Morgenausgabe Nr. 203 A 103 4S.Iahrgtmg Wichentllch 85 Pfg. monatlich 3,86 M. im sorous zahlbar, Postbazuz<32 SL «iuschl. StfteSgelti. ilu-landsabon»» menl 4.— M. pro Mannt, * Der.Sotmärls" erscheint wochentig- ßch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im chandel mit dem Titel.Der Abends Illustrierte Beilagen.Boll und Zeit� und.Siud-rsreunV, Ferner .Unterhaltung und Wissen",.Frauen- s! mm,".Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Äugend- Vorwärts". Berliner vowsvlatt Sonntag 29. April 1928 Groß-Äersin15pf, Auswärts 20 Pf. DK eisspaltige Nonpareillezeile 80 Pfevaig. ReName�eile S.— Reich»- mark.»Kleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort 25 Pfenmg(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IZ Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile K0 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile Ä Pfennig. Anzeigen- annähme im Hauptgeschäft Linden- ftraßeS, wochentägl. von SVa bis 17 Uhr. Zentralovsan der SozialdemoSvattstben Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrobe 3 ß«ri,sprech«r: Dönhoff 292—231 Dblegramm-Adr.: Sozialdemokrat Cetil« Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin S? KSK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellte» tmb Beamten Wallstr. SS, DiZkonto-Geselllchast, Depositenkasse Lindenftr. S Kampf-Mai 1928, Arbeiter, Angestellte und Beamte! In diesem Jahre hat der 1. Mai«ine ganz besondere .Bedeutung. DerMonatMaiisteinKampfmonat! Am 20. Mai soll die Entscheidunasschlacht geschlagen werden zwischen Rückschritt und Fortschritt. Es sind nur noch wenige Tage, die uns von dieser Entscheidung trennen. Arbeiter, Angestellte, Beamte! In eurer Hand liegt euer Schicksal und das Schicksal des Reiches und der Länder. Wir sind überzeugt, daß ihr euch tapfer schlagen und der Reaktion eine entscheidende Nieder- läge bereiten werdet. Die Maiknudgcbumg wird der Auftakt zur Wahlschlacht sein. Wir ermahnen euch eindringlichst, zu dieser Demonstration in so gewaltiger Zahl zu erscheinen, daß schon jetzt die Feinde der organisierten Arbeitnehmerschaft euren entschlossenen Willen erkennen. die Auch an diesem 1. Mai demonstrieren wir für gleichen unverrückbaren Forderungen wie bei den früheren Kundgebungen. Wir demonstriere»: für sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt. für Ausbau der gesamten sozialen Gesetzgebung. für gleiches und soziales Recht, für Verkürzung der Arbeitszeit, insbesondere für Be- festigung des Achtstundentages. für einen Lohn, der ein« menschenwürdige Existenz ermöglicht..... für das Mitbestimmungsrecht im Betriebe und. in der Wirtschaft,, für Anteilnahme der Arbeitnehmerschaft an den Gütern der Kultur, für Bölkerverständigung und Bölkersrieden. gegen Krieg und Kriegsrüstungen. gegen jede Reaktion in Politik und Wirtschaft und gegen jeden sozialen Rückschritt. Das Endziel aller unserer Kämpfe ist und bleibt: die Befreiung der Arbeiterschaft und der ganzen bedrückten und leidenden Menschheit vom Joche des Kapitalismus. Eine Gesellschaftsordnung, in der es nur gleiche und freie Menschen gibt, der Sozialismus! Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund. Ortsausschuß Berlin. Arbeiter. Angestellte vnd Beamte! Die großagrarische und industrielle Reaktion in Stadt und Land rüstet auf der ganzen Linie zu einem entscheiden- den Schlag gegen die organisierte Arbeitnehmerschaft. Ihr iel ist die Alleinherrschaft in Staat und Reich! Sie hat den 'ahlkampf aufgenommen mit den Mitteln der Lüge und Demagogie, deren sie allein fähig ist. Sie will die un- politischen und indifferenten Wählermasien betören, um einen entscheidenden Einfluß in Regierung und Gesetzgebung zu erlangen. Das bedeutet, daß auch die letzten Errungenschaf- ten der Revolution mit einem Schlage vernichtet werden. Ist es wirklich noch nötig, euch, organisierte Arbeitnehmer. darauf hinzuweisen, mit welcher Brutalität das Unternehmer- tum um des Profites willen jede Lohnerhöhung und Aer- türzung der Arbeitszeit bekämpft? Mit welcher Rücksichts- losigkeit es sich dem kulturellen Aufftieg der Arbeitnehmer entgegenstemmt? Die wirtfchafllichen Kämpfe der Neuzeit reden doch wohl eine deutliche Sprache! So steht die organisierte, klassenbewußte Arbeitnehmerschaft. nur auf die eigene Srafi gestützt, einer Welt voa Feinden gegenüber. Sie kann die brutale wacht dieser Gegner nur brechen, wenn sie in lückenloser Front einig nnd geschlossen vorwärts marschiert. Darum soll die Kundgebung am kommenden 1. Mai sein: eine Heerschau der organisierten Arbeitnehmerschaft. Allen Widersachern und allen Widerständen zum Trotz soll sie den unbeugsamen Willen beweisen und sich fest entschlossen zeigen, in allen ihr aufgezwungenen Kämpfen zu siegen. Arberter, Angestellte nnd Beamte! Der 1. Mai ist euer Tag. Er ist der Ehrentag der gesamten Arbeitnehmerschaft. Feiert ihn durch Arbeiisruhe! Erscheint in Masten zu der Kundgebung in Treptow und erneuert dort euren Treuschwur an der gemeinsamen Sache, der wir alle dienen. Steinig und hart ist der Weg. der zu unserem Ziele führt, aber für uns gibt es nur ein Dorwäris! Allgemeiner freier Angestelltenbund. Ortskartell Berlin. Allgemeiner Deutscher ReamtenSund. Ortsausschuß Berliu. Gtichwahltag in Frankreich. Die irrsinnige Parole Moskaus. V. Scli. Paris, 28. April.(Eigenbericht.) Di« Poranssagungen der Presse und des Jnnenministeriums, die auf Grund der Derzichtserklärungen von Kandidaten über die Zusammensebung des künftigen Parlannnta veröfsentlicht werden, hoben nur sehr bedingten Wert, denn in zahlreichen Fällen wird die Entscheidung vor allein davon abhängen, ob die kommunistischen Wähler vom vorigen Sonntag die irrsinnige Parole Moskaus be- folgen, oder ob es lediglich genügt, dah ein Teil dieser Wähler den gesunden Menschenverstand höher stellt als die Putschistendisziplin, um den Ausschlag zugunsten der Sozialisten gegen die Reaktion zu geben. Der Eiichruck, den ich am Freitagabend in einer Wählerver- sammlung auf dem Montmartre gewonnen habe, geht dahin, daß die Sommunislev in vollständiger Verwirrung sind. Der sozialistische Kandidat Montagnon benötigt dort in dem früheren Wahlkreis von Marcel Sembat nur ein Drittel der kommunistischen Stimmen, um den Nationalisten zu besiegen. Der größte Teil der 2000köpfig«n Versammlung unterstrich mit stür- mischem Beifall die Ausführungen des sozialistischen Redners, der die verbreeherische Taktik Moskaus brandmarkte. Dann sprach in der Diskussion der kommunistisch« Kandidat Touzet. Er saate u. a. wörtlich:„Man verlangt hier von mir, daß ich zugunsten des Sozia- Wen zurücktrete. Warum ich das nicht tue, das werde ich Ihnen sagen: Ich Hab« nicht da» Recht dazu, da meine Parteih�ie Parole gegeben hat, die kommunistischen Kandidaturen überall auf. rechtzuerhalten.' Jeder im Saal mußt« au« diesen Worten den Eindruck gewinnen, er möchte zwar gern, darf aber nicht: er sühb zwar, daß es ein Wahnsinn ist, aber er muß sich Moskau fügen. Wester versuchte der Kommunist die Schuld auf die Sozialisten abzu- wälzen, die die„Einheitsfront" stets abgelehnt hätten. Jetzt hätten die Kommunisten selber die Einheitsfront satt und hiesten ihre Kan- didaturen ausrecht, um den sozialistischen Arbeitern eine Lektion zu erteilen. Wörtlich schloß Touzet seine Rede wie folgt: „Man beschuldigt uns, daß wir das Spiel der Reaktion treiben! (Stürmische Zustimmungsrufe.) Run es mag sein, daß wir durch diese Taktik selbst dezimiert werden und die Sozialisten geschwächt aus der Wahl hervorgehen. Die nächste Kammer wird eine weiße Kommer, eine Kammer im Dienst« des Kapitalismus sein, die die Arbeiterschaft niederschlagen und zusammenkartätschen wird. Das wird die Arbester später zum Nochdenken veranlasse»!" Der Eindruck dieser Ausführungen war für die Kommunisten einfach katastrophal. Unter stürmischem Jubel der Versamm� lung forderte in seinem Schlußwort Genosse Montagnon die tommu- nistischen Wähler auf, zu verhindern, daß ein« solche„weiße Kmn> m«r" gewählt«erde und nicht nach der Wahl, sondern n o r h e r nachzudenken. Oer zweite Wahltag. Paris, 28. April. Der zwest« Wahlgang ist in 425 Wahlbezirken nötig, da der t. Dohlgang nur in 187 Bezirken endgültig entschieden hat. Wie beim ersten Dahlgang geht die Wahl von 8 Uhr vormittag» bis 6 Uhr abend«. An der Dahl sind 88 Departements und zwei Kolonien. Guadeloupe und Tostlnchlna, beteiligt. Es stehen 28a Mitglieder der vorigen Kammer zur Stichwahl. 29. April- 20. Mai. Frankreichs und Deutschlands Schicksalstage. Heute entscheidet das französische Boll im zweiten Wahl- gang über die Zusammensetzung seiner Kammer. Von heute in drei Wochen wählen wir. So fallen in kurzer Zeit in dem Raum zwischen den Pyrenäen und der deutsch-polnischen Grenze Entscheidungen, die für ganz Europa, für die ganze Welt von ungeheurer Bedeutung sind. In dem Raum zwischen der spanischen und polnischen Grenze wohnen hundert Millionen Menschen. Bürger zweier großer Republiken, die nach dem parlamentarischen System regiert werden. Frankreich und Deutschland bilden— mit einigen kleinen Nachbarstaaten zusammen— den großen Block der europäischen Demokratie. Weder der Faschismus im Süden, noch der Bolschewismus im Osten hat in ihn einzudringen vermocht. Das demokratische Regierungssqstem beherrscht den Kern des europäischen Kontinents. Seine Zukunft hängt davon ab, wie es sich mit den großen Problemen des Welt- f r i e d e n s und des Sozialismus auseinandersetzen wird. * Die erste große Frage isst ob die deutsche und die französische Republik willens und imstande sind, den Frieden zu sichern. Sind sie im Willen einig, dann wird ihnen auä? die Kraft dazu nicht fehlen. Deutsche und französische Sozialisten waren schon vor dem Kriege unermüdliche J-"'- kämpfe? des Gedankens, daß Deutschland und Frankreich dazu berufen sind, gemeinsam den Frieden unseres Erdteils zu behüten. Aber zwischen den beiden Völkern standen die Verschiedenheit der Staatsformen und Elsaß-Lothringen. D'e bürgerliche Republik Frankreich konnte weder den Verlust ihrer Ostmark verschmerzen noch mit Wilhelm II. Freund- schaft schließen. Heute ist Deutschland Republik wie Frank- reich und es hat durch den. freiwillig abgeschlossenen Vertrag von L o c a r n o auf jeden Gedanken daran verzichtet, das Elsaß noch einmal zum Streitgegenstand einer blutigen Aus- emandersetzung werden zu lassen. Elsässische Wahlergebnisse, die nur eine innerfranzösische Angelegenheit sind, können an diesem Verzicht nichts ändern. Der Gedanke, daß Frankreich und Deutschland zu- sammengehören, ist vor dem Kriege und nach ihm von den S o z i a l i st e n propagiert worden. Heute hat er Millionen und aber Millionen Anhänger gewonnen, auch in Kreisen, die den wirtschaftlichen Auffassungen des Sozialismus ver- ständnislos gegenüberstehen. Als einige Zeit vor dem Kriege Genosse Hermann Wendel eine außenpolitische Reichstags- rede mit dem Ausruf schloß:„Viva In kYnnce! Es lebe Deutschland!" da gerieten alle patriotischen Perücken ins Wackeln, die nationale Entrüstung überschlug sich. Heute aber haben die meisten schon begriffen, daß ein Franzose, der sein Frankreich, ein Deutscher/ der sein Deutschland liebt, den Frieden und das aufrichtige Zusammengehen mit dem Nach- barn wollen muß, um des eigenen Vaterlandes willen. * Der Gedanke der deutsch-franzäsischen Verständigung marschiert. Die Richtung ist gegeben, aber das Tempo der weiteren Entwicklung hängt in hohem Maße von dem Er- fiebms der französischen und der deutschen Wahlen ab. Je tärker drüben die Linke wird und je stärker in der Linken die Sozialisten werden, desto rascher wird sich die Räumung des jetzt noch besetzten Gebietes vollziehen. So gibt es keinen Deutschen, der nicht am heutigen Tag den Sieg der Linken und der Sozialisten wünschen müßte. Wenn unsere Deutsch- nationalen trotzdem ganz offen mit der nationalistischen Rechten Frankreichs sympathisieren und alle für die franzö- fische Reaktion günstigen Wahlnachrichten mit ungeheuchelter Genugtuung aufnehmen, so zeigen sie damit nur, daß ihnen an der Räumung des besetzten"Gebietes gar nichts liegt, an der Erhaltung eines wirksamen parteipolitischen Agitations- stoffes alles. Daß es noch den Wahlen zur Bildung von Links- reaierunqen in Paris und in Berlin kommen und alsbald dar- auf die Räumung des besetzten Gebietes erfolgen könnte, das ist für einen Deutschnationalen ein richtiger Angsttraum. Darum hat man im deutschnationalen Lager schon am vorigen Sonntag jeden Erfolg der französischen Nationalisten mit einem hörbaren Seufzer der Erleichterung aufgenommen. Was der heutige Tag in Frankreich bringen wird, wissen wir noch nicht. Wir wissen nur. daß das System, nach dem sich dieser zweite entscheidende Wahlgang vollzieht, uns nicht zur Nachahmung reizt. Unser eigenes Wahlsystem ist einiger- maßen reformbedürftig: aber wenn es gelingt, unter Wahrung der Verhältniswahl die Wahlkreise erheblich zu verkleinern und einen engeren Kontakt zwischen Wählern und Gewählten herzustellen, dann werden wir das b e st e Wahlrecht haben, das überhaupt möglich ist. Wir beneiden die Franzosen nicht um das Durcheinander ihres zweiten Wahlgangs, um die Unmasse von Zufälligkeiten, Stimmungen, Tauschgeschäften und Umsällen, aus denen heute ihr Parlament hervorgehen wird, und sind der aufrichtigen Ueber- Der Feind steht rechts! Grzesinski über den Kampf um Preußen. zeugung, daß unser Wahlsystem, trotz der ihm noch an> hastenden Mangel, den Volkswillen klarer, reiner und sicherer zur Geltung bringt als das französische System. Es ist möglich, daß der unsinnige Befehl Moskaus, alle kommunistischen Kandidaturen, auch die ganz aussichtslosen, aufrechtzuerhalten, der Linken erheblich schaden und der Rechten beträchtlich nützen wird. Aber das kann, wie gesagt, die Richtung der französischen Politik, die durch Locarno und den Willen einer erdrückenden Volks- mehrhest bestimmt ist. nicht mehr ändern, höchstens dos Tempo beeinflussen. * Daß man für jeden französischen Nationalisten, der in die Pariser Kammer einzieht, einen oder ein paar deutsche Nationalisten in den Berliner Reichstag schicken muß, ist ein offenbarer Trugschluß. Es ist im Gegenteil richtig, daß jede etwaige Schwäche des französischen Verständigungs- willens durch die Stärke des deutschen Verständigungs- willens wettgemacht werden muß. Damit predigen wir nicht, wie uns unsere Gegner gern unterstellen möchten, nationale Schwäche und Würdelosigkeit, sondern wir predigen den �wang zur Vernunft. Einem Deutschland, dessen Friedenswille nicht mehr den Mißdeutungen ausgesetzt ist, zu denen die deutschnationale Regierungsteilnahme so reichlich Anlaß bot, kann sich Frankreich nicht versatzen. Indes ist die Räumung des besetzten Gebiets, so sehr sie uns allen auch auf dem Herzen liegt eine Frage, die sich— schlimmstenfalls— binnen wenigen Jahren von selbst er- ledigt. Ihre hauptsächlichste Bedeutun/jbesteht darin, daß sie das Verhältnis zwischen den beiden Nochbarrepubliken un- günstig beeinflussen. Wir Sozialisten, hüben und drüben. fordern daher die Räumung nicht nur der Bevölkerung des besetzten Gebietes zuliebe und nicht nur Deutschland zuliebe. wir fordern sie im gemeinsamen Interesse beider Länder, wir fordern sie um der großen Idee willen, daß Deutschland und Frankreich dazu berufen sind, zusammenzustehen und gemeinsam den europäischen Frieden zu schützen. * Der deutsch-französische Block erfüllt den Kern der«uro« päischen Kontinents. Er ringt mit den großen Problemen des Weltfriedens und des Sozialismus. Aber auch heute schon, wie er ist, gewährt er hundert Millionen Menschen staatsbürgerliche Rechte und Freiheiten, die sich die Untertanen der faschistisch oder bolschewistisch regierten Länder erst erobern müssen. Die Demokratie in Deutschland und Frankreich ist die Frucht erbitterter Klasienkämpfe. sie ist eine Etappe auf dem siegreichen Vormarsch des Prole- rariats. Am 29. April und am 20. Mai sprechen zwei große Völker, die über iyr eigenes Schicksal entscheiden. Sie ent- scheiden zugleich auch in hohem Maße einer über das Schick- sal des anderen und über die Zukunft der ganzen Menschheit. Wir wünschen unseren französischen Genossen, daß sie das diesjährige Maifest als ein Siegesfest feiern können. Für uns wird es«in Fest des Kampfes fein— und des Wettkampfs. Denn wir wünschen von ganzem Herzen, daß Frankreich es heute gut macht— aber wir wollen es am 20. Mai noch besser machen! Zweierlei Maß. Die Hitler-Garden sind nicht staatsfeindlich— sag« die Oevtschaationolen. Die deutschnational-konservatioe„Kreuz- Zeitung" nimmt die Banden Hitlers gegen einen Vergleich mit den Rotfront« kämpfern in Schutz: „Auch wir fitib selbstverständlich keine Freunde von Radau, wie er in München von den Nationalsozialisten in Szene gesetzt worden ist. Trotzdem halten wir es für abwegig, wenn in der Linkspresse Herrn von Keudells Ersuchen an die Länderregierungen, den Roten Frontkämpserbund zu oerbieten, zum Vergleich heran- gezogen wird. Gewiß ist es nicht schön, aber auch nichts außergewöhnliches, wenn im Wahlkampf ein Redner durch Störenfriede an seinen Ausführungen verhindert wird, und schließlich setzt sich jeder Wahlredner solchen unangenehmen Zwischenfällen au«. Aber man kann die taktlosen und wenig angebrachten Ausschreitungen der Natianalsozialen nicht mit der staatsfeindliches Haltung des Roten Frontkämpferbundes auf eine Stufe stellen." Natürlich, die Hitler-Gardisten find die treuesten Hüter des Staates und seiner Verfassung, sie brennen darauf, die republikanische Verfassung zu verteidigen. Der November- putsch Hitlers war nicht staatsfeindlich, sondern höchstens taktlos und wenig angebracht, nicht wahr? Es besteht auch keinerlei Zusammenhang mit dem Hitler von 192S und dem Hitler von heute, nicht wahr? Wenn einer eine schwarzweißrote Fahne schwenkt und das Wort„national" im Munde führt— dann ist ihm alles erlaubt. Diese Sätze der.Lreuz-Zeitung" unterstreichen den parteiischen Charakter des Keudellfchen Verbotes. Der Krach im deuffchnaiionalen Lager. Die Konservativen in Hessen-Rassau für die Völkischen. Die Konservative Vereinigung Hessen-Nassau veröffent- licht folgende Entschließung: „In der Provinz Hessen-Nassau sind die für die kommenden Wahlen aufgestellten Listen der Deutschnationalen Bolkspartei für eine entschieden nationale Anschauung durch- aus unbefriedigend. Die wichtigsten Sitze sind mit aus» gesprochenen Kompromißlern besetzt. Besonders die neue, von Frankfurt ausgegebene Veränderung der Landtagslifte bedeutet einen weiteren starken Ruck noch links, besonders ein« empfindliche Vernachlässigung der monarchisti- s ch e n Belange, die von dieser Gruppe in der alten Kaiserstadt gänzlich unterdrückt werden. Sehr verdiente Männer rechtsgerich- teter Gesinnung sind zurückgesetzt. Die Konservative Vereinigung Frankfurt am Main hat ihre Mitarbeit der Deutschnationalcn Volkspartei Frankfurt am Main angeboten. Sie ist ohne Antwort geblieben. Sie hat mit einer Reihe anderer Organisationen gegen die Linksliste Einspruch erhoben. Ohne Erfolg. Sie sieht sich deshalb ge- zwungen, wahrhaft national Denkende von der Wahl der deutschnotionolen Liste abzuraten. Sie hat sich, dem Beispiel anderer konservativer Gruppen in ähnlich zusammengesetzten Wahlkreisen folgend, über die ganze Provinz ausgedehnt und dem Völkisch- Nationalen Block der Opposition an- g e s ch l o s s e n." Der Einzelfall von Berlin macht also Schul«, der Krach bei den Deutjchnalionalen geht weiter. Magdeburg. 28. April.(Eigenbericht.) In einer von etwa 3000 Personen besuchten sozialdemokratischen Versammlung in Magdeburg sprach der preußische Innenminister Grzesinski über.Preußen und die deutsche Repu- blik". Er führte etwa jolgendes aus: Im alten Preußen waren Verwaltung und Polizei die stärk- sten Machtmittel der lleinen, aber mächtigen Iunkerkast«. Mit Ver« waltung und Polizei hat das alt« System die Arberterschaft und da» liberal« Bürgertum niedergehalten. Der alte Staat hielt un- entwegt die Arbeiter von der Verwaltung des Staates und sogar der Gemeinden fern und stempelte sie systematisch zu Bür- gern zweiter Klasse. Ein« so intelligente Schicht, wie die deutsche Arbeiterklasse, vergißt niemals diese Behandlung durch die herrschende Klasse. Deshalb haben wir diese Bollwerk« erstürmt und wollen sie nun weiter ausbauen zu Bastionen der Republik. Der hielt denn am alten preußischen Dreiklassenwahlrecht fest? Das waren dieselben, die ihre Gutsarbeiter mit der Peitsch« zur Arbeit trieben. Diese Leute haben den Mut, von.Futterkrippe" zu reden, die überhaupt den Staat nur als ihre Futterkrippe an- sehen. Zur politischen Macht gehört nicht nur Regierung und Gesetzgebung, sondern auch Verwaltung. Der Organismus der preußischen Staatsverwaltung muß weiter in unserem Sinne um- gestaltet werden. Mit der planmäßigen Personalpolitik haben wir den richtigen Weg beschritten. Unser« Ausgabe in diesem Wahlkampf ist. die republikanischen Varleiea und insbesondere die stärkste republikanische Partei, die Sozialdemokraiische parle!, so stark zu machen, daß der repu- blikanische Staat mit dem Inhalt erfüllt wird, den wir wollen. Di« Sozialdemokratie setzt alles daran, die Macht Preußens zu erhalten. Bisher sind alle Versuche der Deutschnationalen, die preußisch« Lintsregierung zu stürzen, geschei- tert. Die Rechtsparteien wollten die 1918 verlorene Macht wieder m die Hand bekommen. Dies gelang ihnen nicht trotz ständiger werktätiger Hilfe der Kommunisten. Wenn die Sozialdemokratie noch in der Regierung sitzt, so geschah das trotz der Kommunisten. Die Rechte im preußischen Landtag weih, was sie an ihren Kommunisten hat. 1925 waren sie die besten Hilfskräfte der Rechtsparteien. Sogar mündliche Vereinbarungen zwischen Rechtsparteien und Kommunisten über gemeinsame vorgehen wurden g etrossen. Den.Kamps" gegen die Reaktion führen die Kommunisten, indem sie über Hakenkreuzler, wenn diese in der Minderzahl sind, mit Dolchen und Schlagringen herfallen. Das ist ein Rowdy- tum, das die anständige Arbeiterschaft zurückweist. Die Sozial- demokratie lehnt« stets Terrorakte ob. Umzüge und Drohun- gen mit der.Weltreoolution" sind die einzigen Taten der Kommuni sten. mit denen sie lediglich die Gegner der Arbeiterklasse stärken. Haß gegen die Sozialdemo- k r a t i« ist die alleinige Triebfeder der Kommunisten, die sogar in der Frage der Auflösung des Roten Frontkämpferbundes zusammen mit Herrn v. Keudell gegen die Sozialdemokratie stimmten. Die Sozialdemokratie kann stolz auf ihr« Arbeit in der preußischen Regierung sein und braucht die Eutscheidimg der Wahl in keinem Falle zu scheuen. Die preußische Staatsrcgierimg ist be- rechtigt und verpflichtet, Rechenschaft zu geben und ihr« Rechen- schaftsberichtc auch zu verbreiten. ver Kampf um Preußen ist zugleich der wirkliche Kampf um die Macht im ganzen Reich. Schon Bebel Hai es ausgesprochen: wer Preußen Hot, Hot das Reich.. Was in Preußen geschehen ist, nämlich eine dauerhaste Regierung der rcpublikamschen Parteien zu bilden, dos muß auch im Reich geschehen. Niemals wieder läßt sich die deutsche Arbeiterschaft und d,« deutsche Sozialdemokratie an die Wand drücken. Der neue Staat, den wir gezimmert haben, ist unser Staat. Di« Arbeiterschast ist der Kern dieses Staates, sie will nicht wieder Ambos, sie will nur mehr Hammer sein! Wenn jemals, so gilt heut« der Satz: Oer 5eind steht rechts! Schieles Vollmachten beschnitten. Das Miprogramm im Dfcichstagsansfchtiß.