I Morgenausgabe Ar. 201 A 102 45. Jahrgang Wöchentlich 70 Pfg., monatlich 5,— M. im voraus? ahlbar. Postbezug A.72 M. einschl. Vestellgeld. Auslandsaborm«-' ment ö£0 M. pro Monat. * Der„Vorwärts� erscheint wochentSg» lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlm und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Sllustrerte Beilagen„Volt vnd Zeit" und„Äinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen".„Frauen- Simme"„Technik", Blick in die iücherwelt" und.Äugend-Borwürt»". Vevttnev Vowsvlatt Sonnabend April 1928 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. l t i g e Nonpareillezeil« »zeile 5.— Reichs- Die e i a fp a l.... W Pfennig. Reklame�----------- mark.„Kleine Anzeigen" das fettge- druckte Wort 26 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben E"''en für zwei Worte. Arbeitsmarkt e 60 Pfennig. Familianzeigen für nnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden- straße Z. wochentägl. von SV, bis 17 Uhr. Isntvalorgan der Sozialdemosvatischen Kartei DeutfGlandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher! Tönbott 292— 891 Telegramm-Adr: Sozialdemokrat Berit» Vorwaris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 87 KSS— Bankkonto: Bank der Arbeiter,«ngestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskomo-Gelellschaft, Deposiienkasie Lindenstr. Z i. Mai feiert die Arbeit! Aufmarschplan für die Kundgebung auf der Treptower Spielwiese. Deutscher Baugewerksbuird: Sammelplatz: Reuterplatz, Abmarsch 10 Uhr. Sammelplatz: Engelufer(Gewerkschaftshaus) Abmarsch 10 Uhr. Sammelplatz: Baltenplatz, Abmarsch 10 Uhr. Sammelplatz: Gustao-Meyer-Zlllee, Abmarsch 9 Uhr. Deutscher Bekleibungsarbeiterverbaud: Sammelplatz: Oranienplatz(Konsum), Abmorsch 10 Uhr. Verbund der Buchbirrder(Graphisches Kartell): Sammelplatz, Spreewaldplatz, Abmarsch 10� Uhr. Verband der Deutsche« Buchdrucker: Sammelplatz: Spreewaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 1054 Uhr. ZentralverSa»td der Dachdecker: Sammelplatz: Bethanienufer(Krankenhaus), Abmarsch 10V? Uhr. Einhei tSverba ad der Eiseudahner Deutschlands: Sammelplatz: Bethanienufer, Abmarsch 1054 Uhr. Verlaad der Fabrikarbeiter Deutschlands: Sammelplatz: Andreasplatz, Abmarsch 10 Uhr. Deutsche Filmgewerkschaf� Sammelplatz: Alexandrin en- Ecke Oranieuftratze. Abmarsch 1054 Uhr. Verband der Friseur« Sammelplatz: Oranienplatz(Kousum), Abmarsch 10 Uhr. Verüaud der Gärtue« Sammelplatz: Oranienplatz Eck« Prii�essitznenstraß«, Abmarsch 1054 Uhr. Verband der Gemeinde- und Staatöarbeiter: Aentralsammelplotz: l.ausitzer Platz, Abmarsch 11 Uhr. Sammelstelle 1: Friede»- Ecke Fruchtstroße, Abmarsch 1054 Uhr. Sammelstelle 2: Johannisstrotze(Verbandshaus), Abmarsch 9%, Uhr. Sammelstelle 3: Neukölln, Schönstedtstraße, Abmarsch 10 Uhr. Sammelstelle 4: Horn- Ecke Jorckstraße, Abmarsch 10 Uhr. Verband der graphischen Hilfsarbeiter: Sammelplatz: Spreswaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 1054 Uhr. Allgemeiner Deutscher Sewerkschastsbund Ortausschuß Berlin. Deutscher Holzarvekterverbaud: Hauptsammelstelle: Köllnischer Park, Abmarsch 10 Uhr. Sammelstelle Südosten: Lausttzer Platz Ecke Waldemarstraße, Abmarsch 954. Sammelstelle Osten II, III und östliche Vororte: Romintener- Ecke Warschauerstraße, Abmarsch 954 Uhr. Sammelstelle Osten I: Küstriner Platz, Abmarsch 954 Uhr. Sammelstelle Norden: Senefelder Platz, Abmarsch 954 Uhr. Stellmacher: Treffpunkt bei Hummel. Sophienstr. 5. Abmarsch 954 Uhr. Zentralverbaud der Hotel». Restaurant- uud EafS- angestellteu: Sammelplatz: Bahnhof Treptow(Elsenbahnunterführung), Abmarsch 1154 Uhr. Deutscher Hntarbeiterverbaud: Sammelplatz: Oranienplatz(Konsum), Abmarsch 10 Uhr. Verband der Kupferschmied« Sammelplatz: Schloßplatz, Abmarsch 954 Uhr. Deutscher Lederarbeiterverband: Sammelplatz: Weberwiese. Abmarsch 1054 Uhr. Verband der Lithographen uud Steindrucke« Sammelplatz: Spreewaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 1054 Uhr. Verband der Maler: Sammelplatz: Melchiorstraße(Verbandshaus). Abmarsch 1054 Uhr. Zeutralverbaud der Maschinisten uud Heize« Sammelplatz: Hermannplatz Neukölln, Wmarsch 10?4 Uhr. Deutscher Metallarbeiterverband: Sammelplatz: Schloßplatz, Abmarsch 954 Uhr. Deutscher Nahrungsmittel- uud Getrankearbeiterverbaud: Sammelplatz: Warschauer Platz, Abmarsch 1054 Uhr. Verband der Sattler und Tapezierer: Sammelplatz: Michaelkirchplatz. Abmarsch 1054 Uhr. Allgemeiner freier Angestelltenbuud Ortskartell Berti»». Zeutralverbaud der Schornsteinfege« Sammelplatz: Wichaelkirchplatz Ecke Melchiorstraße, Abmarsch 1054 Uhr. Zentralverband der Schuhmache« Sammelplatz: Weberwiese, Abmarsch 1054 Uhr. Zentralverband der Steinarbeiter: Sammelplatz: Gewerkschaftshaus, Abmarsch 1054 Uhr. Deutscher Tabakarbeiterverband(Tabakindustrie): Sammelplatz: Untergrundbahnhof Jnselbrücke, Abmarsch 1054 Uhr. Deutscher Textilarbeiterverband: Sammelplatz: Stralauer Platz, Abmarsch 1054 Uhr. Deutscher Verkehrsbund: Sammelplatz: Küstriner Platz, Abmarsch 1054 Uhr. Zeutralverbaud der Zimmerer: Sammelplatz: Engeluser von Köpenick« Brücke bis Adalbert- straße, Abmarsch 1054 Uhr. Unterausschuß Oberschtznewerde-Treptow: Sammelplatz: Stathenaupkatz, Abmarsch 10 Uhr, Unterausschuß Spandau: Sammelplatz: Moltkestraße'(Spitze nach Bismarckdenkmak). Abmarsch 954 Uhr. Taubstumme aller Orgauisatiouea: Sammelplatz: Holzarbeiterverbandshaus Rungestraß«. Ab- marsch 10 Uhr. Afa-Gewerkschaffen: Sammelplatz: Mariannenplatz(Häuserseite), Abmarsch 1054 Uhr. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund: Sammelplatz: Mariannenplatz(Feuerwehrdenkmal), Abmarsch 1054 Uhr.(Gleichzeitig Sammelplatz für Berussfeuerwehrmänner.) Allgemeiner Deutscher Beamtenbund Ortsausschuß Berlin. Von posadowsky zu Geßler. Drei Affären: 12 000 371., Hugenberg und phoebHs. Im Interesse des Reaktion ist in den letzten 30 Iahren von 1899 bis 1928 dreimal in Aufsehen erregender Weise das Etatsrecht des Parlaments verletzt worden. In allen drei Fällen haben die verantwortlichen Ptinister ohne jedes bedeutsame Ziel und ohne jede Notlage dem parlamentarischen Herkommen zuwider gehandelt und bei ihrer Handlung eine kindliche Verstellung von ihrer Ministerverantwortlichkeit an den Tag gelegt, zugleich aber mit allem Vorbedacht dafür gesorgt, daß ihr Tun und Unterlassen mit dem Schleier des tiefsten Geheimnisses umgeben wurde, da sie kein reines Gewissen hatten. Wilhelm II. hatte im Jahre 1899 befohlen, daß künftig Streikende unter Umständen mit Zuchthaus bestraft werden sollten. Graf Posadowsky ließ daraufhin ein Gesetz zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisies, die sogenannte Zuchthausoorlage. herstellen. Um sie populär zu machen, wollte er einigen Propagandaschriften möglichst weite Verbreitung geben, aber die Großindustriellen sollten die Kosten tragen. Der Direktor im Reichsamt des Innern von Woedtke ging zu dem Geschäftsführer des Zentral- Verbandes Deutscher Industrieller und bat ihn um 12 000 Mark alsBeitrag zu den Druckkosten und erhielt auch im Laufe einiger Wochen in der Tat diesen Betrag. Am 22. Oktober 1900 veröffentlichte die„Leipziger Volkszeitung" folgenden Brief: „Das Reichsamt des Innern hat mir persönlich gegenüber den Wunsch geäußert, daß die Industrie ihm 12000 M. zum Zwecke der Agitation für den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz« des gewerb- lichen Arbeltsverhältnisses zur Perfügung stellen möchte. Ich Hab« dies- Angelegenheit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zentral- Verbandes, Herrn Geheimen Finanzrat Iencke, unterbreitet, der es aus naheliegenden Gründen für zweckmäßig erachtet hat, dieses etwas eigentümliche Verlangen nicht zurück- zuweisen. Herr Geheimrat Iencke hat für die Firma Krupp S000 Mark zu dem erwähnten Zweck zur Versi\ing gestellt, gez. H. A. B u e ck." Auf eine Interpellation der sozialdemokratischen Partei antwortete der im Monat zuvor zum Reichskanzler ernannte Araf von Dülow am 24. November 1900: „Ich bin der Ansicht, daß die Regierung jeden Verdacht irgend welcher Abhängigkeit von Sonderinteressen vermeiden muß. Darum stehe ich nicht an, den dabei eingeschlagenen Weg als einen Mißgriff zu bezeichnen. Ueber diese meine Ausfassung und diese meine Willensmeinung als des allein im Reiche leitenden Ministers ist das beteiligte Ressort nicht im Zweifel gelassen worden. Zu weiteren Maßnahmen sehe ich mich nicht veranlaßt." Rechts von ihm saß der Vizekanzler, Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky. und las in seiner Zeitung. Noch 7 Jahre arbeiteten die beiden Staatsmänner zu- sammen, aber nach dieser öffentlichen Rüge konnte ein Ver- träuensverhältnis zwischen ihnen niemals aufkommen und am 22. Juni 1907 beantragte Fürst Bülow die Verabschiedung des Grafen Posadowsky, in der Besorgnis, daß Posadowsky nach dem Reichskanzlerposten strebe. Keiner der Reichstagsredner verteidigte am 24. Rooem- der 1900 den Grafen Posadowsky und den Herrn von Woedtke. Dr. Pachnicke bezeichnete das eingeschlagene Verfahren als einen groben politischen Fehler, es widerspreche der Stellung eines Staatsbeamten, sich in so geartete Verbindung mit Privaten einzulaffen. Der Führer der Konservativen Dr. von Levetzow sagte:„Das Vorgehen des Reichsamts des Innern war meines Erachtens auch nicht vorsichtig und politisch schlau." Der Direktor im Reichsamt des Innern von Woedtke erhielt am 24. November 1900 seinen Abschied. Als am 22. Juni 1907 Graf Posadowsky seine Entlassung erhielt, wurde Bethmann Hollweg auf Bülows Vor- schlag Staatssekretär des Innern und Vizekanzler. Als Dülow im Jahre 1909 seinen Abschied erhielt, empfahl er dem Kaiser den Vizekanzler von Bethmann Hollweg als seinen Nachfolger. Bereits im Jahre 1904 hatte Bülow den Geheimrat von L ö b e l l zum Chef der Reichskanzlei gemacht. Man sollte denken, daß während der Amtstätigkeit Löbells und Bethmanns, die den Verlauf der 12 000-Mark- Affäre aus nächster Nähe beobachten konnten, eine ähnliche Begebenheit unmöglich sein würde. Und doch bemühte sich Betbmann Hollweg seit Anfang 1913, einige der reichsten Personen Deutschlands zur Hergäbe von 10 Millionen Mark zum Ankauf der 8 Millionen Mark Stammanteile des Herrn August Scherl zu beweoen, damit der Scherlfche Verlag nicht unter demokratische Leitung gelange. Und fest dem April 1614 unterstützte der neue preußische Minister des Innern von L ö b e l l ihn in diesem Bemühen. Beide haben in der Tat zusammen mit dem Landwirtschafts- minister von Schorlemer die erforderlichen 10 Mil- lionen Mark aus den Taschen von 39 wohlhabenden Leuten Deutschlands zusammengebracht und noch einiges Geld dazu. Sie wählten also genau das Verfahren, welches die Redner und Führer aller Parteien des Reichstages am 24. November 1900 zusammen mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow ver- urteilt hatten, indem sie einzelne reiche Leute zu bestimmen versuchten, für die angeblichen Bedürfnisse des Staates Geld herzugebenl Aber die Bemühungen der Herren waren erst allmählich von Erfolg gekrönt. Man kann wohl annehmen, daß die Großindustriellen und Großbankiers, an die sich Bethmann Hollweg in der ersten Hälfte des Jahres 1913 vergeblich mit i der Bitte um 10 Millionen Mark zur Auszahlung Scherls wandte, es„aus naheliegenden Gründen für zweckmäßig erachtet" haben würden,„dieses etwas eigentümliche Verlangen nicht zurück- zuweisen", wenn es sich nur um 12 000 M. gehandelt hätte— aber 10 Millionen Mark— das erschien ihnen doch etwas gar zu eigentümlich! Posadowsky schickte den Direktor im Reichsamt des Innern von Woedtke zu Herrn Bueck. Beth- mann wandte sich persönlich an die reichen Leute. Um so peinlicher war für ihn und das Reichsinteresie ihre Ab- lehnung. Unterredungen dieser Art sind kaum denkbar, ohne daß in dem Umworbenen der Eindruck entsteht, der Staat werde ihn im Falle eines Schadens schadlos erhalten. Die 10 Millionen Mark wären wohl niemals zusammay gebracht worden, wenn nicht Wilhelm II. sich selbst für die Beschaffung dieser Summe eingesetzt hätte. Bethmann, Schorlemer und Löbell gingen in ihrem Mangel an Gewissenhaftigkeit noch viel weiter als Posadowsky, indem sie nicht nur andere Leute verleiteten, ihr Geld in Scherlschen Stommanteilen anzulegen, sondern sie griffen zu wiederholten Malen in die Staatskasse und legten das Geld der preußischen Steuerzahler in Antellen der G. m. b. H. August Scherl an, indem sie diese Summen dem Deutschen Verlagsverein in Düsseldorf zur Verfügung stellten. Ist es nach solchen Vorgängen nicht auffallend, daß seit dem Jahre 1923 kein Mitglied des Reichskabinetts an der außeretatmäßigen, geheimen, willkürlichen Verwaltung der 12,7 Millionen Mark Restbestände de« Ruhrfonds durch Kapitän Lohmann im Reichswehrministerium etwas Sonderbares fand? Wenn Geßler nicht freiwillig gegangen wäre- hätte man ihn zum Rücktritt durch ein Mißtrauensvotum ges zwungen angesichts der Tatsache, daß das Reich wahrschein lich einen Berlust von 25,9 millionen Mark durch seine Schuld hat? Bülow gab am 24. November 1900 dem Bizekanzler Grof Posadowify vor der Deffentlichkeit zu verstehen, daß eine Wiederholung der 12 000- Mart- Affäre ihm seinen Poften fosten würde. Das Reich hat mit geheimen Fonds und außer etatsmäßigen Geldern fein Glück. Auch die Minister selbst haben von ihren Aktionen keine Vorteile gehabt. Die Zuchthausvorlage wurde vom Reichstag verworfen. Boedtke verlor seine Stellung und Bosadomsfy verschlechterte seine Stellung zu Bülow bis zum schließlichen Bruch. Der Eifer Bethmanns zu Beginn des Jahres 1913 ist auch schwer zu begreifen. Gewiß hat schließlich im Lauf der Zeit die Aktion der Herren Bethmann, Schorlemer und Löbell den Erfolg gehabt, daß die G. m. b. 5. August Scherl heute der deutschnationalen Bollspartei zur Verfügung steht und ein wichtiges Kampfmittel der Monarchisten gegen die Republik darstellt. Aber Bethmann persönlich hat feine Vorteile von seinen Berstößen gegen das Etatsrecht und gegen die am 24. November 1900 von Bülow und den Reichstagsführern auf gestellten Grundsätzen gehabt. Man kann nicht sagen, daß das Erscheinen des Extrablattes des Berliner Lokal Anzeigers zwei Tage vor der Kriegserklärung am 30. Juli 1914 mit der Anfündigung der deutschen Mobil machung wesentlich zur Aufrechterhauung des Friedens beigetragen hätte, und daß es von dem Gönner des Berliner Lokal- Anzeigers, Herrn von Bethmann Hollweg, ausgegangen sei! Sicher aber ist, daß die 59 Schwerindustriellen, die Bethmann Hollweg zu Mitbefizern des Berliner LokalAnzeigers gemacht hat, seit Beginn des Krieges in steigendem Maße sich von der Bethmannschen Politit trennten und den Berliner Lokal- Anzeiger mit zu sich herüberissen. Bielleicht war der Reichswehrminister Geßler zu An fang feiner ministeriellen Tätigkeit stolz auf den Besiz der 12,7 millionen Mart Restbetrag des Ruhrfonds. unter der ganz geheimen Verwaltung seines Vertrauensmanns, des Kapitäns Lohmann, in der Hoffnung, daß aus diesem Geheimfonds eine wesentliche Verbesserung und Vermehrung der deutschen Kriegsrüstung hervorgehen würde. Statt dessen sind nicht nur diese 12,7 millionen Mart, sondern noch weitere 13 Millionen Mart von dem Kapitän Lohmann teils in Phoebus- Anteilen, teils in Grundstücken, teils in Aftien einer Speckgesellschaft restlos verspekuliert. Alle drei Minister tamen zu ihren. Unregelmäßigkeiten nicht aus großzügigen, staatsmännischen Ueberlegungen, sondern aus den engherzigsten Erwägungen eines beschränkten Horizontes. Die vom Unterausschuß des Reichstags vorgeschlagene Abschaffung aller Geheimfonds in allen Ministerien würde die politische Atmosphäre wesentlich reinigen. Der Wahlaufruf der Demokraten. Sehnsucht nach dem Manchesterliberalismus. Die Deutsche Demokratische Partet veröffentlicht ihren Bahlaufruf. Er hat den Borzug ziemlich flar zu zeigen, was die Sozialdemokratie auch von dieser Partei trennt. Neben mancherlei Erklärungen über Republik, Demokratte und Außenpolitif, denen man zustimmen fann, findet man ein mirtschaftspolitisches Betenntnis, das dem sozialistischen diametral entgegengesezt ist. Da liest man: Der fulturpolitische Aufstieg hat eine gesunde, kraftvolle Wirtschaft zur Boraussetzung: Wir verlangen freie Gestaltung der Wirtschaft, die Raum läßt für Tafraft, Unternehmungsgeist und Borwärtsstreben des einzelnen. Deshalb ist uns die Erhaltung und Förderung eines freien, verantwortungsbewußten, selbständigen. Mittelstandes wesentlichste Aufgabe als Grundlage stetiger Entwicklung des Staats- und Gefeilschaftslebens und als Mittel zum Aufstieg tüchtiger Elemente. Die immer stärkere Zusammenballung in der Industrie darf nicht zu einer für die Gesamtwirtschaft und das Allgemeininteresse schäd= lichen Einengung des freien Unternehmertums und zu Hemmungen des Aufstiegs der Einzelpersönlichkeit führen. Wir halten eine auf beiderseitiger Gleichberechtigung fußende Gemeinschaftsarbeit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern für eine unentbehrliche Boraussetzung des sozialen Friedens. Auch Württemberg gegen Keudell! Es will die Einheitsfront der Länder nicht stören. Stuttgart, 27. April.( Eigenbericht.) der Ergebnisse aus dem Untersuchungsausschuß über die bayerische Hochperratsfloate des Jahres 1923. Die schuldbewußten Bürgerblodparteien trugen sich ursprünglich mit dem Plan, die ganze Arbeit des Untersuchungsaus schusses ohne Behandlung im Plenum einfach im Papierforb verschwinden zu lassen. Eine sozialdemokratische Intera pellation machte aber diesen Betrugsversuch zunichte. Der Bürttembergische Landtag ist am Freitag en b. gültig auseinandergegangen, nachdem vorher noch die dritte Lesung des Haushaltsplanes vorgenommen worden war. Als Redner der Sozialdemokratie faßte Abg. Ulrich in Kürze nochmals zusammen, was vom sozialdemokratischen Standpunkt aus der Regierung Bazille zum Vorwurf zu machen ist. Vor allem So bekam Abg. Dr. Hoegner( Soz.) noch einmal Gelegenheit, hob er deren Bersagen auf dem Gebiet der Verwaltungsreform, die ungünstige Entwicklung der Verhältnisse Württem- die ganzen Zusammenhänge der amtlichen Hochperratspläne der bergs zum Reich und die Beziehungen des Staatspräsidenten Bazille Kahr, Knilling und Lossom zu beleuchten. Den verschleiernden Festzu den Rechtsverbänden, die unter dem Einfluß Ehrhardts stehen, stellungen des Ausschusses, die der deutschnationale Terror erzwungen hatte, stellten die Sozialdemokraten ihre eigenen Fasta hervor. Was Bazille hierauf zu erwidern hatte, war nicht sehr belangstellungen entgegen, doch wurde deren Behandlung durch die verreich. Er versicherte lediglich bei den Unterhaltungen mit ben einigte Reaktion einfach abgemürgt. Bezeichnend war, daß der Be Ehrhardt- Leuten nichts erklärt zu haben, was sich gegen richterstatter Graf Best a lo33a, der vor wenigen Tagen im Gerichtssaal die schwersten Beschuldigungen gegen seine eigene Partei den Staat richte. erhoben hatte, am Freitag durch Abwesenheit glänzte, zweifellos auf Befehl seiner Partei, die sich eine neue Blamage ersparen In bezug auf das Verhalten Württembergs zu dem Ersuchen des Reichsinnenministers gegen den Roten Frontkämpferbund gab der Innenminister Bolz die Erklärung ab, daß seine Regierung zwar die rechtlichen Voraussetzungen für das Verbot als gegeben erachten müsse, aber feine Durchführung angesichts der einheitlichen Haltung der anderen Länder night für zweckmäßig ansehe. Sie werde daher die Entscheidung des Staatsgerichtshofes abwarten. Die sozialdemokratische Fraktion lehnte bei der Schlußabstimmung den Etat ab und begründete ihre Haltung durch folgende, vom Abg. Keil abgegebene Erklärung: Die fozialdemokratische Fraktion hat dem, Staatshaushalt für 1928 aus folgenden Gründen ihre Zustimmung versagt: Die Schlußabstimmung über den Staatshaushalt ist eine politische Entscheidung. Am Ende einer Geschgebungsperiode schließt sie sogleich das Urteil über die Regierungspolitik während dieser Periode in fich. Die Politit der Regierung Bazille steht in schärfstem Widerspruch zu den Erklärungen und Bersprechungen, die von der unter Führung des Herrn Bazille fiehenden Partei bis zu den letzten Wahlen abgegeben worden sind. Die Politik der Regierung Bazille war geleitet von fleinen parteiegoistischen Beweggründen und hat daher in den breitesten Schichten des württembergischen Volkes Enttäuschung hervorgerufen. Die sozialdemokratische Frattion lehnt jede Mitverantmortung für eine derartige Politif ab und erwartet von der württembergischen Wählerschaft, daß sie am Wahltag dem Lande Württemberg feinen alten freiheitlichen und fort schrittlichen Ruf zurückerobert." Schluß mit Krach in Bayern. München, 27. April.