Morgenausgabe Rr. 213 A 108 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bfg., monatlich 3,60 2 Im Doraus abibar, Bollbezug 4.32. einich. Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6.-M. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Juuftrierte Beilagen Bolk und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Bisten".. Frauen ftimme", Ledynit", Blid in die Bübermelt was Jugend Borwärts". Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 6. Mai 1928 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die ein paltige Ronpareillezeile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das jettge brudte Wort 25 Pfennig( zulässig zmel fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 12 Biennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Brennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Biennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden ( traße 3, mochentäul. Don 81/2 bis 17 Uhr. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Boftichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Banf der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasie Lindenste 3 ,, Nieder mit den Sozialdemokraten!" Berhat uns ver- raten? Nieder mit den Sozialdemokraten!" Seit| Anzeigers" erweden. Es sind die Kommunisten, Wochen gellt uns dieser Ruf in die Ohren. Er wird sich in Sprechchor durch Straßen und Gassen heult: den nächsten vierzehn Tagen zum wilden Geheul steigern. Aus Beitungsspalten, aus Rednerfehlen, Sprechchören, aus den Trichtern von Lautsprechern wird es freischen, brüllen, dröhnen:„ Nieder mit den Sozialdemokraten!" Nieder mit den Sozialdemokraten! Sie verraten das Vaterland an die Feinde! Sie sind von den Juden gelauft! Sie lästern Gott! Eigentum, Ehe, Familie wollen sie zerstören! Den Bauer wollen sie von Haus und Hof jagen! Nieder mit den Sozialdemokraten!" = Graf We starp reist im Lande umher: Zwischen uns und den Sozialdemokraten steht die Entscheidung! Los und drauf!" Freiherr v. Richthofen Boguslamiß, sein Reichstagsfollege und wieder Kandidat, erzählt in allen schlefischen Dörfern, die Sozialdemokraten hätten in Berlin ,, den freien Geschlechtsverkehr der Schulkinder" eingeführt. Die ,, Deutsche Zeitung" sieht bereits Frauen und Töchter von der Schändung bedroht und empfiehlt, die roten Agitatoren mit deren| leßten Wahlen hochgepriesenen Führer des revolutionären Proletariats"-Ruth Fischer, Maslow, Scholem, Urbahns usw. sind längst ausgeschlossen, in Acht und Bann getan, mit den Sozialdemokraten auf einen Haufen geworfen, als Judasse und Verräter beschimpft. Diese selber find aber auch schon wieder wenn man der ,, Roten Fahne" glauben darf-in neuer Spaltung begriffen. Las man doch dort erst gestern das Folgende: Die Sozial- demo- tra- aten! Merkwürdig nur: wenn die Sozialdemokraten ,, uns verraten" haben, wenn sie Sozialverräter", Agenten des Kapitals" usw. find warum richtet sich dann die ganze But, der ganze Haß, der ganze Rampf der tapitalistischen Sozialrealtion gegen sie? ,, Nieder mit den Sozialdemokraten!" Das war die Wahlparole Mostaus für Frankreich. Unter dieser Parole gelang es, eine wesentliche Erhöhung der sozia Heute letzter Tag: Scholem bezeichnete Ruth Fischer und Maslom als Feige linge, weil sie sich vor der Gründungstonferenz aus Berlin nach Paris verdrückt hätten, um sich einer Stellungnahme entziehen zu fönnen. Die Versammlung verlief äußerst stürmisch. Ruth Fischer, von ihrem Adjutanten Schimanski unterstüßt, bezeichnete ihre Gegner als Dummföpfe. Das ist nur ein Stimmungsbild. In den anderen Verräter gruppen ist ein ähnliches Drunter und Drüber. Der Fäulnisprozeß schreitet fort. Die Reichsbeitung der Ber räterpartei befindet sich in entschiedenem Irrtum, wenn sie annimmt, daß die Kommunistische Partei ein Interesse an der Bertiefung ihrer Gegensätze hat. Im Gegenteil. Je fester ihr euch umarmt, desto schneller werdet ihr gemeinsam verfaulen. Kenütteln von den Höfen zu jagen.„ Nieber mit den Sozial Seht die Wählerliste ein! Der Unterschied zwischen Maslow und Scholem ist der zwischen dem demokraten!" Der ganze Angriff von rechts richtet sich nur gegen uns. Bom Zentrum und den Demokraten spricht man nur in dem Sinne, daß man behauptet, sie hätten unseren finsteren Blänen in Preußen Vorschub geleistet. Der Kommunisten wird überhaupt faum Erwähnung getan. Geschieht es, fo nur zum Zweck der Behauptung, zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten bestehe eigentlich tein Unterschied. Was in Rußland passiert und was deutsche Kommunisten treiben, wird der Sozialdemokratie aufs Ronto geschrieben. Waren es nicht die Sozialdemokraten, die schüßend dazwischensprangen, als der vortreffliche Herr v. Keudell den Rotfrontkämpferbund verbieten wollte? Da sieht man also die unterirdischen Zusammenhänge! ,, Nieder mit den Sozialdemokraten!" Das ist die Agitation der Deutschnationalen. Mit ihr sympathisiert offen oder insgeheim alles, was rechts steht im Zentrum und in der Deutschen Volkspartei. Alle Großgrundbefizer, alle Großfapitalisten, Arbeitgeber, Hausbesitzer von wenigen ehrenvollen Ausnahmen abgesehen stehen mit ihrem Herzen in dem Lager, über dem die antifozialdemokratische Kriegsfahne weht. Man hat sich aus tattischen Gründen klug auf verschiedene Fraktionen verteilt, aber man hält doch zusammen im Kampf für hemmungslose Profitwirt schaft, für den Standpunkt des Herrn im Hause, gegen die Sozialpolitik, gegen den Achtstundentag, gegen die steuerliche Besitzbelastung. Was ist das alles aber anderes als der Rampf gegen die Sozialdemokratie? Rampf gegen die Sozialdemokratie ist Klassentampf von oben. Begen ihn führen wir den Klaffenkampf von unten. Je stärter die Sozialdemokratie wird, desto stärker ist die Stellung der Arbeiterklasse in der deutschen Republit. Jahrzehntelang waren es nur die Konfervativen, die Freifonservativen, die Nationalliberalen, die Scharfmacher aller Parteilager, die den Kampf gegen die Sozialdemokratie führten, tommandierten und finanzierten. Seit einem Jahrzehnt ist es anders geworden. So oft die Reaktion ihren Wahlschrei ausstößt, antwortet ihr aus der Ferne ein freudiges Echo:„ Nieder mit den Sozialdemokraten!" Es sind die Kommunisten, die das Echo spielen. Es sind die Kommunisten, die ihren ganzen Ehrgeiz dareinsehen, an Beschimpfung und Berleumdung der Sozialdemokratie auch die schmutzigsten Agenten der Schwerindustrie zu überbieten. Es ist die Rote Fahne", es ist die Welt am Abend", die durch die Kühnheit ihrer Erfindungen jeden Tag den blaffen Neid der Kreuz- Zeitung" und des Berliner Lofal" listischen Mandatszahl zu verhindern. Ja, beinahe wäre es fogar gelungen, die Stärke der sozialistischen Fraftion gegen über der bisherigen zu verringern- wenn nicht die kommunistischen Wähler in Scharen gegen den Moskauer Befehl gemeutert hätten! Schade- wäre das ein Jubel gewesen! Die Kommunistische Partei Frankreichs bezahlt freilich ihren Erfolg die Schwächung der Linten und die Stärkung der Reaktion mit dem Berlust ungefähr der Hälfte ihrer Mandate! Was tut's? Nieder mit den Sozialdemokraten!" Für diese gute Sache ist tein Opfer zu groß! In Warschau besudeln Kommunisten den 1. Mai durch einen Angriff auf sozialistische Demonstranten. Rote Fahnen hüben und drüben zwischen beiden tommt es zum Rampf. Die Rommunisten schießen, es fließt Arbeiterblut. Drei Tage später bringt die kommunistische Welt am Abend" ein Bild: Ein toter Arbeiter auf dem Straßenpflaster der polnischen Hauptstadt. Getötet von wem? " Hier in Deutschland operiert man mit 3itaten aus dem Borwärts" aus der Zeit vor zehn Jahren. Durch eine bodenlos freche Geschichtsfälschung verfucht man den Anschein zu erweden, als trüge die Sozial demokratie und besonders der ,, Borwärts" schuld an dem damals vergossenen Blut. Es ist wahr, wir haben uns nicht damit abgefunden, daß man uns zweimal mit Gewalt aus unserem Hause jagte. Wir haben nicht gefuscht und nicht pariert, als angebliche Matrojen tamen, uns die Gewehrläufe unter die Nase hielten und uns wegen unserer ,, Schreibweise" mit dem Erschießen bedrohten. Wir haben unsere Meinungsfreiheit verteidigt, wir haben die Sache der Arbeiter Deutschlands verteidigt, die damals, wie heute, in ihrer erdrückenden Mehrheit Gegner der Kommunisten waren und von ihrer Beglückung durch einen Bolschemistenputsch nichts wissen wollen. Wir, die wir damals den Vorwärts" redigierten, waren wirklich so dreift, uns mit Worten gegen Gewehre zur Wehr zu sehen. Darum sind wir jetzt ,, Arbeitermörder". Die Kommunisten hatten während des Krieges die Unabhängige Sozialdemokratie als schüßendes Dach" benutzt. Erft die Sonne der sozialdemokratischen Staatsumwälzung locte sie ins Freie. Sie spalteten in Halle die Unab hängige Sozialdemokratie, aber nicht lange darauf spalte ten sie wieder sich selbst. Keine kommunistische Reichstagsfraktion ist während des Verlaufs einer normalen Legislatur periode ungespalten geblieben. Die des letzten Reichstags ipaltete sich im Berlauf von drei Jahren in nicht weniger als vier verschiedene Richtungen. Die bei den Rabbi und dem Mönch, beide stinten. So schildert die ,, Rote Fahne" heute selber die Helden, Berliner Arbeitern stürmisch zur Wahlempdie sie im Mai und im Dezember 1924 den fohlen hat! Bermesung! Gestant! Gestant! Wählt KPD.! Nieder Feiglinge, Dummföpfe, Berräter, Judaffe, Fäulnis und mit den Sozialdemokraten!" uns eine Ehre. Der Kampf, der von links gegen uns Der Kampf, der von rechts gegen uns geführt wird, ist geführt wird, ist eine Schande aber nur für die, die ihn führen. Wofür fämpfen die Deutsch nationalen? Sie wissen es ganz genau, wenn sie auch zu vorsichtig sind, es auszusprechen. Sie fämpfen für die befizenden Klaffen gegen das arbeitende Boll und darum fämpfen sie gegen die Sozialdemokratie. Wofür kämpfen aber die Kommunisten? Das missen sie selber nicht. An das Vorbild Rußlands glauben sie längst nicht mehr. Daß man der freiheitliebenden, mit wirtschaftlichen Fragen vertrauten deutschen Arbeiterklasse russische Zustände nicht aufzwingen fann, müffen fie längst begriffen haben. Sie fämpfen für tein pofitives Ziel mehr, russische Zustände nicht aufzwingen fann, müssen sie längst begriffen haben. Sie fämpfen für fein pofitives Ziel mehr. sondern nur noch für ein negatives, und dieses negative Ziel heißt: Nieder mit den Sozialdemokraten!" Darin begegnen sie sich mit unseren Gegnern von rechts. * In der Zeit, in der die KPD. unzählige Spaltungen voll30g, hat sich die Sozialdemokratie geeinigt. Mit geschlossener Front ist sie, die größte Partei Deutschlands, die massenpartei der deutschen Arbeit, in den Wahlkampf eingetreten. Die Gegner selbst prophezeien ihr bedeutende Erfolge. Die Reaktion zittert vor ihrem Sieg. Die Deutschnationalen und ihre Bundesgenossen, alle Vertreter der herrschenden Kapitalmacht werden am Abend des 20. Mai jeden Fortschritt der Sozialdemokratie mit einem Angstruf aufnehmen, jeden von den Kommunisten gewonnenen Sig mit einem Seufzer der Erleichterung begrüßen. Und da soll am 20. Mai ein Arbeiter, eine Arbeiterin nicht wissen, wem sie ihre Stimme zu geben haben? Wollt ihr den Kampf gegen den Monarchismus, die Sozialreattion, das Großfapital oder wollt ihr gemeinsam mit den Todfeinden des Proletariats den Kampf gegen die Sozialdemokratie? So ist die Frage ganz flar und einfach gestellt, und millionen- und abermillionenfach wird am 20. Mai die Antwort erschallen: „ Für den Sieg der Arbeit!" „ Es lebe die Sozialdemokratie!" Austritt aus der KPD. �Aus Gnmdeu der politischen und gewerkschaftlichen Moral." Der„Sozialdemokratische Pressedienst' veröffentlicht folgende Äustrittsertlarung aus der Kommunistischen Partei: An die llnterbezirksleitung dar Kommunistischen Part«. Duisburg, Friedenstraße 11. Wert« Genossen! Ich crlläre hiermit meinen Austritt aus der Kommunistischen Partei Deutschlands. Zur Begründung führe ich folgendes an: Am 1. Februar 132! wurde ich durch einstimmigen Beschluß der Mitgliedschaft Duisburg der Filiale des Verbandes d«r Gemeinde- und Etaatsarbsiter zu deren Geschäfts- f ü h r e r gewählt und nach kurzer Zeit durch den Vorstand des- selben Verbandes in dieser Funktion bestätigt. Bis zum heutigen Tage war ich aufrichtig bestrebt, neben meinen Aufgaben als Ver- bandsangestellter mein« Pflicht als Funktionär der KPD. ehrlich zu erfüllen. Trotz dieser Bestrebungen hat meine Pflicht- auffassung als Gewerkschaftsleiter bei der Partei nie das notwendig« Verständnis gefunden, das ich envarten durfte. Mehrmols bin ich wegen meiner tattischen Haltung in Gewerkschaftsfragen vor die Kontrollinstanzen der Partei geladen worden. um mich zu verantworten. In allen diesen Fällen haben die Partei- organe g e g« n m i ch entschieden. Trotzdem habe ich bis vor kurzen: die Hoffnung gehegt, daß mit der Zeit innerhalb der Partei sich jene Strömuiqen durchsetzen würden, die für die schwere Ver- aniwortung und die bedeutenden Funktionen der Gewerkschaften das notwendige Verständnis aufbringen. Diese Hoffnuiigen sind bei den letzten Lohnbewegungen in diesen Wochen schmählich enttäuscht worden. Nicht nur, daß versucht wurde,!n RulldschrÄbeu die Lohnbewegung der Gemeindearbeiker politisch auszuwerten, wurden auch Parteifunktionäre mit fertig von der Partei ausgearbeiteten lknlschließungen in die verbandsocrsammlnngen gesandt, Evt° schließungen. die den selbstverständlichen gewerkschaftlichen Grundsätzen Hohn sprachen. Di« Vorkommnisse in einer Essener Versammlung, die ich der Partei zur Gegenäußerung mitgeteilt habe, wie auch die Ereignisse bezüglich der Lohnbewegung in Duisburg wurden von der Bezirks- leitung mit einer Antwort abgetan, deren Unterstellungen mir jede Weiterarbeit in der Partei unmöglich macht. Ich sehe mich deshalb veranlaßt zu erklären, daß ick) aus Gründen der politischen und gewerkschaftlichen Moral nicht länger einer Partei angehören kann, die statt zu einen, die Arbeiterklasse nur trennt und sich nicht scheut, die große wirlschaslllche' Jtof polltisch eigennützig auszuschlachten. M i ch e l R o d c n st v ck. Vorstehender Austrittserklärnng schließt sich an Eduard Fackin, Vetriebsratsvorsitzeirder de- Gas- Wasierwerks Duisburg. und Dem Beispiel des kommunistischen Stadtverordneten Rodenstock sind inzwischen eine ganze Reihe anderer Duis» burger Kommunisten gefolgt. Rodenstock war einer der ersten kommunistischen Führer am Riederrhein. Er kandidierte u. a. auch für den dortigen Bezirk aufderkommunisti- schen Reichstagslistc. Der KPD. gehörte er feit ihrer Gründung an. Ihre Waffen. Plakate und Flugblätter der Oeuffchnationalen. Die Deutschnationalen wollen ihre Schuld am Äolke in einer Flut von Papier ersticken. Jeden Tag ein neues Plakat, jeden Tag ein neues Flugblatt. Wählt deutschnational— im Namen Hindenburgs, ge- schmückt mit Hindenburgs Porträt! Wählt deutschnational-r im Namen der„B r e m e n*. Wählt deutschnational— im Namen von Professor Junkers — das ist das Allerneust«! Der für die Völkerverftändi- gung arbeitend« Junker» ausgerechnet als Schwurzeuge für die Deütschnationalen auf einem Plakat, das sich an den Stahlhelm wendet! Hindendurg, die.Bremen", Junkers— nur Popularität, für einen Groschen Popularität für die Deütschnationalen! Di« infame Barmat-Hetz«. d'-e dreckigste und verlogenste der Hetzen, die die Deütschnationalen in die Welt gesetzt haben, taucht auf einem deutschnationalen Wahlplakat wieder auf. Jedes Mittel ist recht— nur Rettung. Rettung ößr der Abrechnung! Ihre Flugblätter: die Kultur ist in Gefahr, die Fanrilie ist in Gefahr, rettet, rettet!.. Hier ist ein deutschnationales Flugblatt an die Jugend: .Di- Alten hoben versagt! Und wir Jungen haben das Ehaos geerbt, das von unseren Köpfen und Fäusten die Neu- gestaltung erwartet. Kein großer Führer wurde uns 191S zuteil. weder auf der Linken noch auf der Rechten: kein Lenin, kein Mussolini. Es wurde einfach weitergewurstelt, ohne daß Neues erstand: der alte Parlamentarismus, schon unter der Kanzlerschaft Bethmanns mächtig, unter der Kanzler- schaft Prinz Max' Alleinherrscher, wurde vollends souverän. Mit ihm kam die Korruption, mit ihm Barmat-Kutisker, mit ihm das Wohlleben der Bonzen, während das Volk in Re- volution und Inslotion verarmt«. Ein« unerhört« Arbeitsfreudig. keit vom Maurerlehrling bis zum Werkstudenten stieß auf eine unerhörte Arbeitsnot. Nur den Schiebern ging es gut und ihren politischen Helfern, den angeblichen„Fuh- r e r n" des werktätigen Volkes, die heute durchschnittlich ieder 30000 M. im Jahre an Gehalt, Diäten, Aufwandsentschädigung zu verzehren haben." Das ist alles, was sie der Jugend zu sagen haben! Und sie wundern sich, daß die Jugend sich mit Verachtung von ihnen al>. wendet, daß sie aussterben. Dieses erbärmliche Flugblatt schließt: .Für das arbeitende Volk! Wählt Liste 2!" Das Wort„deutschnational" oder„Deutschnationale Volkspartei" ist in diesem deutschnationalen Flugblatt nicht entHallen. Vielleicht spekulieren die ehrlichen Herren, daß sie kommunistische Stimmen damit fangen! Dia Wahllüge, der Betrug, die Spekulation auf die Unacht- sawkeit, der Appell an die niedersten Instinkte— das sind die Waffen der Deütschnationalen, der Partei Reaktion. Der Schwindel steigt ins Groteske, Da ist ein Flugblatt an die Rentner, in dem es heißt: „Retter, Ihrseidbe st oh-lenundbetrogen! Wer bat euer Elend erkannt— die Deutschnationalen! Wer hat euer Elend bekämpft— die Deutschnatsonalen! Wer hat euer Elend gemildert— die Demschnationol-nl Wer nur kann weiterhelfen— die Deütschnationalen!" Das den Rentnern, die die deutsthnationalen Betrüger in die tiefste Hölle verfluchen, die in jeder deütschnationalen Versammlung, Tränen der Verzweiflung in den Augen, die Fäuste gegen die deütschnationalen Betrüger schütteln! Jawohl, sie sind bestohlen und betrogen, und die Betrüger setzen noch einmal ihr« Hoffnung auf den gewissenlosen Betrug! Männer Ks? Reaktion. £err Bong- stevtschnatiönaler Gp'chsnkandidat fßr Off- sachsen. Oberfinanzrat Dr. B a n g, als Finanzminister in der Kapp-Regieruna oorgesshen, Freund und Bundesgenosse des alldeutschen Justizrats C l a ß, jetzt Spitzenkandidat der Deutschnation aleu Volk spartet für Ost- sachsen, hat in einer deütschnationalen Wahlkundgebung in Dresden fein Programm mit folgenden Sätzen umrissen: ..Ich bin der Ileberzevgung daß nich: der internationale Gedanke die Grundlage alles politischen und wirtschaftlichen Gr. schehenz und der einzige Träger aller Selbsterhaltung, Staatserhal- tuug und Wirtfchaftserhallung ist. N u r r a d i k a l e r N a t i o n a- lismustannunsretten. Ich bin schließlich der Ueberzeugung, daß eine der Quellen unseres Unglücks der Parlamentarismus neu- deutscher Prägung ist, wie wir ihn nach fremden Mustern auf unseren wunden Laib haben schreiben lassen. Es wäre unehrlich von mir, wenn ich Ihnen nicht von vornherein mit oller Deutlichkeit erklären wollte, daß ich, wenn Sie mich wählen, alles undjedes tun werde, um diesem Parlamentarismus das Grab zu graben. Ich würde also mit der Front gegen diesen Parlamentarismus in das Parlament ein- ziehe n." Radikaler Nationalismus: also grundsätzliche Ab- sage an die Verständigungspolitik. Front gegen den Parlamentarismus: grundsätzliche Absage an die Verfassung von Weimar. Herr Bang will dem Parlamentarismus das Grab< �häufeln. Das sagt ein Spitzenkandidat der Partei des Steichsinnenministers von K e u d e l l, der andere Organisationen der staatsgefähr- lichen, hochverräterischen Haltung bezichtigt! Der Spitzen- kandidat will der Verfassüng das Grab schaufeln, sein Partei- genösse, der Reichsmnenmimster, behauptet sie zu schützen. Dieser deutschnationale Spitzenkandidat erklärte in Dresden: „Das deutsche Volk, das einst der Eckstein der Vlenschheik gewesen sei, sei heule nur ein schmutziger Eckstein, an dem jeder dreckige Köter seine Bedürfnisse verrichiel." Das war selbst der deutschnationalen Versammlung zu- viel! Es erschallten in ungeheurer Empörung Zwischenrufe: ..Man sollte diese Rede verbieten!" Bang antwortete seinen deutschnationalen Wählern:„S i e k ö n n e n meinen Rücken a l s Rutschbahn benutzen!" Deutschnationgl! Deutschnational! Herr Hepp— Führer der christlich-nationalen Bauernpartei. Herr Hepp, im alten Reichstag Mitglied der Deut- sch en V o l k s p a r t e i, Präsident des Reichslandbundes, ist zu der neugegründeten christlich-nationalen Bauernpartei ge- gaNgcN. Cr kandidiert für sie zum Reichstag. Am Freitag legte er die Ziele dieser neuen Partei„mit voller Offen- h e i t" oor Landwirten und Politikern aus den Rechts- Parteien dar. Nach einem Berich! der„Deutschen Tageszeitung" führte er aus:., : Abg. Hepp betont« mehrmals sehr nachdrücklich, daß es sich bei dom/peuen Gebilde eigentlich nicht um eine Part«, sondern- um eine Bewegung, eine Bauernreooltr gegen das Herr. I che» de S y st e m"»handle. Das jetzige System, der Weimarer Staat, sei nur auf die Massen zugeschnitten. Das Individuum gelle nichts, und auf das Landvolk werde keine Rücksicht genommen. Der Reichstag dürfe keine VolksverfcnnmlunZ mehr sein, sondern müsse zu einem Kontrollorgan der Regierung werden. Um dies zu erreichen, gehe die Partei in den Reichstag als ausgesprochen« Kamps- organisation gegen das System und all« Parteien, die zu Nutznießern des Systems geworden wären. Es dürfe der Frieden nicht wieder auf dem Lande einkehren,.die B o u« r n r« v o lt e müsse weitergehen, bis man sich durchgesetzt habe. Deshalb gebe es kein Paktieren in Koalitionen. Die Bewegung fei etwas Reoo- lütionäres, kann also nur grundsätzliche Opposition betreiben, so lange das jetzige System bestehe." Herr Hepp will also eine Dauerrevvlte auf dem Lande, die sich gegen den Staat von Weimar, gegen die vex- sassunasmäßiga deutsche Republik richtet. E? will eine Bauernrevolution gegen die Verfassung, er will das deutsche Volk in zwei scharf getrennte Hälften zerreißen. Das platte Land als eine Art Vend�e gegen die demokratische Republik organisiert— das ist der Gedanke, der im Hirn dieses Land- volkdeinagogen spukt! Herr Hittger-Spiegelberg— auch Landvolk! Einer der gehässigsten Feinde der d e u t s ch e n B a u e rn- schaft, der Orgainsation der republikanischen Bauern, ist der deutschnationale Landtagsabgeordnete H i l l g e r- S p i e g e l b e r g, Vorstandsmitglied des Reichs- landbundes. Herr Hillger-Spiegelberg ist sicher ein berufener Vertreter der Bauern! Hier ist sein Porträt, gezeichnet von der„Deutsdhen Bauernzeitung": „Der Lalihbunboorsisenbe Hillger-Spiegelberg ist ein außerordenrlich gewandter Mann. Zwar ist er weder von Hause aus Landwirt, noch ist die Landwirtschaft heute sein Hauptberuf. Er ist Kaufmann und Verlagsbuchhändler, der sich im Jahre 1Ü14 in der Nähe von Berlin das Schloß Spieaelberg mit 160 Morgen Land gekauft hat. • Herr Hillger war als tüchtiger Mann auch im Bankwesen tätig, beteiligt war er bei der Angelogeicheit des Bankhauses Tally Neuburger u. Co. in Berlin, dessen aufsehenerregender Zusammen- bruch bekannt ist. Zwischendurch betätigte er sich bei der Elber- s� l d c r Papierfabrik und den Verlagsanstallen Lehmann u. Fink und Otto Mendel sowie mit den recht unbeliebten sogenannten Abonnement s.-Versicherungs-Zeitschristen. �' Seit dem Erwerb des Gutes Spiegelbcrg macht nun Herr Hillger, außer in Verlagsbuchhandel, Bankwesen und Abonnements- Versicherung auch in Landwirtschaft und landwirtschaftlichem Orgckni- solionswesen. Besonders erwähnenswert ist noch seine verdienstvolle Tätigkeit während der Kriegsjahre. Sein nur auf das Wohl des deutschen Vaterlandes bedachter Sinn ließ ihn bei Ausbruch des Krieges sehr bald erkennen,. daß die Einrichtung von Feld- b ii ch« r e i e n zur Herbeiführung, des endgültigen Sieges unbedingte Nr-wen�akeit fei. Er erreichte dann auch, daß ihm im Interesse des Baterlandes die Feldbuchh andl ungen verschiedener Armeen und Emppenoerwaltimgen pechtweis« übertragen wurden. Die Verdienst«, die er sich bei dem preiswerte!! Verkauf seiner Bücher an die Frontsoldaten erwarb, waren so groß, daß ihm der Kronprinz die Uniform eines Hosbeamten verlieh, in der er alsdann seinen schweren Pflichten besser nachkommen konnte. Zu Beendigung des Krieges waren sein« Verdienste um das Feldheer derartig ange. wachsen, daß auch die Oberste Heeresleitung auf ihn aufmerksam wurde uitd ihm ein« Reihe von Kriegsauszetchnungen u. a. auch das Eiserne Kreuz am schwarzwsißen Bande verliehen wurden. Alle dies« hier angedeuteten Berdienste um Vaterland und Land- Wirtschaft haben alsdann noch Beendigung des Kroges dazu geführt, daß Herr Hillger indenBarstanddesReichelandbundes erhoben wurde." So sehen die berufenen Vertreter der Interessen des Landvolkes, die Führer des Reichslandbundes aus! Der Bauer soll für ihre Zwecke mißbraucht, er soll betrogen werden!_ Berlin und Moskau. Wie die Sowjetregierung einen Agenten der Bourgeoisie empfängt. Am Zt. Februar las man in der„Roten Fahne" einen gehar- nischten'Protest gegen die Ueberreichung einer Gedenk- mappe durch den Berliner Oberbürgermeister an König A m ä n u l l a h, in dem Amanullah kurz und bündig als Agent der Bourgeoisie abgetan wurde: „Der afghanische König kommt als Agent der Herr. schen den Klasse seines Landes, um für diese Geschäfte abzuschließen." Am 3. Mai wurde Amanullah,„Agent der Bourgeoisie", mit königlichen Ehren in Moskau empfangen. Man liest in der„Prawda" eine begeisterte Schilderung des Empfangs, Bilder zeigen den König, geführt von Kallnin, während der Ehef der Mos- kauer Garnison in strammer Hallung salutiert. Bor dem„Agenten der Bourgeoisie". Frau Kollontay überreichte als Ehrendayie der Königin einen Blumenstrauß, und der Stadtrat von Mos- kau überreichte dem König ein künstlerisch ausgeführt t e s A l b u m. Wir vermissen fren gebarnsschten Protest der Kommunisten im Moskauer Sowjet gegen dies« Ehrung eines..Agenten der Bour» gcoisie" durch den Stadtrat von Moskau. 