BERLIN Dienstag 22. Mai 1928 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 66 10 Pf. Nr. 239 B 118 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Wer lieferte das Todesgas? 12 Todesopfer in Hamburg, über 90 Menschen schwer vergiftet. Moskaulieferant Stolzenberg. Dokumentarische Beweise- ein vergessenes fommunistisches Geständnis. Wir hatten gestern darauf hingewiesen, daß die chemische Fabrik Stolzenberg, deren Phosgengase jetzt unfägliches Unglück über das Unterelbegebiet gebracht haben, die Giftgaslieferantinder russischen Sowjetregierung ist. Die ,, Rote Fahne" besitzt die Dreistigkeit, in einem fläglichen Gestammel unsere Behauptung als ,, Lügen" zu bezeichnen. Dies gibt uns Veranlassung, folgende Darstellung eines Eingeweihten zu veröffentlichen: Im Januar 1926 schloß ich einen schriftlichen Anstellungsvertrag ab mit der Firma Chemische Fabrit Dr. Hugo Stoltenberg, Hamburg 28, Müggenburger Schleuse. Dieser Vertrag verpflichtete mich, in Trozt, Gouvernement Samara( Rußland) bei der Jubefriebnahme einer chemischen Fabrik tätig zu sein. Diese Fabrik gliederte sich in folgende drei Abteilungen: Chlorerzeugung C.O. Erzeugung und die Verbindung diefer beiden, der Phosgen- Erzeugung ( das gleiche Giftgas, das jetzt im Unterelbegebiet ausströmt), und als drittes Lost Erzeugung. Der Betrieb war also auf die Erzeugung von Kriegsgiffgafen eingestellt. Dr. Hugo Stolzenberg hatte durch die Firma Gefu, Berlin, den Auftrag bekommen, diese Fabrik aufzubauen, was in den Jahren 1923-1926 erfolgte. Da die Inbetriebsetzung infolge schlechter Bauausführung und infolge des im Frühjahr einfeßenden Hochwassers sich verzögerte bzw. zum Teil überhaupt undurchführbar blieb, verzichteten die Russen auf die weitere Arbeit. Die Gefu sette sich mit Dr. Stolzenberg aus einander, so daß die Firma sowie der Fabrifdirektor Dr. Stolzenberg bei der Weiterführung vollkommen ausgeschaltet wurden. Im Laufe dieser Auseinandersetzung im Mai/ Juni 1926 änderte die Firma Geju ihren Namen in „ Wito"( Wirtschaftskontor G. m. b. H.). Die Arbeiten in Rußland sind nicht zur Verwendung gekommen. Wie weit und wer fie fortsetzen sollte, entzieht sich meiner Kenntnis. Infolge dieser Auseinandersetzung wurde das gesamte Personal Ende Mai 1926 nach Deutschland zurückbeordert bis auf etwa 12 Perfonen, die von der Gefu übernommen wurden. Auch diese sind in den folgenden Monaten sämtlich zurückgekommen. In meinem Vertrage wurde mir das Berbot des schrift lichen und mündlichen Berichts auferlegt. Während meiner Tätigkeit in Rußland fam als Beauftragter der Gefu Oberst van der Lieth zur Besichtigung der Anlagen. Ich hatte den Eindruck, daß innerhalb der Gefu bzw. Wiko die Haupttätigkeit von Offizieren ausgeübt wurde. Ob es aktive oder verabschiedete Offiziere waren, entzieht sich meiner genauen Kenntnis. gez.( Unterschrift). Ueber den Charakter der„ Gefu" später ,, Wifo"( Wirtschaftskontor), namentlich über ihre Beziehungen zu ge= wissen Reichsstellen, hat bereits im Dezember 1926 Genosse Kuttner im Preußischen Landtag die notwendigen Aufklärungen gegeben. Daß die Witko" bis Ende 1926 Zahlungen für die Giftgasfabrik in Trozt geleistet hat, geht aus einer Anzahl von Schreiben hervor, von denen wir heute folgendes wiedergeben wollen: Wirtschaftstontor G. m. b. H. Fi/ Dy. An die " Berlin W. 62, den 9. November 1926. Darmstädter und Nationalbant, Depositenkasse, Werderscher Martt Das Fabrikgelände. Links mit dem Kreuz bezeichnet, befindet sich das Boot, in dem zwei Angler die ersten Todesopfer des Gases wurden, ungefähr 400 m von der Explosionsstelle. Die Depeschenspesen New York- Mostau gehen zu Lasten der Prombant. Ihrer Buchungsaufgabe zu Lasten unseres laufenden Reichsmarkfontos sehen wir seinerzeit entgegen. Hochachtungsvoll Wirtschaftsfontor G. m. b. 5. ( Unterschriften.) Die hier genannte Bromhant" ist eine offizielle russische Staatsbant. Ein ähnliches Schreiben wurde schon im Dezember 1926 im Preußischen Landtag verlesen. Der Führer der kommunistischen Landtagsfraktion, Herr Bied, stammelte damals zuerst etwas von Fälschung". Als sich diese Ausrede aber nicht mehr halten ließ, da das Gebaren der Darmstädter und Nationalbank die Echtheit des Schreibens bestätigte, gab Herr Pieck zu Beginn der 235. Sigung am 17. Dezember 1926 eine Erklärung ab, in der er nunmehr sagte: Die zwischen der deutschen Regierung und den ihr unterstellten Organen mit Sowjetrußland bestehenden Beziehungen sind der sozialdemokratischen Führerschaft nicht nur seit langem bekannt, fondern diese Beziehungen wurden gerade zu einer Zeit angebahnt, Wir bitten Sie, der Prombank in Moskau, spätestens am 20. No- als die Sozialdemokraten in der Reichsregierung saßen.... Wenn vember des Jahres in Moskau eintreffend, 50 000,-( fünfzigtausend) Dollars bei der Equitable Trust Company of New Yort per Kabel zur Berfügung zu stellen und die Equitrust zu veranlassen, den Eingang des Betrages der Brombant für Konto Rr. 184 telegraphisch zu anisieren.. Familientragödie im Westen Spanischer Amokläufer Berichte im Innern des Blattes Die Unglücksstätte." Rechts das fortgeschleuderte Wellblechschutzdach. jetzt also die sozialdemokratischen Führer diese Beziehungen zum Anlaß von„ Enthüllungen" und Angriffen machen, so soll damit nur eine zerreißung dieser Beziehungen herbeigeführt werden, um den englischen Imperialisten in ihren Be strebungen auf Isolierung Sowjetrußlands zu dienen. Also: Erst ist alles Fälschung und Schwindel- dann ist alles feit langem befannt" und nun ist es schon wieder ,, Schwindel" geworden! Wer so hartnäckig lügt wie Herr Pieck und die ,, Rote Fahne", sollte wenigstens fonsequenter lügen bzw. fich ein besseres Gedächtnis anschaffen. Selbstverständlich hat mit der Errichtung der Giftgasfabrik in Trozk durch deutsche Militaristen und Rüstungslieferanten die Sozialdemokratie nur das eine zu tun, daß sie bereits im Jahre 1926 diese zusammenhänge aufgedeckt hat. Dagegen ist es abgefeimte Heuchelei, wenn jetzt die ,, Rote Fahne" und ,, Die Welt am Abend" von humanitären Phrasen über die entsetzliche Barbarei des Giftgaskrieges und namentlich des Gelbkreuzgases( Phosgen) überfließen. Denn die gleiche Fabrik Stolzenberg, deren Phosgen jetzt gegen die Bevölkerung des eigenen Landes wütet, hat genau das gleiche Phosgen in den Jahren 1923/26 für Sowjetrußland fabriziert. In den Händen der Sowjetdiktatoren wirft Phosgen wahrscheinlich nur als angenehmes Parfum! Die einzige Partei, die den Giftgasgebrauch im Inland wie im Ausland gleichermaßen be= fämpft, ist die Sozialdemokratie, während die Kommunisten für eigene 3mecke sich dieses barbarischen Kampfmittels gern bedienen, und es sogar aus der Hand deutscher Militaristen und Nationalisten ent= gegennehmen. ( Siehe auch 2 Seite.) Die Versunkenen und die Neuen Die Zusammensetzung der bürgerlichen Parteien. Die bürgerlichen Parteien hatten ihre Kandidatenlisten start darauf zugeschnitten, mit neuen Männern neue Wähler zu werben. Das ist ihnen, wie der Wahlausgang gezeigt hat, mißraten. Die Wähler brachten den neuen Männern alter Farbe nicht mehr Bertrauen entgegen als den bisherigen Führern der Rechtsparteien. Bei den Deutschnationalen hatte die Umgruppierung das Ergebnis, daß einige ihrer bewährtesten Rämpen den an hervor ragender Stelle vorgeschlagenen neuen Leuten weichen mußten. Infolge ihrer fatastrophalen Niederlage werden Abgeordnete wie der Renommiermittelständler Budjuhn, seines Zeichens Handwerkslammersyndikus, oder der durch seinen blumenreichen Stil bekannte Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung" Paul Baeder, der Syndikus Lejeune Jung, der Industrielle Rademacher und einige andere Margistentöter nicht mehr im Reichstag sein. Trotzdem weist die start verkleinerte Liste der deutschnationalen Abgeordneten nicht weniger als 16 Leute auf, die bisher dem ReichsWahlbetrachtung. V- T Der Deutschnationale:" Mir ist doch fast, als hätte ich ganz dasselbe schon mal im Jahre 1912 erlebt..!" parlament nicht angehört haben. Am bekanntesten von ihnen ift der Oberfinanzrat Dr. Bang, Antisemit und Butschift, ein Mann, der sich offenbar um die Nachfolge Helfferichs als Finanzpolitiker der Deutschnationalen bemüht und gleich jenem seine Sachkunde unmäßig hoch einschätzt. Neben ihm prangt der Kolonial- General D. Lettom Borbed als würdiger Bertreter der deutschnatip nalen Bayerns. Da die Deutschnationalen der Konkurrenz der neuen Bauernparteien scharf entgegenzutreten bemüht waren, ift ihre neue Fraktion noch stärker als bisher agrarisch gefärbt. Den Intereffen der schwerindustriellen Reaktion haben die Deutschnationalen dadurch Rechnung getragen, daß sie den Generaldirektor Haßlacher zu den bisherigen Vertretern des Montantrustes in den Reichstag entsandten. Er verdankt sein Mandat der Reichsliste. Im Zentrum sind bekanntlich 7 Abgeordnete durch die Mandatsverluste ausgefallen. Die Verbleibenden sind durchweg schon früher im Reichstag gewesen. Bei den Demokraten sind mehrere neue Mäner, an erster Stelle der Chefredakteur der„ Bos= sischen Zeitung" Georg Bernhard, der durch seine politischen und wirtschaftspolitischen Arbeiten zu den bekanntesten Persönlichfeiten der bürgerlichen Journalistit gehört. Er ist sei langen Jahren Mitglied des Borläufigen Reichswirtschaftsrats. Neu ziehen mit ihm in die demokratische Reichstagsfraktion ein Reinhold, der frühere Reichsfinanzminiffer, der Kulturpolitiker Billy Helfpach, der seinerzeit für den Reichspräsidentenposten aussichtslos fandidiert hatte, und der oldenburgische Agrarpolitifer und frühere Minister Tangen. Frisches Blut" in ihrem Sinne bringen die Führer der natio nalsozialistischen Prügelhorden durch die Wahl ihres wildesten Nadauhelden Göbbels in den Reichstag. Außerdem finden sich unter ihren neuen Abgeordneten der General Don Epp, einft Reichswehroberst in München und Butschfreund Hitlers. Eine Reihe neuer Abgeordneter, die meist politisch weniger hervorgetreten sind, stellen die Splitterparteien wie die Deutsche und die Christlich- Nationale Bauernpartei zum neuen Parlament, das fomit nicht nur in der Gruppierung der Parteien, sondern auch in der Zusammensetzung der Personen ein völlig neues Gesicht zeigen wird, da ja zu den erwähnten Veränderungen auch die durch die Erfolge der Sozialdemokratie und der Komunisten neugewählten Abgeordneten tommen. ,, Ein mächtiger Faftor Europas" Ein demokratisches Urteil aus England. Die vergaste Weltstadt. Was den Städten in einem Zukunftsfrieg bevorsteht.... Giftgaße über Hamburg! Dieser Schredensruf verbreitete| unentbehrlich, aber es wird mur in ganz minimalen Mengen auf sich mit Blihesschnelle in der Millionenstadt. Aber schon hatte die furchtbare unheimliche Macht, die man moderne Giftgafe nennt, fich langsam und unwiderstehlich über den Hamburger Hafen und die Elbinsel Wilhelmsburg herangewälzt, Tod und Verderben verbreitend. Ahnungslose Passanten wurden von dem Phosgengas, dem gefährlichsten aller Giftgase, überrascht, und im nu waren sie die Opfer diefer unheimlichen Giftwolfe. 12 Todesopfer sind bereits zu beklagen und mehr als 90 Menschen liegen unter schweren Vergiftungserscheinungen danieder. Es muß als ein feltenes Glück im Unglück bezeichnet werden, daß zu der Zeit der Explosion, die die Giftgase zum Entweichen brachte, Regen einsetzte, durch den die verheerende Wirkung start abgeschwächt wurde. Denn Feuchtigkeit jeder Art, nicht nur Regen, bildet den beffen Schutz gegen Phosgenvergiftungen. Auch die Windrichtung, durch die die Giftgaswolfen nach der Lüne. burger Heide getrieben wurden, verhinderte weiteres Unglück. Die Schuldfrage wird erst noch genau zu prüfen sein. Verschiedene, sehr dunkle Dinge werden da ihre Aufklärung finden müssen. Woher stammt das gefährliche Phosgengas? Ist es noch ein Restbestand aus der Kriegszeit oder hat es die Firma Dr. Hugo Stolzenberg, die sich in Konkurs befindet, und bei der der Gastessel explodiert ist, sich auf ungefeßlichem Wege in den Befig Dieses gefährlichsten aller Gifte gesetzt? Sind alle Vorschriftsmaß nahmen, die für die Aufbewahrung und Fabrikation von Gift- und Explosivstoffen gesetzlich gelten, getroffen worden? Und schließlich, mas wird man tun müssen, um für die Zukunft ein ähnliches Un glück zu vermeiden? Bielleicht sind die Opfer nicht umsonst gestorben! Mit unheimlicher Eindeutigkeit hat das Hamburger Unglüd die Schreden eines zufünftigen Krieges uns vor Augen geführt. Es gibt feinen Mili. tärsachverständigen von Rang, der nicht offen eingestehen würde, daß der künftige Krieg mit chemischen Mitteln, d. h. also, mit Giftgafen, ausgefämpft wird. Flugzeuggeschwader fönnen wehrlose Städte überfallen und in dem Bruchteil einer Sekunde Tod und Berderben bringen. Es gibt feinen wirklichen Schuh gegen Giftgaje. Auch Gasmasken sind ungenügend. Denn die moderne chemische Wissenschaft ist in einem unaufhaltsamen Siegeszuge begriffen und in ihren Laboratorien werden täglich neue Erfindungen gemacht, die jeden Schutz wieder illusorisch machen. Auch ist es unmöglich, alle Einwohner eines Landes mit so fostspieligen Schulz maßnahmen, wie es Gasmasken sind, zu versorgen. Verderblich wäre es, auf irgendwelche internationale Abmachungen zu hoffen. Das beste Beispiel bietet der Weltkrieg, in dem trotz der Genfer Konvention Gistgase verwandt wurden. Auch vor der Zivilbevöl ferung wird man in einem zufünftigen Krieg nicht halt machen. Die einzige Hoffnung bleibt, daß die Furchtbarkeit der modernen und zukünftigen Kriegsführung den Krieg als Mittel zur Austragung von Streitigkeiten zwischen den Völkern unmöglich macht Das Hamburger Unglück, das verursacht wurde durch ein Baar Kilo. gramm Bhosgen, das durch eine Expplosion ausströmen konnte, gramm Bhosgen, das durch eine Expplosion ausströmen fonnte. möge ein Warnungsgeldjen fein Was ist Phosgengas? 