Morgenausgabe r. 217 A 110 45.Jahrgang Böchentlich& Bfg., monatlich 3,00 im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 2. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,-. pro Monat * Der Bormärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen Stimme", Technit", Blid in die Bücherwelt und Jugend- Borwärts. Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 9. Mai 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einspaltige Ronpareillezeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge. orudte Mort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgedruckte Borte), tedes meitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Mort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Belle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenftraße 3, wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Berlag G. m. b. H. Fernsprecher: Tönboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Bostichedkonto: Berlin 37536- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Kommunisten und Femehelden. Die Beziehungen zwischen dem Bund Oberland und den Kommunisten. Eine Abrechnung. Bon Carl Gevering. Nachdem der von den Kommunisten versuchte schmäh liche Schacher, mit der Begnadigung der Fememörder auch die Amnestierung einiger ihrer Führer zu erkaufen, feinen Erfolg gehabt hat, haben ihre Angriffe gegen die Sozialdemokratische Partei und deren Reichstagsfraktion geradezu groteste Formen angenommen. In Versammlungen und Zeitungsartikeln, in Flugblättern und zuletzt gar noch in ihrem Wahlaufruf werden führende Sozialdemokraten befchuldigt, von den Untaten der Fememörder gewußt und deren Verbrechen mindestens durch Stillschweigen gedeckt zu haben. Ich erfreue mich dabei der besonderen Aufmerksamkeit der fommunistischen Parole- Schmiede. Nach ihren Behauptungen habe ich nicht nur das zwiespältige Treiben einiger Reichswehrdienststellen, sondern auch das Auftreten der Freilorps und Arbeitsgemeinschaften mit Einschluß aller begangenen Verbrechen gebedt. Wo immer ich in den letzten Bochen in Wahlversammlungen tätig war, im Süden oder an der Wassertante, in Mitteldeutschland oder im Westen -überall wurde ich in Zeitungsartikeln oder Flugblättern von den Kommunisten mit diesen oder ähnlichen Be hauptungen begrüßt. Nur in den Bersammlungen selbst wagte niemand, den Wählern diefe albernen Märchen zu erzählen. Ich hätte sie ja auch zu leicht mit dem einen Hinweis abtun tönnen, daß man mir seit 1921 auf der Mordliste der Femehelden ja selbst einen ständigen bevorzugten Blaß eingeräumt hatte. Aber an die fommunistischen Beitungs-, Aufruf- und Flugblattleser tomme ich nicht so leicht heran wie an die kommunistischen Besucher meiner Berjammlungen, und da mit den fommunistischen Berleumdungen weniger ich als Person als pielmehr die Partei getroffen werden soll, halte ich die folgenden Erinnerungen zur Abwehr im Wahlkampf nicht für ganz überflüssig. Ich habe mein Amt als preußischer Minister des Innern mit der Auflösung aller sogenannten Selbstschuh= organisationen begonnen, und als ich mir deswegen die ersten Krititen an meiner Amtsführung eintrug, habe ich am 29. April 1920 in der Preußischen Landesversammlung geantwortet: Ich hoffe zuversichtlich, daß die Erkenntnis in recht naher Zett Allgemeingut auch in diesem hohen Hause sein wird, daß wir nicht früher zu geordneten 3uständen in unserem politischen Leben und in unserem wirtschaftlichen Leben gelangen werden, bis wieder nur diejenigen Waffen tragen, die von Amts wegen dazu berufen sind." Diesem Grundsatz bin ich treu geblieben, und um ihn zur Anerkennung und Beachtung zu bringen, habe ich meine ganze Kraft eingesetzt. Auf seiner Durchführung beruhte die innere Konsolidierung Preußens; nur so war es möglich, in des Reiches Krisenjahren Preußen und damit auch das Reich vor schwersten Erschütterungen zu bewahren. Daß es nicht immer leicht war seine Anerkennung zu erzwingen, bedarf feiner besonderen Betonung. Gegen mich standen sofort nicht nur die Mitglieder der sogenannten Arbeiter mehren, die in den Auflösungsverfügungen eine Begünstigung gegenrevolutionärer Bestrebungen witterten, sondern auch die Bünde der ehemaligen Frontfoldaten, deren Führer auf die Fortjekung ihres Lands tnechtslebens verzichten mußten, schließlich aber auch Dienststellen der Reichswehr, von denen die Kommunisten behaupten, daß sie sich meines besonderen Schutzes erfreut hätten. Schon am 18. Mai 1920 beschwerte sich die 1. Westfälische Reichswehrbrigade 7 beim Wehrtreistommando in Münster darüber, daß ich Spizeldienste in der Reichswehr verrichten ließe und bat das Reichswehrministerium. die Reichswehr gegen einen derartigen Mißbrauch der Dienstgemalt eines Regierungsmitgliedes( wört lich)" in Schutz zu nehmen. Mein Berbrechen bestand darin, baß ich Berichte eines verfassungstreuen Offizierstellvertreters entgegengenommen hatte, die die Beteiligung von aktiven Soldaten an einem gegenrevolutionären Frontbund zum Gegenstand hatten und daß ich die erste Tagung dieses Frontbundes in Paderborn überwachen ließ! Für die Behauptungen der Kommunisten wird mit besonderer Borliebe Oberschlesien herangezogen; aber auch damit haben sie fein Glüd. Gegen die Treibereien des illegalen Selbstschutzes und der sogenannten Freikorps in Oberschlesien habe ich mich und haben sich die fozialdemokra tischen Abgeordneten im Preußischen Landtag viel entschiedener gewandt als die Kommunisten. Auch in diesem Falle offenbart sich die ganze glorreiche Haltung der kom munisten: im entscheidenden Augenblick, wenn es gilt, gegen Mißstände anzufämpfen, find die tapferen Leute nicht da. Menn aber durch Sozialdemokraten die Dinge zurecht gerüdt find, dann begeifern die braven Kommunisten einige Jahre nachher die Sozialdemokraten als Beschützer der Bourgeoisie und der Weißgardisten. Im Spätsommer 1920 nach dem Einfall der polnischen Insurgenten in Oberschlesien tamen gemischte, in der Hauptsache von Arbeitern beschickte Deputationen nach Berlin mit dem Ersuchen, die deutsche Bevölkerung mit Waffen zu versehen und im Unruhegebiet den General streit zu erklären. Im Einverständnis und mit ausdrücklicher Zustimmung der Reichsregierung habe ich beide Forderungen glattabgelehnt und in Breslau die beteiligten Arbeiter organisationen und die lokalen Behörden davon überzeugt, daß es zu einem entseglichen Blutvergießen führen müsse, wenn einige Behntausende ihrer Beschäftigung entrissen und mit Waffen verfehen würden. Im Stettiner Fememordprozeß hat Ministerialdirektor Dr. Spieder von dieser meiner Auffassung, die ich niemals geändert habe, mit teilung gemacht. Als dann aber doch gegen meinen Willen sich Selbstschußorganisationen gebildet hatten, deren Mitglieder fast allen politischen Parteien angehörten, da ist es stets das Bemühen der preußischen Regierungsstellen geblieben, die Bereinigungen streng im Rahmen der stellen geblieben, die Vereinigungen streng im Rahmen der Abwehr polnischer Ueberfälle zu halten. Gegen diese Selbstschuhverbände mit dieser Zwedbestimmung sind denn auch in der Deffentlichkeit zunächst feine Klagen erhoben worden. Selbst der damals der Unabhängigen Sozialdemofratischen Partei und heute der Kommunistischen Partei angehörende Abgeordnete R a bold erklärte noch am 23. Juni 1921 im Hauptausschuß des Preußischen Landtages, soweit der Selbstschutz die deutsche Bevölkerung gegen die ober schlesischen Banden schüße, könne man nichts dagegen einwenden. Die Unruhe und Beunruhigung stieg, je näher der Tag der Abstimmung( 20. März 1920) heranrückte. Die preußische Regierung dämpfte, wo sie nur fonnte, mit dem Erfolg, daß offene Feindseligkeiten für einige Wochen vermieden wurden. Dann trat der Regierungswechsel in Preußen ein. An Stelle Otto Brauns trat Adam Stegerwald, Innenminister wurde Dominicus. Meinem Amtsnachfolger habe ich dringend geraten, in der Behandlung der Grenzfragen den Kurs nicht zu ändern und alle etwaigen Abwehrmaßnahmen nur unter Leitung, Anweifung und Verantwortung der Staatsregierung zu treffen. Mit Epp, Roßbach, Quloc, Löwenfeld, mit den Freikorps und Frontverbänden hatte ich im Ruhrgebiet nicht gerade die besten Erfahrungen gemacht. Sie wünschte ich unter allen Umständen von der oberschlesischen Grenze fernzuhalten. Meine Mahnungen hatten teinen Erfolg. Ich sage das nicht erst heute. Schon in der Gigung des Preußischen Landtags vom 18. Oftober 1921 habe ich erälärt: ,, Wenn wir... erst frei und ungehindert über diese Dinge ( Schlesien) reden können, dann wird sich herausstellen, daß es ein großer Fehler war, die Mahnungen, die ich im April d. I. dem Minister gegeben habe, nicht früh genug zu befolgen... Den Selbfischukorganisationen kann man nicht früh genug entMan trat ihnen aber damals nicht entgegen, sondern rief fie herbei; und dann tam es, wie es in wilden, einem rohen Landsknechtsleben verfallenen Haufen kommen mußte: es wurde gemordet und gebrandschaßt, geschunden und terrorisiert. Als ich im November 1921 das Amt des Innenminifters wieder übernahm, da war es eine meiner ersten Aufgaben, die Nester des Freikorps- Selbstfchu es auszuheben. Tausende von ortsfremden, undisziplinierten Mannschaften standen noch unter den Waffen. An das Landknechtsleben gewöhnt weigerten sie sich auch anfänglich die Waffen abzugeben und Schlesien zu verlaffen. Es bedurfte einer sehr entschiedenen Auflösungsverfügung und einer noch entschiedeneren Amanullah tanzt! Gine- zwei- drei, Mit der Kolontai Zu Ehren des Königs Amanullah veranstaltete die Sowjet regierung in einem der alten Paläste einen Ball. Eine Jazzbandtapelle spielte, Frau Kolontai machte die Honneurs. Am Lenin, am Stalin, an der Bank vorbei! Durchführung, im das deutscht Schlesien von diesem frag» würdigen Schutz zu befreien. Aber so sehr sich die Roßbach, Heydebrock und Genossen auch sträubten, ihre Schützerrolle oufzu geben— sie mußten schließlich abziehen, als gegen sie die preußische P o l i z e i auf dem Plan erschien. Das war die Rolle, die ich in der Tragödie des ober« schlesischen Selbstschutzes gespielt habe.. Als eine Begünsti« guyg der Femehelden kann man sie auch beim schlechtesten 'Hillen nicht gut bezeichnen. Und die Kommuni st en? Als im Juni 1Ü21 im.Hauptausschuß des Landtages der Etat des Innern beraten wurde, bei dem auch die Fragen der Orgesch, der Selbstschutzverbände und der schlesischen Wehren lebhaft erörtert wurden, da siel allgemein die Zu- rückHaltung der Kommuni st en auf. Bon ihren Vertretern Knoch, Geschke, König und Meyer(Ostpreußen) streifte nur Herr Meyer das Problem Oberschlesien und be- schränkte sich dabei auf die an den Minister Dominicus gerichtete Bitte, über den Selbstschutz in Schlesien Auskunft zu erteilen. Die Kritik an den Zuständen in Schlesien und die Forderung auf Abstellung der zutage getretenen Miß- stände überließen die Herren Kommunisten den— Sozialdemokraten! Ob diese kommunistische Zurückhaltung auf den Mangel an Informationen und Materialien oder auf andere Gründe zurückging, vermag ich nicht zu beurteilen. Das Bild„Kom- munisten und Femehelden" würde aber des wirkungsvollsten Hintergrundes entbehren, wenn ich die Mitteilungen un- erwähnt lassen wollte, die die„Leipziger Volks- zeitung" am 1. Juli 1927 in einem Leitartikel oeröffent- lichte. Es hieß darin: O „In der Zeit, in der�db erlaub in Oberschlesisn kämpfte und später als Arbeitskommando existierte, flössen monatelang erheb- lidw Summen— man spricht von einem hochstbetrag von 750 000 Ttlarf— in die Kasse der kommunistischen Venen Zeitung, die von dem berüchtigten Münchener Polizeipräsidenten Pöhner erlaubt wurde, während das unabhängige und da» mehrheitssozialistlsche Llotl unter den Repressalien der Pöhncr-Polizei zu leiden hatte... lks steht auch fest, daß die b a y e r i s ch e n K o m m u n i st c n» f ü h r e r damals an ihre sächsischen Parteigenossen die Weisung gaben, die Transporte der rechtsradikalen Femehelden nicht zu belästigen." Das alles ist für den keine Ueberraschung, der sich der Bewunderung der kommunistischen Parteigrößen für Schlageten und des Liebeswerbcns der kommunistischen Berliner Funktionäre in den Kreisen der völkischen Studenten ini Jahre 1923 erinnert. Und das wagt den konsequentesten Bekämpfern des Selbstschutzunfugs Duldung und Förderung faschistischer Mordtaten vorzuwerfen! Es find ehrenwerte Männer, die publizistischen Sudel- koche der Koinmunistischen Partei! O'ste 4: Oeuffche Kirchiurmspartei. Qie Angst um dir Verzierungen. Auf einem Plakat der Deutschen Volkspartei sieht man, wie eine rote Faust— o, wie gräßlich!— vom Turm einer proteftan- tüchm Kirche die Spitze abstößt.''DaniAtek steht?.sDuldet-'s' nicht l wählt List« ä! Deutsche Volkspartsi!"— Die Kirch« selbst ist in -dem.üblichen Baukastenstil gezeichnet, so daß jeder künstlerisch Urteils- sähige Mensch über die Entfernung 5cr geschmacklosen Turmspitze geradezu Genugtuung empfinden muß. Aber auch abgesehen davon ist e? eine ziemlich komische Angelegenheit, daß die„liberale" Volts- parte! sich als Schußerin der von keiner Seite ernstlich bedrohten Kirche empfehlend in Erinnerung bringt. Die Laufbahn des Herm von Keudell. Kopp— ein neues Hindernis.