BERLIN Montag 30. April 1® Pf. Nr. 204 B loi 45. Jahrgang. Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendauigabe des.Vorwärts". BejugSpreis beide Ausgaben 8� Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion undExpedition: D«rlinSW68,Lindensir.3 SjtaJautyajße xlei> yjVnWtisfa AnzetgenrretS: Die einspaltige Nonrareillezeile 80 Pf., Reklamezeile ü M. Ermäßigungen nach TariL Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 3753«. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Die Entscheidung in Krankreich. Glänzendes Abschneiden der Sozialisten.— Die Kommunisten verhelfen der Reaktion zum unerwarteten Erfolg. F'*' V. Sch. Paris, 30. April.(Eigenbericht.) Der zweite Wohlgong hat den erwarteten Ruck nach links gebrocht, den das Zusammengehen der Linken erwarten ließ. Dieser Umschwung gegenüber dem ersten Wahlgong wäre noch viel stärker in die Erscheinung getreten ohne die verräterische Taktik der Kom- munisten, die gerade in ausgesprochen proletarischen Gebieten, namentlich im Norden, in einer ganzen Anzahl von Wohlkreisen einen skandalösen reaktionären Sieg über den sozialistischen Arbeiter- kändidoten ermöglicht hat. Dennoch hat die Sozialistisch« Partei sehr gut abgeschnitten, in verschiedene« Gegenden sogar glänzend. Gie kehrt trotz schmerzlicher Verluste in die neue Kammer st ä r k e r zurück, als sie bei der Auslösung der letzten Kammer gewesen war. Auch die Radikalen und s o z i al ist rschen N epublikaner haben sich gut behauptet. Die Rechte verdankt es lediglich den Kommunisten, daß ste im zweiten Wahlgang einer schweren Nieder» läge entgehen konnte. Die Kommunisten haben gerade noch die Hälfte ihrer Mandate retten können, eine verdiente Strafe für ihre schändliche Haltung. Das ist in ku»zen Zügen das Ergebnis der französischen Wahlen, das zahlenmäßig nach den um 5 Uhr morgens vorliegenden amt- lichen Resultaten, die nahezu vollständig sind, wie folgt feststeht: Der 1. Mai ist da! Sozialisten Sozialistische Republikaner.. Radikale........ Gemäßigte Radikale(Coucheut) Linksrepublikoncr(Poincarö). Republikanisch klerikale Rechte (Marin)....... konservative und Royalisten. Elsässische Aulonomistcn... In Paris und Umgebung hat die Reaktion ihren Erfolg vom SS. April vervollständigen können, aber nur dank den Kommunisten, die in mindestens vier Fällen die Wahl der Sozialisten, darunter von Longuet und vom stellvertretenden Generalsekretär der Partei S t v e r a c verhindert hoben. Insgesamt wird das Seme- Departement(Paris und Bannmeile) 4 sozialistische Abgeordnete zählen. Die Kommunisten haben in ihrer Pariser Hochburg eine fürchterliche Niederlage erlitten. die ste stch selbst zuzuschreiben haben. Unter ihren Geretteten be- finden sich die vier verurteillen Kandidaten Cochin, Doriot, M e n e t r i e r sowie D u c l o s, dem seine 30 Jahre Gefängnis zugute gekommen: Duclos konnte aber offenbar nur mit Hilfe zahlreicher Rechtsstimmen gewählt werden: denn die Reaktion hatte in letzter Stunde die Parole ausgegeben, für ihn zu stimmen, um Leon Blum als den gefährlichsten Gegner der kapitalistischen Bourgeoisie um jeden Preis zu schlagen. Im übrigen haben die Kommunisten eine Reihe empfindlicher Verluste gerade in der Hauptstadt erlitten: einer ihrer größten Maulausreißer Vaillant- Ö' o u t u r i c r ist auf der Strecke geblieben, ebenso der ehemalige Anführer der Meuterei der französischen Schwarzmeerslotte Marthy. Sehr bemerkenswert ist aber das vollständige Auseinanderlaufen der kommunistischen Wähler in der Provinz. die in vielen Fällen sich um die offizielle Parole ihrer Partei einfach nicht gekümmert haben und zum Teil in genügender Anzahl für die Sozialisten gestimmt haben, um der Reaktion den Weg zu versperren. Nur in Paris und im Norden ist diese Rebellion gegen den Mostauer Utas nichl in genügendem Maße eingetreten, sonst hätte die Rechte mindestens 25 Mandate weniger jmb dafür die Linke, vor allem die Sozialisten, entsprechend mehr Mandate erhalten. Bemerkenswert ist z. D. die Wahl des G-neralsekrefärs der Sozialistischen Partei Paul Favre im Industrierevier von Le Creuzot. Dort haben von 1300 kom- munistischeu Stipunen im ersten Wahlgang rund 1000 Stimmen für Die Welt steht in Blüten— auf zum Maifeiertag der Arbeit, zur Kundgebung in Treptow l Die„Bremen-Flieger in New Uork Fortsetzung aus der 2. Seiles New Port. 30. April. vi« Ankunft der Flieger der.Bremen" in New Port gestaltete sich zu einem Triumphzug. Lange vor Eintreffen des Zuges sammelte sich trotz de» Regenwetters eine riesige Menschenmenge in der Umgebung des Pennsylvania-Bahnhofs an, die von einem gwaltigen Polizeiaufgebot in Schranken gehalten wurde. Auf dem Bahnsteig hatten sich Bürgermeister Walker, weitere Vertreter der Stadtverwaltung, die Flieger Ehamberlin, Bolchen und Byrd sowie eine Anordnung der Staatsmiliz von Massachusetts mit einer Einladung des Gouverneurs Füller zu einem Besuch in Boston eingesunden. Sobald der Zug hielt, begab sich Bürgermeister Walker in den Salonwogen und begrüßte die Flieger der.Bremen", die sich sodann zahlreichen Blitzlichtausnahmen zur Verfügung stellten. Walker begleitete die Flieger ins Rih-Earlton-hotel. Das Empsangs- komitee, die Zeilungsberichterstatter, Photographen und die anderen zum Empsang Erschienenen folgten in IS städtischen Autos. Zm Hotel sprachen die Flieger, von Ehamberlin dem Radiopublikum vorgestellt, durch ein dort ausge- stetlte» Mikrophon. Auch Bürgermeister Walker, Konsul Heuser und andere hielten Ansprachen. Die Ansprachen wurden von Ehenectady und Pittsburg nach Deutschland übertragen. Es folgten weitere Blitzlichtausnahmen. dann Interviews zahlreicher Reporter. Köhl erklärte u. a.: Wir senden Monteure nach Labrador, die den Motor der.Bremen" untersuchen sollen. Falls sie slug- tüchtlg ist. gedenken wir in etwa 10 Tagen mit der„Bremen" nach New Bork zu fliegen, um dann die Möglichkeit des Rückflugs nach Deutschland zu erwägen. Aus Grund der Erfahrungen des.Bremen"-Flugs werden an der .Bremen" verschiedene technische Neuerungen vorgenommen wer- Kslldmora Stil Her Bericht 2. Seite* den, u. a. die Anbringung eines Funkapparats und eines Sextanten. Der Kompaß war zuverlässig. Die.Bremen" ist durch magnetische Störungen in der Nähe von Labrador nach Norden a b g e- trieben worden. New Park. 30. April. Die.Bremen"-Fli«ger sind unausgesetzt Gegenstand des höchsten Interesses. Uebevall, wo sie sich zeigen, folgt ihnen eine Schar un- erniüdlicher Bewunderer. Sie waren am Sonntagabend Gäste des Bürgermeisters Walker in der Metropolitan- o p e r, wo der größte New-Porkcr Theaterklub, der Lambeklub, seine alljährliche Aussührung veranstaltete. Schon auf dem Wege zum Theater wurden die Flieger mit Zurufen begrüßt: im Innern des Theaters brachten ihnen die anwesenden 4000 Menschen ein« minutenlange Kundgebung dar. Di« heutigen Morgcnblätter brin- gen zahlreich« Bilder von dem Empfang der Flieger beim Kardinat Hay, der sich inmitten der Flieger photographieren.ließ, nachdem er ihnen sein« Freude über ihren Besuch ausgesprochen hatte. Neues Beben auf dem Balkan. Sofia. 30. April.