30 Milliarden! Die Arbeiterschaft als Opfer der Lnflatio». Es ist jetzt endlich statistisch festgestellt worden, um welche Sohnsumme« die deutsche Arbeiterschaft durch die Inflation gebracht worden ist. Infolge des Sinkens der Reallöhne ans hochgerechuet 30 bis vi) Proz. vor der Stabilisierung ergibt sich, daß in den Jahre« 1922 und 1923 ein Gesamtbetrag von minde» stens 39 Milliarden an Lohn zu wenig zur Auszahlung gekommen ist. Was 1919 bis 1921 der Arbeiterschaft an Lohn vorenthalten wurde, dürfte kaum weniger groß fei«, ist aber wissenschaftlich schwer festznstelleu. Und wer war es. der mit alle« Mittel« für die Fort» setznug der Inflation gearbeitet hat? Stinues. Häven- stein, Hclfferich, die drei Vcrderber Deutschlands, d i e Führer der Deütschnationalen. habe« als die Vertreter des Schwerkapitals die rechtzeitige Stabilt- sierung verhindert. Sie wußte« warum. Was gäbe» die Unternehmer darum, wenn diese Zeiten»och einmal zurückkehren würden! Das Ltrieil im Gieiiiner Prozeß. Zuchthausstrafen für Heines, Ottsw und Iraebel. Sieltlu. 5. Mal.' 3m Fememordprozeß wurden der AogeNagle Heines wegen Totschlags zu 15 Zohreu Zuchlhavs, der Augeklagle Otlow wegen Totschlag» zu vier 3ahreu Zuchthaus, der Angeklagte Araebel wegen Beihilfe zum Totschlag zu drei Zahren Zuchthaus verurkeilt. Die übrigen Angeklagten, also Bär. Vogt. Landewer. Krüger and B-rgfeld werden freigesprochen. Bei der Moskauer MNikSrbcfprcchung mit Amanullah war nicht der�deutschs, sondern der r u s s-i s ch e Gesandte in Kabul zu. gegen. So berichtigt sich jetzt die betressende Nachrichtenagentur, Die Laufbahn des Ministers v. Keudetf. Die künftige Taktik der Sozialisten. Ztniröge zum Kongreß in Toulouse. Paris, 5. Mai.(Eigenbericht.) 2er Parteitag der französischen Sozialisten tritt(Sa&e Mai in Toulouse zusammen, um die künftige Politik dot �ammerfraktion festzulegen. Di« Gegensätze zwischen dem linken und dem rechten Flügel ■ nnerhalb der Partei haben durch den Wahlkampf kaum an schärfe verloren, roerm auch das Perhalten der Kommunisten zahlreich« Anhänger eines Zusammengehens mit dieser Partei stark ernüchterte und den heute von lstenoudel und Vincent- Auriol geführten rechten Flügel der Partei an Boden ge- tä i« n d n ließ. Die Vorgänge bei der Stichwahl dürften jedenfalls wri dem Kongreß in der Weise nachwirken, daß eine Majorität für eine abwartend« Haltung zustande kommt. Schon jetzt liegt bereits ein Antrag vor, der die Unter st ützung derFraktion durch die Kommunisten auf das schärfste verurteilt und fest- stellt, daß weitere Erfolge der Reaktion nur durch das Zu- sommengehen z wi j ch« n Sozialisten und Radikal- f o z i a l i st« n verhindert werden köbnten. Die Resolution drückt «Ndlich den Wunsch nach Aufrechterhaltung eines engen Kon- taktes mit den Gewerkschaften und die Vertretung des von ihnen ausgestellten Reform Programms aus. Die An- bänger der äußersten linken Richtung haben inzwischen ebenfalls ein« Entschließung in entgegengesetztem Sinne vorbereitet. Außer den prinzipiellen Fragen stehen auch noch personell« Fragen auf der Tagesordnung des Parteitages. Die Anhänger des linken Flügels widersetzen sich z. B. energisch einer Wiederaufftel- l'ing Bouissons als Kammerpräsident,.da die Annahme eines Postens in der Kammer des Bürgerblocks der Sozialistischen Partei unwürdig sei. poincarä über das Elsaß. Pari», 8. Mai.(Eigenbericht.) Der französisch« Ministerpräsident hielt am Sonnabend auf der Generaloersammlung der Gesellschaft der Freunde der Universität S t r a ß b u r g eine Rede, die vor allem einen historischen Ueber- blick über die Entwicklung der Universität unter deutscher und dqnn der französischen Herrschaft geben sollte. Poincarä stellte eine ganze Reihe von Aeußerungen deutscher Profesioren und Verwaltungsbeamter, darunter vor allem des 1924 gestorbenen Prinzen Alexander von Hohenlohe(Sohn des Statt- Halters in Elsäß-Loihringen) aus dessen Memoiren zusammen, um den Nachweis zu führen, daß auch, als Elsaß-Lochringen noch deutsch war, der grüßte Teil der Bevölkerung und besonders der Jugend Nach Frankreich zurückstrebte und Deutschland demnach die A s si mt li e run g nicht gelungen fei. Die Bemühungen, die Poincarä auf diesen Nachweis verwandte, sind angesichts der Wohl von drei Autonom! st en ins Vatlanient sowie des Autonomistenprozesses. der beweist, wi« schwer auch Frankreich die Assimilierung wird, psychologisch verstand. l ich. Besonderes Gewicht muß jedoch auf die Schlußfolgerungen gelegt werden, d!« Poinearä aus der Vergangenheit zog. Er rief in seinen Zuhörern das Vermächtnis des Prinzen Hb henlo h« wach, der den Elsössern gewünscht habe, daß s,e unter der französischen Flagg« in Ruhe und Frieden ihrer Bestimmung leben konnten, ein Bindeglied zwischen den beiden großen Ikaklonen zu fein. Dies« Bestimmung könnte das Elsaß aber nur erfüllen, wenn weder in Frankreich noch außerhalb semand di«, Rückkehr Elsaß-Üothringens in die fran- zösisch« Gemeinschaft mehr in Zweifel zieh«. Krach m Colmar. Zeugenvernehmung vor Aescholdlgteuverhör. Strahburg, 5. Mai.(Eigenbericht.) Im Eolmarer Autonomistenprozeß wie« di« Verteidigung daraus hin. daß erst z w e i Angeklagte vernommen sind. Keinem Ange- klagten habe man aber mit Bestimmtheit gesagt, in welcher seiner Handlungen eine Beteiligung an einem Komplott zur Gefährdung des Staates liegen solle. Unmittelbar darauf schlägt der Staats- onwalt vor, das Verhör der Angeklagten abzubrechen und so- fort di« Zeugen zu oernehmen. Die Verteidigung erwidert, daß die Angeklagten das Bedürfnis hätten, ihre Unschuld zu de- weisen. Schon ehe der Prozeß begann, sei bekannt gewesen, daß er durch di« Regierung beeinflußt werde. Die Straß» burger'Rede Poincares vom 13. Februar habe diese Atmo- sphäre geschaffen. Der Vorsitzend« beauftragt nichtsdestoweniger den Gerichts- diener, die ersten Zeugen aufzuruseu. Als das geschieht, erheben sich sieben Verteidiger und legen heftigsten Protest gegen diese Ge- schäftssührung ein. Schließlich wird durch Gerichtsbeschluß dem Ver- terdiger Fourrier auf einen Monat das Dcrteidigeramt entzogen._ Revolverjournalistik. Nochmals die Verdächtiguugen in Sachen Eolmoo. Die kommunistische„Welt am Abend" hatte am Freitag bei der Besprechung der Affäre Talma» zunächst positiv behauptet. die Unterlassung einer Strafanzeige durch die Reichsregierung sei auf die Intervention sozialdemokratischer Reichstagsobgeordneter zurückzuführen. Auf unser entrüstetes Dementi antwortet sie am Sonnabend mit dem. vorsichtigen Dorschlag, wir sollten„Dr. Breit- scheid fragen, ob vielleicht durch Zufall ihm etwas von der Affäre Calmon bekannt geworden ist". Am Freltag nannte das kommunistisch« Sensationsblatt zwar keinen Namen, aber beschrieb den von ihm verdächtigten Reichs- tagsabgeordneten so, daß der Eindruck entstehen mußte, es sei unser Genosse Vreitscheid gemeint Typische Methoden der Revolver» s o u r n a l i st i t, die gemeine Verdächtigungen in einer Form aus- streuen, daß sie gerichtlich nicht zu fassen sind. Auch die neue vor- sichtige Fassung entspricht dem offenbaren Lestreben, keine Handhabe für«ine DerleumduNgsklage zu bieten. Immerhin gestattet sie uns, nach einer«igenUich überflüssigen Rückfrage bei Dr. Brestscheid fest- zustellen, daß ihm von einer Affäre Talma» überhaupt nie» mal» etwa» bekannt geworden ist und daß sr Ealmvn überhaupt nicht fennL Falls es wirklich«n« Affäre Calmon gibt— was wir, wie gesagt, nicht nachprüfen können—, so geht st« nicht die deutsche, sondern ausschließlich die fronzösiscbe Partei an. Haben die Kam- mimiften aber ihr kompromittierendes Material, so wird zweifellos kv«„Humanstä" nicht versäumen.«? an die groß« Glocke zu hängen. Sondestbarerweife hat sie es bisher nicht getan. Uebrigen» ist Calmon, entgegen der Behauptung des Pariser Korrespondenten der „Welt am Abend" nicht wiedergewa�t worden, sondern am 29. April Miesen...................-.■.. Siresemann/ Schurman Ehrendoktore politische Festreden in Heidelberg. Die Universität Heidelberg hat den Reichsauhenminister Siresemann und den amerikansschen Botschafter Schurman zu Ehrendoktoren ernannt. Zur Entgegennahm« der Diplom« waren beide Herren nach Heidelberg gefahren und hielten bei der Ueberreichungsfeier Reden, die auch politisch« Slellen enthielten. Nachdem Botschafter Schurman m seiner Dankvede zu» nächst eigene Studienerinnerungen an Heidelberg und sogar sein« eigene englisch« Ucbersetzung des Scheffelschen Gedichte«„Alt-Heidcl- berg" zum Besten gegeben hatte, sprach er von den zurzeit schwe- benden Verhandlungen über den Kelloggschen Anti- kriegspakt. Er bezeichnete die„Identität der St«l- lungnahme" Deutschlands und Amerikas als„ein weiteres Beispiel und«ine westere Bestätigung internationaler Kameradschaft". So schloß seine Rede mst den Worten: „Deutschland und die Vereinigten Staaten marschieren vorwärts in einem großen und edlen Abenteuer für die Sache der menschlichen Kultur. Ich hoffe ernstlich und erwarte auch zuversichtlich, daß alle Nationen der Welt sich bald diesem glorreichen Zuge anschließen werden. Uni» verseile Zusammenarbeit in der Sache des Friedens wird sich an und für sich schon als schöpferisch und fördernd für di« internationalen Freundschaften erweisen." Stresemonns Red« begann zunächst mst der vernünftigen iFeststellung, daß das Internationale und das Ratio- nal« keine Gegensätze seien. Dann aber polemisierte er ausführlich gegen«ine Auffassung der„Internationalen", die wohl nur in den. Köpfen philisterhafter Bierbankpolitiker(und auch mancher deutscher Universstätsprofessoren) spukst Es folgte eine langatmige Dissertation über die polstische Entwicklung des 19. Jahr- Hunderts, wobei Bismarck als ein Muster an diplomatischer Selbst- beschräntung gepriesen wurde. Di« Generation nach Bismarck Hab« aber seine Politik nicht mehr verstanden, wachsende« Mißtrauen habe einen wachsenden Fataltsmu« erzeugt und schließlich zum Weltkrieg geführt. Dieses gegenseitige Miß- trauen sei durch den Weltkrieg ins Riesenhaft« vergrößert worden: „Die Nachkriegszeit� bietet zunächst ein sonderbare» Bild de» Nebeneinander von rücksichtsloser Anwendung des nationalen Machtprinzips und von zäh verfolgten Bemühungen, ein neues System der Bälterver» st L n d l g u n g auf der Grundlage der Gleichberechtigung aufzu- bauen." Den amerikanischen Krieg sächtmvgspaktentwurf bezeichnet« Siresemann als einen „Dorfchrc-g, den man vor wenige» Jahren vielleicht noch als eine nicht ernst zu nehmende Utopie und Idevlogi« kritisiert daben würde, der sich uns aber heut« al««in Slkt von größter r-alpolitifcher Bedeutung darstellt. Gewiß gebe ich mich keiner Täuschung über die Schwierigkeiten hin, die «och zu überwinden sind, dauut der Kriegsächtungsplan der Bereinigten Staaten die Zustimmung aller der Mächte, auf di« es ankommt, erhält. Aber auch hier gilt nach meiner Ueberzeugung der Satz: daß ein Weg nicht deshalb falsch ist, weil er nicht glatt und eben zum legterstrebten Ziel« führt". Sodann verlangte Siresemann. daß man die Zusammenarbeit der Völker nicht auf das Wirtschaftlich« beschränke. Ferner ver- langte er«ine wirkliche Gleichberechtigung der Völker und erklärte: „Es hieß« die Institution des Völkerbundes zu' einem bloßen technisch-odnnnistratioen Apparat herabwürdigen, wollt« man es als einen erträglichen Zustand bezeichnen, daß eine Uölkerbundsmach» auf dem Territorium einer anderen Truppen unterhält. Die Welt wird sich auch datübcr keiner Täuschung hingeben dürfen, daß der Völkerbund gewertet werden wird nach seinen Erfolgen in der Frage der A b r ü st u n g und der B»- seitigung der ungeheuren Rüstungsungleich heit, wie sie heute noch besteht. Da» deutsche Volk hat nicht viele Jahre hindurch die kaiserliche Regierung mster der Anklage des Weit- rüftens und der„kriegprovozierenden Abrüstungssabotaye" brand- marken sehen,' um setzt, da diese Regierung Und ihre militärisch« . Macht nicht mehr bestehen, stillschweigend und mit Gleichmut zuzusehen, wie andere Mächte sich«ine R ü st u» g s ü b e r- legenheit bewilligen, an die das kaiserliche Deulschlaich nicht in den kühnsten Träumen jemals gedacht hat." Nach dieser außenpolitischen Fanfare eine durchaus angebrachte Mahnung an die studentische Jugend: „Die Zeit, In der wir leben, stellt die gebieterische Forderung an die akademische Jugend, sich nicht an allen Schlagwortcu zu berauschen. Die Erhaltung des rieben s und die darauf gerichteten Bestrebungen sind nicht eigheit, sind nicht Schwäch«, sie sind realpolitische Er- kenntnis unserer eigenen nationalen Interessen." Siresemann schloß mit dem Wunsche,' daß„alle Ströme der Verständigung zwischen den Völkern schließlich darin einmünden mögen, daß dem heutigen Geschlecht, das so unendlich viel gellsten hat, eine lange Periode bevorsteht des Friedens und der Freiheit, eine wirkliche Durchführung des Selbstbestim- mungsrechts der Völker, einer Achtung der Kultur, der Reli- gion und Sprach« jedes Menschen, in welchem Staat immer er labt". Oeutsch-amerikanifche? Schiedsvertrag unterzeichnet W a s h l n g l o n. 5. IKoi. Der deuksch�imerlkanische 5 ch l e dsgerichlsvertrag ist heule von Staatssekretär Kellogg und Botschafter PrlUwtß. <0 äff ton unterzeichnet worden. Wieder einer! Der beutschnationale Landtagsabgeordnete für den Wohlkreis Hesien-Nossau. Konrektvr st R. Eduard Mar» tell, ist aus der Deutschnationalen Pollspärtei a u s g'et'r o t e n. ver„Wobosch der Wardan iei!", Peter W aller, kann sein« 140 Wardanieri, darunter auch etliche Bayern, nicht selbst aus ihrem Marsch führen, da er in der Wiener Klinik-Wagner-Iauregg aus feinen Geisteszustand untersucht wird. DER KUNDEN KREIS NJ ERWEITERT SICH MEHR U. MEHR DANK MEINER TRADITIONELLEN PREISWURDIGKEIT QUALITAT UND DER BEKANNTEN GUTEN ALLER MEINER WAREN BANER ERÖFFNE ICH DEMNÄCHST MEINEN NEUEN GROSSEN PREISE SIND SENSATIONEN DAMENKLEIDUNG UND DAMEN HÜTE MODESCHALS Jumperbluse vorzügl. weißer Vollvolle, 790 mit Hohlsaum und Spitze Kleid bedruckter Vollvolle, 1450 mit langen Ärmeln Kleid Bastseide, mit farbiger Garnitur 1950 DAMENWÄSCHE Taghemd mit Stickerel- Ansatz und Hohlsaum Nachthemd mit Stickerel- Motiv und Stoffs aum ERWEITERUNGSBAU Schlafanzug HERRENWÄSCHE Stehumlegekragen 050 Mako, 4 fach, mod. Formen Zephir- Oberhemd m.gefütt. 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NahtDaunenfüllung, 150/200 1300 28,00 dichtung, vorzügliche 59⁰⁰ Matratze Indiafaserfüllung, grauweißgestrft. Drellbezug 90/190 21.00 80/185 Kissengarnitur für Korb möbel, 1 Sitz- und 1 Lehnkissen 1825 245 125 Veloutine Wolle mit Selde, neue Farben und schwarz, marine, ca. 100 cm GARTENDECKEN Javagewebe 190 Bunt zweifarbig weiß, indanth.Karos, 110/150 120/150 345 gewebt 120/120 Doppelgewebe moderne Zeichnung 120/150 595 2.95 485 120/120 Künstlerdecke NEUHEITI weiß mercerisiert Krepp, m.gewebten Indanthr. Karos u. Künstlermustern 130/160 645 130/130 525 4,90 250 Damenhut manliaartiges Geflecht 190 mit Band garniert Damenhut feines Geflecht 4.90 mit Band garniert Damenhut florentinerartiges Geflecht, mit Band garniert 575 Schal Crape de Chine: 275 bunt gemuster Modernes Tuch mod.Punkt- u.andere Must Spangenschuh 750 hellfarbiges Leder, 1250 geschweifter Absatz TRIKOTAGEN UND STRÜMPFE Herrenbeinkleider 200 Knleform, weiß Trikot Gr. 4 HerrenUnterjacken 210 weiß Trikot Größe 4 Damenschlüpfer Halbmako, leinperippt 110 oder fachs SEIDENSTOFFE Bastseide reine Seide, naturfarbig, für Kleider u. Wäsche, ca. 80 cm 740 190 Gestickte Bordüre auf reinseldenem Bast, ca. 125 cm breit Herren- Socken mellert Flor, Jacquard Damenstrümpfe Waschkunstseide, mit engl. 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Mai 492» Jeder noch so abgebrühte und langgediente Schauspieler wird irgendwie, sobald eine(Ersten chsührung herannaht, vom Premieren- fieber�erfaht. lind erst recht der von Lcidznschasten glühende, blut- volle Schauspieler. Unzählige Proben sind vorausgegangen und end- lich ist der Abend da.«chcherlich hat der Garderobier den Schmink- tisch vorbereitet. Alles liegt an seinem Platz, die Schminken, die Tücher und sonstigen Schminkutensilien. Das wichtigste ist der Spiegel, von zwei Lgmpen umgeben. Ein alter Theatcrwitz sogt: �Ie mehr Schmink«� desto weniger TalipM-" Als Anfänger kauft man eine„Garnitzir", von der aber yx Bälde nur mehr kümmer- kich« Reste zu sehen sind.„Große Mister" pflegen ihre Schminken mitsamt Spiegel in einem ZigarzMkistchen zu verwahren, das dann auch auf olle Gastspiefrcisen ielugenommen wird. 3lun fitji der Künstler vor dem Spiegel, der ,. Bornehm«" im Schminkmantel. Das Gesicht wird erst mit Kölnisch Wasser obge. rieben, dann Teint ansgetragen. Die Maske wird bedächtig und sorgfältig erwogen. Die Augenpartie nimmt die m e i st e Zeit in Anspruch, denn das Auge muh leuchten. Oer Inspizient meldet sich! Es klingelt scharf und schrill: das erste Zeichen, das der In- spizient von der Bühne aus eine halbe Stunde vor Beginn gibt. 2etzt zeigt stch so erst die Nervosität des Äünsllers. Das Kostüm. obwohl es längst ausprobiert ist und tadellos sitzt, will und will nicht passen— die Knöpfe werden falsch eingeknöpft—. Eine Naht ist geplatzt. Alio schnell wieder ausgezogen. Nochmols ungezählte Blicke in den Spiegel. Die Puderquaste gleitet über die Maske. Der Ankleider hat inzwischen den Schaden ausgebessert. Man schlüpit wieder in das Wams, aber die Nervosität verhindert jegliches Eilen. »Nur Ruhe," erlaubt sich der Friseur zu sagen, der mit dem M a st i x t o p f lauert, um den Bart anzukleben. Der Mime verzieh» das Gesicht schmerzlich, wenn diese zähe Flüssigkeit mit dem Pinsel auf die chgjU geschmiert wird, denn zu dem brennenden Schmerz auf den» frisch rasierten Gesicht gesellt sich noch Falstaff wird„zurechtgemacht" Jade London: WvlfsblUt. Einmal fuhr er aus dem Schlummer, der nur einem bösen Traume glich, empor und sah die rötliche Wölfin vor sich. Sie saß nur ein halb Dutzend Schritte von ihm entfernt im Schnee und blickte ihn unverwandt an. Die beiden lhunde ihm zu Füßen winselten und knurrten, aber sie kümmerte sich darum nicht. Sie blickte nur den Mann an. und auch er starrte sie eine Weile an. Es lag keine Drohung in ihrem Blick. Sie schaute ihn nur gleichsam sinnend an, aber er wußte, daß dieser Ausdruck nur eine Folge großen Hungers wäre. Er war Speise, und sein Anblick erzeugte in ihr die Begier des Appetits. Ihr Mund öffnete sich, der Speichel floß heraus und sie leckte sich das Maul im angenehmen Ge- fühl der Vorfreude. Eine wilde Angst durchzuckte ihn. Er streckte die Hand nach einem brennenden Holzscheid aus, um es nach ihr zu werfen. Allein, ehe seine Finger das Wurfgeschoß erfaßt hatten. sprang sie schnell zurück und er wußte, daß sie es gewohnt ge- wesen wäre, mit Feuerbränden geworfen zu werden. Sie hatte beim Wegspringen geknurrt und dabei all ihre weißen Zähne bis zur Wurzel entblößt. Der sinnende Misdruck war verschwunden, und eine boshafte Gier an seine Stelle ge- treten, die ihm Schauder einflößte. Er blickte auf seme Hand, die noch das brennende Holzscheit hielt, und bemerkte, wie stch die Finger so zart und fein um die ungleiche Oberfläche legten, wie sie sich um das rauhe Holz krümmten, und wie der kleine, der dem brennenden Teil des Holzes zu nahe kam, feinfühlig von selber vor der sengenden Glut zurückfuhr und einen kühleren Platz aufsuchte, und im nämlichen Augenblick schaute der Mann wie in einem Gesichte, wie diese fein- fühligen, zartbesaiteten Finger von den weißen Zähnen der Wölfin zermalmt wurden. Nein! nie zuvor hotte er seinen Leib so lieb gehabt als nun, da er denselben vielleicht nicht mehr lang sein eigen nennen würde. Die ganze Nacht scheuchte er das hungrige Rudel mit Feuerbränden zurück. Wenn er unwillkürlich einschlummerte, so weckte ihn das Gewinsel und Geknurr der Hunde. Der Morgen kam, aber zum erstenmal verscheuchte das Licht des Tages die Wölfe nicht mehr. Der Mann wartete vergebens, * der unangenestme Aethergevuch. Die nervöse Stimmung beruhigt sich also durchaus nicht. Es ist keine Kleinigkeit, mit einem ver- klebten Gesicht stundenlang herumzugehen. Wagnersänger haben den Genuß des Bartes bis zu ü Stunden. Abermals schrilles Ge- klingel. Die Aufregung steigert sich. Noch eine Biertelstundc! Man blättert in der Rolle, überfliegt die unliebsamen gefährlichen Stellen des ersten Aktes, die, obwohl man sie ungezählte Male aus den Proben gesprochen, obwohl der Regisseur gerade diese oerwund- baren Stellen mit besonderer Sorgfalt probieren ließ, immer ein Unbehagen, eine förmliche Platzangst auslösen. Di« Türe ösfnet sich: Kollcgeti erscheinen. Die Nervosität wird gewaltsam zurückgedrängt. Ermunternd« Witze werden gemacht, kritische Ausstellungen, lästernde Bemerkungen im Spaß. Der Höhe- punkt der Unterhaltung ist dann die Klage, die im spaßhasten Ernst über Abwesende geführt wird und das ist der Herr Regisseur und meistens die hockstöbliche Direktion. Oas letzte Glockenzeichen. Fünf Minuten vor Anfang ertönt das letzte Glockenzeichen. Ein« letzt« oberflächliche Betrachtung vor dem großen Spiegel. Der Puderstaub wird abgebürstet und mit kühnen Schritten geht es der Bühne zu. Ob wohl die Requisiten, die man zum Spiel bc- nötigt, am Platze sind? Wehe, wenn man etwas vergessen hat! Die Situation ist nicht auszudenken. Man steht auf der Bühne, hat z. B. einen Brief abzugeben und hat ihn nicht bei sich. Zwar hat der Inspizient dafür zu sorgen, aber Irren ist menschlich und es ist besser, man verläßt sich auf sich selbst. Die Nervosität hat bereits wieder erneut bei Betreten der Bühne eingesetzt:„Noch Zeit, der eiserne Vorhang ist noch nicht ausge- zogen," beruhigt der Inspizient.— Die Requisiten sind alle am Platze. Dies zu wisie» beruhigt einigermaßen. Nun vergehen noch einige Qualminutcn, während man sich auf der Hinterbühne zu daß sie sich zurückziehen sollten. Sie blieben im Kreise um ihn und um das Feuer und zeigten eine freche Sicherheit, die seinen durch das Morgenlicht erzeugten Mut erschütterte. Er machte einen verzweifelten Versuch, sich auf den Weg zu machen, allein in dem Augenblick, als er den Schütz des Feuers verließ, sprang der kühnste Wolf auf ihn los, doch zu kurz. Der Mann rettete sich dadurch, daß er zurückwich, aber kaum sechs Zoll von seiner Hüfte klappten die Zähne des Tieres zusammen. Das übrige Rudel drang auf ihn ein und nur durch Feuerbrände, die er rechts und links um sich warf, trieb er die Wölfe in eine respektvolle Entfernung zurück. Selbst am hellen Tage wagte er es nicht, das Feuer zu verlassen, um Holz zu hauen. Etwa zwanzig Fuß entfernt erhob sich eine ungeheure vertrocknete Tanne. Er verbrachte die Hälfte des Tages damit, das Lagerfeuer nach dem Baume hinzuziehen, wobei er stets ein halb Dutzend brennender Reisig- bündel bereit hielt, um sie auf die Feinde zu schleudern. Als er den Baum erreicht hatte, studierte er den Wald in der Um- gegend, um den Baum in der Richtung zu fällen, wo es das meiste Brennholz gab. Die Nacht verlief wie die vorige, nur daß das Bedürfnis nach Schlaf überwältigend wurde. Dos Knurren der Hunde verlor seine Wirksamkeit, denn sie knurrten jetzt fortwährend, und seine schlaftrunkenen, halb erstarrten Sinne nahmen es nicht mehr wahr, wenn der Ton lauter und dringender wurde. Einmal schreckte er empor: die Wölfin war kaum einen Meter von chm entfernt. Mechanisch ergriff er einen Feuerbrand und schleuderte ihn ihr in den offenen Rachen. Sie sprang zurück und heulte gellend vor Schmerz, und während er über den Gestank des versengten Haares und Fleisches frohlockte, sah er, wie sie zornig knurrend mit dem Kopfe hin und her schlenkerte. Darauf band er sich, bevor er wieder einschlummerte. einen brennenden Fichtenast an die rechte Hand. Nur auf wenige Äugenblicke schloß er die Augen, dann erweckte ihn der Schmerz der Flamme an dem eigenen Fleische. An diesem Plane hielt er mehrere stunden lang fest, und alles ging gut. bis er den Ast einmal nicht fest angebunden hakf'. Als diesmal feine Augen sich geschlossen hatten, fiel ihm der Ast au? der Hand. Er träumte, daß er i« Fort Mc. Gurry wäre. Es war sammeln versucht.— Da ertönt der erste Gongschlag. Schon steht man an seinem Austrittsplatz. Die Nerven sind in höchster Spannung. Zweiter Gangschlag— Vorhang auf.—.Letzt" bedeutet der Inspizient— es fallen die ersten Motte und fort ist die Nervosität. Es gibt Schauspieler, die den ganzen Abend, auch während des Spiels, die Aufregung nicht verlieren, doch das sind Ausnahmen. Jedenfalls find diese Künstler zu bedauern, weil ihre Gesundheit stark gefährdet ist und sie selten ihres Lebens froh werden. So entsinnt sich der Verfasser eines jungen Schauspielers, der bei jeder Vorstellung so erregt war, daß er alles, was er in die Hand nahm, fallen ließ. Da sagte der Direktor eines Tages:„Mir mißfällt, was Ihnen täglich e n t fällt!" Dos Publikum aber merkt nichts, soll auch nichts merken von der Erregung, die den Schauspieler während des Spiels gefaßt hält. Leuchiender Wahlaufruf. »Wählt Sozialdemokraten!* Biel Beachtung fanden die neuen Lichttransparente, die die sozialdemokratische Patteilung zur Wahlwerbung am Hermannplatz in Neukölln und auf dem Messegelände am Funkturin leuchten läßt. Aus intensiv wirkenden elektrischen Lichtquellen sonnen sich Buch stoben und aus den Buchstaben Sätze, die schon von weitem in ein dringlicher Sprache aus die Pflichten der Wähler aufmerksam niachen. „Wählt am 20. Mai nur Sozialdemokraten!"—..Die Sozial. demokratle ist die Partei der Werktätigen!"