BERLIN Freitag 4. Mi 10 Pf. Nr. 210 B104 45. Jahrgang. Erscheint täglich anßerSonntas«- Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 8S Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68,kindcoKr.» JJvfutwMb Anzeigenpreis: Sic einspaltige Nonpareillqeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Pestscheckkonte: DorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87636. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 237 ftürff Löwensteins Aufwertung. Wie �20 Millionen Mark verschleudert worden sind. Mehr Macht dem Reichspräsidenten. (Die deutschnationale Wahlparole). Und der Präses absolut, Wenn er u n s den Willen tut! „Ztalia" in Vadsoe gelandet. Nach 30 ständiger Fahrt die norwegische Osttüste erreicht. Nach einem Telegramm au» vadsoe tn Nor- wegen ist da» italienische Lustschiff„Zlalia" dort heule vormittag 9 Uhr 10 Zitin. glatt gelandet und an einem Ankermast festgemacht worden. Rom. L Mal. Vit römisch« Radiostatlon von San Paolo steht tn fort- währender Verbindung mit der.Ltalia". Sie hat um 315 llhr morgens von Nobile folgenden Funkspruch erhalten:.Letzt sind wir über Novament(Finnland). Alle» geht gut." Gleichzeitig teilt« Nobile mit, daß er seit einigen Stunden mit dem Dampfer„Gitta d i Milano" tn der sting�bay w Verbindung steh«. Da die fm nis che Stadt Rovanient wenig mehr als 400 Kilometer von Dadsö entfernt ist, wird dieser Ort von dem Luftschist heute stich zwischen S uitf> 12 Uhr erreicht werden. Don Stockholm ans hat Nobile infolge der verschiedenen Berichte der Wetterstationen eine Aenderung de» ursprünglich geplanten Kurses vorgenommen. Er überquerte nicht den Bottmschen Meerbusen, sondern folgt« der schwedischen Küste über Sundovale und verließ sie erst bei llmcn. um über den vottuischeu Meerbusen nach der finnischen Küste zu stiegen. die bei Seinejiyti, unweit von va?a. erreicht wurde. Eine Stunde später war da» Luftschiff bereits 100 Kilometer nördlicher bei Gamla Korlehy. Um 8 Uhr abends meldete ein Rodiotelegramm vom Bord des Luftschiffes, daß über dem Lande starker Wind herrsche, während der Flug über dem Meere ruhiger sei. Nobile teilte mit, daß er fast iideroll Gegenwind antreffe. Noch einem Funkspruch des Expeditionsschiffe» Nobile» „Citta di M i la n o" hat da» Schiff die SIngsbay fast völlig vereist angetrossen, so daß ein Weitersahren nach dem Ort Kingsbay, der nur noch 1 Kilometer entfernt ist, sehr erschwert wird. SOO Personen verbrannt. London, 1 Mal. Wie aus Schanghai gemeldet wird, ist die in der Nähe von Schanghai gelegene Stadl pootung aus der östlichen Seile he» Fluffe» wangpu zrSm Teil niedergebrannt. Aus einem Gebiet von einer Ouadratmeile wurden Häuser bis auf den Grund vernichiel und mindestens 300 Bewohner sind, wie z, dey Zlgmme» amgetMnneH. Ein Plantagen-Skandal. Die nachstehende Inschrift beleuchtet nnfs neue die einseitige Bevorzugung, die der Großbesitz bei der Entschädigung für Eigentumsverluste in den Kolonien vom Bürgerblock erfahre« hat. Noch ist die Verzweiflungstat des Farmers Langkop in frischer Erinnerung, der mit Höllenmaschine und Revolver das Reichsent- fchädigungsamt nach zehnjährigem vergeblichem Warten zu fchnel» lerer Arbeit antreiben wollte. Der Untersuchungsrichter bemüht sich nun, die Tat als Unternehmen eines größeren Personen- kreise» nachzuweisen. Auf Grund von Indizien schreitet er zu neuen Festnahmen. Niemand wird die glücklicherweise mißlungen« Verzweislungstot Langkops irgendwie beschönigen wollen. Grade aber wenn Indizien den Untersuchungsrichter nach seiner Meinung berechtigen, einen größeren Personentreis hinter Langkop zu ver- muten, muß man versuchen, die eigentlichen Ursachen zu erkennen, di« Menschen auf einen derartigen Irrweg treiben konnten. Man kommt der Stimmung Langtops und seiner etwaigen Freunde und Hintermänner näher bei einer genaueren Betrachtung de» Falles der Plnatageugefellschaft des Erbprinzen Löwensteiu- Wertheim-Freudenberg, von dem bereits bekanntgeworden ist, daß er schon im Jahre 1924 eine Liquidationsentschädigung von 15 Millionen Mark au» Steuergeldern erhalten hat, die durch die Hand des Reichsfinanzministers v. Schlieben und des Reichskanzlers Dr. Luther gegangen find. Unmittelbar nach der Stabilisierung der Mark, etwa zur gleichen Zeit, als Luther der Ruhrindustrie die vielumstrittenen 700 Millionen Goldmart zukommen ließ, fand auch eine Bar- entschädigung für enteignet« Kolonialbesitzun- gen an ganz wenige Pflanzungsgesellschaften in Kamerun statt. Von diesen Gefellschaften ist der Fall der W e st- afrikanischen Pflanzungsgesellschaft Victoria derjenige, der die stärkste Beunruhigung der Liquidationsgeschädigten hervorgerufen hat. Die lukrativen Pflauzergesellschasten. Die Westastitanische Pflanzungsgescllschaft Victoria ist ein Unternehmen, da» mit einem Aktienkapital von 6 Millionen Mark gegründet wurde und Pflanzungen in dem jetzigen englischen Mandatsgebiet von Kamerun unterhielt. Di» Gefell» fchaft, die wührend der Friedenszeit durch die Kolonialoerwaltung des Deutschen Reiches jede nur denkbare Unterstützung erfahren hat, mors im Frieden sehr erhebliche Ueberschüsse ab. Die Aktien des Unternehmens wurden an der Hamburger Börse im Jahre 1913 noch mit einem Kurs von durchschnittlich 340 notiert. Damit war die Gesellschaft noch nicht einmal von der Börse überbewertet, weil st« Dividenden zwischen 20 und 25 Proz. zahlen konnte. Zu den Hauptattionären der Gesellschaft gehören die F ü r st e n Hohenlohe und Löwen st ein-Wertheim-Freuden- berg: ferner ist Direktor Kempner. ein bekannter Pflanzungs» fachmann, der mit dem volksparteilichen Abgeordneten gleichen Namens zwar nicht identisch ist, aber ebenfalls der Deutschen Volts- Partei angehört, einer der einflußreichen Mitglieder des Auf» sichtsrates. Der Aktlenbcsttz des Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ging inzwischen, zum Teil aus Gründen, die mit dem Fideikommiß zusammenhängen, also zur Streckung der Zeit, in der das Familien- vermögen entgegen dem eigentlichen Willen dieses Gesetzes zu- sammengehalten werden kann, auf den Erbprinzen Löwenstein, einen Neffen des gegenwärtigen kinderlosen Fideikommißbesitzers über. Der 31jährige Erbprinz hat die Mehrheit der Aktien der Westafrikanischen Plantagengesellschaft Victoria. Für den ihm von ben Engländern enteigneten Anteil erhielt er in der angegebenen Zeit 15 Millionen Mark. Selbst wen« man annimmt, daß er zwei Drittel de» gesamten Aktientapftal» von 6 Millionen Mark der Oer Mann, der die Ohrfeigen bekam... Kolossale Stärke im Nehmen hat dieser v. Keudell! Wieviel ist wohl nötig, damit er abtritt? Gesellschaft ollein besitzt, was nicht ganz der Fall ist, betrug also bei Zugrundelegung des erwähnten Kurses von 340 Proz. feine Llquidalionsentfchädigung über 100 Prozent. Allein die westafrikanische Plantagengesellschaft Victoria hat, ge- messen an der Entschädigung ihres sürstlichen Aufsichtsratsvorsihen. den. eine Summe zwischen 25 und 30 Millionen Mark erhalten. Entsprechend werden auch die anderen Kameruner Gesellschaften im englischen Mandatsgebiet entschädigt, so daß für diese Aufgabe mindestens rund 12V Millionen Mark Steuergelder aufgewandt worden sein müssen. Der einzige sachliche Grund, der Reichskanzler und Finanzminister, also Luther und v. Schlieben, bewogen haben' kann, diese ungeheure Summe cm einen Personenkreis von weniger als fltnszig Privatleuten zu geben, kann in der Möglichkeit des Rücker w.«rbs von enteigneten Pflanzungen im englischen Teil Kamerun» gelegen haben. Die Fürsten- gesellschaft ist tatsächlich wieder in den Besitz ihrer Plantagen gelangt. Roch einem Geschäftsbericht des Hamburger Bankiers Szick, von der Firma Szick und Co. in Hamburg, die als Beraterin von Kolonialinteressenten bekannt ist. ist die Gesellschaft auch jetzt schon wieder in der Lage Dividenden zu verteilen. Natürlich zahlt die Gesellschaft keine Zinsen für die Reichsgelder und die Frage einer Rückzahlung der Unsummen, die über de« Rahmen des Liquidationsgesetzes hinausgehen, ist noch nicht einmal angeschnitten. Ein wesentlich deutsches Interesse ist mit dem Rückkauf der Pflanzungen nicht wahrgenommen worden, namentlich wenn man sich vor Äugen hält, daß der Rückkauf aus englischer Hand sa auch nur wieder möglich war. wegen der Familienbeziehungen de» Fürsten Löwenstein in England. Die von Negern bewirtschafteten westafritanischen Plantagen in Kamerun können schwerlich als Stützpunkte des Deutschtums im Auslande angesehen werden und WoidsluilfötaäroiMu; in Serhicn. Verhandlongen im SadisenkonfliKi. Berichte im hmem de» JUattm* Ilaben selbst wirtschostspolitisch für Deutschland, getneffen an der Mill'wnenentschädigung. eine lächerlich geringe Bedeutung. Unser Gesamthandel mit dem ganzen Mandatsgebiet Kamerun beträgt 7,1 Millionen, also weniger als die Hälfte der Abfindung des Fürsten Löwenstein: wovon nur 2,5 Millionen deutsche Einfuhr noch Kamerun sind, während in Deutschland Kameruner Waren von 1,g Millionen Mark untergebracht werden. Aber auch die Notlage des Erbprinzen kann nicht der Grund für die überreichliche und frühe Entschädigung sein: denn der Prinz wird nach dem Tode des Fürsten und seiner Mutter einen deutschen Waldbesih im Werte von 100 Millionen bei sich vereinigen, da die Wälder der Familie in Boyern, Baden Württemberg und Hessen größer als der halbe Freistaat Württemberg sind. Man muß deshalb dringend verlangen, daß zugunsten der so überaus kläglich bedachten wirklichen Liquidationsgeschädigten die Kameruner Pflanzungsgesellschaften zur Rückzahlung mindestens der über ihren wirtlichen Liquidationsanteil hinausgehenden Sum- men nebst rückwirkender Verzinsung bis 1924 veranlaßt werden. Darüber hinaus muß aber auch öffentlich die Frage nach der Ver- antwortlichkeit für die geschilderte Bevorzugung der Fürsten-Attionäre vor den wirklich bedürftigen einfachen Farmern geklärt werden. Gerade im Hinblick schweigen darf. Die Klcingeschädigten werden jedenfalls darauf dem Bürgerblock, der auch für diesen Skandal verantwortlich ist, am 20. Mai die richtige Antwort geben. auf die Kleingeschädigten ist die Bevorzugung der Westafrikanischen Pkantagengesellschaft Victoria ein Skandal, zu dem man nicht schweigen darf! Mitten im Wahlkampf. Ein Lleberfall aus das Reichsbanner. > Verhandlungen für Sachsen. Aufmarsch der llniernehmerverbände. Um eine Einigung in dem Lohnkonslikt in der sächsischen Me tallinduistric zu»ersuchen, hat der Relchsarbeitsminisler zu heule vormittag die Parteien nach Berlin berufen. Die Unternehmer waren sehr zahlreich erschienen. Unter ihnen befanden sich namhafte Berkreler des Gefamloerbandes Deutscher Metall- industrieller, sowie der Vereinigung Deutscher Ar- beitgeberverbände. Die dlreklen Verhandlungen, die um 1l Uhr vormittags im Reichsarbeitsminiflerium unter Vorsitz des Landgerichtsrats Dr. Heuer begannen, sührleu wieder zu keiner Verständigung. Es wurde daraus für jedes der drei Tarifgeblele eine besondere Schllchterkammer gebildet. Zuerst verhandelte die Schlichtungskammer füv das Tarifgeblet Sachsen. Zur Zeit de» Bedaktionsschlusie» sind diese Verhandlungen noch im Gange. Anschließend daran soll die Schllchterkammer für da» Tarisgebiet de» sächsische» Arbeitgeberschuh verbände» und zum Schluß die Sammer für das Tarisgebiet Leipzig tagen. Voraussichtlich werden sich die Verhandlungen sehr lange hinziehen, wahr- scheinlich heute noch nicht zu Ende gehen. Oie(Sabotage der Maifeier. Front gegen kommunistische Rüpeleien. Man schreibt uns: Die Kommunisten nehmen für sich in Anspruch, die einzig wahren und echten„Marxisten" zu sein. Sie lieben es besonders, sich auf das„Kommunistische Manifest" zu berufen, dessen Schluß- saß lautet:„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!"