BERLIN Zreitag 18. Mi 1928 Was wird der 20. Mai bnnam? Ein gutes Vorzeichen: Verdoppelung der sozialdemokratischen Stimmen. Sozialdemokratischer Wahlsieg Bei den Kommunalwahlen in Genthin. Volkspark aus Sandwüsten. 10 Pf. Nr, 233 B 115 45. Jahrgang. Erscheint täglich außerSonntags. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,6NM. pro Monat. Redaktion undErpcditivn: BerlinSW68,Lindcnßr.3 ff AR nzeigenpreis: Die einspaltige NonpareMezeike 80 Pf., Reklamezeile b M. Ermäßigungen nach Tarif. ostscheckkonro: Vvrwärts-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Döndoff 2g2 bis 2v? Magdeburg, den 18. Mai.(Eigenbericht.) Bei den Stadtverordnelenwahlea om himmelsahrls- lag in G e n t h i n hat die Sozialdemokratie einen grohen Fort- schritt gemacht, während sie im Jahre 1924 7Sö Stimmen und 6 Sitze von 30 Sitzen hatte, stieg im herbst 1927 die sozialdemokra- tische Slimmenzahl auf 1085 Stimmen mit ö von 20 Sitzen, da in- zwischen die Zahl der Stadtverordneten von 30 aus 20 herabgesetzt war. Der verhältnismäßige Anteil war von 20 aus 33 proz. gestiegen. Bei den gestrigen Wahlen stieg die Stimmenzahl der Sozialdemokratie aus 1552 und die Mandatszahl aus acht, während die kommunist.schen Stimmen sich von 553 aus 598 Stimmen nur wenig steigerten. Die Stimmen des Bürgerblocks gingen von 1542 aus 1121 zurück, wir haben also jetzt 8 Sitze, d. h. 40 proz. oller Sitze oder eine Verdoppelung unseres Anteils von 1924. Dieses Wahlergebnis bedeutet drei Tage von den allgemeinen Wahlen ein hochersreulichcs Stimmungszeichen! Blutige Ausschreitungen in Hamburg. Hamburg, 18. Mai.(Eigenbericht.) In dem bereits gemeldeten kommunistischen Ilcbersall aus Reichsbannerkameraden in Hamburg, bei dem der Kamerad T i e d e- mann erschossen wurde, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Am Donnerstag nachmittag befanden sich in einem Lokal in dem Arbeiterviertel B a r m b e ck einige Reichsbannerleule. Ts fuhr ein propagandazng der Kommunisten an diesem Lokal vorbei. Die aus dem Auto befindlichen Kommunisten überschütteten die Reichsbannerleute ohne Grund mit Zurufen und vcschimpsunugen. Ohne jeden Anlaß wurde dann plötzlich aus dem Auto aus die Reichs- bannerleuie geschossen. Ein Reichsbannermann wurde tödlich verwundet. Es drohten schwere Zusammenstöße. Die Reichsbannerleute waren zur R o t w e h r gezwungen. Ein Polizeibeamter und Mitglied des Reichsbanners mußte daraus seine wasse ziehen, um sich gegenüber den Angrissen der Kommunisten zur wehr zu sehen. Einige der Kommunisten wurden dadurch leicht verletzt.— Der Vorfall Hot vor allem in varmbeck. darüber hinaus aber in der gesamten homburger Arbeiterschaft eine ungeheure Erregung hervorgerufen. Der Donnerstag nachmittag hat den Beweis er- bracht, was schon im bisherigen Verlauf des wahlkampfes immer wieder zu spüren war, daß nämlich die Kommunisten es ganz systematisch daraus angelegt hatten, mit den Sozialdemokraten zu schweren Zusammenstößen zu kommen. Dem Vorfall in Barmbeck steht ein ähnlicher Vorgang in einem anderen Stadtteil Hamburgs zur Seile. Zn Eimsbüttel waren in der Rächt vom Mittwoch zum Donnerstag Nationalsozialisten damit beschäftigt. Plakate auzukleben. Zufällig passierten einige Reichsbanncrlcute. die der Meinung waren, daß es sich bei den Rationalsozialisten ebenfalls um Reichsbannerleule handelte, da sie Windjacken trugen, die Gegend. Als sie aus die Rational- sozialisten zugingen und sich ein Plakat ansahen, bemerkten sie. daß es sich um völkische handelte. Es gab daraus eine kurze Auseinandersetzung. Die Rationalsozialisten flüchteten. plötzlich drehte sich aber einer der völkischen Jünglinge u m, zog einen Revolver hervor und schoß aus die Reichsbanner- leute. Auch hier ist ein Reichsbanncrmann. der Kamerad Geidorn, tödlich verwunde! worden. Das Hamburger Reichsbanner hat am Freitagmorgen sofort ein Flugblatt herausgegeben, in dem die Vorgänge kurz geschildert werden und die Hamburger Arbeiterschaft ausgefordert wird, Disziplin zu wahren, um weitere schwere Zusammenstöße zu vermeiden. Die Polizei ist im Augenblick damit beschäftigt, die ilrjachen du Zusammenstöße zu uutersuchea. In dem sozialdemokratisch geleiteten Bezirk\fVedding ist auf den Sdndwüslen der alten Rehberge eine der xvunder- vollslen Parkanlagen— der Volkspark Rehberge— entstanden, die die Oroßstßdt kennt, Ihre Entstehung ist vor altem der planmäßigen Energie der sozialdemokratischen Bezn ksverwatlun g. zu danken, die die Sandwusle durch Notstandsarbeiten in einen blühenden Volkspark umwandeln Heß. Unser BHd zeigt einen Blick auj die weilen Riesenßdchen des Parks. Eine Antwort an Max Hotz. Von Dr. Julius Moses, Vorsitzender des Neichsbegnadigungsausschusses. Die kommunistische„Rote Fahne" veröffentlicht unmittelbar vor den Wahlen einen Artikel, in welchem unter den gewohnten wüsten Beschimpfungen der Sozialdemokratischen Partei das Märchen aufgetischt wird, die Sozialdemokratie habe von einem ehemaligen Sekretär der„Roten Hilfe" für 5000 M. ein Schreiben gekauft, in welchem Sie sich in nicht gerade schmeichelhafter Weise über die „Rote Hilfe" und ihr« Funktionäre äußerten. Ich würde es als unter meiner Würde stehend betrachten, auf diese dumme kommunistische Wahllllg« näher einzugehen, wenn nicht Sie, Herr hölz, in einer von Beleidigungen der Sozialdemokratie strotzenden Einsendung an die„Rote Fahne" diesen Schwindel unter- stützt hätten. Ich sehe mich deshalb durch Ihr Verhalten gezwungen, Ihnen einige Tatsachen ins Gedächtnis zurückzurufen, um vor der Arbeiterschaft klarzustellen, auf welcher Seite von„Schuftigkeit", „Gemeinheit" und„erbärmlicher Schurkerei"— Ihre Worte— mit Recht gesprochen werden könnte. Als Mitglied des Partcivorstandes der Sozialdemokratischen Ein Jeder Schuljunge weiß: 1 ist lobenswert 5 ist ungenügend Darum wählt Liste 1. Partei stelle ich zunächst fest, daß die Behauptung, für einen Ihrer Briese seien 5000 M gezahlt worden, frech erlogen ist. Glauben. Sie tatsächlich, daß die Sozialdemokratie soviel überflüssiges Geld zur Verfügung hat, daß sie einen so ansehnlichen Betrag für einen Brief bezahlen würde, dessen Inhalt mir und manchem anderen bereits seit langem bekannt ist? Schätzen Sie sich nicht selbst«in wenig zu hoch«in, wenn Sie glauben, die Sozialdemokratie würde für ein Schreiben von Max.hölz, das ihr nichts Neues sagt, soviel Geld zum Fenster hinausiverfen? Wollte die SPD. sich die gewissenlose und demagogische Methode der Kommunisten zu eigen machen, mit dem Schicksal der politischen Gefallenen, also auch dem Ihren, Wahlpropaganda zu treiben: glauben Sie nicht, Herr hölz, daß da noch andere Briefe von Ihrer Hand zur Berfügung ständen, in denen Sie sich über die Kom- munistisch« Partei, die„Rote Hilfe" und über die Funktionäre dieser Organisationen in noch ganz anderer Weise äußerten, als dies m jenem Schreiben geschieht, für das angeblich 5000 M. von uns bezah't wurden? Aber man hat— trotz des Wahlkampfes— solche Briefe als vertraulich betrachtet und sie nicht nach kom- munistischcm Muster zu propagandistischen Zwecken ausgenützt! Ich werde aber nicht dulden, daß Sie, Herr hölz, meiner Partei, der ich aus voller Ueberzeugung angehöre.„Schuftigkeit", „Gemeinheit" und„erbärmliche Schurkerei" vorwerfen! Sie haben das geringste Recht dazu! Soll ich Sie daran erinnern, daß Sie des öfteren schon gerade Sozialdemokraten Anerkennung gezollt haben für ihre Bemühungen um die Freilassung politischer Gefangener? Soll ich Sie daran esinnern, daß zu Beginn des Monats Februar die sozialdemokratische, z. T. auch kommunistische Presse einen Artikel von mir veröffentlichte unter der Ueberschrift:„Schluß mit dem Fall hölz", und daß Sie sich in einem Schreiben äußerten, S i« seien nicht wenig überrascht gewesen, über die Sachlichkeit, dua:ch die jich der Aussatz besonders Kommunisten und Nationalsozialisten töten Neichsbanner- kameraden. Der Lebenslauf eines Hochstaplers Husarenregimeni— Afrika— Amerika— Irrenanstalt— KremdenZegion. auszeichnete.„Daß Dr. Mosäs diese Ausführungen über meinen Rechtsfall nicht dazu benutzt hat, um die bekannten Ausfälle gegen die KPD. zu machen, das ehrt ihn.* So schrieben Sie vor wenigen Wochen und jetzt wagen Sie es, die Sozialdemokratie und damit auch mich, mit unflätigen Schiwpfwo-ten zu beleidigen und dadurch— Ihre eigenen Worte!— sich selbst zu vcrunehrcn? Soll ich Sie weiter daran erinnern, daß Sie, nach dem Sie der „Roten Hilfe* und dem Rechtsanwalt Apfel Ihre Bollmachten entzogen— Sie haben das ja selbst der Behörde mitgeteilt'—> den Sozialdemokraten Dr. Rosenfeld mit Ihrer Vertretung beauftragten, auch einen Mann, den Sie durch Ihre Besudelungen seiner Partei mit besudeln? Ich will Sie nicht moralisch belasten, indem ich Ihnen das ins Gedächtnis zurückrufe, was Sie wiederhast in zornigen Worten über die KPD. und die„Rote Hilfe" schrieben, für die Sie jetzt Wahlagita- tion betreiben. Aber Unwahrheiten in dem letzten Brief an die „Rote Fahne" muß ich richtigstellen. Sie schreiben:„Mein Brief, der jetzt von der SPD. als Wahl- bombe gegen meine Partei, die KPD., ausgenutzt wird, war gc- schrieben in einer Situation, wo durch die gerichtliche Verschleppung de? Wiederaufnahmeverfahrens und durch den Amnestieoerrat der SPD. nicht nur ich ungeheuer erregt und erbittert war, sondern auch olle anderen proletarischen politischen Gefangenen." Sine glatte Lüge! Der Inhalt dieses Briefes war mir und anderen Per- sonen wachen- und monatelang vorher bekannt, bevor die Amnestie- frage zur Debatte stand. Monatelang wußten wir schon von den Vorwürfen, die Sie gegen die„Rote Hilfe" und deren Funktionäre erhoben hotten. Wir wußten es von Ihnen, Herr Holz, aber wir behandelten die Angelegenheit vertraulich, trotzdem auch dies den Behörden bekannt war. In meinem Aufsatz über Sie, den Sie so wann anerkannten, schrieb ich,„daß eine heißblüt'ge Natu. I von unbedingter Wahrheitsliebe ihr Recht oerlangt". Diese Behauptung kann ich heute leider — und daran tragen Sie die Schuld— nicht mehr in vollem Um- sang ausrecht