Morgenausgabe 3lr. 225 A 114 4S.Iahrgang »OchentNch SS Pfg, monatlich 5,80 m. fan voraus, ahlbar. Postbezug<22 M. «tuschl. Bestellgelb, Lustandsadoua«» wem S.— M. pro Monat. * Der.Borroärts* erscheim wochentllg. sich zweimal. Sonntags und Montag, einmal, die Tlbendausaaden sür Berllu und im Handel ml, dem Titel.Der Hdend* Illustrierte Beilagen.Boll und Seif* und.Stinberireunb". gerner .Unterhaltung und Wissen*.grauen. stimm-*.T-chnit*.Blick in die Bücherwelt* und.Iugend-Varwärts*. Berliner Solksblatt Eonniag T3. Mai 292s Groß-ÄerlinIZpf. Auswärts 20 ps. Di« e i n j p a l t t q e Nonpareillezeit« L0 Pfennig. Reklamei;ei!e 5.— Reichsmart. �Kleine Anzeigen das fettge- oruckte Wort 25 Pfennig tzuläffig zwei fettaedruckte Worte), zedes weitere Wort lü Pfennig. Stellengeiuche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben »ählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Jjeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für fibonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden- straheS. Wochentag!, von 8�/2 bis 17 Uhr. Jentvawrgan der Soziawemotraiifche« Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 geinsprecher: Tönhosj 292—297 Telegramm.Ldr: So,ialdemokra» Berli» Dorwärts-Verlag G.m.b.H. Poftilbeckkomo: Berlin 87 SSS— Banklimto: Bank d�, Arbeiter,«ngestellten lind Beamten Wallstr. 6S Dittonto-Gelelllchalt. D-positenkasle Lindenstr 8 > i.,.. Sieben Tage Endka Kür den Sieg der Sozialdemokratie! Der Staat soll unser werden! Von Carl Severing. Im letzten fieft der„Deutschen Republik" führt Joseph W i r t h lebhafte Klage über ticn Mangel an geistigem und politischem Willen im Wahl- kämpf, über die kleinliche Polemik und das ungeistige Gezänk, über die Zersetzung der politischen Front durch die Häufung der Splittergruppen, und er wirft dabei die Frage aus, ob wir in Deutschland die großen politischen Aufgaben noch auf der Grundlage des demokratisch- parlamentarischen Systems lösen können oder diktatorischen Experimenten enlgzgentreiben. Zoseph Wirth hat die Ergebnisse der fran- zösischen Wahlen im Ausland, in Italien, auf sich wirken lassen: ibm imponiert die starke Wahlbeteiligung bei den französischen Wahlen nicht minder, wie ein Riesenaufmarsch faschistisch organisierter Industrie- und Landarbeiter zum Fest der Arbeit, den er in Rom erlebt hat, und er ist, nach Hause zurückgekehrt, sehr enttäuscht über die Schwunglosigkeit im deutschen Wahlkampf. Es läßt sich nicht leugnen: unser Volk, das in der Kriegs- zeit und in den schwersten Iahren nach dem Kriege Proben beispielloser Disziplin und nach Weimar auch Beweise staats- politischen Willens gezeigt hat, ist noch sehr weit von politischer Reife entfernt. Aber was das absolutistische und halbabsolutistische Regime der Vorkriegszeit an freiheitlichen und selbständigen Regungen des Volkes hartnäckig unter- drückte, was die infolge des blöden Geldsackwahlrechts be- wirkte Fernhaltung d"? besten und regsamsten Bolkskräfte von den gesetzgebenden Körperschaften niederhielt, das kommt nicht wie eine plötzliche Erleuchtung über uns, das will durch harte und beharrliche Selbsterziehung erworben sein. Zudem ist es meines Erachtens abwegig, die unleugbaren Mängel gerade dieses Wahlkampfes als Gradmesser für die politische Reise des deutschen Volkes zu betrachten. Die Solitischeu Nerven des Wählers kann man nicht über ein ahr lang in Erregung halten, und auch Wahlbegeisterung ist keine Heringsware, die man einpökeln kann. Man darf doch nicht übersehen, daß mehrere große Parteien den Wahl- kämpf schon seit der Gründung des Bürgerblocks, seit der Errichwng der Rechtsregierung führen, und daß sich die Wähler ihr Urteil nach dem Anschauungsunterricht, den ihnen in den letzten 15 Monaten insbesondere die Deutsch- nationalen fast täglich erteilten, so leicht und so schnell bilden konnten, daß sie auf den Besuch von Versammlungen oer- zichten zu können glauben. Im Jahre 1924 war der Besuch der Wählerversammlungen sicherlich unverhältnismäßig besser, als die Teilnahme der Wählermassen an den Kund- gedungen der Parteien in diesem Jahre. Das aber fand feine Erklärung in der Plötzlichkeit der Reichslagsauflösungen, im ersten Auftreten der extremsten Rechts- und Linksparteien und vor allem in der seelischen Nachwirkung der trüben Zeiten der Inflation, der Arbeitslosigkeit und der Lebens- mittelteuerung. Das alles brachte die Wähler in die Ver- sammlungen und die Leidenschaft in die Debatten. Aber daß die Wahlkämpfe des Jahres 1924 von einem höheren, idealen, politischen Schwung getragen gewesen wären, wird niemand behaupten wollen. Mir will im Gegenteil scheinen, als ob trotz der großen Mode des Flugsports und der Boxkämpfe eine größere Schicht der deutschen.Wähler an sich selbst fleißige politische Selbsterziehung betreibt. Die Wahlen zu den Volksvertretungen in Haneburg, Danzig und Braun- schweig sind jedenfalls erfreuliche. Allzeichen eines Fortschritts auf dem Wege der politischen Vpilausbildung unseres Bolkes. Eine geringe Beteiligung an Wahlversammlungen— über die ich übrigens selbst in diesem Jahre nie zu klagen hatte ist auch keineswegs ein sicheres Vorzeichen für eine geringe Wahlbeteiligung, wie umgekehrt der gute Besuch der Versammlungen durchaus noch nicht die Gewähr für eine gute Wahlbereiligung bietet. Der Versammlungsbesuch vor der Dezemberwahl 1924 war ein durchweg guter, dabei ist selbst Berlin mit 77,3 Proz. Wahlbeteiligung hinter dem Reichsdurchschnttt von 78,8 Proz. zurückgeblieben. Es ist schade, daß Joseph Wirch nicht Zeuge sein konnte der gewaltigen MäikundgebungendiesesJahres. Da standen sie in Rech und Glied, die vielen Millionen, die die festesten Pfeiler des deutschen Bolksstaates bilden. Von ungeistigem Gezänk, von kleinlicher Polemik waren sie nicht angekränkelt.„Nicht predigen wir Haß den Liste 1. sozialdemokratische Partei Deutschlands. Liste 1: das bedeutet, wir sind die stärkste Partei im deutjcheo Volke und im deutjcheu Reichstag. 7 880 000 Wähler und Wühlerinncu haben bei der letzten Reichstags- wohl ihre Stimme für unsere Partei abgegeben. Liste 1: das bedeutet: wir marschieren weit voran vor allen anderen Parteien! 131 Abgeordnete haben im letzten Reichs- lag die Sache der Sozialdemokratie, des werttätigen deutscheu Volkes vertreten. Im weiten Abstand erst folgten die Deulschnationaleu mit III. das Zentrum mit Sg Mandaten. Liste 1: das ist das Vertrauensvotum des Volkes für die deutsche Sozialdemokratie, ist Hoffnung und Ansporn für unsere Partei, ihre Wähler, für das ganze werkläklge Volk. Es zeigt das Ziel, dem wir zustreben: die Mehrheit der Wähler! die Mehrheit des Volkes für unsere Partei! Wählt Liste 1! Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Reichen, nur gleiches Recht für jedermann" klang es aus den Chören der Sänger, aus den Reihen der Demonstranten. Ein großer geistiger Triumph war die Mai» feier gerade dieses Jahres für die Sozialdemokratie. Ihr Bekenntnis zum Völkerfrieden, früher verlacht und oerspottet. als öde Utopisterei, ist jetzt ein Bestandteil der deutschen Außenpolitik. Ihr Weltbürgertum, früher der Vaterlands- lostgkeit gleichgesetzt, findet heute Anhänger auch bei der— Deutschen Volkspartei. Ihr Feldgeschrei„Krieg dem Kriegel". früher als der Angstruf von Weichlingen diskredittert, findet heute Anklänge in dem Kriegsächtungspakt bürgerlicher Re- gierungen. Das alles ist ein Erfolg politischer Willens- iührung, politischen Zielstrebens, der die Massen hochreißt und anspornt auszuharren in den großen Kämpfen um die Befreiung der Menschen, um die Befriedung der Welt. Was bedeuten demgegenüber die kommandierten Scharen der Faschisten, die Joseph Wirth an der Piazza d e l Popolo in Rom gesehen hat?„Und diese treibt ein hohles Wort des Herrschers, nicht ihr Gemüt"— darf man ihm mit E g m o n t entgegenhalten. Befreier können nur freie Menschen, die Grundlage eines freien Staates kann nur die Freiheit sein. Wir wollen uns gewiß über die Schwächen und Mängel der heutigen Zustände nicht hinwegtäuschen, und die Inter- essenvarteien der Aufwerter und der Hausbesitzer, der Mieter und der Fischer sind zweifellos beklagenswerte Auswüchse der Freiheiten des Loltsstaales. Aber das ist keine Freiheit, die auch nicht einmal mißbraucht werden kann. Die Engländer Kaden Jahrhunderte gebraucht, um ihre politischen Freiheiten yandhaben zu lernen. Laßt uns noch ein Jahrzehnt, und wir werden wlsfen. was als alt und morsch beseitigt werden muß und wie wir das Hebelwerk des sozialen und politischen Fortschritts auf raschere Fahrt stellen können. Hier darf man vielleicht auch folgende Mahnung anfügen: Wer das Ueber- wuchern der Splitterparteien betlagt und in ihrer Betätigung eine� Beeinträchtigung des demokratisch-parlamentarischen Systems erblickt, der sollte auch den Schlagworten von den „alten überlebten Parteien", von dem„Bonzentum" und dem öden„Schema der Parteimaschine" entgegentreten. Wer die großen Parteien als Mittel zur politischen Willensbildung will, der darf bei der Kritik ihrer Konstruktion und chres Apparates nicht sozusagen das Kind mit dem Bade aus- schütten. In der wahren Demokratie, in der lebendigen Mitarbeit aller Glieder ist übrigens für bremsende, versteinerte und versteinernde Parteihäuptlinge kein Boden. So bieten meines Erachtens die Vorgänge vor der Wahl- bewegung dieses Jahres keinen besonderen Anlaß, dem demokratisch-parlamentarischen System mit Pessimismus zu begegnen. In den schwersten Gesahrenzeiten der Nachkriegs- zeit hat die Demokratie unser Land gerettet und unser Volk vorwärts gebracht. Bei den Abstimmungen in Allenstein und Marienwerder, in der Nordmark und in Oberichlesien hat die Demokratie mit der unblutigen Waffe des Stimm- zettels deutschen Boden gegen ein fein ausgeklügeltes Raub- system verteidigt. Bei den Separatistenwirren in Rheinland uuh Westfaley, in Hessen und in der Pfalz hat die Demokratie die Loslösung deutscher Provinzen vom Mutterland ver- hindert. Bei der Abwehr des Ruhreinsalls Poincarös war es die Demokratie, die Arbeiter, Angestellten und Beamte in eine gemeinsame Front brachte, die die Bevölkerung an Rhein und Ruhr, Mosel und Saar die harten Leiden und Eni- behrungen der Besatzungszeit ertragen ließ. Die in jenen schlimmen Zeiten bewiesene Treue an Volk und Land war nicht kommandiert, sie entsprang dem Bewußtsein: Es geht um dein Volk, von dem du ein Glied bist, um dein Land, um das Land deiner Kinder, das wieder aufzurichten auch deine Pflicht ist. Der alte Obrigkeitsstaat mit der Verwaltung durch eine bevorrechtete Kaste hätte diese treue Hingabe schwer gc- quälter Bürger nicht geweckt. Die Demokratie hat uns aus den Scherbenbergcn des alten Regimes auf den Weg ins Freie geführt. Sie ist die Trägerin des Verständigungswillens, die Wegbereiterin für die Politik aller guten Europäer. Sie gibt uns den Rahmen eines Gesellschaftslebens, den wir mit bestem menschlichen, mit wahrbaft sozialem Geist ausfüllen wollen. Gefährdet kann der demokratische Volksstaat nur dann werden, wenn die Republikaner seinen Schutz und den Schutz seiner Eirixichtungen Gegnern der Republik überlassen. Wir aber wollen die Demokratie nicht länger unterwühlen lassen, sondern fester oerankern, den Volksstoat nicht abbrechen lassen, sondern ausbauen. Und darum: Sozialdemokraten, vor die Front! Es lebe die Demokratie! Heran an den Staat, der ganz unser werden soll! � Arbeit— nicht Phrasen! von Hermann Müller-Kranken. Unter dem parlomenta- rischen System hat sich die Arbeitsmethode des Reichs- lags still aber sicher gewan- delt. Es wird heute im Reichstag weniger ge- redet und mehr ge- arbeitet als seinerzeit im Obrigkeitsstaate. Die großen Redeschlachten hören wir in der Hauptsache bei Inter- pellationsdebatten und bei der Beratung des Reichs- haushaltplans. Bei der Be« ratung von Gesetzentwürfen liegt das Schwergewicht der Entscheidung selten im Plenum, sondern zumeist in den Ausschüssen des Reichstags. Und welch ungeheure Arbeit ist aus gesetzgeberischem Gebiete nicht in den letzten Iahren geleistet worden, mußte geleistet werden, weil Umstellung von Kriegswirtschaft auf Friedens- Wirtschaft. Neuanknüpfung von wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zum Ausland«, Errettung aus Kriegsnor und Inflationswirren einfach dazu zwang. Diese Arbeit er- forderte kenntnisreiche Mitarbeiter. Phrasenhelden versagen in der parlamentarischen Klein- arbeit. Mit dem wahllosen Ausstellen von Mißtrauens- voten gegen jede Regierung und bei jeder unpassenden Ge- lcgenheü ist den Interessen des Proletariats am wenigsten gedient. In Erkenntnis der Wichtigkeit der gesetzgeberischen Arbeit hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion für alle Gebiete der politischen Tätigkeit Fachausschüsse ge- bildet. In ihnen werden von den Spezialisten der Fraktion die Gesetzentwürfe der Reichsregierung durchgeprüft und die Anträge vorbereitet, die die sozialdemokratische Fraktion in den Ausschüssen und im Plenum des Reichstags nachher stellt. Der Tribünenbesucher ist oft erstaunt, fenn er während einer Reichstagsverhandlung soviele Sitze im Saale leer findet. Er weiß nicht, daß zur gleichen Zeit in den Zimmern des Obergeschosses Abgeordnete in eifriger Arbeit in den Fachausschüssen der Fraktion sitzen, um Anträge vorzubereiten, die einen besseren Arbeiterschutz oder die Stärkung des Arbeitereinflusses oder irgendeine andere wichtige Materie betreffen. Ja, in diesen Fachausschüssen werden ganze Gesetzentwürfe verfaßt, die die Fraktion als Imtiativgesetzentwürse einbringt, z. B. der von den bürger- lichen Parteien dann abgelehnte Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der Lex Brüning, der die Lohnsteuer stärker senken sollte, als die bürgerliche Reichstagsmehrheit dann beschloß. Diese Borarbeit für die Beratung der Gesetzentwürfe. bei der der Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion festgelegt wird, vollzieht sich ebenso unsichtbar, wie oft die Mitarbeit in den Reichstagsausschüsse /. Und doch sind hier die Fachleute, die eine Fraktion auf allen Gebieten haben muß. unablässig bemüht, die Inter- essen der werktätigen Massen zur Geltung zu bringen. Juristen und Arbeitersekretäre, Gewerkschafter und Politiker arbeiten unermüdlich zusammen, um auf sozial-, wirtschafts-, finanz- und außenpolitischem, kulturellem und juristischem Gebiete dem Fortschritt der Gesetzgebung zu dienen. Unter ihren 131 Mitgliedern hatte die sozialdemokratische Fraktion des aufgelösten Reichstags für alle diese Gebiete ihre ein- gearbeiteten Spezialisten, die das öffentliche Leben in allen seinen Erscheinungen unausgesetzt aufmerksam verfolgten und der Reichsregierung bei vielen Gelegenheiten bewiesen, daß ihre Akten ebenso gut in Ordnung sind, wie die der Re- gierung, die über ein Heer von Bureaukraten als Helfer ver- fügt. Wenn die intensive Mitarbeit der Abgeordneten an den Werken der Gesetzgebung heute in der Presse nicht immer gebührend beachtet wird, so ist sie deshalb nicht minder wert- vhll als eine schöne Rede oder ein guter Zwischenruf. Durch eine gute Vorbereitung der Beratung von Gesetz- entwürfen in den Fachausschüssen der Fraktion und in den ' Reichstagsausschüssen soll vor allem Zufollsentscheidungen im Plenum vorgebeugt werden. Dabei ist bei allen An- trägen zu prüfen, ob sie durchführbar sind. Für Die Frauen Krauenrecht— Frauenpflicht! So« Marie Iuchacz. Wieder««mal ergeht der Ruf zun» Wählen an die beul- sehen Frauen und Mädchen. Cs ist aber höchste Zeit, daß es auch den männlichen Wählern zum vollen Bewußtsein kommt, wie bitter notwendig für Politik und Volkswohl die restlose Anteil- nähme und Mitwirkung der Frauen ist. Auf ihre Werbekraft kommt es uns an. Nichts spricht eindringlicher zu uns. als die trockenen Zahlen, nach denen die Zahl der weiblichen Wähler die der männlichen weit übertrifft. Jeder Sozialdemokrat ist heute von dem sicheren Bewußtsein beherrscht, daß der Sozialismus sich erst entfalten und erfüllen konu, wenn d i e Partei, die ihn will, zur politischen Macht gelangt ist. Die Sozialdemokratie ist nn Lagf« der Jahrzehnte von einer Etappe zur anderen geschritten, hat sich eine Position nach der anderen erkämpft. Und eine der wichtigsten ist es wahrlich, daß sie zu einem Machtfaktor im Staat geworden ist, mit dem die anderen Parteien rechnen müssen, ob sie es mögen oder nicht. Wie stark aber kann die Nacht der Partei werde«, wen» es ihr gelingt, alle Lohnarbeiter und alle zur Arbeiterklasse gehörenden Frauen für sich zu gewinnen! Zehn Jahre werden es in diesem Jahr» daß die Frauen das Wahlrecht besitze». Die Verfassung von Weimar hat ihnen bestätigt, was di e Sozialdemokratie als ersten Akt der Gerechtigkeit am 9. Oktober 1918 vollzogen hatte. Inzwischen haben die Frauen ftion allen anderen Wahlen abgesehen) zum fünftenmal Ge- 1 e g e n h e i t. sich an der Wahl zun» Reichsparlament zu beteiligen. Wenn Uebung den Meister macht, dann sind wir doch wohl auf dem besten Wege, es zn werden, und den kleinen Dorfprung. den unsere männlichen Wahlkollegen vor uns voraus haben, einzuholen? Zumal, wem» diese uns kameradschaftlich die Hände dabei reichen. Was di« Grundrechte der Verfassung den Frauen an Vorteilen verheißen, ist(gegenüber der kaiserlichen Zeit) noch lange nicht er- füllt. Trotzdem es eigentlich nur Selbstverständlichkeiten sind, di« der wirtschaftlichen und sozialen Stellung der Frau von heute entsprechen, stoßen wir bei der Durchführung dieser Grundrechte. wenn sie durch Gesetze und Bestimmungen praktisch bestätigt werden sollen, aus den größten Widerstand bei den bürgerlichen Par- t'e i e n. Don den Deutschnationalen bis zum Zentrum hat die größte Mehrheit noch nicht begriffen, daß die Stellung der Frau im Witt- fchafts- und Staatsleben eine ganz andere geworden ist und daß sich daraus für den Staat, soweit seine soziale» Verpflichtungen in Frage kommen, z. V. für den rechtlichen llnterban der Ehe und Familie, für' die Anerkennung der Mutterschast, für das Rechk de» an. ehelichen Kindes, für die neuen Vorbedingungen der Kwdererziehnng in der Schule und durch die Zagend» pflege, bei der Lösung der Wohnungs» und E r- nährungssragc ganz andere, weitgehendere Konsequenzen ergeben, als man aas HM» gutwillig zugesteht. Semtz. es ist manches auf diele» jcotf Forderung, die Geld kostet, ist die Deckungsmäglichkeit anzugeben. Trotz der deutschen Finanznot, die eine Folge des! verlorenes Krieges ist, könnte zur Behebung der sozialen und kulturelle» Nöte der Massen vieles durcwzeführt werden, wenn Finanzquellen erschlossen würdev, die bei) uns noch lange nicht ausgeschöpft sind. Wer die eng- lische Finanzpolitik kennt, weiß, was bei uns noch die Erb- schaff st euer in Zukunft einzubringen berufen ist. Auch die von".der Sozialdemokratie geforderte Offenlegung der StXuerltsten würde die Einnahmen des Reiches mehren. Undurchführbare Anträge zu stellen, hat keinen Zweck. Da&.ist kommunistische Praxis. Solche An- träge werdPi im Parlament nicht ernst genommen. Auch die Kommunist»! können sich die Einbringung von undurchführ- baren Anträgen nur leisten, weil sie sich niemals an einer Regierung beteiligen. Sie beteiligen sich nur am Sturze von Regierungen. Was nachher wird, ist ihnen völlig gleich- gültig. Ihne» kommt es nur auf Propaganda an. nicht auf positwe Arbeit zum Nutzen der Arbeiterklasse. Unter dem parlamentarische� System, das den Abgeordneten soviel Macht gibt, als Kie Wählerinnen und Wähler ihnen bei der Wahl übertrage«, ist praktische Arbeit im Par- .lament zugkeich die beste Propaganda für die Partei. Es ist unsere Pflicht heute das parlamentarische System zu benutzen, um den Arbeitern zu helfen, die vom kapitalisti- schen System nicht zu trennenden Nöte des Tages nach besten Kräften zu lindern— Nöte, die in Deutschland noch durch die Kriegsfolgen ungeheuer gesteigert sind. Diese positive Tagesarbeit ist nicht nur Gegenwartsarbeit, sondern zugleich beste Arbeit für die Erreichung einer besseren Zukunft. Sie ist zugleich gute, alt«, sozialdemokratische Tradition. Der zukunftssichere Bebel, der das sozicklfftffche End- ziel keinen Tag aus dem Auge verlor, arbeitete schon 1867 fleißig an der Gewerbeordnung mit, schrieb seine Broschüre über die Lage der Bäckereiarbeiter, forderte» bevor das Reichsgefuvdheitsamt gegründet wurde, ein Reichsgesund- heitsmmistchssum. Am 20; Mai haben die Arbeiter. Angestellten und Beamten, die. zusammen 70 Prozent der Wählerinnen und Wähler bilden,' darüber zu entscheiden, daß der neuzuwählende Reichstag eine oute, d. h. den Massen der Bevölkerung, den Schaffenden zukommende Außen-, Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik treibt. Hierzu muß der kommende Reichstag geeignete Kräfte aufweisen. Solche sind auf der sozial- demokratischen Kandidatenliste oereinigt. Wer am 20. Mai der Liste 1 seine Stimme gibt, der allein fördert den Aufftieg der deutschen Arbeiterklasse, kein verelendete», nur ein gesundes, starte«, geistig reifes Ge- schlecht wird den Kapitalismus überwinden und unser hohes sozialistisches Ziel erreich«». am 2V. Mai. Gebiet geichslzen, aber»vir mußten das. was«reicht ist, m zähem Ringen«kämpfen. Freiwillig gab man uns besonders in diesem letzten Reichstag nichts. In ihm herrschte der Geist der Reaktion, der seinen letzten Ausdruck in d« Regierung Marr-Keudell gesunden hat. Die vor uns stehende Wahl hat m der öffentlichen Zeitungs- distussilm, besonders m demokratischen Blättern, wieder einmal zwei Fragen ausgeworfen: 1. Hat die Frau als Wählerin und als Gewählte die Erwartungen der Zeit«füllt? 2. Sind der Staat und seine Organe den Frauen in ihren berechtigten Ansprüchen«ms Mitwirkung genügend weit entgegen- gekommen? Das Vertrauen in die politische Denk- und Handlungsfähigkeit der Frau wurde schon durch die schnelle Entscheidung der Vollsbeauf- tragten im November 1918 restlos bejaht. Dabei waren sich alte darüber klar, daß konsequentes politisches Denken und Urteil sich erst beim Gebrauch des demokratischen Wahlrechtes heraus- bilden kann. Worum sollten die Frauen sich hierin von den Männer» unterscheiden? Und es ist ganz müßig, etwa aus einer Stimmabgab«, die einem vom parteipolitischen Standpunkt aus nicht paßt, etwa zu schlußfolgern, daß damit das politische Unvermögen des weiblichen Geschlechtes erwiesen sei. Die einzige Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist die, mit allen Mitteln der politischen Aufklärung um die Frauen zu werben, so intensiv und ausdauernd, wie man es dem männlichen Staatsbürg« gegenüber auch getan hat und noch tut. Di« 181 Ski weiblichen Mitglieder der Sozialdemokratie zeigen uns deutlich, daß die Arbeiterfrau kür unsere Ideen durchaus zu ge. wiimen ist. Die wirtschastliche Entwicklung der' letzten Jahrzehnte hat der Frau ganz grundlegende Aeadernngeu ihrer Existenz gebracht. Di« Erwerbsarbeit zwingt den Frauen eine ganz andere Lebens» führmig auf. Der Frauenüberschuß im lebensreifen Alt« schafft auch in der Arbeiterschaft einen ganz neuen Frauentypus, den der selbständigen unverheirateten Frau, die wirtschaftlich auf eigenen Füßen steht und sich ihr eigenes Leben formen muß. Es gibt noch der Berufszählung 192S 20,5 Millionen männliche und 11,5 Mil- lionen weibliche Erwerbstätige. Den stärksten Anteil an der weib- lichen Erwerbstätigkeit hat die Altersstufe von 29— 10 Iahreh. Aber auch dt« über 40 Jahre alten Frauen stellen noch zirka 50 Proz. aller Erwerbstätigen. Bedenkt man, daß iu diesen Lebensaltern der Frauenüberschuß ungeheuer groß ist, muß man die Tragik d« heutigen Zeit begreifen. Die täglichsten Lebensfragen: Ehe und Mutterschaft, dos Suchen nach einem anderen geistigen und ideellen Lebensinhalt, wenn«ine Ehe nicht geschlossen werden kann, oder die in vielen Fällen notwendige Verbindung von Beruf. Ehe und Mutterschaft nehmen für diese Frauen eine ganz andere Bedeutung ein. Und es wird die best« Kunst des Einiühlens in ein« durch die Notwendigkeit der sozialen Verhältnisse erzeugt« Gedanken- und Empsindungswelt fein, die bei dem W«bsn um die polnische Anteil» nähme dies« Frauenschichten den Sieg davonträgt. Der Frage, ob die gewöhlken Frauen die aus sie ge- richteten Erwartungen erfüllt haben, ist mit einem glatten Ja zu beantworten. Wer das Wirten unserer Genossinnen in den beiden großen Porta- menten, im Reichstag und im Preußischen Landtag, nur ein wenig beobachtet hat, muß bemerkt haben, daß sie mit Fleiß und Sachkunde dort gearbeitet haben. Es gibt kein Arbeitsgebiet, auf dam nicht die Mitwirkung unserer Genossinnen deutlich zu spüren war. In Außenpolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik, in der Er- nährungs-, Wohnungs- und Gesundhertsfrage, bei der Bekämpfung der Alkohnsschäde« und der GeWechtstumpM». iu der Leoölko- I rungspolitik, in der Jugendpflege nnd-Fürsorg«, b« dar Beraferng der Rechtsfragen, überall waren unsere Genossinnen als anregend«, fördernde und auch abwehrende und bekämpfende Mitarbeiter tätig, je nachdem die Situation es erfordert«. Ab« wir können die Frage ruhig erweitern und dann bejahend beantworten: Nicht nur die gewählten Genossinnen, fondern die So- zialdemokratie als Ganzes kann für sich in Anspruch nehmen, die b«echtigten mrdernen Frauenforderungen, wie sie sich aus d« Um- formung des sozialen Lebens ergeben, jederzeit am Nachdrücklichsten und am vorurteilslosesten vertreten zu haben. Und wenn wir, dank der Hartnäckigkeit der reaktionären Parteien und Regierung manch« unserer Forderungen diesmal noch nickst durchgebrocht haben, so ist doch durch die öffentliche Diskussion Bresche gelegt worden und es ist um so mehr Grund dafür vorhanden, der Partei ein« möglichst große Macht zu sichern, damit das Begonnene vollendet w«den kann. Wenden wir uns der weiteren Frage zu, ob der Staat und seine Organe den Frauen ihre berechtigten Ansprüche auf Mit- Wirkung erfüllen. Es ist eine ganz logische Konsequenz des aktiven und passive» Frauemoahlrechtes, daß die gleichberechtigten Frauen nicht nur wählen, nicht nur als Gewählte an der Gesetzgebung mit- wirken können, sondern daß sie auch im Verwaltungsappo- rat» bei der Durchführung der Gesetze mitzuwirken Gelegenheit finden. Aber iu den Hoheitsverwaliungen des Reiches stehen einem Riesercheer männlicher nur eine verschwindend geringe Zahl weiblicher Beamter gegenüber. Der Widerstand gegen die Frauenarbeit ist besonders stark in den Reichsämtern, während in Preußen die Verhältnisse etwas günstiger gelagert sind. Es wird Sache der Sozialdemokratie sein, auch den Verival- wngsdienst den weiblichen Einfluß zu bringen. Es wird ab« in«st« Linie Sache der Wählerinnen fein. d« Sozlaldemokralle tu den Parlamenten die Stärke zu geben, die sie notwendig hak, um den ZNenschheitsforderungen der Frauen Nachdruck zu verleihen. Wir„Verräisr"! Bon Paul£öbe. Trotzdem meine sachlichen Hinweise auf die verhängnisvolle Wirkung des Bruderzwistes unter den Arbeitern leider in der kommunistischen Pesse nur eine Flut von Schimpfreden, auch persönlichen, hervorgerufen hat. kann ich es doch nicht unterlassen. immer wieder darauf hinzu- weisen, wie sinnlos gerade vom Standpunkt des porlamentari- schen Wirkens aus diese selbst- Mörderische Taktik bleibt. Ein kommunistischer Debatte- redner hielt mir in einer Riesen- Versammlung in Altona, in"der er allerdings keinerlei Resonanz- boden hatte, das Argument entgegen: Haupftuiterschied zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten sei der: die ersteren„verneinen" den Staat. Vergeblich habe ich mich bemüht zu erfahren, wie sie das machen. Im Parlament jedenfalls ist davon nichts Zu merken, dort kennen die Kom- munisten, von gelegentlichen Ausschreitungen abgesehen, die sie selbst nicht als prinzipielles Kampfmittel ausrufen, keine anderen Tätigkeitsgebiete als alle anderen Parteien. Sie halten Reden wie die anderen auch, sie bringen Anträge ein, wie die Sozialdemokraten auch. Sie st i m» m e n a b wie die anderen und können nichts machen, wenn eine Mehrheit ihre Anträge ablehnt. Sie beschicken die A u s- s ch ü s s e und wirken dort nicht anders wie die übrigen Parteien. Wenn der Zufall es fügt, daß sie als Borsitzende an der Reihe sind, wie Herr T o r g l e r im Beamtenausschuß. dann tut er ganz„bürgerlich", wie man das uns Soziil» demokraten ankreidet, seine Pflicht. Im Reichstag jedenfalls hat die kommunistische Ideologie und Taktik keine andere Methode zur besseren Wahrung der proletarischen Interessen gefunden. Im Gegenteil, sie müssen sich verhältnismäßig oft und viel andie�erräterische' Sozialdemokratie anlehnen und deren Anträge zu ihren eigenen machen, sei es. daß ihre weitergehenden ab- gelehnt wurden, sei es, daß sie es verpaßt haben, Besserungs- anträge zu den einzelnen Gesetzen zu stÄlen. Dieser Fall trifft viel öfter ein. als es draußen bemerkt wird. Da der Ruf von den Berrätern jetzt wieder besonders laut erschallt, habe ich mir die A b st i m m u n g s l i st e n des Reichstags bergenommen und sie daraufhin geprüft, wie oft die kommunistische Fraktion im Gefolge der Sozial- demokratie einhermarschierte und dabei eine Reihe von Fest- stellungen gemacht, die ihr Geschrei von der Berrätern in ein seltsames Licht setzen. Eine der letzten Aufgaben des verflossenen Reichstags war die Beratung des Rei ch s h au s h al t s und zu den strittigsten Etats gehörte der für Militär und Marine. Die Kommunisten hatten den Antrag gestellt, die Reichswehr abzuschaffen und durch eine Arbeitermiliz zu ersetzen. In der Erwägung, daß das ein Schlag ins Wasser fei, daß„der bürgerlich-kapitasistisch versumpfte" Reichstag nicht die Instanz ist. die bei dem Vorliegen der sonstigen historischen Vorbedingungen die Reichswehr zur Roten Armee umformen würde, ging die Sozialdemokratie praktischer vor. Sie bc» antragte, die auf 780 Millionen angewachsenen Ausgaben der Reichswehr auf 500 Millionen zu beschränken und die daraus sich ergebenden organisatorischen Aenderungen zu treffen. Nachdem beide Anträge abgelehnt waren, ging es zu den Einzelabstimmungen. Die Sozialdemokratie hatte 28 Streichungs- anträge zum Militäretat gestellt, die Kommunisten stimmten für alle 28, nachdem ihre weitergehenden abgelehnt worden waren, stimmten für alle Anträge der „lLerräter"! Noch besser wurde es beim Marineetat. Hier haben sie vierzehnmal die gleichen Anträge— Sireichung des Panzerkreuzers und.sonstiger Schiffsbauten— eingebracht wie die Sozialdemokraten. Siestimmtenfürg-tKür- zungsanträge der Sozialdemokraten, teils well sie selbst solche nicht gestellt hatten, teils well chre eignen abgelehnt waren. Die Motive waren durchaus anerkennenswert,- aber— sie stimmten immerfort für die Anträge der „Verräter". Ich habe dieselben Feststellungen bei anderen Gesetzen gemacht und da die keineswegs überraschende Tatsache fest- gestellt, daß sich dieses Bild dauernd wiederholt. Die Kom- wimisten sind sozusagen die Hlljstruppen der„Verräter". Bei 1 der Arbeitslosenversicherung stellten ffe achimnl die gleichen Anträge wie die Sozialdemokraten/ wußten also auch nichts besseres, vierzehnmal stimmten sie für unsere Anträge, nachdem die ihren abgelehnt waren. Am 2. Juli zum'Beispiel beaiüragte die sozialdemokratische Frak- tion für die Aufbringung der Lasten der Krisenunterstützung folgenden§ 145: „Den notwendigen Aufwand, der durch die Krisenunterstützvng entsteht, trägt das Reich/' Am 4. Juli beantragten die Kommunisten: „Den für die Krisenunterstützung notwendigen Aufwand trägt das Reich." Draußen wird oft behauptet, die Sozialdemokratie hätte die Gemeinden mit der Krisenunterstützung belastet, die Akten des Reichstags zeigen, wie unwahr das ist, und daß unser Antrag, die- Kosten aufs Reich zu übernehmen, dem kam- nmnstischen voranging. So geht es aber sehr oft. Bei dem Gesetz über Zolländerungen haben die Kommunisten von S7Anträgen auf Zollfreiheit oder Zoll- ennäßigunz. die wir stellten. 