— Wie die Kommunisten diesen Ruf zur Einheit und Einig- keit der Arbeiterklasse auffassen uick» praktisch betätigen, das haben sie bei der diesjährigen Berliner Maifeier wieder einmal geradezu glänzend bewiesen. Wer alle die Plakate und Transparente, die sie da mit sich geführt oder in den Straßen angebracht hatten, die die Züge der Berliner Arbeiterschaft passierten, nur oberflächlich gelesen hat, der hat das v o l l st ä n- dige Schimpflexikon des Kommuni st enblattes gegen die SPD. beisammen gesehen. Und was die Plakate und Transparente etwa noch verschwiegen haben sollten, das besorgten die Jünglinge von den sogenannten Roten Frontkämpfern durch ge- meine Beschimpfungen der an Zahl unendlich überlegenen sozial- demokectifchei, Klassengenossen. Diese, in ihrer altbewährten Disziplin und in dem Bestreben, ihrerseits keinen Mißton in die prole- tarische Feier hineinzutragen, ließen das ruhig über sich ergehen. Sie sind es von dieser Sorte„Klassenkämpfer" nicht anders ge- wähnt und haben längst aufgehört, das ernst zu nehmen. Befinden und befanden sich doch unter den so Beschimpften noch genug, die schon zu einer Zeit, als an eine Moskauer Filiale in Deutschland noch nicht zu denken war, für die Ideale des Arbeiterklassenkampfes in den Gesänignissen de» ehemaligen preußischen Ordnungsstaates ihren Freiheitsdrang büßen mußten. ?lber es Ist doch zweierlei, ob die jungen Leute der KPD.» Zentrale ihre Schmußkübel auftragsgemäß über die Sozialdemo- kratie entleeren oder ob bei Gelegenheit einer großen öfsentlichen Denionstration, die dem Klassengegner sowohl als-den öffentlichen Gewalten den einheitlichen Willen der Arbeiterschaft bekunden soll, der Arbeiter den Arbeitet beschimpft und herunterreißt! Das i st die in s am st e Verhöhnung des Maifeiergedankens!— Und der bürgerliche Gegner, der das sieht, der dekommt nicht nur keinen Begriff von dem Ernst dieses Gedankens, sondern er wird geradezu zur Mißachtung, zur Verhöhnung und Verspät- tung der Arbeiterschaft und ihrer Kundgebung angeregt. Es muß daher allen Ernstes die Frage aufgeworfen werden: Wie lange will die große Mehrheit der Berliner Arbeiterschaft sich das noch gefallen lassen? Die Antwort kann nur lauten: Wenn die Kommunisten nicht einmal ertn Tage der Maifeier ihre Beschmufcung des proletarischen Klassen- kampfgedankens einstellen können, dann soll man sie, wie es an- dererseit«, z. D. in Hamburg schon längst geschieht, am 1. Mai unter sich lassen? Mögen sie sich dann unter sich nach Her- zenskust an Ihren geschwollenen Phrasen und kraftmeierischen Pr- rolen berauschen. Alle anderen aber, ganz gleich, ob Freund, ob Feind, werden dann sehen, wo die wirtliche Macht und Kraft der Arbeiterklasse steht— und wo der ehrliche Wille ist, diese im Kampfe um die Be- sreiung der Arbeiterklasse sinnvoll und verantwortungsbereit ein- zusetzen._ persien schafft die Vorrechte der Ausländer ad und unterstellt sie der Kechlfprechung persischer Gerichte. Die früheren Verträge mit den kapitalistischen Staaten werden aufgehoben. Die Kameradschaft w e d d> n g des Reichsbanners ver- anstallete gestern abend einen größeren Werbeumzug durch die Straßen des Bezirks. Als der mehrere hundert Wann starke Zug die Acker st raß e passierte, kam es zu einer unerhörten kommunistischen Provokation. Hierüber wird uns von einem Teilnehmer folgendes milgetelll: Der Zug des Reichsbanners bewegte sich die B e r n a u e r Straße entlang und wurde sortgesetzt durch ein zweispänniges Gefährt(Kohlen- oder Lumpenwagen) durchkreuzt, dessen Führer sich in die unflätigsten Beschimpfungen erging. In der Ackerstraße lud sich der Führer des Wagens noch fünf bis sechs junge Leute auf den Wagen und jetzt wurden die Anpöbelungen in noch ver- ftärktem Maße fortgesetzt. Ein Verbot der den Zug begleitenden Polizei wurde von den Insassen des Wagens nicht beachtet, so daß der Beamte gezwungen war, auf den Wagen zu steigen und dem Kutscher die Führung ous der Hand zu nehmen. Die Krakeeler setzten sich zur Wehr und versuchten bei dem entstehenden großen Menfichenauflauf zu verschwinden. Sie wurden aber ergriffen und der Polizei übergeben. Die„Rote Fahne" sucht in bekannter verlogener Weise, den Zwischenfall so hinzustellen, als ob die Reichsbannermitglieder die Angreifer gewesen wären und nur auf den passenden Augenblick gewartet hätten, um sich mit„losgeschnallten Koppeln" aus die „völlig schuld- und harmlosen jungen Arbeiter" zu stürzen. Bei dem Auflauf wurde ein Polizeibeamter von Kam- munisten so arg bedrängt, daß er zwei Schreckschüsse in dl« Luft ab- feuerte, um sich mehrere Angreifer vom Leibe zu halten. Verletzt wurde niemand.__ Kundgebung jüdischer Kronisoldaien. Am Donnerstagabend veranstaltete der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten im Logenhaus, Kleiststraße, eine Wahlkundgebung, in der der sozialdemokratische Landtagsabgeord- neter Kutaner sprach und folgendes ausführte: Die Sozial- demokratische Partei ist keine Judenschutztruppe. wie sie von dm Völkischen bezeichnet wird, sondern die Partei der wirtschaftlichen und politisch Unterdrückten der ganzen Welt. Sie kennt keinen Unterschied der Rossen, ganz abgesehen davon, daß scmiefo alle Rassentheorien lebhaft umstritten sind. Die SPD. kennt nur einen Unterschied, dm zwischen Aus- beuiern und Ausgebeuteten. Sie wird für jeden Unterdrückten, also auch für die unterdrückten Juden, eintreten, aber sie führt den Kampf gegen die Kapitalisten aller Konfessionen. Der Redner ging dann auf die bekannten Verleumdungen der Völkischen aller Richtungen ein, und bezeichnete sie als völlig geistlos. Wenn man 199 Seilen von Karl Marx und eine Flugschrift von Adolf Hitler gelesen hat, dann muß jeder einigermaßen objektiv denkende Mensch sagen: Dos erster« ist«ine Wissenschaft, das letztere ein Phrasengswäsch niedrigster Sorte. Der„geistige" Kampf de r Völkischen äußert sich u. a. darin, daß sie nachts auf jüdischen Fried- Höfen die Grab st eine umwerfen oder einzelne Juden überfallen. Mit solchen Rohlingen sich mit geistigen Mitteln aus- einonderzufetzen. ist völlig zweckles. An einigen Beispielen legte KutMer dar, wie sinnlos es fei, für Einzelfälle eine Gemeinschaft verantwortlich zu machen. Außerdem sprachen noch Stadtverordneter Haußberg, Gräsin Dohna und Rechtsanwalt Elteles. Die Mahnung aller Redner, nur diejenigen Parteien zu wählen, die auf dem Boden der Republik stehen, fand den ein» mutigen Beifall der Versammlung. Ungefähr 29 Nationalsozialisten, die versuchten, die Versammlung zu stören, wurden sehr bald„beruhigt". Marie Kunert spricht in Eharlottenburg. In Charlottenburg sprach in einer gut besuchten Wähle rversammlung die Landtagsabgeordnete Mari« Kunert. Das Versammlungslokal, die Schule in der Schillerftraßc. war schon von weitem durch Transparente erkennbar. Die Referentin be- tonte, daß die kommenden Wahlen für die Sozialdemokratie nur eine Teilaktion bedeuten. Alle anderen Parteien kennen nicht den Ausblick auf die Zukunft, sie treiben Politik mit rückwärtsgewandtem Blick. Die heutige wirtschaftliche Entwicklung der steigenden Ver- trustung leistet eigentlich Pionierarbeit für die kommende Wirt- schaftsform: den Sozialismus. Erst der Sozialismus sieht ein, daß der wahre Reichtum eines Volkes in seinen Menschen liegt Das höchste Gut des Menschen ist der Mensch. Die Bürgerlichen machen die Neichen reicher, die Armen aber ärmer. Deswegen müssen Hand- und Kopfarbeiter aus Notwehr dazu helfen, daß die sozialistische Idee siegt. Der Eindruck der Rede wurde durch die Diskussion, an der sich Dr. Brodnitz und Stadtrat Wllk beteiligten, wesentlich unterstützt. Dr. Brndnitz wandte sich an die geistigen Proletarier und Stadtrat Wilk erinnerte an die sozialistischen Erfolge auf dem Ge- biet des Wahlrechts. Geht die Wählerlisten ein! Wer es versäumt, läuft Gefahr, sein Wahl- recht zu verlieren. Die Wählerlisten liegen jetzt zur Einsicht aus, und zwar Gonniags von-10 bis 12 Llhr wochentags von 14 bis 21 Llhr Tie Auslegungsstellev sind aus den amtlichen Bekanntmachungen an den Plakatsäulen er- sichtlich. Wer nicht mit seinen wahlberech- tigten Angehörigen namentlich in den Wähler- listen aufgeführt ist, beantrage unter Vor- legung einer Legitimation seine Aufnahme. Verfaffungs- und Verwaliungsreform. Oer Ausschuß der Länderlonfcrenz berät. Heute vrmittag trat im Pfeilersaal des Reichskanzlerhaufes der im Januar von der Länderkonferenz beschlossene Ausschuß für Verfassungs- und D e rw a l tu n g s r e f o rm zu seiner ersten Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte infolge Behinderung des auf Erholungsurlaub befindlichen Reichskanzlers Dr. Marx sein Stellvertreter, Reichsjustizmimster H e r g t. An der Sitzung nahmen die neun von der Reichsregierung berufenen Mitglieder teil, nämlich: die Reichsminister Dr. o. Keudell, Dr. Köhler, Dr. C u r t i u s und Dr. S ch S tz e l. Reichsminister a. D. Hamm. die Universitätsprosessoren Geheimröte Dr. A n s ch ü tz und Dr. Triepel, Unterstaatssekretär z. D. Busch und Reichstags- abgeordneter Dr. Brüning sowie die neun Ländervertreter, unter ihnen Ministerialdirektor Brecht(Preußen), Minister- Präsident Dr. Held(Bayern), Ministerialdirektor Dr. P o e tz s ch- Heffter(Sachsen) sowie eine Reihe hoher Beamter. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden er- stattete der Reichsminister des Innern, Dr. von Keudell, ein Sach- referat über das Arbeitsprogramm, an das sich eine Aussprache anschloß. Nach einer kurzen Millagspouse werden die Verhand- hingen nachmittags fortgesetzt._ „Leichenschändung Lenins." Amanullah in Moskau. Die Sowjetrevolutionüre empfangen den König aus dem Mar- genlovde. Mit dem gleichen Pomp und der gleichen Herzlichkeit, wie er von Potentaten und den republikanischen Präsidenten in den Weststaaten empfangen wurde. Es gibt Besuche und Besichtigungen aller Art, vor allem gibt es auch Festessen tn verschwendender Fülle. Nicht zu vergessen: auch die Grabstätte Lenins, das bolsche- wistische Heilige, wird dem Emir von Afghanistan nicht vorenthallen. Ob er will oder nicht, er muß als„königlicher Gast" des Kreml auch ins Mausoleum, die Wollfahrtstäfte der Sowjetgläubigen! Die deuischen Kommunisten, die den Besuch Zlmamillahs in Deutschland in der bei Ihnen üblichen Weise mit Freundlichkeiten betrachteten, schweigen angesichts des Gepränges, das in Moskau und Leningrad entfaltet wird. Dafür aber werden sie von dem Organ der Linken Kommuni st en, dem Suhler„Volkswillen", entfpechend angekanzelt. Das Blatt meint zu der Veranstaltung: Die aus Anlaß der Waiseier errichteten Dekorationen bleiben auch für den köaiq-empfang. Die rassische Revohillon hat ihr« Schrecke» für gekrönte Häupter verlöre». Die Epigonen eines Lenin, zeigen Despoten aus Asien historische Denkwürdigkeiten und Stätten der Befreiung de« russischen Proletariats von dem Joch des Zarismus! Auch an die Grabstätte Lenins soll der Monarch geführt werden! Wir müssen schon sagen, wenn die heutigen Repräsentanten der Kulati- und Nep-Bourgeoifi« den Beweis erbrtn- gen wollten, daß sie im Umgang mit Potentaten dem Byzan- t i n i s m u s westeuropäischer Bourgeoisregierungen in nichts nachstehen, so haben sie einen solchen Beweis mit vorstehen« dem Programm erreicht. Als eine ungeheuerliche Leichenschau. dung Lenins muffen wir es bezeichnen, daß diesem Amanuliah die allen Revolutionären heilige Stätte des toten Kör- p e r s Lenins als ein Schaustück gezeigt wird. Dieser für einen proletarischen Staat unwürdige Empsangerummel zeigt die b L r- gerlicheEntartung der Sowjetdiplomatie... Amanullah ist in seinem Land ein blutrünstiger Tyrann, der jegliche freiheitliche Regung der proletarischen Schichten rück- sichtslos erstickt. Welche besonderen Ausgaben im Dienst des englischen Imperialismus er bei seinem Moskauer Besuch zu leisten hat. entzieht sich unserer�Kenmnis. Die Sowjet- diplomatie läßt es sich noch eine schöne Stange Geld kosten. Die„Stalinisten" Deutschlands haben ihre besondere Aufgabe. Sie müssen die Sozialdemokratie beschimpfen und bekommen dafür ihre Subsidien von Moskau. Wenn da in Moskau eine so„un- geheuerliche Leichenschändung Lenins", wie die Linken Kommunisten sie ansehen, begangen wird, so haben die ossiziell-abgestempellen sowjetstaarlich genehmigten Kommunisten in Deutschland höflich zu schweigen., Filmexplosion in der Potsdamer Gtraße. In einem Vorführraum der Industrie- und Kultur. film A.-G. in der Potsdamer Str. 7öe ereignete' sich heute mittag gegen Hl2 Uhr eine Explosion. Leim Vorführen eines Films fiel plötzlich eine brennende Vorführer- l a m p e aus dem Apparat und setzte mehrere daneben liegende Filme in Brand, die erplosivortig aufloderten. Durch den Luftdruck wurden mehrere massive Wäuda zum Einsturz gebracht. Einem Angestellten, der in dem Unglücksraum beschäftigt war. gelang es glücklicherweise, noch recht- zeitkg der Gefahrenzone zu entrinnen. Di« Feuerwehr löschte den Brand in halbstündiger Tätigkeit. Eine Schüssel Sgnd statt Essen. Paris. 4. Mai.