Morgenausgabe Hr. 231 A 117 4S.Ichrgang WSch-nMch ffi Psg, mim-Mch S.CO St in voraus zahlbor. Postbezugett gedruckte Wortes, jede» weitere Wort 12 Psenntg. Stellengesuche da- erste Wort 16 Pfennig, jede» weitere Wort lv Pfennig. Worte über 16 Buchstaben zählen sllr zwei Worte. Arbeit»markt Zeile CO Pfennig. Familienanzeigen sllr Abonnenten Zelle 40 Pfennig. Anzeigen- annähme im Haupigelchäsi Linden- straheS. wochentägl. von 81/, bis 17 Uhr. Äenteawvgan der SszialdemoSvaMchen Vaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 2 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adru Sozialdemokrat Berit* Vonvaris-Verlag G.m.b.H. Bostfcheckkont«: Berlin 87 KZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Lngestellie» nnd Beamte» Wallstr. KS. Diskonto-Gefellschaft, Depositenkasfe Lindenstr.» Erpressung und Bestechung! Deuischnaiionaler Terror auf dem Lande. Der preußische Iustizminister hat eine Ber- sügung an die Generalstaatsanwaltschaften erlassen, die zum nachdrücklichen Einschreiten in allen Fällen auffordert, in denen eine T e r r o r is i e r u n g der Wähler versucht wird. Wir fordern, daß mit allem Nachdruck gegen den Wahl- terror der Deutschnationalen im Kreise Breslau eingeschritten wird. In der deutschnationalen Wahlzeitung„Landvolk", die im Wahlkreise Breslau verbreitet wird, finden sich die folgenden offenen Drohungen gegen Land- arbeiter: „Er(der Landarbeiter) weiß, daß am 1. Juli die Ar- b eitsoerträge für 1S2S zu erneuern sind, nnd er kennt genau die Ansicht seiner Arbeitgeber, daß die Höfe von roten Brüdern gründlich gesäubert werden müssen und die freiwilligen Zulagen auf jeden Fall nurnochdeutschnationol gesinnten Arbeitern gegeben werden, wenn die Wahl für die veutschnationalen nicht günstig ausfällt. Die Wahl ist ja geheim, und da weiß niemand, was ich gewählt habe, könnt« so mancher denken. I» de» Darfgemeinden gibt es keine vollkomme» geheime Wahl. dazu ist die Einwohnerschaft zu klein und die jetzt eingeführte genaue Privat- Listenführung der veutschnationale* in den Gemeinden läßt Schlüsse zn,«er diese oder jene Partei gewählt hat." Der Satz:„In den Dorfgemeinden gibt es keine voll- kommen geheime Wahl' ist auch im Orignal fettgedruckt und herausgehoben. Hier wird mit frechem Zynismus öffentlich damit ge- droht, daß die Deutschnationalen das gesetzlich gewährleistete Wahlgeheimnis zu brechen beabsichtigen! Diese Drohung ist offenkundig eine strafbare Handlung! Die Deutschnationalen kündigen also an, daß sie, um die Stimmabgabe zu ihren Gunsten zu beeinflussen, selbst vor schweren Verbrechen, auf die hohe Gefängnisstrafen stehen, nicht zurückschrecken. Die Sozialdemokratische Partei ist nicht gesonnen, dieses verbrecherische Treiben der Deutschnationalen zu dulden. Sie hat deshalb bereits beim Breslauer Regie- rungspräsidenten interveniert, damit die nötigen behördlichen Schritte zur Sicherung des Wahlge- Heimnisse» ergriffen werden, und es steht zu hoffen, daß das unverzüglich und mit Energie geschieht. Niemand auf dem Lande braucht sich deshalb zu fürchten. Jedermann kann ruhig so wählen, wie es seiner Ueberzeu- gung entspricht. Es wird den Deutschnationalen nicht ge- lingen, ihre Drohung wahr zu machen! Di« richtige Antwort auf diesen ungeheuerlichen Er- preflungsoersuch ist der sozialdemokratische Stimmzettell Die Deutschnationalen lallen am 20. Mai für ihren Terror be« zahlen. Es gilt, eine so starke Macht gegen sie zu schaffen. daß sie niemals wieder wagen können, mit so frechem Wahl- terror auch nur zu drohen. Gebt der Sozialdemokratie Macht! Wählt am 20. Mai Liste 1 Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Reichsregierung gegen Ostpreußen Ablehnung der Ostpreußenanleihe zugegeben.- Nichtssagende Ausstüchte. Die Rechtsblockreaierung des Reiches fühlt sich durch die Feststellung des preußischen Ministerpräsidenten Dr. Otto Braun, daß die deutschnationale Reichsregierung plötzlich ihre Zustimmung zur Ausländsanleihe für Ostpreußen ver- weigert habe, schwer getroffen. Sie veröffentlicht dazu eine amtliche Erklärung, in der es heißt: .Nach den zahlreichen Erörterungen, die über die ganzen An- leihefragen und die politischen ZuswmmenHanqe, in denen diese Fragen stehen, zwischen der Reichs, und der preußischen Landes- regientng gepflogen worden smd, tonn nicht angenommen werden, daß der preußische Herr Ministerpräsident Aeußerungen dieses In« Halts getan hat. Waren doch der preußischen Stoatsregierung die für die Stellungnahme der Reichsregierung maßgebenden ins« besondere reparationspolitischen— Gesichtspunkt« bekannt. Die Bedenken, die von seiten der Reichsregierung erhoben worden sind, haben m' diesem Falle wie in ollen früheren Fällen gleicher Art mir der Notwendigkeit Rechnung getragen, dafür Vorsovz« zu treffen, daß nicht der Mißerfolg einer solchen Anleihe die für Deutschland unerläßliche Kreditfähigkeit seiner öffentlichen Körper- schosten zerschlägt, und zwar in einem Augenblicke, in dem der Wiederaufbau für den unverzichtbaren Anleihebedarf nach mühe- voller Vorarbeit gelungen ist. Es wäre danach völlig Unverstand. lich, wie dieses im wahren Interesse Ostpreußens gelegene Vor- gehen der Reichsregierung einer solchen Verkennung ausgesetzt sein konnte trotz des vollen Einblicks in die Opfer, zu denen gerade die Reichsregierung sich in dem Notprogramm bereit erklärt hat. um mit allen möglichen Kräften Ostpreußen zu Helsen." In dieser Erklärung der Reichsregierung wird die Ber- Weigerung der Zustimmung zur Ostpreußenanleihe nicht bestritten. Sie beruft sich umsonst darauf, daß der Kredit der öffentlichen Körperschaften, den der Finanzminister Dr. Köhler bisher nicht zu schützen vermochte, durch den„Miß- erfolg" einer solchen Anleihe zerschlagen werden könnte. Dieser Mißerfolg ist nicht zu erwarten, nachdem die öffent- lichen Anleihen Deutschlands wieder das höchste Vertrauen in New Dork genießen. Wenn der Reichsregierung die Ost- preußenanleihe als„verzichtbarer" Bedarf«Icheint, so gibt Reichsrai und 11. August. Abstimmung in der nächsten Woche. In setner Vollsitzung om Mittwoch beschäftigte sich der Reichs» rat unter Vorsitz des Staatssekretärs Dr. Zweigert mit dem von Preußen, Sachjen, Baden, Hessen. Hamburg, beiden Mecklenburg, Braunschweig, Anhalt. Lippe, Lübeck und Schaumburg-Lippe vor- gelegten G e s e tz e n t w u r f, den tt. August al» versassuagstag zum Nationalfeiertag de» devischen Volkes zu erklären. Der zweite Paragraph des Entwurfs bestimmt, daß am 11. August alle öffentlichen Gebäude mit den Reichs- färben zu beflaggen und in allen Schulen für Lehrer und Schüler der Bedeutung des Tages entsprechende Feiern zu v-ranstalten sind. Der Berichterstatter der Ausschüsse, preußischer MInisterlaldirek- tor Dr. Badk, beantragte, die Vorlage ohne vorausgegangene Aus- fchußberatung sofort im Plenum zu behandeln. Staatsrat v. Nüßlein bat im Namen der bayerischen Re- g i e r u n g dringend um Ausschußüberweisung, da es sich um eine Vorlage von großer Wichtigkeit und weittragender Bedeu- tung handle. Württemberg schloß sich dieser Erklärung an. Der preußische Staatssekretär Dr. Weismann erklärte sich mit der Ausschußberatung einverstanden, fall, diese bereits für Diens- tag oder Mittwoch anberaumt würde, so daß das Plenum am Donnerstag V-schluß fassen könnte. Staatsrat v. Nützlein protestierte dagegen, da geschäftsordn'.mgs. gemäß größere vorlegen erst drei Wochen nach ihrem Er- scheinen auf die Tagesordnung gesetzt werden dürften. Staatssekretär Dr. weismann beantragte im Gegensatz dazu, von der Frist Abstand zu nehmen. Darauf wurde der bayerisch« Einspruch mit 46 gegen IS Stimmen, also mit Zweidrittelmehrheit, abgelehnt. Die nächst« Sitzung findet voraussichtlich am Donnerstag nächster Woche statt. Frauen, ihr entscheidet! Sine letzte Mahnung zum 20. Mai. Von Clara Äohm-Schuch. Don ungeheurer Bedeutung ist der Ausfall der Wahlen am 20. Mai für die Entwicklung der nächsten Jahre. Für uns als einzelne sowohl wie als Volk. Wollen wir in fried- licher Gemeinschaft mit unseren Nachbarvölkern langsam, mühselig, aber sicher eine neue Welt aufbauen: soll das Leben aller arbeitenden, schaffenden Menschen wieder froher und leichter werden: sollen die Kinder in gesunden Wohnungen ohne Hunger und Entbehrungen aufwachsen, in gutem käme- radschastlichen Schulunterricht eine sittlich feste, frohe Lebens- grundlage erhalten: soll unsere Jugend zu arbeits- und lebenstüchtigen Männern und Frauen heranwachsen? Ueber alle diese Fragen treffen Wähler und Wählerinnen die Eni- scheidung am 20. Mai. Zur Wahlurne zu gehen, die Stimme für die erwählte Partei abzugeben ist Pflicht für jeden wahlberechtigten Menscheu! Aber es ist zugleich die verantwortungsvollste Pflicht, die mit klarer Ueberlegung und aus der tiefen Ueberzeugung, für die Zukunft von Voll und Vaterland das Beste getan zu haben, ausgeübt werden muß. Und doch gibt es noch so viele Frauen— Erwerbstätige, Hausfrauen, Mütter—, die nicht hineindenken in ihr eigenes Leben, und nicht hinausdenken über den eigenen Herd. Sie meinen, die Politik, die öffentliche Wirtschaft ginge sie doch gar nichts an. Zusammenhänge zwischen der Gesetz- gebung und ihrem eigenen Leben sind il?nen fremd. Und weil sie all diese Dinge, die den Mann, die erwerbstätigen Kinder täglich beschäftigen müssen, von sich wehren, wird ihr Gesichtskreis eng, bis sie einsam, unzufrieden dastehen, nur noch die Last eines leeren Lebens fühlend. Kommt in ihre Familien plötzlich ein Unglücksfall, eine schwere Krank- heit oder der Tod, dann zerbricht nur zu oft die Lebenskraft dieser Frauen an dem harten Schicksal. Darum ist es not- wendig, daß sich alle Frauen darum kümmern, ob und wie die Gesetzgebung sich um alle kümmert, welche Vorsorge ge- troffen ist oder getroffen werden müßte, um Existenz, Ge- sundhcit und Leben aller arbeitenden schaffenden Menschen soweit wie möglich zu sichern. Seit 1882 haben wir in Deutschland die gesetzliche Krankenversicherung. Aus unvollkommenen Anfängen hat sie sich zu einer umfassenden Gesundheitsfürsorge für alle Ar- beftnehmer entwickelt. Besonders die Reformen der letzten Jahre, wodurch die Familienversicherung(im Knappsfyafts- gesetz als Pflichtleistung) eingeführt, die Versicherungsgrenze nach dem Einkommen heraufgerückt und dadurch der Kreis der Versicherten erweitert, die Erholungsfürsorge ausgebaut wurde, find auch für die sargende Hausfrau und Mutter von weitgehender Wirkung Noch unmittelbarer aber ist der Schutz, der den Schwangeren und Wöchnerinnen durch die Gesetzgebung der deutschen Republik zuteil geworden ist. Wenn heute der Kündigungsschutz für arbeitende Frauen sechs Wochen vor und sechs Wochen nach der Geburt besteht, wenn neben dem Wöchnerinnen- und Stillgeld ein erheblicher Zuschuß zu den Kosten der Entbindung gezahlt wird, wenn bei den Schwangerschaftsbeschwerden die unentgeltliche ärzt- liche Hilfeleistung vorhanden ist, so ist das dem Umstand zu- zuschreiben, daß im neuen Deutschland Frauen in den Reichstag gewählk wurden, die diesen notivendigen Schutz sür Mutier und Kind schufen Genau so stark wie die erwerbstätige Frau ist die Gattin und Mutter an der Unfallversicherung und U n- falloerhütung interessiert. Jeder arbeitende Mensch ist den Betriebsgefahren ausgesetzt, ob er als Meister oder Lehrling an seinem Platze steht. Die gesetzlichen Schutzvor- schristen, sowohl hygienischer Art wie zur Verhütung von Unfällen, sind schon recht weitgehende. Aber nicht überall sind die Schutzvorrichtungen an den Maschinen angebracht, und nicht immer werden sie von den Arbeitenden beachtet. Nur zu oft wird das Frühstücksbrot mit ungewaschenen Händen angefaßt, selbst dann, wenn sie bei der Arbeit mit Bleiweiß oder sonstigen Giftstoffen in Berührung gekommen' sind. Viel Aufklärung ist gerade auf dem Gebiete der sozialen Hygiene und der Unfailoerhütung erforderlich, aber der weitere Ausbau des gesetzlichen Schutzes ist ebenso dringend. Äir verlangen auch einen innner wette- ren Ausbau der Heilbehandlung bei Unfall» verletzten. Es kommt darauf an, die Verkrüppelten durch eine auskömmlicheRente einigermahen für den Verlust der gesunden Glieder zu entschädigen, aber noch wichtiger ist, so viele wie möglich wieder arbeitsfähig Zu machen und ihnen neue Lebensfreude zu geben. In das Gebiet der Arbeiterschutzgcsetzgebung gehören ober nicht nur diese Fragen der direkten Erkrankung oder Beschädigung, sondern alle Maßnahmen, die dazu dienen, Gesundheit und Leben vor Schäden zu be- wahren. Arbeitszeit. Arbeitsart, Erholungsurlaub haben ungeheure Bedeutung für die Volksgesundheit. Eine Verkürzung der Arbeitszeit ist deshalb nicht nur van wirtschaftlicher Bedeutung, sondern sie ist ein Kultur. forkschrilk. Körperliche Gesunderhaltung und geistige Entwicklung«- Möglichkeiten, der Genuß von Natur und Kunst hängt mit ihr zusammen. Zeit brauchen wir alle, um Menschen zu sein, um nicht Tiere zu werden oder zu Maschinen zu erstarren. Vor allem muß unserer Jugend die Möglichkeit zur gesunden Entwicklung aller Kräfte gegeben werden. Auf diesem Ge- biete hat der kommende Reichstag viele Aufgaben zu erfüllen, denn der gegenwärtige hat viel oersäumt. Vor ollem muß ein Bcrussausblldungsgejetz geschaffen werden, das die Gewähr für einen tüchtigen gewerblichen Nachwuchs beiderlei Geschlechts bietet. Es muß aber auch alle Gefahren für Leib und Seele, die noch so'oft mit dem Kost- und Logis- wesen für die jungen Kinder zusammenhängen, besettigen. Die' Arbeitskraft ist vor Ausbeutimg zu schützen, und es ist gesetzlich? Vorsorge zu treifen, daß in �znügend langem, be» zabltem Sommerurlaub Körper und Gemüt sich erholen und neue Spannkraft sammeln können. Dies gilt natürlich auch für die Jugend, die nicht in einem Lebrverhättnis steht. Das Iugendwandern ist zu fördern und zu dem Zweck mit finanzieller Hilfe des Reiches, der Länder und Kommunen das Netz der Jugendherbergen auszudehnen. Möchte nicht jede junge Frau, jede Mutter erwachsener Kinder selbst hinaus, wenn sie von dem Wandern durch die schöne Welt hört? Auch das wird nwglich werden für alle. Wenn nur alle helfen an einem vernünftigen und ge- suvdrn Anfbau unserer Gesetzgebung für Volk. Wirtschaft und Slaat durch richtige Anwendung ihres Dahlrechts! Daß für sie die politische Entwicklung belanglos und darum die ganze Politik ohne Interesse sei. kann keine Frau be- hanpten, die nicht vollkommen gleichgültig durchs Leben geht. ilnd das wieder kann keine Frau, die irgendeinen Menschen lieb hat, denn dann hat sie das Bestreben, sein Leben zu ver- schönen, seine Sorgen zu erleichtern, sein Glück zu mehren. Und darum wird sie die Zusammenhänge zwischen Gesetzgebung. Arbeit und Leben verfolgen-, wird ein- greifen wollen, um zu ändern, was ihr nicht gefällt. Sie kann es am Wahltag mit ihrer Stimmabgabe, und es kommt nur darauf an, daß sie der Partei des politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Fortschritts, daß sie der Soziaidemo- kratischen Partei ihre Stimme gibt! Wählt Liste l! I Geeckt für die Freikorps. Ist das auch heute noch Michswehrgeist? Der frühere Chef der Reichswehr, Generaloberst v. Seeckt, veröffentlicht in der„Deutschen Tageszeitung" einen Aufsatz über Freikorps und Reichswehr. Die einzige Genugtuung, die man bei der Lektüre dieses Auftatzes emp- finden kann, beruht darauf, daß der Verfasser glücklicher- weise nicht mehr in der Lage ist, die Reichswehr entscheidend zu beeinflussen. Daß Herr v. Seeckt die Freikorps aus den Umständen ihrer Entstehungszeit zu erklären versucht, und daß er in diesem Zusammenhang auch Worte der Enlschuldi» gungfürFememorde findet, ist nicht das Entscheidende. Herr von Seeckt erklärt: Zweck seiner Ausführungen fei, ,.weit?rcs Unheil zu verhüten", und was dieses„Unheil" fein soll, sagt er dann selbst: Dieses llnbcil liegt darin, daß aus dem historisch begreiflichen und sachlich erklärlichen Gegensatz von Reichswehr und Freikorps, der durch die Prozesse unnötig aufgefrischt und ver- irbärst wird, sich ein Gegensatz zwischen der Reichswehr und den Kreisen entwickelt, welche bisher durch die Pflege des Wehrgedanken» mm eigenen, gegenseitigen«ir.d zum allgemeinen Ruhen sich ver- Kunden fühlten. Ein solcher Gegensatz beruht auf einem Mißverständnis, und dieses darf kein dauerndes werden: zu seiner Be- seitigung beizutragen, ist der Zweck dieser Zeilen. In schärfstem Gegensatz zu Herrn von Seeckt sehen wir die Quelle des Unheils gerade in der Verbindung der Reichs» wehr mit jenen Kreisen, von denen er spricht. Herr von Seeckt sieht das Gemeinsame zwischen der Reichswehr und den Kreisen der ehemaligen Freikorps darin, daß sie beide..den Wehrgedanken pflegen". Herr von Seeckt übersieht, daß es unter den heute gegebenen Verhältnissen außerhalb der Reichs- wehr keine Kreis? geben kann, die zur besonderen„Pflege des Wehrgedankens" berufen sind. Herr von Seeckt übersieht aber — lind das ist viel schlimmer— noch etwas anderes. Die Reichswehr ist das Heer einer Revublik und das Heer eines Volkes, das in seiner großen Mehrheit re publik«- n i s ch gesinnt ist. Die Freikorpskreise gehören aber so gut wie ausschließlich jener kleinen Minderheit an. die der Re- publik mit fanatischem Haß gegenübersteht und sie lieber heute als morgen mit Gewalt beseitigen möchte. Eine Reichs- wehr, die sich jenen Kreisen wegen der angeblichen„gemein- samen Pflege des Wehrgedankens" näher fühlt als anderen Kreisen, m u ß in breiten Schichten des deutschen Volkes auf tiefes Mißtrauen stoßen. Ein Heer aber, das im Volke kein Vertrauen genießt, ist unfähig'zur Erfüllung seiner Aufgaben. Herr von Seeckt hat durch seinen Aufsatz klargestellt, warum eine in seinem Geist geleitete Reichswehr niemals im Vertrauen des ganzen Volkes einwurzeln konnte. Und wenn er sich jetzt publizistisch bemüht, jenen Geist lebendig zu erhalten und �die freundschaftliche Verbindung zwischen Reichswehr und Freikorpskreisen wiederherzustellen, so muß man von dem verantwortlichen Reichswehr- minister verlangen, daß er diesen Absichten mit starker Hand einenRiegel vorschiebt. Herr von Seeckt hat zur rechten Zeit daran erinnert, daß es bei d?r Entscheidung om 20. Mai auch um die Wehr» machtder Republik geht. Das Volk muß am 20. Mai durch s-in Votum laut und deutlich aussprechen, daß es eine Leitung der Reichswehr ini Geiste des Herrn von Seeckt e nt- schieden ablehnt. Beamte, denkt daran! Am 20. Mai habt ihr das Wort. Der Beamte ist heute nicht mehr Staatsbürger zweiter Klasse. er darf seine Meinung frei äußern. Und wie war das im man- archistischen Staate? Was wäre wohl einem Beamten passiert. wenn er gewogt hätte, sein Frühstück oder Abendbrot im„Vor. nzäite" einzupacken und damit im Dienst« zu erscheinen? Mit allen Mitteln versuchen die Rechtsparteien, an die Beamten heranzukommen und ihnen klarzumachen, daß sie als De- amte wohl bald erledigt sein würden, wenn die Sozialdemokratie die Uckcrmacht erhalten und die Regierung übernehmen würde, sie würde alsbald das Be r u fs bea m te»tum abschaffen, während es gerade die Regierung Ebert-Scheidemann war, die in Weimar die Beomtenrechtc verankerte. Kollegen, denkt einmal darüber nach, unter welcher Regierung der große Beamlenabban stattgefunden hat, und— hat man dort abgebaut, wo wirklich etwas hätte gespart werden können? Rein! Gerade die Arbeitsbienen des Staates, die unteren Gruppen, hat man abgebaut und nach Haufe geschickt. Es sieht doch heute in manchen Amtsswben noch ebenso, ost» mals wohl schlimmer aus. als in der Vorkriegszeit. An manchen Dienst- stellen gleicht sich beinahe die Zahl der aufsichtführenden Personen mit der, die die Arbeit zu leisten haben, aus. Auch ver- sucht man oftmals schon wieder, den Kasernenhofton ein- zuführen und die Beamten der unteren Besoldungsgruppen wie Rekruten zu behandeln. Wie lange schon wartet die Beamtenschaft auf das Beamten- rätegesetz? Den Arbeitern und Ang« st eilten hat man die Detriebsröt« nicht so lange vorenthalten können, weil sie es sich durch ihre Gewerkschaften erkämpft haben. Eine bürgerliche Regie- rung hat aber keinen Anlaß, den Beamten Recht« irgendwelcher Art einzuräumen und gesetzlich festzulegen. Diese Aufgab« wird der Sozialdemokratie überlassen bleiben. Die Früchke der Vürgerblock-Reglerunz haben die Beamten, ganz besonders die der unteren und mittleren Besoldungsgruppen, zu kosten bekommen. Alle Berbesserungsanträge der Sozialdemokratie wurden abgelehnt. Wenn die Rechts- Parteien für die niedrigbesoldeten Gruppen nicht? übrig hatten, so hatten sie desto mehr übrig für hohe Pensionen und für di« Großindustrie. Denkt daran, daß der Antrag der Sozio!- demokratie, die Höchstpension auf 12000 M. festzusetzen, ab- gelehnt wurde. Beamte, denkt auch daran, daß da» gegeben« B«rsprechen der Lohnstsuerf«nkung nicht eingelöst wurde. Die Mittel fehlten! Ja, die M'ttel fehlen, well die Steuerstundungen für den Besitz ZOO Millionen Mar? betragen! Wird einem Arbeiter oder Festbesoldeten die Steuer gestundet? Beamte, denkt auch daran, welche enormen Summen an die Ruhrindustrie gegeben wurden, wie man die ehemaligen Fürsten geradezu glänzend aufgewertet oder entschädigt Hot. War während der Regierung des Bürgerblocks immer Geld vorhanden für die Großindustrie und sonstigen Kapitalistengruppen, so sorge ein jeder dafür, daß es n a ch dieser Wahl anders werde, daß den Sozial- und Kleinrentnern und den niedrig besoldeten Gruppen der BehördenangestÄlten nnd Beamten geholfen wird, und daß das diesen Bevölkenmgsgruppsn bisher zugefügt« Unrecht wieder gutgemacbt wird. Daß die Sozialdemokratische Partei bei evenwellem Eintritt in die Regierung kein gutes Erbe vorsindet, dessm sind wir uns bewußt. Wir all« aber müssen dafür «intreten, und ganz besonders die Beamten und Angestellten de? unteren Besoldungsgruppen, daß di« Sozialdemokrati« gestärkt me noch nie zuvor in die Parlamente einziehen kann. Es ließen sich noch die verschiedensten Bergleiche zichen. doch dürfte dieses hier schon genügen, um die Beamten in letzter Stunde noch aufzurütteln und ihnen die Augen zu öfstien. Sorge aber auch«in jeder dafür, daß di« Frauen einzig und allein ihre Stimme der Partei geben, durch deren Eintreten sie die Gleichberechtigung im öffentlichen Leben überhaupt erst erhalten haben, das ist die Sozialdemokratie! Wollt ihr. Beamte und Festangestellt«, daß eure Zukunft si-b besser gestalten möge, so gehören alle eure Tkimmea am 20. Issat der Kozialdemokralifchen Partei Deutschlavds, List« 1. Tariferhöhung oder nicht? Die Reichsregierung vertagt die Entscheidung. Das Reichskabinett beschäftigte sich am Mittwoch mit dem Antrag der Reichseisenbahn, die Tarife zu erhöhen. Amtlich wird dazu mitgetettt: „Der Vorsitzende des Berwalwngsrates der Reichseisenbahn. Dr. von Siemen», und der Generaldirektor Dr. Dorp- müller erstatteten Bericht über die finanziell« Loge der Reichs- eifenbahngefellschast und erläuterten die einzelnen Punkte der über di« Tariferhöhung verfaßten Denkschriften. An diese Darstellung schloß sich eine eingehende Aussprache, welche durch eine Besprechung der beteiligten Reichsressorts ihre Ergänzung finden soll. Eine Ant- wort der Reichsregierung auf den Antrag der Reichseisenbahn- gefcllschaft wird nach Beschluß dieser Derawvgen in kurzer Zeit erteilt werden." Vor der Sitzung des Reichskabm«tts wurde in unter- richteten Kreisen angenommen, daß sich das Kabinett gegen die Tariferhöhung aussprechen würde. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Das Kommunique läßt vielmehr offen. ob die Bürgerblockregierung der Tariferhöhung nicht doch noch zustimmt. Bis zum 2 0. Mai wird die deutsche Oeffentlichkeit dar- über Klarhett haben, weil am Wahllage die Frist a b- läuft, mit der die Tariferhöhung automatisch durchgeführt wird, wenn das Kabinett nicht widerspricht. Schwere Anklagen gegen Kendel!. Liebesgaben für Bayern auf Kosten Ostpreußens! Der Demokratische Zeitungsdienst schreibt: In einer Bersammlung der Deutschen Demokratischen Partei nahm in Kottbus derVorsitzendedesPreutzischenOrts- a u s s ch u s s e». Landtagsabgeordneter Riedel Stellung zu den Angriffen, die Reichsinnenminister von Keudell in Schneidemühl auf einer deutschnationalen ostmärtischen Tagung gegen die Deutsche Demokratische Partei und gegen Riedel gerichtet hotte. Der demo- kratische Redner stellte fest, daß Keudell sich mit den Millionen brüstet«, die der Reichstag gegen den Willen de» Reichs- innenmini st ers und im wesentlichen auf Betreiben der preußi- schen Staatsregierung fürdie östlichen Greuzgeblet« b«- willigt habe, daß Keudell aber ängstlich verschweige, wie auf sein persönliches Betreiben im vergangenen Jahr von den für Ost» fürsorgeaufgaben bereitgestellten Mitteln di« Hälfte nach Süd- deutsch land geflossen und n. a. in Bayern für Klöster verwendet worden sei. Riedel macht« dann weiter di« aussehenerregend« Mitteilung. dich von den ausdrücklich gegen den Will«» d«s Reichsinneji. Ministers in den diesjährigen Etat vom Reichsrat und Reichstag auf Antrag Preußens eingesetzten IS Millionen für die Grenz- fürsorge Herr von Keudell gelegenllich seiner kürzlichen Wahl- reise durch Bayern der bayerischen Regierung nicht weniger als S Millionen versprochen habe und diese sonderbare Verteilung der Grenzmittel ganz insgeheim noch vor Zu» samm entritt des neuen Reichstages durchzuführen gedenke. Die politische Eisenpreiserhöhung. Nach den Wahlen soll das Reichskabinett zur Eisenpreis» erhöhnng Stellung nehmen. Di« Erhöhung der Eisenpreise soll im Retchskabinett zur Dis- kufsion gestellt werden, und zwar nach den Wahlen. Das ist der Entschluß, zu dem Reichswirtschaftsministcr Dr. Curtius gekommen ist. Darüber liegt folgend« amtliche Meldung vor: „Reichswirtschaftsminister Eurtiu» nahm heute Vorträge über Anlaß und Auswirkung der Preiserhöhung für Walzwerks- erzeugnisse entgegen. Mit Rücksicht auf di« sachliche Bedeutung einer Entscheidung und bei der Grundsätzlichkeit der wirtschaftspolitischen Fragen, die für dl« Eni- scheidung maßgebend sein können, wird die An- gelegenheit nach den Wahlen zum Gegenstand innerhalb des Ka- binetts gemacht werden." Der Reichswirtschaftsminister Dr. Eurtius hätte nach dem Gc- setz für die eventuelle Anrufung des Kartellgericht», wenn er dis Preiserhöhung für nichtig erklären lassen will, die Mitwirkung des Reichskabinetts nicht nötig. Daß er eine Besprechung im Reichs- kabinett»erlangt, läßt Bedenken grundsätzlicher Art erkennen, auf einen Widerspruch gegen die Eisenpreiserhöhung zu ver- zichten. Daß diese Besprechung nach den Wahlen erfolgen soll, unterstreicht den politischen Charakter der von Dr. Curttus zu treffenden Entscheidung, die eine Entscheidung auch zur Sozialpolitik des Reiches wäre, wie wir immer mit Rachdruck betont haben. Die Schwerindustrie hat die Eisenpreise nicht erhöht, weil sie sie haben muß, sondern als politische Demonstration gegen de» Kohlenschiedsspnich des Reichsarbeitsministers! Generalskrieg in Bayern. Erst Epp geaea Lettow, jetzt Lvdendorff gegen Epp. Alüacheu. 17. Mai.