( Eigenbericht.) Der Bayerische Landtag, gewählt im politischen Wirrmarr des Hitler- Prozesses, schloß am Freitag seine Pforten. Seine legte Sigung war im wesentlichen ausgefüllt mit der Berabschiedung mollte. Während der Debatte über den Untersuchungsausschus tam es wiederholt zu erregten Szenen, da deutschnationale und nationalsozialistische Brovokateure die Geduld der Sozialdemokraten auf die äußerste Brobe stellten. Nur mit Mühe konnten Tätlichkeiten verhindert werden. An der Anpöbelung der Sozialdemokraten beteiligten fich von der Zuhörertribüne aus auch der Reichstagsabgeordnete Strasser, der darauhin vom Präsidenten aus dem Saale gewiesen wurde und infolge seiner Beigerung von Rrineinalern hinausgedrängt werden mußte. Während diefer Szene hatte der Präsident die Sigung unterbrochen. = Der legte Aft des Landtages bestand in der Abstimmung über das fogenannte Finanzgesez, durch dessen Annahme der 40 Millionen Defizit- Etat des bayerischen Staates genehmigt wurde. Die Sozialdemokraten benuzten diese Gelegenheit, um noch einmal vor dem ganzen Lande die jämmerliche Bilanz der weißblauen Bürgerblodregierung zu ziehen. In ihrer Erklärung heißt es, daß Bayern nach wie vor das stärkste Bollwerk der politischen und fulfurellen Reaffion im Reiche ist. Ungehemmter als je lebt sich in Bayern der trasfeste Gruppen egoismus aus, der den Staatsapparat rüdsichtslos zu seinen Gunsten ausnutzt und eigensüchtigen Interessen die Wohlfahrt des ganzen Volkes opfert. Das Auseinanderfallen der bayerischen Koalitionsregierung ging legten Endes darauf zurück, daß in diesem Wettrennen um die Ausnutzung der Staatsgewalt zum Vorteil einzelner Bevölkerungsgruppen eine Regierungspartei der anderen den Rang ablaufen mollte. Weniger als jemals find wir daher in der Lage, durch Zuffimmung zum Finanzgesetz einer Staatsregierung das Vertrauen auszusprechen, die selbst in den Regierungsparteien feinen Boden mehr hat und ihr Dafein nur noch der Tatsache verdankt, daß aus Angst vor den bevorstehenden Wahlen feine der Regierungsparteien den Mut zur politischen Konsequenz aufgebracht hat." Sozialisten und Kommunisten in Frankreich. In einem Duhend Wahlkreise Zusammengehen. V. Sch. Patis, 27. April.( Eigenbericht.) Das Interesse der Presse konzentriert sich immer mehr auf die Lage im Elsaß; das Zusammengehen der Autonomiften und kommunisten gegen die Sozialisten wird von allen Blättern lebhaft besprochen und scharf verurteilt. Sogar der„ Temps", der sich sonst nicht fozialistenfeindlich genug gebärden kann, veröffentlicht eine Zuschrift, in der alle Parteien aufgefordert werden, gegenüber der Autonomistengefahr die Streitigkeiten zurückzustellen und den sozialistischen kandidaten zum Siege zu verhelfen. • fahren einzuleiten und ihm jede Unterstützung im zweiten Wahlgang zu versagen. Außer in Nordfrankreich gibt es noch etwa zehn Fälle, wo aussichtslose sozialistische Kandidaten zugunsten von aussichtsreicheren Kommunisten zurückgetreten sind. Das ist allerdings nur dort ge schehen, wo es teinen anderen Weg gibt, um die Wahl eines aus gesprochenen Reaktionärs zu verhindern, zum Beispiel in Rouen und in Troyes. In der Schwerindustriestadt 2e Creuzot steht der Gene ralsekretär der Sozialistischen Partei Genosse Paul Faure in einer schweren Stichwahl gegenüber einem reaktionären Gegner, der von dem Besizer der Schneiderwerke finanziert wird. Die Wahl Faures wäre mit den kommunistischen Stimmen absolut gesichert. Der aussichtslose tommunistische Kandidat hat Faure seinen Rüdtritt angeboten, falls Faure gewisse Einheitsfront"-Bedingungen annimmt. Genoffe Faure hat dieses erpresserische Angebot glait Die„ Humanité" hat heute mitgeteilt, daß der sozialistische Kandidat Rouquier in einem Barijer Vorort sich schriftlich verpflichtet hatte, einen antikommunistischen Block nach der ersten Wahl zu bilden. Auf Grund dieser Verpflichtung waren zwei bürgerliche Kandidaten zu seinen Gunsten zurüdgetreten. Dazurüdgewiesen und vertraut auf den gefunden Sinn audy sich diese Behauptung als richtig erwies, hat die sozialistische Parteis der kommunistischen Arbeiter, um die Niederlage des Reaktionärs leitung sofort beschlossen, gegen Rouquier ein Ausschlußber auch ohne Zustimmung Mostaus herbeizuführen. Die Verhaftung Bela Khuns. Schobers Schauergeschichten. Dieses Programm ist nichts anderes als eine nach rüd märts gewandte Utopie, ein Bersuch, den toten Manchesterliberalismus, die Lehre vom freien Spiel der Kräfte", zu galvanisieren. Die immer stärkere Zusammenballung der Industrie", das heißt die Entwicklung zum Hochkapitalismus hat eben dem freien Spiel der Kräfte ein Ende bereitet, und die Frage unferer Zeit ist nur noch die, ob die Wirtschaft von einer fleinen privilegierten Gruppe oder dem Bolt felbst durch die Mittel der staatlichen Demokratie- beherrscht werden soll. Den Einfluß des Staates auf die WirtWien, 27. April.( Eigenbericht.) schaft fürchtet aber die Demokratische Partei wie der Teufel Der hier verhaftete ehemalige Führer der ungarischen Kommu das Weihwasser. Darum bleibt auch ihr sozial- nisten, Bela Khun, soll sich bereits seit einiger Zeit in Wien politisches Programm in allerallgemeinſten Rede- aufgehalten und unter dem Deckmantel einer Drogerie Berbindun wendungen stecken: nirgends findet sich ein Bekenntnis zu gen mit den Kommunisten gehabt haben. Angeblich hat die Polizei dem Gedanken, daß es die Aufgabe des Staates ist, den in der Drogerie zahlreiche fommunistische Schriften in deutscher, wirtschaftlich Schwächeren zu schützen. Kein Wort über die Regelung der Arbeitszeit, kein Wort madjarischer und russischer Sprache beschlagnahmt. über den Achtstundentag! Im finanzpolitischen Programm ein illusionäres Bersprechen von Steuererleichterunge an alle, nicht aber die Erkenntnis, daß die schwachen Schultern zuerst zu entlasten find! Es ist merkwürdig, daß die Polizeidirektion sich bis jetzt offiziell zu der Berhaftung noch nicht geäußert hat. Borläufig berichten nur die ihr nahestehenden Blätter darüber. Dabei wird u. a. angedeutet, daß Bela Khun eine Aftion in Ungarn geplant habe. Ungarische Emigranten glauben an diese Aktion jedoch nicht, nehmen vielmehr an, daß Bela Khun von Moskau beauftragt war, die Hinterlassenschaft des ungarischen Kommunistenführers Dr. Landler, der fürzlich gestorben ist, zu liquidieren. Inzwischen sind mehrere ungarische Kriminal tommissare aus Budapest in Wien eingetroffen. Sie sollen der Wiener Polizei bei ihren Nachforschungen helfen und namentlich die beschlagnahmten Schriften, soweit sie madjarisch sind, durchsehen. Borläufig hat Bela Khun jede Auskunft über den 3wed feines Wiener Aufenthalts gegenüber der Polizei verweigert. Er gab Auch dieser ist ein ungarischer Emigrant, der lange in Sowjetrußland gelebt hat. In einem Wiener Fremdenheim wurde mittags noch eine dritte Berhaftung vorgenommen. Es handelt sich ebenfalls um einen aus Rußland nach Wien gekommenen Emigranten. Es werden noch weitere Verhaftungen erwartet. Wien, 27. April. Heute nachmittag wurde im Sekretariat des Zentralfomitees der Kommunistischen Partei gehausfucht ohne gerichtlichen Auftrag und gegen den Proteft des Zentralfomitees. Die Haus. suchung verlief ergebnislos.. Henderson an Muffolini. Rechtsgarantien für die Mailänder Angeklagten gefordert. 3ürich, 27. April.( Eigenbericht.) Arthur Henderson, der Borsigende der Sozialistischen Arbeiter- Internationale, hat am 27. April aus London folgendes Telegramm an Mussolini nach Rom gefandi: Reiner, der auch nur einen Hauch sozialistischen Denkens Reiner, der auch nur einen Hauch sozialistischen Denkens verspürt hat, feiner, der sich seiner besonderen Interessen als Arbeitnehmer bewußt ist, wird der Partei, die diesen Bahlaufruf erlassen hat, seine Stimme geben können. Denn eine antifozialistische Demofratie, wie sie da gepredigt. wird, ist ein Widerspruch in sich. Kein Weg führt zum Mancheſterliberalismus zurüd, aber der Weg, den die Sozialdemokratie zeigt, führt zur Volks= herrschaft über die Volkswirtschaft, das heißt zur Vollendung der Demokratie im Sozialismus. Darum wird, des find wir gewiß, auch am 20. Mai jedoch sofort zu, Bela Khun zu sein. Wahrscheinlich wird er wegen verurteilt haben. Damit das moralische Gewissen der Welt die Sichermieder die erdrüdende Mehrheit der demokratisch Dentenden verbotener Rückkehr nach Desterreich zu einigen Tagen Arrest ver nicht deutschdemokratisch sondern fozialdemokratisch stimmen! Die Kriegsverzichtnote der Reichsregierung, Stellungnahme zum nordamerikanischen Borschlag, hat Stresemann dem Botschafter Shurman übergeben. Auch die anderen Großmächte haben die Note erhalten; Sie wird nachfter Tage peröffentlicht, urteilt werden. Weitere Berhaffungen. Wien, 27. April. Mit Bela Khun wurde auch einer seiner Bureauangestellten, der einen jeljen deutschen Reisepaß bejas, verhaftet. „ Im Namen der Sozialistischen Arbeiter- Internationale be. dauern und verurteilen wir das feige Attentat in Mailand, wobei so viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren ebenso wie wir die Gewalttaten des faschistischen Regimes, als deren Symbol die Ermordung Matteoffis in ift, bedauert und heit habe, daß die am Mailänder Attentat Schuldigen vor das Gericht gestellt werden und daß unschuldige Personen nicht leiden, sprechen wir die Hoffnung aus, daß die Angeklagten durch Anwälte, die fie selbst wählen, vertreten, daß sie rechtzeitig von den gegen fie vorgebrachten Beschuldigungen informiert werden und die Möglichkeit erhalten, 3eugen zu ihrer Entlastung in öffentlicher Ber handlung vor einen ordentlichen Gerichtshof zu führen. Forsch und pfiffig im Wahlkampf. HL pfiffig, der friedlich beim Aiere weilt, Von einem Teutonen wird angekeilt. »Oer Heldengeist", schreit der mit wilden Gebärden, »Muß neu im Volke aufgeweckt werden!" Forsch, der hinzukommt, äußert bloß In ruhigem Baß:„Wat issen hier los?" Worauf der Heldenerwecker, entseht, Höchst unvorfchristsmäßig durchs Fenster eatweht! Gubventiönchen statt Subvention. Genoffenschastsrationalisiemng und Ltmschuldungsaktion.— Oeutfchnationale müssen Konsumvereine loben. Im Rci6,srat und im Reichstagsausschuß standen gastern die Richtlinien über die Verwendung der 25 Millionen zur Rotia.iali- sierung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens und die Maß- nahmen zur Umschuldung der landwirtschaftlichen Personalkredite zur Diskussion. Aus den ganzen Verhandlungen ergab sich deutlich, daß unser Warnruf, unter kernen Umständen die Rationali- sierung des Genossenschaftswesens zu einer Subvenlionierung der zum Teil mit großen Verlusten arbeitenden landwirtschaftlichen Ge- nossenschaftsverbände werden zu lassen, seine Wirkung nicht ver- fehlt hat. Der vom Schiele-Mimsterium eingebrachte Regierungsentwurf will für die Verwendung der 25 Millionen zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens es jetzt zur Bedingung machen, daß grundsätzlich v s> r jeder Verteilung der Gelder«rb-indlich« Beschlüsse der drei größten Genossenschaftsoerbände vorliegen müssen, die«inen einheitlichen Zusammenschluß für das Reichsgebiet sicherstellen. Dieser löbliche Grundsatz wird aber sofort durchbrochen durch die Bestimmung, daß wenigstens ein Fünftel, also 3 Millionen Mark, ausnahm» w, eis« zur Durchführung der Zusammen. schlüsse Verwendung finden soll. Die voll« Subvention hat sich cherr Schiele also nicht durchzuführen getraut, Subtentiänchen möchte er aber insbesondere seinen Landbundtindern doch allzu gern zukommen lassen, die ja Millionenverluste abzudecken haben. In der Tat denkt Herr Schiele, aus diesen fünf Millionen zum Beispiel Abschreibungen auf Anlagen durchführen zu lassen, die zweifellos zur finanziellen Sanierung von Genossenschaften gehören und infolgedessen dem Gesetz widersprechen. Der Absicht Schieles, sich allein und einem nur beraten- den Sachverständigenausschuß die Verteilung der Mittel vorzubehalten, wurde durch den Reichsratsbeschluß eingeschränkt, zur Kontroll««inen Länderausschuß einzusetzen. Nach dieser Einschränkung der Vollmachten des Landbundminister» hat der Reichsrat gegen die Stimme Bayerns, das die bayerischen„Belange** nicht genügend gewahrt glaubt, die Richtlinien angenommen. In den Verhandlungen des Reichstagsausschusses zeigte sich, für wie wenig wahrscheinlich der Zusammenschluß der Genossenschaftsverbmide gehalten wird. Genosse Schmidt- Köpenick hob hervor, daß die Verluste der Genossenschaftsverbände durch die mangelnde Praxis der hochmögenden Herren an der Spitze(übrigens Deutschnationale. D. Red.) ensstanden seien, die Seedampfer an-' tauften und durch sonstige Beteiligungen das Geld verpul- vierten. Die Landbundgenossenschaften seien nicht zu sanieren! Die Genossenschaften der Arbeiterschaft hätten kein« Verluste erlitten, weil sie nicht unfähig geleitet worden seien. Herr Schiele verkündete, da Genosse Schmidt die Bereitschaft der Genossenschaften zum Zusammenschluß bezweifelt hotte, für den Reichslandbund, daß dieser jetzt die Rationalisierungsbestrebungen unterstütz«. Begreiflich, da es ja doch ein Subventiönchen geben soll. Der deutschnatio- n a l e Abgeordnete Dewitz sah sich durch einen Zuruf über die guten Erfolge der Arbeitergenossenschaften zu dem im Mund« eines Z�eutfchnationalen immerhin beachtlichen Zugeständnis genötigt, daß die Blüte der Konsumverein« doch gerade daher komme, daß sie von vornherein straff zentral ausgebaut und zusam- mengefaßt seien. Dieses Lob aus deutschnationolem Mund« entsprang wohl aus der Verlegenheit, aber die Arbeiterschaft wird e« sich merken. Zu einer Beschlußfassung inf Reichstagsausschuß für die Ratio. nalisierung der Genossenschaften kam es gestern noch nicht. Die Der- Handlungen werden heute fortgesetzt, und zwar auch über die Um- schuldungsaktion......;- lieber die Ums ch u l dungsaktion Hot der Reichs- rat folgende Richtlinien befchlofsenr Di« durch ein« Auslandsanleihe von etwa 200 Millionen Mark aufzubringenden Gelder sollen nur für solche Betriebe verwendet werden, bei denen der Umfang der Verschuldung noch eine Umschuldungs möglich- teit offen läßt und die Gewährung eines Umfchuldungskredites eine rationelle Fortführung sichert. Auch dann sollen nur die allerdringlichsten Fälle Berücksichtigung finden. Die Um- schuldungshypotheken sollen bei etwa 30—60 Proz. des Grundstücks- wertes enden: der Umschuldungskredit selbst soll nicht Mehr als 20 Proz. des Grundftückswertes betragen, wobei für Kleinbauern ander« Sicherungen(Welche? D. Red.), für Pächter die Verpfändung des Inventars vorgesehen ist. Als Ziel der Umschuldung wird unterstrichen, daß kurzfristige Kredite zurückgezahlt und laufend« Schulden bei Händlern und Handwerkern gedeckt werden. Treuhand- stellen bei den Umschuldungsbanten sollen als Aufnahme» organisation für zwangsversteigerte Grund- stücke tätig werden. Reich, Länder und Kommunalverbände sind an den Treuhandstellen mit je einem Drittel zu beteiligen. Die Um- schuldung selbst wird Kreditausschüssen übertragen, die von den Lon- desregierungey bei den Umschuldungsbanken gebildet werden und in denen neben der'Treuhandstelle und der Umschuldungsbonk die Land- Wirtschaft und die Personalkreditinstituie vertreien sind. Der Reichsrat hat in seiner Volloersammlung dies« Richtlinien angenommen, die dem Reichstagsausschuß zur Beratung zugehen. Der Kamps im Kommunismus. Ein geheimes Ronßfchreiben.— Steine OiskuMonsfreihett in Wählerversammlungen. Die Kommunisten haben mit ihren geheimen Rund- schreiben Pech. Erst kürzlich veröffentlichte die„Westdeutsche Arbeiterzeitung" das geheime Rundschreiben der Bezirks- leitung Ruhrgebiet, das den kommunistischen Zlaitatoren cmpfichlt, die Christlichsozialen besser zu behandeln, als die Sozialdemokraten und die religiösen Gefühle der christ- lichen Arbeiter sorgfältig zu schonen. Jetzt ist die linkskom- munistische Presse in der Lage, ein weiteres geheimes Rund- schreiben des Zentralkomitees zu veröffentlichen, das sich be- sonders mit dem Kampf gegen den Leninbund beschäftigt. In diesem Rundschreiben, das den Leninbund konsequent als den„Maslowbund" bezeichnet, wird den Bezirksleitungen die gründliche Säuberung der Partei von allen oppositions- verdächtigen Elementen �dringend ans Herz gelegt. Partei» Mitglieder, die auch nur als Gäste an der Gründungsver- sammlung des Leninbundes tellgenommen haben sind fest» zustellen und. wenn sie nicht Buße tun„mit möglichst geringer Publizierung," das heißt in aller Stille, auszuschließen. So handelt die kommunistische Partei. Wenn aber die S o z i a l- demokratie kommunistischen Einschleichern in ihren Reihen das Handwerk le(|t, so ist das natürlich ein Per- brechen. Noch interessanter sind folgende allgemeine Richtlinien zur Bekämpfung des Lenin-Maslowbundes: a) keine Rekkmne für diese Gruppe durch zu starkes Hervor- hoben in der Oeffentfichkeit: b) aber rücksichtslos« Bekämpfung in der Presse auf Grund der .Handlungen dieses Bundes und insbesondere der Wahlreden dieser Agenten des Menfchewismus: c) im allgemeinen Ignorierung ihrer öffentlichen Versammlun- gen. Vermeidung von Schlägereien, die nur unser Ansehen in der Arbeiterklasse schädige n. In besonderen Fällen ober(i) Organisierung der Uebcrnahme ihrer Versammlungen durch uns: ck) möglichst keine Wörter leilungen(Ausnahmen wie in Suhl, Rathenow usw. sind natürlich notwendig) an die Mitglieder des TNaslow-Bnndes in dem von der KPD. einberufenen öffentlichen Versammlungen. Entweder tief aus die Rednerliste sehen, oder noch Schitdernng des Charakters dieser Gruppe durch den vor- sitzenden die Versammlungen schließen lasten, daß da» MlgNed des Maslow-Lundes nicht das Wort erhält. Es ist bedauerlich, daß das Zentralkomitee der KPD. seine neugewonnene Erkenntnis nicht öffentlich zum Aus- druck zu bringen wagt: Prügeleien sollen vermieden werden, well sie dem Ansehen der Partei schaden! Ganz scheint sie auch noch nicht durchgedrungen zu sein, sonst würde man es nicht wagen, erprobte parlamentarische Prügel- Helden den Arbeitern wieder als Reichs ogs- und Land- logskandidaten zu empfehlen. Sonsss' würde man auch nicht. wie es in dem geheimen Rundschreiben geschieht, zur Sprengung linkskom munistischer Per- sammlungen auffordern, bei der es schwerlich ohne Prügeleien abgehen wird. Am deutlichsten offenbart sich die kommunistische Moral mit doppeltem Boden in dem Befehl, linkskommu- n i st ifche Redner in öffentlichen Bersamm- lungen nicht zum Wort kommen zu lassen. Wenn die Leiter sozialdemokratischer Dersammlungcn sich weigern, Veranstaltungen ihrer Partei zu Tummelplätzen des bolschewistischen Radaus machen zu lassen, kann man sich vor Entrüstung über solche„Vergewaltigungen" nicht hal- ten. Den kommunistischen Versammlungsleitern wird aber empfohlen, entweder bei der Reihenfolge der Diskussions- redner zu mogeln, um den Linkskommunisten nicht zu Wort kommen zu lassen, oder aber diesen erst zu beschimpfen, um ihm dann das Wort zu verweigern. Kein Wunder, wenn die linkskommunistische Presse dem Zentralkomitee vorwirft, es wende selber die Methoden an, über die es sich, wenn sie von Sozialdemokraten an- gewandt würden, heuchlerssch beschwere! �Auflösung" des Wiking. Ein neuer Schachzug Ehrhardts. Ehrhardt läßt folgende Erklärung verbreiten: Kapitän Ehrhardt hat den„W i k i n g"- B u n d im ganzen R e i ch a u f g e l ö st. Die maßgeblichen Gründe des Kapitän Ehr- Hardt sind seine Erkenntnis, daß die Wehrbundbewegung keine machtpolitische Zukunft hat. Kapitän Ehrhardt beabsichtigt, sich zunächst rein politisch zu betätigen und durch Ausübung seines persönlichen Einflusses auf Männer aus allen Schichten des Volkes die Grundlage zur Erreichung seiner Ziele zu schaffen. Welch« fe st umrissen« Formen dieses hieraus hervorwachsende Gebilde annehmen wird, bleibt der Entwicklung überlassen. Irgendwelche Gruppen und Verbände, die auch weiterhin sich als bundesmäßig oder organi- satorisch unter der Führung des Kapitän Ehrhardt stehend be- zeichnen, haben hierzu keine juristische Berechtigung. Das Zentral- bureau des„Wiking".Bundes in München wird mit dem t. Mai aufgelöst. Der„Wiking"-Bund war bis heute in Bayern, Württem- berg. Baden, Thüringen, Oldenburg, Mecklenburg. Hamburg. Bremen und Lübeck nicht verboten." Die Erklärung ist nicht die erste, in der Ehrhardt seine Mtschistische Vergangenheit abschwört. Man wird deshalb gut tun. sie zu den Akten zu legen und weiter wochsam zu bleiben. Das Auflösungsdekret ist der beste Beweis dafür. daß Ehrhardt selbst das Unhaltbare seiner Situation einsieht. Er rechtfertigt damit indirekt dos Vorgehen der preußischen Regierung, nachdem die beschlagnahm- ten Dokumente bereits bewiesen haben, daß dos Einschreiten eine Staatsnotwendigkeit war. Ws selbstverständlich muß angenommen werden, daß der Schachzug des„Kapitäns" die Maßnahmen des Staatsgerichtshofs nicht beeinflußt. Gegen deuisthnaiionale KreisbZäiier. Von den verschiedeustLN Seiten wird gemeldet, daß amtliche preußische Kreisblätter sich auch jetzt wieder in den Dienst der Deutschnatio nalen Partei stellen. Bor allem in Pommern geschieht das in einer geradezu bewundernswerten Offenheit. So meldet der sozialdemokratische„D o l k s k> o t e" in Stettin z. B., daß das„Greifenberger Kreisblott" und die.„Kreis- ztitung in Lobes" sämtliche Wahlaufrufe der Deutsch- nationalen Partei mit ihren unverantwortlichen Angriffen gegen die Preußische Regierung in auffallender Form veröffentlicht hoben. Die Wahlaufrufe der republikanischen Partei«» sind« diesen Blättern natürlich reicht erschienen. In anderen preußischen Bezirken ist«in Teil der Kreisblätter ähnlich verfahren. Die Preußische Regierung hat— wie der„Soz. Pressedienst" erfährt— bereits die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Jedem Blatt, das die vertraglich festgelegte Neutralitätspflicht verletzt, wird mit sofortiger Wirkung der amtliche Charakter entzogen werden._ Das Ende einer Landbundhehe. Landrat Hans Krüger in zweiter Instanz freigesprochen. Hannover. 26. April.