Morgenausgabe Nr. 209 A 106 4S.Iahrgang WSch-ntNch 85 Mg.»u»aMch z,« Hl im soraus zahlbar Poflbe�ug, ilimlnnvsabonne- mnil 8.—
a leider in Prozessen dieser Art üb- sich geworden, es fft tief beschämend, daß diese G e s ch i ch t S- fälschung immer wieder austaucht. Reichswehr, Landbund, Feme. Ich lehne es ab, auf die Widersprüche zwischen General van Pawelsz und dem Zeugen v. Lodurcgen näher einzugehen. Ich überlasse die Bewertung der Aussage des Herrn von Bedungen Ihrem Urteil. Halten Sie es für möglich, daß ein Mann wie General o. Pawelsz so wahnsinnig sei, den Befehl zu geben. Ber- � räter zu erledigen? Es sind in diesem Prozeß so ungeheuerliche Behauptungen aufgestellt worden, daß man manchmal an der gesunden Verminst der Betreffenden zweifeln kannte. 3eitsminister fürverbindlich erklärt worden. Der Reichsarbeitsminister und seine Beauftragten scheinen sich also nmrmehr doch die Auffassung der gewerkschaftlichen Organ ifa- tionsoenreter zu«igen gemacht zu haben, daß der Schiedsspruch vom 16. April insofern rechtsunwirksam ist, als die Mantelbeftimmungen berührt werden: denn fönst wäre es unverständlich, daß die Verbind- lichkeitserklärung für diese Bestimmungen erfolgt ist. Es ist unmög- lich, daß noch dem Schiedsspruch über die Lohnsäße und Akkord- bestimmungen, die am Freitag zur Berhandlung stehen, die Aus- gangsziffer der Lohnarbeiter um 7 Pfennige und die der Akkord- arbeiter um S Pfennige erhöht wird, wenn für Lohn- und Akkord- arbeite? nur eine Ausgangszrffer vorgesehen ist. Es ist zu hoffen, daß die Verhandlungen all« die Unebenheiten der drei Schiedssprüche vom 16., 17 und 18 April beseitigen. Die Stimmung der streikenden und ausgesperr- teo sächsischen Metallarbeiter ist nach wie vor vor- züglich. Auch die Drohung der Metallinbuftriellen, daß eventuell die sächsische Bewegung auf das Reich übergreifen könne, und eine Gefamtaussperrung für Deutschland in der Metallindustrie erwogen werde, schreckt die Metallarbeiterschaft nicht. - O "10000— 12000 Rheinschiffer im Streik Wozu die Llnternehmer bereit sind! Di« Unternehmer der Rheinschiffahrt haben sich mit einem Auf- ruf an das gesamte Rheinschiffahrtspersonal gewandt, worin die ganze Verantwortung für die Arbeitslosigkeit der Arbeiter den Arbeitnehmerorgafationen zugeschoben wird, die trotz Erkenntnis der gänzlich hoffnungslosen Lage der Rheinschiffahrt darauf be- standen hätten, ein« Lohnerhöhung durchzudrucken. Das Personal wird aufgefordert, sich auf den Bureaus feiner Firmen zur Wieder- aufnahm« der Arbeit zu melden. Man sei bereit(l), die Betriebe weiterzuführen und Arbeit noch Maßgabe der Beschöf- tigung zu bieten. An der Streikbewegung sind bisher 10 000 bis 12000 deutsche Rheinschiffer beteiligt. Solidarität im Rheinschiffersireik. Mannheim, 8. Mai. Mittwoch abend tagte hier eine stark besuchte Versammlung der Gehaltsempfänger, Kapitäne, ersten Maschinisten und Schiffsführer der Rheinschiffahrt. Di« Versammlung beschloß. sich mit den Streikenden und Ausgesperrten soli- darisch zu erklären und jegliche Streikarbeit zu oerweigern. » DieHafenarbeiterindenDuisburg-Ruhrorter Häfen sind am Donnerstag nachmittag in Durchführung der vor- «Ufag» defchlossen» 60((6ar(f lif«iH*a Mgrmst» b» Rheinfchiffahrcksperfonal» geschlossen in den Streik getreten. Die oolksparteiliche.Kölnisch« Zeitung" schreiibt zu dem Streit in der Rheinfchifsahrt. daß er unter solidarischer Mitwirkung der Hafenarbeiter aufs schärfste durchgeführt werde. Die Aus- ftandskontrolle erstrecke sich auch auf ausländische Fahrzeuge, bei denen deutsches Kapitalinteresse angenommen werde. Für die Ruhrzechen, die ihrer Loge nach mit dem Kohlenabfatz auf die Rheinwasserstraße angewiesen sind, habe der Ausstand bereits die unangenehm ften Auswirkungen gezeitigt. Das Zen- trumsblatt„Kölnische Volkszeitung" bezeichnet die Forderun- gen des Schiffahrtsperfonols als maßvoll. Schiedssprüche für die Textilindustrie. Der am 2. Mai gefällte Schiedsspruch für die Textilindustrie in Schlesien, der eine Erhöhung der Tariflöhne um 15 Proz. und der Akkordlöhne um insgesamt 12 Proz. vorsieht, während die Lohn- erhöhung für die Jugendlichen 15 Proz. beträgt, wurde von beiden Parteien angenommen. Der Schiedsspruch für die Textilindustrie der Rheinpsalz, der am 14. April gefällt wurde, war von den Unternehmern abge- lehnt, von den Arbeitern angenommen worden, aus deren Antrag hin der Spruch für verbindlich erklärt wurde. Oer Granitarbeiterkamps in Schlesien. Acht Wochen lang stehen in Schlesien 7000 Arbeiter der Granit- industri« im Streik um ein« Erhöhung ihrer Elendslöhne. Die Fach- arbeiter erhielten bisher 69,8 Pf. Stundenlohn. Dieser Lohn soll nach dem Schiedsspruch des Landesschlichters fortab 67 Pf. betrogen, die Akkordsätze sollen um 10 bzw. 13 Proz. erhöht werden. Da» letzt« Angebot der Unternehmer will den Stundenlohn auf 6414 Pf. bemessen und die Akkordsätze nur um iVt Proz. erhöht wissen. Die Streikenden wollten sich mit dem Schiedsspruch abfinden, trotzdem er hie schwer« körperlich« Arbeit bei der Steingewinnung und Steinbearbeitung bei weitem nicht genügend berücksichtigt und auch nicht die Berufsgesahr, denen die Granitarbeiter gesundheillich ausgesetzt sind. Dem gut verdienenden Unternehmertum geht der Schiedsspruch noch zu weit, es lehnte ihn ab. Den Unternehmern ist es gelungen, die von den Arbeitern beantragte Berbindlichkeits- «rklärung zu verhindern, so daß die Arbeiter gezwungen sind, den Streik fortzuführen. Um der Spekulation der Unternehmer auf die Erschöpfung der Streikkasse zu begegnen, hat jetzt der Derbandsvorstand des Zs'-tral- Verbandes der Steinarbeiter die Berdoppelung der Ber- bandsbeiträg«, und zwar zunächst auf die Dauer von fünf Wochen, beschlossen. Auch die Granitschleifer im Löbauer Granitgebiet stehen im Streik. Der Beschluß des Berbandsvorstandes ermutigt die Streiken- den und wird zweifellos mit dazu beitragen, daß die Elendslöhne in der schlesifchen Granitindustrie endlich verschwinden. Oer Straßenbahnerstreik in Frankfurt a. M. Zwecks Beilegung des Lohnkonflikts bei der Straßenbahn in Frankfurt am Main und Offenbach, der zum Der- tehrsstreit geführt hat, finden heute vormittag 10 Uhr im Reichsorbeitsministcrium Verhandlungen ftatt. Unter Vermittlung der Sozialdemokratischen Partei hat die Streikleitung der Frankfurter Straßenbahner dem Magistrat einen t Ei»tg«»S«»K?si$las gemacht, der«ef der Grundlage de» ersten Schiedssprüche» formuliert wurde. Der Magistrat hat jedoch diesen Einigungsvorschlog abgelehnt. Daraufhin trat der Aeltestenausschuß der Stadtverordnetenversammlung zusammen und gab folgende Erklärung ab: „Der Aeltestenausschuß der Stadtverordnetenversammlung kann es.n> ch t b i l l i g e n und findet es unverständlich, daß der Magistrat den Verständigungsvorschlag der Straßenbahner abgelehnt hat. Damit hat der Magistrat die volle Verantwortung für die Fortführung des Streiks und die schwere Schädigung der Bürgerschaft zu tragen. Der Aeltestenausschuß ersucht ferner hcn Magistrat, nachdem der Schiedsspruch für die Gemeinde- arbeiter abgelehnt wurde, unverzüglich Berhandlun- gen auch mit diesen Tarifpartnern aufzunehmen, um eine» Streik der Gemeindearbeiter zu vermeiden und eine Verständigung auf friedlichem Wege zu erzielen."___ Verhandlungen mit der„Nordwestlichen". Di« Verhandlungen der Angestelltengewerkschaften mit dein Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppe des Dermins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller über die Neu- regelung der Gehälter sind ergebnislos verlaufen. Die Gewerkschaften haben daraufhin beschlossen, unverzüglich den Schlichter anzurufen. Di« Angestellten fordern Neuordnung des Einkommens im Tarifvertrag(Tarifgehalt. Leistungs-, und voziofzulage), Bemessung der tatsächlichen Bezüge der Angestellten über die Mindestsätze hinaus in Verbindung nnt der Angestelltenvertretung, wesentliche Erhöhungen der bisherigen Bezüge und keine Anrechnung der Er- fiöhung auf die Leistungszulagen. Ebenso wurden völlig« Um- tellung und wesentliche Erhöhung der Vergütungen für Mehr» und Ueberarbeit gefordert. Metallfchieösspruch für Oberschtesien. Gleiwiß, 3. Mm. In der� weiterverarbeitenden oberschlesischen Metallindustrie wurde ein Schiedsspruch gefällt, demzufolge mit Wirkung ob 1. Mai der. 4.- Männerlohn von54aus60P f. pro Stunde für die Arbeiterschaft der Metallbetriebe und von 62 auf 70 Pi. pro Stunde für die Arbeiterschaft der Elektrizitätsfirmen erhöht werden soll. Den Borarbeitern, Borschlossern, leitenden Eick- trikern, die bisher in der Gruppe 1a geführt wurden, wird außerdem ein besonderer Zuschlag von 6 Pf. pro Stunde gewährt. Die Löhne für die übrigen Arbeitergruppen sind im gleichen Berhältnis zu erhöhen. Die neue Lohnregelung soll bis zum 31. Mörz 1929 Güllig- kell haben._ 5rlß Krieg, dessen Jubiläum wir am 1. Mai gedachten, wurde nicht erst am 1. Mai 1903, wie irrtümlich berichtet, als Redakteur der „Brauerzeitung" angestellt, sondern bereits fünf Jahre zuvor, am t. Mai 1898. Genosse Krieg ist also seit 30' Iahren als Gewerkschoftsredatteur tätig. Der veuksche Leder arbeilerverbcmd, Hauptvorstand, hat sein Bureau oerlegt nach Michaelkirchpiatz 18 II(Berlin SO. 16). Fern- ruf: F 7(Iannowitz) 1002. Die Sparkasse der Sank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G„ Berlin. Mallste. 65. ist täolich mit Ausnahme von Sonnabend von 9— 3 Uhr und 4— 6 Uhr. Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. Lerantwortlich tdr Politik: Dr. kort Tcyer-, Wirtschaft: S. Nliogrlhöfrr: Sewertschaflsbeweaun�: I. Stcincr: isrutllcwn: tt. 6. Dilcher: Lotales und SonNiae,: gri» Karltödt! Anjeiaen: O.ärts»LerIag<& m t>. H., Berlin Druck: Vorwärts-Puäidruckeret und Verlaasanlialt Paul Singer u Co.. Berlin TW 68. Lind-nktraße 8. Kierzn 1 Beilagen..Stadtbeilage- und.Unterhaltung»ad Witzen-. WERTHEIM Leipziger Sir. Königstraße Rosenthaler Str. Morltzplatz Preise nur Freitas? und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht ingesandt Zitronen- Girungsgctrfink Terfcaufr Dro? en-Ablciltinö Ausjchonlc 1b den Erfrischungsrfloi Zigarren-Abteilung KOotfl*. Weltbekannt aiadlator Sumatra, leicht und.—. leine Speiiolmerke, ungenelim. Kiste 60 1? pj Klsle50Srilck9.3O pe StQdc 3.70, Stack SlUcN rl> obus Nr. IS Sellm-Zlgaretten bsim Sumatra- Deckblatt,.( SpeetsTmarke)—. r— feine Qual.. Kleie» 1 5 p. 1« SlUck 3-00. Un pe Stüde 7.13. Sflldt'«-»n. 1000 Stck. 33.30 r'' Hannov. MaStwurst öeÄ 95«. Schles. Rotwurst Ptd. 80 pi. Speck feil 90 PL mager, PlcK 1 M Dampf- u. Landleberw. 1.10 Mettwurst 1.10 Jagdwurst... Pfund 1.30 SchinkenpoInischePfd.1.30 FiletWUrst.... Pfund 1.40 Pökelfleisch gekodit, Pfd. 1,40 Schinkenspeck Pfund 1.55 Bler-u. Leberwurst'»« 1.60 Nußschinken e"'2"�175 Zervelat u. Salami taolslelnlsdie i ee hannov. e Qn Pfund ,,DO Pfund 1'y0 italtitraU, HoManut* QnU. KoNfpletr Speckwurst...Pfund 58 Pf. Berl. Mettwurst Pfand 1,15 Teewurst..... Pfand 1.50 Bieck-Tilsiter«SA 85«■ Stanniol. Pfd. Camembert'sdwmtfi 60 Pf. Schweizer haÄf ptd. 85*. Edamer halbfett, ptund 75Pf. Schweizer 1.65 Allgäuer Stangenkäse ,,. �Piund 30< 40 Pf voiir. 60 Pf. Margarine Pfand 52, 53 Pf. Stelnbuscher*ouf,pfd. 85Pf. Kokosfett i-Pfand-T«fei 62 Pf. Holländer voufen, Pfand 1.10 TUsItervoUfe«. Pfd. 95 Pf. 1.15 Tafelbutter...Pfand 1.94 Dänische Dutter Pfaod 2« tfConserven Dose%i Dom Br.-u. Schnlttbohal 72pi. Tomatenmark__ «ug» S ud 1. Sehilttbsbain 75 Pf.»-»«ntom.>/» oo»e 20'f> J2Pi. Spinat 54Pf. SeIIerleS5Pü Apfelmus wvoee 33 Pf. 60PK Pfetterllnge...... 1.10 Pflaumen mit stein.. 62 Pf. Junge Erbsen..... 76 Pf. Reineclauden...... 1.10 Kaiserschoten.... 1.57 Ananas Hawau.8 Scheibe« 1.12 Leipziger Allerlei..86pf. Erdbeeren....... 1.50 Qemlscht.Gemüsa"l"J'1.12 Preiselbeeren---- 1.10 Ä__ J-Pld.-Elmerl.70, lO-Pfd.-Etra. SJM Dem. GemQsesehr fein 1.60 Qelsardlnen � v. ,0 Stangenspargel«£» 3.20 ��„Kiubdo« 46 Do». 78Pt KonlllOre, a-Pfund-Elmep Pflaumen Im Aprikosen 1.10 Orangen, Johannisb. 115 Erdbeeren 1.35 Apfelgelee 5-Pfand-eimcr 2.80 Gebr. Kaffee"ISLSÄL p«. 2« Haushalt-Misch.Pfand 2.60 Globus-Misch. Pfand 3.80 Sonder-Misch. Pfund 3 m Residenz-Misch. pw. 4.20 Olympla-Misch. Pfund 3.40 Elite-Mischung Pfand 4.6O Spezial-Mischung SsÄ�d' 67 � 1-10 ?rtaetiea gieisch| Frischer Spargel zg 60 90 Bnae uad MereabrelMi£ a= hiesiger, Pfund«Wy Wy Kalbskamm Dr- Nlemh"*zma ein. Kalbskeule saua�s�at.. rtnd 85 rt Querrippe............ fw 65 m. Rinderkamm u. Brust Mnd 75 m. Schmorfleisch ,t,l0iUlbeef'"L!ta?�s 95 m. Schweinebauch u™*"" 70 m. Schweinekamm u. Blatt Pfd. 75 pt Schweineschinken..... iw 90 m. Hammelvorderfleisch m»i 98 m. Liesen pm. 55 rt Gehacktes pm. 65 rt Dickes RUckenfett..... pf-d 60 m. Gulasch................ Mund 80m. KaBler, Speer u. Kamm pt-a 1 os Rindernieren-Talg 50 m. Prima Oefrlerflelscb zu Tagespreisen Kuh-Euter Mnd 18 m. Herzen 45 m Oeflüiet Suppenhühner nSariMba, Pfumd 1 OS■> Frische Suppenhühner pfa>d loo.. Mfolgahühner........ n«, lao« Junge Backhühnchen»»» lao» Tauben..............««<* 75pt«» fische Kabeljau � ISrt 20pi| Dorsch Ma>d 5 rt Schellfische 20 m.| Fischfilet............ pfa.d ,0. 22�| Hechte fruA«, M-nd 48££ wb«.d«*. 1 � Z Lebende Karpfen...... pf°-d Iis| Lebende Schlelo..... w-ad loo« m Flundern— 20». 30--.. Bücklinge-...Pfand 24Pt Räucheraale Bond 40 Pt Schleibücklinge 9J»ne»«42Pf. Sprotten... Pfand 45«. Seelachs ge-Kucd- Pfand 33Pf. Seehasen gortzocki, Pfd. 60Pt Räucherlachs w StU-kao. Pfand 1.80 aa Pf. Eß- u. Kochäpfel Pfd. 22 Pt Spinat pm. 10 BU,IXS 15 Pt Kalif. Tafeläpfel pm. 58Pt Rhabarber wadiar.pid. 10 Pt Bananen>unar.. Pfand 52Pt Blumenkohl Kopf». 25 pt. an Zitronen oubend 45«. 65Pt Zwiebeln*1«?� 25 Pf. ApfelsInen'oSd! 70,1 m, 1.20 Malta-Kartoffeln 15 rt Kranzfelgen-- Pfand 28Pt Holl. Salat Kopf 20». 25Pt Weizengrieß Pfand 26". Hartgrieß... Pfand 23 rt Bosn. Rlaumen pm. 26» Haferflocken..Pfand 30». Bosn. Pflaumen sie! 40 Pt Bruch-Reis-..Pfand 13». Kalif. Pflaumen Pfand 45 Pt Bassin-Reis•-Pfand 24» Gem. Backobst Pfand 45». Italienisch. Reis pm 30». Kalif. Pfirsiche Pfand 78». Amerik. Reis Pfand 32». Kalif. Aprikosen»and 78 rt Eier-Schnitt- u. Faden-Nudeln n.Makkaroni|�*�42Pt düein PrdM fOr v. nasch* ohne Glas Maltrank■»» Rmditweta................... 80 pt Domaine de Coloma milder, spanischer Rotweta. 1 dl Tarragona Rot»us. vorztigiiciie Quauot......./ B 10 1927 Edenkobener müder pfaizwein........"j dt Erdbeerwein»far fein, eromaHsch........../ 125 1926 Siefersheimer Sandberg saft.Rheiniiessa) 1924 Caseler Herrenberg warziger Ruwerwein> G c a 1917 ßeaujolaus müder Burgunder.........| � 1920 Dürkheimer Frohnhof � 1921 Bernkasteler blumige Mooeian.......>|g 3g 1922 Cbät. ReySSOn Wadisf. Rouart, Oott. Bordeaux j Fruchtschaumwein mit Steuer und Flasche....... 1.20 Spezial-Cuv£e �Ä�rgTJÄe-.ndewim.afau� 4M 1927 Kallstadter Berg.öS 1.40 Vollmilcli-Schokolade mit d&nxcn HatelnCnen. 3 Tafeln k 100 Gr.#' Pf. v.Pii IXd. Dessertbrezeln 38 75 Pt Milchkaramellen 25 45 Pt Sandgebäck?td.25Pfd.95Pt Vi Pfd. ViPtd. Eisbonbon•• JJJJI"»- 18 35 Pt Vollmilch-Relief p« 45». Schokolade�'� 80». Creme-Schokolade lApfelsl,,en u-"ffl'u 4 Q,am» �Pt Nr. 209» 45. Jahrgang Freitag, 4. Mai 492» Dah ein Groschen sich bester aus den Taschen anderer Leute ziehen läßt, wenn man nicht hinter dem Ladentisch aus sie wartet, sondern zu ihnen geht, ist eine Erkenntnis, die einem„fliegen- den Händler* dämmerte. Und dann hat er auch gedacht ,Leit ist Geld* und sich ein„Moll-Mobil* angeschafft— so„unter der Hand*, es ist nämlich so klein, daß man es unter den Arm nehmen kann — damit er zu den Leuten nicht zu gehen braucht, sondern fahren kann, denn in unseren Tagen darf ein Geschästsmami seinen Kunden nicht mehr„entgegenkommen*, er muß ihnen entgegenfahren... So ein Mann, der zu der Zunft der„ambulanten Gewerbe' ge- hört, muß ja auch ewig seine„Sagdgrunde* wechseln, besonders dann, wenn er ein Geschäft mit Hustenbonbons machen will. Da muß er immer die„windigste Ecke* suchen, den Stadtteil, in dem am meisten gehustet wird. Und. das ist nicht der Berliner Norden, sondern der milde S ü d w e st e n. Dort herrscht das beste Älima— für den Verkäufer der Hustenheilbonbons: dort wer- den die meisten Groschen„ausgehustet*. Das bekommt beiden Teilen gut. Wer sich mal eine kleine Tüte von den Bonbons ge- kaust hat, muh zugeben, einen reellen Kauf gemocht zu haben. Di« Bonbons enthalten, was die„Ansprache an die hustenden und heiseren Berliner* versprochen hatte: Malz, Honig, Fenchel, Eukalyptus, Menthol und Anis. Es ist ein„glas- klares* Geschäft, denn der Händler fabriziert die Bonbons an Ort und Stelle vor den Augen des Publikums. Di« ganze „Fabrik* ruht auf dem Bonbon-Auto, dem„Moll-Mobil". Eine Eegeltuchplane schützt sie bei trübem Wetter vor dem Segen, der von oben kommt, denn es werden zur Herstellung der Bonbons nur„garantiert rein« Zutaten* genommen, wozu Regenwaster eben nicht gehört. In einem großen Topf, der über einem Spirituskestcl Jack London: Wolfsblut. .