(Eigenbericht) Im völkischen Lager ist wieder einmal Krach, und wild schlagen die Speere der Götter gegeneinander. Der völlig isoliert« Luden- d o r f f mag den General v. E p p nicht leiden und geist ihn in seinem Organ, der„Deutschen Wochenschau", heftig an. Dabei wird von Ludendorff Stimmung gegen die Reichstagsliste Hiller» gemacht für die Konkurrenzliste von Graefe. Jetzt ist Hitler seinem Reichstags- kandidaten im„Völkischen Beobachter" zu Hilfe geeilt. Er meint, Ludendorff und seine Händel interessieren die Oeffentlichkeit nicht mehr. Dabei erfährt man u. a.: Als der Ehrenstreit zwischen Ludendorff und dem ehemaligen Kronprinzen Rupprecht auf der Tagesordnung war, kündigten die bayerischen Generale und die bayerischen Ofsiziersregimentsverbände unter Führung des General» v. Epp dem General die Standes- gemeinschaft auf. Die bayerischen Anhänger Ludendorffs, die unter seiner Schirmherrschaft im deutsch-völkischen Offiziers- b u n d vereinigt sind, blieben damals trotzdem in den Regi» mentsverbänden, so daß, wie ein Mitglied des deutsch-völki- schen Offiziersbundes dem„Völkischen Beobachter" schreibt, die eigen- artige Lage entstand, daß es in Bayern viel« Offiziere gibt, die chrer- seUs in General Ludendorff ihren Schirmherr» oerehren und ihm andererseits die Standesgemeinschaft aufgesagt haben. Kein Münder also, wenn die völkischen Mannen selbst nicht mehr wissen, wer Koch und wer Kellner ist, wessen Befehl« sie eigentlich entgegenehmen sollen, und kein Wunder, wenn«in Dölkischer dem anderen das tödliche Messer in di« Rippen jagt, wie es kürzlich in Pfungstadt vorgekommen ist. Im Befinden des Reichsaußen minister» Dr. Stresemann ist eine leichte Besserung eingetreten. Die Darmerkrankung sst behoben. Die Nieren beginnen wieder zu funktionieren. Innnerhin ist der Zustand nach dem Abendbericht der Aerzte auch jetzt noch nicht zufrieden- stellend. Prügel-Quaah. Oeuffchnationole Wahlmethoden. Eine wüste Sqene spielte sich am Mittwoch abend in einer deutschnationalcn Wöhlerversammlung ab, die im Cafe Sanssouci in Potsdam stattfand. Nach Referaten des dsutfchnationalen Reichs» tozskanÄidaten und bisherigen Abgeordneten Geheimrat Dr. Q u a a tz lind des Stahlbelmführers, Frei Herrn Ms dem, hotte unser Ge- ttosse Adolf Philippsborn in Potsdam dos Wort zur Dis- kufsion erhalten. Als er feine Ausführungen machen wollte, wurde ihm aus der Persammlung zugerufen:.haben denn die Sozialdemo- kraieu kein? christlichen liedner. haben sie denn nur Juden?" Hier- auf erklärte Gcnosie Philippsborn:.Schon einmal während des Wahlkampfcs vor den Stadtverordnetenwohten ist mir ein ahn» licher Zuruf gemacht worden. Da möchte ich denn doch fragen: Ist es wahr, was die.Dresdner Neuesten Nachrichten" im Dezember 1924 geschrieben hoben, dost auch die Müller des Herrn GeHelm- rals Qvah Jüdin gewesen ist? Bei diesen Worten sprang Geheim- rat O u a tz auf und rief:„Beleidigen Sie meine Mutier nicht!" Dabei schlug er mit den F ä u st e n auf den Genossen Philipps- dorn ein. Wenn dieser nicht im letzten Augenblick auf der Bühne, wo er stand, einen halt gefunden hätte, so wäre er in den Saal hinuntergestürzt. Bon allen Seiten drangen nun Stahlhelmer auf den Genossen Philippsborn«in, der nur durch da« Dazwischen� treten von Parteifreunden mtd Reichsbannerleuten aus der bedrohlichen Situation gerettet werden konnte. Inzwischen war eine größere Abteilung von Schupobeamten in den Saal ge« eilt, unter deren Schutz es den Freunden der Sozialdemokratischen Partei gelang, den Saal zu verlassen, w dem die Stohlhelmer sich in überwältigender Mehrheit befanden. Di« Empörung über die Gewalttat des deusschnati analen Geheimrats Dr. Quaatz ist nicht nur w den Kreisen unser«? Partei. freunde außerordentlich groß, sie wird, dos konnte man hören, auch von anständigen Elementen in den Rechtsparteien geteilt. Das Tagebuch von der Motte. Oer Prozeß endet mit einem Vergleich. Zwischen dem Kapitän zur See a. D. M a x F i s ch e r, dem eh»> maligen Ersten Offizier auf dem Linienschiffkreuzer„Derfflinger". dein Verfasser des Buches„Warum die Flotte zerbrach". Richard Stumpf und dem Redakteur der„Vossischen Zeitung" Dr. M i s ch kam es gestern in der Beleidigungssache nach einem längeren hin und her zu einem Vergleich. Der Kapitän nimmt die Klage zurück. Es wird festgestellt, daß Stumpf an der betreffenden Stelle seines Buches über«in Gerücht berichtet hat. Stumpf war im übrigen bereit, den Beweis zu erbringen, daß Kapitän Fischer bei der Mann- schaft besonders unbeliebt war. Oer Prozeß um Gädecke. Vernehmuag der amtlichen Zeugen. Stetkla, IS. Mai.(Eigenberichts In dem ProzeßgegenKlapprothund Genossen wurde am dritten Verhandlungstag zunächst der Zeuge Amtsgerichtsrat Leitzmann(Küstrin) vernommen Leitzmonn führte seinerzeit dl« Vernehmungen in Sachen der Munitionsschiebung. an der Gädecke beteiligt war. Der Zeuge sagt aus: Hauptmann Lindig, der da- malige Adjutant der Kommandantur Küstrin, Hobe ihn am Dar- mittag des IS. Juni, dem Tage de, Mordversuches an Gädecke, er- iucht, Gädecke nicht zu oerhaften. Später sei ihm von der Kommandantur die Verhaftung des Gädeck« nahsgelm worden. Die Anklagebehörde folgerte aus dieser später von der Kommandantur gewünschten Verhaftuna Gädeck«, daß sie von Schulz oeran- laßt wurde, um den mißglückte« Mordversuch an Gädecke zu«er- tusche». Der Zeug« Reichs wehrhauptma im Lindig bestätigt die Der- abredung mit dem Amtsgerichtsrat Leitzmann, sedoch habe er gleich- zeitig darum ersucht, die Munstionsschieber nicht nach dem Militär- sirasgeletzbuch zu behandeln, da sie keine Soldaten, sondern nur Angestellte seien. Nach der Beschlagnahme der verschobenen Munition habe er sich mit Schulz besprochen. Gädecke den ordent- lichen Gerichten zu überweisen und dem Leutnant Knüppel befohlen» Gädecke in das Gefängnis überzuführen. Oberst von Hammer. st e i n sagt als militärischer Sachverständiger aus, es sei anzu- nehmen, daß das Arbeitskommando zunächst oersucht habe, die Mu- niiionsschiebung selbständig zu verfolgen. Er hält es auch für möglich, daß Leutnant Knüppel durch ein telephonisches Geheimgespräch dem Angeklagten Schulz Mitteilung davon nach Berlin gelangen lieh. Zeuge G u d o v i u s, seinerzeit Oberst und Kommandant in Küstrin, sagt aus, daß ihm Schulz am Mittag des 16. Juni die Festnahm« Gädeckes vorgeschlagen hob«. Am gleichen Tage abends Hab« er von der Verwundung Gä- deckes erfahren. Die Derhandlunge« werden am Freitag fortgesetzt. Die Lapantmppeu in China. Sin Zusammeafioß bei Tientsia. Peking. IS. Mai. Bei Tientsin hat sich der erste Zusammenstoß zwischen einem japanischen Dorposten und der chinesischen Südarmee ereignet. Der japanische Dorposten wurde entwaffnet und gefangengenommen. Dem japanischen Oberbefehlshaber in Tientsin haben die chinesischen Südtruppen mitgeteilt, daß sie heute die frühere russische und deutsch« Konzession zu besetzen beabsichtigen. Die Japaner haben Anweisung, die chinesischen Truppen nicht in die Stadt hineinzulassen. Um das Konzessionsgebiet sind Befestigungen er- richtet. Tausende Nordchinesen belagern den Bahnhof, um in die Mandschurei zu flüchten. Wegen der Borgänge in Tsinanfu haben die Japaner an Südchina harte Sühne forderungen gerichtet! Der japanische General Fukuda hat au» Tsinanfu dem Kriegsmimstermm gedrahtet, daß General Tschiangkaischek da» japanische Ultimatum er- hallen und ihm telegraphisch benachrichtigt habe, er lehne eine Eni- schuldigung ab, sei aber bereit, die anderen Punkte des Ultimatums teilweise anzunehmen. Die Schuld an den Zwischenfällen in Tsinanfu trügen auch japanische Truppen: auch er, Tschiangkaischek, er- hebe Forderungen gegenüber dem japanischen Kommando. Der rumänische Exkrouprinz Carol hat gewissermaßen flucht» artig England verlassen. Er wird voraussichtlich zunächst Brüssel Heglücken. Tod eines Gesandten. Der portugiesisch« Gesandte in Berlin, Da talha de Freito». ist an de» Folg«, einer Operation gcstorbeu, Traum des Sirelißer Oberstaatsanwalts. Der Fall Iakubowfti. Antwort des Reichsjustizministers an die mecklenburgische Gtaatsegiemng. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichsjustizminifter hat zu dem Erjuchsn, das die Landes- sustizverwoltunz von Mccklenburg-Strelitz in der Angelegenheit Iakubowfki an ihn gerichtet hat, durch das uachstehend mtd- geteilte Antwortschreiben Stellung genommen: „Msbald noch meiner Rückkehr ist mir über das Ersuchen be- richtet worden, dos Herr Ministerialrat Dr. Pagel gestern hier in Ihrem Auftrage vorgebracht hat. Ich bitte, mir dazu einig« grundsätzliche Bemerkungen zu gestatten: Di« Entschließung darüber, ob und welche Maßnahmen seitens der Justizverwallung in der Anglegenheit Iakubowski zu treffen sind, steht nach der verfassungsmäßigen Abgrenzung der Zuständig- leiten zwischen dem Reich und den Ländern ausschließlich der Landesregierung von Mecklenburg-Strelitz zu. Die Verantwortung, die hiernach der Landesregierung zufällt, ver- mag ihr durch die Reichsjustizverwaltung nicht abgenommen zu werden. In der Lage, in der sich die Angelegenheit gegenwärtig befindet, erscheint mir eine Zurückhaltung des Reichs- justizministeriums auch um deswillen geboten, damit auch der Anschein eiiwS Uebergriffs in den Wirkungsbereich der Gerichte vermieden wird. Es kommt hinzu, daß der Fall Iaku- bowski bei den weiteren Verhandlungen über die Strafrechts. reform voroussichtlich im Reichstag erörtert werden wird und daß der unbefangenen Würdigung, die dabei vom Reichsjustiz- Ministerium erwartet werden darf, vorgegriffen würde, wenn ich der Angelegenhell im gegenwärtigen Stadium irgendwie näher trete. Au» diesen Gründen kann für mich nicht in Frage kommen, in d« Angelegenheit einen Rat zu erteilen: ebensowenig kommt für mich in Frage, etwa meinerjeits eine Pers önlichtel t mit der Prüfung der Angelegenheit zu betrauen oder auch nur Ihnen«in« Persönlichkeit zur Ver- f ü g u n g zu sie l l e n. die mit der Reichsjustizverwaltung in irgendwelcher Verbindung ficht. Indem ich von diesen Erwägungen ausgehe, darf ich Ihr Er» suchen dahin auffassen, daß ich Ihnen auf Grund der Personal» kenntni» des Reichsjustizministeriums eine Persönlichkeit benennen möchte, die Ihnen bei Ihren Entschließungcn in der Angelegenhell zur Sell« stehen könnte. Für den Fall, daß Sie die Unterstützung durch eine Persönlichkeit, die in besonders hoher, t Maße über kriminalistische Kenntnisse und Erfahrungen verfügt, für geboten erachten, darf ich mir gestatten, Ihre Aufmerksamkeit auf Herrn Dr. h. a. Fritz« in Berlin, den langjährigen früheren Staatssekretär im preußischen Justizministerium, Herrn Dr. h. c. Bünger in Dresden, den früheren sächsischen Iustizminister und den Senotspräsidenten beim Reichsgericht i. R. Herrn Richter in Leipzig zu lenken. Da Ihr Ersuchen in der Presse erörtert worden ist, habe ich geglaubt, Ihr Einverständnis dazu voraussetzen zu dürfen, daß ich auch von dem Inhalt dieses Schreibens der Oeffsntlichkeit Kenntnis gebe. gez. h e r g t." Schutzzoll muß abgebaut werden. Englische Warnungen in Genf. Genf. 16. Mai.(Eigenbericht.) Der englische Wirtschastsredokteur 2 a y t o n zeichnete im Wirt- fchaftsrat die bisher erreichten Resultate der Weltwirtschaftskonse- ratz und den weiter zu verfolgenden Weg m einer Weis«, die an Klarhell und Eindringlichkeit oll« bisher gehaltenen Reden über- trifft. Ausgehend von einer langsam eintretenden Wirkung der Brüsseler Finanzkonferenz betonte Layton, daß demgegenüber sich im deutsch-französischen Handelsvertrag mll der Anerkennung der Meistbegünstigungsklausel durch Frankreich und anderer glücklicher Auswirkungen der Wcltwirtschoftskonserenz ergeben haben. Keines- fall» ab» können di« erreichten Refullate die gefährlich« Tatsach« aufwiegen, daß die Zolltarife heute im allgemeinen höher sind als im Mai 1927. Selbst Länder mll niedrigen Tarifen erwägen die Erhöhung ihr» Zölle. In England wären selbst Schutzzöllner berell, an «man weiteren Abbau der Zölle mitzuwirken. Wenn aber di« Erhöhung der Zölle bei anderen Ländern im selben Maß« wie bis- Her fortschreitet, so müsse sich England sein« Handlungsfreiheit vor» behallen. Ohne mll Repressalien zu drohen, müsse ausgesprochen werden, daß la England wie l« alle« Frrihandelsläudcrn da» Gefühl vor. herrscht, daß sie iu der gegenwärtigen Situation übervorteilt sind. Mau bedenk« ab», daß ein Uebergang England» zum Hochschutzzollsystem ein vernichtender Schlag für die Entwicklung des Freihandels in der ganz«, Well sein würde. Die Notwendig- kell internationaler Frei Handelsmaßnahmen ist darum dringender noch als vor einem Jahr. Vor dem Kriege gingen die Zolltarife infolge de» Fallens der Preise indirekt herab, während heute die Zollsätze direkt und indirekt steigen. Als Beispiel für die Wir- kung der Zollbarrieren wies Loyton auf Amerika hin. Die europäische Einfuhr nach Amerika stagniert seit drei Jahr«,, ebenfalls geht die Ausfuhr Amerikas nach Europa zurück. Die Wirkungen hohen Schutzzolles gehen aus einer Veröffentlichung eine« anderen Hochschutzzollondes, Australien, klar hervor. Die Australische Wirtschaftskammer schreibt in einem Bericht: „Die Resultate unser» hohen Zolltarife sind Preiserhöhungen, Verteuerung d» Lebenshaltung und eine Tendenz der Industrie. sich träge hink« d» Zollmauer auszuruhen. Nicht di« Fabrikamen, sondern auch di« Landwirtschaft fordern weitere Zollerhöhungen, obwohl der Zollschutz in vielen Fällen eine Verminderung der Produktion herbeigeführt Hot und überlobte Ausbeutungsmethoden begünstigt" hrnstchtlich positiver Vorschläge erklärte sich Layion mit den Be- denken Iouhaux' gegen di« Behandlung einzelner Zollsätze gruudsätzSch«noerstandell und fordert«, daß man zum mindesten die allgemeine prozentual« Herabsetzung der Zölle in Angriff nehmen solle. Di« Dumping-Praktiken, die notwendig die Folgen d» Schutzzölln»« sind, müsse der Wirtschaftsrat bekämpfen. Nötig fei die Aufstellung internationaler Zollindexe, und nach Stabilisierung der Valuta müsse die Frage der Kaufkraft des Goldes und eines Internationalen Preisousgleiches international be- handelt«erden. Mit der Forderung schnellen Arbeitens und dem Hinweis, daß der Wirtschaftsrat nur die UMerstützpng der Oeffentlichkeit finde, wenn er an der Spitze der Bewegung für die Beseitigung der Handels- und Produktionsbarrieren stehe, schloß Layton seil« Au?- führungen. Der Vorsitzend« der Wirtschaftskommission antworte!« auf die Fragen Laytons, für welche speziellen Waren man internationale Zollherobsetzungen einführen wolle, daß z. B. eine internationale Vereinbarung über die Zölle für Stahl, Aluminium und holz wohl denkbar wäre. Der Wirtschaftsrat hat am Schluß der Aussprache zwei Aus- schüsse zur Beratung der Zucker- und der Kohlefrag« eingesetzt. Eft, dritter Ausschuß wird sich mit der Agrarfrage und den eingebrachten Anträgen, soweit sie nicht Kohle und Zuck» be- treffen, beschäftigen. Oer Colmarer Lockspitzelprozeß. Weitere Briefe des Gchandbvben Colmar, 15. Mai.(Eigenbericht.) Im Autonomistenprozeß wurden weitere Briefe des Haupt- belaftungszeugen Riehl verlesen, die lediglich aus B e f ch i m p f u n- gen Frankreichs bestehen. In einem Brief heißt es, Frank- reich sei verseucht bis aufs Mark. In einem anderen wird gesagt: „Wir«ksässisch-lochringischen Bulldoggen werden ganz tief den hals der syphilitischen Mariann« anpacken und ihn eher loslassen, bis sie uns von der Leine läßt." Riehl bekennt sich als Slbsend» der Brief« und behauptet, sie seien der Niederschlag der in Autona- mistenversammlungen ausgesprochenen Gedanken. Schließlich gesteht Riehl, daß er mii dem Stahlhelm und an- d»eu deukschea Organisattonen la v«bindung gelreien ist. um Leziehungen zwischen ihnen und den Aulonomisten festzustellen. Rechtsanwalt P a l m i e r erklärt, er richte aus Ekel gegen den Zeugen keine Frag« an ihn. Der angeklagte Eisenbahnbeamte S t ü r m e l. der von Riehl besonder» belastet ist, wirb vernommen und sagt aus, Riehl fei infolge seiner Spitzeleien au» der Heimatbewegung aus- geschlossen worden. Auf ganz bestimmte Fragen, die Stürme! an ihn richtet, muß Riehl zugeben, daß noch seinem Wissen kein Mitglied der Heimatbewegung Beziehungen zu deutschen chouvi- nistischen Organssationen unterholten hat. Zwei wettere Belastungszeugen, der Chef der Mülhaus» Kriminalpolizei. Victor Boltz, und d» Schulrat Bourgouin aus Colmar sagen nicht« von Bedeutung gegen die Angeklagten aus Die KPD. als Unternehmer. Genau wie ein fapitalistischer Scharfmacher. Um zu beweisen, welcher tiefe Abgrund zwifchen fommu nistischer Theorie und Pragis flafft, braucht man nicht nach Sowjetrußland zu fahren. Einen aufschlußreichen Anschauungsunterricht darüber erteilt man seit ungefähr einem halben Jahr den 3eitungs händlern berelt am Abend". Im Auftrage der Zeitungshändler wandte sich der Berkehrsbund Ende September vorigen Jahres schriftlich an den Rosmos- Berlag ( Herausgeber der ,, W. a. A.") und erfudyte ihn um Verhandlungen megen des Abschlusses eines Lohntarifes für die Händler bei gleich zeitiger Erhöhung der Lohnfäße. Diese Forderung war damit begründet worden, daß die Erhöhung der Mieten und die gesamte Erhöhung der Lebenshaltungsfoften eine Lohnaufbefferung erfordere. Genau wie ein fapitaliftifcher Unternehmer antwortete der Verlag, daß er eine Erhöhung der Händlerlöhne nicht vornehmen fönne, sondern den Händlern, denen der Lohn nicht mehr genügt, anheimstelle, ihren Play aufzugeben und als Freihändler auch andere Zeitungen zu vertreiben, um so ihren Berdienst entsprechend den gestiegenen Lebenshaltungskosten aufzubessern. Dennoch versuchte die Organisation und die Verhandlungstommiffion weiter, auf friedlichem Wege zu einer Berständigung zu gelangen. Inzwischen war auch der Manteltarif von der Ge schäftsleitung gekündigt worden. Anfangs April wurde man fich schließlich dahin einig, daß die Händlerlöhne ab 1. Mai auf 13 M. und ab 1. Juni auf 14 M. erhöht werden sollen, wobei die sozialen Beiträge nach den gefeßlichen Bestimmungen entrichtet werden follten. Da die Geschäftsleitung aber die Unterschrift unter diesen Bertrag von der Zurüdnahme der Magen vor dem Arbeitsgericht abhängig machte, fam es wieder zu feiner Ginigung. So haben die Händler bis heute noch keine Aufbesserung ihrer Bezüge erhalten. Der Termin vor dem Arbeitsgericht am 11. Mai mußte vertagt werden, weil der handelsgerichtlich eingetragene Geschäftsführer, der mit dem Vertragsabschluß garnichts zu tun hat, nicht anwesend war. zu tun hat, nicht anwesend war. Der Proturist Schoenbed hat bereits erklärt, daß er auch bei den Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß am 19. Mai nicht wird erscheinen können, obwohl er schriftlich zum Ausdruck gebracht hat, daß er einer Einlabung des Schlichtungsausschusses gern folgen würde.( Es lebe der Schlichtungsschwindel!) In einer Bersammlung der Händler herrschte über dieses ablehnende Berhalten der Geschäftsleitung helle Entrüstung. Die Händler, die zu mehr als 85 Prozent Kommunisten sind, beauftragten die Organisation, den Schlichtungsausschuß anDie Händler wagen nicht, ihren Streitbeschluß durchzu zurufen, obwohl der Organisationsvertreter ihnen vor Augen hielt, führen, weil sie die Roten Fronttämpfer als Streit wie blamabel es doch für ein angeblich beiterfreundliches Unterbrecher und Prügelhetden fürchten. Sie fezen affe nehmen fei, sich wegen der Lohnforderung ihrer Arbeiter vor einer Hoffnung auf den Schlichtungsausschuß, der in dem Schlichtungsinstanz zu streiten, bei der ein Vertreter des Hugenberg von ihnen verlauften Blatt als Sachwalter des Unternehmerhums in Konzerns und der Bruder des fommunistischen Renegaten" Scholem allen Farben geschildert wird. Die Händler lehnten es ab, am 1. Mai als Unternehmerbeifizer fungieren. Da der Kosmos- Verlag seit dem gemeinsam mit ihrem Profuristen und Parteifreund im Demon13. Oktober des Vorjahres nichts mehr von sich hatte hören laffen, ftrationszug zu marschieren. Kurzum, sie haben das zweifelhafte wurde ihm am 29. Dezember der Beschluß der Händlerversammlung Bergnügen, am eigenen Leibe zu erfahren, wie die RBD. mitgeteilt, wonach der Schlichtungsausschuß angerufen worden sei. Arbeiterpolitit treibt. Die Geschäftsleitung war aber inzwischen nicht so untätig gemesen, wie es den Anschein hatte. Sie hatte es vorgezogen, mit dem Betriebsrat zu verhandeln und mit ihm am 3. Januar eine Bereinbarung getroffen, in der zwar den Händlern eine Erhöhung des wöchentlichen Zuschusses von 8 M. auf 10 M. zugesprochen, thnen aber die Zahlung von einem Drittel der sozialen Bei. träge aufgeladen wurde, obwohl in dem noch bis zum 31. März laufenden Manteltarif vereinbart war, daß die sozialen Beiträge in voller Höhe vom Berlag zu zahlen sind. Was man also den Händlern in die eine Tasche stedte, fo wenig es auch war, nahm man ihnen aus der anderen wieder heraus. Diese Abmachung schlug nunmehr dem Faß den Boden aus. Eine neue Händlerversammlung entzog den Betriebsratsmitgliedern, die diese Vereinbarung abgefchloffen hatten, das Ber. trauen, wählte sich eine neue Verhandlungskommission und gab der Organisation den Auftrag, durch eine Klage vor dem Arbeitsgericht den Berlag zur Weiterzahlung ber jogialen Beiträge zu zwingen, wie es der noch gültige Manteltarif bestimmt. Gleichzeitig faßten die Händler einen Streitbeschluß Drohender Streif in der Liförbranche. Freitag Streifabftimmung in den Betrieben. Bom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter und vom Verkehrsbund wurde das Lohnabkommen für die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Betrieben der Berliner Liför und Weinbranche zum 3. Mai gekündigt und eine Erhöhung der Löhne aller männlichen Arbeiter um 6 m. pro Woche und für die Mitfahrer der gleiche Lohn wie für die Kutscher gefordert. Nachdem die Unternehmer in den direkten Verhandlungen es glatt abgelehnt hatten, auch nur einen Pfennig Lohnzulage zu gewähren, tam es nach einer längeren Berhandlung vor dem Schlichtungsausschuß zu einem Schieds. spruch, wonach die Löhne sämtlicher Arbeiter ab 4. Mai um 1 Mart pro Woche und ab 14. September um eine weitere Mart erhöht werden sollen. Die Löhne der Arbeiterinnen follen sich entsprechend der bisherigen prozentualen Staffeluna erhöhen. Der Schiedsspruch enthält weiter eine Mietstlaufel, bie für je 10 Broz. Mietsteigerung während der Dauer des Lohn und erhielten auch von der Organisation die Genehmigung ablommens eine Lohnerhöhung um 2 Broz. vorsieht. Die Forderung zum Streit. nach gleicher Bezahlung der Mitfahrer und Kutscher ließ der Schieds fpruch unberücksichtigt. Das Lohnabtommen foll bis 31. März 1929 gelten. Erklärungsfrist 21. Mai. Mit diesem Schiedsspruch beschäftigten sich gestern abend im Rosenthaler Hof die im Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter verband organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche Nach eingehender Diskussion wurde der Schiedsspruch eine stimmig abgelehnt und beschlossen, am Freitag in den Be trieben eine Streifabstimmung durchzuführen. Der Kampf in der Rheinschiffahrt. Die Rheinhäfen Mannheim- Ludwigshafen bestreift. Die Organisationen der Hafenarbeiter, Maschinisten und Heizer in den Mannheimer und Ludwigshafe ner Hafenbetrieben haben nach Ablehnung des Schieds spruchs durch die Arbeitgeber am Mittwoch früh den Eintritt in den Streit beschlossen. Es tommen gegen 1300 Arbeiter in Be tracht. Zusammen mit den Rheinschiffern stehen im Mannheimer Hafengebiet 2000 Arbeiter im Kampf. Neue einstweilige Verfügung. Schon wieder eine einstweilige Verfügung gegen die Lohnbewegung in der Rheinschiffahrt! Diesmal ist es die Spebi tionsgesellschaft Rhenania", die vom Arbeitsgericht Mannheim eine solche Verfügung erwirfte, wonach dem Deut schen Verkehrsbund unter Androhung von 1500 M. Geldstrafe unterfagt wird, seine Mitglieder bei der Rhenania" zum Bestreifen der Schiffe der Neptun- Gesellschaft anzuhalten. Das Gericht war der Auffassung, daß die Schiffe dieser Gesellschaft nicht bestreift sind und das Entladen der Rhenania" durch Arbeiter teine Streifbrecherarbeit darstellt. Wenn die Rheinschiffahrt durch einstweilige Ber. fügungen wieder in Fluß gebracht werden soll, dann wird sie einstweilen" noch festgefahren bleiben. Für alle Linoleum- und Teppichleger gesperrt ist der Betrieb A. Wertheim. Während in allen der Arbeitgebervereinigung angehörenden Betrieben die Streifenden nach Streilabschluß wieder eingestellt wurden, hat die Firma A. Wertheim die Streifenden gemaßregelt und sucht nun durch den Nachweis Ersaz. Wegen der Maßregelung ist der Betrieb der Firma A. Wertheim für unsere Mitglieder gesperrt. Deutscher Sattler- und Tapeziererverband. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin 1 Heute, Donnerstag, folgende Beranstaltungen: Gesundbrunnen: Ban derung durch den Blumenthal.- Jugend im Belleidungsarbeiterverband: Morgen, Freitag, Wanderung nach Strausberg und Umgebung. 19% Uhr, tagen die Gruppen: Hermannplag: Gruppenheim Jugendheim Sander straße 11, Ede Hobrechtstraße. Lichtbildervortrag: Quer durch den Harz." Zeppelinplag: Jugendheim des Bezirksamts Wedding, Turiner Ede Seestraße. eine Notwendigkeit." Wedding: Bortrag:" Gewerkschaftliche Jugendarbeit Gruppenheim Stadtbad Wedding, Gerichtstr. 65/69. Bortrag: Unser Wollen und Wirlen in der FG3." Nordring: Gruppenheim Jugendheim Holzhaus auf dem Sportplas, Cantianstraße, an der Schönhauser Allee. Bortrag: Die Außenspielabende ab 18 Uhr: Südosten romanische Gewerkschaftsbewegung. und Südwesten: Sportplag Am Urban. Weißensee: Sportplag am Faulen Gee, Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Heute, Donnerstag, fallen die Veranstaltungen der Bezirke Südoste Treptow und Schöneberg aus. Berantwortlich für Politil: Dr., Curt Geyer; Wirtschaft: G. Alingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen, Stadtbeilage und Unterhaltung und Wiffen". Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin, WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch Querrippe Piund Kalbskamm u. Brust.. Pfund 74 PL Kalbsnierenbraten... Pfund 78 PL ..Pfand 70 PL Rinderkamm u. Brust Pland 78 Pl Schmorfleisch Roastbeef, m. Knochen 94 PL Gulasch .Pfand 85 PL Schweinebauch mit Bellage Plund 73 PL Schweinekamm Bellage Plund Blatt a. Rücken, m 80 PL Schweineschinken... Pfund 90 Pt. Liesen Pla. 60 PL. Gehacktes PH. 65 PL Dickes Rückenfett Flund 65 PL. ... Hammelvorderfleisch Pfund 98 PL Kaßler, Speer u. Kamm Plund 108 Rindernieren- Talg Pfand 50 PL Prima Gefrierfleisch zu Tagespreisen Rinderkamm u. Brust Pland 65 PL Kuh- Euter Pfund 18 PL. Herzen 45 PL. Geflügel Wolgahühner. Pfund 110 an Suppenhühner frisch geschlachtel, 125 an Tauben. Puten Fische Schallfische Pland Stück 72 PL an Pland 115 an Pfund 16 PL ganze Fische, 16 PL Pfand 16 r. 25 PL Seelachs, Kabeljauhe Kopi, Pid. Rotzungen Hornaale, Goldbarse Pland 24 PL .... Pland 24 PE. Pland 35 PL Fischfilet Frische Hechte... Lebende Schleie Pfund 125 an Lebende Aale billigst Boa- Lin ZitronenGärungsgetränk Verkou Drogen- Abtellung In den Erfrischungsrumen Ausschank Frischer Spargel Junger Spinat 2 Pfund 15 PL Radieschen.. 3 Band 10 PL Rhabarber Pfund 8PI. 12P. Zwiebeln neue Aegypter 12 PL Grüne Gurken Stück 35 Pl. an Kranzfeigen.. Pfund 28 PL and von Porzellanteller 45 flach u. tief Butterkühler Ton, mit Glaseinsatz Dessert- 32 Pt. teller 90 Pt. Blumen- Vasen Stella", geret 32 bis 90 Pt. am 25 Pl. Austral. Aepfel 48 58. Zitronen... Dubend 55 PL Bananen.... Pfund 55 PL Ital. Kirschen Pfund 80 PL Ananas Pfund 1 M Apfelsinen 70,1M, 1.20 Dizd. Schles. Rotwurst Pfund 80 P. Speck fett 90 P. mager, Pid. 1M Schinkenspeck Pland 1.55 Dampf- u. Landleberw. 1.10 Nußschinken ca. 2 Pfund, 1.75 Zervelat u. Salami holsteinische 1.65 hannov. 1.90 Pfund Pfund ( Braunschw Mettwurst Pfund 1.10 Jagdw. u. Mortadella 1.20 Schinkenpolnische Ptd.1.30 Königstraże, Rosenthaler Straße, Moritsplatz Pökelfleisch gekocht, Pfd. 1.30 Speckwurst. Pfund 58 Pf. Filetwurst.... Plund 1.40 Berl. Mettwurst Pfund 1.20 Landmettwurst pomm 1.40 Feine Leberwurst Pid. 1.50 Plund vollLimburger 28 PT. 76 Pl. halbfett Pfand Ramadou Angauer, Sick. 16 PL Edamer halbfeft, Pland 75 PL Holländer halbfeft, Ptd. 75 PL Steinbuscher volll., Pid. 88 Pt. Tilsiter vollfett, Pfd. 95PL. 1.15 Tilsiter volt, ohne Rinde 1.10 Schweizerischer, 85 P dreiviertelfett fett Schweizer bayrischer. 1.55 vollfett, Pfund Speisetalg 1Pid.- Paket 50 PL Margarine Pfand 52, 58Pt. Kokosfett 1- Pfund- Tafel 62 Pt. Bratenschmalz Pfund 68 Pf. Tafelbutter Plund 1.94 Dänische Butter Pfand 2.02 Bücklinge Pfand 26 32 Pr Schellfische geräuchert 35 PL Seelachs geruch., Pfund 40 PL Sprott- Bücklingelister 45 Pt. Wein Pl. Seahasen geräuch, Ptd. 65PL Spickaal Band 36 Pid. 2.40 an Räucherlachs Sick 1.80 an Preise für Flasche ohne Glas Pfd. v. Maltrank aus Fruchtwels. Johannisbeer-( roh Stachelbeerwein...... Tarragona Rot sus, vorzügliche Qualität Größe 15-26 cm Gemischt. Backobstract, ohne Stein Pfund Bosn. Pflaumen Pid. 26 PL Bosn. Pflaumen 40 PL Kalif. Pflaumen große 42 Pt. Kalif. Pfirsiche Pfund 78Pt. Kalif. Aprikosen Pfund 78 PL Kalif. Birnen.. Pfund 84 PL Saure Kirschen Pland 84PL Pfund 45 Pl. Weizengrieẞ.. Pfund 26 Pf. Hartgrieß.. .... Pfund 28 PL Haferflocken..Pland 30 Pt. Eler- Schnitt- Nudeln 42Pt. Eler- Faden- Nudeln 42PL. Makkaroni Harigrief, 42 Pf. Eler- Schleifchen Muscheln, Körbchen, Pfund 62PL Pudding- Pulver Rote Grütze Pfund.60 PL Pudding- Pulver Schokoladengeschm., Pfd. 72PL Saucen- Pulver Vanillegeschmack, Pfund 72 PL Bruch, Pfd. Vanile- n. MandofPfd. 