erhalten. Die„Rote Fahne" schreibt:„Planvoll und bewußt stimmten die sozialdemokratischen Abgeordneten dafür, daß Max Hölz nicht unter die Amnestie fallen sollte!" Diese erbärmliche Lüge haben Sie nicht nur unwidersprochen gelassen, sondern durch den Ausdruck„Amnestieoerrat der SPD." noch unterstützt. Ist Ihr Gedächtnis so schwach, daß Sie vergessen hoben, daß Sie selbst ein« Amnestie für sich ablehnten, mit Recht, da Sic in einem Wieder- ausnahmeverfahren Ihre Unschuld beweisen wollen!? Sollten Sie wirklich nicht wissen, was ich unternommen, um das Wiederauf- nahmeoerfahren für Sie durchzusetzen? Wollen Sie uns etwa zum Vorwurf machen, daß wir die Begnadigung der Fememörder, jener menschlichen Bestien, die unzählige Proletarierleben auf dem Gewissen haben, verhinderten? Können Sie nicht begreifen, daß wir die politischen Gefangenen und auch Sie befreien wollen und wer- den, ohne dadurch dies« Henker der Reaktion ihrer vordienten Strafe zu entziehen? Aus Ihrer eigenen Erfahrung müssen Sie, wenn Sie ehrlich sind, schon heute vergleichen können, was die Sozialdemokratie, von meiner Person will ich nicht reden, für politische Gefangene getan hat und was die Kommunisten, abgesehen dovon. daß sie Sic zur Wahlagitation gegen die SPD. benützen? Um so trauriger ist die Rolle, die Sie jetzt spielen. Sie haben selbst reichliches Material gegen die KPD. und die Rote Hilse anderen in die Hand gegeben. Man hat davon keinen Gebrauch gegen poliiifche Gegner gemacht, man wollte mit Ihrem Schicksal keine Wahlagitation treiben, wie dies die Kommunisten jetzt tun. Meine Partei eiftrebt nur«in Ziel: den politischen Ge° fangencn zu ihrer Befreiung zu verhelfen. Davon werden wir uns auch nicht abbringen lassen, selbst dann, wenn, wie in Ihrem Fall, unsere Anstrengungen mit dem schnödesten Undank gelohnt werden. Wer lügi am dümmsten? Der preis gehört der AIZ! Die kommunistische„AIZ." bringt eine Photographie des Ge- Nossen Stampfer, der folgend« Vers« an die Brust gehostet sind: „Und besonders unser Kaiser— Edc, stier' mich nicht so an! Deshalb sag' jch's doch nicht leiser— Ist ein echter deutscher Mann. Quatsch mir nicht vom Zukunftsstaate, Republik« her und hin, Schöne ist's, daß ich Soldatc Und ein Kaiserlicher bin. Prost, die Gläser laßt uns heben, Seid nicht stumm und stimmt mit ein: Unser Kaiser, der soll leben Und im Kampfe Sieger sein!" Unter diesem Bild und diesen Versen steht als erklärender Text: l Im Geiste dieses Gedichtes, dos im August lSU im„Vorwärts" i erschienen ist, hat Friedrich Stampfer das„Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" weitergeführt, tz Es war nicht unsere Absicht, diesem läppischen Schwindel Be- ochtung zu schenken, da uns jedes Wort über ihn beinahe als eine Beleidigung der Leser erschien. Indes wird uns aus Dresden geincldet, daß sich die Propa- gnnda der Rechten seiner bemächtigt hat. Die Rechte schlägt sich freilich damit selber ins Gesicht, denn gewöhnlich pflegt sie ja die Genossen, die im August 1914 den„Borwärts" redigierten, ganz bc- sonders zu den„Oolchstößlern" zu rechnen. Selbstverständlich ist die Behauptung, daß der„Vorwärts" oder der Genosse Stampfer jenials Wilhelm II. in Vers oder Prosa verherrlicht hätten, weiter nicht als eine idiotische Erfindung. Wenn nach den Wahlen ein Preisgericht zu entscheiden hätte, wer d:e dümmste Lüge gegen die Sozialdemokratie erfunden hat, so würbe es zweifellos, trotz der Schwere der Konkurrenz, der kenn- munistifch-n„AIZ." den e r st e n Preis zuerkennen müssen. Krylenkos Lieblinge. bezeichnendes Vorspiel zum Schachty-prozeß. Moskau, 18. Mai. � Der Angcklazte Brotanowski, der behauptet hat, deutsche Firmen hätten Vestechungsgeldcr gegeben, wodurch besonders die Firma Knapp belastet wurde, und der Angeklagte M a t o w. der den Werdegang der Derschwörerorganstation mit allen Einzellxeitcn zugegeben hat, haben darum ersucht, daß der ihnen zugeteilte Ossi- zialoerteidiger Murowjcw durch einen anderen ersetzt werde, da sie befürchteten, Murawjew könnte ihre Geständnisse abschwächen. Der Verteidiger habe nämlich wiederholt darauf hingewiesen, daß den Angeklagten die Todesstrafe drohe, und versucht, sie im Interesse der anderen Angetlcgten zu einer Milderung der gemachten Aussagen zu belegen. Der Oberste Gerichtshof hat b c s ch l o s s c n, den Verteidiger Murawjew durch einen anderen zu ersetzen. Ein heruntergekommener Adliger ist in Moabit keine seltene Erscheinung. Das blaue Mut derer von Gassen- d o r s, in deren Familie Selbstmord. Irrenanstalt, Der- schwendungssuchl zu Hause waren, tonnte auch durch die Ein- Heirat in eine gesunde Hamburger Palriziersamilie uicht mehr ausgefrischl werden. Der Sprößling der Gassendors. Ernst. der sich als Freiherr zu bezeichnen lieble, hatte sich jetzt wegen Deteugs im Rückfall und Arkundenfälschung ver dem Schössen- gericht Berlin-Mitte zu veranlwortcn. 24 Deirügereien wurden ihm zur Last gelegt. Der Großvater des Angeklagten war ein wohlhabender Reeder. Wie es aber bei solchen Leuten manchmal vorkommt, wollte der Junge nichts lernen. Mit ijilfe von Hauslehrern brachte er es bis zum Einidhrigen. Die Prüfung bestand er mit großer Rot. Sein« weitere Laufbahn schien vorgeschrieben: er trat bei den Wands- beker Husaren ein, stürzte aber vom Pferde, und so war es mit der Ojfizierskorriere zu Ende. Es blieb für ihn nur die Möglich- keit, Landwirt zu werden. Ein Jahr später wurde er von seinen Verwandten nach Afrika abgeschoben, arbeitete hier in verschiedenen Pflanzungen und kehrte zwei Jahre später nach Deutschland zurück. Als er sich in Europa in der Hauptsache mit Schuldenmachen beschäftigte, schoben ihn seine Verwandten nach Südamerika ab. Hier spielie er den Cowboy, arbeitete aus Baum- wollplantagen, und war l'/i Jahre später wieder in Europa. Das Schuldenmachen konnte von neuem losgehen. Da steckte man ihn in die Irrenanstalt. Aber auch dies heil!« ihn nicht von seinem Schuldemitachen. Nun ging er in die Fremdenlegion, wurde hier Osfiziersinstruktcur, desertiert«, als es in Afrika mit dem Kriegsühren ernst werden sollte, wurde gesaßt, vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Seine Mutter setzte nun Himmel und Hölle in Bewegung, damit ihrem Sohn das Peben erhalten bleibt, macht« geltend, daß er in der Irrenanstalt gewesen sei, drückte«in Wiederausnahinevcrfahren durch, bekam ihn frei und brachte ihn nach seiner Rückkehr nach Europa erneut in eine Irrenanstalt. Hier konnte er aber doch nicht ewig bleiben. Vergeßt den Wahlschein nicht! Heute letzter Termin. Wenn du am Sonntag verreisen willst oder mußt, so wirst du, zwar nicht mit dem körperlichen Auge, aber, vorausgesetzt, daß du ein guter Staatsbürger und ein treuer Freund deines Volkes und der deutschen Republik bist, mit dem Geiste ein Transparent er- blicken, aus dem zu lesen ist:„Reisende, vergeßt nicht zu an deinem Reiseziel angekommen bist, wirst du ins nächste beste Wahllokal gehen und dein Kreuz in den kreis neben der Liste l setzen, um so deiner Bürgcrpslicht zu genügenl Aber hast du dir auch einen Wahlschein besorgt? Hast du es nicht getan, dann bist du deines Wahlrechts verlustig! Wenn du es bis heute verschwitzt hast, so sind Hopsen und Malz noch nicht ver- loren. Aber noch heute, Freitag, mußt du bis 19 Uhr, noch alter Zeit bis 7 Uhr abends, zu deinem zustöndigen Bezirksamt gehen und dir einen Wahlschein ausstellen lassen. Eile tut srci- lich not! Also nochmals: Reisende, vergeßt nicht zu wählen! Wählt Sozialdemokrate»! Besorgt euch»och heute einen Wahlschein, denn spätere Anträge finden nach den amtlichen Mitteilungen in keinem Falle Berücksichtigung, auch wenn die Gründe noch so dring- lich scheinen. „Iialia" über dem Eismeer. Nöcktehr des Lustschiffes. Am gestrigen Tage sind von Nobile noch folgende Funksprüche »i-ng Idingen: 9.29 Ilzr: Unsere Slellnnz i't 59,35 Grad östlicher Länge und 76,18 Grad nördlicher Breite. Dir steuern aus die Insel Abel zu und fliegen immer über vereistem Rkeer. Der Himmel ist klar bei einer Temperatur von 17 Grad unter Null. An Bord alles wohl.!4N Uhr abends: Wir sind etwa 149 Kilometer ostsüdöstlich von Kap Lelgh-Smilh entfernt. Wir sehen die Fahrt zwischen Nebel und S et) n e e fort und wenden uns dem Norden Spitzbergens zu. Diese Funksprüche lassen daraus schließen, daß Nobile Infolge unsichtigen Wetters beschlossen hatte. Spitzbergen einschließlich der Nordostinsel von Norden zu umsteuern, anstatt durch die hinlopcnstraße zurückzukehren, was die Fahrt erheblich ab- gekürzt hätte. Doch lies das Lustschiss dabei Gefahr, im Nebel und Schnregestöber gegen die hohen Felse», berge längs dieser Meeres- ftrahe zu stoßet was Nobile anscheinend vermeiden wollte. Singzbay. 18. Mai. Der vor dem Abschluß stelzende Flug Nobiles van zirka 4900 Kilometer stellt zweifellos für ein Lustschiss dieser Größe eine g l ä n- zendc Leistung dar. Bon der italienischen Expedttionsmann- Während der I n f l a t i o n s z e i t ist er an einem Rennstall mit vier Pferden beteiligt und gleichzeitig Mitinhaber einer Wurstfabrik in Spandau. Im Jahre 1925 nimmt er aber seine Tätigkeil als Betrüger auf. die er bereits mit Erfolg ein Jahr- zehnt früher ausgeübt hat. Damals mußte er zweimal Gefängnis- strafen über sich ergehen lassen. Er bedient« sich immer«in und der- selben unfehlbaren Methode. Er taufte in ersten Geschäften ein, machte kleine Anzahlungen, unter Umständen ging es auch ahne Anzahlungen ab, in der Hauptsache stellte er aber Wechsel aus louttönende Adelsnamen aus. Auf den Namen des Herrn von Gracocmtz, von Romberg, von Eckartstein bezeichnete sich der Freiherr. Di« Sachen verkaufte er wieder, die Verkäufer gingen natürlich leer aus. So prellt« er Pelzgeschäfte, Juweliere, Wäschegeschäfte»nd dergleichen mehr. In einem Falle lauste er am Bayerischen Platz einen Pelz und zahlte nur eine klein? Summe an. Für den Rest gab er Akzepte auf den Namen v. Romberg. In einem anderen Falle ging ihm und seinen Freunden bei einem. Nachtoelage der Sekt ans. Herr Gassendors besorgte im N» eine neue Ladung. Als er eines Tages wieder bei Geld war, zahlte er 4090 Mark für ein Auto ein, für den Rest gab er Akzepte. Diesmal fiel der Inhaber der Firma aus den Schwindel nicht herein. Sogar Dogcartgespanne besorgte er sich in der gewohnten Weise. Auch Schreibmaschinen in großer Zahl gingen durch seine Finger. Der Angkelagte ist h:ute im großen und ganzen geständig. Der Sachverständige stellt wohl Degeneration fest, meint aber, daß der adlige. Herr trotz seines häufig wiederholten Aufenthalts in der, Irrenanstatt sür sein« Taten verantwortlich sei. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 3 Jahren 2 Monaten. Das Urleil. Das Gericht verurteilt« den Angeklagten wegen fortgesetzten Be- truges im Rückfall in Tateinlzeit mit schwerer Urkundensälschung zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis. Die Unter- suchungshast in Höhe von einem Jahre wurde ihm ongercchnct. ________________ schaft werden Vorbereitungen für die R ü ck k e h r d e r„I t a l i a* getroffen, die man heute morgen 5 Uhr erwartet«. Die Matrosen der„Citta di Milano" stehen für dos Landungsmanöver beim Hangor bereit. Sie haben alles Material für die Auffüllung des Luftschiffs zu einem neuen Fluge ausgeschifft. Autounfälle am Himmelfahristag. Insgesamt 60 Personen verletzt. Gießen, 18. Mai. Ein tragisches Ende nahm am Himmelsahrtstage ein Ausslu g der Freien Turnerschaft Treis an der Lumeda, die mit zwei Omnibussen eine Fahrt nach der Edertalsperr« unternehmen wollte. An einer kurvenreichen Stelle zwischen Winnen und Leiden- Hofen versagte die Bremsvorrichtung eines Wogens Dieser wurde über einen Graben und ein« Anhöhe himrirgeichleudert, entwurzelte zwei starke Bäume und überschlug sich. Die Karosserie ging dabei vollständig in Trümmer. Alle 39 Instrfstn wurden verkefft,-»m schwersten der Wagenführer, dem der Brustkorb eingedruckt�wurde, und ein sechzehnjähriger Mitfahrer aus Wicscck, der 1H Stunden lang mit den Armen festgeklemmt unter dem schweren Wagen lag. Bei einer eingehenden fachmännischen Untersuchung des Getriebes wurden an der rechtsseitigen Bremsvorrichtung Veränderungen sest- gestellt, so daß ein Sabotageakt vermutet wird. Alles weitere muß die gerichtlich« Untersuchung ergeben. Ein schweres Autounglück ereignete sich auch im M u g Ij tz t a l bei Dresden. Ein Dresdener Kegelklub hatte mit einem Sonderauto der Dresdener städtischen Straßenbahn eine Rundfahrt durch dos Erzgebirge veranstaltet. Auf einer steil abfallenden Straße bei Värenslein versagte die Bremse, so daß der Führer das Auto gegen die Straßenböschung lenken mußte. Durch den heftigen Anprall stürzte das Auto um und siel in die Müglitz. Es sind etwa 25 bis 39 Personen größtenteils leichi verletzt worden, die durch Samtätsautos der umliegenden Ortschaften in das Jo- hanniter-Krankenhaus in Heidenau geschafft wurden. Die Verletz- ten konnten bis aus sechs nach Anlegung von Notverbänden wieder entlassen weroen._- GoldatenverfslgunginOeuffchSsterreich Oer Wehrminister bricht die Verfassung! Die Verfassung der Republik Deutschösterreich verbürgt auch den Mitgliedern der Wehrmacht die sreie Ausübung ihrer Staats- bürgerrechtc. An der großen Wiener Kundgebung am Staatsfeier- tag des 1. Mai haben auch tausend Soldaten teilgenommen, jedoch in Zivil.- Rur eine vorangetragene Tafel mit dem einen Wort „Soldaten" zeigte, aus was für Berussangehörigen dieser Teil des Riesenzugcs bestand. Run aber hat der christlichsoziale Wehrminister V a u g a i n, ein ehemaliger Reserve-Rittmeister des Trains(Fuhr- wesen), die Stellung aller dieser Maidemonstranten vor das Disziplinargericht besohlen. Der Militärbund hat seine Mitglieder aufgefordert, soweit sie an der Demonstration teilgenommen haben, sich ausdrücklich zur Verfolgung zu melden, damit alle Welt erkenne, wie dieses prominente Mitglied der Seipel-Regierung die Verfassung achtet. In dem alten Truppenübungsloger Bruck a. d Leitha sind seit längerer Zeit 699 sreigewcrkschasllich organisierte Soldaten in ganz elenden, löcherigen, regen-, kälte- und winddurchlässigen Baracken und Zelten untergebracht: angeblich zur Arbeitsausbildung. Diese Ausbildung des Soldaten für einen später.zu ergreisenden Beruf schreibt das Gesetz vor, in Bruck ober beschäftigt man sie mit Mist- fahren. Umgraben und sogar mit gefährlichen Steinbrucharbeiten. Die Soldaten sind dort in der Strafkolonie: sie sind abkam- mandiert, damit sie nicht di« neu Eingetretenen, die sowieso vielfach vom Pfarrer und Mesner empfohlen sind, ungünstig beeinflussen. 15 090 himmelfahrlsbcsucher am kaiscrdamm. Der Erfolg der großen Ernährungsschou in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm schreitet fort. Der gestrige Himmclsahrtstag brachte den bisher stärksten Andrang, nämlich 15 9 9 9 Besucher. Sozioldcmokrallsche Partei. Prenzlauer Berg. Heute, Freitag, den 18. Mai, Treffpunkt zum Werbeumzug 181- Uhr Prenzlauer Allee, Ecke Danziger Straße, vor dem Bezirks- amt(n i ch�t, wie irrtümlich angegeben, Schönhauser Allee Ecke Danziger Straße.— Reinickendors. Die Genossen van Rei- nickcndors-West, Tegel und Borsigwalde beteiligen sich oeschlossen heute, Freitag, an der Kundgebung für Rcinickendors-West in Müllers Festsälen, Scharnwedcrstraßc 14. Redner: Stadtverordneter Max Kreuziger. Die Reichskanzlei. Ihre Vergangenheii, Gegenwari und Zukunft. �cute mittag ist der Grundstein für dos neue Haus der Rcichskan-lei gelegt worden. Fünfzig Jahre zuvor ist sie, auf«inen Antrag Bismarcks hin, geschaffen worden. Das Palais, in dem sie bis heute Unterkunft fand, ist freilich viel älter: es gehört zu den Rcprässntationsbautcn, die Friedrich Wilhelm I. seinen Beamten auserlegte, um so eine neue Stadterweiterung, die Wilhelmstraße, ordentlich und würdig gestaltet zu sehen. Damals, zwischen 1738 und 1739, hat ein Gras von der Schulenburg sich nach dem geltenden Geschmack des sranzösijchen Barocks das Haus bauen lassen, das die Wilhelmstraße, den Wilhelmplatz und alle seine Zugangsstraßen füllend und unangreifbar abriegelnd. Tag und Nacht gab es in dieser Burg der Revolution, in diesem Borpostcnhaus der neuen Ordnung, keine Ruhe: Truppen kamen, Gefangene wurden eingebracht, die Reporter der halben Welt stürmten ohne Unterlaß, während, beitiahe nur nebenbei, die stürzende Fülle der drängenden Rcgicrungsgeschäste erledigt wurde. Kein Wunder, daß oft genug Gespenster umgingen; mal wurden Kanonen gemeldet, die vom Brandenburger Tor her Gruß senden GMMM .. wesvi"fH>1 .............; V::......•.............. Ein trauriger Marsch. Schlechte Musik für schlechte Bezahlung. Da die„Fneie Arbeiterunion" in der Lesfentlichkeit kaum dem Nam«n nach bekannt ist, so wollte sie wenigstens bei der Mai- fci«r einige Aufmerksamkeit auf sich lenken, und zwar durch Paukeir und Trompeten. Also engagierte sie durch die Arbeiterbörse", War- scheuer Str. 62, einen„Kapellmeister" W., der mit zwölf Musikern, bei denen das Schlagzeug nicht fehlen durfte, dem Zuge der„Freien Arbeiterunion" vom Epreewoldplatz nach dem Treptower Park voranmarschieren und ihr nach beendeter Dcmonstratlon in einem Lokal aufspielen sollte. Als Honorar für sich und seine Kapelle wurden Herrn W. 80 M. angeboten, die erst nach längerem Hon- dein auf 100 M. erhöht wurden. Auch diescs Entgelt war noch so gering, daß W. organisierte Musiker dafür nichr bekommen konnte. Er fand aber unorganisierte Mu- sikanlen, denen es nicht darauf ankam, der„Freien Arbeiterunion" für schlechte Bezahlung schlechte Musik zu machen, selbst am 1. Mai. Ilm �j11 Uhr sollte der Abmarsch beginnen. W., der erst eimge Minuten vor der festgesetzten Zeit erschien, konnte unter den tausenden Maifeiernden, die auf dein Spreewaldplotz zum Abmorsch bereitstanden, das kleine Häuflein der„Freien Arbeiterunion" nicht finden, um so weniger, als er sich den Namen seiner Auftrag- geberin nicht gemerkt hatte. Aber da sah er seine Musiker, die sich marschbereit an der Spitze eines Zuges aufgestellt hatten.„Ist das hier richtig?" fragte W.„Jawohl," antworteten seine Leute. W. schwang den Taktstock, der Zug setzte sich in Bewegung, aber kurz vor dem Ziel merkte W., daß er gar nicht seine Auftrag- geberin, sondern einen anderen Zug hinter sich hatte. Inzwischen mußte die„Freie Arbeiterunion" ohne Sang und Klang, ohne Pauken und Trompeten, sehr verstimmt und bedrückt, nach der Fest- wies« marschieren. Nach Schluß der Demonstration suchte und fand W. endlich die „Freie Arbeiterunion" in einem Treptower Lokal und erbot sich, den zweiten Teil seines Auftrages auezuführen. Da man inzwischen andere Musiker gefunden hatte, wurde W. samt seiner Kapelle ohne Bezahlung fortgeschickt.— Bor dem Arbeitsgericht forderte W. von dem Geschäftsführer der„Arbeiterbörse" das vereinbarte Honorar, was aber entschieden abgelehnt wurde. Das sei ein trauriger Marsch nach Treptow gewesen, sagte der Geschäfts- sührer, er denke nicht daran, dafür zu zahlen, daß W. anderen Leuten aufgespielt habe. Dos Gericht wies die Klage ob, weil es lediglich dos Verschulden des Klägers fei, daß er seine Musik nicht vor dem Zug« seiner Aus- traggeberin gemacht Hobe. Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Die preieldittatur der Kartelle als Hemmnis. Nach der Erhobung der Gewerkschaften, die dem Allgemeinen Deutschen Gowerkschoftsbund angeschlossen sind, waren Ende April bei diesen 6,3 Proz. der Mitglieder arbeitslos und 4,1 Proz. Kurzarbeiter, gegenüber 9,3 Proz. Arbeitslose und 3,6 Proz. Kurzarbeiter Ende März und 3 Proz. Arbeitslcfe und 3.6 Proz. Kurzarbeiter Ende April 1927. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich also fort, auch gegenüber dem Stande des Vorjahres. Auffallend ist die, wenn auch nicht erhebliche Zunahme der Kurzorbeiter. Man könnte daraus schließen, daß eine Kon- j u n k t u r o e r st e i f u n g sich ankündigt. Untersucht man aber die Zahlen, dann stellt man fest, daß die Kurzarbeit besonders stark zu- i. J.TIIO' tr 0)•».'f• UT./'•.•"k-v..7':,"..'-i.