BERLIN Montag 21. Mai 1928 10 Pf. Nr. 237 B117 45. Jahrgang. Ersch eint täglich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärt«'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,s fürchtet, daß dos Unglück jeden Augenblick mit einem Windwechsel eine andere Richtung nehmen kann. Die Lüneburger Reichswehr soll unter Umständen eingesetzt werden, um im schlimmsten Fall die gaoze bedrohte Gegend zu räumen. Die Polizei hat umfangreiche Verkehrsabriegelungen vorgenommen. Hilfe au» Berlin. Auf Hilfeanforderung aus Hamburg stellte Oberbranddirettor Gempp einen starken Kraftwagen zur Verfügung, in dem Vau- rat Lindner, Baurat Kohsan, Professor Ouafebarth, Dr. Engelhard von der Auer-Gesellschaft mit Gasschutzmasken und Spezialatem- einsätzen zur Hilfe nach Hamburg gefahren sind. Neue Llnglücksmeldungen. Auch die Mannschaften der Hamburger und Wilhelms- burger Feuerwehren sowie die bei den Absperrungen tätigen Polizeibeamten hotten unter dem Auftreten der Gasschwaden sehr zu leiden, und eine ganze Reihe von Beamten mußte ebenfalls in die Krankenhäuser geschafft werden. Trotzdem in allen Fällen sofortige Behandlung durch Sauerstoff erfolgte, konnte doch nicht verhindert werden, daß fünf Todesfälle bisher zu beklagen find, und es ist leider nicht ausgeschlossen, daß sich diese Zahl noch weiter erhöhen wird. Die Zahl der Erkrankten betrögt in beiden Städten bisher ungefähr iOO, dürfte sich aber ebenfalls noch vergrößern, da auch heute immer wieder neue Meldungen über das Auftreten der Phosgen-Gasfchwaden in Wilhelmsburg einlaufen, während für Hamburg selbst infolge des herrschenden Windes die Gefahr als'bs- seitigt gelten kann. Phosgen ist eine Verbindung von Kohlenoxyd und Chlor, also zweier äußerst gefährlicher Stoffe. Im Kriege wurde Phosgen wegen seiner gefährlichen, in den meisten Fällen tödlichen Wirkung neben anderen Stoffen mit zur Füllung von Gasgranaten der verschiedenen Arten verwandt. Heute wird es in der Industrie zur Herstellung von Teerfarbstoffen sowie in der niedizinischen Industrie zur Ge- winnung eines Lungenheilmittels benutzt, doch muß bei seiner Verwendung die allergrößte Vorsicht beobachtet werden. Für den Handel wird es in flüssiger Form in Stahlflaschen geliefert, bei deren Lagerung natürlich entsprechende Vorschriften zu beachten sind, wenngleich eine besondere Erlaubnis zum Lagern dieses Handels- üblichen Gases nicht erforderlich ist. Wie es möglich war, daß sich der Verschluß einer solchen Stahl- flasche lösen und so dieses furchtbare Unglück anrichten konnte, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. Die Verbindungen mii Nußland. Hamburg, Zt. Mai.(Eigenbericht.) Müggenburg G. m. b. h.. so heißt sie jetzt-» Dr. Hugo Stolzenberg— hieß sie früher, jene merkwürdige und von allerlei politischen Geheimnissen umwitterte Firma, deren Existenz von kommunistischer Seite so oft und immer wieder verzweifelt abgestritien wurde, die aber gestern mittag furchtbar« Suade von ihrem Vorhandensein gegeben hat. Es war im Hochsommer lSZ3, auf dem Höhepunkt des Ruhrkampfes, als die deutschen Militärs Verbindung mit den russischen Kommando st ellen suchten und fanden— es war jene denkwürdige Zeit, da die kommunistische Internationale in.nationaler Revolution" machte, jene Zeit, da Radet den 15 ch l a g e t e r verherrlichte und Ruth Fischer mit den völkischen Studenten politische Diskussionen abhielt. Es war die Zeil, da die KPD.-Zentrale ihren bekannten Ausruf erließ:„Fort mit der Re- gierung der nationalen Schmach und des Volksverrals!" In jener Zeit begann die Reichswehr ihre sogenannten wirtschasllichcn Unternehmungen aufzubauen, die„G e f u" und die„W i k o", in Wirklich- keit Aufrüstungsunternehmungen, die mit Millionen und ober Millionen vom Reichswehrministerium ausgestaltet wurde. Da geschah es auch, daß die Firma Dr. Hugo Stolzenberg Hamburg. Poeute-Müggenburg. Schleuse 28. über die..Gesu" mit dem Reichewehrministerium in Beziehung trat und den Austrag erhielt, in Ir o h k Im Gouvernement Samara«in« Gistgossabrik aufzubauen. So entstand jener berüchtigte Komplex..Reichswehr- Sowjetrußland", den die Kommunistisch« Partei, vor allen Dingen die„Hamburger Volkszeitung" mit einer Dreistigkeit, die überhaupt nicht mehr zu überbieten ist, ja. die geradezu beispiellos ist, in der Geschichte der politischen Lügen immer wieder abzuleugnen suchte. Das gräßliche Unglück von gestern nachmittag hat den kommu- nistischen Lügen und den Dementis der Reichswehr ein furchtbares Ende bereitet. Das Schicksal der Giftgasfabrik in Trotzt ist recht abenteuerlich gewesen, und zu einer wirtlich ausreichenden Produktion scheint es in den kritischen Jahren bis zur Aufdeckung des Skandals durch Philipp Scheidemanil nicht gekommen fein. Die Firma Stolzenberg trat später in Liquidation, um nicht zu sagen Konkurs, wobei sich herausgestellt haben mag, daß Herr Stolzenberg und sein Auftraggeber sich nach Kräften gegenseitig hineingelegt haben. Die Cxfirma Stolzenberg wurde dann übernommen von einem etwas geheimnisvollen Konsortium, das die Firma in Müggenburg G. m. b. H. umfaßie und das angeblich seine Aufgab« darin sah, die Firma und ihre bisherige Produktion, ihre Maschinenanlagen und Restbestände, so gut es eben anging, zu Verwerten. Die jetzigen Firmcninhaber sind wahrscheinlich niemand anderes als die V e r- treter der W i k o. alles in allem also die mit der Liquidation beauftragten Vertreter des Reichswehrministeriums. Wie wir unterrichtet sind, hat tatsächlich seit geraumer Zeit eine Produttion nicht mehr stattgefunden und das große Unglück dürfte sich dadurch erklären, daß. Vorräte, die seit längerer Zeit, vielleicht seit Jahren, schon dort lagerten, durch Schadhaftwerden des rostigen Kessels ins Freie durchbrachen. Mit einer Salastrophe also, deren Ausmaß anscheinend noch immer nicht ganz zu übersehen ist. findet also dieses wahn- sinnig« Kompagniegeschäft zwischen den Russen und Herrn Geßler seinen trogischen Abschluß. * Bei dieser Gelegenheit muß daran erinnert werden, daß damals nicht nur Giftgas, sondern auch Flugzeuge und Granaten und ander« Munition in enger Verbindung zwischen der deutschen Reichswehr und den Sowjetbchörden fabriziert worden sind. Die Fabrik in Trotzk hieß„Perfol': sie stellte neben Chlor und CO. auch jenes Gas her das jetzt in Hamburg.zu einem so furchtbaren Unglück geführt hat. Etwas Aehnliches hätte sich damals auch beinahe in Rußland ereignet, da während eines Hochwassers die Gefolzr entstand, daß die Gefäße, in denen das Gas aufbewahrt wurde, in die Lust fliegen würden. Die Regierung wartet noch. Man hofft auf günstigere Zeiten. Die Reichsregierung will vorläufig nicht zurück- treten, sondern wird erst auf Grund des endgültigen amtlichen Wahlergebnisses darüber Entschluß fassen. Offiziös wird betont, daß ein Rücktritt der Reichsregierung zunächst doch nur ihre Beauftragung mit der Weiterführung der Geschäfte zur Folge haben würde, aber eine nur geschäftsführende Re- gierung nicht in der Lage wäre, Entscheidungen zu treffen, die an einen bestimmten Termin gebunden sind. Man weist darauf hin, daß nach der Reichstagswahl vom 4. Mar 1S24 die Reichsregierung erst am 26. des gleichen Monates, nämlich am Tage des Reichstags- beginns zurückgetreten ist, ebenso war es im Dezember 1924, wo am 7. gewählt wurde, der Rücktritt aber erst am 13., einen Tag vor Reichstagsbeginn erfolgte. Deshalb habe Reichspräsident Ebert gewünscht, möglichst noch vor der Weihnachtspause die Regierung zu bilden. Jetzt will man die Einleitung der Regierungsneubildung auf den Zeitpunkt vertagen, wo sich auf Grund des Wahlergebnisses zeigt, daß die Neubildung entweder einfach ist oder keinen größeren Schwierigkeiten begegnet. Es wird daher das genaue Wahlergebnis abgewartet. Kommunistische Gewalitaien. llnsrhörter Terror gegen Sozialisten und Reichsbanner. Wie wir bereits im Morgenblatt mitteilten, haben die Kommunisten sich besonders in Neukölln mit lieberfällen auf Reichsbannermitglieder hervorgetan. Zu den einzelnen Zwischenfällen wird uns noch folgendes mitgeteilt: In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hatte die Sozial- demokratische Partei ihre Klebekolonnen ausgeschickt, um die letzten Plakat« zu verkleben. Diese Kolonnen wurden mehr- fach von Kommunisten angegriffen. Mit Unterstützung des Reichs- banners gelang es, diese Angriff« zurückzuweisen. Die Kommu- nisten durchzogen in wüsten Trupps Neukölln und schlugen jeden Reichsbannerkameraden, den sie trafen, brutal nieder. In der Weichselstraße wurde ein Reichsbannermann derart mit Schlagringen bearbeitet, daß er schwere Kopf- Verletzungen davontrug. Als eine Klebekolonne der Partei nachts gegen 2 Uhr zu einem Reichsbanneroerkehrslokal in der Stein- metzstraße zurückkehrte, wurde sie dort bereits von einem größeren Trupp Kommunisten erwartet. Di« Kommunisten zogen Verstär- kungen herbei und griffen die Kameraden im Lokal an. Sie drangen mit 89 Mann in das Vereinszimmer und schlugen mit Totschlägern und ähnlichen Instrumenten auf die anwesenden Kameraden ein. Es gelang diesen jedoch, obwohl einige Kameraden schon verwundet waren, die Kommunisten aus dem Lokal zu drängen und die Polizei herbeizurufen. Di« angestellten Nachforschungen der Polizei ergaben, daß zum großen Teil Anhänger der wilden Wander- vereine bei dem Ueberfall beteiligt waren. Als die Polizei abrückte, samamealten sich sofort wieder einig« 199 Mann, die, als der Eingang zum Lokal von den Kameraden gut verteidigt wurde, die Fensterscheiben einschlugen und aus diesem Wege versuchten, das Lokal zu stürmen. Bei diesem Ueberfall wurden vier Angehörige des Reichsbanners verletzt. Die Neuköllner Sozialdemokratie hatte in der letzten Wahl- wache glänzend besuchte Kundgebungen veranstaltet. Alle Ver- suche der Kommunisten, diese Veranstaltungen zu stören, wurden zurückgewiesen. Aus Wut darüber, daß sie die Kundgebungen nicht stören konnten, haben sie einzelne Kameraden überfallen. Gewählte Gozialßemokraien. Riederbayern: Toni Pfülff. Franken: Hermann Müller, Vogel, Josef Simon, Puchta, Seidel. Koblenz-Trier: Emil Kirschmann. Köla-Aachen: Sollmann, Luise Schiffgens, Hans Vöckler. Hessen-Nassau: Schcidemani', Metz, Heinrich Becker, Schnabrich, Roßwitz, Witte. r~ Oberbayern-Schwabcn: Senger, Georg Simon, Hans Unter, leitner, Klara Weich. Düsseldorf-Ost: Limbcrk. Lore Agnes, Paul Gerlach. Dresden-Bauhen: Fleißner, Toni Sender, Richard Schmidt, Kretzig, Schinner, Arzt. Berlin: Crispien, Heimunn, Klara Bohm-Schuch, Aufhäuser, Dr. Julius Moses, Karl Litke. Leipzig: Lipinski, Soupe, Anna Siemsen, Graf. Ehemyih-Zwickou: Ströbel, Seydewitz, Kuhnt, Levi, Stücklen, Hessen-Darmsiadt: Ulrich, David, Quessel. tzamburg: Graßmann, Johanna Reitze, Biedermann, Bergmann, Pfalz: Hossmann, Jacobshagen. Düsseldors-Wesk: Otto Braun, Tabor. Die Wahl in Preußen. Die Weimarer Koalition hat im Landtag die Mehrheit! Trotz der starken Verluste der Demokraten hatte der Wahlausfall für Preußen dasl Ergebnis, daß die Wei- marer Koalition mit 229 von 430 Stimmen die Mehr» heit besitzt. Bei den preußischen Landlagswahlen wurden nach vorlSufigcr amtlicher Berechnung an Stimmen abgegeben: Soz. 5 453 397 - 136(114) Mandate, vntl. 3 263 947— 82(109) Mandate. ZK. 2 869 812- 72(81) MandaK, DVp. 1 554 438— 39(45) Mandate. KPD. 2 219 176- 55(44) Mandate. Rot.-Soz. 315 619— 8(11) Mandate. Dem. 826 823= 21(27) Mandate. Wirlsch.-P. 822 879 — 21(11) Mandate. Hann. 125 816= 3(6) Mandate. Vött. Bl. 203 762_ 5(?)(—) Mandate. Schwerer Unfall der Bremen. Das abgestürzte Klugzeug muß abmontiert werden. London. 