(Eigenbericht.) Am Sonnabend gegen 20 Uhr verspürte man in ganz Bub garien einen neuen, ungewöhnlich starken Erdstoß Nach dem Seismographen-befindet sich der Erdbebenherd 2 0 0 k i l o- meler südöstlich von Sofia an der Bahnlinie Ischirpan Omurowo. Der Erdstoß war. am stärksten in den Ortschafter Philippopel. Starasagora und haskowo zu spüren wo kurz daraus zwei schwächere Beben mit unterirdischem Donne, folgten, der die Beslürzung der Bevölkerung erhöhte. Der Garnison, kommandant von Philippopel meldet den Einsturz zahlreicher, vor früheren Beben beschädigter Häuser. Nienschenopfer sind bis her nicht zu verzeichnen. Rom, 30. April. Dos Seismographische Institut in Rom hat gestern nachmittaz ein Erdbeben!n der Umgebung Roms verzeichnet, das jedoch fr leicht War, haß es laum von der Devölkerang verspürt wurde. Raubmord auf Ein Torwächter ermordet Ein Kapitalverbrechen ist heule früh gegen 4 Uhr in der konlrollwörlerstube an der Nordkurve der Avus- bahn verübt worden. Der 33 Jahre alte Wächter William S e l l e n t h i n wurde nach einem heftigen Kampf durch mehrere pistolenfchüffe getötet und feiner Bar- fchaft, die noch den Ermittelungen etwa!S Mark betragen haben muh. beraubt. Die Verbrecher sind unbekannt. Die Wächterstube liegt an der Ostfeite der Nordkurv« unter Restaurationsräumen, mit denen auch die Kassenräume verbunden sind. Die Wohnung des Wächters, der verheiratet und Vater eines Kindes war, liegt im Verwaltungsgebäude. Di« Wächter auf beiden Enden haben die von den durchfahrenden Autos zu erlegenden G e- bühren zu kassieren, die fast stündlich an die Kasse im Ver- waltungsgebäude abgeliefert werden. Sellenthin, der schon sieben Jahre im Dienste der Avus stand, löste abends um 11 Uhr seinen Kollegen ab und bezog seinen Posten, auf dem er bis 7 Uhr morgens bleiben sollte. Von 11 Uhr ab ist der Verkehr aus Berlin heraus nur noch schwach, so daß seine Einnahme verhältnismäßig gering gewesen sein kann. Sie wird auf etwa 15 Mark geschätzt. Die eigentliche Wächterstube, die als Einrichtung nur einige Stühle, ein Pult, einen Tisch und mehrere Telephonapparate ausweist, liegt unter dem Bogen und ist zugänglich durch einen Vorraum, in dem Reinigungsgeräte, Besen und dergleichen, aufbewahrt werden. Nach der Fahrbahn zu hat sie ein großes Schiebefenster, durch das beide Rundungen übersehen werden können. Wenn der Wächter am Fenster sitzt, ist er durch die Scheiben von draußen zu sehen. Heute srüh kurz nach 4 Uhr wurde der Wächter der Südkurve, Richard Ehrecke, von der Nordkurve her durch den internen Apparat ange- rufen. Als er den Hörer ans Ohr nahm, hörte er schwache Hilferufe und undeutliches Gestammel. Er ahnte Unheil und rief das nächste Polizeirevier an. Gleichzeitig beobachtete er einen Kraftwagen, der, von Berlin kommend, nach Nikolassee zu hinausfuhr. In der Annahme, daß etwas vorge- fallen fein müsse, merkte er sich dessen Erkennungsnummer. Als die Beamten des Reviers von der Südkurve erschienen und nach der Nordkurve eilten, trafen sie dort das Ueberfallkommando des Reviers von der Nordkurve. Sellenthin hatte, bevor er seinen Kollegen anrief, den Außenapparat abgenommen und der Beamtin „Ucberfall" zugerufen. Auch die Beamtin konnte nichts weiter verstehen als den Alarmruf. Das Ueberfallkommando und die anderen Polizeibeamten übersahen sofort, daß ein schweres Ver- brechen verübt worden war. Sellenthin lag in der Wächterstube in einer großen Blutlache dicht an den Telephonapparoten. Ohne Zweifel war er durch mehrere Schüsse niedergestreckt worden. Das Ueberfallkommando alarmierte die Mordkommission des Polizei- Präsidiums. Nach kurzer Zeit erschienen am Tatort der Ehef der Kriminalpolizei, Regierungsdirektor Dr. Hagemann, der Leiter der Inspektion A, Kriminalrat Gennat, die Kommissare Albrecht und Salaw mit ihren Beamten, der Leiter des Erkennungsdienstes, der Avusbahn. und beraubt aufgesunden. Kriminalrat Gay, und mehrere Beamte mit Suchhunden. Während der Feststellungen kam auch noch der Minister des Innern. Grzesinski. Der Tatbestand wurde photographisch festgelegt. Ein sosort angesetzter Suchhund, dem im Zimmer Witterung gegeben wurde, führte über die Avus hinweg, durch die Restaurationsräume. am Gedenkstein vorbei aus die andere Seite der Avus nach dem Verwaltungsgebäude zu in der Richtung des Funkturmes. Aus dieser Fährte kann geschlossen werden, daß die Verbrecher vielleicht nicht mit einem Auto gekommen sind. Sie mögen es vielleicht zuerst auf das Verwaltungsgebäude abgesehen gehabt haben. Nachdem sie von einem Einbruch in dieses Abstand genommen hatten, werden sie sich der Wächterstube zugewandt haben, weil sie hier noch die Einnahmen vermuteten. Es kann aber auch sein, daß man es mit Automobil! st«n zu tun hat und daß diese zunächst einen Mann vorgeschickt hatten, der gleich mit dem Wächter in einen Kampf geraten ist. Der erst« Schuß ist von draußen her durch die Scheibe abgegeben worden. Die Kugel hat Sellenthin in die Hand getroffen. Das veranlahte den Wächter, das Ueberfallkommando zu alarmieren und seinen Kollegen auf der Südseite anzurufen. Daraus und aus der großen Aufregung erklärt sich das unverständ- liche Gestammel. Während Sellenthin noch am Apparat stand, um nach der Südkurve zu sprechen, drangen die Verbrecher nach dem ersten Schuß schon in den Vorraum ein und feuerten von hier aus weiter« Schüsse aus ihn ab, die ihn tödlich trafen. Vermutlich hat er auch auf seine Angreiser geschossen, das steht aber noch nicht fest. Im Vorraum sind bisher fünf Patronenhülsen gefunden worden, die von einer Selbstladepistole ausgeworfen sind. Eine Zeugin des Verbrechens, die dem Tatort am nächsten wohnt, ist das Büffett- fräulein Käthe Prüll, deren Zimmer über der Wächterstube liegt. Gesehen hat diese nichts, dagegen die Hilferuf« und die Schüsie gehört. Sie glaubt auch gehört zu haben, daß Sellenthin rief:„Mein Finger ist abgeschosienl" Aehnliches glaubt der Wächter der Südkurve am Apparat gehört zu haben. Die Direktion der Avus und die Krimi- nalpolizei haben auf die Ergreifung der Verbrecher je eine Beloh- nung von 1000 Mark ausgesetzt. Am Tatort ist soeben auch der Gerichtsarzt Prof. Fränkel eingetroffen, um die Leiche genauer zu untersuchen. Die Bahnwächter tragen die Gebührenscheine mit dem Gelde, das sie einnehmen und einem kleinen Betrag an Wechselgeld in Ledertaschen nach Art der Straßenbahnschasfner. Eine solche Tasche hotte in der vergangenen Nacht auch Sellenthin. Sie ist geraubt worden. Ihr Inhalt an Geld kann etwa 15 M. betragen haben. Sie enthielt auch noch den Gebührenscheinblock. Es ist möglich, daß der Raubmörder diese Tasche alsbald geleert und irgendwo weggeworfen hat. Es ist eine schwarze Rindleder- tasche. Ihr gelber Bügel hat einen Druckknopf. Die Tasche ist mittelgroß und wird an einem Lederriemen über die Schulter ge- hängt. Dieser Riemen hat ebenso wie die Straßenbahncrtaschen ein kleines Näpfchen mit Schwamm, an dem die Wächter beim Abreißen der Scheine ihren Finger anfeuchten. Die Wahlen in Frankreich. (Fortsetzung von der 1. Seite.) den Sozialisten gestimmt und sxine Wahl gegen den Kandidaten der Arbeitgeber ermöglicht, während nicht einmal 1300 sich um die offizielle Parteiparolc gekümmert haben. Aehnliche Erscheinungen sind aus den meisten ländlichen Bezirken Mittel- und Südfrankreichs zu verzeichnen, die Reaktion hat dort insolgedesicn eine schwere Niederlage erlitten. Anders leider im Industriegebiet des Nordens, dem französischen Ruhrgebiet. Dort ist es der Kommunistischen Partei gelungen, immerhin so viele ihrer Anhänger bei der Stange zu halten, daß in mehreren Fällen der Kandidat des Industriekapitals gegen den Soziali st en gewählt wurde. Ganz besonders schändlich hat sich diese Taktik in der traditionellen Hochburg der französischen �Arbeiterschaft Rauba ix bei Lille ausgewirkt, wo zum ersten Male seit Jahrzehnten der Vertreter der Arbeitgeber gewählt werden konnte, weil der Kommunist durch die Aufrecht- erhaltung der Kandidatur den Sieg des langjährigen sozialistischen Bürgermeisters und Abgeordneten L e b a s oerhinderte. Es gibt allein im Norddepartement mindestens ein halbes Dutzend Fälle dieser Art. Die Sozialisten haben besonders in Mittel- und Südfrankreich ausgezeichnet abgeschnitten, und ganz neue Mandate auch in solchen Gegenden erobert, wo sie bisher kaum Fuß hatten fassen können. Unter ihren Gewählten befinden sich außer Paul Faure die bis- herigen Abgeordneten Renaudelin Toulon, B e d o u z e(Bürgermeister von Toulouse), M i st r a l(Bürgermeister von Grenoble), M a r q u e t(Bürgermeister von Bordeaux), P e i r o t c s(Bürgermeister von Straßburg): neugewählt sind m a. Bracke in Lille, S a l e n g r o(Bürgermeister von Lille) uf) Grumbach in Mülhausen.. Im Elsaß hat das autonomistisch-kommuniftische Wahlbündnis unbestreitbare Erfolge erzielt: einerseits konnten im zweiten Straß- burger Stadtkreis der kommunistische Dr. Maurer mit autono- nüstischer Hilfe den Sozialisten Georg Weil zu Fall bringen. Andererseits sind die Autonomisten D a h l e t in Zabern, Dr. Rick- l i n in Altkirch und R o s fe in Kalmar mit kominunistischer Hilfe gewählt worden. Die beiden