�ör' mal. Heinrich,* sagte Bill, indem er unwillkürlich die Stimme senkte,„wir haben zwar nur noch drei Patronen, ober es ist ein sicherer Schuß. Ich könnte nicht fehlen. Es hat uns drei Hunde entführt, und dem sollte Einhalt getan werden. Was sagst du?* Heinrich nickt zustimmend. Bill zog vorsichtig die Flinte heraus und hob sie empor. Allein bevor er sie bis zur Schulter brachte, sprang die Wölfin zur Seite und verschwand unter den Tannen. „Das hätt' ich wissen können,* schalt Bill laut, als er die Flinte an ihren Platz zurücklegte.„Natürlich versteht ein Wolf, der zu den Hunden zur Fütterung kommt, auch was von Feuerwaffen.— Ich sag' dir's jetzt grade heraus, Heinrich, die Bestie ist an an all unserm Unglück schuld. Wir hätten noch sechs statt der drei Hunde, wenn die nicht gewesen wäre.— Und das sag' ich dir, Heinrich, ich geh' auf die Bestie los. Die ist aber zu schlau, um offen geschossen zu werden, also werd' ich mich in den Hinterhalt legen, und da werd' ich ihr eins auf den Pelz brennen, so wahr ich Bill heiße." „Du mußt dich nur nicht zu weit entfernen.* warnte der Gefährte.„Wenn das Rudel dich angreift, so helfen drei Patronen ebensowenig wie drei Hilferufe in der Hölle. Die Tiere sind verdammt hungrig, und haben sie dich erst einmal umringt, dann bist du sicher verloren.* Sie schlugen an jenem Abend das Lager frühzeitig auf. Drei Hunde konnten den Schlitten nicht mehr so schnell und so lange ziehen, als es sechs getan hatten, und sie zeigten deutlich, daß sie ermüdet waren. Auch die Männer gingen frühe schlafen, nachdem Bill sich noch vorher überzeugt hatte. daß die Hunde so weit voneinander angebunden wären, daß sie sich nicht gegenseitig losbeißen könnten. Allein die Wölfe waren dreister geworden, und mehr als einmal wurden die Männer aus dem Schlafe geweckt, wenn jene so nahe kamen, daß die Hunde vor Angst und Schreck wild wurden. Dann war es notwendig, mehr Holz auf das Feuer zu werfen, um die frechen Angreifer in sicherer Ent- fernung zu halten. „Ich Hab' die Matrosen von Haifischen erzählen hören, hi««in Schiff verfolgten,* bemerkte Bill, als er, nachdem er hängt, brodell eine dunkelbraune Masse. Das sind die Essenzen mit dem kochenden Zucker. Und während es in dem Topf brodelt, wie es nur bei einem Alchimisten brodeln kann, macht der moderne Hexenmeister, der alle Hände voll zu tun hat, weil er immer in sechs Töpfen— Honig, Malz, Fenchel, Menthol, Anis und Eukalyptus!— zugleich zu rühren hat, die Herzen weich für seine Bonbons. Er versteht es in rührender Weise zu schildern, wie man„oft* für zwanzig Pfennige, also für den doppelten Betrag, bei schlechtem Wetter eine überfüllte Straßenbahn besteigt, aus dem Perron stehen muß und sich dort eine Erkällung zuzieht. Man muß dann zum Arzt gehen, diesem einen Taler bezahlen, um dann in den meisten Fällen noch kränker zu werden, so daß man erst im K r e m a- t o r i u m Ruhe vor allen Scherereien hat. Wer aber für zehn Pfennige die guten Hustenbonbons, die alle Kräuter des beut- schen Waldes und des fernen Orients enthalten, tauft, bleibt seiner Schwiegermutter und dem Finanzamt erhallen. Der Mann ist mll seiner Red« fertig. Er wirst«inen Blick auf da» in der brodelnden Masse stehende Thermometer und kippt den Tops auf eine weiße Marmorplatte, über die sich die süße Lava ergießt. Nachdem sie etwas erkaltet und zäher geworden ist, wird sie flink in vier Stücke geschnitten und jedes einzelne Stück durch eine Maschine gedreht, die wie ein Fleischwolf aussieht Zwei Bronzewalzen, die durch eine Kurbelbewcgung gegeneinander ge- dreht werden, prägen aus der erkaltenden Masse die Bonbons in Dropsform. Der Berkauf geht dann ganz gut, denn die meisten Zuhörer und„Sehleute* möchten ihren„lieben Angehörigen* erhalten bleiben(was auch nicht immer ganz selbstlos ist) und dafür ist ihnen ein Groschen kein Opfer. Jetzt, in der wärmeren Jahres- zeit, will er Pfefferminze und„saure Drops* herstellen und E i s das Feuer geschürt hatte, wieder unter die Decken kroch. „Diese Wölfe sind aber wie Haifische auf dem Lande. Sie verstehen ihr Geschäft besser als wir und folgen unserer Spur nicht zum Vergnügen. Sie kriegen uns; sie kriegen uns ganz sicher, Heinrich." „Sie haben dich schon halb und halb, wenn du so redest,* versetzte Heinrich ärgerlich.„Man ist schon halb besiegt, wenn Wan es eingesteht, und du bist halb gefressen, wenn du noch weiter so schwatzest." „Sie haben bessere Leute als dich und mich gekriegt" ant- wartete Bill. „Ach. hör auf mit deinem Unken! Das bekommt einer auf die Dauer satt." Heinrich drehte sich verdrießlich auf die Seit«, wunderte sich jedoch, daß Bill nicht böse wurde. Das sah ihm nicht ähnlich, denn ein scharfes Wort kränkte ihn leicht. Heinrich dachte noch lange vor dem Einschlafen darüber nach, und sein letzter Gedanke war:„Es läßt sich nicht leugnen, Bill ist fürchterlich trübselig gestimmt. Ich werd' ihn morgen ein bißchen aufheitern müssen." 3. Heulender Hunger. Der Tag begann günstig. Kein Hund war in der Nacht verschwunden, und in besserer Stimmung begaben sich die Männer auf die Fahrt durch das Schweigen, die Dunkelheit und die Kälte. Bill schien die trüben Ahnungen der letzten Nacht vergessen zu haben und scherzte und spaßte sogar mit den Hunden, die um die Mittagszeit den Schlitten an einer schlechten Wegstelle umgeworfen hatten. Die Verwirrung war fürchterlich. Der Schlitten war zwischen einem Baumstamm und einem ungeheuren Fels- block eingeklemmt und noch dazu um und umgekehrt. Die Männer waren gezwungen, die Hunde auszuspannen, und als sie sich über den Schlitten beugten, um ihn aufzurichten, bemerkte Heinrich, daß Einohr zur Seite schsich. „Hierher. Einohr!* rief er ihm zu, indem er sich auf- richtete und nach dem Hunde umwandte. Aber Emohr begann über den Schnee zu laufen, indem er die Stricke hinter sich herschleppte, denn auf der zurückgelegten Bahn stand die Wölfin und wartete auf ihn. Als er ihr näher kam, wurde er plötzlich vorsichtig. Anstatt zu laufen, machte er kurze, zierliche Schritte und blieb dann stehen. Er betrachtete sie aufmerksam und mißtrauisch, doch voller Verlangen. Sie sckien ihm zuzulächeln, indem sie' ihm die Zähne in mehr schmeichelnder als drohender Weife zeigte. Sie«achte verkaufen. Das wäre bei 30 Grad im Schallen für ihn dos Gebot der Stunde. Und im nächsten Sammer will er, wie er versichert, mit einem Eis-Auto vorfahren. Kunstausstellung— neues Heim? Angebot von Knterknnst auf dem Zoogelände. Die Sonstausstellung kann in ihrem alle» heim am Lehrter Bahnhof nicht länger bleiben. Sie findet dort nicht mehr hinreichende Be- achtung. die Zahl der Besucher ist gering, und die aus- stellenden Künstler können nur noch wenig verkaussabschlüsss machen. Seil langem wird erwogen, ob nicht auch die Aus- stellung den Zug nach dem Westen mitmachen soll. Alan hat unter anderem an eine Verlegung nach dem Messegelände gedacht. Inzwischen sst der Plan entstanden, auf dem Zoogelände «in neues Heim für die Kunstausstellung zu bauen. Di« Staatsregierung würde zu diesem Zweck etwa 4000 Quadrat- meter an der Budopester Straße erhalten und als Entgelt würden dem Zoogeländ« an der Lichtenfteinbrück« etwa 10 000 Quadrat- meter vom Tiergartengelände zugeschlagen. Di« in Frage kommen- den Ministerien sollen bereits entschlossen sein, diesen Plan ouszu- führen. Der Aufstchtsrat der Zoo-Aktiengefellschaft hat durch Bau- meister H e tz« l nur zur Information«inen Bauentwurf anfertigen lassen, um zu zeigen, daß die erforderlichen Ausstellungsräume dort geschaffen werden können. Das Ausstellungsgebäude müßt« dann allerdings zwei Stockwerk« erhalten. Für den Zoo sollen auf dem neu hinzukommenden Gelände an der Lichten- steinbrücke neue Spielplötze für Schulkinder und für Kleinkinder angelegt werden. Direktor Heck äußerte sich in einer Besprechung mll Presse- oertvetern sehr hoffnungsvoll über den voraussichtlichen Erfolg des Planes. Seine Verwirklichung werde nicht nur das Schaubedürfnis der kunstliebenden Bevölkerung, sondern auch die wirtschaftlichen Ansprüche der ausstellenden Künstler befriedigen. Man rechnet darauf, daß dieses nachbarliche Beieinander von Kunstausstellung und Tierpark beiden Unter- nehmungen zugute kommen und den Strom der Besucher mehren werd«. Ende eines Alüientraumes. Sie wollten sich vergnügte Tage machen. Ein seltsames Erlebnis hatte in der Donnerstagnacht ein S ch u p o p o st e n aus dem Potsdamer Bahnhof. In einem der letzten Züge, die aus Werder kamen, traf auch «in jugendlicher„B l ü t« n f a h r e r" ein, der den, Obstwein mehr als reichlich zugesprochen hatte. Er ging auf den Beamten zu und erzählte begeistert, wie schön es in Werder gewesen sei. An diese Versichern ng knüpfte er die überraschende Bitte, der Wacht- meister möge ihn festnehmen. Der Beamte glaubt« zuerst an einen Ulk, erfuhr dann aber, daß der junge Mann, ein 19 Jahre alter Kaufmannslehrling Heinz M.. der bei einem Konfektionsgeschäst in der Chausseestraße angestellt ist, es doch ernst meinte. M. hatte am 29. April für seine Firma einen Scheck über? 0 0 Mark eingelöst, das Geld für sich behalten und sich damit in Werder vergnügt« Tage gemacht. Von seinein Reichtum hatte er gerade noch 80 Pfennig« übriggehabt, um nach Berlin zurückfahren zu können. Kaum hatte der Schupcnoachtmeister den reuigen Sünder in der Wach« untergebracht und seinen Standplatz wieder eingenommen, als der nächste Zug einen zweiten Ausreißer brachte. Fast mit den gleiche» Worten wie M. berichtete er, daß er IGIahre alt und Lehrling in einer Konfektionssirma am Hausvvgteiplotz sei. Auch er hatte dem Zauber der Baumblüte nicht wider st ehe» j können, 600 Mark unterschlagen und damit eine Reihe spielend ein paar Schritte auf ihn zu und blieb dann stehen. Einohr ging näher, immer noch auf der Hut, mit gespitzten Ohren, erhobenem Schwanz und den Kopf hoch in der Luft. Er machte den Versuch sie zu beschnuppern, aber sie sprang scheu wie spielend rückwärts, und tedesmal, wenn er sich näherte, wich sie zurück und lockte ihn so Schritt für Schritt aus der Sicherheit der menschlichen Gefährten. Einmal, als ob eine unbestimmte Warnung ihm durch den Kopf geschossen wäre, blickte er sich nach dem umgeworfenen Schlitten, den Gefährten und den beiden Männern um, die ihm fortwährend zuriefen. Allein wos auch immer in seinem Geiste vorgehen mochte, es wurde durch die Wölfin zerstreut, die aus ihn zukam, ihn einen Augenblick beschnüffeste und dann wieder scheu vor ihm zurückwich, als er sich von neuem ihr näherte. Mittlerweile hatte sich Bill der Büchse erinnert, die ein- geklemmt unter dem umgeworfenen Schlitten lag, doch bis Heinrich ihm geholfen hatte, denselben aufzurichten, standen Einohr und die Wölfin dicht beisammen, und die Entfernung war für einen Schuß zu groß. Zu spät erst sah Einohr seinen Fehler ein. Bevor die Männer sehen konnten, was vorging, hatte er sich umgedreht und begann auf ihnen zuzulaufen. Plötzlich sahen sie, wie ein Dutzend hagere, graue Wölfe über den Schnee springend sich im rechten Winkel der Bahn näherten und ihm den Rückzug abschnitten. Augenblicklich verschwand die Scheu und die spielerische Laune der Wölfin. Knurrend sprang sie auf Ein- ohr los. Er parierte den Angriff mit der Schulter und ver- suchte, da ihm der gerade Rückweg zum Schlitten abgeschnitten war. im Bogen dahin zu gelangen. Allein immer mehr Wölfe erschienen und nahmen die Verfolgung auf, während die Wölfin nur wenige Schritte hinter thm herlief. „Wo willst du hin?" fragte Heinrich plötzlich und legte die Hand auf den Arm des Gefährten. Bill riß sich los.„Ich kann das nicht länger mit ansehen," jagte er.„Sie fassen keinen von den Hunden mehr haben, wenn ich's verhindern kann. Mll der Flinte in der Hand sprang er in das Gebüsch neben der Bahn. Seine Absicht war klar genug. Er wollt« den Bogen, den Einohr beschrieb, noch vor dessen Derfolgern berühren, und er hofft«, mit der Büchse in der Hand und im hellen Licht des Tages würde es ihm möglich sein, den Wölfen Furcht einzujagen und den Hund zu retten. „Höre, Bill," rief ihm Heinrich nach,„sei vorsichtig. Dag« dich nicht zu well vor!* (Fortsetzung folgt.) üppiger Tage in Werder oerlebt. Er hatte jetzt noch ganze 5 0 Pfennig« in der Tasche. Der jung« Mensch, ein l?duard S)., wurde zusammen mit M. auf das Polizeipräsidium gebracht, wo sie mm als Leidensgefährten ihre Erinnerungen an die etwas teuer erkaufte Baumblüte austauschen können. * Die Liebhaberei für die zweite Wagentlasse ist einer 42 Söhre alten Köchin Erna I. aus Berlin-Lichterfelde verhängnisvoll geworden. Aus Sparsamkeit löste sie sich immer nur eine Fahr- karte für die dritte Klasse, fuhr aber stets in der zweiten. So oft sie ertappt wurde, gab sie den Namen irgendeiner Freundin an. Diese bekam dann eine Strafoerfllgung über 3 Mark und hatte viele Scherereien, bis die Sache klargestellt war. So erging es einer Freundin nach der anderen, ohne daß man wußte, wer den Unfug trieb. Gestern wurde die Köchin wieder, erwischt, jetzt aber mit Rücksicht auf den wieder- holten Betrug und die vielen Schwindeleien festgenommen. Von der Dmnenschiffahri. Ein Filmwerk, das zum ersten Male die deutsche Biimen- schisfahrt in ihrer Bedeutung als Berkehrsfaktor für das Wirtschafts- leben zeigt, wurde in einer Uraufführung im Schwcchtensaal ge- zeigt. Zur Darstellung gelangten der Binnenschiffsoerkehr, der teil- weise als Eilfracht oder Schleppcrverkehr von Berlin aus seinen Weg nimmt, so u. n. die K o h l e n t r a n s p o r t e Kofel— Breslau— Berlin auf der Oder, der Verkehr Stettin� Berlin, dann der Weg auf der Elb« und der Havel von Dresden— Magdeburg— Berlin, wo bei letzterem noch erwähnt sein soll, daß neuerdings von der Neuen Norddeutschen Flußdampfschiff- fahrtsgesestschaft eim direkter Verkehr rM Berlin nach Dresden«in- gerichtet wurde, während früher Magdeburg als Umschlagort für diese Strecke galt. Auch die Fahrt Berlin-Hamburg war bild- technisch geschickt aufgenommen. In: großen Teile war bei diesem interessanten Film die wirtschoftstechnische Seite mehr betont, während dos Leben bei den Flußschiffern, welche Seite zweifellos einen größeren Reiz auf den Beschauer ausüben würde, zu kurz kamen. Berlin als Hafenstadt ist dafür in prächtigen und repräfen- tativen Aufnahmen vertreten, man sieht hier auch die interessante Tatsache festgestellt, daß olle die großen Reedereien, die den Fracht- verkehr in Berlin betreiben, ihre Anlagen von ihrer alten Anlege- stelle am Humboldthafen noch dem großen Westhofen verlegt haben. Im großen und ganzen wird dieser Film als Dokument für den friedlichen Wettbewerb im deutschen Wirtschaftsaufbau zu werten seinMind als solches vollauf feinen Zweck erfüllen. Dem arbeitenden Teils der Bevölkerung kann aus diesem Tätigkeitsgebiete der Fluß- schisfahrt nach ganz besonders vor Augen geführt werden, welche schwere Arbeit, Gewssselihoftigkeit und Verantwortung all den Ar- heitern auferlegt wird, die in der Flußschiffahrt ihr Brot finden, mögen das nun Schiffer, Verlader oder Kranführer sein. Amerika-Klug als— Wahlpropaganda. Den De-utschnationalen scheint es schlecht zu gehen. Zugkräftige Parolen haben sie wirklich nicht, es sei denn, daß sie den Zoll wu che r und ihren schnöden Wortbruch an Rentnern und I n f l a t i o n s g c s ch ä d i g t e n als solche be- trachten.• In der Rot frißt der Teufel bekamMch Fliegen. Was tut ein . dcutschnationaler Propagaiidächef, wenn er sieht, daß ihm die Felle wegschwimmen? Er macht— den Oze.anflu g zu einem Sieg der Deutschnativnalen Partei?— Das ist kein schlechter Scherz, sondern eine humoristische deutsch- nationale Tatsache. Von allen guten Geistern des Geschmacks und des Taktgefühls verlassen, Haben die Deutschnotionalcn gestern nachmittag einen Flugzettel verbreitet, in dem es heißt: „Dem Siege entgegen?' Folgt'in der Mitte des Zettels die„Bremen' mit wehender schwarz weißroter Fahne über dem Ozean. Darunter steht abschließend in fetter Schnft: I„Wähltdeutschnational!' Es ist schon mehr als grober Unfug, was sich hier di« Deutsch nationalen in? Schutze der Agitationsfreihert mit dem„Amerika- flug' Köhls und Hünefelds leisten. Wie jämmerlich muh es mit den Argumenten einer Partei beschaffen sein, wenn sie zu solchen . Kindlichkeiten ihre Zuflucht nehmen muß.