9702 bin Es ist eine Phosphorverbindung, die in ihrer Wirkung zu den furchtbarsten Berbindungen gehört, die die chemische Wissenschaft bisher gefunden hat. Ein halbes Gramm Bhosgen genügt, um pro Rubikmeter Luft einen Menschen, der diese Mischung nur eine Minute einatmet, unfehlbar zu töten. Die Menschen sterben unter schweren Erstickungs- und Vergiftungssymptomen. Im Kriege wurde Phosgengas für die berüchtigten Gelbkreuzgeschosse verwandt. heute ist Phosgen noch für gewisse chemische Farbverbindungen " der deutschen Rechtsprechung, dieses letzten. Schlupfwinkels der deutschen Reaftion, welche mit ihren ständigen politischen Fehlurteilen einen häßlichen Flecken im Antlig der deutschen Republik darstelle. Der Manchester Guardian" betont hierbei auch, daß bie zahlenmäßige Stärke der Kommunisten nicht über ihre innere Schwäche hinwegtäuschen dürfe. Sie hätten einige Sige gewonnen, trogbem aber sei ihr Aufgehen in der deutschen Sozialdemokratifchen Bartei nur eine Frage der Zeit. Die Sozialdemokratie beherrsche die Linke wie die Deutschnationalen die Rechte. Für die Zukunft der politischen Freiheit in Deutschland und deshalb Europas und für die Zukunft des internationalen Sozialismus sei die Niederlage der Deutschnationalen und der Sieg der deutschen Sozialdemofratischen Partei von größter Bedeutung. Wahrscheinlich 153! Das Ergebnis von Potsdam I. Jetzt liegt endlich das vollständige Ergebnis aus dem Wahlkreise Potsdam I( Niederbarnim) vor, nachdem die bisher fehlenden Endziffern aus Reinickendorf amtlich festgestellt worden sind. Danach stellt sich das Verhältnis der Parteien wie jolgt: • • Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Deutsche Volkspartei . Kommunisten Demokraten. Linfe Kommunisten 341 314( 275 436) 224 135( 284 814) 21 367( 22 555) '64 752 ( 71 100) 168 006( 109 957) 50 489 3811 ( 56 847) 16283 15447 ( 43 823) ( 25 751) . Reichspartei für den Mittelfland 49 716 Nationalsozialisten, Bölfisch- nationaler Blod London, 22. Mai.( Eigenbericht.) Der Manchester Guardian" widmet feinen, die deutschen Wahlen würdigenden Artikel beinahe ausschließlich einer Betrachtung der Rolle der deutschen Sozialdemokratie in der deutschen Politik. Nachdem festgestellt worden ist, daß der deutsche Nationalismus eine sterbende Größe darstelle und das deutsche Bolt eine friedliche Beilegung aller Meinungsverschiedenheiten mit seinen früheren Gegnern wünsche, heißt es im Hinblick auf die deutsche Sozialdemo tratische Partei, fie sei es gewesen, welche den Krieg beendet, den Bürgerkrieg verhindert und damals vielleicht die Zivilisation in Deutschland gerettet habe. Durch die Spaltung inner- Durch die Hinzurechnung der verspätet eingegangenen Wahllich geschwächt, habe die deutsche Sozialdemokratische Partei erst in ziffern von Reinickendorf erhöht sich die Stimmenzahl unserer den lezten zwölf Monaten ihr altes Selbst wiedergefunden und ihre Partei im Wahlkreise Potsdam I von 316 000 auf 341 000 und alte Aufgabe der Berwirklichung des Sozialismus wieder aufge durch Hinzuzählung der Reststimmen aus dem Wahlkreis Frankfurtgriffen. Mit ihrer Mitgliedschaft von mehr als drei Biertelmillionen, Oder entfällt daher auf unsere Liste das sechste Mandat. Dadurch mit ihrer ungeheuren Disziplin und ihrem starten Einfluß auf die ist der Genosse Frig Ebert jun. gewählt. Für das Rest deutsche Gewerkschaftsbewegung stelle die deutsche Sozialdemokratische mandat auf der Reichsliste bleiben dann nur noch 28 000 Stimmen, Bartei einen der eindrucksvollsten und mächtigsten während im Minimum 30 001 Stimmen dafür erforderlich sind. Fattoren des modernen Europa dar. Beniger dog. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß sich unsere Gesamtstimmenzahl matisch als früher, sei die Partei heute erfahrener, gefchickter und im Reich durch nachträgliche Feststellungen noch um die fehlenden realistischer, Die erste prattische Aufgabe, der sich die Sozialdemo, 2000 Stimmen erhöht, so daß nicht 152, sondern 153 Sozialdemo | tratie in der Regierung gegenüber Jehen werde, fei die Reform fraten gewählt sein werden. gespeichert und verwandt, und unter Einhaltung aller nur erdenk lichen Vorsichtsmaßregeln aufbewahrt. Auf jeden Fall ist es mun Aufgabe der Behörden, die Schuldfrage eingehend zu prüfen. Be deutende Berliner Chemiker sind nach Hamburg gefahren, um den Sachverhalt zu untersuchen und um die Gefahren abzuschwächen. Daß sich der Bevölkerung begreiflicherweise-eine große Beunruhi gung bemächtigt hat, ist nicht wunderzunehmen, aber gleichzeitig. fann mit aller Entschiedenheit behauptet werden, daß dieser Fall einzig dastehend ist und daß ein Grund zur Beunruhigung nicht vorliegt. Die Giftgase find in ihrer Wirkung verschieden. Zu den erflidenden Gasen gehören Chlor, das die Schleimhäute heftig angreift, es ist zweieinhalbmal schwerer als die Luft und hält sich am Boden. Schwefeldioxyd erkennt man daran, daß es bei Gegenwart von Wasser die Pflanzenstoffe entfärbt( daher erhält bei einem mit ihm ausgeführten Gasangriff die gesamte Begetation ein geiſterbleiches Aussehen). Erstidend und Tränen erzeugend wirken Phosgen und Ammoniat, ferner Chlortohlensäuremethylester, eine scharfriechende Flüssigkeit, die Chlor abgibt. Stark giftig ist in seiner Wirkung ferner gasförmiger Phosphorwasserstoff( Phosphin). Ja den legten Kriegsjahren wurde auf beiden Seiten besonders Senfgas verschossen und die furchtbar giftige Blausäure. Inzwischen hat die chemische Wissenschaft bestimmt neue Berbindungen entdeckt, die noch verheimlicht werden und die in ihrer Wirkung die bisher befannten sicherlich übertreffen. Es ist teine schöne Aufgabe, sich mit diesen unheimlichen Waffen, die die moderne Wissenschaft zu Vernichtungszweden geschaffen hat, zu beschäftigen. Und es ist gewiß nicht die Aufgabe der Wissenschaft, Stoffe zu finden, die das Leben pernichten, sondern ihr höchstes Ziel muß sein, Kräfte und Energien zu schaffen, die das Leben erhalten, fördern und erhöhen. Die Opfer des Todesgases. Die Zahl der Todesopfer der Hamburger Gistgastata strophe beträgt neun. Leider ist zu befürchten, daß von den rund 250 unter den Einwirkungen des Phosgengases Erkrankten, die in Hamburger und Harburger Krantenhäusern liegen, noch weitere Todesopfer zu beklagen sein werden. Bei vielen Vergifteten, bei denen nach der ersten ärztlichen Behandlung eine wesentliche Besserung zu verzeichnen war, find sawere Rückschläge in dem Bes finden eingetreten, so daß viele in Lebensgefahr schweben. Dieser eigenartige Krankheitsverlauf beruht auf dem heimtückischen Cha rafter dieses Giftgases, dessen schmere Gesundheitsschädigungen sich vielfach erst nach einigen Tagen in ihrem gangen Umfang bemerkbar machen. Es besteht auch die Gefahr, daß eine ganze Reihe der Bes troffenen für lange Zeit, wenn nicht für ihr ganzes Leben, an ihrer Gesundheit Schaden genommen haben. In den Krankenhäusern be findet sich außerdem eine ganze Reihe von Personen, die nur zur Beobachtung dortbehalten werden, da auf den Aufruf der Behörden, daß jeder, der über plögliche Atmungsbeschwerden und lebelkeit zu tlagen habe, sich melden solle, neue Einlieferungen in die Kranten häuser erfolgt sind. Im übrigen ist jetzt sowohl in Hamburg wie in Wilhelmsburg die Gefahr völlig beseitigt. Die Untersuchung der Hamburger Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei über den Hergang des Unglücks ist natürlich noch in vollem Gange. Auf Grund der geftrigen Konferenzen der beteiligten Stellen ist heute bereits mit dem Abtransport der auf dem Gelände der Chemiſden Fabrit Dr. Stolzenberg noch lagernden weiteren Bhosgengasmengen begonnen worden, wobei umfangreiche Borsichtsmaßnahmen getroffen worden sind. Aus den großen Tants wird das Gas in Stahlflaschen umgefüllt und zur Verwendung in der Industrie schleunigst weitergeleitet. Der Lagerplatz selbst ist noch immer in weitem Umfreife abgesperrt, während sonst im Hafen selbst und in den benachbarten Straßenzügen der Verkehr wieder seinen normalen Gang geht. Wünsche zum Wahlfieg. Bern. Zu den glänzenden Wahlfiegen unserer deutschen Bruderpartei, von denen wir heute die erfreuliche Kunde erhalten, unfere aufrichtigften Glückwünsche! Sozialdemokratische Partei Schweiz. Präsident Reinhard. Paris. Glüdlich und stolz über Euern Sieg, der ein Sieg des Sozialismus und des Friedens ist, senden wir Euch unsere brüderlichen Grüße. Paul Faure, Leon Blum. Beim Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei laufen fortwährend neue Glüdwunsch depeschen zum Siege der Sozialdemokratie ein. Wir verzeichnen davon die folgenden: Graz: Herzlichen Glückwunsch zu eurem überwältigenden Wahlfieg, der auch in der steirischen Arbeiterschaft helle Freude und Begeisterung ausgelöst hat. Für die Landesparteivertretung. Machold, Borsitzender. Warschau: 3um glänzenden Wahlerfolg herzliche Wünsche! Frauenzentralfomilee der Polnischen Sozialistischen Partei. Kluszynska. Bodenbach: Große Versammlung der Parteiorganisation Bodenbachs sendet zum Wahlerfolg herzlichste Glüdwünsche. Ihme. Helsingfors: Brüderlichen Greß und Glückwunsch zum Wahlsicg! Hoch Deutschlands Sozialdemokratie! Sozialdemokratischer Parteivorstand Finnlands, Wiit. Namens Zehntausender organisierter jüdischer Proletarier aller Länder begrüßen wir die deutsche Arbeiterklasse zum herrlichen Sieg Jüdischer Sozialistischer Arbeiterverband, Poale 3ion. Locker. Kattowih: Die deutsche Arbeiterschaft Bolens bringt euch zum Wahlsausgang die herzlichsten Glückwünsche dar Möge euer Sieg zur Verständigung mit Bolen beitragen. Deutsche Sozialistische Arbeitspartei. Romoll. Amfterdam: Die Federation Amsterdam der Sozialdemokras tischen Arbeiterpartei sendet ihre herzlichen Glückwünsche zu dem errungenen Sieget IT Rückgang der Minderheiten. Sie sehen ihre Interessenvertretung in der Sozialdemokratie. Warschau, 22. Mai. Die Tatsache, daß die Polen nicht nur tein Mandat für den Reichstag gewonnen, sondern auch die beiden, die sie bisher im Preußischen Landtag innehatten, verloren haben, hat hier einen niederdrückenden Eindruck hervorgerufen, um so mehr, als die polnische Presse gern mit gänzlich aus der Luft gegriffenen phantastischen Zahlen von 1½ Millionen Polen in Deutschland arbeitet. Um den unangenehmen Eindruck zu verwischen, wird hier in nationalen Kreisen versucht, den Mißerfolg der polnischen hier in nationalen Kreisen versucht, den Mißerfolg der polnischen Liste einem angeblichen Wahlterror, der gegen die Minderheiten geherrscht haben soll, zuzuschreiben. Es ist natürlich eine nationalistische Verdrehung in der nationalen Presse Polens, wenn sie den Rückgang der polnischen Stimmen bei den Reichs- und preußischen Landeswahlen auf einen angeblichen Terror zurückführt. Die Dinge liegen genau umgekehrt: Mit dem Niedergang des Deutschen geht auch der Nationalismus der Minderheiten zurück. Der 20. Mai hat bewiesen, daß die Minderheitenpolitik Preußens die richtige war. Die Minderheiten entdeckten, daß ihre Interessen bei der von der Sozialdemokratie beherrschten Preußenrgierung gut aufgehoben maren. M Die nationalen Minderheiten stellten in Ostpreußen Listen auf ( polnisch, litauisch, majurisch), in Oppeln, Breslau, Liegnig trat die Katholisch Polnische Volfspartei" auf den Plan, in Osthannover und Leipzig eine„ Polnische Volkspartei", in Düsseldorf Ost und West, Westfalen Süd und Nord eine Bolen Partei", in Dresden- Baußen eine Wendische Boltspartei", in Schleswig ein ( dänischer) Schleswiger Verein" und eine Liste Friesland". Diese Listen sind in der Reichs- und Landesliste der Nationalen Minderheiten" vereinigt. Sie erhielten 1924 93 000 Stimmen und fein Reichstagsmandat, im Landtag einen Wahlkreissiz( in Oppeln mit 42 000 Stimmen) und daher auch einen Landessiz. " Diese Stimmenzahlen sind jetzt überall zurückgegangen. In Oppeln haben die Polen nur noch 25 000 Stimmen, in SchleswigHolstein die Dänen statt 5100 nur noch 2400. Da die Polen feinen Kreissig mehr erlangen fonnten, haben sie auch ihr zweites Land tagsmandat eingebüßt. Die Stimmenzahl der Minderheiten ist auf 70 700 zurüdgegangen. Der Rückgang ist in den Grenzgebieten Oberschlesien und Schles mig besonders start. Dort ist er der Sozialdemokratie zu= gute gekommen. Werden die berechtigten Kulturforderungen der nationalen Minderheiten durch eine Politik nach internationalen Gesichtspunkten erfüllt, dann klingt ihr Nationalismus ab, irredentische und nationalistische Gelüfte verschwinden. Die natioralen Minderheiten strömen zur Sozialdemokratie, um an deren Emanzipationsfampf in Reih und Glied teilzunehmen. Weiterer sozialdemokratischer Erfolg. Die Dorimunder Stadtverordnetenwahlen. Dortmund, 22. Mai. Bei den Stadtverordnetenwahlen für Groß- Dortmund erhielten von 79 Sigen die Sozialdemokraten 30( 19), Deutschnatio nale 4( 4), 3entrum 16( 16), Deutsche Volfspartei 11( 9), Rommunisten 10( 8), Demokraten 4( 4), die Linksfommunisten 1( 0), Birtschaftspartei 1( 2), Kriegsbeschädigte 2( 2) Gize. Wenn Standesherren flagen. Die Rentenansprüche der Arenberg und Salm. In dem Prozeß des Herzogs von Arenberg und der Fürsten Salm- Salm und Salm Horstmar gegen den preußischen Fiskus zur Unterbrechung der Verlängerung der der Rentenansprüche aus den Jahren 1920 bis 1924 wurde heute non der dritten Zivilkammer des Landgerichts Münster folgender Standpunkt eingenommen: Die Zivillammer 3 Die Zivillammer 3 bewilligt durchschnittlich 40 Pro3. ten Klägern auf ihre rückständigen Forderungen seit dem Jahre 1920. Danach erhält der Herzog von Schaljapin als Mephisto. Städtische Oper. Das Debut Schaljapins in der Staatsoper als Boris Godunom hatte noch nicht alle Wünsche befriedigt, die man, dem Weltruhm preisen, zu hegen sich berechtigt fühlte. In der Staatsoper entdes großen Russen entsprechend, und seinen unerschwinglichen Starwickelte sich gestern erst das erwartete Bild die Bombenrolle, Stimmung des Hauses, ausgedrückt durch spontanen Beifall und die den Künstler von seinen besten Seiten zeigt, die gehobene stürmische Dacaporufe. In der Tat hatte Schaljapin einen großen Abend, und was man sah und hörte, hinterließ unvergeßliche Eindrücke. 