— Kommunisten blamieren sich. Der Reichstagsausschuß zur Durchführung des landwirtschaft- liehen Rotprogrommes hat die von uns gestern mitgeteilten Be- schlüsse de» Reichsrat» über die Durchführung der U m s ch u l- duugsaktion nach kurzer Debatte im wesentlichen unverändert angenommen. Der kommunistische Abgeordnete Rädel leistete sich in seiner für Wahlzwecke zurechtgemachten Bauernsreirndlichkeit den für sein hohe» Sachverständnis zeugenden witzigen Antrag, aus- gerechnet die Vertreter landwirtschaftlicher Genossenschaften und der Landwirtschastskammern, die beide von Deutschnationalen oder Großagrariern beherrscht sind, über die Durch. fiihrung der Umschuldung, die Rädel natürlich auf die Kleinbauern beschränkt wissen will, bestimmen zu lassen. Liebevoll wird er denn auch vom dcutschnastonalen Abgeordneten von Dewitz darauf aus- merksam gemacht, daß seine Voraussetzungen falsch sind. Ein« lebhafte Diskussion brachten wie im Reichsrat so auch im Reichstagsausschuß die Richtlinien zur Rationalisierung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens. Ge- nasse Dr. Hilferding begründete folgenden sozialdemokrati- jchen Beschlußantrag: In Erwägung, daß die Verwendung der für die Rationali- sierungSbestrebungen der landwirtschaftlichen Genossenschaften be- reitgestellten Gelder laut Absatz 4 der Richllinien erst nach dem Borliegen gegenseitig bindender Beschlüsse der Genossenschafts- verbände zulässig ist und«ine Verzögerung in diesem Antrag nicht «intreten kann, wird die Beschlußfassung solange vertagt, bis ein solcher Rationalisierungsplan vorliegt. Dieser zur Verhinderung versteckter Subventionen notwendige und der Rationalisierung der Genossenschaften durchaus förderlich« Antrag, der im wesentlichen von Vertretern der Bayerischen Volk». partei und der Deutschen Bolkspartei unterstützt wurde, wurde mit 13 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Daraufhin kamen die gestern schon mitgeteilten Richtlinien der Reichsregicrung mit folgenden nicht unwesentlichen Acnderungen zur Annahme: Jede Verwendung von Mitteln für eine finanzielle Sanierung ein- zelner Genossenschaften, Genossenschaftsverbände oder Genossen- schaftszentralen soll ausgeschlossen sein. Der Zusammenschluß der in den Ländern und Provinzen nebeneinander bestehenden Per- bände zu einem Landes- oder Provinzialverband ist unbedingt an« zustreben. Die Reichsgelder sollen nur zur Deckung der Kosten. die durch Rationalisierungsmaßnahmen entstehen. Ver- Wendung finden. Di« Bewilligung von Mitteln ans dem 2S>Mil- lionen-Fonds darf nur mit Zustimmung eines Länderaus- schusses erfolgen. Die ursprünglichen Vorschläge der Reichsregierung, insbesondere Geht die Wählerlisten ein! Wer tü versäumt, läuft Gefahr, fern Wahl» recht zu verlieren. Tie Wählerlisten liegen in ver Zeit vom Sonntag, dem 29. April ab zur Ginficht aus. und zwar Sonntags von-10 bis 12 Uhr wochentags von 14 bis 21 Uhr Die Sluslcgungsftcllen find auS den amtlichen Bekanntmachungen an den Plakatsäulen er» fichtlich. Wer nicht mit scincn wahlbcrech- tigtr« Angehörigen namentlich in den Wähler- lrften aufgeführt ist, beantrage unter Bor- legung einer Legitimation seine Aufnahme. da» einseitige Bestimmungsrecht des Reichsernohrungs- minister» über die Verteilung der Gelder, sind also geändert: eine Garantie, daß hier wirklich keine Subventionen und Subvention- chen gewährt werden, ist natürlich nur durch ein« genügend wach- sa m e Lesse ntli cht« i t zu schassen. Hergi fingt ein hohes Lied- von der Llnfähigkeit der Oeutschnattonalen Partei. Reichsjustizminister H c r g t hat in Stendal eine Wahl- rede gehalten. Motto:„Diel Feind, viel Ehr."?lber man merkte vom Feind mehr als von der Ehre. Und merk- würdigerweise entpuppte sich Herr Hergt als sein eigner Feind und als der Feind seiner Partei. Folgen wir ihm, was er über die von seiner Partei geleistete Arbeit zu sagen hat.„Die fünfvierteljährige Koalitionstätigkeit war für die Deutschnationalen ein einziges Hohes Lied der Arbeit an Staat und Volk", das ist das Einzige, was er auf die Plusseite der Woge zu werfeil weiß. Aber der Erfolg der Arbeit? Da heißt es in dem offiziösen Redebericht der TU.: „Wenn man(3� Millionen Wähler, und zwar gerade aus den ftaatstreueften und arbeitsfähigsten Kreisen hinter sich vereine, so habe man. nachdem der Kamps der Partei ans außenpolitischem und verfassungsmäßigem Gebiet erfolglos geblieben sei, nicht totenlos in, Schmollwinkel bleiben können, sondern der allgemeinen Forderung nach positiver Mitarbeit Rechnung tragen müssen." „Der deutschnatiouale Einschlag sei bei der Außenpolitik naturgemäß nicht sehr bemerkbar geworden, da für unterbliebene Erfolge in der Locarnopolitik nicht die Deutschnationalen verantwortlich seien und man nur ollmijhlich aus dem Stadium der Hosstmngs- Politik zu sachlicher realistischer(!) Politik komme. In den inner- politischen Leistungen der Koalition sei aber jener Einschlag überall deutlich sichtbar. In jedem Falle hätten die Deutschnatianalen sich dem Volke als durchaus regierungsfähig bewiesen." Fiasko vor dem Eintritt in die � Regierung, außenpolitisches Fiasko nach dem Eintritt, mageres innenpolitisches Ergebnis, aber immerhin— man hört förmlich einen Seufzer der Erleichterung— durchaus regierungsfähig! Armer Hergt! /Arme Deutschnationale„Dolks"partei, die mit l e e r e n H ä n d e n vor die Wähler treten muß! Oer!♦ Mai in Mecklenburg. Schwerin, 28. April. Di« MeckleiKiurgifch-Schwerinsche Staatsregierung hat zur Maifeier folgend« Verfügung erlassen: Staatliche Beamte, Angestellte und Arbeiter, die zwecks Teilnahme an einer Feier des 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fernbleib«, wollen, sind aus Antrag vomDienstzubafreien. Di« steie Zeit darf aus den Erholungsurlaub nicht angerechnet werden. Lohnkürzungen find au» diesem Anlaß nicht vorzunehmen. Maiteottis Witwe. Ihre Trauerkleiduog wird verböte«! pari». 21 April. ♦er Korrespondent des„Qu oft Wen" in Mailand berichtet seinem vlaitc, der Polizeipräsiden» von Rovigo habe die Witwe Giacomo Matteotli» zn sich kommen lassen und ihr mii- geteilt, daß ihre Traaerklelduag geeignet sei. We östentiiche Ordnung zu stören! Wenn der Stahlhelm regiert! Wie Beamte behandelt werden. Folgender unglaublicher Vorsoll hat sich in Beuthen i. O.-S. am 18. April d. I. zugetragen: Geht da am Morgen des 18. April ein Z o l l a s s i st e n t müde mm anstrengenden Nachtdienst heim. Er hat einen Umhang um, unter dem er in der linken Hand ein« Decke und eine Aktentasche trägt. In der rechten Hand hglt er eine kurze Shagpscife, aus der er ab und zu einen Zug tut. Da kommt ihm ein junger Obersekretör entgegen. Es ist der Herr Leutnant d. R. o. D. L i e n ck, 28 Jahre alt und S t a h l- heimführer von Beuthen. Der alte im Dienst und im Feld erprobte und bewährte Zollassistent nimmt mit der rechten thand die Pieife aus dem Mund, legt die Hand an die Mütze und sagt:„Guten Morgen, Herr Lienck!" Anstatt nun den Gruß zu erwidern, springt der Stahlhelmleutnant aus den ergrauten Beamten zu und schnarcht ihn im be- konnten Offizierston an: „Was erlauben Sie sich? Weshalb nehmen Sie die Pfeife nicht aus dem Mund wenn Sie mich grüßen? Das ist mir schon ein paar mal vorgekommen." Allgemeines Aufsehen. Die Leute bleiben auf der Straße stehen. Unwillige Rufe werden gegen den jungen Zoll-Leutnont laut. Erregt protestiert der Zollassistent, erklärt, daß er die Pfeife nicht im Munde gehabt habe und verbittet sich die Anranzerei des jungen Schnösels. Dgs Publikum stimmt ihm zu. Der Herr Zoll-Leutnant hält es schließlich für das beste, sich zu drücken. Er dreht sich aber noch einmal um und schnarrt: „Cch werde die Sache zur Meldung bringen." Um diesen Dorfall richtig würdigen zu können, muß man wissen, daß bis vor kurzer Zeit in Beuthen«in Zolldirektor sein Wesen trieb, der in Charakter und Veranlagung dem Herrn Leutnant glich. Der Genosse S t« i n k o p f hat seinerzeit diesem Manne, der sich nicht scheute, schwerkriegsbeschädigte Beamte mit offener Arni-- wunde mit dem Karabiner Straßendienst tun zu lassen, das Hand- werk gelegt. Er ist von Beuthen entfernt worden, sein Geist aber lebt, wie man sieht, fort. Bei dieser Gelegeicheit sei übrigens bemerkt, daß auf Grund einer sozialdemokratischen Forderung auch die Verfügung aufgehoben worden ist, nach der es jedem Vorgesetzten bei der Zollverwaltung gestattet war, Untergebene jederzeit anzurufen, und sich von ihnen Meldung über das Woher und Wohin erstatten zu lasten, ganz gleich, ob der Untergebene im Dienst oder außer Dienst war, ob er Uniform trug oder nicht, ob er sich in Begleitung seiner Angehörigen oder anderer Personen befand usw. Nach dem neuesten Vorfall in Beuthen erscheint es aber not- wendig, daß im nächsten Reichstag über diese Dinge doch noch eine deutlichere Sprache gesprochen werde» muß. Die Zollverwal- tung ist kein Kasernenhof, und Beamte sind keine Soldaten. Es wird aber darauf ankommen, wie der Reichstag zusammengesetzt ist, wenn die Beamten auf Erfolg hoffen wollen. Von dem, was die Zollbeamten zu erwarten haben, wenn die Stahl- l'lmregierung an der Macht bleibt, hat der Vorfall in Beuthen«inen prächtigen Borgeschmack gegeben. Beamte, sargt dafür, daß es anders wird! Oer Verzicht aus den Krieg. Deutsche übte vird am 1. Mai veröffentlicht. Di« zustimmend« Aeußerung der Reichsregierung zu dein rwrb- amerikanischen Vorschlag internationalen Kriegsoerzichts ist im Be- sitz der Großmochtregierungen und wird am 1. Mai veröffentlicht werden. 'Die Gegner des Kriegsverzichis ärgern sich. Pari». 28. April.(Eigenbericht.) Di« prinzipielle Annahme des amerikanischen Poktvorschlages durch die deutsche Regierung wird im„Tempi" in einer Art kam- mentiert, di« deutlich das Mißvergnügen der französischen Diplomatie verrät. Der„Temps" wendet sogar einander wider- sprechend« Methoden an, um d«n deutschen Schrat so weit als mög- lich zu diskreditieren. Das Blatt sagt, daß die Deutschen die ameri- lamschen Vorschläge ja nur im Prinzip annähmen und sich also dem französischen Vorschlag gegenüber völlig freie Hand vorbehielten, will aber gleichzeitig einen außergewöhnlichen Vorgang darin sehen. daß die Deutschen geantwortet hätten, ohne sich vorher mit den anderen Dölkerbundsmächten zu beroten. Wer, so fügt der „Demps" hinzu, man wisse doch, daß das Reich nur auf seine eigenen Interessen Bedacht nähme. Kriminalkommissar Büsdorf klagt. Wiedcraufrollvng des Schröder-Prozeffes. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ich bitte höflichst um Ausnahme folgender Erklärung: In der Mordsache Schröder-Magdeburg bin ich von Personen und Zeitungen der Begünstigung des von mir des Mordes über- führten Schröder oder angeblicher Komplicen beschuldigt worden. Jeder logisch denkende Mensch wird das mit einem Lächeln zur Kenntnis genommen hoben. Schließlich hat man mich der Fälschung des sog..Sessel-Briefe»" beschuldigt. Ich habe die erforderlichen Schritt« eingeleitet, um den Verleumdern, insbesondere der„Täglichen Rundschau", Gelegen- heit zu geben, ihre Behauptung vor Gericht zu be- weisen. Als ich diesen Brief mit anderen in Köln a. Rh. beschlagn-hmt« und 14 Tage später meinen Kollegen Dr. Riemann und Braschwitz übergab, enthielt der Brief den Zusatz:„im Juni" nicht. Es be- finden sich Lichtbilder dieses Briese- im Besitz meiner Behörde und in meinem Besitz, die mein« Kollegen später im Polizeipräsi- dium anfertigen ließen und die zeigen, daß auch zu dieser Zeit, als ich mit der Mordsache nichts mehr zu tun hatte, der Brief diesen Zusatz noch inuner nicht enthielt. Es entzieht sich meiner Kenntnis, wer die„Fälschung" vorgenommen hat. Schon diese Feststellung beweist, in welch leichtfertiger Weise in diesem Prozeß Behauptungen aufgestellt und Beschuldigungen erhoben werden. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Busdorf, Kriminalkommissar._ Endgülkige Ablehnung de» mecklenburgischen Volksbegehren». Beim Statistischen Landesamt in Schwerin wurde«ine endgültig« Zahl des Bolksbegehrens, nämlich 82 258 gültige Eintragungen, fest« oestellt. Diese Zahl bleibt um 5802 Stimmen hinter der für di« Gültigkeit erforderlichen Ziffer zurück. Damit ist dos Bolksbe- gshren endgü.ltigabgelehnt. v?rsien gegen Ausländervorrechl. Die Regierung in Teheran kündiat zum Isi. Mai die Abschaffung der Ausländeroorrechte an. Die Regierung ist bereit, di« Zulassung ausländischer ?ierte:diger bei Gerichten sowie Schiedsgerichten für Handels- pnd politische Streitigkeiten zuzugestehen. Oer Kall Kölling. KOUJNCl Man weist ihn auf die rechten Wege... Jetzt hat er wen. Schwapp, greift er zu! �Ein unerhörter Eingriff in die[Rechtspflege.* Oer Richter, der spielt Blinde Kuh... Die japanische Krise. Aeue Parlamentsauflösung in Sicht. Bei der veratung und Annahme eines ZNißkrauens- votum» gegen den Innenminister kam es im Parlament zu stürmischen Szenen. Man rechnet mit der Auslösung des erst am 20. Februar gewählieu Parlomentz, in dem die Regierung Tavako eine Mehrheit nicht hat. Tanaka hat vom Geheiweu Kronrat die Dollmacht zur Auflösung des Parlaments erhalten, sie wird am Montag erfolgen. Die Neuwahlen sollen Ende August sein. Als Ministerpräsident Tanaka im Januar dos Parlament auflöste, rechnete er damit, daß der Wahltag der Regierungspartei die Mehrheit bringen würde. Im vorigen Parlament hatte die Regierungspartei Seiyukai 19l> und die größte Oppositionspartei Minseito 220 von insgesamt 464 Sitzen. v Am 20. Februar wurde aus Grund erweiterten«simmrecht» ge- wählt: Wohl erhielt Seryickai ein Dutzend Mandate mehr als Minseito, die unabhängigen Splitterparteien mit etwa zwei Dutzend Mandaten, die zur Opposition neigten, bildeten ober das Zünglein an der Wag«. Dieses hat jetzt zuungunsten Tanakas ausgeschlagen. Die Opposition stellte am Sonnabend in stürmischer Parlaments- sitzirnq einen Mißtrauen samrog gegen den Innenminister. Tanaka konnte nicht im Zweifel darüber sein, daß die Abstimmung«ine Mehrheit gegen den Minister ergeben würde, woraufhin man die Sitzung zunächst auf drei Tag« unterbrach. Da die Regierung alsbald einsah, daß sie die unabhängigen Abgeordneten nicht aus ihr« Seite herüberziehen könnte, wird sie das Parlament auf- lösen. Vor einigen Wochen begann wieder einmal eine große Kmn- munistenrazzia. Der Reichs« nwalt stellte der Presse den Komniu- nisrnils als eine brennende Gefahr für Nippon hin. So erlebte das von den Konservativen beherrschte Inselreich im fernen Osten die gleich« politische Taktik, mie sie vor den letzten englischen Wahlen die britischen Konscroatioen beliebte. In England hatte Valdwin und seine Freunde damit einen durchschlagenden Erfolg. Tanaka er- wartet von der onktommuuistischeu Wahlparole. die er wohl ausgeben wird, ein siegreiches Ergebnis bei den Neu- wählen. Gelangt er ans Ziel, dann sind damit die liberalen und demokratischen Elemente des Landes zurückgedrängt. Minseito verurteilte die Expansionspolitik Tanakas, so daß er vor den letzten Wahlen die japanischen Truppen aus Schantung zurückzog. Jetzt sind wieder japanisch« Divisionen in Schantung gelandet, um den Vormarsch der Südarme« nach Peking zu unterbinden. Völlig durchsichtig ist die Ehinapolitik Tanakas freilich nicht. Noch im letzten Jahr« hat er den Südgeneralissimus Tschiangkaifchek überaus freundlich in Tokio snrpfangen und die englische Presse wußte Vereinbarungen zu melden, die g-n.roffen worden seien. Tschiangkaifchek sollte den Japanern in Schantung die gleichen Vorrechte«ingeräumt hoben, die in Schanghai die En g l ä n d« r besitzen. Eine endgültige Regelung oller Verträge sollt« erst erfolgen, wenn Einheit und Ordnung im ganze» chine« sischen Reich« hergestellt wären. Di« Rückkehr Tschinangkaischeks nach Nanking und seine Beratungen mit den Diplomaten Südchinas lasten di« Frage offen, ob Tanaka die Tokioter Vereinbarungen jetzt schon völlig gebrochen oder ob er neu« japanische Forderungen angemeldet hat, um den weiteren Bormarsch der Südormeen auf Peking ungestört durch einen militärischen F l a n k c n a n< griff zu«nnöglichen. Tsinanfu noch in Tfchangsolins Besitz. London, 28. April.(Eigenbericht.) Wie sich nach Informationen aus Peking herausstellt, trifft die Meldung von der Einnahme der Schontunghauptstodt T j i n a n s u durch die Südtruppen nicht zu. Wenn ein Kürst geschädigt ist. Boller Ersatz für Liquidationsivtrlust. Em naher Verwandter des bekannten katholischen Fürsten Löwen st e!n-Wertheim- Frendenberg besaß ausgiebig« Anteile an einer Pilanzuiigsgesellschaft in Kamerun. Dies« Ko- lonie wurde durch den Versailler Frieden französisch und alles deutsche Besitztum enteignet. Die Franzojen zeigten einige Jahr« später Neigung, diese Pflanzungsanteil« wieder zu verkousen. Da bildete man in Deutschland eine der mit Recht so beliebten„Dach- gesellschaften". Auf diesem Dach saß jedoch nicht ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß, denn ihm wurde geholfen nach jenem deuffchen Dichterwort:„Wer dp hat, dem wird gegeben". In diesem Fall zahlte das Reich große Entschädigung und gab überdies der Dach- gesellschast Anleihen zum Wiedererwerb jener Pflanzungen, nur ist nicht zu erfahren, in welcher Höhe. zu. welchem Zinsfuß und welchen Rückzahlungsbedingungen. Man hört nun, daß di« verschiedenen Kolonialpflanzungsgesellschaften usw. mit Borenffchädigungen, von denen manchmal nach der Schluhentschädigung noch etwas heraus- zuzahlen war. insgesamt alle so ungefähr mit dem vollen Wert herausgekommen seien. Der eine hier erwähnte Fall hat sich 1924 ereignet, lange vor dem Enffchädigungsgesetz. aber immerhin schon unter der glorreichen Regierung des Bürgerblocks. Er wird die anderen, nichtfürstlichen und nicht vollentschödigten Liquidationsopfer zu einigen Betrachtungen anregen. Die neue„Zauverflöte". Festauffühnmg des preußischen Staatsmimstenum«. Das neu eröffnet« Opernhaus bis tn die obersten Ränge vom glänzendsten Publikum der Reichs Hauptstadt besetzt. In der Mittellog« Reickspräsident Hindenburg. von den Häuptern der Reichs- und Stoatsregicrunz umgeben. Gegeben wird in neuer Inszenierung Mozarts„Zauberflöte". lieber die Aufführung, in der sehr Schönes mit Unfertigem uud Unausgegliche- rein wechselt, wird noch ausführlicher zu sprachen fem, Kl. P, Bela Khun im Landesgen'cht. Was die Polizei verlautbart. Men. 28. April. Bela Khun. sein« Sekretärin und die verhastewn ungarischen Koinmunisten Mayerhof er und L i t a y wurden dem Landes- geeicht eingeliefert. Außer diesen vier Genannten ist noch ein Mit- wisser in polizeilicher Haft, und zwar der frühere ungarische Volks- kommistar Dr. Szekely. Alle anderen Verhafteten wurde» wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei Wiener Anwälte, die den Kommunisten nahestehen, haben die Verteidigung Bela Khuns übernommen. Nach den bisherigen Feststellungen dürste Bela Khun sich bereits seit 14 Tagen In Wien ausgehalten haben. Um vor jeder Entdeckung sicher zu sein, hat er nicht nur seinen Namen viermal gc- wechselt, sondern auch seine Wohnung zweimal getauscht. Ob- wohl in seinem Besitz nennenswerte Geldmittel nicht gesunden wur- den, hat die Untersuchung doch ergeben, daß sich Bela Khun auf Umwegen aus Rußland große Beträge nach Wien hat überweisen lassen. Die Haussuchung in der Konzlei der kommunisti- schen Partei hat kein Material zutage gefördert. Es scheint feftzu- stehen, daß die Parteileitung als solche von der Anwesenheit Bela Khuns keine Kenntnis gehabt hat: dagegen dürsten einig« kommunistische Führer mit Bela Khun verhandelt haben. llngarn fordert Auslieferung. Budapest, 28. April. Der Ministerrat hat sich, wie„Az Est" meldet, mit der Ber- Haftung Bela Khuns in Wien beschäftigt. Der Iustizminister er. klärte einem Mitarbeiter des Blattes, es Hobe sich durch die öfter- reichischen Erhebungen ergeben, daß die ungarische Regierung«in Auskieferungsbegehrcn gegen Bela Khun an Ossterreich richten werde. Cr hoffe, daß die österreichische Regierung dem Antrag Folge geben werde. Die Oberstaotsanwaltschaft hat die Bela-Khun-Akten im Gewichte von etwa 150 Kilo(!) hervorgeholt. Khun'wird, um die nur wegen gemeinen Derbrechen zulässige Auslieferung zu erreichen, folgender Verbrechen beschuldigt: Mord in 179 Fällen, Hochverrat, Aufruhr, Geldfälschung, Erpressung, gewerbsmäßiger Diebstahl und Ein- schränkung der persönlichen Freiheit.' BIETE ICH IHNEN, UM SIE AN MEINEN GÜNSTIGEN EINKÄUFEN TEILNEHMEN ZU LASSEN. 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Desslu T. Gr. 13— IM. Or, SO- -4 a«» 5: Nie HäQäi. Meii-Blniill'ltleiiler �25 ta wudsrroUu T.rsssa(lidssthrs.) Qrdfl. 4t— + A.SO»w Ir. 203* 45. Jahrgang*1� � Sovniag, 29. April-tS2S Das ist dieselbe Geschichte wie mit dem lieben Mond: Alle kennen wir seine leuchtende, hell« Seite, aber keiner von uns w«ß, wie es drüben aussieht, auf der Seite, die die Sonnenstrahlen er- hellen. So kennen wir alle auch die blanken, großen Schaufenster der Kaufhäuser, aber die wenigsten können sich eine Vorstellung davon machen, welch einen Betrieb für sich die Dekorotionswerkstatt eines großen Kaufhauses eigentlich vorstellt. Sie ist wirklich ein kleines Reich, und der Herr Chefdekorateur ist hier der absolut« Herrscher. Keller und Boden. Zwei verschiedene Provinzen hat dieses unbekannte Reich: den Keller, in dem alles aufbewahrt wird, was sofort greifbar zur Hand sein muß, und den Boden— von ihm wird noch später zu reden sein. Im Keller steht vor allem die Armee der stmnmcn und toten Statisten der Werbung, der lieblich lächelnden Damen, Herren und Kinder, an denen wir die Kleidsamkeit und die sonstigen Vorzüge der unerschwinglichen neuen Sommergarderobe bewundern können — über hundertfünfzig„Persoven" stehen hier zur Verfügung. Es ist ein kostbares Material, schon eine kleine, moderne Kinderfigur kostet fast neunzig Mark. Sie werden darum auch olle äußerst respektvoll behandelt,«nd die„Prominenzen' hoben sogar olle eigene Schränke mit Glasfenstern in den Türen, aber sie erleben alle das- selbe Schicksal— eines schönen iogcs werden sie ausquartiert, und dann geht es von Stufe zu Stufe abwärts, und schließlich muß die wunderschöne Dam« aus dem Eckfenster, deren schlanken Leib immer die wundervollsten Gesellschaststoiletten schmückten, sich dach berbeilossen, in einem Winkel eine Wirtschastsschürze vorzuführen. Aber auch das will gelernt sein, und so wird dir wachsdame noch einmal richtig umgebaut, sie kriegt neue Arme, und ein paar freund- schastlichc Püffe mit den nötigen harten Werkzeugen bringen ihr bald-die bescheidene Haltung bei, die zu einer Wirtschastsschürze gehört. Ileberhoupt ist dafür gesorgt, daß alle diese Herrschaften reichlich„Verwechselt, verwechselt das Bäumetein" mit ihren Glied- maßen spielen können, und dke Aufschriften aus den Kästen wirken ganz Grotesk:„Domenorme" werden hier,..Strumpfbeine" da,— und in einem Kasten.werden sogar„Männerkopse aufbewahrt. Alles aber ist peinlich geordnet, und der Lagerverwalter sargt dafür, daß keine der Wachsdomen sich ohne Erlaubnis aus dein Keller ent- fernt, ja, daß nicht einmal ein glanzpapierbespanntcr Würfel heraus- getragen wird, ohne daß der Vorgang gehörig gebucht rnnrde, und er paßt auch auf, daß alles unbeschädigt wieder zurückgeliesert wird. Hier und da stehen noch ein Riesenküken und ein Osterhase. Sic warten nur darauf, daß sie verpackt und auf den Boden ge- bracht werden, wo alle ihre Auferstehung harren, d. h. warten, bis sie«in Wareichausbcsitzer aus der Provinz kauft, denn für Berlin haben sie ausgedient. Sein Dekorateur übernimmt eine Weihnochts- ansstellmig aus einem anderen Hanse derselben Firma— dos leidet einfach sein Ehrgeiz nicht! Der Herr Chefdekarateur eines Warenhauses verfügt über eiv« Wacht, von der sich die meisten keine Vorstellung machen. Er herrscht in seinem Reiche absolut, und was er für nötig hält, wird angeschafft und ausgeführt. Was das heißen will, kann man erst dann er» messen, wenn man bedenkt, daß z. B- die„Hausdekoratiou" während der weißen Woche eine Summe erfordert, für die man schau eine recht nette Villa haben könnte! Das Warenhaus läßt all« diese Waren nicht verderben, es wird alles wieder gebraucht, die Stoff« werden verkauft, die Holzteile der Dekoration merdeu immer wieder umgebaut, zusammengenagelt und geleimt, so lange noch ein Splitter von ihnen hasten will, denn die rationellste Ausnutzung des Raumes und aller Mistel ist ja