Morgenausgabe Nr. 232 A 118 45. Jahrgang VLchevtlich 85 Pfg� monatlich S.SV M. im voraus zahlbar. Postbezug<22 M. einschl. Bestellgeld. Auslandsabovn»- wem 6.— M. pro Monat. ede» weiter« Werl wart..Kleine Anzeigen" d», iettge- »ruckte Wort 25 Mennig(zuldfiigj 12 Pfennig. Stellengeluche da» erst» Wort 15 Pfennig, ,-d-» weitere Wart 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaden zahlen für zwei Worte. Zlrbeitsmaickt Zeil, 50 Pfennig. Familienanzeige« für Abonnenten Zeile<0 Pfennig. Anzeige». annahm« im thaupigeichäft Linde». VrofjeZ. wochentägi. boh IV, die 17 Uhr. Zentralovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhosl 2Q2—2Q1 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Dorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin S7SSS— Bankkonto: Bank der Arbeiter,»»gestellt«» und Beamten Wallstr. 65. Diikontv-Gesellschast. Depositenkasie Nndenstr 8 Freie Bahn den Städten! Der Bürgerblock hemmt den Wohnungsbau in den Gemeinden. Reichstagsrvahlen entscheiden nicht nur über die un- mittelbaren Angelegenheiten des Reichs und der großen Außen- und Innenpolitik Deutschlands. Sie haben heute eine ganz ausschlaggebende Bedeutung auch für die P o l i t i t d e r <3 e me i n d e n gewonnen. Der Finanzausgleich, den der Reichstag beschließt, entscheidet das Schicksal der Gemeinde- Politik in jedem Sinne des Wortes. Von seiner Gestaltung hängt es ab. ob in den Gemeinden fortschrittlich gearbeitet werden kann oder nicht. Der Bürgerblock ist immer ein Feind der Gemeinden und der Selbstverwaltung gewesen. Die großen Herren der„Wirtschaft", die dort das Wort führen, sind seit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts keine Freunde des Selbstoerwaltunasrechtes der Bevölkerung in den Gemeinden. In allen Gesetzentwürfen des Bürgerblocks sind Versuche gemacht worden, die Ge- meinden an die Kandare zu legen. Am meisten hat die Politik des Bürgerblocks die Ge- meinden durch die Anleihesperre gelroffeu. die über sie verhängt worden ist. Trotz aller schönen gelegent- lichen Redensarten über den Wert der Selbswerwaltung und über den Freiherrn». Stein ist die Schachtsche Politik der Anleihesperre eine Politik des Bürgerblocks gewesen. Sie hat zu dem grotesken Zustand geführt, daß jedes private Elektrizitäts- oder Gaswerk jede'beliebige Summe, die es zu Erweiterungszweckcn benötigt, unter günstigen Bedingun- gen erhalten kann, während die Gemeinden sich mit viel teueren kurzfristigen Krediten begnügen müssen. Der Rück- gang der Aufträge durch die Gemeinden hat die K o n j u n t- tur gefährdet, hat neue Arbeitslosigkeit erzeugt und in den Gemeinden oft fast unüberwindliche Hindernisse für ein Weiterarbeiten aufgetürmt. D i e Stadt Berlin kann von dieser Politik der unverhüllten Feindschaft gegen die Bedürfnisse der Massen und gegen die öffentsiche Wirtschaft ein Lied singen. Seit zwei Iahren bemüht sich Berlin vergeblich, auch nur die bescheidensten Anleihen zu erhalten. Wenn die Wirtschast der Stadt Berlin nicht trotz allen reaktionären Ge- schreis so vollständig gesund und solide wäre, hätte sie längst unter dem Druck dieses brutalen Kampfes gegen ihre Lebensnotwendigkeit alle Arbeiten einstellen müssen. Die wichtigste Entscheidung, die der neue Reichstag für die Gemeinden zu fällen haben wird, wird die Entscheidung über die Fortführung der wohuungspolitik fein. Der heutige Zustand, bei dem die Erhebung der H a u s- z i n s st e u e r für Wohnungszwecke von Jahr zu Jahr wieder in Frage gestellt wird und außerdem nur ganz unzureichende Beträge für Wohnungszwecke zur Verfügung gestellt werden, ist auf die Dauer unhaltbar. Deutschland ist sehr wohl in der Lage, wenn nur der Reichstag und die Regierung wollen, einen energischen Schritt zur Behebung des Wohnungselends zu tun. Es bedarf doch nur einer planmäßigen Führung und einer zielbewußten Gesetzgebung. Bei wirklich spar- samer Wirtschast aus den Gebieten, wo gespart werden kann (Militäretat usw.), lasien sich für den Wohnungsbau durch- aus die notwendigen Summen beschaffen. Erst in der allerletzten Zeit hat man im Reichstag kleine Anläufe gemacht, um sich auch für diese Frage zu interessie- ren. Der BürAerblock hielt dieses wichtigste Problem aber offenbar nicht für dringend genug, um durch einen energischen Schrstt und Aufstellung eines großzügigen, auf lange Sicht berechneten Wohnungsbauprogramms dem Uebel ein für allemal auf den Leib zu rücken. Die Gemeinden wür- de» bei einer energischen vorbildlichen Politik des Reichs- tages auf dem Gebiete de» Wohnungsbaues unendliche Summe» sparen. Ein großer Teil der Belastungen ihres Wohlfahrtsetats ist auf das Konto der vollkommen unzureichenden Wohnungs- verhältnisie zu fetzen. Eine solche Politik setzt aber im Reichs- tag einen Willen zur Hebung des Lebensniveaus der arbeitenden Mafien voraus. Alles aber, was der Bürger- block aetan hat, war gegen eine solche Politik gerichtet. _ Insbesondere die Großstädte, die unter dauerndem Zuzug i vom Lande zu leiden haben, können ihren Aufgaben nicht ge- ' recht werden, wenn die Gesetzgebung nicht die Grundlage für eine solche fortschrittliche Wohnungspolitik schafft. Die Gemeinden haben in den letzten Jahren immer mehr die Notwendigkeit einer Vereinigung der politischen Ent- scheidungen im Reichstag anerkannt. Die Tagung des Deutschen Städtetages in Magdeburg im vergangenen Jahre war ein imposantes Bekenntnis zum Einheit? st aat und zu einer'Berwaltungsreform großen Stils. Die großen Gemeindeverwaltungen wifien, daß die ihnen gestellten Aufgaben sich nur dann lösen laficn, wenn die gesamte Reichspolitik auf eine fortschrittliche Ent- Wicklung eingestellt wird. Heute aber werden sie an allen Ecken und Enden gehindert. Wir brauchen nur auf die Berliner Verhält- nisse zu sehen, um das b e st ä t i g t zu finden. Wochen- lang muß die Stadtverordnetenversammlung sich abmühen, um einen Etat zustande zu bringen, in dem alle wichtigen Aufgaben nicht gelöst werden können, weil der Finanzausgleich bewußt gegen die Großstädte und gegen die Gemeinden überhaupt gestaltet wird. An allen Ecken und Enden sieht man die Unterlassungssünden der Vergangenheit, man fit sich vollkommen darüber im klaren, was zu geschehen hätte, aber es kann nichts durchgeführt werden, weil Herr Schacht Aus- Hungerungspolitik gegen die Städte betreibt. Nur eine Aen- derung des Kurses der Politik im Reichstag kann Wandel bringen und auf diese Aenderung wartet in den Gemeinden alles. Ein Sieg de? Sozialdemokratie am 20. Mal ist auch hier erste Voraussetzung für jeden weiteren Fortschritt. Die Zerschlagung des vnrgerblocks im Reiche macht auch den Weg frei für eiue erfolgreiche Arbeil in dea Gemeinden. � Friedrich Brühne Genosse Friedrich Brühne ist tot! Einer unserer alten Vorkämpfer, einer der