48 Pl. geschmack, Krachmandel- Pudd, 1.10 Schokoladen- Speise mit gehackt, Mandeln, Pfd. 1.10 Mandel- Rosin.- Pudd. 1.20 Kalte Schale Pfund 80Pt, Konserven feis 1 Dose Br.- u. Schnittbohn. I 75 PL Spinat 50 Pt. Sellerie 92PL Leipziger Allerlei 86 PL Gemischt.Gemüse 1,12 Gem. Gemüse sehr fein 1,60 Gemüse- Erbsan... 66 Pf. Kalserschoten... 1.57 Riesenbruchspargel 2.75 Stangenspargel extra stark 3M Dose 1.05 Apfelmys Dose 33 Pt. 60P. Pflaumen Dose 38Pf. 62PL Ananas Hawail, extra. Reineclauden Mirabellen.. Oelsardinen portug, Klubdose 1.10 SAD. 65 PL 45 Dos. 78Pt. Oelsardinen franz., Dose 1.20 Brieslinge norwegische, 56 P Würstchen Oel od.Tom. .5 Paar 85 Pt. Touristen- Konserven i.groß. Auswahl Konfitüre, 2- Plund- Elmer Pflaumen 1M Aprikosen 1.10 Orange, Johannisbeer 1.15 Erdbeer 1.25, Ananas 1.45 90 PL Vollmilch- Schokolade 80 P 90 PL 1.10 Portwein ,, Medium Tawny" u. Sherry ,, Imperator" Fruchtschaumwein mit Steuer und Plasche Moselhochgold Moselsekt, Plaschengärung, 2.75 .. 1.30 3.50 4.70 einschließlich Banderolensfeuer Deutscher Weinbrand A. Descieux aus Charentewein gebrannt Halb& Halb Berliner Spezialikör..., Pl. 2 M PL 3.40 Orangeade .PL 1x mit ganzen Haselnüssen, 2 Tafeln à 100 Gr. 75 Pt. Pfd. Pfd. Elsbonbon Messina 18 35 Pf. Brops Milchkaramellen 25 45PL Vollmilch- Schokolade ½ Pfd. Pfd. Dessertbrezeln 38 75 Pf. Sandgebäck Pid. 25 Pfd.95 Pt. 1/6 Tafel 200 Gramm 80 Pt. Creme- Schokolade( Apfelsinen- u. Himbeer- Geschmack) 45PI. 2 Tateln a 100 Gramm PL 170 Vollmilch- Relief Pid. 45 PL. Schmelz- Relief Pid. 40 PL Nr. 231* 45. Iahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag. 17. Mai 192S Wir find so oergehNch geworden, vergeßlich und abgestumpft gegen die Naturereignisse, Unglücksfälle und Katastrophen, ganz gleich, welcher Art, welchen Ursprunges sie sind. Die Schreie der Not, des Elends, des Verbrechens der ganzen Welt hallen, durch Funk und Telegraphie vermittelt, an unser Ohr, rasen vorüber, oerklingen in dem großen Chaos des Entsetzens. Was übrig und zurückbleibt, ist kaum mehr, als eine leichte Erschütterung der Nerven, die viel zu gesättigt sind mit eigener Not, um fremde wie am eigenen Leibe zu verspüren. Trotzdem wird der Schrecken noch m vielen wach geblieben sein, der sich einige Schnellzugstunden von Berlin in der Nacht vom 8. zum 9..Juli 1927 in den beiden Katastrophentälern des äst- licheu Erzgebirges abspielte, jene gräßlich« Bergwasier- katastroph«, die in zwei Stunden im Umkreise von nur wenigen Kilo- meiern 150 Menschenleben vernichtete, ganze Industrien zu- sammenworf und Täler sommerlicher Erholungssreud« in Höhlen grausigsten Schreckens verwandelte. Das war im Muglitz- und im G o t t l e u b a t a l, die die schmalen, und so unschuldig scheinen- den Bergwasser des Erzgebirgskammes in schmalen Rinnen in die Tiefe führen. In jener Nacht wurde ein wütender Strom des Grauens aus diesem kleinen Gerinnsel. In jener Nacht zerstörten nach einem furchtbaren aber schnell verlaufenen Unwetter die Wasser fast alles, was Menschenfleiß in den Tigern aufgebaut hatte. Es ist noch kaum ein Jahr vergangen, und auf einer Rundfahrt durch das Unglücksgebiet zeigte man kürzlich, was hartnäckiger Wie- deraufbau und eiserner Fleiß geschaffen hat, bis------ ober daran denkt man heute noch nicht. Das Gotileubaial. Wer heute von Dresden oder Pirna aus in das Unglückstal der Gottleuba fährt, findet eine wohlerhallene Straße und so viel Orb- nung, wie sich beim besten Willen und in kaum etwa dreioiertel Iahren wieder schaffen läßt. Es ist sehr viel an Ausbauarbett von staatlicher und privater Seite geleistet worden. Einige zwanzig Millionen Mark haben bisher noch nicht gereicht, um das zu er- sehen, was in zwei Stunden vernichtet wurde. Berggießhübel ist das fast klassisch gewordene Zentrum der Katastrophe. Ein kleiner. freundlicher Ort, tief in das enge Tal gebettet, in dem alles zu bauen scheint, was Leben hat. Das ganze kleine Gemeinwesen ist von einem ungeheuren Tätigkeitsdrang besessen, um alle Spuren zu ver- wischen, die jene Nacht hier angerichtet hat. Alles baut und jeder baut. Die Dampfwalzen fahren truppweise auf der Straße, es ist schwer heute durchzukommen, weil so viel auf der großen Straße, die das Nestchen durchzieht, gearbeitet wird. Die zerstörten Häuser, cs sind wohl so an hundert, sind zum größten Teil wieder aufgebaut. Die, bei denen sich ein Aufbau nicht mehr lohnte, sind eingerissen, und durch neue ersetzt worden, die man möglichst etwas weiter von dem gefährlichen Ufer der Gottleuba hingestellt hat. Aber wenn man erzählen will, wie es heute aussieht, muß man die Erinnerung an die Verwüstungen wieder ausfrischen.— In der elften Nachtstunde kam das Hochwasser, wie es die Stadt in den letzten Iahren schon mehrfach erlebt hat. Ein« Stunde später, als die Gefahr schon ab- zuflauen schien, brach eine Flutwelle herein, die' binnen zwei Minu- ten vier Meter hoch durch das enge bebaute Tal schoß. Oberhalb der Stadt sührt eine Eisenbahnbrücke schräg über die Gottleuba. An ihren Pfeilern stauten sich angeschwemmte holz- und Steinmassen, die aus dem Olsengrund herunterkamen, zu hohen Barrikaden: dahinter stiegen die Wassermassen zum See an. Als die Barrikaden barsten, stürzten die Wassermossen wie ein Schuß in die Stadl. So erklärt man sich die unfaßbare Katastrophe. In einem Hause jagte ein Mann die Treppe hinauf: hinter ihm her schnellte die Flut. Als er im ersten Stockwerk eine Tür öffnete, stürzte ihm das Wasser entgegen, es war durch die Fenster eher oben als er. So rasend schnell kam die Flut. Eine Frau, deren Haus der Bahndamm schützte, erzählt: Wir hörten durch das Getöse die ganze Stadt schreien und niemand tonnte helfen! Häuser wurden halb auseinandergerissen wie Papier. Die Hälften stehen da mit klaffenden Stuben, mit den Möbeln hart am Absturz. Im Hause eines Tischlermeisters waren zwölf Personen in der Oberstube oersammelt, die Familie und Nachbarn, die sich aus ihrem zerbrochenen Hause übers Dach gerettet hatten. Diese zwölf Menschen warteten auf den Tod und hörten im Getöse der Katastrophe nicht, daß auch dieses Haus zur Hälfte wegrasiert wurde, sie sahen es erst am Morgen. In der Ncbenftub« wären sie alle in den Tod gerissen worden. Oer Wiederaufbau. Es ist heute alles frisch und weiß und glitzert in der frohen Sonne, nur das Geröll füllt noch in gigantischen Massen das einstige Flußbett, dem heute allerdings ein ganz neuer Weg durch das Tal gewiesen wurde. Aus viele Kilometer sind vollständig neue Fluß- betten ausgehoben und neue llfermauern gebaut worden. Meist ist auch der Flußquerschuill vergrößert worden. Der lange Winter hiett alle diese Arbeiten zurück und das anschließende gewöhnliche Hochwasser dehnte die Baupause noch weiter aus. Obwohl die Wiederkehr eines derartigen, bisher ganz ungeklärten Naturereig- nisfes wenig wahrscheinlich ist, hat man Vorkehrungen für Er- Weiterung der Flußquerschnitte und Freihaltung der hochflutprosile in größerem Umfange getroffen. Ob nach dieser Richtung hin viel- leicht doch noch nicht genügend geschehen ist, das läßt sich auf den ersten Anblick nicht genau sagen. Der Laienbesucher, der diese Wiederaufbauarbeit jetzt zum ersten Male wieder sieht, hat viel- leicht den Eindruck, daß man das an und für sich sehr enge Tal nicht wieder in der allen Weise bebauen durste. Die Häuser sind wohl von den Ufern des störrischen Gerinnsels etwas zurückgeschoben worden, aber man sieht nicht ein, weshalb hier nicht ganze Arbeit geschaffen wurde. E» wäre sehr wohl möglich gewesen, innerhalb des Städtchen» die Häuser mehr auf die Berghänge zu verpftanzen. was allerding» eine völlige Planierung de» bisherigen Baugrunde» Das neue Berggießhübel. bedingt hätte. Nur in einem Falle ist dieser Forderung Genüge getan, man hat eine kleine Siedlung am unteren Ende des Städtchens erstehen lassen, die sich bergaufwärts zieht. Es kann leider nicht verhehll werden, daß eine neue Unwetterkatastrophe von dem gleichen Umfange wie die vorherige auch wieder beträcht- lichen Schaden anrichten muß, weil man sich eben nicht enffchließen konnte, die Häuser aus dem Talgrund restlos zu entfernen. Trotz- dem ist natürlich das Bild der Stadt heute ein ganz, anderes als das frühere. Es ist alles weiter und lichter gebaut. Das Tal er- scheint geweitet, und wenn man nicht an einigen wenigen allen Häusern noch die Spuren des Wassers sähe, bis zu welcher höhe es sich hinaufwälzte, so erhält man den Einruck eines völligen Auf- baues. Natürlich bleibt noch sehr viel zu tun übrig, und eine große Sorge der Berggießhübeler gilt der wiederzuführung de» Fremde»- ströme» in ihr Tal. Die Neugierigen, die den Ort bald nach der Katastrophe überfluteten, sind heute verschwunden und der gewöhn- lich« Fremdenverkehr ist noch nicht auf der alten höhe angelangt. E» ist nicht ganz leicht, Ferienreisende an einen Ort wieder zurück- zuholen, der etwa ein Jahr vorher ein solches Unglück durchmachen mußte. Jahre werden vergehen... heute arbeiten noch etwa tausend Mann am Wiederaufbau, aber Jahre werden vergehen, um den letzten Eindruck der Katastrophe zu verwischen. Eine neue Gefahr besteht nach Ansicht der Sachverständigen kaum, da alles das beseitigt wurde, was nach mensch- lichem Ermessen den furchtbaren Umfang des Unglücks verschuldet hat. Man redet davon, daß die eigentliche Ursach« auf dem Bergkamm, jenseits der deuffchen Grenze, lag, wo riesige Waldstrecken abgeholzt und nicht wieder angepflanzt wurden, so daß der Boden nicht in der Lag« war, das in Massen niederströmonde Wasser aufzusaugen, sondern es ungehindert in die Täler fallen ließ, wo es zu jenem wütenden Strom anwuchs, der alles vernichtete. Die umgestürzten Baumriesen, die mitgeschwemmt wurden, legten sich vor die knappen Oeffnungen der kleinen steinernen Brücken, so daß Staudämme ent- standen, die das Wasser nicht mehr durchließen. Als dann die Macht des Elements wuchs, hielten diese Dämme aus geborstenen Stämmen dem Druck nicht mehr stand, wurden durchbrochen, das Wasser stürzte mit immer größerer Wucht zu Tal, ein Vorgang, der sich bei vielen Brücken wiederholt haben soll. Soweit es sich aus den Beobach- tungen und Annähmen berechnen läßt, betrug die Flächenousdehnung des gesamten wolkenbruchgebieles mit 20 Millimeter und mehr So eng sah es vor der Katastrophe aus. Niederschlag innerhalb eines Zeitraumes von 25 Minuten 270 Qua- dratkilometer und war fast dreimal so groß, wie die bisher in Deutschland beobachtete größte Niederschlagssläche gleicher Stärke. Der höchste Abfluß im Gottleubatal bei Berggießhübel hat viel- leicht 400 Kubikmeter in der Sekunde. Wenn man bedenkt, daß diese Hochwelle das Tal vom Erzgebirgskamm bis zur Elbe in knapp vier Stunden durchflutete, so'kann man sich das Chaos nach dem Abfluß vorstellen. Nicht ganz so stark wurde das Tal der Müglitz mit seinem berühmten Uhrmacherstädtchen G l a s h ü t t« heimgesucht. Dort ist alles wieder aufgebaut, nur die Arbeiten an der Regulierung der Müglitz sind noch im Gange. Es ist das der Ort, wo ein ganzer Eisenbahnzug der Müglitztalbahn von den Wassern aus den Schienen und gegen die Brück« geschleudert wurde, nachdem chn die Passa- giere kurz vorher fluchtartig verlassen hatten. Man fand dort unter einer vier Meter hohen Schicht von Schlamm, Bäume» und Geröll ein völlig zertrümmertes Auto, das ebenfalls vom Wasser auf der Chaussee überrascht und weggespüll wurde. Besonders stark wurde hier dt« Lahnhofsanlage von Glashütte mitgenommen, die ei» grausiges Bild der Verwüstung darbot, und an deren Wiederher- stellung heute noch gearbeitet wird. Auch hier wurden die Menschen in ihren Häusern buchstäblich erttänkt. Zwei Männer, die beim Kartenspiel an einem Tisch zusammensaßen, wurden mit den Karten in der Hand erttänkt aufgefunden. Dasselbe Schicksal erlitt eine ganze Familie, die nicht mehr Zeit hatte, das Haus zu verlassen. heute ist man dabei, dieses ganz« Gebiet, das zu den schönsten Deutschlands gehört, wieder den Fremden zu erschließen. Man will auch besonders, daß ein Weg für den Fremdenverkehr in das böhmische Gebiet der Tschechoslowakischen Re- publik führt, der die steilen höhen des Kammgebietes mit den höhen des böhmischen Mittelgebirges verbindet. Zugang zu den böhmischen Bädern, vor allem nach dem klassischen Kurbad Teplitz über die Kammhöhen, das ist die neue Parole, die mit dazu dienen soll, den Fremdenverkehr wieder in das Notgebiet zu ziehen. Im Gegensatz zu der grotesken Formation der Sächsischen Schweiz zeigt das Osterzgebirge große bewaldete Bergwände, unterbrochen von blumenübersäten Wiesenflächen und prächtigem Nadelwald. Es ist aber noch viel zu tun in diesen Tälern, um die Schäden zu hellen, die die Naturgewalt dem Leib dieses Landes und seinen unglücklichen Bewohnern schlug. F. K. Flugzeug im Laubenland. Eine unglückliche Notlandung. Ja große Aufregung wurden gestern zahlreiche Kolonisten de» Pflanzerverein»»Guter Wille" in Tempelhos ver- setzt. Ein Flugzeug der Deuffchen Lufthansa mußte plötzlich notlanden und geriet beim Niedergehen inmitten des Lauben- geländes. Es handelte sich um das Frochfflugzeug v 200. das erst wenige Minuten zuvor gestartet war. Mehrere Lauben wurden zerstört und das Flugzeug schwer beschädigt. Der Pilot wurde mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen von hinzueilenden Kolonisten aus dem zertrümmerten Führersitz geborgen. Die Ursache der Notlandung mit ihrem unheilvollen Ausgang konnte noch nicht geklärt werden, da der Flugzeugführer, der 36- jährige 5turt Stockhan, bewußlos im Krankenhaus darniederliegt und aus diesem Grunde eine Vernehmung noch nicht erfolgen tonnte. Ob vielleicht ein Motorschaden die Ursache war, muß erst die ein- gehende Untersuchung auf der Werst ergeben. Verschiedene Um- stände und Beobachtungen sprechen dafür, daß das Flugzeug zu schwer belastet war. Pilot S t a ck h a n startete kurz vor 13 Uhr und kam sehr schwer vom' Boden ab. Als sich das Flugzeug in etwa 150— 200 Meter höhe mit Kurs auf Nordwesten befand, änderte der Pilot plötzlich die Kursrichtung und macht« kehrt. Er versuchte im Gleifflug niederzugehen, erreichte aber zu allem Unglück den Flug- platz nicht mehr. Das Flugzeug stürzte mit ungeheurer Wucht in das Laubengelände, das sich in einem Gürtel um den Platz herum- zieht, hinein und prallte gegen die Laube des Besitzers M i e h l k e, der sich gerade auf seinem Grundstück mit Pflanzenarbeiten beschäftigte. Die Laube wurde geradezu wegrasiert. Das Flugzeug wurde sehr schwer beschädigt. Der Kolonist M. brachte mit anderen dem Piloten, der in seinem Führersitz eingequetscht war, die erste Hilfe. Nach kurzer Zeit konnte Steckhan in bewußtlosem Zustande aus seiner entsetzlichen Lage befreit werden. Inzwischen war die Flug- Hafendirektton verständigt worden. Sie sandte sofort ein Sanitäts- auto an die Unfallstelle. Der schwerverletzte Pilot wurde in das Urbantrankenhaus gebracht, wo die Aerzte eine Zertrümmerung der Kiefer und innere Verletzungen feststellten. Sein Zustand ist äußerst besorgniserregend. Das Flugzeug wurde später abmontiert und auf Kraftwagen zum Flughafen geschafft. Ein Verschulden des Piloten erscheint völlig ausgeschlossen. Steckhan steht schon seit vielen Jahren im Dienste der Lufthansa. Er hat bereits mehrere hunderttausend Flugkilometer zurückgelegt und sich in jeder Beziehung bewährt. Glückslos Nr. 145 987. Ein Hauptgewinn der Klassenlotterie gestern gezogen. Ein Gewinn von hunderttausend Mark ist gestern bei der Preußischen Klassenlotterie gezogen worden. Das Glückslos war Nummer 145 987, das zur Hälfte in Halle, zur anderen Hälfte in Berlin gespielt wurde. Alle Gewinner haben Achtel, oder Viertellos« gespiett, und bei allen handelt es sich um kleine Beamte und minberbemtttelte Gewerbetreibende. Keiner von ihnen verfügte über größere welttiche Schätze, und deshalb ist ihnen ihr Glück nur zu gönnen. Einige von chnen haben zum ersten Mal« ihr hest in der Lotterie gesucht und gerade diese werden um so mehr überrascht sein, jetzt gleich beim ersten Male einen so reichen Gewinn einheimsen zu können. Das Gewinnlos wird nach dem Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren mit 80 000 Mark ausbezahlt, es kommen also auf jeden Spierer 20000 bzw. 10000 Mark. Di« Gewinner sind sofort von ihren Lotteriekvllekteuren über ihr Glück telegraphisch unterrichtet worden, und man kann sich denken, daß sie sich über dieses un- erwartet« himmelfahrtsgeschenk von herzen gefreut haben. Auch der letzte größere Gewinn der zweiten Ziehungsklasse von 50 000 Mark wurde gestern gezogen. Er fiel auf Nummer 282 060. Die erste Abteilung bleibt in Berlin, während die zweite Abteilung nach München geht. Auch hier handelt es sich bei den Gewinnern um Leute, die nicht im Gelde wühlen. Mo« tau» sage«: E» war wirklich ein«„glückliche" Ziehung! Krau Hoch wieder vor Gerichi. Wegen Verleitung zum Meineid. Die Detektivin Ellen H o l tz, die vor vier Iahren ihren Ehe- mann, den Hauptmann a. D. H o l tz, nach der Annahme des«chtmxr- Berichts in der Notwehr erschossen hat, muß« sich gestern wiederum vor dem Schösfengericht Mitte wegen Verleitung zumMein- e i d in mehreren Fällen verantworten. Bereits vor einigen Mona- ten ist sie in erster Instanz zu einem Jahr Zuchthaus wegen desselben Verbrechens verurteilt worden. Auch die neue Anklage hängt mit ihrer Erpressungsafsäre gegenüber dem inzwischen selbst� nach Ve- gehung strafbarer Handlungen flüchtig gewordenen Gastwirt Burger in Königsberg i. Pr. zusammen. Nach ihrer Verurteilung wegen Erpressung zu einem Jahr Gefängnis war Frau Ellen Holtz nach Königsberg gefahren und soll oersucht haben, die Belastungszeugen für die Berufungsverhandlung zu einer abweichenden, ihr günstigen Aussage zu bestimmen. In den früher abgeurteilten Fällen hatte das Schöffengericht die Verleitung zum Meineid für erwiesen angesehen. Dieses Urteil schwebt ober noch in der Berufung, wie auch das Er- pressungsurteil noch nicht rechtskräftig ist, da die Revision beim Reichsgericht anhängig ist. Di« Angeklagt« bestritt auch gestern ganz entschieden, daß sie sich strafbar gemocht hätte und hatte einen um- sangreichen Gegenbeweis nach der Richtung angetreten, daß es ledig- lich ihr Bestreben gewesen sei, im Interesse ihrer Verteidigung Er- mittlungen anzustellen. Frau Ellen Holtz wurde vom Schöffengericht Mite weg«» Ver- leitung zum Meineid« in«in«n Fall« unter Freisprechung mangels Beweises in zwei weiteren Fällen von neuem zu einer Zucht- hausstrafe von einem Jahre, sowie zu drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Die vom Staatsanwalt beantragte Voll- streckung des bereits gegen die Angeklagte bestehenden Haftbefehls wurde vom Gericht mit Rücksicht auf den Gk tzndheitszuswnd der Verurteilten abgelehnt. Gegen das Urteil wurde sofort Berufung eingelegt._____ Feuer im Neichswehrmimsterium. Erheblicher Sachschaden. In dem Filmvorführungsroum des Lehrgebäudes im Reichs- Wehrministerium, Fasanenstraße 7, entstand gestern nachmittag aus ungeklärter Ursache Feuer, das in kurzer Zeit größeren Umfang annahm. Die Flammen fanden an Filmen irnd Einrichtungsgegen- ständen reiche Nahrung, so daß die Wehren bei ihrem Em- treffen bereits einen ausgedehnten Brandherd vorfanden. Das Feuer hatte auf den darüber liegenden Dachstuhl überge- griffen, und nur durch starkes Wassergeben konnte eine noch größere Ausdehnung des Feuers verhindert werden. Drei Züge der Feuerwehr waren fast vier Stunden mit den Lösch- und Au f räum u n gsa rbeit« n an der Brandstätt« beschäftigt: der Schaden ist erheblich. In der Gummifabrit de? C. Müller A..G. in der Bel forter Straße 25/29 zu Weißensee erfolgte gestern kurz nach lk Uhr im Schwefelroum, vermutlich infolge Selbst- entzündung, eine heftige Explosion von Schwefelgasen. Durch die Gewalt des Luftdruckes wurde eine massiv« Wand zum Einstürzen gebracht. Bei den Löscharbeiten der Fabrikfeuer- wehr, die im Verein mit dem Zug 34 der Berufsfeuerwehr unter Leitung des Baurats R e i n k e vorgenommen wurden, zog sich der Arbeiter Reinhold Schulz au? der Schönstraß« 26 zu Weißensee ein« schwere Rauchvergiftung zu. Der Erknankte mußte in das Weißenfeer Krankenhaus übergeführt werden. Dos Feuer konnte nach, kurzer Zeit lokalisiert werden. Hermann Kienst erwiesen gestern hunderte seiner Freunde die letzt« Ehre, um die Hinterbliebenen im Wilmersdorfer Krematorium gruppiert. Den Verstorbenen und sein« viele Arbeit würdigten in feierlicher Rede Walter v. Molo für den t>chutzverband der Schriftsteller, Wilhelm Heil« für den Oefterreichisch-Deutschen Bolksbund, Fritz Engel für den Verband der Theaterkritiker, Ministerial- direktor Meinet für die Gesandtschaft der Republik Oesterreich, Leopold Ießner für die Bühnenleiter und Julius B a b für die Volksbühne. Eine Fülle von Kränzen mit schwarzrotgoldenen, rot- weißrotcn(österr.) und grünweißen(steierm.) Schleifen deckte d-n Sarg. Führungen durch die ältesten Winkel Berlins. Die vom Bezirksamt Schöneberg veranstalteten Führungen finden einen so großen Zuspruch, daß sie jetzt wieder jeden Soimtag veranstaltet werden. Nächste Führung 20. Mai. Treffpunkt 10)4 Uhr auf dem Spittel- markt. Ausgang Untergrundbahn. Teilnahme 56 Pfennig. Die Wahlarbeit der Partei. Das Beispiel einer alten Kämpferin.— Glänzende Kundgebungen. Kürzlich Lef sie mir wisder über den Weg.„Aber Mutter Krone!" begrüßte ich sie und sah fragend auf dos große Paket in ihren Armen. Das trug sie, wie andere Frauen kleine Kinder tragen — ganz behutsam. Und man merkte ihr an, daß es ihr schwer siel. Mutter Krone ist ja so klein, so dünn und so alt geworden— sie sieht aus, wie in den Märchenbüchern der Kinder die. guten Wald- frauen aussehen: ganz verhutzelt, aber mit blanken Augen. Und Mutter Krone— so nennt man sie schon seit Jahrzehnten im Schöneberger Parteibezirk— hatte wirklich einen blanken Freudenschimmer in ihren wässerigen Augen und sprudelt« in ihrer schnellen Art die Antwort hervor:„Na ja, wer soll es denn machen, di« Flugblätter müssen doch verteilt wer- den. Jetzt, in den letzten Tagen, braucht man doch jeden Menschen!" Ich fragte, wie alt sie denn nun schon sei?„Na ja," meint« sie wieder,„6 8 Jahre bin ich jetzt geworden— da fühlt man seine Knochen. Aber jetzt heißt es..." Ich fiel ihr ins Wort:„Sie sind doch aber zu alt, die Flugblätter auszutragen und die Treppen hin» auf und hinab zu klettern! Sie dürfen das nicht mehr tun, dos macht Sie ja ganz kaputt. Sie haben doch schon soviel getan. 68 Jahre! Jahrzehnt« für die Partei hingegeben? Da müsien Sie jetzt ausruhen." Und vor meinen Augen zogen die vergangenen Jahre vorüber. Wo hatte ich Mutter Krone nicht getroffen? Wenn die Partei rief, wenn die Arbeiterjugend Helfer brauchte, wenn die Kinderfreunde hinauszogen, wenn der Arbeiter- turnverein Fest« veranstaltete— immer war Mutter Krone dabei, immer hat sie ein Amt übernommen, und meistens war es die undankbarste„Arbeit", die von vielen gemiedenen„kleinen Arbeiten", die abseits im Unsichtbaren getan werden mußten und die größte Mühe machten. Jahrzehnte hindurch hatte das Mutter Krone getan. Und das war so ihre Manier: Wenn sie Geburtstag hatte, lud st« A) bis 56 hungrige Arbeiterkinder ein und fütterte sie mit Kakao und Heringssalat. Sie war die Mutter der Kleinen und der Großen.... Ost trug Mutter Krone ein« rot« Nelke an ihrer Bluse. Viele Nelken sind schon oerwelkt. Mutter Krone welkte auch dahin— sie ist all, gebrechlich und zitternd unter der Last der Sorgen geworden, die sie sich immer für die a n d« r e n machte. Ein ergreifendes Bild, als ich sie jetzt wieder traf: In beiden Armen trug die Achtun dsechzigj ährig« einen Packen Flugblätter vonHaus zu Haus und schwur mir, daß sie in den Kampftagen der Wahlen„überall" sein werde. Das glaube ich— sie kann es nicht lassen. Bis zum letzten Atemzug marschiert sie mit im großen Heer der Kämpfer— im Millionen Heer der unbekannten Helben des Alltags. Wahlpropaganda in der Großsiedlung. In den einzelnen Siedlungen sind die Anhänger der Sozioldemokroti« in der Entfaltung der Wahlpropaganda besonders rührig. Trotzdem in den meisten Fällen die Möglichkeit fehll, Plakate zu kleben, stehen doch ganze Straßenzüge im Zeichen der Wahlpropa- ganda der Sozialdemokratie. So auch die Großsiedlung Britz! Ueber 8006 Menschen haben hier gesunde Wohnungen gefunden, etwa 5060 von ihnen sind wahlberechtigt! Immer wieder heißt es daher die Werbetrommel schlagen, damit auch der letzte der 5000 am 20. Mai seine Pflicht erfüllt. Die„Neu-Britzer" haben über di« Straßen große Transparent« gezogen, jedes Haus mit Plakaten beliefert, die nun im Fenster oder am Balkon befestigt, immer wieder mahnen, am Sonntag der ListeldieStimmezu geben, und abends werden Transparente erleuchtet:«in großes Bild intensivster Werbearbeit der Parteil Ein Platzkonzert, daß da» Reichsbanner Schwarz-Rot-Golb am letzten Sonntag im �Hufeisen" veranstollete, war gut besucht. Abtei- lungsleiter Günther forderte in einer kurze Ansprache zur Stinm»- abgab« für di« Liste I auf! Die Reaktionäre von sink? und recht» wagen fich w der Groß- stedlung Britz nicht zu mucken! Sie haben auch alle Ursach«, sich ruhig zu verholten! Wissen sie doch zu genau, daß die Partei hier eineu festen Stamm bewährter Mitstreiter hat, der am 20. Mai auch in Britz die Sozialdemokratie zum Sieg« mitführen wird! Die Schlacht auf der Straße. Die letzten Tag« des Wohlkampfes tragen die Schlacht immer mehr auf die Straße. Flugblätter, Lautsprecher, Propagandamöbel- wogen, Lickitreklame— alle Mittel der modernen Technik sind mo- bilijiert, um die Wähler aufzurütteln und sie für� den 20. Mai zum Bekenntnis zu zwingen: Wohlrecht ist Wahlpflicht! Ueberaus rührig ist aar allem die gr-ssje Partei des schaffenden Voltes, die Sozialdemokratie. Zwölf Möbelwagen mit packenden, aus- rüttelnden Transporenten bespannt, fahren seit Tagen durch die Stadt, überall, wohin sie kommen, erregen dies« Wagen dos stärtsie Interesse der Bevölkerung. Ueberaus wirkungsvoll war gestern in den Abendstunden die Propagandasahrt einer großen Radfahrerkolonne, die di« Wahlplakot« der Partei in un- übersehbarer Kette durch die Straßen fuhr. Wählt Sozial- demotratie! Wählt Li st eil mahnten eindringlich die Pia- kote, und die suggestive Wirkung dieser ganz vorzüglichen Werbe- arbeit war offensichtlich. Manch einer, der bisher gleichgültig an allem oorübergelaufen war, was di« Wahl betraf, mag stutzig ge- worden und endlich aufgewacht sein. Jedenfalls beherrscht die Propaganda der Sozialdemokratie das Straßen- bild, besonders in den Arbeitervierteln in hervorragendem Maße. Di« hysterische, kreischende„Propaganda" der Kommunisten, die nur ein« einzige wüste Hetz« gegen di« Sozialdemokratie ist und die die Reaktion so gut wie ungeschoren läßt, tritt vor der entschiedenen Aufklärungsarbeit unserer Genossen zurück. „Wählt Liste I, Sozialdemokraten!" mahnt es in leuchtenden Lettern vom„Vorwärts"- Gebäude in der Linden st raße breit und wuchtig auf die Straße. Diese Licht- Propaganda, schon von weitem sichtbar und wohl von niemandem übersehen, wird bis zum 20. Mai wohl noch gute Dienste leisten. Erfolg in Ziosenthal. Auch im nördlichen Berlin, in Rosenthal, folgt die Bevölke- rung den Fahnen der Partei. Mit einer am gestrigen Abend von der 141. Abtellung der SPD. veranstalteten Kundgebung erzielte die Partei wieder einen großen Erfolg. Von einer Kapelle des Reichs- banncrs geführt, bewegte sich ein ansehnlicher Demonstrationszug durch die Rosenthaler Siedlungs. und Stadtbezirke, um nach einem ein- einhalbstündigen Umzug in das Versammlungslokal von Manthey in der Hauptstraße einzumarschieren. Hier sprach vor einer starken Zuhörerschaft Reichstogsabgeordncter Genosse Franz Künstler, der in fesselnden Ausführungen die Forderungen der Sozialdemo- kratie begründete, durch deren Wahlsieg dem Bürgerblock eine ver- nichtende Niederlage bereitet werden muß. Besonders eindrucksvoll gestattete sich die Mahnung des Redners an die Frauen, der Sozial- demokratie als Vorkämpferin des Frauenwahlrechts, de« Jugend- schütze? und des Weltfriedens die Sttmme zu geben. Mit stürmischer Zustimmung begleitete die Versammlung die scharfe Abrechnung mit den Kommunisten', ein begeisterte Hoch auf die Sozialdemokratie besähloß die erfolgreiche Kundgebung. Die Wahlefei. Die Kommunisten können anscheinend eigen« Beranfwlttmgen nicht mehr durchführen. Sie müssen sich jetzt Teilnehmer von der Sozialdemokratie borgen. Die Partei veranstallet« am Mittwoch- abend auf dem Wittenbergplotz eine Kundgebung. Di» Gelegenheit benutzten die Kommunisten. Als schon eine Anzahl Sozialdemokraten auf dem Platz oersammett waren, erschienen die Kommunisten mit einem Schalmeienchor und spielten und redeten. Sie berücksichtigten die Gegend. Nicht wie sonst spiellen sie:„Nieder mit die Hunde von der Reaktion", sondern harmlose Weisen wie:„Sah ein Knab ein Röslein steh'n". In dos Hoch auf die Kommunisten stimmte nur die RFB.