-. Friedrich Bt ühne einer der ältesten Vorkämpfer der deutschen Arheiler- bea egung, ist 72 Jahre alt, am Donnerstag gestorben m genommen hat und zwar von 4,1 auf 8,2 Proz. bei den Berg- a r b e i t e r n, was jedoch dort eine mit der Jahreszeit zusammen- hängende Erscheinung ist. Im Vorjahre betrug der Prozentsatz Ende April sogar 7,3 Proz. Bemerkenswert ist aber, daß be! den Bergarbeitern gleichzeitig die Arbeitslosigkeit von 2 Proz. auf 1,6 Proz zurückging. Eine Zunahme der Kurzarbeit ist auch bei den Steinorbeitern, den Metallarbeitern und den Maschini st en und jheizern bei gleichzeitiger A b- nähme der Arbeitslosigkeit festzustellen, was mit der teilweisen Inbetriebnahme im Bauberuse zusammenhängen dürfte. Eine wesentliche Verschlechterung des Avbeitsmarktes ist vor allen Dingen in der T« x t i l i n d u st r i e eingetreten wo 6.2 Proz.(4,8 Proz.) Arbeitslose und 14,8 Proz.(10,7 Proz.» Kurz- orbeiter gezälstt wurden. Auch in der S ch u h i n d u st r i e hat sich die Arbeitsmorktlage weiter verschlechtert. Es wurden gezählt 11,2 Proz.(10 Proz.) Arbeitslrse und 34 Proz.<31,1 Proz.) Kurz- arbeitcr. Damit sind wir in der Schuhindustrie an die Krisen- zahlen des Jahres 1926 wieder herangekommen. Diese Ber- schlechterung in den beiden Industrien ist ober eine Ausnahme- crscheinung und hängt zusammen mit der Preispolitik der Unternehmer in diesen Industrien. In ollen anderen Industrien ist die Arbeitslosigkeit teilweise sogar sehr erheblich zurück- gegangen. Ohne die Preisdiktotur der Kartelle würde die Zlrbeits- losizkeit noch viel schärfer zurückgehen. Die Barzeichnung auf die sünfprozentige französische An- leihe hat Poincarc einstellen lassen, nachdem 10 Milliarden Fronken gezeichnet worden sind. Mit kurzfristigen Schatzwechseln kann die Anleihe noch bis zum 8. Juni gezeichnet werden. « Ein zu sünf Jahren Zuchthaus verurteilter südslawischer Kam- munist entfloh aus der Gcsängnisklinik. Sein Wächter tötete sich daraus selbst, �______ �!_____________. heute eines der bemerkenswertesten Denkmale der berlinischen Architektur aus der Zeit der ersten Könige ist. Eine festliche, schloß- artige, hochüberdachte Mitte, umspannt mit zwei zum Landhaus gemilderten Flügeln, einen feierlichen Vorhof, der sich nach der Wilhelmstraße zu öffnet, dort, wo sich die Straße zum strengen Biereck des Platzes erweitert. Hinter dem Hause dehnt sich ein großer, parkhaster Garten, der bis an die heutige Friedrich-Ebert- Straße reicht: in ihm blieben noch einige massive und knorrige Gesellen aus Urwaldzeiten bewahrt. Dies Haus, Wilhclmstraße 77, hat mannigfaches Schicksal erlebt: 1795 kam es in den Besitz des Fürsten Michael Radziwill. Von dessen Erben, die sich nicht einig werden konnten, wurde es vom Reich erworben und dem Fürsten Bismarck zur Wohnung über- wiesen. Bismarck hat dann auch seine neugegründete Reichskanzlei, deren Beamtenstab, den Kanzleidiener inbegriffen, nur drei Mann umfaßte, hier untergebracht. Unter Bismarcks Nachfolgern er- weitertc sich das Arbeitsgebiet der Reichskanzlei, wuchs die Beamten- schaft. Während des Krieges, in dem Maße, wie die Demokratie sich in die Regierung hineintastetc, wurde das Haus der Reichs- kanzlei ein Treffort der Abgeordneten und anderer Wahrnehmcr der streitenden Interessen. Wilhelmstraße 77 war das politische Hauptquartier gegenüber dem militärischen der Obersten Heeres- leitung. So festigte sich die Gewöhnung, daß auch der Wille des erwachenden Volkes in den Räumen der Reichskanzlei zum Vortrag kam: so hat Scheideman», als Unterstantssekretär der letzten koiser- lichen Regierung, in Bismarcks Haus seine schwere Arbeit verrichtet. Als schließlich der Umsturz des unmöglich gewordenen alten Staates erfolgt war, wurde der Apparat der Reichskanzlei erst von den Volksbeaustragten und dann von den neuen Regierungen in Zln- lpruch genommen, wurde damit dos behagliche Barockpalais, dessen Anlage für Feste und Geselligkeit erfolgt war, ein Forum und Sturmplatz all der plötzlichen und lauten Wallungen des Ucbergangs. Vom November 1918 bis in die ersten Monate des folgenden Jahres hinein war das Haus der Reichskanzlei kein gemütlicher Aufenthalt. An die breite Mitteltür pochten eines Winterabends die Matrosen, drangen ein und durchsuchten das Haus nach Ebert. Es dauerte nicht lange, und der Gesuchte trat den wilden Männern, die in ihren weißen Schafpelzen gar nicht zivil aussahen, entgegen und brachte sie mit einigen seiner klaren und starken Sätze zur Besinnung. Aus dem Eckfenster des linken Flügelbaues haben Ebert und Schcidcmann zu den lebendigen Mauern gesprochen, zu den Genossen, die aufmarschiert waren, um Spartakus abzuhalten: sie standen zu Tausenden, dicht geballt vor dem Hause der Reichskanzlei, Verfilmte Psychoanalyse. „Geheimnisse einer Seele"— ilfa-pavillon. Vor ungefähr einein Jahr erlebte dieser Film seine Urauf- sllhrung im Gloriapalast. Zum ersten Male versuchte man, das unbewußte Seelenleben filmisch zu gestalten, aber trotz des großen Interesses, dos der Film erregte, standen ihm viele Zuschauer ver- ständmslos gegenüber. Jetzt will man auch den Laien, her wenig oder gar nichts von der Freudschen Psychoanalyse kennt, durch einen einführenden Vortrag, in dem Dr. T h 0 m a l l a die Grundbegriffe dieser Wissenschaft auseinanderlegt und so die nötigen Bedingungen für das Verständnis schafft, an dem Thema interessieren. Eigentlich ist diese Einführung nicht notwendig, da die olle Momente berücksichtigende Regie von G. W. P a b st und der Haupt- darstellcr Werner K r a u ß so eindrucksvoll und fo klar dos Pro- blem entfalten, daß keine Unklarheiten übrig bleiben. Dinge, die der als Bausteine des Traumlebens zuerst dem Laien unverständlich sind, werden im zweiten Teil, der die Analyse des Arztes schildert, völlig werden im zweiten Tiel, der die Analyse des Arztes schildert, völlig geklärt, und dieser Wunsch nach Klarheit geht so weit, daß die Hand- lung darunter leidet. Vielleicht bringt man überhaupt nicht dem Film, sondern der Psychoanalyse Mißtrauen entgegen und will nicht an dem sinnvollen Aufbau des Traumes glauben. Schließlich aber .hoben die Heilcrsolge der Psychoanalytiker diese Wissenschaft gerecht- fertigt.— t. Schaljapin ist erkrankt. Die heutige Aufsührung der„Mar- garethe" in der Städtischen Oper mußte deshalb aus Montag, 21„ verschoben werden...._j sollten, mal räusperten sich Dachschützen, mal drohte ein Angriff aus dem Park und mal hieß es, daß die Schutztruppe ihre Maschinen- gewehre einpacke. Es ist, wie meistens im Leben, alles gemächlich vorübergegangen und mehr oder weniger ernste oder komische Erinnerung geworden. So etwa, wenn damals aufgeregte Gruppen mit schrecklichem Geschrei vorüberzogen und ihnen voran ein Magerer sprang und krähte, der heute wohlbestallt und-beleibt als Generaldirektor sitzt. Oder viele Monate später, als eines Nachts groteske Rebellion durch die Wilhclmstraße schlenkerte und Herr Kapp sich im Hause der Reichskanzlei zurechtfinden wollte. Es gab ein wüstes Durch- einander, dessen Unklarheit das nahe Ende voraussagte. Während- dessen spielte vor dem Hause eine Militärkapelle vom Heil des Sieger- kranzcs und tuschte auf den vorbeispazierenden Ludendorff. Nach kurzen Karncvalstagen flogen sie alle wie Spreu vor fegendem Besen, klapperte mit sämtlichem Gebein im Vorraum des berühmten Kongreßsaalss ein Knappe Scherls, der sich schwarzweißrot auf Pressechef geschminkt halte und nun durch daA Rettungsbad einer Kaltwasserheilanstalt wieder zurückwechseln mußte. Zehn Jahre hat der neue Staat inzwischen überwunden; der Sitz der Regierung blieb das Haus der Reichskanzlei. Die Geschäfte, die durch solche Zentralisierung dauernd wuchsen, benötigten Raum. Das Haus wurde zu eng. Statt der drei Beamten Bismarcks gibt es heute deren 35 und obendrein ein stattliches Personal von An- gestellten und Arbeitern. So wurde ein Erweiterungsbau not- wendig; er soll auf das Grundstück zu stehen kommen, das, als Lücke zwischen dem sinnvollen Barockhause und dem höchstunsinnigen Palais Borsig, die Einheit der Straßenwand von jeher gestört hat. Die Aufgabe, diesen Neubau zu entwerfen, war keine leichte. Es mußte Anschluß an die kapriziöse Bescheidenheit des alten Hauses gefunden werden, es mußte zugleich ein geräumiges und wesentlich höheres Bureauhaus hingestellt werden. Außerdem galt es, die überladene Fassade der Borsigschen Pseudorenaissance stillzulegen. Durch einen Wettbewerb ist ein ausgezeichneter Entwurf gesunden worden. Sein Urheber heißt Jobst Siedler. Entgegen einer üblen Gewöhnung soll diese Planung auch ausgeführt werden: ein ver- nünftiger Entschluß, für dessen Zustandekommen sich Staatssekretär Pünder entschlossen eingesetzt hat. Ein sachlicher, aber wohlgegliederter Zweckbau, mit dem alten Hause gut verankert und durch eine turmartige Ueberhöhung rhythmisch betont, wird ollen Anforderungen der Reichskanzlei, der umfassenden Zentrale der Reichsrcgierung, Genüge schaffen. Diesem Haus seiner Nachfolger hat der Reichskanzler Marx heute den Grundstein gelegt. Robert Breuer. Bewegungsschnst. Wir besitzen für zwei Ausdruckssormen des Menschen, für Wort und Ton, schon seit undenklichen Zeiten die Möglichkeit, sie schriftlich aufzuzeichnen. Für den Ausdruck des Körpers dagegen, obwohl er der ursprünglichste jedes lebendigen Wesens ist, fehlt bisher eine Schrift. Schon seit dem sünfzehnten Jahrhundert sind allerdings Versuche gemacht worden, den Kunsttanz wenigstens durch bestimmre Zeichen zu notieren. Aber diese Schrift gab umständlich und dabei höchst unvollständig die Absichten der..Tanzkomponisten" wieder. Immer wieder kamen neue Tanzschriften auf: aber immer wieder wurde van den Fachkreisen erkannt, daß keine von ihnen praktischen Wert hatte. Erst in allerneuester Zeit wurden einige Versuche gemacht, die vielleicht.zu einer wirklich brauchbaren Tanzschrist— oder vielmehr: Bewegungsschrift— führen werden. In der Jutta- K l a ni t- S ch u l c gab Otto P 0 l e m a n-n eine Einführung in eine dieser Schriften, in die Vischer-Klamtsche Choreographie. Sie baut sich aus verhältniemäßig einfachen Elementen auf, indem sie von drei Bcwegungskrcisen ausgeht, einem wagerechtcn und zwei diesen senkrecht schneidenden und zueinander rechtwinklig stehenden. Auf diese Kreise werden alle Bewegungen zurückgeführt. Die Schrift will in erster Linie die Möglichkeit geben, einfache Körperbewegungen z. B. des Ausdrucks, bei der Arbeit, oder auch bei Sport und Gym- nastik schriftlich festzuhalten. Doch soll es auch möglich sein, sehr komplizierte Tanze in ihr auszuzeichnen.