(Eigenbericht.) Vor dem Kriegsgericht in Marsaille begann ein Prozeß gegen 15 Soldaten des Militärgcsängnisses A l b i auf Korsika, die im Dezember des letzten Jahres gemeutert hotten. Die VerHand- lungen entrollten ein grauenhaftes Dild der unmenschlichen Behand- lung der Strafgefangenen durch Ihre Vorgesetzten aller Grade. Die Angeklagten gaben die Meuterei zu. erklärten aber einstimmig, daß sie zum äußersten getrieben worden seien. Prügelstrafen waren an der Tagesordnung. Ein beliebtes Strafmittel war die Verschärfung der Arrestzelle, wo der Häftling auf blankem Zement- fußboden ohne jede Decke schlafen mußte. Anstatt des Essens reichte man ihm eine Schüssel Sand in die Zelle. Besckwerden wi-r- den mit neuen Mißhandlungen beantwortet. Als sich die ersten Zeichen der Meuterei zeigten, wurden die Angeschuldigten trotz der W i n t e r k ä l t e stundenlang mit einer Feuerspritz- unter Wassergesetzt._ Bilderpech. Da der Klischeekobold, ein Nochfahre des alter: Druckfehler- teufels, im„Abend" einen Wiener Volkswohnungsbau in schwarze»-« Nebelnacht getaucht hat. sei die Geschichte vom„Prog-r Togblch" hier erzählt, das immer gern mit dem technischen Fortschritt geht und vor etwa 15 Jahren die„Bebilderung" einführte. Natürlich sollte vor allem der Kaiser Franz Joseph erscheinen. Das Blatt geht in Druck— da stürzt der Schlußredokteur mit dem ersten Exemplar, zerknirscht zum Ehef: ein schwarzer Fleck zierte statt des Kaiserbildes die erste Seit«. Doch der Ehef wußte Rat. Da» Ganze halt— und unter das Bild kommt die Unterschrist:„Lon- don im Nebel." Die Rheinschiffahrt mht! Arbeitersolidarität gegen Lohnobbau. Ruhrort. 4. Mai.(Eigenbericht.) Die Aussperrung der Rheinschisfahrt zieht weit« Kreise. In den Ruhchäsen ist es zu neuen Differenzen gekommen. Die t)asen- arbeiter hatten am 2 Mai morgens die Arbeit gewohnheitsmäßig aufgenommen. Sie weigerten sich jedoch. Fahrzeuge der Firmen, die ausgesperrt hatten und die b« st r« i t t wurden. zu entladen. Daraufhin wurden die Hafenarbeiter f r i st l o s entlassen. Bei einzelnen Firmen des Hasenbetriebsvereins wurden diese Aussperrungen heute fortgesetzt. Der ganze Hafenbetrieb ruht. Die Rhein-Ruhr-Häfen sind die größten Binnenhäsen der Welt. Der Gesamtverkehr betrug im Jahr« 1927 42.6 Millionen Tonnen. Di« ausgesperrten Rheinschifser halten gute Disziplin und sind voller Zuversicht für den Ausgang ihres Abwehr- kampfes. Eisenbahnkaiastrophe in Jugoslawien. ÄiSher vier Tote- Diele Reisende schwer verletzt. Belgrad, 4. Mai. Infolge einer Entgleisung ist ein mit Reisenden überfüllter Personenzug bei Zenta verunglückt. Mehrere Waggons stürzten um. Visher wurden vier Tote aus den Trümmern gezogen, viele Reisende wurden schwer verletzt. Der Eisenbahnverkehr nach Rumänien ist unterbrochen. E» wurde an Ort und Stelle eine strenge Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Unglücks festzustellen. Einzelheiten liegen noch nicht vor. Faschistische Kunstpolitik. Gewaliätigkeiten und Erpreffungen gegen fremde Kunstfreunde. Wettere Erdstöße in Kortnth. London. 4. Mai. Aus Athen wird gemeldet, daß in Korinth die Erdstöße sich gestern noch fortgesetzt haben. Mehrere Häuser sind neuerdings einge stürzt, zwei Personen wurden getötet. Nach einer anderen Meldung aus K o n st a n t i n o p e l wurde dort gleichzeitig ein Erdbeben verspürt. Die Erdstöße waren außerordentlich heftig, verursachten aber nur geringen Sachschaden. In der Bevölkerung entstand eine große Panik. -164 Nugiote in Amerika. Schreckenszahlen einer Flugzeug-llnfallstatistik. Washington, 4. Mai. Da» Lustsahrldepartemeut der Vereinigten Staaten teilt mit. daß im Zahre 192? in den Vereinigten Staaten 200 schwere Flugzeugunsälle vorgekommen sind. Dadurch wurden 164 Todesfälle verursacht. In 46 Prozent der Unfälle liegt die Schuld an den Piloten._ Blutiger Ausgang einer Geburtstagsfeier. Acht Personen verletzt. In der"vergangenen Nacht kam es in einem Lokal in Alt- moabll zwischen Teilnehmern an einer Geburtstagsfeier und anderen ebenfalls im Lokal anwesenden Gästen zu Streitigkeiten, die schließ» lich in eine große Schlägerei ausarteten, wobei acht Per- s o n e n verletzt wurden. Das herbeigerufen« Ueberfallkommando sorgte dasür, daß die Verletzten auf der Rettungsstelle die erste arztliche Hilfe in Anspruch nehmen tonnten. Durch die Verletzten wurden die Täter, die inzwischen bereits geflüchtet waren, bezeichnet. Polizeibeamte nahmen die Verfolgung auf und konnten die Täter festnehmen.__ Eine Zwergmeerkatze im Zoo. Inn Zoo beherbergen die Glaskäfige des allen Tierhauscs am Kon- zeitplatz, das immer«in Sammelplatz von Raritäten und Kurio- sitäten au» d«m Tierreich ist, u. a. wieder«ine Zwergmeerkatze, ein allerliebst«« Tierchen von einer Affenart, die tatsächlich höchstens die halb« Größe der nächstoerwandten Arten errelcht. die im großen Affenpalmenhaus« zu sehen sind. Die Zwergmeerkatze oder Tolapoin lebt in Westafrika, Gabun und Südkamerun und ist deswegen be- sonder» merkwürdig, well Zwergformen beim Menschen ausnahm?- weise und bei Haustieren künstlich«rzüchtet häufiger vorkommen, toi wild« Xiewn aber«in« seltone Erscheinung sind, Ganz so viel Geld, wie in früheren Jahren, wird ja das Aus- lattd in dieser Reisesaison nicht nach Italien tragen. Man hat an ausreichend zahlreichen Einzelfällen inzwischen gelernt, daß selbst der harmloseste Ausländer auf Grund eines etwas vorschnellen, wenn auch noch so gerechtfertigten Urteils über italienische Angelegenheiten den unerquicklichsten Zwischenfällen ausgesetzt ist und man wird sich auch im übrigen Europa merken müssen, tKjh die faschistisch« Zeitung „Tevere" im Anschluß an die Nachforschungen nach den Mailänder Attentätern zu dem Schluß kommt, es müßten Ausländer die Ux- Heber des Verbrechens sein, denn«ein gesundes, ritterliches und mutiges Volk, wie das italienische, ist«ine» solchen feigen Verbrechens gar nicht fähig'. Es bedürfte also nur eines ähnlichen und vielleicht gar noch unglücklicher ausgehenden Zwischenfalles, und die Mehrzahl der italienischen Vergnügungsreisenden könnte ihr« Vergnügungen und Studien in italienischen Gefängnissen oder gar unter den Fäusten fanatisterter Faschisten fortsetzen. Im übrigen ist es seit der Eta- blierung des Faschismus mit dem Genuß der italienischen Kunstschätz« auch nicht mehr soweit her, wie«inst, wo zunächst gar kein Eintritts- geld in die Museen, Kirchen und Galerien genommen wurde, während seit den 7l>iger Jahren bis zum Kriege der Eintritt in die verschi«- denen Sammlungen ziemlich einheitlich nur 89 Pf. kostete und nur an ganz wenigen Orten und in besonderen Ausnahmefällen bis zur Höhe von 1,60 Mark(2 Lire) stieg. Man weiß ja, daß Mussolini die Parole ausgegeben hat, den Glanz des alten Rom auf dem Woge über den Faschismus zu erneuern und der Welt an Italien überhaupt einmal zu zeigen, was ein Kulturvolk ist. Dies« Kulturpolitik besteht, abgesehen von den erwähnten ftrschisti- schen Gewalttätigkeiten gegen Andersdenkende und der Dergewal- tigung der Minoritäten, in eurer ziemlich peinlichen Erpressung«- Politik gegen die nach Italien reisenden Aunstfreurtde. Diese Politik geht so weit, daß unlängst selbst«in italienischer Kunsthistoriker, der ehemalige Leiter des„Corriere della Terra', Ugo Ojetti, versucht hat, dem Finanzminister Graf Dolpi und dem Unterrichtsminister Fedele klar zu machen, daß ein« derartig« rorsfgierig« Kunstpolitik ersten» einmal überhaupt nicht mehr als Kunstpolitik bezeichnet werden könne, zweiten» nur geeignet sei. die Reisenden abzuschrecken und drittens bei weitem nicht den Aufwand lohne, der für die Umge- staltunz der ganzen Verwaltung seinrfchtungen notwendig gewesen sei, da selbst diese drakonisch« Maßnahme der Regierung insgosanii wenig mehr als 2 Millionen Lire in den Staatssäckel fließen lasse. E» ist also sinnlos, von dem Recht der italienischen Regierung zu sprechen, die Fremüen al» Entgelt gegen die in Italien ihnen bereiteten Ge- nüsse zur Festigung der Lira heranziehen zu dürfen, denn der Effekt ist finanziell gleich Null, kulturell und kunstpolitijch aber in bedenk- lichem Maße negativ. Das Aergernis, das die Reisenden an dieser Kunstpolitik nehmen, ist naturgemäß statistisch nicht zu ersoffen. Dafür sprechen die Besuchsstaristiken seit der Erhöhung der Eintrittsgebühven in die verschiedenen Kunstinstitute doppelt vernehmlich. Seitdem der Eintritt in die Uffizien in Florenz 2,50 Mark, der Besuch de» Forums und des Palatins in Rom mehr als S Mark(18 Lire), der Besuch Pompejis rund 7 Mark(35 Lire), des Herculanums mehr als 4 Mark (25 Lire) kostet, sind an Besuchern in den Uffizien statt 12000 Be- suchern in den Reisemonaten des Jahres 1926 nur 8300 in den«nt- sprechenden Monaten 1927 erschienen, in dem weltberühmten Palazzo Ducalo in Venedig stall 35 823 nur 19 170, in der Acodemia von Venedig stall mehr als 9000 nur 4600. Aehnllch stellen sich die Rück- gäng« an Besuchern in den übrigen italienischen Kunstinstituten, und der Effekt ist genau das Gegenteil von dem, was die Regierung angeblich beabsichtigt«, nämlich für Italien, den„natürlichen NSHi» boden der schönen Künste', einen entsprechenden Zoll von den Reisenden für die Erhaltung und Erweiterung seines Kunstvermögens, da» ja der gesamten Well zugute komm«, zu erheben. Im vergangenen Jahre haben die am Fremdenverkehr inter» «ssterten Kreis« Italiens dem Duee schon ziemlich deutlich ihre Meinung über die Wirkung seiner allgemeinen Politik auf den italie- nischen Fremdenverkehr gesagt, ohne daß Muffolim diese Mahnung zur Kenntnis genommen hätte. Dielleicht werden die Statistiken de» Unterrichtsministeriums über den Erfolg der offiziellen faschistischen Kunstpolitik etwas wirksamer sein, wenngleich man nach den bis- herigen Erfahrungen ja nicht auf eine sonderlich rasche Belehrbarkeit Mussolinis rechnen kann. Um so mehr sollten es die Reiselustigen in Deutschland bedenken, daß Entdeckungsreisen durch die Kunststädte Deutschlands, insbesondere abseits von den großen Verkehrslinien, sich teilweise ebensosehr, teilweise noch mehr lohnen, als Bädeker-Reifen in dos Land des Faschismus, deffen Sprache man nicht versteht und dessen Gesinnung uns noch unverständlicher ist. „Hoppla, wir fliegen." Lapitol. Di« verfilmten amerikanischen Misitärhmnoresken, die den pa» triotischen deutschen Militärfilm jetzt ablösen, haben immerhin eins vor. ihm voraus: sie sind witziger, ulkiger und haben nicht den patrio- tischen Ehrgeiz, den Drill zu verherrNchen, wenn sie auch auf ihre Weise gewiß einige Reklame für das bunte Tuch machen wollen. Immerhin werden auch die Herren Unteroffiziere und Feldwebel und sogar der Herr Oberst, der doch schon für deutsche Begriffe der Herr- gott selber wäre, aufs Korn genommen und müssen genau so her- halten, um das Publikum zu amüsieren, wie etwa der täppische Re- krut, der alles falsch macht. In diesem Fall ist es Monty Danks, der fürs Lachen zu sorgen hat und es wirklich redlich besorgt. Er ist darauf versessen, ein hervorragender Flieger ßu werden. Als er mit seinem selbstkonstruierten Apparat es bis zum Sturz in ein Haus hinein gebracht hat, wird ihm der Gedanke beigebracht, seine künftigen Experimente beim Fliegerkorps der Vereinigten Staaten zu machen. Er ist ein Phantast und ein Hans-guck-in-die-Lust. dazu ge- schaffen, allerlei Abeilleucr zu erleben. Er wird als Rekrut für ein Mitglied einer internationalen Fliegerkommission gehalten und als solcher gefeiert, er hat weiter das Talent, die größtmöglichen Der- wirrungen und Verwechslungen anzurichten, aber schließlich meint es das Schicksal immer gut mit ihm. Für die argen Enttäuschungen. die er als Rekrut erleben muß, für hie Drangsalierungea und Zurück- setzungen wird er zum Schluß entschädigt durch eine Laune des Schicksals, die ihn bei einem offiziellen Wettfliegen die Chance gibt, mitzutun und den Sieg zu erringen. Au» dem Hans Dämelack, der mit seinen runden Aeugelchen immer verwundert in die Well schaute und von allen zum besten gehallen wurde, ist mit einem Schlage ein Mann des Erfolges geworden, dem auch die Liebe noch den Kranz aufsetzt. Bänke, der manchmal an Chaplin erinnert, weiß diese Märchenrolle mit allen Humoren zu erfüllen und die Regie schafft ihm alle möglichen geeigneten Situationen. Reben ihm ist noch der massive Feldwebel zu nennen, der aber im Gegensatz zu den deut- schen Exemplaren von einer außerordentlichen Gutmütigkeit ist. Für den am Fliegersport Interessierten gibt es viel zu sehen. Voran ging ein Kulturfilm, der die Heilmethoden einer bayerischen Tuberkulose-Heilanstalt veranschaulicht. Der Einfluß von Licht und Luft wird an zahlreichen Beispielen, die mancbmal etwas zu schematisch ausfallen, recht klar gemacht. Di« musikalisch« Umrahmung war wie immer unter der Leitung Schmidt-Gentners