Morgenausgabe ??r.238 A 122 45. Jahrgang WSch«ntI!ch 85 Pfg, monatlich 3,60®!. tan socaus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne» ment 6,—®l. pro Monat. 4- Der.vorwärts� erscheint wochentSg- lich zweimal, Sanntags und Montags einmal, die Abendausgaben sür Berlin und im Handel mit dem Titel.Ter Abend', Illustrierte Beilagen.voll und Zeit' und.Aindersreund'. gerner .Unterhaltung und Wissen',.Frauen. stimme',.Technil',.Blick in die Bllcherwelt'und.Iugend-Lorwärts'. Berliner voltsvlatt vienstag 22. Mai TS2S Groß-Äerlin IN Z)f. Auswärts i5 pf. Die e i n i p a 1 1 i g e Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen" das settge- druckte Wort 25 Pfennig(zuKiffig zwei !ettgedruckte Worte), iedes weitere Won Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Won 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei WoNe. Arbeitsmarkt annähme____________. ttraße 3 wochentägl. von 8�/2 bis 17 Uhr. Zentralovsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönboff 292—297 Telegramm-ildr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärks-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlins? KSK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. SS, Ditkomo-Gelellschaft. Depositenkasse Lindenstr S Unsere neue Fraktion. Die Verteilung der Reichsiagsmandate. Nach den Vorläufigen Berechnungen des Reichswahlleiters gehören folgende Genossen der neuen sozialdemokratischen Reichstags- fraktion an: Wahlkreis 1, Ostpreußen: Schulz, Iäckel, Lübbring, Lu f ft. Wahlkreis 2, Verlin: Crispien, Hermann, Klara Bohm-Schuch, Aufhäuser, Moses, L i t k e. Wahlkreis Z. Potsdam II: Künstler, Löwenstein, Heinig, Marie Kunert, Mendt. Wahlkreis 4, Potsdam I: Wissell, Breitscheid, Marie Iuchacz, Müller. Lichtenberg, Staad. Wahlkreis 5, Franksurl a. d. Oder: Wels, Schumann, Kotzte, H e i l m a n n. Wohlkreis 6, pommem: Schumann, Passehl, Georg Schmidt, Bülow. Wahlkreis 7, Vreslan: Lob«, Feldmarm, Wendemuth, Mache, Marie Ansorge, Seppel. Wahltreis 8, Liegnih: Taubadel, Buchwitz, Anna Nemitz, G i r b i g. Wahlkreis 9. Oppeln: Stelling. Wahlkreis 10, Magdeburg: B e i m s, Bender, Paul Bader, Marie Arning, Ferl, P e u s. Wahlkreis 11, Merseburg: Hertz, Krüger, Peters. Wahlkreis 12, Thüringen: Bock, Rosenfeld, Frölich, Mathilde Wurm, Dietrich, Hermann. Wahlkreis 13, Schleswig-Holstein: Luise Schröder, Eggerstedt, Richter, Biester. Wahlkreis 14, Meser-Ems, Henk«, Hünlich, Tempel. Wahlkreis IS, Osthannooer: Pejne, Rowack, Adel« Schrei- bar-Kr leg er. Wahlkreis 16, Südhannover-Braunschweig: Brey, Grotewohl, Moria Reeses Karsten, Schaffner, Juncke, Schiller, Richter. Wahlkreis 17, westfolen-ltord: Severing, Schreck, Janschek, Schlüter. Wahlkreis 18. Westfalen- Süd: Robert Schmidt, Hufemann, Berta Schulz, Ludwig, Brandes, Spiegel. Wahlkreis 19, hesten-Rasiau: Scheidemann, Metz, Becker, Schnabrich, B r o ß w i tz, Witte. Wahlkreis 20, Köln-Aachen: Sollmann, Luise Schiffgens, B ö ck l e r. Wahlkreis 21, Koblenz-Trier: Kirschmann. Wahlkreis 22, Düsteldorf-Ost: Limbertz, Lore Agnes, G e r l a ch. Wahlkreis 23, Düsfeldorf-wesl: Otto Braun, Thabor. Wahlkreis 24. München: Saenger, Simon. Unterleitner, Frau Weiß. Wahltreis 25. Riederbayern: Toni Pfüff. Wahlkreis 26. Arankea: Hermann Müller, Bogel, Simon, P u ch t a, Seidel. Wahlkreis 27, Pfalz: Hoffmann, Jokobshagen. Wahlkreis 28, Dresden-Vauhen: Fleihner, Toni Sender, Richard Schmidt. Krätzig, Schirmer, Arzt, Margarete Stegmann. Wahlkreis 29, Leipzig: Lipinski, Saupe, Anna Siemsen, Engelbert Graf. Wahlkreis 30, Chemnih-Zwickau: Ströbel, Seydewitz, Kuhnt, Levi, Stücklen. Wahlkreis 31, Stuttgart: Kerl, Hildenbrand, Roßmann, Schlick«. Wahlkreis 32, Laden: Geck, Schöpflin, Meier. Wahlkreis 33. Darmstadt: Ullrich, David, Onestel. Wahlkreis 34, Hamburg: Großmann, Johanna Reitze, Bieder- mann, Bergmann. Wahlkreis 35, Mecklenburg: Krüger, Dr. Leber, Ronny Kur- fürst. Relchsllste: Hilferding, Landsberg, Dittmann, Steinkopf, Stampfer, Schulz, Marum, Scheffer, Taknow, Falten- b e r g. Für den Fall, daß in den Wahlkreisen oder Wahlkreisverbänden noch Verschiebungen in den Ziffern eintreten, ist es möglich, daß ein oder mehrere Mandate von der Reichsliste zugunsten der Wahlkreislisten wegfallen. (Die gesperrten Namen bezeichnen neu in die Fraktion eintretende Genosten.) Die Wahl in Württemberg. Stuttgart. 21. Mai.(Eigenbericht.) Wie die nachfolgenden AAftimmungszahlen erweisen, hat Ba- zilles Staatskunst feiner Partei bei der Landtagswahl eine ganz katastrophale Niederlage bereitet, obgleich er zu seiner Unterstützung für den Wahlkamps die größten Kanonen seiner Partei wie Gras Westarp, Dr. Hergt u. a. ins Land geholt hatte. Das Ergebnis der Wahl ist folgendes: S0. Mai ISS8 Sozialdemokraten. SSL«81 «4 220 221 718 S7 417 82»88 11» 0S« 12 228 10 40» .Mai 1021 1S0 28» 124 207 248 748 SS 00« 13&«8» 125 545 47»01 240 153 15 039 Deutschnatiouale.. Zentrum..... Deutsche BolkSpartet Kommunisten... Deutsche Demokraten WirtschastSpartei.. Nationalsozialisten. Württemberg. Bauernbund 202 437 VolkSrechtSpartet....»7014 Christi. Volksdienft... 42 404- Christi.-soz. Rechtspartei. 962— Neben den Deuffchnationaien haben, wenn auch nicht in gleichem Ausmaß, die mit ihnen verbündeten Parteien, der Bauernbund und das Zentrum. Verluste erlitten, die beim Bauernbund trotz der besonderen Gehässigkeit und Zügellosigkeit seiner Agitation und vermuttich infolge seiner bekannten kulturfeindlichen Einstellung sich auch im Verlust eines Mandats ausdrücken. Die Verteilung 80 Landtogsfitzc wird die folgende sein: Aus Grund der Vorschriften der Verfassung muß der neu« Land- tag am 16. Tage nach der Wahl das ist der 5. Juni, zusammen- ! treten, um das Präsidium und die neue Regierung zu bildem Es I unterliegt keinem Zweifel, daß die Führung der parlamen- tarischen Geschäfte in die Hände der Sozialdemo- ! k r a t i e als der nunmehr stärksten Fraktion gelegt werden wird; denn selbst wenn Deutschnationale und Bauernbund wieder ein« ge> meinsame Fraktion bilden, so bleibt ss« doch noch um zwei Mandate hinter der Sozialdemokratie zurück Wer auch bei der Bildung der neuen Regierung wird der Ruck nach links und der ganz außerordentlich« Erfolg der Sozialdemokratie sich auswirken müssen. Die drei Parteien der Weimarer Koalition verfügen zu- lammen über 47 Mandate, haben also, wenn sie sich ver- ständigen, ein« festere Mehrheit hinter sich als die seitherige Regierungstoalition, die nur über 42 Mandate verfügte. Diese Mehrheit besteht heute nicht mehr und könnte auch durch Hinzu- nahm« der Deutschen Dolkspartoi und des Christl. Volksdienstes nicht lebensfähig gemacht werden. Wahlsieg auch in Bayern. München, 21. Mai. Das Gesamtergebnis der Wahlen zum Bayerischen Landtag ist folgendes: der Di« Nationalsozialisten, die im vorigen Landtag noch drei Mandat« hatten, sind ganz ausgefallen. zus. 128 Mandate Di» übrigen Parteien, darunter die Demokraten, die Beamtengruppe Kratofiel, die Polksrechtspartei, der Ehristtich« Volksdienst usw. blieben ohne Mandat. Beim Vergleich mit den jetzigen Mandaten ist zu berück- sichtigen, daß aus den acht Wahlkressen noch Restfitze für die nicht verbrauchten Ressstimmen zu verteil«, find. Außerdem sind durch den Landeswahlousschuß 15 Landesmandate zu verteilen. Wahlen und presse. Die Ursachen des Linksrucks.— Und was weiter? Man war ausgezogen, den Marxismus zu töten, und als der Kampf zu Ende war, lag auch einer auf der Strecke. Leider war es der Falsche. An Stelle des Karl- Marxismus hatte man den Wilhelm-Marxis- mus erwischt. Die Bürgerblockregierung, für die Herr Wilhelm Marx als Reichskanzler veranwortlich zeichnete, ist durch das Volk, von dem die Staatsgewalt ausgeht, gestürzt worden. Ueber dieses Ergebnis des 20. Mai besteht nirgends ein Zweifel, es wird vielmehr von der gesamten Presse ohne Unterschied der Partei festgestellt. Die Bürgerblockregierung hat vom Volk die Kündigung erhallen, sie macht noch ihre vierzehn Tage, dann geht sie. Ob sie während dieser Zeit noch als „ordnungsmäßige Regierung", wie sie Herr Hergt im Reichs- tag nannte, oder nach vollzogener Demission nur noch als „geschäftsführende Regierung" die Geschäfte weiter führt, ist eine formale Frage dritten Ranges. Die bürgerliche Presse ist noch in einem anderen Punkt einig. Von freudigen Gefühlen ist sie nicht bewegt. Sie hat auch keine Ursache dazu. DerErfolg, den die hinter ihr stehenden Parteien bei den Wahlen erzielte, steht keineswegs in Einklang mit der Rolle, die sie auf dem Zeitungsmarkt spielt. In Iournalistenkreisen macht man die Bemerkung, daß Hugenberg, Ullstein und Masse in diesem Wahlkampf geschlagen worden sind. Es handelt sich da um eine Erscheinung, an der man keinesfalls achtlos vorüber- gehen kann, wenn auch der Hinweis auf sie für die Be- troffenen eines bitteren Beigeschmacks nicht entbehrt. Der Einfluß der bürgerlichen Presse auf ihre Leser ist geringer, als mancher geglaubt hat. Das zeigt sich nicht nur in Berlin, es ist im ganzen Reiche so und entspricht übrigens auch den Erfahrungen, die man schon in anderen Ländern, besonders in England, gemacht hat. Zeitungskonzerne find mächtig, aber der Druck der Volksstimmung ist mitunter viel mächtiger. In einigen Blättern findet man auch Versuche, den Wahlausfall kritisch zu erklären. Daß die demokratische Presse die Ursache des Linksrucks in der Bürgerblockpolitik erkennt, versteht sich, nach der opposi- tionellen Haltung, die sie eingenommen hat, von selbst. Dabei kommt ein Bedauern und an manchen Stellen, z. B. in der„Vossischen Zeitung", ein leichtes Erschrecken darüber zum Ausdruck, daß der Linksruck„über die Mitte hinaus- gegangen ist". Die alldeutsche„Deutsche Zeitung" hält von ihrem Standpunkt aus den Deutschnationalen den Sündenspiegel vor. Weil sie in nationalen Fragen man nur soso gewesen wären, hätten sie verloren. Wäre das richtig, so hätten Herr Bang in Dresden und Herr v. L e t t o w in München, die doch Männer nach dem Herzen der„Deutschen Zeitung" sind, desto glanzvoller abschließen müssen. Sie haben aber genau dieselben Prügel erhalten wie die anderen. Aber auch die völkisch-nationalsozialistischen Formationen kommen nur mit einem Hitler-Dutzend in den Reichstag, und die völkisch- nationale Gruppe ist gan'zaüsgefallen, so daß man auf Herrn v. Graefe verzichten muß/ Die Beweisführung der„Deutschen Zeitung" ist nicht gerade sehr zwingend. Begreiflicherweise beschäftigt sich die Presse besonders ausführlich mit der Frage, was nun weiter werden soll. Für Preußen beschränkt man sich meist auf die Fest- stellung, daß die bisherige Regierungskoalition jetzt über eine Mehrheit verfügt,, die ihr bisher gefehlt hat. Desto leb- hafter sind die Erörterungen über die künftige Regierungs- bildung im Reich. Dabei wird allgemein auf die Große Koalition als die beinahe einzige Möglichkeit hin- gewiesen. Die demokratische Presse ist stets für diese Lösung eingetreten, sie vertritt sie jetzt mit besonderem Nach- druck. Aber auch das Zentrumsblatt, die„Germania" schreibt: Ueber die polittsche Gruppierung und die Frage der Ver- antwortung im neuen Parlament wird am besten erst zu sprechen sein, wenn die endgiilligen Ziffern vorliegen. Die Ten- denz erscheint uns aber auch jetzt schon klar: Der Stimmen- Zuwachs der Sozialdemokratie erhöht ihre Ver- antwortung. Sie wird die Frage der praktischen Regierungsarbeit nicht mehr von sich abweisen können. Mehr denn je scheint uns dieser Wahlausgong ein Beweis dafür, daß die Große Koalition wieder im Vorder- grund der Diskussion steht. Von der oolksparteilichen Seite her läßt sich die„Tägliche Rundschau" so vernehmen: Jedenfalls ist die gehofft« Weimarer Koalition nicht zu erreichen, da sie weder zahlenmäßig über«ine Mehrheit verfügt, noch das Zentrum ohne die Deutsche Volkspartei in ein« Regierung mit den Sozialdemokraten eintreten dürfte. Da«ine Rechtskoalition nach der Niederlage der Deutschnationalen unmöglich geworden ist, muß somit die Bildung der Großen Koalition versucht werden. Die Rechtspresse weiß auch mit keinem anderen Vor- zur Regierungsbildung aufzuwarten. Sie gibt sich er der Hoffnung hin, daß der Versuch mißlingen und der neue Reickstag sich überhaupt als arbeitsunfähig er- weisen wird. Und dann müsse er eben wieder auf- gelöst werden. So schreibt die agrarische ,, Deutsche Tageszeitung": Bielleicht wird deshalb der einzige Ausweg darin liegen, in Kürze einen neuen Appell an die Wähler zu richten. Die Tatsache, daß der neue Reichstag drei Size wenig aufweist als der alte, obwohl die marristischen Parteien um nicht weniger als 30 Mandate zugenommen haben, zeigt ja, welche heilloje Birkung am gestrigen Wahltage Zersplitterung und Mangel an staatsbürgerlichem Pflichtgefühl geübt haben; und man sollte es eigentlich für undenkbar halten, daß die ftaatsbürgerlichen Wähler in ähnlicher Weise versagten, wenn sie bald wieder an die Urne gerufen würden. Wer sich im staatsbürgerlichen Lager auch nur einen Rest von gesundem Sinn erhalten hat, der muß ja sehen, daß diefer 20. Mai 1928 ein schwarzer Tag für das deutsche Bolt gewesen ist! Die ,, Kreuz- Zeitung" tommt auch zu dem Resultat, daß jetzt nur noch die Große Koalition möglich ist, aber sie zeigt sich sehr darum besorgt, wie es den Mittelparteien in ihr gehen würde, da ja die Sozialdemokratie stärker jei als die Mittelparteien zusammen. Diese würden in eine unheilvolle Lage geraten, weil mit der Schwächung der Deutschnationalen zum großen Teil die machtpolitischen Boraussetzungen fehlen, sich gegen den Willen der Sozialdemokratie, menn es hart auf hart geht, durchzusetzen". Die Deutsche Allgemeine Zeitung" schließlich orakelt: Die Reichstagswahl ist in ihrem Ergebnis nicht geeignet, Beruhi gung im Innern unseres Volkes zu schaffen und die Möglichkeit fortschreitender Arbeit am Aufstieg des Vaterlandes zu gewährleisten. Die Spannungen werden vielmehr vermehrt, und wir werden eine parlamentarische Krise nach der anderen erleben. So find denn die kommenden Monate als ernste Vorbereitungszeit des Bürgertums für neue Entscheidungen aufzufassen, die früher oder später bevorstehen. Es ist schwer zu unterscheiden, ob diese Zeilen aus der deutschnationalen oder aus der volksparteilichen Seele des Blattes heraus geschrieben sind. Die Worte eine parlamentarische Krise nach der anderen" sprechen mehr für die zweite dieser Annahmen. Damit haben wir eine furze Uebersicht über die Stellungnahme der Berliner Bresse zu dem Wahlausfall gegeben und eine publizistische Pflicht erfüllt. lleber die Haltung der Sozialdemokratie, die, vom Bertrauen wachsenden Maffen getragen, daran geht, ihre Mission in Preußen fortzusetzen und auch im Reiche den Wahlausfall in praktische Resultate umzusetzen, ist das nötige schon gesagt worden. Die Entscheidung wird in den Fraktionen fallen, die erst zusammentreten fönnen, wenn ihre Zusammenseßung endgültig feststeht. Bis dahin fann noch geraume Zeit ver= gehen und wird noch viel geschrieben werden, worüber zu berichten nicht immer notwendig sein wird. Die Resultate im Reich. ziffern Das Ergebnis in Preußen. Nach der vorläufigen amtlichen Zusammenstellung des preußischen Landeswahlleiters werden fich ungefähr folgende Mandats für den Preußischen Landtag ergeben: Partet Sozialdemokratische Partei Deutschnationale Volkspartei Deutsche Volkspartei. Zentrum Kommunisten Demokraten Wirtschaftspartei Nationalsozialisten. B Deutsche Bauernpartei. Völkisch- Nationaler Block. Christlich- Nationale Bauern und Landbund Deutsch- Hannoveraner Volksrechtspartei. Polen. 9 Zentrumsliste Niedersachsen. Stimmenzahl Ungefähre Mandatsziffer 5 453 392(+ 900 000) 3 263 947(-1 100 000) 136 114 82 109 1597 668( 200 000) 40 45 2745 547( 365000) 69 81 2 229 176(+ 460 000) 56 44 826 829( 839 217(+ 258 000) 21 27 380 000) 21 11 345 619( 90 000) 6 89 027 2 276 646 187 933( 234 039 7 72 000) 6 2 124 265 3 450 ( f.Zentr.) 450 204 240 Nach dieser Zusammenstellung, bei der immerhin noch Ber-| die preußische Staatsregierung ersucht, bei dem Landeswahlleiter schiebungen nach der einen oder anderen Seite hin erfolgen fönnen, eine beschleunigte Feststellung des preußischen Wahlwie sie sich aus der Arithmetit der Wahlberechnung ergeben, würde ergebnisses zu ermirten. Dieses Ersuchen bezmedt, eine baldige sich eine Mandatsziffer für die gegenwärtige Regierungskoalition der Einberufung des Landtages zu ermöglichen. Ein Termin des Weimarer Parteien" von 229 ergeben. Diese Koalition würde also Zusammentritts steht bisher jedoch noch nicht fest. Seine Festrde alfo über die absolute Majorität verfügen. fegung ist von der Feststellung des endgültigen Ergebnisses Der Präsident des alten Landtages, Genoffe Bartels, hat abhängig. Großer Eindruck in Paris. Die Zukunft gehört dem Sozialismus." Paris, 21. Mai.( Eigenbericht.) Der Ausfall der deutschen Wahlen hat in der gefamten hiesigen Deffentlichkeit einen außerordentlich starten Eindruck hinterlassen. Der„ Iemps" schreibt, das deutsche Volt habe sich in fategorischer Weise für eine Politik der Konsolidierung der Republik und des Friedens ausgesprochen. Es sei besonders zu bemerken, daß die alle Et. wartungen übersteigende Niederlage der NafioAn Ergebnissen der Reichstagswahlen find noch nachzutragen: nalisten sich gerade in den Gegenden vollzogen habe, die man bisher als die Hochburg der Reaffion anfah. In jedem Falle könne Wahlkreis 7( Breslau). gesagt werden, daß die So 364 466( 307 478), Dntl. 220 798( 277 609), 3tr., 152 332 , 0( 44 565), L. Komm. 2190, 2Birtsch. B. 35 451( 13 918), Nat. Snz. 9116 ( 13 442), D. Bauernp. 14 922, Bölt. Bl. 4258, Christ.- nat. Bauernp. 3782, Boffer.- B. 8499, p. 1685, D.- S03. 13 017, Bolfsbl. 819. Abgegebene gültige Stimmen 965 630. Wahlkreis 9( Oppeln). Soz. 70 414( 36 128), Dutl. 94 872( 115 930), 3tr. 223 642 ( 218 776), DBp. 15 095( 15 138), PD. 71 128( 65 004), Dem. 9174 ( 12 163), 2. Komm, 3065(-), Wirtsch.- P. 7355( 8238), Nat.- Soz. 5451( 8043), D. Bauernp. 6608, Bölf. Bl. 920, Christ- nat. Bauernp. 6365, Bolksr.- B. 5363, Bolen 34 231, ASP. 1316, D.- S03. 