21. Mai. Wie aus St. Johns aus Neufundland berichtet wird, ist die „Bremen" am Sonntag bei einem Startversuch ausgeringer Höhe abgestürzt und schwer beschädigt worden. Nachdem die Mechaniker mehrere Stunden an der Wiederherstellung des Flug- zeuges gearbeitet hatten, beschloß der Flieger Melchior, zu starten. Um 19 Uhr vormittags unterzogen Melchior und Dr. Euisinier den Motor einer letzten Ueberprüfung und kurz vor 11 Uhr stieg die „Bremen" glatt von der Eisfläche auf. In geringer Höhe geriet das Flugzeug jedock) ins Schwanken und stürzte ab. Man vermutete allgemein, daß die Insassen aus der Stelle getötet worden seien, es stellte sich jedoch heraus, daß sie nur leichte Verletzungen erlitten hatten. Den jünngsten Nachrichten zufolge ist die„Bremen" derartig beschädigt worden, daß sie s l u g u n s ä h i g wurde und ab- montiert werden muß.__ Bergkatastrophe in Amerika. Bereits 55 Tote— 130 Bergleute vom Tode bedroht London, 21. Mai. Wie aus Rem Park gemeldet wird, ereignete sich aus der Mather-Grube in Pennsylvanien(Vereinigte Staaten von Nordamerika) eine schwere Explosion. Die Retlungs- mannschaslen haben nach amtlichen Berichten bereits die Leichen von 58 Bergarbeiiern ausgesunden. Neun wurden lebend geborgen und 13 0 werden noch vermißt. An den Eingängen zur Grube warteten die Angehörigen der eingeschlossenen Leute die ganze Nacht im strömenden Regen, und herzzerreißende Szenen spielten sich ab, als die ersten Namen der Verunglückten bekanntgegeben wurden. Da nach der kalastrophe Feuer ausbrach, werden die Rellungsarbeilen außerordentlich erschwert. Mit 15 der Berschültelen konnte man eine telephonische Verbindung herstellen, sie teilten mit, daß sie noch mehrere Stunden aushallen könnten. Wenn nicht schleunige Hilfe kommt, müssen sämtliche 130 eingeschlossenen Bergleute eines elenden Todes sterben. Brownsville(Pennsylvanien), 21. Mai. Gegen Mitternacht gab man die Hoffnung auf Rettung der bei der Explosion im Maiher-Bergwerk noch eingeschlossene» Bergleute auf. Man schätzt hier die Zahl der zur Zeit des Unglücks in der Grube befindlichen Bergleute auf nahezu 299. Mit dem Messer auf die Ehefrau. Weil sie den Ziehhund vernachlässigte. Eine schwere Bluttat rief gestern abend in dem Hause Lieben- walder Straße 24 große Ausregung hervor. Ein 43 Jahre alter Produktenhändler Ernst Ehling, der hier mit seiner Frau und einem Schlafburschen wohnt, hatte öfter Streit mit seiner Frau. Er beschuldigte sie namentlich damit, daß sie nicht ordentlich wirtschafte und seinen Ziehhund, den er für seine Ge- schäste brauchte, vernachlässige. Er gebe iht. wie er sagt. täglich 39 Pfennig zur Beschaffung von Futter, sie verbrauchte aber das Geld anderweitig und ließ das Tier hungern und ver» kommen. Darüber kam es auch am Sonntag abend wieder zu einer Auseinandersetzung und zu Tätlichkeiten. Dem Schlafburschen ge- lang es zunächst, den Streit zu schlichten. Gegen 19 Uhr brach er ober von neuem aus. Frau Ehling, die sich von ihrem Mann« be- droht und angegriffen fühlt«, nahm jetzt die Hundepeitsche und schlug mit dem, Stiel auf ihn«in. Darüber geriet der Mann in Wut, und er drohte, daß er das Messer nehmen werde, wenn sie weiter schlage.- Als das doch geschah, machte er die Drohung wahr und versetzte, offenbar aufs äußerste gereizt, der Frau einen schweren Stich in die linke Bauchseite. Besinnungslos wurde sie nach dem Virchowkrankenhaus gebracht, wo sie sofort operiert werden mußte. Ehling wurde von Hausbewohnern festgenommen und der Kriminal- polizei übergeben._ Einäscherung von Felix Deutsch. Die Einäscherung des Geheimrat Dr. Felix Deutsch, des Vorsitzenden des Direktoriums der AEG., hat heute mittag im Kre- matorium stattgesunden. Im Sinne des Perstorbsnen wohnte außer dem engsten Familienkreis nur noch der Aorstand der AEG. der schlichten Feier bei. Musik leitete die Feier ein, und nach dem Gebet des Geistlichen rief Herr Dr. Pcierls Im Namen des Vorstandes dem Verstorbenen warme Abschiedsworte nach, die dem Dank für die hingebende und ausopfcrungsvolle Arbeit Ausdruck gaben, der das Leben Felix Deutschs gewidmet war. Mit Haendelschcr Musik schloß die eindrucksvolle Feter. Während der Einäscherung trat in den Bureaus und sämtlichen Fabrikationsstätten eine Gedenk- pause ein. Neue Tiere für den Zoo. Bei dem denkbar ungünstigsten Wetter traf am Sonntag um 13 Uhr auf dem Anhalter Güterbahnhof der Tiertraneport der Ostnfrika-Expedition des Berliner Zoo«in. Die Tiere haben, mit Ausnahme von einem jungen Nashorn, das unterwegs an Dorm- oerschlingung einging, die Reise anscheinend gut überstanden. Die Ausbeute der Erpedition war eine außerordentlich ergiebige, denn auf dem Gelände der Zoo-Arena wurden eingeliefert: 9 Zebras, 9 Paviane, 3 Giraffen, 4 Strauße, 3 Antilopen, drei Nllpferde, 2 junge Löwen, 2 Geparden, ein Nashorn, viele Meerkatzon und zahlreiche exotische Vögel. Der Leiter der Expedition, Dr. Lutz Heck, kam so krank zurück, daß er nicht einmal beim Eintreffen der Tiere zugegen sein konnte. Der Oberwärter Ohlsen aber, ein be- währter Tierfänger und gewissermaßen der technische Leiter der Expedition, hat ein gesundes Herz, das alle Strapazen aushält, und so stand er gesund und munter zwischen all den vielen, vielen Riesenkisten. Diese bieten an und für sich schon wenig Sicht und bei der Fahrt durch Berlin mußten sie noch sorgfältigst mit Per- senntng zugedeckt werden, damit die Tiere vor dem Regen geschützt wurden. Am dreistesten benahmen sich die Giraffen, die in des Wortes verwegenster Bedeutung über den Dinge» standen und sich nicht im geringsten im— Futtern stören ließen. Das englische Unterhausmitglied Harmsworth wurde in Budapest wegen der Verdienste seines Vaters, Lord Rochcrmere, um die Revision der ungarischen Friedensverträge mächtig gefeiert. -» Di« amerikanische Regierung hat 399 Millionen Dollar für Anlagen bewilligt, die eine neue Ueberschwemmungskatastroph« durch den Mississippi unmöglich machen sollen. Die Wahlergebnisse im Reich. 1. Wahlkreis Ostpreußen. Görlig. Soz. 20 000( 17 800), Dntl. 8100( 9200), DBp. 3700 Mainz- Stadt. So3. 18 000( 21 800), Dntl. 1400( 2700), 3ir. 12 500 KPD. 7. Dezember 1924: So3. 208 433; Dntl. 392 377; 3ir. 80 358:( 4600), BD. 3200( 1600), Dem. 5100( 5200), Wirtsch. P. 3500( 3000).( 13 600), D2p. 4900( 4000), KPD, 3700( 2000), Dem. 5300( 7200), 2. Komm 342, Wirtsch.- P. 700, Nat. Soz. 370( 220). DRp. 89 754; KPD. 80 662; Dem. 39 890; Wirtsch.- P. 23 586; Nat.- Soz. 62 236. Soz. 277 838( 208 687), Dntl. 313 279( 392 616), 3tr. 75 192( 80 424), 32p. 97 917( 89 853), RBD. 94 798( 80 796), Dem. 38 324( 39 938), Wirtsch.- P. 20 372(-), Nat.- Soz. 8071( 62 294), Völf. Bl. 40 313, Volksrechts- 2. 16 401. Königsberg- Stadt. So3. 39 000( 28 000), Dntl. 18 000( 29 000), 3tr. 3900( 4100), DBp. 40 000( 32 000), RPD. 32 000( 23 000), Dem. 8000( 8100). 2. Wahlkreis Berlin. 7. Dezember 1924: So3. 368 364; Dntl. 249 266; 3tr. 46 588; DBp. 55 729; KPD. 217 220; Dem. 115 127; Wirtsch. B. 35 775; Nat. Soz. 17 807. PD. Soz. 397 960, Dnff. 182 029, 3tr. 39 072, DBp. 49 557, 347 324, Dem. 75 650,£. Komm. 3911, Wirtsch.- P. 28 117, Nat.- S03. 16 092, Bölf. Bl. 7318, ASP. 1004. 3. Wahlkreis Potsdam II. 7. Dezember 1924: Gog. 243 447; Dntl. 253 523; 3tr. 31 679; DRp. 78 376; KPD. 105 165; Dem. 114 343; Wirtsch.- P. 31 762; Nat.- Soz. 26 273. Soz. 300 822, Dnfl. 212 142, 3tr. 30 038, DBp. 100 692, KPD. 171 677, Dem. 94 173,£. Komm. 3330, Wirtsch.- P. 30 705, Rat.- Soz. 17 340, Bölt. BL 13 042, usp. 1063, Sp. 1178. Zehlendorf.( Gesamtrefultat.) S03. 6911( 4776), Dntl. 8911 ( 9376), 3tr. 1114( 917), DBp. 5826( 4118), RPD. 1721( 940), Dem. 3105( 3022), Wirtsch.- P. 618, Nat.- Soz. 1073. Nowawes. So3. 7200( 5378), Dntl. 1888( 2617), 3tr. 256( 290), DBp. 735( 757), KPD. 2255( 1653), Dem. 907( 849), Wirtsch.- P. 1772 ( 1051). 4. Wahlkreis Potsdam I. Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Deutsche Volkspartei Kommunisten • Demokraten Linfe Kommunisten Nationalsozialisten . · 339 061 223 661 21 231 64 196 166 965 51850 ( 275 436) ( 284 814) ( 22 555) ( 71 100) ( 109 957) ( 56 847) 4 105 · 15976 15 301 ( 43 823) ( 25 751) Reichspartei für den Mittelstand 49 664 . Bölkisch- nationaler Blod Westpriegnitz.( Endergebnis.) S03. 7922( 6364), Dntl. 12 718 ( 18 036), 3tr. 195( 228), DRp. 2074( 2601), BD. 720( 668), Dem. 857( 968), L. Komm. 50, Wirtsch.- P. 1622( 265), Nat. Soz. 455( 2680), Verschiedene 3705. Strausberg. Soz. 1769( 1411), Dntl. 869( 1159), 3tr. 79( 68), DBp. 355( 273), PD. 523( 756), Dem. 244( 307), 2. Komm. 19, Wirtsch.- P. 511( 511), Nat.- S03.-( 29). Potsdam( Stadi).( Endresultat.) Soj. 11 629( 8938), Dntl. 14-371( 17 179), 3tr. 1098( 1181), Dp. 3614( 3527), RBD. 1310 ( 1437), Dem. 1855( 2375), 2. Komm. 60, Wirtsch.- P. 1278( 669), Nat. Soz. 553( 1011), D. Bauernp. 184, Bölt, Bl. 64. Potsdam. Soz. 11 600( 8900), Dnti. 14 400( 17 000), DBp. 3600 ( 3500), KPD. 1300( 1400). Dem. 1900( 2400). Rathenow. Soz. 8147( 6899), Dntl. 2263( 2805), 3tr. 257( 221), DBp. 1060( 891), Romm. 783( 1266), Dem. 4074( 2502). Glienice b. Hermsdorf( Nordbahn). Soz. 507( 400), Dntl. 195 ( 241), 3tr. 29( 28). DBp. 59( 40), KPD. 293( 159), Dem. 76( 72), 2. Komm. 4(-), Wirtsch.- P. 83( 87), Nat.- Soz. 16, D. Bauernp. 1. Oranienburg. Soz. 1718( 1440), Dnif. 1205( 1468), 3tr. 267 ( 291), D2p. 927( 708), KPD. 1552( 1170), Dem. 466( 595), Wirtsch.- B. 747( 864), Nat.- S03. 234( 204), USP. 25, Bolfsrecht 41, Berfchie dene 157. 5. Wahlkreis Frankfurt a. d. Oder 7. Dezember 1924: G03. 233 799; Dnil. 320 494; 3tr. 52 862; DVp. 90 949; KPD. 36 722; Dem. 39 356; Wirtsch.- B. 17 875; Nat. Soz. 26 524. Soz. 271 331( 233 956), Dntl. 242 262( 320 701), 3tr. 49 442( 52 894), Dp. 68 615( 91037), KPD. 49 027( 36759), Dem. 35 600( 39 404), Wirtsch.- W. 31 914( 17895), Nat.- Soz. 8162( 26 548), Wölf. Bl. 11 593(-), Christl.- Nat. Bauern 18 148(-). 6. Wahlkreis Pommern. 7. Dezember 1924: G03. 223 324; Dntl. 445 905; 3tr. 8687; DVp. 59 052; KPD. 52 863; Dem. 34 096; Wirtsch.- P. 21 660; Nat.- Soz. 38 229. Soz. 271 511( 223 505), Dntl. 373 170( 446 078), 3tr. 9250( 8694), DVp. 49 694( 59 102), KPD. 54 708 ( 52 964), Dem. 35 501( 34 143), Wirtsch.- P. 44 521 ( 21 683), Nat.- Soz. 13 559( 38 260), Volksrechts- P. 16 164. Stettin. So3. 51 000( 45 000), Dnil. 29 000( 40 000), D2p. 13 600( 13 800), RBD. 16 600( 12 700), Dem. 7500( 7500), Wirtsch.. 7400( 4700). Stolp. So3. 7367( 5058), Dntl. 6961( 9052), 3tr. 350, DBp. 1760 ( 2324), RBD. 290( 869), Dem. 1120( 897), Wirtsch.- P. 1013, Nat. Soz. 799. Kolberg( Stadt). So3. 4643( 3298), Dntl. 3662( 4623), 3tr. 260, DBp. 837( 1074), KPD. 2149( 1282), Dem. 2568( 2076). Köslin( Stadt). S03. 6684( 4819), Dntl. 5463( 6641), 3tr. 198 ( 202). DBp. 1666( 1587), PD. 484( 889), Dem. 799( 662), 2. Komm. 21, Wirtsch.- P. 354. 7. Wahlkreis Breslau. 7. Dezember 1924: G03. 306 992; Dntf. 277 136; 3tr. 183 481; DBp. 74 363; KPD. 29 351; Dem. 43 999; Wirtsch.- P. 13 646; Nat.- Soz. 13 649. Breslau( Stadt). S03. 135 000( 110 700), Dnfl. 61 000 ( 73 000), 3fr. 41 000( 41 000), DBp. 22 500( 26 750), PD. 20 500 ( 8100), Dem. 15 600( 20 600), Wirtsch.- P. 9400( 5000). 8. Wahlkreis Liegnitz. 7. Dezember 1924: S03. 201 694; Dntt. 177 832; 3tr. 54 815; DBp. 50 856; PD. 20 164; Dem. 49 193; Wirtsch.- P. 29 133; Nat.- Soz. 9078. Liegnik. So3. 228 104( 201 874), Dntl. 147 781 ( 177 959), 3tr. 47 991( 54 856), D2p. 39 782( 50 908), KPD. 25 499( 20.192), Dem. 38 174( 49 250), Wirtsch. P. 42 498( 29 152). 9. Wahlkreis Oppeln. 7. Dezember 1924: S03. 36 529; Dntl. 117 916; 3tr. 221 545; DBp. 15 295; KPD. 66 092; Dem. 12 084; Wirtsch.- B. 8098; Nat.Soz. 8200. Gleiwih( Stadt). Soz. 6100( 1850), Dntl. 6900( 6500), 3tr. 18 300( 14 400), DBp. 2300( 1500), KPD. 7500( 5000). 10. Wahlfreis Magdeburg. Magdeburg. Spz. 390 779( 351 926), Dntl. 147 166 15 056 ( 209 056), 3tr. ( 17044), DRp. 128 059 ( 139 436), KPD. 65 817( 46 373), Dem. 44 489 ( 62 319), Wirtsch... 44 820( 30 683), Nat.- 03. 15 811 ( 27 312), Bölf. BI. 21 742, Wolfsrechts- P. 12 730. Magdeburg- Stadt. So3. 80 300( 72 700), Dntl. 17 400( 27 900), DBp. 27 000( 27 300), D. 18 600( 10 500), Dem. 13 700( 18 100). 11. Wahlfreis Merseburg. 