24 Dennoch Piotrowity als Fauft imponierte durch seine Erscheinung und durch einige glänzende hohe Schmettertöne. Auch Marianna Gonitsch als Margarethe hatte ihre Qualitäten. Emil Cooper bewährte sich wieder als sicherer und diesma: auch dramatisch wirkungsvoll und straft gestaltender Dirigent, so daß die Aufführung auch, abgesehen von Schaljapin, ein hohes Niveau hielt. Die Sünderin." Titania- Palast. Dr. Hr. Die Sünderin ist die Firma, die den Film herstellen ließ. Sie beauftragte den Regisseur Mario Bonnard, der aus Italien fommt, einen Film zu machen, und Herr Bonnard schrieb sich für seine Zwede ein hochdramatisches" Manuskript. Gounods Faustoper, melodiegesättigt, romantisch- sentimental, nicht selten operettenhaft- banal, ist mun freilich alles andere als eine Gelegenheit, Dämonie und Heroismus zu beweisen: Dieser Mephistopheles ist seiner von Goethe empfundenen Metaphysik entfleidet, er ist vermenschlicht, zum Opernheld degradiert, ein bösa artiger Verführer ohne philosophischen Hintergrund. Also, erst regnet's furchtbar, und dann fneift eine Frau aus bleibt er der Teufel, das böse Prinzip, und ein Künstler wie und läßt Mann und Kind im Stich. Dann regnet's abermals Schaljapin tann nicht anders, als diese Gestalt wieder beispielhaft furchtbar und die Tochter der Frau fneist aus und wird dadurch und symbolisch darzustellen. Er vollbringt das durch die ungemein die Heldin des Films. Odette( so heißt diefe Lochter), geht nur intensive Kraft seiner Geste und durch die monumentale Macht seiner einmal allein in ein Vergnügungslokal und wird auf der Straße Stimme. Schaljapin entwickelt seine Rolle aus der rotglühenden sofort von der Sitte aufgegriffen. Auf der Krankenstation der Atmosphäre des Verführers und Menschenverächters in die drohende Polizeiwache trifft sie( was natürlich dem Zuschauer bemußt wird) Nacht einer finsteren. verderbenbringenden Schicksalsmacht. Wenn ihre Mutter, die inzwischen Nonne geworden ist. Der wütende er das Lied vom goldenen Kalb wiederholen muß, dann ist er Bapa schidt Odette ins Kloster. Odette kneift aus, sie wird Kellnerin noch ganz der geschmeidige, in seiner Beweglichkeit flammenhaft in einer Künstlerkneipe, bis ein junger Maler fie mit in sein Haus züngelnde Lockvegel der Hölle; in der Kirchenszene mit Gretchen nimmt. Dann regnet's wieder furchtbar, und die keusche, uneigenredt er sich ins Geisterhafte, wird unpersönlich und dämonisch, ein nügige Geliebte des Malers geht auf und davon und überläßt frei. Monument des Bösen. Wundervoll als Regieeinfall, wie er nach willig Odette den Play. Doch Odette verliebt sich in den Geliebten dem Kampf mit Valentin den schwarzen Mantel um den Degen einer Prinzessin, und um ihn zu befizen, das heißt, ihn bezahlen schlingt und ihn wie eine Fahne des Reichs der Finsternis zu können, wird sie die Geliebte eines reichen Bankiers. Zum schwenkt. Grimmig und hohnvoll mit dem schneidenden Lachen des Schluß ist der Maler ein Säufer geworden, der Geliebte flieht. der Verworfenen singt er die Serenade, die vielleicht den Höhepunkt völlig ruinierte Bankier stirbt und Odette geht ins Kloster. Das des Abends darstellt und ebenfalls wiederholt werden muß. Stimm-| verfilmte Mario Bonnard, indem er die amerikanische Naivität lich entfaltet Schaljapin seine ganze, bärenhafte Kraft, ohne seine unterbot und die italienische große Geste überbot. Es herrschte ein Stimmfultur mit ihren reichen flangmodulatorischen und dynamischen erschreckender Wirrwarr, in dem sich Elisabeth Binaieff, immer Möglichkeiten zu vergessen. glutäugig und immer fesch, recht gut zurechtsand. Alle übrigen Darsteller wurden Opfer der Regie. Das Publikum, das sich bei der famosen Bühnenschau Ernest und Yvonne und den 4 Franklins außerordentlich beifallsfreudig zeigte, wehrte sich ganz energisch gegen die Sünderin. Sehr angenehm überrascht diesmal das Ensemble. Der Valentin des Boris Popoff fonnte einen Sondererfolg buchen, der angesichts der practvollen Stimme und der ausgezeichneten Gestaltungsweise des Sängers gerechtfertigt war. Petraustos Der Freischüß. 21 Staatsoper am Plah der Republik. Entromantisierung der Oper, dies ist das Leitmotiv der Neuinszenierung. Nichts ist vom alten geblieben. Ewald Dülberg baut zuerst einen düsteren stilisierten Wald auf. Diese Szenerie bildet nicht den Rahmen für zarte Herzensergießungen, wohl aber für den Auftritt Samiels und für das Trinklied Kaspars. Radikaler ohne jebe Dekoration, völlig stimmungslos, wenn das Scheinwerfernoch verfährt Dülberg mit Agathens Zimmer. Hohe weiße Räume licht nicht wäre. Eine schwierige Operation, doch das Bühnenbild steht im Einklang mit der Regie und mit der Musit, wie sie Alexander pon Zemlinsky interpretiert. Orchester und Chor sind von vorbildlicher Eraktheit. Zemlinsky setzt seinen Ehrgeiz nicht darein, die Tempi zu ändern oder sie zu start persönlich zu nehmen, aber er verteilt die Lichter anders als man es gewohnt ist. Er verweilt nicht bei den bekannten Dingen wie der Agathenarie oder dem großen Finale, er legt den Hauptakzent auf die Düsteren, auf die dramatisch bewegten Teile der Partitur. Hinter der Kulisse der romantisch verträumten Wald- und Liebeslyrik entdeckt er die Umrisse eines Musikdramas, die er gemeinsam mit der Regie flar enthüllt. Der neue Gastregisseur Dr. Henn vermeidet jede leere Geste, jede Opernpose. Die Sänger enthalten sich tonventioneller Bewegungen, fie spielen mit einer ,, Unterwelt." 3m Ufa- Palast am 300. c. b. Der neue amerikanische Film, der drüben großes Auffehen gemacht hat, ist das Werf eines bei uns noch nicht befannten neuen Filmregisseurs Josef von Sternberg. Er geht seine Wege für fich, er mill feine Berherrlichung des Berbreders, tennt feine Romantit, aber auch feine soziale Untersuchung, er nimmt seine Typen einfach aus dem Leben, in diesem Falle aus den Polizeiaften Er arbeitet mit stärksten Spannungen und fein Held" Bull Weed New Yorks oder irgendeiner anderen amerikanischen Großstadt. ist auch der geeignete Mann dazu, eine kraftgeladene Natur, die mit der Selbstverständlichkeit eines Naturereignisses Banken ausraubt, seiner Freundin zuliebe bei hellem Tage einen wahnwißigen Juwelenraub begeht und in der Rage einen anderen Verbrecherhäuptling erschießt. Diese Sensationen, denen nachher der Ausbruch aus dem Zuchthaus und die tolle Verteidigung eines Schlupfwinkels( ein zweites Fort Chabrol) folgt, mürden uns allein nicht auf die Dauer interessieren; aber es fommen interessante Einblide in das Verbrecherleben und in die Verbrecherseele dazu. Dieser Gewaltmensch ist zugleich ein guter Kerl, der sich eines armen Teufels, eines durch den Suff herabgekommenen Rechtsanwalts, des " Professors" annimmt und für seine Geliebte, die Feder- Else, fürforglich eintritt. Die Charakterzeichnung dieser drei Menschen, die in Conner miteinander ireten, läßt aufhorchen und Anteil aufkommen. Der Schluß ist bewußt- sentimental. Bull Weed ergibt Arenberg einen Betrag von 64 860 m. nebft 5 Broz. Zinsen, Fürst die man immer wieder bewundern muß. Der Freskostil des Bühnen- lich nach einer unerhörten Verteidigung freiwillig der Polizei, da Salm- Salm 96 000 m. nebst 5 Proz. Zinsen unter Abzug der 3wischenzahlungen in Höhe von 7461 M., Fürst Salm- Horstmar wird die Summe von 186 144 m. zugesprochen unter Abzug etwa geleisteter Meinerer 3wischenzahlungen. Von den Kosten fallen den Standesherren sechs Behntel und dem Staate vier Behntel zu. Es ift fraglich, ob es bei diesem Urteil sein Bewenden hat. bildes und der Musik verlangt eine Darstellung, die sich von Details fern hält und nur den Typ herausarbeitet, deshalb erhalten diese Menschen etwas Holzschnittartiges, das beim Kaspar Abendroths am ausgeprägtesten in die Erscheinung tritt. er erlebt hat, daß es etwas höheres im Leben gibt, als rohe Gemalt wahre Treue bewahren und ihr Leben für ihn einsetzen. Er will und nur für sich sein, daß seine Geliebte mie sein Freund ihm ihrer Liebe nicht im Wege stehen. Die Bergkatastrophe in Pensylvanien. bach. Gifinger, die Hammes, Kaiman oder Freund find feine lichkeit für sich und alle zugleich im ausgezeichneten Ensemblespiel. Man rechnet mit 150 Toten. New York, 22. Mai. In der Materngrube find mehrere hundert Mann ſtarte Rettungsabteilungen, die mit Gasmasken und allen modernen Hilfsmitteln ausgerüstet sind, immer noch fieberhaft bei der Arbeit, um die eingeschlossenen Bergarbeiter zu erreichen. Gegen Mittag waren 68 Leichen geborgen, davon waren sieben durch Brandwunden vollständig unkenntlich. Mehrere Arbeiter wurden bei den Rettungsarbeiten durch Giftgas betäubt. Die Leitung des Berg werts rechnet mit einer Gesamtzahl von etwa 150 Tofen. Der staatliche Berginspektor vertritt die Ansicht, daß die in der Grube eingeschlossenen erfahrenen Bergleute sich in den äußersten Teilen des Bergwerks abgesperrt haben werden. Er hält es deshalb trotz des Feuers für möglich, daß noch einige der Bergleute lebend vorgefunden werden würden. Unter den verzweifelten Familienmitgliedern der Bergleute, die an der Einfahrt der Grube auf Nachrichten über ihre Angehörigen harren, befindet sich ein älteres Ehepaar namens Boot, dessen vier Söhne am Sonnabend zum ersten Male in das Bergwert einfuhren, und die sich jetzt unter den Eingeschlossenen befinden. Durch Draht und Funk. Der tschechische Außenminister Benesch hatte, da Dr. Stresemann noch teine Besuche empfängt, mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Schubert eine lange Unterredung. Es wurden Dor allem Probleme der allgemeinen Politit, die zum Intereffen treife der Locarnomächte gehören", erörtert. Die Bereinigten Staaten laden jetzt die britischen Dominions zu den Berhandlungen über den Antifriegspaft ein. Mit Kanada und Irland wird dirett, mit Australien, Südafrika, Neuseeland und Inbien durch das Londoner Auswärtige Amt verhandelt. Regie, Musik und Bühnenbild schmelzen zu einer künstlerischen Einheit zusammen. Aber dieser diftatorische Wille zum Stil läßt eins nicht vergessen, den Mangel an Stimmen. Sie alle, die HeidersSänger und sind keine künstlerischen Persönlichkeiten von über ragendem Format, und vielleicht ist deshalb allein diese Geschlossenheit der Aufführung möglich, denn Abendroth und Eric Wirl sprengen fast den enggezogenen Rahmen. Auch Wirl hat Stimmmängel. Die Höhe kann er nur mit großer Vorsicht erreichen, aber er ist mehr als der durch die Regie erzogene Darsteller, er geht über den Typ hinaus, er t in Geste und Stimmausdruck von höchst persönlicher Prägung. F. S. der Sowjetunion angenommene neue Urheberschutzgesetz sichert dem Der Urheberschutz in der Sowjetunion. Das von der Regierung Autor ein lebenslängliches Recht auf sein Wert zu, während die Schutzdauer bisher auf 25 Jahre festgesetzt war. Eine Ausnahme bilden choreographische Werke, Pantomimen, Filmterte und Film streifen, für die das Urheberrecht auf 1 Jahre beschränkt wird, wie auch Lichtbilder, die nach dem neuen Gesetz 5 Jahre lang Eigentum des Autors bleiben. Nach dem Tode des Autors geht das Urheber: recht für die Frist von 20 Jahren an die Erben über Das Recht des Autors auf sein Wert tann durch entsprechende Verträge mit Berlegern aufgehoben werden; ebenso tann es von einer Sowjetrepublit zwangsmäßig, jedoch gegen Entgelt, erworben werden. Das Flugzeug, das in der Luft stehen bleibt. Der Major im britischen Flugdienst, England, wird dieser Tage an Borb feines Flugzeuges„ Tignola" eine große Auslandsreise antreten. Sie hat den Zweck, die praktische Berwendbarkeit der von ihm erfundenen Flügelfonstruktion zu erproben, die dazu dient, ein Flugzeug, das feine Bewegungsfähigkeit verloren hat, in der Luft im Gleich gewicht zu erhalten. Major England wird auf seiner Reise auch Deutschland besuchen. Die Technifer der verschiebenen Länder werden eingeladen werben, das System Englands zu prüfen und praftisch zu erproben, Auf dem Flugplatz Cridlewood hat er selbst bereits eine Reihe von Probeflügen vor Flugzeugfachverständigen verschiedener Länder ausgeführt. Sein System der„ Stabilisierung" ist auch versuchsweise bei einer großen 3ahl von britischen Militärflugzeugen eingeführt worden. 3m Theater am Rollendorfplatz beginnt am 1. Suni bie Sommet spielzeit unter ber fünstlerischen Leitung von Emil Lind. Die Regie weiß nicht nur zu spannen und zu straffen, sondern gibt auch die nötigen Ruhepunkte dazwischen; der Verbrecherball ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Drei erstklassige Darsteller standen im Dienst des Films, jeder eine ausgesprochene Persön George Bancroft ist dieser furchtlose Draufgänger und rüdfichtslose Verbrecher, der doch wieder mit seinem breiten Gelächier und einer Lust am Leben den Eindruck eines famosen Keris zu erweden weiß. Gerade im Gegensah dazu ist Clive Brook der beklassierte Schwächling, das Opfer des Alkohols, der aber seinen guten Kopf und seine guten Manieren beibehalten hat( der" Profeffor"). Rührend ist seine Treue und Anhänglichkeit an den Starten gekennzeichnet. Zwischen beiden Evelyn Brent, ein entzückendes Geschöpf, das aus ihrem Lasterleben rein hervorgegangen auszudeuten. Auch die kleineren Rollen sind alle hervorragend zu sein scheint. Mit diskretesten Mitteln weiß sie alles an- und besetzt, besonders Fred Kohler stellt den Gegensatz zu Bull Weed, dem wilden jähzornigen Keri, meisterhaft dar. T. Hotel Drouot brachte ein Hut Napoleons 37 500 Franken, alfo etwa 6000 Mart. Es ist ein schwarzer Filzhut mit niedrigem Kopf, der der Zeit des Konsulats oder den ersten Jahren des Kaiserreichs an gehört. In dem Hut befindet sich eine Karte mit dem Namen des Huts machers, und der unscheinbaren Kopfbedeckung ist ein Zeugnis beigegeben, unterzeichnet pon Charles Perrot aus dem Jahre 1859, in dem versichert wird, der Hut sei von dem früheren Kammerdiener des Kaifers Constant erworben worden. Unterwelt" in neuer Zertiaffung von Günther Bibo und musikaliser Einrichtung von Theo Madeben. Die Regie führt Fris Hol. Ein Hut für 6000 Mart. Bei einer Bersteigerung im Pariser Die Boltsbühne bringt am 1. Suni Effenbach, Orpheus in der Chm Welts Kreuz brat me murde von der Volkebühne Berlin zur Ausführung für die nächste Spielzeit erworben. Der neue Große Brodhaus". In absehbarer Zeit wird der„ Große Brodhaus", das Handbuch des Wissens in zwanzig Bänden, wieber er scheinen. Der Große Brodhaus", so beißt es in der programmatischen Anfündigung, will das große deutsche Nachschlagewerk ber Gegenwart fein, für die Deutschiprechenden in aller Welt, ohne Rücksicht auf Staaten und Grenzen; in fait zwanzigjähriger Arbeit wurde die gehaltige Aufgabe erfüllt, das Weltbild einer neuen Generation zusammenzusaffen." Eine Sportärztliche Bera ung stelle ist jetzt von der Universität Berlin gemeinsam mit der Etadtverwaltung an ber zweiten Medizinischen Üniversitätstlinit eingerichtet worden. Sie untersteht dem Privatdozenten Dr. Herbert Herrheinier. Familientragödie im Westen. Mord und Selbstmordversuch eines Generaldirektors. In dem Hause kaldreuthstr. 