hervorragend. D* Gäste in der Giädiifchen Oper. „Die Walküre." Die Städtische Oper geht nun. wie es scheint, daran, den Bestand ihres Künstlerpersonals zu ergänzen. Die Absicht ist zu be- grüßen, und nicht allein die Absicht. Echt« Heldentenöre sind selten: Zoktan Zavodsky, der al» Sieginund präsentiert wird, ist durch Stimme und Gestalt prädestiniert, einer zu werden. Als Siglind« erscheint BelliHeermann: zum ersten Male in einer Rolle so bedeutenden Formats. Man ist beinah« überrascht, wie sie es ausfüllt: im dritten Akt wächst die Leistung, auch die stimmliche, zu beträchtlicher Größe. Allerdings, Siglinde wird, wie all« anderen, Bühne und Orchester, mehr und mehr mitgerissen, mit emporgerissen von der drängenden, stürmenden straft, die vom Dirigenten ausgeht. Diesen dritten Akt, in dem seine weise gesteigerte Leistung gipielt, haben wir lange nicht so gehört: bei aller Belebung alles einzelnen so als Ganzes«faßt, in solcher Unoufhallsamkeit des inneren und äußeren Tempos, vom«sie» Wolkürenruf bis zum.Abschied' (den D i t t e r, ein Wotan von guten Qualitäten, zelebriert wie ein Pistonsolo). Es ist Fritz Stiedry, der die Aufführung des oft gegebenen, oft mißhandelten Werks auf diese Höhe bringt. Kein neuer Mann für Berlin— da« klingt aus dem Schlußbeifall, in den sich, verstärkend, Erinnerung an Tage und Taten der Vergangen- heit mischt doch der neue Mann, der berufen ist, der Städtischen Oper in der kritischen Situation der nächsten Monate musikalischer Führer zu sein. Er ist, glauben wir, noch zu anderem berufen. KL P. Sommerliches aus dem Zentraliheater. Eine Operette für Anspruchslose. .Der Goldfisch aus Amerika', Operette von E u r t K r a a tz und RichardKeßler, Gcsangstexte von FranzNor» den, Musik von Paul Ottberg— trotz der angestrengten Be- mühungen dieser zahlreichen Garde, den Goldfisch zu einem fetten Karpfen herauszufüttern, bleibt er ein magrer Bissen. Uniformen sind auch der wesentlichste Inhalt dieser Operette. Um sie herum wird geliebt, glücklich und unglücklich: und am Ende wird selbstverständlich in Serien geheiratet. Ottbergs bescheidene, an- genehme Mimik begleitet diese Schicksal«. Daß das alles zusammen für drei Akte, die noch dazu etwa drei und eine halbe Stund« dauern, zu wenig wäre, wußte man auch im Zentraltheater. Also verschrieb man sich eine Schar bewährter Darsteller. Alice Hechy.LeopoldHainisch, Hermann Boettcher machen denn auch wirklich ihre Sache ausgezeichnet: Ilse Muth, Her- mann Wolder verdienen ebenfalls, genannt zu werden. Ganz besondere Freude bereitet jedoch ein« kleine reizende Soubrette, die bis- her kaum bekannt war: Lotte Carola. Sie spielt einen halbwüchsi- .gen Burschen, Seekadett und Börsenspekulant, mit anmutiger, liebens- werter Schnoddrigkeit und weiß dazu entzückend auszusehen. Von schlimmster provinzieller Primitivität war das Bühnenbild des dritte» Aktes._ S—z. Oichiungen Hedwig Rossis. Ein österreichischer Abend im Lyzeum-Klub. Der Deutsch« Lyzeum-Klub veranstaltete in seinen Räumen am Lützowplatz«inen österreichischen Abend, auf dem Gedichte und Dramenfragmente der Wienerin Hedwig Rossi vorgetrogen wurden. Schon die Titel zeigen die Richtung auf das Gedankliche und Abstrakte. Hedwig Rosst spannt den Rahmen sehr weit, unter anderem spielt auch Gott eine große Rolle in ihrem Repertoire. Aber die Gedanken, die sie äußert, sind nicht originell, und auch die Vildhaftigkeit und Plastik der Sprache läßt stellenweise zu wünschen übrig. Manchmal allerdings ergreift «in zartschwingender Rhythmus. Auch der Epilog zu dar Komödie „Don Quichotte' läßt in seiner leicht duräffchaubarcn Symbolik unbefriedigt. Doch am Schluß werden zwei Szenen aus einem un- vcrössentllchten Tolstoi-Drama vorgetragen. Und hier ändert sich plötzlich die Situation. Die letzte Szene, die Auseinandersetzung Tolstois mit seiner Frau, ist tatsächlich dramatisch empfunden. Zwei Willen stehen sich unbeugsam gegenüber, zwei Welten, zwischen denen es keine Brücke gibt. Und hier findet Hedwig Rosst eine knappe und dabei doch erschöpfende künstlerische Form, einen pointierten sachlichen Dialog, der den Extrakt gibt und in dem die Menschen ohne Masken erscheinen. Dielleicht liegt in der dramatischen Prosa die Stärke Hedwig Rossis und vielleicht reift dieses Tolstoi- Drama zu einem großen Werk heran. Friederike Lehner- Brassort ist die Interprstin ohne Ekstase, ohne Deklamation, eine gute und angenehme Sprecherin, die aber kalt läßt. Schubert- Sonaten, von Gisela S p r i n a e r und Alfred Wittenberg aus- drucksstark gespielt, bildeten Auftakt und Schluß..,— t. Darf der Arbeiter einen Hol tragen? Die russische Zeitung Kom- somolskaja Pramda berichtet, daß in Petersburg eine öffentliche Der- sammlung abgehalten wurde, die die wichtige Frage behandelt«: „Soll der Arbeiter einen Hut tragen?' Man war sich darüber einig, daß der klassenbewußte Kommun'st ein solches„bourgeoise' Klei- dungsstück unter keinen Umständen anlegen darf. Höchstens darf er sich mit einer Mütze schmücken, aber am besten ist es, wenn er über- Haupt auf die Kopfbedeckung verzichtet und damit die Befreiung seines Hauptes van unnötigen Schutzdeckeln vollzieht. Ungedruckl« sSchsillhe Miniaturen wird Hari» Reimann au! Tinladung der Voltsbühne am Montag, dem 7.. 30 Uhr, im Vürgersaal deS Berliner R a t h a u s e« sprechen. Einlatzkarten zum Preis« von 1 SU erhältlich. Da« ZentralinsMu« für Ersiehvag und Unterricht. Potsdamer«tr. tA». veranstaltet in Nemelntltaft mit dem Reichsverband Deutscher Tonlünstler und Musillehrer in der Zeit vorn SS. Mai bis 2. Juni in Kassel einen t! r st e n» r t b i I d u n g« k n r s u» für P r i v a I m u s i k I e h r c r- und«lebrerinnen. Die Tagung ist als eine Arbeitsgemeinlchast ge- dacht und siebt sür alle Mebiete deS Privatmusikunlerrichtes EIn,elkur'« vor, die die Teilnehmer praltisch und theoretisch weite, bilden sollen. Anmeldungen find St« zw» 20. Siai-o FrL v. Meibom. Kassel, Etändeplah 10, pt richte» Eine Flugreise durch Europa. Aus Amerika über Oesterreich, Schweiz, Frankreich, Holland und England zur //Ila"— Berlin! Das an zugkräftigen Ausstellungen und künstlerischen und sportlichen Veranstaltungen schon so reichhaltige Herb st pro- g r a m m Verlins erfährt eine außerordentliche Bereicherung durch «in Unternehmen von besonderer Großzügigkeit. Der Dampfer „Eolumbus" des Norddeutschen Lloyd bringt um die Mitte September eine amerikanische Reisegesellschaft zum Antritt eines Rundslugs über ganz Europa, der ins- gesamt 52 Tage dauern soll, nach Deutschland. Ein« Staffel moderner Passagierflugzeuge wird in Bremerhaven zur Auf- nähme der Gäste bereitstehen, die dann auf der Luftreise die Gren- zen Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz, Frankreichs, Hollands und Englands pafsteren und dabei etwa 20 große Städte besuchen werden. Zur Eröffnung der ..Ila"-Berlin, Internationale Lustsahrtausstellung, Berlin, landet die Flugzeugstaffel in der Reichshauptstadt. Zur Begrüßung der Teilnehmer dieses Unternehmens, das bisher ohne Vorbild in der Geschichte ist, ist ein Empfangsausschuß gebildet, dem führende Bertreter der Reichsregierung, der Stadt Berlin, der amerikanischen Kolonie und der Flugweli angehören. An den organisatorischen Vorbereitungen ist das A u s st e l l u n g s-, Messe- und Fremdenoertehrsamt der Stadt Berlin beteiligt. Dieses Ami hat im Rahmen semer allgemeinen Fremdenvcrkehrspropagonda und der besonderen Werbung für die „Ila* 1928 eine großzügige Besucherpropaganda in den Dereinigten Staaten und dem europäischen Ausland««in- geleitet. Die Rückfahrt der amerikanischen Reisegesellschaft noch Rpw Dort soll am 21. Oktober d. I. von Southampton ebenfalls mit dem„Columbus" des Norddeutschen Lloyd erfolgen. Die Luft- lustreise, der übrigens weitere folgen sollen, steht unter der gemein« samen Oberleitung der Deutschen Lufthmrfa, der Imperial Airways Ltd., der Air Union, der Kon. Luftwaart Mj, Amsterdam und des Norddeutschen Lloyd, Bremen. Wetterbericht der öffentlichen wetlerdieastskelle Berlin and Am- gegend.(Nachdr. verb.) Heiter bei östlichen Winden und wenig ver- änderten Tagestemperaturen, aber nachts wieder sehr kühl. Für Deutschland: Nachts, besonders in Ost- und Mitteldeutschland, viel- fach Bodenfrost: im Südwesten zeitweis« wolkig, sonst überall heiter. Itn Handwagen nach Paris. Täglich treten jetzt neue Rehordjäger auf. Der neueste hat sich zum Ziel gesetzt, einen Zunj lg enoeeen in 40 Tagen in einem kleinen Handwagen von Berlin nach Paris zu fahren, Chcmffeuf gegen Milchmann. Lynchjustiz oder berechtigte Verteidigung? Ein Kraftwagen eines Warenhauses fuhr auf der Ehaustc«. Der Chausfeur hatte es eilig, denn eine Verzögerung wird ihm schlecht angekreidet. Bor dem Kraftwogen zuckelte in gemächlicher Gangart ein M i l ch w o g e n und sperrte dem Kraft- wagen die Fahrbahn. Erst nach wiederholtem Signolgeben des Ehauffeuvs bequemt« sich der Führer des Milchwagens, aus dem Wege zu fahren. Im Vorbeifahren rief der Chausfeur den beiden Lenkern des Milchwagens zu:„Ihr könnt doch auch Platz machen." Als Antwort rief man ihm von der anderen Seite entgegen:„Ihr könnt ein paar in die Schnauze kriegen." Der Ehauffeur, durch dies feindselige Angebot erregt, stieg ab und fragte:.Na, wer von euch will mir denn eins in die Schnauz« hauen?" Darauf sprangen beide Insassen des Milchwagens ab und machten Miene, ihre Drohung mit vereiMen Kräften auszuführen. Doch ste waren an den Unrechten gekommen. Der Ehauffeur packte mit schnellem Griff beide gleichzeitig am Kragen und drängt« sie mit starken Armen an den Ehausseegraben. Zur Rechten sah man wie zur Linken«inen Milchmann in die Knie sinken. Die so zur Raison Gebrachten zogen wutschnaubend ab. Aber sie nahmen Rache. Auf ihre Veranlassung erhielt die Firma des Chauffeur» Kenntnis von dem Vorgang. Der Chauffeur wurde fristlos entlassen, denn er hatte sich.eines unhöflichen Verhaltens gegen Straßenpaffanten schuldig gemacht." Das von dem Ehauffeur angerufene Arbeitsgericht er- klärte jedoch die Entlasiuny als unbillig« Härte, denn bei dem Bildungsgrad des Chauffeurs könne ein« schwere Verfehlung darin nicht erblickt werden, daß er sich die Bemerkung der Milch- Wagenführer nicht ruhig habe gefallen lassen. Die Firma gehe zu weit, wenn sie von ihren Angestellten«in höfliches Benehmen gegen jederman im Straßenverkehr verlange, der doch leicht zu Auseinandersetzungen führen könne, zumal wenn der An- gestellte selbst mit verletzenden Redensarten angegriffen werde. Das von der Firma angerufen« La n de s a rbeit sg er i cht stieß das Urteil der ersten Instanz um. Es scheint von dem bibli- schen Grundsatz ausgegangen zu sein:„So jemand dir einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, so biete ihm den anderen auch dar." Das Gericht erklärte das Verholten des Ehauffeur, für«in an Lynchjustiz grenzendes Vorgehen, was die Finna im Interesse der Ausrechterhaltung der Disziplin mit der Entlassung habe beantworten können.__ Vetriebsratswahlen in Oberfchlesien. Auf der Friedenshütte in Oberschlcsien fanden dieser Tage die LetriebKratswahlen statt. Di« deutschen Gewerkschaften erhielten neun Mandat«, die Dereinigten deutsch-polnischen So« zialisten zwei, die wilden Listen zwei, die polnische Berufsverein*» gung sechs und der Korfanty-Block zwei Mandate. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angestellken und Beamte» Berlin. Wallsir. 65. ist töalich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und<— 6 Uhr. Sonnabends von S— 1 Uhr geöffnet. B«rant«»rtlich kih die Redaitiin: Csgen Pregee. Berlin: dl Berlin. Berlaa: Borwärt- Verlag® m 6. H.. Berlin. Dri» druckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW viere» t Beilage n; ll».»lade. orwiirt. Buch» Lindenftrabe 1 -■ Die Edelweiße von Landre~Breithaupt zumal— beruhigt die Gemüter und erleichtert die Wahl. J. BAER Badsir. 26, Ecüe Prinzenallee Neuheiten für Frühjahr n. Sommer Fertige Herren- and ttnaben- behleidond in nur anerkannten Qnalliai. für Jede Figur passend. Die MagabteUona unier Leitung bewährter Zuschneider bringt das Ge- sdunackvollste hervor. Grobe Auswahl In Gabardine, Gummi- und Lodenmäntel, Windjacken, 5port- und ßeruiskleidung. A;»etten Mim Kurl 7704 W SO, eiedllsdisiraoe 47. am WintertemtpUft NenKöiin, Hermanmir. 33, gcnHOUn 6130. Fflll-Federn, Pfd. m. sj», iso, 2.00. 1.25 Inlett, geStr.I30/200M.I4d)0,nV200 12.00,80/80 3.20 Flelallliett. 80/180,33 mm Bügel u.16Zugfed. 22.00 Autlagen. 3te!lig, m. Keilk. 