7. Dezember 1924: Goz. 135 078; Dntl. 214 727; 3tr. 10 024; DBp. 87 451; KPD. 163 617; Dem. 49 700; Wirtsch.- P. 20 692; Nat.- Soz. 31 424. Soz. 172 111( 135 221), Dntl. 154 281( 214 895), 3tr. 10 047( 10 043), DBp. 74 189( 87 541), KPD. 175 954( 163 815), Dem. 33 336( 49 750), Wirtsch. P. 42 965( 20 720), Nat.- Soz. 19 662( 31 451), Völk. BI. 11 593. 12. Wahlkreis Thüringen. 7. Dezember 1924: Goz. 315 938; Dntl. 137 970; 3ir. 51 177; DBp. 153 264; RPD. 147 913; Dem. 58 755; Wirtsch.- P. 48 849; Nat.- Soz. 60 317. Soz. 364 431( 316 129), Dntl. 89 618( 138 049), 3tr. 45 842( 51187), DVp. 122 852( 153 400), KPD. 136 218( 148 078), Dem. 42 641( 58 833), Wirtsch.- 3. 84 205( 48 902), Nat.- Soz. 40 505( 60 364), Chr. Nat. Ver. 126 509, Volksrechts- P. 18 272.( 6 Dörfer stehen noch aus.) Altenburg. So3. 13 C90( 11 894), Dnif. 1970( 3635), 3tr. 167 ( 170), D2p. 5166( 5901), KPD. 944( 997), Dem. 1179( 1422), L. Komm. 17, Wirtsch.- P. 1250( 190), Nat.- Soz. 501( 525), D. Bauernp. 11, Bölf. Bl. 72. Altenburg( Land). S03. 35 248( 23 385), RBD. 4792( 4967). Berschiedene, alle anderen auf. 25 085. Apolda. Soz. 4558( 3600), Dntl. 1134( 1416), 3tr. 140( 190), DBp. 2800( 3400), KPD. 900( 1085), Dem. 660( 1231), L. Komm. 47, Wirtsch.- P. 1645( 579), Nat.- S03. 630( 441)., Eifenach. Soz. 7973( 7913), Dntl. 2191( 2283) 3tr. 400( 429), DBp. 4020( 4962), PD. 2450( 2156), Dem. 2270( 3609), L. Komm. 117, Wirtsch.- B. 1356( 301), Nat.- Soz. 626. Eisenach( Stadt). So3. 7966( 7913), Dntl. 2192( 2283), 3tr. 405 ( 429), DBp. 4017( 4962), PD. 2751( 2156), Dem. 2265( 3609), 2. Komm. 117, Wirtsch.- P. 1351( 301), Nat.- Soz. 723( 1202), D. Bauernp. 14, Bölt. Bl. 197, Berschiedene 1463. Eisenach( Land, endgültig). So3. 15 300( 14 900) Dntl. 1200 ( 1492), Btr. 3400( 4100), D2p. 2000( 3400), 3D. 5100( 4113), Dem. 1300( 2500),. Komm, 203, Wirtsch.- P. 2700, Nat.- Soz. 600 ( 1247). Gotha. Soz. 2872( 2245), Dntl. 2931( 3400), 3tr. 350( 370), DBp. 4547( 6356), PD. 7200( 7500), Dem. 971( 1228), 2. Komm. 82( 0), Wirtsch.- P. 1700( 304), Nat.- Goz. 1500( 2835). Gera( Stadt). So3. 24 700( 21 400), Dntl, 994( 1790), 3tr. 360 ( 330), DBp. 11500( 15500), D. 4400( 4500), Dem. 1015( 1415), . Komm. 58( 0), Wirtsch.- P. 3726( 821), Nat.- S03, 938( 3159). Hildburghausen( Land). S03. 6700( 4100), Dntl. 1300( 2600), 3tr. 300( 350), Dp. 1500( 2400), RBD. 2100( 3600), Dem. 900 ( 1300), 2. Komm, 193, Wirtsch.- P. 1100( 300), Nat.- E03. 2700 ( 3800). Mühlhausen i. Thür.( Stadt.) Soz. 6153( 4704), Dntl. 2772 ( 3767), 3tr. 761( 587), DRp. 3036( 4490), PD. 3145( 3216), Dem. 810( 930), Wirtsch.- P. 2097( 2065), Nat.- Soz. 504( 781). Sonneberg( Landkreis). Soz. 14 531( 15275), Dnil. 1090( 2500), 3tr. 164( 200), D2p. 1753( 3286), D. 8466( 4988), Dem. 2872 ( 3265), Wirtsch.- P. 2100( 177), Nat.- S03. 1200( 900). Zella- Mehlis. S03. 1117( 876), Dntl. 749( 1063), D2p. 400 ( 575), D. 2088( 2759), Dem. 123( 254). 2. Komm. 18(-), Wirtsch.- P. 816( 639), Nat.- Soz. 91( 189). 13. Wahlkreis Schleswig- Holstein. Kiel. Soz. 51 131( 40 192), Dntl. 33 270( 39 815), 3tr. 2018 Altona( Stadt). ( 1823), DW3p. 16 179( 15 482), PD. 8860( 8355), Dem, 5136( 6931), Wirtsch.- P. 2928( 277), Nat.- S03. 2622( 228), Bölf, Bl. 736. S03. 50 998( 39 878), Dnfl. 17 704 ( 25 875), 3fr. 1813, DBp. 19 251( 15 962), pp. 21 117 ( 15 609), Dem. 10 238( 11 568), C. Komm. 609, Wirtsch.- P. 3320, Nat.- S03. 3368. 14. Wahlfreis Weser- Ems. Weser- Ems. Soz. 206 058( 173 951), Dntl. 60 066 ( 109 404), 3tr. 120 508( 137 652), DVp. 87 334 ( 107 924), ( 67 629), Wirtsch.- P. 29 204(-), Nat. oz. 36 932 Dem. KPD. 35 636( 31 284), 49 502 ( 33 096), Christl. Nation.- Vereinig. 22 283(-), and volks.- P. 16 551, Dt. Hannover 15 731. 16. Wahlkreis Süd- Hannover- Braunschweig. Braunschweig( Stadt).( Endgültig.) So3. 48 582( 31 547), Dntl. 8846( 21 752), 3ir. 1734( 1695), D2p. 15 336( 15 949), PD. 4380 ( 5559), Dem. 3150( 4264), Wirtsch.- P. 1303, Nat.- Soz. 6361( 4517), Berschiedene 3305( 2172). Hannover( Stadt). oz. 129 606( 88 933), Dntl. 20 715( 32 995), 3tr. 10 953( 12 281), p. 33 836 ( 34 001), 22. 14 063( 19 972), Dem. 9252( 10 175), Nat. Soz. 5775( 6617), Dt. Sann. 16 318( 34 948). 03. 45 Proz. gewonnen, allein die Mehrheit. Soz. 19. Wahlfreis Hessen- Nassau. Soz. 366 701( 374 013). Dntl. 118 691( 225 484), 3tr. 168 280( 202 062), DRp. 115 904( 152 110), KPD. 92 609( 64 159), Dem. 64 406( 99 635), Wirtsch.- P. 46 651( 25 825), Nat.- Soz. 41 118( 29 086), Chr.- Nat. Bauern- und Landb.- P. 79 655 Volksrechts- P. 13 090. Frankfurt a. Main( Stadt). So3. 86 200( 88 030), Dntf. 24 000 ( 34 000), Str. 26 000( 30 000), DBp. 31 500( 27 000), RBD. 31 400 ( 16 000), Dem. 22 000( 31 000), Wirtsch.- P. 13 000( 9700), Nat.- S03. 12 000. Stadt Darmstadt. Soz. 15 400( 17 500), Dntl. 3900( 8200), 3tr. 3150( 3200), DBp. 13 700( 14 500), RPD. 2200( 1300), Dem. 3800 ( 4700), L. Komm. 153, Wirtsch. B. 300( 125), Nat.- Goz. 1400( 1100), Volksrecht 2500. 20. Wahlkreis Köln- Aachen. Soz. 172 403( 139 963), Dntl. 67 250( 64 825), 3tr. 392 315( 465 327), DWp. 79 077( 72 847), KPD. 97 149( 79 990), Dem. 29 657( 32 334), Wirtsch.- P. 40 898( 29 231), Nat.- Soz. 10 494( 5241), Wolfsrechts Partei 10 015, Christl. Nat. Reichsp. 17 606. 21. Wahlkreis Koblenz- Trier. Soz. 68 527( 59 588), Dntl. 29 559( 45 418), 3tr. 216 023( 310 797), p. 34 624( 43 464), KPD. 26 879 ( 22 092), Dem. 24 371( 17 452, Wirtsch.- P. 22 765 ( 13 047), Chr.- Nat. Bauern-. 32 000. 22. Wahlkreis Düsseldorf- Oft. Soz. 202 712( 154 992), Dntl. 125 925( 154 485), 3tr. 223 172( 246 910), p. 95 988( 117 378), KPD. 238 692( 210 363), Dem. 35 023( 45 942), Wirtsch.- P. 67 996( 30 954), Nat. Soz. 16 251( 16 614), VolksrechtsPartei 27 855, Christl.- Soziale B. 14 864. ( 3 Bezirke stehen noch aus.) Barmen( Stadt.)( Gesamtesultat.) Soz. 27 116( 20 394), Dntl 21 814( 30 814), 3tr. 9129( 9509), DVp. 8543( 8391), Dem. 3282) ( 3457), C. Komm. 351, Wirtsch.- P. 4355( 1400), Nat.- S03. 1222 ( 1257), Bolfsrecht 2616. 23. Wahlkreis Düsseldorf- West. Mülheim( Ruhr). Soz. 14 902( 9808), Dntl. 8956( 9189), 3tr. 11 504( 11 837), DBp. 8721( 9849), RBD. 8138( 7512), Dem. 2262 ( 3125), Wirtsch.- R. 3717( 2392), Nat.-Sc. 452( 876), Böit. Bl. 1242. 3tr. 31 000( 30 600), D23p. 15 000( 16 000), 3D. 21 600( 14 500) Duisburg Stadt. So3. 32 000( 25 000), Dntl. 16 400( 16 500), 24. Wahlkreis Oberbayern- Schwaben. Dz. 264 592, Dntl. 72 727, DBp. 36 856, KPD. 49 596, Dem. 28 427, Bayer. V. 377 027, Wirtsch.- P. 36 715, Nat.- Soz. 72 069, Bayer. Bauernbund 193 617. ( 14 Gemeinden fehlen.) 28. Wahlfreis Dresden- Baußen. Dresden- Stadt. Soz. 144 000( 131 000), Dntl. 52 000( 69 000), 3tr. 4900( 5500), DBp. 50 000( 57 000), D. 42 000( 23 000), Wirtsch. P. 17 000( 11 700), Nat. So3. 8200( 5500). 29. Wahlfreis Leipzig. Leipzig- Stadt. S03. 154 000( 142 000), Dnil. 30 800( 56 000), 3fr. 3100( 3400), DBp. 68 000( 86,000), PD. 70 000( 51 000), Dem. 27 000( 31 000), Wirtsch.- P. 19 000( 8000), Nat.- S03. 9500($ 200). 30. Wahlkreis Chemnih- Zwickau. 7. Dezember 1924: Soz. 305 939; Dnail. 179 19; 3tr. 5669; DBp. 128 538; KPD. 138 949; Dem. 55 513; Wirtsch.- P. 67 829; Nat.- Soz. 39 338. Endergebnis. Soz. 364 466, Dntl. 420 798, 3tr. 152 332, p. 57 640, KPD. 43 698, Dem. 29 234, 2. Komm. 2190, Wirtsch.- P. 35 451, Nat.- Soz. 911, Ver fchiedene 50 178. 31. Wahlfreis Württemberg. Soz. 272 043, Dntl. 71 678, 3tr. 235 208, DBp. 63 517, KPD. 83 120, Dem. 109 965, Wirtsch.- P. 14 971, Nat.- Soz. at. Soz. 21 737, Bauern- u. Weingärtnerbund 199 491, Volksrechts- 2. 42 078. Stuttgart- Stadt. So3. 57 600( 42 300), Dntl. 19 200( 35 000), 3lr. 14 200( 16 200), DBp. 18 300( 17 300), PD. 27 400( 28 000), Dem. 24 500( 27 800), Wirtsch.- P. 1700( 2500), Nat.- Soz. 4700( 5300), Bölf. Bl. 18 300. 32. Wahlfreis Baden. Karlsruhe- Stadt. 3tr. 12 500( 14 300), D2p. 8900( 15 800), KBD. 5200( 4800), Dem. S03. 20 300( 18 000), Dntl. 5200( 10000), 4990( 6100), 2. Komm. 200, Wirtsch. P. 3000( 1800), Nat.- Soz. 2000 ( 1200). 33. Wahlkreis Hessen- Darmstadt. 7. Dezember 1924: So3. 222 518; Dnail. 48 164; 3tr. 99 191 DBp. 73 757; KPD. 33 642; Dem. 54 368; Wirtsch.- P. 5744; Nat.Soz. 8212. Soz. 192 453, Dntl. 20 639, 3tr. 95 407, DVp. 67 048, RD. 52 009, Dem. 37 520, 2. Komm. 3910, 79 726, Bölf. 21. 651, ASP. 2152, Volksrechts- P. Wirtsch.- P. 7827, Nat.- Soz. 11 291, Chr. Nat. Bauern- P. 13 872, Evang. Volksgemeinschaft 11561. Gießen. So3. 4529( 4801), Dntl. 1474( 3209), 3tr. 791( 850), DBp. 3594( 4293), RPD. 649( 731), Dem. 1273( 2010), Wirtsch.- P. 1002( 100), Nat.- S03. 205( 345), ASP. 57. 34. Wahlkreis Hamburg. ( Amtliches Endergebnis.) Spz. 255 077, Dntl. 88918, 3tr. 10 759, DVp. 95 708, PD. 116 121, Dem. 80 350, 2. Komm. 2419, Wirtsch.- P. 16 363, Nat.- Soz. 17 240, Landbund 316, Bölf. BI. 2259, p. 1183, Hannoversche 542, Volks rechts- P. 3744, Dt. Soz.-P. 466. Weitere Einzelergebnisse in Berlin. 17. Abt. Soz. 7392( 7017), Dntl. 1955( 2687), 3tr. 668( 819), DBp. 607( 658), PD. 7975( 5529), Dem. 863( 1341), Wirtsch.- P 546( 817). 76. Abf.( Zehlendorf.) So3. 1174( 861), Dntl. 2193( 2297), Str. 327( 278), DBp. 1390( 929), KPD. 250( 104), Dem. 844( 818), 33. Abf. So3. 8606( 7548), Dntl. 3333( 3823), 3tr. 596( 631), DVp. 958( 987), KPD. 6796( 4068), Dem. 1423( 1892), Wirtschaftspartei 524( 598). 32. Abt.( Friedrichshain.) S03. 12 901( 12 884), Dnt!. 4501 ( 6660), 3tr. 1438( 1945), DBp. 936( 14 45), PD. 16 870( 9868), Dem. 1997( 1445), Wirtsch.- P. 1041( 1565). Die sozialistischen Abgeordneten Gewählt sind in Berlin und Frankfurt( Oder) folgende fozialdemokratischen Kandidaten: Crispien, Heimann, Bohm- Schuch, Aufhäuser, Litte. Künstler, Löwenstein, Heinig, Kuhnert, Wendt. Wissell, Breitscheid, Juchacz, Lichtenberg, Staab, Friedrich Ebert jr. Müller= Wels, Schumann, Rogte, Heilmann. Schleswig- Holstein: Luise Schröder, Eggerstedt, Biester. Weser- Ems: Hente, Hünlich, Tempel. Off- Hannover: Beine, Nowack. Süd- Hannover- Braunschweig: Breŋ, Grotewohl, Maria Reese, Karsten, Schaffner, Junke, Schiller. Westfalen- Süd: Robert Schmidt, Husemann, Berta Schulz Konrad Ludwig, Brandes, Spiegel. Westfalen- Nord: Carl Severing, Schred, Jansched, Schlüter. Potsdam I: Wissell, Breitscheid, Marie Juchacz, Hermann Müller- Lichtenberg, Wilhelm Staab. Merseburg: Dr. Paul Herz, Richard Krüger, Franz Peters. Thüringen: Wilhelm Bod, Kurt Rosenfeld, Fröhlich, Mathilde Wurm, Georg Dietrich, Karl Hermann. Magdeburg: Hermann Beims, Bender, Bader, Marie Arning, Ferl, Teus. Oppeln: Stelling. Pommern: Schumann, Passehl, Georg Schmidt, Bülow. Liegnih: Taubadel, Buchwiz, Anna Nemiz. Breslau: Löbe, Feldmann, Wendemut, Mache, Marie Ansorge, Sebbel. Frankfurt a. d. O.: Otto Wels, Oswald Schumann, Gohte, Ernst Heilmann. 19400 a Wahlkreisgrenze Wahlverbandsgrenze, 1.Ostpreussen 34. Hamburg Schlesw Holstein 22.Düsseldorf- Ost 14. Weser- Ems 15.Ost 34- H 35 Mecklenburg 6. Pommern Potsd. 2. Berlin 23.Düssd- West Hannover- 10 Magdb. 5. Frankfurt 2.Berlin 3.Potsd a Nord T 17. Westfalen D- Ost Sud 07 16 Sud Merseburg 20. Köln18 19. Hess Nassau Thuringen 8. Liegnitz 7. Breslau 9.Oppeln Aach 21. H.Drist Coblenz- Trier 26. 28.Dresden 29.Leipzig 30.Chemnitz Franken 25 27. 31. 910 Pfalz Württembg 32. Baden 24. 777 Oberbayern Niederbayern Die Reichstagswahlen vom 20. Mai 1928 ( Vorläufige amtliche Ergebnisse) DeutschnationaleVpt Landbund Völkisch- Nation. Bl Natsoz. Arb P( Hitler) Wirtschaftsp Deutsche Volkspt Zentrum Bayerische Ypt. Deutsch. Bauernp. Demokrat. Pt. Sozialdem. PD Kommunist. Pl. B Splitterpartelep Infolge Nichtwählens oder Zersplitterung unbesetzte Mand Potsdam II: Künstler, Löwenstein, Heinig, Marie Kuhnert, Wendt. Ostpreußen: Otto Braun, Hermann Schulz, Karl Jäder, Libbring. B. Einzelergebnisse in Berlin. 2. Areis, Tiergarten.( Gesamtresultat.) S03. 49 968( 44 555), Dnfl. 35 658( 47 506), 3fr. 7125( 8650), DBp. 11 621( 11 899), KPD. 33 800( 21 807), Dem. 15 079( 21 032), Wirtsch.