16 hat sich in der vergangenen Nacht eine furchtbare Familientragödie abgefpielt. Heute früh wurde der Inhaber der Wohnung, der Generaldirektor Erich Roßdeutscher, neben dem Bett feiner Ehefrau in schwer verletztem Zustand aufgefunden die Ehefrau selbst lag erschossen im Bett. Bisher wurde folgendes festgestellt: In der Kalkreuthstr. 16 wohnte seit längerer Zeit in großen und herrschaftlich ausgestatteten Räumen, die sich auf das hohe Erdgeschoß und den ersten Stock erstrecken, der 69 Jahre alte Generaldirektor Erich Roß deutscher mit seiner 62 Jahre alten Ehe: frau Hedwig, geb. Zucker. Die Eheleute hatten einen einzigen Sohn, der im Weltkriege gefallen ist. Dieser Verlust bedrückte sie immer noch sehr schwer. Dazu kam, daß die Geschäfte der Teppichimportfirma, deren Generaldirektor Roßdeutscher war, nicht mehr nach seinem Wunsche gingen. Er wollte deshalb seinen Haushalt auflösen und die große Wohnung aufgeben. Eine Hausangestellte, die der Frau als Stütze diente, sollte heute morgen entlassen werden. Die Eheleute, Sie in getrennten Zimmern schliefen, ließen heute früh nichts von sich hören. Hausangestellte, die daraufhin gegen 7 Uhr das Schlafzimmer der Frau aufsuchten, erlebten eine schreckliche Ueberraschung. Die Frau lag regungslos im Bett und vor ihrem Bette lag schwer röchelnd, der Mann. Die Polizei des 177. Reviers murde benachrichtigt und Kriminalbeamte erschienen alsbald mit einem Arzt, der feststellte, daß die Frau durch einen Kopfschuß getötet war. Auch der Mann blutete aus einer Schußwunde an der rechten Schläfe, gab aber noch Lebenszeichen von sich und wurde nach dem ElisabethKrantenhause gebracht. Hier liegt er besinmungslos und schwer danieder. In Abschiedsbriefen an Freunde hat Roßdeutscher über den Beweggrund zu seiner Tat sich geäußert. Man weiß jedoch nicht, ob er die Frau mit ihrem Einverständnis oder gegen ihren Willen erschossen hat. Die Kriminalpolizei versucht, auch nach dieser Richtung Aufklärung zu schaffen. Die Leiche der Frau wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Soweit es sich bisher Arbeitsgericht ein. Dann reiste er wieder in seine Heimat und ließ fich vor dem Gericht durch einen Offizialverteidiger vertreten. Und der führte die Sache seines Klienten zum gerechten Sieg. Wenn nämlich ein höflicher Berliner Geschäftsmann, so argumentierte der Prozeßvertreter, einen Bayern anstelle, so müsse er mit dessen besonderer Eigenart rechnen. Die Bayern sind rauher wie die Berliner, fie find weniger höflich. Wenn in München ein Kunde im Laden so angeredet wird, wie es der Kläger tat, so macht das gar nichts aus. Das gehört dort eben zum Kundendienst. Der Berliner Arbeitgeber hätte seinen bayerischen Angestellten erst einmal zur Berliner Höflichkeit erziehen Bierzigstundenwoche in Amerika. In Europa will man den Achtstundentag abbauen. Laut International Labor News Service"( ILNS.) hat eine der größten Firmen der Bekleidungsindustrie der Vereinigten Staaten nach eingehenden und sehr sachlichen Verhandlungen mit der Vereinigten Bekleidungsarbeitergewerkschaft beschlossen, ab 1. Mai die Fünftagewo che einzuführen und zwar so, daß an fünf Tagen der Woche je acht Stunden gearbeitet und für den dadurch verursachten Ausfall an Arbeitsstunden gleichzeitig eine Lohnerhöhung eingeführt wird. In der bei dieser Gelegen heit veröffentlichten Bekanntmachung sagt die Geschäftsführung des Unternehmens u. a., daß sie die Einführung der 40- Stunden- Woche schon seit einiger Zeit in Erwägung gezogen habe und zum Schluß gekommen sei, daß die Fünftagewoche mit je acht Stunden Tagesarbeit ,, wirtschaftlich gesund" sei. Ferner wird gesagt, daß die Entwicklung der modernen Technik und die größere Arbeitsleistung des Durchschnittsarbeiters in den Betrieben die Einführung der verkürzten Arbeitszeit rechtfertige. Der JLNS. bemerkt in diesem Zusammenhang, daß ohne Zweifel andere Unternehmer diesem Beispiel folgen werden. Dies ist bereits geschehen, indem soeben die größte Firma der Befleidungsindustrie von Neu- England ebenfalls die Einführung der 40- Stunden- Woche ankündigt. Beide Firmen unterhalten mit der Vereinigten Bekleidungsarbeitergewerkschaft seit vielen Jahren die letztere Firma seit 30 Jahren die besten Beziehungen und Arbeitsübereinkommen, wobei 3. B. auf allen von ihnen hergestellten Kleidungsstücken als Zeichen der unter gewerkschaftlichen Bedingungen erfolgenden Produktion die„ Union Label"( Gewerkschaftsmarke) angebracht ist. In der alten" Welt haben unterdessen die Unternehmerdelegierten im Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes alle Hebel in Bewegung gesezt, um Bestimmungen für die Revision internationaler Konventionen zu erwirken, die eine völlige Vernichtung der 48- Stunden- Woche ermöglichen. Wenn es ihnen auch auf Grund der energischen Stellungnahme der Arbeitergruppe nicht gelungen ist, im ersten Anlauf die Stellung zu nehmen, 10 erhielten sie doch wenigstens die Genugtuung, daß die Frage der sofortigen Revision des Washingtoner Uebereinkommens lediglich ,, vertagt" wurde. Dies muß für die Arbeiter bedeuten, daß die am 1. Mai in so bewundernswerter Weise eingeleitete Agitation mit aller Kraft fortgesezt und vom Plage der öffentlichen Demonstration in die tägliche Wirksamkeit, in jede Ortsgruppe und jeden Betrieb getragen werden muß. Der Stein ist im Rollen und bereits ist man sich auch in breiten Kreisen des Unternehmertums darüber klar, daß die Arbeurteilen läßt, scheint Frau Roßdeutscher von dem Borhaben ihres Arbeitersamariter geleiten einen Alten zur Wahl. beiter nicht nachgeben werden und die Forderung des AchtstundenMannes feine Kenntnis gehabt zu haben. Während er manches andere noch geregelt hatte, hat er ihr den bevorstehenden Zusammenbruch wohl nicht offenbart, ihr auch wohl nicht gesagt, daß, wie er mußte, heute morgen der Gerichtsvollzieher fommen mollte. Der rauhe, aber herzliche Ton. Der Berliner ist höflich- sagt das Arbeitsgericht. In unserem lieben Vaterland wird ganz allgemein behauptet, daß die Berliner unhöflich sind. Geradezu gefürchtet ist ihr sagen wir Mundwerf. Aber offenbar ist der Berliner sehr viel besser, nicht nur als sein Ruf, sondern auch besser als Volksgenojien aus anderen deutschen Gauen. Eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin hat das jedenfalls zweifelsfrei zutage gefördert. Der Kläger war ein waschechter Bajuware, der in einem Ber liner Einzelhandelsgeschäft fristlos entlassen war. Als Grund war angegeben sein schlechtes Benehmen der Rundschaft gegenüber. Kam nämlich jemand in den Laden und fragte ein bißchen viel, so wurde der mit Donauwasser getaufte Berfäufer ungemütlich. Er drehte sich einfach um und sagte: ,, Woast, wos du mir tonnst-?" Das andere ließ er von dem Käufer raten. Oder er fürzte die Verkaufsverhandlungen einfach ab, indem er dem Kunden den guten Rat gab: ,, Scher di bloß schon naus, du dummer Junge, sonst...!" Auch hier ließ er den Käufer darüber nachdenken, was hinter dem sonst" folgen fönnte. Dieses Nachdenken besorgten die Kunden aber schon immer auf der Straße, denn sie wandten sich von diesem gaftlichen Geschäft schleunigft mit Grausen ab. Bis eines schönen Tages der Geschäftsinhaber die sonderbare Art des Kundendienstes beobachtete und mun seinerseits dem Verkäufer den guten Rat gab, sich schleunigst ,, naus" zu scheren. Der Bajuvare ging auch, reichte aber zunächst eine Klage vor dem PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Mai BTL müssen. Er hätte ihn verwarnen und wohl auch fündigen können. Die fristlose Entlassung aber warungerechtfertigt. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen voll und ganz an, zumal der Beflagte, als er die Ausführungen von der Höflichkeit der Berliner hörte, so sprachlos war, daß er nichts erwidern konnte. Und so wurde er denn kurz und schmerzlos verurteilt, an seinen Verkäufer mit dem rauhen, aber herzlichen Bayerndialekt noch zwei Monatsgehälter zu zahlen. Lest den Vorwärts 3entralorgan der GpD. mit seinem hochaktuellen, illustrierten Abendblatt Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Zwei illustrierte und fünf weitere Beilagen bringen. eine Fülle von Wissen und Unterhaltung Bezugspreis pro Woche 0,85 M., pro Monat 3,60 M. Probenummer auf Wunsch kostenfrei vom Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68, Lindenstraße 3 tages mehr ist als eine Klassenangelegenheit: nämlich ein fulturelles 3iel, für das die öffentliche Meinung mobil gemacht werden muß. Die Wahlen zum Reichstag und zu den Landtagen bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu. Schmückt die Balfone! Die Deutsche Gartenbau- Gesellschaft veranstaltet unter Mitarbeit der Ortsgruppe Groß- Berlin des Verbandes deutscher Blumengeschäftsinhaber und der Gruppe Berlin im Reichsverband des deutschen Gartenbaues auch in diesem Jahre einen Balfon wettbewerb für Groß- Berlin. Ehrenamtliche Kommifionen beobachten die Balkone während des ganzen Sommers. Bei der Bewertung wird nicht so sehr darauf geachtet, daß die Balkone wertvollen Pflanzenschmuck aufweisen, sondern daß sie mit Sorg= falt und Liebe gepflegt werden. Eine Anmeldung zum Wettbewerb ist nur bei solchen Balkonen zulässig, die von der Straße aus nicht sichtbar sind. Diese Anmeldungen sind zu richten an die Deutsche Gartenbau- Gesellschaft, N. 4, Invalidenstraße 42. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Wechselnd wolkig, ohne erhebliche Niederschläge, am Tage etwas wärmer. Für Deutschland: Im allgemeinen leichte Besserung des Wetters und etwas ansteigende Temperaturen. Auch im Nordwesten Nachlassen der Niederschläge. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täalich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Ubr und 4-6 Uhr. Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts Budh druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. KINO TAFEL Süden Th. am Moritzplatz Potsdamer Straße 38 Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Henny Porten in Lotte Erster Preis: Ein Kuß 7 lustige Akte Rheinstraße 14 Der gelbe PaB Prärlebanditen Odeon, Potsdamer Str. 75 Norma Talmadge in Sonne, Süden, Leidenschaft Schwejk in russ. Gefangenschaft Turmstraße 12 Mein Leben für das Deine Pat und Patachon auf hoher See Die Hölle der Jungfrauen DieKirschen in Nachbars Garten Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Evas Töchter Samba, der Held des Urwaldes Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Die Insel der Gestrandeten Tom Tyler in Tom, der Rächer Bühnenschau Tempelhof Alexanderstraße 39-40 Tivoli- Lichtspiele ( Passage) Der Roman ein. Dienstmädchens mit Schünzel Unter falschem Verdacht Südwesten Tempelhof, Berliner Str. 97 Die Hölle der Jungfrau Zwei Welten Bühnenschau Osten Film- Palast Kammersåle Concordia- Palast Teltower Straße 1-4 Die Sache mit Schorrsiegel Das verschwundene Brillanten. kollier Andreasstraße 64 Hauptmann Sorell und sein Sohn Der schwarze Blitz Große Bühnenschau Kolibri Lichtspiele Schwarzer Adler Belle- Alliance- Platz 2 Luciano Albertini in Der stumme Simson Arzt- wider Wea Frankfurter Allee 99 Die Sandgräfin Die Geliebte seiner Hoheit Bühnenschau L Viktoria- Lichtbild- Th.| Metro- Palast Frankfurter Allee 48 Natur und Liebe Dr. Monnier und die Frauen Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Hauptmann Sorell u. sein Sohn 3 amerik. Grotesken. Jugendl. Zutr. Große Bühnenschau Friedrichsfelde Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Chausseestraße 30 Madame wagt einen Seitenspr. Der Apache Bühne: Mordprozeß H. Günther Humboldt- Theater Badstraße 19 Das Untergrundbahn- Girl Der Held von Sonora Große Bühnenschau Pharus- Lichtspiele Kristall- Palast Müllerstr. 