30.00, 25.00, 22.00, 16.00 Raliebett m.40kpira>ledeni 00.00, 53.00, 50.00, 45.00 Andere MeSe und Qualitäten. Preise entsprechend. 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Unter einer Stund« ist das Geschäft nicht zu bewältigen, meldet das Kommissariat. Man öffnet seinen Koffer, zeigt seinen Paß, und dann zerstreut sich das V-Zug-Publikum in die Stadt. Die könnte genau so gut rechts des Rheins irgendwo stehen, bei Lahr, Emmen- dingen oder Freiburg. Hohe Häusergiebel, Fachwertbauten, all« Kirchen, Wirtshäuser und Apotheken a la„Hermann und Dorothea" »der„Osterspaziergong" im„Faust". Die Leute auf der Straß« sogen sich„Grüeß Good" oder„Kon jour". wie's gerade trifft. 3m Gasthaus wird zu jeder Tageszeit ein Schoppen getrunken. Zollbeamte, Bauersleute sitzen umher. Auch ein französischer Beamter mit goldener Berlocke an der Uhrkette, weißen Gamaschen über den etwas ramponierten Schuhen, nimmt sein Frühstück ein. Die Wirtin saust im Galopp zwischen den Notionen hin Und her: „Wollet Sie Rühreier mit Iambong? Oder Iambong pur?" Straßburg. Srraßburg ist jahrelang„die Stadt unserer Sehnsucht" gewesen. Als„Festungsbesatzung Straßburg" und später als„7. Armee" träumten wir im dicksten Feuer zwischen Mülhausen und Metz unablässig von der„wunderschönen Stadt", von den Siraßburger Mädchen und von dem Elsässer Wein. Vier Wochen kreisten wir unentwegt um den Münsterturm herum, von'Kalmar nach Schlett- stadt, nach Schirmegg, noch Weill, nach Thann: dann warf uns ein harter Griff des AOK. in die Lothringer Schlacht. Dort ist uns die Sehnsucht nach Straßburg mit Feuer und Schwert aus- getrieben worden. Kein Wunder, daß unsereinem das Herz machtig unter der 3acke klopft, wenn man nach einem Dutzend langer Fahr« wioder mal die alt« Stadt betritt. Nichts hat sich geändert als die äußere Fassade. Die Garnison läuft blau, grau statt feldgrau angestrichen durch die Straßen. Die Zeitungen erscheinen mit prunkenden Namen „La R�publique",„Derniese Nouvelle de Siroßbourg". Die Brauerei Schützenbergcr heißt jetzt„Brasscrie Schützeaberger Pere et füs". Das Hotel Rotes Haus„dlaison rouge" und das glte Zcntralcafe„Ciranä Cafe He 1a paix"(das Große Friedens« cafe). vebrigcns nicht der schlechteste Name, der sich bei einer solchen Generalumbemntlung siichenÄßt. ei»:". 3ei Valentin. 3ch esse bei Valentin(sprich Dalontäng) zu Mittag. Wahrend des Krieges speist« hier der Generplstab des AOK. 7 und die Aus- lese der Etappe der„schlafenden Armee", wie man die elsäffisch« Front damals hieß. Ein herrlicher Anblick, der am Aufkommen der Auionomistenbewegung zweifellos nicht unbeteiligt war. Der Kellner bringt mir zum„llorz ä'sioeuvre" einen ganzen Wagen von Vorspeisen angefahren: eine erlesene Tofelrunde, ein Hexr mit dem roten Bändchrn der Ehrenlegion im Knopfloch. Lauter vor- nehm« Herren und Damen sitzen nebenan. Ich taxiere aus Lyon oder Marseille oder gar Paris und strenge mich beim Essen an, möglichst korrekt zu sein. Plötzlich steht der Mann mit dem„Kuban j-ouge" auf, läuft zum Fenster und trompetet im echten Elsässer Dütfch: „Mache mer doch e Fenschter oul, da hält's ja kei Sauu aus bei der Hitz'." Wilhelm und poincar«. Ein schmaler Flußlous durchläuft die Stadt. Man geht am Ufer entlang— jetzt sagt man„tyiaa". Brav« Wäscherinnen arbeiten unter den Türmen des Straßburger Münsters, Fischer fahren mit ihren Nctzbooten hin und her. Alles hat den lebens- sanften Ton von früher. Nur am offiziellen Viertel der„Kaiser- stadt" stoßen sich Wilhelm und Poinearä. Dieses Viertel— der nkte Kaiserpalast. Universität. Hauptpost und ihre Straßenzüge— ist der guten alten Stadt Straßburg aufgepsropft. Das haben Fremde gebaut. Kein Mensib. der Dütsch spricht, baut solche schnür- geraden, breiten Straßen. Und die Franzosen, seh« Ich sogleich, haben die Stadt auch nicht erobert. Ich mein? nicht, daß sie dlee game notwendige und. grausig langweilig? Viertel hätten abbrennen nrüsien: sie sprechen sa selbst kein Dütsch. Ader sie hatten die beiden Landsknechte oben vom Kaistrschloß heruitterholen können. Diese beiden maskierten Kerl« dort oben: im Frieden, im lkrieg, und setzt sind sie schauerlich. Dos ist verlegenes Mittelalter, Sang an Aegir, dilettantisch und geschmacklos. Man baut hochmoderne, industriell« Siraßen und setzt zwei Landsknechte mit Pluderhosen und Braten- spieß auf dos Hauptgebäude, zwei Kerle wie.Kinoportiers. Ein paar hundert Schritt weiter haben die neuen Herren «mgegriffen. Ich wandere auf die Universität zu, durch diese hoch- rnsizielle Straße, laste die Bibliothek links lieaen, gehe am Goethe- Denkmal vorbei. Plötzlich f'ebt ein gelber Klotz vor mir. E» ist «in D-nkfte-n für Paste»?.?a. dos ist lo der Aurgleich. Stellst du deinen Goethe hin. stelle ich meinen Pasteur hin. Freie presse und»I-a Fresse librc'. Am nä-'sten Ze'tunmstond kaufe ick, mir das sozlafiststcbe O'gan. die„F'ele Vrest«", mit dem Untertitel„La Presse libre" Bern ck« ste von hin'en, betrachte sie von vorn Auch hier mischt sich„Dütsch" und„Francais* zu einem tollen Grbräu: „Derfammlungsanzeiger":.Ps'ti Soz'a'lst« S. P. 1. O." „Schilkemer Messti":„Der Cortfege bewegt sich am 8. S Uhr von der Orsmie vrasserie �Isocienne durch die Hauptstraßen". .Grand Bai dans tous les Restaurants." Eine kurze Plauderstunde in der Redaktion, Kunkel heißt der Kollege, der dort seit Iahren sein zwischen zwei Nation«, zu- pMMngcpwßie« Blatt betreut. Wir spreche» von Peirvres und Haegy, von Ricklin, von Poincarö und S. M. Von den Sorgen und Nöten der elsäsiischen Arbeiterschaft. Don dem Sprachen- „Tohuwabohu". „Sehen Sie: Auf der Bahnstrecke Straßburg— Saales springt die Sprachgrenze ISmal hin und her!". Vom„Heimatbund" und vom Kolmarer Prozeß. Ein Hände- druck, und die Straßenbahn saust wieder in die innere Stadt hinein. SSlestat. Sälestat— das ist keineswegs ein« statische Formel oder«in trigonometrischer Punkt oder eine den, Äirchenlatein entnommene Seligsprechung der fpätmittelallerlichen Kirche. Nein. Selestat heißt einfach Schlettftadt und stellt die Deckformel für dieses fteund- lich« elfafsifche Städtchen dar, die man im Rausch der„Victodre", im Freudentaumel über den Abzug der preußischen Ortskomman- danten und ihres Anhange erfunden hat. Am Bahnhofplatz überfällt den harmlosen Reisenden beim Ber- lasftm-dtt.LKfmsteigüberfiihrung«in wildes Heer brüllender Chauf. feur«, die, wie die Stierkämpfer von ihren Autoears und Citroen- Wägelchen äufmarfchierl, um die Seele der Passanten ringen:„Le tour d'Hautkoenigsbourg!— Achtung! Autokar zur Hahkönigs- bürg! Einzelplatz 20 Frank! Un auto vers Hautkoenigsbourg— soixantc francs!" Diese„Burg" schmiegt sich ja nicht wie andere ihresgleichen biegsam und willig zwischen die Wälder und Berg«, wie die Orten- bürg bei Kestenholz, wie die Hohlandsburg bei Colmar oder das Kloster St. Markus bei Herlisheim! Rein. Sie thront auf ihrem Berg wie ein« Schlohkaferne. Colmar. Ein schönes altes Städtchen mit stillen Plätzen voll fpitzbogiger Gemütlichkeit, mit seinen herrlichen Brunnen und breitästigen Linden. In der Mitte der Stadt, halb vergessen vom Trubel des Alltags der.Lfenheimer Altar". Daneben in, Museum ein« Tafel aus der„großen Zeit", als die deutschen Truppen über den Rhein retmeren mußten. Da hatte man im ersten Zorn über deutsche Feldwebel, BahnasMenten, Postsekretäre und Gendarmeriesergeau- ten an di« Häuser der deutschen Gefchäftsleute mit Kreide die Worte geschrieben: „Liaison d'im sale Boche." Run hängt das Ding zur Erinnerung an die Vlödheit des Pölkerhasses unter Mas und Rahmen, nicht weit vom Isenheimer War. Das stille Städtchen ist nun der Schauplatz eines politischen Pro- zesses geworden, der ganz Europa bewegt— sogar ein richtiger Chinese hat sich als Berichterstatter eingesunden. Ein Prozeß, der wieder mal die Kluft aufreißt, di« seit Jahrhunderten von Basel üb« dieses Ländchcn hinweg nach Luxemburg geht. All« Zugänge zum Geschworenengericht sind von Infanteristen im Stahlhelm und mtt ausgepflanzten Seitengewehren bewacht. Aus jedem Brunnen- rand. unter jedem Spitzbogen sitzt förmlich ein Poilu, schußbereit. Hartmannsweilerkopf. Jeden Wenb. wenn die Prozeßteilnehmer im Schnellzug nach Straßburg zurückkehren, rast der Zug bei Vergheim am Harttnanns- weilerkopf vorbei. Ein bmttrs Plakat schreit plötzlich aus: Grand ttotel St. Anne-au pied de Hartmannsweilerkopf! Herrliche Aussicht! Dernier Comfort! Grand Garage! Oben an dem heute nach zerfressenen und zerfetzten Buckel aber ragt ein primitives Holzkreuz in die 5?öhe und klagt an! Wie der „Procureur" im Prozeß da unten! Heute wie vor 14 Iahren, als hier das Massensterben begann! Ein Prozeßchema, das ewig wieder- kehrt, bis die Arbeiterklasse die Grenzpfähle zerhackt wie die Baun,- reste da oben am Berg! Das Berliner Messegelände. Oer Bebauungsplan poelzig-Wagner. In der nächsten Woche soll die Entscheidung über den Wett- bewerb der Bauausstellung fallen. Die Idee dieses ganzen Weit- bewerbs ist so kurios, daß die preisgekrönten Lösungen in hohem Maße unsere Neugierde schon im voraus reizen. Man erinnert sich, daß es sich um das Projekt einer zehnjährigen Schau von Bo»- Problemen, Materialfragen und dergleichen handelt: sicher sst, daß bautünftlerifche Fachleute solchen uferlosen Gedankengängen ganzlich fernstehen. Einen ruhenden Pol in dem Fragenkomplex des ganzen Aus- siellungs- und Messegeländes bei Witzleben haben nun rechtzeitig genug die beiden bedeutenden Architekten Po elzig und Stadt- baurot Wagner geschaffen. Ihr Bebauungsplan für das ganze Gelände zwischen Heerstraße und Eichkamp greift jenem Wettbewerb nicht vor, er gibt aber Richtlinien für die Organisation des gesamten Ausstellungswesens von Berlin, die so großzügig und überzeugend sind, daß man nur wünschen kann, die Stadtverivattung möge sie akzeptieren. Zu bedauert bleibt mir. daß dieser Entwurf aus syztal- oder fimrnzpottttschen Gründen nicht schon längst der Oessentlichkrit zu» gänglich gemacht werden konnte. Man würdeihn von allen Seiten gutheißen und seine Durchführung fordern. Messeamt und Stadt- Parlament, in seltener Nebereinstimmung aller Portelen, haben ihn schon gebilligt. Nur unser Stadthaupt' und die paar Köpf«, di« jene verschwommene Zehnsahre-Ide« ausgeheckt haben, scheinen ihn um seden Preis fabotiGen zu wollen. Und wie es in Berlin so geht: niemand kann voraussagen, ob Dernunst oder Eigensinn siege» wer- den. Der Eigensinn Hot bereits eine vorläufig« Durchquorung jeder denkbar vernünftigen Gestaltimg durchgesetzt: während eines Urlaubs von Stydtbaurat Wogner(man höre: zwei Tag« nach seiner Abreise!) ist die Verlängerung der Funthalle des chl essen und begonnen worden, und zwar nach der«in- zigen Seite, die später unbedingt wieder freigelegt wer- den muß. nack, Süden, wo in jedem Fall(nicht bloß nach dem Poelzig-Wagne-fchen Plan) ein Hauptzugang liegen wird, in der Verlängerung der Kantstraße! So witzig baut man lll?8 in der Fünfmillionenstadl Berlin: diese Halle, di« beiläufig«ine Million kostet, muß spätestens im nächsten Jahre radikal wieder abgerissen werden. Das nennt man Berliner Finanzwirtschaft. Wagner und Voelzig wollen dem Durcheinander, das unser nur zu berechtigtes Mißtrauen hier sich meiteriressen abnt. von Anfang an eine sinnvolle Ordnung entgegensetzen. Das Dreieck zwischen der Heerstraße und den zwei Dohneinschnitten(Witzleben— Elchkompf— Heerstraße), als Messegelände vorbestimmt und vorgesehen, ober noch kaum ange- tastet, gliedert sich seiner geographischen Natur nach in zwei große Achsen: vom Reichskanzlerplotz zum Bahnhof Eichkamp, und vom Bahnhof Charlottenburg zum Bahnhof Heerstraße. Ueber diese Ge- gedenheite» wird kei» verantwortungsbewußter Städtebauer hinweg- kommen, so wenig wie über die landschaftlich vollkommene Reizlofig« keit dieses öden Feldes. Das Oval, das Poelzig-Wagner ihrer Disposition zugrunde legen, nimmt als. Achse die Nordsüdrichtung: es ist von der Kantstraße wie vom Reichskanzlerplatz am schnellsten zugänglich: es erlaubt der Ostwestachse es zu durchschneiden und sinn- gemäß zu teilen. Vor allem aber faßt es alle in Gegenwart und Zukunft möglichen Ausstellungsbauten zu einer großen Einheit zu- symmen und trennt sie von der märkischen Reizlosigkeit der Um- gebung. Es bietet außerdem den Vorteil, daß die grundlegende Anlag« eines eiförmigen Innenraums mit gedecktem Umgang, der die künftigen Anbauhallen verbindet, als erst« Rate eines umfassen- den Bauprogramms wohlfeil herzustellen ist und sogleich eine impo- nierend« Raumwirkung garantiert, der alles Spätere ssch«in- und angliedern kann. Im Norden