— Diesmal in Württemberg. Die Meldung, daß der Bruder des Roichsinnenministcrs, Mi- nisteriolrot Keudell, vor dem Ersuchen zu dem Verbot des Roten Frontkämpferbundcs auf einer„Dienstreise" heimlich sich die'Unterstützung der Rcchtsregierung von Bayern und Wärt- t e m b e r g verschafft haben soll, nimmt das Landesorgon der württembergischen Zentrumspartei, das in Stutt- gart erscheinende„Deutsche Volksblatt", am Dienstag zum Anloß einer zweifellos auf den Jnnemninifter Bolz selbst zurückzuführenden scharfen Abrechnung mit dem Vorgehen des Reichsinnenministers in dieser Sache. Es schreibt u. a.: „Wir haben uns wegen dieser Meldung im württcmbcrgischen Innenministerium erkundigt und erhielten die Auskunft, daß weder das Ministerium noch der Minister selbst über das bevorstehend« Verbot des Roten Frontkämpferbundes irgendwie unterrichtet wurden. Ob dar Bruder des Rcichsinnennünisters von Keudell, Ministerialrat von Keudell, den> württembergischen Staatspräsi deuten einen Besuch gemacht und mit ihm über den bevorstehenden Schritt des Rcichsinnenminifteriums ge- fprochen hat, konnten wir wegen der Abwesenheit des Staats- Präsidenten nicht in Erfahrung bringen. Solange der Beweis des Gegenteils nicht erbracht ist, müssen wiroberannehmen, daß Ministerialrat von Keudell tatsächlich beim Staatspräsidenten war... Wir in Württemberg sind aber nicht gesonnen, politische Torheiten mitzu- machen, die in Berlin ausgeheckt werden, auch dann nicht, wenn sie von Ministern der Rechten ausgehen und diese Herren vor- her eine parteipolitische Fühlungnahme mit württembergischen Rechtskreisen suchen." Es steht nicht fest— aberesi st anzunehmen! Wenn sich das maßgebende Organ einer großen württembsrgifchen Regie- rungspartei so ausdrückt, wird es schon stimmen. Der deutsch- national« Reichsinnenininister hat also vor seinem offiziellen Ersuchen on die Länderregierungen seinen Brudcr auf Staats- iko st e n a u f R e i s e n geschickt. Die Elternbeiratswahlen in Hamburg. Absolute Mehrheit der Sozialdemokraten. Hamburg, 8. Mai.(Eigenbericht.) Die Hamburger Elternbeiratswahlen haben nach dem Gesamt- resultot für die Liste S ch u l f o r t s ch r itt 1406 Mandate gegen 1300 im Jahre 1926 ergeben. Der deulschnational« Evangelische Elternbund verlor 90 Sitz«, die Kommunisten konnten o gewinnen/ Katastrophal ist der Rückgang der Volksparteiler und Demokraten. Die Zahl der auf Schullisten gewählten Elternräte hat jedoch zugenommen. Unter diesen Elternräten befinden sich viele Sozialdemokraten Aber auch ohne sie hat die Sozial- demokroti« mit 140b Sitzen gegenüber etwa 1100 bis 1200 bürgerlichen Elternräteu die absolute Mehrheit«reicht. Wen wählen die Sparer? Keine Gplitierpartei, sondern die Sozialdemokratie! Die Gläubiger und Sparer, an die in diesem Wahlkampf di« Aufforderung gerichtet wird, ein« neue kloin« und ein» fluhlose Partei zu wählen, mögen sich«rinnern, wie in den Aufwertungstämpfen die Sozialdemokratie sich ihrer Interessen angenommen hat. Als die Doutschnationalen den Abg. Dr. Best, den sie bei den letzten Wahlen als Aushängeschild für die Sparer benutzt hatten, aus ihrer Fraktion hinausdräng. t e i\, weil er die Erfüllung der feierlichen Wahlversprechungen ver- langte, räumte die Sozialdemokratie diesem Führer der Gläubiger- organisationen ohne jede Bindung einen ihrer Ausschußsitze ein. Dr. Best hätte ohne dieses Entgegenkommen keine Möglichkeit gehabt, an den Ausschußoerhandlungen über die Fragen, die er am besten beherrscht, teilzunehmen. B« st sprach der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion seinen Dank in einem Schreiben vom 14. Juni 1925 aus, in dem es wörtlich heißt: „Es ist mir ein Bedürfnis, der sozialdemokratischen Fraktion wiederholt meinen wärmsten Dank dafür auszusprechen, daß sie mir Gelegenheit geboten hat. meinen Standpunkt in der Auf- wertungssrage zu vertreten. Dieser Dank wird nicht dadurch ge- mindert, daß mein Wirken an dem geschlossenen Widerstande der Gegner einer gerechten Aufwertung scheiterte. Die Hand- lungsweise der Fraktion ist umso höher zu stcl- l e n, als sie meines Wissens des Vorbildes entbehrt, die Hilfe einem politisch Andersdenkenden zuteil werden zu lasten, und ihm zu gestatten, abweichend von der Fraktion Ausführungen zu machen und Anträge zu stellen. Mit ausgezeichneter Hochachtung Dr. Best, M. d. R. Oberlandesgerichtspräsident i. P. Roch viel lebhafter wurde der sozialdemokratischen Fraktion und einzelnen ihrer Mitglieder, besonders dem Abg. Keil, der die Fraktion in diesen Fragen vertrat, der Dank von den Sparern im ganzen Reich bekundet. Hier einige Stellen aus den zahllosen Dankschreiben: Die Ortsgruppe Wolfenbüttel des Hypothekeufchutz- verbaudss schreibt:„Es hat uns sehr gefreut, daß Ihre Frak- tion unserem unermüdlichen Kämpfer Dr. Best die Gelegenheit gegeben hat, weiterhin im Ausschuß für das deutsche Recht zu streiten." Ortsgruppe Bad Warmbrunn: ,Bhre herrliche Rede in der Aufwertungsfrage läßt unser« Herzen höher schlagen. Ich gestatte mir, Ihnen den herzlichsten Dank von etwa 2600 Sparern und etwa 1000 Rentnern, die hier im Kreise zusammen- geschlossen stehen, auszusprechen." - Ein Gläubiger aus Plauen:.Haben Sie vielen Dank für Ihr mannhaftes Eintreten für eine gerechte Aufwertung!" Ortsgruppe Homburg:„Im Namen der Ortsgruppe Hom- bürg(Rhein) sagen wir Ihnen für das Eintreten der gerechten Sache verbindlichsten Dank." Sparerbund Celle:„Ihre Ausführungen sind so packend und entsprechen so vollständig unserem Empfinden, daß es uns ein Be« dürfnis ist, Ihnen herzlichst zu danken." Sparerbund und Rentenverein Nord hausen:„Durch das Eingreifen der sozialdemokratischen, parteipolitische Rücksichten hintansetzender Reichstagsfraktion ist es dem bewährten Aorkämpser der Sparer, dem Herrn Präsidenten Dr. Best möglich geworden. seinen Sitz im Rechtsausschuß zu behalten. Für dieses Entgegen- kommen sprechen die unterzeichneten Organisationen der Fraktion und der Partei hierdurch ihren herzlich st en Dank aus."- Aus diesen Stichproben ist die Stimmung zu ersehen, die das Eintreten der Sozialdemokratie für die Sparer hervorgerufen hat. Was liegt nun näher, als dieser Stimmung mit dem Wahlzettel Ausdruck zu verleihen. Nicht eine Splitterpartei, die vielleicht keinen einzigen Vertreter im Reichstag erlangt, kann den Sparern rützen,> sondern nur die große sozialdemokratische P a r t e i, die allen Zlrmen, Betrogenen und Ausgebeuteten beisteht. Sparer, wählt Liste 1! Hochspannung in Rumänien. Die nationale Bauernpartei bricht alte Beziehungen zur Begierung ab. Bukarest, 8. Mal Die politische Lage hat eine weitere Verschärfung er- fahren, und zwar dadurch, daß die Führung der Rationalen Bauernpartei beschlosten hat. alle Beziehungen zur Begieruug abzubrechen.(Es steht noch nicht fest, wie und wann der Regentschaft die Entschließung von Larlsburg überreicht werden soll. Es verlautet, daß dle gesamte Presse der Rationalen Bauernpartei, die stark unter der jetzlgea Zeusur zu leiden hat. ihr Erscheinen einstellen wird als Protest gegen die Maßnahmen der Regierung. Appell ans Militär. Bukarest. 8. Mai. In der Sitzung de» Nationalen Bauernklubs hielt Vizepräsident M i ch a l a ch e eine Rede, in der er betont«, daß das rumänische Volk seinen Kampf um die Freiheit fortsetzen werde. Er rief die Cr- eignisse von 1910 in Erinnerung, als in Rumänien die Bauernrevo- lution ausbrach und sagte, daß diejenigen, die schuld an ihren. Aus- bruch und verantwortlich für ihre blutige Niederwerfung waren, bis heute ungestraft geblieben sind. Das Militär müsse wissen, daß es nicht nur gewissen Herrschaften in Bukarest.zu dienen hätte, sondern dem ganzen Volk gehöre. Belagerungszustand? Bukarest. 8. Mai. Der Ministerrat hat jede politische Betätigung ver- boten und Moßnahinen getroffen, daß kein« falsche n Nach- richten über die politische Lage in Rumänien verbreitet werden. Die Berichterstatter der ausländischen Preste sind von Bukarest nach Bekessaba(Ungarn) gefahren, um von dort aus ihre Berichte abzuschicken. Der Bukarester Vertreter der Ullstein-Presse, Cazana, ist verhaftet worden, und zwar 3 Minuten nachdem er ein Telephonat seines Kollegen aus Karlsburz weitergegeben hatte. All« Eisen bahuzüge aus Siebenbürgen treffen mit m e h r st ü n- diger Verspätung«in. Die Regierung benutzt jedes Mittel. um den Anfnwrsch der Bauern/, in Bukarest zu verhindern. In Siebenbürgen haben die Bauern die ganze Nacht unter freiem Himmel verbracht und vergebens auf die versprochenen Eisendahnzüge gewartet. So ist ein Tag verstrichen� und von der 300 Kilometer langen Sirecke Karlsburg— Bukarest haben die Bauern erst 20 Kilometer zurückgelegt. Man will die Disziplin der Bauern zermürben. England weistCarol aus. Lästigsr Ausländer. Loudov. L. Neck. Der Skaalssekrelär des Tuuew heck nach ciaer Uakerredung mit Ehamberlaiu im llulerhous erklärt, er habe veranlaßt, daß dem Prinzeu Earol mitgeteilt werde, seine Anwesenheit in Euglaad sei nicht länger erwünscht und er solle seinen Besuch sofort ab- brechen. Wie verlaute!, wird man Earol angemessene Zeit jür die Abreisevorbereikungen gewähren. In später Abendstunde wurden Polizeioffiziere nach Carols Wohnsitz entsandt, um ihn von dem Beschluß des Junen- Ministers in Kenntnis zu setzen. Da jedoch Carol in ein Licht- spieltheater gegangen war, in dem gerade das Stück„W i r find ja alle Spieler" gegeben wurde, konnte ihm der Erlaß des Innenministers erst in später Nachtstunde zur Kenntnis.ge- bracht werden. Im Unterhaus kam es nach der Mitteilung des Innen- Ministers Ioynson Hicks zu einer längeren Auseinandersetzung mit Mitgliedern der Opposition. Ioynson Hicks teilte auf Befragen mit. daß Carol die Erlaubnis erhalten hatte, am 28. Aprll für«inen Besuch von zwei Monaton in England zu landen. Auf die Frage, ob die Behauptungen, daß das Ganze von englischen Zeitungen organisiert worden sei, zutreffen, erwiderte der Minister, er erwarte eine eingehende schriftliche Erklärung Carols noch heute. Die Frag« Kenworthys<2lrb.)/ ob bei Er- teilung der Einreiseerlaubnis von Prinz Carol Zusicherungen verlangt worden seien, daß er nicht politische Intrigen imiernehmc, wurde von Ioynson Hicks unter Protestruscn der Opposition ver- neint. Ein erbärmlicher Schwindel. Oeutfchnationale und ASp-Winnig im Bunde. Jede Gemeinheit und Verlogenheit gegen dle Sozialdemokratie findet in der deutschuationalen Presse freudige Auf- nähme. Neuerdings veröffentlicht sie eine Notiz, deren Urheber nur der als Kapp-Putfchist von seinem Posten unsanft verabschiedete frühere Oberpräsident der Provinz Ostpreußen mid jetzige Renegat August W innig sein kann. Er behauptet, daß die Sozialdemokratische Partei im Jahre 1919 ein« Million Mark Wohl- gelder aus der Staatskasse erhallen habe. Angeblich hat der damalige Ministerpräsident Hirsch den Oberpräsidenten von Ostpreußen Mnnig veranlaßt, der Sozialdemokratischen Partei das Geld unrechtmäßig zuzuführen. Ein elender und erbärmlicher Schwindel! Die im Jahre. 1919 nicht einmal in Reichsmark, sondern in Inflationsgeld gegeben« Sumnie war zur A b w e h r a u ß s n p o l i t i s ch e r G c- fahren von der isoliert gelegenen Provinz Ostpreußen b«. stimmt. Ausschließlich zu diesem Zweck sollte, das Oberpräsidium in Königsberg die ihm übergcbene Summe verwenden und all« an der Abivehr beteiligten Beoölkerungskreise gleichmäßig unterstützen. Der Urheber der verleumderischen Notiz weiß das ganz genau. 2lber er spekuliert darauf, daß die amtlichen Kreise heute über die Finanzierung der in den damaligen wilden Zeiten notwendigen Abwehr nicht unnötig sprechen werden und dieses außenpolitische Derautwortungsbewußtsein sazialdemo- kratischer Persönlichkeiten benutzt er zu einer unerhörten Verleumdung. Cr tut LS, indem er sich selbst— � wenn auch ungewollt— einer unrechtmäßigen Handlung bezichtigt. Davon nehmen dia deutschnationalen Verleumder natürlich mit keine», Wort Notiz. Die Wlnnig und Konsorten mögen sich nicht täuschen. Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht. Einigung in der Holzindustrie? Die Arbeiter nehmen den Schiedsspruch an. Die Vertrauensleute der Berliner holzarbeiker nahmen gestern abend in einer stark besuchten Versammlung in- den Kammersälen Stellung zu dem am Sonnabend vom Schlichler gefällten Schiede- sprach, der für die Facharbeiter über 2Z Jahre ab S. Mai eine Lohnerhöhung von 4 Pf. pro Stunde und ob 1. Oktober bis ZS. Februar 1929 von weiteren Z Ps. vorsteht. Wegen der sehr ausgiebigen Disfiisiion, die sich dem Vericht de« Bevollmächtiglcn Genossen B o e s e über den Verlaus der VerHand- luagen anschloß, siel die Enkscheidung der Funktionäre über den Schiedsspruch erst kurz vor Miller nacht. In geheimer Abstimmung beschlosien die Funktionäre entsprechend der Empfehlung der~ct. msilerkea Ortsverwoltung mit 40Z gegen 342 Stimmen die Annahme des Schiedsspruches. Mil den Vereinigten Verbänden der Berliner Holz» ioduslrie finden heule. Mittwoch, vormittag 10 Uhr, ebenfalls ver- Handlungen stakt über den Abschluß eines ueve» Loh nah- kommen? auf der Grundlage dieses Schiedsspruches, der nur für die Betriebs der„Freien Vereinigung"(Vabeho) geföllk tvorden ist. Heber die Arbeitsausnbhme in dc» Betrieben oder durch die Aus- sperrong stillgelegten Betrieben wird die Organisation weitere An- Weisungen in der presse bekaonlgebca. Ruf an die Lugend. Für neue Kultur— für soziale Gerechtigkeit! Von Max Westphal. Zlls der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- lcmds. Otto Wels, am 29. März im Reichstag mit der Politik des Bürgerblocks abrechnete, brachte sr am Schluß seiner aus- rüttelnden Rede zum Ausdruck, daß die Sozialdemokratie als die Partei der Zukunft in ihrem Kampfe um die sozialistische Gesell- schaft besonders auch den Menschen der Zukunft, der Jugend, oertraue. Der Kampf um den Sozialismus sei ein Kampf, der schon von Generationen geführt wurde und der, bis zum völligen Siege, vielleicht noch von Generationen weitergeführt werden müsse. Dieses Vertrauen der Sozialdemokratie zur Jugend besteht zu Recht, und es begegnet sich mit dem Vertrauen, das viele Tausend« junger Menschen zur Sozial- demokratie haben. Wenn jemals politisch interessierte, von ideellem Sehnen und Streben erfüllt« junge Menschen glaubten, daß die bürgerlichen Parteien für ihr ideales Streben