- P. 3793( 4749). 8. Abt.( Tiergarten). S03. 13 572( 12 241), Dntl. 12 153( 16 577), 3ir. 2028( 3305), DBp. 4215( 4669), PD. 6765( 3430), Dem. 5363 ( 7505), Wirtsch.- P. 1116( 1475). 10. Abt.( Tiergarten). So3. 6490( 5481), Dntl. 6647( 8423), 3tr. 854( 983), DBp. 2492( 2332), RBD. 2404( 1404), Dem. 3532 ( 4928), Wirtsch.- P. 572( 561). 26. Abt.( Prenzlauer Berg). Soz. 5028( 4468), Dntl. 2629 ( 3305), 3tr. 715( 836), DBp. 503( 644), RPD. 4198( 2234), Dem. 1089( 1804), Wirtsch.- P. 375( 429). 31. Abt.( Prenzlauer Berg). So3. 8922( 8100), Dntí. 3052( 4202), 3tr. 544( 611), DBp. 774( 799), KPD. 7154( 4964), Dem. 1245( 1816), Wirtsch.- P. 508( 546). 121. Abt.( Lichtenberg). So3. 3000( 2210), Dntl. 3019( 3051), 3tr. 492( 441), DBp. 1145( 1096), PD. 1257( 646), Dem. 1009 ( 1199). Wirtsch.- B. 366( 442). 136. Abt.( Reinickendorf). So3. 7308( 5238), Dntl. 2259( 2426), 3tr. 794( 729), DBp. 1126( 893), RPD. 6918( 3974), Dem. 1042( 994), Wirtsch.- P. 817( 1210). Rechtsradikale Mefferstecher. Zusammenstöße im Ruhrgebiet. Bochum, 21. Mai.( Eigenbericht.) In Hambruch fam es zu Zusammenstößen zwischen Rechtsradikalen und Reichsbannerleuten. Der auf dem Baroper Walzwert beschäftigte Reichsbannermann Leo Junter wurde im füdlichen Stadtteil mit drei Stichwunden in der Brust in seinem Blute fchwimmend aufgefunden. Junker ist offenbar das Opfer politischer Gegner geworden. Auch in anderen Orten des westlichen Industriebezirks fam es in der Nacht vor der Wahl zu Zusammenstößen und Schießereien. In Barmen erlitten durch verirrte Kugeln zwei Kinder schwere Bauchverlegungen. die nun keine Wühlereien der Monarchisten mehr bedrohen könne. Sie sind ein Sieg für den Frieden und die Versöhnung der Völker." Die gesamte Pariser Presse, gleichgültig welcher Parteifärbung, hebt als Hauptmerkmal des gestrigen Wahltages den ,, unzweifelhaft starten Sieg der Sozioldemokratie" hervor. Was an der Niederlage der Deutschnationalen in Paris besonders interessiert, sind einzelne Teilergebnisse, die ihre Bedeutung besonders charakteristisch heraustreten lassen. Vor allem der Wahlausfall in München, wo nun die Sozialdemokratie jetzt weit an der Spize liegt und wo auch die Volkspartei unter Stresemann den Rechtsradikalen Boden abgewinnen fonnte, wird als unzweideutiges Symptom dafür gewertet, daß das deutsche Volk unbedingt den Frieden und die Republik will. China boykottiert Japan. Die Waffe der Wehrlosen. Schanghai, 21. Mai. Wie werde ich Kontorist? Ein echtes Stahlhelm- Stücklein. Im Leiborgan des Herrn Seldte aus Magdeburg, dem Stahlhelm", findet sich in der Nr. 20 vom 13. Mai ein überaus luftiges Inserat. Es lautet: ,, Junger Kaufmann, 20 Jahre, Jungstahlhelmer, guter Geräteturner und Leichtathletiker, mehrfach erster Sieger, sucht Stellung als Expedient oder Kontorist, Ia- Zeugnisse und Empfehlungen vorhanden, Angebote unter Das also sind die Qualitäten, die ein Stahlhelmer vorzuweisen hat, wenn er sich um den Bosten als Expedient oder Rontorist bewirbt. Nichts gegen das Geräteturnen, nichts gegen die Leichtathletik! Beides sind gewiß gute Dinge, aber als Empfehs lung für eine aufmännische Betätigung genügen sie eben nur in Stahlhelmtreifen. Arbeitsmarktschutz in der Tschechoslowakei. Das ,, Tschechoslowakische Prejsebureau" in Prag wendet sich da gegen, daß das neue tschechoslowakische Gesez über den Schutz des heimischen Arbeitsmarktes als eine gegen die ausländischen Angestellten in der tschechoslowakischen Republik gerichtete Maßnahme anzusehen sei. Eine solche Auslegung der erwähnten Gesetzesmaßnahme jei als nicht richtig zu bezeichnen. Die Tschechoslowakei sei der legte unter den mitteleuropäund es sei sehr wahrscheinlich, daß es niemals zu einer solchen Maßnahme gekommen wäre, wenn den tschechoslowakischen Angestellten von den Nachbarstaaten bei der Arbeitssuche nicht so viel Hindernisse in den Weg gelegt worden wären. Eine an sämtliche friegführende Parteien in China gerichtete japanische Note erklärt, daß Japan eine Ausdehnung der Kämpfe auf die Mandschurei unter teinen Umständen dulden werde. Diese Note hat eine Zunahme der antijapa= nischen Kundgebungen zur Folge gehabt. Die Bontottbewegung unter den Studenten, Arbeitern und Kaufleuten entwickelt sich zu einer schweren Gefahr. In Schanghai sind die Kulis japanischer Schiffahrtsgesellschaften in den Streit getreten. Studenten kleben an den Straßenecken Plakate an, in denen gegen Japanischen Ländern gewesen, der ein solches Gesetz angenommen habe, Stimmung gemacht wird. Einflußreiche Organisationen, so die chinesischen Handelskammern, treffen Vorbereitungen zu einem vollständigen Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen mit Japan. In Nangtschangfu sind die Fahnen seit drei Tagen auf Halbmast gesetzt, zum Zeichen der Trauer für die Opfer von Tsinanfu. In Schanghai haben sich die chinesischen Bostbeamten geweigert, die japanische Post zu befördern, was zu einem Bro Paris, 21. Mai.( Eigenbericht.) test des japanischen Generalkonsuls geführt hat. Die Nachrichten von der Kampfzone lauten widersprechend, doch hat es den An,, Die deutsche Sozialdemokratie hat die Reaktion geschlagen," schreibt heute das sozialistische Bruderorgan in Paris, der„ Popu- schein, als ob die Südchinesen ihre Reserven zum Endkampf um Tientsin und Befing zusammenziehen. In einem laire". Die deutsche Sozialdemokratie hat gestern den Sieg davongetragen. Auch die Kommunisten konnten gewinnen: die Arbeiter- Striegsrat bei Tschangtsolin sprachen sich die meisten Generale für die Annahme der japanischen Bedingungen aus, da es schwer parteien find also überall im Vormarsch, während die bürgerlichen sei, eine schlagfertige Armee und das Kriegsmaterial zu erhalten, Parteien zurückgehen. Die Reichstagswahlen in Deutschland sind das nötig sei, um später bei eventueller Zersplitterung der SüdDer Eindruck in Paris. ein Sieg für die Republik, Raketeb das beste Motorrad der Welt! 500ccm. 12-18 MonatsRaten B. chinesen eingreifen zu können. Verkäufe Möbel Da das tschechoslowakische Gesez die Bestimmung enthält, daß der Minister für soziale Fürsorge für die Beschäftigung der Angehörigen der einzelnen Staaten analoge Bestimmungen festsetzen fönne, wie sie in den betreffenden Staaten für die tschechoslowakischen Angestellten, die dort beschäftigt seien, Geltung haben, habe jeder Staat die Möglichkeit, eine Uebereinkunft darüber zu treffen, wie beide Staaten ihre Angehörigen gegenseitig behandeln. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Noch vorwiegend wolkig und kühl, vereinzelt etwas Regen. Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches fühles, unfreundliches Wetter. Niederschläge hauptsächlich im Osten. Fahrräder Verschiedenes Patentmatratzen,„ Primissima"-Metall- Teilzahlung. Geringe Anzahlung, Emaille- Vereinsabzeichen, hochfein po. Klappsportwagen 19,-, eleganter Rin- betten, Auflegematraßen, Chaiselongues tieine Rate, trotzdem billig. Nur Quali Ball, Große Frant- Walter, Stargarderstraße achtzehn, Epe- tätsräber, drei Jahre Garantie. Fahr. fiert, vergoldet, derwagen 39, zialgeschäft. rabbau Wima, Ackerstraße dreißig. furterstraße 47. Fahrräder. erstklassige Martenräder, Teilzahlung. Fahrradhaus Centrum, Linienstraße neunzehn. Bekleidungsstücke, Wasche usw. Musikinstrumente Lintpianos, überaus preiswert. Viano. fabrit Lint. Brunnenstraße 35. Bon Ravalieren wenig getragene, wie Bandonions, Lange, Uhlig, weltbeauch neue elegante Jadettanzüge, Emo. ting, Fradanzüge, Paletots, Gummi- rithmt, Fabritlager, Fabritpreise. Teilmäntel, Sofen, für jede Figur paffend, zahlungen, kleine Anzahlung. Mufit. pertauft fpottbillig, teine Lombardware, weigel, Adalbertstraße 91. 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Vorher:„ Das Echo von Wilhelmstal", Ballettoper in zwei Akten von M. Kannengießer, ein sehr harmloses Spiel aus der napoleonischen Zeit, zu dem Franz Mitorey, der Braunschweiger Generalmusikdirektor, gefällige Musik geschrieben hat. Nachher: als Frucht eines langen Theaterabends die nun begründete Hoff nung, daß der junge Friedrich Wildens der Mann sein werde, den Typ der musikalischen Komödie, der Spieloper( die nicht immer Lustspieloper sein muß) zeitgemäß zu erneuern; und für die Stunde die Sicherheit, daß er diesmal mit der Wahl des Textes einen befonders glücklichen Griff getan hat. Dieser Text ist eine Dichtung von Ernst Toller: Die Rache des verhöhnten Lieb= habers." Ernst Toller, wir tennen ihn als revolutionären Dramatiker, dem Dichter und Betenner aus sozialem Wirkungswillen; aus Schwalbenbuch fennen wir ihn als zarten Lyriker. Nun gibt er uns mit leichter Laune, nicht ohne Wiz, ein gereimtes Bersspiel, eine Geschichte des Kardinals Bandello hat den Stoff geliefert, sie spielt im Benedig des sechzehnten Jahrhunderts. Trog ein paar Gegen wartsanflängen: es weht fein heutiger Wind in der Luft dieser Bühnendichtung. Lorenzo, verliebt, wie nur in der Renaissance junge Edelleute waren, wird von Elena, die er bis in die Intimität ihres Ankleidezimmers verfolgt, mit falter Berachtung gestraft, schwört ihr Rache und vollzieht sie auf nicht eben ritterliche Art: lockt die Frau- selbstverständlich Frau eines anderen- gelegent lich eines glänzenden Festes in eine Falle oder, gerade heraus gejagt, in sein Bett. Doch der Zweck, der sich, gewiß nicht unwillfbmmen, ihm jetzt erfüllt, wird sozusagen nur Mittel zum 3wed mit grausamer Rache. Erst als der Prahler, Neid und Bewunderung weckend, den Blicken seiner Freunde, unter ihnen dem Ehemann Giuseppe, das Objekt seines Sieges preisgegeben hat, den Körper der leberwundenen, deren Gesicht nur durch einen Schleier verhüllt hält bittere Klagen des verliebten Generals darüber, daß Josephine nicht zu ihm nach Italien tam, sondern, wie Napoleon erfuhr, sich mit einem jungen Freund amüsierte. Ich rechnete damit," schreibt der junge Gatte ,,, daß Du am 13. in Mailand, sein würdest, und Du bist noch in Paris. Ich martete mich in dem Gedanken daran. Ich unterdrücke ein Gefühl, das meiner unwürdig ist. Der Ruhm geUnsterblichkeit, die das Herz nicht befriedigt. Was Dich anbetrifft, nügt nicht zu meinem Glück; er schafft eine Stimmung von Tod und so möge die Erinnerung am mich Dir nicht hassenswert sein. Es ist mein Unglück, daß ich Dich zu wenig fennen gelernt habe, daß Deine, daß Du mich nach den Männern beurteilst, die Dich umgeben. Mein Herz hat niemals etwas Durchschnittliches gefühlt. Es leugnete selbst die Liebe. Du hast es mit einer grenzenlosen Leiden fchaft erfüllt, mit einem Wahnsinn, der es erniedrigte. Der Gedanke an Dich war in meiner Seele stärker als der an die ganze Welt. Für mich war jede Laune von Dir heiliges Gesetz. Dich jehen zu fönnen war meine größte Freude. Du bist schön, anmutig. Deine süße und himmlische Seele spiegelt sich auf Deinem Gesicht wider. Ich bete alles an Dir an. Wärest Du naiver und jünger gewesen, selbst würde ich Dich weniger geliebt haben. Alles gefiel mir die Erinnerung an deine Verfehlungen und an die beschämende Szene, die zwei Wochen vor unserer Hochzeit stattfand. Dein Bild war immer an meinem Herzen. Nie verging ein Tag, ohne daß ich es anjah, nie eine Stunde, ohne daß ich es betrachtete und mit Küffen bedeckte. Du aber, Du hast mein Bild sechs Monate behalten, ohne es aus seiner Verborgenheit hervorzunehmen. Nichts entging mir. Ich aber werde trotzdem nur Dich lieben, und von allen Rollen ist dies die einzige, die ich nicht ausfüllen fann.... Leb wohl, Josephine, bleibe in Paris. Schreibe mir nicht mehr. Aber achte wenigstens mein Heim. Tausend Dolche zerreißen meine Seele; stoße sie nicht noch tiefer hinein." Napoleon war 26 Jahre, als er diesen Brief an die 33jährige Josephine schrieb. Lendvai Quartett in Berlin. Am Borschau auf Hannover. Sonnabend gab uns das Erwin- LendvaiQuartett aus Leipzig in der Stadthalle eine Kostprobe für Tenören fundierte Doppelquartett