Morgenausgabe Rr. 193 A 98 45.Jahrgang Böchentlich 70 Bfg. monatlich 3, im voraus zahlbar. Boftbezug 3,72 einscht Bestellgeld. Auslandsabonne ment 5,50 M pro Monat Der„ Borwärts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund" Ferner Unterhaltung und Wissen"." Frauen imme". Technif". Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Barwärts" Vorwärts Beeliner Boltsblatt Dienstag 24. Apríl 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 P Die etsipelttge Ronparethegella 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs. mart Rietne Anzeigen" das fettge. brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zwet fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig Stellengesuche das erste Bort 15 Brennig, tebes mettere Bort 10 Blennig Borte über 15 Buchstaben ählen für gwet Borte Arbeitsmarkt Seile 60 Bfennig Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden traße& wochentagl von 8 bis 17 Uhe Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Abr.: Sozialdemokrat Berlin Sozialistisches Wachstum. Mehr fozialdemokratische Stimmen in Frankreich als vor der Spaltung! V. Sch. Paris, 23. April( Eigenbericht.) Die im foglalistischen Parteisekretariat vorgenommene Zählung der für die fozialistischen Kandidaten in ganz Frankreich abgegebenen Stimmen ergibt ein bemerkenswertes und erfreuliches Resultat. Bis jetzt sind 1 620 000 sozialistische Stimmen gezählt, das find 25 000 mehr, als die Sozialistische Partei am 16. November 1919 bei den erften Wahlen nach dem Kriege erzielt hat, als sie noch nicht durch bie Bolschewiften gespalten wat. Dabei ist die Zahl der Wahlberech figten seit 1919 faum gestiegen. Ein Vergleich mit 1924 ist deshalb nicht möglich, weil damals die Partei zum großen Teil gemeinsame Liften mit den bürgerlichen Linfsparteien gebildet hatte. Es fehlen noch einige Ergebnisse aus den überfeeischen Kolonien, In denen sozialistische kandidaten in mehreren Fällen aufgestellt murden, einer von ihnen ist bereits als gewählt gemeldet, nämlich #Bostichedkonto: Berlin 87 536. der auf der westindischen Jufel Guedeloupe aufgeftellte ehemalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frossard, der feit etwa drei Jahren wieder der Sozialistischen Partei angehört und feit einigen Monaten Redakteur am Populaire" ist. Die Konzentration der Linken. Grenoble, 23. April.( Hanas.) Die rabitale Partei des Departements 3fère hat befchloffen, thre im ersten Wahlgang in die Minderheit verjetten Kandidaten zugunsten der aussichtsreichsten sozialistischen Kandidaten im zweiten Wahlgang zurückzuziehen. Auch aus Amiens werden bereits Einzelfälle von Berzichtleistungen radikaler Randi daten zugunsten begünstigterer fozialistischer Kandidaten und um gefehrt gemeldet. ,, Allein die Deutsche Volkspartei. Ein Wahlaufruf und eine Kundgebung. Die Deutsche Boltsvartei hat unter Herrn Strefeschaft" die and reichte. Es muß wahrhaft erhebend manns Assistenz am Sonntag in Berlin eine Wahlfund gewesen sein. Der Bericht verzeichnet Stürmischen Beifall gebung veranstaltet und bei dieser Gelegenheit ihren Wahl- Als einmal in den Sechziger Jahren des vergangenen aufruf ausgehen lassen. Der Aufruf rühmt die Außenpolitik Jahrhunderts in einem liberalen Berein ein Diskussionsredner Stresemanns allerdings ohne zu bemerken. daß die die Sprache auf die Arbeiterfrage brachte, schnitt der VorSozialdemokratie für diese Politit schon fämpfte, als igende eine weitere Erörterung diefes Themas ab, indem er fie von der Boltspartei noch nach deutschnationaler Manier bie Bersammlung aufforderte, sich zu Ehren des braven bekämpft wurde. Er fordert dann, die Beseitigung der Arbeiterstandes von den Blägen zu erheben. Und so geschah unmöglichen Grenze im Often", ohne freilich zu sagen, auf es. Heutzutage reicht man sogar schon Arbeitervertretern welchem Wege die Erfüllung dieser Forderung erreicht werden öffentlich die Hand- da sieht man den Fortschritt! fann. Innerpolitisch wird die Stärtung der ReichsBom Kampf der Boltspartei gegen den Achtstundentag einheit" verlangt. In verhältnismäßig breiter Form wird mar am Sonntag in der Philharmonie nicht die Rede, eben bann die Frage des Reichsschulgefeges abgehandelt: sowenig von der Erhöhung der Zölle. Und Herr Stresemann Bei den Beratungen des Reichsschulgesetzes haben wir stets den hielt eine Ansprache. die zwar sehr schwungvoll war, aber chriftlichen Grundcharakter der Schule betont. Wir haben uns ge- lange nicht so intereffant wie seine Rede vor den Vertretern mehrt gegen die Antastung der Schulhoheit des der deutschen Provinzpreffe am 21. März. Damals sagte der Staates, gegen die Klerikalisierung des Schulwesens, gegen die Führer der Voltspartei, die tapitalistischen Mächte Berlegung der Lehr- und Gewissensfreiheit der Lehrer, gegen die hätten heute einen größeren Einfluß als je, und heutzutage fomme es vor, daß hochangesehene Poliunnötige Aufbürdung hoher Kosten auf die Gesamtheit der Steuertiter zur Seite weichen müssen, um Männern Blaz zu machen, zahler durch Errichtung lebensunfähiger Zwergschulen. Wie wir für die für das Mandat bares Geld zahlten. Dieses Die Aufrechterhaltung der tonfeffionellen Schule ein getreten sind in den Gebieten, in denen sie dem Willen der Be- Thema wurde am Sonntag in der Philharmonie nicht weiter Dölferung entsprach, ebenso haben wir uns für die Sicherung der vertieft. Für eine Wahlfundgebung der Volkspartei wäre es chriftlichen Simultanſchule dort eingesetzt, wo diese sich in jahr- ja auch so ungeeignet wie nur möglich gewesen. Seinen bisherigen Ministerkollegen v. Keudell, zehntelanger Entwicklung bewährt und dem konfessionellen Frieden hergit, Schiele und Koch widmete Stresemann ein gebient hat. Unser Ziel war das Zustandekommen des Reichsschul- paar herzliche Abschiedsmorte. Er sagte nämlich: gefeßes auf der Grundlage der Reichsverfassung. Es gibt manche Parteien, von denen wir mit Gretchen fagen tönnten: Wir haben soviel für dich getan, daß uns zu tun faft nichts mehr übrig bleibt! Sonst fäßen manche heute nicht im Gattel Wenn sie nicht reifen fönnen, wenn sie wieder herunterDas Gesez ist gescheitert durch die Schuldderer, bie überspannte tleritale Forderungen im Sinne ber Schulbestimmungen des bayerischen Kontor bats erhoben, die Koalition ohne Grund gekündigt und dadurchfallen, dann mögen fie liegen bleiben. die Weiterberatung des Gesetzes verhindert haben. Dagegen hat der Aufruf über die Sozialpolitit weiter nichts zu fagen als einige ganz allgemeine, zu nichts verpflichtende Redensarten. Bei der Wahlkundgebung feierte der christliche Gewerkschafter Gerhard die angeblichen Sozialpolitischen Verdienste des Bürgerblocks. Darüber mar der Fabritbefizer Hembed aus Westfalen fo gerührt, daß er Herrn Gerhard nicht nur in öffentlicher Rede dankte, sondern ihm auch zum Zeichen der wahren BoltsgemeinEs stedt Humor in dieser Aeußerung, aber auch eine ganze Dosis Zynismus. Die Volkspartei hat jahrelang mit einer Konsequenz, die man sonst bei ihr nicht findet, zum Bürgerblod getrieben. Ihr Führer gibt das zu, er gibt aber auch ganz vergnügt zu, daß der Bürgerblod eine Pleite gewesen ist. Trägt für den mißlungenen deutschnationalen Sonntagsritt nicht die Bolkspartei die Mitverantwortung? Was sagt der Reitlehrer, Herr Scholz, dazu? Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. S Vor dem zweiten Wahlgang. Zusammengehen der Linfen unabweisbar. V. Sch. Paris, 23. April. Im Laufe des Montag ist in der Beurteilung des Wahl ergebnisses ein unverkennbarer Stimmungsumschwung eingetreten, der in allen Blättern von rechts bis links zum Ausdrud tommt. Der erste Eindrud in der Nacht vom Sonntag zum Montag stand im Zeichen der zunächst eingetroffenen Ergebnisse von Paris und Umgebung. Daher die Zufriedenheit der Rechten und die Gedrücktheit bei den Sozialisten, auf die vor allem das schlechte Abschneiden Leon Blums deprimierend wirkte. Inzwischen sind aber die Ergebnisse aus dem ganzen Lande eingetroffen, zuletzt die für die Partei sehr wichtigen Meldungen aus dem industriellen Norden und aus den ländlichen Gegenden Südfrankreichs. Es sind zwar dort fast ausschließlich Stichmahlen notwendig, aber in den meisten Fällen sind die Aussichten für die sozialistischen Kanbidaten recht gut. Im Norden brauchten die Sozialisten allerdings wenigstens einen Teil der tommunistischen Stimmen, im Süden vielfach die radikalen Stimmen, um die reaktionären Randidaten zu schlagen. In den meisten Fällen dürften sie diese Stimmen sowohl von der einen wie von der anderen Seite erhalten. Die Parole Moskaus, die aussichtslosen kommunistischen Randidaten aufrechtzuerhalten, ist einfach undurchführ bar gemorden; denn einmal würden sich die fommunistischen. Wähler angesichts der drohenden reaktionären Gefahr zum großen Teil um diese Parole einfach nicht fümmern, auf der anderen Seite brauchen die Kommunisten unbedingt sozialistische Stimmen, um überhaupt Kandidaten im zweiten Wahlgang durchzubringen. Da unfere führenden Genossen sich in ihren Prognosen unzmeifelhaft getäuscht haben, wie fte felbft offen zugeben und besonders in der Hauptstadt wesentlich schlechter abgeschnitten haben als sie dachten, möchten wir diesmal nicht allzu fest auf den neuerdings wiedergefehrten Optimismus bauen, der sogar abermals die Möglichkeit eines sozialistischen mandatszuwachjes gegenüber der alten Rammer für gegeben hält. Aber noch charakteristischer sind die besorgten Kommentare der Rechtspresse, vor allem in ,, Intransigeant", über die Gefahr eines geschlossenen Vorgehens der Linksparteien, d. h. der Sozialisten mit den Kommunisten und der Radikalen mit den Sozialisten am nächsten Sonntag. Alle Blätter ftimmen ebenfalls darin überein, daß man einstweilen noch gar nichts jagen fann, daß der erste Wahlgang das Land in einen Zustand der Konfusion und das fünftige Antlig des Parlaments und die RegierungsUngewißheit gelassen hat und erft der zweite Wahlgang das fünftige Antlig des Parlaments und die Regierungspolitit der nächsten Zeit entscheiden wird. In den nächsten Tagen werden die sozialistischen Bezirks verbände zu den Ergebnissen des ersten Wahlganges Stellung nehmen und die Parole für den zweiten Wahlgang ausgeben. Nach den Beschlüssen des letzten Parteitages fann von einer einheitlichen Parole für ganz Frankreich nicht die Rede sein, vielmehr haben die einzelnen Bezirksverbände freie Hand. Auch innerhalb der einzelnen Bezirksverbände, namentlich in Seinedepartement, wird es eine einheitliche Tattit nicht geben, sondern man wird sich von Fall zu Fall in jedem einzelnen Wahlkreis entscheiden. Eine vorläufige Zählung der im ganzen Lande erzielten sozialistischen Stimmen ergibt ungefähr 1600 000 Stimmen. Die Kommunisten bleiben mit etwa 1 100 000 Stimmen erheblich dahinter zurüd, allerdings haben sie rund eine Viertelmillion Stimmen gewonnen. Das haben sie vor allem der Unzufriedenheit der Massen über die Teuerung, der Empörung über die Verfolgungen durch die Regierung und über die ma ßlofen Gefängnisurteile der Gerichte zu verdanken. Außerdem ist nicht zu verkennen, daß die nicht immer tonfequente Taktik der sozialistischen Fraktion. in den letzten vier Jahren dazu beigetragen hat, den Kommunisten einen Stimmenzuwachs zu verschaffen. Man hatte Morgen Mittwoch, Sportpalast, 19% Uhr: Sozialdemokratie und Wahlen! Redner: Artur Crispien, Alb. Falkenberg, Gertrud Hanna, Franz Künstler, Toni Sender, Otto Wels. Massenchöre des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes. Fanfaren Bläser des Reichsbanners. Keudells politische Freunde. Ein objektiver Minister! bei den letzten Wahlen das Linkskartell gebildet, zwar nicht überall, aber doch in den meisten Departements. Das war notwendig, um den Tücken des früheren Wahlrechts zu ent> gehen und auch, wie Leon Blum kürzlich mit Nachdruck betont hat, um durch eine Niederlage des nationalen Blocks die Friedenspolitik der öinken zu ermöglichen. Die logische Folge dieser Wahlkoalition wäre eine offene R e- gierungskoalition gewesen. Vor dieser Konsequenz ist man jedoch zurückgewichen, weil man angesichts der ganzen Tradition der französischen Partei eine innere Krise be- fürchtete. Man hat aber die Unter st ützungspolitik gegenüber den Regierungen Herriot�md Painlevs 1% Jahre lang getrieben. Als PoincarH ans Ruder kam, ging man zur Opposition über, aber es war eine„loyale Opposition", die sich auf sachliche Kritik der Finanzmaßnahmen Poincar6s beschränkte. Vielen Arbeitern genügte die sachliche Kritik an den Handlungen der Regierung nicht. Die wilde Opposition der Kommunisten sagte vielen Proletariern mehr zu. Dazu kommt noch, daß die Partei durch die Haltung Paul Boncours in Genf und durch das Militärgesetz, das nach ihm benannt wird, kompromittiert wurde. Endlich gab es gerade in den letzten Monaten wiederholt Fälle, in denen die Fraktion bei wichtigen Abstimmungen auseinanderfiel. Die Kommunisten hatten also Verhältnis» mäßig leichtes Spiel, in den Wahlversammlungen die So- zialisten zu kritisieren. Unsere Genossen muhten infolgedessen den größten Teil ihrer Zeit in den Versammlungen dazu ver» wenden, die Taktik der Fraktion zu erklären und auch die Handlungen Paul Boncours zu entschuldigen. Das war nicht immer leicht. So wird heute in der sozialistischen Parteileitung der kommunistische Stimmenzuwachs erklärt, der besonders in reinen Arbeitergegenden, z. B. in Nordfrankreich und in der Gegend von Limoges, die bisher sozialistische Hochburgen waren, unbestreitbar ist. Aus alledem läßt sich u. E. die Lehre ziehen, daß es für die Sozialdemokratie nichts Un- günstigeres gibt als eine Politik, die man weder als offene Koalition noch als rücksichtslose Opposition bezeichnen kann. Auch deuffchnaiional! Die Alldeutschen, Heer Rang und die Deutschnotionalea. Der Alldeutsche Gesamtvorstand, Firma El a ß und Co.. hat eine Tagung in Eisenach abgehalten. Dabei teilte Herr Claß mit. daß die Deutschnationalen Herrn Bang die Spitzenkandidatur für Ostsachsen angeboten hätten, und daß die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes Herrn Bang empfohlen habe, anzunehmen. Auf dieser Tagung wurden die folgenden Programm«» tischen Sätze geprägt: „Uns scheint, daß wir m ziemlich unverschleiertem Bürgerkrieg« leben." „Und wiederum die andere Frage: Gibt es überhaupt einen Ausweg aus all diesem Jammer? Sicher ist, daß der Ausgang des 20. Mai ihn nicht bringen wird. Möglich, ja in unserem Sinne hoffentlich, daß das geschlossene und entschlossene Austreten des Landvolkes ihn bereitet. Gewiß, nach unserer Ueber» 'z�Ngung aber wird allein die Diktatur unser Äaterlond retten. Das müssen wir aus unserem Gewissen heraus auch heute aussprechen trotz allen Geschreis über angeblichen Hochverrat und geplante Putsche."(Iustizrot El aß.) „Nur durch dos Schwert können wir wieder zur Freiheit und zu neuer Macht gelangen. Das walte Gott!"(Generaloberst o. Ejnem.) Mit solchem Programm wird also der deutschnationale Spitzenkandidat für Ostsachsen in den Reichstag einziehen. Mit Gottfür KriegundHoch verrat! Herr Bang stellt sich in bewußten Gegensatz zur Politik der Deutschnationalen in der Regierung. Nach der„Deut- sehen Zeitung" sprach er in Eisenach: „Schars« Kritik übte der Redner auch an den derzeitigen Führern der Landwirtschast. Wie an einem militärischen Schieß. verbot, so könnte man auch an eiiiem psychologischen Schießverbot zugrunde gehen. Ein großer �Leil wiseres Volkes werde heut« bewußt zur Feigheit erzogen. Auch die deutsche Außenpolitik sei heute Feigheitspolitit. Man wolle zwar Politik machen, ober man wolle nicht Geschichte machen. Es fehle der Auserstehungswille. Diesen Lebenswillen gelte«s in unserem Volk« wieder zu erwecken." Wenn nach der Meinung des Herrn Bang die Außen- Politik heute Feigheitspolitik ist, so ist dazu zu bemerken, daß heute und zwar schon seit mehr als einem Jahr vier deutsch- nationale Minister für diese Feigheitspolitit die Ver- antwortung mittragen. Herr Bang, der deutschnationale Reichstagskandidat, bezichtigt die Deutschnationalen der Fe i g h e i tsqi 0 l i l i k! Bauernfang. Aus der sächsischen„Landvolkliste" steht der bisherige deutschnationale Reichstogsabgeordnet« Dr. Philipp. Herr Dr. Philipp trägt ein Janusgesicht. Er kommt auf eine„aussichtsreiche" Steile— der Landvolkliste, und firmiert so als Kandidat der Ehristlich-nationaleq Bauernpartei. Nichtsdesto- weniger steht er an 28. Stelle der d e u t s ch n a t i o n a l« n R e i ch s w a h l l i st e. Er ist also deutschnational und oertritt gleichzeitig die Christlich.nationale Bauernpartei, woraus sich ergibt, daß dt« Firma der Christlich-nationolen Bauernpartei ein glatter Schwindel ist, der nur das Ziel verfolgt, die kleinen Bauern ab- zufangen, die sich von den großagrarischen Deutschnationalen doppelt und dreifach betrogen fühlen. Wiederausnahme des Holz- Prozesses? Aussprache mit dem Obemichsauwalt. Das Wiederaufnahmeverfahren zugunsten des zu lebensläng« lichom Zuchthaus verurteilten Max H ö l z scheint jetzt endlich in Gang zu kommen. Wie wir hören, fand am 21. April in Leipzig eine«ingehende Aussprache zwischen den Dertetdigern von Max Hölz, den Rechtsa»«älten Apfel und Genossen Dr. Kurt Rofenfeld, mit dem Vberreichsanwolt Werner statt. Die vberreichsanwalischaft wird jetzt zu der Frag« der rechtlichen Zulässtgkeit des Niederanfnahmegesuchs Stellung nehmen, und es ist dringend zu wünschen, daß dem Wiederanfncjhmegesuch cnäiich stattgegeben, und in neuer Verhandlung unter größeren Rechtsgarantien als im Jahre 1921 vor dem Ausnahmegericht geprüft wird, ob das gegen Max Holz damals erlassen« Urteil noch aufrecht- erholten werden kann. Der Rot« Frvntkämpferbund stellt nach den Ansichten des deutfchnatlonalen Innenministers eine Gefahr für den Staat und für den ruhigen Verlauf der Wahlbewegung dar. Keudell stützt diese Aussassung aus Vorkommniste der letzten Zeit und auf Brandreden kommunistischer Welt- revolutionäre. Wenn diese Phrasen schon eine Gefahr für den Staat und den ruhigen Verlauf der Wahlbewegung dar- stellen und zu deren Unterbindung der Rote Frontkämpfer- bund verboten werden soll, dann hätte die Deutsch- nationalePartei und der Reichslandbund längst verboten werden müssen. Was sie sich in den letzten Wochen an unverantwortlicher Hetze gegenüber dem Staat geleistet haben, ist nicht mehr zu überbieten. Hier einige Proben: In einer Generaloersammlung des Landbundes des Kreises Delitzsch sagte der deutschnationale Rittergutsbesitzer von Aloensleben-Neugattersleben im Februar 1928: „Und wem,« sein muß, so werden wir uns auch nicht nur der geistigen Waffen bedienen..."