Letzteren befinden sich zurzeit noch in Haft. In Straßburg-Land ist der bisherige kommunistische Abgeord- nete H u e b e r trotz autonomistischer Hilfe unterlegen. Weitere Klerikale, die�zwar keine offenen Autonomisten sind, aber mit diesen sympathisieren, sind gleichfalls mit kommunistischer Hilfe gewählt worden. Für die offizielle französische Politik im Elsaß, die sich zweifellos schwere Fehler hat zuschulden kommen lassen, bildet das elfässischc Wahlergebnis eine ernste Warnung. Das muß man auch dann aussprechen, wenn man, wie wir, stets auf dem Standpunkt gestanden hat, daß die elsässische Frage nicht mehr Deutschland, son- dern allein Frankreich angeht. An sonstigen bemerkenswerten Einzelheiten ist noch zu oerzeichnen: die Niederlage des früheren Innenministers unter Herriot, Chantemps.die sehr knappe Wahl der ehemaligen rechten Hand von Clemenceau im Weltkriege, Mandel, bei Bor- oeaux, der 1024 geschlagen war. Ebenso kehrt der sehr talentierte, aber wenig zuverlässige Abgeordnete F o r g e o t ins Parlament leider auf Kosten eines sozialistischen Abgeordneten von Reims zu- rü k o w s ti mit dem Paß eines Danziger Kaufmanns und erzählt« ihm, er sei in Wirklichkeit Leutnant im 23. Nisowskischen Infanterie- rogiment und bei Soldau g«sangen worden. Als er dem Dolmentscher des 29. deutschen Korps, Richard Skopnik, vorgeführt wurde, nahm ihn dieser unter sein« besondere Obhut, und er zeigte sich dem Skopnik dadurch erkenntlich, daß er ihm die Stellen zeigte, wo bei der Kapitulation der Samsonowschen Armee die Jahne des Keksholmschen Regiments und ebenso die Stelle, wo die Kasse de, TNsorvsklschen Regiments vergraben worden waren. Allmählich bereitet« Skopnik den Kulakowfki auf eine Spionogetätig- keik vor. und schließlich schickte die vorgesetzte Behörde Skopniks ihn noch Petersburg, Kotoksteoja 11, der Wohnung Mjassojedows und seiner Frau Solidstem. Unter anderem behaupte!« Kulakowski Kandaurow gegenüber.�baß ein Plan zur Ermordung des Großfürsten Rik'tolak R i k o l o j em i t s ch ausgestellt sei und die mit seiner Ausführung beauftragten Personen wohl schon nach Rußland geschickt worden seien. Kandaurow schickte Kulakowski nach Petersburg, wv er beobachtet wurde. Gleichzeisig wurde die Beobachtung Mjassojedows und seiner Umgebung verstärkt, ftula- kowski behauptete serner. daß seine Mission auch mit der S p r e n- gung derWeichselbrücken und der Spionage in der Festung Nowogeorgiewsk zusammenhänge. Die Beobochtüng Mjassojedows deckte nicht nur ein« kompro- mittierend« hochverräterische Korrespondenz, sondern auch sein u n- moralisches Privatleben aus. Ein Teil der Korrespondenz war chiffriert. In den Briefen seiner Geliebten, Eugenia S t o l- b i n a, kehrte öfter die Wendung wieder, daß sie sein für.chunkle Geschäfte" erhaltenes Geld ablehn«. Ferner stellt« sich heraus, daß Mjassojedow auch der Organisator der Gesellschaft für die Aus- Wanderung nach Amerika,„Nordwestliche Dampfschisfahrt", war, die ihren Sitz in Libau hatte und über große Mittel verfügte flnter dm Hauptmachern dieser Gesellschaft waren offenbar mit Spionage betagte Pechmen. Sn teefcr Zeit Mt auch der Selbstmord ' einer gawissen in der Festung Kowno gefangen gehaltenem Antonina Kedys, die in der Voruntersuchung ihre Spionagetätigkeit zuge- . gaben und ein riesiges Belastungsmateriol gegen Mjassojedow und seine Umgebung geliefert hatte. Um die Beobachtung Mjassojedows besser durchzuführen, wurde ihm im Dezember 1914 im Stab des 19. Korps eine Er- tundungsaufgabe gestellt, wobei sein Aktionsbereich durch das Dreieck Pigwischki— Mariampol— Wilkowifchli begrenzt wurde, mit der Be- rechnung, daß fein Aufenthaltsort von der nächsten Post- und Telegraphenstation viele Werst entfernt sein würde, so daß er sich dieser mit seltenen Ausnahmen nur durch Boten bedienen konnte. Zu seinem nächsten Mitarbeiter wurde ein gewisser Düster hos, ein erfahrener Beamter der O ch r a n o, ernannt. Dieser ließ, wie aus Dergeßlichteit, Briefe, in denen er Mjassojedow in jeder Weife lobte, auf seinem Tisch liegen, in der Hoffnung, daß Mjassojedow sie lesen würde. Infolgedessen war Mjassojedow überzeugt, daß Düsterhos sein Freund sei, und er übertrug ihm die Beförderung seiner brieflichen und telegraphischen Korrespondenz. So wurde die Verbindung Mjassojedows mit seinen Komplizen in S4 Städten festgestellt, und in der Rächt vom 17. zum IS. Januar wurden zahlreiche Verhaftungen in diesen Städten vorgenommen, wobei über 309 Pud Korrespondenz beschlagnahmt wurden. Die Untersuchung wurde eilig betrieben. Zu jener Zeit waren in Rußland der inner« Kampf und die politischen Leidenschaften schon entbrannt. Ueberall sah man Spione und witterte Verrat, an der Front wie im Hinterland. Di« Deutschen schürten das natürlich So erschienen an der Bsuraftont in Polen, wo die russi- schen Schützengräben von den deutschen nur 69 Meter entfernt waxen, plötzlich Plakate, die die Russen lesen konnten, mit einem Glück- wünsch, daß morgen das S. und dos 22. russische Korps an ein« andere Front übergeführt werden würden, und in der Tat k a m am Abettd aus dem Hauptquartier der entsprechende Befehl für die Uoberführung der beiden Korps, genau wie es in den deutschen Pla- katen gesagt war. Außer den, tatsächlichen belastenden Material wurden Mjasso- jedow später Totsachen zur Last gelegt, die mit der Sache un- mittelbar nichts zu tun hatten, beispielsweise, daß er 16 aus- ländisch« Orden, hauptsächlich von jetzigen Feinden, ober nicht einen russischen Orden besitze. Das Kriegsgericht wurde am 11. März 1915 von dem Intendanten der Festung Warschau, General Tur- bin, unter dem Vorsitz des Kommandeurs des 1. Turkestanischen Regiments, Sergej L u k i r s k i, gebildet, und am 18. März begann das Gericht über Mjassojedow mit der Anklage der Spionage sowohl vor dem Kriege als auch während desselben sowie mit der Anklage wegen Plünderung. Die Plünderung gestand Mjassojedow ein. So hotte er in Tilsit Sachen gestohlen, insbesondere Gedenktafeln der Zusammenkunft der Monarchen in der Napoleon ischen Zeit, ferner zu Sriegsbeginn aus vielen deutschen Städten Sachen mitge- nommcn, besonders aus dem Jagdhaus des Kaiser Wilhelm in Rominten. Der Spionage aber bekannte er sich nicht schuldig. Das Gericht verurteilt« ihn zum Tode.. Mjassojedow oersuchte sich erst mit der Feder seines Kneifers und dann an einer scharfen Porzellankante in der Toilette der Festung, in die man ihn unter Bedeckung bis zur Vollziehung des Urteils gebracht hatte, die Kehl« durchzuschneiden. General Turbin teilt« das Urteil telegraphifch dem Oberstkommandierenden mit tinfc bestätigte es. Rljassojedow wurde, da er sich wehrte, auf eiu« Bohre gebundeu. noch einem Fort gebracht und mit einem Cape bedeckt gehängt. Später hörte ich die Ansicht vertreten, Mjassojedow sei ein Opfer der Stimmung der Oeffentlichkeit gewesen, die Der- geltung und Schuldige für die Mißerfolge des Krieges fordertx, und man Hab« ihm vor Gericht nicht einmal einen Verteidiger zuge- standen. Doch hat das Kriegsgericht nach dem Gesetz weder Der- leidiger noch Staatsanwalt. Weitere Prozesse führten zur Hinrichtung von acht der Mit» beteiligten und zu lebenslänglicher Zwangsarbeit für andere, die ober später begnadigt wurden. Do Mjassojedow der Liebling und Protegä des Kriegsministers Suchomlinow war, hott« dieser Spionagsfall auch den Äurz des Ministers zur Foige. In der Re- publik wurde gegen Suchomlinow jener groß« Prozeß geführt, der viel Aufschluß über die Entstehung des Weltkrieges gebracht hat. Suchomlinow selbst, der im Zorenrußland als einer der fähigsten Heerführer gegolten hatte, lebte dann als Emigrant in Berlin, mußte sich durch... Kleben von Pappkartons kümmerlich erholten und ist hier bettelarm gestorben. Das Wunder der Lebenskraft. Ein Vortrag von Professor Hans Driesch. Im letzten Jahrzehnt vorigen Jahrhunderts begann der damals fünfuiü>zwanzigjährige Naturwissenschaftler Hans Driesch mit See- igeleiern zu experimentieren. Wie das Ausgangsstadium jeder orga- nischen Entwicklung, sind auch die Seeigeleier zuerst Einzeller. Diese eine Zelle zerteilt sich: es entstehen