Morgenausgabe Nr. 244 A 125 45.Jahrgang schentlich 85 Bfg., monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 M. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6.-M. pro Monat. * Der Borwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin unb im Handel mit bem Titel„ Der Abend, Illustrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreunb". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauentimme". Technit", Blid in die Bücherwell und Jugend- Borwärts". Vorwürts Berliner Boltsblatt Freitag 25. Mai 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettgeorudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwei ettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmart: Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft LindenStraße 3. wochentägl. von 8/2 bis 17 Uhr. Kentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SM 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G.m. b. H. 11. August- Nationalfeiertag! Der Reichsrat mit 47 gegen 19 Stimmen für Preußens Antrag. Der Reichsrat nahm in seiner gestrigen Situng| Sinne der Landesgefeßgebung zu erklären. Wenn man aber auch den Antrag Preußens, den 11. August zum Natio. nalfeiertag zu erklären, mit 47 gegen 19 Stim men bei 2 Enthaltungen an. Die Frage, ob der Gesekentwurf verfassungs. ändernden Charakter habe, wurde mit 52 gegen 11 Stim men bei 5 Enthaltungen verneint. Der von der preußischen Regierung eingebrachte Gefeßentwurf, den 11. August zum Nationalfeiertag zu erklären und die Gemeinden zur Beflaggung der öffentlichen Gebäude und zu entsprechenden Feiern an diesem Tage anzuhalten, ist von den Ausschüssen des Reichsrats angenommen worden. Der Bericht erstatter Ministerialdirektor Badt- Preußen berichtete, daß in den Ausschüssen vierzehn Länder dem Entwurf zugestimmt hätten. Besonders eingehend sei die Frage behandelt worden, ob der Gesezentwurf mit einfacher Mehrheit oder mit der qualifizierten Mehrheit für Verfassungsänderungen angenommen werden könne. In der Ausschußberatung sei darauf hingewiesen worden, daß der Reichsrat im April 1923 bei einem ähnlichen Gefeßentwurf sich mit 36 gegen 30 Stimmen für den verfassungsändernden Charatter ausgesprochen habe, daß damals aber die Reichsregierung bei der Borlage an den Reichstag sich im entgegengefeßten Sinne ausgesprochen habe, in dem Sinne, daß der Entwurf nicht verfassungs ändernd set, sondern mit einfacher Mehrheit angenommen werden fönne. Es sei dann aber darauf hingewiesen worden, daß der Reichsrat am 27. Juli 1927 bei einem Gesezentwurf genau desselben Inhalts fich mit 42 gegen 25 Stimmen im Sinne der damaligen Stellungnahme der Reichsregierung, also gegen den verfassungsändernden Charakter ausgesprochen habe. Es sei jest beschlossen worden, in der Begründung der Ausschußbeschlüsse diese Genesis der Beratung ausführlich darzustellen. Diese Darstellung fei im Protokoll niedergelegt worden. In besonderer Abstimmung fei die Frage, ob die Vorlage verfaffungsändernden Charakter habe, von den Ausschüssen mit großer Mehrheit verneint worden. Der Berichterstatter beantragt, die Vorlage unverändert in erster und zweiter Lesung anzunehmen. Gesandter Dr. v. Preger- Bayern gab folgende Erklärung ab: Die Bayerische Regierung fann nicht anerkennen, daß die Reichsverfaffung eine Handhabe dafür bietet, den 11. Auguft durch Reichsgesetz zum allgemeinen Feiertag im diese Bedenten gegen die reichsgefeßliche Einführung des Verfaffungstages als Nationalfeiertag zurückstellen will, so wird der Bayerischen Regierung die Zuftimmung zum Gefeßentwurf doch dadurch unmöglich gemacht, daß der§- 2 fchwere Eingriffe in die Berwaltungshoheit der Länder enthält. In der Verfassung findet sich teine Bestimmung, aus der die Befugnis abgeleitet werden tann, im Wege der Reichsgesetzgebung die öffentlicher Gebäude anzuordnen und weiter bindende öffentlicher Gebäude anzuordnen und weiter bindende Bestimmung über die Abhaltung von Schulffeiern zu treffen. Es besteht auch kein Anlaß, in dieser Hinsicht von Reichs wegen Borschriften zu erlaffen, die jede Bewegungsfreiheit der Länder ausschließen. Auf die großen Schwierigkeiten, die sich nach dem Wort laut des Entwurfes ergeben unter anderem ist der Begriff der öffentlichen Gebäude feineswegs feft begrenzt- soll mur nebenbei hingewiesen werden. Staatssekretär Weismann- Preußen erklärte im Namen der Provinz Schleswig- Holstein, daß diese dem Gesetzentwurf zustimmt, fich aber auf die früher abgegebene Erklärung beziehe. Darauf wurde die Borlage wie oben gemeldet angenommen. Für den verfassungsändernden Charakter des Gesezes stimmte nur Bayern mit seinen 11 Stimmen. In dieser Frage enthielten sich Württemberg mit 4 und Oldenburg mit 1 Stimme. Bei der Abstimmung über die Vorlage felbft stimmten dagegen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Niederschlesien, Bayern und Württemberg, es enthielten sich dabei Oberschlesien und Oldenburg. Die Geschäftsordnung des Reichsrats. Nach Erledigung anderer Materien berichtete darauf Bericht erstatter Bayerischer Staatsrat Dr. Ritter von Nüßlein über Vorschläge der Ausschüffe zur Abänderung von Geschäfts ordnungsbestimmungen für den Reichsrat. Die wichtigste darunter ist, daß in Zukunft über Borgänge in den Ausschüssen des Reichsrats im Reichstag berichtet werden tann, jedoch nicht darüber, welchen Standpunkt ein Land oder ein Bevollmächtigter eines Landes oder die Reichsregierung in den Reichsratsausschüssen eingenommen hat, es sei denn, daß diese ausdrücklich damit einverstanden seien. Ferner wird von der Reichsregierung eine Erflärung in dem Sinne gewünscht, daß bei wich tigen Gesegesvorlagen aus der Mitte des Reichstags die Reichsregierung unverzüglich die Stellungnahme des Reichsrats, und zwar auf Verlangen eines Landes, der Vollfigung übermitteln wolle. Der Reichsrat stimmte den Vorschlägen des Berichterstatters zu. Polen sucht Annäherung. Boftschedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstr 3 Außenpolitische Konsequenzen. Das Ausland und die deutschen Wahlen. Selten hat ein Ereignis so aufrüttelnd in ganz Europa gewirkt wie das Ergebnis der Reichstagswahlen. Seit Montag bildet es das Thema fast aller Leitartikel in der ausländischen Presse. Der Sieg der Sozialdemokratie wird als überraschend groß anerkannt, der Vormarsch der Kommunisten wird ebenfalls unterstrichen. Aber vor allem wird der katastrophale Rüdgang der Deutschnationalen eingehend besprochen. Ein Blick in die Zeitungen der wichtigsten Hauptstädte der letzten Tage genügt, um erkennen zu lassen: die deutschen Reichstags= wahlen vom 20. Mai 1928 werden vom gesamten Ausland als ein weltpolitisches Ereignis allerersten Ranges empfunden. Selbst die englische Bresse, die sonst für außenpolitische Fragen, soweit sie nicht das Interesse des Britischen Reiches berühren, nicht allzuviel Raum zu opfern pflegt, bemüht fich, in ballenartigen Ueberschriften und Leitartikeln ihren Lesern flar zu machen, daß etwas außergewöhnlich Wichtiges vor fich gegangen ist. Im Kopfe des Durchschnittsbriten hat sich in den letzten Jahren die Vorstellung eingenistet, daß die Fortschritte der Deutschnationalen gleichbedeutend feien mit einer monarchistischen Sehnsucht, verbunden mit friegerischen Hintergedanken. Diese Vorstellung war zwar begreiflich, aber reichlich übertrieben: denn wir wissen ja, daß Hunderttausende, die vor vier Jahren ihre Stimmen den Deutschnationalen gegeben hatten, dies meniger aus Zuneigung zu den Hohenzollern taten als aus einem naiv- blinden Vertrauen in die schwindelhaften Aufwertungsversprechungen der Hergt und Genoffen. Gleich viel: der Mann auf der Straße" in London, Edinburg und Liverpool erfährt jetzt plötzlich mit einem Gefühl angenehmer Ueberraschung, daß er das wahre Gesicht des deutschen Volkes verkannt hat und daß dem europäischen Frieden von dieser Seite feine Gefahr droht. Bei der besonderen Rolle, die jene undefinierbare Größe in der britischen Politit spielt, die man drüben public opinion öffentliche Meinung nennt, fann ein solcher Umschwung bedeutende Folgen haben. " Noch viel aufrüttelnder hat der deutsche Wahlausfall naturgemäß bei unseren unmittelbaren Nachbarn, vor allem Die fast ununterbrochenen in Frankreich, gewirkt. Fortschritte des deutschen Nationalismus seit dem Frieden von Versailles hatten in Frankreich ein Gefühl der Besorgnis erzeugt, das sich zunächst in einem latenten Mißtrauen äußerte. Darüber, daß es die französische Politik selbst war, die diese deutschnationalen Fortschritte auf dem Gewissen hat, sind sich mittlerweile viele Leute in Frankreich Die Konsequenzen gezogen. Die meisten sahen nur die flar geworden, doch nur wenige haben aus dieser Erkenntnis Tatsache des verstärkten deutschen Nationalismus und beantworteten sie mit verschärfter Tonart, mit gesteigertem Mißtrauen und mit Unnachgiebigkeit gegenüber den deutschen Wünschen. Sozialisten für schnelle Verständigung- Bauernpartei für Rheinlandräumung. Die Gefahren hinwiesen, die die deutſchnationale AufwärtsWarschau, 24. Mai.( Eigenbericht.) Im Auswärtigen Ausschuß des Sejm wurde heute die politische Budgetrede des Außenministers Balefti von den Barteien diskutiert. Die Sprecher des Regierungsblocks erklärten dabei furz thr Einverständnis mit den Ausführungen des Ministers, während der Bertreter der bei den letzten Wahlen geschloffenen nationalisti. schen Rechten wie gewöhnlich gegen eine Verständigung mit Deutschland sprach und, ähnlich wie die Nationalisten anderer Länder, eine Annäherung an das faschistische Italien empfahl. Die Redner der Sozialisten und der bäuerlichen Linken wandten sich nicht nur gegen diese Ausführungen, sondern benutzten das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen auch zu energischen Vorftößen für eine Beschleunigung der Verständigung mit Deutschland. Genosse Niedziatomiti erklärte, nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die politischen Schwierigkeiten zwischen den beiden Nachbarländern tönnten friedlich geschlichtet werden. Die Bolitif Bolens brauche in der Berständigung mit Deutschland nicht immer hinter Frankreich herzuhinten, sondern tönne mindestens das gleiche Tempo wie die deutsch- französische Verftändigung haben. Der Wahlsleg der deutschen Sozialdemokratie werbe bleses Biel nur viel leichter erreichen lassen. Auch die innere Politit des polnischen Staates gegen die Minderheitspölter müsse mehr unter den Gesichtspunkt der inneren Friedensbereitschaft gestellt werden als bisher. Internationale Friedensinitiative feien fein Monopol der großen Bölter. Der Redner der Demokratischen Bauernpartei, die bei den letzten Wahlen neben den Sozialisten und dem Pilsudski- Block den stärksten Erfolg davongetragen hat, war der jugendliche Abgeordnete Galinsti, der längere Zeit im diplomatischen Dienſte ſtand. Er trat ebenfalls für die deutsch polnische Berständigung ein und betonte, daß der Sieg der deutfchen Linten die Boraussetzungen dafür entscheidend per beffert habe. Mit den Deutschnationalen sei eine Verständigung gewiß nicht möglich gewesen, und Stresemanns Politik gegenüber dem Often sei nicht immer ebenso eindeutig gewesen wie die gegen über dem Westen. Die neue Reichsregierung werde aber sicherlich ein besserer Kontrahent für Polen sein als der alte. Der Redner trat für die beschleunigte Räumung des Rheinlandes ein, dessen Besetzung nur Sinn gehabt habe, solange eine Gefahr von den deutschen Revanchepolitikern drohte. Die Rheinlandbesetzung werde zwar auch, als Sicherung für Polen aufgefaßt, aber die heute in Deutschland führend gewordene Richtung werde den öftlichen Nachbarn schließlich beffere Sicherungen bieten fönnen. Auch die Aussichten des Handelsvertrages mit Deutschland feien nun zweifellos beffer geworden. Man solle offen zugeben, daß Fehler von beiden Seiten gemacht worden seien. Bon polnischer Seite täme dabei vor allem die unglückselige Grenzschußver. ordnung in Frage. Die deutschen Unterhändler sowohl Dr. Lewalb wie Dr. Hermes hätten allerdings auch die politifchen Schwierigkeiten unnötig betont und die wirtschaftlichen Ausgleichsmöglichkeiten wiederholt in unzweckmäßiger Weise dahinter zurückgestellt. Auch diese Tattit werde nun hoffentlich von der neuen Reichsregierung geändert werden. Der Außenminister hat den Parteirednern bisher noch nicht geantwortet. Die Aussprache wird in den nächsten Tagen noch fort gesetzt werden " Die Wahlziffern des 20. Mai haben nun wie ein reinigendes Gewitter in Frankreich gewirkt. Auf einmal erkennen felbft solche Blätter, die bisher der deutschen Republik sleptisch gegenüberstanden und immer wieder auf bewegung in sich schließe, daß die französische Politik Deutschland gegenüber auf einer irrigen Grundauffassung beruhte. Wie ein Rehrreim findet man in den meisten Blättern, nicht nur der Linken, sondern auch in den sogenannten„ gemäßigten" Organen die Feststellung, daß die deutsche Republik doch eine Realität" sei, und daß die Friedensfräfte im deutschen Wolfe einen überraschend starken Aufschwung erfahren hätten. Nur die ausgesprochen nationaliftisch- reaktionären Blätter bemühen sich krampfhaft um den Nachweis, daß sich außenpolitisch durch die Reichstagswahlen nichts geändert habe und nichts ändern dürfe. Man kann dabei nicht einmal sagen, daß diese Rechtsblätter zwischen Deutschnationalen und über den Sieg der Sozialdemokratie den Zeilen ihre Enttäuschung über die Niederlage der zum Ausdruck bringen; nein, in den Zeilen steht es schwarz auf weiß zu lesen, daß es für Frankreich besser gewesen wäre, wenn es am 20. Mai umgekehrt gekommen wäre, denn dann würde man nicht der„ Gefahr" ausgesetzt sein, dem republikanischen Deutschland außenpolitische Roneffionen machen zu müssen. " Es liegt nicht in unserer Absicht, uns mit den Leitartiflern der Liberté", des Echo de Paris", der Action Française", des Avenir" und der sonstigen Pariser Rechtsblätter auseinanderzusehen, die sich obendrein um den Nachweis bemühen, daß die siegreichen Sozialdemokraten ebenso gefährliche" außenpolitische Ziele verfolgten wie die besiegten Deutschnationalen. Wir können uns diese Aufgabe um so mehr sparen, als darüber bereits eine heftige Polemik von den Pariser Linksblättern Populaire"," Deuvre",„ Quotidien" usw. geführt wird, die den französischen Nationalisten " Die Autonomisten ins Gefängnis! Mindeststrafe vom Gericht verhängt.— Gtraßeudemonstrationen. mit beißender Schärfe diese Haltung als einen Gipfel des Zynismus vorwerfen. Was wir heute zum Ausdruck bringen wollen, richtet sich vor allem an das verständigungsbereite Frankreich. Wir haben mit Genugtuung von den erfreuten Kommentaren Kenntnis genommen, mit denen dieser Teil der französischen Oeffentlichkeit das deutsche Wahl- ergebnis besprochen hat. Wir haben mit Freuden insbeson- dere die Feststellung gelesen, daß man nicht länger mit dem Argument operieren könne, das deutsche Volk oerdiene nicht, daß man seinem ehrlichen Friedenswillen Vertrauen schenke. Aber es liegt uns daran, ein Mißverständnis zu klären: Wenn wir die Mahnung der französischen Linken an die Regierung Poincarä lesen, nunmehr den Weg der außenpoli- tischen„Konzessionen" entschlossener und freigiebiger als bisher zu beschreiten, so begrüßen wir natürlich diese An- spiclung auf ein Ziel, das uns Deutschen besonders am Her- zen liegt, nämlich die Rheinlandräumung. Nur möchten wir gerade die jetzige Gelegenheit der günstigen Atmosphäre, die das deutsche Wahlergebnis in Frankreich erzeugt hat, ergreifen, um unsererseits zu be- tonen: Was man in Frankreich als.Konzession" an- sieht, um nicht zu sagen als„G e s ch e n k", das ist in Wirk- lichkeit für den, der die Politik auf lange Sicht zu be- urteilen fähig ist, kein einseitiger Liebesdienst an Deutschland. Es ist ebensosehr ein Dienst, den man sich selbst erweist und der sich für den„Gebenden" ebenso rentieren wird wie für den„Nehmenden". Ueberhaupt: gibt es in der Räumungsfrage, wenn man die Dinge über jenen kleinen Zeitraum der Welt- geschichte hinaus betrachtet— der bekanntlich spätestens am 10. Januar 1935 abschließen soll—, tatsächlich einen„G e- den den" und einen„Nehmenden"? In Wirk- lichkeit nein! Es gibt vielmehr zwei Völker, die sich jahrhundertelang gegenseitig bekriegt und besiegt, beleidigt und abgeschlachtet haben und die infolgedessen den Frieden ganz Europas dauernd beunruhigt, oft auch gebrochen haben. Sie wurden dabei oft von Dritten aufgehetzt und mißbraucht, denen eine solche gegenseitige Schwächung aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen sehr gelegen kam. In diesen beiden Völkern ist nach dem fürchterlichen Exempel von 1914— 1918 die Erkenntnis erwacht, daß das so nicht weiter- gehen muß und nicht weitergehen darf. Die Erbfeind- Theorie hat am 20. Mai 1923 in Deutschland eine ebenso schwere Niederlage erlitten wie vier Jahre zuvor in Frank- reich. Wenn aber die beiden Völker in Frieden und Freund- schaft miteinander leben wollen, warum soll dieser Annähe- rungsprozeß künstlich erschwert sein durch das p s y ch o l o- g i s ch e Hindernis der militärischen Besatzung am Rhein? Die Jahre bis zum Ianuartermin von 1935 werden für die Gestaltung der europäischen Politik von entscheiden- der Bedeutung sein. Je näher der Termin heranrückt, desto mehr verringert sich der moralische Wert der ,Kon- zession", als die man in französischen Regierungskreisen eine frühere Rheinlandräumung noch immer ansieht. Der m a- teriellc Wert der Besatzung, besonders in militärischer Hinsicht, ist gleich null, da sie. sowieso in spätestens sechsein- halb Jahren ihr Ende finden muß. Durch eine frühere Räu- münz würde daber Frankreich auf kein materielles Akt'vum verzichten, durch eine weitere Besetzung würde es aber ein moralisches Attivum oerscherzen. Dieses moralische Aktwum ist jene herzliche, nicht geschäftsmäßige Freundschaft zwischen den beiden großen Republiken Frank- reich und Deutschland, die der französische Dichter Victor Hugo in den Tagen des Frankfurter Friedens von 1871 vorausgesagt hat. Damit soll gewiß nicht gesagt fem, daß wir die nüchter- nen, praktischen Fragen verkennen, die gleichzeitig geregelt werden können oder deren Regelung zumindest grundsätzlich gemeinsam ins Auge gefaßt werden kann. In der W e l t k r i e g s s ch u l d e n f r a g e hat sich eine tat- sächliche Solidarität der europäischen Staa- ten, ob Sieger oder Besiegte, allmählich herausgebildet, und sie wird immer klarer von den verschiedenen Regierungen erkannt. Auch wir stehen daher auf dem Standpunkt, daß bei jenen.Kombinationen", die Poincar� in seiner Rede in Carcassonne erwähnt hat und womit er offenbar vor allem die Mobilisierung der deutschen Obligationen aus dem Dawes-Plan meinte. Deutschland keineswegs der ein- ssitia„gebende" und Frankreich der„nehmende" Teil wäre. Vielmehr würden dabei, wie sich schon jetzt unschwer voraus- sehen läßt, gewissermaßen nur„Gebende" vorhanden sein, mit Ausnahme eines scheinbaren„Gebers", der in Wirk- lichkeit der e i n z i g e„Nehmer" sein wird: nämlich die B e r- einigten Staaten von Nordamerika.