hat ein Recht, sich den Namen Hannover. Das stimmlich in den. Bässen noch besser als in den Lendvais beizulegen, wie auch der Meister selbst diese Ehrung vollauf verdient. Neben seinen aus ganz verschiedenen Entstehungszeiten ausgewählten sieben Chören konnten weder die vier Tondichtungen von Richard Strauß noch die des durch seine Lukas- Passion so schnell berühmt gewordenen Leipzigers Kurt Thomas fich als ebenbürtig behaupten. Er ist ein Ganzer, und neben dem unvergeßlichen Uthmann der einzige Komponist, der speziell für die Arbeiterchöre als Bollwertiger in Betracht kommt. Daß er meist schwer eingängig ist und felten auf den ersten Anhieb hinreißend wirkt, ändert an seinem hohen Niveau nicht das geringste. Man wird ihn verstehen und lieben lernen. Trotzdem er als Tondichter mit beiden Füßen in der modernen Wirklichkeit steht, ist er mit seiner rücksichtslosen, ganz unromantischen Kraft dermaßen in der alten Kunst, speziell Sebastian Bach, verankert, daß vieles wie eine Fortsetzung dieses Größten anmutet. Kompromisse gibt es bei ihm nicht. Gesunde Knochen, sauberes Blut, aber fein fofettes, lockendes Fleisch. Er darf es verschmähen. Bei Strauß schaut, wenigstens bei innerlicheren Problemen, " etwas die platte Liedertafelei heraus, so in ,, Liebe" und Brauttanz". trotz aller technischen Bollendung und aparter Klangreize, immer Wo aber der Text dramatisch und farbenreich wird, da gibts dann Meisterstückchen wie„ Wächterlied" und namentlich„ Sudud". Auf dieser Straußischen Seite, also Gelegenheitstompofitionen, wenn auch allerhöchsten Ranges, stehen die schön kolorierten und prachtvoll flingenden Schifferlied" und Abendtrunk" von Kurt Thomas. Ueber die Leistungen des Quartetts ist kein Wort des Lobes zu hoch. Wer die Riesenschwierigkeiten des A- capella- Gefanges ohne Dirinicht erstaunt gewesen sein, daß neben so vielem Vollendeten auch manche direkte Entgleisungen und Verwirrungen vorkamen. Der etwas trompetenartig helle Tenorklang, der diesen polyphonen Gesängen wenig Abbruch tut, gleicht durch seine vollendete Technik, speziell das wunderbare Piano, wieder alles aus. Ein müheloses, ift, fühlt er sich wieder im Gleichgewicht seiner Kräfte, fühlt sie sich worden. Es ist das Industriemuseum, an dessen Eingang eine Tafel genten fennt( der geistige Führer ist Walter Hänel), der wird endgültig bezwungen. Das Londoner Induftriemuseum. Ein eigenartiges Museum ist von dem englischen Ministerium des Innern in London geschaffen darauf hinweist, daß 1926 806 Arbeiter getötet und 139 157, haupt fächlich im Fabrikbetrieb, verletzt wurden. Nach einem Bericht der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" wird hier an zahlreichen Maschinen aus allen möglichen Betrieben, die vom Beschauer in Bewegung gesetzt werden können, die Gefahr für den Arbeiter auf Eine pikante Segualaffäre aus der Welt der Berwöhnten: was hat an diesem Residenztheaterstoff Ernst Toller gereizt? War es nur, daß er ausruhen wollte für ernstere, dringendere Aufgaben? Die undelikate Sache, die er als Dichter zu der seinen macht, ist mit viel Feingefühl und Formgefühl behandelt; aber durch die Lust am Spiel klingt dennoch auch ein aufrührerischer Ton. Die Rache des gezeigt, auch sind die Mittel angegeben, ihnen zu begegnen. Ein Trinflied"). Die Beweglichkeit der Stimme, die Stilsicherheit, Veranderer Teil des Museums führt die verschiedenen GewerbefrankLiebhabers wird zur Radikalkur, durch die eine hochnäsige dumme heiten vor und erläutert auf großen Photographien ihre Verhütung Gans gründlich geheilt wird in einer Ghe, die keine iſt, geheilt und Bekämpfung. Die Fürsorgeabteilung enthält u. a. Siggelegen vom heuchlerischen Dünkel ihres Verheiratetjeins. Nicht eine In- heiten für Arbeiter, einen Raum für erste Hilfe bei Verlegungen, stitution, doch ihr Mißbrauch, ihr Heiligenschein wird bloßgestellt, eine mustergültige Fabrikküche, sowie Garderoben, Wascheinrichtunden allzu Moralisch- Korrekten auf lustige Art die Waffe entwunden, die sie aus der Not ihrer Ehetugend machen. Und aus dieser, alles in allem, sehr luftigen Dichtung hat Friedrich Wilckens, Schrefer- Schüler, frisch- fröhlicher Mujifant, mit Blid für die Bühne, Ohr für die Oper begabt, eine Oper gemacht, die sich sehen und hören lassen kann. Was von ihrer Wiedergabe durch das Braunschweiger Landestheater nicht behauptet werden soll. Klaus Pringsheim. Ein unbekannter Brief Napoleons an Josephine Einen bisher unbekannten Liebesbrief Napoleons aus den ersten Wochen nach seiner Heirat mit Josephine veröffentlicht Walter Geer in seinem soeben in London erschienenen Werk ,, Napoleon und seine Familie". Der Brief ist 1925 im Schloß Sagan in Schlesien entDeckt worden. Der Brief war seit mehr als einem Jahrhundert verSchollen. Er ist aus Bologna nom 26. Juni 1796 datiert und entgen usw. In einer weiteren Abteilung wird die wichtige Frage der günstigsten Beleuchtung bei der Arbeit an Modellen anschaulich erläutert. Unzweckmäßig angelegte und dadurch gefährliche Einrichtungen werden ebenfalls vorgeführt. ,, Robinson" der erste Zeitungsroman in Forfiehungen. Nach englischen Forschungen scheint, wie die Literarische, Welt" berichtet, der erste Roman, der in einer Zeitung in Fortsetzungen veröffentlicht wurde, der ,, Robinson Crusoe" gewesen zu sein. Und zwar findet man diesen Vorabdruck in den Nummern vom 7. Oktober 1719 bis zum 17. Oftober 1720 der London Post". Wenn auch die Publikation dieses Buches sich über ein ganzes Jahr erstreckte, verstand der damalige Herausgeber der Zeitung es doch sehr geschickt, durch Abbrechen der Fortsetzungen im spannendsten Augenblick das Interesse der Leser immer wachzuhalten. Später war es bekanntlich Dickens, der fast alle seine Romane in alimonatlichen Fortseßungen in Zeitschriften veröffentlichte, und sein ganzes Leben hindurch verfolgte ihn die Vorstellung von dem Drucker, der die fällige Fortjezung erwartet, tonreines hohes Chor- C ist auch nichts Alltägliches( in Lendvais teilung der Farben und der Reichtum des Ausdrucks stempeln das ,, Lendvai- Quartett" zu einer erstklassigen. Vereinigung, auf die unsere Arbeitersänger mit Stolz als eine der ihrigen blicken dürfen. H. Mr. 3m Theater am Schiffbauerdamm findet am Mittwoch, 8 Uhr, die 75. Aufführung von Galsworthys" Zigarettenkasten" statt. Eine Schauspieler- Nachtvorstellung von ran theit der Jugende findet im Renaissance- Theater zugunsten der Wohlfahrtskassen der Bühnengenossenschaft Donnerstag, abends 11, Uhr statt. Mag Scheler ist in Frankfurt a. M. im 55. Lebensjahre geftorben. Dis bor kurzem hatte er als Profeffor der Philosophie und Soziologie in Köln gewirft. Edheler war ein moderner Metaphysiker, dessen Philosophie den Statholizismus Borsvanndienste leistete. Da er gleichzeitig scharfer Analytiker und fünstlerisch empfindender Literat war, sind seine Schriften, die phae nomenologisch und soziologisch gerichtet sind, nicht ohne Neiz. Amundsen über die Jfalia"-Expedition. In einem Interview über den Flug der Italia" erklärte Roald Amundsen: Die Mitteilung, daß Mikolaus IL- Band nicht auszufinden sei, habe ihn überrascht. Er selbst habe das Land während der Maud- Expedition besucht, auf der Inselgruppe eine Schlittenfahrt unternommen und Signalstangen errichten lassen. Man müsse annehmen, daß die, Stalia" die Inselgruppe bei nebligem Schneewetter überflogen habe DER SPRUNC ÜBER DEN SCHATTEN VON KARL SCHRÖDER- ZEICHNUNGEN VON PAUL THESING 15. Fortsetzung. „Raten Sie, was ich habe?" sagte jetzt der Junge und trat zurück. Er sah mich in fröhlicher Erwartung an und hielt die Hände auf dem Rücken. „Das schickt Ihnen Mutter." Er setzte«ine Kiste Zigarren auf den Tisch. „Oh— ich danke— Hildegard." „Warum rauchen nur die Männer so gern? Es ist doch gar nicht schön. Rauch im Munde! Brr!" Sie. schüttelte sich. „Das versteht bloß ein Mann," sagte der Junge und machte ein spaßhaft überlegenes Gesicht. Er hatte die Kiste geöffnet und tat, als wolle er sich selbst eine Zigarre anstecken. „Willst du wohl, dummer Junge!" Hildegard Junter schlug nach ihm. Er lacht« und bog sich mit seinem Stuhle zurück, als hätte er Furcht. „Du bist ein schöner Mann," spottete sie,„Ich Hab' sa mehr Kräfte als du." „Hildegard ist wirklich kräftig, Herr Fehlow." „So? Dann müssen wir uns mal messen, Fräulein Hildegard." Ich faßte den Jungen an einem Bein und in der Hüfte und hob ihn mit einem Ruck über den Kopf. Es war schwer; aber Hildegard Junker griff ohne Besinnen gleichfalls zu. Ihre Augen blitzten. Dreimal setzte sie an, aber dreimal versagte ihre Kraft. Nach dem dritten Mal war sie völlig erschöpft. Sie lehnte sich an die Brüstung und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Mit einem Ruck drehte sie uns den Rücken und stampfte heftig auf. „Aber Schwesterchen!" Der Junge trat zärtlich an sie heran. „Laß mich"! Es klang ganz hart. „Sie dürfen mir nicht böse sein, Hildegard, ich wollte Ihnen doch nicht weh tun!" „Ach, es ist zu dumm! Es ist ja kindisch!" Sie sah mich an, wischte mit dem Handrücken die Tränen ab und versuchte zu lächeln, während weitere Tränen flössen. Da nahm ich sie in den Arm�und küßte sie, und sie küßte wieder. Der Junge aber ging leise die Treppe hinunter. Wir hatten alle drei kein reines Gewissen mehr, als wir den Garten verließen. „Sie bleiben doch noch, Herr Fehlow?" Frau Junker kam uns entgegen.„Mein Mann erwartet Sie; er sitzt oben und liest gerade die Zeitung." Ich ging mit. Der Direktor streckte mir ohne ein Wort die Hand hin; eine kleine mollige Hand. Ich sah ihn zum erstenmal ganz aus der Nähe. Ein verarbeitetes Gesicht mit tiefen Falten. Ein Selfmademan, der sich durch eisernen Fleiß vom Buchhalter zum Direktor heraufgearbeitet hatte. Wir setzten uns alle um«inen Ecktisch. Die Frauen rückten ein Nähkörbchen heran. „Nun, wie gefällt Ihnen der Junge?" Der Direktor legte die Zeitung nieder. „Ich bin sehr zufrieden, Herr Direktor. Ich glaube, daß ihm nichts weiter fehlt als Anregung und eine ruhige Stütze. Er muß den Glauben an die eigen« Kraft gewinnen. Erziehung zum eigenen Willen,— das ist es; Wille ist das Weltübcrwindende." Dies war mein Lieblingsgedanke damals, und der Direktor schien sehr befriedigt davon. Er sah seine Frau an. Sie warf ihm einen verstehenden Blick zu. ,.Na, Hildeken, was sagst du?" Hildegard beugte sich rot werdend über ihre Arbeit: „Du willst mich» bloß wieder foppen, Vater; aber Herr Fehlow hat recht; das gilt für eine Frau so gut wie für emen Mann." „Aber eine Frau allein kann nie etwas Ganzes erreichen; es mutz immer erst«in Mann dazukommen!" Der Direktor blies den Da nahm ich sie in die Arme und lüßte sie und sie Hißte wieder. Rauch seiner Zigarre scharf in die Luft; den Kopf zurückgebeugt, einen mächtigen Schädel mit dünnem, kurzem Haar. Ich wollte etwas erwidern; die Frauen verteidigen. Aber, was ich sonst nicht kannte: ich überlegte. Ich dachte an Hildegard Junker und wollte ihren Voter nicht verletzen. So nickte ich, als wäre ich völlig«inverstanden. „Ich glaube auch," sagte jetzt Frau Junker nachdenklich,„daß ein Mann mehr leisten kann als eine Frau. Der Mann ist im allgemeinen härter, und das mag auf der Welt ojt nötig sein. Wir Frauen sind mehr zum geduldigen Ausharren da. Mr müssen man6)es wieder ebnen, was die Männer ausgewühlt haben." „Eine Frau gehört vor allem ins Haus!" fiel der Direktor ein und legte den Arm schwer auf den Tisch.„Nicht wahr, Hildegard, du wirst vor allem eine tüchtige Hausfrau?" Hildegard Junker nickte mehrmals: begeistert.„Man muß alles selber kennenlernen, damit man die Mädchen beaufsichtigen kann und sie einem nichts vormachen." — Laß doch, du hast doch immer das Richtige gefunden— „Sie haben doch Schwestern, Herr Fehlow, die denken doch sicher auch so?" fragte Frau Junker. Ich dachte an meine Schwestern, die jetzt statt meiner morgens und abends das Wasser in den Garten schleppten und tagsüber in der Schneiderstube saßen..La. die denken auch so." log ich. Im gleichen Augenblick siel mir ein, daß ich eigentlich nicht das mindeste davon wußte, wie die Schwestern dachten. In Pommern werden die Frauen nach so etwas nicht gefragt. Copyright 193t by.Der Bücherkreis G. rn. b. H." Berlin SW 61. Der Direktor ließ das Thema nicht fallen.