-Kapelle ew. Gegen 1421 Uhr marschierten die Part<-i- genassen an. Sie waren vom Stuttgarter Platz tn anderthalb. stündigem Marsch durch den Westen gezogen. An der Spitze des Zuges fuhr ein Wogen, auf dem ein« Anzahl von Eseln saßen, die durch ein Transparent den ungezähtten Schaulustigen folgendes ver- kündeten:„Wenn die Herren mit Bier und Schnaps uns quälen, müssen deutschnationol wir wählen." Auf dem Platz hielt Genasse Litt««ine kurz«, packende Ansprache. . Wolfsblut. 17] Jack London: Eine große Furcht kam über ihn. Hier war noch mehr des schrecklichen Unbekannten. Das Wölflein kauerte am Rande der Höhle nieder und schaute auf die Welt. Es ängstigte sich sehr, denn das vor ihm war das Unbekannte, und das war sein Feind. Unwillkürlich sträubte sich wieder sein Haar auf dem Rücken empor, seine Lippen zogen sich in die Höhe, und es machte einen schwachen Versuch, grimmig und warnend zu knurren. So winzig und furchtsam es auch war, so forderte es doch die ganze weite Welt trotzig heraus. Nichts passierte jedoch. Es fuhr fort zu schauen, und so vertieft war es, daß es zu knurren vergaß, und auch die Angst vergaß es. Eine Weile wenigstens verjagte das drängende Leben in ihm unter der Maske der Neugier olle Furcht, und es fing an, die nahen Gegenstände zu bemerken, — eine eisfreie Stelle im Strome, die im Sonnenschein glitzerte, einen vom Blitz zerschmetterten Tannenbaum unten am Ufer selber, das sich zu ihm hinauf erstreckte und etwa zwei Fuß unterhalb der Höhle aufhörte. Nun hatte das graue Wölflein sein Lebenlang auf ebener Erde gelebt und nie erfahren, wie weh ein Fall täte. Es wußte ja gar nicht, was ein Fall bedeute, also schritt es kühn in die Luft hinaus. Seine Hinterbeine ruhten auf dem Rande der Höhle, als es auf einmal kopfüber hinunterfiel. Die Erde gab ihm einen tüchtigen Schlag gegen die Nase, und es schrie jämmerlich. Dann fing es an, den Whang hinunter zu rutschen. Es war wie betäubt vor Schreck. denn jetzt hatte das Unbekannte es doch gepackt, mit harter Faust gepackt und würde ihm gewiß em fürchterliches Leid antun. Nun verjagte die Furcht oll seine Kraft und Stärke, und es winselte und schrie wie ein erschrecktes Hündchen. Das Unbekannte trug es weiter, es wußte nicht zu welch furchtbarem Weh, und es winselte und heulte unaufhörlich. Dies war etwas ganz anderes, was ihm geschah, als da- mals, wo es vor Furcht wie versteinert sich geduckt hatte, während das Unbekannte dicht neben ihm lauerte. Nun hatte es ihn gepackt, und es war unnütz, stille zu sein: auch war es nicht bloß Furcht, es war Entsetzen, was ihn schüttelte. Allein der Abhang wurde allmählich sanfter, und es rollte dn grasigen Hang ganz hinunter. Als es endlich stille lag, stieß es noch einen letzten Schmerzensschrei aus, darauf machte es sich in einem langen, kläglichen Gewinsel Luft. Dann machte es sich daran, als hätte es in seinem Leben schon hundertmal Toilette gemacht, sich das graue Körperchen von der trockenen Erde, die es besudelte, rem zu lecken. Hierauf setzte es sich aufrecht und schaute umher, wie es der erste Mensch auf dem Mars etwa tun würde. Ja, das Wölflein hatte die Wand der Welt durchbrochen, das Unbekannte, das ihn gepackt, hatte ihn wieder losgelassen, und dennoch war es unverletzt! Aber der erste Mensch auf dem Mars würde sich dort weniger fremd suhlen, als das graue Junge es jetzt tat. Ohne eine Warnung, ohne vor- herige Kunde von dem Vorhandensein einer neuen Welt befand es sich plötzlich als Erforscher mitten drin. Doch nun, da das Schreckliche, das Unbekannte, ihn losgelassen hatte, vergaß es, daß es irgend welche Schrecken für ihn gehabt hätte. Es Jfühlte nur Neugier bei all den ihn umgebenden Dingen. Es besah sich das Gras zu seinen Füßen, die Moosbeerenstaude dicht neben sich, den toten Stamm der vom Bliß getroffenen Tanne am Rande eines freien Platzes unter den Bäumen. Ein Eichhörnchen, das rund um den Stamm lief, kam plötzlich auf ihn los und jagte ihm große Angst ein. Das Wölflein duckte sich und knurrte. Doch das Eichhörnchen war ebenso erschrocken, es lief den Baum hinauf und fauchte es vom sicheren Stand- punkt aus mild an. Dies erhöhte den Mut des Wölflcins, und obgleich ein Specht, den es darauf traf, ihm einigen Schreck einjagte, so setzte es dennoch seinen Weg zuversichtlich fort. So groß war sein Vertrauen, daß es, als ein Häher frech auf ihn zu- hüpfte, spielend die Pfote danach ausstreckte. Die Folge davon war ein scharfer Schnabelhieb auf seine Rase, und nun duckte es sich und schrie. Der Lärm wurde dem Häher zu viel, und er ergriff schleunigst die Flucht. Aber das Wölflein lernte zu. Mit seinen noch schwachen Verstandskräften machte es unbewußt Unterschiede; es fand lebende und leblose Dinge. Auch begriff es schon, daß man sich vor den lebendigen in acht nehmen müßte. Die leblosen blieben auf ihrem Platze, ober die lebendigen bewegten sich, und man wußte nie, was sie unternehmen würden. Man hatte von ihnen das Unerwartete zu erwarten und mußte darauf vorbereitet fein. Es kam nur ungeschickt vorwärts. Es rannte gegen die Dinge. Ein Zweig, den es weitab glaubte, pflegte ihm im nächsten Augenblick einen Schlag auf die Rase zu ver- setzen oder seine Seiten zu peitschen. Auch war der Boden uneben, und es fiel entweder auf die Nase oder stolperte über seine Füße. Dann glitten oft kleinere oder größere Steinchen hinweg, wenn es darauf trat, und es sah ein, daß leblose Dinge auch nicht so unbeweglich wären, als sie es in der Höhle gewesen waren, und daß kleine Dinge leichter umfielen und hinunterrollten als große. So lernte es bei einem jeden Fehltritt: und je länger es dauerte, desto besser ging es, denn es paßte sich mit der Zeit den Dingen an. Es lernte seine Muskelbewegungen berechnen, feine phystickssn Beschränkungen kennen, die Entfernungen zwischen den Gegen- ständen untereinander und zwischen sich und denselben ab- messen. Es hatte das Glück, das dem Anfänger hold sit. Ein Fischfresier von Geburt, ohne es zit wissen, stieß es auf seinein ersten Streifzug in die Welt, sowie es nur den Fuß vor den Eingang seiner Höhle gesetzt hatte, auf Fleisch, und aus reinem Ungeschick kam es auf das schlau versteckte Nest eines Schnee- huhns. Es fiel gerade in dasselbe hinein. Es hatte sich's ein- fallen lassen, auf dem umgestürzten Stamm einer Tanne enttang zu wandern. Plötzlich gab die vermoderte Rinde unter seinen Füßen nach, und mit einem Geheul der Per- zweiflung rutschte es an der Rundung des Stammes hinunter und purzelte durch die Zweige und Blätter eines kleinen Busches mitten unter sieben junge Schneehühnchen. Diese schrien laut, was es zuerst erschreckte. Dann sah es, daß die- selben klein waren, und das machte ihn kühner. Sie bewegten sich unruhig, und es legte die Pfote auf eines, was die Bc- wegungen desselben noch unruhiger machte. Das amüsierte ihn, und es beroch das Vögelchen. Darauf nahm es dasselbe in den Mund, und es zappelte und kitzelte ihm die Zunge. Zu gleicher Zeit regte sich bei ihm die Empfindung des Hungers. Seine Kinnbacken schloffen sich fester, es hörte, wie zarte Knochen prasielten, es fühlte, wie warmes Blut ihm in den Mund lief, und das schmeckte gut. Dies war Fleisch, wie die Mutter es ihm gab, nur daß es ganz frisch und darum so viel besser war. So verzehrte es das Schneehühnchen und hörte nicht eher auf, bis die ganze Brut verzehrt war. Dann leckte es sich das Mäulchen, wie es die Mutter tat, und schickte sich an, aus dem Busch zu kriechen. (Fortsetzung folgt) Grenzschmuggel? Ein Bahnhofsvorsteher vor der Reichsdisziplinarfammer? Zollverwaltung und Eisenbahnverwaltung auf Grenzstationen find eng miteinander verbunden. Gegenseitiges Vertrauen ist das Fundament für gedeihliche Zusammenarbeit. Und peinlich ist es für ein Land, wenn seine Eisenbahnbeamten beim Schmuggel angetroffen werden. Der Vorsteher des Badischen Bahnhofs in Balel, der 56jährige Oberbahninspektor Albert 3iehler stand wegen Dienstvergehens vor der Potsdamer Reichsdisziplinarfammer. Ihm wird Grenzschmuggel vorgeworfen unter Mißbrauch seiner Dienststellung. Am 12. Januar d. I. wurde 3. in einem Dienstgang der Schweizer Behörden auf dem Bahnhof Basel betroffen, wie er in einem Köfferchen, das seiner Tochter gehörte, die ebenfalls auf dem Bahnhof angetroffen wurde, etwa 2 Dugend Fläschchen Kölnisches Wasser und 3 Massagetopfbürsten fort trug. Den Dienstgang, der den deutschen Beamten ebenfalls zur Berfügung steht, darf niemand mit Gepäd betreten. Ein Schweizer Bollmächter beobachtete das Paar und nahm die junge Dame in das Zollbureau mit. Sie gab an, daß ihr Vater den Inhalt bes Koffers, den sie aus Freiburg für ihren Chef in Leopoldshütte mitgebracht hatte, und den sie auf dem Bahnhof Basel verpaßt hatte, zur Gepädabgabestelle bringen wollte, um ihn dort aufzubewahren. Die Schweizer Zollbehörde machte aus der peinlichen Angelegenheit weiter nichts. Sie ließ die Zollstrafe von etwa 200 Franken einziehen, ließ aber erklären, daß das Bertrauen zur deutschen Drganisation durch den Vorfall erschüttert sei. Die Folge war, daß der Dienstgang für deutsche Beamte eine Zeitlang gesperrt wurde. Die Reichsbahnverwaltung Karlsruhe forderte vertrauliche Ginsicht in die Aften, die ihr auch von Schweizer Seite gestattet wurde. Nun wurde das Disziplinarverfahren auf Antrag des Präsidenten der Reichsbahnverwaltung in Karlsruhe angeordnet. Der Angeschuldigte bestritt energisch, Schmuggel betrieben zu haben. Das Kölnische Wasser fönne man in Basel für den felben Preis erstehen wie in Freiburg. Ihm sei nur darum zu tun gewesen, der Tochter den Koffer zu entleeren, den sie für ihren Geschäftsgang leer wieder benötigte. Der Anklagevertrefer Reichsbahnoberrat Wachs beantragte Dienstentlaffung und stellte anheim, drei Viertel der Pension dem Angeschuldigten auf lebens länglich zu belaffen. Dieser habe als Repräsentant eines der größten Grenzbahnhöfe das in ihn gefeßte Vertrauen gröblich mißbraucht. Im übrigen habe der Angeschuldigte kurz vor seinem Borfall zwei Arbeiter fristlos entlassen, die er beim Schmuggel getroffen habe. Die Disziplinarfammer unter Borsiz ihres Präsidenten, Landgerichtsdirektor Dr. Westerlamp, erfannte auf Strafverfegung in ein anderes Amt von gleichem Range. In der Begründung führte der Borsigende aus, daß der Angeschuldigte durch seine Hand. lungsweise der deutschen Berwaltung Schwierigkeiten verursacht hätte. Die Tat hat seinerzeit viel Staub in der Preffe aufgewirbelt. Der Berteidiger bezeichnete den Antrag des Antlagevertreters als eine Opferung eines mittleren Beamten im internationalen Interesse. Auf keinen Fall darf die Disziplinarfammer sich zur Herrschaft der Niederhaltung der mittleren Beamten hergeben. Was hätte man wohl getan, wenn man einen hohen Beamten in dem Dienstgang mit ein paar Flaschen Kölnischen Wasser und Massagebürften betroffen hätte. Sonntagsrückfahrkarten zu Pfingsten. Die Sonntagsrüdfahrtarten haben auch wieder zu Pfingstenmie im Zarif vorgefehen erweiterte Gültigkeit. Sie gelten aur Hinfahrt ab Freitag vor Pfingsten 12 Uhr mittags. Zur Rüd fahrt gelten die Karten nicht am Pfingstfreitag oder Sonnabend als einem Berttage, vielmehr nur an den beiden Pfingstfeiertagen Sonntag und Montag sowie an dem darauffolgenden Dienstag. Am Bfingstdienstag muß die Rückfahrt spätestens bis um 9 11 hr an getreten fein. Die Fahrpreisermäßigung für Ge. fellschaftsreisen mird an den Tagen vom 25. bis 28. Mai nicht gewährt. Jugendpflege und Schulfahrten, die zu Bfingsten unternommen werden sollen, müssen auf dem üblichen Wege bis 3um 22. Mai auf den Abgangsbahnhöfen angemeldet sein. Im Stadt, Ring und Borotiverkehr fönnen derartige Fahrten jedoch 31 Pfingsten ohne diese Anmeldungsbeschränkung durchgeführt merden. Die lente Pferdebahn. Bahnhof und Marktplatz der romantischen anhaltischen Stadt 3erbst. Jest soll auch dieses Bertehrsibyll ein Ende haben. Bei ber bevorstehenden Erneuerung der Bahnhofstraße wird bie Serbſter Pferdebahn verschwinden und durch das modernste Straßenverkehrsmittel, den Autobus, ersetzt werden. Der Jockeilehrling mit dem Tip. Zwei Jahre Gefängnis. Das Schöffengericht Berlin- Schöneberg verurteilte den 23jährigen Jodeilehrling, der in fo raffinierter Weise unter Bor Zeuten ihr Geld aus der Tasche schwindelte, zu zwei Jahren [ piegelung, totfichere Tips für Rennwetten zu kennen, den fleinen Gefängnis und drei Jahren Ehrver luft. Der Prozeß fich immer wieder wie ein Schuljunge die Tränen wischte, war im ging rascher zu Ende als man erwartet hatte. Der Angeflagte, ber großen Ganzen geständig, so daß der größte Teil der Zeugen unvernommen bleiben fonnte. Die" Italia" gelandet. Aus Vadso wird gemeldet, daß nach einem dort eingetroffenen Funtspruch des Generals Nobile die Italia" heute früh 5.10 Uhr auf Franz- Josefs- Land gelandet ist. Winter im Mai. Baris, 16. Mai, Aus Belfort wird ein neuer Temperatursturz mit starfem Schneefall gemeldet. Barietés. S Sosialiſtiſche Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginsenbungen für biefe Rubrif nur an bas Jugenbfefretariat, Berlin G 68, Lindenstraße 3 Achtung, Abteilungsleiter! Die Monatsprogramme für Juni müssen unt gehend abgeliefert werden. Die Maizeitungen ber Arbeiter Jugend" müssen abgerechnet werden. Sebe Genoffin, jeber Genoffe ftellt fich aur Bahlarbeit feiner auftänbigen Barteiabteilung zur Berfügung! Achtung, Beltlagerteilnehmer! 8ufammenkunft am Montag, 21. Mai, 19 Uhr, in ber Aula der Schule Rofte. 13. Erscheinen aller Teilnehmer unbedingt erforderlich. Wer unentschuldigt fehlt, wird gestrichen. Heute, Donnerstag, 17. mai: Webbing: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Müller- Ede Schulftraße. Rofen. Südwesten: Beften I thaler Borstadt: Fahrt. Treffpunkt& Uhr Bahnhof Börſe. und II: Flugblattverbreitung. Treffpunkt 8½ Uhr Bahnhof Billowstraße. Rach 8 Uhr bei Lehmann, Hallesches Ufer 14, Flugblattverbreitung. Zehlendorf: Savelmanderung. Treffpunkt 6 Uhr Seim Nordschule. sigler bei Ridert, Steinmesstraße. Sempelhof: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Tempelhof. Buch: Fahrt Tiefensee. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof. Rott. buffer Tor: Treffpunkt aller Genoffen 9 Uhr an der Normaluhr Reichenberger Straße, am Rottbuffer Tor, zur Wahlarbeit. Abends Gruppenabend im Briger Seim. Bebbing- Norb: Treffpunkt 8 Uhr Gee Ede Togoftraße bei Leman. bombi zur Wahlarbeit. Treptow: Wichtige Funktionärligung. Berbebeşir! Mitte: Treffpunkt aur Landagitation 8 Uhr Briegener Bahn. bof. Fahrgeld 50 Bf. Erscheinen aller Genofsinnen und Genossen ist Pflicht. Sämtliche anbere Fahrten fallen aus. Berbebeşirt Schöneberg: 9 Uhr Treffpunkt bei Jürgens, Barbaroffaftr. 5. ablattverbreitung, ale find are Stelle. Seine Fahrten Renton: Agitationsfahrt. Treffpunkt 6% Uhr Bahnhof Neu. Pn. Fahrgeld 50 Bf. Jede Genoffin, jeber Genosse muß erscheinen. Berbebezirk Webbing: Alle Genossen ohne Wahlarbeit treffen fich int Sentralwahllotal Röskiner Str. 9. Morgen, Freitag, 18. mai, 19% Uhr: Sentrum: Seim Bandsberger Str. 50. Unsere Jugendpflege. Sanfa: Beim Bodyumer Str. 86. Pflichten und Rechte eines Staatsbürgers." Moabit 1: Schule Balbenferstr. 21. Tagespolitische Fragen. Moabit IT: Seim Lehrter Str. 18/19. Die Bedeutung des 1. Mai." Rofenthaler Bor. fabt: Der Gruppenabenb fällt aus. Treffpunkt zur Autodemonstration der Partei 17 Uhr Artonaplah. Jeber hat nach Möglichkeit zu erscheinen. Wall plag II: Schule Sonnenburger Str. 20. Gomjeteußland. Sohenschönhausen: Seim Freienwaldet Str. 5/6. Bürgerliche und proletarische Jugend. Rorb often: Heim Danziger Str. 62. Elternabend. Wörther Play: Schule Ra. ftanienallee 81. Borbesprechung zur Wahlarbeit. Baltenplag: Seim Silfiter Straße 4/5. Unsere Bfingftfahrt. Stralauer Biertel: Treffpunkt 17 Uhr Rudolfplak zur Autofahrt. Süben: Heim Vordfte. 11. Grundfragen ber SAJ." lottenburg: Seim Rosinenstr. 4. Einteilungn zur Wahlarbeit. Char. Westen I: Seim Sauptstr. 15. Der Mai in der Dichtung." Schule Joachim- Friedrich- Str. 35/36. Jugendfuß und recht." Salenfee: Brik: Heim Chauffeefte, 48. Funktionärfigung. Baumschulenweg: Heim Ernststr. 16. Nie wieder Krieg!" Johannisthal: Rathaus. gimten. Jugend und Politik." Pfingstfahrtbesprechung. berg- Rorb: Seim Doffeftr. 22. Treptow: Wahlvorbereitungen in der Vorwärts"-Spedition. Anschließend Heimabend. Lichtenberg- Rord: Beteiligung an der Flugblattverbreitung der Partei. Treffpunkt 18 Uhr Rote Ede". Rachher Beteiligung an der Rundgebung. Werbebezirk Schöneberg: Treffpunkt ab 17 Uhr bei Jürgens, Barbarossa. Steffiner Sänger. Das Maiprogramm der Stettiner Sänger im Reichshallen Theater bringt ein Genrebild Die drei Bohême, bon Mehsel. Das Stüd zeigt drei verfommene Künstler, die durch ihr liederliches Leben ibre Engagements im Theater aufgeben mußten, einer dieser Künstler batte in einer Kleinstadt einen Dntel, der Kinobefizer war. Dieser sette fich in den Ruhestand und fein Neffe wurde Nachfolger im Kino. Ein neues eben begann und alle seine Freunde wurden untergebracht. Als Schluß ftüd gelangte eine luftige Berliner Burleste Studes Bfingitfahrt oder eine verregnete Kremserfahrt", von Meysel zur Aufführung. Boraus gelangen lebende Bilder:" Mitternacht in einer Gemäldegalerie. Als einer der ältesten Grotesttomifer galt Paul Britton, als guter Tenor Alfred Besner, als Bajazzo Fr. Woldt, in seiner Bidendrahts straße 5. Bon dort gehen wir gemeinsam zur Demonstration. Mahlrebe Martin Braun. • Funkwinkel. * Renton II: Die Genoffen, bie fich an ber fingftfahrt beteiligen, müssen bis Gonntag 3 M. bei dem Genossen Walter Dalidjau, Neukölln, Erffit. 18, anzahlen, da Tester Tag. Erweiterungsbau Israel. Das Raufhaus Israel, Königstraße, hat seine Berkaufs räume wieder einer bedeutenden Erweiterung unterzogen. Durch Hinzunahme des Erweiterungsbaues ist jetzt fast der ganze von König, Spandauer, Bost- und Probststraße begrenzte Häusers blod etma 30 000 Quadratmeter Flächeninhalt- in den Dienst der Firma gestellt, Bom Marmorlichthof im Erdgeschoß. der im November n. 3. seiner Bestimmung übergeben wurde, erhält man einen meiten Durchblick nach dem Neubau. Moderne Deden beleuchtungen und Pfeilerabschlüsse geben zusammen mit den in Silber und Gold gehaltenen Farbtönen einen wirksamen Hintergrund für die ausgestellten Waren. Die Abteilung für Herrenartifel ist bedeutend vergrößert worden. Hier herrschen die warm- goldenen Töne des fautafischen Rußbaumholzes, in deisen Fournierung alle Regale, Bitrinen und Tische ausgeführt find. Im 1. Stod schließt sich an die Möbelhalle der Erfrischungsraum im Zitronenholzgetäjel, das in leichten Bögen in Unterzüge verläuft, die die Decke tragen. Vorhänge in roten Lönen und ein Teppich in olingelbem Ton, Intarsienstüde aus Berlmutt und Elfenbein auf schwarzem Ebenholzgrund vervollständigen das hübsche Bild. Bom Erfrischungsraum geht es in den neu eingerichteten Salon für Damenkleidung und Buz. Bitrinen, Schränke und Lifche, fomie Anfleidetojen find hier mit afritanischem Birnbaumhoz vertäfelt. Auch die Außenfassade bietet durch Lichtbänder, die fich über die ganze Front hinwegziehen und am Abend das Haus in strahlende Helligkeit verlegen, eine wirksame Berschönerung. Die Eröffnung des Saalneubau es wurde mit einer Wie finde ich mich in der Welt zurecht, mas mache ich aus ihr, und wie fann ich sie beherrschen? Dies sind nach Dr. Bern hard Groethuysen die Leitmotive der bürgerlichen Lebens Dieses Problem ist interessant und in den Mußestunden sogar anphilosophie. Vielleicht existiert ein Jenseits, vielleicht auch nicht. regend, aber es erschüttert nicht die Lebenshaltung, denn die Eriftenz ist auf dieser Erde durch sich selbst begründet. Das bürgerliche Leben beruht auf Boraussicht der Berechnung, das Leben läßt sich regeln und die Wirksamkeit des Zufalls einschränken. Unwiderlegbar find diese Argumente, da sie von feiner Theorie ausgehen, sondern von dem Leben selbst. Allerdings werden sie bis in ihre Grundfesten er schüttert, sobald sich das ganze Bebensgefühl, der Rhythmus und damit auch die wirtschaftlichen Bedingungen ändern. Dr. Otto Brattstopen sprach in der Reihe europäischer Hauptstädte über Madrid. Neben einer orientierenden Schilderung der Kunstschäße, vor allem der Bilder des Belasquez und Goya geht er auf die geschichtliche Entwicklung der Stadt ein, zeigt sie zur Zeit Philipps II., der Franzosenkriege, in der Gegenwart und sucht das foziale Moment hinter der wechselnden Maste zu erfassen. Befonders erwähnenswert, daß er nicht die Bilder beschreibt, sondern von ihnen aus Rückschlüsse auf die Lebenshaltung und Weltanschauung ihrer Entstehungszeit zieht. Der Vortrag Che und Wohnungsnot" von Dora Sophie Kellner ließ mehr erwarten, als nur eine Aufzählung neuartiger Einrichtungen von Klein Wohnungsnot, der 3mang, mit anderen Leuten zusammen leben mohnungen. Die Vortragende überfieht das Problem, wie fich die zu müssen, verhängnisvoll auf die ganze Ehe auswirkt. Abends Englers Operette„ Die SchüßenliesI", ein Wert von musi falischen Einfällen, von guter Orchestrierung, ein Wert, in dem noch der Balzer überwiegt. Die Aufführung unter Seidler Wint- Reflamezeichnungen und sonstigen Entwürfe stammen von Bump. 1er pouzieht sich temperamentvoll, und stellenweise benimmt sich der Chor derart ausgelassen, daß die Solisten taum noch zu F. G. Auch in der Zeit der Ozeanflüge hat sich in einigen wenigen Orten Deutschlands noch ein Beförderungsmittel aus gerubsameren Tagen erhalten: Die Pferdebahn. Solche altertümlich anmutenden, fleinen Pferdebahnwagen verkehren heute noch zwischen| hören sind. # fleinen Feier eingeleitet. Unter den geladenen Gästen befanden sich außer den zahlreichen Freunden des Hauses auch Bertreter der Behörden, der Tertilverbände und anderer mehr. Für die Ausstattung des Hauses zeichnet Architekt Prof. Paul Rößler, die nach dem Motto„ Das Kaufhaus des Zentrums, das Zentrum des Einlaufs" will dieses älteste Kaufhaus der Berliner City erfolgreich den Kampf mit dem neuen Westen aufnehmen. Pfingsten Siwera Strümpfe Baranfiert erste Wahl in allen Farben C, Spittelmarkt 14 C, Rosenthaler Straße 14 N, Brunnenstraße 37 3670 .00 W nied ..natürlich Tack- Schuhe Für die Dame: Leinenschuhe, wels, grau, rosé, L. XV.- und Trotteur- Absatz Spangenschuhe in den neuesten Modefarben, beige- rosé, sekt, mauve, haselnub, mit echtem L. XV.und Trotteur- Absatz Spangenschuhe rofbraun Boxkalf, bequemer Laufschuh, beste Rahmenarbeit. Lonnon N, Danziger Straße 1 N, Friedrichstraße 130 N, Müllerstraße 3 NW, Turmstraße 41 NW, Wilsnacker Str. 22 O, Andreasstraße 50 55 50 12.50 50 155 Für den Herrn: Halbschuhe, braun Boxcalbin, feinste Rahmenarbeit Halbschuhe, • braun R'box, gefällige Form. Orig.- Goodyear- Welf. 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Antonie Anke nebst Angehörigen. Die Einäscherung findet Freitag, den 18. Mai, 112 Uhr im Krematorium Gerichtstraße 37 statt. Todesanzeige. Am 15. Mai berstarb nach furzem, aber schwerem Leiden meine inniggeliebte, gute Frau, unsere liebe Schweiter und Tante Marie Rittner geb. Reinecke im 47 Lebensjahr. Um stille Teilnahme bittet im Namen ber trauernden Hinterbliebenen Albinus Rittner. Einäscherung: Gonnabend, 19. Mai, 19 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ABestmann Wanderkarten 1 L- Juergens Alexanderplatz Neue Königstr. Für die mir bewiesene liebevolle Teilnahme anläßlich meines schweren Verlustes spreche ich hiermit den Ge noffen und Genossinnen der 81. Abteilung, insbesondere dem Genossen Selwig für seine tröstenden Worte, den Genossenschaftern und Genossenschafterinnen des Berliner Ronsum bereins sowie den Kollegen und Freunden des Entschlafenen meinen aufrichtigsten Dant aus. Friedenau, den 15. Mai 1928. Olga Renell. Wöch. 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Entlastung des Borstandes und Auf fichtsrats für das Geschäftsjahr 1927; 5. Erfaz- und Zuwahl zum Aufsichtsrat Berlin, den 18. Mai 1928. Offene Füße Beinschäden aller Art, Salzfluß, Brandwunden und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel Fußschadensalbe HERGA erstklassige Anerkennungen und Dankschreiben. Alleiniger Hersteller und Versand Altstädtische Apotheke, Berlin C. 2, Münzstr. 14/15. Preis pro Dose M. 1.50, Kurpackung M. 4.50. Zu haben in allen Apotheken, wenn nicht: Altstädtische Apotheke, Berlin C2, Münzstr. 14/15. Verzogen Königstr. 56/57 nach: Dr. Jacobson Arzt Biochemic für 11-12, 4-6 Berolina 1927. 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Am Montag wählten die Berliner Belleibungs. arbeiter ihre Delegierten zum Berbandstag. Die Kommu nist en machten die größten Anstrengungen, um den Sieg an die Sowjetfahne zu beften. Wenn sie auch den letzten ihrer Anhänger Sowjetfahne zu heften. Wenn sie auch den letzten ihrer Anhänger Bur Wahlurne schleppten, blieb ihnen die Niederlage nicht er. spart. Die Abstimmung bewies vielmehr, wie sehr die Kommunisten heute in Berlin im Deutschen Bekleidungsarbeiterverband zurüdgegangen sind. An der Wahl beteiligten sich insgesamt 2650 oder 31,5 Proz. der Verbandsmitglieder. Die Kandidaten der Amster. damer Richtung erhielten durchschnittlich rund 1800 Stimmen, während auf die Kandidaten der Moskauer durchschnittlich 750 Stimmen entfielen. Diese Zahlen beweisen am deutlichsten, wie vernichtend die Opposition" am Montag geschlagen wurde. Kinderbeihilfen für die Straßenbahner. Bei der Berliner Straßenbahnbetriebs G. m. b. 5. ist ab 1. April 1928 eine Neuregelung des Bezuges der Kinderbeihilfen erfolgt. Die neuen Bestimmungen besagen, daß die Kinderzulage für jedes unterhaltungsberechtigte eheliche Kind des Arbeitnehmers unter 16 Jahren 3 Pf. für die Arbeitsstunde der regelmäßigen Arbeitszeit beträgt. Den ehelichen Kindern sind gleichzustellen: für ehelich erklärte oder an Kindesstatt angenommene Kinder; Stieftinder, wenn sie in dem Haushalt des Arbeiters aufgenommen sind, und uneheliche Kinder, wenn die Baterschaft des Arbeiters durch Urteil festgestellt oder in einer öffentlichen Urkunde anerkannt ist und er das Kind in seinem Hausftand aufgenommen hat oder auf andere Weise nachmeislich für den vollen Unterhalt des Kindes aufkommt. Für Kinder vom vollendeten 16. bis zum 21. Lebens. jahre wird die Kinderzulage nur gewährt, wenn sie sich in der Schulausbildung oder in der Ausbildung für einen fünftig gegen Entgelt auszuübenden Lebensberuf befinden und nicht ein eigenes Einkommen von mindestens monatlich 40 Mart haben. Donnerstag, 17. 1928 Das Auftreten von Thomas in Rom. fuchten mit Gewalt dieses Ziel zu erreichen. mehrbuben beizutreten. Die leitenden Beamten der Alpinen" Genf, 16. Mai.