44 zustimmen müssen, beim Aufwertungsgesetz, bei der Einkommen st euer- vorläge, b« der Erbschaftssteuer geschah dos gleiche, wenn sie nicht von vornherein die gleichen Anträge stellten wie wir. Sind also die kommunistischen Abgeordneten im Par- ' lament gezwungen, nur zu oft das gleiche zu tun wie die Sozialdemokraten, so bedeutet es kein Kunststück, jede For- derung durch«ine noch radikalere zu übertrumpfen. Dafür ein paar Beispiele: Die Sozialdemokraten beantragten, die Atters- renten müssen schon vom-60. Lebensjahr ab gewährt werden. Flugs ist ein Antrag der Kommunisten da. der die Rente vom 50. Lebensjahr ab verlangt! Es wäre natürlich schön, wenn das möglich wäre, besonders jetzt, wo der ältere Proletarier so schwer Anstellung findet. Aber abgesehen da- von, daß solch eine Forderung sich auch in Rußland nicht hat durchsetzen können, muß doch auch in Deutschland jemand übrig bleiben, der die Mittel dafür aufbringt, erarbeitet, beschafft! Kommt aber dies in Frage, dann erleben wir die umgekehrte Taktik. Auf unseren Antrag, alle Einkommen unter 1400 Mark steuerfrei zu lassen, folgte ein kam- munistischor, alle Einkommen unter 3600 Mark bleiben steuerfrei. Auch das wäre sehr schön, aber es bedeutet die Kürzung der Einnahmen über die Hälfte. Trotzdem wird im nächsten Moment' wieder die Einsetzung neuer Ausgaben verlangt. Wir hatten erreicht, daß für die Wochcnhilse 30 Millionen Mark ausgeworfen werden. Da kam der kommunistische Antrag, er verlangte 150 Millionen. Für die Invaliden- renten hatten wir 212 Millionen Mark erreicht, flugs de- antragten die Kommunisten 920 Millionen! Für Krisen- fürsorge wurden 100 Millionen Mark eingesetzt, die Kom- inuyisten. verlangten 300 Millionen Mark! Wenn andere 50 Millionen Mark für Siedlungen beantragten, wurde das von den Kommunisten mit der Forderung auf 500 Millionen Mark übertrumpft und so fort, ohne sich Gedanken zu machen, wie soll es ausgehen, wenn alle ergiebigen Einnahmequellen gekürzt, die Ausgaben aber um das fünf- bis zehnfache erhöht werden. So sehen von nahem die Taten des„Radikalismus" aus.�ßÄ deüen rs allerdings einer Zukünftigen lintskpm- mutiistifchen Fraktion nickst schwer werden würde, ihn noch um hundert Prozent zu überbieten! Dieser Wettlanf aber scheint uns allerdings unverant- wortlich, denn seine Konsequenzen sind unmöglich. In dem Kampf für die Interessen der Arbeiterklasse uns an das mögliche zu halten, das aber auch durchzusetzen, indem man innner wieder versucht, eine posstive Mehrheit dafür zu be- kommen, eventuell auch durch Zusammengehen mit den Mittelparteien, das ist unser„Verrat. Wir begehen ihn dann ebenso, wie die Kommunisten, wenn sie für die Anträge der draußen so geschmähten sozialdemokratischen „Verräter" stimmen, weil sie einfach nicht anders können. Was bleibt nun übrig von dem Geschrei über die „Verräter?".....,..... Dem Arbeiter sein lfcchi! Die Schaffung der Arbeitsgerichtsbarteit hat sich im letzten Reichstag unter heftigen Kämpfen der Sozialdemokratie gegen die Verfechter der geltenden Klassenjustiz oollzozen. Die Deutschnationale Votkspartei und die Deutsche Volkspartei setzten sich entschieden für die Ein- gliederuNg der Arbeitsgerichte in die ordentlichen Gerichte ein. Trotzdem Ist es gegen die Rechtsparteien und Komnmnsten gelungen, ein Gesetz zu verabschieden, das selbständig« Ar- bcitsgerichte gebrocht hat und i>«n Arbeitern und Anzestell- ten die Mitwirkung als Arbeiterichter in ollen Instanzen bis zum Reichearbeitsgericht sichert. Di« Zunahm« der Rechteentscheidungen vor der neuen ArSeitsgerichtsbarkeit, die heute auch oa» kom« muaistischen Arbeitern gern in Anspruch genommen wird, zeigt, daß vorher.fstmderte von Fällen des"sozialen Unrechts nicht oerfolgt werden konnten. Neben einer billigen, umfassenden und sozialen Rechtsprechung ist durch die neu« Arbeitsgerichtsbarkeit vor allen� die von den A» beitern selbst getragene Weiterentwicklung des kollek- tioen Arbeitsrechts gewährleistet. Es sst das erst« Sozial. gesetz, in dem bedingungslos die gewerkschaftlich« Organisation zur Rechteperson legitimiert wird. Streitigkeiten aus Tarifverträgen fallen ebenso unter die Zuständigkeit der Arbeitsgerichte, wie Streit- fäll« über das Bestehen ein« Kollektivvertrags. Da die Rechtsanwälte in erster Instanz ausgeschaUet und dafür die Gewetksch asten eingeschaltet sind, ist mit dem Ar- beitsgerichtsgesetz. den organisierten Arbeitern und Angestellten gegenüber, den Unorganisierten ein erhöhter Rechtsschutz gewährt. Der Personenkreie ist gegenüber den früheren Gewerbe- und Kauf- monnsgerichten ganz erheblich ausgedehnt worden. Di« bisherige Praxi«der neuen Arbeitsgericht« zngt» bereite, daß mit diesen Zazielgerichten nicht nur ein« Verbesserung der Rechtsprechung, in allen Fragen der ArbetteverhAtmsse geschaffen werden konnte, sondern sich vor allem auch aus dieser Recht- sprechung heraus das kommend« einheitliche und soziale Arbeits» recht entwickeln mitt». Z« stärker die Sozialdemokratie im neuen Reichstag sein wird, um so eher ist auch für die gesamt« Rechtsprechung»in« Reform zu erwarten. Sie soll im neuen Valksstoat jene Rechtssicherheit bringen, die heute von jedem aufrichtigen Republikaner noch schmerz? lich vermißt werden muß. Wer das will, wählt Liste 1. Gleiches Recht und Menschlichkeit! Recht und Reichstagswahle«. Von Otto Landsberg. Der Gesetzgeber bleibt ga- wohnlich hinter den Anforderungen zurück, die die Zeit an ihn zu stellen befugt ist. linier der Herrschaft des Lürgerblocks setzte aber nicht nur die Schwerfälligkeit der Gesetzgebungsmaschine, die in einem Bundesstaat beson- ders groß ist, sondern auch die Abneigung namentlich der DeutschNotionalen gegen Neue- rungen der Durchführung not- wendiger Reformen die erheblichsten Hindernisse eni» 1 gegen. Die Ausschaltung ihres Einflusses, die das Ergebnis der Wahlen vom 20. Mai(ein muß, wird die Bahn frei machen für die Schaffung wichtiger fortschrittlicher Gesetze. Der Obrigkeilsstaak hat das weibliche Geschlecht nickst nur posi- tisch, sondern auch wirlschafllich enirechiel. Die Frau verliert durch die Eheschließung die Der- fügung über ihr in die Ehe eingebrachtes Gut, das der Mann be- rechtigt ist in Besitz zu nehmen und zu verwalten. Er kann über Geld und andere verbrauchbare Sachen der Frau, also auch über den von ihr angeschafften Hausrat und über«in Sparkassenbuch, auf das sie als Mädchen ihre erübrigten Pfennige eingezahlt hat, ohüs ihre Zustimmung verfügen, er erwirbt die Rutzungen ihres eingebrachten Gutes als Nießbraucher. Was die Frau in der Ehe erwirbt, z. B. als Gehilfin des Mannes ln einem von ihm be- trieben«» Gewerbe, erwirbt sie dem Manne. Zum Betrieb eines Erwerbsgeschäftes bedarf die Frau der Einwilligung des Mannes: hat er sie erteilt, so darf er sie gleichwohl beliebig widetrufen. Selbst wenn die Eheleute getrennt lebe», erlangt die Frau die Freiheit der Verfügung über sich und ihr Gut nickt znrück. Dia Sozias- demokratische Partei hat als einzige gegen die Auf- nähme aller dieser Bestiinnumgen, die die Frau entrechten, in dos Bürgerliche Gesetzbuch gestimmt. Sie sind jetzt, wo dank der Sozial- demokratie die Frau mit dem Manne politisch gleichberechtigt ist, vollends itnfrträßlich. Wir werden sie schnellstens zu beseitigen trachten. Die Frauen, die für die Sostaldemnkratie stimmen und so ihren Einfluß verstärken, tragen zu ihrer Befreiung von eben so drückenden wie unwürdigen Fesseln bei. . Die Soziaidomokrakie strebk eine Reform des Eheßhevmng». rechts an. Die Menschen, meint sie, sind Nicht der Ehe wegen, sondern die Ehe ist der Menschen wegen da. Ein Eheband, das beiden Gatten eine Last ist, muß zerschnitten werden können so- wohl ün Interesse jedes der beiden Gatten, die vortreffliche Menschen sein können, aber darum nicht zu einander Zu passen brauchen, wie im Interesse ihrer Kinder, denen die Atmosphäre eines friedlosen Haushalts das Lebensglück raubt. Das Ehescheidungsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs beruht auf dem Verschulduugs- prtnzlp mit der einzigen Ausnahme, daß unheilbare Geisteskrank- heit des einen Gatten dem anderen das Recht gibt, die Scheidung zu fordern» übrigens nur wenn die geistige Gemeinschaft zwischen den Eheleuten infolge der Krankheit dauernd ausgehoben Und erst nach Ablauf einer durch nichts zu rechtfertigenden dreijährigen Frist. Hiervon abgesehen ist ohne eine der als Scheldungsgründe oner« kannten Verfehlungen(Ehebruch, bösliche Verlassung, Zerrüttung der Ehe durch schwere Verletzung der auf ihr beruhenden Pflichten oder ehrloses oder unsittliches Verhalten, Trachten nach dem Leben) eine Ehisscheidimg nicht möglich. Ein Ehegatte, dem durch ein trank- Haftes, also nicht verschuldetes Verhalten des anderen Teil», z. B. durch Keifsucht, Hysterie, grundlose Eisersucht ein, furchtbares Martyrium auferlegt wird, kann die Scheidung also nicht erlangen. Das Gesetz zwingt ihn, eine Ehe fortzusetzen, die kein« fft. Die Sozialdemokratie hat die Ehescheidung zu erleichter» gesucht und wird auch fernerhin darum bemüht sein. Deutschnationale und Zechrum haben die Reform bisher verhiirdert. Das Deutsche Strafgesetzbuch, das aus dem dahre 1951 stammt. ist völlig verallei. Dieses verallete Gesetz beruht aus dem Vergeltung?» und Abschreckungsgedanken. Heute ist die Erkenntnis, daß das Der- brechen durch die gesellschaftlichen Verhältnisse behingt ist. zum Ge- meingut aller Verständigen geworden. Ungünstige Erwerbsbedin- gungen wie Arbeitslosigkeit oder niedrige Löhne, hohe Lebensmittel- proste, schlechte Wohnungen haben«ine Vermehrung der strafboren Handlungen zur Folge. Neben einer gesunden Sozialpolitik, neben einer Wirtschaftspolitik, die davon ausgeht, daß das wertvollste Gut der Gesellschaft dos Leben ihrer Angehörigen ist. bedürfen wir eines Strafgesetzbuchs, dos bestrebt ist, den Gestrauchelten nicht noch mehr niederzildriicken, sondern ihn oufzurichten, zu er- ziehen und zu bessern. Der Entwurf des neuen Straf- gesetzbuchs, der in diesem Reichstag Nicht mehr verabschiedet werde» konnte, ist vor dem Eintritt der Deuffchnationalen in die Regierung entstanden. Deshalb enthält er in seinem Allgemeinen Teile Fort- schritte gegenüber dem bestehenden Recht, die uns allerdings nicht weit genug gehen. W i r s i» d Gegner der T od esstraf e. wir fordern die Einhei jreiheitsstrase, wir widersetzen uns der Bestrafung des absolut untauglichen Versuchs. In allen diesen und vielen anderen Punkten haben wir den Entwurf zu verbessern ge- sucht. Namentlich aber ist der Besondere Teil, der den Katalog der Straftaten und der für sie maßgebenden Strafen enthält, reform- bedürftig. Wir wollen nicht, daß irgendeine lächerliche die Gewalt verherrlichende Redensart eines Kommunisten unter dem Gesichtspunkt des Hochverrats, daß eine von der Sorge um das Land beherrschte öffentliche Mitteilung über geheime Rüstungen unier dem des Landesverrats bestraft wird, mir verfolgen das Ziel, die Freiheiten, die uns die Verfassung gewährt, die Vereins- und Bersommlungs-, die Preßfreiheit, zu sichern gegen willkürliche Eingriffe reaktionärer Richter, wir wallen die Ar- beitskraft gegen wucherische Ausbeutung straf- rechtlich geschützt wissen, wir wollen den Geist der Vergangenheit aus dem Strafgesetzbuch verscheuchen. Es nwr notwendig, durch ein Ueberleitungsgesetz dafür zu sorgen, daß der Entwurf als Vor- lag« des neuen Reichstags gilt. Eine neue Vürgerbiockregierung könnte ihn. auch wenn dies nicht geschehen wäre, sofört wieder ein- bringen, wobei die Deuffchnationalen selbstverständlich von dem Borsatz erfüllt sein würden, ihn zu verschlechtern. Beklagte doch einer ihrer Redner im Reichstag, daß der Entwurf die Strafe des Prangers und die Prügelstra sie nicht vorsieht! Eine Regierung mit sozialdemokratischem Einschlag aber würde ohne ein Ueberleitungsgesetz genötigt gewesen sei», einen neuen Gesetzentwurf auszuarbeiten und Hält« darauf kostbare Kraft verwenden müssen. die besser in den Dienst des Strebens noch Verbesserung des vorliegenden Entwurfs gestellt wird. Die Wahlen werden darüber entscheiden, ob wir unsere Anschauungen durchsetzen und ein von sozialen, menschenfreundlichen Ideen erfülltes Strafgesetzbuch werden Miffchasfen können. Der Sieg der Sozialdemokrcrkic bedeutet den Fortschritt der Gesetzgebung aus allen Gebieten. Die Deuischen im Gowjetgefängnis. Desuch des deutschen DotschosterS. Moskau. 12. Mai. Der deutsche Boischafter G«os Brftckdorff. Ranhau be- suchte heute ln dem Vutyrki-Gesängnis die verhafteten beulfchen In- genieure. um sich von ihrem Befinden perfönstch zu überzeugen. Der Bolschaster gab den angeklagten Ingenieuren vor Beginn des Pro» zesse» die Versicherung, daß die Reichsregierung alle» l« Rohmen de» Möglichen tun werde, um ihnen Schutz und hllfe ongedethea zu lassen, und erkundigle sich nach dea persönlichen wünschen der Verhostelen. Roch ihren eigenen An- gaben befinden sich Otto und Bad st jeder in guter Gesundheit. Maler erklärte, daß sich sein Zustand in der letzten Zeit gebessert habe und daß er im Gesängnisspllal untergebracht sei. Die Geschichte vom schlauen Mtiergutsbefiher. »Oea Taler wollen wir uns nicht entgehen lassen!" „Mal herhören, KerlS: Wieder bekommt einen Taler, wenn am Ortkeine einzige sozialdemokratische Stimme abgegeben wird." »Kohendank, de« sozialdemokratischen Zettel Hab' ich nämlich vorsichtigerweise selbst abgegeben." »Oho! Da ist doch so ei« roter Stimmzettel dabei. De« Taler kann ich Such daher nicht geben!" ... EKWEITERliNCS.,,, BAUS BERLIN C2• SPANDAUER. KÖNIGSTR.• GEGR. 1815 0M Tornfibxne MoseUm »l» feinem gemustertes Herrenstöfl, tut rtlnMideiiem CrÄps de Chine gefüttert, streng moderne Sportform, mit Herronrevers und aufgesetzten Taschen und durchgcbendem Gürtel. Der Bock ist mit modernen seitliehen Falten verziert. Dieses nnge- vühnliehe, ebenso feine wie dezente Kostüm wird seiner Trägerin ungeteilte Bewunderung einbringen. In vielen Farb- stellnngen und den größten Welten et an* ss? Kl» Sortlmant prechtvoliar Nacbmlllags- Kleider •ai Velontina in-«reebledenen Farben and Stllarten. tum Teil mit Crdpe- GeerKette- Wetten und ebensolchen Kregen und Uantebetteu, alle aber nleht nur streng modern, eon- dern auBerordenllieb geschmeckroll ausgestaltet. Trott det herrlichen Uateriale und der wun- derrollen Verarbeitung dieeer ungewdhn- llehen Uodetehdp- (ungen betragt dureb- «eg dar Freie caanv Bar prachtvoll» Wettermantel im Aussehen völlig einem Mantel aus Sämiscb-Leder gleichend, ist eine gans hervorragende Schöpfung in diesem Genre. 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Daß aber sin »möblierter Herr� bei jedem Wohnungswechsel mit einem Dutzend Giftschlangen umzieht, das dürste auch in Berlin nicht häufig sein, und es spricht schon etwas für die viel- verlästerten Berliner Schlunrmermutter, daß der Mann für sich und seine Pfleglinge doch noch immer eine Bleibe findet. Ja— cherr Theodor Reuß bringt wirklich dieses Kunststück fertig, denn um keinen Preis würde er sich von seinen geliebten Giftschlangen trem nen: Reuß ist Privatgelehrter. Naturforscher, und sein Spezial- gebiet ist augenblicklich die Erforschung der Lebensbedingungen und des Lebens der Kreuzottern, und zu diesem Zweck hat er in seinem winzigen möblierten Zimmer zwei stets geheizte große Glaskästen. in denen sich ungefähr ein Dutzend der berschi ebenen Kreuzottern- orten befindet, denn— cherr Reuß züchtet auch Schlangen. Kreuzottern als Haustiere. Das ist eine ganz bemerkenswerte Sache: denn noch vor ver. hälwismäßig kurzer Zeit war es nicht einmal in den Aquarien möglich,«ine Kreuzotter zur Fortpflanzung zu bringen. Das lag zum Teil an den schlechten Fangmekhoden. zum Teil daran, daß man niemals die Tiere in der richtigen, ihnen zusagenden Tempe, ratur hielt. So quälten sich die meist schon durch die.Gabel" des Schlangenfängevs verletzten Tiere noch einige Zeit m den Glas« kästen herum, um dann schließlich doch umzugehen. Bei Reuß kom» wen die Schlangen nun, soweit sich das überhaupt ermöglichen läßt, ein richüges Schlangen paradier. Sie wohne» in einem Glas- palast von säst einem Quadratmeter Inhalt, der Tag und Rächt church«ine Qellampe vom Boden erwärmt wird. Außerdem aber 'sorgt noch eine hundertkerzige Glühlampe ln dem Soste» für die »ölige helle Wärme, so daß die Schlangen auch leicht aus ihxen Schlupfwinkeln im trockenen Moos des Bodens herausgelockt werden können. Außerdem haben sie ober auch noch einen Miniaturkletter- bäum. Und in dieser Umgebung fühlten sich die Kreuzottern so wohl, daß sie sich mcht wir paarten, sondern daß sie sich sogar mit verwandten Arten trmzen ließen. All das erzählt mir-Herr Reuß, während wir vor dem großen Schlanxenkasten sitzen, und er erzählt auch davon, daß die Kreuz» qitern soviel besser als ihr Ruf find..Sie denken gar nicht daran. �zu beißen! Wenn sie richtig gepflegt werden, sind sie schließlich ganz zahm." Und er holte«ine serbische Kreuzatter aus dem Kasten: .Die können Sie ruhig in die Hand nehmen!" Und richfig, er legt nur den glatten, kühke'n Leib der Schlange auf meine rechte- Hand. Dummerweise habe ich den Daumen etwas abgespreizt, und das scheint die Schlange zu iuteresiieren: innner mehr nähert sie ihr züngelndes Köpfchen dem wteresianten Gegenstand. Schließlich lasse ifb sie aber wieder zu ihrem.Pflegevater" zurück, der nun«ine sorgsältig auf der Briefwoge gewogene Maus in den Glaskasten fetzt. Aber keine der Schlangen will sich für den Braten interessieren, sie liegen lieber in buntem Knäuel verschlungen unter der elektrischen Sonne, die Hornmpern, die kupserrote Afp» und die grüngrauen und braiHen Kreuzottern. Schließlich kündigt er mir nach ein« Zwangsfüttening einer Kreuzotter an..Es sind zwei Aquo-- riumschlongen," sogt er,„die haben noch Quarantäne!" Schlangen in der Zuckerdüte. Und damit geht er zum— Kleiderschrank und holt eine ganz gewöhnliche große Zuckertüte heraus, aus der er zwei drei Viert cl- meter lange Kreuzottern auf den Tisch schüttet. Vorerst kriegt der Herr einen Tropfen Oel aus den Kopf, als Schutz gegen die Milben, die Herr Reuß als viel gefährlicher als die Kreuzottern erklärt. Inzwischen geht die Dame auf dem Tisch spazieren, und als mm an sie die Reihe kommt, da wage ich es schon, sie einfach um dos letzte Drittel ihres Körpers zu greifen und zu dem Schlangenvater hinzureichen. Der versucht nun. ihr liebevoll zurechtgeschvitteae Fleischbrocken in das Maul zu schieben und hält dabei ihre Kies er offen, und die Kreozoller denkt nicht im entferntesten daran, z» beißen—. nicht einmal in das Fleisch will sie einHauen, und schließ- lich muß es ihr mit einem feinen Pinsel weit in den Schlund geschoben werden. Wieder greife ich zu, um die sich sträubend« Schlang« festzuhalten, und wieder wundere ich mich, daß die Beruh- rung des glatten, sauberen und kühlen Schlangenleibes eigentlich«in ganz angenehmes Gefühl ist. Inzwischen erzählt Herr Reuß allerlei aus dem Leben seiner Pfleglinge. Schlangensprache, Balztänze. «Die Psyche der Schlange gleicht ln vielen Dingen der der Sähe; wie die ist sie für gute Pflege erkenntlich, bindet sich aber absolut nicht an die Person des Pflegers. Wird sie gewaschen und geölt, so stößt sie öfter einen ganz charakteristische» Pieptaut ans. der anscheinend größtes Wohlbehagen andeutet. Ueberhaupt find die Zischlaute der Schlangen recht modulatwnsfähig, sie können Aerger, Warnung, Staunen andeuten, und man kann schon fast von einer Schlangensprache reden. Die Schlangen haben überhaupt merkwürdige Gewohnheilea. die bisher noch recht wenig erforscht sind. Gebe ich zum Beispiel eine neue Kreuzotter m de» großen Kasten, so muß sie ein« richtige Degrüßungszeremonie durchmachen, bevor sie als vollgültiges- Mitglied in die Kolonie aufgenommen wird. Eine der Schlängen hebt den Kopf zu einem schwingenden Ricken, dann rollt sich die neu gekommene zu einem Teiler zusammen, die begrüßende Schlange schwingt ihren.Kopf über ihr und streicht zum Schluß einige Male mit ihm über den Körper der zusammen» gerollten Kreuzotter. Damit ist diese als Kreuzotter anerkannt, mag sie auch kupferrot wie die Südfranzösin oder hellgrau wie die Serbin aussehen. Spaßig sind auch die Bolztänze der Männchen: sie haben da zwei verschiedene Formen. Ruckweis sich vorwärts- schiebend, trete« sie an und führen dann entweder einander um- schlingend, einen richtigen Ringkampf auf oder versuchen, den Kopf des Gegners fortzuschleudern, so daß es fast wie ein Boxkampf wirkt. Und richtig— schon beginnt das neue Schlangenmännchen sich in herausfordernder Art ruckweis durch den kleinen Kasten der Kreuzottermännchen zu bewegen. Es findet aber keinen Spiel- Der Schlangeafreund mit seinen Pfleglingen. partner— ach, die armen Männer wisse» langst, daß man ihre Frauen ja zu den fremden Schlangenmännern in den Nebenkasten gesetzt hat, bis die sich aus Mangel an gleichgearteter Gesellschaft an die gewöhnt haben and sich zu einem Ehebruch bereitfinden—- zur Freud« des kupplenschen Schlangenvaters, der immer begierig auf neue Krenzungen ist. Also:„Es gibt nichts Harmloseres als eine Kreuzotter, wenn man sie richtig behandelt," erklärt Herr Reuß,„denn schließlich kann ja auch ein Hund beißen und eine Katze kratzen." Und als er im Auftrag einer großen Berliner Filmgesellschaft einen Film über dos Leben der Kreuzottern drehte, da zeigte er auch, wie man die böse Giftschlange gefahrlos aufnehmen und sogar in der Hand halte» kann. Aber das empörte den Herrn Direktor besagter Filmgesell- schast.