BERLIN Mittwoch 23. Mai 1928 Der Abend™ Erfcheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abenbausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 45. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezeife 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Das Raketenauto rast! Experiment oder Fahrzeug der Zukunft? Das neue Wunder. Heute morgen wurde den Vertretern der Oeffentlichkeit auf der Avus das Raketenauto Fritz v. Opels vorgeführt. Am Avustor ffauen sich die Wagen, und für die Berkehrspolizei ist es schwer, für eine ordnungsgemäße Anfahrt zu sorgen. Am Zielrichterhaus find etliche tausend Gäste um 10 Uhr versammelt. Kurz nach 11 Uhr spricht Frih v. Opel einige einführende Worte. Dann setzt sich das Auto in Bewegung. Dem hinteren Teil des Wagens entströmt mit donnerartigem Getöse eine ungeheure Flammengarbe, die sich immer mehr verstärkt Wie aus einer Kanone geschoffen, rast das Auto auf der Bahn dahin. Alles ist im u in eine so ungeheure Rauchmaise gehüllt, daß man buchstäblich nichts mehr erkennen fann. Der Wagen nimmt die Nordkurve und durchläuft die gesamte Bahn in so erstaunlich furzer Zeit, daß der Beschauer es faum zu begreifen vermag. nur etwa jede minufe einmal brachte Opel die Zündung der Ratefen in Anwendung. Dann flog das Auto mit der eigenen Schwungkraft dahin. Bereits um 11 Uhr hatte die Probefahrt ihr Ende gefunden. Alle, die sie miterlebt hatten, meinten, vor einem Wunder zu stehen. Geheimrat Schütte hielt vor dem Start des Ratetenautos die erste Ansprache. Er warnte vor der Ueberschäzung des neuen Antriebmittels, sprach jedoch die Hoffnung aus, daß wir am Anfang einer neuen Epoche auf dem Gebiete des Verkehrswesens ständen. Er zeichnete ein großartiges Zukunftsbild, das durch den weiteren Ausbau des Rafetenantriebes vielleicht in absehbarer Zeit möglich werde. Frizz v. Opel, der das Fahrzeug steuerte, sprach eingehend über die bisher zur Schaffung des Raketenfahrzeuges ge= leisteten Arbeiten. Er wies darauf hin, daß schon im 15. Jahrhundert der Vorschlag gemacht wurde, ein Bodenfahrzeug mit Hilfe der Rafete zu bewegen. In der Folgezeit sind immer wieder derartige Vorschläge aufgetaucht. Er warf die Frage auf, woran es liege, daß diese Idee trotz ihres großen Alters bis zum heutigen Tage nicht verwirklicht wurde, und er antwortete, daß es daran liege, daß man in Europa, vor allem in Deutschland, unter den Einwirkungen eines falschen Erziehungsideals leide. Der Bourgeois überschäße die theoretische Arbeit und unferfchätze bei weitem die Praris. Er fennzeichnete dann die Pläne, die bei den Opelwerfen für den Ausbau der Erfindung bestehen. Zunächst soll der Weltgeschwindig feitsreford gebrochen werden, der für das Auto auf 333 Kilometer in der Stunde steht. Dazu wird man ein Raketenfahrzeug auf einer Eisenbahnftrede laufen lassen. Dann ist beabsichtigt, auf der Freiburger Rennbahn den Reford für die Motorräder, der auf 190 Kilometer in der Stunde steht, zu brechen. Dann will man versuchen, dem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 300 bis 400 kilometer zu verleihen. Im Anschluß daran sollen Höhenforschungen unter Benutzung geeigneter Registrierinstrumente vorgenommen werden. Man hofft dabei Höhen zu erreichen, die die bisher erreichte weitaus übertreffen. Nach dem Abschluß dieser Arbeiten will man Tiere mit Raketenfahrzeugen emporsteigen lassen. Mit Hilfe geeigneter Instrumente wird man feststellen, wie die Kälte und der Druckverlust in den großen Höhen auf Lebewesen wirken und ob schädliche Strahlungen vorhanden sind. In der fünften Etappe wird man dann versuchen, besonders vorgearbeitete mit Menschen besetzte Rafeten in die höhere Luftschicht aufsteigen zu laffen. Opel sprach die Hoffnung aus, daß alle diese Arbeiten innerhalb eines Jahres vollendet werden könnten. Als letztes Ziel, für das er 15 bis 20 Jahre in Anspruch nimmt, bezeichnete er die Schaffung eines für den praktischen Betrieb geeigneten Raketen flugzeuges, um vielleicht den Bau eines wirklichen Weltenraumschiffes, mit dem es dann möglich sein würde, in einem Tage die Erde zu umfliegen, zu ermöglichen. * Das Rafetenfahrzeug, das die Firma Opel in Berbindung mit Mar Ballier und dem Pyrotechniker Ing. Sander herausgebracht hat, hat sich heute auf der Avusbahn den Berlinern vorgestellt. Die Rafetenwirkung ist seit Jahrhunderten nicht nur den Technifern, sondern weitesten Boltskreisen bekannt. Die Antriebsmaschine, die hier zur Verwendung gelangt, fann man als Pulvermotor ansprechen. So überwältigend die Expeditionswirkung des Pulvers an sich ist, so war es dennoch ein völlig neues Problem, diese Wirkung prattisch für den Bortrieb von irgend welchen Fahrzeugen, die Menschen befördern sollten, auszunuzen. Man befürchtete bei Bulver als Betriebsstoff die völlige Zerstörung ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) Radio und Grammophon als Lehrmittel. ☐ H In Berliner Volksschulen ist der Radioapparat und das Grammophon als Ergänzung des Musikunterrichts eingeführt worden. Autounglück am Gesundbrunnen. Die Fahrt gegen die Baustelle.- 1 Toter, 2 Schwerverletzte. In der Nähe des Bahnhofes Gesundbrunnen ereignete sich in| Hauptmann Köhl und Fizmaurice am 9. Juni die Rückreise der vergangenen Nacht ein schweres Autounglüd, bei dem eine Berson getötet, zwei weitere Insassen lebensgefährlich verlegt wurden. # Die Unfallstelle liegt an der Ede Bellermann und Behmstraße. Dort wird zurzeit ein Neubau errichtet. Mehrere große Stapel Mauersteine lagern zum Teil auf dem Bürgersteig, zum Teil auf dem Fahrdamm. Kurz vor 2 Uhr fam in schneller Fahrt ein mit zwei Personen besetztes Brivatauto die Bellermannstraße entlang. Der Führer übersah die Baustelle und raste mit dem rechten Borderrad gegen den Steinstapel. Die Folgen waren entfeßlich. Das Auto überschlug sich mehrmals, und der Führer, ein Kaffeehausbesiger 3erner aus der Gerichtstraße 32, sowie die beiden Insassen, die 26jährige Verkäuferin Elsa B. aus der Schillingstraße in Reinickendorf- West sowie der 62jährige gpedient Erich B. aus der Zillertalstraße in Bankow, murden unter den Trümmern des umgestürzten Wagens begraben. Passanten, die Zeugen des furchtbaren Unglücks geworden waren, riefen die Feuerwehr herbei, die für die Ueberführung der Verunglückten, die sämtlich lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten, ins Birchow- Krantenhaus sorgte. 3erner starb bereits furze Zeit nach seiner Einlieferung an den Folgen eines schweren Schädelbruchs und innerer Verlegungen. Das Befinden der beiden anderen Verunglückten gibt zu schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Heimkehr der deutschen Flieger. Köhl erklärt transatlantische Handelsflüge für möglich. Die deutschen Ozeanflieger werden voraussichtlich am 9. Juni an Bord des deutschen Dampfers Columbus" von New York aus ihre Heimfahrt antreten. Ein Rückflug mit der„ Europa" tommt nach einer Erklärung der Flieger nicht in Frage. Nach einer Meldung der„ Chicago Tribune" aus New Dort wurde dort offiziell mitgeteilt, daß Herr v. Hünefeld, nach Europa an Bord des Dampfers Columbus" antreten werden. Der Unfall der Bremen" bei dem mißglückten Start am vergangenen Sonnabend hat ihre Absicht, auf dem Luftwege zurüdzukehren, zunichte gemacht. Mehrere New- Yorker Blätter berichten dagegen, daß Major Fizmaurice beschlossen habe, in Amerika zu bleiben und das amerikanische Ehrenbürgerrecht zu erwerben, da er äußerst günstige Angebote aus amerikanischen Luftfahrtkreisen erhalten habe. In einem Presseinterview in Montreal erklärte Köhl, daß sich transatlantische Handelsflüge durch den Bremen"-Flug als technisch möglich erwiesen hätten. Es fehle nur noch das genügende Kapital und die Einrichtung draht loser Peilstationen auf Schiffen, Flugzeugen und an den Küsten. Er jagte Trans08eanflüge mit großen 2pqaraten, die größere Lasten an Fracht und Bassagieren transportiere fönnen, voraus. 34 Rinder ertrunken. Zwei schwere Dampfertatastrophen in Rußland. London, 23. Mai. Rach einer Meldung aus Mosfau ist auf dem Rubanfluß in der Nähe der Stadt Temrint ein Dampfer, der 80 Kinder an Bord hatte, gescheitert. 34 Kinder sind dabei ertrunken. Der nach Triest unterwegs befindliche Dampfer Lea Tolstoi geriet auf dem Dnjepr in Brand. 19 Personen famen ums Leben. Das Deutsch- russische Giftgas. Neues Grubenunglück in Amerika. Berichte 2, Seite. Die Wahrheit üher das Todesgas. Dr. Hugo Stoltenberg über seine Rußtandgründung. Das Raketenauto. (FortseKung von der I. Seite.) des Gefährtes. Roch etwas anderes war bei dieser neuen Antriebs- kraft zunächst zu berücksichtigen. Der Wirkungsgrad einer Rakete, deren Rückstoß das Fahrzeug in Bewegung setzen sollte, war an- ftjnglich viel zu gering, als daß man praktisch mit ihm Erfolg« hätte erzielen, können. Ballier selbst berichtet, daß die Rakete nur einen Wirtungsgrad von 3 Proz. gehabt hätte und daß es ihm dann nach langen Versuchen erst gelungen ist, diesen Wirkungsgrad auf etwa 25 Proz, zu steigern. Die Vorgeschichte der Erfindung ist reich an Enttäuschungen und fehlgeschlagenen Hofsnungen. Vall'«r trat bereits 1925 an die Junkerswerke mit seinen Vorschlägen heran. Er wurde abgewiesen. Er setzte sich 1926 auch mit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Verbindung, es fand sich keine Autorität, die«ine Pläne günstig beurteilt hätte. Er selbst aber war so gut wie mittellos. Er versuchte durch Vorträge nicht nur das öffentliche Interesse wachzurufen, sondern auch Mittel zur Verwirklichung seiner Lieb- lingsid«e zu gewinnen. Nach zweijähriger Vortragstätigkeit er- kannte er, daß er so niemals sein Ziel erreichen würde, daß man in ihm höchstens einen Idealisten, meist aber einen Phantasten, einen Projettsmacher sah. Noch im August 1927 versuchte er einen Rest betrag von 6999 M. durch einen weit in Deutschland bekannten Artikel in einer süddeutschen Zeitschrift zu gewinnen. Das notwendige Pulver zum Raketenantrieb und auch das Flug- zeug waren ihm zur Verfügung gestellt. Es gelang nicht, den relativ kleinen Betrag aufzubringen. So gab er den Gedanken auf, das Rakctenfahrzeug zu verwirklichen. In seinen Vorträgen hat Val- lier esklärt, daß er sein Ziel in vier Etappen erreichen wolle. Die e r st e Etappe sollt« in der wissenschaftlichen E r s o r- schung der Leistung der bisherigen Paketen bestehen, die zweite sollte die Anwendung des Raketenantriebs bei einem auf dem Boden beweglichen Fahrzeuge sein, die dritte sollte den Antrieb eines Flugzeug« durch Rateten und die vierte die Steigerung der Ratetenleistung in solcher Weise bringen, daß es möglich wurde, die äußersten Grenzen unseres Luftraumes zu erreichen und Höhen- und Ge- schwindigkeitsrekorde auszustellen. Im Herbst 1927 erklärte sich dann Fritz v. Opel bereit, an der V«rwirklichung des Raketensahrzeuges mitzuarbeiten. Im Verein mit einer F«uerwerksfirma in Weser- münde, die den Ingenieur Sander für diese Versuch« bestimmte, führte Ballier zahlreiche pyrotechnische Versuche aus. Dos Ergebnis ipar, daß man im März 192« den Opel-Werken mitteilen kannte, daß man einen Raketenapparat mit den geeigneten Raketen in ein inzwischen fertiggestelltes Fahrzeug einbauen könne. A m 12. M ä r z w u r d g der erste Bersuch mit diesm Wagen unter- nommen, er kgm dabei gerode nur ins Rollen. Der zweite Bersuch aber verlieh dem Wagen schon eine Geschwindigkeit von 79 Kilometer in der Stunde. Bei den weiteren Versuchen, bei denen die Geschwindigkeit erheblich gesteigert werden konnte, ereignete sich auch eine Explosion im Raketenapparat. Die für diesen Zweck eigens vorbereiteten Sicherheitsoorkehrungen bewährten sich ausgezeichnet und am 12. April führt« man diesen Wagen zum erstenmal aus der Opel-Rennbahn in R ll s s c l s h e i m der Oeffent- lichkeit vor. Es ist geplant, die Leistungen der Rakete so zu stei- gern, daß Geschwindigkeiten von 599 bis 699 Kilometer in der Stunde erreicht werden. Und dann erst soll der Einbau des Rak«tenmotors in ein Flugzeug vorgenommen werden. Wir stehen hier am Ansang einer neuen Versuchsreihe, deren Wirksam- keit für die Praxis natürlich erst abgewartet werden muß. W. M. Mi falschen paffen! Lleber 20 polnische Kommunisten in Berlin verhastet. Gestern abend sand in Haberlands F e st s ä l e u in der Rochstraße eine Versammlung von polnischen Kommunisten stall. Von der Polizei war jedoch fest- gestellt, daß der Zweck und Rame der Versammlung s i n- giert waren. Die Polizei schrill deshalb zu einer über- raschenden Aktion. Kurz nach Eröffnung der Versammlung erschien ein größeres Aufgebot von Kriminalbeamten, besetzte sämtliche Ein- und Ausgänge und löste unter heftigem Protest der Anwesenden die Versammlung