— Es ist heutzutage in den Kanzleien Europas geradezu zum fatalistischen Axiom geworden, daß„vor den amerika- nischen Präsidentschaftswahlen doch nichts zu machen" fei. Das dürfte leider hinsichtlich des Geschäftes zutreffen. Aber die moralische Seite des Problems könnte unter dieser Verzögerung leiden. Dieser Schaden läßt sich bei gegenseitigem guten Willen abwenden. Eine Lehre für das Zentrum. 19\2- 1925. Jahrzehntelang hat in Deutschland der.Zentrumsturm" für unerschütterlich gegolten. Im alten Reichstag errang das Zentrum von 1881 bis 1997 fast ohne jede Veränderung bei jeder Wahl rund 109 Mandate. Die geringste Ziffer waren 99 Mandate im Jahre 1893, die Höchstziffer 196 Mandate im Jahre 1899. Da er- folgte im Jahre 1912 ein plötzlicher Absturz: das Zentrum ging auf 99 Mandate zurück, seine Wählerziffer verminderte sich gegen die Vorwahl von 2,15 Millionen auf 1,99 Millionen, um nahezu 8 Prozent. Dies war die Quittung der Wahler auf das Bündnis, das das Zentrum zwei Jahre vorher mit den K o n s e r- vatioen im„Schwarzblouen Block" eingegangen war. Die Wahl von 1928 zeigt mit der von 1912 große Achnlichkeit. Auch ihr ging eine Koalition des Zentrums mit der Rechten voraus. Wiederum hat das Zentrum ganz erheb- liche Verluste zu buchen. Es hat eins» Stimmenrückgang von 385 090, einen Mondotsrückgang von 81 auf 72 oder 71, d. h. eine Einbuße von 11 bis 12 Proz. seines vorherigen Bestand« zu beklagen. Betrug der Anteil der Zentrumswähler an der Gesamt- ziffer in den Jahren 1929 bis 1924 ziemlich konstant 14 Proz. der Gesamtwählerschaft, so ist er jetzt aus 12,7 Proz. der Gesemtwahler- schaft herabgesunken. Auch unter Hinzurechnung der Ba y erl. scheu Valkspartei«gibt sich immer«och ein Gesamtanteil Kalmar. 24 Mai. Räch einchnhalbstuadiger Beratung kehrten die Geschworenen im Kolmarer Au�momisienprozeß in den Gerichtssaal zurück und verkündeten das Ergebnis ihrer Beratung. Die Frage, ob ein Kom- plott gegen die Sicherheit d« französischen Staates vorliege, wurde bejaht. Damit haben die Angeklagten Strafen von eivem Jahr Gefängnis bis zu fünf Jahren Zuchthans zu erwarten. Auß« der Frage eins, ob ein Komplott gegen die Sicherheit des sranzöjische« Staates bestanden habe, bejahten die Geschworenen die übrigen' Sc�uldsragen lediglich bei Ricklln. Schall. Ins- hauet und Raffe. Die Angeklagken sicwß. Schlegel. Barnnann. Kohl«. IBörfv heil, Reisacher, Eggemann. Solveen und Schweiher wurden freigesprochen. Sie werden sofort in Freiheil geseht. falls sie nicht«-gen anderer Bergehen in hast bleiben müssen. Aach kurzer Beratung«scheinen die Richter wieder im Saal und verkünden als Lrleil für Dr. Ricklln. Roffö. Fashan« an» Buenos Air«. 24. Mai. Bei dem Bmnbencntschtag an Paßbureau des italienischen Kon- sulats m Buenos Aires find 22 Personen getötet und fast 59 oerletzt worden. Es ist der fiinste Anschlag dies« Art. der in letzter Zeit zu»«zeichnen war Erst vor zwei Monaten wurden in zwei nordam«ikonischen Bankhäusern Höllenmaschinen zur Explosion gebracht: weitere Anschläge richteten sich gegen nordanwrikamsche Geschäftsführer in Argentinien. Schließlich wurde vor kurzem aus der Fensterbank des Amtszimmers d« argentinischen Justizmlnisters eine Bombe gefunden. Alle diese Anschläge waren, soweit sie sich gegen nordamerikanisch« UMernehmen richteten, Racheakte wegen der Hinrichtung Saccos undBanzettis. D« Anschlag gegen den argerckinischen Justizminister hatte init Anträgen auf Ausliese- rung von anarchistischen Attentätern zu tun, die teils von Argen- tinien in Europa, teils von europäischen Mächten in Argentinien gestellt worden waren. In keinem dies« Fälle gelang es bisher der Attentäter habhaft zu werben und man vermutet mit Sich«helt. daß diese Anschläge, ähnlich wie in früheren Jahren, wo sie systematisch von fahrenden Automobilen ausgeübt wurden, von«in« wohl- organisierten Geheimgesellschaft ausgehen. Dos heutige Attentat könnte den Anschein erwecken, als ob« van Personen ausgeübt worden war. die not den Ende vorigen Jahr« verhängten außerordentlich scharfen Auswanderungsbestim- mungen d« italienischen Regi«ung unzufrieden waren, durch welche die Auswanderung aus Italien so gut wie unmöglich gemacht worden ist. Jedoch ist« ebenso gut möglich, daß bei dem Anschlag auf das italienisch« Paßbureau seine Lage maßgebend war, nämlich in der vornehmsten Villenstraße von Buenos Air«, wo u. a. auch die Privatwohnung des Präsidenten Alveuar liegt. In diesem Falle würde es sich um einen Versuch der unbekannten Tat« handeln, den Derbacht auf Antifaschisten abzuwälzen. faschistischer Maggenzwischenfalt. Eine provokatorische Flaggenhissung vnd eine törichte Demonstration. Innsbruck, 24. Mai. Anläßlich des zehnjährigen Gedenktag« d« KrlegserklS- rung an Oesterreich hat das hiesige italienische Gcneroltonsu» lat geflaggt. Um die Mittagsstunft« erschienen deutschnationale Studenten vor dem Konsulat und brachen in den Ruf aus:„Hoch das deutsche S ü d t l r o l" und rissen die Flagge herab. Di« Polizei schritt ein und zerstreute die Demonstranten. D«�J)en«alronsul forderte von der Landesregierung, daß die Fahne von der städti- sehen Feuerwehr wieder hochgezogen werde und hierbei eine Abteilung des Bun!deshe«es die Ehrenbezeugung leiste. Um von lö proz. an ollen abgegebenen Stimmen, währenb der Prozentsatz der Katholiken im heutig«« Deutschland 22,4 Proz. der Eesamtbevölkerunq beträgt. E« haben also noch nicht einmal die Hälfte d« deutschen Salhosiken Zentrum bzw. Bayerische Bolks- parkei gewählt! In diesen Ziffern liegt eine ernste Lehre für das Zentrum. Sie zeigen, daß sich die Zentrum swähl« nicht beliebig von ihrer Lsikmg nach rechts kommandieren lassen. Wird das Zentrum daraus lernen? Das amtliche Wahlergebnis. Die Feststellung der Wahlergebnisse durch die Krekswahl- a u s s ch ü ss e wird in Berlin wie in der Mehrzahl d« Wahlkreise am 2 9. Mai erfolgen; der Reichs Wahlausschuß wird frühestens am Freitag, dem1.Iuni, zur Festftellung des Endergebnisses zusammentreten. Der preußische Landeswahlausschuß wird am 1. oder 4 Juni das endgültige Resultat ermitteln. Be- gründete Einsprüche gegen die Wahlen sind bisher beim Reichswahl. leit« nicht eingegangen. Oie Arbeit des alte« Landtags. 205 Gesetze, übe? 2000 Anträge, 2500 Anfragen und 5 Untersuchungsausschüsse. Eine Uebersicht über die Tätigkeit des Preußischen Landtags in der zweiten Wahlperiode, also in den Iahren 19�5 bis 1928, die soeben zusammengestellt worden ist, gibt Aufschluß üb« die Arbeit. die d« verflossene Landtag in dem gegönnten Zeitraum geleistet hat. Neben vier Haushaltsetats und einem Notetat wurden ins- gesamt 169 Gesetze»«abschiedet, die die Staatsregie- r n n g eingebracht hafte. Dazu kommen 3 6 Gesetze, die auf Uran träge zurückgehen. Zu den Etatsberotungen war eine Ueberfülle von Anträgen zu erledigen. Im Jahre I92Z wurden von Anträgen d« Haupr- «usfchufl« 457 beim Etat aagenommeu. im Jahr» 1926 395. Den Schall ZeelnZahrGefängnis. Zuvor hatte sich der Gen«al. staotsanwalt von feinem Platz«hoben und erklärt, die französische G«ichksbarkeik sei streng, aber auch großherzig;« beantragte für die vi« Bernrkeillen mildeste Anwendung des Gesetzes. während der Rede des Staatsanwalts sprang d« junge bre tonische Rechtsanwalt Feiltet von der Berleidigctbant auf und rief dem Präsidenten zu:„Eine Verurteilung von Männern wie Ricklla. Rosie. Fashau« und Schall ist unmöglich." Er kannte jedoch nicht weil«redea, da«. von einem weinkrampf erstickt, auf der Berteidigerbcmk zusammensank. Im Saal«hoben sich zustimmend« Geschrei. Bravorufe und häadeklakschen, wie« in dieser stürmischen Form während der ganzen Prozeßverhandlung noch nicht vorgekommen war. Po« der Straße dringen unausgesetzt stürmische Demon. st r a k l o u e n der nach lausenden zählenden Menge zum Gerichks- saal empor. Die Ausregung wächst von Miaute zu Minute. 142 Uhr nachmittags wurde diesem Verlangen entsprachen lieber. dies hat der Landeshauptmann Dr. Stumpf an den Generalkonlul sein Bedauern ausgesprochen. Die Bestrafung der Täter ist ein- geleitet. Neue Kaschisten-provokationen- neue Zwischenfälle Wien. 24. Mai. Zu dem heutigen Vorfall In Innsbruck meldet eine hiesige Korrespondenz, daß es zu neuerlichen nationalen Kundgebun« gen kam. als die italienische Flagge unter der Ehrenbezeugung d« Milltärabteilung aus dem Konsulat wieder aufgezogen und von dem an den Fenstern des Gebäudes erschienenen i t a l i e- nischen Konsulatsbeamten mit dem faschistischen Gruß und Evioa begrüßt wurde. Die Polizei versuchte in den Nachmiftagsstunden die empörte Menge, die in der Flaggenhistung eine Herausforderung erblickte, zum Auseinandergehen zu oeranlassen, jedoch sammelt« sie sich turcter der Polizei und in den nahe gelegenen Straßen stets aufs neue unter Absingung natto- nal« Lied« und Prot« st rufen gegen die Unterdrückung d« deutschen Volkswm» In Südtirol. Die Erregung d« Innsbruck« Vevölterung hält noch an, so daß die Polizei für heute abend be- sondere Maßnahmen getroffen, vor allem die Straßen, in denen sich das italiemfche Konsickat befindet, streng abgesperrt hat, um neuerliche Zwischenfälle zu verhindern. •»■■■• Die Herunterreißung der italkenlschen Flagge am Bor- mittag ist schon döshalb entfchiedsn zu oerurteilen, weil sie der eigenen Regierung nur Ungelegenheitsn bereiten konnte. die sich nach diplomatischem Brauch entschuldigen muß. Des- halb sind auch die Innsbrucker Behörden zu tadeln, die sofort nach Bekanntwerden der Flaggenhffsung für ausreichende» polizeilichen Schutz hätten sorgen sollen. Nach dieser Feststellung ist aber kein Wort scharf genug. um die unerhörte, schamlose Provokation zu brandmarken, die sich das italienische Konsulat durch die Tat- sache der Flaggenhissung am Tage der Kriegserklärung gegen Oesterreich geleistet hat. So etwas ist überhaupt feit Knegsende noch nicht dagewesen. Es kann sich da nicht um eine gewöhnliche Taktlosigkeit handeln, wie sie bei italienischen Faschfften üblich sind, sondern um eine kaltblütige Herausforderung zu dem wohlüberlegten Zweck, die fremden Volksmassen zu reizen und einen viplo» matrfchen Zwischenfall herbeizuführen. Eine andere Deutung ist ganz undenkbar— besonders in Innsbruck! Würde die österreichische Regierung es wagen, diesen Vorfall von den Völkerbundrat zu bringen, es gäbe nur eine Stimme der Verurteilung solcher Schamlosigkeiten. Rekord schlug das Jahr 1927 mit 492 angenommenen Anträgen des Hauptausschusies, während das Jahr 1928 423 aufweist. Außer» dem fanden beim Haushaft von Anträgen von Landtagsmitglieder« Annahme im Jahre 1925 67, 1926 72, 1927 67 und 1928 73. Eine große Zahl von Anträgen wurde zur Ausschußberatung zurück- verwiesen. Außerhalb des Haushalts waren an Eni- schließungsanträgen 1312. an sonstigen Anträgen 787 zu «ledigen, wovon von den ersten 548, von den letzten 392 an- genommen wurden. Di« Zahl der Großen Anfragen belief sich auf 289. die d« Kleinen Anfragen auf nicht wenig« als 2239. Fünf Untersuchungsausschüsse flnd in dem genannten Zeitraum eingesetzt worden. Sie haften die Kreditgewährung der Preußischen Staatsbank an ausländische Konzerne, die Vorkommnisse bei der Preußischen Landespfandbriefanstall. Beschwerden über die Berg- behörden und ihre Organe zu untersuchen: der Höfle-Ausschuß hatte die Durchprüfung d« Strafv«fahrens gegen diesen Reichsminist« zu prüfen. Außerdem hat der Femeausschuß eine Unzahl von Sitzungen abgehalten. Pom Ständigen Ausschuß wurde in zehn Sitzungen 18 B e r- ordnungen der Staatsregierung die Zustimmung«teilt. Dia Beratungen de» Ausschusses für die Geschäftsordnung führten zu d« Aufstellung eines neuen Entwurfes, der jedoch nicht zur Ver- abschiedung gelangte. U. a. wurde im Ausschuh auch die Be- stimmung gestrichen, wonach nach Ablauf von vi« Wochen das erstmalig gewählte Landtagspräsidium ein« Wiederwahl zu unter- ziehen ist. Da die alle Geschäftsordnung nach in Kraft ist. wird auch in diesem Landtag eine solche Wiederwahl nach vi« Wochen sich nötig machen. Die Stimme der Krau. In Augsburg haben die Wahlen getrennt nach Geschlechtern stattgesunden. Die Sozialdemokratie Hot 16699 männliche Stimmen und nur 14 663 weibliche Stimmen erhallen. Aus die Deutschnatianalen entfielen 2613 männlich« und 3495 weib» liche Stimmen. Die Bayerisch« Nolkspartei«hielt 9259 männliche und 15734 weibliche Sumweu. Terror in Südamerika. 22 Tote im italienischen Konsulat. Stimmen der Parteipreffe. Zur Frage der neuen Regierung. Die Wiener„Arbeiterzeitung" unterzieht die Lage in Deutschland einer eingehenden Analyse. Sie weist darauf hin, daß die Weimarer Koalition unter Hinzuziehung der Deutschen Bauernpartei eine kleine Mehrheit hätte, be- zweifelt aber die Bereitschaft des Zentrums und der Demo» traten, auf eine solche Kombination einzugehen. Wenn aber eine Berständigung mit der Volkspartei nicht zustande kommt, was dann? Wenn eine solche Verständigung aber nicht möglich fem sollte— was dann? Dann bliebe kein anderer Ausweg als die Bildung einer Minderheitsr« gierung: entweder einer Minderheitsregie. rung der Sozialdemokratie, die tatsächlich von den Stimmen der drei bürgerlichen Mittelparteien— Demokraten, Zentrum, Volk spart ei— abhängig wäre, um die fi« bei jeder Abstimmung werben müßt«, oder einer Minderheitsregierung der drei bürgerlichen� Mittel par- teien, die in den meisten Fällen auf die Stimmen der Sozialdemo» kratie angewiesen, von der Sozialdemokratie abhängig wäre. Wir fassen zusammen: Eine reine Regierung der Bourgeoisie, «ine Bürgerblockregierung ist in diesem Reichstag nicht mehr möglich: dazu ist die Niederlage des Bürgerblocks zu schwer und sind die Gegensätze zwischen den Bürgerblockparteien zu groß. Eine reine Regierung des Proletariat». ein« Arbeiterregierung, ist noch nicht möglich: das ist die Folge der Spaltung des Proletariats. Eine Regierung wird also überhaupt nur zu bilden sein durch eine Kooperation der Sozialdemokratie mit den bürgerlichen Parteien, sei es in der Form der engeren oder der weiteren Koalition, sei es durch Bildung eurer Minderhcitsregierung entweder der Sozialdemo» kati«. die auf die Stimmen der bügerlichen Mittelparteien, oder der bürgerlichen Mittelparteien, die auf die Stimmen der Sozialdemo- kratie angewiesen wäre, lieber diese verschiedenen Möglichkeiten wird in der nächsten Zeit verhandelt werden. Es ist die Folg« der Stärkung der deutschen Sozialdemokratie durch das Ergebnis der Wahlen, daß in dem neuen Reichstag keine Regierung mehr möglich ist ohne unmittelbare Teilnahme oder doch mittelbare Unterstützung der Sozialdemokratie. Es ist eine Fosge der Schwächung des deut- schen Proletariats durch die unselige Spaltung, daß nicht eine Regle- rung der Arbeiterklasse möglich ist, sondern nur eine der verschiedenen denkboren Formen der unmittelbaren Koalition oder der mittelbaren Kooperation einer Arbeiterpartei mit Parteien der Bourgeoisie. Der Stettiner„V o l t s b o t e" macht auf die volks- parteiliche Erklärung aufmerksam, die von„Sicherungen" spricht, nnd auf die Erklärung des Zentrums, in der von . unverzichtbaren Grundsätzen" die Rede ist und fährt dann fort: � Demnach liegen die Dinge also so, daß das Jentrum strikte an seinen Grundsätzen festhält, und daß die Deutsche Dolkspartei bei einer Koalition mit der Sozialdemokratie noch besondere Zusicherungen go- macht haben will. Wenn man dann weiter bedenkt, daß die ..Kölnisch« Zeitung" mit ihrem Hinweis auf die bestehenden Gegen- sähe, die zwischen Sozialdemokratie und Vourgeoifie bei den den neuen Reichstag hauptsächlich beschäftigenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen vorhanden und unüberbrückbar sind, direkt ins Schwarze trifft, dann muß von u n f« r e r Fraktion verlangt werden, dqß fte die Angelegenheit mit der Großen Koa» ntion ganz besonders eingehend überdenkt Die„Bremer B o l k s z e i t u n g" schreibt unter der Ueberfchrift:„Der Zwang zur Koalition": Uns«: nächstes aktuelles Wahlziel war derHinauswurfder Deutschnationalen aus der Reichsregierung, die Zertrümmerung des Bürgerblocks. Das ist nach dem Wahlersolge der Linken möglich und muß durchgeführt werden, sonst blieben ja letzten Endes die niedergerittenen Deuts chnationalen die Sieger des Wahl« kompfes. Nicht allein die Konsequenz des Wahlerfolges, sondern auch der Wille der Sl-l. Millionen Wähler zeigt uns, aus diesem Er- gebnis die politische» Konsequenzen zu ziehen. Meinungsverschieden. beiten bestehen darüber kaum in der Partei. Selbstverständlich wird es Genossm innerhalb der Partei geben, die sich gegen den Zwang zur Koalition wehren werden, wie sie sich auch nach der Bremer Bürgerfchastswahl dagegen aus Grundsatz oder Taktik gewehrt haben. Man kann aber heut« schon sagen, daß mindestens SS Proz. der Parteigenossen die Forderung vertreten, daß die Partei in die Regierung einzutreten, ja sogar die Führung der Relchsvegierung zu übernehmen habe. Es ist heut« nicht mehr wie bei�frü Heren koalitionsgelegeuheiten, daß die Partei als Lückenbüßer oder als Nochelfer in die Regierung.hineinschleicht", sondern diesmal geht sie nicht auf Wunsch der sich in Derlegenheiten windenden bürgerlichen Parteien, sondern kraft ihrer Stärke in die Regierung, und auf Grund von Bedingungen und Forderungen, die sie zu stellen hat. Das Bremer Parteiblatt macht schließlich darauf auf- merksam. daß durch den Ausfall der verschiedenen Landtags- wählen die Stellung der Sozialdemokratie auchimReichs- rat gestärkt wird. Sozialismus zur Herrschast bestimmt. Äandervelde über den Vormarsch der deutschen Sozialdemokratie. Paris, 24. Mai.