des Ovals, nah« dem Reichskanzlerplatz, sind Kongreßhall«, Houptrestaurant und die ersten Ausstellungshallen (etwa neben der Querachse) vorgesehen: die Mitte der Querachse nimmt ein großes Sportforum ein mit gedeckten Zuschauerplätzen, auch als Sängerhall? für 10U 000 Menschen verwendbar: In dem größeren Südteil ist unendlicher Raum für Ausstellungshallen vor- handen, die sich nach dem so einfachen wie geistvollen Pia» der beiden Baukünstler an den Umgang radial nach außen hin an- schließen können— aber nicht etwa sosort gebaut werden sollen. Es sind Möglichkeiten für jede Art von Angliederung, z. B. auch von Kunstausstellungen, gegeben. Ein Kanal im Innern des Umgangs- ovals kann für mannigfaltige Wassersportzwecke hinzugefügt werden, «in zweites Restovrant auf einer Insel im Süden, neuer Funkturm und Radiohallen usw. Für das Gelände der ständigen(zehnjährigen) Bauousstellung bleibt ganz naturgemäß der Raum im Westen des Ovals bis zum Bahnhof Heerstraße reserviert, im Zuge her westöstlichen Querachse. Naturgemäß" deshalb, weil«ine Dermengung dieser stabilen, für die Dauer berecknettn Bauten keinschließlick, etwa einer willensck'eftlichen Materialprüfunas« und Versuchsanstalt) mit den iäb'licb w�iMelnden Zwecken verschiedener Ausstellungen und eines gebobenan R"mmcl> Platzes unerquicklich bis mr Unmöolickkeit sein m'bte. Das eigent- sich Wi�fiee ,»--d Ruaänet'-t'e a"f R'rienaeb-ude nvch aber selbstverktändlich das wechl-lnd« Ausst-ll"nosin?sen sein. Unverständlich bleibt es. daß dl« Boufach!nt?'ellent?n diefe vitale Forderung zu Ihren Gunsten umkehren und sich zunächst dem'"ejchs. kanzlerplatz niederlassen möchten, da, wo Kongreßhalle und Haupt- ousstellungshallen ihren naturgegebenen Platz haben sollen. Nachdrücklich ist die Hoffnung guszusprechen, daß die Berliner Stadtväter bei diesem wahrhaft rveitschouenden.Prosekt, das dem äußersten Westen sein endgültige Gevräge geben soll, der Stimme der Bernunft und der Großzügigkeit ihr Gehör schenken werden. Dr. Patt! F. Schmidt, DER SRRUNC WER DEN SCHATTEN VON KARL SCHRÖDER-- ZEICHNUNGEN VON PAUL THESINO Copyright 1524 by.Der BQchorkreis G. m. b. H." Berlin 8V 41. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz macht der Verfasser die Sekanntschatt des Soldaten Heinrich Fehlow. Diebeidengeben s ch als Sozialisten zu erkennen. Später treffen sie steh wieder; die Revolution Ist ausgebrochen, die Soldaten hallen unter Leitung Ihres Rats Besprechungen darüber ab. was weiter geschehen solle. Fehlow entlarvt einen Obarleutnanl als schlimmen Menschenschinder. 2. Fortsetzung. Feblow stund einen Augenblick wie veripirrt: schwer keuchend. Dann war er wieder mit einem Sprung auf dein Tisch und begann mit beherrschter, fast leiser Stimme zu sprechen. Die Aufregung war groß. Die Mehrzahl der Umstehenden schien alles weniger als besriedigt von diesem Gewaltakt. „Det's nich nötig. So seht's nu mich nicht!" Die ersten Sätze Fehlows gingen deshalb unter im allgemeinen Wirrwarr. Dann aber gewann seine dunkle, volle Stimme Gewalt über alle. Wenn ich im einzelnen sagen soll, was er gesprochen hat, dann muß ich gestehen: Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß aber, daß er uns eine Stunde long wie eine Mauer zusammenhielt. Er erklärte zunächst kurz, daß er den Offizier schlug,'peil dieser Mann drei Leute durch Anbinden bei zwanzig Grad Kälte in den Tod gebracht hatte. Das wußte er. Dem Sinne nach sagte er dann: „Wir müssen zusammenholten. t)and und Kopf muß eins fein. Wir müssen die Walsen beHallen, denn der schwerste Kampf beginnt erst. Je einiger wir sind, desto weniger Blutvergießen wird nötig sein. Wir sollen uns hüten vor dem Glauben, daß der Kapitalismus schon restlos zusammengebrod)en ist. Eine Fackel ist angezündet in Ruhland," so sagte er.„die wird in Kopf und Herz oller Arbeiter der Welt leuchten, aber bei uns ist vieles anders als in Rußland. Dort war der Kapitalismus schwach: nur so ein bißchen aufgeklebt auf den Feudalismus, auf das Mittelalter, auf die Barbarei. In West- europa aber ist er stark, gewaltig organisiert und festgewurzelt." Je länger Heinrich Fehlow sprach, desto schwerer und wuchtiger wurde seine Stimme. Er sprach, als ob er eine schrecklich quälende Last von sich und uns allen hinunterwälzen mußte. „Der gefährlichste Gegner," sagte er,„den wir haben, sitzt in unseren eigenen Köpfen. Das hoben wir 1314 gesehen. Die Macht des Kapitalismus beruht auf der Herrschaft über diese Köpfe. Alles kommt auf helles Klassenbewußtsein an. Nicht Leithammel und Schafe,— sondern jeder kämpfend, selbstdenkend an seinem Plag. Nicht Führerkampf, sondern Klassenkampf!" Als Fehlow den, Schluß zukam, war es, als hämmerte er die Worte in uns hinein. Ein Feuerstrom schoß durch die Menschen- mauer auf dem Hof. Ich bemerkte, daß viele, ohne es zu wissen, ihre Waffen fester und fester umkrampften.„Nicht auf das Reden kommt es an," so schloß er,„allein auf das Handeln. Nicht auf dos Spinli- sieren— auf das Zupacken und Aendern. Die Well ändern ober kann nur die große, tatbereite, bewußt gewordene Masse der Prole- tarier. Für sie allein ist der Schrei nach Brot zugleich auch der Schrei noch wahrer, menschlicher Gerechtigkeit. Haltet zusammen und dann packt zu. Kind und Kindeskinder werden euch danken. Verpaßt niemals das eine: Hier das einige Proletariat— dort das Kapital. Und keiner darf sich aus die anderen verlassen, jeder muß denken, aus ihn allein kommt es an. Ueberlaßt nicht einzelnen die Verantwortung, ihr olle tragt die Verantwortung!" Als Fehlow geendigt hatte, waren wir olle, glaube ich, nur eines Willens. Die Erschütterung war so stark gewesen, daß wir gar nicht bemerkt hatten, wie das leichte Nebelrieseln in neuen starken Regen übergegangen war. Wir sahen nach dem Himmel und sahen schiefer- graue, zerfetzte jagende Wolken. Wir sahen zur Seite und stellten fest, daß zur Hoftür hinein neue Masten geströmt waren; daß Rechen von Männern, auf Wösten gestützt, vor dem Außenzoun standen. Auf allen GesicHern aber lag ein ernstes Grübeln, eine Ahnung großen, starten Menschentums. Was weiter geschah? Das wissen wir alle ganz gut. Ich denke da nur an mich. Während der Rede war es vevgesten, aber eine Stunde danach befiel mich mit aller Gewall der Gedanke: Nach Hause! Erst nach Hause zu Frau und Kind! Ich haßte das Blut- vergießen und hatte schon lange geschworen, noch diesem Kriege nie mehr eine Knarre in die Hand zu nehmen. Am Abend schon— oder am nächsten Morgen?— man verliert tn solchen Lagen das Gefühl für die Zeit— attackierten wir einen Güterzug, der schon voll- gepfropft war bis zum Bersten. Auf Puffern, auf Trittbrettern, oben auf den Dächern wurde um Plätze gerauft und skandoliert. So rollten wir langsam auf Berlin zu. Hätten wir damals--- 1 Ja— hätten wir!„Hätten wir," steht über aller deutschen Vergangenheit. Wann— wann wird es. heißen:„Wir haben." Mein zweites Wiedersehen mit Fehlow war kurz, überraschend und hat mich auf lange hinaus mit Bitterkeit, ja mit Haß gegen ihn erfüllt. Er hat einen Augenblick lang den Schleier von meinem Innersten geristen. Das kann niemand ertragen. Niemand in der heutigen Gesellschaft. In dieser Gesellschaft müsten die Menschen irgendwie verlogen sein. Das Leben selbst ist Kitsch geworden. „Du auch hier? Seid ihr Narren? Arbeiter schießen auf Arbeiter und die Kapitalisten erholen sich? Ich denke, du wolltest überhaupt keine Knarre mehr in die Hand nehmen?" Mit diesen Worten begrüßte mich Heinrich Fehlow. Ohne wettere Einleitung. Am Alexanderplatz in Berlin. Wir beschossen da» Po- lizeiprösidium; standen in Deckung hinter dem Denkmal der Bero- lina. Er stellte sich daneben, frei, den Kugeln von drüben ausgesetzt; ruhig, als hätte das alles mtt seiner Person gor nichts zu schaffen. Beim ersten Ton wollte ich auf ihn zustürzen; ich dachte nur an ihn selbst. Aber gleich darauf erfaßte ich seine Worte. Ich sah ihn erstaunt und wütend an. „Und du?" sagte ich,„was machst du? Ich meine, du solltest solche Redensarten beiseite lasten; die Revolution ist zu ernst dazu." „Revolution!?" War das höhnisch gesprochen oder klang es nur mir so. Er mochte eine Pause und fuhr dann fort: „Was du Revolution nennst, ist schon lange verloren. Meinst du, die Russen nachäffen— nach— äs— sen!— ist Revolution? Die Revolution in Deutschland ist die Einigkett und die Tat der Mehr« hett der Arbeiter. Nicht» andere». Gut, gut, ihr meint es ehrlich. aber es ist Wahnsinn. Nicht das Schießen, gewiß nicht, aber wie ihr das macht. Oder glaubst du, daß ihr aus diese Weise die Einig- keit erzwingt? Jetzt?" Ich kochte, als er dies sagte, aber ich hielt an mich. Ich muß ihn gewinnen, schoß e» mir durch den Kopf. „Einigkeit hin, Einigkett her," sagte ich.„ich glaube, daß wir erst mal kämpfen müssen. Wtzr müssen die politische Macht haben. Das wettere findet sich." „Die politische Macht? Die habt chr, und die haben die anderen; die hat jetzt jeder, der sie haben will. Aber da habt ihr'n Dreck. Die Arbeiter müßt chr haben. Oder glaubst du im Ernst, hiermit gewinnt ihr die deutschen Arbeiter?" „Ja, dos glaube ich--.* „Weißt du. daß zwanzig Millionen erwachsene Arbetter in Deutschland sind? Die Mehrheit davon noch mtt Kleinbürgerköpfen? Ah, natürlich, mit mehr noch und anderem; aber jetzt, jetzt kommt es doch darauf an." „Ou auch luer'c Seid ihr Narren?" „Leider sind sie Kleinbürger; darum eben-- 1" „Darum eben?! Narren!" Heinrich Fehlow zog die Hand aus der Tasche— er stand immer noch in der Hattung, in der er mich angesprochen hatte—, er zeigte nach der Königstraße, nach der Mexanderstraße, nach der Lands- berger. An beiden Setten dieser Straßenzüge. bald eng in die Flureingänge gedrückt, bald ein paar Schritt« vorkommend und hin und her huschend, klebten Haufen neugieriger Zuschauer. „Siehst du das?" „Was?!" „Schon gut, du glaubst ja selbst nicht an das, was du tust." „Unerhört!! Das ist wahrhaftig eine unglaubliche Frechhettl Wer bist du eigentlich!?" „Dein Bruder, lieber Junge, nur dein Bruder! Denke daran!" „Ach was!" Fehlow drehte sich um und ging. Langsam, quer über den Platz; und verschwand am Brückenbogen der Stadtbahn. Ein Maschinengewehr jagte spritzende Salven über den Asphalt.— Ich war rasend. Am liebsten hätte ich ihn runtergeknallt.„Alles Schurken! Diese verdammten Intellektuellen!" Ich schnürte den Riemen fester und schoß wie verrückt. * Es war ein gutes Jahr später; bald nach dem Kapp-Putsch, der so schnell und so gründlich Freund und Feind belehren konnte, welche erhabene Kraft in der„Einigkett" ruhen kann. Mehr als ein- mal halle ich in diesen Tagen an Heinrich Fehlow denken müssen. Meine Btttertett war im Schwinden begriffen, und im innersten Grunde verlangte mich nach einer Aussprache mtt chm. Viel Rauh» reif war auf meine Blütenträume gefallen, und ich kann nun ein» mal nicht von„eisernen" Doktrinen leben, wenn das Leben selbst sie mtt Rost zerfrißt. Vielleicht, so dachte ich jetzt wieder, hat der Heinrich doch recht. Schließlich war er ätter als ich; und ehrlich war er ganz gewiß; ach. daß ich doch mtt ihm sprechen könnte! Bald genug sollte ich mtt ihm sprechen, aber— leider— nicht mehr mtt dem Lebenden, sondern mit dem Toten. Er war gefallen; gefallen im tzttchrgebiet und gleich im Anfang der Abwehrkämpfe gegen die bezahllen Banden der Kappisten. Cr war gefallen in dem glücklichen Bewußtsein, daß aus der großen Tat der Einigkett auch die gewaltsam auseinandergebogenen Stämme der deutschen Ar- beiterschast, die doch aus einer einzigen Wurzel gewachsen sind, sich wieder im rauschenden Sang einer mächtigen Blattkrone zusammen- finden würden. Eine Frau brachte mir von chm hinterlastene Papiere. Si» kam wortlos, und sie ging wortlos; und ich begriff sie, als ich ge- lesen hatte. Ich nehme keinen Anstoß, diese Papiere eines Toten zu ver- öffentlichen; um so weniger, da Heinrich Fehlow sie offenbar selbst in dem Bewußtsein geschrieben hat, anderen zu Hessen oder sie vor Umwegen zu bewahren. Ich bin mir heute klar darüber, daß seine Bekenntnisse in mannigfacher Hinsicht einen typischen Charakter haben, und zwar typischen Charakter für den Zustand und die Ent- Wicklung eine» im wesentlichen mit Kopfarbett beschäftigten Klein. bürgers. Das Wort„Kleinbürger* läßt manchem ängsllich auf seine Würde bedachten Revolutionär leicht eine Gänsehaut über den Rücken laufen und seine Haare sträuben sich im Entsetzen davor, ein Kleinbürger genannt zu werden. Aber diese Aengsllichen müsteu sich schon beruhigen. Sie verwechseln nur allzu leicht die lockere Zerfahrenheit de» Bohemiens mit der explosiven Geistesverfassung des wirklichen Revolutionär». Lenin nicht minder wie Ebert haben ein durchaus kleinbürgerliches Famisienleben geführt; und das kann auch gar nicht anders sein m einer Epoche, in der eine jung auf» strebende Arbeiterklasse noch mit beiden Beinen im ökonomischen Boden der bürgerlichen Gesellschaft verwurzell ist. Auch dies muß Heinrich Fehlow voll bewußt gewesen sein, denn Ich entsinne mich recht gut eines Gesprächs, in dem er— damals zu meinem Er» staunen— ganz ruhig bekannte:„Wenn das Kleinbürgertum sich etwa in Ordnungsliebe, Pünktlichkeit und Fleiß dokumentieren sollte, dann bin ich mit Bewußtsein ein Kleinbürger; wenigstens oersuche ich.