das Wesen des modernen Warenhauses. So wird also das Geld, da» eine solche Dekoration kostet, zum größten Teil wieder hereingebracht. Die mechanischen Figuren dazu werden natürlich nicht im Hause selbst hergestellt, sondern nach den Entwürfen des Chesdekorateurs in besonderen' Reklamewerkstätten gebaut. Oer FelözugSplan. Wie wird nun über die Dekoration emes Warenhauses disponiert'? Vor allem gibt es hier keine Zufälligkeiten. Schon ei» Vierteljahr vorher weiß der Chef an Hand der Liste der erteilten Inseratenaufträge, welche Artikel in jeder Woche besonder» betont werden sollen, und so kann in der„Reisewoche" kein �Haushalt. sensler" kommen. Zehu Tage vor dem bestimmten Termin setzt sich der Chef dann mit den betreffenden Abteilungen zusammen und bezeichnet das Material, das er bereitgestellt zu haben wünscht. Dan» gibt er an die Dekorateure die Skizzen mit der„G e n e r a l i d e e" aus, nach denen die Herren arbesten sollen, denn ein guter Ehes wird vor allem dolür sorgen, daß in der Dekoration die einheitliche Linie gewahrt wird, wenn auch die Ausführung der Einzelheiten dem betreffeichen Dekorateur überlasten bleibt. Jedes große Fenster braucht einen Tag Arbeitszeit, und ist viel„Kram", Glaswaren- od« Wirst chaftsartikel, unterzubringen, so dauert die Dekoration eines Fensters auch noch länger. Für die groß« Housdekoraston zur weißen Woche aber muß wochenlang vorgearbeitet werden, genau« Werkzeichnungen gehen zum Tischlers alles muß auf den Zentimeter genau stimmen, und schließlich wird die ganze Sache auf dem Boden (irobeweise zusammengebaut. Dann dauert die eigentliche Aus- tellung noch fünf Tage und alles muß so eingerichtet werden, daß der Geschäftsbetrieb möglichst nicht gestört wird. » Das Dekorationsfach stellt einen jener Berufe dar, in den sich in den letzten Iahren alle möglichen Menschen zu retten suchten, die in anderen Berufen Schiffbruch gelitten hallen. Gefördert wurde diese Erscheinung durch die Errichtung von �Dekorationsschulen", die, an sich auch noch so hochstehend, doch bei ihrem Schülermaterial immer mehr auf die Zahlungsfähigkeit des Schülers als auf feine Begabung sehen. Drei Jahre dauert die richtige Lehrzeit. Wirkliche Talente können freilich bald gute Gehälter erzielen, so z. B. die „Stecknadelkiinstler", die mit Hilfe von ein paar Nadeln und einigen Fetzen Stoff die fabelhaftesten Modellkleider dichten. Der Durch- schnitt wird durch die einsetzende Uebersüllung des Berufes immer schwerer zu kämpfen haben, um so mehr, als manche Häuser Dekorateure, die über sünsunddreißig Jahre alt sind, nicht mehr gern einstellen. R. E. Arsenik im Kaffee. fünfzig Arbeiter eiaeS Gsevwerts erkrankt. Ei» beispiellos« Schurkenstreich ist in den Rheiattche» Eisenwerken Gebrüder Faber in Düre» ta Westfalen verübt worden. Lei der Sasfeepause m» S Ahr morgen» brache» zahlreiche Arbeit« der Fabrik nach de» Ge- miß von Kaff« nnt« außerordentlich schweren ver. giftnngserfcheinnngen zusammen. Etwa 50 Atom der Belegschaft muhten sofort ins Düren« Sraukenhau» geschafft werden, wo die ärztliche Untersuchung ergab, daß d« von ihnen genossene Saft« Arsenik enthalten hakte. Am llnglücksmorgen war wie üblich um v Uhr die Kaffeepmife der Frühschicht eingetreten. Die Arbeiter benutzten das heiße Wosier eines großen Kesiels, um sich Kaffee aufzubrühen. Dem Lesielwaster muß von ivgeitt» ein« Seite starkes Gift zugesetzt worden fem, den» plötzlich brachen zum Entsetzen all« Anwesenden etwa SV Arbeit« nach dem Kasfeettinken unter unsäglichen Schmerzen zu- sammen. Es entstand ein« schreckliche Panik. Die vergifteten Leute schrie» vor Schmerzen und wanden sich in Zuckungen om Boden, andere liefen wie betrunken umher. Krankenwagen brachten die vergifteten in das Städtische Krankenhaus. Die chemische llnt«- suchung des Kaffeewasters ergab zweifelsfrei, daß es mit einer ziemlich starken Dafis Arsen vermengt war. Bon dm SV ins Krankenhaus eingelieferten Arbeitern liegen 29 noch schwer danieder. Erfreulicherweise besteht bei keinem der Eingelieferten mehr Lebensgefahr. Ein Teil der Erkrankten konnte bereit« nach Hause entlasten werden.— Di« Fabriveitung steht in bezug auf dm mutmaßlichen Tat« und das Motiv dies« Massei toergiftimg vor einem völligen Rätsel. Durch die polizeiliche Untersuchung, die von d« Landeskriminalpolizei in Aachen vorgenommen wurde, soll einwandfrei festgestellt worden sein, daß ein Verbrechen vorliegt Da das Eisenwerk bei der Fabrikation Arsenik nicht verwendet, kann das Gift nur von außen in die Fabrik hereingebracht worden fein. Die Nachforschungen der Polizei noch den Tätern waren bish« erfolglos.__ Die ,/Sremen"-Meger in Amerika. Von Washington wieder nach New �ork. Washinglou, 28. April. Die Ozeanslieg« sind, da die anhalkenden schweren Regenstürme den Flug nach New Park verhinderieo, heule nachmillag l8.0S Ahr (MEZ.) mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug wieder nach New Jork abgefahren.(Das sie auf der Hinfahrt bereits passiert hatten.) Ans dem Washingtoner Bahnhof halte sich eine ungeheure Menschen- menge bei der Abfahrt der Flieg« eingefunden. Da die Flieger den nichtoffiziellen Charakter ihres Washingtoner Besuches wahren wollten, machten sie dem Präsidenten C o o l i d g e »i Jack Qonöon: Wolfsblut. „Du, Heimlich/ sagte er,.Hör doch mal, Heinrich!" Dieser, aus dem Schlafe erwachend, brummte:„Was ist denn los?" „Nichts," war die Antwort.„Nur daß es jetzt wieder sieben sind. Ich Hab' sie eben gezählt." Heinrich beantwortete die Kunde mit einem Brummen. das in ein Schnarchen überging, als der Schlaf ihn über- mannte.— Am Morgen erwachte Heinrich zuerst und trieb den Gefährten zum Aufstehen an. Der Tag brach zwar erst drei Stunden später an. obgleich es schon sechs Uhr war, und so ging Heinrich in der Dunkelheit umher und kochte dos Frichstück, während Bill die Decken zusammenrollte und den Schlitten zur Abfahrt bereit machte. „Hör mal. Hemrich," fragte er plötzlich, wie viel Huude sagtest du. daß wir hätten?" „Sechs." „Falsch!" verkündete Bill triumphierend. „Wieder sieben?" fragte Heinrich. „Nein, aber fünf, denn einer ist weg." „Holl und Teufel!" rief Hemrich wütend, ließ das Früh- stück stehen und kam. um die Hunde zu zählen. „Du hast recht," erwiderte er.„Fell ist fort." „Und wie ein geölter Blitz ging es mit ihm, als«r erst los war. Nicht« war mehr von ihm zu sehen." „Wie sollte ee auch?" erwiderte Heinrich,„©c per- schlangen ihn gewiß gleich lebendig. Ich wette, er bellte noch, als sie ihn hinunterschluckten, die verdammten Bestien." „Er war immer ein bißchen dämlich," meinte Bill. „Aber kein dummer Hund sollte so dämlich fem, daß er hinliefe, um Selbstmord zu begehen." Dabei ließ Heinrich den Blick prüfend über di? übrigen Hund« gleiten, als wollte er sich die Eharakterzüge jedes einzelnen vergegenwärtigen. „Ich wette, das würde keiner von den andern tun." ,L)ie könnte man nicht mal mit'nem Knüppel vom Feuer jagen," stimmte Bill bei.„Ich dachte immer, daß es mit Fett nicht ganz richtig wäre." Und dies war die Grabrede auf einen toten Hund bei «mer Nordlandfahrt— nicht dürftig« als die manches ssoereu Hundes mch Manches Mannes.________________ � 2. Die Wölfin. Als das Frühstück verzehrt und die wenigen Lagergerät- schaften auf den Schlitten gepackt waren, drehten die Männer dem hellen Feuer den Rücken und verschwanden in der Dunkelheit. Sogleich begann wieder das fürchterlich traurige Geheul, das auf verschiedenen Seiten wie antwortend durch Kälte und Dunkelheit tönte. Der Männer Gespräch ver- stummte. Um neun war es Tag. Mittags erglänzte der Himmel im Süden in rosigem Lichte, aber die Rosenfarbe verblaßte schnell Das graue Tageslicht, das zurückblieb, dauerte bis drei Uhr, wo es ebenfalls erblich, und nun breitete die Polarnacht ihr dunkles Leichentuch über die ein- famc, schweigende Welt. Als die Dunkelheit hereinbrach, erklang das Geheul rechts, links und im Rücken näher, ja mehr als einmal so nahe, daß die müden Hunde vor Angst zitterten und in Auf- regung durcheinander gerieten. Nach einem solchen kurzen Aufenthalt, als Bill und Heinrich das Gespann wieder in Ordnung gebracht hatten, sagte jener:„Ich wünschte, sie möchten ein anderes Wild irgendwo aufspüren und uns in Ruhe lasten." „Sie fallen einem wirklich gräßlich auf die Nerven," stimmte Heinrich bei. Wetter sagten sie nichts, bis das Nacht- lager aufgeschlagen wurde. Heinrich beugte sich über den Topf, in dem die Bohnen bradetten, und in den er kleine Stückchen Eis hineintat, als ein lauter Schlag und sin Ausruf von Bill sowie das scharfe Knurren und das Wshgefchrei eines Hundes ihn zusammen- fahren ließ. Er richtete sich auf und sah noch, wie ein» dunkle Gestalt über den Schnee lief und in der Finsternis vor- schwand. Dann erblickte er Bill, halb triumphierend, halb nisdergeschlagen, unter den Hunden, wie»r in der«ins» Hand einen dicken Knüttel, in der anderen das Schwänzende eines gedörrten Lachses hielt. .T)ie Hälfte hat die Bestie doch gekriegt," verkündete er. „aber ich gab ihr dafür auch einen tüchtigen Klapps. Hörtest du sie sckreien?" ..Wie sah sie denn aus?" fragte Heinrich. „Sehen konnte ich nicht. Aber sie hatte vier Beine und ein Maul und Haare und sah wie ein Hund aus." „Es muß ein zahmer Wolf gewesen sein, glaub' ich." .Lierdammt zahm, was es auch ist, wenn es so zur Fülle- ruugtommt und sein Stück Fisch hall." Als da» Abendbrot vorüber war. und die beiden MSn- «r»if tag länglichen Kasten saßen und ihn» Pfeife schmauchten, zog sich der Kreis glühender Augen wieder dichter zusammen. ./Zch wünschte, sie möchten auf ein Rudel Elche oder was Aehnliches stoßen und uns zufrieden lasten," sagte Bill. Heinrich brummte etwas, was nicht wie eine Zustim- mung klang und eine Biertelstunde saßen sie schweigend da. wobei Heinrich ins Feuer und Bill auf den Augenkreis starrte, der in der Dunkelheit dicht hinter dem Feuer flimmerte. „Ich wünschte, wir könnten von hier m einer Tour nach Mc Gurry fahren," begann Bill wieder. „So hör endlich einmal mit deinem Gewünsch und Ge- krächz auf." brach Heinrich ärgerlich los.„Ich sag' dir, du hast dir den Magen verdorben. Schluck eine gute Dosis Natron runter, dann wird dir bester und deine Gesellschaft angenehmer werden." Am folgenden Morgen wurde Heinrich durch gräßliche Flüche aus Bills Munde geweckt. Er stützte stch auf den Ellenbogen und sah den Gefährten neben dem flocken, den Feuer mitten unter den Hunden mit wutverzerrtem Gesicht und scheltend erhobenen Armen stehen. „Hallo!" rief Heinrich.„Was ist denn los?" „Frosch ist weg!" war die Antwort. „Nein!" „Ich sage ja!" Heinrich sprang aus den Decken und lief auf die Hund» zu. Er zählte sie und stimmte dann in die Berwünschungen ein, womtt sein Kamerad den Mächten der Wildnis fluchte« die ihnen abermals einen Hund geraubt hatten. „Frosch war der stärkste von allen." bemerkt» Bill zuletzt. „Und er war auch nicht dämlich." fügte Heinrich hinzu, und das war innsrhokb zwei Tagen die zweite Grabrede. Das Frühstück wurde in düsterer Stimnmng eingsnom- men und die vier noch übrigen Hunde vor den Schlitten gespannt. Der Tag war eine Wiederholung der vorher- Biangenen. Di« Männer wanderten stumm über che ge- rene Erde, und da» Schweigen wurde nur durch des Geheul ihrer Verfolger unterbrochen, die ihnen unsichtbar folgten. Mtt dem Einbruch der Dunkelheit am frühen Nach- mfttag erklang das Geheul wieder näher, wie die Verfolger ihrer Gewohnhett gemäß näher kamen: die Hunde wurden aufgeregt und furchtsam und verwickelten sich in ihrer Angst in den Strängen, was che beiden Männer noch mehr euch E.l. ,, ,, m c ml V' ItS�iTOima 1�94 »och keine« Besuch. Er soll Mitte nächster Woche staiistnden. Die Flieger wollen sich am Sonntag ausruhen, so daß die New Vorter Empfangsfeierlichkeiten erst am Montag beginnen werden. �_ Zertretenes Menschentum. Soziales Elend und Sittlichkeit. Als der Staatsanwalt kürzlich gegen eine Arbeiterfrau, die angeklagt war, ihre Kinder mißhandelt zu haben, drei Monate Gefängnis beantragt hatte, trat der Lehrer ihrer kleinen Tochter. der«inen weltlichen Zeugeneid geleistet hatte, an die Leiterin der Iugendgerichtshilfe, Frl. v. List, heran und sagte: ,5st da» nicht eine viel zu harte Straf« für diese kranke Frau?" Und die Für- sorgerin, die in der Altgelegenheit Nachforschungen angestellt hatte, meinte:.,2>ie Frau hat ja ihre Kinder nicht aus Bosheit geschlagen." Als dann das Gericht dos Urteil— drei Monate Gefängnis— verkündete, erlitt die Frau einen schweren hysteri- s ch e n Anfall mit Schreikämpsen und einen darauffolgenden Starrkrampf. Hinterher weint« sie noch lang« Zeit auf dem Korridor undi hre kleine Tochter, wegen der ste oerurteilt worden war» kam hinzu und streichelte die Mutter als wollte ste ihr sagen, weine nicht, es wird schon olles wieder gut werden. Und doch war st« von ihr so arg mißhandelt worden. Das Gericht hatte aber kein Wort von einer Bewährungsfrist verlauten lasten. Cs wird behauptet, die Richter fänden für Kindermißhandlun- gen zu mild« Urteile. Man hüte stch aber, den Bogen nach der .. znisftrafen, Kindermißhandlungen nicht immer das richtige. Soziales anderen Seit« hin zu überspannen.(Besä. sind auch für Elend, die Quelle sittlicher Verrohung, kultu- rellen Tiefstandes und zerrütteter Gesundheit wird dadurch nicht beseitigt. Rein instinktiv hatte die Mutter m diesem Fall« das einzig Richtige getroffen, als sie in ihrem Schluß- wott unter Tränen ausrief:„Sch bitte, daß may mir die Kinder nimmt." Wo sollte ste auch die Ruhe hernehme«, sie zu erziehen. da sie den ganzen Tag in der Fabrik arbeitet und am Abend zu Hause todmüde ihre fünf Kinder vorfindet, die versorgt werden müssen. Hätte das Jugendamt da nicht früher eingreifen sollen? Die Nachbarn regten sich über den„streich" auf, den dos Schreien der Mutter und der Kinder verursacht«: sie dachten aber gar nicht daran, sich um der Kinder willen an da» Jugendamt zu wenden. Erst als der Knabe selst den Weg ins Polizelrevier fand, wurde «ingefchritten. Ießt befindet sich der Junge außerhalb Berlins. Die anderen Kinder sind aber heut« noch bei der Mutter, die wegen Kindermißhandlung zu drei Monaten Gefängnis oerurteilt wurde. Allerdings soll sie die jüngeren gut behandelt haben. Das Landes- jugendamt will aber jetzt auch für die übrigen Kinder sorgen. Hätte man ihm die Möglichkeit gegeben, dies früher zu tun, so wäre den Kindern ihr Martyrium und der Mutter das Gefängnis erspart geblieben._ Amanullah nach Polen abgereist! Am gestrigen Sonnabend nachmittag hat das afghanische König?- paar mit seinem Gefolge um 5.18 Uhr Berlin verlassen, um sich «ach Polens Hauptstadt fortsetzte. Reichsaußenminister Dr. St r« s e- mann mit feiner Gattin, Staatssekretär Dr. Meißner, der Chef de, Protokolls Gesandter a. D. K S st er, sowie mehrere Herren des Auswärtigen Amtes waren zur offiziellen Verabschiedung erschienen. Der Berkehr fordert seine Opfer. Beim Rangieren an der Straßenbahnendhaltestell« in der Bismarck st raße zu Steglitz ereignet« sich gestern«in schwerer Unfall. Der 4Sjährige Schaffner Anton R odzi n s ky aus der Eäetlienstraße 42 in Schöneberg geriet beim Zusammen- koppeln der Wagen so unglücklich zwischen die Pusser. daß er mit schweren inneren Verletzungen in das Schöneberger Auguste- Diktoria-Ärankenhaus gebracht werden mußte. St. starb ewige Zeit nach feiner Emlieferung.— Vor dem Hause Scharnweber- st r a tz-e 101 in Reinickendorf trug sich gestern nachmittag«in tödlicher Verkehrsunfall zu. Beim Ueberqueren des Fahrdammes, wurde der-tSjährige Packer Emil Schäfer aus der Residenz st raße zu Reinickendorf, als er sich auf seinem Fahr- rade auf dem Heimweg befand, von einer Straßenbahn der Linie 21 erfaßt und überfahren. Der Verunglückt« konnte bereits nach kurzer Zeit aus seiner furchtbaren Lage befreit werden, trat der Tod wenige Minuten später ein. Erbe» gesucht. Der Regierungspräsident von H i l d« s h« i m bittet den Amtlichen Preußischen Pressedienst um Verbreitung der folgenden Nachricht: Am S. Januar 1925 ist in B a l t i m o r e(Md.)«ine Frau D o r a (Dorothea) Nicoll geb. Tiemann verstorben, die an Wertpapieren und Bankguthaben etwa 29922 Dollar hinter- kasseo hat. Ein Testament liegt nicht vor. Dora(Dorothea) Nicoll geb. Tiemann war geboren am 22. März 1862 in Deutschland (Geburtsort nicht bekannt) als eheliche Tochter des Hewrich Tiemann und der Elisabeth geb..... Der Vater wanderte etwa im Jahr« 1867 nach den Vereinigten Staaten aus und hatte sich in Baltimore Schützenkönig mit Bristantring. Sine geschäftige Hausmeisterfamilie. Der Sitzungssaal de« Schöffengerichts Mitte, in dem gestern gegen Frau Marie Horn wegen fortgesetzten Diebstahls, gegen ihren Ehemann Fritz Horn und ihre Tochter aus erster Che Charlotte Hermann wegen Hehlerei oer handelt wurde, glich einem Waren- haus. Auf den Tischen und aus der' Erde sah man ein« halbe Wohnungsau» st attung an Wäsche, Tischtüchern. Bettzeug, Gardinen. Kristallschalen bis herab zu Besen, Teppichtehrern, ein- fachen Tellern und Hausgeräten. All das hatte Frau Horn aus den Wohnungen des Hauses Hohenzollernstraß« 17, in dem ihr Mann die Portierstelle jahrelang innehatte, zusammenge- stöhlen. Nebenher aber auch handelte es sich bei den andauernden Hausdiebereien der Familie um recht erhebliche Werte. Ewern österreichischen Legationsra:, der w dem Hause wohnt«, war während eines Theaterbesuches vom Nachttisch eine goldene Uhr und Kette, ein alle« Erbstück, gestohlen worden. Später wurde dieses Wertstück im Besitze von Horn gefunden. Di« Familie genoß im Hause großes Berttauen und wurde van den Bewohnern geradezu mit Geschenken überschüttet. Frau Horn hatte die Schlüssel zu den Wohnungen, wenn eine Familie oerreist war. Horn selbst war ew pensionierter Etraßenbahnkontrolleur und hott« durch Bermittlung eines in dem Haufe wohnenden bekannten Chef- redokteurs eine gute Nebenbeschäftigung w einem großen Zeitung s- unternehmen in der Jerusalemer Straß« erhalten. Sein Ein- kommen betlef sich mit der Penston aus monatlich 600 Mark, so daß ein« Notlag« nicht in Frage kam. Zum ersten Male wurde die Aufmerksamkeit auf die un- redlichen Hausmeisterleute durch einen Aufsehen erregenden Juwel en- diebstahl gelenkt. Der Chemiker Dr. S. war nach dem Tode fem er Frau auf Reisen gegangen und hatte der Hausmeisterfrau die Be- treuung der Wohnung überlasten. Nach längerer Zeit entdeckte er, daß aus einer Kassette, die den Schmuck der Derftorbenen und auch lose Steine enthielt, eine dettächtliche Menge fehlte. Die Heber» führung der Frau Horn gelang auf eigenartige Weis«. Ihr Mann war Schützenkönig w einem Derein und prunkte bei den Ver- onstattungen des Verein» als Schützenkönig mit einem kostbaren Brillantring au der Hant� Er hatte sich auch als Schützenkönig in der Wohnung des Dr.€>. am Schreibtisch photographieren lassen, wobei die mit dem Ring geschmückte Hand ostentativ ausgestreckt war. Frau Horn gab nun diesen Diebstahl zu und behauptete, daß sie alle entwendeten Wertsachen aus Angst w den Kanal geworfen hätte. Obwohl man den Wasserlaus eifrig absuchte. wurde der Schatz nicht gefunden, wohl aber wurden bei einer Durchsuchung w der Wohnung der Schwester der Frau Horn ewe Anzahl loser Stein« entdeckt. Zum Bersteck war der Lauf einer Pistole gewählt worden. Nachträglich hielt man in der neuen Wohnung des Ehepaares Horn noch ein« Haussuchung ab. und da kam zutage, daß riesige Mengen von anderen Sachen von den Haus- dieben aus den oerschiodeirsten Wohnungen zusammengerafft worden waren. Frau Horn gab nur bei minderwertigen Gegenständen zu, daß sie sich diese angeeignet habe. S i e tischte dem Gericht über die Herkunft der anderen Sachen die unglaublichsten Märchen auf. Die goldene Uhr sollte ein zwölfjährige« Mädchen in einem Pake! ver- schnütt. durch das Fenster hineingereicht haben. Die Damasttisch- wasche und einzelne Stücke aus einem sehr teueren Seroice wollte st« von der verstorbenen Frau S. geschenkt erhalten haben, andere Wäschestück«, die mit Namenszug gezeichnet waren, behauplele sie. in einer Pfandleihe gekauft zu haben. Wegen des Juwettndiobstahls 'war Frau Horn schon vor einiger Zeit vom Einzelrichter abgeurteilt worden. Das Urteil hat aber noch nicht Rechtsfrast erhalten, da der Staatsanwalt gegen das unglaublich mild« Urteil von sechs Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist Berufung eingelegt hat. Frau Mari« Horn wurde wegen fortgesetzte» Diebstahls zu 1 Jahr GefSngnV?. Fritz Horn wegen einfacher Hehlerei zu 2 Monaten Gefängnis und Charlotte Hermann wegen Hehlerei zu 1 Monat Hefängnis, verurteilt. Dtt Befchlußsastung über eine Sttafattefetzung bei Fritz Horn und Charlotte Hermann wurde vorläufig ausgesetzt, dagegen legte da» Gericht dem Staatsanwalt nahe, gegen Horn noch eine Nachtrags- anklage wegen Hehlerei hinsichtlich der goldenen Uhr und Kette, in welchem Falle er noch nicht angeklagt war, zu erheben. angesiedelt. Seine Familie ließ er später(unbekannt wann) nach- kommen. Ein Sohn Wilhelm ist seit vielen Jahren verschollen. Heinrich Tiemann ist am 23. Juni 1915 im Alter von 84 Iahren 7 Monaten verstorben, seine Ehefrau am 14. April 1900; beide sind auf dem Friedhofe der ev.-lutherischen St. Mathäusgemeinde in Baltimore beerdigt. Erbberechtigte werden ersucht, ihre Ansprüche unter Borlage der nötigen Auszüge aus den Kttchenbüchern oder Standesamtsreaistern bei dem Reglerungspräsidenten in Hlldesheim geltend zu machen._ Aus dem Reich des Films. 5000 ffa« 50000. Sonderbare Geheimnisse aus dem Reich der Filmindustrie offen- barre eine Klage der Esem-Filmgesellschast gegen die bekannt« Schau- spielerin und Filmdiva Grete Mosheim, die 50 000 W. Schadenersatz zahlen sollte. Zunächst die Lorgeschichte: Die Domo-Strauß Film- G. m. b. H. brachte vor längerer Zeit den Mosheim-Film„Primanerliebe" heraus. Der geschäftliche Erfolg war die Ursache, daß zwei der Geschäftsführer der Domo-Strauß-G. m. b. H. aus- traten, die Herren S a m e ck und Meyer, und die Es«m.Film- D. m. b. H. gründeten. Grete Mosheim wurde aufgefordert, mitzu- machen, damit die Esem-Film eine Mosheim-Produktion herausbringen konnte. Dafür durfte Grete Mosheim zunächst einmal 2000 Mark Gesellschofteronteil einzahlen und wurde als weiblicher Star mit 4000Mark Im Monat engagiert. Der Vertrag sollte bis zum 31. Juli dauern, während dieser Zelt sollten mit Frau Mosheim drei Filme gedreht werden. Soweit wäre alles in Ordnung gewesen, wenn die Esem-Gesellschaft Betriebs- kapital gehobt bätte. Das war aber offenbar nicht vorhanden, denn zunächst wurde der erste Mosheim-Film verkauft und dann von dem eingenommenen Film erst gedreht. Die Spekulation auf den Namen der Künstlerin hatte sich also bis dahin als richttg er- wiesen. Frau Mosheim wurde aber durch die Geschäftspraktiken der Gesellschaft verärgert und faßte den Entschluß, nach Ablauf de» Vertrages mit der Esem-Film nicht weiterzuarbeiten. Das merkten natürlich die sehr geschäftstüchtigen Direktoren und es fanden wieder- holt Verhandlungen statt, um Grete Mosheim auf— Lebens- ein, versprochen, einen �.Star" aus ihr zu machen, und verlangten die Zusage, daß st« mit keineronderenFilmgesellschaft nach dem 31. Juli einen Vertrag abschließen werde, ohne zuvor mit der Esem-Gesellschaft verhandelt zu haben. Die Künstlerin weigerte stch,«in solches Schriftstück zu unterzeichnen. Um die Quälgeister los zu werden, hat sie offenbar halb und halb ihre Zusage gegeben. Nur waren sich die Zeugen aus dem Arbeitsgericht später nicht darüber einig, ob Grete Mosheim das„große Ehrenwort" oder nur das„kleine Ehrenwort" oder überhaupt nur Ihr Wort oder gar nichts gegeben hatte. Die Zeugenaussagen gingen über diesen Punkt weit auseinander. Aber man konnte daran ermessen, wie in der Filmindustrie„Verträge" zustandetominen Im März blieb die Esem-Gesellschaft Grete Mosheim dl« vereinbart« Gag« schuldig, und die Künstlerin schloß einen neuen Dertrog für die Zeit nach Ju oerklagte eines S d..