— Eins allerdings werden die Deutfchnationalen mit den tüchtigen„Dremen'-Leuten bald gemein haben: das Fliegen! Denn das wollen wir ihnen am 20. Mai gründlichst beibringen. Dachstuhlbrand in Friedenau. Die Feuerwehr wurde gestern gegen 21 Uhr nach der Blan- kenburger Straße 2 in Friedenau alarmiert, wo im Dach- stuhl des Vorderhauses Feuer entstanden war. Beim Ein- treffen von zwei Löschzügen brannte der Dachstuhl in seiner ganzen Ausdehnung bereits lichterloh. Daraufhin wurde„G r o ß f e u e r- a l a r m' an die Hauptfeuerwache in der Lindenstraße weitergegeben, worauf drei weitere Züge zur Hilfeleistung anrückten. Es mußte aus zahlreichen Schlauchleitungen Wasser gegeben werden, uin bei dem heftigen Winde ein Uebcrgreifen auf die benachbarten Grundstücke zu verhüten. Erst gegen Mitternacht war die Gewalt des Feuers gebrochen und die Aufräumungsarbeiten konnten in An- griff genommen werden. Der Äff' ist los, der Äff' ist frei. Wohldressierte Affen auf der Bühne ihre possierlichen Kunststücke vollführen zu sehen, ist lustig: viel, viel lustiger aber war gestern mittag die Extravorstellung des Affen Ioko, der, von frühling s- hastem Freiheitsdrang beseelt, aus seinem vornehmen Gefängnis Reißaus nahm. Durch das offenstehende Fenster einer Villa in Friedenau, Goßlerstrahe, flüchtete der Häftling auf den zunächst stehenden Baum und inachte hier, im Vollgefühl der berauschenden Tatsache: O, welche Lust, ein Affe zu sein!, seiner strahlenden Laune in allerhand übermütigen Scherzen Luit. Und er turnte und hopste noch dazu vor einem begeisterten Publikum, das eine gerade aus- schwärmende Mädchenschule stellte, die dem munteren Bajazzo mit äußerstem Wohlgefallen zusahen. � Nachdem alle noch so zärtlichen Lockrufe von Frauchen, Herrchen usw. Ioko nicht zur Aufgabe der wiedergewonnenen Freiheit veranlassen konnten, muhte die Feuerwehr wieder mal ihres Amtes walten und den kleinen Ausreißer seinen Besitzern wiederbringen, was unter Schwierigkeiten gelang. Wahlvorbereitungen im- Rathaus „Christliche" Client, Kleinrentner, Erwerbslose usw. Die näher rückenden Wahlen zum Reichstag und zum Landtag beeinflussen auch die Arbeit der Stadtverordnetenver- f a m m l u n g. Immer häufiger tauchen in den Reden allerlei An- spielungen auf, und es fehlt nicht an Anfragen und Anträgen, die nur der Agitation dienen sollen. Auf Wahlagitation war der deutschnationale Krakeel gegen die weltliche» Schulen berechnet, der gestern fortgesetzt und be- endet wurde. Pfarrer Koch sprach wieder in seiner herausfordern- den Art— und gleichzeitig wollte er denen, die in kräftigen Zwischen- rufen ihm antworteten, mit dem Gericht drohen. Wir werden sehen, wie es den Deutschnationalen vor dem Gericht ergehen wird, das am 20. Mai das Urteil zu sprechen hat. In einer Debatte über eine Baugesellschaft kam unser Genosse Mendt auf unberechtigte Angriffe zurück, die in einer früheren Sitzung der Demokrat Merten gegen Stadtbaurat Wagner gemacht hatte. Es ist Herrn Merten bisher nicht eingefallen, jene Angriffe zurück- zunehmen. Auch sie sollen der Wahlagitation dienen. Bei einem Antrag, mit dem die Demokraten auf die Kleinrentner wirken wollen, betonte Genossin Todenhagcn die Notwendigkeit, auch anderen Rentenempfängern zu helfen. Bei dem kommunistischen Antrag zur Erwerbslofenoersichcritng versuchte der kommunistische Redner, seine Partei den Erwerbslosen in empfehlende Erinnerung Zu bringen. Unser Genosse Krause beleuchtete diese Aktion der Kommunisten, die mir im Fordern groß ssnd, aber dann keine Mittel bewilligen. * In der Fortsetzung der Debatte über die Anfrage der Deutsch- nattonalen wegen der Errichkung von weltlichen Schulen sprach zunächst Stadtv. Psihner(Wirtschp.). Er forderte gleiche Be- Handlung der Bekenntnis- und der weltlichen schulen. Er beschwerte sich darüber, daß„immer die besten und schönsten Schulhäuser für die wetlichon Schulen bereitgestellt würden". Stadk. Galle(Z.) versprach, dafür eintreten zu wollen, daß im Rohmen des Er- ziehungsrechts Gewissensfreiheit bestehen bleibt. Der deutfchnatio- »alc Pfarrer koch hielt eine feiner üblichen, nicht gerode von chrift- licher Duldsamkeit zeugenden Reden. Am ochwß seiner provozierenden Ausführungen erklärte Herr Pfarrer Koch, es hätte keinen Zweck, sich mit den Sozialdemokraten über Wcltanschauungssragcn zu unterhatten. Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten bekräftigte, daß man allerdings bei unserer Fraktion nicht viel Lust hatte, sich mit diesem Vertreter der christlichen Kirche auseinander- zusetzen. Stadtv. Merten(Dem.) sagte, daß den Vorgängen in der Schule Sonnenburger Straße eine viel zu große Bedeutung beige- legt würde. Er erklärte, daß er und seine Freunde die Errichtting j von weltlichen Schulen polittsch nicht für glücklich halten. Merten trat für Gemeinschaftsschulen ein. Damit war die Anfrage erledigt. — Gelegentlich der Besprechung einer Anfrage der Wirtschaftspartei wegen angeblich zu hoher Zuweisungen von Hauszinssteuetrhypa- theken an eine Firma Fritz-Klein-Baugesellschaften erinnerte Genosse Mendt den demokratischen Stadtverordneten Merten daran, daß er. Merten, in einer Sitzung Angriffe gegen den Stadtbaurat feenosscn Dr. Wagner gerichtet habe, auf deren Haltlosigkeit Merten hin- gewiesen wurde. Merten habe bisher nicht Gelegenheit genommen, dem Stadtbaurat Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: das Urteil darüber fei der Oeffenttichkett zu überlassen.(Bravo! bei den Soz.) Die Stadt Berlin will anläßlich des 100. Todestages Ludwig van Beethovens ein Stipendium stiften. Die Deutschnationalen stellten den Zusatzantrag, du ß� die Bewerber um das Stipendium die deutsche oder österreichisch« Stoatsaugehörigkeit haben müßten. Dagegen wehrten sich Sozialdemokraten und Kommunisten. Unser Genosse Weinberg erinnerte daran, daß die Werke Beethovens Wettbürger- geist atmen, daß also gerade die Deutfchnationalen diesen Wclt- bürgcrgeist nicht verstanden hätten.— Abstimmungen wurden nicht vorgenommen, da die Fraktionen die Verein- baningen getroffen haben, in der Wohlzeit Abstimmungen nach 19, Uhr nicht mehr vorzunehmen.— In einem Antrag verlangten die Kommunisten, daß der Matzsstrat bei den zuständigen Behörden dahingehend vorstellig werden solle, daß die sur Saisonarbeiter von drei auf sieben Tage verlängerte Karenzzeit bei der Jnanspruch- nähme von Erwerbslosen Unterstützung wieder beseitigt wird. Den Saisonarbeitern soll sofort Unterstützung gezahlt werden. Im Auftrage der kommunistischen Fraktion bezweiselte Roth das Zahlenmaterial, das der Macsistratsvertreter im Ausschuß vorgelegt hatte. Stadtrat Genosse Ezeminski bewies, daß die Zweifel Roths gegenstandslos sind. Stadtverordneter Genosse Krause zeigte. wie lange vor den Kommunisten die Arbeitnehmerorganisationen des Baugewerbes in derselben Angelegenheit beim Landesarbe-t-amt Berlin vorstellig wurden und dort beim Vorsitzenden, dem Etadrrat Genossen Brühl ein williges Ohr fanden.— Eine längere Debatte gab es am Schluß der Sitzung noch über den Antrag der sozial. demokratischen Fraktton, der'eine Aushebung der Eintrittspreis. erhöhnng für das Freibad Wannsee fordert«. Die mit baulichen Bcröirderuugen im Freibade eingetretene starke finanzielle Be- lastung der Freibad-G. m. b. H. macht diese Erhöhung nötig. Im Ausschuß war unser Antrag abgelehnt worden, deshalb beantragte in der Sitzung namens unterer Fraktion Genosse Bublitz, daß die Stadt Berlin die finanziellen Lasten übernehme, daß dann natürlich auch die Eintritts presse nicht erhöht werden dürfen. Bublitz wies daraus hin, daß der Besuch des Freibades für eine vier» köpfige Familie schon jetzt einschließlich des Fahrgeldes sehr teuer sei, bei einer himdertprozenttgen Erhöhung des Eintrittspreises aber so hoch stiege, daß der Besuch des Freibades nur noch«in Borrecht Besitzender werden würde. Kunksuche nach der„Lialia". Slolp, den 3. Mai. General Nobile hatte bei seiner Abfahrt vom Luftschiff hafe.i Seddin mit den Funkstationen in Stolp und im Luftschisfhafen ver- einbart. daß er möglichst in jeder Stunde, seinen gegenwärtigen Standort angeben werde, so daß er für den Fall, daß er ist Nebel oder schlechtes Wetter gerate, durch eigene Pettunz und durch Peilung fremder Stattonen stets in der Lage sein könne, festzustellen, wo er sich nnt dem Schiff befinde. Diese Wsicht lzat General Nobile jedoch nicht verwirklichen können. Wie seinerzeit beim Flug des Z. R. III von Friedrichshafen-.räch Nordcnnerika ist die„Italia', wie ein Funkspruch besagt, von so vielen Seilen angerufen worden, daß die Funkstation an Bord des Luftschisfes zunächst überhaupt nicht dazu kam, Me notwendigsten Arbeilen vornehmen zu können. Alle möglichen Stationen, sogar amerikanische Großstattonen ver- suchten, mit dem Luftschiff in Verbindung zu treten, ohne selbst die Möglichkeit zu haben, Nachrichten von der„Italia' auffangen zu können. Es hat sich jetzt gezeigt, daß die Funkanlage, die Nobile mitführt, im Verhältnis zur Größe der„Italia" doch zu schwach ge- wesen ist. Der llXI-Watb- Kurzwellensender Hot bei dem klaren son- nigen Wetter nur eine recht beschränkte Reichweite, und schon nach 500 Kilometern vermochten die Stattonen in Seddin und Stolp Zwei große, künstlerisch hochstehende Konzerte. Am Abend Klaoiertrios von Mozart und Beethoven und nachmittags das Funkorchester unter Bruno Seidler-Winkler mit Kompositionen Haydns, Mozarts, Schuberts und Johann Strauß'. Das ist schon zu viel des Guten, allerdings trägt die Nachmittag sveranstalwng leichten Eharaktcr: den» selbst die Sinfonie mit dem Paukenwirbel entbehrt für uns der Tragik. Selbstocrständ- lich entspricht ein Trio, das sich aus Moyer-Mahr, Wittenberg und Heinrich Grünfeld zusammensetzt, den höchsten Erwartungen. Die Ueberraschung bietet wieder Seidler-Winkler, der sich als vielseitiger, gewandter und exakter Dirigent erweist. Bei Schubert und Haijdn wächst er über sich hinaus. Er spielt hier so rhythmisch sicher, pflegt so ausgesprochen die Schönheit des Tqns, daß man seine im Grunde konvemioncll« Haltung gern mit in Kauf nimmt.— „Deutsch-nordischen Kulturaustausch' nennt Dr. PaulGraßmann seinen Vortrag, der am frühen Nachmittag geholten werden soll. Man erwartet von dem Herrn aus Stockholm allertei interessante Mitteilungen. Leider wird der Vortrag in allerletzter Minute ab- gesagt. Entzauberung des Ostens könnte Dr. Alfons Nobel als Motto zu seiner kurz gefaßten und dabei doch alle charakteristischen Momente berücksichtigenden Skizze„Das moderne Indien" wählen. Kein Land mehr mit Maharadschas im Stil Gunnar Tolnaes, mit Bajaderen, heiligen Büchern und mit Erotik um jeden Preis, son- der» ein großes, industrialisiertes Gebiet mit sozialen und politischen Kämpfen mit einer wirtschaftlichen Unterdrückung des Proletariats, di« i» Europa oder in Amerika unmöglich wäre. Gerade die reichen indischen Fabrik- und Bergwerksmagnaten, die indischen Nationa- listen, widersetzen sich entschieden einer Verbesserung in der Lage der unteren Schichten, die England anstrebt. F. S. nur noch ganz schwach einzelne Zeichen des italienischen Lustschiffes aufzufangen, di« noch dazu nicht immer verständlich waren. Mit Einbruch der Dunkelheit und während der Nacht wird sich das Bild allerdings wieder ändern. Mit dem Schwinden der Sonnenstrahleu verstärkt der Kurzwellensender seine Reichweite ganz ungeheuer. und man wird wälzrend der Nachtstunden das Schiff selbst auf sehss fernen Stationen auch jenseits des Ozeans deutlich hören können. Die letzten Meldungen, die nach der Ueberfliegung Stockholms von den deutschen Stattonen aufgefangen werden konnten, lauteten dahin, daß an Bord alles wohl sei, und daß die.Italia" bei verhältnismäßig schwachen Gegenwinden auf nördlichen Kurs gute Fahrt mache.— Am Nachmittag kam noch ferner ein Tele. gramm Nobiles an fein« Gattin in Stolp an, in dem er kurz meldet, daß an Bord alles wohl sei. -12 Häuser niedergebranni. Zn der hamburgischen Stadt Geesthacht. Hamburg, Z. Mai.(Eigenbericht.)[ Don einem großen Schadenfeuer wurde die zum Horn« burgijchen Staatsgebiet gehörende Stadt Geesthacht an der Elbq heimgesucht. Am Donnerstag nachmittag gegen 3 Uhr brach in .einem strohbedeckten Haus ein Feuer aus, das sich durch den herrschenden starken Wind bald aus benachbarte Häuser auS4 dehnte. Di« örtliche Feuerwehr war dem Element gegenüber macht. los, so daß von Hamburg aus vier Feuerwehrzüge angefordert wer, den mußten. Besonders stark war die inmitten des Brandherdes gelegene historische Kirche gefährdet, die jedoch durch die Be- mühungen der Hamburger Feuerwehr gehalten werden konnte, Insgesamt brannten 12 Häuser vollkommen nieder, darunter das Gebäude der flädlischen Polizei. Mehr als 30 Familien sind durch das Feuer obdachlos geworden �und mußten Notunterkunft in der Schule, den Jugendherbergen und im Nebengebäuden der Dynamit» fabriken Krümel und Dünaberg beziehen. Während die Häuser selbst alle pflichtrersichcrt sind, ist es das Inventar der betroffenen Bewohner leider nickst. Mehrere be! der Feuerwehr �ättze Beamte und ein Bewohner erlitten leichte Verletzungen. Saisonabschied der Schupomusiker. Trotz �Sainmerhitze, die nach langem Winterschlaf mit aller®> wall ins Freie lockt, zeigte der Abschiedsabend der Schuponmsiker in der Hochschule für Musik ein ausoerlaustes Haus. Und alle«ympathie», die sich das treffliche Orchester und sein bewährter Führer H i l d e b r a n d erworben hat, strömten in einem hcr.z» lichen, nickst endenwollenden Beifall aus. Das Progranun trug dieses Mal ausgesprochen volkstümlichen Charakter und brachte die schönen Werke alter Meister zu Gehör. Das Vorspiel zu„Lohen- grin" bildete den Auftakt, dem Tondichtungen von Berliaz, irische Polksweisen von Graininger und zum Schluß die uiioergängliche „Fledermaus-Ouvertürc" folgten. Mit Berve und Schmiß und seinem musikalischen Empfinden entledigten sich die trefflichen M'l- sikcr ihrer Ausgabe. Der Solist des Abends, Winfried Wolf, spielte mit bravouröser Technik das Lifzss'che R8-Dur-Konzert. Der junge Künstler berechtigt zu den schönsten Hossmingcn. Unter den vielen Anwesenden bemerkte man u. a. Reichswehrminister Eroener, Poli.zeipräsident Genosse Zörgiebel, Vizepräsident Dr. Weiß. Kommandeur der Schupo, Oberst v. Heimannsberg usw. Die b�, liebten Konzerte werden im September wieder ausgenommen. s InÄ für die Davls-p oicalrunde in Peutsdiland gewählt. berliner Wohnungsbau im Jahre 1927. Erfolge sozialdemokratischer Kommunalpolitik. Eines der umstrittensten Arbeitsgebiete der Berliner Stadtvcr- waltung ist seit Nahren die Beschaffung von Wohnungen für Taufende von Familien. Zwei ihrer besten Kommunalpolitiker hat die Sozial- demokratie in den Magistrat gefandt, den Siedlungsfachmann Ge- nosfen Wutzky und Stadtbaurat Dr. Wagner. Sie legten in den letzten Tagen den Rechenschaftsbericht ihrer Arbeit, die«Statistik über die Bautätigkeit im Jahre 1927 vor. In der Stadtbeilage des ..Vorwärts" wurden die Zahlen des ersten Halbjahres 1927 veröffent- liht. Danials wurde darauf hingewiesen, daß die Bautätigkeit des Jahres 1927 bedeutend höher fein werde, als 1928. Trotz weiterer Verschlechterung des Hypothckenmarkts im zweiten Halbjahr 1927 bat sich diese Prophezeiung erfüllt. Für 1928 erwartete man im Wohnungsbau einen Rückgang der Bautätigkeit. Diese trat glück- licherweise nicht ein, da die Finanzierungsbedingungen sich bedeutend verbesserten und die Baustoffpreise herabgesetzt wurden. Besonders begünstigt wurde der Baumarlt durch das anhaltende gute Wetter, dos die Ausführt mg der Bauten bis weit in den Dezember hinein gestattete. Die günstige Konjunktur Ende 1926 vcranlaßte große Baufirmen, riesige Projekte in Arbeit zu nehmen. Aber schon zu Boginn des Jahres 1927 im März begann der Hypothekenmarkt zu versiegen. Auch die Hilfe der öffcnllichcn Sparkasicn, die in die Bresche sprangen und große Kapitalien für den Wohnungsbau flüssig machten, konnten nicht verhindern, daß ein großer Teil der bereits projektierten Bauten zurückgestellt werden mußte. Auch der Bau- kostenindcic stieg ini Jahre 1927. Erst nachdem die Finanzierungs- bedingungcn geändert wurden, die zwar die Mieten etwas ver- teuerten, tonnte die Bautätigkeit wieder belebt werden. Die Statistik zeigt, daß die Zahl der Neubauten für wirtschaftliche und gewerbliche Zwecke gegenüber dem Borjahr gesunken ist. Für 1927 wurden 29 222 gegenüber dem Borjahr 22 819 Bauerlaubnisse erteilt. Durch diese Bauerlaubnisse wurden 5818 Dauerneubauten gegenüber 5238 im Borjahr genehmigt. Darunter waren Neubauten für Wohnzwecke 4433(1926: 4144). 