„Dann kämpfen wir mit anderen Mitteln, wie sie der Herrgott in unsere Hand gelegt hat." Im gleichen Monat erklärte der bekannte Stahlhelmführer D ü st e r b e r g auf einer Tagung des Landbundes des Saalekreises tn Halle:„Gehen Sie mit Hunderttausenden von uns auf die Straße. um Ihre Forderungen durchzudrücken, und wenn auch einige liegen bleiben. Sie werden hier viel erreichen." Der Landbund der Ostpriegnitz ließ kürzlich einen Aufruf an den Berliner Anschlagsäulen plakatieren, in dem gesagt wurde:„Gnade Euch Gott, Ihr Berliner Volts- verderber, wenn der Bauer aufsteht im Lande!" — Weiter heißt es dann:„Werdet aber auch geistig bereit, mit Euren Leibern den Kampf zu führen." Im März sagte der deutschnotionale„königliche LaiÄrat" a. D. von Hertzberg-Lottin nach der„Norddeutschen Presse" in Neustetttn:„... dann werden wir noch irgendwo im Walde«inen Stock finden, dann werden wir geschlossen zu Hunderttausend«, nach Berlin ziehen, nm dort, wie«inst Wetterfahne Westarp. Seine Meinung dreht sich im Winde. Graf Westarp geht mit der„Zkreu�-Zeitung" und die „Kreuz-Zeitung" mit ihm. Beide gemeinsam gehen gegen die konservative Parole für den völkischen Block. Gestern polemisierte die„Kreuz-Zeitung" gegen die Völkisch- nationalen: „Und da können wir nur mit Bedauern und Besorg- n i s der Entwicklung entgegensehen, die für die politische Betätigung der neuen Partei in Wort und Schrift zutage getreten ist. Zunächst in der F r o n t st e l l u n g des Völkisch-Nationalen Blocks, der von vornherein mit dem Ziel der Opposition, also unter Verzicht auf sachliche Mitarbeit an der künftigen Gestallung unseres staatspolitischen Lebens in den Kampf hineingeht." Am 10. April betete die„Kreuz-Zeitung" nach an. was sie heute verbrennt. Damals schrieb sie: „Auch wir haben hier des öfteren ausgeführt, daß die Deutsch- nationalen in der nächsten Zeit wieder in die Oppositions- stellung gehen müssen. Ob nun dieser grundsätzliche Oppositionsgedanke schon bei Beginn des Wahlkampfes ausgesprochen wird oder ob erst nach den Wahlen die entsprechende Haltung eingenommen wird, ist vielleicht mehr eine tattische Frag«. obwohl wir mehr zu der ersteren Auffassung neigen. Realpolitisch gedacht, scheint uns ober, wie die Dinge liegen, diese Frage des Zeitpunktes, an dem die Oppositionsstellung eingenommen wird, nicht ausschlaggebend. Denn ohne Zweifel ist der Aufmarsch der Parteien zum Wahlkampfe bereits, um es negativ auszudrücken, auf eine Nichtwiederkehr der bisherigen Koalition im Reiche eingestellt. Die Deutschnattonalen werden also auch von selbst in dieselbe scharfe Oppositionsstellung kommen, wie sie sie bisher in Preußen innsgehabt haben." Wie der Wind weht, hängt Graf Westarp seinen Mantel! Am 10. April ließ er verkünden: auch wir sind Anhänger des „grundsätzlichen Oppositionsgedankens"! Inzwischen hat sich der völkisch-nationale Wind' verstärkt, und nun läßt er er- klären, daß er den„grundsätzlichen Oppositionsgedanken" der die schwedischen Bau ern. unser Recht zu vertreten/' Der„Oberbarnimer Landbund" saßt« am 8. März 1928 in Wnezen eine Entschließung mit folgenden Kernsätzen:„In allen Ortschaften ist der Kampf zu organisieren, insbe- sondere durch Sicherstellung der Nachrichten- Übermittlung und der M a rs ch b e r« l t s chaf t aller 16- bis 6l)jährig«n. Schriftliche Bereiterklärung ist zu fordern. Wir sind nicht gewillt, Zwangsmaßnahmen weller zu«r° tragen.„Di,e Kuh bleibt im Stalle, der Stall bleibt unser."„Dos System dieses Staates wird an der Dorfgemein- schaft s ch e i t e r n." Auf einer Tagung des Hannoverschen Landbundes in Göttinzen sagte der Vorsitzende E o r d e s, ebenfalls deutschnational, nach einem Bericht der„Frankfurter"Zeitung" vom 10. März 1928:„Wir lassen uns nicht von unserer Scholl« treiben. Wenn befohlen wird:„Das Gewehr über, die weiße Arme« steht bei Göttingen", dann hat alles zu gehorchen." Der deutschnationale Innenminister, der diesen Hetzern politisch nahesteht, hat gegen sie nichts veranlaßt. Objekti- vität eines deutschnationalen Ministers! Boi Kroni und Lteberwachungsausschuß Sie Kommunisten beantragen Aufhebung des Keudell-VerbotS. Di« kommunistischen Mitglieder des Ucberwachungsous- schusses des Reichstages, Thältnann und Torgler, haben bei dem Vor- sitzenden des Ausschusses, dem Abgeordneten Henke(SPD.), für die heutige Sitzung des Ueberwachungsausschusfes folgenden Antrag ein- gebracht: .Ler Ausschuß wolle beschließen, die Reichsregierung aufzu- folgern, das Ersuchen des Reichsinnenministeriums an die Länder- regiermrgen zwecks Verbots des Rotfrontkämpferbundes mit sofortiger Wirkung wieber aufzuheben." Völkisch-Nationalen mit„Bedauern und Besorgnis" sieht! Die Doppelzüngigkeit der Deutschnononalen wird damit treff- lich illustriert.• Völkische Messerhelden. Anschauungsunterricht für Keudell. Aus Dresden wird uns geschrieben: Dieser Tage stand vor dem Schöffengericht Zittau der völkisch eingestellte Zirku-artist Leipnitz. Er halte sich wegen eines hinterlistigen Uebersalls auf drei jung« Leute zu oerantworten. Im Dezember das Vorjahres befanden sich die drei jungen Leute auf dein Heinnvege von der Arbeit. Unterwegs begegneten sie dem Angeklagten, der mit Pfeil und Bogen Schießübungen abhielt. Nach einem kurzen Wortwechsel enfiernten sich die jungen Leute ruhig, wurden aber bald durch einen plötzlichen Pfiff und ein Kommando:„Ausschwärmen im Kreise!" ausmerksom, daß sich etwas gegen sie vollzog. Dann tauchten drei starte Männer auf, die mit Messer und Dolch auf die Wehrlosen einstachen. Nur durch die Flucht über einen Stacheldraht könnt«, sich die verletzte., Burschen nach einiger Gegenwehr retten. Di« Täter verschwanden mst der Drohung:„Nächsten Abend schneiden wir euch die Kehl« durch!" Der Rädelsführer Leipnitz wurde zu drei Moneten Gefängnis verurteilt. Auf dem Richtertisch lagen als Beweisstücke national- faschistischer Betätigung ein langer Dolch mch ein Pfeil mit einer schweren Stahlspitze. Das Beschoß mußte unbedingt tödlich wirken. Großadvural von lirpih a.V. ist zum Ehvenvorsttzenden der Deutschnationolen Volkspartei ernannt worden. keine Kinderehe mehr. Der gesetzgebende Rat von Modras in Indien nahm eine Resolution d« Frau Dr. Aimnal an. wonach* das Heirotsaller für Männer und Mädchen auf 21 bzw. 16 Jahre festgesetzt wird. Das ist der erste Erfolg der Propaganda zur Ab- schasfung der Kinder ehe. Alt und arbeitsunfähig! Aus der Praxis der Versicherungsträger. Ei» LZjährigcr Arbeiter wird arbeitslos. Sein Leben war Mühe und Arbeit. Jahrein, jahraus zohlle er sein« Beiträge zur In- validonversicherung und Arbeitslosenversicherung. Jetzt fordert er Hilfe, denn er ist unverschuldet arbeitslos und angemessene Arbeitsgelegenheit kann ihm bei der schlechten Arbeitsmarktlage nicht nach- gewiesen werden. Da wird ihm sein Alter zum Verhängnis. Wer Nimmt noch einen solchen alten Arbeiter? Er wird nicht hiebr voll leistungsfähig sein und es gibt jüngere Arbeitskräfte genug. Grund genug, ihn zum allen Eisen zu werfon. In der tapitoilisttschen Wirt- schaftsordnung zähll nicht der Mensch, da ist die Arbeitskraft nur eii« Ware, die zu verwerten bloß dann lohnt, wenn hoher Profit heran zuzuschlagen ist. Es ist die große und schöne Ausgabe'der Sozialversicherung, diesem mens chrnmordend cn Prbfitegoismus durch soziale Einsicht und Hilfe kraftvoll entgegenzuwirken. Sie muh das Menschliche zur Gel- tung bringen und sich doppelt verpflichtet fühlen gegenüber den Wien, die bereits ein Leben in den Dienst des gesellschaftlich«, Fortschritts gestellt haben. Leider geschieht, wie auch im vorliegenden Fall:, nur zu häufig dos Gegenteil. Statt des edlen Wetteifers um die wirksamste Hilfe beginnt ein elender Wettstreit, wie sich der«in» zclne V-rsicherungsträger un, die Erfüllung seiner Pflicht drücken kann. Di« Arbeitslosenversicherung sagt: Zu all und nicht mehr arbeitsfähig. Bielleicht hat das ein Arzt schwarz aus weiß bescheinigt. Endeffekt: es besteht kein An- spruch auf Arbeitslosenunter st ützung, iveil der Ar- beitslose auch arbeitsfähig fein muß. Man sollte aber meinen, wenn die Zlrbeitsfähigkeit von der Arbeitslosenversicherung verneint wird, dann kann wenigstens über den Anspruch auf In- validenrente aus der Invalidenoersicherung kein Streit mehr bestehen. In beiden Sätzen stimmt die Begrisjsbestimmung der Arbeitsunfähigkeit fast wörtlich überein. Doch nieit gefehlt! Der ebenso gewissenhafte Arft für die Invalidenversicherung stellt fest, daß der Arbeiter noch arbeitsfähig ist und deshalb keinen Rentenanspruch hat. Beide Berstcherunzsträger bescheinigen sich gegenseitig dos Gegenteil mit dem Ergebnis, daß der arbellslose Arbeiter von keinem etwas erhält. Wie fang doch Heinrich Heine mit bitterem Hohn: Und da leiner wollte leiden, daß der ander« für ihn zahle, zahlte keiner von den beiden! Ein Schulbeispiel, wie schlechte Verwattungspraxis den sozialpolitischen Sinn von Schutzgesetzen in sein Gegenteil verdrehen konn. Gleichzellig aber auch«in Beweis, wie notwendig die von uns miederholt gefordert« gesetzliche Ergänzung ist, daß Entscheidungen des einen Versicherungsträgers für den anderen bindend sein müssen, damit die Lückenlosigkeit des sozialpolitischen Schutzes gewährleistet ist. Es ist kein Trost, daß im vorliegenden Fall« der Rechtsweg beschritten werben kann, der nach der einen oder anderen Richtung ein« Entscheidung zugunsten des alten Arbeiters, wie mm, annehmen möchte, bringen müßte. Darüber vergeht viel Zeit. Als praktische Hilf« bleibt nur die Armenfürsorz e. Ein unmöglicher Zustund. Es wird mit zu den Aufgaben sozialdemokratischer Politik im neuen Reichstag gehören, nicht nur dies« Mängel zu beseitigen, viel- mehr gleichzeitig die Leistungen so auszubauen, daß sie auch eine Existenzmöglichkeit bieten. Von dem Sieg der Sozialdemokratie hängt di« Fortentwicklung unserer Sozjalpolittk ab! Forsch und pfiffig im Wahlkamps. "frrrrr- Korsch und pfiffig beim Spazierengehe« Bleiben an einem Zaune stehen. Auf dem hat ziemlich ungereimt Ein Nationaler sich ausgeschleimt. Grimmig liest diese Worte Forsch: „Wählt deutschnational?- Da küß mich am— Bauch Doch p f i f f i g ein Stückchen Kreide nimmt Llnd schreibt einen Reim hinzu.— Forsch:„Das stimmt!� Ein Parlament der Lugend. Reichskonferenz der GAL. Auf der Reichskonferenz der Sozialistischen Arbeiter-Iugmd« oereine in Leipzig gab der 1. Vorsitzende Max Westphal in dem Geschäftsbericht für die Jahre 1926/27 einen allgemeinen Ueberblicf über die Entwicklung der Bewegung in der Nachkriegszeit. Die Entwicklungslinie hat einen wellenförmigen Verlauf genommen und gleicht fast völlig der der übrigen Arbeiterbewegung. Nachdem der Höchststand der ersten Nachkriegsjahre durch einen gewissen Rückgang abgelöst wurde, schreitet seit längerer Zeit die Stabilisierung in steigendem Maße vorwärts. Westphal verteidigte die Verbands- Politik der letzten Jahre, besonders die Stellungnahme zu den Kam» »nunisten und zum Reichsausschuß deutscher Jugendoerbände. Alle Erfahrungen, die beim Zusammenarbeiten mit den Kommunisten gemacht wurden, beweisen, daß eine gemeinsame Basis mit ihnen nicht zu finden ist. Dagegen hat die Mitarbeit im Reichsausschuß deutscher Jugendoerbände erfreuliche Erfolge gezeitigt. Besonders bemerkenswert ist, daß erst dadurch der Kampf um die Iu» gendschutzforderungen eine außerordentlich breite Grund- läge erhalten hat. In der Aussprache wurden vornehmlich die Ursachen untersucht. die die Bewegung einige Zeit hindurch in die Defensive gedrängt hatten. Besonders Ollenhauer vom Hauptvorftand verstand es herauszuschälen, daß nicht die Form her Arbeit, sondern die Macht der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse entscheidend für den Gang der Entwicklung waren. Beweis dafür ist, daß nach Kräsri- gung der politischen Macht der Arbeiterbewegung im allgemeinen auch der Sozialistischen Arbeiterjugend ein neuer Aufschwung be- schieden war. Gegen einen Antrag aus Austritt aus dem Reichs- ausschuß der deutschen Jugendverbände betonte ein bayerischer Ver- treter, daß es nur durch den Einfluß dieser Sammelorganisation möglich war. das Verbot einer Reihe Arbeiterjugend-Orgamfationen in Äayern rückgängig zu machen. Bei der Abstimmung über die vorliegenden Anträge wurde der erwähnte Antrag auf Austritt aus dem Reichsausschuß deutscher Jugendorganisationen mit großer Mehrheit abgelehnt. Weiter wurde beschlossen, die Bildung einer Reichsarbeitsgemeinschoft für sozialistische Jugendarbeit anzustreben. Nachdem die Beratung der noch vorliegenden Anträge erledigt war, wurden die Neuwahlen desDorstande? vorgenommen. Der longjährige Vorsitzende Westphal legte sein Amt nieder, weil er in den Parteivorstand gewählt ist. Als Nachfolger Mrrde von der KLnferenz mit überwältigender Mehrheit und unter großem Beifall Erich Ollenhauer- Berlin gewählt. Der Parteioorstand entsendet außerdem in den neuen Vorstand Bartels, Lohmann, Westphal und Frau Iuchacz. Ferner wurden gewählt für Berlin: Frohbrodt, Diederich und Bothur: für Norddeutschlond Weber, für Ostdeutschland Ohlich, für Mitteldeutschland Schröter, für Süddeutschlond Hülz und für Westdeutschland Teller. Hetze vor dem Oon-prozeß. Schädigung der deutsch-russisch«» Beziehungen. Der Moskauer Prozeß gegen die deutschen Ingenieure. der ursprünglich für Mitte April angekündigt war, ist wieder hinausgeschoben worden. Inzwischen wird in der russischen Oeffentlichkeit gegen die verhafteten nichtkommunistischen Ingenieure gehetzt. Nach R y k o w und Woroschilow hat nunmehr auch B u ch a r i n eine Rede in Petersburg ge« halten, die von der„Voraussetzung" ausgeht, daß eine plan- mäßige staatsfeindliche Sabotage vorliegt, die ebenso plan- mäßig bekämpft werden müßte. In diesen Reden und dem- entsprechenden Artikeln fehlt es auch nicht an U n f r e u n d- lichkeiten gegen Deutschland. 11. a. wird der Besuch Birkenheads als neues Beweismittel dafür onge- führt, daß Deutschland die Schwenkung gegen Sowjetrußland nun endlich vorzunehmen im Begriff sei. Andererseits sucht man vergeblich eine ernsthafte Würdigung der Hilfe, die Deutschland der Sowjetunion aus wirtschaftlichem und politischem Gebiet bis in die jüngste Zeit hinein, bei» spielsweise erst wieder bei den Genfer Abrüstungs- Verhandlungen, geleistet hat. Diese Erhitzung der politischen Atmosphäre zur Borberei- tung des Prozesses ist zweifellos sehr bedauerlich. Das Strafrecht der Sowjetunion ist an sich seinem Wesen und seiner Bestim- mung nach Klassenjustiz: bei der großn, im vorigen Jahre abgeschlossenen Reform ist der Begriff der„Not- wehr des Staates" in das Strafgesetzbuch eingeführt worden. Wenn nun ein Führer wie Bucharm von vorn- herein hervorhebt, daß einige fremde Ingenieure dem Stahlhelm angehören— das soll für einen der ver- hafteten deutschen Techniker zutreffen, ein anderer ist angeblich Kommunist von reinstem Wasser—, so wird der Eindruck erweckt, daß noch vor Beginn des Verfahrens gegen die" Angeklagten offiziell Stimmung gemacht werden soll. Die Objektivität des Gerichtsverfahrens muß darunter außerordentlich leiden. Auch der deutsche Verteidiger, Munt- Braunschweig, den die AEG. bestellt hat, wird den Ange- klagten wenig helfen können, weil er vor Gericht nicht etwa plädieren, sondern nur als Rechtsberater auftreten kann. Der ganze Fall hat ohne Zweifel den deutsch-- russischen Beziehungen geschadet. Offenbar sind die A u ß e n p o l i t i k e r der Sowjetunion nach wie vor gegenüber der innenpolitischen Demagogie ohnmächtig. Aber man sollte in Mos- kau nicht Deutschland fortgesetzt für das zerschlagene Porzellan verantwortlich machen! Hoffmann und Kötting. Magdeburger Richter vor dem Große« Oisziplinarfirafsenat Der visziplinarhof am Obcrianbcsgcricht Naumburg Hot den Landgerichtsdirekwr Hoffmann strafoersetzt unter Bclassung im gleichen Amte und den Untersuchungsrichter Kölling einen Verweis er- teilt. Das Urteil erschien beiden zu scharf. Sie hatten Berufung eingelegt. Die Bcrufungsverhandlung beginnt heute vor dem Großen Disziplinarstrafseuat beim Kommengericht. Sie ist aus sechs Tage berechnet. Den Vorsitz führt der Kammergerichtspräsident Tigges. die Anklage oertritt G«ce.ralstaatsanwalt Rohde. Im Gegensatz zur ersten Instanz findet der Prozeß diesmvl in voller Oeffentlichkeit statt. Er beschränkt sich im wesemtichen aus Verlesung des Urteils und der Zeugenaussagen. Trotzdem wird man einen Blick hinter die Kulissen de« Magdeburger reaktionären Justiz- putsche» gegen die preußische demokratische Verwaltung werfen können. Wie verlautet, enthält die Begründung des ersten Urteils scharfe Angriffe gegen leitende Persönlichkeiten des preußischen Innenministeriums. Die DSsziplinaroerhandlung gegen Hoffmann und Kölling ruft eine der skandalösesten Justizepisoden der letzten Zeit in die Erinne- rnng. Ihr Ausgangspunkt war die Mordaffäre Schröder« Haas. Im Juni 1925 verschwand der Buchhalter Helling, der frühere Angestellte bei der Aktiengeselsichast L. Haas. Im Juli 1926 alarmierte die Presse die Oeffentlichkeit durch die sensationelle Nachricht von eigentümlichen Untersuchungs Methoden des Magde- burger Untersuchungsrichters Kölling und des Kriminaltom- missars ten Holt. Während der Berliner Kriminalkommissar Butzdorf schlüssige Beweise für die Schuld des Hakenkreuzlers Schröder in Händen halle, bestanden jene auf der Schuld des jüdischen Kaufmanns Haas. Zwischen dem Landeskriminalamt, m dessen Auf- trag« Dußdorf fein« Recherchen machte, und zwischen dem Unter- suchungsrichter Kölling entstand«in Konflitt. in den allmählich die in Frage kommenden preußischen Ministerien der Justiz und des Innern hineingezogen wurden. Die Hugenberg-Presse ergriff Partei für Kölling, ten Holl und Schröder gegen den sozialdemokratischen Regierungspräsidenten Hörsing und den sozialdemokratischen Minister Seoering: die republikanisch-dcmokratische Presse charakterisierte die Magdeburger Ereignisse al» das, wo» sie in Wirklichkeit waren, als ein Iusllzputsch rechtsstehender Richter gegen die demo» kratisch« Verwaltung. Der Konflitt erreichte seinen Höhepunkt, als der Untersuchungsrichter Kölling, der sich eben erst bereit erklärt hatte, mit den an Stelle Dußdorfs aus Berlin«nffandtkn Kriminalkom- missaren zu arbeiten, gleich hinterher an den Polizeipräsidenten von Magdeburg einen Brief richtete, in dem er erklärt«, daß er ten Holt nicht fallen lasse und mit keinem Beamten, auf dessen Bestimmung das preußische Ministerium Einjlliß habe, zusammenarbeiten würde. Eh« dieser Brief in die Hände de» Magdeburger Polizeipräsidenten gelangte, erschien er ober in der Hugenberg-Presse. Als Au tot dieses Briefes wurde der Vorsitzend« der Befchwerdekammer, gleich- zeitig Vorsitzender der Reichsdisziplinarkammer Magdeburg festgestellt. Er hatte auch den Brief als stellvertretender Landgerichtspräsident in die Rechtspresse lanziert; Kallings Fronde war durch ihn infpi- riert. Die Hetze gegen die demotratifch-republikanifche Verwaltung war sogar soweit gegangen, daß der deutschnotionale Abgeordnet« Konrad Meyer bei der Oberstaatsanwalts chaft I die Eröffnung eines Strafverfahrens wegen Mordbegünstigung gegen den Minister des Innern Seoering und den Leiter der Landeskriminalpolizci Weiß beantragte. Im Strafprozeß wurde die Schuld des Schröder einwandfrei fest« gestellt. Er wurde wegen Raubmord»«rurteilt. Die» die Vorgeschichte der Diszipsinargerichtsverhcnrdlung, die heute vor dem Kammergericht beginnt. 