Treuesten ist von uns gegangen. Es war ihm nicht vergönnt, den Sieg der Sozialdemokratie über den Bürgerblock am 2l). Mai zu erleben. Friedrich Brühne wurde am 20. August 1856 geboren. Im Jahre 1876 kam der junge Schuhmachermeister zur Partei. Er hat die Schrecken des Sozialistengesetzes in voller Schwere erlebt, die Grausamkeiten der Bismarckschen Polizei, die an seinem Wohnort Frankfurt am Main mit besonderer Schärfe gegen die Sozialdemokratie vorging. Bon 18S8 an bis zu seinem Tode war Friedrich Brühne Mitglied der Kontrollkommission der Sozialdemokratischen Partei, fest 1899 Stadtverordneter in Frankfurt am Main. Mitglied des Reichstags 1893—1898, 1907—1919, 1919—1920 Mitglied der Nationalversammlung. Mit ihm stnkt wieder einer der Mten ins Grab, ein Zeuge und Mitschaffender am Aufstieg der deutschen Arbeiter- bewegung. Sein Werk fortzusetzen, die Bahn zu ebnen für den Sieg des Sozialismus— das ist die Aufgabe, die den Nachfolgenden obliegt, der Dank der Sozialdemokraten an ihren Vorkämpfer. * Die Beerdigung des Genosse« Brühne findet«un Dienstag in Frankfurt am Main statt. Retch-iusNzmtntsker a. v. Heinz« ist im Mter»an«Z Iahren gestorben. Vor dem Kriege nationalliberaler Parlamenlarler, kurz vor Ausbruch der Revolution zum tgl. sächsischen Iustizminister er- nennt, gehört» er nach der Revolution der Reich«tagsfrnttion der Dolkspartei o». In den Kabinetten Fehrenbach und Slresemann 1820 war«r Iustizminister. Keine Tätigkeit als Retchskam.nissar für Lachsen 1928 st-ht in unseligem Angedenken.(Er gehört« Mi denen, die ihve nationalliberal-tonssrnatio« Herkunft nicht oergefi»« konnten. Der Weg zur Einheit. Suhl mii20Orisgruppen zur SPD. übergeireien.— Das Ende des Lem'n-Vundes Suhl(TH.1. 1«. Mai.(Eigenbericht.) Die heute in Suhl stattgefuubeue KveiskonferenH des Leuiu-BuudeS, auf der sSmtliche20 Ortsgruppen des Kreises durch 2S Delegierte vertreten waren, be- schloß mit 27 Stiuuue» de» Uebertrltt zur SPD. Zwecks Berhaudluugen wurde eine Kommissio« von sechs Mitglieder« gewählt. Gleichzeitig sollen die Vertreter der Berlagsgcsellschaft„volkSwille" über die Aus- Gestaltung der Zeitung zum Organ der SPD. des Kreises Schleusingen mit den zustandigen sozialdemo- kratische« Vertreter« verhandel». Der Führer der Snhler Linkskommunisten, Guido Heym, erklärte am Schluß der Konserenz: man mllsie jetzt offen spreche«, das Zentralkomitee der KPD. habe die Suhler Kommunalpolitik immer als linkssozialdemo- kratisch erklärt, man müsse jetzt daraus die Konfe» g u e» z«« ziehen: Hinein in die SPD. und Wahl der Liste 1. Die kommunistischen Arbeiter von Suhl haben die einzig mögliche Konsequenz aus dem verwerflichen Spiel gezogen, das die kommunistischen Führer mit ihnen ge- trieben haben. Aus der letzten Nummer des Suhler„Volks- wille" leuchtete die Tragödie der betrogenen Ar» b e i t e r hervor. Er schrieb: „Wir haben von all den sührenden Geistern de» Lenln-Bunde» Hugo llrbahn» bezüglich setner Charaktereigenschaf- ten und seiner Ehrlich keil hoch eingeschätzt. Nachdem er ab« zunächst hinter dem Rücken der«Uhler Senosten s«n elend»? S ch ach e.r geschüft, wa, durch die gesamte KPD-Prsfie de- stätigt wird, geführt hat. stellt sich Hugo Urbahn» auf den g l« i ch» n Baden,«o Schalem, Maslow, Ruth Fischer usw. stehen. Die Stalinisten, die bei ollen Gelegenheiten Hugo Urbahns als einen Renegaten und Konterrevolutionär bezeichneten und dasselbe auch Bartels gegenüber taten, sie nehmen heute, wie dies gestern hier in Suhl geschehen ist, Urbahns und Bartels für sich In Anspruch und verteidigen beide in der kollegialsten Weise. Bartels hat einen gemeinschaftlichen Plan mit den S t a l i n i st e n, die ihn noch vor einigen Tagen in der<Äalin- Prefie, besonders in dem Gothaer Ableger, dem.Arbeiterwille". als einen Sozialfaschisten dezeichneten, gegen den.Volk«- wille" durchberaten. Bezeichnend für die politische Tharaktersestigkest der Echo« lern, M a s l o w, Ruth Fischer, Urbahns und Bartels ist auch die Tatsache, daß s i e es waren, die die Opposition a m s ch ä r s st e n betrieben, die dafür sorgten, daß die Gegensätze sich immer mehr zuspitzten, und heute sind s i e es, die sich vom Zentralkomitee gebrauchen losten, um die ausgefchlostenen und passiv beiseitestehenden Genosten wieder in die KPD. zurückzutreiben. Eine Handlungsweife, die nicht von einem jaden einzelnen ehrlichan und aufrichtigen Politiker durchgeführt werden kann." Aus diesen Worten sprach eine grenzenlose Enttäuschung. Die Kommunisten von Suhl hoben erfahren, was kommu- nistische Politik bedeutet. Sie sind mißbraucht worden. Die Scholem, Urbahns, Fischer, Maslow haben die oppositionellen Arbeiter gebraucht, um eine kleine politische Erpressung durch- zuführen— nicht an der Zentrale der KPD., sonder« an den russischen Unternehmern de» kommunistischen Geschäfts. Die Zentrale— das sind selbst nur Kommis! Scholein und Kom- oagnie haben die Reiniger, die Gralshüter, die Enthllller ac- spielt— und jetzt haben sie ihren Zweck erreicht. Moskau be* fiehlt ihre Wiederaufnahme, der Weg zu den Stellen und Mandaten ist wieder offen. Und die Statisten, da» val� die Opposition. Suhl und der..Volkswille"? Der Mahr hat feine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.- ftaus aus der KPD-, damit Schalem und Kompagnie ein wenig erpressen können, rin in die KPD., wenn chr Zweck er- reicht ist! Aber so sind sie alle, die kommunistischen Führer— das ist doch eben kommunistische Politik! Die Suhler Kom- munisten sind mir ein wemg verraten und verkauft worden in diesem Handel.... Nun gar die Zentratekommunisten! Moskau befiehlt: Scholem und Kompagnie sind Verräter! Gehorsam schreit die KPD.-Zentrale:„Verräter, Agenten der Bourgeoisie. Sozialfaschisten!" Moskau befiehlt: Scholem und Lompaa» nie in Gnaden wieder zugelassen. Gehorsam öffnet die KPD.-Zentrale den„Kollegen und Genossen" die Arme und beratschlagt mit ihnen, wie man die Statisten aus der Ar- beiterschast übers Ohr haut. Die Kommunisten von Suhl haben eine harte, aber über- aus hellsame Lektion erhalten, die für olle kommunistischen Arbeiter von Nutzen sein sollte. Es mußte ihnen wie Schuppen von den Augen fallen! Welche Perspektive blieb ihnen? Zurückgehen in die KPD., wo die Zentralecharaktere nun noch Zuzug pou den charakterfesten Leuten aus der Firma Scholem und Kompagnie erhalten? Wieder kuschen nach der Parole: Hunde sind wir ja doch? Oder den Weg ins Sektierertum nehmen? Die Kommunisten von Suhl haben ihre Entscheidung so gefällt, wie sie jeder denkende kommunistische Arbeiter fällen sollte. Sie wollen Arbeiterpolitik treiben und nicht als Statisten hin und her geworfen werden. Sie sind in Reih und Glied zurückgekehrt. In Reih und Glied der geeinten mächtigen deutschen Arbeiterpmtei, der Sozial- demokratie! Sie werden deswegen vom Organ der kommunistischen Zentrale widerlich beschimpft als„Verrätcrbande", ihr Fichrer Guido Heym als„bestochener Lump". Sie werden nach den Erfahrungen, die sie mit der KPD. und ihren Führern gemacht haben, mit grenzenloser Verachtung darüber hinweggehen. Der Weg der Suhler Arbeiter führt zur Einheit. Sie hoben allen, die heute noch abseits von der Sozialdemokratie stehen, ein Beispiel gegeben. Jeder denkende Arbeiter muß ihnen folgen: eine Klasse, eine Partei! Einheit der Ar- beitertlasse in der Sozialdemokratie! Am 2<\ Mai alle Arbeiterstimmen für Liste 1 Gozialdemokratische Partei Deutschlands. Stahlhelm ade! Sine Sterbskasse aus Angst vor»gewissen Zvktinsts« Möglichkeiten". Die Bundesleitung des Stahlhelms erläßt folgen» des Rundschreiben; Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldoten Bundesamt Abt. Bk. Ou«z. Magdeburg, den 21. 