(Eigenbericht.) Der hemalig« belgische Außenminister Vandervelde, der sich augenblicklich in Paris aufhält, äußert sich im.Exzelsior" in einem Interview über die Reichstagswahlen, mit denen Deutschland wieder den normalen Vormarsch nach links aufgenommen habe. Deutschland habe mit den Deutsch, lationaten, die nur wegen des R u h r t r i« g c s, des„schrecklichsten Krieges außerhalb des Ge- fetzes", solch« Macht erlangen konnten, das Experiment einer Rechts- regierung versucht. Das Resultat sei durchaus negativ gewesen. Die Entwicklung auch in den übrigen europäischen Ländern zeige, daß der Sozialismus mehr und mehr dazu bestimmt sei, die G e- schicke der Völker zu leiten. Diese Zlufgabe war ihm da- durch erleichtert, daß er durch die Existenz der Kommunisten von ideologischen Usbertriebenheiten befreit werde und sich daher ausschließlich einer fruchtbringenden praktischen und vernünftigen Arbeit hingeben könnte. Wenn jetzt die deutschen Sozialisten«nt- schloffen die Regierung übernähmen, könnt« bei der allgemeinen Linkeentwicklung in Europa der beste Erfolg für die allgemeine Der- ständigung erwartet«erden. Der joziaNstische Abgeordnete Paul Bonrour hat sich gestern in einer Volksversammlung in Paris auf das entschiedenste für die Teilnahme der französischen Sozialisten an der Regierung ausgesprochen. Nur so könnte verhindert werden, daß die Stabilisie- rung des Franken ausschließlich auf dem Rücken der Arbeiterschaft pollzoge» wnbe und pe neu« Enttäuschungen erleb«. Oer große Lammer. Auch der„Erbfeind" weint dem Bürgerblock seine Tränen nach. Bolschewistische Gelbstkritik. Mißstände nicht nur im Oonezbecken. Die„Prawda*, das Zcntralorgan der russischen Kommunistischen Partei, schreibt unter der lleberschrift»A l a r m": „Die GPU., das Zentralkomitee der Partei und die zentrale Kontrollkommission, haben in der letzten Zeit am Organismus unserer Partei, Sowjet, und Gewerkschastsorganisationen eine große Anzahl van Eiterbeulen aufgestochen. Man denke nur an Schachty, Artemowska, Rjaschk und Smolensk. Der Eiterherd von Schachty hatte am weitesten um sich gegriffen. Es war das Signal. Die Lehren, die wir aus der Schachty-Asfäre ziehen werden, gelten im gleichen Maße auch für die anderen Eiterherde, ix. a. auch für den von Smolensk. Schachty befindet sich irgendwo in der Fern«, Smolensk aber ganz in unserer Nähe. Und während äußerlich alles da in bester Ordnung schien, fraß unter der Oberfläch« Fäulnis und Entartung. Sehen wir uns die Spitzen der Parteiorganisation an. Der Sekretär des Gouvernemonts-Dollzugsrats, seine Dureaumitglkeder. der Leiter der Agitation, der Leiter der Handelsabteilung, der Vor sitzende der Gouvcrnements-Gewerkschaftskommission, der zweite Bor sitzende des Vollzugsrats, der Sekretär des Bezirksvollzugsrats u. a. m.— ein schönes„Bukett", nicht wahr— Suff, geschlechtliche Ausschweifung, völlige Losgelöst- heit von der Arbeitermasse, Entartung des Sowjet- und Parteiapparats, Beschönigung der krankhafte» Erscheinungen, ein unerhörter Druck— das ist das Kennzeichen all dieser Leutchen. Vollständige Partei- invalidität!" Die Tätigkeit der anderen Gruppe leitender Parteimitglieder trug bereits rein kriminellen Charakter. Ihre Saufgelage waren von sinnlosen Schießereien begleitet und arteten in Orgien aus. Für die Saufgelage mußten die Bestechungsgelder der Untergebenen herhalten, die sich ihrerseits dadurch schad- los hielten, daß sie Schmiergelder von den Bauern ent- gegennahmen. Die Anstellungen wurden davon abhängig gemacht. ob die Betreffenden an den Orgien teilnahmen. Exzesse mit Prosti- wierten und Veruntreuungen waren an der Tagesordnung. Mit den Prioathändlern wurden die engsten Beziehungen unterhalten: die Restaurants mußten sich Zechprellereien im weitesten Umfange gefallen lassen. Sobald sich irgendein führendes Parteimitglied eines Verbrechens schuldig machte, bekam es eine andere Anstellung, die im Vergleich zur früheren eine Beförderung darstellte. Drei solcher Fälle schildert die„Prawda" ausführlich, weitere deutet sie nur an. Wie sah es aber in den Fabriken aus. Da ist z. B. dl« F a b ri t „Ä a t u s ch k a". Sie beschäftigt 500 Arbeiter, darunter 200 Kommunisten, 80 Mitglieder der kommunistischen Jugend, S Mitglieder des städtischen Vollzugsrats, 3 Mitglieder des Bezirkskomitees der Partei, mehrere Mitglieder des Gouvernementsrats der Getos rk» schaften, ein Präsidialmitglied der Gewerkschaften und ein Mitglied des Zentralkomitees des Holzarbeiterverbandes. Trotz dieser großen Anzahl von Kommunisten herrscht in der Fabrik ein unglaubliches Terrorregime. Die Arbeiter wage» nicht zn mucken. Tonangebend find die Meister- Kommunisten, der Gehilfe des Fabrikdircktors, der Prodnktiouslefter. Der Gehilse des technischen Leiters, ein Kommunist, erpreßt gleich anderen von den Arbeitern Schmiergelder, die Arbeiterinnen müssen mit ihrem Körper herhalten, eine von ihnen begeht zweimal Selbst- Mordversuche, Vergewaltigungen von Arbeiterinnen sind an der Tagesordnung. Besonders arg treibt es der Meister Timofejeff, Mtglied des Bureaus der kommunistischen Zelle, und Schuporis. gleichfalls Kommunist Widersetzen sich die Arbeiter oder Arbeite- rinnen den Wünschen der Allgewaltigen, so wird ihnen mit Ent- lassung gedroht: es bleibt aber nicht bloß bei Drohungen. Die einzige Rettung in dieser Atmosphäre des Terrors sind die Schmiergelder. Führen die Arbeiter Beschwerde, so fliegen sie einfach hinaus, lind dieser unglaubliche Zustand konnte bestehen. obgleich der kommunistischen Zelle der Fabrik sowohl der Sekretär des Gouvernementsvollzugsrats als auch der Letter der Presse- obteikung angehörten.„Diese ganze Bande." Lest man n. a. in der kommunistischen„Jugend-Prawda" vom N. Mai.„wurde von dem Borsitzenden des örtlichen Holzarbeiterverbandes, dem Präsidialmitglied der Gewerkschaften Demidow gedeckt. Er hielt sich als Mätressen 3 Arbetterinnen und oerfolgte mit seiner Liebe eine vierte." „Wenn die Kommunisten in Schachty," sagt die„Prawda".„in ihrem Kampf gegen die Weißgardisten durch das Fehlen der kulw- rellen und technischen Qualifizierung machtlos waren, so gibt es für die Kommunisten in Smolensk auch diese Rechtfertigung nicht; ihnen stand kein weißgardistischer Feind gegenüber," Nicht anders als auf der Fabrik„Die Rolle" sah es auf der Fabrik„3 a rz e w o" aus. Jeder neu eintretende Arbeiter. ebenso derjenige, der eiye qualifizierte Arbeit erhielt, war gezwungen. dem Meister 30 bis SO Mar k Schmiergelder zu zahlen. Die Arbeiter waren über dieses„Naturrecht" empört. Doch weder die Partei noch die Gewerkschaftsorgane hatten ein Ohr für sie. Und erst auf dem Lande! Die führenden Kommunisten unter- hielten hier die engsten Beziehungen zu den Banditen. Veruntreu- ungen, Saufgelage, geschlechtlich« Ausschweifungen schlimmster Art waren an der Tagesordnung. Mit den Dorfkulaken wurde gemein- same Sache gemacht, die Dorfarinut dagegen unter ungeheuren Steuerdruck gesetzt, ihr Hab und Gut gepfändet. Die Banditen wurden begünstigt und selbst mit Munttion versehen. Die Entartung der Kommunisten ging sogar so wett, daß die kommunistische Jugend sich an der Verbreitung konterrevolutionärer Flugblätter beteiligte. Ja, selbst Gericht nnd Staatsanwaltschaft blieben von der allgemeinen moralischen Infektion nicht verschont. Eingeleitete Verfahren wurden niedergeschlagen, die Ermittlungen zugunsten der Verbrecher geführt Das Parteiblatt„Der Weg des Arbeiters" durfte Veröffentlichungen, die für die führenden Leute ungünstig waren, nicht bringen: es hatte jegliche Fühlung mit den Arbeitermassen verloren. So tonnten all diese Kommunisten, ehe« mals selbst Arbeiter, sich nun in ihren leitenden Stellungen trotz ihrer Schandtaten sicher fühlen. Eine Arbeiterdemokratie, die eine Kontrolle über sie ausgeübt hätte, gab es nicht So kommt die„Prawda" zu der Forderung der Arbeiterdemo- trotte und der schärfsten Selbstkritik. Dies ungefähr der Inhalt des ausführlichen Artikels der „Prawda". Stärker als es hier geschehen, kann man die Zustände in Sowjetrußland nicht geißeln. Das Zentralorgan der Konnnu- nistischen Partei sagt selbst, daß es sich hierbei nicht um einen Einzel- fall, sondern um eine allgemeine Erscheinung handelt. Man versteht, daß der Donez-Prozeß von diesen Ckterbeulcn ablenken soll! Bekenntnis zum Faschismus. „Italien hat der Welt den Weg gewiesen." Das führende Blatt der Deutschnationalen, die„Kreuz-Zeitung". veröffentlicht einen Auffatz von o. B i n z« r- Dresden, der nach einer Verherrlichung Mussolinis und seiner Taten mit den Worten schließt: Das taufe, tdjach geschmähte und vieltausendsach mißverstandene faschistische Italien hat der Welt den Weg gewiesen, wie die demoliberale Mentalität einer überwundenen Vergangen- hett Platz machen muß einer Neuorganisation des Staates, deren oberstes Gesetz nicht die Souveränität des Volke», sondern die des Staates ist. � Der Verfassung von Weimar haben die Deutschnationalen schmähend nachgesagt, daß sie fremden Vorbildern nachgemacht sei, die für Deutschland nicht paßten. Nun ist glücklich das fremd« Barbild gefunden, das für Deutschland paßt, und» zugleich das Rezept wie man künftige Wahlblamagen vermeiden und einen hundertprozentig deutschnationalen Reichstag schaffen kann. Es fehlt nur noch der Marsch ans Rom beziehungsweise Berlin. Wann wird er angetreten? Dos Angleichungsgejeh für die Eisenbahnordnuvg, wodurdftnes« Bestimmungen in Deutschdsterreich mit denen im größeren Deutsch- land vereinheitlicht werden, hat der Nationalrat in Wien e i n st i m- mig angenommen. Citrine statt Purcell. Englands Vertreter im JGB. London, 24. Mai.( Eigenbericht.) Der Generalrat der britischen Gewerkschaften hat befchloffen, an Stelle Purcells, der die Wiederwahl ablehnte, den Generalsekretär der britischen Gewerkschaften Walter Citrine als Vertreter in den Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes zu entfenden. Citrine ist eine der stärksten Perfönlichkeiten der englischen Gewerkschaften und einer der wenigen britischen Gewerkschaftler, die Verständnis für die Einstellung der mitteleuropäischen Gewerkschaftsorganisationen besitzen. Seine Wahl ist eine Garantie für ein reibungsloses Zufammenarbeiten im JGB. Der Kampf in Württemberg. Warum die Unternehmer für freie Verhandlungen find. Zu unserer Notiz in der gestrigen Morgennummer des„ Borwärts" wird uns aus Stuttgart berichtet: 51 Stunden festsetzte und auch noch sonstige eine Berbeffe- Lohn- und Arbeitsbedingungen angefangen. Die rungen im Manteltarif vorsah. Die Arbeiter haben in einer start besuchten Konferenz der Vertrauensleute mit Mehrheit den Schiedsspruch angenommen und die Berbindlichteitserklärung beantragt. Von der Stellung nahme der Unternehmer liegt 3. 3t. noch teine Mitteilung vor. Vereinbarung in der Kaliindustrie. Lohnerhöhung von 9,5 Prozent. Am Donnerstag fam in dem Cohnstreit für die kali. industrie nach langwierigen Verhandlungen eine Bereinbarung zwischen den Parteien zustande, welche eine Lohnerhöhung um durchschnittlich 9,5 Proz. vorfieht. Schiedsspruch für die Wasserbauarbeiter. Für die Wasserbauarbeiter des Reichsverkehrsministe riums und der Preußischen Wasserbauverwaltung ist am Donners tag bei den Schlichtungsverhandlungen im Reichsarbeitsministerium ein Schiedsspruch gefällt worden. Er bringt den Arbeitern Textilindustriellen von Bombay haben ein neues Arbeits= system eingeführt, das die Bedienung von drei Webstühlen durch einen Arbeiter vorsieht, während bisher nur zwei Stühle von einem Mann versehen wurden. Gleichzeitig haben sie Versuche zur Abänderung des Zehnstundentages in den 3 wölfftundentag gemacht. Auch die übrigen Industrien haben zu ähnlichen„ Heilmitteln" gegriffen. Diese Borstöße des Unternehmertums stießen aber auf Widerstand. Die indischen Arbeiter sind nicht mehr ganz wehrlos. Trog aller äußeren Schwierigkeiten beginnt der Gedanke der ge= wertschaftlichen Vereinigung in Indien festen Fuß zu faffen. Die fortschreitende Industrialisierung des Landes hat die geistigen und materiellen Voraussetzungen für den Zusammenschluß der Massen geschaffen. Starke Antriebe verdankt die indische Ge werkschaftsbewegung auch dem wachsenden Intereffe der europäi schen Arbeiter an der Lage des indischen Proletariats. Die Studienreise der internationalen Tertilarbeiterkommission, wie die Besuche der englischen Gewerkschaftsführer im feßten Winter haben Die Streitbewegung ist in ihrem bisherigen Verlauf leider nicht großen Einfluß auf den Fortschritt der indischen Organisation gehabt. ohne Zwischenfälle geblieben. 3usammenstöße zwischen starken Zustrom gewerkschaftlich noch nicht geschulter Maſſen hat, unvermeidlich. In ihrer übermicgender Mehrheit halten die Streifenden aber musterhafte Disziplin. Bedenklicher für den Ausgang des Der Schlichtungsausschuß Stuttgart fällte einen Schieds in allen Orten und Streckenunterhaltungsbezirken eine Lohnerhöhung Streifenden und Streifbrechern sind bei einer Bewegung. die einen spruch, der eine Lohnerhöhung von 4 Pf. in der Spize und eine anzuordnende Arbeitszeit von 54 Stunden pro Woche vorsah. Die Arbeiterschaft lehnte den Schiedsspruch ab, die Unternehmer nahmen ihn an und stellten den Antrag auf Ver= Die Berbindlichkeitserklärung bindlichkeitserklärung. wurde vom Landesschlichter abgelehnt. Daraufhin griff der Schlichtungsausschuß Stuttgart von Amts wegen ein. In der Verhandlung am 21. mai vor dem Schlichtungsausfchuß verlangten die Unternehmer, daß je ein Beisitzer aus der Branche zugezogen werden soll. Der Vorsitzende, Herr Dr. Kallee, betonte dagegen, daß er Gewicht darauf lege, daß 1. keine Beisitzer genommen werden, die an dem ersten Schiedsspruch be= teiligt waren und 2. daß er, um jede Parteilichkeit zu verhindern, sowohl Arbeitnehmer als Arbeitgeberbeisiger aus anderen Be rufen genommen habe. Die Unternehmer erklärten daraufhin, daß sie kein Ber. trauen zu Herrn Dr. Kallee hätten und ihn deshalb wegen Be fangenheit ablehnen. Der Schlichtungsausschuß selbst er flärte nach längerer Aussprache, daß der Vorsitzende selbständig aus der vorhandenen Liste seine Beisiger bestimmen tönne. Daraufhin erklärten die Unternehmer nochmals, den Vorsitzenden ablehnen zu müssen, weil er nach ihrer Ansicht befangen sei. Dr. Kallee mußte nun seiner vorgesetzten Behörde von dem Borgang Mitteilung machen. Das Württembergische Wirtschaftsministerium erklärte den Einwand der Unternehmer für unbe= gründet. Die Unternehmer schlugen daraufhin den Gewerkschaften vor, in freie Verhandlungen" zu treten unter einem unpar tetischen Vorsitzenden. Als unparteiischen" Borsigenden schlugen dann die Herren einen württembergischen Fabrikanten vor! Da die Gewerkschaften die Gründe der Unternehmer durchschauten, lehnten sie die angebotenen Verhandlungen ab. Daraufhin verließen die zahlreich anwesenden Unternehmer geschlossen die Berhandlung. Der Schlichtungsausschuß tagte dann selbstverständlich weiter und fällte einen Schiedsspruch, der die Lohnerhöhung in der Spiße auf 5 Pf., die anzuordnende Arbeitszeit auf höchstens in den Lohngruppen I, II, III und IV um 6 Pf., in der Lohngruppa Va um 4 Bf., in der Lohngruppe Vb um 5 Pf., und zwar rüdwirkend ab 1. April. Die neue Regelung soll Geltung haben bis zum 31. März 1929. Die Erklärungsfrist für den Schiedsspruch läuft bis zum 1. Juni. Arbeitskämpfe in Indien. Ueber eine halbe Million Menschen im Kampfe. Ueber Indien geht eine Streitwelle von bisher nie erlebtem Umfang. In allen industriellen Zentren haben große Massen die Arbeit eingestellt. Ungefähr eine halbe Million Menschen hat unter Führung der Arbeiterorganisationen den Kampf um bessere Lebensbedingungen aufgenommen. Das Zentrum der Bewegung ist Bombay. Im Laufe von einigen Wochen hat sich hier die Zahl der ausständigen Tegtilarbeiter von 15 000 auf nahezu 300 000 erhöht. Der seit mehreren Monaten mit wechselndem Erfolg ge= führte Kampf in den Eisenbahnwertstätten der EastIndian- Railway in Kharagpur hat jetzt ebenfalls auf der ganzen Linie eingefeßt. Das größte schwerindustrielle Unternehmen Indiens, die Tata Iron and Steelwort stehen vor der Stillegung. In Kaltutta, Madras und verschiedenen anderen Städten haben die Gemeindearbeiter Lohnforderungen gestellt. Daneben gehen zahlreiche Teilstreiks der Textilarbeiter des Howrah- Distrikts. Kampfes in Bombay ist die Spaltung der Streifenden in zwei Lager. Ein radikaler Flügel, der sich zwar nicht offen als fommunistisch bezeichnet, aber in seiner Ideologie deutlich den Einfluß Mostaus erfennen läßt, fämpft mit den Vertretern des allindischen Gewerffchaftsfongresses um den maßgebenden Einfluß. Selbstverständlich sind die Differenzen im Arbeiterlager den Unternehmern nicht unbekannt geblieben und sie beginnen deren Taktik zu beeinflussen. So hat die Vereinigung der Textilindustriellen die Vermittlungsbemühungen des Gouverneurs von Bomban mit der Begründung abgelehnt, daß keine einheitliche Vertretung der Streifenden bestehe. Freie Gewerffchafts: Jugend Groß- Berlin Heute, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen Hermannplah: Gruppenheim Jugendheim Sanderstr. 11. Bortrag. Der Jugendliche in der Gesellschaft." Beppelinplag: Gruppenheim Jugendheim des Bezirksamtes Wedding, Suriner, Ede Geestraße, Eingang Turiner Straße. Vortrag: Wandern und Schauen."