1927 wurden 4630 Wohngebäude gebrauchsfertig abgenommen(1926: 3218). Gebaut wurden 19 571 Wohnungen(1928: 14 578). Bon diesen Wohnungen ent- fallen 19 453 auf Wohngebäude. Die Statistik ergibt, daß gegen 1926 1018 oder 28,2 Proz. an Wohngebäuden und 5049 oder 35 Proz. Wohnungen mehr errichtet wurden. Die„Berliner Wirischostsberichte", die das genaue Zahlenmaterial veröffentlichen, geben eine lehrreiche Zusammenstellung der gebauten Wohnungen. In den Berliner Berwaltungsbezirkcn wurden folgende Dauerwohn- gebäude crrichtei: Zeh lendorf 852. Reinickendorf 847, Rculölln 574 Tempel Hof 391. Lichtenberg.'157, Köpenick 325, Pankow 298, Steglitz 282. Spandau 245, Wilmersdorf 227, W e i ß e n s e e 194, Charlottenburg 110, Schön c b c rg 108, W e d d i n g 79, T r e p t o w 70, Prenzlauer Berg 63, F r i e d r! chs h a i n 7 und Kreuzberg 1. In diesen Dauerwohngebäuden sind in Reinickendorf 2694, ..•-.-r i cvv...* l: r r- 4 nn-1 rr 1 L____ � I l. �!-IHXI J I- tcglitz 1774. Neukölln 1677, Tempel Hof 1851, Wil- e r: d o r f 1502, Lichtenberg 1364, Pankow 1201, Span- dau 1116, Schöne berg 1054, Köpenick 1037, Zehlen- d o r f 1032, Charlotten bürg 814, W e d d i n g 708, Weißen- s c e 683, Prenzlauer Berg 852, Treptow 409, Fried- r i ch s h a i n 80 und Kreuzberg 30 Wohnungen vorhanden. Die letzte Aufstellung gibt im Vergleich mit der Zahl der Wohn- gebäude Ausschluß über die in einzelnen Bezirken vorherrschende Bauweise. Interessant ist, daß in den östlichen und südöstlichen Bezirken wie Lichtenberg. Weißensee, Köpenick. Neukölln, Zahlen- dorf der Einsam ilicnhausbou weit stärker zur Zlnwew dung gekommen ist, als in Reinickendorf, Spandau und Wilmersdorf, wo vornehmlich Wohngcbäude mit 5 bis 8 Wohnungen erbaut wurden. In Charlottenburg, vor allem in«schöneberg überwiegt der Hochbau. » Die sehr emgehende Statistik über die Bauherren der 1927 ge- bauten Wohnungen ergibt, daß sowohl an der Zahl der Wohn- gebäude und der Wohnungen die unmittelbare Beteiligung öffentlicher Körper-schasten und Behörden im Jahre 1927 noch geringer war als 1928, nämlich 0,5 Proz.(1926: 1,3 Proz.). Die GegeiWber- stellung der Zahlen über die private und gemeinnützige Bautätigkeit ergibt, daß die gemeinnützigen Bougesellschaften ihre Bautätigkeit in viel größerem Maße steigerten als die privaten Bauherren. 1926 wurden 7450 Wohnungen und 1927 13 279 Wohnungen errichtet, die Zahl der von privaten Bauherren errichteten Wohnungen betrug 1927 8060 gegenüber 1926 8873 Wohnungen. Während also die gemeinnützigen Ballgesellschaften ihren Anteil an der Gesamt- Herstellung von 51,7 auf 88,3 steigern konnten, ging der Prozentsatz der von der privaten Bauindustrie errichteten Wohnungen von 48,3 auf 31,1 zurück. Sehr wichtig ist noch, daß die private Bauindustrie vornehmlich beteiligt ist an der Errichtung von Wohngebäudcn mit 2 und mit 21 und mehr Wohnungen, also Villen oder Mietskasernen. Der private Baliunternehmer ist bei der Errichtung van größeren Wohnungen in den letzten Iahren an erster Stelle beteiligt, während er sich um den Bau von kleinen und mittleren Wohnungen weniger kümmerte, sondern dieses wichtige Aufgabengebiet den gemeinnützigen Baugesellschaften überlassen hat. Auch diese Zahlen reden eine deutliche Sprache, nur durch die immer stärkere Tätigkeit der gemeinnützigen Gssellschasten wird die Wohnungsnot ihrer Lösung entgegengetrieben. Die Sozial- demokratie hat mit voller Absicht in den letzten Iahren Wert darauf gelegt, die gemeinnützigen Bauqesellschosten zu sördern. Die Zahlen beweisen, daß sie auf dem richtigen Wege ist, daß nur unter Ausschaltuno der privaten P r o s tt i n tc r c s se n die Möglichkeit gegeben ist, billige, auch für den Arbeiter erschwingliche Mietspreise, zu erzielen. Leider fehlt immer noch eine Statistik über die Höhe der ge- forderten Wohnungsmietcn. Die Sozialdemokratie hat kein Interesse, daß irgendwelche Baulöwen große Reichtümer anhäufen können, sie hat aber großes Interesse daran, daß möglichst viele Kleinwohnungen errichtet werden. Mehr Raum für den Nerliner Osten. Eng zusammengepfercht liegen die Wohnbezirke des alten Ber- lincr Ostens. Die hier vorhandene aroße Raumnot wirkt sich be- sonders im Bezirk Friedrichshain aus. Eine weitschaucnd« Stadt- vcrwolrung siiüßte deswegen auf de» Ausbau dieser Gebiete be- sonderes Äugcmnerk legem Im Berliner' Stodtga»1?n handelt es sich hier um den am engsten bevölkerten Bezirk. Aus einem Hektar wohnen rund 3 70 Einwohner, während die nächsten Bezirke schon bedeutend bessere Verhältuissc. ausweisen. So zählt Kreuzbcrg auf einen Hektar rund 340, Prenzlauer Berg rund 325 und Wedding rund 280 Bewohner. Außerdem ist der Bezirk Friedrick)shain on Freiflächen äußerst arm. Reue Wohnungen können nicht entstehen, da Baulücken fast gar nicht vorhanden sind. Eine Ueberbevölkening des Bezirks kann nur durch Abwände- rung größerer Teile in die Außenbezirke verhütet rverden. linier diesen Umständen hak es die Bezirksverwaltung besonders schwer, der Rot im Bezirk wirksam entgegenzutreten. Selbst- verständlich macht sich die Raumnot auch bei allen aus- wärt:- weisenden Kulturarbeiten bemerkbar. Di« Schulaulcn im Bezirk bedürfen in den meisten Fällen dringender Aussri schling. Wohl Hot dos Bezirksamt aus eigenen Mitteln schon mancherlei bewirkt. Hier wäre es ober Ausgabe der zeu- trolcn Schulbehördcn, in den zneist mehr denn 30 Jahre stehen den Schulgebäuden Aenderungeif zu schassen. Bolksbildunqsneranstal- ttingen finden oft in dürstig ausgestatteten Räumen statt. Für große Ausstellungen sind überhaupt keine ge- eigneten Räume vorhanden. Mit großer Mühe mußten z B. für die so überaus erfolgreiche Grundschulausstellung Schul» klasscn freigemacht werden. Da ähnliche beispielocbende?lusst«llun- gen unseres Wissens auch für die kommenden Jahre aeplant find, wird es notwendig, auch in diesem Falle schnellstens für Raum zu sorgen. Wir begrüßen es deshalb besonders, daß von der Bezirks- Verwaltung im 5)aushalt Forderungen ausgestellt wurden, die den Bau eines großen Jugend Hauses und eines Bolks- Hauses im Bezirk.zu erreichen strebten. Abgesehen von den darüber hinaus noch notwendigen dringenden Lerwaltunasbauten ließen sich in den genannten Neubauten schon Räume für Kul- turzwecke nach den modernsten technischen und i linenarchitektonischen Auforderungen Herrichten. Wir dürfen deshalb wohl er- warten, daß man sich auch in der.zentralen Verwaltung diesen Notwendigkeiten nicht verschließt. Dasselbe gilt von den Frei- släch»n und Sportplätzen. Uns ist die rührige Tätigkeit des Bczirksgartsnamts in der Ausgestaltung der Frei- und Grün- flächen durchaus bekannt.?lber dem Bedürfnis nach körpcrbildendcr Betätigung in frischer Luft muß noch wehr wie bisher Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dem guten, aber übervölkerten Sportplatz im Friedrichshain sollte längst schon«in Stadion im Stra- lauer Stadtviertel an der Laster st raße zugesellt werden. Bei der Einstellung des Berliner Oberbürgermeisters sollte man jedoch erwarten, daß auch in diesem Falle von der Zentral- Verwaltung nicht mit der Bereitstellung der nötigen. Verhältnis- mäßig geringen Mittel zurückgehalten wird. Die Durchführung dieser Pläne der Bezirksverwaltung in allernächster Zeit wäre schon ein hedcutender Fortschritt in der kommunalen und städtebaulichen Entwicklung des Berliner Ostens. Die KpO. gegen die Konsumvereine. Wie die KPD. auf politischem Gebiete nicht die bürgerlichen Parteien, sondern die SPD. bekämpit, so unterstützt sie auf ge- werkschastlichem Gebiete nicht die proletarischen Organisalioncil gegen das Unternehmertum, sondern verdächtigt bei jeder Bewegung die Gewerkschaften: auf wirtschaftlichem Gebiete schädigt die KPD, die Konsinngenossenschasten zum Nutzen des Händlertums. Einen klaren Beweis dafür bringt die„Rote Fahne" in Nr. 94: sie berichtet dort über die jüngste Generalversammlung der Konsum- GeUosienschost Berlin und Unigegend(KGB.). Diese Genossenschaft bot im letzten Jahre euurn erfreulichen Ausschwung genommen: Mitgliederzahl und Umsatz sind gestiegen, die Rückvergütung wurde auf 4 Prozent erhöht, die Wurstsabrik wurde eröffnet,«in LoudgiU erworben, ein Kindererholungsheim in Betrieb genommen und An- sang 1928 ein neues Warenhaus eröffnet. An dieser Entwicklung der proletarischen Organisation Hot»im die„Rote Fahne" gar keine Freude. Sie behauptet, in der erwähnten Generalversammlung der KGB. habe der berichtende Geschäftsführer»nach seinem sattsam be kannten alten Schema in„einziger Selbstzusriedenheit" geschwelgt und nicht die geringste Kritik vorhandener Mängel und Schwächen gezeigt. Die Wut der„Roten Fahne" kommt wohl daher, daß in dem der Generalversammlung erstattenden Geschäftsbericht sowohl der Gewerkschastsprcsse as auch dem„Vorwärts" für die wertvolle Hilf« bei der genossenschaftlichen Werbearbeit gedankt wurde. Hat die„Rote Fahne" etwa erwartet, man n>erde ihr dafür danken, weil sie die KGB. dauernd mit Dreck bewirft? Es gibt sicher kommunistische Arbeiter, die es mit der Genossen- schaft ehrlich meine». Aber die komunistischen Führer denken gar nicht daran, die Knnsumgeiiosseiischoften zu unterstützen, sondern sie betrachten sie als ein Feld, auf dem sie ihre politischen Gegner be- kämpfen können. Als politische Gegner gellen ihnen freilich auch hier n»cht die bürgerlichen Parteien, sondern die SPD. Die„Rate Fahne" behauptet, daß in der erwähnten Generalversammlung die kommunistischen Redner„eine scharfe Abrechnung mit der refor- mistischen und klassenfeindlichen Politik der Genossenschaftsbureau- kratie und der SPD. vorgenommen hätten". Der kommunistische Redner Schröder hat angeblich„bewiesen", daß bei den Berhand- lungen im Reichstage über das Gefrierfleischkontingent„die SPD. die Interessen der proletarischen Mitglieder preisgegeben und ledig- lich die KPD.-Fraktion deren Interessen vertreten habe". Der kommunistische Redner Oberdörster hatte eine Anzahl Obstruktionsan- träge eingebracht, zu deren Begründung er alles mögliche behauptete und unter anderem sagte, die Geiiossenschaften seien durch die SPD. verraten und verkaust worden. Mon sieht, ob es sich um das Ge- frierfleischkontingeut oder um die Steuern oder um sonst etwas handelt, niemals werden die bürgerlichen Parteien angegriffen, sondern lediglich die SPD. bekämpft. Daß diese politischen Kämpfe innerhalb der Genossensckioftcn der Genosienschaftsbewegung nicht zum Vorteil gereichen können, ist selbstverständlich. Mon darf da- her erwarten, daß die Genossenschaftsverwaltung den Leuten vom Schlage Schröder und Oberdöftcr das die Genossenschaft schädigende Handwerk legen wird. Aus den Bezirken. 3. Bezirk— Wedding. Die außerordentliche Bezirksverordnetenversammlung besckiäf- tigte sich zunächst mit einem Zlnkrage der Demokraten, der die Eröffnung des Volksparks Rehbcrgc forderte. Das Bezirksamt konnte mitteilen, daß die Arbeiten so weit gesördert sind, doß die Er» öffnung der Erholungsstätte Ende Mai erfolgen dürfte. Zu einem heftigen Wortgefecht zwischen den Vertretern der Bürgerlichen Vereinigung und den Vertretern der Linken kom es bei dem Antrag:„Dos Bezirksamt Wedding wird beaustragt, zur Versorgung der Unterstützungsempfänger der Konsumgcnossenschäit beizutreten." Deutsch nationale und Wirtschaflspar- t e i l e r eiferten in gleicher Weise gegen den Antrag: Die Konsumgenossenschaft wirke staatsschadigend, denn sie vernichte den gewerblichen Mittelstand, der enorme Steuern zahle, während die Steuern, die die Arbeiterschast.zahle, sehr minimal seien. Die Aus- führungen des Wirts chastspartcilcrs lösten einen Entrüsttinqssturm sowohl bei den Sozialdemokraten als auch bei den Kommunisten aus. Genosse U r i ch wies darauf hin, daß zwischen den Worten und den Taten der Wirtschaftsparteilcr ein starker Gegensatz bestehe. In ihren Wahlreden seien sie die Schützer des gewerblichen Mittel- standes, aber durch ihre Z u st i m m u n a im Parlament zur Frei» ggbe der gemerbiichen Räume hätten sie Tausenden von Klein- gewerbetreibenden in Elend und Not getrieben. Viele hatten sich bereits dos Leben genommen, weil ihnen durch die ungeheuren Mick- stcigenmgen die Existenz zerstört worden sei. Durch die Herabsetzung des Gesriersletschkontingents von 150 000 Tonnen auf 50000 Xninuut hätten die bürgerlichen Parteien 8000 Gewerbetreibende brotlos ge- macht. Die Kauflcvte und Gewerbetreibenden seien übel beroten, Ein Wohlstand der Kleinkausleute und Kleingewerbetreibenden sei a!>cr auch unmöglich bei einer schlecht bezahlten Arbeiter-, Ange. stellten- und Beamtenschaft. Der Antrag wurde schließlich mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. 9. Bezirk— Berlin-Wilmcrsdorf. Die letzte Bezirksnersommlimg stand im Zeichen der beginnenden Wahlkämpse. Die geplante Errichtung eines Kranken- Hauses und eines Hallenbades standen im Mittelpunkt der Debatten. Der Umstand, daß die Dinge nicht recht norwärtsschreiten» wurde von den Deuftchnationalen weidlich dazu b-urutzt. um in der bekannten Weise gegen das„sozialistische" Berlin Sturm zu lausen. Es wurde ausgeiührt, daß der„Berliner'Apparat schleppend und langsam arbeite", daß der„sozialistische Magistrat" den Bezirk Wilmersdorf ftiefmütterlich behandle, weil die überwiegende.Mehr- heil ocr Bewohner des Bezirks nicht„rot" sei. Unsere Genossen hielten mit den Bürger blockwa hl. r e d n e r n sofortige Abrechnung und wiesen darauf hin, daß vor nock) nicht allzu Innger Zeit, als Wilmersdorf zu den reichsten Wohn- gemeinden Deutschlands gehörte, der wohlgesüllte Gemsindesöckel keinen Pfennig zur Errichtung eines Krankenhauses und eines Hallenschwimmbades hergab. Man baute luxuriös? Villen und fürstliche Paläste mit Vielzimmerwohuungen, Warmwasserversorgung, Sammelheizung und jeglicbem„fiomjon", die Minderbemittelten dagegen mußtcik wohl oder übel die überfüllten Kädpr Berlins aussuchen. Für die Angehörigen der wohlhabenden Klasse stand eine Fülle von Prinatsanatonen zur Verfügung, für di? armen Bcnölkerungsschichten waren, da das viel zu kleine Kranken- Haus nicht ausreichte, die großen Berliner entlegenen Krankenhäuser da.— Jetzt, da die«stadt bei den überaus knappen verfügbaren Mitteln unmöglich olle Unterlassungssünden der Borkriegszeit mit einem Schlage gutmachen kann, fordert man gebieterisch Erfüllung aller Wünsche und klagt über Vernachlässigung, wenn von der Ber- waltung Groß-Berltns gorn selbst nersländlich der Rot.zuerst da gesteuert wird, wo sie am dringendsten der Abhilfe Hedars. Mi? verschließen uns den dringenden Notwendigkeiten keineswegs, daß die beide» Projekte endlich ihrer Verwirklichung entgegen- geführt werden müssen, denn eine Umschichtung in der Wirtschaft- lichcn Lage weiter Kreise i» unserem Bezirk in der Nachkriegszeit macht die Errichtung eines Krankenhauses und eines Hallenbades zur brennenden Gegenwartsfrage. 12. Bezirk- Steglitz. Eine Anfrage in der Bezirksversammlung befaßt« sich mit den Bauten der Fritz Klein Bon- und Siedlungs-Aktiengescllschaft, die augeblich so' schlecht seien, daß eine Bcrschwendung öffentlicher Mittel festgestellt werden müsse. Auch hier stellte Bürgeruieister Sembritzki fest, daß die Baupolizei die An- PUDDING GESCHMACK Eine interessante Nachmcht für atte Hausfrauen? ��damih Es gibt vielerlei Süßspeisen, wie Flammeris, rote Grütze, Cremespeisen, Aufläule usw., die Sie nur aus dem einzigartigen Mondamin bereiten.