«s nach Kräften zu sein."*(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Weltkrieg mit Musik. In der Hauptstraße ttr Berlin-Schöneberg steht angeschrieben: „Der Weltkrieg N. Teil unier Mitwirkung des Widetzki'schen Solistenchors." Genügt nicht schon der erste Teil ohne die Einlage? Die Trompete des Friedens. Im städtischen Heimatmuseum zu Minden(Wests.) befindet sich die Trompete, die da» Ende des Weltkrieges angekündigt hat. In der Nacht vom 7. zum 8. November 1S18 wurde sie vom Stabs» trompeter Zebrowsky als Signalhorn beim Ueberschreiten der feindlichen Kampflinie benutzt, um dem Gegner die Ankunft der deutschen Wasfenstillstandskommission anzukündigen. Alkoholkonsum in Sowjetrußland. In Moskau wurde eine Gesellschaft zur Bekämpfung des Alkoholismus gegründet. Bucharin nannte in seinem einleitenden Reserat folgende Zahlen über das Wachstum des Altoholkonsums in Sowjetrußland. Jtn Jahre 1923/24 wurden In der USSR. nur i 800 000 Hektoliter Alkohol ausgetrunken, im Jahre 1924'25 waren es bereits 4 Millionen Hektoliter, im Jahre 1S2S/2S 20 Millionen. und im Jahre 1926/27 31 Millionen Hektoliter; im ganzen hat die Bevölkerung Sowjetrußlands im Jahre 1926 für�J Milliarden Mark Altohol konsumiert. Der feuerspeiende Expreßzug. Der von Südägypten nach Kairo täglich verkehrende Expreß- zug geriet vor e'n paar Tagen in Brand. Es hätte wenig gesehli, dann wären alle Passagiere verbranut. Denn dos Feuer kam in dem ersten Wagen noch der Lokomotive aus, den man in den Exprehzug im letzten Augenblick wegen Ueberfüllung eingeschoben hatte. Nun kam das Feuer in der Hilfstüche an der Spitze des Wagens aus, als bald nach Mitternacht alle Passagiere schliefen. Glücklicherweise erwachte von dem Brandgenich einer der Passagiere, der schnell aufstand und die anderen Schläfer weckte. Der Brand war aber schon so weit fortgeichrttten, daß sie nicht einmal Zeit hatten, Schuhe und Kleider anzuziehen. Sie mußte» so wie sie waren, au» den Betten springen, um den Rundgang zum nächsten Wagen zu erreichen. Aber damit war die Gefahr für den D-Zug noch nicht beseitigt. Der starke Luftzug drohte den Brand von dem ersten auf alle folgenden Wagen weiterzutragen Die Notbremse war zerstört, und so war es unmöglich, den Lokomotivführer zu benachrichtigen. Der Zug roste also in der Nacht weiter und Hunderte von Passagieren wären entweder verbrannt oder hätten den Tod beim Abspringen von dem Zug gefunden. Da gelang es einem Schaffner, über das schon glühende Verdeck des ersten brennenden Wagens zur Lokomotive zu kriechen. Der Zug kam endlich zum Halten, und der Brand tonnte gelöscht werden. Ein mutiger Mann hatte Hunderte von Passagieren vor dem Tod in den Flammen gerettet. Die angefressenen Wolkenkratzer. Die Zähne des modernen Menschen verfallen immer mehr der Caries, so klagen die Wissenschaftter und subeln die Zahnärzte. Aber das Abgefressenioerden scheint sich nicht nur auf die Kauwerkzeuge zu beschränken, sondern ein allgemeines Charakteristikum der Jetzt- zeit zu sein. Und je stolzer einer auf etwas'ist, desto angefressener ist e». Wenigstens geht es den Amerikanern so mit ihren Wolken» k r a tz e r n. Ein Fachmann von internationalem Ruf hat festgestellt, daß das Eisenwerk dieser archstettonischen Giganten vom Rost zum Teil zerstört sei und daß die Gebäude eine öffentliche Gefahr dar- stellten. Seiner ganzen Darstellung nach sind diese Riesenkästen in einer Art konstruiert, die man aus unserem rückständigen Kon» tinent als liederlich zu bezeichnen geneigt wäre. Nun sind die Ameri» taner nicht so dumm, derartige kostspielige Bauten in Auftrag zu geben in der stillschweigenden Voraussetzung, daß man sie in naher Zett wegen Bausälligkeit abreißen müsse; vielmehr scheint auf dem amerikanischen Baumartt etwas nicht ganz zu stimmen. Sicherlich wären dies« Dinge nicht möglich gewesen, wenn an dieser Bauweise nicht sehr viele Leute schön verdient hätten, aber es wäre nicht das erstemal, daß sich jemand zu Tode verdient hat. Der Architekt Edwin Lutyens, der den Alormruf ausstößt, meint, daß so etwa« in den Jetten großen Reichtums ginge, wie Amerika sie gegen- wärtig durchmache, daß aber in harten Zeiten, die auch für diests Land einmal kommen könnten, solch eine Bauart viel nachträglichen Kummer bereiten dürste und daß es dann viel schwerer fallen würde, besser zu arbeiten. Der gute Mann irrt sich: es wird sich nichts ändern. Massenabsprung aus der Luft. Amerika hat einen neuen Rekord aufgestellt und stolz berichten die amerikanischen Blätter von dar neuesten Ruhmestat des Mikitär- lufikorps. Von einem mächtigen Ford-Possagierflugzeuz sprangen in 1000 Meter Höhe 10 Mann hintereinander mit Fallschirmen ab. Das Flugzeug hatte dabei eine Geschwindigkett von ISO Kilometer. In 8 Sekunden sprangen die 10 Mann nacheinander ab, und der Luftsergeant, der mtt der Stoppuhr in der Hand da, Manöver übte, erklärt, sie hätten auch tn fünf Sekunden da« Flugzeug verlassen können. Die Leute kamen alle ohne Schoden zur Erde. Zweck der Hebung soll es fein, auszuprobieren, wie schnell die Passagiere e-n Flugzeug verlassen können, wenn es in Brand gerät, oder sonst ei« Absturz brecht. Aufenthalt in Naturfreunde-Heimen. In bor Zeit der Wanderungen ist die Frage der Wonderstütz- punkte besonders bedeutungsvoll. Diel wurde in den letzten Iahren durch die Schaifimg der Jugendherbergen erreicht. Auch die Natur- freunde haben eigene Heime gebaut. Doch nicht immer fand man diese Herbergen. Das war aber Erfordernis für die Kreise, denen durch die Wohnungsnot in der Großstadt sowieso schon schlecht« Der- hältnisse zur Begleiterscheinung im täglichen Leben geworden find. Die in allen deutschen Gauen und Wandergebieten vorhandenen Natursreundeheim« sind bestens bekannt. Auch im engeren Brandenburger Wanderbczirk gibt es eine Anzahl solcher Heime. So finden wir unweit Kremmen im schönen Krem- mener Luch da? erste Heim des Gaues Brandenburg, die Luch- Hütte mit dem Wohnschifs Kremmen(Zuschritten: Ge- schäs.U stell« N. 24, Iohanniestr. 14/15). Das Berliner Landheim Meihnershof bei Hennigsdorf(Zuschristen: Mar Hanke, N..20, Bastiansir. 21) ist gleichfalls nicht unbekannt. Jugend und Klrchersreunde sairden an diesen Orten schon des öfteren beste Unter- kunft. Auf dem großen Grundstück der Ortsgruppe Berlin am Uedersc« bei Ebcrswalde wird der Bau eines großen Ferien- heims bald in Angriif genommen. Das Gelände eignet stch vor- trefflich für große Treffen und Beranftaltungen. Anfragen auch wegen Quartier sind gleichfalls an die oben genannte Geschästsstelle der Naturfreunde zu richten. Weitere Heime im Gau befinden sich auf der Insel Buhnenwerder im Plauer See(Anfragen: R. Stäge, Brandenburg, Franz-Z!egler-Str. 24), auf der Schwan- s e e i n s e l bei Lieberos«(Zuschr.: Paul William, Kottbus, Bon- 7:ast«nstroße 25), bei Naundorf im Spreewald— Dahnstation Vetschau(Zuschr.: Willi Kaua, Kottbus, Branitzer Str. 15), zwischen Biederitz und Gerwisch bei Magdeburg(Zuschr.: A. Kauer, Magdeburg, Kl. Weinhosstr. 7) und im K rahnsdorfer Grund in der Lausitz, Bahnstation Alt-Neu-Döbern(Zuschr.: Paul Bogvtt, Grube Ilse N.-L., Sedlitzer Str. 7). Anmeldungen bei Besuchen und liebernachtungen sind selbstver- stündlich in jedem Falle erforderlich. Auf der letzten Gaukonferenz des Gaues Drandenburz-Pommern sind auch die Benutzungsge- bühren einheitlich festgelegt worden. Der Aufenthalt mit Heber- nachtung kostet danach für Mitglieder der Naturfreunde 50 Pf., für Mitglieder anderer Arbeiterorganisationen 60, für Nichtorganisierte 75, für Jugendliche 30 und Kinder 20 Pf. Bei Strohlagern er- mäßigt sich die Gebühr. In allen weiteren Fragen dieser Art er- teilt das Reisebureau der Naturfreunde, Berlin N. 24, Iohannisstr. 14/15, gern jede Auskunft. Mit den Naturfreunden ins Freie. Di« Ortsgruppe Berlin des Touristeiwereins.Die Naturfreunde" veranstaltet am Sonntag, 6. Mai, ein N axh mittagstreffen seiner Berliner Abteilungen, zu dem Gäste herzlich willkommen sind. Die Abteilung Mitte fährt ob Stettiner Dorortbchnhof 12 09 nach Hennigsdorf, Treffpunkt dortselbst am Bahnhof Hennigsdorf �lllhr zu kurzer Wanderung nach dem Vereinsgrundstück Meißnershos. Nach der märkischen Baumblüten st odt Guben führt die nächste Gesellschastssahrt am Sonntag, dem 6. Mai. Karten sind noch zu haben zum Preise von 9 M. inll. Eiscnbahnfahrt, Mittagessen und Siraßenbahnfahrt, bei Sinn, N. 20, Stettiner Straß« 30; Thomas, N. 65, Luxemburger Straße 1: Walter, Neu- kölln, Siegsriedstraße 55: Heinrich Schmidt, W., Rankestraß« 30; ,Porwarts"-Spedition, Treptow, Grätzstraße 55, und im Reise- bureau des Touristenvereins.Die Naturfreunde", N. 24, Johannis- straße 14/15, täglich von IS bis 20 Uhr, außer Sonnabends. An den P f i n g st t o g e n veranstaltet der Touristenverein.Die Naturfreunde"— Reisebuveau— eine Gesellschaftsfahrt nach Rügen. Zunächst Bahnfahrt über Stettin und von dort mit dem Dampfer vorbei an den Ostseebädern nach Saßnitz auf Rügen. Don dort werden Wanderungen nach Swbbenkammcr, Kbnigsstuhl, Herthasee usw. unternommen. Anmeldungen nimmt noch entgegen das Reise- bureau des Touristenvereins, Berlin N. 24, Iahannisstraße 14/15, täglich, außer Sonnabends, von 18 bis 20 Uhr, Tel. Norden 4177. kVeuhen fördert den Sport. Während der Bürgerblock im Reich die Ausgaben für Volks- wohlfahrt rücksichtslos drosselte, war die Preußenregierunz nach Kräften, bemüht, auf diesem Gebiete oußerordeiülich viel zu leisten. Die preußische Regierung stellte für die Unterstützung der Turn-, Spiel uyd Sportplatze, der Turn» und Schwimmhallen, der Iugnrlheime und Herbergen in den letzten drei Iahren 9 Millio» n e n M a r k an Beihilfen zur Verfügung. Außerdem schuf sie einen neuen Fonds, aus dem zu günstigen Bedingungen Darlehen für Jugendheime, Turnhallen, Spiel- und Sportplätze gegeben werden. Ferner ist seit einem Jahre ein Fonds von 1 Million Mark zur För. dpurpg der Leibesübungen einschließlich des Sportarztwesens neu in den Haushalt eingestellt worden. Die Zahl der Zentralen sowie Bezirks- und Kreislehrgänze für Leibesübungen und Jugendpflege konnte verwehrt und die Ein- richtnug von sportärztlichen Beratungsstellen und Lehrgängen durch Hergäbe von Mitteln wesentlich gefördert werden.» Diese Leistungen Preußens waren möglich, weil in der preußi- ichrfl Regierung Sozial dem o k r a»« n sitzen.' Die Arbeiter- fportlor müssen deshalb bei der Wahl am 20: Mai dafür sorgen, daß dieser Einfluß der Sozialdemokratie nicht nur aufrechtcrhaiten bleibt, sondern vergrößert wird. Mteisfersdiaften im FKBD. In den Meisterschaftskämpfen des Gaues Berlin des Freien Keglerbundes wurden bisher folgende Resultate erzielt: Gruppe 15: 1. Tag: Siehste watt 5079 H.. Frohsinn Knorke 5248 H. Lustig« Brüder, Tegel, 5276 H., Gemütlichkeit 5188 H., Kalte Acht 25 5075 H.. Rührig« Männer 5196 H.. Ratte 22 5122 H. Teste Einzelresultate: Kutil 1098 H., Nickalaus 1082 H., Mallwitz 1070 H. 2. Tag: Kegelabt. Gaswerke 5312 H., Um Ihn 18/19 5233 H.. Halte fest 25 5270 H.. Gemütlicher Stamm 24 5194 H., Schemel— Schieb du se 5236 H- Beste Einzelkegler: Ryschkowski 1104 H., Hoffmann 1092 H., Firger 1070 H. Gruppe C: Gut So ort 5124 H., Einigkeit 5149 H., Fideie Brüder 5032 H., Gut Holz 1920 5135 H.. Bun,des!reue 5050 H.. Türkei 5027 H. Beste Emzelkegler: Gering 1062 H.. Plötz 10S3 H-, Strusch 1043 H. Die Kämpfe werden fortgesetzt. Handdattspiele am Sonntag In der ersten Klasse finden nur zwei Ferienfpiele statt. Tegel und Groß-Berlin-Wedding spielen in der ersten Gruppe um )0 Uhr in Tegel, Gras-Rödern-Korso. Im Lichtenbergcr Stadion stehen sich die beiden Ortsrivalen Lichtenberg 2. Abtig. und Groß-Berlin-Lichtenberg um 10 Uhr gegen- über. Hoffentlich tritt Lichtenberg 2 auch an. In der zweiten Klasie fpillen in der dritten Gruppe Fichte 2. 