehr bewohnbar finb. Die neue Schule und Kirche bilden einen einzigen Trümmerhaufen. Humberte von Millionen Bewa werden nötig sein, um die Wun ben des Karsamstagmorgens dieses Jahres zu heilen. Ischir= pan, Borisomgrad, Stara Zagora, Hastovo, Philippopel und 28 Dörfer der Umgegend liegen in Schutt und Trümmern ober haben schweren Schaben erlitten. Die Weinbauernstadt Tschirpan liegt in einiger Entfernung des Bahnhofs, der vollkommen in sich zusammengefallen ist. Das größte Ge bäude der Stadt, das fechsstödige Haus der Genossenschaftsbant ist völlig verschwunden. An seiner Stelle befindet sich ein fünf Meter hoher Schutthaufen, aus dem Steine, Betonblöde und Tabalballen hervorragen. Die Bevölkerung nächtigt auf freien Plägen, fogar auf dem Friedhof. 2% Uhr nachmittags, im Staatlichen Sillertheater, Charlotten Bestefsbildungsausschuß Groß- Berlin. Am Sonntag, dem 22. April, but Rufit, offtengemalbe in vier Bildern von grant Bebetind. burg, starten a 1,20 M. noch im Theater. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, dem 21. April. 1. Rennen. 1. Lucrezia( Streienbrint), 2. Marc Anton( Baiten), 3. Tannfönig( Schreier). Toto: 37:10. Blag: 22, 31: 10. Ferner liefen, Grand Mouffeur, Lichtung, Lall. 2. Rennen. 1. Froher Mut( Schnizer), 2. Barchemin( Leutn. Biebig), 3. Winterweide( H. Schmidt). Toto: 28:10. Blaz: 12, 14, 16:10. Ferner liefen: Erdfertel, Battle Cruiser, Schwertlilie, Girant. 3. Rennen. 1. Dpar( Haufer), 2. Rodentopf( Echols), 3. Brätenbent ( Gichborn). Toto: 13:10. Blag: 10. 12: 10. Ferner lief: Honnef. 4. Rennen. 1. Quo vadis( Leutn. v. Horn), 2. Gerwin( Leutn. Jah), 3. Oberjäger( Leutn. Wimmer). Toto: 116: 10. Plaz: 40, 119, 84: 10. Ferner liefen: Namen, Enzian, Le Challenge, Credulite, Daubenton, Falter, Leltes, Bezma, Per mala, Boros, Niederwald. 5. Rennen. 1. Turmalin( Hauser), 2. Werden( W. Schmidt),& Eins tracht II( dermann). Toto: 15: 10. Blag: 11, 18, 12: 10. Ferner lejen: Dtfried, Lotte, Greif, Favoritin. 6. Rennen. 1. Stephanie( Franzte), 2. Mirabelle( Rutulies), 3. Cafar II( Michaelis). Toto: 141: 10. Blaz: 40, 33, 51: 10. Ferner liefen: Hargreife, Diamant, Latoon, Jrlutst, Senow, Marinka, Mataja Schildhöte, Franzia, Schlehblüte. 7. Rennen. 1. Artane( D. Schmidt), 2. Heluan( Tarras). 3. Minen töntg( M. Schmidt). Toto: 26:10. Blat: 12, 13, 18:10. Ferner liefen: Saifertag, Griland, Patachon, Drmuds, Geraald, Altenau, Alsterblümchen, Ferne. Die Hausfrau überlegt! Seber Tag erfordert Einfegung ihrer vollen Arbeitskraft. Das Kräfteverteilen, Zusammennehmen, Umorganisieren dark niemals aufhören. 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M Milchtöpfe.... 105 bis 175 Zuckerdosen. 160 bis 215 Kuchenteller....... 275 77 Teile, 12 Personen 45M 125 M 135M Kaffeetasse. 130 Steingut Weiß Porzellan Speiseteller gerippt mit Fehlern Speiseteller let od. Blach 25 Pt. Dessertteller 21. 22 cm 18 Pt. Kompotteller 16 u. 17 cm 12 PL. Terrine 225 Kartoffelnapf...... 10 85 Pt. Sauciere Platten... 78 Pf. bis 210 Salatieren 55 Pt. 95 Pt. Beilageschale 35 Pt. Kaffeekannen 60 Pt. bis 110 Teekannen 65 PL. bis 10 Milchtöpfe.. 12 Pt. bis 65 Pf. Tassen wels... 15 Pt. Bleikristall Sonnenschliff .. Kompotteller 15 cm 295 Kompottieren 16 cm... 625 Jardinieren 16 cm 525 Bonbonnieren 525 bis 1175 Vasen 21 cm 675 .. Römer farbig.. 250 bis 395 Sonnenschliff mit kl. Fehlern Schalen rund... 775 bis 1375 Kuchenteller 1575 1875 Jardinieren 1275 bis 2650 Blumenvasen 425 bis 1575 11. Töpfereien Bunzlauer Art Kaffeegeschirr, Vasen, Schüsseln usw. weiß, tief oder flach mit Fehlern 12 PL Dessertteller m. Fehlern 10 Pf. 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Beilage des Vorwärts Konflikte in der Schwebe. 3m Ruhrbergbau und in der Metallindustrie. Der Reichsarbeitsminister hat verlauten lassen, daß| Angestelltenratsmitgliedern 22 auf ben Af- Bund( bavon er sich erst im Laufe der nächsten Wochen darüber schlüssig 17 auf den Butab), 12 auf den Gd2., 2 auf ben Gebag; ferner werden will, ob er nachdem alle Verhandlungen gescheitert sind- find 2 Unorganisierte und ein oberer Wertsbeamter zu Angestellten räten gewählt worden. Da im Bergbau insgesamt 210 Schachtden Ruhrbergbauschiebsspruch für verbindlich er= anlagen im Betriebe sind, steht also das Ergebnis von 106 noch aus. tlären wird oder nicht. Im sächsischen Steinfohlenbergbau sind die Ver handlungen über die Lohnforderungen der Bergarbeiterverbände mit bem Bergbaulichen Verein am Freitag ebenfalls gescheitert. Auch hier machten die Unternehmer es fich recht leicht, indem sie erklärten, feine Lohnerhöhung bewilligen zu fönnen. Man scheint hier erst den Ausgang der Bewegung im Ruhrbergbau abwarten zu wollen. Die drei Schiedssprüche für die Metallindustrie im Freistaat Sachsen find von beiden Teilen abgelehnt worden. Die Nachverhandlungen zu den Schiedssprüchen finden am tommenden Mittwoch im Reichsarbeitsministerium statt. In Hannover foll morgen die Aussperrung der 15 000 Arbeiter in sämtlichen Betrieben der Metallindustrie erfolgen, als Gegenmaßnahme des Verbandes der hannoverschen Metallindustriellen gegen Teilstreits der Arbeiter.. Auch in der badischen Metallindustrie scheint es zu einem größeren Konflikt zu fommen, nachdem die Metall. industriellen Mittelbadens den Schiedsspruch abgelehnt haben. Mtb. berichtet, daß die Arbeiter in zwei größeren Berten zum 3. Mai das Arbeitsverhältnis gekündigt haben und 18 000 Metallarbeiter die Arbeit niederlegen, falls bis zum 3. Mai feine Einigung erfolgt ist. Der Konflift in der westfälischen Zementindustrie. Nach zweitägigen Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium muß festgestellt werden, daß alle Verfuche, den Konflikt auf friedlichem Wege beizulegen, gescheitert sind. Die Arbeiterschaft bat bas Arbeitsverhältnis zum 26. April gekündigt. Nach Ablauf dieser Frist wird der Streit in der gesamten westfälischen Bementindustrie einfeßen, falls inzwischen die Unternehmer sich nicht noch zu den notwendigen Zugeständnissen bereit erklären sollte. Auch die Werkmeister sind vogelfrei. Der Arbeitgeberverband der Deutschen Tertile industrie verschickt in letzter Zeit an seine Mitglieder sehr beachtliche Rundschreiben. Das letzte hat folgenden Wortlaut: Mit unserem Rundschreiben Nr. 127/ M. vom 3. März 1928 Lgs. No. 8324 hatten mir befanntgegeben, daß bei de. dem Berband Süddeutscher Tertilarbeiter, Augsburg, angehörigen Firma J. B. Bemberg A.-G., Wert Augsburg, eine Anzahl Meister infolge Arbeitsstreitigkeiten gekündigt hatten, und hatten gebeten, zu veranlassen, daß dicle Meister bei anderen Firmen im Bereiche unserer Mitgliedsoerbände gegebenenfalls nicht zur Einstellung angenommen würden. Die Streitigkeiten haben inzwischen ihre Erledigung gefunden, so daß die Sperre nunmehr hinfällig geworden ist." Wäre die Sperre nicht so rasch hinfällig geworden, dann fonnten Me betreffenden Meister lange nach einer neuen Stellung suchen. Much den Meistern fann nur die Organisation, die gegenseitige Solibarität helfen. Angestelltenratswahlen im Ruhrbergbau. Bochum, 21. April.( Eigenbericht.) Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen der Betriebs- und Angestelltenratswahlen im Ruhrbergbau sind in 94 Schachtanlagen insgesamt 474 Angestelltenratsmitglieder gewählt worden. Davon entfallen auf den 22- Bund 279 Sike( davon 181 auf den But a b), auf den GdA. 104, auf den Gedag 48, auf den Verband oberer. Bertsbeamten 16, auf die Unorganisierten 28 Sige. Aus dem linfsrheinischen Bergbaugebiet liegt das Gefamt ergebnis vor. Hier entfallen von den insgesamt 39 gewählten Sonntag, 22. April 1928 Achtung, Bauflempner! Nachdem beide Tariftontrahenten dem vom Schlichter GroßBerlins gemachten Borschlag zugestimmt haben, beträgt der Stundenlohn für die Zeit vom Für Klempner Für Junggesellen im 1. Jahre nach beendeter Lehrzeit. Für Junggesellen im 2. Jahre nach beendeter Lehrzeit. Für Helfer. 1.4.- 30. 9. 28. 1. 10. 28.- 31. 3. 29. 1,55 Mt. 1,28 • " 1,59 mi. 1,32" 1,39 " 1,28 " 1,43 1,32" " Gedruckte Lohntarife sind in den nächsten Tagen in unserem Bureau, Linienstraße 83/85, Zimmer 20, zu erhalten. Wo diese Lohnvereinbarung der Mineralwafferarbeiter. uns umgehend Witteilung zu machen, damit' bie Differenzen geregelt werden können. Die in den Groß- Berliner Mineralwafferbetrieben beschäftigten Arbeiter, die einen alten Stamm im Deutschen Berkehrsbund bil den, hatten ihren Lohnvertrag zum 30. April 1928 gefündigt und eine Lohnerhöhung von 8 Mart pro Woche, auch für die Frauen, ge fordert. Bei den Verhandlungen fam es schließlich zu einer Berständi. gung dahingehend, daß mit Wirkung vom 1. April 1928 die Löhne Laubenkolonisten Es ist unser Bestreben, die Laubenkolonien Groß- Berlins, soweit sie irgend durch Boten erreicht werden können, mit dem ,, Vorwärts" zu beliefern. Wir bitten daher alle Leser unseres Blattes, welche die Zustellung der Zeitung in die Laubenkolonie wünschen, ihre genaue Adresse unter Angabe, wo die Kolonie liegt, der Spedition oder der Hauptexpedition mitzuteilen. Gleichzeitig werden diejenigen Leser, welche die Zeitung bereits umbestellt, aber nichterhalten haben, um Angabe ihrer genauen Adresse gebeten. Vorwärts Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 um 4,50 Mart für Männer und Frauen erhöht wurden. Die Löhne betragen mithin 52 m. bis 61 m. pro Woche, je nach der Tätigkeit. Eine gut besuchte Versammlung im Dresdner Garten" nahm den Bericht entgegen. Die Distuffionsredner monierten, baß die Dauer des Vertrages von einem Jahre viel zu lange jei. Dem fonnte entgegengehalten werden, daß außerordentliche Berhältnisse auch außerordentliche Mittel erfordern und die Unternehmer ficherlich dann auch eher mit sich reben laffen, als die Großunternehmer. Außerdem ist eine miettlaufel im Bertrage festgelegt. Der Lohnvertrag wurde alsdann mit Mehrheit angenommen. Bertragsparteien haben wegen der Außenseiter wiederum die allgemeine Verbindlichkeit des Lohnvertrages beim Reichsarbeitsministerium beantragt. bzüge des Lohnabkommens find gegen Mitgliedsausweis im Bureau, Zimmer 31, zu haben. Die Beschlossen wurde ferner, am Dienstag, dem 1. Mai, fich geschlossen an der Demonstration des Deutschen Berkehrsbundes zu beteiligen. Treffpuntt 10,15 Uhr vorm. Küstriner Platz. Die Legitimationstarte für die Kutscher und Mitfahrer, die afs Ausweis für die Zugehörigkeit zur Organisation dient, wird von ben Einfaffierern geftempelt. Aufgabe der Arbeiterschaft wird es fein, in den Gastwirtschaften, Rantinen und sonstigen Geschäften nach der Kontrollkarte zu fragen, damit diejenigen, welche gern die Beiträge sparen, ebenfalls an ihre Pflicht als Arbeiter erinnert werden. Streif in den Beltener, Ofenfabriken. Die in den Veltener Ofenfabriken beschäftigten Hilfsarbeiter stehen seit dem 20. April im Streit. Die bisherigen Verhandlungen haben zu feinem Ergebnis geführt. Vor Zuzug wird gewarnt. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdrud gebeten. Verband der Fabritarbeiter, Zahlstelle Belten. Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Die Bertreter der Ortsverwaltungen und Mitglieder der Ausfüffe der Innungen und der Handwerkskammer haben am Montag, dem 23. April, um 20 Uhr, im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, ihre nächste Zusammenkunft. Genosse Schlimme vom ADGB. wird über Handwerksnovelle und Gewerkschaften" sprechen. An Stelle der ursprünglich geplanten Belebung des Handwerfs durch eine Reichshandwerksordnung, die an dem Widerstand ber Industrie und Arbeiter scheiterte, soll munmehr eine Handwerksnovelle diesem Zwecke dienen. Der Entwurf einer Handwerksnobelle lag dem Reichswirtschaftsrat zur Behandlung vor. Ueber das Ergebnis wird Schlimme berichten. Die wichtige Tagesordnung erfordert unbedingte Teilnahme. Berbandsbuch und die von dex Gewerkschaften bzw. der Jugendzentrale besonders zugestellte Einladung legitimiert. ADGB., Ortsausschuß Berlin. Achtung, SPO..Fleischer! Am Dienstag, 24. April, 20 Uhr, findet in Boekers Festfälen, Weberstr. 17, eine Fraktionsfigung statt. Sagesordnung: 1. Die Tommenden Wahlen." Referent Genosse Riens. 2. Aussprache. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft gilt als Ausweis. Der Fraktionsvorstand. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. 5. Bezirk Webbing: Bergen, Montag, 19 Uhr, in der Schulaula in Berlin, Pantstr. 17, BezirksversammJung. Der 1. Mai und seine Bedeutung." Referert Kollege Bolenete. Bericht über die Lohnbewegung. Verbandsangelegenheiten. Achtung! Die Funktio näre des Bezirks treffen sich um 18 Uhr im Loka! Sängerheim, Weddingftraße 9. Bezirt 17, Lichtenberg: Mitgliederversammlung am Dienstag, 24. April, 19 Uhr, im Enzeum Partaue, Bezirk 7, Charlottenburg: Dienstag, 24. April, 19% Uhr, findet im Ebenpalast, Raifer- Friedrich- Str. 24, eine große Werbefundgebung statt. Unorganisierte und Familienangehörige jind mitzubringen. Die Bezirksleitungen. Af- Bertreterversammlung morgen, Montag, 19% Uhr, im Jugendheinr des Berkehrsbundes, Engelufer 24-25( Eingang B des Oewertschaftshauses, Erdgeschoß). Bortrag: Das Berliner Berufs- und Fachschulwesen." Referent Magiftratsschulvat Schulze. Hierzu müssen die Af- Mitglieder der Beiräte der Berufs- und Fachschulen erscheinen! SPD.- Solzarbeiter, Bezirk Often III. Dienstag, 24. April, 17 Uhr. bei Echentte, Kroffener Str. 14, Ede Simon- Dach- Straße, wichtige BesprechungAlle Genoffen müssen erscheinen. Der Werbeausschuß. AFA- Mitglieber der Geldschrankfabriken und Baustoffereien. Branchen. Derfammlung am Dienstag, 24. April, 19% Uhr, im Rosenthaler Hof, Rojens thaler Str. 11-12. Stellungnahme zum Gehaltsschiedsfprud). Erfcheinen aller Butab. Angestellten unbedingt erforderlich. DWB. 8bg. traße 17, allgemeine Mitgliedernerfammlung. Bericht von der LohnverhandTapezierer. Am Dienstag, 24. April, 19 Uhr, in Boekers Festfälen, Weber lung. Ohne Verbandsausweis tein Zutritt. Zinoleum und Zeppichleger. Morgen, Montag, 11 Uhr, im Gewerkschafts haus, Eugelufer 24-25, Caal 1, Bersammlung aller Linoleum und Teppich Teger. Sugenbgruppe bes gb. Seute vormittag fportliche Uebungen auf dem Sportplag in Spandau. Die Teilnehmer treffen fich pünktlich 9 hr am Bht. Spandau- West. Außerdem Werbefeier für die Schulentiaffenen for Rorben, 19 Uhr, Danziger Str. 62( Altersheim). Darbietungen: Must, Ansprache, Rezitationen, Aufführung. Die Schulentlassenen und ihre Eltern find a der Beranstaltung herzlichst eingelaben. Morgen, Montag, 1914 Uhr, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Rorben: Jugendheim Kastanienallee 81. Freu ben und Leiben im Beruf"( Heilbrunn). Tempelhof: Jugendheim in der Germaniaftr. 4-6. Seiterer Abend. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstraße 4. Wirken und Ziele des 8b."( Klug). Gymnastik für Mädchen ( Leitung Erika Herrmann) 20 Uhr im Jugendheim des Ortsbureaus. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Conntag, Besichtigung folgender Feuerwachen: Nordkreis: Feuer mache Oberberg und Schillerpart. Oftkreis und Oberspree: Feuerwache Memel. Cübfreis: Feuerwache Neukölln. Rorbwefttreis: Feuerwachen Suarez und Schillerpart. Morgen, Montag, Zusammenkunft der Gesellen ausschußmitglieder, Bertreter der Orisverwaltungen und Gruppenleiter im Gaal 1, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, um 10% Uhr. Zutritt haben auch der 1. und 2. Gruppenleiter. Bufammenkunft der Mädels im Jugende heim des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 83-85, um 20 Uhr. Lichtbildervortrag: Tracht und Mode im Wandel der Zeiten." Referentin Ge nossin hartig. Menschen, Göttern gleich... räfte ber Revolution auf fünfzig Jahre hinaus zerstört. Er erheben. 