(Eigenbericht.) In der Berufungsoerhondlung gegen den früheren sozialdemo» kraiischen Landrat des Kreises Linden, Hans Krüger, wegen Unterschlagung im Amte und Betrug wurde heute abend nach zivei- tägiger Verhandlung vor der Strafkammer I des Landgerichts folgen» des Urteil verkündet:„Der Angeklagte wird auf Kosten der Staatskasse freigesprochen." In der ersten Verhandlung am 4 Oktober de« vorigen Jahres war. Landrat Krüger wegen Unterschlagung im Amte und Betrug zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, obwohl die Slaaksanwollschaft Freisprechimg beantragt hatte. Es handelte sich um eine Summ« von etwa 6000 Mark, über deren Der» wendung bei der Kassenprüfung Belege nicht vorgefundea wurden. Zeßt wurde einwandfrei nachgewiesen, daß diese Summ« im Znler- esse de» Kreises verrechnet worden war. Die Sachveffiändlgen betonten ausdrücklich, daß die früher fest- gestellten Unstimmigkeiten auf fahrlässige Buchführung des Rent meisters zurückzuführen seien. Der Staatsanwall beantragte Freisprechung. Das Urteil der Borin stanz de» zeichnete er als eine Verletzung des Recht», 2» der Be» gründung des Urteils wurde ausgeführt, daß Landrat Krüger aus rechllichen Gründen freizusprechen sei. Unterschlagung im Amte und Betrug könne ihm nicht nochgewiesen werden. Damit ist eine Hetze zusammengebrochen, die in rücksichtsloser Weise gegen den sozialdemokratischen Landrat vor allein vom Landbund getrieben worden war. Der Strafantrag war seiner- zeit vom Kreisausfchuß auf Drängen des Landbundes gestellt worden. Birkenheads Berliner Besprechungen. London. 27. April.(Eigenbericht.) In der Arbeitersraktion ist man nicht gewillt, sich mit der offi- ziellen Erklärung Baldwins. Lord Birkenheads Besuch in Berlin sei rein privater Natur gewesen, zufriedenzustellen. Der„Daily Herald" erklärt,«s werde nunmehr in Berlin zugegeben, daß Birkenhead private Gespräche imt maßgebenden Persönlichkeiten geführt und hierbei wiederholt seiner Meinung Ausdruck verliehen habe, Deutschland würde gut tun. in eine gemeinsame Front mit den West mächten gegen Rußland einzuschwenken. Angesichts dieser Tatsache seien nur zwei Möglichkeilen offen: Eni- weder habe Birkenhead private Besprechungen im Sinn« der Vor- kriegsverhandlungen Lord Haldones oder Joseph Chamber- lain» m Berlin geführt, dann bilde aber seine Berliner Reise trotz ihre« privaten Charakters den Teil einer offiziellen Handlung der Regierung. In diesem Falle habe die englische Notion ein Recht darauf, unterrichtet zu werden. Hab« jedoch Birkenhead auf eigen« Faust für eine solche Allianz gearbeitet, so habe er schuld an einen der„flagrantesten und gefährlichsten Akte der In- s U h o r d i n a t i o n gegen die Regierung" begangen, der er selbst an- gehört. In diesem Fall hätten Ministerpräsident und Außenminister die Wicht, Birkenhead ojseq zu desavouiere» Sächsische Schwerindustrie sperrt aus. Ein neues Schiedsgerichtsverfahren. Dresden, 27. April Die Aussperrung in der fächsischen Metallindustrie hat eine weitere Ausdehnung dadurch erfahren, daß nunmehr auch die Sächsischen Gußstahlwerte Freital und die Cinte- Hoffmann Cauchhammer Werte in Görlig und Riesa ihre Arbeiterschaft heute früh mit Ablauf der legten Schicht ausgesperrt haben. Von dieser Maßnahme werden neu rund 6000 Arbeiter betroffen. Daß die sächsische Schwerindustrie, nachdem sie lange gezögert hat, schließlich aussperren wird, war vorauszusehen. Auffallen muß höchstens die niedrige 3 ahl der Ausgesperrten. Auffallen muß, daß die feit Wochen mit vielem sperrten. Auffallen muß, daß die feit Wochen mit vielem Gefchrei angekündigte Generalaussperrung der 250 000 bis heute noch auf sich warten läßt. Dagegen meldet die Telegraphen- Union: Nachdem die Nachverhandlungen zur Beilegung des Streits in der sächsischen Metallindustrie im Reichsarbeitsministerium gescheitert find, hat der Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller feinen Borstand und erweiterten Borstand auf mitt roch, den 2. Mai, zu einer Sigung einberufen, um zu der dadurch gefchaffenen Lage Stellung zu nehmen und weitere Beschlüsse zu faffen. In einer zweiten Meldung wird zu angeblichen Gerüchten in Leipzig, der Gesamtverband Deutscher Lohnbewegung der Metallarbeiter. Auch der Manteltarif wird gefündigt. Das Metallfartell hatte zu gestern abend die Funktionäre aus den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller nach der Bodbrauerei zusammenberufen, um sie darüber entscheiden zu laffen, ob der mit dem BBM3. am 1. Juli d. 3. abge. fchloffene Mantel tarifvertrag zum 31. mai gekündigt werden soll. Der Vorsitzende des Metallfartells Genoffe Urich erinnerte zunächst daran, welche Abänderungsanträge von den Tariforganisationen im vorigen Jahre zu diesem Tarifvertrag gestellt wurden und inwieweit durch den Schiedsspruch des Schlichtungsaus schusses damals den Forderungen entgegengekommen wurde. Urich empfahl den Funktionären im Aufttage des Metallfartells, den Manteltarif zum 31. Mai nicht zu fündigen, sondern erst zum nächsten Ablauftermin, dem 30. november dieses Jahres. Das Metallfartell anerkennt zwar, daß, wirtschaftlich betrachtet, der Zeitpunkt zur Kündigung sehr günstig sei. Es sei aber vor allem deshalb zu dem Beschluß gekommen, den Funktionären jeht die kündigung nicht zu empfehlen, weil erfahrungsgemäß die Unternehmer bei schwebenden Tarifverhandlungen den Urlaubsperren und damit die Verhandlungen unter Drud zu sehen versuchen. Hinzu komme weiter, daß entsprechend der Empfehlung des Schlichters bei der Beendigung der Bewegung der WettjeugMetallindustrieller beabsichtige, die Metallarbeiter ganz Deutschlands auszusperren, erklärt, daß ganz Deutschlands auszusperren, erklärt, daß Dor Mitte nächster Woche eine Entscheidung über eine eventuelle Aussperrung nicht fallen werde Der Betriebsrat muß beftretten, daß in der tommunistischen Druckerei durch Anschlag bekanntgemacht wurde, Lohnerhöhungen tämen zunächst nicht in Frage. Wir empfehlen dem Betriebsrat, in Zukunft sein Augenmerk darauf zu richten, daß derartige Bekanntmachungen nicht auch Buchdrudern zu Geficht fommen, die der KPD. fernstehen. Unsere Mitteilung über die Lohnverhältnisse in der Friedrichstadt Druderei wird, wenn auch verflausuliert, bestätigt. bestätigt. Nach der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs für das Buchdruckgewerbe sind in dieser Druckerei nicht mehr als die im Spruch vorgesehenen 3,50 Mart 3ulage gezahlt worden. Ein sonderbarer Rechenfünstler hat nun Leistungszulagen und eine Zulage von 2 M., die bereits seit Februar gezahlt wird, zum Beweis dafür herangezogen, daß in der Friedrichstadt- Druckerei eine Lohnerhöhung von 7 M. eingetreten ist. Bäre zugreifen, um die geforderten 10 M. voll zu machen? Bei einem es nicht möglich gewesen, noch weiter zurückliegende Zulagen herausderartigen Rechenerempel werden wohl viele Berliner Druckereien ihre Zulagen höher bemessen fönnen. Die Herren im Gesamtverband sollten doch endlich begreifen, daß das Erpressungsmanöver mit der Drohung der Gesamtaussperrung bei allzu häufigem Gebrauch an Wirtsamkeit mesentlich verliert. Auf men eingewirkt werden soll, Unternehmer haben die Schiedssprüche abgelehnt, hofften wird nicht gesagt und fann auch nicht gesagt werden. Die aber insgeheim, durch eine Verbindlichkeitserklärung zur Anerkennung der Schiedssprüche gezwungen" zu werden. Sie hätten dann sich auf die Bergewaltigten" hinausspielen und den Reichsarbeitsminister wie beim Ruhrschiedsspruch für den Bergbau in ihrer Bresse vermöbeln fönnen. Der Reichsarbeitsminister scheint aber wenig Luft zu haben, den Prügelknaben der Scharfmacher zu spielen. Er wird voraussichtlich ein neues Schlichtungsver fahren anordnen. Zu diesem Zweck will also der Gesamt- reien zu schreiben. verband wieder einmal mit der Drohung der Gesamtaussperrung aufwarten. Das ist so eine Rundgebung des Geistes der„ Boltsgemeinschaft" und des sozialen Verständigungswillens", wovon dieselben Deutschnationalen und Volksparteiler so viel reden, wenn sie Arbeiterstimmen einfangen wollen. macher die Tariforganisationen verpflichtet worden find, bis 3um 20. Juni zu verfuchen, einen generellen Cohntarif für alle in der Berliner Metallindustrie Beschäftigten zu schaffen. Genoffe Urich gab in diesem Zusammenhang bekannt, daß die ersten Berhandlungen über den Abschluß eines solchen Cohntarifs am heutigen Sonnabend stattfinden und daß die Organisationsvertreter diese Verhandlungen auf der Grundlage des früheren Gruppentarifs führen werden. Bon der Mehrzahl der Diskussionsredner wurden die Gründe des Metallfartells, die es zur Empfehlung der Richtfündigung des Manteltarifs bewogen hatte, als nicht flichhaltig anerkannt. Bon wenigen Ausnahmen abgesehen, traten alle Redner für die Kündigung zum 31. Mai ein. Die Woftimmung ergab, allerdings nur mit einer fnappen Mehrheit, den Beschluß, den man felfarif zum 31. mai zu kündigen. Zum Schluß stellte Genosse Urich noch die Zustimmung der Funktionäre fest, daß die Berhandlungen über die Schaffung eines generellen Cohnabkommens auf der Grundlage geführt werden follen, wie sie im vorigen Jahre von der Organisation festgelegt worden ist. Potemkin in Berlin. Der Betriebsrat der Friebrichstadt- Druckerei sieht sich ganötigt, in der Roten Fahne" eine Erwiderung zu veröffentlichen auf unsere Notiz: Wer im Glashause fist..." Von der Vorwärts". Druderei tönnen wir mitteilen, daß dort nicht wie in der Friedrichstadt- Druckerei erst seit Februar, sondern bereits seit dem 29. Ottober vergangenen Jahres eine allgemeine außertarifliche 3ulage von 2 m. gezahlt wird. Die„ Rote Fahne" mag also in Bufunft vor ihrer eigenen M. Tür fehren, anstatt über„ Lohnbrüderei" sozialdemokratischer Drucke Sitzgelegenheiten für Ladenangestellte! Eine Verordnung, die endlich durchgeführt werden muß. Nach einer Berordnung von 1900 müffen in Ladengeschäften Siggelegenheiten für die Angestellten vorhanden sein. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist auf Grund vor Feststellungen durch Gewerbeaufsichtsbeamte in Preußen erneut darauf hingewiesen worden, daß dieser Vorschrift für weibliche und männliche Angestellte entsprochen werden muß. beamten jetzt sich ernsthaft der Sache annehmen. Denn Schön. Wir wollen hoffen, daß die Gewerbeaufsichtswie es tatsächlich mit diesen Sitzgelegenheiten bestellt ist, das weiß jeder, der einmal ein beliebiges Ladengeschäft betreten hat: fie egiftieren nicht, jedenfalls nicht in mindestens 90 von 100 Fällen. Wie gesundheitsschädlich besonders für weibliche Angestellte das ununterbrochene Stehen ist, braucht nicht noch gefagt werden. Daß schon vor 28 Jahren eine Verordnung dagegen erlassen wurde, spricht deutlich genug. Daß diese Berordnung aber noch heute auf dem Papier steht, schreit zum Himmel Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Connabend, 191 Uhr, im Sigungsfaal der Bezirksverordneten versammlung Kreuzberg, Yordstr. 11, Filmvortrag:„ Hamburg, die Stadt unseres Jugendtreffens." Uutostenbeitrag 20 Bf. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eztorn: Feuilleton: R.$. Doscher: Lokales und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glede: sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen unb Unterhaltuna uuh Bifen. Rh 2750 Jackenkleid mit loser Weste aus Tricot charmeuse, geschmack volle Farbenzusammenstellungen Damen- Strümpfe Seidenflor gute Qualität in vielen modernen Strassenfarben 145 Strumpfwaren besonders billig Für Damen gute Baumwolle te Qualität, mit Doppelsohle und 78PL. 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Die erste Wanderung gilt der Worchel, die ober in. diesem Zahr wegen der trockenen und kalten vorausgegangenen Wochen verspätet herauskommt, mindestens nicht nach dem vorgeschriebenen Programm des Vereins, dessen pUz- und naturkundige Führer sich auch einmal irren können, wie die nachfolgende humoristische Schilderung eines Teilnehmers au solcher Pilz- exkursion beweist: So einfach ist das nicht, es gehört zum Morchelsuchen auch der Glückspilz, der sie findet. Man kann behaupten, daß man eher als Sonntagsjäger einen Hasen trifft, als«inen Morchel standort, denn zur Not kann man ihn bei der Heimkunst noch beim Wildhändler— kaufen. Unser erstes Glück wuchs gleich hinter Halb«, das vom Görlitzer Bahnhof in einer Bahnstund« Fahrt zu erreichen ist. Nach einer halbstündigen Danderrmg hatte eine Teilnehmerin der Cx- kursion die erst« Morchel am Chaussecrande entdeckt: es war aber keine Morchel, sondern eine Lorchel. Der Führer unserer Pilzgesellschaft, die sich ans Einladung der„Gesellschaft für deutsche Pilzkunde" eingefunden hatte, ein jovialer, erfahrener Wanderer, gab bereitwillig seine Zustimmung.„Alles, was Sie finden, meine Herrschasten, ist Ihr Eigentum. Der Wold gehört ja nicht mir!" !sch wollte auch nicht zurückstehen und gab einig« Morchelrezepte zum besten. Wissen Sie, mit Lammfleisch und Sahnensoße! Unser Führer meinte, die Morchel wäre der erste Pilz, den uns das Früh- jähr schenke. Pilzstellen, wo man 8 bis 10 Pfund erntet, fände man hier im Handumdrehen. Na, wir waren auf die Morchel aus wie ein Löwe, der Fleisch gerochen Hot. Di« Dame mit dem Glückspilz zog voraus. In der nächsten halben Stunde hasten wir kein Glück. Ab und zu sahen wir etwas neidvoll auf die vorangetragene Glückslorchel, die etwa faustgroß«ruf drei zusammengewachsenen Stielen chr braunsaintenes Fell runzelte. Wir zogen jetzt an Kiefernbeständen«nllang, es war hier aber noch nicht die richtige Stell«. Dann kletterten wir über Kandhügel und durch Kiefernschonunqen, die von der Sonne warm beschienen waren. Unser Führer wollte ssch fressen lassen, wenn hier Vicht der gegeben« Morchelstand zu finden sei. Auch fanden wir vieles, nur keine Morcheln. Meist waren da braune Baumstumpen, die trügerisch lockten, manchmal waren es ärmliche, grünner- schimmelte Ueberreste vorjährigen Pilzreichtums, die braun im Laub herauslügten. Unser Führer meinte:„Warten Sie nur. die Sonn« muß nur etwas wärmer scheinen. Da genügen oft Stunden, um tüe Morchel herauszulocken. Man sieht sie förmlich wochsen'" Ich haste mich längst schon darauf verlegt, die Morchel wachsen zu sehen, denn mir schmerzten die Füße in Halbschuhen, auch hatte der Proviant nicht weil gereicht. Nachdem wir in der H«ide van einem größeren Hügel mit Weitblick die letzten Peränderungen im Kleid unserer Mutter Erde bewundert hotten, die groß« Hügel- ketten und riefeTol furchen sichelförmig hier in dicLandschast zeichnet, >md nachdem wir«inen Ausflug in die erste sprießende Flora hier auf den Sondhalten genossen,— das wenige Zentimeter große, jetzt blühende Hungerblümchen, rotschimmernde Hoarmos« und Flechten, die alle als Ueberreste jener arktischen Zeiten an- gesprochen werden wollen— beschloß der erst« Teil der Wanderung mit einem Frühstück. Allgemein war man der Auffassung, daß nach dieser Stärkung nunmehr der Blick für das Morchelsuchen geschärft sei. Der nächste Glückliche im Finden sollt« ich sein. Zwar wollte sich unser Führer mit mir in den Ruhm teilen, die Morchel zuerst gesehen zu haben, ober es— war nur ein« alte verrostete Radfahrerllingcl, die aus dem Gros lugte. Wir hatten uns nun schon an das Va-BMgue-Spiel mit dem Morchclsuchen gewöhnt. Als wir am frühen Nachmittag im Städtchen Wendisch- Buchholz Rost machten, hörte ich unseren Führer den Wirt km Vertrauen fragen:„Wissen Sie nicht, wo man Morcheln kaufen kann!" Der Wirt zuckt« die Schultern, er hatte von Morcheln noch nichts gehört. Bei unserem Aufbruch war die Stimmung für Morcheln geteilt. Einige Teilnehmer schieden aus und erreichten noch zeitig den Zug nach Berlin. Ich gehörte zu den Unentwegten, als outorstäts- gläubiger Mensch ließ ich mich von der Aussschi verlocken:„Wie werden sich die anderen ärgern, wenn wir wirklich Morchelnester noch finden!" Der Führer wollte seine Ehre retten, nur schlug er leider einen kleinen Umweg vor, an der Dahme entlang, der nach Teupitz zur Bahn führen sollte. Der kleine Umweg betrug etwa 20 Kilometer, was zur Folge haste, daß wir den Zug nicht mehr erreichten. Nun hasten wir hinreichend Zeit zum Morchelsuchen. An der Dahme hotten wir das Vergnügen, einen Angler zu treffen, der einen vierpfündigen Blei gefangen haste. Der Mann mochte ssch nichts aus Morcheln. Unser Führer entdeckte mit seinen Luchs- äugen ein S ch n e p f c n n e st auf einer Wiese, dos er photw grophierte. Nach seinen Angaben war dieser seltene Fang für seine Kamera ihm viel mehr wert als Pfund Morcheln, die wir bis dahin nach nicht hatten. Schon am Vormittag hotte dieser Natur, kundige das noch seiner Meinung unerhörte Glück gehabt,«in ganzes Feld mit der echten Erika, die glockenblumige, zu finden, die in der Umgebung Berlins höchst sekten vorkommt. Aber was Helsen uns die schönsten Nastirsunde, wenn der Sinn nur auf Morcheln eingestellt ist. Im Hammer Forst waren auch keine zu finden. Beim Einmarschieren in Kl e i n- K ö r i s haste ich die Sache aufgesteckt. Mit drei Blasen an den Füßen können einem die schönsten Morcheln gestohlen bleiben. Aus die Einladung zum Morchelessen bei der Dame mit dem Glückspilz habe ich verzichtet, ich hatte dos Gesühl, daß sie ihre Einladung am Abend zurück- ziehen wollte. Heute habe ich mir auf dem Markt unter der heiligsten Versicherung, daß es echte Morcheln wären tdos Pfund 2,50 Mk.l, die Pilze angeschaut, damit man als Morchessucher zum mindesten weiß, wie diese? seltene- Naturprodukt aussseht. Was wir schufen. Ein ftitot von sozialistischer Arbeit in Stadt und Land. Die komwunalpolitische Zentralstelle beim Partei- vorstand der SPD. hat zusammen mit der Filmzentral« unserer Partei einen Werbefilm angefertigt, der uns die Ergebnisse der kommunalen Arbeit sozialdemokratischer Stadt- und Gemeind-w» treter anschaulich zeigt. Bei einer Probevorführung, die wir am Freitag sahen, hob Genosse Stelling nom Porteioorstand in ein- leitenden Bemerkungen hervor, daß aizf kvimnunalpolitischem Gebiet dieser Film unser erster ist. Den Stoff hat die kmumimolpolitische Zentralstelle zusammengetragen, das„Drehbuch" schrieben Stadtverordneter Genosse F e ch n e r und Stadtverordneter Genosse Dr. Loh- mann, die Regie log in den Händen des Genossen F u h nn n n n. Wie erfolgreich die Arbeit der Sozialdemokratie in den Kam- munen im Laufe der Jahrzehnte und besonders seit der Revolution doch gewesen ist, dos ist weiteren Kreisen noch lange nicht hinreichend bekannt. Der Film belehrt in wirksamer Form darüber, was in treuer und zäher Arbeit für die schaffend« Bc- Völker u ng die Sozialdemokratie schuf. Er bietet fesselnde Einblicke in die Einrichtungen zum Wohl der Säuglings und ihrer Mütter, der Kleinkinder und der Schulkinder, der Schul- entlassenen und Iugeiidlichen, der Erwerbstätigen und der Erwerbs- losen, der Kriegsbeschädigten und der Arbeitsinnalidcn, auch in den Betrieb kommunaler Werke und Verkehrsoinrichtungen. Johlen- angaben, die ja nur zu oft doch tot bleiben, sind fast ganz vermieden worden. Nur die eine Mitteilung wird gemacht, daß De u t s chl a n d zurzeit bereits 45000 sozialdemokratische Gc- meindevertreterinStadtundLand hat. Was uns von den Ergebnissen ihres Wirkens gezeigt wird, ist lebendig« Anschau- ung, wie wir sie von einem rechten Film erwarten und fordern. Der Film läßt an uns vorüberrollen Bilder aus Säuglingsfürsorgestellen, aus dem Landaufenthalt der Schulkinder, aus alten und neuen Schulen, aus Jugeiiicheimen und Sportplötzen, aus Berufsberatung und Arbeitsoermitstung, aus Altersheimen, aus der Wahnungsbau- tötigkeit, aus dem Verkehrswesen und nach manchem anderen Gebiet kommunaler Arbeit. Dieser Film wird uns als Werbemittel sehr gute Dien st e leisten können. Er predigt eindringlich die Mahnung, dafür zu sorgen, daß m ö g l! ch st überall in den K a m m u n e n aus künftigen Wahlen sozialdemokratische Mehr- Helten hervorgehen. Oer neue Potsdamer Magistrai. Fünf sozialistische Stadträte. Potsdam Hai ausgehört, die Hochburg der Reaktion zu sein. Die letzten Wahlen zum Sladtparlament haben die Vorherrschast der Schwarzweihroten gebrochen. Dos Wohl- ergebnis brachte nun auch eine andere Zusammensetzung des Magistrats. In der gestrigen Potsdamer Stadtvcrardnetensitzung fand die Neuwahl der unbesoldeten Stadträte statt. Die Deutschnotionalen erhielten vier, die Mittelgruppe drei und die Sozialdemokraten sünf Stadträte. 42 Stimmen waren abgegeben. Trotzdem die Wahl geheim war, gaben die K a m M u n i st e n folgende Erklärung ob:„Wir haben für die Liste Staad gestimmt, nicht aus Liebe zur So- ziatdemnkratie, sondern aus taktischen Gründen, weil die Sozialdemokratie die Loge der Arbeiter im Parlament verbessern kann. Folgende sozioldemokratische Stadträte wurden gewählt: Schuh- wacher Staad, M. d. R., Angestellter Erich S ch u ch m i l s k n. Lehrer Kurt Hitdebrand, Regieningsdirektor Wagner und Pianist Heinrich M i t s ch e. Wozu der£onn? lieber den in der letzten Stadt verordnetensitzung gefaßten Beschluß gegen die Krankenhau sandacht« n schreit am lautesten der„L a k o l- A n z c i g e r". Er behauptet, daß noch diesem Beschluß„in den städtischen Krankenhäusern fortan die Aus- Übung der Seelsorge verbaten sein soll". Damit einer L e g e n d e n b i l d u n g vorgebeugt wird, wollen mir hier den vollen Wortlaut des angenommenen Antrages wiedergeben. Die Stadtnerordnetenversomwlung hat beschlossen:„Der Magistrat wird ersucht, sämtlichen städtischen Krankenhäusern, Hospitälern, Heil- und Pflogeanstalten usw. Anweisung zu gehen, daß aus den Stationen oder in gemeinsamen Schlaf- resp. Speiseräiimsn religiöse Handlungen, wie Andachten, gemeinsame Gebete, r«- l i g i ö s e Ansprache n usw. nicht abgehalten werdeir Kirfen." Der Wortlaut zeigt, daß nicht gefordert wird, Ausüb-ü-ik-g der Seelsorge überhaupt in Krankenhäusern zsi v« r- bieten. Wenn der Magistrot dem Antrag Folge leistet,, kann »och wie vor jeder Geistliche jedem Kranken, der es wünscht, persönlichen Zuspruch gewähren. Aber das hört dann allerdings auf, daß alle Kranken eines Saales, auch solche, die den Zuspruch des Geistlichen ablehnen, seine Ansprachen und lauten Gebete mit- anhören müssen. Wenn gläubigen Kronken nicht versogt wird, daß ei» Geisil�cher sich zu ihnen ans Bett fetzt, dann darf auch un- gläubigen Kranken nicht verjagt werden, daß sie vor n»er- wünschten A Ii s p r a ch e u bewahrt bleiben. Wer das fordert, der ist nicht unduldsam, sondern wahrhaft d u l d s a in. Jack London: Wolfsblut. .L>u hast falsch gezählt." „Wir haben sechs Hunde," wiederholte der andere mit vollkommener Seelenruhe.