„Ein Jammer, wenn man das mit ansieht!" fuhr er plötzlich aufgeregt fort,„ein Elend und grenzenloser Leichtsinn— diese Flittchen in den Fabriken. Nichts können sie, einen Kochtopf haben sie kaum gesehen. Aber ständig dummes Zeug im Kopf. Ohne Bräutigam geht's nicht. Frei wollen sie sein. Frei! Als wenn unsereins frei wäre. Arbeiten und arbeiten bis in die Nacht rein. Dabei hat man die schwere Verantwortung. Was diese Menschen so arbeiten nennen! Keine Ahnung haben sie. Nur Rechte wollen sie haben; wenig arbeiten, aber viel Geld und viel Vergnügen." Er atmete stoßweise. „Auf die Straßen laufen und Skandal machen, das können sie. Bei uns ist auch wieder so was im Gang«: ich riech es schon immer. Aber wartet man, wir werden'» euch schon eintrichtern." Der Direktor war immer erregter geworden. Jetzt legte seine Frau begütigend ihre Hand auf seinen Arm: „Aber, ober, Männchen, du sollst dich doch nicht so aufregen. Du weißt, wie dir das schadet. Laß doch, du hast doch immer noch das Richtige gesunden." „Ba— ter!" lachte Hildegard, zog die Stirn hoch und machte große Augen. Ich hätte jetzt sagen müssen, was ich dacht«; ich fühlt« das; und ich dachte, daß man auch den Arbeitern nicht verdenken könne, für höheren Lohn zu kämpfen; ich würde es auch tun. Aber ich sagt« nichts.„Wie Hildegard Junker lachen kann! Wenn sie mein wäre!" „Sie müssen sich nicht wundern, Herr Fehlow," wandte sich Frau Junker mir zu, ,cha» ist das Steckenpferd meines Mannes." Sie lachte. „Ach was, Steckenpferd," fuhr er auf,„das versteht ihr eben nicht. Da» sind die wichtigsten Fragen einer gesunden Zukunft. Aber die Frauen..." „Ja, ja, Männchen, wir wissen schon. Aber wir wollen hier doch zufrieden beisammen sein." „Gut, gut, gut," murmelte der Direktor, ruhiger werdend; „aber weiß Gott, da» verfolgt einen bis in den Schlaf rein. Herr Fehlow wird mich verstehen. Er studiert ja." Wieder nickt« ich und widersprach nicht. Unser heimliches Glück schien ohne Grenzen. Ich zitterte nach den Stunden des Beisammenseins. Ich kam mir besser und reiner vor. Ich ging in keine Kneip« und verkehrte mit niemand; ich fürchtete. Reines zu zerstören, Hildegard Junker und mich zu be- schmutzen. Wild stürzte ich mich in die Arbeit. Und auch in meinem Denken ging«in« Beränderung vor sich. Vielerlei Zweifel waren in den letzten Jahren in mir gewochsen, jetzt ober gewann der Gedanke Macht, daß es doch ein« ewige Wahrheit gibt, und daß dies« Wahrheit in der Wissenschaft ruht. Ich berauschte mich in den Wandelgängen der Bibliothek an den Worten:„Zieh deine Schuhe aus, das Land, woraus du gehst, ist heiliges Land." (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iiiiiiiiiimiiiiiiHiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiniiiitiiinmiiiiinmimiiiiiiiiiniiiiiininminHimimniiiiiiniinraiiiiiiiiiiniinnmtiiimiiiiiimimiiiiiinimiimHniiiMninniiinniiiinmiR Der falsche Standesbeamte./ Als die Bewohner von L e n g n a, einem Städtchen in der Schweiz, eines schönen Morgens aufwachten, da war mit einem Teil von ihnen eine seltsame Veränderung vor sich gegangen. Als Ehe- männer und Ehefrauen, als Väter und Mütter von Kindern, mit denen alles in der besten Ordnung war, hatten sie sich am ver- gangenen Abend zu Bett gelegt: Zufriedene Nutznießer eines beschaulichen Eheglücks, und� nun hatten sich die fürchterlichsten Dinge herausgestellt. Ein Lustspielmotiv war in ihr ernstes Leben ein- gedrungen, die ausgefallene Idee eines Humoristen hatte Gestalt angenommen, sich ihrer als Puppen bemächtigt und sie, die streng nach Sitte und Recht, nach altem Brauch und getreu den Gesetzen, durch ihre Tage zu wandeln meinten, als liederliche Junggesellen und Konkubinen, als Väter und Mütter einer Schar unehelicher Kinder enthüllt.* Wie dies? Nun, die Eheschließungen vor Jahr und Tag, die waren richtig vorgenommen, die Jaworte gesprochen und protokolliert und kein« Zeremonie war versäumt worden, die Stempel unter den Dokumenten waren echt und die Unterschriften nicht gefälscht. Und doch war über Nacht von einem hohen Herrn der Regierung, der sich im Dorf aufgehalten hatte, eine kleine Unstimmigkeit entdeckt worden. So einwandfrei der Standesbeamte das Zlmt der Menschen- zusammensührung auch gehandhabt hatte, es war nicht seines gewesen. Cr Halle mit der Gebärde eines Standesbeamten dessen Arbeit geleistet und manch einer mag ja meinen, daß er dann recht am Platze gewesen sei, aber doch war er zu seiner Tätigkeit gar nicht befugt gewesen. Er war hineingeschmuggelt worden in sein Amt. Niemandem war das noch ausgefallen, bis dann der fremde Herr von der Regierung kam. Es konnte kein Zweifel sein: Hunderte von Ehen, die in Lengna abgeschlossen wurden, entbehrten der Rechtsgültigkeit. Eis genügten Nicht dem Gesetz— und das war diesem pleinlich genug und es sann darauf, wie es sich wohl umstoßen könnte, damit es die Ehen nicht umzustoßen brauchte. Denn Gesetz ist eine sehr seriöse Angelegenheit, deren Würde Schaden leidet, wenn ihre Konsequenzen, sich in Schwantoerwirrungen und Humoreskcnocr- Wicklungen bemerkbar machen. Nicht auszudenken, daß 5iundcrte von wackeren Eheleuten sich bislang in freier Liebe zugetan waren und jetzt etwa auf den Gedanken kommen konnten, die Nutz- anwendung aus deren Unoerbindlichkeit zu ziehen. Das alles durfte nicht sein und da hat man dann also nachträglich schließlich doch der Tätigkeit des falschen Standesbeamten die Weihe der Gesetzlich- keit erteilt. Am besten für alle Teile, für die Eheleute, für das Gesetz und für den Standesbeamten selbst würde es ja gewesen sein, wenn dieser stillschweigend sein Amt wie bisher zu aller Zufriedenheit weitergeführt hätte. Aber wofür kämen dann hin und wieder die fremden Herren von der Regierung in die entlegenen Dörfer? Hans Lauer. Die Zeugnisverweigerung der Lebensgefährtin. Di« Strafprozeßordnung gestattet den ollernächsten Verwandten. dem Verlobten, dem Ehegatten, die Aussage vor Gericht zu ver> weigern. Gehört aber auch die Lebensgefährtin zu den„aller- nächsten Verwandten"? Der Wiener Vezirksrichter Dr. Hauke sagte „ja", und als eine» Tage« ihr Lebensgefährte B. wegen Mißhand- lungen, die er ihr zugefügt hatte, bestraft werden sollte, sprach der Richter ihr das Recht der Zeugnisverwcigerung zu und erachtete auch ihre Verzeihung als rechtsgültig. Obgleich der Staatsanwalt gegen eine derartige Gleichstellung der Lebensgefährtin mit einer kirchlich angetrauten oder staichesomtlich anerkannten Frau als etwas Widerrechtliches und Anormalisches Einspruch erhob, kehrte sich der Richter nicht daran: er war eben ein modern eingestellter Mensch. Der Senat des Landgerichts hob aber das Urteil auf und verurteilte den Angeklagten zu 24 Stunden Arrest. So forderte es nach Ansicht des Senat» das Gesetz und wohl auch die„Moral". Eine reichlich unmoralisch« Moral. Ein ländliches Drama. Da» friedliche Dorf Jsle Adam in der Nähe von Paris wurde zum Schauplatz eines blutigen Dramas. Die Frau des Fisch- Händlers Val- hatte sich in ihrem Nachbar Demare verliebt und auch Gegenliebe gefunden. Eine» schönen Tages waren beide aus und davon. Frau Valä hatte aber auch ZOOO Franken mitgenommen. Einen Monat später kehrten die Liebenden heim, sie zu ihrem Mann, er zu seiner Frau. Alles war verziehen, der Friede schien hergestellt. Doch nicht ganz. Val6 forderte von seiner Frau die Rückgabe der 3000 Franken, die sie Demar« als Mitgift bei ihrer Flucht aus dem Hause des Mannes dargebracht hatte. Demarü wollte aber von der Rückgabe des Geldes nichts wisse». Das Ehepaar Vale brütete Rache. Der Mann kaufte mit Wissen der Frau einen Revolver; diese vereinbarte mit Demarä ein Stelldichein, forderte von ihn, er- neut die 2000 Franken und als Demarö sie mit brüsken Worten ab- wies, stürzte aus dem Gebüsch der Mann hervor. Es entstand ein« wüste Schlägerei.„Was," schrie Demare,„ich schulde dir 3000 Franken, du schuldest mir noch dafür, dqß ich mich mit deinem Weibe abgegeben habe." Da zög Frau Valä au« der Tasche ihres Mannes den Revolver und schoß ihren früheren Liebhaber nieder. Die Liebesdiebin soll 100000 Dollar zahlen. Eine Nichte des vor 25 Jahren ermordeten Präsidenten der Vereinigten Staaten M a c K i n l e y namens Mac Kinleiz-Baer, macht durch eine Klage vor Gericht von sich reden. Sic verlangt von einer Frau Ender 100 000 Dollar Entschädigung dafür, daß sie ihr ihren Gatten abspenstig gemacht hat. Die Ehe wurde bereits im Jahre 1900 geschlossen. Im September 1923 soll, so behauptet die Klägerin, Frau Ender begonnen haben, ihren Gatten aus Schritt und Tritt zu verfolgen und Einfluß auf ihn auszuüben; sie wirst ihr auch vor, ihren Gatten Geld geliehen und teure Geschenke gemacht zu haben. Frau Endcr erklärt diese Beschuldigungen als völlig haltlos und behauptet ihrerseits, daß die Klägerin ständig angetrunken sei und sich den Verlust der Liebe ihres Gatten selbst zuzuschreiben habe, denn sie veranlaßte seine Juternierung in eine Irrenanstalt, aus der er sofort wieder als völlig gesund entlassen wurde. Wie der erbauliche Streit der beiden„Damen" vor Gericht ausgehen wird, steht noch dahin. Wie die Parteien agitiert haben. Der Berliner Wähler kann im allgemeinen nur immer ein fleines Stück dieses gewaltigen Gebiets von über 4 Millionen Menschen übersehen. Er beobachtet meistens nur das, was in seinem engeren Wohnviertel geschieht. Aus diesem Grunde wollen wir heute nach der Wahl noch ein paar Momentbilder von der hingebungsvollen und aufopfernden Tätigkeit der sozialdemokratischen Wahlhelfer und des Reichsbanners fowie von den Wahlvorgängen selber geben. Nur so tommt man zu einem ungefähren lleberblick über die Gesamtleistungen, die der Sozialdemokratie den verdienten Sieg gebracht haben. Troß des ununterbrochenen Regens waren die Helfer und Helferinnen unermüdlich tätig. Auf Lastkraftwagen und Fuhrmerken durchfuhren sie die Straßen, um die Säumigen durch Sprechchöre und Transparente an ihre Wahlpflicht zu erinnern. Die Kommunisten bedienten sich auch gestern wieder zahlreicher Hosenmähe von 3-14 Jahren, die in Gruppen von 20 unter Führung eines„ Großen" die Höfe abflapperten und die ihnen eingepaufte Litanie die selbstverständlich eine einzige Hegrede gegen die Sozialdemokratie war herunterleierten. In den nördlichen Bororten, in Pantaw, Niederschönhaufen, Weißenfee und Reinidendorf war die Wahlbeteiligung schon um 8 Uhr morgens außerordentlich start. In ein zelnen Wahllokalen fam es aus diesem Grunde schon in den Morgenstunden wegen des zeitweise. starken Andranges zu fleinen Stockungen. Erst gegen Mittag ließ die Beteiligung etwas nach, um dann in den Nachmittagsstunden wieder eine erhebliche Belebung zu erfahren. Vor allen Wahllokalen standen die freiwilligen Helfer der Sozialdemokratie. Das Zentrum und die De motraten hatten hier fast restlos darauf verrzichtet, Blafatträger vor den Wahllokalen aufzustellen; die deutschnationalen und vollsparteilichen Interessen dagegen wurden zum größten Teil von Jugendlichen und Halbwüchigen vertreten. In den Straßen der östlichen und südlichen Außenbe= zirke flattern bunt die Fahnen! Rot und Schwarzrotgold. Transparente, gut sichtbar angebracht, vervollständigen das Bild. Noch hat der Regen nicht eingesetzt, Laftwagen, befeht mit Reichsbannerleuten, erfüllen noch einmal ihre Pflicht und mahnen zur Wahl. Vor den einzelnen Wahllokalen haben Sozialdemokraten längst Posten gefaßt; weithin leuchtet das Plakat„ Wählt Liste 1". In hohen schönhausen ein etwas ruhigeres Bild. Aber auch hier find die Sozialisten auf dem Posten und haben alle Wahllokale mit Blafatträgern besetzt. In den ersten Stunden nach Deffnung der Lokale fanden sich bereits viele Wahlberechtigte in ihrem Stimmbezirk ein. Später, als der Regen stärker niederging, ließ die Beteiligung zu wünschen übrig. Erfreulicherweise war es nicht über all fo. Sc gaben in einem Wahllofal in Friedrichsfelde in der Zeit von 11 bis 12 Uhr etwa 200 Wähler ihre Stimme ab. Auch im roten Lichtenberg fonnte man in den Bormittagsstunden befriedigt feststellen, daß die Bewohner dieses Bezirks ihre wichtigste Staatsbürgerpflicht erfüllten! Treptow, das sich wie so piele Bezirke auf eine sehr gute Parteiorganisation stüßen darf, stand trotz der Regenschauer ganz im Zeichen der sozialdemokratischen *** Ein jugendlicher Brandstifier. 