3405, Christ. Soz. 885. Abgegebene gültige Stimmen 560 681. deutsche Republif eine Realität ( 184 857), D23p. 57 640( 73 889), BD. 43 698( 29 424), Dem. 29 234 geworden sei und ihr eine Kraft innewohne, die fähig fei, nüßlich zu wirken. Ueber die Gewinne und Verluste der Mittelparteien tönne man verschiedener Meinung sein. Unumstritten sei aber, daß die ftarten Gewinne der Sozialisien und die starken Berlufte der Deutschnationalen auf eine tiefgreifende Renderung der öffentlichen Meinung in Deutschland hinwiefen. Ueber die Zusammenfehung der fünftigen Regierung sich zu äußern, hälf der Temps" für verfrüht. Er hält es aber für möglich, daß die Weimarer koalition wieder aus der Asche erstehen werde. Der „ Temps- Korrespondent in Berlin rechnet damit, daß ein Sozialist Reichskanzler wird, entweder Hermann Müller, Severing oder Braun. Die nationalistische Liberté" zeigt sich mit dem Wahlausgang nicht zufrieden und beweist so am schlagendsten, daß eine Niederlage der Deutschnationalen nicht den Wünschen der franzöfifchen Nationalisten entspricht. Diese Zeitung fürchtet, daß man einer linfsorientierten Regierung die Räumung der Rheinlande jetzt williger zugestehen werde als dem bisherigen Kabinett. Das Blatt meint, Frankreich habe nur die Wahl zwischen einem gut regierten und zahlungsfähigen, aber nationaliffifchen, oder einem demagogischen sozialistischen Deutschland, das schlecht regiert und deshalb zahlungsunfähig fei.(?) Der sozialistische Soir" begrüßt mit Freuden die Erfolge der Sozialdemokratie. Sie find, schreibt das Blatt, die Erfolge der heiligen Sachen, die wir hier verteidigen. In Deutschland, in Frankreich, überall gehört die Zukunft den Sozialisten. Wahlkreis 30( Chemnitz- Zwickau). Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Deutsche Volkspartei Kommunisten Demokraten 9 Wirtschaftspartei Nationalsozialisten. Bolfsrechtpartei( für Aufwertung) a Sächs. Landvolk A 319 979 86589 5120 105 752 154 355 34 956 98.394 41 495 40 932 26 498 Das Oldenburger Ergebnis. ( 305 939) ( 179 194) ( 5 669) ( 128 538) ( 138 949) ( 55 513) ( 67 829) ( 39 338) (-) II Bremen, 21. Mai. Sum neuen oldenburgischen Landtag wurden nach den bisher vorliegenden Ergebnissen gewählt: Sozialdemokraten 15( 9), Rommunisten 1( 0), Wirtschaftliche Vereinigung 2( 0), Nationalsozialisten ( Hitler) 3( 0), Demokraten 5( 5), Landesblod 9( 15), Christlich Rationale Bauern und Landvolfpartei 3( 0), 3entrum 8( 10), Landbolt- und Mittelstandsliste 1( 1). Die Glückwünsche der Internationale. Zürich, 21. Mai.( Eigenbericht.) Der gewaltige Fortschritt, den die Sozialdemokratie Deutsch lands bei diesen Wahlen errungen hat, wird die Arbeiter aller Länder mit neuer Siegeszuversicht erfüllen. Herzlichste Glückwünsche allen, die in unermüdlicher, schwerer Arbeit zu diesem großen Erfolg beigetragen haben. Sefretariat der Sozialistischen Arbeiterinternationale. Friedrich Abier. Wien, 21. Mai.( Eigenbericht.) Die österreichische Sozialdemokratie freut sich in brüderlicher Solidarität des Wahlfieges der deutschen Arbeiterflasse und beglückwünscht sie auf das herzlichste. Seih, Staret. 2mfferdam, 21. Mai.( Eigenbericht.) Bir münschen unserer Schwefterpartei herzlichst Glud zu dem glänzenden Wahlerfolge, Möge diejer Sieg ein Spory join Ein Pariser Abendblatt hat bereits eine Reihe von Politikern über ihre Anficht zu dem Ausgang der deutschen Wahlen befragt. Die Mehrzahl von ihnen drückte ihre unverhohlene Freude aus, darunter auch der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol. Die deutschen Sozialisten, so meinte Auriol, seien jezt die stärkste Gruppe im Reichstag und sie würden ohne Zweifel die Führung der neuen Regierung erhalten, wozu er fie beglückwünscht. Es sei bedauerlich, daß heute in Frankreich nicht die gleichen Ber. hältnisse vorlägen. Aber auf jeden Fall biete der Sieg der Linken in Deutschland die besten Aussichten für eine immer stärkere Festi. gung und Annäherung zwischen beiden Ländern. Der Gieg der Friedenspolitit. Brüffel, 21. Mai. Der sozialistische Peuple" schreibt unter der Ueberschrift: Das deutsche Bolt läßt den Sozialismus und den Frieden triumphieren" u. a.: Die deutsche Republik hat Stand gehalten und geht siegreich aus der Brüfung hervor. Für Deutschland wie für die ganze Welt bedeutet die Republik den Frieden. Der Soir" er für die Arbeiterflasse der ganzen Welt, um sich zu scharen hinter die Fahne der Sozialdemokratie, die Wohlfahrt, Recht und Freiheit bringen wird. Werkhoven, Sekretär. Stocholm, 21. Mai.( Eigenbericht.) " tlärt: Die Niederlage der Deutschnationalen, die zum erstenmal und vielleicht endgültig in den Hintergrund treten, muß als ein historisches Ereignis betrachtet werden. Die nationalistisch ein gestellte Nation Belge" betont, daß nach wie vor das Zentrum die Lage als Schiedsrichter beherrsche. Das katholische Bingtieme Siecle"( 20. Jahrhundert) stellt fest, daß die Verständigungs politit Stresemanns im neuen Reichstag auf die Unterftügung von 303 Abgeordneten rechnen fönne ein Ergebnis, das durch die Niederlage der Nationalisten besonders unterstrichen werde, Der Gieg der Republik. Condon, 21. Mai.( Eigenbericht.) Das Ausmaß des Wahlfieges der Sozialdemokratie hat in London allgemeines Erstaunen hervorgerufen. Der Daily Herald", das Blatt der Arbeiterpartei, nennt das Wahlergebnis den endgültigen Bemeis dafür, daß das alte Deutschland der Bergangenheit angehört. Die im Ausland so niel bemerkten Baraden der Stahlheimleute und anderer militärischer Organisationen stellten heute nicht mehr als private Theaters spielerei dar. Die Republit sei gesichert, die Hohens zollernherrschaft werde nie mehr wiederkommen, und die Gefahr des Revanchefrieges eines wiederbewaffneten Deutschlands sei end gültig gebannt. So gesehen, bedeutete die Wahl vom Sonntag den lands. Der Kampf um die Republik und gegen die monarchistische Abschluß einer Epoche in der Nachkriegsgeschichte Deutsch lands. Der Kampf um die Republif und gegen die monarchistische Reaktion fei mit einem entscheidenden Sieg der Republik abgeschlossen. Nach dieser Wahl tönne die Frage Monarchie oder Republik in Deutschland nie wieder ernstlich gestellt werden. Die Frage, der Deutschland heute gegenüber steht, sei nicht mehr Republit oder Monarchie, sondern welche Art von Republik Deutschland in Zukunft sein merde. Die bürgerlichen Abendblätter finden in der Wahl den Beweis dafür, daß die seit 1924 hinzugewachsenen deutschen Jungwähler sich in ihrer überwältigenden Mehrheit für die Republik ent schieden haben. Der Wahlfieg des Proletariats. Wien, 21. Mai.( Eigenbericht.) Alle Blätter beschäftigen sich mit den Wahlen in Deutschland und würdigen den großen Sieg der Sozialdemokra tie. Die Arbeiter- Zeitung" schreibt, daß die Wahlschlacht vom Sonntag zu einer bewunderungswürdigen Offene barung der Macht des arbeitenden Boltes geworden ist, die beim Proletariat der ganzen Welt jubelnden Widerhall finden wird. Besonders hebt die Arbeiter- Zeitung" hervor, daß der Wahl erfolg der Sozialdemokratie im ganzen Reich ein fast gleichmäßiges Bild bietet; so sei auch das Bild der Niederlage des Regierungs blods im ganzen Reich nahezu einheitlich. Als besonders erfreulich wird dann hervorgehoben, daß der Rüdgang des Sentrums in den westlichen Wahlkreisen auf einen schmerzlich fühlbaren Bera luft von Arbeiterstimmen zurüdzuführen ist. Sogar die Neue Freie Presse", die sich in Antimargismus" und Bürgerbloderei nicht genug tun fann, fagt, daß die Deutsch nationale Partei auf das Haupt geschlagen ist, sei ein Reifea zeugnis für das deutsche Bolt nach außen. Nach innen bedeute es eine Sicherung der Republik. Warschau, 21. Mai. Zum glänzenden Vormarsch gratuliert herzlich der Zentrala ausschuß der Polnischen Sozialistischen Partei. Lodz, 21. Mai.( Eigenbericht.) Die deutschen Werftätigen Bolens geben ihrer Freude Ausdruc Die herzlichsten Glückwünsche zu ihrem großartigen Erfolge bei über den glänzenden Wohlerfolg unserer Bruderpartei in Deutschden Wahlen. Die Siege der Sozialdemokratie werden die Beland, da fie darin eine Garantie für den Völkerfrieden freiung der Arbeitertiaffe pom tapitalistischen Joch und erblicken. Die Deutsche Sozialistische Arbeiterpartei Bolens sendet die Menschheit von dem Alp des Militarismus und der Kriegs- aus Anlaß eures Sieges herzlichste Glücminsche. drohungen bedeuten. Wir werden unser Bestes tun, um im September ihrem glänzenden Beispiel zu folgen. Die Schwedische Sozialdemokratische Arbeiterpartei.. Hansson, Moeller. Kronig, Abgeordneter. Lodz, 21. Mai.( Eigenbericht.) Herzlichen Glücmunich dem großen Bruderorgan onláßlich bes Lodger Boltszeitung." Wahlfieges, Bom Mai zum Mai. Der Beg der Deutschnationalen und Kommuniften. Maimahl 1924: fie war der Abschluß der Inflationszeit. Die Nachwirkungen der Butschzeit 1923 machten sich fühlbar. Hemmungslose außenpolitische Demagogie der Deutschnationalen, Anziehungskraft der extremen Butschisten rechts und links gaben dieser Wahl das Gepräge. Das Ergebnis war, daß neben einer ge= ichwächten Sozialdemokratie, die es mur auf 6 Mi lionen Stimmen brachte, eine start gewordene Partei der Deutsch nationalen stand mit 5,7 Millionen Stimmen und eine starke Rommunistische Partei mit 3,7 millionen Stimmen. Die Anhänger Hitlers erzielten 1,9 Millionen Stimmen. Die Deutsch nationalen, die die Landbündler an sich heranzogen, wurden stärtste frattton mit 106 Mitgliedern, die Sozialdemokratie hatte dagegen mur 100 Abgeordnete. 62 Rommunisten und 32 Nationalsozialisten, bildeten die äußersten Flügel. Die Wahl vom 7. Dezember 1924 fah die Sozialdemokratie mieder im Bormarsch: 7,8 Millionen Stimmen, 131 Manbate! Die Kommunisten gingen auf 45 Mandate zurüd, die Hitler- Beute auf 15 Mandate, die Deutschnationalen aber mudhjen weiter: 6,2 mil lionen Stimmen, mit den Bandbündlern 111 Mandate! Maimahl 1928: Sie steht im Zeichen des Vormarsches der Sozialdemokratie. Ihr Vorsprung vor den Deutschnationalen hat fich gewaltig vergrößert: 152 Mandate gegen 91 der Deutschmmatio nalen, der Christlich- nationalen Bauernpartei und der Landlisten, 9.1 Millionen Stimmen! Das sind über 3 Millionen Stimmen, 52 Mandate mehr als im Mai 1924. p stehen Deutschnationale und Kommunisten? Die Wahlziffern zeigen es: Deutschnationale* Kommunisten B Mai 1924 T 5 718 000 3 746 000 N Sie stehen beide hinter dem Mai 19241 Mai 1928 4 359 000 Stimmen 3 232 000 Die Machtverteilung im Parlament. Die Sozialdemokratie hatte ihre stärkste Bertretung in der Nationalversammlung. Bei einer Gesamtzahl von 423 Abgeordneten hatte sie eine Frattion von 165 Mitgliedern. Die Frattionsstärte fant bis zum Mai 1924, von da an stieg fie mieber start an. Die folgenden Ziffern, die den Anteil der fazialdemokratischen Frattion an der jeweiligen Mitglieberzahl des Reichstags angeben, zeigen die Entwicklung: Nat. Bers. 1920 Mai 1924 Dez. 1924 Mai 1928 39 24,2 21,2 26,5 31,1 Proz Faßt man die Mandatsziffern von Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kommunisten zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: Nat. Berf. 1920 Mai 1924 Dez. 1924 Mai 1928 43,9 40,4 42,1 Proz. 34,4 35,4 Indessen bezeichnet die Prozentziffer für Mai 1928 angesichts der unfruchtbaren Politit der Kommunisten jenes Maß von parlamentarischer Macht für die Arbeiterschaft wie die starke sozialdemokratische Fraktion in der Nationalversammlung. Der Vergleich der Fraktionsstärten der bürgerlichen Barteien Don 1919 bis 1928 ergibt folgende Ziffern: Mai 28 15,0% Nat. Verf. 1920 Mai 24 Deutschnat 10,5 14,1 22,4 9 Dez. 24 22,3 Sentrum . 21,6 14,8 13,7 14,0 12,7 Deutsche Bp. 4,5 14,3 9,5 10,4 Demofraten 17,8 9,5 5,7 6,5 9,0 5,1 " Die Deutschnationalen find ungefähr auf den Stand non 1920 zurüdgeworfen, 3entrum und Demotraten haben im mat 1928 ben niedrigsten Anteil an ber Dandatszahl ber Barlamente erreicht. Washington droht Ranting. Militärentsendung wegen Missionarsmord. Shanghai, 21. Mai.( Reuter.) mie verlaufet, hat der amerikanische Gesandte kürzlich der Manting- Regierung eine Note zugehen lassen, in der darauf. hingewiefen wird, daß während des Bormarsches der füdchinesischen Streiffräfte durch Schantung 3 mei amerikanische Missionare getötet worden find. Die Note erklärt dazu, die Bercinigten Staaten feien gefonnen, sich zum Schuhe der amerikanischen Staatsangehörigen, falls es fich als notwendig erweisen follte, der amerikanischen Streifträffe zu bedienen. Die Note fordert die füdchinesischen Behörden auf, allen Gewalttätigkeiten gegen Ausländer vorzubeugen. Der Moskauer Prozeß. Geheimfihungen angekündigt. Das Gericht nahm das von Krylento im Einvernehmen mit der Berteidigung beantragte Beweisaufnahmeverfahren an, das sich zu erst mit der Tätigkeit der Angeklagten im Donez becken, sodann mit ihrer Tätigkeit im Gebiet von Charkom beschäftigen wird. Dabei sollen nicht für die Deffentlichkeit bestimmte Fragen, in denen auf das Ausland Bezug genommen wird, in nichtöffentlicher Sigung behandelt werden. Die mit der Tätigteit der deutschen Ingenieure und Technifer perknüpften Fragen sollen gesondert behandelt werden. Nächste Sigung Montag Sowjetgericht lehnt Gewerkschaftsantrag ab! Mostau, 21. Mai. Der Antrag des Deutschen Metallarbeiterverban des, den deutschen Rechtsanwalt Munte als Berteidiger für ben Angeklagten mener im Schachty- Brozeß zuzulaffen, wurde vom Gericht abgelehnt. Der Staatsanwalt erklärte, daß gegen die Zulassung nicht fachliche, sondern nur formale Bedenken vorlägen, da nur russische Gemertschaften das Recht hätten, Berteidiger zu perlangen. Das Gesuch wurde von den russischen Verteidigern Worms und Ozep befürwortet, welche sich dadurch mehr Nutzen für ihre Klienten versprachen. Kritik an der Prozeßführung. Riga, 20. Mai( WIR.) Dem Siege entgangen! DN VP Die Deutschnationalen:„ Hilfe, Hilfe, wir ertrinfen!" Stimme aus dem Hintergrund: Daltet Euch fest am Gebet!" Lehren der Wahl. Innenminifter Grzesinski über den Wahlverlauf auf dem Lande. deshalb in seinen Eriaffen wie in der oben erwähnten Konferenz nachdrücklich darauf hingewiesen, daß selbst dieser Schein einer mittelbaren Beeinflussung bei diesen Wahlen vermieden werden müsse. Es sei deshalb überall angestrebt worden, zu Wahlborstehern nur Männer und Frauen zu machen, zu denen die Wähler in keinem ausgesprochenen wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis ständen, Ebenfa sei nach Möglichkeit das Wahllokal gerade in den bisherigen Gutsbezirken nicht in die Gutshäuser nerlegt worden. Ein Mitarbeiter des„ Soz. Pressedienst" befragte den preußischen| Tatsache in ihrer Wahlfreiheit beengt fühlen. Er habe Minister des Innern Genossen Grzesinski über seine Eindrücke von dem Berlauf des Wahltages auf Grund der vorliegen den behördlichen Meldungen. Der preußische Minister des Innern ftellte zunächst fest, daß sowohl in Berlin als auch in den übrigen Teilen Preußens der Wahltag in außerordentlicher Ruhe ohne jede erhebliche Störung verlaufen fei. Gemiß fei dieses erfreuliche Ergebnis zum größten Teil auf die besonnene Haltung ber Maffen der Wählerschaft zurückzuführen, die sich durch einere radauluftige Gruppen nicht zu irgendwelchen Ausschreitungen hätten verleiten laffen. Ein nicht unerheblicher Berdienst an diesem erfreulichen Berlauf habe aber auch die Einstellung des gesamten Be hördenapparats in Preußen. Vor allen Dingen müffe die befonnene ruhige Saltung der Polizei hervorgehoben werden, deren Dienst ja schon an den dem Wahltag vorhergehenden Tagen und Wochen durch die notwendige Sicherung der Wahlverfamme Jungen, lleberwachung und Begleitung der Umzüge und Demon ftrationen ufm. außerordentlich anstrengend sei. Der Wahltag ſelbſt habe für die gesamte Polizei und Landjägerei Preußens besonders schwierige Arbeit gebracht, da die Beamten den ganzen Tag auf den Straßen waren, um etwaigen Zwischenfällen vorzubeugen und die Wahllokale gegen gewaltsame. Angriffe zu sichern. Minister Grzesinsti bezeichnete es als ein erfreuliches Er gebnis, daß es diesmal durch das enge Zusammenarbeiten der Polizei und Verwaltungsbehörden wohl aiem lich restlos gelungen sei, gerade auf dem Lande und in den kleinen Dörfern und Städten eine möglichst wirksame Garantie gegen Wahlbeeinflussung und Terrorbersuche durchzuführen. In mehreren Erlassen habe ich so fuhr der Minister fort fämtliche Behörden und die Polizei angewiesen, mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß Versuchen der Androhung wirtschaftlichen Terrors fofort durch behördliche Maßnahmen begegnet mürde. Das aber ist nur dadurch möglich gewesen, daß die Ber maltungsbehörden im Lande mit zuverlässigen Republifanern und Anhängern des demokratischen Systems durchsetzt worden sind. Es ist mir aus meiner eigenen politischen Bergangenheit noch viel zu lebendig in Erinnerung, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Staatlichen Behörden in Deutschland vor dem Striege dafür sorgten, baß günftige Wahlen" erzielt wurden. Es ist Bolitikern eine genugsame befannte Tatsache, daß im alten Breußen der Landrat und der Gendarm das beste konservative Wahlbureau darstellten. Diese obrigkeitlichen Stellen, mit denen die Bevölkerung anmittelbar zu tun hatte, haben in der Vergangenheit stets ihre ganze Autorität dafür eingeseßt, daß möglichst nur fonfere vative Stimmen abgegeben wurden. Dieser Zustand hat sich gezeigt, mit welcher erfreulichen Neutralität die Behörden im Wahltampfe standen, wie sie überall ihren Einfluß dahin aufboten, daß jede gefeßlich unzulässige Wahlbeeinflussung jofort unterbunden wurde und so die in der Verfassung niedergelegte Wahl und leberzeugungsfreiheit erst wirklich zur Durchführung geDie Notwendigkeit eines solchen Schutzes habe er schon vor Mo- heute völlig geändert. Gerade der jezige Wahlkampf hat naten immer wieder hervorgehoben. In einer Anfang April im Preußischen Ministerium des Innern zum Zwecke der Borbereitung und Durchführung des Wahlkampfes einberufenen Konferenz der Ober- und Regierungspräsidenten Preußens habe er den leitenden politischen Beamten Preußens gegenüber nach brücklich zur Pflicht gemacht, für die Abgrenzung und Einteilung. der Stimmbezirke und Wahllotale zu sorgen. Bei den Wählern solle der Eindrud gefestigt werden, daß von den Behörden alles geschehen sei, um die verfassungsmäßig gemähr leistete Wahlfreiheit auch tatsächlich zur Durchführung zu bringen. Grzesinski