„Wir müssen die Schuljugend vor diesem Gezücht warnen, und Sie behandeln sie wie Regenwürmer!" erklärte er empört und menüe, der Film wirke kulwrwidrig—, und auf sein Machtwort blieb der Film vom Leben der Kreuzotter und der„Knigge" über den Umgang mit Giftschlangen in den Archiven der Filmgesellschaft liegen. Und wenn sich Herr Reuß nicht entschließt,«inen großen Derein für die Recht« der unterdrückten Kreuzottern und verwandten Giftschlangen zu gründen, werden seine Aermsten wohl noch lange unter den ungerechtfertigten Vorurteilen oft so viel giftigerer Mit- geschöpft zu leiden haben! Utn die gewerblichen Räume. Eiue rechtsvmoirksame Verordnung? Das Zentralwohnnngsamt teilt mit: Die«wer dem Borsitz des Direktors des Zentralwohnungsamtes tagende„Gemischte Kommission für Wohn- und Mietrechtsftagen", der Mitglieder der ordentlichen Gerichte l.Kammergericht, Landgerichte, Amtsgerichte) und Dorsitzende der Mieteinigungsömter angehören, hat mit neun gegen eine Stimme bei vier Stimmenthaltungen folgendes be- schlössen: „Die Verordnung des preußische« Ministers für Volks wohl. fahrt vom 28. März 1927. nach der einer Klage, mit der die Herausgab« von rein gewerblichen Räumen verlangt wird, ein Schiedsverfahren vor dem Mieleini guagsamk vorauszugehen hat. ist aicht rechtswirtfam erlassen worden." Der Beschluß der Gemischte» Kommission stützt sich daraus, daß die Berordwrng nicht nur vor dem preußischen Minister für Volks- wahlsah rt. sondern auch von dem Iustizminister hätte unterzeichnet werden müssen. Der Beschluß der Gemischten Kommission ist weder für die Mieteinigungsämter noch für die Gerichte bindend. Er wird jedoch in der Praxis nicht an« beachtet bleiben und sicherlich zu einem Rechtsentscheid de4 Kammergerichts, der die Frage endgültig regelt, Veranlassung geben. Erweiterung des Flughafens. Eine Startbahn durch das Laubenkoloniegelände Tempelhof Im Berliner Zentralflughasen soll noch im Lauf« dieses Eoim- mer» einem Mangel abgeholfen werden, der infolge des Ausbaues der Flughafenanlagen am Nordrande und der dadurch bedingten Verschmälerung des Platzes in der Nordsüdrichtung entstanden ist. Bei den auf dem Tempelhofer Feld herrschenden Windverhältnissen kommt es sehr häufig vor, daß die Flugzeuge in der Richtung von Süd nach Nord, also vom Bahndamm der Ringbahn auf die Hasenheide zu starten müssen. In dieser Richtung ist aber das Startfeld zu kurz, da alsbald nach dem Start die Maschinen in bedrohliche Nähe der Flughasengebäude und insbesondere der beiden Funktürm« geraten. Deshalb mußte bisher der Start unter den gegebenen Windverhältnissen schräg an den Holle» vorbei mit mehr oder weniger starkem Seitenwind erfolgen, was keineswegs als«in idealer Zustand bezeichnet werden konnte. In einer Sitzung, die kürzlich unter Teilnahme von Vertreter» des Reichsverkehrsministeriums, des preußischen Handelsministe- riums, der Stadt Berlin, der Lufthansa und der Flughafengesell- schast stattfand, ist nun beschlossen worden, den Flughafen noch Jade London; ��SoIf�blUf. Einauge mochte eine leichte Bewegung und spähte mit erhöhter Spannung. Es ging jetzt etwas vor. Das Stachel- schwem hatte endlich angenommen, daß der Feind fort sei. Langsam und vorsichtig rollte es den undurchdringlichen Panzer auf. Kein Vorgefühl warnte es. Langsam streckte sich die stachlichtc Kugel in die Länge. Einauge schaute zu. das Wasser lief ihm im Munde zusammen, der Speichel tropfte herab, so erregt war er durch die lebende Beute, die wie eine Mahlzeit sich vor ihm ausbreitete. Doch bevor das Stachelschwein sich ganz aufgerollt hotte, erblickte es den Feind. Da schlug der Luchs mit Blitzesschnelle zu. Die Pfote mit den ausgestreckten Krallen, die sich wie Fange krümmten, schoß nach dem weichen Bauche hin. kratzte und zog sich dann rasch zurück. Wäre dos Stachelschwein ganz aufaerollt gewesen, oder hätte es den Feind nicht den Bruch- teil einer Sekunde vor dem Schlage entdeckt, so wäre die Pfote unverletzt davongekommen, doch, bevor dieselbe sich zurückzog schoß das Stachelschwein durch eine Selten- beweaimg des Schwanzes scharfe Stacheln hinern. Alles der Schlag, der Gegenhieb, der Schmerzensschrei des Stachelschweins und das gellende Geheul der erschreckten Katze bei der plötzlichen Verwundung, all das war fast gleich- zeitig gewesen. Einauge hob sich erregt m die Höhe, die Ohren gespitzt, den Schwanz steif und bebend. Der wütende Schmerz der Luchsin ließ si° jede Vorsicht vergessen Wlw sprang sie aus das Geschöpf los, das sie verletzt hatte. Wer das grunzende, quiekende Stachelschwein macht- noch mrt aufgeschlitztem Leibe den schwachen Bersuch, sich zur Kugel zusammen zu rollen, und hieb mit dem Schwanz nach der großen Katze, die wiederum vor Schreck und Schmerz«t kreischen begann. Dann zog sie sich prustend zurmk. da ihre Nase wie em großes Stecknadelkissen aussah. S,e fuhr Mit den Pfoten darüber, um die brennenden Pfeile zu entfernen. stieß damst in den Schnee und rieb sich an den Aesten und Zweigen, indem sie fortwährend vorwärts und seitwärts und auf und ab m rasender Angst und im Schmerz umher- sprang. Dabei prustete sie immerfort, der kurze Schwanz ior m unablässiger Bewegung ,md peitschte mit kurze», heftigen Streichen ihre Flanken. Plötzlich gab sie das tolle Herumspringen auf und legte sich ein paar Minuten lang ruhig hin. Einauge beobachtete sie, aber er fuhr mit ge- sträubtem Haar zurück, als sie auf einmal ohne jede War- nung hoch in die Luft sprang und zu gleicher Zeit einen gellenden Schrei ausstieß. Dann entfernte sie sich in großen Sätzen den Fluß hinauf, wobei sie bei jedem Satze laut aufschrie. Erst als der Lärm in der Ferne erstarb, wagte sich Einauge aus dem Versteck heraus. Er trat so vorsichtig auf, als wäre der Schnee mst Stacheln übersät gewesen, die gerade und aufrechtstehend ihm in die weichen Sohlen der Füße hätten dringen können. Das Stachelschwein begrüßte ihn bei der Annäherung mit wütendem Gcquiek und schlug drohend die langen Zähne zusammen. Es hatte versucht, sich wieder zur Kugel zusammenzurollen, allein es war ihm nicht ganz gelungen, dazu waren die Muskeln zu sehr zerissen, und es blutete stark. Einauge leckte J5en blutbefleckten Schnee mit Lust auf und verschlang ganze Stücke- davon. Das reizte seinen Appetit, sein Hunger wuchs mächtig, aber er hatte zu lange gelebt, um die Vorsicht außer acht zu lassen. Er legte sich hin und wartete, während das Stachelschwein mit den Zähnen klappte, stöhnte und grunzte und dann und wann laut aufquiekte. Nach einer kleinen Weile bemerkte Ein- auge, daß sich die Stacheln heftig zitternd senkten. Das hörte plötzlich auf, dann klappten die langen Zähne noch einmal wie herausfordernd zusammen, die Stacheln sanken vollends herab, der Körper streckte sich und bewegte sich nicht mehr. Aengstlich und oft zurückfahrend streckte Einauge das Stachelschwein seiner volle» Lange nach mit der Pfote aus und drehte es auf den Rücken. Nichts geschah ihm dabei, also war es sicher tot. Er betrachtete es einen Augenblick genau, dann packte er es vorsichtig mit den Zähnen und trabte damit den Fluß hinunter, indem er es teils schleppte, teils trug und dabei den Kopf zur Seite drehte, um nicht auf die Stacheln zu treten. Plötzlich besann er sich auf etwas, legte die Bürde nieder und trabte bis zur Stelle zurück, wo er das Schneehuhn gelassen hatte. Er zögerte keinen Augen- blick, sondern verzehrte das Schneehuhn sogleich. Dann kehrte er zurück und nahm seine Bürde wieder auf. Als er die Jagdbeute des Tages in die Höhle schleppte, besah sich die DSM« dieselbe, drehte die Schnauze nach ihm und leckte ihm leicht den Nacken. Allein im nächsten Augen- blick scheuchte sie ihn durch ihr Knurren von den Jungen hin- weg, doch klang dasselbe weniger rauh als früher, ja, es klang sogar mehr bittend als drohend. Die angeborene Furcht vor dem Vater ihrer Nachkommenschaft legte sich. Er hatte sich ja wie ein echter Vater benommen und kein rohes Bcr- langen gezeigt, das junge Leben, bas er in die Welt gesetzt hatte, zu zerstören. 3. Das graue Junge. Es war anders als feine Geschwister. Deren Haarfarbe verriet schon den rötlichen, von der Mutter ererbten Schimmer, während es als das einzige wirklich graue Junge dem Vater glich. Es war ein richtiger Wolf, ein echter Sohn des alten Einauge selbst im Äußeren, nur mit dem Uniet- schiede, daß es zwei Augen statt des einen des Vaters hatte, Die Augen des grauen Wölfleins waren noch nicht lange offen, als es schon mst großer Deutlichkest sah. Doch als die- selben noch geschlossen waren, hatte es schon gefühlt, ge- schmeckt, gerochen. Es kannte die beiden Brüder und auch die beiden Schwestern und hatte schon angefangen, auf linkische Weise mst ihnen zu tollen und sogar sich mst ihnen zu zanken, wobei, wenn es wütend wurde, ein drolliger. rasselnder Ton in der kleinen Kehle erzisterte, ein Ton. der später zum Grollen werden sollte. Auch hatte es. lange bevor feine Augen sich öffneten, gelernt, durch Berührung, Ge- ichmack und Geruch die Muster zu erkennen, die für chn eine Quelle von Wärme, von flüssiger Nahrung und Zärtlichkeit war. Sie hoste eine sanfte, liebkosende Zunge, die chm wohl- tot. wenn sie sein weiches Körperchen berührte, und es drückt« und schmiegte sich dicht an sie, bevor es einschlummerte. Di« ersten vier Woche« seines Daseins wurden größten- teils schlafend verbracht, als es aber erst sehen konnte, blieb e« länger wach und lernte die West, die ihm umgab, kennen. Zwar war es«in« düstere West, aber es wußte das nicht, da es keine andere kannte. Sie war nur schwach erleuchtet, aber seine Augen hatten sich noch an kein anderes Acht ge- wöhnt. Auch war sie sehr klein; ihre Grenzen waren die Wände der Höhl«, aber da es keine Kenntnis von der großen Welt draußen hatte, so bedrückte die Enge seines Daseins ihn nicht.. (Fortsetz, mg folgt.) j Sflbra, m»d jnwr an der Sfldoffetfe de» Vdche». jri Durch das hier gelegen« Laubeakolonieglände soll«lue Startbahn in 250 Meter Breite und 300 Meter Tiefe gelegt«erden, so daß kei Nordwind die Flugzeug« hier an den Start gehen und parallel zur Häuserfront Neuköllns, genau in der Slldnordrichtung starten können, ohne datvi in die Nähe der Anlogen des Flughafens zu geroten. Mit der Einebnung und Herrichtung dieses Geländes, für das die betroffenen Laubenkolonisten entschädigt wen- den sollen, wird noch in, Lauf« des Frühjahrs, beza», des Sommers begonnen werden. Im übrigen nehmen die Neubauten auf dem Tempekhofer Feld planmäßig ihren Fortgang. Nach beiden Richtungen wird die große B« t o n st a r t b a h n, die sich über das ganze Feld in Ellipfeniorm erstrecken wird, vorgetrieben. Ebenso wird eifrig an der Erweiterung des Hauptverwaltungsgebäudes gearbeitet. Eigsnsinm'g oder selbständig? Hie Sachsen, hie Berlin. Eine Verhandlung, wie die von Frau„Göhl" und ihrem.eigen- sinnigen" Hausmädchen, ist wohl bis jetzt in der Gerichtschrom'k noch nicht dagewesen. Sie ist von unbezahlbarer Komik. Di« ganze Angelegenheit beruht auf einem Mißverstind, niz. dessen Ursache im Dialekt zu suchen ist. Frau Kohl war mit ihrem Haushalt von Leipzig nach Vertin übergesiedelt und suchte hier eine Hausangestellte. Und zwar, wie es wörtlich in dem von der Klägerin Augusts Schulze vorgelegten Inserat hieß, eine .eigensinnige". Run hat.eigensinnig" im Sächsischen eine ganz andere Bedeutung als im gewöhnlichen /Sinne des Worte». Denn der Sachse, im Durchschnitt genommen, gebraucht das Wort ..eigensinnig" für„selbständig". Frau Kohl suchte also eine selb- st ä n d i g e Hausangestellte, und Auguste meinte, es würde tat- sächlich ein« Eigensinnige verlangt. Und da sagte sie sich: Wenn ez unbedingt sein muß und verlangt wird, kann man la auch mal zur Abwechslung eigensinnig sein! Sie stellt« sich bei Frau Kohl vor. man wurde handelseinig, nachdem Frau Kohl noch gefragt hatte, ob Auguste auch wirklich eigensinnig sei. Auguste meinte trocken?.Det wer'n Se ja schon merken!" und trat ihre Stellung an mit dem Erfolg, daß sie nach drei Tagen fristlos entlassen wurde. Nun standen sich die beiden Kampfhähn« vor dem Arbeits- geeicht gegenüber, die Berlinerin und die Sächstn. Der Richter hotte all« Hände voll zu tun, um immer wieder zu beschwichtigen und zu beruhigen. Augrst» meinte:.Herr Richter, se hat det doch selbst oerlangt. Hier seht det dach jonz deutlich. Und wat soll unser eener machen, wenn det verlangt wird? Jewiß, so en bißken komisch wa mia ja coch zu Iemüte, wenn'k imma Wieda jacht«: Nee. nu jrade nich! Aber wemi se det nu extra verlangt, dann kann se mia doch ooch»ich einfach vor de Tür setzen!" Und Frau Kohl redet« wieder in ihrer Art aus den Richter ein. .Herr Richdr, nu vrsatzn �S«(ich nur emol in ma-in« Lache. Nu dengen. Se sich nur emol, Se häddn da so ene Bäsckn in Ihrm Ha-us- bald, die Ihn alles aabudd mach» duhn dähd. Se dähden sich des ooch nur'n baar Dache mid anfäbn, und wann Se Ihnen dann ooch nvch stäche Andwordn göbn bebt, Se dähdn ihr dann ooch'n S.sdubk vor de Dihr sädsn, wie ich des ooch gedahn hadde.'ch wor ig a-uhr mir. Un des Rächd gann mir beschdimmd geener näbin." ITnd Frau„Gobk" war noch mal.a-ußr sich", als der Richter für einen Vergleich plädierte. Aber sie ließ mit sich reden und zahlte Auguste noch einen halben Movatslohn....... Er will sich lächerlich machen. von den ehemaligen Hoflieferanten, die bei dem Zu- svmmenbruch der Monarchie ihre sonst so sehr geschätzte Würde Plötz- sich entwertet sahen, haben inzwischen die meisten sich mit der neuen Zeit abfinden müssen. Einer nach dem anderen hat, wenn auch widerwillig und zögernd, seine Ladenfront und seine Briefbogen von dem anrüchig gewordenen Hoflieserantentitel gesäubert. Nur ein paar wunderliche Käuze sind noch geblieben, die unentwegt sich an ihren Hoflieserantentitel von ehedem klaminern. Zu ihnen gehört der ,.H o f t i s ch l e r m e i st« r" Wilhelm Kimbel, Mitinhaber der Möbelfabrikfirmo Kimbel und Friedrich- s?n, die im Hause Dorkstraße ihren Sitz hat. Herr KimbÄ bleibt dabei, daß er noch immer Hostischlermeister sei, obwohl der Hos, für den er tischlern könnte, schon seit bald zehn Iahren nicht mehr vorhanden ist. Das vom Stndtverordnetcnvureau heraus- gegebene amtliche Verzeichnis der Stadtverordneten nennt immer wieder, auch in 1028, noch den deutschnatinnalen Stadt- verordneten Kimbel� einen.�oftischlermetster"— und auch im Amtsbuch der Stadt Berlin steht er danach mit diesem Titel. Das erklärt sich gewiß nicht aus einer Nachlässigkeit der zu- ständigen Dienststellen, sondern ist auf die alljährlich wiederkehren- den eigenen Angaben des Herrn Kimbel zurückzuführen, die man vngeändert aufnehmen zu müssen glaubt. Einen besonderen Spaß bot Herr Kimbel, der Ex�Hoftischscrmeister. sich setzt an seinem Geschäftshause. Dorkstraße 43, gelefftet. Die Front des Hauses ist abgeputzt und gestricheil worden, und er hat diese Ge- legenheit benutzt, seine Firma in ih r e m H o s l i e f e r a n t e n- glänz neu erstrahlen zu lassen. In großen vergoldeten Buchstaben steht an der Hausfront„ijostischlermeister Seiner M a i e st ä t des Kaisers und Königs". Man beachte, mit welcher Gewissenhaftigkeit hier auch der Titel Majestät beibehalten worden ist, damit dem aus Angst vor seinem Volt ins Ausland desertierten Exkaiser Wilhelm II. nicht oersagt wird, was ein Schwarzwcißrotcr ihm schuldet. Er will sich lächerlich machen, der Herr Exhoftischler- meister Kimbel. Lassen wir ihm das Vergnügen! Völkischer Rektor sabotiert Staatsgesetze. Obgleich in Preußen die staatlichen Studentenschaften nach eigener Entsck/eidung der.Deutschen Studentenschast" aufgelöst morden sind, macht der Rektor der Tierärztlichen Hoch- schule zu Berlin— wie man uns schreibt— weiterhin mit seinen Studenten gut völkische Politik gegen die Verfügungen der preußischen Regierung. Der Rektor hat dort bisher weder eine Liquidation und Auflösung der pleite gegangenen Studentenpolltiker angeordnet, noch ihnen die Anschlagbretter u,id?lmlsräume ent- zogen.' Er wagt es sogar, dieser dortigen Vereinigung der Studierenden amtlich« Regierungsschrei den seiner Bürgerblockfreunde zur weiteren Veröffentlichung zu übergeben, uberläßt ihr die Verwaltung des Lesesaals und der Wirtschaft», einrichtungen. Das tollst« Stück aber besteht darin, daß da« Sekretariat�mit amtlicher Vorspiegelung für da» Sommer- semester von jedem Studierenden süirf Mark Beitrag kür die volkische Sludentenvereinigiing«inkassiert! Viele linksstehend« Studenten können es gar nicht wagen, dt« Zahlung zu verweigern, da sie dann einem unerhörten Boykott ausgesetzt sind. In diessr zwangsmäßigen amtlichen Einziehung von Beiträgen für ein« illegale Organisation ist«in« unverschämte Sabotage preußischer Regierungsverordnungen zu erblicken. Der.Deutsche Studentenocrband". die gewerkschaftlich« Zentralvoreinigung der republikanischen Studierenden hat diese ganze Angelegenheit be- ichwerdeführend dem Landwirtschaftsministerium übergeben. Wir sind neugierig, wann die Reartionäre der Tierärztlichen Hochschul« an die frische Luft gesetzt werden. Achtung am 20. Mai! Eiegvecheißender Aufmarsch. Die Wahlkundgebungen der Gozialdemokraiie. Der fleißige Bezirk W e d d i n g hatte an drei Stellen Wählerversommlungen einberufen. Im Patzenhofer, Chausseestraß« 6 4, zog der Film.Dein Schicksal" viel« von den Straßenpassanten in den Saal. Bürgermeister Paul M i e l i tz rechnete in temperamentvoller Art mit den Kommunisten ab. Kein Widerspruch würbe laut, so treffend waren sein« Argument«.— In den Pharüssälen, Müllerstraße, beleuchtete Dr. Kurt Löwen» stein die Politik der Deutschnationalen. Der Meinekesche Männer- chor und der Sprechchor der sozialsstischen Arbeiterjugend schufen hier den Austakt zu der Stimmung, die überall auf den Wähler- Versammlungen zu finden Ist; in ruhiger Kampfbereitschaft den Feind erwarten, von welcher Seite er auch kommen mag.— Dr. Käthe Frankenthal hielt in der Schulaula in der Grünthaler Straße«in glänzende» Referat über die Tätigkeit der sozialdemo- kvatischen Abgeordneten im Reichstage bei den Gesetzen der Wohl- fahrt und der Fürsorg«. Ein andere» Bild. Wie sie da so schreiten im langen Zug«. hoch die Fahnen nach oben geschwungen und wie sich aus ihrem Wege mehr, immer mehr Gleichgesinnte hinzugesellen, wie sich alle Feilster öffnen und alles, was dahintersteht, mit irohen Gebärden dem Zuge nachblickt, wenn man da» steht, da muß man eigentlich mit unbedingtem Vertrauen den bedeutsamen Ereignissen ent- gegensehen. Das Ganze wirkt so überzeugend, so richtig au» der Empfindung gebaren und darum doppell lebensstark. Nicht», rein gar nichts verläuft irgendwie rein programmäßig. Da eilen flinke Zettelverteiler zwischen den vielen Menschen hin und her. die mit unermüdlichem Fleiß Ihres Amte« wallen? und plötzlich kommt einer und reißt dem Kollegen lächelnd einen Stoß Blätter au» der Hand und rennt, die Straße überquerend, auf der anderen Seite damit los. Und beim Spiel der begleitenden Reichsbannerkapelle, da fängt der ein« und dann der andere an mitzusingen. Pom Sammel- platz Loyen- Ecke Scharnhorst st raße ging es durch die Doyen-, Chaussee-, Wöhlert-, Elsässer Straße nach Corni» Festsälen In der G a r t e n st r a ß«, wo Gertrud Hanna und Albert Falkenberg eindrucksvolle Ansprachen hielten. .Arbeiterjugend" und �sungsozialisten" fetzten am Freitag Ihr« Werbeardett unter den Jungwählern sort. Im großen städtischen Saal in der Bergstraße in Neukölln sprachen der Vorsitzend« der Berliner Arbeiterjugend Ludwig D i e d e r t ch und die Reichstagsabgeordnete Klara Dohm-Schuch. Besonder» herzlich wurde die Referentin begrüßt, die in ihrer langjährigen parlamentarischen Arbeit bewiesen hat. daß sie ein Herz für die Jugend hat. Sie war die Sprecherin der Sozialdemokratie im Reichstag, wenn es darum ging, sozialdemokratische Forderungen für die Jugend zu vertreten. Sehr aktiv mit Zwischenrufen be- teiligten sich auch einige Kommunistm. die bis vor einem halben Jahr noch in der Arbeiterjugend maw und dort ausgeschtosseu wurden. * In der Uhland-Schul« in Schöneherg sprach nor über» füllte? Versammlung der Reichstagsabgeordnete und Dov- sitzend« des AfA- Bundes Siegfried Auf Häuser. Er schilderte als Fachmann in gewertfchaftllchen Fragen, wie gerade auf sozialem Gebiet die Bürgerblockparteien gefehlt haben. Eine hoffentlich recht starke Sozialdemokratie wird im Reichstag von morgen dafür Sorge trogen müssen, daß mit dem sozialxeaktionären Kurs Schluß gemacht wird. Die Stadtverordnete Minna Todenhagen richtet« «inen flammenden Appell an die Frauen, am 20. Mai unter alle» Umständen ihr« Pflicht zu tun und sozialdemokratisch zu wählen. Der stürmische Beifall zeigte, daß sie das Rll�ige ge- troffen hatte. In Dahlem fand am Freitag die erste öffentliche, gut be- suchte Wahloersammlung der Sozialdemokratischen Partei statt, in der Wilhelm Landa sprach. Der 20. Mai muß den Deutsch. nationalen die Niederlage bringen; daß diese Niederlage kommen wird, geht z.B. daraus hervor, daß an demselben Abend in dem stark reaktionären Zehlegidorf ein« deutschnotional« öffentliche Wählerversammlung stattfand, die von sage und schreibe—• 30 deutschnationalen Leuten besucht war, während früh«? derartige Ber- sammlungen überfüllt waren. Die Wählerkundgebung mll der Borführung des Films.Dein Schicksal" der 101. Abteilung. Treptow, lieferte gleichfall» den Beweis, daß die Masse der arbeitenden Bevölkerung zu? Sozialdemokratie steht. Es gelang, den großen Saal von Irmer. Am Treptower Park, bis auf hgn letzten Platz zu füllen. Referent war Genosse Otto Meier, Mitglied des Preußischen Landtag», der in einer auegezeichneten Rede diX Sünden de» Bürgerblocks behav- delte. Mll einem dreifachen Hoch-auf die Sozialdemokratie wurde die Kundgebung geschlossen. Potsdam im Vahlkampf. In dieser Woche sprach Genosse» r e i t s ch e i d im Potsdam«? Konzerthaus, dem größten Versammlungslokal der Stadt, vor mehr als 1000 Männern und Frauen über die kommenden Reichs» und Landtogswahlen. Die Versammlung, bei der außer den Partei- freunden auch zahlreiche Bürgerliche anwesend waren, folgte seinem 21t stündigen Referat mit der größten Ausmerksamk-ll und dankte ihm mll jubelnder Zustimmung. Alle anderen polllischen Parteien konnteil in diesem Wahllampf Hisher nicht soviel Besucher zählen, als diesmal anwesend waren. Di« Stimmung für den Kampf der Sozialdemokratie ist in. Potsdam ausgezeichnet! Keine Heiratsvermittler. Frau Schwahn und ihre Familie. Frau Schwahn war einst«in« reiche Frau. Ihr Mann, der Mäbelfabrikaut, starb und von dem früheren Glanz blieb nur die Erinnerung. Sie landete bei Herrn Cohn. Dieser kannte außer seiner Leidenschaft zu Frau Schwahn nur noch eine? das Wellen auf Rennplätzen. Das Malheur war, daß ihm das Kleingeld dazu fehlle. Frau Schwahn wußte Hilfe. Sie ersann ein Mittel, das zwar genial, sich aber in gefährlicher Mhe des Betrugsparazraphen bs- wsgte. Sie kannte menschliche Schwächen und wußte sie zu nutzen. Also macht« sie folgendes? Sie kauft« sich eine Zeitung, las die Heiratsinsera te und schrieb an die heiratslustigen Männlein und Weiblein, daß sie aus keine ander« Weise als durch ihre Vermittlung ihr Glück machen würden. Darauf fielen Liebeswillige natürlich rein. Frau Schwahn bestellt« sie in irgendein vornehmes Easö des Westens, stellt« ihnen hier ihren„Mann", Herrn Cohn. vor. der nicht ihr Mann war, mit- unter wich ihren Sohn und die Haustochter, erzählte ihnen von einer befreundeten Dame oder von einem befreundeten Herrn, je nachdem der Heiratslustige ein Mann oder eine Frau war. für die sie einen Ehepartner suche und brachte das Gespräch unver- mittest auf das Rennen und auf das Wellen beim Rennen. Zeigten die Herrschaften absolut kein Verständnis für die edle Wellleiden- schaft, so wurde die Dekanillsehast in der Regel nicht weiter fort. gesetzt. Ging aber der Interessent auf den Dorschlag ein, so traten Herr und Frau Cohn In doppelter Richtung in Aktion: einmal wur- den Gelder entgegengenommen, die auf das eine oder andere Pferd gesetzt werden sollten, zum anderen wurden Zu- Als zweite Schaufpielinszemerung wählt der Intendant Dr. Karl Hagemann vier Einakter von Polgar, Echnitzler und Morgenstern. Nach der bunten, glutvollen„Salome jetzt Kammerspiel«, gedämpft, in zarteren Farben, grotesk oder von stiller Ironie und mit einer Ahnung von Schmerz. Wieder ist der Regisseur in der Wahl glücklich, denn Menschen und Vorgänge werden durch das. Wort erklärt und der Hörer vcrmißt nicht das Bühnenbild. Ausgezeichnet„Talmas Ende". Ferdinand Bonn als Talma ein prachtvoller Komödiant. Zwei Charaktere decken sich hier, gehen weinander auf. Da» Spielerisch«, Witzige und Improvi- sierte dieser Szene ist Nor herausgearbeitet, aber Schnitzlers „Puppenspieler" wird vergröbert. Es fehlen die Zwischentöne. In den beiden Morgensternschen Berliner Szenen wird breiter Humor entwickelt und jede Uebertreibung ferngehalten. Der Abend war kein verlorener. Nachmittags Marek Weber. Selbst ein trivialer abgeleierter Stepp erhält in dieser Interpretation blühendes Leben, wird klingend, glitzernd. Und die kleinen Stücke von Grieg, Massenet, Wagner und Brahms spielt Weber mll erlesener Klang- schönhell. Dr. Paul Graß mann au» Stockholm behandelt das Thema..Demsch-nordijcher Kulturaustausch". Es bleibt im Grund« bei einem historischeu Ueberblick mst der angehängten Bemerkung. daß dieser Vorgang notwendig ist. und daß in Skandinavien deuische Schulen fehlen. Nach dem Thema hätte man mehr erwartet. Die Forderung, die Ministerialrat Faltenberg aufftellt, der Rund- funk soll« Bildungskurs« für Beamte einrichten, kann dahin erweitert werden, daß Bildungskurs« überhaupt notwendig sind. Auch Falken» berg erwartet in dieser Beziehung von dem neuen Sender«inen Wandel in der Programmgestaltung. Wie eine Landschaft, ein Land im Rundfunk zu behandeln ist, zeigt Arnim T. Wegner in seinem Vortrag übflr Persien. Keine Beschreibungen, die ohne Bild- reproduttionen wertlos sind, sondern Erlebnisse, dichterisch geformt und von plastischer Anschaulichkeit. Erlebnisse, die den Charakter de» Landes und der Beoölkerung deutlicher offenbare» als eine wissenschaftliche Analyst F. S. sannnentreffen mit einem anderen heiratslustigen Interessenten arrangiert, die natürlich zu nichts verpflichteten und auch zu nicht» führten. Das End« vom Lied war, daß der Inserent nicht aller» ohne Lebensgefährten, sondern auch ohne sein Geld blieb. Wurden die Geprellten allzu dringlich,, drohten sie zar mit dem Staatsanwalt, so erhielten sie schließlich ihr Geld zurück, das heißt. wenn die hingegebenen Summen nicht allzu groß waren. Ob da» Geld stets verwellet wurde oder für die Bestreitung, des Haushalts draufging, mag dahingestellt bleiben. Frau Schwahn trieb« vielleicht ihr«nträgliches Geschäft de? Heiratsvermlltlung mll den Rennwellen im Hintergrund« noch heut«, wenn sie nicht auf einige resolute Klienten gestoßen wäre. Das Verhängnis kam gleich von zwei Seiten: ein« heiratslustig» Fünfundzwanzigj ährig«, die nicht allein ihr Gslli hingegeben hatte, sondern dem Ehepaar auch in den Spielklub gefolgt wor. stellte einen Parallelfall mll einein Herrn fest, den sie gleichfalls im Spielklub gesehen hatte und dieser erstattete Anzeige bei der Polizei. Zu gleicher Zell tat dies«n Kolornalwarenhändler. der auf der Such« nach einer Lebensgefährtin für seinen Bruder auch seinerseits von Frau Schwahn in freundlichster Weif« aufge» fordert wor, zuerst in Heiratssachen, dann in Wellsachen ins Hotel zu kommen. Frau Schwahn spielte im Gerichtssaal noch immer die große Dame, ihr Sohn neben ihr spielte den naiven Jüngling, der hart» hörig«„Herr Gemahl" wollte stets ehrlich gewettet haben, die Zeu- gen, die heiratslustigen Männlein und Weiblein, machten ihre Auesagen vor Gericht äußerst geniert; d!« einen, die nicht um ihr Geld geprellt waren, zugunsten der Finna Schwahn u. Co. die anderen zu ihren Gunsten, und das Gericht verurteilte Mutter, Sohn und „Ehemann" zu je S Monaten Gefängnis— ohne Be» Währungsfrist. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß der Prozeß der Frau Schwahn vielleicht das erreicht, was ihr selbst nicht ge- lungen ist und woran ihr auch nichts gelegen war. nämlich daß die Heiratslustigen nach persönlicher Fühlungnahm« im Genchtssaal vielleicht doch den Weg zueinander gefunden haben. Ab Dienstag Sommerfahrplan. Nachdem bereits vor einigen Tagen das„Amtliche Kursbuch für das mittlere und östliche Deutschland" erschienen ist. liegen nun- mehr auch die ebenfalls von der Reichsbahndireklion Berlin heraus- flegebenen Tafchenfahrpläne vor. die bei den Fahrkarten- chaltern der Bahnhöfe zu erhallen sind. Reben dem großen a m t- ichen Taschenfayrplan. oer den gesamten Berliner Stadt-, Ring- und Vorortverkehr sowie eine Uebersscht über die Ankunsts- und Abfahrtszeiten der von und nach Berlin verkehrendeil Fernzüge enthält und SO Ps. kostet, sind wieder die kleine» „W estentaschenfahrpläne" erschienen, die jeweils nur einig» Strecken enthalten: Ausgabe ö Stadt- und Ringbahn mit den anschließenden Vorortstrecken: Ausgabe C mit den Strecken Lehrter Bahnhof— Spandau— Nauen— Wustermark, Stadt- bahn— Spandau West, Stadtbahn— Strausberg, Görlitzer Bahnhof— Königswusterhaulen, Wrie-ener Bahnhof— Tiefensee— Iädickendorf und Beelitz Stadt— Oranienburg: Ausgabe D mit den vom Stettiner Bahnhof ausgehenden Borortstrecken und Ausgabe E mll den Strecken Wsnnscedahnhoi— Wannfee— Potsdam, Potsdamer Bahnhof— Werder— Sladwahn— Beelitz Heilstätten und Potsdamer Ringbahnhof— Lichters elde-Ost und Zossen— Wünsdorf— Jüterbog. Dies« äußerst praktischen Heslchen tosten nur pro Stück 10 Pf Die Reichsbahndirektion Berlin wird auch wieder— wie Im Vorjahre— die Faltblätter herauegsben, die in Kürze erscheinen werden: den Berliner Exoreßfahrplan. dessen erster Teil die Richtungen nach Frankfurt a. M., Stuttgart, München, Dresden. Görlitz und Breslau und dessen zweiter Teil die Richtungen nach Hannover, Magdeburg, Bremen, Hamburg, Stralsund, Stettm und Schneidemühl enthalten. Diese Faltblätter enchallen nur die Schnell-, Eil- und beschleunigten Personenzüge und werden kostenlos ab. gegeben. Weller wird auch wieder das Fallblott„Besucht die m ä r k ij ch i n S e e n", das für 20 Pf. abgegeben wird, erscheinen. Es enthäll IS Fahrpläne für den Aueflugsverkchr in die Mark und «in Verzeichnis der Sonntagsrückfahrkarten von Berlin. „(Stbüpie* Rennpferde. Die verdächtigen Mohrrüben. Unter der Beschuldigung, Rennpferd«„gedopt" zu haben, ist auf Anzeige des Verbandes der konzessionierten Buchmacher Deutsch- kands gegen den früheren Rennstallbesitzer Fritz Friedländer aus der Dahlmannstratze ein Straft) erfahren eingeleitet worden. Friedlönder ist wegen betrügerischer Machenschaften schon seit langer Zeit von den deutschen Rennbahnen verwiesen worden. Die Kriminalpolizei nahm die Er» msttlungen aus und verhörte zunächst Friedländer selbst. Dieser be- stritt ansang» alles, was ihm zur Last gelegt wurde. Bei einer Haussuchung wurden jedoch Briefschaften gesunden, die ihn belasten. Außerdem ermittelt« die Kriminalpolizei zwei Futtermeister, die zuungunsten Friedländers aussagen. Beide geben zu, wiederholt von Friedländer Dopingmittel, die er herstellte, abgeholt zu haben. Einer war einmal zugegen, als Friedlönder ein Mittel dieser Art herstellte, kann aber nicht sagen, welche Stoffe er dazu verwendete», Di« Mittel sollten nach Anweisung des Herstellers den Pferden eine Stund« 40 Minuten vor dem Start in einer ausgehöhlten Mohrrübe eingegeben werden. Die Futtermeister bestreiten aber, jemals einem Pferde die Mittel verabreicht zu haben. Wie sie behaupten, haben sie sie wieder vernichtet. Das erscheint nicht recht glaubwürdig. Stallburschen oder ander« Leute vom Personal der Ställe, die den Pserden die Präparate beigebracht hätten, sind bisher nicht ermittelt. Dl« Kriminalpolizei hat das von ihr ge» sammelt« Material der Staatsauwoltschast übergeben. 58on eine? Festnahme Friedlönder» ist Abstand genommen worden, weil er krank ist. Glückliche Verlierer! Da» folgende Malheur wird wörtlich mitgeteilt) Räch Deendt- gung des Festbanketts, das der Verband deutscher Waren. und Kaufhäuser am S. Mai abend» km Hotd Kaiserhos veranstaltete, wurden im Gelben Saal des Hotels gefunden: 1. ein Portmonnaie mit ungefäh r IS00 M. Inhalt und 2.