„Ich nahm auch sechs Stück Fisch heraus. Einohr bekam aber keinen. Ich ging hernach an den Sack und brachte ihm seinen." „Wir haben aber nur sechs Hunde." behauptete Heinrich. „Du, Heinrich," fuhr Bill fort,„ich will nicht sagen, daß es alles Hunde waren, aber sieben haben Fisch bekommen." Heinrich machte eine Pause im Essen, blickte über das Feuer hinweg und zählte die Hunde. „Es sind jetzt nur sechs," sagte er. „Ich sah den anderen über den Schnee weglaufen," be- harrte Bill mit kühler Bestimmtheit,„und ich zählte sieben." Heinrich blickte ihn mitleidig an.„Ich werd' mich mächtig freuen, wenn die Fahrt erst vorüber ist." „Wie meinst du das?" fragte Bill. „Ich meine, daß unsere Fracht hier dir auf die Nerven fällt und du anfängst, Gespenster zu sehen." „Daran Hab' ich auch gedacht," antwortete Bill ernsthaft. „Drum, als ich das so quer über den Schnee laufen sah. unter- suchte ich denselben und sah Spuren darin. Dann zählte ich die Hunde, und es waren und blieben sechs. Die Spur ist noch im Schnee. Willst du sie sehen? Ich kann sie dir zeigen." Heinrich erwiderte nichts, s ondern kaute schweigend weiter, bis er den Rest der Mahlzeit mit einer Tasse Kaffee hinuntergespült hatte. Dann mischte er sich mit dem Rücken der Hand den Mund ab und sagte:„Du glaubst also, es war— Ein langgezogener, furchtbar trauriger Ton, der irgend- wo aus der Dunkelheit hernorkam, unterbrach sein Rede. Cr hielt inne, um zu lauschen. Dann schloß er den Satz mit einer Handbewegung nach dem Geheul hin,—„einer von denen?" Bill nickte.„Ich möchte hunderttausendmal lieber das, als was anderes glauben, und du hast ja selbst den Lärm gehört, den die Hunde machten." Ein Geheul nach dem anderen, wobei eines immer wie die Antwort auf das andere klang, verwandelte die Stille ringsum in den lärmenden Tumult eines Tollhauses.! Bon Allen Seiten kamen die Töne, und dir Hund« drängten sich angstvoll aneinander und so dicht um das Feuer herum, daß die Hitze ihnen den Pelz versengte. Bill warf mehr Holz auf die Glut, bevor er sich eine Pfeife anzündete. „Ich denke, du bist ein bißchen melancholisch gestimmt." bemerkte Heinrich. „Du. Heinrich..." Er sog nachdenklich eine Weile an der Pfeife, bevor er fortfuhr:„ich dachte gerade daran, wie viel hunderttausendmal glücklicher doch der da dran ist, als wir, du und ich, es je fein werden." Dabei deutete er mit dem Daumen abwärts auf die Kiste, auf der sie saßen. „Wenn wir, Heinrich, du oder ich, sterben, können wir glücklich sein, so viel Steine auf unsere Kadaver zu bekommen, daß die Hunde davon abgehalten werden." „Aber wir haben auck keine Verwandten und kein Geld und all das, wie der da," entgegnete Heinrich.„Eine lange Reise als Leiche ist etwas, was mir uns nicht leisten können." „Was mich wundert. Heinrich, ist, was so'n Mensch wie der da. der im eigenen Lande ein vornehmer 5)err war und sich um Essen und Trinken und um Nachtquartier nie hat zu sargen brauchen,— was so einer hierher in diesen gottver- lassenen Winkel kommt, das kann und kann ich nicht recht einsehen." „Er hätte ein hohes Alter erreichen können, wenn er zu Haus geblieben wäre," stimmte Heinrich bei. Bill öffnete den Mund, um zu sprechen, besann sich jedoch eines anderen. Er deutete statt dessen in das Dunkel hinein. das wie eine Mauer sie auf allen Seiten umgab. Es waren in der dichten Finsternis weder Formen, noch Gestalten zu erblicken, nur ein Augenpaar konnte man wie glühende Kohlen darin leuchten sehen. Heinrich deutet mit einer Kopf- bewegung nach einem zweiten und einem dritten Augenpaar. Ein Kreis glühender Augen schien sich um das Lager zu ziehen. Hin und wieder bewegten sich die glühenden Punkte, verschwanden, um einen Augenblick später wieder auf- zutauchen. Die Ruhelosigkeit der Hunde hatte zugenommen, sie rannten in einem Anfall plötzlicher Angst nach der Innen- seite des Feuers und drängten sich an die Männer heran. Bei der wilden Flucht war einer dicht am Feuer zu Falle ge- kommen und während der Geruch seines versengten Pelzes die Luft erfüllte, winselte er vor Schmerz und Angst. Unter- dessen hotte sich der Kreis glühender Augen unruhig hin- und herbcwegt und einen Augenblick sogar an wenig zurück« ?«zogen, oder wieder kehrten die leuchtenden Punkte an den rüheren Platz zurück, als die Hunde ruhiger wurden. „Heinrich, es ist ein großes Unglück, daß wir keine Pa- tronen mehr haben." Bill hatte feine Pfeife ausgeraucht und hall dem Ge- fährten auf die Tannenzwcige, die sie noch vor dem Abendessen auf den Schnee gelegt hatten, die wollenen Decken und Pelze zum Nachtlager auszubreiten. Heinrich brummte zustimmend und machte sich daran, seine Mokassins aufzuschnallen. „Wie viele Patronen haben wir noch, sagtest du?" fragte er. „Drei," war die Antwort.„Ich wünschte, es wären drei- hundert. Dann wollte ich ihnen schon was zeigen, den ver- dämmten Bestien." Bill schüttelte ärgerlich die Faust nach den glühenden 2lugen hin und fing ebenfalls an, sich die Mokassins auszu- ziehen, die er am Feuer aufstellte. „Ich wünschte, diese Kälte möchte mal endlich nachlassen." fuhr er fort.„Wir haben nun schon vierzehn Tage lang fünfzig Grad gehabt, und ich wollte, ich hätte mich nie auf diese Fahrt begeben, Heinrich. Mir gefällt sie nicht! Mir ist nicht wohl dabei, und wenn ich einmal beim Wünschen bin, so mächt' ich. die Fahrt wäre erst vorbei, und du und ich. wir säßen am Feuer in Fort Mc' Gurry so um diese Zeit des Tages, und spielten Karten. Ja. das mächt' ich!" Heinrich brummte und kroch ins Bett. Beim Einduseln weckte ihn die Stimme des Gefährten. �„Hör mal, Heinrich— den andern, der dazukam und den Fisch bekam—, warum bissen den die Hunde nicht weg? Das beunruhigt mich." „Du plagst dich zu sehr Bill." kam schläfrig die Antwort. „Du warst doch vorher uie so. Nun hör'mal auf und schlafe, dann bist du morgen wieder frisch und munter. Du host dir den Magen verdorben, und dos quält dich!" Die Männer schliefen unter derselben Decke schwer atmend nebeneinander. Das Feuer brannte herunter und der Kreis glühender Augen zag sich immer enger um das Lager. Die Hunde drängten sich angstvoll aneinander und knurrten jedesmal drohend, wenn ein Zlugenpaar näher herankam. Einmal wurde der Lärm so toll, daß Bill er- wachte. Er kroch vorsichtig aus dem Bett, um den Schlaf seines Kameraden nicht zu stören, und warf mehr Holz auf das Feuer. Als es aufflammte, zog sich der Auqenkreis weiter zurück. Zufällig blickte er"ach den sich zusommeu- drängenden Hunden hinüber, rieb sich die Augen und blickte schärfer hin. Darauf kroch er unter die Decken zurück. (Fortsetzung folgt.) Stmerttaflieger am Ziel. Auf dem Flugplatz Sortißfield gelandet. New Dork. 27. April. Die Amerlkaflieger sind gestern nachmittag gänzlich unerwartet aus dem Alugploh C u r t i h s i e l d. eine Meile von dem Flugplatz Milchellsield. aus dem sich zahlreiche Presseleule und Photo- graphen eiugesuud-n hatten, wo man mit einer Zwischenlandung gerechnet holte, gelandet. Die Besatzung der„Bremen" wird die Weiterreise nach Washington höchstwahrscheinlich mit der Eisenbahn sortsetzre. da der anhallende Regen einen Flug unratsam erscheinen lötzt. Eintreffen der Leiche Bennetts in New �ork. New Port. Z7. April. Heute früh traf die Leiche des Fliegers Bennett hier ein. Die Stadt, die bereits zum Empfang der„Bremen"- Flieger festlich geschmückt war. zeigte jetzt T r a u e r s ch m u ck. Die Leiche wurde in einer Kaserne aufgebahrt und ein« Stunde lang hatte die Bevölkerung Gelegenheit, den Flieger Bennett noch einmal zu sehen. Später verweilten die betagte Mutter und die Gattin des Fliegers wenige Minuten am Sarge. Dann schritt man zur lieber- führung der sterblichen Reste Bciinetts nach Washington. Das Grab Bennett» wird in der Nähe des Grabes Pearys liegen, der Zuerst den Nordpol erreicht Hot. Oeiekiiv Leyk freigesprochen. Eine Niederlage der Staatvanwoltschast. Das Schwurgericht sprach gestern nach einer fast eiw- stündigea Beratung den Detektiv Paul L e y k von der An. klage de» Meineides auf kosten der Slaalskasie frei. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Landgerichts- direktor Dr. Tolk u. a. aus: Cs sei nicht mit Bestimmtheit fest» zustellen gewesen, was der Angeklagte als Zeuge in dem Totschlags. prozeß der Frau Holz ausgesagt hat. Die Sachverständigen waren ober der Ansicht, daß sowohl die Darstellung der Frau Holz von dem Dorgange am verhängnisvollen Morgen als auch diejenige des Angeklagten dem Obduktionsbefund entspreche. So erschien es auf Grund der Beweisaufnahme wohl möglich, daß Frau Holz auf ihren Mann im Zustande der Notwehr geschossen habe. Nichts anderes hotte aber der Angeklagte in dem Prozeh gegen Frau Holz aus- gesägt. Der Ausgong das Prozesses nimmt nicht Wunder. Um so ver. wunderlicher erscheint es aber, daß gerade in diesem Falle überhaupt ein derartig langwieriges Meincidsverfahrsn unter so eigentümlichen Bedingungen eingeleitet werden tonnte. Wieder einmal hat die Staatsanwaltschast einen verdächtigen Uebereifer gezeigt. Frau Holz hatte ihren unerhört brutalen Mann im Zustande höchster Er- regung niodergeschosien. Das Gericht hatte Notwehr angenommen »nid sie freigesprochen. Ja, selbst wenn es nicht Notwehr gewesen wäre, hätte die Frau dann verurteilt werden können? War denn thr ganze» Leben mit dem Mann während der fünf Jahr« nicht «in einziger R« t st a n d. Die Sache hätte mit dem Spruch de» Gericht» für die Staatsanwaltschaft ein für allemal erledigt sein fallen. Lorbeeren hätte sie wo anders suchen und finden können. Statt dessen ließ man mehr als drei Jahre hindurch das Damokles- ichwert de» Wiederaufnahmeverfahrens über der Frau schweben. Der Freispruch Ltyk» bedeutet eine endgültige Erledigung dieser traurigen Angelegenheit. Das Urteil des Landgerichts 1 sollte aber «ine erneut« Mahnung an die Staatsanwaltschaft sein, ihren Ueber- «s« in Meineidsverfahren etwas einzudämmen. Fischausstellung in der Zentralmarkihalle. Der Ausschuß für Seefischpropaganda hatte zur Besichtigung einer Ausstellung in der Zentralmarkthalle«ingeladen. STn vierzig Ständen zeigten die Verkaufsfirmen ihre appetitlich zu- gerichtet«, von Blumen, Blattwerk, Salaten, Tomaten und Zitronen» scheiben umrahmt«, häufig auf Eis gelagert« Ware, dazwischen leuchtend rote Krebse, Weinlaubschnecken, Aalquappen und andere Raritäten. Man bestaunte einen Karpfen von 25 Pfund, einen Lachs von Z? Pfund, riesige Burschen, die in d«ut- fchen Flußgewässern gefangen wurden. Uebertrofsen wurden sie durch«inen Heilbutt von 1ZÜ Pfund aus unserer Nord- se«. Praktisch für die erwerbstätige Hausfrau und einem schmalen Geldbeutel entsprechend sind die lauber«ingepackten Fischfilet». Man wünscht beim Anblick dieser zum Teil blutsrischen oder doch glänzend konservierten, schimmernden Ware, daß man sie in allen Stadtteilen Berlins in gleicher Qualität geliefert bekäme. Bei einer Fischkostprobe, die den Teilnehmern der Besichtigung im Ratskeller gereicht wurde, erwies sich, daß selbst unser schlichter, zu Unrecht mißachteter Dorsch ein vortreffliches Gericht abzugeben vermag, freilich in einer Zubereitung, wie sie nicht jeder Hausfrau erschwing- lich ist. Vom Bertret»r der Stadt Berlin wurde darauf hingewiesen, wie die Stadt durch Beschlagnahm« minderwertiger Ware, manchmal sehr zum ZZerdruß des Handels, im Laufe der Jahre verbessernd auf die zum Verkauf gelangende Fischqualität eingewirkt habe. Es ist beabsichtigt, durch den Bau großer Hallen in den Vororten und Außenbezirken noch mehr als bisher den Großhandel im Interesse der Fischbelieferung für die gesamt« Bevölkerung zu sördeen. Ein Bei treter des Ausschusses für Seefifchpropaganda bewies die Ausbaufähigkeit unseres Fischhandels an folgenden Zahlen: In Deutschland beträgt der jährliche Fischtonsum pro Kopf der Bevölkerung 17 Pfund Fische und 102 Pfund Fleisch, in England 51 Pfund Fische und 100 Pfund Fleisch. Der Konsument hat von der Fischnahning große Vorteile, da er mit ihr hochwertig« Nährstoffe und Aufbausubstanzen wie Eiweiß, Fett. Jod und Phosphorkalk in leichtverdaulicher Fonn daher besonders geeignet für Sinder und Kranke—, zu sich nimmt. Es ist ein Vorurteil, im Sommer der Fischernährung zu mißtrauen. Im Gegenteil ist der Fisch im Sommer, während seiner Mastzeit, ganz besonders gehaltvoll und stellt an die Verdauung-- nrgane geringere Anspruüche als das immer noch stark überschätzte Nelsch. Ein Stndentinnenheim. Dos erste Studentinnentagssheim für Berliner Hochschülennnen. nach der Schrittmacherin der weiblichen akademischen Jugend H e l e n e« L a n g e. H e l m benannt, wurde den Vertretern der Behörden und der Presse gezeigt. Unter der talkräftigen Hilfe von Behörden, Organisationen und Privatpersonen»urde das Heim ins Leben gerufen, di« Räume selbst die sogenannte„Heinrichs. Wohnung" im Stadtschloß(Apothekenflügel gegenüber vom Dom)— wurden vom preußischen Unterrichtsininistorium unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Durch den Apothekenslügel über den Eishof führt eine Wendeltreppe in den Vorraum des Helmes, eine vräcbtig getäfelt« Bar ohlenen Schmucksachen wieder. Nichts fehlt. Aus Kleinigkeiten w<)r zu ersehen, daß der Schmuck in der Zwischenzeit getragen worden ist. So fehlte aus einem Ring ei» kleiner Rubin und an d« Ketfp ist ein neu« aber unechter Karo- binerhaken angebracht. Ob nun d« Dieb selbst wieder aufge- schlössen und die Beute zurückgebracht, vielleicht aus Reue oder aus Furcht, sich doch noch zu verraten oder wer es sonst getan haben mag, ist ein Rüffel.__ Die schwebende Lokomotive. Ein eigenartiger Eisenbahnunfall, bei dem wie e'm Wunder nie- wand verletzt wurde,«eignete sich am Freitag vormittag gegen 10 Uhr zwischen dem Potsdamer Bahnhof und dem Bahn- Hof Iorckstraße. Eine V o r o r tz u g l o k o m o t i o e, die jeden Morgen vom Anhalter Bahnhof nach dem Potsdamer Bahn» Hof fährt, um von dort einen Zug nach Zossen zu bringen, überfuhr auf der Strecke nach dem Potsdamer Bahnhos eine Weiche und ge- riet dadurch aus ein Nebengleis. Die Lokomotive rast« mit Volldampf gegen einen Prellblock und riß diesen um. Sie brach dann auf der anschließenden Brücke, die über die Gleis« des Postbahnhofs führt, durch und blieb, mit dem Vorderteil in der Luft schwebend, hängen. D« Führer rettet« s i ch durch Abspringen. Ein Freispruch. Vor dem Amtsgericht Ehariottenburg fand gestern die Perhand. lung gegen den Straßenbahnführer Schulz und den Müllkutsch« U fl m« r statt, die unter der Anklage s a h r l ä s s i g e r Körper- Verletzung und Transportgefährdung standen. Im Oktober 192? stießen in der Berlin« Straße in Charlottenburg«in Straßenbahnzug und ein Müllwagen zusammen: bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Personen verletzt. Die Aussagen der zahlreichen Unfollzeugen widersprochen sich— wie so oft außerordentlich. So war nicht einmal festzustellen, ob d« Straßenbahnfahrer seinen Wagen sofort abgebremst und anqeholten hat. oder ob er noch hundert Meter weiter gefahren ist. Das Ge. richt hat dah« den Anträgen d« Verteidiger. Rechtsanwälten Dr. L e ff m a n n und K i st n e r. entsprochen mG dU Angeklagte» freigesprochen. Diebesfrechheit. Ein ziemlich waghalsige» Untenrehmen führten Wohmrngsein. brecher nachts in der Budapester Straße zu Charlottenburg aus. Sie stiegen auf das ziemlich flache Dach eines Haufes. ließen sich an einem Strick bis zum 4. Stock hinab, stiegen hier in. da» Zimmer einer Hausangestellten ein, durchsuchten dann die ganze Wohnung und packten Beutestücke aller Art. einen Sealmantel und ander« Kleidimgsstücke. Brillantschmuck und Silbersachen zusammen, banden das Paket auf dem Balkon an den Strick, kletterten an diesem wieder aus das Dach hinaus, zogen die Beute noch und verschwanden damit.— Leichter mochte es sich eine Kolonne in der veesener Straße. Hier hatte ein junges Ehepaar nqch langem Warten endlich«ine Wohnung gefunden. Ei war beim Einrichten und wohnt« einstweilen noch bei den Eltern. Einbrecher öffneten nun bequem das gewöhnliche Schloß und stahlen alles, wa» bereit» m dar neuen Wohnung untergebracht war. Zn der Mordsache gegen Erna Anthony, die di« Reinerna chefran Lange in der CharloUenstraß« mit einem Schlächtermess« getotet hat. ist auf Antrag von Rechtsanwalt Walter Bahn beschlossen worden, ein« Untersuchung der Angeschuldigten aus ihren Geist«»- zustand vorzunehmen. Der Untersuchungsrichter. Landgerichtsrat Brühl, hat die Gerichts- und die Gefängnisärzte Obermedizinal- rat Dr. B ü r g« r. Prof. Dr. S t r a u ch und Medizinalmt Dr. Dyrenfurth mit der Beobachtung der Erna Anthony im Untersuchungsgefängnis beauftragt. Infolgedessen ta>"» die Voruntersuchung vorläufig nicht abgeschlossen werden. Es erscheint zweifelhaft, ob der Mordprozeß gegen die Mörderin noch vor de» Gerichtsserien zur Verhandlung gelangen wird. Kolgen der Balkan-Erdbebe«. Staubregen über Ostgalizien. Durch das wiederholte starte Erb bedenaufderPnkka»- Halbinsel sind ungeheure Staubmassen emporgewirbelt worden, die jetzt von den höh««n Lustschichten weit fortgetragen werden. Gestern morgen erreichte eine solche Staubwolke Lemberg. Um 5 Uhr morgens begann ein starker Regen niederzufallen, dessen Wasser schmutzig war, weil«» Staubbestandteile enthielt. Dies« Schmutzreaen hielt mehrere Stunden hindurch an. Unter der Be- völkerung Lembergs entstand stark« Unruhe, weil man diese Natur- erscheinung als die Ankündigung eines bevorstehende n Erdbebens auffaßte. Ungefähr zur selben Zeit fiel ein trockener Staubregen auf Krakau nieder, so daß die Straßen sich mit ein« Staubschicht bedeckten. Der Wissenschast sind diese Erscheinungen längst bekannt und die Luftwanderungen von Staubmassen über große Entfernungen sind wiederholt beobachtet worden. Vergwerksunglück in Rußland. Moskau. 27. April. Infolge Einsturzes eines Schachtes in einem Bergwerk des Donez-Gebietes wurden drei Lergarbeiker getötet, sieben verletzt. Opfer der Lust. Ein schweres Fliegerunglück ereignete sich auf dem Päd- linger Flugplatz bei Stuttgart. Zwei Flugzeug» der Sport- ftiegerschule stießen bei Uebungsflügen in der Luft zusammen. Während die eine Maschine trotz Beschödigungen noch glücklich landen tonnte und ihr Pilot unverletzt blieb, stürzt« da» andere Flugzeug ab und begrub den Führer, den Sewerbeoder- lehrer K n o p p au» Essen, unter sich. Knopp war sofort tot. Aus dem Flugplatz Monte Celio in Italien sprang om Freitag der Leiter der Flugtechnischen Abteilung. Generalleut. n a n t Guidoni, mit einem Fallschirm au» 1000 Meter Höhe von einem Flugzeug äb. Infolge fehlerhafter Handhabung öffnete sich der Fallschirm nicht rechtzeitig, so daß der Genßral abstürzt«. Guidoni war auf der Stelle tot. Die Wählerin ist heute Sonnabend Abend in den Abholestellen Der bedrohte Achtstundentag. Die Arbeiterschaft wird ihn zu verteidigen wiffen. Bird es den Unternehmern gelingen, eine Revision des| sein wird, alle Kräfte aufzubieten, damit bas l e bereintommen Washingtoner Achtstundenübereinkommens herbeizuführen? Mit in einem für die Arbeiter günstigen Sinne revidiert Sicherheit tann in diesem Augenblick nicht prophezeit werden, ob diesen wird. Deshalb werden auch die traditionellen Rundgebungen der Bestrebungen Erfolg beschieden sein wird. Klar ist nur das eine: Arbeiterschaft am 1. Mai in diesem Jahre stärter und leiben daß die Bertreter der Arbeiterklasse einen schweren Kampf auszu fchaftlicher als in den legten Jahren für den Achtstundentag eintreten tragen haben werden, um den Anschlag auf diese Errungenschaft Der internationale Achtstundentag muß national und international abzumehren. gefeßlich verantert werden. Der hinterhältige Bersuch der englischen Regierung muß nicht nur zurückgewiesen werben. Die Arbeiterschaft muß, in dem Bewußtsein, daß die Bedrohung des Achtstundentages gleichbedeutend ist mit einer Bedrohung ihrer Menschenwürde, felbft zum Angriff übergehen. Immer deutlicher zeichnen sich die Grenzen zwischen Anhängern und Gegnern ab. Es ist nicht nur die Gewerkschaftsbewegung, die von dem Augenblid an, als Betterton im Berwaltungsrat des 322. seinen Vorschlag auf Revision des Washingtoner Uebereinkommens machte, sich mit aller Kraft diesem Anschlag widersezte. Auch die Internationale ,, Bereinigung für sozialen Fortschritt" zögerte nicht, fich allsogleich gegen das Borgehen der britischen Regierung und ihre geänderte Haltung in der Frage des Achtstundenübereinkommens auszusprechen und die ihr angeschlossenen Settionen in den verschiedenen Ländern aufzufordern, alles zu tun, um noch die Ratifi zierung des Achtstundenübereinkommens durchzusehen. Auch eine Anzahl von Regierungen scheint feineswegs geneigt zu fein, zu einer Revision der Konvention die Hand bieten zu wollen. Qugem burg hat zur selben Zeit, als der Revisionsvorschlag der britischen Regierung erfolgte, beschlossen, alle von den zehn Internationalen Arbeitskonferenzen angenommenen Uebereinkommen den tompetenten Instanzen zur Ratifizierung vorzulegen und hat sie inzwischen auch ratifiziert. Andererseits hat die franzöfifche Regie. rung sich dahin ausgesprochen, daß sie sich jedem Revisionsvorschlag widersehen würde. Es tritt denn auch immer deutlicher hervor, daß die ,, la fti. zität, die von den Unternehmern einer Reihe von Ländern jezt gefordert wird und beretwegen eine Revision nötig sein soll, nur ein Vorwand ist, um dem Achtstundentag zu Leibe zu gehen und das Uebereinkommen zu verschlechtern. Bie Jouhaug im Beuple" mitteilt, haben die Beratungen, die fürzlich in der Geschäftsordnungstommission des JAA. über das bei einer eventuellen Revision