—„Arbeiter! Agitiert für die Sozialdemokratie!"—„Alle wählen die Partei August Bebels!" so lauten die P�arol«n, die Deutschlands stärkste Partei ihren Wählern mit out den Weg gibt. Kurze Schlagzeilen sind das Zeichen für das Tempo unserer Zeit. So will es der praktische Zeitsin», und so will es auch der Mensch, der ihr dient. Statt langer Wahlouirusc eine kurze Schrift, die bei Eintritt der Dunkelheit über den Dächern der Häuser in Lcuchtbuchstaben hinroondert. Mit dem Apparat der Wcinderschrift, wie wir sie an der Passage in der Friedttchsrraße und am Nollendorfplotz sehen, marschieren plötzlich Schristzeichen, die ebensoll- den aufmerksam schauenden Passanten an seine ernsie Pflicht am 20. Mai mahnen. ..Am 20. Mai ist Reichstags- und Landtagswahl! Alle Männer und Frauen wählen nur Sozialdemokraten!"—„Wer für eine glückliche Zukunft Deutschlands kämpst, muß nur Sozialdemo. kcaten«vählen!" Lachend und aufmerksam sind die Menschen aus der Straße stehen geblieben, man ist gespannt, was der Beginn der neuen Schriftzeil« bringen wird. Vielleicht eine kurze Sensationsmeldung über Nobiles Nordpaliahri, ober nein, es ist ein Ausruf der Sozial- demokratischen Partei! Manchem Sttaßengänger, mancher Frau schlagen unsere Zeilen ins Herz, sie erkennen plötzlich den Ernst der Situation, der trotz allen throßstadttnü'els unl»edingt vorhanden ist. Denn ein neuer Satz, den eben die Wonderschrist aus dem Dunkel des Himmels zieht, lautet recht nachdenklich: „Der Bestand der deutschen Republik ist nur gesichert, wenn im> Landtag eine starte Sozialdemokratie den Einsluß ausübt."— „Das Ziel der Sozialdemokratie ist ein demokratischer voltsstaat mst sozialem Inhalt."—„Für die Armen und Unterdrückten kämpf! die Sozialdemokratie!"—„Rur in einer starken Soziot- demokratic ist der Ausstieg Deutschlands gesichert!"—„Die So- zialdcmokralie ist die Jntcressenverlretcrin aller Hand- und Kops- arbeilcr!" Wie gesagt, recht nachdcnllich, recht eindringlich predigt dies« Himinelsschrift. Sic ist ein„Menetekel", eine ernste Warnung in letzter Siunde._ Elternbeiratswahlen am 17. Inn». - Wie der Amtliche Prenhische Pressedienst»riUeilt, ist als Termin für die Eltcrnbciratswahlen jür sämtliche öffentlichen und privaten Schulen vom Provinzialschulkollcginm S o n t a g/d c r 17. Juni 1 0 28, festgesetzt worden. Der Termin kann um einen Tag verschoben werden, falls durch den Ausfall von Eiscnbahnzügcn am Sonntag eine Beeinträchtigung des Wahlrechtsc ouswättiger warm und gemütlich dort, und er spielte mit dem Agenten Karten. Dabei schien es ihm, als sei das Fort von Wölfen umzingelt. Sie heulten vor dem Tor, und manchmal hielt er oder der Agent im Spiel inne, uin zu lauschen und über ihre fruchtlosen Versuche, einzudringen, zu lachen. Plötzlich gab es einen Krach. Die Tür wurde seltsamerweise erbrochen, und er konnte sehen, wie die Wölfe in das große Wohn- zimmer des Forts eindrangen. Der Lärm und das Geheul war fürchterlich geworden, und dieses Geheul störte ihn jetzt. Der Traum verwandelte sich, aber das Geheul blieb. Plötzlich erwachte er vollständig und fand, daß der Lärm Wirklichkeit sei. Mit siirchtbarem Geheul und Gekläff stürzten die Wölfe über ihn her. Die Zähne des einen haüeu sich über seinem Arm geschlossen, und als er instinktmäßig ins Feuer sprang, fühlte er, wie die Zähne eines andern ihm ins Bein drangen. Und nun begann ein Kampf mit den Waffen des Feuers. Eine Zeittang schützten die dicken Pelzhandschuhs ihm die Hände, und so warf er nach allen Richtungen glühende Kohlen in die Luft, bis das Lagerfeuer einem Vulkan glich. Doch konnte das nicht lange dauern. Die Hitze versengte ihm das Gesicht, die Augenbrauen und Wimpern waren ihm verbrannt und an den Füßen wurde die Glut unerträglich. Mit einem brennenden Ast in jeder Hand sprang er aus dem Feuer heraus, doch die Wölfe hatte er zurückgetrieben. Ueberall. wohin die glühenden Kohlen gefallen waren, zischte es im Schnee, und von Zeit zu Zeit verkündete ein knurren- des Gebrumm und ein wilder Satz, daß ein fliehender Wolf auf eine glühende Kohle getreten wäre. Nachdem der Mann noch ein paar feurige Brände den letzten Feinden nochgeschickt hatte, warf er die rauchende» Pelzhandschuhe in den Schnee und stampfte umher, um sich die Füße abzukühlen. Die beiden letzten Hunde waren fort, und er wußte wohl, daß sie nur ein Gang bei dem lang aus- gesponnenen Mahl gewesen waren, das mit dem Dicken be- gönnen hatte und dessen letzter wahrscheinlich er selber sein würde. „Ihr habt mich aber doch noch nicht!" schrie er und ballte die Faust gegen die hungrigen Bestien, und bei dem Ton seiner Stimme geriet das ganze Rudel in Aufregung. Dos Knurren wurde allgemein, und die Wölfin schlich heran und betrachtete ihn gierig. (Fortsetzung folgt.) Waldbrände überall. Eine Folge der großen Trockenheit. Infolge der großen Trockenheit der lehien Wochen mehren sich die Waldbrände. Aus allen Teilen Deutschlands kommen Meldungen von mehr oder minder umsangreichen Bränden, denen vielsach alter Waldbestand zum Opfer siel. wir geben die wichtigsten Meldungen wieder: Nürnberg. 5. Mai. Sonnabend mittag wurde durch Funken einer Lokomo- tiv« südlich von Nürnberg In der Nähe der Ortschast Fischbach ein Waldbrand entfacht, der rasch um sich griff.'Bereits in den ersten Nachmittagstunden sah man von Nürnberg aus die über der Stadt lagernden Wolken r o t beleuchtet. Nicht nur die g e» samt« Nürnberger und Fürther Feuerwehr war am Brandplatz erschienen, sondern auch drei Nürnberger Hundert» schaften der Schutzpolizei und zwei Kompagnien der Reichswehr wurden aufgeboten, um dem Feuer Einhalt zu gebieten. Gegen 6 lihr abends war das Feuer noch nicht aelöfcht. Di« Gesamtbrand- fläche erstreckt sich auf sieben bis acht Kilometer in der Länge und einen halben Kilometer in der Breite. Heek(kreis Ahaus. Westfalen), 5. Mai. Freitag nochmillog brach in den der Schöppinger Kirchen» gemeinde und dem Freiherrn von Oer Legden gehörenden Wal« düngen Feuer aus. Zunächst mußte sich die schnell herbeigerufene Feuerwehr darauf beschränken, da» Wohngcbäude eineo Landwiri» zu schützen: die Bewohner hatten bereit» das Inventar ins Freie gebracht. Die Flammen, die zeitweise 25 Meter hoch schlugen, und die starke Rauchentwicklung machten die Bekämpfung des Bran. des sehr schwfsrig Nach angestrengter Arbeit konnte die Gefahr beseitigt und das' Feuer zum Stillstand gebracht werden. An die llX> Morgen Waldbestand fielen dem wütenden Element zum Opfer. Zu gleicher Zeit herrschte i» dem Waldbestand eines Landwirts ein Brand, der auch mehrere Morgen Waidbefland einäscherte. Ein in der Gemeinde Nienborg(Bezirk Münster) wüte?der Brand richtete ebenfalls großen Schaden an. Tharandt. 5. Mai. Im Grillenberger Staatsforst ist heut« mittag ein riesiger Waldbrand ausgebrochen, der sich auf etwa 100 Hektar ausbreitete. Zur Hilfeleistung waren 30 Wehren, 100 Mann Reichs. wehr und eine Hundertschaft der sächsischen Polizeischule herbeigeholt. denen es bereits gelang, die Hauptgcsahr zu beseitigen. Eine Greisin lebendig verbrannt. Ve: einem Feuer in Etegiitz. Zw Hause Schöneberger Straße 6 in Steglitz er« eignete sich gestern gegen» 23 Uhr ein schwere» Brand- Unglück. Aus der Wohnung der Slfährigen Witwe Ida M a I t e r t drangen plötzlich laute Hilferufe. Hausbewohner eilten hinzu und fanden in der brennenden Stube die Greisin fast v e r- kohl« auf. Inzwischen aber war die Feuerwehr gerufen worden, die den leblosen Körper barg und das Feuer, das sich auf die Einrichtungsgegenslände ausgebreitet halte, löschte. Allem Anschein nach wollte die alle Frau, die etwas gelähmt ist. Licht anzünden, wobei die Flamme die Kleider erfaßte. Die Leiche wurkfc beschlagnahmt. Eltern zu befürchten Ist. Bis zur Einberufung der neuen Estern- beiräte führen die bisherigen die Geschäfte weiter. Andererseits stich all» Elternbeiräte, auch die erst vor kürzerer Zeit als zwei Jahren gewählten, neu zu wählen. Anstalten, denen die Wahl von Elternbeiräten erlassen ist, bleiben von der vorstehenden Verfügung unberührt.- Großstadisrühling. Fkühjahrsschau der Oeutschen Gartenbaugesellschast. vom S. b l S l Z. M a i gibt es Im.C l o u", Mauer. fkrohe. die Arühjahrsauestellung der Deutschen Gartenbau- gesellschaf«. Dieser Frühling, der hier mit all seinem prächtigen Blühen und Gedeihen kredenzt wird, stellt nicht allein gartenbaulich« Kunst, iertigkeit dar, sondern er zeigt ihn in besonders deutlicher Sprache. Solchen Frühling kannst du. Großstädter, dir mit wenig Mühe und Kostenaufwand, bei beschränktesten Raumverhältnissen lelstenl Da» Hauptaugenmerk der Ausstellung fft der B a l k o n b e p f l a n« �ung gewidmet und es gibt da ganz entzückende pflanzliche Kost- proben hübscher Valkondekorationcn, die man, je nach Geschmack und Geldbeutel, nachahmen soll. Doneben sieht man Hoch- g e b i r g s m o t i v e mit Steinstauden, Zwergkiefer und der alpinen Flora. Ganze Haine prächtiger Hortensien in.zarten, Pastell- sarbenen oder kräftig leuchtenden Farbtönen, die zarte Wicke in ollen Schattierungen, langgestellte blutrote und zortfarbene Riesen- kilien, dann wieder die putzigk'einen Stiefmütterchen in ihren leuch�nden Sametkleidchen, Primeln aller Art usw. Sogar eine richtiöe Frühlings wiese, besät mit Primeln, Himmels- ichlllsfelchen und Gänseblümchen ist da, />ankiert von Laub- und Nadelbäumen und allerhand sonstigen blühenden Gräsern und Holmen. Besonders apart wirkt ein ganzer Orchideenhain allen möglichen Orchidosnarten, Fleifchfnssier und sonstiger Exoten. Und dann kommt was ganz Prosaisches, das aber nicht um ein Haar weniger lieblim und frllhlingkhast anmutet, wie all die zarten Bkümeleln,-- der Gemüsepavillon Radieschenberge, deren rote Köpfchen sy vorwitzig hervorgucken. Petersilienpyramiden, grüpbswochsenen Pflanzenhügeln gleich, Salathaine von einem erquickenden Grün und dann ein unendlich langer Tisch mit Gurken- intarsien geziert. Dazwischen die ersten, leuchtendroten Topserd, beeren, Kohlrabi und was uns der liebe Frühling an gastronomischen Genüllen sonst noch beschert. Bei der Ervstnung der Auestellung durch Oberbürgermeister B!> ß wies Gartendirektor L e s f e r in seiner Begrüßungsrede darauf h!n, wie wichtig das Interesse der Bevölkerung an der Pflege gartenbaulicher Arbeiten sei. Der Balkon und sein« Aus- fchmück'mg bedeutet für den Städter den unmittelbaren Garten- ersaß. Er ist für Ibn wie für das gesamte Straßenbild ein ethischer Genuß, und di« Liebe zu Blumen und Pflanzen ist aus ideellen und kulturellen Gründen ein wertvolles Plus. Der heimische Gemüsebau entsprickt pollauf dem Bedarf und allen Ansprüchen der Konsumenten. Deutschland ist keinesfalls auf die Einfuhr von Auslandsware angeVicsen. Oer Verkauf von Gefrierfleisch. R-chilinien per preußischen Regierung. - Die preußische Regiennig hat am Freitag Richtlinien db»r den Kleinoerkous von Gesriersleisch erlassen. Sie perfolgt damit den Zweck, Gefriersieischschiedungen, wie wir sie im letzten Jahre erlebt haben, zu verhindern und das nach Deutsch. land eingeführt« Gefrierfleisch für die Minderbemittelten sicherzustellen. Im wesentlichen sehen die Anweisungen vor, daß die Bertaufs- stellen von den Gemeinden bestimmt and überwacht werden. Sie übernehmen die Verpflichtung, daß der Absatz des zollfreien Ge- frierfleilches den Vorschriften der Verordnung entsprechend erfolgt. Di« Ueberwachung erstreckt sich auch auf die Höhe der Ein- und Verkaufspreise. Um eine zu große Spanne zwischen dem Einkaufs, und Berkaussprei-i zu vermeiden, ist zu verbieten, daß durch eine zu groß«. Spezialisierung der Verkaufs. stärke(dc/ bekannte Kunstgriff der Metzger, um die Presse zu steigern— Redaktion) eine Uebersteigerung des Reinerlöses für den Aerkäufer herbeigeführt wird. Verkaufsstellen sind vorwiegend in solchen Gegenden zuzulassen, in denen minderbemittelte B«» völkerung wohnt. Sie müssen außen und innen ein deutlich ficht- bares Plakat mit der Aufschrift„Verkauf von zollfreiem G e s r i e r s l e i s ch an M i n d e r b-e m: t! c l t e" trogen. In diesen Verkaufsstellen darf neben zollirolem kein verzolltes Gefrier- fleisch geführt werden. Das zollfreie Gefrierfleisch ist nur an Ber- brauchev, und zwar In den.für dies« übliche Mengen abzugeben. Der Gemeinde bleibt es überlassen, ob sie eine Hoch st menge s e st s« tz e n will. Die Inhaber der Vertaussstelle» müssen sich verpflichten, über den Einkauf und Verkauf genau Buch zu führen. Berechtigungsscheine dürfen nur auf Grund genauer Buchauszüge ausgestellt werden. Diese Bestimmung ist besonders wichtig, weil man so die Möglichkeit hat, eventuell« Schiedungen zu oerhindern. Die preußische Regierung zeigt mit diesen Anweisungen, daß sie mit der Bekämpfung des Gesrjerflcischwuchers ernst macht. Das ist Grund genug für die Fleischermeistsr, schon jetzt dagegen zu protestieren. Hoffentlich wird sich die preußische Re. gierung sehr wenig um das Geschrei von Leuten kümmern, die die anormalen Verhältnisse auf den deutschen Vieh- und Fleisch» markten In der letzten Zeit in unerhörtem Maße zur Steigerung ihres Prosites ausgenutzt haben! Erste dentsche Funkversuchöftelle. Mit einer Eröffnungsfeier in der Eharlottenburger Staatlichen Musikhochschule begann ihre Tätigkeit. Zwischen musikalischen il«b«rtragungen, die wirkungsvoll aus verdeckten Soallautsprechern ertönten, schilderte zunächst Prof. Lelthäuser die technisch: Anlage dieses„elektro-akustischen Laboratorium-": ein Leitung: netz verbindet die einzelnen Räume derartig, daß Sprache wie Musik von jedem Zimmer aus in jedes beliebige andere übertragbar sind. Mit praktischen Versuchen erläuterte daraus Prof. Schöne- mann den praktischen Aufgabenkrei», dessen Umfang rote hier nur airdsuten können. Alle Methoden gehören hierher, dl« eine akustische Verbesserung der musikalischen Sendung erzielen können. Dazu sind der Klang des Orchesters und der einzelnen Instruments, ihr, ver» schieden« Eignung und ihr« Aufstellung vor dem Mikrophon zu Untersuchen. Besonder» beachtet werden die neu konstruierten In- st tum eji te für eine arteigene Rundsunkmusik(Tbereminz„Aether. willenmusik": Jörg Mager»„SpMropbon"). die schon den Original. ton auf elektrischem Wege erzeugen und deshalb Verzerrungen bei der Sendung und Verstärkung ausschließen. Ganz neuartig waren die pädagogischen Ausblicke, die sich aus dem„Fernunterricht" und . Ferr-dHoieren" eroa»««: ber L-hreir b»w. Di'"�>»t ist mO feinen Mitarbeitern durch elektrisch« Nebertragung verbunden, auch wenn sie sich in ganz verschiedenen Orten befinden. Reben diesen musi, kalischen Fragen sind houplfäch.lich für das Vortragswesen systenia- tische Untersuchungen nötig, denen ein Arbeitsplan von Dr. Würz- bürg er zugrunde liegt. Auch erprobte Do-enten versagen häusig beim Spreckien vor dem Mikrophon, da der Rundfunk ganz andere Anforderungen stellt als die Vorträge, bei denen der Sprecksr ficht- bar ist. Deshalb stellt das Vortragsstudio zum erstenmal Versuch« üder Spreck-roelse, Fenn und Aufbau de» Rundfunkvortraqs an, die schliestlich Material zu einer Rednerschulimg bieten. Alle Gebiete de? Rnndfunkproäramms werden hier also planmäßig unter die wissenschaftliche Lupe genommen. Hrffenllch macht sich mm auU- da» Sendewesen diele überaus wertvolle Arbeit immitze, damit der Hörer recht bald die Ergebnisse dieser Funkversuchstelle beobachten kann. 60 Jahre in der Partei! Ein schönes Jubiläum. Durch 50 lange Jahre für die Sozialdemokratisch« Partei und ihre Ziele gearbeitet zu haben, das heißt, auf ein Lebenswerk zurück- blicken, das köstlich und wertvoll ist! In diesen Maientagen feiert unser alter Freund und Kampf- aenosse Dr. Mar Schütte dieses seltene Jubiläum. Als iunger Student der Philologie wurde er In Breslau mit der Sozial- demokratischen Bart«! bekannt und erhielt von dem Redakteur der -Wahrheit", Maximilian Schlesinger, Empfehlungen an Bebel in Leipzig. 1578 übersiedelte Schütte dckrthin, fest ent. schlössen, sich der Arbeiterbewegung anzuschließen und einzutreten in die Sozialdemokratie August Bebel saß damals im Gefängnis, und Schütte suchte dafür Bruno Geiser, den Schwiegersohn Wilhelm Liebknechts und Redakteur der„Neuen Wcll", auf. Von ihm wurde er gerade in diesen Maitagen vor nunmehr SO Jahren in Barte'ikreise eingeführt und freudig alz Genosse begrüßt und be- millkommt. Damals wunde er mit einer Anzahl hervorragender Parteiführer bekannt, u. a. mit Liebknecht und Hasen- clever. Mit ihnen blieb Schütte fortan In engem Verkehr, um sich bald in Wort und Schrift rn» Gen aste zu betätigen. Unter den schweren Versolgungen des Sozialistengesetzes, die nach den Aitentaten Hödels und Nobi'Ing über die Sozialdemokratie hereinbrachen, hott« auch Mar Schütte zu leiden. Er, der noch Be- endinung seines Studiums al? Gymnasiallehrer in S' r a l i n n d wirkte, war Zeuge im großen Geheimbundprozeß vom Jahre 1887. Die Verfolgungen durch die Reaktion.haben den wackeren Kämpfer niemals dam oebrocht. von se'nem nn-tigen CPnOebm für die verfemte Sozialdemokratie abzulassen. Wenn unser Genosie Max Schütte, der heute im 71. Lebensjahre steht, zurückschaut auf die 50 Jahre, In denen er nnennüdstch tätig war für d'e Barkel. dann darf er sich sagen, ich blick» mit Freuden auf eine Arbeit, die unter langsamen, aber ständiaen Erfolaen der Berwirklicfnmg höchster Z'e'e gewidmet war. Wir und olle, die Genossen Schütte kennen, wünschen von Herzen, daß er noch lange unter uns weilen möge und den Tag erlebt, an dem der Sozialismus, dem er in Treue seine Lebensarbeit widmet�, Wirklichkeit geworden Ist. Eine Statistik des Grauens. Nach amtlichen Feststellungen des preußischen Innenministers w-uvden in Preußen in der Zeil vom 1. Mai 1925 bis ZI. Dezember 1926 in den 35 Regierungsbezirken Preußens 610 Morde, 438 Totschläge und 2819 Raubüberfälte verübt. Davon wurden 522 Morde, 415 Totschläge und 1433 Raubübersäll« auf- geklärt. Nach Dr. Roesner, dem Referenten und Berichterstatter der Iustizabteilung des Statistischen Reichsamts, beträgt mithin die Aufklärungszahi der MorSe 84 Proz., der Totschläge 95 Proz. und der Raubüberfälle 51 Proz. Die A u s k l ä r u n g s z a h l der drei Kapitaloerbrechen zusammen beträgt 77 Proz. Die deutsch« Juristen. zeitung ist in der Lage, diese Stalisrit wie folgt zu detaillieren: In der Aufgliederung nach Regierungsbezirken steht an erster Stelle Verlin mit 106 Morden(darunter 60 Mordversuche), 49 Tot- schlügen und 514 Raubübersüllen. Die Gesamtauftlärungszisfer be- trägt hier 76 Proz. An zweiter Stelle steht der Rogierungsbe.zirk Düsseldorf mit 62 Morden, 6g Totschlägen und 414 Raubüber- fällen(Austlärungszahl 79 Proz.). Es folgen hie Regierungsbezirke Oppeln mit 40 Morden, 21 Totschlägen und 193 Raubüberfällen (74 Brc-z.). Schleswig 34 Morde,?0 Tvtschläoe und 140 Raub- Überfälle 71 Proz), Arnsberg 33 Morde, 37 Totschläge und 227 Raubübersäll«(76 Proz.). Stettin 32 Morde, 11 Totschlage und 02 Raubübersäll«.l74 Proz.). Magdeburg 29 Morde. 13 Toilchlä-'e und 51 Raubüber'ötte 169 Proz.). Breslau 28 Marde; 14 Totschläge und 91 Raubübersäll«(75 Proz). Köln 1« Morde. 14 Totschläge und ZU Raubüberfälle(75 Proz.). In König». b e r a wurden 5 Morde, 10 ToiscWäqe. 71 Raubüberiälle verübt (86 Proz.). Bon sämtiichen 35 Reglerungsbezirken wurden nur in Hannover die dort verübten S Morde, 1 Totschlag und 4 Raubübersäll« in allen Fällen aufgeklärt. Schade, daß nicht auch die sozialen Verhältnisse, aus denen her. aus die meisten Straftaten erwuchsen, in ähnlicher Weise statistisch ausgewertet wurden. Erst aus einer solchen Arbeit könnte man einen wirklichen Nutzen ziehen. �___ Als der Freund ins Haus kam. ' Die(Sfie des Staatsanwalts. Neun Zahre dauert bereit» der Ehestreit de» srühere» Staatsanwalts Dr. Friedeberg, der schon oft die Gerichte de- schäftigl Hot und gestern wiederum den Gegenstaad einer ve- rusungsverhondlung vor der Strafkammer des Landgerichts I bildet. Wie der folgende Verhandlungsberichl zeigt, ist der Streit mit unerhörter Heftigkeit geführt worden. Als seinerzeit der srühere Hauptmann beim bayerischen General- stab Eckart in dos Friedebergsche Haus kam, entwickelten sich.zwischen der Frau Dr. Friedederg und Eckart Beziehungen, aus die der Ehemmm dadurch schließlich aufmerksam gemacht wurde, daß der kleine Sohn eines Tages ausplapperte, die Mama wäre mit einem schwarzen Herrn spazieren gegangen. Es entstand nun eine heftige Fehde zwischen den beide» Eheleuten, die von Frau Dr. Friedederg mit Eckart aus der«Inen und Dr. Friede- berg auf der anderen Seite mit größter Erbitterung durchgeführt wurde. Schließlich erfolgte die Ehescheidung, bei der beide Teile für schuldig erklärt wurden, jedoch war damzt der Streit nicht begraben. Im Gegenteil letzten Auseinandersetzun- gen, insbesondere vermögenärechtlicher Art, ein, die verschiedene Strafverfahren zeitigten und sogar die Schwieger- mutier des Dr. Friedcberg, eine Frau Sanitätsrat B., aus die An- klagebank brachten. II. a. hatten Hauptmann a. D. Eckart und die inzwischen von ihm geheiratete ehemalige Frau Dr. Friedederg aus Anzeigen von diesem hin eine'Anklage wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung erhalten, weil sie versichert hatten, daß weder von ihnen ein Ehebruch begangen worden wäre�oder ehe- widrige Beziehungen zwischen ihnen bestanden bättev In einer um- fangrcichen Verhandlung nahm jedoch das Schöffengericht letztere als erwiesen an, und daraufhin wurde Hauptmann a. D. Eckart zu sechs Monaten und seine Frau zu zwei Monaten Ge- s ä n g n i s verurteilt, für die bei Zahlung einer Buße Bewährungsfrist zugebilligt wurde. Ein gegen Dr. Friedeberg selbst eingeleitetes Bcrfahren wegen Verleitung zum Meineid dagegen endigte mit der Einstellung, obwohl er selbst zugegeben hatte, zwei grauen zueinerfalschenAussagebe st immt zu haben. Es konnte ihm jedoch seine Behauptung nicht widerlegt werden, daß er bestimmt mit einer Nichtvereidigung der beiden gerechnet hatte. Die gegen das schöffengerichtliche Urteil eingelegte Lerusung wurde bei Frau Eckart verworfen, da sie zur Lerusungsvcrhandlung nicht erschienen war. Bei Eckart wurde das Urteil noch einer umfang- reichen Berhandlung auf drei Monate Gefängnis herabgesetzt. für die bei Zahlung einer Buße in Höhe von 6 0 0 Mark ivewährungssrist zugebilligt wurde. Die Ehsschließung. In der Frage, ob die Eheschließung einer Angestellten ein Grund zur tristiosen Entlassung sei. gehen die Entscheidungen der Arbeitsgerichte auseinander. Eine sehr beachtliche Entscheidung fällte dieser Tage das Landesarbeitsgericht Berlin Ein Unternehmen, das grundsätzlich keine verheirateten weiblichen Ange st eilten beschäftigt, hatte eine Angestellte fristlos entlasten, nachdem sie sich oerheiratet hatte. In der Klage vor dem AHcitsgencht stellte sich die Beklagte auf den Standpunkt, daß sie hierzu berechtigt sei und stützte sich auf eine gleichlautende Entscheidung des Reichsgerichts vom Jahre 1925. Im Gegensatz hierzu kam das Arbeitsgericht zu der Aufsastung, daß die Ehe- schließung einer Zlnge st eilten den Arbeitgeber keineswegs berechtige, da- Dien st Verhältnis fristlos zu lösen, wenn keine sonstiqen besonderen Gründe vorliegen. Das Streitobjekt betrug 170 M. In Anbetracht der ULAG Der neue vorschriftsmäßige Reichsbanner-Einheits-Anzug für den Gau Berlin-Brandenburg wird nur von der Sportbekleidung, BerEin geliefert. Nur die BULAQ ist aüeinise Ver.'ragslie?erantin des Gaues Berlin-Brandenburg. Sie allein bietet Gewähr für mustergemäße Ausführung und Verwendung der Kontrollschilder des Bundesvorstandes, ßeiclnsbanner Kameraden, laßt euch nicht duich ähnlich lautende Inserate beirren! B Ii LAG Sportbekleidung. Zweigniederlassung Berlin W 62, Lutzowpfatz 14.