2. 1S28. Kundschreiben TU. 7. An!> i e Führer der Landesverbänb« und selbst. Gau e� Mit Rücksicht auf gewiss« ZukunstswSgkichkeiten wird hiermit die sofortige Gründung eine« Sterbe- kassen oereins in jeder Stahlhelmortsgrupp«, selbst wenn diese nur aus ganz wenigen Kameraden bestehe» sollte, angeordnet. Die Landesverbandsüihrer sind verantwortlich, daß diese Maß- nahm« bis zur BundesvorstmidHtzung restlos durchgeführt ist. Bei dieser Gelegenheit wird Aussprache und Berichterstattung über diesen Punkt stattfinden. Der Stahlhelm. Bund der Frcmtsokdaten. Der Bundeskanzler. gez.: Czettritz. Jede Ortsgruppe hat unverzüglich aus den der Sterbekasie an- gehörigen Mitgliedern«inen Sterbetasfenverein zu gründen. Es wird erwartet, daß jeder Kamerad dem Sterbekasien- verein angehören wird. Die Wahlfchlacht ist noch nicht geschlagen und schon be- reiten sich die tapferen Herren vom Bund der Frontsoldaten aus„gewisse Zukunftsmöglichkeiten" vor. Schon heute zittern sie vor einem Linkssieg, schon heute suchen sie ein Mause» loch, in das sie sich verkriechen können! Nach einem neuen „M a r s ch auf Berlin" sieht diese vorbereitete Firmen- Änderung nicht aus, aber sie oerrät nur zu deutlich, daß die Bundesleitung des Stahlhelms selbst fühlt, daß sie in einem geordneten Staatswesen nichts zu suchen hat. Mas sotten die Stahlhelmkandidaten? Herr Franz Seldte. Bundcsführer des Stahlhelm,»er- ofsenMüht einen Erlaß„Wählen ist Stahlhelmbsfehl". Der politische InHall dieses Erlasses— daß Gott erbarm! Wozu wählt der Stahlhelm? Herr Seldte sagt es: „Eines Tages aber wird die Zeit«reicht sein, von der e» heißt:„Wz nun die Zeit erfüllet ward". Eines Tages wird es möglich sein, das nationale Programm des Stahlhelm durchzusetzen, von dem die Forderung des Zweikammer- lystems und die Stärkung der Regierungsgcwall des Reichs- Präsidenten einen Teil bedeutet. Für diesen Zeitpunkt wünscht aber der Stahlhelm seine Männer politisch zu schulen, und er wünscht in den abgeordneten Stahlhelmkameroden in den verschiedenen nationalen Parteien diejenigen Kameroden ,zu sehen, die sich schulen und vorbereiten, um die Kenntnis für dies« spätere Zeit in Reichstags- und Landtagsarbeit zu erwerben."> Damit sind die Stahlhelmabgeordneten als Schrittmacher der »erfassungsfeindlichen Reaktion genügend charakterisiert. Inter- essant ist danach nur, daß cherr S ch o l z, der Borsitzende der Reichs- tagsfraktion der Polkspartei, bei seinen Agitationsreden in Ost- peeußen Wert darauf legt. Mitgliebdes Stahlhelm zu feint Helfer bei der Flucht de« Kommunisten Brau» au» Moabit soll ein G ü n t e r B r e i t f e l d sein, der aus dar Wiener Trabrennbahn v e rh o f t e t wurde. Die Polizei suchte ihn schon längere Zeit als Teilnehmer am Iuwelendiebstahl auf Schloß Eadolzburg bei Rürn- berg-Fürth. Der stallen, sch-turtischa Vertrag, der auch noch Griechenland ein- beziehen und Italien deren Neutralität gegen Südflawien sichern soll, ist fertig. Italienisch« Flouenmanovir in der ö st l i ch« n A d r i a. also an der südslawischen Lüste,«erdxn bereits angekündigt. Michsregierung gegen Ostpreußen Oer Hilferuf an Hmdenburg und Braun.— Oas Bürgerblockkabineit führt de« Zusammenbruch landwirtschaftlicher Beinebe herbei. Der Amtliche Preußische�Prefledienst teilt zu der gestrigen Meldung über„Die. Finanzierung der O preußenhllfe" folgendes mit: „Ministerpräsident Dr. Braun hat in seiner Rede in Braun»- berg-vstpreußen lediglich den Inhalt eines Telegramms mit» geteilt, das der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen. S i e h r, an den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg ge- richtet hat. Dieses Telegramm hat den folgenden Wortlaut: „Die unter Ihrer persönlichen Führung aufgenommene hilss- aktion für die ostprenßische Landwirtschaft ist so well gefördert, daß ihre wesenttichen Richtlinien kürzlich veröffentlicht werden konnten. Di« Derhandlungen des Provinzialverbande» über die amerika- Nische Auslandsanleihe für zweite Hypotheken sind e r- folgreich abgeschlossen. Völlig überraschend erklärt jetzt der Reichiftnanz- minister, aus reparationspolitischen Gründen die Ausländsanleihe nicht genehmigen zu können. An allen Verhandlungen war das Reichsfinanzministerium maßgebend beteiligt. Die beabsichtigte Auslandsanleihe Ostpreußens mußte daher bei den Entschließungen des Reichsfinanzministeriums unter allen Umständen berücksichtigt werden. Die Haltung des Reichsfinanzministers ist u m f o u n o e r- st ä n d l i ch e r, als nach Pressemeldungcn größer« Auslands- nnleihen der Girozentral« und der Stadt« Berlin und Frank- fürt a. M. neuerdings genehmigt sind. Eine Beteiligung Ostpreußens an der Allleihe der Landcsbankzentralen. wie der Reichsfinanzminister empfiehll, ist nicht gangbar, well deren Mittel unzureichend und die Bedingungen für die Ostpreußen- aktion, wie sie durch Reichs- und Staatsregierung geregelt ist, nicht paffend sind. Die mit der Ausländsanleihe durchzuführend« Beschaffung zweiter Hypotheken ist das Kernstück der Ostpreußenhilf:. Der Standpunkt de« Reichsfinanzminrsters zerschlägt dieses Kernstück und bedeutet für ungezählt« Betriebe den wirtschaftlichen Zusammenbruch. Tausende am ihr Dasein schwer ringend« Landwirte Ost- Preußens, sowie deren Gläubiger und die Kaufmannschaft und das Handwerk haben die Oftpreußenhllfe mit Ungeduld hsrbeigesehnt und erwarten im Vertrauen auf die Zusagen der Reichs- und Waatsregierung nunmehrige Rettung. Ich bitte Sie, Herr Reichs- pröfident, der Provinz Ostpreußen Ihre oftmals bewährte hllfe zu leihen." Das Telegramm, das gleichfalls dem preußischen Mi- nisterpräsidenten zugegangen war,«nthiell noch die drin- gende Vitt« um Unter st ützung durch die preußische S t a a t s r e g i e r u n g. hinzugefügt werden kann noch, daß für den Ministerpräsidenten u«d für die gesamte preußische Staats reg ierung die Erklärung des Reichsfinanzministers gleichfalls völlig überraschend gekommen ist. Die preußische Siaatsregierung hat durch das Telegramm des Oberpräsidenten von der neugeschaffe- nen Situation erstmalig Kenntnis erhalten. Wenn der Minister- Präsident in seiner Rede auch das Wort Sabotage gebraucht hat. so kann es sich nur um die Zitierung dieses Wortes in dem Sinne gehandev haben, daß der Ministerpräsident Bezug genommen hat auf die in rechtsstehenden Kreisen der Provinz Ostpreußen stets gegen die preußische Regierung erhobenen Vorwürfe, sie sabotiere die Ostpreußenhilfe. Die Darlegung des amtlichen preußischen Pressedienstes zeigt klar, daß die Anleihepolitik der Herren Schacht und Köhler schwerste Gefahr für die deutsche Volkswirtschaft bedeutet. Kommunistische Mörder! Sie schießen auf Reichsbanner.