190 Millionen Dollar für Deutschösterreich sollen als Anleih« in Nordamerika ausgenommen werden. Das Haushaltskomitee de» Repräsentantenhauses billigte den Antrag der österreichjschen Regie- rung, auf eine Neuregelung der österreichischen Berpslichtunaeu. im die Aufnahme dieser Anleihe z» ermögliche». Glänzender Wahlsieg in England. Die Konservaiiven verlieren die Hälfte ihrer Stimmen! London. 23. April sEigenbmch«). Das Ergebnis der Itachwahl zum Unterhaus in Haaley (Slaffordshire) übertrifft die kühnsten Erwartungen der Arbeiter. partci. hatten unsere Genossen zwar auch sicher gerechnet, da» Mandat zu erobern, so dach nicht mit der Erringung der a b s o» tu len Mehrheit im Wahltreis. ver sozialistische Kandidat h o l l i n s ist mit 15 136 Stimmen gewählt, dagegen sind nur 6604 konservative und 3300 llberale Slim» men abgegeben worden. Die Arbeiterpartei hat somit 5142 Stimme» mehr als beide bürgerliche Parteien zusammen.— Bei den allgemeinen Wahlen von 1024 halten die Konservativen allein»och 12 000 Stimmen ausgebracht— sie haben somit die hälft« ihrer Stimmen verloren. Das Mandat war auch bisher im Besitz der Arbeiterpartei. der Inhaber ist vor kurzem gestorben: doch hotte 1024 die Ar- beiterparte! lange nicht so glänzend gesiegt wie heule. Berliner Besprechungen Birkenheads. Daldwin gibt keine Auskunst. London, 23. April.(Eigenbericht.) Der Berliner Golfbesuch des Ministers für Indien Lord Birkenhcad gab im Unterhaus Anlaß zu einer Reih« Anfragen der Arbeiterparteiler Johnston und Kenn- worthy. Ministerpräsident Baldwin antwortet« zu- nächst, der Besuch Birkenheads sei..völlig privater Natur" gewesen. Kennworthy erkundigte sich Hievauf, ob der, Ministerpräsident die deutschen Zeitungsberichte der Reden Birkenheads in Berlin und die Pariser Kommentare hierzu gelesen habe, worauf Baldwin feststellt«, er habe aus den Berichten nichts anderes heraushören können, als daß Lord Birkenhead den Wunsch nach freundnachbarlichen Beziehungen zwischen den Nationen aus- gesprochen hätte. Kennworthy gab sich damit nicht zufrieden und fragte weiter, ob Lord Birkenhead lediglich in privater Eigcmschaft ein« deutsch-sranzösische-englische Alltanz gegen Rußland befürwortet habe. Di« Frage' wurde von den Bänken der Konseroa» tiven mit Zurufen wie.Worum nicht?" beantwortet. Der Ministerpräsident selbst blieb jedoch stgmrn. ' Gesetzlich begrenzte Wahttosten. London. 23. April.(Eigenbericht.) Im Unterhaus stand die Herabsetzung der gesetzlichen Höchstgrenze für d-e Wo h lauslagen der einzelnen Parteien pro Kopf der Wählerschaft zur Debatte. Di« bisherige Höchstgrenz« be- t»i#< T-fflice pro Kopf der Wählerschaft in städtischen und« Pen« in ländlichen Wahlbezirken. Die Arbeiterpartei hatte angesichts der Erweiterung der Wählerschaft durch die Gleichstellung des Frauenwahlrcchts mit dem Männerwahlrecht und der dadurch erfolgenden Vergrößerung des in jedem Wahlkreis für die Wahlpropaganda zulässigen Betrags eins Herabsetzung des Höchstbetrags pro Kopf der Wähler um zwei Penc«, also auf S bzw. 4 Pen« beantragt. Dies wurde o b g e- lehnt, dagegen ein liberaler Antrag angenommen, der die Herab- fetzung um 1 Pmny auf 6 und S Pence pro Kopf der Wählerschaft vorsieht. Di« Regierung hatte ihren Anhängern die Abstimmung freigegeben. Spionage in Wien. Aktendiebstahl in polnischem Sold. Wien. 23. April.> Zu einer eben aufgedeckten Spionageaffäre berichtet die ..Stunde": Die Polizeidirektion wurde im Januar darauf aufwerk- sam gemacht, daß aus dem Heeres Ministerium Akten verschwunden jeien. Kriminatbcamte beobachteten im Heeres- Ministerium die Bureauräume der dem ehemaligen Generalstab ent- sprechenden Abteilung Wochen hindurch. Vor etwa 5 Wochen wurde ein verdächtiger Besucher ertappt und wurde festgestellt, daß er Einbruchs Werkzeug« bei sich hatte. Der Dieb, der 3t>j ährige ehemalige Oberleutnant Eugen Rein dl, wurde verhaftet und legte ein Geständnis ab. Er gestand, mit dem ehemaligen Leutnant. Rechnungsführer Müller, in Verbindung gestanden zu haben, worauf auch dieser verhastet wurde. Die gestohlenen Akten, von denen nur ein einziges militärisch wichtig, konnten wieder herbeigeschafft werden. Vorher hatte Reiirdl einem hohen Beamten der Telegraphendirektion wichtig« Dokumente mit geheimen Direk- tiven für den Fall einer Mobilisierung in den Nachbar- st a a t« n Oesterreichs entlockt. Reindl gibt an, daß er von Polen bezahlt worden sei. Reindl und Müller wurden schon vor vier Wochen ins Oberlandgericht eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft wird gegen sie in absehbarer Zeit Anklage wegen Ausspähung er- heben. Oelkönig Sinclair freigesprochen. Einwandfreie Schiebung. New Port. 28. Appil. Der Oelmagnat Harry Sinclair ist von der Anklage de» Betrüge» bei der Erwerbung der vellizenzen freigesprochen worden. obwohl man allgemein mit seiner Verurteilung gerechnet hatte. Der Wahrspruch der Geschworenen sagte im wesentlichen: Die Transaktion von 23.? G>g Dollar in Liberty-Bans und 35 000 Dollar Bargeld, die Sinclair dem damaligen Innenminister Fall anslieh, steh« nicht im Zusammenhang mit der Verpachtung der Petrolemn. reserven der Marine cm Sinclair. Verabredung zum Betrüge habe nicht vorgelegen. Um den Achtstundentag. Wichtige Entscheidungen im JAA. Die vom JAA in die Wirtschafskommission des Völkerbundes delegierte Arbeitergruppe gilt nicht als Vertretung des Arbeitsamtes. Das Amt ist jedoch der Meinung, daß es durch eine offizielle Vertretung an den Arbeiten der Kommission beteiligt werden müsse, da internationale Wirtschaftsfragen stets auch die Sozialpolitik berühren. Der Verwaltungsrat bes Internationalen| England nach dem Sturm der Entrüstung, den seine Revisions. Arbeitsamies tritt am tommenden Montag zu feiner forderung im Proletariat aller Länder hervorgerufen hat, wieder 39. Tagung zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung werden drei auf den Abbau des Achtstundentages zurückkommen? Mit dieser Fragen stehen: die Beziehungen des JAA. zur Wirtschaftskommission Eventualität wird man rechnen müssen. des Völkerbundes, das Problem der Revision internatio= In bezug auf die Sprachenfrage es handelt sich um die naler Arbeitstonventionen und die Einführung des Einführung des Deutschen als Verhandlungssprache und Deutschen als Berhandlungssprache. nicht um seine Erhebung zur offiziellen dritten Aussprache ist bis jetzt nur die Haltung der Arbeitergruppe flat. Sie will in Uebereinstimmung mit dem JGB. die Einführung des Deutschen als Verhandlungssprache. Das Arbeitsamt selbst verficht in der Sprachenfrage die These: Mehr Geld, mehr Sprachen! Das schon aus taktischen Gründen; denn das Arbeitsamt hält eine erhebliche Verstärkung seines jetzt rund 8 Millionen Mark betragen. den Jahresbudgets für notwendig, da der Aufgabenfreis und die Zahl der Veröffentlichungen von Jahr zu Jahr wächst. Die Arbeiter werden dafür sorgen müssen, daß die These des Arbeitsamts nicht von den Gegnern der deutschen Sprache ausgenutzt wird. Der Verwaltungsrat muß darüber entscheiden, ob z. B. bereits auf der Arbeitskonferenz im Mai deutsch gesprochen wird und alle Reden ins Deutsche übertragen werden. Ueber die Budgetfrage des Amtes wird die Völkerbundsversammlung im SepIn der Revisionsfrage werden die Vorschläge über das Berfahren bei Erneuerung oder Revision von Konventionen von den Arbeitern sehr gründlich geprüft werden müssen; denn bei der Revisionsfrage steht vor allem der Achtstundentag auf dem Spiel. Wer von den Regierungen und wer von den Unternehmernertretern wird Lust haben, der englischen Regierung die Kastanien aus dem Feuer zu holen, und die Behandlung der Frage, ob schon die Arbeitskonferenz des nächsten Jahres über die Revision des Acht stundenabkommens verhandeln soll, von neuem beantragen? Bird' tember zu entscheiden haben. Arbeitslosigkeit in den Gewerkschaften. Deffentl. Wählerkundgebungen Weiterer Rüdgang im März. Auf Grund der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Gemertfchaftsbundes tann ein weiterer Rüdgang der Arbeitslosigkeit festgestellt werden. Ende März maren insgesamt 9,3 Broz. der Gemertschaftsmitglieder arbeitslos( Ende Februar 10,5 Proz), mährend 3,6 Proz.( 3,5 Proz.) in Kurzarbeit standen Ende März 1927 waren 11,8 Proz. arbeitslos und 4,3 Proz. Kurzarbeiter. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ziemlich allgemein. Nur in der Lederindustrie ist eine Bersteifung eingetreten, doch ist auch dort bei den Sattlern, Tapezierern und Portefeuillern ein Rüdgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Am stärksten ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Bauberufen sowie bei den Gärtnern. Jedoch waren auch noch Ende März im Baugewertsbund 29 Broz. ( 32,8 Proz.) arbeitslos, bei den Dachdeckern 38,1 Proz.( 56,9 Proz.), bei den Malern 14,4( 27) Bro3., bei den Zimmerern 29,3( 35,9 Pro3.). Wenn die Arbeitslosigkeit, gemessen an den Berhältnissen der Bortriegszeit, immer noch eine anormal hobe ist, fo fann doch festgestellt werden, daß der verhältnismäßig günstige Beschäftigungsgrad des Jahres 1927 anhält. Wenn man von den Saifongewerben abfieht, dann schwankt die durchschnittliche ArbeitsTofigkeit zwischen 1,8 Proz. bei den Gemeinde- und Staatsarbeitern und 14 Broz, bei den Sattlern, Tapezierern und Bortefeuillern. In der Metallindustrie sind 5( 5,4) Pro3. arbeitslos und 1,8 Proz. ( 2 Broz.) Kurzarbeiter. In der Textilindustrie sind 4,8 Proz. ( 4,2 Broz.) arbeitslos und 10,7( 8,5) Pro3. Kurzarbeiter. Auch im graphischen Gewerbe ist die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig. Lohnfämpfe in der Lederwarenbranche. Erfolge richtiger Gewerkschaftspolitik. Erfreuliche Erfolge find bei den Lohnbewegungen in der Lederwarenbranche errungen worden, wie aus einem Bericht hervorgeht, ben der Bevollmächtigte Blum in der Generalversammlung der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Sattler-, Tapezierer- und Bortefeuillerverbandes gab. In der Karosserie branche wurde nach langen Berhand lungen ein Abfommen erzielt, das vom 1. Februar bis zum 31. August eine Lohnzulage von 8 Pf. pro Stunde, vom 1. September bis zum 31. Dezember eine weitere Zulage von 2 f. brachte. Heute, Dienstag, 24. April: Schöneberg. 20 Uhr im Bürgerfaal des Rathauses Friedenau, Am Lauterplag. Rednerin: Regierungsrätin Hedwig Wachenheim. Friedrichsfelde. 20 Uhr im großen Gaal von Tempel, Brinzen allee 45. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Abteilung Charlottenburg. 20 Uhr im Wohlfahrtssaal, Rönigin Elifabeth- Straße 6. Redner: Stadtverordnete Minna Todenhagen und Dr. Siegfried Kamerau. 51. Morgen, Mittwoch, 25. April: Spandau. 19% Uhr im Lotal Koch, Feldstraße. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Männer und Frauen, erscheint in Massen! handlungen sind hierüber noch nicht abgeschlossen; die Bewilligung nehmern abgelehnt. Die Organisation hat nun das Reichs. arbeitsministerium zur Entscheidung angerufen. Abschlüsse über 2ohnerhöhung sind bereits getroffen. Das laufende Jahr bringt eine Aufbesserung von 10 Pro3 Die gleiche Lohn aufbesserung wurde auch in etwas günstigeren Etappen in der 3elt und Plänebranche erzielt. Don Urlaub für die Heimarbeiter murde von den UnterDie Linoleumleger stehen noch im Lohntampf. Da fie in Verhandlungen teine befriedigenden Abschlüsse erzielen tonnten, find fie in den Streit getreten. Weniger günstig liegen die Verhältnisse der bisher kommunistisch geleiteten Branche ber Tapezierer, deren Branchenleiter " grundsäglich" nicht den Schlichtungsausschuß anrufen wollte, aber auch teinen Lohnkampf wagte und schließlich zurüdtrat Wenher gab den Kassenbericht für das erste Quartal, der eine Erhöhung des Lofalfassenbestandes um 8492 m. gegen ultimo De zember 1927 ausweist. Der Bestand der Kasse hat damit den Betrag von 82 098 m. erreicht. Die Beiträge sind sehr zufriedenstellend eingegangen. Auf jedes Mitglied entfallen für das legte Bierteljahr 12% Marten. Der Mitgliederbestand stieg trotz des AusScheibens der Papiersoldaten auf 4595. Die Diskussion wurde fast ausschließlich von den Kommunisten bestritten, die sich über ihre Niederlage nicht trösten tönnen. Besonders die Aufdeckung der Tatsache, daß im letzten Bierteljahr 116 Mitglieder ausgeschlossen wurden, die überhaupt nur einen Beitrag bezahlt hatten, war ihnen peinlich. Aufsehen erregte auch die Mitteilung, daß einer der bisherigen Führer der Kommunisten, Eichen, seinen Austritt aus der KPD. erklärt hat. Der Streif der Linoleumleger. Die Treibriemensattler hatten einen besonderen Kampf um ihre Urlaubsgewährung auszufechten. In dieser Branche wird der Urlaub nicht nach der Zahl der Arbeitsjahre bei einer Firma, sondern nach der Bahl der gesamten Arbeitsjahre im Beruf bemessen. Die Unternehmer wollten das nun so auslegen, daß Berufswechsel infolge von Arbeitslosigkeit oder mehr als halbjährliche Der Streif der Linoleumleger dauert unverändert an. In einer Arbeitslosigkeit überhaupt als Ausscheiden aus dem Beruf von fast allen Streifenden besuchten Bersammlung wurde festgestellt, von fast allen Streifenden besuchten Bersammlung wurde festgestellt, gelten soll, so daß die betreffenden Arbeiter bei Rückkehr" in ihre daß die Arbeit bei allen Firmen ruht. Die Hoffnung der UnterBranche für die Erteilung des Urlaubs als Neuanfänger annehmer, hier und dort einige Streitbrecher zu finden, ist vollständig gesehen würden. Die Organisation flagte dagegen bei den Arbeitsgerichten und gewann den Prozeß in sämtlichen Instanzen. Lohn aufbesserungen wurden ebenfalls erzielt. Von den Arbeitern in der Lederwaren branche war nicht nur das Lohnabkommen, sondern auch der Mante tarif gefündigt worden. Die Ber1928 7 AUSSTELLUNG safetzold Die Technische Stadi Jahresschau Dresden verflüchtigt. Die Versammlung brachte zum Ausdruc, einmütig zusammenzustehen, bis ein annehmbarer Tarifvertag abgeschlossen werden kann. Die Bauarbeiter und andere in verwandten Berufen beschäftigte Arbeiter werden gebeten, den Streit zu beachten und etwaige Streifarbeitsangebote strifte zurückzuweisen. Reinliche Scheidung. Die KPD. demastiert sich. Zu den Betriebsratswahlen in der AEG. Brunnenstraße forderten die Kommunisten, daß ihnen auf der Kandidatenliste sechs Size an sicherer Stelle" zugebilligt würden. Da den kommunisten jedoch nur fünf Size zugebilligt wurden, was eigentlich auch schon reichlich viel war, stellten diese in einer 3 ellen versammlung eine eigene Liste auf. Bei der Wahl erhielt die Liste der freien Gewerkschaften, auf der nur Kandidaten der Amsterdamer Richtung vertreten sind, 3634 Stimmen, die Liste der KPD. erhielt 2305 und die des Weyerschen Industrieverbandes 666 Stimmen Im Vorjahre er hielten die Weyer- Leute noch 1301 Stimmen, während auf die freigewerkschaftliche Liste, für die offiziell auch die Kommunisten stimmten, 3935 Stimmen entfielen. Das Resultat ist also, daß die Weyer- Leute die Hälfte ihrer Stimmen und drei Mandate verloren, während trotz der tommunistischen Absplitterung die freien Gewerkschaften nur 300 Stimmen einbüßten. Es enthielten Size: die freien Gewertschaften 13. die KPD. 8, der Industrieverband 2. Brattisch hat die KPD. also mit diesem Manöver gar nichts gewonnen. Sie hat bisher ihre Leute abkommandiert, um für den Industrieverband eine möglichst hohe Stimmenzahl und damit eine revolutionäre". Mehrheit im Betriebsrat zu erlangen. Diesmal hat sie alle Kräfte auf ihre eigene Lifte konzentrieren müssen, so daß sie außer den fünf Sigen, die ihr auf der freigewerkschaftlichen Liste angeboten waren, noch drei Size dazu bekam, die aber die Weyer- Leute verloren haben. Damit hat aber die KPD. auch ihren freigemertschaftlichen Boden unter den Füßen verloren. Der Danziger Buchdruckerstreif. Danzig, 23. April. Die Lage im Danziger Buchdruderstreit hat noch keine Aenderung erfahren. Auch heute werden mit Ausnahme der sozialdemokratischen Boltsstimme" und der polnischen Zeitung ,, Baltische Breffe teine Blätter erscheinen. Die bisherigen Verhandlungen haben kein Ergebnis gehabt. Das Ende des Streits ist noch nicht abzusehen. Ausdehnung des Streits in Bombay. Drei meitere Spinnereien haben heute geschlossen, so daß fich die Zahl der feiernden Spinnereibetriebe auf 23 erhöht. Ein Haufe von Ausständigen veranstaltete eine Rundgebung vor den Spinnereien, in denen weitergearbeitet wird. Es tam zu mehreren zufammenstößen zwischen der Polizei und den Streifenden, von denen acht festgenommen wurden. Der Polizeifommiffar untersagte Umzüge und Bersammlungen der Streifenden. Der Eisenbahnerstreif in Indien. Bochen andauernde Streit bei der oft in bischen Eisenbahn Nach Meldungen aus Rattutta hat sich der berits seit einigen auf 20 000 Mann ausgedehnt, während bei privaten Eisenbahngesellschaften 10 000 Mann streifen. Wie weiter gemeldet wird, tam es zwischen Polizei und ftreitenden Eisenbahnarbeitern zu einem blutigen Zusammenstoß, als vier nach Kowrah unterwegs befindliche Züge durch Streifende aufge halten und die Zugführer zum Anschluß an den Streit aufgefordert Hagef von Steinwürfen empfangen und vermochten nur mit Mühe wurden. Die herbeigerufenen Polizeiftreitfräfte wurden von einemi die Strede wieder freizumachen. Hierbei wurden 13 Personen, Darunter fünf Polizisten, schwer verlegt. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Sumboldt: Gruppen. heim Jugendheim Graun, Ede Lorgingstraße. Großer musikalischer Abend. Ren- Lichtenberg: Jugendheim Sauffstraße( Sportplag), an der Leffingstraße. Bortrag:„ Die Geschlechterfrage in ber proletarischen Jugend bewegung. Landsberger Play: Gruppenheim Jugendheim Dieſtelmener Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, Bimmer 2. Vortrag: Reliftraße 5. Ausfpracheabend: Jugend und Gewerkschaften. Frankfurter Allee: sion und Sozialismus. Schöneweide: Gruppenheim Jugendheim Nieder fchöneweide, Berliner Str. 31. Unsere Mäbels gestalten ben Abend aus. Treptow: Gruppenheim Schule Wildenbruchstr. 53-54( Sortzimmer). Jad London- Abend. Cüdosten: Gruppenheim Jugendheim des Berkehrsbundes, Engelufer 24-25, Aufgang B, parterre. Werbe- und Einführungsabend. Jugendgruppe bes 3b. Heute, Dienstag, Turnabend in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Turnen und gymnastische Uebungen. Leitung: Werner Herrmann. Deutscher Werkmeisterverband, Fachgruppe Buchbinderei. Mittwoch, 25. April, 18 Uhr, im Restaurant von Treulieb, Wilhelmstr. 114, Mitglieder perfammlung der Buchbindereiwertmeister. Beschlußfaffung über das Angebot der Arbeitgeber anläßlich der Gehaltsverhandlungen. Bollzähliges Erscheinen erwartet die Geschäftsstelle des Bezirks X, Bräunlich. wischenmeisters Berber, Baustelle Café Vaterland( Rihlräume), sowie Bran Deutscher Baugewerksburd, Fadgruppe der Fliesenleger. Die Arbeiten des benburger Str. 17 find für Fliesenleger und Helfer gesperrt. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Fliesenleger. Berantwortlich für Politit: Dr. Curt Geyer; Birtschaft: G. Klingelhöfer; Bewertschaftsbewegung: F. Chlorn: Feuilleton: R. 8. Döscher: Lotales und Sonstiges: Frig Karstäbt: Anzeigen: Th. Glode: sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Vaul Singer u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen Nach Feierabend im Korbsessel von eder auf Teilzahlung IN REICHER AUSWAHL KORB- BALKONGARTEN MÖBEL NIEDRIGE PREISE BEQUEME RATEN Sessel BODO Peddigrohr m.mod- farb. Sitz u.Rücker lehnenpolster Eẞt Fifch dann bleibt ihr fiflank gesund. M. frisch M 1250 BRUNNEN FRANKFURTER KOTTBUSER WILMERSDORFERBRUNNEN- FRANKFURTER-/ STR.1 ALLEE 350 DAMM 103 STR.165 CHLBG. RIEMER Nr. 193• 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 24. April 1925 Die großen Oewächshausaa lagen bei Lichtenrade. wohl neben den Geldgebern auch den Berufsorganisationen zuga- standen werden muffen. Die in der Umgebung von Berlin errichteten Gewächs» hansanlogen haben vielfach eine Grundfläche, die einem Morgen (2300 Quadratmeter) gleichkommt, so in Lichtenrade: 125X20 Meter, in Mariendorf-Britz: vier Häuser a 56X10,50 Meter— 2350 Quadratmeter, in Mariendorf: 58 X 22 Meter— 1275 Quadratmeter, in M a h l s d o r f: 90 X 50 Meter= 4500 Quadratmeter usw. In der letzterwähnlen Anlage sind ZZ 000 Rosen angepflanzt worden. Neue Kuüurmethoden, eine Anzucht an Draht- stäbcn nach amerikanischem Muster, kommen zur Anwendung. Zlls Maßstab für die finanzielle Tragweite möge gelten, daß der Preis für Bedeckung einer Fläche von einem Morgen sich auf etwa 54000 M. stellt. Wie schon hervorgehoben, ist die Lösung des Problems davon abhängig, daß der Konsument, resp. der diesen repräsentierende Händler, das ganze Jahr hindurch genügend reichlich bestes Materiol— sei es nun Gemüse oder Blumen— erhält. Dann wird der Absatz sicher sein und Publikum und Händler lieber zu dem gleichguten deutschen Erzeugnis greifen, das den Borzug der Frische hat. Aber darüber hinaus muß der deutsche Gartenbau bemüht sein, die alte Stellung im Export wieder zu gewinnen. Nordische und östliche Länder waren gute Abnehmer— sie werden bei Höchst- leistungcn wieder gewonnen werden können. Deutschland erwacht. Auch der Dümniste sieht ein, daß es mit dem bisherigen Schlendrian in Landwirtschaft und Gartenbau nicht mehr weitergehen kann und daß der Ruf: Kauft nur deutsche Er- Zeugnisse', sinnlos wird, wenn keine solchen Erzeugnisse vorhanden find. Deutschland braucht zurzeit mehr Butter, mehr Eier, mehr Frichgemüse als es liefern kann— es braucht auch mehr Blumen. Erst wenn die deutschen Produzenten mit ihrer Uel>erschußau-.fuhr auf den Weltmarkt kommen werden, wird es Zeit sein, sich mit der Einfuhr aus dem Auslände auseinanderzusetzen— ober dazu gehört, daß die übermäßig gesalzene..DauernbiUter", das allzu kleine Ei, nicht als die höchsten Güter der Nation gepriesen werden, die zu verschmähen Landesverrat ist. Ein Umschwung bricht sich endlich Bahn. Was an dieser Stelle oft kewnt worden ist, daß nur gemeinsames Handeln, genossen- schaftlicher Zusammenschluß dem kleinen kapitalschwachen Produzenten eine Macht auf dem Markt« verschafft, daß ferner Weg« gefunden werden müssen, um die vielfachen— nickst immer notwendigen— Zwischenstationen auf dem Wege der Ware vom Produzenten zum Konsumenten auf dos notwendige Maß zu de- schränken— diese Erkenntnis hat schon vielfach Fuß gefaßt und die Anschauungen selbst der im Banne des Londbundes stehenden Er- zcuger beeinflußt. Nun— das Reich, die Länder und, fügen wir hinzu, auch ein- zelne Städte, so vor allem Berlin, haben diesem Selbsthilfe- trieb ein« energische Unterstützung gegeben durch Kredite, die n die Millicinen gehen(z. B. Reich 5 Millionen, Länder 5 Mil- . l-onen) und die dazu bestimmt sind, dem deutsche« Gartenbau die Einrichtungen zu schassen, die nötig sind, wenn er mit der Erzeugung der von der Natur mehr begünstigten Länder gleichen Schritt halten will. Da.zu gehört Herbeiführung einer künstlichen Wann«, die den Treibprozeß so fördert, daß die hier geschützt wachsende Pslnuzc das gleiche Wachstum aufzeigt wie die unter südlicher Sonn« wachsende. Die gewährten Kredite setzen nun deutsche Gärtner in den Stand, in gewaltigen, oft einen Morgen und mehr Land bedeckenden heizbaren Glashäusern Frühgcwüse in großen Mengen heranzuziehen. Auf die Worte.in großen Mengen" ist das Haupt- gewicht.zu legen, denn nur dann, wenn«ine ausreichende Beliefe- ru.ng das ganze Jahr hindurch gesichert ist, kann d«r ausländische Import zurückgedrängt werden. Was bisher wagemutig« Pioniere im kleinen mit eigenen Mitteln durchführten, konnte die Signatur des Marktes nicht ändern, und darauf— auf die Beherrschung des Marktes— kommt es an. Ztzenn nun bei den kleinen Gärtnern die Befürchtung sich geltend macht, daß sie von den Riesen- etoblissements völlig an die Wand gedrückt würden, so ist dieser Pessimismus nicht berechtigt, sofern die Betriebe sich eben zu ge- meinsamer Arbeit zusammentun. Freilich werden für den Absatz neue Wege zu fmden sein: gerade in dieser Frage wird sich die Beteiligung der Städte an dem Gartenbau ihrer Gegend besonders nutzbringend erweisen. In Berlin ist der Kredit für Blumen bewilligt worden und man kann dies verstehen:«ine Weltstadt wie Berlin hat eine große Schar von Bewohnern und Besuchern, die dem Luxus huldigen können. Für sie im Winter wertvolle Blumen zu liefern und damit der einheimischen Wirtschaft bedeutende Summen zu erhalten, ist schon eine berechtigte Aufgabe. Zu wünschen wäre es natürlich, daß den mit der rentableren Blumenkullnr bedachten kreditempfängera auch die Heranzucht von Frühgemüse auferlegt würde. Eine Kon- trolle Über die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen wird r> Blick in eine der Rosenhallen. l �Ozeanflüge" auf dem Wannsee. Demonstrationen der lusthansa. Durch den kühnen Flug der.Bremen" ist abermals die Frag« aufgeworfen worden, ob es in absehbarer Zeit möglich ist, regelmäßige transozeanische Passagen ein- zurichten. Der Flug der.Bremen" will für die Beantwortung dieser Frage gar nichts besagen. Köhls Flug war eln Wagnis auf gut Glück. Wenn dieses Wagnis auch von anderen in nächster Zeit mit demselben Glück wiederholt werden sollte, so wird es noch lange dauern, bis wir auch nur mit annähernder Sicherheit van Berlin nach New Park fliegen können, wie wir heute beispicls- weise von Berlin nach Prag fliegen. Die Sachverständigen aller lustfahrttreibenden Länder sind sich jedoch darüber einig, daß ein Weg gefunden werden kann, der das Gefahrmomcnt des lleberfeefliegens ebenso erfolgreich ausschaltet, wie es bei dem Ueberlondfliegen schon geschehen ist. Noch im vorigen Jahre stritt man sich darüber, ob transozeanische Flüge anr zweckmäßigsten mit Wasser- oder Landslugzcugen zu unternehmen seien. Heute stehen olle Fachleute auf dem Standpunkt, daß für derartige Flüge nur das Wasserflugzeug in Frag« kommt (die Besatzung der.Bremen" benutzte bekanntlich ein einmotoriges Landfwgzeug). Vom technischen Standvunkt gesehen sind hier zwei Fragen zu lösen: Einmal muffen Flugzeuge konstruiert werden, deren Seefähigkeit bei der Landung und beim Start außer allem Zweifel steht: des anderen gilt es, Großapparate zu bauen. die bequem die mitzuführende Last, Nutzlost und Brennmaterial, transportieren können. Mit der Lösung dieser technischen Probleine hat sich die Deutsche Lusthansa seit langem beschäftigt. Am Montag nahm sie Gelegenheit, vor Vertretern der Preffe zu zeigen, wie weit diese Arbeiten gediehen sind. In einem Vortrag über die Entwicklung des Seefluges wies Herr Direktor M i l chjmn der Deutschen Lusthansa darauf hin, daß die Hansa seit 1925 Seelinien betreibt. Augenblicklich werden vier Seelinien bcflogcn. Es kam für die Hansa erst einmal darauf an, die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Die gewonnenen Kenntnisse Hot man bei der Konstruktion von Seeflugzeugen benutzt. Was die Hansa am Montag zeigte, war durchaus überzeu- g e n d und ließ den Eindruck zurück, daß wir dem Ziel, Atlantik- paffagen einzurichten, um einen großen Schritt näherge- kommen sind. Bei den Darbietungen wurden zwei Flugzeuge benutzt, die ein Gewicht von 4 bzw. 12 Toimen haben. Bei dem 12-Tomten-Apparot handelt es sich uin den bekannten.D o r n i e r S u p e r w a l". Die Flugzeuge, bei denen wegen des Rollens auf dem Waffer großer m——————— m Menschen, Göttern gleich... 761 Roman von Herbert George lvells. 5. Man brachte Mr. Barnstaple mit einem Flugzeug an die Stelle auf der gläsernen Straße zurück, wo er zum erstenmal Utopien betreten hatte. Mit ihm kamen Lßchnis und Crystall, der neugierig sehen wollte, was man machen würde. Eine Gruppe von zwanzig bis dreißig Utopen, einschließ- lich Chryseos, erwarteten ihn. Das zerstörte Loboratorium von Ardenn und Chrysolagone war durch neue Gebäude er- setzt worden und auf der anderen Seite der Straße waren Ergänzungsbauten hinzugekommen; aber Mr. Barirstaple konnte ganz deutlich die Stelle erkennen, wo Mr. Catskill dem Leoparden gegenübergetreten war und Mr. Burleigh ihn an- gesprochen hatte. Es waren jetzt mehrere neue Blumenarten herausgekommen, doch die blauen Blumen, die ibn bei der Ankunft so entzückt hatten, überwogen noch. Sein alter Wagen, die„Gelbe Gesahr", der aussah wie das plumpeste Stück Eisenzeug, das man sich denken tonnte, stand aus der Straße. Er ging hin und prüfte ihn. Er schien vollkommen in Ordnung zu sein, er war sorgfältig geölt und der Benzin- tank gefüll!. In einem kleinen Pavillon war sein Gepäck und alle seine sehr sauber zusammengelegten und gebügelten Erdenkleider, die er anzog. Sein Hemd schien ihm über die Brust etwas knapp zu sein und sein Kragen war ganz entschieden zu eng. der Rock schnitt ihm ein wenig unter den Armen ein. Biel- leicht waren diese Kleider eingeschrumpft, als sie desinfiziert wurden. Er packte seinen Koffer und Crystall stellte ihn in den Wagen. Chryseos erklärte in sehr einfacher Weise alles, was Mr. Barnstaple zu tun hatte. Ouer über die Straße, dicht bei dem wiederhergestellten Laboratorium war eine Schnur, so dünn wie ein Spinnenfaden, gezogen.„Steuern Sie Ihren Wagen darauf zu und zerreißen Sie den Faden," sagte Chryseos, das ist alles, was Sie zu tun haben. Dann nebmen Sic diese rote Blum« und legen Sie sie genau an der Stelle nieder, wo die Spuren Ihrer Ränder anzeigen, daß Sie in Ihre eigene Welt zurückgekommen find." Mr. Barnstaple wurde neben seinem Wagen zurückge- lassen. Die Utopen zogen sich zwanzig bis dreißig Yards zurück und stellten sich im Kreis um ihn herum. Einige Augenblicke waren alle still. 6. Mr. Barnstaple stieg in den Wagen, ließ die Moschine an, ließ sie eine Minute laufen und rückte dann die Kupplung ein. Die„Gelbe Gefahr" bewegte sich auf den Spinnenfaden zu. Barnstaple machte mit einer Hand eine Bewegung, die Lychnis erwiderte. Chryseos und auch andere Utopen machten freundliche Zeichen. Nur Crystall lauerte zu ge- spannt auf das, was kommen sollte. .Leb wohl, Crystall!" rief Mr. Barnstaple und der Knabe winkte heftig. Mr. Barnstaple gab Gas, preßte die Zähne zusammen und trotz seiner Absicht, sie offen zu halten, schloß er die Augen, als er den Spinnenfaden berührte. Wieder kam jenes Gefühl nicht endenwollender Spannung und jener Ton einer zerspringenden Saite. Er hatte den unwiderstehlichen Drang, zu halten— zurückzukehren. Er nahm den Fuß vom Akzelerator fort, der Wagen schien etwa ein Fuß tief zu fallen und blieb dann so heftig und plötzlich stehen, daß Barnstaple vornüber gegen das Steuerrad geschleudert wurde. Der Druck löste sich. Er öffnete die Augen und sah um sich. Der Wagen stand in einem Feld, von dem vor kurzem das Heu abgefahren worden war. Er stand wegen einer Bodenerhebung geneigt da. Eine Heck«, in welcher«in offenes, schwarzes Tor vorhanden war, trennte dieses Feld von der Landstraße. Dicht daneben stand die Ankündigung»- tafel eines Hotels in Maidenhead. An der gegenüberliegen- den Straßenseite lagen flache Felder vor einem Hintergrund niedriger bewaldeter Hügel. Ein Stück wetter zur Linken stand ein kleines Wirtshaus. Er wandte den Kopf und sah Windsor Castle, das sich in weiter Ents«nung über mit Pappeln bestandenen Wiesen erhob. Es war nicht, wie es ihm die Utopen versprochen hatten, die gleiche Stelle, von welcher aus er unsere Erde verlassen hatte, aber sie war gewiß keine hundert Yards davon entfernt. Einige Augenblicke saß er still da und sagte sich un Geiste vor. was er zu tun hatte. Dann setzte er die„Gelbe Gefahr" wieder in Bewegung und fuhr bis dicht an das schwarze Tor heran. � Er stieg aus und stand mit der roten Blume in der Hand da. Er hatte genau zu der Stelle zurückzugehen, an welcher er wieder in dieses Weltall eingetreten war, und die Blume dort niederzulegen. Es würde ganz leicht sein, durch die Spur des Wagens, die er im Stoppelfeld hinterlassen hatte, diesen Punkt festzustellen. Aber er fühlte ein außerordentliches Widerstreben, diesen Befehlen zu gehorchen. Er wollte diese Blume behalten, es war das letzte, das einzige, was ihm von jener goldenen Welt geblieben war. Dies und der süße Duft an seinen Händen. Es war merkwürdig, daß er nicht mehr als dies mit- gebracht hatte. Warum hatte er nicht eine ganze Menge Blumen mitgenommen? Warum hatten sie ihm nichts ge- geben? Nicht eine Kleinigkeit von ihrem ganzen Schönheits- reichtum? Er wünschte innig, diese Blume zu behalten. Er war versucht, sie durch einen Zweig des Geisblattes von der Hecke zu ersetzen, aber dann erinnerte er sich, daß dies ein Krankheitsträger für die Utopen wäre. Er muhte handeln, wie man es ihm gesagt hatte. Er schritt die Spuren seines Wagens entlang zu deren Anfang zurück, blieb einen Augen- blick stehen, zog ein eiyzelnes Blatt aus der glühendroten Blüte und legte dann den Rest der Blume vorsichtig genau in der Mitte seiner Spur nieder. Das Blütenblatt steckte er in die Tasche. Dann ging er schweren Herzens langsam zu seinem Wagen zurück, stellte sich daneben und beobachtete den Stern von fast leuchtendem Rot. Sein Kummer und seine Erregung waren sehr groß, er mar jetzt tief betrübt, daß er Utopien oerlassen hatte. Offenbar währte die große Dürre noch immer; denn das Feld und die Hecken waren vertrockneter und gebräunter, als er es je zuvor in England gesehen hatte, llever der Straße lag eine dünne Staubwolke, die durch oorüberfahrende Wagen fortwährend erneuert wurde. Diese alte Welt war sichtlich von unangenehmen Erscheinungen, Geräuschen und Gerüchen, die er schon halb vergessen hatte, erfüllt. Da war das Hupen von Wagen in der Entfernung, das Geknatter eines Eisen- bahnzuges, eine durstige Kuh, die sich über ihr Unbehagen beklagte, der Staub und Geruch von kochendem Teer be- lästigen feine Nasenlöcher. Ueber der nahen Hecke und über dem schwarzen Tor war Stacheldraht und zu seinen Füßen lagen Pferdemist und schmutzige Papicrsetzen. Die liebliche Welt, aus der er vertrieben worden war, war nmi auf ein scharlachrotes leuchtendes Fleckchen zusammengeschrumpft., (Fortsetzung folgt.) Wert auf gute Rühlung gelegt werben muß, bewegten sich auf bem Wannsee wie große Motorboote. Das bekannte Touristenschiff Wintermärchen der Reederei Nobiling diente als Mutterschiff. Die Baffagiere wurden von Wintermärchen" durch Motorboote zu den Flugzeugen geschafft. Das Umsteigen ging mühelos vonstatten. Auch Start und Landung vollzogen sich reibungslos und wurden von den Passagieren taum wahrgenommen. Selbst verständlich handelt es sich bei den Darbietungen der Lufthansa das gilt selbst für den Dornier Superwal" nur um Bersuchs apparate. Für die Ueberwindung von sehr langen Seeftreden reichen felbst diese Größen noch nicht aus. Die Firma Dornier ist aber bereits an die Konstruktion eines 45- Tonnen- Apparates gegangen, tmb auch die Rohrbach- Werft ist mit dem Bau von Großflugbooten beschäftigt. Ob dieser Sprung, eine sehr fühne technische Tat, be. reits das Großfeeflugzeug bringen wird, das den Tücken bes Ozeans. auf jeden Fall Widerstand leistet, muß abgewartet merben. Daß wir aber zu diesem Flugzeug tommen werden, hat die überzeugende Demonstration der Lufthansa am Montag bewiesen. Bor allem müssen Einflüsse, die die Arbeit der Hansa ftoren tönnten, abgewehrt werden. Wir denken dabei an die Abficht der großen Reedereien, die Hansa aus dem Atlantikgeschäft verdrängen zu wollen. Wir stehen bei der Errichtung von See flugftreden erst am Anfang einer Entwicklungsperiode. Es muß im Gesamtinteresse noch eine Fülle von Arbeit geleistet werden, die mur, mie auch Direttor Merkel von der Deutschen Lufthansa am Montag betonte, mit Hilfe der öffentlichen Hand geleistet werden tann". Die junge Seefliegerei befindet sich bei der Hansa, wie diese gezeigt hat, in guter Obhut. Eine überhaftete Ausbeutung des jungen Berkehrszweiges im privattapitalistischen Sinne, die zu erwarten ist, menn die deutschen Reedereitonzerne fich das Atlantikfluges be mächtigen, kann diese Entwicklung nur hindern und verfümmern und den Vorsprung gefährden, den Deutf fand bank der fyftema. tischen Arbeit der Lufthansa heute hat. Macht uns frei!" Ein schwarzweißrotes Wahlplafat und seine Lehre. An den Anschlagfäulen flebt ein tommunistisches Bahl. platat Es zeigt ein Paar mit Retten gefeffelte Hände. Die Farben des Blafates find schwarz, weiß und rot. Und unter ben gefesselten Händen steht: wählt Kommunisten!" Man weiß nicht recht, wie das gemeint ist. Soll man die Rommunisten wählen, damit eventuell später die Fememörder und August und Baul Schmelzer befreit werden tönnen? Der türzlich im Reichstag ausgefochtene Rampf um eine Amnestie für die politischen Gefangenen, in dem sich Rommuniften und Deutschnationale als Berbündete zeigten, rechtfertigt allerdings solchen Gedanken und die schwarzweißroten Farben des Platates. Oder soll das Blafat auf Steubells Absicht, das Berbot des Roten Frontfämpfer. bundes durchzusetzen, hinweisen? Das erscheint taum glaubhaft. An der Preußischen Regierung, die von den Kommunisten mit allen Mitteln befämpft wurde, wird Reubells Plan scheitern.. Und wenn nicht. wer fühlt sich denn wohler in Reudells, Retten" als die Kommunisten? Warum wollen fte alfo von ihnen befreit fein? Wenn aber das schwarzweißrote Blafat tatsächlich die Befreiung der politischen Gefangenen meint, dann ist die Aufforderung Bählt Kommuniften" als ein plumper Bahlschmin. bel zu bewerten. Wer die Opfer des tommunistischen Butsch mahnfinns und einer reaktionären Justiz befreien mill, der weiß, daß er sozialdemokratisch wählen muß. Denn nur der Wahlfieg der Sozialdemokratischen Partei wird den politi. schen Gefangenen die Befreiung bringen und die Fememörder und bas andere nationalistische Mordgefindel weiter bort laffen, wo fie fich augenblidlich befinden: hinter Schloß und Riegel Wie in einem Kriminalfilm. Staatsanwalt Jacoby I und Frau Holz. ce Ms der Staatsanwalt Jacoby I in der Sache des Schwindel panoptifums Berg in ann hinter Schloß