auf. Sechsundzwcmzig polnische Kommunisten wurden auf Lastautos ins Polizeipräsidium gebracht und der Ab- teilung 1 A vorgesührt. Der größt� Teil der Polen war im Besitz von falschen P ä s ste n oder ungültigen Papieren. Heute vormittag wurden die Verhasteten eingehend verhört. Nach den bisherigen Ermitt- lungen handelt es sich um Vertreter des Z e n t r a l'k o m i t e e s der Kommunistischen Partei Polens. Es wurde u. a. ein Aufruf der polnischen Kommunistischen Partei an die KPD. vorgefunden, in dem ihr« Freude über den W a h l e r f o l g der deutschen Kommunisten zum Ausdruck kommt. Der Aufruf sästießt:„Es lebe Rätg-Deutsch- land!" Die polizeiliche Untersuchung dürfte noch weitere Kreise ziehen. So viel scheint aber schon jetzt jestzustehen, daß sich Wie nicht anders zu erwarten war, antwortet die„Rote Fahne" auf unsere gestrigen Enthüllungen über die Zu- sammenhänge zwischen der Fabrik Hugo Stoltenberg und der russischen Giftgaserzeugung inTrozk mit einer Flut wüster Beschimpfungen. Ausdrücke wie „Lügen",„freche Fälschungen",„ausgemachter Schwindel" usw. finden wir nicht weniger als ein dutzendmal auf einer Seite. Der aufmerksame söeser merkt allerdings bald, daß hauptsächlich nur solche Dinge als Schwindel bezeichnet wer- den, die wir nie behauptet haben, wie beispielsweise, daß die die Firma Stoltzenberg Giftgas von Ruhland nach Deutschland importiert hätte. Unsere Behauptung ging im Gegenteil dahin, daß die Firma Stoltzenberg in Ruß- land eine Giftgasfabrik errichtet, also von Deutschland nach Rußland geliefert hat. Das kann die„Rote Fahne" trotz aller Schimpfereien nicht abstreiten, und es ist sehr possierlich, wie sie unsere angeblichen„Lügen" selber einige Zeilen später als halbe Tatsachen zugesteht. Denn sie schreibt: „Jeder Arbeiter weiß, daß die Sowjetregierung ausländische bürgerliche Spezialisten oder Firmen zum Aufbau der sozialistischen Industrie in der Sowjetunion heranzieht. Da die Sowjetunion über eine nur gering entwickelte chemische Industrie verfügte, hat sie selbstverständlich einige ausländische Firmen mit bestimmt begrenzten Aufträgen zum Aufbau dieser Industrie in der Sowjetunion ver- sehen... Diese chemische Fabrik galt nur einer Produttion sürdieSowjetunion. Der„Vorwärts" aber lügt— entgegen selbst dem von ihm veröffentlichten Dokument— seinen Lesern vor, das in Hamburg ausgeströmte Giftgas stamme aus der Sowjet? union.(Nie von uns behauptet, siehe oben. Red. d.„A.".) Auch die öffentlichen Erklärungen der Firma widerlegen diesen Schwindel." Selten hat ein Lügengestammel kürzere Beine gehabt. In der Morgenausgabe dcr'„Vossischen Zeitung" nimmt Herr Dr. Hugo Stoltzenberg persönlich dos Wort zu einer Erklärung, deren entscheidende Absätze wörtlich lauten: Zm Zahre 1 9 2 3 trat zum ersten Male die deutsche Regierung durch die„G c f u" an mich heran und appellierte an mein patriotisches Gefühl, an meine sachmönnifchen Kennt- nisse. Ich möchte betonen, daß ich niemals der Rationalsozialisti- schen Partei angehört Hobe, noch ihr nahegestanden habe. Durch Vermittlung der..Gesu" wurde die russisch-deutsche Berfol- sabrik in Trozk gegründet, über deren Beschreibung ich mir Einzelheiten versagen kann, da sie in der presse bereits bekanntgemacht worden sind. Außer den russi- schen Kampsgaslieserungen kamen deutsche Aufträge hinzu. Als die Politik schwenkte, standen bald keine Mittel mehr zur Verfügung. Nachdem eine Reihe von Ansprüchen, die ich an die „Gesu" zu stellen hatte, nicht erfüllt wurden, konnte ich mit den mir zur Verfügung gestellten Mitteln nicht mehr auskommen. Dennoch wurden die Arbeiten mit meinen eigenen Mitteln fort- gesetzt, und ich haftete dem Wassenamt gegenüber mit meinem gesamten Vermögen. Später trat ein Schiedsgericht gegen mich zusammen, das gegen mich entschied, und mein gesamtes Vermögen fiel meinen Vertrags- gegnern zu. Ich war auf Gnade und Ungnade diesen ausgeliefert. Dr. Hugo Stoltzenberg schildert dann, wie die„Gesu" ihn unter Geschäftsaufsicht und alsbald zur völligen Aufgabe seines Besitzes zwang, der auf die Gesellschaft Müggenberg überging. Bon dieser sagt er: Der Charakter dieser Gesellschaft ist mir vollkommen un- klar. Ich weiß, daß hinter ihr der Berliner Bankier Schle- der, im Zusammenhang mit der Engelhardt-Bank in Berlin und der Stamag(Stahl- und Maschinenfabrik A.-G.) steht. Nachdem meine Fabrik in den Besitz dieser Gesellschaft übergegangen war, trat an leitende Stelle der frühere Hand-elsbevoll- mächtigte der„Gesu" Dr. von Borries. Er konnte mit dem Phos- g e n g a s nichts anfangen, und gab es mir als einziges meiner früheren Bcsihlümer gewissermaßen als Danaer Geschenk zurück. Ich brachte die Phosgentanks auf einem von den Stahlwerken Werner gepachleten Gelände auf der Hegestroße unter. Bereits am 19. Dezember 1926 hat Genosse Kuttner im Preußischen Landtag— bis heute unwidersprochen— festgestellt, daß versügungsberechtigte Geschäftsführer der„Gesu", die insbesondere auch die Millioncnbeträge bei der Darm- städter und Nationalbank für die russische Prombank in Moskau einzahlten, folgende Personen waren: Oberst Oskar Buchholz, Leiter der Waffen» und Muni- tioncabteilung des Reichewehrministeriums. Major Spangenberg, Mimjterialobnrannn in der Waffen- und Munitionsabteilung des Neichswehrministeriums. Durch die Erklärung des Dr. Hugo Stoltzenberg wird alles, was wir in dieser Sache erklärt und geschrieben haben, Wort für Wort be st ätigt. Es zeigt sich in absoluter die Berhasteten zum größten Teil mit innerpolitischen polnischen An- gelegenheiten befaßten, daß ihnen aber wahrscheinlich der Boden in Polen zu heiß unter den Füßen geworden ist. Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, von wo die gefälschten Pässe stammen. Einige der Verhafteten behaupten, die österreichische Grenze überschritten zu haben und von dort nach Berlin gelangt zu sein. Da sich die Ermittlungen sehr umfangreich gestalten, läßt sich zurzeit noch kein abschließendes Urteil bilden. Natürlich ist die politische Polizei verpflichtet, dafür zu sorgen, daß Ausländer verhindert werden, sich in die innerpoli- tischen deutschen Verhältnisse einzumischen. Hoffentlich wird die bis zpr Stunde etwas dunkle Angelegenheit recht bald«ine volle Klärung finden. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, tagt« di« Ber- sammlung unter dem Decknamen eines Esperantoklubs. Außer zahlreichen Papieren und Druckschristen, wurde ein« größer« Summe Geldes in amerikanischer Wäh- rung beschlagnahmt.__ Der letzte deutsche Bürgermeister von Südtirol, Joseph Pixner aus St. Leonhards wo das Gedurtsheus Andreas Hofers steht, ist über die italienische Grenze nach Nordtirol geflohen. Er wollte so der Verhaftung und Verbannung entgehen. Klarheit, daß die Gistgasfabrik in Trozk nicht, wie die„Rots Fahne" ihren gläubigen Lesern vorgaukeln möchte„n u r" für die Bedürfnisse der Sowjetunion, sonder mit Geldern des deutschen Militarismus selbstverständlich für gemeinsame deutsche und russische Zwecke errichtet worden ist. Die deutsche und die russische Rüstung»- Politik haben engstens Hand in Hand gearbeitet» die eine hat das Geld und die Ingenieure, die anders die Fabrikations Möglichkeit geliefert! Es ist daher elende Ausflucht, wenn die„Rote Fahne* ihren Lesern vorschwindelt, daß wir„zur Verteidigung der deutschen Rüstungspolitik" gegen Sowjetrußland„Lügen und Fälschungen" verbreiteten. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Seit 1926 haben wir die Unterstützung heimlicher deutscher Rüstungen durch die Sowjetregierung, die Gemeinfchaftsfront des russischen und des deutschen Militaris- mus enthüllt. An der Hamburger Giftgaskatastrophs tragen beide genau die gleiche Schuld. Wir denken nicht daran, Herrn Geßlers Tarnungs- Methoden zu beschönigen, hat sie doch niemand energischer und erfolgreicher bekämpft als die Sozialdemokratie. Aber wir wenden uns gegen die elende Heuchelei, die in den Sätzen der„Roten Fahne" liegt: „Hamburg zeigt, mit welchen Mitteln die imperialistischen Re- gierungen Sowjetrußland angreifen wollen." Nein, Hamburg zeigt, daß trotz aller humanitärer Phrasen die Sowjetregierung mit den deutschen Militaristen bei der Herstellung dieser Mittel Hand in Hand ge- arbeitet hat! Wir lassen der„Roten Fahne" das kindische Vergnügen, die von uns beigebrachten Dokumente als„Fäl- schungen" zu bezeichnen. Nach der Erklärung des Dr. Hugo Stoltzenberg wird auch dem Blödesten klar werden, wer hier fälscht und lügt! Roch ein Todesopfer. Auch gestern nachmittag ist die IV i l h e l m s b u r g e c Feuerwehr aus Anlaß von phosgcngasoergislungen ver- schiedentlich um Hilfe gebeten worden, da sich noch bei 10 bis 12 Personen vergislnngserscheinungea zeigten. Die Erkrankten sind teils im Krankenhaus Harburg. teils im Krankenhaus St. Georg in Hamburg untergebracht. In letzter Stund« wird ein weiteres Todesopfer bekannt. Eine Frau Wroblewjki aus Wilhelmsburg ist im St.-Georg» Krankenhaus der Vergiftung erlegen, so daß sich die Zahl der Todesopfer damit aus 1 1 erhöht hat. Füns Feuerwehrleute und fünf polizcibeamte liegen noch im Kranken- Haus. c- Die sozialdemokratische Fraktion hat in der Hamburger Bürgerschaft eine Anfrage an die Bürger- schastsmitglieder der Polizeibehörde gerichtei, in der gefragt wird: 1. War der PotizeibehSrde bekannt, daß dieses gefährliche Giftgas in den jetzt festgestellten großen Mengen gelagert wurde oder hat eine strafbare Verheimlichung stattgefunden? 2. Wer trägt die Derant- wortung? 3. Welche Maßnahmen sind getroffen, um die Gefahr weiterer Giftgaskatostrophen zu beseitigen und dauernd zu verhüten? Eine ähnlich gehaltene Anfrage hat die demokratische Bürgerschasts- fraklion an die Polizeibehörde gerichtet. Die Hamburger Kriminalpolizei hat inzwischen im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Vertreter der Behörden und Sachverständigen. haben mit den Betriebsleitern der Firma Stoltzenberg darüber ver- handelt, was mit dem in weiteren Tanks aus diesem Gelände lagern- den Phcsgen-Mcngen geschehen soll; ob sie abgeleitet und unschädlich gemacht oder ob sie unter Beobachtung der notwendigen Vorsicht?- maßnahmen nach einem weniger gefährlichen Terrain abtransportiert werden sollen. Die Firma Stoltzenberg erklärt. Die Hamburger Firma Stoltzenberg, die Herstellerin des Phosgengases, gibt«ine längere Erklärung heraus, in der es heißt: Die Untersuchungen ergaben, daß die Schweißstelle des in Frage kommenden Kessels porös fei und dunkle Schlackenbildung zeigte. Trotz dieses Fehlers hat der Kessel am 25. Juni 1927 di« amtliche D r u ck p r o b e auf 22 Atmo- sphären laut Kesselpapieren ausgeholten. Der Druck im Kessel, der ständig unter gewissenhafter fachmännischer Kontrolle stand, betrug an dem dem Unglücksfall vorangehenden Tage 1,5 bis 1,3 Atmo- sphären. Eine Erhöhung des Druckes an dem Unglückstage ist un- wahrscheinlich, da die Maximal-Außentemperaturen plus 18 Grad betrug. Das entspricht der Tension des Phosgens, die bei 1971 836 Millimeter, bei 2971 1215 Millimeter, bei 3931 1759 Millimeter beträgt. Phosgen hat einen Siedepunkt von plus 8,2 Grad. Auf«inen geringen Druck deutet auch die Tatfache hin, daß der abgerissene Mannloch-Deckel mit intakten Verbindungsschrauben und intakten Ventilen neben dem Kessel liegt. Dos darüber besind- lich« Wellbiechdach zeigt keine mögliche Spur des Anpralls. Reue Grubenkaiastrophe in Amerika. 25 Bergarbeiter vermißt. Harlan(Kentucky), 23. ZNai. In dem 12 INeilcn östlich von Harlan gelegenen Black- Mounlain-Kohlenbergwerk ereignete sich eine E x p l o» s i o n. 25 Bergarbeiter werden vermißt. 59 gelang es, sich un- verlehl in Sicherheit zu bringen. Einige Leichen wurden be- teils geborgen. Das Bergamt in Bristol(Virginia) hat einen Sonderhilsszug entsandt. An der Unglücksstätte wurden nach den letzte» Melduneen weit«.'« fünf Leichen von Bergarbeitern geborgen. Man hofft, 15 der Vermißten noch retten zu können. Der Massentod in der Mather-Gruba. Wie aus New P o r k gemeldet wird, Hai sich di« Zahl der in der Mather-Grube ausgesundenen Leichen auf 92 erhöht. 