«ine Drille mit gelber Hornfasiung und goldenen Bügeln. Die Verlierer werden gebeten� sich zu melden. Daß jemand eine Brille mit gelber Hornfasfimg und goldenen Bügeln verliert, das kann selbstverständlich nach einem Festbankett vorkommen, aber so mancher Staatsbürger wird doch wohl neidisch «erden, wenn er liest, daß aus dem Festbankett de» Verein» beut» scher Waren- und Kaufhäuser ein Teilnehmer so mir nickt», dir nichts, ein„Portemonnaie mit ungefähr 1500 M. Inholt" verliert. Die Mehrzahl von uns deutschen Etaatsangehärigen ist nämlich nicht in der angenehmen Lage..Portemonnaies mit un. gefähr lZfclZ Si Inhalt" so lose in der Hosentasche herumzutragen. daß sie aus einem Festbankett herauspurzeln und dam: al» kleine» Frmdgut wieder aufgehoben werden Aber man freut sich doch: Es geht den Herren nom Verband deutscher Waren- stnd Kauf- Häuser st» gut. daß es ihnen nicht darauf ankommt, bei ihren Festbanketten derartig vollgestopfte Portemonnaies zu verlieren! Die Gtenermckerschlasiungen ht Brnndcnburq. Gegen den Magistratsoberinspektor Max Zimmermann non der Steuerkasse in Brandenburg, der vor einigen Tagen ver- hastet wurde, ist die Voruntersuchung wegen Amtsunter- schlugusg und schwerer Urkundenfälschung eröffnet worden. Di« HauptverHandlunz gegen den Magistratsoberinspektor Gtvile, der wegen Amtsunirrschkagung und schwerer ilrkundensällchung an- geklagt ist, findet Mitte Juni vor dem erweiterten Brandenburger Schöffengencht statt. Zu der Verhandlung werden eine größere Anzahl Bücherrevisoren als Sachverständige auftreten. Stoiks sowie Zimmermann find in da» Gerichtsgefängnis in Potsdam eingeliesert Die Skadtverordneten haben!n dieser Moch» keine Sitzung. vereinfachte Belege beim Arbeiklohnsteuerabzug. Eine Ae- kanntmachung de? Lande ssinänzomts Berlin über. Einreichung ver- einfachter Belege über den«teuerabzug vom Arbeitslohn im Kalenderjahr 1928 finden unsere Leser im Inseratenteil. Lausende Kurse der englischen Sprache, die täglich in Zirkeln «m dt! 8—!&20 und in Klassen von 29— 22 Uhr(Unter-, Mittel- und Dberstuse) im Zentrum der Stadt abgehallen werden, nehmen poch einig« Genossinnen und Genossen, freigewerkschaftlich Organi» sierte und Sympathisierende auf. In den Zirkeln werden 1 M.>« Stund« erhoben-, in den Klassen 1 M. je Abend für zwei auseinander- folgend« Stunden. Ein Soinmerkursus für Anfänger soll bei genügender Beteiligung ebenfalls eingerichtet werden. Unter- richtet wird nur nach der dt r e k t e n Methode. Dentsch wird sowell wie möglich vermieden. Große Wanddiider unterstützen den Unterricht in hervorragender Weise. Schon nach ZOrnaligern Zusammentreffen der Arbeitsgemeinschaften beginnen die Teilnehmer, vor der Klaffe stehend, frei zu sprechen. Zlnmeldvngen sind umgehend an den Kursusleiter einzureichen: Genosse W. F l o e r k e, SW. 19, Kurstraße S2, langjähriger Lehrer städtischer Fortbildungsschulen in England und Schottland. Alle weiteren Auskünste erteilt die Bereinigung„Die Freunde der lnreriiationolen Kleinarbeit" in Berlin, SW. 19, Kurstraße 32, die auch ein zweisprachiges Blatt„Der Pionier" resp. THE PIONEER heraus. gibt. «rohe IffenMckie wahlkvadgelnivg deSRelchsbundeijüdischer Frontsoldaten, vrt�ariippe Sellin, am Dienstag, den ld. Mal, abend» S Ubr, in der Stadiballe Klo'Ietstrali«. Redner: LaiidtagS- abgeo, dneier Otto Meier. Landtagtabgeordneter Pfarrer Grauen, a Gäbe willkommen. Ver NISnaerchor„Vst-Lyravla lSsg"(Mitglied de» Deuischen Arbeiier. Sänaerbundes) veraniialtei am Wiliwoch, dem IS. Mai. abend» 7'/, Uhr, eus dem W ö r t h e r P l a tz ein öfsenlliche» Platzkonzert. Heb« dl« fravMIche Zrledensdewegung spricht am Dien»lag. dem 15 Mai abend» B Ubr, der srai zösilche Quäker Maurice Ästrabaul im' Bund rcligiSser Eozialikien— Ortsgruppe Berlw-Südosk-n. Mariannen- user i. Eintritt srei. Autipiache. AMsgenieinsiMsoz. Lelirero. Lehterinnen Am Montc-g, dem 14. Mai, 20 llhr Wähler ver Sammlung im„O r p h e u m", Hase»heldeS2 Thema: tthrerschafi-Reichstag-Tandtag und Sozialdemokratie Redner: Stadtrat Dr. Kurt LSwenstein. Ellernbeiräte und Ellern sind willkommen. gez. Marste. Schutz! rss 5. Kreis Friedrichshain t Montag, deo 14. Mai, Ig'/, Uhr VersammIunK aller Lehrerinnen und Lehr« des Bezirks Friedrichshain iu der Schulaula, Petersburger Str. 4 Vortrag: Sozialdemokratie und Lehrerfchast Referent: Bürgermeister Paul Mielitz.— Aussprache. Um zahlreiches Erscheinen bittet die Arbeitsgemeinschaft sozialdem» — kratischer Lehrer und Lehrerinnen im Bezirk Friedrichshain.— Helgoland und Preußen. Gchvhbauten für Hofen, Llnterland und Düne. I>U Dlfsereuzen zwischen yelgolaud nnd Preußen, die au» der Diskuffioa über dl« Erhaltung der Düne eatslandeu sind, stehen vor der Beilegung. Nachdem verschiedene Vrosekks, die tests von Preußen, teils von Helga- land eukworfen worden waren, nicht zu einer Einigung führ- »en. hal Preußen fehl auf Ersuchen helgolaud» einen groß- zügigen Verlrag enlworfen. der der Gemeinde Helgoland soeben zugegangen ist. Der Enkwurf geht über dl« früheren Vorschläge hinaus: er berücksichtigt auch den inzwischen ver- gräßerten tandverlust aus der Düne und fleht eine Schntz- mauer von der Landungsbrücke der Znsel bis zum Zlordftrand vor. die der Gemeinde alz Skrandpromenade Ikuheu bringen soll. Preußen bringt dazu bei sofortigem Saubeginn im Laufe von wenitzen Jahren Z.äMillionenMark auf. Davon beansprucht ollein die Düne, die ein umsangreiches Dock wert erhalten soll, 2.15 Millionen Mark. Der restliä� Betreg soll dem Bau eines einheitlichen Schutzwert«» dienen, da» sich von dm» Knick der Landungsbrück« am Musikpavillon vorbei parallel zum Gemeindebollwerk bis an den Nordsirand de» Unterlandes hin- zieht. Beide Bauwerk« soll«, der Gemeinde zur Benutzung über- lasten werden. Auf dem Inselschutzwerk könnt««ine Wondelbahn für Badegäste geschaffen weichen. Di« Fertigstellung der Baumerle im Rohbau kann noch?n diesem Jahre erfolgen, so daß die Herbst' fluten Insel und Düne gerüstet finden. Die Gemeinde soll einen Dellrag zu den entstehenden Kosten tragen. Die jährliche Belastung, die der Entwurf erst nach Fertigstellung der Bauten vorsieht, ist kaum größer als die Auegabe, die der Gemeinde im letzten Jahre aus der unzulänglichen Unterhaltung der Düne erwuchs.' Endlich erläßt Preußen- der Gemeinde Helgcland sine Schuld vor. 59 999 M.. um auf diesem Wege sein Entgegenlommen zu zeigen. Di« Dorteile dieses Angebots sind so groß, daß es d!« Gemeinde sicher annehmen wird. Auch das R« ich führt augenblicklich auf der. Insel größere Bauten aus. Di« vor dem Hafen siegend« große Westmole wird wieder aufgebaut, die den Hafen der Insel schützen soll. Außerdem muß das am Hafen siegende Elektrizitätswerk oben auf der Insel neu ausgebaut werden, weil es unten von Felsen bedroht wird. Eisenbahnunglück bei Kaschav. 15 Nerlehte. kaschau, 12. Mai. D«r Präger Schnellzug, der um 22.44 Uhr in Kaschau eintreffen sollt», ist vor Kaschau entgleist. Di« Lokomotive und der Postwagen stürzten um. ein Personenwagen wurde zertrümmert, die übrigen Wagen entgleisten zum Teil. Aisher sind 2 Schwer, und 13 Leicht- verwundele geborgen worden. Ein Sanltätszug aus Kaschau brachte die erste Hilfe. Sozialisifsche Arbeiterjugend Groß-Berlin CtlnTcnluwai für tiefe Sybril nur an da« ZugendlekMarial. ___»»«In Öffl es. f Intenftra«, J «chtnng,«p«e!Imia»Ieiter! Tic z>!onaiav«»g ramme für Zuni müsse» um- «ehend abgckiesert werben. . Sie Nalzeiw»«-» de«.VrtcUer.ZugeaV müsieu abserechact werten. heule. Sonntag: Br»»»e»»la»: Treffpunkt rar Demonstration ISW Uhr Br»itire»»latz.— Sorten; Treffpunkt zur Demonstration 14>/a Uhr Gortenplop.— Wettin,»nt Wettiug.Rort: Treffpunkt zur Demonstration»io Uhr Viertel: Trtiip treitung.— Stei IvN eftt) Schwor, er. Roitznaener Platz, Seite Eabriek-Mot-Strotzc. � rcmpclhoj: Demonftrotinn unt Suntqebu», in Teltow. Sreifpunkt 1'� Mir Alarlchptatz.— Zehlentorf: Trefwunlt noch Telrow M,r Bhf. Milte. 17 Uhr Lefprechung der Pfingstkohrt Dernau im Seim, Siedlung. Wertebezirk L�öncdcrgi Ave chenoffsn detrilloen sich an te: Sontenkoloni». propaoando. Trefipunlt Uhr v.Dhf. Sauptstrahe. lvVh Uhr Heimabend ftauptstr. 15. Lichtbilderporirag deo Genossen Wentel:.Da» VIlraertui»"» der Narilatur." Werbe be�ri ltrr»�»»rz: m Uhr Tttffwrnß Dlllchorplatz zur Wahl. ""Äisele�d SieuIZIn: 9 Uhr Treffpunkt Hertz b-rsplatz»ur Stratz-nagitatr-u. "' er oder mitbringen. . tenberg-Rorti Treffen zur Dohloerfammlung i» MarMhn IS Uhr Dbf. Lichtcnberg.Frredrichofekbe. � Morgen, Montag. 19� Uhr: Singkrei«: Uebungobezinn pünktlich lSX Uhr. Moabit I: Schule ZKrldenfcrstr. Ä..„Der Wert unsere« Wrnhorno."— Sorten: Treffpunkt»ur Iungwiihiertcrkammlung tÄ4 Uhr vor der Schule. Vctt'.I*----—s.-—r.-----------------.y,,.. Si)f. 3 Betrieb/ L___„MW______ Gprechchorprob«.— Schtznhanler Vorstatt: ISVl Uhr$hf. Schönhauser Avce. Werbebezirl Prenzlauer Berg, Sämtlich« Senofstnnan und Genossen treffen sich zur Iunawählerversammlnng lS�H Uhr vor dem Bezirkoamt Prenzlauer Per,. Die Heimabende aller Gruppen fallen au«. öhli reff Bit Jungwählerkundgcbungcn. Dheraa:»Zungwähler! wohin gehörst du?" Safere nten: Dr. Siirt LSwenstein, ZU d. Zt., Bruno Losch». Beginn UVj Ahr. pelollee 15. .fsetet Allee tt. Vortrage/Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rob-Gold". Sefchtzitostell,: Berlin 6. lt. Ledaftionstr 37/88. Soi Z Ztr. Sonntag, lZ. Mai. Prenzlanr« Berg: 8 Uhr Bezirksamt. Auw« fahrt nach stfosterf-ltc'".......... auf Hern Sind■•- IBH Uhr am.________ » tragen. Lichtenberg(vrtsperein): S Ühe Antreten Aadsahrerzug Bunde-» kleidung. Sab mit Minpel und Laterne Bhs. Lichtrnberg.tzr/edrichstclde zur Fahrt nach Werneuchen. Meldung bei Nam. Wuschick. Saalschutz SPD. uni» Landarbeiterversammiung. Weitzenfe-: Saalschutz Sa, lost. 14 Uhr Antpetru zum Werbeumzug bei Peter».— Montag, 14. Mar. Mitte: 10 Uhr Zugendoer» kamnUung mit Vortrag und praktischen Vorführungen:.Eine Parlament-. fitzung" em Jugendheim Tieckstr. IS. Steglitz: iltamerah'chaft Lichterfelde-Laiif- witz 1814 Uhr Saaifomtz Sportpalast.— Tisnstag, 15. Mai. Tiergarten: Umzug Wllmcrsdors. Treffpunkt Lhf. Laien s-.e. Abfahrt: Haufa und Äephan 18 lU-.p Bhs. Bellenue, Armlniuo ISsl Uhr Vhk. Beusselstrohe, Westen I und II Ig Ubr RtNgbhf. Gchänaberg. Prenzlauer Berg» IS Uhr Schulaula Pasteupftr. 44 Saal- fchi% Antreten vor der Schule. Kanicradschaft Nvrdkap: 20 Uhr Bcrkammlui g bei sachctzki, Schtpefhoiner Str. Ist. Kesercnt«am. Joachi«. ffrauS, und' Ar- «hörige wlllkomwea.«amer4dkchakt swna'Nppfatz: Pertaiinnlunz de: Pohit. Suerorrder Str. IS.«rauzberg, Zug 6: 20 Uhr Versammlung bei Gvhll-. Sedastiailstr. 1. Sharlvttenburg: Sämtlich« Radfahrer Abkah' Stuttgarter Platz nach Lehlendorf(Si limg in Zehlenhort.(Winebctg�ric! Svielleut« 1854 Uhr Dhf. Zrhl-ndort-Mlte. ISii Uhr Ahl. Steg trnoerg nebst Aamerotschaften: 18 Uhr mit Samdourkorpo und ffnh! . k!orl,hor,t. Unnnorfch, airfihlietzcnd Saalschutz SPld.�Zerfammlung Lichtenb Lht. Karl, hör, t. llmmorsch, aps-HIi-tzend Saalschutz SPD.�Zerlammluna VN Deutschen Hau». Wcitzenflt: A-Ulir Versammlung Slldwest-Afrikaner, Lichten» berger Etratze. Ist Uhr Vorstaichofitung. Hermedors fliomeradschafti: ZSio Uhp Saalschutz bei Lauch. Waffersportabteilung: Fugsitzuna des Zuges Faltboot in Schneiders Hot,!. König-, sscke Sloftcrstrqtze.— Mittwoch, 13. Wa>. Tier» garten: Saalschutz Zentrum. Hohenzollern-Säle. BandelftpeiKe, 1�4 Uhr, Stephan 1— z Gruppen.'.Detztinn: I. Abt. mit Tamdourkorpz Blnetaplatz 1814 Uhr. Zrledrichahoin:- Nomeradlchaft Warschau IS'-j Ulm Versammlung bei Schmidt(Zur kleinen HiUte), tlopernikuostr. 23. Sharlottenburg: lg Uhr Spiel- lcute antreten- Stuttgarter Platz. Steglitz /Det-vee-in): 1854 Uhr Antreten mit Svielleuten Eiemens-, Ecke Viktor-altratze, zum Ummavsch durch Lankwitz. Lormsdors lUamtradschafl): IS.ötz Uhr Abfahrt nach Schönholz. Bernau: Saal. schütz in Schönfeld. Abfahrt lg Uhr von Modisch.— Mitte: Kameraden. welch,» an der Autofahrt zum Ganfcst in Brandenburg teilnehmen wollen, melden sich umgehend bei ibeen gameradschaftsfllhrern. Falirgefd 2 M.— Ghgrlotteuburg: Sämtliche liamerad.n. die nach Brand nbntg mitfahren, mrlben sich sofort bei ihrem Äameradschwltsfilhrer.— Srledrich-bain, liomeradschalt Stralau: Dien». tag, 15. Mai. 20 Uhr, gameradschoftznersammlung bei Dertalla, Hohenlohe� st: atze 3.— ilarlzhorst: Dicnswg, 15. Mtti. 13 Uhr, Ml. Larl-Horst- Antreten zum Umzug und Saalschutz.— Wilmersdorf: Dienstag, 15. Mai, IS'n Uhr» Antreten mit Musik und Fahnen Hochmeistelplatz. » Ganparstarb. DH ffestploletlm fvr da, Gaufest sind von hon Srtmiereins» Montaftz -ziig- im _____ WW_______ JK___________... 16', s Uhr, Antreten der Rache richtenzöz» zur Wahlpropaganbafahrt, Sammelpunkt Gauvurcau. tz Photogemeinfchaft Im Tanristenverein.Di» Naturfreunde"- Montag, 14. Mai, 2V Uhr, im Iuacndheim Gberttzstr. n. Vortrag:„Moderne Bildaul- fassi:ng\ Referent Dr. Schiff. Anmeldungen fllr neue Anfängcrkurfc. Gäste willkommen. Arbeiter, Sipe«onio. Rund Berlin, Grupp« Osten: I-Hen Dounertztag mn A Uhr Uedungsabend im Jugendheim Am Ostdahnhpf 17. Alle Gruxpenmit» zlledeo und'Snn:pot!iisierendc sind eingeladen. ReichsSu->d der d-iegzbefchzdigicn, Zlrlcg-teiknehmer nnd pricgerhintcr« bliebencp. Bez. Wcdtiug. Mitgliederversammlung Montag. 14. Mai, 20 Uhr, sthausseestr. 54, Potzenhofer. Referent tlomcrad Schwarz,'"ausekrelär. Zu, Frilhl>ng»»!t lallte jeder darov denken, seinen Körper pvn.Grunt otr} zu erneuern. Gr kann da» am besten ohne Aufwcnduug arctzer p.ostc:: dadurq� datz er Bulneral-Teee trinkt. Dieser Pulneral-Tee bewirln eine Steinigung be» Blute?. Gr wirkt dadurch in hervorragendem Platze oorjilngend, und es ist ........'''~■'~"" nitucrmig und Auf» ehruma tischte» Mittel gegen Gicht und Hlli!a».«uIncral-Tee tlt in aus* Apotheken erhältlich, und zwar i» kleineren Paketon ,md in Famillenxaelnngen. Autzerdcm cetweifrn wir auf das im heutigen Anzeigenteil erschienene Inserat hierilder von Apotheker P, Grandnianu, Arilin SW. 68, Friedrichstr. 808, und stellen es einer besopdeoen Beachtung anbeim. zriihlingstaae— kllrltnng«,rage, oia-Rei». in dem sich kurz die praktischen Fellhlingsg'don.kcn der Hausfrau zusamm-nfassen lassen. Wenn man die Garde- rode vom Borjahr aus oem Schrank holt, merkt man immer, datz mehr fehlt, als man dachte. Wie ist nun dieser Dedarf mit der Haushaltskasse in Ein» ktanq zu bringen? Am outen Stoff darf ma-i's picht hcraussparen: aber bi» andere, dir bi» Mate bringt, ohne ander- Zutaten al« Garn und dergleichen. Iedeo Kleid kann völlig anders verziert, alle tonnen in kürzester Zeit im Haus» fertiggestellt wegdm. > ist e, Psingstcu. Rur Tage trennen UNS von dem schpnsien der Feste- 3!atur und auch der Mensch in vollem SchimiG feiert. Die Natur zeigt ------- Glanz, den Damen bietet sich gerade jetzt die desto das sich bereits im schönsten Glanz, den Damen bietet sich gerg M Gelegenheit, den Iestsöimuck zu eewerben. Die Firma Wertheim bringt m ihren vier Geschästen einen xrotzen Pfingstverkai-k. Sine ungeheure Auswahl in ollen erforderlichen Vekleidungsgegenständen kommt in dieser Woche zum Verlaus, und da diese Periauic längst einen guten öiamen Hoden— MN".. kaust billig und gm— so kann man, auch zum Pfingstfelt bei Wnrtheiin mit bescheidenen Mitteln sich zum Perantwortlich kllr PoUiik: De. Suet� Severt Wirt'chgst: S, Slingelhöser! Gewcrkschasiebewegnng: I. Sie, nee: Feuilleton:». S. Döicher: Lokales und Sonsiiaco: Fritz«arstädt: Anzeigen: Zh. Glolle: sämtlich in Beelin. Verlag! BormärtsPerlag<5, vi. b. S.. Berlin. Dtutf; Lormärts.Buwdrn-t-r«« und Verlaasanstalt Paul Singer n Co.. Berlin SA«8. Lindenstrotze 8. Hierzu 5 Beilagen,.Zills in die BLcherwelt",.Unterhaltung»nd Wissen« Juwelen- Bei rannüT S3F I- Ün ren äilbenvnrcn. Größte Auztfalil. Höchste Qualität güliststa sttaise, Oo.stv, aren ijfatnniet+J�aunendeeke WERTHEIM Leipziger Sir.(Versand-Abt) Königstr. ffosenthaler Str. Moritzplatz Besondere Abteilung für Pelz-Konservierung Abholung in Groß-BcrHn kostenlos (Billige(Pfitigsi-&ngebote Mod. Tupfenkleid Vso Baumwoll-Musseiine, mit Lackgürtel u. Voilekrag� 42-46 Jumperkleid 19so satz u. Krawatte aus bunter Seide, Größe 42-46 Westenkleid Ä IQso zweifarbig verarbeitet, Faltenrod Größe 42-46 Jugendl. Kleid 2950 buntfbarbig, Crfipe de Chine, mit Volants, Gr. 42-46 Damen-Schlüpfer 425 Tramatin. Kunstseide, farbig Damen-Unterkleid 575 Tramatin-Kunstseide, farbig Damen-Unterkleid Qso Bemberg-Kunstseide, mit Spitzen, zarte Farben Jumper x-n-v-di«.!?»»,!. 750 Damenweste � 875 handbehäkeJt, in lebhaften Farben Sportjumper Bastseide, mit fescher Krawatte Kleiderrock äctä 875 durchgehend Liegenlissee, guter| �■ • XvwlX Ripspopeline, helle Modefarben � IV! Voflvoite- Kleid Bordfiren-Dessins auf hell. n. dunk. Fond, garn. Schalkragen, Gr. 42-46 Damenmantel 21 50 shetlandartiger Stoff, mit Biesenstepperei Damenmantel 32 m moderne Fasson, mit breiter Rückenfalte Damenmantel«� 38 m aparte Dessins, mit mod. Sattel nnd Gürtel Kasha-Mantel 42 m reine Wolle, aparte Form, mit reicher Ledergarnitnr Kinderkleid Sää 475 (Jede weitere Größe 50 Pf. mehr) Mädchenkleid i— Öso anarte lebhafte Muster, Länge 50-85, Länge 55 (Jede weitere Größe 75 PL mehr) BackfischkleidH|1675 Armein, flotte Muster, Länge 90-100, Länge 90 Knabenanzug S Zso blau-weiß gestreifter _ Crettonas für ca. 2 bis 6 Jahre, für ca. 2 Jahre (Jede weitere Größe 30 Pf. mehr) Kieler Anzug Kädettstoff, Kr ca. 2 bis 14 JahfeTtör ca. 2 Jahre (Jede weitere Größe 60 PL mehr) Sportanzug (Jede weitere Größe 1.— Lodenmantel gemust. Stoff, für ca. 4 bis 14 Jahre, für ca. 4 Jahre (Jede weitere Größe 1.— mehr) oliv Sfrichloden für ca. 2 bis 14 Jahre, für ca. 2 Jahre (Jede weitere Größe U5 mehr) 1350 1125 düaathstcff� 85 Pf. Tupfen-Musselin aparte Farbenstellungen. Meter Wasch-Kunstseide ORo« elegante Druckmuster, Meter 5? Bedruckter Vollvoile-1.= neueste Muster, Meter' 40 Tupfen-Waschseide-icn Kunstseide, die große Mode, Mtr.• 00 Reinwotl. Krepp-Musselin<1 RC. moderne Druckmuster, Meter' IfCleSderstcffe Moderner Kasak-Stoff 47R mit Kunstseiden-Effekten, Meter''" Kasha-Travers n mod. Farbensteliungen, Meter dl AU Kasha Melange Kr Kleider Q Qn | u. Mäntel, ca. 130 cm bn, Meter � Schattenrips reine Wolle,' Q Q« großes Farbensortiment, Meter»u Seidenstoffe Bedruckte Bastseide d 7c mod. Muster, ca. 80 cm br� Mtr.» /0 Naturfarbige Rohseide 1-»� reine Seide, Meter ,yu Waschseide reine Seide, OftK viele Farben, ca. 85 cm br� Mtr. � 00 Bedruckt Cräpe de Chine o 9n eleg. Dessins, ca. 100 cm br� Mtr. 'Oamenwdsche Taghemden 1�- Ook mit Stickerei u. Spitze,•' 0 � Hemdhosen-jgg m-Stic� �25 mStidtuJVlotiv CompletS Kunst.«7c: farb- IOtR seide m.Spitze, glatt � gestr. Iv/ f O Nachthemden QOI- m.stick, Q7t. im Stoff gestickt � u. 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Kunstseide, gemust Rock einfarbig, moderne Farben reine Wolle, Lumberjacks mit kunstseid. Muster, Rock einfarh. (Audi Extra weifen, bis GröBc SO) Damen-Strlckrock reine Wolle, moderne Farben Damen-Pullover m.umiege- krag. Wolle m. Kunsts. gemust Damen-Pullover Kunstseide, bunt gemustert Damen-Westchen reine Wolle, weiß mit bunt Damen-Cape reine Wolle m. Kunstseide, weiß m. bunt, farbig 1475 21m 29m Qts 975 625 375 15 m tfleSse-*9rt!ßet Handkoffer Hartplatten. 8 Vulkanfiber. Schutzecken, Metallschiene u. Zugschlösser Lg. 30 35 40 45 50 cm 290 325 375 395 435 Handkoffer Vulkanfiber, sehr leicht n. dauerhaft, m. 8 Schutzecken, MetaJIschiene, lederbezogenem Griff und Zugschlössern Lg. 30 35 40_ 45 50 cm 490 050 090 675 725 Kupeekoffer Hartplatten, m. 8 Vulkanfiber- Schutzecken, Metallschiene, Packgurten und Zugschlössern Lg. 55 60 65 70 75 cm 490 050 075 6m 625 Kupeekoffer Vulkanfiber, s�hr leicht 1. dauerhaft, m. 8 Schutzecken, Metallschiene, lederbezogenem Griff und Zugschlössem Lg. 55 60 65 70 75 cm 925 1025 11m 12m 1275 Handkoffer aus schwarzem Duck, mit abger- Ecken, Moiräfutter u. Deckeltasche Lg. 30 33 36 37 42 cm 875 950 10m 1050 1150 Leder-Reisekissen mit KapokfüUung. 25X30 cm Rucksäcke imprägnierter Jagdstoff, mit breiten, geschweiften Rindlederriemen, Ledereinfassung, Vortasche u. Schutzkappe Größe Aon Größe KeA 46X50 cm �t'90 48X55 cm 050 325 Damenstrümpfe JH., las"•sriso 225"iHr 3 75 3Jr. 2ZS» IS. Jdir jaus ��6 Soimtag, IS, Mal ISZS Für den Achtstundentag! Schlagt am 20. Mai die soziale Reaktion! Die D«iu«r der täglichen Arbeitszeit bietet m der Geschichte der Arbeiterbewegung stets einen Gradmesser für den jeweiligen Stand der sozialen Kräfteverhältnisse. Es ist deshalb verständlich, daß die Sozialreattion im Zeichen des Bürgerblocks ihr« ganze Stoß- traft gegen den Achtstundentag eingesetzt hat. An der Wieg« der sozialtstenreinen Reichsregie« rungen stand die Aushebung der Deniobilmachungsverordnungen. Die Ausbeutung der Belegschaften steigerte sich zur unerträglichen Ueberstundenwirtschaft. obwichl zwei Millionen Arbeit»« lose die Möglichkeit einer Arbeitszeitverkürzung deutlich aufzeigten. Die Gewerkschaften aller Richtungen drängten deshalb Ende 1926 auf Schaffung eines Rotgesetzes. Ym Reichstag hatten aber schließlich die sozialistffchen und christlich-sozialen Arbeiter nur noch einen Anwalt ihrer Forderung, dieSozialdemokratischeReich»- tagsfraktion, während der' Bürgerblock eiuschlieh- lich Zentrum mit dem im Frühjahr 1927 verabschiedeten Arbeits- zcitnatgesiG das Signal zum internationalen Zehnstundentag gaben. Di« englischen Bundesgenossen der deutschen Scharsmacher sahen alsbald in diesem neudeutschen Arbeitszeitgesetz die willkommen« Gelegenheit, international gegen den Achtstundentag vorzustoßen. Es ist das gemeinsame Verdienst der englischen Konservativen und des deutschen Bürgerblocks, wenn die englisch« Regierung in Gens die Revision de« Washingtoner Abkommens im Sinne einer Verschlechterung wagen durfte! Es bleibt andererseits das große Verdienst der Sozialistischen Ärbeiterinternationale und des Internationalen Gewert- schaftsbundes in Amsterdam, wenn die international« Soziolreoktion auf einen unüberwindlichen Widerstand gestoßen ist. Die Attion gegen den Achtstundentag hat im Zeichen des Bürger- blocks eine kräftige Hilfe gefunden. Die Großeffenindustriellen kannten unter der Unternehmerregierung Marx. Schiele- Herzt den Versuch zur Beseitigung des Achtstundentages für die Schwerarbeiter in den Eisen- und Stahlhütten wogen, sie dursten ungehindert mit der Stillegung dieser wichtigen Schlüsselindustrie drohen und Hunderttausende von Arbeitern brotlos wachen, um ihr« unsozialen Zielen näher zu kommen. Der Bürgerblock hat w außerdem versäumt, dl« im Arbeitsschutzgesetz oorg�chen« endgültige Regelung der Arbeitszeit noch vor der Auflösung de« alten Reichstages einzuleiten. Die Entscheidung liegt deshalb bei dem neuen Reichstag. Insofern wird die Verwirklichung des Washingtoner Abkommen» in letzter Linl« nicht in Genf, sondern am 20. Mai in Deutschland«nt. schied«», vi« deutsche Arbeiterklasse hat es in der Hand, einen staxt sozial gerichteten Reichstag zu wählen und damit die gesetzliche Sicherung des Achtstundentages zu gewährleisten. Wer das will, wählt am 29. Mai clste-t. Seuischnalionale und LWungSpoM. -10 Locamo-Kragen der Dewschen Volkspartei.- Die Oeutfchnationalen tragen die volle Verantwortung! Wer ist's? Der„staatsbürgerliche� Wahl dienst— und was dahinter steckt Da» Dunkel um den sogenannt« �staatsbürgerlich« Wahl dienst' beginnt sich zu licht«. In Frankfurt am Mai» ist ein Aufruf nicht anonym erschien«. Au« d« Unterschrift« geht hervor, daß sich alle großen bürgerlichen Parteien daran beteiligen. Natürlich nicht die Sozialdemokratie. Also ei» Wahl. schleppdlenst gegen die Sozialdemokratie. In Berlin wall« die Herrschaften„der besonder« Verhält- uisse weg«' ungenannt bleiben. Die besonder« Verhältnisse— da« sind eben die Männer, die ihn finanzieren. Es sind fast ausnahmslos Direktoren großer Industrteunter« uehmungen, ausnahmslos den Rechtspartoie« an- gehörend, darunter ein Dorftondsmitglted der Arbeitgeber- Vereinigung und ein Generaldirektor der Snorrbrems«. In der Praxi» wird dieser Wahldienst als Schleppkolonn« für die Deutschnationalen funktionieren. Er wird von bürger» licher Pflicht reden, und Stimmenfang für die Deuffchnationol« meinen. Unternehmermache gegen die Sozialdemokratie! Wir warn« öffentlich alle Wähler vor diesem Täuschungsversnch! Blöder Wahlschwindel! Die„Deutsche Zeitung" beleidigt Kinde nburg. Di«„Deutsche Zeitung' hat herausgefuwüen. baß die hier nochmals wicdergegebene Figur des Scharfrichter» in unserer Karikatur vom gestrig« Tage kein« anderen ol»—— d« Reichspräsidenten v. Hindenburg darstellen soll! Heber diese ihrer eigene» schmutzigen Phantast« entsprungenen Erfindung«trüstet sie sich dann künstlich so sehr, daß st« sogar nach dem Staat»- anmalt schreit. Wenn aber der Staatsanwall sich für dies« Angelegenheft interessiert, so kann er sich nur an die„Deutsche Zeitung' hall«. die sich zum Zweck einer antisoztaldemo« kratischen Wahllüge die gar nicht bo« stehende Verbindung zwischen dem Reichspräsi« denten und der Figur eines Henke» zu rechtfingiert hat. Do zu erwarten steht, daß der bSd« Wahl« schwinde! der„Deutsch« Zeitung' von der deutschnattonol« Pro. paganda wie Zucker aufgenommen werden wird, hängen mir ihn hiermft niedriger. Verurteilter Landbundheher. 700 Ml. Geldstrafe wegen Sloffsrdenmg zum Steverstreck. Da» Amtsgericht Schwerin verurteilte am Sonnabend den Hauptgeschäftsführer Bremer vom Kr eis 1a ndb und Schwerin auf Grund der Derordnuug des Reichspräsident« vom 13. September 192S wegen Aufforderung zum Steuer« streik zu 709 Mark Geldstrafe. Bremer hatte in einer Schweriner Landbundversammluug am 12. März d. I. die bekannte Landbuichentschließung oerlesen, Äe damals am gleich« Tag»« all« Teilen Deutschland» in d« Landbundversammlung««mg«- nommen wurde._,__________.___ i_. Gegenüber der deutschnationalen Wahldemagogie, die die Maske der„nationalen Opposition" vornimmt, formu- liert der Pressedienst der Deutschen Volkspartei die folgenden Fragen, auf die er eindeutige Antworten gibt: „Da die Deutschnationale Bolkspartsi au» rein innerpakAfch« und wohltaktischen Gründen die Außenpolitik in die Wahlagitation hineingezogen hat, so sei« an sie folgende Frag« gestellt: 1. Ist e» richtig, daß der erste Borschlag an Frank- reich zum Abschluß eines Rhein- und Friedenspakt« unter An- erkenmrng der bestehenden durch den Vertrag von Versailles geschaffenen Grenzen von einem deutschnationale» Außenminister gemacht wurde? Aniworl: Jawohl! Durch den deutschnatdmal« Minister Rosenberg» der Außenminister im Kabinett Enno war. Die Oeffmtlichkeit hat davon zum erst« Male Kenntnis erhall« durch eine Rede Cunos vom ZI. Dezember 1922. Poincarä ging bloß nicht darauf ein, weil er auf d« Zerfall Deutschland» und«ine Geleg«hell hoffte, die Stuhr zu befetz«, nxis er kurz« Zeit darauf getan hat. 2. Ist es richtig, daß die Deutschnational« sich wenigst«« still- schweigend mit dem AngebotEtresemann» vom 9. Februar 192S«inverstanden erklärt Hab«? Antwort: Jawohl, denn sie sind in derRegiernngge- blieben und Hab« da» Memorandums Etresemann, in keiner Weise zum Anlaß genomm«. die Beteiligung an der Regierung zu kündig«, obwohl gerade damals der Augenblick dazu gegeben war. Z. Ist es richtig, daß die Deutschnationole Bolkspartei im Gegenteil der deutschen Rote vom 29. Juli 1925 zuge- stimmt hat, obwohl dies« Rote erst die genauen Grundlag« für die Verhandlungen in Locaxno schuf und nicht wenige? als fünfmal auf das Februarmemorandvm Bezug nimmt trnd außerdem ausdrücklich feststellt, daß die Verhandlung« sich nicht auf«ine Aendervng des Persailler Bertrage» bezieh« sollt«? Antwort? Jawohl? Denn der Antrag der Regierungspartei«. der die Billigung dieser Rote verlangt, trägt an erster Stell« den Name» de» Grafen Westarp. Zuge- stimmt hoben alle Partei« mit Ausnahme der Völkisch« und Kommunist«. 4. Ist es richtig, daß die Deutschnationale Brfksptrrtei damit die volle Verantwortung für dt« vnjkxmdllmg« in Loearno übernommen hat? Antwort: Ohne all« Zweisel. Deusschnatlonak« Tageszettu»- gen haben damals noch ausdrücklich festgestellt, daß es durch diese Rote gskung« fei, für Loearno.eine einheitliche Linie und ein« einheitlich« Weg für all« Regierung»- Parteien zu find«'. 5. Ist es richtig, daß die deutschnaüonal« Minister in der Sitzung de» Reichskabinetts am 29. Oktober 1925 noch der Rückkehr der deutsch« Delegierten au» Loearno eine« unter dem Vorsitz Hindmburgs gefaßt« Beschloß zugestimmt Hab«, der die Haltung der deutschen Delegation billigt nnd die Fortsetzimg der dort begonnen« Politik verlangt? Antwort: Jawohl! Diese Tatsachen wurd« all« deutsch- national« Leugnungsversuchen gegenüber»och einmal durch ein amtliches Kommunignä vom 39. Oktober 1925 festgestellt. 6. Ist es richtig, daß der deutschnationale Minister Schiele be- reit» in einer Kabinettssttzung vom 19. Oktober erklärt hat, daß er mit einem l a ut« n„Ja' die Billigung aussprech« würde? Autwort: Jawohl! Auch diese Tatsache wurde durch eine wettere amtlich« Erklärung der Reichsregieeung vom November 1925 der OeffentNchkett gegenüber festgestellt. 