~ Telephon: Amt Nollendoif 403. ............. Komplette Ausrüstungen(Anzüge u. KUtzen) von jetzt 3b stets vorratig nur be] B U LAG, Berlin, Lülzowplaiz 14. grundsäglichen Bedeutung der Klage ertlärte das Arbeitsgericht die Berujung jedoch für zuläffig. In der Berufungsverhandlung schloß fich das Landesarbeitsgericht der Entscheidung des Arbeitsgerichts an und erklärte gleichfalls die fristlose Entlassung. für unberechtigt. Auch das Landesarbeitsgericht fah die grundsätzliche Bedeutung des Streitfalles ein und ließ die Revision zu, so daß der Fall vor das Reichsarbeitsgericht fommen wird. Der Raubmord auf der Avus. Beerdigung des Opfers. Das Opfer des Kaplfalverbrechens auf der Avus, der Kontrollmächter William Sellenthin, wird am Montag nachmi.tag um 3% Uhr auf dem Friedhof an der Heerstraße em Bahnhof Stadion beerdigt. --Für die Hinterbliebenen des Erschossenen, der in allen Kreisen, die mit der Avus zu tun haben, sehr beliebt war, find, abgesehen von den Maßnahmen der Direktion, auch von Privatleuten bereits Spenden eingegangen. Von den Verbrechern es tönnen auch mehrere gewesen sein ift treg aller Nachforschungen der Kriminal polizei noch feine Spur gefunden. Leider hat sich von den Füh rern der drei Kraftwagen, die um die fritische Zeit die Bahn paffier ten, noch niemand gemeldet. Die Wagen fonnten auch anderweitig noch nicht festgestellt werden. Der eine der beiden Personenwapen fann eine Berliner Kraftbreichte gewesen sein. Der zweite ist wahr. Scheinlich ein Brivatfraftwagen mit dem Zeichen I M. Das Lastauto ist ein 1%-Tonnenwagen mit Linfesteuerung. Er hat Ballonbereifung, was bei Lastfraftwagen nicht alltäglich ist. Die Führer und Infaffen der drei Bagen würden wahrscheinlich für die Auf tlärung des Berbrechens wesentliche Befundungen machen fönnen. Nach dem Gutachten von Sachverständigen sind alle Schüsse aus einer Waffe abgegeben worden, einer etwas abgenutten Selbstlade pistele mit Auswerfer, wahrscheinlich einer Mauserpistole. Der töd liche Schuß ist draußen aus einiger Entfernung vom Fenster abgegeben worden; so weit entfernt, daß sich am Fenster fein Pulver niederschlag seisen konnte. Die geraubte schwarze Rindlebertasche ist auch noch nicht gefunden. ebensowenig etwas von den verschieben farbenen Baffierscheinen. Die Kriminalpolizei hat bereits unzählige Personen in den Lafelen der Gegend, auch die Wächter, die in' Betracht temmen fönnen und alle die Leute, die sich an ber Avus im Grunewald aufzuhalten pflegen, vernommen, ohne einen Anhalt für bie Mittäterschaft zu gewinnen. Zu einer großen Fahndung hat die Kriminalinfpeftion A" neuerdings alle Kriminals und Schußspolizei beamten mit Laufzetteln versehen, die die erforderlichen Fingerzeige für die Ermittlungen enthalten. Ein Augenmer? ist u. a. auch darauf zu richten, wer im Besiz einer 7,65 Miffimeter Selbstladepiftole und non entsprechenden Nidelmantelgeschaffen gewefen ist) Alle zweddienlichen Mitteilungen nimmt meiter die Morbtommission Albrecht Salam im Zimmer 102 des Polizeiz präsidiums entgegen. T Wagendeichsel im Straßenbahnwagen. Drei Fahrgäste erheblich verletzt. Am Ringbahnhof Tempelhof ereignete sich gestern Börgiebel vor dem Reichsbanner. Die Republit den Republikanern. Der alte und der neue Staat: Dieses Thema behandelte der Berliner Polizeipräsident 3örgiebel auf einer Reichsbannerveranstaltung des Kreisvereins Charlottenburg im Edenpalaft in der Kaiser- Wilhelm- Straße. Nach Musikvorträgen und Rezitationen Alfred Beierles nahm Genosse 3örrgiebel das Wort: Am 20 Mai soll das deutsche Volt den Reichstag und den Landtag wählen. In dieser Stunde wollen wir zeigen, wie der Staat früher aussah. Bor mehr als sechzig Jahren hatten wir feinen einheitlichen Staat, sondern fleine Staaten, an deren Spike feine Könige standen. Diese Zerriffenheit hat sich zum Teil leider bis heute erhalten. Der preußische Staat war ein reiner Klassenstaat, ein reiner Polizeiftaat. mit dem Bolizeisabel wollte man alle Aufgaben lösen. Die auf strebende Arbeiterklasse, die um ihre Lebensbedingungen fämpfte, wurde niedergehalten. Heute sehen wir Männer der Arbeit das Staatsruber führen. Breußen ist auf diesem Gebiete vorangegangen und hat in sieben Jahren bewiesen, daß die Re publitaner ihren Staat zum Wohle des Boltes und damit auch zum Wohle der Arbeiterschaft leiten fönnen. Eine Gegenüberstellung der alten und neuen Polizeigesetze zeigt schon die große Umwandlung. Früher wurde der Streifpoften von der Polizei perfolat, heute darf sich die Polizei nicht zugunsten des Unternehmers in die Wirtschaftsfämpfe einmengen. Sehr großen Beifall hatte der Redner, als er erwähnte, wie er mit Polizeiverordnungen einige Betriebe mit reattionärer Leitung zwang, die Betriebsrätebestim mungen zu beachten. Als alles nichts half, ordnete er im weiteren Weigerungsfalle Geldstrafe oder Gefängnis an. Diese Androhung wirfte under, und so haben eine Reihe Belegschaften erst durch dieses Eingreifen der Polizei ihre ordnungsgemäße Betriebsvertretung erhalten. Wir stehen heute im Wahlkampf. Diesmal müssen wir es schaffen: Die Republit den Republikanern! Minuten langer Beifall der Versammlung, in der man vor allem sehr viele höhere Polizeioffiziere fah, bankte dem Redner für seinen Appell, für seine Aufklärungsworte. Zum Abschluß des Programms stand dann wieder freb Beierle auf der Bühne, der einige Gebichte unter großem Beifall regitierte. Die„ 3talia" geftartet! Auf dem Wege nach Spitzbergen. Oslo, 5. Mai. Das Cuftschiff Jtalia" ist um 8.31 Uhr abends von Badsö zur Fahrt nach Spitzbergen aufgeffiegen. Badjo, 5. Mai. Die Wetterverhältnisse waren heute abend nicht gerade günstig, aber doch annehmbar. In Spizbergen mehte leichter Nordwestmind bei etwas Schnee, auf der Bäreninsel eine leichte Brise bei startem Schneefall. Nobile war beim Abflug sehr zuversichtlich. Er erklärte, er sei überzeugt, daß die Italia" über die Schneeschwierigkeiten und den midrigen Wind hinwegtommen werde. turg nor 19 Uhr ein folgenschwerer Unfall. Ein Pferde Riefendammbruch in Süd- Carolina. gefpann fuhr dort in pollem Zempo von hinten in eine haltenbe Straßenbahn der Linie 99 hinein. Drel auf der Hinterplattform stehende Fahrgäste, der Arbeiter Erich Milfe qus Oberberg, der Arbeiter Willi Scha de aus der Chauffeeftraße zu Mariendorf und der Monteur Richard Schuster aus der Schön bufchstraße in Tempelhof, wurden von der Wagendeichsel getroffen und erheblich verlegt. Die Berunglückten wurden zur Rettungsstelle 41 in Tempelhof gebracht. Während Schade und Schuster nach Anlegung von Rotverbänden in ihre Boh nungen gebracht werben fonnten, mußte wife, der eine schmere opfperlegung und Quetschungen erlitten hatte. in das Urbanfranfenhaus gebracht werden. Nach Beugenaussagen soll die Schuld den Führer des Pferdegespanns treffen. An der Ede Chauffee. unb Dorfstraße in Mariendorf geriet der vierzigjährige Arbeiter Willi Rabfe aus der Strelißer Straße in Mariendorf mit seinem Fahrrad unter eine Kraft droschke. Er wurde schwer verletzt und starb bereits auf dem Wege zur nächsten Rettungswache. Vor dem Hause Oranienstraße 110 wurde gestern beim Ueberschreiten des Fahrbamms die 44jährige Bitwe Lucy Richter aus der Hagelberger Straße 4 von einer Autodroschte überfahren. Die Berunglückte hatte so schmere innere Berlegungen erlitten, daß sie bereits auf dem Wege ins Urbanfrankenhaus starb. Den Tod auf den Schienen fand gestern der Stredenarbeiter Ernst Buchholz aus der Waldstraße 13 in Moabit. B. war in einer Arbeitstofonne beschäftigt, die in der Nähe des Bahnhofs Westend Gleisarbeiten ausführte. Er entfernte sich von der Arbeitsgruppe und wollte den Bahntörper überschreiten. In diesem Augenblid nahte ein Stadtbahnzug heran und Buchholz wurde von der Lotomotive erfaßt. Der Berunglückte wurde mit einem Schädelbruch und inneren Berlegungen in das Westendfranken. haus gebracht, wo er turze Zeit nach seiner Einlieferung star b. 22 Kinder ertrunken. 18 000 Menschen obdachlos. Jm Staate Süd- Karolina der Bereinigten Staaten von Nordamerika ist durch einen neuen Dammbruch schwerer Schaden angerichtet worden. Riesige Wassermassen ergoffen sich nach dem Bruch aus dem Fluß Saluda, der zu einem ungeheuren Strom angeschwollen war, auf weite Gebiete. Etwa 18000 personen in den Dörfern und Städten des Ueberschwemmungsgebietes mußten ihre Wohnstätten verlassen. Die Bevölkerung wurde Freitag abend von dem bevorstehenden Dammbruch verständigt, so daß fie dle wertvollste Habe in Sicherheit bringen konnte. Berliner Kabaretts. # Sommer wird's, man merft es an allen Eden und Enden, so auch im Matprogramm des Komiter Rabaretts am Stur fürstendamun. Sogar dem sonst recht launigen Conférencier Willi Schäffers ist der Humor bereits geschmolzen und außer ein paar dürftig verbrämter Tagesneuigkeiten weiß er uns eigentlich nicht viel zu sagen. Der Tanz ist durch das Baar Harry Feist Greta Bann vertreten, die einige hübsche Tanzvariationen brin. gen. Der Schnellrechner van der Molen, wirft recht unbedeutendes aufs Papier. Eine Fakultätskollegin des prächtigen Klavierhumo. riften Willi Rosen, Fräulein ronfow, spielt recht nett Klavier, das ist aber auch alles. 3wei Einafter," Liebe mit Hin dernissen“ und„ Die Goldamsel" werden durch das routinierte Spiel von Willi Schäffers und Rosa Baletti erträglich gemacht. Der Lichtblick des Abends sind die Weintraub Synco pators, die mit prächtigem Schmiß und reichlichem Rönnen ein ganzes Musikvarieté auf die Bühne stellen. Mar Ehrlich mimt mit viel Humor den Lebemann up to date, der über alle Mägchen impulsiven Geldausgebens oder sonstiger, unsicher erscheinender Transaktionen hinaus ist. Das fleine Boulevard am Kurfürstendamm hat sich in furzer Zeit ganz nett herausgemacht. Allen voran der wirklich geistpoll witzeinde Conférencier Paul Nikolaus, der unbedingt für jedes Kabarett einen Gewinn bedeutet. Das Tanzgirl Grete Pohl bringt nette tänzerische Drolerien. Abels Simultan oper ist sehr originell in der Idee. Endlich läßt sich Claire Fel. Auf dem Kuban- Fluß ist ein Boot mit 22 Kindern ge bern, die ausgezeichnete, fang entbehrte Flügel- Dompteuse, wieder tentert. Alle sind ertrunken. 12 Leichen wurden geborgen. Mostau, 5. Mai. sehen und hören. Das rast über die Tasten in unerhörter Virtuosi tot, bas steppt und begleitet all dies noch mit prächtigem Bortrag. Sietell mit seinem sympathischen Geblöbel und Adolphe Engers als fein fröhlicher Assistent sorgen in den beiden Einattern Der Löwenbändiger und Birtuosen", daß auch das Zwerchfell genügend Arbeit kriegt. Einafter Nr. 3,„ Der Einbrecher", erwies fich dagegen als eine ebenso öde, wie winlose Angelegenheit. " Auf der Suche nach Braun, Die Erlebnisse eines Mimen. Das Mitglied der Boltsbühne Robert Aßmann schreibt uns: Was fümmerte mich bisher der Kommunist Braun? Nichts! Erst seine Flucht aus dem Untersuchungsgefängnis machte mich auf ihn aufmerksam! von 9. Ich war nun mit einem Gastspielensemble auf einer Tournee Hauptmanns Rose Bernd", Rose Bernd", perzapfte allabendlich ,, August Keil", den ich por einigen Jahren bereits am SchillerTheater in Berlin mit Erfolg gespielt hatte. In dieses friebliche Treiben geriet mit einem Mcle der Kommunist Braun, und das tam so: Ich tam auf den Gedanken, die Stunden bis zur Abend vorstellung auszufüllen mit einem tüchtigen Spaziergang und Aufenthalt an der See, die man von Röslin aus mit der Elektrischen erreichen tann bei den Bäbern Groß Möllen und Nest. Mit brei Kollegen fuhr ich vergnügt los gen Stöslin, tam gegen 11 Uhr bort an, sprang in die eben abfahrende Bahn und rief den Zurüc bleibenden zu, daß ich sie gegen 3 Uhr, wo die nächste Bahn in Nest ankommen mußte, am Strande irgendwo schon zu finden wissen würde. Gegen 12 Uhr war ich am Ziel und wanderte heiteren Gemüts über die Dünen nach dem Strande. Zwei Stun den gehe ich vergnügt fummmend bahin, da sehe ich's in der Ferne bei einem Boot sich regen. Ein Mensch! Ich komme näher und begrüße ihn. Ich frage ihn dann nach einigen mir bekannten prominenten Persönlichkeiten dieser Gegend, und als ich ihm den Namen Bürgermeister Braun von Röslin nenne, meint er stolz: da, ber ist sehr berühmt".( Dieser Bürgermeister Braun pon Stöslin hat nämlich in der Napoleonischen Zeit piel von sich reben machen und wird noch heute in dieser Gegen sehr gefeiert.) Ich ersähle thm, daß ich deffen Urenfel bin, morauf er Mund und Augen aufreißt. Gegen 4 Uhr näherte ich mich wieder Nest und schlendere Dergnügt weiter. Nun tauchen zwei Menschenseelen in den Dünen auf in Gestalt zweier Gendarmen. 3wei tnallgesunde, runde Ge fichter mit aufgezwirbeltem Schnurrbart und blanten blauen Augen blizen mich an. Wo wollen Sie hin? Nach Köslin, Sind Sie aus Röslin? Mein. Bo tommen Sie her? Aus Lauenburg. Sind Sie aus Bauenburg? Nein, Bo find Sie her? Aus Berlin. Ich muß schon gestehen, ich wunberte midy! Sum Ueberfluß Herrschte mich ber eine aner find Sie?" Ich bin der Schauspieler Robert Bmann aus Berlin, ein langjähriges Mitglied der Volfsbühne, des Schiffer- Theaters und des Deutschen Theaters zu Berlin. Haben Sie einen Ausweis? Du liebe Beit! Ma, ich sehe also in der Brieftasche nach und da leuchtet mir ein gelber Schein entgegen, ausgerechnet ein Angelschein 1928 für die Havelgewässer, behördlich gestempelt usw. Ich reiche ihn hin; lange wird er studiert! Dann erhalte ich den Schein zurüd:' s ist gut!" Als ich nun um eine Erflärung für biefes Interesse an meiner Berson bitte, erzählt man mir: Uns ist telephonisch vor einer Viertelstunde gemeldet morden, daß sich der Kommunist Braun vielleicht hierher gewandt hat und sich an Strande aufhält, um nach Rusland zu entfliehen. Ich gab Auskunft über mein Gespräch mit dem Fischer und daß ich am 2fbend in Röslin zu spielen hätte usw. Ma, und dann schieden wir poneinander. Einige Minuten später stieß ich auf die Kol legen und erzählte ihnen meine Begegnung. Wir haben nicht schlecht gelacht, und vergnügt fehrten wir nach Köslin zurüd und erfreute mit Erzählungen über Groß- Mölln und Nest auch die übrigen Kollegen während der Vorstellung. Der vierte Aft war eben beendet, da wurde ich vom Friseur auf die Bühne gerufen, man wolle mich sprechen. Ich gehe hin und finde vor: den einen Gendarm vom Strande und zwei Herren in Zivil. Der Gendarm erfennt mich in meiner Moste als August Keil" in Rose Bernd" ( ich trage da einen Sinnbart und Berücke!) natürlich erst, als ich länger mit ihm spreche, und stellt dann endlich die Identität fest von mir und dem Robert Aßmann, der heute am Strande bei Groß- Möln und Nest einherspaziert ist. Nun erfuhr ich auch, daß die beiden Redengestalten nach der Begegnung mit mir den weiten Weg nach dem Kösliner Deep zu dem alten Fischer nicht gescheut hatten und daß fie folgende inhaltsschwere Auskunft bekommen hatten: Ein junger Herr fei zu ihm gekommen, habe ihm erzählt, er sei ein Urenfel des befannten Bürgermeisters Braun in Köslin, und ihn zuletzt gefragt, ob er mit seinem Boot wohl bis an die Dampfer draußen heranfahren tönne. Und der Gendarm fügt binzu: Und da der Kommunist Braun flüchtig sei, hätte man eben mich für Braun halten müssen. " Einen Tag später auf der Bahn, als die Blätter bereits die Nachricht von der Anwesenheit des Kommunisten Braun in GroßMöln berichteten, kam mir zufällig das Bild Brauns vor die Augen, und ich fonnte, obgleich ich mich als Schauspieler auf Gesichter ein wenig verstehe, auch beim besten Willen nicht die allergeringste 2 e hnlichkeit entdecken.... 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Mai 1928. 9: Morgenfeier. 11.30: Großes Schauspielhaus: Funkmatinee. 14: Kurzschrift. 14.30: Für den Landwirt. 15.30: Funkheinzelmann. 16.15; Die deutsche Legende in Poesie and Musik. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Der Zeitschriftenredakteur in Vorstellung und Wirklichkeit. 19.30: Stadtsucht und Landflocht. 20: Seltsame Begebenheiten im Reiche exotischer Tiere. 20.30: Militärkonzert. 22.30: Tanzmusik. Montag, den 7. Mai 1928. 15.30: Lebensphilosophie. 16: Stauden und Sommerblumen im Kleingarten. 16.30: Technische Wochenplauderei. 17: Opern- Fantasien, 18:„ Auf zwei Planeten", Bruchstücke gelesen von Walter Franck. 18.45: Kultur und Zivilisation. 19.10: Aus dem Tagewerk eines Bankangestellte. 19.35: Ernährungslehre und tägliche Kost. 20: Der neue Sommerfahrplan der Reichsbahn. 20.30; Holländischer Abend Rezitationen und Musikvorträge. Dienstag, den 8. Mai 1928. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Im Auto durch die nuhische Wüste. 16: Zum 100. Geburtstage des Begründers des Roien Kreuzes. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Teemusik. 19.05: Kultur als lebendiger Organismus. 19.30: Die Nationalgalerie. 20: Die Entstehung großer Vermögen. 20.30: Vortrag. 21: Musikalische Stunde. Mittwoch, den 9. Mai 1928. 15.30; Muß man sich nach der Mode kleiden? 16: Aktive Schutzimpfung gegen Diphtherie. 16.30: Städtebilder: Amsterdam. 17: Orchesterkonzert. 19.30: Uebertragung Staatsoper Unter den Linden:„ Der Troubadour", Oper von Verdi. Danach: Zigeunerweisen. Donnerstag, den 10. Mai 1928. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Schädlingsbekämpfung. 16: Die Entwicklung und volkswirtschaftliche Bedeutung der Waren- und Effektenbörsen. 16.30: Unsere Hockeygegner in Amsterdam. 17: Künstlermacharuchs: Musikvorträge. 19: Fremdsprachliche Vorträge: Französisch. 19.25: Der Kampf der Technik gegen Rach. Ruß und Staub. 19.55: Der soziale Gedanke in der modernen Literatur. 20.30: Orchesterkonzert. 22.30: Tanzmusik. Freitag, den 11. Mai 1928. 13.30: Die nervöse Frau ais Gattin und Mutter. 16: Berliner Originale. 16.30: Die Sportschau des Monats. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Italienisch. 19.25: Die Zukunft Berlins. 19.55: Arbeitsmarktkrisen und ihre wirtschaftJiche Verhütung: 20.30: Zum Todestag von Carl Hauptmann. 21: SchumannLieder, 21.30: Cellokonzert. Sonnabend, den 12. Mai 1928. 15 30: Der Ursprung der gangbarsten Fremdworte in unserer Muttersprache. 16: Die deutsche Mutter. 16.30: Medizinisch- hygienische Plauderci. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Das deutsche Handwerk. 19.55: Eine Vortragsreihe über Persien. 20.30: Einakterabend. 22.30: Maienzeit Musikvorträge. Königswusterhausen. Sonntag, den 6. Mai 1928. Ab 9: Uebertfagung aus Berlin. 14: Winke für Liebhaberphotographen. Ab 14.30: Uebertragung aus Berlin. 18: Erlebnisse eines deutschen Malers in Amerika. 19: Die Weltseele in der Dichtung. 19.30: Beethovens IX. als geistiges Erlebnis. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, den 7. Mai 1928. 16: Englisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Geschichte der Bibliotheken. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Mütterbücher. 18.30: Englisch für Anfänger. 18 55: Justus von Liebig zu seinem 125. Geburtstage. 19.20: Technischer Anfänger- Einführungskursus für Facharbeiter und Werkmeister. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, den 8. Mai 1928. Mittwoch, den 9. Mai 1928. 16: Der Pflanzenschutz im Schulunterricht. 16.30: Das Zeitalter der Romantik. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Technik des Ein- und Ausfuhrhandels. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55; Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Einführung in das Verstehen von Musik Ab 20.05: Uebertragung aus München. Danach: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, den 10. Mai 1928. 16: Erziehungsberatung. 16.30: Die neue Sachlichkeit in der Musik. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Der Abschreckungsgedanke im Strafrecht. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Aufbau und Beschickung der Wanderausstellung Leipzig. 19.20: Die Bedeutung des Verpackens für den Einzelhandel. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 11. Mai 1928. 16: Der Buchdrucker. 16.30: Film- und Filmindustrie. 17; Uebertragung aus Leipzig. 18: Bildungsaufgaben im Einzelhandel. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene, 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeisier. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20: Die Lautund Zeichensprache der Tiere. 21: Deutscher Frühling Aus der Geschichte anserer Lyrik. Sonnabend, den 12. Mai 1928. 16: Kurzschriftdiktate. 16.30: Die ländliche Siedlung in ihrer Bedeutung für Staat und Gesellschaft. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Die Verwirklichung der modernen Pädagogik im neuen Schulban. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Die Violinsonate. 19.20: Goethes Lebensgewohnheiten. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel. Professor Dr. Jumpers schilderte in einem Vortrag die Entwicklung der Charité, die jetzt auf ein zweihundertjähriges Bestehen zurückblicken fann, und ihre Bedeutung für Berlin. Als die Charité gegründet wurde, war Berfin eine Stadt von 72 000 Einwohnern. In wissenschaftlicher Hinsicht stand die Charité in der ersten Zeit ihres Bestehens auf hoher Stufe. Das änderte sich unter der Regierung Friedrich Wilhelms II., der für die neugegründete Tierarzneischule die modernsten Heilmittel anschaffte, die Charité dagegen vollständig verwahrlosen ließ. Berlin prägte damals das Wort, daß in der Tierarzneischule die Hunde wie Menschen, in der gegenüberliegenden Charité aber die Menschen wie Hunde behandelt würden. Nach der großer. Cholercepidemie von 1831 nahm die Charité wieder einen bedeutenden Aufschwung. Sie wurde in wissenschaftlicher Weise mie in heiltechnischer Hinsicht zu einem führenden Institut, das sie his auf den heutigen Tag geblieben ist. Walter Bernhard Sachs wies in einem Vortrag Natur im Heim" darauf hin, daß ein Zimmeraquarium eine Quelle der Freude und der Belehrung werden fann. Gleichzeitig gab er Ratschläge, mie der Anfänger fich solch ein Aquarium anlegen muß. Das Goldfischglas der Großeltern ist heute verpönt. Es wurde infolge seiner Unzweckmäßigkeit zu einem Instrument der Tierquälerei. Auch das fleinste Aquarium broucht pflanzenbewachsenen Sandboden, damit die sauerstoffausatmenden Pflanzen das Wasser mit diesem Lebensstoff anreichern fönnen und die Fische nicht fortwährend gegen Erstickungsgefahr zu fämpfen haben. Aur Abend wurde das Konzert der ge= mischten Chöre des Gauverbandes Groß- Berlin aus dem Sporipalast übertragen. Etwa 2300 Sänger maren 16: Schulkundliche Fragen. 16.30: Der Bauer in der germanischen Dich- hier unter Bruno Kittels Leitung vereinigt. Ueber die must17: Uebertragung aus Leipzig. 18:..Das Theater Griechenlands". fung. falisaje Aufführung mird an anderer Stelle noch zu berichten sein. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Die großen Propheten des Alten Die llebertragung dieser gemaltigen Stimmschar gelang aus: Testaments. Ab 20.00: Uebertragung aus Berlin. gezeichnet. tes. Bruch einer Talsperre. Greenville( Südtarolina), 5. Mai. 1 Die neuerbaute Talsperre des Wasserwerks von Greevnille ift gestern gebrochen. Das Tal des Saluda- Flusses wurde überschwemmt. Die Höhe des Schadens ist noch nicht festgestellt. Die ersten Spuren des Dammbruchs wurden abends 6 Uhr be= merft. Mehrere tausend Bewohner des Saludatals forn ten gewarnt werden und sich in Sicherheit bringen. Die obere Talsperre hielt fünf Milliarden Gallonen Wasser Es wird befürchtet, daß weitere Dämme talabmärts unter dem Wasser druck bersten und eine gewaltige Flutwelle das ganze Ial überschwemmt. 2 Das Electrola- Sommerprogramm vielseitig wie immer trägt bee Sommerzeit durch einen besonders reich ausgestalteten populären Teil Rech nung, ohne jedoch dem Wunsch nach tlaffischer Musik weniger entgegenzulommen. Die Electrola Gesellschaft m. b. S., Berlin 8, Leipziger Str. 28, Berlin 15, Aurfürstendamm 35, spielt die Neuaufnahmen bereitwilligst ohxc Raufzwang vor. Die bekannte französische Filmbive Cecile Gorel weilte in Amerila und hatte auch das Originalbett der Maintenon mitgenommen; wahrscheinlich, weil sie darin so gut schlief. Ebenso werden wir uns schwer von einem bequemen, meichen und molligen Bett trennen können. Beich und mollig bleibt das Bett nur dann, wenn es hin und wieder zur Reinigung und Aufarbeitung einer Spezial- Peinigungsfabrik übergeben wird. Die Bettfebernfabrik Guftan Luftig nimmt Bestellungen zur Reinigung und zur Ergänzung von Inletten, worin fie reichhaltige preiswerte Läger unterhält, in ihren beiden Geschäften Berlin S 14, Brinzen Ede Sebaftianstraße, und Charlottenburg 1, Bilmers dorfer Str. 138, an der Bismarditraße, telephonisch unter Morisplak Rt. 283 bis 286, 288 und Wilhelm 7599, an. Sommer- Eishoden Reue Welt". Nachdem die maschinenlose chemische Eis bahn der Reuen Welt" ihre lüdenlose Bermendbarkeit für den Eislauffport bewiesen hat, werden jegt Eishodenwettkämpfe des Norddeutschen Eislaufverbandes regelmäßig dos ftattfinden. Die Direktion hat einen Botal gestiftet, der der besten Mannschaft, die in Serienmettspielen ermittelt mirb, zufällt. Es werden diese Serienmettspiele an jedem Montog. Donnerstag und Sonnabend zum Austrag kommen. Der„ Columbus"-Film. Die Borführungen des Columbus"-Films in Schwechten- Saal. Lügowftr. 76, haben einen fo großen Antiang gefunden, daß die Vortragsreihe auf Grund des anhaltenden Erfolges bis zum 13. Mai verlängert wird. 25 000 Rinber im Alter bis zu 14 Jahren tönnen fich an unferem Rinder wettbewerb beteiligen." Unter diesem Motto kündigte das bekannte Schuhwarenhaus Carl Stiller einen Rinderwettbewerb an, der wegen der intereffanten Aufgabe, wegen feiner neuartigen und originellen Aufmachung unh der wertvollen in Aussicht gestellten Brämien bei der ganzen Berliner Jugend größten Jubel hervorgerufen und in weitesten Areifen lebhaftefte Beachtung gefunden hat. Ein bis ins Kleinste ausgearbeiteter Künstlerischer Modellierbogen ift zusammenzulegen. Das reizt die Jugend. Sie will nicht nur spielen, sondern will auch beim Spielen zum Nachdenken angeregt fein und will probieren, basteln und erfinden. Ta fann man es wohl verstehen, daß ein förmlicher Ansturm der Berliner Jugend auf die Stiller- Geschäfte eingefest hat. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird beobachten annen, mie überall auf den Straßen die fleinen Träger der großen Wettbewerbs. aufgabe mit frohen und erwartungsvollen Gesichtern die Modellierbogen nach Sause tragen. Die Vadesallon 1928 eröffnet bie Firma F. B. Grünfelb, Berlin 38, Ausstellung Bade- und Sportneuheiten 1928". Seipziger Str. 20/22, am Montag, 7. Mai, 9 Uhr, mit einer großangelegtes Auch in diesem Jahre be anspruchen intereffante Neufchöpfungen die besondere Aufmerksamkeit. Go der Sommerfaltenrod, deffen Gewebe die ultravioletten Strahlen durchläst und somit ein Bräunen am ganzen Rörper ermöglicht. Berantwortlich für Bolitit: Dr. Curt Gener; Birtschaft: 6. Alingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. 8. Dösther; Latales und Sonstiges: Frig Rarftabt: Anzeigen: Th. Glode; famtlich in Berlin Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Verlaasanstalt Baul Ginger u Co., Berlin G 68. Lindenstraße& Sierzu 3 Beilagen, Stadtbeilage unb Unterhaltung unb Wiffen". Juwelen- Belmonte Leipziger Str. 97 Königstraße 30 30- Uhren Silberwaren. Größte Auswahl. Höchste Qualität. Billigste Praise. Goldwaren. WERTHEIM Billige Angebote Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Damen- u. Kinder- Kleidung Vollvoile- Kleid Blumenmuster, 1450 weißer VoileKragen u.-Einsatz, m. Spitzengarnierung, Gr. 40-46 Bordürenkleid guter Vollvoile, aparte Dessins, einfarbige Blendengarnierung, Größe 42-50 Jugendl. Kleid Vollvoile, mod. 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Batist, Hose Zephir, f. ca. 2-8 J., f. ca. 2 J. weiß für ca. Kieler Anzug 2 bis 14 Jahre ( Jed. weit. Gr. 75 Pf., ab 9 J. 1.25 mehr) für ca. 2 Jahre Spitzen Valenc.