194 Bergarbeiter werden, noch vermißt, da der in der Grube ausgebrochene Brand sich stark ausdehnt und die Hilfsmann- jchasten zur Ausgabe der Rctmngsardeicen zwingt. Keine Gesinnungsgemeinschaft. Die chriftlichen Gewerkschaften im Reichstag. Großstadtvagabondage. I. Von Georg Eck. Wenn man, aus dem Westen Deutschlands tommend, in Berlin Bleibe für die Nacht sucht, weist einen schon der Polizeibeamte in Halensee nach der Fröbelstraße. Zerschlagen und müde schleppt man sich durch die endiosen Straßen, und doch, so stumpf man auch ist, dieser Querschnitt vom Westen nach dem Nordosten enthüllt einem langjam das ganze Wesen der Stadt. Das Organ der christlichen Gewerkschaften, Der Deutsche", veröffentlicht die Namen der Reichstagsabgeordneten, die den christlichen Gewerkschaften angehören. Sie verteilen sich auf fünf Barteien. Dem 3entrum gehören an: Stegerwald, Dr. Brüning, Giesberts, Imbusch, Joos, Becker, Frau Teusch, Gerick, Tremmel, Schlad, Bieber, André, Erfing, Ehrhardt, Fehrenbach und Riesauer. Der Volfspartei gehören an: Thiel und Winnefeld. Deutschnationale chriftliche Gewerkschafter sind: Lambach, Behrens, Koch und Hülser. Der Bayerischen Volkspartei gehören an: Dauer, Schwarzer und Troßmann. Schließlich haben funktioniert, dem es nicht darauf ankommt, daß einige nebenfäch Berlin lebt. Ein Organismus, dessen Stoffwechsel ausgezeichnet die christlichen Gewerkschafter auch bei den Nationalsozialiche Glieder verfümmern, verkommen, absterben, denn andere, listen einen Vertreter namens Stöhr. reichere bilden fich neu und wachsen. Dem Deutschen", der ja einer der eifrigsten Vertreter des Bürgerblocks war und es heute noch ist, und wenn man sich die Im Billenviertel perhaltener Reichtum, überlegene Vornehmheit, das Gewissen mit Kunst und gutem Geschmad beruhigt. In Liste der Abgeordneten ansieht, begreift man das ohne weiteres den lururiösen Geschäftsgegenden sinnlose, schreiende, schamlofe ist offenbar nicht recht wohl ob des Ausgangs der Wahlen. Daß Pracht, Gegenden, die fortwährend ihr Gesicht verändern, unermüd üb: fünftig die christlichen Gewerkschafter im Reichstag gegeneinlich im Erfinden neuer raffinierter Arten der Verschwendung, dem ander in der Opposition wie in der Regierung stehen werden, ist Zeichen letzter Verantwortungslosigkeit vor allem was Mensch heißt. unvermeidlich. Aber, sagt das christliche Gewerkschaftsorgan, wir In jenen grauen Vierteln aber, die seit Jahrzehnten einer zer mürbten Masse dasselbe trostlose Antlik zeigt, verändert sich nichts. Die Not hält die Zügel straff, sie gestattet teine freundliche Abwechslung, grau in grau wie das Bild der Straße ist das Leben ihrer Bewohner. Der Tod ist der einzige erlösende WechselHelene Schmitz eine der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten für Berlin. " find ja teine Gesinnungsgemeinschaft. Die Ziele der christlichen Gewerkschaften wurzeln im Weltanschaulichen". Die Gemeinsamkeit des Hitlerianers Stöhr und des Republifaners Joos ist danach eine Gemeinsamkeit der Weltanschauung", die mit Gesinnung nichts zu tun hat. Dasselbe läßt sich wohl von der Gemeinsamkeit des Deutschnationalen Behrens, Schüßer der Fememörder Schulz und Klapproth, freditwürdiger Geldnehmer der Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, und Im bush, dem Führer der christlichen Bergarbeiter, fagen. Diese Gemeinsamkeit, um die den ,, Deutschen" niemand beneiden wird, soll fünftig mehr herausgearbeitet werden. Auf das Ergebnis dieser Arbeit kann man gespannt sein. In Wirklichkeit haben sich die christlichen Gewerkschaften über nommen, als sie nach dem Umsturz ziemlich wahllos alles auf nahmen, was sich auf den Boden der Tatsachen" stellte. Sie leiden jezt an Verdauungsstörungen. Daher die melancholischen und geframpften Deutungsversuche, daher auch die Hoffnung, die noch am Grabe des Bürgerblocks aufgepflanzt wird. Sling gestorben. Heute nacht verstarb plöhlich und unerwartet der Journalift und Schriftsteller Paul Schlefinger, der unter dem Namen Sling zahlreiche kritische Beiträge zur modernen Rechtspflege veröffentlicht hat. Der plöglich verstorbene Journalist Schlesinger, der sich als Gerichtsberichterstatter den Namen Sling gegeben hatte, ragte weit über das Maß des Tagesschriftstellers hinaus. Er hat während der letzten Jahre in die bürgerliche Justizbericht= erstattung und-kritik einen Ton hineingebracht, der alle auf horchen ließ: eine packende Ausdrucksweise, ein tiefes menschliches Verstehen und ein liebevolles Eingehen auf die sozialen Schäden, die die Wurzel der Verbrechen und Bergehen sind, fennzeichneten seine vo großem fachlichen Wissen getragenen Berichte. Es war fein Wunder, daß seine Stimme bald nicht nur beim Laienpublikum, bei den Lefern der Tagespresse, sondern auch in Juristenkreisen Beachtung fand. Er war ein Mensch, der das Menschliche gegen den Paragraphengeift formaler Rechtsprechung zu verteidigen verstand. So wandte er sich mehr als einmal gegen den Bereidigungszwang, der die Meineidseuche entstehen ließ und wo sonst immer irrendes Menschentum mit der Rächerin Justiz zusammentraf, immer fand es in diesem warmherzigen, fünstlerischen Menschen einen Freund, der zu erklären suchte, wenn sonst schematisches Urteil über die soziale Bedingtheit der Verbrechen achtlos hinwegzugleiten drohte. So hat dieser bürgerliche Journalist der Sache der Arbeiter fchaft manchen wertvollen Dienst erwiesen. Was Sling sonst als Literat und Feuilletonist geleistet hat, verblaßt hinter dieser seiner Tagesarbeit, von der ihn, den Fünfzigjährigen, der Tod überraschend abberief. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Teils heiter, teils wollig, am Tage mäßig warm, schwache östliche Winde. Für Deutschland: In der südwestlichen Hälfte Deutschlands noch immer fühl und regnerisch, im übrigen Reiche vorwiegend trocken mit weiterer Erwärmung. EIN ERLEBNIS Es ist Abend geworden. Am Alexanderplatz biege ich nach Norden ab. Die Prenzlauer Allee liegt fast leblos, von einer Kette spärlicher Lichter erhellt. Ich steige mühsam, von übermäßiger Wanterung erschöpft, die Straße bergan. Da plöglich flammt in riesigen Leuchtbuchstaben ein Wort am Nachthimmel auf, über mageren Mietfajermen, halbzerfallenen Schuppen, Scheunen, Budiken, KaSchemmen leuchtet es strahlend:„ Elysium". Elysium, Gefilde der Glücklichen! Hier ist es der Name eines Rinos, gleißnerische Lockung geschickter Unternehmer; aber wer vermöchte in dieser Hölle ohne ein solches eingebildetes Himmelreich, ohne die Vortäuschung eines Glückes zu leben? Ich bin am Ziele. Hinter dem Kinopalast erhebt sich dunkel, von jenem verschönenden Lichtschein nicht mehr getroffen, das Asyl für Obdachlose, die Balme. Augen, die gewohnt sind nach Steckbriefen zu vergleichen, mustern mich scharf. Beamte in weißen Ritteln notieren meine Personalien, untersuchen meine Papiere. Ich vermag mich faum auf den Füßen zu halten. Endlich, endlich öffnet sich mir ein hoher, halbdunkler Schlaffaal, eine Luft, verbraucht und von dem Gestant beizender Desinfektionsmittel erfüllt, nimmt mir einen Augenblick den Atem, ich suche mir eine freie Pritsche und sinke hin. Mit geschlossenen Lidern fühle ich den Raum: fahl, troftlos, leer, eine Gefägniszelle müßte heimischer sein. Im Einschlafen höre ich das Schnarchen der anderen, einige fingen, manche, fluchen, neben mir wird eindringlich und leise eine Unterhaltung geführt. Wandernde Kammeroper. Gastspiel im Theater am Schiffbauerdamm. " Im Theater am Schiffbauerdamm gastierte die Berliner Kammeroper der Gemeinnützigen Vereinigung zur Pflege deutscher Kunst". Das Gastspiel war der Abschluß einer Tournee, die das Ensemble während des Winters nach 58 Städten in Ostdeutschland, Ostoberschlesien, die Nordmart, in den Korridor und das Memelland führte. Zur Aufführung gelangten„ Die listigen Mädchen" on Gluck und Pergolefes Spott und Eifer fucht". Glucks Kammeroper trägt die Bezeichnung Schäferspiel, und der Komponist der ,, Iphigenie" und des ,, Orpheus" unterscheidet sich hier faum von seinen weniger begabten Zeitgenossen, die den französischen Hof mit Musik persorgten: die übliche Handlung der Schäferspiele mit Andeutung von Intrigen, eine Handlung, die nur ein Vorwand für Arien bleibt, die sich ohne inneren Zusammenhang aneinander reihen. Höfifcher Geschmad, spielerischer Geist, leichte, elegante Musik und Liebe zum dekorativen Schnörkel sind die Eigenschaften des Werkchens. Stabiler ist Pergolese. Hier findet man bereits in der Anlage den Aufbau der italienischen komischen Oper eines Rossini oder Donizetti, aber die Musik ist eintöniger und wirft allmählich einschläfernd. Dies muß einmal gesagt werden. Wir sind heute an ein anderes Orchester gewöhnt, wir verlangen von einer Oper mehr als nur Kadenzen und Koloraturen. Streicher und Holzbläser allein genügen dem modernen Empfinden kaum. So bleiben diese Aufführungen im Grunde Museumskunst, eine sehr kostbare Kunst, aber eine Kunst für wenige. Es ist fraglich, ob diese Opernaufführungen dem Provinzpublifum die richtigen Borstellungen von Opern vermitteln, andererseits bleibt zu berücksichtigen, daß eine Banderoper weder mit einem großen Orchester noch Chor belastet werden darf. Diese beiden Berte erfordern feinen Chor und nur ein Orchester von ungefähr zehn Maim. Gespielt wird unter der Regie Hans Holtorfs und unter dem Dirigenten August Ehrhardt sehr ordentlich. Vor allem betont man den buffonesken Charakter der Opern und paßt die Bewegun gen der Musik an. -t. auf dem Mars Leben gibt, ist jetzt dadurch bewiesen, daß man Lebenszeichen vom Mars. Die viel umstrittene Frage, ob es Sauerstoff in der Marsatmosphäre nachgewiesen hat. Freilich hat die Atmosphäre des Mars, wie in der Umschau ausgeführt wird, nur etwa ein Sechstel des Sauerstoffes der Erdatmosphäre, was vor furzem durch Messung der Wellenlänge beſtimmter Strahlen festgestellt wurde, die durch die Atmosphäre dieses Planeten gehen. Das Vorhandensein von tierischem Leben wird durch Sauerstoff allein nicht bewiesen, wohl aber das eines Pflanzendaseins, denn freier Sauerstoff fönnte in einer vollkommenen Totenwelt nicht vorfommen; er würde von den Eisenmineralien, die auf allen Planeten vorhanden sind, aufgefogen werden. Nur durch den Stoffwechsel der Pflanze ist es möglich, daß Sauerstoff an die Atmosphäre zurückgegeben wird. unvergeßlicher Stärke vermittelt Ihnen die Ausstellung Wirre Bilder der Großstadt springen mir durch den Kopf, von Autohupen zerrissen, dann wird es stumm. II. Fenster hoch oben fällt der falte fade Schein des Novembermorgens. Am Morgen um 6 Uhr werden wir geweckt. Durch die kleinen Es gibt Suppe und ein Stück Brot, dann:„ Nu aber raus. Dann stehen wir, ein verschlafener, unentschlossener Haufe im falten Morgenwind auf der Fröbelstraße. Was weiter? Gleichgültig was, Berlin ist groß, ich bin jung und zu manchen Ich bin mit der Absicht nach Berlin gekommen, zu arbeiten. Dingen geschickt. Aber jekt, da ich hier bin, merke ich, wie schwer es ist. Wer von diesen Männern möchte nicht arbeiten, tauschte nicht die elendeste Schlafstelle gegen diese Nächte in Herbergen und Asylen? Nach Tagen unerhörtefter Bemühungen, Tagen, an denen ich nichts anderes zu effen hatte, als morgens und abends die Schüffel Suppe im Asyl, nach unzähligen Niederlagen, nutzlos gelaufenen Wegen, Entmutigungen, Demütigungen, bin ich nun Zeitungshändler. Mittags stehe ich mit der" B. 3." in der Jägerstraße, abends mit der Bossischen Zeitung" am Primuspalast. Bon 12 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts macht 13 Stunden, ich erhalte dafür eine Mark fünfzig. Ich kann es mir leisten, für eine halbe Mark in der Heilsarmee zu schlafen und für fünfundzwanzig Pfennig in der Volksküche zu speisen. Wenn meine Einkünfte steigen, kann ich mir eine Schlafstelle mieten. Ich bin glücklich. Heute, nach kaum vierzehn Tagen, hat man mir feine Zeitun gen mehr gegeben, es war nur eine Aushilfsstellung. Jemand war erfrankt und ist nun wiedergekommen. Ich habe mir zwei Mart achtzig gespart. III. Im Osten Berlins hat man auf einer Brücke der Heiligen Gertrud, der Schutzpatronin der Landstreicher, ein Standbild er richtet. Sie ist abgebildet, wie sie einem abgerissenen Kerl ein Stück Brot zusteckt, aber das ist eine Lüge, sie steckt niemandem etwas befohlenen etwas zu beißen haben und nicht erfrieren, funktioniert zu. Obwohl es ihre Aufgabe ist, dafür zu sorgen, daß ihre Schutzihre vom himmlischen Vater eingerichtete Wohlfahrtsstelle ebenso wenig wie die des Magistrats. Es ist nichts mit Berlin. Wie war der Vagabundensommer auf dem Lande herrlich! Beim Bauer gabs Arbeit, die Kleinstädter sind gutmütig; wie gut schläft es sich in Feldscheunen oder im Korn. Die weißen Landstraßen, in deren warmem Staub es sich barfuß gut trabt, die fühlen Waldwege, die Teiche, in denen man badet. Freilich, es ist alles nichts gegen Arbeithaben, Geldverdienen, Menschsein. Wie würde ich arbeiten für Sattessen und ein sauberes Hemd, wie in schwarzer Bude schuften für einen Abend mit Freun den im Wirtshausgarten! Ich bin ein tüchtiger Schlosser und möchte arbeiten! Majestät schneidet Bubiköpfe." Zauenhien- Palast. Es ist leider keine abgedankte oder sonst verlorengegangene Mas jestät, die sich dem edlen Friseurberuf widmet, sondern nur ein