142 Ueber alles die Liebe mit Dolores del Rio Der Einundvierzigste Weißensee Schloßpark Film- Bühne Nur zur Probe( Großes Lustspiel) Berliner Allee 205-210 Rivalen des Ozeans( Will. Boyd) LSP Norden Lichtspiele am Senefelderplatz Spione( Ein Film von Fritz Lang) Dr. Bessels Verwandlung Rummelplatz Wild- West Buhnenschau Nordwesten Welt- Kino Mila- Lichtspielpalast Alt- Moabit 99 Schönhauser Allee 130. Fri. Laura seine Witwe Alles Schwindel mit Reginald Denny Große Bühnenschau Evas Töchter Die Hölle von Montmartre Gesundbrunnen Alhambra Müllerstr. ,, Alhambra" Mann gegen Mann mit Harry Piel Beiprogramm Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80. An der Grenze des Todes mit Richard Talmadge Der Sträflingskavalier Bühnenschau Badstraße 58 Wenn die Mutter u. dle Tochter nach dem bek. Roman,.Poker Große Bühnenschau Prinzenallee 1-6 Almenrausch und Edelweiß Die Insel der Gestrandeten Große Bühnenschau Marienbad- Palast Badstraße 35-36 Die Braut am Scheldewege Dazu: ein Wild- West- Schlager Große Bühnenschau Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Die Sandgräfin Bühne: 2 erstkl. Varieté Attrakt. Palast- Theater Breite Straße 21 a Eheskandal im Hause Fromont jr. u. Risler sen. Nach dem Roman von A. Daudet Nieder- Schönhausen Ballschmieder- Lichtsp. Film- Palast Badstraße 16 Auf vielseitigen Wunsch: Spione Heiraten ist kein Kinderspiel Große Bühnenschan Blankenburger Str. 4 Erster Preis ein Kuß Totentanz der Liebe PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 24. Mai Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße 6 Mädchen suchen Nachtquartier Madame wünscht keine Kinder Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Der Weltkrieg, II. Teil Auf den Spuren der Azteken Jugendliche haben Zutritt Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb.Trinitatiskirche Wer wirft den ersten Stein! Die Banditen von Sansibar Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Die 3 Portiermädels Große Bühnenschau Schöneberg früher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 49 6.30, 9, S. 3.15, 7, 9 U. Der Mann der nicht lieben darf Ich hatte einst ein schönes Vaterland Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Die Sünderia Auf der Bühne: Ernos und Divon, internationale Tanzattraktionen 4 Franklins, lebende Gummibälle Beilage Dienstag, 22. Mai 1928. MAQ Der Abend Spalausgabe des Verwards Die sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Paul Hirsch Gertrud Hanna Gustav Sabath Adolf Hoffmann Hermann Harnisch Friedrich Bartels Max Fechner Georg Maderholz Willi Drügemüller Karl Weiner Eduard Zachert August Heitmann Otto Meier Luise Kähler Erich Kuttner Georg Klausner die in den Berliner Wahlkreisen am Sonntag gewählt worden sind. Volfsernährung, wie sie ist... ... und wie sie sein sollte. Bon Stadtarzt Dr. Röder. und so ist er frühzeitig abgenutzt. Nur wenige erreichen das 65. Lebensjahr, in dem sie in den Genuß der Altersrente gelangen. In Berlin gibt es zurzeit eine Eine gute Ernährung ist die Grundlage für das Gedeihen des ein Fehler seinerseits den ganzen Betrieb sofort in Unordnung einzelnen, wie für die Gesundheit des ganzen Volkes. Betrachtet bringt. Stundenlange Aufmerksamkeit ist aber eine anstren man die Ernährung, die Wohnung und den Beruf als die drei gende geistige Funktion. Also bedarf auch der IndustrieUmweltsbedingungen, von denen die Volksgesundheit im mejent- arbeiter hochwertiger Nahrung; fie wird ihm jedoch vorenthalten, lichen abhängt, so ist erstere als die wichtigste von ihnen zu bezeichnen. Das grausige Massen egperiment des Krieges hat deutlich genug gezeigt, wohin es führt, wenn die Nahrungszufuhr auf einen Bruchteil dessen herabgesetzt wird, was Wissenschaft und jahrhundertelange Boltserfahrung als notwendig für den Lebensbedarf erwiesen haben; Maifensterben der alten Leute und Kranken, Entstehen von bisher ganz unbekannten Krankheiten, wie hungerödem, 3urüdbleiben der Kinder in der Entwicklung, das schwer wieder gut zu machen ist, find einige der Begleiterscheinungen einer solchen Kürzung der Nahrungszufuhr gewesen. Heute ist es besser. Aber wie früher, so geht auch heute noch ein scharfer Schnitt durch das ganze Bolt, der es, wie auf allen Gebieten, so auch auf dem der Ernährung, in zwei Gruppen teilt, in die der Besitzenden und die der Proletarier. Sebastian Münster erzählt 1544, daß sich im Mittelalter die oberen Schichten von den Erträgnissen der Jagd, die den Bauern verboten war, von den Abgaben, den Zehnten des hörigen Bauern, die in dem besten Bieh, Eiern und dem besten Korn bestanden, ernährten, während das niedere Volk mit schwarze Ruckenbrod, Haberbren oder gefochten Erbsen und Linsen" sich begnügen mußte. Heute noch so wie im Mittelalter. Ist es heute vielleicht wesentlich anders? Der Tisch des Be sigenden enthält die hochwertigen Nährmittel mit relativ hohem Eiweißgehalt, ist reichhaltig und abwechselungsreich, mehrere Gänge zeichnen ihn aus; der Proletarier muß sich mit den minder wertigen Nährmitteln begnügen, feine Roſt iſt einförmiger, ihr großer Umfang, nicht ihr Gehalt tennzeichnet sie. Die Güte der Ernährung eines Boltes hat man von jeher am Fleischfonfum aufzuzeigen versucht. Das damalige faiserliche statistische Amt veröffentlichte im Jahre 1907 den Verbrauch an Fleisch in Beamtenhaushalten und gibt ihn bei einem Einkommen von 1200-1600 M. " " " 1600-2000 2000-3000 3000-4000 4000-5000 " " " " " • • mit 108,4 kg jährlich " 120,6 " " " 162,0 " " " 185,1 " " " 226,0 an. " Deutlicher fann nicht sichtbar werden, wie sehr sich die Art der Nahrung nach dem Befih, statt nach den Forderungen der Ernährungswissenschaft und den gesundheitlichen Interessen richtet! Die Wissenschaft hat festgestellt, daß der geistig Arbeitende grobe Rost nicht verträgt, daß er hochwertige Nahrung zu fich nehmen muß, um schaffen zu können. Auch die Arbeit des Industriearbeiters hat sich vergeistigt. Das darf sogar in einer Zeit der Rationalisierung wie der heutigen gejagt werden. Der am Bande Arbeitende muß troß der Einseitig teit feiner mechanischen Verrichtung außerordentlich aufmerken, weil Ausstellung: Die Ernährung, deren Besuch sehr empfehlenswert ist. Wer offene Augen hat, fann dort manches Interessante sehen. Ein Plakat gibt an, daß von unserer schulpflichtigen Jugend 30 Proz. zufahfpeifungsbedürftig sind, zwei Drittel aus gesundheit lichen, ein Drittel aus sozialen Gründen. Das weist auf schwere Ernährungsnot der Schulkinder hin. Das Plafat einer anderen Abteilung empfiehlt für einen Ara beiter mit mäßiger Mustelarbeit folgende Tagesverpflegung als zweckmäßig: so 1. Frühstück: Malzkaffee und Butterbrot. 2. Frühstück: Wurstbrot. Mittag: Schweinebauch mit Kartoffeln und Mohrrüben. Abends: Heringe in Gelee und Kartoffeln. Diese Ernährung foftet 1,27 M. Wieviele Arbeiter essen gut? Ein Plakat einer dritten Abteilung weist darauf hin, daß die täglichen Verpflegungskosten eines rationell ernährten Kindes von zwei Jahren 83 Pf., von 10 Jahren 60 Pf., von 14 Jahren 102 Pj. betragen. Hiernach würde sich die Ernährung einer Familie von vier Köpfen auf 3,50 bis 4 M. stellen. Aber auf der ganzen Ausstellung findet sich kein Plakat, das angibt, wie eine solche Er tann; es ist eben trotz allem eine gut bürgerliche Aus. nährung bei den heutigen Löhnen ermöglicht werden nährung bei den heutigen Löhnen ermöglicht werden fann; es ist eben trotz allem eine gut bürgerliche Ausstellung. Billige, hochwertige Nahrungsmittel verlangt die Wissenschaft, verlangt auch die Ethik, die jedes Menschen Antlik gleich achtet. Diese Forderung hat sich die Sozialdemokratische Partei zu eigen gemacht; sie will die Verbilligung der Lebensmittel erreichen an der Produtionsstätte durch Berbesserung des Bodens und Vermehrung des Ertrages, auf dem Gebiet der Verteilung durch Aus schaltung des schmarozzenden, hohe Gewinne einstreichenden Zwischenhandels, durch Gründung von Genossenschaften, die den Bertrieb übernehmen und den Weg vom Produzenten zum Konsumenten einengen, auf der Konsumentenseite mit Hilfe der Gewerkschaften durch Steigerung der Löhne, damit der Konsument hochwertige, gesundheitsfördernde Nahrungsmittel zu laufen in der Lage ist. Ueberall hat hier die Sozialdemokratische Partei mit dem Widerstande der Bürgerlichen zu rechnen, die der„ Not der Landwirtschaft" am falschen Ende, d. h. durch unproduktive Berteuerung der Lebensmittel mittels hoher Schutzölle abhelfen wollen. ist, tann und muß noch mehr geschehen. Wenigstens müssen die am meisten gefährdeten Gruppen Hilfe durch von der Allgemeinheit gewährte Zujahnahrung erhalten. Seit Jahrzehnten hat die Sozialdemokratie die gesetzliche Zahlung von Stillgeldern gefordert und diese Forderung gegenüber dem erbitterten Widerstande der bürgerlichen Parteien erst durchsetzen fönnen, als der Krieg mit seinen Menschenverlusten auch dem blödesten Auge ihre Notwendigkeit einhämmerte. Jetzt endlich gewähren auch die Gemeinden, gedrängt von den sozialdemokratischen Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlungen, über die gesundheitliche Fürsorge Zusatznahrung für Schwangere und Stillende, für Klein- und Schulkinder, für die Familien der Tuber. fulösen u. a. m. Leider noch viel zu wenig, um auch eine energische Wirkung zu erzielen. Wenn die bürgerlichen Parteien hier widermillig und gezwungen zustimmen, so bestimmt sie das Gebot der Barmherzigkeit, eine Anschauung, die wir ablehnen. Die Sozialdemokratie verlangt das aus sozial hygienischem Berständnis, als ein Recht des einzelnen an die Gesamtheit, als gesundheitspolitische Maßnahme. Wer weiß das? Das von der Heilsarmee in Honolulu herausgegebene Liederbuch enthält jedes Lied in acht verschiedenen Sprachen. * Die Dimensionen der allerfeinsten Nervenfasern variieren zwischen 0,0025 und 0,025 Millimeter. 2m 18. Mai 1860 stand das Wasser der Zuidersee am Ostrande fünf Meter höher als am Westrande. * Um die ganze Blutmenge einmal durch den Körper zu treiben, muß sich das Herz 22mal zusammenziehen. * Der in Aegypten sich aklimatisierende Europäer erhält in kurzer Bronzefärbung; fahl wird die Hautfarbe an der Küste von Arabien, Zeit eine schmuzig- gelbe Hautfarbe, in Abessinien eine eigentümliche fachettisch weiß in Syrien, hellbraun in den Wüsten von Arabien und lebhaft rot auf den syrischen Gebirgen. * Säugetiere fönnen höchstens 5 Minuten den Atem anhalten. Das würde für die Walfische nicht genügen, namentlich nicht für die Bottwale, die ihre Nahrung auf dem Meeresgrund suchen. Es ist den letzteren deshalb die Fähigkeit verliehen, bis zu einer Stunde unter Wasser zu bleiben. Die Wüste Sahara umfaßt eine Fläche von 5800 Quadrat tilometer. * Das Fernsprechverzeichnis der Stadt London wiegt über vier Pfund. Kanada hat 26 Universitäten. * Im menschlichen Gehirn befinden sich etwa 15 Millionen Nerven. Das auf dem Gebiete der hohen Politit. Aber bis man soweit Inoten. DER SFRUNC OBER DEN SCHATTEN VON KARL SCHRÖDER- ZEICHNUNGEN VON PAUL THESING Copyright 1928 by.Der Biicherkreis G. m. b. H.' Berlin SW 61. 16. Fortsetzung. Abends, am kleinen Ecktisch— Frau Junker und Hildegard häkelten— schwärmte ich:„Wo ist noch Wahrhaftigkeit? Gewiß nicht in der Kirche. Aber in der Wissenschaft. Sic scheint hart und kalt. Sic muß es sein. Aber im Grunde ist sie tiefste Menschen- liebe. Sie gibt die Kraft, den Giftbecher zu leeren. Wirkliche Wissenschast ist ewig, ist Logik, ist richtiges Denken. Alles Böse, Gemeine ist zuletzt nur falsches Denken." Das schmiert sich wie weiche Butter, und ich l)atte ein dank- bares Publikum. Frau Junker glaubte an den„Sieg des Guten". Ihr Leben war Bestätigung dasär. Hildegard konnte nicht immer folgen, da brachte ich ihr Bücher, ließ sie mitlernen und zerbrach ihre einsache Seele. Was werden wir doch für selbstsüchtige Halunken! Und doch ist das nicht das schlimmste. Schlimmer— denn es liegt ihm zu- muiLe— ist das Verbrechen einer Gesellschaft, die die liebend« Vereinigung reiser, kroftglühender Jugend ächtet, die Kraft in Feigheit, die Blut in Gift verwandelt. Du ahnst das berauschende, seligmachende Schwingen des reifen Weibes. Es lächelt holdselig, es drängt und dehnt wie klebrige Knöspchen im Frühling: es atmet Flieder, es duftet wie warmer Heuschnitt nach Süßgras und Krauserminze: es rötet und brennt wie Mohn im reifend«« Korn. In Kraft und Singen federt dein Schritt. Voll Wollust fühlst du die Muskeln schwellen, und Flammen springen aus deinem Auge. Aber Spannung oerlangt Entspannung, Sehnfucht Erfüllung, Erfülltsein Gebären. Und kann das nicht sein, wird Kraft zu Schwäche, wird Blut zu Gift, wird Lieb« zu Lüge. Antur läßt ihrer nicht spotten. Wer hungert, muß essen, wer durstet, muß trinken. Der Verhungernde stürzt übe? den Kehricht der Gruben: der Verdurstende wirft sich über faulendes Wasser, die brennend« Zunge zu kühlen. Wehe aber denen, die faulendes Wasser nickst trinken wollen, die d e Schranken überspringen und glauben, sie könnten in Heim- lichkeit und Verstecken ihr Glück erzwingen. Was in.Heimlichkeit geboren wird, endet in Lüg« und Selbst- betrug: es peitscht den Menschen durch tausend Labyrinthe ver- gewaltigter Natur. Schwereres als der Mann trägt in dieser Gesellschaft das Weib. Den Mann füllt Tropfen um Tropfen Unglaube und Eifersucht. Aus Süßigkeit wird bitlere Schärfe— aus Honig Galle. Das Wcib aber gab sich ganz und schwimmt nun willenlos im Strom der tausend Aengste: fiebernd in Zärtlichkeit: bebend in Einsamkeit. Ich lebte in allerlei dunklen, wirren und uneinheitlichen Vor- stellungen vom„Recht auf Liebe", von der Herrlichkeit der„freien Liebe" überhaupt, von der„Emanzipation der Sinne" und von der Reinheit und Schönheit des Unvcrhüllten und Nackten. Nntür- lich suchte ich Hildegard Junker von solchen Anschauungen zu überzeugen, ihr ein Glücklichsein aufzureden, das ich selbst nicht fühlte, das ich aber gerade darum um jeden Preis bei ihr finden wollte. Sie sagte zu ollem ja, aber in Wahrheit verstand sie mich gar nicht, und ich fühlte das auch ganz gut. Was hatte es auch für einen Sinn? Ich erkannte sehr wohl, daß sie einzig und nur durch«ine Heirat glücklich werden würde, und ich wußte ebensogut, daß ihr« Eltern dazu niemals die Einwilligung geben würden, ehe ich„etwas geworden" war. Ich wollte sie auch heiraten, aber das lag dock) in weitem Felde: und so fühlte ich inich unsicher durch und durch. Wer aber in der Liebe unsicher wird, den überfällt die Eifersucht, und Eifersucht peinigt mit glühenden Zangen und treibt bis zur Raserei. Eine Zeitlang dacht« ich daran— und darauf kam ich noch mehrmals zurück— dieses Mädchen den Eltern zu entführen und mir ein„stilles Glück im Winkel" zu verschasfen: unbekümmert um alle Mitwelt in freier Ehe zu leben und durch Arbeit uns höchste Achtung zu verschaffen. Aber von solchen Vor- schlügen brauchte ich nur Andeutungen zu machen, dann begann Hildegard Junker zu weinen und ließ mich trotz stundenlanger Quälereien ohne Antwort. Zu anderer Zeit hatte ich die wohn- witzig« Idee, offen vor die Eltern zu treten, ihnen die Wahrheit zu sagen und von ihnen zu verlangen, uns beide leben zu lassen, wie wir wollten, bis wir uns heiraten könnten. So etwas ist aewiß unsagbar kindisch, ober auf solche Gedanken muß ein junger Mensch kommen, den die Unmoral der Gesellschaft noch nicht ganz zer- trampelt hat. Verzweifelt sucht er nach Auswegen: verzweifelt muß er früher oder später erkennen, daß es keinen Ausweg gibt, auf dem er das hell« Licht jugendlicher Sinnenfreudc im Glänze seines ersten Aufleuchtens rein erhalten könnte., Wir begannen uns zu verstecken und spielten Komödie. Wir peinigten und quälten uns und fanden Ruh« nur noch in den kurzen Zeiten der Hingabe. Aber Liebe und Hingabe unter solchen Verhältnissen verlangen als Voraussetzung die Erfüllung der bürgerlichen Prioateigentumsordnung. Wer das nicht kann, muß zum Schmuggler werden, und Schmuggler sind Freiwild und müsse» unstet und flüchtig irren. Wir saßen wie einst im Garten: wir ruderten wie einst, aber Hildegard Junker sang nicht mehr. Ich selber trotzte: dunkel ahnte ich das Ende dieser Lieb«: aber verzweifelt klammerte ich mich an das Eigentum, das mir doch gehörte: das immer und ewig nur mir gelstiren sollte. Es war das erst« Eigentum, das ich mit Bewußtsein an mich gerissen hatte. Erbittert kämpft« ich: und bald genug kämpfte ich nicht mehr um die Erfüllung triebhaften Wollens, sondern ich kämpfte um„mein" Eigentum. Aber ich redet« mir vor, daß es ein Kampf um Liebe sei. Ich fühlte das „Unwiederbringlich", aber gerade jetzt wollte ich Glauben erzwingen an dix„Ewigkeit" dieser Liebe. Doch immer dann, wenn wir„Ewigkeit" erzwingen wollen, stehen schon die Sargträger vor der Tür.