- Spitzen Serie I, weiß und ecru, bis zu 3 cm breit, Meter 12 550 550 775 1450 320 550 650 675 Serie II bis zu 9 cm br. Klöppelspitze gute Qualität, bis zu 14 cm breit, Meter Gardinen- Ansatz passend Einsatz und Spitze, bis zu 50 cm breit Seidentüll gute Qualität, in großem Farbsortiment, ca. 100 cm breit, Meter 19 PL 48 Pt. 145 190 mobilo! 2. Beilage des Borwärts Nr. 213 45. Jahrgangsliste Vorwärts the Triumphzug der Kunstseide. Weltwirtschaftliche Umschau. Bor zwanzig Jahren noch unbekannt, bei Kriegsausbruch mit 12 Millionen Rilogramm Weltproduktion noch eine unbedeutende Industrie, schreitet die Kunstseide heute mit immer gewaltigeren Schritten vorwärts. Die Weltproduktion an Kunstseide stieg von 63,3 Millionen im Jahre 1924 auf 82,5 Millionen 1925, 96,7 Millionen 1926 und auf 125 Millionen Kilogramm im Jahre 1927. Die Weltproduktion hat sich in vier Jahren verdoppelt. Nach dem Hochtonjuntturjahre 1927 rechnet man bezeichnender meise nicht etwa mit einem Rückschlag, sondern im Gegenteil mit einer gewaltigen weiteren Ausdehnung des Kunstseideverbrauchs. Gewaltige Neuanlagen sind in den verschiedenen Ländern gegenwärtig im Entstehen. Als Produzenten standen 1927 die Bereinigten Staaten mit 33,5 Millionen Kilogramm an der ersten Stelle. Die Verbrauchssteigerung machte aber noch eine große Einfuhr nötig. Da aber gewaltige Bölle 45 Broz. nach dem Wert der aus ländischen Kunstseide den Weg versperren, gehen deutsche, englische und holländische Unternehmungen in steigendem Umfang dazu über, eigene Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten zu gründen. Die amerikanischen Werke der deutschen Bemberg- Gesellschaft ( Kupferkunstjeide) find bereits im Betrieb, die der Glanz stoff werte werden die Fabrikation im laufenden Jahr aufnehmen. Englands Kunstseidenproduktion, die 1927 17,7 millionen Kilogramm betrug, wurde zum größten Teil vom CourtauldKonzern, bestritten, der seinen Abfah 1927 um die Hälfte zu erhöhen vermochte, und zwar voll für den Inlandsverbrauch. Die Kunstjeidenproduktion Deutschlands ftieg 1927 auf 18 Millionen Kilogramm. Die deutschen Fabriten waren nicht in der Lage, den deutschen Bedarf zu decken. Eine große Einfuhr, etwa ein Drittel der Inlandsproduktion, war nötig, bei gleichzeitigem Rückgang der Ausfuhr. Bum Un vierter Stelle stand die Produktion Italiens mit 17,5 Millionen Kilogramm im Jahre 1927: Italien hatte 1927 ein Refordausfuhrjahr mit etwa 80 Proz. der Produktion. Zum erstenmal im Jahre 1927 ist auch Frankreich auf dem Weltmarti aufgetreten. Bon seiner 15- Millionen- Kilogramm- Erzeugung wurden 5 Millionen Kilogramm ausgeführt. Die ebenfalls umfangreichen Kunſtſeidenindustrien Hollands mit 7,5 Millionen, Belgiens mit 6, der Schweiz mit 3,5 Millionen Kilogramm arbeiten zum größten Teil für den Weltmarkt. In jüngster Zeit fam au der großen Kunstseidenerzeugung auch Polen, wo die bisher im Besiz des italienischen SniaStonzerns befindlichen Tomaschow- Werte fürzlich an ein internationales Konsortium übergingen. Japan, das alte Land der Naturfeide, erreichte eine Produktion von 4 Millionen Kilogramm. Die Leistungsfähigkeit seiner Kunstseidenindustrie soll in den nächsten Jahren gewaltig erhöht werden. Ungeheure Gewinne wurden in diesem Industriezweig erzielt, die im Konjuntturjahr 1927 mit Ausnahme der italienischen Snia Viscosa noch höher als üblich waren. Wer vor zehn Jahren eine Aftie des englischen Courtauld- Konzerns für ein fund Sterling faufte, erhielt in der Zwischenzeit 20 Bfund Sterling zurüd. Die kurie der Kunstseidens aftien auf den Weltbörsen find ein sicherer Gradmesser der gewaltigen Rentabilität dieses Industriezweiges. Gegenüber 1927 haben fich Die Surfe der führenden Kunstseidenaftien verdoppelt und verdreifacht. Die Expansion des deutschen Glanzftofftonzerns. Die Vereinigten Glanzstoffabriken Elberfeld stellen allein etwa 60 Proz. der deutschen Biscofefabrikation her, während die NichtDiscofeleiden( Kupferfeiden) von der Bemberg 2.-G. erzeugt werden, deren Aftienmehrheit Glanzstoff- Elberfeld befigt. Die Angliederung zweier Kunstseidenfabriken, der Bayerischen Glanzftoffabrik und der Bereinigten Kunstseidefabriken in Kelsterbach( Frankfurt a. M.) wurde in der fürzlichen Glanzftoffgeneralversammlung angekündigt, gleichzeitig die Erhöhung des Aktienkapitals von 60 auf 75 Millionen. Die Vereinigten Glanzstoffwerte errichteten eine Kunstseidenfabrik zusammen mit dem englischen Courtauld Konzern bei Köln, die die Produktion demnächst aufnehmen wird, und eine Fabrit in Breslau zusammen mit dem holländischen Enta- Konzern. Als Grund für die Heranziehung von englischem und holländischem Kapital wird in Bezug auf Courtauld eine Vereinbarung zum Abfahschuß auf dem inneren Markte, in bezug auf Enfa aber die Beilegung von Patentstreitigkeiten angegeben. Bei der BembergGesellschaft, deren Attienkapital von 14 auf 28 Millionen Mart erhöht wurde, ist die Beteiligung Glanzftoffs weiter gestiegen. Mit der 3. G. Farbenindustrie, dem deutschen Chemietrust, hat der Glanzftofffonzern für die Herstellung von Azetatfunstseide ein gemeinsames Unternehmen, die Azefat- G. m. b. 5. in Berlin Lichtenberg gegründet. Mit dem größten italienischen Konzern Enia Biscofa find die Vereinigten Glanzftoffabriken fapital mäßig verbunden. Die ameritanische Gründung des Glan ftofftonzerns wurde oben bereits erwähnt. Glanzftoff verteilte für 1927 eine Dividende von 18 Pro 3., offenbar nur ein bescheidener Teil des Gewinns. Bezeichnend für die Lage der Glanzstoffwerke ist, daß sie in ihrer Bilanz ein Bank guthaben von 71,9 millionen Mart angeben, ein Zeichen dafür, daß die Erhöhung des Attienkapitals an sich nicht notwendig war, und nur dem Zweck diente, den Aktionären weitere Gewinne durch billige Bezugsrechte zu sichern. Neben Glanzstoff- Bemberg ist der einzige größere Kunstseidenerzeuger in Deutschland die J. G. Farbenindustrie mit einem Werk in Wolfen und vier kleineren Werfen, die früher der Köln- Rottweil A.-G. gehörten. Warum ging es der italienischen Snia Viscosa schlecht? Allein der italienische Kunstseidenkonzern Snia Viscosa hatte feinen Anteil an den gewaltigen Kunstseidengewinnen des ver gangenen Jahres. Er erlitt große Verlufte, und zwar bei gewaltig steigender Produktion und Ausfuhr. Der Snia- Konzern, der gegenwärtig etwa 90 Proz. der italienischen Kunstseidenproduktion liefert, mußte schon einmal, vor etwa zwei Jahren, saniert werden, weil er finanziell schlecht geleitet war und sich durch Errichtung übergroßer Anlagen festgefahren hatte. Die beiden großen Welt fonzerne Courtauld und Glanzstoff find ihm beigesprungen" und gaben ihm neben Patenten noch Finanzhilfe. Natürlich nicht umfonit; fie zwangen Snia, ein Kartell mit ihnen einzugehen. Die niedrigen Löhne und die Kinderarbeit in Italien haben die ita lienische Kunstseidenroduktion außerordentlich begünstigt und die in Italien hergestellten billigen Qualitäten auf dem Balkan und in Asien verbreitet. Bezeichnend war für die Lage, daß italienische Kunstseide die englische aus Indien verdrängt hat. So lag den Konkurrenten sehr viel daran, mit der Snia ein Abkommen über Preise und Absakgebiet zu treffen. Im Jahre 1927 erwuchsen dem Sitia- Konzern neue Berluste aus der Stabilisierung der Lira, weil der Erlös aus der Ausfuhr, in Lira umgemechielt, infolge der Werterhöhung der Lira start zurüdging, und zwar stärker als die eigenen Produktionskosten. Go mußte er wieder saniert werden, und zwar auch diesmal durch Courtauld und Glanzftoff, die jetzt große Attienpalete bet ber Wiedererhöhung des Attientapitals auf eine Milliarde Lira er warben. Gleichzeitig hat sich Snia weitere große italienische Kunstfeidenunternehmungen angegliedert, so daß feine führende Rolle in der Kunstseidenproduktion nach der Sanierung noch verstärkt ist. Finanzier Loewensteins Operationen. Der in letzter Zeit so häufig genannte belgische Finanzmagnat Alfred Loewenstein, der sich früher bei der Finanzierung von Wasserkraftwerken betätigte, ist in legter Zeit auch auf dem Gebiet der Kunstseide vorgedrungen. Er hat feine neuen Kunstjeiden unternehmungen gegründet, sondern erwirbt Attienpalete, womög lich die Aktienmehrheit großer Kunstseidenunternehmungen. Die von ihm beherrschte Holding- Gesellschaft( International Ine vesturent Co.) bemußt er für diesen 3wed, außerdem hat er fürzlich noch eine Finanzierungsgesellschaft für den Ankauf von Kunst jeidenwerten gegründet. • Diese Holding- Gesellschaften haben für Loewenstein Stunftfeide: aftien im Werte von 45 Millionen Dollar erworben. In zwei Ronzernen für Kunstseide befiẞt Loewenstein die Mehrheit: im belgisch- französischen Tubize- Konzern, dessen Aktienmehrheit er fürzlich von Jakob Michael erworben hat, und im holländischen Breda- Konzern( dem zweitgrößten holländischen Kunstseidentonzern). Beide Konzerne haben internationale Bedeutung und verfügen außer Belgien und Frankreich bzw. Holland noch über große Unternehmungen in Spanien und in den Vereinigten Staaten. Beide Konzerne find gegenwärtig dem Weltkartell- deffen tragende Säulen Courtauld, Glanzstoff, Snia, sowie die mit Glanz stoff verbundene Enta sind noch nicht angeschloffen. Loewenstein foll die Absicht haben, den Anschluß der von ihm beherrschten Großfonzerne, selbstverständlich für entsprechende Gegen feistungen, durchzusetzen. Borläufig machen ihm die Vorstände der Breda wie der Tubize noch Schwierigkeiten. Loewenstein hat auch etwa 14 Broz, der deutschen Glanzſtoffattien mit einem Börsenwert von 14 Millionen Dollar, 10% Proz. der Aktien des deutschen Außerdem ist er bei den polnischen Tomaschow- Werken start Bemberg- Konzerns im Börsenwert von 3% Millionen erworben. beteiligt. fprach man bereits von seiner Abficht, die Aktienmehrheit jener Infolge der Käufe Loewensteins bei Glanzstoff und Bemberg Konzerne zu erwerben, was aber nicht zutreffen dürfte. Die Gerüchte wurden nur verbreitet, um die Ausgabe neuer Vorrats aftien, welche die Macht der Glanastoff- Bemberg- Berwaltungen gegenüber den Aktionären steigern sollen, zu begründen. Kartelle und das drohende Weltmonopol Wie aus den bisherigen Ausführungen hervorgeht, ist die Kunstseidenindustrie der Welt bereits in hohem Grade monopolistisch organisiert. Die verhältnismäßig geringe Bahl und die Größe der Unternehmungen erleichtert den Zusammenschluß und die Kartell bildung. In Deutschland besteht seit Juli 1926 die Deutsche KunstSeidentonvention, ein Kartell der deutschen Kunstseidenproduzenten. In Frankreich wurde die Kartellierung der Kunstseidenindustrie im Jahre 1927 vollendet, als sich die französischen Kunstseidenprodugenten in zwei Großfartelle, Union und Comptoir, zufammen geschloffen haben. Die im Comptoir vereinigten Unternehmungen haben sich dem Weltfartell bereits angeschlossen. So ist der Weg zum internationalen Zusammenschluß, der von den vier größten Ronzernen bereits eingeschlagen wurde, frei. Wenn auch nicht zu leugnen ist, daß die Kunstseide vielfach der Modelaune unterworfen ist und bei allzuhoher Preisstellung ihr Absatz zurückgehen fann, so bedeutet dennoch ein Kunstseidenweltmonopol die Gefahr der Ausbeutung der Verbrauchermassen. Der ständige technische Fortschritt sollte die Verbilligung der Kunstseidenprodukte herbeiführen. Statt dessen wurden die Preise 1927 überall, in Deutschland besonders auch für billige Qualitäten, start erhöht. Ausbeutung der Kartell- und Monopolmacht bleibt also auch bei den Kunstseidemagnaten das vornehmste Ziel. 2. H. A. Auch Erhöhung der Eisenpreise? Reine Willfür der Montanherren.- Die Pflicht des Reichs. wirtschaftsministeriums. Nachdem die Schwerindustrie die Eisenpreise schon im Januar grundlos erhöht hat, erwägt fie jetzt eine neue Eisenpreiserhöhung. Schon damals fonnten wir darauf hinweisen, daß die Eisenpreis erhöhung doppelt ungerechtfertigt war. Denn der Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers über die Verfürzung der Arbeitszeit in den Stahlwerten mar absichtlich so formuliert worden, daß eine Eisen preiserhöhung durch seine Auswirkungen nicht gerechtfertigt war. Außerdem aber bewegten sich die deutschen Eisenpreise ohnhin auf einer Höhe, die für die verarbeitende Industrie in Deutschland eine ungewöhnliche Belastung darstellte und die weit über das hinausging, was durch die wirtschaftlichen Marktverhältnisse gerechtfertigt war. Nur das durch das internationale Gifentartell gesicherte Monopol der deutschen Eisenindustrie am deut. fchen Markt ermöglichte damals ein weiteres Heraufschrauben der Preise. Inzwischen sind die Weltmarttpreise um etwa 7 bis 8 M. je Tonne gestiegen, und das Verhältnis zwischen ihnen und dem Inlandspreis ist für die verarbeitende Industrie infofern etwas günstiger geworden. Sonntag, 6. Mai 1928 lande ständig zurüdgegangen, wie das auch der Vierteljahrsausweis des Stahltrusts gezeigt hat, wenn man davon absieht, daß in der Befürchtung einer Eifenpreiserhöhung in der letzten Zeit schon wieder Vorratsbestellungen der Berbraucher stattgefunden haben. Dies deutliche Zeichen rüdgängiger Inlandskonjunktur hat die Schwerindustrie aber bei ihren neuen Preiserhöhungswünschen nicht gestört. Denn fie glaubt, nunmehr die Aufgabe vor sich zu haben, den Auslandsabfaz zum Ausgleich der mangelnden Inlandsbeschäftigung steigern zu müssen. Da sie im Auslande für die Tonne Eisen, die ihr im Inlande mit etwa 140 M. bezahlt wird, nur etwa 107 m. eriöst, bevon Inlands- und Auslandsabfaß eine Berringerung des deutet selbstverständlich eine derartige Berschiebung des Verhältniffes Durchschnittserlöses. Bei 70 Proz. Inlands- und 30 Proz. Auslandsabjah stellt er sich auf etwa 130 M. je Tonne( bei den oben angegebenen Breifen), bei 60 Proz. Inlands- und 40 Broz. Auslandsabsatz auf etwa 127 M. je Tonne. Bei dieser Steigerung des Auslandsabiages ist aber gleichzeitig damit zu rechnen, daß auch die erzielbaren Preise sinten. Um hierfür einen Ausgleich zu schaffen, will die Schwerindustrie schon jetzt mit den Breifen herauf. Daß dies zu Folgen führen muß, die der gesamten übrigen Volkswirtschaft nur abträglich sein können, ist den Herren des Eisens natürlich gleichgültig. Aber dem Reichswirtschaftsminister darf es nicht gleichgültig sein. Er hat die vorige Eisenpreiserhöhung für ungerechtfertigt gehalten und das deutlich zum Ausdruck gebracht. Er hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß jetzt nicht eine weitere Störung der Konjunkturentwicklung burch noch stärker erhöhte Eisenpreise eintritt. Wenn er nicht dafür sorgt, fo wird es nach den Wahlen notwendig sein, im Zusammenhange mit einer Erneuerung der Grundlagen unserer Wirtschaftspolitik auch den Eisen3off einer nochmaligen gründlichen Prüfung zu unterziehen. Mengen" Konjunktur im Dividendenspiegel. 1927 Durchschnittsdividende um über 60 Prozent gestiegen. Die deutschen Unternehmer waren immer sehr erfindungsreich, menn es darum ging, die Gewinne einer guten Konjunktur ver= dem Glangtonjuntturjahr 1927 dafür die hübsche Verwirrungsparole schwinden zu lassen. Für das öffentliche Urteil hat man gegenüber gefunden, daß zwar sehr viel mehr produziert und abgelegt wurde, also eine gute Mengentonjunktur herrschte, daß aber an dieser Mengentonjunttur nichts verdient wurde, mit der Mengenkonjunktur also feine Preistonjunttur verbunden war. Schon unsere bisherigen Untersuchungen von Einzelbilanzen haben diese Barole als Schwindel erwiesen. Das Berliner Tageblatt" ermeist aber jetzt in einer Untersuchung für 510 Attiengesellschaften, die zum 31. Dezember 1927 ihre Bilanz gemacht haben und bei denen, weil das volle Jahr 1927 erfaßt worden ist, auch die volle Wirkung der Konjunktur zum Ausdruck tommt, mit statistischen Zahlen die Schwindelhaftigkeit der Parole. " Diese 510 Attiengesellschaften wiesen zum Jahresschluß 1927 ein Attienkapital von 930 Millionen aus. Auf diese 930 Millionen errechnet sich für 1927 ein Rohgewinn von 19,1 Proz. und nach Abzug aller Untoften und Abschreibungen ein Reingeminn Don 9,1 Proz. Aus diesem Reingewinn von 9,1 Proz. wurden: 67,21 Millionen Dividenden verteilt, und diese 67,21 Millionen entsprechen einem Dividendenfag von 7,2 Pro3. Wir wollen die Ziffern für die Bilanzen vom 31. Dezember 1926 denjenigen für den 31. Dezember 1927 gegenüberstellen. Es wurden erzielt: zum 31. Dezember 1926 zum 31. Dezember 1927 11,3 Proz. Rohgewinn Reingewinn Dividende. • T .. 6,2 4,6 27 " 19,1 Proz 9,1 " 7,2 " Schwindel von der Mengentonjunttur nichts fein tann. Die Steige Diese Ziffern beweisen schlagend, daß es in der Tat mit dem rung des Rohgewinns von 11,3 auf 19,1 Broz. ist gewaltig. Der ausgewiesene, von 6,2 auf 9,1 Broz. gestiegene Reingewinn besagt nach tausendfältig gemachten Erfahrungen nichts für die tatsächlichen Gewinne, denn für unsere deutschen Unternehmer ist es selbstverständlich geworden, daß man, soweit es nur irgend geht, aus laufenden Einnahmen alle Betriebserweiterungen bezahlt und damit die Aktionäre betrügt, statt neues Kapital aufzunehmen. Die Arbeiterschaft hat sich nie durch den Unternehmerschwindel von der Mengentonjunktur düpieren lassen. Hoffentlich begreift jetzt auch die breitere Deffentlichkeit, daß die Irreführungsparole der Unternehmer eine Legende zu unsauberen 3weden war. Landesarbeitsamt Brandenburg 6400 Unterstützte weniger. Arbeitsmarkt beffert sich weiter. Bei gesteigerter Vermittlungstätigkeit hat die Entlastung des Arbeitsmarttes im allgemeinen weitere Fortschritte gemacht. Die Gestaltung des Arbeitsmarktes zeigt in thren Grundzügen dasselbe Bild wie in der Vorwoche. Noch immer verzeichnen in der Haupts sache die Landwirtschaft, das Baugewerbe sowie die Außenarbeiten und die Baustoffindustrie gute Aufnahmefähigkeit Trok erhöhter Bautätigkeit dürfen jedoch teineswegs die Schwierigkeiten des Baumarktes infolge der Einengung des Kapitalmarktes und der damit verbundenen Finanzschwierigkeiten unterschätzt werden. Die Ziegelindustrie hat deshalb im letzten Monat bei den meisten Artikeln nicht den normalen Umsatz erreichen können. 510 Die Gesamtzahl der Unterstüßung beziehenden Ber fonen betrug in der Berichtswoche 122 577( 128 993), davon entfallen auf die Arbeitslosenunterstützung 102 696( 108 155), KrisenunterDie nunmehr geplante Preiserhöhung wird mit der Er höhung der Kohlenpreise begründet. Da die deutsche Eifenindustrie ihre Kohle felbft fördert, ergibt sich für sie infolge der Breiserhöhung überhaupt feine Berteuerung der Probuftion. Dagegen bedeutet der Schiedsspruch für den Bergbau natürlich auch für sie eine Erhöhung der Selbstt often. Der Kohlenverbrauchſtützung 19 881( 20 838). man die Berteuerung der Produktionskosten der Kohle mit rund je Zonne Fertigprodukt stellt sich auf etwa 1,5 Tonnen. Nimmt 80 Pf. an, fo ergibt sich eine Erhöhung der Selbstkosten der Schwer industrie um 1,20 m. je Tonne. er= Inzwischen sind aber die deutschen Schrottpreise und Schrott ist der wichtigste Rohstoff der Schwerindustrie heblich gefallen. Außerdem haben sich, wie gesagt, die Auslandserlöse erheblich gebessert. Seit Januar hat sich ber Durchschnittserlös der Schwerindustrie also ge: hoben. Ihre Durchschnitts fosten haben sich jedenfalls nicht um den vollen. Betrag von 1,20 m. je Tonne erhöht. Warum will die Schwerindustrie die Preise erhöhen? As gegenüber ihren Preiserhöhungswünschen im Januar dieses Jahres eingewandt wurde, daß Eisenpreiserhöhungen, die ohnehin nicht glänzende Inlandskonjunktur meiter gefährden müßten, behauptete sie, von ihrem Nachlassen des Auftragseingangs, also von einem Konjunkturridgang sei bei ihr nichts zu spüren. Inzwischen hat sie fich dementieren müſſen. In den letzten Monaten ist der Auftragseingang aus dem In Automobilgesellschaft Berlin, die vom AEG.- Konzern MAG. bleibt bei ihrer vorsichtigen Politit. Die Nationale beherrscht wird und in der die Bresto-, die Protos- und die Dur Werte aufgegangen sind, will für das Jahr 1927 teine Dividende verteilen. Für die Aktionäre ist das eine peinliche Ueberraschung, ebenso auch für die Börsenspekulanten, weil noch in den allerletzten Tagen fest versichert wurde, daß auf das von 12 auf 17 Millionen erhöhte Kapital wie im Vorjahr eine Dividende von 6 Proz. zu erwarten sei. Natürlich heißt Dividendenlosigkeit nicht Gewinnlosigkeit. Die Berwaltung der NAG. sagt selbst, daß die Umfäße erheblich größer waren als im vorhergehenden Jahr, und wenn man den tatsächlich ausgewiesenen Reingewinn von 452 000 Mart um die vorgenommene Erhöhung der Abschreibungen(+350 000 Mart) und weiter um die Abschreibung von 130 000 Mart zum Ausgleich der Anleihekursdifferenzen hinzunimmt, ergibt sich mit rund 932 000 Mart ein noch höherer Gewinn als im Borjahr. Es wäre also durchaus möglich gewesen, dieselben sechs Prozent Die Arbeiterschaft braucht ihr das nicht zu verübein, sie muž wieder zu bezahlen. Aber die NAG.- Verwaltung will vorsichtig sein. aber wissen, daß tatsächlich beträchtliche Gewinne von der NAG. erzielt wurden, Der Schiedsspruch für Leipzig. Er stellt die Metallarbeiter nicht zufrieden. Die Schlichtertammer für das Tarifgebiet Leipzig fällte am Sonnabend nach weiterer vierstündiger Beratung folgenden Schiedsfpruch: 1. Unter Beibehaltung der Abstaffelung nach der bisher gelten den Lohntafel wird der Einstellungslohn von 80 Pf. auf 85 Pf., der Mittellohn( der Mindestlohn nach sechswöchiger Beschäftigung) von 88 Pf. auf 92 Pf. und die Afford fäße von 83 Pf. auf 87 Pf. erhöht. 2. Lehrlinge erhalten im ersten Jahre ein Achtel, im zmeiten Jahre ein Sechstel, im dritten Jahre ein Viertel und im vierten Jahre ein Drittel des Spitzenlohnes der Facharbeiter über 23 Jahre. 3. Den Arbeitern, deren normale Arbeitskleidung unter der Einwirkung von Hize, Säuren, Dämpfen oder dergleichen in fürzester Zeit zerstört wird, muß die jeweils notwendige Schuttleidung gegeben werden, sofern diesen Arbeitern nicht schon aus diesem Grunde eine Sondervergütung oder ein Gonderzuschlag gezahlt wird. 4. Die Ferienregelung für das Jahr 1928 erfolgt in derselben Weise, wie in der Regelung am 1. März 1928 zwischen den beiderseitigen Verhandlungskommissionen beschlossen und niedergeschrieben worden ist. 5. Die Arbeit ist sofort wieder auf unehmen. Alle vor dem Streit oder der Aussperrung beschäftigten Arbeiter find innerhalb einer Frist von zehn Tagen nach Inkrafttreten dieser Lohnregelung wieder einzustellen. Maßregelungen aus Anlaß des Streits oder der Aus. Sperrung finden nicht statt. Die Wiedereinstellung bewirkt, daß die Arbeit ats att unterbrochen im Sinne des Tarifvertrages gilt. 6. Die vorstehende Lohnregelung gilt mit Wirkung vom 1. April 1928 bis auf weiteres. Sie fann unter Innehaltung einer ein monatigen Frist zum Schluß eines Kalendermonats erstmalig zum 31. März 1921 gekündigt werden. Erklärungsfrist bis zum 8. Mai, mittags 12 Uhr. Die Rheinschiffahrt stillgelegt. Maschinens, Decks und Hafenpersonal folidarisch. Die Rheinreeder sind sehr überrascht, daß ihre Lohnabbaudrohungen und Aussperrungsmaßnahmen bis jetzt nichts anderes als die völlige Stillegung der Rheinschiffahrt herbei geführt haben. Da diese Stillegung dem rheinischen Wirtschaftsleben schmere Wunden schlägt und in der Deffentlichkeit viel Kopfschütteln hervorruft, bemühen sich die Reeder nach Kräften, die Schuld an dem Konflikt den Arbeitern aufzubürden. Sie verbreiten ein Flugblatt, in dem sie erklären, daß die Arbeiter bei den Verhandlungen wohl die schwierige Lage der Rheinschiffahrt anerkannt hätten, trotzdem aber eine wirtschaftlich und sozial tragbare Lohnregelung nicht vereinbaren wollten. Was hat sich bei den Verhandlungen abgespielt? Die Arbeiter haben anerkannt, daß zurzeit die Fracht und Schlepplöhne niedrig stehen und deshalb die Rheinschiffahrt sich in feiner rofigen Lage befindet. Die Arbeiter haben aber auch auf die großen Konjunkturgewinne der Rheinschiffahrt in den Jahren 1924 bis 1926 hingewiesen und betont, daß die Senfung der Konjunkturfurve nicht sofort durch geradezu tatastrophale Bohnkürzungen ausgeglichen werden dürfe. Unter BerüdEbensowenig wie die beiden Schiedssprüche vom Freitag für das Tarifgebiet Sachsen und das des sächsischen Arbeit geberschußverbandes kommt dieser dritte Schiedsspruch den Forderungen der Metallarbeiter nicht entgegen. Abgesehen davon, daß die Lohnzulage von fünf bzw. vier Pfennig pro Stunde völlig unzureichend ist, kommt die Erhöhung der Ein stellungslöhne von 80 auf 85 Pf. nur einem verschwindend geringen Teil der Metallarbeiter zugute, da das Gros der Metallarbeiter bereits längere Zeit in den Betrieben beschäftigt ist. Diese länger als sechs Wochen in den Betrieben stehenden Arbeiter erhalten nach dem neuen Schiedsspruch nur eine Lohnaufbesserung von vier Pfennig pro Stunde. Für sie bedeutet der neue Schiedsspruch nur insofern eine geringe Berbesser ung, als sie nach dem Spruch des Schlichters Haafe völlig leer ausgehen sollten. Unbefriedigend ist auch die Neufestsetzung der Affordbasis, die um einen Pfennig gegenüber dem letzten Schiedsspruch auf gebessert worden ist. Geradezu untragbar wird der Schiedsspruch aber dadurch, daß er für ein ganzes Jahr gelten soll, ohne daß für diesen langen Zeitraum eine weitere Lohnerhöhung vorgesehen ist, wie es bei den meisten anderen Schiedssprüchen geschehen ist. Eine geringe Berbesserung bringt der Schiedsspruch lediglich für die Lehrlinge im ersten und zweiten Lehrjahr, in denen als Entschädigung erhielten. Die Erklärungsfrist ist sehr furz be sie bisher nur ein Neuntel bzw. ein Siebentel des Facharbeiterlohnes meffen. Hätten die Leipziger Organisationsvertreter nicht schon vor ihrer Abreise nach Berlin Mitgliederversammlungen für Montag an Arbeitern zur Entscheidung zu unterbreiten. Der Schlichter hat