angeblicher Thronfolger, der sich zudem als ein falscher herausstellt, Paul Merzbach hat das nun allmählich abgegrafte Genre der Balkanfürstenoperette noch einmal auftackiert und in eine etwas Milieustudien aus einer kleinen schwedischen Stadt, in dem der eheverworrene Handlung übersetzt. Hinzugefügt hat er sehr hübsche malige Hoffriseur des abgesetzten Balfanfürsten eine neue Wirfungsstätte gefunden hat. Er erzieht den aus der Revolution ge= retteten Thronfolger als seinen Pflegejohn, und dieser übt an den jungen Mädchen des Städtchens seine Künfte als Bubikopfschneider. Eine von ihnen ist die Tochter einer steinreichen Haarwasserfabri fantin. Zwischen den jungen Leuten spinnt sich das Liebesverhält nis an, das ein gutes Ende verspricht, trotz der Widerstände der hoffärtigen Großmutter und des um die Wiederherstellung seiner Monarchie beforgten Pflegevaters. Der Knoten wird gelöst, indem die Wiederhersteller des Thrones als Erzgauner entlarnt werden, die mit der Lieferung falscher Thronfolger aus einem Waisenhaus einen immerhin neuen monarchistischen Erwerbszweig erfunden haben. Man fehrt also lieber von dem Schiffe, das die Fahrt nach dem Balkan antreten soll, nach Hause zurück und begnügt sich mit der Eröffnung eines Friseurgeschäftes, in dem der nun reich verheiratete Thronfolger a. D. Bubiköpfe schneidet. Die Verulkung des Monarchistenhumbugs in Ehren es märe an der Zeit, fie vom Balkan auf näherliegende Gegenden zu übertragen. Im übrigen muß man sich an die hübschen Landschafts Darsteller halten. bilder, die netten Szenen im Friseurladen und die ausgezeichneten Brigitta Appelgreen ist eine entzückende Bubikopfkandidation und Hans Junfermann stellt einen ehe maligen Hoffriseur hin, der mit allen Bässern gewaschen ist. Auch Karin Smanström( als Haarwasserfabrikantin) und Julius Falkenstein( zum 50. Male als Trottelgraf) und Maria Paudler als Kleinstadtgirl sind recht am Blaze. Boranging ein großartiger amerikanischer Ulf:„ Man soll fein Kavalier fein", in dem die heroischen Posen der Allerweltskünstler Douglas Fairbanks usw. prächtig parodiert werden. r. Dürers Rosenfranzfeft" das dem tschechischen Kloster Strabom bei Brag gehört, ist von drei Beamten des Germanischen Museums nach Nürnberg gebracht worden, und wird von jest ab für einige Zeit in der großen Dürers Ausstellung zu sehen sein. Es ist mit 5 Millionen Rm. versichert. Die Bücherproduktion 1927. Nach dem neuen Jahresverzeichnis. der der deutschen Verlagsproduktion betrug 1927 die Zahl der Neuerscheinungen 24 866, die Zahl der Neuauflagen 6160, insgesamt 31 026 Bücher. Im Jahre 1926 waren es 30064 Bücher. Der Gesamtladenpreis betrug 1926 149 360,28 W., im Jahre 1927 166 916,90 Mt. Der Durchschnittsladenpreis alfo 1926 5,21 M., 1927 5,55 Mt. Das bedeutet eine Steigerung von 6,5 Prozent. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, bruckerei und Berlagsanstalt Taul Ginger& Co.. Berlin EW 68. Lindenstraße S. Berlin. Berlag: Bormärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Barwärts Buch Hierzu 1 Beilage. DIE ERNÄHRUNG AM KAISERDAMM HINTER DEN AUS DEM INHALT DER VIER HALLEN: Der durchsichtige Mensch- Anatomie, Physiologie der Ernährung Der Bauch von Berlin Die Entstehung der Nahrung Das Mahl der Völker- Die Schreckenskammer der Kriegsersatznahrungsstoffe- Das Wunder des laufenden Bandes in zahlreichen Nahrungsmittelfabriken in Betrieb Der Backofen det 20 000 Brote Die Fischerei Das Früchte Restaurant Die Verpflegung der Wehrmacht Die große Sonderschau» Die Milche mit Musterstallung Die Welt der Hausfrau Küchen und Haushaltsschulen in Betrieb Die tägliche Kost der Familie Der große Reis- Tempel FUNKTURM- GARTEN- TERRASSEN: Landwirtschaftliche Versuchsfelder Kleinvieh( Geflügel, Kaninchen, Ziegen, Schweine) in Musterstallungen usw. usw. TÄGLICH: 9 BIS 8 UHR( EINLASS BIS 7 UHR). SONNABENDS UND AN DEN FEIERTAGEN: 9 BIS 9 UHR( EINLASS BIS 8 UHR) Eintritt: 1.50 MK., Jugendl. 0.75 Mk., Familienkarten für 2 Erwachsene und 2 Jugendi, oder 3 Erwachsene nur 3.50 Mk., Zusatz- Kinderkarte 0.25 Mk. - Das Bild des alten Reichstags. Das Bild des neuen Reichstags. 000 200 00 69 0 о OO O o O 600 о . • S • 5 • • • 0 • • • · . 20 Fo. 1000100010 Q 0 о oo O 000 O 0 00 o 000 0 о 0 00 0 ° 0 OO 90 XX F 45 • ITXX • . • • • • • O Soz- Demokraten Demokraten Kommunisten Zentrum Wirtschiffl. Vgg Deutsch Hallop. Bayer Volksp. Deutschnationale Nationalsozialisten Die Verschiebung der Parteiverhältnisse tritt deutlich zulage, wenn man die Sitzanordnung im vergangenen Reichstag mit der voraussichtlichen Sitzanordnung im neuen Reichstag vergleicht. Kommunisten Soz Demokrat. Demokraten Zentrum Wirtschft.Vgg Dtsch.Volksp Dtsch. Nationale Dtsch. Bauernp. Bayr. Volksp. Volksrechtsp. Ch: natt.Part National Sozial Dtsch- Hannov.P. Sachs Landbund Landbund Die bürgerlichen Parteien müssen stark nach rechts rücken, um vor allem für die auf 153 Köpfe angewachsene sozialdemokratische Fraktion Platz zu schaffen. Der Mord im Eisenbahnabteil. Um 4. Juni wird sich vor dem Landgericht II der 21jährige Präparator Horst& iebach wegen Mordes in Tateinheit mit Straßenraub unter Todeserfolg zu verantworten haben. Sein Vergehen hat seinerzeit durch die Persönlichkeit des Täters und die Grausamkeit der Tat großes Aufsehen erregt. Um 21. Dezember bot sich einer Frau Dr. W. beim Betreten eines Eisenbahnabteils in Friedrichshagen ein gräßlicher Anblick: auf dem Boden des Abteils lag in einer großen Blutlache mit zertrümmerter Schädeldecke eine Frau. Die Obduktion ergab, daß die Schädelverletzung mit einem fantigen Eisenstück verursacht war. Die Schwerverlegte war die Tochter eines Wilmersdorfer Schlächtermeisters. Aus ihrer Handtasche, die neben der Verlegten gefunden worden war, fehlte das Geld. Die Beraubte ver starb drei Tage später im Krankenhaus. Den Vorsiz in der Gerichtsverhandlung führt Landgerichtsdirektor Peltasson, der an die Stelle des Landgerichtsdirektors Duft getreten ist. Die Anflage vertritt Staatsanwaltschaftsrat Ortmann, die Verteidigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Dr. Mendel. Für die Verhandlung sind drei Tage vorgesehen. Neben fünf Sachverständigen find 31 3eugen geladen, auch die Mutter und die Schwestern des Angeklagten. Zwei Schupobeamte überfallen. Schwere Straßenausschreitungen am Alexanderplah. 3u schweren Straßenausschreitungen, bei denen zwei Polizeibeamte erhebliche Verletzungen erlitten, tam es heute früh gegen 5 Uhr vor dem Hause Aleranderstraße 48. Vor einem Lokal hatten sich etwa 20 bis 30 Personen angesammelt, die zum Teil angetrunken waren und Fußgänger Kurz darauf verhaftete die Polizei in der Nähe des Asyls für Obdachlose zwei junge Leute, einen Gelegenheitsarbeiter B. und den Präparator Horst Kiebach. Bei diesem fand man eine in Papier gemidelte, etwa 40 Zentimeter lange dreifantige Eisenbelästigten. Zwei Beamte einer Schupostreife forderten die Krafeeler stange. B., ins Verhör genommen, befundete, daß Kiebady ihm am 21. Dezember ein Oberhemd, Taschentücher und noch einige andere Sachen zur Aufbewahrung übergeben habe. Bei dieser Gelegenheit habe er ihm auch erzählt, daß er im Vorortzug kein Schwein gehabt habe, daß er aber dem Aas tüchtig eins über den Kopf gegeben habe. Als sie dann in der Zeitung von dem Verbrechen im Eisenbahnabteil lajen, habe Kiebach hinzugefügt, das Opfer würde ihn nicht erkennen, da er sofort fräftig zugeschlagen habe. Als Kiebach nun vernommen wurde, legte er ganz unvermittelt ein Geständnis ab, ohne noch nach seiner Täterschaft gefragt worden zu sein. Er schilderte stockend seine Tat und brachte die Einzelheiten ausführlich zu Papier. Seine Schilderung begann mit den Worten: Ich bekenne mich reumütig zu meiner Tat. Als Motiv gab er an, daß er durch den Prozeß der Meineidsfabrik Frau Dellrich, in den sowohl seine Mutter als auch seine Schwefter verwickelt sind, zum ersten Male erfahren habe, daß sein Vater ein neun fach vorbestrafter Mensch sei. Deshalb habe er gefürchtet, seine Braut tönnte dies erfahren und sich von ihm lossagen, und er habe nun beschlossen, ihr, um sie an sich zu fesseln, zu Weihnachten ein Geschenk zu machen. Dazu habe ihm jedoch das Geld gefehlt. So sei ihm der Gedanke gekommen, irgendeine Taf zu begehen. Als er im Eisenbahnabteil im Täschchen der Schlächtermeisterstochter Geld erblickt habe, habe er auch mit aller Wucht sofort auf sie zu geschlagen. Nachdem er das Eisenbahnabteil verlassen hatte, ließ er sich beim Friseur rasieren, speiste in einem Restaurant und verbrachte die Nacht mit einer Prostituierten. Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch.23.5.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 19. Anf. 20( 8) U. Bohème Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 99. Anf.1912( 72) U. Puccini- Abend: Der Mantel Schwester Angelika Gianni Schicchi Mittwoch, 23.5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Anf. 20( 8) U. Rigoletto Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 103 Anf. 20( 8) U. Louis Ferdinand Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Volksbühne auf, auseinanderzugehen. Als mun die Beamten den„ Arbeiter" Edwart aus der Kurzestraße, der sich der Aufforderung zum Weitergehen widersetzte, festnehmen wollten, tam es zu einem regelrechten Ueberfall Edwart fezte sich zur Wehr und schlug auf die Beamten ein. Von allen Seiten stürzte sich jetzt das Straßengesindel auf die beiden Beamten. Sie wurden zu Boden geschlagen und mit Schlagringen und Stiefel absägen bearbeitet. Inzwischen war das Polizeipräsidium benachrichtigt worden, von dem mehrere Beamte zur Hilfe eilten. Wäh= rend es dem größten Teil der Rowdys gelang, zu entkommen, konnte der Rädelsführer Eckwart verhaftet werden. Einer der Beamten hatte mehrere Rippenbrüche erlitten; er mußte in das Staatsfrankenhaus gebracht werden. Der andere konnte nach Anlegung von Notverbänden auf der nächsten Rettungsstelle entlassen werden, dürfte aber längere Zeit dienſtunfähig bleiben. Dammbruchgefahr in Nordamerika. Drei Städte von Vernichtung bedroht. Condon, 22. Mai. Nachrichten der Sozialdemokratischen Partei. 13. Kreis Tempelhof. Donnerstag, 24. Mai, 19% Uhr, bei Niendorf, Mariene dorf, Chauffecftr. 19, wichtige Sreisvorstandssigung. 14. Kreis Neukölln. Elternbeiräte, Obleute der Abteilungen und Schulen sowie Liftenführer: Am Tonnerstag, 24. Mai, 19 Uhr, wichtige Sigung im Parteibureau Nedarftr. 3. Die Abteilungsleiter werden aufgefordert, dafür zu sorgen, daß ihre Abteilung vertreten ist. 17. Kreis Lichtenberg und Außenbezirke. Mittwoch, 23. Mai, pünkt. lich 19% Uhr, in der Schule Scharnweberstr. 19 Bersammlung der Zehrer und Eltern. Jede Schule und jede Abteilung muß unbedingt vertreten sein. Tagesordnung:„ Elternbeiratswahl." Mitgliedsbuch legitimiert. Heute, Mittwoch, 23. mai: 20. Abt. 191 Uhr bei Wende, Koloniestr. 147, Mitgliederversammlung. Bor. trag:„ Nach der Wahl." Referent Alfred Flatau. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 23. Abt. Die heutige Mitgliederversammlung fällt aus. Das ausgegebene Propagandamaterial muß am Donnerstag, 24. Mai, zwischen 19 und 20 Uhr bei Grunwaldt, Kameruner Etr. 19, restlos abgegeben werden. 26. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, die Cammellisten von der Wahl bis spätestens Freitag, 25. Mai, beim Genossen Walter abzurechnen. 27. Abt. 19 Uhr in den Echönhauser Festfälen, Schönhauser Allee 129, Mit gliederversammlung. Bertrag: Nach der Wahl." Referent Hans Bauer, 29. Abt. Die Fahlabende fallen aus. Donnerstag, 24. mai, 19 Uhr, werden die Bezirksführer gebeten, Alonto- zahlungen zu leisten und Maimarken und Cammellisten abzurechnen bei Burg, Prenzlauer Allce 189. 43. Abt. Achtung! Die Abteilungsversammlung findet heute wegen Umbaus nicht bei Rabe, sondern in der Aula der weltlichen Schule Dieffenbachstr. 61 statt. Vortrag:„ Nach der Wahlschlacht." Referent Dito Bach. 47. Abt. Die Maimarken und Wahlsammellisten sind beim Genossen Jacobi abzurechnen. 56. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Joskowiad, Holzendorffftr. 20, Abe teilungsversammlung. 93. Abt. Neukölln. Die Bezirksführer werden ersucht, bis heute, Mittwoch, sämtliche Wahllisten beim Raffierer abzurechnen. Jungfozialisten: Gruppe Neukölln II: Mittwoch, 23. Mai, 20 Uhr, Jugendheim Bergstraße, Besprechung über unsere zufünftige Arbeit und die Pfingstfahrt. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Heute, Mittwoch, 23. mai, 19% Uhr: Wedding: Heim Ecc Ecke Turiner Etraße. Der Aufbau unserer Organi fation." Sumannplap: Heim„ Einsame Pappel", Cantianstraße.