zwei Zellen, aus den zweien werden vier, aus den vieren acht, bis schließlich die Zahl von etwas über tausend Zellen erreicht ist. Diese Zellen sind dann wie die Oberfläche einer Kugel um einen Hohlraum angeordnet, der mit einer Mischung von Seewasser und Eiweiß gefüllt ist. Driesch bemühte sich nun, einzelne Zellen zu isolieren. Zuerst trennte er die Zellen im zweizelligeir Stadium voneinander. Später schaltete er aus dem vier- und achtzelligen einzelne Zellen aus, vertauschte die Zellen mit- einander. Aus der Zellkugel mit über tausend Zellen trennte er einzelne beliebige Stückchen heraus, bis zu der Summe von etwa 759 Zellen. In jedem Fall schritt die Entwicklung des Eies ruhig fort. Es entstand ein» normale Seeigellaroe und später ein nor- moler Seeigel von etwas geringerer als normaler Größe. Dann machte Driesch einen anderen Versuch: er verschmolz zwei Zellkugeln zu einer. Das Ergebnis war im Grunde dasselbe. Wieder ent- wickelte sich ein durchaus normaler Seeigel, diesmal aber von un- gewöhnlicher Größe. Andere Forscher wiederholten das Experiment an aiüterem Material, u. a. an Molcheiern, und kamen dabei zu den gleichen Ergebnissen. Damit hatte die von den Naturwissenschaftlern R o u x und W e i ß m a n n gestützte mechanistische Entwicklungslehre einen schweren Schlag empfangen. Die beiden Forscher hatten am Frosche! experimentiert. Taffächlich war hier, als eine der beiden ersten Zellen mit einer heißen Nadel getötet wurde, aus der anderen eine halbe Froschlarve und später ein halber Frosch entstanden. Daraus hatte man geschlossen, daß die Struktur des Ganzen, wenn auch so klein, daß sie mit dem besten existierenden Mikroskop nicht erkannt werden kann, gewissermaßen in der ersten Zelle schon in der Anlage entholten sei. Die Zellteilung hätte dann also nur das ollmähliche Ausbreiten, dos„Wachsen" dieses von Ansang an Vorhandenen be- deutet. Driesch, der mit seinem Experiment ursprünglich durchaus dasselbe zu beweisen gedachte, wurde durch den unerwarteten Aus- gang zu ganz anderen Erkenntnissen geführt. Wäre eine Urstruktur in der ersten Zelle vorhanden, so müßte die Halbierung der Zellen m jede« Stadium em halbes Tier ergebe« und jede Vertauschung von Zellen die tollsten Abnormitätenbildungen herbeiführen. Da ober jedesmal ein Tier von durchaus normalen Proportionen e«t- stand, wurde die Annahme hinfällig. Driesch schloß daraus, daß jenseits der chemisch und physikalisch zu erfassenden Vorgänge in der organischen Entwicklung noch ein anderer Faktor tätig sei: die Lebenskraft, die ordnend und zielstrebend wallet. Weshalb das Froschexperiment scheinbar das Gegenteil bewies, klärte sich später auf. Das Protoplasma im Froschei ist dick und schwerflüssig und bleibt infolgedessen noch der Tötung der einen Zelle«»beweglich in derselben Lage, als ob diese andere Zelle noch lebe. Infolgedessen entwickelt sich taffächkich nur ein halber Frosch. Dreht man dagegen die„überlebende" Zelle um 189 Grad, so daß das Proloplasmo in Bewegung kommt, so erhält man einen ganzen, normalen Frosch. Damit war endgültig der Beweis erbracht, daß di§ mechanistische Entwicklungstheorie, zu deren bedeutendsten Vertretern Weißmann und Rux gehörten, falsch war. Was allerdings die von Driesch an, genommene„Lebenskrast" eigentlich darstellt, läßt sich bis heute nicht sagen. Professor Driesch, der in der„Berliner ärztlichen Gesellschaft für Parapsychologie" jetzt einen Vortrag über.Leben. Tod, Unsterblichkeit" hielt, betont selber, daß wir uns mit der De- sinitton der„Lebenstrast" vorläufig auf dem Boden der Hypothesen bewegen. Nur die wissenschaftliche Forschung, die Bereitschaft, jede Annahme zugunsten einer wirklichen Erkenntnis umzustoßen, kann uns hier in der Erkenntnis weiterbringen. Was der Tod ist, missen wir heute ebenso wenig, wie, ob es eine Unsterblichkeit der Lebens- kraft gibt. Natürlich ist hier„Unsterblichkeit" nicht im Sinne der Religionen zu verstehen, sondern es geht dabei um die Frage, ob es eine gemeinsame Lebenskraft des ganzen Unioersums gibt, die nicht durch das Sterben einzelner Individuen vermindert werden oder verloren gehen kann. Infusorien sind ebenso wie die Geschlechter- reihen in ihrer natürlichen Entwicklung ja anscheinend unsterblich. Das Geschöpf, ohne Frage ein Teil zweier vor ihm lebenden Geschöpfe kann sich von Generation zu Generation fortpflanzen. Di« Insuforien vermehren sich durch Teilung. Aber noch nie hat man wahrgenommen, daß ein Teil„starb". Wie die Problem« der„Lebenskraft", des„Vitalismus"— wie man sie wissenschaftlich nennt— die heutigen Gelehrten interessieren, zeigte der unerwartet zahlreiche Besuch der Versammlung. Der groß« Saal im Nereinshaus der deutschen Ingenieure war buchstäblich big auf den letzten Stehplatz gefüllt. Des. Unser neuer Roman Der Sprung über den Schatten Von Karl Schröder beginnt in der nächsten Nummer des*Abcad»I Der. brave Soldat" auf der Landstraße. Wie Jaroslaw Hasek zum Juden wurde. (Schluß.) Ader in Kolin überzeugte ich mich, daß er nicht gelogen hatte. Neugebnuer war kein gewöhnlicher Schnorrer, den die Leute mit einem Kreuzer oder einem Stück Brot abfertigten. Eine Krone war die niederste Taxe— weniger nahm er nicht. Er sah auch nicht wie ein Bettler aus. Sein Vorgehen beim„Geschäft"— so nannte er seine Bettelei— war würdevoll, sein Aussehen fast allzu sorgfältig Zwicker, schöne moderne Krawatte, reiner Kragen,' anständige Klei dung, elegante, sorgfältig gewichste Schuhe, die er mit dem Taschen tuch abstaubte, bevor wir in eine Stadt einzogen— kurz, ein wohl anständiger Bürger, der eher einem Geschäftsreisenden einer soliden Firma ähnelte, als einem gewöhnlichen Landstreicher. Ich sah neben ihm aus wie ein armer Handwertsbursche neben einem reichen Kaufmann. Vor allem anderen fragten wir nach dem Rabbiner, den wir auch aussuchten. Ich bekam zwar Herzklopfen, aber alles ging riesig einfach. Ich schwieg hartnäckig, indem ich vor Angst schwitzte. Neu. gebauer war aber ein wirklicher Schatz, kannte keine Furcht und sprach wie«in Buch. Die Unterredung begann deutsch, ging aber bald in hebräisch über, wovon der Rabbiner sichtlich erfreut war. Zum Schluß sprachen sie wieder deutsch, als Ncugebauer, sich mehr. mals nach mir umwendend, in lcbend'aen Farben meine Leidens. geschichte in Rußland zu schildern begdnn. Es war ein fertiger Roman, verschönt durch Solomons Phantasie bis zur Unmöglichkeit. Reugebaucr wurde selbst durch niein Unglück so erschüttert, daß er erbsengroße Tränen vergoß, als er in seiner Schilderung dazu kam, wie furchchar die russischen Kosaken meine treue Frau vergewaltigten und�meine drei unschuldigen Kinder vor meinen Augen abschlachteten. Das hotte unter anderem auch die traurig« Folge, daß ich Sprach« und Gehör verlor, welche Kombination von Unglück mir unglaublich komisch erschien, um so komischer— da sie ihre Wirkung hatte. Wir � bekamen einen Gulden und Empfehlungen an ein paar reiche Kauf- leute im Ort. Wir gingen sie der Reihe nach ab, bis Neugebauer schließlich verkündete, daß er müde sei und für heut« genug habe. Als er sein Geld gezählt hatte, sagte er: „Ro— was Hab ich gesagt? Elf Guldenl Wo bleibt Böhmisch. Brad? Aber hier in Kölln können wir nicht bleiben. Komm auf den Bahnhof und fahren wir meinetwegen nach Kuttenberg. Ich übernachte grundsätzlich nicht gern in einem Ort, wo ich ein„Ge- schüft" gemacht habe. Zufällig kann man jemand treffen, bei dem man gewesen ist und das tut niemals gut." Wir setzten uns also in den Zug und fuhren bis Sedlitz, wo wir auf die Lokalbahn umstiegen, die uns gegen Abend nach Kutten- berg brachte. Dort quartierten wir uns in einem anständigen Hotel ein, wo wir ein üppiges Mal hielte». Nie hätte ich geglaubt, daß das Leben so einfach sei. Elf Gulden, mein Gott, das ist ja die Tageegage eines Generals. Und hier hat das ein einfacher, un- ordentlicher Kerl im Handumdrehen verdient. Neugebauer bekam herrschaftliche Gelüste. Al« wir soupiert hatten, schickte er den Kellner fort, um jemanden zu einer Karten- Partie aufzutreiben und als er niemanden sand. mußte ich mit ihm Francefuß spielen, wobei er mir das ganze