- Webbing: Gruppenheim Stadtbab Wedding, Gericht. Straße 65-69. Lieder- und Leseabend. Nordring: Gruppenheim Jugendheim Solzhaus auf dem Sportplag Cantianstraße. Runter- Buntes Fahrtenvor freude. Außenspiele ab 18 Uhr: Südosten- Südwesten: Sportplay Am Urban; Weißenfee: Sportplay Am Faulen Gee. 1 Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angeftellten. Heute, Freitag, fallen die Heimabende der Gruppen Lichtenberg I, Güd. west und Röpenid aus. Abfahrt zum Reichsjugendtag. Treffpunkt für die Frankfurt- Fahrer pünktlich 21 Uhr im Borraum des Anhalter Bahnhofs. Das AfA- Ortstartell Berlin schließt seine Geschäftsstelle über Pfingsten von Die Arbeiterfrage ist mit einem Male so sehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses getreten, daß selbst die brennende Frage der indischen Verfassung in den Hintergrund rüdte. Die Streiks sind fast sämtlich Abwehrbewegungen. Die indische Industrie ist nach den fetten Jahren des Krieges und der ersten Sonnabend, 26. mai, 12 Uhr, bis einschließlich Dienstag, 29. Mai. Nachkriegsjahre in eine magere Periode gefommen. Noch nie ist Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geger; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; so viel von Reorganisation der indischen Industrie geredet worden Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales wie in diesem Jahr. Aber da die Weisheit des indischen Unter- und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet nehmers nicht größer ist als die seines europäischen Kollegen, hat Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, und Berlaasanftalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. die Rationalisierung mit der Verschlechterung ber Hierzu 3 Beilagen, Stadtbeilage" und„ Unterhaltung und Wissen". WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. ( Braunschw. Nußschinken Schles. Rotwurst Pfd. 85 Pf. Dampf- u. Landleberw. 1.10 Mettwurst Art) Pfund 1.15 Jagdw. u. Mortadella 1.25 Schinkenpolnische Pid 1.40 Pökelfleisch gekocht, Pfd. 1.40 Filet- u. Bierwurst Pfd. 1.45ca. 2 Pfund schwer Pfund Stlicken Lou- Lin ZitronenGärungsgetränk Verkauf: Drogen- Abteilung Ausschank: In den Erfrischungsräumen ( Prinz) Camembert schachtel 20 Pr vollfett 175 Schinkenspeck in Pfd.- 1.60 Limburger 40 Allg. halbf., Pfd. 78Pf. Zervelat u. Salami Edamer halbfett, Pfund 75 Pt. holsteinische 1.70 hannov. 2 M Pfund Pfund Holländer halbfett, Pid. 75 Pf. Königstraße, Rosenthaler Straße, Moriizplatz: Speckwurst Pfund 70 Pf. Steinbuscher vollt., Pid. 88 Pf. Münster vollfett Feine Leberwurst Pid. 1.35 Pfund 95 Pf. Teewurst..... Pfund 1.50 Tilsiter vollfett, Pfd. 95 Pf. 1.15 PT. dreiviertelfett Schweizer dänischer, 85 Pf. Schweizer bayrischer, 1.55 vollfett, Pfund Margarine Pfund 52, 58PM, Kokosfett 1- Pfund- Tatel 62 Pt. Pfund 1.94 Tafelbutter Dänische Butter Pfund 1.98 .. Zigarren- Abteilung Weltbekannt Sumatra, leicht und angenehm, Kiste 50 Stück 5.70, Stick Globus Nr. 15 Sumatra Deckblatt, 12 Pf. feine Qual, Kiste 50 15 Pt. Stück 7.15, Stück Gladiator Leipziger Str. Königstr. Moritzplatz teine Spezialmarke, Kiste 50 Stück 9.50 20 Pf., Stück Selim- Zigaretten 25 Stück ( Spezialmarke) 100 Silick 3.60, 95 Pf. 1000 Stck. 33.50 Spargel Pfund 24 Pl. 55 Pl. 95 Pl. Rhabarber.... Pfund 5 Pf. Radieschen..5 Bund 10 Pf. Zwiebeln neue Aegypter 10 PL. Junger Spinat 5 Pfd. 18 Pt. Salat hiesiger.. 2 Kopf 25 Pt. Kartoffeln 5 Pfd. 45, 55 P. gue Pfund 55 Pf. Dubend 55 Pf. Frische Ananas Pid. 95 Pt. Bananen Zitronen Austral. Aepfel 48. 58 Pt. Ital. Kirschen Pfund 65 Pf. Apfelsinen Dtz. 70,1M, 1.20 Geflügel u. Wild Suppenhühner Wolge, Pfund 108 an Suppenhühner ungar., Pfand 135 an Puten Plund 115 Ba khähnchen junge, Stück 155 an Ragout Blätter an Frisches Rehfleisch ... Pfund 40 Pf. Plund 145 an Konserven 1/1 Dose Br.- u. Schnittbohn. I 75 P1. Spinat 48Pt. Sellerie 92 Pt. Gemüse- Erbsen... 66 P1. Junge Erbsen..... 76P. fela Kaiserschoten.. 1.57 Leipziger Allerlei 82 Pt. Gemischt Gemüsemittel 1.12 Gem. Gemüse sehr fein 1,60 Bruchspargel extra stark 2.75 Apfelmus/ Dose 35 Pt. 60 Pt. Pflaumen Dose 38 Pt. 62 Pf. Frisches Fleisch Pund Schweinebauch mit Bellage, Pid. 78 Pf. Blatt u. Rücken 84 PL. Schweinekamm Schweineschinken Pfund 92 Pf. Kalbskamm u. Brust Pfand 80 Pf. Pfund 84 Pf. Pfund 74 Pf. Kalbsnierenbraten Querrippe Rinderkamm u. Brust Pfund 80 Pf. und Roastbeet mit 96 Pt. Schmorfleisch Knochen Dose Mirabellen D. 65 Pt. 1.20 Ananas Hawail, 8 Schelb. 1.05 Paund Hammelvorderfleisch Pfund 98 Pt. Liesen 65 Pt. Gehacktes Pid. 70 Pt. Dickes Rückenfett Pfund 68 Pt. Kaßler, Speer u. Kamm Pfd. 116 Rindernierentalg gelassen 50 Pt. Pund Prima Gefrierfleisch Rinderkamm u. Brust Pfund 65 Pt. Kuheuter 20 Pf. Herzen Pfd. 45 Pt. Fettbücklinge Pfund 30 38 P Flundern geräuch., Pid. 38 PL Seelachs geräuch., Pfund 45 PL Stein Bosn. Pflaumen ohne 38 Pf. Pflaumen kall. 42, 48, 60 PL. Pl. Sprott- BücklingeKieler 48 Pf. Spickaal Bund 36 Ptd. 2.40 an Pfd. Kaliforn. Aprikosen 1.68 Bosn. Pflaumen 4, Kaliforn. Pfirsiche 1.68 Senfgurken 8- Pid.- Dose 3.25 Cornichons&-Ptd.- Dose 3.25 Oelsardinen portugisische 36, 45, 78Pt. Pid.. Backobster 45, 70,90 Pt. Ptund 25 P Pl. Pfirsiche kalf. 76,98 Pt. 1.10 Aprikosend 78,1.08,1.25 Birnen kaliforn. 78, 1.08, 1.25 Vanille- u. MandelRote Grütze Pfund 60 Pt. Krachmandel- Pudd. 1.10 Pudding- Pulver Schokoladen- Speise Schokoladengeschm., Pid. 72Pt. mit gehackt. Mandeln, Pfd. 1.10 Vanillegeschmack, Pfand 72 Pt. Mandel- Rosin.- Pudd. 1.20 Eis- Pulver mit Vanille-■ Schokoladen- Geschmack, Plund 1.60 Oelsardinen franz., Dose 1.20 Pudding- Pulver P. 48 PT. Dose Crab Meat Ersan für Hummer 2.10 4.10 Konfitüre, 2- Pfund- Elmer Pflaumen 1M Aprikosen 1.10 Orange, Johannisbeer 1.15. Saucen- Pulver Erdbeer 1.25, Ananas 1.45 Erfrischungswaffeln P 28 Pl. 14 Pid. 1/2 Pfd. Pfd. 14 Pid. Pid. Pfund von 240 an Eisbonbon Messina- 18 35 Pf. Dessertbrezeln 38 75 PL. Gebr. Kaffee eigene Rösterel Drops Fische Bratschollen u. Flandern, Plund 7 Pf. 12 PL 28 PL Kabeljau Kopanze 18 Pf. 24 PL. Fische Piand Schellfische Hornaale Pland 20 Pt. 24 PL. Pland 18 PL Fischfilet... Pfund 35 PL 45 PL Seezungen Lebende Pfand 70 Pf. Aale, Hechte und Schiele billigst Wein Preise für Flasche ohne Glas 1927 Edenkobener suffiger Tisch- und Bowlenwein 1921 Gundersheimer Berg Tischrotwein 1927 Nitteler Gipfel pikanter Mosel 1926 Niersteiner kraftig, kernig 1920 Dürkheimer Frohnhofamiger Plazer 1922 Dhroner Hofberg pikante Moselart 125 150 Wachstum Schalk. } 180 225 1,30 3 feine preiswerte Kreszenzen für Pfingsten 1921 Kreuznacher Bittenfeld Wachst. Dr. Kranz, kräftigerNaheweln 1921 Neumagener Wispel Wachstum Basigen, stahlig. frischer Mosel 1921 Graves Propr. Lafori- Cerons, silber, weißer Bordeaux Fruchtschaumwein mit Steuer und Flasche Spezial- Cuvée feiner Tafelsekt, Hausmarke, Plaschengurung, mit Steuer u. Plasche 4 M Himbeer-, Johannisb.- u. Zitronensaft 85Pt. 1.50 Johannisbeerwein extrafela, vom Fab Liter 95 Pf. 1927 Kallstadter Berg guter Tlech- u. Bowlenwein, vom Pab, Liter 1.40 und weitere 8 Sorten vom Faß zu Extraprelsen PL tfr. 244* 45. Iahegang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 25. Mai 4925 Verkannte Tiere. Anfang MSrz. manch«? Mal früher oder später, wenn die Strahlen der Sonne wärmer werden, wenn Schnee und Eis schmelzen und der Frühling seine Vorboten ausschickt, dann regt sich das tierische Leben in Wasserlache», Tümpeln und Graben und mit dem Nahen des Frühlinges wird es immer regsamer. Knaben mit Käschern und kleinen Behältern, Gläsern oder gar Konservenbüchsen, wandern an die nahegelegenen Wasserlachen der Außenbezirke und suchen die vielbegehrten„Salamander" zu erhaschen, um sie. zu Hause angekommen, in einem Aquarium unterzubringen. Die kaum wärmenden Sonnenstrahlen und auch der Trieb der Fortpflanzung haben diese kleinen Wirbeltiere aus Verstecken, in denen sie zu mehreren den Winter über zugebracht haben, heroorgelockt. Hier in den Wasserlachen mit Pflanzenwuchs fühlen sie sich wohl. Die an- sprechend gefärbten Männchen mit ihren hohen Kämmen auf dem Schwanz« und dem Rücken umwerben die wemger prächtig gefärbten Weibchen, besamen die an Pflanzenteilen von dem Weibchen ab» gelegten und eingewickelten Eier, sorgen so für die Fortdauer chrer Sippschaft und verschwinden im Hochsommer in kühleren und feuchten Verstecken. Kröten und Frösche. Weiter finden wir in den kleinen und größeren Wasserflächen, die innerhalb der Großstadt liegen zur Fortpflanzungszeit die oerschie- denen Arten der verkannten Kraken und Frosche. Besonders den ersteren wird häufig von den Städtern ein besonderer Abscheu ent- gegengebracht, obwohl sie bei näherer Betrachtung ganz nette und vor allen Dingen auch recht nützliche Tiere sind. Sie sollten von jedem geschonk werden. Sie vertilgen eine große Anzahl lästiger und schädlicher Insekten. Das gleiche gilt von den verschiedenen Frosch- arten. Unter ihnen erfreut sich besonders der Laubfrosch allgemeiner Beliebtheit. Er wird häufig in Gläsern gehalten und soll als„Wetter- prophet" dienen. Doch stehen seine Prophezeiungen häufig im krassen Gegensatz zur wirklichen Wetterlage. Sein Reich erstreckt sich über das an Bächen und Tümpeln stehende Gesträuch. Hier liegt er der 3llgd nach Znseklen ob. Aur Zeit der Fortpflanzung suchen Kröten und Irchche das Wasser auf, um hier paarweise dem Laichgeschäft obzuliegen. Häufig findet man um diese Zeit die schnurartig an- einandergereihten von einer gallertartigen Masse umgebenen Eier de? Kröten und die großen Laichklumpen der Frösche. Nach einiger Zeit verlassen klein« winzige, dunkelgefärbte Tiere die Eihüllen, wachsen im Wasier bei reichlicher Kost, die aus Pflanzenteilen und kleinen Krebstieren besteht, schnell heran. Das sind die Larven der Frösche und Kröten, die Kanlqnappen. Nach und nach erscheinen die Glied- Massen, der Schwanz verkümmert. Sie schicken sich an dos Waffer zu verlaffen. um auf dem Land« fortzuleben. Ersteres suchen sie zum Teil bei drohender Gefahr auf, oder erst dann, wenn sie selbst für die Vermehrung ihrer Art sorgen wollen. Eidechsen und Schlangen. Weitere Tier«, die manchen Menschen Ekel und Abscheu erregen. sind die Eidechsen und Schlangen. Wie viele dieser häufig hübschen und vor allen Dingen nützlich« Tiere werden von Menschenhand getötet, sei es aus Brutalität, sei es aus Unkenntnis, wie es besonders den Schlangen ergeht. Jedes schlangenartige Tier wird als giftig bezeichnet, und der Mensch maßt sich da» Recht an, über Leben und Tod dieser meist harmlosen Tiere zu entscheiden. Selbst die kleine Harm- lose Blindschleiche wird häusig getötet, weil man sie für ein« Gift-' schlänge hält. Än der Umgebung von Berlin gibt es, wie in der Deutschen Republik, außer vielleicht in Schöningen, überhaupt nur eine Giftschlange: die Kreuzotter, die leicht von den anderen hier vorkommenden Schlangen, der Ringel- und der Glattnatter, zu unter- scheiden ist. Die Kreuzoller, in ihrer außerordentlich verschiedenen Färbung(es gibt graue, braun«, olioenfarbene und fast schwarze) ist immer kennllich an der duuNcn Zickzack-Binde längs des Bücken», die sich n'-ehr oder weniger deutlich von der Grundfarbe abhebt. Der Kopf ist flacher und breiter als bei den Nattern, deren hauptsächlicher Vertreter die Ringelnatter ist. Diese ist kenntlich an dem welßgelben Ukopbflcck an jeder Seite, der vorn schwarz gerandet ist. Ihre Fär- bung ist oben blau- oder grünlichgrau mit Reihen von kleinen dunsten Flecken. Sie ist die häusigste und bekannteste deutsche Schlange. Sie liebt die Nähe des Waffers, welches ihr auch ihre Nah- rung, Molche und Frösche, spendet. Als gute Schwimmerin vcrv schmäht sie auch keine Fische, die sie gewandt, selbst tauchend, g.r- beutet, während die Ringelnatter das feuchte Element bevorzugt. liebt die Kreuzotter besonders trockene, sonnige Plätze mit Schult und GerSll. in Haide- und Moorgegenden, wo niederes Gestripp, mit Heidelbeergebüsch und Haidekraut vermengt, gedeiht. Naturgemäß ernährt sie stch von solchen Tieren, die in diesen Gegenden gedeihen, von Mäusen, die sie auch m ihren Erdlöchern zu erbeuten sucht. « Zu erwähnen ist'noch ein« Art kleiner Schlangen von brauner Färbung, mit einem großen dunklen Fleck im Nacken und zwei dunklen Fleckenreihen längs des Rückens. Sie wird häufig mit der Kreuzotter verwechselt und ebenso wie diese törichterweise verfolgt. „Das gefährliche Atter." Ein lebensgefährlicher Film. Der Film„Das gefährliche Alter" vor dem Schöffengericht Lichterselde! Dieser Film hätte der Garderobiere Frau R. fast das Leben gekostet. A st a Nielsen gab gerade bei der letzten Szene ihr Bestes, als«in markerschütternder Schrei den Lärm der Jupiterlampen und des aufgezogenen Lustzeugpropellers über- tönte: Ein Propeller hatte die Garderobiere de? Filmfchou- spielerin am Handgelenk und an der Stirn schwer verletzt. Die Filinauftmhme mußt« abgebrochen werden. Der Frau R. wurde die Hand amputiert, sie lag zwei Monate im Krankenhaus und strengte gegen die Iltis Film G. m. b. H. ein« Schaden- ersatzklage an. Ein unrentabler Film, sagte gestern vor Gericht der kaufmännische Direktor Ale � Wolfs, unrentabel, nicht allein wegen der Schadenersatzklage. Der Unglücksfall bei der Filmaufnahme hatte aber auch strafrechtliche Folgen. Der Regisseur Jllis, der kaufmännische Direktor Wolfs und der Aufnahme- leiter Hannemann mußten sich wegen fahrlässiger Körper- Verletzung verantworten. Traf aber einen von ihnen die Schuld oder war die Garderobier« aus eigener Unachtsamkeit in den lausenden Propeller hineingestürmt? Alle drei bestreiten ihre Schuld. Ein Unglücksfall, nichts weiter. Was war es aber in Wirk- lichkeit? Man stelle sich die Situation vor: Asta Nielsen steht mit ihrer sSarderobiere in gewisser Entfernung dem Aufnahmeapparat gegenüber. Rechts von diesem sind in längerer Reihe, in der Rich- tung zu Asta Nielsen hin die Jupiterlampen aufgestellt. Zwischen der Filmkamera und den Jupiterlampen steht ein Flugzeug mit dem Propeller außerhalb des Aufnahmefeldes. Das Flugzeug ist unbeleuchtet. In dem Augenblick, als Asta Nielsen sich in das Blickfeld des Apparates begeben soll, hat di�Garderobiere den Platz zu umkreisen, um ihr am anderen Ende einen Mantel zu reichen. Asta Nielsen hatte aber erst vier Schritte gemacht, als die Gardero- biere von dem Unfall betroffen wurde. Herr Jllis erstärte vor Gericht, daß er vor dem Flugzeug gewarnt und„Achtung" gerufen habe; ferner, daß er dem Auf» nahmeleiter Herrn Hannemann anbefohlen hatte, besonders Leute mit der Beobachtung des Apparates zu beauftragen. Der An- geklagte Wolfs meinte, daß er mit der technischen Leitung überhaupt nichts zu dm habe. Er sei nur nach Schlachtensee hinausgekommen, um Schauspielern und Statisten Gelder auszuzahlen. Der Aus- nahmeleiter Honnemann behauptet, daß er bei der ersten Szene den Umkreis des Propellers mit einem Seil gesichert habe, daß er aber später abberufen und mit anderen Dingen beschäftigt worden sei und auf das Flugzeug nicht mehr geachtet habe. Ueberhaupt sei er nur aus Gefälligkeit für den erkrankten Hilfsregisieur Ortlieb eingesprungen, er Hab« mit Filmen sonst nichts zu wir. Asta Nielsen, die eigentlich Frau W i n g a r d heißt, wallt» War- nungsruse nicht vernommen haben. Sie ist der Ansicht, daß man von ihrem und der Garderobiere Standort aus das Flugzeug nicht sehen konnte. Der Flugzeugführer hiell es aber für die natürlichste Sache der Welt, daß sein Apparat überhaupt nicht gesichert worden sei. Er habe, sagte er, bei mehr als hundert Filmaufnahmen durch den Propeller Swrmwind veranstaltet; es sei ihm dabei im Traume nicht eingefallen, irgendwelche Sicherungen vorzunehmen. Die Filmsachvcrständigen sprachen den Regisseur Jllis von jeder Schuld frei: er habe überzeugt sein können, daß die notwendigen Vorfichts- maßregeln getroffen seien. Der Staatsanwalt war jedoch anderer Ansicht: er beantragte gegen den Angeklagten Jllis 4 Monate und gegen den Aufnahmeleiter Langhammer 2 Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den ersteren zu einer Geldstrafe in der Höh« von IS 00 Mark. Er habe nach dem Rechten sehen müssen, ihn treffe deshalb die Verantwortung. Oer Pfarrer mit dem Rohrstock. Wieviel sind Prügel wert? Dresden, 24. Mm.