hob hervor, daß solche Maßnahmen zwar in den Städten nicht nötig gewesen seien, sich wohl aber auf dem platten Lande als dringend erforderlich herausgestellt hätten. Die Wähler in den dünn bevölkerten Gebieten, die bei den Wahlhandlungen der letzten Jahre sehr häufig bei der Stimmabgabe ihren Arbeitgeber, den Gutsbesiker, als Wahlvorsteher vor sich sahen, mußten sich allein durch diese und zwar mit der Begründung, er, sowie Titfchat und Böhl müßten, wenn sie im Gebiete der Sowjetunion wären, sofort unter An flage gestellt werden. Man meint, daß der Anklage boch baran liegen müßte, Direktor Bleymann zu laden, der in der Anflageschrift gewissermaßen als spiritus rector der Berschmörung bezeichnet worden ist und dem vorgehalten wird, daß er die Geheimfizung in der AGG., an der Dwortschanski und die anderen früheren Grubenbefizer teilgenommen haben sollen, geleitet habe, und daß das Gericht auf die Labung Bleymanns befonderen Wert Legen müßte, Ebenso unverständlich erscheint es, daß der vom Gericht für die drei deutschen Angeklagten bestellte Delmelfcher meder die Anträge auf Ladung der Entlastungs zeugen mit der sich daran fchließenden Begründung, noch die entsprechenden Ablehnungsvorschläge des Oberstaatsanwalts Krylenko ins Deutsche übersetzt # langte. Die Auflösung der Gutsbezirte und die damit verbundene Entkleidung des Gutsbesizers von seinen behördlichen Vorrechten hat sicherlich gerade in den ländlichen Bezirken das ihrige getan, um die letzten Reste leibeigenschaftsähnlicher Abhängigfeit der Landarbeiterschaft und Kleinbauern von gutsherrlichen Arbeitgebern endgültig zu beseitigen. Mitgewirkt hat ferner an dem erfreulich ruhigen Verlauf des Wahlkampfes die Tatsache, daß die Leiter der staatlichen Behörden im Lande heute den Bevölterungsschichten entstammen, mit denen sie in ihren Bezirken zusammenzuarbeiten haben. Sie sind night paftsfremd, fondern wurzeln nach Herkunft und Lebensgang in der Bevölkerung selbst. aussagen von Seebold, der vor einigen Tagen hier eingetroffen ist und sich jetzt bereits wieder an seiner Dienststelle in Charkom befindet, und von Koester, beibe Angehörige und Bertreter der EG., wurden ebenfalls nicht zur Kenntnis genommen; der Oberstaatsanwalt begründete das damit, daß er ihre Aussagen nicht als einwandfrei" anzusehen in der Lage fei. Verschleppt und verurteilt. Ein Opfer faschistischer Lockspihelei. Wie bereits bekannt, hat sich das Gericht den Ablehmungen von Entlastungszeugen, die von der Berteidigung in Borschlag gebracht murden, bis auf vier, angeschlossen. Ueber diese Borgänge liegen folgende Mitteilungen aus Mosfau vor, Unter den vier nicht Abgelehnten ist der Dolmetscher, dessen sich Meyer bei leinen 11nter redungen technischer Art bedient hat. Es fällt auf, daß die Staatsanwaltschaft fich gegen die Labung des Direttors Blen hat. Uebersetzt wurden ausschließlich Fragen, die der Vorsitzende mann von der Russischen Abteilung der AEG. ausgesprochen hat, I unmittelbar an die deutschen Angeklagten richtete, Die 3eugen- Gefängnis verurteilt. Berufung ist eingelegt. Wir haben seinerzeit über die Verschleppung des deutschösterreichischen Bundesbahnheizers Fasching von der Brennergrenze nach Italien berichtet; ein italienischer Beamter habe den Lodspitzel, Angeber und Falschzeugen gemacht. Jetzt hat das Faschistengericht in Bozen das arme Opfer zu einem Jahr Kommunisten und Genf. Freundschaftliche Beziehungen mit Sowjetrußland. Ueber die Rede, die Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, vor kurzem in Rom gehalten hat, So tönnen sich die Kommunisten noch immer nicht beruhigen. schreibt die Rote Fahne" am Sonntag u. a. zu der Erklärung von Thomas, daß er in Rom nur seine Amtspflicht erfüllt habe und daß er mit demselben Eifer auch in Rußland seine Aufgabe der fachlichen und gründlichen Feststellung der tatsächlichen Berhältnisse erfüllen würde, folgendes: ,, Erst vor kurzem, am 4. Mai 1928, ist im Organ der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei, dem New Leader" aus Tho. mas Feder ein von Haß triefender Aufsatz gegen die fozialen Einrichtungen der Sowjet- Union erschienen. Das ist also die Unparteilichkeit" und unpolitische Einstellung" des Herrn sozialdemofratischen Direktors." es u. a.: fabritanten provoziert worden ist und an dem icht 91 Betriebe mitarbeitersiedlungen auf Stellen von 1 bis 2 Heftar. Für rund 4000 Arbeitern und Arbeiterinnen beteiligt sind. Nachdem nunmehr der Kampf in der Möbelindustrie beigelegt ist, wird die Organisation mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Rampf so führen, daß er erfolgreich ist. Die Organisations leitung ist sich aber auch dessen bewußt, daß dieser Kampf noch wochenlang anhalten kann, weiß aber auch, auf Grund ihrer Erfahrungen, daß die Front der tempferprobten Berliner Klavierarbeiter selbst bei einem monatelangen Streit nicht abbröckelt. Jedenfalls ist der Kampfesmut der Streifenden und Ausgesperrten heute noch der gleiche wie vor sechs Wochen bei Ausbruch des Konfliftes. Die Richtigkeit dieser Ausführungen wurde am deutlichsten durch den ruhigen Verlauf der Versammlung und die turze, sach liche Diskussion bewiesen, in der alle Redner unter einmütiger Zuftimmung der Bersammelten betonten, daß der Kampf nicht eher | abgebrochen werden könne, bis die Klavierarbeiter in der Ent lohnung zumindest mit den Arbeitern der Berliner Möbelindustrie gleichgestellt sind. Der Verlauf der Versammlung zeigte aber auch, daß die Berliner Klavierarbeiter ihrer Organisation volles Vertrauen entgegenbringen und davon überzeugt sind, daß die Organisation den Kampf zu einem erfolgreichen Abschluß führen wird. Beendeter Streif in der Liförbranche. Heute Wiederaufnahme der Arbeit. Wie gut die Rote Fahne" mit den Verhältnissen in der Arbeiterbewegung vertraut ist, beweist sie selbst am drastischsten dadurch, daß sie hier den englischen Gewerkschaftsführer Thomas mit dem Direktor des Internationalen Arbeitsamts Albert Thomas verwechselt. Oder sollte die Rote Fahne" auf die Dummheit ihrer Leser spekulieren? Anscheinend und des= halb seien hier aus dem soeben erschienenen Bericht des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes an die demnächst beginnende 11. Internationale Arbeitskonferenz in Genf einige Säge aus den Beziehungen des Internationalen Arbeitsamtes Die in den Betrieben von Roether u. Lamparsty und zu Rußland zitiert, um zu zeigen, wie ehrlich Albert Thomas C. A. F. Kahlbaum streifenden Arbeiterinnen und Arbeiter bemüht ist, auch dem ruffifchen Broletariat die Segnungen wirklich hatten sich gestern nachmittag im Rosenthaler Hof versammelt, um fozialer Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. In dem Bericht heißt den Bericht der Lohntommission entgegenzunehmen. Zweifellos ist es auf diese Beschaffenheit unserer Arbeiten zurüdie Genoffe Schmitz vom Verband der Nahrungsmittel- und zuführen, wenn tro anfänglicher Feindseligkeiten und fort- Getränkearbeiter ausführten, war es in freier Vereinbarung gezuführen, wenn trotz anfänglicher Feindseligkeiten und fort- lungen, den gefällten Schiedsspruch ganz wesentlich zu ver bestehenden Mißtrauens der schon seit einigen Jahren zwischen bessern, und zwar wurden nicht nur die Lohnfäße um 1,50 M. dem Internationalen Arbeitsamt und der Sowjetrepublik geübte Austausch von Veröffentlichungen und Nachrichten während des erhöht, fondern es wurde auch der Hauptzweck der Arbeitseinstellung letzten Jahres sich noch ausgestaltet und verstärkt hat. Mehr dadurch erreicht, daß die tarifliche Bindung der Löhne nicht auf ein Jahr, sondern nur auf sechs Monate erfolgt. Die Lohnund mehr scheint es, als ob diese Beziehungen das Maß des rein tommiffion tonne also nur die Annahme dieser Bereinbarung Akademischen überscheiten. Schon haben sich persönliche empfehlen. Fühlungnahme und eine Art planmäßigen 3usammenmirfens ergeben. Als die sowjetrussischen Vertretungen zur Internationalen Wirtschaftstonferenz im Mai und zur Entwaffnungskommission nach Genf famen, haben sich Mitglieder bzw. Mitarbeiter dieser Delegationen mit unserer ruffischen Dienstgruppe in Berbindung gesetzt, und wir haben mit Bergnügen unser Unterlagenmaterial zur Verfügung gehalten und auch fonst Unterstützung gewährt. Wir haben uns auch gefreut, im Bege persönlicher Fühlung die mannigfachen Beziehungen mit dem ruffiNach kurzer fachlicher Aussprache wurde der Lohnkommission einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und damit die Wiederaufnahme der Arbeit für Dienstag, den 22. Mai, beschlossen. Somit konnte die vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter durchgeführte Lohnbewegung in der Liförbranche nach einer Arbeitseinstellung von zwei Tagen in zwei Betrieben erfolgreich beendet werden. solche Stellen werden neben den Hauszinssteuerdarlehen und den 4% Prog. bzw. 5 Prog.( einschließlich ½ Proz. Tilgung und % s Proz. Berwaltungskostenzuschlag) bereitstehenden 3 wischentre diten( Ankaufs- und Nachweisungstredite) neuerdings Einrichtungskredite zur Ergänzung des fehlenden Eigentapitats in Höhe von 400 Mark je Hektar zinslos, vom sechsten Jahre ab mit 2 Pro3. tilgbar, gewährt. Bei einer Größe von acht Morgen beträgt die Belastung einer Landarbeiterstelle in den ersten fünf Jahren je 202 bis 234 Mart, von da ab je 218 bis 250 Mart. Erfolgreicher Streif bei Schill. Der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten teilt uns mit: Nach kaum fünfstündiger Dauer ist der Streit, der geschlossen von der Belegschaft geführt wurde, mit vollem Erfolg beendet worden, dank der Geschlossenheit und Solidarität der Angestellten. Der Defonom hatte versucht, bei allen möglichen Verbänden und Vereinen anzurufen, um Streitbrecher zu erhalten. In fast allen Fällen wurde ihm aber geantwortet, er möge die gerechten Forderungen des Zentralverbandes bewilligen, dann habe er Arbeitskräfte genügend zur Verfügung. Um 10% Uhr abends fanden Einigungsverhandlungen zwischen dem Zentralverband und dem Unternehmer statt, die mit folgendem Ergebnis endigten: Herr Frank erkennt den Tarifvertrag für das Gastwirtsgewerbe als bindend an. Die Summe von zirka 500 Mark zur Abgeltung des tariflichen Urlaubs wird am Montag, dem 21. Mai 1928, bei der Arbeiterbank deponiert. Die Verrechnung des Geldes übernimmt der Zentralverband. Die Arbeit wird um 11 Uhr wieder aufgenommen. Maßregelung wegen Beteiligung an dem Streif findet in feiner Weise statt." Nachdem die Belegschaft zu dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung genommen hatte, und diese Bereinbarungen gutgeheißen hat, marschierten die Streifenden geschlossen zu ihren alten Arbeitsstellen zurück. Der Sperre wird hiermit aufgehoben. hof mi Bum 3. Reichsjugendtag des ZDA. schrift für den 3. Reichsjugendtag Pfingsten d. I. in Frank. Der Zentralverband der Angestellten gibt soeben die Fest= Reichsjugendtages, als einer Kampfveranstaltung für Jugendschutz furt a. M. heraus. Diese Nummer spricht von der Bedeutung des und Jugendrecht, Freizeit, Urlaub und Berufsausbildung. Die Beranstaltung in Frankfurt a. M. soll wegweisend sein für den Willen zum weiteren Aufstieg und zur fulturellen Entfaltung auch der kaufmännischen Jugend, die ganz bewußt darauf hinarbeitet, mit der ge samten Arbeiterbewegung eine unüberwindliche Einheit zu werden. Die Festschrift ist reichhaltig illustriert und stellt eine Befenntnislungen sind darauf abgestimmt, einen fämpferischen Geist in der Angestelltenjugend großzuziehen, der fich freudig und willig in den Dienst der großen Sache ftellt. Zu Mitarbeitern an dieser Festschrift find u. a. Wilhelm Sollmann, M. d. R., Dr. Mar Quard, Frankfurt a. M. und andere gewonnen worden. Festschrift kann zum Preise von 50 Pf. von der Reichsjugendleitung des Zentralverbandes der Angestellten, Berlin SD. 36, Oranienſchen Arbeitskommiſſariat zu feſt igen. Der Leiter des wissenschaft Unter der Junkerherrschaft- und heute. fchrift der Organisation für den Sozialismus dar. Alle bandlichen Bureaus des genannten Kommissariats, Martusson, hat im Sommer mit einem Einführungsschreiben des russischen Kom miffars für Arbeit, Schmidt, das Amt besucht und sich mit Einzelheiten unserer Organisation und unserer Tätigkeit befanntgemacht." Alle diese Versuche zu persönlicher Berührung, bemerkt der Direttor in seinem Bericht weiter, fonnten nicht ohne günstigen Einfluß auf die Beziehungen zwischen dem Internationalen Arbeitsamt und den sowjetrussischen Stellen bleiben. Man hat sich über die Art regelmäßiger Zusammenarbeit unterhalten und eine folche teilweise alsbald durchgeführt. Bedarf es unter diesen Umständen noch des Hinweises auf das ver= startte Interesse, das die russischen Verwaltungsstellen an der internationalen Arbeitsgesetzgebung selbst nehmen? Aber es ist ja nicht das erftemal, daß die russische Regierung anders handelt als ihre Presse schreibt. Der Kampf der Klavierarbeiter. Er wird auf lange Sicht geführt. Die streifenden und ausgesperrten Berliner Klavierarbeiter waren gestern abend im ,, Orpheum" in der Hasenheide zufammengekommen, um sich über die gesamte Streiflage in der Berfiner Klavierindustrie auszusprechen. Wegen des überaus starten Besuches der Bersammlung der große Saal war gestopft voll war die Organisationsleitung bemüht, die Versammlung nicht unnötig lange hinzuziehen. Der zweite Bevollmächtigte des Holzarbeiterverbandes, Genoffe Boese, schilderte noch einmal in furzen Zügen die Borgeschichte und den bisherigen Verlauf dieses Kampfes, der von den KlavierBaer John bringt Was Sozialdemokraten leisten. Die Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Die menschenunwürdigen Behausungen der Landarbeiter, die bei den Großgrundbesitzern schlechter sind als Schweineställe, sind bekannt. Mit der Erledigung der Junker. berrschaft in Preußen und mit dem Einzug von Sozialstraße 40/41, bezogen werden. demokraten in die preußische Regierung ist wenigstens ein Anfang gemacht worden, die Landarbeiter aus ihrer Pariaftellung herauszubringen. Nur zwei fozialdemokratische Minister fizen in der preußischen Regierung; ihrem Einfluß sind daher gewiffe Grenzen gezogen. Immerhin haben die Sozialdemokraten und vor allem der preußische Ministerpräsident, Otto Braun, der das Landarbeiterelend aus eigener Anschauung tennt und ja auch der Anreger zur Gründung des Deutschen Landarbeiter= verbandes war, manchen Erfolg für die Landarbeiter herausgeholt. So ist im preußischen Staatsgebiet bis zum 1. April 1928 nach einer amtlichen Zusammenstellung der Bau Land= arbeiterwohnungen folgendermaßen gefördert worden: Ostpreußen: 7570 Wohnungen und 776 Eigenheime; für die Grenz mark lauten die entsprechenden 3iffern 1077 und 739; für Nieder574; Oberschlesien: 534 1934; Sachfen: 1502 schlesien: 1927 842; Brandenburg: 3376-1080; Pommern: 2525-1344; Schles2294; Westfalen: 345- 1255; mig: 4141138; Hannover: 952 Rheinproving: 98933; Heffen- Nassau: 92495; zusammen 20 412 Wertwohnungen und 13 412 Eigenheime, insgesamt 33 824 Candarbeiterwohnungen. py Der Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Landarbeiter dient in Preußen auch die verstärkte Förderung der Landingsten Baby Waschanzüge in entzückender Ausfüh- 325 rung von... an Kieler Anzug aus weißem Satin für 3jährige von 7.50 an aus Kadettstoff mit fester 550 Garnitur für 3jährige von an Herren- Oberhemden elegante moderne Ausfüh- 595 rungen von...... Herren- Untergarnituren moderne Farben Gr. 4 von.... 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Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Heute, Dienstag, Turnabend in der Turnhalle der Schule Baruther Straße 20. Turnen und gymnastische Uebungen.( Leitung Werner Spielen aller Jugendbezirte auf Spielwiese 7 im Treptower Um 20 Uhr im Jugendheim des Ortsbureaus Gigung der Jugendleitung. Hermann.) Part. Berantwortlich für Politit: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Difcher; Lotales und Sonstiges: Frig Karftabt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen und Unterhaltung und Wifen. 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Immer- bin. wer Bescheid weiß, kann in Berlin billig genug leben, billig genug essen: er muß sich nur einige kleine Borurleile abgewöhnen. «.Evangelisches Wohlfahrtsamt."' Draußen an der ehemaligen Dorsaue des westlichen Nororts liegt da» graue Gebäude eiues ehemaligen Garlenreftauranls, dos srtzt allerlei Wohlsahrtszro ecken dienstbar gemacht worden ist. Im Erdgeschoß liegt die Küche des evangelischen Wohlfahrtsamtes: eine andere Volksküche existiert im Bezirk nicht. Es ist ja der nationale Bezirk, dessen sozial« Fürsorge die deutschnational« Stadträtin Frau Kausler neulich in der Rentneroersammlung so zu loben wußte. Allmittäglich steigt eine sonderbare Prozession die Stufen der kleinen Steintreppe hinauf: Gebückte alte Frauen, mit der vermotteten Pelz- stola nach Reste ehemaligen Wohlstandes zur Schau tragend, hier und da ein alter Mann mit peinlich blank gebürstetem Mantel, auch hier und da Frauen in mittleren Jahren, ober alle tragen sie den Stempel der Entgleisten, alle dos Merkmal zerstörenden Schicksals..Lüche des evangelischen Wohlsahrsamtes." Und eines Tages schiebe auch ich mich durch die schmale, gelbe Tür. Mein erster Blick umsaßt einen freundlich blau tapezierten Raum, Tische, mit weißem Wachstuch bespannt: hinter zwei gleichen Tischen die Ausgabe, daneben ein Schild, das ankündigt, daß das Essen nunmehr pro Portion 23 P'cnnig kostet. Es gibt Linsen, eine dickliche Suppe, ober meine Rase verrät mir, daß die weder mit Speck noch mit guter Brühe ..a�'gxuiacht.sein kann, denn.der Dampf aus dem großen Kessel riecht .schal und sode..feinen Augenblick blieb ich stehen. Da knarrt neben mir eine unfreundliche Stimme los:„Na und Sie?— Was wollen Sie hier?"— Verdutzt drehe ich mich um. Da sitzt, anzusehen wie ein böser, alter Papagei, ein kleiner Mann vor einem Pult und mustert mich mißtrauisch.„Ich möchte mir eine Portion Essen kaufen."„Das geht so nicht, hier essen bloß geladene Gäste." „Ja,"aber..."„Da müssen Sie erst zu Herrn Pfarrer in die Sprechstunde und drum bitten, und der Herr Pfarrer prüft dann nach."„Was prüft denn der Herr Pfarrer?"„Na, ob Sie bedürstig sind!" Lieber Gott...