Raum hätten, dann sind sie nach dem vierjährigen Regiment des Vürgerblocks eines Besseren belehrt. Besitzinteressen sind keine Jugendideale, und nur um Besitzinteressen hat es sich bei der Politik des Bürgerblocks gehandelt. Darum rief vor kurzem ein Vertreter der Deutschnationalen in Potsdam ängstlich aus:„Die Jugend kommt nicht mehr zu. uns. Wir sterben aus!" Darum rebelliert es in der katholischen Jugend, die immer mehr darauf drängt, daß als Stätte, christlichen Lebens nicht mehr nur der Himmel, sondern vor allen Dingen auch die Erde gelten soll. Die Jugenh will soziale Gerechtigkeit. In breiter Front kämpft.sie heute für Iugendschutz u nd. F r e i h e i t. Die Jugend will die Herrschast des Kapitalismus nicht mehr dulde»! sie ist in weitesten Kreisen, roeitn auch vorläufig noch stark gesühls- mäßig, antikäpstalistisch eingestellt. Die Jugend strebt nach Ge- staltung e.ines neuen Gemeinschaftslebens, nach einer neuem Kultur, ste wünscht bis weit in die Reihen der politisch noch rechtsstehenden Kreise den deutschen Einheitsstaat. In immer stärkerem Maße tritt in Erscheinung, daß die sich ernsthaft mit den aus der sozialen Und kulturellen Not unseres Volkes auf- steigenden Problemen beschäftigende Jugend Lösungen nur in der sozialistischen Gedastkemvelt und ehrliches, wirklich lediglich auf die Wahlfahrt des Voltsganzen. bedachtes praktisches Bemühen um ge- sellschastliche Erneuerung nur in dSr sozialdemokratischen Politik findet. Immer weitere Kreise der Jugend erkennen, daß allein die Sozialdemokratie jungen. Mit ihrem ganzen Sinnen und Trachten in die Zukunft, in«ine besisre Zukunft gerichteten Menschen, die Möglichkeit bietet, ihr politisches Mitbestimmungsrecht ihren Idealen entsprechend auszuüben. Diese jungen Menschen werden den Ruf der Sozialdemokratie nicht überhörest, ste werden Vertrauen mit Vertrauen erwidern.und im Wahlkampf dafür mitkämpfen, daß nicht nur der Bürgerblock gestürzt wird,-' sondern gleichzeitig die Scrzraldemokratie eine» so großen M achtzuw ach s erhall, daß die künftige Politik unseres Landes unter ihren bestimmenden Ein- s l u ß kommt. Im lichte der Gegner. Ein Unternehmerblatt über die«Sozialdemokratie. Die„Dellische Allgemei«« Leitung" schrerbt: „Ein Teil der bürgerlichen Wähler ist immer noch geneigt, di« Sozialdemokratie zu Unterschätzen. Well sie nicht mehr in der Jakobinermütze, sondern in ehrbarer ziviler Kleidung auftritt, well ihre Führer bei Gelegenheit sogar in Smoking und Frack erscheinen, glaubt man, der revolutionär« Will« in dieser Partei habe nachgelassen. Davon kann ober gar keine Red« sein.■_ 7 Die Führung der Sozialdemokratie verfügt über Spezia- listen aus allen Gebieten d«s politischen Lebens: vor dem Kriege überwog hier vielleicht' das theoretische Wissen �natürlich in marxistischer Ausprägung), jetzt aber hat die Partei Taufend« von Leuten, die in der praktischen Mitarbeit am.Sraat« geschult worden sind, aktive oder ehemalige "Minister, Obcrpräsidenten, Landrät«, Bürgermeister, Stadträte. Dazu kommt die' enge Verbindung mit den. freien Ge- wek ks chas t« n, die ebenfalls ein« Vorschul« der politisch«» Praxis darstellen. Es ist aber, im ganzen gesehen, schon lange nicht inehr so, wie es manche bürgerlichen Kreise noch darstellen wollen. . daß die.Sozialdemokratie nur Zahlabendredner und Ägitatore» für V o! k sve rsä mmlungen hätte: sie hat alles, was«ine groß« Partei heute brwicht, und manches tn besserer Qualität, alg di« eine oder andere bürgerliche Partei. 2&ir sind der Meinung, daß die Abschwächunzen, die das kommu- nistischl! Mainfest im Laufe der Jahrzehnte erfahren hat, nicht» weiter dätstellen als tattisch« Wendungen,, daß ober an dem Endziel „Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft bis zu deren Vernichtung" sich' nickst das geringste geändert hat. Die Kommunisten freilich können es sich leisten, den Radikalismus offen auszusprechen, well sie in Deutschland bis aus weiteres, wie sie selbst wissen, nicht in die Lage kommen werden, ihre Theorien rn der Praxis zu erproben. Der kommunistische Radikalismus ist so nicht ein Be- weis der Kraft, sondern ein Eingeständnis der selb st- � empfundenen Ohnmacht. Für die Sozialdemokratische Partei ist die praktische und taktische Situation eine ganz andere. Sic war schon im Kaiserreich ein sehr wesentlicher politischer Faktor, zunächst in der Opposition,, zuletzt in der.Regierung. Der Umsturz von 1918 hat sie dann. vor ganz veränderte Verhältnisse gestellt." Die deutsche Sozialdemokratie und ihre Realpolitik— das ist es, was Reaktion und Unternehmertum fürchten! Tleue Zwischenfälle in Colmar. Zurückgehaltenes Anklagematerial. Stroßburg, 8. Mai.(Eigenbericht.) Im Colmarer Autonom! st enprozeß wird am Dienstag vormittag die Vernehmung des Polizeikommissars Bauer fortgefetzt. Bauer versuchte noch immer, die Angeklagten als Separatisten und' Hochverräter hinzustellen. Im weiteren Verlauf der.Dernehmung Bauers kommt es zu einem Zwischenfall. der Zeug« beschäftigte sich mit einem Film, den der Phöbus- A e rle i h für Deutschland und einige andere Staaten übernehmen sollte und der Aufnahmen von der Enllasiung Zorn von Bulachs aus depi Straßbürger Gefängnis enthält. Der Vorsitzende forderte Bauer auf, einig« der von ihm erwähnten Dokumente dem Gericht vorzulegen. Unmittelbar nach dieser Aufforderung erhebt sich''dör General st aatsonwalt, überreicht dem Vorsitzenden eine mit Schriftstücken gestillt« gelbe Mappe und beantragt, die Schriftstücke zu den Akten zu legen. Die Verteidiger erheben sich einmütig und fragen de» Generalstaatsanwalt, woher diese Vertrauliche Anordnungen der Der Hauptgeschäftsführer der Deutschnationalen hat der Deutschnationalen Schriftenvertriebsstelle Anordnungen für den Wahlkampf herausgegeben. In diesen, nur den Kreis- leitern zugänglich gemachten Richtlinien wird aufgezeigt, wie die Deulschnationalen den Wahlkampf zu führen gedenken. Mit List und Terror hoffen sie wieder einzuholen, was sie durch ihre verhängnisvolle Politik verloren haben. Unter der Rubrik P r e s s e st e l l e finden wir die Methode der Deutfchnationalen. selbst die Kreisblätter für ihre Partei ein- zuspannen. Die Kreisvereine sind angewiesen, alle Zeitungen mit Propagandamatenal zu versehen. „Bei Nichtabdruck ist cnffprechend nachzuhelfen, z. B. durch den Hinweis, daß der betreffenden Zeitung dann die bisher erteilten Anzeigen. F l ug b l a t t b e i l a g e n, Druckaufträge entzogen werden müßten." Die Zeitungen, die parteilos find, die die Aufnahme der parteimäßig gefärbten Notizen ablehnen sollen mit„Ein- gesandt'" bombardiert werden. Auch hier soll„mit sanftem Druck"(lies: Erpressung!) gearbeitet werden. Einen weiten Raum in diesen Anordnungen nehmen die Bestimmungen über Versammlungen ein. Es wird genau angeordnet, wie und wo Versammlungen stattfinden müssen. Es wird weiter angeordnet, daß in diesen Versammlungen außer.dem Referenten noch im Ort bekannte Mitglieder sprechen sollen. .Zu- solchen Unterstreichungen der Ausführung«« des eigenen Redners sind geeignete Mitglieder systeüiatisch auszubilden und in Versammlunge» einzusetzen. Die Betreffenden brauchen sonst red- nerisch oder politisch gar nicht beschlogen zu sein, ihnen sind nur bestimmte Sähe einzupauken." Die Deutschnationalen verfügen nicht über einen solchen Stab von freiwilligen Helfern wie die Sozialdemokraten: sie müssen ihre Wahlarbeit bezahlen. Wie immer, sollen auch hier die Arbeiter nur einen Hungerlohn erhalten. „Die Entlohnung wird sich nach der Art der Arbeit richten, beim Adressimschreiben oder beim Abschreiben von Wählerlisten empfiehlt sich Akkordarbeit." Ueber die Mitarbeit in den Wahlbureaus, die die Wahl- Handlung leiten, wird angeordnet, daß die Partei überall im Wahlvorstand vertreten sein soll. Die Führer sollen s i ch nach Möglichkeit drücken, um die Schlepper- arbeit, überwachen zu können. Die gegnerischen Führer sollen aber unschädlich gemacht werden. Mappe komme und wie die präzise Zusammenarbeit zwischen dem Staatsanwalt und dem Zeugen Bauer möglich sei. Der Vor- s i tz e n de.stellt fest, daß er diese Schriftstücke bisher nicht gesehen Hab«. Als der Generalstaatsanwalt vom Rechtsanwalt I a e gl« gefragt wird, ob das eine Ueberraschung sein solle, lächelt der Staats- anwalt iropisch. Die Berteidiger stellten dann fest, daß hier ein Rechtsbruch, vorliege und fragten das Gericht, wie es möglich gewesen dfese Schriftstücke»■■•Jbie bereits am 2. April d. I.. abgeschlosien worden seien, erst jetzt �in der Schwurgerichtsverhand- lüng erwähnt werden könnten. Durch die Unterlasten« rechtzeitige Vorlegung der Schriftstücke fei von einer gewissen Seite, vielleicht sogar vom Generalstaatsanwalt selbst, das neue Anklage- Material zurückgehalten worden.' Die Verteidigung kündigte dann an. daß sie von dem gesetzlich vorgeschriebenen Recht Gebrauch machen werde, alle Beamten» die in dieienz 2älle Gesetzesbestimmungen übertreten haben, vor den Gerichtshof zu laden. In der N a ch w i t t a g s s i tz u n g wurde dem Gericht ein Schriftsatz überreicht, in dem die Verteidigung in aller Form gegen die Aussage des Zeugen Bauer protestiert. Bauer sei hier nicht als Zeug«, sondern als Ankläger aufgetreten, ohne daß er vom Vorsigcnden daran gehindert worden sei. In dem Schriftsatz werden dann noch einmal die Uebergriffe der Prozeß- führung ausgeführt, in denen«ine Einschränkung der Rechte der Verteidigung gesehen- wird. Ein Uebergriff des Generalstäats- anwalts wird auch iv der Vorlegung des Attenbündels gesehen, das weder dem Vorsitzenden noch der Verteidigung bekanntgewesen sei. Anschließend wird Dr. Rick i in nochmals vernommen. Er wendet sich gegen dje Aussagen Bauers und erklärt:„Wir wollen nicht von Frankreich weg, aber wir wollen auch nicht, daß man uns ElsSsser unterdrückt. Unser Kampf gUt unserer Sprache, unseren besondereu verwalkungscinrichtungen und unserer religiösen Freiheil." Die Anklage im Oonezprozeß. Angebliche Sabotage-Organisation seit 1920. Moskau. 8. Mal Den Angeklagten im Donezprozcß ist die Anklageschrift über- reicht worden. Die Sowjetblätter beginnen mit ihrer Deröfsent- lichung. Die Einleitung behauptet, daß die Verschwörung viel aus- gedehnter gewesen sei, als ursprünglich angenommen wurde. Die ersten Anfänge hätten sich schon 1918 gezeigt: damals seien Be- sprechungen zu Rostow a. Don zwischen den ehemaligen Grubenbesitzern und I n g c n i e u r e n(!) die erste Grund- läge für die weitere Verschwörung gelegt worden. Die Mehrzahl der jetzt angeklagten. Ingenieure habe in regelmäßiger Verbindung mit dem ge.heimen Nachrichtendienst General Denikins gestanden. Aus Grund bereits vorliegender Geständnisse(?) und Aussagen sucht, die Anklageschrift nachzuweisen, daß die Ideologie der An- geklagten gegenrevolutionär war und daß sie. es sehr geschickt ver- standen hätten, Nur befreundete und verwandte Personen an die Spitze der Bergwertsleitungen. gelangen zu lasten. Die eigentliche Gcheimorganisation fei 1929 in einer Beratung zwischen ehemaligen Besitzern und Ingenieuren in Rostow gegründet worden, bald nach dem Pariser Kongreß der geflüchteten Bergindustriellen. 1929 bis 1922 seien- nur vereinzell Sabotageakte verübt, erst in der zweiten Hälfte 1922 sei die Tätigkeit der gegenrevolutionären Organisation straffer zusammengefaßt- worden. Die Organisation habe aus dem Ausland Geld erhalten- Einer der Angeklagten, der Ingenieur Beresowsti,.gebe an, daß durch ihn im Laufe der Jahre 17? 999 Rubel an diese Orgnnisation ausgezahlt worden wären. Der ehe- nialige Chef des Degitinschen Nachrichtendienstes Prudenkow ist zwar- in Schachty als Zeuge vernommen, jedoch nicht unter �Anklage gestellt worden! D!« drei"angeklagten Reichsdeutschen Ingenieur Otto. Monteur«- B a d st i« b c r und Meier werden beschuldigt, diese Geheiniorganisätion-unterstützt zu haben. Bon den 53 Ange- klagten sind außerdem fünf ehemalige Bergwerksbesitzer, 37 Ingenieure. acht Techniker. Zum großen Teil handelt es sich um und frech. deutschnaiionalen Wahlmacher. »Ist eines unserer Mitglieder Wahlvorsteher, so muß er die gegnerischen Führer zu Beisitzern bestimmen, um sie da- mit am Wahltag für ihre Parteiarbeit aus zu- schalten." Auch über die Wahlarbeit am Tage vor der Wahl wer- den genaue Verhaltungsmaßregeln bekanntgegeben. „Für Sonnabend abend eine Mitgliederoersammlung avzube- räumen oder sich mindestens den Saal init allen Neben- r ä u m e n z u s i ch e r n, um den Gegner die letzte und gefährlichste Agitotionsmöglichkeft zu nehmen." An anderer Stell« heißt es:. „In der Nacht vor der Wohl, sowie in den ftühen Morgen- stunden des Wahltages sind Klübelolonnen anzusetzen, sie kleben unsere letzten Plakate, entfernen die gegnerischen(Maler- raspel mitnehmen) oder Ü b e r k l e b e n �sie mit eigenen Plakaten. Man kann dem gegnerischen Plakat auch die Wirksamkeit nehmen, indem man sie mit roten Querstreifcn überklebt, die irgendeine drastische Inschrift tragen." Die sozialdemokratischen Arbeiter werden ihre Plakate � zu schützen wissen. Das mögen sich die Deutschnationalen merken für den Fall, daß sie in den Großstädten die An- Weisungen der Parteileitung durchführen. Sehr siegesgewiß klingt diese Denkschrift nicht aus. Ueber den Wahlkampf in der Großstadt heißt es dort: „Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die überzeugtesten Anhänger der Lmksparteien ohne weiteres ihre Pflicht tun und in ihren Kressen für restlose Stimmabgabe sorgen, daß aber in un- sevem Lager die Dinge beträchtlich anders aussehen. Uns steht heute weder der national« Schwung des Jahres 1921, noch die Begeisterung einer Hindenburg-Wahl zur Seite: die Partei der NichtWähler reku- tiert sich zum weitaus größten Teil aus den Reihen der für uns m Frage kommenden Wähler." Lakonisch schließen die Anordnungen: „Nach der Wahl erhalten alle Mitglieder: ganz gleich wie dagErgebnis ausgefallen ist, durch Rundschreiben den Dank der Partei ausgesprochen."'