( Eigenbericht.) Thomas, ist am Mittwoch von dem offiziellen Besuch der italieniDer Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, 2lbert fchen und spanischen Regierungsbehörden nach Genf zurückgekehrt. worden sind, werden auf seiner Umgebung iharf zurüdgeDie Angriffe, die wegen dieser Reise gegen Thomas erhoben wiesen. Es wird behauptet, daß die faschistischen Zeitungen sich ungebeure Uebertreibungen und zum Teil dirette Fälschungen haben zuschulden kommen lassen. Andererseits war Thomas naturgemäß verpflichtet, die internationalen HöflichkeitsSozialpolitik bedeutet weitestgehende Berücksichtigung der Interessen aller im Lohn- oder Gehaltsverhältnis stehenden Arbeiter, Angestellten und Beamten und damit zugleich ihrer Familienangehörigen durch Gesetzgebung und Verwaltung. Die beste Gelegenheit, den Ausbau der Sozialpolitik zu fördern und allen reaktionären Hemmungen von vornherein wirksam zu begegnen, bietet sich bei den Wahlen am Sonntag durch Abgabe unserer Stimme für die Liste der Sozialdemokratischen Partei, das ist die Liste 1! regeln zu respektieren. Bemerkenswert ist, daß der Vorsitzende der italienischen faschistischen Syndikate, Rossini, der zurzeit in Genf weilt, bas Auftreten von Thomas in Rom als nicht über bie übliche Höflichteitsform hinausgehend" bezeichnete. Die KPD.- Presse stügte sich bei ihrem Reffeltreiben gegen Die Zulage für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahre wird nur Thomas auf die Berichte der faschistischen Regie auf Antrag, dem Bescheinigungen der Schulverwal. tung oder Lehrstelle über die Art und Zeitdauer der Ausrungspresse. Sie schwor auf deren Schwindelberichte, wie sie bildung und der Höhe eines eventuell monatlichen Entgelts beizu sonst nur auf die Berichte von Moskau schwört, weil sie den fügen find, gewährt. Wird die Zulage mit törperlichen oder Amanullah- Empfang vergeffen machen und einen Anlaß an geistigen Gebrechen begründet, ist außerdem eine ärzt den Haaren herbeiziehen wollte, um die SPD. im Wahlkampf mit liche Bescheinigung beizufügen. Dreck zu bewerfen. Die Zulage wird vom Zeitpunkt des Eingangs des Antrages fällig. Geht der Antrag bis zum 20. Mai 1928 ein, soll die Gewährung rüd wirtend ab 1. April 1928 erfolgen. Die Zulage fällt fort, wenn der Antrag nicht innerhalb eines halben Jahres neu gestellt und durch Bescheinigungen begründet wird. Für Kinder, die wegen förperlicher oder geistiger Gebrechen dauernd erwerbsunfähig sind und die nicht ein eigenes Einkommen von mindestens 40 Mart monatlich haben, wird die Kinderzulage ohne Rücksicht auf das Lebensalter weitergewährt Roalitionsrechtsfampf in Desterreich. Gegen den Heimwehrterror im fteirischen Bergbau. Die Bergarbeiter in Hüttenberg sind zur Verteidigung ihres Koalitionsrechts in den Streit getreten, nachdem sie mit allen Schifanen bearbeitet wurden, um aus ihrer Organisation auszutreten und der gelben Organisation der Hakenkreuzler und HeimDie Betriebsräte der vier Betriebe der Felten und Guil Wenn der Agitation der Beamten in den Betrieben für die reats haben sich mit den streitenden Bergarbeitern solidarisch erflärt. leaume Aftiengesellschaft in Wien, Graz, Brud und Diemlach tionäre arbeiterfeindliche Heimwehr" nicht Einhalt geboten wird, Mitteln den Kampf um das Koalitionsrecht aufnehmen. dann wird die gesamte Arbeiterschaft mit allen gewerkschaftlichen Tagung der Bergarbeiterinternationale Der Kongreß der Bergarbeiterinternationale, der während der Pfingsttage in Nimes in Südfrankreich tagt, wird sich mit der Frage der internationalen Kohlenverständigung eingehend befaffen. Ueber den Hauptpunkt der Tagesordnung„ Das internationale Kohlenproblem" wird der Generalsekretär des Erea tutipfommitees Delattre Brüssel berichten. Am Rongres were ben die Vertreter der Bergarbeiterschaft sämtlicher fohlenprodu zierender Länder teilnehmen. Kongreß der Textilarbeiter Internationale. Der Rongreb der Textilarbeiter Internatio. nale findet nach Pfingsten in der Zeit vom 28. Mai bis 2. Juni in Gent( Belgien) statt. Die Tagesordnung des Kongresses ent hält: 1. Bericht des Sekretärs und Rechnungsablegung; 2. neue Sagungen; 3. internationale Bage in der Textilindustrie; 4. Ar beitszeit in der Textilindustrie; 5. Frage der Familienzulage; 6. Methoden der Verhandlungen mit Arbeitgebern und Betriebsräten; 7. überfeeische Studienreisen; 8. Verschiedenes. Dockarbeiterstreif in Le Havre. Paris, 16. Mai.( Eigenbericht.) In Le Havre sind 1500 Dodarbeiter in den Streit getreten, weil für sie ab heute eine Verminderung des Lohnes um einen Frant pro Schicht eintreten sollte. Die Dodarbeiter haben nicht die Absicht, sich diesem Diktat der Unternehmer zu fügen. Bäckerstreit in Merifo- City. Merito- Cify, 16. Mai.( Eigenbericht.) Die Bäder der Hauptstadt von Merito find wegen Lohndiffe.. renzen in den Streit getreten, so daß die Bevölterung seit 48 Stun den ohne Brot und Badwaren ist. Die streifenden 6000 Bäcker veranstalteten am Dienstag eine große Straßendemonstration. Es tam bei dieser Gelegenheit zu einem 3usammenstoß zwischen Streifenden und Streitbrechern. 3wei Bäder wurden schwer verlegt. Es ist zu erwarten, daß sich der Streit im Laufe des heutigen Tages auf die Fleischerei und Milchbetriebe ausdehnt. Ob Mantel- ob Kleidob Figur 40 ob Figur 52- ob Sie viel ausgeben wollen oder wenigkommen Sie getrost zu uns! Denn bei uns finden Sie genau das, was Sie suchen und was Sie brauchen, und das ist das Netteste daran billiger als Sie dachten! C& A BRENNINKMEYER Covertcoats in den neuen Beige- Farben, das ist der sehr gesuchte Modestoff für den eleganten Mantel im flotten Herrenfasson. Ebenso schick wie Sie ihn hier bewundern, wird er Sie auch kleiden, denn er ist herrenmäßig- flott verarbeitet: mit dem neuen schmalen Revers, der apar ten Vier Knopfstellung, Pattentaschen und schma len Stulpen und alle Ränder zeigen typischschneidermäßige Steppeur. rei, die sich unten ringsum mehrmals wiederholt. Der Rücken ist durch eine Passe aus Kunstseide geschützt. Dieses vorbildlich schöne Stück kostet 50 185 Nachdruck von Wort und Blid verboten! nur. Oranienstr.40 am Oranienplatz Chausseestr.113 Königstraße 33 Beim Stettiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz Unstreitig elegant nach jeder Richtung, das ist dieser vornehme, ganz auf Changeant- Futter schneidergemäß verarbeitete Herrenstoff- Mantel. 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Treffpunkt in Mahlsdorf, Platz an der Ecke Hellersdorfer und Hönower Straße 12 Uhr mittags. 15 Uhr Abschlußkundgebung bei Anders, Bahnhofstraße 37. Redner: Bezirksverordneter Carl Litke. Kaulsdorf. 13 Uhr Treffpunkt: Wasserstrang Ede Friedrichstraße. 13% Uhr Rundgebung auf dem Wilhelmplatz. Redner: Stadt verordneter Hermann Lempert. Kaulsdorf- Süd. 17 Uhr im Lokal Heerstraße Ede Köpenider Straße. Redner: Stadtverordneter Hermann Lempert. Buch. 14% Uhr im Lokal Göpfert, am Bahnhof, Treffpunkt zum Werbeumzug. Redner: Stadtrat Georg Wendt. Lindenberg. 15 Uhr im Lokal 3um goldenen Stern". Genosse Tolksdorf. Morgen, Freitag, 18. Mai: Redner: Mitte, 1. Abt. Gastwirtsgehilfen. 16% Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12, öffentliche Versammlung aller gaftwirtschaftlichen Angestellten. Redner: Stadtverordneter Adolph Hoffmann, Tiergarten. 19% Uhr im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24, Vorführung des Wahlfilms: Dein Schicksal. Redner: Marie Kunert, M. d. L., und Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Wedding. 19% Uhr in den Pharusjälen, Müllerstr. 142. Redner: Bezirksverordneter Carl Litte. 19% Uhr Aula Grünthaler Straße 5. Redner: Stadtverordneter Hermann Lempert. 19% Uhr im Batzenhofer, Chausseestr 64. Redner: Stadtrat Karl Hezzschold. Prenzlauer Berg. Treffpunkt zur Demonstration um 18% Uhr Danziger Straße Ecke Schönhauser Allee. Abmarsch pünktlich 19 Uhr. Achtung, 24. und 25. Abteilung! Fahnen heraus! Friedrichshain, 33. 2bt. 19% Uhr in der Schule, Hohenlohestr. 10. Redner: Robert Breuer und Dr. Otto Suhr. Kreuzberg. 19% Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, großer Saal. Redner: Albert Falkenberg. Wilmersdorf. 19% Uhr im Vittoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Redner: Arthur Crispien, M. d. R. Schöneberg. 19% Uhr im Bürgerjaal des Rathauses, Friedenau, Am Lauterplay. Redner: Gertrud Hanna, M. d. L., und Simon Kazenstein. Schöneberg, 79. Abt. 20 Uhr im Saale des Ledigenheims, Siedlung Lindenhof. Redner: Hugo Heimann, M. d. R. Lichterfelde. 20 Uhr in der Aula der Oberrealschule, Ringftr. 3, unter Mitwirkung des Männerchors Einigkeit", Musikkapelle des Reichsbanners. Redner: Kurt Heinig, M. d. R. Mariendorf. 19% Uhr in Graßls Gesellschaftshaus, Chauffeeftr. 303. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L. Treptow. Treffpunkt zum Umzug mit Mufit 19 Uhr am Rathenauplay in Oberschöneweide. Der Marsch geht durch Oberschöne weide nach dem Marktplatz. Daselbst 20 Uhr Kundgebung. Redner: Hans Gottfurcht. Anschließend Marsch nach dem Lokal Kyffhäuser" zur Filmvorführung: Dein Schicksal". Rednerin: Minna Todenhagen. Köpenid. 20 Uhr Rundgebung auf dem Wilhelmsplay. Redner: Stadtverordnete Dr. Käthe Frankenthal und Franz Künstler, M. d. R. 18% Uhr Treffpunkt zum Werbeumzug mit Mufit Bahnhof Spindlersfeld. Staaten. 20 Uhr im Lokal Müller, Spandauer Straße. Redner: Wilhelm Miethke. Siemensstadt. 20 Uhr Rundgebung unter freiem Himmel. Redner: Richard Betnared. Brih- Budow. 19% Uhr in Müllers Festsälen, Chauffeeftr. 39. Redner: Bürgermeister Baul Hirsch. Biesdorf. 19% 1hr bei Heidemann, Dorfstraße Ede Bahnhofstraße. Redner: Kurt Siegmann. Rudow. 20 Uhr im Lokal Wegner, Juliuspart. Redner: Stadtrat Wilhelm Reimann. Grünau. 20 Uhr im Lotal Jägerhaus", Bahnhofstraße Ede Friedrichstraße. Redner: Wilhelm Landa. Wannsee. 20 Uhr im Reichsadler", Königstraße. Redner: Eduard Bachert, M. d. L. Hohenschönhausen. Treffpunkt zum Umzug mit Mufit 19 Uhr Weißenseer Weg Ede Hohenschönhausener Straße. Anschließend Rundgebung in der Schulaula Roedernstraße. Redner: Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schüßinger. Friedrichsfelde. 19% Uhr bei Tempel, Prinzenallee 45. Redner: Verbandsvorsitzender Frizz Tarnow. Außerdem werden durch Lautsprecher Reden bekannter Parteiführer übertragen. Mufifalische Darbietungen. Niederschönhausen. 19% Uhr im Lotal Schloß Schönhausen", Lindenstraße 11. Vorführung des Wahlfilms: Dein Schicksal". Orchestermusic. Eintritt frei. Redner: Otto Meier, M. d. L. Weißensee. 18% 1hr Antreten zum Werbeumzug Heinersdorfer Straße Ecke Gustav- Adolf- Straße. Freie Scholle bei Tegel. 20 Uhr im Lotal ,, Schollenfrug". Redner: Stadtrat Otto Frank. Heinersdorf. 20 Uhr im Heinersdorfer Krug". Redner: Stadtverordneter Hermann Amberg. Heiligensee. 19% Uhr im Lokal ,, Dorfaue". Redner: Willi Hübner. Reinickendorf- West. 20 Uhr in Müllers Festsälen, Scharnweberstraße 14. Redner: Stadtverordneter Mar Kreuziger. Reinidendorf- Ost. 20 Uhr im Lofal Hubertus", Provinzstraße am Bahnhof Schönholz. Antreten zum Werbeumzug 18% Uhr am Schützenhaus. Vorführung des Wahlfilms: Dein Schidsal". Redner: Lorenz Breunig. Alt- Glienicke. 19% Uhr im Lotal Bohn, Grünauer Straße 55. Redner: Fritz Schröder. Sonnabend, 19. Mai: 1. Kreis, Mitte. Demonstrationsumzug unter Mitwirtung von drei Musikkapellen. Abmarsch 18 Uhr Artonaplay. Erscheinen Pflicht. Tiergarten. Treffpunkt zum Werbeumzug 17% Uhr Kleiner Tiergarten. Wedding. 19 Uhr großer Fackelzug unter Borantritt des Tambour forps und des Blasorchesters des Reichsbanners. Charlottenburg. 18 Uhr Treffpunkt Sophie- Charlotte- Play. 19% Uhr Kundgebung auf dem Friedrich- Karl- Platz. Tempelhof. Treffpunkt zum Werbeumzug 19 Uhr Ullsteinstraße in Mariendorf. Redner: Wilhelm Landa. Anschließend Kundgebung im Birkenwäldchen", Manteuffelstraße. Vorführung des Wahlfilms:„ Dein Schicksal". Redner: Stadtverordneter Dr. Richard Lohmann. " Friedrichshain. 18% Uhr Treffpunkt am Baltenplatz zum Werbeumzug Ende Mirbachstraße Ede Samariterſtraße. Redner: Albert Falkenberg. Abmarsch 19 Uhr. Baumschulenweg. 19% Uhr Antreten zum Fadelzug an der Waldece Baumschulenstraße Ecke Heidekampweg. Lichtenberg. Treffpunkt zum Werbeumzug pünktlich 18 Uhr Platz an der Jugendbühne, Spike Sonntagstraße( Reihenfalge der Abteilungen nach Eintreffen). Redner: Stadtrat Karl Heßschold. Spandau. 19% Uhr Antreten der Demonstrationszüge auf dem Mezzer Blazz und auf dem Lutherplah. Rundgebung auf dem Rathausplay, verbunden mit großem Feuerwerf. Redner: Ernst Heilmann, M. d. L. Gafow. 20 Uhr im Lokal Walter Krause, Rundgebung. Redner: Georg Stieglitz. Bantow. 19% Uhr in Linders Konzerthaus, Breite Straße 32. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Bojenthal II- Dorf. 20 Uhr im Sofal Dittman Rebuerin: Marie Sumert, 2. D. 2. Buch. 20 Uhr im Lotal Lange am Bahnhof, Vorführung des Wahlfilms: Dein Schicksal". Redner. Bezirksverordneter Karl Litke. Unter Mitwirkung des Deutschen Musikerverbandes und des Arbeitergesangvereins Bukunft". Bohnsdorf. 19% Uhr in Lofal zu den vier Jahreszeiten", Bahnhofstraße. Redner: Friedrich Schlegel. Karow. 20 Uhr im Lokal zum Pantgrafen", Bankgrafenstr. 3. Redner: Robert Breuer. Friedrichshagen. 20 Uhr im Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 137. Borher Umzug mit Musit, gemeinsam mit dem Reichsbanner, Konzert, Filmvortrag und Gesangsvorträge. Redner: Mar Westphal. Sammelstelle 19% Uhr am Bahnhof. Neukölln. Abmarsch zum Werbeumzug Schillerpromenade. Sammelplätze der Abteilungen: 89. und 90. Abt. 184 Uhr Reuterplay; 91. Abt. 18% 1hr Karlsgartenstraße vor Bergichloßhöhe; 92. und 93. Abt. 184 Uhr Herzbergplay; 94. und 95. Abt. 18% Uhr Schillerpromenade Ecke Steinmetzstraße; 96., 97., 98. Abt. und Briz 18 Uhr am Bahnhof Hermannstraße. Reinickendorf. Treffpunkt zum Werbeumzug 18 Uhr. Abmarsch von Reinickendorf- Ost( Seebad) und Tegel( Kirchplay) nach dem Sportplah in der Scharnweberstraße 19% Uhr daselbst große Rundgebung. Redner: Stadtverordneter Mar Fechner. Anschließend für Borsigwalde in den Borsigwalder Festsälen Kundgebung. Männer und Frauen, erscheint in Massen! haufen( Schönherr). Ramerabfchaft Bantom- Norb Saalfchuk DDP.- Bersamm lung 19 Uhr in Thieles Konzerthaus, Niederschönhausen. Rameradschaft Bantom- Gild 19% Uhr Gaalschuß SPD.- Versammlung in Heinersdorf, int Seinersdorfer Krug, Kaiser- Wilhelm- Straße. Romames: 19 Uhr Antreten ant Cifenbahnhotel, mit Tambourkorps. Eaalschuß in Reubabelsberg. Sonn abend, 19. Mai. Mitte: Antreten 18 Uhr mit Fahnen und Spielleuten Arfonaplaz. Pflichtveranstaltung. Tiergarten: Umzug Moabit im Anschluß an den SPD.- Umzug. Antreten Arminius, Stephan, Sansa 18 Uhr Kleiner Tiergarten. Umzug Besten im Anschluß an den SPD.- Umzug. Besten I und II. Wedding: Antreten 19 Uhr zum Fadelzug bei Müller, Uferste. 12. Tambour forps und großes Blasorchester 18% Uhr bei Müller, Uferstr. 12. Straßenleiter laden aktive und passive Kameraden ein. Friedrichshain: 18 Uhr Antreten mit Musik und Fahnen auf den Sammelplägen der Kameradschaften. Pflicht. veranstaltung. Kreuzberg: Autopropagandafahrt durch den Bezirk Kreuzberg. Antreten 17 Uhr Fontanepromenade. Kameradschaften I unb II in BundesKleidung. Kameradschaft III und Jugend ohne Bundeskleidung. Steglig ( Ortsverein): 19% Uhr Antreten Düppelplaz zum Ummarsch durch Steglig. Müzen find auch bei Ram. Hamburg, Schloßstr. 103, zu haben. Zempelhof: Antreten 18% Uhr zum Ummarsch mit Spielmannszug und Fahnen udſteinstraße. Sipenid( Ortsverein): 18% Uhr Bhf. Friedrichshagen mit Tambour. forps. Pantom: Kameradschaften Bautow- Nord und-Süd Antreten 18 Uhr Martiplas Pankow ohne Fahnen mit Tambourkorps. Anschließend Eaalschus zur SPD.- Bersammlung. Kameradschaft Karow Ecalschuh in Buch zur SPD.Bersammlung 191 Uhr. Steinickendorf: 19 Uhr Antreten der Kameradschaften Reinickendorf West. Borsigwalde und Tegel Bahnhofsplay Tegel. Kamergdfchaften Reinickendorf- Oft, Rosenthal, Hermsdorf und Brenzlauer Berg An treten Seebad Reinidendorf, Pankower Allee, unt 19 Uhr. Hermsdorf: Aofahrt 18.53 Uhr nach Schönholz. Grünau: 19% Uhr Bhf. Grünau zum Saalschuß der SPD.- Bersammlung in Bohnsdorf. Ertner: Fahrt nach fichtenau. Nowawes: Antreten 19 Uhr Eisenbahnhotel mit Tambourkorps zum Eaalschus in der Turnhalle. Sonntag, 20. Mai. Stegl's( Ortsverein): Kameraden, welche von den Parteien nicht benötigt werden, treten 9 Uhr Händelplaz zur Propagandafahrt an. Kameradschaft Gteglig 14 Uhr im Vereinslokal bei Schulz, Birkbuschstr. 90. Neukölln- Brig: Sanitätszug 7 1hr Pflichtantrefen bei Grommed, Canderstr. 10. Köpenid: Autofahrt durch den 16. Bezirk. Aofahrt erfolgt nicht um 10 Uhr vom Wilhelmsplay, sondern um 8 Uhr von Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Str. 109. Antreten dort un 7½ Uhr. Lichtenberg nebst Rameradschaften: Nachrichten zug und radfahrende Kameraden 8½ Uhr bei Lohmann, Jung- Ede Oderstraße. Rab mit Wimpel. Bundeskleidung. Bantow: Die Kameraden halten sich in den Kameradschaftslotalen auf; Pflicht. Radfahrer 9 Uhr Antreten zur Propagandafahrt auf dem Marktplas in Bankow. Kreuzberg: Alle Kameraden stellen sich um 7 Uhr ihrer Partei zur Wahlarbeit zur Verfügung. Wedding; Radfahrerabteilung und Kameraben, die gewilt find, Pfingsten per Rad nach Brandenburg a. d. Savel zu fahren, geben ihre Adresse umgehend bei Müller, Uferstr. 12, ab. Friedrichshain: Kameraden, die an der Autofahrt zu Pfingsten nach Brandenburg a. d. Havel teilnehmen, wollen sich mit 2 M. Fahrgeld bis zum 20. Mai bei ihren KameradschaftsUhr Oberschöneweide am Rathenau- Blaz Zeltow: Fr., b. 18., 20 Uhr, bei Linte Wilmers mit Tambourkorps Antreten zum Gaalfajuk im Weißen Schwan. dorf: Co., d. 19., 19% Uhr, Blazkonzert auf dem Sportplag im Seepart, Ede Hindenburg- und Augustostraße. Dienstfreie Kameraden zur Absperrung. Sameradschaffen Nord und West Saalschuh bei der DDP. in den Johann- GeorgSälen in Halensee. Schöneberg- Frichenau: Kameradschaft Rollendorf: Go., b. 19., 19% Uhr, Antreten zum Saalschuh Hohenzollernschule, Belziger Straße. Neukölln- Brig: Brandenburg- Plakate find umgehend von den Kameradschaften bei Kamerab Emil Schmidt, Reuterstr. 30, abzuholen. Vorträge, Vereine und Versammlungen.bern melden.eptom( Ortsverein); Fr., d. 18., Antreten 19 lbr it Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebaftianste. 37/38, Sof 2 Tr. Donnerstag, 17. Mai. Lichtenberg nebst ka neradschaften: 7% Uhr mit Tambourkorps und Fahnen Bhf. Friedrichshagen. Pflichtveranstaltung des Kreises Often.. Bantow: Pflichtveranstaltung in Buch. An treten 134 Uhr der Kameradschaften Pantow- Nord und-Süd und Niederschönhausen Bhf. Pantow- Schönhausen. Kameradschaft Rarow 13% Uhr Bhf. Buch, mit Tambourkorps und Fahnen. Freitag, 18. Mai. Mitte: Antreten 19% Uhr Lehrervereinshaus zum Gaalfchuk, Wilmersdorf: Antreten 1914 Uhr Fehr. belliner Platz mit Mufit und Fahren. Schöneberg- Friedenan: Antreten 19 Uhr 19% Uhr zum Gaalschutz, Mariendorf, Streliß- Ede Chausseestraße. Kövenid Friedenauer Rathaus. Saalschus SPD.- Bersammlung. Tempelhof: Antreten ( Ortsverein): Antreten 18 Uhr mit Tambourkorps Bhf. Spindlersfeld. Weißensee: 18½ Uhr Antreten mit Mufit ohne Fahnen Gustav- Adolf. Ede Heinersdorfer Straße zum Propagandaummarich. Bantom: Kameradschaft Arbeitsgemeinschaft für Forstschuh und Naturkunde E. V. 65. Arfo- Wanderung: Bogelkundliche Wanderung am Müggelfee. Gonnabend, 19. Mai. Treffpunkt 16 Uhr in Friedrichshagen. Städtischer Park, Tunneleingang. Füh rung: Herr Prof. Dr. Steinbacher. Gäste willkommen, Jüdischer Arbeiter- Aulturverein Berez", Berlin, Große Brändentenstr. 2. Sonnabend, 19. Mai, 20 Uhr, Sophiensäle, öffentliche Rundgebung über die Niederschönhausen 19½ Uhr Saalschutz zur SPD.- Bersammlung Schloß Schön- blutigen Ereignisse vom 1. Mai in Barschau. KON LINON Was sagt der Bär? JOSETTI JUNO Den Herren gehört nach altem Brauch der Himmelfahrtstag. Heiferste Stimmung kennzeichnet ihn. Zu seinem guten Gelingen frägt nicht am wenigsten bei die köstliche: Josetti Juno Berlins meistgerauchte 48 Cigarette GERADE HEUTE Der HABEN SIE DIE RECHTE MUSSE/ DIE GRÖSSTE UND INTERESSANTESTE SCHAH BERLINS ZU ERLEBEN KOMMEN UND SEHEN SIE: AUS DEM INHALT DER VIER HALLEN: Der durchsichtige Mensch Anatomie, Physiologie der Ernährung Bauch von Berlin Die Entstehung der Nahrung Das Mahl der Völker Die Schreckenskammer der Kriegsersatznahrungsstoffe Das Wunder des laufenden Bandes in zahlreichen Nahrungsmittelfabriken in Betrieb Der Backofen der 20000 Brote Die Fischerei Das Früchte- Restaurant Die Verpflegung der Wehrmacht Die große Sonderschau „ Die Milch" mit Musterstallung Die Welt der Hausfrau Küchen und Haushaltsschulen in Betrieb Die tägliche Kost der Familie Der große Reis- Tempel. HINTER DEN FUNKTURM- GARTENTERRASSEN: Landwirtschaftliche Versuchsfelder- Kleinvich( Geflügel, Kaninchen, Ziegen, Schweine) in Musterstallungen usw. usw. Täglich: 9 bis 8 Uhr( Einlaß bis 7 Uhr). Heute, Sonnabends und Sonntags: 9-9 Uhr( Einlaß bis 8 Uhr). Eintritt: 1.50 Mark, Jugendliche 0.75 Mark. Familienkarten für 2 Erwachsene und 2 Jugendliche oder 3 Erwachsene nur 3.50 Mark, Zusatz- Kinderkarte 0.25 Mark. DIE ERNÄHRUNG NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Nordland Fahrten 1928 Mit Dampfer Berlin" 15 286 Brutto- Reg.- Tons Polarfahrt vom 9. Juli bis zum 5. August Fahrpreise v. M.850.- an aufwärts Ferner mit Dampfer Lützow 8716 Br.- Reg- T. Skandinavien- Ostseefahrten vom 23. Juni bis 6. Juli und vom 3. bis 17. August Fahrpreise von M. 320. an aufwärts Ferner mit D... Sierra Cordoba" 11469 Br.-Reg.-T. v. 14. Juli bis 1. Aug. Nordkapfahrten und v. 4 bis 22. Aug. Fahrpreise von M. 450. an aufwärts Ferner mit D., Sierra Ventana" 11362 Br.-Reg.-T. vom 24. Juli bis 11.Aug. Nordkapfahrt Fahrpr. v.M.460.- a aufw. Ferner mit Dampfer Yorck" 9000 Br.- Reg- T. i.Verbindung m.d.Deutschen u. Oesterr. Alpenverein vom 4 bis 28. August Nordlandfahrt Fahrpr. v.M.340.- 2.aufw. Kostenlose Auskunft und Prospekte durch unsere sämtlichen Vertretungen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Berlin; Norddeutscher Lloyd, Agentur Berlin G. m. b. H., Unter den Linden 1( Hotel Adlon). Fernspr. Zentrum 12 230 u. 12 231. F. Montanus, Generalvertretung des Norddeutschen Lloyd, Invalidenstr. 93( zwischen Lehrter und Stettiner Bahnhof), Fernspr. Norden 12 241 u. 7916. Weltreisebureau„ Union", Unter den Linden 22 Potsdam: E. Rössler, Brandenburger Str. 32. Theater, Lichtspiele usw. Donnst., 17. 5. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 13. Anf. 20( 8) U. Bohème Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 43. Anf. 19%( 7%) U. Don Giovanni Donnst., 17.5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus II Anf.18( 62) U. Götterdämmerung Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 98. Anf. 20( 8) U: Peer Gynt Staatl. Schiller- Theater, Charlthg. 20( 8) Uhr: Maß für Maß Volksbühne heater am Bülowplatz| Th. am Schiffbaverdamm 8 Uhr: 81 Uhr Die rote Der ZigarettenRobe kasten SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das Internat. Varieté- Programm Himmelfahrt 2 Vorstellungen 320 u. 8 Uhr- 330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Renaissance- Theater Steinplatz 901. Uhr: Krankheit der Jugend Komische Oper 8% Himmelfahri 8% James Klein's Revue gewaltige neue 250 Mitwirkende! Zieh' dich aus! Ein Abend ohne Moral in 80 Bildern. Unter Mitwirkung von 60 Akt- Modellen 60 Unter anderem: Die Jagd auf schöne Frauen Erlebnisse mit einer 15jährigen Badeleben im natürlichen Wasser Das Riesen- Himmelbett Die Frau mit der Peitsche Sonnenbild und Nacktzauber LebendeGlocken u. lebende Blumen und weitere 30 Bilder Original Pariser Revue Kostüme Parkett nur 4.50 M., Rang 3.50 M. Vorverk. ab 10 Uhr ununterbrochen geöffn Deutsches Theater Norden 12310 3 Uhr, Ende nach 10 Pygmalion von Bernard Shaw dtsch. v. 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Mai 1928 In der Bormittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 Gewinne aut 100000 t. 146987 2 Gewinne zu 50000 m. 282060 2 Gewinne au 10000 t. 286594 4 Gewinne zu 3000 4 Gewinne au 2000 10 Gewinne su 1000 . 98047 285810 . 26338 332322 . 50564 85137 212464 333330 358419 4 Gewinne au 800. 132162 334784 30 Gewinne au 500 t. 6395 50599 59084 85815 155237 190077 200031 217489.226671 259773 319201 319296 324676 349185 351008 120 Gewinne a 300. 7784 9633 11515 21581 35027 38608 47987 53580 59192 59604 60992 74145 78032 97745 98686 120739 128090 133914 136708 137796 139161 140174 144609 146814 152000 158371 162976 163347 166846 166083 171078 177050 191053 195997 201733 204509 227469 229347 239576 240767 242524 255958 257520 260600 269118 276328 275953 300713 302070 303380 305878 306408 307755 314360 315444 318178 329441 337230 344046 371021 242 Gewinne au 180. 2010 2269 2471 3928 11434 11489 12460 13777 17631 21523 24526 27502 28420 30115 32860 33364 36420 87444 38924 46452 53787 57654 58943 62333 63595 66094 66829 68379 74049 86485 86963 88107 96942 98202 99347 106219 106376 109982 111647 112079 115262 118339 121428 126440 127525 128315 136405 141670 143431 143802 145661 148594 150897 151365 152958 155682 158447 158584 162715 168429 173347 177841 179107 187669 190763 193757 198431 207092 207317 209527 214180 216811 219359 220629 221254 222652 229386 238382 239268 247143 250518 261219 253412 256492 258451 264081 264165 269824 276513 278547 278643 280344 281758 284109 286446 292526 293773 298530 303751 808696 310809 314080 314959 315150 318338 323980 330959 834309 339134 339677 340909 354097 360539 361301 362629 364179 364219 367716 371825 372471-374446 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 90 R. gezogen 4 Geminne au 3000. 103966 364175 4 Gewinne au 2000. 185982 253967 4 Gewinne zu 1000 9. 208209 358378 12 Gewinne ju 800. 138047 210757 261004 292686 316928 356650 28 Gewinne su 500 m. 13992 25176 29519 109036 109221 149495 208912 215170 270592 293680 299869 300198 302055 329994 110 Gewinne au 800 9, 1226 4827 13025 16688 22679 36403 42929 67339 100266 102581 108802 112462 117228 129424 129917 133408 144099 157090 161552 165324 165644 172901 181559 189148 193818 208312 208628 222790 223423 223824 235146 240770 247898 252981 261472 273110 290108 296617 304488 305853 307797 318088 323493 324301 326146 331891 333262 338411 340113 357111 365261 366158 367178 369184 372454 248 Gewinne au 180. 2200 2243 3665 3751 3754 4266 7008 8916 9931 10013 11103 11316 12508 12644 14576 15801 17963 20021 20869 25514 25562 35359 36033 37542 41941 43916 46596 51495 58934 54564 59751 64407 67276 69951 74526 86032 86559 87396 92095 95475 102942 103408 103956 105214 117043 123528 128421 131534 138996 147836 149765 150746 154832 155807 156552 159360 166146 168586 169142 175303 185317 185724 186589 186805 186834 186919 187030 188681 190528 193891 198214 199607 206735 207505 210768 215393 217510 218113 227944 246133 247370 258965 259774 261832 262834 264832 266713 274344 274818 277224 278260 280418 284116 285523 296083 298332 304573 313492 315080 317442 317513 319010 320134 322612 327836 328397 337227 338287 338460 343490 344804 352187 358484 360047 361579 362451 363541 364554 364903 367270 367344 370307 374233 374525 Der in ber heutigen Vormittagsziehung gezogene Hauptgewinn non 100000 teichsmart fiel auf Mr. 145987 in Abteilung 1 nad Berlin, in Abteilung II nach Salle( Saale). 