zu verfolgende Berfahren geführt wurden, deutlich gezeigt, non welchen Absichten sich die Unternehmer in diefer Sache leiten Taffen. Diese Absichten, bemertt Jouhaur, find meit mehr danon beherrscht, dem Achtstundentag Schaden zuzufügen, als von dem Wunsche, einen Ausweg für die einer raschen Ratifizierung entgegenstehenden Schwierigteiten zu finden. Es tann tein Zweifel darüber bestehen, daß der Arbeiter. Bewegung ein schwerer Rampf bevorsteht; aber es liegt fein Grund nor, zu glauben, daß fie dabei den Stürzeren ziehen müffe. Sollte die Revision der Bashingtoner Achtstundentonvention tat fächlich auf die Tagesordnung der Internationalen Arbeitstonferenz non 1929 gefegt merden, dann wird sich noch zu zeigen haben, ob Die Unternehmer zur Zeit der Behandlung dieses Gegenstandes noch ebenso start sind wie im gegenwärtigen Augenblid und pb, falls es zur Revision tommen sollte, die Arbeiterbewegung nicht in der Lage Abgelehnte Verschmelzung. Wann fommt der Einheitsverband der Bauarbeiter? Der Dachdecernerband, der in diesen Tagen seinen 16. Berbandstag in Emmershausen( im Taunus) ab hält, hat, mie aus der Eröffnungsrede des Verbandsvorsitzenden Thomas hervorgeht, die Verschmelzung mit dem Deutschen Baugemertsbund abgelehnt. Bei der Abftimmung maren 3154 Stimmen für und 3387 Stimmen gegen den Anschluß an den Baugewertsbund. Der Grundstein", das Organ des Deutschen Baugewertsbundes, bezeichnet das Abstimmungsergebnis als einen schweren gewerkschaftlichen Fehler, da berufliche Aenderungen in der Bauweise eines Tages sehr leicht eine andere Konstellation herbeiführen tönnen. Im Dachdeckerverband fei man anscheinend noch heute der Meinung, daß bei einem Ueberfritt zum Baugewerksbund das Fachblatt gänzlich verschwinde. Der Gruppenleitung hätte es jedoch nach einem Uebertritt freigestanden, nach eigenem Ermessen monatlich ein besonderes Blatt herauszugeben. leber die Notwendigkeit der Verschmelzung aller Bauarbeiterverbände wird es teine Meinungsverschiedenheiten geben. Wenn es trotzdem damit nicht vorwärts gehen will, so scheint uns die Ursache die Befürchtung zu sein, es handle sich nicht um eine Berschmelzung, sondern um ein Aufsaugen der Bauarbeiter. verbände durch den Baugewertsbund. „ Mit treudeutschem Gruß." Das ist die biebermännische Grußform der gelben Vereinigungen, die sich wie z. B. die Nationalgewertschaft Deutscher Eisenbahner mit dem nationalen" Mäntelchen drapieren. Die erwähnte gelbe Eisenbahnervereinigung hat im November 1927 bei einer Firma für Bureaubedarf für 129,76 Mart Baren bezogen, die ihr auf Wunsch ihres ersten Borsitzenden, Eisenbahnobersekretär Schmalz, und des ehemaligen hristlichen Gewerkschaftssekretärs Schemel auf vier Wochen trebitiert wurden. ,, Außer einem ganzen fleinen Betrage" ist wie die betreffende Firma der Deffentlichkeit mitteilt bis heute nichts bezahlt worden. Auf Drängen der Firma bezahlten die Herren Schmalz und Schemel nach Monaten mit Schecks auf die ittelstands. und Kreditbant e. G. m. H., der sie als fichtsratsmitglieder angehören Diese Schecks tonnten jedoch rhalb acht Bochen mangels Dedung nicht bezahlt werden. Bie fich herausstellte, mar die Nationale Gewerkschaft" durch lz und Schemel bereits bei der Hergabe der Scheds der nschaftsbant mit über 1000 mart verschuldet und Bureauinventar waren Leihobjette. Nach ruchtloser Pfändung hat die Firma am 23. März 1928 gegen Schmalz und Schemel als Geschäftsführer dieser Gemertschaft" Betrugsanzeige bei der Staatsanwaltschaft erſtattet. 3 Die Nationale Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner ist jetzt zum 2. mai vor das Amtsgericht Berlin- Schöneberg zum Offenbarungseid geladen. Kurzum, die Nationale Gewerkschaft" ist bankrott, es bleibt mur ber treudeutsche Gruß. Die Debatte in Genf. Genf, 27. April.( Eigenbericht.) Die Freitagftzungen des Berwaltungsrats bes 3nter nationalen Arbeitsamtes zeigten, in wie starfem Maße der Achtstundentag gefährdet ist. Man tämpfte um das Revisionsverfahren für nachzuprüfende Konventionen im allgemeinen, aber es ging babei um die wichtige Sonderfrage, in welchem Ausmaß das Acht st undtag blommen geändert welchem Ausmaß das Acht st undtag Abtommen geändert merden darf. Jouhaug betonte im Namen der Arbeitergruppe, daß diese sich feiner Nachprüfung, deren fachliche Berechtigung er. wiesen sei, entziehe, aber die bisher auf dem Gebiete internationaler Sozialgefeggebung geleistete Arbeit sei ein minimum, das man ber Arbeiterschaft nicht nehmen tönne, ohne damit die Grundlagen zu zerstören, auf der das Internationale Arbeitsamt und sein Wert erbaut jei Ab 6. Mai Freibad Müggelsee. Am Sonntag, dem 6. Mai, wird das Freibad am Müggelsee eröffnet. Das Freibad Müggelsee ist auf herrlichen Baldwegen von der Bahnstation Berlin- Rahnsdorf in 10 Minuten zu erreichen. Bom Bahnhof Berlin- Friedrichshagen bis zum Freibad Müggelsee beträgt die Begftrede etwa 30 Minuten. Bon hier ist eine Autobuslinie zum Freibade Müggelsee eingerichtet worden. Die Eintritts preise für Erwachsene betragen 10 Bf., für Kinder 5 Bf. In Anbetracht dieser niedrigen Eintrittspreise wird das Freibad Müggelsee zur Erholungsstätte für jede Bevölkerungsschicht. Der Besuch dieser zwischen Ried und hohen Föhren eingebetteten Müggelseefreibad ftätte fann daher nur empfohlen werden, Eine halbe Million Flugkilometer! Jubiläum bes 500 000 Flugfilometers feiern. Nady Wiederum fann ein Luftfapitän der Deutschen Lufthansa das Rahlow, Noad und Bolta bat jeßt der Flugzeugführer Hermann ende diese besondere Leistung vollbracht. Wende ging nach Beendigung des Krieges zu dem Zivilluftverfehr über. Seit Gründung der Deutschen Lufthansa ist er bei dieser Gesellschaft tätig, und seit furzem ist er der Führer des größten deutschen Namen Hermann Röhl" getauft hat. Landflugzeuges, das die Deutsche Lufthansa befanntlich auf den Breußische Bressedienst mitteilt, hat der preußische Kultus. Zum Sängerfest des Arbeiterjängerbundes. Wie der Amtliche minister Dr. Beder die Schulbehörden ermächtigt, Lehrern, die in dem Deutschen Arbeiterfängerbund Chorgefangvereinsleiter find, zur Teilnahme an dem am 16., 17. und 18. Juni 1928 in Hannover stattfindenden ersten Sängerfest des Bundes nach Möglichkeit Urlaub zu gewähren. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß Berlin Einfendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin S23 68, Lindenstraße 3 Bozabenb bes 1. Mai Demonstration bur Schöneberg. Treffpunkt her Sefamtorganisation 19% Uhr Martt Ebersstraße. Fahrverbindungen: Stadt bahn Schöneberg und Eberstraße, Straßenbahn und Omnibus Raiser- Wilhelm Blan Alle älteren Genoffinnen und Genoffen treffen fich am Dienstag, 1. Mai, Uhr vormittags, auf dem 2. Sol des Borwärts- Gebäudes. Heute, Sonnabend: Die Reglementstommission hatte gegen die Stimmen der Arbeitervertreter ein Repifionsverfahren entworfen, das jebe Garantie gegen eine Verschlechterung der Konventionen per missen läßt. Die Arbeiter forderten immer und immer wieder solche Garantien. Der deutsche und der franzöfifche Regierungsvertreter 7 gingen in anerkennenswerter Beife auf ben Geist des Bergleichs und der Sachlichfeit", in dem die Arbeitergruppe zu verhandeln ver fprach, ein und schlugen Abänderungen zum Entwurf der Stommission vor. Sie versuchten in inoffiziellen Berhandlungen andere Regierungsvertreter und Unternehmer für ein Entgegen. tommen gegenüber den Arbeitern zu gewinnen. Bis jett ner gebens. Auf Borschlags deutschen Regierungsvertreters wurde bie Abstimmung schließlich auf Sonnabend verlagt, nachbem noch ein indischer Versuch, die Entscheidung in den Mai zu nerfchleppen, abge wiesen worden war. Um einen den Arbeitern günstigen Bergleich zu erzielen, müssen sechs Regierungsvertreter mit den Arbeitern stimmen. Deutschland, Frankreich und Belgien tun es sicher, auch der Italiener schien einem Entgegendommen nicht ab geneigt. Schiedsspruch im fächsischen Steinkohlenbergbau. Dresden, 27. April. In den Schlichtungsverhandlungen zur Beilegung des Lohnftreits im fächsischen Steinfohlenbergbau wurde heute ein Schieds ipruch gefällt, der eine Lohnerhöhung von 7 Broz. für die Arbeiter unter Tage und über Tage ab 1. Mai vorsieht. Wie verlautet, wird der Schiedsspruch von Arbeitgeberseite abgelehnt werden. Geht die Wählerlisten ein! Die Liften liegen in den von den Bezirksverwaltungen bekanntgegebenen Stellen von Sonntag, den 29. April bis Sonntag, den 6. mai, aus! Sie fönnen an den Wochentagen von 2-9 Uhr nachm., an den Sonntagen von 10 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm. eingesehen werden. Ein Bürgerblock- Geschent. Das Gefrierfleisch für Berlin. In der geftrigen Sihung der Deputation für Markthallen war der Hauptpunkt der Tagesordnung die durch die Maßnahmen der Bürgerblodregierung erforderlich gewordene Neuverteilung von Gefrierfleisch. Wie vom Magistrat befanntgegeben wurde, ist die endgültig für Berlin feftgefeßte Menge im lekten Augenblid noch um etwa die Hälfte vermindert ben in Aussicht genommenen Bezirken des Reiches noch weitere als worden. Die Regierung hatte sich nämlich genötigt gesehen, neben bezugsberechtigt anzuerkennen. Berlin foll daher statt einem Kontingent von etwa 20 000 Tonnen, die in früherer Zeit pro Jahr zur Verfügung standen, nur 7730 Tonnen erhalten, zu denen dann noch das Kontingent für die Konsumgenoffenfchaft binzutommt. auf die Bertreter aller Barteien machte, tam in einer von den Der Eindrud, den die Mitteilung der städtischen Verwaltung sozialdemokratischen Ausschußmitgliedern vorge Schlagenen und einstimmia angenommenen Entschließung zum Ausdruck, die folgenden Wortlaut hat: Die Markthallendeputation der Stadt Berfin ift einffimmig der Auffaffung, daß die enorme Herabfehung des Kontingents von Gefrierfleisch von der Reichsregierung zum Nachteil der minderbemittelten Bevölkeruna veranlaht und barum schnellstens wieder gutzumachen ist. Der Magiftrat wird Faltplag II: Fahrt Briefelang. Treffpunt 19% Uhr hf, Schönhaufer glee. Razligler Sonntag 7 Uhr ebenbort. Betersburger Viertel: Beginn des Gruppenabends 19% Uhr im Heim Diestelmenerstraße. Reukölln H Fahrt Briefelang. Treffpunti 19 Uhr Bhf. Reutöln. Reukölln VI: Fahrt Siefenfee- Strausberg. Treffpunkt 17% Uhr Bhf., Raiser- Friedrich- Straße. Tempelhof: Jugendfeier findet nicht statt. Borstandssigung pünkt i 10 Uhr im Seim.- Richterfelbe: Berbefeier im Seim Albrechtftr. 14. Beginn 20 Uhr. Werbebeşir! Prenzlauer Berg: Borfigendentonferenz im Seim Danziges Straße 62, Barade 7. Beginn 20 Uhr. Da eine wichtige Tagesordnung Dor Regt, mizb ermartet, baß sämtliche Borgenden und Funktionäre erscheinen. untnich 19 the engere B.- B.- Borstandsfizung, Berhebezirk Arensberg: Bufammentunft bes Orbnerbienftes 18 Uhr im Seine Lindenstr. 4 Um 20 Uhr Funktionärkonferenz. Bericht von der Reichs konferenz. Berbebezir! Mitte: Seim Landsberger Str. 50. 20 Uhr Uebung aur Mai. feiez Werbebezir! Besten: 23.- B.Borstandsfigung 19% Uhr im Heim Charlotten burg, Rosinenstr. 4. Morgen, Sonntag: Frankfurter Biertel: Fahrt Bernau. Treffpunkt 6 Uhr Baltenplag. Tempelhof: 9 Uhr bei Graste, Mariendorf, Chauffeefte. 305, Generalprobe: Teufel Reattion." 19 Uhr Heimabenb. Raulsdorf: Das Jugendfest fällt umständehalber aus. Berbebezirk Tiergarten: Seimabenb im Seim Lehrter Str. 19. Berbebezir! Schöneberg: Sämtliche Genoffen treffen sich pünktlich 13 Whe mis Räbern Barbaroffaplas: gilt auch fir die Gruppen Westen I und II. Berbebezirk Sichtenberg: Uebung sur Wahlrevue 19% Uhr im Seim Scharn Gymneftiffurfus Prenzlauer Berg: Treffpunkt zum Ueben 9% Uhr vor dem Balballa- Theater, Beinbergsmeg. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianfte 37/38. Sot 2 Se Sonnabend, 28. April. Friedrichsham: 4. Stiftungsfeft bes Orts vereins in ben Brachtfalen am Märchenbrunnen. Anfang 20 Uhr. Eröffnung 19 Uhr. Rarten a 1 m, in befchräntter Anzahl an der übenblase erhältlich. Rameraben benachbarter Ortsvereine merden um zahlreiche Be teiligung gebeten. Neukölln- Brig, Jungbanner: 20% Uhr Reuterplas Treff puntt aur Fahrt. Sonntag, 29. April. Prenzlauer Berg, 1. Ramerabfchaft: 10 Uhr Uebung Schulhof Greifenhagener Str. 58. Röpenid( Ortsverein): 14 Uhr Sportfeft der Sportabteilung auf dem eigenen Blas, Sirschgarten. Ab 17 Uhr Tanz im Restaurant Wilhelmshof. Eintritt 50 Bf. Ramerab schaft Eichwalde: Propagandafahrt mit Kraftwagen nach Wernsdorf- Neu- Rittau, Antreten, auch ber Kameraben von Neu- Schulzendorf und Reuthen, 14 Uhr bei Lindner, Eichwalde, Bahnhoffte. 12. Waffersport- Abt.: 9 Uhr Antreten fämb Ticher Kameraben im Bootshaus. 10 Uhr Taufe von fünf neuen Booten. An chließend Auffahrt aller Boote nach dem Birkenschlag. Montag, 30. Avril Schöneberg- Friebenau: 19 Uhr Antreten Rudolf- Bilbe- Blag. Der in den Met bungen angegebene Treffpunkt Winterfeldtplag ist falfch, Abletshof, Ramerab fchaft, Sportgruppe: 19 hr Bufammenkunft im Jugendheim Roonftraße. Ertner: Connabend, 28. April, 15 Uhr, Antreten der Radfahrerabteilung auf dem Schulplay aur Fahrt nach Mönchwintet. 19 Uhr Antreten der Kamerad fchaft mit Tambourkorps bei Wirfing( Reftaurant Waldheim) zum Marich nach Werffee( Saalfchus). Ganvorstand. Sandballspiele am Sonntag, 29. April, 10 Uhr, Sportplag Sirschgarten: Adlershof gegen Tempelhof; 14 Uhr Bankow gegen Röpenid II; 15 Uhr Pankow I gegen Röpenid I. Berliner Esperanto- Bereinigung. Dienstag, 1. Mai, 20 Uhr, im Café Jostn, Botsdamer Plaß, Ronversationsabend und Vortrag des Herrn Schoene bed über Landoi be' Fantazio. Gäfte willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag 11 Uhr Pappelallee 15, Borttag bes Seren Dr. H. Saffe: Der Weg zum Glück." Sarmonium: Wiegenlied.( Asdard.) Gäste willkommen. Bund religiöser Sozialisten. Am Montag, 30. April, 20 Uhr, findet in Neukölln, Sertaftr. 9( Großer Gemeindefaal), eine besondere Abendfeierstunde unter Mitwirkung des Bundeschores und der Jugendgruppen statt. Die feft rede hält Pfarrer Frande über das Thema Maiglaube". Der Eintritt ist frei. Tegel: Cangesfreudige Genoffen sowie Jugendliche, helft mit am Aufbau eines großen Männerchores! Werbet Mitglied im Freien Volfschor Tegel, Mitgl. b. DAGB. Uebungsstunden jeden Freitag von 20-22 Uhr in der Schul aula Trestowitraße. Beteiligung an der Demonstration durch Schöneberg. Nachzügler 19½ Uhr auf bem Marti Ebersstraße( Schöneberg). Touristenverein Die Naturfreunde", Beziet Schöneberg- Friedenau. Mone tag, 30. April, 18% Uhr, am Bahnhof Wilmersdorf Friedenau, Treffen aur ( nador. verb.) Meift start woltig und etwas fübler ohne wesentliche Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfiftelle Berlin und Umgegend übrigen Reiche meist start wolliger Himmel und etwas fühler. Niederschläge. Für Deutschland: Nur im Norden noch ziemlich heiter, im erfucht, fich hierfür nach wie vor energisch bei den amtlichen Pfarrer Heumanns Heilmittel Stellen einzusetzen." Jeht wird es Aufgabe des Magistrats Berfin fein, alles zu tun, um wenigstens zu erreichen, daß die zur Verfügung stehenden getingen Mengen Gefrierfleisch lediglich den Minderbemittelten zuge führt werden. Zu diesem Zwecke sollen für Berlin auf fozialdemokratische Anregung, die ebenfalls einmütig gut. geheißen murde, die beteiligten Fachorganisationen der Engros- und Labenschlächter und des Gefrierfleischhandels in eine G. m. b. 5. zusammengefakt werden. Hierbei foll der Aufsichtsrat zu einem wesentlichen Teil vom Magistrat, Markthallendeputation, gestellt Frage kommt. Da diese Neuregelung am 1. Mai in Kraft tretea werden, ohne daß irgendwelche städtische finanzielle Beteiligung in foll, werden die Verhandlungen hierüber derart beschleunigt, bag feineswegs Schwierigkeiten in der Versorgung, soweit es die zur. Berfügung stehenden geringeren Mengen gestatten, zu befürchten find. Die endgültige Regelung soll bereits heute erfolgen. siets auch vorrätig in den Niederlagen: Zions- Apotheke 4 Berlin N 81. Anklamer Straße 39, a. d. Ecke Brunnenstr. 5 Min. v. Rosenthaler PL Adler Apotheke Berlin Friedenau, Rheinstraße 16. Friedrich Wilhelm Apotheke Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. Heeges- Apotheke Berlin O. Gubener Straße 83 Schweizer Apotheke Berlin W 8, Friedrichstraße 178, Rosen- Apotheke Bichwalde- Berlin Das Pfarrer- Heumann- Buch ( 272 Seiten, 150 Abbildungen) erhält jeder Leser umsonst und portofrei von Ludwig Heumann& Co., Nürnberg M. 48. Bader u. Kurorte Im Heffenland. Das erste und legte Bort aller sommerlichen Reisegelüfte hat nun einmal der Geldbeutel. Und so werden alle Werbeschriften und Führer, die bereits in großer 3ahl vorliegen, in erster Linie auf die finanzielle Möglichkeit des empfohlenen Sommeraufenthaltes geprüft Der foeben, neu erschienene Führer des Berkehrsverbandes für Hessen und Waldeck in Kaffel bringt eine stattliche Anzahl größerer, fleinerer und fleinster Aufenhaltsorte für den Sommer 1928 in Vorschlag. In den Bädern des oberen Fuldagebietes, dem zwischen Rhön, Bogelsberg und Knüllgebirge gelegenen Bad Hersfeld, dann in Bad Orb, das reizvoll in den bewaldeten Spessartausläufern liegt und in dem bekannten Bad Salzfchlirf bewegen sich die Pensionspreise im Durchschnitt zwischen 6 bis 10 m. In Bad Salzschlirf ist in einfacheren Häusern eine Pension auch schon für 5 bis 5,50 M. zu haben. Der Preis für ein einbettiges Zimmer beträgt in Bad Hersfeld und in Bad Orb 4,50 m. In der alten, sehenswerten Bischofsstadt Fulda selbst findet man bereits für 4,50 bis 5 M. Unterfommen mit Verpflegung. Für die Uebernachtung wird man 2,50 m. bis 4 m. bezahlen müssen. Das als Wintersportplatz wie als Höhenfurort gleich befannte Gersfeld in der Rhön, berühmt auch durch die Segelflüge auf der nahe gelegenen Wasserfuppe, bietet in einzelnen Häusern schon polle Pension für 4,50 M., der Preis für Uebernachten beträgt hier 2 bis 3 m. In Tann in der Rhön, in Steinau an der Straße", in Wächtersbach, in Basse, in Spangenberg und in vielen anderen Städten dieses Gebietes, alles hessische Städtchen mit malerischem. Fachwerkbau von altertümlichem Reiz, findet man schon Unterkunft und Verpflegung für 4 M. und darunter. Selbst in der Landeshauptstadt, in Raffel, findet man äußerst preismerte Unterkunft. Besonders billig ist es im Schwalm- und Anüllgebiet, befannt durch die malerischen Trachten, die ihre Bewohner heute noch tragen. Hier werden in pielen Orten schon Pensionspreise von 3 M. angeboten. Bad Wildungen, berühmt für die Heilung von Blasen und Nierenleiden, befigt Hotels und Benfionen für jeden Geschmad und Geld beutel; die ersten Hotels verlangen 8 bis 12 M. für volle Benfion. 8 m. die größeren Pensionen und 6 M. die einfachen Hotels. Bad Gooden a. d. Werra ist bereits etwas billiger; hier bieten zahl reiche Häuser für 5 bis 6 M. in der Bor. und Nachsaison und für 6 bis 7 M. in der Hauptsaison volle Pension an In den idyllischen Weserstädtchen zwischen Hannoversch- Münden imd Hameln, die viel von Touristen besucht werden, ist überall ein Unterfommen für wenig Geld zu finden. In Hannoversch Münden, selbst in Carlshafen, in Hörter, in Holzminden, in Hameln und in den vielen anderen dirett an der Weser und abseits gelegenen Orten erhalten Touristen für 2 m, Des öfteren auch schon darunter, ein Untertommen. Wer länger derbleiben will, findet volle Benfion für 4 bis 5 m. In der Universitätsstadt Marburg nennen die ersten Häufer Bensionspreise von 9 M. Ein einbettiges Zimmer Loftet dement Siesmal Kudowa! nach Bad Auskunft und Werbeschriften durch Reisebüros u. Badeverwaltg Heilbad Das wird keine Enttäuschung. Hier finden Herzund Nervenleidende, Bleichsüchtige und Blutarme Heilung. Hier werden überarbeitete, nervöse Menschen wieder gesund. Natürliche kohlensaure Bäder und Trinkquellen, ein überraschend mildes Gebirgsklima, die Erhabenheit einer seltsam naturschönen Landschaft- das alles wirkt wundertätig auf Organismus und Seele. Hier erleben Sie den Prozeß einer natürlichen Verjüngung. Volle Pension schon von RM. 6.- 28. G fürs Herz Jungborn für die nerven Ab 15. Mai direkte angenehme D- Zug-Verbindung Berlin- Bad Kudowa Bien's Festsäle Kreuzbergstraße 48 sprechend 4 bis 5 M. In einfacheren Hotels in Marburg findet| 15.20 ab Beelih- Stadt 13.22 und 17.45. Auf der Strede Pots man dagegen schon Unterkommen für 3 bis 4 M., einschließlich| dam- Sagforn: ab Potsdam 15.20 und ab Sagtorn 18.57 Pension für 5,50 und 6 M. Blütenfahrten. Verstärkter Zugverfehr nach Werder. Für den zu erwartenden starten Ausflugsverkehr nach Werder zur Baum blüte hat die Reichsbahndirektion Berlin eine große Anzahl von Sonderzügen vorgesehen. An den Sonntagen, erstmals am fommenden Sonntag, dem 29. April, werden neben den fahrplanmäßigen Zügen folgende Büge nach und von Werder eingelegt: 26 Berlin, Bois damer Fernbahnhof: 7.40, 7.50, 9.00, 9.55, 11.20, 12.15, 13.15, 13.45, 14.20 und 15.20. Ab Werber: 12.31, 13.25, 14.29, 15.21, 16.23, 17.29, 17.38, 18.23, 19.06, 19.42, 19.59, 20.20, 21.07, 21.13, 21.59, 22.35 und 23.31. Daneben werden noch fogende fünf Sonderzüge nach Berlin ab ildpart verfehren: ab 16.52, 18.25, 19.43, 20.12 und 21.47. Außer diesen Sonderzügen, die bestimmt verfehren werden, sind in Richtung nach Werder an den Sonntagen zwischen 8.40 und 21 Uhr noch weitere 19 Sonderzüge vorgesehen, die jedoch bei schwachem Verkehr ausfallen. Von Werder nach Berlin find an den Sonntagen zwischen 16.13 und 23.16 Uhr weitere 13 Sonder züge vorgesehen, die ebenfalls bei schwachem Berkehr ausfallen. Auf der Strede Wild part- Beeliß- Stadt werden an den Blütensonntagen folgende 3üge eingelegt: ab Wildparf 12.28 und Funkwinkel. Daß Film und Bühnenstüd getrennte Wege wandeln, ist heute allgemein erfannt. Prof. Dr. Martin Sommerfeld wies darauf hin, wie nahe sich jedoch der moderne Roman mit dem Film berührt. In seinem Vortrag Filmtechnik im Roman" zeigte er, daß in dem Roman feit Dydens die Filmtechnik gleichsam vorgeahni murde. Statt logische Folgerungen und Entwidlungen zu geben, bietet der Roman nun heute eine durchaus filmhafte Bilderfolge. Als Beispiel las Walter Frant aus Dos Baffos ,, Manhatten Transfer ein Kapitel. Viel eindrucksvoller hätte ein Abschnitt etma aus einem Roman der Blütezeit des Impreffionismus wirken fönnen, weil hier der Roman als eine Art Vorläufer des Films zur Geltung gekommen wäre. In der„ Stunde der Lebenden hörte man russische Musik, die künstlerischen Geschmad bemies. Inter effant war ein Bortrag von Karl Bolenste, ber über„ Organi fation und Aufbau der deutschen Arbeiter gemertschaften" fprach. 