„_ ist die Klagebegründung, die sich In folgenden Gedankengängen be- wegt: Wenn die Terra im Herbst Filme mit Grete Mosheim heraus- bringe, so würden die Moeheim-Filme der Esem-Desellschast wert- los, weildieTerra besser organisiert sei und ihre Filme schneller verkaufen könne, als die Esem hierzu in der Loge wäre.—- Die Ejem-Gesellschoft gesteht also ihr« eigene Geschäst-untüchtigkett ein und verlangt deshalb einen Schadensersatz von Grete Mosheim. Dieser Schaden ist auf 50 000 M. beziffert worden, obwohl Frau Grete Mosheim, wie vor Gericht ausgeführt wurde, noch gar kein Star ist, sondern einer durch die Tätigkeit der Esem-Gesellschast werden sollte. Fast sechs Stunden dauert« die Verhandlung, mehr als«ine Stund« braucht« da« Gericht zur Beratung. Dann wurde den Klägern nahegelegt, von ihrem hohen Pferd herabzusteigen und sich mit einem Vergleich von 5000 M. zufriedenzugeben. Da» taten sie dann auch und sie woren sogar damit einverstanden, daß ihnen dies« Summe in Teilbetrögen gezahlt werde.., Göbbels verurteitt. Orei Beleidigungen des Polizeivizepräsidenten Weiß. Wegen Beleidigung des Pollzeivizepräsidenten Dr. Weiß hatten sich gestern der verantwortlich« Schriftleiter Durr vom„Angriff", deren Herausgeber Dr. Joseph Ä ö b b e l e und der Drucker Schulz« vor dem Großen Schöffengericht Schöneberg, unter Dar- sitz von Landgerichtsdirektor Dr. Wengler, zu verantworten. Unter der Ueberschrift:„Vorsicht, Gummiknüppel!" waren Im Oktober. November und Januar drei Artikel veröffentlicht worden, die die schwersten Beleidigungen gegen Dr. Weiß enthielten. Staatsanwaltschaftsrat Bürkle beantragte gegen Durr und Göbbels je zwei Monate Gefängnis, für Schulze Freisprechung. Das Schöffengericht verurteilte Durr und Dr. Göbbels zu je drei Wochen Gefängnis und sprach Schulze frei. Das Gericht war der Ansicht, daß die wiederholten Angriffe Dr. Göbbels bei seiner Rolle, die er in der Parteibewegung und in seiner Presse spielt, nicht entgangen sein könnten und daß er sie gebilligt habe. Angesichts der Beleidigungen schwerster Art gegen«inen Beamten in hoher verantwortlicher Stellung, die sich in geringschätzigen und verächtlichmochenden Aeußerungen dargetan haben, konnte«in« Geldstrafe nicht als ausreichend angesehen werden. Bei dem Drucker wurde angenommen, daß er keine Kenntnis von dem beleidigenden Inhalt habe. Dr. Weiß wurde die Derössentlichung de» Urteils im „Angriff" auf Kosten der Verurteilten zugebilligt. 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Die Sozialdemokratie marschler ki Zu alle« Vezirke« VerNas zeugen wir in überfüllten verfammlungs- iSlen für den polltischen Willen des Volkes, am 20. Mai mit dem Lürgerblock aufzuräumen. Ein« fahr eindrucksvolle W a hl ku ndg e b u n g fand in Spandau statt. Genosse B r e i t s ch e i d wußte in überzeugen- der Weise klarzulegen, um was es bei dem Kampf um die Macht in der demokratischen Republik geht. Es kommt am 20. Mai nicht nur darauf an, viel« Stimmen zu erringen, sondern auch die sozial!» pischen Organisationen zu stärken. Wenn der Bürger- block nicht all« sein« Forderungen durchsetzen tonnte, so ist dies dos Verdienst der sozialistischen Opposition. Don besonderem Interesse waren noch die Ausführungen de» Genossen Dreitscheid zu dem vor- läufigen Wahlergebnis in Frankreich. Sollte die fron- zösisch« Reaktion gestärkt aus den Wahlen hervorgehen, so haben wir als Nachbarn doppeltes Interesie daran, mit einem sozialistischen Deutschland unser« Friedensgesinnung kundzutun. Der Kretsverein Tempelhof der Sozialdemokratischen vartei entwickelt eine besonders rührige Propaganda. Unermüdlich beackern die Parteimitglieder den Dezirk Tempelhof, de? bei den letzten Wahlen noch eine Hochburg der Reaktion war. Sie zeigen sich mit ihren Fahnen und Transparenten in ollen Straßen und haben die Genugtuung, daß viel«, die bis- her nicht mit der Sozialdemokratie marschierten, in ihre Derfamm- lungen kommen. In dieser Woche trafen sich die Sozialdemokraten in der Dorsstraße. Mit wirkungsvollen Plakaten und deutlichen Bildern wurde die verhängnisvolle„Arbeit" des Bürger« blocks aufgezeigt. In der Aula des Realgymnasiums in der Zkaiserin-Augufto-Straß« versammelten sich die Demonstranten, um die Ausführungen des Referenten Bruno C ö h r i n g anzuhören. In einstündigem Vortrag verstand es der Referent, die Gegensätze zwischen de? erfolglosen Arbeit der Rechtsregierung und der auf- bauenden Arbeit der Preußenkoalition, in der die Sozialdemokratie mitarbeitet, eindrucksvoll herauszuarbeiten. Die 82. Abteilung Steglitz hielt in der Aula des Gymnasium» Heesestraß« ein« sehr stark besuchte öffentliche Dersammlung ab. Da» Referat hott« Genosie Pfarrer August Dleier übernommen. I« einprägsame» Worten sprach Genosse Dleier zu dem Thema .Sie deutsche Sozialdemokratie im Kamps gegen die Reaktion" und beschäftigte sich ausgiebig mit dem Verhalten der Deutschnationolen Dolkspartei als Regierungspartei. Unter großem Beifall der Dersammlung zeichnete er mit scharfen Strichen ihre Grundsatzlosigkeit. ihr Drängen zur Futterkrippe und die Angst vor de» kommenden Wahlen und der unausbleiblichen Abrechnung. Am 24. d. M. traten die Funktionär« der sozial- demokratischen Polizeibeamten Groß- Berlin zu- sommen. um die Deschlüsie sür die Wahlarbeit zu fassen. Genosse Holz leitet« die Dersammlung, und Genosie Litke sprach über die kommenden Wahlen. Im Anschluß daran wurde die Leitung für den Ausschuß der Werbetätigkeit neu zusammengesetzt und darüber Beschluß gefaßt, ein Flugblatt herauszugeben. Weiter wurde be- «chlossen. zwei öffentliche Werbeversammlungen abzuhalten, in der die Kandidaten au» den Polizeibeamtenkreisen Vorträge hasten.__ Vassagierflüge nach Indien. Di« holländische Luftfahrtgesellschast Im Amsterdam beabsichtigt, im Sommer dieses Jahres sieben Passag ierflüge nach Niederländisch. Indien ZU unternehmen, und zwar vier Zioilslüge und drei Militärslüge. Für die erster,» werden dreimotorig«.Fokker-Flugzeuge verwendet; sür letzter» die bekannten deutschen Dornier-VyperwaliMaschinen.— Im nächsten Jahr« werk»«» regelmäßige Passagier. f l ü g e eingelegt, probeweise und vorläufig in jedem Monat «in Hin. und Widerflug. Hat man Ersotg, dann wird 1930 ein halbmonatlicher Dienst eröffnet. KpO. und Arbeiter-Raöio-Buuö. Wenn man mit der Sowjetbrille Lest... In der Freitagausgab« des Berliner kommunistischen Aberch- blattes wird zu einem Rundschreiben des„Arbeiter-Radio-Bundes" Stellung genommen, in dem all« Rundfunkstellen ersucht werden, die Bedeutung de» 1. Mai durch den Sender zu würdigen. Der Kommunistischen Partei, die ihre Beaustragt« auch in den Arbeiter-Radio-Bund zur„verantwortungsbewußten Mitarbeit" hin- «indelegiert, sind diese Erfolge der Arbeiterschaft unangenehm, zumal von ihrer Seite nichts unternommen wurde, um reaktionäre Ten- denzen der Rundsunkbehörden einzudämmen. Dafür haben es aber die sozialdemokratischen Vertreter erreicht, Kommunisten durch den Sender sprechen zu lasien. Di« Gelegenheit zur Opposition gegen den.ebertmischen Kurs" der vundesleitung im„Arbeiter-Radio- Bund" ist der KPD. genommen. Da aber der Bundestag in wenigen Monaten stattfindet, muh versucht werden, etwas zu finden. daß„die Aktivität dieser unter sozialdemokratischer Führung stehen. den Organisation" im besten Lichte erscheinen läßt. Das kom- munistische Blast schreibt:.Wenn man aber da» vom �vorwärts" so stolz zitlert« Rundschreiben durchsieht, findet man de» Pferde- fuß, der vielleicht Aufklärung über mele Mißerfolg« gibt, die den Aktionen dieser Organisation beschieden sind." Da steht am Schluß: .Die Vertreter in den politischen Ueberwachungsausschüsien und Sul- turbeiräten sind gern bereit, Ihnen Vorträge und Dorschläg« zu unterbreiten, die stets im Rahmen der von Ihnen beachtet»» Neutralität bleibe« werden" Wie unangenehm für die KPD., daß sie über den soziakdem» kratifchen Pferdefuß stolpern muß. Im züierteu Rundschreiben heißt es nämlich:....die stets im Rahmen der von ihnen beachteten Neutralität bleiben werden." Gemeint wurde ausdrücklich die Neu- iralitat unserer Vertreter in den Ueberwachungsausschüsien und Kulturbeiräten und nicht der Standpunkt der Sendebehörden. Troß dem die Hälft« des Artikels, die die.West am Abend" bringt, dem .Arbeiterfunk" entnommen wurde, trotzdem das Rundschreiben „genau" durchgesehen ist, war die Sowjetbrille nicht scharf genug, das großgeschriebene vom kleingeschriebenen Wort zu unterscheiden. Das kommt eben davon, wenn man mft der SomsHbrllle liest... Oie Berliner Gefrierfleisch G. m.b.H. In Ausführung des Beschlusie» der Deputation sür das Markt hallen- und Marttwefen vom 27. April wurde am 28. April im Berliner Rathause vom Interesienverband der Großschlächter e. B. vom Bezirksverein im deutschen Fleischerverband und vom Verband des deutschen Gefri»rfl«isch«iniuhr. und Großhandels«. D., Geschäfts- stelle Berlin, die Berliner Gefrierfleisch G. m. b. H. gegründet. Aus- aabe dieser Gesellschaft ist es. die Beschaffung und den Berkauf de» der Stadt Berlin zugebilligten Geiriersleischkontingent» nach den Anweisungen der Stadt Berlin durchzuführen. Die Stadt Berlin ist im Ausstchtsrat dieser Gesellschaft maßgebend oertreten und übt ein scharfes Kontrollrecht au», so daß Gewähr dafür gegeben ist, daß da» Gefrierfteisch zu möglichst billigen Preisen der minderbemistelle» Bevölkerung zugeführt wird. Der Absatz des Fleisches erfolgt m 400 besonders kenntlich gemachten kleinen Verkaufsstellen. Nachdem da» zollfrei« Gesriersleischkontingent von 120 000 auf 50 000 Tonnen , herabgesetzt worden ist, entfallen, wie bereit» mitgeteist wurde, aus Berlin jährlich nur noch rund 7800Tonneng«g»nüb«rbis» her 20000 Tonne». Diese Meng« reicht w keiner Weise an». um den Wünschen der minderdemistesten Bevölkerung Rechnung zu tragen. Di« Stadt wird daher alle» daran setzen, eine Erhöhung des Kontingents zu erreichen._ Iugendnoi und Ehenot. Auf Eirckadung des Bundes der entschiedenes Schul- r e f o r m e r sprach am Freitogabend in der Aüla der Hohenzollern- Oberrealschul« in der Belziger Straße der Arzt Dr. Heinrich Dehme! über da« Thema„Die Revolution der mo, dernen Jugend und der Ein stürz der heutigen Eh et" Räch einer kurzen Begrüßungsonsproche. die Prof. Paul Oest. reich an eine große Zuhörerschaft richten konnte, nahm Dr. Dehmel da» Wort zu seinem Bortrag. Das Bill», das er von dem Durchschnitt der heutigen Ehen entwarf, die er als eine Karikatur auf das Ideal bezeichnete, war richtig gesehen. Der Weg der Jugend zur Ueberwindung der Ehenot fall durch ein diesem höheren Ziel unter- geordnete» bestimmt sein: dos Wachstum der freien Person« lichkeit aus der Gemeinschaft. Durch dt« alles Traditwnelle lockernde neue Form entstehe aber auch eine„neue Form der Per» suchung' für die Jugend, durch die sie— Zeichen unserer Zest— in schwer« seelische Konflikt« gestürzt wird. Ausdruck der Wahrhaftig- lest im Kampf der Jugend ist die freie Körperkultur, die Nackt- t u l t u r: die Trennung der Begriff«„Sittlichkeit" und„Sinnlichkeit" ist dob« von ausschlaggebender Bedeutung. Nachdem sich der Redner gegen die Ueberbetonung de» Derstande» oder dar Sinnlichkeit in den Beziehungen der beiden Geschlechter gewandt haste, illustriert« er sein« Kritik an der heutigen Eh« durch eine Anzahl dem praktischen Lebe» entnommener Beispiele. Nicht gegen die Monogamie, sondern gegen Art und Form dieser Ehe richte sich der Angriff der Jugend. Hemmend wirk« hierbei die zwischen Jugend und Alter be» stehende Bertraueuskrise. Zu fordern sei die Gemeinschaft, in der beide Geschlechter gleichberechtigt sind, und die soziale Bewertung der Musterschaft. Da» waren im wesentlichen die Alts- führungen Dr. Dehmel», durch die da» große Problem nicht in seiner Ties« erfaßt, sondern nur abgetastet wurde, wobei die Well der Wirklichk-ll, d. h. die Gegenwart, in der all« Erneuerung ihren Ausgangspunkt finden muß, gar keine Berücksichtigung fand. Hier setzte auch die Kritik einzelner Diskussionsredner ein. deren große Zahk aber auch nicht zu einem positiven Erfolg des Abends beitrug. Die proletarische Jugend war auf dieser Versammlung fast gar nicht vertreten. Zu erwähnen ist noch ein« von der Versammlung angenommene Entschließung, die von der Stadt Berlin die Schaftimg von Iugendberatungsstellen fordert. Voriräge,Dereine und Versammlungen. C»ns-Äe8ecBefl6tht»e«MM:la. Montaq, SO Älerit, 1916 U$£, tat VchuttÜerG am ÄrtuJjMg, OitM.tfelVi Str. 1t,®illriltSBeE(aamria«a. I«oe5oü>nunq: ?«r>cht von der Srnkralvrrsaminlu»«. Wabl-n. ve«miail»g h« Arbeiterp b-toaraphr« Brilin Ostei». Gruppe nadend Die»»- tag, l. üw. fallt au». Sadiittt-lirbtUsoheiti ffttitoa. i. 38« i. 19 Vi Übt. Int Suscrhfietm Ebertpftr. 13. Ifitma;»Der Dromölbrua. Berliner Soxarrchx». 1. Mai Zreffpunkt füt Uhr BtrfdSrstotaT, Ndpenickee Straß- 100. aili«>tc--«Iper»nt».Buab Berti», Sruppe Vfte». Zeb«» D»n»er»!-z ant 90 Uhr U-bungrabeud im Justndheim Am Lftl>oHn£»t IT. W» Gruppe»mit. «lieber und Snmpaihiflereude find einzeloden. BeranwwrtNch iilr B-Iiiik: Dr.«urt G»n»:«irts«-ft: ch.«N»a«lh>Is»r: G-»-stf>t!Zit«S-ivl«una: S«.«Riet»; g-uAet-r.-«.«. DöttH«; V-iale, und£onfti«e»: fftm«arftidt: ainjetaen: SS. fflUtft; samNich in Berlin. Bertas: Bvrmärtp.Ltrlaa G m b. H.. Bttll». Druck: Bvru>!irt».Bu»druck-r-t und Berta«»»»!!«!! Paul Sin«» u Sd_ Berlin S® 6S. Linbrnitraße S> Slerz» 4 Beilage», �l-terhattu-g»»d«nb.Zugend-r-uapart»-'. — das i«t Ihr Wunsch zu Pülziestesi! � Wo kdnnen Sie sonst noch so nach Herzenslust wählen wie bei Leiser. Unsere Auswahl Ist unerschSpflich, unsere Preise sind erotaualicb niedrig, unsere Qualität ist nicht zu fibertrefien. Herren braun aüt berten KernledoiohJea, I» R»hmen«bett Damen Dclgero»« Spangen' schuhe mit hüb-di. Blatt- wiierana, Suueiit preliw. Undenbiat echt Spangenich che batondcri gut lUiende Form, mit Troltearabuti Für Für Herren Für Kinder >90 Braane Schnürschuhe m.nogeV. kapp* und ElMttWohb. CB 30 a moaatu« Garantie. kaat« Rabmanarbeit,,,. U Chevreaa» 50 Bracne Herren-Sducfirschche mit Kreppguqnmliohla. 50 baate Rahnseaarbett... JnBr Lldo-Sanüalen(n rot beige flexible Auiftihnuuk Graue 29-3» 3,90, Graue 20-32 und 90 r Belge-rosü Boxcalf mit Kktfarbcner Blatt. 48 50 Ttndcrung. Louli-XV� Abaati. Oxblood, hell- n. mittelbraun Boxcalf. Herren' dü AS* 50 Schnürtcbuhe g, ichuie Rabmeparbdt.. 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Rat i 1. fj 218; Mutz dl« Frau Mutter werden? 2. Technischer Film. 3. Hu mores!«. .JZU- Dazu für lebe BorNeüuna die neueste Wochenschau mit einer Smlage, Anfragen wegen Uederlassung und Besuch Jung sind lelephomsch oder schrist. ii Pfänder die in den Monaten 3ull. August f und September 102? bei unseren< Abteilungen verletzt und nicht er- neuert wurden, tommen nur B e r» st e i g e r u u g ad 7. Mai d. Ja, i und folgende Tage. Zägerstratze 64.1 Beginn 9 Uhr vorm. SlaafUlHesLelvsml !l«p»l- lednA. >»t fit idmn Fan« biuitigt»»nie», der Abtei iich an da« «u richten. Bureau(KuUurabteUung) v«e Ortaoectoaltnng. Einladung zurordcatlichenAusschuMtzllug her SOiedllkZiileiilslle Sei Stadt Berrm am moatog. bem I. BtoL 14 Uhr im Halb auf e ja Seclln. König {iratta 15—15. etagana Zöbanstr., Himmer IVO. Zeg.sszbttuna; 1. TLtigfeitsbericht 2 Abnahm» der gahrestedmung 1927 8 Satzung. äuderung. 4 Bersihiedstes. Anfragen oder veschwdhideN, jv derea Erledigung gttfeveiosichf oder anderrnefie Feststeßungen erforderlich sind, müssen mindesten» drei Tage vorher beim Varsthendan da» Vorstände, eingereicht toerden. Bor der Sitzung findet um 12 Uhr in demselben»immer de» RtUbouses die Lb. Iich« Bordelvrechung unter den Ausschutz- Mitgliedern statt, Pünktliches Erscheweo iL dringend notwendig. da die Benutzungszeit des Zimmers beschränkt ist. Berlin, den 24 April 1928. Der Vorsitze» de da» varstaade» derTJetriebstraake»- Isdüas I/Bil i»«Ht, unf Bei», Srttl. Inljellelll, hl I! Tjnn Ii«! UeigtBlur» BelerWg«. Ictllis»«? nii Rifmütt», Ärztl. empjohlen imslUmlreh 105. 9-11, 1-4. SantM 10-12. Jatech ArconaPäder Tie Karle für»erwibnte Radsabrer, die Maschine IN HSchster iSoOendung, daSSiegerrad M4M Sieunja*— md ilfions» :t de, billig im Preis. Sab für schlechte Svege, mit Irästlgiin. 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Rosenthaier StraBe 9. jeaiä-ußeti/eiden Berlin nur Mayepstr.31 Rranpiatoo. �iagtsdiwür». Fiedrtu. Vio�d- enhüoilBog. Gt- sdiwnist, Gtl�ok- FrlcrailrangCT. Isdii», Rbnma. m. PUtrfuB asw. werden seit 3A Jahren geheilt in Sprech*. Q-rin und 3—5 Mittw i.Sonnt nur vormitt Prespakl gritic Gi.Strahrslinyatorigiri fürBeickranke G.m.b.H. ieriiner||lh-TriQ Neukölln, läö Lahnstr. 74/76 1 Wfl e Slebeabsichtlgen ein hochwertiges Marken- rad zu erwerben, vollen aber keinen allzu hoben Preis bezahlen. B eh3U Hg■ Nur ein Mtfa-Rad entspricht beiden Forderungen. 19 UTA IS- Mifa-Klder sind hochwertige Marken rider. Dafür bürgt der Natae des seit 1906 bestehenden Werkes. Die Preise der Mifa-Blder sind aasscxgewöhnlfd] billig. Das ist die Folge der Ausschaltung des Zwischenhandels und das r.rgebnis des Verkaufs direkt vom Werk durch 7S0 Mifa-Fabrik-Verkauf- steilen« Wochenraten von 2�0 RM an genügen bereits zum Kauf des in anz&hllgeo Rennen erprobten Mifa-Markearades, Mifa-"Räder für Wochenraten von 2,50 RM an Mifa-Fabrik-Vert aufstellen; N, Chausseestr. 37: N 54, Schönhauser Allee 177; O 34. Petersburger StraBe 8; SW 61, B;lle-Alliancc-Str. 6; SW 68, Alexandrinenstr. 15; Charlottenburg, Tauroggener Str. 12; Kaiserin-Augusta-Allee 44; Friedenau, Cranachstr. 57, direkt am Wannseebahnhof; Bin.-Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Str. 9; Neukölln. Friedelsir, 27; Pankow, Schloßstr, 18: Potsdam, Bsniner Str. 1? Schöneberg, Barbarossastr. 42: Spandau, Potsdamer Str. la: Berliner StraBe 62. KATALOG GRATIS Tegel, Berliner Str. lg; Tempelhof, Nk. 20Z» 4A. Jahrgang Sonntag, 29. Apnl 19ZÄ Am!♦ Mai feiert die Arbeit! -Aufmarschplan für die Kundgebung auf der Treptower Spielwiese. Deutschte Baugewerksbund: Sammelplatz: Reuterplatz. Abmarsch 1k) Uhr. Sammelplatz: Engeluser(Gewertschastshaus), Abmarsch 10 Uhr. Sammelplatz: Baltenplag, Abmarsch 1l> Uhr. Sammelplatz: Gustav-Meyer-Allee. Abmarsch ö Uhr. Deutscher Bekleidungsarbelterverbaud: Sammelplatz: Oranienplatz(Konsum), Abmarsch 10 Uhr. Berbaut» der Buchbinder(Graphisches Kartell): Sammelplatz, Spreewaldplatz, Abmarsch Illl-t Uhr. Verband der Deutschen Buchdrucker: Sammelplatz: Spreewaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 10� Uhr. Zentralverband der Dachdecker: Sammelplatz: Bethanienufer(Krankenhaus), Abmarsch 10X Uhr. Einheitsverband der Elsenbahuer Deutseblands: Sammelplatz: Bethanienuser, Abmarsch 10h Uhr. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands(Keramischer Bund): Sammelplatz: Andreasplatz, Abmarsch 1l) Uhr. Deutsche Filmgcwerkschaft: Sammelplatz: Alexandrinen- Ecke Oranienstraße. Abmarsch 10% Uhr. Verband der Friseure: Sammelplatz: Oranienplatz(Konsum), Abmarsch 10 Uhr. Verband der Gärtner: Sammelplatz: Oranien. Ecke Prinzesstnnenstraße, Abmarsch Ilm Uhr. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter: Zentralsammelplatz: Lausitzer Platz, Abmarsch 11 Uhr. Sammelstelle 1: Frieden- Ecke Fruchtstrahe, Abmarsch 10� Uhr. Sammelstelle 2: Johannisstraße(Verbandshaue), Abmorsch 9% Uhr. Sammelstelle 3: Neukölln, Schönstedtstraße, Abmarsch 10 Uhr. Sammelstelle t: Horn- Ecke Borckstraß«, Abmarsch 10 Uhr. Verbaud der graphischen Hilfsarbeiter: Sammelplatz: Sprcewaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 10� Uhr. Deutscher Holzarbeiterverband: Hauptsammelstelle: Köllnischer Park, Abmarsch 10 Uhr. Sammelstelle Südosten: Lausitzer Platz Ecke Waldemarstraße, Abmarsch 9�. Sammelstelle Osten II, III und östliche Vororte: Romintener Ecke Warschauer Straße, Abmarsch 914 Uhr. Sammelstelle Osten I: Küstriner Platz, Abmarsch 914 Uhr. Sammelstelle Norden: Senefelderplatz, Abmarsch 914 Uhr. Stellmacher: Treffpunkt bei Hummel. Sophienstr. 5, Abmarsch Uhr. 914 der Hotel-, Restaurant« und Eafe- Treptow(Eisenbahnunterführung), Zentralverband angestellten: Sammelplatz: Bahnhof Abmarsch 11% Uhr. Deutscher Hutarbeiterverband: Sammelplatz: Oranienplatz(Konsum), Abmarsch 10 Uhr. Verband der Kupferschmied«: Sammelplatz: Schloßplatz, Abmarsch 9% Uhr. Deutscher Lederarbeiterverband: Sammelplatz: Weberwiese, Abmarsch 10% Uhr. verband der Lithographen und Steindrucker: Sammelplatz: Spreewaldplatz(Görlitzer Bahnhof), Abmarsch 10% Uhr. Verband der Maler: Sammelplatz: Melchiorstraße(Berbandshaus), Abmarsch 10% Uhn Zentralverband der Maschinisten und Heizer: Sammelplatz: Herinannplatz Neukölln, Abmarsch 10% Uhr. Deutscher Metallarbeiterverband: Sammelplatz: Schloßplatz, Abmarsch 9% Uhr. Verband der Sattler und Tapezierer: Sammelplatz: Michaelkirchplatz, Abmarsch 10% Uhr. Deutscher Tabakarbeiterverbaud(Tabaklndustrie): Sammelplatz: Untergrundbahnhos Inselbrücke, Abmarsch 10Z4 Uhr. Nahrungsmittel- und Getränkearbeiterverbaud: Sammelplatz: Warschauer Platz, Abmarsch 10)4 Uhr. Zentralverband der Schornsteinfeger: Sammelplatz: Michaelkirchplatz Ecke Melchiorstraße, Abmarsch 10% Uhr. Zentralverband der Schuhmacher: Sammelplatz: Weberwiese, Abmarsch 1014 Uhr. Zentralverband der Steinarbeiter: Sammelplatz: Gewerkschaftshaus, Abmarsch 1014 Uhr. Deutscher Textilarbeiterverband: Sammelplatz: Stralauer Platz, Abmarsch 1014 Uhr. Deutscher Verkehrsbund: Sammelplatz: Küstriner Platz! Abmarsch 10% Uhr. Zentralverband der Zimmerer: Sammelplatz: Engelufer von Köpenicker Brücke bis Adalbert- strah«, Abmarsch 10% Uhr. Unterausschuß Oberschöneweide-Treptow: Sammelplatz: Rathenauplatz. Abmarsch 10 Uhr. Unterausschuß Spandau: Sammelplatz: Moltkestraße(Spitze nach Bismarckdenkmal), Abmarsch 9% Uhr. Taubstumme aller Organisationen: Sammelplatz: Holzarbciteroerbandshaus Rungeftraße, Ad- marsch 10 Uhr. AfA-Gewerkschasten: Sammelplatz: Mariannenplatz(Häuserseite), Abmarsch 1014 Uhr. Allgemeiner Deutscher Reamtenbund: Sammelplatz: Mariannenplatz(Feuerwehrdentmal), Abmarsch 1014 Uhr.(Gleichzeitig Sammelplatz für Berufsfeuerwehrmänner.) Stöcke dürfen nicht mitgefiihrt werden. Allgemeiner Deutscher Gewerkfchafisbund Ortausschuß Äcrlia. Allgemeiner freier Angeffelttenbund Ortskartell Berlin. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund Ortsausschuß Berlin. /. 1 Paddelboot„Petto* 2. I Klepper-Faltboot 3. 10 Fahrräder fir Knaben and Mädchen 4, 10 Photoapparate&xt 2cm a.4llix6cm,mitZabehßr S. 50 Musikinstrumente: Mandolinen, Gitarren, Lauten, Zieh- u. Mundharmonikas usw. $. 20 Fast- and Faastbdlle 7. 15 Tennisschläger 8. 25 Baakasten 9. 10 Radioapparate 10. 10 Dreiräder für kL Kinder II. 15 Malkasten(Tempera) 12. 50 wertvolle Bächer 13. 10 Luftbichsen 14. 30 Rucksäcke 15.' 20 Alamln.-Kochgtschirrt 16. 10 Heareka-Laftpittolen 17.100 Wanderttßcke 18. 5 Indianer- Ansrüstangen 19. 10 Reisseeug* 20. 30 Therm os- a. Feldflaschen usw. 2 t, 10 Puppenwagen 22. 12 Hängematten 23. 20 Taschenmesser 24. 20 Taschenlampen 25.100 diverse Spielet Sehach, Mähle.Dame.Halmausw. 26. 10 Kochmaschinen fir Mädchen 27. 70 Wasserbälle 28.200 Gammibälle, alle Grössen 29. 20 Pappen in verschiedenen Grössen 30. 25 Füllfederhalter 31. 10 Puppenstuben 32. 20 Teddybären 33. 10 Pappengeschirre 6 Nähmaschinen f. Kinder 5 Globasse 5 Hand werkskasten 37. 10 Poesiealben 38. 5 Briefmarkenalben 39. 34. 35 36 40. 5 Dampfmaschinen fir Knaben 5 Eisenbahnen usw. flusserdea Trostpreise! SUaftiHe- S&n&w'WtUMwmmtS' (KU**&£ fi* i4 faf*** MyMHm jUf<*44- 444»f«»S44* Bedingungen sind ab 1. Mai in igungi allen Stiller-Filialen erbältlidi! 4000 Prämien! Beteiligung kostenlos! 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Redner: Siegfried Aufhäuser. Wedding. Patzenhofer-Ausschank, Chausseestraße 64. Redner: Kurt Hein ig. Prenzlauer Berg und Jricdrichshain. Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshäin. Redner: Johannes Haß. Kreutberg. In den Gesamtrüumen des Clou, Zimmerstraße. Redner: Arlur Crispien. Charlolteuburg. Brauerei Spandauer Bcxk. Redner: Paul M i e l i tz. Spandau. Ab 16 Uhr im Lokal Loebel.Larlslust" in Hakenfeld«, verbunden mit einer Ehrung der Mitglieder, die 25 und mehr Jahre zur Partei gehören. Rednc: C&nch K u t t n e r. Cladow. Ab 15 Uhr im Lokal Bäumann. Redner: Artur D a h l k e. Staaken. Ab 17 Uhr im Gasthaus Müller fsrnher Wolfs), Spandauer Straße. Redner: Erich K ut t n er. Wilmersdorf. Ab 17 Uhr im Diktoriagarten. Wilhelmsau« 114/115. Redner: Albert Falkenberg. Wannse«. Vormittags 16 Uhr, im Lokal Reichsadler, Königstrah«. Redner: Hermann Lempert. Schöneberg. Schloßbrauerei, Hauptstraße 122/123. Redner: Dr. Julius Moses. Steglih. Parkrestaurant Südende. Redner: Hermann Harnisch. Tempelhof. Graßls Gesellschaftshaus, Mariendorf, Chausieestraß« 365. Lichtenrade. Lokal Rohrmann,„Waldrestaurant", Hilbertstroße. Redner: Lorenz B r e u n i g. Reukölln. In den Gesamträumen der„Reuen Welt". Hasenheide. Redner: Franz Künstler. Wahlrevue„Der Mann der Zukunsr". Treptow und Vaumschulenweg. Im„Alten Eierhäuschen", Treptom .kl jüdischen Iungkommu- nisten unter Lohnlachen anderer Jungks mniuni st en miß- handelten Auf denGaswerkcninLeningrad wurde einem jungen Arbeiter die Aufnahme in die kommunistische Jugendorganisation »»»er der Begründung verwehrt, daß er Jude sei. Wieder auf einer anderen Leningrader Fabrik gefiel irvm sich zuerst darin, die Nasen der Juden mit dem Zirkel zu messen, um sie stlbst hinterher mit Ziegel st einen zu bearbeiten. Auf der Toilette las man die von der Zarenzeit her übliche Inschrift „Haut die Juden, rettet R u ß l a n d". Die kommunistischen Zellen srhaiien diesem Treiben untätig zu und wenn die Sache zu toll wird, so kommt es höchstens zu einem Verweise. Als z. B. in einer Fabrik in Artemowsk der Meister, ein Cbrde, in der Sitzung des Fabrikkomites» den Antrag stellte,«inen Arbeiter, der sich als Rowdy und Antisemit hervorgetan hatte, aus- zuschließen, erhob sich der Vorsitzende des Fabrikkomitees, das Mit- glied der Kommunistischen Partei Bakastow, und erklärte: Wie, für Antisemitismus ausschließen? Ich werde dir was sagen, wenn ich dir, Raskewitsch in alten Zeiten begegnet wäre, dann hätte ich mit dir anders gesprochen." Diese Pogromäuherung Bakastows hatte nur eine Verwarnung zur Folge. Der Antisemitismus blüht auch in den Arbeiter-Konsum- g e n o s s e n s ch a s t c n. In Charkow rivalisieren bei den Wahlen in den Vorstand ein jüdischer und ein russischer Arbeiter. Kurz vor der Wahl erschien an den Wänden ein Plakat, in dem unter Bc- rufung auf Lenin gegen die jüdischen Mitglieder gehetzt und ansge- fordert wurde, nur Russen in das Präsidium zu wählen. Allerdings wurden in diesem Fall« die drei Mitglieder der Kommunistischen Partei.� die Urheber dieses Plakats, aus der Partei ausgeschlosien. sIic„Prawda" erzählt auch von einem hübschen antisemitischen Stückchen, das sich ein älteres Parteimitglied in Moskau geleistet hat. Die Hausangestellte dieses Kommunisten beabsichtigt« Mitglied . der GcwerPfchaft zu werden:" Als feine iznnrMes erfuhr, verbot sie „ihrem dienenden Geist" kurzerhand diese„unerhörte Frechheit". Da wandte sich die Hausangestellte an den jüdischen Nachbar. Dieser oerhalf ihr dazu, Mitglied der Gewerkschaft zu werden. Die kam- munistische Herrschaft setzte darauf das junge Ding vom Lande an die Luft. Der Mann der resoluten Frau, Mitglied der Kommunistischen Partei, richtete darauf an den. Juden einen Brief, in dem es u. a. heißt:„Erinnern Sie sich noch der alten Zeit, als es Juden- Mißhandlungen und Pogrome gab? Also bringen Sie mich nicht so weit, denn sonst werden nach meiner Rückkehr— er bssand sich gerade aus der Dienstreise— bei Ihnen die F e- dern fliegen"— bei den zaristischen Judenpogromen flogen nämlich die Federn aus den Betten und Kissen der massakrierten Juden auf die Straße. Schließlich der Antisemitismus in den Hochschulen. Hier- über liestz man ausführlich in der.Kommunistischen Iugend-Prawda" vom 16. April. Im Iilstiwt für Erdmessung in Charkow wurde monatelang im Studentenheim der Student der Arbeiter-Universität, der Ibde Sch. von dem Mitglied der kommunistischen Jugend • Ljaschenko und von dessen Freunden beleidigt und miß- handelt. Alle übrigen Mitbewohner sahen ruhig zin Man begoß den schlafenden Sch. mit«isigkaltem Wasser, zwang ihn nachts auf- zubleiben: er durfte im Bett liegend seine Augen nicht schließen. Und als er eines Tages droht«, er würde Beschwerde führen, setzte man ihm den Revolver auf die Brust und sagte:„Versuche es nur," und verdoppelt« die Mißhandlungen jedweder Art. ohrfeigte ihn, stach ihm die nackten Fußsohlen mit dem Zirkel und trieb es soweit, bis Sch. das seelische Gleichgewicht verlor und der?lrzt ihm verbot. weiter zu studieren. In demselben Institut gefielen sich die Stu- dcnten darin, einer schwangeren jüdischen Studentin mit den Füßen gegen den Leib zu treten. Zur selben Zeit fast wurde am anderen Ende der Stadt im Studentenheim der 16jährige Student Reichel von dem Sekretär der kommunistischen Zelle der Musikschule nachts halbtot geprügelt. Der Kandidat in der Kommunistischen Partei S. und das Bureau- Mitglied der kommunistischen Zelle N. schauten ruhig zu. Die gleichen Verfolgungen jüdischer Studenten werden aus Belajazerkow, aus der Bergbauschule in Dnepropetrowst und aus dem technologischen Jnstisut in Charkow gemeldet. Und ans einer Konserenz der proletarischen Studentenschaft in Charkow wurde gar die Forderung aufgestellt, daß man«ine Prozentnorm nicht allein für die Juden, sondern auch für Rüsten und Polen einführen möge. Bcireits schon die große Reihe der hier aufgezählten Fälle be- weist, daß der Antisemitismus unter der proletarischen und kommu- nistischen Studentenschaft— also den zukünftigen Erbauern des So- zialismus in Rußland, keine zufällige Erscheinung ist. so wird dies endgültig ersichtlich aus dem Verhalten der kommunistischen Orgoni- sationen zu den einzelnen antisemitischen Exzessen. Das Referat über die antisemitischen Ausschreitungen in dem Institut für Erd- Messung wurde in witzelnder Form gehalten. Die unbeschreiblich« Behandlung der schwangeren jüdischen Studentin wurde unter Home- rischem Gelächter der anipcsenden Kommunisten dadurch erklärt, daß man sich eben zu einem Fußhallmatsch vorbereiten mußte. Erst di« Kontrolltommission der Charkower Komnumistischen Partei fand scharfe Worte gegen die Pogromhetz« der kommunistischen Studenten. Das Beschämende an all den Tatsachen ist aber folgendes: Weder der russische Arbeiter, noch der russische Student waren während der Zar»nzcit antisemitisch gesinnt. Die Häuflein von Antisemiten, die sowohl unter den Arbeitern alz auch unter den Studenten vorhanden waren, wurden mit allgemeiner Verachtung gebrandmarkt. Im deutigen Sawsttrußlanid ist c» aber, laut Behauptung der..Prawda". umgeftchrt, ISiftS Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Verlin H Obifmbtmsoi für diese otvdiN rar«■ bei ILJÜhJH Zattn SZv«, imZtttfrcfe 3 «lle älter«» SenaNb»«»»»t» fttnoffe» trtften sich am Diensws, L Mai, TH- UZr normiitaj«, auf dem 2. H»s Ms BormSris-SebäuMs. heute, Sonntag: SchS»»a»s«r Vsrstaw: 8 Uhr Nartniug zum Besuch Ms B» tonischen(Sart-ns. 1914 Uhr Heimobenh.— T«wp«lhos: SH Uhr bei»tasf«, Slotitniotf, T Hausse«. ftrahe 303,©«nccalptflb«: ,.T«u'eI Jicaftion." 19 Uhr Heimabend.— fiaal*- borf: Das Iugrndfest füllt umstündehalber aus. Werbe Mzirt Tiergart«»: Heimabend im Heim Lehrter Str. 19. Werdedezirl DchSneberg: Sämtliche Genosse» treffen sich pünktlich 12 Uhr mit Rädern Barbarossaplatz: gilt auch für die Gruppen Westen l und II. Werbe b«,irk Lichtenberg: Uebung zur Wahlrevue 1914 Uhr im Heim Schar»- weberstr. 29./ Gym»ast!kk»rs», Pr«»,la»er Brrg: Treffpunkt zum Uebrn 9% Uhr vor dem Walhalla-Zchrater, Weinbergsweg. Morgen, Montag: Der Singkreis-Uehungsabeab fällt aus; Beteiligung a» der Demonstration. Demonstrationsfackelzug durch Schöneberg: ZrrffpunU der Sesa»rtorga»Isatio» 19>« Uhr Markt Cbtnfttatzr. T»he- aerbistmagcn; Stadtbahn Schöneberg nnd Sbersstrahe. Straheabah» und vmal. bu« Aalser-Wilhrlm, Plötz. Fahnen nicht»ergesse». * Treffpunkte der Abteilungen und Werbebezirke: S-su»bbru»»en: UMi Uhr Prinzenallee. Crfe Badstraß».—«»»»»«»platz: ISH Uhr Bhf. Wedding.— Rorden: lsttz Uhr Bhf. Lchonlcherg.— Frank. furter Viertel: 18 Uhr Warschauer Brücke.— Fallplatz I: iSf-h Uhr an der ..Sozialisten ecke.— Steglitz: l8?l Uhr Rathausplatz�— Teurpelhoi: IVh Uhr Berliner. Ecke Dorfsiraße.— Schönhauser Barstadt: IS Uhr Rordring.— Bcddiug-Ziard: 181; Uhr Bhf. Weddiua. L!chte»bers>Ritt« u.-Best: 181* Uhr Boxhagener Platz. Ecke Gürwerstrage iffeuernielder).— Werbebezlrk Tier. garte»: 18>h Uhr»leiner Tiergarten.—«erbebeziri Prenzlauer Berg:>9 Vi, Uhr Markt Ebers strasse CNühe Etadtbhs. Schöneberg).— Werbe bezirk»rcnzberg: ISH Uhr Seim Borckstraße.— Werbebezirk Dchöaeberg: Uhr Markt Ebers» sirahc. fTransparente und Instrumente mitbringen))— Webrbezirl«eften: 19 Uhr Bhf. Ebersstraße. Derbebezirk Rcnköll»: 18», Uhr Bhf. Neukölln. Beteiligung am 1. Mai an der Kundgebung der Britzer Partei 18-4 Ubr Kerwaniapromcnade, Friedrich». brunner Platz.— Sur»undgebung der Gewerkschaften Treffpunkt IVH Uhr Lindcnstc. 3, 2. Hof, BorwürtsgebüuM. Alle G-nosstnn-n und Genossen müsse» erscheinen.___ weffcrbertchk der össenttlchen weNerdienststelle Berlin und Umgegend sNachdr. verb.) Ziemlich heiter und warm.— Für ventschland: Im Süden fühler. verein zell Regen, sonst beständiges, ziemlich heiteres und Wörmes Wetter._ Sport. Renne« zu Karlshorst am Sonnabend, dem 28. April. 1. Rennen. 1. Ancilla(BlSmark), 2. Rorge(Dolff), Z. Fenja fSauser). Toto: SS: 10. Platz: 26, 26: 10. Ferner fiesen: Medwa. Seelenfrieden, Gowndrina. 2. R e n n- n. 1. Vezna sv. Borcke). 2. Froher Mut(Schnitzer). S. Trombeter iLeutn. Iah). Toto: 66: 10. Platz: 36, 16: 10. Ferner liesen: Manoir. Ob-rjäger. 3. R e n n e n. 1. Kikeriki II(SJoIff), 2. Flämin(Hauser), 3. Frintrop (Matö). Toto: 17: 10. Matz: 11, 11: 10. Ferner lies: DaS Lied. 4. R e n n e n. 1. Maestoio(Häuser), 2. Rheinland(Wolff). 3. Lavaletta (BiSmark). Toto: 16: 10. Platz: 12, 14, 17:10. Ferner liefen: Boppard, Mainberg, Fritjof. Ilse XIA. S. R« n n e n. 1. Mariza(BiSmark), 2. Heldrastew(Hauser). S. Rubel (Schuller). Toto: A: 16- Platz: 13. 15: 10. Ferner liesen: Ausklärung, Rinaldo. ».Rennen. 1. Schlehblüte(Scholz). 2. Bommerlund(Wolss), 3. Spitzbub(Sausek). Toto: lSL: 16. Platz: SS. 14. 13: 10. Ferner lief«»: Zchllokrote, Gmilhrado. Trumpslbuig, Matäja. Isländer, Sea Lord. 7. Si« n» e n. 1. Theolxit(p. Borcke), L. Stromer iLeuln.». Sitz). S. Zannkbnia(Lalter). Toty: 40 r 10. Platz: I«. 15, 36: 10. Ferner liefen: M»»b schenk, SUpreuß«. XÄk stA Lebe», CailB«, ÄirgbeS«, Rald, X'pftrr -'„Berlin steht flopp" nennt sich Sie neue Zirkusrevue im Zirkus B u s�, 14 Bilder, nach altberllner Possen, bearbeitet von Adolf Steinmann, zaubern uns vergangene Zeilen vor Augen. Raiv-luftige Szenen sind es, die oft stürmische Heiterkeit im Publikum auslösen. So z. B.„die Original Wiener Damenkapelle". Den labhaftesten Erfolg hatte das Buschballett mit seinem gut und geschmackvoll getanzten Walzer„An der schönen blauen Donau". in einem Bild„Strauß dirigiert". Sogar einige Schlager gibt es in dieser netten Revue, die bald ihren Weg in die Oeffeicklichkeit� finden werden. Teil an dein großen Erfolg/ den die Revue hat, haben ober auch nicht zuletzt die Hauptdarsteller: Anna Müller- Linke, Olly Stüoen und Friß Beckmann, die mit Humor dem lustigen Durcheinander erst die richtige Würze gaben.-Ein pompöses Wasierschlußbild mit Feuorfontänen gab das Ende. Walhalla-Theater:„Der Hexer". Dies oft erprobte, immer wieder sesielnde Stück Kriminalgeschichte von dem Amerikaner Wallace brachte auch dem Theater ani Weinbergsweg den ersehnten. Erfolg. Wenn zwei dasselbe tun, ist's natürlich meist nicht dos gleiche, und wer die Aufführung im Deutschen Theater sah, wird nickt so restlos begeistert gewesen sein. Trotzdem bot das Gastspiel- Ensemble mit Hans Mierendorf. Friedrich Lobe, Ernst Hosmann usw. recht gute Leistungen. Das auf Hochspanimng gestellte Bühnen- geschehen vom Championverbrccher. der die gesamte Menschheit einschließlich ihrer polizeilichen Bewachungsgarde düpiert und ständig in Atem hält, uni zum Schluß allen zusammen ein« lange Rase zu drehen, verfehlte auch hier seine Wirkung nicht. Dos Publikum folgte mit angeregtem Gruseln den intellesianten Vor- gängen und quittierte durch starken Beifall. Polyfar- Konzert. Im Theater am K ur f ü r st end a m in führte der Pochfar-Grammophon-Konzern im Rahmen einer abend- lichen Unterhaltung sein Verjähren vor. Der Apparat beherrscht sämtliche Lautstärken vom zartesten Pianissima bis zum wuchtigen Fortissimo und kann sich daher allen Raumverhällnissen anpassen. Die Wiedergabe von Konzert und Gesang hat so zienilich die Höhe der Natiirgetreuhcit erreicht und den Gesang Heina Belnias von der Pariser Oper zu hören, ebestso den Pianisten Waller Rehberg und noch verschiedene andere Kunstgruppon, bedeutete wirklich einen Genuß. Gerau schplatten als bühnenmäßige oder filmische HUss- mittel boten ebenfalls eine interessante Neuerung. Tonplatte» wurden von Ellinor und Eugen Köranz, sowie von den Sunshing- Girls wirkungsvoll illustriert. Eine hochinteressant« Weltreise für u»scr- Leser. Bekannte Weltreisende unö»llnstler sind hinausgefahren und tief in die entlegensten Länder cinge- drungen, um das in Wort und Bild zu bringen, was schon und sehenswert ist. Durch die fesselnden illustrierteu Schilderungen in der Zeitfüirift„Deutsche Welt" lernen wir das Leben und Treiben der oerschiedensten Bälkcr kennen. In bunter Aeihenfolgc schildert man uns das herrliche Erdenrund, wie es in Wirklichkeit ist. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 29. April 4923 Der Staat im Staate. Zum Abschluß des Ehemietrusts.— Wir gratulieren den Herren Curtius und Trendelenburg. Die I.©. Farben Industrie A.-G., der größte Chemietrust der Welt, hat seinen gedruckten Geschäftsbericht versandt. Wir geben heute nur das wirtschaftspolitisch Interessante daraus Es wird lakonisch berichtet, daß der Umsatz im Jahre 1927 um 29 Proz. ge- stiegen ist. Umsatzziffern werden von diesem größten deutschen Prioawnternehmen, wie schon in früheren Jahren, auch diesmal nicht genannt. Was geht das schUeßlich auch die Oeffentlichkeit an bei einer Gesellschaft, die selbst Ende 1927 über 108 999 Arbeiter und Angestellte beschäftigte, in ihrem Gesamtkonzern sogar 143 999, so daß rund 699999 Menschen ihr Schicksal von der Ge- schäftspolitik des Vorstandes der I. G. Farben diktiert bekommen. Ebenso lakonisch wird hinzugefügt, daß die Gewinne„erfreu- lich gestiegen' sind, so daß man statt 19 Proz. im Vorjahre auf rund 999 Millionen Aktien eine Dividende von 12 Proz. verteilen könne. Die Bilanz ist wieder mu st ergültig nichtssagend. sämtliche Betriebsvorgänge des riesenhaften Konzerns sind glüitlich in ganzen sechs Bilanzposten zusammengefaßt, so daß die oft kritisierten Vorstellungen der Führer des deutschen Schwerkapitals von der Pflicht zur Publizität bei der I. G. Farben Industrie wieder ihre Triumphe feiern. Die Schulden haben sich um 5 auf 389 Millionen Mark verringert, die Forderungen sind um 27 auf 412 Mil- lionen Mark erhöht, die Vorräte um 29 auf 246 Millionen, die Beteiligungen um 35 auf 296 Millionen. Auch soweit die Gewinne nicht verbaut oder versteckt wurden, ist nach Abzug der Steuern und Soziallasten der Rohertrag von 188 auf 224 Millionen Mark gestiegen, und der ausgewiesene Reingewinn von 79,5 auf 193,2 Millionen Mark. Einhunderkdrei Millionen Mark Reingewinn, ungefähr ebenso viel Tausend Angestellte und Arbeiter — das macht auf jeden Mann 1909 Mark Reingewinn. Der In- duftrie geht es schlecht, und der Chemietrust darf scharf machen, wo er Lust hatl Er hat es in Mitteldeutschland gut besorgt, als die Braunkohlenarbeiter ihre Elendslöhne ausbessern wollten, und er ist auch jetzt an der Ruhr nicht zurückgeblieben. Den Staat mit seinen kleinen Männeken in der R e i ch s r e g i e r u n g hat Herr D u i s b er g natürlich in der Tasche, lieber die Chemieverhandlvngen mit Japan und Frankreich heißt es im Geschäftsbericht mehr beschämender als lustiger Weise folgendermaßen: Unserer Regierung ist es in ver- einten Bemühungen mit uns gelungen, in den Handelsverträgen mit Frankreich und Japan eine Lösung zu finden, die unseren Interessen Rechnung trägt.„Unsere Regierung'—„unseren Interessen"— selbstverständlich, so denkt man im Reiche des Herrn Duisberg! Wir gratulieren, Herr Reichswirtschaftsminister Doktor Curtius! Und es geht dann weiter:„Auf dem Wege der parallel mit unserer Regierung und unseren Bemühungen durch die Genfer Weltwirtschaftskonferenzen angestrebten BeseitI- gung der Einfuhr- und Ausfuhrverbote...', wir brauchen nicht fortzufahren. Wir gratulieren. Herr Reichsstaatssekretär Doktor Trendelenburg! Erst der Hohn auf die Publizitätspflichten einer Aktiengesell schaft, dann die Reichsregierung in der Westentasche von Herrn Duisberg—- so ist das hvchkapitalistische Deutschland, wie es in Dulsbergs Reich lebt, richtig gekennzeichnet. Stahlwerk Witten geht vor die Hunde! Das Guß st ahlwerk Witten an den Ruhr gehört« in der Vorkriegszeit zu einem der rentabessten Unternehmen der Ruhrindu. ftrie. Seitdem aber das Werk aus den Händen von Stumm an die Klöckner, Hoeschund den Stahltrust überging, wurde es zum Tummelplatz privatkapitalistischer Machtkämpfe und In- trigen übelster Art, die zu einem Versacken dieses früher blühen- den Werkes führen mußten. Jetzt haben es die Eifersüchteleien im Aufsichtsrat und der Di- rektion glücklich so weit gebracht, daß der Aufsichtsrat keinen anderen Ausweg mehr sieht, als die Stillegung des Werkes zu be- antragen. Begründet wird der Antrag mit Geldmangel, der die nötige Umstellung. der Betriebe verhindere. Dieser Geldmangel, der nach einem beispiellosen Konjuntturjahr sehr merkwürdig anmutet, rührt daher, daß die Banken den Daumen sehr fest auf ihrem Porte monnaie halten, wobei man sich nur der Drohungen der vier Bankiers zu erinnern braucht, die im November aus dem Auf- sichtsrat ausschieden. Als die stürmische Generalver- sammlung im Februar noch keine Einigung zwischen Großaktio- nären(Ottenheimer) und der Verwaltung brachte und die zur Sanierung notwendige Kapitalzusammenlegung und die Beschaffung neuer Mittel durch Wiedererhöhung des Kapitals verhindert wurde, haben die Bankiers ihre Drohungen wahrgemacht und die Kredit- sperre über das Stahlwerk verhängt. Von der Stillegung werden einzig und allein die Beleg- s ch a f t e n betroffen. Arbeiter und Angestellte büßen auch hier, wie in so vielen anderen Fällen, für die Auswüchse einer Politik, die eine notwendige Folge des kapitalistischen Systems ist. Weder irgendein Großaktionär noch die Aufsichtsräte und Direktoren wer- den etwas von den Folgen der Stillegung oerspüren, sie überlassen es ihren zum Stempeln verurteilten Belegschaften, die Suppe auszulöffeln, die ihnen die Mißwirtschaft ihrer Hereen eingebrockt hat. Sphinx der Kohlenpreiserhöhung. Was gedenkt der Reichswirtschastsminister zu tun? Daß der Ruhrkohlenbergbau eine Kohlenpreiserhöhung verlangt, steht fest. Wieviel er verlangt, wird verschwiegen, obwohl das das Wichtigste ist. Aber man scheint noch mehr zu wollen als eine Erhöhung. Von der Ruhr liegt eine Meldung vor, daß man neben der Erhöhung dieFreiheitderPreisbestimmung wünscht, um die Absatzverhällnisse durch elastisches Zu- und Nachgeben bei den einzelnen Sorten grundsätzlich besser ausnutzen zu können. Die Sache klingt plausibel in ihrer Begründung, sie kllngt auch wahr- scheinlich als Forderung. Zu beachten ist dabei aber, daß damit das Kohl enwirtschaftsge setz außer Kraft gesetzt würde und daß für den Reichswirtschaftsminister die Frage der Verant- w o r t l i ch k e i t gestellt wird, wenn die Meldung den Tatjachen ent- spricht. Wie gedenkt der Herr Reichswirtschaftsminister die Kontrolle über die„elastische Handhabung' der Preise und über die jeweilige Auswahl der schwerer und leichter verkäuflichen Sorten auszu- üben? Wie gedenkt er überhaupt das Gesetz gegenüber diesen Wünschen zu schützen? Es gibt Leute, die dem Reichswirtschaftsministerium nachsagen. daß es gerade in dieser Richtung mit sich handeln lasse. Da die Oeffentlichkeit nicht schlafen wird, mag das Ministerium Auffassungen haben, wie es will. Bevor aber irgend etwas geschieht, wodurch ein Jota der gesetzlichen Kohlenbewirtschaftung geändert wird, ist der Oeffentlichkeit restloseste Klarheit über die Wünsch« und Absichten der Ruhr und über die Wünsche und Absichten des Reichswirtschaftsministeriums zu geben. Daran vorbeizugehen, hat das Reichswirtschaftsministerium kein Recht. Aussichten für den Arbettsmarkt. Von Dr. Erwin Rawicz. Drei wirtschaftspolitische Gefahren bedrohen heute den Arbeits- markt: Die Finanzierungsschwierigkeiten im Baugewerbe, die Kreditkris« in der Landwirtschaft und der neueste Antrag des Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikats, zum 1. Mai 1928 den Kohlenprais zu erhöhen. Um die Aussichten des Arbeilsmarktes in den nächsten Monaten beurteilen zu können, ist ein« Rückschau auf die letzten Monate und eine Kritik des heutigen Standes notwendig. Die Entwicklung in den letzten Monaten. Gehen wir von amtlichen Zahlen aus. Die diesjährige Winter- Periode erreicht« ihren Höchststand der Arbeitslosigkeit Mitte Januar mit 1,6 Millionen Hauptunterstützungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenuntcrstützung zusammen. Seitdem hat sich die Zahl der unterstützten Arbeitslosen bis zum 15. April 1928 um über eine halb« Million verringert. Die Entwicklung von Mitte Januar zu Mitte April war durchaus keine gleichmäßige. Zuerst ließen die Ziffern sehr zögernd nach und eine wirkliche Beschleunigung der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes setzte sich erst von Mitte März ab durch, wo unter dem Einfluß des Frühjohrswelters, der Arbeitsrnarkt der Außen- berufe stark aufnahmefähig wurde. Ein Vergleich mit der Vorjahrsentwicklung ist außerordentlich aufschlußreich. Er ergibt nämlich, daß in der Winterperiode 1926/27 der Rückgang zwischen dem Höchststand oom 15. Januar 1927 und dem 15. April 1927 über 769 999 Personen betrug: das bedeutet absolut, daß in der gleichen Periode des Vor- jahres der Rückgang um die Hälfte größer war als in diesem Jahre. Jedoch ist die Entwicklung in den ersten drei Monaten dieses Jahres keineswegs eine ungünstig«. Man muß sich nämlich vergegenwärtigen, auf welche Gründe der starke Rückgang von über% Millionen Unterstützten im Voriahve innerhalb drei Monaten zurückzuführen ist. Am 15. Januar 1927 betrug die Unterstütztenzahl rn der damaligen Erwerbslosenfürsorge und in der Krisenfün'orge zusammen knapp 2 Millionen Personen, gegenüber 1,6 Millionen Unterstützten am 15. Januar 1928. Es ergibt sich von selbst, daß von dem in diesem Jahre stark verminderten Niveau— es lag um 499 999 Arbeitslos« niedriger— die Rückgangskurv« nicht ein« so steile sein konnte wie im Vorjahre. Zu Beginn des Vorjahres bereitete sich außerdem bereits die aufsteigende Konjunktur des Jahres 1927 vor, die zu der starken Entlastung des industriellen Arbeitsmarkies im Jahre 1927 führte. Diese Entlastung kam im Vorjahre dem industriellen Arbeitsmarkt durchweg sehr frühzeitig bereits zugute und hat neben dem Frühjahrsauftrieb sehr viel dazu beigetrogen, daß die Unter- stütztenziffern in diesem raschen Tempo abgenommen haben. Dann muß zum Vergleich m Rechnung gesetzt werden daß der Winter 1927/28 ein sehr harter war: sehr langsam haben sich die Witterungsvoraussetzungen so verändert, daß die Ar- beit in Landwirtschaft und Baugewerbe einsetzen konnte. So kommt es. daß die landwirtschaftlichen Bezirke, deren Aufnahmefähigkeit sich erst allmählich entwickeln kann, sich in den nächsten Wochen noch weiter aufnahmefähig erweisen werden, was in diesen Bezirken ab- solut größere Rückgangszissern zur Folg« haben wird, als in den entsprechenden Wochen des Vorjahres. Unter Berücksichtigung aller dieser Gründe kann man also keineswegs von einer bisher ungünstigen Ent- wicklunq des Arbeitsmarktes in diesem Jahre sprechen. Die Ent- Wicklung ist zögernder als im Vorjahr, und das erklärt sich aus anderen konjunkturellen und Mtterungsvorausjetzungen. Oer heuiige Stand des Arbeitsmarkts. Die letzten amtlichen Ziffern lauten auf den 1. April. Danach werden rund IL Millionen Personen in der Arbeitslosenversicherung und in der Krisenfürsorge unterstützt. Diese Zahlen dürften sich in der ersten Aprilhälft« um mindestens 169 999 bis 179 999 Personen, vielleicht noch um mehr, verringern, so daß Mitte April die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ungefähr 1 925 999 betragen wird. Diese Ziffern sind für Mitte April gewiß hoch. Im Ver- gleich zum Vorjahr bleibt aber die Unterstütztenziffer am 1. April diesez Jahres trotz der Tatsachs, daß der Rückgang in den letzten Monaten— wie vorher ausgeführt wurde— erheblich geringer war, doch noch um rund 159 999 Personen zurück Das ist überwiegend wohl mit der nachhaltigen Wirkung zu erklären, die die Hochkonjuntttir des Vorjahres für den industriellen Arbeitsmarkt ge- habt hat. In der Arbeitslosenversicherung allein liegen die Ziffern der Hauptunterstützungsempfänger nur um 119 999 Personen unter denen des Vorjahres, wie folgende Tabelle im einzelnen darstellt für die Haupkunlerstützungsempfänzer In den 13 Landesarbeltsämlern 1927/28: Am ZI. MSrz IS?S wurden mehr(+) Landesarbeitsämter djw. weniger(-) Versonen unter- stüzt als am 1. April 1927: Ostpreußen. Schlesien.. Braunschweig Pommern........ Nordmark........ Niedersachsen....... Westfalen......... Rheinland........ Hessen.......» Mitteldeutschland...... Sachsen......... Bayern(einschl. Pfalz).... Südweftdeutschland(ohne Pfalz) Deutsches Reich...... Das Zahlenbild läßt erkennen, daß besonders in den Bezirke» Ostpreußen, Schlesien und Pommern, ober auch in Niedersachsen und in Mitteldeutschland, die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung größer ist als im Vorjahre, in Ostpreußen und Pommern sogar um mehr als die Hälft«. Demgegenüber ist die Unterstützungszisfer in Südwest deuffchland nur etwas mehr als halb so groß wie im Vorjahre: in Rheinland und Westfalen sind die Ziffern um etwa ein Drittel niedriger alsiip Borjahre. In diesen Ziffern liegt der Beweis dafür, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt die landwirtschaftlich orien- liftten Bezirk« ihre oor jährige Aufnahmefähigkeit noch nicht wieder erreicht haben, während die Wirtschaftsgebiet« West- und Süddeutsch- land stark entlastet erscheinen und die nachhaltige Wirkung der Hochkonjunktur des Jahres 1927 dartun, trotzdem in den letzten Monaten ein gewisser konjunktureller Stillstand nicht zu ver- kennen war. Welche Vorschau ist möglich? Zunächst die Lage des Bau Marktes. Di« vorhan- denen Firianzierungsschwierigkeiten müssen sich auf dem Arbeits- markt auswirken: fraglich ist nur das Ausmaß dieser Wirkungen. Keineswegs greift man zu hoch, wenn man die Ziffern der Bau- arbeiter und Bauhilfsarbeiter, die in diesem Jahre im Gegensatz zum Borjahre wohl kaum Arbeit finden werden, mit 199 999 Per- sonen ansetzt. Man muß sich bei der Schätzung dieser Ziffer vor Augen halte», daß über IL Millionen Arbeiter im Baugewerbe be- schäft'gt werden können.» Di« Kreditkrise in der Landwirtscha st wirkt mittel- bar auf den Arbeitsmarkt. Das Nichteinströmen neuen Kapitals IM �1 0 9 6 k M A I.... VOLL-VOIIE KLEIDER. beste Schweizer Mi re, mit reichen Volanfgarniteren in vielen enfeuckenden| u.kleidsarnen Mustern HONAN-KLEID, sehr gute Basteeide, in d.modernen Pastellfarben mil Georqehte Kragen H E ßß ENSTO FF-MANTEL in guter Qua Ii Iah ganz auf Kunstseide gefuiterr COVERCOAT-MANTEL in hie landwirtschaftlichen Betriebe verinaq die Zobl der in der Landwirtschaft zu beschäftigenden Persanen kaum zu beeinflusse». Dagegen ist dieses Moment im Hinblick auf die geminderte Kaufkraft der Bevölkerung in den ländlichen Gegenden für hie ollgemeimnirtschostlich« Entwicklung nicht zu Unterschäften. Ein Warnungssignal ist bereits die Entwicklung in her Tcxtilmdu« ftri«. bei her sich hie Wirkung der hier rückläufigen Konjunktur be- reits in vermehrten Arbeitslosenzahlen einzelner Gruppen entgegen der Allgemeintendcnz des Arbeitsmarktee ausdrückt. Dazu kommt die wenn auch mir kleine Zunahme der Kurz- o r b e i t c rz i f f er n. Während Cnde März 1328 die Zahl der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder gegenüber Cnde Februar um mebr als 1 Proz. zurückgegangen ist, hat sich die Kurzarbeiterzahl nach um ein Weniges erhöht, insbesondere auch in der lextilindu- stri«. Natürlich ist der Kurzarbeiterprozentsatz in diesem Jahre«in viel kleinerer ol» im Vorjahre, aber darauf kommt es weniger an al>, auf die Tendenz, die sich in der Entwicklung des Kurzarbeiter- Prozentsatzes auszudrücken pflegt. Wirkungen der beantragten Kohlenpreiserhöhung. Der Reichsarbeitsminister hat bekanntlich den jüngsten Schiedsspruch für den Ruhrkohlenberqbau verbindlich erklärt. Die Ant- wart darauf ist der Antrag des rheinifch-westfälischen Kohlensyndt- kats auf Erhöhung der Kohlenpreise, deren Ausmaß zunächst noch nicht festliegt. Darüber wird dos Syndikat noch vor der Sitzung des Reichskohlenoerbandes und des Reichskahlenrats(am 2. Mai) beschließen. Nicht die Notwendigkeit der Lohnerhöhung für die Bergarbeiter, die außer Zweifel steht, und nicht die Notwendigkeit der Kohlenpreiserhöhung als solcher ist hier zu diskutieren, sondern es ist die Fage gestellt, welche Wirkungen kann auf den Arbeits- markt die Preiserhöhung, wenn der Rcichswirtschostsminister sie genehmigt, haben? Ohne Zweifel wären die Folgen für �ie konjunkturelle Entwich und und damit für den Arbeitsmarkt, insbesondere den des Berg. baues, bedenklich. Wenn auch keineswegs eine eventuelle Kohlen- Preiserhöhung auf eine allgemeine Preissteigerung schließen läßt. sn ist doch.zumindest die Möglichkeit eine? Versuchs noch dieser Nichtung gegeben, wobei die Wünsche der Reichsbahn nach einer Tariferhöhung mit in Rechnung zu setzen sind. Daß durch«ine Preiserhöhung der Kohls die Absatzmöglichkeiten im Auslande sich einschränken, könnte vorübergehend der Fall sein. Daß dann Still- legungen im Ruhrbergbou folgen können, das ist in der Berlaut- barung des Kohleiisyndikats bereits angedeutet. Mag dos zunächst auch noch eine Drohung sein— in jedem Falle bleibt die beantragte Kohlenpreiserhöhung eine Gefahr für den Ar- b e i t s m a r k t. Unter Berücksichtigung dieser Momente, der Finonzieruggs- schwierigkeiten auf dem Baumarkt, der Kreditkris« in der Landwirt- schaft, dem schlechten Geschäftsgang der Textilindustrie und der drohenden Erhöhung der Kohlenpreise läßt sich mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, daß die Entlastung des Arbeits Marktes in den nächsten Monaten keine so groß« sein kann wie im Borjahre. Besonders bedauerlich ist es, daß die Finanzschwierigkeiten auf dem Baumarkt eingetreten sind, obwohl rechtzeitig auf hie Volkswirt- fchaftliche Notwendigkeit von Auslandsanleihen für den Wohnungs- bau immer wieder hingewiesen worden ist. Die Arbeitslosenver- sichenmg wird zwar einen großen.Teil der. gegenüber dem Vorjahre zusätzlich arbeitslosen Personen.auffangen.mtd ihnen damit wenigstens den notwendigsten Rückhalt für ihr« Existenz geben. Diese Sicherung der Personen, die sozialpolitisch heute eine Selbswer- ständlichkeit ist, darf jedoch nicht zu einer Verkennung der Bedautung der Situation für das gesamte Wirtschaftsleben führen. Der Landwirtschast gehi es besser. Wachsende Getreide-Griräge. Zu de» vielen Beweisen der im ganzen sich ständig bessernden Erträge der deutschen Landwirtschaft ist ein neuer hinzugekommen. ?.m letzten Dierteljahreshest für Konjunkturforschung werden die Geld- roherträge des Roggens und Weizens der ersten sieben Monate he» Wirtschaftsjahr«, 1927/28 mit der entsprechenden Zeit der Wirt- schaftsjahre 1924/25, 1925/28 und 1926/27 verglichen. Das Er- gebms est folgende,: Geldroherträge des Roggens(insgesamt) Emu, I» h»»tfamrnnt ertrag i« h« »irtqi»zeu w Dopp-l,«-. W MA.M. m SR.• Juli 1924 bis Ianugr 1925,. 13.46 761,6 179.— . 1925,. 1926.. 17,13 851,9 181,— . 1926„„ 1927.. 13,54 922,8 195,— . 1927.„ 1928.. 14,54 1065,0 227,— Geldroherträge des Weizens(insgesamt) Juli 1924 bis Januar 1925.. 16,56 342.6 234.— . 1929„, 1926,. 20,73 467,1 301,— . 1926.. 1927,. 16,22 457,3 286,— . 1927„„ 1928.. 18,76 535,0 306,— Di« Angaben zeigen, daß sich die Geldroherträge des Roggens und Weizen« von Wirtschaftsjahr zu Wirtschaftsjahr gebessert Haben. Eine Ausnahme macht lediglich Weizen für die Zeit von Luli 1926 bis Januar 1927. Er liegt um 10 Millionen Mark niedriger, als der Betrag, der für dieselbe Z«Z des vorhergehenden Wirtsthasts- jahres festgestellt wurde. Au» de« AEG.-Konzern.< proj. Dividende bei Dr. Paul Neyer. Die im vergangenen Jahre dem AEG-Konzern an- gegliederte Dr. Paul Meyer A.- G., ein Spezialwerk für Meß- instrumente und Elektrizitätszähler, hat ihre schlechten Zeiten end- gültig hinter sich. Konnte schon nach den Krisenverlusten von 1925 im Vorjahre die Dividendenzahlung mit 6 Proz. wieder aufgenommen werden, so erhöht sie sich für 1927 aus 8 Proz. Dabei tonnten trotz des bedeutend höheren Umsatzes die G e- schäftsunkosten gesenkt werden, so daß sie gegenüber 1925 nur etwa 66 Proz. betragen. Wie aus der Bilanz ersichtlich ist, hat sich die Finanzlage ganz bedeutend verbessert. So wuchsen die Bantguthaben trog der Anspannung durch die Konjunktur van 0,6 aus über 1 Mill. M. und die Forderungen von OL auf iL Mill. M., denen Verpflichtungen in gleicher Höhe gegenüber- stehen. Dos Unternehmen, das im vergangenen Jahre durchweg gut beschäftigt war, ist in das neue Geschäftsjahr mft einem noch weit höheren Auftragsbestand gegangen, so daß die Werke auf Monate hinaus voll beschäftigt sind. AußcnHandelsverbaud fordert Aufhebung der Ein sich rschem« für Koggen. Wir haben uns oft genug mit der unglaudUchni Roggenteuerung befaßt, die durch die rapid wachsende Aussuhr von deutschem Roggen in Länder entsteht, die«in« schlechtere Roggenernte hatten. Di« Ausfuhr wird gefördert durch die Ein- fuhrschein« von 50 Mark pro Tonne, die den Großagrariern zu- sollen. Im vorigen Jahre hat die Sozialdemokratisch« Partei unter ähnlichen Derhältniflen die Aushebung der Einifuhr- scheine und eine Derhinderung der Roggenausfuhr gefordert. Die bürgerlich« Reaktion hat den Antrag niedergestimmt. Heute, kurz vor den Wahlen, wo die Reaktion dos Heft in der Hand hat, wird es daher nicht viel nützen, wenn der Deutsche Außenhandelsverband unser« Forderungen vom vorigen Jahr aufgreift. Die Sogialdemo- tratie wird erst im Wahlkampf siegen müssen, bevor eine Roggeiuvirtschast getrieben werden kann, die den Massen dos Brot nicht verteuert, den Großagrariern kein Geld mehr zufcheffeft und auch den Bauern hilft, die ja vielfach Roggen zukaufen müssen. Qmdesgasverfargungs-A.-®. Sachs«. Sachsen schafft sich ein« einheitliche Gasversoraungsgesellschaft durch die Gründung der Landesgosversorgung-A.-G. Sachsen, an der die Kommunale Energie- A.-G. Leipzig und die Staatliche Elektro A.-G. Dresden mit je 50 Proz. beteiligt sind. Der Sitz ist Leipzig, das Kapital betrögt fünf Millionen Mark. Zum Schutze der öffentlichen In- te reffen wird der Zusannnenschluß der einzelnen Gaswerke, die Zusammenfassung und Ausbreitung der Gasversorgung und der Anschluß an die günstigsten Erzeugungsstätten erstrebt. Dies es g t- meinsame Borgehen von Gemeinden und Staat sollte alz Beispiel wirken, da bisher schon vielfach durch Gegen- einanderarbciten öffentliche Interessen verletzt worden sind. Auch im Burbach-Sovzern höhere Kalidivldead-m. Auch der Bürbach-Konzern wird für dos Jahr 1927, ähnlich wie der Konzern Winteregeln-Salzdethfurt, Aschersleben, im ganzen etwas höhere Kaligewinne verteilen. Bei Krügershall und bei Wittekind bleibt es bei den Dividenden von 10 bzw. 6 Proz., während Niedersachjen die Dividende von 6 auf 8 Proz. erhöht. Ausfuhrüberschuß der Elsenindustrie im Wachs« Die deutsche Eisenindustrie hat seit einigen Monaten auch auf den Weltmärkten gute Zeiten. Wie wir schon bei der Bereinigte Stahlwerke A.-G. für dos erste Quartal 192«(zweitens des Geschäftsjahres) feststellen tonnten, wird der etwas weichende Inland»obsay durch die oermehrten Exportc mehr als möglich ausge- glichen. Es wird jetzt sestgestellt. daß der Außenhandel mit Eisen-. waren von Januar bis März monatlich ein« von 30,7 auf 26,0 Mil» lionen gesunkene Einfuhr, dagegen eine von 125,3 auf 138,4 Mil» lionen gestiegene Ausfuhr aufweist. Di« Aktivität des Eisenindustrie- exports hat sich von Januar bis Ende März, also von SIL aus 112,1 Millionen Mark, das ist sehr beträchtlich, erhöht. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 29. April 1928. 9r Hergentcier. UJO: Vormiltatskonirrt. 14! Kemchrift. 14-*: pH» des Uüdwut. UJO: FunVheinrelmtim. 14.15: Die deutsche Leeende in Poesie and Musik. 17: Unterhsltuntsmatik. 1*J0: Stunde des Journslisien. 20: Musikalisch« Improvisationen. 20.*: So sinst man am Rhein(Mnsik- vdrtriee). 22.*: Tanzmusik. Montag, den 30. April 1928. 15-M: Fraaeulrageu und Frauensorten. 16: Der SternUmmel m> Monat Mal. 14.*! WeUwlrtsehaltllche Zeltf raten, 17: Teemnslk. 18.41: Die chemische Fabrik im menschlichen Körper. 18.15: Der KanslmarVt und die Knnstauktioo. 18.45:„ThaJatta",«ine Meere ssmionie von Josel Frischen. Dienstag, den 1. Mai 1928. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15-M: Die Sinnesorgane und die Zeichensprache der Bienen. 14: Die Entwicklung der Ernährungslehre. 16.*: Stunde mit Büchern. 17: UnterhaUnngsmusik. 18: Wie steht es mit der Elektrifizierung der Stadlbahn? 18.*: Rechtsfragen des Tages. 20: Die Ideenwelt des I. Mai. 20.30; Der Mai ist gekommen!(Lieder. Rezitationen, Mnslkvortrigc). Mittwoch, den Z. Mai 1928. 15-30: Erwerbstätige Mütter. 14; Neivositit als Ausdruck unserer Zeit. 1630: Deutschland und der Davis-Pokal. 17; Unterhaltungsoiusik. 1850: Beziehung der Astronomie zur Bernfseignung. 18.15: Di« Weltanschauung der 4Jter«n Generation. 20: Uebertragunt Gr, Schanspielbaos:„Daa Drelmtderl- hans", Singspiel von Prang Schubert. Danach: Von Blume« und Tieren (Lieder, Muslkvortrtge). Di« Eröffnungsvorstellung der Staatsoper Unter den Linden wird durch Rundfunk übertragen. Die Mikrophon« müssen sehr günstig aufgestellt sein, denn dies« Opern- Übertragung klingt noch reiner als die aus der Städtischen Oper. Die Ton« sind abgerundet, voll und sonor, e« kommt kaum zu Ueberschneidungen und Verzerrtheit« Die Stimmen sind bis in die feinsten Details zu verfolgen und decken nicht einander zu. Im Terzett der Damen im ersten Akt sst beispielsweise jede einzeln« Stimme herauszuhören. Bor allem scheint hier das Problem von Orchester und Stimm« seine bisher beste Lösung gesunden zu Hab« Schließlich muß darüber jcbocb ein abschließendes Urteil ausge- 'choben werden, bis ein Musildrama mit großem differenzierten Orchester und schwierigen geteilten Chören aus der Lmdenoper übertragen wird. Jedenfalls berechtigt dies« Uebertragung zu den besten Erwartungen.— Die NadMittagsveranstaltung unter dem Titel.Allerlei Humor"' brachte u. a. hübsche kleine Ding« von Stettenheim und Schmitz, die Eckersberg mit Sartasmus und guter Eharakiertstik mit echter Freude am Witz vorträgt. Da« daraufsolgend« Konzert enttäuscht. Sehr gut war die Kapelle Geza Komor. Goldschmidt hat den Rahmen seines Zyklus»Höhe- punkte der Weltliteratur� zu weit gespannt. In dem dritten Vortrag.Di« groß« Dichtung des Mittelalters" will er alle« geben: die ganze geistige Struktur der Zeit, ihr religiöse» Emp- Inden, ihre Philosophie und damit verknüpft die Dichtung. Aber allein für die Dichtung wäre schon die Zeit zu kurz, und dann ver. liert sich Goldschmidt in Einzelheiten und vergißt darüber, klare Entwicklungslinien zu geb« F. S. Donnerstag, den 3. Mai 1928. 1250: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.*: Deutsch. nordisch er Knlturaustaustät 16: Das moderne Indien. 1650: Der deutsche Pcrnsprech- weitverkebr. 17: Orchesterkonzert. 18: Fremdsprachliche Vortrüge(Englisch). 1850: AUS dem Roiehe der Silikate: Keramik. 24: Der soziale Gedanke in der modernen Literatnr. 20.*: Sozialpolitische Umschau. 21: Klaviertrios. 2250: Tanzmusik. Freitag, den 4, Mai 1928. 1550: Wie begegnen wir Nauslraue» bestimmten Gefahre« des Haus- wtrtschaf Übet: iebes. 14: Frühlingskaren. 1450; Rechtslragen des Anlo- mobilverkehrs. 17; Unterhaltungsmusik. 18: Italienisch. 1855: Die National- galerei(Die Deutsch-Römer). 1855: Die Lebensphitosopfcie Henry Bergsons und Georg Siramels. 30 30:' Suiten(Orehesterkoozert). Sonnabend, den 5. Mal 1928. 1550; Feuerschutz auf dem Lande. 14; Die Charit4 im Leben Berlins. 16.*: Natur im Heim. 17: Unterhaltungsmusik. 18: Ausbau der Sozialversicherung. 1855: Höhepunkte der Weltliteratur. 24: Uebertragung Sportpalast: Konzert der gemischten Chöre des Oanvcrbandea Berlin, 2250: Nachtmusik. Königswusterhausen. Sonntag, den 29. April 1928. 8: Uebertragung aus Berlin. 14: Winke Mr Liehhaberpboiographen. Ab 1450: Uebertragung aus Berlin. Ab 1550: Uebertragung aus Breslau. An- schüeBead: Uebertragung aas Berlin. 18; Deutscher Humor. 18: Die Welt- »eele in der Volksdichtung. 1850: Die Antstellniig..Die Ernlhnrnf. Ab 20; Uebertragung ans Köln. Ah 2254: Uebertragung ans Berti«, Montag, den 30. AprD 1928. 16: Französisch(kultarkundiich-literarischa Stunde). 1654: Der Bauer m der zermanlschen Dichtung. 17; Uebertragung uns Berti«. 18 Technisch rr Lehrgang für Facharbeiter«ad Werkmeister. 185». Englisch für Auf Inger. 1855: Das deutsch« RlnderteiatuufShdCh. IM»; Ludwig Fiakh. Ab 1855: Uebertragung aas Berlin. Dienstag, den 1. Mal 1928. 14: Schulkundliche Frage». 1458-. Der Bauer w der gemaabehea Dichtung. 17: Uetertragong aus Leipzig. 18; Bühnenkuest ka Wandel der Zeiten. 1850: Französisch für Anfänger. 1855: Dm groBe» Propheten des Alten Testaments. Ah»; Uebertragung aus Berti,. Mittwoch, den 2. Mal 1928. 14: Der Pflanzenschutz im Schulunterricht. 1459: Bnlührnng io die moderne Musik. 17: Uebertragung aas Hamburg. 18: Ofe deutsche Seeschiffahrt auch dem Kriege. 1850: Französisch für Fortgeschrittene. 185': Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeiater. 1850: Emlührung In das Verstehen von Musik. Ab 1850; Uebertragung aas Berti». Donnerstag, den 3. Mai 1928. 14: Erziahungsberatusg. 1450: Elolübrnng!, die»»odersc Musik. IT: Uebertragung ans Berti». 18: Kaltartragea des Deutschtums in den au Polen ubgetreteneu Gebieten. 1850; Spinisch für Fortgeschrittene. 1855: Wie versichert der Landwirt seine Ernte gegm Hagelschäden? 1850: Wirtschaftliches Verpacken. Ab 2050: Uebertragung aus Berti».. Freitag, den 4. Mal 1928. 14: Der Berulsd rucker. 1450: Film und Filmindustrie. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Gewerbe und Handel Im Deutscheu Reich nach der Be- triebs Zählung von 1825. IS50: Englisch Mr Fortgeschrittene. 1855: Technischer Lebrgtng iür Facharbeiter und Werkmeister. 1850: Wlsseuschalt- lieber Vortrag für A erste. 28: Das Rätsel de» Vegelsngea. 21: Deutscher Frühling, aus der Geschichte unserer Lyrik. Sonnabend, den S. Mai 1928. Ii: Spiel und Spielzeug. 1450: Der Beamte i» der»euen Wirtschaft. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Die rationalisierte Schule. 18.30: Spanisch für Anfänger. 1855: Die ViolinsooaU. 1850: Goethes Berufe. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. 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Der Ver- gleich beschränkt die Nachprüfung auf Einzelpuntte. Was für Punkte geprüft und revidiert werden sollen, hat der Verwaltungsrat zu bestimmen. Das Kompromiß besteht aus 6 Paragraphen. Nur der Verwaltungsrat hat zu entscheiden, ob eine Arbeitstommission mit der Revision einzelner Punkte einer Konvention befaßt werden soll. Den Regierungen ist nur gestattet, auf Anfrage des Verwal- tungsrates Punkte zu nennen, die umgeändert werden sollen. Der Vergleich wurde gegen dieUnternehmer von den Arbeitern und Regierungsvertretern durchgesetzt. Damit ist für die lÜZO fällige Nachprüfung des Achtstunden- tagsabkommens ein günstiger Rahmen geschaffen. Der Budgetvoranfchlag des Internationalen Arbeitsamtes für 192S verlangt rund 8 487 000 schweizerische Fronken. Don den Forderungen des Direktors hat der Budget- ausschuß l47 000 Franken gestrichen Immerhin ist das neue gegenüber dem abgeschlossenen Budget 1928 um 528 000 Franken erhöht. Neu geschaffen wurden 16 Beamtenpostcn, wovon der Dosten eines vierten Divifionschefs und einige mittlere Stellen mit Deutschen besetzt werden Sudegeest und Iouhaux wiesen die im Auftrag der Arbeitgebergrupp« vom deutscheu Arbeitgebervertreter Bogel ausgesprochene Ansicht, daß das Budget zu hoch sei und die neuen Beamtenstellen durch eine Umgruppierung der Arbeit gespart werden könnten, scharf zurück. Iouhaux stellt« fest, daß im Bergleich zu den Budgets der Staaten und deren Militärausgaben das Budget der Organisa» Hon de» sozialen Frieden», die da» Internationale Arbeitsamt darstelle, lächerlich gering seien. Kampf in der Holz- und Klavierindustrie. Oer Arbeiter will teilhaben an der prodvttionssteigervng- Seit Wochen bemühte sich der Deutsche. Holzarbeiter- verband für die Berliner Möbelindustrie sowie für die .Klavierindustrie zeitgemäße Löhne mit den Unternehmer- verbänden zu vereinbaren. Die von den Arbeitern geforderten Lohnerhöhungen wurden von beiden Unternehmergruppen abgelehnt.„Keinen Pfennig Lohnerhöhung!" war die Antwort der ZAavierfabrikanten— Lohnabbau war die Gegenforderung, der um H a e r t l e i n geschürten, um die„Macht" in Berlin kämpfenden„Vabeho". So blieb nur als mögliche Antwort der Holz- und Klavier- arbeiter die Arbeitseinstellung, um jenen Scharf- Mechern zu beweisen, daß sie sich irren, w lin sie glauben, die Arbeiter werden zu Kreuze kriechen. Nunmehr griffen die angeblich vor der Pleite stehenden Unternehmer zur Stillegung ihrer Betriebe und sperrten auf Geheiß ihrer jetzt„fuhrenden Organe" die Arbeiter aus. Sie hoffen mit dieser Maßnahme die Arbeiter auf die Knie zu zweingen. Wer die Unternehmer der Holzindustrie haben die früheren Kämpfe nicht vergesien. Das beweist die D u r ch- f ü hr ü n g dieser Aussperrung. Nach ihrer Ankündigung sollten 13 000 Arbeiter auf die Straße geworfen werden. Wie sieht es nun aber aus? Bon etwa Ä>000 unter dem Mameloertrag für das Berliner Holzgewerbe arbeitenden Arbeitern wurden insgesamt 3306 i n 124 Betriebe aus- gesperrt. In 17 Betrieben nüt 12ö2 Arbeitern wurde der Streik eröffnet Es stehen also im Holzgewerbe 141 Be- triebe mit 4553 Arbeitern im Kampf. Wenn das die ganze Kraft der„Vabeho" ist, braucht Herrn Paeth nicht bange zu fein: man kann die Schlußfolgerung ziehen, daß feine An- Hänger dreimal so stark sind. Auch die Scharfmacher in der K l a o i e r i n d u st r i e werden sich an der geschlossenen Front der Arbeiter die Zähne ausbeißen. Auch hier hat die Aussperrung nicht den gewünschten Erfolg. Nur 68 Betriebe mit 1820 Ar- b e i t e r n haben das Diktat des Syndikus Samolewitz durch- geführt: dazu kommen 1759 Streikende so daß insge- samt 3579 Klavierarbeiter im Kampf stehen. Diese kämpf- erprobte Truppe hat wiederholt bewiesen, daß sie jenen Schorfmachern gewachsen ist. Auch dieser Kampf wird erst dann beendet werden, wenn eine befriedigende Lohn- zulage erzwungen ist._ Konflikt im Nerliner Gastwirisgewerbe Die tlnteraehmer lehnen Verhandlungen ab. während die Angestellten de» Gastwirtsgewerbes, vertreten durch den Zentralverband der Hotel»., Restaurant», und Eafä- angestellte«, den Schiedsspruch de» Schlichtungsausschusie» vom ZZ. April iu der vorltegeuden Form abgelehnt hatten, und neue De- dingungen ausstellten, um mit den Unternehmern im Wege d i r e k- ler Verhandlungen zu einem A u» g l e i ch zu kommen, haben die Unternehmer nunmehr gestern in einer Versammlung im Ad- miralspalast weitere Verhandlungen abgelehnt. Sic haben andererseits den Schiedsspruch de» Schlichtungsausschusie» angenommen. Dadurch hat sich die Loge im Berliner Gastwirlsgewerb« be- deutend verschärft. Die Angestellten de» Gastwirtsgewerbes verlangen aus iedeu Fall, dah die'? proz. Lohnerhöhung, die der Schlichtungsousschuß erst zum 30. September d. X zuerkanot ha». zu einem erheblich früheren Zeitpunkt tn Srost tritt. Es wird viel davon abhängen, ob der Stblichter vermag, die Unternehmer zu veranlassen, den Forderungen der Angestellten entgege«. zukommen. Zunächst wird jedenfalls der Zentralverband versuchen. ein andere» Ergebnis von dem Schlichler zu erzielen. Inzwischen haben sich auch die Christlithen und Hirsch. vunckerschen Gewerkschaften dem vorgehen des Zentralverbande» o n g e- fchloffen: sie werden diefelbeu Forderungen wie die freie Ge- werkschaft beim Schlichter vertreten. Die Gastwirtsangestettien-1927» Aortsthritte und Erfolge. An dem.Jtitglieberfchwund". wie ihn kürzlich die Bergwerkszeitung bei den Gewerkschaften künstlich konstruiert«, ist auch der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Caf«. Angestellten beteiligt. Sein Geschäftsbericht für das Jahr 1927 weist eine Steigerung des Mitgliederbestandes von 23 032 am Iohresanfong auf 25 083 bis zum Jahresschluß, also um 2051 Mitglieder auf. Unter diesen 25 083 Mitgliedern find 6460 weibllche. In sieben Städten wurde die Gründung von Zweig- vereinen notwendig, ein weiterer Beweis dafür, daß sich auch unter den im Gastwirt-gcwerbc Täüscn die Erkenntnis inuncr mehr Bah» bricht, daß chr« wirtschaftlichen Interessen wirksam nur in einer freien Gewerkschaft vertreten werden können, wie sie der nunmehr dreißig Jahre bestehende Zentralverband ist. Di« stetig fortschreitende innere Festigung der Organisation kommt auch in dem Kassenbericht klar zum Ausdruck, der für die Haupttass«, trotzdem die Ausgaben gegenübe? 