„Ob Sie bedürstig sind!" Als ob sich der ganze Kurfürstcndamm, die ganze Kaiserallee um des Herrn Pfarrers Suppentäpfe drängen würde! Als ob nicht mit der Tatsache, daß sich«in Mensch mit so schaler, fader Kost begnügt, sein« Bedürftigkeit bemiesen ist. Aber daran liegt dem evangelischen Wohlfahrsamt auch wohl weniger: szauptsache ist, daß man mit der Bedürftigkeits- Prüfung„ran an den Feind" kommt. Das heißt, man hat so seine Schäslein immer hübsch an der Stripp«, und kann sie zu jeder Ge- legenheit erreichen. Volksküche— Krankenküche. Eine kurze Schlange steht vor der Tür der Küche i» der Gornumustraße an. Bor mir keift eine Frau unbarmherzig über ihre kranke Mieterin. Dann schieben wir uns vor den Schalter. Es gibt Griesklöße und Backpflaumen. Ich fordere nur«inen halben Liter: kostet dreizehn Pfennig. Nun such« ich einen Platz an einer der sauber mit braunem Llnoleum ausgelegten Tafeln. Mein« Nachborn rechts und links machen alle einen sauberen Eindruck, trotzdem man allen an kleinen Defekten des Anzugs ansieht, wie schwer es ihnen fällt, die Kleider so zu pflegen, daß man ihnen die lange Arbeitslosigkeit ihres Trägers nicht anmerkt. Plötzlich gibt es einen Krawall am oberen Tischende. Zwei junge Burschen ringen mit einem alten Mann, der sich s?in« fast geleerte Schüssel nicht fortziehen lassen wallte. Bor der Tür des Krankenhauses staut sich ein« Gruppe zer- lumpt« r Gestalien, hierher kommt altes, was auch die sünsund- zwanzig Pfennig für die Volksküche nich mehr aufbringen kann. Ilm halb zwei werdest' hier am katholischen Krankenhaus die Kessel- rcsle ausgeteilt, zehn Pfennig kostet der Teller— inan kann auch doppelte Portion für denselben Preis haben. Frauen dürfen, ebenso wie die Essenholer, schon vorher in den Hausflur. Meine Geiährtmnen sind bis auf eine typische Obdachose, noch aus der Schneide, die die langfristige Obdachose von der„Penne" trennt, wenigstens die zwei jüngeren. Die eine, Landarbeiterin, ober schon sehr heruntergekommen und schmutzig. Wir warten im Hausflur. Endlich bringt der ouffichtsführcnde Herr in zwei Wafchkannen eine kaltgewordene Grühsuppe. Bom Hof holen wir uns mangelhaft saubere Tassen. Dann packt er Delikatessen aus: Die Brote, die die Kranken nicht gegessen haben. In einem Karton liegen durcheinander angebissene Brote mit Wurst, Brotrinden und Brocken... Abhub vom Abendtisch der Kranken. Mich graust's. Aber meine Kamerad- fchaft stürzt sich gierig auf die Delikatessen, die hier geboten werden. Hunger besiegt alle hygienisch» Bedenken, wenn die Aermsten über- Haupt wissen sollten, was das ist.... im Krankenhaus scheint man das ja auch nicht zu wissen. Nach dem Essen gehe ich den beiden Mädeln nach. Es geht in die„Wohlfahrlsküch" in der kleinen Auguststrahe. hier ist die Speisung schon beendet, aber meine Gc- fährtin hilft die Bänke waschen, wir kriegen drum auch gratis einen Napf voll Spinat— kaum gehackt, ohne Meist und Fett angerichtet, Restbestand des heutigen Mittagbrotes. Mit uns dürfen noch ein paar Stammgäste im Zimmer bleiben, das, unerfreulicher Gegensatz zu den Räumen in der Gormannstraße, einen schmu tzigen, ja «inen verwahrlosten Eindruck mach, gleichwie die Küche. Aber drum zieht sich all dos arme Bolk hierher, das sich nicht emmol mehr in eine gut gehaltene Dblksküche hereintraut, denn das Esten ist hier nicht billiger und sicher nicht bester... Ausströmendes Gas! Fünf Arbeiter betäubt! Ein schweres Gasunglück ereignete fich gestern nach- mittag in der Eresborgstroße zu Schöneberg. Föns Arbeiter, die dort mit Bohrlegungsarbeiten beschäftigt waren, wurden durch ausströmende Gase betäubt. Die Feuerwehr leistete den Bewußttosen die erste Hilfe und sorgte für ihre Uebersühning in das Krankenhaus. Auf dem Grundstück Eresburgstraße 22/23 in Schöneberg, in nächster Näh« der Eisenbahnbetriebswerkstätten, wurde vor Wochen- frist der Neubau einer bekannten Berliner Brotfabrik Ke- endet. Seit mehreren Tagen ist nun eine Arbeiterkolonne der Gaswerke mit dem Legen von Gasrohren beschäftigt. Gestern nachmittag sollte die Verbindung vom Hauptgasrohr zum Fabrikgebäude hergestellt werden. Während drei Arbeiter in dem Baufchacht mit Dichtungsorbeiten an den Verbindungsstellen beschäftigt waren, bohrten zwei andere das hauptgas- r o h r an. Wahrscheinlich ist hierbei nickst mit der notwendigen Vorsicht verfahren worden, denn größere Gasmengen strömten aus und betäubten alle fünf Arbeiter. Der Unsall wurde in der wenig belebten Gegend erst bemerkt, als die Arbeiter bereits bewußt- los im Bauschacht lagen. Auf den Alarm„Gasvergiftung— fünf Menschenleben in Gefahr", eilte die Feuerwehr mit mehreren Rettungswagen und Spezialfahrzeugen unter Lei- tung des Oberbronddirektors Gempp und des Baurates Footh an die Unglücksstätte. Erst nach langwierigen W i e d e r b e- lebungsversuchen mit Sauerstoff gelang es, die Gasver- gifteten, den 54jährigen Arbeiter Herbert Kernte ans der P r ü h ß. st r a ß e 16 zu Mariendorf, den 54jährigen Arbeiter Gustav haselow aus der S e d a n st r a ß« 45 zu Schöneberg, den 39jährigem Arbeiter Zabufch aus der Sparrstraße 29, den Mälstlgen Ar- bester Striemer aus der G n e i s e n a u st r a ß e 56 und den 27jShrigen Arbeiter Steinrück aus der Winterfeldtstraße 39, ins Leben zurückzurufen. Der Zustand der Verunglückten war jedoch so ernst, daß der gleichfalls zu Hilfe gerufene Arzt der nächsten Rettungswache die Ueberfiihrung in das Schöneberger Krankenhaus anordnete. Arbeitersamariter am Wahlfonntag. Vom Arbeiter-Samariterbund, dessen Mitglieder sich am Wahlsomitag restlos tn anerkennenswerter Weise in den Dienst der guten Sache gestellt hasten, wurden weit über tausend Personen, die in Kranken- und Siechcnhäusern sowie in Heilanstalten untergebracht sind und ohne fremde Hille den Weg zum Wahllokal nicht hätten antreten können, der W a h l- urne zugeführt. In Berlin waren insgesamt 2 2 Wachen «mgerichtet, die mit durchschnittlich 29 Mann besetzt waren. Ein Transport ging sogar bis hinaus nach Buch. /ack London: Q53 Dtf Aber auch diese Hungersnot ging vorüber, und die Wölfin brachte wieder Fleisch heim. Es war eine ganz seltsame Beute, etwas ganz anderes, als sie je früher heimgebracht hatte. Es war ein halb ausgewachsener junger Luchs, nicht ganz so groß wie das Wölflein, und ganz allein für ihn. Die "Mutter hatte ihren Hunger anderwärts gestillt, denn es wußte ja nicht, daß der Luchs der letzte von dem Wurf sei, der ihr vollständig zum Opfer gefallen war. Auch wußte es nicht, wie verzweifelt die Tat gewesen sei. Nur daß das Kätzchen mit dem Sammetscll Fleisch sei, wußte es, und es verzehrte dasselbe, und bei jedem Bissen wurde ihm wohler. Ein voller Bauch führt zur Untätigkeit, und das Wölflein lag fn der höhle dicht neben der Mutter und schlief. Es wachte durch ihr Kiturren auf. Nie hatte es sie so fürchterlich knurren hören. Bielleicht nie im Leben hatte sie einen so furchtbaren Ton ausgestoßen, und sie hatte auch allen Grund dazu, das wußte niemand besser als sie, denn' das Lager eines Luchses wird nicht ungestraft beraubt. Im volle» Lscht der Nachmitsagssonne sah das graue Wölslein die Luchsin geduckt vor dem Eingang der höhle liegen: sein haar sträubte sich ihm aus dem sttücken empor, hier war etwas Furchtbares, das brauchte der Instinkt ihm nicht erst zu sagen, und wenn der Anblick allein nicht genügt hätte, so wäre das wütende Geschrei des Eindringlings, das mit Knurren begann und rasch zu heiserem Kreischen wurde, hinreichend überzeugend gewesen. In dem Wölflein regte sich die Liebe zum Leben, es stand auf und stellte sich mit tapferem Knurren neben die Mutter. Allein sie schob ihn verächtlich beiseite und stellte sich vor ihn. Die Luchsin konnte des niedrigen Eingangs wegen nicht in die höhle hineinspringen, aber als sie behende hinein- kroch, sprang die Wölfin auf sie los und drückte sie zu Boden. Das Wölflein sah von dem Kampfe nur wenig, allem es hörte fürchterlich knurren, fauchen und kreischen. Die beiden Tiere hiebci� auseinander los, die Katze, indem sie mit den Krallen riß itmd kratzte und auch die Zahne gebrauchte, mah- rend die Wölfin nur diese als Waffe besaß. Eininol sprang das Wölfls in zu und biß der Luchsin in eines der Hinterbeine. Es Hüft fest und knurrte wütend. Ohne daß es da» wußte. lähmte das Gewicht seines Körpers die Bewegung des Beines, und es ersparte dadurch der Mutter manche Wunde. Bei einer Wendung des Kampfes jedoch kam es unter die beiden Kämpfenden'und ließ das Bein fahren. Einen Augen- blick später trennten sich die beiden Feinde, und bevor sie von neuem aufeinander lasstürzten, versetzte die Luchsin dem Wölflein einen Schlag mit der Vorderpfote, riß ihm die Schulter bis zum Knochen auf und schleuderte es an die Wand. Nun mischte sich auch sein gellendes Schmcrzensgeschrei in den Lärm, aber das Wölflein hatte Zeit, sich auszuheulen und noch einmal mutig einzugreifen, indem es wiederum die Luchsin bei einem Hinterbeine packte und zornig knurrend es festhielt, bis der Kampf zu Ende war. Zwar war die Luchsin endlich tot, aber auch die Wölfin war sehr wund und krank. Sie liebkoste ihr Junges und leckte ihm die wunde Schulter, aber der große Blutverlust hatte sie sehr schwach gemacht, und einen Tag und eine Nacht lag sie bewegungslos und kaum atmend neben der toten Feindin. Acht Tage lang verließ sie die höhle nur, um zu trinken, und hernach noch waren ihre Bewegungen langsam und matt. In dieser Zeit wurde der tote Feind verzehrt, und die Wunden der Wölfin heilten wieder so weit, daß sie auf Raub ausgehen konnte. Eine Zeitlang blieb die Schulter des Wölfleins nach dem furchtbaren Schlage, den es erhalten hatte, steif und tat sehr wehe, und es hinkte beim Gehen. Aber die Welt hatte sich seitdem für ihn verändert. Es schritt mit erhöhter Zuversicht einher, es fühlte sich als Held. Das Leben hatte sich chm von einer wilderen Seite gezeigt, es hatte gekämpft, die Zähne ins Fleisch des Feindes geschlagen und war am Leben geblieben. Drum trat es kühner und trotziger auf, und kleinere Geschöpfe jagten ihm keine Furcht mehr ein. Seine Schüchternheit war verschwunden, wenn auch das Unbekannte ihm immer noch ge- heimnisvolle Schrecken einflößte. Fortan begleitete es die Mutter auf ihren Streifzügen, und es sah nicht nur, wie Beute gemacht wurde, sondern spielte dabei auch eine Rolle. So lernte es in seiner Weise das Recht auf Fleisch kennen. Es gab zwei Arten von Leben, das eigene, das auch die Mutter einschloß, und das der anderen. Dies umfaßte oll die Geschöpfe, die entweder von ihm und den Seinen getötet und gefressen wurden, oder die ibn töten und fressen würden, wenn sie es tun könnten. Und aus dieser GoiÄlang entstand da» Recht. Fletsch mar die Grundbedingung des Lebens, Fleisch war selbst Leben, und so lebte das Leben vom Leben.„Friß oder werde gefressen", so lautete das Gesetz. Zwar brachte das Wölflein es nicht in einen so klaren bestimmten Satz und dachte auch nicht weiter dar- über nach: aber es lebte nach dem Gesetze, ohne darüber nach- zudenken. Es sah, wie das Gesetz rings umher in Kraft war. Es hatte einst die Küchlein des Schneehuhns gefressen, und später. als es stärker geworden war, hatte es den Habicht fressen wollen. Es hatte den jungen Luchs verzehrt, und die Luchsin würde dasselbe mit ihm getan haben, wäre sie nicht selber getötet worden, und so ging es immer weiter. Alle lebenden Wesen ringsum lebten nach dem Raubgesetz, und das. Wölflein war nur ein winziger Bruchteil davon, ein Fleisch- 1 fresser wie sie, dessen einzige Nahrung lebendiges Fleisch war. i das flink vor ihm herlief, emporflog, auf die Bäume kletterte oder sich im Boden versteckte, oder das den Spieß umkehrte, sich zur Wehr setzte und ihn jagte und verfolgte. hätte das Wölflein nach Menschcnweife überlegt, so hätte es das Leben als eine gefräßige Gier bezeichnet und die Welt als einen Ort, worin zahllose ähnliche Begierden herrschten. die sich verfolgten, sich jagten, sich gegenseitig vernichteten, all das wirr und blind, gewalttätig und ohne Ordnung, ein wildes Durcheinander, gelenkt nur vom Zufall, plan- und endlos. " Aber das Wölflein sah die Dinge nicht von so hohem Standpunkte an. Es hatte nur den einen Zweck im Auge, nur den einen Gedanken, die eine Begier. Außer dem Raub- gesetz gab es noch viele andere, weniger wichtige Gesetze, die es lernen und befolgen mußte. Die Welt war voller Uebor- raschungen. Das ecgene Leben, das Spiel seiner Muskeln verursachte chm unendliches Wohlbehagen, die Jagd auf Beute lebendiges Entzücken. Selbst Zorn und Kampf war Genuß. Sogar der Schreck und das Geheimnis des Unbe- konnten erhöhte das Lebensgefühl. Und es gab auch Erleichterung und Zufriedenheit. Mit vollem Magen faul in der Sonne zu däfen, das war voller Ersatz für Arbeit und Mühe, während diese Mühe und Arbeit ihre Belohnung in sich sechst fanden. Waren sie doch eine Betätigung des Lebens, das glücklich ist, wenn es sich betätigte, So war das Wolfsjunge mit der ihm feindlichen Umgebung' nicht unzufrieden, denn es lebte ja, war glücklich und sch? stolz auf sich jelber. �______ � _ j Wurfimage" und Baufierer als Nebenberuf. Die Notlage der akademischen Jugend. Die wirtschaftliche Notlage eines Teils der afademischen Jugend ist leider noch viel größer, als es der Allgemeinheit bisher zum Bewußtsein gebracht worden ist. Es liegt dies daran, daß der Tätigkeitsbereich, der einzigen Stelle, die für eine diesbezügliche Information der Deffentlichkeit hauptsächlich in Frage kommt, das afademische Stellenvermittlungsbureau nämlich, längst nicht alle die Fälle umfaßt, in denen Studenten aus Geldmangel gezwungen find, zeitweise, um sich über Wasser zu halten, und die Kosten für das Studium aufzutreiben, einen Beruf auszuüben. Diese Erwägungen haben is veranlaßt, auf eigene Faust Nach forschungen darüber anstellen zu lassen, auf welche Weise sich dieser Teil der jungen Akademiker durchs Leben schlägt und wir haben hierbei zunächst die überraschende Feststellung machen müssen, daß piele Studenten Beschäftigungsmöglichfetten, die in einem gewissen Zusammenhang mit ihrem Lehrgang stehen und die ihnen, so follte man meinen, deshalb naheliegen und am ehesten erwünscht sein sollten, wie z. B. Nachhilfeunterricht und ähnliches wegen der im Die Giffkatastrophe in Hamburg. Bisher fieben Tote.- Die Gefahr zum großen Teil beseitigt. Hamburg und die benachbarten preußischen Städte Harburg und| stellung amtlicher Hamburger Stellen nicht den gesetzlichen Bar Wilhelmsburg standen gestern den ganzen Tag über unter dem Ein- fchriften widersprechen soll, wurden in regelmäßigen Abständen von drud der furchtbaren Giftgastatastrophe und ihrer schwerwiegenden den Aufsichtsbehörden kontrolliert, und so ist auch der Tant, der am Folgen, die sich bei der Eigenart der Phosgengasvergiftungen auch Sonntag undicht geworden ist, vor nicht allzu langer Zeit noch als einwandfrei befunden worden. Entgegen anders lautenden Mel noch in den nächsten Tagen bemerkbar machen werden. Die Be- dungen ist der Tank nicht explodiert, pielmehr ist lediglich der Ber mühungen der Feuerwehren und der Polizei, fowie der aus Raze schluß, der sogenannte„ Dom" abgesprungen, der, ähnlich wie der Dampfdom der Lokomotive ein Auffah ist, der auf den Kessel burg zu Hilfe entfandten, 80 Mann vom Reichswehrinfanterieregiment 6, die mit allen Kräften daran arbeiten, die betroffenen aufgenietet ist und an dem sich die Bentile für die Einfüllung des Stadtteile vor weiteren verhängnisnollen Schädigungen durch das fomplizierten Gases befinden. Vorläufig nimmt man an, daß ein Gas zu bewahren, wurden glücklicherweise durch den in den Morgen- Materialfehler an diesem Verschluß, der äußerlich nicht erkennbar stunden einsehenden heftigen Regen unterstützt, der das im Freien war, das Unglüd verursacht hat, boch sind die Untersuchungen in dieser Richtung noch nicht abgeschlossen. Am Montagabend be sich haltende Bhosgengas zerstörte. Immerhin machten sich im schäftigte man sich ferner in einer Konferenz der Behördenvertreter weiteren Verlauf des geftrigen Montags noch immer einzelne Gas mit Sachverständigen und den Betriebsleitern der Firma Stolzenberg schwaden, die sich in Häusern gehalten hatten, bemerkbar, selbst im mit der Frage, was mit den in weiteren Tants auf diesem Gelände Berhältnis geringen Entlohnung, auch da, wo sich solche gar nichtathaus von Wilhelmsburg wurde noch am Nachmittag der Geruch lagernden Bhosgengas meng en geschehen soll, ob sie entweder einmal häufige offene Stellen finden, ausschlagen zugunsten don furzerhand abgeleitet und unschädlich gemacht oder ob sie unter Beob Berufen, die für den Augenblick größere Erwerbschancen aufzu des Phosgens gespürt, so daß schleunigst Borbeugungsmaßnahmen meisen haben. achtung der notwendigen Vorsichtsmaßnahmen nach einem weniger getroffen werden mußten. gefährlichen Gelände abtransportiert werden sollen. Daneben bleibt natürlich die Frage zu erklären, ob für die Zukunft die Lagerung großer Mengen solcher gefahrbringender chemischer Stoffe in be wohnten Gegenden geduldet werden fall und ob in dieser Hinsicht eine Revision bzw. Ergänzung der behördlichen Vorschriften notwendig wird. Daß musikbegabte Akademifer sich als Mitglieder von Jazz handfapellen ihr Brot verdienen, ist ja nicht eben neu. Neu dürfte hingegen die Mitteilung sein, daß mehrere Kandidaten der Medizin, die mitten im Staatsexamen stehen, in der kleidfamen Tracht der Berliner Burstmaten in den Straßen der Stadt bei Tag und auch bei Nacht mit warmen Würstchen handeln und wieder andere mit Anzug stoffen in die nähere Umgebung Berlins hausieren fahren. Der finanzielle Ertrag ist in diesen beiden Erwerbszweigen allerbings größer, als sich etwa beim Erteilen von Nachhilfestunden verhienen läßt. mur steht zu befürchten, daß eine solche anstrengende Tätigkeit die betreffenden in den Arbeiten zu den Staatsprüfungen behindert und so auf Kosten ihrer wissenschaftlichen Ausbildung und der Borbereitung für den gewählten Lebensberuf geht. Eine ,, Berlobung". Politurfpiritus und Raubüberfall. Eine Raubgefchichte, die sich unter polnischen Landsleuten obgespielt hatte, beschäftigte das Schöffengericht. Angeflagt