— Zwischendurch kochen Sie aber auch Puddings aus fertigem Puddingpulver. Daher wird es Sie gewiß interessieren, daß Ihr Kaufmann neben den bekannten Mondamin-Paketen jetzt auch ein fertiges Puddingpulver aus echtem Mondamin führt. Dieser „Mondamin-Pudding" ist in Päckchenzu 10, 15oder25Pfg. erhältlich. Er wird Ihnen bestimmt sehr fein schmecken; denn nur dieses Puddingpulver wird aus echtem Mondamin hergestellt! Und deshalb werden Sie es nicht bereuen, wenn Sie schon beim nächsten Einkauf daran denken; Neben MondMUiin gibt's auch Mondamin» Pudding? Gelegenheit eingehend geprüft Hab«, ebenso wie die Wohnungefür» sorgesellschast, daß ober Veanstandungen, di« die Lebensdauer der Gebäude beeinträchtigen, nicht gemacht werden tonnten. Den Haupt- Punkt der Beratungen bildet« di« Umbenennung der Straßen im Bezirk. Obgleich alle Parteien genau darüber unterrichtet waren, daß es sich hierbei um«ine Forderung des Polizeipräsidenten an den Magistrot Berlin handelt, und daß diese Angelegenheit ausschlieh- lich zentral geregelt werden kann und, falls der Magistrats sich sträuben würde, durch den Polizeipräsidenten geregelt werden würde, entspann sich doch ein« fast zwei Stunden dauernde Debatte. Inter- essant war. daß die Deutschnationalaen gleichzeitig einen Antrag auf völlige Ablehnung der Straßenumbenennungen stellten und gleichzeitig Vorschläge für die Benennung bestimmter Straßen unter- bresteten. Sie bewährten sich also auch hier wieder als die Frak- t i o n.halb und halb". Völlig unverständlich waren die Ausführungen des Professors Morgenstern von der Deutschen Voltspartei, der die Straßenumbenennungen gleichstellen wollt« mit der Umbenennung von Personen, die die gleichen Namen oder Vor- namen führen und aus seinen Ausführungen die unlogischsten Folgerungen zog. Ihm folgte der deutschnational« Vertreter Her- zog, der genötigt war, die beiden einander widersprechenden Hälften des Antrages zu begründen. Daß sich dieser deutschnationale Studienrat hierbei gleichzeitig einen geschmacklosen Ausfall gegeii Franz Mehring erlaubt«, nimmt bei diesem Herrn nicht mehr wunder.... Eine weitere Debatte entspann sich über die Verschiedenheit der Wasserpreise in den von Berlin bzw. Charlotten. bürg versorgten Gebieten, aber auch diese Debatte schien trotz der Wichtigkeit sür die Bevölkerung lediglich den Kommunisten und Deutschnationalen für ihre Wahlpropaganda dienen zu sollen. Oer Stetiitter Bahnhos zu klein. Erweiterung gepl ytf! Der ständig wachsend« Verkehr auf dem Stettiner Dahnhof und besonders feine Spitzen an den Oster. und Pfingstfeiertagen und zu Ferienbeginn machen mit der Zeit eine Erweiterug des Fernbahnhofs notwendig. Zur reibungslosen Abwicklung des Ver- kehrs ist es nötig, daß ein weiterer B a h n st e i g und vor allen Dingen neue Abstellgleise in der Nähe des Bahnhofes ge- schassen werden. Gegenwärtig werden die Züge in einem Umkreis?, der bis an das Ende der Borortstrecken reicht, abgestellt, so daß bis zum Bahnhof erhebliche Leerfahrten entstehen, und die Gleise in Zeiten starken Verkehrs auch noch mit Leerzügen belegt sind. Die Vergrößerung des Stettiner Bahnhofs kann nur dadurch erfolgen, daß das neben dem Personenbahnhof liegende Gelände des Stettin« Güterbahnhofs zu Hilfe genommen wird. Die Reichs. bahndirektion Berlin beabsichtigt daher, diesen Güterbahnhof nach dem Nordbahnhof in der Bernauer Straße zu verlegen, der erheblich vergrößert werden muß, um diesen Verkehr auszunehmen. Der Nordbahnhof soll in östlicher Rich- tung ausgebaut werden, wo zu diesem Zweck ein Teil des Ge- ländes vom ehemaligen Exerzierplatz beansprucht wird. Hier wer- den neu« Freilade st raßen und Güterschuppen im ungefähr gleichen Umfang, wie ihn der Stettiner Güterbahnhof hat, geschaffen werden, außerdem ist noch Platz zu einem weiteren Aus- bau bei wachsendem Verkehr vorhanden. Dieser neue Teil des Nordbahnhofs schließt sich direkt an den bereits bestehenden an, so daß die unbebaut« Schwedter Straße, von der Bcrnaucr Straß« bis zur Gleimstraß« verschwinden muß. Der neue Güter- bahnhof wird ungefähr die Hälfte des Geländes zwischen Schw«dter, und Rudolf- Mosse-Straße einnehmen. Durch die neue Anlage muh auch eine kleine Ecke des Falkplatzes abgeschnitten werden, die icdoch die gärtnerischen Anlagen des Platzes kaum berührt. Die bisher am F a l k p l a tz in die Schwedt er Straße einmündende Gaudystraße wird im Bögen um den Platz, ungefähr im Zuge der jetzigen S ch w e d t e r Straße zwischen G a u d y. und Gleim st roß« herumgeführt. Dieser neue Teil der Gaudystraße laust dann parallel der neuen Bahnhofsonlag«. die bei der Ueberführung der Gleim- sträße mit dem alten Bahnhof zusammenfließt. Der Zugang zum neuen Teil des Nordbahnhofs in der Bernauer Straße wird gegenüber der alten Einfahrt um etwa 20 Meter zurückgelegt, so baß sich der Straßenverkehr reibungslos abwickeln kann. Für die Anwohner am Nordbahnhof wird dadurch auch eine Erleichterung geschaffen, daß durch Anlegung neuer Ablaufberge der Rangier- verkehr vereinfacht wird und die damit verbundenen Geräusche her- abgemindert werden. Nach Norden zu wird sich der Ausbau des Nordbahnhofs bis zur Esplanade in Pankow erstrecken. * Ein« Berliner Zeitung bracht« am S. April d. I. eine Notiz mit der Ueberschrift:»Schmargendorf erhält einen Güterbahnhof. Die Reichsbahn zahlt 15 Millionen für einen Teil des Gasanstalts- geländes". Die Reichsbahndirektion Berlin teilt uns dazu folgendes mit: »Es trifft nicht zu, daß ein Güterbahnhof Schmargendorf gebaut werden soll und daß Ankaufsverhandlungen«ingeleitet sind oder ein Kaufpreis genannt wurde. Richtig ist vielmehr, daß di« Reichs- bahndirektion Berlin in ihrem Bestreben, die Stadt-, Ring, und Vorortbahnen mit Rücksicht auf mögliche Ausdehnung der Gleis- anlagen von Einengungen freizuhalten, das Bezirksamt Wil- Wersdorf gebeten hat, bei dem für das Gelände der Gasanstalt Schmargendorf aufzustellenden' Bebauungsplan entsprechende Rück- ficht zu nehmen. Gegebenenfalls käme auch In Frag«, die am Bahnhof H a l e n s e e vorhandenen Lagerplätze nach dem freiwer- denden Gasanstaltsgelände zu verlegen. Irgendwelche weitergehen- den Meldungen sind unrichtig. Die Verhandlungen zwischen dem Bezirksamt und der Reichsbahndirektion Berlin schweben noch." Oas grüne Haus in Tegel. Suchst du das»grüne Haus"? So tritt ein in diesen roten Back» steinbau. Er hat den Namen übernommen von jenem allen Hause in der Näh« des Stettiner Bahnhofes, dessen Aufgaben es weiter- führt und ausbaut. Ist es auch äußerlich rot, so wird es doch im Innern seinem Namen gerecht. Drinnen grünt's und sproßt's von kindlichem Leben und treibt Blüten erziehlichen Wirkens. Knaben, die mit mangelhaften oder verhängnisvollen seelischen Anlagen belastet sind, denen widrige Familienverhältnisse zur Gefahr werden, finden hier Lebensbedingungen, die ihren seelischen Anlagen ent- sprechen. Etwa 200 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 23 Iahren wird hier eine traulich« Heimstätte geboten. Man ist be- dacht auf Familienzusammenschluß unter einem Familienvater, dem ein Helfer zur Seit« steht. 20 bis 30 Jugendliche verschiedenen Alters bilden eine Familie mit eigenem Wohnzimmer mit Schlafsaal und Waschraum. Das gesamte Leben der Schulpflichtigen spielt sich Geht die Wählerlisten ein! Wer es versäumt, läuft Gefahr, sein Wahl- I recht zu verlieren. Die Wählerlisten liegen I jetzt zur Einsicht aus, und zwar I Sonntags von �0 bis II Lthr | wochentags von 14 bis 21 Lthr | Die Auslegungsstellen sind aus den amtlichen ■H Bekanntmachungen an de« Plakatsäulen er- I sichtlich. Wer nicht mit seineu wahlberech- I tigten Angehörigen namentlich in den Wähler- I listen aufgeführt ist, beantrage unter Vor- | legung einer Legitimation seine Aufnahme. im Heim ab..Schulräume" gibt es hier nicht. Statt dessen aber Wohnräume, behaglich, mit freudig ausgemalten Decken, bilder- geschmückten Wänden, grün umrankter Leseecke. Wo steckt die Schule? Der Blick streift das Farbenornament in quadratischem Felde, das grüne Wandschranktüren schmückt. Der Erzieher schlägt die Türflügel zurück— die schwarze Wandtafel kommt zum Vorscheiii. Hier also wird Schule gehalten. Tische und Stühle werden bloß so um- gruppiert, daß das Licht von links fällt. Daß dieser Raum den Kindern lieb ist, merkt man an der Sorgfalt, mit der man ihn auszu- schmücken bemüht ist. Erziehung zur Arbeit und Verantwortlichkeit ist hier Prinzip. Don Arbeitswillen zeugen die Werkstätten, zeugt das von den Jungen aufgeführte Treibhaus. Arbeitslust verrät auch das freudestrahlende Gesicht des Jungen, der im frischgemauerten Schweinestall seine Pflegebefohlenen zeigt. In lichten Kindergartenräumen üben die Jüngsten Handfertigkeit. Sie wird durch alle Altersstufen bis zu den Lehrlingen weitergeführt, die in mancherlei Betrieben außer dem Hause sich ausbilden, damit sie auch mit dem Leben außerhalb des schützenden Heimes in Berührung kommen. Kinder die Angehörige haben, dürfen den Sonntag und die freien Nochmittage mit den Ihren verbringen. Manche werden der Familie zurückgegeben, nachdem Gemütszustand und Verhallen sich gebessert und gefestigt haben. E» gibt aber auch Jugendliche bis zum Alter von 23 Jahren, die tags- über in der Stadt ihrer Arbeit nachgehen und abends ins Heim zurückkehren. Gemütlich« Aufenthaltsräum« für den Rest des Tages, helle, farbenfreudig ausgemalt« Schlafräume mit weißen Bettstellen, geräumige Waschräume mit fließendem Wasser, Kranken- und Isolier- zimmer, Bade- und Duschenraum— all das mag den der Anstalts- erziehung Entwachsenen den Aufenthalt dort noch immer reizvoll erscheinen lassen, abgesehen davon, daß Gewohnheit und tiefer« inner« Bindung sie festhalten. Die Aufgabe, die psychopatischen Kinder zu wertvollen Menschen zu erziehen, ist schwierig und ver- antwortungsvoll. Im Grünen Hause scheint eine von tiefstem Der- ständnis durchdrungene Einstellung zum Zöglina vorhanden zu sein, die unterstützt wird durch Anftaltsarzt und Psychiater. Bewußte Einwirkung scheint hier getragen von Liebe und Geduld, und Aus- schluß aus der Gemeinschaft bilixll eine wirksamere Strafe als di« Prügel der Schule. Wieviele Dausende von Kindern aber gibt es, di« wie diese erzogen werden könnten, die aber dem Schicksal anheimfallen, das unglücklich« Veranlagung, falsche Behandlung, Verwahrlosung und soziale Verhältnisse ihnen bereitet. Besänne sich die Gesellschaft in vollem Ilmfang« auf ihre Pflicht, so würde sie energischer zugreifen. um sie beizeiten einer solchen Anstall zuzuführen, um so auch die Allgemeinheit zu schützen. Denn vor ollem aus der Schar dieser psychopatischen Kinder rekrutiert sich die Zahl der Jugendlichen und Erwachsenen, die die meisten Verbrechen begehen. Vorsorge ist die wirksamste Fürsorge. Bose-Thealer:„hopfenralhs Erben". Wieder so ein Stück volkstümlicher Alt-Perliner Theaterliteratur, das als Spiegel der Zeit scharfe Kritik an den Menschen übt. indem es ihnen ihre Schäden und Torheiten, der tieferen Wirkung wegen stark ins Groteske verzerrt, vor Augen hält. Das dankbarste und ergiebigste Objekt war und blieb stets der kleine Bürger, dem es zu eng wurde in seiner eigenen Haut, der um jeden Preis hoch hinaus wollte und schNeßlich immer wieder das Opfer gewisienloser Spekulanten ward, so daß der ersehnte Höhenflug regelmäßig als böser Reinfall endete. Aber das Schicksal durste nicht mit allzu rauher Hand über die Bühne fegen und ein Keppx cnd in Gestalt des Herzens- und Seelen- retters sorgte stets sür einen erfreulichen Abschluß. Rudolphine, des verstorbenen Bierbrauers lebendes Vermächtnis, ist nach Mutters Ansicht ebenfalls zu„was Besserem" geboren: sie holt sich im Pensionat den letzten Schliff, um sich sodann beseligt den zwar aristokratischen, dafür aber gänzlich leeren Händen des Herrn Barons anzuvertrauen. Der war die glückliche Brautzeit über nicht untätig gewesen, hatte Gott und die Welt angepumpt und solche» mtt Erfolg. Als dann die Hochzeitsglocken bimmelten, stellte sich heraus, daß des Herrn Bräutigams hochherrschaftliches Bergwert sein eigenes inoney wie auch das aller näheren und entfernteren Verwandten und B«» kannten seiner Auserwähtten in seinen tiefen Schlünden auf Nimmer- wiedersehen verschlungen hatte. Die Allen ahnten Schlimmes und trauerten vor allem ihrer verlorenen Habe nach: inzwischen war das glückliche Paar sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden, von wegen neuem Leben beginnen und so. Und als die Alten längst von ihrem Fimmel geheilt, klein und bescheiden wieder von vorne anfangen, da gesellt sich auch das verlorene Töchterlein— selbstverständlich mit ohne Herrn Gemahl— wieder zu ihnen und der edle Jugendfreund mit seiner einstens verschmähten, aber treu ausharren- den Liebe bringt alles wieder ins Lot. Gespielt wurde mtt viel Stimmung und Humor. Vor allem Hans Rose als humoriger Butterfritze, Erna Boewe als kesse Berliner Pflanze und Kurt Mikulski alias Eesar Gelbspiegel, ein in allen Lebenslagen findiges Geschäftsgenie, verhalsen dem Frohsinn zu seinem Rechte. Der Beifall des ausverkauften Hauses war stark und herzlich. Paul Rose, als Restaurator und Regisieur dieser historischen Bühnen- werke, machte seine Sache gut und geschickt. Neue Berufsschule in Wilmersdorf. Einen recht erfreulichen Eindruck gewährte allen Teilnehmern die jüngst erfolgte Besichtigung der neuen Berussschule für Mädchen, die in der Babelsberger Straße— am Weichbild« von Wilmersdorf, Schöneberg und Steglitz— mit zur Zeit etwa 1700 Schülerinnen in einem modernen, neuzeitlich ausgestatteten Schulbau untergebracht worden ist.— Im Erdgeschoß sink» ein Vortragsraum, die Turnhalle, Waschküche(zu Lehrzwecken). 3 Klassen für Unterricht in den ollgemein bildenden Fächern und 2 Nähräume untergebracht. In den Obergeschossen sind Räume für Säuglings- und Krankenpslegeunterricht sowie Zimmer für den Unterricht im Frisieren, Plätten und Kochen vorhanden. Alle Räume sind mit den für ihre Zwecke denkbar praktischsten und den Erfordernissen des Lebens entsprechenden Einrichtungen versehen: in den Plättröumen finden wir Einrichtungen für'das Plätten mit Gas und Elektrizität, die Koch- und Wasch- kllchen mit ihren mustergültigen Vorrichtungen lassen das Herz jeder Hausfrau höher schlagen, die Nähräume sind mtt zweck- mäßigen Nähtischen und Sitzgelegenheiten sowie Nähmaschinen neuesten Typs ausgestattet, die Zimmer für den Frisierunterricht können jedem zeitgemäßen„Verschönerungssalon" zum Vorbild dienen, in sinterrichtsräumen für Säuglingspslege fehlt nichts— von der Erstlingswäsche bis zur Babywage—; all« Räume sind hoch, hell und freundlich— kurz, es muß eine Freude sein, hier zu unterrichten und— Unterricht zu empfangen. Die angenehme Ausstattung der Räume, die den gemeinsamen Zusammenkünsten, der Geselligkeit usw. dienen, vervollständigen den Gesamteindruck dieses modernen Schulbetriebes, der darin gipfelt, daß hier mit glücklichem Geschick alles vermieden ist, was an„Schule" im all- gemeinen und an„Fortbildungsschule" im besonderen erinnert. Hoffentlich bietet dieses erfreuliche äußere Bild Gewähr dafür, daß auch im Unterrichtsbetriebe stets sich dieser klare,'lebens- be.ahende Geist, der nicht von schulmeisterlicher Pedanterie und lebensfremder Bücherweishett überwuchert wird, herrscht. Dann wird unsere Mädchenberufsschule in Wilmersdorf«ine bedeutsame Etappe sein in der Vorwärtsentwicklung unseres großstädtischen Berufsschulwesens._ Film- und Vortragsabend für weibliche Angestellte de» Einzel- Handels heute, Freitag, den 4. Mai, 10,30 Uhr, im großen Saal des Lehrervereinshauses am Alexanderplatz. Film„sreuzzug des Weibes. Vortragende: Genossin Dr. med. Käthe Frankenthal. Ein- tritt frei!_ Sport. Rennen zu Karlshorst am Dounerslag, dem Z. Mai. l. Rennen, l. TaunuZ lBISmark), 2.«eri lWolss), 3. Frintcol, (Mate). Toto: 20:10. Plötz: 12, 14: 10. Ferner liefen. Bineta, schein- werser, Peter. 2. Rennen. 1. Stromer(Leuw. v. Sitz), 2. Sorgia(Schnitzer). 3. CJuo vadis(B. Sorcke). Toto: 16: 10. Platz: 12, 19; 10. Ferner lies: Mdron. 3. R e n n e n. 1. Lotte i BiSmark), 2. Goldener Frieden(WallerHeuer). 3. Exulu(Hauler). Toto: 29: 10. Platz: 13, 1«, 14: 10. Ferner liefen: Lockeittops, Werden, Eintracht II, Malaja, Creme de Menthe. 4. Rennen. 1. Pommer(Wolts). 2. lkarl Ferdinand(Schnitzer). 3. LeselS(Ackermann). Toto: 24: 10. Platz: 13, 15, 17: 10. Ferner liesen: Lavalctta, IrlutZk. Ilse Xlll. 5. Nennen. 1. Gerwin(Leuln. v. Götz), 2. Husdent(Müschen), 3. Credulitö(Majewiti). Toto: 39: 10. Platz: 15, 22. 24: 10. gerner liesen: Niederwald, Romreise, Bubi, Nordfee, Stummer Teufel. 6. R e n n e n. 1. Prätendent(Eichhorn), 2. Logarithmus(Dalt. Heuer), 3. Aulklärung(Wurst). Toto: 18: 10. Platz: 12, 12: 10. Ferner liefen: Teifi. Patriotin, LauruS. 7. Rennen. 1. Otavl(v. Borck«), 2. Greif(Schnitzer). 3. Falter (Leutn. v.Horn). Toto: 92:10. Platz: 22, 26, 40: 10. Ferner lielen: Iwan, Lobredner. Britannicu», Lichtstrahl, Grand Mousseaur, Primo, Enzian. Fillipoo, Allradio.' Bei 6i(ht( Rheuma, Jschias, Grippe hoben skh Togal-tablet Ein Versuch überzeugt Nerven-u. Kopf«hm«rz. , ErkälJungskrankheiten en hervorragend bewährt (bÄdT® angenau im Qlatxar Gebirge ., Herz- und Nervenleiden, heilt Gicht u. Rheumatismus Prospekte durch Kurverwaltung und Reisebureau» Loa Zlahuna am io. Mal Cchermdrhiscli. Museum*- u. GeadilehUrcicln SO SO Pf. Geld-Lotterie 2892 Geldgewinne und 2 Prämien Im Gesemtbeirege von äsoooH. HSchstgewlnn. HeuptKewinn und Prämien 8000 di. 1 5000 di. 2000di.| IOOOdi. ElllrVehriafe w» to Loien«u-_ R U lUt« und Porto ulullSOslclc verschied Teu». u In. so Pfennig wehr Zu haben In den Loltcrle-Clmi ahmen u. bek. Verfc«ifu!