7. Ist es richtig, daß die Deuffchnatianal« sich durch die An- nahm« der Richttini« des Zentrum« im Januar 1925 verpflichtet Hab«, die in Loearno begonnene Politik foptzn» setzen? Antwort: Jawohl! Denn dies« Forderungen wurd« aus- drücklich in den Richtlinien erhoben, auf die sich die Denffchnational« beim Zustandekomm« der letzt« bürgerlich« Regierung verpflichtet Hab«. 8. Hat die Deutschnationale Bolkspartei also alle» enf- scheidenden Schritten, die die Politik von Loearno vor- bereitet«, zugestimmt und hat sie sich dann später im Jahre 1927 zur Forsetzung diese? Politik«t schloff«? Antwort: Ganz unbestreitbar, wie au» b« mllget�lt« Tat- fach« hervorgeht. 9. Kann die Deutschnational« Bolkspartei also die B«rant- wvrtung für die deutsche Loearno» und Verständigungspolitik Stnesemaims leugnen? Antwort: Rein! Sie handelt« nicht nur ehrlich, fondern auch fhig, wenn sie sich offen zu dieser Politik, die der einipg mögliche Weg zier Befteiung und zum außenpolitisch« Aufstieg Deutsch- lands ist. bekennen würde. 19. Was beweis« die deutschnational« Leugnungsversuch«? Antwort: Sie beweis« die politische HalNoii gleit«rnd kln- «veriöff: gleit einer JJarid. die sich deutsch and national mant!* Es ist eine scharfe und gründliche Abrechnung Stresi- manns mit dem Grafen Westarp! Schiedsvertrag mit Nordamerika. Bemerkenswerte Ausnahmen. Die am 5. Mai 1S28 in Washington unterzeichneten Verträge zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten von Nordamerika besagen in der Hauptsache: Alle zwischen beiden Regierungen entstehenden Streitfragen, welcher Natur auch immer, kommen, wenn sie auf dem gewöhn- lich« diplomatisch« Wege nicht beigelegt werden können und nickst die Entscheidung ein«, zuständigen Gerichts angerufen wird, zu? Untersuchung und zum Bericht vor ein« ständige tnternatio. nal« Kommission: während der Untersuchung und vor der Erstattung de» Berichts wird nicht der Krieg erklärt oder Feind- feligkeiten eröffnet. Die Koinmissio» hat fünf Mitglieder: je•eines soll durch die betreffende Regierung gewählt, je ein weiteres Mit- glied von jeder Regierung au» einem drillen Land« und das fünfte Mitglied van beid« Regierungen gemeinsam gewähll werd«: diess» Mitglied darf nicht Angehöriger eines der beiden Länder sein. Di« Verhandlungskosten tragen beide Regierungen zu gleich« Teilen. Die Kommission ist innerhalb von sechs Monaten nach Rallfikotion dieses Vertrages zu bilden. Nicht auf ander«» Weg« beigelegte Streitfragen sind f o f o r t der Kommission zu unter- breit«: sie kann auf einstimmig« Beschluß auch von sich aus ihre Dienst« zu diesem Zweck« anbieten. Die Partei« werd« der Kommission aye Hilfsmittel nnd Er- l-ichterung« verschaffen, die für ihre Arbeft erforderlich sind. Der Batcht der Kommission soll innerhalb eines Jahres fertiggestellt fein, es sei denn, daß die Partei« einoerständlich die Frist verkürzen oder verlängern. Die Part«« bchaldm sich vor. hinsichtlich des Streitgegen« stand« nach freiem Ermessen zu handeln, sobald der Bericht der Kommission erstattet Ist. Der Schiedsgericht svertcag bestimmt: All« in internationale» Angelegenheiten zwischen d« Partei«» entstehend« Streftigkeft«, bei welchen die ein« Partei gegenüber der ander« aus Grund eine» Vertrags oder auf anderer Grundlage ein Recht in Anspruch nnnmt, sollen, sofern sie nicht aus diplomatischem Weg« oder durch Anrufung der Dergleichskom. Mission geregelt sind und sosern sie nach den Grundfitzen von Recht Erster Schaljapin-Abend. .Vorill Godunoff.' Der erst« Abend des Schalsapi«. Gastspieles in der Staatsoper Unter den Linden zeigt d« groß« Künstler in seiner grandios« Gestaltung des Boris Godunoff. in der«r gewiß nicht seinesgleichen hat. Kraftvoll die Leistung des mitwirkend« Chores der lettisch« Rigaer Rationaloper. lieber da» russische Ensemble und die gesamt« Aufführung wird »och«mführllcher z» red«» sei». und Billigtest«ntscheidbar und somit ihrer Natur nach für ein Rechtsoerfahr« geeignet sind, auf Grund einer in jedem Einzelfall durch«ine besondere Vereinbarung zw treffend« Entscheidung dem Ständigen Schiedshof im Haag oder einem anderen Gericht vorgelegt werden: besondere Verein- barung soll nötigenfalls die Bildung dieses Gerichts regeln, sein« Befugnisse bestimm«, den Streitpunkt oder die Streitpunkte be- zeichnen und die zu entscheidende Frag« festsetzen. Eine Berufung auf die Bestimmungen dieses vertrage» ist ausgeschlossen bei allen Streftsragen. deren Gegenstand a) unter die Gerichtsbarkeit einer der Portsien fällt, b) in die Interessen dritter Parteien eingreift, c) auf der Aufrechterholtung der gewöhnlich als' 1 Monroe-Doktrin bezeichneten herkömmlichen Haltung der Bereinigt« Staaten in amerikanischen Frag« beruht oder in die Aufrechterhol- tung dieser Doktrin eingreift, ck) auf der Beobachtung der Deutschland nach der Dölkerbund»- satzung obliegenden Verpflichtungen beruht oder in die Beobachtung dieser Verpflichtungen«ingreift. Die im Vertrag erwähnte Monroe-Doktrin verbietet jede Einmischung nicht amerikanischer Staaten in irgend- welche zwischenstaatliche Angelegenheiten auf dem ameri- kanischen Kontinent. Die Verpflichtung Deutschlands aus der Völkerbundssatzung ist vor allem die Anerkennung der Friedensbestimmungen von ISIS, aber auch der Gehorsam gegen Dölkerbundsbeschlüsse, an denen Nordamerika bisher nicht mitwirkte._ Gowjet-Gabotage-Verfolgungswahn. Zmmer neue Verhaftungen. Bau zwei Ingenieur« der nordtaukasifchen Eisenbahnwerlstätt« behauptet die Moskauer„Arbefter-Zeftung', daß beide und ihre Spießgesellen eine Polftik der Diskreditierung der Ge» werkschoftsorganisation getrieb« und bewußt die Werk» statte» in einen Zustand gebracht hall«, daß sie Gefahr liefen, ge- schlössen werd« zu müssen: Di« Maschinen wurd« einfach nicht repariert. Wertvolle Maschinen logen auf dem Hofe herum; Maschinen, die»och in gutem Zustande waren, wurd« als Eis«« verkauft, im Auslande wurden Maschinen gekauft. deren man nicht bedurste usw. Mft einem Wort: nicht allein lln- fähigkeit. sondern„wirtschaftliche Konterrevolution', Das neueste Schlagwort für Dummensang. Dr. Eduard Vcuesch. der tschechoslowakische Außenminister, wird nächstens die Reichsregierung besuchen. Das Kommen des lefteuden Au�npolftikers unserer Nachbarrepubllk, mit der Deutschland die best« Beziehungen hat. ist ebenso erfreulich wie selbstverständlich und langatmig« Betrachtung« über den„Zweck" Weißer Terror in Litauen. Zuchthausurieite eines Osfiziergert'chts. mit Hilfe einiger Freund« entfliehen. Die Polizisten kehrten dann noch die Wohnung um und zogen ab. Doch das Mißlingen mußte gerächt werden. Man verhastete zunächst die Hauswirtin Susanne Petrauskas und fünfzehn andere Personen, darunter Frauen und Kranke: alle wurden in das berüchtigte Kon- zentrationslager Warny gebracht. Die erste Untersuchung ergab keinerlei Anklagematerial. Die„Schwalgiba* fertigte ein fiktives Protokoll an, das den Verhafteten einzeln zur Unterschrift vorgelegt wurde. Alle weigerten sich es zu unterschreiben. Daraufhin griff man zu den r o h e st e n F o l t e r m i t t e l n. Die Verhafteten wurden geschlagen, gewürgt, auf jede Art gequält, m i t Füßen getreten. Einer der Verhafteten wurde unter diesen Folterqualen wahnsinnig: Susanna Petrauskas mußte ohn- mächtig ins Krankenhaus gebracht werden.. Unter diesen Methoden haben denn auch einige der Verhafteten das„Protokoll"' unter- schrieben: darauf stützt sich jetzt die ganze Anklage, die vor das Kriegsgericht kommt. Amnestie? Sonma. 12. Mai. Den von der lttautfchen Regierung vorbereiteten Amne» stie erlaß zum Staatsfeiertag des 15. Mai hat Smetona bs- stätigt. Die Amnestie sieht für mehrere Gruppen Gefangener, darunter auch politische, die vollständige Begnadigung vor. für andere eine Herabsetzung der Strafe. Diejenigen in den Ge- fängnissen befindlichen Verbrecher, die vor dem 15. Mai zum Tode oerurteilt worden sind, werden ohne Ausnahme zu lebens- länglicher Gefängnisstrafe begnadigt. Den zu lebenslänglicher Haft Verurteilten wird die Strafe auf 20 bzw. 15 Jahre herabgesetzt. Wies gerade trefft. Was deutschnationale Wahlparolen wert sind! Die oerfasfungspolitischen Wahlparolen der Deutschnationalen lauten:„mehr Macht dem Reichspräsidenten", und Homogenität der Führung in Reich und Preußen". Wie sie gemeint sind und was sie wert sind, zeigt die folgende Stelle aus der deutschnationalen.�Zrtelsburger Zeitung": „Die Sozialdemokratische Partei hat in der Erwartung, sich infolge der Urteilslosigkeit, Schlappheit und Gleichgültigkeit weiter Wählerkreise bei der nächsten Reichstagswahl durchzusetzen, ihre Kandidaten für die Reichsministerien bereits ausgesucht. Sie heißen: Otto Vraun, Reichskanzler, Seoering, Reichswehr- minister, Hilferding, Reichsfinanzminister. Außerdem beansprucht man noch zwei weitere Ministerien. Was bedeuten diese Namen? Otto Braun: Uebertragung der sozialdemokratischen Diktatur in Preußen auf das Reich: Vereinigung des Amles des Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten in der Hand eines feine Macht rücksichtslos gebrauchenden Sozialisten." Und den König absolut— wenn er unseren Willen tut! Homi� genität bei Führung in Reich und Preußen— aber selbstverständlich nur durch einen deutschnationalen Reichskanzler! Sonst schwärmt man für Trennung der Gewalten. Mal so, mal so— wie es gerade trefft! Loucheur das Zünglein an der Wage. Großer Andrang zu seiner Gruppe. Paris, 12. Mai.(Eigenbericht.) Der Ministerpräsident P o i n c a r 6 ist gestern wieder nach seinem Landgut Sampigny abgereist, weniger ui.k sich der Erholung zu widmen, als um seine Programmrede für die Eröffnungs- sitzung der neuen Kammer aufzusetzen. In der F r a k t i o n s- b i l d u ii g der neuen Kammer beginnt man allmählich klarer zu sehen. In der Mitte, zwischen Gruppe Loucheur und Marin, ist nun allein noch eine unentschieden schwankende Masse von etwa 150 bis 160 Abgeordneten übrig geblieben, die noch nicht recht weiß, unter welcher Flagge sie sich zusammenschließen will. Sollte es nicht gelingen, einen einzigen linksrepublikanisch tendierenden Block zu bilden, dann dürfte der größte Teil dieser Masse zu Tardieu und Leygues stehen. Einige weitere 20 Mann, die sich um L e T r o c q u e r geschart haben, schwanken noch zwischen dem Anschluß an Loucheur und einer ohnmächtigen Selbständigkeit. Weitere 30 Mann vollen eine„demo- tratische Zlllianz" gründen, wenn es nicht gelingen sollte, den E i n- h e i t s b l o ck von Loucheur bis Poncet zusammen zu bringen. Die zum ersten Male gewählten Neulinge, die eine Gruppe der soziali- stisch-wirtschastlichen Aktion gründen wollten, haben nur etwa 30 Ab- geordnete zusammenfinden können und werden daher wohl auf«ine besondere Fraktion verzichten müssen. Letzten Endes werden sich eist Unentschiedenen entweder um Loucheur oder um Tra- d r e u r gruppieren. Loucheur, der genau weiß, daß er in der neuen Kammer das Zünglein an der wage spiest, zeigt sich sehr reserviert. Im„Pettt Journal" erläßt er heute schon ein Programm. Er erklärt, daß er weder für das Liakskartell noch für die Rechlskoalition zu haben sei. Er wolle nur Fortsetzung der Nationalen Einigung. Der Andrang zu ihm ist besonders groß, deshalb, weil Kammergerüchte wissen wollen, daß die Gruppe Loucheur die meisten Aussichten für energische Ministerkandidaten biete. Autonomifien und TeULtmoti. Oepeschenbezug aus Deutschland und Venchterfiawtng dahin soll Hochverrat sein! Colmar, 12. Mai.(Eigenbericht.) Im Autonomistenprozeß glaubt die Anklage beweisen zu könnar, daß Beziehungen zwischen Autonomisten und Deutschland be- standen hätten. In einem Brief vom 23. Oktober 1926, den Ange- klagter Heil vom Direktor Seeger(Telegrapheimnion, Berlin) er- halten hat, ist die Lieferung des Nachrichtendienstes an die.Volks- stimme" für ein halbes Jahr zugesagt. Der Vorsitzende läßt Hell noch einen weiteren Brief desselben Verfassers vom 20. Sez»> tember 1923 vorlegen, aus dem hervorgeht, daß Hell für die Telegraphenunion gearbeitet und von ihr honoriert Die„Große Berliner". Von©r. Paul$. Schmidt. Wie man 380 Künstler mit über 800 Werken zusammenbringt und dabei doch eine gute Ausstellung schafft: dieses Kunststück haben die Düsseldorfer gezeigt. Da» Geheimnis bestand allerdings darin, daß sie keine Künstl erverbände auft orderten, sondern sich selber der Müh« unterzogen, bei jedem einzelnen vorzusprechen und das Beste im Atelier herauszusuchen: so kam ein Querschnitt durch die deutsche Kunst der Gegenwart von überzeugender Gestalt zu- stände. Die.Große Berliner", die uns jedes Jahr in den Marter-, kosten am Lehrter Bahnhof hineinnötigt, steht seit Urzeiten auf dem entgegengesetzten Standpunkt. Hier marschieren nur geschlossene Verbände auf. die ein« bestimmte Anzahl Quadratmeter für ihre Mitglieder, beanspruchen und deren Einsendungen im Schoß der Familie jurieren. Sollte es irgendjemand interessieren, welchen Untergrüppchen eines der ausgestellten Werke sich entrungen hat, ob dem Verein der Künstlerinnen, der Allgemeinen deutschen Künstlergenossenschaft, Ortsverein Berlin E. V., oder vielleicht am Ende gar dem ob seiner Gefährlichkeit(oder Ungefährlichkeit) ganz in die Ecke geschobenen.Bund der Freien"? Die Herren, die dem geplagten Kunstfreund das schwere Kreuz der großen Kunstausstellungen auferlegen, sollten sich einmal bei Staatssekretär Schulz, oder in Düsseldorf erkundigen(wenn sie schon zu stolz sind, Lehren von der„Juryfreien' anzunehmen), wozu solche Darbietungen eigentlich da sind. Künstleroerbände samt ihren Eifersüchteleien interessieren uns nämlich gerade so wenig wie ein beliebiger Skatverein in Neukölln. Wir wollen»nchts sehen ol» die Leistungen von echten Künstlern: möchten sie doch diese simple, ach, so banale Wahrheit endlich begreifen. Die unüberwindlich«: gähnend«, die verzweifelte Langeweile ihrer Riesenkunstmärkte rührt daher, daß man Vereinsprodukte ausstellt, an Stelle von persönlichen Leistun- gen: daß man es im Schock billiger tut und nicht die geringste Rück- sicht auf die Leute nimmt, denen man doch gefallen, von denen man schließlich gekauft werden möchte, auf das arme, geduldige Publikum. Aber dem reißt auch die längste Geduld, und es ist wahr, daß die Künstler mit Recht über den stockenden Absatz' klagen. Das miß- handelte Objekt, die melkende Kuh wird störrisch, man kommt nicht mehr, man lauft nicht mehr. Das wahre Geheimnis der ganzen Sowno, 12. Mal. Das Kriegsgericht in Rofleni« verhandelte gegen 16 Personen. die im Zuni 1927 Banden zum Sturz der Regierung organisiert haben sollen. Es wurden verurteilt: der ehemalige Sejmabgeordnete Schikaiskas zu 12 Jahren, ein Angeklagter zu 10 Jahren, drei Angeklagte zu S Jahren, drei zu S Jahren, drei zu Z und eine An- geklagte zu 1� Jahren Zuchthaus, vier Angeklagte wurden freigesprochen. Memel, 12. vlai. wie das„Memeler Dampfboot" zuverlässig erfährt, sind in der Nacht vom 10. zum 11. Mai im Kreise Tauisch-Kroltingen 21 Personen verhastet worden, angebliche Angehörige der pletschtaitis- Organisation. Liiauische Gchwalgiba. Gleich Tschela, gleich Sigoranza, gleich Defensive. Riga. 12. Mai.(Eigenbericht.) In Kürze wird in Litauen ein politischer Prozeß verhandett, der so recht die oerabscheupngswürdigen Methoden der faschisti» schen Klassenjustiz zeigt. Nach dem Tauroggener Aufstand wurden in ganz Litauen be- kanntlich Masienverhaftungen der Sozialdemokraten vorgenommen. Die Sozialistenhetze wurde von der berüchtigten poliftschen Polizei. der„Schwalgiba", besorgt. Auch nach dem Sommerfitz des sozialdemokratischen Abg. W i �o n i s kam ein Trupp Geheim- Polizisten. Sie stiegen am Gartenzaun von den Rädern und be- gannen ohne weiteres eine Schießerei aus Parabellum-Pistolen, durch die auch Unbeteiligte gefährdet waren. Wikonis konnte aber Ausstellungs- und Bertaufsmisere darf aber gar nicht verraten werden: es ist sehr einfach und sehr einleuchtend, und die Spatzen pfeifen es von den Dächern: unsere Ueberproduktion an malendem Künstlerproletariat. Natürlich will sich keiner getroffen fühlen; un- entbehrlich sind sie all«, alle. Aber es ist doch merkwürdig, daß sie sich in Häufchen und Klumpen zusammenballen müssen, um etwas zu sein und Gewicht zu bilden, und unisono auszustellen. Natürlich sollen und müssen Künstler heute, wie ander« Hand- und Kopf- arbeite? auch sich gewerkschaftlich organisieren, um wirtschaftlich etwas durchzusetzen. Aber ist es denn das? Gehört ein so ideelles Unternehmen, wie eine Ausstellung in diese Wirtschaftskategorie? Schlimm genug, daß es mit den Künstlern überhaupt so weit kommen mußte, daß ihre Herde zu groß wurde, um sich w persön- sicher Vereinzelung, mit dem Recht des Genies, zu behaupten. Es gibt auch heute immer noch solche Eigenbrötler und stolz Isolierte: man wird die Großen der Kunst ganz sicher bei ihnen suchen dürfen. Eine Erstreckung des Herdenprinzips auf die Form künst- lcrischer Darbietungen ist jedenfalls eine ganz unsinnige und banau- fische und vor ollem unwirksame Maßnahme. Zu solchen trübsesigen Schlußfolgerungen muß man angesichts des Moabiter Glaslabyrinths gelangen, und man kann es keinem Arbeiter(auch keinem Geistesarbeiter) verdenken, wenn er sich ein für allemal weigert, dort hinabzusteigen. Selbst die Oasen in der Wüste der emsigen Kulturtätigkeit, die Sonderkollektionen, entbehren diesmal in überwiegendem Grade der Anziehungskraft. Vielleicht, ja sicher wird die Wander- ichau des Werkbundes„Internationale Baukunst" dem stärksten Interesse begegnen, da es sich um die fortgeschritten« Architektur Europas handelt; allen» sie tritt erst am AI Mai auf den Plan� vorkäufig hängen an ihrer Stelle die nicht sehr amüsanten Wett- bewerbsarberten für die Bauausstcllung 1930. Die historisch orientierte Kollektion des Archiwkturmalers Eduard Gärtner(1801— 77) ist für den Kenner sehr schön und fesselnd, man darf hier der Ausstellunasleitung uneingelchränk- ten Dank sagen: aber die feine Delikatesse dieser Biedermeier- molerei tönt Inmitten der überlauten Gegenwartskunst allzuzart. Ein Fehlschlag scheint mir die Gedächtmsschau für Morgner, man wird diesen zu ftüb im Kriege Gefallenen uns nicht als Genie aufreden: was er zu Lebzeiten gab, ist unzulänglich an jedem denkbaren Maßstab gemessen. Nicht viel anders geht es uns in dem Saal von A d o l f H ö l z e l, der ein ganz außerordentlicher Lehrer, Arizona O/G. Wildwestlicher Lleberfall auf eine oberschlesifche Zeitung. venlhen, 12. Mai. Gestern abend gegen zehn Uhr sind in ein Fenster de» Re- daktionsgebäudes des polnischen Blattes ,„K a t o l i k", in dem Licht war, zwei Steine geworfen worden. Als der anwesende Redakteur zum Telephon ging, um die Polizei zu benachrichtigen. wurden auf der anderen Seite des Gebäudes weitere Scheiben durch Steinwürfe eingeschlagen. Die herbeigeeilte Polizei hat die Uebelläter bisher nicht erwischt. Es wird ein Dummerjungen- streich angenommen. Die Polnische Telegraphenagentur weist darauf hin, daß dies der zweite Ueberfoll auf dieses Redaktions- gebäude seit Ostern sei. Todesurteile gegen Miliiärpersonen. 3ra roten Rußland und im weißen Rumänien. In Sebastopol wurden in einem Prozeß gegen 69 Personen, darunter Angehörige der Roten Armee, acht Angeklagte zum Tode verurteill, darunter auch ein ehemaliger Hauptmann des General- stabs, 61 Angeklagte zu verschiedenen Gefängnisstrafen. In Bukarest waren 30 Militärpersonen des Landesverrat« beschuldigt. Siebzehn Angeklagte sind zum Tode verurteilt, die übrigen freigesprochen worden. worden ist. Der Vorsitzende hält Heil vor, daß er vor dem Unter- suchungsrichter sich geweigert habe, den Briefschreiber zu nennen, irreführende Antworten gegeben und schtiehlich den Journalisten Beste! genannt habe. Heil hat m der Voruntersuchung ausgesagt, daß es sich um ein Angebot des Verlags Ullstein handle, das Destel vermittelt haben sollte. Heil erklärt, sich geirrt zu haben: nach- dem ihm jetzt die Originalschreiben vorgelegt seien, könne er mit Be- stimmtheit sagen, daß der Brief vom Direktor Seeger stamme. Zur Zeit des Briefwechsels habe er mit dem Gründer der„Dolksstimme" in keinerlei Verbindung gestanden. Der Brief vom Direktor Seeger, in dem es sich um das Nachrichtenmaterial der Telegraphenunion handelt, habe er keinem der Gründer der„Dolksstimme" überreicht. Die Verteidigung rügt, daß Heil in französischer Sprache vernommen worden sei, obwohl er diese Sprach« nur un- vollkommen beherrsch«. Die Verteidigung beantragt schließlich, Sachverständige zu vernehmen, die bestätigen sollen, daß die„Volks- stimme" weder technisch noch politisch nach den Methoden der Tele- graphenunion gearbeitet habe. R.-R. Klein weist darauf hin, daß der Brief Seegers bereits in den„Neuesten Nachrichten von Col- mar" und im„Mülhauser Tageblatt" wörtlich abgedruckt worden fei und fragt, ob diese Zeitungen ebenfalls mit dem Gencralstaats- anmalt in Verbindung stehen. R.-A. B e r t h o n stellt fest, man habe diesem Brief« Seegers in der Voruntersuchung so wenig Be- deutung beigelegt, daß man ihn nicht einmal in der Anklageschrift erwähnt Hab«, jetzt hole man ihn plötzlich hervor. Auch dieser Brief biete nicht Millionen, sondern lediglich Depeschen an. Der Brief gäbe auch nicht politische, sondern lediglich zeiwngstechnisch« Rat- schlöz«. • Der Abg. Michel Walter, ein bekannter Führer der Elfäfsi- schen Voltspartei, ist als Vorstandsmitglied der Partei zurückgetreten. Er hat sich wegen seiner ausgesprochen antiregi�nalisti- schen Haltung mit einem großen Teil der Partei überwarfen. Ein moderne» Skudenkenheim. das 00 Hochschülern Platz bietet, ist von der Gemeinde Wien erbaut und vom Bürgermeister Gen. S e i tz feierlich eröffnet worden. Beschimpfung der Republik. Wegen Vergebens gegen dqs Ge- setz zum Schutze der Republik mußten sich der Schriftleiter v. Soden st crn und der Oberst a.D. Eberhard v. d. Decken vor dem Großen Schöffengericht Berlin-Mitte verantworten. Ende Oktober v. I. hatte der 84iährige Oberst a. D. v. d. Decken einen Artikel„Treulose" in der Zeitschrist„Deutsche Treue" veröfsenllicht. In diesem Artikel wurde der monarchische Staat dem heutigen Staate gegenübergestellt, von dem gesagt wurde, daß seine Staatsverfassung auf Verbrechen, Rcchtsbruch, Empörung und Verrat beruhe und deshalb jeder rechtlichen Grundlage entbehrte. Das Gericht oer- urteilte o. d. Decken zu 5 0 0 Mark G e l d st r a f e und v. Sodenstern zu 250 Mark Geldstrafe. aber ein schwacher Gestalter war: das Beste in seiner Malerei sind noch die frühen realistischen Landschasten. Von Paula Moder. sohn-Becker hängen ein paar Zufallsbrocken da: das ist kein Ehrengedächtnis für diese große Künstlerin. Am ergiebigsten sind noch die ganz Modernen: Kurt S ch w i t t e r s, der sich mit ebensoviel Konsequenz wie Talent im Abstrakten sortentwickelt hat, und der ausgezeichnete Bildhauer M a t a r e, der ganz aus dem Tastempfinden, aus der glatten, plastischen Oberfläche des Holzes sein« Tiere rundet. Dem Herensabbath der überbleibenden Fülle von zweitausend Bildern, Zeichnungen und Skulpturen etwas Erwähnenswertes abzuringen, bedeutet rein persönlich« Wahllust und also Ungerechtigkeit. Genies sind wahrscheinlich nicht dabei; man muß mit Kostproben vorlieb nehmen. Am erfreulichsten, aber leider sparsam vertreten, ist immer der Humor: Walter Trier vor ollem(Saal 16), F. A. B u r g e r(Saal 36), Meckel, bei den Zeichnern(Saal 18). Es ist nicht einzusehen, warum man nicht Witz entfalten und doch ein guter Maler bleiben kann; Trier zum mindesten beweist es. Dann die Anmutigen, Zarten, vor allem Frauen: Auguste von Zitzewitz(Saal 38) und Martel Schwichtenberger (Saal 30) mit reizenden Porträts, Stilleben und Akten: Gertrud Stemmler(Sadl23), die diemodernenPrinzipiendesKonstruklioen ins Zarte abwandelt: von Malern der sehr graziöse G. W. R ö ß n e r (Saal 15) und der pikante O. Schaff(Saal 18). Die f. g. Sachlichkeit repräsentieren in einer fast schon schnlgerechten Prä- gung gut R. Schlichter(Saal 2?) und E. N c u s ch u l(Saal 22). Selbst bei den Slbstrakten, die im allgemeinen einen starken Mangel an Phantasie entwickeln, ragen so erfreuliche und anregende Cr- scheinungen heraus wie Ida Kerkovins(Saal 2-1, 371, Matthis Deutsch(Saal 34) und Stpckenberg(Saal 23). Ganz für sich steht, auf einem interessanten Uebergong zu dämmer- bafter Wirklichkeitsmalerei Artur Segal(Saal 24). Viel Gutes findet man, wie immer hierzulande, bei den Zeichnern(versammelt in R. 18 und 36): gute Aquarelkmrdfchaiten von Otto, R. Sachs, Krommer, R. Scholz; Anmutiges wieder bei S ch o f und Z i tz« w i tz, naiv gläubig bei Hildegard Weinitschks; mit strenger, graphsscher Haftung vor allem bei Schlichter, W. Schaeffer, zur Monumentalität gesteigert bei Hermann H u b e r. An Graphik im eigentlichen Sinn möchte ich den feinen Reifferscheid(Radierung) und die kräftigen Holzschnitte von Kanuenberg und Lartelt hervorheben. Reversible- Kunstseide: der elegante Mantel mit großem Puffen kragen j zweifarbige Bandscbleife //�-\� vf � Die obigen Angebole stehen Ihnen ab Montag zur Verfügung I- Schriftl. Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! --- L- m- a-* RjL4* I MmMnirt«in Wnrt und MM p le geboten! Efle geboten! wegen Aufgabe des seit 40 Jahren bestehenden Detailgeschäfts Mohrensir. 37a Nur Qualitätswaren! 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Du warst zu gut, um weiter lebe« zu liinnen. um stille Teiln-bme bitten Zra», Voleriu» Kamt!!- ch.lstna«» Ainntlie Famili. Meyer Saartlie»chsttz« Die Einäscherung findet am Man- tag. dem lt. Mai. um 17 llhr, im Areniaiorium Gerichtstraß« statt. mgang meines ichen Manne», de« Lackierer» OanluaBiiiiA Fllr die viele» Beweis« herzlicher Teilnahme beim Hei» lieben, unoergeßtichi unseres gu«» Dater», Franz Dotnschke sagen wir aus diesem Weg» allen Bekannten, der Woklsahrislommisston. dem Verband der Maler und Lackierer. sowie dem Reichsbanner und Wahl- verein unscren innigsten Daut Dran Donwcbk« and TSebter Für dt» vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine» geliebten Mannes und Daters Richard Daggeseil sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichen San! Hedwig Duggetelt Margarete Dagge»ell Ohne An. Damengarderobe. Gardinen, Decken. Ferner Einzel-Mdbel Schränke, Betten, Sofas. . Lüchen usw. Fahrgeldvcr- Mlibcl- und Warcnalisstattuna Äbisch u. Co.. 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Es ist erschütternd zu sehen, wie sich gegen den unfaßlichen Miß- brauch der Monopolgewall durch das Schwerkapital an der Ruhr sich weder von den Eisenverbrauchern noch von der übrigen Fertig- industrie, die samt und sonders in ihrer Rentabllität unvergleichlich viel schwerer bedroht werden, als es durch doppelle und dreifache Lohnerhöhungen, die w e n i g st e n s neue Kaufkraft bedeuten, hätte geschehen können, eine Stimme erhebt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der Verein deutscher Moschinenbauanftallen, so groß sein Exportmteresse sein mag, hinsichtlich der auf das Inland angewiesenen Produktionsmittelerzeuger diese zugunsten der Expor- teure verraten und verkauft hat. Der Reichsverband der deutschen Industrie, in dem die gcsanite Fertigindustrie zusammengesaßt ist. verhält sich schweigsam, steht in einer Front mit dem monopolistischen Schwerkopital, obwohl die Fertigindustrie, deren Kosten vielfach stärker erhöht werden, als es nach der erstmaligen Teuerung der Urprodukt« an der Quelle erscheiill, alle auf sie von den Vorstufen der Produktion abgewälzten Lasten zir tragen hat, und mit maßen- hasten Zusammenbrüchen bei allgemein sinkender Beschäftigung um so mehr zu rechnen hat, als auch die Tariferhöhung der Reichsbahn. die alle Vorstufen der Produktion ebenfalls abwälzen, von ihr auch nicht weiter algewälzt werden kann. verratene Wirlschaflspolilik. Di« eisenverarbeitende Industrie und die Industrien der Konsum- güter sind aber nicht nur von ihren Verbänden an das Schwer- kapital verraten, sondern auch von der offiziellen Wirtschaftspolitik des Reiches, die alle Grundsätze und geschworenen Eide der vergangenen Jahre preisgegeben hat, als das Monopolkapital der Ruhr zum Dik- tieren mächtig genug geworden war. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Eurtius kann sich nicht darauf berusen, daß Lohnerhöhungen die jetzige Entwicklung zwangsläufig gemacht hatten. Er hat vier Jahre hindurch beobachten können, daß die Politik höherer Löhne Deutschland nicht abwärts, sondern auf- wärts geführt hat, und daß die Preise deshalb nicht gestiegen sind. Er ist den Cisemnonopolisten gegenüber bereits im Januar nmg«- fallen und hat selbst die Warimngszcichen umgestürzt, die er im Iauuar, weil er schon die damalige Eisenpreiserhöhung für unge- rechtfertigt hielt, geglaubt hatte, aufrichten zu müssen. Nach einer von ihm nicht bestrittenen Meldung hat er sich bereits für eine Erhöhung der Eisenpreise gegenüber der Schwerindustrie gebunden. er hat das getan, obwohl er die Januarerhöhung für ungerechtfertigt gehatten Hot. er hat es weiter getan, obwohl ihm der klar zutage liegende Wille der Schwerindustrie, aus der mit seiner persönlichen Hilfe errichteien lückenlosen Marktherrschaft im Inland um jeden Preis alle Konkurrenzfolgen zu paralysieren und so das ganze Inland bewußt zum privatkapitalistischen Ausbeutungsobjekt zu machen, be- tannt sein muß. Was mehrere Jahre hindurch, da dke vesfentllchkeit dem Reichs- wirlschaftsminister Dr. Eurtius in einem ziemlich seltenen Grade vertraute, als ein Erfolg staatNcher Wirtschaftspolitik erschien, nämlich den wirtsehaslllchen Wiederausbau unter Hintanstellung schwerkapita- listischer Rücksichtnahmen im gesamtwirtschafllichen Interesse zu för- dern, wird mit einem Schlage von, Reichswirtschastsminister preis- gegeben. Es scheint heute, das ist der bis zum gegenwärtigen Augenblick unvermeidliche Schluß, vom Reichswirtschastsminister für richtig gehalten zu werden, daß die deutsche Schwerindustrie hohen Zollschutz, nationalen und internationalen Kartellschutz, eine völlig unkontrollierte Monopolgewalt im Inland genießen darf, während gleichzeitig durch diese Monopolausnutzung verarbeitende und Fertig. industrien jeden Schutzes, den die bisherige staatliche Wirtschaftspolllik zu gewähren schien, beraubt werden dürfen. Auch in der Person des Reichswirtschastsministers Dr. Eurtius zeigt sich, daß in den für eine Volkswirtschaft entscheidenden Augen- blicken eine Rechts-, d. h. nach der schwerindustriellen Monopol- und nach der großagrarischen Bodenrente orientierte Regierung alle Kreise in einer Volkswirtschaft verraten muß, die sich gegen diese schwerindustrielle Monopol- und großagrarische Bodenrente im eigencd Interesse wenden könnten. Verarbeitend« und Fertig- industrie werden zum Fußschemel des Schwerkapttals in demselben Augenblick gemacht, in dem das Schwerkapital zum Angriff stark genug ist, und die Konjunktur eine Wendung nimmt, wo oer- arbeitende und Fertigindustrie die Hilfe der Regierung auf das allernotwendigste brauchen. In tragischer Derkennung des Ernstes der Slluatlon, genarrt von der Illusion der Solidarität aller Unter» nehmerinteressen beugen{ich verarbeitende und Fertigindustrie nieder, um freiwillig der Schemel für die Schweriuduflrie zu fei»». Der einzige, der schon seit vier Iahren und auch heute die volkswirtschaftlichen und die Interessen der Fertigindustrie nie ver. raten hat, weil es einfach nicht möglich ist, das ist die organisierte Arbeiterschaft. Ihre Lohnsteigerungspolllik hat wohl Lasten ge- bracht, aber weil der Absatz wuchs, konnten die Fabriken ausgenutzt und schließlich rentabel gemacht werden. Sie hat mit schwerster Arbeitslosigkeit der Rationalisierung, von der ihre Lohnpolitik nur ein Teil war, große Opfer gebracht. Selbst wenn zur letzten Kohlen- Preiserhöhung Vertreter der Bergarbeiterschaft, um in erster Linie die völlige Beseitigung der gesetzlichen Kohlenbewirtschastung zu verhindern, ihre Zustimmung gaben, so kann das nicht nur psychologisch begriffen werden, sondern es mochte als ein letzter Akt. den schweren Auswirkungen der internationalen Kohlenkrisis noch einmal vorzubeugen, auch oolkswirtschastlich erlaubt erscheinen. In keiner Stunde der vergangenen schweren vier Aufbaujahre hat die organisierte Arbeiterschaft gezögert, alles zur Förderung der Der- arbellungs- und Fertigindustrie zu tun, zollpolitisch und export- politisch, ohne je auf Dank zu warten, was gegen schwerindustriell und großagrarijch eingestellte Regierungen getan werden konnte. Die verarbeitende und die Fertigindustrie haben diese Haltung der Arbeiterschaft für nichts geachtet. Sie erhalten heute von den Herren des Schwerkapttals aus deren eigenem Willen und als letzte Aus- Wirkung einer abtretenden Rechtsblockregierung den Fußtritt. Wir verzichten darauf, den Unternehmern der Produk- tionsmiitel- und der Konsumgüterindustrie zu sagen, daß ihre Jnter- essen in wirtschaftspolitischer Hinsicht gegenüber dem monopolistischen Schwerkapital nur mit der Arbeiterschaft, nicht gegen sie zu verteidigen sind, wir verzichten darauf, den Unter- nehmern der an den Massenverbrauch gebundenen Industrien zu- zumuten, am 2l). Mai für den kommenden Reichstag dadurch die Konsequenzen zu ziehen, daß sie für Kandidaten der organisierten Arbetterschaft stimmen. Sie werden selbst es sein, die am schnellsten aus der gegenwärtigen Situation lernen, ihre Fehler einsehen, ihre Solidarttätsillusionen verfluchen werden. Es soll ihnen heute nur gesagt werden, daß sie von ihren ehemaligen Verbündeten, mitsamt den Führern ihrer eigenen wirtschaftspolttischen Organisationen in einer der gefährlichsten Stunden notwendiger Interessenverteidigung zum Nutzen des Schwerkapitals, verlassen auch von der von ihnen selbst gestützten Regierung, preisgegeben worden sind. Wettere Besserung des Arbeiismarktes. Landesarbeitsamt Brandenburg meldet 4300 Unterstützte weniger. Die Aufwärtsbewegung des Arbeitsmarktes hat sich im all- gemeinen auch in der Berichtswoche fortgesetzt. Wenn sich auch das Tempo letzthin verlangsamt hat, so ist dennoch der Rückgang von Arbeitsuchenden und Haupwnterstützungsempsängern recht er- h e b l i ch. � Der Rückgang der letzteren Personen betrug in der Berichtswoche rund 4300. Gut aufnahmefähig verblieben weiterhin das Baugewerbe, die Baustoffindustrie sowie diejenigen Berufe, die für die Außennrbeiten in Frage kommen. Daneben weist u. a. das Gast- und Schankwirts- gewerbe infolge der Gestellung von Saisonkräften erhöhte Auf- nahmesähigteit auf. Gleichsalls boten der Waggonbau sowie einzelne Berufe des graphischen Gewerbes und das Handels, und Verkehrs» gewerb« erhöhte Beschäftigungsmöglichkeiten. Gut beschäftigt und daher immer noch ausnahmefähig ist der Kraftwagenbau. Während die Mäntelkonfektion, infolge Saisonschluß zu wetteren Entlassungen schritt, kann der Beschäftigungsgrad in der Herrenkonfektion noch immer als gut angesehen werden. Durch die allgemeinhin gebesserten Beschäftigungsmöglichkeiten erfuhr auch der Arbeitsmarkt für die Gruppe ungelernte Arbeiter eine recht wesentliche Entlastung. Die durch Schiedsspruch beendigten Differenzen in der Berliner Holz industrie in der letzten Hälfte der Verichtswoche haben sich auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausgewirkt; dagegen sind die Wirtschasts» kämpfe in der Musikinstrumentenrndustrie noch nicht zu Ende. Die Gesamtzahl der Unter st ützung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 118 283(122 S77), davon entfallen aus die Arbeitslosenunterstützung 99 420(102696), Krisen- Unterstützung 18 863(19 881)._ Die Gründung des ostdeutschen Waggontrusts. Die Fusionsverhandlungen zwischen der Li n ke- H o f m a n n A.- G., Breslau, der Waggonfabrik Busch, Bautzen, und den Sächsischen Waggonwerken in Werdau, über die wir bereits eingehend berichteten, sind jetzt zum Abschluß gekommen. Am 11. Mai haben die Aufsichtsräte der drei Gesellschaften die Fusion beschlossen, die jetzt noch von den Generalversammlungen zu genehmigen ist. Es handelt sich hierbei um eine völlige Verschmelzung dieser drei bedeutenden Unternehmen, die auch die Lokomotio- und Maschinenbetriebe bei Linke-Hosmann und Busch umschließt. Dieser bedeutende Zusammenschluß ist im Interesse einer wei- teren Gesundung der immer noch stark übersetzten Waggonindustri« entschieden zu b e g r L ß e n. Zu verurteilen ist aber, daß die Ver- walwngen einer nennenswerten Zusammenlegung des Aktien- tapitals ausgewichen sind, denn da- bisherige Aktienkapital der drei Gesellschaften von 31 7 Millionen Mark wird mit 30 Mil- lionen fast unverändert in die neu gegründete Gesellschaft über- nommen. Da schon eine Fusion kleineren Umfanges hohe Sonder- abschreibungen auf Werksanlagen bedingt, so wäre bei dieser Groß- fusion um so eher ein Kapitaleinschnitt im Interesse einer k ü n f t i» gen Rentabilität erforderlich gewesen. Offensichtlich hat aber der Einfluß der Großaktionäre eine auf weite Sicht«in- gestellte vernünftige Bilanzpolitik nicht auskommen lassen. Hochbetrieb bei der Hanomag. Wie gut es Hannovers Metallindustrie geht. Der Arbeltskampf in H a n n o o c r hat zur Genüge bewiesen, daß die dortigen Metallindusteiellen den berechtigten Forderungen ihrer Deiegschaften die gleiche Berständnislosigkeit entgegenbringen, wie dies Ihr« Kollegen in Berlin und Sachsen getan haben. Daß es der Metallindustrie Hannooers mindestens so gut geht wie den Werken im übrigen RelchsgeSlet, zeigte erst kürzlich der Abschluß eines der führenden Werke in Hannover, der G e b rl Körting A.-G., deren Gewinn« die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung zuließen und die auf Monate hinaus voll beschäftigt ist. Auch die H a n o m a g, die mit 5000 Arbettern und Angestellten die größten Maschinenbetriebe in Hannover besitzt, hat im Laufe dieses Jahres einen sehr kräftigen Aufschwung genommen. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Börsenprospekt für die 7-Mil- lionen-Mark-Anleihe hervorgeht, hat das Unternehmen seinen U m» satz im letzten Jahre um mehr als 60 Proz. stei» gern können und diese Steigerung im neuen Jahr fortgesetzt. Besonders wird darauf hingewiesen, daß der Lokcmotivbau durch einige große Auslandsaufträge voll beschäftigt sei, daneben aber auch iw den Auto- und Schlepperbetrieben, sowie im Dampfkesselbau flott zu tun sei. Natürlich vergißt die Verwaltung nicht, darauf hinzuweisen, daß die Auslandsaufträge für Lokomotiven nur zu gebrückten Preisen angenommen werden konnten, so daß für 1927/28 voraussichtlich kein« Dividende gezahlt werden könnte. Abgesehen davon, daß die kostensenkende Wirkung der großen Betriebsumstellung im Auto- und Schlepperbau sich erst im weiteren Derlauf dieses Jahres auswirken wird, die Gesellschaft also für eventuelle Gewinn« ausfälle un Lokomotivbau reichlich entschädigt wird, will dieser Hinweis der Verwaltung bei der bekannten vorsichtigen Bilanzpolitit der Hanomag für die tatsächlichen Ge> winne der Gesellschaft nichts besagen. Verschwundene 6 Mill. Tonnen Kohle. Der„Vorwärts� hat vor einiger Zeit auf den Widerspruch hin, gewiesen, daß die offizielle Statistik für 1927 nur eine Kohlen- sörderung von 118, die offizielle A b s a tz statistik dagegen 124,1 Millionen Tonnen ausweise. Unsere Frage, weshalb 6 Mil- lionen Tonnen in der Förderstatistik verschwinden können, wurde vom Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe dahin be- antwortet, daß bei den Absatzziffern die Belieferung der Zentral- tokereien doppelt gezählt worden seien. Eine große Anfrage der Zentrumsfrattion im Preußischen Landtag weist daraus hin, daß diese Erklärung nicht genügen könne. Im Jahre 1926 seien 112,1 Millionen Tonnen gefördert und 114 Millionen Tonnen abgesetzt worden, die Haldenbestände hätten sich Ende 1926 gegenüber dein Vorjahre aber von 8, 6 auf 1, 6 Millionen Tonnen verringert. Nach den amtlichen Angaben seien 1926 nur etwa 2 Millionen Tonnen mehr abgesetzt als gefördert worden, so daß fast 5 Millionen Tonnen in der ami- lichen Absatzstatistik nicht erschienen seien. Es wird deshalb vom Staatsministerium Aufklärung gefordert, warum diese 5 Millionen Tonnen in der amtlichen Abiatzstatistik für 1926 s edlen. und die Frage gestellt, ob die Förder- und Absatzstatistik von 1927, die durch die angeblichen Doppelzählungen höchst unklar geworden sei. durch eine Nachkontrolle richtiggestellt werde. Die Preise steigen. Wir haben kürzlich mitgeteilt, daß der Großhandelsindex im Durchschnitt des Monais April sich wieder etwas erhöht hat. In der Woche zum 9. Mai l)at sich die Cr- Öohung fortgesetzt: der Großhandelsindex ist von 140,2 aus 140,2 Proz. gestiegen. Agrarstojfe stiegen um 0,4, Kolonialwaren um 0,7, industrielle Rohstoffe und Halbworen um 0 2 Proz.; nur industrielle Fertigwaren sind im wesentlichen unverändert. Belegschaftsverstärkung und steigende Ilmsätze bei Sarotti. Die Sarotti-Schokoladenfabrik A.-G. in Berlin-Tsmpelhof, die seit 1925 jährlich die hohe Dividende von 12 Proz. an ihre Aktionäre zahlen konnte, hat im neuen Jahr einen weiteren Ausschwung genommen. Wie die Berwaltung auf der Generalversammlung mit- teitt, haben sich die Umsätze in den letzten Monaten wesentlich er« höht, so daß auch die Belegschaft um etwa 300 auf über 200 0 Mann verstärkt wurde. Sollte die Absatzsteigerung In dem bisherigen Umfange anhatten, so wird die Gesellschaft eine E r- höhung des Aktienkapitals, das zurzeit 8 Millionen beträgt. Ins Auge fassen. Das Bussengefchäst der AEG. Gegenüber der Behauptung, die ACG. habe an ihr«, Russenaeschäften Verluste erlitten,«r- klärt die AEG.-Verwaltung. daß das nicht in Frage komme. Da das Russengeschäfi in staatlicher Hand zusammengefaßt sei. könnten Verlost« nur bei Konzessionen oder bei der Nicbtnnnahme von Liefe, rungen enfftehen. Konzessionen habe die AEG. nicht, und alle Lieserunoen seien bisher abaenommen worden. Außerdem seien alle bisher fällig gewesenen Zahlungen Rußlands völlig fristgemäß ein. geganaen. Nach dem Kampf der Holzarbeiter. Unternehmer und KPD. sind unterlegen. Vee Streik>a der»ertlner ot, i« d» st rte und die domif zusomwendangende tlusfpetrung haben nunmehr nad) vierwSchtger fiauer Ihren Adschlust gesunden. Der Schiedsspruch den Schlichter», der sowohl non den .Funktionären als auch nan den Unternehmern angenommen worden ist. hat die Forderungen der Berliner ksalzardeiter nicht voll erfüllt. Dennoch ist der Abschluß dieser Veivegcng ein Erfolg der Organisation. Um den Erfolg, den die Berliner Holzarbeiter errungen haben, richtig beurteilen zu können, muß man sich der Situation erimrern. wie sie kurz Nor dem Kample war. Von der..Verelnigung der Ardeitgebernerbänd« der Berliner Holzindustrie' fBaheHch war dem .'holzorbeiternerband dos Lohnabkommen zum Zl. Marz gekündigt und zunächst beantragt worden, da« alte Abkommen unneränbert bis zum l-V Februar!!>&) zu verlängern. Später ging die„Dobeho' sogar dazu über,«lnen Abbau der Lohn« zu fordern und jede Berbandlung über eine Lohnausbesserung glatt abzulehnen. Dieser Kamps war die erste oslene Austragung eine» Konfliktes zwischen dem Deutschen.'horzorbriterverbaNd und der Noch junger», dafür aber äußerst icharsmocherischen..Babeho". hinter der der Arbeitgeberoerband für das deutsche.stolzgew �b« und andere Unter- »ehmerorganisationen standen. Wenn man aste diese Umstände in Erwägung zieht, muß man zu dem Schluß kommen, daß der Holz» arbeiternerband die ihm ausgezwungene Machtprobe glänzend bestanden bat. Der moralische Erfolg ist viel höher zu werten als der»richt geringe materielle Erfolg. War es schon ein Mißerlolg der UnietNekmer, daß eine große Zahl der Fabrikai'ten sich dem Ausspernnlgsbeschluß Nicht fügte, so war die Bemilllgrrng einer LoHnzulage von 4 und 3?f., insgesamt also von? Pf. geradezu eine Blamage. Der klägliche Ausgang dieses so schneidig begonnenen.fjusarcnritres durfte den Unternehmern ein« Lehre gewesen sein und sie daoon überzeugt haben, baß es doch ratsamer ist. sich vor dem Ausbruch eines Streikes einmal an den Der- Handlungstisch zu fegen. Abschließend sei aber Noch einiges über die Taktik gesagt, die von der Drtsberwaltung tn diesem Kampfe angewandt und schon in der legten Funktionärkonferenz von der sogenannten„Opposition" der Kritik unterzogen wurde. Bon den Kommunisten wird bei jeder Bewegung der„Kampf altf der ganzen Linie' als das beste Mittel zur Erreichung des größten Eriolges gepriesen. Die Ortsoermaltung hatte sich auch wahrend des Kampfes von ihren Funktionären die Vollmacht geben lassen, nötigenfalls deir Kamps dadurch zu verschärfen, daß sie die Belegschaften der Betriebe der„Bereinig- ten Verbände", die zum Leidwesen der„BadeHo' noch arbeiteten. mit in den Streik einzudeziehen. In richtiger Erkenntnis der Sach- läge machte die Ortsoerwaltung non dieser Vollmacht keinen Gebrauch, sebr zum Verdruß der„Dabeho'�Unternebmer. Die Organisation hätte diesen Unternehmern nicht einen größeren Ge- fasten erweisen könne»», als die Betriebe der„Bereinigten BerbaiMe' stillzulegen. Die„Babeho" wartete förmlich darauf... Der Kampf in der Berliner Holzindustrie wäre heute noch nicht beendet. wenn die Organilation diese»» abschüssigen Weg betreten hätte. Bleveicht wäre dann da» eii»getreten. was ein tominunistischer Diskussionsredner in der legten Funktionärverlammlung b«l leiner Begründung zur Weite» sührung des Kampfes für durchaus möglich hielt, daß»»ämlich die Holzarbeiter weiter nichts erreichen, aber ehrlich unterttegen würden. Die Orgonlsaiioneleitung hat es norgezogen. auf den Erfolg hinzuarbeiten und den Unter« nehmer»» und der KPD. zu überlassen, zu unterliegen. Neuregelung im Bauarbeiterschuß. Dtr Polizeipräsident verordnet neue Bestimmungen. Durch Verordnung des Posizeipräsidenlen vom l?. September IllZZ wurde das Ueber-bie-Hand-Äauern für Groß-Berlin verboten und damit einer alten Forderung der Gewerkschaften Genüge getan. Leider ist diese Verordnung nie zur Durch- führung gckominen! hingegen wurde von den UMeruehineri» das Anbringen von Auslegegerüsten(Fanggerüften) als„aus- reickend' angesehen und danach verfahren. Dem unausgesetzten Bemühen der Geiverkschasten ist es nunmehr gelungen, die zuständigen Stellen von der Unzulänglichkeit dieser Schutzgerüste zu überzeugen, die nebenbei bemerkt die unzulänglichsten im ganzen Reiche waren. Der Polizeiprasideiü bat nunmehr«in« Abänderung seiner Verordnung non 12. September 1923 vorgenommen, die End« Mai h. I. in Kraft tritt. Ai»f Grund diese.r Verordnung bleibt»« für Berlin bei der ölten Uebung, daß Bauwerke von innen heraus, also Ueber-die- ftand gotnaucr» werden: jedoch sind bei ollen Bauwerken von Über 7 Weier Hob« an den Außenseiten fefte Stonftgerüst'« zu errichten, die die Gefahr des Absturzes vermindern. Diese Gerüste löüssen mft einem festen Gerustboden. sowie mit Bordbreit und Gelände»! oerstben sein. ErnfprechenJ) Hern Fortschreiten der Arbeit müssen die Gerüste mit hochgenommen werden und dürfen jeweils nicht mehr als< Meter unter dem Arbeitsgerüst liegen. In ihrer Stärke müssen die Gerüst« so beschasien sein, daß sie den seitherigen Geruften für Außenputz entsprechen. Für den Außenputz können diese alsdann auch verwandet werden. Bor Beginn der Doch» arbeiten ist an dem Standgerüst ein Arbeits- und Schutz- g e r u st für Dacharbeite.» änzubringeii, das bis zur vollständigen Fertigstellung oller Dachorbeiten stehen bleiben muß. Die Berliner Bauarbeiterschast wird sich nun mit allem Nach- druck dafür einzusetzen haben, daß diese Bestimimmgen nicht wieder nur aus dem Papier stehen bleibe»», sondern i»un auch endlich in die Praxis übergehen. Zialienischer Gatai. Zurechtgemacht von KpO.-ttöchen. Albert Thomas, der Direktor dos Hnlematloiralen Ar. beitsamte», bemüht sich erfreulicherweise die sozialen Verhältnisse und ihre Zusammenhänge in den einzelnen Länder» durch persön- liche Iiisorrnationen an Ort und Stelle kennen zu lernen. Er ta»»n weder Rußland, noch Italien, noch sonst irgendeinem Lande ein« bestimmte Regierungsform norjchreiben, mutz also di« Regierungen der einzelnen Länder, die dem Völkerbund« angeschlossen sind, so nehmen, wie er sie vorfindet. Er kann kein Land meid«", weil ihm dessen Regierung nicht behagt, er muß vielmehr alle Länder de- suchen. Setn« jüngst« Reise gast Italien und S P a n i«»l. Wir haben über seinen Aufe»>thalt In Italien nicht berichtet, weil uns zuverlässige Berichte darüber nicht vorläge»», und die osfi« ziellen Tafelreden als unvermeidliche Akt« der Höflichkeit kein In- teresse für uns haben. Di« K v in»n u n i st« n sind auf Albert Thomas schon deshalb schlecht zu sprechen, weil er Sozialist is». noch mehr weil ar „R e f o r.m i st' ist und erst recht, weil er darin erfolgreich ist. Die Kommunisten schimpfen deshalb b« jeder Gelegenheit Über Albert Thomas und bei dieser besonderen Gelegenheit seiner Italienreise erst recht. Wenn sie dabei an„Steinnischen mit einem mörderischen Klima' erinnern und an ander« Stell« sich besorgt zeigen wegen einer etwaigen Internierung Bela KHims auf einer einsamen Insel, so ist das menschlich ganz in der Ordnung, allein diese Ordnung zeigt ein« bedenkliche Lücke. Da» Klima in Sibirien, das die Tscheka ihren politischen Patienten verordnet, soll in medizinischer Hinsicht ebenfalls sehr zu wünschen übrig lassen. Nu»»» dafür werden auch„nur' Sozialdemokraten, Menschewiken und sonstige Oppositionelle nach Sibirien verschickt. Um ober wieder aus besagten Hammel zurückzukommen, die Beschimpfung der Gewerkschaften und de» ., Vorwärts", w ei l Alb e r t T h o m a s in Italien war. so muß Albert Thomas zunächst als«>» s o z i a l d e m o t r a« t i s ch e r Gewerkschaftsführer m der„Roten Fahne' abgestempelt und ins Lager der Amsterdacher gebracht werden. Der U ebergang zur Beschimpft», g von Graß mann, P a e p lo«(den man selbst in seinem Ruheskand nicht in Ruhe lasten kann», fierrnann Moller samt ollen übrigen„deutschen resormistischen Größen" ist dann mühelos hergestellt. Weil es auf dem ganzen Erdenrund keine ziveite Partei gibt, die 'oviele Uebetläufer und„Verräter' aufzuweisen hat wie d»e KPD., '«chatt ist diese Partei am best« legitimiert, die �reformistisch«' Achtung, Genossinnen! Die letzt« Wehlwoche«forde«« Eiosetzn», all« Kräfte! tTl seit Sonnodevd l« den Abhole. Dkl? III stelle», muh im«laufe» er ivoche, mögllchi» kor, vor dem Wahltag«, vertellt werden(restlos!». KIwoig« Seftao»« ftfih«« Nummer» sin» mit zn verwerten. Nie„Srauenroctt" auf Suudgedungeu noch zur Vertilgung steht. tTtiU-ftAf/se-äAM Gr Sammlung vsustdressen müssen auf �4>eri7ciuncn olle» l>«an|laUuagra benäh! werden, zu habe» im Jiauenfefceiarlat. „Bora Dorf in»i« Stadt' WiNLl de.oaters geeiguel. ist ebenfalls»och zu habe». vss XsrisI�QinoltrsttsekN vferdsmstsris! rnuv Jede Berlinerin Spiesen haben I Gewerkschaften daran zu erinnern, daß ihnen einmal«in August Winnig. ein Emi! Kloth und einig« ander«»»»gehört haben. Und diese Pattel, deren„Führek' an den Dftähten von Moskau gelenkt werden und bei denen es meist nur«in« Frag« der Zeit ist, wenn sie abgehängt werden oder davon- laufen, diese Partei sucht sich den Mitgliedern der frei««(Bemerk. schatten als die allein ftligmachende für die Wahlen anzubiedern, weil— mm. well der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes in Italien war, wo die Kommunisten die Vorbedingungen dafür ge- schaffen haben, daß Mussolini an die Spitze der Regierung kamk Der ganze italienische Salat, den die„Rote Fahne' am Sonn- abend servierte, Ist so ungenießbar wie die ganze KPD. selber. Betteidungsarbeiier! Morgen ist Llrwahl! Jy# der Bartnmdstag ersprießlich« und„reformistische'(Bemerk- schalt«arbeit zu leisten hat, können erklärte Feind« dieser„refor- mistischen' Gewerkschaftsarbeit nicht als Verbandstagsdelegierte ge- wählt werden, mit gebundenein Moskaumandat. Der graktionsoorstimd der Richtung Amsterdam er- sucht deshalb, die solgenden Kandidaten als Delegierte zu wählen, die für zielbewußte Gewerkschaftsarbeit dl« notwendigen Garan- tien bieten: Fischer. Ernst, Herrenkonfektion: Sirchmeicr, Willi. Damenmatz: Sotsch. Arthur. Angestellter: Kunisch, Johann. Herren- maß: Lehmann. Willy. Angestellter: Rather. Anna. Herrenwäsche: Salbach. Max. Angestellter: Stelnkops, Betty. Pelz und Mütze». All« anderen Kandidaten sind zu streichen. Gewählt wird Woruag nachmittag von 4 bis S Uhr in folgenden Lokalen: Mlkl«: Sebastianstraß« Z7/S8 Hof ptr. und Zimmerstroße 8», Restaurant Gellrich: Westen: Steinmetzstraße 38», Restaurant Ricke«: Ehar- lottendorg: Wielandstraß« 4, Restaurant Thunack: Wedding: Pose« walker Straß« 3, Restaurant Henfcl; Borden: Vrunnenstrag« 70, Restaurant Döhiing, und Schlegelstraße 9, Restaurant Breitkreutz: Nordosten! Waßmannstrah« 24, Restaurant Knauer, und Worther Straße 19, Restaurant Barteldt; Osten- Kopernikusstraße 14, Restaurant gamtschewski: Südosten und Benkölln: Kottbuser Straße 19. Restaurant Wagner: Rüdersdorf und östllche Vororte: Luisen- Eck« MarieNstroße, Restauram zum„Wollnußker»»'. Streit der Berkner Böttcher. Der Derbaild der Rahrungsmittel- und Getränkearbeiter, Ortsgruppe Berlin, teilt uns mit, daß die Sektion der Böttcher mit ihrer Gruppe Innungswerkstätten und Arbeitgeberoerband fest dem z. Marz in Unterhandlimgen steht, die von den Unternehmern bis heute hingezogen wurden. Einen Schiedsspruch des Schlichtung«- ousschusie» Groß-Berlin. der für die Aeit vom 18. April bis 31. Dezember 1928 nur 4 Pf. Zulage brachte und alle übrigen Wunsch« der Gesellen unbeachtet ließ, lehnten beide Tarifparteien ab. Die Unternehmer halten es nicht für nötig— anscheinend well einig- prominente Mitglieder von Berlin abwesend sind sich mit der Lohnregewng zu befassen, und so beschlossen die Gesellen mit erdrückender Mehrheit den Streik, der morgen beginnt. Oie Angesiellten im Wahlkampf. In der Generalversammlung der Ortsgruppe Groß-Berlin des Zentralverbandes der Angestellten am»1. Mai im großen Saal« des Gewerkschaltshavses erstattete der erste Bevollmächtigte Gott. s»t r ch t den Geschäftsbericht über das erste Bierteljahr 1928. Er konnte darauf hinweisen, daß in de.r Berichtsperiode ein außer- ordentlich günstiger Mitgliedarzuwachs zu per- zeichnen wo?, der sich auf alle Fachgruppen erstreckt. Diese erfteu- liche Entwicklung halt an und gibt zu den beste» Hoffnungen Ai'lah. EiNe bedeutungsvolle Erweiterung erfährt die Berliner Verbands- tätigkeit dadurch, baß in allernächster Zeit durch die Ortsgruppe die Bearbeitung des Gaues Brandenbukg-Mecklenburg-Grenzlnark er- Den Kassenbericht gab Wc y l a n d. Auch cr kom»t« d,e ersrey« liche Aufwortsentwicklung feststellen. Im Anschluß an diese Erledigung der Organisationsfragen hielt der Reichstagsabgeordnete Dr. Moses«in mit außerordentlich starkem Beifall aufgenommenes Referat über„Sozialpolitik — Wünsche und Möglichkeiten der Erfüllung'. G a t t s u r ch t schloß die von bestem Geist getragene Versamm- wng mit einigen anfeuernden Worten, di« in der Forderung aus- klangen, daß allein die Sozialdemokratische Partei die sichere Gewähr für eine konfeguente Erkämpfung unserer Forde- rungen biete, und daß daher für die freigewerkschaitlichen Angestellten am Wahltage die Entscheidung für die Abgabe ihrer Stimmen ge- geben sei. Buchdruckersireit. Low Verlag der„Deutschen Tageszeitung' erhielten wir die folgende Berichtigung auf Grund§ 11 des Pressegesetzes: 1. Der Streik ist nicht in der Zentraldruckerei G. M. b. H.. sondern in der Druckerei der„Deutschen Tageszeitung', Dessauer Straß« 6 8, ausgebrochen. 2 Die Belegschaft Hot nicht eine Lohnerhöhung von 2 Mark über den Schiedsspruch hinaus verlangt, sondern eine solche von 3 Mark.' 3. Der Beleglchait ist nicht eröffnet worden,„Wem es tücht passe, der fönne gehen', sondern die Geschäftsleitung hat Entgegen- kommen bewiesen. Trotzdem ist die Arbeit niedergelegt worden. Der Kampf m der Rheinschiffahri. Auch die Polizei wird aufgeboten. Köln. 12. Mai.