barin gefeßt, dann wäre es ihnen einfach unmöglich, den Schiedsspruch den anscheinend dem Drängen der Unternehmer stattzugeben, die es auf einmal mit der Beilegung des Konfliktes sehr eilig zu haben scheinen, während sie bisher an der schnellen Beendigung des Ronfliftes angeblich gar kein Interesse hatten. Daß die Leipziger Metallarbeiter diesem Schiedsspruch z stimmen werden, erscheint nach allem recht zweifelhaft. wird, bemühen sich diese Kommunisten, gegen die Sozialdemokratie Wahlagitation zu treiben. Auch ein Anonymus, der angeblich in der Vorwärts" Druckerei beschäftigt ist, marschiert auf, um bei dieser kommunistischen Wahlagitation mitzuhelfen. " In dem Parteiblatt der KPD. war angeführt worden, daß der Borwärts" angeblich schlechtere Löhne zahle als die FriedrichstadtDruckerei. Zum Beweis wurde angeführt, daß im Oftober 1927 por der außertariflichen Zulage von 2 Mart, Handsetzer und Flachdrucker im Vorwärts" 56-64 Mart Lohn bekommen hätten; der tatsächliche Lohn betrug 58-76 Mart. Stereotypeure hätten angeblich in der Spize 75 Mart erhalten; tatsächlich bekamen sie 81 Mart. Rotationer wurden mit 72 Mart angeführt statt mit 78 Mart, Maschinenseker in der Spike mit 82 Mart statt mit 92,40 Mart, Hilfsarbeiter mit 50-60 Mart statt mit 52-65 Mart. Zu diesen Löhnen fam noch ab 29. Oftober eine außertarifliche Zulage von 2 Mart Wir tönnten zum Vergleich die Löhne anführen, die damals in der Friedrichstadt- Druckerei gezahlt wurden. Wir sind der Aufin der Friedrichstadt- Druckerei gezahlt wurden. Wir sind der Auf. faffung, daß es Sache der Buchdrucker selbst ist, dafür zu sorgen, daß nicht unter dem Mantel der Berufsvertretung tommunistische Parteipolitit auf Kosten der Buchdrucker getrieben wird. fozialdemokratischen Schuhmacher, ungültige Stim men abzugeben, leisteten 140 Kollegen Folge. Zahlreiche Stimmen aus den Betrieben beweisen aber, daß ein großer Teil unserer Genossen der Wahl fernblieb, da durch die einseitige Kandidaten aufstellung in der Berliner Zahlstelle praktisch nur für Kommunisten und ihre Mitläufer ein Wahlrecht besteht. Wenn unsere Genossen im Schuhmacherverband aus den Wahl ergebnissen der letzten Jahre die Lehre ziehen und sich zu intensiver Werbearbeit und Betätigung im Sinne der freien Gewerkschaften, unabhängig von Parolen, die von Außenstehenden fabriziert werden, zusammenfinden, dann ist die Zeit nicht mehr fern, wo auch in der fowiter ausgespielt haben. Als Erfolg unserer bisherigen Arbeit ist Berliner Zahlstelle des Zentralverbandes der Schuhmacher die Mos bereits zu buchen, daß in den Versammlungen der Zahlstelle nicht mehr die alten fommunistischen Tiraden vorgebracht werden, wie es jahrelang der Fall war. Die fozialdemokratischen Schuhmacher versammeln sich nach Bes darf, um sich im Kreise von Genossen mit den besonderen Aufgaben zu beschäftigen. Die Zusammenfünfte zeigen erfreulicherweije wachsenden Besuch. Die nächste Zusammenfunft, in der Geteiten unserer Berbearbeit spricht, ist am Donnerstag, dem 10. Mai, nosse Holtz vom Betriebssekretariat der SPD. über die Möglichum 16% Uhr im Lotal Blawert, Weberstraße 24a. Der Werbeausschuß erwartet, daß alle in Berliner Schuhbetrieben arbeitenden Genossen erscheinen und sympathisierende Kollegen auf den Besuch aufmerksam machen. Bum Streif der Linoleumleger. Der Streit der Berliner Linoleumleger geht unverändert weiter. In der Bersammlung der Streifenden am Sonnabend wurde ein Schreiben der Unternehmer an die Organisation verlesen, wonach fie ihr Angebot von 3 bzw. 5 Prozent nur noch bis zum 5. Mai aufrecht erhalten und fordern, daß die Leger aus diesem Grunde die Arbeit aufnehmen sollen. Dieses Schreiben wurde von den Streifenden gebührend beantwortet, denn die darauf folgende Abftimmung ergab den fast einstimmigen Beschluß auf Weiterführung des Streifs. teilung der Berbandsleitung entgegengenommen, wonach auch die Nach der Abstimmung wurde mit großem Beifall die Mitnoch nicht bezugsberechtigten Mitglieder Streifunterstügung erhalten. Die Kollegen der übrigen Bauberufe werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Streit generell ist. Wichtige Mitteilungen find an die Streitleitung Restaurant Treulieb, Wilhelmstraße 114. Tel. Bergmann 5001 oder an den Sattlerverband, Tel Janno wig 0676, zu richten. Lohnabkommen im Berliner Friseurgewerbe. Der Arbeitnehmerverband des Friseur- und Haargewerbes, Zweigverein Berlin, hat mit den 14 Friseurinnungen in GroßBerlin ein neues Lohnabkommen abgeschlossen. Die Mindestlöhne wurden um 3,50 Mt. wöchentlich erhöht, so daß der Mindestlohn für Herrenfriseure 36,50 mt. und für Damenfriseure 38,50 Mt. beträgt. Auch für die übrigen Gruppen des Friseurgewerbes sind die Löhne erhöht worden, so daß sie sich jezt zwischen 36 und fciftungen. Bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen dürfen nicht 41 Mt. bewegen. Die Lohnfäße sind Mindestlöhne für Mindestverschlechtert werden. Auch der Manteltarif ist von der Gehilfenorganisation gekündigt worden, um einige Unflarheiten zu beseitigen. Das Lohnabkommen ist ab 1. Mai wirksam. Zum Ende des Straßenbahnerstreifs. 3n Frankfurt a. M.- Offenbach. Der Berkehrsbund schreibt uns: Die Differenzen entstanden beim Neuabschluß eines Bezirksmanteltarifvertrages für den Bezirk Rhein- Main, zum Reichsmanteltarifvertrag der Straßenbahner. Die von den Straßenbahnern angerufene Bezirksschiedsstelle ſetzte eine Lohnerhöhung fest und eine Aenderung der Lohnzahlungs. methoden. Die Frankfurter Straßenbahner hatten in der Borkriegszeit Monatslöhne, die ein großer Teil auch heute noch hat und die auf Berlangen der Straßenbahner wieder allgemein eingeführt werden sollten. fichtigung ber gegenwärtig niedrigen Frachten sei man bereit, die Schiedsspruch für das Berliner Holzgewerbe. Entscheidung der Bezirksschiedsstelle beim Beniralausschuß für Lohnforderungen von 15 Proz. auf 7 Proz. zu ermäßigen. Für den Monat Mai wurde keine Erhöhung verlangt. Die Er höhung von 1,50 M. pro Woche für die Lohnempfänger und von 7,50 M. pro Monat für die Gehaltsempfänger sollte erst ab 1. Juni in Kraft treten. Eine weitere gleiche Steigerung mar für die Zeit ab 1. Oftober gefordert worden, und das alles nur für die Dauer des Rahmentarifes, der bis zum 31. März 1929 gift. Die Unternehmer verlangten, daß die Arbeiter vertreter zunächst auf ihre Forderungen verzichten sollten, dann erft wollten sie sich dazu herbeilaffen über die tatsächliche Höhe des Lohnabbaues zu verhandeln. Eine Zumutung, die den Konflikt nur verschärfen konnte. Der Gegenstoß der Arbeiterschaft gegen die Aussperrung zeigt bereits seine Wirkungen. Was zurzeit von der Rheinschiffahrt noch in Bewegung ist, ist faum nennenswert. Ausländischer Kahn raum fann feine Hilfe bringen, Gegenwärtig sind bereits 60 Proz. der schweizerischen und französischen Rheinschiffe zum Erliegen gefommen, weil das Personal, das meist aus Deutschen besteht, mit der Arbeiterschaft der deutschen Rheinschiffahrt absolut Entscheidung der Funktionäre am Dienstag. Der stellvertretende Schlichter für Brandenburg, Bauer, hatte zu Sonnabend vormittag die Vertreter des Holzarbeiterverbandes und die der Unternehmer der Berliner Holzindustrie geladen, um eine Berständigung zwischen den Parteien herbeizuführen zu suchen. Troß mehrstündiger Verhandlung war keine Annäherung zu erzielen. Es wurde nun eine Schlichtungstammer gebildet, die nach weiterer mehrstündiger Beratung einen Schiedsspruch fällte. Die Löhne der erwachsenen Facharbeiter sollen ab 5. Mai um vier Pfennige pro Stunde und ab 1. Oftober um weitere drei Pfennige erhöht werden. Die Löhne der übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen sollen prozentual günftiger aufgebeffert werden, als es die bisherige Schlüsselung im Tarif vorsah. Erklärungsfrist bis Donnerstag mittag 12 Uhr. Das neue Lohnabkommen soll bis zum 28. Februar 1929 gelten. Die Funktionäre der Berliner Holzarbeiter nehmen am Dienstag im 19 Uhr in einer Bersammlung in den Kammersälen, Teltower Straße, zu dem Schiedsspruch Stellung. Die Straßenbahndirektion erhob jedoch Einspruch gegen die Straßenbahnertarifwesen. Der Zentralausschuß führte die Stundenlöhne wieder ein und fürzte sie noch um einen Pfennig. Darauf bin traten die Straßenbahner geschlossen in den Streit. Die Gegenseite beantragte die Verbindlichkeitserklärung des Spruches des Zentralausschusses. In den Nachverhandlungen vor dem Reichsarbeitsministerium tam es zu einem Vergleich, wonach die Löhne in Frankfurt a. M. und Offenbach für Omnibusführer um 7 Bf., für Straßenbahnführer um 6 Pf. und für das übrige Personal um 5 Pf. erhöht wurden, während die Lohnzulage in Mainz, Wiesbaden und Worms 6, 5 und 4 Pf. beträgt. Die ideelle Forderung der Straßenbahner auf monatliche Be zahlung fonnte nicht erreicht werden. Die Straßenbahner sollen Stundenlöhner bleiben, um ihrer Anstellung vorzubeugen. An der Bewegung waren 2500 Straßenbahner beteiligt, worunter 2000 Mitglieder des Verkehrsbundes. Der Proteststreit in der Schuhfabrik H. Leifer Nachf. ist damit beendet worden, daß ein Zuschneider entlassen wurde, der am 1. Mai gearbeitet hat, trozdem er sich in die Liste der Maifeiernden eingezeichnet hatte. Eine Schärferin wurde entlassen, weil sie trot Berbots mit Waren gehandelt hat, während eine Stepperin in eine als faufmännischer Angestellter, da er Lagerarbeit verrichtet. Damit. war der Streitfall beigelegt. solidarisch ist. Ebenso zeigt sich schon jetzt sehr scharf die An die Bauarbeiterschaft Groß- Berlins! andere Abteilung verfekt werden foll. Der vierte Beteiligte gilt Wirkung der Solidarität der Hafenarbeiter. Die Duisburg- Ruhrorter Hafenarbeiter sind geschlossen in den Streit getreten. Für die Mainzer Hafenarbeiter ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Lohnerhöhung von 4 Proz. vorsieht. Der Schiedsspruch wurde von den Arbeitern abgelehnt. Wie in Duisburg und in Mainz, so stehen auch in Mannheim die Hafenarbeiter auf der Seite des Rheinschiffahrtspersonals. Fahrzeuge, die von Streitbrechern bedient werden, werden nicht geladen oder gelöscht. Die Stillegung der Rheinlandschiffahrt wird in furzer Zeit die Häfen, die Zechen und die Bahnhöfe völlig verstopfen. Die dadurch entstehende Stockung im Abtransport von Roh- und Fertigmaterial muß naturgemäß auch eine ganze Reihe von Industriezweigen in Mitleidenschaft ziehen. Schon jetzt zeigen fich zum Beispiel bedentliche Stodungen in der rheinischen Steinindustrie, zum Beispiel in der Bimssteinindustrie Neuwied und in der Basaltindustrie von Linz. Der Schlag der Reeder gegen das Rheinschiffahrtspersonal ist also sehr energisch und für die Reeder sehr schmerzhaft pariert worden. Im Dienste Moskaus. Auf Kosten der Berliner Buchdrucker. Es ist bekannt, daß Mitglieder der KPD., ob fie mun in der Friedrichstadt- Druckerei oder in der Russischen Handelsgesellschaft nder sonst irgendwo in der KPD. beschäftigt werden, gezwungen find, in erster Linie gegen die Sozialdemokratische Partei zu agitieren. In diesem Sinne betätigen sich auch der Borsitzende des Brandenburgischen Maschinensezer- Vereins und der Borsitzende des Betriebsrates der Friedrichstadt- Druckerei. In ihrem Barteiblatt und in dem Mitteilungsblatt der Maschinenfeger, das auf diese Art auch zu einem tommunistischen Parteiblatt gemacht Nachdem die Lohnbewegung der Berliner Steinmeßen in der Natursteinindustrie mit gutem Erfolg beendet ist, gilt es, auch für Lohn- und Arbeitsbedingungen tariflich zu regeln. Dabei wird die in der Kunststeinbranche beschäftigten Steinmegen die aber den Arbeitern von den einzelnen Firmen unter Führung des Bundes der Deutschen Betonwerke größter Widerstand entgegen gefeßt. Deshalb stehen die dort beschäftigten Steinmetzen bereits seit vier Wochen im Streit. Es handelt sich vor allem um die Firmen Gebr. Friesede, Roßberg u. Co., Borch= mann u. Co., Borchmann Kommanditges. u. Reinte. Da diefelben mit Hilfe sogenannter Zwischenunternehmer versuchen, ihre Arbeiten fertiggestellt zu bekommen, appellieren die.Berliner Steinmeßen an die Solidarität der gesamten Bau arbeiterschaft, sie in ihrem Kampfe gegen das reaktionäre Unternehmertum zu unterstützen. Es handelt sich um die stein mehmäßige Bearbeitung pon Kunststeinpub, Kunststein und Beton. Da eine Anzahl fleinerer Firmen die Forderungen an. erkannt haben, hat der Zentralverband der Steinarbeiter grüne Arbeitsberechtigungstarten ausgestellt, die in jeder Woche im Verbandsbureau abgestempelt sein müssen. Wir ersuchen die Bauarbeiterschaft scharfe Kontrolle unter den Steinmeßen auszuüben, die auf den Baustellen mit der Bearbeitung von Kunststein, Kunststeinpuß und Beton beschäftigt find. Alle Berechtigungstarten, welche nicht fünf och en stempel aufweisen, find ungültig. Die Inhaber dieser Karten sind als Streitbrecher zu betrachten. Mitteilungen werden an den Verband der Stein arbeiter, Engelufer 25, Telephon Jannowig 6281 erbeten. Achtung! Schuhmacher! In der schlesischen Tegfilindustrie ist der Lohnkonflikt durch einen Schiedsspruch beendet worden, dem beide Parteien zugestimmt haben. Versehentlich wurde in der gestrigen Morgennehmer veröffentlicht, der durch die Annahme des Schiedsspruchs ausgabe nachträglich noch der Aussperrungsbeschluß der Unter inzwischen gegenstandslos geworden war. Berbanb ber Gemeinde- und Staatsarbeiter. Morgen, Montag, 7. Mai, 19 Uhr, im Lokal von Tiedemann, Berlin, Waldenserstr. 19, Versammlung aller im 2. Berwaltungsbezirk wohnenden Reichs, Staats- und Gemeindearbeiterin nen und-arbeiter. Bericht über die Lohnverhandlungen der a) Gemeinde. arbeiter, b) Reichs- und Staatsarbeiter. Erscheinen aller ift licht. Zutritt nur gegen Borzeigung der Mitgliedstarte. Die Beairtsleitung. Dentscher Holzarbeiterverband. Vertrauensmännerversammrung dem Manteltarifvertrag für das Berliner Holzgewerbe unterstehenden Betriebe am Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr, in den Kammerfälen, Teltower Str. 1. Bericht vom Berhandlungsergebnis vor dem Schlichter. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr, tm Gaal 5, Berliner Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gettionsversammlung der Ladierer. Die jeßige Arbeitsmethobe im Ladierergewerbe. Berbands, und Branchenangelegenheiten. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Die Gettiousleitung. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Morgen, Montag, 7. Mat, Susammenkunft der Gruppenleitungen um 19% Uhr im Verbandshaus Linienftr. 83/85. Vortrag des Genossen Ronrektor Blum: Wandern und Schauen." Butritt nur mit Verbands buch und Funktionärtarte. Außenspielabend ab 18 Uhr. Nordkreis: Sport plag Cantianstraße, Blag 4 H. Berlin in der letzten Woche. Leiber beteiligte sich nur ein Drittel Die Wahlen zum Verbandstag der Schuhmacher erfolgten in der Mitglieder an den Wahlen. Es wurden 1367 Stimmen ab. gegeben. Der Aufforderung des Werbeausschusses der jugenbies in Frankfurt a. M. Die Melbeftift läuft ab! Juaendaruppe des Zentralverbandes der Angeftellten. 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Sie wird herausgegeben von Dr. Ludwig Czech im Auftrage des Parteivorstandes der Deut fchen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei ( Redaktion und Verwaltung Prag II, Netózanta 18. Preis des Heftes 4 Kr., Jahresbezugspreis 40 kr.) Der Herausgeber betont in dem am 1. Mai erschienenen ersten Heft, daß die Berhältnisse der Deutschen Partei in der Tschechoslowakei die Her. ausgabe einer selbständigen politisch- wissenschaftlichen Revue aufnötigten, weil sich in politischer, mirtschaftlicher, sozialer und selbst in parteimäßiger Richtung sich so vieles seit der organisatorischen Trennung von der österreichischen Bartei geändert habe. In dem ersten Hefte schreibt 1. a. Paul Löbe über die Wahlen in Deutsch land, Hofbauer über proletarischen Kulturfampf im Kleinbürgerlande, Rudolf Wiener über Krise des Parlamentarismus, Emil Frenzel über Abrüftungsfragen. Bemerkungen“ und„ Bücherschau" crgänzen die sehr ansprechenden blauen Hefte. Auch die Sozialdemokratie Eftlands hat, wie vorher die finnische, die ungarische Einladung zu einer parlamentarischen Besuchsreise abgelehnt und in der Begründung das Horthy- Regime gefennzeichnet. Die Einheitsfozialistische Partei der italienischen Arbeiter, die Der SAJ. angeschlossen ist, hat die erste Nummer einer vierzehn tägig erscheinenden Zeitschrift Rinafcità Socialista"( Erneuerung des Sozialismus) erscheinen lassen. Die Zeitschrift wird vom Partei. vorstand in Paris herausgegeben. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 58 68, Lindeustraße 3, für Groß: Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung, Genoffinnen! 17. Abt. Die Bezirksfilhrer werden gebeten, Unser Weg" beim Gen. Rarl Söhne abzuholen. 29. Abt. Unfer Weg" ist von Brug, Prenzlauer Allee 189, abzuholen. 55. Abt. Charlottenburg. 10 Uhr wichtige Flugblattverbreitung: 8. Gruppe bei Schüz, Wallstr. 99; 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21; 10. Gruppe bei Bohne, Schloßstr. 45. Seder Genosse muß erscheinen. 83. Abt. Lichterfelde. Seute lester Tag zur Einsicht in die Wählerlisten. Keiner versäume nachzusehen. Für den östlichen Teil liegen die Listen aus im Rathaus, Schillerstraße und für den westlichen Teil mit wenig Ausnahmen im Lokal Giering, Stegliger Str. 26, non 9-17 Uhr. 117. Abt. Lichtenberg. 9 Uhr wichtige Flugblattverbreitung von den bekannten 135. Abt. Razow. Die Bezirksführer müssen Flugblätter und Blakate beim Gen. Bernhard Fleischer, Pantgrafenftr. 3, abholen. Lokalen aus. Morgen, Montag, 7. mai: 13. Abt. 19% Uhr bei Bessel, Bremer Str. 48, Funktionärßigung. 14. Abt. 19% Uhr bei Laurigen, Butbuffer Str. 11, wichtige Funktionär figung. 15. Abt. 191 Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, Funktionärsigung. De Funktionäre müssen erscheinen. 16. Abt. 19 Uhr bei Kinzel, Usedomite. 23, Funktionärfizung. des Bahlmaterials. Erscheinen ist Pflicht. 17. Abt. 19% Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärßigung. 18. Abt. 19 Uhr bei Müller, Uferstr. 12; Funktionärsizung. Ausgabe 19. Abt. 19 Uhr bei Schrepel, Grünthaler Str. 13, Funktionärsigung. 21. Abt. 19 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Funktionärsigung, 24. Abt. Pünktlich 19% Uhr Funktionärsigung bei Röhler, Greifswalder Str. 80b. 23. Abt. 19 Uhr außerordentlich wichtige Funktionärsigung bei Grunewald, Romeruner Str. 19. Sämtliche Bezirksführer müssen pünktlich erscheinen. An gleicher Stelle ab 19 Uhr Bastelabend. 27. Abt. 19 Uhr bei Huch, Korförer Str. 13, Funktionärßigung. Reiner darf fehlen. 34. Abt. 19 Uhr in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67, Funktionärsizung. Ausgabe von Wahlmaterial. Jeder Bezirt muß vertreten fein. 36. Abt. 19% Uhr Funktionärsigung bei Busch, Tilfiter Str. 27. Alle Funktionäre müssen erscheinen. 39. Abt. 20 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär. figung. Wahlbesprechungen. Reiner barf fehlen. 40. bt. 20 Uhr Funktionärsigung bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. 41. Abt. 20 Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Str. 5, Funktionärligung. 42. bt. 20 Uhr bei Wiersdorff, Urbanstr. 6, Funktionärsigung. 43. b. 19% Uhr bei Bruhns, Graefeftr. 41, Funktionärsigung. Jeder Begirl muß unbedingt vertreten sein. 44. Abt. 19% Uhr bei Ewald, Staliger Str. 126, Funktionärsigung. Ale Funktionäre müssen wegen wichtiger Tagesordnung bestimmt anwesend sein. 45 Abt. 20 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Bertsch, Wiener Str. 39. 46. Abt. 19% Uhr bei Eichholz, Cuvryftr. 23, Funktionärsizung. Alle Funt tionäre milfsen erscheinen. Genossen, die das Werbematerial und die Wählerin noch nicht abgeholt haben, müssen dies um 18 Uhr im gleichen Lokal tun. 47. Abt. 19% Uhr wichtige Funktionärsikung bei Krause, Mariannenplag 22. Unser Beg" ist vom Genossen Jacobi sofort abzuholen. Die neue Nummer der Wählerin" liegt in allen Abholestellen zur Verfügung. Die Verbreitung muß im Laufe der Woche erfolgen. Charlottenburg. 52. Abt. 20 Uhr bei Bade, Kaiferin- Augufta- Allee 52, Funk* 1. Kreis mitte. Dienstag, 8. Mai, 19% Uhr, Gigung des erweiterten Rreis. vorstandes bei Dobrehlaw, Eminemünder Str. 11. 2. Areis Tiergarten. Die Abteilungsleiter werden ersucht, eine namentliche Live der Funktionäre, Wahlvorsteher und Wahlbeisiger ihrer Abteilung dem Kreisvorstand in der Kreisfunktionärsigung am Montag, 7. mai, in den Arminiushallen, Bremer Str. 78, auszuhändigen. 7. Kreis Charlottenburg. Achtung! Abrechnung der Maifeierfatter am Mittwoch, 9. Mai, von 19 bis 20% Uhr im Jugendheim, Rosinenstr. 4, beim Genossen Arndt. 3. Kreis Wilmersdorf. Abteilungsleiter! Die Sandzettel für die WählerLundgebung können Montag abend bei Aroiß, Solfteinische Str. 60, abgeholt werden. Alle Genossen werden aufgefordert, sich heute an dem Bausangestelltenball im Bittoriagarten recht zahlreich zu beteiligen, 17. Rreis Lichtenberg. Montag, 7. Mai, 18% Uhr, im Arbeitsamt, Schreiberbauer Straße, wichtige Besprechung ber weiblichen Funktionäre. Um 19 Uhr im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, Areisfunktionärßigung. Heute, Sonntag, 6. Mai: 7. bt. Die Bezirksführer wollen die Handsettel von Lehmann, Bergstraße, zu unserem Umzug mit anschließender Wählerkundgebung in Cornis Feitsälen abholen. 13. Abb Wegen der Kreis- Funktionärsigung fällt die der Abteilung aus. Unser Weg" ist vom Gen. Aressin abzuhon. le Petto Stiller 717 Petto 77777 77777 11111 шиши ller Siiller Petto Petto tionärßigung. 54. Abt. 20 Uhr bei Casper, Guericeftr. 1, Funktionär. fizung. 58. Abt. Die Mitglieder treffen sich um 20 Uhr bei Matschke, Rurfürsten, Ede Lutherstraße, zur wichtigen Propagandaarbeit. 67. bis 73. bt. Eiche Kreisnachrichten, 70. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr bei Schramm, Hohenzollerndamm 2, Bor standssigung mit den Funktionären. Genoffen, die in den amtlichen WahlTotalen mitwirten, werden ebenfalls um bestimmtes Erscheinen gebeten. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr in der Linde", Berder, Ede Friedrich- KarlStraße, Sunktionärsigung. 94. Abt. Neukölln. Treffpunkt zum Werbeumzug 18 Uhr Schillerpromenade. Enmpathifierende find mitzubringen. 99. Abt. Brig- Budow. Alle Mitglieder beteiligen fich reftlos on dem Werbeumzug der Neuköllner Genossen, 101. Abt. Treptow. 19 Uhr bei Dettinger, Riefholz, Ede Elsenstraße, Funt. tionärsigung. Besprechung der letzten Wahlarbeiten. Ale Funktionäre müffen vertreten fein. 136. Abt. Reiuidendorf.Dt. 20 Uhr findet in der Barade Lindauer Straße eine Funktionärsigung ftatt, Pünktliches Erscheinen ist unbedingt not wendig. Der Borstand trifft sich eine Stunde früher im felben Lotol. Der fällige 8ahlatend findet ausnahmsweise am Dienstag, 8. Mai, in ben bestimmten Lokalen statt. Die Bezirksführer haben zu dem Zahl. abend einzuladen. 137. Abt. Reinidendorf- West. 20 Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 11, Funktionärsigung. Erscheinen dringend erforderlich. Achtung! Heute, Sonntag, ab 9 Uhr ebenfalls im Boltshaus Ausgabe und Berteilung der Wählerin. Alle Mitglieder müssen sich daran beteiligen. Gonntag, 6. Mai 1928 Dienstag, 8. mai: 9. Abt. 20 Uhr bei Sufenbach, Berleberger Str. 64, Funktionärsizung. Bor standsfizung um 19 Uhr ebendort. Niemand darf fehlen. 10. Abt 19% Uhr bei Trümper, Flensburger Str. 3, Funktionärsizung. 18. Abt. 19% Uhr Antreten sämtlicher Mitglieder zum Werbeumzug het Müller, Uferstr. 12. Dor 24. Abt. Sämtliche Mitglieder beteiligen sich an dem Umzug nach dent Saalbau Friedrichshain. Treffpunkt 18% Uhr dem Bezirksamt, Danziger Str 64. Banner, Fahnen und Transparente find mitzuführen. 22. Abt. Alle Genossen beteiligen fich an der Frauenversammlung in den Pharusfälen. Erscheinen ist Pflicht. Alle Genossinnen müssen sich bc= teiligen. 25. Abt. Jedes Parteimitglied hat die Pflicht, pünktlich 184 hr am Be zirksamt, Danziger Str. C4, zum Abmarsch nach dem Friedrichshain zu erscheinen. 80. Abt. Schöneberg. 19% Uhr bei Gürlich, Begasstr. 1. Funktionärsizung. Alle Funktionäre und Wahlhelfer milfsen erscheinen. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr im Gesellschaftszimmer des Ratskellers, Am Bauterplag. Mitgliederversammlung. Bortrag: Bor der Entscheidung." Referent Stadtrat Franz Czeminski. 94. Abt. Reukölln. 19% Uhr bei Schröder, Steinmehstr. 52, Funktionärsigung. Erscheinen ist Pflicht. 101. Abt. Treptow. Ab 17 Uhr Sandzettel- und Flugblattnerbreitung für pie Bezirke von der Spedition, Graegstr. 50, für den 4. Bezirk nom Gen. Plaz, Barkstr. 2, aus. Für den 5 Bezirk von Gen. Junter, Am Trep. tower Part 34, aus. 108. Abt. Röpenid. Alle Funktionäre haben um 19 Uhr Wahlmaterial von der Schloßftr. 27 I abzuholen. Auch die arbeitslofen Genossen werden um bestimmtes Erscheinen gebeten. Achtung, Bezirksamt Tiergarten! Am Dienstag, 8. mai, 19% Uhr, bei Genste, Kirchstr. 13, Bersammlung der SPD.- Geneffen( Arbeiter, Angestellte und Beamte). Gen. Alenz spricht über: Der Kampf um die Macht." Bollzähligen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. 108. b. Röpenid. Die Bezirksführer werden gebeten, zum Sahlabend am Mittwoch, 9. Mai, bestimmt alle Mitglieder einzulaben. 104. Abt. Rieberschöneweide. Mittwoch, 9. Mai, 19% Uhr, im Lokal Brüdenflause, Brüdenftr. 15, Mitgliederversammlung. Bortrag:„ Die deutschen Parteien der Gegenwart." Referent Rechtsanwalt Dr. Ostar Cohn. Cin teilung zur Wahlarbeit. Reiner darf fehlen. Die Bezirksführer laden ein. Frauenveranstaltungen: 1. Areis Mitte. Die Wählerin" foll diesmal auch an den Warenhäusern häufern perteilt werden, möglichst Montag früh. 1. Abt.: Wertheim, Rofenthaler Straße. 2. Abt.: Wertheim, Leipziger Straße. 3. Abt.: Ties. Leipziger Straße. 