3hn freute das Feuer.. Seit etwa 4 Jahren wurde die Stadt Trebbin, südlich von Berlin im Kreife Teltow, in 3wischenräumen von größeren Bränden heimgesucht, die hauptsächlich in dem Straßenzuge ausbrachen, in dem die Reihenscheunen der Ackerbürger stehen. Nur dem schnellen Eingreifen der sehr gut organisierten Trebbiner Feuerwehr war es zu verdanken, daß die Brände zum großen Teil auf ein Gebäude beschränkt werden fonnten und nicht größeren Schaden anrichteten. Die Nachforschungen ergaben jedesmal, daß es sich um vorfäßliche Brandlegung handelte, alle Bemühungen, den Täter festzustellen, scheiterten. Als neuerdings die Stadt wieder von Feuerbrünsten heimgefucht wurde, entsandte das Landeskriminalamt Berlin zwei Beamte des Branddezernats, die Kriminalaffiftenten Rud. Schulz und Joh. Mener nach Trebbin. In vorsichtiger Weise wurden Ermittlungen angestellt, die jetzt zu einem überraschenden Ergebnis führten. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf einen 18 Jahre alten Schriftseter Karl Beck, der seit 4 Jahren bei einem Druckereibefizer in Trebbin zuerst als Lehrling und dann als Schriftseger tätig war. Beck, dem sein Arbeitgeber das Zeugnis Wahlarbeit, ebenso Baumschulen weg, dessen wuchtiger Fackelzug am Sonnabend auch den letzten Umschlüssigen aufrüttelte. Im Kreis Mitte befindet sich auch das Wahllofal für sehr viele Bertreter der höchsten Reichs- und Staatsbeamten. In der Taubenstraße hatten sich deshalb frühmorgens zahlreiche Neugierige, Pressephotographen und Berichterstatter eingefunden. = WNSPO Listel Eins von den vielen Transparenten der Sozialdemokratie. Wenige Minuten nach 9 Uhr erschien der Reichspräsident mit Staatssekretär Meißner, Wilhem Marg, heute noch Reichs. fanzler, war ihm mit Frau und Kindern wenige Minuten zuvorgekommen, als Erstling unter den Ministern aber war, wie die Wahlhelfer vorm Lnfal erzählten, der preußische Justizminister Schmidt- Lichtenberg zur Stelle gewesen. Natürlich haben es sich die Kommunisten nicht nehmen lassen, bis zur letzten Stunde zu randalieren und sich unflätig zu benehmen. 18 Jungfozialisten und Reichsbannerfameraden, die Plakate für die Sozialdemokratie anfleben wollten, wurden von 50 Rotfronthelden überfallen. Uebermacht gibt eben immer ein gemisses Sicherheitsgefühl, vor allem, wenn man mit Gummifnüppeln, Schlagringen und Messern versehen ist! Es ist eben die unfäglich rohe und gewalttätige fommunistische Kampfesweise! eines sehr fleißigen, sparfamen und umgänglichen Menschen aus stellt, war früher in Berlin als Arbeitsbursche in Stellung. Damals famen in Niederschönhausen nach und nach 9 Brände aus und der Verdacht lenkte sich auf Beck, der ins Gebet genommen wurde. Der Jugendliche gab dann auch zu, die Brände gelegt zu haben aus Born darüber, daß sein Vater erwerbslos gewesen sei und es ihm schlecht gegangen fei. Weif er damals als Bierzehnjähriger noch nicht strafmündig war, so überwies man ihn dem Wohlfahrtsamt, das ihn in Trebbin unterbrachte. Als man ihn jetzt dort ins Verhör nahm, kam die ganze Wahrheit ans Licht. Beck ist Pyro mane, feine einzige und größte Freude ist das Feuer. Zu zeiten fommt der innere unwiderstehliche Drang über ihn, hell( odernde Flammen zu sehen. Er muß dann Feuer anlegen, ohne sich über die Folgen recht Mar zu fein. Er hat minmehr auch zugegeben, daß die Brände in Niederschönhausen auf diesen frankhaften Trieb zurückzuführen sind und daß er die Geschichte von feines Vaters Not nur erfunden hat. Insgesamt hat er nach und nach mehrere Brände zugegeben, die ihm ohnehin einwandfrei nachgewiesen werden fonnten, einen größeren Brand aus dem Jahre 1925 in Trebbin und aus dem laufenden Jahr drei große Scheunenbrände. Soweit sich die Sachlage bisher überblicken läßt, ist Beck bei den meisten Bränden in Trebbin als Täter anzusprechen. Der junge Mann wurde dem zuständigen Amtsgericht zugeführt. Er wird auf seinen Geist es zustand untersucht werden. Vom Unglück verfolgt. Die Armenfürsorge muß helfen, weil die Sozialversicherung versagt. Wenn heute ein bei der Reichsversicherungsanstalt für Angeftellte verficherter Angestellter das Unglüd hat, längere Zeit frant zu sein, so gerät er in eine äußerst verzweifelte Situation. So urteilt in einem Briefe ein von harten Schicksalsschlägen Betroffener über die Unzulänglichkeit unserer Sozialversicherung. Sein Fall zeigt das sonnenklar. Ein langwieriger Krankheitsfall, verursacht durch eine bösartige Kniegelenksbeschädigung, die in einem städtischen Krankenhaus drei Operationen erfordert. Der Träger der Krankenversicherung ist zunächst verpflichtet, die notwendige Hilfe zu gewähren. Doch seine Leistungspflicht ist gefeßlich begrenzt. Die Krankenhilfe endet spätestens mit Ablauf der sechsundzwanzigsten Woche nach Beginn der Krankheit; durch die Sagung fann die Dauer der Krankenhilfe auf ein Jahr ausgedehnt werden. So will es die ReichsversicherungsOrdnung. Bei einem so schwierigen Krankheitsfall vergeht selbst diese Zeit, ohne daß Arbeitsfähigkeit wieder eingetreten ist. tritt also der Zustand ein, daß die Leistungspflicht aufhört, bevor die Krankheit beendet ist. Doch wir haben ja noch andere Versicherungsträger, die nun mehr einzuspringen haben, wenn die Leistungspflicht des zunächst zuständigen Versicherungsträgers erschöpft ist. Man sollte es wenigstens meinen. Es fiegt Berufsunfähigkeit vor und wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind, dann muß im vorliegenden Falle die Angelltenversicherung helfen. Sie tut es auch. Aber wie! Der Versicherte hat zunächst Anspruch auf Ruhegeld. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zahlt aber eine monatliche Rente von etwas über 60 M.. Mit diesem Betrag ist erst ein Drittel der Krankenhaustosten gedect! Was bleibt da weiter übrig, als die Armenfürsorge resp. den Träger für die gesamte öffentliche Fürsorge, das Wohlfahrts= amt, in Anspruch zu nehmen. Wie unerträglich dieser Zustand ist, ergibt sich insbesondere aus der Tatsache, daß der Hilfsbedürftige nach den gesetzlichen Borschriften verpflichtet ist, die aufgewendeten Roften dem Fürsorgeverbande zu ersehen, sobald er dazu in der Lage ist. Der Ersatzanspruch fann auch gegenüber dem Erben des Hilfs bedürftigen geltend gemacht werden. Wenn also die Notlage am größten ist, ist ausreichende Hilfe am schwersten zu erreichen. Doch damit hat das grausame Spiel noch feineswegs sein Ende erreicht. Lassen wir zunächst den Versicherten schreiben: Mittlerweile ist das tranke Bein( wenn auch steif und verfürzt) wieder so weit in Ordnung gekommen, daß ich nach Anlegung eines orthopädischen Stüßapparates nebst dazu gehörenden Stiefeln notdürftig gehen kann. Die Anschaffungskosten von Apparat und Stiefeln belaufen sich auf etma 310 M. Der an die Allgemeine Dristrantenfaffe gerichtete Antrag auf Zahlung eines Zuschusses wurde abgelehnt, weil ich bereits vor längerer Zeit ausgefteuert war. Ich beantragte nun bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, daß diese die Kosten für den zur Erlangung der Arbeitsfähigkeit unbedingt notwendigen Apparat übernehmen möge. Die Antwort: Wir bewilligen 150 M."( Also noch nicht einmal die Hälfte der Gesamtkosten.) Und weiter heißt es( vorgedruckt) in dem Bescheid. Die Gesamtkosten übernehmen wir grundsäßlich nicht." Infolgedessen muß auch hier für den Rest wieder das Wohlfahrtsamt forgen," Zeigt nicht auch dieser Fall wieder einmal, wie begründet die sozialdemokratischen Forderungen im alten Reichstag für den Ausbau der Angestelltenversicherung waren und wie sträflich das ablehnende Verhalten der bürgerlichen Parteien gewesen ist? Ein reicher Bersicherungsträger, der in wenigen Jahren ein Vermögen von rund einer Dreiviertel Milliarde ansammeln fonnte, feilscht um lumpige 160 M. mit einem vom Unglück verfolgten Versicherten. Auch ein Grundsatz, nur fein schöner. Darüber hinaus beleuchtet dieser Fall weit bedeutsamere Mängel in unserer Sozialversicherung. Das Ineinandergreifen der einzelnen Bersicherungsträger, um den Versicherten ausreichend zu helfen, iſt viel zu wenig gewährleistet. Diese grundlegende Form der gesamten Sozialversicherung gehört mit zu den großen sozialpolitischen Aufgaben des kommenden Reichstages. Das umfassende Versicherungswesen unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten, wie es der Artikel 161 der Reichsverfassung verheißt, muß endlich Wirklichkeit werden. Erstes Erfordernis dazu ist: mehr Macht der Go aialdemokratie! Aufstand der Kannibalen. In dem Gebiet Südvogelfopf ( Neuguinea) haben Eingeborene eine Polizeistreife ermor Det. Die Ruhe fonnte inzwischen durch Militär wiederhergestellt werden. Man nimmt an, daß die Ermordeten von der Bevölkerung aufgefreffen worden sind. Eine gute Zigarette 3 ist der Schutzgeist jeder feinsinnigen Geselligkeit. Sie gibt dem Gespräche eben-. sowohl Behaglichkeit und Ruhe wie den munteren Fluß geistvoller Plauderei. Sie dämpft unangebrachte Leidenschaftlichkeit und führt über Stockungen der Unterhaltung oder den toten Punkt des nichtverständnisses leicht hinweg. Allzuhitzige Gegnerschaft wird durch sie gemildert und freundschaftlicher Zusammen= halt gefestigt. Vecworcenes wird klar und Klares wird einleuchtend. Ueberdies ist keine Situation so verfahren, als daß nicht bei dem gemeinsamen Genusse einer guten Zigarette dennoch ein gutes Einvernehmen erzielt werden könnte. Rauchen Sie eine Greiling- Auslese und Sie werden wissen, was eine gute Zigarette ist. Arbeiter Sport Die Wahlen zum Bundestag! Für oder gegen den Bund! Die Reichstagswahl ist vorüber, für die Arbeitersportler geht der Wahlkampf weiter! In dieser Woche finden die Wahlen für die Delegierten zum Bundestag des Arbeiter- Turn- und Sportbundes statt. Die parteipolitischen Wühlereien der Kommunisten haben den Bund in eine schwere Krise gebracht. Insbesondere im 1. Kreis hat die Moskauer Rote Sport Internationale bereits alles durch ihre Zellenbildung unterminiert. Die Hetze gegen den Bund treibt zur offenen Spaltung. Die bezahlten Agenten Moskaus haben Auftrag, den Decknamen„ Opposition" aufzugeben und Filialen Moskaus zu errichten. Die in Frankreich und der Tschechoslowakei bereits durchgeführte Zerreißung des Arbeitersports soll nun auch in Deutschland durchgeführt werden. So sieht die„ Einheitsfront" der Kommunisten aus! An der Spizze der Saboteure steht der Verein„ Fichte", der alles„ revolutionär" einkleidet, von der Monopolhose bis zum „ Rampfgenoß", und der alle Veranstaltungen stört, ob es sich nur um ein beliebiges Sportfest oder die Maifeier der Berliner Arbeiterschaft handelt Der Schöneberger Verein seht den 1. Bor fizenden ab, weil er Sozialdemokrat ist, und wählt dafür einen Kommunisten. In Lichtenberg hat der von irgendwoher zugewanderte Tennis- Friedmann mit seinen Bellengenossen den Arbeitersport in zwei Lager auseinandergerissen. Der Kreisvorstand ist überhaupt arbeitsunfähig durch die Zellenprovokateure, die auch die Sportpresse, den„ Arbeiter- Fußball" und" Sport und Spiel" in ihre Hand gebracht haben, wo lediglich Agitation gegen den Bund, für die RSI., betrieben wird. Arbeitersportler im 1. Kreis! Die Wahlen zum Bundestag müssen ein zahlenmäßiges