„ Jugend und Gewerkschaften." Balterplag: Seim Tilsiter Str. 4/5. Altohol, Nikotin Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 18. und Arbeiterjugend." „ Unsere Reichenberger Biertel: Seim Briger Str. 27/30. Lichtbilder: Pfingstfahrt." Der Mensch der Eteinzeit." Charlottenburg- Nord: Heim Olbersstraße. Behn Minuten- Referate. Spandau: Seim Lindenufer 1. Unsere Jugendtage." Tempelhof: Treffpunkt zur Werbebezirksmitgliederversammlung 19% Uhr Alarichplaz. Faltenberg: Seim„ Gutshof". Die chinesische Revolution." Friedrichshagen: Heim Friedrichstr. 87. Der neue Reichstag." Neu- Lichten Körperkultur." berg: Heim Haufsstraße( Sportplag). Lichtenberg- Rord: Baraden Rathausstraße. Pas Eozialistengeset." Werbebezirk Neukölln: Spielen in Treptow. Wiese 8. Turnzeug mitbringen. Werbebezirk Zeltowkanal: Mitgliederversammlung im Lotal Schellhafe, Steglig, Ahornstr. 15a. Bericht von der Reichskonferenz. * " Werbebezirk Müggelfee: Werbebezirksmitgliederversammlung morgen, Dons nerstag, in Röpenid, Schloßstr. 27, vorn 1 r., 19% Uhr. * Das Zeltlager zu Pinoften findet statt. Sonnabend 18 Uhr Schles. Bhf( Südseite). gleichen Ort. Treffen der ersten Gruppe am Zweite Gruppe 3,420 Uhr am In New Yort eingelaufene Meldungen aus der Hauptstadt der Mormonen Salt Lake City berichten von einem bevorstehenden neuen Dammbruch im pleasant- Tal, wodurch die Städte Castlegate, Colton und Helper in größter Gefahr sind. Die Bewohner flüchteten nach den Bergen. Arbe ter- Samariterbund, Rolonne Berlin. An den Folgen eines erlittenen Große Abteilungen versuchen einen Bruch des Dammes zu verhin- Unfalls ist unser Mitglied Oskar Graff am Sonnabend verstorben. Die Be. dern, doch fürchtet man, daß die Arbeiten nicht zu Ende geführt erdigung findet am Donnerstag, 24. Mat, vormittags 11 Uhr, auf dem Jüdischen Friedhof Weißenfee, Lothringenstraße, ftatt. Die Abteilungen werden ersucht, werden können, bevor der Damm dem starken Wasserdruck nachgibt.| recht zahlreich an der Beifegung teilzunehmen. Lothringer Str. 37. Deutsches Theater Kleines Theater Planetarium am Zoo Thalla- Theater CASINO- THEATER 8 Uhr Norden 12 310 Täglich 8 Uhr: Verläng. Joachimsthaler Straße Dresdener Str. 72-73 3 Uhr, Ende nach 10 Frau Käte läßt Noll. 1578 Pygmalion 16% und 19 Uhr: von Bernard Shaw Sich verführen Der Sternhimmel dtsch. v. Siegfr. Trebitsch Lotte Klinder, v. Mellendorf. Kammerspiele Vorzeiger halbe Norden 12310 81/4 U., Ende nach 11 Zum 128. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Uhr Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Kassenpreise. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 7, Uhr der Heimat 18 und 21 Uhr: Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jahren 0,50 M. Walhalla- Th. Leinen aus Weinbergsweg 19/20 Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr Broadway Täglich 81%, Uhr Täglich 8 Uhr Die schwebende Jungfrau Dyckerpotts Erben Ab 30. Mai: Mal ers Prinzesschen. Rose- Theater Gr. Frankf. Str. 132 8% Uhr: Hopfenraths Erben Piscatorbühne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Täglich 8 Uhr Verlorene Tochter Malborough zieht oder in den Krieg von Marcell Achard Das Mädchen aus Insz. Erwin Kalser dem Freudenhaus Ein Sittenstück in 4 Akten von Thilo Schmidt Theater des Westens Nur Erwachsens haben Zutritt CIRCUS Berliner Theater Steinpl. 931 8%, Uhr Park.auch Sonntags BVSCH Charlottenstr.90/ 91.0önb.170 81, U. Ende geg. 11 Gastspiel d. Deutschen Th, Der Prozek Mary Dugan Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm Saltenburg- Bühnen 8 Uhr: 8 Uhr: Was ihr wollt Der Zigarettenkasten Max Adalbert Das Ekel Lessing- Theater Norden 12798 Sommerspielzeit Ots. Künstler- Th. Künstlerische Leitung Emil Lind 81 Uhr: Verbrechen ( ,, Crime") statt 4.- nur 60 Pl. Lustspielhaus Jir. Or. Martin Zickel 8 Uhr: Beachten Sie! Vorletzte Woche! 3. Juni Schluß! Guido Thielscher Dr. R. Friedeberg in„ Unter ( früher Berlin) praktiziert wieder Geschäftsaufsicht" Bad Kudowa Täglich 8%, Uhr Renaissance- Theater Nr. 17" v. Jefferson Farjeon Steinplatz 901. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das Internat. Varieté- Programm Opern ( Städtische Oper) RESTAURANT Mittags Nachmittags Abends Vorzügliche Küche Gepflegte Biere u. Weine Zum Tanztee and abends Kapelle: ALEXANDER BEREGOWSKI Wilhelm 3737 Regie: Hans Lotz 8 Uhr. Krankheit der Jugend CHARLOTTENBURG Komische 81% Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 1607; Täglich& Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Reichshallen-Theater Abends 8 Uhr, Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger ,, Stuckes Pfingstfahri" Nachmittags halbe Preise Dönhoff- Brett'l: ( Saal u. Garten). Varieté, Tanz. Kapelle Wilhelm Frenkel Kleinen Anzeigen Besonders wirksam sind die in der Gesamt. Auflage billig! des Vorwärts und trotzdem Allgemeine Wassersport- Ausstellung AWA Potsdam 192812.- 29. Mai auf dem Luftschiffhafen, Land- u. Wassersportplatz am Templiner See Ausstellungsobjekte: Paddelboote, Ruderboote, Segelboote, Motorboote, Bootsmotore, Boots- u. Schiffsmodelle. Originalmit 250 naturgetr. Schiffsmodellen. Unsere Käthe Nachbildung d. Skagerrak- Schlacht Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. Trabrennen Ruhleben Donnerstag, den 24. Mai, nachm. 3 Uhr Sonderveranstaltungen: 26.128. Mai: Templiner Seewoche des Deutschen Segler- Verbandes; 28. Mai, nachm. 3 Uhr: Paradeauffahrt des Deutschen KraftbootVerbandes. Täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Eintrittspreis: Eine Reichsmark. Selloge Mittwoch, 23. Mai 1928. Wie verleben wir unsere Ferien? Die Selbsthilfe der Arbeiterschaft schafft Großes. Die Arbeiterschaft hat sich den Anspruch auf Ferien nach dem Kriege erkämpft. Vor dem Kriege war es verhältnismähig selten, daß Arbeiter Ferien erhielten. Auch heute ist für die meisten Werk- tötigen die Ferienzeit immer noch so knapp bemessen, daß sie kaum viel Gelegenheit zur Erholung bietet. Für viele ist sie nur ein kurzes Besinnen,«in schnelles Sichoufrcckcn aus der Fron der Ar- beit, weiter nichts. Unter Palmen am Lugano-See. Die krasse Ungerechtigkeit unserer Gesellschaftsordnung zeigt sich auch auf diesem Gebiete. Den Besitzenden sind alle Freuden er- schlössen, die Besitzlosen ober müssen sich mühselig ein paar Tage Sonnenschein erkämpfen. Die es am wenigsten nötig haben, können nach Herzenslust«in faules Schlemmerlebcn führen, denen aber, die sich jahraus, jahrein für die Besitzenden abrackern müssen, wird auch die geringste Ferienentsponnung unsagbar erschwert. Denn was nützen die— wenn auch so kurz bemessenen— Fcrientage, wenn der kümmerliche Lohn nicht ausreicht, um sie zur Erholung werden zu lassen? Eine Ferienreise kostet, zumal wenn auch die Familie daran teilhaben soll, immer noch soviel Geld, daß sie vielen als unerreichbarer Luxus erscheint. Der Staat tut so gut wie nichts für die Ferienkultur der Schafsenden. Sollte es nicht möglich sein, dem Arbeiter, der eine Ferienreise unternimmt, eine Fahrpreisermäßigung von mindestens S0 Prozent zu gewähren? Die Sache wäre leicht zu kontrollieren: Die Bescheinigung des Unternehmers, daß es sich um die Ferienreise handelt, sowie ein Steuernachweis würden die Be- dürftigkeit bestätigen. Es wäre eine ungeheure soziale Tat, für die man der Reichsbahn nicht genug danken könnte. Der Einwand, daß es sich um einen Einnohmeausfall handelt, wäre nicht stich- Im tlote des Internationalen Arbeitsamts, Genf. haltig: eine solche Maßnahme würde den Reiseverkehr stark beleben, viele würden sich zu einer Reise entschließen, die heute dazu aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind. Es gibt auch schon Fälle, in denen von den Unternehmern den Arbeitern und Angestellten ein Feriengeld gezahlt wird. Ein ausgezeichneter Gedanke, den die Gewerkschaften viel stärker propa- gieren jotltent Bei Lohnverhandlungen und bei Abschluß von Tarifverträgen bietet sich Gelegenheit, auch an diese Frag« zu denken. Unermüdlich sollt« die Forderung de- besonderen Feriengeldes er- hoben werden, denn auch die Fortzahlung des Lohnes, die heute allgemein üblich und durchaus anzuerkennen ist, ermöglicht noch niemandem besonder« Aufwendungen für die Ferienzeit. Die S el b st h i lf e der Arbeiterschaft hat auf dem Ge. biete der Ferienkulwr l'ereits eingesetzt. So viele Arbeiter auch sich heute infolge allzu kümmerlicher Löhne noch keine Ferienreise leisten können, so gibt es auf der anderen Seite doch immerhin schon Arbciterschichten, denen diese Möglichkeit nicht unerreichbar ist. Da- zu ist Borbedingung, daß man den Arbeitern, den kleinen An- gestellten und Beamten Gelegenheit gibt, durch Ratenzahlun- g e n in geringer Höhe, die sich auf längere Zeit erstrecken, das für eine Reise erforderlich« Geld zusammenzubringen. Und wer es nicht in einem Jahr schafft, der sollte eben zwei Jahre sparen, um sich in den Genuß einer Ferienreise zu setzen. Bei ernstem Willen dürste es manchem möglich sein, durchzuhalten. Diese Mühe wird reich belohnt, denn eine Reise gewährt großen ideellen Gewinn und vermittelt Eindrücke, die man für dos ganze Leben nicht vergißt. Darum legt Reisesparkonten an! Der Reichs- ausfchuß für sozialistische Bildungsarbeit bietet euch Gelegenheit dazu. Reisekonten werden auf beliebige Dauer angelegt, die Höhe der Raten kann jeder noch seiner Leistungsfähig- keit selbst bestimmen. Das ersparte Geld steht den Teilnehmern für eine vom Reichsausschuß veranstaltete Reis« jederzeit zur Verfügung. Es ist erfreulich, daß die Zahl der Teilnehmer an den Reisen von Jahr zu Jahr wächst. Und was besonders zu begrüßen ist, daß sich die übergroße Mehrzahl der Teilnehmer aus den Kreisen der Handarbeiter und kleinen Angestellten rekrutiert. Daraus geht hervor, daß die Arbeiter-Reisebewegung geradezu jene Kreise er- faßt, auf die es ihr in erster Linie airkommt. Die Reisen des Reichsausfchusses sind auf das äußerste kalkuliert, trotzdem erfordern sie natürlich, gemessen an den Verdiensten der Arbeiter, imtzierhin einen Kostenbetrag, der ernsthaft ins Gewicht fällt. Diese Reisen in Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen sind aber auch für jeden ein Erlebnis. Sie weiten den Gesichtskreis und geben Anregungen, die gerade für die Sozialisten von außerordent- lichem Wert sind. Vor allem aber stärken sie die international Solidarität. Gemeinsame Zusammenkünfte mit ausländischen Ge- nassen geben neue Kraft für den Dienst an der Bewegung im eigenen Lande. So hat es noch niemand bereut, an den Ferien- und Studien- reisen des Reichsausschusses teilgenommen zu haben. In diesem Jahr« sind Reisen vorgesehen nach Poris, an die Riviera, nach Amsterdam, nach D a l m a t i e n, an den Rhein, in die Schweiz, nach dem Salzkammergut, nach Dänemark, Schweden und Finnland, an die Nord- und Ostsee, noch Wien— Klagenfurt, Oberbayern— Nordtirol und nach Tunis. Da die Urlaubszeit in den Betrieben und Bu- reous gegenwärtig überoll festgesetzt wird, sei auf die hier gebotene (Mit eigenen Aufnahmen der Teilnehmer?) Gelegenheit zu Ferienreisen verwiesen. Der Reichsausschuß gibt auch eine reich illustrierte, gut ausgestattete Reisezeitschrift heraus, betitelt„Reiseblättcr des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit", die vierteljährlich erscheint und pro Jahr 1 Mark kostet. Probenummern werden gern abgegeben. Die Zeitung dient der Vertiefung und Propaganda des Arbeiterreiscgedankens und Altstadt in Mentone, Riviera. enthält Beschreibungen sowie wertvolle Beiträge über die von den Reisen berührten Länder. Das Programm der diesjährigen Reisen mit einer Probe- nummer der Reiseblätter ist gegen Einsendung von 33 Pf. durch den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin EW. 68, Lindenstr. 3, zu beziehen. W4S DER TAG BRINGT. nininiiniiniiiiniininmnimmiimiiiiniimminmiinimiinmimmnnniininnnniimnHiiniiniininiiniiNmiiimiiiiiiiiiinnMiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiKiiininiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniMiiiitin Der Amtsvorsteher als Wasserspritze. Die �Belgarder Zeitung" bringt einen höchst dramatischen Be- richt über ein Großfeuer in Groß-Duberow, um sich in der Hitze des Gefechts folgendermaßen zu verhaspeln: „Heber die Entstehungsursache des Feuers wird die Unter- suchung näheres feststellen. Außer dem Amtsvorsteher, dem Kreisbranddirektor und den zustehenden Landjägern waren auch Nachbarspritzen erschienen, die aber nicht in Tätigkeit traten." Es scheint uns nicht ganz geschmackvoll, Amtsvorsteher und Kreisbranddirektor von Groß-Duberow mit Wasserspritzen zu ver- gleichen. Eine zweifelhafte Einladung. Wenig Gemüt scheint ein Fuhrgeschäftsinhaber in R. zu haben. Der gute Mann inseriert in der„Schoumburger Zeitung" wie folgte „Den geehrten Einwohnern von R. und Umgegend zur Kenntnis, daß ich ab heute einen neuen Leichenwagen zur Verfügung habe. Um gefälligen Zuspruch bittet... (Folgt Unterschrift,) Der Inserent dürste sich mit dieser freundlichen Aussorderung kaum allzu viel Sympathien erwerben. Carpentier als Filmstar. Tschaikowfkys„Pathetische Symphonie" hat einen gewissen Herrn D u r a n zu einer Novelle mit dem gleichen Titel begeistert, und noch dieser Novelle hat man ein Filmstück gezimmert, das demnächst aus der Leinewand des Pariser Zentraltinos erscheinen wird. Die Handlung des Stückes ist reichlich ungeschickt, aber das macht nichts aus, denn der weltberühmte Boxer Georges Ear- pentier wird in dem Film die Hauptrolle spielen. Seitdem Carpentier gewisse Schattenseiten des Berussboxens am eigenen Leibe erfahren mußte, hat er es vorgezogen, die weniger schmerzen?