— Zuweilen drückte mich alles dies wie«in« schwere Schuld: dann aber suchte ich wieder mit aller Kraft mich von jeder Schuld freizusprechen. Wer unbecht hat. muß Unrecht häufen. Eines Tages ging ich zu Fuß zurück durch das weite Laubengelände bei Treptow, das sich anlehnte an ein Stück drs eisernen Ringes, den die Stadt- höhn um Berlin legt. Ein trüber Tag. Wolkenfetzen hingen am Himmel, aber die Lust war feuchtheiß. Sie schlug um die Glieder wie nasse, schmutzige Lappen. An der Rückwand einer Laube lag ein Haufen faulender Fisch«. Dicke„ weiße Maden krcchen aus den leeren Augenhöhlen der Fischköpfe. Ich schüttelte mich. Ich dachte'an einen Käfer, den ich als Kind sah: einen auf dem Rücken liegenden, zuckenden Käfer, in dem es von Maden wimmelte. „Muß das alles so sei»? �Sind Mensch und Natur«ins? Aber die Natur ist mitleidlos. Sie kennt keine Pflicht, keine Gerechtig- keit, keine Scham.— Fressen und Gefressenwerden! Erbarmungs- los.---" Ich lief: ich flüchtete vor meinen eigenen Gedanken. Regen fiel: weichlich, widerlich, schmierig. Ich hätte mir am liebsten die Kleider vor» Leibe gerissen. Ich lief und lief. „Du— hast— schuld—!" Ganz laut sagte das jemand. „Wer hat das gesagt? Ich selbst. Nein! Ich habe keine Schuld. Ich kann nicht anders: ich möchte, daß olles gut ist." „Du lügst! Du willst nur dich!" „Nein, nein: �ch will gut sein: ich will keine Lüge!" Ich schrie es mir zu, aber Ruhe fand ich nicht. * Ilm diese Zeit starb mein Großvater, der Boter meines Baters: und das Resterbe. das meinem Vater nach Ab.zug der Kosten für seine Seminarausbildung zukam, reichte hin, mir das schon länger als nötig hinausgeschobene Dienstjahr beim preußischen Kommiß zu ermöglichen. Das erste Halbjahr wenigstens.„Und das weitere laß nur unsere Sorge sein," schrieb die Mutter. PrcußischeZ'Militär. Ich stand aus der Weidendammer Brücke und sah über das Wasser. Ilm die Biegung am Friedrich-Museuni kam ein Schlepper mit Fischkähnen. Drüben, am Bahnhof Friedrichstraße, polterten ohne Unterbrechung die Stadt- und Fernbahnzüge. Ich liebte diese Stelle. DgF fließende Wasser, die schwebenden eisernen Brücken, die eilenden Züge. Sie trugen mich weg: sie verbanden mich mit der Natur, ohne daß ich die Stadt lassen mußte. Hier stand ich öfter im Herbst, am Morgen, wenn der Nebel die Oberfläche des Wassers verhüllte, und am Abend, wenn durch das eiserne Gestänge des Bahnhofs und der Brücken, herüdersliehend von der Kuppel des Reichstages die rote, goldene Mattigkeit der untergehenden Sonne inich umfing. Mir fiel der Tag ein. an dem ich. hier zum erstenmal vorüber- gefahren war: wild von Lebenshunger und mit funkelnden Augen. Jetzt war ich müd«. Furchtbar müde. Kein Ziel vor Augen. Ich wußte nicht mehr, was ich werden wollte. Vagabundieren: durch die Welt ziehen. Gutes tun, wo ich konnte.— Sentimentalität und verlogene Romantik. Ich liebte nur mich. Und was sollte mit Hildegard Junker werden? „Deine Schuld! Deine schwere Schuld, Heinrich Fehlow!" Da war es wieder. Aber ich wollte nicht.„Nein! Ich habe keine Schuld! Ich Hab« es immer gut gemeint." Aber jetzt, was soll werden beim Militär? Noch eine halbe Stunde, und ich würde in der Kaserne stehen. Gehorchen! Ge- horchen? Schimpfworte vielleicht ertragen von Menschen, die man verachtete? Bon diesen geschniegelten Hohlköpfen? Für Hohl- köpfe hielt ich sie allesamt: ich kannte die Pressen, aus denen die Söhne unserer pommerschen Junker zur„Reife" gebracht wurden, auch wenn sie auf keiner Schule mehr vorwärtskamen. Die Wut stieg mir in di« Augen. Langsam näherte ich mich dem kahlen, eintönig graugelben Gebäude. Und jetzt fühlte ich: Ich hatte Angst vor dem, was mich erwartete: Angst vor einer Macht, die stärker sein könnte als mein Wille. Ich dachte an«inen Anhänger der Evangslistenfekte, der seit drei Jahren auf d«r Festung Sand karrte, weil er sich weigerte, «ine Waffe in di« Hand zu nehmen. Ich atmete tief auf, wie ein Mensch, der zum Tode geht, aber es vor sich selbst noch immer nicht wahr haben will, daß alles in wenigen Minuten ein End« haben wird. Jetzt stand ich vor dem schmutzigbraunen, abgeplusterten Tor der Kaserne. Wie oft habe ich später, als der Krieg ausbrach und ich durch das gleiche Tor marschierte, an diese halbe Stunde denken müssen. Ich hatte keine Ahnung von der Macht, die sich in dieser Ein- richtung verkörpert. Ich räsonnierte und ich beschimpfte sie, wie so ein empfindlicher Sittenrichter ein« Sache angreift. Ein Soldat öffnet« das Tor. Ein junger Kerl, ober die Uniform ließ ihn männlich erscheinen. Er führte mich in die Wachtstub«. Am Tische lag mit langgestreckten Beinen ein Unterossizier, der gerade den Helm ausstülpte. „Was wünschen Sie?" „Verzeihen Sie, ich Hab« hier ein« Aufforderung, mich zur Untersuchung zu melden." „So--" Er sah auf das Papier:»Kaczek, los! Na, wird's bald!" Ein Mann rekelte sich vom Fenster heran. Das Fenster stand offen. Ein paar Dirnen gingen vorüber: ihre Brüste wiegten mit ihren Schritten. „Marsch! Kaczek!" schrie der Unteroffizier noch einmal: griff gleichzeitig mit der Hand nach seinem starken Schnurrbart und schielte durchs Fenster noch den Dirnen. „Der wird Sie führen." „Ich dank« sehr." Wie dünn und albern das„danke" hier klang. Dom Torweg aus sah ich in einen mächtigen, von Gebäuden und Mauern rings- um abgeschlossenen Hofraum. Soldaten wuschen an steinernen Brunnentrögcu und hingen Drilchzeug über Leinen. Wir stiegen eine Seitcntreppe hoch und bogen in«inen endlosen. Halbdunkeln Flur. Eine Tür wurde ausgerissen. Ein Mann stürzte heraus und stieß, breit lachend, auf meinen Führer: „Na!? Mensch! Kaczek!?" Dabei überflog er mich mit raschem Blick.„Mach Platz, verdammter Pollack!" Weg war er, in zwei Sätzen die Treppe hinunter. Wir gingen den Flur bis ans Ende. Rechtwinklig traf ihn hier ein zweiter, ebenso dunkler und langer. Am Schnittpunkt aber waren zwei Fenster. Durch sie siel Licht über einen riesigen Rohholztisch, an dem Leute unter Aufsicht ihre Gewehre reinigten. Alle blickten mich scharf, rücksichtslos an, als rissen sie mir die Haut vom Leibe. „Dreist und niedrig," dachte ich. Aus dem Seitenflur kam«ine Schar im Gänsemarsch mit braunen Näpfen voll dicker Erbsensuppe. Diesen Flur gingen wir hinunter bis vor eins Tür, über der ein Pappschild hing: Revier- stube des 1. Bataillons. Der Posten kehrte wortlos um. Ich öffnete die Tür. Mein Mut begann zu sinken. Eine Menge junger Leute wie ich stand umher. Der Raum war zu eng. Ein widerwärtiger Geruch, die Ausdünstung so vieler, zusammen- gedrängter Menschen peinigte mich. Am Fenster stand«in Sergeant, sah gleichgültig, aber scharf auf die Eintretenden. Das Fenster ging auf eine, enge Gasse, aus der pelzig, schweißig die Hitze die Wände hochkroch. Durch eine offen« Tür zur Linken sah man in einen Nebenraum. Hier lagen in Betten mit blaukarierten Ueber- zügen zwei Leute und lasen. Ein dritter zeigte einem Sanitäter den angeschwollenen blasigen Fuß.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iniiiHiiiiiiiniiiiiiiiHlüiiiiiimiiiiiiiiiinüliiiiiiiiiiiiHiiiiiimniiiiiinniiiiiiiiiiiimmiiiniiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiinimiiiiiiiiimiiMMiiiiiiiniMiniiiiiiiniiiiiiMiiiiiiiiiiinii Die Tochter des Möbellagers. Die folgende merkwürdige Anzeig« fand sich in den„Chemnitzer Neuesten Nachrichten" „Für die vielen Aufmerksamkeiten anläßlich der K o n f i r- mation unserer Tochter sagen mir allen unseren besten Dank. Müllers Möbellager, Brühl 47 und 34." Ein munteres, nicht alltägliches Möbcllager, das muh man schon sagen. Jedes Museum würde für diese anatomisch gar nicht zu definie- rcnde Tochter gewaltige Summen zahlen. Selbstmord für Todeskandidaten verboten! In einem Londoner Gefängnis harrt augenblicklich der Boll- streckung der Todesstrafe der Berufsverbrecher Ehettcridsch: er ist wegen Ermordung eines Schutzmanns zum Tode verurteilt worden. Der Mann ist keine alltägliche Erscheinung. Berufsverbrecher und Zuchthäusler, im übrigen aber vorzüglicher Schlosser: tagsüber cir- beitete er, des Nachts stieg er in fremde Wohnungen ein und plünderte auf der Landstraße. Schließlich tötete er einen Polizei- beamten. Für die Auffindung des Mörders wurde eine Belohnung in Höhe von 40 000 M. ausgesetzt. Ein Komplice lieferte ihn in die Hände der Polizei. Als er zum Tode verurteilt wurde, erklärte er, er würde sich nicht hängen lassen. Und so machte er zweimal Selbst- Mordversuche. Das erstemal schnitt er sich nachts unter der Decke die Pulsadern mit einer Sicherheitsrasierklinge auf. Der Gefängnis- auffehcr, der über das Leben des zum Tode Verurteilten zu wachen hatte, sah aber unter der Matratze Blut fließen. Es gelang, ihm das Leben zu retten, damit er in gutem Zustande dem Henker eingeliefert werde. Da riß er, fast wiederhergestellt, einen Metall- knöpf von seinem Rock ab und versuchte mit dessen Hilfe sich zum zweitenmal die Pulsadern zu durchschneiden. Auch diesmal miß- lang es ihm. Eine verdammt humane Angelegenheit, die bürger- liche Justiz. Sie schützt den zum Tode Verurteilten vor Selbstmord! Die liebevolle Gattin. Der„zärtlichen Fürsorge" seiner liebevollen Gattin hatte es Herr Marcel Orccl in Ere noble zu verdastkcn. daß er nahezu ein Jahr lang in einer Heilanstalt sür Geisteskranke zubringen mußte. Herr Orcel hatte Grund, über die Untreue seiner Frau zu klagen und strengte deshalb«inen Scheidungsprozeß gegen sie an. Als er dos Gerichtsgebäudc betreten wollte, um in dem ersten Termin Zeugnis gegen seine Frau abzulegen, wurde er im Flur des Hauses plötzlich von zwei uniformierten Leuten, anscheinend Gerichtsdeomten, angesprochen und nach einem kurzen Hand- gemengc überwältigt. Man legt« ihm Handschellen an und bestieg mit ihm ein vor dem Gerichtsgebäudc wartendes Auto. Als Herr Orcel sich verzweifelt wehrt«, betäubten ihn die beiden„Beamten", die, wie sich später herausstellte, von seiner Frau gedungen waren und die Uniformen zu diesem Zweck gestohlen hotten. Als der Un- glückliche noch geraumer Zeit wieder zu sich kam. befand er sich in der Tobfuchts-elle des Irrenhauses. Nur dadurch, daß er einen Wärter bestach, gelang es ihm nach langen Mühen, wieder Der- bindung mit der Außenwelt zu bekommen und seine Freunde zu benachrichtigen, die alles aufboten, um ihn zu befreien. Die liebende Gattin hatte den Spich umgedreht und behauptet, daß er in einem Wabnfinnsanfallc ihr Leben bedroht Hab«. Jetzt hat der viel- geprüft« Ehemann aufs neue die Scheidungsklage gegen seine Frau angestrengt und gleichzeitig gegen die Aerzte des Sanatoriums, in dem er widerrechtlich festgehalten war, einen Schadenersatz von 400 000 M. sstr die erlittene Unbill und den ihm verursachten wirk- schastlichen Schade« eingeklagt. Eine seltsame Kolonie in Südafrika. In Johannesburg ist die Kund« von einer seltsam«», aus etwa 500 Menschen bestehend«» Europäerkolonie im Rioersdale-Distrikt eingetroffen, die seit einem Jahrhundert vollständig von der Außen- weit abgeschnitten ist. Die Einwohner leben in Lehmhütten und er- nähren sich von den Erzeugnissen ihrer Gärten und dem Ertrage der Jagd. Viele von ihnen können weder lesen noch schreiben. Auto- mobil und sonstige Erfindungen sind ihnen völlig unbekannt. Trotz- dem lebten die Leute sehr zufrieden und wünschten vor allem keine Berühntng. Nur der Arzt suche sie von Zeit zu Zeit auf. Bei einem Besuche des Landwirtschaftsministers versteckten sich viele Einwohner in ihren Hütten. Es gibt in der Kolonie keine Zeitung, doch sind die Bewohner in ihrer Mehrzahl begeisterte Imperialisten, da in ihnen hsnte noch die ihnen vor hundert Jahren von ihren Vor- fahren überlieferten Traditionen lebendig erhalten sind. Autor.