1926 inn rund 44 000 Mark gestiegen sind, eine Erhöhung des Kassenbeftandes von 81500 Mark auf 154920 Mark, mithin um fast das Doppelte aufweift. Die bedeutend günstigere Wirtschaftslage spiegelt sich am besten in den Angaben über die Lohn- und Tarif bewegungev wieder. Während 1926 nur 49 Angriffs- und 14 Abwehrbewegungen geführt wurden, entfielen aus das Be- richtsjahr 104 Angriff» und nur 2 Abwehrbewegungen. Bon den beiden Abwehrbewegungen war«ine(Mitropa) und non den An- griffsbewegungen 7 erfolglos. Diercb diele Bewegungen wurde pro Kopf der daran Beteiligten ein« wöchentliche Lohnerhöhung non durchschnittlich 3,60 M. erzielt. Beachtlich ist ferner, daß für 22 396 Personen«ine Arbeitszeitverkürzung von 119 088 Stunden pro Woche durchgesetzt werden konnte. So erfreulich die Erfolge der Organisation auch sind, darf es dennoch kein Mitglied geben, das nicht weiter unermüdlich für die Organisation wirbt. Wie groß noch dos Agitationsfeld unter den Gastwirtsangcstelllen ist, zeigt die im Geschäftsbericht angeführte Berufszählung vom Jahr« 1925, nach der im gesamten deutschen Eastwirtsgewerbe 246564 Arbeiter und Arbeiterinnen und 78 364 Angestellt« und Beamte, insgesamt also 324 928 organisationsfähig« Personen beschäftigt sind. Dies« Zahlen zeigen, welche Arbeit es noch zu leisten gilt. ..... Die fchlesifchen Weber im Kampf. Die Kündigungen eingereicht. Breslau, 28. April.(Eigenbericht.) Die fchlesifchen Textilarbeiter stehen vor einem ernsten Kampf um ihre Existenz, der ihnen von den schle» fischen Textilindustriellen aufgezwungen worden ist. Das Lohn- abkommen für Schlesien war zum 30. April d. I. form- und fristgerecht aufgekündigt worden. Di« Forderungen der schlesischen TeMarbeiterschaft sehen auch die Erhöhung des Ecklohnes um 12 Pf. pro Stunde vor. Die Breslauer Derhandlungen brachten kein Er- gebnis. Die Verhandlungen wurden von den Unternehmern dadurch außerordentlich erschwert, daß sie eine grundsätzliche Frage betreffend die L e i n e n i n d u st r i e in den Vordergrund schoben. Darüber hinaus war aber auch das Angebot der Unternehmer völlig unzu- reichend. Di« schlesische Textilarbeiterschaft ist jedoch nicht gewillt, sich diesmal mit einer geringen Zulage abspeisen zu lassen. Sie verlangt vielmehr, daß ihre geradezu erschreckend niedrigen Löhne an die übrigen Löhne der Textilindustrie im Reiche angeglichen werden. Eine Konferenz in der auch die Maschinisten und Heizer, die Handwerker. Metallarbeiter und Werkmeistor vertreten waren, nahm zu dem Verhandlungsergebnis«ingehend Stellung. Einmütig faßte die Konferenz den Beschluß, die Kündigungen in einer Reihe von Betrieben am 28. April einzureichen. Die anwesenden Vertreter der Werkmeister, der Maschinisten und Heizer, der Handwerker und der Metallarbeiter erklärten sich mit der schlesischen Textilarbeiterschaft solidarisch, da auch be! diesen Berufen, mit Ausnahme der Wcrlmeffter, die Löhne noch nicht gc- regelt sind. Die Tarifverträge für Schlesien umfassen etwa 63 000 Bcschäf- tigte. Die Kündigungszcit selbst beträgt 1 Woche. Infolge der kurzen Dorbereitungszeit, die zur Verfügung stand, wurden am 28. Aprjl z u n ä chst etwa 10000 Kündigungen eingereicht. Protest der Bankangestellten. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die Verrätertaktik des Deutschen Bankbeomtenvereins gestaltete sich die gestrige Der- sannnlung der Bankangestellten, die vom Allgemeinen Der- band und dem DHB. gemeinsam einberufen war. Das Kunst- stück, diese beiden Verbände in«ine genieinsame Abwehrstellung zu bringen, hat der Führer des! Deutschen Bonkbeamtenvereins, Herr Fürstenberg, fertig gebracht. Der Geschäftsführer der Rclchsfochgruppe Banken im DHD., Gchäffner, betonte die selbstverständliche Pflicht einer jeden Gewerkschaft, bei oller Gegensätzlichkeit der Weltanschauung zu- sommenzugehen. sobald es sich darum handelt, die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Angestellten zu wahren. E m o n t s vom Allgemeinen Verband berichtete ausführlich über das verräterische Verhalten des Deutschen Banweamtenvereins, vielmehr seines verantwortlichen Leiters Fürstenberg. Dieser Verein brachte es fertig, bei den Nachverhandlungen über den von ihm selbst als unzulänglich erklärten Schiedsspruch, den Schiedsspruch noch weiter zu verschlechtern, indem er hinter verschlossenen Türen mit den?)«rtretern des Reichs- Verbandes der Bankleitungen zu einem Tarifabschluß kam. an dem nicht einmal der Beauftragte des Reichsarbeitsrmnistenums teilgenommen hat, so daß selbst der amtlich bestellte Schlichter erklären mußte: Ein derartiges Gebaren sei ihm noch nicht vorgekommen. Nachdem sich trotz mehrfacher Aufforherimg kein Vertreter des Deutschen Bankbeamtenvereins zum Wort gemeldet hatte, um dessen Haltung zu entschuldigen, wurde nach kurzer sachlicher Diskussion einstimmig ein« Entschließung angenommen, in der gesagt wird: .Die Bankangestellten Groß-Berlins sprechen dem Deutschen Bonkbeamtenverein und insbesondere seinem geschäftsführenden Bor- sitzenden Max Fürstenberg, für seine ungewerkschaflliche Haltung und Politik das schärfste Mißtrauen aus und bedauern, daß das Arbeitsminssterium in seinen Räumen derartig« Der- Handlungsmethoden duldete. Die Versammelten erwarten, daß die vom Deutschen Vankbeamtenoerein vereinbarte weitero Ver- schlechterung der Arbeitsbedingungen des Bonkgewerbes durch den Herrn Reichsarbeitsmimster nicht für verbindlich erklärt wird." Mögen nunmehr die Bankangestellten dafür sorgen, daß die Parole befolgt wird, mit der Marx vom Allgemeinen Verband setne Ausführungen beendete: Heraus aus dem Deutschen Bankbeamtenverein! Die„überflüssige" Maiseier. Di« Berliner Ausgabe der.Prawda" schreibt in eirnm Arükel über den 1. Mai u. a.: Gegen den Willen und die Sabotage der reformistischen Gswerk- schaftsbureaukratie hat sich der 1. Mai als proletarischer Kampftag durchgesetzt. Roch heute hat er unter den Reformisten«rbitterta .Feinde". Roch heute kann es der.Vorwärts"-Gewerkschasts« redakteur E tz k o r n... wagen, die Arbeitsruh« der Friseur. gehilfen am 1. Mai für.überflüssig" zu erklären, die Frffeura .zum Arbeiten am 1. Mai und dafür zur Begehung der.geistigen Maifeier" aufzufordern. Ctzkorn erklärt hierzu: Am 12. April hielt ich in der Dersannn. lung der Friseurgehilfen einen Vortrag über die Bedeutung des 1. Mai als Demvnftrationstag für den Arbeiterschntz und den Völkerfrieden, die besonder« Bedeutung der diessährigen Maifeier ols Demonstration zugunsten der Ratifiz-erung des Washingtoner Abkommens betoneich. Um di< Möglichkeit der Arbeitsruh« bci ernstem Willen klar zu machen, gab ich«in persönliches Erlebnis ans dem Jahne 1894 zum besten, dos mich bewog, seitdem die Arbeitsruhe am I. Mai unter allen Umständen durchzusetzen, was den Schwankenden ols Beispiel dienen sollte. Weil ich aber die Verhältnisse im Friscurgewcrbe kenne und weiß, daß mancher verheiratete Gehilf« in annehmbarer Stellung seine Existenz nicht aufs Spiel setzen will, forderte ich von den Richtfeienchcn, daß sie wenigstens im Geist« den 1. Mai feiern, sich der Bedeutung des Tages bewußt sein sollen. Daraus wird 16 Tag« später in der.Roten Fahne" die in- fa me Unterstellung gebracht, ich habe die Maifeier für „überflüssig" erklärt. Niedriger hängen! Äetriebsräte-Znformations-Abende! Di« Berliner Gewerkschaftsschule veranstaltet regelmäßig für die Betriebsräte arbeitsrcchtlich« Iuformationsabende. in denen alle wichtigen arbeitsrechtlichen Fragen durchgesprochen werden. Der n ä chst e Abend findet wegen der Maifeier ausnahm»- weffe am Mittwoch, dem 2. Mai, abends 7 Uhr, im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, statt. Bilanz-Besprechungen. Zur Einführung der Betriebsräte in das Wesen der Bilanz und zur Besprechung bilanzmäßiger Fragen findet ab Dienstag, den 8. Mai. abends 7)4 Uhr. in regelmäßig wöchentlichem Turnus im Unterrichtsraum der Berliner Gewerkschaitsichulc, Engelufer 24/25, 2. Hos, 1 Treppe rechts, auf vier bis fünf Abende, eine regelmäßige Zusammenkunft von Betriebsräten statt, dir über diese Frage infor« miert sein wollen. Es werden die veröffentlichten Bilanzen in- dustrieller Aktiengesellschaften zu Uebungszwecken praktisch erläutert. Besondere Anmeldungen sind nicht notwendig. Di« Kollegen werden gebeten, sich an dem oben angegebenen Abend pünktlich einzufinden. Gesperrte Gaslwirtsbetriebe. Wegen Tarifbruchs und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnoch- weises werden hierdurch folgende Gastwirtsbetriebe für die Mit- glieder des Zeutroloerbondcs der Hotel-, Rcstaurout- und Eos/- Angestellten gesperrt: Tegel: Restaurant Hanuscck, Restaurant ..Zur Waldhütte". Inh. Kürtius. Tegelort: Restaurant Segler- Haus, Inh. Borgmann, Restaurant Zum Leuchtturm, Inh. Becker. Sporthaus Tegelort Inh. Pagel, Restaurant Zum Schwan, Inh. Herrmann, Restaurant Seeblick, Inh. Radowitz, Restaurant Scharfen- borg, Inh. Fromm, Restaurant Zum Lindenbaum, Inh. Reinhold, Conradshöher Terrassen, Inh. Reinhold, Restaurant Bellevue, Inh. Dieckow. Iörsfelde: Löwen-Böhmisch, Inh. Kaufmann, Restaurant Oberhavel, Inh. Piekenhagen, Kurgarten Iörsfeld. Inh. Gum- lich. H e i l i g e n s e e: Sport-Restaurant, Inh. Dannenberg. »Kreie Gewerkfchasts-Iuaend Groß-Berlin Heute, Eoantag, folgent-e Beranstaltunqen: Zeittra»: Fahrt»ach Driese- wns, Tr-tt-n m» 7 Uhr Stcttiner Äahnhaf.— vstirei»: Areisfahr!. Treffen um 6»i Uhr Lichtenberg, Trane» lotz. T&dtrei»: Nreistreffen uni Ärelsrnettf ptel. Welch- Gruppe gewinnt den SUnsflerw-ttstreit-Wimv-l? Treffen um 10 Uhr am Heidrruter See.— Wedding: Fahrt Spandau— Bri-f-. Treffpunkt 7� Uhr Bahnhof W-dding.— Voraazeigel Am Di-n»>aa. I. ZUai, nach der Demonstration, Treffen oller Iunggewertschafter auf dem Sportplatz de» Metallardeileroerdandr». Berlin-Baumschul-nm-g, an der Ober. sprer chlnter dem Bootsbau,..Lorwart�f. Um lg Uhr Maifeier d-, Sitb. > reife« im Jugendheim des Deutschen Vertchrsbundes, Engelufrr S, Aufgang D, parterre. Zugendgruppe de« Zdil. Heute, Sonntag, 1» Uhr, finden folgende Ber« anstaltungen statt: Berbefeier für die Schulentlafsenen im Nordmoston in der Aula de« Frietrich-Werdersche»«nmnaiuim», Bachumer Str. Sb. Darb je. tungen: Musik, Ansprach», Bezitationim, Iugcntsptel. Die Schulentlasscn-n unk, ihr» Eltern sind ZU dcr Beranstalluna herzlichst eingeladen.— Wcrbatcier iiir dir Schulentlasienen im Osten, Lichtenberg, ür der Aula den Schul« ssrankfurter Allee ST. Darbietunaen: Musik. Ansprach«, Rezitationen, Iugendspiel. Die Schulentlasienen und ihr« Eltern sind zu der Dchanstaltung herzlichst eingeladen.— Acute vormittag sportlich« Uebnng«» auf lern«pari. p'ntz in Spandau. Di« Teilnehmer treffen sich pünktlich g Uhr ach Bahnhof Spandou-West.— Morgen, Montag. Z»V- Uhr, finden folgende Beraifftaltungcn statt: Norden, Zugendhetm Sastanienallee S1. Lustige, Aprilend«— Tempel- h»t: Jugendheim der Schule Sermaniasir.*—6. Dortrag:.Unser Beruf— Freuden und Leiden-(Referent Eugen Ernst).— Eharloitenbnrg- fiugendheim Rpsin-nstr.«. Dortrag:.Unser Beruf— Freude» und Saiden- sReferent Ott» Lamm).— Eymnosti? fsi« Mädchen(Leitung Erika Hermann)« Uhr im Jugendheim de» Ortsvureau». Deutscher Wertmeister»«, band,«eschäst-vrlle Bezirk X. Am I. Mai Bleiben die Bureau» gcschlnsien. Dceband der chemeind«. und Staatsarbeiter, Filiale Sroh-Berlin, 3. Bezirk, Wedding. Auf Beschlutz der Bezirksnersammlung treffen sich die Kolleginnen und stallegoa der Betriebe de» S. Bezirks»um gemeinsamen Abmarsch tun Maifeier an der MLller.. Ecke Eellerstratze. Abmarsch von dort um 9 Uhr nach dar Zahannisstratze. Um»nlleähliae Beteiliauna ersucht die ... Z. Su Will, Zteb«. Aus der Partei. Der einzige sozialdemokratische Bürgermeister ta deu 2JSJL, «Aenosse W. Hoan. bekleidet dieses Amt in der Großstadt M i l> maukee jckzon zwölf Jahre. Am\ April war Reu wo hl für die nächsten vier Jahre. Der Gegenkandidat, der als„unabhängiger Parteiloser" auftrat, vereinigte alle nichtsoziolistischen Stimmen auf sich. Trotzdem wurde Genosse Haan, der die Stadtverwaltung von der früher geradezu berüchtigten Korruption gereinigt hat, mit SS 000 gegen 35 000 Stimmen wiedergewählt. Die Sozialistische Dartei Südslawiens hielt ihren Parteitag am IZ. und 16 April in Belgrad ab. Anwesend waren von den ausländischen Bruderparteien die Genossen Stivin(Prag) und Fartas(Budapest). Alle Bericht« ergaben, daß der Niedergang der Partei überall aufgehasten wurde und die Partei in Wachs, tum und Festigung begriffen ist. Bei den letzten Gemeinde» mahlen hat die Partei 23 000 Stimmen auf sich vereinigt und etwa 100 Gemeinderäte erhallen. Mit begeistertem Beifall wurde der Bericht des einzigen sozialistischen Abgeordneten Genosien Pete- (an- Marburg begrüßt. Genosse Topalowitsch.(jetzt beim Arbeitsamt in Genf) legt« den Bericht über die außenpolitische 5'age vor. In der beschlossenen Resolution heißt es:„Die Sozia- Ost Ü che Partei Jugoslawiens begrüßt wen energischen Kampf der Internationale gegen die Eroberungsvorstöße des ita» lienijchen Faschismus auf dem Balkan. Diese Er- obsrungsvorstßßs bewirken, daß auf dem ganzen Balkan ständig llnruhe und wirtschaftlicher Stillstand bestehen und alle Kraft der Staaten sich auf die Kriegsvorbcreitiingen konzentrieren. Ueberoll ist der Militarismus und der Chauvinismus im Wachsen, begleitet von der Beseitigung der Demokratie und der anderen Früchte der großen nationalen Revolutionen. Die Sozialistische Partei Jugoslawiens erblickt in dem Kampf der Soziallstischen Arbefterinter- nationale für den Weltfrieden und die allgemeine Abrüstung die grundlegenden Vorbedingungen für die wirtschaftliche, kulturelle und polft'sche Entwicklung des Balkans." Topalowitsch hatte sich nachdrücklich sür die Vereinigung der Balkanvölker ausgesprochen und sehr scharf gegen das südslawfsche Deherrschungs- fystem in Mazedonien. efatfra&ungcit für viele Ztubrit fiad verlto SS es, Liuveustraß» 2, pariemachrichten�M�fürGroß-Vertin stet» an da,»ejtrlsletretaria« Z. Kot, 2 Trep. recht». ,» richte». De» Eioheit,»«rba>ld Sozialistischer Kandel». N»d Sewerbetreideader emv tirhlt se>»ea Mitglieder»-w 1. Mai«rb,it,r»hr.— Bü« Mitglied-r trrfse» sich Die»»!og, diu l. Mal, l» Uhr vormittag» vor dem Seiverlschasts. da»», Evgeluser 2-1'Vi, zum gewcivsawen Abmarsch»ach der Treptomer Spiel. «««>»„ 2. ch-ei» Siergartea. Achtung. Abteilungokassierer! Die stintrittetarten ptt Maifeier sind Montag, 30. April, beim Sreiotassierer Bauer. Etephaostr. 22. dosttlnwt abzurechnen. *. Äteia streu, berg. Die Eintrittskarten zur Maifeier im«riou mtlffe» restlo, di« l. Mai angerechnet werden. Di« Abteilungen werden gebeten, ihre Banner zum Etou mitzubringen. ll. Zirei, Schöneberg'Fricdeuau. Die Genossinnen und Genossen beteiligen sich restlos an der Dsmonslratiuu der SAZ. am Moniaa, 30. April. Treffpunkt siir die Parteimitglieder 10 Uhr Rudolf-Wilde-Plast. Abmarsch mit Musik um 1S� Uhr. Banner und Transparente mitbringen.— Dienstag, t, Mai, Uhr, in der EchlaKbrauerei, Hauptstr. 122/123, Maifeier. Garten. konzsrt, staffeskitche, Sporitiche Vorführungen. Festrede: Dr. Julius Moses. Ä.'uKsrdam laust der Wahlfilm»Deiu Schicksal", stindersackelzug, im großen »aale Tanz, starten 4 50 Pf. bei ollen Abieilungsleitrrn und an der stasse. Di« Genossen werden gebeten, ihre stinder am I. Viai vom Schul» Unterricht befreira zu lassen. 12. strei, Steglig. Alle Mitglieder beteiligen sich Dienstag, t. Mai. an der Maifeier im Parkrestaurant Sildende um 16 Uhr. Gartenkonzert, Dar. Mmungen der Arbeiter. stulturoerbändc. Tanz. Festrede: Hermann tarnisch. M. d. L. reis Rculölln. Alle Genosstunen und Genossen der kommunalen Betriebe Neukölln, treffen sich zum Mai-Ausmarsch am Dienstag, 1. Mai um D>,ü Uhr in der Schönstedtstrahe, Rathaus. Rate Fahnen sind mitzubringen. 17. strei» Lichtenberg. Montag, SO. April, lSZö Uhr, Eihunz des Bildung». ausschusses in der Bibliothek, Weichtelstr. 23. Festes Mitglied muh bestimmt anwesend sein.— Mittwoch, 2. Mai, lg Uhr, streisvorstandssitzung bei Alb recht, Boxbagcner Str. 52. 13. strei» Weißrasee. Mittwoch, 2. Mai. Zt> Uhr, bei Galla», wichtige strei». smittisnärvcrsammluug. Erscheinen unbedingt ersordcelich. heule. Sonnlag. 29. April: 22. Abt. D!» Bezlrksfithrcr müssen die Maiseierkarten bestimmt am SO. April beim Senosse» stiesling. Am Ostbabnhof 19, abrechnen. Abteilungsfunkiw- narsttzuna am 2. Mai, 20 Uhr, bei Schmidtke, strautstr. U, Eingang Paul. Singer- Straße, Alle Funktionäre müssen pünktlich erscheinen, auch können stontozahlungcn von den Sammellisten abgerechnet werden. Freitag, <. Mai, findet eine Werbedemonstration des strelses statt. Die Genossen und Genossinnen der Abteilung treffen sich pünktlich 13?L Uhr am stüstriner Platz. Restlose Beteiligung ist Pflicht. 47. Abt. Die Bezirke werden an die Akontozahlungen erinnert. 35. Abt. Tempelhof. Die Genossinnen und Genossen, die sich zum Abschreiben der Wählerlisten dereit erklärt haben, treffen sich vormittag» 10 Uhr, Dorf. straße 12. IM. Abt. Rilderschöaewvide. Die Genossinnen und Genossen, die sich am Ab. schreiben der Wählerlisten beteiligen wollen, melden sich umgehend beim Genossen Sasowskv. Grünauer Str. tz. 117. Abt. Lichtenderg. Die Genossen Emil strüger, Tllrrfchmidtstraßi Ecke staut» straße, und Richard Klose. Rupprechistraße Ecke Eitelstroße, haben sich bereit erklärt, die Wählerlisten einzusehen. Morgen, Montag, 30. April: 4. Abt. Ills» Uhr bei Brandis, Stralauer Str. lü, äußerst wichtige ffunktio. närsstzung.— Dienstag, 1. Mol. treffen sich die Mitglieder zur Dcmon- stration gt,4 Uhr, ebcnfall» bei Brandis, Siralauer Str. 10. 20. Abt. 20(4 Uhr bei Pose,«oloniestr. IZ, wichtige Funktionärsitzung. Um 19 Uhr ebcndort Sitzung des engeren Borssandco. 21. Abt. lg(4 Uhr bei Kroll, lltrcmter Str. 10, ssunktionärsitzung. Die Be. triebsvertrauensleutc und die gahlabendreserentcn der Abteilung find hiermit besonders eingeladen. 20. Abt. 18 Uhr bei Srunwalstt, Kameruner Str. Ig, Arbeitsabend. 25. Abt. 19 Uhr bei Röseler, Braunsbergcr Straße, treffen sich die Bezirks. führer zu«wer kurzen Besprechung und nehmen gleichzeitig wichtige, Material w Empfang. Jeder Bezirk muß vertreten sein. 27. Abt. 18(4 Uhr Flugblattvcrbreltung bei Mchlberg, Gaudastr. 9. Die Jugend ist erwünscht. ist schon in vollem Gange.— Ihm muß mit größter Energie entgegengetreten werden. — Das kostet viel Geld.— Freiwillige veitrage für den Wahlfonds der SPD. in Berlin zahle man deshalb schnellstens auf Postscheckkonto 48743 anAlex Pagels Berlin SW68, Lindenstr. ein. 22. Abt, lS(4 Uhr bei Burg, Prenzlauer Alle« lSS Fu uktionärsitzu ng. Alle Bezirk« mstsse-l unbedingt vertreten seht. 33. 91m. 20 Uhr bei Lsjack, Bepmestr. 8- Funktionärsitzung. Borbereitung der Dahlpropaganda In der Abteilung. M.«dt, 10'-- Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Funktionärlitzuno. Sämtlich» Funktionär« müssen unbedingt erscheinen. Schöveberg. 73. Abt. Die Abteilungen treffen sich 19 Uhr Rudolf. Wild«.Platz. Abmarsch zur Demonstration pünktlich lg Uhr. Niemond darf fehlen. Dr« �«nossen dee zum Ahtrav! der SAI. treffen fit Genossen de» 4. Bezirk, finden sich 13.30 Uhr bei Roscnthol. Gbersstr. 60, ZUM Abtransport der Transparente ein.— 7g. Abt. stur Demonstration all« Mitglieder pünktlich IS Ubr Rudolf.Wilde. Platz. 10S. Abt. Adlershof. ITti Uhr treffen sich di« Genossinnen und Genossen zum Abschreiben der Wählerlisten in der Drtsamtsstcllc. Radickestr. 14. 137. Abt. Reinickendarf-West. Heut« ah 9 Uhr Flugblattverbreitung nom Bolls- hau«, Scharnweberstr. Ui, aus. OffentlicheWählerkundgebung am Hontag, dem 30. April Treffpunkt zum Propagandaumzug um 20 Uhr in Zleiaicken- dorf-Ivefl. Scharnweberstr. 1l4, vor dem Volkshaus. Rote Fahnen mitbringen. Frauen uud Männer, erscheint>u Masseu! «r. Abtei long. Rrinickendorfwest der SPS. sozialistische Arbeiterjugend Sroß-Berliu/ Kreis Schöneberg der SPD./ Iuugfozialistische Bereinigung Bereinigung sozialdemokratisch. Studierender Am Montag, dem 30. April(Vorabend de« 1. Mai), Demonstration und Fackelzug durch Schöneberg Ireffpvvkl der SAZ.: Ikst/, Uhr Markt ffberSftraß«(stahrderbindmig: Stadt- bahn Bahnhof SchSneberj, und EberSstraße, Svastenbabn und Omoibo« Kaiser-WUHelin-Platz.— Trefspuntl der Partei: IS Uhr Rudols-Wilde-Platz. Kundgebung aus dem Rudolf-wilde-plah 20.30 Ahr. vou dort aus Fackelzug nach dem wialerfeldtplatz. Dienstag, 1. Mal: 14. Abt. Alle Genofstnoen und Senosse» beteiligen sich a» der Maffeter. Billett» sind noch bei allen Bezirksführeru zu haben. Die Maifsierbillett, müssen Dienstag vormittag» 11 Uhr entweder verrechnet oder zurückgegeben werden au den Genossen Szumann, Riig-ner Sir. 2. 24. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich mit ihren Angehörigen an der Mai. , feier im Saalbau Frietrlchshain. En, laß 15 Uhr. Begitin 1» Uhr. Ein. «ritt inkl. Tanz 00 Pf. Snmpoihisierendo sind herzlichst willkommen. Ar. beitslose haben gegen Borzcigung der Mitgliedskarte und der Etempellarte freien Eintritt. Die Eruppeniührer müssen verkaufte Billetts unbedingt bis Montag. 80. April, beim Abteilungskassierer Ragcobffi abrechnen. 84. Abt. Lankwitz. Die Mitglieder beteiligen sich restlos an der Maifeier i» Parkrestaurant Südend« um l« Uhr. Eintrittspreis 00 Pf. IM, Abt. Sliederschöneweide. Die Mitglieder und Gäste treffen sich um!tz llhr zum acinelnsamev Abmarsch zur Maifeier in Adlershof in der Grünauer Stratzc 8 vor dem Geschäft des Genossen Sasowskv. 108. Abt. Köpenick. Maifeier in den Gssam.'räumeu de» Stadttheater». Friedrich. straße 0. Mitwirkende: Orchester des DMB. Männer- und Gemischter Chor Köpenick, Sozialistische Arbeiterjugend, Arbeiterturn, und Sportverein „Eiche", Köpenick, Rezitationen von Heinrich Witte, Festrede: Otto Meier, M. d. L. Beginn 18 Uhr. Eaalöffnung 17 Uhr. Eintritt einschließlich Tanz 50 Pf. starten sind bei ollen Funktionären der Abteilung und an der Abendkasse erbältlich. Vormittags beteiligen sich alle Mitglieder geschlossen an der Demonstration der Gowcrlschaffen aus den Treptower Spielwiesen. 