Geld wieder abnahm, das«r mir voryer gegeben hatte. Dann gingen wir schlafen. Am nächsten Tag wiederholten wir in Kuttenberg, was wir tagszuvor in Kolin getrieben. Hier war die Ernte zwar nicht so ausgiebig, immerhin erhöhten wir unser Betriebskapital auf vier- zehn Gulden. Wir aßen anständig zu Mittag und wanderten hierauf, um besser zu verdauen, zu Fuß nach Caslau. Hier gingen wir wieder In ge- wohnter Weise die jüdischen Bewohner ab, brachten es auf bei- nahe zwanzig Gulden und ließen un« dann in einem Einkehrgast- hau» häuslich nieder. Neugebouer hatte zuvor durch Umfragen bei Borübergehenden festgestellt, daß dort keine Juden verkehren, wobei er zu deren großen Verwunderung trotz seiner krummen Nase laut verkündete, daß er sonst nicht hingehen würde, da er diese„unchrist» ltchen Stinkkerle" nicht schmecken könne. Ich hatte das unbestimmt« Vorgefühl, daß diese unsere Frechheit nicht gut enden würde, wes- halb ich auch gleich nach dem Nachtmol meine Kloppe aussucht«, indem ich vorgab, daß mir nicht ganz gut wäre. Und es endete auch tatsächlich nicht gut, wenn auch andsrs, als ich es mir vor- gestellt hatte. Neugebauer nämlich, der sich vereinsamt fühlte, mengte sich in eine Kartenpartie ein, die ein paar Fleischhauer in der Bast- stuhe spielten, und das Fazit war, daß er unser ganzes Geld ver. spielte, bis auf drei Sechserln, die ich glücklicher Weise bei mir in der Tasche hatte. Die reichten am nächsten Morgen gerade für da» Frühstück und sodann pilgerten wir gemeinsam zu Fuß nach Gotisch- Lenken. Es blieb uns eben nichts andere» übrig. Es war gerade ein jüdischer Feiertag und ich beteiligte mich da« erstemal In meinem Leben an einem Gottesdienst in der Syna- goge. Es war dies nicht ungefährlich, weil wir von vielen Leuten beobachtet werden konnten. Beinahe hätte ich mich am Anfang gleich verraten, al» ich beim Eintreten den Hut abnehmen wollte. Schließlich lief alle» noch ganz gut ab. Solomon dirigierte vor- sichtig jede meiner Bewegungen, ich stand immer zur rechten Zelt auf und setzte mich wieder nieder. Nachdem wir wieder ungesähr vier Gulden ausgefochten hatten, machten wir uns weiter auf noch Deutsch-Brod und von dann nach Polna. Von hier wandten wir un, nach Mähren, durchwanderten Jglau, Trebitsch, Znaim und gelangten tiber Stockerau, Klosterneuburg, wo wir uns den Wein wohl schmecken liehen, schließlich nach Wien. E» war ein lustige-� und bequemes Leben. Geld gab es immer genug bis auf die Tage, wo Neugebauer es gewissenhaft dem Kartenmoloch in den Rachen warf. Ich machte glänzend« Fortschritte im Jargon und im Hebräischen. Ich konnte schon in diesen beiden Landessprachen so fließend schimpfen, daß nicht einmal die polnischen Juden mehr daran zweifelten, daß ich ihr Landsmann war, wenn ich so mit den„Ganes, Toches, Cham«r und Tinefs"') herum- schmiß. Ich glaube sogar, die Nase begann sich mir schon ein bisl ZU krümmen, obzwar ich es nicht beschwören kann, da ich damal» ziemlich wenig in den Spiegel schaute. In Wien ging es noch besser. Solomon hatte dort Verwandte, die er bei seinen Besuchen in der Kaiserstadt nie zu besuchen verabsäumte, um ihnen den schuldigen Tribut oder bester gesagt das Lösegeld dafür abzunehmen, daß er ihnen keine öffentliche Schande machte. Meiner Seele— wenn ich nicht Jara»lav Hasek wäre, möchte ich so ein Jud sei» wollen. Freunderl, das waren wirklich unvergeßliche Zelten. Von Wien aus wollten wir bißl nach Trieft schauen und dann in die levan- tischen Länder, gelangten aber nicht weiter als bis Bruck a. d. Mur. Dort hob ich auch noch den Taubstummen gespielt, aber die Sache ging schief, weil wir schon alle Vorsicht außeracht ließen. Irgend eine Jude dort, den wir um einen Betrag zum Wiederaufbau der ') Jüdische Schimpfwörter. bei den Pogroms verbrannten Synagoge in Kijchinew anpumpten, hörte uns im Gasthause d�s Ortes miteinander sprechen, machte einen großen Krawall, in dessen Verlauf« ich ihm, um ihn zu beschwich- tigen, au» lauter Verlegenheit ein paar Ohrfeigen gab. Dieses be- dauernswerte Mißverständnis hatte zur Folge, daß man un» beide einsperrte. Neugebauer hatte es gut. Nachdem man seine Identität festgestellt hatte, sandte man ihn nach fünstägiger Hast per Schub nach Wien, wo er herstammte. Schlimmer fiel die Sache mit mir au». Ich bestand nämlich darauf, daß ich wirtlich der Moritz Silberstein au»Kischin«w sei, wo» die Sache riesig verschleppte. Zunächst bekam ich wegen Vagebon» dage und Entlockung von Geld unter faljche» Vorspiegelungen 14 Tage, dann photographierten sie mich von allen Seiten und sand» ten mich nach Wien. Vielleicht hätten sie mich am Ende aus meinem geliebten Vaterland nach Mütterchen Rußland verschickt, wo ich in Kischinew wahrhaftig Sensation erregt hätte, wenn es mir zu meinem Glück nicht geglückt wäre, beim Transport auf einem der Wiener Bahnhöfe zu verschwinden. Roch am gleichen Tage gelang es mir, die Redaktion eines tschechischen Blattes dadurch, daß ich für sie ein Geschichtchen schrieb, zu uberzeugen, daß ich tatsächlich Jaroslau Hasek sei— ich hatte nämlich keine Dokumente bei mir. und am nächsten Tag verließ ich die Stadt, von der Solomon den schönen Vierzeiler zu singen wußte:, „Es gibt nur eine K�serstadt und die heißt Wien! Es gibt nur eine Räuberftadt, die heißt Berlin." Mit beschleunigter Geschwindigkeit strebt« ich nun der Heimat zu, da ich durchaus nicht begierig war, für Moritz Silberstem Schandtaten abzubüßen. Man sucht« ihn krampshaft, denn nach meiner Rückkehr fand ich in einer illustrierten Wiener Zeitschrist sein Bild in der Rubrik berühmter Männer, die mit den drei neu- gierigen und klagend fragenden Worten: „Wer weiß etwas?" überschrieben zu sein pflegt. Dies« blöde Zeitschrijt sah ich in einem Prager Kafseehause. über da» ich mich nicht näher auslassen will. da der Oberkellner darin fortgesetzt in böswilliger Weise die ganz grundlos« Nachricht verbreitete, daß ich ihm schon ewig etwas schuldig sei. Ich kann nur soviel sagen, daß sie in diesem verdammten Kafseehause Zeitschriften aus der ganzen Welt aufliegen haben, und daß der Mensch dort keinen Augenblick seine» Lebens, geschweig« denn seine» Geldes sicher ist. Aber— um nicht unnötig abzuschweifen. Kommt so ein kome pletter Idiot zu mir, zeigt mir mit unverholener Freude Silber» stein» Photographie und behauptet, das müste ich sein. Ich habe natürlich feierlich verkündet, daß ich mit diesem galizjischen Ungeziefer nichts gemein Hab« und schlug dem Trottel die Zeitung um den Schädel. Der Herr Ober verVies mich hierauf aus dem Lokal, da» ich entrüstet und in würdiger Haltung verließ— allerdings nicht ohne zuvor jene» verräterische Blatt mit Silberstein» Photographis Herausgeristen zu haben, was im Caft Union übrigens immer Mod« war, besonder» bei den Modejournalen. „Aber. Gott vedamm mich noch einmal— kommt es dir nicht vor, als ob e« tröpfelte?" Ich streckte die Hand aus— tatsächlich« ein paar dick« Regentropfen fielen daraus. WAS........ DER TAG BRINQ J Politik verdirbt das Sehvermögen. Die Behauptung, daß Polittk den Eharakter verderbe, ist alt. Manchmal verdirbt sie allerding» auch das Sehvermögen. Bracht« da» sozialdemokratische Organ Nürnbergs, die„F r ä n k i s che Tagespost" am I. April die Meldung, der völkische Graf Reventlow habe den Minister Gröner zum Duell gefordert, weil dieser da» Ehrgefühl des völkischen Grafen im Reichstag verletzt Hab«. Gröner wurde al« verjudet bezeichnet: die Sekundanten wurden ihm angekündigt. Minister Gröner soll dem Grafen Reventlow daraufhin geantwortet hoben, daß dies« Forderung wohl ein Aprilscherz sei. Trotz de» deutlichen Hinweises macht« die Meldung die Rund« durch die deutsch« Press«, um schließlich sogar auch am S5. April In ein«m bekannten Berliner demokratischen Organ zu landen, obwohl die»Fränkische Tagespost" die Meldung natürlich gleich nach dem I. April dementiert hatte. Da» hatten dl« aufgeregten Mitbürger natürlich übersehen. So wurde au» dem Aprilscherz ein« politische Sensation, und die brav« Leserschaft die auf sie hereinfiel, wartet noch heute auf da» Duell, da» bl»her aprilmäßig und unblutig verlausen ist, um hossentlich dabei zu bleiben. Ein unheimliches Amt. Aus der»Thüringer Allgemeinen Zeitung": »Amtliche Bekanntmachungen. Nr. 1. Das Standesamt ist am Karfreitag und zweiten Ofterfeiertag von 11—12 Uhr zur Entgegennahm« von Sterbefällen und Totgeburten geöffnet." Vergnügte Feiertag« wird das auf dem Erfurter Standesamt wohl nicht gegeben haben!.»