- Ganz gleich, wie der Wahlkampf ausfällt, heißt' eigent- lich: obwohl er sicher faul ausfällt. Daß die Niederlage groß sein, soll, dafür werden die Arbeiter, die freiwillig und auf- opfernd Wahlqrbeit leisten, sorgen. Man weiß nun, wie. der Gegnet Impfen will. Er wird sich nicht wundern dürfen, wenn er mit seinen eigenen Waffen geschlagen wird. S chm i e r g eld erz a h.l u n g c n, Die Beschuldigungen der drei Deutschen und der AEG.(siehe unten) werden aus ziemlich phan- tastische Aussagen der Russen B a s ch k i n(in Hast) und K a s a r n- N o w gegründet. Bon O st o sagt die Anklage,< daß er vielleicht Kriegsspion in Rußland gewesen sei und nach semör' elgenen Er- Zählung Stahlhelmer war.''' ♦ Die. AEG. bezeichnet eine. Sywjetmeldung, daß eine gegenrevo- lutwnäre Organssation in Thorköw von mehreren ausländischen Firmen, U. a. cön der' AEG. tinonziert worden sei, als reine Erfindung: die AEG. fei an derartigen Unternehmung'»« nicht beteiligt. Oer Zememord an Gädicke. Klapproch und Schulz unter AnNage. Heute beginnt in Stettin der Fememordprozeß gegen Klapproth, den Oberleutnant v. D. Schulz und den Lenk- nant o. D. Hayn. Der erster« ist des versuchten Mordes qn Gadick«, Schulz der Anstiftung und Hayn der Beihilfe zum Morde angeklagt. Das Landsberger Gericht hat im Oktober 1928 die beiden letzteren- freigesprochen-und Klapproth wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Reichsgericht hat das Urteil aufgehoben. Schwere Cxplofion. Sechs Personen durch einen französischen Geschoßzünder schwer verletzt.. ........... Essen.«. Moi. Ate heute nachmittag in einem Hanse der Mainslrahe in einem Mansardenzimmer dieses Hauses der Bergmann Costa in Gemein- schaft mit dem Bergmann llsenhofer damit beschäftigt war, eine Waschmaschine instandzusehen, reichte ihm sein zwölfjähriger Sohn Hans als Bolzen zum herausschlagen elner Schraube das Innere eine» französischen Geschoßzünder», ohne daß beide ahnten, um welch gefährlichen Gegenstand es sich handelle. Aach mehreren Schlägen explodierte der vermeintliche Bolzen, die umherfliegenden Splitter verlehten nicht weniger als sechs Personen, mit einer Ausnahme wurden alle schwer verletzt. Bei Hans Costa besteht Lebensgefahr, da ihm ein Splitter tief in die Brust drang. Aach den bisherigen Feststellungen hatte ein älterer Sohn des Costa den Zünder vor längerer Zeit in heisinzen gesunden und mit in die Wohnung gebracht. Kommunistenüberfalt. Gestern abend wurde in der E x e r z i e r st r a ß e im Norden Berlins von einem größeren Trupp Kommunisten«in Ueberfall auf einen sozialdemolratische» Demonstrationszug verübt. Die Kommunisten drangen unter Schinähreden auf die Demonstranten ein und«s entstand eine Schlägerei: Di« Polizei mußte unier Zuhilfenahme des Gummiknüppels eingresscn. Einer der Haupt- krakeeler wurde zwangsgestellt, die anderen hatten es vorgezogen, in der Dunkelheit schleunigst zu verschwinden. Attentat in Luxemburg. Missionar L u i g i. Leiter einer faschistischen Schule in Esch, wurde von«jnem Italiener nieder- geschossen. Der Täter ist entkommen. Bor zwei Jahren ist der Sekretär derselben Anstalt erschossen worden. Die brasilianische Regierung hält ihrey Austritt vus dem Völkerbund in einem Schreiben an den Ratspräsidente» aufrecht, so daß die Kündigung mit dem 19. Juni- r c ch t s w i r t- sam wird. Die gegenwärtigen Umstände erlaubten dem Land« nicht, den Austrittebefchluß zu revidieren: es sei aber bereit, ohne Mitgliedschaft an Angelegenheiten internationalen Interesses mitzuarbeiten, Verkehrskatastrophe am Rhein. Die Wirtschaftskatastrophe steht bevor. Lohnabbau bei den Akkordverdiensten bis zu 33% Proj.! Ein Jdeal des russischen Arbeiters. Kantinen wie in deutschen Privatbetrieben. Während die deutsche tommunistische Presse sich fortgesetzt bemüht, nachzuweisen, daß die Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft in Sowjetrußland bei weitem günstiger feien als in Deutschland, sind Russen, die Gelegenheit gehabt haben, in Die Verkehrsstraße des Westens, der Rhein, liegt| Duisburg war der Tarif von beiden Seiten gekündigt worden; auch letzter Beit in Deutschland zu weilen, vielfach der entgegen till och acht Tage, und für das rheinische Wirtschafts- hier fordern die Unternehmer leben beginnt eine schlimme 3eit. Die Schiffe stehen. Bald werden auch die Räder der Wirtschaft am Rhein langsam und langsamer laufen und schließlich, wenn der AusSperrungswahnsinn fich völlig hemmungs- und besinnungslos austoben darf, ebenfalls still stehen. Fast überall zeigt sich in den Häfen nach der Aussperrung das gleiche Bild: das Schiffs- und Hafenpersonal weigert sich, Streit brecherarbeit zu leisten oder mit Streifbrechern zusammenzuarbeiten, worauf die Entlassung erfolgt. Auch der Berkehr im niederrheinischen Hafen Orson ist so gut wie stillgelegt worden. Das gleiche gilt für die Westhäfen der Gute Hoffnungs. hütte". Auch im Kölner Hafen herrscht völlige Ruhe. In Mannheim wurde der Vertrauensmann der Hafen arbeiter entlassen, weil er sich weigerte, Transporte von Getreide in Waggons vorzunehmen, das bisher von Binnenschiffen zu den Mühlen befördert worden war. Daraufhin erklärten sich die Arbeiter mit dem Entlassenen solidarisch und legten die Arbeit nieder. In Mannheim haben bereits verschiedene Firmen infolge des Stillstandes des Verkehrs auf dem Rhein vorsorglich Kündigungen ausgesprochen, weil sie binnen furzem mit einem Ausfall an Arbeit rechnen müffen. Das gleiche gilt für verschiedene Spediteure. Der Duisburg Ruhrorter Hafen liegt ebenfalls völlig still, auch die Kipper arbeiten nicht mehr. Mainz liegt still. In Neuß dürfte es auch zur Einstellung der Arbeit tommen. Die Kölner Hafen arbeiter sind am Dienstag vormittag gleichfalls in den Streit getreten, da ihnen zugemutet wurde, Streitarbeit zu verrichten. Die Aussperrung und die durch sie zwangsläufig heraufbeschworene Solidaritätsstreitbewegung müssen zu einer Vertebrs tatastrophe führen. Man muß sich einmal vorstellen, was in Duisburg- Ruhrert das pro Monat 24 Millionen Tonnen be= förderte werden soll, wenn 8 oder 14 Tage der Verkehr völlig stockt. Für die meisten Industriezweige dom tann die Eisenbahn keine Hilfe bringen; denn der Umschlag in Rotterdam geht auf die Binnenschiffe und nicht auf Waggons. Wenn binnen furzem die hollän dischen Schiffe befezt sind, was dann? Den Hüttenwerten fehlt es an Erz und kalt. Auch auf die Seehäfen muß in menigen Tagen der Stillstand am Rhein zurückwirken. Die französische und schweizerische Rheinschiffahrt find bereits völlig vom Solidaritätsstreit erfaßt. Bereinzelte fleine Häfen, die von der Bewegung noch nicht ergriffen sind, spielen keine Rolle. Summa summarum: der Verkehr auf dem Rhein ist tot und bei der Haltung der Unternehmer muß damit gerechnet werden, daß sich die Lage bald fatastrophal zuspizen wird. Das Unternehmertum der Rheinschiffahrt will anscheinend die Katastrophe, will teine Berständigung. So sind auch die Tarifverhandlungen für den Duisburg- Ruhrorter Hafen, die am Montag stattfinden sollten, abgefagt worden, weil die Unter nehmer erklärten, fie tönnten sich unter den gegenwärtigen Berhältnissen von irgendwelchen Verhandlungen nichts versprechen. Für Manche. Behörden haben es anscheinend sehr eilig, fich auf die Seite der Unternehmer zu stellen. Noch vor einigen Tagen flagten die Unternehmerorgane, z. B. die Kölnische Zeitung", daß ein Ende der trostlosen Lage nicht abzusehen sei, da die Ausständigen trot entgegenstehender Tatsachen bestimmt mit der Erwerbslosen. Die Arbeitsämter haben die unterstügung rechnen. Rheinreeder schnell beruhigt und die Unterſtüßung abgelehnt. Um den Ausgesperrten die Arbeitslosenunterstützung zu rauben, haben die Unternehmer gefordert, daß in die Dienstbücher der Entlaffenen ein Bassus ausgetreten wegen Lohntampf" aufgenommen werde. Es handelt sich hier um eine offene Vergewaltigung; tatsächlich sind die Kündigungen durchaus legal erfolgt. Das Arbeitsamt in Duisburg hat es fogar fertiggebracht, bereits in Unterſtügung stehenden Schiffern die Unterstügung zu entziehen. Ferner hat der Vorsitzende des Arbeitsgerichts Duisburg eine einstweilige Verfügung erlassen, wonach drohung einer Strafe von 1500 Mart bzw. 6 Wochen Gefängnis dem Bevollmächtigten des Deutschen Verkehrsbundes unter Anfür jeden Einzelfall das Streifpoffenstehen verboten wird. Als Grund für dieses geradezu unerhörte Borgehen wird angegeben, daß Streifpostenstehen zu Beunruhigungen in den Häfen führe! Trog der Drohung und dem Hunger, trok Parteinahme der Behörden für die Unternehmer steht die Front des Rheinschiffpersonals und der Hafenarbeiter fest und unerschütterlich. Je stärker der Druck, desto eiserner der Widerstand. In der Lohnbewegung der Hafenarbeiter und der übrigen Arbeiter im Transportgewerbe Rölns fam es am Montag nachmittag zu einem Schiedsspruch, der eine Lohnerhöhung von 7 Proz. vorsieht. Der Kampf in Sachsen. Auch die Leipziger Metallarbeiter lehnen ab. Leipzig, 8. Mai.( Eigenbericht.) Heute fand die Urabstimmung über die Annahme oder Ablehnung des vom Reichsschlichter gefällten SchiedsSpruches für die Leipziger Metallindustrie statt. Für Annahme stimmten 337, für Ablehnung 14 873. mit weit über 90 Prozent haben die Metallarbeiter fich also gegen den Schiedsspruch entschieden. Die Metallarbeiter erwarten, daß die Verhandlungen im Reichsarbeitsministe rium eine Verbesserung der Schiedssprüche bringen. Sie halten es für unmöglich, daß es bei den Schiedssprüchen bleibt, nach einem so zähen und langen Kampf, der von den sächsischen Metallarbeitern mit mustergültiger Geschlossenheit durchgeführt wird, während die Unternehmer selbst unter dem schärfsten Drud der Organisationen nur sehr widerstrebend, zum guten Teil überhaupt nicht sich an dem Kampfe beteiligen. gesezten Auffassung. So berichtet z. B. der„ Trud"( Nr. 40): ,, Daß der Genosse Trawkin, der an einer tonsumgenossenschaftlichen Delegation teilgenommen hat, in Moskau einen Bertrag gehalten hat, über Speiseräume in deutschen Industriewerken. Danach bestehen bei den Betrieben die Speisefäle für Angestellte aus einzelnen tomfortabel eingerichteten Räumen, in denen die Wände mit schönen Bildern verziert und die Tische mit weißen Tischtüchern bedeft und mit Blumen geschmückt sind usw. Für die Arbeiter sind besondere Räume, die zwar einfah, aber auch sehr sauber sind und gutes, wenn auch sehr einfaches Geschirr aufweisen. Kennzeichnend ist, daß in vielen Werken die Sveiferäume für Männer und Frauen getrennt sind. Auf meine Frage wurde mir auseinandergefeßt, daß gemeinsame Mittage von Männer und Frauen voraussichtlich länger währen würden, als das erwünscht ist. Die von den Werfen zur Verfügung gestellten Räume find wohl nicht überall für diesen 3wed geeignet. Man begegnet auch Speiferäumen im Kellergeschoß. Ferner ist von Intereffe festzustellen, daß in Deutschland jedes einzelne Werk eine selbständige Küchenanlage und eigene Speiseräume hat und nicht, wie bei uns, die Speisen in einer großen Zentralfüche zubereitet und dann filometerweise in Thermosflaschen auf die einzelnen Werke Ausprache, in der u. a. der Borsigende des Zentralfomitees für versandt werden. Der Bericht gab Veranlassung zu einer sehr lebhaften Boltsspeisung, 3, vorschlug, das ganze Programm der Zentraltüfen einer Durchsicht zu unterziehen, weil durch die Versendung erreicht wird, aber zugleich eine Vershlechterung der Speisen bei von Speisen in den Thermosflaschen zwar wohl eine Verbilligung dem Transport erfolgt, worüber Klagen sehr häufig sind. Die Versammlung schloß sich der Meinung des Vorsitzenden an. 4 Macht es wie die Russen!" erzählen die Kommunisten. In Rußland sind, wenn man den Leuten der KPD. glauben dürfte, geradezu ideale Zustände Man gibt wohl zu, daß hie und da noch nicht alles flappt. aber dafür, behauptet man, lebt der russische Arbeiter auch viel besser als der deutsche Arbeiter. Und nun erfahren wir, daß ein russischer Deutschland fahrer Schilderungen von den deutschen Wertstantinen zum besten gegeben hat, daß den russischen Arbeitern förmlich das Waffer im Munde zusammenlief. Sogar der Oberbureaufrat für die Abfütterung der russischen Arbeiter mußte versprechen, daß Problem einer„ Durchsicht" zu unterziehen. Also die Wertstantinen der Siemens, Bergmann usw., die uns nichts weniger als ideal erschei= nen, sind ein Ideal für russische Arbeiter! So etwas bringen nur Rommunisten fertig. Lohnerhöhung für die Gemeindearbeiter Kölns Die Lohnbewegung der städtischen Arbeiter in Köln ist beendet. Durch Schiedsspruch der tariflichen Schiedsstelle sind die Löhne in den fünf Lohngruppen um 7 bis 10 Pf. pro Stunde erhöht worden. Ferner ist die Vorarbeiterzulage um 2 Pf. pro Stunde heraufgesetzt worden. Die Lohnerhöhung für das Fahr personal der städtischen Bahnen beträgt 8 Pf. Die Schaffnerzulage wurde von 3 Mart auf 7,50 Mart und die Fahrerzulage von 5 Mart auf 15 Mart pro Monat erhöht. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener: Birtschaft: G, Klingelhöfer; Gemertichaffsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. H. Döscher: Lotales und Sonstiges: Fris Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. und Berlaasanftalt Paul Ginger u Co., Berlin GB 68. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und unterbaltuna un Biffen". Berlag: Borwärts- Berlag Gm b S., Berlin, Drud: Vorwärts- Budbruderet Großer Ferrant Sankt BADE- WASCHE DAMEN HERREN- BEKLEIDUNG Asafth stoffe Waschseide Kunstselde mit Baumwolle, moderne Master, Meter Crêpe marocain 95PM 125 ca. 100 cm breit, aparte Druckmuster, Meter Vollvoile ea. 100 cm breit, nens Tapfen....... Mater Voile Kunstseide, ca. cm einfarbig, grosses Farbserien 100 m brett 3 Farbsortiment.... Meter Kleiderftoffe Batist reine Wolle, viele Farben........ Meter 50 Von Montag, den 7. Mai, bis einschliesslich Sonnabend, den 12. Mai Vorführungen ,, Für Reise und Sport" in den Häusern Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse Die Vorführungen beginnen vormittags 11 Uhr, nachmittags 3'2 Uhr Karten sind, soweit Vorrat, an den Kassen der Damen- Wäsche- u. Damen- Konfektions- Abteilungen kostenlos erhältlich BADEWASCHE Herren, Länge 80 cm... Schwimmtrikots Schwimmtrikots für Herren, mit Blendengarnierung, Länge 85 cm.. Badeanzüge mit Röckchen, Grösse 42......... 195 Kinder- Zvilots amerikanische Form, Länge 50 cm... Natté Travers 195 Badehosen r modischer Stoff... ..Meter für Herren. fester 145 Schwimmhelme 175 aus starkem Naturgummi. mit Patentschloss, viele Farben 75 Gürtel 350 Badelaken Babecapes 195 farbig gemustert, Grösse 125X160 cm... mit Rüschenkragen, farbig gemustert... 175 75 PL Seidenstoffe Bastseide reine Seide, naturfarb., abgekocht, ca. 80 cm breit, Meter Bastseide bestickt, aparte Muster.........Meter Crêpe Flora reine Seide, für Kleider and Wäsche, Meter -Bordüre, Bemberg waschkunstseide, ca. 120 cm breit, garantiert waschbar, Meter 190 350 4.90 6.30 575 Damen- ästhe 790 Hemdhosen 79⁰ gestreifte Kunstseide, mit Spitzen...... 85 Bademäntel schöne farbige 125 Complets Weiss Popeline 295 Babebauben 45 Scottierstoffe reine Wolle, doppeltbreit. Weiss Rips Meter reine Wolla, 590 ea 130 cm breit, elegante Qualität, Meter Ausmusterung PL 90 in allen Qualitäten und Ausmusterungen... Meter von an 525 40 em 590 CB. 45 cm 675 750 50 cm 40m 1750 m 1875 son 20 50 cm Stadtkoffer scht, Valanther, 3 Schnapp Reisetaschen mit Aufspannbagel, echt Ca 85 em schlösser, kräftiger Metallgriff cm 45cm ca. Vollrindleder ca 55 cm 2250 2100 55 cm gestreifte Kunstseide, reich garniert...... Pyjamas mit langen Aermeln, farbiger Batist...... Pyjamas guter farbiger Batist, fesche Form.... 3.90 9 75 7.50 1075 HERMANN TIETZ 97 JMl.-- fi jrfrgi.a"1, 9tn*n> 1 Sli!•!■ Der Mordversuch am Weihnachtsabend. Die Tragödie eines proleiarierkindes.— Ohne Stühe in der Großstadt. Da» Laadgericht I verurteilte den 20jShrigen Maurer, gesellen Erust der am heiligeoabend in der Absicht, den Geldbriefträger Zeichert zu berauben, diesen mit einem Maurerhammer eine Schädelverlehung zugefügt hat. wegen versuchten Totschlages in Tateinheit mit versuchtem schweren Raub unter Zubilligung milderoder Umstände zu zwei Zahreu Gefäuguls. Vier Monate Unkersuchuugshaft find ihm augerechnet worden. Vei guter Führung sollen ihm sechs Älooale von der Strafe erlosseu werden. Das Urteil des Gerichts ist milde. Die Urteilsbegründung wurde dem jungen Menschen in jeder Weise gerecht. Möglich, daß er bereits in der nächst«, Bausaison wieder in der Freiheit als Maurer ar- beiten kann. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Gefängnis be- antrogt. Seine Anklagerede war voll Verständnis für den eigen- artigen Entwicklungsgang des Zwanzigjährigen. Ein großes Wort wurde dabei gelassen ausgesprochen:„Der Angeklagte." sagte der Staatsanwalt,.chatte das Unglück, in der Schule gut zu lernen". schlagender konnte der Ursprung der unglücklichen Entwicklung des zungen Menschen nicht gekennzeichnet werden. Ein Proletorieriunge erweckt durch seine Fähigkeiten in der Volksschule die all- gemeine Aufmerksamkeit der Lehrer. Seine Sehnsucht ist die höhere Schule. Der Vater, städtischer Straßenreiniger, ist aber nicht in der Lage, ihm diese Schulbildung zu gewähren. Der Knabe spürt in stch eine Leidenschaft für Elektrotechnik, er wird aber Lausbursche, weil or mit verdienen muß: als er später doch in die Lehre als Elektro- techniker kommt, ist er gezwungen, sie wegen eines Dununenjungen- streiches zu verlassen. So entstehen in»ihm Minder wertig.- keitsgesühle, die er wcttzmnaihen versucht, indem er höher hinaus will, als ihm durch die Umstände gegeben ist. Und als er. der durch Umgang mit höheren Schülern über den engen Horizont seines Vaterhauses hinauswollt«, schließlich gar Maurerlehrling wer. den muß, erhallen seine Minderwertigkeitsgefühle neue Nahrung. Sie werden aber in keiner Weife durch Gemeinschaftsbindungen irgend einer Art gemildert. Die Zugehörigkell des jungen Menschen zu den extremsten politischen Richtungen waren der Entstehung solcher Bindungen auch nicht zuträglich. Hinzu kommt«ine st ar k e Erotik, die während der Pubertät zu schweren Krise» führt. Hier stößt der Junge aus volle Verständnislos igkeit des Vaters, Durch harte Züchtigungen will er den Sohn vom „Poussieren" abhalten. Selbst der Neunzehnjährige bekommt noch «Ohrfeigen" und den Lederriemen zu spüren. Die Folge davon ist eine völlige Entfremdung. Der weiche, hysterische, zu Weinkrompfen neigende Junge, vvn dem der Vater selbst sagt, daß tx stets bescheiden und gefällig war, und sich nie wehrte, wenn er ihn schlug, der trotz allem an den Ellern sehr hing, gerät plötzlich in Barkin in schwerste soziale und materielle uitb seelische Not. Der Vater halle ihm aber mit aus den Weg nicht die Worte gegeben «Wenn du in Not bist, denke daran, daß du Ellern hast, die dir belfert können", fanden,„Siehe zu, es wird dir in Berlin noch dreckig gehen". So war er zu stolz, sich an ihn zu wenden, als ihm die Verhällnisic über den Kopf wuchsen. Und sie waren ihm tot- sächlich ühcr den Kopf gewachsen. Seine IVjährige Braut, ein un- eheliches Kind, wurde in seiner Gegenwart von der Mutter geohr- feigt. Diese Demütigung konnte er nicht ertragen. Ein Schwächling, der er einmal war, wciiUe er in Gegenwart seiner zukünftigen Schwiegermutter, die ihm dann sagte, und ,chas will ein Mann sein" — und zu Hause nachts in seinem Kämmerlein. Um den Mann, der «r nicht war, vorzutäuschen, rühmte er sich der Ersparnisse, die er nicht besaß und lies nun zu Weihnachten Gefahr, daß seine voll- ständige Millellosigkeit seiner Braut bekannt und sie sich von ihm endgültig lossagen würde. Den Eindruck, den man ober von der Siebzehnjährigen im Gerichtssaal erhiett, wie sie da mit harter Stimme, ohne eine Spur von Mitgefühl gegen den �Angeklagten, der um ihretwillen das Verbrechen begangen hatte, sprach, war ein derartiger, daß man sich fragte, was Hot diesen geistig entwickelten Jungen an das Mädel geiesselt? Die psychiatrischen Sachversiäillngen Dr. Dyrenfurth und Privatdozent Dr. K r o n- feld trafen aber das Richtige, als sie sagten: Zwischen den geistigen Fähigkeiten und dem Gefühl- und Willensleben des jungen Menschen vafst ein Widerspruch. Seelisch hat er die Reise seines Allers nicht erlangt. Der Fall des Maurergesellen H. sollte aber für so manche Evern eine Warnung sein: in noch höherem Maße aber für den Staat. dem es nicht gelingt, begabte Proletarierkinder den Weg gehen zu laff«, der für sie wie die Volksgemeinschaft von Vorteil wäre, den Weg zur geistigen Häherentwicklung! Der Tod des Gchupowachimeisters. Tragisches Ende eines Oamvferaosfluges. Aus dem StSßeusee bei Gatow wurde gestern muh- mittag die Leiche des Polizeioberwachtmeifiers Bauhaus, aus Castrop in Westfalen, von der Schuß- polize! Esten, geborgen. B. scheint da» Opfer eine» tragischen Uuglück»salles geworden zu fein. Bauhaus war Ende Januar der preußischen Polizei- schule für Leibesübungen in Spandau als Offiziers- anwärter zugeteill worden. Nach Abschluß der dreimonatigen Ausbildung unternahmen die Kurfusteilnehmer am 30. April einen Dam pferausflug nach Potsdam. Auch die Rückfahrt nach Spandau erfolgte wieder auf einem Dampfer. Bauhaus muß sich nun unbemerkt aus dem Kreise seiner Kameraden entfernt hoben, denn bei der Ankunft in Spandau wurde er plötzlich v e r- mißt. Seit dem Mend blieb er spurlos verschollen, bis er gestern als Leiche aus dein Wasser gezogen wurde. Wahr- scheinlich hat stch Bauhaus zu weit über das Geländer g ob e u g t und ist in der Dunkelhell in die Havel gestürzt. ohne daß dies von seinen Begleitern oder anderen Mitfahrenden bemerkt wurde. Mittelalter im Saalbau Kriedrichsham. Eine Kapuzinerpredigt über die Mexitogrevel. Bon den 400 000 Katholiken, die Berlin zählt, kamen am Montag abend 2000 im Saalbau Friedrichshain zusammen, gerufen vom «Zentralkomitee der katholischen Vereine Berlins und der Bororte* Es gall zu demonstrieren gegen die«Mexikogreuel", und der un- mittelbar« Zweck der Veranstaltung war. die Reichsregierung zu einer Einmischung in die mueren Angelegenheiten Mexikos zu be- wegen. Hysterisch aufgeregter Beifall eines kleineu Teiles der Der- sanuntung begrüßte jeden der geistlichen Herren, die ihre Oberen auf dem Podium kniend begrüßten und dann am Vorftandsttfch Platz nahmen. Unter ihnen, in roter Robe, Erzbifchof Gonzales van Durango in Mexiko: gemessen an der gesundheitstratzenden Leibes- fülle seiner Berliner Kallegen, konnte die schmächtige Gestall des Mexikaners mll dem bleichen Indianergesicht schon ein wenig wie die eines Märtyrers wirken. Aber die Heiterkeit, mll der vor aller Augen die geistlichen Herren jeden der mehr oder minder blöden Zwischenrufe aufnahmen, ließ nicht darauf schließen, daß man stch mit einem Gegenstände voll fürchterlichsten Ernstes beschäftigt«. Die Ansprachen begannen mll der Mitteilung, daß die Christen- verfolgmigen in Mexiko schlimmer als zur Zeit Neros und Diokletians feien— aber was der Hauptredner Pater Mari au x vorbrachte, schien nicht einmal diese Bersammlung leidenschaftlich zu packen. Zu sehr spürten selbst diese Zuhörer her- aus, daß es sich in Mexiko nicht fo sehr um die Sache des Glau- b e n s, als um den politischen Machtkamps der katholischen Kirchs gegen den Staat und gegen die Verfassung Handell. Als der Redner Jade London: W vlfsblUt. Zu solchen Zeiten blieb der junge Wolf, von drei scharfen Gebisten angegriffen, eiligst stehen, setzte sich fest auf die Hinterbeine, stemmte die Vorderfüße steif auf den Boden, sträubte das Haar und knurrte drohend. Solch ein Aufenthaft an der Spitze des trabenden Rudels verursachte imnier eine große Verwirrung am Ende desselben. Die Wölfe prallten von hinten auf den jungen und drückten ihr Mißfallen durch scharfe Bisse in seine Hinterbeine und Flanken aus. So brachte er sich stets in großes Ungemach, denn der Mangel an Nahrung erzeugt verdrießliche Stimmung, doch mll der unerschöpflichen Hoffnungsfreudigkell der Jugend wiederholte er immer wieder das Manöver, obwohl es ihm nichts als Un- behagen eintrug. Wäre Speise vorhanden gewesen, so würden Werbung und Kampf Hand in Hand gegangen sein, und das Rudel hätte sich bald zerstreut. Aber die Lage der Wölfe war ver- zweifelt. Durch die lange Hungersnot abgemagert, liefen sie weniger rasch als sonst. Im Nachtrab hinkten die Schwachen, die Jungen und die ganz Alten. An der Spitze trabten die Stärksten, doch sahen alle mehr wie Skelette, denn wie aus- gewachsene Wölfe aus. trotzdem waren ihre Bewegungen, mit Ausnahme der lahmen Tiere, leicht und mühelos. Die dünnen Muskeln schienen von Stahl zu sein und unerschöpf- liche Kraft in sich zu bergen, hinter jeder Zusammenziehung derselben lag immer noch eine andere in endloser Folge. Sie Uesen an jenem Tage viele Mellen weit, und auch die ganze Nacht hindurch liefen sie. Auch der näcbste Tag fand sie noch in Bewegung. Sie trabten über die weite Fläche einer gefrorenen, toten Welt. Kein Leben regte sich. Sie allein regten sich m der ungeheuren Oede. Sie allein waren lebendig, und sie suchen andere lebendige Wesen, um sie Zu verschlingen, damit sie weller lebe» könnten. Sie passierten niedrige Wasierscheiden und kamen an einem Dutzend kleiner Ströme vorüber in eine tiefer gelegene Gegend, wo ihr Suchen endlich belohnt wurde. Hier stießen sie auf Elche, und der erste, den sie fanden, war ein mächtiger Elchbulle. Hier war Leben, hier war Fleisch und kein ge- heimnisvolles Feuer, keine fliegenden Brände, die es schützten. Gespaltene Hufe und gezacktes Geweih kannten sie. und dem gegenüber schlugen sie die gewohnte Geduld und Vorsicht in pen Wind. Der Kampf war kurz und verzweifelt. Auf allen Gelten wurde der groß« Elch angegriffen. Zwar brachte er ihnen Wunden bei, zerschmetterte ihnen mll schlau berechneten Schlägen der großen Hufe den Schädel, zermalmte sie, zer- brach ihnen die Knochen mit dem großen Geweih und zer- stampfte sie unter seinem Gewichte im Schnee. Dennoch gab es keine Rettung für ihn, und der Kampf endigte damit, daß die Wölfin ihn an der Kehle packte, mährend die Zähne der andern überall in sein Fleisch einschlugen und sie ihn zu ver- zehren begannen, che noch sein letzter Atemzug getan und sein Todeskampf vorüber war. Nun gab es Speise die Fülle. Der Elch wog über acht- hundert Pfund, was auf jeden der ungefähr vierzig Wölfe zwanzig Pfund Fleisch ausmachte. Wenn sie aber auch lange und andauernd fasten konnten, so vertrugen sie auch eine reichliche Mahlzeit, und bald waren ein paar umhergestrcute Knochen alles, was von dem herrlichen Geschöpf übrig war, das noch vor wenigen Stunden dem Rudel die Stirn geboten hatte. Nun legten sie sich zu langer Ruhe und zum Schlafe nieder. Doch mit dem vollen Magen fing unter den jüngeren Wölfen Uneinigkeit, Streit und Hader an. Und dies dauerte an, bis das Rudel sich auflöste. Denn die Zeit der Not war vorüber. Sie waren in einem Lande, wo es Wild gab, und sie jagten vorsichtiger, indem sie nur lahme und krüppelige Tiere aus kleinen Ächrudeln aussuchten. Dann kam in diesem Land der Fülle ein Tag, wo das Rudel sich teifte und ein Teil in anderer Richtung abzog. Die Wölfin, der junge Führer an ihrer Linken und der alte Ein- äugige ihr zur Rechten führten die Hälfte des Rudels nach dem Mackenzieflusse