— So wenig man ohne Vorkenntnisse nach einem anderlhalbstündigen Vortrag über den Wert und die Zweckmäßigkeit unserer Notenschrift urteilen könnte, so wenig kann man das über diese Tanzschrift tun. Die Grundide« schienen jedoch auch dem Laien recht einleuchtend. Eröffnung der„Technischen Stadt" Oie neue Lahresschau deuischer Arbeii in Dresden. Die im Rahmen der.Liahresschau deutscher Arbeit" statt- sindende Ausstellung„Die technische Stadt" ist jetzt>n Dresden eröffnet worden. Dabei überbrachte der Staatssekretär des Reichsarbeitsministeriums Dr. Geib die Grüße der Reichsregie- rung. Die Aufgaben der Städte auf technischem Gebiet« sind, so führte der Staatssekretär aus, bei dem raschen Entwicklungstempo der letzten Jahrzehnte immer umfassender und dringlicher geworden. Dabei mutz es eins der wichtigsten Ziele der heutigen Kommunal- Politik sein, mit ollen Mitteln die Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung zu erleichtern, die unter beschränk- ten Wohnverhältnissen, fern von der Natur und eingespannt in das aufreibende Getriebe der Werkarbeit leben mutz. Wie die modern« Stadt dieser Probleme auf den verschiedensten Gebieten— wie der Lebensmittelversorgung, der Versorgung mit Licht und Kraft, des Verkehrs- und Wohnungswesens— Herr geworden ist oder doch i)err werden kann, das zeigt die Ausstellung in anschaulicher Weise. Die Ausstellung gliedert sich in drei Gruppen. Erstens„D i e Lcbensquellen der technischen Stadt": Kohl«, Wasser, Gas, Elektrizität und ihr« Nutzbarmachung fü rdas menschliche Leben in Haus, Beruf und Oeffentlichkeit werden hier dargestellt. Zweitens der„T e chn i s ch e Körper der Stadt". Erbringt das Hochbauwesen und hier als besonderes Problem das erste Kugelhous der Welt, we'�cs in 30 Meter Höhe errichtet und als modernes Geschäftshaus mit allen technischen Neu- rungen und mit vorbildlicher Lichtreklame versehen wird. Ferner dos Tiefbauwesen mit den technischen Adern, die den unter- irdischen Stadtkörper durchziehen. Drittens,„Der Organis- mus der technischen Stadt". Das sind zunächst„V e r- kehr" und„Nachrichtenwesen", in einem geschlossenen Hallenkomplex zusammengefaßt, beginnend mit dem Postbetrieb, dem Fernsprechwesen, der Telegraphie und Bildtelegraphie, dem Funkwesen, sich fortsetzend in den Fernbahnen und Untergrundbahnen, weiter in den Stratzenbahnen und ab- schließend mit dem Krastfahrwesen, dem Garagenproblem und dem Problem der Verkehrsregelung. Hierzu find auch über- dachte Plätze im Freien geschaffen, um praktischen Vorführungen Raum zu geben. Dem„Schutz für Leben und Eigen- tum" dient zunächst die Feuerwehr, die auch für dos ollge- meine Publikum ebenso interessant wie lehrreiche Tages- und Nacht- Übungen im Freien vorführt. Ein weiterer Teil des Gebietes „Schutz für Leben und Eigentum" ist die„H y g i c n e", die durch das Deutsche Hygiene Museum dargestellt wird. Eine gleichfalls sehr interessante Gruppe ist die Ernährung. Es sind eine elektrisch betriebene Konditorei, Bäckerei und Fleischerei zu sehen. Eine ebensolche Wäscherei und Plätterei als lebenswahr vor- geführt« Betriebe. Zum Organismus des technischen Stadl gehört natürlich auch„Kunst und Unterhaltung". Hier werden besonders Vorführungen des sprechenden Films mit seinen erstaun- lichen technischen Vollkommenheiten und der Rundfunk mit dem Aufnahmeverfahren Beachtung verdienen. Die Jahresschau dauert wieder vier Monate, also bis Ende September oder Anfang Okiober. Inzwischen reifen neue Pläne, für die 8. Jahresfchau 1929„Reisen und Wandern" und die .�ygieneausstellung" des Jahres 1930. Die das Leben wegwarfen! Selbstmord auf den Schienen und im Wasser. Ein aufregender Selbstmord wurde in der vergangenen Nacht auf einem Stadtbahnhof verübt. Kurz nach 1 Uhr ging ein schlecht gekleideter Mann auf dem Bahnsteig am Zoo eine Weile aufgeregt hin und her. Plötzlich warf er sich, ohne daß das Publikum ihn daran hindern konnte, vor«inen einfahrenden Stadtbahnzug und wurde überfahren. Die förmlich � zerstückelte Leiche wurde besthlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Der noch unbekannte Mann ist etwa 40 Jahre alt und trug einen abge- rissenen dunklen Anzug und Uebcrzieher.. In den Taschen fand man ein Rczeplformular mit dem Namen„Alfred Albenstein". — Von der Straße Am Epreebord sprang nachts gegen- 12 Uhr eine unbekannte Frau in die Spree und ging bald unter. Leute, die den Vorgang sahen, versuchten, die Lebensmüde mit dem Reltungskahn zu erreichen. Es gelang ihnen aber nicht mehr. Die Leiche ist noch nicht geborgen.— An der alten Schleuse an der Seestratze in Plötzensee wurde die Leiche eines etwa 30 bis 3ö Jahre allen Mannes geborgen, dessen Per- sönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte. Der Tote, der nur einige Tage im Wasser gelegen haben kann und nach der Halle in Charloltenburg gebracht wurde, ist mittelgroß und untersetzt, hat dunkelblondes Haar, ein bartloses Gesicht, große Hände und kleine Füße. Brust und Arme weisen tätowierte Fraucnköpf« auf. Eine 10 Zentimeter lange Narbe am linken Handgelenk rührt von einer Operation her. Selbstmord aus der Starkstromleitung. Der 28 Jahre alte Arbeiter Franz Slais aus Frauen- darf im Kreise Oppeln verübte auf grauenhafte Weise Selbstmord. Nach einein Streit mit seiner Braut kam er auf dem Heimwege an einer Starkstromleitung vorüber. Er kletterte auf einen der 15 Meter hohen Masten und legte sich auf die Drähie der Stark st romleitung. Durch die sofort hervorfchießenden großen Stichflammen fand der junge Mann einen furchtbaren Verbrennungstod. Die verbrannten Körperteile fielen hierbei in Stücken auf den Erdboden herab; nur der Rumpf blieb auf den Drähten hängen und mußte von der Sanitätskolonne heruntergeholt werden, i Wellerberichl der öffentlichen weltcrdienststelle Verlin und Um- .„.nd.(Nachdr. verb.) Weiterhin ziemlich kühl bei veränderlicher ewölkung. Neigung zu einzelnen leichten Regenschauern.— Für Deutschland: Fortdauer des ziemlich kühlen Wetters mit veränder- licher Bewölkung und namentlich im Osten noch einzelnen Regen- schauern. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der ueutigen Postauslage bei. Ztkrantwortl-ch fitr di? Rkdaltwn: Eugcn Praqcr. Berlin: An, eiaen: Th. S>>,cke. Berlin. Verlag: Borwärt- Verlag G. m b. S., Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckcrri und Berl-gs-nstall Paul Einger& Sa., Berlin SW 68, Lindenstrage 3, Kier,u 1 Beilage. 5 OERNE' 7* »ANZl'IOE Von großer Wichtigkeit für die Lebensdauer des Anzugs ist sein innerer Aufbau, furden wir uns durch sorgfligeVerasbeitung i in eigenen Werkstatten | und 1 Verwendung besterZulatendfei) verbürgen. 0as grösste Sduih-Spezialhaus Berlins (Beilage Freitag, 18. Mai 1928. I A»l IgUliHiBIWBliBPMMnBMCMggPBMW ZprMmd SpJlauLJaik*!ei lörtitortÄ Der Völkische:„Wer ist schuld an den Feme morden? Die Sozialdemokratie!" Der Deutschnationale:„Wer verursacht die Lebensmittel-Teuerung? Die Sozialdemokratie!" Der Volksparteiler:„Wer hat die Arbeitslosig keit auf dem Gewissen? Die Sozial demokratiel* Der Wirtschaftsparteiier:„Wer macht Euch obdachlos? Die Sozialdemokratie!" BADE- ANSTALT Geschlossen ?? Ve.rl<.n�en. der Geistlichkeit Der Kommunist:„Wer spaltet die Arbeiterbewegung? Die Sozialdemokratie!" Der Zentrumsmann:„Wer läßt die Jugend verkommen? Die Sozialdemokratie!" Der Arbeiter aber antwortet <0� � H- ABEKIKS• 28 Fort mit Euch Schwindlern— Ihr seid selbst die Schuldigen! Wahlreden und Wirklichkeit! DER SFRUNCi OBER DEN SCHATTEN VON KARL SCHRÖDER- ZEICHNUNGEN VON PAUL THESINO Copyright 193t by«Der Bücherkreis G. m. b. H.* Berlin SW 61. 13. Fortsetzung. Bei den Verkäufen betrog sie mich auch; wohl regelmäßig. Ich wußte da-, und ich bin der Ueberzeugung, daß ihr klar ivar. daß ich es wußte. Aber wir verloren darüber leine Worte. Die Höhe solcher kleinen Unterschlagungen richtete sich einfach nach ihren Einnahmen beim morgendlichen Priemhandel. Sie war trotzdem eine gute alte Frau.„Gut" sein ist eben relativ. Es kommt alles darauf an, wieweit die Verhältnisse es den Menschen ermöglichen, gut sein zu können. Die Universität besuchte ich wieder ziemlich regelmäßig. Freilich hörte ich nicht die zum Examen notwendigen Fochoor- lssungcn, sondern aus allen möglichen Gebieten dos, was mir in der Tiefe zu bohren schien. Ich schleppte Arme voll Bücher aus der Bibliothek mit, um die Nächte durch zu lesen. In eiirem Kolleg über Religionsphilosophie begegnet« mir der Theologe Dautkus. der dasselbe Gymnasium wie ich besucht hatte, aber zwei Jahre früher als ich das Abgangeexamcn gemaäit hatte. Ich kannte ihn ziemlich gut. Wir hatten Respekt vor ihm gehabt. Er war schon Ingenieur gewesen, dann wieder aus das Gymnasium zurückgekehrt, um Pfarrer werden».) können. Er lud mich ein, ihn aufzusuchen, und einige Tage später fuhr ich zu ihm beraus. Dautkue wohnte in Westend. Diese Gegend ivor mir fremd, und ich glaubte, gar nicht mehr in Berlin zu sein. Etnzelvillen, breite Laumalleen und Gärtenanlagen mit Edeltannen, Ahorn, japanischen Ziersträuchern und Rhododendron. Das war gewiß etwas anderes als die kahlen Straßen, die wüsten Bau- und Schuttplätze und die abgeblätterten Miettasernen bei mir draußen im Osten. Auch die Menschen kamen mir anders vor, nicht nur in ihrer besseren Kleidung, sondern auch in ihrem ganzen Auf- treten. Und doch gefiel mir alles nicht. Es war mir fern. Hier hätte ich niemals zu Hause sein mögen. Als ich bei Dautkus eintrat, sah er untätig an einem Schreib- tisch und rauchte aus einer langen, gelben Bambusrohrpfeif«. Das Jackett war bis an den.Hals zugeknöpft, und sein Gesicht war so hager, daß die Backenknochen sichtbar vorstachen. „So sind Sie also doch gekommen? Ich hatte es nicht er- wartet." Er lauerte,' ich merkte es. „Aber warum denn?" fragte ich. „Na— so— er preßte meine Hand mit übermäßig starkem Druck. Das alles scheint gleichgültig, ist es aber für mich ganz und gar nicht gewesen. Wir leben jahrelang mit Menschen zusammen, und nach ein paar Wochen Trennung ist uns, als wäre nichts gewesen. Mit einem anderen sind wir eine Stunde vereint, und unser Leben nimmt eine andere Wendung. Keine neuc, gewiß nicht, aber eine, die sonst noch lange im dunkeln rumort hätte. „Ich will Ihnen etwas vorlesen," fuhr Dautkus nach der Be- grüßung ohne jede llebsrleitung fort. Sie sollen mir dann sagen, von wem es ist. Er rückt« einen Armsessel heran.