- reiche Bühnenlaufbahn einzuschlagen und spielt schon seit längerer Zeit auf einer Pariser Bühne in einem bis zum Uederdruß wieder- holten Sketch. In dem neuen Film wird sein früherer Boxerruhm noch einmal kurz und meteorgleich aufleuchten. Silber im Film. Das Material, also das Filmband, spielt bei der Kalkulation eines Filmes nur eine untergeordnete Rolle. Und doch zieht man aus unbrauchbar gewordenen Filmen und dem Filmabfall, der ja beim Schneiden der Filme sehr groß ist, respektable Werte. Die Emulsio- nen, mit denen die Filmstreifen überzogen sind, enthalten nämlich starke Mengen von Silber, und dieses Silber wird wieder zurück- gewonnen. Den. größten FilmverbrauA Hat Amerika, und unter den amerikanischen Filmfirmen steht die Paramount an erster Stelle. Diese Filmgesellschaft verbraucht in ihrem Atelier in Hollywood monatlich im Durchschniti zwei Millionen Meter Rohfilm. Wenn man bedenkt, daß nur aus diesen zwei Millionen Metern Film Edel- metall im Betrage von etwa 6010 Dollar zurückgewonnen wird, so kann man sich einen Begriff davon machen, wieviel Silber in den Filmen der ganzen Welt steckt. Die amerikanische Filmindustrie allein zieht aus den Filmen Silber im Werte von fast 9 Millionen Dollar im Jahre. Früher wurde das gewonnene Silber an Einschmelzgesellschasten zum Weiterverkauf an Privatkäufer abgegeben, die daraus Schmuck- jachen und Gebrauchsgegenstände herstellten. Auch in Europa wurde das Silber zeitweise dem gleichen Zweck zugesührt Jetzt hat sich die Parmount-Filmgesellschaft entschlossen, die Silbermengen nicht mehr dem privaten Handel zu überlassen, sondern sie der Münze der Ver- einigten Staaten in San Franziska direkt zuzuführen. Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Notierung. Augenblicklich beträgt diese 79,34 Cents pro Unze Silber. Sehr bald werden also die amerika- nischen Silbermünzen die Reste von Ruhm, Hofsnungen, Liebe und Schmerz enthalten, die auf die Filmstreisen gebannt waren und auf diese Weise in verzauberter Gestalt weiterleben. Ein Geisteskranker im Flugzeug. Allein mit einem Geisteskranken im Flugzeug in der Höhe von SlIOO Metern, an die Lenkstange gefesselt, außerstande, sich des Toll- wütigen, der auf ihn mit dem Messer einstach, zu erwehren: in solcher Situation befand sich vor einigen Tagen der Pilot des Post- flugzeuges, das eben erst den Flugplatz von Michigan(Ver- einigte Staaten) verlassen hotte. Er hatte nur einen Passagier mit- genommen. Plötzlich warf sich dieser auf ihn und begann auf ihn mit einem Messer einzustechen. Der Pilot hielt sich ihn, so gut er konnte, vom Leibe und unternahm schnell den Abstieg. Das Flugzeug zerbrach zwar beim Anprall auf der Erde, der Pilot und der Passagier blieben jedoch am Leben. Der Fohrgast war geisteskrank. Der amerikanische Angerstein. Der 17jährige Owen Oberst, über dessen grauenhafte Mordtat wir vor wenigen Tagen berichteten— aus nichtigem Grunde, weil der Vater ihm oerboten hatte, Auto zu fahren, tötete er diesen, seine Mutter, seine beiden Schwestern und seine drei Brüder, um hinter- her das Haus anzustecken—, ist von den Geschworenen in Eldorado zu lebenslänglichem Kerker verurteilt worden. Allein seine Jugend rettete ihn vor dem elektrischen Stuhl. Wenn man bedenkt, daß in den Vereinigten Staaten Amerikas erst vor kurzem hintereinander zwei Siebzehnjährige trotz ihrer Jugend zum Tode verurteist und einer von den beiden auch hingerichtet wurde, so wundert es beinahe, daß. Oberst mit dem Lebe» davongekommen ist. DER SPRUN6 UBER DEN SCHATTEN VON KARL SCHRÖDER- ZEICHNUNGEN VON PAUL THESINO Copyright 1428 by.Der Bücherkreis C. -b. a*»erlin ST 61. 17. Fortsetzung. „Fertigmachen!" Ich schreckt« auf. Jetzt hieß«s, sich nackend ausziehen vor lauter Fremden. Das hatte ich noch Nie getan. lieber Nacktheit hatte ich bis jetzt nur thedrettsiett. Und tolle Sachen, das ist gewiß.— Ich schämte mich.„Du mußt dich wehren!" ging es mir durch den Kopf. „Dalli, Dalli!" mahnt« der Sergeant. Einigen schien es Zu gehen wie mir. Die Mehrzahl begann die Kleider abzulegen. Der Sergeant fing an, die einzelnen zu wiegen und an einer Ich träl im Hemd auf die Wage. Stange mit verschiebbarem Querholz dk Größe zu messen. Dann wurde die Ztugcnschörse gepriist. Buchstaben verschiedener Größe waren auf eine bestimmte Entfernung hin von einer Tabelle abzulesen. Eine allgemeine, lebhafte Unterhaltung hotte eingesetzt. Plötz- lich wurde eine Seilentür rechts aufgerissen und eine scharfe Stimm« schrie: „Hört das Gebrüll da aus! Verdammt« Zucht! Da mtiß erst' wieder eingesperrt werden!" Totenstill«. Einer sah den anderen an. Niemand schien zu wissen, was er daraus machen sollte. Schließlich lachte man ver- legen und heuchelte den Mutigen. Ich trat im chemd auf die Wage, chatte man jetzt von mir verlangt, es auszuziehen, ich hätte Mich gefügt: gewiß mit SchaM, aber doch gesägt. Seit meinem Eintritt in iVn Torweg war ich gelähmt. Im chemde ging ich in da» Nebenzimmer, erst dort zog ich e» aus. Am Tisch saß ein Unterarzt. Er sah gerade zu dem Stabs- arzt auf. Der wandte sich nachlässig um. Ein großer Mann, mit tiefem Schmiß in braunrotem Gesicht. Er betastete mich, beklopfte mich, horchte, drehte mich rundum. Sei nicht so schlaff! dacht« ich! ich strasft« mich und freute mich eine Sekunde über meinen sehnigen Körper. „Na also!" sagte der Arzt.„Waren Sie mal krank?" „Ja, als Kind hatte ich.---»" ,, Unsinn! Säuglingsgeschichten will ich nicht wissen. Was sind Sie?" „cherr Oberstabsarzt.———" „Ich frage, was Sie sind?" „Nichts!" Ich sagte es ganz laut: wurde wieder ich selbst. Der Schreiber am Tische sah erschrocken auf, starrt« mich an, dann den Arzt. Der sagte: „Machen Sie mal drei Kniebeugen!" Er sah mich nur noch von der Seit« an und ging an sein Schreibpuit. „Der nächste! Unten melden!" Ich bebt«. Mein Gesicht glühte. Mit zitternden Fingern zog ich mich an. Unten wartete ich mit zehn anderen vox dem Regiments- bureau. Plötzlich hörte man Musik von der Straß« her. Der Posten riß beide Torflügel weit auf. In'dröhnenden Schritt zog ein Bataillon durch. Ein Major ritt vorauf, sprengte auf den chof. Im Paradeschritt zogen die Leute an ihm vorüber, formierten sich. Ein paar Befehle, dann wimmelte es auf allen Treppen von Menschen. Sic lachten und hatten tief« Schrveißtinnen in den verstaubten Gesichtern. Wir würden in das Bureau gerufen. „Sie treten am 1. April Punkt elf Uhr hier auf dem Kasernen- hos an. Wegtreten!" Also doch. Eine schwere Spannung löste sich, als ich wieder auf der Straß« stand. Und mettwürdig: jetzt freut« ich mich: sah lustig Und herausfordernd den Leuten ins Gesicht. Mit dreißig anderen stand ich eine Woche später aus dem Kasernenhof. Sechs Wochen lang wurden die„Einjährigen" ge- sondert von der Mannschaft ausgebildet. Sie waren ja„gebildete" Leute und hatten Geld, ihre„Sachen" selbst zu bezahlen. Mit diesen Sachen war das eine eigene Geschichte. Wir wurden auf die sogenannte..Kammet" geführt, in der bergehoch Monturen, Tornister, Stiefel, Riemenzeug lagert««. Mit größter Freundlich- fest drehte UN» der KammersergeaNt mangelhafte Sachen an. deren Brauchbarkeit wir aber sofort zu bescheinigen hatten. Später, in der Putzstunde«schien dann»in dlenstserklger Zivilist, der ohn« weitere Fragen Maß nahm zu Extramützen und Extraonzügcn. Der kannte sich mit dem Unterosfizier. Lange habe ich angenommen, das alles müßte so sein. Als ich später den Rummel durchschaut«, hatte ich andere Interessen.— So ist das. Man sieht den Schwindel, schimpft vielleicht, vergißt ihn, will nichts mehr davon wissen. Ein von ollem bisheriKen völlig verschiedenes Leben begann. Fünf Vis acht Stunden des Tages stand man in angespannter Haltung und ungewohnter Kleidung auf dem Hos, in den Fluren, in Hallen. Die Glieder schmerzten, die Sonn« brannte, der Schweiß floß in Strömen. Als Einjährig« dursten wir außerhalb der Kaserne wohnen. Todmüde warf ich mich mittags aufs Bett, schlief ein, eh« ich gegessen hatte. Alles war ungewöhnlich, alles darauf aus, den früheren Menschen lahmzulegen. Aber ich war körperlich gesund, und langsam nahm die Brutalität aller Gesundheit von mir Besitz, deren Geist erstickt wurde. Man mußte gehorchen, aus der Straße strammstehen vor Leuten, die man nicht kannte: man durst« abends nach zehn nicht aus der Straße gesehen werden, nicht Aioilkleider trogen. Aber Lügen und Betrügen und„ein Schnippchen schlagen" ist schnell gelernt, wo alle das gleiche tun in stillschweigendem Einver- ständnis. Schon vor dem Frühdienst um fünf rekelten wir uns in der Kantine, tranken um diese Zeit Bier und Grog und aßen stark gewürzten, rohen Schinken. Beim Abschluß unserer Sondckousbildung ritt der leitende Ober- leutnant, ein adliger Mecklenburger mit Monokel, vor unserer Linie aus und ab, tätschelte unaufhörlich das Hinterteil seines hin und her tänzelnben Tieres und sagt« so von oben herunter: „Ihr geht jetzt in die Kompanie. Manches könnt ihr, das meiste nicht. Zum Soldaten gehört mehr als di« sogenannte Intelli- genz glaubt, zu der Sie sich ja wohl rechnen. Ehre gehört dazu und Mut. Mehr Mut, als so«in Kerl hinter dem Schreibtisch ausbringt. Wer den nicht hat und die Dinger pfeifen mal, der wird nachher wohl neue Unterhosen brauchen. Im übrigen— Morjen, meine Herren!" Er sprengte ob.„Ein seiner Kerl", so urteilte die Mehrzahl. Natürlich wurde der Eintritt In die Äompani« und das Ende der Sonderausbildung durch«ine Abschiedsfeier würdig begangen. Bei diesen Feiern waren auch„maßgebende" Unteroffizier« zugegen, denen Geschenk« g.'geben wurden,, die sie sich mehr oder weniger deutlich vorher gewünscht hatten. Die Feier fand hinter verschlossenen Türen statt und ging in «ine Saufenei über, wie sie Militärs und Studenten lieben: Menschen, di« mit G«ld und Jugend sinnlos wüsten. Hier zeigt sich schon, wes Geistes Kind ich geworden war. Zu einer gewissen Zeit begann die übliche Zütenreißerei. Ein dicker Lehramtskandidat und Dottör der Philosophie in Zivil erzählt? unter johlenden, Gelächter zunächst, daß er das„DerhSltnis" des ausbildenden Oberleutnants ebenfalls kenne.„Bis auf das Tipfeichen über dem i," sagte er, und wiederholte dies den ganzen Abend über. Ich hörte das ruhig mit an. In Meiner Nähe saßen zwe? die derselben Kompani« wie ich zugeteilt war«»: Brunncke, ein mir gleichaltriger Jurist, Und der erst neunzehnsährtg« blonde Wiedmann. Pastorensohn und Medizinstudent. Jetzt hielt der Kandidat eine Rede. Währenddessen wurden zwei Dirnen von der Straße hereingeholt und mit Hurra begrüßt. Der Doktor der Philosophie hob di« eine auf den Tisch, begrüßte sie als„Krone der Schöpfung" und erklärte zum Schluß, nunmehr müsse auch die Kunst zu Worte kommen. Er werde mit dieser Dame klassische Figuren stellen, zunächst die Venus von Milo. Was hätte ein Mensch in diesem Falle tun müssen? Was tat ich?! „Schamloser Schweinigel", dacht« ich, und ich bedauerte die Frauen. Aber das war auch alles. Ich ging und mit mir Brunncke und Wiedmann. Vor der Tür versicherten wir uns, bessere Kerl« als die anderen zu sein, fuhren — Er werde jetzt mit dieser Dame klassische Figuren stellen, zuerst die I'cnus von Milo.— dann Droschke in di« Frivdrichstodt und tranken bi» an den Morgen. Selbstverständlich hatten wir„Brüderschait" getrunken. Brunncke hatte mich gleich danach um zehn Mark angepumpt. Arm in Arm wankten wir den Schifsbauerdamm hinunter und stritten uns, ob der Egoismus die treibende Ursache im Menschenleben sei. Das war Brunnckes Lieblingsthema. Brunncke war Referendar, ein rascher Verstand und sehr ehr- geizig: aber körperlich schwach und häßlich. Die beiden aßen zusammen mit mir bei meiner Wirtin, die auch einen Mittagetisch unterhielt: eine Witwe: eine mütterliche kleine Frau(Fortsetzung solgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. I fruchte: 21. europäische» Königreich: 23. Raubvogel: 26. Stadt in Schweden; 27. Unberübrbares. Die End- und Anfangsbuchstaben. die Endbuchstaben zuerst, von oben nach unten gelesen nennen ein altes Sprichwort. Schieberätsel. Zampfer, Mappe. Insel, Zebra, Feld, Damm. Ente, Haser. ri, Wasser, Hos. Kupfer, Ei». Planet, Erde, Tanne, Holz, Hut. Wagerecht: I�Kurzform eines Bindeworts, 3. russischer Fluß, 5. Verhältniswort mit Geschlechtswort, 7. Wohlgeschmack, 9. gewisse Fische sangen, 10. französisch« Stadt, 11. Naturerscheinung, 12. Handlung, 13. gestorben, 14. Pseudonym eines englischen Schrift- stellers, 15. erschossener sronzösischcr Marschall, 17. weiblicher Vor- name, 20. chemischer Stöfs. 