75] Roman von Herbert George Wells. Es gab Mißgriffe und Rückschläge, weil die Mächte der Revolution noch im Zwielicht an der Arbeit waren. Der große Verfuch und der große Mißerfolg der sozialistischen Bewegung, einen neuen Staat in der Welt zu gründen, war zu Lebzeiten Mr. Barnstaples geschehen; Sozialismus war das Evangelium feiner Knabenzeit gewesen. Er hatte an seinen Hoffnungen, seinen Zweifeln, seinen ernsten inneren Ronflitten teilgenommen. Er hatte erlebt, wie die Bewegung ihren Reiz verlor und in der Enge der marristischen Formel Kraft sammelte. Er hatte gesehen, wie sie ihre aufbauende Kraft friegerischer Stärke opferte. In Rußland hatte er ihre Fähigkeit, zu zerstören, und ihre Unfähigkeit, zu organisieren oder aufzubauen, beobachtet. Wie jeder liberal denkende Geist in der Welt hatte er an den Fieberschauern bolschewisti scher Ueberhebung und bolschewistischer Mißerfolge Anteil genommen, und eine Zeitlang hatte es geschienen, daß dieser offene Bankerott einer großen, schöpferischen Bewegung nicht mehr und nicht weniger sei als der Sieg der Reaktion und daß er jeder Lüge, jedem Betrug, der Korruption, der traditionellen Anarchie und der absoluten Herrschaft, die das menschliche Dasein verfümmern und verfrüppeln, zu neuem Leben verhelfe... Aber jetzt, von diesem hohen Aussichtspunkt in Utopien aus, fah er flar, daß der Phönig der Revolution in Asche versinkt, nur um wieder neu geboren zu werden. Wenn ein großer Lehrer gehenkt wird, greifen die Schüler seine Lehren wieder auf. Revolutionen flammen auf und verfinfen; die große Revolution kommt unaufhaltsam und unvermeidlich. Die Zeit war nahe und in dem Leben, das ihm noch übrig blieb, mürde er selbst dazu beitragen, fie näher zu bringen, da die Kräfte jener legten und wahren Revolution nicht länger mehr im Zwielicht, sondern in der Morgen dämmerung am Werte sein würden, und Tausende von Männern und Frauen, jezt noch weit voneinander getrennt, unorganisiert und im Widerspruch zueinander stehend, würden durch das Anwachsen einer gemeinsamen Bision der ersehnten| freundlich gefinnt, start und schön, würden stolz auf ihrem Welt zueinander getrieben werden. Der Margift hatte die Planeten wandeln und ihre fühnen Gedanken zu den Sternen ,, Den Willen dazu vorausgesetzt," sagte Mr. Barnstaple. Nur der Wille ist nötig.".. keine Bision gehabt, er hatte nur für bestehende Einrichtungen Verdammung übrig. Durch seine aufgeblasene wissenschaftliche Heuchelei hatte er sich alle wirklich der WissenSchaft bienenden und fähigen Männer entfremdet; er hatte sie durch seine unduldsame Orthodoxie abgeschreckt, feine Wahnvorstellung, daß alle Ideen durch materielle Umstände gezeugt würden, hatte ihn dazu gebracht, Erziehung und Kritif zu vernachlässigen. Er hatte es unternommen, soziale Einigkeit auf Haß aufzubauen und hatte jede andere treibende Kraft zugunsten des erbitterten Klaffenfampfes verworfen. Aber jetzt in den Tagen des Zweifels und der Schwäche hatte der Sozialismus wieder seine Bision, und das tägliche Schaupiel einer proletarischen Diktatur wies noch einmal den Weg nach Utopien, nach der Forderung einer anständigen und gerechten, in Frieden lebenden Welt, deren Hilfsquellen ge schont und nur für das allgemeine Wohl ausgebeutet werden, in der jeder Bürger nicht nur von Knechtschaft, sondern auch von Unwissenheit befreit wird und deren überschüssige Energien zielbewußt auf die Bermehrung von Wissen und Schönheit gerichtet sind. Es war nun nicht mehr länger zu verhindern, daß jene Bision von immer mehr und mehr Köpfen aufgenommen wurde. Die Erde würde den Weg, den Utopien beschritten hatte, beschreiten. Auch sie würde Gesez, weben, als es die Menschen je gekannt hatten. Auch die Pflicht und Erziehung in gesündeſter Weise miteinander verMenschen würden bald über die Dinge lachen, die ihnen Furcht eingeflößt hatten, und würden den Betrug, der sie niedergehalten hatte, und den Widersinn, der ihr Leben gequält und verunstaltet hatte, beiseite räumen. Und wenn diese große Revolution erreicht war und die Erde sich im Tageslicht drehte, würde sich die Menschheit neugeboren aus ihrem Elend erheben und der Mut würde die Sorge aus dem Menschenherzen verdrängen. Die Erde, die jetzt nur eine Bildnis ift, manchmal fürchterlich, bestenfalls malerisch, eine Wildnis, unterbrochen von dürftigen bebauten Landstrichen mit Hütten, Spelunten und Schlackenhalden, auch die Erde mürbe an Lieblichkeit reich und schön werden, so wie dieses große Land schön war. Auch die Söhne der Erbe, von Krankheit befreit, 4. Von einer entfernten Stelle her erscholl der Klang einer fein abgetönten Glode, welche die Stunde schlug. Die Zeit für den Dienst, für welchen er bestimmt war, rückte heran. Er mußte hinuntersteigen und sich nach dem Ort bringen lassen, an dem das Experiment durchgeführt werden sollte. Er warf noch einen legten Blick auf die Schlucht und wandte fich dann dem weiten Ausblick auf das große Tal zu, mit seinen Seen. Beden und Terrassen, den Hainen und Bavillons, den Betriebsstätten und hohen Viadukten, den weiten, sonnenbeschienenen, bebauten Hängen und seiner umfassenden, herzerfreuenden Anmut. Lebe wohl, Utopien!" sagte er und entdeckte mit Staunen, wie tief bewegt er war. Teurer Traum von Hoffnung und Lieblichkeit, lebe mohl!" In trauriger Stimmung wegen seines Verlustes, der zu groß für Tränen war, stand er bewegungslos da. Es schien ihm, daß der Geist Utopiens sich wie eine Göttin freundlich und anbetungswürdig- und unzugänglich über ihn beugte. ich Sein Verstand stand still. ,, Niemals," flüsterte er endlich, für mich... Außer diene... Nein... Jetzt begann er die Stufen, die fich vom Aussichtsplatz hinunterwanden, hinabzufteigen. Eine Zeitlang merkte er wenig von den Dingen, die ihm zunächst umgaben. Dann drang der Duft von Rosen in sein Bewußtsein und er fand fich wieder, als er einen geneigten Säulengang, der mit großen weißen Rosen bedeckt und von kleinen grünen Bögeln start belebt war, hinunterschritt. Er blieb plötzlich stehen und fah himmelwärts zu den lichtgesättigten Blättern auf. Er hob die Hände in die Höhe und bog eine der großen Blüten herab, bis sie seine Mange berührte. Forthegung folgt.) Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin G 68, 2indeaftraße 3, für Groß: Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Sef, 2 Trep. rechts, 3 richten. Arbeiter- Sängerband Gau Berlin. Bir verweisen nochjatals auf die it. wirkung der Gänger an der Demonstration am Mittwoch, ben 25. April, in „ Sportpalast", 19% up, bin und ersuchen um stärkste Beteiligung. Lieber: Frühlingsstürme, Gefang der Völker, Sch warte dein". Den Ordnern burch Vorzeigen der Bundestatete oder Bereinskarte erkenntlich machen, rechtzeitig erfcheinen. Der Canverstand 1. Areis Mitte. Moning, 3. April, 19% Uhr, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Debrohlom, Eminemünder Str. 11. 2. Kreis Tiergarten. Dienstag, 24. April, 20 Uhr, bei Rrüger, Butligste. 10, Gigung des engeren Maitomitees. 3. Kreis Betbiag. Montag, 23. April, 19 Uhr, Eigung des erweiterten Kreisvorstande au bekannter Stelle. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 24. April, 20 Uhe, bei Alug, Danziger Straße 71, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes, 5. Arcis Friedrichshain. Montag, 23, April, 19 ht, in den Comeniusfälen, Memeler Gr. 67, Gigung des erwetterten Kreisvorstandes. 7. Areis Charlottenburg. Montag, 23. April, 19% Uhr, Fraktionsfigung mit Dienstag, allen Bürgerdeputierten im Bimmer 1 des Rathauses. 24. April, 19½ Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes im Zimmer 1 des Rathauses. 10. Kreis Zehlendorf. Montag, 23. April, 19% Uhr, bet Schilling, Dahlem, Königin- Luife- Straße 42/43, Borstandssigung. Bericht über ben außer ordentlichen Bezirksparte tag. Streisangelegenheiten. Der Borstand. 13. Areis Tempelhof. Montag 23. April, 20 Uhr, Fraktionsfißung in Tempel. hof, Dorfftr. 42 I. 15. Areis Treptow. Montag, 23. April, 19% Uhr, in Rieberschöneweide, Berliner Str. 38, Kreisvorstandssihung mit den Abteilungsleitern. Treff. punkt zur Teilnahme an der Rundgebung am Mittwoch Hochbahnbahnhof Bülemstraße, 18.45 Uhr. 16. Kreis. Dienstag, 24. April, 19% Uhr, in Köpenid an der bekannten Stelle, Kreisvorstandsßigung. Rundgebung am Mittwoch, 25. April, Sport. palast. Die Genossen des 16. Kreiſes ffen fid) um 18 Uhr am Aus. cang des Hochbahnbahnhofs Bülowstras in der Bülowftraße. Abfahrt Bahnhof Röpenid 17.22 Uhr. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, 23. April, 18 Uhr, Sigung der Bezirksver. ordneten mit ben Bürgerbeputierten im Rathaus, Rimmer 86. 19. Kreis Pantom. Montag, 23. April, 10% Uhr, im Türkischen Zelt, Bankow, Breite Str. 14, Kreisbelegierten verfammlung. Alle Genoffen müssen be, stimmt erscheinen. Heute, Sonntag, 22. April: 2. Plut. Ab 3 Uhr bei Ohngemach, Rommandantenfit. 88, Flugblattver breitung. 10. bt. 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Trimper, Flensburger Str. 3. Dienstag, 24. April, 19% Uhr, im gleichen Lofal Funktionärsizung. 24. st. Die Mitglieder beteiligen fich heute echt rege an dem Reichsbanner winzug. Abteilungsbanner und rote Fahnen find mitzuführen. Treff. punkt: 13 Uhr Arnswalder Blag. 33. Abt. 9 Uhr Flugblattverbreitung. Die Bezirksführer geben die Flug. Ilätter bis 10 Uhr in folgenden Lokalen aus: Abraham( früher Rienis), Lojad, Werialla und Hoffmann, 39. 916t. Flugblattverbreitung vom Genoffen Lucht, Lindenstr. 2, aus. 42. Abt. Abrechnung der Bezirksführer bet Höhlte, Bergmannstr. 69. 47. 90t. 19% Uhr bei Baaz, Naunynste. 44, wichtige Funktionärügung. 95. Abt. Reukölln, Tie Genoffen stellen fich zur Flugblattverbreitung ben Be airfsfibrern zur Verfügung. Die Genossen des 53. Bezirks treffen sich im Lokale Jägerstr. 10. 105. Abt, Adlershof. 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Bogel, Bismardfit. 74. 113. Abt. Lichtenberg. 9% Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Rahlabendletalen aus. 128./130. bt. Paalow. 9 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. Seinersdorf: 9 Uhr Flugblattverbreitung. Material ist von Lößner, Neukirch straße 55, abzuholen. 135. Mht. Karow, 9 Uhr Flugblattverbreitung im„ Bankgrafen", Bankgrafen. straße 3. Morgen, Montag, 23. April: 7. Abt. 19% Uhr in Cornis Festfälen, Gartenstr. 6, Mitgliederversammlung. Vortrag: Der neue Reichstag." Referent Hans Bauer. Bericht vom Be airtstag. 14. Abt. 20 Uhr bei Laurißen, Putbusser Str. 11, Funktionärßigung. Die Mitgliederversammlung am 25. April fällt aus. Die Genossen beteiligen sich an der Sportpalaft- Sunbgebung. 21. 6. 19 Uhr Funktionärsihung bei Rösner, Immanuelfirchstr. 25. 27. Abt. 19% Uhr in den Schönhauser Festfälen, Schönhanser Allee 129, Mitgliederversammlung( 3abiläumsfeier). Festrebnez: Abolph Soffmann. 29. Nat. 20 Uhr wichtige Funktionärsigung bei Burg, Prenzlauer Auée 189. Sliemand darf fehlen. 48. b. 1916 Uhr bei Hübner, Gitschiner Straße, Funktionärsigung. 55. Abt. Charlottenburg. 19% Uhe bei Röhrig, vormals Bohne, frage 45 Funktionärsizung. Schloß 84. 9 Pantwig. Zahlabend 19% Uhr ber Bezirke Rraustein, Möse und Peht im Deutschen Haus, Vittoriaftr. 43. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. 99. Abt. Brig- Budow. 19% Uhr bei Neumann, Chauffeeftr. 117, wichtige Funktionärtigung. 101. Abt. Sreptow. Ab Montag und nachfolgende Tage von 14 bis 21 Uhr Abschreiben ter Wählerlisten im Rathans, Treptow, Zimmer 14/15. Feder. halter und inte ist möglichst mitzubringen. 108. Abt. Röpeni. 10% Uhr bei Stippekohl, Schönerlinber Str. 5, Gigung aller Funktionäre. Erledigung der Wahlarbeiten. Erscheinen ist Pflicht. Dienstag, 24. April, 19% Uhr: EPD. Bolizeibeamte. Am Dienstag, 24. April, mm 17% he, findet in den Kammersälen, Teltower Str. 1-4( Ballesches Kor), eine Sigung ber parteigenössischen Bolizeibeamten statt. Tagesordnung: 1. Die Tommenden Wahlen." Referent Genoffe Karl Litte. 2. New bildung der Leitung. 3. Verschiebenes. Alle Bolizeibeamte, die Mit glieder der EBD, find, gleichgültig welchen Dienftgrabes oder Dienstzweiges, werden hiermit an dieser Bersammlung eingelaben. Baztet. mitgliedsbuch ist mitzubringen. Ohne Buch kein Zutritt. gez. Betaared. gez. Albinus. 8. st. 20 Uhr wichtige Funktionärßißung bei Ridert, Steinmesstr. 36a. 16. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung bei Krüger, Suffitenstr. 34, Ede Scheringstraße. Bortrag: Preußenpolitit." Referentin Marie Runert, M. d. L. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Gäste willfominen. 17. Abt. 1914 Uhr Zahlabende bei Loeffzt, Tegeler Str. 50. Hübner, TriftStraße 49 und Schreiber, Triftstr. 63. 18. Slbt. 19% Uhr Mitgliederversammlung in der Löwenbrauerei, Soch fireße 2. Filmvorführung: Dein Gidial." Nachdem gemütliches Bei fammenfein. 22. bt. Zahlabende finden nicht Mittwoch, 25., fondern Dienstag, 24. April, 20 Uhr in ben bekannten Lotalen statt. 23. Abt. 19% ühe öffentliche Abteilungsversammlung im Botal Steinader", Geeste. 42. Vortrag: Der Sozialismus im Wahlkampf." Referent Alexander Stein. Borwärtsleser und Sympathiserende find willkommen. 37. Abt. 20 Uhr Bazenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24, Mitgliederver. fammlung. Wichtige Tagesordnung. 56. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Liersch, Kantstr. 62, Funktionärsizung. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Pinger, Dorfftr. 50, Mitgliederversammlung. Vortrag: Bu den Wahlen." Referent Dr. Rosenfeld. Metallbetten 1250 Schlafchaiselongues 26.Plüschsofas 50 M., Ratenzahlung Berlin, Pappelallee 12 Gör Pankow, Schmidtstr.1 Berolina Gemeinnügige Baugenossenschaft e.G.m.b.5. Generalversammlung Montag, 30. April 1928, 15 Uhr, in der Konditorei Kähler, Flensburger Str. 19. Tagesordnung it. schriftl. Mitteilung. Der Vorstand. Berth. Zöllner. G. Niemenet. Habe mich als Facharzt für Beinleiden ( Unterschenkelgeschwüre, chron. Gelenkentzündungen, Krampfaderleiden, Plattfußbeschwerden) niedergelassen. Dr. med. Hurwitz Schönhauser Allee 92 I. Sprechst. 4-7 nachm Tel. Vineta 1829. Abbruch- Spritzpumpne Brennholz Reklamepreis v.7 M. an pro Raummeter 3 M. Handwagen kostenos zur Verfügung. Anton Galasch& Co. Charlottenburg, z. Sam Selbstaufstellen, Filtersanger Schlecke ve kauf. Krüger& 86. st. Marienbort. 19% he in der Schulania, Sönigstraße, Mitglieder. versammlung. Bortrag: Die politische Lage und bie tonunenden Wahlen." Referent Albert Faltenberg. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 96. Abt. Renköln. 19% Uhr bei Lohann, Bipperstr. 18/19, wichtige Funktio. närsigung. 136. Abt. Reinidendorf Dt. 20 Uhr im Lofal Resibenzfte. 1, Ede Hauptstraße, Mitgliederversammlung. Vortrag: Die politische Lage und die kommen. den Wahlen." Referent Hermann Harnisch, M. d. L. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Jungjozialisten. Gruppe Bilmersdorf. Montag, 23. April, 19% Uhr, im Jugendheim, Wilhelmsaue 123, Besprechung wichtiger Gruppenangelegenheiten. Alle Mitglieder werden bestimmt erwartet. Gruppe Weißensee. Seute, Sonntag, nehmen alle Geneffen an der Flugblativerbreitung teil. Treffpunkt: 8% Uhr bei Gallas. Montag, 23. April, im Jugendheim, Barkfir. 16, Gruppenabend. Besprechung wichtiger Organi fationsangelegenheiten. Alle Genoffen milffen erscheinen. Gruppe Reinickendorf- Ost. Montag, 23. April, 20 Uhr, im Jugendheim, Seebab, Refidensftr. 49 Bortrag: Gozialismus und Bevölkerungspolitik." Deffentl. Wählerfundgebungen Heute, Sonntag, 22. April: Prenzlauer Berg. 14 Uhr: Großer Werbeumzug unter Mitwirkung des Reichsbanners. Treffpunkte aller Genoffinnen und Genossen 13% Uhr Braunsberger Straße( am Arnswalder Plaz). Parteibanner, rote und schwarzrotgoldene Fahnen sind mitzubringen. Dienstag, 24. April: Schöneberg. 20 Uhr im Bürgerfaal des Rathauses Friedenau, Am Lauterplay. Rednerin: Regierungsrätin Hedwig Wachenheim. Friedrichsfelde. 20 Uhr im großen Saal von Tempel, Prinzen allec 45. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. 51. Abteilung Charlottenburg. 20 Uhr im Wohlfahrtssaal, KöniginElifabeth- Straße 6. Redner: Stadtverordnete Minna Todenhagen und Dr. Siegfried Kawerau. Männer und Frauen, erscheint in Massen! Dienstag, 24. April: 82. Abt. Steglik. Dienstag 24. April, pon 16 bis 18 Uhr Szeffex im Seim, Albrechtstr. 47. Spartaffe und Slabtbantfraktion. Dienstag, 24. April 16% Uhr, im Berliner Kindl, Breite- Str. 22, Fraktionsfigung. Alle in der Spar taffe und Stadtbant beschäftigten Genoffen haben zu biefer Sigung pünktlich zu erscheinen. Niemand darf fehlen. 25ßnez. LITEMS LIFE TEISTICHETTI Frauenveranstaltungen. Achtung, Genoffinnen! Die zweite nummer der Wählerin" ist bis heute früh refflos ausgeliefert worden. Die Verteilung muß im Laufe der Woche erfolgen. 58. S. Charlottenburg. Bei Matschte, Surfürftenftr. 11, Bortrag bet noffin Schentalowstn über: Die Frauen im Wahlkampf." Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 74. Abt. Rehlendorf. Bei Schnorre, Potsdamer Str. 3, Frauenabend. Bes fprechung der Wahlarbeit. Alle Genofsinnen müssen anwesend sein. 92. Abt. Rentkölln. Jm Ideal- Kafino, Weichselstr. 8, Seiterer Abend. Alle Genoffinnen und Genossen find herzlich willkommen. Gäste können mit eingeführt werden. 98. Abt. Reukölln. 19% Uhr bei Teich, Rnesebecstr. 135, FrauenDerfammlung. 1. Bortrag der Genoffin Minna Tobenhagen über: Günden des Bürgerblods. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um volzähliges Erscheinen wird gebeten. Borwärts"-Leser und Sympathifierende find befonders eingeladen. 101. Abt. Treptow. Alle Genoffinnen beteiligen fich an der Verteilung der zweiten Rummer der Wählerin". Montag, 23. April, 19% Uhr, bei Janke, Riefbolaftr. 21, Bortrag der Genoffin Lisa Albrecht über Was ermartet bie Sozialdemokratie von den Frauen am 20. Mai?" Reine Genoffin darf fehlen. 103. Abt. Oberschöneweide. Bei Winkler, Wilhelminenhofftr. 82, Vortrag der Genoffin Marie Runert, M. d. 8., über: Die Frau als Staatsbürgerin und ihre Aufgaben bei den kommenden Wahlen." Um recht rege Be teiligung wird gebeten. Gäfte herzlich willkommen. 108. Abt. Johannisthal. Bei Botha, Stubenrauchstr. 12/13, Bortrag der Genossin Luise Rähler, M. b. 2., über„ Was erwarten die Frauen vont Lommenden Reichstag?" Alle Genoffinnen find dazu herzlich eingeladen. Gäfte lönnen mit eingeführt werden. 139. Abt. Tegel. Jm Jugendheim, Bahnhoffte. 15, Sof part., Vortrag des Genoffen Kunstmann über:„ Wir Frauen und unserer Rinder Rutunft." Alle Genoffinnen find herzlich eingeladen, desgleichen Borwärts"-Leser und Sympathifierende. 9. Abt. Dienstag, 24. April, 19% Uhr: Bei Hübner, Wilsnader Str. 34. Vortrag der Genoffin Selene Schmik, M. d. 2., über:„ Meine Arbeit im Landtag." Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 47 Abt. In der Waldemarstr. 77 Bortrag der Genoffin Margarete Sartig über: Proletarische Dichtung." Alle Genoffinnen find dazu eingeladen. Gäfte willkommen. bt. 123a Raulsdorf- Süd. Jm Jägerheim" Lichtbildervortrag über Frauenkrankheiten. Referent Gen. Dr. Georg Löwenstein. Gäste herzlich willkommen. 131. Abt. Niederschönhausen. In der Gemeinschaftsschule, Bismarkstr. 11. Frauenabend. Genoffin Erna Rreffe spricht über Die Frauen und die tommenden Wahlen" und gibt einen Bericht vom Bezirksparteitag. Alle Genoffinen find herzlich wifftommen. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. 3m Bolfshaus", Scharnweberftr. 114, Bortrag der Genoffin Anna Gener über: Die Frauen und der neue Reichstag. Alle Genoffinnen, Borwärts"-Leser und Snmpathiserende find dazu ein geladen. Abt. 140a Wittenau. Jm Sotal Richard Schulz( am Bahnhof) Bortrag der Genoffin Schentalowstn über: Die Frauen im Wahlkampf." Uni zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 25. April, 19% Uhr: 14. Abt. Neukölln. Bei Günther, Schillerpromenade 11, Bortrag der Genoffin Luife Rähler,. b. L., über: Was erhoffen wir Frauen vom neuen Barlament?" Bahlreicher Befuch wird erwartet. Gäfte willkommen. abt. 124a Mahlsdorf- Süd. Bei Draber, Uhlandstr. 