«Uen Lud. Müller ftCOd Berlin SW19| Jwuulamar Str. 18 SpwieJCutß ÄIH °? Wo steht die Wirffchast? Rätsel der Konjunktur/ Krediterweiterungen der Reichsbank/ Verteuerte Kohle Die geyeirwSrtige Loqe ttrto die Zuwnft der Almjunkwr z» be- lirteilen. hat einige Schwierigkeiten. Die immer mit der kalten Jahreszeit verbundene Arbeitslosigkeit ist verhältnismästig sehr spät, dann aber sehr stark gewichen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich auch bis End« April noch fortgesetzt. Die seit zwei Monaten festzustellend« starke Exportsteigerung erklärt sich sicher nicht nur faisonmähig, und wenn auch der Rückgang in der Beschäftigung der Textilindustrie zum großen Teil auf eine vorsichtigere Lagerhaltung der Händler zurückzuführen ist. so bleibt doch die Frag« offen, ob die schnelle Steigerung des Exportes mit einem Rückgang der In- landskonjunktur in der Tat zusammenhängt. OaS Institut für Konjunkturforschung versucht in seinen setzt wöchentlich herausgegebenen Berichten, da» Bild der Konjunkturentwicklung durch die größer« zeitlich« Röhe beim Ablauf der Totfache» deutscher herauszuarbeiten. Im fünften Wochenbericht vom i. Mai geschieht da» im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Banken. Doch ist da» vom Konsunkwrinstitut gefällte Urteil nicht sonderlich befriedigend. Wenn gesogt wirb, daß die jahreszeitliche Zunahme de» Tätig- keits grade« auf einzelnen Teilgebieten(Saisongewerbe) bisher noch nicht stark genug gewesen ist, um die konjunkturelle Dämpfung in der Besamtwirtschast völlig auszugleichen, so wird hier die Tatsache«ine» Rückgange» der Konjunktur, und zwar unabhängig von den Satsonerschetnungen, bereit» vorausgesetzt. Man müßt« fich doch fragen, ob die zweifelsfrei sehr viel langsamere Ueb erwindung de» Winter» nicht selbst al» Dämpfung der Kon- junktur erscheint. Der Oktober vorigen Jahres war der Höhepunkt der Konjunktur. Wenn da» Konsunktur-Jnstitut selbst feststellt, daß seitdem der Umfang der von den Privatbanken gewährten Kredite bis End« März 1928 beträchtlich zugenommen hat(bei den sechs Berliner Großbanken schätzt das Institut die Zunahm« auf 13,5 Proz.), und daß der Wechselumlauf im freien Berkehr von 3,3 Milliarden End« Ottober auf<7 Milliarden Ende März ge- stiegen ist, so muß e» doch al» sehr zweifelhast angesehen werden. od da» Konjunkwr-Institut den Rückgang der deutschen Konjunktur nicht sehr überschätzt. Di« Vermutung de» Institut», daß die fest dem vorigen herbst nicht unbeträchtlich erhöhten Zinsen die seitdem eingetretene Kreditausweitung erklären könnte, dürfte nicht ausreichen. Wenn heute in der Tat mancherorts eine Ermattung in der nicht saison- rußigen Beschäftigung festzustellen ist, so dürft« vielleicht die vor- fichtigere Lagerauffüllung nach den starken Eindeckungen bis zum Jahresschluß und die langsame Uebmoindung der Folgen des scharfen Winter» zur Erklärung der Lage ausreichen. Ein« ener- sichere Finanzierung des Wohnungsbaues, insbesondere i ach Heranziehung von ausländischen Anleihen, und die endlich booerstehende Oeffnung des ausländischen Kapitalmarktes für den ö' cntlichen Anleibebedarf könnten sehr bald die Be- schäftigung der Industrie stark erweitern. Der Reichsbankausweis für Ende April. bietet auch keine Anhaltspunkt« für ein« irgendwie krisenhafte finan- zielle Anspannung oder für einen deutlichen Rückgang der Beschäfti- oung. Die Reichsbank wurde in der Woche zum � 30. April für einen Ultimo nach dem Quartalsschluß verhältnismäßig stark in An- spruch genommen. End« Sept. Dez.?7 Ion. Febr. März April 28 NoteNUNdSchulden: Millionen Morl) Banknotenumlauf.. 4 182 4 364 4 231 4 268 4 513 4 409 Reutenbankscheine.. 989 716 626 630 616 609 Giroeinlag. d. Wirtsch. 630 779 498 491 333 338 Kredite an die Wirtschaft: Lombardkredite... 154 78 91 117 83 103 Wechselkredite... 2 992 3129 2 373 2 336 2 632 2 493 Rotendeckung: durch Gold.. durch Devisen. 162 Millionen Mark Häher als End« Januar 1928. Dabei hat der Monat April, wie sich ebenfalls aus der zweiten Tabelle ergibt, von der Ultimooermehrung der Wechselbestände im März nur 616 von 724 Millionen beseitigt, so daß sich für April eine sehr beträchtlich« Vermehrung der Wechselbestände ergibt. Von einer größeren finan- ziellen Anspannung»auf dem Geldmartt kann im allgemeinen auch nicht gesprochen werden, obwohl durch die eine Milliarde Inlands- anleihen seit Jahresbeginn große Summen aus dem Kapitalmarkt genommen worden sind. Monat 1927 September. . Oktober.. „ November. . Dezember. 1928 Januar.. . Februar. . März.. . April.. Zu- oder Abnahme(um Mill. M.) Ende der 1. Woche «ech» Lom- fei —163 —142 —414 — 91 —493 —129 — 75 — 51 fxirb —40 —90 —14 -�35 -68 —66 - 9 2. Woche weih- Lom- fel baed 3. Woche Wechsel —208 —171 +87 31 ■221+10 — 122!+16 —305+10 —280+36 — 260;+40 —352:— 36 — 33 + 3 — 52 +146 —253" — 39 73 —213 Lombard —28 —63 —15 —14 —10 —36 -60 — 4 4. Woche 4-510 +367 >367 +712 +296 +412 +724 4-457 Lombard +118 + 14 + 59 -- 34 -- 68 -- 95 -- 54 4- 67 1852 1 865 1 865 1 81 154 282 296 281 1 931 2 041 189 168 durch Gold u.Devis. zus. 2 006 2147 2161 2170 2120 2 269 Deckungsoerhältnis:(w Prozenten, für Noten durch Gold und Devisen... 48,0 47,0 50,8 50,8 47,0 50,1 Di« Wechsekbestände sind um 457,3 auf 2492,9 Millionen, die Lombarddarlehen um 66,8 auf 102,8 Millionen M. gestiegen. Unsere zweite Tabelle zeigt, daß diese Zunahm« für Ende April noch um 90 Millionen Mark höher llegt als Ende Oktober 1927 und um vi« Wirtschaft hat darüber hinaus zum Mttmo April auch vom Mrokonto der Reichsbankkundschaft, da» sich um 113,2 auf 557,9 Millionen Mark verringert«, bettächtliche Summen abgezogen. Der Umlauf der Reichsbanknoten stieg um 649,4 auf 4409,5 Millionen, derjenige an Rentenbankscheinen um 51,7 auf 609,3 Millionen Mark. Die Reichsbank dürfte ihrerseits kaum mit der Berringerung ihrer Inanspruchnahme rechnen. Sie hat ihre Goldbestände, wie unsere erste Tabelle zeigt, seit Ende Januar um 176 Millionen Mark vermehrt bei einer gleichzeitigen Verringerung der Deckungs- devisen um nur 128 Millionen. Sie wäre in der Lage, einer neuen Ausweitung der Konjunktur noch durch erhebliche neu« Kredit- gewährungen entgegenzukommen. Die Erhöhung der Kohlenpreise in ihrer Bedeutung für die Konjunkturentwicklung sollte man vor- sichtig behandeln. Es war derfünfteAntragauf«ine Erhöhung der Kohlenpreise, der seit etwa Jahresfrist gestellt worden ist und der erst zu einem Zeitpunkt, in welchem zweifellos die stark vor- dringende englische Konkurrenz zum mindesten die Lage der berg« männisch schlechteren Zechen ungünstig gestaltet hat, eine starke Mehrheit fand. E» ist absolut ungerechtfertigt, die Verbind- lichkeit des Schiedsspruches für die Kohlcnpreiserhöhung verant- wörtlich zu machen. Denn Preiserhöhungen wurden auch zu Zeit- punkten beantragt, in welchen die Absatzlag« noch sehr viel günstiger, die Syndikatsumlage niedriger und das Lohnkonto durch den Schieds- spruch noch nicht belostet war. Auf der anderen Seit« hat die kohlenoerbrauchende Industrie aus dem vergangenen Konjunkwrjahr reich« Gewinne mit nach Hause gebracht, und es muß ihr möglich fein, die immerhin beträchtliche Verteuerung der Fettkohle um 2 Mark je Tonne im Inland mif der Grundlag« dieser Gewinne durch schärfere Kalkulation und weitere Rationalisierung tragbar zu machen. Die Lohnerhöhung für die Bergarbeiter war gering, immerhin wirkt sie sich durch Steigerung der Jnlandskaufkraft gerade im gegen- wärtigen Moment für die Konsumgüterindustrie günstig aus. Für die E x p o r t i n d u st r i e n ist die Verteuerung der Kohle natürlich fühlbarer, doch wird auch hier dadurch wenigstens teilweise eine Eni- lastung eintreten, daß die höheren Inlandspreise die billigeren eng- tischen Kohlenlieferungen tiefer ins Inland eindringen lassen werden. Das wird der Bergbau zwar nicht begrüßen, aber er muß es als Konsequenz aus der Erhöhung der Kohlenpreise hinnehmen. Es scheint, daß der Reichswirtschaftsminister gegen die Erhöhung der Kohlenpreise kein Veto einlegen wird. Wenn das der Fall ist, dann stellt sich diese Kohlenpreiserhöhung als eine vom Reich gewollte Unter st ützung des Steinkohlen- bergbaues in einer durch den verschärften internationalen Wett- bewerb für den Bergbau erschwerten Lage dar. Wir haben immer darauf hingewiesen, daß das Kohle verbrauchende Inland nicht dazu da ist, dem deutschen Steinkohlenbergbau die Lasten aus der internationalen Kohlenkrisis abzunehmen. Nie war diese Sachlage so deutlich wie bei der jetzigen Preiserhöhung. Das macht, diese auch so ungesund. Die jetzige Erhöhung der Kohlenpreise muß deshalb der allerletzte Versuch sein, lediglich auf Kosten der Gesamtwirt- schast zur Sanierung des Steinkohlenbergbaues betzuttagen. Die Gaboiage der Handelsverträge. »Administrativer Protektionismus". Zollmauern müssen durch Handelsverträge abgetragen werden. Außer den Zollmauern gibt es aber noch die verschiedensten Handels- Hindernisse, die in einer jüngst im Verlag der Deutschen Liga für Völkerbund herausgegebenen Schrift von Reichsminster a. D. Georg G o t h e i n als„administtanvet Protektionismus* bezeichnet werden. Darunter saßt er ein« große Anzahl von Berwaltungsmaßnahmen zusammen, die vorwiegend dem Zweck dienen, die Einfuhr von Aus- londswaren durch Verwattungsschikane zu erschweren bezw. zu»er- bindern. Ein« groß« Anzahl von Ländern, besonders Aalten und Spanien, tun fich in dieser Beziehung hervor. Ts besteht oft die Der- p f l i ch t u n g, den Bedarf im Inland zu decken, selbst wenn die Waren im Ausland billiger zu haben sind. Diese Verpflichtung be- steht in drastischer Form in Italien für olle vom Staat subventionier- ten Gesellschaften, außerdem für Privatfirmen, die öffentliche Güter oder Dienste benützen, ja auch für private Unternehmungen, die Lieferungen oder Arbeiten für jene Unternehmungen ausführen. Dem gleichen Zweck dient eine Verordnung vom Juli 1927 in Spanien. Ein internationaler Wettbewerb darf in Italien nur mit Zu- stimmung des faschistischen Gesamtverbandes der italienischen In- dustrie ausgeschrieben werden. Kaufleute, die m größerem Umfange ausländische Erzeugnisse beziehen, werden auf die schwarze Liste gesetzt, was häufig zu einer Gefahr für den italienischen Kaufmann, für fein Geschäft und für seine persönliche Sicherheit wird. In Spanien wird den Importeuren keine Erlaubnis erteilt. Eisen und Eisenwaren einzulagern. Im Zeitalter der Rationalisierung der Produktion klingt es recht merkwürdig, daß in Spanien die Er- xichlung von Mühlen mit einer Tagec�codnllicm von 1000 kg(!) oder mehr verboten ist, um die Einfuhr von Müllerelmafchinen un- möglich zu machen. Aehnliche Einschränkungen bestehen noch in Un- gern, der Türkei und in Britisch-Indien. Schikanen bei der Zollbehandlung von Einfuhr- waren sind vornehmlich in Italien und Frankreich an der Tages- ordnung. In beiden Ländern wird dos Zollverfahren durch die Unübersichtlichkeit der Zolltarife mit ihren unzähligen Posten außerordentlich erschwert. Di« Ausrechnung des richtigen Zollsatzes wird damit fast unmöglich. Entschädigungen in Streitfällen pflegen in Italien oft erst nach zwölf Monaten zu erfolgen. Die Einhaltung der Lieferungstermin« wird unmöglich. Unsicherheit über die Zollsätze besteht in England, wo auf Grund des Industrieschutzgesetzes immer neu« Waren in den Zollschutz einbezogen werden, ebenso in Italien, wo die Zölle auch im Berordnungswege erhöht zu werden pflegen. Die Beschaffung der bei der Verzollung erforderlichen Ur- sprungszeugnifs« wird durch die französische und türkische Zollverwaltung außerordentlich erschwert. Nebengebühren verteuern die Einfuhr in Polen, das ein« Manipulationsgobühr von 10 bis 2v Proz. des Zollbetrags erhebt, und tu Griechenland, wo die Gemeinden noch eine Sonderabgabe in Höhe von 25 Proz. des Zolls erheben. Benachteiligungen hinsichtlich der F r a ch t e n kommen vor allem auf den tfchechoflowa tischen Eisenbahnen vor.— Die skandinavischen Staaten und Finnland erschweren die Ausfuhr dadurch, daß sie die H a n d« l s r e i s« n d e n, deren Tätigkeit bei der Eigenart dieser Märkte für die Erlangung von Aufträgen unentbehrlich ist, mit außerordentlich hohen Steuern be- lasten. Die Beschaffung der für die Einfuhr nötigen Devisen wird sehr erschwert in Italien und Bulgarien. In den britischen Kronkolonien werden die Austräg« durch die englischen Beamten fast ausschließlich englischen Firmen erteilt. Frankreich bettachtet seine Kolonien als reservierte Absatz- gebiete für seine Erzeugnisse. Nur die niederländischen Kolonien machen hier eine Ausnahme. Damit die Handelsverträge die Möglichkeit der ungehinderten Einfuhr gewährlieisten, fordert der Verfasser den Ausbau eines internationalen Vertragsrechts, da» den bisherigen allgemeinen Teil der Handetsverttäge in einem Kollektivvertrag ein- heitlich regeln soll. In den Kollektivhandelsvertrag müßt« die gegenseitige Verpflichtung aufgenommen werden, sich aller, winde- stens aber gewisser einzeln aufzuführender Maßnahmne des»ad- ministrativen Protektionismus* zu enthalten. Bekanntlich beschäftigt sich der B ö l k e r b u n d mit der Ueberwindung einzelner solcher Erschwerungen: so mit den Fragen der Ein« und Ausfuhrverbote, ebenso mit denen der Vereinheitlichung des allgemeinen Textes von Handelsverträgen, des Zolltarifschemas, der Er- schwerungen auf dem Gebiet der Seeschiffahrt, Zollbevorzugung der Einfuhr auf eigenen Schiffen, wie auch mit der Abschaffung der Paß- visa. Die Aufzählung von Dr. Gothein zeigt aber noch eine große Anzahl anderer Berwaltungsmaßnahmen zur Erschwerung des inter- nationalen Warenaustausches, deren Behandlung vom Völkerbund überhaupt noch nicht w Angriff genommen wurde. Oeutfch-französifche Zusammenarbeit. Die Reichsbank teilt mit, daß der Gouverneur der Bank von Frankreich, Herr Moreou, zu einem Besuch der Reichsbank in Berlin eingetroffen ist. Reben allgemein notenbanktechnischen Fragen wird als Zweck des Besuchs eine Besprechung über die Frage der ru- manischen Währungsreform genannt. Zwischen Deutsch- land und Rumänien schweben bekanntlich seit Iahren Verhandlungen über die Gewährung einer großen Anleih«, durch die die rumänische Währung stabilisiert und Streitstagen aus der deutschen Besetzung Rumäniens finanziell geregelt werden sollen. Rumänien hat in den letzten Monaten auch mit Frankreich Anleiheverhandlungen geführt. so daß anzunehmen ist, daß für die deutschen und französischen Interessen bei den jetzigen Besprechungen in der Reichsbank«ine Lösung gefunden werden soll. April-Lebenshallungsindex 150,7 Prozent. Die Reichsinder- Ziffer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„Sonstiger Bedarf*) ist nach den Fest- ftellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats April mit 150,7 gegenüber dem Vormonat mit 150,6 nahezu unverändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen bettagen(1913/14— 100): für Ernährung 151,0, für Wohnung 125,5, für Heizung und Beleuchtung 144,6, für Bekleidung 169,9, für den »sonstigen Bedarf* einschließlich Berkehr 186,4. Köln hat keine Auslandsanleihe begeben. Wir haben gestern den gegen die Stadt Köln erhobenen Vorwurf, in Holland unter Um- gehung der Beratungsstelle eine Auslandsanleihe auf- genommen zu haben, zurückgewiesen. Jetzt stellt sich heraus, daß Köln gar keine Anleihe in Holland aufgenommen hat, soichern eine I n- landsanleihe von 23 Millionen Mark durch Ausgabe von Schuldscheinen, wie es zahlreiche andere Städte nach dem Vor- bild von Frankfurt auch getan haben. Die Kölner Schuldscheine wur- den ober in Holland zur Zeichnung angeboten, weil ein Berliner Bankhaus, das einen größeren Posten der Kölner Anleihe über- rammen hat, die Kölner Schuldscheine an eine holländische Bank> weitergegeben hatte. Der Stadt Köln Vorwürfe zu machen, ist also noch weniger berechtigt als bisher. Es bleibt aber bei unserer Fest- stellung, daß die wirklich Schuldigen in der Reichsbank und im Reichs- sinanzministerium sitzen, wo die Dummheit der gemeindefeindlichen Anleihesperre gemacht wurde. Die Gelreidehandelsgesevschasi macht Privakgeschäsle. Die Oeffentlichkeit wird eine Meldung zu beachten haben, die aus einer gemeinsamen Sitzung des Vereins Deutscher Kartoffelttockner und der Kartosfelbaugesellschaft oerbreitet wird. Es wurde dort der Zusammenschluß der Kartosseltrocknungswerke auf genossenschaftlicher Basis unter Anlehnung an die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft beschlossen. Die kauf- männische Geschäftsabwicklung der neuen Kartoffeltrockwungsgenossen- schuft soll durch die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft vorgenommen werden. Die mit Reichsmitteln gegründete und im landwirtschaft- lichen Gesamtinteresse wirksame Gctrcidehandelsgesellschaft wird hier also für privatwirtschaftliche Interessen eingespannt und zu einer privatkapitalistischen Konzerngesellschaft um- gewandelt. Es mag sehr vernünftig sein, die für die Kartoffel- und Viehwirtschast nicht unwichtige Kartosfeltrvcknung durch genossen- schoftlichen Zusammenschluß zu rationalisieren. Dann muß aber zum mindesten Klarheit in den Beziehungen zwischen der Getreide- Handelsgesellschaft und den Kartoffcltrocknungsfabriken auch vor der Oeffentlichkeit bestehen. R e i ch s m i t t e l sind weder dazu da, un- kontrolliert prioatwirtschaftlichen Zwecken zu dienen, noch ist die Getreidehandelsgesellschaft da» um eventuell die Bestimniungen des landwirtschaftlichen Notprogramms von hinten herum unwirksam zu machen. Droht ein holländisch-englisches Margarlnemonopol? Wir haben kürzlich über den finanziellen Zusammenbruch der Oelfabrik Teu- tonia in Harburg berichtet, die von den k o n z e r n f r e i e n, den Margarinerohstoff verarbeitenden deutschen Werken das bedeutendste und dieHauptlieferantin der deutschen, oomIürgens-van-den-Bergh- Konzern unabhängigen Morgarinefabriken war. Der Lüvgens-van- dsn-Bergb-Konzern hat natürlich ein lebhaftes Interesse daran, daß die Oelfabrik Teutonia-Harburg nicht saniert wird, während die konzernsreien Margarinefabriken das gegentellige Interesse haben. Die Vereinigung der freien deutschen Margarine- und Kunstspeise- .fettfabriken wendet sich jetzt gegen eine Mitteilung der Jürgens- van-den-Bergh-Gruppe, daß die unabhängigen deutschen Fabriken auf die Teutonia-Harburg nicht angewiesen seien. Die Bereinigung erklärt demgegenüber, daß sie beim Zusammenbruch der Teutonia gezwmtgen seien, von den Iürgens-oan-den-Bergh-Konzernmiihlen die oerarbeiteten Margarinestoffe kaufen zu müssen, weil nur die Oelsaaten und Oelfrüchte, nicht aber die Verarbeitungsprodukte zoll- frei nach Deutschland hereinkämen. Halte ein solcher Zustand nur kurze Zeit an, so müsse die Monopolherrschast der englisch-hollän- dischen Margarine-Konzerne in Deutschland Tatsache werden. Hier stehen in der Tat Lebensinteressen der breiten Massen im Feuer, und die Oeffentlichkeit wird sich mit mög- licherweise drohenden Monopolgefahren zu beschäftigen haben. Dicke Dividenden. Der Aufsichtsrat der Deutschen Lino- leumwerke A.