2. Abtlg. und 4. Abtlg. in Hohenschönhausen. Sommerstraße. In der vierten Gruppe spielen Tegel und Fichte 2, 3. Abtlg., in Tegel, Graf-Rödern-Korso, und Fichte 10. Abtlg. gegen Groß-Berlin-Wed ding 2. Abtlg. Di« Spiele beginnen um IBVi Uhr. Ficht« 5. Abllg. Frauen fährt nach Brandenburg. Der größte Teil der Mannschaften hat in Gesellschaftsspielen Gegner. Adlershof oer- anstallet auf dem Dereinsfportplatz Helbigftraß« einen Werbe- > p i e l t a g. an dem folgend« Spiele stallfinden: Um 10 Uhr die zweite Jugend gegen Hennigsdorf II, um 13H4 Uhr die erste Jugend gegen Fichte. 3. Abtlg., um 14?4. Uhr die Frauen gegen Fichte-Nord und um 15,20 Uhr die beiden Zwesten Männer, die ersten Männer spielen um 16)4 Uhr gegen die Berliner. Städtemannschaft. Die Städtemannschast ist auf Grund des letzten Spieles umgestellt worden und spiest in folgender Auf' stellung: Nielsen (Eroß-Berlin-Weddmg) Schul» Alemini kTIchtc-Zioi»)(Fichte-N-rd) Bernens Möllmann Ko villi sEchSnow)(Sroß-Berlin-Wedding)(Neulölln 2l Inglm Prlehm Buner Boll Svch lFichle�Slld)(fftchle 7)(«r-Bln-Slld-n).SS «Bettere Sorten lt. Preiz!., s-imtd cgkl. Fl. allen Carlsch-Läden LADEN provozierende Zeitungslektüre. Oder: Fünf Minuten nach Beginn der Arbeitszeit. Ein Buchhalter der Oftelbifchen Spritwerke(Berlin. Schiffbauer- tannn) faß fünf Minuten nach Beginn der Arbeitszeit noch untätig «uf seinem Platz. Der hierüber erregte Prokurist warf aus einer Entfernung von mehreren Metern einen Packen Kopien auf den Tisch de» Buchhalters, so daß die einzelnen Blätter aueeinanderflogen. Dies unhöfliche Berhalten de» Prokuristen beantwortete der Luch- Halter mit den Worten:„Die wären beinahe hinuntergefallc»." Der Prokurist fragte:„Haben Sie mir etwas zu sagen?" Der Buchhalter wiederholte seine Zleußerung. Darauf fuhr ihn der Prokurist an: „Sie sind«in Flegel, lassen Sie sich das gesagt sein." Dem schimpfenden Prokuristen geschah nichts, aber der be- schimpfte Buchhalter wurde nicht nur entlassen, sondern auch in seinem weiteren Fortkommen geschädigt. Als nämlich ein Unternehmer, der den Ruchhalter einstellen wollt«, sich über ihn bei den Ostelbsschen Spritwerken erkundigte, gab dies« Firma die Aus« ßunft: Hinsichtlich seiner Arbeitsleistung könne der Buchhalter emp- fohlen werden, aber er habe es nicht verstanden, sich in den Rahmen eines großen Unternehmens einzufüge». Der solche Auskunft erhält, der kann natürlich glauben, daß sich der so Gekennzeichnete für einen Großbetrieb überhaupt nicht eignet. So war es denn auch in diesem Falle. Der Buchholter «hielt die Stellung nicht. Er verklagte die Ostelbischen Spritwerke beb» Arhektsgerkcht und die Fwna glaubte, die Wchtigkeö thwt Angabe dadurch erweisen zu können, daß sie sich außer auf den angesührten Fall mit dem Prokuristen noch auf folgend« Vorkonrm- nisse berief: Der Buchhalter hat, während er sein Frühstück verzehrte. die Zeitung gelesen, was provozierend gewirkt habe, da auch andere Angestellte das Beispiel des Zeitungslelcrs nochahmten. Ferner hat der Buchhalter«ine die Lüftung der Bureauräume betreffende Anordnung der Direktion nicht an« erkannt und schließlich hat er eine ihm als eilig bezeichnete Arbeit nicht eilig ausgeführt. Das Gericht erklärte nur den zuletzt angeführten Fall für einen von dem Buchhalter begangenen Fehler, der aber nicht so schwer- wiegend sei, daß man sogen könnte, er habe es nicht verstanden, sich In den Rahmen eines großen Unternehmens einzufügen. Die übrigen Vorkainmnisss seien so kleinlicher Art, daß sie überhaupt keinen Anlaß für die Angabe dar Firma bieten. Die Firma wurde deehalb, dem Klageantrag entsprechend, verurteilt, derart wahrheits- widrige Auskünfte über den Kläger zu unterlassen, widrigenfalls sie in jeden, Wiederholungsfall« eins Strafe bis 500 M. zu zahlen habe. Das von der Firma angerufene Landesorbeitsgericht ha! das Urteil der ersten Instanz bestätigt. Streik bei der.Alesa". Die Belegschaft der mechanischen Fein» Weberei in Adlerehof hat am 2. Mai wegen Lohndisserenzen die Ar« bei! nisdergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Streikleitung. Zerstörungsarbeii des Bürgerblocks. Usber die wirtschastspoliteschen Auswirkungen der Bürgerblock» regierung und über die Arbeit des kommenden Reichstags in der Gestaltung der wirtschoftspolitischen Gesetze sprach am Donnerstag Reichstagsabgeordneter Dr. Löwenstein in ein« Neuköllner so« zioldemokratischen Wählerversammlung, die in der Schule am Marlendorser Weg stattfand. Der Einladung zur Berfammlunz waren sehr viele Wähler gefolgt, die bisher noch nicht der Sozialdemokratie angehören. Zu Beginn der Berfammlung mar« schierten die jugendlichen„Roten Falken" mit ihren Fahnen ein und verschönten die Kundgebung mit Gesangs- und Sprechchor« vortrügen. Die Persammlung war für diese freundliche Usberraschung dankbar und sparte nicht mit Beifall. Der Referent führte etwa fol- gtndes aus: Di« Sozialdemokratie geht mit Sieges« Zuversicht in den Wahlkampf. Die imnier noch stet. gende Zahl neuer Mitglieder in Gewerkschaften und Partei und der Massenaufmarsch am 1. Mai berechtigen uns dazu. Der Arbeiter hat ein ganzes Jahr lang eine horte Schule durchgo macht. Alles, was von den Gewerkschaften in langwierigen Kämpfen In der Sozialgesetzgebung erreicht worden war, hat die Regierung des Bürgerblock s in einem Jahre gründlich zer-- schlagen. Hilse kann nur kommen, wenn im neuen Reichstag die Link«, die Sozialdemokratie, so stark ist. daß ohne sie keine Gesetze gemacht werden können. Prelsvolc Anzüge und flfintcl! S3L-£0� htltbtre Stolle, nolide OQOO Ferben.................... 34.—it kurttm. i«oi»r Ho.e........... ,2.-.*5.—, 74— 74°° 86°° 29s° 68°° («uairai-tdSntol ja nach Art 79«—, 71»—, 15«50 Loden�Mantcl.iMprienisrl*. T«t,eliied. Formeo«ad Farkra,.» 14.—, 79.—, 24.—, lt.— Herr en-Man fei»od.«.« M.cä.rt,««u ............... 75—, 44.—. 42.-. 54.—, 45— Herren-MSntd «od CooarcoaU-PalalaU »i—, 44.—, 44— IQOO 1450 36°» 72°» Leder- Jacken 72.— Leder- Jacken 62.— I_I—— fantraiftn. Sportlorm 19 55,"ZW nosen ix-, il-, tj$. 7... 5.50-/ xrrr.« versch. Stoffe u. Windjacken?<"»»'» 7" Knaben-Anzüge PSi't 9.V Knaben- Mäntel 7" Chaufteur- und Berufskleidung txtosd.ra prabwart S. Joseph, Schöneberg, Hauptstr.i EaSae Orinnewcalalsilranite 5. 28 -Eiter Linden 1Z Uhr; Hittags- Siefcrie'-HHiert 75(9) Uhr S.SiniCRiekeerrrt Staais-Oper Am Pl.d.Republ. Ab.-V. Jf. Anf.l9VtPVs)U- Pucclnl- Abead: Der Mantel ldwoltr»rqeiik» Gl.nni Sc.lcchl Fielta,� 4. 5.#> Milch« Oper Bisfiiarcksu. Turnus 1\' Anf. lTä0n/,)U. Jenny spielt anf Volksbühne I». an Sdtiffbaitrdamir M/, Uhr Per Zigarettenkasten H Uhr ütalti an BSiovjlati 8 Uhr: Die rote Robe Stajtl. Minipltlli. ta CnliiBraatrN Ab.-V. 87. Anf.»(8) U. Itaati. Idiiller-TiiEater, Mg. Anfang 20(8) Uhr Maß für Haß CASINO-THEATER« Uhr Lothringer Str. 47. Ble schwebende Jonpfran A oucbne:«ea: Ouieehein I—» Pere. Pauieull nur l.in M.. Sessel 1�0 M. Alfred Braoa, *. TKetlmann. Jankuhn, Natlarkarg, Bendow. Morgto. Ballett Winkelstern, Sunshinagirlt a. d. Heiden. Pony, Glesraa, Walter, Brandt, Flessbnrz. Friir. Harlan, Eehkopf, Winkler, Hnsik. Leitung: Ernst Haska, Seaamtaasetattnag: Praf. Ernst Slam, In Szene gesetzt von; Jutlos Drnndl. Grosses Stepielbaus Erik Charall. Komische Jt'/j Ohr Oper IVg Obr| llames Kleln's] gewaltiges neues Rcvue-Stück: Zieh' didi ans! 200 HUWlrttCBOe. Vorverkauf, ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance- Theater Steinplatz 901. jv: Krankheit der Jagend RelchshBllcn>theater Abead* 8 Uhr, Sonnlag nachm. s Uhr Stettiner Sänger Mej-sel,„rllton, Steid'l usw. Daa lustigste Programm Dönhoff. Brett'l: Varletd, Tanz. Die neue Kapelle Wilhelm Frenke! « Uhr Koilendoh 7380 VARIETE- REVUE Sonnabends o. Sonntags le 2 VorstennmiCTi; 3» 4.( Uhr- 1* tt afmlllgtaa Prelsaa daa«aaza Pragramm. Theater am Kotthnsser Tor Kottbuaser Strato 0. Tel. Mpl 16077 Täglich* Uhr PhaniMicn im RremerRaiskcllcr Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Hosse von Oskar Klein Dazu das Mai» Programm."H» Letsing' Theater Norden 12798 ir Soonmili ir'f. IHistlmsaw'xijtj fail Uli deute geschlossen! Morgen 8 Uhr; Zum 1. Male „Hr. 17«* Fheater«c: Westus Gastspiel Moskauer)fll akad. Theater Heute 8-,« Uhr Ote Reise Benjamins III. DeotidieiMt Norden 12310 8 Uhr. Ende nach to Pygmalion ,0» Bernard Shaw dtseh. v. tlnh, Irtihdi Kammerspiele Norden 12310 P'.U, Ende nach to Zum.10?, Itzal Fildes Sit, ÜS Contnce sidi ridrtip wtiSlt? Die Komödie Bismarck 2414/7316 8>,.U. Ende 10«/, L ..DieHasfclle" XmHii ne Crl ShnWa. BerTmet Met Ouftettnib.H'äl.Mtii.lIt 8'/. U. Ende geg. 11 iMtifiilj.Ontuii«» ld. Der ProzeO Mary Duäan gose-Tbeater Gr. Frankf. Str. 132 SV, Uhr; fioBieDrallis Ertus >iaC|P I Will 44 1 154. vi W—— PiscatorbUhne Theater am Nollendorfplatz KoriQrsi 2091 Heute geschlossen! Morgen 8 Uhr, zum l. Mate: Malbereagb zieht in den Krieg Mtl« Ttitstet "Täglich 8'/, Uhr: Frao Köte laßt shh Terfflhren Lotte Klinder.Berth. ReiSig. rh.Kinfggrätf. Sl. Bergm.ZllOi 7«/,U. Zum I.Male leinen ans Irland KamAtUeBbaiu Norden 6304. Tägt Uhr Broadway Thalia-Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Waibaila-Tb. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8»', Uhr Auf viels. Wunsch Das WelMMikl fir Jtnttiite ual«al Hl Voaeigerdies�uch Sonntags Park, statt 4,— Mk. nur 00 PI. SiltiitarHttB» Dli. KOnstler-Th. 8«/, Uhr Sdivan-WeiD Piautinon ai 2m lmb|. JnOlBttilB Sink Noll. 1378 I6«ffc 18, lOt/p 21 U. im lelefee der Mitteroaehlssonne Elntrlli I M. lim» eil. 11 ItMn J.M k. Lustspiel Hans Jir. h. Muhl SAS 8'/, Uhr Saldo Thielscher m„Duler Gesdiäflsaufsidir Metropol-Th. Zentrum 128 24 S'u Uhr Der Graf tob Luxemburg Mannet, Jolart. Hoffmann, Kei Hell, Fischer," Cetmi .Höh & IJuergens AIt Anita Dorris, Qoetik» und Walter«lila Tarmstraße 17 Amor auf Ski mit ChrlxfoTord y. Harry Licdtke Jugendliche habe» Zutri« Alezanderstraße 39-40 i Passage> Charloit etwa» veirOckt mit L>» d» Puttl, ALlchtbIId>Th. r-ankforter Allee N Der neueste Harry Piel-FiHn: Tk Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraßa 79—73 10 Tag», die dl« WclterachQUort, Beiprogramm. Bfifanenachau Metro«Palast ChausseestraBe 30 Carmen Bonl in Das Mädchen der StraS« BDhnenschan Pharus>Lichtsplele MBllerstr. 142 Honny Porten tn Lotto Brwtcr I-----—" Kammerlichtspiele Frledrlehsfeld«, Berliner Straße 18 Ly» Maro in Hont tanzt Märien Charlie Chaplin in Goldrausch �3*— ööoJ LSP L chtsplele am Senefelderplati Die leiste Nacht mit Harry LI dtke »ehw.|k, der Haodelänger von Prag_ MilaaLlchtspielpalasl Schönhauser Allee 130. Daa Karnaaell des Tod«* Wenn alt» Männer inag« Frauen hairalca Oroä« Bähnauaclian Skala-Lichtsplele Sckövtliäuserr Allee SB l6T«ge,dledle'Welt erschüttert. Alhambra Milllerstr. Carmen Bonl in Das Mädchen der gtraBo Die große Revue: Wsswlr wellenl Welt» Kloo Mt-Moabit 99 Da* Snroawaldmädol Ol« Wals« vom Wedding Sai.sckmietler-Eiedtsp. Sadsiraße 16 Allred Ahel In Wer das Scheldon hat erluaden Der Tode». Heger ttöhncnacliau MarienbadsPalast Badstraße 35— Jo Lya da Putly In Mairoaeallthchen Die OroBatadC lockt BGbnenscba« Alhambra� Bädstraße 58 Cllly Peladt In PaldmarsehaO lugendliche haben Zutrin bChne: Große Schßnhcitakon. karren»> Da» scbßast« Pllmglrl V. Gesnodhrannao w.rd gesackt Bäbnonsahsa Humboldt«Theater Badstraße 19 ANe» Schwind Ol Gefährliche Praoan Kristall-Palast Prinoenalle« 1—6 Elisabeth Bergner in Dwooa Juan« Bustcr Kaatoa in Der Matrose Bubncnßcbaa €1,— Tivoli-Llchtspiel-Th. Berliner Straße 27 Lotte Neumann In Br geht lectits- Sie geht links Beiprogramm. Bühnenschau Paun»Lichtspiele KnjmmeStr.37,gegenQh.Trin|tatisklrcha Lyn Mara« Do« tansond« Wian Der Held von Sonor» Jugendliche haben zutritt Prinzen-Palast Prinzcnallee 42—43 Palast-Theater Breite Straße 21 a Die Sache mit Schorrelevel Nach d. Roman L d. Berl. lllustr. �ssl�erTühSnhäüsoi�� Film-Palast Blankenbarger Str. 4 Oer Fremdenlagionär Pf* Stadt dar HiOO Pr ���RelnickendorhOst�P BQrgergarten-Llchtsp« Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Spione, ein Film ron Fritz Lang Beiprogramm Schlüter-Theater Schlfllerstr. 17 W. 7, 9.13, S. Ä 4 Uhr Lya de Pattli Cbarlott etwa« verrückt AOenteaer la Porta_ Bmelka-Palast Kurf(}rstendamm 9? Ol« gr. Lathwoeh« f. Emelka-PalaSt H. Lloyd. C.i. Chaplin, Bast Keaton Groüe'ühneaschau fitania(uro SchÜncbcrg) Hauptstraße 49 Beginn 5, 7, v U Die Sache mit Schorra tgd Dax« das groB< Heipro. ramm Titania-Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr Harry Licdtke und Crlstu Tordy in Amor auf Ski Buhne; Sylvester SchäHtr Dritte Woche veriätige,,