(Eigenbericht.)' Im Dezember 1S27 spielte sich in einem Dresdener Fürsorgeheim des Magdalenen-Hilfsvereins ein unglaublicher Vorgang ab. Der Direktor der Anstatt, Pfarrer H i ck m a n n» versetzt- einem weiblichen Fürsorgazogluig sechs kräkige Hiebe mit einem Richr- stock auf das Gefäß. Das Rtädchen konnte nach dieser Mißhandlung lagelang nicht sitzen und klagte sechs Wochen lang über Schmerzen. Der christliche Pfarrer wurde bis zur Klarung der Sache suspendier� — Am Donnerstag hatte sich Hickrnann vor dem Dresdener Schössen- gericht zu veromworteu. JÜm wurden Züchtigungen ini fünf Fällen zur Lost gelegt. In vier Fällen hatte er weibliche Zöglinge mit einem Rohrstock auf das nur wenig bekleidete Gesäß geschlagen. Hickmann wurde trotzdem nur wegen gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen und wegen Beleidigung zu 3SS M. Geldstrafe verurteilt. Eine vom Dresdener Jugendamt fiir eines der geschlagenen Mädchen geforderte Geldbuße von SSO M. lehnte das Gericht ob. Die Prügel waren also 350 M. wert! Wieviel wert aber ist der Herr Pfarrer? Es scheint, als ob das Gerickst diese Züchtigung eines Dieners Gottes im Lichte christlicher Nächstenliebe gesehen hat. Ii, der Bibel heißt es zwar:„Wer feine Kinder lieb hat, züchtigt sie," daß aber mit der Züchtigung Prügel gemeint ist, und noch dazu solche, die schwere gesundheitliche Schädigungen im Gefolge haben können, steht nirgends geschrieben. Wie wäre das Urteil wohl aus- gefallen, wenn der Herr Pfarrer nicht„nur" ein armes Fürsorgekind so geschlagen hätte. Hoffentlich wird der rohrftocktiebeude Herr trotz des milden Urteils nicht wieder mit der„Erziehung" Jugendlicher betraut. %d London: WvlfsblUt. Bald jedoch schwand seine Furcht vor den Zelten. Er ah Frauen und Kinder unbeschädigt aus und ein gehen, er ah, wie Hunde es oft oersuchten, einzudringen, und mit scharfen Worten und fliegenden Steinen fortgejagt wurden. Er oerließ Kisches Seite und kroch vorsichtig an die Wand des nächsten Zeltes. Die Neugier trieb ihn, der Drang zu lernen und Erfahrungen zu fammkln. Die letzten Schritte wurden sehr langsam und vorsichtig zurückgelegt. Die Er- eignisse des Tages hatten ihn gelehrt, daß das Unbekannte sich in höchst wunderlicher und überraschender Weise offen- bort. Er wartete, aber es geschah nichts. Endlich berührte feine Nase die Zeltleinwand. Er beroch das seltsame Gewebe, das voll von den Gerüchen der Menschen war. Er biß hinein und zerrte daran. Es geschah nichts weiter, als daß die Zeltleinwand sich ein wenig bewegte. Er riß'stärker, und die Bewegung wurde gleichfalls heftiger. Das amüsierte ihn, und so zerrte und riß er immer tüchtiger, bis die ganze Bau in Bewegung geriet, worauf die scharfe Stimme einer Indianerin drinnen ihn zu Kische zurücktrieb. Hiernach fürchtete er sich gar nicht mehr vor den unheimlich hohen und breiten Dingern. Einige Minuten später wanderte er wieder von der Mutter fort. Der Stock, womit sie an den Pflock im Boden gebunden war, erlaubte ihr nicht, ihm zu folgen. Ein junger Hund, etwas größer und älter als er, kam langsam mit sichtlich feindseligen Absichten aus ihn los. Sein Name war. wie Wolfsblut später herausfand. Liplip. Er war in Kämpfen mit jungen Hunden schon erfahren und hatte etwas vom Raufbold an sich. Da Liplip zu Wolfsbluts Gattung gehörte und noch jung war, so erschien er ihm nicht gefähr- lich,-und er schickte sich an, ihm freundlich zu begegnen. Als aber der Fremde mit steifen Beinen auf ihn zukam und ihm die Zähne wies, da wurde auch sein Gang steif, und seine Lippen kräuselten sich. Prüfend drehten sich die beiden im Halbkreis umeinander herum, knurrend und mit gesträubtem Haar. Das dauerte einige Minuten, so daß Wolfsblut an- fing, es vergnügt als eine Art Spiel anzusehen. Doch Plötz- lich sprang Liplip mit staunenswerter Geschwindigkeit zu, biß den Gegner und sprang wieder zurück. Der Biß hotte Wolfsblut in die Schulter getroffen, die durch die Luchsin bis auf den Knochen verwundet war. Ueberraschung und Schmerz erpreßten ihm em gellendes. Geheul, und im nach- ften Augenblick sprang er ärgerlich auf Liplip und biß ihn tüchtig. Allein dieser hatte sein Leben lang im Lager gelebt und viele Kämpfe mit seinesgleichen gehabt. Dreimal, vier- mal, ja ein halbes Dutzend mal trafen seine scharfen Zähne den neuen Ankömmling, bis Wolfsblut heulend zur Mutter floh. Dies war der erste der vielen Kämpfe, die er mit Liplip bestehen sollte, denn sie waren die geborenen Feinde, deren Naturen sich stets feindselig bleiben sollten. Kische leckte Wolfsblut beruhigend mit der Zunge und versuchte, ihn bei sich zu behalten. Aber die Neugier drängte ihn fort, und einige Minuten später wagte er sich auf ein neues Abenteuer. Er traf auf den Grauen Biber, der am Boden saß, und mit Reisig und trockenem Moose, das vor ihm lag, herumhantierte. Wolfsblut ging nahe an ihn heran und schaute zu. Der Graue Biber machte mit dem Munde ein Geräusch, doch da es nicht drohend klang, kam jener immer näher. Die Frauen und Kinder(rügen immer mehr Stöckchen und Zweige für den Grauen Biber herbei. Es war äugen- scheinlich eine wichtige Sache. Wolfsblut kam so dicht heran, daß er das Knie des Grauen Biber berührte, so neugierig war er, so wenig dachte er daran, daß dieser eines der furcht- baren menschlichen Wesen sei. Plötzlich sah er unter den Händen des Grauen Biber aus dem Stöckchen und aus dem Moose etwas Sonderbares emporsteigen, das wie ein Nebel aussah. Dann erschien zwischen den Holzstückchen etwas Lebendiges, das sich wendete und drehte und eine Farbe wie die Sonne am Himmel hatte. Wolfsblut wußte nichts vom Feuer, aber es zog ihn an. wie das Licht am Eingang der Höhle in seinen ersten Lebenstagen es getan hatte. Er kroch die wenigen Schritte bis zur Flamme hin. Er hörte über sich den Grauen Biber kichern, doch der Ton klang nicht feindselig. Dann berührte er mit der Nase die Flamme, und im selben Augenblick streckte er sein Zünglein aus. Einen Augenblick war er wie gelähmt. Das Unbekannte. das in den Holzstückchen und im Moose gelauert hatte, zwickte ihn derb an der Nase. Er krabbelte zurück und brach in ein klägliches Geheul aus. Bei dem Ton sprang Kische knurrend. so weit der Stock es erlaubte, vorwärts und roste, weil sie ihm nicht zu Hilfe kommen konnte. Allein der Graue Biber lachte laut, schlug sich vor Vergnügen auf die Schenkel und erzählte dem ganzen Lager, was sich zugetragen hatte, bis alle laut lachten. Wolfsblut faß jedoch da und heulte tläg- lich— ein armes, verlosienes Geschöpfchen mitten unter den Menschen. Es war der ärgste Schmerz, den« je gefühlt hatte, i Nase und Zunge waren von dem sonnenfarbiaen Wesen, das unter den Händen des Grauen Biber aufgesprungen war, versengt. Er heulte unausgesetzt, und jeder neue Klage- laut wurde von den Menschen mit lautem Gelächter begrüßt- Er versuchte, den Schmerz in der Nase mit der Zunge zu lindern, aber auch diese schmerzte, und er war hilfloser und heulte hoffnungsloser als je. Dann aber begann er sich zu schämen. Er wußte, was das Gelächter bedeutete. Wie manche Tiere wissen, daß man über sie lacht, das können wir Menschen allerdings nicht begreifen; aber Wolfsblut wußte es. er fühlte sich tief beschämt, daß die Menschen über ihn lachten. Darum machte er kehrt und lief weg, nicht weil das Feuer ihn verbrannt hatte, sondern weil das Gelächter ihn tief verletzte. Er floh zu Kische, die am Ende ihres Stockes sich wie toll gebürdete, zu Kische, dem einzigen Wesen in der Welt, das mit ihm Mitleid fühlte. Die Dämmerung brach herein und dann die Nacht, und Wolfsblut lag dicht neben der Mutter. Seine Nase und Zunge taten ihm noch wehe, aber ein noch größerer Kumme? peinigte ihn. Er hatte Heimweh. Er fühlte in sich eine Leere, ein Bedürfnis nach der Ruhe, nach der Stille in der Höhle am Flußufer. Das Leben war zu geräuschvoll ge- worden, es waren zu viele Menschen, zu viele Männer, Frauen und Kinder da, die alle lärmten und ihn störten. Auch zankten die Hunde unaufhörlich und stritten sich und machten tollen Lärm. Die ruhige Einsamkeit seines bis- herigen Lebens war dahin; hier war sogar die Luft mit Leben erfüllt. Es summte und lärmte beständig, die Töne wechselten fortwährend in Höhe und Tiefe, in Stärke und Schwäche, das regte ihm die Nerven und Sinne auf, machte ihn ruhelos und ängstlich und quälte ihn durch die fort- dauernde Erwartung dessen, was alles geschehen könnte. Er beobachtete die Menschen, wie sie gingen und kamen und sich im Lager umherbewegten. So ungefähr würden Menschen die Götter anschauen, die sie geschaffen hatten, wie Wolfsblut jetzt auf die Menschen blickte, die sich vor seinen Augen bewegten. Für ihn waren sie wirklich höhere Wesen. für seine unklaren Begriffe verrichteten sie ebenso viele Wunder, wie die Götter es für die Menschen tun würden. Sie waren mächtige Wesen, die allerlei unbekannte, geheim- nisvolle Kräfte besaßen, die das Lebendige und das Leblose beherrschten, die das Bewegliche zum Gehorsam zwangen» die dem Regungslosen Bewegung erteilten, und die Leben schufen, sonnenfarbiges Leben, das biß, und das aus< dürrein Moos und totem Reisia emporsprang. Sie zündeten Feuer an. und darum waren sie fü? ihn Götterl � (Fortjetzung folgtch � Horft Riebachs Anträge. Der Giffgas- Standal. Er möchte als Präparator arbeiten. Der Präparator Horst Kiebach, der sich demnächst wegen des an der 20jährigen Dora Perste im Stadt Bericht im Reichskabinett.- Die Herkunft des Phosgens.- Die Ruffengeschäfte bahnzug verübten Raubmordes zu verantworten haben wird, hat wieder einmal einen merkwürdigen, in diesem Falle besonders eigenartig anmutenden Antrag an das Gericht gestellt. Er hat verlangt, daß er im Untersuchungsgefängnis feinem Beruf entsprechend sich beschäftigen dürfe und daß ihm deshalb gestattet werden möge, für seinen Vater Tiertadaver und mensch liche Leichenteile zu präparieren. Früher hatte er schon einmal beantragt, zur Unterſtügung seines Baters aus der Haft entlassen zu werden, was natürlich ohne weiteres abgelehnt wurde. Sein Vater präpariert Tierfadaver für Museen und aus der Anatomie gelieferte menschliche Leichenteile für Universitätsinſtitute. Die Straffammer des Landgerichts II hat den neuen Antrag des 20jährigen Raubmörders wiederum abgelehnt; in der von Landgerichtsdirektor Dr. Linde gegebenen Begründung dieses Beschlusses heißt es, daß ein Untersuchungsgefangener an fich A spruch auf eine feinem Beruf entsprechende Beschäftigung habe. Diese Forderung dürfe aber nur im Rahmen der Gefängnisordnung sich bewegen. Durch das Präparieren von Leichenteilen und Kadaver würde aber eine Belästigung der übrigen Gefängnisinjassen und der Beamten entstehen. Die für den 6. Juni angefekte Hauptverhandlung in dem Raubmordprozeß gegen Horst Kiebach ist auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Sidney Mendel, der an diesem Tage bei einem auswärtigen Gericht zu verteidigen hat, aufgehoben worden. Auch der gerichtliche Sachverständige Medizinalrat Dr. Dyrenfurth, der dem Gericht ein Gutachten über den Geisteszustand Riebachs erstatten muß, ist an diesem Tage verhindert. Die neue Hauptverhandlung gegen Kiebach wird nunmehr in der am 2. Juli beginnenden neuen Schwurgerichtsperiode des Landgerichts II stattfinden. Delschalterexplosion bei der Bewag. Zwei Arbeiter verletzt. Im Umschalterwerf der Bewag" in der Mauerstraße 30 explo= dierten gestern mittag, vermutlich infolge eines Kabeldefetts Innerhalb des Werkes, zwei Delschalter. Die Feuerwehr mußte mit Schaumlöschern eingreifen. Durch die Explosion entstand eine vorübergehende Stromunterbrechung, die durch Umschaltungen jedoch bald wieder behoben werden konnte. 3 mei Ar beiter, der 20jährige Monteur Hans Donjet, Wittenbergplaz 3, und der 51jährige Maurer Otto Pahl aus Behsen, Stubenrauchstraße, wurden leicht verlegt. Feuerwehrsamariter leisteten ihnen die erste Hilfe. Der rote Bubifopf. Ein„ galantes" Abenteuer. Unter der Anklage des schweren Raubes hatten sich vor dem Schöffengericht Mitte Luise Lohoff und ihr angeblicher Bräutigam Kurt Blaschte zu verantworten. Luise ist eine an= mutige junge Dame von 22 Jahren mit rotblon dem Bubitopf. So harmlos fie aussieht, ist sie schon erfleckliche Male megen galanter Gelegenheitsdiebstähle vorbestraft, und auch ihr mir ein Jahr älterer Liebster hat schon sechs Borstrafen. Der rote Bubitopf judyte in Lokalen Herrenbekanntschaften an zuknüpfen und war dabei auch in einem Separé in der Münzftraße on einen jüngeren Chauffeur geraten. Während das Bärchen Sekt trant, spielte Blaschte mit einem nicht ermittelten Freunde, den die beiden Angeklagten nur als„ Herbert" fennen wollen, Rarten. Durch Blicke fand die Berständigung statt. Schließlich hatte Luise ihren Ravalier so meit, daß er mit ihr in ein Hotel gehen wollte. Als das Bärchen den Hausflur betreten wollte, stürzte sich Blaschte auf ihn und verfekte ihm einen wohlgezielten Jiu- Jitsu Sieb, so daß er in die Knie sant. Mit einem raschen Griff riß die holde Schöne dem jäh aus dem Liebestraum erwachten Chauffeur die Brieftasche mit 200 Mart Inhalt aus dem Rock. Sie verlangte sogar noch die Herausgabe des Silbergeldes. Der lleberfallene hielt aber den Beutel fest, so daß die Verbrecherbande fich mit der Brieftasche begnügte. In Verbrecheralbum erkannte der Chauffeur das Bärchen wieder und dieses wurde aus dem Bett heraus verhaftet. Nur mit Rücksicht auf die Jugend der Angeklagten fah das Gericht von einer Zuchthausstrafe ab und verurteilte Blaschte zu 2 Jahren Gefängnis, Luise Lohoff zu 1 Jahr Gefängnis. 40 Jahre Markthalle Dresdener Straße. Ein reich geschmückter Festsaal mit allem Guten, was das Herz, oder eigentlich besser gesagt, der Magen begehrt. Mit viel Mühe und Sorgfalt haben die Standbefizer ihre Schaufenster" dekoriert. Jeder Apfel, jede Tomate blizsauber poliert, flantiert von schneeigem Blumenkohl, schlanken Spargelstangen und der jüngsten Kartoffelgeneration. Daneben beim Schlächtermeister liegen die Würfte in Reih und Glied, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Taufende von Jubiläumsfähnlein in allen möglichen Farben werden an die Kundschaft verteilt, dienen als Wandschmuck und zur Hallendekoration. Das leuchtet und flattert und in der Mitte, auf erhöhtem Podium, spielt eine Musikkapelle den ganzen Tag flotte Weisen. Alles schiebt und drängt herein, die Musit lockt und all der Festesglanz, die frohen Gefichter und der Trubel. So'n Betrieb alle Lage" meint Mutter Hänel, eine von den zahlreichen Veteranen, die 40 Jahre lang tagaus tagein immer fröhlich, immer ein Scherzwort auf der Zunge, ihre Kundschaft bedient. Heute ist sie über Siebzig. ,, Na, geht's denn immer noch?" Na und ob," erwidert die Alte, frisch und munter fühl id mir, bis auf die verflirten Beene, die wollen nich mehr so recht mit. Det viele Stehen in der ewigen Näffe und Kälte, det wird auf die Dauer unangenehm". Bon der bösen Inflationszeit wissen sie alle ein fräftig Lied zu fingen. Rein aus den Händen rissen die Menschen einem die Ware und wenn feene mehr da war, det wollten sie eenfach nich glauben." Ach, laß man, es gibt ja ooch nich egal schlechte Zeiten, det Leben is so aanz scheen," meint der optimistische Gatte. ,, Kommen Sie, junge Frau, id will Ihnen schnell ooch noch was erzählen," tönt es zwischen Kohlköpfen und Mohrrüben hervor. Also mein Oller, der is ooch eener mit von die ersten hier, der fährt bis auf den heutigen Tag mit unser Auto" dabei deutet sie auf einen fleinen, reijiggeschmückten Handwagen in die Zentralmarkthalle Tag für Tag, det hält jung und frisch und schabt ihm garnischt." Jeder gibt was zum Besten, und die Alten mit der langen Praxis wissen natürlich am farbigsten zu erzählen. Auf einmal Tusch bei der Kapelle. Der Borfizende des Verbandes erflimmt das Podium und bittet in einer Ansprache das Publikum, ihnen die Treue bewahren und ihnen ihre mirklich schwere Arbeit erleichtern helfen. Nachdem der offizielle Feftatt vorüber ist, treten die ersten Baare zum Tanzen an. Borsichtig, daß man über fein Salat blättchen schliddert, denn der Boden ist ohnehin nicht vorfdriftsmäßig gebohnert", die Schuhe find allerdings auch ein bissel schwer und die Lanzleidung tönnte festlicher sein. Aber dann wär's doch schließlich eine der üblichen Hoplereien, und so ist es eine frählich improvisierte Angelegenheit von Menschen, die trog der Schmere ihres Berufes mit all feinen Sorgen und Nummernissen fich ihre Lebensfreude be wahrt haben. Nach Arbeitsschluß tagsüber geben Festivität und Beschäftigung Hand in Hand- gibt es dann noch ein fröhliches Beifammenfein der Reichswehr. Die Hamburger Bürgerschaft hat am Mittwoch den Giftgasmord debattiert. Während zwölf Tote schon unter der Erde liegen, ein Dugend Vergifteter mit dem Tode ringt, und noch ein Hundert ein Dutzend Vergifteter mit dem Tode ringt, und noch ein Hundert in den Krankenhäusern liegt, suchten die Parteien der Hamburger in den Krankenhäusern liegt, suchten die Parteien der Hamburger möglich, daß solche tödlichen Gase in einer großen Stadt aufbewahrt Regierung Klarheit über die Schuldfrage zu schaffen: wie war es werden, welche Stellen der Hamburger Staatsverwaltung haben ihre Pflicht versäumt und wie fann solches Giftgas in Deutschland überhaupt vorhanden sein? Gestern hat nun auch das Reichskabinett in der gleichen Sitzung, in der es noch im Amte zu bleiben beschloß, sich mit dem Hamburger Standal beschäftigt. Es glaubt bereits jetzt, feststellen zu dürfen, daß die Bhosgenvorräte der beteiligten Firma nicht für Zwecke oder im Auftrage irgendwelcher militärischer Stellen auf bewahrt worden sind". Der Reichswirtschaftsminister wurde mit der Untersuchung darüber, woher das Gas stammt, beauftragt. Fast gleichzeitig mit dieser amtlichen deutschen Mitteilung fam aus Paris der Bericht eines französischen Chemifers, daß das Gas dus alten deutschen Heeresbeständen stamme und an die Firma Stolzenberg mit Genehmigung der Interalliierten Kontrollfom mission verkauft worden sei. Zugleich wurde von neuem daran erinnert, daß bereits vor zwei Jahren von der Sozialdemokratie auf gedeckt wurde: Stolzenberg hat 1923-26 Phosgen für Somjet rußland fabriziert. Ob nun das Phosgengas, das in Hamburg ausgeströmt ist, aus Kriegsbeständen stammt, steht noch dahin. Feft steht nur, daß seit dem Kriegsgerätegese vom Juli 1927 die Firma Stolzenberg Phosgen nicht herstellen durfte. Ob sie es dennoch her. Die Miete für Juni. gestellt hat, soll die Untersuchung des Reichswirtschaftsministers ermeifen. Wäre das der Fall, dann läge ein Bergehen gegen dieses Gesez vor. Schnelle Untersuchung und Bestrafung der Schuldigen wäre der einzige Weg, das Reich vor außenpolitischen Weite rungen zu schützen. Nur dieses Verfahren kann das Reich vor jedoch um Vorgänge handelt, die vor dem Jahre 1926 liegen, find der Anordnung einer Völkerbundsaufsicht bewahren. Soweit es fich fie international ohne Bedeutung und sind, ähnlich wie die Schwarze Reichswehr, außenpolitisch mit der Politik von Locarno überwunden. Innenpolitisch aber zwingt das Hamburger Unglüd, alle Sufammenhänge aufzudecken. Sicher ist, daß Stolzenberg die Heeresbestände zur Bernichtung übernommen hat. Aber ebenso sicher ist, daß er Giftgas 1923-26 für die Sowjetarmee her gestellt und geliefert hat; und aus seinen Erklärungen ergibt sich auch, daß zwar zur Zeit des Ruhrkampfes nicht nur die Rote Armee, fondern auch die Reichswehr ihn zur Herstellung von Phosgen veranlaßt hat. Ob das Phosgen, das in Hamburg ausgeströmt ist, aus der Kriegszeit stammt oder ob es 1923-26 her. gestellt worden ist, das muß noch aufgeklärt werden. Das wichtigste für die Hamburger ist, daß das Gas sofort vers nichtet wird. Ebenso muß in den anderen Städten, in denen die Phosgenherstellung erlaubt ist, sofort Borsorge getroffen werden, daß solche Katastrophen nicht von neuem über die Bevölkerung hereinbrechen. Politisch gilt es, die letzten Schleier über die Her funft des Gases zu zerreißen und dafür zu sorgen, daß auch dieses