18, Bortrag der Genoffin Erna Kreise über: Bom Vereinsrecht zur Wahlpflicht." Ane Genofsinnen find bazu herzlich eingeladen. Gäste fönnen mit eingeführt werden. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Montag, 23. pril. 18% Ubr, bei Alug, Danziger Frauenveranstaltungen am Donnerstag, 26. April, 19% Uhr: Straße 71, äußerst wichtige Besprechung mit den Abteilungsleiterinnen. Wenn diefe felbst nicht anwesend sein können, bitte Bertretung joiden. 6. Kreis Kreuzberg. Dienstag, 24. April, 19% Uhr, bei Wolf, Gräfeftraße, Funktionärinnenkonferenz. Wahlvorbesprechung. Jede Abteilung mus vertreten fein. 9. Kreis Wilmersdorf. Seute, Gonntag, 22. April, 19 Uhr, große Frauenfundgebung in der Schulaula, Weimarifche, Ece Mainzer Str. 1. Anfprache der Genoffin Marie Ruhnert, M. d. 2. 2. Film Kreuz zug des Beibes."( Mit Musikbegleitung.) Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Eintritt 30 Bf. Alle Genoffinnen, bie noch im Besig von unverkauften Eintrittstarten find, müffen um 6 Uhr in ber Aula fein. 12. Rreis Steglis. Montag, 23. April, 20 Uhr, im Stenliger Ber. einshaus, Steglik. Mittelstraße( Nähe Bahnhof), Lichtbilder- Abend. Thema:" Die indifche Frau." Bortragender Genoffe Furtwängler. Um Dollzähliges und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäfte willkommen. Frauenveranstaltungen am Montag, 23. April, 19% Uhr: 6. Abt. Bei Dobrohlam, Swinemünder Str. 11, Vortrag bes Gen. Miethle über: Religiöfe und sozialistische Erziehung. Um rege Beteiligung wird gebeten. Gäste herzlich willkommen. 9. Abt. Alle Genoffinnen haben sich heute, Sonntag, 22 April, an ber Flugblattverbreitung au beteiligen. Abholeftelle: Sibner, Wilsnader Straße 34. 14. Abt. In der Butbuffer Str. 3 Frauenabend. Bortragender Gen. Seins Barthel. Alle Genoffinnen find bazu herzlich eingeladen. Gäste fönnen mit eingeführt werden. 17. Abt. Bei Hübner, Triftfte, 49, Bortrag bes Gen. Sans Wonwoo fiber: Wahlrecht bebentet Wahlpflicht." Erscheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. Gäste willkommen. 26. Abt. Bei Seiles, Prenzlauer Allee 239, Vortrag der Genoffin Elfe Krummschmidt über:„ Die erwerbstätige Frau und die kommenden Reichstagswahlen." Alle Genoffinnen find bazu eingeladen. 30. Abt. Bei Bohft, Stargarber Str., Ede Lnchener Str., Bolitisch- fatirischer Abend. Bortragender Gen. Sosemann. Um rege Beteiligung wird gebeten. 34. Abt. Bei Sand, Comenius- Gäle, Memeler Gtr. 67, Vortrag des Gen. Dr. Norbert Marz über: Berufefrankheiten und Frauenleiden." Unt zahlreiches Erscheinen wird gebeten.„ Borwärts" Lefer und Sympathifierende find besonders eingeladen. 35. Abt. Bei Otto, Rigaer Str. 85, Vortrag der Genoffin Else Scheibenhuber über„ Sozialpolitik und Wahlen." Rege Beteiligung wird erwartet. Gäfte fönnen mit eingeführt werden. 42. bt. Achtung, Genoffinnen! Der Frauenabend fällt in diefem Monat aus. Der nächste Frauenabend wird rechtzeitig bekanntgegeben. 43. Abt. Bei Wolf, Gräfeftr. 26, Bortrag der Genoffin Sema Fechenbach ilber: Bas erwarten die Frauen vom kommenden Reichstag?" Gäste willkommen. 51. Abt. Charlottenburg. Bei Schellbach, Rönigin Elisabeth- Str. 6, Bortrag der Genoffin Sertha Gatthelf über Frauenfragen der Gegenwart." Ale Genoffinnen find dazu eingeladen. 56. Abt. Charlottenburg. Bei Liersch, Kantstr. 62, Bortrag des Gen. Dr. Ba Iuga über: Die Bedeutung des Baragraphen 218 und die Bahlen." Um rege Beteiligung wird gebeten. Gäste willtommen. 57. Abt. Charlottenburg. Bei Arndt, Kantftr. 51. Bortrag der Genoffin Räte 68. Abt. Salenfee. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Vortrag des Genoffen Riekmann über: Die Stellung der Frau in den kommenden Wahlen." Alle Genoffinnen find dazu eingeladen. 102. Abt. Baumschulenweg. Bei Saß, Baumschulenstr. 72, Bortrag der Ge Alle noffin Luise Kähler, M. d. L., über:„ Die Frau im Parlament." Genoffinnen find dazu herzlich eingeladen. Gäste willkommen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt: Rusammenkunft der sozialistischen Fürsorger( innen), Wohlfahrtsschüler( innen), Kreisleitungen bez Arbeiterwohlfahrt am Dienstag, 24. April, 29 Uhr, pünktlich im Ratskeller bes Berliner Rathauses, Köniaftraße. Zagesordnung: 1. Bortrag des Gen. Dr. Kurt Rosenfeld, M. b. N., über" Strafrechtsreform". 2. Aussprache. 3. Verschiebenes. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, 24. April, 20 Uhr, im Lotal Serrin, Brondenburgische Str. 69, Bortrag des Gen. Schwarz über: Striegsbeschädigtenund Sinterbliebenenfürforge." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 11. Kreis Schöneberg. Achtung. Genoffinnnen! Die allgemeine Besprechung findet ausnahmsweise Montag, 23. April, 20 Uhr im Lokal Dähn, Schöneberg, Mühlenftr. 9, ftatt. 13. Kreis Tempelhof. Freitag, 27. April, 1915 Uhr, ganz pünktlich int Bezirksamt, Dorfftr. 42, wichtige Besprechung aller Selfer( innen). Um Dollzähliges Erscheinen wird gebeten. Aufchließend gemeinsame Beteili gung an der Parteiveranstaltung. Briefkasten der Redaktion. R. 81. Arat und Politiker. Berfaffer politischer Schriften, deshalb ange. flagt wegen Sochverrat, aber freigesprochen. 1848 im Vorparlament und Fünf aiger Ausschuß, in der preußischen Nationalversammlung auf der äußersten Binten, 1849 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und des Stumpf parlaments in Stuttgart, 1863-1870 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhaufes. Stammtisch Nr. 111. Das Gefes besteht noch, es wird aber nur die Invalidenrente gewährt.$. R. 4. 1. Rein. Wenn Abzüge bei einer Lohn zahlung unterblieben find, so dürfen sie nur noch bei der nächsten nachgeholt werden. 2. Db in Shrem Falle überhaupt eine Bersicherungspflicht besteht, ist fehr zweifelhaft. Erkundigen Sie sich bei dem Bersicherungsamt, Alofterftraße 65-67. C. 9. 40. 1. Sa. 2. Fordern Sie volle Aufwertung. 3. Ja. 4. Die gefegligen Bestimmungen greifen nur Play, wenn die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Die Ründigung ist daher wirksam. 5. Die Gdywelle gehört nicht zu bem mitvermieteten Raum. B. G. 1. und 2. Nein. Dem Versicherten ist es jedoch gestattet, sich in einer höheren als der vorgeschriebenen Lohntlasse zu versichern. Die dadurch entstehenden Mehrkosten fallen aber dent Bersicherten zur Laft. 3. Die Bersicherungstarte muß innerhalb zweier Jahre, vom Ausstellungstage an gerechnet, umgetauscht werden. 4. Gelbstversicherer müffen innerhalb 2 Jahre mindestens 40 Wochenbeiträge entrichten. P. 9. 100, 1. Jn 10 Jahren. Die Verjährung beginnt mit Ablauf des Rech nungsjahres, in welchem die Sinterziehung begangen wurde. 2. Die Strafe beträgt das Bier. bis 8ehnfache des hinterzogenen Betrages. 3. M. 109. 1. Ein Chevertrag ist nicht erforderlich. 2. Die Kosten betragen mindestens 36 M. 3. Die Pfändungsbeschränkungen finden teine Anwendung. Die Unterhaltspflicht befchräntt fich auf dasjenige, was mit Rücksicht auf die Bedürfnisse fomie auf die Bermögens- und Erwerbsverhältnisse der Beteiligten der Billig. teit entspricht. A. M. 34. Die Steuerfreien Bezüge milffen auch in Ihremt Falle berüdfichtigt werden. Falls dies nicht geschehen sein sollte, müssen Sie gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen. Leipziger Str. 97 Fröhbrodt über„ Barum ftrebt die lebensfrohe Jugend zum Sosialis Belmonte- Uhren preiswert und gut Königstraße 30 mus?" Alle Genoffinnen, auch die Mitglieder der SAS., find herzlich hierzu eingeladen. Billige Orient- Reise VON VENEDIG NACH MIT MONTE SARMIENTO< CORFU, ATHEN, KONSTAN, SCHIFFSFAHRPREIS TINOPEL, MALTA, TUNIS, einschließlich voller Verpflegung PALERMO, NEAPEL, GENUA 3. Mai ab Venedig VON RM. 260.- AK HAMBURG- SUDAMERIKANISCHE DAMPFSCHIFFFAHRTS- GESELLSCHAFT Auskünfte una Fahrkarten für alle Klafen durch die Hamburg- Südamerikanische Dampfschiffahrts- Gesellschaft, Hamburg 8, und durch die Generalvertretung in Berlin W 8, Unter den Linden 6( Hotel Bristol), sowie durch die bekannten Reisebureaus. 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Wir bemerken, daß sich die von uns getroffene Wahlkreiseinteilung nach den Berliner Stadtbezirken richtet Sämtliche Versammlungen beginnen um 1/8 Uhr abends. Wir bitten unsere Mitglieder, die für den einzelnen in Frage kommenden Termine und Lokale zu notieren und erwarten zahlreiches Erscheinen. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Verschiedenes. Zur Informierung für die zu wählenden Delegierten geben wir hierunter die Tagesordnung der am 3. Juni 1928 stattfindenden Generalversammlung bekannt, und zwar 1. Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1927. 2. Genehmigung der Jahresbilanz und der vom Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagenen Verwendung des Ueberschusses für das Geschäftsjahr 1927. 3. Entlastung des Aufsichtsrates und Vorstandes. 4. Wahl für die satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder. 5. Eingegangene Anträge. 6. Verschiedenes. Verzeichnis der Versammlungen. Datum Ort der Versammlung Mittwoch, 25. April Musiker- Festsäle, Berlin, Kaiser- Wilhelm- Str. 31 kölln, Hermannstr. 214/219 Donnerstag, 26. April Berliner Kindl- Brauerei, NeuFreitag, 27. April... Schmidt's Festsäle, Inh. Max Jochim, Bin., Prinzenallee 33 WahlBezirk Umfassend die Stadtbezirke Mitte, Wedding, Tiergarten, Kreuzberg Cöpenick, Neukölln, VII Tempelhof, Treptow II Pankow Sonnabend, 28. April Hohenzollern- Restaurant, Friedenau, Handjerystr. 64 VIII Schöneberg, Steglitz, Wilmersdf, Zehlendf. Montag, 30. April... Fortuna- Festsäle, Berlin, Strausberger Str. 3 V Prenzlauer Berg, Weißensee Mittwoch, 2. Mai... Schützenhaus, ReinickendorfIII Reinickendorf Ost, Residenzstr. 1-2 Freitag, 4. Mai Frankfurter Hof, Berlin, Frankfurter Allee 313 IV Friedrichshain, Lichtenberg VI Charlottenburg, Saner, Charlottenburg, KaiserFriedrichstr. 13, Ecke Grünstr. Spandau Berlin, den 22. April 1928. Der Bezirksvorsteher. Sonnabend, 5. Mai..Restaurant August Grimm, Nfl. Bilanz zum 31. Dezember 1927. Vermögen. Kasse, Postscheck- und Bankguthaben Wechsel. Außenstände. Warenvorräte Bureaumaschinen 20% Abschreibung Bureaueinrichtung 10° Abschreibung Verlust 1926. 1927. 92 Aktienkapital Verpflichtungen 4 RM 73 295. RM 14 659. RM 22 249.85 RM 2224.85 RM 164 263.11 RM 88 749.04 Verbindlichkeiten. Reichsmark 1 045 609-10 194 768.29 3834 136.36 406 317.74 58 636 20 025.253 012.15 5812 499.64 9 1 000 000.4812 499.64 5812 499.64 Gewinn und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1927. Soll. Verlustvortrag 1926. Verwaltungs- und Vertriebs- Unkosten 20% Abschreibung auf Bureaumaschinen. 10% Abschreibung auf Bureaueinrichtung Rohgewinn Verlust 1926 1927 Haben. Reichsmark 164 263.11 1380 218.88 14 6592 224.85 1561 365.84 · 1 308 353.69 RM 164 263.11 RM 88 749.04 253 012.15 1361 365.84 BERLIN W 10, den 13. März 1928. Deutsche Zündholz- Verkaufs Aktiengesellschaft. Der Vorstand. Dr. Südekum. Adolph Nau. Der Aufsichtsrat. Hans Kraemer, Vorsitzender. ELSASSERSTR.37 NAHE ORANIENBURGERSTR BRUNNENSTR.33 NAHE INVALIDENSTR DRIHA, das bekannte Berliner Möbelhaus liefert gediegene und schöne Schlaf Speise und Herrenzimmer Küchen- und Einzel möbel jeder Art in besten Qualitäten Bitte besuchen Sie uns, wir passen uns Jhren besonderen Wünschen gern an. Kredit bis zu 24 Monaten driha Am 1 April ift in 60. Lebensjahre unser altes Mitglied, Rohlenhändler Fritz Henze Reutöln, Schönstedtstr. 18, verstorben Cett 85 Jahren Mitglieb der Partei, hat er immer regen Anteil an unseren Bestrebungen genommen. Ehre seinem Andenken! Einäicherung: Montag, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Be telligung erwartet Der Vorstand der 90. Abt. Statt Barten. File bie vielen Beweise aufrichtigfter Tel nahme beim Heimgang meines lieben guten Mannes, unseres treu forgendin Baters Wilhelm Mieglitz fagen wir allen Freunden und Be fannten, ben Genoffen ber SPD. Abt. 104, fomie dem Gesamtperfonal ber Phönig duftrationsbrud und Berlag Gm. b. S. und dem Berband ber Bithographen Steinbruder und verwandter Berufe unseren tief empfundenen Dant Mieberschönewelbe, 21. April 1928 Marie Mieglitz u. Kinder. Nach längerem Beiben ftaźb om 19. April unjere langjährige Genoffin Pauline Knauer im 72. Sebensjahre. Ehre ihrem Anbenken! Die Einäscherung findet am Montag, bent 23. April, nadm. 1 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt. Der Vorstand der SPD. 120. Abteilung Friedrichsfelde Dantiagung. File bie rege Teilnahme an der Cinäfcherung meines lieben Mannes Gustav Meier facen mir allen Freunden, Kollegen und Bekannten herzlichen Dant Wwe. Emma Meier nebft Söhnen. Rackfisch- u. Damenmäntel Fabrikauflösung Sinzelverkauf unt.& ugrospreis Lichtenstein, Kurstr. 36 9-6, auch Sonnabends. Haus und Hausrat Gildenhall MÖBEL HAUSRAT G. M. B. H. In schlichter Form und gediegener Ausführung an der Potsdamer Brücke Verkaufs- BERLIN W, Königin Augusta- Straße 21 stellen BERLIN NO, Gr. 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' Das Mehrheitsgutachten der zweiten Schmalenbach-Kommission wird jetzt von den Bergbauunternehmern und von der gesamten kapitalistisch eingestellten Presse dazu benutzt, um in der Oeffentlich- keit Stimmung gegen die Lohnforderungen der Bergarbeiter zu machen und gegen den gefällten Schiedsspruch zu Hetzen. Bei der starken Vertretung, welche diesmal die unmittelbar interessierten kapitalistischen Kreis« in der Kommission gefunden haben, war es vorauszusehen, daß das Mehrheitsgutachten für solche einseitige und tendenziös« Ausnutzung geeignet sein wird. Wir haben es vorausgesehen und waren trotzdem immer für unverzügliche Veröffentlichung des Gutachtens und halten auch heute an dieser Meinung fest. Ganz ungeachtet dessen, daß man im Falle der Nichtoerössentlichung doch den Weg gefunden hätte, um die Schlußsolgerungen des Gutachtens allgemein bekanntzumachen, sind wir in allen solchen Fällen grundsätzlich für die Publizität und sind der Meinung, daß wirkliche Publizität nie schaden und mir nützen kann. Nach unserem Dafürhalten ist es gerode das schlimmste im Mehrheitsgutachten, daß es vom Standpunkt der Publizität sehr unbefriedigend ist, daß es in mancher Hinsicht die Sachlage eher verschleiert als klarstellt, und zwar vor ollem, indem es auf eine völlig unzulässige weise mit Durchschniktsgrößen operiert. Dies« Frage haben wir nun schon ausführlich behandelt: man muß aber auf sie noch einmal zurückkommen angesichts der Bedeutung, welche sie für die Verwertung des zweiten Schmalenbach-Gutachtens bekommen hat. Es kann hier dahingestellt bleiben, ob man aus Durchschnitts» errechnungen verzichten darf und soll oder ob sie als ein unter Umständen unentbehrliches Hilfsmittel bleiben sollen. Wir wollen uns auf das beschränken, was über jeden Zweifel feststeht. Und dies ist in unserem Fall, daß die Durchschnittserrechnungen nur dann brauchbar sind, wenn man nicht bloß die Endgrößen, sondern auch einen Einblick in die Größe der Streuungen und in das relative Gewicht verschiedener Größengruppen hat. Dazu folgendes theoretische Experiment. Nehmen wir an, daß wir einen Bergbau hätten, wo die Selbst- kosten und Erlöse im gewogenen Durchschnitt gleich sind und daß sie durchschnittlich je 15 Mark pro Tonn« ausmachen. Wir behaupten nun, daß auf Grund dieser Feststellung allein keine Schlüsse über die Lage unseres theoretischen Bergbaues, über feine Rentabilität oder Unrentabilität, möglich sind, weil durch den gleichen gewogenen Durchschnitt mehrere und darunter sogar einige direkt entgegengesetzte Fälle gedeckt werden. Betrachten wir diese beiden Gleichungen. 80X14 4 20X19« 80X16 4- 20X11 100" 100 15 1. Die Gleichung gilt für den Fall, wenn 80 Proz. des Bergbaues mit den Produktionskosten von 14 Mark' pro Tonn« und 20 Pröz. mit den Produktionskosten von 19 Mark arbeiten, d. h. bei Erlösen je 15 Mark pro Tonne der größte Teil des Bergbaues mit schönen Gewinnen und ein Fünftel mit starkem Verlust arbeitet. 