„Wollen Sie eine Pfeife rauchen? Da hängen mehrere." Ich sahm ich um.- In der dem Fenster gegenüberliegenden Ecke hing wohl ein halbes Dutzend Pfeisen aller Größen und daneben ein Kunstwartblatt im Rahmen: Dürers„Melancholie". Dautkus nahm ein Buch aus dem Bücherregal. „Haben Sie Dürer gern?" fragt« ich und machte mir eine Pfeife zurecht. „Ach, Sie meinen wegen des dummen Bildes. Da ist auch nichts dran. Tiefsinnig und albern zugleich, wie so vieles. Mein Pater liebte es: der wurde blind." Ich erschrak, konnte nichts sagen. „Hören Sie mal her!" Er las: „Nacht ist es: nun reden lauter all« springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen. Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden. Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir: das will laut«erden. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprach« der Liebe. Licht bin ich: ach, daß ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, daß ich von Licht umgürtet bin." „Nun? Was ist das?" „Ich weiß es nicht: es klingt, wie aus der Bibel." „Nietzsche!" sagte Dautkus kurz und warf das Buch auf den Tisch. Er lachte scharf auf. „Aus der Bibel! Großartig! Aus der heutigen Bibel für Theologen! Jawohl! Sehen Sie, so beschäftige ich mich. Sic schätzen doch sicherlich auch Nietzsche?" „Ich kenne wenig von ihm. Sie sehen doch eben. Aber sagen Sie selbst: das ist doch eine wundervolle Sprache?" „Sprache hin, Sprache her; aber ich will Ihnen«twas sagen,"— Dautkus faß jetzt steif und schmal auf seinem Stuhl— „der Mann ist wirtlich groß, größer als er noch eingeschätzt wird. Ein grandioser Gegner, immer frontal, wuchtig, ehrlich, ehrlich! Ehrlicher als diese Götzendiener von Pfaffen in unserer Zeit. Und wer spricht von Nietzsche? Schwätzer, Aestheten, Frauen- zimmer, Idioten, die nie das tun. was er verlangt. Ernst machen!" Dautkus sprang auf, setzte sich aber gleich wieder. „Warum sagen Sie nichts? Sprechen Sie doch!" Aber ich schwieg. „Kalt oder warm, nur nicht lau, sonst muß icki dich auespeien aus meinem Munde," fing Dautkus wieder an.„Sehen Sie,"— er beugte sich herüber und sah mir aus nächster Nähe in das Gesicht: die dunkeln Augen glühten—„die Theologie muß Ernst machen. Hansnarren dürfen nicht auf ihr tanzen. Die Natur- wissenschast mag groß sein: aber hier, hier gebt das Senkblei in die Tiefe. Alles Tiefst« ist Spekulation, ist Mystik, ist Metaphysik. Wissen Sie was? Nietzsche ist der größte Theologe der kommen- den Zeit." Ich wußte nicht, was ich hierzu sagen sollte. Ais Dautkus jetzt beharrlich schwieg, bemerkte ich: „Aber unsere Zeit ist doch sehr ernst. Die modernen Dichter versuchen doch, in die Tiefe zu gehen. Uebeioll ist der Schrei nach Wahrheit. Jeder Gebildete verachtet doch die Scheinkultur, die Eartenlaubendichter..." „So— o?" Cr fuhr herum.„Also in der Literatur sehen sie Ernst?" Sein Gesicht verzog sich:— wahrhastig, er schmunzelte sogar.„Sie nehmen also Leute wie George, Hofmannslhal, Suder- niann und Konsorten ernst? Freches, überhebliches Spielen nehmen Sie ernst? Raffinierte Tricks? Wortmachevei, Klovffechterkunst- stücke?'— Wahrheit?? Photographcnwahrheit ohne Lieb«? Oder l'art pour I srt, die Kunst um der Kunst willen?! Was sür eine wahnwitzige Redensart. Die Wissensck�aft um der Wissenschaft, die Kunst um der Kunst willen! Nein, zum Teufel!— Wozu sind denn die Menschen da?" Ich blieb wohl vier Stunden bei Dautkus. Zuletzt fragte ich ihn:„Wie kommt das nur, daß Sic Theologie studieren?" „Das ist es ja eben! Aber sagen Sie selbst— wenn dos Schiff leck ist, man kann es aber dadurch retten, daß man kost- baren Ballast abwirft,— soll man das nicht tun?" — trug sie trotz ihres Slräubens quer durch das johlende Publikum— Nach diesem Besuch bei Dautkus war ich fester als vorher davon überzeugt, daß alle ernste Menschen einsam sein müssen. Und ich war doch schon drauf und dran, im Galopp in die Einsam- kcit zu rennen. Und diesen Galopp beweist mir auch deutlich die Erinnerung an den Tag des Wiedersehens mit meinen beiden Schulfreunden Weichert und Hurtenbach. Sie studierten in Süddeutschlond und teilten mir mit, sie würden mich auf der Durchreise durch Berlin besuchen.-» Ich freute mich wie ein Kind, aber ich hatte vergessen, daß bald zwei Jahre zwischen d«m Gestern und Heute lagen. Die Menschen wachsen und verändern sich verschieden schnell. Sie kamen, sahen sich etwas unruhig in meiner öden Bude um, blätterten in meinen Büchern, zwinkerten leicht belustigt Frau Albrecht an, und dann drängte Harri Weichert zum Aufbruch. „Wir wollen uns doch Berlin bei Nacht ansehen," sagt« er. Er erzählte ausschließlich von der Verbindung, für die er „gekeilt" war, rühmte ihre guten Beziehungen, schwärmte von Schlägermensuren. Er hatte bere.ts drei Schmisse im Gesicht, die ihn gut kleideien. Als ich meine Berliner Erlebnisse auskramte, hörte er kaum hinmnd unterbrach mich mit Fragen nach bekannten Pergnügunos- statten. Hurtenbach, der schweigend zuhörte, sah mich mit seinen Reh- äugen traurig an. Das roch mir nach Mitleid. Ich wurde wütend. Ich verachtete Mitleid. Theoretisch, versteht sich. Ich drängte selbst zum Aufbruch. Als wir aber erst in verschiedenen Studentenlokalen, im Heide'- berger, Lichtenhainer, Rothenburger, Pichelfteiner genügend Alkohol zu uns genommen hatten, rückten wir uns wieder näher und vcr- lvren uns in Erinnerungen. Zum Schluß saßen wir im Lichtenhainer an festen, ungedeckten Holztischen: die Kapell« spielte Kommcr-lieder. Kellnerinnen in schwarzen Kleidern und weißen Schürzen schoben sich zwischen den Stühlen hindurch: beklopft, betastet— lachend, schimpfend. An unseren Tisch bediente eine kleine Schwarzhaarige, mit flackernden, dunkeln Augen. Weichert zog sie auf den Schoß. Sie wehrte sich, riß sich los? streckte mir ihre spitzen, wiegenden Brüste entgegen und griff mir ins Haar. Berauscht sprang ich auf, faßte sie um die Taille, trug sie trotz ihres Sträubcns quer durch das johlende Publikum, stellt« sie aus die Musikbalustrade und ließ «inen Tusch„auf die Schönste" ausbringen. „Weg mit ollen Sorgen. Wozu unnötig quälen! Hier bin ich Mensch: hier kann ich' sein!" Als wir im Morgendämmer zum Stettiner Bahnhof gingen, alle drei eingehakt,„ein Herz und ein« Seele", wurde dicht hinter der Weidendammer Brücke das Tor der großen Gardekaserne aufgerissen. In scharfem, dumpfhallendcm Tritt marschierten aus dem Tor- weg Kolonnen blau uniformierter Truppen mit gepackten Affen und aoldspitzigen Helmen. Mitten auf dem Damm schwenkten sie nach Norden ein, in der Richtung auf das Oranienburger Tor und den Wedding. Einige Dirnen blieben stehen und johlten zu den Soldaten hinüber. Ein Ossizier zu Pferde sprengte an die Spitze. Ein lautes Kommando durchschnitt das gleichmäßig schnarrende Stampfen. Dies gab unserem Abschiedsgespräch, das bisher immer noch um Erinnerungen kreist«, eine bestimmt« Wendung. „Si«h dir dos an, Harri!" sagte ich lachend,„dos wirst du zugeben, Militär vernichtet jeden Begriff von Persönlichk�'t. Du mußt dich willenlos süg«n, noch dazu unter Leute, die nichts im Schädel haben. Was sind denn Offiziere? Ja? Hast du übrigens gelesen, was der Kaiser gesagt hat? Man soll. auf Vater und Mutter schießen, wenn es befohlen wird? Na. ich weiß nicht, ehe». glaub ich. erschieß ich mich selber. Hat denn Goethe umionst gelebt? Für mich gilt jedenfalls, solange ich lebe, sein Wort: Höchstes Glück der Erdenkinder bleibt doch die Persönlichkeit" Ich redete mich in Aufregung und sprach etwas laut auf offener Straße. tForts-tzurg folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Jou'Joa. Genfer Kursaal, zwei Uhr nachts. Der in schwülstigen Boudoir- tönen gehaltene Raum erfüllt von den auspeitschenden Klängen einer Jazzkapelle. Genfer Bürgcraristokratie an den Tisä�en. Junge Leute, die von dem Geld leben, das irgendwo� in kolumdijchen Elek- trizitätswerken, in tunesischen Erzgruben, in ägyptischen Boumwoll- plantagen arbeitet, junge und ältere Leute, deren Namen mehr oder weniger weltbekannt sind, deren Vorfahren oder Verwandte in intcr- nationalen diplomatischen Diensten, in internationalen Kapital- akticnen, in der internationalen Finanzwelt eine Rolle spielten oder spielen. An einem Tisch mit vier jungen Leuten tritt eme elegante Dorne. Weißes Seidenkleid, ties dekolletiert, silberner Umhang darüber, in dem sie graziös ihr« Hönde verbirgt. Ein paar Worte. zwischen ihr und dem einen Ariftokratensohn, ein Schuß aus dem silbernen Umhang hervor. Der Mann sinkt um, seine Freunde und die Kellner eilen hinzu, man ruft nach der Polizei, die Jazzkapelle bricht mit einer schrillen Disharmonie ab— eine etwas über dreißig- jährige Rumänin hat ihren früheren Liebhaber erschossen. Der Fall liegt einfach, beinahe alltäglich. Die Rumänin, als Tänzerin von Bar zu Bar, von Kursaal zu Kursaal wandernd, war vor fast zwei Jahren von dem Genfer Bürgersohn zu seiner Geliebten erkoren morden. Achtzehn Monate lang genügte sie ihm, ein reizen- des Jou-Iou seiner Sinne, ein nettes Spielzeug. Dann bekam sie -5000 Franken Abfindung und den Befehl, nach Rumänien zurück- zureiscn. Sie reiste nur nach Monte Carlo, um bald daraus nach Genf zurückzukehren, um ihrem ehemaligen Geliebten und Herrn zu versichern, daß sie