* Der tragische Tod Bogdanoffs. Vor einigen Togen starb in Moskau in tragischer Weise der bekannte marxistische Soziologe Bogdanosf. Sein kurzer Lehr- buch der Wirtschaft»lehre hat einer ganzen Generation russischer Jugend die erste Bekanntschaft mit Marx' ökonomischer Lehre ver- mittelt. Sein Name ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Er schied au» dem Leben als Arzt, der seine einzige Ausgabe in der Hilfe seiner Mitmenschen sah: Bogdanoff war Leiter de» Wissen- schaftlichen Institut» für Bluttran»fusion. Eines Tages kamen zwei Studenten zu ihm. die miteinander ihr Blut tauschen wollten. Beide waren tuberkulös: der«in« von ihnen litt außerdem noch on Malaria. Bogdanosf weigerte sich, unter solchen Umständen die Bluttranssusion vorzunehmen. Er beschloß ober, einem der beiden sein gesundes Blut zu geben und on dessen Slell« sich selbst da» mit Malaria infizierte einzuführen. E» sollte ein wistenschostliches Experiment werden, dos bireits mehr al» einmal gelungen war. Es nahm ober hier einen tragischen Ausgang. Bogdanofs starb an Blutvergiftung. Wie kam e», daß einer der hervorragendsten russischen marxistischen Soziologen Leiter de« Medizinischen Institut» geworden war? Bogdanoff war bereit» al» junger Student wegen revolutionärer Umtriebe noch der Stadt Tula verbannt. Hier wurde er Mit- begründer der lokalen sozialdemokratischen Organisation und später auch einer der engsten Mitarbeiter Lenin». Mit ihm zusammen gab er im Ausland da» Zentralorgan der Bolschewistischen Partei her» au». Im Jahr« 1908 trennt» er sich grundsätzlich von Lenin. Seit» dem fand er nicht mehr den Weg zum Bolschewismus zurück. Bold nach der Oktoberrevolution vertrat er den Standpunkt, daß die Bolschewisten eigentlich aufgehört hätten, Bertreter der russischen Arbeiterklasse zu sein. Di« bolschewistisch« Regierung, sagte er, sei d« Regierung einer neue» Volksgruppe, der sogenannt«, vrguttfc-, iii um ii toren de» neuen Rußland. Di« Arbeiterschaft sei gezwungen, gegen dies« Organisatoren für ihr, Recht« zu kämpfen. Unter dem Ein, fluß dieser Ideen entstand auch die Gruppe, d«r«n Organ die»Ar- beiter-Prawda" war. Im Zusammenhang mit dieser Organisation wurde Bogdanosf auch verhaftet. Er mußte jedoch freigelassen wer, den. da er nachweisen konnte, daß er organisatorisch mit der Gruppe! nichts zu tun habe. Seitdem hatte sich Dogdanoff vom politischen Leben wie vom Unterrichiswesen— ein« Zeit war er Leiter der proletarischen Universität— vollkommen zurückgezogen und widmete sich, von Beruf Arzt, der Arbeit auf dem Gebiet- der Bluttrans, susion. Ein reiches Leben ist hier auf unerhört tragische Weise zugrunde gegongen. Einer der besten theoretischen Köpfe war durch da» Regim der Knechtung jeder freien Meinungsäußerung g-zwun. gen, sich von seinem eigentlichen wissenschaftlichen Tätigkeitsgebiet abzuwenden. So fand er seinen tragischen Tod. Ein Brief Ltpton Sinclairs. Wie ist seine Einstellung zu Sowjetnihlond? Der amerikanische Schriftsteller Upton Sinclair hat durch den Mallk-Berlag folgendes Schreiben an die Redaktion de»»Abend" gerichtet: Ich habe soeben den freundtichen Artikel von Max Hochdorf über die Ausführung der»Singenden Galgenvögel" ge- lesen. Ich anerkenne da» Verständnis de» Verfasser» für mein Werk und hoffe, Sie und er werden mir verzeihen, Venn ich mich zu einer Feststellung, die er machte, äußer«: E» handelt sich um die Frag« meine« Verhältnisse» zu Sowjetrußlond. Er berichtet, ich hob« mich gegen Sowjeirußland»unverblümt ausgesprochen", wa» eine nicht zutreffende Feststellung ist. Mein Verhältnis zu Sowjetrnßland ist sa kompliziert wie das Problem selbst, und es läßt sich nicht in»in paar Worte formulieren. Ich mühte darüber«inen ganzen Artikel für Sie schreiben, bin ober gegenwärtig derart in die Arbeit an einem Rn» man Sacco-Vanzetti oergraben, daß Sie verstehen werden, wenn ich «e unterlasse. Da ich einem Magazin monatlich«ine sehr umfangreiche Fortsetzung zu liesern habe, kann ich mich nicht damit auf. halten, irgend etwas anderes zu schrei ßrti. Lassen Sie mich daher bitte kurz sagen, daß ich glaube, die Sowjetregierung erzieht die Arbeiter und. Bauern Rußlands, und sie ist die einzige Regierung, welch« die» zu tun imstande ist, und wen« ich in Rußland lebt«, würde ich nach besten Kräften mit ihr zu, sammenarbeiten. Di« Meihod« der Sowjet», die Mochi zu erobert� sagt mir für mein Land n i cht'zu»' weil ich hoff«, es wird sich eine Methode finden lassen, welch« weniger V« r l u ft e mit sich bringt: ober ich bin durchaus nicht sicher, daß diese mein« Hoff- nung erfüllbar(st. Wa» andere Länder betrifft, wie etwa Deutschland, kann ich mir kein Urteil erlauben, weil vornckssetzung dafür eine aenaueie Kenntnis der Tatsachen wäre, als Ich sie erlangen kann. Wenn ich ein Deutscher wäre, wüßte ich, wie ich darüber denke, aber ich habe nun einmal mit Amerika zu tun, und die einzig» allgemeine Feststellung, die Ich haben kann, ist die, daß ich die K r a f t v« r- geudung beklag«, vnlch« der Kampf innerhalb der Ar, beiterbewegung mit sich dringt, und Ich mache e» mir zu« Regel, stet», wenn«» mich drängt, einen Genossen anzugreifen, lieber da» kapitalistische System anzugreifen. Hochachtungsvoll . � i Uptnv SiruZair. ,, Quer durch Berlin!" 99 Der große Straßenlauf der Arbeitersportler. Zu einem Riesenerfolg für den Berliner Arbeitersport gestaltete| ASC. das Rennen für sich entscheiden. Fichte und Berolina, die bis fich der gestrige große Straßenmerbelauf der Leichtathletik sparte, der nicht weniger als 8.50 Teilnehmer zu den verschiede nen Wettbewerben an den Start brachte. Die Veranstaltung war ein Ereignis für den Berliner Often und hinterließ einen imposanten und nachhaltigen Eindruck. Schon in den frühen Nachmittagsstunden entwickelte sich auf Ablösung der Männer. dem Sportplatz im Friedrichshain ein farbenfrohes, sportliches Bild. Männer und Frauen, zahlreiche Jugendliche in ihrem luftigen Turnerdreß füllten den weiten grünen Rasen. Am Start und Ziel hatte fich eine große Zuschauermenge eingefunden. Kurz nach 3 Uhr bestiegen über 300 Teilnehmer zu der Hauptstaffel, die über die Strecke Rathaus Ireptom- Ireptomer ChausseeSchlesische Straße- Oberbaumbrüde- Warschauer Straße Petersburger Straße- Elbinger Straße ( 7140 Meter) führte, zwölf bereitstehende, mit roten Fahnen und Transparenten geschmückte Lastkraftwagen, um den Weg nach den einzelnen Wechselstellen anzutreten. Mit einem brausenden drei" fachen Frei Heil!" setzte sich die Autokolonne in Bewegung. Bea sonders start mar die Anteilnahme der Bevölkerung, die einzelne Straßenzüge dicht besetzt hielt, was beispielsweise am Bahnhof Treptom beängstigende Formen annahm. Die Hauptstaffel, die über eine Strede von 7140 Meter führte, nahm einen ebenso interessanten wie auch spannenden Berlauf. Bom Beginn bis zum Ende der Strecke kämpften Fichte, ASC., Schöneberg und Berolina mit der größten Erbitterung um die Spize. An der Ebelingstraße konnte dann aber dahin den ASCern dicht auf den Fersen lagen, mußten diesen die Führung überlassen, die sie dann auch nicht mehr abgaben. Mit 55 Meter Vorsprung vor Fichte ging der letzte ASC.