äuber an der Großstadtgrenze. In den ersten drei Wochen des Apnl hielten Straßcnräuber 50 Kilometer vor der Stadt. Mexiko nicht weniger als 20 P«r- sonenautomobilc an und beraubten die Insassen. In keinem Fall« taten sie ihnen etwas zuleid«, sondern sie nahmen ihnen stets nur ihre Habseligkeiten ab. An einer Stelle überfielen sie hinter- «inander sieben Automobile, nachdem sie«inen kleinen Trupp mexikanischer Infanterie umzingelt und gezwungen hatten, sich zu ergeben. Noch einiger Zeit«ntließen sie die gefangenen Soldaten, deren Führer vor ein Kriegsgericht gestellt wird, weil er sich und seine Leute kampflos gefangen nehmen ließ. Schließlich umstellt« Polizei die Autoräuber, ihr Führer wurde sogleich er- schössen und fcine Leute zur Abschreckung an einen Baum an der Stelle ausgehängt, wo sie die Reisenden zu überfallen pflegten. SPORT UND SPIEL Um die Bundestags- Delegierten. Liste ,, Opposition" oder Kandidaten des Bundes? Vom Motorradsport. Rennen in Leipzig Harz- Sternfahrt. Die am Sonntag verregneten Motorradrennen in Leipzig wurden am Montag abend nachgeholt. Bei regendrohendem, faltem Wetter wohnten den Rennen nur etwa 2000 Zuschauer bei, die voll auf ihre Kosten kamen. Die Rennen erhielten einen internationalen Charakter durch die Teilnahme des Belgiers Ducrocq, der sich aber nicht bemerkbar machen konnte. Eine Klasse für sich war Rüttchen- Erkelenz, der im Rennen der Auserwählten eine Ge= Zum Bundestag des Arbeiter Turn- und Sport- Tennis- Rot Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen, bundes wählen die Turn- und Sportvereine des 1. Kreiſes in außerdem ein Vertreter vom ASV. Weißensee. Für die von parteidieser Woche ihre Delegierten. Auch diesmal hat die Kommunistische tommunistischer Seite inspirierten Beschlüsse stimmten die Vertreter kommunistischer Seite inspirierten Beschlüsse stimmten die Vertreter Partei von Berlin aus ihre Kandidaten aufstellen lassen. Hinter der von FT. Neukölln, ASV. Lichtenberg, FT. Charlottenburg, Roland, Maske ,, oppositionelle Bundestagsdelegierten" Adler 08, Westen und ein Vertreter von Weißensee. Es ist kaum versteckt sich eine Clique parteipolitischer Fanatiker, die Auftrag anzunehmen, daß diese Tennisabteilungen die Auffassung ihrer Dele- chwindigkeit von 120 Stundenfilometer herausund Befehl haben, das Berk der Zerstörung der Organisation fort gierten vertreten, keineswegs werden die Vereine ihre Delegierten holte, aber durch Kettenschaden um seine Siegesaussichten fam. zusetzen. Der Arbeitersport soll ein Werkzeug kommunistischer Agi- beauftragt haben, lediglich nach den Parelen der Kommunistischen 6: 29,4; 2. Henkelmann- Wanne( DRW.), 450 Meter; 3. Stegmann- Delsnig tation und Demonstration werden. Partei zu arbeiten. Pflicht der Vereine ist es, sich ihre Ver( DR.), 550 Meter zurüd. Bis 250 ccm, 20 Kilometer: 1. Gehrung- Stutt treter in der Arbeiter Tennis Bereinigung ge= gart( U. T. Jap) 11:54; 2. Stegmann- Delsnig( AJG.), 400 Meter; 3. SchröderKöln( Imperia), 1000 Meter zurüd. Bis 350 ccm, 20 Rilometer: 1. Rüttchen nauer anzusehen. Erkelenz( Harley Davidson) 10: 39; 2. Stegmann- Delsnig( AJS.), 80 Meter; 3. Gehrung- Stuttgart(.. Jap), 1750 Meter zurüd. Bis 500 ccm, 20 Rilometer: 1. Rüttchen- Erkelenz( Harley Davidson) 10: 49; 2. Kramer- Leipzig( AJS.), 900 Meter: 3. Gehrung- Stuttgart( U. T. Jap), 1100 Meter zurück. Rennen Stuttgart( U. T. Jap), 230 Meter; 3. Krannich- Leipzig( Reg Acme), 650 Meter der Auserwählten, 10 Kilometer: 1. Kramer- Leipzig( AJG.) 5:35; 2. Gehrungzurüid. Wer parteipolitische Auseinandersetzungen vom Vereins- und Bundesleben ausgeschaltet wissen will, den Aufstieg des ArbeiterTurn- und Sportbundes will, für praktische Arbeit und gegen Phrasen und Resolutionspolitik ist, und wer nur im Interesse des Bundes tätig sein will unter dem Wahlspruch der Bundesschule: Mach dich frei!, der wählt nur die kandidaten des Bundes. Sie heißen: Willy Conrad, Luckenwalde, Robert Del= schläger, Berlin, Herm. Stengel, Potsdam, Friz Stühm, Berlin( Turner), August Hoffmann, Köpenick( Leichtathleten), Erich Richter, Berlin( Turnspieler), Martha Tiez, Nowawes ( Turnerinnen). Kein Bundesmitglied darf der Wahl fernbleiben! Keine Stimme der sogenannten„ Opposition"! Die Tennisspieler wehren sich! Gegen kommunistische Treibereien. Wie in den meisten Berliner Arbeitersportvereinen wird die junge Arbeiter Tennisbewegung geschwächt und diskreditiert durch kommunistische Quertreibereien. In der Delegierten fizzung der Tennissparte murde die Aufnahme zweier neuen Abteilun gen der Vereinigung ,, Tennis- Rot" abgelehnt, weil es sich um, fozialistische Gruppen" handele. 3u gleicher Zeit beschloß die Sigung aber, bei den Wahlen nur die kommunistische Liste zu wählen! Gegen diese Beschlüsse stimmten lediglich die Bertreter von Reisen ins Ausland. Schon die Pfingsttage werden, wie auch die nachfolgende Hauptferienzeit, viele Arbeiter und Arbeiterinnen bestimmen, Wande= rungen ins Ausland zu unternehmen. Solche Fahrten tienen nicht nur dem persönlichen Genuß Lebensverhältnisse und soziale Lage der Klaffengenossen im Ausland zu studieren, wird immer eine Bereicherung der eigenen Kenntnisse und die Festigung der internationalen Beziehungen der Arbeiterschaft bringen. Auf dem Gebiete des Arbeiterwanderns stellte schon vor drei Jahrzehnten der Touristenverein„ Die Naturfreunde" ( Zentrale Wien) die Grundlage zu internationaler Arbeit her. Was überall in den Grenzgebieten der nord- und ostböhmischen Lande, in Nieder- und Oberösterreich, in Tirol und der Schweiz, im Elsaß, in Luxemburg und Holland an interessanten Wandergebieten sich zeigt, wurde gemeinsam durchforscht. Naturwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Beobachtungen wurden in den Arbeitsgemeinschaften näher beleuchtet und durch wirkjames Photomaterial für Ausstellungen und Schrifttum ergänzt. Wichtig für solche Arbeit war natürlich die Schaffung von guten Wanderstützpunkten. Die Arbeiterwanderer der genannten Gebiete errichteten allein in ihren engeren Bezirken 200 Wander- und Ferienheime. Wichtig war ferner besonders für den Arbeiterwanderer die Erleichterung der Fahrtbedingungen und der Grenzüberschreitung. Fahrpreis. ermäßigungen werden den Touristen heute schon in fast allen Ländern gewährt. Ein Paßvisum ist nach langen Verhandlungen für folgende Länder nicht mehr erforderlich: Norwegen, Schweden, Dänemart, England, Holland, Schweiz, Desterreich, Tschechoslowakei und Portugal. Natürlich muß sich der Wanderer einen allgemein gültigen Reisepa( erhältlich gegen 5 M. auf 5 Jahre beim zu ständigen Polizeirevier) beschaffen, uni unnötige Kosten für Grenzübertrittsscheine und dergleichen zu vermeiden. Der strebende Arbeiter sollte sich deshalb keine Gelegenheit entgehen lassen, an Gesellschaftsfahrten der Arbeiter= bildungsinstitutionen und der Naturfreunde ins Ausland z. B. Schweizfahrt im August 1928 teilzunehmen Wer für solche Fahrten nähere Auskünfte benötigt, wende sich an das Reisebureau der Naturfreunde, Berlin N 24, Johannisstr. 14/15, geöffnet: Montags bis Freitags von 18 bis 20 Uhr. Die neuen Kritiker. Die parteipolitischen Beschlüsse der ATV. haben unter den Arbeiter- Tennisspielern berechtigte Empörung ausgelöst. Eine Versammlung von Tennis- Rot Prenzlauer Berg faßte einstimmig folgenden Beschluß: ,, Tennis- Rot Prenzlauer Berg protestiert energisch gegen die Beschlüsse der ATV., da sie aus parteikommunistischen Motiven gefaßt wurden und außerdem bundeswidrig sind. Die Bezirksleitung von Tennis- Rot wird aufgefordert, energisch gegen die Treibereien der Kommunisten vorzugehen und darauf hinzuwirken, daß in allen Berliner Bezirken baldmöglichst Abteilungen von Tennis- Rot eingerichtet werden, damit Sozialdemokraten und Freigewerkschaftler Gelegenheit haben, den Tennissport auszuüben, ohne sich dauernd die Schimpfereien und Verleumdungen der Anhänger der Moskauer Sportinternationale anhören zu müssen. Bom Bundestag wird erwartet, daß er unter die bundesschädigenden Treibereien der Kommu nisten endgültig den Schlußstrich seßt. Anhänger der Roten Sportinternationale, die den Arbeiter- Turn- und Sportbund durch ihre Wühlereien schwerstens diskreditieren und gefährden, haben in den Reihen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes nichts mehr zu suchen. Greift der Bundestag nicht in letzter Stunde energisch durch, dann ist er alleinschuldig an der fortschreitenden Krise im deutschen Arbeitersport." Der Bezirtsvorstand von„ Tennis- Rot Groß- Berlin" schloß sich dieser Entschließung vollinhaltlich an. Nunmehr wird der Bundestag das letzte Wort zu sprechen haben. schauerproleten" dieses Heil dir im Siegerfranz" vorfezte, und fie meint, daß der veranstaltende bürgerliche Fußballverband das a us nationalistischer Ueberzeugung getan hätte. Vor soviel Unsinn muß man allerdings die Segel streichen. Wir empfehlen dem neuen Montagsblatt, in Zukunft die englische Nationalhymne auf die Melodie„ Ach du lieber Augustin" spielen zu lassen. Aber vielleicht fann man uns Auskunft darüber geben, ob lassen. Aber vielleicht kann man uns Auskunft darüber geben, ob nicht die Moskauer Bolschewisten beim Empfang König Amanullahs unter Beobachtung internationaler Höflichkeitsformen auch die afgha nische Nationalhymne spielen ließen? Wenn die fritische Behandlung des bürgerlichen Sports in dem neuen Kommunistenblatt so weiter geht, wird man ja noch allerlei humoristische Einfälle erleben können. Die englischen Fußballer. Westham- United schlägt Hertha- BSC. Das Deutschland- Gastspiel der englischen Berufsspieler von Westham United ist mit dem Wettspiel gegen den Berliner Meister Hertha BSC. abgeschlossen worden. Das miserable Wetter am Sonntag bedingte eine Verlegung des Kampfes auf Montag abend, aber auch diesmal waren die äußeren Umstände alles andere denn gut. Immerhin hatten fidh an 8000 Buschauer eingefunden, die trog des nassen Bodens ein technisch sehr schönes Spiel zu sehen bekamen. Die Engländer, die den Kampf mit 4: 2( 3: 1) gewannen, spielten einen ausgezeichneten Fußball, dem sich Hertha nach bestem fpielten einen ausgezeichneten Fußball, dem sich Hertha nach bestem Können anzupassen suchte. Die Engländer gingen bereits in der 7. Minute nach einem Durchbruch durch den Linksaußen in Füh rung, in der 21. Minute stellte der Mittelstürmer das Ergebnis auf 2: 0. Bier Minuten später holte Kirsey ein Tor auf, das nicht ganz einwandfrei war; noch vor der Pause legten die Gäste jedoch einen dritten Treffer vor. Ohne Pause ging dann der Kampf weiter. Die Engländer hatten zwar durchweg etwas mehr vom Spiel, Herthas Stürmer verstanden es aber immer wieder, fich vorzubereiten, jedoch scheiterten ihre Bemühungen stets an der vor züglich arbeitenden Hintermannschaft der Engländer. Auch das zweite Tor für Hertha, das Gülle schoß, war mit viel Glüd errungen, denn Westhams Torwart hatte den Ball in Händen, aber etwas hinter der Torlinie. Im Anschluß an eine Ede fam Westham United zum vierten Torerfolg und damit war das Spiel entschieden. Vorschau auf Karlshorst. In Berlin erscheint seit gestern früh eine neue fommunistische Montagszeitung, die im Programm für ihren Sportteil betont, den Besserer Sport als lezthin steht am Mittwoch auf der Bahn bürgerlichen Sport nur fritisch behandeln zu wollen. Die Leute des Vereins für Hindernisrennen in Aussicht. Das mit 7000 Mart auf der neuen Sportredaktion scheinen allerdings außerdem noch die ausgestattete I ag brennen der Bierjährigen über 3400 Absicht zu haben, sich lächerlich zu machen. Und das machen sie so: Meter sollen Riferifi II( Wolff), Altpreuße( Majewski), Lotte( Bis Am Sonntag ver einer Woche waren englische Fuß- marck), Irenäus( H). Edler), Lodenkopf( Scholz) und Turmalin baller in Berlin, die gegen eine hiesige Mannschaft spielten. Beim( Hauser) bestreiten. Sehr gut ist auch die Besetzung des Charlotten Einzug der Deutschen spielte die Musik das Deutschland- Lied", die burger Erinnerungsrennens, das einige Hürdenspezialisten wie Engländer wurden, wie es internationale Söflichkeits: Prospero, Mariza, Frizz Fromm, Parsifal, Mannestreue, Otavi, pflicht ist, mit der englischen Nationalhymne geehrt. Flämin, Ritornell und Marchesa am Ablauf sehen kann. Voraus Zufällig hat die englische Nationalhymne die Melodie des deutschen sagen: 1. Lucrezia Dottor Mabuse; 2. Erlkönig II. Bom Heil dir im Siegerkranz"( richtiger gesagt ist ,, Heil dir im Sieger- merlund; 3. Prospero Mannestreue; 4. Stummer Teufel franz" der englischen Nationalhymne entnommen). Die neue Sport- Niederwald; 5. Kiferiti II Turmalin; 6. Myron redaktion regt sich nun furchtbar darüber auf, daß man den 3u 7. Barade Staroste. Lido- Sandale, Seinen 6.50 Kaufst Allah; Ergebnisse: Bis 175 ccm, 10 Rilometer: 1. Meier- Hamburg( Avis- Dehler) Die von uns vor einigen Tagen gebrachte Einladung zur H ar 3= Sternfahrt der D- Radfahrer hat ein überraschendes Ergebnis gehabt: Bis zum Meldeschluß haben sich rund 3400 Teilnehmer ge= meldet, so daß man zu Pfingsten sicherlich weit über 2000 D- Räder auf dem Brocken erwarten fann. Das Programm für die Veranstaltung, die in ihrem Ausmaß einzigdastehend sein dürfte, ist folgendes: auf dem Broden. Berteilung der Plaketten. Gegen 13 Uhr: Abfahrt Pfingstsonntag. Bis 12 Uhr mittags: Ankunft der D- Radfahrer der Teilnehmer nach Halberstadt. Gegen 15 Uhr: Eintreffen in Halberstadt. Parken der Räder, Empfang von Betriebsstoff, Mittageffen. 