ihn liebe. Er lachte sie aus. Die Genfer Polizei, vielleicht auf einen Wink aus jenen einflußreichen konser- oativen Familien hin, die noch heut« di« Genfer Politik beherrschen, drohte, sie auszuweisen. Sie gewann mit 300 Franken irgendeinen Genfer dafür, sich mit ihr trauen zu lassen und am Hochzeit«ab«nd zu verschwinden. Die Polizei war genarrt, sie war mit der Heirat Gcnferin geworden, man konnte sie nicht mehr abschieben. Unzählige Versuche machte sie, ihren alten Geliebten wiederzugewinnen, bestach die Portiars der Bar, in denen er verkehrte, endlich erwischte sie ihn im Kursaal. Der Schuß siel. Sic weiß, daß er«in Jahrzehnt Gefängnis kosten wird, sagt sie im Verhör aus.... In den alten aristokratischen Palästen um die Kathedrale St. Pierre, mit den schweren, von reichen Geschlechtern gesammelten Möbeln und Kostbarkeiten, haben hocharistokratische dekadente Men- schen, die kaum wissen, wie groß ihre Bankkonten sind, eine gruselige Geschichte zu erzählen.... Der Kampf gegen die Tuberkulose in Frankreich. In Frankreich hat man zur Unterstützung des Kampfes gegen die Tuberkulose eine besondere Briefmarke geschaffen. Vom 5. Januar bis Ende April sind davon 133 Millionen verkaust morden. die einen Erlös von 12� Millionen Franken brachten. Don diesem Gelde sollen Sanatorien für Lungenkranke erbaut und ärztliche Hiise für Lungenkranke gewährt werden. Die Frau mit dem Straußenmagen. Ein beinahe unglaublicher Bericht über d«n anormalen Appetit einer geisteskranken Frau findet sich in einer englischen medizinischen Wochenschrist. Der Leiter der Nervenheilanstalt, in der sich die Kranke noch jetzt befindet, erzählt von seiner Patientin folgendes: Frau T. hat die Gewohnheit, alle möglichen unverdaulichen Gegen- stände zu verschlingen, deren sie nur habhast werden kann, und alle Wachsamkeit vermag sie nicht daran zu hindern. Bereits im Jahre 1926 durchleuchteten wir sie und stellten das Vorhandenstin«iner großen Menge von Fremdkörpern, wie Sicherheitsnadeln, Draht- ftückchen und Knöpfe in ihren Eingeweiden fest. Da sie diese Gegen- stände aber ordnungsgemäß und ohne Schwierigkeiten durch den Dann wieder ausschied, lag kein Anlaß zu einer Operation vor. Seit kurzem klagte sie nun aber über heftig« Magenschmerzen und magerte rapid« ab, so daß wir eine zweite Durchleuchtung vor- nahmen. Dabei ergab es sich, daß der Magen der Kranken voll- ständig mit Fremdkörpern verstopft war. Es gelang, diese zu ent- fernen, und folgende List« von Gegenständen war das Resultat: 947 krummgebogene Stecknadeln, 865 Drahtstückchen, 191 Glas- ftückchen, 176 Sicherheitsnadeln, 58 Reißzwecken, 54 Köpf« von Korsettstangen, 28 Strumpfbandschnallen sowie«ine große Anzahl von Schrauben, Nägeln, Glas- und Holzperlen, Schlüsselbärten, Gcldmänzcn, Manschetten- und Kragenknöpfen und Stahlfedern. Man kann von dem Magen dieser Frau tatsächlich nicht anders als von einem Straußenmagen sprechen. Die 100 jährige NegerkSchin. In Ohio, einem der westlichen Staaten der Union, wurde kürzlich«ine außerordentliche Familienfeier gefeiert. Drei Schwestern, die einer Quäkersamilic entstamm««, begehen gleichzeitig das Fest der goldenen Hochzeit. 39 Gäste der ursprünglichen Dzochzeit der drei Schwestern vor 50 Iahren nahmen wieder an der goldenen Hochzeit teil. Unter d«n Eingeladenen ist auch die Negerköchin, die 1878 den drei Schwestern das Hochzeitsessen bereitete. WO Tote in einer Höhle. Ein mexikanischer Schafhirt fand in einer Höhle bei C h i h u a h u a h die Leichen von 100 Männern, Frauen und Kin- dern. Viele von den Skeletten lagen in betender Haltung da, andere offenbarten noch als Skelett in ihrer Haltung die furchtbaren Qualen des letzten Todeskampfes. Man nimmt an, daß es sich bei diesen Unglücklichen um Opfer aus der furchtbaren Zeit der Inquisition handcll. Reinliche Scheidung im Arbeitersport. All: in Anschein nach drängen in der Arbeiicrspnrtbcwegnng dl« Aerhältnissc zu einer klaren Entscheidung. Naäz allein, was bisher und besonders in der Zeit der Wahlbewegung von den Anhängern der Kommunistisch«,, Partei geleistet worden ist, scheint ein weiteres Zusammenarbeiten der beiden Richtungen zur Unmöglichkeit ge- worden zu sein. Das wird jetzt auch von den sozialdemokratischen Sportlern erkannt, die bisher immer versucht haben, eine Spaltung unter allen Umständen zu vermeiden. Aus dieser Ucberzeugung her- aus hat denn wohl auch der Kreistag des kl. Kreises vom Arbeiter- Turn- und Sportbund, der das Gebiet von Nordwestdeutschland mit den Städten Hannooer und Bremen umsagt, einstimmig eine Sympathiekundgebung für die Sozialdemokratie beschlossen. Das ist das erstemal, daß die Anhänger der Sozialdemokratischen Partei die sich aus den Tatsachen ergebende Säzlußsolgerung össent- lich gezogen haben, während die Anhänger der KPD. schon immer die Oesfentlichkcit über ihre Stellung durchaus nicht im unklaren gelassen haben. Besonders hier in Berlin, wo Kommunisten fast überall in der Leitung der Arbeitersportbewegung sitzen, haben sie sich stets unzweideutig den Befehlen der kommunistischen Zentrale unterworfen. Seit Jahren oerbreitet die kommunistische Zentrole, die dazu zwei besondere Angestellte unterhält, kommunistische Parolen über dos Verhalten ihr«r Mitglieder in der Arbeitersportbewegung. Während der Wahlzeit hat sich z. B. das Kartell des Stadtbezirks Kreuz bcrg durch«inen Bcschlutz ganz osfen auf die Seite d«r KPD. gestellt und zur Beteiligung an deren Wahloeranstaltungcn aufgefordert. Die Kommunistische Partei hat besondere Arbeiter- sportlerocrsammlungcn zu Wohl zwecken arrangiert, und in diesen Versammlungen ist unter Leitung des Vorsitzenden vom Sportverein Fichte zu? Wahl von Kommunisten oufgesvrdert worden. Neuerdings hat die von einem Kommunisten sehr Zweifel- haften Herkommens geleitete Tennissparte folgenden Beschluß gefaßt: ..... Die am 11. Mai tagende Delegiertenversammlung der ATV. erkennt die KPD. als alleinige Interejfenver- t r e t e r i n des Arbeitersports an und erwartet, daß jeder denkende Arbeitcrsportler an, 20. Mai nur der KPD. seine Stimme geben wird." Im' selben Atemzug beschloß weiter die Spart«nsitzung der Tennisspieler, zwei ncugcgründete Tennisabteilungen der Freien Turnerschaft Eroß-Berlins nicht aufzunehmen, weil sie nur aus SPD.-Mitgliedern beständen. Ebenso wurde beschlossen, daß olle Abteilungen, die erklären, daß sie rein sozialdemokratische Organisationen sein wollen, aus der Arbeitcrtcnnisvereinigung a u s- geschlossen würden. Die Delegiertenversammlung erklärt also in dem obigen Be- schluß, daß sie nur in der KPD. die alleinige Vertretung des Ar- beiterfports erkenne und stellt sich damit ganz eindeutig auf die Seite der KPD. Das gleiche ober verwehrt sie ihren Abteilungen, wenn es sich um die Sozialdemokratische Partei handelt. Man er- sieht daraus, wcs Geistes Kinder die Leiter und auä) die Mehrheit der Delegierten dieser Tennisoereinigung sind. Im Sinne der Parteizcntrale der KPD. werden auch einige kleine Arbeitersportblätter geleitet, so das von dem Kam- munisten Hutmann redigierte Fußballblatt und das von einer jungen Kommunistin geleitete Blatt der Leichtathleten und Turn- spicler„Sport und Spiel". Dieses Blättchen hat sich auch die Turnersparte jetzt als offizielles Organ erkoren. Auch diese Sparte wird kommunistisch geleitet. Die Blätter sind ganz im Geiste der KPD. gehalten. Keine Nummer erscheint ohne die slegelhastcsten Angriffe gegen die Sozialdemokralie. Dazu gesellt sich das ganz unverhüllt kommunistische Blatt„Der Kampfgcnoß" des Turnvereins „Fichte". Aehnlich wie in Berlin verfährt auch die Leitung des Arbeiter- sportkortells in Halle, dos sich ebenfalls in kommunistischen Händen befindet. In dem Halleschen Kommunistenblott werden gegen die leitenden Genossen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes tag- täglich die unglaublichsten Beschimpfungen und Verleumdungen ob- oelagert. Es wird dort ganz ossen die Rebellion gegen die Zentralkom Mission und die Verbände gepredigt. Die geschilderten Zustände treiben mit aller Konsequenz zur reinlichen Scheidung. Es erscheint völlig ausgeschlossen, daß die große Mehrheit der Arbeitersportler in Zukunst Leute in ihren Reihen duldet, die im Auftrage der KPD. in so unglaublicher Weise gegen die eigene Organisation kämpfen. Dauert dieser Zustand weiter an, dann muß die Zlrbeitersportbewcgung ihrer wertvollsten Kräfte beraubt werden— denn auf die Dauer wird niemand mehr gewillt sein, sich von Parteifanatikern tagtäglich in häßlichster Weise beschimpfen zu lassen. Die Arbeitersporibcwegunz verliert voll- kommen den Boden unter den Füßen, wenn sie sich nickst nach einer Richtung hin klar entscheidet. Voraussichtlich wird es auf dem Bundestag des Ar- beitcr-Turn- und Sportbundes, der am 2i. Juni in Leipzig zusammentritt, zu einer klaren Entscheidung kommen. Wenn nicht olle Anzeichen trügen, ist dos Maß der Geduld bei den Anhängern der SPD. zum Ueberlaufcn voll, und ebenso scheinen auch die Kommunisten selbst zu fühlen, daß ihrer Sünden genug ist. Sie werfen dcsbalb die heuchlerische Einhcitsfrontmaske ab und bekennen sich ganz offen als ein Hilsstrupp der Kommunistischen Partei. So scheinen die diesjährigen Reichstagswahlen, die über das Schicksal der deutschen Arbeiterschaft in so mancher Beziehung ent- scheiden werden, auch eine endgültige Klärung im Arbeitersport her- beizuführen. Wie die Dinge liegen, kann das nur begrüßt werden. Die große Mehrheit der Arbeitersporkler wird eine klare Enk- scheidung gewiß schon am Z0. Mai herbeiführen, indem sie einmütig der Sozialdemokratischen Partei ihre Stimme gibt. Oie Regatten des Freien Segler. Zweiter Tag im Osten und Westen. Gestern wehte ein frischer Wind von 4 Setundenmetern aus SSW. und es sah sehr nach„Nassauern" aus, als die Starter pünkt- lich um 11 Uhr die ersten Klassen auf die Bahn schickten. Bei den Z0-Quadratm�ter-Kieibd?ien hatten es einige sehr eilig und muhten wegen zu frühen Starts Zurückgerufen werden. Den besten Start hatten die 10-Ouodratmetsr-Renn- und Wanderjollen, die geschlossen durch die Startlinie gingen und auch ebenso geschlossen die erste Boje rundeten. Erst aus dem Seddinsee teilt« sich dos Feld. Die Leistung der 10-Ouadrotmeter- R en n j o ll e C 55„Irma" verdient besonders hervorgehoben zu werden, da sie in ihrer Klasse die beste Zeit segelte. In der lO-Quadratmeter-Wanderjollenklasse war es B 60, die als erste ein- kam. Leider wurden beide Boote distanziert, da sie nicht die vorge- schriebenen Luftkästen an Bord hatten. Bei den 80-Ouadratmeter- Rennbooten war es allein die Kunst der Steuerleute, die mit ihren „B u m B u m" und„M c a A m i k o" den ersten und zweiten Preis holten. Dies« Boote wurden mit außerordentlicher Aufmerksamkeit gesteuert. Auch bei den lö-Quadratmeter-Renn- und Wanderjollen war gutes Bootsmoterial und gute Ruderführung zu verzeichnen. >l 1 0 2„S e g e l f a l t s r" konnte sich erst aus der K reuzstrecke von seinen schärfsten Konkurrenten dl 56 und dl 71 loslösen, vergrößerte dann aber seinen Abstand zusehends. Die lö-Quodratmeter-Wander- jolle bl 64„Pa n" III schien sich in dem frischen Wasser sehr wohl zu fühlen und führte schon in der ersten Runde mit großem Bor- sprung und hielt denselben bis ans Ziel. Bei den ZOern waren es nicht die alten Favoriten, die in Front waren, sondern I. 25 �F r e ch- dache ll" und 1- 20„Windhund" umren die wohlverdienten Sieger.