86 Broz. aller deutschen Arbeiter, d. h. 4% Millionen, find in den freien Gewerkschaften organisiert. Der Redner schilderte ausführlich die Entwicklung der Gewerf: fchaften und hoh hervor, daß die freien Gewerkschaften heute vermaltungstechnisch durchaus mit den Berwaltungen der großen In duftriebetriebe fonkurrieren fönnen. Dr. Otto Hener mußte über Alte und neue Formen der Geselligkeit mir dasselbe zu sagen, was in den Frauenstunden des Berliner Senders bereits gern und allzu häufig abgehandelt murde. HOME Thr Les Herz und Blut hell BAD PYRMONT Ostseebad Jllustrierte Kurschriften und Wohnungsverzeichnisse durch Reisebüros und Kurverwaltung Heiligenhafen In Holstein. Pension 4 bis 5.50 RM. Führer durch Badeverwaltung. Altenbrak im Harz im schönsten Teile des Bodetales gelegen, inmitten herrlicher Laub- und Nadelwälder. Kein teures Modebad. Ständige Kraftomnibus- Verbindg. mit Blankenburg u. Wernigerode. an der Katzbachstraße Auskunft und Prospekte durch die Täglich außer Dienstag und Freitag Großer altdeutscher Ball Rundtänze Zwei Kapellen Ende 3 Uhr Eisenmoorbad Pretzsch, Elbe das Bad des Mittelstandes Glänzende Hellerfolge Auskunft durch die Badeverwaltung. [ 106 Kurverwaltung. Hotel Waldfrieden, gut bürgerliches Haus. Tel. 4. Prospekte. MeElsu- Belten, heren, betten, Stahlmatratzen, instig an Priv. Kat.2049 fr. Eisenmöbelfabrik Suhi( Taür) und 22.10 Uhr. Werktags werden während der Blütezeit folgende drei Züge bis Werder durchgeführt: ab Berlin 14.20 und 15.18( bis jetzt nur Sonnabends und bis Wildpart verkehrend) und 16 Uhr. Bad Pyrmont heilt durch seinen Reichtum an natürlichen Heilmitteln( Kohlenfaure Stahlquellen, Solquellen, eisenhaltiges Moor und durch seine Stahl- und Salztrintfuren und Inhalationen); Herzleiden, Frauenleiden, Blutkrankheiten, Rheuma und Kinderfrankheiten. Bad Pyrmont ist das einzigartige Heilbad für Herzleiden und Komplikationen. Bad Pyrmont bietet außerdem Scho nunastlima, Luft. Licht, Sonne, Staubfreiheit, reizvolle Landschaft, Mufit, Theater, Sport. Die Kurzeit in Bad Pyrmont reicht von März bis November. Bad Ems im Frühling. Ein fortgesetzt herrliches Frühlings< wetter, das die anmutige Kurstadt in ihrer ganzen Schönheit erstrahlen läßt, hat bereits eine stattliche Schar von Gästen, Kranken und Erholungsbedürftigen, an die heilungspendenden Quellen ge= führt. Die einzigartig reizvolle Lage des Ortes auf beiden Ufern der Lahn, inmitten einer blühenden und grünenden Gebirgslandschaft, vorzügliche Unterkunft und Bewirtung, fünstlerische Dorbietungen eines ausgezeichneten Kurorchesters und reichhaltige Veranstaltungen jeder Art lassen bei allen, die hier verweilen, das Gefühl heiteren Behagens und fröhlich- sorgenfreien Genießens auffommen. Brunshaupten i. Med. 1leber Nacht ist auch in unser befanntes Ostseebad der Frühling eingefehrt, der sich hier naturnotmendig stets etwas später einstellt. In den zahlreichen Hotels und Fremdenheimen wird jezt die legte Hand angelegt, um für das Eintreffen der erwarteten Kurgäfte in gemohnter aufmerksamer Weise. vorbereitet zu sein. Eine für die diesjährige Saison verpflichtete große Künstlertapelle wird bereits vom 27. Mai ab täglich zweimal die Kurkonzerte ausführen. Bad Kudowa, Spezialbad für Herz-, Nerven- und Frauenleiden. Hier ist alles für die Anfang Mai beginnende Hauptsaison gerüstet. Da bis zum 8. Mai die Kurtage noch ermäßigt bleibt, ist naturgemäß der. Zuzug an Gästen schon jezt erheblich. Die sehr bebeutende Zahl der täglich einlaufenden Anfragen läßt auf eine gute Caison schließen. Als Auftakt zu den sportlichen und gefelſchaftlichen Beranstaltungen findet am 5. und 6. Mai eine Gesellschafts. fahrt des schlesischen und der nordböhmischen und mährischen Automobiltlubs nach Rudoma statt. Frühling in Bad Salzuflen. Die töftliche Zeit des Jahres, die Beit, in der die Natur aus ihrem Winterschlafe ermacht, sollte von den Erholungsbedürftigen und gesundheitlich geschwächten Menschen mehr als bisher zu Erholungs- und Kurzmeden ausgenutzt werden. hat der Städter in seinem Häufermeer doch wenig Gelegenheit, Zeuge dieses Erwachens zu sein, das Knospen, Wachsen und Blühen an Baum und Strauch in Gärten, Wiesen und Wäldern zu beobachten. Da bietet gerade das Bad Salzuflen dem Naturfreunde niel töftliche Augenweide und Eindrücke für Herz und Gemüt, als unschägbare Bugabe zu den in ihrer Heilwirtung unübertroffenen Bädern und Trintturen. Ein großer Borzug des Bades Salzuflen ist seine gute Verbindung nach allen Richtungen, Ausflüge per Eisenbahn oder mit schön eingerichteten Büssingwagen der Berwaltung nach Detmold, dem Hermannsdenkmal, Erternsteinen und den Nachbarbädern sorgen dafür, daß feine Langeweile auftommen tann. Gelenk-, Nerven- Frauenkrankheiten, Alterserscheinungen usw. heilf Bad Landeck Krause- Pianos Brunshaupten zur Miete W50, Ansbacherstr.1 in Schlesien Radium- Thermalkuren Moorbäder pp. Mässige Preise Auskunft u.Prospekte: Städt. Badeverwaltung und Reisebüros. Ostseebad und klimatischer Kurort in Mecklenburg G Das bekannte Familienbad d. Ostsee Freibad Starker Wellenschlag Mod. Badeanstalten Warme Seebäder- Med. Bäder- Tennis- u. Wassersport Gas- Elektr. 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Selbstverftändlich gibt es feine Partei und feinen einzigen Politiker, der offen behaupten wird, daß die eine oder andere Schicht der Bevölkerung fein Recht auf Wohnung hat, daß es völlig normal ist, wenn found. Soviele Hunderttausende von Familien in der furchtbarsten Wohnungsnot leben. Es wird allgemein anerkannt, daß diese Wohnungsnot ,, behoben werden muß". Und trotzdem ist die Sozialdemokratie die einzige Bartei, für die der Grundsay, daß jeder Bürger ein Recht auf Wohnung hat, nicht nur ein Lippenbetenntnis, sondern ein wirt Jamer Leitfaden für ihre Politit ist. Mögen die bürgerlichen Parteien ch theoretisch zu demselben Grundfah belennen oder wenigstens ihn nicht ausdrüdlich ablehnen, sie haben schon mehr als einmal gezeigt, wie wenig fie bereit sind, alle Konsequenzen aus ihrem theoretischen Bekenntnis zu ziehen. Es ist falsch, anzu nehmen, daß alle Parteien grundsäglich einig sind, und daß nur um die Zweckmäßigkeit oder Durchführbarkeit der einen oder der anderen Lösung des Problems gestritten wird. Es wird um den Grundfab felbst geftritten, und der Sieg des Grundfazes tann nur durch ben großen Wahlsieg der Sozialdemokratie ge. währleistet werden. Wenn jedem Bürger das Recht auf Wohnung zuerfannt wird, so wird damit auch die Verpflichtung des Staates festgestellt, allen Bürgern Wohnungen zu sichern, so daß es für den Staat in dieser Frage kein Wenn und Aber mehr gibt. Da es aber unmöglich ist, von heute auf morgen oder im Laufe eines Jahres alle Bedürf. nisse auf diesem Gebiet zu befriedigen, so folgt aus der Anerkennung des Grundlages mit zwingender Logit, daß der Staat ein festes Wohnungsbauprogramm für eine längere, aber streng befristete Zeit aufstellen und feine Durchführung sicherstellen muß. Die Anerkennung des Rechtes auf 23ohnung bestimmt schon heute die Richtung, in welcher man an der Behebung der Wohnungsnot arbeiten muß. Man schafft das Recht auf Bohnung nicht dadurch, daß man überhaupt irgendwelche Woh nungen bauen läßt, sondern nur dadurch, daß man solche Wohnungen baut oder bauen läßt, welche jedem, bas heißt auch dem ärmsten Bürger zugänglich find. Das ist die Konsequenz, die von den bürgerlichen Parteien nicht gezogen wird: die öffent. lichen Mittel dürfen nur für den Bau von Klein. wohnungen ausgegeben werden, solange wenigftens, bis, nachdem der Bedarf an Kleinwohnungen völlig gedeckt ist, noch etwas von den bereitgestellten öffentlichen Mitteln übrigbleibt. 300 000 neue Wohnungen jährlich mit Mieten wie für Altwohnungen, das ist die Hauptforderung der Sozialdemokratie, in der der Grundsah, daß jeder Bürger ein Recht auf Wohnung hat, seinen Ausdruck findet. Ein Wohnungsbauprogramm auf sieben oder acht Jahre hinaus, das diefer Forderung entspricht, ist durchaus innerhalb der Grenze des wirtschaftlich Möglichen. Sogar, wenn man mit den heutigen Kosten rechnet, fann man unter Seran ziehung des gesamten Ertrags aus der Hauszinssteuer und unter Aufnahme von Auslandsanleihen das Problem ber Finanzierung dieses Wohnungsbauprogramms befriedigend lösen. Ganz besondere Aufmertjamteit muß aber auf das Problem ber Berbilligung des Wohnungsbaus gelentt werden. Wenn man ein so umfangreiches Programm auf lange Sicht und für den Bau von wenigen Wohnungstypen aufstellt, fo liegt es auf der Hand, daß man dadurch zu Ersparnismöglichkeiten gelangt, die bei bem gegenwärtigen, viel zu unsystematischen Bauen nicht vorhanden find. Wenn die Beispiele von Wien und Belgien mit der Bemerkung abgetan werden, daß in diesen beiden Fällen die Berhältnisse ganz besonders liegen, so möchten wir hier noch auf ein anderes, und zwar auf ein teures Land hinweisen, nämlich auf Holland. In Holland ist es gelungen, die Herstellungskosten einer Wohnung sehr wesentlich herabzusetzen, obwohl die Bautoftensteigerung feine geringere war ais bei uns. ,, Die durchschnittliche Arbeit tostete vor dem Kriege etwa 3500 M. Im Jahre 1921/22, in denen der Höchststand der Baupreise in Holland erreicht war, stiegen die Bautosten für eine gleichwertige Wohnung auf etwa 10 000 m.( wie heute noch bei uns! D. R.). Jetzt sind die Bautosten für eine entsprechende spar fam angelegte und gebaute Wohnung wieder auf etwa 4500 m. gefallen. Dabei rechnet man in Holland aber wie bei uns mit einer allgemeinen Baufostensteigerung von etwa 160, teilweise fogar 170 Bros. gegenüber den Friedensbautoften. Die Kosten einer Wohnung, die eigentlich etwa 6000 m. betragen müßten, find also immerhin um über 20 Prog. gegenüber den ent Sprechenden Friebensbautosten gefentt. Diese Ersparnis ist durch die organisatorisch und technisch- wirtschaftlich durchgeführten Maßnahmen erzielt worden." Die Durchschnittsgröße der holländischen Arbeiterwohnungen beträgt nur 40 bis 45 Quadratmeter, während bei uns für Kleinwohnungen meistens eine höhere Durchschnittsgröße angenommen wird. Andererseits sind die holländischen Kleimwohnungen in der Regel Einfamilienhäuser. Wir tönnen hier alle Einzelheiten ruhig beiseite laffen. Die genaue Berechnung aller möglichen Ersparniffe ( die Betämpfung ungerechtfertigter Preissteigerungen für Baumaterialien u. a. durch Kartelle nicht zu vergessen) ist ohne gründliche Vorarbeiten sowieso unmöglich. Man wird die holländischen, belgischen und Wiener Erfahrungen noch eingehend studieren müssen. Vorläufig genügt die Feststellung, daß die Annahme der durchschnittlichen Herstellungskosten für eine kleinwohnung mit 8000 Mart gerechtfertigt ist. Auf Grund des holländischen Beispiels darf man erwarten, daß bei der Durchführung eines großen Bauprogramms eine Herabfehung der Herstellungstoften unter diese Größe zu erreichen ist. Bir bleiben bei der Annahme, daß für die Herstellung von 300 000 Steubauwohnungen 2400 Millionen Mart erforderlich sind. Davon würden 1700 millionen durch die Hauszins. steuer gebedt werden; um die restlichen 700 Millionen billiger zu verfchaffen, braucht man die heranziehung von Aus. landsanleihen. Die Möglichkeit, diese Anleihen abzuschließen, wird nicht bestritten; es wird aber erklärt, daß ausländische Anleihen für den Wohnungsbau als unprobuftio, nicht zulässig find! Es soll damit gemeint werden, daß die Anleihen für den Wohnungsbau teine Steigerung der Produttivträfte bewirten. Das wäre aber nur in dem Falle richtig, wenn man die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit nicht als Produktionskräfte betrachten dürfte. Es gibt aber feine Produktivkräfte an und für sich, ohne Verbindung mit der menschlichen Arbeit, und gefunde, arbeitende Menschen find die wertvollste Produktivkraft. Wir stellen nicht nur Forderungen auf, wir zeigen auch den Weg. Wir wissen, daß es nicht geringe Anstrengungen tosten wird, alle Wir wissen, daß es nicht geringe Anstrengungen tosten wird, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Die Hauptsache ist aber, den Widerstand zu brechen, der von denjenigen ausgeht, die in der Art, wie wir die Wohnungsfrage lösen wollen, Maßnahmen erbliden, die, um mit Herrn Haberland zu sprechen, in ihrer Entwidlung zu einer völligen Sozialisierung der Wohnungswirtschaft führen". Um diesen Widerstand überwinden zu können, ist ber große Wahlfieg der Sozialdemokratie nötig. Walzwerkproduktion steigt! Wie die Zeitschrift Stahl und Eisen" mitteilt, hat die Balzwert probuftion im Monat März einen träftigen Aufschwung genommen. Einschließlich der Schmiede und Breßwerfe betrug die Gesamtproduftion 1 145 070 Tennen, übertraf also die Februarziffern um 101 281 Tonnen. Dieses Ergebnis ist zwar dadurch beeinflußt, daß der März zwei Arbeitstage mehr aufwies als der Februar, jedoch liegt auch die durchIchnittliche arbeitstägliche Leistung im März mit 42 410 Tonnen um 659 Tonnen über den Ziffern des Bormonats. Gegenüber März 1927 beträgt die arbeitstägliche Steigerung fogar 1040 Ton nen, obwohl im Frühjahr 1927 die Eisentonjunttur schon in Fluß war. Dieses erfreuliche Ergebnis deutet also darauf hin, daß für die nächste Zeit weiterhin mit einem sehr aufnahmefähigen Eisenmarkt zu rechnen ist. Sport C, Spittelmarkt 14 N, Brunnenstraße 37 N, Danziger Straße 1 SUUH N, Friedrichstraße 130 N, Müllerstraße 3 N, Rosenthaler Straße 14 Sonnabend. 28. April 1928 Die Banken Ende März. Zum ersten Male einmonatliche Zwischenbilanzen. Die Bemühungen des deutschen Bantgeschäfts zur Durchleuchtung der Wirtschaftsverhältnisse von der Kreditkrise her fruchtbarer zu machen, haben zu dem Ergebnis geführt, daß statt in den bisherigen Zweimonatsbilanzen die Entwicklung der Bankentätigkeit in regelmäßigen Monatsbilanzen dargestellt wird und die Gliederung der Bantenausweise etwas forgfältiger erfolgt. Zum ersten Male ist diese Neuerung am 31. März in Kraft getreten. Die erste Monatsstatistik hat allerdings den Nachteil, daß neben den bisher berichtenden sechs Berliner Großbanken die Reichstredit- A.- G. getreten ist, so daß die Vergleichbarkeit mit früheren Zeitpunkten erschwert ist. wir wollen uns deshalb mit der Wiedergabe der gegenüber Februar bei den sechs Großbanten eingetretenen Veränderungen begnügen. Mart erhöht. Der Umkreis der Großbankgeschäfte ist also gegenDie Bilanzfumme hat sich von 9127 auf 9304 Millionen über Ende Februar weiter gewachsen. Die den sechs Banken zür Berfügung gestellten Gelder sind in geringerem Umfang, nämlich um nur 106 auf 7843 Millionen gestiegen. Dabei ist die Entwic lung bei den einzelnen Großbanten verschieden; mehrere Großbanten zeigen fogar bei den fremden Geldern auf laufendem Konto nicht unerhebliche Rückgänge. Die der Wirtschaft zur Berfügung gestellten Kredite find gegenüber Ende Februar wieder etwas erhöht. Die Wechselbestände sind von 2022 auf 2066 Millionen vermehrt; davon entfallen, was zum ersten Male festgestellt wird, rund 2005 Millionen auf eigentliche Wirtschaftswechsel. Ebenso find die Vorschüsse auf schwimmende und lagernde Waren von 815 auf 827 Millionen erweitert, und die in laufender Rechnung gewährten Kredite sind von 4084 auf 4139 Millionen gestiegen. Auf der anderen Seite ist die Gesamtsumme der Lombarddarlehen und Börsenvorschüsse von 586 auf 534 Millionen aurüdgegangen; die eigentlichen Börsenvorschüsse werden dabei zum ersten Male mit 318 Millionen Mart festgestellt. Im ganzen zeigt sich bei den sechs Berliner Großbanken neben der im allgemeinen ausgedehnten Geschäftstätigkeit von neuem eine Erweiterung der Wirtschaftstrebite, was zum min beften bis Ende März noch nicht auf eine Einschränkung der Wirt schaftstätigkeit schließen läßt. Hochbetrieb bei Bergmann. Größere Umsätze im neuen Jahre. Die Bergmann Elettrizitätsmerte 2.- 6. in Reinidendorf, deren Umfaß im Jahre 1927 zum erstenmal die 100Millionen- Grenze überschritt, fann sich auch über die Entwidlung ihrer Geschäfte im ersten Quartal 1928 nicht beklagen. Die Im= fäße stiegen, wie der Borsigende auf der Generalversammlung mitteilte, bis zum 1. April um weitere 20 Broz. gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres und der weiterhin erfolgte Auftragseingang weist einen Zuwachs von 12 Broz. auf. Im übrigen sei die Verwaltung überzeugt, daß der zunehmende Verbrauch elettrischer Energie ihrer Industrie große Abfahmöglichkeiten auf weite Sicht eröffnen. Das Eindringen ausländischer elettrotechnischer Erzeugnisses meranlaßte Herrn Hiffint zu scharfen Ausfällen gegen die Stewer. und Lohnpolitit der Regierung, die die Rationali sierungs- und Ersparniserfolge der Industrie gunichte mache. Der Rebner erinnerte daran, daß die Elektroindustrie sich so start gefühlt habe, daß sie sich mit niedrigen Einfuhrzöllen begnügte, während die hehen Zollmauern im Ausland oft genug nur mit Verlusten überstiegen werden konnten. Wenn auch Herr Hissint teine weiteren zollpolitischen Folgerungen an seine Rede knüpfte, möchten wir doch betonen, daß die deutsche Elektroindustrie sich selbst mit Schußzzollwünschen nur einen Bärendienst erweisen würde, denn sie muß als Exportindustrie ihren zollgegnerischen Standpunkt treu bleiben, auch wenn ihr die 3ollpolitik des Auslandes zeitweise Ungelegenheiten bereitet. Ueber zu hohe Löhne dürfte fich gerade Bergmann nicht beklagen. Berdoppelte Steinfohlengewinne. Die Gewerkschaft König Ludwig in Redlinghausen legt für 1927 eine überraschend günstige Bilanz vor. Gegenüber dem Jahre 1926 hat sich der Bruttogewinn von 7,40 auf 8,90 Millionen Mart erhöht. Troß der arg beklagten Erhöhung der Soziallaften, Steuern und Löhne bleibt vor Abzug der Abschreibunim Tack- Schuh Lüsumu Juunis Wassersport Wandersport Hallen- Turnschuhe mit Weiß Segeltuch mit roter Seglerschuhe mit weißem Sandalen, br. Rindleder, beChromledersohle in schwarz Gummisohle, zum Schnüren, Gummibesatz und weißen sonders dauerh. 43/47 7.90, und weiß, 43/46 1.85, Herren 39,46 6.50, auch Gummisohlen, 43/46 450 36/42 6.90, 31/ 355.90 440 35/42 1,50, 31/35 1.25, 110 mit Spange für Damen 550 5.50 36/42 27/30 4.90... 25/26 25/30 Turnschuh, braun Segel36/42 Weiß Leinen mit GummiCrépesohlen, 43/46 7.50, Sandalen, braun Rindleder, zweisohlig, rings weiß ged., beste Qualität, 43/47 9.50, tuch mit Gummisohlen und Weiß Segeltuch m. Chrom- 36/42 25/30 40 36/ 427.90,31/ 356.90, 490 Gummibesatz, 43/46 3.75, sohlen, weiß genäht, 5.50 • . 36/ 423.20, 31/35 2.90, 220 Herren 59/46 6.90, 590 Spangenschuhe mit 450 27/30 2.60... 23/26 Damen 46/42 Ferner noch eine reichhaltige Auswahl in den verschiedensten Ausführungen Lonrow NW, Turmstraße 41 NW, Wilsnacker Str. 22 O, Andreasstraße 50 27/30 5.90.. 25/26 Für die Kleinen: Gummisohlen, 36/42 Sandalen, braun, 380 Damen rosé und grau 23/26 4.40, 21/22 Leinen Spangenschuhe Sandalen, blau u. rof, rings mit Gummisohlen, 600 weis genäht, 23/25 450 Vollgummiabsatz.. Tack O. Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstraße 2a SO, Wrangelstraße 49 SW, Friedrichstr. 240/41 W, Potsdamer Straße 50 ( an der Kurfürstenstr.) & Cie 5.20. • 21/22 A.-G. 125 eigene Verkaufsstellen Burd davon in b.M. Groß- Berlin und Potsdam: Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 122 Friedenau, Rheinstraße 6/7 Neukölln. Bergstr. 12 ( Ecke Steinmetzstraße) Potsdam, Brandenburger Str.54 gen von 2,07 millionen ein Rohgewinn von 3,29 auf 4,25 M lionen erhöhter Rohgewinne und danach ein Reingewinn von 2,18 Millionen, der gegenüber 1,08 millionen im Jahre 1926 mehr als verdoppelt ist. Bemerkenswert dabei ist, daß die Belegschaft im Durchschnitt stärker vermehrt wurde als die Förderung, daß auf der anderen Seite allerdings die rentable Rots- und Nebenproduktenerzeugung sehr viel beträchtlicher anwuchs als die Förderung. Ohne daß also im Durchschnitt eine Steigeng der Förderleistung angenommen werden fann, ergibt sich eine Berdoppelung der ausgewiesenen Gewinne. Diese Tatsache muß als bemerkenswerte Illustration zu der im Steinkohlengutachten festgestellten Unrentabilität des Ruhrbergbaus festgehalten werden. Wie war es in Oberschlesien? Dr. Spieckers Aussagen im Stettiner Prozeß. Steffin, 27. Apri Die Bernehmung des Ministerialdirektors Dr. Spieder brachte Klarheit in den Kompler Fememorde und in die oberschlesischen Wirren. Besonders über den geheimnisvollen Dr. Hobus, den Hauenstein als den Mitelsmann zwischen ihm und den staatlichen Stellen bezeichnet hatte und in dessen Auftrag er die Erledigung von Berrätern ausgeführt haben will, wurde eine restlose Aufklärung ge= geben. Dieser Dr. Hobus war nicht Kriminalfommissar, sondern Reichswehroffizier und als Adjutant der Reichswehrbrigade in Brieg Die„ hohen" Steuerlaften der Industrie. ugeteilt. Neben dem Waffentransport oblag ihm der NachrichtenUnternehmerflagen in Theorie und Praxis. Hört man die deutschen Unternehmer, so ist die Steuerbelastung ihrer Betriebe ständig im Wachsen. Die Begründung machen die Unternehmer sich leicht. Die Steuern machen so und so viel Prozent vom Aktienkapital oder von der Dividende aus. Das ist die immer wiederkehrende Behauptung, mit der sie die Deffentlichkeit über die tatsächliche Steuerlaft beschwindeln. Der einzige Maßstab, nach dem sich das Anwachsen der Steuer Taft feststellen läßt, sind nicht Rapital oder Dividende, sondern der 11 msa z. Wir haben früher schon für mehrere Unternehmungen nachgewiesen, daß im Verhältnis zum Umfaß bis Ende 1926 die Steuerlaft ganz gewaltig zurückgegangen ist, und zwar sehr viel stärker, als die in diesen Jahren ermäßigte Umsatzsteuer es erklären fann: bei Brown Boveri- Mannheim, der großen Elektromaschinenfirma, von 3 auf 1,79 Proz. des Umfages, bei der Continentalen Kautschut in Hannover, dem größten deutschen Gummiverarbeiter, Don 3,89 auf 2,6 Proz., bei dem Textilkonzern Meyer- Kaufmann von 4,25 auf 1,52 Proz., um nur diese wenigen Beispiele zu nennen. Wir wollen heute noch zwei Fälle hinzufügen. Bei der Bergmann A.