110. Abt. Grünau. Alle Genossen beteiligen sich mit Ihren Famllien an der Abendveranstaltung in Fallenberg im Gemein schaftohaus. 135. Abt. Karow. 15 Uhr im Lokal.Zum Panigrafen", Pankgrafenstr. S, Turnspiele der Kinder. Um 20 Uhr Abendfeier unter Mitwirkung de» Arbeitersportvereins und Arbeitergesangvereio« ilarvwe« Llederfreunoe. Referent Artur Rachow. Um pünktliches Erscheine» wird gebeten. Mittwoch, 2. Mai: 19(4 Uhr bei Mickley, Potsdamer Str. S, wichtige Fraueaveranstalkungen: Achtung, Genossinnen! Die dritte Rümmer der„Wählerin" steht i» aste» Abholestelle» zur Verfügung. Di« Verteilung muß im Lause dieser Woche erfolge». l. Kreis Mitt«. Die Zettelvertcilcrinncn für die Filmveranstaltung im Lehrerpereinshaus treffen sich nicht Donnerstag, sondern Mittwoch, 2. Mai, pünktlich 19'6 Ahr, an der verabredeten Stelle. 74. Abt. Zehleudors. Funktionärfltzung. 0. strei» streuzderg. Montag, 7. Mai, IOVj llhr, bei Rabe, straße 29, große Fraucnocranstaltung.' X. Dortrag des Genossen rat Dr. Kurt Löwenstein über..stulturpolitik unter dem Bürgerblock." 2. Filmoorsührung:„Äinderrepiidlii Lcckamp" mit MusikbegleiNtn unter Mitwirkung der Kinderfreunde-streuzberg ng und 7. strei» Eharlottenburg. Achtimg, Genossinnen! Zum Adressenschreiben für die Hausangestelltenveranstaltung treffe» sich die Genossinnen der 58. Abt. am Mittwoch, 2. Mai, ab 18 Uhr im Berkehrsbunt, Bayreuther Str. Zi. Tinte und Feder sind mitzubringen. Die Umschläge liegen in der Woh, nung des Genossen Hinrichsen, Bayreuther Str. 2a.— Die anderen Ab. teilungen treffen sich am Donnerstag, 3. Mai, ab 13 llhr im Jugendheim Rosincnstr. 4. Tint« und Feder ist ebenfalls mitzubringen. Außerdem ist für genügende Zahl neuer Adreßbücher Sorge zu tragen. It. strei» Schöueberg. All« Genassinnen beteiligen sich an d» Deuwnstrotion am Montag. 80. April. 17. strei, Lichtenberg. Die„Wäbleriu" Negt in alle» AlAwlestclleu und muß im Laufe dieser Woche»erteilt werden. .?raueuveranstaltungeii am Montag. 30. April. 19)4 Uhr: 3. Abt. Bei RIckert. Steinmetz str. tzk,. Loickvaa der Genossin Minna Tode». Hagen über �Sozialismus und Fugendrechtz Alle Genossinnen sind dazu eingeloden. 13. Abt. Bei Müller, Uferstr. 12. Bortrag de» Genosse» Hein, Barthel „Die Bedeutung de» 1. Rai." Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. Säst» Bortrag der Genossin Suhr De« _________ enden Wahlen." Um zahl--"�- Gäste können mit eingeführt werden. Bortrag de, Genossen Harz willkommen. 22. Abt. Bei Radje», Brüsseler Str. 43 .Di« erwerbstätige. Frau und die kommenden Wahlen." Um zahlreiche Se. eiliguna wird gebeten. Gäste können mit eingeführt werden 27. Abt. Bei Reetz. Sonnenburger Str. l. Bortrag de, Genossen Ha Woywad über„Wahlrecht dedeutet Wahlpflicht." Alle Senpfünnen wusi-'N erscheinen. Gäste willkommen. 81. Abt. und 88. Abk. G»m-Insa»er Francnaben» in Schmidts Ge- M fellfchaffshaus. Fruchtstr. 88. Lichtbildervortrag:„Die proletarilche 3 Frau— das proletarische Mädchen." Referentrn Genossin Herta Sott- rg helf. Um vollzählig«, und pünktliche. Erscheinen wird gebeten. Säfte Sss sind herzlich willkommen. 37. Abt. Achtung, Genossinnen! Der Frauenabend findet ausnahmsweise am Mittwoch. 2. Mai, 19(6 Uhr, im Augendheim Eberlystr. 12 statt. Borr-au der Genossin Lisa Albrecht über Mtorpervileg« und Gymnastik" mit peak. tlsckzen Dorfübrungen. Alle Genossinnen, die Frauen der Gsnossen, sowie di« SAA..Mugli«&er sind herzlich eingeladen.__,„ 41. 9fW. Achtung. Genossinnen! Der Frauenabend fällt in diesem Monat aus. Räber» Mitte, langen erfolgen durch den„BorioSrts". 44. Abt. Bei Ewald, Skalitzer Str. 126, Vortrag der Genossin Sertrud Hanna, St d. S., über„Der Kämpf der Frau um Eleichbrrcchtiguna in Wirtichalt und Gesellschaft." Ave Genossinneo sind eingeladen. Gäste willkommen- 4«. Abt. Achtung, Genossinnen! Der Frauenabend in diesem Monat sollt aus. Di« Frauen beteiligen sich alle au der Wahlarbeit. 43. Abt'. Im Al'rardriner. Alexandrinenstr. 37». Dortrog b-s Genossen Dr. Norbert Mary über.Sozialhyaienrsche Forbcruugen für dl« Pro.e. tariersrauen." Um zahireiche Beteiligung nnrd gebeten. Gaste können m:t eingeführt w-fy-r. 58. Abt. Eharlottenburg. Bei Steluinger, Luttenstr. 84- Lortrag de, Ge- nassen Hanns stamm über.-Mode und Politik." All« Geuafsinuen firo erngeladen. Gäste willkommen.... �,„.... ReuIiUIu. 88. Abt. Bei Witte. Reuterstr. 47, Eck« genaustraße. Bortrag des Genossen Zohn über„Warum feiern wir den 1. Man Um zahlretche Be. teiliguug wird gebeten. Gäste willkommen.—«bt. Achtung, Ge. »wssinneu! Der filr Wontag, 30. April, fällig« Frauenabend findet nicht ststt. M.«bt. Ach�mna, Gevossinn�n! Montag. Sl). April, IS Uhr. Adhalen btr von Schröder, Strinwe�str. 52. Me Genossinnen müsse» helfen.—»5. Abt. Bei Grieger, Lessingstr. S. Bortrog der Gr« nossin Bartels-NeurdÜn. Alle Genossinnen sind dazu hetallffl eingeladen. insbesondre die?roTien der Parteigenossen, �Borwärts�-Leser»nd vathisrereude.— M. Abt. Im Jugendheim Rogatstr. 5Z. Bortrog der Genossin Seleve Mickxiel-s Lb« �Unsere XorttmrttzinnerL,0 Vjn zodl. reiches Erfchrinrn«,rd gebeten. GSste willkommeu.—«7.«bt. Ber Krüger. Gmser Str. 86-«7, Ecke Neißestraße. Vortrag des Genossen Großmdnn über.Die Wirtschast und die ftuau*.0 Um zahlreiche Bc. teiligung wird gebeten. � �. 98. Abt. Britz. Buckow. Am Jugendheim Ghausseestr.». Ertrag des G-- nassen Kurt Gauswinbt über.Hypiwl« und woggestwv." Säst, yerziich willkommen. A rauenveranfiattuagea am Mittwoch. 2. Mal. 19% Ittjr: 105.«dt. Adlershof. Bei Bogel, Bismarckstr. 74- D»rtra« de,«enosseu Dr. Fried. berger über„Mntter und Kind." All« Genossinnen, dt« Frau'n der Parteigenossen,„PorwSrts"-Leser und Sywpathrsiirend« find herz.,ch eingeladen. Dezirksausschuß für Arbeilermohlfahrk: 8. strei,«edding. Di« Akten werden am Dienstag des 1. Maiwev* nitzi umgetauscht- All« Abteilungen werten dringend gebet«», sänÄuh« Akwn. ev-ntuell unerledigt- am Dienstag, 8. Mai, abzuliefern. Am 3- Mar findet eine sehr wichtig« streisausschußsitzung fit der gelt von 1&— l» Uar pünktlich, LütÄcher Str. 8. Quergeb. 1 Zt., Nimmer 13, statt. Alle Ao. teilungen müssen unbedingt vertreten sein. Zullgsozialisten Groh-Berlia: Montag, 3». April, abend, Beteiligung a« der D-monstp-tirm d«r SAI. durch Schöncberg. Di« Treffpunkte sind die gleichen wie die der SA?- Ava Genossinnen und Genossen müssen erscheine»! Sämtliche Gruppenvcranstal-. tungen fallen aus.— Donnerstag, 8. Mai, 19(3 llhr pünktlich. Arb.iis» ausschußsitzunq im Bund freiheitlicher Studenten, Albrechtsir. 11, Räche Bahsi. Hof Friebrichstraße.— Die Gruppenleiter liefern dl« Berlchtsbogen für Aprff bis spätesten, 5. Mai dem Genossen Willy Llljeberg, Johannisthal, Weststr. 9. ab.— Achtung. Kassierer! Abrechnung der Monatsbcitrage usw. in diesem Monat am Dotrnerstag, 10. Mai, in der Lindenstr. 4. Die Beiträge können auch direkt an den Genossen Bar«. Antwerpener Str. 40, eingesandt werden.— Alle Genossen und Genosfinnou stellen sich in den kolwmnten Wochen restlos den Partsiabteilungen zur Wahlarbeit zur Perfügung. Für Fahrten ist Wahl. maierial in den Bezirkssekrelarialen Berlin»nb Branbenburq zrr Berterlun-, auf den Dörfern ,u haben.— Gruppe Rel»ick«»d-rs.c»st. Moniaa. 30. Ap?>!. fällt der Gruppenabend au,. Dafür Beteiligung an der Demonsirot'on deo SAI. in Schöncberg.— Gruppe WUmersborf. Montag. 30. April, kein Gruppenabend. Wir treffen uns dafür 19 Uhr rn der Wohnung de, Genossen Kurt Mendelsohn, Eichkamp. Straß« O. 7, Nr. 78, zum zw-raatofen Be.. fammcnsein oder 18.45 llhr Bahnhof Eharlottenburg, Bahnsielg v. Am i. Mo: beteiligen wir un» geschlossen an der Maifeier in Wilmersdorf.— Grvppa Schöncberg. Wir treffen uns 8 Uhr Stettiner Vorortbahnhof.— Gruppe Weißensee. Heute, Sonntag, beteiligen wir un, an der Fahrt de« Veztrk». jugenbamtes ziach Brieselang. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Meißen'««.-- Montag..30. Aprich Beteiligung an der Demonstration der SAI. Nächste,: Heimabend«rlt Sonnabend, 5. Mai. Arbcilsgemelnschasi der Sinderfreunde: Tempelhos- Dienstag, l. Mai, treffen wir UN» 9 Uhr In Tempelhof, Dorf- straße. zur Maifeier und nicht, wie im Flugblatt angegeben, üt Neukölln. — Gruppe St-qlid Wir treffen un» Dienstag, l. Mai, im Parkrestaurant SUbende zur Maifeier.— Gruppe Südost. Dienstag, l. Mai, treffe» sich alle Kinder und Helfer um 9sii llhr im Jugendheim Brizer Straße. «Sterbetafel der Groß« Berliner Partei« Organisation 20. Abt. Unser« langjährige Genossin Luise Eteinkopf ist am 25. April plötzlich verstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung Montag, 80. April, vormittags 9(h Uhr. im Krematorium Eerichtstraße. Rege Beteiligung mir Fahnen und Bannern erbeten. 27.«dt. Unser Genosse Alfred Oopakslsi, Eantianstraße. Sportplatz, ist tm 48. Lebenssahre nach langem Leiden verstorben. Ehr« seinem Andenken, Be- erdigung Montag,.30. April, 13(4 Uhr, auf dem Dreifaltigkeitsfricdhof in der Bergmannstraße. Wir bitten uui rege Beteiligung. tllLreir Beintonte Oolci waren __ im___ Simenvaren— zu bekannt billigen Preisen— Betledie I LHvs SZevven brauchen Naldvameni »In Psianzenproduht von grober Heilwirkung, di« naüirvche N-rven- Medizin««gen nervös« Slörnnaen, Erregungen, unruhigem Schlaf. St-Iosiostxkeü, Schwindelansellen, Beklemmungen und Herzschwäche, di» nach neuester Forschung die Grandurlach« vieler körperlicher und Nervenleiden ist. Wirkung überzeu- gendu.ßcher! DorJrreiührung unter sliulchevo ähnlich. 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Dok Sud, der Südhafen, stellt eine? der schlimmsten Wohnviertel der rasend wachsenden Siadi dar. Hier ist«s, wo die Kiste zum Hau« wird, wo die Menschen hinter Wellblechvättden hausen. Noch nicht zu- aeichütieie Sinnpsreste geben Millionen Fliegen Wohnung, derseldeu Fliege, die die Santtäisbehörde von Buenos Aires sonst sehr ernst bekämpft, und in dem Schmutz dieses Wohnviertel» finden sie auch reichliche Nahrung. Für taufende Einwanderer ist dieser Dok Sud die erste Statirm. denn tausend« finden in dem Rfefenbau, der sich hoch über die niederen Hütten erhebt, Beschäftigung: viele sogar dauernde, Männer und Frauen. Das Hauptgebäude erhebt sich sechs Stockwerke hoch. Und im vierten Stock ist der eigentliche Schlacht- betrieb. Eine wächtige Treppe, di« man schon von weitem steht. führt zur Höhe de» vierten Stockwerke?. Keine Stuten. Es ist eine ziemlich steil ansteigende Biehtriebstraße. di« letzte Straße, di« da» Bieh gehen muß, ehe es ans Messer geliefert wird. Menschlich« Findigkeit hilft nach, aus daß da» Bieh diesen Weg Neher gehe. Der Eisregen als Peitsche. Nisten sind weite Hürden, in denen das Bieh zusammengetrieben wird. Gauchos zu Pferde halten Zucht lind Ordmmg und sorgen dafür, daß Vieh, das die Reife nicht überstanden hat und m der Hürde zusammengebrochen ist, weggeschafft wird. Immer wieder reiten sie die Hürden ab. Mitten drin in der gehörnten Herd« der eine Mensch ,zu Pferde, und ängstlich weicht alles Bieh vor seiner Peftsch« au«. Gauchos treiben die Rinder auch fti den letzten Koppel, der mrr einen Ausweg hat, den zu einer scheinbaren Tränke. Gern geht das Vieh zum Wasser, das st« von der Steiltreppe trennt: kaum stird sie aber im Wasser-, so rieselt es eistgkatt über ihre Leiber..Künstlicher Eisregen wird hier zn? Peitsche. Die Tiere streben gern weiter und betreten nun die Todestreppe. Dar Oeikhmnmel. Seitlich führt ein schmaler Steig für die Schafe zur Höhe der Schkachthalle. Bei den Schafen hat es der Mensch einfacher. Er braucht kein« Lock- und Reizmittel, nicht Tränke und Eisrege«, er braucht nur Leithammel, und deren hält das Frigorifico ein Dutzend etwa in Borrot. Ihre Aufgabe ist es., die dummen Schafe immer wieder cm« Messer ,zu liefern. Die Leithammel ssnd die einzigen, die den Weg wieder zurück machen und die dann unten in den Arbeitspausen friedlich grasen dürfen. Ihre Artgenossen find indes schon längst als zuckend« Leiber� den Weg des lebenden Bandes gegangen, der ihr letzter war. Schon auf der Treppe öffnet sich eine schmale Pforte. Kaum ist das Tier durch,«nrd ihm um die Hinterbeine ein« Kette geschlagen, und im nächsten Augenblick schon wird das Tier von elektrischer Kraft hochgezogen und zappelt nun, Kopf abwärt«, von der Kette in einer Schiene geführt, dem Messer entgegen. Die Schiene biegt links ab, und schon sticht der Schlächter dem zappelnden Tier den Hals durch. Tier um Tier, alle sechs Sekunden eines, zehn in der Minute, sechshundert in der Stunde, sünsicnifend im Achtstundentag, lind die zuckenden Leiber gehen in der Roll« weiter, kaum«ine Minute später ist das Tier ohne Kopf und ohne Fell. Und tausend Hände schaffen weiter, bis alles„verarbeitet* ist, was an dem Tier wertbar ist, und es ist alles wertbar, bis zu den Knochen und Klauen und dem feinen weißen Leder, das, zu Glaceleder verarbeitet, die Hände der Modedamen davor schützt, daß sie rauh werden. Wer denkt bei Gl&kähandschuhen an die schier unendliche' Reihe zuckender oder bereits ausgebluteter Schafleiber' Auch die Lamm- fellfättel der Argenttnier bekommen hier den Rohstoff, und in dem Wollhaus, das dem Frigorifico angegliedert ist, sehen wir die Riesen- ballen gepreßter Schafwolle, bereit zur Verschiffting. Von dem ge-. schlachteten Tier geht buchstäblich nichts verloren, alles, alles wirb verwertet, und der letzte Abfall dient nach als Tierfutter oder Düngstoff. Ein Bureaufeaf d« Messers und ein Mörder. Der Lawmfchlächter ist ein Bureaukroi des Messers. Mit der Pünktlichkeit einer Uhr rnachi er in der Mimst« so sein« zehn Stiche in di« Lammhäls«, wie«in Bureaukroi der Feder seine zehn Wörter schreibt. Anders der Mann beim„Hannner'I Der Hammer? Was ist das? Da mir unseren Führer nach der täglichen Arbeftszeit fragen, taucht diese? Wort zum erstenmal auf.„Der Hämmer arbeitet van 5 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags, wenp genug Tiere ba sind* Jetzt, ha wir das Lammstechen glücklich hinter»ns habe'?, führt uns der Befriebsleiter über bbrtigen Boden.zmn„Hammer" Da stehen mir auch schon vor einem Hokzverschlag, in den e'm kleine» Viereck geschnitten ist Durch dieses sollen wir schauen. W>r ahnen, was unser harrt. Auf erhöhtem Platz steht drinnen ein mu»kulös«r Mensch mit entblößtem Oberleih. Blutbcspritzt. Mit beiden Händen schwingt er einen langstieligen schweren Hammer und läßt ihn auf den Kopf eines Riesenochsen nicdersaufen. Der aber hält stand. Er wendet sich, er sticht in der Enge des Der- schlage-, in den er geraten ist, einen Ausweg. Er versucht sich auf- zirfiekken, da saust ein zweiter, mrd wemfis not tut. em dritter oder inerter Schlag nieder, bis es betäubt hinsinkt im Verschlag und dann, nachdem eine Schub wand gehoben ist, auf den eigmHtchm Schlachthoden hinunterkollert. Dumpf fällt der Tierleib auf den blutüberströmten Boden der Schlachthalle. Im nächsten Augenblick hat es schwere Ketten mn die Hinterbeine, und schon wird der Riefenleib hochgezogen, und schon setzt der Schlächter das Messer an die Kehle, imd schon strömt da» warme Blut in di« Rinne, hin zu der Blutleitung, die ins Värterre des Hauses führt, wo das Blut weiterverwertet wird. Das Tier aber wird nun„verarbeitet*. Bon Hand zu Hand trügt die in einer Deckenfchlen« laufend« Rolle das Tier. Zuerst den Kopf weg, dann die Haut abgezogen, dorm den Leih in zwei Hälften schneiden, hacken und sägen. Von Hand zu Hand geht das Tier, bis die Fleischteil« endlich gereinigt und gewaschen in weiße Etoffsäcke eingeschlagen in die Gefriertannner wandert, während alles übrig« noch einer besonderen Reinigungsarbeit unterzogen wird. Der Mensch braucht Leder. Tier- haare. Trink- und Hifthörner, Ochsenfehnen und Seife— eine Seifenfabrik wird jetzt den vielen Betrieben des Frigorisicos als letzter Betrieb angegliedert—, der Mensch braucht aber auch Knochen für Svaziersiack- und für Handgriffe feiner Damenschirme, und«ich Wursthäute braucht der Mensch und feine Darmsaiten, ani daß in seiner Seele zartere Melodien klingen könn-.'n als das Gebrüll gehämmerter Ochsen. Das Restaurant zur Aliegenburg. Die Mttagfiunde schlagt. Rasch die Hände vom Blut gereinigt, das Arbeftskleid abgcftreif! und hinaus. Zluf dcm Damm zwischen zwei Sümpfen verteidigen die Händler ihre in offenen Köchen liegenden Würste gegen Millionen Fliegen. Einige offen« Büschen- schänken mit roh gezimmerten Tischen sind auch da. Hier in diesem .Restaurant zur Fliegenburg* müssen die Tausende ihren Hunger füllen, die vormittags über in dem großen Schlachthaus hart ge- arbeitet haben. Der sehr löhliche Plakatkampf gegen die Typhusfliege— wie in Amerika die Stubenfliege genannt wird— allein genügt nicht. Alle Hygieniker der schönen Stadt Buenos Aires sind darin einig, daß es nicht nur eine sozialpolitisch notivendige Hanfc- l»ng wäre, den Arbeftern der Frigorisicos endlich menschlich« Speisehallen zu bauen, sie meinen, daß dadurch auch die Typhus- gefahr herabgemindert werden nn�i letzten Endes auch die Lust gehoben werden könnt«, nach Argentinien auszuwandern. Der gute Lohn allein macht es nicht. Die Hinrichtung. Von Richard Huelfeubeck. Es bandest sich hier mn drei ziemlich gi-tzchaulttge Menschen. deren einzig« Besonderheit dorm besteht, daß sie entfernt von aller Zivilisation und menschlich gewohnter Lebensführung NN afrika- nifchen Busch ihrer Arbeit nachgehen. Name» wen sticht» zur Sache. wir wollen sie aber doch nennen, damit sich die Leser ein besseres Bild von den handelnden Charakteren machen können. Nicht weit von den Quellen de« Buk« River, sief in Portugiesisch- Ostafrika lebten Frank Anderson. Gustav Heller und Bart Gul- branfon als Farmer. Ob der Landbesitz der drei groß oder klein war, li«ß sich nicht feststellen, jedenfalls steckte ihn kein Zaun ab, keine Wegwarte zeigte an. wo der Acker Andersons aufhörte und di« Sisakpffanzung Heller» anfing. Di« drei rodeten, pflanzten und bauten, wo es ihnen in den Sinn kam, sie einigten sich Über notwen- dige Grenzen und Wege, aber immer hielt sie«ine Art Gemein- schastZgetühl zusammen. Nie zeigte sich in dieser Gegend«n, Re- gierungsbeamter, die eingeborene Bevölkerung war feindlich und freundlich, ohne daß man sich allzusehr darum kümmert«. Di« wilden Tiere kamen manchmal bis auf di« Veranden der offenen Bungalos, man schoß sie, wenn man es für richtig hielt. Man ließ sie auch laufen, Löwen und Leoparden gehörten hier zum täglichen Leben so wie die tropischen Gewitter, die Moskitos und die Malariaanfälle. Frank Anderson und Gustav Heller waren früher Elefanten- sager aewcsen, Bart Gulbranson hatte eine unbestimmte Bergangen- heb Frank Anderson behauptet«, er fei der Sohn einer portti- giesifchen Tänzerin und eines schwedischen Segeffcstiffma trafen, aber niemand konnte sagen, ob diese Behaupwng der Wahrheit entsprach. Man war im Busch daran gewöhnt, nicht nach der Lergangenheit der Menschen zu fragen, mit denen man zusammentraf, und es gast als sine schwere Verletzung der Bufchetikette, wenn man sewanden nach persönlichen Dingen aushorchte. Die drek Farmer hatten sich zufällig in dies« wektcrttlegenen Gegend kennengelernt. Man war in« Gespräch gekommen, hatte auf Gott, die Welt und die schlechte Jagd geschimpft und fchsteßlich beim 5 schr früh offentet- stch die Eigenart seine»«es«» und die Kraft und Tief« seines Geistes. Schon der Fünfjährige versucht,«in Theaterstück zu dichten. Alles Spiel verwandelt sich bei ihm schnell zu finnvollem Tun. Rastlos arbellet er an seinen Aufgaben, als deren höchst« ihm die Gestallung seiner Persönlichkeit erscheint. Dabei war er der Well nicht abgewandt. Ihr mit jeder Faser seine» jungen Lebens hingegeben, horchte er in fie hinein— ging dann in sich zurück und formte seinen Geist. Was ihm leicht fällt. spornt ihn nur zur Steigerung seiner Aufgaben an. So stark wie seine Urteilsfähigkell und kritische Begabung ist sein Trieb zur Selbsterkenntnis. Ausgeglichenheit und Gsschlossenheit war sein Ziel. Dabei war er ein Polytheist— ein Göttergläubiger. Das entsprang seiner Liebe zur Antike. In der Arbeit war er manchmal hemmungslos. Sich hinsetzen und„drauf los schuften" wurde ihn: zur wilden Lust, schentte ihm eine besonders tiefe Befriedigung. wenn es einen besonders zähen Stoff zu bewältigen gall. Schon mit zwölf Iahren beginnt er eine umfangreiche, großangelegte Arbeit über den Staat. Von eisernem Willen—»„ohne ihn ist nichts!"— beseell, wirst er sich seinen Aufgaben entgegen. Bei allem verläßt er sich auf sein inneres„Daimomon", sein« inner? Stimme. Ist heiß bemüht, noch der eigenen Erkenntnis zu leben. daß das Größte am großen Menschen immer er selbst und nicht sein Werk ist. Mit knapp vierzehn Iahren beginnt er National» ökvnomi« zu studieren, weil sie der„Grundstock aller Polllik und Wirtschaft" ist: Otto Braun wächst und reift. In seinen Tage- büchern, die er schrieb, um vor sich selbst— Tag für Tag— Rechenschast abzulegen, ist eine Fülle von Gedanken und Erkenntnissen gebannt. Rein und edel die Gedichte. Da kommt der Krieg. Mit Homer und Hölderlin im Tornister zieht er in, Feld. Ist tapser und— bald als Führer— beliebt� bei den Kameraden. Läßt sich von den reitenden Jägern zur Infanterie versetzen, um vor allem von den„Etappenschweinen" fortzukommen. Bewundernswürdig, wie er den Geist dem Willen unterwirft: unbekümmert um die blutige Not um sich arbeitet er an seinen Büchern, von denen er sich immer neue nachsenden läßt. Nach seiner Verwundung geht er wieder— zum zweitenmal freiwillig— an die Front. Am Abend des 28. April 1918 schreibt er seinen letzten Brief. In ihm heißt es:„Wie ich schon bei meinem diesmaligen Ins-Feld-Rücken das Gefühl von einem großen Wechsel hatte, der mich erwartete, so auch jetzt. Es ist so schön: die Zukunft ganz undurchsichtig, und man kann sich allerlei bunte Farben und Zauberlandschaften hineinmalen." Die.Lauberlandschast" zerriß ein« berstende Granate— Ott» Braun sank ins Schattenreich. Berloren wir einen Dichter? Odrr einen Staatsmann? Menschliches Ermessen läßt da» Letzter« ver. muten. Das Schicksal hat die Frage unbeantwortet- gelassen. Das aber war das schon Pollendete an ihm: der Wille, höchste» Menschen- tum zu entfalten. Was ihm die Götter in die Wieg« gelegt hatten. macht« er erst durch eigene Arbeft zu seinem Eigentum. Einem ehernen Vorbild gleich, steht Otto Braun vor dem jungen Deutsch- land. Ein Genius sank dahin, dessen Glanz sieghaft die Rocht des Todes durchbrach... AlfredFritzsche. Die WellprodukNon an Gold. Im Jahre 1927 wurden aus der ganzen Erde etwa 600 000 Kilogramm Gold gewonnen; dies« Meng? vepräsentiert einen Wert von zirka IJÜ Milllarben Mark. Obgleich dieser Bettag die Höhe von 1918 mtt annähernd 2 Milliarden Mark noch nicht wieder erreicht, zeigt die Kurve der Goldgewi nnuvz dock? ein ständig ansteigendes Bild. Dos schlechteste Jahr seit dem Wiedereintritt normaler Verbältnisse dürste 1922 mft einer Fördc- rung von 1,1 Milliarden Koldmark gewesen sein. »«um m LEIRZIO IN «iiii CHEMNITZ. MMWM «pjPlAIIEN BAYREUTH m m m FURTH m wmmmm <■■■''*■ �itv Berlin. Eigeixe KLeideriabnk. «MOd. SVerl&au&e stellen. * Sakko- Anzus__ ▼lot, flotte 2rh. Ver-lrteitunf. 48.- Sakko-Anzug£*»£?££ 50__ täno. In 1- o. Sri. mod. Form 00—«#7a Sakko-Anzug äq_ heü u. Uodeaohnitt uaorreichi 70, W 7 a Sakko-Anzug STSM: QnaMtitaa mit»ehrfarb. Deberkuro, Sd Z_ Ai« Humonl« T.ldoi« n. Farbe 08. waZa kennt man. die gute Manes-Kleidung ihre Eleganz und PreiswürdigketL Vir unterhalten in Berlin eine eigene groHc Klcidcrfabrik und 15 eigene Verkaufsstellen in Berlin und im Reich '» Sakko-Anzug a,�te'h�?a�i OQ- in PaSform, Ersatz für MaCarbclt 123.- IV 7a Ca-a/M-t A a«-*l tft der beliebt« Anruf für dpOn-AHZUg Sport o. 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