— Ein Kamerod durch Kopfschuß getötet. Hamburg. 17. Mai.(BXB.) Heute abend ist e» hier zu einem schweren Zusammenfloß zwischen Angehörigen des Reichsbanner» und S o m m u- nisten gekommen. Eine Anzahl Reichsbcmnerleute befanden sich in einem Restaurant„Zum Felseuktllrr" in der Bogel weide, als nach 6 Uhr abends mehrere Propagaudawageu der SPD. in diese Straße einbogen. 3m Augenblick entstand eine Schießerei. die eine Reihe Opfer forderte. Der t« Lokal fitzende Hein- rich Tüdemann wurde durch Kopfschüsse getötet. Mehrere andere Personen— soweit bisher feststeht, sechs— wurden durch Schüsse verletzt. Ret dem Tumult wurden die Fensterscheiben des Lokal» zertrümmert. Die Kriminalpolizei ist eiftig bemüht, de» ganzen Sachverhalt festzustellen. Maunschoflen der Schutzpolizei werde» die Rächt über in Rerellschast gehalten. Wahlrede Otto Bauers in Leipzig. Für die Einigkeit der Arbeiter. Leipzig. 17. Mak. Vor einer sozialdemokratischen Riesenversammlung sprach Ab- geordneter Genosse Dr. Otto Lauer» Wien, der gleich anderen Parteigenossen der Nachbarländer am Wahkkornps der reichsdeutsch en Soglaldemokratie rednerisch mitwirkt. Der Führer der Verhältnis- mäßig stärksten Partei unserer Internattonale führte aus, daß der Deutsche nach dem Kriege wieder stark geworden sei und heute einen führenden Wirtschaftsfaktor in der Welt darstelle. Der Frieden in Europa werde heute zwar nicht ausschlaggebend von Deutschland entschieden, aber die Entwicklung in Deutschland habe ein« ganz be- sondere Bedeutung dafür. Die Arbeiter oller Länder erwarten, daß die deulschev Wahlen ein« Niederlage des RaNonalismu» brächten, nicht nur des politischen, sondern auch des wirtschaftlichen, damit die Zollschranten fielen, die die Lebensmittelverhällnisse verteuerten. Die Sozialistische Arbeiter-Internattonal« setze auch noch anderer Richtung Erwartungen auf die reichsdeutschen Arbeiter und Angestellten. Wenn es nicht geling«, dos Washingtoner Achlstundea abkommen in Deutschland durchzuführen, so sei der achtstündige Arbeitstag in der ganzen Well bedroht. Bor allem müßten die Arbeiter unter sich einig sein. Die Arbeiterklasse ahne nicht, wie ungeheuer stark sie sein könnte, wenn die Zersplitterung nicht wäre. Di« Arbeiter Deutschösterreiche erstrebten den Anschluß an Deutsch- land, doch müßten die deutschen Arbeiter in Deutschland alle» so ein- richten, daß sich die österreichischen Arbeiter nach Deutschland s e h n te n. Dann würde auch kein itallenisch« Foschiwnu« oder französischer Imperialismus den Anschluß Oesterreichs an Deutschland verhindern können. • Don deutschösterreichischen Genossen sprechen soder haben ge- sprachen) im reichsdeutschen Wahltanipi außer Otto Lauer noch: Karl Renner. Otto G l ö ck e l. Paul Richter. Sülms Deutsch und Robert Danneberg._ Die Morgenröte des Bolschewismus. Helden schiff„Aurora" paradiert vor dem Afghanenkhan. Der afghanische Padischoh Amanullah hat nach den Mostauer Festen auf Rosenteppichen Ausflug« nach Leningrad und dann nach der Krim unternommen, wo er von den einzig echten Revolutlonäven ebenso hofiert worden ist, wie von den vbertowarijchi in Moskau. Und freudig erhobenen Herzens, sozusagen mit stolzgereckter Feder, berichtet die Svwjetpresse, wie Amanullah hoch zu Kriegsschiff auf der Newa die vstseeflotte abfuhr. Jede, der galabeflaggten Schiff« feuerte 21 Schuh König, salut. die Roten Mattcfen paradierten und schrien Hera— fegüchen Willem, Herz hät« gepuppert vor Freude! Unter diesen Schiffen war auch, und das Blatt hebt«s bejon- dcrs hervor, der Kreuzer.Aurora", der am 7. Oktober ISIS durch die Granaten femer Schlfjskanone» und durch seine Landung»» Mannschaft den Erfolg des bolschewistischen Ausstandes entschieden hat— da; Heldenschifs, dem keinerlei Gefahr drohte, und dessen Heldenlied so viele Sowjetsilm« singen. Diesmal stellte sich die Kern- macht der weltenbefreienden Sowjetrevolutton in den friedlichen Dienst der Huldigung vor einem asiatischen Selbstherrscher. Urrat! Das Leningrader Blatt, das diese Herrlichkeit meldet, heißt .Rote Zeitung". Gut so— da kann keiner sehen, ob es nicht vielleicht doch schamrot dabei geworden ist. Oas Befinden Oc. Stresemanns. Di« Besserung im Befinden des Reichsaußenminsstev» Dr. Stresemanu h ä l t a n. Die Tätigkeit der Nieren hat sich weiter gehoben. Temperatur SSL, Puls'84. E» ist zu hoffen, daß im wetteren Vertauf der Ertrankung Rückfälle nicht eintreten. Lügen, lügen, lügen! Veotsthnationaler Wahlschwindel ohne Ende. Der Balkenbleger kandidiert zwar nicht mehr, aber sein Seist lebt wetter unter den Deutschnationalen. Jeder Tag bringt«ine neue Sintflut deutschnationaler Wahllügen. Es verlohnt nicht, sie alle zu registrieren. Man kann nur immer wieder nttt Erstaunen fest- stellen, daß ihnen kein Mittel dumm und schlecht genug ist, um Gimpel auf den Leim zu führen. Da kann man in der amtlichen deutschnationalen Korrespondenz lesen,„ein jozialdemvkra» tischer Landarbeitersekretär" habe in einer Der- sammlung(jede genauere Angabe wird peinlich vermieden) aus- geführt: „Glauben Sie eigentlich, daß die Sozialdemokratie so dumm ist, hunderttausend« von Landarbeitern anzusiedeln und selbständig zu machen? Der Erfolg für die Sozialdemokratie würde ja nur der sein, daß diese ehemaligen Landarbeiter nicht mehr daran dächten, sozialistisch zu wählen, sondern ihre Stimme den Deutschnationalen zu geben!" Wörtllch! Wer glaubt's? Der Fabrikant dieser Latrinenparole am allerwenigsten. Luch die Voikspartei macht ihr« Erfahrungen mit den Koali- tionsbrüdern der Couleur Westarp. Ihre Presse muß sich fast täglich mit den schwarzweißroten Schwindeleien herumärgern. Der Presse- dienst der Dolispartei hat deshalb eine eigene Rubrik nach Art der Rundfunkrufe eingerichtet:.Lichtung! Achtung! hier schwindeln dieDeutschnationalenl" Und da findet mau als Neueste» vom Kriegsschauplatz ein deutschnationale» Inserat. nach dem im Berliner Auswärtigen Amt e>n» englische Rot« eingegangen sei, die so vollkommen die