und Riegel gelegt murbe, erinnerte man sich, daß er es mar, der seinerzeit die Totflagsanflage gegen Frau Ellen 5o13 vertrat, später mit allen Kräften das Wiederaufnahmeverfahren zu ihren Ungunsten betrieb, in dem Berfahren wegen Erpressung und Verleitung zum Meineid gegen sie den Ankläger spielte und auch das Meineidsverfahren gegen ihren Better, den Detektiv Lent, in die Wege leitete. Staatsanwalt Jacoby I war seiner Landsmännin Frau Hauptmann Ellen Holz spinnefeind. Die alte Fehde zwischen den beiden wird seit gestern in ihrer Abwesenheit vom Landgericht I ausge tragen. Die Vorgeschichte dieser Gerichtsverhandlung mutet aber wie ein Ariminalroman an, der sich zwischen Kriminalbeamten, Brivatdetektiven, Staatsanwalt und Richter abspielt. Im März 1925 hatte sich Frau Ellen Holz wegen Totschlags an ihrem Manne, des Hauptmanns Holz, zu verantworten. Das Gericht nahm an, daß fie die tödlichen Schüsse in der Abwehr gegen ihren brutalen Gatten abgegeben habe und Sprach fie frei. Der einzige Tatzeuge war der Better der Frau Holz, Leyt. Seine beschworene Aussage schien glaubwürdig und wurde von nie. mandem angezweifelt. Der Staatsanwalt Jacoby I war aber nach wie vor von der Schuld der Frau Holz überzeugt. Allein ein Bieber aufnahmeverfahren fonnte nach seiner Ansicht das Fehlurteil wieder gutmachen. Wenige Tage nach dem Freispruch wurde Leyf zur Kriminalpolizei zitiert. Kriminalassistent 5 artwig hielt ihm Dor, er habe einen Meineid geleistet: er habe verschwiegen, daß Frau Holz fich geäußert habe, wenn sie noch zehn Kugeln im Lauf gehabt hätte, fie alle zehn abgefeuert hätte; er habe ferner verschwie gen, daß sie furz vor der Tötung ihre Hände hinter dem Rücken gehalten habe. Lent bestritt, vor Gericht eine falsche Aussage gemacht zu haben. Er wurde unsanft angefaßt, aber nach zwei Tagen entlaffen. Bald darauf wurde er aufs neue ins Polizeipräsidium geladen. Diesmal behandelte man ihn freundlicher. Es wurde ihm nahegelegt, seine Beschwerde wegen der angeblichen brutalen Be handlung zurückzunehmen und zuzugeben, daß er seine eidlichen Aussagen fahrlässig gemacht habe. Dann würde man es bei einem Strafbefehl bewenden lassen. Diefer sollte auf 500 m. lauten. Man ließ mit sich handeln und verminderte ihn auf 200 M. Dann machte man den Borschlag, statt einer Geldstrafe, die er nicht zahlen fonnte, eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten eintreten zu lassen und schließlich einigte man sich auf vier Wochen Gefängnis mit einer Bewährungsfrist. Als aber der Strafbefehl Lent zugestellt wurde, erhob dieser noch einer Rücksprache mit seinem Anwalt, dem Rechts. anwalt Dr. Pindar, gegen denselben Einspruch. Dies alles befundete gestern vor Gericht der Angeklagte& ent. Er fagte noch mehr, nämlich, daß der Kriminalassistent Hartwig ihm bei seiner zweiten Unterredung erflärt habe, er verhandle mit ihm auf Beranlassung des Staatsanwalts Jacoby I, biefer würde auch den Strafbefehl beim Amtsgerichtsrat Danziger burchzudrücken wiffen. Ein Strafbefehl für einen fahrlässigen Falsch elb! Staatsanwalt Jacoby I bedurfte des Geständnisses Lents, um bas Wiederaufnahmeverfahren gegen Frau Holz betreiben zu fönnen. Bents Einspruch gegen den Strafbefehl hatte eine Gerichtsverhand fung vor dem Schöffengericht zur Folge. Diefes gab die Sache an bas Landgericht I weiter, das allein für diesen Meineid zuständig war. Als bereits vor einem Jahre die Sache zur Berhandlung fam, mußte fie pertagt werben; es stand überhaupt noch nicht feft, was eigentlich Bent im Totschlagsprozeß Holz falsch aufgefagt haben follte. Damals wurde er auch aus der Untersuchungshaft entlassen, Erdbebenkatastrophe in Griechenland. Die Stadt Korinth zerstört. Ju Griechenland wurde die alte Stadt Korinth von einem| Beschädigungen auf. Die ganze Neustadt gleicht einem Ruinenfeld, schweren Erdbeben heimgesucht und fast gänzlich zerstört. Der Katastrophe sind auch Menschenleben zum Opfer gefallen. Zahlreiche Erdbebenwarten registrierten die Katastrophe. wird von ben Apparaten der Hamburger Hauptstation für Erd Am Sonntagabend wurde wie uns aus Hamburg gemeldet bebenforschung ein sehr heftiges Erdbeben aus einer Entfernung von 2000 bis 2100 Kilometer registriert. Die ersten Wellen trafen um 21 Uhr 18 Minuten 6 Gefunden ein. Um die gleiche Beit, 21 Uhr 17 Minuten 38 Sekunden, registrierte der Seismograph der Landessternwarte auf dem Königs stuhl bei Heidelberg ebenfalls ein fehr heftiges Erdbeben. Die Entfernung des Erdbebenherbes beträgt 1700 Kilometer. Die Bewegung erreichte ihr Maximum um 21 Uhr 22 Minuten 42 Se tunden und erlosch gegen 22 Uhr. Auch die Instrumente der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena ver zeichneten um 21 Uhr 17 Minuten 36 Gefunden ein stärkeres Erdbeben mit etwa 1900 Kilometer Herbentfernung. Die Katastrophe von Korinth. Die Erdbebenaufzeichnungen wurden alsbald durch Meldungen aus Griechenland bestätigt. Dort hat ein furchtbares Erdbeben in der Nacht vom Montag bie alte Stadt Korinth fast vollstä n. dig zerstört. Die großen Gebäude in Neu- Rorinth find faft alle eingestürzt. Die übrigen Häuser weisen große Riffe und schwere In der gestrigen Gerichtsperhandlung bestätigte der Angeklagte die eben geschilderte Borgeschichte feines Brozefies und ertlärte, daß feine Darstellung von den Vorgängen am verhängnispollen Morgen, bie er als 3euge in dem Totschlagsprozeß gemacht habe, volltommen den Tatsachen entsprochen habe. Auf welche Weise follte min dem Angeklagten die Unwahrhaftigkeit nachgewiesen werden. Der Berichterstatter in jenem Brozeß, Landgerichtsrat Jamrath, äußerte fich als 3euge, daß Bent einen vollkommen glaubwürdigen Eindruck nemacht habe. Go blieb nur die eine Möglichkeit: den indiretten Beweis zu führen, daß Frau Holz in Wirklichkeit ihren Mann nicht in Notwehr erfchoffen habe; dann hatte Lent die Unwahrheit ge fagt. So marschierten nacheinander 29 3eugen auf, die zum größ ten Teil Aeußerungen wiedergaben, die Frau Holz im Zusammen hang mit ihrer Tat vor und nach derselben gemacht haben sollte, über ihre Eindrücke von Frau Holz der dergleichen mehr. Teils Tratsch und Klatsch, teils Aussagen von Menschen, die allen Grund haben, Frau Holz feindlich gesinnt zu fein: im großen und ganzen nichts Greifbares und Positives. Man glaubte nicht einem Meineidsprozeß gegen Lent, sondern dem Totschlagsprozeß gegen Frau Holz in neuer Auflage beizuwohnen. Sie selbst war nicht geladen, auch Staatsanwalt Jacoby und Amtsgerichtsrat Dr. Danziger waren nicht als Zeugen erschienen; der erstere wegen feiner zerrütteten Gesundheit; man hätte ihn gern als Zeugen in der Sache gehört. Das Urteil wird erst heute gefällt werden. Ausgang dieses monströsen Prozeffes, der Schöpfung des famofen Staatsanwalts Jacoby I. scheint nicht mehr zweifelhaft Die alten Balfone. Der Sollen auf ihre Tragfähigkeit untersucht werden. Ein Einzelfall gibt Beranlaffung, die Hauseigentümer auf die Konftruffion der Baitone aufmerksam zu machen. In vielen Häusern der 70er und 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts find Baltondeden mit Wellblech als tragendes& onftrutfionsmaterial ausgeführt worden. Das Wellblech wird häufig sehr start durchgerostet sein, so daß ohne äußere Beranlassung die Konstruktionen plöhlich nachgeben und herunterstürzen fönnen. Den Hauseigentümern wird von der Baupolizei dringend empfohlen, die Baltone auf ihre Tragfähigkeit zu untersuchen oder unterfuchen zu laffen und bei Schadhaftigkeit die alte konftruffion zu entfernen. Funkwinkel. Am Sonntag sprach Dr. Emil Dofipat über Borbil dung und Berufsbegabung des Journalisten. Er zeigte, warum es für die Tagesschriftsteller nicht wie für andere Berufstätige eine fest umirissene Ausbildung geben tann. Journalis. mus ist nicht durch Fleiß erlernbar und durch kein bestimmtes Syftem zu umgrenzen. Fähigkeiten für diesen Beruf müssen dem Menschen angeboren sein. Darin ist der Journalismus der Kunst verwandt. Die persönliche Note jedes einzelnen muß sich hier ihre eigene Ausdrucksform schaffen. Leidenschaftliche Berufsliebe, positive fritische Begabung, treffsichere Urteilsfraft und Berantwortungsbewußtsein zählen zu den wichtigsten Eigenschaften des guten Journalisten. Die Schulung für seinen Beruf findet er am besten in der Praxis der Redaktionsstuben. Aber die notwendigen Borkenntnisse, sowohl in allgemeiner Zeitungskunde als auf rein wissenschaftlichen Gebieten, wird sich der zukünftige Journalist mit Nutzen auf den Hochschulen aneignen. Die Grundlagen einer zwedmäßigen Ernährung" behandelte der Direktor des Deutschen Hygienemuseums in Dresden, Dr. Bogel. Der Vortragende betonte besonders die Schädigungen, die der Körper erleidet, wenn er mit bestimmten Stoffen überernährt wird und andere lebenswichtige Stoffe ihm dagegen in zu geringem Maße zu geführt werden. Der Abend brachte ein wohlgelungenes populares Orchestertonzert unter Bruno Seibler Wintlers Leitung. Am Montag wurde das Festkonzert aus der Philharmonie übertraoen, das die Staatskapelle unter Richard Strauß Leitung zu Ehren des Internationalen Autorenfongreffes gab. Die Orchester barbietungen, Mozarts Jupiter- Sinfonie, Wagners Vorspiel zu Tristan und Isolde und Strauß Sinfonia domestica" famen glänzend heraus. Nicht ganz so gelungen wirfte dagegen die Webertragung von Isoldes Liebestod, den Barbara Kemp fang. Den eg des Laien zum Kunst besig" schilderte Lothar Brieger in dem ersten Vortrag feines 3yllus Kunstgenuß und Kunstbesig". Der Redner warnte banor, mit vorgefaßten Theorien und Meinungen an ein Wert der bildenden Kunst heranzutreten. Nicht aus dem Be schauer heraus, sondern aus seinem Eigenmert heraus will das Kunstwert begriffen sein. Kunft sammeln heißt sich der Kunst nahe bringen. Aber er mit solcher Kunst sollten die Menschen fich um geben, zu der sie wirklich ein inneres Berhältnis haben. Dann fann ein einfaches wohlfeiles Blatt ihnen unter Umständen mehr be deuten als das teuerste Bild. Ueber die erstaunlichen Leistungen des gefunden und franten Körpers berichtete Dr. med. Ernst Rothe. Er zog dabei gegen die volkstümliche Auffaffung zu Felde, daß offene Füße nicht heilen fönnten oder dürften, schilderte die Bedeutung des Fiebers und behandelte vor allem die wunderbare unermütliche Arbeit bes Herzens.„ Das Lagemerkt des Elettromonteurs" ließ in anschaulicher Beschreibung Alfred Shula nor den Ohren der Funkhörer vorüberziehen. Les. Die ersten, noch schwachen Stöße wurden schon in den Abendstunden des Sonntags wahrgenommen. Kurz vor 10 Uhr ereignete wohner aus den Häusern auf die Straße stürzten. Die Hauptstraße sich dann plöglich ein außerordentlich starter Stoß, so daß die Einwimmelte von Menschen, die sich, mur notdürftig bekleidet, hierher geflüchtet hatten. Entfehensschreie wurden laut, dazwischen mischte fich das Krachen der einstürzenden Gebäude. Ein Telegraphiſt ir Storinth, der Nachtdienst hatte, telegraphierte ununterbrochen: hielt bis zum letzten Augenblick in dem bereits wankenden TeleSilfe, Hilfe, Hiffe! Alles verloren!" Der Mann graphengebäude aus. Als das Haus einstürzte, wurde er unter den Trümmern begraben und getötet. Auch das Gefängnis stürzte infolge der schweren Erderschterung ein. Lie unverlegt gebliebenen Gefangenen benutten die Gelegenheit zur Flucht. Die Soldaten in der Kaserne verließen ihre Quartiere auch während des stärksten Bebens nicht und wurden zum großen Teil unter dem einstürzendent Gebäude begraben. Auch in Batras, in der Provinz Acheia, in Athen, im Badeort Lutrati, im Kanalort Istmia Rofonon, in Megara und in Eleusis wurden starte Erdstöße wahrgenommen. In Lutrati und in Kotonon stürzten ebenfalls zahlreiche Häufer ein. Die Bevölkerung flüchtete auf die Straßen und verbrachte die Nacht unter freiem Himmel. Die Regierung hat sofort Hilfe in das Erdbebengebiet entsandt und Truppen abfommandiert, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und Plün derungen zu vermeiden. Generaldirektor geflüchtet. Nach einem Finanzfrach in der Margarineinduffrie. Die einzige außerhalb des holländisch englischen Margarinetrufts stehende große Rohstofflieferantin für die freie deutsche Margarine. industrie, die Delwerte Teutonia& m. b. H. in Harburg, hat außerordentlich große Berlufte erlitten; fie werden bis zu 20 Millionen geschäßt, so daß das Gesellschaftskapital von 7,5 mil lionen verloren ist. Außer deutschen Großbanten find englische und dänische Firmen und Banten in Mitleidenschaft gezogen. Ebenfalls erleidet die C. und G. Müller Speisefett G. in Berlin erhebliche Verluste. Die Delwerte Teutonia G. m. b. H., die einen jährlichen Umfag von etwa 120 Millionen Mart hatte und rund 700 Arbeiter beschäftigt, soll nicht mehr zu retten sein. Der Zusammenbruch der Harburger Firma dürfte auch für ihre Muttergesellschaft, die dänische Oliefabrik in Aarhus schwere Folgen haben. Sie besaß 70 Braz. des Teutonia- Kapitals und erlitt an ihren Attien in den letzten Lagen erhebliche Kursverlufte. Wie uns aus Kopenhagen gemeldet wird, ist der Generaldirektor Tychsen der Aarhuser Delfabrit feit zwei Tagen verschwunden. Berufung im Lichterfelder Hafenkreuzferprozeß In dem Lichterfelder Landfriedensbruchprozeß haben die An geflagten, soweit sie vom Schöffengericht Lichterfelde verurteilt wor ben find, fowie die Nebenfläger, mit Ausnahme von Hintel. mann, der belanntlich in das nationalsozialistisches Bager übergegangen ist, Berufung eingelegt. Nachträglich hat aud die Staatsanwaltschaft das Urteil durch Berufung an gefochten. Bei der Arbeit verunglückt. Beusselstraße und Jungfernheibe ereignete fich gesternr Auf den Gleifen der Ringbahn zwischen den Stationen ein schwerer Unfall auf der Kanalbrüde, bie über ben Berbindungskanal führt, merden zurzeit Brückenarbeiten ausgeführt. Int einiger Entfernung der Baustelle war ein Sicherheitspòften aufgestellt, der die Annäherung eines Zuges durch Signalzeichen anfündigte. Der Poften, ein Arbeiter Friedrich Runtei aus der Rösliner Straße 15, wurde von den Botomotive eines herankommenden Ringbahnzuges erfaßt und überfahren. Der Verunglückte hatte so schwere Verlegungen erlitten, daß er von Arbeitskollegen sterbend von der Unfallstelle getragen werden mußte. Beim Gerüstbau auf dem Grundstüd Belle= Alliance Straße 86 verlor der Arbeiter Hermann Hode aus der Memeler Straße 23 plöglich den Halt und stürzte aus der Höhe des dritten Stodwerts topfüber in die Tiefe. 5. wurde durch das Städtische Rettungsamt in bas Urban- Krantenhaus gebracht, mo er sehr bedenklich daniederliegt. ... so, Sie glauben nicht, meine Dame, daß man für wenig Geld etwas sehr Gutes auf den Kaffeetisch bringen kann? Nun- dann probieren Sie doch mal, Kathreiners Malzkaffee! Das ganze Pfundpaket kostet nur 55 Pfg. und ergibt 120 Tassen! Fragen Sie doch auch mal irgendeine andere erfahrene Hausfrau! vlensiag 24. April 1925 Unterhaltung und AAssen Beilage des Vorwärts Oer Scharfrichter. Vo« Lohannes K. Schmidt. Das Zlbtell war leer. Die drei Damen, die die Tckpliitze belegt hatten, standen im Gange und verabschiedeten sich endlos von ihren Freunden. Ich reserviert« mir den vierten Platz und verließ das Abteil, um mich mit Reiselektüre zu versehen. Dte Zeitungen hatten dicke Ueberschriften:„Der Raubmörder Böttcher hingerichtet'. Es schien, als wenn vor dem Tod dieses armen Sünders alle anderen Ereignisse des Lebens zurückzutreten hätten. Ein Mensch war der unerbittlichen Maschinerie, die wir Gerechtigkeit zu nennen belieben, zum Opfer gefallen. Aber statt den Uebergriff des Staates in das letzte Recht des Staatsbürgers. in das Recht auf den eigenen Körper, still zu übergehen, verlangt es die Bestie, die in jedem Menschen schlummert, daß ihm die letzten Augenblicke ein«, verfemten noch einmal richtig vor Augen geführt werden. Da, unbestimmt« Gefühl: der Staat als Vertreter der Staatsbewohner müsse all« Beleidigten an dem einen Indivi- duum rächen, hatte alle Menschen gepackt, die die fettgedruckten Zeilen und die längeren oder kürzeren Schilderungen des Todes- ganges Böttchers lasen. Endlich hatte der Zug die halbdunkle Bahnhofshall« verlosten. C3ye Damen standen noch im Gang und sahen aus dem geöffneten Fenster. Drei Männer hatten sich auf den freien Plätzen nieder- gelasten. Der neben mir legte seinen Paletot ab und macht« stch'» bequem. Er erschien mir wie«in behäbiger Grotzkaufmann aus der Provinz, der sich in Berlin einen guten Tag gemacht hatte. Sein Gesicht, breit, rot und gutmütig schien mir nur ein Rahmen seiner unendlich guten, tiefen Augen zu sein, die so voller Güte und Menschenfreundlichkeit strahlten, daß sie alles andere vergesten ließen. Seine Hände waren rot und kräftig, ober gepslegt, wie bei einem, der einmal schwer« Arbeiten verrichten mußte. Brett und behäbig saß er auf seinem Platze, seinen beiden Reisege- fährten gegenüber, denen man das Abhängigkeitsverhältnis zu ihm sofort ansah, wenn er sie auch mtt einer gewisten Jovialität, die vertraulich ist und dabei doch Schranken errichtet, behandelte. Still und gleichmütig, wie es mir schien, etwas bedrückt, saßen die beiden anderen Männer auf ihren Plätzen. Der eine, etwa sechzigjährig, mtt weißem Schnurrbart und Flieg« unter der Lipp«, steckt» sich ein« Zigarette an und sah zu mir Heyiber, als wenn «r mich um Erlaubnis bitten wollte. Der andere, mtt dunklem Haar und Bart, etwa» verbisten, scherzte, er würde an meiner Stelle gegen das Rauchen im Nichtraucherabteil protestieren. Ich antwortete nicht, denn ich war müde. Ich mochte mir'» in meiner Ecke bequem und sah gerade noch, wie mein Nachbar mtt der Ce- bärde eines Menschen, der sich seines Wertes und seiner Stellung rn der Gesellschaft bewußt ist, die Zeitung«wer der Damen von dem Tischchen am Fenster nahm und sie interessiert las, den Ar- tikel über die Hinrichtung des Mörders Böttcher seinen beiden Gefährten zeigte. Die drei Damen betraten das Abteil wieder. Die Eigentümerin der Zeitung sah meinen Nachbar indigniert an, d«r sich höflichst entschuldigte, aber die Lektüre unbekümmert fortsetzt« und sich leise mtt den beiden anderen unterhielt. Die Dam« sah offensichtlich empört au» dem Fenster. Eine peinliche Stille entstand in dem Abteil, daß Ich es am liebsten verlosten hätte. Endlich gab der Dicke die Zeitung an die Eigentümerin zurück. Er bedankt« sich höflichst und bemerkte im schönsten magde'burgi- schen Dialekt, der etwas fellig aus seinem Munde kam, daß ihm der Artikel über die Hinrichtung Böttchers sehr gut gefallen hätte. Er sei sehr gut und sehr wahrheitsgetreu geschrieben. Wir sahen alle erstaunt den Mann und seine beiden Gefährten an. War er am Ende Zeuge der Iustifikation gewesen? Er sprach über den Bericht wie«in Schauspieler, der sein Gutachten über eine Kritik abgibt, die ihn lobend erwähnt. Ich hörte nur halb hin. wie der Dick« jener Frau nüchtern und sachlich den Borgang einer Hinrichtung schildorte, wie er, an Hand des Zeitungsberichtes alles Gefühlsmäßige von dem Sachlichen ttennte und die Notwen- digkelt der Todesstrafe betonte. Er geriet in einen gewisten Elfer, daß ihn die Dame endlich unterbrach und den Wunsch äußerte, auch einmal einer Hinrichtung beiwohnen zu dürfen. Der Dicke lachte breit auf:„Das hätten Sie mir gestern abend sagen sollen. Da wäre vielleicht noch Zeit gewesen.' Di« ungesprochene Frage:»Wer bist du?' lag m der Luft, kör. perlich fühlbar, daß er ihr gar nicht mehr auchweichen tonnte. Er zog seinen Reisepaß aus der Tasche und sagte leise, als scheute«r sich, es auszusprechen:»Ja. Ich bin der Scharfrichter. Gröpler ist mein Name.' Unwillkürlich rückte ich von dem unheimlichen Reisegefährten ab. Ich sah scheu nach seinen Händen, wähnend, es könnte noch Blut daran kleben, er müßte doch gezeichnet sein. Das Grauen vor dem Freimann Ist unseren Vorsahren so eingeimpft worden, daß in un- serem Unterbewußtsein immer noch ein Rest von Vorurteil geblieben ist. Wohl haben sich die Zeiten geändert, es gibt heute kein«»unehr- lichen' Berufe mehr. Der Scharfrichter ist heute ebensogut ein Staatsbeamter wie der Gerichtsvollzieher»der der Steuerbeamt«. Aber nichtsdestoweniger bringen es doch die wenigsten Menschen fertig, dem Scharfrichter ohne jede Dorbercltung frei ins Auge zu blicken. Wieder war in dem engen Abteil jene peinliche Stille entstanden. Der Scharfrichter verteidigte nun seinen Beruf. .Der Scharfrichter ist«in Bollziehungsbeamter, wie beifpiels- weif« der Gerichtsvollzieher. Jede Schuld muß auf Erden bezahlt werden. Di« eine mit Geld oder Geldeswert, die andere mit der Freiheit und die letzte, schwerst«, mit dem Kopf«. Das ist alles. Und jemand muß doch sein, der dem Staate diesen schwersten Dienst «rweist. Der Staat bestellt sein« Beamten zu jeder Dollstreckung seiner Urteil«. Der«ine mutz dem Aermsten das letzte Wertstück wegnehmen, der ander«, ich, das Leben. Der«ine bringt Leid, der ander«, wieder ich. Erlösung von allem Weh. Ich komm« als Erlöser, Misten Si« nicht, welche Qualen«in Mensch erleiden muß, der zum Tod« verurteilt ist und nicht weiß, wann er seine Schuld einlösen muß? Der Scharfrichter', hier machte«r ein« kurze, grauenvoll«. abschneidend« Bewegung mtt seiner Hand,.bringt ihm das, wonach sich die meisten Menschen vergeblich sehnen, den schnellen, schmerz- losen Tod. Er ist die wirkliche Hoffnung der verdammten.' .Aber, Ist den der Tod durch das Beil«irklich so schmerzlos?' fragt« die Dam« am Fenster. Ihr« Stimme war spitz geworden. dunchbebt van dem Zittern nach der Sensation. La, natürstch, e? geht so s» schnell. Ein kurzer Schlag und aZto ist vorufc«."