-G., Berlin-Bietigheim, die Dachgesellschaft des bekannten europäischen Linoleumtrusts, hat beschlossen, wieder 15 Prozent Dividend« zu verteilen. Der Zellstofstonzern Waldhof-Mannheim weist einen von 6,26 aus 6,89 Mil- lionen gestiegenen Reingewinn aus, aus dem das dividendenberech- tigte Kapital von 25,15 Mllionen Mark wieder die hohe D i v i- dend« von 12 Prozent erhält. Dle ZO-Millionen-Dollar- Anleihe der Renkenbankkredllanstott wurde sofort nach ihrer Auflegung in New Dork st a r k über- zeichnet. Der deutsche Anleihekredit in New Dort ist nach diesem Erfolge umso günstiger zu beurteilen, als die neue Anleihe der Rentenbankttedttanstolt gegenüber den früheren wieder etwas billiger war. Heber»FraMeich. Land, Leute vnd Wirtschaft* best Genosse Dr. v. Ungern. Sternberg in der Unwersitöt(Hörsaal 50), jede» Freitag von 17 bip 18 Uhr. Beginn 4. Mai. EtaieuDaagta ffii biete RndrU find Verl in SA 68. Liudeoltrabe 3. pariemachrichFenFM�fürGz'sß-Berlln fwt» ca knt«eitttsttftetarloe 2. Hns. 2 Tre». recht», p, richte». Achtung, Kreis- und Abteilungsleiter! Vlakate und Propagandmnaieriol kann von heute ab ia der Zeit von S bis lS Uhr Lwdeustrahe 3. 2. Hof. l Treppe, ab- geholt werden. Heute, Freitag. 4. Mai: 38.«dt.«De Mitglieder treffen sich heut« zum Werdeumzuz 1S% Uhr os8- zählig auf dem fillstrmer Dlad. 87. rldt. Hruuemnld. 82.«1 bei Miele. Älbrecht. Ecke Siinaftraße. K.«&t AcnlSIIa. Diejenigen Bezirke, die die Handzettel vom«dtetlungsleitrr >Ir haben. 1 J— vrnsemald. 20 Uhr im Lokal Wurzbacher. Bohnhofsresdaurant, ua sSmtiicher Dorstandsrnitglieder mit den Bezirksfithrern. Steglitz. Wi Uhr treffen sich sämtliche Mitglieder der«dtetluog Miele. Albrecht. Ecke Ziinastrahe. _______.WIWWWWWWMWUW....... ich, J WWMWWWWW ist die.Wählerin� bei'Wolfs zur Äerteilüng abzuholen, Zum Werbeumzug durch Neukölln am Montag. 7, Mai, versammeln sich alle Witalieder Uhr Rosegger. Ecke Kaiser�lriedrich-Etrah«. Nachzügler 18?! Uhr IM. Abt. Treplow. Alle Genossinnen und Senoilen beteiligen sich an der Wahlkunbgedung. Abmarsch mit Musik lS� Uhr von der Wiener Brücke. III. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Morr, Neue Bahnhosstr. 28. wichtig« Funk. twnSrsitzung. Morgen, Sonnabend. S. Mai: Ii Sbt. 19U Uhr bei Schmidt. Wiclefstr. 17. ssnnktioniirfitzung. Zt. Abt. Ab 17 Uhr Berteilung der..Wuljlerin" von folgenden Lokalen au»: 1. Gruppe: Rdsner, Zmmanuelkirchsir. 2». 1». Gruppe: Ulmer, Win». Eck» Ehristburger Strotze. 2. Gruppe: Bogel, Ioblansikifir. 8. 8. Gruppet Höhle r. Greif Twalber Str. Svd. Die Mitglieder sowie die Iugendgenossen werden gebeten, sich rrge zu beteiligen. 26. Abt. ltiif. Uhr bei Kästner, Slbinger Str. 2t, FunktionSrsttzung. Letzte „Vorwärts"»Quittung ist mitzubringen. 82. Abt. Lichtersclde. Alle BezirkssUhrer und sonstigen titsgen Genossinnen und Genossen treffen sich um lS Ahr bei Fritz Onanbt, Molffkstr. 87, Ecke chinbenburgdamm, zur erweiterten Vorstanden Kunz. der Moinummtr„Ui> k Weg. Sehr wichtig« Tage». ordniutt.____..____________________ �. 88. Abt. Neukölln. DI« BezirkssUhrer holen zwischen 18 und 18 Uhr da» Wahlmaterial vom Abteilungsleiter Zuritko, Echöneweider Str. 8, ab. Iii Abt. iZanwsctznlenweg. Von 17 bis 18 Uhr Flugbiatwerbreitung bei Hätz. Di« Bezirkostihm laden bestimmt dazu ein. Anschließend 20 Uhr im gleichen Lokal wichtige Funktionärsitzung. Niemand darf fehlen. 108. Abt. Zodanuisthal. 18 Uhr bei Eobin, Noonstr. 2, Fnnktioniirsitzung. 11«.«bt. Lichtenberg. 19% Uhr bei Bartz, Möllcndoristr. 48. Eck- Rittergvt. stratze. Funktionärfitzung. Bestimmte» Erscheinen dringend erforberlich. 128.180. Abt. Bankow. Achtung! Um 18 U�r treffen sich alle eadl-brend«» Paeteimitxlleber, all« radfahrendcn Reichsbanneekameeaden«nb all» ead- saheenden SAZ.. Mitglieder znr Umfahrt durch Pankow im TSriische» gelt, Breite Str. 14. Frauenveranstaltungea: 138. Abt. Leget. Heut», Freitag, 4. Mai, 20 Uhr, im Jugendheim Bahnhof- stratze 15, Hof parterre, Sitzung sämtlicher Funktionärinnen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfrevnde Groh-Verlin. Fahrt der Helfer, die sich am Zeltlager beteiligen, Sonnabend, 8. Mal. Iahet ab Stettiner Bahnb-f 18, 17,35 od« 18,38 Uhr. Abfahrt Bahnhos Rndbrnnnen 8 Minuten später Arbeitesoantag in Eickhorst. Sonntag». Mittogessc»(pro Person 80 Pst) ist rSSfah« »»sorpt. lOetU bis Melchow lös« SS- Zungfozlalisieu: Gruppe Schöneberg: H«ut«, Freitag, 20 Uhr, im Zugendheim Kanptstr 15 Heiterer Abend.— Gruppe Süden: Heute, ssreitag, 19!,) Uhr, im Jugendheim Borilstr. 11, stimm« 8, Berich» von der ll eichskonfcren, der EAZ. Sonntag Fahrt nach Königswusterhansrn. Treffpunkt 1% Uhr Görlitzer Bahnhof, st»g söhtt 8,07 Uhr.— Gruppe Webdiaa.Gefnndbrunnen: Freitag. 4. Mai. 19% Uhr, im Jugendheim vrihstratze, am Brunnenplatz, politisch« Znsormationsabcnd. B.ef«ent Genosse Riemann. Thema:„Die praktische Landarbeit d« Sozial- demokratir" Erscheinen aller Milglieter ist Pflicht. Freunde unser« Be- wogung und Parteigenossen sind eingeladen. Beginn 20 Uhr. j Sterbetafel der Groß- Derliner Partei« Organisation 78.«bt. Schöne Heeg. seinem Aichenkeu. Di« Eine 00. Abt. Nenköll». Dur: Uns« Genosse Daagesell ist oersiorden. hat bereit» stattgefunden. Ehr« die im„Vorwärts" derichtete Epplosian eine« Lackierofen» ist UN» ei» bewährter Genosse entrissen worden, der Lackier« Franz D» m f ch k e. In den letzten Jahren hat« der Partei treu als Bezirksstihrer gedient. Trauersei« Sonnabend, 5. Mai, 18 Uhr, im Krematorium Bauin- ulenweg. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Wählerversammlungen. Straßendemonstration unter Mitwirkung der S?lJ. Treffpunkt: 18% Uhr auf Heute. Freitag, 4. Mai: Friedrlchshaln. C und des Reichsbonners mit Musik dem Küstriner Platz.— Abmarsch pünktlich 10 Uhr nach dem Rudotfplatz. Dort Ansprache. Redner: Otto Meier, MdL. preuzlauer Berg. 1914 Uhr in der Schulaula, Gleimstr. 49. Redner: Dr. Otto Friedländer. Alariendors. WH Uhr in Graßls Defellfchastshaus. Chausieeftr. Z0S. Redner: Fron? Künstler, MdR. Reukölln. 1914 Uhr im grotzeu Saal der Reuen Welt. Hafenheide, Filmvorführung des Films:.Dein Schicksal*. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, MdR., und Siegfried Aufhäuser. MdR., unter Mitwirkung des Reichsbonnerorchesters. Treptow. 19)4 Uhr bei Nitschke, Am Tepwwer Park 26. Redner: Bezirksverordneter Karl Litte. All-Glienicke-Aolkevsterg. Lokal Bohn, Grünauer Str. SS. Redner: Erich Kuttner. MdL. Hermsdorf. 19% Uhr in der Aula des neuen Realgymnasiums, Kaiserstraße. Rednerin: Gertrud Hanna, MdL. Siemensstadt. 29 Uhr im Lokal Marsandt, Nonnendamm-Allee. Redner: Eduard Kichert, MdL. Morgen, Sonnabend, 3. Mai: Mttle. 19)4 Uhr im Lehrervereinshaus, Mexonderstr. 41. Vorführung des Wahlfilms: Dein Schicksal. Redner: Stadtver- ordneter Adolph Hoffmann. Blankenburg. 1914 Uhr im Lokal Klug, Dorfftr. 2. Borführung des Wahlsilms: Dein Schicksal. Redner: Lorenz Breumg. Gatow. 20 Uhr im Lokal Waller Krause. Redner: Redakteur Arthur Dahlke. Tegelort. 19)4 Uhr im Lokal.Lum Schwan*. Am Wasser. Redner: Landtagsabgeordnctcr Eduard Fächert. Treffpunkt der Genossen aus Tegel an der Normaluhr. Schloßstr., 19 Uhr. Männer und Krauen, erscheint in Massen! •» Wählerinnen-Kundgebungen. Montag, 7. Mai, 19� Uhr: S. Si-Sreuzbem. Bei Rabe, FIchtestr. 29. 1. Portrag des Genossen r. Kurt Löi FUN..... und unter Mitwirkung der �kinderfr«und«*-KreuZberg. Dr. block*. 2. öwenstein über„Kulturpolitik unter� dem film.�inderrepublit Seekamp* Z. Bürger- mit Musikbegleitung Ein- tritt frei! Dienstag, 8. Mai, 19% Uhr: Ki-Vedding. In den Pharus-Sälen, Müllerftr. 142(kleiner Saal). Genossin Gertrud Hanna, MdL., spricht über �Oen Frauen zum 20. Mai*. Vorträge, Vereine und Versammlungen- Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschiittsfiell«: Berlin€ 14. Sedastianstr 37/38. Sei 2 Sit Freitag, 4. Mai. Slii, OsteNt 18 Uhr Antreten b« Nachrichten- Züge von Friedrichshain, Mitte, Lichtenberg und Köpenick in Neukölln, Hotzenzollernplatz. Tiergarten: Kameradschaft Arminivs: V«sammlung fällt ans. Prenzlauer Berg: 8. Marschlameradschaft Saalschutz in der Echul» aula Gleimstr. 49. Antreten vvr t radschaft«v«riammiung im kleinen Wahlen, Himmesfahrtsrkranstaltnng, Prandcndurasahrt, Uhr Saalschutz SPD.-Bersammiung Neue West für Mnsskkorps. Tempelhof: 30 Uhr«am-- Tagesordnuugr Neukölln. Britz: ILl) �.. hrr« Uhr Saalschutz EPD.-T_____________________...... Musslkorps. Tempelhof: 18Ä Uhr Antreten mit Epteimannszug und Fahnen Ullsteinstraße.� Beruan: Wichtige Monat»v«sammlllng um AstH Uhr bei Modisch. all« Kameradschaften und ... 20 Uhr 4. Kameradschaft Stuttgart stais«-Friedrich-Stt. 24. Bortrag:.Drp — Soanabend, 8. Mai. Eharlottenbnr: Republikanischer Abend im Edenpalast, i_______________ DWW>WW»..| alte und der neue Staat." Referent Polizeipräsident störglebel. Rezitationen Alfred Beierle. Anschliessend geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintritts- karten zu 1 M. in beschränkt« Anzahl in Grimm» Bierstuben, ftaiser-Friedruh, Strasse 63. Kameraden aller Ortsvereine sind eingeladen. Köpenick: 18,54 Uhr Abfahrt Köllnischer Platz mit Tambourkorp». Sammelpunkt Bahnhos Grilnau. Wildau: Abt. Görlltzer Bahn: J. Äaineiod'chast Pslichtantreten all« Gruppen IZlh Uhr Bahnhof Konipswusterhausen. Proragandamarsch.— Sonntag, 8. Kai. Abfahrt klein« Ti«zarten Tiergarten: Äaitationsiahrt im Are!» Kesten.■ DW>■ 1N4 Uhr. Antreten Moabit dort 11% Uhr. Abt. Westen Abfahrt Biilow- Eck» Mansteiistratze 11% Ubr. Antreten 11% Uhr. Wedinngt Ptlichtveranfialwng 8 Uhr Antreten bei Miill«. Userftrasse. Lanbag'tation. Schlnss Maltest in stithlsborf. Fahrgeld einschl. Festbettrag IB« M. Angehüotge benutzen den stng 13.42 Uhr ab Bsil. Reinickendorf-�»senchal. Fohrgeld 1,40 M. Kameraden mit Rädern ebenfalls 9 Uhr bei Msiller Ebarlottenbnrg! Pfficht»«ansialtt,n». 12 Uhr Antreten zur Werbesabrt Eden pa lall. Räder nicht mitnehmen. Wil. mnsdorf: 12 Uhr Antreten ssebrbellinrr Platz zur Autofahrt. SchöneSarg- Friedenau: Antreten 12% Uhr Sartbvravlatz. Autopropogandafahrt. Steglitz iOrtsvereinl: 11% Uhr Antreten Händelplatz zur Arttvorovaaandafahrt dur-a den Berliner Arsten.< Fahrt kostenfrei/, Bernan: 1Z?4 Uhr Autofahrt ob Mod'sch zum Saalschutz in Weesow und Willmersdorf. Wassersport.Abt.: stug Faltboot: Fahrt Königmnusterboiifrn. Treffen 6V4 Uhr Sörlitzer Bahnhos.— Sau Lichtenberg nebst Kameradschaften: Fr., d. 4., 18% Uhr, Antreten beä gesamten Radsabrerziige Bhf. Frankfurt« Allee. Narbziigler lS Uhr Hohen- zollernplatz. Neukölln. Laternen mitbringen.— Relnickendors-Befi: Fr., d. 4., 20 Uhr, Mitgl.-Bers. bei Frieschiltz: 19 Uhr Borstandssitzung.— Schönrich«: ffr., d. 4.i 20 Uhr, Versammlung im Lindenhos, Fichtenan. Haupt str. 45. Gikfi» willkommen.— Nenkclln.Britz! So., d. S., 15M Uhr, Antreten Dhf. Brnd Musik zur Srniischerung unsere» durch einen Vetriedsunsall verstorbenen Kameraden Franz Domschke b« 1. Käme- radschaft._ Topographische« Orchester. Kapellmeister Erich Gutzelt. LeSnngsabende Freitags 30 Uhr Neukölln, Hennannstr. l9S. Gäste willkommen. Die Gruppe«eeu*berg de» Deutschen Aebelter-Abstlnentenbund«, veransialiet am Sonnabend, ö. Woi, im Gesundheitshaus sBortragstaal) Am Urban 1011 eine Maileier mit Musik, Rezif-ttonen. Theatern eranstaltnngen usw. Die Znteresseni>ettretnng Seibsthffke der geschädigten Anolavdo-, Kolonta�- »nd Erevzlanddentschen 8. 2.»«anstaltet am Freitag, 4. Mai, 20 Uhr, in» Viirgersaal des Rathonses ihre Monatsoeisommlung. Thema:„Die Aus» svhrnngsbestiimnungen des Kriegoschäden-Schlutzgesetzes.* Säst« h«il>ch will- Interrflenoerband der durch Automobil,»ad andere Arrkehrsurffälle Geschädigten 8.«. Geschäftsstelle: Berlin NW 40, Rathenower Str. 5 iam alten Kriminalgericht). Sprechstunden und kostenlose Auoknnfiserteilung täglich von 17 bw 12 Uhr._ wefferbettch« der öffenkfichen 7ve! der Siacbem im Oberen Nubra-Tas, hat eine Länge von ungefähr 71 Kilometer. Der Hispar, der Lasioea und Diafo, diese Riesen- eisströme, die seinerzeit ihre Entdecker in Erstaunen versetzt haben, stnd ungefähr ebenso lang wie der Bawra oder kürzer. Zum Der- gleich möge dienen, daß der größte bekannte Himalaja-Gletscher nur eine Länge von etwa 1(5 Meilen oder 25„5 Kilometer hat.' und als am 39. Juni die notwendig« Windrichtung festgestellt worden war, wurde der Ballon an diesem Tag« gefüllt und am 11. Juli trat Androe mit seinen Bogleitern Franks und Strindberg die Fahrt an, von der er nicht mehr zurückkehren sollte. Er bliob bis heute oerschollen: man nimmt an, daß er bei ein« Notlandung von Es- kstnos ermordet wurde. Nach Andre« hielt der Ameritcmer W e l l- mann lange Zeit die Well mit Vorbereitungen in Atem, di« einem Vorstoß durch die Luft zum Nordpol dienen sollten. Er hat oder seine Absicht niemals ernsthaft durchgeführt. Erst im Jahr« 1922 begannen die Expedittonen ernsthafter For- scher, di« schon dadurch Aussicht auf Erfolg gewährten, daß in- zwischen die lenkbaren Lustschiffe und Flugzeuge eine große Voll- tommenheit erreicht hatten. Der erste Mann, der sich dies« Fahrt- mittel bedient«, war der schweizerisch« Flieger Mittelholzer. der mit seinem Genossen Neumann im Jahre 1923 im Flugzeug über Spitzbergen einen Flug nach dem Packeisgürtel de« Nordpols antrat und große Erfolge erzielte, wenn er auch eines Magnetschaden« wegen das endgültige Ziel nicht erreichte. Aehnlich ging es dem berühmten norwegischen Forscher Amundsen. der zwei Jahre spät« am 21. Mai 1925 von Kingsbay aus mit zwei deutschen Flugzeugen startete. Er blieb fast einen Monat lang verschollen, da er in d« Gefahrenzone de» Nordpoleises geriet. Ab« er und sein« Gefährten konnten sich trotzdem aus der eisigen Umklamnierung be- freien und auf einem Flugzeuge wieder in die bewohnte Weit zurückkehren. Auch er Halle den Nordpol nicht völlig erreicht, war ober jedenfalls weit« vorgedrungen als jemals ein Mensch vor ihm. Das Jahr 1926 brachte dagegen zwei erfolgreiche Flüge. Der Ame- rikan« Byrd, der gleichsalls von Kingsbay aus am 8. Mai seinen Flug angeweten hatte, war der erste Mensch, der tatsächlich zum Nordpol gelangt war. Drei Tage später erreichten dasselbe Ziel Amundsen und Nobile, die mit dem Lustschiff„Norge" am 11. Mai von Spitzb«gen aus üb« den Pol nach Alaska flogen. Ebenso wie Byrd warfen Amundsen und Nobile di« Flaggen ihr« Länder über diesem heiß erahnten Punkt der Erde crb. In aller Erinnerung ist noch der letzte Flug, der am 15. April von dem Am«ikan« 28 i l k i n s ausgeführt wurde und m der entgegen- gifatzien Richtung von Point Barreau nach Spitzbergen führt«. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wären negatlver Art, d. h. es wurde festgestellt, daß am Pol kein Land vorhanden sei. Die weitere For- schung mit Hilfe von Lustschiffen und Flugzeugen wird also davon absehen können, hier nach Land zu suchen. Gen«al Nobile hat darum auch in'dieser Beziehung kein« großen Hoffnungen, sondern seine Hauptausgabe wird darin bestehen, die meteorologischen Der- hällmsse zu studieren. An dieser Stelle darf auch nicht die große vorbereitende Arbeit des Grafen Zeppelin vergessen werden, d« stet» es als die Hauptaufgabe des lenkbaren Luftschiffes betrachtet hatte, wissenschaftlich» Forschungsarbeit dort zu leisten, wo andere Verkehrsmittel nicht w Betracht kommen, nämlich am Pol. Be- kanntlich hat b««its«ine Expedition die hervorragendsten deutschen Gelehrten die Vorarbeiten in Spitzbergen geleistet. Das erste Rakeienstugzeug.' Aus Luftschifferkreisen wird geschrieben: Das erste Rateten- slugzeug, das noch vor wenigen Wochen ein Gebilde überhitzter Phantast« zu sein schien, wird in kurzer Zeit durch die Opel-Werk« hergestellt werden, und zwar soll das Leichtflugzeug„Grasmücke', das von der Flugzeugfirma Raab-Katzenstein gebaut wurde, für di« neuen Zwecke umgebaut werden. Der Flieger Raab hat sich bereit erklärt, den ersten Flug zu wagen, der mit geringer Ladung erfolgen soll. Zuerst will man das Fugzeug schräg in die Lust schießen, da man di« Wirkung auf den Menschen erproben muß. Später wird man nach erfolgreichen Versuchen darangehen, immer steilere Bohnen da» Beförderungsmittel machen zu lassen, bis der senkrechte Schuß in den Weltenroum möglich ist. Beim Nieder- gehen wird das Flugzeug sich de« Gleiffluges bedienen müssen, da es über die Kraftquellen der normalen Flugzeuge nicht mehr ver» fügt. Der Antrieb erfolgt bekanntlich durch den Explosivstoss der Raketen, so daß«» nicht fliegt, sondern geschossen wird. Da nun das Projekt des Weltraumflugzeuges Gestalt anzunehmen beginn� muß man den beabsichtigten Vorstoß in den Weltenraum auch vom Standpunkt d« Wissenschaft aus untersuchen. Es drängt sich nun folgender nicht zu unterschätzender Einwand auf: der deutsche Forsch« Kohlhörst« hat in höheren Luftzonen eine sehr»harte Strah- lung entdeckt, die offenbar von der Milchstraße zu uns dringt und alle auf Erden bekannten durchdringenden Strahlen, wie die Röntgenstrahlen und Rodiumstrohlen an Härte weit übertrifft, c!» wurde berechnet, daß sie imstande stnd, einen Bleipanzer von 80 Zentimeter Dick« zu durchdringen, während z.B. die Röntgen- strahlen, die bekanntlich auch gefährlich werden können, schon durch ein« dünne Bleischujchecke unwirksam gemacht werden. Die harte Höhenstrahlung der Milchstraße, die aus sehr kurzwelligen Strahlen besteht, wird für uns bei dem Durchgang durch unsere Lusthülle ungefährlich, denn sie wird auf diese Weise langwellig. Wenn selbst vorderhand ein Vorstoß in den Weltenraum gelingen sollte. der nicht nach einem anderen Planeten führt, sondern mit der Rückkehr auf unsere alte Erde endet, dann wird in großen Höhen sich doch für den in dem Weltraumslugzeug eingeschlossenen Menschen ans dies« Strahlung eine große Gefahr ergeben. Grosse Leipziger Strasse* Alexanderplatz* Frankfurter Allee» Velle-Alllance»Strasse* Brunnenstrasse« Kottbuser Damm» Andreasstrasse» Chausseestrasse UaHgBnabgtb« farkabaltw.— Varkaat aaaatt Tarrat. Obaf anT(amiaa alad ram Varaaad aaagaaahlaaaao. Rlielnland-Lotterie Lose zu 1,- an allen Kassen erhUtllch 1. Hauptgewinn i Eine komplett cingc- riditete Villa im Werte von 50 0011 H. ÄS' i Frisches Fleisch! 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Dar- unter ein Antrag der Jugendkommifsion, der sich gegen die Ar- beitsdien st Pflicht wendet: ein weiterer, der aus den Lehr- vertrügen alle die Koalitionsfreiheit einschränkenden Bestim- mungen entfernt wissen will und ein drstter Antrag, der folgendes Lugendschutzprogramm umfaßt: 1. Erhöhung des Schutzalters für Lugendlich« auf 18 Jahre. ?. Verbot der Nachtarbeit Jugendlicher. j 3. Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden einschließlich Fortbildungsschulzeit nicht überschreiten. 4. Ein jährlicher Urlaub von drei Wochen für 14. bis 16- jährige und von zwei Wochen für 16- bis 18jährige Jugendliche unter Weiterbezahlung des Lohnes. S. Frühschluß vor Sonn, und Feiertagen. Auf Antrag der Arbeiterinnenkommisston soll den weiblichen Mitgliedern mit der„Metallarbeiter- Zeitung" auch die. Gewerk- schaftliche Frauenzeitung" kostenlos geliefert werden. Abgelehnt wurde ein Antrag der Jugendkommifsion auf Errich- tung eines Ferienheims, da die Schaffung solcher Heime zu den Ausgaben des ADGB. gehöre. Ein anderer Antrag der JtDend- kommifsion, den die Mittlere Verwaltung abgelehnt hatte, wurde durch die mehr als geschäftige Unterstützung der Fraktion Nieder- kirchner mit 167 gegen 165 Stimmen a n g em o m m« n. Der An- trag will, daß mit jedem Verbandstage zugleich eine Konferenz zur Besprechung von Jugendsragen abgehalten wird. Die auf Satzungsänderungen bezüglichen Anträge 19, 23 und 24 wurden ebenfalls angenommen. Eine Reihe von Anträgen (3, 8, 26, 27, 28, 29 und 36) konnte nicht beraten werden, da der Antragsteller König nicht erschienen war. Antrag 9, die I n v a- lidenunterstützung am 1. Oktober 1928 einzuführen, wurde dem Vorstand« zur Berücksichtigung überwiesen. Beim Antrag 16 trat die gesamte Rednergarnitur der KPD. an, um die gelpant« Invalidenversicherung des Verbandes in Grund und Boden zu reden. Nach der Ansicht Glazers verwische diese den Klasienkamofcharakter des Verbandes, außerdem seien die wor- gesehenen Leiswngen viel zu niedrig, die meisten Bestimmungen un- sozial. Auch die erläuternden Worte des Bevollmächtigten Ziska blieben bei den Klasienkampfpächtern wirkungslos. Der Kommunist Günther operierte damit, daß ohne ein« weitere Erhöhung der vor- gesehenen Beiträge, die vorgesehenen Leistungen vom Verbände nicht getragen werden könnten, also viel zu hoch seien. Als Bs- weis führt« er aus seiner„Praris" Fäll« an. wo angeblich arbeits- fähige Arbeiter vor Erreichung des 65. Lebensjahres als 66% Proz. broalid erklärt wurden. Ebenso widerspruchsvoll wurden die Anträge 14, 15, 16, 32 vnd 33 begründet und mit groß« Mehrheit abgelehnt. Die Zu- sinnmung der Mehrheit der Versammlung fanden nach reger Aus- sprach« die Anträge 12, 26, 22 und 25. Antrag 12 fordert beson- der« Bildungskurse für weibliche Mitglieder und die Schaffung eines zentralen Frauensekretariats. Die übrigen Anträge betreffen Satzungsänderungen. Mit der Ablehnung des Antrages 31 verfielen die Anträge 17 und 18 dem gleichen Schicksal, während die Anträge 13 und 13 durch llebergong zur Tagesordnung erledigt wurden. Erst in später Nacht- stunde schloß die Versammlung. Die Fabrikarbeiter zum Verbanöstag. Am Sonntag tagte im Gewerkschaftshaus eine außerordentliche Generaloersammlung der Berliner Fabrikarbeiter, die sich mit dem Verbandstag(vom 8. Juli bis 14. Juli 1928 in Hamburg) beschäf- tigte. Der Bevollmächtigte Rücker hielt das einleitende Referat. Die Beschlüsse des Verbandstages würden nicht unwesentlich von dem Ausfall der Wahlen am 26. Mai beeinflußt. Die Berliner Fa- brikarbeiter seien im großen und ganzen mit der Tätigkeit des Hauptvorstandes in den verflossenen Jahren einverstanden gewesen. Eine wahre Flut von Anträgen hatte die sogenannte O p p o- sition«ingebracht. Die Anträge strotzten von Lügen. Ver- dre Hungen und auch Verleumdungen gegen den Haupt- vorstand und andere Organe des Verbandes. Sie fanden die«nt- sprechende Würdigung durch den Referenten und verfielen, trotz- dem die Unentwegten wie Wehner, Tieke usw. den Versuch unter- nahmen, zu retten, was noch zu retten sei, der Ablehnung. Unsere Genossen Kämmer, Sewekow und der Gauleiter Kohl nahmen in sachlicher Weise Stellung zum Verbandstag und zu den Anträgen der Opposition und rückten die Absicht derselben in das rechte Licht. Die Anträge, die von der erweiterten Ortsoerwaltung gestellt waren und einige aus den Be- zirken, wurden gegen eine geringeMinderheit angenommen. Die von der erweiterten Ortsverwaltung zur Derbandstagswahl vorgeschlagenen Kandidaten Beinroth, Böhm, Dänzger, Gundlach, Kömmer, Klein, Louis, Merten und N e u m a n n wurden gegen etwa 25 Stimmen aufgestellt. Zum Gewerkschaftskongreß wurde der Gauleiter Kohl aufgestellt. Da Kohl auch von allen anderen Zahlstellen der Provinz Brandenburg vorgeschlagen ist, gilt er als gewählt. Bilanz der Maschinisten und Heizer. Der Verwaltungsbezirk Brandenburg d«s Zentratverbanbe« der Maschinisten und Heizer, Sitz Berlin, hielt am Sonntag sein« ordentliche elfte Delegiertengenemloersammlung des neuen Geschäfts. jahres ab, die von 66 Delegierten besucht war. R u ck st u h l er- läutert« den gedruckt vorgelegten Kassenbericht der Unter- stützungskasse vom 1. Quartal 1928. Die Hauptkasie balanciert mit einer Einnahme von 38 463,46 M. und mit einer Ausgabe von 16 328,62 M., die Lokalkasie mit einer Einnahm« von 28 272,66 M., mit einer Ausgabe von 12 262,47 M., die Sterbekasie mit einer Einnahme von 6 814,76 M. und mit einer Ausgabe von 2646 M.— Die Mitgliederzahl erhöhte sich im letzten Quartal um 248. Zum erstenmal wurde die Aus, Zahlung der von der Organi- iation eingeführten Jnvalidenunterstützung vorgenommen. Im Bezirk Brandenburg werden Im Quartal rund 2666 M. an die invaliden Kollegen ausgezahlt. Di« Ausgaben für Streik-, Kranken- und Erwerbslosenunterstützung betrugen im letzten Quartal rund 16 666 M. Die Kasienverhältniss« des Bezirks find als gut zu bezeichnen. Dem Kasfenperfonal wurde einstimmig Entlastung erteill. In seinen Geschäftsbericht schilderte R e i n e s e l d eingehend die Lohn- und Tarifbewegungen und legte schriftlich einen Auszug vor, aus dem zu entnehmen war, daß der Wirtschaftsbezirk Brandenburg an 34 Tarif- und Lohnbewegungen teilgenommen hat. Die durchschnittlich« Lohnerhöhung, die in allen Gruppen noch nicht endgültig abgeschloffen ist, beträgt ungefähr 8 Proz., für die Gesamtmitgliedschost rund 9566 M. pro Woche.— Im allgemeinen kann festgestellt werden, daß trotz der starken Gegen- Wirkung des Unternehmertums die Lohnbewegungen einen Dorteil für die Kollegen gebracht haben. An den Geschäftsbericht schloß sich ein« längere Debatte an, in der wohl an einigen Maßnahmen des Bezirksvorstandes Kritik geübt wurde, im allgemeinen aber dessen Tätigkeit anerkannt werden mußt«. Bei der Wahl der Beisitzer zum Bezirksvorstand kam es zu einer lebhaften Diskussion. Die gewählten Borstands- Mitglieder sowie auch die Revisoren und Beschwerdekommissionsmitglieder gehören sämtlich der Amsterdamer Richtung an. Nachdem noch über«inen Antrag, der sich mit der Bericht- erstattung an die Preffe befaßt, sehr lange und eingehend diskutiert wurde, schloß der Genosse Reinefeld die Tagung mit einem Hoch auf die Organisation._ Die Telegraphenunion maßregelt! Die schwerindustrielle Telegraphen-Union entpuppt sich immer mehr als reaktionärer Unternehmer. Es genügt nicht, daß diese Firma ihren qualifizierten Angestellten Gehälter von 116 bis 136 Mark zahlt, sie ist auch bestrebt, ihre Angestellten um ihre sozialpolitischen Rechte zu bringen. So hat die Firma in der letzten Zeit drei Angestellte hintereinander ent- lassen, die sich um die Schaffung der gesetzlichen Betriebsvertre- tung in diesem Betriebs bemühten. Diese Angelegenheit wird neben den Arbeitsgerichten ja auch noch die Staatsanwaltschaft beschäftigen müssen. Jeden- falls Hot die Oeffentlichkeit ein Interesse daran, von diesen Zu- ständen bei der Telegraphen-Union Kenntnis zu bekommen. Die Angestellten bei der Firma sollten aus diesen Vorkommnissen lernen, daß es eines lückenlosen Zusammenschlusses bedarf, um diesen Allüren der Firma zu begegnen. Aasgehrftene Sperre. Wie uns der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant, und Caf liangestellten mitteilt, ist die Sperre über den Betrieb Restaurant„-Zum Schwan", Jnh. Julius Herrmann, Tegel- ort. ausgehoben. Die Sperre ist irrtümlich veröffentlicht worden. t Freie Gewerkfchasts-Lugend Groß-Berlin Heute, ssitltog, lOZi Uhr, tagen die Gruppen: Kerrnannplatt: Gruppen. heim Jugendheim Sanderstr. U, Ecke Hobrecht strahe. Seimbesprechung, Brettspiele. Verbandsbuchkoulrolle.— webbing: Gruppen heim Stobt. beb Wedbing, Gerichlstr. 65/69. Heimbesprechung. Vortrag:„Der l. Mai, bei Festtag be« Proletariat»." Ohne Berbanbabuch und Heimauswei» lein Zutritt. — Zeppelinplatz: Jugendheim de« Bezirksamt« Wedbing, Turiner Ecke Seestraße. Heimdesprechung. Ält-Wedbinger Heimabend.— Nord ring: Jugendheim Holz. haus aus dem Sportplatz Cantianstratze, an der Schijnhauser Allee. Heim- besprechung und Lieberabenb. Berbandsbuch. und Heimausweiskontrolle. � Iugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. WÄ Heute, Freitag, 1914 Uhr. folgende Veranstaltungen: Lichtenberg 1: Gesangsraum des Realgiwinastum» Parkaue 12. Gruppenbesprechung. Festsetzung de« Arbeitsprogramms fiir den Monat Juni.— Sllbmeft: Jugend» heim Belle-Allianee-Str. 7/19. Gruppen des prechung. Ausstellung des Arbeits. Programms fiir den Monat Juni.— jliipenick: Zimmer 1 des Jugendheims Grünauer Str. 5. Gruppenbesprechung. Aufstellung des Arbeitsprogramms für den Monat Juni. ÄtHisi1 5f4 ikr NUmiT Chaussaestrafie 63 Ecke LIcsenstraBa Eigene Fabrikation des größten Teils unserer Kleidung bietet die Gewähr, dafe die gute Mancs- Kleidung gut und billig ist Rosanthalar Str. 3 I BrtickanatraBa 11 (Fablsch a Co.) 1 Ecke RungastraEa Schönabarg BrunnanslraBa III (Bcka VollastraBa) Fi ei tag; 4.. 5; 28 Staats-flper Unter d. Linden 12 Uhr: Mittags- Sinfoniehonzert . Jß(8) Uhr S.SinioniekDDzer) Slaals-Oper Am Pl.d.Rcpubl. Ad. V..Vt. Anf.IY'/z(7'/z)v. puccinl-.�dend: Oer- Zckvnter Angelilcz Lcdiccdi Freitag, 4. 5. 28 Slädtisdia Oper BismarckMr. •Turnus IV Anf. 19ls(7V:)U. Jonay spielt auf Stsstl. Sduuspielli. An CnttanrndrU Ab.-V. 87. Anl. 30(8) a Staat!. Schilier-Tleater.tiiarlllio. Anfang 30(8) Uhr Maß für Maß Volksbühne To. am Sdiiflliaueröamm Titeatu am Baiowplati 8 Uhr; Die rote Kode f'/, Uhr Der Zigarettenkasten H Uhr - Ncllendort 7360 VARIETE-REVUE Sonnatends u. 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Mal Findsn Sie, daü Constaece sidi riditig verii_ä!t'_ Die Komödie Bismarck 2414/7516 8»/« U. Ende 10V, U „Die Kassette" KomMie im Cid ShreMm. Berliner TUeater Charlcti8Tistr.90�1. 08nh.1 70 8V4U. Ende geg. 11 Gastspiel ö. OeotsdienTli, Der Proieft Mary vuSan Freitag, den 4. Mai, nachmittags 3 Uhr Ttieater des Westens Gastspiel Moskauer jfid. akad. Theater Heute 8V. Uhr Die Reise Benjamins III PiscatorbUhne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2OTI.93 Heute geschlossen! Morgen 8 Uhr, zum 1. Male; Malborougb zieht in den Krieg Raufen Lot Seifen.' flodten für feine Decken und alles em» pfi.ndjjdic. Sie die vorteilhafte "'/ jflmfetc UnrdtUr iUNA PARK eröffnet DEVI 5 E 1928;| ntloch wtcvessAittcy"] dne Wäfcfie und Lux Sdfenflodtcn lind zvd umer» JP trcnnliche Begriffe geworden. 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Joadiimstfuler Strsh _ Noll. 1,578 16Vj, 18, 19'/:. 31 U. im Reichs der Miiternaehttsonne Eintritt l*M. �ndirunt. IS laHrtn 0.�0 Metropol Tb. Zentrum 123 24 8'/. Uhr. Der Grat von Luxemburg Maaner, lolaji, Hoffmann. Kettner. Hell, Fischer. Hofen Verlangen Urgoid BHsehr bekömmlich SB Ueberau zu haben, eventl. weisen wir Bezugsquellen nach. Anrufragen: Amt Al0xander2975 LÖWENBRAUEREI BÖHMISCHES BRAUHAUS AKTIENGESELLSCHAFT Allein- Vertretungen Provinzplätze -|- Ihr Bruch+ * ird immer größer, wenn Sie ein schleahtsitzcndcs und listiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und kann zuf Todesursache werden.(Es entsteht Brucheinklemmung, diet, operiert werden muß und den Tod zur Folge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt, Hat dieser eine Bandage verordnet, dann muß es in Ihrem Interesse liegen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche Spezial-Bandage anfertigen zu lassen. 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Mai. 13 Uhr, im Zkrema- lortnm Gerid>t lrast« flau. unser Kollege, der Oskar Reich am 1. Mai. Die Beerdigung findet am Eonp- abend, dem 5. Mui. 18 llhr, oon der Leichenhalle de» Elisabeth-.stirchhojc», Prinzcnallce, an» IIa«. Am 2. Mal perstnrd serner unser Kollege, der Maschinenformer Franz Roloff Die Beerdigung findet orn Conn- adend, dcm ü. Mai. llV,Uhr. VON der Leichenhalle de» Elisadeth-Kirchhose», PrinzenaUce, aus statt. Ehre ihre« Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. vi« Otfooermaltung. Wamuns! Durch unlautere Machenschaften wird von verschiedenen Seiten versucht, an Stelle meines weltberühmten„20 Jahre jünger", auch genannt„Bxlcpllng*-, minderwertige Präparate unterzuschieben. Wollen Sie echtes„Exlepäng" haben, so nehmen Sic nur das Präparat in nebenstehendem Originalkarton. „20 Jahre jünger" gas gasen.) ,Exl«p8ng" auch genannt gibt grauen Haaren die jugendsarbe .Goldene Medaille Leipzig 1913". fällig. 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