2. Die Gleichung emspricht dem entgegengesetzten Fall, daß 80 Proz. des Bergbaues mit Produktionskosten von 16 Mark, also mit Verlust, arbeiten und 20 Proz. mit Produktionskosten von 11 Mark dick verdienen. Die gewogenen Durchschnitte sind aber in beiden Fällen genau die gleichen. Wir führen hier«inbloßtheoretisches Beispiel an, unser« Zahlen liegen aber im Dereich des M S g l i ch e n, ja sie entsprechen ungefähr den Streuungen, die auch im Ruhrbergbau vorhanden sind, von welchen man aber keine Spur im Gutachten findet. In unserem Beispiel wird die Lage noch dadurch vereinfacht, daß wir die Erlöse als eine feste Größe nehmen, während sie in Wirklichkeit auch verschieden sind und im Gufachtxn für sie auch bloß die durch fchnittlichen Größen angegeben werden.. Wir. kommen zum absolut zwingenden Schluß, daß auf Grund solcher Durchschnittsrechnungen die Beantwortung der Frag«, ob und'in welcher Höhe die Lohn- erhöhungen tragbar sind oder nicht, gus Heipen Fqll zulässig ist. Oticht einmal in dem Falle, wenn man mit der Mehrheit der Kommission glaubt, daß die Unternehmungen im Ruhrgebiet trotz ihrer G e- winne zeigenden Bilanzen und trotz der oerteilten Dividenden durchschnittlich mit einem D e r l u st von 27 Pf. pro Tonne arbeiten. Für Profesior Schwalenbach, als für einen Wissenschaftler, muß das selbstverständlich völlig klar sein, und man darf erwarten, daß er gegen den groben Mißbrauch des von ihm mitunterschriebenen Gutachtens Einspruch erheben wird. Die schweren methodischen Fehler belasten natürlich die. ganz- Art, wie die Kommisflonsmehrheit die Abschreibungssätze errechnet. Diese Frag« wurde bei uns schon ausführlich genug behandelt und wir haben bis jetzt in der Presie keine ernsthafte Verteidigung des Verfahrens der Kommissionsmehrheit gefunden. Es wurden nicht die wirk- l i ch e n Abschreibungen, sondern wie sie nach der Meinung der Kom- missionsmehrheit gemacht werden sollten, berücksichtigt. Gegen dieses Verfahren wäre nichts einzuwenden, wenn es nicht fürdieBeschreibungdervorhandenen Lage, sondern für das Programm der wünschenswerten Rationalisie- r u n g gebraucht würde und wenn man dabei auch alle übrigen einzelnen Posten nach diesem Grundsatz und nicht nach existierenden Größen errechnet hätte. Im Gutachten finden wir aber keine Rationalisierungsvorschläge, dafür aber eine Pro- duktionskostenrcchnung, in welcher die Durchschnitte der wirklichen Kosten mit den Durchschnitten von nicht existierenden, son- dern nach der Theorie(oder nach den Wünschen!) der Kommissions- Mehrheit bestimmten Größen zusammengestellt werden Wir sind aber bereit, sogar diese einseitige Art, die Wirklich keit zu„verbessern", nicht grundsätzlich abzulehnen, wenn man uns eine einigermaßen einleuchtende Erklärung für den Unterschied zwischen dieser Theorie und der Praxis gibt und die ausreichende Begründung, warum dieser Unterschied zugunsten der Theorie der Kommissionsmehrhcit beseitigt werden soll. Die Spanne ist doch wirklich viel zu groß, daß man die Frage nur mit ein paar all- gemeinen Redewendungen erledigen dürfte. Die Kommissionsmehr- hell nimmt die Abschreibungen mit je 1,74 Mark pro Tonne Kohlen an. Räch den Bilanzen für 1926 entfielen aber auf je eine Tonne Kohle in den verschiedenen Werken folgende Abschreibungen: Concordia................ 3,50 M. Bergbau A.-G. Lothringen.......... 2,55„ Harpener Bergbau A.-G........... 2,02„ Bergwerksgefellschaft Dahlbusch........ 1,43„ Köln-Neuessener Bergwerksverein....... 1,32„ Gewerkschaft Westfalen........... 1,02„ Niederrheinische Bergwerks A.-G........ 0,88„ Hibernia................. 0,87„ Essener Steinkohlenbergwerke......... 0,72„ Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Langenbrahm 0,68„ König Ludwig.............. 0,64„ König Wilhelm.............. 0,63„ Gelfenkirchener Bergwerks A.-G........ 0 60 ,. Diergardt-Mewissen... 0,57„ Magdeburger Bergwerks A.-G......... 0,54„ Klöckner-Werks......... 0,50„ Rccklinghausen.............. 0,44„ Adler 0,42. Mülheimer Vergwerksverein �.4...-.... 0,40„ Konstantin der Groß«........... 0,34„ Friedrich Heinrich............. 0,21„ Abgesehen von den Fällen, in welchen die Kommission selbst viel zu hohe Abschreibungen und eine„Thesaurierung" feststellt, sind diese Abschreibungssätze einfach unvergleichbar mit dem ange- nommenen Abschreibungssatz des Mehrheitsgutachtens. Gewiß ist es möglich, daß die Zechen«ine falsche Abschreibungspolitik treiben, obgleich es sehr wenig wahrscheinlich ist, daß fast alle es tun. Jeden- fall» wäre es angebracht zu untersuchen, ob diese Praxi» der Unternehmer oder aber dieTheoriederKommissions- Mehrheit falsch ist. Für die Kommissionsmehrheit existiert aber diese Frage nicht. Sie erklärt ohne weiteres daß die Leute selbst ihr Gesckiäft nicht verstehen und daß sie keine Gewinne, sondern Verluste haben! Der Abschreibungssatz, welchen Dr, Baad« annimmt(1,04 M. je ein« Tonne Kohle) ist ebenfalls höher als die Abschreibungen bei der Mehrzahl der Werke. Man sieht aber, daß dieser Satz ziemlich genau der n b e r c n Grenze der Abschreibungen entspricht, wenn man von den ersten fünf Fällen unser»? Tabelle, wo die Abschreibungen auffallend hoch waren, absieht. Man muß anerkennen, daß Genosse Dr. Baad« in seinen Berechnungen wirklich sehr vorsichtig war und daß er es peinlichst oermieden hat. in irgendwelchem Punkte die Bedürfnisie nach Abschreibungen zu niedrig zu schätzen. Damit wird aber auch gesagt, daß der von ihm angenommene Gewinnsatz (58 Ps. je Tonne) als ein« unlere Grenze-fllr die durch- schnitNichen Gewinne zu betrachten ist Nach allem, was oben von den gewogenen Durchschnitten gesagt wurde, brauchen wir jetzt nicht mehr auseinanderzusetzen, daß durch diese Durchschnitts- größen allein das Bild der Lage im Ruhrbergbau nicht zu schildern ist. Sicher ist auf jeden Fall, daß man auf Grund der Berechnung von Dr. Baad« erst recht nicht behaupten darf, daß die Lohnerhöhungen für den Ruhrbergbau untrag- bar seien. Erste Ausfuhrmilliarde überschritten. Neuer Rückgang des Einfuhrüberschusses auf 208M»lIionen. Die deutsche Außenhandelsbilanz im Monat März hat den im Februar begonnenen Abba.u. des Einfuhrüberschusses in großem Umfange fortgesetzt- TXe Mehreinfuhr ist von 306 auf 208 Millionen gesunken. Die gesamte Wareneinfuhr ist um 19 auf 1230 Millionen zurückgegangen, während die gesamte Ausfuhr um 80 aus 1022 Mllionen gestiegen ist. Damit ist die erst« Ausfuhrmilliarde überschritten und seit 1924 ein Ausfuhrrekord er- reicht, Einfuhr WA Ausfuhr 1928 W-r-»grup»in Mitrz F-br Irnv-MSr, März Febr. Zan-MSrz in lOvo M. nach Gegenwartswertln I. Lebendia« Tier»..: U7« 1122» 88*06 903 96» 2766 Z Cträntfm."m!m.b 835155 317 8*7 1 103 661*8 998 41 933 128209 � 641 588 696155 2 000-32 211235 2»9208 612350 «. fliitlfl, Waren.'!«0 361 222-7* 69* 252 760 84« 69015* 20329« 12�»42 257 2 826 311 L Said und Sbber.. 30*25 2*093 7* 211 2360 2 061 6 66t Zusammen...1269 297 1 277 596 3 910822 192**30 91*318 2 832973 Der gesamte Warenverkehr über die deutschen Grenzen zeigt mit insgesamt 2252 Millionen Mark im Monat März ebenfall, eine Zlteckordzisser. Di« Einsuhr hat mit 1230 Millionen das Durch- schmitsniveau seit Oktober v. I. kaum unterschritten, die Ausfuhr liegt gsefchzeitig mit 1022 Millionen wieder 62 Millionen höher als hie Oksoberausfuhr. Der starke Rückgang des Einsuhrüberschusses, im wesentlichen zugunsten des Mehrexportes, ist doppelt erfreulich, weil«r ein Zeichen, für die gute Leiftungs. und Konkur- renzfähigkeit Deuifchlands auf den ausländischen Märkten ist. Die auswärtig» L« b e n s m i t t e l b i l a n z hat sich mit 335 Millionen Einfuhr und 49 Millionen Export gegenüber Februar nicht sonderlich verändert. Die schon interesiantere Rohstoff- b il a nz zeigt mit 641 Millionen Importen gegenüber Februar einen Rückganz um 44,6 Millionen(hauptsächlich Fell« und Textilrohstofse). die Rohstoffeinsuhr liegt aber noch um 47 Millionen höher als im Oktober v. I. Auf der anderen Seit« ist die Mehraussuhr von Roh- und Halbstoffen um 2 Millionen gegenüber Februar und um rund 27 Millionen gegenüber Ottober erheblich geringer als die Mehrein- fuhr......... Ein erfreuliches Bild gibt die auswärtig« Fertigwaren- b i l o n z. bei der die Ausfuhr gegenüber Februar wieder um 70,7 auf 760,8 Millionen Mark gestiegen ist, nachdem der Februar schon«in Anwachsen um 58 Mill. gebracht hatte. Die Fertig- waren e i n f u h r ist nur um 17,1 auf 240,4 Millionen angewachsen. Fast alle I n d u st r i'e n haben von der Mehrausfuhr profitiert, darunter die Textilindustrie mit 15,8, chemisch« mit 14. Walzwerk und Eisen mit 8,5, Wasserfahrzeug« mit 7,7 und Maschinen mit 6,3 Millionen. Natürlich ist hier die Frage zu überlegen, ob die bedeutende Ausfuhrsteigerung der beiden letzten Monate eine k o n j u n k t u- rell« ist, mit anderen Worten, ob ihre Ursache in einer Derknap- pung des Inlandsmarktes zu erblicken ist. Diese Frage dürste noch kaum zu bejahen sein, denn die sehr hohe Rohstofseinfuhr, die, wie gesagt, noch um 47 Millionen über dem Konjunkturmonat Oktober 1927 liegt, spricht dagegen. Wie dem aber auch sei— daß die deutsche Fertigproduktion so stark in den Weltmarkt hinausge- bracht werden konnte, das spricht für eine sehr beachtliche LeistungS- und Konkurrenzfähigkeit. Die an anderer Stelle wiedergegebenen günstigen Werteljahrszisfern der Bereinigten Stahlwerke A.-G. ver- roten zusammen mit dem günstigen Bilde des deutschen Außen- Handels eine recht gute Lage der Industrie und die Ber- einigung der Arbeitgeberoerbände hat sicher nicht recht, wenn sie ihre Wochenschrift ,L>er Arbeitgeber" vom 15. April wieder Kroko- dilströnen über drohende Lohnerhöhungen oergießen läßt. Der deutschen Industrie geht es gegenwärtig im Verhältnis zu früheren Iahren nicht nur gut, sondern sehr gut. GlänzendeQuarialsziffern imRuhrirust Auch gute Erfolge im Auslandsgefchäst. Die Vereinigte Stahlwerke A.-G. setzt die von ihr begonnene gute Uebung fort, Vierteljahresziffern über ihre Entwicklung zu veröffentlichen. Dies« ist auch im ersten Vierteljahr 1928(zweites , Quartal des Geschäftsjahres) sehr günstig geblieben. Die Kohlenförderung ist beachtlicherweise gegenüber dem vorletzten Quartal von 6,67 auf 6,90 Millionen Tonnen g e- stiegen, die Kokserzeugung von 2,31 auf 2,32 Millionen, die Rohstohlerzeugung von 1,83 auf 1,84 Millionen, und nur die Er- zeugung von Roheisen ging von 1,73 auf 1,70 Millionen Tonnen zurück. Alle Saisonmomente haben also die Produktion de» Ruhrtrusts nicht verkleinern können. Dabei ist die Gesamtzahl der Arbeiter am Quartals- ende im ganzen von 182 232 auf 182 014 Mann zurück- gegangen, und nur im Steinkohlenbergbau zeigt sich«ine gering« Erhöhung von 87 324 auf 87 471. Die Gefi-mtzahl der Angestellten ist von 15 866 auf 16 813 gesunken, wobei der hauptsächlichste Rückgang auf die Angestellten im Bergbau entfällt, die von 5157 auf 5117 abnahmen. Der Umsatz an Fremde ist mit 360,42 gegen 362,28 Mil- lionen Mark fast unverändert. Dabei ist bemerkenswert,' daß der von 260,57 auf 245,49 Millionen zurückgegangene Inlands- Umsatz durch die Erhöhung des Auslandsumsqtzes von 101,71 auf 114,93 Millionen fast wettgemacht wurde. Di« Ver- einigten Stahlwerk« haben also von der erheblich gebesserten Welt- Marktkonjunktur für Stahl und E'fen voll profitieren können, und zwar so gut, daß von den angeblich stark rückgängigen Auslands- erlösen für exportierte Kohl« im Gesamtumsatz kaum etwas zu merken ist. Die Gesamtumsatzziffern liegen natürlich höher, weil der Umsatz zwischen den einzelnen Abteilungen des Trusts und der Umsatz mit den zum Trust gehörigen Beteiligungswerken, der für das ganze Geschäftsjahr 1926/27 auf rund 900 Millionen beziffert worden ist, hier noch fehlt.'. Am 30. März waren in den Büchern der Dereinigten Stahl. werke 99,9, also dieselben Aufträge verzeichnet wie' am 1. Januar 1928. Gegenüber dem 30. September 1927 fei der Auftragsbestand aber auf 92,3 Proz. zurückgegangen. Gegen Ende des vorigen Quartals sind neue Kokereien auf den Zechen„Minister Stein",„Hansa",„Erwin".„Alma". „Nordstern" und„Thyssen IV bis VIII* in Betrieb genommen worden. Auf der Do-tmunder Union und dem Herner Derein wurden jedoch je«in Hochofen und einig« Martinsöfen stillgelegt. • Diese vortreffliche vuartalsbilanz läßt an keinem Punkte er- kennen, daß es der Schwerindustrie an der Ruhr gegenwärtig schlechter geht als in dem letzten Glanzvierteljahr des Porjahres. Vei dei� Entscheidungen über die Lohnforderungen im Bergbau wird das entsprechend zu berücksichtigen sein. Wettere Besserung des Arbeiismarkies. Wieder �2000 llnterstühte in Brandenburg weniger. Ueber die Entwicklung des Arbeitsmarktes schreibt das Landes- arbeitsamt Brandenburg: Die Besserung auf dem Arbeitsmartt im Bereiche des Landes- arbeitsamtes Brandenburg schreitet fort. Auch in der Berichts- wach« hat bei gesteigerter B e rm i t t l u n g s t ä t i g t e i t die Zahl der Arbeitsuchenden und der Unterstützunasbezieher ein« recht erhebliche Abnahme erfahren. Bei den Hauptunterstützungs- empfängern betrug dieselbe rund ll 700 Personen. Wesentlich zur Entlastung des Arbeitsmarktes trug wiederum die verstärkte Aus- nahmefähigkeit des Baugewerbes dazu bei. Im engsten Zusammenhang stehen hiermit die erfolgten Eüistellnngen in der Baustoffindustrie, insbesondere in den Ziegeleien. Der gesteigerte Beschäftigungsgrad in dieser Industrie wirkte sich auch günstig auf die Berladetätigkeit und die Schiffahrt der märkischen Wasserstraßen aus. Gleichbleibend g u t blieben auch der Bergbau und im ollgemeinen die Metallindustrie beschäftigt, wie auch die Hohlglasindiistrie der Mark Brandenburg, di» zu einem erbeblichen Teil auch für den Export arbeitet. Im Gegenfetz hierzu neigt im allgemeinen die Lag« im S p i n n st o f s g e w« r b e. vornehmlich in der Tuchfabrikation, zu einer weiteren Verschlechterung. Auch die Arbeitsmarktlage in der Hutindustri« kann in der Gesamt« heit nicht als befriedigend angesehen werden. Inwieweit die letzt- hin eingetretenen Differenzen in der Berliner Holzindustrie die Arbeitsmarktlage erheblich ungünstig zu beeinflussen vermögen, bleibt abzuwarten Die Gefamt-ahl der U n t e r st ü tz u n n beziehenden Per- s o n e n betrug in der Berichtswochs 135 859<147 368), davon entfallen auf die Arbeitslesenunterstützung<.'?5??"). Krifen- unterstützung 21 875(22 337). ver Verband sozialer Vaubetriebe schreibt uns: Der bisherige Geschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe G m, b. H„ Walther A st o r. tritt am 1. Mal in die Direktion der Haniiooerfchen Bodenkreditbank ein, an der neuerdings die Bank der Arbeiter, An- gestellten und Beamten A.-G. maßgeblictes Interesse genommen hat. Walthcr Astor war im Verband sozialer Baubetriebe seit seiner Gründung tötig. Die Geschäfte des Verbandes werden vi» auf weiteres von dem bisher mit Herrn Astor gemeinsam tätig gewesenen Geschäftsführer Ell in g er allein geführt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Brüder- und Gürtlerlehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Gelbmetall- Industrie. Dienstag, den 24. April, nachmittags 5 he, im Gewertschaftshaus( Saal 3), Engelufer 24/25 Versammlung aller Drüder- u. Gürtlerlehrlinge und der in der Gelbmetall- Industrie beschäftigten jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Berufsaussichten und die Not der Jugend". Referent: Rollege Hellwig. 2. Lehrlings haltung und Ausbildung in unseren Be rufen. 3. Aussprache. Jugendtoilegen! In dieser Ber fammlung barf tein Rollege fehlen! Agitiert für einen guten Besuch und seid punktlich anwesend. Dienstag, 24. April, abends 7 2hr, im Sigungsical des Berbandshouses, Linienstraße 83/85 Konferenz der weiblichen Vertrauenspersonen und Betriebsräte Tagesordnung: 1. Die Arbeite rinnen und die Reichstagswahl. Ref.: Kollegin Frieda Glodaich. 2 Berbands angelegenheiten und Verschiedenes. Da es sich um wichtige Fragen handelt, werden die Rolleginnen aller Betriebe ersucht, pünktlich zu erscheinen. Dienstag, den 24. April, abends 5 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25( Saal 5) Branchenversammlung der Metall- und Revolverdreher, fowie Dreherinnen Tagesordnung: 1. Bortrag: Einführung der Invalidenversicherung im Deutschen Metallarbe terverband. 2. Dis tuffion. 3. Berbands und Branchenangelegenheiten. Um iege Beteiligung wird ersucht. Dienstag, 24. April, nachm. 5 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelujet 42,25 Branchenversammlung der Metallbrüder und Polierer Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Branchen angelegenheiten und Berschiebenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir, daß alle Kollegen erscheinen Die Vertrauensleute sind verpflichtet, für einen guten Besuch Gorge zu tragen. Achtung! Bauanfchläger Achtung! Dienstag, 24. April, abends 7 Uhr. im Berbandshause, Linienfte. 83/85) Branchenversammlung der Bauanschläger. Die Tagesordnung wird in ber Bersammlung betanntgegeben. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Die Wichtig eit der Tagesordnung er fordert, daß fämtliche Rollegen bie Ber famm.ung besuchen. hung Fellenhauer! fung Dienstag, den 24. April, nahm. 5 Uhr, im Jugendheim des Verbandshauses, Cinienste. 83/85 Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht vom Schlichter 2. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Achtung! Drahtarbeiter tuna Mittwoch, 25. April, abenbs 7 Uhr, im Lotal Wollschläger, Adalbertstr.21 Branchenversammlung Die Tagesordnung wird in der Ber fammlung bekanntgegeben.. Gold- und Silberschmiede! Mittwoch, den 25. April, nachmittags 42 Uhr, im Dresdner Garten, Dresdner Str. 45 Branchenversammlung Zagesordnung: 1.Bortrag. 2 Branchen angelegenheiten. 3. Berichiedenes Pflicht ist es, daß ein jederRollege erscheint. Einrichter und Revisoren! Unsere Branchenvertrauensmännertonferenz findet in diesem Monat nicht statt. Achtung! Vertrauensleute Achtung! Des Weltfeiertages wegen finden unsere Bezirks- Vertrauensmännerkonferenzen nicht am 2 Mat, sondern schon am Mittwoch, bem 25. April, in den bekannten Lotalen statt. Achtung! Generalversammlung! Unfere ordentliche Generalversammlung für das 1. Quartal 1928 findet am 11. Juni ftatt. Anträge dazu müssen bis spätestens den 5. Mai in den Händen der Ortsnerwaltung fein Die Wahltörperversammlungen merden in der Zeit vom 21. Mai bis 2. Juni b 3. abgehalten. Etwaige Anmeldungen von Delegierten müffen bis 4 Juni erledigt sein. Spielplan unferer Aulfurabteilung. Ju der Woche vom 23. bis- April: 1. Cajus Julius Cäsar( Bilder aus dem alten Rom). 2. Bom schönen Bucheinband. 3. Sumores e In der Woche vom 30. April bis 6. Mai: 1. Bunder der Wildnis( der gewaltige Raubtier Jagdfilm). 2. Bau der Zähne. 3 Humoreste In der Woche vom 7. bis 13. Mat: 1. Abenteuer aus dem Rautafus( Rampf zwischen Rot- und Beiß- Gardiften). 2. Was viele nicht wiffen. 3. Humoreste. In ber Woche vom 14. bis 20. Mai: 1. Der Sch eden der Westküste Afrikas 2. Was viele nicht wiffen IV. Teil 3 Sumoreste Dazu für jede Borstellung die neueste Wochenschau mit einer Einlage Anfragen wegen Ueberlaffung und Besuch der Abteilung find telephonisch oder schriftlich an das Bureau( Aulturabteilung) richten. Die Ortsverwaltung. Alles fluss SERIE& 68 Es ist bein Kunstffück, sich elegant gu kleiden, wenn man viel Geld hat und es dafür ausgibt- aber billig zu kaufen, und doch elegant sein ist auch kein Hunststück selbst wenn das Monatsgehalt noch so klein ist. Sie brauchen auch nicht zu sparen, unda Monat für Monat etwas Geld zurück legen.