hinunter und in das Land der Seen im Osten. Von Tag zu Tag verminderte sich dieser Rest des Rudels. Zu zweien, immer ein Wolf und eine Wölfin, machten sie sich aus dem Staube. Dam: und wann wurde auch ein Einzelwolf von den scharfen ZäHnen der Neben- buhler ausgetrieben. Zuletzt blieben nur noch vier übrig: die Wölfin, der junge Führer, der Einäugige und der ehr- geizige Dreijährige. Die Wölfin zeigte jetzt grimmige Laune, bald trugen ihre drei Bewerber alle die Spuren ihrer Zähne. Dennoch ver- teidigten sie sich nie, noch vergalten sie Gleiches mit Gleichem. Bei den ungestümsten Angriffen drehten sie ihr die Schulter zu und suchten, mll dem Schweife wedelnd und mit zierlichen Schritten sie umtänzelnd, ihren Zorn zu beschwichtigen. Waren sie aber auch ihr gegenüber ganz zahm, so waren sie wild genug gegeneinander. Der Dreijährige wurde in seinem Aerger eines Tages gar zu frech. Er zauste den Einäugigen auf der Winden Gelle und riß ihm das Ohr ia Fetzen. Wenn sich gegen die angebliche«Verschwörung des Schweigens* durch die liberale Weltpresse wandte, ertönten massenhaft Zwischenrufe: die Juden! die Iudenpresse! und frenetischer Jubel begrüßte die Auf- forderung, die Judenpresse aus christlichen Häusern zu verbannen, dieselbe Presse, in der katholische Führer und Mi- nister zu Dutzenden mitarbellen! Peter Mariaux bemühte sich trampshast, den Eindruck der Such- lichkett zu erwecken. Aber hinter dieser Maske verbarg sich eine De- m a g o g i e, die eines völkischen oder kommunistischen Wanderred- ners würdig gewesen wäre. Er erzählte von Calles' Bündnis mll den Kommunisten und verschwieg, daß er mit ihnen im schärfsten Kampfe steht. Calles sollte auf seiner Europareise„zuerst" die Sowjetunion besucht haben, dabei ist er nachweislich niemals dort gewesen. Drei Millionen verfolgte Katholiken sollen von Mexiko nach den Dereinigten Staaten geflohen sein, dabei zählte das ganze Land nur 14 Millionen Einwohner. Angeblich soll der Gottesdienst verhindert worden sein— aber dex fromme Mann verschwieg, daß die Kirche selbst den Generalstreik erklärt und alle gottesdienstliche Handlungen eingestellt hat, weil sie sich der Berfassung nicht fügt, die die ungeheuren Reich- t ü m« r der Kirche enteignet. So verfing auch der Hinweis auf die internationale Freimaurerei nicht, die die Triefrfraft der kirchenfeindlichen Bewegung fein soll: das tollste Stückchen an Der- drohung aber war die Andeutung, daß das amerikanische Petroleum- kapital die Regierung der Vereinigten Staaten an einer Intervention gehindert Hab«, während doch die Unterstützimg der Kirche durch das Kapital gegen die Arbellerregierung nur zu bekannt ist. Schließlich gelang es dem frommen Pater, mit Greuelgeschichten die Versammbmg ein wenig in Hitze zu bringen. Abgehackte Finger. Zusammensperren von Ordensschwestern mit Perbrechern, dutzend- weises Erschießen von Priestern, alle möglichen Einzelheiten wurden der Versammlung vorgesetzt: über den furchtboren Roubübersall aus den Eisenbahnzug im vergangenen Jahr unter Führung eines Priesters ober verlor er kein Wort: das wird man sich als ein still- schweigendes Eingeständnis dieser katholischen Greueltat merken. Aber selbst wenn einige von den Exzesien im Abwehrkampf der Republik gegen die Kirche wirklich vorgekommen sind: welches Licht wirft eine solche Grausamkeit des Bürgerkrieges auf die Kulturzitstände in einem Lande, in dem die katholische Kirch« jahrhundertelang völlig ungehindert die Menschen bilden konnte! Es ist eine schändliche Unterdrückungs- polttik, eine furchtbare Ausbeutung durch die Feudolwirtschaft iier Kirche, die die mexikanischen Massen endlich zur Auflehnung gezwungen hat. Dumpf empmud selbst die gestrig« Versamm lvng. daß die Sache der mexikanischen Prtefterschaft nicht ihre Sache ist, und daß hinter dem Freiheitskampf der mexikanischen Proletariermassen die ungeheure Schuld der mexikanischen Kirche an verderbten sozialen Zuständen steht. Wieder Freitod eines Jugendliche«. In der Wohnung seiner Stiefeltern nn Haus« Hufe- landstraße 17 wurde gestern nachmittag der 10jährige Erwin Woywode durch Gas oergiftet bewußtws auf- gefunden. Der zu Hilfe gerufene Arzt der nächsten Rettungswache konnte jedoch nur noch den Tod seststelten. Was den jungen Man- scheu zu dem Freitod oeranlaßt hat, konnte-nach nicht einwandfrei ermittelt werden. Auf einem an die Stiefeltent gerichteten Zettel, der auf dem Küchentisch vorgefunden wurde, stand mtr,„daß er dies Leben nicht weiterführen könne und deshalb beschlossen habe, den Tod zu suchen". Di« Leiche wurde beschlagnahmt. Oer Gimplon-Orientexpreß entgleist. Wie au» Athen gemeldet wird, ist der Simplov-Orievtexpreß auf der Fahrt nach Konstantinopel in Westthrazien enkgleist. Di« Lokomotive ist zertrümmert worden. Nachrichten über da» Schicksal der Reisenden sehten noch. auch der alte Wolf nur auf einer Seite sehen konnte, so brachte er gegen die Jugendkraft des Gegners doch die Weis- heit und Erfahrung vieler Jahre ins Feld, und sein ver- lorenes Auge, feine narbenvolle Schnauze zeugten von der Natur dieser Erfahrungen. Er hatte zu viele Kämpfe über- lebt, um über das, was er zu tun hatte, einen Augenblick im Zweifel zu fein. Der Kampf begann ehrlich, endigte jedoch nicht so. Wer hätte das Ende voraussagen können, wenn nicht der dritte Wolf sich auf die Seite des alten gestellt hätte, und nun griffen beide, der alte und der junge Führer, den ehrgeizigen Dreijährigen an, in der Absicht, ihn zu töten. Bon beiden Seiten fielen die unbarmherzigen Zähne seiner früheren Ka- meraden ihn an. Vergessen waren die Tage, da sie mitein- ander getrabt, das Wild, das sie gejagt, die Hungersnot, die sie durchgemacht hatten! Das lag in der Vergangenheit: ab« was sie jetzt beschäftigte, war ein viel ernsteres, grausameres Geschäft als die Jagd nach Speise. Währenddessen setzte sich die Wölfin, die Ursache und der Preis des Kampfes, geduldig hin und wartete. Sie schaut« sogar befriedigt drein. Dies war der Tag ihres Triumphs, der nicht oft kam, der Tag, da um ihren Besitz die Haare der Gegner sich sträubten, die Zähne aufeinandcrklappten oder Wunden in weiches Fleisch rissen. Und bei diesem Liebes- abenteuer, dem ersten, das der Dreijährige wahrscheinlich ge- habt hatte, mußte er das Leben lassen. Zu beiden Seiten seines Leichnams standen die Nebenbuhler. Sie blickten die Wölfin an, die zufrieden dreinschauend im Schnee saß. Allein der alte Wolf war klug, sehr klug, in der Liebe sowohl wie im Kampf. Als der jüngere den Kopf wandte, um eine Wunde an der Schulter zu lecken, kehrte er die Krümmung des Halses dem Nebenbuhler zu. Mit dem einen Auge, erschaute der öftere die günstige Gelegenheit. Er schoß auf jenen los und packte ihn an der Gurgel. Er biß tief uiid scharf zu und zerriß ihm die große Schlagader am Halse. Dann sprang er zurück. Der junge Anführer knurrte fürchterlich, aber das Knurren ging plötzlich in ein prustendes Husten über. Zum Tods verwundet, sprang er auf den andern los und kämpfte, bis das Leben ihn verließ, die Glieder ihm versagten, und es ihm dunkel vor den Augen wurde. Und die ganze Zeit über faß die Wölfin da und schaut« zufrieden drein. Sie freute sich über den Kampf: dies war das Liebesmerben der Wildnis, die Liebestragödie d«t natür- kichen Welt, eine Tragödie nur für die, welche starben, denn für die Ueberlebendeo war es Triumph und Sieg. (Fortfetzimg folgt.) Oer Hetlseherprozeß in Instervurg. VaS aufsehenerregende Experiment.— Dor dem Urteil. Der Zllskerburger Hellseherprozeh besiadel sich kurz vor seinem Ende. Das Ergebnis wird kein anderes sein als beim erstenmal. Nur dürfte der Freisprach diesmal noch um eine Zdee begründeter sein. Man wird Frau Günther-Gefsers Betrug nicht vorwerfen können. Wenn noch weitere Beweise erforderlich waren, ha» ein aufsehenerregendes Experiment im Serlchtssaal diesen Beweis geliefert. Die Anklage hatte behauptet, die Trancezustände der Frau Günther-Geffers seien Humbug. Das Gericht befchloh, selbst aus eigener Wahrnehmung feine Entscheidung darüber zu treffen. So schritt es zu einem Experiment im Gerichtssaal. Das Publikum wurde entfernt: nur die Mitglieder de» Gerichtshofe«, die Verteidiger, die Sachverständigen und die Presse blieben. Frau Günther-Geffers sollte in einem Trancezustand über ein Verbrechen, »on dem sie gar keine Kenntnis haben konnte, befragt werden. Und sie bestand die Prüfung. Sie lieferte den Beweis, dah sie jedenfalls imstande fei, die Do.stcllungsbilder, die die ausfragende Person in sich trägt, durch eine eigenartige Empfindsamtest ihres Wesens zu erfahren und ihrer Umgebung kund zu tun. Frau Günther-Geffers nahm auf einem Stuhl Platz, blickte ein« ganz kurze Zeil auf ein brennendes Zündholz und verfiel in einen Trcncezustand. Als Führer diente der Landjäger, der allein von dem zu ermittelnden Verbrechen Kenntnis hatte. Er sagte der Frau Günther-Geffers, daß es sich um einen Diebstahl handele, und stellte on sie nacheinander eine Reihe von Fragen, die aus ihr Einzelheiten über die Tat und den Täter herausholen sollten. Ganz allmählich tastend, sich korrigierend, machte die Angeklagt« ihre An» gaben. Versagte die Führung, fo griffen die Sachverständigen«in. Es ergab sich: In einem yroßen Gebäude mit mehreren Ein- und AusgSogsn befindet sich ein großer Saal t'it hohen Sesseln und »iel«n dunklen Möbeln. Der Gutsbesitzer ist ein Mann von 70 oder SO Iahren. Gestohlen wurden Barmittel und noch ein Pelz. Der Dieb hatte vorher das Hau» beobachtet, war dann durchs Fenster «ngestiegen, hatte auch etwa» gegessen und getrunken und hat sich dann wieder durch da» Fenster entfernt. Auf die Frage, ob die Angeklagte auch den Namen des Tälers nennen könnt«, gab sie zur Antwort, daß es zwei Silben feien und schrieb dann auf ein Papier den Namen„D u m k e*. Auf eine weiter« Frage, wie der Name des Gutsbesitzers laute, schrieb sie auf einen Zettel: „v. Reibni tz". Dann wurde sie au» dem Schlaf geweckt. Es zeigte sich nun, daß der Gutsbesitzer tatsächlich v. Reibnitz hieß und daß alle anderen von Frau Günther-Geffers als Medium gemachten Angaben der Wttklichkest entsprechen. So bleibt nur noch sestzu- stellen, ob der Name des Diebes Dumte lautet oder nicht. Sollte dies der Fall fein, so würde die Fähigkeit der Angeklagten über Äa» hinausgehen, was als Gedankenlesen bezeichnet wird. Mit dem Experiment hätte die Beweisaufnahme eigentlich ab- ([«schlössen werden können. Alles was noch während der darauf. olgenden Tage im Gerrchtsfaal vor sich ging, die Schilderungen der zahlreichen Zeugen über ihre Erfahrungen mit Frau Günther- Gesfers ergaben im Grund genommen nichts Neues. Trotzdem waren sie äußerst interessant. Da war z. B. die Zeugin Gräfin Eulenburg. Ihr war ein Schmuckkofser au» ihrem Hotel ver. schwunden. Frau Günther-Geffers beschrieb im Trancezustand ganz genau die gestohlenen Schmucksachen, sie gab auch eme Befchrei- lnmg des Täters, eines Hausdieners: sie konnte sogar den Schuppen nennen, in dem später der Schmuck gefunden wurde. Ein anderes Mal war dem Grafen Eulenburg eine Uhr verloren gegangen. Sie wurde von einem kleinen Jungen gefunden, der sie dem Lehrer übergab. Dieser dachte aber gar nicht daran, sie dem Besitzer zu- rückzubringen. Frau Günther-Geffers hatte alle dies« Tatsachen lückenlos geschildert. Mit nicht geringerer Spannung als dl« Beteuerungen der Gräfin Eulenburg wurden dl« Aussagen der Frau de» Domänen- Pächters K r ö n i g und des Pfarrers S t r a v f i n verfolgt- Auf dem Gute der Frau Krönig war Silber gestohlen worden. Als die Polizei nichts erreichen konnte, wurde Frau Günther-Geffers zu Hilf« gerufen. Sie mochte Angaben, die später zur Auffindung der gestohlenen Gegenstände führten. Der Pfarrer S t r av s i n de- richtete von ein-m Mord, der im Jahre 1925 b«gana»n worden war. Frau Günther-Geffers hat ganz genaue Angaben sowohl über den Ermordeten als auch über den Tat- ort und die dem Opfer zugefirten Verletzungen gemacht. Die übrigen Zeugen wußten gleichfalls von den Erfolgen der Frau Günther Keffers zu erzählen: andere wieder schilderten ihre Miß- erfolge. Frau Günther-Geffers erklärt«, daß in solchen Fällen die Führung versagt hätte.— Unter den vielen Hellseher-Prozesieti der letzten Jahre ist dieser Prozeß sicherlich der bemerkenswerteste. C» scheint, als ob er weniger dem Kriminalisten, als dem ärztlich gebildeten Psychologen Material bietet. Auch eine Notwohnung! Ein« sehr asheimnisvoll aussehend« Wohnungsgeschichte erregt In der Parochkalstraß« und ihrer Umaebung beträchtliches Aufsehen. Das ganz kleine Haus P a r o ch i a l st r a ß e 2 2 ist von der Stadt angekauft worden und ioll wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Es war zur Zeit der Uebergabe an die Stadt unbewohnt und konnte nicht mehr vermietet werden. Bor kurzem macht« man nun die Beobachtung, daß zur Nachtzeit es in dem ruinen- haften Häuschen lebendig wurde.