-G., Berlin, ist im Verhältnis zum Umsatz von 1924 bis 1926 die Steuerlast von 4,47 auf 2,9 Proz. gesunken, und da offenbar den Herren bei Bergmann aufgefallen ist, daß die Arbeiterpresse den Steuerschwindel der Unternehmer aufdedt, hat man für 1927 die gezahlten Steuern nicht mehr im einzelnen ausgewiesen. Vom Karstadt- Konzern, dem größten deutschen Warenhaustrust, wurde eine Erhöhung der Steuern von 3,7 auf 6,1 Millionen Mark gemeldet. Im Verhältnis zum Umsatz hat sich feit 1924 aber die tatsächliche Steuerbelastung von 4,15 fogar auf 1,81 Proz. gesenkt. So sieht der ewige Jammer der deutschen Unternehmer über die wachsende Steuerlast in der Bragis aus. Landmaschinen- Edert nach der Sanierung. Steigender Auslandsabjak. Die H. F. Edert A.-G. in Lichtenberg, ein Spezialwert für Landmaschinen, mußte nach den schweren Verlusten im Geschäftsjahr 1925/26 Anfang vorigen Jahres einen scharfen Schnitt in das Aktienkapital vornehmen. Dieses wurde von 3,1 auf 1,55 Mill. Mart zusammengelegt und aus dem so entstehenden Buchgewinn der Berluft von 1,15 Mill. Mark abgedeckt und der Rest als Reserven zurückgestellt. Nun hat sich diese finanzielle Sanierung zusammen mit dem günstigen Abfabjahr 1927 sicherlich vorteilhaft für das Unternehmen ausgewirft, aber die unterlassene Wiedererhöhung des Rapitals, die zur Finanzierung der Betriebsausbauten notwendig gewesen wäre, hat eine un. gesunde Anspannung der Betriebsmittel zur Folge gehabt. So haben sich die gesamten Schulden mit 2,2 mill. Mart fast vervierfacht und nicht einmal die Bankschulden von 0,75 mill. Mark werden durch die Forderungen gedeckt. Zum Teil erklärt sich dieses Anwachsen der Schulden aus die Rationalisierung der Betriebe, die das Unternehmen nicht, wie die meisten anderen Werke, aus laufenden Gewinnen, sondern auf Kredit finanziert hat. Wie die Verwaltung fich die Tilgung dieser Schulden denkt, sagt sie meder im Jahresbericht, noch erwähnte sie diese wichtige Frage auf der Generalversammlung. Zurzeit sind die Betriebe gut be= schäftigt und der Umfaß weist steigende Tendenz auf. Im ver gangenen Jahr fonnte der Abfaz nach dem Auslande trotz schärffter Konkurrenz um ein Drittel gesteigert werden. Auch das Inlandsgeschäft war gut, nur forderte die Landwirtschaft sehr langwierige Zahlungsfristen. Den fleinen Gewinn von 2178 m. hat die Gesellschaft in erster Linie der erheblichen Sentung der Un= fosten und Steuern zu verdanken, die um faft 100 000 m. auf 0,42 Mill. Mart heruntergesetzt werden konnten. Neue schwere Berlufte in der offpreußischen Eisenindustrie. Das führende ostpreußische Maß hinenunternehmen, die Union. Gießerei in Königsberg, die auch als Schiffswerft eine Rolle spielt, fommt seit drei Jahren aus den Schwierigkeiten nicht heraus. Auch für 1927 wird wiederum ein Berlust von fast 700 000 m. ausgewiesen, so daß sich der Gesamtverlust seit 1925 auf annähernd zwei Millionen, also 50 Proz. des Attientapitals erhöht. Während die Verluste von 1925/26 durch Auflösung der Refervefonds getilgt wurden, muß diesmal ein Rest von 492 000 m. auf neue Berlustrechnung vorgetragen werden, da von der restlichen Reserve nur ein fleiner Teil des Verlustes getilgt werden fonnte. Die Verwaltung führt die immer erneuten Verluste auf die besonderen Schwierigkeiten der ostpreußischen Industrie zurück, die an der allgemeinen deutschen Maschinen- und Eisentonjunttur nicht teilnehmen konnte. So habe der wichtigste Fabrikationszweig der Gesellschaft, der Lokomotivbau, bis zum Herbst mit BerIuft gearbeitet, da sich erst dann die Reichsbahnaufträge auswirken fonnten. Die Beschäftigunnelage wird zurzeit in den Hantbetrieben ( Maschinen, Werft, Lokomotivbau) für günstig angesehen und ein Auftragsbestand verzeichnet, der dem Umsatz des letzten Jahres entspricht, doch ist die Finanzlage äußerst gespannt. Während noch nicht eine halbe Million Forderungen ausgewiesen werden, übersteigen die Verpflichtungen 1,7 Millionen Mart, zu denen noch 2,5 Millionen Mart langfristiger Schulden treten. Eine finan zielle Sanierung und damit ein fräftiger Einschnitt in das Aftientapital wäre schon vor Jahren notwendig geworden, denn unter diesen Umständen wird auch die gute Beschäftigunaslage nicht die Rentabilität des Unternehmens wiederherstellen tönnen. Aber auf diesen wichtigsten Punkt geht der Verwaltungsbericht mit teinem Wort ein. Fast verdoppelfe Ueberschüsse beim Hannoverschen Kautschuktrust. Aus der Bilanzsizung des Aufsichtsrates der Continentale Kautschutund Guttapercha Kompagnie wird gemeldet, daß der vorjährige Roh gewinn sich gegenüber 1926 von 2,65 auf 4,96 Millionen erhöht hat. Es wird eine Dividende von 6 Proz. den Aktionären vorgeschlagen werden, nachdem für 1926 teine Dividende verteilt morden war. dienst und in dieser Eigenschaft übermittelte er der staatlichen Behörde refp. Dr. Spieder die Nachrichten, soweit fie politischer Natur waren. Er, Spieder, habe also Hobus gar feine Befehle übermitteln fönnen und Hauenstein sei wohl faum in die Lage gekommen, bei Ausübung seines Nachrichtendienstes Morde auszuführen. Hauenstein muß nunmehr zugeben, daß er die einzelnen Aufträge durcheinandergeworfen habe. Immerhin habe er auch öfters mit Dr. Spieder verhandelt und dieser sei dabei gewesen, wie er mit Kommissar Weigel über die Erledigung des Bifcherping gesprochen habe. Dr. Spieder forrigiert: Es handelte sich darum, meiner Stelle gestohlenes Aftenmaterial wiederzubefchaffen. Um einen Mordauftrag hatte es sich dabei also nicht gedreht. Berteidiger Bloch legt Spieder einen Brief des Hobus von Hauenstein vor, in dem er angewiesen wurde, mit einem gewissen Christ zweckmäßig zu verfahren". Dr. Spieder erflärt, er würde den Mann nach Kottbus geschickt haben. Im übrigen sei dieser Fall bislang der einzige, der ihm zu Ohren cekommen sei und er schäme sich dessen. Wäre er früher zu feiner Kenntnis gekommen, dann wäre die Organisation schon früher aufgeflogen. Er, Dr. Spiecker, habe nur den Auftrag gegeben, durch diesen Mann festzustellen, wie die Polen das Abstimmungsmaterial fälschen wollten. Dann habe ihm hobus plöhlich gemeldet, diefer Mann sei„ umgelegt worden. Er habe Hauenstein darauf erklärt:„ Bon heute an ist Ihre Abteilung aufgelöst. Sie bekommen feinen Pfennig mehr. Das ist ein ffumpfsinniger Mord, der hier begangen worden ist." Im übrigen törne er nicht verstehen, wie Hauenstein seine AbDie Polizei Hauenteilung als Spezialpolizei bezeichnen könne. steins hatte niemals polizeiliche Maßnahmen durchzuführen. Ich erinnere daran, daß in Breslau die Leiche eines Mannes ange schwemmt wurde, der ein Opfer dieser Taten in Oberschlesien geworden war. Die Leiche wurde von der Ehefrau refognosziert, und es wurde von der Polizei eine Untersuchung eingeleitet. Ich habe daraufhin zunächst den Selbstschuh benachrichtigt, der ja für Ordnung in seinen eigenen Reihen zu forgen hatte, da ich nicht annahm, daß Hauenstein von sich aus vorgegangen war. Es handelte sich um einen Fall Lemmed. Hauenstein: Bei diesem Fall hatte ich offiziellen Auftrag von Hobus. Bloch( zu Spieder): Warum haben Sie feine Anzeige bei Der Staatsanwaltschaft erstattet? Spieder: Sowohl die Polizei wie die Staatsanwaltschaft in Breslau wußten schon Bescheid, wurden aber von mir in aller Deffentlichkeit informiert. Bloch: Wie tam es, daß die Polizei auch auch bei Ihnen an fragte? Spieder: Weil man sich bei der Polizei gleich dachte, was vor lag, denn man hatte auch Fäden zum Selbstschutz. Im übrigen habe ich meine Leute gededt, wenn ich auch diese Dinge verurteilt habe. Ich habe mit diefen Leuten Mitgefühl gehabt und habe auch die mir vorgefekte Behörde informiert und den in Oberschlesien vorliegenden Notstand auseinandergefeht. Bloch: Herr Ministerialdirektor, Sie sind der erste, dont dem ich höre, daß er seine Leute gedeckt hat. Alle anderen decken nicht. Borf.: Der Zeuge hat aber darauf hingewiesen, daß es sich um den größten Notstand eines ganzen Boltes gegenüber ungeheuerlichen Greueltaten handelte. Dr. Spieder erklärte darauf noch: Mir ist nichts davon befannt, daß ich Hauenftein gegenüber den Beutnant Hobus als meinen Bevollmächtigten bezeichnet habe. Hauenstein war einmal bei mir zusammen mit Oberst v. Schwarzkoppen, als er von den Franzosen verhaftet worden war, aus dem fahrenden Zug sprang, fich einen Fuß verrenkte und trozdem noch mit einem Fahrrad nach Breslau gelangte. Zu dieser Zeit habe ich ihn beglückwünscht. Im übrigen habe ich Hauenstein türzlich bei einer Unterredung auseinandergesetzt, daß alle die protokollarischen Bernehmungen, die nach seiner Darstellung die Unterlagen für die Beseitigung von Leuten bildeten, von mir niemals als irgendwie geeignete Grund. lagen für fo ungeheuerliches Vorgehen betrachtet werden konnten. denn es handelte sich um Vernehmungen, die von Landjägern oder irgendeinem fleinen Polizeikommissar vorgenommen worden waren. Auf Grund der Befundungen des Ministerialdirektors Dr. Spieder und auf dringliche Borhaltungen des Gerichts verzichtete die Verteidigung auf weitere Behandlung des Oberschlesienfoma plexes. Nuch Vernehmung eines Roßbachers, der erklärt, öfters Waffen aus einer Infanteriefaserne in Stettin abgeholt zu haben, folgt die eines Leutnants a. D. Robert Schulz, den Heines ursprünglich zum Fememord heranziehen wollte, der aber ablehnte, weil ihm die Sache ungeheuerlich" erschien und ein solches Berfahren nicht lag". Eine längere Auseinandersetzung mit dem Zeugen Schulz I schließt sich an, der sich von seiner früheren, sehr fpezifizierten Aussage, Heines habe ihm furz nach der Tat Einzels heiten erzählt, zurückzuziehen versucht. Nachdem noch weiter zur Sprache gekommen war, daß der er mordete Schmidt erft 14 Tage bel der Organisation Rokbach war, daß er also nach Feststellung des Borfihenden, well in der Regel erft eine vierwöchige Probezeit vor der definitiven Einstellung der Leute vorgeschrieben war, noch gar nicht die Berstede der Waffenlager gewußt haben könnte, wurde die Sigung nach 8 Uhr abends auf Som abend früh 10 Uhr vertagt. Nach den bisherigen Dispofitionen bes Gerichts wird der Mon tag wieder verhandlungsfrei bleiben. Die Beweisaufnahme soll, wenn irgend möglich, am Dienstag zu Ende geführt werden, damit am Mittwoch die Plädoyers beginnen tönnen, die in Anbetracht der neun Berteidiger allein zwei Tage dauern dürften. Infolgedessen ist das Urteil taum vor Freitag zu erwarten. Preußen und der oberschlesische Bandenkrieg Eine Erklärung des preußischen Innenminifters. Am Donnerstagabend hielt der preußische Minister des Innern Grzesinski in der Volkshochschule in Hindenburg eine längere Rede, in der er einleitend seiner besonderen Freude darüber Ausdrud gab, gerade in diesen Tagen zu der oberschlesischen Bevölkerung sprechen zu können. Dann ging der Minister auf den in Stettin ablaufenden Fe memordprozeß ein. Er führte aus: abgehalten wird, sind auch die Vorgänge im Jahre 1921 und 1922 hier in diesem schlimm heimgesuchten Lande erörtert worden. Ich kann diese Erörterungen nur auf das tiefste bedauern. Das oberschlesische Bolt hat damals in dem Ringen um seine natio nale Existenz und Zugehörigkeit zum deutschen Baterlande und zur deutschen Nation in einem Kampfe gestanden, wie ihn wohl noch fein Kulturvott oder Teil eines Kulturvolkes aus dem gleichen Grunde erlebt hat. ,, Gelegentlich eines Prozesses, der in Stettin über Fememörder Während der Vertrag von Bersailles angeblich den Frieden bringen sollte, tobte hier unter den Augen der Entente ein entjeßlicher Krieg, der zum Teil ein Krieg mit irregulären Verbänden, teils ein Bürgerkrieg polnischen schlimmster Art war. Das oberschlesische Bolt hat ihn unter Heranziehung der ihm von der Entente zugebilligten verstärkten Polizei fiegreich zu Ende geführt und insbesondere im dritten Aufstand nach der AbStimmung, als das Abstimmungsergebnis mit Waffengewalt von fremder Hand torrigiert werden sollte, unter Aufbietung seiner ganzen Kraft und bewunderungswürdigen Haltung den Sieg davongetragen. Wo Holz gehauen wird, da fallen Späne, und wo so sehr Holz gehauen worden ist, wie damals hier unten, fallen doppelt Späne. werden schon, wie der Weltkrieg gezeigt hat, in einem regulären Kriege die im Frieden vereinbarten Richtlinien, nach denen gefämpft werden sollte, kaum immer innegehalten, so tommt noch viel meniger in einem irregulären und Bürgerkrieg die Stimme der Humanität zu Gehör, und es ist fief traurig, wenn ausgerechnet Deutsche heute diese Borgänge von vor sieben Jahren zum Gegenstand prozessualer Erörterungen mit dem Ziele machen, vorher in einer ruhigeren Zeit in ruhigen Teilen des Baierlandes begangene Berbrechen zu befchönigen oder gar zu rechtfertigen. M Wenn Angehörige der Roßbach- und Aulod Forma tionen heute, nachdem sie durch die oberschlesische Amnestie vor etwaiger Strafverfolgung geschüßt find, es glauben als Deutsche verantworten zu fönnen, öffentlich Staatsbehörden und Staatsbeamte, die den Vorteil dieser Amnestie heute nicht genießen würden, der Anftiftung zu Tötungen, nämlich Hunderter Fememorde, zu beschuldigen, so ist das ihre Sache. Jeder einfichtige und wirklich Excelsior Reifer | national eingestellte Deutsche wird sich aber wolft von einem folthen Gehaben mit Abscheu abwenden. Im übrigen habe ich ja auf die Behauptungen, bie in Stettin aufgestellt worden sind, durch den Amtlichen Breußischen Breffedienst am verflossenen Sonnabend ein entsprechendes Dementi verbreiten laffen. Die bisherigen Prozeßverhandlungen haben nichts ergeben, was mich zu einer weiteren Stellungnahme nötigen fönnte. Die preußische Staatsregierung, und für die allein tann ich ja nur sprechen, wird niemals vergessen, was das oberschlesische Volt in seinem Rampfe um feine eigene Eristenz und nationale Zugehörigkeit zugleich für die deutsche Nation und das deutsche Baterland getan hat. Und wenn bei hilfsmaßnahmen die Oberschlesier, ebenso wie alle bedrängten Landes- und Boltsteile ihrer Meinung nach nicht immer ausreichend bedacht worden sind, fo bitte ich ganz dringend, das auf die unzureichenden Möglichkeiten zurückzuführen. Weiter beschäftigte sich der Minister mit den Aufgaben staat ficher Kulturarbeit im Osten, mit der Ostmarkenpolitik der Vorfriegszeit, mit den produktiven Arbeiten im deutschen Often sowie mit den Fürsorgearbeiten, die für den wirtschaftlichen Aufstieg dieser Gebiete seitens der Staatsregierung getroffen worden sind. Werftätiges Landvolk gegen Landbund. Kundgebung für einen fozialdemokratischen Landrat. Es war in Langenöls im Kreise Nimptsch, wo der Landbund vor einigen Wochen zu der Heydemonstration gegen die preußifchen Behörden und insbesondere gegen den sozialdemokratischen Landrat Seibold aufmarschiert war. Am letzten Sonntag sah diese Hauptstadt dieses Kreises eine wuchtige Gegendemon stration des arbeitenden Landvolkes, das unter den Fahnen der Sozialdemokratie und des Reichsbanners gegen die Heze des Landbundes Stellung nahm. Ueber 3000 Personen marschierten auf dem Marktplatz auf, feine vom Landbund bezahlten Söldlinge, sondern werktätiges, schaffendes Landvolk, das mit großer Begeisterung die scharfe Abrechnung des Sozialdemokraten Ma che mit der Reaktion entgegennahm, um sich dann unter starker Anteilnahme der Bevölkerung zu einem Demonstrationszug vor der Wohnung des Landrats Seibold zu formieren. Die Wirkung, daß so die werktätige Landbevölkerung gegen die Landbundorganisationen aufmarschieren wird, haben sich wohl die Großagrarier bei ihrer maßlosen Hetze gegen Preußen nicht träumen laffen. ZEIGEN WAS REIFEN LEISTEN KÖNNEN sr.m. Unterhaltung unö ÄVissen Beilage des Vorwärts Die Gpagnolettaie von Neapel. Ein Frühlingssonntag vor portici. fyn, die Frühlinyssoime: wie sie ihr«» goldenen Segen reich über die Landschaft, über die Stadt und über da« Meer strahlt. Di« bunte, laute Stadt Neapel. Am sikberblouen Golf, am Tyrrhenischen Meer. Im Südosten schmaucht der alte Opa, der Berg: der Desuv: dem die lang« Pfeif« Tag und Nacht nicht ausgeht. Neapel, die bunte Stadt an der See. Silberblau schmilzt am fernen Horizont See und Himmel zu eines: paaren sich, oerfchwistern sich See und Himmel. Rauchfahnen über der See. Schiff« auf der Reis« von und nach Zteapel. Die Stadt im Halbzirtel um den Golf herum: olles bunt und blausilbern. Nach Nordwesten zu das bronzefarbene Cap Mifeno. Und davor gelagert die graugrüne Thermeninsel, das liebliche Ishia. Schaust du über, Meer noch Südwest, dann siehst du den schwarzen Arm der Halbinsel Sorrent ins Meer hinaus- langem Ein ausgestreckter Arm, diese Halbinsel: der hinübergreifen möchte: der erhasche» möchte. ZLa» dem»? Da» Juwel: die lila- färben« Spi Hinsel Capri. Die bunte Stadt Neapel, die segnend« südliche Goldsonne, da« blausilberne Meer— die weiße Möwe überm Strande, und über die Stadt hin die sausend« blaue Schwalbe. Ernst raucht der Desuol Neapel— die Stadt der überfchäuinenden Lebensfreude. Wer Kummer hat. der möge beten: 400 Kirchen warten auf Gäste. Und wer Angst hat, der möge zittern: über der Stadt die geballte Faust: das alle Costello Sant' Elmo, erbaut von Roger dem Normannen- sürsten, als Iwing-Neapel, heute: Militärgefängins. Obendrauf das schwarze Banner des Tyrannen Mufiolini: Ewiva il Fascio! Sorgen und Angst? Ach wo», der Neapolitaner kennt weder Sorgen noch Furcht, er lacht, er raucht, er trinkt, er schwätzt— die Frauen und Mädchen schmücken sich mit Rosen. Netken und Oleander, sie leben im Augenblick: heute noch sind wir da— morgen vielleicht— chazzo!, wa» morgen, ewiva la vita 6' oggi, heute ist heute, laßt uns tanzen und jubeln: wie die blaue Schwalbe droben in der perl- mutterfarbenen Luft! Neapel. Di« bunte Stadt mit seiner gelben Bastille: dem Taste llo Nuooo— trutzig und hoch: die Regenrenfaust der einstigen Bourbonenl Aber auch die mußten abziehen— das lachende freie Leben blieb Sieger, Sieger über all« Tyrannei. Und abziehen wird eines nahen Tage» auch Mastro Mussolini, der Tyrann aus Rom, der seine Fäuste den Neapolitanern unter die Nase hält: Castello Sant' Elmo, Castello Nuooo. Neapel. Di« reiche Sticht— und die arme Stadt. Die gelehrte Stadt— und die Stadt der Analphabeten. Die Universität: blank und schön, mit den Granitstotuen seiner tausend Profesioren— die über sechs Jahrhunderte hin lehrten. Und der Kernpunkt des reichen Lebens: die Galleria Umberto, eine mit Glos überdeckt« Straßenkreuzung: Cafes mit Musik«, Läden mit Brillanten und Türkisen, Frauen so schön wie«in Traum. Und unten am Trocadero von Neapel, am Userbollwerk: da rauschen im Seewinde die Palmen. Palmen, die das weiße Gemäuer des weWerühmten deutschen Aquariums hochstämmig übergrünen. Beete mit feuerbrennender Eanna, und aus den Blütenbeeten heran» die springende blanke Säule: die rauschend« Fontäne! Das reiche Neapel, da» genießende Neapel. Dann ober auch da» wirkliche Neapel, das schöpferische Neapel, das arbeitend« Napoli: der Hafen und die Jndustriequwlliere. Der Hafen voller Schiffe aus aller Welt: bunt« Flaggen hoch über Topp. Flaggen von Japan bis Brasilien. Flaggen von Australien bis Norwegen und Baltimore. Da rasseln und rattern die Winden: Güter von— und an Bord! Und die Werften, die hämmernd Niet« neben Niete fetzen: bis dos Schiff vollendet ist— und feinen schwarzen Leib vorsichtig in die stkberblau« Flut hineinschiebt: der Stapellauf von der mütterlichen Helling. Eisengießereien, Glasfabriten, Baumwollspinnereien, Seidenwebereien, Majolika- und Porzellanfabriken. Ueberall wirken die schöpferischen, fleißigen Proletenhänd«. Und nicht zu vergessen die Mak kar onifab riken— was dem Deutschen die Kartoffeln sind. da» sind dem Neapolitaner die Mattaroni— Nudeln: Neapel verzehrt sie täglich zu vielen Tausenden von Zentnern. Und Neapel will auch was rauchen, jeder Bub und jedes Mädel raucht — haben sie's doch gelernt vom alten Opa, von: schmauchenden Vesuv. Neapel: dort seht ihr die große„Manufatturo reale degli Spagnoletti!" Di«.Königliche Zigorettensabrik!' Rosiges Gemäuer: über dem Tore das Wappen von Sovoyen: Rot und Weiß: die blitzend« Krone drüber, ober nach der Krone langt die schwarze Hand de, Mastro Mussolini. Neapel. Heut« ist Sonntag. An der Piazza Popolo, am Dorfs-- platz— joihei, was stürmt so bunt daher? Eine Schar lachender junger Mädchen— wirklich, sie stürmen,«ms die lauge Reihe der Elektrischen zu— jetzt hinaus, hinein— es ging, es langte— bnnmeldidumm— fahrt los, fahrt ab— heute ist Sonntag, Feier- log, Freudetag— 50 Spagnolettaie fahren in die Welt: nach Portici, hin an den Strand des Monte Defuvio. Jahei, die lustigen singenden Straßenbahnwagen: voller weib- licher Jugend: 5V Zigarettenmädels fahren spazieren: Spagnolettaie aus der.Königlichen Zigarettenfabrik�. Kommt, wir fahren all« mit! Und dann sind wir in der kleinen Defuvstadt Portici, die 50 lustigen Zigarettenmädels führen uns, hin zu den Ausgrabungen: zur alten Römerstadt— hier sind wir schon: in Herkulanum. Zum Lachen, wie sich die 50 bunten Mädels freuen, diese nackten alten Römergötter aber auch— und die stolzen Göttinnen: die Aphroditen, schämen sich gar nicht mal— all« splitternackt— ach was, schämen— der nackt« Körper ist Schönheit— man ist selber schön: 50 Spagnolettaie im alten römischen Herkulanum. Lochet— freut euch des Lebens! Wie fo fein duftet der Lorbeer und der Oleander. Und wie feurig blitzen die schwarzen Augen der Mad- chen— helle Flammen heraus au» dem braunen lieblichen Antlitz. Zähne so weiß— in die Schatullen der Münder gelegt: Perlen in Purpur! 