22. Stadt an der Donau. 24. Ge- schiechtswori. 25. Teil van Brandenburg, 27. Blume, 28. Prüqel- werkzeug, 29. türkischer Glaub«, 30. Verhältniswort mit Geschlechtswort, 31. Vorname, 32. Verhältniswort. Senkrecht: 1. Muse, 2. römischer Dichter, 3. Artikel, 4. Neben- fluß der Donau, S. Troja, 6. kaiholische Andacht, 8. Präposition, 14. Bucht, 16. Fluß auf der Infel Wight, 18. Fluß in Lettland, 19. Gedenkbuch, 20 weiblicher Borname, 21. Sturmwind, 23. Entschlossenheit, 24. Artikel im zweiten Fall, 26. großer Teich, 27. nimmek. Silbenrätsel. a ad bach be bel den ben bend bo bu car co che dä di del del e e c ei eis er gas ger gist ha haus i la la len l« ler li low mo mark me mi mut na na nal ne ni ni nunft os ra ri rü sa st sie spart ta ta ta tee up ul va ver wach wohit zeu. Aus obigen 67 Silben 8. berühmlcr Maler: 9. Ltste; 10. bekannter Buchhändler Im alten 'Bcrlln: 11. Winterübung; 12. Räuber: 13. Gebäude; 14. Iugmb: 15- Vogel: 16; Figur aus Dan Torlos: 17. Zahl: 18. Kompsmittel: 19. Baum: 20. Rügt: 21. geistige(jigenschasti 22, Baum: 23, Feld- Damx Kolibri.> WWWWW...... Diese 18 Wörter sinii untereinander zu schreiben und so zu schieben, jbaß der Endbuchstabe de» einen Wortes über dem Ansangsbuch- ztaben des nächsten Wortes steht. Die End- resp. Ansangsbuchstoben in richtiger Reihenfolge von oben nach unten gelesen nennen einen Merkspruch. Die fehlende erste Gilbe. a bol de de in ka kar ken le lo lon me mi ne ral re rin rit row sa s« tee ten then. Aus vorstehenden 24 Silben sind 12 drei- silbige Wörter zu bilden mit gleicher zu ergänzender erster Silbe. Wi« heißt die Silbe und wie heißen die Wörter? Anflösimg der Ausgaben nächsten Sonnabend. Auslosungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Von links nach rechts: 1. Reichs- Präsident: 8. Odem: 6. dem; 7. Nuz 9. La: 11. Tal: 12. Ar: 13. Os: 16. Rate: 18. Pisa; 19. Ta: 20. Unna; 21. Atem; 22. er: 23. Rest: 24. Gustav Stresemann.— Van oben nach unten: 1. Regierung: 2. Sem; 3. Semiramis; 4. Tauroggen: 6. da: 8. Ur; 9. Lotte; 10. Oskar; 14, Roggen; IS. Vesuv: 17. on; 18. Rote. Silbenrätsel: 1� Veto: 2. Romanow; 3. Aprikose; 4. Renegat: 8. Suarez: 6. Ulster: 7. Silo; 8. Zambesi; 9. Areal; 10. Egon: 11. Rede: Iz.' Possou; 13. Bebel; 14. Isaak.— Vorwärt» zur sozialen Republik! Silben auszählen: Dem Volke Brot, Freiheit und Frieden! Die fehlende Mittelsilbe: bin, Gumbinnen, Robinson. Gebinde, Kudinkc, Elbingen, Rubinstein, Bartbinde, Tübingen, Sabinchen, Selbstbinder, Slraubingcr, Berbindung. Rösselsprung: Es blüht ein schönes Blümchen Auf unjrer grünen Au': Sein Aug' ist wie der Himmel So heiter und so blau. Es weiß nicht viel zu reden, Und alles, was es spricht, Ist immer nur dasselbe, Ist nur: Vergißmeinnicht! SPORT UND SPIEL Arbeiter- Tennis. Die neuen Serienspiele. Die Serienspiele der Tennissparte Berlins werden in dieser Boche fortgeführt. Durch das Spielverbot am Tage der Reichstags wahl find zwei Serienbegegnungen nachzuholen. Es haben anzue treten: ASV. Lichtenberg I gegen FT. Neukölln I, Tennis- RotFriedrichshain Il gegen Roland. Das erste Serienspiel wird auf den Plägen im Bolkspark Neukölln heute, Mittwoch, ab 17 Uhr, ausgetragen, die zweite Serie auf den Plätzen im Friedrichshain am Donnerstag ab 16 Uhr. Der Ausgang der Spiele der A Serie( Lichtenberg- Neukölln) ift voltommen offen. Die Spielstärte der Neuköllner Spigenspieler wurde noch nicht unter Beweis gestellt, die Lichtenberger dürfen nicht unterschägt werden. Die Entscheidung dürfte der Ausgang der Frauenspiele bringen.( Schiedsrichter stellt ,, Tennis- Rot".) Die Spiele der B Serie( Tennis- Rot- Friedrichshain II gegen Roland) werden aller Boraussicht nach von„ Tennis- Rot" sehr hoch gewon nen werden.( Schiedsrichter stellt ASB. Lichtenberg.) und der Autoschönheitstonfurreng. Die Zuschauerpläge| werden so angelegt, daß das Publikum nicht mehr gegen die Sonne schauen muß. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr. Gegen Einen Teil des Ueberschusses wird die Veranstalterin Oberbürger 19 Uhr findet ein japanisches Tagesfeuerwert statt. meister Böß für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Internationale Schwerathletik. Arbeiterathleten in Ludwigshafen. Die Leitung des 13. Kreifes im Arbeiter Athleten Bund Deutschlands schreibt uns: Ludwigshafen, als Sportstadt weit über die Grenzen Deutschlands bekannt, beherbergt auch in diesem Jahre wieder über die beiden Pfingstfeiertage eine Menge Arbeitersportler aus der näheren und weiteren Umgebung. Ist es doch der durch seine gut durchgebildeten und disziplinierten Mannschaften weit über Deutschlands Gauen bekannte raft Sport- Klub Friesenheim, mehrmaliger Bundesmeister im Gewichtheben und Ringen des Arbeiter- Athletenbundes Deutsch Wo spielt man Tennis? Die Abteilung Tennis Rotlands, der im herrlichen, schön gelegenen Stadion des Ebert Parkes Wedding nimmt ihren Spielbetrieb Dienstag, 29. Mai, ab fein internationales Sportfest abhält. 16 Uhr, auf den Tennisplägen im Boltspart Jungfernheide auf. Biele Sportler des In- und Auslandes, wie Desterreich, Spielzeiten Dienstags und Freitags ab 16 Uhr, Sonntags ab Schweiz, Frankreich, haben ihr Kommen zugefagt, um in friedlichem 14 Uhr. Mitglieder werden noch aufgenommen. Bedingung: Frei gewertschaftliche oder sozialdemokratische Drganisationszugehörigkeit. Monatsbeitrag 3 M., dafür werden Pläge und Bälle zur Verfügung gestellt. Interessenten wenden sich an den Obmann der Ab- Arbeitersportler! teilung, Robert Hensel, Berlin N, Seeftr. 118. Jede andere Austunft erteilt Kohler, Weidenweg 63. * " Tennis- Rot- Groß- Berlin. Im Laufe dieser Woche sind die Bundestagswahlen durchzuführen. Jedes Mitglied ist zur Stimm abgabe verpflichtet. Abstimmung erfolgt in den einzelnen Abteilun gen. Da wir nicht Anhänger der Roten Sportinternationale" sind und feinen Wert auf die von der kommunistischen M.- 8." emp. fohlenen, angeblich seit vielen Jahren bewährten Funktionäre" dom Schlage eines Friedemann legen, wählen unsere Mitglieder nur die zuverlässigen Bundesvertreter: 1. Wilt Conrad, Ludenwalde; 2. Robert Dehlschläger, Berlin; 3. Hermann Stengel, Potsdam; 4. Friz Stühm, Berlin; 5. Auguft Hoffmann, Köpenid; 6. Erich Richter, Berlin. Die Frauen wählen nur: Martha Ties, Romames. Es gilt zu beweisen, daß wir im Bund teine Mostauer Filiale zu sehen wünschen. Die Bezirksleitung von Tennis- Rot- Groß- Berlin. Die ,, Outboards". In dieser Woche finden in den Vereinen die Olympisches Hockey. Indien Gruppensieger mit 26: 0. zu Amsterdam aus, als nach eintägiger Rube an die Fortsetzung Geradezu trostlos sah es am Dienstag im Olympischen Stadion des Hockeyturniers gegangen wurde. Seit 24 Stunden regnete es ohne Unterbrechung, die Stimmung war daher besonders bei den Aktiven auf ein Minimum herabgefunken. Die Gescheh nisse im Stadion spielten sich vor fast leeren Bänken ab. Zunächst stellten sich Indien und die Schweiz, wobei Indien mit 6: 0 fiegte. Die Inder haben nunmehr alle Spiele in Gruppe I be endet, ohne auch nur ein einziges Mal den Ball in ihr Heiligtum zu lassen. Sie gewannen gegen Desterreich 6: 0, gegen Belgien 9: 0, gegen Dänemark 5: 0 und gegen die Schweiz 6: 0, erzielten alfo ein Torverhältnis von 26: 0. sich die Mannschaften von Frankreich und Deutschland im Nach Beendigung des Spieles Indien Schweiz stellten alten Stadion zum Kampf. In der ersten Biertelstunde waren die Franzosen überlegen, dann hatte sich unsere Mannschaft aber einiger. Führungstor, der gleiche Spieler sandte nach halbstündiger Spielmaßen gefunden. In der 20. Minute schoß Theo Haag das größtenteils verteilt, die gegenseitigen Angriffe tamen fast nie bis 3eit zum zweiten Male ein. Nach der Bause war das Spiel über die 22- Meter- Linie hinaus, so daß diese Halbzeit torlos ausging. Das Endergebnis war dann 2: 0 für Deutschland. Die Deutschen haben nun ebenso wie die Inder ihr Benfum erledigt und am 26. Mai mur noch zum Kampf um den dritten und vierten Plazz voraussichtlich gegen Dänemark anzutreten. * Delegiertenwahlen für den Bundestag vergeben worden, die also fiber das Angebot der Ulfa den Sieg dades Arbeiter- Turn- und Sportbundes statt. Wer es ernst mit dem Bunde meint, wer freu zum Bunde steht, läßt die sich Opposition" nennenden Kommunisten unter sich und wählt die Kandidaten des Bundes: Willy Conrad, Luckenwalde, Robert Oehlschläger, Berlin, Herm. Stengel, Potsdam, Fritz Stühm, Berlin( Turner), August Hoffmann, Köpenick( Leichtathleten), Erich Richter, Berlin( Turnspieler), Martha Tietz, Nowawes( Turnerinnen). Kein Bundesmitglied darf der Wahl fernbleiben! Keine Stimme der sogenannten„ Opposition"! Kampfe ihre Kräfte meffen zu können. Ueber die sportlichen Set Der neue Inp der Motorrennboote, die sogenannten Out- stungen und Darbietungen größere Ausführungen zu machen, dürfte boards, hat bei den anfäßlich der Wassersportausstellung in Potsdam stattfindenden Motobootrennen seine Feuerprobe erhalten. Bon einem Bestehen diejer Probe kann nicht recht die Rede sein. Die aufs leichteste fonftruierten Boote, die nur dazu eingerichtet find, gerade den Führer, den Außenbordmotor und schließlich die eigene Last zu tragen, haben sich im Rennen als wenig feetüchtig erwiesen, so daß es beispielsweise bei den Himmelfahrtsrennen vortam, daß 50 Prozent aller gestarteten Boote tenterten. Der geringste Wellenschlag bringt die Outboards in so starfe vertikale Bewegungen, daß der Führer schon einigermaßen fest figen muß, will er sich nicht über Bord werfen laffen. Die leichte 0 SIGRID VIR RRT sich erübrigen, es soll nur auf die glänzenden Erfolge hingewiesen werden, die die Arbeiterathleten auf der Olympiade in Frankfurt, dem Desterreichischen Arbeiter- Turn- und Sportfest in Wien, bei den verschiedenen Kämpfen gegen Rußland, Finnland, Ungarn usw. zu perzeichnen hatten. Auch in der Sparte Leichtathletik hat die technische Entwicklung einen ungeahnten Aufschmung genommen, auch hier sind äußerst spannende Kämpfe zu erwarten. Geschäftliches von der Olympiade. Das Film monopol für die Olympischen Spiele ist jetzt an eine italienische Firma bongetragen hat. Damit ist eine neue Phase in den Filmkrieg eingetreten, der sich im Zusammenhang mit diesem Monopol ent fponnen hat. Die holländischen Filmfabriken haben gegen das Monopol Stellung genommen und die Kinobesitzer Hollands dazu gebracht, feine Filme mehr vorzuführen, die irgendwie auf die Olym pischen Spiele Bezug haben. Olympischer Filmkrieg! Schlittschuh- Club- Tennisturnier. Sonniges Wetter sorgte endlich dafür, daß das Turnier des Berliner Schlittschuh- Clubs am Dienstag gefördert werden konnte. Bom frühen Morgen bis zum späten Abend wurde gespielt. Bei ben Herren gab es zwei unerwartete Resultate. B Der bisher wenig beachtete Tübben schlug Kuhlmann 5: 7, 8: 6, 7: 5, ging aber ermüdet in den Kampf gegen Lindenstädt und unterlag 4: 6, 1: 6. Ueberraschend gut hielt sich der recht sicher gewordene R. Wolff Berlin, der Menzel- Berlin 6: 4, 6: 2 ab= fertigte. In der nächsten Runde setzte er dem spanischen Davispofalspieler Flaquer harten Widerstand entgegen, mußte sich aber 10:12, 6: 3, 3: 6 geschlagen befennen. Morales- Spanien, der Doppelpartner Flaquers, schlug Hart nach flottem Spiel 6: 3, 6: 4; undandmann fertigte Tomilin 6: 2, 6: 2, Bertmann seinen Gegner v. Gersdorff 6: 2, 6: 4 ab. Leichtes Spiel hatte Menzel= Prag mit E. Schulze( 6: 1, 6: 1), mishu bezwang Dr. Arter 6: 4, 6: 4; Hoppe war gegen Gumpel 6: 1, 6: 3 überlegen. Bei den Da'men gelangte Frau Fick- Stockholm 6: 1, 6: 0 über Frl. Sperling und 6: 2, 6: 1 über Frl. Röding zwei Runden weiter: Frau Schomburg gewann gegen Fri. Kuhlmann 6: 1, 6: 2. Be. achtenswert ist der Sieg von Frau Richter über Frau Mieth 6: 4, 6: 4; Frau Fritsch Dresden schlug Frl. Cassel 6: 1, 8: 6. Frau Stigel erschien nach langer Bause wieder einmal auf einem Turnier und hinterließ in ihren Spielen gegen Fri. Meinzinger( 6: 0, 6: 0) und gegen Frau Sturm( 6: 0, 9: 7) einen guten Eindruck. Frau Ledig war 7: 5, 6: 0 über Fri. Ente und 3: 6, 6: 3, 8: 6 über Fri. Warschauer