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Mehrere MMoneo von feSisrmtdigen Hmwwerter» und Klein- fnufleuten werden am kommenden Sonntag sich zu entscheiden haben, wem sie für die zukünftige Gesetzgebungsperiode des Reichstages und des preußischen Landtages ihre Stimme als Staatsbürger geben wollen. Es werben alle bürgerlichen Parteien um sie. Das ist der Ruf der Vergangenheit, das ist der Appell an Illusionen, die un- gählige Klein gewerbetreibende und Kaufleute in Stadt und Land in Erinnerung an den.goldenen Boden des Handwerkes" noch mit sich tragen. Schon sehr tief ist der Glaube an diese Illusionen erschüttert, denn der wirtschaftliche Alltag redet zu den Handwerker» und Klein- koufleuten«in« grausam« Sprache, und die Wirklichkeit zwingt sie zum Nachdeuten darüber, ob ihre Interesse» bei den Kampf. batailloneu der breiten Masse, die die großen Käufermasien sind, nicht besser gewahrt werden können. Äs es alle Rückschau und alles Fest- halten an den Mächte« der Vergangenheit vermag. &m Herr von schutzlos Ausgebeuteten, das ist heute der sogenannte Mittelstand. Nach der Berufsyählung vom Jahre 1S2S hat Deutschland 145 700 selbständige Schlosser, Schmiede, Klempner, Ofensetzer, Stellmacher und Dachdecker. Es gibt 278 700 selbständige Tapezierer. Böttcher, Drechsler, Tischler, Zünmerleut«, Glaser, Maler, Lackierer und Maurer. E» gibt weiter 551400 selbständig« Schuhmacher, Bügler, Näherinnen, Schneider und Schneiderinneu, Barbiere und Photographen. Dazu treten rund 170000 klein« Gast- und Schank- wiri«, und wenigstens 900000 kleine Kaufleute. Visses riesenhaft« Heer von rund 2 Millionen selbständigen Handwerkern, die mit ihren Familie» einer Bevölkerung von 7— 8 Millionen Menschen entsprechen, führt zum weitaus größten Teile eine» verzweifelten Wirt- schofl stampf, den es durch eigene Kraft kaum erleichtern kann. Der Handwerker und Kleinkaufmann zahlt, wo er Geld braucht, die teuersten Zinsen. Jeder Tag an dem ihm ein Wechsel präsentiert wird, läßt ihn um seine Existenz fürchten. Er zahlt die teuersten Preise für die Rohstoffe, die er verarbeitet, denn er ist der kleinste Käufer: Kredit erhält er nur vom Händler, nicht vom Fabrikanten: er muß die Zwischengewinne tragen, den Kartellen ist er schutzlos ausgeliefert. Dasselbe gilt für die wenigen Produktionsmittel de« Handwerkers. Dafür aber ist er mit der teuersten Lebenshaltung belastet. Da» Hausherrnjoch spürt er doppelt und dreifach durch die frei« Miel«- wirflchaft der gewerblichen Räume. Alle Zölle, die großen Herren die Taschen füllen, belasten auch sein Leben. Wie jede Arbeiter- familie jährlich mindestens 150 Mark allew für die Verteuerung der Lebensmittel durch Agrarzöll« zu tragen hat, fv schleppt auch der Handwerker diese nur den Großagrariern nützend« Last. Keine Stelle aber ist da, auf die sie die böchsten Kosten, mit denen sie ar- bellen müssen, und die Verteuerung ihrer Lebenshaltung, die sie hinnehmen müssen, wieder abwälzen können. Denn sie sind zu nahe am Kunden, dessen Kaufkraft beschränkt ist. Aber ihre Meten, ihre Materialkäufe müsien sie bezahlen, weil mit dem bedrohten Arbeits- räum und dem Kredit die ganz« Existenz gefährdet ist. Nur ein einziges Beispiel für das glänzende Elend m diesen Kreisen: Do» Staatliche Lei harnt bei der Preußischen Staatsbank in der Markgrasenstraß« Berlin zählte im Jahre 1928 unter 82 072 Leihhaii stunden 27 476, im Jahre 1927 unter 78 526 Leihhauskunden 24 800 selbständig« Handwerker, Gewerbetreibend« und Meintaus- leute, die hier größtenteils ihr« Waren verfetzten, um für ihre laufenden Schulden Luft zu bekommen. Wohl gibt es auch 93 700 Bäcker und Konditoren und 78 900 Fleischer in Deutschland: dazu kommen die Hausbesitzer, die sich nicht nur dem Mittelstande zuzählen, sondern enn"stärksten auch die Politik des Mittelstandes beeinflussen. Doch aber ist die große Masse dieser Gruppen, teils weil sie durch ihre Nähe beim Kunden, teils durch die Wohnungsnot ein Monopol haben, wirtschaftlich von vornherein in einer anderen Lage als die der großen Masse der übrigen Hand- werker und Klcinkaufleute. vor der Arbeiterschaft wird dem Mlielstand Furcht eingejagt durch die geschäftskundigen Drahtzieher reaktionärer Interessenten- Parteien, die ausschließlich im Interesse der A u s b e u t e r der Hand- werker und Kleinkausleut«, der Herren der industriellen Kartell- und Monopolrente, der grohagr arischen Bodenrente und der Hausbesitzer- rente sogenannte Mittelstandspolitik machen. Man jagt ihnen Furcht ein vor den Konsumvereinen, die als der Todfeind der Kleingewerbe- treibenden bezeichnet werden, vor dem Marxismus und der Sozial- demokratie, die das Eigentum und die freie Wirtschaft bedrohen, und vor den Gewerkschaften, die nie mit ihren Lahnforderungen zufrieden zu stellen sind. Daß die Konsumvereine jede Mark, die ihre Mitglieder ' für dieselben Waren weniger auszugeben brauchen, den Handwerkern und Kleinkaufleuten als zusätzliche Kaufkraft zur Verfügung stellen, das wird verschwiegen. Daß viele Hunderttausende von Hand- werkern und Kleinkaufleuten, wenn sie selbst Mitglieder der Kon- sumvcreine wären, chr Elendsleben wenigstens etwas verbilligen könnten, daß die Konsumverein« heut« schon große Auftraggeber sind für weite jhandwerkerkreise, auch das wird sorgfältig oerborgen ge- halten. Die Hunderttausende von Schlossern, Schmieden, Klempnern, Ofensetzern, Tischlern, Zimmerleuten, Schuhmachern, Tapezierern usw. usw. mögen einmal darüber nachdenken, ob ihre Beschäftigung nicht wachsen muß, je mehr es den Kmrsumvereinen gelingt, die Kauf- kraft der breiten werktätigen Massen in Stadt und Land, für die sie arbeiten, zu erhöhen. Daß der Marxismus und die Sozialdemokratie das Eigentum und die freie Wirischast bedrohen, das sst, sowei, das Schicksal der Handwerker und Kleinkaufleute in Frage kommt, der traurigst« Schwindel von der Welt. Durch den Marxismus wurde noch kein Handwerker um sein« Exsstenz gebracht. Seine Vertreter waren nur so ehrlich zu sagen, daß der Kopitalismus ihn ruinieren muß, derselbe Kapitalismus, dessen Vertreter mit ihrer Hetze gegen den Marxismus und die Sozialdemokratie unter den Handwerkern und Kleintaufleuten Dumme zu fangen flicht. Jeden Ausstieg macht das Großkapital den Handwerkern unmöglich, und unzählig ist die Zahl jener Selbständigen, die glücklich sind, daß ihre Kinder und Kindeskinder in Fabriken und Kontoren jene Selbständig- keit aufgeben dürfen, die trotz Etgentmn und freier Wirtschast in den meisten Fällen nur ein Elendsleben umschließt. Die Gewerkschaften aber als ärgsten Feind der Hand- werker und Kleinkaufleute hinstellen kann nur der. der mit Wsicht den»Mittel"siand nußbrauchen will. Es ist ja ganz klar: Wer für jÄ>«n Kredit die höchsten Zinsen zahlen muß. wer die teuersten Presse zahlt für Rohstoffe und Kleinmaschinen, wer jede Vorzeigung eines Wechsels ärger fürchten muß als Krankheit und Not, wer nie- mal» reich werden kann, sich nur durchschlägt und dennoch Gehilfen gegen Lohn halten muß, der hat selbswerständlich die größte Angst vor jedem Zahltag. Ihn drückt in der Tat jeder Pfennig Lohn- erhöhung besonders schwer. Aber er soll einmal nachdenken, was aus ihm würde, wenn für die riesigen Massen von Arbeitern und Angestellten, die fast allein seine Kunden sind, Nicht in allen Fabriken, in allen Grvhkvntvren darum gekämpft werden würde, daß die Kauf- kraft der breite« Mass« steigt und damit auch die Möglichkeit für de» Handwerker und ffleinkauftnonn sich bessert, mit semer Kundschaft größere Geschäft« zu machen. Mögen die Handwerker und Kaufleute eüunal ihre Bücher nachsehen, wer sie stärker bedrückt: die Haus- Herren, die Rohstofflieferanten, dde Lieferanten ihrer Maschine«, ihr« Monopol«, Kartelle und Zölle oder die Lohnerhöhung«», die die Gewerkschaften den breiten Massen»nühsom erkämpfe». Die„Freunde" find die Ausbeuter. Di« wahren Ausbeuter der Handwerker und" Kleinkaufteute find die, de« sich als ihre Freunde ausgeben. Die Partei der Hans- besttzer, die Wirsschaftspartei, steht in einer Front nnt der Schwer- industrie, die durch Rohstoffmonopol« alles verteuert, mit den Lieferantenindustrien, deren zweitausend Kartell« die Preise hoch- halten, mit den Großagrariern, die auf jedes Stück Brot ihren Zoll erheben. Gewiß ist die Zusammenfassung der Kleingewerbe- treibenden in»oirsschaftspolitijchcn Organisationen notwendig: aber wo dies« Organisationen mit dem Reichst) er band der deutsche» Industrie und den übrigen Spitze nverfxrnden der„Wirtschaft* in eine Front getreten sind, da hat der klein« Selbständige bluten müsse». Für die Millionen der kleinen Selbständigen liegt der Unier- schied zwsschen ihnen und den breiten Massen der Arbeiterschaft in d« seltensten Fällen in einer totsächlich besseren Lag«. Ein groß» Unterschied aber liegt darin, daß die Arbeiterschaft es verstanden hat, sich in machtvollen wirtschaftlichen und politischen Organisationen selbst zu schützen, der Schutz der Handwerker und Kleinkaufieut« aber nur falschen politischen Freunden anvertraut ist. Einstmals waren es die sogenannte Fortschrittspartei und die bürgerlichen Liberalen. die die Arbeiterschaft schützen wollten. Di« Arbeiterschaft hat sich nur schützen können durch ihre eigene Macht. Heut« find die bürgerlichen Parteien enragierte Bertret« des Privatkapitals und offene Feinde der Arbeiterschaft. So haben auch die Massen d» Handwerk» und Kleinkaufleute von denen, die für den Besitz und gegen die Träg« der Massenkaufkrast kämpfen) nichts zu hassen. Was kann die Sozialdemokratie bieten? Bor allem begegnet die Partei der breiten Massen, die deutsche Sozialdemokratie, den Handwerkern und Kleinkausleuten nicht mit hohlen Phrasen und mit Illusionen, die der Der- gangenheit angehören, lieber ihre schwierige Lage hat die Sozial- demokratie die Massen der Selbständigen nie belogen. Ab» wie die Gewerkschaften und die Konsumverein« die Kaufkraft der breiten Massen zugunsten d» Handwerk» und Kleinkaufieute stärken können, so kann die Sozialdemokratie im Staate für ein bessere» Los der Handwerk» und Kleinkaufleute eintreten. Ihr Kampf gegen die Zölle verbilligt die Lebenshaltung und die Materialbeschaffung. Ihr« Forderung nach Kar t ellk ontr oll e bringt die Befreiung von v»t«uernden Preisdiktaten. Ihr. Kampf gegen den Miet- wucher der Hausbesitzer richtet sich gegen die Mietsknechsschaft, die alle Gewerbetreibenden bedrückt und fördert den Wohnungsbau, der den Massen der Handw»ker Brot und Arbeit gibt. Wo die Sozialdemokratie in Reich, Ländern und Gemeinden um die Macht kämpft, da kämpft sie auch für eine gerechte Steueroerteitung, die die Lasten den tragen läßt, der sie tragen kann. Das ist es, was auch d» sogenannte Mittelstand am 20. Mai bedenken muß, wenn» sich zu entscheiden hat, wen« in den kommenden Reichstag, in dm kommenden Preußsschm Landtag als seinen Dertrauensmann entsenden will. Oeuischnationale Zollpläne. Brot und Fleisch sind Hugenberg immer noch zu billig. Di« großen.Leistungen* der Deutschnationalen auf dem Gebiete der Zollerhöhungm und d» Sabotage von Handelsverträgen veran- lassm dt« Hug«nb»g-Presse, im Wahlkamps die Notwendigkeit d» Fortführung d» bisherigen protektionistifchen Politik zu betonen. Nachdem Hugenberg selbst als grandioses deutschnationales Zoll- Zukunftsprogramm die völlige Einfuhrsperre für alle Agrarprodukte gefordert hat, entwickelt nunmehr sein Leib- organ, der„Berliner Lokal-Anzeiger* die Ziele der Deutschnativnalen für die„Handelspolitik im neuen Reichstag*. Das Hugenberg-Blatt führt darüber bitter Beschwerde, daß der Reichstag die kleine Zollnovelle von 1925 so beschleunigt»ledigt hat, und daß angeblich der heimsschen Produktion nicht Gelegenheit ge- geben wurde, ihre Wünsche zur Sprache zu bringen. Run, zunächst waren«s die damaligen Koalitionsparteien mit Unterstützung der Deusschnotionalen, die gegen die Opposition der Sozialdemokratie die Durchpeitschung der Zollnovell« verschuldet haben. Die Erhöhung der Zollsätze war serner überwiegend im Einver- nehmen mit dem Landbund und dem Reichsverband der Industrie vorgenommen worden, teilweis« in einem Ausmaß, das über die schutzzölln»ischm Forderungen der Jnteressmtm noch weit hin- aus ging. Während inzwischen selbst die Bürgerbiockregierung in Erkenntnis der schädlichen Wirkung des überspannten Zollniveaus ein« Zollabbauaktion für notwmdig»achtet« und ein« Nachprüfung des Zolltarifs zwecks Herabsetzung der Zollsätze vornahm, fordert das Hugmberg-Blatt für den endgültigen Zolltarif diese zwecks Erhöhung der Zölle, nämlich«ine Nachprüfung darüber,„ob das Ausmaß d» Zölle den berechtigten Wünschen der Wirtschaft genügt". Das deusschnationale Blatt macht dann weit» Front dagegen, daß einige Zollsätze für Nahrungsmittel noch unter den Dorkriegs- sätzen liegen, ohne jedoch zuzugestehen, daß viel zahlreich«« Agrar- Positionen erheblich über die Vorkriegssätze erhöht worden sind. Die Zollsätze fürSpeckundSchmalz.di« heute bereits 5 Prog. bzw. 10 Proz. vom Großhandelswert betragen, sind ihm noch nicht hoch genug. Für das Getreide sord»t es neue Mindestzölle, die auf Jahre hinaus die hohen Zölle auf Brotgetreide und Futtermittel garantiere» fallen und auch eine vertraglich« H»abs«tzung ausschließen. So also sehen die Plan« der Deusschnationale» für die zu- künftige Zollpolitik aus. Mit der Erhöhung der Zölle auf Brot, Getreide, Mehl, Fleisch, Zucker, Kartoffeln, die H»r Schiele durch- setzte, ist es für sie noch nicht abgetan: nach dem Raube des Gefri»- fleisch? filr die ärmsten Schichten sollen nun auch Speck und Schmalz durch Zölle verteuert werden. Di« Jndustriezöll« sind noch nicht hoch genug: si« sollen in d» zukünftigen endgültigen Zollregelung, die der neue Reichstag durchzuführen hat, noch erhöht werden. Das bish»ig« System der hohen Zölle für die Agrarprodukte hat die Schwierigkeiten d» deutschen Landwirtschaft nicht behoben. Sie können überhaupt nicht durch Suß«e Maßnahmen, sondern nur durch innere Umstellung sowie Rationalisierung der Betriebe be- seitigt werden. Den breiten Massen sind ober in den letzten drei Jahren ungeheure Mehrbelastungen auferlegt worden, die man pro Arbeiterhaushalt mit insgesamt 400 M. nicht zu hoch schätzen wird. Erst vor wenigen Monaten hat d» preußische Handelsminist» Schreib» auf d» Einzelhandelstagung hervorgehoben, daß ein fünf Pfund schweres Graubrot zum Preise von 1,12 M. durch den Korn- zoll allein um 16,5 Pfennig, also rund um 15 Prozent verteuert wird. Etwa ein Achtel des Arbeitereinkommens wird heute schon durch die Zölle den arbeitenden Massen weggesteuert, und diese Riesenbelastung soll noch Wunsch des Herrn Hugenberg und fein» Freunde noch weit» erhöht werden. Auf dem neuen Reichstag ruht eine besondere Derant- Wartung, da» die zollpolitische Festlegung der deutschen Wirtschaft auf lange Jahre treffen muß. Ob Deutschlands Zoll- und Handels- Politik in Zukunft weiter unt» einseiliger Berücksichtigung von Sond» Interessen auf Lasten der Derbraucherschaft oder im Interesse d» gesamten Bolkswirsschaft geführt wird, darüber werden die Wähl» am nächsten Sonntag selbst die Entscheidung zu treffen haben. Großtat öffentlicher Werke. Einheitliche Krastwirtschast durch eine zentrale öffentliche Elettrizitäts-A.'G. Gestern wurde unt» dem Namen„Aktiengesellschast für deutsche Elevrizitätswirtschast* von der Elektrowerke A.-G., die dem Reiche gehört, d» Preußischen Elektrizitäts A.-G., des preußischen Staates und d» Bayernwerk A.-G., die vom bayerischen Staat beherrscht wird, ein« Gesellschaft gegründet, die im ganzen Reichsgebiet die Zusammenarbeit dieser großen Erzeuger fördern und gemeinschast- liche Ausgaben lösen soll. Im Vorstand der Gesellschaft sind diese drei großen Gruppen öffentlicher Kraftwirtschaft durch je einen ihrer Direktoren vertreten. Den Vorsitz führt Generaldirektor Frank von der Preußischen Elektrizitäts A.-G. Der Beitritt weiterer Energie- oessorgungsgebiete zu der Gesellschaft ist offen gehalten. Die Gesell- scherst will für den von ihren drei Mitgliedern beherrschten Norden, Osten und Süden Deutschlands die elektrowtrtschaftliche Arbeit aus- gleichen und selbst die zum Ausbau ihrer Gefamtwirsschaft»- ford»lichen Anlagen»richten. Die Leihmgs- und Berteilungs- fysteme sollen verbunden und angeglichen werden befand»» durch die Schaffung von Höchstspammngsleihmgen. Fern» ist der Bau und Betrieb gemeinschaftlich» Strom- und Erzeugungsanlagen ins Auge gefaßt, und in wissenschaftlichen Instituten sollen die großetk Fragen ein» einheitlichen Reichselektrowirtschaft und die Erzielung d» größten Wirtschaftlichkeit untersucht werden. Di« überragende Bedeutung dieser Gründung liegt auf der Hand. Sie ist nicht zu- letzt der Initiative des preußischen Staates zu ver- danken, der durch die B»einigung seiner Elektrizilätsinteressen in der Preußischen Elektrizitäts A.-G., durch seinen Vertrag mit dem RWE., durch seinen Frieden mit den Reichselektrowerken, durch seine Interessengem einscho st mit dem Bayernwerk und endlich durch seine Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Elektrowirtschast die Vor- aussetzungen zu dem Zusammenschluß geschaffen hat. Mitteldeutsche und hessische Braunkohle, die Wasserkraft Nord- und Süddeutsch- lands werden zu einheitlicher Wirkung vereinigt. Die gründenden Werke sind mit 100 Proz. ihres Kapitals öffentliche Werke. Sie haben geleistet, was die Privatwirt- schaft nicht zu leisten imstande war. Sie haben mit wirtschaftlichen Mitteln praktisch« Einheitspolitik im Reiche gemacht und damit das Beispiel gegeben, auf das unsere Zeit, die durch Zu- sammenfassung und Erhöhung der Wirtschaftlichkeit sparen muß, wartet. M'Monensegen bei Orenstein& Koppel! Arbeiter und Angestellte merken nichts davon. In den Spandauer und Drewitzer Betrieben d» Orenstein und Koppel A.-G. arbeiten mehr als 8000 Mann und in den technischen und kaufmännischen Bureaus fast 1000 Angestellte. Dieser Waggon- und Lokomotivkonzern hat also für die Arbeiter- schaft in den westlichen Ausläufern Groß-Berlms mindestens die gleiche Bedeutung, die S ch wa r tz k o p f f für die Metallarbeiter im Osten besitzt. Im vergangenen Jahr hat der Konzern bei seinem Abschluß für 1926 seine Reingewinne mehr als verdoppelt. Dieses Tempo hat» für 1927 beibehalten. Mit fast 1,9 Millionen Mark hat sich der im Borjahr verzweifachte Reingewinn wiederum verdoppelt und die Dividende auf das Kapital von 36 Millionen wird jetzt von 4 auf 5 Proz. heraufgesetzt. Geldmangel ist jetzt natürlich weniger denn je zu verspüren. Allein an Barbeständen w»den üb» sieben Millionen ausgewiesen, außerdem aber noch 9,4 Millionen Mark Forderungen, denen insgesamt nur 8,2 Millionen Mark Verpflichtungen entgegenstehen. Aus der Amerikafreigabe wird sich über Orenstein und Kopp-'l ein Millionensegen»gießen, und da der Konzern außerdem noch zu den„notleidenden* Großgeschädigten gehört, denen die Bürgerblockregierung in ihrem famosen Kriegsschäden- schlußgesetz weiter« Millionen zuschanzt, so wird bei Direktion und Anssichtsrat eitel Freude und Sonnenschein herrschen. Di« Stimmung bei den schlecht entlohnten Belegschaften sieht da- gegen, wie die Streiksiinimung in den Spandau» Betrieben zeigt, eher nach Sturm aus. Auch die Angestellten haben nicht ver- gessen, daß ihnen unter dem Damoklesschwert des Abbaus die GeHölter willkürlich gegen die gesetzlichen Vorschriften gekürzt wurden, die esst etappenweise und der Teuerung keineswegs ent- sprechend etwas aufgeholt w»den kotznten. Die deutsche kommunolcmleihe wird am INonlag in New Hör? ausgeleqi. Die von der Beratungsstelle genehmigten 17,5 M i l l i o- n e n Dollar für die deutschen Städte sollen am kommenden Man- tag in New York zur Zeichnung aufgelegt werden. zur Wäsche nur e r s i 1 Das ist der richtige Helferl i n s t i m m i g klingt das Loh aller, die es kennen. Mit Persil— halbe Arbeit, billiges Waschen und eine tadellose Wäsdie!— so sagt jede Hausfrau, die es einmal richtig erprobt hat Unterhaltung unö �Vissen vonnersiag -t?. Mai 192S Der �MeusH 5Lltt EDt&enbem IßlanteC lllAvoll» ErreiGst da die �Mitte des!ebeas, Blamen der L�iadhelt verblSk>ea Im Statten erbärarÜGer Taten. Säße des ISagliags ist lang sGva Da�ia and vergangen. ILm dein« reine, ans�atdige Stirn Sind taasend verbitterte Falten. Hier, n>o da stehst, Hier trennen siG alle Gewässer» Die stießen ins!astweer Und jene ins Salzmeer der Tränen. DtoG stehst dn steil wie ein Baam Hiaaaf in die Sterne. Da maßt Dich entscheiden. Bald schwankst da. Haltlos hinüber, BZenig znr£nst, Beharrlich aber znm Salzmeer. XLnd wie dn auch fällst, Stürze nicht einsam, Immer nmsasse dich gnädig Der A.tem des Volkes... __ DHaf Barth el Schloß Gickelfels. Oder: Erziehung zum Republikaner. Von Kurt Offenburg. Max und Franz. zwei Freunde, kamen auf einer ihrer Wände- rungen nach dem berühmten Schloß Gickelfels. und siehe!— der grauhaarige Kustos, der ihnen beslisien das Tor öffnete, war noch der alt« Geselle wie ehemal». Leiprecht erkannte die beiden sogleich, und noch ehe ein« Stund« oergangen war, saßen sie an dem schweren Eichentisch in der niederen, au» Steinquadern gefügten Stube und schwatzten, tranken und rauchten. Draußen prasselte«in kühler Regen auf das bucklige Pflaster des Sck�oßhofes. Leiprecht, die Hände zufrieden in den Tiefen seiner Hosentaschen, hockt« zurückgelehm im hohen Armsesiel und sprach ■ giftige Sentenzen, die uns den Geiz seiner Herrin, der Großherzogin p: von L., anschaulich machen sollten. Aus.Sparsamkeitsgründen" habe die Fideiverwaltung in jedem Schloß nur noch einen einzigen Kustos, und seit einiger Zeit müßten die getreuen Hüter sogar noch Miete für Wohnung zahlen. Dabei seien 280 Zimmer unbewohnt, und die Dam« habe— man überlege!— nicht weniger als vierzehn Schlösser, und ihr Großneffe, der Prinz von R., der bei ihr in L. wohne, habe vom Staat einige Milliönchen bekommen. Wofür? Das wisse der Prinz selbst nicht recht; er vermute, für etwas Wald und einige Stückchen Weideland. Jawohl— so ständen die Aktien: 70 Jahre stehe das Schloß schon unbewohnt; und Leiprecht errechnete umständlich die verlorene Miete und meint«, wenn er 3000 Jahre alt würde, betrüge sein Gehalt nicht einmal die Hälfte davon. Und — ist es nicht eine blamable Sache?— vom Eintrittsgelb für die Schloßbefichtigung bekomm« er seinen Lohn, und wenn einmal, Galileis Prozeß. «ir bring»» dies«« Kapiikl— gcktlrrt— aus Rudolf 2 8 at a» I* ntiRR Buch.Galilei im Licht des 20. Iahrduicherts". (Verlag Paul Frant», Berlin.) Wegen der Beröfsentlichqng des„Dialoges" wurde Galilei vor die Inquisition geladen. Er sollt« sich verantworten, weil er in seinen Ausführungen die 1618 verbotene Lehre des Kopcrnikus als wahr hingestellt hatte. Allerdings hat Galilei in einer Einleitung versucht, dem Leser vorzutäuschen, daß er das kopernikanische System gar nicht für wahr halt«, sondern es nur auseinander- setzen wolle. Diese Einleitung war zwischen ihm und dem Zensor genau besprochen worden. Der Papst Urban VIII. oerlangte, daß der sloreniinischc Hofmathematiker sofort nach Rom kommen sollte. Der im 60. Lebensjahr stehende Galilei wies vergeben» auf seinen sehr bedenklichen Gesundheitszustand hin. Wenn er nicht freiwillig komme, ließ Urban sagen, so werde er ihn in Ketten legen und in diesem Zustand nach Rom transportieren lassen! Der Papst maßte sich die richterliche Gewalt in geistlichen Dingen in allen katholischen Landern an— und Florenz war nicht Venedig! Der Großherzog Ferdichrd H- wagte gegen den gesürchteten und als sehr energisch be- konnten Urban VIII. nicht den geringsten Widerspruch. Er riet selbst zur Abreise. Mitten im Winter wurde der greis« Gelehrte durch das von der Pest verseuchte Land in einer Sänfte nach Rom getragen, wo er am 13. Februar 1633 ankam. Unterwegs hatte er eine zehntägige Quarantäne an der Grenze des Kirchenstaates erdulden müssen. Run enthüllte sich das Drama dieses Lebens. Jene cigentüm- liehe Konstellation entstand, aus der heraus Galilei zum Märtyrer gestempelt werden mußte, um so jene Volkstümlichkeit zu erlangen, die seit Archimedes kein Wissenschaftler erworben hatte. Wie immer bei ollem geschichtlichen Geschehen war es auch hier so. daß die bewegenden Kräfte im Drama nicht au« großen kulturellen Strö- mungen flössen, sondern elttschcidend blieb lediglich dos Persönliche. Es ist wahr, daß man das kirchliche Dekret vom 8. März 1616 gegen den großen Mathematiker aufzog. Die volkstümliche Ge- fchichtsschreibung sagt: Seht, welche Schande, da sich die Religion in die Wistenschoft mengt!— Und schon im 18. Jahrhundert er- klären die Freigeister: Wie kann eine Religion wahr sein, die «in« offenkundige Unwahrheit durch feierlichen Machtspruch zu glauben befiehlt und zugleich den Glauben an die Wahrheit verbietet? Gewiß steckt in dieser Auffassung ein richtiger Kern. Galileis Konflikt erscheint äußerlich als ein solcher mit der Kirch«. U«d die persönlichen Triebkräfte können als bloß auslosende Faktoren betrachtet werden. Allein die Meinung, speziell der Katholizismus meistens im Winter, wemg Vesucher kommen, könne er warten, bis er.schwarz" werde. ■ Aber was nütze das Mauten auf feine alten Tage, resignierte der Kustos, Aber als wir ihn baten, in den.Goldenen Löwen" hinunterzugehen und einige Flaschen Piesporter oder Hallgartener für den langen Abend zu holen, leuchteten seine Aeuglein vergnügt. Es war ausgemacht, daß wir die Nacht über da bleiben müßten urck» in der Kammer nebenan schlafen könnten. Di« Freunde waren einverstanden, jeder legte einen Geldschein auf den Tisch, und der Wte zog damit ab, hinunter in» Städtchen. Kaum war er«ine Viertelstunde verschwunden, als erbärmlich an dem verrosteten Klingelzug gerissen und fremd« Stimmen laut wurden. Franz steckte den Kopf zum Schiebefenster hinaus, und wie er einiger Besucher ansichtig wurde, krächzte er mit verstellter Stimme: .Sie wollen das Schloß besichtigen? Eine Mark pro Person, bitte. Einen Augenblick, ich werde den. Kustos schicken." Knallte das Fenster wieder zu, redete in der Tiefe der dunklen Swb« hastig auf Max ein, half dem Freund den blauen, mit blanken Knöpfen be- setzten Rock und die Dienstmütze des alten Leiprecht anziehen. Außer, daß die abgeschabt« Würde etwas schlotternd um den Jungen herum- hing, war nichts Absonderliches an ihm zu merke». Und Franz hörte mit Genugtuung von seiner Fensterecke aus, wie geschickt der Freund den abwesenden Kustos zu mnnen verstand. „Zum linken Seitenflügel hier, meine Herrschaften, wenn ich bitten darf. Dieser Teil aus der zweiten Hälfte des 17. Jahr- Hunderts, im Barockstil erbaut, wurde von Alvys IX.