war die Schnitterin Josepha Bavot und der Schnitter Theodor Jatubied wegen Raubes. Das Opfer ihres Raubes follte der 64jährige Ballentin Pietrucha fein. Pietrucha war zweimal verheiratet gemesen und seit acht Jahren Witmer. Sieben Todesopfer. Diejenigen Häuser, die wegen des Eindringens besonders starter Gasmengen im Laufe der Natt geräumt worden waren, werden Gesellschaft zur Verfügung gestellten Gasschutzapparate, die mit Hilfe der von der Berliner Feuerwehr und der Auer für die Bedienungsmannschaften besonders auf Rohlenoryogas und ähnliche Stoffe eingerichtete Atmungsfilter enthalten, auf das Vorhandensein von Gas sorgfältig fontrolliert. Dort wo die Räume gasfrei waren, wurde den Bewohnern gestattet, in ihr Heim zurückzukehren. Dagegen bleiben die Häuser auf Hamburger Gebiet in der Hofeftraße am Freihafen, die in der Nähe der Chemischen abrit Dr. Stolzenberg liegen und in die naturgemäß große Mengen von Phosgengas gedrungen find, vorläufig noch ge räumt. Die Zahl der Todesfälle hat sich nach den bis 7 Uhr abends vorliegenden Meldungen auf fieben erhöht, von denen fünf auf Hamburg und zwei auf Wilhelmsburg entfallen. Die Zahl der Er. frantten ist noch immer im Steigen begriffen, da in vielen Fällen die Einatmung des Giftes fich erst nach geraumer Zeit bei den Betroffenen bemerkbar gemacht hat. Immerhin besteht erfreulicher weise für die weitaus größte Mehrzahl der Berunglüdten feine Lebensgefahr. Bis jetzt bürften schon meit über 150 Ertranfungen zu verzeichnen fein, ohne daß in dieser Beziehung von einem Stillftand gesprochen werden könne. Die Untersuchung. Von Interesse ist übrigens, daß die Chemische Fabrit Dr. Stolzenberg, wie verlautet, dieses noch aus Kriegsbeständen ſtammende Gas, bas fie feinerzeit selbst zur Füllung non Basgranaten fabriziert haben soll, vor mehreren Jahren nicht nur zur Bermendung im privaten Handel und in der Industrie im Hamburger Freihafen eingelagert haben soll. Der Name dieser Firma stand schon einmal im Mittelpunkt erregter Debatten im Jahre 1926. Die Tatsache, daß dieser chemische Betrieb gewiß Berbindungen mit Sowjetrußland unterhalten und dorthin Phosgengas ausgeführt hat, wurde im Dezember 1926 im Reichstag in einer Rede des Ge nossen Scheidemann hervorgehoben, zumal behauptet wurde, daß dieses Gas von ben Sowjets zu Rüstungszmeden verwandt worden set. In diesem Zusammenhang wurde bekanntlich auch von der Einrichtung einer Gift gasfabrit im Gouvernement Samara in Rußland gesprochen. Die Verbindung zwischen Dr. Stolzenberg und der Sowjetregierung hatte in England beson ders großes Aufsehen erregt, und der ,, Manchester Guardian" brachte bamals eine Reihe von Artikeln, in denen auch einigen Reichswehr. stellen Vorwürfe gemacht wurden. Diese Angriffe führten dann vor ber parlamentarischen Debatte zu einer Erörterung in Regierungsfreisen, an der neben dem Reichskanzler Dr. Marg vor allem Reichsaußenminifter Dr. Strejemann und ber damalige Reichs mehrminister Dr. Geßler teilnahmen. Die Hamburger Kriminalpolizei hat inzwischen im Einver. Un einem Pfingstfeiertag hatte er die Schnitterin Josepha ge- geleitet, die sich nicht nur auf die direkte Entstehungsursache, sondern nehmen mit der dortigen Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eintroffen. Bei der Bekanntschaft mit Josepha erwachten in dem alten auch auf die Lagerung dieser ungewöhnlich großen Menge eines der Manne wieder Heiratsgedanken. Er schlug ihr var, den Ehebund gefährlichsten Cafe in einem dicht bewohnten und mit industriellen au schließen und dann gemeinfam auf die Höfe zu und Hafenanlagen übersäten Gebiet bezieht, wobei man von den Er. ziehen. Er wollte auffpielen und fie follte dazu wägungen ausgeht, welch noch viel schrecklichere Folgen entstanden ingen. Eine Woche später fand die Berlobungsfeier wären, wenn bei anderer Windrichtung die Gaswolke direkt auf den statt. Josepha brachte ihren Bruder", den schon vielfach, auch mit Hafen und die Stadt Hamburg selbst getrieben worden wäre. Die gast murbe, mobei die ganze Besagung ums Leben fam. Das Buchthaus, vorbestraften Jakubied mit. Zunächst leitete der Bräu Firma Dr. Stolzenberg hatte die in ihrem Besiz befindlichen großen führerlos treibende, völlig mit Phosgen gefüllte Schiff mußte bann " tigam die Feſtfeier damit ein, daß er seinen Gästen einen Liter Bofituripiritus vorfezte, der zur Erhöhung des Geschmades vorher, aufgefocht wurde. Nachdem dieser Bunjch restlos vertilgt war, 30g man in eine Kneipe, wo sich Pietrucha, der als Quartalsfäufer bekannt war, derart betrant, daß er beim Heimwege in den Rinnstein fiel und nicht mehr auftonnte. Mit Hilfe eines Grünen brachten ihn die Braut und ihr Bruder" in seine Wohnung. Nach der Behauptung des Zeugen soll das Pärchen ihn nun im Bett gemürgi, iwer mißhandelt und aus der Tasche 86 M. geraubt und auch mit den Wäschebeständen und der Kleidung feiner beiden verstorbenen Frauen davon gezogen sein. Die Angeklagten bestritten diefe Angaben. Josepha hatte bei ihrer Festnahme ein halbes Geständnis abgelegt. Der Bertreter der Anklage hielt den Raub für erwiesen und beantragte Zuchthaus ftrafen von 1% bzm. 2% Jahren. Rechtsanwalt Dr. Bäder bezweifelte, daß ein räuberischer Diebstahl verübt. morden sei. Nach fängerer Beratung nahm das Schöffengericht nur einfachen Diebstahl an und erfannte gegen Josepha Barot auf zwei Bochen Gefängnis, gegen ihren Freund Theobot auf pier Monate Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde beiden Angeklagten voll angerechnet. Trog ihres bisherigen Leugnens nahmen beide Angeflagte freudeerfüllt die Strafe fofort an. Jofepha fnigte mehrmals danfend vor dem Gericht, so daß der Borsigende bemerkte:„ Na also".. Die Totenecke. Bhosgengasmengen nicht, wie dies sonst im chemischen Handel üblich it, in Stahlflaschen, sondern in etwa 6 bis 8 meter langen Tants gelagert. Diese Behälter, deren Anbringung nach DarWas ist Unrat? Wer führt in Berlin Müll ab? Ein Berliner Hausbefizer F. war in Strafe genommen worden, weil auf dem zweiten Hof feines Grundstücs llnrat" gelegen bei habe. Gegen eine polizeiliche Strafverfügung beantragte der erwähnte Hausbefizer gerichtliche Entscheidung und bestritt, baß Unrat auf dem zweiten Hof feines Grundstücs gelegen habe. Das Amtsgericht verurteilte aber F. auf Grund der Polizeinerordungen vom 20. Juni 1922/3. Juli 1925 zu einer Geldstrafe, da auf dem Die Totenede nennt der Boltsmund die Kreuzung der Heinersdorfer Straße mit der Teltow. Berliner Chauffee. Ein Autozufammenstoß, der sich an dieser Stelle im Dezember v. I zugetragen hat, beschäftigte Ende voriger Woche das Lichterfelder Amtsgericht. Bor ihm hatten sich der Führer eines Poftautobus und der Fahrer eines Privatkraftwagens zu ver antworten, weil ihnen beiden ein Berschulden an dem Unglüdsfall, bei dem wie durch ein Wunder Menschenleben nicht zu beklagen maren, sondern nur einer der Wagen gänzlich zertrümmert worden ift, zur Last gelegt wurde. Die Berhandlung ergab jedoch, daß die unglüdliche Straßenanlage Schuld an dem Unfall trägt. Demgemäß wurden die beiden Angeklagten den Anträgen ihrer Berteidiger, Rechtsanwalt Döhring und Dr. Leffmann, gemäß freigesprochen. Streit unter Brüdern. Mit der Selbstbeschuldigung, ihren Bruder, einen 24 Jahre alten Urbeiter Arthur B., mit einer Schmiedezange niedergeschlagen zu haben, erschienen am Sonntag nachmittag um 2 Uhr die 19 und 18 Jahre alten Schlächter Mar B. und Reinhold B. aus der Leffingstraße zu Neukölln auf dem dortigen Polizeiamt. Wie sie angaben, war Arthur morgens um 7 Uhr betrunken nad Hause getommen und hatte mit ihnen Streit angefangen. Sie beruhigten ihn und er legte sich zu Bett. Als sie um 2 Uhr Don einem Ausgang nach Hause famen, lauerte er ihnen hinter der Zür mit einer schweren Schmiedezange auf und bebrohte fie damit. Reinhold entriß fie ihm und versetzte ihm einen Schlag auf den Kopf, so daß er bewußtlos zu Boben fant. Polizeibeamte und ein Arzt der Rettungswache fanden ben jungen Mann mit schweren Kopf und Rüdenverfegungen noch bewußtlos daliegen und ließen ihn nach dem Krankenhaus bringen. Die beiden Brüber, die in der Notwehr gehandelt zu haben behaupten, murden nach dem Berhör wieder enilaffen. Das Rauchen auf der Straßenbahn. In Würdigung verschiedener Grünbe, bie gegen das Rauchver. bot auf den Blattformen der Triebwagen der Straßenbahn in der Beit von 4 bis 21 Uhr vorgetragen worden sind, hat der Bolizeipräsident genehmigt, daß fortan auch die Border plattformen alleinfahrender Triebwagen pon Rauchern ben uht werden dürfen. Die hinteren Blattformen aller Triebwagen bleiben im Interesse der Allgemeinheit nach mie por für Raucher grundsäßlich gesperrt, und zwar fällt mit der nun getroffenen Neuregelung auch die bisherige zeitliche Be schränkung dieses Berbots fort. zweiten Hofe feines Grundstücks Steine, Töpfe, Asphalt, Schladen und altes Gerümpel gelegen hätten. Der Angeklagte hätte dafür sorgen müssen, daß diese Dinge von dem zweiten Hofe seines Grundstüds abgefahren wurden. Der Angeflagte sei dafür nach den erwähnten Polizeiverordnungen ver antwortlich und habe Strafe verwirft, da er dieses Gerümpel auf feinem Hofe habe lagern lassen. Diese Entscheidung focht der er. wähnte Hausbesitzer durch Revision beim Kammergericht an und betonte, Steine, Asphalt, Töpfe ufm. feien brauchbare Sachen, weiche nicht als Unrat bezeichnet werden könnten. Der General Staatsanwalt trat der Revision bei und hob hervor, die beiden Bolizeiverordnungen schließen einander aus; auch habe der Border richter nicht berücksichtigt, daß in Berlin der Magistrat die Abfuhr von Müll usw. übernommen habe. Der I. Straffenat des Kammergerichts hob auch die Vorentscheidung auf und wies die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Amtsgericht zurüd und führte u. a. aus, die Stadt Berlin habe u. a. auch in der Ges gend am Prenzlauer Berg die Abfuhr von Müll usw. übernommen und sei in erster Linie nach den ortsstatutarischen und polizeilichen Borschriften verpflichtet, die Abfuhr von Müll ufm. auszuführen. Die Hausbesiger haben in Ausnahmefällen die Abfuhr von Müll usw. zu bewirten. Es sei auch nicht ausgeschlossen, daß der Vorderrichter den Begriff des Unrats verfannt habe. Es habe daher unter Berücksichtigung der maßgebenden Borschriften eine erneute Berhandlung und Entscheidung zu er folgen Funkwinkel. Ein Konzertabend aus der hebräischen Musilliteratur" wurde am Montag gesandt. Es war eine Darbietung von hoher fünftle. melobit dieser Stompofitionen, bie merkwürdigerweise meit weniger rischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Die dunkle, fremdartige in den älteren Berten, etwa von Salomon Rofft, als in ben neueren zutage tritt, enthüllt ihre eigenartige Schönheit auch balb dem diesen Klängen ungewohnten Dhr. Es handelte sich an diesem Abend ausschließlich um flaffische hebräische Musit, die eng mit ben gottesdienstlichen Handlungen verfitüpft ist. Der Chor der neuen Synagoge und hervorragende Solisten waren die Ausführenden Ein Bortrag Mar Balliers, des Erfinders des Ratetenfahr. zeuges, das fürzlich in Deutschland seine erste Brobefahrt machen fonnte, unterrichtete über die Arbeiten, die unendlichen Mühen und Schmierigkeiten, die zu feiner Erfindung führen Vor allem ver wahrte sich Balliers dagegen, daß er nach dem Monde fliegen wolle. Er will vor allem die motorische Kraft des Ratetenantriebes fo fteigern, daß sich mit ihm Geschwindigkeits- und Höhenreforde er zielen laffen. Der mit Spannung gelabene Wahlfonntag brachte am Abend eine freundliche Unterhaltung, die nicht allzuviel Aufmertfam feit fordert. Die Betanntgabe der Wahlergebnisse bis 3 Uhr mor gens funktionierte ausgezeichnet. Tes. Weniger befannt dürfte es sein, daß im Jahre 1924 ein russischer Dampfer, der mit einer Ladung Phosgengas von Hamburg nach Leningrad unterwegs war, auf der Ostsee durch undicht werden eines Gasbehälters Billig ber unter Beobachtung größter Borsicht auf hoher See Derjenti werben, da es sonst zu einer Gefahr für die Schiffahrt gemarden wäre Das Fest der Arbeiterfänger. 100 Gonderzüge nach Hannover. Für has große Arbeiterfängerbundesfeft in Hannover find be reits über 46 000 Teilnehmer von auswärts gemeldet; Hunderte fommen täglich hinzu. Die Eisenbahndirektion Hannover hat be reits einen dem Maffenbesuch entsprechenden Fahrplan aufgeftellt, nach welchem die über 100 nach Fannover fommenden Sonderzüge ist, daß auch aus dem Auslande zahlreiche Teilnehmer gemeldet in Abständen von 10 Minuten einlaufen werden. Bemerkenswert find, so z. B. aus Desterreich, Ungarn, der Tschechoslomalei, ber Schweiz, Holland, Schweben und jogar aus Amerika. Die Bes grüßung der Gäste am 16. Juni findet auf dem historischen Markt plaz statt. Das Ende der„ Urania". Abbruch des Hauses in der Zaubenstraße. Die ,, Urania", das bekannte, lange Jahre wirklich vollstümliche Institut, stand in der letzten Zeit im Mittelpunkt erregter Ausein anderlegungen. Jetzt ist das Haus in der Taubenstraße von der Deutschen Bau- und Bodenbant" getauft worden. Es wird fofart abgeriffen werden, um einem sechsflödigen Berwaltungsgebäude der Bant Plaz zu machen. Man nimmt an, daß mit diesem Verkauf des Grundstücks die ,, Urania" in Berlin endgültig zu egiftieren auf gehört hat. Einbrecher im Landesfinanzamt. An einem schweren eingematterten Trefor im Landes. finanzamt Berlin in der Straße Alt.Moabit 145 perfuchten sich Knader in der vergangenen Nacht. Das Hinterland bes großen Gebäudekomplexes grenst an die Lehrter Bahn. Bon hier find wahrscheinlich die Einbrecher vorgedrungen. Bermutlich verfchafften fie fich mit Nachschlüsseln Zutritt zu den Kellerräumen und gingen im Haufe in das erste Stodmert hinauf. Einen schweren eingemauerten Trefor schweißten sie an zwei Stellen an, es gelang thnen aber nicht, das Schloß freizulegen und den Schrank zu öffnen. Bei ihrer Arbeit" berührten sie eine elettrische Alarms Dorrichtung, die sofort in Funktion trat und den Wachtposten. aufmerksam machte. Der Herbeieilende fah gerade noch einen der Verbrecher in den Keller entschlüpfen. Das alarmierte Ueberfalltommando suchte das ganze Grundstüd ab, die Berbrecher waren aber bereits verschwunden Selbst, wenn es ihnen gelungen wäre, den Tresor zu öffnen, jo hätten sie darin fein Geld, fondern nur Atten gefunden. Auf die Ergreifung der Täter wird das Landesfinanzamt eine hohe Belohnung auslegen. Baufe des April eine halbe Million überschritten und ist bis zum Die Zahl der Sparer bei der Spartaffe der Stadt Berlin hat im 30. April 1928 auf 511 000 angemachien. Der ftete Bufluß an Spargeldern brachte eine Steigerung der Einlagen bis Ende des porigen Monats auf 235 415 000 m Das Depostengeschäft bei den Girotaffen der Berliner Stadtbant zeigte im April eine ftart fteigenbe Lenbens. Die Giroeinlagen find bis Ende April auf 90 662 000. angemachfen, die Zahl der Girofontan belief fich auf 36 900 Stüd Esst meheilichte und Jhr bleibtgesund! Die Bergwerksfatastrophe in Amerika. Die Erlebnisse eines Geretteten. Brownsville, 21. Mal. Ein Arbeiter der Nachtschicht, der zu den menigen gehört, die der Ratastrophe im Mather Bergwerf entronnen sind, gibt eine Schilderung seiner Rettung. Er hatte gerade das Bergwerf betreten, als ihn ein scharfer Luftzug, dem Getöse und eine heiße, schwarze Rauchmolte folgten, zu Boden streckte. Sich aufraffend, lief er in völliger Dunkelheit einige hundert Meter bergeinwärts, bis er über niedergestürzte Felsblöcke stolpernd von giftigen Schwa den erreicht wurde und das Bewußtsein verlor. Er wurde dann von ihm folgenden Leuten der Nachtschicht gerettet. Diese hörten noch Hilferufe und machten Versuche, noch andere Bergleute in Sicherheit zu bringen. Sie permochten meist nur Lote zu bergen und wurden bald von den giftigen Schwaden zum Rückzug genötigt. Nur neun Bergleute entfamen mit leichteren Berlegungen, weitere fünf murden mit einer schweren Gasvergiftung und furcht baren Brandwunden an die Oberfläche gebracht. Die Zahl der noch im Bergwert befindlichen Arbeiter wird verschieden geschätzt. Wahr. fcheinlich find es über hundert. Bom Ozeandampfer ins Flugzeug. Der in ber Breffe schon angekündigte Flugzeugabholerdienst" für die mit Ueberfeedampfern in Deutschland eintreffenden Fahrgäste ift am Montag zum erstenmal von der Deutschen Lufthansa" und dem Norddeutschen 21ond verwirklicht worden. Drei Sonderflugzeuge der Lufthansa standen in Bremerhaven bereit, mo der Dampfer Columbus" am Montag morgen eintraf. Um 9,40 Uhr startete ein Großflugzeug mit acht Insassen zum Fluge nach Berlin, wo die Landung in Tempelhof um 12 Uhr erfolgte. Weitere Flugzeuge flogen über das Rhein- Ruhr- Gebiet nach Frankfurt und nach Freiburg im Breisgau. Die Fluggäfte der in Berlin eingetroffenen Maschine waren größtenteils amerikanische Geschäftsleute, die durch die unmittelbar an die Ueberfahrt anschließende Flugbeförderung ins Innere Europas Zeit gewinnen wollten. Die Bereitstellung der Flugzeuge in den Seehäfen findet auf Grund der non Bord der Dampfer funfentelegraphisch aufgegebenen Blaz belegungen ftatt. Zusammenstoß in der Luft. Helsingfors, 21 Mai. In Biborg tam es heute abend bei einem Geschwaderfluge einem Zusammenstoß, der den Absturz eines Flugzeuges zur Folge hatte. Dieses stürzte mitten auf eine Straße im Zentrum der Stadt. Der Führer und der Monteur waren sofort tot. Eine Bassantin wurde gleichfalls getötet und vier weitere Personen verwundet. Außerdem zertrümmerte das stürzende Flugzeug ein Auto und ver urjochte einen Brand, ber das Publikum gefährdete. Den Schweinen zum Fraß. Linz a. d. Donau, den 21. Mai. Die 23jährige Dienstmago Anna Mittermeier, die bei einem Bauern im Gemeindebezirk Ampfwang bedienstet war, wurde gestern verhaftet. Sie wird beschuldigt, im Jahre 1926 ein neuge borenes Mädchen den Schweinen zum Fressen vorgemarfen zu haben. Das Mädchen hat ein teilmeises Geständnis ab gelegt. Deffentlicher Vortrag im Gesundheitshaus Kreuzberg, Am Urban 10/11. Beginn 20 1hr( 8 Uhr abends). Dienstag, den 22, Mai: Brauchen wir noch bit subodenim plung?( mit Lichtbildern). Brof Dr. Sins, Boriteher der staatl. 