- Läufer durchs Ziel. Weiter 200 Meter zurüd folgte Berolina. Die Jugend hatte 2540 Meter zu durchlaufen. Das Rennen wurde eine sichere Angelegenheit für den ASC., der bereits nach 100 Metern die Spitze übernommen hatte, um sie bis zum Ziel nicht mehr abzugeben. Lichtenberg fonnte den zweiten Plazz belegen; Fichte lief als Dritter ein. Die fleine Staffel für die Klassen D, E und andere Sparten vereinigte fast 100 Läufer am Start. Die Strede ging über 3140 Meter mit dem Abbau an der Warschauer Brücke. Nach ungefähr 1700 Metern hatten sich die Schöneberger Turner vor Bohnsdorf, Schwimmer- Belle und Groß- Berlin Often an die Spige gearbeitet. An dieser Reihenfolge änderte sich nichts mehr und so konnte Schöneberg als erster vor Bohnsdorf das Zielband passieren. Bei den Frauen, die eine Strecke von 1940 Metern zu bewältigen hatten, war es die Fichte- Mannschaft, die durch eine blendende Leistung ihrer Schlußläuferin vor Bohnsdorf und Groß- Berlin Wedding knapp, aber sicher zum Siege fam. Auch die Einzelläufe über 12 Kilometer vereinigten zahlreiche Wettbewerber am Start. Such- Leipzig übernahm, von Schöne mann- Sparta gefolgt, gleich zu Beginn die Führung. Es gelang Bamerenz, zur Spize aufzurüden, die dann dem Felde in scharfem Tempo enteilte. Der Wendepunkt nach 5 Kilometern wurde von Lawerenz als erster passiert, der plötzlich nach 6 Kilometern das Rennen aufgab. Such gelang es aber bald wieder, die Führung zu übernehmen, die er auch bis zum Ziel hielt. Ablösung bei den Frauen. Das Gehen konnte Wolff sicher gewinnen. An der Prenzlauer Allee lag er bereits mit 100 Metern in Führung. Ihm folgten dicht auf Dames I und II, Falkenhagen und Poffier- Bernau. An der Schönhauser Allee gelang es den Brüdern Dames, Terrain aufzuholen. Das Jelb zog sich auf dem Rüdweg auseinander in ou der Reihenfolge Wolff, Dames II, Dames I, Falkenhagen und Bossier durchschritten die Geher das Ziel. Ergebniffe: Hauptstaffel über 7140 Meter: 1. AGC. I 18:42; 2. Fichte I, 45 Meter zurüd; 3. Berolina; 4. Lichtenberg; 5. Fichte II; 6. FSB. Schöneberg; 7. Sparta; 8. AGC. II; 9. Berolina II. Slaise B: 1. Sportverein Moabit; 2. Adlershof; 3. Schönow; 4. Röpenid; 5. Friedrichshagen. Riaffe: C: 1. Jahn- Treptom. Kleine Staffel über 3140 Meter: 1. FEG. Osten; 2. FT. Schmargendorf; 3. G.- B.- Nordring. Alaffe E: 1. F. u. GV. Bohnsdorf 1. Andere Sparten: 1. FSB. Schöneberg- Tur, 6: 38,4; 2. Schwimmverein Welle: 3. Lichtenberg- hocken, Jugendstaffel über 2540 Meter: 1. ASC. 5: 20,3; 2. Moabit 1; 3. Lichtenberg; 4. FR. Reuteln; 5. Eparta; 6. Schöne berg. Frauenstaffel über 1940 Meter: 1. Fichte I 3: 19,6; 2. Bohnsdorf; 3. FTGB.- Wedding; 4, FTGB. Osten; 5. AEB. Lichtenberg; 6. FEB. Schöne berg. Schüler und Schülerinnen, 20X75 meter: 1. Moabit Schüler 6:05; L. Moabit Schülerinnen, 12 Kilometer- Einzellauf, offen für alle: 1. Gud ( BFL. Leipzig) 45: 6,4; 2. Schiermacher( Fichte); 3. Blantenburg( Moabit); 4. Söhne( AEC.); 5. Schönemann( Sparta); 6. Gebice( Moabit). Anfänger: 1. Söhne( AEC.): 2. Echönemann( Sparta); 3. Gädice( Moabit). Turner und andere Sparten: 1. Bnzisti( Fr. Stettin) 38: 2,1; 2. Gakubasch ( Grunewald); 3. Brinfa( Grunewald). 1. Wolff( Bohnsdorf) 1: 7: 48.2; 2. D. Dahmes( Sparta) 1: 8: 0,6; 3. A. Dahmes 12- Rilometer- Gehen, offen filr alle: ( Sparta); 4. Poffier( Bernau); 5. Kaltenhagen( Fichte); 6. Gierte( Moabit). Anfänger: 1. Bänsch( Moabit); 2. Löchert( Fichte); 3. Spalding( Eparta). Arbeitersportler am 1. Mai. Der Ruderverein Borwärts" beteiligt sich am 1. Mai geschlossen am Aufmarsch zur Treptower Wiese. ( Schloßplaz). Abmarsch 9,30 Uhr. Rappen mitbringen. Treffpunkt: Lustgarten Sportverein Moabit. Zur Mai- Demonstration Treffpunkt 8 Uhr Arminius- Platz mit Sportsachen. 18 Uhr Ulap Gymnastikvor führungen und Spiele. ASC. Boran. Am 1. Mai treffen sich alle Mitglieder im Vereinslokal von Blasinski, Kaiser- Wilhelm- Str. 1, vormittags 28 Uhr. Sportkleidung ist unbedingt mitzubringen. Berliner Arbeiter- Schachklub. Wegen der Maifeier fallen am Dienstag Spielabende aus. Dieser Spieltag ist auf einen anderen Tag nach einer schwachen Abteilung zur Unterstügung derselben zu verlegen. Sportklub Berolina- Neukölln trifft sich zur Mai- Demonstration % 9 Uhr im Lokal Tiege, Mahlower Ecke Weisestraße. Freie Schwimmer Treptow 1926 treffen sich zur Mai- Demon= stration um 9% Uhr im Vereinslokal bei Bayer, Lohmühlenstr. 52. Grunewald. Preis vom Jagdschloß. 1. Oran( Thielemann); 2. Radewitt; 3. Hochachtungsvoll. Toto: 13:10. Breis von Weftend. 1. Coran( Tarras); 2. Die Linde; 3. Maraviglia. Toto: 28:10. Blag: 14, 20, 23:10. Ferner liefen: Dietrich v. Bern, Tintoretto, Posenherzog, Statius, Falkenfeder. Preis von Ruhleben. 1. Wanderlust( Barga); 2. Ota: 3. Fervida. Foto: 36:10. Blag: 11, 11, 10: 10. Ferner liefen: Tarnschild( 4), Fogtrott, Türkenbund, Herzkönigin, Grisettchen, Bradella, Blaugelb. Grunewald- Ausgleich. 1. Moloch( Gajbit); 2. Mohrenglüid; 3. Gerber. Foto: 151: 10. Plat: 48, 25, 28:10. Ferner liefen; Jon( 4), La Margna, Sild- Cap, Lindwurm, Ausbund( blieb stehen), Loblied, Formosus, Jlsenstein. Preis vom Großen Stern. 1. Lnkaste( Grabsch); 2. Majefta; 3. Lieder trang. Toto; 100: 10. Blag: 82, 18: 10. Ferner liefen: Gondwana( 4), Mallorta. Preis der Sanbucht. 1. Gtalde( Suguenin); 2. Periander; 3. Pagode. Toto: 83:10. Blag: 18, 13:10. Ferner lief: Noftra. Breis vom Teufelsjee, 1.Abteilung. 1. Kaifertag( Vinzenz); 2. Himmelgeift; 8. Krönung. Toto: 76: 10, Plaz: 18, 22, 14:10. Ferner liefen: Edler von Lorch( 4), Laß sein, Eisbraut, Mirim, Nordmart, Siegberte. Preis vom Teufelssee, 2. Abteilung. 1. Freier Bille( G. Janek): 2. Jmmor. telle( 1. diftans.); 3. Staroste. Toto: 39:10. Blag: 17, 16, 26: 10. Ferner liefen: Filogran( 4), Gerald, Minnelied, Connenlicht, Masterade, Empfehlung. dress Eine gute Zigarette muß stets danach schmecken, worauf man gerade Appetit hat. Hat man Lust auf Süßigkeiten, so muß sie deren Geschmack haben, und hat man Appetit auf herbe oder pikante Sachen, so muß sie wiederum wie etwas Herbes oder Pikantes schmecken. Kommt man aus der frischen Luft, so muß ihr ungemein würziges Aroma erfreuen, und nach dem Genusse einer guten Zigarette muß wiederum die frische Luft ebenso aromatisch sein, wie vocher die Zigarette. Ueberdies ist nicgends in der Welt die frische Luft so gut, als daß sie nicht durch eine gute Zigarette noch verbessert werden könnte. Rauchen Sie eine Greiling- Auslese und sie wissen, was eine gute Zigarette ist! S Handballspiele. Groß- Berlin- Süden gegen Frei- Stettin 10: 3. Sparta gegen Hannover- Vahrenwald 7: 2. Der Bezirk Süden der Freien Turnerschaft Groß Berlin hatte sich zu seinem Werbespieltag als Hauptmannidaften Frei Stettin verpflichtet. Im Faust bali siegte bie 1. Männermannschaft gegen Stettin mit 49:34 Punkten, wäh rend das Trommelballspiel die Freien gegen Adlershof mit 118: 85 Punkten entschieden. Die Knaben waren bei ihrem Handballspiel sehr eifrig und zeigten guten Nachwuchs, mußten sich aber Fichte 9. Abt. mit 1: 0( 0: 0) beugen. Die Jugend konnte Nowawes int 5: 3( 2: 2) heimschicken. Süden- Frauen und Adlershof hatten nur 10 Spielerinnen. Süden bediente in der ersten Halbzeit zu sehr die rechte Seite. Adlershof fonnte in der 1. und 2. Halbzeit je ein Tor buchen, während Süden torlos ausging. Die Stettiner, die den Sportverein Moabit als Gegner hatten, waren wohl förperlich größer, aber dafür technisch schlechter als Moobit. Sie verließen sich sehr oft auf ihre Körperfräfte, während Moabit das Technische und das Sportliche durchblicken ließ. Dafür konnte auch Moabit in der zweiten Halbzeit das einzige Tor des Spieles schießen. Die 3. Männer und Neukölln- Buckow trennten sich 2: 3( 1: 0). Die 2. Mannschaften Süden gegen Stettin hielten bis zur Bause durch die gute Verteidigung das Spiel torlos. Nach der Pause gab Süden den Ton an und fonnte zwei Tore buchen. Süden ging bald in Führung und schoß bis zur Bause drei weitere Tore. Gleich nach Wiederbeginn fandte Stettin das erste Tor ein. dem noch zwei Tore folgten. Fünf Tore errang Süden noch, und he halbe Minute vor Echluß kam das 10. Tor. Der Stettiner Sturm war bis auf Rechtsaußen gut, aber die Zusammenarbeit zwischen Sturm und Lauf und mit der Verteidigung war nicht immer glücklich. Der Torwächter zeigte zum Teil luftlose Arbeit. Bei Süden schälte sich besonders der gut fombinierende Sturm sowie die im Angriffsauf bau vorzüglich arbeitende Läuferreihe heraus. Die Verteidigung verstand es, fast alle Angriffe Stettins aufzulösen. = durchgeführt, das man von ihnen erwartet hatte. Belten und Schönow zeigten eine gute Zusammenarbeit. Die Verteidigung der Städtemannschaft fiel in ihren alten Fehler, die sie sich noch nicht abgewöhnt hat: Sie rückte immer bis über die Mittellinie