- Jch spare für für Sie! 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Erhalte Dich gesund durch Steinmetz- Brot Dieses Brot schützt Deinen Körper vor Verdauungsstörungen und befreit Dich von Magen-, Darm- und Zuckerkrankheit, weil durch das einzigartige Steinmetz- Verfahren" auf natürlichem Wege die nährlose Holzfaser durch Waschen und Enthülsen entfernt wird. Dann erst wird das wertvolle Korn restlos vermahlen. Darum der würzige Geschmack und das feine Aroma, das dieses Brot vor allen anderen auszeichnet. Auch in Päckchen( Scheiben) erhältlich in allen 4000 Verkaufsstellen von Wifflers Brotfabriken, Berlin N 65 Maxstraße 2-5. Geschäftsbericht der BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, A.-G. NGESTELL BERLIN JU für das Jahr 1927. Bericht des Vorstandes. -Das Berichtsjahr 1927 wird fast durchweg als ein Jahr kräftigen Anstieges in der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands angesprochen. In der Tat muß man anerkennen, daß recht beachtliche Fortschritte erzielt worden sind; man vergegenwärtige sich nur die nicht unbeträchtliche und was mehr besagen will fast stetige Steigerung der Warenerzeugung und des Warenumsatzes, den im Jahresdurchschnitt gesehen erheblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit, die erfreuliche heimische Kapitalbildung, wie sie sich nicht nur im Anwachsen der Sparguthaben, sondern auch in dem Wiedererstarken der Mittel der sozialen und privaten Versicherungsinstitute und aller sonstigen auf zwangsmäßige oder freiwillige Beitragsleistung gestellten Organisationen ausprägt. Wenn wir danach mit Befriedigung ein Vorwärtsschreiten feststellen, so sind wir uns doch klar, daß noch eine ganze Reihe schwerwiegender Probleme der Lösung harrt Das eine, die Herstellung der Harmonie zwischen Kapitalbedarf und Kapitalbildung beziehungsweise deren Ergänzung durch Kapitaleinwanderung, steht im Zusammenhang mit der Politik der Beratungsstelle seit Mitte des Jahres 1927 im Vordergrund öffentlicher Diskussion. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, an dieser Stelle eingehender uns mit diesem Fragenkomplex auseinanderzusetzen, jedoch soviel mag immerhin gesagt sein, daß wir, entsprechend unserer ganzen Einstellung, durchaus eine staatliche Einflußnahme auf die Auslandverschuldung und ihr Ausmaß für nützlich, ja für unumgänglich halten, daß wir aber die bisherige praktische Durchführung keineswegs als zweckentsprechend ansehen können. Die Aufgabe der Kontrollinstanzen liegt unseres Erachtens in einer wirtschaftlich wirkenden Auswahl und Verteilung, keineswegs aber in einer rigorosen Drosselung der Auslandkredite. Sicherlich wird die Produktivität des Verwendungszweckes der hereinzunehmenden Gelder das Kriterium für die Zulassung sein müssen. Jedoch darf das nicht, wie es heute geschieht, eine Ueberspitzung erfahren, die tatsächlich zu einer Drosselung führt. Im übrigen scheint uns vor allem ein grundlegender Fehler vorzuliegen, indem man die staatliche Kontrolle auf das Teilgebiet der Kreditbeanspruchung durch die öffentliche Hand beschränkt hat. Man hätte sich, gestützt auf die reichlichen Erfahrungen mit früheren Teilbewirtschaftungen und Tellregelungen, auch ohne den klar zutage liegenden Beweis durch zahlreiche Einzelfälle, sagen können, daß die Beschränkung notwendigerweise zu Umgehungen führen mußte. Eine grundlegende Reorganisation dürfte daher unvermeidlich sein, wenn überhaupt der erstrebte Erfolg sichergestellt werden soll. Wichtiger noch als diese Frage, und doch wie uns scheint allzu wenig beachtet, ist das Problem wirklich produktiver Ausnutzung aller verfügbaren Wirtschaftskräfte. Uns will bedünken, daß die am Wirtschaftsprozeß beteiligten Kreise durchweg allem anderen das Bestreben nach Beschäftigtsein an sich voranstellen und darüber die für die Gesamtentwicklung weit bedeutungsvollere Frage des Wie und Wo außer acht lassen. Betriebs-, Berufs- und Einzelegoismus hindert immer wieder die gerade hier unumgängliche Auslese. Schwer lastet zurzeit auf der deutschen Volkswirtschaft die ernste Krise der Landwirtschaft Die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer gesunden Fundierung gerade dieses Wirtschaftszweiges ist heute wohl Gemeingut. Nur über die einzuschlagenden Wege herrscht keine Uebereinstimmung. Uns scheint, daß man sich von der überkommenen Auffassung einer Stützung der Landwirtschaft schlechthin auf Kosten der Allgemeinheit frei machen und die Bahn für eine natürliche Auslese der innerlich gesunden und Ausmerzung der im Kern erkrankten Betriebe ebnen muß, ein Vorgang, der bei allen sonstigen Wirtschaftszweigen stets als Selbstverständlichkeit angesehen worden ist. Wenn die im Gange befindliche Reorganisation des staatlichen Kreditwesens auf diesem Gebiet dazu führen sollte, so wird die Landwirtschaft selbst, aber auch die Gesamtwirtschaft nur Vorteil davon haben können. Weit entfernt von einer befriedigenden Lösung ist auch heute noch das Problem der Wohnungsbeschaffung. Wir wissen uns frei von einer Unterstützung von Bestrebungen, die auf einen unserer Wirtschaftslage nicht Rechnung tragendeu Wohnungsluxus hinzielen sollten. Wir empfinden aber schwer die ungeheure Bedrohung der Volksgesundheit und damit der Arbeitskraft durch die derzeitigen Zustände, vor allem das großstädtische Wohnungselend. Daß die bisherigen Maßnahmen der staatiichen und sonstigen öffentlichen Stellen nicht zuletzt wohl wegen des Fehlens der unumgänglichen Einheitlichkeit in der Beurteilung der Notwendigkeiten und in der Wahl der Mittel Entscheidendes nicht erreicht haben, wird allenthalben anerkannt. Dabei ist gerade hier eine schnelle durchgreifende Lösung unabweisliches Gebot Man wird erwarten dürfen. daß der lange und immer wieder von fast allen Seiten ausgesprochene Wille zur Hilfe sich endlich in tatkräftige, praktische Arbeit umsetzt. Wir an unserem Teil sind bemüht, soweit es unsere Kräfte erlauben, mitzuarbeiten, und wir freuen uns, feststellen zu können, daß es uns in relativ kurzer Zeit möglich war. durch Hergabe gutgesicherter Bauzwischenkredite die Errichtung von rund 4000 Wohnungen zu ermöglichen. Wir glauben damit der Volkswirtschaft einen guten Dienst erwiesen zu haben und sind entschlossen, auch in Zukunft auf diesem Wege fortzuschreiten. Wenn wir uns damit der Betrachtung der speziellen Verhältnisse unseres Institutes zuwenden, so dürfen wir mit Genugtuung darauf hinweisen, daß auch das abgelaufene Geschäftsjahr eine sehr erhebliche Steigerung unseres Einlagenbestandes gebracht hat. Gegenüber rund 36 Millionen bei Beginn des Jahres können wir zum 31. Dezember 1927 rund 79 Millionen ausweisen. Entsprechend dieser Einlagenzunahme ist auch eine wesentliche Erhöhung des Umsatzes eingetreten, der sich für das abgelaufene Jahr auf 1,35 Milliarden beläuft. Für die Verwendung der uns anvertrauten Gelder haben wir in dem Berichtsjahr wieder die bis dahin befolgten Grundsätze beobachtet Konsumgenossenschaften, soziale Bau- und Siedlungsgesellschaften, soziale Versicherungsanstalten und andere Wirtschaftsunternehmungen der Arbeitnehmerschaft ebenso wie staatliche und kommunale Stellen waren in der Hauptsache unsere Kreditnehmer is disad up In sehr erheblichem Umfange konnten wir trotz der Ungunst der Zeiten uns im Placierungsgeschäft der festverzinslichen Anlagen betätigen, während das übrige Börsengeschäft auch im abgelaufenen Geschäftsjahr von uns nur mit Zurückhaltung betrieben wurde Die Entwicklung unserer Sparkassenabteilung ist im Jahre 1927 durchaus günstig verlaufen, so das heute bereits dieser Zweig als eine wesentliche Stütze unseres Institutes angesprochen werden kann. Die ständige Erweiterung unserer Revisions- und Treuhandabteilung hat uns Veran assung gegeben, im Herbst des Jahres 1927 eine selbständige Gesellschaft zu gründen, die unter dem Namen„ Gesellschaft für Vermögenswahrung und-verwaltung( Treuhand und Revision) mit beschränkter Haftung" die Aufgaben der bisherigen Treuhandabteilung übernommen hat und in entsprechend vergrößertem Ausmaß weiter wahrnimmt Zu den Filialen Hamburg und Bresiau sind im Laufe des Berichtsjahres Frankfurt a. M., Dresden und Bremen neu hinzugetreten. Die Entwicklung aller dieser Zweiginstitute ist durchaus befriedigend und für die Zukunft viel versprechend. Auch unser Zahlstellennetz hat einen weiteren Ausbau erfahren. Die Erfassung der Gelder der uns nabestehenden Kreise konnte damit weiter gefördert werden. Zu der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung möchten wir darauf hinweisen. daß auch in diesem Jahr unter dem Posten Eigene Effekten" ein sehr erheblicher Teil festverzinslicher und mündelsicherer Papiere sich befindet, während der Rest aus anderen börsengängigen Wertpapieren besteht. Die Bewertung ist in der üblichen Weise vorsichtig erfolgt. Auch im abgelaufenen Jahr sind die recht erheblichen Aufwendungen für Neuanschaffungen von Maschinen sowie für Einrichtung, besonders der Filialen, auf RM 1.- abgeschrieben worden. Für die Verteilung des ausgewiesenen Reingewinnes von RM 903 875.36 schlagen wir der Generalversammlung vor, 1. dem gesetzlichen Reservefonds 2. dem Spezialreservefonds zuzuführen, 3. zur Ausschüttung einer 10 proz. Dividende. zu verwenden, 4. den verbleibenden Rest von auf neue Rechnung vorzutragen. RM 300 000.RM 150 000, RM 400 000.O RM 53 875,36 Die bisherige Entwickelung im laufenden Geschäftsjahr berechtigt uns zu der Hoffnung, daß auch beim nächsten Jahresabschluß ein günstiges Ergebnis ausgewiesen werden kann. Berlia, den 27. März 1928. Der Vorstand. Dr. H. Bachem. Bern Meyer. Bericht des Aufsichtsrates. Die vom Vorstand vorgelegte Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung wurden von der Gesellschaft für Vermögenswahrung und-verwaltung( Treuhand- und Revision) m. b. H. geprüft und richtig befunden. Sie wurden ferner durch die Revisionskommission des Aufsichtsrates einer Nachprüfung unterzogen und auch von ihr gebilligt Mit dem Bericht des Vorstandes und seinen Vorschlägen bezüglich der Verwendung des Reingewinnes erklären wir uns einverstanden. Der Aufsichtsrat. Leipart, Vorsitzender. Aktiva Berlin, den 27. März 1928 Bilanz per 31. Dezember 1927 RM Pf. 1 349 564 51 2851 441 70 • 2683 735 50 Kasse und fremde Geldsorten. Festverzinsliche Schatzanweisungen des Reiches und der Länder Wechsel Einrichtung Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Schuldner: Aktienkapital. Reserven Spezialreserven Passiva RM Pf 4 000 000 400 000 250 000 III Gläubiger: a) in laufender Rechnung 21 590 650,55 b) befristet. 57 523 000,47 79 113 651 02 29 430 147 11 41 981 051,47 67 496,49 Aval- u. Büroschaftsschuldner 2902 624,19 Eigene Effekten Aval- und Bürgschaftsverpflichtungen. Reingewinn 2902 624,19 903 875 36 42 048 547 96 6 304 08 60 84 667 526 38 a) gedeckt. b) ungedeckt. Soll • Gewinn- und Verlustrechnung per 31. Dezember 1927 Handlungsunkosten Reingewinn • RM 1139 332 44 903 875 36 2043 207 80 PL Gewinn- Vortrag Generalertrag. Berlin, den 26. März 1928. 84 667 526 38 Haben RM PL 28 026 41 2015 181 39 2043 207 80 Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A. G. Der Vorstand: Dr. H. Bachem, Bern Meyer. Vorstehende Bilanz per 31. Dezember 1927 nebst Gewinn- und Verlustrechnung der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A.-G., Berlin$ 14, haben wir nachgeprüft und in Uebereinstimmung mit den ordnungsgemäs geführten Büchern und Unterlagen der Gesellschaft befunden. Berlin, den 26. März 1928. ( Stempel) Gesellschaft für Vermögenswahrung und-verwaltung ( Treuhand und Revision) m. b. H. Heidlberg P. pa. Balke Unterhaltung unö ÄVissen Vellage des Vorwärts Der Klub der Mütter. Bilder aus Südamerika. Im allgemeinen tritt im öffentlichen Leben Südamerikas die Frau nicht in den Vordergrund. Noch haben die südamerikanischen Staaten den Frauen nicht das Wohlrecht gegeben, auch nicht die, die sich auf ihre fortschrittliche Gesetzgebung nicht wenig zugute tun, wie etwa Uruguay. Und doch lätzt sich die Frau nicht ganz zurückdrängen, nicht ganz zur„Fensterguckcrin' machen. Da gibt es bei- spielstDeise in Buenos Aires einen Klub der Mütter, der heute schon eine ganz bedeutende Rolle im öffentlichen Leben spielt. Man begegnet seinem klugen Wirken da und dort. Aus den öffentlichen Anschlägen zum Beispiel springt eine große grüne Fliege heraus, und über ihr steht in roter Flammenschrift:„Töte diese Fliege!' Und unter ihr, die schief über die Plakatwand läuft, ist zu lesen:„denn sie ist der schlimmste Feind deiner Gesundheit!' Das ist«in allgemeiner Aufruf zum Kampfe gegen die Stubenfliege,«in Alarmruf mehr— aber der Klub der Mütter, der diesen Ruf öffentlich ertönen läßt, macht auch amerikanisch-praktische Versuche, für diesen Kampf Streiter zu gewinnen. Gin zweites Plakat wendet sich an die Kinder und an die Eltern: Kinder. wünscht ihr ein Zweirad zu gewinnen oder eine Nähmaschine? Eltern, wünscht ihr. daß euer Sohn, eure Tochter diese Prämien gewinnen und daß ihr außerdem 100 Peso empfanget? Das Ganze ist sehr leicht. Dem Buben oder Mädel, das von 2. Januar bis zum 13. Februar eine größere Menge von toten Fliegen iim Klub der Mütter abliefert, wird als Geschenk eine dieser Prämien gegeben und IM Peso für seinen Dater oder sein« Mutter. Geringere Prämien gibt«s noch für Kinder, die nur große Mengen von Fliegen abliefern. Dann folgen die näheren Bedingungen, und zum Schluß heißt es: Kinder! Indem ihr die Fliegen tötet, habt ihr nicht nur An- spruch auf eine Wertprämie, ihr erweist auch eurem Stadtviertel einen großen Dienst, weil ihr eine seiner gefährlichsten Plagen bekämpft, denn die Fliegen tragen die schlimmsten Krantheitskeim«, die sie im Schmutz sammeln, von Haus zu Haus. Cin Plakat mit schönen Bildern und Versen gibt den Müttern gut« Regeln über dl« Ernährung der Kinder, in denen die Milch eine große Rolle spielt und durch die die Kinder selbst ang«- regt werden, gesundheitlich zu leben. Zur Reinlichkeit, zum Baden, zum Spiel im Freien locken sie die Bilder. Ein letztes Plakat ist gemeinsam mit der nordamerikanisch-n„Child Health Organisation' (Aindergesimdheitsvrganisatwn) herausgebracht. Es gehört in den Rahmen«in« Veranstaltung, die sich Die Woche des Kindes nennt und deren Seele auch der Klub der Mütter ist. Acht Regeln werden da den Kindern mit auf den Lebensweg gegeben. Auch wir können von ihnen lernen: Bade mehr als einmal in der Woche. Putze deine Zähne alle Tage. Schlaf« leicht bedeckt, bei offenen Türen. (Fenster müßte es bei uns heißen.) Trinke reine Milch in Mengen. Iß täglich grüne Gemüse und Frücht«. Trinke viel Wo ff«, nie Wein. niZ Bier. Spiele täglich einig« Stunden im Freien. Entleere deine Eingeweide alle 24 Stunden. Das alles sind goldene Gesundheitsregeln, und es ist«in ernstes Perdienst des Klubs der Mütter, daß er sie ln so ansprechender Art volkstümlich macht. Ein Harlekin läuft auf dem Plakat mit zwei Kindern auf der Straße, und dies« rufen:„Pst! Pst! Höret die acht Regeln!' Diesem Plakat begegnet man an allen Stellen, wo Mütter zusammenkommen, in den Mutterberatungs- und Fürsorgeftellcn, in den Ambulatorien der liebevoll eingerichteten Kinderspitäler. Noch ein« gibt es in diesen Kinderspitälern zu schauen, besten sich unser« Kinderspitäler noch nicht rühinen tonnen. Ein« der großen Zei- Hingen von Buenos Aires ist auf den ausxezeichneten Einfall ge» kommen, in ollen Krankenfälen der Kinderspitäler Radioeinrichtungen mit Lautsprechern zu schaffen, und dieselbe Zeitung nützt ihren Send« dazu, um den Kindern an jedem Nachmittag durch einen für diesen Zweck angestellten„Großpapa' Geschichten erzählen zu lqflen, ihnen Kinderlieder zu singen und lustige Musik aufspielen zu Kiste». Aber nicht nur tu Plakaten spricht der Klub der Mütter zu den Mädchen, Frauen und Müttern von Buenos Aires, er bringt ganze gedruckte Lehrkurse, hübsch ausgestattet und auch mit schönen Bildern geschmückt, zur Verteilung und viele, viele Flugblätter, die Führ« sein sollen in gesundheitlichen Dingen und es auch sind. Eines dieser Hefte— es ist neunzig Seiten stark— zeigt auf dem Titelbild den Tod, der im Rücken einer Mutter erscheint, diese ab« nimmt den Kampf auf und hebt ihren Säugling eben zur Mutter- brüst. D« Tod aber zieht die Arme, die er eben nach dem Kinde gestreckt, in seinen Faltenmantel zurück. Und ehe die Belehrung durch das Wort beginnt, spricht das Bild einer säugenden Mutter zum Beschauer, und darunter steht:.Las höchste Recht des Kindes, die ursprünglichste Pflicht der Mutter.' Das Buch dient der.Linder- wache' und dies« dient, wie es schon auf dem Titelblatt gesagt ist, „dazu, die Kindersterblichkeit herabzudrücken'. In vielen ergreifen- den Tabellen und graphischen Darstellungen wird nun den Müttern gezeigt, was es heißt, wenn sie ihren Kindern die natürliche Nahrung entziehen. Dann find in dem Büchlein auch im Bild« die Mutter- der Kinderwoche mit oft sehr ergreifenden Mahnungen, wie etwa diesen: Eine Uhr steht auf zwöls. Und zur Linken ist gesagt: In der Republik Argentinien sterben jährlich 43 800 Kinder unter zwei Iahren oder im Durchschnitt hundertzwanzig jeden Tag od« alle zwölf Minuten eines. Der Tod umringt eine Kindergruppe: Bon je acht in Buenos Aires' geborenen Kiniunn stirbt eines vor Vollendung seines zweiten Lebensjahres. Di« meisten dieser Todes- fäll« sind von Unwissenheit verschuldet. Wollt ihr helfen, diese Sterblichkeit zu vermindern? Ein wunderschönes Bild, eins Widmung für die Frauen Argen- tiniens, zeigt uns ein« überlebensgroße Mutter, die mit beiden Händen ein frisches, gesundes Kind frei in der Luft hüll:„Die Ge- sundhett der Kinder ist die Gesundheit des Vaterlandes", lautet die patriotische Widmung. Auch in Tabellen und graphischen Statistiken werden die Ursachen der Kindersterblichkeit ausgezeigt, die Wechsel- beziehungen zwischen der Kindersterblichkeit und den Löhnen der Väter, zwischen der Kindersterblichkeit und der trockenen, der ein wenig feuchten und der feuchten Wohnung, der Frauenarbeit und anderer Erscheinirngen unserer Zeit dargestellt. Alles das ist sicher geeignet, das soziale Gewissen aufzurütteln— es aber wach zu er- hallen, bedarf es der täglichen und stündlichen Arbeit des Sozia- lismus. Auch mit Witz kämpfen die Frauen. Der„Luller' heißt im Spanischen Chupete, und da zeigt ein Bild«in Lullerkind in ver- schieden«» Lebensaltern: Es führt das Spielzeug zum Mund, den Daumen, es lutscht Schokolade und endlich die Zigarette.