(Schluß folgt.) Lied in der Nacht. Von Kranz Sagevlel. Eben haben die Männer, die Eva brachten, mein Zimmer ver- losten. Es war fast dunkel, als sie kamen. JV.' sagten sie,.habt Hr kein Licht?' .3c,* antwortete ich und entzündet« ein« Kerze..Das bringt ihr mir?' Sie aber gaben kein« Antwort darauf. .Zum Teufel,' sagt« Ich,.wollt ihr mrr's nicht oerraten?' Aber ich log, denn ich ahnt«, ich wußte ja, was sie brachten. Und sie trugen ein Bündel auf mein Bett. Es war lang und weiß und bewegte stch nicht... Noch einmal fragt« ich. Der unbesorgt«, frische Ton, de« ich meiner Stimme dabei zn geben versucht«, wollt« mir nicht gelingen. Und jetzt sprachen sie— seltsam undeutlich, daß ich sie zuerst gar nicht verstand Oder redet« ich mir nur ein, sie nicht zu verstehen? O, ja, ich verstand st«, ich verstand sie nur allzu gut! Ich wußte es. Eva. lange ehe sie dich brachten. Heute mittag schon wußte ich es. du bist tot... Ich blies auf die heißen Pellkar. toffeln. aber ich aß sie nicht— denn ich wußte, du bist tot. O. ich bin schuldig an deinem Tode! Ich bin«in verkommener alter Mann. Eine geräumige Kammer bewohne ich in einem häßlichen viertel der Stadt. Ich behaupte. ich bin verkommen... Ich bin es fett langem. Ader nie bin ich schlecht gewesen. Nun bin ich auch schlecht geworden. Mit kleinen Gebrauchsgegenständen handelte ich auf de? Straß«, trotzdem ich mühsam gehe und«in wenig hinke. Warf mein Handel wenig ab, bettelte ich auch wohl. Gemeinsam mtt mir bewohnte meine kleine Enkeltochter von sieben Jahren, die auch ganz allein stand, mein« Kammer. Tag für Tag ging auch sie zum Betteln aus. Ich liebte si«— aber, barmherziger Gott, löse dn die» Rätsel der Natur: ich stieß st« und schlug sie. Wie böse wurde ich, wenn sie von den Bettelgängen, auf die ich sie schickte, nicht genug mit nach Haus« brachte. Und doch siebt« ich sie! Manchmal des Abends, ehe sie nach Haufe kam, kaufte ich ein Viertelpfund gekochten Schinken, den si« besonders gern aß. Kam sie nach Haus«, gab Ich mir den Anschein, als habe ich ihn nur für mich gekauft..Ach. verflucht,' sagt« ich endlich.ich bin nicht wohl. Ich mag nicht. Iß du ihn' Und ich freute mich, wenn sie den Schinken verzehrte. Aber ich zeigte diese Freude nicht, nein, beileibe nicht. Die Klein« hatte die Hölle auf Erden. Wieder kam sie gestern abend mit wem gen Pfennigen nach Haus«. Tückisch verstellte ich mich zuerst, als glaubt« ich ihr die geringe Summe nicht, die sie brachte. Dann nahm ich meinen Riemen ab und scblug st« heftig damit. .Es ist schurkisch,' schrie ich,.seinen Großvater hungern zu lasten. Was ist es?* fragt« ich. .Schurkisch...' antwortete sie zitternd. La, bei Gott,' sagte ich, und ich weiß, daß ich dabei lächelte. triumphierend und bös«.»Geh auf die Brücke heut« nacht!' befohl ich,.du hast dein Tagewerk nicht getan!' Sie ging auf die Brücke, die bis spät in dl« Nacht von Men- schen bevölkert ist. Aber sie wird kein« Gaben empfangen haben. Ah. ich sehe sie stehen, hungemd und frierend und voller Angst... Ich Hab« sie auf die Brück« geschickt. Unter der Drück« fließt das Master. Ich habe sie ins Master geschickt. Brauche ich zu fragen, wie sie hineingeraten? Gewiß nicht! Das tut nicht not! Es steht fest, daß ich schuldig bin. Eva, mein Kindchen, leb« wohl. Dein kleines Händchen siegt so weiß auf der Decke. Laß mich leise darüber streichen, ganz leise nur... Lächelst du. ist es dir recht?— Nein, o Gott, dein Gesicht ist so streng und starr, totenstarr ist dein Gesicht. Was sogt es? .O böser,' sagt es..böser alter Mann!' Eva. der alt« Mann wird sich setzt an die Brücke begeben, wo er so oft gebettelt hat. Gerade gegenüber seinem Platz steht ein Drehorgelmann. Weißt du noch, wie wir dort horchten, wenn er spielte? Drei Stücke nur spielt er. Besonder» das ein« ist so über- aus schön..Es ist. wie wenn man durch blühende Wiesen geht, ganz langsam und leise, in ein Land hinein, das unaussoreä)lich weit und herrlich ist. O, dieses Glück! Dielleicht legt man sich einmal nieder und lauscht einem Vogel, der dicht daneben ganz leise, wie für sich allein singt. Nichts Vergangenes ist mehr da, kein Wunsck, ist mehr da, kein Hunger und auch kein Tod.'— So etwas sagtest du, Eva. Am nächsten Tag ging ich zu dem Musikanten..Was ist es,' fragte icb,.was du spielst?'.Die Serenade.' sagte er. Auch heut« abend, wem: ich an meinem Vettelplatz stehe, wird der Musikant die Serenade spielen. Eine Kerze, die ich mitgenommen, entzünde ich dann und pflanz« sie vor meinen Platz. Si« brennt ruhig und leise, denn es ist ganz wiitdsttll draußen. Die Leute lacken vielleicht, die vorübergehen, sie bleiben stehen und weisen mit Fingern auf mich:.Hoho, was soll die Kerze?' .Pst.' sag« icb..still, ich bitte euch, still... stört mir nicht das Seelcken meines Kindes.' Ich glaube, si« stören es nicht. Und wenn das Lied verklunaen ist, ist auch das Lickt schon ansgebromit. Denn nichts sicheres hat es sa gewollt, das klein« Seelchen, als noch einmal auf blühender Wiese glücklick sein. Dann gehe ich langsam den Wea.zum Flusie hinunter. Du schwebst vor mir her und lächelst. Und ick gehe den Weg, den du mir vorausgegangen bist.— Bist du alücklick. daß ich dir folge? Sei es, Eva! Du mußt», du mußt glücklich sein! Verwandienehen. Ihre biologische Vedentong. Beim Eingehen einer Ehe stößt man im Volt« verbältnismäßig selten auf Bedenken gesundheitlicher Art, woraus sich oft genug «ine minderwertige Nachkommenschait erklärt. Gegen eine Ehe zwischen Blutsverwandten zeigt sich dagegen von vornherein wohl in fast allen Schichten ein starkes Mißtrauen, über dessen Herkunst man sich nicht im klaren ist. Im allgemeinen glaubt man, daß die Nachkommenschast nahe verwandter Estern stets eins sckwachlichc oder krankhafte Konstitution zeigen muh und führt gewisse Adele- und Fürstengeschlechter an, die infolge der longanhaltenden In- zuchtwirkungen vollkommen degeneriert sind. Diese tatsächlich oft zu beobachtenden Erscheinungen dürfen indessen nicht verallge- meinert werden. Denn eine Verwandtenehe oraucht keine schäd- lichen Folgen zu haben; im Gegenteil ist es möglich, daß in der Nachkon, menschest bessere Anlagen zur Entwicklung kommen und diese somtt mehr günstige Eigenschaften als die Eltern besitzt. Um diese eigenartige Erscheinung zu verstehen, muß man einige Tat- lachen der Vererbungslehre kennen. Beide Estern vererben in Ge- statt von..Anlogen' alle ihre Eigenschoflen auf die Kinder; aber nicht all diese Anlogen können zur Entfaltung kommen, da sie sich oft widersprechen. So kann z.B. das Kind nicht gleichzeitig die blauen Augen des Vaters und die braunen Augen der Mutter besitzen. Seine Augen sind braun, weil diese Augenfarbe„domi- nant' ist und die Anlage für blau nicht zur Entwicklung kommen läßt. Die Anlage für Bluuäugigteit geht aber nidjt etwa verloren, sondern sie schlummert als unentwickelte, unterdrückte(„rezessive") Anlage in der Nachkommenschaft. Sind beide Eltern dagegen blau- äugig, so besitzen auch die Kinder blaue Augen, da in diesem Falle die rezessive Anlage nicht unterdrückt wird Blauäugige Kinder können jedoch auch braunäugige Eltern besitzen; nämlich dann, wenn beide Eltern neben ihrer, sichtbar gewordenen Augensarbe noch die unterdrückte Anlage für blaue Augen besigen und diese Anlagen in dem Kinde zufällig zusammentresten. So erklärt sich das plötzliche Auftreten von Eigenschaften, die an den Eltern selbst nicht wahrzunehmen sind, weil st« bei ihnen durch andere Merkmale unterdrückt werden. Sind die Estern blutsverwandt, dann ist dieses Zusammen- treffen gleichartiger Anlagen viel wahrscheinlicher als sonst und das Sichtbarwerden rezesstver Anlagen läßt stch häufiger beobachten. Krankheiten und minderwertige Eigenschaften stnd nun oft rezessiv; daher besteht gerode bei Verwandtenehen die Gefahr, daß durch Zusammentreffen gleicher Anlagen diese sonst unterdrückten Krank- heilen zur Ausbildung kommen. Andererseits können aber auch schlummernde günstige Eigenschaften, wie z.B. gewisse Talente. durch die Verwandtenheirat geweckt werden, da deren Anlagen eben- falls rezessiv sind. Beim Fehlen ungünstiger rezessiver Anlagen bringt die Verwandtenehe keinerlei Gefabren für die Nachkommen- schaft; sie ist im Gegentell imstande, bester« Nachkommen bervor- zubringen und damit dem menschlichen Fortschritt zu dienen. Immerhin ilb da» Eingehen einer Verwondleneh« eine bedenklich« Angelegenheit: denn ohne genaue Kenntnis der Vorfahren läßt stch natürlich niemal» entscheiden, welche Folgen«ine Verwondtenehe haben kann.______ Vogelwest und Amertkaflug. Zoologisch wird die Schwierigkeit de» Ostwestfluges, also von Europa nach Amerika, bestätigt. E» kommen nämlich nicht weniger als vierzig Sorten Zug- oögel von Amerika zu uns nach Europa herüber, aber nur sieben Sorten kehren dorthin zurück, wagen also den Ostwestflug. Unter diesen befindet sich jedoch ein besonder» zäher Vogel, der im Verlause eine» Jahres dreimal über den Atlanttk fliegt. Jüdische Emigranten in Berlin. Bon Lakob Leschtschinstt. Unter den Millionen russischer Emigranten befinden sich einige zehntausend Juden. Die Revolutionswirren. die ihnen die Existenz- grundlage raubten, ließen ihnen auf der Flucht keine Zeit, darüber nachzudenken, wovon man in der Fremd« sein Dasein fristen werde. Man füblte des Messers Sckneid« an der Kehle, man flol? und hojfle aus den Allmächtige». Ersahrunasgemäß hilft aber der All- mächtige mir Menschen mit starken Ellenbogen oder, wie es bei einem jüdischen Dichter heißt:„Wenn man durch die Tür nicht herein kann, muß man'? durch» Fenster versuchen!' Unter den jüdischen Emigranten gibt es nicht wenige, die es vermittels dieses löblichen Grundsatzes auch in der Fremde zu etwas gebracht haben. Die Mehrzahl jedoch schlägt sich mühsam durchs Leben, darbt, ver- kommt. Mancke Frau oder Tochter hat es mtt Glück zur Probier- mamsell, Modistin, Friseuse oder zum Servierfräulein gebracht und ernährt die ganze Familie, womit der Herr Papa bzw. der Ehe- gatte, der vielleicht in Odessa, Kiew oder sonstwo ein Industrie« magnat gewesen ist, sick wehmütig abfinden nmß. Einige Beispiel«: Ein Ar.zt mit dreißi-asähriger Praxis, ehemals Besitzer einer der bekanntesten Kliniken Rußlands, hausiert heute in Berlin mit Socken, Taschentüchern, Zahnbürsten. Es geht ihm sogar verhältnismäßig gut. Zunächst kostete es ihn nicht geringe Selbstüberwindung, bei fremden Leuten mit seinem..Musterkosfer" vorzusprechen, aber dieses Lampenfieber schwand bald, und er ge- steht ganz osfen, daß man mit Standeswürde im praktischen Leben nicht weit, kommt. Ein prominenter Petersburger Journalist von dazumal handelt heute mit Schokolade. Ebenfalls trevpauf, treppab. Der Mann ver- dient über lOO Mark die Woche! Wie er es macht? Der prominente Journalist aibt seiner Kundschaft als Gratisbeilage zur Schokolade mündliche Feuilletons über Rußland zum besten! Diese täglichen Entrefilets hängen ihm zwar schon zum Halse heraus, aber die süße Ware muß so oder.so verkauit iverden. Ein ehemaliger Ingenieur, Ehef einer der größten Firmen Südrußlands— er belieferte früher einig« russische Gouvernements mit Landmaschinen— wandert setzt in einem zerschlissenen Mantel umher und hausiert mit Taschenlampen. Da» sind aber noch die Glückspilze, die A» bis?.00 Hausierer. Doch die anderen? Invaliden! Halbverhunaert in der Großstadt, mutlos, mit zerrütteten Nerven, krank. Es gibt natürlich in Bertin «In Hilfskomitee, das sich dieser menschlichen Wracks noch Kräften annimmt: an der Spitz« steht der greise Dr. Teitel. einst der einzige iüdiscke Untersuchungsrichter im alten Rußland. Bei ihm lausen Hunderte von Bettelbriesen und Unt«rstüt-"ngsg«suchen ein. Diese Brief« sind wahr« Verzweiflungsschrei«. Manchen konnte geholfen werden. Diele gingen im Schlamm der Großstadt zugrunde. Worauf beruht der Duft der Erdscholle? Wohl jeher liebt den krästig-frischen Dust, den im ersten Friidiahr die frisch gepflügte Ackererde ausströmt: aber nur wenige wisien, wie dieser Geruch eigentlich zustande kommt. Der charakteristische Dust, der besonders nach Regen auftritt, wird nämlich durch einen in der Erde enthalte- nen Strahlenpilz(�etinom�ces»dorifer) erzeugt aus besten Kul- tnren man den Riechstoff in Gestalt feinster Kristalle entnehmen kann. Sind im Ackerboden die Nährstoffe enthalten, d!« der Pilz braucht, wl« etwa Neste von Gräsern, Streh oder Blättern» bgl., so tritt auch der Pilz auf, und damit entsteht gleichzeitig der Gmich nach..frischer Erde". E» ist gelungen, den Pilz auch auf künstlichen Nährböden zu züchten, so daß man den Duft der Ackerscholle auch im chemischen Labarotorium erzeugen kann. ( b Parteinachrichten Cinfendungen für diese Stubrit find Berlin G 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Für den Wahlfonds der SPD. in Berlin wurde von der Betriebsfrattion des Bezirksamts Prenzlauer Berg der Betrag von 200 Mt. an die Bezirkskaffe abgeführt, worüber hierdurch mit beftem Dant öffentlich quittiert wird. J. A. Aler Pagels. 2. Arels Tiergarten. Deute, Dienstag, 24. April, 13 Uhr, bei Krüger, But. ligftr. 10, Sigung der Geschäftsleitung mit den 1. Abteilungsleitern. 20. Kreis Reinidendorf. Donnerstag, 26. April, 19 Uhr, im Kleinen Gigungs faal des Rathauses zu Wittenau, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. Areis Röpenid. Abfahrt zur Rundgebung im Sportpalast Bhf. Röpenid 18.12, Bhf. Spindlersfelb 18.11 Uhr. Heute, Dienstag, 24. April: 8. Abt. Die Funktionärstzung findet nicht bei Ridert, fondern bei Leusch ner, Elsholaftr. 5, ftatt. Mittwoch, 25. April, fällt die Mitgliederver fammlung aus. Die Mitglieder beteiligen sich vollzählig an der Rundgebung im Sportpalast. 90. Abt. Neukölln. 20 Uhr Mitgliederversammlung für den 35. Bezirk im Ideal- Kafino, Weichselstr. 8. Lichtbildervortrag. Für den 23. und 36, Be zirt: Schabeito, Weichselstr. 5. Alle Mitglieder müssen erscheinen. SPD- Polizeibeamte! Heute abend 7% Uhr( nicht 17%) Bersamm. fung aller Genossen in den Rammerfälen, Teltower Str. 1-4. Alle dienstfreien Genoffen find dringend verpflichtet, zu erscheinen. gez. Betnarel. gea. Albinus. Morgen, Mittwoch, 25. April: 5. t. e Mitglieder beteiligen sich an der Sportpalaftlundgebung. Die Mitgliederversammlung findet am Donnerstag, 26. April, 19% Uhr, im Rosenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11-12, statt. Sagesordnung: Bericht non den Bezirksparteitagen und die gaben der Genossen im WahlLampf. Referenten: Baul Brendel und din Ambrassat. 9.ht. Treffpunkt zur Rundgebung im Sportpalast 18 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34. Reiner barf fehlen. 10. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Alle Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalafttundgebung. Freitag, 27. April, Mitgliederversamm lung in den Moabiter Bierhallen, Kirchstraße. Bichtige Tagesordnung. 11. Abt. Seute, Dienstag, ab 18 Uhr ist die Bählerin" von Berger, Lenegom. straße, Ede Jagomstraße, bestimmt abzuholen. Mittwoch, 25. April, bes teiligen fich alle Mitglieder an der Sportpalasttundgebung. 15. Abt. Die Mitgliederversammlung findet erst am Freitag, 27. April, ftatt. Alle Mitglieber beteiligen fich Mittmodh an der Sportpalastfundgebung. 20. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Die Mitglieder beteiligen fich restlos an der Sportpalastfundgebung. 21. Abt. Treffpunkt zur Rundgebung 18% Uhr hochbahnbbf. Billomstraße. 22. Abt. Alle Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalasttundgebung. 24. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Alle Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalasttundgebung. 25. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Alle Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalaffundgebung. 29. Abt. Bahlabende fallen aus. Alle Mitglieder beteiligen fidh an der Sportpalafttundgebung. 30. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Ale Mitglieber beteiligen fich reftlos an ber Sportpalastfundgebung. 32 96. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Me Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalastfundgebung. 33. Abt. Die An Stelle der Mitgliederversammlung vorgesehenen Sahlabende fallen megen der Sportpalastfundgebung aus. Alle Mitglieder beteiligen Mifa DAS MARKENRAD AB FABRIK Prüfen Sie bevor Sie sich zum Kaufe eines Rades entschliessen. Nehmen Sie sich die Zeit, zahlreiche Geschäfte zu besuchen - auch eine Mifa- Fabrik- Verkaufstelle. Sie werden bestimmt an keiner anderen Stelle Markenräder von der gleichen hohen Qualität zum gleichen Preise kaufen können. Das ist der Erfolg unseres Mifa- Systems: Direkt ab Fabrik an den Verbraucher. 