— 1812 bis 1684— errichtet." Mag der Kuckuck wissen, wie der Mann geheißen und ob er überhaupt je gelebt hat, überlegte Max: aber ich darf mich nicht verwirren lassen; die Leute da wissen auch nichts Genaues. .Schreiten wir nun zur Besichtigung der herzoglichen Gemächer. Seit 70 Jahren, fett dem Tode Aloys XV., unbewohnt.... Was sind das doch für liebenswürdig« Fremde: ihre größte Tugend sst ihre Einfalt und ihr monarchsstifcher Spleen, referierte Max für sich, während er die steinerne Wendeltreppe voranschritt. Und den Tonsall Leiprecht? nachahmend:»Dies war das vor- zimmer, wo die Kurier« des früheren Herzogs empfangen wurden. Aber, meine Herrschaften, hier war auch immer die Parade"— und ein sarkastisches Lächeln sprang in seine Mundwinkel—.der jungen Mägde, die eingestellt werden sollten." .Was für eine Parade?" wollte die Aetne, strohblonde Frau wissen, die am Arm ihres Mannes hing niie ein zu groß geratenes Uhrgewicht. .Der hochselig« Herr Herzog geruhte, zuerst die Mägde nackt zu inspizieren, bevor er fie in seine hochherrschaftlichen Dienste nahm. Ob Stallmagd, Kammerfrau oder Gesellschafterin der Frau Her- zogin, der edle Herr wollte wissen— für dos Wohl seiner Unter- tonen stets besorgt—, wen er im Hause hat. Enchantterte, ent- zückte ihn die Person, konnte sie in Dienst treten." Teilnahmsvoll erkundigt» sich der Gatte der blonden Frau: .Kopierste noch nich, Gretchen?" Ein verheißungsvoller Blick sagte ihm, daß sie zu verstehen geruhte. „Bitte, meine Herrschaften, immer auf dem Läufer bleiben, damit das Parkett geschont wird! Hier, in diesem Zimmer schlief der Kammerdiener des Hochseligen Herrn Herzog: und hier," sagte Max, während sie das nächste Zimmer betraten,„lebten die Ehe- leute. Mit der Körperpflege soll es dazumal nicht wett he? gewesen sein, wie diese Waschschüssel beweist." Es war ein Lavoir au» weißem Steingut, nicht viel größer al» ein« Suppenschüssel für eine Portion, wie man sie in Wirtschaften vorgestellt bekommt. Durch da» Zimmer der Kammerfrau kamen sie in den Emp- fangssalon der Herzogin. Ein Empireruhebett beherrschte den Raum. Wie mag die voluminöse Dame Eingegossen" darauf geruht haben, habe sich hier unsterblich blamiert, ist dennoch irrig, wenn man nämlich aus dem galileischen Drama, den Hexenprozessen usw. ein Instrument, das sich ausschließlich gegen Rom richtet, machen will. Die größere Wahrheit, die auch heute, im 20. Jahrhundert eine wenig bekannte Tugend vorstellt, ist nämlich diese: da» religiöse Moment ist nur ein einzelner Bestandteil im kulturellen Leben. In Wahrheit war da» gesamte, aus Bildung beruhende Wissen stet» mit einem ungeheuren Wust von Borurteilen behastet! Medi- zin, Philosophie und Jurisprudenz standen den Kirchenlehren an Lerkehrheiten nicht im geringsten nach. Der gebildete Mann war zu allen Zeiten, und ist im Durchschnitt auch heute noch, stärker mit Vorurteilen belastet als der Mann aus dem Volke. Das Dekret von 1616 war für die protestantischen Länder Anlaß genug, der neuen Lehre gegenüber duldsam zu sein. Der Papst galt ihnen fa als Teufel oder Antichrist, und sonach war da», was er verboten hatte, in Wittenberg, Zürich und Genf erlaubt. Aber darum waren die Lutheraner, Zwinglianer und Ealoinisten keineswegs duldsame Menschen— ganz im Gegenteil. Kehren wir zu Galilei zurück. Er hatte seit 1611 immer wieder versucht, die Freiheit der Lehre gegenüber der Bibel durch- zusetzen. Der Widerstand, dem die zeitgenössischen Belehrten kräftigen Ausdruck oerliehen, führte zum Verbot von 1616, das 1620 bestätigt wurde. Der Dialog von 1632 stellt sich al»«in Versuch Galileis dar, die Kirche gewissermaßen durch die Macht der öffent- lichen Meinung zur Freigabe der kopernikanischen Lehre zu zwingen. Galilei war kein großer Psychologe. Er hätte sich auch nicht im unklaren darüber befinden können, daß er ein gesähr- liches Spiel„mit dem schlafenden Hund" treibe. Er war aber wie von einer unwiderstehlichen Macht getrieben, zu beweisen, wo» er für richtig und wichtig hielt. Urban VIII. hatte früheren Ver- suchen nachsichtiges Stillschweigen entgegengebracht. Er hätte wahr- scheinltch auch den Dialog seines berühmten Freundes geschluckt, wenn nicht«ine solche Veränderung der Sachlage eingetreten wäre, daß der Papst von einem Freund zu einem Feinde wurde. Die Feindseligkeit der Jesuiten gegen Galilei spielte dabei sicher eine Rolle. Daran war Galilei nicht /Unschuldig. Es lag also in der trogischen Verwicklung eine nicht geringe Schuld in» Charakter des Galilei, der keine anderen Stern« neben sich dulden wollte. Nicht genug daran: über jene Argumente hinaus, die zu jener Zeit gegen Kopernikus im Schwünge waren, hatte der Papst noch ein besonders spitzfindiges Galilei gegenüber angeführt: wenn auch, so meinte Urban etwa, uns das kopernikanische System richtiger zu fein scheint als die in der Bibel enthaltene Ausfassung, so dürfen wir hieraus dach nicht den Schluß ziehen, daß das kopernikanische System wahr sei. Denn wir würden auf diese Weise Gott«inen Zwang auserlegen, da er ja doch allmächtig und allwissend ist, Beilage des Vorwärts wen« st« den Kavalier empfing, der gerade ihr« Gunst besaß. Stühle, Spiel- und Nähtisch und alle anderen Möbel waren nebensächlich im Vergleich rntt dieser lebenswichtigen Ruhestatt Zuletzt landete Max mit den Fremden im Speisesaal. Er war so groß wie acht andere Zimmer zusammen. „Kleine Diners fanden hier statt," sagte er pathetisch,„nur kleine Diriers, mein« Herrschaften. Neun Damhirsche, zwei Wildschweine, vier Truthähne, drei Kübelchen Eingemachtes— von den Fischen, Beilagen, Weinen nicht zu reden— schlugen sich sechs allergnädigste Herren bei einem bokulischen Gelage in die Wänste. So zu lesen in der Chronik von 1806, ineine Herrschaften. Sie oermissen die Bibliothek, die ansonsten Schlösser ziert? Rur»venige deutsche Fürsten, meine Herrschasten, waren geistigen Dingen hold, und wenn fie sich der Mühe unterziehen, die Ahnen- bilder vorurteilsfrei zu betrachten,»Verden sie feststellen, daß Frau Herzogin soder ist's ihre Schwester, Tante, Nichte?, dachte Max) wie die brave Nachbarin Bäckermeisterin in Pirna aussteht, und der Pater des Herrn Herzog»(oder ist's ein Neffe?) mit seinen nun- zigen Aeuglein, der zerknitterten Stirn und dem einfältigen Mund zwsschen den gedunsenen Wangen wie irgendein ehrenwerter Schank- wirt. Die Führpng, meine Herrschaften, rväre hiermit zu Ende." Aber schließlich wollten die Fremden noch wissen, wo die jetzigen Rachkommen lebten. „Das gütig« Schicksal"— erklärte Max und überlegt«, wie lange es wohl noch dauern mag, bis die Biederen den Mummenschanz merken—„also da» gütige Schicksal hat es weise eingerichtet, daß die Nachkommen Aloys IX., und die Fürsten überhaupt, durch überreichlichen Lebensgenuß etwas degenerös geworden find. Der hermetisch« Abschluß gegen die rauh« Luft der übrigen, gewöhnlichen Welt und obendrei eifrig« Inzucht haben Geist und Körper etwas stark ramponiert. Zu unserem Glück war der letzte Aloys kein potenter Potentat mehr, hat also kein« direkten Erben hinterlassen. Sonst wäre auch er mit Abfindungsansprüchen gekommen wie sein in Ohnmacht großmächffger Vetter. Ich bedaure also, meine Herr- schaff en, Ihnen die Rachkommen nicht vorstellen zu können; danke Ihnen vielmals für Ihre Aufmerkfmnkeit mrd Ihr Interesse an Schloß Gickelfels." Di« Männer suchten in ihren Geldbeuteln und jeder drückte Max eine Münze in die Hand. Er nahm dankend an und bezwang nur mühsam ein Gelächter, während die Gatttimen sich in den Arm ihrer Männer hingen, vier Regenschirme spazierte» hermonisch fort über den Schloßhof. Als er die Stube betrat, auf die Bornmrfe des Alten gefaßt, erblickte er Leiprecht friedlich vor einer neuen Flasche. Er legte stillschweigend Zwei Fünfzigpfennigstücke vor ihn und Max fügt« das« Eintrittsgeld der Biederen hiirzu. „Du hast nur«in Stück Arbeit abgenommen," sagte Leiprecht gletchgülttg, musterte Max m»d meinte, der Kittel fei ihm etwa, zu groß. „Ja, Freund, er sst mir ebenso wett wie die republikanische Etaatssorm für manchen Bürger zu groß ist. ver alte Unterton muß sich erst an die Freiheft gewöhnen. Die Leutchen da, die ich eben.führte,»oaren noch so monarchi eanbetend, daß sie nicht merkten, welche Epäße mit ihnen getrieben wurden." ; Etwas ängstlich fragte der Kustos: �Hast mir doch keine Dummheiten gemacht?" Franz schenkte von neuem«In, und schon waren Leiprechts Zweifel beschwichtigt. „Ich erteilte nur«in« kleine antimonarchisttsche Lektion. Es ivar sehr lustig." „Und ihr Verstand zu begrenzt, um die Ironie des Zufalls zu verstehen." Die drei Männer schwatzten noch bis ttef m die Nacht, und wShrmd der Regen unennüdlich in den Schloßhof prasselte, kamen sie in ihrem llebermut zu diesem Entschluß: beste Propaganda für die Republik und gegen' die Monarchie seien Fühxun- gen durch Schlösse, die Republikaner übernehmen. und e» ihm sanach möglich wäre, die Welt nach ganz anderen Gesetzen zu bauen als Kopernikus zu erkennen meinte. Dessei» System als wahr und sicher hinstellen, heißt also, der Omipotenz Gottes eine Beschrankung auserlegen, und das verstößt in klarster Weise gegen den heiligen Glauben. Dieses päpstliche Argument bringt nun Simplicio am Schluß des vierten Tages vorl Darauf erwidert Saloiatt:„Eine bewundernswerte, wahrhast himmlisch« Lehr«! Mit ihr sttmmt jene andere göttliche Satzung vortrefflich zusammen, die uns wohl gestattet, den Bau des Welt- alls forschend zu suchen, die uns jedoch für immer versagt, das Wert seiner Hände wirklich zu durchschauen, in der Absicht viel- leicht, daß die Tätigkeit de» Menschengeistes nicht abgestumpst und ertötet werde?. Man kann begreifen, daß Urban VIII. sich beleidigt fühlte-, Sein Argument, darauf er so stolz war, und das er für ebenso bedeutungsvoll hielt wie die Hypothese des Kopernikus, war hier, mtt»reuen Zeilen abgetan! Und die Wirkung, die da» Argument hervorbracht«, war eine Unterwerfung, die man sehr wohl als eine hochmütige Ironie auslegen konnte. Und Urban legte sie so aus!— Urban VIII. war ein Kirchenfürst von ungewöhnlicher Energie und Härte. Ein Menschenleben galt ihm nichts, und feine Skrupel- lostgkeit wurde mn durch dlplomattsche, keineswegs durch menschliche oder etwa gar religiöse Bedenken gehemmt. Fügen wir aber gleich hinzu, daß er sich in dieser Hinsicht nicht im geringsten von anderen Fürsten seines Zeitalters unterschied. Daß der Papst mit der Inquisition arbeitete, während der Doge»vahrscheinlich Gift verwendet hätte, macht wenig Unterschied aus. Immerhin dediente sich Urban VIII. eine» originellen Mittels, um Galilei seine Macht spüren zu lassen. Urban ließ 1632 jenes Dokument vom 26. Februar 1616 in die Akten der Jnqusition hineinschreiben, das ein Ver- sprechen Galileis, künftig in keinerlei Weise über die neue Lehre zu schreiben, enthielt!— Die Einschiebung dieses Schrift stückes geschah einfach in der Weise, daß die leer gebliebene vierte Seite jenes Bogen», dessen erste Seite die Zahl 377 enthält, zur Niederschrift benutzt wurde. Die' genannten rückwärtigen Seiten, heute mit 378 und 370 bezeichnet, sind ursprünglich sicherlich leer gewesen und sie wurden erst 1632 beschrieben. Denn am 11. Sep- tcmber 1632 meldet man nach Florenz, daß Galilei ein in den Akte» enthaltenes, besonderes Verbot, das ihm 1616 auferlegt worden war, übertreten habe!— Bis zu diesem Augenblick wußte niemand etwas von diesem Verbot, am allerwenigsten jene, die es in erster Linie hätten /ennen müssen, nämlich Galilei und die bei der Zensur beteiligten Patres. Mtt Freuden hätte der Pater Riccardi(der Zensor) nach diesem Balken gegriffen, um da» Erscheinen des Dia- logs zu verhindern— statt dessen ergriff er«inen Strohhalm nach dem andern, um den Druck zwei Jahre lang hinzuhalten!— Bürgerliche Filmwelt. Bon Felix Scherret. Ein hoher Offizier verliert plötzlich sein Vermögen und rutscht beshalb rapid die foziale Stufenleiter hinab, wird Arbeiter, Kellner, Arbeitsloser und fostet in vollen Zügen das Vergnügen aus, durch angestrengte Körperarbeit Geld zu verdienen. Da die Gegenwart im Zeichen des Glücklichen Endes" steht, geht es nicht an, daß der Unglückliche irgendwo auf einer Bartbant als Arbeitsloser fein Leben beschließt. Er muß aus Gründen der Filmgerechtigteit wieder auf steigen. Schön, warum soll auch der Mann im Glend verkommen? Doch nun gibt es verschiedene Möglichkeiten der Regeneration. Er findet vielleicht, daß die Proletarier ebenfalls anständige Menschen find, bleibt unter ihnen und bringt es schließlich bis zum Wertmeister oder bis zum Oberfellner und Hotelwirt, er gründet sich eine gute Erifteng auf einer neuen Basis. Aber dieser Schluß würde nicht der Einstellung des Films entsprechen, der Mann wäre feineswegs rehabilitiert, er ist es erst, wenn er wieder dieselbe gesellschaftliche Position gewinnt, mit der er früher renommieren konnte. Abgesehen von einigen Spizenerscheinungen des westeuropäischen Films, von Historien, von amerikanischen Grotesten und von den Russen bevorzugt der Film im Durchschnitt eine Welt, in der der Moraltoder einer Courths Mahler herrscht. Es ist eine Welt, in der nur der Arrivierte recht behält, in der die herrschende Klasse, sei sie aristokratischen oder plutokratischen Charakters, als der Inbegriff des Wertvollen, Erstrebenswerten gilt. Opposition dagegen wäre Sünde wider den heiligen Geist. Wer das Glück hat, oben zu figen, würde als Wahnsinniget angesehen werden, wenn er das Paradies frei willig verließe. Darum geht auch Graf Nechludoff in der ameritanischen Berfilmung von Tolstois ,, Auferstehung" nicht nach Sibirien, sondern begnügt sich mit der Erklärung, hin und wieder den Armen zu helfen, und erreicht damit die Grenze des Claubten. des In deutschen Film sind diese Charaktereigenschaften nicht so scharf umrissen ausgeprägt wie im amerikanischen, denn er schildert auch hin und wieder mit ganz sympathischen Farben die vom Glück weniger Gesegneten, und es ist sogar möglich, daß ein Arbeiter im Proletariat bleibt, selbst wenn er zum Schwiegersohn eines Magnaten avancieren könnte, doch wird wenigstens dann der junge Arbeiter, der so fabelhaft Fußbälle zu placieren versteht und allen Lockungen bürgerlicher und adfiger Klubs siegreich widerstanden hat, wegen Goldgehaltes feines Charakters vom Bürgertum gerührt an das Herz gedrückt. Gewöhnlich glaubt der deutsche Gesellschaftsfilm die soziale Frage dadurch zu lösen, daß der Sohn des Fabritbesizers das blonde Proletariermädchen heiratet. Eine Familie ist im Hafen der Bürgerlichkeit gelandet, und man fann ihr, wenn man Neigung dazu verspürt, fymbolische Bedeutung verleihen. Die Amerikaner find in dieser Beziehung noch entschiedener. Hier sind die einzigen Ideale der Fordwagen, das Einfamilienhaus und vor allem Anerkennung bei den Leuten mit dem imponierenden Konto. Es ist selbstverständlich, daß das kleine Badenmädchen mit dem unwahrscheinlich tugendhaften Benehmen feinen Buchhalter oder Kassierer heiratet, sondern den zufünftigen Chef aus der Nähe der fünften Avenue. Immer kommt ein Lohengrin, der für die Wunder des dollargefegneten Bürgertums zeugt. Vielleicht hat sich aus diesem Grunde der amerikanische Film die Welt erobert und nicht dant seiner überlegenen Technit, seiner Spannung und feiner Sensation. Der Film ist zu einer Wunscherfüllung des Bürgertums geworden. Er zeigt eine Welt, wie sie der Bürger gerne haben möchte, eine Welt von Eleganz, Lurus und Liebe, in der die Sorgen des Aftags nur an der Peripherie auftauchen. Er fpiegelt ble beafe des Bürgers, er häuft auf ihn allen Glanz, er macht für seine Wohlanständigkeit Propaganda. Immer wieder wird offenbar, wie ehrlich, gutmütig und anständig die Mitglieder dieser Gesellschaftsschicht sind. Warum werden fie gehaßt oder in gegnerischen Zeitungen an gegriffen? Das bleibt völlig unverständlich. Die bürgerliche Gesell schaft setzt sich selbst im Film ein Denkmal und bearbeitet auf diese Weise die Masse der Indifferenten, macht sie indirekt dem„ Bürgerblod" gefügig. Dies ist das wahre Gesicht des Films, wenn man von den schauspielerischen Leistungen, von den Künften des Regiffeurs, von der mehr oder minder spannend geführten Handlung abstrahiert. Andererseits bietet der russische Film kein Gegengewicht, ba' er die Welt aus einer ähnlichen schiefen Perspektive erblickt. Stellt der amerikanische oder der deutsche Film die Gleichung auf: Mensch gleich Bürger, so der ruffische Film: Mensch gleich Bolschewit, und beide Gleichungen stimmen nicht. Was heute noch fehlt, ist eine objektive Gestaltung der Wirklichkeit, wie fie Roman und Drama bennen, das Einbeziehen sämtlicher Gesellschaftsschichten in den Darstellungsbereich des Films, eine Weltbetrachtung ohne verzerrende oder schönfärbende Brille, ohne Akzentuierung der herrschenden Klaffe. Chaplin allein bedeutet leider noch nicht die gesamte Filmproduktion. Wagenschmiere. Bon Bela Szenes. Hochwohlgeboren Herrn Fabritanten Guftav Schwerreich! Euer Wohlgeboren! In der Hoffnung, daß das legthin gelieferte Maschinenöl Ihre werte Zufriedenheit erworben hat, erlaube ich mir, Ihnen zum Verfauf drei Waggons Wagenschmiere anzubieten, welche Ihnen meine Firma, wie aus beiliegendem Ueberschlag ersichtlich ist, mit Rücksicht auf die langjährige Verbindung mit Ihrem sehr geschätzten Hause zu dem billigsten Preise überlassen würde. Gleichzeitig mit dieser Offerte hätte ich eine Frage privater Natur, Ihre liebe Tochter betreffend, welche zufolge der von mir eingeholten Informationen in jenem Alter steht, wo man mit ernſten Anträgen näherkommen kann. Meine Frage ist, ob mein Sohn, der weiunddreißig Jahre alt und ein vermögender Ingenieur ist und der gerne in eine Provinzfabrik wie die Ihre hineinheiraten möchte, Ihren Anforderungen entsprechen würde? Ihre gefällige Antwort sowohl in bezug auf die Wagenschmiere als auch auf meinen Sohn erwartend, zeichne ich hochachtungsvoll Berthold Geldstart Großhandlungshaus für technische Bedarfsartikel. Hochwohlgeboren Herrn Berthold Geldſtart. Ich empfing Thren gesch. Brief und teile Ihnen in dessen höft Erledigung mit, daß ich in meinem Betriebe wohl Bedarf an Wagenschmiere hätte, aber natürlich nur dann, wenn dieselbe sowohl in puncto Qualität als auch bezüglich Preis entsprechen würde. Ich bitte daher um deren ausführliche, verläßliche und genaue Befchreibung. Was meine Tochter anbelangt, halte ich Ihren Vorschlag für sehr gut. Meine Tochter ist 22 Jahre alt, tann perfekt Englisch, Branzöfifch, and Riasterspielen und Schlittschuhlaufen. Ihre 2028 gift beträgt 400 Millionen Kronen Bargeld und dreihundert Stüd Hofherr- Schranz- Attien. Falls die Heirat zustande kommt, würde ich Ihren Sohn in meine Fabrit nehmen. Sowohl darüber als auch über die Wagenschmiere erbitte ich Ihren dringenden Bescheid. Mit besonderer Hochachtung Gustav Schwerreich, Fabritant. Hochwohlgeboren Herrn Guftav Schwerreich. Sehr geehrter Herr! Ich muß Sie darauf aufmerksam machen, sich bezüglich der dret Waggons Wagenschmiere rascheft zu entschließen, da sich ein solcher Gelegenheitslauf in der nächsten Zeit wohl nicht mehr bieten dürfte. Ich schließe Ihnen den auf Grund der allerbilligsten Preise verfaßten Kostenvorschlag bei und sende auch gleichzeitig einen Probetiegel; weiter habe ich das Bergnügen, mich im Namen meines Sohnes danach zu erkundigen, ob unter den in der Mitgift Ihrer Tochter figurierenden 300 Stück Hofherr- Schrank- Aktien österreichische oder ungarische zu verstehen sind. Ihre baldige Antwort erwartend bin ich Telegramm. Mitgift: Ungarische Hofherr. Drahtantwort. B. Geibstart. Schwerreich. Heirat in Ordmmg. Was ist mit der Wagenfchmiere? * Hochwohlgeboren Herrn Berthold Geldftart. Lieber Berthold! Du erlaubst doch, nicht wahr, daß ich Dich so anfpreche, nach werden. Da die materielle Angelegenheit in Ordnung ist, bleibt nur dem wir doch miteinander in allernächster Zeit ohnehin verwandt mehr jene Formalität übrig, daß sich die jungen Leute fennen und lieben lernen. Was nun die Wagenschmiere anlangt, mußt Du schon enti schuldigen, aber die Bestellung von drei Waggons Wagenschmiere iſt nicht eine Sache, die sich aus der Entfernung oder auf brieflichem Bege erledigen ließe. Das eingesandte Muster habe ich einer fach fundigen Analyse unterziehen lassen, ich halte es aber trotzdem für nötig, daß ich nach Budapest tomme und dort das ganze Quantum besichtige. Wenn die Wagenschmiere jobann allen Anforderungen entspricht, fönnen wir den Rauf perfettionieren, aber es ist mein Prinzip, dergleichen nicht leichtfertig zu überellen.. Ich umarme Dich mit verwandtschaftlicher Liebe. Guftan Geldſtart, Budapest Margarete Schwerreich, Beizenboef empfehlen fich als Berlobte. Statt jeber befonderen Anzeige. Gatos ( Berechtigte Ueberfehung non M. 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Aur die Gozialdemokraiie kann Helsen! Nach einer vierjährigen Pause steht das deutsche Volk am 20. Mai wieder einmal vor Wahlen, deren Ausgang auch sür die Kleingärtner von entscheidender Bedeutung ist. Umgestaltung des alten Bodenunrechts zu einem neuen deutschen Bodenrecht, das den unbeschränkten persönlichen Nießbrauch zu- gunsten der höheren Allgemeinheit eindämmt, Erhaltung bzw. Ausbau des Reichskletngartcngesehes und Bewilligung von Geldmitteln zum Ausbau der heimflätteugarten- gebiete und Dauerkolonien, find für die deutsche Kleingartenbewegung Brennpunkte und Lebens- fragen, müssen also in entschieden fortschrittlichem Sinne von Reichs- tag und Landtag gelöst werden, um den Gemeinden Handhaben zu einer ausreichenden Bodenvorratswirtschaft für die A u f l o ck e> rung der Großstädte durch Eingliederung von Kleingartendauerflächen zu geben. Eine solche Lösung kann aber nur von Parlamenten erhofft werden, in denen die Sozialdemokratie die Mehrheit besitzt, denn die Vertreter des Grundbesitzes, d. h. die Rechts- Parteien, haben gegen die Einbringung eines Boden- reformgesetzes gestimmt, außerdem hat sich der neu gegründete Vsrpächteroerband für die völlige Aufhebung der K G O. eingesetzt und nur dadurch, daß die Sozialdemokraten geschlossen nicht nur sür da» Bodenreform- j geseh, sondern auch für den Ausbau der Kleingarten-Ordnung (KGO.). für die Verlängerung der Pachtschuhordnung und für die Gleichstellung des Kleingartenwesens mit dem Sport eintraten, ist das Schlimmste verhütet worden. Sogar da» Zen- t r u m, das doch immer behauptet, die Sozialpolitik in Erbpacht zu haben, hat sich im Reichstag gegen den Ausbau der KGO. gewandt. Das Tollste haben sich aber die Demokraten im Berliner Stadtparlament geleistet, indem sie Heimstätten- gartengebiete aus Privatland ablehnten, obgleich sie i m Reichstag und Landtag für da» Heimstättenrecht eingetreten waren. Gerade die Behandlung des Heimstättengarten- Problems in den Gemeinden war ein Prüfstein für die wahren Ab- sichten der Rechtsparteien, die vor der letzten Wahl dem Reichsoer- band der Kleingartenvereine turmhohe Versprechungen machten, dann aber in den Stadtparlömenten Bedenken über Bedenken häuften, um jeden Eingriff in die Interessen der Bodenspekulation zu verhüten, so daß es erst wiederholter Vorstöße und zäher Kleinarbeit der Sozial- demokraten im Landtag und Stadtparlament bedurft«, ehe das bekonnte Berliner Ortsgesetz über 2050 Hektar DauerNeiugartengelände zustande kam. Da dieses für die künftige 8-Millionen-Stadt unzu- reichend ist. mutz der Gesetzgeber mit ollem Nachdruck die Lücken desHeim st ättengesetzes ausfüllen, vor ollem aber ein Slädtebaugesetz in modernem Sinne erlassen, um so die Grundlagen für eine weitschauende großstädtische Grünflächen- Politik zu schaffen. Hier müssen also die Sozialdemokraten Pionierdienste leisten, deshalb hat die Sozialdemokratische Partei bc- schlössen, den Verbandsvorsihenden Reinhold als Kandidat für den Landtag und den Stadlrat Wendt-Schöneberg als Kandidat für den Reichstag aufzustellen, weil sie beide hervorragende Kenner aller ein- schlägigen Fragen sind und in den Ausschüssen für Wohnung-, Heim- stätten- und Kleingartenwesen ersprießliche Arbest sür die Berliner Kleingärtner leisten können. Dann werden Kämpfe, wie sie um das Schöneberger Südgelände, um die Erweiterung des jüdischen Friedhofes usw., bei denen die Sozialdemokraten stets In vorderster Reihe für die Kleingärtner kämpften, kraft besserer gesetz- licher Regelung verschwinden, dann wird es auch nicht mehr vor- kommen, daß die Rechtsparteien die Bewilligung von 200 000 IN. für Kleingarten- zwecke im Reichstag 2 Jahre hintereinander ablehnen, obgleich sie sich vorher dem Reichsverband der Kleingärtner gegenüber dafür eingesetzt hatten. Die Sozialdemokratische Partei wird sich angesichts der großen, kulturellen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Bedeutung des Klein» gartenbaues vielmehr energisch dafür einsetzen, daß auch vom Land- tag, ähnlich wie beim Sport, genügend Mittel als Bei- Hilfen zum Ausbau der Dauerkolonien bewilligt werden, um jedem Industriearbeiter und Mietkasernenbewohner den Pachtbesitz eines Kleingarten zu ermöglichen. Erst dann wird sich die alte Forderung der Sozialdemokratie„IRehr Land dem Volk" ihrer Erfüllung nähern. Darum darf kein Kleingärtner, der es ernst mit seiner Scholle meint, am 20. Mai der Wahl fernbleiben, sondern jeder überzeugte Kleingärtner muß in seinen, wohlverstandenen ureigensten Interesse die Liste 1. Sozialdemokratisch« Partei, wählen. Nur so wird der Kampf um die Freiheit der Scholle'gewonnen! Darum aus zur Wahl! Wer gar nicht oder falsch wählt, ist mitschuldig an der Ver- nichtung seiner eigenen Scholle und zahlreicher Lungen der Großstadt. Neues Leben im Planetarium. Unter der Leitung Robert Henselings. Zum künftigen Leiter de» Berliner Planetariums ist Robert H e n s e l i n g gewählt worden, der durch seine astronomisch-litera- risch« Tätigkeit in weiteren Kreisen bekannt geworden ist und sich in der Fachwelt namentlich durch die Herausgabe der seit 1921 er- scheinenden Zeitschrift„Die Sterne' sowie als Begründer des „Bundes der Sternfreunde' und der Volrssternwarte Stuttgart einen geachteten Namen erworben hat. Henseling ist durch Vertrag mit der Stadt Stuttgart noch verpflichtet, zunächst das dortige Pia- netarium einzurichten, dessen Eröffnung Mitte Mai bevorsteht. Im Herbst wird er endgültig nach Berlin übersiedeln. Inzwischen leitet und überwacht er die Neueinrichtung des Berliner Instituts. Dem Berliner Planetarium kommen dabei die mehrmonatigen Vorarbeiten zugute, auf Grund deren gegenwärtig für das Stutt- garter und zugleich für das Berliner Planetarium eine umfangreiche Schausammlung der wertvollsten astronomischen Bilder geschaffen wird.(Die Bilder werden in Form tronsparentbeleuchteter Diapositive rings an der Wand des Kuppelhauses angebracht und in eine Studien- und eine Schausammlung gegliedert werden.) Dieses „A st r o m u i e u m' dürfte etwa von Mitte Juni an den Schulen und der Oefzentlichkeit zur Verfügung stehen. Vom gleichen Zeit- punkt an soll auch das öffentliche Vortragswesen nach neuen Grundsätzen entwickelt werden: Planmäßige Herausarbeitung der„Lebenswcrle', die im modernen Weltbild und seiner Geschichte ruhen, unter sorgfältiger Berücksichtigung des Anschauungsbedürf- nisses der Besucher. Die Darbietungen für die Schulen werden künstig nach genau durchgearbeiteten, von Altersstufe zu Alterestufe fortschreitenden Programmen erfolgen. Der Lehrerschaft wird Gc- legenheit geboten werden, sich rechtzeitig vorher über die Vorführungen zu unterrichten. Für den Winter sind„Planetariums- abendc' geplant: öffentliche Vorträge, in denen Persönlichkeiten von besonderem Rang mit Themen von weitem Horizont zu Worte kommen. Zugesagt haben dafür bisher: Dr. W. v. Scholz(Kos- mos und Dichtung)— Dr. Graf v. Arco(Funktechnik und Welten- räum)— B. H. Bürgel(etwa: Lebensbetenntnisse): weitere Ver- Handlungen schweben noch.