4. Abt.: Wertheim, Rönigstraße, und Israel, Sponbauer Straße. 5. Abt.: Ticz, Aleganderplay. 6. Abt.: Zieh, Brunnenstraß 7. Abt.: Stein, Chausseestraße. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Sonnabend, 12. mai, 19% Uhr, in den Reichhaltiges Brachtfälen am Märchenbrunnen" große Abendfeier. Brogramm unter Mitwirkung namhafter Künstler. Ansprache: Unfer Weg", Genoffin Minna Todenhagen. Rarten zu 30 Vf. bas Ghid find bei allen Abteilungsleiterinnen zu haben. 7. Rreis Charlottenburg. Rum Beilegen für die Wählerin" liegen im Jugendheim, Rosinenstraße 4. noch Brogramme und Einladungen für die Hausangestellten. Es wird gebeten, fie rechtzeitig abzuholen. 8. Areis Spandau. Dienstag, 8. Mai, an bekannter Stelle Sreisfreuen. abend. Bortrag der Genoffin Minna Todenhagen über: Die Sünden des Bürgerblocks." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 17. Kreis Lichtenberg. Alle Genoffinnen beteiligen sich an der Verbreitung der Wählerin" pon den bekannten Stellen aus. 20. Kreis Reinidendorf. Dienstag, 8. März, 19 Uhr, Funktionärinnen fihung in Reinidendorf- Ost, Sauptstraße, Berwaltungsgebäude, Simmer 60. Wegen wichtiger Tagesordnuna muß jede Abteilung vertreten fein. 9. und 13. Abt. Donnerstag, 10. mai, 1914 Uhr, Frauenmerbeabend bei Groffer, Turmstr. 3. Programm: Gesang, Prolog, Ansprache der Genoffin Eisfelder, Resitationen, Borführungen der Arbeiterjugend". Alle Barteigenoffinnen, die Frauen der Genoffen, Bormärts" Leser und Sympathisierende find herzlich eingeladen. Unser grosser der Kitbewerb Pefto السد Petto Stiller DOO Gymnastikschuhe schwarz Segeltuch mit Chrom- u. Wildledersohle, Grösse 36-42 1.60, 31-35 1.45. ... 27-30 kolossalen Erfolg! Billige Pfingst- Angebote: 125 Kinder- Spangenschuhe braun Boxcalf mit feinfarbigem Chevreau- Einsatz, besonders billig..... Gr. 20-22 Kinder- Spangenschuhe In den mod. Farben Belge, Grau und Blond, in aparten Mustern, Gr. 25/26 5.90, 23/24 5.45, 20-22 3.90, 18/19 Kinder- Spangenschuhe blau, hellrot, beige u. braun, m, kräft.biegs.Sohle, Gr.31-35 9.90, 29/30 8.90, 27/28 7.50, 25/26 6.50, 23/24 5.90, 20-22 Wanderschuhe braun, Reform- Bindeschuhe 25 in besond.kräft. 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Es werden 25000 Kinder zur Beteiligung zugelassen. 4000 zum Teil sehr wertvolle Prämien gelangen zur Verteilung. Bedingungen und Auskünfte in allen Stiller- Filialen Versand nach ausserhalb gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages Stiller erhältlich. Beteiligung kostenlos. Aeltestes Schuhhaus grössten Umfanges! 6. Abt. Achtung, Genoffinnen! Die Betriebsbefichtigung der Ronfum. genossenschaft am Montag, 7. Mai, findet nicht um 14½, sondern um 10 Uhr statt. Treffpunkt pünktlich 10 Uhr in Lichtenberg, MöllendorfGde Rittergutstraße. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. " 21. Abt. Die Genoffinnen holen am Montag, 7. mai, 18 Uhr, die Wählerin" von Genossen Groll, Utrechter Str. 21, ab, Bflicht jeder Genoffin ift es, au erscheinen. Am Dienstag, 8. Mai, beteiligen fich die Genoffinnen roftlos an der Wählerinnen- Rundgebung in den Pharus- Sälen", MüllerStraße 142. 22. Et. Affe Genoffinnen nehmen am Dienstaa. 8. Mai, an der WählerinnenSunbrebung in den Pharus- Sälen", Müllerftr. 142, teil. Reine Genoffin darf fehlen! 23. bt. Achtuna, Genoffinnen! Der Franenabend in diefem Monat fällt ous. Wir beteiligen uns bafür gefchloffen an der öffentlichen Wählerinnen- Rundgebung am Dienstag, 8. Mai, in den Bharus- Sälen". Müller Straße 142. 24. Abt. Achtung, Genoffinnen! Der Frauenabend fällt aus zugunsten des Krquenwerbeabends am 12. Mai in den Brachtsälen am Märchenbrunnen". 25, bt, tuna, Genoffinnen! Auch im Monat Mai fällt der Frauenabend cus aucunsten der Wahlunbeebungen. Am Sonnabend. 12. Mai, findet eine Abendfeier in den Brachtsälen am Märchenbrunnen" statt. Rarten zum Preise von 30 Bf. find bei den Bezirksführern und bei Genoffin Zaege( Meaelin. Sönlanter Str. 17) au haben. Alle Genoffinnen müssen fich an allen Wahlveranstaltungen unbedingt beteiligen. Freunde und j Bekannte find mit heranarziehen. 26. t. 2e Genoffinnen nehmen am Sonnabend, 12. Mai, an ber Abendfeier in ben Brechtfälen am Märchenbrunnen" teil. 27. 5. Alle Genoffinnen beteiligen fich gefchloffen an der Abendfeier am Gonnabend, 12. Mai, in den Prachisälen am Märchenbrunnen". 23. st. Die Genoffinnen beteiligen fich ebenfalls an der Abendfeler bes Steffes am Eonnabend, 12. Mai, im Schweizergarten"( Prachtfäle am Märchenbrunnen"). 29. Abt. Die Genoffinnen nehmen reffios an der Abenbfeier am Sonnabend, 12. Mai, im Schweizergarten" teil am Connabenb, 12, Mai, bet anstaltet der Atreis in den Brachtfälen am Märchenbrunnen" eine Abend feier, zu ber ale Genoffinnen eingeladen find. Karten find au 30 Bf. bas Stild in ben einzelnen Abteilungen au haben. 30. bt. Achtma, Genoffinnen! Wir beteiligen uns gefchloffen an der Abend feier em Sonnabend, 12. Mai, in den Brachtfalen am Märchenbrunnen". 31. Abt. Montaa, 7. ai, 18 Uhr, bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Ants pabe ber ählerin" und Berteilung von Werbematerial. Reine Genoffin barf fehlen. Am Sonnabend. 12. Mai, beteiligen fich alle Genoffinnen an der Abenbfeier in ben Brechtfälen ant Märchenbrunnen". 33. 95. Dienstaa, 8. mai, 19 Uhr, Kronenabend in ber, Schule HohenloheStraße. Portrag ber Genoffin Suhr übt: Die erwerbstätige Frau und die formenben Bohlen." Alle Genoffith.en, Borwärts- Lefer und Gym pathiserende find bierau eingeladen. 44. Ast. Ale Genoffinnen beteiligen fich am Montag, 7. mai, 19½ Uhr, am Kreisfrouenabend bei Rabe, Fichteftr. 29. Nähere Mitteilung fiehe Annonce des 6. Rreifes. 45. st. De Genoffinnen und Snmpathifterende treffen fich am Montag, 7. mai, 1914 Uhr, bei Rabe, Fioteftr. 29, au ber Rreisfrauenveranstaltung. 48. 96t. Am Montaa, 7. Mai, beteiligen fich alle Genoffinnen an der FrauenSunbgebung des 6. Areifes bei be, Fichteftr. 29. 48. 96. Die Berteilerinnen ber Bählerin" halen diefe non der Genoffin Rewald, Brinzenftr. 84. ab. 38. 9. Charlottenburg. Die Genoffinnen ber 58. Abteilung treffen fich am Montag, 7. at, zum Falsen ber Bählerin" bei Matschte, Aurfürsten. Straße 111, um 20 Uhr. 74. bt. Rehlendorf. Montag, 7. mai, 19% Uhr. bei Schnorte, Potsdamer Straße 3. Frauenabend. Alle Genoffinnen müffen anwesend fein. 79. Srst. Echonebera. Alle Genoffinnen und Genossen beteiligen fich an ber Flugbettperteilung non ben befannten Stellen aus. 94. Abt. Neuföln. Dienstag, 8. mai, 19 Uhr, Wählerinnen" abholen pon Schröder. Steinmekte, 52. De Genoffinnen müssen helfen. 93, 2bt, Brik- Budom. Dienstag. 8 Mai, 19% Uhr, im Lindenpart", Brig, Chaufeeftr. 18, gemütliches Betfammenfein mit einem Bortrag des Genossen Emil Barth. Alle Frauen und Mädchen von Brik find heralichst einBelaben. 6, 128 Karlsdorf- Süb. Dienstag, 8. Mat, 19% Uhr, Frauenabend im Jägerheim". Bortrag des Genoffen Sabucgnnffi über: Was müffen bie Frauen von ben Wahlen wiffen?. Gäfte mitommen, 140. Abt. Borsigwalde. Montag, 7. mai, 18% Uhr, bei Weikach, Ernststr. 1, Vortrag der Genoffin Irma Rechenbach über: Was erwartet die Sozial Dematratie von den Frauen am 20. Mat. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.. Jungfozialisten: Gruppe Wilmersdorf. Montag, 7 Mai, 20 Uhr, im Sugendheim, Bil belmsaue 123. Ausforache über politische Tagesfragen. Grok- Verlin, Dienstag, 8. Wai, 19% Uhr, im Gesellschaftshaus des Uhr, im Gesellschaftshaus des Beftens", Sausifte, 30/316. Sunwählerfundgebung gemeinsam mit bez SAJ. und den sozialdemokratischen Stubenten. Alle im Westen wohnenden Ge noffen, besonders die Mitali ber der Gruppen Schöneberg, Lantwik, Wilmers borf. a, betcilinen fich aefchloffen an dieser Wahlfundgebung. Restloses Er. fcheinen unbedingt erforderlich! Donnerstag, 10. mai, 19 Uhr, in Rabes Weltfälen", 59, iteftr. 29, wählerturbaebung gemeinsam mit der SAJ. und den fezialdemokratischen Stubenten. Alle im Beziet Kreuzberg wohnen ben Genossen, besonders die Mitalieber der Bruppe üben, beteiligen fich gefchloffen an dieser Behlfunbgcbung. Reftlofes Erscheinen aller Genofen unbedingt erforderlich. Kinderfreunde Groß- Berlin: Areis mitte. Montag, 7. Mat, 20 Uhr, im Seim Zehdenider Str. 24, Kreiselfern verfammlung mit Lichtbildervortrag über Das proletarische Rind". Alle Eltern und Mitglieder des Kreises find herzlichst eingeladen. alten nach Srcis Ziergarten. Montag, 7. mai, Spaziergang der Roten der Wiefe, Treffpunkt Wald- Ece Waldenserstraße. Jungfalfen: Dienstag, 8. Mai, Heimabend, Thema: ir Jungfalten." Gruppe August Bebel und Sütengruppe: Heimabend im Heim Waldenserstraße. Alle Gruppen spielen am Donnerstag, 10. Mai, auf bem Spielplaz Bremer Straße. Kreis Kreuzberg. Montag, 7. mai, 19 Uhr, Treffen der Rot- Fallen Nord. Ede Belle- Vance- Straße zum Frauenabend, Kreis Charlottenburg. Montag, 7. mai, 18 Uhr, im Seim Rosinenstraße Selfersigung mit den Hordenführern. Die Leiter der GA3. werden ebenfalls um Erscheinen gebeten. Areis Wilmersdorf. Dienstag 16-18 Uhr Jungfarten Bastel, Spiel und Lefenachmittag. Tonnerstag 16-18 Uhr Kütengruppe Connenschein Spielen. Freitag 17-19 Uhr Fote Falten. Connabend Spielen für alle Gruppen in Jugendheim Wilhelmsaue. Pfingstfahrt nach Birkenwerder vout 25-28. Mai. Steplig. Dienstag, 8. Mai, pon 16-18 Uhr Spielen im Heim Albrecht ftraße 47. g Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 136.Abt. Reinidendorf Ost. Am 3. Mat verschied unfer Tangjähriger Genosse Gustav Klatt im Alter von 69 Jahren an einer Zungenentzündung. Ehre feinem Andenken. Einäfcherung am Dienstag, 8. Mat, 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um recht rege Teilnahme bittet der Vorstand. m von 60 Pl. an ca. 600 Bau- und Land- Parzellen neu erschlossen am Bahnhof anfangend. Verkäufer täglich im Bahnhofs Restaurant Büttner", Bahnhof Ahrensfelde- Friedhof. Ca. 20 Min. vom Bhf. Fredersdorf neu erschlossen m von 50 Pf. an. Verkauf Sonntags i. Restaurant Zu den drei Linden". Rieger, Berlin C. 25, Prenzlauer Str. 32, I. KÜCHEN rah emailliert Küche Lottchen... 55 M. 90 M. Kuche Christine m. Anr. 85 M. 135 M. RIESENAUSWAHL roher, lackierter, lasiert. Küchen, einz. 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Abteilung 6% Uhr auf dem Reuterplay, Charlottenburg. Alle Genossen mit Fahrrädern haben sich einzufinden. 91. und 94. Abteilung 6% Uhr Schillerpromenade, 95. Abteilung 6% Uhr bei Grieger, Lessingstr. 9, 97. und 98. Abteilung 6 Uhr am Bahnhof Hermannstraße, 92., 93. und 96. Ab teilung treffen sich 6% Uhr auf dem Richardplay. Genoffinnen und Genossen! Erscheint vollzählig und pünktlich, auf jeden einzelnen fommt es an. Sympathisierende sind mitzubringen. 114. und 116. Abteilung Lichtenberg. 19% Uhr im Logenkafino, Knorrpromenade. Redner: Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Spandau. 19% Uhr in der Markthalle, Pichelsdorfer Straße. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Dienstag, 8. Mai: Berbebezir! Reutälln: Wir beteiligen uns an der Demonstration der Partei. Treffpunkt 18 Uhr Ricardplas( nicht Herzbergplak). Prenzlauer Berg. 19% Uhr im Saalbau Friedrichshain. Vorführung des Wahlfilms„ Dein Schicksal". Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Gemeinsamer Abmarsch mit Musik. Treffpunti 18,45 Uhr. 27., 30. und 31. Abteilung Kopenhagener Straße Ede Schönhauser Allee. 26. und 28. Abteilung www www JW Sanfa: Bochumer Str. 86. Mitgliederversammlung. Moabit I: Male denfeesta. 21. Mitgliederversammlung. Frankfurter Biettel: Litauer Str. 18. Mitgliederversammlung. Werbebeziri Kreuzberg: Alle Abteilungsvorsitzenden treffen fich 19 Uhr zut einer Besprechung Vordstr. 11. Die Gruppen beteiligen fich restlos an der Berufsschülerpersammlung. Rreuzberg, Nordstr. 11. Mitgliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. Bersammlung aller Berufsschüler 19% Uhr im Gigungsfaal bes Bezirksamis Treffpunkte zur Berufsschulversammlung: Faltplag 1: 19 Uhr Sozialistenede ( Cantian. Ede Gaudystraße). Tempelhof: 19 Uhr Bahnhof Tempelhof. Wedding Rorb: 18% Uhr Bahnhof Wedding. Der Singtreis übt 19% Uhr im Jugendheim Lindenstr. 4. Dienstag, 8. mai, 19% Uhr: Jungwählerversammlung im Gesellschaftshaus des Westens, Schöneberg, Sauptstr. 30/31. Die Werbebezirfe Edjöneberg, Weften, Teltowlanal unb Tiergarten nehmen geschlossen daran tell. Schönhauser Allee Ede Oberberger Straße. 24, 25. und Vorträge, Vereine und Versammlungen. 29. Abteilung Danziger Straße, Bezirksamt. Charlottenburg. 58. 2bteilung. 19% Uhr in der Aula bes MommsenGymnasiums, Wormfer Str. 11. Redner Minister des Innern Albert Grzesinski. Grunewald. 19% Uhr im Grunewald- Gymnasium, Königsallee Ede Caspar- Theiße Straße. Redner Dr. Kurt Löwenstein, Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Baumschulenweg. 19% Uhr im Lyzeum, Baumschulenstraße. Redner: Arther Crispien, M. d. R. Haselhorst. 20 Uhr im Sporttafino. Redner: Redakteur Arthur Dahlte. Waidmannsluft. 20 Uhr im Lotal Arlt, Waidmannstr. 14. Redner: Stadtverordnetenvorsteher Johannes Haß. Männer und Frauen, erscheint in Maffen! Wählerinnen- Kundgebungen. Montag, 7. Mai, 19% Uhr: 6. Kreis Kreuzberg bei Rabe, Fichteftr. 29. 1. Vortrag des Genoffen Dr. Kurt Löwenstein über„ Kulturpolitif unter dem Bürger blod", 2. Film, Kinderrepublit Seelamp mit Mufitbegleitung und unter Mitwirtung der Kinderfreunde Kreuzberg". Eintritt frei! Um zahlreichen Befuch wird gebeten. Dienstag, 8. Mai, 19% Uhr: 3. Kreis Wedding in den Pharusfälen( tleiner Saal), Müllerstr. 142. Bortrag der Genoffin Gertrud Hanna, M. d. 2., über„ Den Frauen zum 20. Mai". Freitag, 11. Mai, 19% Uhr: 131. Abteilung Niederschönhausen in Thieles Gesellschaftshaus, Bismardstr. 44. Genossin Luise Kähler, M, b. 2., spricht über Frauenforgen und Wahlen". Die Rundgebung beginnt pünft lich 19% Uhr. Jungwähler- Rundgebungen. Dienstag, 8. Mai, im Gesellschaftshaus des Westens, Schöneberg, Hauptstraße 30/31. Referenten: Reichstagskandidat Georg Wendt Gerd Bothur. Donnerstag, 10. mai, in Rabes Festfälen, S. 59, Fichteftraße 29. Referenten: Reichstagskandidat Karl Litte Georg Albrecht. Freitag, 11. Mai, im Städtischen Saalbau, Neukölln, Bergstr. 147. Referenten: Clara Bohm- Schuch, M. d. R. Ludwig Diederich. Montag, 14. Mai, in den Kasino- Festfälen, N. 58, Bappelallee 15. Referenten: Landtagskandidat Dr. Käthe Frankenthal Fauft. Lehrer Dienstag, 15. Mai, in den Prachtsälen des Oftens, Frankfurter 2llee 48. Referenten: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Bruno Lösche. Beginn aller Rundgebungen 19% thr. Bezirksverband Berlin der GPD. Sozialistische Arbeiter Jugend Groß- Berlin. Jungfozialistische Vereinigung der SPD. Bereinigung fozialdemokratischer Studierender. DRIHA das bekannte Berliner Möbelhaus, liefert auch Ihnen gediegene und schöne Schlaf-, Speise- und Herrenzimmer sowie Küchen- und Einzelmöbel, Teppiche, Dekorationen und Beleuchtungskörper jeder Art in bekannten Qualitäten autkredit bis zu 24 Monaten auch ohne Anzahlung Bitte, besuchen Sie uns, wir passen uns Ihren besonderen Wünschen gern an Ihr Heim sei schön durch.DRIHA. MOBEL ELSASSER STRASSE 37 nahe Oranienburger Tor* Divandecken besonders preiswert. volle Größen. Kelimart m. Franse Kelim Wollmokett 12. 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Pflichtveranstaltung. Prenzlance Berg: 1, Marschkameradschaft 19 Uhr Gaalfout Eaalbau Friedrichshain 2. Marsd fameradschaft und Mufit 20 Uhr Bezirksamt. 8. Marfctamerabschaft Treffpunkt 20 Uhr Kopenhagener Straße. Charlottenburg: 19 Uhr fämtliche Rameradschaften zum Eaalschutz im Mommsen- Gymnasium, Wormier Gta 11 Mittwo, 9. Mat. Tiergarten: 19 Uhr Caalfdug SBD. Nationalhot Billowitz. 37. Ramerabschaften Westen II und Arminius vollzählig. Stephan eine Gruppe. 19% Uhr Saalfdug DDP. Feurigiaal, Lützowstraße, Ramerade fchaft Westen I vollzählig. Sansa und Etephan mindestens je eine Gruppe. Friedrichshain: Kamerabschaft Petersburg 19 Uhr Bersammlung im Péters burger of, Petersburger Etraße. Seonewelbe: Jungbanner 19 Uhr in Jugendheim Berliner Str. 31. Tantom: Antreten 19 Uhr Vereinsheim bei Lindner zum Eaalschus zur SND. Bersammlung. Wintersport- Abt.: Das Tennisspiel hat begonnen. Meldungen werden noch in beschränkter Anzahl hei Breslauer, Martgrafenftr. 22, entgegengenommen Kreuzberg: Achtung! Die gestern unter Mitte bekanntgegebene Notiz betrifft Areuzberg, Mo., d. 7., Sugend I 20 Uhr Sugen bheim Dordite. 11. Borttag: Die Parteien im Wahl ampf." Menfälln- Brig: 2. Ramerabschaft 1. Rug Mo., d. 7., 21 Uhr, nach bera nebst Kameradschaften: Mo., 7., 18 Uhr, Gaalfchuß bei der DD der Demonftration Rugverfammlung bei Schabeito, Beichfelft. 5. Partaue, 20 Uhr Radfahrerzug Sigung bei Zimmermann, Friedrichsfelde, Balderfeeftr. 78. Bichten Ortsverein Berlin im Berband Bollsgesundheit. Am Sonntag, 6. Mai, findet auf unferem neuen Sportgelände in Sönow am Mittelfee unfere Er. Bffnungs einschl, Maifeier statt. Abfahrtzeiten 7, 9 und 11 Uhr Schleicher Bahnhof, Haupteingang. Republikanische Rebnervereinigung. Montag 20 Uhr Alter Astanier" Anhaltftr. 11, Bortragsversammlung. Geschichtslägen und Geschichtsklitterung. Referent Mitglied Saushig. Gäfte willkommen. Leitung Genosse Herold. Arbeiter Esperantoburb, Berlin. Gruppe Dten: Jeben Donnerstag 20 Uhr Uebungsabend im Jugendheim Am Ostbahnhof 17. Alle Gruppenmitglieder und Sympathifterende find eingeladen. Reichsburb ber Kriegsbeschäbigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter. bliebenen. Beztek 8entrum: Montag, 7. Mat, im Rosenthaler Hof, Rojena thaler Str. 11/12, 20 Uhr, Monatsverfammlung. Referent Anton Fischer vom Reichsbanner: Monarchie und Republik." Reichsbannerkameraden find herz lich willkommen, Un'ängerfurje in Englisch, Französisch, Ruffiich. In den nächsten Sagere beginnen die neuen Anfängerfurie( Ubendunterricht) in den obigen Sprachen für Benoffinnen und Genoffen ohne jegliche Borkenntnisse, Ferner beginnt ein Rurfus Deutsche Rechtschreibung und Sprachlehre". Diefer Sturlus wird behandeln: Mündliche und schriftliche Uebungen in Rechtichreibung, Eatzeichenfunde, Ebrachlehre. Fremdwortfunde, mir oder mich", Anfertigung von Auffäßen ufm. Bur Dedung ber Unfoíten wird in allen Kurien ein monatlicher Beitrag von 4 M. erhoben( Erwerbslofe zahlen 2 M.). Die Lehrmittel werden unentgeltlich geliefert. Anmeldungen( iäriſt lich oder persönlich) bis zum 12. Mai beim Genossen H. Fuchs, Berlin W 57, Sietenitr. 6a, 1. Etage( nahe Rollendorfplatz). Sprachenschule der Arbeiter und Angestellten Groß- Berlins. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Helter, am Tage etwas warmer, nachts noch fehr fühl. Für Deutschland: Im Südwesten wollig mit einzelnen Niederschlägen, sonst Fortbestand des heiteren Wetters, tagsüber etwas warmer. F BERLIN Leipziger Straße 20-22 Morgen beginnt die Ausstellung Bade- Neuheiten 1928 Grünfeld Landeshuter Leinen- u. Gebildweberel. Größtes Sonderhaus für Leinen u.Wäsche Wohnungen aller Größen durch Westverlag, Junge Mutter und Potsdamer Straße 48. Filiale: Oranienstr. 49( Moritzpl.) Berliner Uik- Trio Prospekt. Vertreterbesuch kostenlos. Neukölln. 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Die Stillegungsverordnung. 2. Bortrag des Rechtsanwalts Dr. Weinberg über Das neue Straf gefegbuch und die Arbeiterschaft". 3. Ber. schiedenes. Achtung! Hauptgruppe VI Achtung! Dienstag, den 8. mai, abends 7 Uhr, im Zimmer 28 des Berbandshauses, Linienftr. 83/85 Versammlung aller Betriebsräte der Untergruppen 18-19. Tagesordnung: 1. Die Einführung der Invalidenunterstützung im Deutichen Metallarbeiter Berband. Nejerent: Kollege Rooch. 2. Frete Aussprache. 3. Ver schiebenes. Mittwoch, den 9. mai, abends 7 Uhr, im großen Saal des Gemertschaftshaufes, Engelujer 24/25 Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer Tagesordnung: 1 Der Verbandstag in Karlsruha 2 Berbands und Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Ju ber Versammlung werden wichtige Mitteilungen gemacht. Es ist deshalb das 1250 Erscheinen aller im Deutschen Metall arbeiter- Berband organisierten Kollegen Schlafchaiselongues 26.- openbig. 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Mai 1928 Mnkerhaltung unö Ä9lssen Beilage des ÄorWäris WMJl JMUBWl.l--'!!W!t�g'SlKg| Truthahnschmied. Ton Johannes Äuchholtz. Alles, was Truthahnschmied gehört, ist trumm. Sem lächer- lZches kleines Haus ist seltsam winklig. Sein linkes Bein krümmt sich in dem merkwürdigsten Bogen gegen das rechte, so dost er es nicht vorbeibringen kann, ohne es wie«in Lasso durch die Luft zu schleudern. Das steht sehr komisch aus, und deshalb wird er Trut- hahnschmied genannt. Seine Frau ist am allerschiefsten. Alle ihre Finger sind knotig Und oerzerrt wie aller Stachelbraht. Ob sie geht und steht, immer besindet sich ihr Körper in Sitzstellung. Sie kann nicht die Arnie heben. Die hängen gespreizt an den Seiten herab. Das kommt von der Gicht. Aber sie kann doch den Boden fegen und das Haus reinhallen. Der Schmied hat in Kniehöhe einen Wasserhahn in die Mauer geschraubt. Den kann sie benutzen. Und die elektrischen Schaller hat er in derselben merkwürdigen Höhe anbringen lasten— und die Türgriffe auch. Wem, man das erstemal eintritt, glaubt nian, in ein verrücktes Haus gekommen zu sein. Der Schmied soll in seinen jungen Jahren gräßlich stark gewesen sein. Ueberall im Gesicht und an den Händen ist er schwarz be- haart. Was er auf dem Kopfe hat, ist beinahe Eisendraht. Er kann entsetzlich böse aussehen, aber er kann auch luftig grinsen mll einem gewalligen Geräusch, wie wenn man eine große Blechplatte schüttelt. Er ist drei Ellen lang, und wenn er das Licht anzünden will. spöttelt er mit- dem Truthahnbein und schaltet mit dem Fuß ein. Es fällt ihm schwer, so weit nach unten zu reichen. Ein« Tages stand er in seinem Gärtchen und zankte sich mit einem Stein. So— du bist also schuld daran, sagte er— du verdammtes schweres Teufelsstück. Du hast vielleicht geglaubt, du könntest ewig unter der Erde liegen— aber nichts bleibt verborgen, du drei- kantiger Wurm— jetzt ist dein jüngster Tag gekommen— du sollst in der Este schwitzen, daß du platzt, und dann sollst du unter den Vorhammer kommen, daß kein Knochen heil bleibt in deinem elenden Körper— was— und blinkst und blitzt und lachst mich noch aus! Der Teufel soll mich holen, wenn ich dir nicht die Mucken austreibe! Der Truthahnschmied nimmt einen Anlauf und schwingt sein Dreschflegelbein. Sein eisenbeschlagener Holzschuh fährt wie eine Pflugschar gegen den Stein, daß die Erde nach allen Seiten, ganz bis ans Küchensenster spritzt. Jetzt kommt Juliane zur Tür hinaus. Sie kneift die Augen zusammen— sie kneift das ganze Gesicht zusammen, so daß es einer Walnuß gleicht. Der Schmied sieht sie nicht, er tritt wieder, daß sein Holzschuh der Länge nach platzt und Mutter Spritzer ins Haar dekommt. „Willst du jemand ermorden?' sagt sie mit ihrer stets meiner- lichen Sttimne,„hast du die Absicht, das ganze Haus zu zerschlagen? Dann tu' es lieber gleich auf einmal und nicht in kleinen Por- tionen. O, wie du bist, man wagt sich bald nicht mehr in deine Nähe!" Der Schmied blickt auf. „Das ist dieser verfluchte Stein, der mir meine beste Kartoffel ruiniert hat." „Wie kann ein elender Stein deine Kartoffel ruinieren?" „Das Beest hat sich gerade unter die Saatkartoffeln gelegt, so daß sie keine Nahrung bekommen konnte— und da hat er den ganzen Sommer gelegen, und jetzt ist die Pflanze gelb und welk im Kraut und hat nicht größere Kartoffeln ansetzen können ats eine Erbse. Würde es dir vielleicht recht sein, we"» ein Schleifstein aus dem Tops läge, aus dem du dein Futter kriegen sollst?" Der Schmied beugt sich herunter wie ein Kran und hebt den Schurken auf. Er humpelt zu Juliane und hält ihn ihr vors Gesicht. Sie kann selbst sehen, daß er durchaus nicht übertreibt. Sie betrachtet ihn genau von einem Ende bis zum anderen. Es ist ein häßlicher Flintstein, aber sie findet doch»ine Entschuldi- gung für ihn: „Nun ja— aber der hat sich doch nicht selbst hingelegt. Und jedenfalls brauchst du deswegen nicht alle Küchenscheiben zu zer- schlagen." „Ich weiß nichts davon, daß ich eine Scheibe zerschlagen habe," sagt der Schmied und schielt scheu nach dem Küchensenster. „Denn auch nicht gerade zerschlagen, so haben sie doch einen Knax abbekommen und springen das nächste Mal um so leichter," sagt Juliane mit schneidender Kraft. Der Schmied weiß recht gut, daß das Unsinn und Weiberge- schwätz ist, aber er schweigt, um die Rede nicht noch selbst aus Ju- liane zu lenken, die ja Erde ins Gesicht erhielt als sie herauskam. Aber was wollte sie auch hier! Er brummt nur und entfernt sich nach der Schmied«. „Was soll nun geschehen?" ruft Juliane ihm nach. „Du kannst dir wohl denken, daß das Ungeheuer von Stein geschrotet werden soll." Aber das will Juliane nicht. „Du sollst dich schämen,«inen armen unschuldigen Stein so un- christlich zu behandeln. Das nächste Mal geht es noch über einen Menschen aus oder über«in Kind, wir werden ja sehen." Truthahnschmied dreht sich um, bis jetzt ist er scheu und wütend gewesen, aber jetzt spaltet sich sein schwarzes Gesicht zu einem rot- weißen Grinsen. „Ach was, ein Stein nimmt wohl nicht viel Schaden, wenn er zerhauen wird. Stein ist Stein. Der kann weder fühlen noch sonst was— das weiß ich. Hi hi!" Der Schmied geht, aber jetzt wird Juliane wütend— es ist als Übertroge sich die Tollwut des Schmieds geradewegs auf sie. Sie zittert, ihr« Hände spreizen sich hilflos nach den Seiten und sie geht gebückt in die Tür, als trüge sie die Sünden der ganzen Well als Joch. Truthahnschmied besitzt eine schwarze Stute, die den größten Teil oller Fehler hat, die ein Pferd überhaupt haben kann, aber ihre Augen sind verständig. Sie geht frei im Stall umher, und wenn der Schmied die Klinken herunterdrückt und eintritt, ist sie gleich mll dem Maule da. Si« spitzt die Ohren, wiehert zärtlich, reibt sich an seiner Lederjacke und hat oft das Glück, mit ihren großen gefürchteten Vorderzähnen einen Knopf abzureißen, obwohl der Schmied selbst diese Knöpfe mll Messingdraht angenäht hat. Truthahnschmied pufft ihren Kopf mll seiner Schulter, achtet aber darauf, daß der Puff nicht zu hart wird. „Genug jetzt damit, Juliane. Genug damit, du duimnes Frauen- zimmerl" Die Swt« heißt Juliane, gerade wie die Frau des Schmieds. La dieser Beziehung hat er einen erstaunlichen Mangel an Ersiw- Wis das GM ZsschW wirb. Von Willy Ley. Wer eine Geschichte der löblichen Kriegskunst durchsteht, entdeckt schnell, daß dort seit etwa hundert Jahren ein ganz bestimmter zäher Kamps gekämpft wird, der„Panzer oder Granate" heißt. Wer von beiden nämlich stärker ist. Es hat da zur Zeit, das sei nebenbei bemerkt, die Granate gesiegt. In dem Kleinkrieg zwischen dem, der Geld besitzt, und dem, der es gern haben möchte und diesen Wunsch durch ungesetzliche Mittel zu erfüllen sucht, gibt es nun eine ganz ähnliche Parole.