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Schillerth. Am Gendarmenmarkt 8 Uhr Charlottenburg 8 Uhr Gespenster Mas for für Maß SCALA S Uhr Nollendor 7360 Das AprilSensations- Programm mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. Deutsches Theater Norden 12 310 Abonnementsbüro Norden 10 338-39, 8 Uhr, Ende 10%, U. Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr, Trebtisch Kammerspiele Norden 12310 81/4 U., Ende nach 10 Zum 99. Mal Finden Sie, daß Rich reftios baten. Die Mitglieberserfammlung mbet am Stilimod, 2. Mai, ftatt. 38. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt ans. e Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalafttundgebung. 39. Abt. Unsere Gigung fällt megen der Sportpaloftfundgebung aus. 42. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt wegen der Sportpalafttundgebung aus. Alle Mitglieder treffen sich um 17% Uhr bei Wiersdorff, Urbanstr. 6, und gehen gemeinsam zum Sportpalast. 43. Abt. Die Abteilungsversammlung fällt aus. Ale Mitglieder beteiligen fich an der Sportpalasttundgebung. Die Bezittsführer rechnen am Donners tag, 26. April, um 20 Uhr bei Grafenhorst, Schönleinstr. 15, ab. 47. Abt. Abmarsch von Giedentopf, Mustauer Gtc. 35, aur Rundgebung nach dem Sportpalaft. 77. Abt. Schöneberg. Unsere Mitgliederversammlung fällt aus. Dafite be teiligen fich alle Mitglieder an der Sportpalaftlundgebung. 83. Abt. Lichterfelbe. 20 Uhr bei Rattum, Bäteftr. 7, Mitgliederversammlung. Bortrag:„ Die bevorstehenden Wahlen." Referent Rurt Heinig, M. b. R. Aussprache. Parteiangelegenheiten. Berschiedenes. Eingeführte Gäste find milltommen. 84. Abt. Lantwig. Treffpunkt aur Rundgebung im Sportpalast um 18 Uhr Bahnhof Santmig. 87. Abt. Marienfelbe. 20 Uhr bei Schuster, Kirchstr. 68, Mitgliederversamm Iung. Tagesordnung: Unser Arbeitsprogramm im Wahlkampf. 101. Abt. Treptow. Treffpunkt zur gemeinsamen Abfahrt zur SportpalastZunbgebung um 18 Uhr Saltestelle Bouche., Ede Graczstraße. 104. Abt. Rieberschöneweide. Wegen der Sportpalastfundgebung findet die Funktionärsigung erst am Donnerstag, 26. April, im Lotal Thiele, Ber liner Str. 38, statt. Beginn 20 Uhr Alle Funktionäre, Beamten und Betriebsvertrauensleute, Bürgerbeputierte müssen erscheinen. 107. Abt. Faltenberg- Alt- Glienide. 20 Uhr bei Bobian, Alt- Glienice, Grünauer, Ede Röpenider Straße, Mitgliederversammlung. Bericht über die beiden Bezirkstage. Maifeier 1928. Unsere weitere Wahlarbeit. Barteiangelegen heiten und Berschiedenes. Vorstandssigung findet um 18% Uhr dort. felbft ftatt. Die SPD.- Bertrauenslente ber Achtung, Bezirksamt Kreuzberg! Dienststellen beim Bezirksamt Kreuzberg treffen fich am Donnerstag, 26. April, pünktlich 16 Uhr, bei Beinhoff, S. 61, Belle- Alliance. Straße 74a. Schriftliche Einladung gilt als Ausweis. Der Fraktionsvorstand.. Jungsozialisten: Groß- Berlin: Mittwoch, 25. April, beteiligen wir uns an der Rundgebung der Partei im Sportpalast. Bir schließen uns den zuständigen Berbe bezirken der SAJ. Bülow, Ede Potsdamer Straße, an. Sämtliche Mitglieder Montag, müssen erscheinen. Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. 30. April, beteiligen mir uns an der Demonstration der SAJ. durch Schöne berg. Die Treffpunkte find die gleichen wie bie ber GAS. Alle Gruppen. veranstaltungen fallen aus. Gruppe Lichtenberg: Heute, Dienstag, in der Bibliothet, Weichselstr. 28, 20 Uhr, Vortrag: Meine Probftzella- Reise." Alle Jungsozialisten besuchen am Mittwoch die Sportpalastkundgebung. Spielgemeinschaft: Donnerstag, 26. April, Brobe im Jugendheim Yord. ftraße 11. Erscheinen aller Beteiligten ist Pflicht. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 116. Abt. Lichtenberg. Die Einäscherung unferes verstorbenen Genoffen Wilhelm Ragur, Gonntagstr. 26, der am 18. April töblich verunglüdie, findet am Mittwoch, 25. April, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulen meg ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Noch ziemlich heiter bei wenig beränderten Temperaturen. Für Deutschland: Im Nordwesten Eintrübung mit etwas Niederschlägen. Sonst woltig bis heiter, nachts fühl, Tagestemperaturen menig verändert. Volksbühne Kleines Theater 8 Uhr heater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm Täglich 8 Uhr: 81% Uhr Frau Käte läßt Die rote Der Zigaretten- sich verführen Robe kasten Letzte 7 Vorstellungen Grosses Anfang Schauspielhaus Ende Uhr REGIE: 11 Uhr CHARELL MADAME POMPADOUR Komische 8%, Uhr Oper 8%, Uhr James Klein's gewaltiges neues. Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Lustspiel v.H.Sturm Klinder, Kettner, v. Mollendorf Residenz- Theater 8 Uhr: Fritzi Musik. Schwank Delschaft, Pointner, Elbenschütz, Gottgetreu, Vespermann, Manning. Für Funkfreunde halbe Preise. Lustspielhaus Dir. Dr. Martin Zickel 8 Uhr: Guido Thielscher in„ Unter Geschäftsaufsicht" Piscatorbühne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 8 Uhr: Der letzte Kaiser von Jean Rich.Bloch insz.KarlheinzMartin Gastspiel im Lessing- Theater Norden 12798 8 Uhr Konjunktur v. Leo Lania Insz. Erwin Piscator Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 8 Uhr: Elite- Sänger Die Marquise Gr. neuer April- Spielplan, u. a. Die tolle Lolo von Max Reinhardt Am Stammtisch von B. Croé. Winter Garten 8Uhr das Programm der von Arcis ( Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Kache) v. Carl Sternheim Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Theater des Westens Gastspiel Moskauer jüd. 12 Attraktionen 12 akad. Theater Näheres siehe am Säulenring Renaissance Theater Steinplatz 901. Heute 8 Uhr: ,, 200 000" Morg. Mittw. 8 Uhr Die Reise Musikal. Spiel 3.10 Uhr Coeur Bube. Benjamins III. Constance sich richtig Walhalla- Th. Th.1. Admiralspalast Saltenburg- Bühnen verhält? Weinbergsweg 19/20 Letzte Woche! 8 Uhr Täglich s Uhr Die Komödie Jan Fod ROSC Bismarck 2414/7516 7 U. Ende 10 U. der Millionär Zum 1. Male Vorzeiger dieses zahlen für Parkett ,, Die Kassette" auch Sonntags statt Maric Ots. Künstler- Th. 8 Uhr: Schwarz- Weiß Komödie von Carl Sternheim 4- Mk nur 60 P. Schluß 30. April. CIRCUS Berliner Theater Direktion Kuhnert Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 8 Uhr Die Bollé Sisters" Ein Berliner Volksstück von Friedmann- Frederich. Adalbert, Lee Seidl, Lori Lou Max Reichshallen-Theater BVSCH Stettiner Sänger Das neue Programm! Anf.& Uhr. Sonntg. nachm. 3 Uhr( halbe Preise). Dönhoff- Brett'i: 8 SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für biefe Rubrif nur an bas Jagenbfefretariat, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Sportpalastfundgebung, morgen, Mittwoch: Wir beteiligen uns geschlossen an der Rundgebung und treffen uns pünkt lich 18% Uhr Hochbahnbhf. Billowstraße. Fahnen mitbringen. Das Getretariat wird Mittwoch 18 Uhr geschlossen. Heute, Dienstag, 19½ Uhr: Rosenthaler Borstadt: Turnabend in der Schule Ruppiner Str. 48.Zentrum: Heim Landsberger Str. 50. Die Begründung bes wissenschaftlichen Sozialismus." Brunnenplag: Schule Wiesen-, Ede Pantstraße. Betrieb und Schule." Webbing- Nord: Heim See, Ede Turiner Straße. Die Bedeutung bes 1. Mai." Faltplag 1: Schule Sonnenburger Str. 20. Barum müssen wir gewerkschaftlich organisiert sein?" Sumannplay: Heim Scherenbergstr. 7. " Sowjetrußland." Norboft: Heim Danziger Str. 62. Bom Bunftgesellen zum freien Arbeiter." Schönhauser Vorstadt: Schule Driesener Str. 22. Das heutige Rußland." Beißensee: Heim Parkstr. 36. Einführungsabend. Wörther Play: Schule Kastanienallee 81. Die politischen Parteien und die tommende Wahl." Schöneberg I: Heim Hauptstr. 15. Wir lernen tanzen." Westen II: Schöneberg IV: Seim Hauptstr. 15. Gerhart- Hauptmann- Abend." Heim Bülowftr. 88. Frig- Reuter- Abend." Salensee: Schule Joachin Friedrich- Str. 35.„ Sozialpolitik." Wannsee: Schule Charlottenstraße. Der 1. Mai." Zehlendorf: Nordschule, Potsdamer Straße. Gozialismus in der Familie." Brig: Rathaus, Chauffeestr. 48. Aufgaben der Gewerkschaften." NewDer 1. Mai als Weltfeiertag." Neukölln II: Heim Steinmegstr. 114. fölln V: Seim Ranner Straße. Mitgliederversammlung. Neukölln VI: Schule Herzbergstraße. Staat, Mensch und Wirtschaft." 2. Keil. Sichterfelbe: Den Bortragsabend fällt aus. Dafür Probe um 20 Uhr. Reinidendorf- West: Lith Heim Seidelstr. 1. Das Gemeinschaftsproblem der Jugendbewegung." tenberg- Nord: Funktionärsihung in den Baraden, Rathausstraße, 20 Uhr. Bantom I: Schule Schönholzer Str. 10. Bunter Einführungsabend.= Pankow III: Seim Görschstr. 14. Einführungsabend. " Treffpunkte zur Parteifundgebung morgen, Mittwoch: Petersburger Biertel: Bhf. Bülowstraße. Rofenthaler Borstabt: 17% Uhr Rosenthaler Blaz. Erscheinen ist Pflicht. Tempelhof: 17% Uhr Bhf. Tempel hof. Lichtenberg- Rord: 17% Uhr, Rote Ede." Webbing unb Webbing- Norb: 17% Uhr Bhf. Wedding. Werbebezir! Kreuzberg: 18 Uhr pünktlich Bezirks ami Nordstr. 11. Nachzügler Bülowstraße. Sport. Rennen zu Strausberg am Montag, dem 23. April. 1. Rennen. 1. Heldrastein( Weiß), 2. Schwertlilie( Torfe), 3. Ards ritin( Baschfe). Toto: 14:10. Plat: 13, 17: 10. Ferner liefen: Theano. 2. Rennen. 1. Lilienfee( Grabsch). 2, Norge( D. Schmidt), 3. Sturm, braut( Ladendorf). Toto: 18:10. Plak: 11, 11: 10. Ferner liefen Gaffel, Sangeslust, Prüm. 3. Rennen. 1. Cfifos( Thiele), 2. Fünf Uhr( Bolff), 3. Karrara( Stys). Toto: 198: 10. Plag: 42, 15, 19:10. Ferner liefen: Irminsul, Grin, Friemers heim, Manitu, Kiss me quick, Der Rader, Brünne, Dame, Staffelitein, Antin. 4. Rennen. 1. Barfuß( v.gmboff), 2. Die Königin( Schniger), 3. Herzog ( Lt. Viebig). Soto: 24: 10. Blaz: 12, 12: 10. Ferner liefen: Nordsee, Efto. 5. Rennen 1. Trianon( Kaiser), 2. Stummer Teufel( Vincenz), 3. Rasbet( Grabj). Toto: 51: 10. Blat: 16, 19, 16: 10. 6. Rennen. 1.2obredner( Wolf), 2. Albana( Lüder), 3. Arcadius( Bittner). Koto: 20:10. Blag: 12, 11:10. 7. Rennen. 1. Maifahrt( D. Schmidt), 2. Coran( Sarras), 3. Pragedis( Ludwig). Toto: 16:10. Blaz: 11, 12, 17: 10. Warum der Bergmann Sunlicht Seife schätzt: Nur der unter Tag arbeitet weiss Licht, Sonne und Reinheit in vollem Maße zu schätzen. Nichts hilft ihm so sehr wie die gute Sunlicht Seife; ihr reicher, wohliger Schaum löst im Nu selbst den ärgsten Schmutz. Er macht die schmierigste Arbeitswäsche duftig rein und weiss. Sunlicht Seife ist frei von allem Scharfen. Und wie prächtig reinigt und erfrischt sie den von Staub und Schweiss der Arbeit beschmutzten Körper! Auch deshalb ist Sunlicht Seife für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Bergmannes unentbehrlich. Sunlicht Seife ist die Seife des arbeitenden Mannes. Sie ist in jedem guten Geschäft erhältlich, denn sie ist für jedes Heim unentbehrlich. Das Handstück zu 15 Pfg. der große Würfel zu 35 Pfg. das Doppelstück zu 40 Pfg. 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Die Verhcmdlunzen über einen Zusammenschluß kn der»st- deutschen Wciqgonind'ustrie sind jetzt zu einem positiven Absdjluß ge- lanzr. Die Derwailuz-ogen der Llnke-chofmann-Werke in Breslau, der Sächsischen Waggonfabrik Werdau und der Waggonfabrik Bufch-Bautzen haben grundsätzlich die Derschmelzun'Z ihrer Unternehmen beschlossen. Wesentlich ist, daß nicht nur die Wagzonbetriebe, son&ern auch die bedeutenden L o k o- wotiv- und Maschinenbetrieb« von Lmte-chofmann und Busch-Dautzen zusammenzelegt werden sollen. Dies« zweit« Großsusion im Waggonbau kommt zwar reichlich spät, ist dafür aber auch für die gesamt« Waggonidnustrie bei weitem bedeutungsvoller, als der im Herbst durchgeführte Zusammen- schluh rheinisch-westfälischer Waggonsabrilen, dem die größten Werke fernblieben. Ter Unterschied Mischen den beiden Fusionen geht am klarsten daraus hervor, daß die verschmolzenen westdeutschen Werke in der Deutschen Wagenbauvereimgung nur eine Produktionsguote von 135 Proz. aufzuweisen haben gegen mehr als 23 Proz. des osvautschen Trusts. Mit Ausnahme der trust- feindlich«ingestellten Görlitzer Waggonwerte sind mit dem Abschluß des Vertrages jetzt tatsächlich die führenden Wagzonwcrie Schlesiens und Sachsens vereinigt. Dies« Verschmelzung in der stark übersetzten Waggomndustri« ist im gesamiwirtschafUichen Interesse zu begrüßen. Nach den weiteren Drosselungsmaßnahmen der Reichsbahn m u ß die Waggon- Industrie«ne scharfe Konzentration ihrer Betrieb« ins Auge fassen, wenn sie nicht die Zeiten von 1925/28 mit ihren Derlustadschlüssen und Zwangssanierungen wiedersehen will. Bisher hatte die Waggon- baumdustrie in der Zusammenlegung der Betriebe, also in einer Anpassung ihrer Leistungsfähigkeit und Kosten an die Absatzmöglichkeiten herzlich wenig getan. B e- d e n k l i ch für die Rentabilität der neuen Gesellschaft ersäheint aber die öffentliche Tendenz zu r U«b e r t a p i tat i si e r u n g. Die drei bisherigen Gesellschaften weisen zusammen ein Kapital von 31,7 Millionen Mark auf, während dos Aktienkapital des neuen Unternehmens auf 39 Millionen Mark bemessen werden soll. Keine von den Gründungsfirmen denkt also an«ine Zusammenlegung des Aklienkapilals, obwohl nicht eine einzig« Gesellschaft bisher rentabel gearbeitet hat. Anstatt aber ein« Derringcrung der zu verzinsenden Kapitclllast ms Auge zu fassen und damit zugleich der Kostensenkung größeren Spielraum zu lassen, überwuchert auch in diesem Falle falsche Rücksichtnahm« aus die Interessen der Großattio- näre jede vernünftige Kapiialpolitik. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die Einigung jetzt sehr schnell erzielt wurde, nachdem Dr. Cichberg von seinem Ge- neraldirektorposten bei Linke-Hofmann zurückgetreten ist. Unsere öfters vertretene Ansicht, daß die so notwendige Berschmelzung in der östlichen Waygoninduftri« bisher hauptsächlich an p e r s ö n- ltchen Eifersüchteleien der führenden Manner(Eichberg gegen Busch) gescheitert sei. findet somit in den Tatsachen ihre Be- stäkigimg. Kann der Maschinenbau weiter rationalisieren? Das Beispiel des ostdeutschen Waggontrusts mag für die deutsch« Mchchinenindustri« in dem Sinn« nicht symtomatisch fem, daß der Schluß aus eine allgemein noch möglichst stark« Ra- tümaliflerung gerechtfertigt ist. Jedenfalls aber ist ein Bcrglelch der deutschen mit der amerikanischen Maschinenindustrie, den wir der Zeitschrift.Maschinenbau" entnehmen, in diesem Punkt außer- ordentlich interessant. Der„Maschinenbau" zitiert eine« Artikel der amerikanischen Zeitschrist„Iron Age" vom 23. Februar 1928. in dem Größe und Leistungsfähigkeit der deutschen und amerikomschen Maschinemndustrie einander gegenüdergestellt sind. Nach der Vor- nähme einiger Berichtigungen der amerikanischen Tobelle kommt die Zeitschrift„Maschinenbau" zu folgender Ausstellung: Vergleich der deutschen und amerikanischen Maschinenindustrie im Jahr« 1925 (berichtigte Tabelle) Zahl der Betriebe... Produktionskapazität.. Zahl der Beschäftigten.. Beschäftigte je Betrieb.. Prozentsatz d. Angestellten an d. gesamt. Beschäftigt. Verwendete Pferdeträste. Verwend. Pserdekräste j« Kopf....... Produktionswert.... je Kopf Ausfuhr im Jahre 1925. .. 192h. Ausfuhrquote 1925... *) Einschl. Reparattonijdchtlefermlg«». Die Zeitschrift„Maschinenbau" zieht jaus dieser Tabelle folgende Schlüsse: Trotz der fast fünfmal größeren Produktion seien in den Dereinigten Staaten nur zwei Drittel der deutschen Be- triebe vorhanden, was gleichbedeutend ist mit einer neunmal so großen Konzentrotion der Produktion im einzetneu Be- triebe. Mit anderen Worten: je Betrieb wird in der Der- einigten Staaten etwa neunmal soviel produziert wie in Deutschland. Ferner seien in den Bereinigten Staaten im Verhältnis zur Pro- duktion ganz erheblich weniger Beschäftigte im Maschinenbau tätig als in DeutschlaiS. Es ergibt sich dort ein Produktionswert von 19 209 Mark pro Kopf des Beschäftigten gegenüber 4737 Mark in Deutschland. Die Produktion je Kopf ist in den Bereinigten Staaten in der Maschinenindustri« um das Vierfache größer als in Deutschland. Ermöglicht sei diese größere Produktion durch eine viel stärkere Maschinenverwendung pro Kopf des Arbeiters: sie betrage— an den Pferdeträsten gemessen— das 2,gfache der deutschen. Diese Feststellungen sind für die deutsche Moschinenindustrie und darüber hinaus auch wirtschaftspolitisch von großer Bedeutung. Ge- wiß hat sich seit 1925 in Deutschland mancherlei verbessert. Auf der anderen Seite wird aber auch Amerika nicht geschlafen haben. Weiter bedeutet der sehr viel kleinere Binnenmarkt Deutschlands erheblich kleiner« und sehr viel spezialistertere Aufträge für die Industrie. Endlich ist zu beachten, daß die mehr als dreifach« Exportquote der deutschen Maschinenindustri« zu noch größerer Spezialisierung zwingt. Das alles hindert aber nicht daran, daß«in« schärfere Zusammen- fossung der Produktion in Deutschland sicher noch möglich ist und daß der Vergleich mit Amerika auch hinsichtlich der in Deutsch- laitb noch offenen Mechcmisierungsmöglichk eiten bedenklich macht. Fast noch wichsiger aber ist die Erkermhüs, daß mit Deutschland alle europäischen Einzelstaaten ihr« Binnenmärkte künstlich klein halten durch die Vielzahl der Grenzen. Sicher würde die poli. tische Rationalisierung Europa» auch der Rationali- sierung der Maschinenerzeugung den größten Dienst leisten. Nach der Verbindlichkeiiserklärung. Was tut das Zechenkapital? Der lKeichsarb ei tsmrnister hat sich trotz der riesenhaften Presse- obwehr des Ruhrkapitals gegen den Bergarbeiterfchicdsspruch im öfsenllichen Interesse gezwungen gesehen, den die Bergarbeiter nicht enifernt befriedigenden Schiedsspruch für verbindlich zu erklären. Es ist begreiflich, daß die �konjunkturkorrespondenz" auf ein« An« frage in bergbaulichen Kreisen melden kann, daß man dort eine Kohlenpreieerhöhung mn 89 bis 85 Pf. für notwendig hält, wenn es auch schon weniger begreiflich erscheint, daß dies auch die Ansicht der Reichsregierung sein soll. Weiter soll bannt zu rechnen sein, daß bei einem entsprechenden Beschluß der Organe der Kohlen- Wirtschaft das Reichswirtschaftsministerium von seinem Ein- spruchsrecht keinen Gebrauch machen werde. Wir wissen nicht, ob dos tatsächlich die Meinung der Reichs- regierung und des Reichswirtschaftsministeriums ist. Wir hallen es aber für bedauerlich, daß derartige Aeußerungen publik ge- werden, bevor Crhöhungsantröge überhaupt vorliegen. Es dürfte nämlich zweifelhaft sein, ob die Ruhrzechen mtt einem Antrag auf Preiserhöhung mehr beabsichtigen können, als die aus politischen Giünken nach der bisherigen Bekämpfung de« Schiedsspruchs v e r- ständliche Demonstration. Wenn es wahr ist, daß der Wcltmarkiabsatz schon heute die schwersten Verluste bringt, dann wird«ine Preiserhöhung diese Verluste noch vergrößern, weil das bestritten« Gebiet sich ausdehnen würde. Das Steinkohlengutachten der Schmalenbach-Kommissioa hat mit Recht eine sehr scharfe Kritik deshalb erfahren, weil die Weit- bewerbsverhältnisse und ihre Berlustsolgen nicht auch untersucht worden sind. Wichtiger als eine Preiserhöhung dürfte im gegen- wärtigen Augenblick eine derartig« Untersuchung sein, auch schon um deswillen, well ein großer Teil des Bergbaue» offenbar an den Segen einer Kohlenpreiserhöhung nicht glaubt. Wir sind well davon entfernt, ohne weiteres aus einer Kohlenpreiserhöhung schon auf«ine allgemeine Preiserhöhung zu schließen. Denn die Erhöhung der Kosten, die. eine Kohlen- Preiserhöhung sicher bringt, hat unter den heutigen, wieder well- gehend normallsierten Konkurrenzverhällnissen keineswegs Preis- erhöhungen schon zur selbstverständlichen Folge. Für die Kon- j u n k t u r aber ist eine Kohlenpreiserhöhung natürlich bedenklich. Nicht zu Unterschäften wäre die Wirkung; der Kohlenpreiserhöhung auf die Tarifwünsch« der Reichsbahn, deren Ablehnung durch«ine eventuell« Kohlenpreiserhöhung sehr erschwert wird. Ge- rechte Lohnerhöhung wie im Bergbau ist notwendig und unvermeid- lich, si« ist auch zweckmäßig unter dem Gesichtspunkt, daß sie volks- wirtschaftlich die bei weitem produktivst« Form jeder Kostensteige. rung darstellt. Die Erhöhung der Kohlenpreise aber wäre, mll Rück- sicht auf die weitere Konjunkturentwicklung, ein sehr zweischneidige» Schwert, und da auch das letzt« Schmalenbach-Gutachten««der die NontabiLtät noch die Ausweichmöglichk eiten im Bergbau für erhöhte Kosten ausreichend untersucht hat, muß die Frage der Kohlenpreis. crhöhung mll bedenkenvoll st«r Sorgfalt vor jeder Entscheidung gründlich geprüft werden. Blonkoer- klärungen der Regierung wären da» denkbar Unvernünftigste in der gegenwärtigen Lage. Kohlenpreiserhöhung beantragt! Nach einer Meldung aus Essen, die kurz vor Redaktionsschluß eintrifft, hat dos Rheinisch-Westfäsisch« Kohlenlyndikat zum 1. Mai eine Preiserhöhung beantragt. Am 2. Mai soll die Sitzung des Reichskohlerwerbandes und des Reichskohlenrats stattfinden. Ueber das Ausmaß der Erhöhung und sonstige Folgen der Ber- bindllchkeitserklärung will das Syndikot noch beschließen. wachsende Gewinne auch im TNaschinenban. Die Frankfurter Maschinenbau A.