20 Uhr: Begrüßung im Restaurant Stadtpark. Bortrag Gäbelmann über die Winterfahrt Berlin- Kairo- Berlin. Tanz. Pfingstmontag. Frei für Fahrten durch den Harz nach Auskunft durch den Berkehrsverband. Radrennen. Großer Pfingstpreis in Plötzensee. Die nächsten Dauerrennen hinter großen Schrittmachermaschinen finden 1. Pfingstfeiertag auf der OlympiaRadrennbahn statt und betiteln sich Großer Pfingstpreis. Teilnehmer dieses über 100 Kilometer führenden Wettbewerbes find der Matador der Olympia- Radrennbahn Walter Sawall, der nächst Samall in diesem Jahre bisher erfolgreichste Hannoveraner Erich Möller, der wohl zurzeit als einer der besten ausländischen Fahrer zu bezeichnende Belgier Thollembed, der Dresdener Jean Rosellen und der Berliner Emil Lewanow. Diese Befegung ist als vorzüglich zu bezeichnen und verspricht einen intereffanten Verlauf der Rennen. Um weitere fampfreiche Momente zu erzielen, ist das Rennen in zwei Läufe zu 50 Kilometer geteilt und erfolgt im ersten Lauf stehender Start, im zweiten Lauf fliegender Start mit folgender Aufstellung: Lewanow, Rosellen, Thollembeck, Möller, Samall. Zwei Berufsfliegerrennen und das übliche Rennen des Großen Olympia- Preises für Amateure umrahmen das Dauerrennen. Die Rennen beginnen um 15% Uhr. Diener- Haymann am 10. Juni. Der Sportausschuß der Boysportbehörde Deutschlands hat als neuen Termin für die an die Dortmunder Westfalenhalle vergebene Deutsche Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Hanmann und Diener Sonntag, den 10. Juni, bestimmt, nachdem sich bei Diener in dem wieder aufgenommenen Training feine Folgen der kürzlich erlittenen Berlegung mehr bemerkbar gemacht haben. am 15. Juni Daß man als Termin den 10. Juni gewählt hat sollte die endgültige Austragungsfrist ablaufen ist wohl darauf zurückzuführen, daß Diener möglichst Zeit zu einer gründlichen Vorbereibung gegeben werden soll. Das Bei programm bildet einen guten Rahmen zu dem Hauptereignis. Hein Domgörgen bort mit dem Engländer Andrew Newton, Heinrich Müller- Köln hat den früheren Halbschwergewichts- Europameister Fernand Delarge- Belgien zum Gegner, Röfemann- Hannover flettert mit Gühring- Stuttgart, Steffgen- Düsseldorf durch die Seile und Edler- Bochum ist mit Steffgen Düsseldorf gepaart worden. Beitschrift Motor und Sport"( Bogel- Berlag, Pößnect i. Th.) Die Sportsaison beginnt, deshalb enthält das neue Heft 21 der diesmal einen ausführlichen Bericht über die Adac- Wirtschaftlichkeits und Gebrauchsprüfungsfahrt, ferner über die Desterreichische Tourist Trophie, über das Fichtenhain- Rennen, interessante Bilder aus dem englischen Motorsport usw. Eine Untersuchung über die Kraftwagenweltproduktion und die amerikanische Expansion ist von wirtschaftlichem Wert. Weiter dürfte interessieren der Artikel über die rechtliche Stellung des Kraftfahrers bei Gefälligkeitsfahrten. Vereinskalender, Freie Faltbootfahrer Berlin. Zusammenkunft Donnerstag, 24. Mai, Schule Weinmeisterstr. 16/17, 20 Uhr. Pfingstfahrten vom 26. bis 28. Mai: Werder ber)-Greiffenberg. Näheres im Heim. ( Savel)-Rathenow, Karwe- Friesader- Rhin, Lychen- genssee, Hirschberg( BoWaffersportverein Helios. Mittwoch, 23. Mai, 19% Uhr, außerordentliche Arbeiter- Sport- und Kulturfartell Charlottenburg. Donnerstag, 24. Mai, Touristenverein" Die Naturfreunde". Abt. Mitte: Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, geschäftliche Sigung mit Bortrag über den Touristenverein Die Natur freunde" in der Geschäftsstelle N 24, Johannisstr. 14/15. Gäfte willkommen. tag, 25. mai. 19-23 Uhr, in folgenden Lotalen statt: Reßler, Wefer. Ede Freie Turnerschaft Neukölln. Die Urwahlen zum Bundestag findet Frei Treptower Straße; Brusgat, Beife Ede Selchower Straße. Wahlpflichtig ist iebes Mitglied über 18 Jahre. Mitgliedsbud muß vorgelegt werden. Freie Turnerschaft Schönow. Donnerstag, 24, Mai, 20 Uhr, Delegierten. urwahl zum Bundestag im Lotal von Dgdorf. Generalversammlung bei Reimer, Bilmersdorfer Ede Kanalstraße. 20 Uhr, Delegiertenfigung im Lotal Lethte, Wallftr. 68, nicht Libertasheim. TB. Borwärts- Zehlendorf. Die Urwahl ber Bundestagbelegierten findet Freitag, 25. Mai, in der Turnhalle des Gymnafiums statt. Funktionärsizung betr. Sportfest Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr, im Restaurant Wiesenburg, Teltower Str. 4. Abt. Leichtathletit: Freitag, 1. Juni, 20 Uhr, wichtige Terminbefprechung und Mannschaftsaufstellung. Schuhe Hingsten Fuchs ein, sie von GUTSCHEIN für 1 Dose Schuh- Creme. The Dandy( Wert ½2 Mark) nur sein! bei Einkauf von 1 Paar Schuhen! Gültig bis 26. Mai 1928. SCHONHAUSER ALLEE 72 111 DANZIGER STR.96 BRUNNENSTR. 67-( STRUMPF'S SCHUHHAUS) M Der anstößige Bubifopf. Die„ Herrschaft" und das Dienstmädchen. Mit langem Faar, in 3öpfen am Hinterkopf aufgesteckt, trat Fräulein D. ihre Stellung als Hausmädchen bei Frau J. an. Nicht aus Abneigung gegen die herrschende Mode hatte das Mädchen die alte Haartracht beibehalten, sondern weil es ,, Herrschaften" Da der wahre Sachverhalt: Ob die beleidigende Aeußerung gefallen ist, ob Entlassung oder freiwilliger Abgang vorliegt, faum festgestellt werden konnte, fam auf Anraten des Richters ein Ber gleich zustande, wonach Frau I. mit saurer Miene dem Mädchen Das Manko des Zapfers. werden, aber Bel dem Rontrollsystem her Firma fei ein Irrtun zumgunsten des Klägers nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen. Das Manto müsse also durch ein Versehen des Klägers entstanden sein. Die Entlassung fönne deshalb nicht als unbillige Härte angesehen werden. Ein spanischer Amofläufer. Furchtbare Bluttat eines Bauernburschen./ Elf Zodesopfer. Madrid, 21. Mai. Nach Zeitungsmeldungen aus Tarragona ereignete fich in einem gibt, denen eine Hausangestellte mit Bubikopf eine unliebsame Er- außer dem verdienten Lohn die Hälfte der Kündigungszeit bezahlte. benachbarten Dorfe eine furchtbare Bluttat. Ein Bauernbursche scheinung ist. Doch es schien, als ob Frau I. nicht zu diesen gehöre. Sagte sie doch eines Tages gesprächsweise, ein Bubifopf würde dem Mädchen wahrscheinlich gut stehen. Fräulein D., die schon lange derselben Meinung war, glaubte nun, sie könne sich von ihren Zöpfen trennen, ohne das Mißfallen ihrer Arbeitgeberin zu erregen. Sie ging zum Friseur und kam zurück mit einem tadellosen Bubikopf, nach der neuesten Mode geschnitten und frisiert. Doch nicht mit Beifall, sondern mit Naserümpfen wurde sie von Frau I. empfangen. Dieser Bubifopf war nicht nach ihrem Geschmack und auch nicht nach dem ihrer Tochter. Mutter und Tochter sprachen oft in abfälliger Weise über den Bubikopf des Mädchens. Eines Tages war Fräulein D. Zeugin eines Telephongesprächs zwischen Frau I. und ihrer Tochter und da will sie gehört haben, daß Frau I. sagte, das Mädchen laufe mit seinem Bubitopf wie eine Straßendirne im Hause herum. Einige Tage später erklärte Fräulein D. der Dame, sie gehe zum Gericht, eine solche Beleidigung brauche sie sich nicht ge= fallen zu lassen. Hierüber kam es zu einer auf beiden Seiten mit lebhafter Erregung geführten Auseinandersetzung, die damit endete, daß Fräulein D. die Stellung verließ. Sie flagte beim Arbeitsgericht, behauptete, fie sei fristlos entlassen und verlangte ihren Lohn für die Kündigungszeit. Frau I. versicherte dagegen, von einer Entlassung fönne feine Rede sein, das Mädchen sei freiwillig gegangen und habe seinen Abgang schon seit einigen Tagen vorbereitet gehabt. Aus der Zeugenaussage der Tochter von Frau J. ging hervor, daß beide Damen an dem Bubikopf des Mädchens Anstoß genommen haben. Die beleidigende Aeußerung wurde aber von beiden entschieden bestritten. Damit sich das Gericht durch Augenschein von der Beschaffenheit des anstößigen" Bubikopfes überzeugen fonnte, mußte Fräulein D. den Hut abnehmen. Sie präsentierte sich in einer hübschen fleidsamen Haartracht, wie man sie bei vielen Damen sieht und die für den Vergleich mit einer Straßendirne nicht den geringsten Anlaß bietet. Man fann nur annehmen, daß dieser Bubikepf den Damen zu herrschaftlich und darum für ein„ Dienstmädchen" unpassend erscheint. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 22.5. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 18. Anf. 182( 62) U. Die Meistersinger Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 92. Anf. 20( 8) U. Dienstag, 22. 5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III Anf. 20( 8) U.) Cavalleria rusticana Der Feuervogel Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 102 Anf. 20( 8) U. Renaissance Theater S Steinplatz 901. Irrtum oder Unehrlichkeit? Ein Zapfer eines Aschinger- Ausschanks wurde entlassen, weil er in zwei Wochen ein Manko von 30 M. gemacht haben soll. Das heißt, nach der Menge des verzapften Bieres hätten 30 m. mehr in der Kasse sein müssen, als vorhanden waren. Zur Erklärung der Differenz gibt es nur zwei Möglichkeiten:: entweder der Zapfer müßte die Gläser übervoll eingeschenkt haben, was nicht anzunehmen ist, um so weniger, als es fich in diesem Falle wie der Vertreter der Firma bemerkte um einen ersttlassigen 3apfer handelt; oder er müßte sich Geld aus der Kaffe angeeignet haben, was bei den im Gebrauch befindlichen Registerkassen ausgeschlossen scheint. Der Zapfer, der seine Entlassung vor dem Arbeitsgericht als unbillige Härte anjocht, versichert, daß er das Manto, wenn ein solches überhaupt vorhanden sein sollte, nicht verschuldet habe. Er hält es aber für möglich, daß durch irrtümliche Fest stellungen und Buchungen der Beauftragten der Firma ein gar nicht vorhandenes Manto herausgerechnet ist. Dagegen beruft sich der Vertreter der Firma auf ihr angeblich unfehlbares Kontrollsystem, das er eingehend schilderte. Doch der Zapfer betent, daß er bei der Feststellung der ihm übergebenen Biermenge nicht hinzugezogen wird, also nicht in der Lage ist, ihn belastende Irrtümer festzustellen. Der Vertreter der Firma versichert, daß Irrtümer ausgeschlossen seien. Er erklärt das Entstehen von Mantos jo: Wenn ein Gast am Büfett ein Glas Bier tauft und etwa ein Zweimartflück in Zahlung gibt, dann steckt der 3apfer, ohne die Registerkasse anzuschlagen, das Geldstück in seine Tasche, gibt dem Gast heraus und sucht die Differenz durch schlechtes Einschenten wieder einzubringen. Es fönne zwar nicht behauptet werden, daß es der Kläger so gemacht habe, aber anders ließen sich Mankos nicht erklären. Dagegen müsse die Firma einschreiten, weil Mantos nicht erklären. Dagegen müsse die Firma einschreiten, weil sie wolle, daß jeder Gast sein richtiges Maß erhalte. Das Gericht wies die Klage ab mit der Begründung, dem Kläger könne zwar cine unehrliche Handlung nicht nachgesagt Piscatorbühne Theater am Walhalla- Th. Nollendorfplatz Weinbergsweg 19/20 Uhr: Krankheit der Jugend Kurfürst 2091/93 Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger ,, Studies Plingstfahrt" Nachmittags halbe Preise Dönhoff- Brett'l: ( Saal n. Garten). Varieté, Tanz. Täglich 81, Uhr | loďte eine Gruppe von kleinen Knaben und Mädchen aus dem Dorfe heraus und gab dann zahlreiche Gewehrschüsse auf sie ab, durch die sieben Kinder getötet wurden. Die Leichen versteckte er unter einem Strohhaufen. Außerdem wurden sechs Kinder schwer verletzt. Der Mörder eilte darauf querfeldcin und erschoß unterwegs ein anderes kind, dessen Leiche er unter Strauchwerk verbarg. Darauf fehrte er ins Dorf zurüd, drang in den Hof eines Hauses ein und erschoß eine Frau. Eine andere Frau und ein kleines Mädchen verwundete er durch Schüffe. Durch Hiebe mit einem Beil tötete er die Verletzten. Er fehrte dann in feine Wohnung zurüd, verließ sie aber bald wieder und flüchtete. Polizei und Dorfbewohner haben die Verfolgung des Mörders aufgenommen. Die stillgelegte Rheinschiffahrt. Nach Rotterdam fommt feine Kohle. Rotterdam, 21. Mai. Infolge der Aussperrung und des Streits in der deutschen Rheinschiffahrt sind die Kohlenverschiffungen nach Rotterdam zurzeit bereits auf den fünften Teil der vor dem Streit beförderten Mengen zurd gegangen. Die Direktion der Rotterdamer Steinfohlen- Handelsvereinigung hat infolgedessen zwei Fünfteln ihrer Arbeiter, das sind 600, gekündigt, die jedoch wieder eingestellt werden sollen, wenn die Lage in der Rheinschiffahrt eine günstige Bendung genommen hat. Bundestag des Butab. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten hält in den Tagen vom 16. bis 19. Juni seinen sechsten ordentlichen Bundestag in München ab. Die Zukunft des technischen Bildunswesens wird Ingenieur Albert Lenz in seinem Referat behandeln, während als Referent über die Wirtschaftspolitischen Aufgaben der Arbeitnehmer" Professor Dr. J. Hirsch gewonnen wurde. Die übrige Tagesordnung unifaßt die Erledigung der Bundes angelegenheiten. G. Tempel's Bierhaus Herrenkleider1. Feiertag: Fabrik gibt bis auf weiteres Anzüge, Ulster, Bitte Täglich 8, Uhr Verlorene Töchter Früh- Konzert überzeugen Sie sich. oder Ebert- Manz- Quartett Malborough zieht in den Krieg Das Mädchen aus Berlin- Lichtenberg, Gudrunstrasse 7. von Marcell Achard dem Freudenhaus Insz. Erwin Kalser Lustspielhaus Dir. Dr. Marlin Zickel 8 Uhr: iuido Thielscher in..Unter Kapelle Wilhelm Frenkel Geschäftsaufsicht" CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Berliner Theater Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 Der schwarze Musik Die schwebende Jungfrau U. Ende geg- 11 Domino Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr: 8 Uhr Was ihr wollt Der Zigarettenkasten SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das internat. Varieté- Programm Ab 30. Mai: Müllers Prinzesschen. Ausschneiden: Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. Komische 8%, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater am Kottbusser Tor Deutsches Theater Planetarium am Zoo Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Norden 12 310 Verläng. Joachimsthaler Straße 8 Uhr, Ende nach 10 von Bernard Shaw Noll, 1578 16, 18, 19, 21 U. Pygmalion Sternhimmel und dtsch. v. Siegfr. Trebitsch Kalender Eintritt 1 M. Kammerspiele Kinder unt. 15 Jahren 3.50 M. Norden 12310 84 U., Ende nach 11 Zum 126. Mal Finden Sie, daß Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 72 Uhr Constance sich richtig Leinen aus verhält? Irland Die Komödie Komödienhaus Bismarck 2414/7516 81 Uhr Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Theater des Westens Steinpl. 931 8 Uhr Rose- Theater Max Adalbert Gr. Frankf, Str. 132 8 Uhr: Hopfenraths Erben „ Das Ekel" 99 Lessing- Theater Norden 12798 Saltenburg- Bühnen Sommerspielzeit Dts. Künstler- Th. Künstlerische Leitung Emil Lind $ 14 Uhr: Verbrechen ( ,, Crime") Täglich 8 Uhr ,, Nr. 17" v. Jefferson Farjeon Regie: Hans Lotz Täglich& Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. ,, Noch interessanter" LUNA PARK Heute: Gr. Volkstag! Eintritt 70 Pi. Gr. Feuerwerk auch bei schlechtem Wetter. Abends im LUNA- KABARETT Willy Rosen, Hans Reimann Lotte Werkmeister, Rich. Schwarz, fanagra u.Ernest Mucky u. Brown Negerkapelle Abbey u. a. Gastspiel d. Deutschen Th. 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