5V schöne Spagnolettaie. Abends. In Stadt Portici vorm Desuv. Im Wirtshaus am Strande. Unter der Pergola, in der Rebeniaube. Leise schlägt die Brandung der See über die Klippen— wie das klingt, als ob der Alltag den Sonntag bedrohe. Wir haben gut gespeist: in Oel gebacken«» Tintenfisch— und-Salat dazu, dann Schafskäse, hinterher Kirschen und Aprikosen. Und wir haben gut getrunken— Defuvio Rossv: blutroten Desuowein. Und hier kommt die Musik: ein kolobrestscher Dudelsackpfeifer, sein« schöne Tochter schlägt das klingelnde Tamburin— Musik— wo sind die Tänzer? Hier sind sie: die Fifcherburfchen von Portici— Mädels. bitte, wag: es mit uns! Und dann der wilde Tanz: die Tarantella und die Siciliana! 50 fonntagsfreie Spagnolettaie tanzen mit 50 Fischerburschen— unter der Pergalo zu Portici— leise braust das Meer: der ewiggleiche, düstere Alltag rauscht hinein in die schwingende Melodie der Sonntagsfreude. Aber laßt den Alltag— Alltag fein Heute ist nun mal Sonntag abend, am Himmel knistern die Sterne— trimmdidimm: das Tamburin, dudeldei der Flötensack — rische-raschel die Bein«, klipfe-klopfe das Herz: 50 Spagnolettaie tanzen vor Portici: es leb« das Leben, es lebe die Freiheit! Heute ist Sonntag. Und droben flammt und schmaucht der Desuv. Max Dar tu. Das Haus ta dem der Mord geschah. Von Hardy Worm. Bevor die Tat geschah, war es ein Haus wie alle anderen Häufer in diesem großen Berlin. Ein Haus mit vielen, vielen Miels- Parteien, einem Hinterhof, auf dem die Kinder spielten: mit zwei Seitenflügeln und einem Quergebäud«, in denen Proletarier hausten, zusammengedrängt, ahn« frische Luft und Sonne. Ein Haus, in dem sich die Nachbarn bespitzelten, ein großes Dorf. Auch die Border- front war nicht besonders ansehnlich. Der Putz war an verschiedenen Stellen abgefallen: das Haus hatte ein graues, zernarbtes Geficht. Trotzdem stand es eines Tages im Brennpunkt der Neugierde. Und das kam so: Im rechten Seitenflügel wohnte seit Jahren ein« Frau Holst, die in einer der Nebenstraßen einen Produktenkeller hotte. Jeder im Hause kannte natürlich die Holst, eine stattliche, fünfzigjährige Frau, die gelanten Abenteuern durchaus nicht od- geneigt war, oftmals Herrenbesuch empfing und infolgedessen«in beliebtes Objekt der nachbarlichen Neugierde bUdete. Also eine» Vormittags kam ein junger Mann, der ein Paket unter dem Aren hatte, und klingelte mit solcher Ausdauer an der Tür der Frau Holst, daß die Nachbarin nicht umhin tonnte, ihre Nase in den Treppenflur zu stecken. Der junge Mann faßte an die Hutkrempe. Ob sie nicht wisse, wo Frau Holst sei. Seit drei Tagen sei der Produktenkeller geschlossen. Niemand wisse, wo die Inhaberin steck«. Nein, die Nachbarin wußte auch nicht, wo die Frau Holst steckte. Sie stemmte die Hände in die Hüsten, sie schüttelt« nachdenklich den Kopf. Plötzlich faßte sie einen Entschluß. Sie ging, gefolgt von dem jungen Mann zum Portier. Der kratzte sich den Kopf und ging zum Verwalter. Aber der war nicht zu Hause. So standen nun die drei auf dem Hof, debattierten und blickten zu den Fenstern der Frau Holst empor. Und dann kam Frau Geschwitz, und dann kam der Briefträger. Alle schüttelten den Kops und redeten mit den Händen wie aus einem Pferdemarkt. Da fiel das Wort Polizei. Das erlösende Wort. Der Portier ging mit dem jungen Mann aufs Revier. Dort wurde ein Protokoll aufgenommen, noch einem Schlosser geschickt. Und als die fünf Männer da» Hau» betraten. lugten au» allen Fenstern neugierige Gesichter, standen Gruppen von Bewohnern im Treppenflur. Da» alt« unansehnliche Hau» begann zu zittern. Ein Btlck in die Küche. Töpfe standen Herum, Gläser mit Weinresten. Die De- anrten öffneten die Tür zum Schlafzimmer. Da dreht sich der ein« herum. �Llle» sofort die Wohnung verlassen.'' Wer dem Portier gelingt es noch, einen Blick in den Schlafraum zu werfen, einen ganz flüchtigen Blick. Und er steht Frau Holst in einem Bett liegen, den machsgewen Kopf am Fußende. Der Mund ist geöffnet, ein dünner Streifen dunklen, geronnenen Blutes zieht sich den Hals entlang. Ein Stuhl liegt am Boden, ein« zertrümmerte Wasserkarafse. Nun ist es heraus, da» Schrecklich«. Mord. Ein Mord im Haufe. Lud diese» Wort triecht die Treppen empor, in die Wohnungen, in «e Keller, diese» Wort schleicht die Straße entlang. Dieses Wort ist «in Tambour, der auf das Kalbfell haut. Mord. Mord. Mord. Im Hause klappen sämtliche Türen. Die Menschen flüstern mit- ietnaerder. Die Frauen, die dos Haus verlafseu. um einholen zu gehen, gewinnen in den Augen der draußen Stehenden an Loden- tung. lknen Augenblick sonnen sie sich in dem Glanz. Em« Flut von Fragen stürmt aus sie ein. Sie wisien nichts, sie wissen gar nichts, ober ihr verschlossenes Gesicht läßt auf tiefste Mysterien deuten. Gott, wer kennt nicht die Frau Holst? Diejenigen, die st« nie in ihrem Leben gesehen haben, gebärden sich, als fei ihr« Schwester gestorben. Und als bie Mordkommission«intrifft, ist die Sttahe schwarz von Menschen. Die Lust ist durchschwült von Gerüchten. Aus dem geöffneten Fenster de» Mordzimmers flattern die Gardinen. Während oben die Beamten den Tatbestand aufnehmen, während die Leiche photographiert wird, werden unten auf der Straße die Motive erörtert. Die mefften schließen aus Raub. Sicherlich hat die Frau Geld gehabt. Und dann wird auch gemunkelt, daß sie oftmals �heihe Ware' gekauft habe. Aber dann melden sich wieder ander«, melden sich schrill« Stimmen..Na. die Hot doch jeden Tag nen aichern gehabt. Di« hat doch jeden mit rufffenornmen. Keen Wunda.. Schon spritzt der Schlamm umher, wird die Tote m den Schmutz gezogen. Einig« bauen sich vor dem Produktenkeller auf, in dessen Eingang«in Polizist steht. Die Kinder schleichen an die Fenster, ihr kleines Herz pocht vor Sensationsgier. Gegen Abend hält das Leichenauto vor der Haustür. Die Polizei drängt die Neugierigen zurück. Der Portier steht mitten im Hansflur und mustert die Menschen, wie ein General seine Truppen mustert. „Nahmd, Karl!" ruft einer wichtigwerisch aus der Zuschauer» menge. Plötzlich hebt der Portier die Hand. Warum, weiß er selbst nicht. Aber er hat das Empfinden, daß es so sein müsse, wenn ein Ermordeter über dm Hof getragen wird. Ein Hupensignal. Da» Auto rast davon. Langsam zerstreut sich die Meng«. In dm Fenstern des alten, unansehnlichen Hause» flammen Lichter auf. Ein Schatten kriecht über das Gebäude. Die Lichter er- lofchm. Eine Haustür fällt ins Schloß. Und nur der Schritt des pattouillierendm Schutzmanns ist noch zu härm. Bierzehn Tage später war es wieder em Haus wie alle anderen Häuser m diesem großen Berlin. Ein Hau, mit vielen, vielen Mictsparteien, zwei Seitmflügeln und einem Quergebäude, in dmm Proletrier hausen, zusammengedrängt, ohne frische Lust und Sonne. Die hopsende Zunge. Redeblüten aus dem verflossenen Reichstag. Man nennt dm Etat des Reiches auch Haushalteplan. Der Name rührt daher, daß das Hausholtm nur geplant ist: durchge- führt wird es doch nicht. � Immer neue Steuern und keine Tatm für die Wirffchast! Man sollte doch meinen, daß eine Regierung, die so viel einnimmt, auch etwas machen kann. � Weite Kresse des Handels und der Wirffchast hoben diesen ver- rückten Riesenbandwurm mit großem Widerstreben geschluckt. Er ist davon nicht kräftiger geworden. * Was nützt uns aller Handel und Wandel, wenn er vor» ein« schöne Fassade und hintm keine Lust hat. Unsere Wirtschast ist noch Sowjetrußland gegongen und hat dort Konzessionm geschluckt. Man sagt, das fei ihr bekommen wie einem Berserker ein Besuch im Nonnenkloster. * Das Gefetz begünstigt mit Recht die großen Trufte und Gefell- fchaftm, denn dies« sind es. die mehr noch als die Großgrundbesitzer an fchrecklichm Seuchm leiden. * Do» deutsche Wirtschaftsleben ist auf dem Wege, wieder'«in starker Mann zu werden. Ein starker Mann aber sollt« auch ein- mal einen starken Ton von sich gebm können. * Unter diesen Freibeutern der Wirffchast gibt es Leute, die nicht einmal mit Druckerschwärze mehr reinzuwaschen sind. * Reden Sie nicht immer von der akffvm Handelsbilanz Frank- veichs, sondern greifen Sie an Ihren eigenen Busen, da ist em üppiges Feld. Oder folltm Sie etwa zwei Busen in Ihrer Seele haben? * Diese Aoklvorlag« ist ein totgebavmes Kind. Di« Wirffchast wird schon dafür sorgen, daß ihr stückweise da» Lebenslicht ausge- blasen wird, wie einem Hundeschwanz. * Auch dm Industriebaronen wird es nicht gelingen, da« schwie- rige Ei des Kolumbus zu lagen. Denn es ist faul von untm bis oben. * Wollen Sie der leldenden dmffchm Spiritusindustrie helfen, so trinken Sie Grog, und wollen Sie der leidenden Zuckerindustrie helfm, so trinken Sie nochmals Grog. Soll aber beiden Industrien geholfen werden, so muh der Grog das Nottonalgetränk der Deut- scheu werden._ Die Lehien ihres Giammes. Die letzte Wandertaube, die es in der Welt gab. starb vor einiger Zeit in hohem Atter im New-Porker Zoologischen Garten: sie war die einstge Ueberlebend« eines Stammes, der noch vor 50 Jahren so zahlreich war, daß seine Schwärme den Himmel verdunketten und die Zweige der Bäume durch ihre Last.zerbrachen Dieses Beispiel ist eine besonders bezeichnend« Warnung, mit der Ausrottung der Tiere einzuhalten, die immer mehr Arten bedroht. Der amerikanische Büffel oder Bison ist dem Schicksal der Wandertaub« nur mit knapper Not entgangen. Nachdem die riesigen Büfselherden, die die Prärien Amerikas bevölkertm. fast vollständig vernichtet warm, hat die kanadisch« Regierung für die wenigen Ueberlebenden ein Schußgebiet im Warnwright-Park eingerichtet. und dort vermehren sich diese Tiere, die einst ein Wahrzeichen der Neuen Welt bildeten, in steigendem Umiang, und die zunächst kleine Herde ist jetzt bereit» wieder auf 8000 Stück angewacklen. Ein noch prachtvolleres Tier, der europäische Büffel oder Wisent, der einst die edelste Jagdbeute der altm Germanen war. wurde bi? vor dem Kriege auf dem Kontinent wenigstens noch in Polen und Ober- schlesien in kreier Wild bahn gehalten. Aber der Krieg und die nach- folgenden Wirren haben diesen Tieren«in Ende bereitet, und der einzige Ort, wo der Wisent heute noch in wenigen Exemplaren in Gefangenschaft lebt, ist der Wildpark des Herzogs von Bedsord zu Woburn. wo sich die Tiere vermehren und dalzer vielleicht gerettet werden können. Die Elefantenrobbe von Guadeloupe findet sich nur auf dieser Insel und sonit nirgends. Auch dort gibt es nur noch wenige dieser eigenartigen Tier«, und wenn nicht Schutzmaß- nahmen ergriffen werden, so wird die Welt bald den lebten Ber- treter dieser Gattung verloren haben Die Meerotter von Alaska, ein schönes und anmutiges Tier, dessen Fell wohl die Herr- lichsten Pelze der Welt liefert, ist von den Pelzjägern so unbann- herzig verfolgt worden, daß sie fast völlig ausgerottet ist. Sie ist die einzige Otter, die noch im Meerwasser lebt, und es bclteht sehr wenig Aussicht, daß sie noch erholten werden kann. Aus den Galapagosinseln in der Nähe der Nordwestküste von Südamerika findet man die R i« s en s ch i l d k r ä t e. die unter allen bekannten Tieren das längste Leben haben soll. Dies« trögen Riesen sind die letzten Ueberlebenden einer Art, die sich aus fernen Urzeiten bis in unsere Gegenwart erhalten hat. Aber da jetzt wilde Hunde in großen Rudeln die Inseln bevölkern und die Eier sowie dl« Jungen dieser Tiere fressen, so werden sie immer weniger zahlreich, und d-e Zeit ist nahe, da sie völlig von der Erde verschwunden sein düiflen. Eine merkwürdige Möwenart, die an der Küste des Stillen Ozeans lebt, ist erst kürzlich von den Eierräubern ganz ausgerottet worden, und das groß« W o l r o ß ist der Gier der Jäger im nördlichen Stillen Ozean zum Opfer gefallen. Auffindung von„Fährten" fossiler Znseklen. Die Wissenscha-t hat im Laufe der Zeit eine ganze'Anzahl von Fährten vorgeschicht- licher Tier« entdeckt und nach ihnen so manche wichtige Einzelheit in bezug aus den Körperbau jener Tiere zu bestimmen vermocht. Neuerdings hat nun der Paläontologe Prof. Schmidtgen im oberen Rotliegenden bei Mainz auch die„Fährten" von urwettlicken In- iekten gesunden. Diese Fährten waren an einem Platz sichtbar, an dem sich, obwohl er von Wüstensand umgeben war ein Tümpel befunden hoben muß, denn die dort entdeckten Laufspuren rühren von Wasserinsekten und ihren Larven her. Es dürfte sich hierbei um ein Tier bandeln, das seine sechs Beine in ähnlicher Weise bewegte wie der Gelbrand, der bei uns sehr häufige Wasserkäser, wenn er sich über einen schlammigen Untergrund bewegt. Im ganzen be> obachtete der genannte Forscher 21 Abdrück« solcher Insektenspure» im Gestein. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin S3 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin stets an das Bezirksjekretariat 2. Hof. 2 Trep. rechts, zu richten. Zeitungsfommiffion Groß- Berlin: Bente, Sonnabend, 28. April, 19 Uhr, Sigung sämtlicher Kreiso blente ber Beitungstommiffion Groß- Berlins im Vorwärtsgebäude, Lindenstr. 3, 1. Sof lints, 1 Steppe links. Jeber Kreis muß unbedingt vertreten sein. * 5. Kreis Friedrichshain. Der Detsverein Friedrichshain bes Reichsbanners Schwarz- Rot- Golb veranstaltet heute, Sonnabend, 28, April, bie vierte Gründungsfeier, verbunden mit einer Fahnenweihe der Kamerabschaft Warschau". Festansprache: Ministerpräsident a. D. Johannes Stelling. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich recht rege an dieser Feier zu beteiligen, ba ber Reinertrag restlos dem Wahlfonds aufließt. Die Feier findet in den Gesamträumen der Brachtsäle am Märchenbrunnen, Am Friedrichshain 29-32, um 20 Uhr statt. Cintritt 1. 7. Arcis Charlottenburg und Spanban. Juristische Sprechstunde heute, Gonn abend, von 17 bis 18 Uhr im Jugendheim Rosinenstr. 4. Gelegenheit zum Kirchenaustritt. 7. Kreis Charlottenburg. Sigung der Jugendtommiffion heube, Sonnabend, 19% Uhr, im Jugendheim Rosinenftr. 4. Jede Abteilung muß vertreten fein. Heute, Sonnabend, 28. April: 51. Abt. Charlottenburg. Achtung! Treffpunkt zum Spaziergang nicht, wie irrtümlich angegeben, um 19 Uhr, sondern bereits um 17 Uhr bei Schellbach, Königin Elisabeth- Str. 6. 83. Abt. Lichterfelde. Wir bitten alle Mitglieber, fich recht rege an der Werbefeier der GA3. um 20 Uhr im Jugendheim Albrechtstr. 14a zu beteiligen. Jugendspiele, Gesang, Boltstänze. Ansprache: Ludwig Diederich. 92. Abt. Neukölln. Die Bezirksführer oder deren Beauftragte holen wichtiges Material heute, Sonnabend, nachmittags vom Abteilungsleiter ab. Achtung! Heute, Gonnabend, 28. April, veranstaltet bie 1. Rameradschaft des Reichsbanners Neukölln- Brig in der Siedlung Dammweg einen Bropagandaumzug mit Blazkonzert und Ansprache auf dem Marktplag. Die Genoffinnen und Genossen treffen sich um 18% Uhr am Herzbergplaz und schließen sich dem Zuge des Reichsbanners an. Die 93. Abteilung beteiligt fia) ebenfalls. Die für den 11. Mai vorgesehene Jugendveranstaltung muß wegen der am gleichen Tage von der Jugend des Kreises im Saalbau Bergstraße vorgesehenen gleichen Veranstaltung ausfallen. 95. Abt. Reutöln. Achtung, Bezirksführer! Listen abholen vom Genossen Rothe, Steinmeßstr. 83 II, um 18 Uhr zur Ergänzung. 116. Abt. Lichtenberg. Ab 17 Uhr bei Morr, Neue Bahnhofstr. 28, Berteilung der„ Wählerin". 128./130. Abt. Pantow. Heute 18 Uhr treffen sich auf dem Marktplak alle rabfahrenben Mitglieder der Partei, ber Arbeiteringend und bes Reichs banners zur Propagandafahrt burch Pankow. Der Abteilungsleitung. 135. Abt. Karow. 20 Uhr im Pantgrafen, Bantgrafenstr. 3, wichtige Vorstands fizung. Alle Bezirksführer müssen erscheinen. 133. Abt. Buchholz. Sonntag, 29. April, 9 Uhr, Flugblattverbreitung im Lokal Roffad, Hauptstr. 71. Am 25. April verstarb unsere liebe Mutter und Großmutter Luise Steinkopf Familie Wilhelm Hansmann, Georg Fuchs und Frau. Hörde und Leipzig, den 27. April 1928. Die Einäscherung findet am 30. April, vorm. 9% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37 statt. Am Freitag. 27. April, morgens 17 Uhr, verschied nach langem, schmerzhaftem Leiden mein teurer, heißgeliebter Mann, mein herzensguter Sohn, der Kaufmann Alfred Ospalski im 16. Lebensjahr. Im tiefsten Schmerz Elfriede Ospalski, geb. Henzė Ww. Berta Ospalski, geb. Menze Berlin N 58, Cantianstr., Sportplatz, den 27. April 1928 Die Beerdigung findet Montag, 30. April, nachm. 12 Uhr, auf dem DreifaltigkeitsKirchhof, Bergmannstr., statt. Kondolenzbesuche dankend verbeten. Deutscher Metallarbeiter- Verband Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Feilenhauer Otto Borbe am 21. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn abend, dem 28. Aprit, nachmittags 12% Uhr, von der Leichenhalle des Sentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 22. April starb unser Rollege, der Gürtler deutsches Theater Norden 12 310 8 Uhr, Ende 10% U. Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr. Trebtisch Kammerspiele Norden 12 310 34 U., Ende nach 10 Zum 103. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Max Strohmann Die Komödie Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Am 25. Apri! verstarb ganz unerwartet meine liebe, herzens gute Frau, Schweger- und Großmutter, Cante und Schwägerin Henriette Davidshäuser im vollendeten 70 Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrüibe und um stille Teilnahme bi tend an: Rheinsberg( Mark), 26. April 1928. 3m Namen der Hinterbliebenen Ernst Davidshäuser. Einäicherung. Montag, 30 April, nach mittags 4 Uhr, Kremator Gerichtstr. Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., 28. 4.28 Staats- Oper Unter d. Linden Anf. 20( 8) U. Die Sonnab., 28.4.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III Anf. 19%( 72) U. Die Hochzeit Zauberflöte des Figaro Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 36. Ab.-V. Anf.19%( 7) U. Don Staafl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt 82. Ab.-V. Ant. 20( 8) U. Giovanni Gespenster Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Anfang 20( 8) Uhr Prinz v. Homburg Renaissance Theater 1000 Steinplatz 901 Bismarck 2414/7516 84 U. Ende 10% U. ,, Die Kassette" Komödie von Carl Sternheim Berliner Theater Charlottenstr. 90/91. Dönb.175 Direktion Kuhnert 8 Uhr Theater des Westens Gastspiel Moskauer jüd. akad. Theater Heute und morgen 8 Uhr Die Reise Benjamins III. Musikal. Spiel Montag 8%, Uhr ,, 200 000" Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Frau Käte läßt sich verführen Lustspiel v.H.Sturm Klinder, Kettner, v. Mollendorf Sonnt. 4 U. kl. Preise Tagesze ten der Liebe Lustspielhaus lir. Dr. Martin Zicke 8 Uhr: juido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Volksbühne Residenz- Theater Heater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 14 Uhr Uhr. PREMIERE L. MAI Frauenveranstaltungen: 17. Kreis Lichtenberg. Alle Genoffinnen beteiligen sich an der Berbreitung der Wählerin". 35. Abt. Heute, Connabend, 28. April, ab 17 Uhr Berteilung der Wählerin" vom Lokal Otto, Sigaer Str. 85, aus. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Kreis Mitte, Gruppe Ernst Toller: Sonnabend, 28. April, Fahrt nach Bernau. Fahrpreis 1 M. Essen, Turnzeug und Waschzeug mitbringen. Treff puntt um 15 Uhr vor dem Heim Zehdenider Straße. Die Elternversammlung fällt wegen der Wahlarbeiten aus. Kreis Kreuzberg, Gruppe Südost: Fahrt der Aelterengruppe nach Friedrichs. hagen. Treffen 7 Uhr früh Görl. Bhf. Essen und 40 Pf. find mitzubringen. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation S 95. Abt. Neukölln, 54, Beairt. Nach langem Beiden verstarb unser langjähriger Genosse Georg Rampf, Prinz- Sandjery- Str. 83. Ehre seinent Andenken! Einäscherung am Montag, 30. April, 13 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 102-103. Wir bitten um rege Beteiligung. Die Sonne lodt und unsere Kleinen Lieblinge sollen viel frische Luft genießen. Jede Mutter segt auch ihren Stolz daran, einen modernen und doch allen hygienischen Anspritchen genügenden Rinderwagen zu befizen. 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Schwank Robe kasten SCALA S Uhr Nollendor 7360 Das AprilDelschaft, Pointner, Eibenschütz, Gottgetreu, Vespermann. Extra- Züge von Berlin( Potsdamer Bahnhof)- Extra Dampfer Für Funkfreunde halbe Preise. 9 CASINO- THEATER Uhr Lothringer Str. 37 Verkäufe Saltenburg- Bühnen Die schwebende Jungfrauleiner Schlächterwagen Dts. Künstler- Th. 81 Uhr Sensations- Programm Schwarz- Weiß mit zum ersten Male in Deutschland auftretenden Varieté- Kunstkräften. Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 8 Uhr Sonnabends u. Sonntags Heute u. folg. Tage te 2 Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr-330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Komische 81, Uhr Oper 81%, Uhr James Klein's gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Die Bollé Sisters" Letzte 3 Vorstellungen Ein Berliner Volksstück von Friedmann- Frederich. Max Adalbert, Lea Seidi, Lori Leux Dienstag, den 1. Mai Zum 1. Mal Gastspiel d. 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