(Eigenbericht.)' Aus Koblenz wird uns gemeldet, daß die Rheinpolizei durch Landjäger Und Schutzpolizeiträfte erheblich verstärkt worden Ist. Auch eine größere Anzahl von Polizeibooten sind für die Dauer des R h e> n s ch i f f e r st r e i t s und der Aussperrung in den Dienst gestellt worden. Dabei muß die bürgerliche Presse aber keststellei». daß nur ganz wenige sogei»annte Belästigungen von Schiffern auf der Fahrt oorkommeu. Die Fälle, in denen dies ge- schehen sei, seien nur verschwindend gering. Eine dreiste Wahilüge der Kommunisten wirst der p r e u ß i- schen Regierung vor, daß sie, obwohl in ihr die Sozialdemo» kratie führend sei, im Reicherat seinerzeit den» reaktionären Ar- beilszeitnotgesctz des Trustkapitais zugestimmt habe. Was ist darauf zu sogen? Die preußische Regierung hat, obwohl in ihr die Soziaideniokrätie nicht die Mehrheit hat, damals nach Kräften versucht, das Arbcüszeitnotgesetz zu verbesier»». Die preußische Regierung war«s, die, wie ine„Deutsche Allge- Mein« Zeitung'(ll. März 1927) hervorhebt, wesentliche Forderungen der Gewerkschaften im Reichsrot verfochten hat. Das war dem Unternehmertum damals so unangeneh»»», daß die„DZlZ.' beweglich darüber geklagt hat, w'e sehr di« nreußlsche Regierung der Reichsregierung in der Frag« des Arbeitszeitnotgcsetzes politisch« Schwierigkeiten mache. Die Funktlanärversammlung der Wansfelder Bergarbeiter nahm einstimmig die zwischen den Gewerkschaften und der Gesellschaft ab» geschlossenen Lohn Vereinbarungen an. Sozlaldemakraktsche Schuhmacher Berllosi Die kommende Woche gehört der Partei. Auch in den Berliner Schuh- betrieben muß das Werbematerial der SPD. verbreitet»verde,». Alle Genossen, die noch kein Material abgeholt oder bestellt haben, werden en'ucht, in den nächsten Tagen vom Bctriebssekictariat der Partei, Lindenstraße 3, 2. Hof. 2 Treppen. Flugblätter �»nd anderes Material abzuholen. Wir wollen und müssen dem Ruf oes Bundes- Vorstandes Folge leisten und in der nächsten Woche die erforderliche Agitation leisten. Der Werbeausschuß. Zm Slrelk der Linoleumleger Ist Montag, den 14. Mai, vor» mittag» 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus Versammlung aller Streiken» den."Es ist Pflicht, vollzählig zu erscheinen. Die Ortsvernwltuug. Achtung, St.»teck u. C»., SSaricnfcNw! Monwa, 14. Mai, irr. 1 FraitlOlislitritiq bei Schräder. Sämtliche S«i(ti:.tmnncrtoa,frab«n bei btc Firma sind eingtlabcn. Der Z«Ni»»»»orita«S. chtulfcher Vret«s?,l>nnd, Bezirks-,-rwaltuna chroß-BerNn. Montag, 14. Ma!» 19 Uhr. Im fflimfcttchaft:!?,,!,«. Evarlufrr 34—25. Saai 4, Seneraloeesammlu ig. Miialiedttiuch. DcirgtcrtcnlacU uns Sinladungsausweis sind am Eingang vor. jugeigen. Die Betirt«>erw-ltn»g. »ul«ra»«»l»»ft d«»eelgeraeeNchaftlichen Ssralbeikät«.'Im Rontag. 14. Rai. um Uhr, findet im Saal I. ifiomertrchaftifwus. Sngelufer 24—2,1, eine ZufaramenCuaft-----*-■—<*'■-*>■—-- tnfofmulen(talt. der Berufoschule,'..MW�WSIWWWWWWIWU... Vortrag findet dir Einsiihruna in die organisatorische Gliederung des Berufs- schulwesrns ihre»«Mchlutz. zur Beratung der Lehrpläne werden die Schul- d-iriit« ia-dsiruppenwtile zuiammenwmmen. Siäheres wird in der Sisiung de- tonntgegedc». gingen chi s der wichtigen Daqesordnung erwarten w'r das de. stimmie Grscheiuen der in Frage lammenden»sllcgen. VerbaNdeduch und Einladungsschr�ibeN�leg� Gewerkschaft«»»-», Vrt,a»»lchuS»erU«. �reie Gewerkschafis-Jugend Groß-Berlin «chtungl Beachie» die Anmeldetermine fite di« Pfiugstwanderungcn. Legier Änwsldctcrmin in den Gruppen Dienstag, 15. Mai.• 3uu» Werdellinje«: glbj. 2«. Mai. aasten etwa Z M. Meldungen jede» Mittwoch Meupv« Lnumschulenweg. Grnststr. Ig Meldeschluß»«. Mai.— Mecklenburger Seennlrtie, ildsahkt SU. Mai. Losten etwa 9.50 M. Meldungen ledcn Donnerstag Gnippe Südosten, Reichend, rg,i Str. SS.— Zn» 2 lern berger Saud: Abfahrt ÄS. Rai. Kosten etwa S R. Meldungen Gruppe ReukSSn und Ser. rnannKlah Milnvoch Bergstr. I» und Freitag Sanderstr. lt. Meldeschlusi I«. Mai. Raueil»« Berge, Absähet 38. Mai. Losten etwa Z M. Meldunge» Gruppe Jiempelhri jeden Donnerstag ptern'aniastr. 4— r. Welteschsusi 17. Mai. _ gnm Stechliu!««: Abfahrt ÄS. Mai. Kosten etwa 5 M. Meldungen Gruppo Sstden, Siidweslen iede» Mittwoch Dorckste. 11. Meldeschluß IS. Mai.— lt» die Uaerntart: Abfahrt 28. Mal.»»olicn etwa 5 M. M-Iduno«u Gruppe Hm». dojdt urh Gruppe Gtlunhdrunnen Dünstag Zugendhelm Lorsilng-, Gckr Grau». ftrasie, Dvnnerstas Zugendheim Gotendurger Slrasi« lDote Schule). Melde. lchlusi»t. Mal.— Sur Mecklenburger Seenplatte: Absähet ÄS. Mai. Kosten etwa 4.50 M. Meldunge» Gruppe Ziordrlng jeden ffreitag Zugendheim Loft- haue«santianftrasie, an der EchSnhauser Alle«, Sportplasi. Mcldclchlusi 15. Mal. S: Durch hos Sillanbet-I: Abwhrt?6. Mai. Siostcn etwa S M. Meldung-» Gruppe Treplow jeden DüNsrog Jugendheim Wildensiruchstr. 58—54. Melde, schlich 15. Mai.— Bloftei ckhcriu: Abfahrt 26. Mai. Aost-n etwa S W. M-itUbgen Gruppe Zeppellnplo« jeden Freitag Jugendheim See»,?cke Muriner Straße.' M-Id-lGIusi 15. Mai.— tzelll-aoi»» Oetbeflmjet: Abfahrt 3». Rai. Kasten etwa 5 M. Melduage» Gruppe V-isicnjee jed. n Mittwoch Varkstr. so. ------ y-»->----—-ftetMlin'*' M-!d-schlUtz 15. Mal.—«ber-wald».. tSerÜelinle«: Abfahrt 2«. Rai. Kosten etwa 6 M. Meldungen Gruppe Moabit leden Donnerstag Jugendheim Lehrter Straße 18 19. Rklbeschlusi IS M»i— Kchla-betat! Ab-ahct ÄS. Mal. Kosten etwa S M Meldungen Gruppe Wehding iede.» Mittwoch Jugendheim Gericht- strafte«5—«9. Meideschlusi 11. Mo,—«orge» Bio-tag, Suße»sptele o» 1« Ilhr: Rordlrei»! Sportplaß Saytianstraßc, Platz 4 K. �uaendarvppe des Zentralverbandes der Anaeffellten. Spandau. Die Teilnehmer treffen sich pitnkltlch 9 Rh- am Bahnhof Heule. Sonntag, vormittoq sportliche Uebungen gut dem Sportplaft tn Spandau-Mest.— Morgen. Montag. 19,? Uhr. fi-d'n iolg-nde B-ranttaltiinsen stall Rorde«: Zngendheim'' dewegung 4» Rußland'(Dr,»r------ SWWS,■ schule Germoniastr, 4—6. Vortrag:„Mus ffioclis Lebens iLewwski). Kosianienolle» 81 (Dr. ffriedlo»der>. Aortrag:»Die Gemcr»s5'o>t-. Tempelhos: Zugendheip» der lotteubnrg: Jugendheim Bdsinenstr. 4. Vortrag:»Die Sewerkschaftsbewegu»» in England.— Gymnastik siir Ridche»(Lettiing GrlI« Serrmann) 20 Udr>ra Jugendheim de- Dctobureaus.— Meldet euch zur Zecknahme am Sirichaiugend» wg in Traickfurt am Mai». Dt« Meldefrist läuft«dl Nur 25 Pfg. kostet es Sie, alle diese feinen kunstseidenen Sachen wie neu zu waschen: / PrinzessunterKfeuf 1 Scßfopfir 4 Paar Strümpfe / Jumper / Kinder&teict / Pyjama 6 TafcBentüdßer J Scßaf Die Lux Seifenflocken find fo ausgiebig> daß man kaum ein halbes Paket braucht, um diele vielen Gegenftände wieder wie neu zii waschen. Die Lebensdauer der Kunftfeide hängt von der Behandlung ab. 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B«i hm fflnunzllmiern lind von letzt ub eoljnftcncriibcriBCifunnsblättrt nebst dem b«u tc'DrhcrUdjcn Blaupapier nortiitn und nach Bedarf adtudo.en. Sie sind für die im Laufe des Jahres ausscheiden» den Arbeitnehmer anszn chreiben und an da« ffinonzam», in oeifen Beziri dl» Steuerfurie cnsgeschr edenilt, eutjuienden. Durchschritt de» Uedsewrlstmgsdlutte» ilt 'lir den Ardeilnedmer af cituaigen spliieren& antra« bestimmt. Ais ilr die Oinkendung der Uedetweifun««- blätter sowie der gohnsteuerdefchesni' unoen fllr die am gl Dezember 1028 im fdetisoerdäiinio stehenden Arbeitnehmer t der 15. Januar tStS bestimmt Ss ee» fchetm aber unbedingt notmendig, iosort Mil den Austchreldüngsardeiten»u de» mm und die UebermeitingsLldtter I laufend nach All» chelden VON Arbril- zmern dem Finanzamt etntureidxn, ba dernsall, sich am Schlüsse des Arn res die Ardeilen allzufchr zusennnendrängen würden. Rädere Ausfvnfli erteilen die Finanz- ämier. d» auch Abbruch der mahgebende» Verordnung vom 2L März 1928 Ivstenlvs abgeben Beriin. den t. Mal 1928. Dur Präsident dea Lsudestinsnesrnts Berlin Anferate im A Vorwärts sichern Erfolg! Metallbetten 1290 Schlafcaalselongnes 26.— PiOsdisolas 50 M., Ratenzahlung |2Ahr Bern«, Pappelallee 12 UUlir Pankow, wcnmidtetr.l SÄM „\ Q%0<�* ohnz SchutieriQadte f seinwenn 5jIau1 mtt Rücktrillbremse. roftslchereu SpeWMn, prlmc«ord-Bereiluag(tot ob grau gelbem uttnilebrrfottcl. gelber..« � Leberta da» mit kompl Wettzeuu. SchAtzblechon. V.st.uenKr mt frälligerHand- F»». '.—-—, oder mot n. eletir.»unnmvlampe ißretä Iis VtJ» dnu «i mve n. eleklr- Dunumolampc itzretS fftegantr lometnäbet m«O,—.«-. SO,—, tn«leg mester«»«sührung mtt Fr- NlldMl-.VerMie rotem«pmun. um dttblthänem iüahm-nbau Hl 85,—, Bö,-, 75.—. 5untl«b(ge Renner mtt Audsnlenden. mn loeuedo. greiluul M!b allen Zchltaneu I dvfrradrndenr In grODter A•»wohl.— RlnderrBder 13.— nn Opel-Rddc»- GdrieMcKBner- MSC-Ititder- Mlfa Freslani und Raistg« M 63.— RrenZrAbne-RBdee brdraienil Itildnr— tslmsou-Bäder hullgf r 1 1 CAablgc« Loge» na« 4000 Fahrsstdera. z._ M nltr. annniniusimimiiiH» op Uaufctdcn 8.7S M Dunlop- _ hlduwe 0.85, l.OU, 1.60 M ____________ Butombtödrtetle w grober Auswahl fia-olog« noch auberhaid gratis und>ranfo. Vrncl MarhPhW verim. welnmefslmfra�e 14 El 1191 1 ItHrSlE&U ff Filiale Chaiiottenbg., Wilmartdorfer Str. 46-47 üröftle» raluT«Uu>us BcElsdiiands. i Rheumatiker— Gichtikcr— Ischiadiker knaokt Tee! Trinkt den richflgen Tee! Trinkt Apofh. P. Crntnd- .ann's anrirhewmatfechan V atoerai-F! utrtini fnmgstee. Der ist titig! 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Slis Sttnber haben wir so gut zusammen st�wielt. nun Zei auch bei mir in den letzten Tagen. Das schlieht de» Ring so fchön.� Und die Schwester war zu ihm gereist in das kleine Häuschen aus Tannen- holz am Waldrand, das abseit» des Aorfes lag. Ein Garten war da, brennend von Blumen, und eine Quell« sprang von Stein zu Stein und schlüpfte als Silberschlange duxch die Wies«. Und hoch rauschte uralter Wall» behütend hinter allom. So hatte st« ihn denn gepflegt, er pwr sehr still und heiter/ Und er starb mit dem Blick auf weih« SSpUen. In seinem Schreck». tisch fanh sich«in dickes Heft, sauber beschrieben. Tag für Tag.«un kannte die Schwester erst ihre» Bruder recht. Da« Buch bechahrt« sie gut. las oft darin, und d-e schönsten Stellen fügte sie dmm zusammen als Andenken und als Lehre für die Freunde.>» wie er es gewünscht. Wir teilen diesen turvn Auszug mit. «. Mai. Nun endlich frei. De? Dienst, dos. Amt ist«wu dar Rest de» Lebens liegt vor mir, ich will ihn voll, benutzen. Der Rest ist doch das Beste.'Erst langsam roiid man Jlirg. Und man ftotert die Ding», destilliert sie stets von aauernj bis sie wh» find nnö Hot. Wie schmecken sie dann treffvch! Da».Wurzeltreiben. die Säftespan. nung. der Wachsrumsschmerz. das Zucken, Quellen, Drang«, der Almen, da» ist vorbei 7 nun Hab» ich Üt. Fruchst, die süße, rund«. glänzend-zorte. der R�t de, Ledgns! Äch will ihn tosten mit der f-wsten Z,mz«. Setzt darf nichts', mehr verwrtzp gehen. o 10. 5n*i In mir ist olle» rein. Und im Gehirn.sind die Empfintemgs- saiten so scharf gespannt, daß jeden Eindruck hell klwgt und tSut mst voller Weltkraft. Im Sleinsten fühl« tch jetzt das Ganze, v Reichtum dieser zarten Innenweite!, Was war bisher mein Lebsüi Zu ntzck Warten. Stet, war- ten. daß irgend etwas geschehen.sollte, daß«in Hindernis beseitigt würde, daß etwas heiß Gewünschtes kam«. Stets warten. Run warte ich auf nicht, mehr. Ach bin da. Das- Ziel Kegt auf der flachen Hand. 23. Sali Stille, Stille. Stille. Norgey» in meivet» Garten, die Lust ist kühl,«tektrisch-mllde. Jede Alumne ten» ich. die Rose dort hat «in klein wenig mehr den Selch geöffnet, das starte, ernste Rot der Knosp« wird lieblicher, ein milchig Pomellanweiß kommt, im Innern spürt man schon den Schnee der Mitte und der Staubgefäße Bau, wen. Em Fest von Zärtlichkeiten, helle« Freudelächeln. Und dieses edle Goldbraun der chelianthe». um dos die Bienen summen. Und dies« Federblüten. d«e wie Wirbel sind von Duft und Laune, nicht zu fassen, Schleier vor dem ruhigen Grün der Blätter. Doch all dies sagt man nicht. Die Worte kriechen beschämt zurück in ihr» Mauselöcher. Rur Sinn« spielen. 8. August. Jetzt ist die heiß« Zeii Die Sonn« boht*, mittags ihre Feuer- keile wfld m den Garten. Sie tut mir nichts, sie ist die best« Freun- bin. Ich habe täglich meine Smmenzeit. wo wir m Lieb« beiein- ander sind. Don acht bis zehn Uhr sitz« ich im prallen Glanz. Das wiegt so lind in Traum. Ich schließ» meine Augen, violett quirlt ein Dämmern. Dann öfne tch die Augen, zum Erschrecken schön glühen mein« Blumen. Die Sonne siegt mir an der nackten Bgnst, sie schmiegt sich um die Glieder, ihr Mund preßt»nein« Lippe. Smmeatem pulst über- all. Mein Blut drängt ihr entgegen, es ist Bennählung. Reine, süße Glut empfängt mein Herz und ist zufrieden. Wonnig ge- stillt. Mein Geist wöchst ruhig in diesen Stunden, wie im Sonnen- brande der gelbe Maiskolben wächst. O, wie man weise wird in so viel Licht! 1?. September. Regenzeit. Mein Garten schlürft und neigt da» Haupt und sättigt sich. Ich gehe in den Wold. Wild duftet der Grund noch Moder und Geheimnis. Der kleine Bach ist wild gewordsn, jauchzt und lärmt und schäumt. Die Moos» straffen ihr winzige» Spitzen- werk. Es ist wie Nebel in den Fichten. Der Wald braut Kraft in seiner Tief«, saugt und sammelt Mutterfeuchte für neue» Sonnen- ringen. E» flüstert überoll und wispert.... 3. Oktober. Ich bin fast nackt, nur ein Schurz um meine Lenden, unv grab« die Erde um. Die feuchte, schwere, gute Erde. Wie sie glänzt in dem Herbstscheinl Wie sie fällt in steilen Schollen! Wie sie treu nährend liegt. Ich nehm« ein Stück Eid« in die Hcnü», zerbröckle es. Und noch eins. Es ist Kraft in der Erde. Meine nackten Füße zucken wie auf magnetischen Platten. Heilig« braun« Erde! Ich recke meine Arme zu dem Himmel und füll« die Schalen meiner Hände mit klarem Licht. So zwischen beiden Elementen: seliges Schweben. Und däch ein festes Stehen. Ich bin so sicher. 20. November. Der Rest ist kostbar. Jeder Augenblick des Lebens ist nun wie eingefaßt mit Edelsteinen. Das blitzt uick» flimmert. Nun kommt der Wnter, mein« Holztür wird geschlossen: die Taniwnscheite prasseln, und ich sitze im braunen Stuhl« mit dem Lederkisseir Da stehen meine Dichter, nur di« großen, ew'gen. Es reizt inich nicht mchr. was darin geschieht, ich fühle nur das Wie. Ich nehm« heut« in der kalten Morgenfrühe» wo so grimmig dick dl» Lust um mein« Tännm hangt. Shakespeares-OtYÄlcf und koste»im Szen« wie«r das malt, wi««r die Farben setzt, wi» er da, rundet. Menschenseelen emailliert. Ich freue mich. Dann ein Bild aus meiner Mappe. Nun. was nehme« wir? Rembrandt» Geiststach»! oder etwas Stilles. Heiliges? N«in. Sri«. chen! Ausgeläutertes, EmporgebQhtS in den reinsten S»ift- Das Schlackenkauen ist zu sab. Ich habe nicht mehr so vi«l Zeit, ich will nur: die sesize Boltendung. Die hat auch da» meist« Blut. Dam widersprecht: ihr Jungen, ihr glotckt, Blut müsse sprudeln und ssch mühen. Ihr Hort noch nicht den goldenen Iimeirklong. O, wie die Stube leuchtet! 15. Dez««d«r. ' Wmt-'r. Schnee Da» erlich» Weiß. Di« ttefant bunte» btaroche» auf der Kruste. Jeder Zauapfahl trügt stw Käppchew Llruguay und seine Haupistadt. Reisebilder aus Südamerika von Max Winter. Das erste, was man von Montevideo van der See aus zu sehen bekommt, ist ein mächtiger Turm. Man glaubt, daß hier die katholisch« Kirche eine ihrer Festungen ausgerichtet hat, indes sst es ein anderes Wahrzeichen ans der West des Besitzes. Ew itoliem- scher Kriegsgewinnler, der den Krieg auf dem sicheren Boden Uruguays mitgemacht hat. hat mitten in die Stadt«inen Wolkenkratzer gestellt, so«ine Art Symbol einer kapitalssttschen Zwmgburg, wie jetzt ein ähnlicher in Sao Paolo, der größten Geschäfts» und Hau- dstsftadt Brasiliens, errichtet wird. Hier von Schnapskapikalisten. Im Grund« genommen ist es ja dasselbe, ob.Kirchturm oder Wolkenkratzer. E» sind Herrenzeichen, Zeichen, daß es noch Her«« gibt, und wo es Herren gibt, gibt e» auch Knechte. Auch Montevideo, die Hauptstadt Uruguay«, ist keine Snsel der Seligen, wenn auch hier dem Tüchtigen noch mancher Weg offen steht. Im allgemeinen ist aber von Uruguay, das ungefähr«in Drittel der Größe Deutschland» hat und w Montevideo mit seinen 400 000 Einwohnern sei» einzige bedeuterde Stadt, dasselbe zu sagen, was sich dem europäischen Beschmier in ganz Südamerika aufdrängt: auch Uruguay braucht, wenn e» fein« Reichtümer heben will. Menschen und Weg«. S» hat jetzt etwa IL Million«« Ein« wohner. Dar ewigen Jahren war in Uruguay«i» ausgezeichnete Kartoffelernte. Es lohnte sich aber nickst, die Kartoffel an» der Erde zu nehmen, denn die Fracht auf der einzigen,«wer englischen Privatgesellschaft gehörenden Bahn war so hoch, daß«» für Monte- vrdeo billiger war, die Kartoffel au, Argsntdnen und aus-- Frank» reich kommen zu lassen. Wenn man in dem einzige» Bahnhof von Montevideo steht und die Tafel der abgehenden Züge studiert, fo findet man das begreiflich. Es verkehren von btefera einzigen Bahn. Hof der Hauptstadt täglich noch fünf verschiedenen Richtnn» gen zusammen zwölf Züg«. Zw« Züge oerkehr« zweimal in der Woche und ein Zug einmal wöchentlich. Dazu gehen die Züge noch sehr langsam. In ein« 50 Kilometer weit entfernte Land- stadt fährt der„Schnellzug" anderthalb Stunden. Natürlich hat ein« so geführt« Dahn wenig Reisende, und je weniger Reisend« sie hat, desto höher muß sie ihre Tarif« stellen. So lernt man es de- greifen, daß die Schiffsfracht für Kartoffeln au» Frankreich oder Italien billiger kommt als di» Bahnfracht au» dem Innern de» großen Reiches Ilruzuay, das außer der großen Landstraße nur diesen Weg zur Küste hat. So kommt es, daß mngekehrt noch di« PampastAste ihr Gemüse au« Montevideo beziehen, da, Verdi». düngen zur See hat. So kommt es aber auch, daß dieses reiche Land «w teures Land sst. Riesenfrixorifieos verarbeiten den Reichtum an Vieh, ober«m Kilogramm Rindfleisch kostet in Montevideo 40 Eeot. mos rund 2 M. bedeutet. In einem ConvenMo. » Diesen hohen Lebensmittelpressen gesellen sich hohe Woh- n u u g s p r e i s e hinzu— ein Zimmer in brn vielen C o n v« n- tillo» kostet acht Uruguay-Dollar oder 66 M monatlich. Dabei muß n«n wissen, was so«in Eonventillo ist. Ein Wohnhof mit 50 ein- und zwciräumigen, meist cinräumigen Wohnungen, dessen Leben sich ganz im offenen Hofe abspielt. Hier kochen die Frauen aus ihren kleinen Holzkohlen- oder Petroleumöfen, auf den„Bro- serös", hier waschen die Mütter an den Stointrögen in der Witte des Hofes di« Wäsche, mit der dann der halbe Hof verhängt wird, hier spielen di« Kinder oder sie ruhen von ihrer Arbeit aus, wie der elfjährig« Tischlerhilfsarbeiter, der gegen ein« täglichen Lohn von 40 Cents sewe golden« Ferienzeit verkaufen muß. auf daß feine Familie leichter das Leben ertragen könne. Hier spielen auch nächtlicherwell« die Ratten, und wenn man in einen der vier Aborte sieht, die diesen 50 Familien dienen, dann weiß man. daß auch diese Abort« Stätten ernster Gefahr für alle— etwa 200— Bewohner sind. Diese Eonveistilles sind von Regem und Weißen bewohnt, die hier im friedlichen Derein— soweit fo enges Zusammenleben friedlichen Verein zuläßt— leben, jedenfalls keine Rassenvorurteile zur Schau tragen. Die Weißen siird neben Einheimischen zugewanderte Spanier und Italiener, selten Deutsche oder Slawen. Die Stadt der Projekte. Sieht man dies alle? und hört man dazu von dem emheimi- schen Führer, daß dieser Wohnhof darum noch besser sei, weil er einen wlrklich freien Hof hat, dann möchte man der Verwaltung der schönen Stadt Montevideo mehr Tatkraft und weniger Schulden wünschen. Die öffentlich« Wirtschast, dt« hier geführt wird, sst einem Europäer nicht recht verständlich. Er stößt überall auf den Willen zum Guten, überall aus Ansätze zur Besserung, er stößt auf viel Großzügiges und Wellstädtisches und auf viele, viele Projekt« für eine bessere Zukunft— und doch auch wieder auf Gegen- wartserfchcinungen. dl« anderswo schwer zu finden sind. Zum Beispiel: die Stadtverwaltung ist eingemietet und zahlt für das Haus 3500 Dollar Monatsmiete, das sind im Jahre rund 84 000 M. Der Bau eines Lmtshause» der Stadt ist projettiert— ober es wird ebensowenig ausgeführt wi« da» projektierte Regierungsgebäud« in der Achtzehnten-Iuli-Straße, für das sozar schon seit 20 Iahren der Grund ausgehoben sst und dessen Fimdamente gemauert sind, das dann aber doch stecken und damit Projekt blieb. Der Platz ist heute noch für diesen Zweck vordehalten. und die Planke, die ihn gegen di« Straß« zu abschließt, liefert— da? einzig Nützliche daran— ei» gute Pla tatwand. Die Stadt hat so viel Schulden, daß sie diese seit sieben Jahren nicht zahlen kann. Sie hat so wenig Kredit, daß ihr dl« Kaufleute im Lande nur gsgm Barzahlung liefern, und sie klagen nun gemeinsam gegen die Stadt auf Zah- lung ihrer Schulde«, aber da» Natürliche, da» Nächstliegend« ge» schieht nicht, daß man dies« Stadtverwaltung durch ein« andere. besser« ersetzt. Da, Proletariat von Montevideo ruft noch besseren Wohnungen. Die Stadtverwaltung aber baut draußen an dem wunderschönen Badestrand von Montevideo Hotel, mit Ron- lettespielsäle«. Sie setzt ihre ganze Hoffnnng auf d« G«- winne, die ihr au» dem Glückspiel zufließen solle« und auch wirk- lich zufließen. Aber«4» gesunde Steuerpolitik und«in« gesund«, streng kontrollierte Verwendung der Gelder wäre doch der Stadt erträglicher. So meine« wenigstens die Sozialisten von Montevideo. Alle« für bm Krieg- nichts für die Sildung. Wie da» alle« so kommt? Uruguay war von je est, Hort der Freiheit, weil es fest alter? he? ew» Zuflucht vieler europäisch« Revolutionär« und Kriezsmüder war. die di» neuen Ideen hm- überbrachten trab drüben auch für sie wirkte«, aber, so jagte mir«in kundiger Manu, während der ersten 70 Jahre der revolutionären Befreiung Uruguays von der Herrschaft Spanien» ward« immer wieder olle. Gell» zum Ausbau und zur Erhaltung der Wehrmach: verwendet inch es blieb nicht» oder wenig für die Bildung übrig. Erst in den letzten 20 Iahren macht Uruguay mächtig« Schritte nach norwärt», aber noch immer gibt es, obgleich in diesen zw« Jahren zehnten die Schulen sich verdoppelt, obgleich die Lehrer mit seltenem Entlpifiasnms arbeiten, was durch ihre geachtete und gut bezahlte Stellung auch anerkannt wird, noch immer gftt es 44 Prozent Ai> alphccheten. wie wohlwollende Schätzer annehmen„Nichts gewisse» weiß man nicht." Die letzte Bolkszähwng war 1908 und diese Hot mehr al» 50 Prozent Analphabeten ergeben. Trotzdem seither 20 Jahre in» Land gegongen find, sst die nächste D�tszählung doch erst projektiert. Di« Unkenntnis de» Lesen» und Schreibens wird auch bei den Erwachsenen durch Zlbendkursg bekämpft. Frei- lich, in solche Kurs« zu gehen, ist nicht jedermann» Sache. Es sind äußerlich oft sehr vornehme, das heißt«ich gekleidet« Damen und Herren, die nicht lesen können, erzählt«in Mann, der drüben als Barbier ei» auskömmliche Existenz gefunden hat..Wenn ich ihnen, mn die Wartezeit zu kürzen, eine Zeitung zum Lesen anbiete. so lehnen sie ob. und es sind nicht selten Herren von der äußeren Erscheinung und dem Auftreten eine» Minister»»der sonstigen Würdenträger»." Seltsame Wahlsitten. Dies« Unbildung breiter Massen der Erwachsenen bringt zwei Erscheinungen wst sich. Erstens, daß trotz der strengen Tren- nung der Kirch« vom Staate die Frauen völlig im Banne der katholischen Kirche stehen, so daß zum Beispiel in diesem frei. sinnigen Lande an die Errichtung eine» Krematoriums gar nicht zu denk«» ist, und daß zweitens Wahlsitten in Uruguay herrschep,.,We� man sie in Europa höchstens auf dem Balkon suchen kann, in Rumänien etwa oder iu Ungarn. Es gibt in Uruguay von altcrsher zwei Parteien: die Weißen und die Rotm, das ist aber nicht«uro- päisch zu verstehen. Tie Weißen stellen wohl wie in Europa dos' mehr konservative Element dar, d!« Roten sind aber keineswegs Sozialisten, wenn die.Ealoradvs" auch die sozialistisch äußerst links stehenden bürgerlichen Gruppen in sich schließen. Sie bestehen aus mehre«» Parteien oder Parteigruppen, die sich nur unter diesen, Sammellitel zusammenfinden. Die Linke der.Roten" sorgt durch ihr sozialistisches Programm dafür, daß der Sozialismus, der>» dem Rechtsanwalt und Schriftsteller Dr. F r u g o n i seinen all- gemein geachteten Führer hat. nur schwer Boden gewinnen kann. Die allgemeine Unbildung Hilst dabei kräftig mit. Dies vorousge- schickt, wird man wich die Wahlen verstehen. Der Wahltag ist in Uruguay der größte Freß- und Sauftag. Beide Parteien, die„Roten" und die.Weißen", machen am Wahlteg große Festessen für die Wälsser und die Aufgab« ist, sie dabei betrunken zu machen. Dafür sorgen die Wahlkomitees. Sind die Wähler so weit, dann beginnt dos Geschäft der Kandidaten unter sich. Ein Wahlwerber in den Gemeinderat, so wurde mir glaubwürdig erzählt, hatte alle Aussicht, gewählt zu werden. Dies mußte nm, sein Gegenkandidat, der Geld genug hatte, seinen bryn- nenden(später vielleicht recht einträglichen) Ehrgeiz zu befnedigen. Die beiden Herren.verständigten" sich und am Wahltag nahm der Aussichtsreiche seinen betrunken geinachten, oft auch anolphabetüchm Wählern die Wahlzettel für ihn selbst ab und händigte ihnen Zettel für den Gegner«in. Alles ging in schönster Ordnung: der Zahlungskräftige war gewählt und.der andere hatte ohne weitere Mühe fein Geld. Schwere Arbeit für die Sozialisten. Wenn trotzdem der Sozialismus hier so schwer Fuß fassen kann, so ist dos den Kommunisten zu danken, die 1910 di« Partei zerschlagen und das sozialistische Tagblatt.Iusticia" in ein kam- nmnistisches.gewandelt haben. Es wurde unter großen(auch unter großen Geld-) Opfern von den Sozialisten geschaffen, cri>alten und zu angesehener Stellung hinauigcführt und min müssen sich die Sozialisten mit einem Wochenblatt.El Sol"(Die Sonne) begnügen, da» vorläujig aber mir 1200 Exemplar« Auslage hat. Aber wenn die Sozialisten so scheinbar mich zur Untätigkeit rcrurteist sind, sie sind nicht untätig, sie bauen von neuem aus, wohl wissend, daß ihre Stund« kommen wird und kommen muß. Auch die vielen wirklich ernsten und lauteren Männer unter den.Roten" sehen dies« Stuiche kommen und sie wünschen sie herbei, well erst dann die Kraft da sein wird, die den vtelen guten Gesetzen, die es heute schon gftt. Achtung verschaffen und die helfen wird, den Weg vom Projekt zu? Tat zu kürzen. All« ist heiter und geheftnmsvoll. Ich schaufle«knen Weg durch meinen Garten. Der treue Duchsbaum sst noch immer grün. Es sst gar nicht so schlimm. Di« Lampe abend». Da zieht der Schein solch«inen f»i»n Kreis. Drin atmet mein Glück. Ich bin gesammelt an dem Arbens- tisch. Gedanken strömen- B!« Mitternacht vereint mit großer Weis- Heft. Dann an da? Fenster und«in Blick ins Dunkel. Flammenid da» Heer der Sterne. Wir wissen nachts davon. Darm halte ich es für«ine« schön«« Schmuck von Dtamanten; recht für dft Enge Slilra «eines Vebchev». Anmutig ist die Walt. Nun geh« ich schlafen. Ruhe und träume. Dicht umhüllt van eigener Wärme. Und Kraft für morgen kocht sich mir im Blut. V. Januar. So möge es lang» bleiben. Einmal kommt das Eich«. Nun. dann wird sauber da» Gerät und all«? Gut««ingepackt und ordentlich hingelegt. 5ch gehe. IM anderen, macht es gerade so wte ich, wenn sechzig Jahre van. stnd! Hebt hell die Frucht der Zeit ms Licht Wehr kann>ch auch nicht sagen Der Cckiftch ift nur«in Punkt. P«rehri da» ftiitai Schtveyk im Arsenal. Von Laroslav Sasel. Iarsslao Kasei bat b«r»lt« vor de« ftti« ttnfB llrschwryl. ftrttthrnii oiis fünf SftMtn, gefdjtUften, vuh Schwkyl f» in Ott ßlicialut eingeführt. Hier eine von ihnen. Cs kam s«. wie der würdige Feldkurat ihm gesagt hatte: „Schweyk, du Idiot, wenn du unbedingt beim Militär dienen willst, so wirst du zwischen Schießbaumwolle dienen. Vielleicht wird dir dieser Dienst gut anschlagen."' Der brave Soldat Schweyk lernte also im Arsenal mit Schießbaumwolle hantieren. Ar füllte mit ihr Dorpedos. So ein'Dienst ist kein Honiglecken, weil man dabei un» aufhörlich mit einem Fuß in der Luit und mit dem anderen im Grabe steht. - Aber der brave Soldat Schweyk fürchtete sich nicht. Er lebte zwischen Dynamit. Ekrastt und Schießbaumwolle zufrieden als«in ehrsamer Soldat und aus der Baracke, wo er diese Schießbaumwolle in Torpedos füllte, ertönte sein Gesang. „Stelle deine Posten auf die starken Brucken, Pienwnt, Piemont. Wir werden doch hinüberrucken, Hop, Hop, Hop. Hei. Das war ein Schlachten, bei Solferino dortem- Blut floß dort in Fülle, floß an allen Orten, hop, Hop, Hop. Blut bis zu den Knien, wie im Fleischerladen. Weil sich die Achhehner dort geschlagen haben, Hop, Hop, Hop." Nach diesem schönen Lied, dos den braven Soldaten Schweyk in einen Löwen verwandelte, kamen andere ergreifendere Lieder an die Reihe, von Klößen, wie ein Kopf so groß. Der brave Soldat Schweyk aß nämlich Knödel mit unbeschreiblicher Wollust. lind so lebte er zufrieden mitten in der Sck'pßbaumwolle einsam und allein in einer der Baracken des Arsenals. Da kam eines Tages eine Inspektion, die von einer Baracke zur anderen geht und nachsteht, ob alles in Ordnung ist.