3mpfanstalt. Der Eintritt ist frei. Weitere Borträge folgen. Das Zeichen ist Bürgschaft für Qualität und Billigkeit der Herren- und Knabenkleidung! Diese Überzeugung herrscht in weitesten Kreisen. Tausende und Abertausende tragen unsere Kleidung und sind damit so zufrieden, daß es Ihnen seibstverständlich erscheint, bei jedem neuen Bedarf zu uns zun kommen. Der Grund dafür ist in unserer Leistung zu suchen, die sich aus dem gemeinsamen Wirken der Häuser der Dyckhoff- Gruppe in Berlin, Bremen, Hamburg und Köln ergibt. Organisierter Großeinkauf der Rohstoffe, gesteigerte Selbstherstellung und die auf Großumsätze eingestellte Preisberechnung ermöglichen unsere günstigen Angebote. Bessere Ware kann nicht billiger sein, als sie bel uns ist. Auch Sie finden das Richtige in der gewünschten Art und Preisiage. Unsere Sommer- Auswahl ist überwältigend reichhaltig. Esders Duckhoff Gertraudrenstrasse 8-9 An der Petrikirche oggins a Rennen zu Hoppegarten Dienstag, den 22. Mai, nachmittags 3 Uhr Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Betriebsräte Achtung! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 10 ist erschienen und fann gegen Borzeigung der Begitimationstarte Des Betriebsrats obmannes in unserem Bureau, Zimmer 5, oder nach 4 Uhr im Zimmer 4 entgegen genommen werden Donnerstag, den 24. mai, abends 7 Uhr, im großen Saal des Gewerte schaftshauses, Engelufer 24/25 Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Berbandstag in Karlsruhe 2. Ber Bands und Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch tein gutritt. Um vollzähliges und pünktliches Er fcheinen aller im Deutschen Metallarbeiter Berband organisierten Kollegen wird gebeten. Wagen- u. Karofferiefunktionäre Freitag, den 25. mai, nachmittags 4% Uhr, im Berbandshause der Holzarbeitet, Rungestr. 30 Sigung Tagesordnung: 1. Stellungnahme au unserem Rahmenvertrag. 2. Betriebss angelegenheiten. Alle Betriebe müssen bestimmt vers treten fein. Die Ortsverwaltung. Treff der Parteigenossen und R.- B.Kameraden Charlottenburgs im Eden- Café, Kaiser- FriedrichStraße 24:: Täglich Konzert Bekanntmachung. Die am 20. Mai 1928 veröffentlichte 3mangversteigerung DO Bfandstücken findet am 24. Mai 1928, vorm. 10 Uhr. in der Pfandtammer des Staatlichen Beihamts, Berlin, Jägerstr. 64, statt. Finanzämter( Bollstreckungsdienststellen) im Bezirt des Landesfinanzamts Berlin. HerrenkleiderFabrik gibt bis auf weiteres Anzüge, Affer, Baletots zu Fabritpreisen ab. Bitte überzeugen Sie sich. Kaiser- Wilhelm- Str. 24, I Tr. Rind- u. Schweine- Schlächterei Max Jobski Putbusser Straße 6 Qualitätsware/ Billigste Preise ENTSCHLIESSUNG In seiner letzten( 27.) ordentlichen Mitglieder- Versammlung faßte der Reichsverband der Automobil- Industrie E. V. Berlin einstimmig die nachfolgende Entschließung: ,, In dem schweren Ringen des deutschen Volkes um die Wiederaufrichtung seiner Wirtschaft und die Erhaltung seiner Lebensfähigkeit erweist sich die überspannte Einfuhr ausländischer Erzeugnisse als schweres, unerträgliches Hindernis. Vom ganzen Volke muß als Erfüllung nationaler Pflicht gefordert werden, dieser Gefahr entschlossen entgegenzutreten und die Bevorzugung ausländischer Wagen ohne zwingenden Grund zu vermeiden. Angesichts der Entwicklung, welche die deutsche Automobil- Industrie genommen hat, ist der Kauf ausländischer Kraftfahrzeuge nachdrücklich zu bekämpfen. Sie bieten keine Vorteile mehr, weder in Qualität noch in bezug auf den Preis. Die Verwendung deutscher Automobile und Motorräder gibt deutschen Arbeitern Brot, läßt das Geld im Lande und dient zur Hebung der wirtschaftlichen Lage. Deshalb ist es vaterländische Pflicht, daß jeder mit allen Kräften dazu beiträgt, der Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit ausländischen Erzeugnissen Einhalt zu gebieten." bot bah D pla Ra fot mit fchri JHR Pfingstkleid ungewöhnlich schön modern und ganz besonders preiswert hier können Sie's haben! Praktische * Wasch- Kleider 150 Kunstseidene Wasch- Kleider 275 Bedruckte Voile- Kleider 475 Kleider aus Kashau. Wollstoffen 750 Kleider aus Deutscher Bastseide 975 C& A BRENNINKMEYER 275 37 Entzückendjugendlich das neue Sport- und Wanderkleid: bedruckter Kretonne in vielen herrlichen Farben 1 $ 60 1600 Das leichte Woll- Musselin- Kleid in neuen Dessins und Farben. Weste: KunstseidenVoile. In 2950 Hochschickes Crêpe de ChiDe- Kleid in sehr eleganter schwarzweiß Kombination mit Größen 42-52 Applikation. Gute Ware Oranienstr.40 Chausseestr.113 Königstraße 33 Am Oranienplatz Beim Stettiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Dienstag zur Verfügung! C. 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Telephon: Dönhoff 987. Schneeweiß wäscht Marie Belte, Rö Todes- Anzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Mechanifer Richard Lewin geboren 8. Mai 1869 in Danzig, am 17. Mai gestorben ist. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 22. mai, 18 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Am 15. Mai starb unser Rollege, der Schloffer Reinhold Saß geboren am 10. August 1906. Uhr, im Die Einäscherung findet am Mittmoch, bem 23. mai, 12 Rrematorium Gerichtstraße statt. Chre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. schen Tor. Decken. Getragene Herrengarderobe, Speziali tät Bauchfiguren, fpottbillig. Naß, Gormannstraße 25/26, früher Muladstraße. Möbel Plüschsofas 35,-, Chaiselongues 25 Kleiderspinden 20, Möbel- Roffien. Musikinstrumente Frankfurterstraße 57. Tourenfahrräder, Damenfahrräder, Rennräder, Halbrenner, Zubehörteile, Sintpianos, überaus preiswert. Biano. spotfbillig, nur Weberstraße 42. fabrit Lint. Brunnenstraße 85. 2,50 Teilzahlung. 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Wir beklagen den Tod eines Führers, dem wir noch. wenige Tage vor seinem Tode zu seinem 70. Geburtstag unsere aufrichtigsten Glückwünsche in der Hoffnung darbringen durften, daß es ihm vergönnt sei, noch jahrelang in rustigem Schaffen richtunggebend die deutsche Wirtschaft zu fördern. „ Behala" Berliner Hafen- und Lagerhaus- A.- G. Der Vorsitzende M. Holzer. Der Vorstand Schüning. Mifa DAS MARKENRAD AB FABRIK P vor fingsten, das Fest der Radler, steht der Tür den mit dem Kauf eines Rades nicht mehr zögern. Die Absatzkurve der Mifa- Werke schnellte bereits in den letzten Wochen so gewaltig in die Höhe, dass eine vorübergehende Knappheit der beliebtesten Modelle zu befürchten ist. Das Publikum hat erkannt, dass das Mifa- System mit seiner Ausschaltung des Zwischenhandels und dem direkten Verkauf vom Werk durch 280 Mifa- Fabrik- Verkaufstellen das billige Rad höchster Qualität geschaffen hat. Ueberzeugen Sie sich selbst durch einen Besuch in einer Mifa- Fabrik- Verkaufstelle mit ihrer reichen Auswahl von über 40 verschiedenen Modellen: Mifa- Räder sind billig und gut Mifa- Räder für Wochenraten von 2,50 RM an Mifa- Fabrik- Verkaufstellen: Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 1; NW 21, Turmstr 3( gegenüber vom Kriminalgericht); N, Chausseestraße 37; N 54, Schönhauser Allee 177; O 34, Petersburger Straße 8; SW 61, Belle- Alliance- Str. 6; SW 68, Alexandrinenstr. 15; Charlottenburg, Tauroggener Str. 12; Kaiserin- Augusta- Allee 44; Friedenau, Cranachstraße 57, direkt am Wannseebahnhof: Bin.- Lankwitz, Kaiser- Wilhelm- Straße 89; Neukölln, Friedelstraße 27; Pankow, Schloßstraße 18; Potsdam, Berliner Straße 1; Schöneberg, Barbarossastraße 42; Spandau, Potsdamer Straße 1a; Tegel, Berliner Straße 15; Tempelhof, Berliner Straße 62. Fordern Sie Katalog! Nr. 23845. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 22. Mai 1928 Stadt Berlin fauft billigeren Strom. Neuer Stromlieferungsvertrag zwischen den Elektrowerken und der Bewag. Schema der Elektrizitätsversorgung Groß- Berlins 100 000 Volt Leitung von Golpa Tegeler See Spandau Moabit Charlottenburg Kraftwerke Umspannwerke Umspannwerke projektiert Groß- Berlin Stadt Ring u Vorortbahn 100 000 Volt Leitung 100000 Volt Schalthaus Friedrichsfelde Grkftwk Klingenberg Rummelsburg Steglitz WannSee Von Golpa 100000 Volt Leitung #L Der Aufsichtsrat der Berliner Städtische Elettri zitätsmerte 2. G.( Bema g) hat in seiner gestrigen Sitzung einem Stromlieferungsvertrage mit den Elektro werfen zugestimmt, der von großer Bedeutung für die Elektrizi tätsversorgung unserer Stadt ist. Bekanntlich wird die in Berlin benötigte elektrische Energie teils in eigenen Kraftwerken erzeugt, die im Gebiete der Stadt liegen, teils aus fremden Kraftwerken über lange Fernleitungen bezogen. Der Hauptteil des Fremd stromes rührt von den Elektrowerken her, die im Besitze des Reiches sich befinden. Die Beziehungen zwischen der Stadt und den Elektromerken stammen aus dem Jahre 1917. Damals wurde eine 10000 Bolt Doppelleitung von dem Braunkohlenfraft merf Golpa nach Berlin gebaut. Der 3wed diefer Maßnahme, die eine Kriegsmaßnahme war, lag darin, den Verbrauch an Stein fohle in Berlin und damit auch den Transport der Steinkohle nach Berlin einzuschränken, indem die Energie der Steinkohle durch die der Braunkohle ersetzt wurde. Die Abbildung zeigt die Lage der verschiedenen stadteigenen Kraftwerke. innerhalb Berlins und die drei 100 000- Bolt- Fernleitungen, von denen zwei von Golpa, die dritte von Trattendorf herkommen. Auch das letztere Kraft werk ist im Bejizz der Elektrowerke. Der Vertrag von 1917 war in Berlin die Ursache erheblicher Unzufriedenheit geworden. Hauptsächlich wurden die Strompreise bemängelt. Diese waren, obgleich mehrfach abgeändert, viel zu hoch, verglichen mit dem heutigen Stande der Erzeugungskosten in einer modernen Elektrizitätsanlage, z. B. dem Großkraftwert Klingenberg. Das Großkraftwerk, dessen Bau im Jahre 1925 beschlossen worden war, und das seinen vollen Betrieb im Jahre 1927 aufnahm, hat wesentlich dazu beigetragen, die Stellung der Stadt gegenüber den Elektrowerken zu befestigen. Nachdem die Verhandlungen mit kleineren und größeren Unterbrechungen sich über drei Jahre hingezogen hatten, ist jetzt eine Vereinbarung zustande gekommen, die die schwierige Materie in einer Weise regelt, mit der beide Parteien zufrieden sein können. Das wichtigste, was die Bewag erreicht hat, und was von Anfang an das Hauptziel aller Verhandlungen gewesen war, ist die Sentung des Strombezugspreises. Das allein schon bedeutet eine mertliche Entlastung des Ausgabenetat s der Bemag an, wie sie durch deren Belastungsverlauf gegeben eine Verbesserung der Strombezugsbedingungen zu erreichen, und zwar in folgender Form: Die höchstleistung, zu deren Abnahme die Bewag sich verpflichtet hat, wurde von 60 000 Kilowatt in dem alten Vertrage auf 80 000 Kilowatt nach dem neuen Vertrage gesteigert. Bon den 80 000 Kilowatt find 60 000 zu dem vollen Jahressage der vereinbarten Grundgebühr zu bezahlen. Die restlichen 20 000 Kilowatt werden nur in den Monaten November bis Februar geliefert und sind dementsprechend auch nur MüggelSee von Trottendorf | mit einem Drittel der Grundgebühr zu vergüten. Außerdem stellen die Elettrowerke in den Nachmittagsstunden der Tage vom 30. No vember bis 23. Dezember jeden Jahres das ist die Zeit der Höchft belastung der Berke der Bewag eine Spigenleistung Don 30 000 Kilowatt zur Verfügung. Für diese Spitzenleistung ist teine Grundgebühr zu entrichten, sondern nur eine Arbeitsgebühr für jede abgenommene Spizenfilowattstunde. Die gestaffelte Form der Energielieferung paßt sich gut den Bedürfnissen der Bemag an, wie sie durch deren Belastungsverlauaf gegeben find. Andererseits bemeist es die hohe Leistungsfähigteit der Elettromerte, daß diese überhaupt in der Lage sind, sich zu einem derartigen abjaßfreien Stromverfauf zu verpflichten. Das neue Stromlieferungsabkommen stellt aber nicht mur das Verhältnis zu Berlin auf eine neue Grundlage, es regelt auch das Bertragsverhältnis zwischen den Elektrowerken und dem Städtischen und Kreistraftwerk Spandau. Das Spandauer Werk ist im vorigen Jahre durch Ankauf der restlichen 50 Proz. des Kapitals in den Alleinbesitz der Stadt Berlin übergegangen. Spandau und die Elektrowerke hatten im Jahre 1924 einen langjährigen Stromlieferungsvertrag miteinander abgeschlossen. Zwischen den Parteien war es indessen über der Berechnung des Strompreises zu einer ernsten Meinungsverschiedenheit gekommen. Auch dieser bisher noch nicht entschiedene Streit wird durch den neuen Vertrag auf gütliche Weise beigelegt. Berlin perpflichtet sich für Spandau zu einer Leistungsabnahme, die in den Jahren 1928-1932 von 8000 bis auf 20 000 Rilowatt steigt. Insgesamt stehen also der Bewag im Dezember 1932 aus den Fernleitungen der Eelektrowerke 130 000 Kilowatt zur Verfügung. Großfraftwertes Klingenberg dazu beigetragen, die Selbstkosten der eigenen Energieerzeugung herabzusehen. Es bleibt nur zu wünschen, daß von diesen Fortschritten und Verbesserungen auch einmal die Berliner Konsumenten einen Vorteil haben mögen durch herabmin= derung der Stromtarife. Diesen Wunsch zu erfüllen, liegt freilich nicht in der Macht der Elektrizitätswerke. Es ist eine Frage des städtischen Haushalts, wie weit die Elektrizitätswerfe finanzielle Abgaben an die Stadtkasse zu leisten haben, und wie dementsprechend die Elektrizitätstarife zu bemessen sind. Den wiederholt aufgetretenen Bersuchen, die Strompreise zu erhöhen, um auf diesem Wege der indirekten Besteuerung noch größere Summen als bisher aus den Elektrizitätswerten herauszuholen, ist die Sozialdemokratie immer energisch und erfolgreich entgegengetreten. Dr.- Ing. W. Majerczit. Mannesmann: Gewinne. Gie durften erst nach der Kohlen- und Eisenpreiserhöhung bekannt werden. Der Mannesmann- Röhren- Konzern hat diesmal wohl seine besonderen Gründe gehabt, die Bekanntgabe des Abschlusses für 1927 zu ergänzen. Erst mußten die zweimal. durchgeführten Eisenpreiserhöhungen und die neuen Kohlenpreise unter Dach und Fach gebracht sein, bevor der Konzern es für gut hielt, feine Gewinne vom letzten Jahre aufzudecken. Der Konzern, der sich auf Kohlenzechen, Siegerländer Erzgruben, Stahl- und Walzwerke stüßt, ist nach dem deutschen Stahl trust das größte tombinierte Hütten- und Walzwerkunternehmen des Rontinents. Konjunktur- und Rationalisierungsgewinne großen Ausmaßes fennzeichnen seinen Jahresabschluß. Gegenüber dem durch den Englandstreit schon fräftig belebten Jahre 1926 erhöhte sich der Umsatz an Röhren um 17 Proz., an Grob- und Feinblechen sogar um 22 Broz. und an geschweißtem Eisenmaterial um 10 Proz. Die Belegschaften dagegen verringerten sich un 877 auf 23 323 Mann, also um fast 4 Proz. Da außerdem noch die arbeitstägliche Kohlenförderung fich mit rund 14 000 Tonnen um annähernd 5 Proz. hob und die Kotserzeugung um rund 16 Proz., so sind die Leistungen der Belegschaften, über die der Geschäftsbericht mit drei Zeilen hinweggeht, ganz bedeutend gestiegen. Die Direktion bemüht sich, für fast sämtliche Erzeugnisse führende oder unzureichende Erlöse nachzuweisen. Sie kann damit aber den seit 1925/26( 1926 nur halbes Geschäftsjahr) mehr als verdoppela ten Reingewinne von 12,6 Millionen, die von 5 auf 8 Proz. sehr bescheiden nur um das Viererhöhte Dividende und die fache heraufgesetzte Aufsichtsratstantieme von 385 000 m. nicht aus der Welt schaffen. Zieht man noch die von 6,8 auf 7,4 Mill. M. heraufgelegten Abschreibungen heran und die rund 18,4 Millionen Mart Neubauten, die zum großen Teil aus. laufenden Gewinnen über Betrieb" bezahlt wurden, so erhält man einen ungefähren Anhalt, mie bescheiden sich noch die ausgemiesenen Gewinne gegenüber den tatsächlich erzielten Reinerträgen verhalten. Durch die rund 35 Millionen neuen Mittel, die dem Konzern aus der legtjährigen Kapitalerhöhung zufloffen, hat die Bilanz sich bedeutend verändert. Verschwunden sind die Amerikaschulden von 17,3 Millionen Mart der Bilanz vom 31. Dezember 1926, die zurück gezahlt wurden, der größere Rest des neuen Kapitals dürfte in den um 10 auf 21,4 Millionen Mark gestiegenen Bankguthaben noch vor= handen sein. Da die neuen Hochöfen und Thomasstahlwerke in Huckingen erst Ende dieses Jahres dem Betrieb übergeben werden, das in sie hineingestedte Kapital also noch nicht mitarbeitete, ist also die hohe Rente von 8 Proz., an der das neue Kapital bereits voll teilnimmt, ausschließlich von den bisherigen Betrieben erübrigt worden. Für die Notwendigkeit von Preiserhöhungen ist also auch der Mannesmann- Abschluß kein Beweis. Die jährlichen Strommengen, zu deren Abnahme die Bewag, Langsamer Abbau der Arbeitslosigkeit. für Berlin und Spandau zusammengenommen, sich verpflichtet hat, steigen in den Jahren 1928-1933 von 340 Millionen bis auf 500 Millionen Kilowattstunden. Auch das fügt sich gut in die bestehenden Verhältnisse ein. Im Jahre 1927 nahm die Bewag von den Elektrowerken 343 Millionen Kilowattstunden ab bei einer Gesamterzeugung( eigene Kraftwerke und Fremdstrombezug) von 1095 Millionen Kilowattstunden. Der neue Stromlieferungsvertrag soll rückwirkend bereits mit dem 1. Januar d. I. in Kraft treten. Er endigt im Jahre 1943. Der alte Vertrag lief noch bis 1932. Für Berlin ergibt sich daraus der Vorteil, daß es bereits 4% Jahre vor Ablauf des alten Vertrages in den Genuß des ermäßigten Strompreises tritt. Die Elektrowerke sichern fich durch den neuen Vertrag für weitere 11 Jahre die Energielieferung an die Bewag, die ihr größter Abnehmer ist. Durch das Abkommen mit den Elektrowerken ist der Fremdstrombezug der Bewag auf eine neue, verbilligte Grundlage gestellt worden. Ebenso hat die Inbetriebsetzung des 3n Brandenburg 2100 Arbeitslose weniger. Die Aufwärtsbewegung des Arbeitsmarktes in der Gesamtheit hat in der Berichtswoche stand gehalten, jedoch hat der Grad eine recht sichtliche Berringerung erfahren. Der Rückgang der Hauptunterstützungsempfänger betrug rund 2100 Personen. Der Grund hierfür dürfte in der Hauptsache in den konjunkKathreiner Maly Maffen auf jeden Raffentisch! INENTA Continental Reifen VENTAL CONTINENTAL OCONTINENTA KA turellen Schwankungen und Hemmungen der einzelnen Industriezweige zu suchen sein, wodurch die Aufnahmefähigkeit beengt bzw. Entlassungen und Kurzarbeit herbeigeführt wurden. Demgegenüber steht jedoch noch immer eine gute Aufnahme= fähigkeit im Baugewerbe und teilweise auch in den Baustoffindustrien, desgleichen in der Landwirtschaft; bei letterer schon etwas abgeschwächt. Bemerkenswert ist, daß, soweit Berlin in Frage tommt, der Tiefbau als beffer beschäftigt gelten fann wie das Hochbaugewerbe. Hier sind die in Aussicht genommenen Bauvorhaben noch nicht in Angriff genommen. Daraus erklärt sich auch der verhältnismäßig hohe Stand der Arbeitslosigkeit bei den Bauhilfsarbeitern. Die Gesamtzahl der Unterstügung beziehenden Perjonen betrug in der Berichtswoche 116 209( 118 283), davon entfallen auf die Arbeitslosenunterstüßung 98 094( 99 420), Krisenunterng 98 stützung 18 115( 18 863). Eine beträchtliche Herabsehung der Aluminiumpreise ist das Ergebnis der am Freitag in London abgehaltenen Sigung der Europäischen Aluminiumvereinigung. Die Aluminiumpreise für eine englische Tonne( 1016 Kilogramm) wurden von 105 auf 95 bzw. von 107 auf 97 Pfund Sterling herabgesezt. Die Direktion der Vereinigten Aluminiumwerte A.