Kapitel Geßlerscher Reichswehrpolitik fogleich mit dem ganzen Schuldbuch des Bürgerblods abgeschlossen wird. An die Gewehre." Ein tödlicher Jagdunfall. Auf Grund der preußischen Verordnung über Betriebstoffen in der gesetzlichen Miete vom 14. April d. 3. hat der Magistrat zur Abgelfung der Straßenreinigungsbeiträge den Satz von 1 Proz der reinen Friedensmiete" bestimmt, um den sich in Berlin Deranstaltete der Tischlermeister T3 hörtner aus Berlin in die gesetzliche Miete mit Wirkung vom 1. Juni ab erhöht. Danach find in Berlin vom 1. Juni ab als gesetzliche Miete 121 Proz. und, wenn der Mieter die Ausführung der Schönheitsrepa. raturen übernommen hat, 117 Proz. der reinen Friedensmiete" zu zahlen. Ferner ist der Bermieter wie bisher berechtigt, 100 proz. Gemeindezuschlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer nach dem Verhältnis der reinen Friedensmieten" umzulegen. Der Kriminalbeamte". Er hat es auf Frauen abgesehen! Nach Berlin hat sich wahrscheinlich ein gefährlicher Schwindler gewandt, der schon einen erheblichen Teil des Reiches abgegraft und überall reiche Beute gemacht hat. Ons Es handelt sich unr einen 31 Jahre alten aus Beiba in Thüringen gebürtigen Schornsteinfeger Rat! Hilpert, der wegen vieler Schwindeleien bereits zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, die er noch zu verbüßen hat. Zulegt saz er in Elberfeld wieder einmal in Unterfuchungshaft. Im März d. 3. entwich er dort aus dem Lazarett und nahm alsbald feine Spezialität, den Kriminalbeamten zu spielen, wieder auf. Zuerst betätigte er sich in Köln, dann in Düsseldorf und Neuß. Weiter führen seine Spuren nach Hannover und Hamburg und neuerdings tauchte er in Brandenburg a. d. 5. auf. Hilpert erscheint mit einer braunen Attentasche ausgerüstet stets bei Frauen, nachdem er ausgefundschaftet hat, daß sie allein in der Wohnung sind. Er zeigt gefälschte Ausweispapiere und erklärt, daß er mit einer aussuchung beauftragt sei, weil der Ehemann im Berdacht stehe, an einem großen Diebstahl bedem Manne nur zum Vorteil gereichen könne, meil dadurch seine Unschuld um so eher ans Licht kommen werde, bewegt die Frauen, ihn nach Belieben gewähren zu lassen. Alles Geld, mas er findet, erklärt er, vorläufig beschlagnahmen" zu müssen. Nebenbei aber stiehlt er auch alle Wertsachen, auf die er stößt. Auch gute Kleidungsstüde und Stiefel verschmäht er nicht, wenn er gerade Bedarf hat. Er geht so dreist und sicher vor, daß er noch niemals auf Widerstand gestoßen ist. Dieser Schwindler, vor dem eindringlich gewarnt wird, ist etwa 1,70 Meter groß, hat dunkelblondes melliges Haar, ein blasses mageres Geficht und trägt außer der Attentasche in der Regel auch einen Spazierstod bei sich. Mitteilungen über sein Auftauchen nimmt präsidium entgegen. Wirkliche Kriminalbeamte find stets mit ber die Nachrichtenzentrale des Landeskriminalpolizeiamtes im Polizeistaatlichen Ausweismarke versehen, die man sich immer zeigen laffen teiligt zu sein. Seine Versicherung, daß eine gründliche Durchsuchung foll. 65 Jahre glücklich verheiratet. Der preußische Ministerpräsident hat den Eheleuten Karl und Auguste Hensel in Berlin anläßlich ihrer 65jährigen Ehejubelfeier ein Glüd. anläßlich ihrer 65jährigen Ehejubelfeier ein Glüd wunschschreiben und ein Ehrengeschent überreichen lassen. Funkwinkel. Bruno Seidler- Wintier hatte für diesen Abend ein Sinfoniekonzert von strahlender Festlichkeit zusammengestellt. Er brachte ausnahmslos bekannte, beim Bublifum beliebte Nummern Auf Schuberts" Ouvertüre im italienischen Stil" folgten ein Biolintonzert von Mozart und Haydns Sinfonien mit dem Baufenschlag. Seidler- Winkler gab diesen Ausschnitt aus der Klassischen Wiener Mufit mit liebenswürdiger Grazie und meisterlichem Können. Der zweite Teil des Konzerts bot außer einer Ballettjuite von Glasunoff Joachims E- Moll- Bariationen für Violine, die Boris Schwarz, der Solist des Abends, mit künstlerischem Temperament spielte. Am Nachmittag gab es ebenfalls ein Konzert, das sich durch ein gutes Programm und schöne Ausführung aus zeichnete. Es wurde von der Kapelle Emil Roos bestritten. der Hundertjahrfeier der Gesellschaft für Erbtunde zu Berlin wurde die Eröffnungsrede von Prof. Dr. Albrecht Bend übertragen. Gr schilderte die Entwicklung und Aufgaben der Gesellschaft, die sich ini Berlauf von 100 Jahren aus einer Bereinigung mit bürgerlich engem Horizont zu einem Institut von wissenschaftlicher Beltgeltung entfaltete. Aus der Praris der Arbeitsgerichtsbarkeit" brachten Alfred Schneider und Bilheim Niemandi einzelne Fälle von Moemeinbedeutung, und zwar in der Form non 3miegelprächen, Ais den elmas trodenen Stoff belebten, Ses Ein bedauernswerter Unfall trug sich auf einem Jagdausflug in der Gemarkung Zeuden bei Treuenbrießen zu. Am 14. Januar d. J. Zeuden eine Kaninchenjagd, zu der er u. a. auch seinen 56jährigen Freund, den Dachdeckermeister Josef Kaufung aus Berlin eingeladen hatte. R. trug einen Selbstladedrilling mit sich. Die Jäger umstellten einen Kaninchenbau, legten Netze aus und dann wurden Frettchen eingelassen. K. hatte seinen Drilling für ganz turze Zeit in das trockene Heidekraut gelegt. Izhörtner gab das Kommando, an die Gewehre". R. ergriff sein Gewehr am vorderen 2auf. Im gleichen Augenblid frachte ein Schuß. Tödlich ge= troffen fant T. zu Boden. Gestern mußte fich R. megen fahrfäffiger Tötung vor dem Potsdamer Schöffengericht verantworten. Befremdend wirfte es in der Verhandlung, daß man dem Angeflagten, einem Jagdneuling, einen Drilling in die Hand geben fonnte. Der Staatsanwalt beantragte drei Monate Gefängnis. In der Berhandlung tam zur Sprache, daß die Anordnungen auf der Jagd. Das Urteil lautete nicht ganz fachgemäß getroffen worden waren. an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten auf 1000 Matt Geldstrafe. Autounglück bei Rottbus. Zwei Zote. ised Auf der Chauffee zwischen Betschau und Rottbus er eignete fich geftern nachmittag ein schweres. Autounglück. Kurz vor Rottbus geriet der Wagen des Berliner Kaufmanns Willi Krebs, vermutlich infolge zu hohen Tempos, auf den Sommermeg. K., der den Wagen selbst steuerte, verlor die Herrschaft über die Lenkung und raste mit voller Bucht gegen einen Telegraphenmast. Das Auto überschlug sich mehrmals. Krebs wurde auf der Stelle getötet. Seine gleichaltrige Frau, die neben ihm auf dem Führersiz saß, wurde schwer verletzt in das Kottbusser Krankenhaus gebracht, mo fie furz nach ihrer Einlieferung an den Folgen schwerer innerer Berlegungen starb. Die zu Hilfe gerufene Kottbusser Feuermehr nahm die Aufräumungsarbeiten an der Unfallstelle, die polizei.. lich abgesperrt worden war, vor. 1000 Junfersflugzeuge. Ein Jubiläum in Deffau. Am Donnerstag fand in Dessau eine Feier der Belegschaft des Junkersflugzeugwertes aus Anlaß der Fertigstellung des 1000. in den Werken hergestellten Flugzeuges statt, zu der u. a. Staatsminister Weber als Bertreter der Staatsregierung, der Landtagspräsident Das und der Oberbürgermeister erschienen maren. 1000. Juntersflugzeug ist eine„ G. 31", die von der Defter. reichischen Luftverkehrs- 2.- G. bestellt ist und in den nächsten Tagen nach Wien übergeführt werden soll. In Vertretung des in Amerika befindlichen Professors Junkers hielt Direftor Schleiffing, einer feiner ältesten Mitarbeiter, eine Ansprache, in der er besonders hervorhob, welche Leistung gerade für ein mur Verkehrsflugzeuge bauendes Wert der deutschen Luftfahrtindustrie die Fertigstellung des 1000. Flugzeuges ift. Nur 300 Flugzeuge feien während der Kriegszeit in den Junkerswerken hergestellt worden. * Der Dessauer Gemeinderat hat den Beschluß gefaßt, Professor Dr. Hugo Junters das Ehrenbürgerrecht zu verleihen und die Köthenfche Straße, an der die Junkersmerte gelegen sind, in Juntersstraße umzubenennen. Die kommunistische Paßaffäre. Bon den verhafteten polnischen Kommunisten sind vier, deren Päffe in Ordnung waren, bereits gestern entlassen worden. Allerdings sollen sie aus Deutschland ausgewiesen werden. Die übrigen, deren Bässe nicht in Ordnung waren, sind bereits dem Schnellrichter übergeben. Die Aburteilung konnte jedoch gestern nicht stattfinden, da Richter und Staatsanwalt erst die Aften fennen lernen mußten. Der Termin wurde deshalb für heute anberaumt. Mehr Hygiene im Hausrat!" Ueber dieses Thema spricht am Freitag, dem 25. Mai, 20 Uhr, Ingenieur Wifogfy vom Institut für Heimtechmit im Gesundheitshaus Kreuzberg, Am Urban 10/11. Eintritt frei. Die juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, dem Bon 26. und am Dienstag, dem 29. d. m. aus. Die erfahrene mutter gibt ihrem Rinde Kufeke u frische MILCH ZZZZZ DES STADT BEILAGE Fürsorgearbeit der Stadt Berlin. In der sozialen Arbeit der Großstadt nimmt die Fürsorge für Hilfsbedürftige einen besonders großen Raum ein. Der Krieg wurde auch für die Wohlfahrtspflege, wie sie von der Sozialdemokratie gemünscht wird, eine hemmende Belastung. Die Sozialdemo fratie hat schon vor dem Kriege von der Reichsgesetzgebung ein umfassendes Wohlfahrtsgeseh verlangt, das einen vorbeugenden Charafter auf der ganzen Linie haben sollte. Statt dessen ist uns auf dem Berordnungswege eine Fürsorgepflichtverordnung gegeben morden, deren Anwendbarkeit alle Möglichkeiten offen läßt. Die Sozialdemokratie hat sich in der Berliner Stadtverwaltung mit Erfolg bemüht, im Rahmen der vorhandenen Mittel das Men schenmögliche für die hilfsbedürftigen Kreise herauszuholen. Zu den unmittelbaren Opfern des Krieges, Kriegerhinterbliebenen, Kriegsbeschädigten und Liquidationsgeschädigten, kam das große Heer der Erwerbslosen infolge der durch den Krieg zerrütteten Produktion, und die vorzeitige Ueberalterung der noch Abeitsfähigen, d. h. ihre Ausscheidung vom Arbeitsmarkt, trotz vorhandener Arbeitsfähigkeit. Die Versorgung dieser Personengruppen beanspruchte ganz erhebliche Barmittel. Dazu kommt die Versorgung der Kleinrentner und der Sozialrentner, deren gejehlich festgelegte Bezüge den Teuerungsverhältnissen nicht annähernd entsprachen. Neben den bedeutenden Barunterstüßungen waren Zuwendungen an Nahrungsmitteln, besondere Winterbeihilfen um die Weihnachtszeit, Belieferung mit Rohlen für die Wintermonate, zuletzt von Mitte September bis Mitte April, erforderlich. Für das hilfs bedürftige Alter murden in fast allen Bezirken Wärmestuben errichtet, in denen Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt die Betreuung der alten Leute übernahmen. Die Stadt der Heimatlosen. Die Stadt Berlin ist seit jeher ein Sammelpunkt der Heimatlosen gewesen, insbesondere derjenigen, die alljährlich im Herbst von ihrem Arbeitgeber, dem Großagrarier auf dem Lande, nach Einbringung der Ernte, aus dem Arbeitsverhältnis entlassen werden und die damit gleichzeitig ihre Wohnung der lieren. Im Winter 1925 sah sich die sozialdemokratische Frattion genötigt, den Magistrat wegen einer angemessenen Unterbringung der Schnitterfamilien, die in unzu fänglichen Räumen des Arbeitshauses in Rummelsburg zusammen gepfercht waren, zu interpellieren. In Verfolg dieser Interpellation ist in diesem Jahr eine Unterbringung in Buch erfolgt, so meit Frauen und Kinder in Frage kommen, während die Männer in der Fröbelstraße wohnen müssen. Diese Lösung ist nicht als ideal zu bezeichnen. Sie trennt nach wie vor die Familien. Dadurch ist für die Anwerbung im Frühjahr durch die Agenten der Agrarier eine Schwierigteit zu befürchten, insofern, als in allen Fällen Mann und Frau zusammen zur Arbeit verpflichtet werden. Wir haben nso für diese Opfer agrarischer Gewiffenlosigteit roch nach anderen Lösungen zu suchen, erwarten aber, daß die Gesetzgebung der Zukunft einen Weg finden wird, der die eigentlich verpflichteten Arbeitgeber in erster Linie für die Eristenzmöglich feiten der Landarbeiter während der Zeit normaler Arbeitslosigkeit heranzieht. Der jetzt geschlagene Besizbürgerblod hat seine beson deren Günftlinge mit Lasten für die Arbeitslosenversicherung ver schont. Angeblich fann der ländliche Arbeitgeber diese entstehenden Soziallaften nicht tragen". Berliner Obdach. Das städtische Obdach ist eine der unangenehmsten Erbschaften, bie mir aus der Borkriegszeit übernommen haben. Alle Räume wirken durch die unter der Dede angebrachten Fenster wie tiefe, per Erdoberfläche aufgesto dte Schächte. Ein. Neubau ist angesichts der Finanzlage der Stadt zunächst nicht möglich. Was aus dem Vorhandenen gemacht werden konnte, ist jedoch erreicht worden. Bunächst wurde die Station für gefchlechtstrante Frauen nach dem Krankenhaus in der Reinickendorfer Straße verlegt und dafür in den oberen Räumen des Obdachs das joge: nannte Familienobbach eingerichtet. Ferner wurde durch die Stadt das Asylinder Wiesenstraße, eine Gründung unseres unvergeßlichen Genoffen Paul Singer, wieder in Betrieb gesetzt, und zwar ausschließlich für die Belegung mit obdachlosen Frauen. Diese Einrichtung durfte sich zuerst neuzeitlicher hygieni scher Vorkehrungen erfreuen, die dann auch auf das alte Asyl in der Fröbelstraße übertragen wurden. Durch die Wiederinbetriebsetzung des Asyls in der Wiesenstraße war eine bessere Raumausnugung in der Fröbelstraße möglich. Während die Ob dachlosen früher nur die mehr als primitiven Schlafgelegenheiten hatten, wechseln heute je ein Schlafsaal und ein Aufenthaltsraum miteinander ab. Dadurch ist den ewig Unruhigen ein Blak zur Sammlung gegeben. In allen Räumen ist durch freundlichen Anstrich ihr sonst so unwohnlicher Charakter gemildert. Eine weitere Ergänzung ist gedacht durch den Ausbau des Charlottenburger Obdachs und durch Neubauten in Char lottenburg und in Neukölln. Ferner hat die Stadt durch die Einrichtung von Obdachlosentolonien einen weiteren Schritt auf dem Wege der Obdachlosenfürsorge getan. Im Mai 1925 erwarb die Stadt Berlin das im Havelländischen Luch gelegene Gut Ribbeds Horst von rund 1000 Mergen Größe. Das Gut wurde inzwischen weiter ausgebaut und fann über 150 Mann auf nehmen. Es dient vornehmlich dem Zweck, Menschen, die entwurzelt find, wieder für ein durch Arbeit geregeltes Leben zurückzugewinnen. Das erste Geschäftsjahr hatte das erfreuliche Ergebnis, daß über 50 Proz. der Kolonisten in Stellen des offenen Arbeitsmarktes ver mittelt wurden und dort auch verblieben. Eine zweite Einrichtung = MONDAMIN PUDDING Vanille GESCHMACK * MONDAMIN Haselnuss PUDDING dieser Art entsteht jetzt auch auf den inzwischen angetauften Rittergütern Joachimshof und Boigtsbrüde. Gerichtshilfe Gefangenenfürsorge. RK VORWARTS auf die große Bedeutung des Sports und der Leibesübungen hin. Ein Vertreter der Turn- und Sportverbände sprach dem Bezirksamt, insbesondere dem Genossen Leid, den Dant der Sportverbände aus. Genosse Dehlschläger sprach für die Arbeiter sportler und brachte gleichzeitig mit dem Dank der Arbeitersportvereine den Wunsch zum Ausdrud, daß es den Kommunalbehörden gelingen möge, gerade im Norden mit seiner dichten Bevölkerung noch mehr als bisher für die proletarische Jugend durch Schaffung neuer Sportpläge und Freigabe der Grünflächen zu tun. Den Beschluß der Veranstaltung bildeten turnerische Vorführungen. Durch Gesangsvorträge des Berliner Schubert- Chors wurde die Eröffnungsfeier stimmungsvoll umrahmt. Der Sportplay wird, wie mitgeteilt wird, noch einen weiteren Sprungsanzen und anderes mehr geplant. Ausbau erfahren. Für die nächste Zeit ist die Errichtung von Selbstverwaltung? Noch feine Genehmigung der Berliner Wertzutachssteuer. In der Entwicklung begriffen find zwei neue, für die geistige Umstellung der Nachkriegszeit bezeichnende Arbeitsgebiete die foziale Gerichtshilfe und die Gefangenenfürsorge die eine Mitwirkung des Volfes in breiterem Rahmen vorsehen Die soziale Gerichtshilfe geht der neuen Strafrechtspflege voraus, mird. Sie ist nach einem Erlaß des Justizministeriums dem Jugendamt angeschlossen, das seine Erfahrungen auf dem Gebiete der Jugendgerichtshilfe für diesen neuen Zweig der Boltswohlfahrts pflege verwerten soll. Die sozialdemokratische Frattion hat diese Arbeit der Wohlfahrtsdeputation als der führenden Körper fchaft unterstellt, die infolge der Finanzverhältnisse start auf die Mitarbeit der freien Wohlfahrtspflege angewiesen ist. Die Arbeiter wohlfahrt leistet auch hier weitgehend Mitarbeit. Die Gefangenen fürsorge, die die Wiedereinführung der Rechtsbrecher in das foziale in die fich die Stadtverwaltung, die Berliner Wohlfahrtsvereinigung Beben zur Aufgabe hat, ist zwar heute noch eine torporative Arbeit, und der Berein zur Besserung entlassener Strafgefangener teilen; ihre llebernahme durch die Stadt ist jedoch nur eine Frage der Zeit.ärten bringt. Wie gerüchtweise verlautet, hat das OberDie Stadt ist schon heute finanziell start an der Einrichtung beteiligt. Daher notwendig, darauf hinzuweisen, daß gerade in der Frage der präsidium Bedenken gegen die Genehmigung. Es erscheint Helfer aus dem Proletariat. Zur Durchführung aller Fürsorgemaßnahmen sind gut geschulte, besonders sozial durchgebildete Beamie notwendig. Die fozialdemokratische Fraktion hat es sich daher angelegen sein lassen, die Ausbildung von Fürsorgerinnen aus dem Proletariat finanziell zu ermöglichen durch die Schaffung einer städtifchen Stiftung von 25 000 m. im Jahre 1927, die für das Jahr 1928 auf 30 000 M. erhöht murde. Ferner ist das Gesundheitsamt veranlaßt worden, für eine sozial- hygienische Ergänzung der Aus bildung derjenigen Fürsorgerinnen zu sorgen, die entweder mir in Wirtschaftsfürsorge oder in Jugendfürsorge ihr Examen gemacht haben. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Fürorgerinnen, deren wirtschaftliche Lage die langjährige Ausbildung in der Krankenpflege nicht gestattete und denen angesichts der Bedeutung der Sozialhygiene für das Fürsorgewesen das Fortkommen in ihrem Beruf ohne die Ergänzungsausbildung erschwert werden fönnte. Die tommunistische Frattion hat es sich angewöhnt, die ernste Arbeit der sozialdemokratischen Fraktion auf der ganzen Linie durch Agitationsanträge zur übertrumpfen. So wurde ohne Rücksicht auf die Deckungsmöglichkeit aus den zur Verfügung stehenden Mitteln eine Erhöhung der Unterstützungsbezüge verlangt, die eine ungebedte Mehrausgabe von 1,5 Millionen beanspruchte. Die Ausbildungsbeihilfe sollte auf 200 000. erhöht werden und dabei die Gesamtheit der Wohlfahrts- Kommissionsmitglieder erfassen Bei dieser Gelegenheit paarten fich Demagogie und Unkenntnis. Jeder Sachfenner meiß, daß die Aufgaben des ehrenamtlichen Wohl fahrtspflegers, fo wertvoll und unentbehrlich sie für die Fürsorge sind, doch gegenüber der fürsorgerischen Berufsarbeit begrenzt sind. Wir ermarten von der Zukunft einen für die Stadt Berfin giftigeren Finanzausgleich, der uns die vielen Aufgaben, pon denen hier nur einzelne gestreift merden konnten, erleichtert. Diese Hoffnung läßt sich mur dann verwirklichen, wenn die Zusammen fegung von Reichs- und Landtag eine ebenso verantwortungsvolle Arbeit gemährleistet, mie fie die sozialdemokratische Stadtverorb netenfraktion zu vollbringen bestrebt mar. Minna Todenhagen Sportplah Humboldthain. Eine vorbildliche Anlage. Bor wenigen Tagen wurde im Humboldthain der neue Sport plag, der immitten herrlicher Bartanlagen liegt, inter starter 2nteilnahme der Bevölkerung mit einer Eröffnungsfeier, der Bertreter der Stadt und der Schulbehörden beimohnten, seiner Bestimmung übergeben. Die Spielwiese in ihrer früheren Form, die bereits seit vielen Jahren von den Schulen und Sportvereinen als Sportstätte benutt wurde, genügte feit langem nicht mehr. Besonders das Fehlen jeglicher Umfleidemöglichkeit und Unterfunftsgelegenheit bei einem plößlich eintretenden Unwetter wurde als schwerer Mangel empfunden, so daß sich das Bezirksamt Wedding entschloß, dem Magiftrat einen Plan zur völligen Umgestaltung der Spielmiele in einen Sportplaß zu unterbreiten. Der Plan fand die Zustimmung der Bezirkskörperschaften und wurde auch von den zentralen Instanzen gutgeheißen. In monatelangen Arbeiten, die als Notstandsarbeit ausgeführt wurden, wurde dann die Spielmiefe in einen Sportplatz umgewandelt, der in seiner jetzigen Gestalt neben den fleinen Spielpläßen mit Tennenboden die von einer Grasnarbe bedeckte Innenfläche der 400 Meter Aschenbahn umfaßt. Das etwa 30-35 Meter lange einstöckige massive Sporthaus enthält heizbare Umkleidemöglichkeiten für annähernd 1500 Personen. Auch in hygienischer Beziehung ist alles gegeben, was zu einer modernen Sportplaganlage gehört. So find Warmwasserbrause= anlagen und Waschbecken in genügender Zahl vorhanden. Das Sporthaus enthält außer dem Verwaltungszimmer zwei Lehrerzimmer, ein Sigungszimmer, ein Sanitätszimmer und daneben mehrere Räume zur Unterbringung von Geräten. Seit Wochen warten die am Grundstücsmartt interessierten Preise auf die Genehmigung der neuen Wertzuwachssteuerordnung, die bekanntlich den Altbesig in die Steuer ein sozialer bezieht, aber zugleich in wesentlichen Punkten eine Beseitigung und Ungerechtigkeiten steuerlicher Wertzuwachssteuer die Kompetenzen der Gemeinden wie der abgegrenzt sind. Aufsichtsbehörde mit aller wünschenswerten Klarheit gegeneinander Das Ministerium hat eine sogenannte Mustersteuerordnung erlassen und in der Einführung dazu aus drücklich jene Bedingungen genannt, die zwingend sein sollen ( Berücksichtigung der Besitzdauer, Höchstsag von 30 Broz usm.). Es hat aber ausdrücklich festgestellt, daß in den anderen Bestim mmgen, insbesondere in der Gestaltung des Steuertarifes den Ge meinden Freiheit gelassen sei. lichen Parteien im Rathause, ging der Ansturm der GrundAber eben gegen diesen Tarif ging ja der Kampf der bürger. studsspetulanten. Und nur um diesen Tarif fann es fich menden sollten. Denn alle Bedingungen, die nach dem Ministerialhandeln, wenn tatsächlich Schwierigkeiten im Oberpräsidium gemacht erlaß zwingend sein sollen, sind in der Berliner Steuerordruma erfüllt Die Sozialdemokratie hat sich niemals zu jener Freiheit der Selbstverwaltung bekannt, die in Wahrheit Anarchie ist und Reich und Staat auszuschalten sich bemüht. Sie hat auch gefordert, wie sie etwa hier bei der Wertzuwachssteuer angebahnt ist. gerade auf steuerlichem Gebiet eine Vereinheitlichung von jeher Im so nachdrücklicher muß fie verlangen, daß endlich die Versuche der Aufsichtsbehörden aufhören, an die Stelle der notwendigen gc feglichen Vereinheitlichung die Biltür parteilicher, per onlicher und intereffierter Einflußnahme zu legen. Wenn Selbstverwaltung überhaupt noch einen Sinn haben soll, fo muß ihr innerhalb der gejeglich gezogenen Schranken das Recht der freien Entscheidung gemährleistet sein. Eine weitere Berzögerung oder gar eine Ablehnung der neuen Wertzirmachssteuerordnung würde genau denselben Effett haben wie die unbegreifliche Ablehming der Bergnügungssteuer vor etwa Jahresfrist. Die schlechtere Steuerordnung würde in Kraft bleiben, weil die Aufsichtsbehörde sich zur Genehmigung der besseren nicht entschließen fann. Und das mir deshalb, meil gewisse Gruppen von Interessenten in dem törichten Wahn leben, die wohlerwogenen Beschliffe der Stadt durch den„ Druck von oben" in ihrem Sinne umgestalten zu förmen. Nichts ist geeigneter, den Gedanken einer vernünftigen SelbstDerwaltung mehr zu untergraben, als diese Kämpfe zwischen Auffichtsbehörde und Stadt. Wir möchten daher wünschen und hoffen, daß die Gerüchte von einem neuen Konflikt, die durch die Verzögerung der Genehmigung genährt werden, nicht den Tatsachen entsprechen und daß das Oberpräsidium die im Rahmen der gesetzlichen Buständigteit gefaßten Beschlüsse der Stadt refpettiert und ge nehmigt. Die Sozialdemokratie mird jedenfalls ihren wohlbegründeten Standpunkt in der Frage der Wertzumachssteuer auf keinen Fall ändern und es gegebenenfalls bei der schematischen 30prozentigen Besteuerung jedes Mertzumadfes belaffen. Elternbeiratswahlen! Die diesjährigen Elternbeiratswahlen find für Berlin am 17. Juni( Sonntag) zu vollziehen. Zu ihrer Borbereitung liegen jekt in dieser Woche und noch in der nächsten die Wählertein Wahlberechtigter versäumt, sich die für ihn in listen in den Schulen aus. Es ist dringend zu wünschen, daß Betracht tommende Lifte vorlegen zu lassen. Wahlberechtigt find die Eltern jedes Kindes, das die betreffende Schule besucht, Ge gebenenfalls haben Pflegeeltern oder sonstige Stellvertreter der Eltern das Wahlrecht. Die Elternbeiräte haben die Möglichkeit, auf den Schulbetrieb einigen Einfluß auszuüben. In welcher Weise das geschehen tann, das hängt von ihrer Zusammensetzung ab. Jeder Vater und jede Mutter, denen das Wohl und Wehe der Schuljugend und ihrer eigenen Kinder am Herzen liegt, werden bei den Elternbeiratswahlen ihre Stimme in die Wagschale werfen wollen. Kümmert euch beizeiten um die Wählerlisten! Wahret euer Wahlrecht! An der Spitze der zahlreichen Gäfte fah man Oberbürgermeister Am Pfingstjonnabend, dem 26. Mai 1928, bleiben die Kassen Böß. Nach einer furzen Begrüßungsrede bes Bezirksbürgermeisters Böß. Nach einer furzen Begrüßungsrebe bes Bezirksbürgermeisters und Bureaus der Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Genossen Leid nahm Oberbürgermeister Böß das Wort und wies A.-G., Berlin S. 14, Wallstraße 65, geschlossen. Eine interessante Nachricht für alle Hausfrauen! Es gibt vielerlei Süßspeisen, wie Flammeris, rote Grütze, Cremespeisen, Aufläufe usw., die Sie nur aus dem einzigartigen Mondamin bereiten.- Zwischendurch kochen Sie aber auch Puddings aus fertigem Puddingpulver. Daher wird es Sie gewiß interessieren, daß Ihr Kaufmann neben den bekannten Mondamin- Paketen jetzt auch ein fertiges Puddingpulver aus echtem Mondamin führt. Dieser Mondamin- Pudding" ist in Päckchen zu 10, 15 oder 25 Pfg. erhältlich. Er wird Ihnen bestimmt sehr fein schmecken; denn nur dieses Puddingpulver wird aus echtem Mondamin hergestellt! Und deshalb werden Sie es nicht bereuen, wenn Sie schon beim nächsten Einkauf daran denken: Neben Mondamin gibts auch Mondamin- Pudding! Die Zukunft des Berliner Verkehrs wo Swei Ereignisse verschieden zwar in ihrer zeitgeschichtlichen| Drei Berkehrsunternehmungen, zwei private und ein städtisches, Bedeutung, aber doch im gewissen Sinne innerlich zufammen find zu einer Art Interessengemeinschaft verbunden worden. Aber gehörig treffen zufammen: die Erstlingsfahrt der Opel- immer noch ist jede Gesellschaft in sich selbständig, immer Ratete und der Beschluß der Stadt Wiesbaden, die Straßen noch fühlt sich jede als Konkurrentin der anderen, immer noch hat bahn abzuschaffen. Beides kennzeichnet die Wende, an der wir jede den berechtigten Ehrgeiz, für sich allein möglichst günstig zu stehen. Beibes beleuchtet bligartig die Zukunft großstäbti. wirtschaften. Das allgemeine Verkehrsinteresse wie das Interesse fchen Berkehrs. Brides verlodt dazu, im Geiste schon die der städtischen Finanzen läßt es dringend erwünscht erscheinen, daß nächsten Etappen der Entwicklung zu überspringen. Und doch nun auch die Verkehrseinheit äußerlich wie innerlich voll. zwingt uns das eherne Gesetz der Entwicklung, organisch dort endet wird. Die Schwierigkeiten, die einer solchen Vereinheit meiterzubauen, 100 mir augenblidlich stehen wenn wir nicht den lichung entgegenstehen, liegen bei der verschiedenartigen Struttur Boden unter den Füßen verlieren wollen. der einzelnen Gesellschaften, deren Attien sich zum Teil noch in Privathänden befinden, klar zutage. Aber das Interesse der A11. gemeinheit, das Interesse des Verkehrs fordert gebieterisch nicht Konkurrenz, sondern gemeinsames Wirken. Und dieser Forderung werden alle Schwierigkeiten weichen müssen. Die Zukunft des Berliner Verkehrs muß und wird einheitlich von einer einheitlichen städtischen Gesellschaft gestaltet werden, die meitschauend die Bedürfnisse der Bevölkerung überblickt und unter gleichmäßiger Berücksichtigung der verkehrstechnischen wie der wirtschaftlichen Notwendigkeiten den gesamten öffentlichen Verkehr betreut. " Gewiß gehört die Zukunft nicht dem Schienenstrang, nicht der Straßenbahn und nicht einmal dem Auto. Aber vergegenwärtigen mir uns nur, daß die Stadt Berlin denselben Beschluß falien sollte mie Wiesbaden, die Straßenbahn gänzlich durch den Autobus zu erlegen und jeder wird sofort erkennen, daß mir zu ganz unhaltbaren Berhältnissen fommen müßten. Das Problem des langsamen Abbaus der Straßenbahn ist eines der schwierigsten, die heute den Großstädten überhaupt gestellt find. London hat den Schritt, mie heute jeder weiß, allzu schnell getan, und sieht seine Straßen von Autobussen verstopft, so start perstopft, daß ein langsameres Fortkommen auch mit Hilfe der an das Geleis gebundenen Straßenbahn nicht denkbar märe. Paris hat es versucht und festgestellt, daß es im Zentrum der Stadt in jeher halben Minute einen Autobus fahren lassen müßte, um den Verkehr zu bewältigen. Berlin hat gut daran getan, die Lösung des Problems langsamer oder wenigstens vorsichti= ger in Angriff zu nehmen. Denn für die llebergangszeit, die voraussichtlich noch ein Menschenalter dauern wird, ist nicht das Edeltransportmittel" des Autobus, sondern das Massen verkehrs. mittel der Schnellbahn, die nicht mehr mit dem Einzelstraßenverfehr kollidiert, das notwendigste Requisit des großstädtischen Berkehrs. Ein porzeitiger Abbau der Berliner Straßenbahn hätte nicht nur verfehrlich die größten Sdymierigteiten ergeben, fondern auch finanziell die Ausgeftaltung des Untergrundbahnneges unmöglich gemacht. Es ist das Berdienst des neuen sozial bemotratischen Berkehrsdezernenten von Berlin, daß er diese Zusammenhänge rechtzeitia erkannt hat und darauf Jeine Verkehrspolitit ausgebaut hat. Dant dieser Politik haben wir in den letzten beiden Jahren die großen Schnellbahnprojekte der Bahn Gesundbrunnen- Neukölln, der Nordsüdbahnftrede nach Neukölln wie nach Tempelhof, der Spandauer Strede, der Lichtenberger Bahn, der Verlängerung nach Bantom wie nach Behlendorf durchführen oder body wenigstens in Angriff nehmen fönnen. Dank dieser Politit merden wir die Untertunnelung der Leipziger Straße und den Anschluß Moabits an das Schnellbahn neg in fürzester Frist erreichen, werden wir endlich auch den Südoften mit dem Hochbahnsnstem verbinden. In Jahren wird erreicht werden, wozu mir Jahrzehnte glaubten nötig zu haben. Diese Entwicklung wird Hand in Hand geben mit einer sehr allmählichen Einschränkung der Straßenbahn im Innern der Stadt, während noch auf lange hinaus an ihren weiteren Ausbau gedacht merden muß. Sie wird auch begleitet merden von einer ständigen 3 unahme des Autobusbetriebes. Der Autobus ist seiner Natur nach fein billiges, fein Massen verfehrs. mittel. Die Einhaltung des Einheitstarifes wie die Notwendigkeiten des Straßenverkehrs zwingen zu einer allmählichen Vermeh rung der Omnibusse, zwingen auch zu einer rationelleren Gestaltung des Typs. Die neuen Bagen der Aboag zeigen bie ersten Bersuche nach dieser Richtung hin. Sie sind ein Beweis dafür, daß die Leitung des Unternehmens auch unter den grundfäßlich veränderten Verhältnissen bestrebt ist, die Wirtschaft lich leit ihres Betriebes unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Denn dies ist ja das erfreulichste an der jüngsten Entwidiung unferer öffentlichen Berkehrsunternehmungen, daß fie trok ihrer so schnell gesteigerten Aufgaben alle insgesamt mirtschaftlich ferngesunde fommunale Betriebe geblieben oder ge morden sind im Gegensatz zu den Bertehrsgesellschaften anderer Hauptstädte, die( mir brauchen wieder nur an Baris zu erinnern) nur als Zuschußbetriebe ihr Leben friften fönnen. Und das alles trog der Vereinheitlichung des Tarifs und trog der allgemeinen Umsteigeberechtigung. 3meifellos wird die Vermehrung der Autobusse wie der Ausbau des Schnellbahnneges die Ueberschüsse auf die Dauer vermindern. Das liegt in der Natur der Sache, da diese Beredelung des Verkehrs mirtschaftliche Opfer erfordert, um ihren Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit gerecht zu metben. Wir können dieser Entwicklung in Ruhe entgegensehen, weil mir in der llebergangszeit wirtschaftlich gerechnet und gearbeitet haben. Das Hallo der bürgerlichen Standalpreise, die den Zusammenbruch der ,, uferlosen" Betfehrspolitit voraussagen zu dürfen glaubte, ist an dieser Beredynung und an dieser Arbeit zuschanden geworden. 23 Es gilt nun noch, das legte Stud bes Weges zu bezwingen. Auch zu Pfingsten KAISER'S BONBONS Große Auswahl. in Saison- Neuheiten ÜBER 7000FILIALEN Unsere werten Leser und Freunde werden gebeten, in allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsstellen usw., sowohl in Groß- Berlin als auch im Reich und im Ausland, ausdrücklich den ,, VORWÄRTS" und den ABEND" zu verlangen. Das Parteiinteresse fordert, überall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der ,, Vorwärts" an Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar 33 VORWARTS"-VERLAG Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr. Dönhoff 292-297 Tuberkulose Fürsorge. Tuberkulose ist heilbar; je früher ein Erkrankter in geeignete Behandlung fommt, desto günstiger sind die Aussichten auf Heilung. Daher sollte sich jeder, bei dem Erscheinungen wie Mattigkeit, länger dauernder Husten, Ausmurf ufw. auftreten, unverzüglich vom Arzt unterfuchen lassen. In geeigneten Fällen müssen die Kranten in einer Heilstätte oder Heimstätte oder in einem Krantenhaus untergebracht werden. Sämtliche Angehörige müssen fort laufend beobachtet und untersucht werden, auch mittels Röntgen ftrahlen. Schwächliche, strofulöse und gefährdete Kinder müffen einer Kräftigungstur unterzogen werden. Alle diese Maßnahmen leitet für die Bewohner von Charlottenburg das Für. forgeamt für Lungentrante ein, mo fich jeder unentgeltlich untersuchen lassen fann. Eine ärztliche Behandlung findet in dem fürsorgeamt nicht statt; bereits in ärztlicher Behandlung stehende Krante werden nur im Einverständnis mit dem behandelnden Arzt untersucht. Alle Tuberkulösen und alle Familien, in denen ein Fall Don Tuberkulose ist, sollten sich daher an das Fürsorgeamt für Lungenkranke, Cazilienhaus, Berliner Straße 137, menden. Dort finden täglich Sprechstunden statt und zwar: Montags und Donners tags von 10-13 Uhr für Frauen, Mittwochs und Sonnabends von 10-13 Uhr für Kinder; außerdem für Erwerbstätige: Montags von 18-20 Uhr für Männer und Donnerstags von 18-20 Uhr für Frauen. Kunstwissenschaftliche Fahrt nach Dresden. Im Anschluß an die Dom Boltsbildungsamt Wilmersdorf veranstaltete Bortragsreihe über: Der Weg der Kunst im 19. Jahrhundert und die Führungen durch die Berliner Nationalgalerie findet abschließend bei genügender Beteiligung unter Führung des Kunst malers Ferdinand Krogmann am Sonntag, dem 3. Juni, eine kunstwissenschaftliche Fahrt nach Dresden statt. Neben einer monit KAISER'S FEST- KAFFEE IM GESCHENKBEUTEL ausgewählte Mischungen MK.3,20 3,60 380 400 420 4404,604,80° Pfa KAISER'S SCHOKOLADEN in Tafeln 100GR VON 304 BIS 75-3 KAISER'S PRALINEN GR.VON 153 AN VON 25 D/ PFD. AN KAISER'S KEKSE NEUE SORTEN ZU 253 DARED moldos e KAISER'S KAFFEE MK 240 2,00 2,80 3,00 310 d, Pfd, 5% Führung durch die Gemäldegalerie i bie Besichtigung des 3mingers, der Hofkirche, der Frauenkirche, des Palais im großen Garten u. a beabsichtigt. Die Abfahrt erfolgt am Sonntag, dem 3. Juni, vom Anhalter Bahnhof mit dem D- Bug 8.01 Uhr, Ankunft in Dresden 11.12 Uhr, die Rückfahrt abends ebenfalls mit dem D- 3ug ab Dresden 19.23, Anfunft in Berlin 22.25 Uhr. Der Fahrpreis be. trägt für die Hin- und Rückfahrt einschließlich D- Bug- Zuschlag nur 10,50 M.( Fahrpreisermäßigung!). Anmeldungen zur Teilnahme an dieser Fahrt unter Einzahlung des Fahrpreises nimmt das Volkss bildungsamt Bümersdorf, Haupteingang Kaiferallee, Zimmer 15, werftäglich von 8 bis 15 Uhr( Gonnabends bis 13 Uhr), bis spätestens Mittwoch, 30. d. M., entgegen. Die fportärztliche Beratung für den Bezirk Treptow findet in Niederschöneweide, Grünauer Straße 1a, Montags von 15 bis 16 Uhr statt. 190 Rennen zu Ruhleben am Donnerstag, dem 24. mai. 1. Rennen. 1. Arnim( Treubera), 2. Leo Watts( Jauß jun.), 3. Ingelinde( Hedert). Toto: 19:10. Blat: 14, 14, 26: 10. Ferner liefen: Nation, Prinzeß Batts, Kletterrose, Beter Hall, Hannibal, Cirano, Mary Guy. 2. Rennen. 