„Spukte"«s da drinnen oder was war sanft lo»? Anscheinend hatten sich Leute eingefunden, die in den leeren Räumen nächtig- ten. Sie hatten in dem Häuschen sogar wieder einige Möbel untergebracht und«in Fenster mi> einer Gardine verhängt. Aber .wer sie waren, ließ sich nicht feststellen, da sie immer bei Tagesanbruch wieder verschwanden. Vermutet wurde, daß ein Arbeite- und Wohnungeloser die Gelegenheit benutzte, sich wer für seine Familie ein kostenloses Quartier zu verschaffen. Ein Zeichen der Zelt wäre das. über das man angesichts der drückenden Wohnungsnot sich nicht zu wundern brauchte. Auch der Ver- dacht entstand, daß vielleicht ein findiger Gefchäftemann aus eigener Machtvollkommenheit die Räume„beschlagnahmt" hatte und sie gegen Entgelt an Obdachlose als Nachtquartier vermietete Um die gehsimmevollen Gäste zum Auszug zu bewegen, hat das B e z i r t s- amt Mitte zu dem seltsamen Mittel gegriffen, sie durch össent- slchen Anschlag an der Haustür auf die Sperrung des Hguses hinzuweisen. De-- Anschlag lautet:„Aufforderung. Die un- bekannten Bewolmer diese? Hauses fordern wir auf. ihren Hausrat lind sonst!,-es Eigentum sofort zu entfernen, da das Hau? am 10. Mi! 19?8 vormittags gesperrt wird. Der Eigentümer. Bezirks- amt Mitte." Kovfschüttelnd lasen die Vorübergehenden das uugs- wohnliche Schriftstück. Man dar» gespannt darauf sein, welche Wir- kung es haben wird-___ Der Zenlraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Maubens, hmter dem 80 0 0 0 0 jüdisch« Deutsche stehen und der als die größte Organisation des deutschen Judentums anzusehen ist, veran- staltet am Mittwoch, dem 9. Mai. abends 8'ch Uhr. in den Spickern- sälen, Sp'chernstraße.«ine große Wahlkundgebung. Maß. gebende Persönlichkeiten der verfasiungstreuen Parteien werden Ansprachen halten. So hat für die Sozialdemokratische Partei Deutschlnnds das Mitglied des Parteivorstande» W« st p h o l zu- -eßtist- Vetterberich» der öffrellichea weüxrdlengstelle Berlin und llmaegend iNachdr verb.) Ziemlich lwrl bewBIft und«ehr MI. zeitweise eilviS Regen, frische Winde aiiS nördlicher Richtung— FSr veutschland: Olm Citen und htm Rlpenvo, laich Irlibe»nb regnerl'ch. im übrigen Dentlchland«eüt sichck» bewölkt»tt»mzelnen leichten Regensällen, überall lühl. „Laßt Euch nicht umlisten.. Die gestrigen Wahlkundgebungen. Der Ortsverein Wedding des Reichsbanners veranstaltete am Dienstag abend einen Wahlumzug durch den Bezirk Wedding. In der Köslmer Straße traten die Reichsbannerkameraden zu- sammen. Der Zug, der repubsikanische Wnhlplakate mit sich führte, marschierte unter den Klängen einer Kapelle die Wedding-, Plantagen-, Prinz-Eugen-, zur Ererzierstraße.?ln den Reichsbannerzug hatten sich die 18-, 19. und 20. Parteiabteilung angeschlossen. Ihre eindrucksvollen Plakate forderten auf, am 20. Mai sozialdemokratisch zu wählen.„Laßt euch nicht umlisten von den Kommunisten", hieß da ein Spruch, der bei der Bevölkerung großen Beifall saird. Die Kommunisten versuchten, ohne Erfolg, den Zug zu stören. Nach etwa 4. Kreis— Prenzlauer Berg Sonnabend, den 12. Mai, I9Vj Uhr, in den Prachtsälen am Märchenbrunnen{fr. Schweizerganen) GROSSE ABENDFEIER Reichhaltiges Programm unter Mitwirkung namhailer Künstler Ansprache„Unser Weg". Genossin Minna Todenhagen Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.— Karten zu 30 Pfennig sind bei allen Abteilun'sleiterinnen zu haben. einstündigem Ummarsch marschierten die Demonstranten zum Brunnenplatz zurück. Dort wurde der Zug aufgelöst. Die Kam- munisten scheinen ihre ganze Wahlarbeit daraus einzustellen, sozialdemokratische Propaganda umzüge zu stören Sie haben am Montag in Neukölln und gestern wieder am Wedding empfind- lich zu spüren bekommen, daß die sozialdemokratiscken Arbeiter dieses Theater satt haben. Als in der Kösliner Straße die Kam- munisten zu dreist wurden, griff die Polizei ein. Einige Radau- Helden muhten den Weg zum Polizeipräsidium antreten. Die Wahlkundgebung im großen Saalbau Friedrichshain war ein großer Erfolg für die Partei. Um weite Kreise der Be- völkerung auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen, waren die Parteiabteilungen geschloffen zum Versammlungslokal gezogen. Der große Saal war fo überfüllt, daß selbst bis weit in die Gänge sich die Teilnehmer drängten. Das Referat hatte Reichstagsabgeord- neter Genosse Siegfried Aufhäuser, der in«inktündipen Ausführungen die Arbeit der Sozialdemokratie im Preußenparlo- ment der Bürgerblockarbett im Reichstage gegenüberstellte. Als Ab- schloß dieser Kundgebung lief unser Wahlfilm„Dein Schicksal", der großen Beifall fand. Die Sozialdemokratie ruft die Frauen! Bis auf das letzte Fleckchen war der große Saal von Rabes Festsälen, Fichtestraße gefüllt. Alle, alle waren sie gekommen, die Frauen, denn um ihr und ihrer Familien Wehl und Wehe geht es in den kommenden Tagen her Wahl. Müde, zerqualte, oerhärmt« Gesichter, denen eine unsichtbare rauhe Hand Bitternis vieler, schwerer Jahre ins Gesicht geschrieben hat. Blühende Jugend, sonnengebräunt mit hellen, fröhlichen Augen, tne ha sagen: JE ir müssen es schaffen und wir werden«» auch schaffen!" Und die zündende Rade de» Genoflen Löwen stein, der die pakitifch«nd- lich befreit« Frau aufruft, mitzuwerben, mitzusttmmen und über- Haupt mitzuhelfen am Gelingen der großen Sache, fiel auf frucht- baren Boden. Gerade die Frau ist es ja, auf deren Schultern alle Lasten, alle Sorgen der häuslichen Wirtschast ruhen, die Esten und Kleidung für die Familie herschaffen muh, die für all« Lebensnot- wendrgkeiten gerade zu stehen hat. Und wenn sie mit ihrem W»rt- fchastszrcfchen ewig und ewig nicht reicht, weil die Preise für Fleisch, Butter, Kartoffeln, Brot. Kleider usw. sich immer wieder nach oben verändern, so kann sie nicht den Kaufmann dafür verantwortlich machen, der ihr die Ware liefert. Unser heutige« Leben ist abhängig von der Politik, und im Reichstag und im Landtag wird entschieden, wie teuer die LebcnsmiUel, die Wohnungeu, kurz die ganze Lebenshaltung fein wird. Es gilt also hier, unter den entscheidenden Faktoren, die Mehrheit zu erreichen, um im Sinne einer sozialen Bclksmirlfchaft mitbestimmen zu können. Wer dem Wahlkamps fern bleibt, der trägt mit dazu bei. daß da» Elend immer größer wird, daß die Devfkiavung des arbeitenden Volkes Immer größeren Umfang annimmt, daß die heranwachsende Jugend, unsere Zukunft, durch vorzeitige, allzustarke Inanspruchnahme ihrer Kräfte körperlich und seelisch er- krankt und ermattet. Wir wollen aber ein starkes Geschlecht, das sich seine Welt zimmern kann und keine Krüppel, die in elender Fron dahinvegetieren müssen. Begeisterter Beifall folgte diesen überaus eindrucksvollen Worten des Redners. Ein- geleitet vom Gesang der„Roten Falken" wurde dann der Film„Kinderrepublik in Seekamp" vorgeführt, ein Stück aus dem Leben und Treiben einer freien, glücklichen Jugend in freier Natur bei froher Kameradichast in de» Wortes edelster Bedeutung. Die„Entstehung großer Vermögen" schilderte Dr. O. S t i l l i ch. Dozent an der Humboldt-Hochschule, in seinem Zyklus„Die soziale Frage al» Produktions- und Verteilungsproblem". Als wesentlichst« Ursachen für die Bildung von Riescnvermögen nannte der Bor- tragend«: Krieg, staatliche und soziale Macht einzelner, Ausnutzung der Konjunktur, Spekulationsgewinn, Inflation, Monopole. Sehr aufschlußreich waren die Zahlen, die Dr. Stillich dazu gab. In Deutschland besahen im Jahre 1S2f 3Sl7 Einzelpersonen ein ver- steuertes Vermögen von über einer Million, zusammen 83,3 Mil- liarden Mark— da« versteuerte Gesamtvermögen von Einzel- personen betrug in demselben Jahr im ganzen 77.9 Milliarden. Ein großer Teil der RiesenvermSaen besteht im Grundbesitz, der im Laufe der Jahrhunderte duich die Machtstellung einzelner erworben wurde. Bon den ZOO 000 Hektar Landbesitz in Preußen gehören allein ISS 000 Hektar den Hohenzollern. Die 62 Latifundien mit einer Ausdehnung von ie über 5090 Hektar sind sämtlich Eigentum des Mols.— Elisabeth v. Schmidt-Pauli setzte ihre Darlegungen über da, Tbema„Wae ist Kunst" fort. Man begrüßt«e als ersreu- lichen technischen Fortschritt der Programmgestaltung, daß so«na zusammengehörend« Ausführungen nicht mehr durch eine große zwischen den Vorträgen liegende Zeitspanne ouseinandergeriffen wurden. Die Rednerin erörterte allgemeinocrständlich die Kultur- hefinitionen Spengler» und der in das Gebiet der Metaphysik übergreifenden Theoretiker Frobeniu» und Frieden.■— Lebendig führte Dr. Max O s b o r n in das Verständms des deutschen Malerkreises um Caurbet, Thoma und Leibi»in.— Der Abend brachte eine sehr wohlgelungen« musikalische Stunde. Käthe König, eine der wenigen Opernsängerinnen, die auch dem Lied gerecht werden können, und Eugen Transky sangen Lieder »nd Duette. Außerdem ließ sich auch MauricevandenAerg hören, dessen künstlerisches Biolinspiel schon«st die Funkhörer erfreut«. Te«. Lungwähler für die Sozialdemokratie. Seit der letzten Reichstagswahl im Dezember 1924 sind 3 Mit- lionen junger Menschen wahlmündig geworden. Sie werden am 20. Mai zum erstenmal an die Wahlurne treten. Eine der vor- nehmsten Aufgaben der Partei ist es daher, diese Jungwähler, von denen der größte Teil den Proletariern angehört, für sich zu ge- Winnen. Die erst« Iungwählerkundgebung, die gestern abend im Gesellschaftshaus des Westens in Schönsberg veranstaltet wurde. hat gezeigt, daß der Appell der Partei an die Jui�wahlerschaft ein starkes Echo gefunden hat. Schon lange vor Beginn der Kurid- gebung, die mit einem gemeinsam gesungenen Kampflied eröffnet wurde, war der Saal bis aus den letzten Platz gefüllt. Als erster Redner nahm der Rclchstagskandidat Genosse Georg Mendt-, Schöneberg das Wort. Er sprach über„Jungwähler und Reichs- tag". Der Redner erinnerte an das Dreiklaffenwohlrecht des kaissr- lichen Deutschlands, In dem«s der Sozialdemokrat!« nur noch schwersten kämpfen gelang, ihre Vertreter in das Parlament zu senden. Die in den Wahlen nach der Revolution durch die Jndiffe- renz der breiten Massen an die Macht gelangten reaktionären Par-» teien haben durch Ihr« Tätigkeit in der Bürgerblockregierung das arbeitend« Bolk in ein großes soziales und kulturelles Elend gestürzt. Der zähe Kampf der SPD. für die Interessen der Arbeiterschaft hat das schaffend« Volk vor dein Schlmmisten bewahrt. Für eine durchgreifende Aenderung der Der- Hältnisse ist aber der Wahlsieg der Sozialdemokratie Boraussetzung. Dadurch ist auch den Jungwählern der Weg gewiesen, deren Pflicht e» ist. in den kommenden Tagen all« Kräfte für die Sozialdemo. kratie einzusetzen und am 20. Mai für sie ihr« Stimme abzugeben. Nach diesem mit starkem Beifall aufnenommenen Neserat nahm Genosse Gerd Bothur das Wort. Er wies in seinem ziindend.'n Vortrog auf den Kampf um den Iugendschutz hin, für deilen Verwirklichung die Sozialdemokratie in der Vergangenheit ihr Best-s getan hat. Im neuen Parlament kann das soziale Werk nur voll- endet werden, wenn der 20. Mai der Sozialdemokratie die politisst« Macht bringt. Der junge Redner erntete für seinen Dortrag stür. mische Zustimmung. Mit einem Kampflied schloß die Kundgebung, die die anwesenden Kommunisten vergebens zu stören versucht hatten. Von Kommunisten verfolgt. Schüsse ia der Notwehr. Wie bereits in der gestrigen Morgenausgabe- de»„Vorwärts" festgestellt wurde, versuchten die Kommunisten die Kundgebung unserer Partei in Neukölln zu stören. Als die Reichsbonner. kameraden das zu verhindern wußten, wandte sich die Wut der Kommunisten gegen einzeln nach Hause gehende Reichsbannerleute. die überfallen wurden. Ein Reichsbannermonn, der vom Reuterplatz auf dem Nach- hauserocg war, wurde in der Nähe des Rathauses von etwa fünfzig Kommunisten gestellt. Er versucht« ihnen auszuweichen und lief durch die Bergstraße nach dem Hermannplatz zu. Aus dem Weg« dorthin wurde er von den Kommunisten verfolgt, die immer größeren Zustrom, namentlich vom Rummel in der Reuterstraße bekamen. In der Nähe der Mainzer Straße geriet er in Bedrängnis. Um sich die Kommunisten vom Leibe zu halten, zeigte er seinen. Revolver, den er als Bankbeamter mit polizeilich genehmigtem Waffenschein trägt. Die Meng« lieh sich aber nicht zurückholten. Als sie weiter auf ihn eindrangen, gab er einen Schreckschuß ab. Di« Kommunisten hatten bald erkannt, daß der Verfolgte ab- sichtlich in die Luft schoß und ließen nicht von ihm ab. An der Reuterstraßenecke gab er nochmals einen Schreckschuß ab und dicht vor dem Hermannplatz wieder«inen. Jetzt eilten zwei Schupobeamte herbei, denen es gelang, den Verfolgten in Schutzhaft zu nehmen. Die Kommunisten versuchten auch, aus die Polizeibeamten ein- zudringen, doch gelang es diesen, die Angreifer zurückzuhalten. Der Reichsbannerkamerad wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht. Dort wurde der Tatbestand festgestellt. Die Polizeibeamten, die ihn festgenommen hatten, bestätiaten, daß er in höchster Notwehr"gehandelt hatte. Di« Kommunisten hatten sich hier ebenso tapser gezeigt, wie die Hakenkreuzler von Lichterselde. Auch mit dem schärfsten Dergrößerungsglas kann man nach solchen Vor» fällen zwischen Kommunisten und Hakenkreuzlern keinen Unterschied mehr finden. Wahlkampf und Kommunalpolitik. Wenn auch in hielem Wahlkampf die großen Fragen der Reich,» und Landespolitik im Vordergrund« stehen, so wird sich doch hier und da die Notwendigkeit ergeben, auch kommunal« Fragen zu b> handeln Zu diesem Zweck« bringt die neuest« Nummer der„K o m» munalen Blätter der EBD. Berlin" au, der Fülle der Berliner Kommunalpolitik eine Reihe von Abhandlunaen aus den wichtigsten Gebieten unserer kommunalen Arbeit in Berlin. Dicse Nummer ist eine wertvolle Ergänzung unseres Propagandamaterials und somit allen Funktionären und Agitatoren der Partei zum Etu- hium dringend zu empfehlen. Sie beten deutschnational? Die Deutschnationalen entwickeln«ine tüchtige Dosis unfreiwilligen Wahlkampfhumors. Sieht man doch jetzt an Bau- zäunen und an gewissen kleinen Häuschen eine deutschnativ- nale« Plakat mit folgender köstlichen Inschrift: „Wir hallen fest am Gebet! Wählt deutschnational!" Um was beten nun Westarps Mannen? Um neue Zölle. höher« Dividenden, um eine trni« Hguffe in Fememorden? Oder rufen sie den Himmel um Panzerkreuzer an? Bielleicht gilt Ihr inbrünstiges Gebet auch der gefährdeten Futterkripve. Leider wird es ihnen nicht mehr viel niitzen. Bei der Wabl ent» scheidet d!« Masse, und... Gott ist bekanntlich mit den stärksten Bataillonen! Sport. Rennen zu Grunewald am Dienstag, dem S. Ttlai. 1. Rennen. 