-G. bekanntlich eine Unternehmung des Deutschen Reiches nennt diese Preisherabsegung des europäischen Aluminiumfartells die Erfüllung des bei dessen Gründung gegebenen Versprechens, die durch den Zusammenschluß möglichen Ersparnisse dem Verbrauch zugute kommen zu lassen. Der ausländische Kapitalstrom hat im Monat Mai wieder reichSAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Schöneberg: Heute, Dienstag, 19% Uhr: Sumannplag: Heim Scherenbergstr. 7. Arbeitsfreuden. Jugendheim Hauptstr. 15. Tagespolitische Ereignisse. Schöneberg III: Jugendheim Hauptstr. 15, Harzgauzimmer. Der Ausgang der Wahlen und unsere zufünftigen Arbeiten. Schöneberg IV: Jugendheim Hauptstr. 15, Seffenland zimmer. Der Ausgang der Wahl. Besten II: Jugendheim Bülowftr. 88. SAJ., Kino und Theater. Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Unfere Jugendtage. Lichterfelde: Jugendheim Lichterfelde- West, Albrechtstr. 14a. Warum gehört jeder junge Proletarier in die SAJ.? Brig: Jugendheim Rathaus, Chauffceftr. 48. Aufgaben und Ziele der Freidenkerbewegung. Neukölln II: Jugendheim Steinmetstr. 114. Die Arbeit der Boltsvertretung. Reukölln IV: Jugendheim Schierkeftr. 44. Lebensreform. Reukölln V: Jugendheim Böhmische, Ede Kanner Straße. Klassentampf in den Gewert schaften. Bohnsdorf: Jugendheim Wachtelftr. 1. Die Bedeutung der Gewerkschaften. Hermsdorf: Schule Roonstr. 1. Reichstagsfizung. Reiniden. borf- Weft: Jugendheim Seidelstr. 1. Freiförperkultur. Rosenthaler Bor. stadt: Turnabend. Werbebezirk Teltowlanal: Morgen, Mittwoch, Mitgliederversammlung im Lokal Schellhase, Stegliz, Ahornstr. 15a. Bericht von der Reichskonferenz." Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Kühl und meist noch stark bewölkt, mit einzelnen Regenfällen. Für Deutschland: An der Küste fühl, trübe und regnerisch, in Süddeutschland wechselnd tooltig, ohne wesentliche Regenfälle, im übrigen Reiche allmähliches Nachlassen der Niederschläge. Während der licher zu fließen begonnen. Schon bis Mitte Mai erfolgten für Ferien- und Reisezeit 169 Millionen Mark ausländische Kapitalimporte, nachdem der ganze Monat April nur 71 Millionen Auslandsanleihen gebracht hatte. Es ist wahrscheinlich, daß auch der hohe Märzbetrag von 195,7 Milkann der Vorwärts" und der Abend" auf jede Dauer allerorts bezogen werden. lionen im Mai übertroffen werden wird. Weitere große Auslands. Touristen und Wanderer anleihen sind zu erwarten. Rund 120 Millionen Dollar sollen demnächst an der New- Yorker Börse aufgelegt werden, darunter die 17,5- Millionen- Dollar- Anleihe der Deutschen Girozentrale, 6,25 Milfordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. lionen Dollar der Stadt Frankfurt, 3 Millionen Dollar der Frant Sommerfrischler furter Gasgesellschaft und die große 10- Millionen- Dollar- Anleihe der A.-G. für Kohleverwertung in Essen. Berlin verhandelt über eine 15- Millionen- Dollar- Anleihe und die Preußische Zentralgenossenschaftstasse über ein langfristiges Darlehen von 12,5 Millionen Dollar. Landes= lassen sich den ,, Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 10 Pf., Sonntags 15 Pf.( pro Woche 70 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der „ Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt. In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„ Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Neue Goldpfandbriefe. Die Preußische pfandbriefanstalt Berlin legt nach einer Veröffentlichung im Anzeigenteil des heutigen Blattes vom 22. Mai bis zum 11. Juni 1928 2 Millionen 8 prozentige Goldpfandbriefe zum Laubenkolonisten Vorzugskurs von 97,5 Proz. zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Werte sind in Stücken von 100, 200, 500 und 1000 und 5000 Mark erhältlich, und bieten eine hohe Dauerverzinsung. Zeichnungsschluß ist der 11. Juni 1928. wird der Vorwärts" durch Boten zugestellt. Genaue Bezeichnung der Laube ist jedoch erforderlich. Vorwärts- Verlag Fernsprecher: Dönhoff 292-297 68, Lindenstraße 3 Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianste. 37/38. Sof 2 Tr. Gauvorstand. Achtung, Spielleute! Generalprobe sämtlicher Spiel Teute Mittwoch, 23. Dlai, 20 Uhr, Fahrt bis Treptow, Rathaus. Mitte: Dienstag, 22. Mai, 20 Uhr, Bersammlung der Brandenburg- Fahrer und Führer der 3. Kameradschaft, Rungestr. 30. Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, sämtliche Brandenburg- Fahrer treffen sich in der Turnhalle Gartenstraße. Bundes kleidung. Schöneberg- Friedenau: Achtung, Jungbanner! Ab Dienstag, 22 Mai, findet wieder regelmäßig jeden Dienstag der Heimabend statt. Treptow, Ortsverein: Schußsportabteilung( Jungbanner) Mittwoch, 23. Mai, Monatszusammenkunft. Treffpunkt 19 Uhr Bhf. Niederschöneweide, Bahn-, Ede Grünauer Straße. Bundeskleidung. Pflichtveranstaltung für alle Jugend tameraden, Arbeiter- Esperanto- Bund Berlin, Gruppe Diten. Jeden Donnerstag um 20 Uhr Uebungsabend im Jugendheim Am Ostbahnhof 17. Alle Gruppenmit glieder und Sympathisierende sind eingeladen. Freie Hochschule. Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, Prinz- Louis- Ferdinand Straße 21, Speischaus. Dr. Hammer spricht über Prügelstrafe in Haus, Schule und Anstalt." Mittwoch, abends 8 Uhr, Longfellow English Debating Club, Bülowftr. 104 Professor Wendlandt:„ Meanwhile" by K. G. Wells. 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SUMA BLEICHT NICHT ES WÄSCHT DIE WÄSCHE WEISS SUNLICHT GES. MANNHEIM LOLYX КАТОТ КАТОТ КАТОТ BA 220-170 Dienstag 22. Mai 1928 Unterhaltung uns ÄAissen Beilage des Vorwärts Das Haus. Groteske von IacobuS Schnellpfeffer. Mein Freund Karl hatte noch nicht die geringste Lust nach Hause zu gehen. Langsam schlenderte er die Ludwigstraße hinunter und schlug unmutig mit seinem Sparzierstock das Pflaster. Er war im höchsten Grade verstimmt. Dos waren ja keine Menschen, das waren Marionetten, die an Fäden gezogen wurden, jede von der gleichen unsichtbaren Hand. Die Moler hatten von Literatur gesprochen, und die Literaten von der Molerei:' und zum Schluß, als man die Polizeistunde ausrief, wurde es ganz schlimm, da sprachen die Literaten von Literatur und die Maler von der Malerei, also beide Parteien von Dingen, über die sie durchaus kein Urteil halten. Und als sie des schlechten Weines voll waren, wurden sie auf verhältnismäßig höflich« Weife hinausgeworfen. Do stand man noch eine Zeitlang vor der Tür der Weinstube und redete das über- frostige Zeug weiter, dann sagte einer, daß man jetzt schlafen gehen müßte— und dann gingen sie auch, jeder seines Wegs. Pur Freund Karl nicht, der mochte so, in dieser desperaten Laune durchaus nicht ins Bett. Aber es war niemand da, mit dem er weiter trinken konnte. Als er. in die Adalbertstroße einbog, sah er sehnsüchtig nach den Fenstern. Wachte denn keiner mehr, der mit ihm noch ein Gläschen trinken wollte? Er mochte keine fünfzig Schritte gegangen fein, da bemerkte er zu seiner Freude auf der rechten Straßenseite im zweiten Stockwerk eines dreistöckigen Hauses ein hellerleuchtetes Fenster. Das schimmerte recht freundlich in die schwarze Nacht hinein. Einsam leuchtete es zwischen der langen Reihe schwarzer Fenster- höhlen. Und wie der irrende Wanderer im düsteren Walde freudig ausatmet, wenn er ein fernes Lichtlein durch die Zweig« schimmern sieht, so schlug meinem Freunde Karl dos Herz höher in der Brust. Wer mochte so spät noch wachen bei stillem Lampenschein? War es ein Mägdelein, das rosa Schleifchen an ihr batistenes Hemd nähte zur Freude des Geliebten, war es eine biedere deutsche Haus» frau, die am Loger ihres kranken Kindes wachte, oder war es— o süße Hoffnung!— ein einsamer Zecher bei verstaubter Flasche? Das mußte festgestellt werden. Freund Karl stellt« sich in die Mitte de» Fahrdaonne». den Kopf nach dem leuchtenden Viereck da oben erhoben. .Holla, holla! Tu auf, mein Kindt" So schallte die trSftig« Stimme durch das Schweig» der nächt. lichen«infamen Straße. Und noch einmal: .i?«- holla l" Da zeigte sich eine schwarz« Silhouette auf der hellen FlSche-r eine männliche Silhouette, die langsam da» Fenster öffnete. .Wünschen Sie etwas?" fragte ein jugendlicher Bariton her. unter. .Sowohl!" sagte Kars,»was mache» Sie denn noch da oben?" »Was geht Sie denn das an?" »Man wird doch noch fragen dürfen," sagte Karl gekränkt. .Sch arbeite!"*;_ � .So spät noch?— Sind Sie Student?"" r"' .Was fällt Ihnen denn ein? Soll ich jedem wildfremden Menschen Auskunst über meine Person geben? Wer sind Sie denn?" .Ein Mensch wie Siel Ich möchte ihr« Bekanntschaft machen. Haben Sie was zu trinken oben?" .Rein, keinen Tropfen— ich arbeite, stören Sie mich nicht länger." .Nicht mal ein Glas Schnaps? Es braucht nicht viel zu sein!" .Nichts, gar nichts, gehen Sie weiter! Adieu!" .Halt!" schrie Karl entsetzt, als er sah, daß der Mann da oben Anstalten machte, sich zurückzuziehen und das Fenster zu schließen. .Nun?" fragte die Silhouette. .Warten Sie doch, machen Sie das Tor auf, ich komme zu Ihnen nach oben!" .Was wollen Sie denn eigentlich von mir?" .Wir wollen noch ein bißchen zusammen plaudern." .Das ist doch zu toll!" schrie der Mann am Fenster,.jetzt wird es mir zu viel. Sie hören doch, daß ich bei der Arbeit bin! Nun ober Schluß, schlafen Sie ihren Rausch bei sich zu Hause aus!" „Werden Sie nicht so unverschämt, Sie junger Bursche Siel" rief Karl erbost, als er sah, daß seine Felle davonschwammen. Die.Silhouette wollte gerade ohne weitere Antwort das Fenster schließen, als plötzlich im dritten Stockwerk ein anderes Fenster hell wurde, an dem sich gleich darauf ein anderes Schatten- gebilde mit männlichen Umrissen zeigt«. Es wurde aufgerissen, und ein tiefer alter Bah tönte donnernd:„Himmelherrgottsakrament, was ist denn das für eine Unverschämtheit, die Leute so im Schlafe zu stören! So eine Flegelei ist mir doch noch nicht vorgekommen!" .Halten Sie gefälligst ihr Maul!" rief Karl hinauf, dem nun alles gleich war.„Sie sind gar nicht gefragt wordenl" „Was sagen Sie da?" brüllte der Baß. Da öffnete sich ganz unerwartet ein dunkelgebliebenes Fenster im gleichen Stockwerk, in dem der Student wohnte, zwei Fenster von dem seinigen entfernt. Daraus schrie eine weibliche Stimme: „Jetzt wird's mir aber zu bunt! Machen Sie ihr Fenster zu, Sie unverschämter Mensch, Sie!" Dos galt also dem Studenten, und es war offenbar desien Zimmerwirtin. Karl schlug unten eine gellende Lache auf:„Sie werden sich doch von dieser Person kein« Vorschriften machen lassen?" Das führ dem Studenten an die Ehre. Er rief, weit aus feinem Fenster herausgebeugt, feiner Wirtsfrau zu:„Holten Sie ihren Schnabel, Sie alte Vettel Sie!" In Karl jubilierte die Hölle. Er quietschte vor Vergnügen. „Sie frecher Patron Sie!" quäkte mit überschnappender Stimme die Alte,„wollen Sie sofort ins Bett gehen!" „Haben Sie mir vielleicht etwas zu befehlen. Sie lächerliches Frauenzimmer? Legen Sie sich selbst in ihren Nachttopf!" „So ein gemeiner Mensch!" kreischte die Alte,„morgen ziehen Sie aus! Sie brauchen gar nicht mehr ins Bett zu gehen!" „Das brauchen Sie mir nicht erst zu sagen— glauben Sie. daß ich noch eine Stunde in ihrer dreckigen stinkigen Bude bleiben werde. Sie blödes, dummes, freches, altes Weibsstuck Sie!" verfluchtes Gepndelj" dröhnte der Baß vom dritten Stock. föglich folgt) Bei Richard Wagner. Von Felix Weingartner. Weingortner, bct bcnwrlcns»fttt flompottift uiti Klassiker unter den älteren Dirigenten, veriiffentlicht im Orell ssllssli Set. lag, Ulrich, seine„Ledenserinnerungen". Wir entnehmen dem soeben erschienenen ersten Band einen besonders fesselnden Abschnitt. Im Haust Wahnsried fanden wöchentlich zweimal Empfänge statt, zu denen, wie man erzählte, jeder geladen wurde, der seine Karte mit Adresse dort abgab. So faßten wir denn zu dritt, Kadletz, Böttcher und ich, den Mut, bis zur Eingangstüre der Villa vorzu- dringen und dem öffnenden Diener Bifitenkartxn zn übergeben, worauf wir unsere Adressen nottert hatten. Ein wehmütiges Er- innern ergreift mich, wenn ich das unscheinbare, an mich gerichtete Blatt betrachte, auf dem folgende Worte gedruckt stehen: „Herr und Frau Richard Wagner geben sich die Ehre, zu melden, daß sie jeden Donnerstag und Montag vom 27. Juli bis 28. Zlugust abends um Uhr empfangen." Eine mannigfaltig zufammengesetzte Gesellschaft bewegte sich in den Räumen Wahnfricds am Abend, da wir uns dort einfanden. Die ehrwürdige Gestalt Franz Lifzts stach hervor: er war nach kurzer Abwesenheit am selben Tage wieder in Bayreuth angekommen. Ich erkannte Hans Richter, Hermann Levi und viele der mitwirkenden Künstler. Frau Cosima in einem eleganten Schleppklcide, das afch- blonde Haar geschmackvoll frisiert, hielt Hof wie eine Fürstin. Junge Mädchen in weißen Kleidern, die Töchter Wagners und Bülows, huschten anmutig durch die Menge. Siegfried, noch ein Knabe, sprach mit ausländischen Besuchern englisch, und ich beneidete ihn um die Kenntnis dieser Sprache. Wird Wagner kommen?— Ost blieb er diesen Gesellschaften fern. Heinrich Porges, der„Blumen- oater", hatte mir versprochen, mich vorzustellen, wenn er käme. So bezwang ich meine Ungeduld und betrachtete die große, reichhaltige Bibliothek und den merkwürdigen Kopf Schopenhauers, der, von Lenbach gemalt, über einem Schreibtisch hing. Ich sah Liszt in ein Nebenzimmer eintreten, das durch einen halbaufgezogenen Vorhang vom'Empfangsraum getrennt war. Instinktiv folgte ich ihm und konnte, ohne in da» Zimmer selbst ein- zutreten, alles sehen, was dort vorging. Eine Tür öffnete sich— Wagner eilte Lifzt entgegen, flog ihm um den Hals und übergoß chn mit einem Schwoll erregter, zärtlicher Worte. Diese rührende Szene, deren Zeuge ich durch einen Zufall wurde, war nur ein Vor- spiel. Gleich darauf trat Wagner, seine Gäste begrüßend, in den großen Saal. Er schien besonders guter Laune zu fein, denn er hatte sich, was er sonst nicht zu tun pflegte, einen Frack angezogen. In der Hand trug er einen Cstapesu claque, den er öfters zugeklappt auf dem Kopfe balancierte. Was aber am meisten erstaunte, war ein großer exotischer Ordensstern, den er, der Verächter aller Aus- Zeichnungen, um den Hals trug. Das Rätsel löste sich bald: er hatte ihn nur umgehängt, um ihn mit liebenswürdigen Worten dem ersten seiner Blumenmädchen, Fräulein Horson aus Weimar, zu schenke». Man erzählte, er hätte diesen Stern am selben Tag von einem orientalischen Potentaten erhalten und schon manchen Ulk damit getrieben, ihn auch seinem großen Lieblingshundc umgehängt, als er im Garten mit ihm promenierte. Wagner war ungemein lebhaft und rasch in seinen Bewegungen: niemand hätte auf den bloßen Augenschein hin vermuten können, daß er kein Jahr van seinem siebzigsten Geburtstag entfernt war, nach weniger, daß er diesen Tag nicht mehr erleben würde. Er war bereits etwas beleibt, der prachtvoll geformte, ober keineswegs übermäßig große Kopf stand ebensowenig im Widerspruch zur untersetzten Statur wie die kleinen Hönde und Füße. Er sah unoerhättnismoßig jünger aus als der bereits greisenhafte Liszt, trotzdem dieser nur zwei Jahre älter war als er. Das Haar war erst mäßig ergraut. Die Augen blitzten aus dem bleichen Antlitz in wechselnder Farbe hervor: bald schienen sie hell, bald dunkel zu sein. Rastlos schoß er herum, bald diesen. bald jenen in die Unterhaltung ziehend. Ich vermied es respektvall, mich in seine Nähe zu drängen: so verstand ich vieles nicht, was er sprach. Einmal aber stand ich ganz nahe, als er über das Tempo des Tannhäuser-Marschcs sprach, dessen häufiges Vergreifen ihm unerklärlich schien. Im Allabrevctakt schreitend, summte er die Mc- lodie, wie er sie haben wollte. Hätte ich damals geahnt, daß ich nur dieses einzige Mal in seiner Nähe weilen würde, ich wäre weniger diskret gewesen und hätte mehr von seinen Aeußerungen mit mir genommen. Für kurze Zeit zog er sich in den Nebenraum zurück und ließ sich etwas zu essen servieren. Ein Blick auf die vor ihm stehende Platte zeigte, daß er sein Eintreten für das vegetarische Regime nicht in die Praxis übersetzte. Man brach bereits auf, als ich mich Porges näherte und ihn an sein Versprechen erinnerte. Meine beiden Freunde standen neben mir. Porges stellte uns vor. Wagner reichte uns srenndlich die Hand und fragte, ob wir schon Ausführungen gesehen hätten. Er schien zu bemerken, daß ich aufgeregt war, denn plötzlich legte er die Hand auf meine Brust und rief:„Ihr Herz klopft ja." Als ich über- rajcht und wohl auch etwas verlegen schwieg, sagte er in unver- fälschtem Sächsisch:„Nu, sehen Sie, für ein«n so jungen Mann sind im„Parsifal" zunächst die Blumenmädchen die Hauptsache, aber's Herz dürfen Sie dabei nicht verlieren." Dann gab er uns nochmals die Hand. Wir waren bereits bei der Türe, als seine Stimme er- scholl:„Aber's Herz nicht verlieren!" Ich wandte mich um. Da stand Wagner allein mitten im Zimmer und winkte mir lächelnd mit der Hand.— Bei der Trauung von Blondine v. Bülow faß Frau Cosima, die Mutter der Braut, zwischen Wogner und Liszt, dieser mit salbungsvoller Miene der Rede des katholischen Priesters lauschend, Wagner sichtlich nervös, weil die Rede sehr lange dauerte. Als die Zeremonie zu Ende war, stand Wagner, leicht in seine Frau eingehängt, ziemlich lange unter dem Portal der Kirche, bis sein Wagen vorfuhr. So konnte ich seine Erscheinung nochmals in der Nähe betrachten.