-G. vormals Pokorny u. Wittekind hatte im Jahre 1926 noch mit einem Lerlust von rund 172999 Mark abge- schlössen. Für das letzte Jahr verzeichnet sie 795 990 Mark Ge- winne, aus denen auf das Kapital von 6,92 Millionen ö Prozent Dividend« verteilt werden können. Aushebung der Einsuhrscheine gesorderi Wege» der Getreidehausse.-Herr Schiele sitzt auf den Ohren. Die pommerschen Mühlen haben stch am Freitag dem Vorgehen der schlcsischen Mühlen angeschlossen. Sie fordern vom Reichscrnährungsininister die Aufhebung der Einfuhr» scheine bis zur neuen Ernte, d. h. bis zum Iusi bzw. August 1928. In der vom Verband Deutscher Müller(Pommerscher Zweig- verband) dem Reichscrnährungsminister zugeleiteten Eingabe wird auf die unhaltbaren Zustände hingewiesen, die durch den ungehin- derten Abfluß einheimischen Roggens noch dem Auslande und be- sonders nach Polen geschaffen worden sind. Schon am Jahresanfang habe der Berband warnend seine Stimme gegen die zu erwartende Aussuhr erhoben und darauf aufmerksam gemacht, daß, wie In den beiden letzten Jahren, eine ausgesprochene Knappheit von Brotgetreide zum SMuß des Wirtschaftsjahres eintreten müsse. Diese Erwartungen seien r« st los eingetroffen. so daß, wenn Gegenmaßnahmen nicht sofort getroffen würden, die letzten Bestände ebenfalls über die Grenze gingen und dadurch die Bolksernährung aufs schwerst« ge- fährdet werde. Die pommerschen Mühlen müßten wie die schlesischen Mühlen jede Verantwortung ablehnen, wenn nicht sofort Abhilfe geschaffen wird. Der Notschrei der pommerschen Mühlen zeigt die Lage in ihrer ganzen Gefährlichkeit. Sie dürsten aber bei dem deutschnatio» n a l« n Ernährungsminister vorläufig ebenfalls taube Ohren suchen. Ole Verleumdungen gegen die Heimbank A.G. Kurze Beine per Großagrarierlügen. Dir haben kürzlich ausführlich berichtet, wie deutsche Groß- ograrierkreise aus purer politischer Geschäftemacher«! und hemmungsloser Verärgerung über die Neuregelung in der Preußenkasse die schwersten Verleumdungen gegen die den unabhängigen Bauernorganisationen nahestehende Helmbank A.-G. vom Stapel gelassen haben. Wir können jetzt ergänzend mitteilen, daß die trüb« Quelle der„Berliner Börsenzeitung" und des deutsch- nationalen Abgeordneten Hillger-Spiegelberg ein Jahresbericht" des Genossenschastsverbandes landwirtschaftlicher Klein- und Mittel- betriebe für 1926 war, der überhaupt nicht existiert. Di« „wohlinformierten" Hetzer haben sich hier offenbar«inen Bericht von einem unmittelbar vor der Entlassung stehenden und inzwischen ausgeschiedenen Angestellten in die Hand spielen lassen und schwin- dein auch in diesem Punkte, wemi sie stch auf eine VerösfenUichung des Verbandes berufen. Uebrigens sind die von der Helmbank A.-G. als Kreditinstitut der Deutschen Bauernschaft auf gesetzlicher Grundlage in Anspruch genommenen Kredite von 1,2 Millionen Mark mit 349999 Mark durch grundbuchliche Eintragungen und mll 869999 Mark außer durch Wechsel noch durch die Unterschrift einer deutschen Groß- baut gesichert, also in einer ganz besonders guten Weis«, die leider nur sehr sellen ist. Bei der Weitergabe der Kredll« sind nicht nur die bei der Preußenkasse befolgten Richtlinien beachtet; sondern auch die zulässige Kreditgrenz« ist nicht entfernt«reicht. Schlleßllch sind die Kredite ausschließlich an' bäuerliche Landwirte gegeben, was allerdings die Herren Großagrarier ärgern mag. „Börsenzeitung" und Herr Hillger-Spiegelberg haben ab« nicht nur den inzwischen— well gar nicht gesaßt— widerrufenen Revifionsbeschluß der Rentenbankkredllanstalt in die Well gesetzt. sondern auch die Lüge von den 75 999 Mark, die der Deutsche Dauernbund zu politischen Zwecken erhallen habe. Das hier von der agrarischen Reaktion durchgeführte gemein« politisch« Manöver war nun auch«in noch hinterhältigeres Kredltschädlgungs- manöver, von dem man nur hoffen möchte, daß es die Ur- Heber zur Verantwortung zu ziehen erlaubt. Tolle Profite der Schatlplattenindufin'e. Wie verstecke ich meiae Gewinne? Allen bösen Prophezeiuungen zum Trotz hat der Rundfunk der Grammophou-Industri« nicht den Garaus gemacht, im Gegenteil, noch nie hat in der Schallplattenindustrie ein derartiger Hochbetrieb ge- herrscht, noch nie konnten für Aktionär« und Direktoren derartige Gewinnstelgerungen erziell werden, wie in den letzten zwei Jahren. Der Abschluß des Berliner Unternehmens Carl Lind ström findet so leicht kein zweites Beispiel, denn h!« sind Millionenbeträge versteckt, zurückgestellt und abgeschrieben worden, nur um das Ge- winnbild nach außen einigermaßen normal erscheinen zu lassen. Doch sollen die Bilanzzifern selbst sprechen. Die Betriebsgewinn« erhöhten sich von 3,9 auf 8,5(!) Millionen Mark: übertreffen also das gesamt« Aktienkapital um 15 Millionen Mark. Zur Senkung des Reingewinns wird zunächst eine Million für Neubauten zurückgestellt, obwohl bereits groß« Sonderreserven vor- Händen sind. Sodann werden die Abschreibungen aus 1,16 Millionen Mark herausgeschraubt, also gegen 1926 fast vervierfacht, mit dem Erfolge, daß nicht nur sämtlich« neuen Zugänge von rund 659999 Mark, sondern die gesamte Werkseinrichtung, Maschinen und Fuhrpark nur noch mit je einer Mark bewertet sind. Auch in diesen Anlagen steckt bei vorsichtigster Schätzung mindestens eine Million an Reserven. Nach Abzug der Unkosten ist somit der Reingewinn glücklich auf 1,4 gegen 9,9 Millionen Mark im Vorjahr heruntergedrückt worden, der trotzdem noch die Zahlung einer 15prozentlgen Dividende gestattet. Auf der Generalversammlung«klärt« der Vorsitzende Konsul Marx, der hier längst nicht so sorgenvoll ausschaut, wie seinerzeit bei den Usa-Sitzungen, daß die Gesellschaft sich von dem elettrischcn Ausnahmeverfahren eine weiter« große Entwicklung ver- spreche. Die Verdoppelung der Beteiligungen aul 1,66 Millionen Mark hänge mit der Gründung einer japanischen Tochter- MAGGI5 Ftelsdibriihwiirfel sind mit bestem Fteischextrakt und feinen Gemüseeuszügen auf das sorgfältigste hergestellt. Man achte beim Einkauf auf den Namen MAG Gl und die gelb-rote Packung. I «\ gesellschaft Rippopophon zusammen. Ueber bie 3u1 trainerbandes Deutscher Konfumvereine ftatt. Ein doppeltes Jubi. ſammenſegung der Gläubigerfontos, in denen neben ben eigentlichen äum ift mit dem Genoſſenſchaftstag, perfnüpft, eine Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianfte 87/88. Sot 2 Sz Mike: Mittmoch, 25. April, 18% Uhr antreten Hochbahnöhf. Billoma # traße ohne Spielleute und Fahnen. Saalfajuz. Tiergarten. Rameradschaft Sanfa: Donnerstag, 26. April, 19% Uhr, Gaalfahug Menzel- RealSchleswiger Ufer 13. Pflicht. Wilmersdorf: Antreten 1914 Uhr Fehr Bichtenberg nebft Kamerabschaften: Achtung! Während der Wahlbewegung halten fämtliche Kameradschaften regelmäßig jeden Freitag in den Verkehrs Totalen Sigungen ab. Begen notwendiger Informationen ist Erscheinen aller Rameraden Pflicht. Schöneberg Friebenan: Dienstag, 24. April, 20 Uhr, Berfammlung der Kameradschaft Snfel" bei Barth, Monumentenstr. 20. mann( Cafe), Uhlandstraße, Bur SPD.- Aunbgebung im Sportpalast aut Mittwoch, 25. April, treten die Ortsvereine wie folgt an: Webbing: 18 Uhr Sportplag, rechts neben dem Eingang, ohne Mufit und Fahnen. Brenzlauce Charlottens Berg: 18 Uhr Hochbahnbhf. Bülowstraße, Ede Steinmezstraße. Steglitz( Oris. burg: 18% Uhr Vorhof Sportpalast, ohne Musik und Fahnen. verein): 18% Uhr Sportpalaft. Tempelhof: 1814 Uhr Bhf. Tempelhof, mit Spielmannszug, ohne Fahnen. Neukölln- Brig: 18 Uhr Vorgarten Sport Fahnen Cammellas Batom( Ortspere palast. Treptow( Ortsverein): 17.55 Uhr ab hf. Niederschöneweide, ohne Beißensee: 18 Uhr Antonplag, ohne Musik und Fahnen. Pankow( Ortsverein) 18 Uhr Hochbahnbhf. Nordring. Schönhanser Allee: Abmarsch 18% Uhr vom Hochbahnbhf. Bülowstraße ohne Musik und Fahnen. einmal 25. Biedertehr des Genoffenschaftstages, sodann das vierzigjährige für Dresden und Umgegend. Am 14. Juni findet außerdem die Bestehen des fo erfolgreich arbeitenden Konsumvereins Borwärts" Generalversammlung der GEG. und der Verlagsgesellschaft DeutSonntag, ben 10. Juni, morgens 8 Uhr, im Ausstellungspalast, belliner Blas mit Muft und Fahnen zuz Rundgebung im Spichernfaat. Lennéstraße. Verpflichtungen weitere Rüdstellungen untergebracht sind, schmieg sich Herr Marg vorsichtigerweise aus. Aber auch ohne nähere Erklärung fieht man, daß die Lindström A.-G. nur so im Gelbe schwimmt. Die Gesamiforderungen find von 5,5 auf 10,5 Millionen Martscher Konsumvereine statt. Das Empfangsbureau befindet sich ab gestiegen, dagegen dürften die Schulben faum 4,0 Millionen Mart erreichen. An offenen Reserven merden bei 7,0 millionen Mart Kapital 3,7 gegen 1,0 Millionen Mart ausgewiesen, zu denen aber noch die versteckten Rüdstellungen und die in den auf 1 m. Gemischtwirtschaftliche Jerngasgefellschaft im Elchsfeld. Goldene Aue und Eichsfeld im Harzgebiet werden die bisherige Gaswirt abgeschriebenen Anlagen ruhenden Reserven hinzukommen. Nicht viel anders sieht der Abschluß eines anderen Großunter- schaft durch eine Ferngas G. m. b. H. ausbauen. Un bem Rapital Bulmershorf, Jungbanner: Dienstag, 24. April, 21 Uhr, Bersammlung bei Bohvon einer Million der neuen Gesellschaft sind der Provinzialverband nehmens der Schallplattenindustrie aus. So berichtet bie Bo. So berichtet die Boder Broving Sachsen, die Kreisfommunalverbände Sangerhausen, Inphon 2.-G. in Leipzig, daß fie troz großer Ausbauten ihrer Hohenstein, Heiligenstadt und Worbis, die Stadt Nordhausen und Hohenstein, Heiligenstadt und Worbis, die Stadt Nordhausen und Betriebe zeitweilig die Nachfrage nicht befriedigen tonnte. So die( private) Deutsche Kontinental- Gesellschaft in Deffau beteiligt. überrascht es weiter nicht, daß die Gesellschaft ihren Reingewing Nordhausen übernimmt die Geschäftsführung. In der Hand der mit 2,0 Millionen Mark fast verdreifachen tonnte, fo baß auf Broving Sachfen hat 10 Broz, Nordhausen 16 Broz., die beteiligten Deffauer Gasgesellschaft befinden sich 33 Proz. des Kapitals. Die das erhöhte Aktienkapital von 10 Millioren die Dividende pon Kreise haben 41 Broz. des Kapitals, so daß sich das Kapital über= 9 auf 14 Pro 3. heraufgelegt werden fonnte. Wie die Ber wiegend in öffentlichen Händen befindet. Der Höchst waltung im Geschäftsbericht bemerkt, hält auch bei diesem Unter- preis des Gases foll 3,6 Bf. betragen, liegt also niedriger, als die nehmen die Konjunktur so start an, daß die Betriebe zur Bewältigung Fernversorgung von der Ruhr die Preisstellung ermöglicht hätte. der Nachfrage weiterhin ausgebaut werden müssen. Jubiläumstagung des Zentralverbandes Deutscher Konfumvereine. Bom 11. bis 13. Juni findet in Dresden im großen Saal des Ausstellungspalastes der 25. ordentliche Genossenschaftstag des Ben Deutscher Metallarbeiter- Verband Donnerstag, ben 26, April, abends 7 he. in Boeters Jeftiälen( Inhaber) 2ille), Webersicaße 17 Versammlung fämtlicher Kollegen Schmiede aus den Groß-, Mittel-, Aarofferie-, Fuhrwerts-, Brauerei-, Janungs, Tiefen- und Schraubenbetrieben. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Bobnirage in der Gesamtbranche 2. Berschiebenes. Das Erscheinen aller Rollegen ift Pflicht Donnerstag, den 26. April, nachm 3 2hr, in Ewalds Vereinshaus Staliger Straße 126 Erwerbslosen versammlung der Graveure und 3ijeleure. Die Tagesordnung wird in der Ber fammlung bekanntgegeben Zahlreicher Befuch wird erwartet. Achtung! 19. Bezitt Achtune UniereBertrauensmänne cfonferens findet nichi am Mittwoch, bem 25 April, sondern. wie eingeladen, am Donnerstag, dem 26. April, ftatt. Donnerstag, ben 28. April, abeabs Thr, im Bartercefaal des Berbands. hauses, Cinienste. 83/85 Die Berliner Hochbahn verteilt 5 Prozent Dividende. In der Aufsichtsratsfigung der Hochbahngefellschaft wurde beschlossen, der zum 4. Juni einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent auf das Attienkapital von 144,2 Millionen vorzuschlagen. Arterienverkalkung frühzeitiges Altern, Gicht, Rheuma sind in heutiger Zeit keine seltenen Erscheinungen. Durch rechtzeitige Behandlung mit Radiosclerin( R.P.WZ. Nr. 313844) den seit Jahren ärztlich empfohlenen radiumhaltigen Brunnen- Tabletten, wird die Blutzirkulation in den Schlagund Pulsadern gefördert und die Kalkablagerung verhindert. Die Reinigung und Verdünnung des Blutes, die Erlangung der Elastizität der verka.kten Adern, die Verminderung des Blutdruckes, die Verhinderung von Schlaganfällen und die Erhaltung der Arbeitskraft sind die Hauptwirkungen des Radiosclerin. Röhr. mit 18 Tabl. 2,50 Mk, Orgl.- Packg. mit 5 Röhr. 11 M., zu haben in den Apotheken. Ausführl. Broschüre m. ärztl. Gutachten gratis durch General- Depot Elefanten- Apotheke, Berlin A 21, Leipziger Straße 74, am Dönhoffplatz. Deutscher Metallarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, ber Rohrleger Hermann Häfke am 20. April gestorben ift. Branchenversammlung o bem 25. April 14, 1hr, im der Elettromonteure und Helfer Groß- Berlins. Tagesordnung: 1. Gindrade eines Elettromonteurs in Frankreich Referent. Rollege Arautter. 2. Berbands und Brandhenangelegenheiten. 3. Berschiebenes. Ohne Mitgliedsbuchtein Zutritt Das Erscheinen fämtlicher Kollegen ist unbedingt erforderlich. Donnerstag, den 28. April, uam. 4% hr, in Ewalds Bereinshaus, Staliger Straße 128 Branchenversammlung der Graveure und 3iseleure, Tagesordnung: 1 Bortrag bes Rollegen Koch il über: Das Schlichtungs wesen" 2 Branchenangelegenheiten. B Berschiedenes Jeder Rollege muß erscheinen. Donnerstag, den 26. April, abends 6 Uhr, in den„ Sophien- Sälen", Sophieafie. 17/18 Branchenversammlung der Bau- und Geldschrautschloffer Tagesordnung: 1. Bericht ber Brandjentommiffion 2. Bericht von den Berhandlungen über den Stahmentari! 8. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbud fein gutritt. Alle Kollegen müssen biefe Bersammlung bejuchen. Die Detsverwaltung. Elsu- Beffen, Kinderbeiten, Stahlmatratzen, günstig an Priv. Rat.2049 fr. Eisenmöbelvabrik Sph( Thür Chre feinem Aubenten! Die Einäicherung fubet am Mit Rrematorium Baumschulenweg flatt Rege Beteiligung mirb ermaztet Die Ortsverwaltung. Am Freitag, bem 20. April, ent fchlief nach langem qualvollen Belden mein lieber Mann, der Friseur Karl Degner unmittelbar nadh feinem 40. Geburtstage. 3m Namen aller Beibtragenben Johanna Degner, geb, Mittermilder. Berlin N. 113, Megerheimfiz. 6. Einäicherung: Donnerstag, 26. April, 13, Uhr( 2), Kremator. Gerid tftraße Danksagung. Für die rege Teilnahme an der Einäicherung ineiner lieben Frau Hedwig Müller fagen wir allen Rollegen. Bartei genoffinnen unb Bekannten herz lichen Dant Friedrich Müller und Kinder. Der gute KapitänKautabak isten garenweschäftes arhältlich C. Böcker, Berlin Lichtenberger Straße 22. Kgst. 3861 DiN Verband der Nahrungsmittel- u. Getränkearbeiter Ortsgruppe Berlin Unseren Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege Hans Scheedel Brauer, Schultheiß- Patzenhofer, Abt. II, plötzlich verstorben ist. Der Verstorbene war Mitglied der früheren erweiterten Ortsverwaltung des Verbandes der Lebensmittel- und Getränkearbeiter bis zu deren Auflö ung durch die erfolgte Verschmelzung und hat stets seine ganze Person für das Wohl seiner Kollegen eingesetzt. Ehre seinem Andenken! Das Begräbnis findet am Dienstag, dem 24. April 1928, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuköllner Gemeindefriedhof, Gottlieb- Dunkel- Str. 26-27, statt.( Straßenbahn Nr. 115). Um zahlreiche Beteiligung wird. gebeten. Die Ortsgruppenleitung Ohne Anzahlung! EPPICHE Läufer, Diwan- u. Steppdecken in 10 Monatsiaten liefert Agay& Glück, Frankfurt a. M. 82 Größt Tepplehversandhaus Deutschlands Schreiben Sie sofort! 07 Juergens Alexanderplat Metallkartell! Freitag. ben 27. Aptil, abenbs 62 2ht, im großen Saal bes Schultheif( früher Bodbranerci). gibiciufte, 2/3 Versammlung aller Bertrauensleute und Betriebsrats delegierten aus den Betrieoen des Berbandes der Be liner Metallindustriellen, Zagesordnung: Stellungnahme sur Ranbigung des Rahmentarifvertrags Butritt nur gegen Borlegung der mit bem BBMJ.- Stempel verfehenen Legiti mationstarte und des Verbandsbuches einer dem Metalfartell angeschlossenen Gewerkschaft Das Metallfartell. LAUBENHOLZ 20 mm ftart, Doppelseitig gebobelt u. ge pundet, in Platten, qm v. 0,90 m. an. Sperrholzplatten, 5 fach geleimt, 8 mm ftart, f. Innenausbau. Deutsche Holzindustrie, Reinickendorf- West, Balbfte. 14. ( Linie 68 Bittenau, Azemmener Bahn.) Verkäufe Teppiche mit Farbfehlern, 2X3, 24,-. Farbfehler, 2X8, 89,-. Farbiehler, 22X3%, 48- Farbfehler, 3X4, 55,-. Farbfehler, SX4, 69,- Farbfehler, Rörner, Botsbamerstraße Str. 26a. Beachtenswert! Deutsches Teppichhaus Emil Lefevre feit 1882 nur Oranien ftraße 158. 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