1. Sö'or II tflrelmbilnf',, 2. Leauder(D'ieimnm 3. freUlift Ra-r lJaekeli. Tot»: 57: 10. Pia».- 18, 83, 69: 10. Sein liefen«neiHn. Harzreile. Rückgrat. Twoitep. llwan. S. R e n n e n. I. Enzian lLeutn. v.«ätzt. 2. HuSdent fTlOliter 9. Creme a« WenUie lBismart). Tola: 55: 10. Blak.]8 18 29: 1 getner ite'tn: Falter. OVerjSa«. Schclmtttt. Sardha'e. Parüsal. 8. Rennen. 1. T'nloretto iL-ayne»), 9. sZmiueliefe rJentiick 3. Rosenberzog KSiabsch). Toto: 28:10. Pia»: 17. 22- 10. Ferner lies«! Doge, Mattcrade. 4. Rennen. 1. Phylüz �„fn» osöfel, 2. Dorn IT(Cdtrleutno » Mctz'chi.». Barinh liZeutn. v. Jmhof). Toto: 87: 10. Pta»: 12. IS: i Ferner lief: Die Königin. 6. R e n n e n. i. Escorial lvalt. Heuer), 8. Albana ILlider). 3. Schei wer er Wismarl). Tote: 35:10 Pia,: 21.18: 10 Ferner liefen: Wannt Teifi, ßfluruft. 6. Stenn««. 1. Felsenfest lLrutti. TiebigZ, 8. Rorge fSAnitet S. ftorobtime(Staub inger). Toto: 15: 10. Platz: 13. IS: 10 Fern lies: Fnoor Im. v . v.l? e,n daß wir uns seit zehn Jahren für em freies Volk hallen und die Ketten, die Fürsten und Herren uns auf- erlegten, abgeschüttelt hoben. Und dabei haben wir die protzigen Standbilder dieser Fürsten und Herren noch auf allen unseren Straßen und Plätzen stellen l Warum eigentlich? frage ich mit dem Achtjährigen. Kinder denken bildhaft— also auch„standhaft". Und wenn sie nicht grade auf den Kopf gefallen sind, machen sie sich leicht einen verkehrten Reim auf das, was si« sehen und wo» ibnen gesagt wird! Auch ist es pefährilich, einem Kind« bei solchen Geleaenheiten die Antwort schuldig bleiben zu müssen! Mir scheint, auch hier ist eine Arbeit für einen neuen republikanischen Reichstag, den wir nun hoffentlich bekommen werden! Peter Polier. Postscheck- Nummer 48743 Berlin Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68, Sindeustraße 3, für Groß- Berlin stets an bas Bezirkssefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 2. Kreis Tiergarten. Donnerstag, 10. mai, 19% Uhr, bei Krüger, Butlig straße 10, Geschäftsleitungssigung. Achtung! Um 20. Uhr im gleichen Lokal Gigung der Geschäftsleitung mit den 1, Abteilungsleitern. 3. Areis Bedding. Donnerstag, 10. mai, 19% Uhr( nicht, wie irrtümlich angegeben, am Freitag), 8ufammenkunft aller parteigenössischen Beamten bei Cachse, Lindower Str. 26. Vorbereitung zu der am 16. Mai ftattfindenden Beamtenversammlung. Die Abteilungsleiter und Obleute der Beamten werden gebeten, einzuladen. 14. Kreis Neukölln. Achtung, Abteilungsleiter! Heute, Mittwoch, Material abholen. Kurze wichtige Besprechung um 18% Uhr im Parteibureau, Recarste. 3. 16. Kreis Köpenid. Zeitungskommission: Gigung am Donnerstag, 10. Mai, 20 Uhr, bei Fiebach, Müggelheimer Str. 2. Heute, Mittwoch, 9. Mai. 1. Abt. Berichtigung! Die heutige Mitgliederversammlung findet im Hade fchen Sof, Rosenthaler Str. 40-41, am Hackeschen Markt, statt und nicht im Rosenthaler Sof. 33. Abt. Die Bahlabende fallen aus. Alle Mitglieder beteiligen fich Freitag, 11. Mai, an der Demonstration. Treffpunkt 18% Uhr am Ostbahnhof. Wilmersdorf. 69, Abt. 20 Uhr bei Serrin, Brandenburgische Str. 69, Bahl. abend. Erscheinen aller ist unbedingt erforderlich. 72. Abt. 19% Uhr bei Schäfer, Augustaftr. 31, Funktionärsigung. Alle Genoffen, welche eine Wahlfunktion ausüben, werden um bestimmtes Erscheinen bringend gebeten. Schöneberg. 77. bt. 19% Uhr 8ahlabende. Bezirk: Milde, Nollendorf straße 16. 2. Bezirk: Jürgens, Barbarossa. 5a. Aussprache:„ Wahltampf und Wahlarbeit." 3. Bezirk: Zeugner, Grunewaldstr. 35. Bortrag: „ Der Kampf um den Einheitsstaat." Referent Dr. C. Herz- Spandau. 4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 69. Portrag:„ Das Arbeitslosenverficherungsgeseh." Referent Ostar Sauffe. Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. 78. st. 20 Uhr bei Posenthal, Ebersstr. 66, Mitgliederverfammlung. Bortrag: Die Arbeitskämpfe der Gegenwart." Referent Mar Urich. 79. Abt. 19% Uhr Bahlabende. 1. Bezirk: Arndt, Baußener Straße 10. 2. Bezirk: Grunow, Geßlerstr. 13. 3. Bezirk: Nitschte, Stegfriedftr. 9. 4. bis 6. Bezirk: Groß. Sedanstr. 17. 7. Bezirk: Podszus, Eachfendamm 40. Im Bezirk 8, Siedlung Lindenhof, findet tein Bahlabend statt, 82. bt. Steglik. 1914 2hr Rahlabende in allen Bezirken. In dieser hochpolitifchen Beit darf tein Mitglied fehlen. Wichtige Besprechung für die Wahlarbeit. 84. bt. Bantwig. 20 Uhr bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 29-31, Mitgliederversammlung. Erscheinen ist Vflicht. 85. Abt. Tempelhof 191 Uhr Bahlabende. 1. Bezirk: Lotal Boruffiafte. 70. 3. und 4. Beairt: Lotal Aur Binde", Werder, Ede Friedrich- Karl- Straße. 6. Bezirk: Lotal Lange, Wingbahnstr. 6. 7. Bezirk: Lokal Wanalid, Ober Tandstr. 1. Die Bezirksführer werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Sanbaettel von der Geroffin Farsdorf abzuholen find. 88. Abt. Biterrade. Wegen der Mählerversammlung findet unsere Mitglieder. versammlung nicht heute, Mittwoch, sondern am Donnerstag, 10. Mai, 20 Uhr, in der Echule Foonstraße ftatt. Niemand barf fehlen. Reun. 89. st. 20 1hr Rablahende, 1. bis 4. Bezirk: Brose, Sander ftraße 10. 5., 7., 8. Beart: Wirte, euterstr. 47, Ede Lenaustraße. 6., 11., 12. Bezirk: Brand, Pflüger, Ede Nansenstraße. 9., 10., 18., 19. Begirl: Fischer, Fobrechtstr. 64. Sämtliche Mitglieder müssen wegen der Wahlarbeiten erfcheinen. 95. 96t. 19% Uhr bei Grieger, Leffingftr. 9, Bortrag über die kommenden Wahlen. Erscheinen bringend erforderlich. 103. 9. Dhers#newe be. 19% Uhr Rahlabende. 1. Bezirk: Lokal Anappe, Beftenbftr. 17. 2. Beairt: Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64. 105. Abt. Adlershof. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Alle Mitglieder beteiligen fich Conntag, 18 Mai, an der Kreisbemonstration. 120. Wt. Fricbricsfelbe. 20 Uhr bei Tempel Mitgliederversammlung. Bor trag des Geroffen Cronwa'd. Niemand darf fehlen. 136. bt. Meiniderdorf- Oft. Alle mitalieber treffen fich 19% Uhr am Bahnhof Pein'dendorf- ofenthal umb beteiligen fich restlos an der Bersammlung im Pofal Safino" in Frohnau. 140a bt. Witteron. 20 Uhr im fola! Schulz, am Bahnhof, Mitgliederver. fammlung. Vortrag:„ Die tommenden Wahlen." Referent Stadtverorb neter Schäfer. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. Rowawes. Heute 20 Uhr bei Siemle Funktionärversammlung. ist das Konto, auf das man freiwillige Beiträge für die energische Führung des Wahlkampfes gegen großkapitalistische Monarchisten und korrupte Militaristen einzahlt. Bezirksverband Berlin der SPD. 1. A.: Alex Pagels. Morgen, Donnerstag, 10. mai. 23. Abt. Antreten fämtlicher Genossen um 18 Uhr bei Müller, Uferftr. 12. Erscheinen dringend erforderlich. 52. Abt. Charlottenburg. 18 Uhr treffen sich alle Genossen zur Flugblattver. breitung im Laubengelände im Lotal Babe, Raiserin- Augufta- Ace 52. 86. Abt. Mariendorf. 19 Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, Berteilung des Agitationsmaterials 140. Abt. Borfigwalde. Ab 18 Uhr Flugblattverbreitung. Treffpunkt pünkt lich bei Woitschach, Ernststr. 1. Rege Beteiligung wird erwartet. Frauenveranstaltungen. 7. Abt. Achtung, Genossinnen! Die Verteilung der Wählerin" finbet bies mal auf dem Zahlabend bei Bärwalbe ftatt. Die Genosfinnen werden ge beten, recht zahlreich zu erscheinen. Außerdem Besprechung der Wahlarbeit. 9. unb 13. Abt. Donnerstag, 10. Mai, 19% Uhr, bel Groffer, Turmstr, 3, Frauenwerbeveranstaltung. Programm: Gefang, Prolog, Ansprache, Rezitationen, Borführungen der Arbeiterjugend. Alle Parteigenoffimmen, die Frauen der Parteigenossen, Vorwärts"-Leser und Sympathisierende sind herzlich eingeladen. 11. Abt. Donnerstag, 10. Mai, 19% Uhr, bei Berger, Levegowite, 21, Frauen. abend. Vortrag des Genossen Dr. Julius Mofes, M. d. R., über„ Die Frauen und die bevorstehenden Wahlen." Die Arbeiterjugenb hat außer bem ihre Mitwirkung zugefagt. Alle Genossinnen find herzlich einge. Taben. Gäste tönnen mit eingeführt werden. 51. Abt. Charlottenburg. Achtung, Genoffinnen! Die Wählerin" ist zuz Berteilung am Mittwoch, 9. Mai, zwischen 18 unb 19 Uhr bei Schellbach abzuholen. Jubiläen, Geburtstage usw. 101. Abt. Treptow. Unser Genoffe Razl Saztwig feiert bente feinen 80. Geburtstag. Genoffe Sartwig hat feit feiner Jugend für bie Bartei gewirkt und besonders in der Kleinarbeit seinen Mann geftauben. Borwärts gefet ift er, solange es ben Borwärts" gibt. Die Genossen bez Abteilung wünschen bem Jubilar einen glüdlichen Lebensabenb. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 81. Abt. Friebenan. Die Einäfcherung unfetes am 4. Mat verunglüten Genossen Mag Nenel! finbet am Freitag, 11. mai, 17 Uhr, im Strema torium Baumschulenweg statt. Wir bitten um recht tege Beteiligung. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einfendungen für biefe Rubri? nur an bas Jugenbfefretariat. Berlin G 68, Lindenstraße 3 Achtung Abteilungsleiter! Es müssen unbebingt, foweit noch nicht ge schehen, die Flugblätter für die Jungwählerversammlungen abgeholt werden. Die Maizeitungen ber Arbeiter- Jugenb" milffen abgerechnet werben. Achtung, Kaffierer! Heute zwifchen 17 und 19 Uhr Abrechnung ber Bei träge und Ausgabe des Jugend voran" und der Arbeiter Jugend". 21 Heute, Mittwoch, 19% Uhr. Webbing: Heim Turiner, Ede Geestraße. Bub und Mäbel." Humanu play: Heim Einsame Pappel", Cantianstraße( Holzhaus)." Die politischen Parteien." Baltenplag: Heim Tiffiter Str. 4-5. Unsere Gegner im Wahl. tampf." Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18. Glaßbrenner- Abend." Charlottenburg Nord: Heim Olberftraße. Der 1. Mai und feine Bedeu tung. Tempelhof: Heim Germaniaftr. 4-6. SAJ. und Kirche." Lichtenberg: Seim Sauffstraße." Jad- London- Abend." Lichtenberg- Nord: Unsere Organisation." Brunnenplay, Gesundbrunnen und Norden: Alle Sprechchorteilnehmer 20 Uhr im Heim forging-, Ede Graunstraße. Erscheinen ist Pflicht. Lichtenberg- Norb: Treffpunkt zum Bahlabend der Partei 19% Uhr Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde und Rote Ede". NeuVorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefäftsstelle: Berlin G 14. Sebaftianfte 87/38. Sot 2 Tr. Mittwoch, 9. Mai. Charlottenburg: Saalschuß der Rameradschaften 1, 3, 4 um 19 Uhr im Edenpalaff, Raiser- Friedrich- Straße; 2, 5, 6 und 7 in ber Echulaula Kaminer Str. 16-17 um 19 Uhr. Steglig( Orts. perein): 19 Uhr Antreten Händelplay; 20 Uhr Eaalfchuß bei Hennig, Bhf. Lichterfelde Oft. Donnerstag, 10, Mai. Webbing: 18 Uhr Antreten bei Miller, Uferstr. 12. Pflichtveranstaltung. Charlottenburg: Saalschutz der Kameradschaften 1, 2, 6 und 7 um 19% Uhr im Türkischen Belt" Berliner Straße. Bernau: Eaalfdhus in Ladeburg. Abmarsch 19 Uhr von Modisch. Freitag, 11. Mai. Prenzlauer Berg: 19 Uhr mit Mufit und Fahnen Bezirksamt. Charlottenburg: 19% Uhr Fehrbelliner Blah mit Spielleuten und Fahnen, Pflichtveranstaltung. Raulsborf: 20 Uhr Bersammlung bei Hübner, Bahnhofftraße. Arbeitsgemeinschaft entschiebener Republilanez. Donnerstag, 10. Mai, 20 Uhr, in Landres Weißbierstuben, Stralauer Str. 86-87( Woltenmarkt), öffentlicher Vortragsabend. Thema: Die Entwicklung Sowjetrußlands." Refe. rent Herr Professor Dr. Artur Posenberg. Verband Boltsgesundheit, Ortsverein Berlin. Donnerstag, 10. mai, 19 Uhr, in der Schule Jfflandstr. 11, Vortrag mit Distuffion: Kirche und Freidenker tum." Jugendgruppe Often: Freitag, 11. mai, 19 Uhr, im Jugendheim Goßlerstr. 61, Gruppenabenb. Bortrag: Führertum und Arbeiterschaft Jugendgruppe Süben: Freitag, 11. mai, 19 Uhr, im Jugendheim Neukölln, Schierkeftr. 44, Gruppenabend. Bortrag: Lebensreform und Sozialismus." H Fachinger Waffer. Wer altoholischen Getränken entfagen will, findet oft die Beschaffenheit von Erfaßgetränten fchwierig. Staatl. Fachingen bietet, nach Ansicht eines bekannten Fadjarztes, vollwertigen Ersag und ist den oft schäd lichen sogenannten Braufelimonaden unbedingt vorzuziehen. Etwas Neues für Deutschland ist das neue Verkaufssystem bes bekannten Schuh- Lokals Behrndt, Münaftr. 25. Der bedeutende Erweiterungsbau wird heute eröffnet und bildet mit feinen 21 Schaufenstern und Schaukästen die größte Schuhausstellungsfront Deutschlands. Durch neue rationelle Arbeits methoben hat die Firma ihre Unkosten erheblich verkleinert, was felbstverständ lich ben Runden zugute tommt. Wir verweisen auf bas heutige Inserat der Firma. Aachener Münsterbau- Gelb- Lotterie. Bir machen unfere gefer auf bie in ber heutigen Ausgabe erscheinende Anzeige vorgenannter Lotterie och be fonders aufmerksam. Siehung am 15. und 16. Mai. 2ospreis nur 3 M. STAATL Natrliches Mineralesser FACHINGEN Altbewährt bei Nieren-, Blasen-, Harnleiden Fachinger Versandstelle, Berlin SW 11 Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 Herrenschuhe neueste Mod. Luxusschuh. Sekt. Ausgewählte Modelle Mod.Lido Sandalette Luxusmodelle beige, grau, orange etc. etc. 1680 18.90 etc. beige, feinfarbig 9.80 alle Größen in allen Farben 12.50 1680 18.90 90 Leinen m. Lederbesatz. InLeder.beige.mod. Farbe: 599 7.90 89 Mod. Herrenschuhe: braunu 90 Ständige Rest- u Einzelpaare u schwarz Rand weiß gedoppelt 80 Leder Damen Hausfchuhe 195 etc. Niedertreter gut. Fabrikat 36-42 7.90 980 Abteilung. Gelegenheitskäufe. 40 50 7.90 Völlige Umwälzung im Schuhverkauf! Jeder Kunde erhält ein Durch Rationalisierung Unser neues System: ,, Bediene dich selbst ein gewaltiger Fortschritt hübfches Eröffnungsgefchenk des Einzelhandels nach amerik. Stil: Rationalisierung des Einzelhandels Grossdefail Eröffnung nach Vergrößerungsbau Heute 12 Uhr MUNZSTR.25 Billige Preise Deutschlands größte Schuhausstellungsfront HHCH Schuh Lokal Behrndt Großdetail Schuh- Rokal Behrad MUNZSTR 25 12 Sta Dragoner Zweigg. Koitbuserdamm 13. Grossdetail 20 Verkaufsfachleute sind zu Ihrer Beratung da 30 Schuh- Girls sind 3.An- u.Ausziehen der Schuhe da.