— Es war das letztemal, daß ich ihn sah. Oer Prophet an der Theke. Beim Heilmagnetiseur. Ich trete ein und nehme im Wartezimmer Platz. Mit mir warten etwa noch 15 bis 20 Personen. Eine Blinde mit ihrer Schwester darunter, die sie hergeführt hat. Eine kleiye verwachsene Bureauangestellte, eine Witwe in tiefer Trauer und Frauen, Frauen. Sie warten und kürzen die Zeit mit den Erzählungen ihrer Leiden. Da öffnet sich die Tür und das„Werkzeug" erscheint. Der „Meister" selbst hat keine Zeit. Er hat seine„göttliche Kraft" auf seine Werkzeuge übertragen, die nun die Kranken behandeln. Es geht los. Einige mesmerische Striche, zwei Wartende verfallen in Starre und müssen erst wieder gelöst werden. Die Diagnose ist leicht gegeben, der Mittel sind wenige. Für die Blinde weißen Käse auf die Augen, die kleine Bucklige soll in Buttermilch den Buckel baden und„abweichen". Und der Tee macht's, den nebenan der Drogist verkauft. Die Witwe, seit dem Tode ihres Mannes an Herzkrämpfen leidend, soll ihn dreimal am Tage trinken und im übrigen-- viel tanzen gehen. Damit sie vergißt. Der„Meister" erscheint aus einen Augenblick. „Hier sind sechs Katholische im Zimmer!" Es stimmt nicht, denn ich fragte nachher nur eine katholische Patientin heraus. „Sie sind die Aelteste." sagt er zu einer Frau. Stimmte auch nicht, denn die Frau nebenan war sechs Jahre älter. „Sie müssen glauben, nur glauben: dann wirken meine Mittel. Ja, man muß glauben! Die Behandlung kostet eine Mark, sofort beim Betreten des Wartezimmers von dem Türfteher-Rausschmeißer erhoben. Am Abend. Saal in irgendeiner Straße des Zentrums. Die zahlreiche Gemeinde des Propheten versammelt sich. Männer, junge und alte: Frauen ebenso vertreten. Man kann nicht sagen, daß das Alter überwiegt. Nein, manches frische Mädchen ist darunter und mancher junge Mann mit lebenslustigen Augen. Es wird Bier aus- geschenkt, der Prophet steht an der Theke und trinkt eine„Molle". Und noch eine.„ �. Ein gemeinsamer Gesang macht den Anfang. Vereinsnachrichten werden vorgetragen usw. Bis man die Geister„einschaltet. Das geht ganz einfach.. Plötzlich, man denkt an nichts Uebles, fällt ein junges Mädchen hintenüber. Der Meister kommt und wieder einige Striche. Das Mädchen erwacht. Als einzige„Beschwörungsformel" kennt der Meister nur die Worte:„Willst du raus, willst du raus!" „Du", das ist der böse Geist. �. Es gibt auch andere Geister, die aus Wunsch in die Gemeinde fahren und zu ihr sprechen. Königin Luise zum Beispiel, oder Bismarck. Auch Napoleon hat schon gesprochen im besten Hoch» deutsch. Heute geht's nicht so nobel her. Aus den hintersten Reihen kommt ein Mädchen nach vorn. Was sage ich„kommt", marschiert. Marschiert wie ein Soldat. Hält militärisch kurz an, salutiert ebenso und dann-- ja dann läßt sie ihren Geist sprechen. Den Geist eines einfachen Seesoldaten. Will eine starte Flotte haben„Ruhm und Größe des Baterlandes. Im übrigen bitte Leitartikel der Rechtsblätter verfolgen. Am Ende singt die ganze Gemeinde das Lied von der jchwarzweißroten Flagge. Der Meister schaltet den Geist wieder aus und trinkt eine Molle. Am Schluß das Deutschlandlied. Dann ist's aus! � Die Gemeinde ist in der Mark wett verbreitet, In LaNdsderg au der Warthe und Trossen. Auch in Zülllchan, Kalldorf und Herzberge jehlen nock� �„Ii'!.. R*£.. Wie lange leben pflanzen? Es scheint, als ob die Höherentwicklung der Organismen mit einer geringeren Lebensdauer bezahlt werden muß, denn es gibt so manche Tiere, die sehr viel älter werden als der Mensch. Aber auch die Methusalem« der Tierwelt, die Elefanten, Papageien oder Karpfen, die bis zu 200 Jahre alt werden, sterben früh im Vergleich mit dem Alter, das manche Vertreter der Pflanzenwelt erreichen. Di« Pflanze hat eben noch nicht die„geschlossene Form" erreicht, die den Organismus von Tier und Mensch zu einer beschränkten Einheit macht: sie besitzt an ihren Sprossen und Wurzeln eine fortgesetzte Zuwachsfähigkeit. Bäume und Sträucher erreichen ein Alter, das uns im Verhältnis zu Mensch und Tier ungeheuer groß erscheint. Pros. B. Schmidt führt in der Leipziger.�llustrirten Zettung" einige Zahlen über das Lebensalter der Pflanzen an. Danach werden Edeltannen etwa 300 Jahre alt, Fichten 400 und darüber, Lärchen 500 Jahre: der Bergohorn bringt es auf 600 Jahre, die Bergkiefer auf 1000, die Eiche auf 1500, die Eibe auf 3000 Jahre. Als die ältesten Pflanzen, die es gibt, gelten die kalifornischen Mammut- bäum«, deren Lebensdauer aus 4000 Jahre und mehr geschätzt wird, und von dem im Jahr« 1868 vom Blitz zerstörten heiligen Drachen- bäum aus Teneriffa hat man sogar angenommen, daß er ein Alter von 6000 Iahren erreicht hat. Bei Myrten hat man ein Alter von 156 Jahren, beim Efeu ein solches von 440 Jahren sestgsstellt. Selbst bei Blättern und Nadeln, von denen man doch allgemein glaubt, daß sie sehr schnell dahingehen, kommt bisweilen ein« recht ansehnliche Lebensdauer vor. Die Blätter unseres Efeus werden über zwei Jahre alt, die unserer Preißelbeere 29 Monate und die des Lorbeer- baums 6 Jahre: die Nadeln einiger Tannenarten können ebenfalls mehrere Jahre am Baum bleiben, so z. B. die der Edeltanne 5 bis 7 und die der spanischen Pinsapotanne sogar über 12 Jahre. Natürlich gibt es sehr viele Pflanzen, die sehr früh sterben, so die bekannten Einjahrsblumen, von denen manche sogar nicht einmal ein volles Jahr alt werden. Unter den niederen Pflanzen finden sich jedoch neben kurzlebigen solche mit einem verhältnismäßig sehr Hohen Alter. Die größten Unterschiede können in derselben Familie vor- kommen. Eine ganze Anzahl von Algen wird nur wenige Tage alt, aber die größten aller Pflanzen, einige Braunalgen, die 200 bis 400 Meter lang werden, übertreffen in ihrem Längcnwachs- tum selbst die Mammutbäume und dürften ein entsprechend Hohes Alter erreichen. Der Samen verschiedener Pflanzen und manche Sporen, die recht lange leben, können durch trockene Aufbewahrung noch zu viel höherem Alter gebracht werden. So kann man z. B. Blaualgen in trockener Erde 70 Jahre lang erhalten, manche Batterien über 100 Jahre. Der Samen der bekannten Sinnpslanze (Mimosa pudica) bleibt 50 Jahre lang keimfähig: die angeblich Jahr- tausende währende Keimfähigkeit des sog. Mumienweizens hat sich steilich als Fabel erwiesen. Ob zwischen der Lebensdauer und Größe der Pflanzen«in bestimmtes Verhältnis besteht, läßt sich nicht ohne weiteres bejahen._ Vaumform und Zruchtform. Manchem ausmerrsamen Natur- beobachter wird es vielleicht nicht entgangen sein, daß die Form der Baumkrone, d. h. die äußeren Umrisse derselben, eine ausfallende Aehnlichteit, ja häusig fast Uebereinstimmung mit der Form der Frucht des betreffenden Baumes zeigen. Natürlich gilt dies nur für Bäume, die nicht oder wenig beschnttten wurden, frei stehen und in ihrer Entwicklung nicht durch Mauern oder nahestehende Bäume in ihrem Wachstum behindert sind, und andererseits nur für ausgereiste Frücht«. Die Uebereinstimmung trttt besonders bei Kernobst, Aepfeln und Birnen, und bei Radetholzbäumen, Fichten� Tannen, Föhren, Zirben, anschaulich zutage,__.> ia: mm- i" Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an bas Bezirkssekretariat 2.$ of. 2 Trep. rechts, zu richten. 9. Kreis Wilmersdorf. Abteilungsleiter! Die Einlabungstarten für die Rreismitgliederversammlung am 31. Mai find morgen, Mittwoch, 23. mai, zwischen 18 und 19 Uhr in unserem Fraktionszimmer 220 im Stadthaus, Raiferallee, 2. Stod, abzuholen. 13. Kreis Tempelhof. Fraktionsfigung am Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, Dorfftraße 42. Heute, Dienstag, 22. mai: 16. Abt. 19 Uhr Mitgliederversammlung bei Krüger, Suffitenste. 34, Ede Scheringstraße. Vortrag:" Was lehren uns die Wahlen?" Referent Emil Klenz. 98. Abt. Neukölln. 19½ Uhr bei Teich, Knesebecstr. 135, wichtige Funktionär. fizung. Die Elternbeiräte müssen ebenfalls erscheinen. Erscheinen dringend erforderlich. 99. Abt. Brik- Budow. 19% Uhr bei Teich, Rnefebecftr. 135, Ede Bendaftraße, Elternversammlung aller Genoffinnen und Genossen, deren Rinder die 6. Gemeindeschule am Mariendorfer Weg besuchen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 23. mai: 3. Abt. 19% Uhr im Saal 1 des Gemertschaftshaufes, Engelufer 24-25, Mitgliederversammlung. Bortrag: Nach der Wahlschlacht." Referent Baul Rippel. 7. Abt. 19% Uhr in Cornis Festfälen, Gartenstr. 6, Mitgliederversammlung. Bortrag: Was Iehren uns die Wahlen?" Referent Stadtamtmann Georg Reich. Berschiedenes. 8. Abt. 19% Uhr im Nationalhof, Billowstr. 37, Mitgliederversammlung. Thema: Die politische Lage nach den Wahlen." Referent wird noch bekanntgegeben. 9. Abt. 19% Uhr Sahlabende bei Faber, Stephanftr. 11; Sufenbach, Berleberger Str. 64. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 22.5. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 18 Ant. 18%( 62) U. Die Dienstag, 22. 5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III Anf. 20( 8) U.) Cavalleria. rusticana Meistersinger DerFeuervogel Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 9. Anf. 20( 8) U. Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 102 Anf. 20( 8) U. Der schwarze Musik Domino Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr 8 Uhr: Was ihr wollt Der Zigarettenkasten SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das internat. Varieté- Programm 15. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 18. Abt. 19% Uhr in der Löwenbrauerei, Hochstr. 2, Mitgliederversammlung. Vortrag: Was lehren uns die verflossenen Wahlen?" Referent Dr. Friz Schönhert. Sympathisierende und„ Borwärts"-Leser find besonders eingeladen. 20. Abt. 19% Uhr bei Bende, Rolonieftr. 18, Mitgliederversammlung. Refe rent wird noch bekanntgegeben. 21. Abt. 19% Uhr im Schrader- Haus, Malplaquette. 14-16, Mitgliederver. fammlung. Vortrag des Genoffen Georg Stieglig. 25. Abt. 19% Uhr im kleinen Gaal des Gaalbaus Friedrichshain, Am Fried. richshain, Mitgliederversammlung. Vortrag: Nach der Wahl." Referent Robert Breuer. 28. Abt. 19% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Mitgliederversammlung. Vortrag: Erlebnisse bei der Wahlagitation auf dem Lande." Genoffe Hoges. Referent 29. Abt. 19% Uhr in den Schönhauser Festfälen, Schönhauser Allee 129, Mit. gliederversammlung. Bortrag des Genossen Hans Bauer. 30. Abt. 19% Uhr in den Rafino- Festfälen, Pappelallee 15, Mitgliederver. Sammlung. Bortrag des Genossen Stadtrat Walter Friedländer. 32. Abt. 19% Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Mitglieder. perfammlung. Bortrag: Die Lehren der Reichstags- und Landtagswahl. Referent Stadtrat Karl Sezschold. 33. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 36. Abt. Die Mitgliederversammlung findet umständehalber erst acht Tage später statt. 37. Abt. 19% Uhr in der Pazenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24-27, Mitgliederversammlung. Bortrag:„ Nach den Wahlen." Referent Polizeioberst a. D. Dr. Hermann Schüzinger. Vollzähliges Erscheinen wird beftimmt erwartet. 38. Abt. 19% Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Mitglieder versammlung. Vortrag: Die Aufgaben bes neuen Reichstags im ftabili Fierten Rapitalismus." Referent Wilhelm Lanba. Alle Genosfinnen und Genoffen werden um vollzähliges Erscheinen gebeten. Mitgliebsbuch ist Borzuzeigen. 35. Abt. Pünktlich 19% Uhr in der Schulaula Samariterftr. 20 Mitgliederversammlung. Bortrag: Wohnungswesen und Sozialdemokratie." Referent Architekt Linnede. Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich. 39. Abt. 20 Uhr bei Treulieb, Wilhelmstr. 114, Mitgliederversammlung. Vortrag: Rüblid auf die Wahlen." Referent Abolf Buschid. 42. Abt. 19% Uhr bei Bader, Jüterboger Str. 7, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Willn Schneider. A Preußische Landespfandbriefanstalt Mohrenstraße 7-8 Rörperschaft des öffentlichen Rechts Berlin W8 Fernspr.: Zentrum 8033-37 Grundkapital und offene Reserven über 19 Millionen RM. Zeichnungs- Einladung Nachbem ber firzlich angebotene Rest unferer 8% igen Goldmartpfandbriefe Reihe XI verkauft ist, legen wir hiermit in der Zeit vom 22. Mai bis zum 11. Juni 1928 neu zur Zeichnung auf: reichsmündelsichere GM 2000000.- 8% Goldmt.- Biandbriefe, Keft der Reihe X zum Borzugskurse von 97,50% pagin Die Zulaffung zum Sandel und zur Notiz an den Börsen in Berlin und Frankfurt a. M. ist bereits beantragt: bie Lombardfähigkeit bei der Reichsbant in Rlasse A wird alsbald beantragt werden. Gefamitünbigung bis zum 1. Januar 1984 ausgefaloffen mit am 2. Januar und 1. Jult jeben Jabres fälligen Rinsfcheinen Stüde zu GM 100.-, 200.-, 500.-, 1000.- und 5000.Zeichnungen nehmen alle Banken, Bantiers, Spar- und Girolaffen und die Anstalt direkt entgegen Ausführliche Prospette und Zeichnungsscheine sind bei diesen Stellen erhältlich Höhe der Zuteilung und früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten Lieferung der Stücke nach Erscheinen. Deutsches Theater Berliner Theater| Walhalla- Th. Norden 12310 Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 Weinbergsweg 19/20 8 Uhr, Ende nach 10 81, U. Ende geg. 11 Täglich 8, Uhr Pygmalion Gastspiel d. Deutschen Th. CASINO- THEATER 8 Uhr von Bernard Shaw Der Prozek dtsch. v. Siegfr. Trebitsch Mary Dugan Lothringer Str. 37. Verlorene Töchter oder Das Mädchen aus dem Freudenhaus Die schwebende Jungfrau Kammerspiele Kleines Theater Ein Sitenstück in 4 Akten Ab 30. Mai: Mul'ers Prinzesschen. Ausschneiden: Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1.60 M. Komische 81, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Norden 12310 Täglich 8 Uhr: von Thilo Schmidt 3/, U., Ende nach 11 Frau Käte läßtur Erwachsene haben Zutritt Zum 126. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Park.auch Sonntags sich verführen statt 4,- nur 60 Pl. Lotte Klinder, v. Mellendorf Vorzeiger halbe Kassenpreise. Thalla- Theater Die Komödie Dresdener Str. 72-73 Bismarck 2414/7516 Täglich 8 Uhr 8 Uhr Es liegt in der Luft Lustspielhaus Dir. Dr. Martin Zickel 8 Uhr: Guido Thielscher in Unter Dyckerpotts Erben Geschäftsaufsicht" Revue von Schiffer. Theater am Kottbusser Tor Musik v. Spoliansky Piscatorbühne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Täglich 8 Uhr Renaissance Theater Malborough zieht Steinplatz 901. Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr in den Krieg von Marcell Achard Dazu 8 Uhr: Krankheit der Jugend Erwin Kalser Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein das Mal Solo Programm. M. 15.50 Woch. 1.3.85 10.90 0.50 1. M. ,, Noch interessanter LUNA PARK Heute: Gr. Volkstag! Eintritt 70 PI. Gr. Feuerwerk auch bei schlechtem Wetter. Abends im LUNA- KABARETT Willy Rosen, Hans Reimann Lotte Werkmeister, Rich. Schwarz, l'anagra u.Ernest Mucky u. Brown Negerkapelle Abbey u. a. Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Stuckes Pfingstfahri" Nachmittags halbe Preise 43. t. 19% Uhr bei Rabe, Fichtefte. 29, Mitgliederverfammlung. Borteag: Nach der Wahlschlacht." Referent Bürgermeister Dr. Ostrowsti. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4, wichtige Funt tionärsigung. Die Mitgliederversammlung findet am 6. Juni ftatt. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei Alabe, Sandjernstr. 60-61, Bahlabend. Bortrag des Genossen Richard Meier. Bahlabend bei Baginsti, Stuben. rauch, Ede Taunusstraße. Bortrag des Genossen Otto Fenselau. 108. Abt. Röpenid. 19% Uhr Borstandssigung mit den Bezirtsführern an be. tannter Stelle. 103. Abt. Oberschöneweide. Genossinnen, Genossen, die Rinderfreundeabteilung hat am Mittwoch, 23. Mai, ihren Elternabend. Tagesordnung: Licht. bildervortrag: Unser Seltlager". Verschiedenes. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt: 3. Kreis Bedding. Heute, Dienstag, von 18-19 Uhr, im Jugendamt, Quer. gebäude 1 Tr., 8immer 13, wichtige erweiterte Rreisausschussigung. Tagesordnung: Umstellung der Tätigkeit im Jugendamt. Aussprache. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten fein. 14. Kreis Neukölln. Heute, Dienstag, 20 Uhr, erweiterte Rreisvorstands figung im Parteibureau, Redarstr. 3. Wichtige Tagesordnung. Jede Abteilung muß vertreten sein. Jungjozialisten: Gruppe Tempelhof: Seute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Enzeum, Eingang Werbergstraße. Bortrag: Demokratie im Rlaffenstaat. Referent Genoffe Seigewaffer. Gruppe Sichtenberg: Sente, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Weichselstr. 28 Aussprache über die Wahlergebnisse. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Kreis Kreuzberg: Arcishelfersigung morgen, Dienstag, 22. Mai, 20 Uhr, im Jugendheim Nordstraße. Kreis Rentöln: Heute, Dienstag, 19% Uhr, Selferversammlung in der Barade Ganghoferstraße. Aussprache:„ Der Helfer in der Faltenbewegung." Gedenktage, Geburtstage, Jubiläen usw. 35. Abt. Unserem lieben Genoffen Trek zu feinem 25jährigen Bariei. jubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Lib 10.000 Mark in Barpreisen für die besten Rezepte zur Verwendung von Libby's Milch 1.Preis. 2.Preis. 3.Preis. 25 Preise& 100, 2000,- ям 1000- RM 750,- RM zus.2500,- RM 75 Preise á 50,-zus.3750- RM Sie brauchen nur ein praktisches und originelles Rezept für die Verwendung von Libby's Milch einzureichen. Probieren Sie Libby's Milch und Sie werden erstaunt sein, wie schmackhaft, nahrhaft und gehaltvoll alle Gerichte, Gemüse oder Fleisch, Brot, durch Zusatz von not Libby's Milch werden. Mit jedem Rezept ist ein vollständiges Etikett einer Dose Libby's Milch einzusenden. Alle Rezepte müssen deutlich den Namen und die genaue Adresse des Einsenders sowie Namen und genaue Adresse des Kleinhändlers tragen, von dem Libby's Milch bezogen ist. Jeder Teilnehmer kann eine beliebige Anzahl von Rezepten einsenden. Schluss des Wettbewerbs 1. 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Str. 132 Kapelle Wilhelm Frenkel 8 Uhr: Hopfenraths Erben Täglich 8 Uhr Max Adalbert Nr. 17" v. Jefferson Farjeon Regie: Hans Lotz 199 Das Ekel" Prospekt, Vertreter besuch kostenlos. Kurfürst 6054-6059. OPEL Sirres Woch. 1.M. M. 15.34.- 21.ohne Aufschlag auf Tellzahlung Woch. 22.M. 49.- 58. 39. 59.Liebermann Hackescher Markt 1 1 Minute vom Bahnhof Börse. שעווה # 2 GROSTE PRODUKTI. ON DER WELT