— Für den Herbst wird ein« Aus- st e l l u n g unter dem Thema„Das Weltbild in Sternglaube und Wissenschaft' vorbereitet. Die leitende Absicht bei alledem ist: Im Planetarium soll es nicht bei dem bloßen un- vermeidlichen„Lernen' sein Bewenden haben. Der Besucher soll vielmehr so etwas wie sine kosmische Feierstunde erleben. Man soll im Planerarium dessen inne werden, wofür der Sternhimmel das höchste sinnliche Symbol ist: daß die Welt ihrem Wesen nach nicht jenes Wirrjal ist, zu dem der Alltag mit seinen Mißtlängen, seiner Kleinlichkeit und seiner Hast sie verzerrt, sondern daß organisches Lebensgesetz sie überoll durchdringt und harmonisch gestaltet, vom Atom bis zu den größten Lebensformen des Kosmos, mögen sie auch aus Millionen oder Milliarden Sonnen bestehen. Bei solcher Ein- stellung gewinnt das Planetarium über seinen unmittelbaren Lehr- zwcck hinaus?!ne sozial« Mission, deren Bedeutung größer ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Das neue Ziel der Planetariumsarbeit stellt an die Leitung und an die Mitarbeiter keine geringen Anforderungen und kann nur schrittweise verwirklicht werden. Ein Ansana in der neuen Rich- tung ist bereits jetzt mit der Umarbeitung der gegenwärtig(und noch bis zum Juni) lausenden Verträge gemacht worden(Themen: Der Sternhimmel im Frühjahr— Im Reiche der Mitternachtesonn: •— Zeitrechnung und Sternenlauf). Straßenbahn baut neue Linien. Nach Rahnsdorf und Lankwitz. Wie im Vorjahre wird die Berliner Straßenbahn auch i.H diesem Jahre in den Vororten mehrere Strecken auebauen. Zu Beginn der Baupenode sind diese Arbeiten wieder begonnen wor- den. So wird augenblicklich an einer Straßenbahnverbindung nach Rahnsdorf gearbeitet. Ferner werden die Strecken, die in den Vororten vorläufig noch eingleisig sind, allmählich zweigleisig aus- gebaut, um an den Ausflugtagen den Massenverkehr, der auf ver- schiedenen Strecken sehr stark ist und ständig steigt, besser beivältigen zu können. Das ist z. B. bei der Linie 90 der Fall, die über Tempelhof, Südende und Lankwitz nach Lichterselde fährt, wo An- schluß nach Machnower Schleuse besteht. In verschiedenen Bau- abschnitten soll die vom Bahnhof Südende bis zur neuen Lank- w i tz e r Kirche eingleisige Strecke zweigleisig ausgebaut werden. kleber das baupolizeiliche Genehmigungsverfahren. Im Architekten- und Ingenicurverein zu Berlin nahm Ober- baurat a. D. Redlich, Berlin-Lankwitz, zu den In der Presse kürzlich veröffentlichten Klagen über einen jetzt mehrfach bc- obachteten zu langsamen Gang der baupolizeilichen Genehmigung Stellung. Er erkannte die Klagen als berechtigt an, da entgegen den Hoffnungen, die man in kommu. nalen Kreisen bei Uebertragung der ortspolizeilichen Befugnisse auf dem Gebiete der Baupolizei an den Oberbürgermeister von Berlin gehegt hatte, jetzt die Anhörung einer viel größeren Zahl von städtischen Dienststellen üblich geworden sei, als früher. Aus Grund seiner Erfahrungen vertrat er die Ansicht, daß eine Besserung möglich sei, wenn die Befugnisse des Bezirkspolizei- beamten vermehrt würden und es nicht nötig wäre, die Stellungnahme anderer Baubeamten für die Baubcratung in ästhetischer Hinsicht und diejenige vieler anderer Bezirksstellen in manäjer anderer Hinsicht sowie auch der Feuerwehr usw. in vielen Fällen herbeizuführen, da der Baupolizeibeamie gemäß seiner Vorbildung allein i m st a n de sein muh und ist, die ver- schiedenen st ä d t i s ch e n und andere öffentlich« Jnter- essen wahrzunehmen. Es wird die Erhöhung der Verant- wortting das Ansehen und die Arbeitsfreude des Baupolizeibeamtsn steigern. Einzelne Verbesserungen sind allerdings nicht auf dem WAie der Verordnung und Orgamsationsänderung anhängig. Be- vor man Klagen in die Oessentlichkcit bringt und Kreisen vorträgt, die nicht gehörig orientiert sind, ist es geraten, sie im Verein zu diskutieren und zu bearbeiten und dabei auch Baupolizeibeamten Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Allerdings werden er- fahrungsgemäß soläie Klogen nur von solchen Personen in die Zeitungen zu lancieren versucht, die sich durch vermeintlich ge- ringes Entgegenkommen der Baupolizeibeamten in bezug auf die Befürwortung oder Bewilligung von Ausnahmen und Dispensen beschwert fühlen und welchen vielmehr an einer Aenderung der Bauordnung im eigenen als im öffentlichen Interesse gelegen ist. Diejenigen Bauherren und Architekten, die sich mit ihren Entwürfen nach Möglichkeit im Rahmen der gc- gebenen Bestimmungen halten, gelangen erfahrungsgemäß schneller und darum wirtschastlich vorteilhafter an das gesteckte Ziel, als diejenigen, die nur durch Ausnahmen und Dispense einen größeren als in der Regel möglichen Erfolg aus ihrem Grundstücke herauszu» schlagen trachten. Die Unterstellung, daß die Kritiker der Davpolizei eine Aenderung der Verordnung mehr im eigenen als im öffentlichen Interesse wünschten, ist denn doch sehr kühn und gewagt. Der Wunsch, die vorhandenen Klagen erst m kleineren Kreisen vorzutragen, beweist. daß Herr Redlich eine vollkommen falsche Anschauung von den Nöten jener hat, die mit der geltenden Berardnung unzufrieden sind und die sich immer erst dann an die Presse, d. h. an die Oeffentlichkeit wenden, wenn sie die Ueberzeugung erlangt haben, daß sie sich auf andere Weise kein Gehör verschaffen können. Die Frage darf also nach diesem Vortrag keineswegs als geklärt gelten. Bielmehr ist notwendig, daß ste auch von anderer Seit« in Angriff genommen werde. Dielleicht sehen sich die gemeinnützigen Baug«s«llschaften veranlaßt, einmal au» ihrer Praxis üb«r das baupolizeiliche Genehmigungsverfahren der Oeffentlichkeit etwas vorzutragen. Volkshygiene in New �ork. Wie Amerika die Diphtherie bekämpft. Dar etwa VA Iahren beschloß der Staat New Park einen Feldzug gegen die Diphtherie, der das Ziel haben sollte, diese Krankheit bis Ende 1930 vollkommen auszurotten. Das Unter- nehmen ist mit so weitgehender Doraussicht geplant und mit solcher Energie und solchen Mitteln durchgeführt worden, daß«in vollkommener Sieg zu erhoffen ist. Da» Gesundheitsamt arbeitet dabei in Gemeinschaft mit den Erziehungsbehörden, den Aerztevereinigungen und den privaten Gesundhests- und Wohlfahrtsverbänd«n. Wenn es stch nur darum handelte, d'e Schulkind«? zu immunisieren, so würde das Unterneh- men nicht so schwierig sein, es handelt sich aber darum, und darin sind sich alle Autoritäten einig, das W«rk auch auf die jüngeren Kinder auszudehnen, vom Alter von sechs Monaten bis zu sechs Iahr«n. Fernerhin ist die Einwilligung der Eltern erforderlich für die Immunisierung und, um diese zu erlangen, ist eine weitest- gehende Belehrung über diese Fragen«rforderlich. Um gewisse Erfahrungen zu sammeln, hat man sich zunächst auf drei Städte beschränkt: Syrakus, Ponkers und Schenck- tady. Oeff«ntliche Lorlestingen. Kmnkenoorstellvngen, Ausftel- lungen, Filmvorführungen, schriftliche Belehrung durch Merkblatt und Zeitung haben dazu dienen müssen, deni Publikum die Ucber- zeugung zu vermitteln, daß das Jmmunisierungsverfahren u n- schädlich und wirksam sei. Ein solcher Strom von Beleh- rungcmateriol hat sich über die New Parker ergossen, daß niemand über die Methoden der Bekämpfung dieser Krankheit im unklaren geblieben ist. Zunächst bestand«in erhebliches L o r u r t« i l gegen di« Immunisierung der Kleinkinder, aber das ist allmählich ge- schwunden und die Opposition hat fast völlig auszehört, um so mehr, da jetzt schon Zahlen.die Wirksamkeit dieses Feldzuges bc- weisen. Auf Grund der vorliegenden Nachrichten kann man an- nehmen, daß dem New Porker Staate das große Experiment wirtlich gelingt, und wenn es hier gelungen ist, werden sich natürlich zahlreiche Nachfolger finden, die unter Benutzung der New Parker Erfahrungen auch ihrerseits alles daran setzen werden, dies« fürchterliche Krankheit auszutilgen. Oiphtheriefchutzimpfung in Berlin. lieber di« vorbeugende Diphtherieschutzimpfung, im« sie zurzeit kostenlos für alle Kinder durchgeführt wird, bestehen im Publikum einige Irrtümer. Es wird zunächst eine Vorimpfung vorgenominsn, di« sogenannte Echicksche Probe. Ihr Ausfall, positiv mit Rötung der geimpften Stell« oder negativ ohne Rötung, läßt die verschiedene Empfänglichkeit des einzelnen Kindes für die Diphtherie erkennen. Alle Kinder müssen nich acht Tagen wieder zur Vorstellung kom- men, auch wenn keine Rötung aufgetreten ist, da der verschieden starke Grad der Reaktion nur vom Arzt beurteilt werden kann, und da auch bei negativem Ausfall ein Impfschein ausaestellt wer- den muß. Diese unempfänglichen Kinder brauche« nicht mehr aeimpst zu werden. Alle Kinder, die eine Rötung nach der ersten Impfung auswiesen, bekommen bei der zweiten Vorstellung di« eigentliche Schutzimpfung� und erhalten am selben Tage den Impfschein ausoeiieserl, der gut aufgehoben werden muß. Da fast olle Kleinkinder bis zu 6 Iahren besonders empfänglich für Diphtcrie sind, werden die Kleinkinder ohne Lorprobe geimpft. Der Diphtherieschutz sür die.Gesamtheit wird um so größer sein, je sorgsamer jeder einzelne den vorstehrnden Ausführungen nachkommt.___ 13. Bezirk— Tempelhsf. Eine ungewöhnlich reiche Tagesordnung lag der letzten Bezirks- Versammlung in Tcmpelhof vor. Ein Dringlichkcitsantrag der KPD. über das Verbot des Roten Frontkämpferbundes wurde mit Hilfe der Demokraten zu Fall gebracht. Als Vergeltung wider- sprachen die Kommunisten einem Dringlichkeitsantrag« der Demo- traten über den Ausbau der Manteuffelstroße. Die Bewohner von Lichtenrade klagen über m a n g e l h a s t e Beleuchtung. Die sozialdenwkrolische Fraktion hat sich dieser Angelegenheit an- genommen. Sie stellte fest, daß bei gutem Willen der Gasbetriebs- gescllschaft die Beleuchtung einwandfrei sein könnte. Ein Bau- Unglück in Mariendorf gab der sozialdemokratischen Fraktion Anlaß zu einem Antrage, der zur allgemeinen Erörterung führte. Dabei wurde ein Versagen der Baupolizei festgestellt. Der Volkspark von Maricndorf wird seit langem vernachlässigt. Das wurde von unserem Redner gerügt. Desgleichen wurde zur Sprache gebracht, daß man Wahllokale drei Stockwerke hoch in Schulaulen legen wollte. Unserem Redner wurde Abhilfe zugesagt. Mehrfach hat die SPD. im Interesse der arbeitenden Bevölkerung oersucht, die stets geschlossenen Parkanlagen von Tsmpelhof zu öffnen.— Ein anderer sozialdemokratischer Antrag, die Anzeiger der Hakte- stellen für die Straßenbahn aus dem Tempelhofer Feld zu ver- legen, fand einmütig« Annahme. Ebenso wurde allseitig anerkannt, daß der SPD.-Antrag ins Schwarze treffe, wenn er die Zustände der Straßen in der Tempelhofer-Feld-Siedlung als skandalös bezeichne und schleunig« Beseitigung der Staub- plage forder«. Für den ganzen Bezirk sind folgende Beschlüsse sehr wichtig: bessere Beleuchtung der Feuermelder. Herab- setzung der Wasserpreise, Ausdehnung der Tätigkeit der Schulzahnklinik, tarifliche Bezahlung der Schulreinigung. Hinaus- fchiebung des Einreichungstermins für die Bedarlsanmeldung, Be- leihung der Zweizimmerwohnungsbauien mit Geldern aus der Hauszinssteuer. Ein Antrag der KPD., der die unentgeltliche Le- Nutzung der Schulräume und Turnhallen fordert, wird dem Hau»- Haltsausschuß überwiesen Die Mehrheit der Versammlung beschloß, ein« Straße nach dem Ozeanflieger Köhl zu benennen. Die Link« erhob Widerspruch, da bisher das Prinzip bestand, Straßen nicht nach Lebenden zu benennen und weil man dem Maaiftrat nicht vorgreifen könne. Die Straßenumbeirennungen fü' den ganzen Bezirk wurden wegen Zeitmangels vertagt. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubril find Berlin 58 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin Der Wahltag gehört der Partei! frets an bas Bezirksjefretariat 2. Sof 2 Trep. rechts. zu richten. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Zum 3. Umzug ist das Antreten aller Genofsinnen und Genossen unbedingt erforderlich. 8. Areis Kreuzberg. Ale radfahrenden Genossen treffen fich zum Werbefahren Freitag, 18. mai, 18 Uhr. Seinrichsplag. Rachzügler 19 Uhr. 3. Kreis Friedrichshain. Die Abteilungsleiter treffen sich Sonnabend, 19. mai, 18 Uhr bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. Jede Abteilung muß vertreten fein. 6. Greis Kreuzberg. Freitag, 18. Mat, treffen sich alle Bildungsausschußmitglieder vollzählig in der Rundgebung im Gewerkschaftshaus. Heute, Donnerstag, 17. Mai( Himmelfahrt): 21. Abt. 9 Uhr Flugblattverbreitung von den Zahlabendlokalen aus. 24. Abt. 3. Gruppe. 9 Uhr bei Köhler, Greifswalder Str. 80b, Flugblatt. verbreitung. Reftloses Erscheinen wird erwartet. 38. Abt. 10 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lofalen aus. Rein Genosse darf.biesmal fehlen. 43. Abt. Die Genoffinnen und Genossen treffen fich 9 Uhr zur Flugblatt. verbreitung in den Zahlabendlofalen. Erscheinen ist Pflicht. 45. Abt. Die Flugblattverbreitung findet am Donnerstag nicht ftatt. 74. Abt. Zehlendorf. Flugblattverbreitung von den Bezirken aus. Die Ge. noffen der Sieblung Fischtal, welche für die anderen Bezitte eingeteilt find, holen bis 9 Uhr die Flugblätter von den Bezirksführern ab. Reiner Darf fehlen. 77. Abt. Schöneberg. 9 Uhr Flugblattverbreitung: 1. Bezirk: Milde, Nollen. dorfftr. 16. 2. Bezirk: Jürgens: Barbarofastt. 5a. 3. Bezirk: Roschenz, Apostel- Paulus- Straße 27. 4. Bezirk: Bill Martin- Luther- Straße 69. Es ist Pflicht aller Mitglieder, sich an der Berbreitung zu beteiligen. 123. Abt. Weißenfee. Blafate zum Aushängen für die Ballons können von Gallas, Lehderstraße, abgeholt werden. 128./130. Abt. Bantom. Treffpunkt 13% Uhr zur Berbefahrt nach Buch. Eichwalbe. 10 Uhr treffen sich alle Genoffinnen und Genossen im Lokal von indner zur Flugblattverbreitung. Morgen, Freitag, 18. mai: 1. Abt. 17 Uhr Automerbefahrt ab Arto aplaz. Anschließend 20 Uhr am gleichen Tage treffen sich alle Wahlbe.fer bei Spiegel, Aderftr. 1. Sonnabend, 19. mai, 18 Uhr, Berbeunzug mit Mufit ab Arfonaplag. 4. Abt. 18 Uhr Antreten zum Werbeumzug Artonaplaz. 6. Abt. 20 Uhr bei Dobrohlaw, Eminemünder Str. 11, Funktionärsigung mit den Wahlleitern. 8. Abt. 20 Uhr Funktionärsigung bei Ridert, Steinmezftr. 36a. Jeder Bezirk muh rnbedingt vertreten sein. Die Berpflichtungszettel zur Wahlarbeit müssen von allen Bezirken bestimmt mitgebracht werden. 11. Abt. Alle Mitglieder beteiligen fich 19% Uhr an der Rundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus. Gonnabend, 17% Uhr, Treffpunkt zum Berbeumaug Aleiner Tiergarten. 13. Ast. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an der Rundgebung im Moabiter Gesellschaftshaus. Reiner darf fehlen. 14., 15., 16. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an der öffentlichen Rundgebung im Bakenhofer, Chaufféeftr. 64. 15. Abt. Sonnabend, 19. Mai, beteiligen fich alle Genoffinnen und Genossen am Fadelzug des Reichsbanners. Treffpunkt: 19 Uhr Uferstraße, Ede Martin- pig- Straße. 17. Abt. Alle Mitglieder befuchen die Rundgebung im Bazenhofer, Chaussee. ftraße 64. 1815 Uhr pünktlich Ausgabe, des Materials bei Dose, Nordhafen 6. 20. Abt. Nach der öffentlichen Rundgchung treffen fich alle Funktionäre bei Bose, Roloniestr. 15. 23. Abt. Alle Genoffinnen und Genossen beteiligen fich an der Rundgebung im Bharusfaal, Mierftr. 142, und am Sonnabend, 19. Mai, am Fadel aug. Treffpunkt: 19 Uhr bei Müller, Uferstr. 12. 26. Abt. Antreten zum Werbeumaug 18 Uhr vor dem Bezirksamt, Danziger Straße 64. Gonnabend, 19. Mai, ab 15 Uhr Flugblattverbreitung bei Beiniich, Weißenburger Str. 1. 33. Abt. Werbefahrt für die öffentliche Rundgebung( Lauftauto mit An hänger). Treffpunkt für Mitfahrer: 17 Uhr Rudolfplag.( Es find noch ciniae Genoffen erwünscht.) 19 Uhr Rundgebung Schulaula, BohenloheStraße 10. Sonnabend, 19. Mai; Demonstration des Areifes. Treff punkt: 18% Uhr Baltenplas. Rur ein starker Bug wirkt. Borher verfäume niemand, die Flugblätter auszutragen. 37. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung bei Pfeiffer, Sausburgstr. 2, und Raichle, Matternftr. 14. Gonnabend, 19. Mai, Demonstration. Treffpuntt: 18% 1hr Baltenplag. 38. Abt. Die Bezirksführer nehmen ab 19 Uhr die Blafate, Blods und Rähllisten bei Bartusch, Friedensstr. 88, in Empfang. Auch die restlichen Mitteilungsblätter sind zu entnehmen. Gonnabend, 19. Dai, Treffpunkt aller Genoffinnen und Genoffen um 18% Uhr auf dem Baltenplag zur Sundgebung des Kreifes. 42. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen beteiligen fich an der Rundgebung im Gewerkschaftshaus.. 45. Abt. 19% Uhr Gruppenversammlungen in ben bekannten gofalen. Gruppe Ruden bei Albrecht, Forster Str.. Cinteilung aur Bahlarbeit. Sportler, Jungsozialisten und GA3. wollen sich bei Bertsch, Biener Straße 39, melden. 55. bt. Charlottenburg. 18 Uhr Flugblattverbreitung. 8. Gruppe: Schük, Balftr. 99. 9. Gruppe: Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 10. Gruppe: Bohne, Schloßftr. 45. Anschließend Bahlabend. 77. Abt. Schöneberg. 1. Bezirk: 20 Uhr bei Milde, Rollendorfstr. 16. Einteilung zur Wahlarbeit. 86. Abt. Mariendorf. 19 Uhr vor der Bersammlung Empfangnahme der legten Flugblätter bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. 1., 2. und 7. Bezirk holt die Flugblätter von Reumener, Schöneberger Straße, ab. Mitgliedsbücher find zur Stempelfontrolle mitzubringen. Rentölln. 89. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung: 1. bis 4. Begirl: Grommed, Sanderstr. 10. 5., 7., 8. Bezirt: Wille, Reuterstr. 47. 6., 11., 12 Bezirk: Brandt, Pflüger, Ede Nai: fenstraße 9., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Sobrechiftr. 64. 91. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung: Köfter, Rarlsgartenstr. 4; Lübbede, Ratisgartenftr. 12; Mischte, Münchener Str. 10; Etahmann, Münchener Str. 42; Flughafen, Mahlomer Str. 10; Baleiosti, Bobbinstraße. 94. t. 18 Uhr Flugblattnerbreitung von den be Alle Genofsinnen und Genossen leisten die ihnen von der Abteilungsleitung zugewiesene Arbeit. Wer in der Abteilung feine Wahlarbeit zu verrichten hat oder wer in der Abteilung an der Mitarbeit behindert ist, meldet sich im Zentralwahllofal feines Kreises. Die parteigenössischen Radfahrer stellen sich ebenfalls in ihren Abteilungen zur Verfügung. Zur Unterstützung von franken und alten Wahlberechtigten hat der Arbeiter- Samariter- Bund in allen Stadtteilen Wachen eingerichtet, die an anderer Stelle im„ Vorwärts" bekanntgegeben sind. Die Zentrale der Samarifer befindet sich Große Hamburger Straße 20.- Norden 3340. Die Zentralwahlleitung befindet sich im Bezirks. sekretariat, Lindenstraße 3. Telephon: Dönhoff 5086, 5087, 5088. Zentralwahllofale der Kreise: 1. Kreis Mitte: Sommer, Neue Friedrichstr. 71. Norden 8173. 2. Kreis Tiergarten: Schmidt, Wiclefstraße 16. Hansa 663. 3. Kreis Wedding: Schade, Kösliner Straße 9. Moabit 9781. 4. Kreis Prenzlauer Berg: M. Klug, Danziger Straße 71. Bineta 725. 5. Kreis Friedrichshain: Comenius- Festfäle, Memeler Str. 67. Königsfadt 1075. 6. Kreis Kreuzberg: Krüger, Grimmstraße 1. Bärwald 7036. 7. Kreis Charlottenburg: Eden- Palast, Kaiser- FriedrichStraße 24. Wilhelm 3599. 8. Kreis Spandau: Restaurant„ Am Mühlengraben", Spandau, Morihstraße Ede Viktoriaufer. 9. Kreis Wilmersdorf: Kroiß, Holsteinische Straße 60. Pfalzburg 1103. 10. Kreis Zehlendorf: Wilh. Schnorre, Potsdamer Straße 3. Zehlendorf 1486. 11. Kreis Schöneberg: Stephan 4049. • Will, Martin Luther Straße 69. 108. t. Ripenid. Ale Funktionäre haben f 18 Uhr in der Schloft. 273 einzufinden. Anschließend an die Rundgebung im Stadttheater, fleines Goal, turse Besprechung aller Funktionäre mit den Wahlhelfern. 2ichtenberg. 115. Abt. 18 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Sahla abendlokalen aus. Sonnabend, 19. Mai, 17 Uhr, Treffpunkt zum Ume zug an der Schule Solteistraße. Fahnen und Plakate sind mitzubringen 117. Abt. 19% Uhr Extrazahlabend für Rummelsburg bei Brunn Türrschmidtstr. 401 für Neu- Lichtenberg bei Kloje, Rupprechtstr. 37. Am Sonnabend zur Demonstration Abmarsch pünktlich 17% Uhr von Krüger, Türrschmidtstr. 33. 119. Abt. 18 Uhr bei Barz, Möllendorf. Ede Riftede gutftrage, Flugblattverbreitung. Dringendes Erscheinen ist Bflicht. Sonne abend, 19. Mai, 17% Uhr, fammelt sich die Abteilung unter Mitführung des Banners in der Solteistraße, Jugendbühne, zur Demonftration. Abs marsch pünktlich 18 Uhr. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 124. Abt. Mahlsdorf. 30 Uhr wichtige Funktionärßigung bei Anders, Bahnhofa ftraße 37. Einteilung zur Bahlarbeit. Sämtliche Funktionäre und Wahl helfer müssen erscheinen. 136. Abt. Reinidendorf- Dft. 18% Uhr Treffpunkt zur Demonstration. Soun abend, 19. Mai, 18 Uhr, Treffpunkt Seebad Reinickendorf zur Demon ftration. Am Freitag, 18. Mai, zwischen 17 und 18 Uhr, Flugblätter von ben beftimmten Lokalen abholen. Sonnabend, 19. Mai: 3. Wht. Alle Genoffinnen und Genossen beteiligen fich an der Kreisdemons stration. Treffpunkt 17 Uhr Arkonaplag. Adfeitige Beteiligung i Barteipflicht. 18. Abt. 19 Uhr treffen sich die Genoffinnen und Genossen bei Miller, Ufera ftraße 12. 20. Abt. 19 Uhr treffen sich die Genoffinnen und Genossen zum Umzug an Btunnenplag, Schönstedtstraße, mit Mufit. Am Sonntag alle Mann bei der Wahlarbeit. 24. Abt. 18 Uhr Treffpunkt sämtlicher Funktionäre und Helfer zur Wahl arbeiteinteilung in folgenden Lokalen: 1. Gruppe: Rösner, Jmmanuel firchstr. 25. 1a. Gruppe: Ulmer, Wins Ede Christburger Straße. 2. Gruppe: Winzer, Christburger Ede Binsstraße. 3. Gruppe: Röhler, Greifswalder Str. 80b. 25. bt. Ab 19 Uhr finden sich die Genossen zur Eintragung für die Wahle arbeit bei Rramer, Cotheniusstr. 3, ein. 30. Abt. Ab 17 Uhr Flugblattverbreitung von allen Zahlabendlotalen aus. 32. Abt. Werbeumzug des Kreises Friedrichshain. Treffpunkt 18% Uhr Balten. plag. Reftlofes Erscheinen aller ist Pflicht. Die Ordner müffen pünktlich zur Stelle fein. 36. Abt. Die Mitglieder treffen sich zur Rundgebung 19 Uhr am Baltenplas. 44. Abt. 20 Uhr bei Ewald, Glaliger Str. 126, turze Besprechung aller Funktionäre und Materialausgabe. Charlottenburg. 51. Abt. Demonstration der 51. und 55. Abt. Treffpunkt 18 Uhr Sophie- Charlotte- Blah. Freitag, 18. Mai, Ertrazahlabend in den bekannten Lokalen.-54. Abt. 18 Uhr Treffpunkt zur Demonstration ant Polizeipräsidium, Sophie- Charlotte- Blak. 78. Abt. Schöneberg. 19% Uhr Treffen sämtlicher Mitglieder am Bahnhof Ebersstraße zur Demonstration. 99. Abt. Brig- Budow. 7. Bezirk: Bon 16 bis 19 Uhr endgültige Einteilung zur Wahlhilfe im Lotal Buschytrug. 114. Abt. Lichtenberg. 17 Uhr Treffpunkt bei Echentle, Croffener Str. 14, zum Werbeumzug. Die Mitglieder beteiligen fich restlos. 128./130. bt. Bantow. 18 Uhr Treffpunkt auf dem Marktplag zum Berbe umzug durch Bankom- Nord. Anschließend öffentliche Wählerversammlung. Wählerkundgebung. Redner Mar Fechner. 12. Kreis Steglig: Schellhase, Ahornstraße 15a. Steglit 3815. 140. b, Borfigwalde. 20% Uhr in den Borsigwalder Festfälen öffentliche 13. Kreis Tempelhof: Niendorf, Mariendorf, Chauffeeffraße 19 Ede Strelitzer Straße. Südring 1548. 14. Kreis Neukölln: Idealfasino, Weichselstraße 8. Neukölln 406. 15. Kreis Treptow: Thiel, Niederschöneweide, Berliner Str. 38. Oberschöneweide 3252. 16. Kreis Köpenick: Stadttheater, Köpenid, Friedrichstraße 6. Köpenid 360. 17. Kreis Lichtenberg: Seipfe, Kronprinzenstraße 47. Andreas 1220. 18. Kreis Weißensee: Gallas, Lehderstraße. Weißenfee 877. 19. Kreis Pankow: Türkisches Zelt, Pankow, Breite Straße 14. Pankow 266. 20. Kreis Reinickendorf: Scharnweberstraße 114. Boltshaus, Frauenveranstaltungen. 2./3. ht. Achtung, Genoffinnen! Der Frauenabend fällt in diesem Monot aus. Dafür beteiligen fich alle Genoffinnen restlos an der Demonstration am Connabend, 19. mai, 17 Uhr. Treffpunkt Artonaplas. 4. Abt. Der Frauenabend am Montag fällt aus. Dafür beteiligen sich die Genaffinnen gefchloffen an der Demonstration des 1. Rreifes am Sonne abend, 19. Mai, 17 Uhr. Jungjozialisten. Gruppe Bebbing- Gesundbrunnen: Bir treffen uns zur Landagitationsfahrt am Donnerstag um 6 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Borortbahnhof. findet die Fahrt nicht statt. Es ift Pflicht eines jeden Genossen, sich zu, beteiligen. Bei starkem Regent Gruppe Schöneberg: Freitag, 18. Mai, ime Jugendheim Hauptstr. 15 Vortrag: Neue Lebensformen", 2. Teil. Referentin Anna Sartom. Gruppe Süben: Freitag, 18. mai, 1915 Uhr, im JugendReinidendorf- West, beim Vordstr. 11, Simmer 3, Borttag: Staat und Revolution. Referent Erwin Blaffert. Wichtige Gruppenangelegenheiten. Jedes Mitglied muß ezfcheinen. * 15. Mai ift in ber Berfammlung in der Renen Belt, Sasenheide, eix Damenschirm ftehen geblieben. Abzuholen im Parteibureau der SPD. New nederftz, 3, täglich von 17 bis 19 Uhr. Das Wahlrefultat der einzelnen Stimmbezirke wird in den Abfeilungen zusammengestellt und dann auf dem schnellsten Wege dem Bezirkssekretariat und dem Kreise übermittelt. Teilrefultate undas, Resultate der einzelnen Stimmbezirke sind wertlos. Nur das Gefamtresultat der Abteilung fann bei der Veröffentlichung Berwendung finden. Da bei dieser Wahl zweimal gewählt werden muß, genügt zunächst das Resultat der Reichstagswahl. Das Resultat der Landtagswahl fann später nachgeliefert werden. Der Bezirksvorstand. fannten Zotalen aus. Alle Genossen müssen erscheinen. 95. st. 20% Uhr wichtige Gigung der Bezirksführer mit dem Abteilungsvorstand bei Reil, Prinz- Handjern- Straße 38. 104. Abt. Riederschöneweide. Alle Mitglieder treffen sich zur Rundgebung 18% Uhr auf dem Rathenau- Play in Oberschöneweide. Nach der Bez anstaltung Flugblattverbreitung bei Thiele, Berliner Str. 38. 105. Abt. Ablershof. Die Genoffinnen und Genossen beteiligen fich volleählig an der Kreisveranstaltung. Treffpunkt 19 Uhr Rathenau- plag in Ober schönemeibe. 106. Abt. Johannisthal. 18 Uhr Materialausgabe bei Gobin, Roonfte. 2. Die Genoffinnen und Genossen beteiligen fich später an der Rundgebung im Ryffhäuser, Niederschöne weide. Kinderfreunde Groß- Berlin. Achtung, Azetsleiter! Am Freitag find Protokolle und Rundschreiben von der Geschäftsstelle abzuholen und umgehend den helfern und Rindern meiter. zugeben. Alle Reife stellen der GAJ. die Seite für Pfingsten zur Verfügung und forgen dafür, daß diefelben bis Mittwoch, 23. Mai, hier in der Linden. straße in der Geschäftsstelle der GA3. angeliefert werden. Jedes gelt mus gezeichnet fein und ein Berzeichnis des Zubehörs haben. Kreis Charlottenburg. Wir treffen uns heute wieder auf unserem Spiele plet um 15 Uhr. Rote Fallen lommen schon um 10 Uhr zur Seltarbelt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Meist startere Betpollung mit einzelnen Regenfällen, ziemlich fühl. Für Deutschland: Ueberall meist stark bewölkt, vielfach Niederschläge, Temperaturen allgemein etwas niedriger. Das ellbelannte Teppich und Gardinenhaus Emil Lefevre, Jeit 46 Jahren nur Berlin Süden, Oranienftr. 158, bringt für den Pfingstverlauf große Ge. legenheitspoftent Gardinen, Stores und Fülbettbeden und im Teppichlager, der Haupt- und Spezialabteilung, hervorragend preiswerte Teppiche, Brüden und Läuferstoffe usw. zum Bertauf, worauf besonders hingewiesen wird. Ausschneiden! Aufbewahren! Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises werden hierdurch für die Mitglieder unseres Verbandes folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt: Tegel, Tegeler See: Restaurant ,, Zur Waldhütte", Inh. Karius, Tegel Restaurant Zum Leuchtturm", Inh. Max Becker Restaurant ,, Seeblick", Inh. Radowitz Restaurant Zum Lindenbaum", Inh. Wilh. Reinhold Restaurant ,, Seglerhaus", Inh. Bergmann, Tegelort Restaurant ,, Zur Hermannsbaude", Inh. Hermann Baude, Jörsfelde ,, Sport- Restaurant", Inh. Dannenberg, Heiligensee Treptow: Restaurant„ Deutscher Garten", Inh. Frau Grünberg Alt- Treptow 2/3 ,, Schloß Treptow", Inh. Dittmann, Alt- Treptow 6 Grünau: Restaurant„ Jägerheim", Inh. Gustav Ehrhardt In den Müggelbergen: Restaurant, Waldschänke", am Teufelssee, Inh. Rost Friedrichshagen: „ Gesellschaftshaus", Inh. Ww. Schröder. „ Bürgersäle", Inh. Trepping 99 , Café Mignon", Restaurant Hubertus", Inh. Maus Rahnsdorf: ,, Paradiesgarten", Inh. Sorge Zentralverband d. Hotel-, Restaurant- u. Café- Angestellten Zweigverein Groß- Berlin, Elsässer Str. 86/88 Telephon: Norden 1813, 80% Bekanntmachung. Gemäß Beschluß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft vom 16. Mai 1928 wird für das Geschäftsjahr 1927 anf die Vorzugsaktien Serie IV eine Vorzugsdividende von 7% verteilt. Die Restdividende( 32%) wird ab 19. Mai 1928 ausgezahlt. Hierbei gilt 1 GM gleich 1 RM. An die Inhaber von Zertifikaten Gruppe I der Reichsbank über Vorzugsaktien Serie IV der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft wird die Restdividende, welche auf die durch die Zertifikate vertretenen Vorzugsaktien entfällt, unverkürzt( vermindert um den Steuerabzug vom Kapitalertrag) auf DividendenBezugsschein Nr. 4 vom 19. Mai 1928 ab bei den für die Einlösung vorgesehenen Zahlstellen ausgezahlt. Berlin, den 16. Mai 1928. Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft Hauptverwaltung Jahn Reichsbank- Direktoriam Dr. Hjalmar Schacht v. Grimm Gegen rote Hände und unschöne Hautfarbe verwendet man am besten bie Schneeig- weiße. fettfrete Creme Leodor, welche ben Händen und dem Geficht jene matte Weiße verleiht, die der vornehmen Dame erwünscht ist. Ein besonderer Vorteil liegt auch darin, daß diese unsichtbare Blattereme wundervoll fühlend bei Judreiz der Haut wirkt und gleichzeitig eine Dorzügliche Unterlage für Puder ist. Der nachhaltige Duft dieser Creme gleicht einem taufrisch gepflüdten Frühlingsstrauß von Veilchen, Maiglöddhen und Flieder, ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch. ben die vornehme Welt verabscheut. Preis der Tube 60 Pf. und 1 Mt. In allen Chlorodont Berkaufsstellen zu haben. Bei direkter Einsendung dieses Inserates als Drudiache mit genauer und deutlich geschriebener Absenderadresse auf dem Umschlag erhalten Sie eine fleine Brobesendung foftenlos überfandt durch Leo- Werke A.-G., Dresden N. 6 Herren- Bekleidungshaus Teppiche steter Eingang von Neuheiten zu staunend billig. Preisen kauf. Sie bei S. Rosenberg, Weinmeisterstr. 10. Vorzeirer dieser Annonce 5% Rabatt. ohne Anzahlung zahlbar in 10 Monatsraten, liefert Teppich- Vertrieb Berlin NW 7. Ta Referenzen! Der bequeme Dosenöffner Urbin Schuhput Der gute KREUCHER ,, Urbin", der beliebteste deutsche Schuhputz, ist jetzt mit einem praktischen Dosenöffner versehen, der Ihnen das leichte und schnelle Oeffnen der Dose sichert. 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