„Wer sich einmal den Luller angewöhnt hat, der mutz immer an«in« anderen' Sache lutschen.' Ein Heft behandell die Organisation der Kinder- wache,«in and««s die Küche für die Kinder, und neben vielen kleinen Schriften: Flugblättern und Aufrufen, ein letzter,«in Aufruf zu? Menschlichkeit, der durch das Titelbild charakterisiert ist. Eine sinnend« Frau sagt da:„Die Welt wird sein, wie die Mütter wünschen, daß sie sei.' Dieses Hest ist voll guter menschlicher, sozial gut durch- dochter Wmte für die jung« Frau, es ist ein Führ« für die Auszucht der jungen Frucht vom Mutterleib bis zur Schulstube. Ein Satz aus den vielen fei für jene herausgehoben, die in europäischen Landen heute noch auch die tuberkulöse Mutter zwingen wollen, Kinder zu gebären. Dieser Satz lautet:„Die Tuberkulose ist die einzige Krank- hell, die es d« Mutter verbietet, sich fortzupflanzen.' Die.Wilden' — als die in den Augen vieler solcher Dogmenritter auch noch die Argentinier gelten mögen— sind doch bessere Menschen! Ab« nicht nur Argentinien führt bewußt solchen Kampf um die Dolksgesundheit durch Ausklärung. Uruguay ist ganz im gleichen Sinne vielfach bemüht, und in Brasilien wird diese Unterweisung der Kinder im gesundheitlichen Leben schon von der Schule besorgt. Für die Kinder von acht Jahren aufwärts gibt es sogar cin Lesebuch der Hygiene des täglichen Lebens, ein mit vielen Bildern ausgestattetes Lesebuch, das nur kurze Er- munterungen der Kind« enthält, bestimmte Gesundheitsregeln einzuhalten und ihre Beachtung zur Lebensregel zu machen. Wer solch« zielbewußte Arbeit sieht, der wird auch das Bsr- trauen gewinnen, daß so erzogene Kinder diese gut« Arbeit van heut« bis zur Besiogung der Feind« fortsetzen werden, die im Schmutz und in der Unwissenheit auf die Menschen lauern, in der ganzen Unkultur auch, die der Kapitalismus über die arbeiteirden Menschen verhängt. Die Zigarette im Pütt. Voa D. Jaust. Eine Hitze, ein««bännlich stechende Hitze! Sprühend«, wirbelnd« Funken tanzen vor den Augen, und das verdammt hartnäckige Stück Eisenwandung des Wagens vor der keuchenden Brust verschwimmt zwischen den zitternd gegen die Last vorgestreckten, knochigen Armen mit der warmen, undurch- dringlichen Finsternis des Streckenganges Mathias, auf Revier Dreizehn, Ickern Eins und Zwei, verschwimmt zu einer schmutzig schwarzen, dumpfen, tollen unterirdischen Nacht. Schlepper im Pütt, Gedingeschlepper am Steinwagen! Im Kampf mit der Streck«, im Kampf von Met« zu Met«, Schritt zu Schritt! Die Schienenarme weichen und fliegen zurück, über die Augen rinnen salzig brennende Schweißtropfen, bleiben auf d« Nasenspitze stehen und fallen in gleichmäßigen Abständen in großen, schmutzigen Tropfen zur Erde. Die Schläfen brummen unter dem tauben Druck des Hintertopfes, Schweiß und Kohlen- staub sickert m die Poren der nackten Brust und die Rippen pressen wie Sägebügel die Haut hoch, daß die auf- und nieder- gestoßene Magengrube tief und weich einfSlü, zu einer hungrigen, gemarterten Einbuchtung. Mit schwerfälligen Schlägen knallt die Lompenkapsel von der Wagenwand an einen in der Finsternis verschwindenden Stempel, von Wagenwand zum Stempel, von Stempel zur Wagenwand zurück, imm« im gleichen Takt: Stempel, Wagenwand, Wagenwand. Stempel, unaufhörlich, unermüdlich. Jung«, Junge, im Pütt, da ist der Teufel los! Hinter der Wettertür, wenige Schritte von der Drehscheibe ent- fernt, am siebenundfünfzigsten Stempel zur rechten Hand, am drei- undsechzigsten links, springt der Wagen aus den Schienen, mit einem dünnen, boshaften Ton, der seltsam spröde und in banger Langsamkeit durch den Stollengang verklang, mit einem behutsamen, körnigen Knirschen, als wären die Räder in einem Sandhaufen festgefahren. .Derfluchter Karren!' knurrt« Peter Schwarzschild zwischen den zusammengebissenen Zähnen und schob den Priem zwischen Backe und Zahnfleisch, daß sich die Haut zu ein« harten, wütenden Wölbung hochdrückte, während Werner Eihm, sein Kumpel, gleich. gültig entgegnete, nur um den letzten Zweifel auszuschließen:„Tja, Wagen zwischenl' „Verdammter Trödel!' sagte der eine. „Ach was!' erwidert der andere und setzt sich auf die um. gestülpte Lampe; wischt aufseufzend den Schweiß aus den Haaren. Pet« Schwarzschild besinnt sich stirnrunzelnd und sagt vlötzlich: „Ich muß mal nach'm Kübel!'— und sein« Schritte verhallen in d« Richtung nach dem Revierfahrstuhl: sein« Lampe schwebt noch lange in der Höhe der unbarmherzigen Finsternis. Werner Eihm sieht mll einem schadenfrohen Grinsen nach. Ein fern« Schutz pocht uni« ihm. einmal, und wieder. Rechts, aus Mathias, knattert das überhastete Hämmern eines Abbau. Hammers, drüben aus Mathilde eine Schrämmaschine. Schritte nahen, ein fernes, weißglühendes Huschen au» btt Rächt, das im nächsten Augenblick einen matten, riesengrvßen Lichtkreis wirft. Erschrocken HSV er den Arm vor die geblendeten Augen und ruft:„Ist ja verteufell schnell gegangen!' „Hatte«» eilig Durchfall! Kein Wund«!... Schlechtes Wass« in d« Menage... Hundefraß— na. überhaupt, im großen und ganzen undsoweit«!— ich hau' bald Sack!.. „So?.. „Man kommt zu nichts bei dem Kohldampfschieben! Od«?.-. Bier Wochen spar' ich schon für'ne Manchesterhos«, und noch kein« zusammen!' .Alt« Freund, du willst dich vom Wagenschieben drücken! Kennen wir! Aber keine Angst, dir oergeht schon dein loses Maul! Hier heißt's einen Wagen auf die Schienen setzen, jawohl! Und los, los, los, mein Kindchen..! Ho— upp...! Ho— upp...!' Und sie stemmen die nackten Schultern gegen den Wagen, daß die Halsschlagader wie«ine dicke Schnur aus der Haut tritt, als müßte sie bei. der nächsten Anstrengung z«platzen. .Puh!' macht Werner Eihm.„Jetzt nur so ein kleines, saftiges Endchen Priem bei der Hand haben! Alle» wär gut! Alles ein Kinderspiel! Mit einem kleinen Biß Priem,' sagt er"rntt vor Wonne zärtlich zusammengekniffenen Augen. .'ck auf!' murmelt ein bierseliger Baß hinter den gekrümmten Rücken, und eine rvtslammende Lampe schwenkt hoch—„aha, d« Steiger!' „Glückauf, Steig«!' .Lock«, locker, Leute!' schreit er.„Aufenthalt gehabt, wie?... Pensum eingehalten, wie?... Habt wohl'neu Steinwagen, wie?... Aus den Schienen gesprungen, wie?... Locker, lock«. Leute!' — upp. ho— upp!' Ein Knacken und Knirschen, daß die Stollenverzimmerung wie Telephonstangen auf einer einsamen Landstraße brummt und singt,«in Brechen und Rülpsen, Kimrren und Krachen, und der Wagen sitzt wie sestgegassen in den Schienen. ' Sie hängen die Lampen an den Rand und drücken vorwärts, den Atem angehalten. „Recht so, recht so!' ermuntert der Steig« und trottet gebückt hinter ihnen her.„Brav, brav, ganz schneidig gemacht!' Sie sehen sich an und kichern. Ach Gott, der gute Alte! Haha! „jk«rle, Kerl«. Kerlel' schreit er plötzlich in ratloser, unerklör. vcher Wut, und sie hallen an.„Do hat jemand geraucht...'ne Zigarette hat jemand gequalmt...'ne Zigarette!... Teufel!... Teufel!... Ihr sprengt die ganze Bude in die Luft! Schwein«, ihr!' Und er springt auf Werner Eihm zu und schnüffell mtt seiner breiten, polnischen Nase.„Berdammter Hund, w« hat hi« qeraucht?' „Hier hat niemand geraucht!' knurrt der und färbt sich flammend rot.„Und im übrigen, diese Tonart.—' Der Steiger reißt die Lederkappe vom kahlen Schädel und wischt sich den Schweiß, stampft die Füße auf und tobt und flucht weiter. Pet« Schworzschild bricht plötzlich w ein Gelächter aus. .La haben«ir's, da haben wir'»!' frohlockt der Steig«. „Niemand hat geraucht, niemand!' suchtell sein Kumpel mtt den Annen und kommt in gefährliche Nähe de« entrüsteten Grau- Hartes vor ihnen.„Und wenn Sie wissen wollen: Wir wären doch kein« Bergleute, wenn wir im Pütt rauchen wollten! Ein ordent- licher Kumpel priemt, und hi«: Auch das kann man nicht mehr bei dem Hundelohn!' Und er zeigt ihm die leere Priemschachtel. „Ach!... Ach!...' murmell heißer d« Steig« und läßt sich in die Kniehocke nieder. Moder, ihr macht mich noch ver- rückt!' und sieht flüchtig nach der leeren Schachtel. Sie schieben weiter.„Alter Blödhammel!' schimpft d« eine. und der andere spuckt aus. Eine Hitze, eine erbärmlich stechend« Hitze! Und kein Priem in der Tasche! Nach dem dreihundertzwanzigsten Schrüt halten sie vor der Strebe, wo sie die verdammte Ladung hinabtippen und verpacken. Ein« stickige Hölle, ein Satansloch,— dos ist die Streb«! Ein teuflisches Knistern und Ziehen über dem Schädel, der lauernd« Tod,— ja, das ist sie! Pet« Schworzschild. wieder an den Wagen gekommen, hält den Mund an den Wasserschlauch und pumpt sich den Magen voll. „Eisig kalte Brühe, schneidet die Gedärme durch!' Und d« Wagen rollt streckab; sie hängen sich in Hockstellung Hintenauf. Und die Lampen schlagen um Wagenrand und Stempel. Dorm Füllort. „Mal sprengen, höchste Zeit!' ruft Werner Eihm, und sein Kumpel füllt den Wagen, daß die hochaufftiebende Kohlenstaub. wolse Wagen, Menschen, Raum und Hölzer unter sich begräbt. Ein klatschender Sprühregen spritzt dazwischen, ein funkelnder Sturzbach.«In Millionenrausch gleißender Wassertropsen, durch den sich die aufglühenden Lampen wieder langsam Bahn brechen. Und Werner tZihm steht, wie zum Sprunge gebückt, hinter dem Wasser- schlauch, und spritzt und spritzt. /„Hoda, ho da! Hö. ihr Kerle! Seid ihr des Teufels? Höda!..' »Mensch, was ist das?' Und« wirft den Dafserschlauch nieder. Im Aufgang der Strebe, zwischen Schüttelkasten und Gebirge, hängt, infolge seines Körperumfanges jestgeklemmt, der Steiger. and feine kurzen, stämmigen Beine strampeln in der Luft, während Oberkörper und Kopf nicht zu sehen sind, demnach oben in der Streb« liegen. Sie heben die Lampen und jehen, daß sein Gesäß wie in Wasser getaucht vor Nässe trieft. „Ach, ihr Kinderchen, macht mich los! Ich bin eingekleimnt. Der verdammte Wanst! Ach, ihr Kinderchen!' Und er wimmert und Nagt entsetzlich. Sie reißen die Bretter vom Schüttelkasten los, und nach einer Weile steht er ftei und unbeschwert unten im Gang und hält sich da» patschnasse Gesäß. „Ja, ja. so kommt dos,' sagt Werner Eihm und:„So kommt das!' sagen sie beide.» „Muß breiter gemacht werden, auf jeden Fall!' brummt er, wieder obenauf. Dann wackell seine Lampe unter mürrischem Gebrumm in di« dunkle Streck« zurück Plötzlich bleibt si«, nach wenigen Schritten schweben, und di« Stimme des Steigers klingt herauf, verändert, gennldert. bittend, fast demütig:„Der Eihm. kommt mal her?' Werner Eihm geht ihm nach.— Dann steht« am Wagen und kluckst glückselig, mit verzücktem Gesicht:„Mensch, der hat mir seinen ganzen Priem geschenkt! Rein toll, da». Es war wegen der Anschuldigung von der Zigarette.' sagt« er, Ler lieb« Hergottsteufel, der! Kaum angeleckt, die gute. treu« Seele die!' Und beugt sich zu seinem Kumpel vor und slüstttt mit zugespitzten Lippen und schnalzt mit Daumen und Zeigefinger:„Und ich seh« seinen breiten Hintern über den Fahrten hängen und denke: Ab« setzt mal. fest« dranf und dran! Wie das klatschte, wie das klatschte'.' Und sie biegen sich vor Lachen. Der Film als Beruf. Ein Beitrag zur Frage der Berufswahl. Bon Dr. Gg. Victor Mendel. Man braucht gar nicht so boshaft zu sein wie jener gründliche Kenner der Filmindustrie, der da behauptete: Filmen ist fein Beruf, sondern bestenfalls eine Befchäftigung", um dennoch warnend seine Stimine zu erheben vor dem Ergreifen der meisten Berufe, die Film und Kino bieten. Vor allem in der augenblic. lichen Zeit, in der die deutsche Filmindustrie geradezu tatastrophal daniederliegt. Und das, obwohl eine besondere Kontingent"-Gesetz gebung versucht hatte, den übermächtigen amerikanischen Einfluß abzudämmen. Tatsächlich hat dieses Rontingent im Gegenteil quali tatio fo ruinös gewirkt, daß nur noch ganz wenige Firmen überhaupt produzieren; und auch diese nur in erheblich eingeschränktem Umfange. So bietet die Filmfabritation also überhaupt keine Aus. fichten für die Zukunft! Ein Heer arbeitsloser Darsteller, Regiffeure, Silfsregiffeure, Kameraleute, Architekten und sonstiger Hilfskräfte jagt einander, fich gegenseitig unterbietend, die wenigen Boften ab, bie pro Tag oder pro Film allenfalls noch zu vergeben sind. Denn bas gerade wird für den Aspiranten auf einen Filmberuf vor allem michtig sein, daß es innerhalb der deutschen Filmindustrie feste Engagements für die eigentliche Fabrikation fo so mer Beschäftigung von marimal einem bis zwei Monaten( gewöhnlich sind es sogar nur Lage!) eine aufgezwungene Untätigkeit von vielen Monaten gegen übersteht. Iptelig. Ein folcher mus, um überhaupt beschäftigt zu werden, eine Apparatur sein Eigen nennen, deren Anschaffungswert allein etwa 5000 bis 10 000 Mart beträgt! Wobei er noch nicht einmal ficher ist, daß nicht urplöglich, aus irgendeiner technischen Mode heraus, feine Instrumentur wertlos geworden ist. Diesem Risiko und den hohen Anschaffungs- und Instandhaltungskosten steht ein Verdienst gegenüber, der geradezu lächerlich ist, zumal wenn man berücksichtigt, wie ,, oft" denn überhaupt Einnahmen zu verzeichnen sind. Daß es unter den Kameraleuten trotzdem noch einige gibt, die ein eigenes" Auto befizen, dient weit eher zur Illustration der künstlich hochgefchraubten Ansprüche an ein feudales Leben als zum Beweise hoher Einnahmen. erworbenes Nahezu das gleiche gilt vom Stand der Regisseure, in den überhaupt nur noch Protektion hineinführt. Und der um etwa das Behnfache überlastet ist! Wenn hier auch feine foftspielige und teuer Apparatur verlangt wird, so doch ein sehr solides Rüstzeug an Bildung und Wissen sowie eine Ausbildung, die nirgendwo geeignete Stätten befigt, fofern man nicht den schlechtbezahlten und schlechtgeeigneten Posten als Regieassistent ergattert, der zu Deutsch kaum mehr bedeutet als den eines besseren Laufburschen für den Regiffeur. Wie denn überhaupt Hilfs. regle eine Domäne iſt, in der untergeordnete Tätigkeit mit schlechter Entlohmung weittelfert. Auch hier sind hundert Aspiranten für höchftens zehn offene Stellen die Regel. Der Hautschmuck des Negers. Die Neger find ein sehr schmudliebendes Bolt und„ verschönern" sogar ihre Haut, während der Weiße diese in möglichster Reinheit und Glätte erscheinen läßt. Felig Bryk führt in seinem bei A. Mar cus u. E. Weber in Berlin erschienenen Werf ,, Neger- Eros", das zum erstenmal einen umfassenderen Ueberblick über die Liebe bei den Schwarzen gibt, dafür als Grund an, daß den Neger die Haut als solche nicht ästethisch befriedigt und er ihr daher durch Bemalung, Einölung oder Verwundung neue Schönheitswerte verleiht. Da die bei besonderen Gelegenheiten übliche Bemalung nicht lange vorhält, so versucht er, diesen Körperschmud durch Tätowierung dauerhaft zu machen und rigt Zeichnungen in die Haut ein. Noch eigenartiger find die in Afrita so beliebten 3iernarben, die vielleicht Erinnerungen an stolz getragene Verwundungen darstellen und jeden falls als Abwechslung in der glatten Hautfläche für schön gehalten werden. Es gibt Brandnarben und Schnittnarben, beides schmerzvolle Operationen, denen sich der eitle Mensch unterzieht, um Stönheit zu erkaufen. Schnittnarben sind weiter verbreitet und werden besonders von Frauen bevorzugt, weil sie sich viel leichter, schneller und regelmäßiger ausführen lassen. Diese Ziernarben, die an allen Teilen des Körpers, aber besonders am Bauch zu finden sind und ftets in einer linearen Reihenfolge ausgeführt werden, sind meist mehr oder weniger start erhaben und haben manchmal die Größe einer Erbse oder Kirsche. Diese erhöhten Marben erglänzen im Sonnenlicht in reichen Lichtern. Während die Brandwunde mit narben mit den Dornen einer rosenblätterähnlichen Schlingpflanze erzeugt und dann mit dem Messer nachgezogen. Sie werden nicht nur aus Schönheitsgründen, sondern auch zur Heilung von Krantheiten hervorgebracht und so weist die Negerin häufig einen großen Reichtum an Narben auf: auf der Schläfe die Brandwunde gegen Krankheiten, dann Impfnarben, daneben Biernarben auf Oberarm, Schenkeln und anderen Körperteilen und schließlich auf Armen und Rüden noch dicke Wundstriemen, die sie der pädagogischen" Be handlung durch ihren Mann verdankt. Die Freude an Verzierungen des Körpers geht bei manchen schwarzen Bölfern so weit, daß sie Beichenmuster selbst auf ihre Tiere übertragen; es gibt Rinder, deren Fell überall mit wahrscheinlich aus magischen Gründen Brandnarben ausgestattet ist. mehr gibt. Es ist nahezu die Regel, dah gut wie gar nicht lichen Berufe, wie Beleuchter, Ateliertischler, Raschierer und einem Zündhütchen rasch eingebrannt wird, werden die Schnitt Da helfen dann die anscheinend immer noch hohen Gagen herzlich menig, zumal von den höheren Funktionären ja auch ein hoher Lebensstandard geradezu verlangt