Einstellung London» auf die Politik Poiacoräi in der Entschäd'.gungsfrage offen- bar gemacht habe, daß selbst der Außenminister Dr. S t r« s e m a n n, als er diese Note zur Kenntnis nahm, einigermaßen bestürzt ge- wesen sei. Seit Eingang dieser Note wisse man in der Berliner Wilhelmstvoße gang genau, daß die Bestrebungen auf Revision de» Dawesplanes von London her t« i n e rl« i Unterstützung er- fahren werden, daß vielmehr die Londoner Regierung zurzeit ein« oöll'rz geschlossene Front mit Poincarä und feiner„zukünftigen Regierung" gegenüber Deutschland bilde. Run sollt« man eigentlich meinen, wenn die Deutschnationalen da» behaupten, dann stimmt es, denn sie sitzen ja vier Mann hoch in der Regierung drin und dos Mindejirnaß von Peranlwortungs- gefühl muß man doch bei einer— dazu noch so stramm nationalen und vom Staatsbürgergeist angehauchten— Regierungspartei voraussetzen, daß sie wenigstens nicht mit den Lebensfragen des Volkes einen Hokuspokus treibt, der innen- und außenpolitisch den größte» Schaden anrichten kann. Und doch stöhnt der Pressedienst der Vclts- partei: Schwindel, Schwindel, nichts als Schwindelt Bei wem glauben die Deutschnationalen mit dieser skandalösen Fälschung noch Eindruck zu schinden? Bei den beilozenen Rentnern, bei dem genasführten völkischen Anhang oder etwa bei denen um Herrn von Sandrezki? Oder wollen sie sich wieder einmal als das dem Gedächtnis der Wähler empfehlen was sie sind: Parket der Balken- bieger, wilhelminisch und schwarzweißrot bis aus die lvahllnochcn, die man de« Anhang vorzuschmeißen wagt! Per früher«««sandte eektland» in Moskav. Birk, ist auch itt zweiter lettischer Instanz vom Hochverrat freigesprochen, aber wegen Richtbesolgung von Regierungsbefehlen zu Amtsverlust verurteilt worden. Reichsbanner demonstriert. Wahlschwindel der KPD. Die Rote Fahne" brachte in ihren Nummern 108 und 100 bombastische Artikel über die Auflösung des Arbeiter. rates der Firma Lorenz und zog daraus den Schluß: wurde der Arbeiterrat aufgelöft? Propagandafahrt im Berliner Westen.- Hafenfrenzler und KPD. als Rüpel. Darum für die kommunistische Partei Lifte 5 ftimumen." Weshalb 3 die Buchstaben SPD. Die sozialdemokratischen Vertrauensleute die Buchstaben SPD. Die sozialdemokratischen Bertrauensleute haben vom Bezirksvorstand Berlin Anweisung erhalten, die Häufer nicht zu beschmutzen. 3med der kommunistischen Mache ist es nun, die Hauseigentümer und Mieter gegen die Sozialdemokratie aufzu bringen. Um das zu vermeiden, ist die erwähnte Anweisung ergangen. Der Telephonbetrieb Lorenz in Tempelhof ist Mitglieb bes Berbandes Berliner Metallindustrieller, mit dem der Deutsche Metallarbeiterverband im Tarifvertragsverhältnis steht. Der Tarifustrag läßt zu, daß für eine bestimmte Zeit täglich eine Ueberstunde von der Betriebsleitung angeordnet werden kann. Darüber hinaus be dürfen Ueberstunden der Zustimmung des Betriebsrats, die nur aus fachlichen Gründen verweigert werden barf. Bei Streitigkeiten Um so notwendiger ist es, in der Deffentlichkeit festzustellen, daßwegen der Ueberstunden müssen die Tarifparteien zu Berhandlungen zusammentreten. das Beschmieren der Hauswände eine tommunistische Sache ist. Unsere Genossen beteiligen sich daran nicht. Die KPD. charaf terisiert nur ihre eigene Schwäche, wenn fie fo zu verzweifelten Mitteln greift, um gegen die Sozialdemokratie anzufämpfen. Helfen wird es den Kommunisten jedenfalls nicht viel. Trog des regnerischen, unbeständigen Wetters waren die Repu-| fie an die in der Nähe liegenden Häuser in außergewöhnlicher Größe blikaner am Himmelfahrtstag auf dem Posten. Im Westen war diesmal von Stahlhelmern und Nationalfozia listen nichts zu sehen, dagenen war das Reichsbanner äußerst anerkennenswert auf dem Bosten. Besondere Beachtung er regte eine gewaltige Propagandatolonne des Reichs banners, die mit Blataten, Musik und vielen schwarzrotgoldenen Fahnen durch alle Straßen der westlichen Stadtteile fuhr und in Sprechhören die Bevölkerung aufforderte, am 20. Mai entschiedene Republitanei zu mählen. Die in Massen abgeworfenen sozialbemofratischen Wahlflug blätter und das illustrierte Wahlblatt des Reichsbanners: Billst du Frieden, Freiheit, Glückwähl die Bartei'n der Republit" wurden Don den zahlreichen Baffanten aufmerksam studiert. In der Mohstraße fam es zu einem 3 wischenfall, als ein Stahlhelm mann den Wagenzug in der unverschämtesten Weise an pobelte. Einige unsanfte Zurechtweisungen brachten den Provokateur bald zur Besinnung. Er wurde polizeilich fiftiert. Festgestellt muß auch die Sympathie der Benölterung werden, die die Propaganda folonne felbst in den reaktionärsten Stadtbezirken pielfach freudig begrüßte. Jedenfalls war der gestrige Donnerstag ein vera heißungsvoller Auftakt zum sozialdemokratischen Sieg am 20. Ma il " Ein bedauerlicher Zwischenfall spielte sich leider bei der Propagandafahrt des Reichsbanners ab. Als der Zug der vollbefesten Lastwagen in Wilmersdorf durch die Badenfche Straße fuhr, fam ein Wagen mit dem rechten Borderrad in ein großes Loch, so daß der Fahrer die Gemalt über den Wagen per lor, der Reichsbannermann Witttowsti stürzte vom Auto und murde von dem linten Hinterrad überfahren. Dann fuhr der Wagen auf den Bürgersteig. Mit einem Rettungswagen murde der Verlegte ins Krankenhaus gebracht. Unsere Gegner, agitieren"! Am Reichstanzlerplag bewarfen Nationalsozialisten die Propagandatolonne des Reichsbanners mit Steinen. Polizei griff ein und nahm einen der Angreifer fest. Wer mit solchen Mitteln kämpft, der kämpft für eine schlechte Sache. Ihre Methoden werden den Wahlausfall am 20. Mai auch nicht zu ihren Gunsten beeinflussen. In ähnlicher Weise benahmen sich auch in der Nacht zum Donnerstag die besten Freunde der Hakenkreuzler, die Kommunisten. Gestern früh 24 Uhr war die Schaufensterscheibe der„ Borwärts" Filiale Neukölln, Recarstr. 2, mit fommu# nistischen Betteln beklebt und sonst vollständig mit Men schentot beschmiert. Da die Bettel fauber geblieben waren, steht die Täterschaft außer jedem Zweifel. Sozialdemokratische Funktionäre beobachteten, daß die Rom munisten mit roter Anilinfarbe auf den Trottoirs die Aufforderung anbrachten, KPD. zu wählen. Gleichzeitig aber malten Ein Polizeiauto umgestürzt. Drei Beamte fchwer, vier leichtverletzt. 