- Als die Inspektionsoffiziere die Baracke betraten, in der der brave Soldat Schweyk mit Schießbaumwolle umgehen lernte, da kannten sie an dem Tabaksgualm. der aus einer Pfeife aufstieg, merken, daß der brave Soldat Schweyk«in unerschrockener Krieger war. Als Schweyk die Offiziere erblickte, stand er auf, nahm vor- jchriftsmäßig die Pfeife aus dem Mund und legte st« in möglichst geringer Entfernung neben sich bin. um sie recht nahe bei der Hand zu haben, und zwar in«in offenes Stahlfach mit Schießbaumwolle. Dabei sagte er. während er salutierte: „Melde gehorsamst, nichts Neues: alles in Ordnung!" Es gibt Augenblicke im Menschenleben, in denen die Geistes- gegenwart eine große Rolle spielt. Der klügste von der ganzen Gesellschaft war der Herr Oberst. Aus der Schießba«n>wolle stiegen kleine Rauchkringel empor, und da sagte er:„Schweyk, weiterrauchek!" Das war ein weises Wort, denn es ist fraglos bester, wenn stch eine brennende Pfeife im Mund befindet, als in einem Faste Schieß- baumwolle. Schweyk salutierte und sagte:„Melde, gehorsamst, daß ich rauchen wer". Er war ein gehorsamer Soldat. „Und jetzt kommen Sie auf die Wache, Schweyk!" „Melde gehorsamst, kann ich nicht, weil ich hier laut Vorschrift bis S Uhr bleiben muß, bis man mich ablösen kommt, nämlich bei der Schießbaumwolle mutz fortwährend semand stehen, damit kein Unglück passiert!" Die Inspektionskommisfion entfernte stch. Sie rannte in höchster Elle aus die Wache' und gab Befehl. Schweyk durch eine Patrouille holen zu lasten. l'-l Dt- Patrouille gwg ungern, aber sie ging doch. Als sie vor die Baracke kamen, in der der junge Soldat Schweyk mit einer brennenden Pfeife mitten in der Schießbaumwolle faß. rief der Korporal:„Schweyk, du Saukerl, wirf die Pfeife aus dem Fenster und komm heraus!" „Fällt mir nicht ein! Der Herr Oberst hat befohlen, ich soll weiterrauchen, ich muß also rauchen, bis man mich in Stück« reißt!" .Lamm heraus, Rindvieh!" „Rein und nein: melde gehorsamst. Es ist erst 4 Uhr und ihr könnt mich erst um S Uhr abläsen. Bis 6 Uhr muß ich bei der Schieß- Feierabend. Von denn. Claudius. Schwer liegt noch auf mir Gehämmer der Derlflak? und Qualm der Esten. Schaukel ich aber erst unseren kleinsten auf meinen knien. ist alles vergessen. Mein Weib deckt deu Tisch mit dem kargea Abendbrot. Aber sein Lächeln: welch Leuchten um unsere JtoL Gläubig gleitet mein Blick von Gesicht zu Gesicht. So steigt ein Baum aus der duukleu Erde hinauf in das Licht Immer höher und breitet die Aeste weit....... Ich und mein Weib und mein Sind: wir Ewigkeit. baumwolle stehen, damit kein UnMck passiert. Ich bin sehr oorstch..." Das ,stig" sprach er nicht mehr aus. Dielleicht habt ihr mm der großen Explosion in dem Arsenal gelesen. Eine Baracke nach der anderen flog in die Lust. In drei Viertel Sekunden war das ganze Arsenal in die Luft geflogen. In der Baracke, in der der brave Soldat Schweyk mit Schieß- baumwolle umgehen lernte, fing es an und an dieser Stelle türmten sich wie Grabhügel Bretter, Lotten und Eisenkonstruktionen, die von allen Seiten geflogen kamen, um dem wackeren Schweyk, der stch vor der Schießbaumwolle nicht fürchtete, die letzte Ehrenbezeugung zu leisten. Drei Tage lang arbeiteten die Pioniere auf den Ruinen und fügten Köpfe, Stümpfe. Arme und Bsine zusammen, damit der Leb« Herrgott beim jüngsten Gericht die verschiedenen Chargen erkennen und sie auch dementsprechend belohnen Knn«. Es war ungeheuer schwierig. Drei Tage lang räumte man die Bretter, die Eiseukvn- struktionen auch vom Rumpfe Schweyks fort, und in der dritten Nacht vernahm man, als man in das Innere dieses Durcheinanders drang, eine angenehme Stimme: „Hei, das war ein Schlachten, bei Solferino darteil, Blut floß dort in Fülle, floß an allen Orten, hop, hop, hop?" Beim Schein der Fackeln grub man sich zu der Stiwme durch, die sang: „Blut bis an die Knie, wie im Fleischerladen, Well sich die Achtzehner dort geschlagen haben. Hop, hop, hop!" Und im Schein der Fackeln gewahrten die Rettsr eine aus Eisenkonstruktionen und angehäuften Brettern entstanden« Grotte und in einem Winkel erblickten st« den braven Soldaten Schweyk, der die Pfeife beiseite legend, salutierte und sagte: „Melde- gehorsamst, nichts Neues; alles in Ordnung!" fBnwrlflente Übersetzung an* dem Tschechischen von(Stele Steintet� Die Mutsäer. Eioe afrikanische Sekie. »i« MisstonstStigkeit im dunklen Erdtell hat beständig mit dem Aufleben aller heidnischer Gebräuche zu kämpfen, die auch die Christen in ihren Bann ziehen oder ihnen das Leben erschweren. Von solchen Kämpfen gegen das Heidentum im Njastaland erzählt Missionär Gründler in den„Berliner Missionsberichten" und ver� weilt besonders bei der Unterdrückung einer allgemein gefürchteten Sekte, der sog.„Vabudi" oder Totschläger, die die Gewohnhell haben, ihren Acker dadurch fruchtbar zu machen, daß sie die Saatkörner mit Menschenblut oermifchen und dann aussäen. Diese Blutsäer nehmen aber nur das Blut von einem bestimmten Tell des lebenden Men- fchen, und um dies zu erlangen, begehen sie eine ungeheuerliche Grausamkeit. Sie üoerfallen Hirten, die allein bei ihren Herden sind, oder Wanderer, die sie auf einsamen Wegen antreffen, werfen sie nieder, reißen ihnen mit Gewalt den Mund aus und machen einen Emschnttt in den Kehldeckel: aus dieser Wunde wird dann so viel Blut, wie nur möglich, herausgepreßt. Es ist klar, daß viele, die auf diese Weise überfallen werden, an der Wunde, und den Derletzunge». die sie bei der Abwehr erleiden, zugrunde gehen. Ihre Landsleutc, haben unter diesen„Blutsäern" furchtbar gelitten, aber sie wagten nichts von den Untaten der Vabudi ans Licht zu bringen, well sie sonst von ihnen auf grausame Weise umgebracht wurden. Gründl«.' wurde auf diese Sekte aufmerksam, well sich öfter Leute, die von den Babudi überfallen worden waren, an die Missionsstation um Hilfe wandten. Er ging dann der Sache über Jahr und Tag nach, aber es war sehr schwierig. Genaueres zu erfahren, weil viele Häuptlinge mit ihnen unter einer Decke stecken und die Vabudi, wenn sie von einem Ueberfall hören, scheinbar zur Rechenschast ziehen, sich aber dann durch Rinder, Bier und andere Sachen bestechen lassen und bis Untersuchung unterdrücken. Als der Missionar sich genügendes Be- weismatericu beschafft hatte, brachte er die Sache bei der Regierung zur Anzeige, und darauf ist die Unterdrückung der Sekte erfolgt. Geschichten um Schalsapin. Vor siebenunddreißig Jahren bestand, so erzähll Essäd-Bey kn der„Literarischen Well", in Kasan«ine kleine Pravinzoper; die Ge- schäste der Oper gingen nicht gut, sie suchte nach neuen, billigeren Kräften. Eines Tages erschienen vor dem Direktor der Oper zwei junge Burschen und baten um Anstellung als Hauptdarsteller. Der eine war ein Baß, der andere ein Tenor. Der Direktor ließ beide' Probe singen, der Tenor gefiel ihm.„Ich werde Sie als Hauptdar- steller anstellen," sagte er.„in Ihrer Stimme aber," wandte er sich zum Boß,„sehe ich kein« große Möglichkeit, Sie können aber immer- hin im Chor Müsingen." Der Vaßjyeß Schaljapin. der Tenor Gorki. Das Gefühl des Neides lag aber Schaljapin augenscheinlich fern, his heute Mieben er mw Gorki eng befreundet. » Nach der Revolution gründete Schaljapin in Gemeinschaft mit Gvrfi und Granowsky das sog.„Theater der Tragödie", das als ein antikes Arena-Theater gedacht war. Später erhkell er für feine Verdienste den Titel„Der rote Künsller der Union", außerdem wurden seine nationalisierten Güter zurückerstallet. Beides wurde ihm aber wieder entzogen, als er ül>00 Franken für russische Emigrantenkwder spendete._ was bei uns verHaftel wird. Die deutsche Polizei mußte im April dieses Jahres wöchentlich 20000 Menschen festnehmen. und zwar 7600 wegen groben Unfugs. 2700 auf Grund eines Hast- befehls, 1600 wegen Einbruchs. 1500 wegen Mißhandlung, s« 700 wegen Diebstahls und Widerstand, 600 wegen verbotenen Handels, je 500 wejeit Betrugs, Sittlichkellsdelikts, Betteln« und Uebe» tretung des Kraftfahrzeuggesetzes, 300 wegen Umhertreiben«, je 200 wegen Hehlerei, Unterschlagung und je 100 wegen Notzucht, gewerb. licher Unzucht, Totschlags. Mordversuchs, Urkundenfälschung und Entweichens aus dem Ellernhause und aus der Fürsorge. Ar. 225» 45. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts S-nntag, 43. Mai 4923 Eissenvungen für diefe Rubrik sind Berlin S W 68, Linden, truße 3. Nartemachrichien��WfürGroß-Berlin stet» an das Bezirkssetretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, ja richten. Treff. 3. Sreis. Bca-ntc! Große ijffentiiche Deamtenverfammlung am Mittwoch, 16. Mai, l#Vj Uhr, in der Aula des Lessina-Gymnasiums. Pankstr. Ib. Thema:„Reick) S- und Landtagswohlen und die Beamtenschaft." Referent Genosse ttun.'e, Borstandomitzlied hcs Allgemeinen Deutfckien Zieamtcn» dundcs. Aussprache.— Alle parteigenössischen Beamten mit Frauen und Lnmpathisiercnden sind eingeladen. Der Wcrbcausschuß. 5. Ärcf«. Gtnladung zu der am Mittwoch, 16. Mai, 1d Uhr, in der Schul- «ula des Andrcas'r.calgpm.-.asiums, ttoppenstr. 7ö— 76, stattfindenden Ber. lommlung aller im Bejirtramt Fricdrichshain beschäftigten Beamten,. Angestellten und Arbeiter mit ihren Angchdrigen. Tagesordnung: 1. Die kommenden Reich», und Landtagswahlcn." Referent Stadtrat Rosin. 2. Filmoortrag:„Dein Schicksal". Derbcauslchuß des SPD. beim Bezirksamt Fricdrichshain. 7. llrei, ssharlotteubnrg. Dienstag, 15. Mai, 19 Uhr, erweiterte Äreisoor- siandssidung im Zimmer 1 de» Rathauses. S. Kreis Wilntrrsdorf. Montag, 14. Mai, 20Va Uhr, Sitzung des engeren .sireisverstandes bei Andreas. Pfalzhurger Str. 55 Ecke Güntzelstraße. Er» scheinen ist Pflicht. Mittwoch, 16. Mai, erwciterie Kreisvorstandositzung. Loka! wird noch bekanntgegeben. 9. Kr-.is Wilmersdorf. Die Handzettel und Plakate für die Wählerverfamm» Inng am lS. Mai sind bei ßrochs abzuholen. 16. Kreis Köpenick. Dienstag, 15. Mai, KUH Uhr, Sitzung des Kreisvorstondes au bekannter Stelle. Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich. Jede Abteilung muß vertreten sein. 17. Kreis Lichtenberg. Moniag, 14. Mai, 1914 Uhr, in der Bibliothek. Weichselslr. 28, Sitzung der Zeitungskommifsio». Erscheinen dringend er. forderlich. * Arbeiter, Angestellte, Beamte des Bezirksamt» Wedding! Am Montag, 14. Mai, 16 Uhr. öffentpche Versammlung in der Schulaula Wiesen., Ecke Panksiraße.„Dein Schicksal", der große Film der Arbeiterschaft wird aus- geführt. Ansprache: Genosse Albert Falkenberg, Vors. h. ADB.— Zutritt Hoden sämtliche beim Bezirksamt Wcdding beschäftigten Arbeiter, Angestellten und Beamte, einschließlich der Lehrer. Insbesondere werden freundlichst alle eingeladen, die bisher dem Sozialismus noch fernstebenl Freier Eintritt. Die SPD.-Bctricbsfraktion. Achtung. Bezirksamt Prenzlauer Berg! Am Dienstag, 15. Mai, 16 Uhr. im Bechrksverordnetensitzungssaal, Danziger Etr. 64, öffentliche Kundgebung oller beim Bezirksamt belchäftigten Arbeiter, Angestellten und Beamten. Ge. rosse Votizeiprästdent Zörgiebel spricht über„Der alte und der neue Staat". Anfgefuhrt wird scrner der große Bahlfilm„Dein Scksicksal. Rege Beteiligung erwartet Der Fraitionsvorstaud. Große öfsentliche Wählcrvcrsammluug am 15.»nd 16. Mai, 19',4 Uhr, in Schinkels Fesisälcn, Brilckenstr.?. Thema:„Die Einstellung der Feuerwehr. beamtrn zu de» kommenden Reichs-»nd Landiaaswahlen." Rcserent Genosse A. Losfmann.— Zu genannte» Wählcrvcrsammlungrn sind sämtlich« Feuer. wehrbcamtcn nebst Angehörigen hiermit freundlichst eingeladen. Der Wcrbeousschuß der Sozialdemokratische» Partei. heute. Sonntag, den 1Z. Mai: 1. Abt. Ave Mitglieder trefsen sich zur Flugblattverbreitung 9 Uhr bei Spiegel, Ackerstr. 1. 14. Abt. Die Genossen treffen sich zur Kundgebung um 13% Uhr der Gott. ickmik, Pulbusser Str. 24; Eartenplatz um 14.10 Uhr. 19. Abt. 1414 Uhr Antreten aller Mitglieder Brunnenplatz, am Ledigen. heim zur Kundgebung im Humboldthain. Die Genosssiuien und Genossen trcsfen sich 13% Uhr vor ihren Zahlabendlokalen. 21. Abt. Die Mitglieder beteillgen sich vollzählig am Werbeumzug. puukt 18>4 Uhr E-schäftsstell-, Utrechter Str. 21. 23. Ahl. Zur heutigen Kundgebung versammeln wir uns restlos um 1314 Uhr bei König, Otavistr. 37. 33. At.t. Große Werbeplakate fllr die Balkon« usw. find vorrätig im Lokal Loiack, Benmestr. 6. 55. Abt. Eb-rloilenbrrg, 3. Gruppe. 814 Uhr wichtig« Flugblattverb reitung im Lokal Schutz, Wallstr. 99. 81. Abt Zriedenan. Treffpunkt zur Fluablottverbreltung im Sfidgelände '10 Uhr hei Klabe. Dienstag, 15. Mai. Treffpunkt zur Demonstratio» 19 Ubr bei Klabe. 99. Abt. Britz-Buckow, Bezirk Groß.SIeblung. 9 Uhr Flugblattverbreitung beim Genossen Arnold, Fritz-Reuter-Allee 14. 105. Abt. Adl-r-hcl. Ilm 14 Uhr treffen sich alle Mitglieder«NN Dahnhof Grünau zum Werbeumzug. Morgen, Monkag, den Ii. Mai: 8. Abt. 20 Uhr wichtige Borstandssitzung bet Fcßler, Dülowstr. St. Rlemand darf fchlcn. 32. Abt. 20 Ul?r bei Kremphardt, Paul-Einger-Etr. 49, Fmrktionärfitznng. Erscheine» dringend erforderlich. 38. Adr. 2014 Uhr iurzc aber wichtige Funktionärsitzung bei Bartusch, Friede»sir. 65. 39.«bt. 19'. Uhr bei Lehmann, Hallesche« User 14, letzie Fusammcnkunst vor der Wahl,«ein Bezirksfiihrcr darf fehlen. Die Stimmlisten find mltzu. bringen. Meldungen für Wahlbiise werden erwartet. 42. Abt. Zusammenkunft der Genosstnncn und Genossen, die ssch an der Hof. Propaganda deteUigen, 20 blhr pünktlich, bei Wieredorsf, Urbanstr. 6. 44. Abt. Alle radfahrenbcn Genossen trefsen sich mit Rädern um 18 Uhr auf dem Heinrichf.piatz zur Wcrbcfohct. Echoacbrrq. 77. Abt. 23 Uhr bei Schmidt, Grunewaldstr. 16, Borstandssttzung. -- 7«. Abt. Pünttijch 20 lihr bei Seidel, Gustav. Müller. Platz 1, wichtige außerordentliche Fuuktlonärsitzung. Alle Funliianäre, Wahlhelfer müssen ericheiuc». Ricmand darf fehlen. »6. Abi. ißcukibu. 1914 Uhr bei Teich, Knelebeckstr. 135, Funktionärfitzung. Alle bei der Wahl tätigen-Genosten müssen erscheinen. 164. Abt. Riederichöuewelde. Alle Genossinnen»nd Genossen treffen sich 18-4 Uhr beim Genossen Sasowski, Grünauer Etr. 8, zur Teilnahme an der Leraustoltnng in?ohan»istl>al. JH. Ab«. Lichtenberg. 1714 Uhr Borstand», und Funktionärfitzung bei Schrwezer, Gabricl-Mar-Etr. 17. 120. Abt. Friekrlchsfelbe. Ab 17 Uhr Material abholen beim Genosse» An- sarge, Ruldcrseestr. 20. IIS, Abi Aeichsdruckerei. Ick Ubr im Schultheiß, Stallschrcibcrstr. 29, Monats» p-rfammlnng. Alle Genossinnen und Genosse» müssen wegen der wich. - tigeu Tagesordnung bestimmt erscheinen. Dienstag, den IS. Mai: 13. Abt. Genossinnen und Gcnossen, die am Wahltage Helsen wollen, treffen sich IL'.. Ubr hei Lausch, Bredom. Ecke Wielefstratzc,.zu einer Besprechung. 28. Abt. 19'.- Uhr bei Büttner, Schwcdtcr Str. 23, wichtige Besprechung der Be-irtosiihrer. 78. Abt. Sckfönebcrg. 19 Uhr Treffen bei Roscnthal, Ebersstr 66. Abmarsch zu: Demvustration vllnktlich 1914 Uhr nach der Rubcnsstraße. 125. Abt. Weißensce. 20 Uhr bei Gallas, Lehdcrstraße, Sitzung de» engeren Vorstandes. Plakate zur Demonstration sind abzuholen. 134.-Abi. Tuch. 19 Uhr bei Göpfcri, am Bahnhof, wichtige Flugblattvcrbrei. tung. Mittwoch, den 1ö. Mai: 19? Abt HoheuschSnhanscn, Kolonie Weiß- Taube. 1014 Uhr im Lokal Jäger- beim, Mor'ähner Weg Eck« Hauptstraße, Mitgliederversammlnug. Vortrag fc-, Genossen Stadtrat Emil Wußkn. Die Lehenschönhausener Genossen sind w dieser Beriawmlung eingeladen. Wir erwarte» rege BeteUiaung. 14 Mai, und Dienstag, 15. Mai, 13!4 Uhr, am Verbinder, Stralauer Alice, am Mittwoch, 16. Mai, um lö!4 Uhr, in den gahlabendlokalen. Wocheiiprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 13. Mai 1928. 9: Morgenfeier. 11.30: Vormittagskoriert. 14: Kurzschrift. 14.30; Fflr den Landwirt. l5P0: fnnkheluzdmann. 17: Teontuslk. 19: Die Bildtelegraphie im Dienst des Zeitungswesens. 19.30: Die dleslährige Große Berliner KunsUns- steliung. 20: Die Bedeutung der Krankenversicherung unter besonderer Berück- sichtigung des Berliner Krankenkassenwestns. 20.30:„Im Freien", Musitvor- träge. 22.30; Tanzmusik. Montag, den 14. Mal 1928. 15.30: Die Schlüsselgewalt der Chesran. 16: Streifzßge dnreh Grieche». tand. 16.30: Zum Todestage August Strindbergs. 17; Violln-Duos. 18: Frauen. dichtung als Spiegel der Wirklichkeit. 18.45: BSderkuren tür Herzkranke. Uebertragung Frankfurt a. M. 19.10: Kunstgenuß und Kanstbesitz. 19.30: El». kommen und Lebenshaltung der weiblichen Anges teilten. 20.30: Wunder der Medizin. 21: TLieder. 21.30: Alte und neue Tänze. Dienstag, den IS. Mal 1928. 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Vom Leben der Insekten. 16: Aus der Peripherie Berlins. 16.30; Stunde mit Bflchern. 17; Unterhal- tungsmusik. 19.25: Die soziale Frage, ein Produktions, and Verteiinngsproblem, 19.55; Die großen Mächte in ihren weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Beziehungen(England). 20.30: Uebertragung Morag Hamburg; 2000 Jahre Parlament„Cicero". Danach Musikvorträge. Mittwoch, den 16. Mai 1928. 15.30: Ehe und Wohnungsnot. 16: Handball, das Spiel Kr alle. 16.30: Städtebilder„Madrid", 17; Unterhaltungsninsik. 18.45: Bäder und Brunnen- kuren In Deutschland. 19.10: Rechtsfragen des Tages. 19.35: Die bürgerliche Weltanschauung. 20.10: Sendespiele:„Die Schützenlleiel", Operette von Eysler. 22.30: Mein Heimatland— Musikvorträge. Donnerstag, den 17. Mai 1928. 9: Morgenfeier. 11.30: Feiertagskonzert. II: Afrikanische Vätkerwande- rungen. 17: Teemusik. 19: Hunderennen. 19.25: Aus den Wachstumsiahren der Fliegerei. 19.55: Wahlrecht ist Wahlpflicht. 20.30: Orchcsterkonzert. 22.30: Tanzmusik. Freitag, den 18. Mai 1928. 15.30: Jugend und Alter In der Mode. 16: Die Ernährung des Säuglings und des kleinen Kindes. 16.30: Empfindung und Gefßhl. 17: Unterhaltung». musik. 19; Italienischl. 19.30; Dichter der Gegenwart als Philosophen. 20; Die wirtschaftlichen Fragen in der deutschen Nationalversammlung von 1848. 2040: Chorgesänge, Sonnabend, den 19. Mai 1928. 1540: Die Adeisberger Grotte. 16; Die Sinnesorgane und die Zeichensprache der Bienen. 16.30: Rechtsprechnng und RechtsgefühL 17: Unterhaltnpgsmuslk. 19: Faust und Zarathustra. 1945: Schlußbetracbtungeo zu der Vortragsreihe Ober das deutsche Handwerk. 1945: Im Flugzeug durch Persleu. 20.30: „Zwei Bund Sehlossel". Ein heiteres H&rspiel. 2240: Nachtmusik. Königswusterhausen. Sonntag, den 13. Mai 1928. Ab 9: Uebertragung ans Berlin. 18: Kunstgeschichte ie Anekdoten. 19: Di« Weltseele in der Volksdichtung. 19.30: Die Mutter Im Spiegel der Dichtung. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Montag, den 14. Mai 1928. 16: Franzdsich(knlturkundlicluliterarlsche Stunde). 1640: Ans der Werkstatt des Bibliothekars. 17: Uebertragung ans Berlin. 18: Otto Erich Hartleben; Rezitation. 1840: Englisch fflr Anfänger. 1845: Futterpflanzen und Samenbau im landwirtschaftlieben Betriebe. 19.20: Technischer Einfiihrnngskursus für Facharbeiter und Werkmeister. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, den IS. Mal 1928. 16; Schulkundliche Fragen. 1640: Anpassngsersehelnnngen Im Pflanzenz reich. 17: Uebertragung aus Leipzig, 18: Bühnen knnst im Wandel der Zeiten. 1840: Französisch für Anfänger. 1845: Oesterreichische Dichter: Johann Nestroy. 19.20: Das Werk der Deutschen Gesellschaft fflr Rettung Schilt. brüchiger. Ab 2040: Uebertragung ans Berilo. Mittwoch, den 16. Mai 1928. 16: Pflanzenschutz m, Schulunterricht.|640: Das Zeitalter der Romantik. 17: Uebertragung aus Hamburg. IS: Technik des Ein- und Ausfuhrhandels. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 1845: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 1940; Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.10: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag, den 17. Mal 1928. Ab 9: Uebertragung ans Berlin. 19; Uebertragung aas Hamburg. Ab 22.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 18. Mal 1928. 16: Der Lithograph and Chemigraph. 1640: Film and Filmindustrie. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Der Diamant als Gebrauchs- und Schmucke stein. 18.30; Englisch Kr Fortgeschrittene. 1845: Technischer Lehrgang für Facharbeiter nnd Werkmeister. 1940: Wlsaeasehaltlicher Vortrag Kr Aerzte. 20; Wo hängen die schönsten Bilder tn deutschen Museen und Kirchen? 21: Die Pflicht zu wählen. 2140: Was lehren Wahlen in soziologischer und psychologischer Hinsicht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 19. Mai 1928. 15: Die erste Tagung(Sr Rundlunkmaa» b QOttlnge». 1440: Parlament and Beamtenschaft. 17: Ucbertrsgu»« aus Hamburg. 15: Die bevorstehend« II. Internationale Arbeitskonfsrenz 1» Gent. 1540: Spanisch Kr Anfänger. 1845: Die Violinsonate Beethovens. 1940: Goethes Ehe— Römhsche Elegien. Ab 20.30: Uebertragung ans Berlin, Heute, Sonntag, den 13. Mai. 18 Uhr. im Edenpalafl, Charlottenburg, ka�/er-Ariedrich-Str. 24 FWingsfeierfür tie Hausangestellten Arauenchor, Heiifaitoncn, Lieder zur Laule, Ansprache der Geno sin Luise Köhler, 251. b. C. Tanz.(Eintritt frei! 42. Abt. Die Genossinnen werden gebeten, bie„Wählerin" schon heute, Sonntag, 13. Mai, von Wiersdorf abzuholen und schnellsten« zur Verteilung jo bringen: Geber tob»Och di» jui richten Stunde seine Pflicht! Abt. Schiiii eberg. Achtung, Genossinnen! Der ssrauenabend fällt . lebera. Achtung, Genossinnen! Der ssrauendben! Monat au«. Nähere Mitteilung erfolgt noch durch den„Borwärts". tn diesem 70. 138. Abi. Reinickendorf. Ost. Tie„Wählerin" ist umgehend von Wahle und von Genosstn Meiser abzuholen. Arauenveransiattungen: 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Funktionärinnen!_ Abteilungsleiterinnenl seid« bei Spandau, Frouen-Rad, mittag. Vortrag der Genosstn Susanne Suhl Uber„Beruf und Elze". Um zahlreickze Beteiligung wird gebeten. 17. Jtrci» Lichtenberg. Die„Wählerin liegt in den bekannten Äbholestelle» zur Verteilung bereit..__ 26.«bt. Sttffsnnlt zur heutigen Knndgeinng im Lumboldthain 1414 tlhr (Zli Uht). Uferstraße Ecke MartiniOpitz-Sirahe. Vorher FlugblaUverbret» tung. Alle Genossen und Genossinnen müssen erscheinen. 33. Abt. Zur Handzcttelpcrbreitung treffen sich olle Genossinnen Montag, Frauenoeranslaltungen am Montag, 19� Uhr: 5t. Abt. Friedenau. Bei Klabe, Handjerpstr. 60/61, Bortrag der Genosstn Henny R-wald über„Wahlrecht bedeutet Wahlpflicht". Alle Genosflnnen find hierzu eingeladen. Käste können mit eingeführt werden. 84. Abt. Lankwitz. Bei Lehmann, Lankwitz, Kaiser.Wilhelm.Sir. 29/31, „Ernstes und Heiteres". Vortragender Genosse Heinz Barthel. Um zahl» reich: Beteiligung wird gebeten..Vorwürts".Leser uub Sympathlsierende sind besonder» eingeladen.._. 124.«bt. M-Hlsdors. Achtung, Genossinnen! Der Fraucnabend fällt aus. Die Genossinnen werden gebeten, sich vollzählig an der öffentlichen Bcrsamm. Iu»g zu beteiligen. Rcserent Genosse Ad. Hoffmann. Frauenveranstallungen am Dienstag. 19 1/2 Uhr: 45. Abt. Bei Brüschke, R-ichenberaer Str. 98,„Ernstes und Heiteres". Bor. tragender Genosse Heinz Barthel. All- Genossinnen, die Fronen der Parte:. genossen,„Borwarts".Les-r und Sympathisierende sind hierzu eingeladen. Sä. Abt. Charlottenburg. B-i Reimer, Wilmcrsdorfer Str. 21, Fritz.Renter. Abend. Referent Genosse Hinrichfcn. Erscheinen sämtlicher Genossinnen 128./130.�At>t' Pankow. B-i Meß, Lindenpromenade Ecke Berliner Straße, Froncnabcnd. Berichte, Aussprache, Verschiedene». Um vollzähliges Er. scheinen wird gebeten. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 19� Uhr: 1. Abt. Bei Spiegel, Ackerstr. 1, Bortrag de, Genossen Kunstmann fiber „Wir Frauen und unserer Kinder Zukunft". Um rege Beteiligung wird gebeten. Gäste können mit eingeführt werden. Zungsozialisten.(Brojz-Bctlln: Montag, 14. Mai, 191» Uhr, in den Kastno-Festsälen, R. 58, Poppelallee 15, Iungwählerkundgebung gemeinsam mit der SAI. und den sozialdemokratischen Studenten Alle im'Werbebezirk Norden wohnenden Gcnossen, besonder» die Mitglieder der Gruppen Wedding-Sesundbrunnen, Reinickendorf, Weißensee Berg beteilig Erscheinen aller Genossen imhehi» Mai, 194 Uhr, in den wnh UrtiuTöii« vollzähliges erfd Dienstag, 15. et 48, Iungw nokratifchen 6 d Oberspree beteiligen fich geschlossen an hiese, scheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Kruppe Wedding.S«i»ndbr»»nl», Alle Mitgli« an dieser Wahlkundgebung. rsorderli». ien de» Osten», ffranksurter II. un» den sozial- SA. WM LIchtenbev gebung. Köpenick ' lige- stration heute, Sonntag, 13>4 Uhr, auf dem tetzer treffen Brunnenplatz. fich gut Demsn, Niemand darf Montag, 14. kufstonsaben». ftai, Gruppenadend im Jugendheim Wilh-lmsaue 12». Di». Besprechung der Wahlarbeit. Erscheinen dringend notwendig. Nrbetlsgemeinschafl der Sinderfreunde: Achtung, Srelsleiterl Der bessere» veberficht wegen werden künftighin vbn der Geschäftsstelle Sammellisten herausgegeben, mir bitten daher, alle im Umlauf befindlichen Kreis Tierga Listen einzuziehen. Tiergarten. Montag, 14. Mal, VMil�t, Donnerstag, 17, tueffc» fich die Iungfakken ''—19 Uhr. Heimabend der roten Falken". Mittwoch, .... 19 Uhr im Heim Spielen. spielen all« Gruppen von 13 bt» 20 Uhr tn der Bremer Straße. Krei« Wedding- Alle am Zeltlager______............, fich Donnerstag, 17. Mai, 30 Uhr, zum Spaziergang nach der Proletaeierwicsr. teilnehmenden Kinder und Helfer treffe» Krei» Eharlattenburg. 15 Uhr, ans dem Spielpl Nie' „ Alle Eltern, Freunde und Genossen... is dem Spielplatz der Kinderfreunde in Westend IHeg nach dem Fornilienbad) zum„Frühlingstag bei den Sinderfreunden". Falken und Jung. fallen müssen schon um 10 Uhr dort fein. Sreie Treptow, Bezirk Od erschi»«meide. Wie treffen un» Donnerst»«. 17. Mai, 14 Uhr, am Bahnhof Ricderschöncweide lScite Johannisthal) zum Spielen in der Königsheid«. Kreis Reinickendarf.Oft, Gruppe Msrgenrot. Sonntag, 13. Mai, Fahrt nach " Uhr im Jugendheim, Lindauer Straße. 20 Pf. mit. ~' und Tan» im Juaendheim Lindaucr Straße, ________... Spiele ebenda, beide, von 171h bis 19lö UHL. Kllkengrupp«. Moniag, 14. Mal, von 15 bis 17 Uhr, qemeinsame» Spiel im Jugendheim Lindauer Straß«. Gruppe Ferdinand Lafiall«. Spiel und Ta», im Jugendheim, Mittwoch, 16. Mal, von 1711 bi« 1914 Uhr! Freitag, 18. Rai, zur gleichen gelt dort Lefeahend. Kreis Renlölln: DI« nächste Helferverfammluna wird infolge der Wahl auf Dienstag, 22. Mat, 20 Uhr, t» der Baracke Ganghof-rstraße verlegt.— Montag, 14. Mat, pünktlich 19 Uhr, erst« Zusammenkunft der Gruppcno&Ieute im Jugendheim Bergstr. 29. Niemand darf fehlen. Geburlstage, Zubiläeu usw.: 18. Abt. Einer der Alten,»»see Baeteiaeussse Nepornnl Zalejiki begeht am 13. Mai seinen 70. Scburtatag. Genosse z. ist 1384 der Partei baiaeteote»»ab kämpfte stets i» de»«-«bersten«eihe». Unser G-uafie Ist auch Mitbegründer ber Polnischen Suzialistisd-en Partei, die nach dem Fall de« Sazlalifteuaesetzea im Sommer 1890 begründet rnnrbe. Einige Zeit später trat er dem Metall- -rbeltervercin Berlin und Umgegend»ei und arbeitete auch bler mtt guten Ersalgen. Seine beste Arbeit l-isttt- er im«E«..Kun,ern.«» ist Ihm«c. lnaoen, durch strafte Organisation den ersten Arbeiteranaschntz durch freie Vereinbarung ,u gründen, der an sämtlichen»»»..Betrieben eingefübrt rnirb« nnd gntr Resultat» zeitigte,«»ge Ih», s-Iu«»oll. Getfte-frisch,»ud«üftlg. keit»ach jahrelang zum Wahle der Partei erhalle» bleibe». Wetterbttidil her 5 ff en(ficht» Wrttrrdirnststelle Berlin nnd Umgegend (Rachdr. oevb.) Wech'elnd bewölkt, ohne ervcbliche Niederichläae. Temperaturen im ganzen etwa« höher. Kein» Nachtfrostgefahr.— Aflg venlichland: Im Süden, Südosten und Osten meist stark dewällt und stellenweise Regensälle. In der nordweslllchen Hälfte Vetterbesserimg. lleberall Milderung. Kein Nachtfrost. öskanntmachung. »!- l?kad» Berlin plant den Bau eine, offenen Entwässernnzsgraben«, der "b't Pank- durch die Gebiet« der Bezirksämt-r Pankow und Äeinick.'ndo.f u-. inn*fdftcr See aestihrt weedei: soll. chfj iT, t. Graben soll im Hinblick auf sein« wasscrwirtschattlichc Be. dci.ini'g in da» Brrze'chnis der Nasserlänfe zweiter Ordnung in der Provinz Brand.'nbnrg und in Berlin eingetragen werden... 1*1 n,a-v. dies»ffentüch h'ermtt bekannt mit dem Bemerken, dag das von «f de,« 4 Wassergesetzes vom 7. April 1013 aufgesi-llte Ber. -eichn'r de: W-sser.'ituf« zweiter Ordnung in der Abteilung„Künstliche Wasser. lüpfe" wie folgt ergänzt werden wttd: Bezeichnung dt» Wasierlan!» Entwässernngggraben von der Pank« bi» zum Tegeler See Endpunkte des Wasserlaui« Van e etwa bei Etat. Km. 8 040 Tegeler See (Tegeler Hafen) SS2 Bffentiid) zu jedermanns Einsichtnahme ans. Innerhalb dieser Anolegungesrist können Einwendungen, die st» lediglich gegen die Aufnahme des zu hauenden Kraben» in das Perzetchni» der Wa sser. läuie zweiter Ordnung richten dürfen, schriftlich oder zu Protokoll bc: den ge. nannten Polizeiämtcrn angebracht werden. Uebcr die etwa erhobenen Ein. «endungen wirb gemäß§ 5 Absatz 2 des Wassergesetzes entschieden»»erden. Eharlottenburg, den 28. April 1928. O. P. 255«.»er oberprafideut der Provi», Bvenbenburg nah«a«erll». Wir empfehlen "/«Ii zur dauernden Kapitalsanlage unsere , Ü/OUNU num-HjpOHeiipIaDitt, a) Reihe 12 vom Jahre 1927, unkündbar bis zum I.Oktober 1932, mit Zinsschein zum April und Oktober, zoin jevailign Karss der Berliner Büße, i. Ii SS1/* voa Bundert. b) Reihe 13 vom Jahre 1928. unkündcar bis zum I. Januar 1933, mit Zinsschein zum Januar und Juli. zois jeveiiip Börse der Berliner Urse, i. Zf. SS'/s vom Beiert, Reihe 1 vom Jahre 1928, unkündbar bis zum 1. Januar 1933, mit Zinsschein zum Januar und Juli, in Preußen mOndelsicher, vW jeveiliga Boise der Bstlioer Birse, lZL SS no Blindert. 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