wird. Besonders der. Dar fteller hat einen im Verhältnis ungeheuerlichen Aufwand an Aleidung und Körperpflege zu machen, wenn anders er nicht rettungs. los ins Hintertreffen geraten will. Und daß gerade diese Eparte der Filmberufe überfüllt und ständig von sogenanntem, Nachwuchs" noch vergeblich überlaufen wird, dürfte nachgerade hinreichend bekannt geworden fein. Wenn trozdem immer noch junge Mädchen in der unbesorgten Ueberschmenglichkeit der Jugend sich zu diesem shnehin bitteren und anstrengenden Beruf drängen, so sollten menigstens deren Eltern so vernünftig sein, mit harter Faust die Hoffnungsblüten su fniden, ehe das Leben diese Arbeit besorgt. Es gibt keinen direkteren Weg zu offener oder geheimer Brostitution als diesen über die Romparferie zum( nie erreichten) Film ftar! Darüber dürfen nicht die paar Erfolge täuschen, wie sie zumeist Brotektion( und Schlimmeres) hin und wieder zustandegebracht haben. " Man vergeffe auch nicht, daß felbft diesen Glücklichen" feines. megs das ganze Leben gesichert ist. Der Verdienst geht in den Baufen awischen den Engagements drauf, Jugend und Schönheit welfen, und das Alter sieht auch bei vielen ehemals Großen bitter genug aus. Der Film ,, frißt" die Menschen, wie wohl fein anderer Beruf. Durchaus noch fähige Darsteller und Regisseure werden rücksichtslos zum alten Eisen geworfen; Kameraleute, die noch vor wenigen Jahren Berühmtheiten waren, sind heute fleine Kopierer oder Ent widler in den Kopieranstalten. Dabei ist die Ausbildung zum Berufe als Stameramann nicht nur langwierig, sondern auch sehr loftEinige Aussichten bieten allenfalls noch die rein handwert. Dekorateur. Aber auch bei ihnen sind Dauer beschäftigungen äußerst selten. Erlernt werden alle wohl nicht im Atelier, sondern in Handwerksbetrieben, obwohl eine spezielle filmische Ausbildung vorzuziehen wäre. Lediglich die Theatermaler scheinen hin und wieder Lehrlinge auch im Atelier anzulernen. Wenn die Löhne bort teilweise höher sind als im gleichwertigen sonstigen Handwerk, so erklärt sich das leicht aus der Unregelmäßigkeit der Beschäftigung und aus der weit größeren förperlichen Anstrengung, die Hiße und Rälte fowie die wilde Hezjagd im Atelier bedingen. Sollte der Rüd gang des deutschen Films weitere Fortschritte machen, so dürften die Erwerbs- und Beschäftigungsaussichten auch in diesen Berufen schnell weiter nachlassen. Dagegen hat die Arbeit in den Ropieranstalten noch eher Aussichten auf Stetigfeit und Dauer, weil in ihnen ja auch die aus. ländischen Filme als Kopien hergestellt werden. Am weitesten merden bort Leute tommen, die vorher anderswo als Photographen regelrecht gelernt haben. Ihnen bleiben die leitenden Bosten vor. behalten. Wer direkt in der Kopieranſtalt sich ausbildet, wird zu meist bei seiner fpeziellen Tätigkeit als Entwickler, Kopierer, Färber oder Perforierer bleiben müffen. RIeberinnen fönnen bei einiger Intelligenz zum gut bezahlten Posten einer Negativabzieherin aufrücken. Die Ropieranſtalt wäre also wohl die einzige Stelle in ber Filmindustrie, bei der man noch Annahme einer Lehrstelle empfehlen tönnte. 3u warnen wäre vor dem Beruf des Kinovorführers, der durch allzu viele Lehrturse rettungslos überfüllt ist. Kauf. männische Lehrstellen im Filmverleih und Bertrieb disponieren schließlich ebenso gut für den allgemeinen Beruf des Kaufmanns wie etwa die Lehre in einer Eisenwarenhandlung. Zufammenfaffend tann man sagen: Wer seine Kinder lieb hat, hält fie vom Filmberuf fern! Der schnellste Mensch. Der Italienische Fliegermajor de Bernardi, Der in verschiedenen Schnelligteitswettbewerben schon Statien zum Sieg geführt hatte, hat dieser Tage bei einem Flug über den Strand des Bidos bei Benedig einen neuen, Auffehen erregenden Schnelligfeitsreford aufgestellt: er flog mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit pon fast 513 Kilometer pro Stunde, beim Fliegen mit dem Winde Don 561 Kilometer pro Stunde. Die zu bewältigende Strecke, zu der die Schallwellen 15 Sefunden, Licht und Elektrizität 50 000 Setunde brauchen, legte Bernardi in 42,1 Gefunden zurüd. Man kann sich die Bedeutung dieser Leistung am besten vor stellen, wenn man sich erinnert, daß der englische Major Segrave im Februar dieses Jahres an der Küste von Florida einen Schnel ligkeitsrekord im Auto von 333 Kilometer pro Stunde erzielt hat. Damals, als man das atemraubende Dahinschießen des Autos jah. troffen werden. Man ist sich in Fachtreisen darüber klar, daß die meinte man, die Schnelligkeit dieses Fahrzeugs tönnte taum übertroffen werden. Man ist sich in Fachkreisen darüber klar, daß die von Bernardi erzielte Gefdywindigkeit nur mit einem Wasserflugzeug, niemals mit einem Landflugzeug erreicht werden kann. Den Ge schwindigkeitsreforb mit einem Landfahrzeug hält der Franzose Bonnet, der mit einem Ferbois- Aeroplan eine Stundenschnelligkeit von 448 Kilometer erreicht hat. St. F. Haushalt Tage Borzellan Dieser Sonderverkauf bietet eine selten günstige Kaufgelegenheit zur Ergänzung und Neuanschaffung im Haushalt Geriengeschirr„ Bremen Tafelgeschirr Feston mit neuen Blumenmustern Speiseteller nach oder tief.. 58Pt. Kaffeekannen.... 2,30, 2,00, 1,45 Abendbrotteller. Teekannen 1,50, 2,15 Kompotteller.. Sür die Waschküche Wannen oval, 38PL 28PL Zuckerdosen 50, 65. Bratenplatten oval, 30 cm... 95PL Milchtöpfe..... 35, 40, 50er Tassen mit Goldrand, Dessertteller. 38Pt. Porzellan, halbstark. 28PL. 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Vorträge: vorm, von 11-12, nachm, von 8-4 食 �r. 191» 45. Jahrgang 4. Beilage des Vorwaris Sonntage 22. April 1925 Futterkrippe oder Machtanspruch? Von A. Grzesinski, preußischer Minister öes Innern. 2lls im Dezember 1924 die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Landtag die Deutschnationale Partei zur zweitstärksten in den beiden Parlamenten machten, erhob die Rechte besonders in Preußen nachdrücklich und laut die For- derung auf Ausschluß der Sozialdemokratie von der Regierungsbildung. Auch bei den Der- Handlungen um die Regierungsbildung im Reich hat die Deutschnationale Dolkspartei immer wieder betont, daß sie nur dann gewillt sei, im Reich in die Regierung zu gehen, wenn man auch in Preußen eine Umbildung der Regierung vornähme. In Preußen war bis zu den Neuwahlen 1924 die Deutsche Volkspartei an der Regierung der Großen Koalition betelligt. Dann war sie aus der Regierung ausgetreten, um dadurch die übrigen bisherigen Regierungsparteien zu zwin- gen, den deutschnationalen Ansprüchen entgegenzukommen. Sie wollte dadurch eine Regierungsbildung herbeiführen, an der die Sozialdemokratie nicht mehr beteiligt war. Das Spiel mißglückte: die anderen Parteien des preußischen Regierungs- blocks ließen sich von der Rechten das Gesetz des Handelns nicht vorschreiben und seit dem Jahre 192S regiert in Preußen die Regierung der Weimarer Koalition, die sich durchsetzte, allen Widerständen zum Trotz, weil sie fest zusammenhielt und entschlossen war, sich nicht zum Vorspann deutschnationaler Machtansprüche mißbrauchen zu lassen. Warum nun das Streben der Rechten im Preußischen Landtag auf Ausschaltung der Sozialdemokratie? Es heißt eine Binsenwahrheit sagen, wenn auch hier wieder festgestellt wird, daß fast noch wichtiger als die Gesetzgebung im Par- lament der große Verwaltungsapparat ist, den eine feit Jahrhunderten festgefügte Staatsorganisation wie Preußen zur Ausführung der Gesetze und zur Handhabung der Verwaltung aufgebaut hat. Bis zur Staatsumwälzung haben die konservativen Kreise die Kreise des Grundbesitzes und des Adels, die preußische Verwaltung als ihre ureigenste Domäne betrachten können. Ihre Angehörigen allein hatten Aussicht, in die Laufbahn des höheren Verwallungsbeamten zu gelangen und in ihr emporzusteigen. Und durch die Be- berrschung des Staatsapparates übten sie auch die wahre Gewalt in Preußen aus und verstanden es, allen demokra- tischen und fortschrittlichen Forderungen gegenüber ihre Macht unerschüttert aufrechtzuerhalten. Als der Zusammenbruch im November 1918 diesem Zu- stand ein Ende bereitete, als in der Republik das vom Volk gewählte Parlament selbst die Regierung bestimmte, hatte auch in Preußen diese konservative und reaktionäre Allein- Herrschaft ein Ende. Vornehmste und wichtigste Aufgabe aller republikanischen Regierungen Preußens war es, nunmehr auch in. dem Vertvaliungsgefüge dem feit, Jahrzehnten ge- übten Unrecht ein Ende zu bereiten und zu versuchen, wemg- stens tellweise gut zu machen, was in der Vergangenheit ge- sündigt worden war. Es ist selbstverständlich, daß die republi- kanischen preußischen Regierungen den Grundsatz aufstellten, daß alle leitenden und politisch einflußreichen Stellen in der Verwaltung nur mit überzeugten Anhängern des neuen Staates besetzt werden durften und ebenso selbstverständlich war es, daß man deshalb einen großen Teil der politischen Beamten des allen Regimes im neuen Staate nicht mehr verwenden konnte. Ueber diese so einfache und natürliche Konsequenz aber erhob sich auf der Rechten ein großes Ge- schrei. Und landauf, landab wurde und wird deswegen gegen die republikanischen Parteien, vor allem gegen die Sozial- demokratie der Vorwurf der„Futterkrippe" er- hoben. Warum? Nun, einfach deshalb, weil die Sozialdemo- kratie darauf besteht, daß auch Angehörige der Volkskreise, die früher grundsätzlich ausgeschlossen waren, in den lellen- den Verwaltungsstellen Preußens vertreten sind, daß auch Sozialdemokraten als Verwaltungsbeamte heran- gezogen und nicht nur als minderen Rechts wie unter dem allen Regime behandell werden. Selbstverständlich denkt innerhalb der republikanischen Parteien niemand daran, die Beamtenstellen und Vermal- tungsposten nach dem Parteibuch zu besetzen. Aber es ist scheinheilig, wenn von der Rechte, immer wieder behauptet wird, daß sie nichts dagegen hätte, wenn auch Republikaner in die Verwallung des Staates gelangen, sofern sie nur die erforderliche fachliche Vorblldung aufzuweisen hätten. Diese Spekulation auf das kurze Gedächtnis der Wählermassen ist doch zu naiv, als daß sie nicht leicht durchschaut werden könnte. Muß wirklich immer wieder darauf hingewiesen werden, daß es heute ja gar nicht möglich sein kann, von unten auf verwaltungsmäßig vorgebildete Republikaner in genügender Zahl zu haben, da vor der Staatsumwälzung die damals allein herrschende konservative Schicht Preußens niemanden in die Verwaltungslaufbahn hineinließ, der nicht absolut zu ihr gehörte? Es ist doch zu bekannt, daß selbst nationalliberale hohe Verwaltungsbeamte zu den allergrößten Seltenheiten in Preußen gehörten, die, wenn sie mucksten, gemaßregell wurden— von Angehörigen des Zentrums erst gar nicht zu reden! Es war deshalb dringendes Gebot demokratischer Pflicht, diese Sünden des altenPreuhens gut zu- machen und gemäß der sozialen, kulturellen und politischen Gliederung der Bevölkerung, auf leitende politische Verwal- tungsposten Staatsbürger zu stellen, die neben ihrer fach- lichen Eignung in chren Anschauungen der Bevölkerung ihres Bezirkes nahestehen und der republikanischen Staatsregierung die absolute Gewähr dafür bieten, daß sie den heutigen Staat nach außen hin bewußt oertreten und verteidigen und ihr Amt im Sinne einer sozialen Demokratie und der Republik führen. Diese Notwendigkeit hat auch die Deutsche Volks- partei in den Jahren, als sie in Preußen an der Regierung beteiligt war, wiederholt durch die Tat anerkannt. Sie hat sogar im Dezember 1922 einem Gesetz zugestimmt, das den Kreis derjenigen Staatsbeamten, die im Interesse der ver- fassungsmäßigen republikanischen Staatsform jederzeit in den einstwelligen Ruhestand versetzt werden tonnten, wesentlich erweiterte. Das Wort von der„Futterkrippe" ist nur ein Schlag- wort, mit dem der Bevölkerung Sand in die Augen gestreut werden soll. Das Ziel des Drängens der Deutschnationalen um die BetMgüng'.an. her RegierMg, vornehmlich ifl Preußen, ist nichts anderes- als die Sehnsucht nach der Wieder a u-f Dichtung i hrer d u rch den N o- v e m b e r 1918 beseitigten M a ch t. Das deutsche Volk, das durch die Schule des Krieges gegangen ist, wird sich die Vorherrschast einer kleinen Oberschicht nicht wieder ge- fallen lassen: es ist politisch reifer geworden. Der Ausgang der Wahlen im Mai wird zeigen, daß die übergroße Mehr- hell der preußischen Bevölkerung gewillt ist, daran festzuhalten, daß sie in der Staatsverwaltung überall durch Männer vertreten ist, die auch in der polttifchen Anschauung, im sozialen Verständnis ihr nahestehen. Im Staat und in der Staatsverwaltung darf die Macht nie wieder von einer kleinen Schicht, sondern nur vom ganzen Volt ausgeübt werden. Auch darum geht am 29. Mai in Preußen der Kampf, um dessen Ausgang mir nicht bange ist. Erinnerung an Paul Axelrod. Von Eduard Bernstein. Es sind S4 Jahre her, daß ich Paul Axelrod kennenlernte. Er wurde mir im Jahre 1874 eines Abends von einem sozia- listischen russischen Studenten meiner Bekanntschaft als poli- tischer Flüchtling mit der Anfrage zugeführt, ob er bei mir übernachten könne. Zum Glück ging das, und wir kamen in eine Unterhaltung über Fragen der sozialistischen Bewegung jener Tage, die uns jedoch nicht weit führte, da Axelrod schon am nächsten Morgen in früher Stunde seine Reise fortzu- setzen hatte.' Etaws später erzählte mir einer von den russischen Sm- denten, die durch Paul Axelrod in die sozialistische Bewegung eingeführt worden waren, näheres über die von ihm in Ruß- land ausgeübte Propaganda für den Sozialismus. Er hob insbesondere hervor, welchen nachhalligen Eindruck auf ihn und seine Altersgenossen, die alle noch junge Kerle waren, der tiefe Ernst gemacht hatte, von dem Axellods Ermahnun- gen an sie und seine spartanisch einfache Lebensführung Zeugnis ablegten.. Axelrod war in die Schweiz gereist und hatte m Genf Aufenthall genommen, das damals das bedeutendste Zentrum der sozialistischen Flüchtlinge Rußlands war. Dort war er Mitglied einer größeren Gruppe, deren Mitglieder sich zu- meist noch Anarchisten nannten, in der aber schon eine Ten- denz vorherrschte, die theoretischen Streitfragen des Sozialis- mus in kameradschaftlichem Geist zu diskutieren. Ich las damals, um mich über die verschiedenen Strömungen des So- zialismus zu unterrichten, ein französisches Organ dieser Richtung— ich glaube„Le Travailleur" war der Titel— und bin dort auch dem Namen Axelrod begegnet. Bedeutungs- vollere Artikel von ihm erschienen in der russischen Zeitschrift „Obschtschina"(die soziale Gemeinde), darunter ein von Peter Lawrow im ersten Heft von Richters(Höchberg) Jahrbuch für Sozialwissenschaft als sehr bemerkenswert zitierter Ar- tikel gegen die den Sozialismus verflachenden Tendenzen der sogenannten Volkstümler(Narodniki). Und für dieses Jahr- buch schrieb Axelrod etwas später eine Abhandlung über die geschichtliche Entwicklung des Sozialismus in Rußland, die uns so gefiel, daß wir einen Sonderdruck von ihr veran- stalleten. Als dann Axelrod im Verein mit Georg Plechanow und Vera Sassulitfch überzeugter Marxist geworden war. über- siedelte er zu Anfang der achtziger Jahre nach Zürich, wo sich bald ein sehr freundschaftliches Verhältnis zwischen ihm, Karl Kautsky und meiner Wenigkeit entwickelte. Ich kann an jene Zeit nicht ohne tiefe Rührung zurückdenken. Axelrod hatte in einer russischen Sozialiftin, die eine Kampfgenossin der heroischen Sophia Bardina gewesen war, eine ganz aus- gezeichnete Lebensgefährtin, die ihm bis zu ihrem Tode eins unermüdliche Helferin und Stütze in seinen Lebenskämpfen gewesen ist. Nadeschda(Nadia) Axelrod scheute keine An- strengung, ihren Mann in die Lage zu versetzen, sich aus- schließlich der Propaganda und Aufklärung durch das ge- druckte Wort zu widmen, und hielt außerdem einen offenen Tisch für unbemittelte sozialistische russische Flüchtlinge, an denen es in Zürich nie gefehll hat. Der Verkehr mit den durch das Sozialistengesetz nach Zürich verschlagenen deutschen Sozialisten versetzte Axelrod in die Lage, seine Kenntnis vom Kampf und der Taktik der Sozialdemokratie in Deutschland verschiedentlich zu ergänzen und bei den Diskussionen in der sozialistischen Internationale fanden wir uns bis zum Jahrhundertende immer auf der gleichen Seite. Als es dann in Deutschland zum Streit um den sogenannten Revisionismus kam, hat er sich meines Wissens in deutscher Sprache nicht an ihm betelligt. Ob er in russischer Sprache zu ihm Stellung genommen hat, weiß ich nicht, habe aber Grund, anzunehmen, daß, wenn es ge- schehen ist, es kaum in scharfer Tonart der Fall war. Wir hatten seit meiner Ausweisung aus der Schweiz— Mai 1888 — bis nach dem Wellkrieg fast immer örtlich getrennt gelebt. er in der Schweiz und dann zeitweilig in Paris, ich erst zwölf Jahre in London und dann, von 1991 ab, wieder in Deutsch- land. Im Frühjahr 1914, als noch keiner von uns an den Kriegsausbruch dachte, kam er auf kurze Zeit nach Berlin und war bei dieser Gelegenheit auch einige Stunden im ver- traulichen Gespräch mit mir zusammen. Als dieses sich dem Strett wegen des Revisionismus zuwandte, machte er mir zwar den Vorwurf, taktisch zwecklose Wendungen gebraucht zu haben, welche die andere Seite als Provokation habe auf- fassen müssen, erklärte sich aber mit verschiedenen meiner Darlegungen der Sache nach einverstanden, so daß wir in bester Freundschaft voneinander schieden. Der Wellkrieg beseitigte dann die letzte Möglichkett eines Mißverständnisses zwischen uns, seine Stellung zur Bolschewisteicherrschaft in Rußland entsprach durchaus der Ueberzeugung, die ich von ihr ge- wonnen hatte. Ein Urteil über feine Verdienste um die Ausbreitung der wissenschafllich begründeten Lehre des Sozialismus in Rußland abzugeben, Halle ich mich, da ich der russischen Sprache nicht mächtig bin, nicht für berechtigt. Daß sie sehr bedeutend sind, wird selbst von seinen sozialistischen Gegnern nicht bestritten. Auch an die Reinheit seiner Gesinnung wagen sich selbst die in der verleumderischen Lüge so unver- frorenen Soldschreiber des Bolschewismus nicht heran. Daß trotzdem sogar ein Paul Axelrod die letzten Jahre seines Lebens im Exil hat verbringen müssen, während in seinem Heimatland Rußland Leute an der Macht sind, die sich fälsch- lich Sozialisten nennen, ist einer der schlagendsten Beweise für die innere Hohlheit des von ihnen eingeführten Regie- rungssystems. Aber es kann und wird nicht ungemessene Zeit andauern: und wenn es überwunden sein wird, wird im der Despotie ledigen sozialistischen Rußland der Name Paul Axelrod als der eines seiner verdientesten Vorkämpfer in Ehren fortleben. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". GlschSttsftellez Berlin 6. Ii. Sebastian kr 87/38, Hai 2 Tr. M. XylVv Sonntag. 22. April. Hexuigsdorf: Pfllchtveranstaltung. Antreten Vereinsheini, Radfahrer 914 Uhr. alle anderen Kameraden Ifllj Uhr. Beisetzung Lathringeni 6. Mai sn «, Kr. Teil Uhr. Amt, Hanl. Antreten 13;4 Uhr __________________.......______________________ Uhr. Kreuzbrrg: Beisetzung des verstorbenen Kam. Iustizrat Tr. Lewinsly 12 Uhr Weitzcnsee. Lolhringenstraße, von der alten Halle aus. Fahrkarten zur Auto. fahrt am 8. Mai sind bei den Zugleitcrn abzuholen. Fahrpreis 1,50 M. Vlanlcnseld«, Kr. Teltow: 3. Stiftungsfest, verbunden mit Propagandaunizug. Beginn 13 Uhr. Amtsbezirk SehSneiche: Umzug durcki die Siedlung Invaliden. Uhr Bhf. Rahnsdorf. Erscheinen aller Kameraden � April. Mitte: Pflichtocraii staltung piinltlich 20 Uhr im Iugenbheim Tieckftr. 18. Vortrag:„Iunabanner und Wahl.- Revkälln» Pflicht.— Montag. 23. April. Mitte: Pflichtvcranstaltung pünktlich 20 Uhr im Iugenbheim Tieckftr. 18. Bortrag:„Iunabanner und Wahl." Neukölln» Britz, 1. Kameradschaft: 20 Uhr Äameradschafisversammlung in der Kottbusscr Klause, Kottbuffer Damm 90. Vortrag des Gewerkschafissekretärs Lorenz Vreunig:.Die Sünden des Bürgerblocks.- Erscheinen für alle vasstven und aktiven Kameraden Pflicht. Neinickendorf sOrtsverein): 19 Uhr Antreten Wittenau, Hauptstratz«, bei Schulz,..Dorfaue". Pflichtoeranstaltung.— Dien». tag. 21. Bpril.� Dauoorftand. Sportleitersttzung 20 Uhr im Kaudureau. Lich. i! ÜM W" iÜ~~ m"" 1 Ujä fäl«. Teltomer Stratze, EPD..Dersommlu!ig. Res. Oberbürgermeister Vötz. Rachrichtenzug: 20 Uhr Sitzung bei Sicdentopf, Muskauer Str. 33. Tiergarten, Kamerabschaft I u. Il: Saalschutz 19% Uhr Fall-Rcalgninnasium, Llltzomstr. 84. Pflicht. Schöneberg.Ariedenan: 19 Uhr Antrete» zum Saalschutz im Rathaus Friedenau, Hauptportal, Lautaplatz.— Mittwoch, 23. April. Saalschutz zur SPD.-Kundgebung im Sportpalast. Kreis Oflen; Antreten 18% Uhr Hochbhs. Blllvwstratze. Krevzberg: Antreten pünktlich 18% Uhr BUlow., Ecke Manstei». stratze. Wilmersdorf: Antreten 1814 Uhr Vsrhof Sportpalast. Schöncberg. Friedenau: Antreten 18 Uhr Wartburgplatz. KSpenick: Abfahrt Bhf. Friedrichs. agen 18.40 Uhr, Köpenick 18.47 Uhr, Spindlersfeld 18.41 Uhr. Grünau 18.44 Uhr is Schbneberg. Nachzügler 19% Uhr Bhf. Echöneberg. Ohne Fahnen und Tambourkorps. Lichtenberg: Pünktlich 18% Uhr Hochbhf. Bülowstratze. Ohne Fahnen und Instrumente. Radfahrer ohne Räder. Bunbeskleidnngl Pflicht. Veranstaltung.— Reinickendorf lOrtsvercin): 19 Uhr Sportpalast, Potsdamer Stratze._ Zübisch-sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zio», Ortsar. Berlin. Dienstag, l. Mai. findet im Gemeindehaus, Rofenftr. 2—4, die Mai.Kunb. gebung unserer Ortsgruppe statt. Referenten: Oskar Lohn und Berl Locker. Säst« herzlich willkommen. Beginn pünktlich 1914 Uhr. Aibeiter.Abstinentcn.Bund, vrtsgr. Berlin. Montag. 23. April. 19% Uhr. Sophien.Lnzeum. Wcinmeisterstr. 17—18, Mitgliederversammlung. Bericht vom Bundestag, Wahlen, Organisatorisches. Arbeitcr-Esperanto-Bnud Berlin. Truppe Osten. Jeden Donnerstag nm 20 Uhr Uebungsabend im Jugendheim Am Ostbahnhof 17. Alle Sruppenmit- glieder und Eiimathifler-nde fmd eingeladen. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sosialiäiſche Arbeiterjungend Groß- Berlin Sonntag, den 22. April 1928. 9: Morgenfeier. 11.30: Funkmatinee( Uebertragung Gr. Schauspielhaus). 14: Kurzschrift. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Funkheinzelmann. 16: Die deutsche Legende in Poesie und Musik. 16.30: Unterhaltungsmusik. 19: Stunde des Journalisten. 19.30: Die Grundlagen einer zweckmäßigen Ernäh20: Brasiliens neueste Wirtschaftsentwicklung mit besonderer BerückHung. sichtigung des deutschen Anteils. 20.30: Orchesterkonzert. 22.30: Tanzmusik. Montag, den 23. April 1928. 15.30: Die Mode als Erscheinungsform einer Zeit. 16: Technische Wochenplanderei. 16.30: Frank Thieß( Vortrag und Leseproben). 17: Unterhaltungsmusik. 18.40: Das Tagewerk cines Elektromonteurs. 19.05: Wunder der Medizin. 19.30: Der Weg des Laien zum Kunstwerk. 20: Uebertragung Philharmonie: Festkonzert anläßlich des Autoren- und Komponistenkongresses. 22.30: Hochlandsklänge( Musikvorträge). Dienstag, den 24. April 1928. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Die Wissenschaft vom Charakter. 19.45: Probewettschreiben für Einheitskurzschrift. Ab 20.10: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, den 25. April 1928. 16: Der logarithmische Rechenstab im mathematischen Unterricht. 16.30: Einführung in das Verstehen von Musik. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55; Deutsche Normung und Rationalisierung. 19.20: Die Wissenschaft vom Charakter. 20: Uebertragung aus Frankfurt. 21.30: Uebertragung aus Köln. Danach Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, den 26. April 1928. 16: Erziehungsberatung. 16.30: Ranm und Zeit. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Weltpolitische Stunde. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Aufrechterhaltung der Gare im Boden. 19.20: Beispiele aus Faust. 19.45: Der unbekannte Stifter. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Die Frau am Spinn- Freitag, den 27. April 1928. und Webstuhl im Zeitalter moderner Technik. 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Novellen. 17: Unterhaltungsmusik. 18.20: Die richtige Erholung als Selbstschutz. 18.50: Beziehung der Astronomie zur Erdphysik. 19.15: Die wichtigsten Hemmnisse der Reichtumsvermehrung. 20.10: Sendespiele: Frasquita", Operette von Lehár. Mittwoch, den 25. April 1928. 15.30: Die Fran in der Volkswirtschaft. 16: Pilze als Schädlinge in der Speisekammer, 16.30: Jugendbühne. 17: Musikalische Kinderstande. 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.30: Rheumatismus und Gelenkkrankheiten. 19: Wie sieht der moderne Mann die moderne Frax, Sommerluftverkehr. 20: Die Weltanschauu. Vortrag. 21: Opernstunde. 22.30: Tanzmusik. Donnerstag, den 26. April 1928. 19.30: Der diesjährige deutsche der jungen Generation. 20.30: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 18.30: Malsitten und Malfesta. 16: Die Wandlung des Berliner Jungen. 16.30; Funkgrotesken. 17: GoetheLieder. Danach: Sonaten. 18.30: Fremdsprachliche Vorträge( Esperanto). 19: Aus dem Reiche der Silikate. 19.25: Der soziale Gedanke in der modernen Literatur. 19.58: Bodenreform und Gehaltsempfänger. 20.30: Sendespiele: Die gelbe Nachtigall" von Hermann Babr. 22.30; Tanzmusik. Freitag, den 27. April 1928. 15.30: Die Frau in der Krankenversicherung. 16: Alte und nene Formes der Geselligkeit. 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.30: Italienisch. 19: Schachstunde. 19.25: Die Bedeutung des Auslandsdeutschtums für das deutsche Wirtschatten. 20.30: Filmtechnik im Roman. 21.15; Stande der Lebenden( Lieder, schaftsleben. 19.55: Organisation und Aufbau der deutschen ArbeitergewerkMusikvorträge). 22.30; Schlager. Sonnabend, den 28. April 1928. 15.30: Der deutsche und amerikanische Motorbootsport. 16: Medizinischhygienische Plauderei. 16.30: Allerlei Humor. Danach: Teemusik. 18.15; Mein Balkon als Blumengarten. 18.40: Die große Dichtung des Mittelalters. 19.05: Ziele der Minderheitenpolitik. 20: Uebertragung Staatsoper Unter den Linden: ,, Die Zauberflöte" von Mozart. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, den 22. April 1928. Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 14: Winke für Liebhaberphotographen. Ab 14.30: Uebertragung aus Berlin. 18: Deutscher Humor. 19; Die Weltseele in der Volksdichtung. 19.30: Fritz Reuter. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, den 23. April 1928. 16: Französisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Der Baner in der germanischen Dichtung. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Technischer Lehrzang für Facharbeiter und Werkmeister. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.35: Bedeutung der Qualitätserzeugung im Buttergeschäft. 19.30: Aus dem Leben der Bremen- Flleger. Ab, 20: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, den 24. April 1928. 16: Die Grundlagen der Romantik. 16.30: Einführung in die moderne Musik. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Flächen- und Raumrechnung. 16: Die technische Assistentin an wissenschaftlichen Institutes. 16.30: Einführung in die moderne Musik. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Geschlechtsbestimmung bei Pflanzen und Tieren. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Was muß Jeder Kaufmann und Gewerbetreibende über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses wissen. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 28. April 1928. 16: Das Neueste aus der pädagogischen Zeitschriftenttteratur. 16.30: Wesen und Grundzüge des öffentlichen Haushaltes. 17: Uebertragung aus Hamburg 18: Martin Andersen Nexo, der Arbeiterdichter. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Die Fanstidee in der Dichtung der Gegenwart. 19.20: Bachpassionen. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel.z SEJ Einsendungen für biefe Rubrif ur en bas Jugenbfefretarial, Berlin G 68, Lindenstraße 3 Politischer Informationsabend. Montag, 23. April, 19% Uhr, im Saal 12 des Breußischen Zandtages, Brinz- Albrecht- Straße, Referat bes Genossen Dr. Rudolf Breitscheid über Die politische Lage und die Wahlen. Alle älteren Genoffinnen and Genoffer müssen erscheinen. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. ** Wir beteiligen uns alle an der Flugblattverbreitung heute, Sonntag, Jeder geht in bie zuständige Parteiabteilung. * Sämtliche Abteilungsveranstaltungen fallen aus am Mittwoch, 25. April, wegen der Parteifunbgebung im Sportpalast; am Montag, 30. April, wegen der Demonstration unserer Organisation durch Schöneberg. Heute, Sonntag, 22. April: 77 Rosenthaler Vorstadt: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung 8 Uhr Rosen. thaler Blag. Sumannplag: Treffpunkt zur Demonstration 134 Uhr Helmholzplay. Fahnen mitbringen. Wörther Blog: 10 Uhr Flugblattverbreitung im Lolal Barteldt, Wörther, Ede Antestraße Weißensee: Flugblatt: verbreitung 8% Uhr bei Gallas. Friedrichshagen: Heim Friebrichstr. 87: Seimabend. Reinidenborf- West: Heim Seidelftr. 1: Bunter Abend. Besten 1: Beteiligung an ber Flugblattverbreitung. Treffpunkt 1610 Uhr Bahnhof Bülowstraße. Nachzigler bei Ridert, Steinmegstr. 35. Westen II: Die Fahrt fällt aus. Treffpunkt zur Flugblattverbeitung 10 Uhr Bahnhof Bülowstraße. 14 Uhr ebendort Treffpunkt zum Spaziergang. Reutälla Y: Treffpunkt 8 Uhr zur Flugblattverbreitung Richardplay. Erscheinen aller Genoffen erforderlich. 14 Uhr Treffpunkt Bahnhof Reukölln zum Spielen in der Königsheide. Südwest: Treffpunkt 9 Uhr Lindenstr. 2( Diez- Berlag). Bebbing- Norb: Treffpunkt 7 Uhr Augustenburger Blaz. Schönhauser Bor. stabi: Fahrt. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. 19% Uhr Heim. abenb. Inftrumente mitbringen. Bichtenberg- Nord: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung 9 Uhr am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde und ant Gdymargen Adler" enoweft: 104 Uhr Heim Lindenstr. 4. 3eitung heften und proben für Jugendfeier. Werbebezirk Mitte: Treffpunkt 9 Uhr zur Fingblattverbreitung bei Brans bes, Stralauer Str. 10. Berbebezirt Wedding: Treffahrt sämtlicher Gruppen 11 Uhr Jugendgelände Briefelang. Spielgeräte und Musikinstrumente mitbringen. Werbebezirk Kreuzberg: Treffpunkt are Flugblattverbreitung 9 Uhr in ben bekannten Abteilungen, Werbebezirt Teltowianal: Treffahrt nach ben Gofener Bergen. Treffpunkt der Abteilungen: Lanfmig, Lichterfelbe und Teltow 18 Uhr Bahnhof Bichterfelbe- Dft; Steglis 18 Uhr Bahnhof: Tempelhof 7 Uhr Bahnhof( auch Radfahrer); Wannsee, Behlendorf und Rowawes 48 Uhr Bahnhof Wannsee. Treffen 12 Uhr Schillerwarte bei Gosen, Werbebezirt Dften: Lichtbilbervortrag: Unfer Jugendtag", Edulaula Frant Berbebezirk Schöneberg: Seim Hauptstr. 15. Lichtbilbervortrag: Unser Jugendtag in Dortmund." Me Juftrumentenspieler find besonders eingeladen. Morgen, Montag, 23. April, 19% Uhr: Singtreis: Uebungsabend pünktlich 19% Uhr im Heim Linbentz. 4. Sanja: Heim Bochumer Str. 8b. Bflichten bes Jungproletariats." Moabit 1: Schule Waldenferite. 20. Die Geschichte der Arbeiterjugend. Faltplay 1: Bir beteili Moabit II: Heim Lehrter Str. 18-19." Seimabend. gen uns geschlossen an der Mitgliederversammlung ber 27. Abt. Musikinstrumente find mitzubringen.- Fallplag II: Der Gruppenabend fällt aus. Daffir gefchloffene Beteiligung an der Feier ber Bartei in ben Festfalen Schönhauser allee 129. Schönhauser Borstadt: Funktionäre und intereffierte Mitglieder beteiligen fich am Bolitischen Informationsabend". Treffpunkt 18% Uhr Bahnhof Nordring. Frankfurter Biertel: Heim Litauer Str. 2. Bo gehört ber fugendliche Arbeiter hin?" Stralauer Viertel: Heim Goßlerstr. 61. Licht. bilber: Unsere Osterfahrt." Schöneberg III: Seim Hauptfit. 15. Schauer gefchichten." Baum Johannis that: Rathaus. Lichtbilder: Werbt für deutsche Jugendherbergen." Banlow II: Schule Raiser- friebrid- Str. 57. Tag der Beihe." Rental VI: Die angelegte Funktionärfigung fällt aus, Werbebegir! Müggelfee: Die geplante B.- B.- Mitgliederversammlung in Adlershof findet nicht statt. Bir besuchen den Bolitischen Informations. Dr. med. 3. Mosbacher plaubert über Seele und Körper im Frühling. Er gab feinen streng wissenschaft. furter lee 37. Untoftenbeitrag 30 Bf. Anfang 20 Uhr. lichen Vortrag, sondern sprach als freundlich beratender Arzt vor allem denen Troft und Beruhigung zu, die infolge zarter feelischer unb törperlicher Beschaffenheit besonders inter den Einflüssen des Frühlings leiden. Worauf diese Einflüsse im Grunde beruhen, hat die Wissenschaft freilich noch nicht feststellen tönnen. Und so müssen die Menschen sich vorläufig damit zufrieden geben, daß der Frühling bei vielen abwechselnd tiefste Depressionen und jubelndes Hochgefühl, aber auch törperliche Erschlaffung und sogar Krankheitserscheinum gen auslösen, die mit dem Borrüden zum Sommer von selbst wieder verschwinden. Prof. D. Wolff sprach über Rinder zeichnungen und Zeichenunterricht". gab aber leider eine viel zu breite Schilderung der zeichnerischen Ausdrudsformen des Kindes, die sich ja bei der Darstellung lebender wie toter Dinge immer wiederholen. Eine Betrachtung des modernen Zeichenunter Die Kapelle richtes fand dagegen in dem Vortrag kaum Raum. Maret Weber spielte Unterhaltungsmufit ausgezeichnet, hat aber leider felten ein einwandfreies Programm. Doch wer an diesem Nachmittag auch nur den entzückend duftig gespielten Walzer aus Richard Strauß Rosenkavalier" hörte, wird ihr dankbar sein. Charlie R. Roellinghoff gab als humoristische Repor. tage" verschiedene Momentaufnahmen aus dem Berliner Leben. Amüsant und echt wirften die Schilderungen eines BogtampfBublifums. Der Abend brachte ein Heiteres Wochenende nach bewährten Mustern. Es wurde von dem Funtorchester unter Bruno Seidler- Winkler, unter Mitwirkung von Ludwig Manfred Lommel, bestritten. Tes. ulenweg: Seim Ernststr. 16. Abend mit besonderem Programm. Friedrichshagen: Seim Friedrichstr. 87. Seimabend. abend. Werbebezirk Lichtenberg: Seim Sauffftraße. Uebung für die Wahlrevue. Werbebezirk Schöneberg: Berbebegirtsvorstandsfigung im Sem Sauptstr. 15, Die Bertreter der Partei, Jungsozialisten und Studenten werden um the Cr. fcheinen gebeten. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Amgegen nachbr. verb.) Weitere Berubigung des Bette: s, Temperaturen ein menig höher Für Deutschland: Im Nordwesten Niederschläge in Schauern, int übrigen Reiche nirgends erhebliche Niederschläge und ein wenig warmer, in Südosten zeitweise beiter. Unternehmen der Gewerkschaften LINDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate 3. Mk. 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Norddeutschen Lloyd, Invalidenstr. 93( zwischen Lehrter u. Stettiner Bahnhof), Fernsprecher Norden 12 241 und 7916. Weltreisebureau" Union". Unter den Linden 22. Potsdam: E. Rössler. Brandenburger Straße 32 Wasch Michels Vogue- Schnittmuster von ca. 100 cm breit. von Voll- Voile, bedruckt In vielen neuen Dessins 250 Wollmusselin aparte Muster, ca. 80 cm breit, von 320 Theater, Lichtspiele nsw. Sonntg., 22.4.28 Sonntg., 22.4.28 Staats- Oper Am Pl.d.Republ. 8 Uhr Städtische Oper Bismarckstr. Ab.- Turn. II. Anf. 71/2 Salome Orpheus. Eurydike Staatl. Schauspielh. Staatl. Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Gespenster Charlottenburg 3 Uhr: Musik Beutsches Theater Norden 12 310 Abonnementsbüro Norden 10 338-39, 8 Uhr, Ende 10%, U. Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr. 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