„Frechdachs II" wurde absolut schnellstes Boot des Rennens. Als besondere Leistung sei die Fahrt des 20-Ouadrat- meter-Jollenkrcuzcrs„Seddin II" erwähnt, der fast alle 15-Qua- dratmeter-Rennjollen aussegelte. In der Gruppe West lieferten sich die 20-Quadratm«ter- Rennjollen vom Start bis ans Ziel einen harten Kamps, aus welchem D 29 trotz Pickfallschadens als Sieger hervorging. Bei den harten Böen hatte die 15-Quadratmeter-Rennjollenklass« sehr hart zu kämpfen, wodurch ganz andere Resultat? zustande kamen. Sieger dl 77. K o n ch i II H 4 0 hielt sich trotz schweren Wetters gut und wurde Sieger. In der 10-Ouadratmeter-Rennjollenklasse ging C 3 5 als Erster durchs Ziel, alle anderen lagen hart hinter ihr. So war der Ausklang der Frühjahrswoche sehr gut, und die sportlichen Leistungen zeigten, daß Boote und Mannschaften auf der Höhe sind. Fußball. Der Bundesmeister geschlagen. Der Fichte-Turnplatz in Treptcw hotte gestern seine Sensation: Der neu« Bundesfußballmeister Adler 08 wurde von einer Nereinsmannschost Fichtes mit 4:5 geschlagen. Bis zur Pause lagen die Adlerlcute noch mit 4: 0 in Führung. Doch dann legte Fichte die Befangenheit ab. Nachdem erst einmal der erste Treffer erzielt war, sähen die Kombinierten, daß auch hier Tore gemocht werden können. Immer überlegener gestalten die Fichte-Leute dos Spiel. Als dann 13 Minuten vor Schluß der Ausgleich hergestellt ist, versucht Adler wieder die Führung an sich zu reißen. Die gegnerische Hintermannschaft ist nun aber auf dem Posten. Dagegen gelingt es Fichte drei Minuten vor Schluß durch cmcn Fehler der Verteidigung den fünften und damit auch den Siegestreffer zu erringen. Wohl setzt Adler jetzt alle Kräfte ein, um wieder den Gleichstand zu erzwingen. Aber der„lange Weber" im Fichte-Tor hält alle noch so gut gemeinten Schüsse. Adler mußte wohl ohne den besten Spieler, Halblinks, antreten, hatte dafür aber einen besseren Torwart zur Verfügung. Der alt« Torwart spielte erst in der Verteidigung, um zum Schluß seinen alten Posten, Rechtsaußen, wieder zu besetzen. 36 Jahre Ruderverein„ Vorwarf s". Am 16. Mai 1892 wurde als erster Zlrbeiter-Ruderverein der Ruderverein„Vorwärts", gegründet. Wie alle Vereine, die in damaliger Zeit, kurz nach dem Fall des Sozialistengesetzes, gegründet wurden, schwer um ihre Existenz kämpfen mußten, so hatte auch dieser Verein unter der politischen Einstellung des damaligen Bürger- tum» zu leiden gehabt. Aber je größer die Hindernisse waren, um so stärker wurde der Wille» sich durchzusetzen. Aber der Verein schaffte es. Er zählt heute über 5 00 Mit- gl! e der und besitzt in Oberschöneweide ein modern eingerichtetes Bootshaus, in dem mehr denn 100 Boote Platz haben. Im Boots- hause ist eine Wintcrruderonlage eingebaut, die den Mit- gliedern Gelegenheit bietet, auch in den Wintermonaten den Sport auszuüben und sich vorzubereiten. Außerdem hat der Berein vor zwei Iahren in Klein-Köris ein zweites Bootshaus errichtet, in dem gleichfalls etwa 30 Boote untergestellt sind. Wenn der Verein heute, nach 36 Jahren, auf seine bisherige Tätigkeit zurückblickt, so kann er stolz sein auf das, was seine Mitglieder in dieser Zeit aus eigener Kraft geleistet haben. Am Sonnabend, dem 19. Mai, um 20 Uhr, findet im Bootshaus« eine interne Feier statt. Beginn der Olympiade. Die ersten Hockeyspiele in Amsterdam. Die Neunte Olympiade zu Amsterdam hat ihren Anfang ge- nommen. Auf allen Plätzen und Wegen wird man auf dieses alle vier Jahre stattfindende größte Weltgeschehen im Sport aufmerksam gemacht, überall prangt das Schild„Zu den olympischen Spielen". Vorläufig zeigt aber das äußerliche Bild in Amsterdam noch keine wesentliche Veränderung, denn der Hauptstrom der Aktiven und Zu- schauer aus aller Herren Länder wird erst mit Beginn des Fußball- turniers oder gar erst in der Zeit der 5)auptwochen erwartet. Dos neue olympische Stadion prangte im Flaggenschmuck, als die Mannschaften von Holland und Frankreich kurz nach 15 Uhr den Platz beiraten und das Hockeyturnier eröffneten. Es war ein Spiel ungleicher Gegner. Der Kampf spielte sich fast durchweg in der Hälft« der Franzosen ab und endete mit einem 5:0(3:0)- Siege der Holländer. Wesentlich ausgeglichener war die zweite Portie zwischen Dänemark und der Schweiz, die zu gleicher Zeit im alten Stadion stattfand. Beide Mannschaften waren sich fach gleichwertig, nur durch die mangelhaft arbeitende Schweizer Läuferreihe kamen die Dänen zu einem knappen 2: 1(1: 0)- S i e g. Der Favorit des Turniers, Indien, siegte über Oesterreich mit 6: 0. Im letzten Spiel blieb Deutschland gegen Spanien mit 5: 1 siegreich. ADAC- Jubiläum in Eisenach. Der Allgemeine Deutsch« Automobil-Elub beging in E i s e n a ch das Fest seines 25 jährigen Bestehens. Die Veranstaltung nahm einen in jeder Beziehung harmonischen Verlauf. Präsident Fritz- München begrüßt« im Stadttheater die Vertreter der Be- Hörden, der Industrie, der Klubs, sowie die Presse und wies auf die 80 250 Mitglieder der Organisation hin. Entsprechend der aufsteigen- den Entwicklung wurden in München ein eigenes Derwaltungs- gebäude, in Köln ein Klubheim geschaffen und in Berlin eine Präsidialobteilung eingerichtet. Nach der Festrede fand die Ehrung von sieben Gründungs- und 145 Mitgliedern statt, die dem Klub 25 Jahre angehören. Nicht weniger als 2500 Kraftfahrzeuge waren zu der Jubiläumsfeier nach Eisenach gelenkt worden, unter den mehr als 600 Glückwunsch- dcpeschcn befand sich auch eine solche des Reichspräsidenten. Handhall. Auf dem Platz in der Grenzallee fanden gestern die ersten Vorrundenspiele um die Kreismeisterschast statt. Die Jugendmannschaften Eiche-Köpenick und Turnerschaft Brandenburg trennten sich bei einem verteilten Spiel mit 6:3(3:1). Bei den Mannschaften der 2. Klasse, Fichte-Spielabteilung gegen Wildau, gewann Fichte durch größeres Glück im Torwerfen 2:2(1:1). Im Hauptspiel der 1. Klasse stand sich Fichte-Süd und Adler-Hof gegenüber. In der 9. Minute errang Adlershof durch Verwandlung eines Freiwurfes das erste Tor. Nach wechselvollen Besuchen vor den einzelnen Toren konnte Adlershof innerhalb 5 Minuten drei Tore buchen. Fichte kam in der 21. Minute zum Erfolg. In der 25. Minute buchte Adlershof nach einem gut vorgetragenen Angriff das 5. Tor, das der Torwächter durch falsche Handbewegung selbst verschuldete. In der 2. Halbzeit nahm Ficht« eine Umstellung vor, hie von Erfolg begleitet war, denn gleich nach Wiederbeginn er- zielten sie ihr 2. Tor. Adlershof konnte jetzt in Abständen von vier Minuten 4 Tore schießen. Das 3. und 4. Tor Fichtes kam eben- falls in Abständen von drei Minuten. Adlershofs Rechtsaußen konnte noch durch einen Linkshandwurf das Resultat zweistellig herstellen. Eine Minute später konnte Fichte noch das 5. Tor buchen. Handballspiele am 19. Vlai. Am Sonnabend finden noch mehrere Spiele statt. In der 3. Gruppe stehen sich Spandau und Fichte-Nord um 19 Uhr aus dem Urbanplatz um di« Gruppen- führung gegenüber. In Neukölln, Grenzallee spielen um 18)� Uhr Allzcit-Bcreit(AAB.) 1. Männer gegen Groß-Berlin-Süden III und um 19>4 Uhr Schwimmverein„Vorwärts", Neukölln und Fichte 2. Abteilung. Groh-Berlin-Rosenthal spielt gegen Groß- Berlin-Norden 1 um 19 Uhr in Rosenthal, Hauptstr. Die Rügensahrl der Naturfreunde. Heute, Freitag, findet die Zusammenkunft für die Teilnehmer der Reise nach der Insel Rügen statt, die das Reifebureou des Touristenvereins „Die Naturfreunde" an den Pfingsttagen veranstaltet. Beginn 20 Uhr im Sitzungszimmer des Reisebureaus N. 24, Johannis- straße 14—15. 3n„Motor und Sport" s pricht diesmal Ingenieur John Rozendaal über die Stellung der europäischen und amerikanischen Automobilindustrie auf dem offenen Markt«. Im übrigen stehen im Lordergrund« des Heftes technische Probleme und Fragen. Harry R. Racardos gibt wertvolle Ausschlüsse über di« Vorgänge im modernen Kraftsahrzeugmotor. Weiter wird die neue 500-ccm- Schüttofs-Maschine beschrieben. Der Sport wird durch die Bs- schreibung des Hainbergrennens und der Torga Florio vertreten. Schließlich befindet sich noch in dem Heft eine Schilderung der Fahrt München— Zugspitze— Engadin und zum Schluß die Fort- setzung des spannenden Sportromans„Weltrekord". Etwas Reil«« lüt Deutschlaad! Das kürzlich eräffueU Iupilcr-Schubhous. Schönhauser Allee 86, bringt mit seine» 3 billigen Einheitspreisen unentlich viel neueste Modell« in den neuesten Farben des Modeausschulse» Die Auswahl der neuen Sommer-Mobelle Ist riefenhast groß, troh der dilligen Preise, die durch da» amerikanische B-rtausasystem und Rationalisierung de» Einzelhandel, so dillig -stellt sind. 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