3n Zehlendorf ereignete fich geffera früh ein folgenschweres Autounglid. Ein mit 9 Schupobeamten bejentes Auto der Polizeiinspektion Zehlendorf stürzte um. Drei Beamte erlitten schwere, vier andere leichte Berlehungen. Das mit neun Beamten befegte Bolizeiauto hatte gegen% 8 Uhr morgens den Hof der Polizeiinspektion Zehlendorf in der Teltomer Straße Derlaffen und befand sich auf der Fahrt nach Wannsee. Das Auto durchfuhr im Normaltempo die Seydligstraße. Beim Einbiegen in die Potsdamer Chauffee geriet ein Motorradfahrer, der in sehr schnellem Tempo fuhr, plöglich in die Fahrbahn des Polizeiautos. Um ein Unglüd zu verhüten, riß der Kraftwagenführer die Lenfung scharf nach rechts herum. Hierbei geriet das Auto jedoch auf den Sommerweg, prallte mit dem unten Vorderrad gegen einen etwa einen halben Meter über dem Erdboden liegenden Kanalisationsschacht und stürzte um. Sieben Schußpolizisten wurden unter bem schwer beschädigten Wagen begraben und mehr oder meniger schmer verlegt. 3 mei Beamte tamen wie durch ein Wunder unverlegt davon. In wenigen Minuten war Hilfe zur Stelle und die Verunglückten wurden zur Zehlendorfer Sanitätsstelle gebracht. Während vier Beamte, der Polizeiober. machtmeister ithte und die Wachtmeister Jansen, Ranz und Trampel, nach ärztlicher Behandlung und Anlegung von Notverbänden entlassen werden fonnten, mußten die Wachtmeister Grip, Langner und Grabom, die Knochenbrüche, Kopfperlegungen und innere Berlegungen erlitten hatten, in das Staatsfrankenhaus in der Scharnhorststraße übergeführt werden. Die Schuld ist zwar noch nicht einwandfrei geflärt, soll aber den Motorradfahrer treffen, der in einem unerhört schnellen Tempo bie Kreuzung vorschriftswidrig überfuhr. „ Himmelfahrt." Ausflügler und Schupo. 3u einem schweren Zusammenstoß tam es gestern abenb um 7 Uhr zwischen Ausflüglern und Botsdamer Schupo. Mehrere junge Leute, die zum Teil tostümiert waren, tamen zu Rab die Charlottenstraße entlanggefahren. An der Ede der Nauener Straße, dem schwierigsten Berfehrspunkt in Potsdam, folgten die Rabler nicht den Anordnungen des Verkehrspostens, sondern sie griffen den Beamten tätlich an. Einem hinzukommenden Schupo schlugen die Radler ins Gesicht, so daß der Tschato bes Beamten in weitem Bogen auf die Straße flog. Die zum Teil betrunkenen Ausflügler umbrängten die Bolizei derart, daß diese gezwungen war, blantzuziehen und die Gummifnüppel zu gebrauchen. Drei der Radfahrer wurden unter großen Schwierigteiten bis vor die Wache in bas Nauener Tor gebracht. Hier leisteten fie derartigen Wider stand, daß das Ueberfallfommando gerufen werden mußte. Es muß besonders hervorgehoben werden, bak bie Bolizeibeamten äußerit ruhig und fachlich vorgingen und erst dann zur Waffe griffen, als die Menge nicht mehr anders zu bändigen war. Keine Erhöhung der Werktarife. Zu den in einigen Zelfungen verbreiteten Gerüchten über eine im Zusammenhang mit der Kohlenpreiserhöhung beabsichtigte Herauffehung der Gas- und Elektrizitätspreise in Berlin wird mitgeteilt, daß bei keinem der in Frage kommenden Werten Tariferhöhungen in Aussicht genommen find. 3m Wannsee gefentert. Der Sturm am Himmelfahrtstag trieb zwei Pabbelboote in die Nähe des Strandbades Wannsee, wo fie fenierten. Die Rettungsmannschaften des Strandbabes griffen sofort zu und fuhren mit dem Rettungsmotorboot Stadtrat Bege" nach der Unfallstelle und retteten die Boote und deren Insassen, In der Greifswalder Straße murde in der Mittwochnacht gegen 3 Uhr ein Reichsbannermann in Uniform von einer kommus frenhorde überfallen und mit Gummifnüppeln zu Boden geschlagen. Bassanten, die den Ueberfall beobachtet hatten, riefen telephonisch bas Ueberfallkommando herbei. Den Polizeibeamten gelang es, drei der Täter zu verhaften; sie wurden der Abteilung IA im Polizeipräsidium zugeführt. Auch in anderen Gegenden erfolg'en mehrere 3wangsgestellungen, und die Festgenommenen mußten den Weg nach dem Alepanderplatz antreten. Unsere Wahlfundgebungen. Die Abteilungen des Wedding veranstalteten einen Werbe umzug, der vom Humboldthain seinen Ausgang nahm. Die außer ordentlich große Beteiligung sozialistischer Bähler beweist aufs Treffendste den Niedergang der Kommunisten in diesem Bezirt, der bekanntlich als deren Hochburg galt. Ueberall wurden unsere Demonstration mit lebhaften Zurufen der Freude begrüßt. Die Firma Lorenz forderte bte Zustimmung zur Mehrarbeit über die neunte Stunde für vier Wochen. Da eine Einigung pier über zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat nicht zustande lam, fanden zwischen den Organisationen Verhandlungen statt, 11e an der Verhandlung Beteiligten, auch die Vertreter des Arbeiter rates und der Angestellte des Deutschen Metall arbeiterverbandes, Vogeler, einigten sich dahin, daß während brei Bochen 10 Stunden täglich ein fleiner Teil der Belegschaft arbeiten soll. Diese Abmachung wurde am 29. März getroffen. Der Arbeiter rat aber, der ihr zugestimmt hatte, beschloß am 4. April, seine Zu ftimmung zurückzuziehen. Die Firma flagte deshalb beim Arbeitsgericht auf Abfegung des Betriebsrats wegen gröblicher Berlegung seiner gesetzlichen Pflichten. Der freigemertschaftlich organisierte, jedoch unter dem Einfluß der Kommunistischen Partei stehende Arbeiterrat erklärte zu dem Antrag der Firma unter vielen anderen Unrichtigkeiten, bie im Tarifvertrag vereinbarten Richtlinien feien für ihn als öffentlich- rechtliche Körperschaft nicht bindend. Da der$ 87 BRG. die Tätigkeit des Arbeiterrates an die geseg lichen Vorschriften und die maßgebenden Tarifvertäge bindet, wie auch an die Schiedssprüche oder Einigungen, die von Schiedsstellen durchgeführt werden, hat das Arbeitsgericht den Arbeiterrat abgefeßt. Die Schuld an dieser Absehung wird jegt den beiden Bertretern bes Deutschen Metallarbeiterverbandes, Bogeler als Zeuge und Jahnte als Rechtsbeistand, zugeschoben. Also: Arbeiterverrat!" In dem Artikel der Roten Fahne Nummer 109, überschrieben 3wei Weltanschauungen", wurde ein Bitat des Arbeitgeberver. Lifte 5 gewählt werden müsse. Der Arbeitgebervertreter berief fish auf den Schriftfaz des Arbeiterrates, um zu beweisen, daß dieser nicht gewillt fei, fich auf den Boden des Gesetzes zu stellen. Er forderte die Auflösung des Arbeiterrates, weil bei ihm eine andere Weltanschauung einwirte, nicht das Betriebsrätegeje Er erklärte: hier fämpfen wir nicht mehr gegen Rechtsirrtümer, jondern gegen eine andere Weltanschauung." In dem reattionären Steglik hielt bie 82. Abteilung wieder. um eine sehr gut besuchte Wahltundgebung im Gymnasium Haese ftraße ab. Genosse Kurt Heinig sprach über das Thema Mas erwartet das fchaffende Bolt vom fünftigen Reichstag?" In seiner drastischer Art rollte er das Sündenregister der Deutsch nationalen auf und fand bei der Versammlung volles Bertreters Dr. Neumann entstellt wiedergegeben, um zu zeigen, weshalb ständnis. Ferner legte der Redner die wirtschaftlichen Verhältnisse der Großindustrie sowie der Großagrarier dar und beleuchtete ihre Unersättlichkeit ohne jede Rücksicht auf das schaffende. Bolt. Als zweiter Redner wandte sich Genosse Karsten an die Sozial. und Kleinrentner und machte auf die Versprechungen aufmerksam, die ihnen bei jeder Wahl von den Rechtsparteien, ins. besondere aber von der Deutschnationalen