auf und fam dadurch im Notfalle nicht rechtzeitig heran. Der Mittelstürmer versuchte vom vorigen Spiel alles gut zumachen, während dafür die rechte Seite trotz Umstellung nicht beffer würde. Eine Aenderung ist noch bis zum Gtädtespiel gegen Halle am 17. Juni nötig. Hodey. Im einzigen Spiel des Tages, die anderen fielen wegen des gleichzeitig stattfindenden Laufes„ Quer durch Berlin" aus, wurde die Freie Turnerschaft Groß- Berlin Nordring vom ASV. wurde die Freie Turnerschaft Groß- Berlin Nordring vom ASV. Fichte- West 4: 1 geschlagen. Fichte- West war stets etwas besser, besonders in der Läuferreihe, und fand sich auch schneller und besser zusammen. Groß- Berlin Nordring fand sich sehr selten, auch war das Stellungsspiel sehr schlecht. Immerhin schaffte ihr eifriges und schnelles Spiel oft vor dem Tor der Westler gefährliche Situationen, aber alle Schüsse gingen ins Aus oder an den Pfosten. Best fiegte verdient, wenn auch reichlich hoch. Dem Spielverlauf nach wäre ein tnapperer Torunterschied angemessener. Arbeiter- Fußball. Bei hellem Sonnenschein konnten am Sonntag die Spiele zur Abwicklung gelangen. Leider machte der Wind den Aufenthalt auf den Plätzen nicht gerade sehr angenehm. Auch die üblichen Ueberraschungen blieben nicht aus. Im Norden müssen durch die Mitwirkung einiger Spieler in der Städtemannschaft zwei Spiele wiederholt werden. Fichte- Gel. und Spandau( 3: 1) sowie Nordiska und Alemannia( 3: 1) werden sich noch einmal gegenüberstehen. Bernau gewann gegen die Amateure mit 3: 0. Pankow 08 brachte es fertig, gegen Adler 12 in den legten zehn Minuten 3 Tore zu erringen. Dadurch gewannen die Pantower mit 6: 3. Wacker 20 mußte fich sehr streden, um mit 4: 3 die Oberhand zu behalten. Borussia schlug Siemensstadt 5: 1.- 3m Often fommt die Niederlage der LichtenSparta hatte sich zum Spiel nach dem Straßenlauf Han- berger 3. Abteilung gegen Stralau überraschend. mit 1: 4 konnten nover Vahrenwald verpflichtet und konnte mit 7: 2( 3: 0) fiegen. Hannover enttäuschte zum Anfang etwas, fand sich aber bald zusammen. Die Läuferreihe war gut, während der Sturm wenig Rombination zeigte. Beitweilig drückte Hannover, aber Spartas Hintermannschaft machte die gut vorgetragenen Angriffe zunichte. Sparta hatte den Vorteil der Blazkenntnis. Der Tormächter war etwas nervös. Städtemannschaft gegen Velten 6: 2. Die Handballstädtemannschaft hatte am vergangenen Sonnabend das zweite Probefpiel gegen eine aus Beltener und Schönower Spielern tombinierte Mannschaft. Belten hatte Anwurf und konnte nach 5 Minuten in Führung gehen, dem 3 Minuten später durch die Städtemannschaft der Ausgleich folgte. Das zweite und auch das dritte Tor, das turz vor der Pause fam, wurde durch gutes Abspiele: erzielt. Erst 15 Minuten nach der Pause erschien das vierte Tor dem Fünf und Sechs bald danach folgten. Einige Minuten vor Schluß verwandelte Halblinks einen 13 Meter zum zweiten Tor, so daß Belten also den Anfang und das Ende des Torreigens hatte und das Resultat 6: 2( 3: 1) lautete. Das Spiel felbst wurde von der Städtemannschaft nicht in dem Tempo FOX Hinaus in die Stralauer als sichere Sieger den Play verlassen. Eine hohe Niederlage erlitt der Verein für Bewegungsspiele gegen Branden burg 02( 1: 6). Overspree mußte an Adlershof mit 0: 2 die Punkte abgeben. Neuenhagen schlug Astania sicher mit 6: 1. Hertha 22 gegen Komet 11: 0. Borwärts 20 gegen Rudow 12 2: 7. Fichte 22 gegen Merkur 1: 1. Im Südwest en mußte der letzte Bezirksmeister Wacker- Lantwig eine 1: 4- Niederlage von Nowawes einstecken. Mit dem gleichen Resultat schlug Neukölln die Charlottenburger. Tempelhof verlor gegen Schmargendorf mit 2: 4. Schöne tracht 1: 4. Woltersdorf gegen Fortuna 10 5: 1. Luckenwalde II berg blieb mit 6: 3 über Potsdam siegreich. Zehlendorf gegen Ein gegen Brandenburg 3: 0. Frisch- Auf gegen Rolzenburg 7: 1. Luden valde V gegen Berolina 0: 4. Berlins Städtemannschaft siegreich. Mit Bangen erwartete man in Berlin das Resultat des 4. Treffens der Berliner und Hamburger Städtemannschaften. Desto größer war die Ueberraschung und die Freude, als die Nachricht eintraf, daß die Berliner Vertreter auch dieses Spiel für sich entscheiden konnten. Roch dazu das hohe | 6: 3- Resultat, mit dem Berlin gewann. Bis zur Pause tonnte Wald und Wiesen Hamburg das Resultat noch auf 3: 3 halten., Berlins Sturm gefiel sich in Ueberfombination, doch dann flappte es beffer. Noch drei Tore sind die Ausbeute des guten Zusammenarbeitens. Bei Ham burg konnte die rechte Seite sowie der Torwart gefallen, doch fiel der Mittelläufer aus. Bei Berlin war taum ein Versager. Beson ders traten der linke und der Mittelläufer sowie der Torwart hervor. Frankfurt- Westend gewinnt gegen Alieneffen 5: 1. Das Bor. rundenspiel zur Bundesmeisterschaft, das in Solingen vor ungefähr 6000 Zuschauern stattfand, sah die Frankfurter jeberseit überlegen. Abler 08 wird also am tommenden Sonntag im Grunewald- Stadion einen schweren Stand haben. Schwache Radrennen. Auf der Olympiabahn gab es am Sonntag neben Fliegerrennen zwei Dauerrennen zu sehen, die jedoch das Sportpublikum nur wenig zu befriedigen wußten. " Bon den Stehern stellten sich Sawall, Kremer, Dederichs, Lejour und Leddz dem Starter. Während Sawall und Leddz sich Mühe gaben, die Rennen zu beleben, zudelten" Kremer, Dederichs und Lejour man nur so mit. Kein Wunder, daß der Bahn. matador den 25- Kilometerlauf und auch den 75- Kilometerlauf als Sieger beenden konnte. Den Preis von Friedenau“ der über 25 Kilometer ging, erledigte Sawall in 22 Minuten 23,4 Sefunden, nachdem er in der 80 Runde den einzigen Gegner Leddz- über rundet hatte. 2. Ledbz 380, 3. Dederichs 1480, 4. Rremer 1800, 5. Lejour 2450 Meter zurüd. lleber 75 Kilometer führte der Große Germania Preis". Auch hier versagten Lejour, Kremer und Dederichs. Den sicheren Sieg holte sich Sawall in 1 Stunde 10 Minuten 54,2 Sefunden. 405 Meter zurüd folgte Ledbz als zweiter vor Dederichs 6810, Lejour 11 200 Meter zurück. Kremer lag noch weiter zurüd.... Zwei Dauerrennen, die man auf der Olympiabahn in dieser Besetzung bestimmt nicht mehr sehen möchte. = Im Fliegerhauptfahren gab es eine Ueberraschung. Der junge Berliner Beinert konnte gegen den Australier Spears, sowie de Martini- Italien und Lorenz einen einwandfreien Sieg herausfahren. Weitere Resultate: Ausscheidungsfoten: 1. Kuhn; 2. Krüger; 3. Wette. Berfolgungsrennen: 1. Lorenz; 2. Behrendt; 3. Redzierski. Amateur- Punktefahren: 1. Schalk 15 P.; 2. Lehmann 10 P.; 3. Lindner 10 P. Vorschau auf Hoppegarten. Auf keiner deutschen Rennbahn ist der Flachsport heimischer als in Hoppegarten. Im Mittelpunkt der Premiere, die am Diens tag, dem 1. Mai, erfolgt, steht in traditioneller Weise der oppegartener Ausgleich, der folgendes starke Feld am Meilenstart versammeln dürfte: Rheinwein 63 Kilogramm( G. Janef), Patrizier 60( Ludwig), Ausbund 58%( O. Schmidt), Postentette 58% ( Williams), Domfalfe 50( Barge), Forno 58( Grabsch), Altenberg 56% ( Wermann), Dominifus 56%( M. Schmidt), Favorit 56%( Böhlke), Silberfajan 54( X), Franfonia 53( Korb), 3ntrigant 49( Schönfisch), Islam 49( M. Dreißig). Das sehr offene Rennen sollte ein fnappes Ende zwischen Postenkette, Domfalte, Dominikus, Islam und Rheinwein ergeben. Boraussagen: 1. Hector 2. Fulvia Smaragd; 3. Legende Dalberg; 4. Farinelli Altefeld; 5. Bostentette Domfalte; 6. Stall Weinberg 7. Modewelt Ordenskanzler. mit Kleidung von Max Giesen. Nur સહાનીઓ avaren Zum Kopfwaschen Auf Teilzahlung Möbel 18 Monatsraten: Herren- Garderobe Kinderwagen CAMNITZER Schönhauser Allee 82, I am Hochbahnhof Nordring fr Friedr. Sauer D- MDHD Pumpen, töhren, Fitter, Ersatzteile ialiste gratis Hoblank.. Pumpenfabrik Berlin N 65, Reinickendorfer Str. 95 Am 1. Mai bleibt mein Geschäft gefchloffen. Urbeiter- Anzüge Wilhelm Pahr Brunnenstr. 78. J. BAER Badstr. 26, Edie Prinzenallee Neuheiten für Frühjahr u. Sommer Fertige Herren- und Knabenbekleidung in nur anerkannten Qualität. für jede Figur passend. Die Maßabteilung unter Leitung bewährter Zuschneider bringt das Geschmackvollste hervor. 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