„Panzer- schrank oder Einbrecherwerkzeug" heißt sie hier. Sie ist nicht viel neueren Datums als die andere— aber das Resullat ist ein ganz anderes. Geldschrankknacker ist wohl so ziemlich der schwerste und aussichtsloseste Berus, den es überhaupt gibt, wie jetzt ein paar Fälle in Berlin wieder gelehrt haben. Wie wunderschön war es in der alten Zell. Die Dukaten, Taler und anderen schönen Dinge lagen zwar in Truhen mit kunstvollen Schlössern und schweren Beschlägen, aber Brecheisen, Bohrer und Säge genügten vollständig, um sie ihren Besitzer wechseln zu lassen. Auch als 1840 die ersten eisernen Geldschränke konstruiert wurden, änderte sich das Bild nicht. Jeder Angriff siegte— bis die Der- leidiger, in diesem Falle die Geldschrankfabrikcn, zwei wichtige Fort- schritte machten: erstens ihre Schränke fugenlos bauten und zweitens einen an der Oberfläche gehärteten Stahl verwendeten. Man fühlte sich damals mit dieser neuen Erfindung so sicher, daß ein« Wiener Geldschrankfirma 10 000 Gulden Belohnung aussetzte, wenn es jemand gelänge, eine ihrer Kassetten innerhalb zweier Stunden aus irgendeine Art zu öffnen. Der Preis wurde aber sehr schnell wieder zurückgezogen, da kurze Zell danach gleich zwei solcher unanbohrbaren� Kassenschränke gewaltsam erbrochen wurden, diesmal unter Anwen-' dung von Sprengstoffen. Die Geldschranksabriken erfanden dagegen das Verfahren des Cinmauerns, das das Kippen des Schranke?(zur Einführung des Sprengmittels in das Innere) auf eine sehr einfache Weise unmöglich macht. Es dauerte aber gar nicht sehr lange, daß erfinderische Köpfe den Vorteil des elektrischen Stroms erkannten und die Schränke mit der Bogenlampe aufzuschmelzen begannen. Als nun die Geldschrank- Partei auch hier wieder ein einfaches Gegenmittel fand, nämlich die Lichtleitungen sehr schwach zu sichern, fing man an, das 1895 erfundene Thermit, das nicht weniger als 3000 Grad Hitze entwickelt, zu probieren. Es muß aber den Erwartungen nicht recht entsprochen haben, zumal auch hier der Schrank erst gekippt werden muß und außerdem die bei der Verbrennung entstehenden Aluminiumschlacken sehr störend sind. Die Enttäuschung mit dem Thermll war gerade überwunden worden, als man(allerdings ursprünglich zu etwas anderen Zwecken) den Schneidebrenner konstruierte, der wenige Jahre nach seiner Er- findung zum ersten Male in Antwerpen 1907 zwei tüchtige Mitglieder der Einbrecherzunst um rund 100 000 Mark bereicherte. Natürlich machte dos Beispiel ebenso rasch wie erfolgreich Schule, besonders in Nordamerika und die amerikanischen Bersicherungsgesellfchaften waren es denn auch, die kurz vor dem Kriege offen die Flagge strichen und Versicherungsanträge für Geldschränke ablehnten. Was nun folgt, ist interestanter und spannender als der wildeste erdichtete Kriminalroman. Allgemein war man darauf aus, die Panzerschränke irgendwie gegen den Schneidebrenner zu sichern. Mt Derstärkung der Platten war es natürlich nicht getan, sind doch schon meterdicke Stahlblöcke zerschnitten worden. So machte man denn Kastentüren und füllte den Zwischenraum zwischen den Platten mit Sprengstoffen oder Giftgasen aus. Es war ein richtiges Kriegsspiel, mit Gasmasken und Sauerstoffapparaten wurde„geknackt". Als schwerschmelzbare Stahlsorten aufkamen, wurde der Brenner in die Eck« gestellt und fressende Säure angewandt. Inzwischen erdachten die Erfinder alle möglichen Alarmvorrichtungen, hauptsächlich mit Hilfe des lichtempfindtichen Selens, das auf jeden Lichtschein hin(eine Zigarette reicht vollkommen aus) Alarmglocken in Betrieb' setzt. Nun ging man aus der Großstadt eben in die Provinzbanken und Spar- kästen, die diese gefährliche Einrichtung noch nicht hatten oder bei denen die Wächter und die schwachen Polizeiorgane leicht überwältigt werden konnten. Da glückte endlich eine Erfindung, gegen die Schneidebrenner und Säure gleichermaßen machtlos war. Man setzte die Panzertür des vollkommen in Beton gebetteten Schrankes aus fünf Platten zu- stimmen, die mit je 5 Zentimeter Abstand untereinander durch Bolzen verbunden waren. In die Zwischenräume wurde Beton gegossen, und bis heute ist tatsächlich noch kein Fall bekannt geworden, daß es gegluckt ist, weder im Ernstfall noch bei Versuchen, eine solche Tür guter Konstruktion zu erbrechen. Die allgemeine Entwicklung des Geldverkehrs war aber in- zwischen immer bargeldloser geworden, so daß größere Mengen Geld nur noch in Banktresoren zu erwarten waren. Während das in Europa zu einem starken Rückgang dieser Einbrüche überhaupt ge- führt hat(und gapz besonders der erfolgreichen), bahnte sich in Amerika, im klassischen Lande sowohl des Jngenieureinbruches als auch des Scheckverkehrs, eine ganz besonders phantastische Cntwick- lung an. Wenn man in amerikanischen Zeitungen von Bandenüber- fällen mit Panzerautos, Maschinengewehren, Flammenwerfern und Giftgasen hört, so zweifelt man manchmal am Verstände des Reporters. Tatsache Ist jedoch, daß hier auch der sensationslüsternste Berichterstatter nicht übertreiben brauchte. Folgerichtig wurden aus den Banktresoren Festungen, nachdem die Einbrecher zu kriegs- mäßigen Kolonnen geworden waren. Meterdicke Tresortüren öffnen sich nur auf Kennwort und Schlüstel mit 56 ZuHaltungen und auch das nur zu einer bestimmten Stunde. Wer in der Zwischenzeit an der Tür herummurkst, riskiert, daß er Gislgasspeier in Betrieb setzt, oder dag ihn, weil es ja doch Masken gibt,«in Sandregen erstickt, wenn er nicht schon vorher auf einen Starkstromkontakt gestoßen ist. Ist man als Kunde der Bank nach Fingerabdruckkontrolle glücklich in die fünf Stockwerke unter der Erde liegenden Stahlkammern gelangt, so folgt einein dauernd eine fünf- bis achtköpfige Wache mit Revolvern und Handgranaten. Be- nimmt man sich auch nur im geringsten verdächtig, dann schließen sich unter dem Gellen der Glocken sämtliche Ausgangstüren im ganzen Gebäude, die Fahrstühle bleiben stecken, Fallgitter rasseln herab und sperren die Alarmstelle noch einmal besonders ab. Auf anderem als auf normalem Wege In den Tresor zu gelangen ist ganz unmöglich, ringsherum an den Wänden stehen AbHörapparate, die jeden ver- raten, der sich etwa unter der Straße hindurch angraben will. Ist jemand ober der abendlichen Kontrolle entgangen und glücklich und wunschgemäß eingeschlossen worden, dann besteht die Gefahr, daß ihn, das Grundwasser erbarmungslos ersäuft. So hat denn der Panzer in diesem Falle gesiegt. Die Panzertür kann man nicht sagen, denn der ganz moderne Tresor hat natürlich keine Tür. Cr hat«ur an einer Stelle«inen durchbohrten 2000 Zent- ner schweren Stahlzylinder, der von einem dutzendfach gesicherten und verpanzerten Uhrwerk die Erlaubnis erhält, sich mit besonderen elek- irischen Mitteln zu gewisten Stunden so drehen zu lassen, daß man durch seine Oeffnung wie durch ein Mauseloch in das Gewölbe schlüpfen kann. Bon den polizeilichen Sicherheitsmaßregeln, die es verhindern, daß fragliche Männer überhaupt in eine amerikanische Bank am hellen Tage hereinkommen, zu sprechen, würde zu weit führen. Die Technik hat gesiegt, das Gold ist gut geschützt. Wenigstens gegen die Mittel, die ein Einbrecher zur Verfügung hat. dungsgab« bewiesen. Wenn er von Juliane" spricht, weiß nie- mand, ob er die Frau oder die Stute meint. „Na schön. Jetzt hör' aber auf mit deinen Kunststücken. So— du Viech— wieder einen Knops!" Es war in der Kriegszeit, als jedes Pferd, das wirklich vier Beine hatte, für viel Geld ins Ausland oertauft werden konnte, und eines Tages kamen die Pferdehändler zwei- Mann hoch zum Tritt- hahnschmidt und wollten ihn«ich machen, wenn sie die Stute mit- kriegten. „Nee!" sagte der Schmied. Das war mit der Wucht eines Schmiedehamniers gesagt, aber die Roßkämme kannten den Schmied nicht so genau, sonst wären sie gar nicht erst gekommen. Wir wollen dir 800 Kronen für die Mähre geben," sagte der am wenigsten dicke von den beiden Händlern.„Das sind 700 zuviel, das weißt du wohl selbst!" Truthahnschmidt spuckte«in paarmal vor seine Holzschuhe, dann ging er zum Küchenfenster hinüber und ries hinein: „Ach, komm mal raus, Juliane, hier sind zwei Männer, die wollen Juliane für 800 Kronen kaufen." Er humpelte zurück und Juliane kam heraus, wie eins Nein« Hummel, stellte sich vor den an!>e«n auf und blinzell« mll ihren blauweißen Augen ins Licht. „Du brauchst das Tier ja nicht. Du bist die letzten vier Jahre ja nicht mehr damit gefahren," fuhr der Roßkamm fort. „Da kannst du recht haben," räumte der Schmied ein,„aber wenn ich mir die Juliane als eine Art Schoßhund hallen will, dann geht's dich ja nichts an." „Willst du das Biest nicht für 1000 Kronen verkaufen?" „Nee, der Teufel soll mich holen!" „Nun will ich dir was sagen," meinte der andere Händler, der bis jetzt nicht gesprochen hatte:„Du kriegst 1200 Kronen, aber dann verlieren wir kein Wort mehr darüber." „Nee— und wenn die ganze Welt platzt, ich verkaufe Jullane nicht!" Die Händler wurden aufgeregt. Jetzt galt es nicht mehr das Geld, sondern allgemeine Lebensmoral. Der eine von ihnen sah den Schmied mahnend an und sagte: „Du kannst dir den Handel ja gar nicht entgehen lassen. So viel ich weiß, verdienst du nichts Wesentliches mit deiner Schmiede." „Ich verdiene das Auskommen für mich und mein Pferd und meine Frau," sagte der Schmied feierlich. „Aber es wird der Tag kommen, da du den Hammer nicht länger gebrauchen kannst. Dann ist es gut, wenn du ein bißchen Geld im Rücken hast." „Wir können nicht in Not geraten. Das Ding Hab' ich be- rechnet," sagte der Schmied und schlug mit seinem Lassobein ans.' „Du willst vielleicht ins Altersheim?" „Nee— der Teufel soll mich holen. Aber Ich habe noch Mittel genug. Seht die Bude hier, die kann ünmerhin noch ihre LOOO Kronen wert sein. Die kann ich verkaufen und drei Jahre davon leben. Dann Hab' Ich noch einen Wagen stehen, der ist 500 Kronen wert. Das reicht für ein halbes Jahr. Dann Hab' ich 600 Kronen auf der Sparkasse— das reicht wieder für ein halbes Jahr. Dann Hab' ich wohl noch Möbel und Gerünipel für 1000 Kronen. Das ist wieder für ein Jahr.— Laßt sehen, das werden alles in allern fünf Jahre." „Aber nach der Zeit?" fragten die beiden Roßkämme gleich- zeitig. Der Schmied verdrehte die Augen und machte ein paar gewalt- fame Sprünge über das Pflaster. „Nach der Zeit?" wiederholte er,„nach der Zeit? Ich bin jetzt 75 Iah« und Juliane so ähnlich. Wenn wir noch fünf Jahre haben, dann sollte es wohl gmug fein. Das inüßte ja mit dem Teufel zu- gehen, wenn wir dann noch nicht auf dem Kirchhof lägen. Nein, steckt ihr nur eure Brieftasche wieder ein und seht, daß ihr von meinem Hof und meinem Grund und Boden herunterkommt, ihr Händler und Pracher! Julian«, die bleibt bei mir!" Da gaben die beiden dicken Männer das Geschäft auf und schritten mll Lachen und Achselzucken zu ihrem Auto. Im Stall aber wieherte Julian« nnd auf dem Hofe stand die andere Juliane und lachte und schluckste vor Bewunderung über ihren Mann. � Sie tanzte geradezu über das Pflaster und ihre krummen steifen Finger spreizten sich ein und aus vor Gicht, und Lustigkeit. (UebersHtf von Erwin Magnus.) 54 Millionen Zentner Milch. Die Schweiz mit ihre» an den Derghängen sich weit ausdehnenden saftigen Weiden besitzt in ihrem Viehbestände ein gewaltiges Bermögcn. Nach der letzten Webzählung gab es dort 873 263 Kühe. Diese brachten im Jahre 1926 rund 54 Millionen Zentner Milck. Dies? Milchmenge ziisamincngetrazen. ergäbe einen See von rund 2 M Mimen Kubikmeter Inhalt. Jbr Wert beträgt ungefähr 650 Millionen Franken(520 Millionen Mark). Rund 37 Millionen Zentner dieser Milch kommen aus den Be- trieben der Milchproduzenten in den Berkehr, und davon werden 14 Millionen Zentner als Trinkmilch oerlaufh und der größere Rest wird zu Käse und Butter verarbeitet. Gestüt im Frühling. Bon Karl Wehner. Mein Weg führte mich im Frühling über eine fanfigewellte Hügellehne des hohen Ringgaus, hart in der Nähe des Thüringer Landes gelegen. Die Gegend wirkte ungemein beruhigend, obwohl fie landschaftlich nicht allzu sehr verlockte. Zur Linken wußte ich in erreichbarer Ferne eine töftliche Gemme: das Werratal; viele betu tiche Ortschaften an dem Silberstreif des Flusses, patinabedeckte Burgen da und dort, wie den Hanstein und den Ludwigſtein, und das tofferförmige Massiv des Meißners. Aber hier war vollendete Entspannung. Ob auch dort? ja, Das Gestilt Altefeld war mein Wanderziel. Eigentlich eigentlich hatte ich es nicht aufsuchen wollen, mochte doch das preußische Hauptgestüt allzu viel Bewegung, ein Moment aufgezwungener Rinefit in mein nach zwanglosigkeit und Ruhe lechzendes Dasein tragen. Doch die Geschichte des Gestüts loďte, das, 1916 in schwerer Striegszeit begonnen, vier Jahre später die gesamte Bollblutzucht Preußens vereinigen und seitdem in vorbildlicher Weise fortent wickeln fonnte. Dort schimmerten rot- weiß- dunkel die Fachwerkbauten des Vormerts Lustefeld herüber, von wo aus die Ackerwirtschaft des Gestüts betrieben wird. Un den Saum eines nasenförmig durch Aecker zur Landstraße vorstoßenden Nadelwaldes gelagert, fann ich in das Mattblau des Himmels hinein, worin sich einige milchweiße Bolten freiballons wiegten. Wunderfugeln glichen sie mit ihren dem Auge faum wahrnehmbaren punftgroßen Punzierungen. hat aber jetzt zahlreiche Stücke von Meteoreifen in der Nähe ge funden und festgestellt, daß dieses ungeheure Loch durch den Aufprall eines riesigen, aus dem Beitraum herabgestürzten Meteor. steins entstanden ist; es wird daher jetzt Meteortrater genannt. Sehr eigenartig sind auch die versteinertem Wälder mit ihren mächtigen fosfilen Baumstämmen, die aus dem weicheren Untergrund durch die abspülende Tätigkeit des Regens herausgewaschen wurden. In den steilen Felswänden der Plateauberge finden sich Plateauberge finden sich vorgeschichtliche Höhlen. wohnungen von Indianern. Stelett eines an Altersschwäche eingegangenen engles, ben Bro feffor Steinach aus Bien seinerzeit vergeblich zu retten unternahm, bemonstriert er anatomische Einzelheiten. Es scheint, daß die auf dem Muschelkalkuntergrund der Triasformation angelegten Beide flächen den Knochenbau der Tiere erheblich fördern. Durch die Stallungen führt er mich mit ihrem tostbaren Pferdebestand und den gepflegten Boren; Stutenställe, Beschälerstelle, Dadthallen werden berührt. Die Weide um jede einzelne Stallung herum ist in brei Roppeln geteilt; jede Koppel ist für sich eingefenzt und wird abwechselnd geschont oder abgeweidet. Es ist gut, unterhillen zu werden, wenn die Rede des anderen so angenehm belehrend fließt. Die großartigste Landschaftsform aber bildet der Grand Draußen lagert heller Sonnenschein. Ein halbblütiges Jagd Cannon, der Durchbruch des Coloradoflusses durch das Plateaupferd trabt vorüber, von einem Bollblutvater aus einer Aderstute. land, deffen Oberfläche bis 2500 Meter hoch ist. Diese Schlucht, Es hat, in Bas fallend, den Stechschritt des Militärs und ist pracht deren Länge 350 Kilometer beträgt, ist dadurch entstanden, daß noll träftig in den Feffeln. In der offenen Trainiermanege tänzelt die über dem granitischen Grundgebirge flach gelagerten Gesteins ein unruhiger Anderthalbjähriger, ein Fuchs, der demnächst die schichten sich um mehr als 2500 Meter in so langfamem Tempo Rennbahn zu kosten bekommt und seine Erwartung faum zügeln zu emporhoben, daß der auf ihrer Oberfläche fließende Coloradofluß fönnen scheint. Mutterstuten mit ihren hochbeinigen Fohlen, das fönnen scheint. Mutterstuten mit ihren hochbeinigen Fohlen, das in gleichem Maße sein Bett durch Einschneiden in den Felsgrund Junge immer faum drei Schritte von der Erzeugerin entfernt, grafen vertiefen fonnte. So hat er sich im Laufe von Jahrmillionen bis weltvergessen auf der Koppel, Manchmal, höchst felten, setzt eins zu 1500 Meter Tiefe eingegraben und eine wild zerrissene Tal der Füllen zu einer Kapriole ein, einem unbeholfenen Sprung, einer schlucht von einzigartiger Romantit gefchaffen. Die prächtigen leichten Galoppade, und gutmütig folgt die Mutter und stellt den Farben der Gesteine, in denen das Rot vorwiegt, die Steilheit der Abstand wieder her. Leicht ist es nicht, ein munteres Füllen zu sein. Wände und die abenteuerlichen Felsformen bieten ein Naturgemälde wenn der Vater Hunderttausende wert ist, deren man sich würdig zu Don beispiellofer Schönheit. Der Fluß, dessen Fluten durch den mits erweisen hat, wenn man selbst in der Empfängnis dreitausend, im geführten Schlamm rotbraun gefärbt sind, hat deshalb von den Bodenbett tausend Mart gekostet hat.( Biertausend Mart fostet Spaniern den Namen„ Colorado", das heißt der Farbige, erhalten. das Deden nebst Fohlenfall.) Nicht umsonst hat man seine arabischen Auf dem Plateau herrscht großer Wassermangel. und das Klima Stammväter: Turc, Arabien und Goldophin, die ehrwürdigen Ahnen hat überhaupt einen wüftenhaften Charakter. Diese Wüstenei, die der Bollblutraffe. Bon einer faftigen Grasnabe ist die Wiege des fich über das Plateau und seine Gebirgsläufe erstreckt, wird nur Fohlens bezogen. Vogelheden rund um die Weiden forgen für durch einige Dasen unterbrochen; in einer solchen liegt die Unigefiederte Infettenvertilger, und der aromatische Geruch der Walniversitätsstadt Tucson und die Hauptstadt Phönig, in deren Nähe schon die Indianer in vorkolumbischer Zeit ausgedehnte Bewässerungs. anlagen geschaffen hatten. Heute sind hier gewaltige Talsperren angelegt, die der Landschaft stellenweise einen holländischen Charakter verleihen, während in den höheren Gebieten Zitronen, Orangen und andere Südfrüchte gedeihen. Den Unterlauf des Colorado, der die Grenze zwischen Arizona und Kalifornien bildet, will jetzt das wasserbedürftige Los Angeles durch großartige Leitungsanlagen für sich ausnuten, wogegen Arizona heftig protestiert. Wie sich das zu Schatten ballt, einen Hauch von Leben bekommt, baß der Blick fasziniert folgen m B. Die Pünktchen nehmen zu an Bahl, bewegen fich, schnell, schneller, hegen herum, über ftecknadelgroße Steinchen, über Zwirnsfadenheden, über flodig- wallige Geblätter jagt das läftige Geschmeiß der Stechfliegen hinweg. Bei büsche und Hindernisse. Hussa! eine leichte Jagd! Reiterscharen, allzu großer Sommerhize spenden Kühle und Schatten die Waldnasen Schwärme bewaffneter Reiter. Die persische Elitetruppe in leuchtend auf dem Koppelgelände. Und ist man erst zweijährig geworden, dann weißen Wattepanzern, von den Nachfolgern der Achämeniden gegen zeigt man im Geläuf der Rennbahn, daß man sein Brot zu verdienen Meber und Griechen in Bewegung gefeßt. Des großen Alexander vermag und nicht einen reinen Lurus darstellt. berittene Hilfsvöller auf dem Borstoß zum Indus, sein Heer ein Schlüssel, der in das fremde Schloß nicht paßt. Der Heuschreden Schwarm der Hunnen, ein einziger großer Appetit, sein: Bahrt euch, Bölfer! durch Bannoniens Bußten und Tundren trommelnd. Mit verhängten Zügeln unter Mohammeds grüner Fahne die Heerscharen Allahs, den Glauben als stahlharte Baffe. Pappenheimsche Kü zaffiere, Gustav Adolfsche Reiter, Religión im Munde und SöldnerTohn im Eädel. Napoleonische Kavallerie in den Schneeöden Ruß lands, Siegesmedaillen auf der Brust aus hundert Schlachten, auf fieglofer Flucht, von Kosaken und Wölfen geheßt. Und wieder Kosaten, französische Kürassiere, horse- guards, deutsche Dragoner, Sufaren, Ulanen. Krieg und Sieg, Niederlage und Tod. 3wei gedrungene Adergäule nehmen mir gegenüber den Hügelrüden. Ganz fern wachsen sie herauf, von der mir abgefehrten Seite des Berges fommend. Kopf sind sie erst, dann massiger Rumpf, Und das ist das dritte: das Pferd als Form und Linie, als ästhetischer Anblid, als Schauspiel, als Rennpferb. Man möchte es nicht misfen. Im Gasthaus zum Sankt Georg fand ich.ben llebergang wieder zur Ferienbeschaulichkeit. Arizona- ein Land der Wunder. Der Staat Arizona, der erst seit 75 Jahren zu den Bereinigten Staaten gehört und von Merito teils durch Abtretung, teils durch Kauf gewonnen wurde, ist auf einer Fläche von rund 300 000 Quadratkilometern von nur 330 000 Menschen bewohnt. Der Grand Cannon, die tief eingeschnittene Schlucht des Coloradoflusses, trennt die Nordwestecke des Staates völlig ab, die nur durch eine Hängebrüde von Fußgängern und Maultieren erreicht werden · Eine Gipfelleistung technischen könnens. Mit Hilfe eines in jüngster Zeit von Cioffi erfundenen Apparats ist es im Laboratorium der Bell- Telephone- Company gelungen, Messungen auszuführen, Längenveränderungen es sich dabei handelt, kann man daran fehen, die den billionsten Teil eines Bentimeters festlegen. Um welche daß der Abstand eines billionstel Zentimeters etwa einem Zehntel des Atomabstandes der meisten Metalle entspricht. Diese faft un ausdenfbar geringen Längen tönnen an einem ungefähr 10 3enti meter langen Draht gemessen werden, wobei es indes sehr wichtig ist, daß das Drahtstück ständig die gleiche Temperatur beibehält, da schon der geringste Temperaturunterschied eine Veränderung der Länge auslöfen würde Aus diesem Grunde wurde der Meßdraht dann stämmige Beine. Ein Bauer dabei. Sie sind, wie sie herauf- tann. Das Land ist aber in neuester Zeit ein viel besuchtes auch in einem luftleeren Zylinder eingeschlossen. Pommen, in die Gloriole der Sonnenscheibe Touriſtenziel denn es Gleich als ob sie es wüßten, halten fie einen Augenblid an. Eine Monumentalgruppe, eine einzigartige Allegorie. Friede und Arbeit. Leben und Brot. Nach einer Viertelstunde erreiche ich das Gestüt. Der Stuten meister, ein freundlicher Herr, der schon Trakehnen und Gradit ge dient, erklärt mir Wissenswertes über Pferderaffen, über Bollblut und Halbblut und dergleichen fachmännische Dinge mehr. Ranges. Ueber diese Sehenswürdigkeiten berichtete Prof. Bend, der berühmte Berliner Geograph, in einem Bortrag in der Gesell der berühmte Berliner Geograph, in einem Vortrag in der Gesell schaft für Erdkunde zu Berlin, aus dem in den„ Naturwissen schaften einiges mitgeteilt wird. Das Coloradoplateau, das den ganzen Nordosten des Landes einnimmt, weist in der Nähe des Teufels- Cannon ein 200 Meter Am tiefes Loch auf, das man früher für eine Bultanruine hielt. Man Cadie Leopold Das Haus für grosse Weiten 25 1928 Fernübertragung von Farben. Durch eine neue Erfindung, die im technologischen Institut von Massachusetts gemacht worden ist, ist es möglich, Farben durch Draht oder Radio zu übertragen. Nach einem Bericht der Umschau" wird dabei die Farbprobe in einen Halter geftedt, der sich dicht an einer hochterzigen elektriſchen Lampe befindet. Das von der Farbprobe sowie von einem Stüd Magnesiumfarbonat reflektierte Licht wirkt auf eine Photozelle ein, und die Fernübertrgung erfolgt durch elektrische Impulse. KÖNIGGadiel STR.22-26 Gadiel Entzückende Voile- Kleider aus prima Schweizer Vollvoile mit langen Aermeln. reizvoll verarbeitet mit spitzem Ausschnitt, der ringsherum mit Kurbelstickerei- Motiven und anschließend .mit einem bestrickten Lavallier versehen ist. Der angekrauste Rock ist rundherum mit einer breiten reichen Kurbelstickerei geschmückt. Das Kleid wird am Taillensenluß mit einer aparten zweifarbigen Rosette verziert. Dieses äußerst geschmackvolle Kleid, welches, auch in den allergrößten Weiten und vielen Farbstellungen vorrätig ist, wird auch dem Geschmack der anspruchvollsten Dame zusagen..Bur Streng modernes 25: Sport- Kostüm aus vorzüglichem Covert coat, ganz auf seidig glänzendem Futter, Herren- Revers, mit aufgesetzten Taschen, zweireihig, Passe, im Rücken gesteppten Falten und Gürtel. Der Rock ist mit den modernen Seitenfalten versehen. In großer Auswahl Bur 491903 Als Ausdruck meines Dankes für die allseitigen Glückwünsche zu meinem Geschäftsjubiläum habe ich die Artikel meiner heutigen Anzeige so ungewöhnlich billig kalkuliert, daß jeder meiner Kunden mit ihrer Anschaffung eine bemerkenswerte Jubiläumsgabe erhalten wird Jugendi. Sommerkleid Wundervolles Westenkleid aus naturfarbigem Bast Jumperform. Der Jumper ist mit einer 30 cm hohen, flachen Ranken- und Blütenstickerei rundherum u. mit einem zweifarbigen Gürtel verziert. Der offen u. geschlossen zu tragende Kragen ist mit zweifarbigen Schalbändern versehen. Ihr Wunsch, ein praktisches u. doch elegantes Kleid zu erstehen, wird Ihnen hier sehr leicht gemacht. Der staunend billige Preis für dieses herrliche Kleid beträgt nur 25: Mittwoch, Kindertag den 9. Mai aus prima Ripspapillon in herrlicher Ausführung. Der moderne Rock hat seitlich tief eingelegte, stufenweis abgesteppte Falten und ist auf Gummi gearbeitet. 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