Boltspartei gemacht worden sind. Genosse Karsten gab weiter Aufschluß über die augenblidlichen Invaliden-, Unfall- und Bitwenrenten und zeigte auf, wie auch im Notprogramm die Interessen dieser Boltsteile nur un genügend oder gar nicht berücksichtigt worden sind. Der starte Bei fall, der beiden Rednern zuteil wurde, läßt erwarten, daß am 20. Mai in die Hochburg der Rechtsparteien in Steglitz eine Bresche geschlagen wird. London- Kapstadt- London. Fliegerleiffung einer Frau. Condon, 17. Mtai Die englische Fliegerin Baby Heath ist von Baris, ber legten Etappe thres 10 000- Meilen slugs Südafrita- England, heute in Cronbon eingetroffen. Aus Kapstadt war fie am 12. Februar ab geflogen. Zwei Zodesopfer einer Reffelerplosion. Eilenburg, 17. Mai. In der Deutschen Zelluloidfabrik in Eilenburg flog am Donners tag ein Keffel in die Luft, wobei zwei Personen getötet und vier ver. legt wurden. Groß Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, 18. Mal: 20. Abt. Meinidendorf. Die Abteilungen Hermsdorf, Wittenau, Rosenthal, Walbmannsluft beteiligen fich heute an der Runbgebung in Reinidendorf Oft. Die Abteilungen Tegel, Porfigwalde und Reinickendorf- Beft beteili gen fich an der Wahlversammlung Freie Edolle, 34. Abt. 6 Uhr Flugblattverbreitung, Comeniusfäle, Memeler Str. 67 und Cabiner Str. 10. Erscheinen aller Genoffen unbedingt erforderlich. 36. Abt. Seute abenb 19 Uhr Flugblattverteilung bei Busch, Tilfiter Str. 27. Morgen, Sonnabend, 19. Mai: 14. Abt. Die Genossen treffen fich zur Beteiligung an dem Fadelzug bes Reichsbanners um 19 Uhr bei Muller, Ufer 12. Es ist Pflicht eines leben Genossen, fich unbedingt daran zu beteiligen. Die noch in den Händen befindlichen Flugblätter find bis Sonntag reftios zur Berteilung au bringen. Sonntag, 20. Mai: 14. Abt. Die Genoffen treffen sich aur Einteilung aue Wahl um 7% Uhr bei Hönde, Ewinemünder Str. 45. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 97. Abt. Steun. Am 16. b. M. perflarb nach langem fchweren Zeiben unfer Genosse Ratl Seld, Wartheftr. 11. Der Berstorbene mar feit 25 Jahren bis zu feiner Erkrankung ein ciftiges, ftets tatbereites Mitglies ber Partei. Ehre feinem Anbenten! Die Einäscherung findet ftatt am Sonnabend, dem 19. mai, 18% Uhr, im Krematorium Baumschulenmeg. Un rege Beteiligung wird gebeten. Der Borstand. Funkwinkel. Ein Orchesterkonzert, bas für eine gute Abendunterhaltung in der Zusammensetzung vorbildlich ist. Jenseits von Kitsch, andererseits auch nicht zu schwer, bietet es tatsächlich wertvolle und gute Dufit, so im ersten Teil Kompofitionen von Glud und Mozart, später die prachtvolle Tell- Ouvertüre und italienische Beristen. Gerade diese Art von Konzerten erscheint für den Sonntag oder für einen Feier tag als beste Veranstaltung Leider schleppt Seidler- Winkler. Er ist ein Muster an Genauigkeit, lieft beinahe ein akademisches Kolleg über die Themen. Aber es fehlt ihm diesmal an Eleganz und an der nötigen Beschwingtheit; allerdings gelingt ihm fehr gut der Mozartsche Marsch. Alexander Kirchner, der frühere! yrische Tenor der Staatsoper, singt Arien von Glud, Mozart und Puccini. Seine Stimme hat an Kraft gewonnen, besonders seine Höhe Mingi jeẞt freier und scheint größer geworden zu sein. Es stört nur noch ein Mangel in der Atemtechnit. Die Kantilene wirb hin und wieder zerrissen. Immerhin berührt die Art des Vortrags bei fircher Sympathisch. Am Nachmittag wieder einmai die Uebertragung einer Teemuji; biesmal aus dem Bristol- hotel. Die Kapelle Ilia Livfchatott gat eine Vorliebe für getragene Lempt, fehr egaft und melch, aber fast zu sentimental werden die Melodien gegeben. Ministerit rat Dr. Raisenberg weist die Hörer darauf hin, daß bas Wahlrecht für jeden Staatsbürger eine Pflicht bedeutet, F. S. | Bei den Wahlen fämpfen mir um die Durchfegung unferer Weltanschauung. Die bestehenden Befehe mullen wir wohl oder litel amertennen, troßdem wir bestrebt find, fie au Nuh und Frommen der Arbeiterschaft zu ändern. Darin unterscheiden wir uns allerdings von den Kommunisten, die unter Berufung auf Bügen auffordern, Weil wir nicht mit Lügen operieren, jagen ihre Biste zu wählen. mir: wählt Cifle 1, die Liste der Sozialdemokratiffen Bartei Deutschlands. Ein Gechzigjähriger. Baul Cange, der 1. Setretär im Hauptvorstand des Berbandes der Lithographen, Steinbruder und ver wandten Berufe, ist heute 60 Jahre alt geworben. Er feierte bereits im vorigen Jahre jen 25jähriges Angestelltenjubiläum im Berband und ist seit 40 Jahren mitglied feiner Gemertschaft Schon als Lehrling trat Baul Lange 1885 in Chemnis der Kranken tafie des Deutschen Senefelber- Bundes bei, die sich 1905 mit feiner Berufsorganisation verschmolz. Als Mitbegründer bas un Jahre 1891 gegrimbeten Geuerf. fchaftsverbandes hat er fchon vorher taum ausgelernt fin Jahre 1888 ben adperein der Lithographen in Krimmitschau und 1890 den in Dortmund mikegrindat Biele Jahre vor seiner Anstellung mar Paul Lange in Offenbach a. M. und in Frankfurt a. M. in ehrenamtlichen Funktionen für feine Drganisation wie auch in der Arbeiterbewegung in hervorragender Beise tätig. Seit 1895 bat Lange jeber Tagimg feines Berbandes beigewohnt. Im Tarifaint für das deutsche Steindruckgewerbe ist er Gebiffenporfizender. Der Partei gehört Lange feit 30 Jahren an. Insbesondere auch in ber Berliner Mieterbewegung hat er fich als ftell. vertretender Borfigender des SPD.- Mieterausschusses perdient ge* macht. Bir wünschen dem rüftigen Sechzigjährigen, unferem Genoffen Paul Lange, daß er noch manches Jahr feine volle Kraft seiner Sache widmen fann, die unsere Sache ift. Betriebsstillegung bei der Rota"? Der Betriebsvertretung der Rota- Berbe, Borjigwalde. wurde wieder einmal eröffnet, daß mit Ende dieses Jahres die Still legung des gesamten Wertes erfolgen soll. Ein diesbezüglicher Antrag ist bereits an die zuständigen Behörden eingereicht worden. Angeblich wegen Unrentabilitat. Die gesamte Reffelfabritation ist an ben Dampfteffels Derband vertauft worben. Die Belegschaft nahm in einer Betriebsversammlung eine Gutschließung an, morin fie für den Stillegungsbeschluß der Firma die angegebenen Gründe nicht als gerechtfertigt anerkennt, da Aufträge vorhanden feien und die Fabrikation in der legten Zett gute Fort schritte gemacht habe, Die Betriebsvertretung wurde beauftragt, den formellen Einspruch zu vollziehen und nichts unversucht zu lassen, auf dem Verhandlungswege die Stillegung abzuwenden. Klöckners Wahlarbeit für das Zentrum. Er will 3000 Arbeiter aussperren. Die Harper Eisen- und Stahlwerte des einflußreichen Zentrums. mannes und sozialreaktionären Großindustriellen Peter Rlöd. ner( Hoesch- Konzern) haben die Belegschaft des Stahlwerts a usgesperrt, weil sie sich den Forderungen auf Ueberstundenleistungen widerfeste. Die Arbeiterschaft murde aufgeforbert, bis zu einer bestimmten Frist ihren Widerstand aufzugeben und bie Arbeit wieder aufzunehmen. Da ingroischen die Handwerker ebenfalls gekündigt haben, hat nunmehr die Verwaltung des Unter nehmens die gesamte Belegschaft zum 26. Mai gefündigt. Sollte bis zu diesem Zeitpunti feine Einigung erzielt fein, so werden 2500 bis 3000 Arbeiter zur Ente laffung kommen. Die Zentrumsarbeiter werden darauf am Sonntag Herrn Klöckner hoffentlich die gehörige Antwort geben. Jugendaruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten. Heute, Freitag, 19% Uhr, finden folgende Beranstaltungen statt: Lichtenberg 1: Gesangsraum des Realammnaftums Partante 12. Bortrag: Sas Arbeitslofenversicherungsgefeß.