Bild geben, wieviel Mitglieder Spielresultate vom 19. Mai. Fußball. Zu einem interessanten Treffen gestaltete sich das Fußballspiel Stralau gegen Britannia Lichtenberg. Merkwürdigerweise zeigten beide Mannschaften gegen Wind und Sonne bessere Leistungen als mit ihnen als Bundesgenossen. Britannia ließ zwei für sie gegebene Elfmeter ungenügt, während Stralau ebenfalls diese Gelegenheit einmal vorüberließ. So trennten sich die Gegner torlos. Lichtenberg I hatte sich Oberspree verpflichtet. Den Lichtenbergern wurde der 4: 0- Sieg nicht leicht gemacht. Im Serienspiel standen sich am Donnerstag Alemannia und Spandau 25 gegenüber. Alemannia hatte jederzeit mehr vom Spiel und konnte mit 5: 1 als Sieger den Platz verlassen. In Neuruppin fand eine Werbeveranstaltung statt. Es spielten Nauen gegen Spandau 25 2: 1 unb Neuruppin gegen Nauen 2 2: 2. Teutonia 09 gelang es, die Amateure mit 4: 0 aus dem Felde zu schlagen. Unentschieden 3: 3 trennten sich Sparta- Wedding und Tegel 24. Handball. Auf dem Urbanplatz fand am Sonnabend das Handball- Entscheidungsspiel um die Führung in der dritten Gruppe statt. Fichte Nord und Spandau waren die Mannschaften, die sichy punktgleich standen. Fichte holte sich die erste Stelle mit 6: 1( 1: 1). Das Spiel begann in flottem Tempo von Fichte aus. Trotzdem Spandau sehr oft mit 8 Mann verteidigte, gelang es ihnen doch, in der 15. Minute durch einen Fehler des Nordtorwächters in Führung zu gehen, dem 5 Minuten vor der Pause der Ausgleich folgte. Fichte war in der ersten Halbzeit schneller am Ball und besser im Zu- und Stellungsspiel. Spandau hielt in der zweiten Halbzeit das Spiel offener, aber es fehlte das sichere Zuspiel. Mit dem scharfen Tempo fonnten die Spandauer nicht mitfommen. Die Spieler standen sich teilweise gegenseitig im Wege und behinderten sich im Fangen. Fichte war in der ganzen Mannschaft gleichmäßig besetzt. Das zweite Vorrundenspiel um die Kreismeisterschaft findet Mittwoch, 23. mai, 19% Uhr, auf dem Adler- Play in der Christianastraße statt. Es spielen Fichte- Süd und Fichte- Nord. Theater, Lichtspiele usw. Montag, 21. S. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 17. Anf. 19%( 72) U. Der Montag, 21. 5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Anf. 19( 72) Gastspiel Schaljapin Troubadour Marga Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 44. Anf.192( 72) U. Staat!. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Res.-S. 43 Anf. 20( 8) U., Louis Freischütz Ferdinand Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: FAUST. I. Volksbühne Kleines Theater Walhalla- Th. Täglich 82 Uhr: Weinbergsweg 19/20 Frau Käte läßt sich verführen Täglich 81, Uhr Verlorene Töchter oder Das Mädchen aus dem Freudenbaus Ein Sittenstück in 4 Akten von Thilo Schmidt Nur Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4,- nur 60 Pl. Deutsches Theater Norden 12 310 3 Uhr, Ende nach 1 Lotte Klinder, v. Mellendorf. Vorzeiger halbe Kassenpreise. Lustspielhaus Jir. Dr. Martin Zickel 8 Uhr: Guido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Theater des Westens Pygmalion Steinpl. 931 8 Uhr von Bernard Shaw dtsch. v. Siegfr, Trebitsch Kammerspiele 31, Norden 12 310 99 Max Adalbert Das Ekel" U., Ende nach 11 Rose- Theater Zum 125. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Gr. Frankt. Str. 132 8 Uhr: Hopfenraths Erben Piscatorbühne Theater am Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm Die Komödie Nollendorfplatz 8 Uhr: 8 Uhr Was ihr wollt Der Zigarettenkasten Bismarck 2414/7516 8 Uhr Es liegt in der Luft Kurfürst 2091/93 Täglich 8, Uhr Malborough zieht in den Krieg Ruhleben. Rennen zu Ruhleben am Sonntag, dem 20. Mai. 1. Rennen. 1. Athener( F. Schulz), 2. Eisi( Weidner jun.), 3. Heimchen ( F. Schmidt). Toto: 72: 10. Plaz: 32, 69, 44:10. Ferner liefen:. Erz gauner, Wartburg, Haga Burton, Clementine Kroschel, Erich S., Holofernes. Modedame, Frieda Edelstein( als 2. disq., 80 Broz. zurüd), Hella Timoko, Antimon, Anfer I, Peter Hall, Quintessenz, Ruth 2., Laterne, Pirus. 2. Rennen. 1. Zaunkönig( Ch. Mills), 2. Ellen( H. Korn), 3. Meister B ( F. Bahr). Toto: 17:10. Plaz: 16, 13:10. Ferner liefen: Großmogul Morgentau, Dolorit.. 3. Rennen. 1. Propeller( Hr. F. Brandt), 2. Vicar( G. D. Müller) 3. Minne Halle( M. Bauer). Toto: 60: 10. Play: 24, 16, 27:10. Ferner liefen: F. Campanula, Jram, Ingrid Hollo, Erisa, Ilona W., Torrero. 4. Rennen. 1. Edstein( W. Lomzer), 2. Magowan jun.( Ch. Mills), 3. Marie Luise( Kaupper jun.). Toto: 30: 10. Blag: 15, 15, 32: 10. Ferner liefen: Möglich, Peter Harvester, Barmaid, Lockung, Belwin, Mannoch treu zum Bunde stehen! Der Bund ist jetzt gezwun- zanares, Landmesser. gen, den Trennungsstrich zu ziehen. Dieser großen Verantwortung müssen sich alle Mitglieder bei der Wahl der Delegierten bewußt sein! Die Wahl fann nur unter der Devise stattfinden: Für oder gegen den Bund? Kein Freund des Bundes darf bei der Abstimmung fehlen, die in dieser Woche, vom 20. bis 27. Mai, in den Vereinen statt finden. Holt alle Mitglieder an die Wahlurne, schafft überall Aufflärung, daß es sich um das Wohl und Wehe der Gesamtorganisation handelt! Als zuverlässige Vertreter der Bundesinteressen kommen nur folgende Kandidaten in Frage: Turner: Willi Conrad, Luckenwalde; Robert Dehlschläger, Berlin; Hermann Stengel, Potsdam, und Friz Stühm, Berlin. Leichtathletik: August Hoffmann, Röpenid. Turnspieler: Erich Richter, Berlin. Bei den Turnerinnen ist mur eine Kandidatin zu wählen: Martha Tieß, Nowawes. Turn- und Sportverein„ Eiche"-Köpenid. Die Wahl der Delegierten zum Bundestag findet Mittwoch, 23. Mai, von 19-22 Uhr auf dem„ Eiche"-Sportplatz statt. Wahlberechtigt find alle Mitglieder über 18 Jahre. Mitgliedsbuch legitimiert. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Die Wahl der Delegierten zum Bundestag findet vom 21.- 26. Mai in den Uebungsabenden statt. Jedes Mitglied über 18 Jahre muß sich daran beteiligen. Opfer der Witterung. Dem beständigen Regen fielen mit Ausnahme der Trabrennen zu Ruhleben alle Berliner Sportveranstaltungen zum Opfer. Die Radrennen auf der Rütt- Arena find gänzlich abgesagt worden, Hertha( BSC.) und Westham United haben sich geeinigt, das Fußballspiel Montag 6 Uhr nachzuholen. Die bereits gelösten Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Das internationale Tennisturnier der Berliner Schlittschuh- Clubs mußte eine Verlegung um 24 Stunden erfahren. Vorschau auf Hoppegarten. Eine interessante Prüfung steht am Dienstag mit dem Fels- Rennen auf dem Hoppegartener Programm. Ueber 1600 Meter treffen hier so nützliche Dreijährige wie Avolo( D. Schmidt), Normanne( Bregner), Farn( Grabsch), Liederkranz( Tarras) und Narciß( M. Schmidt) zufammen. Normanne muß an den Hanielschen Derbykandidaten Farn neun Pfund weggeben, und dazu dürfte er kaum imstande sein. Möglicherweise fattelt der Stall Weinberg an Stelle von Avolo den weit besseren Farinelli, der allerdings sehr viel Gewicht zu schleppen hat. Das Grave and Gav Rennen für die Stuten stellt ein knappes Ende zwischen Lykaste, Wanderlust und Tende in Aussicht. Voraussagen: 1. Poliklet Steineibe; 3. Habicht. SandoNicotin; 2. Silo val; 4. Farn Normanne; 5. Caprivi Finsteraarhorn; 6. Wanderlust Teyde; 7. Windspiel = Bernhard. Eröffnung der Schwimmabteilung FTGB. Die neue Schwimmabteilung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin hat ihren Sportbetrieb bei zwar etwas fühler Luft, aber herrlicher Wassertemperatur( 21 Grad) eröffnet. Die Bade= abende sind jeden Mittwoch von 6 bis 8 Uhr im Post= stadion, Lehrter Straße 57a und 63a. Für den Schwimmunterricht( gratis) stehen gute Schwimmlehrer, für Frauen eine Schwimmlehrerin zur Verfügung. Schwimmschüler wollen möglichst früh kommen. Neue Mitglieder können sich in der Badeanstalt oder beim Kassierer Herbert Rosenbaum, NW., Stephanstraße 7, bei Müller, melden. Ueber den Beginn des Kinderschwimmens erfolgt noch Mitteilung. Lessing- Theater Renaissance- Theater Norden 12798 Sommerspielzeit Künstlerische Leitung Emil Lind Täglich 8 Uhr Steinplatz 901. Uhr: Krankheit der Jugend ,, Nr. 17" CASINO- THEATER 8 Uhr v. Jefferson Farjeon Regie: Hans Lotz Barnowsky- sühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 72 Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 81 Uhr Broadway Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16, 18, 19, 21 U. Sternhimmel und Kalender Eintritt 1 M. Kinder unt, 15 Jahren 0.50 Blumenspenden eder Ar: tetert preiswert Paul Golletz. Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3, de Staunynstraße Am Morigpl. 103 03 Dr. R. Friedeberg ( früher, Berlin) praktiziert wieder Revue von Schiffer. von Marcell Achard Bad Kudowal Musik v. Spoliansky Insz. Erwin Kalser Lothringer Str. 37. Nur noch wenige Aufführungen Die schwebende Jungfrau Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. SCALA S Uhr Nollendor 7360 Paul Lincke sowie das internat. Varieté- Programm Sonnabends u. Sonntags te 2. Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr-330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Erfolg haben Inserate Vorwärts Berliner Theater 5. Rennen. 1. Dorier( Ch. Mills), 2. Jrrwisch( J. Frömming), 3. Naturbursche( Schröder). Toto: 17:10. Blab: 11, 18, 11: 10. Ferner liefen: Dlan, Nebellappe, Neidhammel, Peter Spinne. 6. Rennen. 1. Manrico( B. Heckert), 2. Natalies( Hm. Schleußner), 3. Trotteur( Th. Reiter). Toto: 246: 10. Plaz: 34, 19, 17: 10. Ferner liefen: Marcel, Flamingo, Baron Silvester, Dats. Watts. 7. Rennen. 1. Rosenfrau( 3. Kozal), 2. Harfenmädchen( Sinoragli), 3. Louisette( J. Mills). Toto: 44:10. Blab: 14, 17, 17:10. Ferner liefen: Baron Silvester, Kürassier, Lindow- Peter, Dancing Girl, Prinzeg Watts, Stronsbeere. 8. Rennen. 1. Minz( Weidner jr.), 2. Kohlenkönigin( Triphan), 3. Langemann( Rogowski). Toto: 254: 10. Blag: 33, 25, 25:10. Ferner liefen: Notula, Friedrichs'dor, Luftschiffer, Weinbrand, Jda Palos, Leuchtturm, Champion Goud. 9. Rennen. 1. Arion Bingen( Ch. Mills), 2. Baron Moko( Dinje), 3. Armenier( Krumnad). Toto: 10:10. 3 liefen. Beile- Hals. Vereinskalender. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Dienstag, 22. Mai, Gigung der Spiel warte in der Geschäftsstelle, 1912 Uhr. Spielersparte, Handballgruppe. Der Börsenabend findet Dienstag, 22. Mai, im Kartellverband, Landsberger Str. 82, 19 Uhr, statt. Der für Mittwoch, 23. Mai, angefeßte Schiedsrichterkursus findet des Vorrundenspieles wegeit. jag an oz Sportverein Moabit. Montag 19% Uhr Delegiertenurwahl zum Bundestag play Tiergarten. bei Schubert, Rostocker Str. 16. Dienstag und Donnerstag Training SportBerantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Unternehmen der Gewerkschaften ENDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate 3. Mk. Monatsrate 12. Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerkschaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrade Fabrik- Niederlage: Berlin, Oranienstraße 127 Verkaufszeit: Werktäglich von 9-7 Uhr. Reparatur- Werkstatt. Saltenburg- Bühnen Charlottenstr.99/ 91. Dönh.170 Dts. Künstler- Th. 81 Uhr 84 U. Ende geg. 11 Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Gastspiel d. Deutschen Th. Verbrechen Dyckerpolts Erben Der Proze Mary Dugan ( ,, Crime") Soll beim Sport der Sieg Dit winken musst Du ur Sinalcotrinken Sinalco ist stärkend erfrischend, bekömmlich, da aus bestem Zucker und naturreinen Fruchtaromen hergestellt. Ueberall zu haben! Generalvertr. Starick& Krüger G. m. b. H., Lands berger Allee 6-7. Alexander 4703/ Königst. 1666 Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. Komische 8 Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkau ab. 10 Uhr ununterbrochen. Reichshallen Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger ,, Studies Pingstfahr Nachmittags halbe Preise Dönhoff- Brett'l: ( Saal u. Garten). Varieté, Tanz. Kapelle Wilhelm Frenkel