erfolgreich. Bon ben übrigen Ergebnissen ragen das Damendoppel Frau Fick Frl. Kallmeyer gegen Frau v. Diegardt Frl. Röding hervor, das Erstere 6: 2, 6: 4 für sich entschieden. Die Arbeiterathleten aus dem ganzen Reiche und die bereits aus dem Auslande Gemeldeten werden durch ihr Können beweisen, mit welch großer Hingebung sie dem Rufe eines ihrer Brudervereine folgen, wenn es gilt, für die Anerkennung der Arbeitersportbemegung zu werben. Selbstverständlich werden auch Teilnehmer aus Berlin herzlichst willkommen sein. 0700 Ein Schachfernkampf. Nachdem die Kampfmannschaft des Berliner Arbeiter Schachy Klubs zu Ostern ganz überlegen die Bundesmeisterschaft gewann, foul sie nunmehr erneut ihre Spielstärfe bemeljen. Ein Mann chaftsmetttampf an zehn Brettern gegen den Leningrader Eisenbahner- Schachklub, gespielt durch Briefwech[ el, wird harte Anforderungen an die Berliner stellen. Die Eröffnungszüge find be reits gewechselt. Berlin spielt durch Osten am ersten Brett weiß b2- b3, fein Gegner Maratsch erwidert d5. Dmitry Bassiliem spielt gegen Rauch 44. Enber eröffnet c4, fein Gegner Mitrofan Petrom antwortet mit e5. Valentin Lebedem zieht gegen Bogt den Königsbauern. Rohne spielte d4 und erhält als Antwort S g8-16 von Peter Kitaem. Am 6. Brett spielt Vitali Bucharom gegen Grammatikoff d4. Faltenhagen- Alereij Kurschinom ziehen die Damenbauern. Alexander Kunigin spielt gegen Rubiczet 12-14. Schwabe und Konstruktion der Boote macht sie zu irgendeiner anderweitigen Ber- Michel Semenow spielen. Karo- Kann. Alexander Ruſſato spielt wendung völlig unbrauchbar, die Motoren entwickeln trog aller gegenteiligen Behauptungen immer noch einen obtenbetäubenden Lärm, der seemeilemveit zu hören ist, und schließlich weisen Bootsförper und Motoren noch so viele übertriebene Feinheiten auf, daß man sie eigentlich in Watte wickeln sollte. Wenn einzelne Boote während des Rennens sogar ihren Motor verloren, wenn andere Boote führerlos auf dem See umberraſten und alles darauf Boote führerlos auf dem See umherrasten und alles darauf Schwimmende in Gefahr brachten, so sollte man sich wirklich über legen, ob man diese Art von Wassersport noch weiter propagiert. Der Versuch ist gemacht, und selbst die Empfehlungen von Amerifa her ermuntern nicht gerade zu einer Wiederholung. Sind schon die bisher gekannten Typen von Motorrennbooten fein organisierte Schwimmwesen, so ftellen die Dutboards auf die Spige getriebene Bootsbauer und Mechanikerarbeiten dar, die nur funttionieren, wenn es ihnen paẞt. Sport- und Flugtag am Pfingstmontag. Für das von der Fliegerschule Berlin- Staaten veranstaltete fportliche Ereignis ersten Ranges hat Oberbürgermeister Böß das Protektorat übernommen und die Stadt Berlin einen wertvollen Ehrenpreis geftiftet. Der Verband Brandenburgischer AthletikDereine führt ein leichtathletisches Sportprogramm durch. gegen Bädice e2- e4. Bei dem Korrespondenz- Wettkampf Kopenhagen Berlin gewannen die ersteren die Partie gegen Czach und führen mit 1: 0. Der Arbeiterschachmeister Friz Bogt wird Donnerstag, 24. Mai, im Spiellokal der Abteilung„ Westend", Charlottenburg, Sophie- Charlotten- Str. 88( Ede Potsdamer Str.) einige der inter trag gebrachten Partien demonstrieren und somit wieder den Beweis effantestent, anläßlich der Bundesmeisterschaft in Stuttgart zum Aus erbringen, daß die Arbeiterschachspieler neben der ihr ureigenen Pflege von Massenwettkämpfen auch in spieltechnischer Hinsicht den bürgerlichen Berufsspielern teineswegs nachstehen. Beginn der Vers anstaltung 20 Uhr. Gäste sind freundlichst eingeladen. Eintritt frei. Es wählen zum Bundestag: Arbeiter Sportverein Lichtenberg. Donnerstag, 24. Mai, von 9-12 Uhr( für Schichtarbeiter) und von 18-23 Uhr finden im Bokat von Roßti, Lichtenberg, Gürtelstraße 28, die Urmahlen der Delegierten zum Bundestag des Arbeiter- Turn. und Sportbundes statt. Es wählen nur Turner, Turnspieler und Leichts athleten, Männer und Frauen über 18 Jahre. Als Legitimation gilt das Bundesmitgliedsbuch. ASC. Donnerstag, 24. Mat, nach dem Training auf dem Fichte- Sportplag Baumschulenweg: Wahl der Delegierten zum Bundestag. Die Ausführung des fliegerischen Teiles liegt in Händen Don Meister U det, der Fallschirmpiloten Waldemar Hinderlich, Rudolf Boehlen und Kurt Liedtke sowie der beiden Berliner Kunstflieger Heidt und v. Sudodi, die neuartige Luftfpiele vor führen werden, während Martha Dröbeljahr wiederum An hänger für den jüngsten Sport des Ballonhüpfens" werben wird. Eine besondere Bereicherung erfährt das Programm durch die Be- Martha Ties, Romames( Turnerinnen). teiligung des Deutschen Auto- Klubs" in der Kraftwagenschau Die Kandidaten des Bundes heißen: Billy Conrab, Luckenwalde, Robert Delschläger, Berlin, Herm. Stengel, Potsdam, Friz Stühm, Berlin( Turner), Auguft Soffmann, Röpenid( Leichtathleten), Erich Richter, Berlin( Turnspieler), Reine Stimme der sogenannten Opposition"! D Freie Ruderer- und Kanufahrer. Die nächste SpartenausschußSigung findet Dienstag, 5. Juni, 20 Uhr, im Hause des Kartellverbandes Berlin, Landsberger Straße 82, statt. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts ist die Spätausgabe des„ Borwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhändlern, an den Zeitungskiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen zum Preise von 10 Pf. zu haben. " Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des Vorwärts", dessen Lesern der„ Abend" ohne besondere Bergütung ins Haus geliefert wird.„ Vorwärts“ und„ Abend", jammen nur 85 Pf. die Woche oder 3,60 m. den Monat. von denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, tosten zuIch abonniere ben Borwärts"( und die Abend. ausgabe für Berlin Der Abend") mit den illustrierten Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund", sowie den Beilagen Unterhaltung und Wissen"," Frauenstimme",„ Technik", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" in Groß Berlin täglich frei ins Haus. Name " Wohnung: ( Monatlich 3.60 mt., wöchentlich 85 Pfg.) Straße Nr.. A Dorn Hof Quergeb. Seitenfl. Tr. links- rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des Borwärts", Berlin SW. 68, Cindenstraße 3. Geschäfts- Anzeiger Bezirk Süden- Weften. Allen Organisationen . empfiehlt sich MAURER& DIMMICK BUCHDRUCKEREI BERLIN SO 16, KOPENICKER STRASSE 36/38 Genossenschafts- Tischlerei ,, Ideal" Sischlerei für Möbel, Bau u. Innenausbau E.G. m. b.H. [ 105 Neukölln( Hermannshof) Hermannstr. 48. Tel. F 2 Neukölln 2444 Volksfürsorge Bauhütte Gewerkschaftlich- Genossenschaftl. Versicherungs- Aktiengesellschaft Die Versicherung aller Arbeiter und Angestellten[ 8 Auskunft erteilen alle Vertrauensleute, sowie die Rechnungsstelle Berlin S 42, Ritterstraße 126, 1. Kassenstunden täglich von 8-1, Dienstags von 8-6,30 Uhr. Bien's Festsäle Frisier- Salon Kreuzbergstraße 48- an der Katzbachstraße Täglich außer Dienstag und Freitag Großer altdeutscher Ball für Damen u. Herren Gute Bedienung Solide Preise Gustav Scholze G. F.136] Rundtänze Zwei Kapellen Ende 3 Uhr [ 106 B Tel.: Bergmann 4162 Belle Alliance- Platz 12( Laden) Die Königstädtische Dampf- Wasch- Anstalt Krapkol- Bootslacke SO 33, Cuvrystraße 1 Mpl. 3618, 8982 [ 30 wäscht gut und billig Mundi Neu eröffnet! Bonbon Sdiokolade Konfitüren Restaurant „ Zum Dortmunder" Heinrich Schmitz G.F.31 Neu eröffnet! Kronenstraße 12 Merken Sie sich bitte: eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Dampf- Wäsdfierei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig Wolle, Strümpfe D.B.L. Der bunte Laden Spezialgeschäft 107 Trikotagen SO., Oranienftr. 202. N, Chauffeeftr. 50. W, Motzftr. 20. O, Königsberger Str. 11 Charlottenburg: Scharrenftr. 38. Friedenau: Hauptftr. 74. Puller a Chill lo Eier- Käse Filialen in fast allen Stadtteilen [ 85 Sport- Restaurant Inh.: Otto Lehngut[ G. F.26 sowie sämtliche Lacke- Farben-Pinsel erhältlich bei [ G. F. 80 Berthold Krapke, Neukölln, Bürknerstr.27 Telephon Neukölln F II C805 G.m. Berlin S.H. b. Gesellschaft für Bauausführungen aller Art Berlin SW 48, Wilhelmstr. 106 Fernsprecher: Zentrum 3205-3207, 3284 Neetzelli Milch Schokolade Anerkannt vorzügliche Qualität Embe " 9 Waren- Kreditgeschäft Berlin- Schöneberg, EisenacherStr 36/37 an der Rosenheimer Straße. Herren- und Damengarderobe, Bettu. Leibwäsche, Teppiche, Gardinen etc. Paul Schattschneider Frisier- Salon Str. 6a und Berlin SW, Lindenstraße 97/93 Breitestr. 60 Spandau, Schönwalder Str. 29 and Pichelsdorfer Str. 99 für Damen und Herren Gute Bedienung 165 Solide Preise Butter- Käse- Eier Stadtbad Kreuzberg, Bärwaldstr. 64-65 Walterchens Ball der älteren Jugend Wann und Wo? [ 171 Nur Holzmarktstr. 72( Jannowitzbrücke) Täglich Tanz OPRADER FAHRRADER Filialen: S 14, Prinzenstraße 66. NW 21, Alt Moabit 98, Neukölln, BerlinerStr.7 Spandau, Wilhelmft.163 ( Ede Pichelsdorfer Str.) GEBRE OKRAUSE ..Columbus" 99 Adlershof, Sedanstr. 3. Kommandantenstr. 76 Verkehrslokal: Partel u. Reichsbanner. Bilder Oelgemälde und Drucke gerahmt und ungerahmt zu konkurrenzl. Preisen. Kottbusser Str. 13, a. d. Brücke[ G. F. 52 Zum Pfingstkuchen: Mehl von Bruchmüller Allerfeinstes Auszugmehl Feinstes Weizen- Auszugmehl 5- Pfd.- Beutel 1.40 99 1.30 Sämtliche Kuchenzutaten gut und preiswert Für die Pfingstwanderung: Fleischhaschee von Rindfleisch 1- Pfd.- Dose 0.50 Erbsen oder Bohnen mit Speck Rindfleisch mit Reis Rindergoulasch. . B [ 117] Wochenrate IJASH HECH R.HECHT BERLIN Alfred Wildegans Konzession. Buchmacher. Neukölln, Hermannstr. 10 Fernsprecher: Neukölln 7771 Nebenstelle: Charlottenburg, Berliner Str. 79 Charlottenburg, Berliner Str. 53 Dorotheenstr. 58 Chausseestr. 22 Ritterstr. 69 Kurbadeanstalt Treptow Bouchéstraße 18 an der Graetzstraße[ 131 Lieferant aller Krankenkassen. Großwäscherei Urania Monteurkittel - Arbeitsblusen Handtücher Bethanienufer 6:: Waldemarstr. 27 Telephon: Moritzpl. 11 550 Sportzelte aller Art mit Einrichtungen für Ruderer, Segler, Jäger, Touristen. Zweiteilige Wanderzelte, sehr leicht, Zeltbahnen, Zeltstöcke und-pflöcke, soweit Vorrat reicht, billig abzugeben."( G. F. 81 Rob.Reichelt AG. Berlin, Stralauer Str. 52-38 G. Brucklacher Berlin S., Oranienstraße 43 Spezial- Haus IG.F.84 Geschenk- Artikel Stempelfabrik Werner& Schade Berlin N, Kastanienallee 43 Fernsprechanschluß Humboldt 1011-1012 [ G.F.128 liefert Kautschuk- und Metallstempel prompt Restaurant[ G. F. 140 Wilhelm Lüddecke Neukölln, Fontanestraße 32 Ecke Karlsgartenstr. Verkehrslokal der SPD. und Gewerkschaften Warmanns Großbäckerei Hersteller des guten, kräftigen Roggenbrotes, prima Weißware, feinste Konditorware, sehr preiswert.[ G.F.70 Elgene Filialen: Eisenbahnstr. 25 Gitschinerstr. 55 Prinzessinnenstr. 19 Alte Jakobstraße, Ecke Neuenburger Straße 34 Alte Jakobstr. 69 Blumenstr. 11 Paul- Singer- Str. 16 Annenstr. Ecke Schäferstr. Kommandantenstr. 70 Concordia- Festsäle Restaurant zum Feuermelder Treptow Am Treptower Park 69 [ G.F.115 Inh.: R. Pietsch, Telephon: Moritzplatz 12 087 Empfehle den Vereinen meine vollständig renovierten Festsäle. Konzertgarten mit Theaterbühne, 1000 Personen fassend, zu Sommerfesten u. größeren Veranstaltungen. StempelRobert Hecht Fabrik Inh, Alfred Schneller Berlin S42, Ritterstraße 116 Fernsprecher: oritzplatz 7254 liefert Stempel jeder Art Englischer Hof Alexanderstraße 27 b am Alexanderplatz Täglich eleg. Rundtanz [ 153 bis 3 Uhr nachts Stimmungsvoller Betrieb 70 Tischtelephone 2 Kapellen Landré- Breithaupt EDELWEISSE G. F. 133 Berliner Ratskeller Höchste Beleihung Bruno Wolff[ G.F.138 Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 178 Verkehrslokal der Partei und Arbeitersportler Freitags, Sonnabends u. Sonntags Stimmungsmusik Groß- Destillation ,, Rittereck" Ritterstr.95 Ecke Brandenburgstr. Inh.: Paul Männling Gut gepflegte Biere Haltes und warmes Büfett. Verkehrslokal des Reichsbanners Max Krepp Plan- Ufer 75-76[ 139 Ia Speiseleinöl und Tafelöle billigste Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer Neuköllner Oelmühle G. Paul Lehmann& Co. Bierabteilung Königstr. 15-18 Weinabteilung jeder Wertsache Leihhaus Heinrich Falkenberg Künstlerkonzert 0.75 99 Vorzügliche Küche 1.00 99 1.00 99 ( G.F. 130 Schokolade Keks Fruchtsäfte A. G. BRUCHMULLER Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 100 Pankow, Breite Str. 4a * ,, Trinit"-Dauerfarben 50% billiger wie Oeliarben Man verlange Prospekte! Farbengroßhandlung Edgard Lemcke, Neukölln, Bergstr. 42, Eing. nur um die Ecke:: Tel. N.K. 1198 sowie Garderobe im Leihhaus" [ G. F. 60 höchste Beleihung jeder Wertsache Auch Verkauf jeder Art Hermann Joël Oranienstr. 177 Markgrafenstraße 22 II Ecke Adalbertstraße Verlangt nur Butter Weinberger's 1