( Otto Lamm.) Gübrest: Jugendheim Belle- lance- traße 7/10. Borbereitung sunt eichsjugendtag. Röpenid: immer 1 bes Sugendheims, Gelinauer Str. 3. Muñtabenb. Melbet Euch zur Teilnahme am Reichsjugenbtag in Grantfurt a. M. Die Melbeftift Täuft ab. Berantwortlich für Bolitik: Dr. Cart Gener: Wirtschaft: G. Klingelhöfee: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Däicher; Cotales Berlag: Borwarts- Berlag, G. m. b. 5., Berlin. unb Sonftiges: Frik Rarftabt: Unzeigen: Th. Glode: famtlich in Berlin. Drud: Vorwärts Budbrudere unb Berlagsanstalt Baul Einger u Co., Berlin S 68, Lindenstraße TIETZ Billige ebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse Brunnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausseestrasse Mengenabgabe vorbehalten. Verkaut soweit Vorrat. Obst und Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen. Würftnooneen kolonialnoaren Sulzwurst........ 80Pt. Auszugmehl Pfund Speckwurst 5- Pfund- Beutel 1,25, 1,45 .Pfund 80PL Hausmach.- Leberwurst Pid.95Pt. Weize: mehl lose, Pid. 24Pt. Auszugmehl Ptd. 30, 28, 26Pt. Jagdwurst Plund 1,10 Knoblauchwurst... Ptand 1,15 Karloffe mehl..Pfund 30Pt. Mettwurst, Braunschw. Art, Pid. 1,15 Maispuder..... Pland 27Pt. Korinthen....... Pfund 72Pf. Schinkenpolnische Pfund 1,10 Sultaninen Pid, 75, 64, 45Pt. Fleischwurst... Pland 1,20 Rosinen...... Hildesheimer. Pfund 1,30 ...... Pfund 68, 50PL Schinkenwirst..... Prund 1,35 Kokosnuss gerasp.Ptd.. 55Pt. Mandeln bitter 2,20, süss Pfd. 1,95 11. Leberwurst...... Pfund 1,50 Pfund 1,50 Vanillezucker 5 Beutel 20Pf. Bierwurst Pfund 1,60 Vanilleschoten, Teewurst.. .Pfund 1,60 Glas 55,40,25Pt. Zervelatwurst...... Pfund 1,65 Zilronat.......... Pfund 1,50 Salami 1,65 Orangeade .... Pfand 1,20 Schinkenspeck. Pfund 1,55 Hartgries........ Pfand 28Pt. Nussschinken Pfand 1.75 Patna- Reis...... Pfund 28Pt. Berliner Schlachtung Speck mager, Pfund 100 90PL -Ecken Speck tett, Pland Schinken 85PL. Santos- Kaffee Ptd. 2.40 Perikaffee Pfund 2.60 -Misch. Guatemala Mach 295 Käfe und Sette Romatour....... Stück 15Pt. Margarine Ptd. 62 and 52PL Harzer Käse.... Pfund 35Pt. Rinderfell..1 Pid- Tafel 52Pt. Allg.Stangenkäse P. 35P. Kokosfell..1- Pfd.- Paket 62PL Briekäse........ Pfund 40Pf. Bratenschmalz Pfund 70Pt. Edamered.Bolländer, Ptd. 75PL. Griebenschmalz Pia. 75PL Dän. Schweizer Ptd. 85Pt. Rohschmalz.... Pfund 78Pt. Steinbuscher vollf., Pid. 88PL Molkereibutter Pfund 1,84. Tilsiler vollfett.... Pland 982 Srisches Sleisch Ptand 1.18 Pfund 65Pt. Pa. Schweinebauch ohne Bellage, Ptd. 74Pt. Pa. Schmorfleisch Keule, o. Knoch., Ptd. 1,16 Pa. Schweine- Schulterblatt.... Pfund 84Pt. Pa. Schabefleisch. Pa. Schweineschinken........ Pfund 88Pt. Pa. Gehacktes. Pa. Kassier mild............... Pfand 1,08 Pa. Hammelvorderfleisch Pta. von 98Pfan Pa. Eisbein mit Spitzbein, gepökelt, Ptd. 50Pt. Pa. Suppenfleisch...... Pfund von 70Pt. an Pa. Rückenfett bratfert, o.Schwarte, Pid. 65Pt. Pa. Ochsenschwänze.......... Pfund 78Pt. Halbskamm ohne Bellage........ Pfund 78Pt. Pa. Rinderbacken ohnpKnochen..Pfund 38Pt. Kalbsnierenbraten ohneBeilage.. Ptand 86P. Pa. Rinderleker. ..... Pfund 1,06 Kalbskenle bis 9 Piund schwer, and Blatt, Pid. 94Pt. Pa. Rindertale selbst ausgelasssen, Pid. 50Pf. Gefrierfleifth Pa. Schmorileisti ohne Knochen, Pfund 1,04 Pa. Rinderherzen frisch....... Pfund 44Pt. Pa. Suppenfleisch....... Pfund von 58 Pt. an Pa. Rinderlurge frisch......... Pfund 26pt Pa. Gulasch Ptand 78Pt. Pa. Kuheuter frisch..... Pfund 18Pt. Pa. Hammelvorderfleisch Pfund v. 78Pf. an Pa. Schweineküpfem.Backe, frisch, Ptd. 44Pt. Hawai- Ananas" 8 grosse Scheiben Inhalt.... 105 Preise ohne Preise ohne Billige Weine und Fruchtsäfte Fe Flasche FL. 10 FL. Oberhaardter Malkammerer.. Roter Johannisbeerw., süss sehr gute BbPt. 8,00 1926 er Weyherer Altenforst.. He dolb. od. Stachelbeerw, Cider, süsser Anfelwein Quali.ät. Extra billig zur Bowle! auch sort. zusammen 1526 er Dürkheimer Feuerberg. Roter Tarragona, gute Qualität.. 10 Fl. 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SchaljapinGastspiel Margarete Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 99. Anf. 20( 8) U Louis Ferdinand Staatl. Schiller- Theater, Charithy. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Volksbühne Theater am Bülowplatt Th. am Schiffbauerdamm > Uhr: 8 Uhr Was ihr wollt Der Zigarettenkasten Deutsches Theater Kleines Theater Norden 12 310 Täglich 8, Uhr: 8 Uhr, Ende nach 1 Frau Käte läßt Pygmalion von Bernard Shaw Sich verführen dtsch. v. Siestr, Trebitsch Lotte Klinder, v. Mellendorf. Kammerspiele Vorzeiger naibe Norden 12310 8%, U., Ende nach 11 Zum 123. Mal Finden Sie, daß Kassenpreise. Lessing- Theater Norden 12798 Sommerspielzeit Constance sich richtig Konstlerische Leitong Emil Lind verhält? Piscatorbühne Planetarium am Zoo Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Täglich 8, Uhr. Malborough zieht in den Krieg von Marcell Achard Insz. Erwin Kalser Varlang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16, 18, 19, 21 U. Im Reiche der Mitternachtssonne cintritt 1 m. 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Täglich 8%, Uhr Renaissance Theater Nr. 17" Die Komödie Jefferson Farjeon 99 V. Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. . Grosse Rheinland- Lotterie Lose zu 1, an allen Kassen erhältlich 1. Hauptgew.nni Eine richtete Villa im Werte von komplett einge 50 000 M. Ronferven Dose Kaisererbsen... Pfund 1,57 oder bar 45 000 M. Wolga- Hühner 10 Pfund von an St. von 785 Ig. Erbsen sehr fein... 1,38 Tauben St. von Jg. Erbsen............ 76PL. Gemüseerbsen...... 66Pf. Pt. an Erbsen m. geschn.Karott. 78PL. Milche, Räucherwaren Erbsen fein mit Karotten 1,25 Kabliallo. Kopf, L. g., Pid. 16pt. Extra kl.Karotten... 96P Seelachso. K., 1. g.Pfund 16pt. Junge Karollen...... 58Pt. Schellfisch Pfund 16Pt. Stangenbrechbohn. 88Pt. Totzungen Gem. Gemüse fein... ....... Pfund 25Pt. 1,40* Rotbars. .Pfand 28Pt. Gem. Gemüse sehr fein 1,60 Filet von Kabliau Pfund 28Pf. 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