1. Linne( Jauß jun.), 2. Hut ab( Hedert), 3. Zierde ( Begall). Zoto: 45:10. Blas: 28, 21, 20:10. Ferner liesen: Erzgauner, Dian, Norgler, Hallig, Naturbursche, Pindar, Tamerlan, Belletrist, Friedericus Ner, Wartburg, Maimorgen. 3. Rennen. 1. Steden: 1. Erasmus( EH. Mins), 2. Lodung ( Sauß jun.), 3. Klud( Großmann). Zoto: 13: 10. Plat: 12, 23, 19: 10. Ferner liefen: Natalis, Belwin, Johannistäfer, Flamingo, Karneval. 2. Stechen: 1. Erasmus( Ch. Mins), 2. Natalis( Schleusener), 3. Belwin ( Ed. Mills). Toto: 14: 10. Plat: 12, 19, 28: 10. Ferner liefen: Johannistäfer, Klud, Karneval, Flamingo, Lodung. 4. Rennen. 1. Marimus( Ch. Mills), 2. Primel( J. Mills), 3. Dorier ( Hedert). Toto: 16: 10. Blag: 12, 14, 15: 10. Ferner liefen: Eitelfried, Abendstern, Lucie Halle, Peter Spinne, Beate, Erich S., Cilly Dillon, Dolman, Baffer, Ruth L., Orientale, Lombardei, Koryphae, Mag Stufer, Salome, Mistral, Harfenmädchen, Nebellappe. 5. Rennen. 1. Effi( Weidner sen.), 2. Heider( Elias), 3. Goudster fun. ( Retti). Toto: 59: 10. Blag: 24, 17, 36: 10. Ferner liefen: Heimchen, Goudsters Gloria, Anler I, Gram, Campanula, Mirabelis I, Lessing, Erbpring jun., Divisionär, Heliogabal, Turandot, Holstein, Leuchttäfer. 6. Rennett. 1. Leonardo( Ch. Mills), 2. Britton( Großmann), 3. Lindenwirtin I( Sauß jun.). Toto: 20: 10. Blag: 11, 10, 14: 10. Ferner liefen: Dolerit, Morgentau, Megrim, Meister B. 7. Rennen. 1. Michael( Knöpnadel jun.), 2. Quadrat( P. Finn), 3. Frankenstein( Schulz). Toto: 182: 10. Blab: 41, 41, 37: 10. Ferner liefen: Barometer, Abdullah Silver, Niederländer, Friedrichsdor, Notula, Carl Alexander, Ilona B., Dompfaff I, Sinotönigin, Heideprinz I, Potsdam, Daisy Borthy, Gawein, Angriff, Dawson Batts. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginsendungen für diese Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Berlin G 68, Lindenstraße 3 Zeltlagerteilnehmer! Treffpunkt zur Abfahrt der 1. Gruppe am Sonnabend pünktlich 17% Uhd Schlesischer Bahnhof, Gabseite; 2. Gruppe 19% Uhr am gleichen Ort. Das Jugendsekretariat bleibt am 3. Feiertag geschloffen. Heute, Freitag, 19% Uhr: Arlonaples: Schule Elifabethkirchstr. 12. Rulturfragen." Rofenthaler Borstadt: Seim Zehdenicker Str. 25. Die politischen Parteien. Bentrums Seim Landsberger Str. 50. Sumoristischer Abend. Sansa: Heim Bochumer Straße 86. Moabit II: Seint Lehrter Str. 18-19. Ausgang der Bahlen." Falfplay 11: Schule Sonnenburger Str. 20. Bun Bolitische Schlagwörter." der der Sternenwelt." Nordosten: Seim Danziger Str. 32. Fahne und Ge finnung." Birther Plag: Schule Raftanienallee 81. 10- Minuten- Referate, Schöneberg 1: Seim Sauptftt. 15. Was wir in unserem Beruf erleben. Charlottenburg: Seim Rofinenfte. 4. Ergebnis der Reichstagswahlen." Salensee: Schule Joachim Friedrich- Str. 35. Arbeitsgemeinschaft. Bohusborfa Seim Wachtelstr. 1, bei Mohr. fahrtbesprechung. Köpenid: Seim Grünauer Straße 5. Sichtbitber:„ Der Teutoburger Wald." Johannisthal: Heim Rat hans: Rezitationsabend. Rieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. But Men- Sichtenberg: Heim Sauffstraße. Bas ermorten mit vom neuen Reichstag?" Pautam I: Mittelschule Neue Schöne holger Straße. C3M. und SAJ Tempelhof: Alle Beltlagerfahrer treffem Brig: 20 Uhe 19% Uhr im Seim Marienborf, Dorffte. 3( Alte Schule). 8ufammenkunft aller Großsiedlungsgenoffen im Seim Chauffeeftr. 48( Rathaus) Unsere Organisation." Werbebeşirt Reutöln: Engere B.- B.- B.- Gigung im Heim Steinmetz, 114 Beginn pünktlich 19% Uhr. Wichtige Tagesordnung. Erfdeinen aller Mitgliedes des engeren W.-B.-B. ist Pflicht. fchen und Mädel in der Guz." Morgen, Sonnabend: Sumannplag: Treffpunkt zur Bfingftfahrt 17% Uhr Görliger Bahnhof. Lichterfelbe: Treffpunkt zur Fahrt Rheinsberg- Stechlin 19% Uhr Rathaus Steg Tig. Rentölln V: Treffpunkt zur Pfingstfahrt 18 Uhr U- Bahnhof Bergstraße. Reukölln VI: Treffpunkt zur Pfingstfahrt 19% Uhr Herzbergplak( fpätestens 20% Uhr Görliger Bahnhof). Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Machdr. verb.). Start wolfig, vereinzelte leichte Niederschläge, fühl, westliche inde. Für Deutschland: Im Nordosten des Reiches trübe mit Nieder flägen und weitere Abfühlung, fonft in Norddeutschland start wolliges, tibles Better, nur bereinzelt noch Neigung zu Niederschlägen, in Sub beutschland Besserung des Betters. 22 Rabatt IN MARKEN ZUCKER KAISER KAFFEE GESCHAFT Nr. 24445. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Um die öffentliche Wirtschaft. Der Kampf der Politiker und Professoren. Je mehr sich das Feld der öffentlichen Wirtschaft in den letzten Jahren erweiterte, desto planmäßiger wurde die bürgerliche Attacke gegen die öffentliche Wirtschaft. Sie begann mit dem Feldgefchrei gegen die„ kalte Sozialisierung", um die Angst des industriellen und landwirtschaftlichen Mittelstandes vor der Enteignung" in den Dienst des Kampfes gegen die öffentliche Wirtschaft zu stellen. Man beschuldigte dann die Kommunen der Verschwendung öffentlicher Mittel und arbeitete planmäßig darauf hin, daß ihnen die Einnahmen weitgehend beschnitten wurden. Damit traf man zwei Fliegen mit einem Schlag. Einerseits wurden die Kommunen an der weiteren Ausdehnung ihrer wirtschaftlichen Betätigung gehindert, andererseits in ihrer Notlage dazu gezwungen, die Kommunalbetriebe zur Melkfuh" zu machen und dadurch die öffentliche Wirtschaft zu diskreditieren. Die Krönung des ganzen bildete der bekannte Feldzug des Reichsbankpräsidenten Schacht gegen die fommunalen Auslandanleihen, der tatsächlich den Erfolg hatte, daß länger als ein halbes Jahr lang feine ein zige öffentliche Auslandanleihe aufgenommen werden konnte. Be denkt man, daß in der heutigen Lage der deutschen Wirtschaft der Zustrom ausländischen Kapitals zur normalen Erweiterung und Rationalisierung der Wirtschaft unentbehrlich ist, so erfennt man, daß die Bürgerblockpolitik ihr Ziel, die Ausdehnung der öffentlichen Wirtschaft abzubremsen, wirklich crreicht hat. Dieser ganze planmäßige Feldzug gegen die öffentliche Wirtschaft steht natürlich im Dienste bestimmter tapitalistischer Interessen und hat an fich mit Wirtschaftlichkeitsüberlegungen nichts zu tun. Er wird aber dadurch gefördert und angeregt, daß die bürgerlichen Wirtschaftstheoretiker den Zeitpunkt für geeignet halten, mit der Waffe jahrhundertealter liberaler Theorien den Kampf gegen den Sozialismus wieder aufzunehmen. Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt die weitverbreitete Schrift des bekannten Freiburger Nationalökonomen Prof. Robert Liefmann über die Unternehmungsformen in einer neuen Auflage erscheint, die noch schärfer als die vorhergehenden Auflagen gegen den Sozialismus und die öffentliche Wirtschaft gerichtet ist.( Robert Lief= mann, Die Unternehmungsformen mit Einschluß der Genossenschaften und der Sozialisierung. Berlag Ernst Heinrich Moriß, Stuttgart 1928.) des Groß betriebes. Soweit der Bureaukratismus des öffentlichen Betriebes über den des privaten Großbetriebes hinausgeht, handelt es sich um eine historische Erscheinung, die in der Geschichte der Staatsverwaltung wurzelt. So weit aber ist der Bureaukratismus fein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Betriebes, sondern sehr wohl zu beseitigen durch Heraushebung der öffentlichen Wirt schaft aus der Staatsverwaltung und durch Einführung faufmännischer Wirtschaftsprinzipien. Diese setzten sich auch bekanntlich immer scher Wirtschaftsprinzipien. Diese setzten sich auch bekanntlich immer mehr durch. Anders als der Bureaukratismus des öffentlichen Betriebes ist aber der Bureaukratismus des Großbetriebes zu beurteilen. Je größer und weitverzweigter ein Unternehmen ist, desto fomplizierter wird der Zusammenhang zwischen leitender und ausführender Tätigkeit, desto schwerfälliger wird der ganze Apparat. Der Bureaufratismus" dieser Art, der den privatwirtschaftlichen Großunternehmungen nicht weniger eigen ist wie den öffentlichen, fann zwar durch eine möglichst rationelle Organisation des Betriebes weitgehend gemildert, aber nicht völlig beseitigt werden. Es wäre ganz falsch, daraus den Schluß zu ziehen: Also arbeitet der Großbetrieb weniger ertragreich als der Kleinbetrieb, der Konzern oder Trust weniger ertragreich als das Einzelunternehmen. Die Erfahrung lehrt uns das Gegenteil: Der Nachteil des schwerfälligeren Apparates, den der Großbetrieb gegenüber dem Kleinbetrieb aufweist, ist so geringfügig gegenüber den ungeheuren technischen und organisatorischen Borzügen des Großunternehmens vor dem Kleinunternehmen, daß überall der Kleinbetrieb dem Großbetrieb, das Einzelunternehmen den Konzernen und Trusts weicht. Sezen wir an die Stelle isolierter tönnen wir die damit verbundene größere Schwerfälligkeit der Privatbetriebe die öffentliche Wirtschaft, dann Betriebsorganisation um so leichter in Rauf nehmen, je größer die Ersparnisse an Unkosten sind, die durch die mit der Verstaatlichung oder Kommunalisierung verbundene Organisation der Wirtschaft erzielt würden. Bedarfsregelung oder Ertragsprinzip? Die bürgerlichen Nationalökonomen tönnen im zwanzigsten Jahrhundert nicht mehr die heute bestehende Wirtschaftsordnung als einen wirtschaftlichen Idealzustand preisen. Um den Kapita lismus zu rechtfertigen und gegen den vordringenden Sozialismus zu verteidigen, müssen sie eine neue Taftit anwenden. In der angeführten Schrift Liefmanns ist diese Methode zur Meisterschaft stellt. Was Liefmann der öffentlichen Wirtschaft vorwirft, fchaft entwickelt. Liefmann gesteht unumwunden eine ganze Reihe von Mängeln der heutigen Wirtschaftsordnung ein. Aber auf der anderen Seite versucht er nachzuweisen, daß eine sozialistische Organisation der Wirtschaft noch viel weniger dem Wirtschaftsideal entspräche, und daß wir daher die heutige Wirtschaftsordnug als das fleinere llebel vorziehen müßten. Als Ersatz für den Sozialismus schlägt Liefmann der Arbeiterschaft vor, sich mit einer sehr scharfen Erbschaftssteuer, die die Konservierung von Riefenvermögen verhindert, der Monopoltontrolle und anderen Wirtschaftsreformen zu begnügen und warnt fie vor einer weitergehenden sozialistischen Umgestaltung der Wirtschaft. Dabei dient ihm die angebliche Unvollkommenheit der heutigen öffentlichen Unternehmungen als wichtigstes Argument für seine Beweisführung. Liefmann ist auf die öffentliche Wirtschaft sehr schlecht zu sprechen. Wenn man die Kritit, die Liefmann an thr übt, allen Beiwerks entkleidet, reduziert fie fich auf zwei Behauptungen: auf den Vorwurf des Bureautratismus und der Politisierung der Preisbildung. Die Behauptung, daß der öffentliche Betrieb bureaukrati. scher und daher weniger ertragreich arbeite als der Privatbetrieb, ift so aft wie der Liberalismus selbst. Sie ist deshalb so bestechend und irreführend, weil sie zwei Erscheinungen durcheinander wirft, die grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben: den Bureau fratismus des öffentlichen Betriebes und den Bureaukratismus gegen die öffentliche Wirtschaft sein Ziel. Er wirft der öffentlichen Wie das erste, so verfehlt auch das zweite Argument Liefmanns Wirtschaft vor, daß sie sich in einem ewigen Konflikt zwischen zwei Brinzipien befinde: dem Ertragsprinzip, das die rücfichts lose Durchsetzung des Ertragsstrebens auf Kosten der Arbeiter und der Verbraucher verlangt, und dem Bedarfsprinzip, das den öffentlichen Betrieb in den Dienst der Bedarfsdeckung der Wirtist in Wirklichkeit gerade ihr großer Vorzug gegenüber dem Privat betrieb. Was er als einen Konflikt bezeichnet, ist in Wirklichkeit der erste Anfaz zu jener fortwährenden demokratischen Interessen abwägung, die eines der Hauptprinzipien der sozialistischen Wirtschaft ausmacht. In diesem Fall handelt es sich um die Abwägung der Kosten, die die Bewirtschaftung der öffentlichen Betriebe verursacht, und des Nuzens, den die Gesamtwirtschaft aus ihnen zieht. Nur daß freilich heute, wo es noch verschiedene Klaffen gibt, auch bei dieser Abwägung der Klassenkampf eine sehr große Rolle spielt, der in einer sozialistischen Gesellschaft wegfallen wird. Schon diese turze Auseinandersegung dürfte genügen, um die altlosigkeit der Argumente der der Argumente der liberalen Wirtschaftstheoretiker auch in ihrer neuesten Liefmännischen Auflage gegen die öffentliche Wirtschaft nachzuweisen. Noch schlagender aber ist der Gegenbeweis, den das Aufblühen und die fichtbaren Erfolge der öffentlichen Betriebe selbst liefern. Und dies trotz der künstlichen Hemmnisse, die ihnen unter der Ferrschaft des Bürgerblods in den Weg gelegt wurden und von denen eingangs die Rede war. Kein Zweifel: die öffentliche Wirtschaft wird den Feldzug, den die Theoretiker wie die Politiker des Bürgertums gegen sie führen, dank ihrer inneren Lebenstraft glänzend überstehen. Aber auch die heute bestehenden politischen Hemmnisse der öffentlichen Wirtschaft müffen bald aus dem Wege geräumt werden, weil sie mit dem wahren Intereffe der Gesamtwirtschaft unter den heutigen Verhältnissen einfach nicht zu vereinbaren sind. A. B. Deutschnationale und Landbund, hat in tatastrophaler Weise ver sagt. Sie fonnte mit Zöllen die Nahrungsmittel verteuern. Aber das wichtigste leisten, nämlich dem schaffenden Bauern den Weg zu vorteilhafter Broduktion zu weisen, das vermochte sie nicht. Ganze 36 Millionen Mart sind erforderlich, um das Schulwesen und die Betriebsberatung in Breußen auf die Höhe der Zeit zu bringen. Hunderte von Millionen wurden verpulvert, um dem verfrachten Großgrundbesitz das Recht auf die Rente zu erhalten. Die 36 MilSchlechte Schulen- teures Brot! Tvaram der Bauer leidet und der Konsument hohe Preise zahlt Auf der Ernährungsausstellung gibt es eine Menge von Schaubildern und anderen Darbietungen, die die Produktionsweise der Landwirtschaft beleuchten. Man sieht, wie. eine gründliche Betriebsführung in der Landwirtschaft heute schon zu einer Wissenschaft geworden ist, deren Beherrschung allerlei tech- lionen, noch nicht halb so viel, wie einer von den geforderten nisches Verständnis, organisatorische Fähigkeit und praktische Erfah rung in einer ganzen Reihe von Wissenszweigen voraussetzt. Desto notwendiger ist es, daß der moderne Landwirt auch wirklich die Waffen der Wissenschaft erhält, die ihn befähigen, eine möglichst große Menge bester Erzeugnisse aus der einmal geleisteten Arbeit herauszuwirtschaften. In dankenswerter Weise zeigte Ministerialdirektor Dr. Arnoldi gestern Vertretern der Presse das, was Preußen auf diesem Gebiete geleistet hat. Das landwirtschaftliche Schul wesen ist gegenüber der Vorkriegszeit gewaltig ausgebaut worden. Männer und Frauen werden durch Fortbildungs- und Fachschulen in die notwendigsten Kenntnisse eingeweiht, die ihnen die Ausübung ihres schweren Berufs erleichtern. In gleicher Weise wird die Betriebsberatung fortentwickelt, die dem schaffenden Landwirt lehr. reiche Winke für seine Tätigkeit geben soll. Und doch stehen wir erst am Anfang der Aufgaben. Die Agrarpolitit des alten Regimes, heute vertreten durch DUNLOP Panzerkreuzern fosten dürfte, fönnen nicht aufgebracht werden, weil die landwirtschafts, freundlichen" Rechtsparteien es werden, weil die landwirtschafts, freundlichen" Rechtsparteien es nicht wollten. Deshalb stehen wir auch in der Technik der Agrarproduktion noch weit hinter den notwendigsten Anforderungen zurück. Voi den preußisch en landwirtschaftlichen Schulen werden heute nur 53 Prozent der fünftigen Bauern erfaßt( vor wenigen Jahren waren es in in Preußen nur 25 Prozent!). Man tann also damit rechnen, daß etwa ein Drittel, eher weniger als mehr, der fchaffenden Bauern diejenige Ausbildung erhalten haben, die sie brauchen. Bei der Straßenbahn und zahlreichen Inmistries und Handelsbetrieben aber wird nicht einmal eine Hilfs traft eingestellt, ohne vorher durch eine Eignungsprüfung und durch eine ordentliche Ausbildung gegangen zu sein. Wollten die heute vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebsberater sämtliche Bauern besuchen, die ihres Rates bedürfen, so brauchten sie 52 Jahre, um diese Rundreise zurückzulegen. In OPS Freitag. 25. Mai 1928 zwischen hat sich natürlich die landwirtschaftliche Technik weiter ge< wandelt. Dem Bauer aber fehlt die notwendige Hilfe, sich die Errungenschaften der Technik anzueignen. Eine Kuh bringt heute im Durchschnitt 1800 bis 2000 Liter jährlichen Milchertrag. In den Züchtervereinigungen werden bereits 3300 Liter Milch pro Kuh jährlich erzielt. Die Rekordbeistung, die von Züchtern erzielt wurde, beträgt jogar 12 000 Liter pro Jahr immer mit dem gleichen Futter, mit fast den gleichen Ställen, also annähernd mit demselben Kostenaufwand! Unfere Großagrarier aber wollen die Kühe durch Hochschu3zölle auf Milch ermuntern, sich besser melten zu lassen. Braucht man sich dann zu wundern, daß es einer großen Zahl fleiner Bauern trop harter Arbeit schlecht geht, daß wir in Deutschland große Mengen von Milch und Milchproduktion einführen müssen und daß der Konsument trotzdem Ueberpreise bezahien muß? Durch Benußung hochwertiger Saatgutsorten tann, ähnlich wie durch die Anwendung von fünstlichem Dünger, die landwirtschaftliche Produktion ganz enorm gesteigert werden. Heute ist es aber erst ein ganz winziger Teil der Landwirtschaft, der sogenannte Hochzuchtfaaten verwendet. Die anderen Bauern ernten trotz ihrer harten Arbeit eine farge Frucht. Warum? Weil das Schulwesen und die Betriebsberatung versagen. Es ist erfreulich, daß die Landwirtschaft auch diese Tatsachen zur Schau stellt, die von Defonomierat Keiser treffend beleuchtet werden. Was sagen sie dem Städter?- Das bisherige System der Agrarpolitik hat troß aller Anfäße staatlicher und privater Selbsthilfe versagt. Notwendig ist es, daß das landwirtschaftliche Schulwesen und die Betriebsberatung ausgebaut werden. Die Sozialdemofratie hat es in ihrem Agrarprogramm gefordert, die preußische Regierung hat das Werk mit gutem Anfangserfolg begonnen. Erst wenn jeder Bauer richtig produzieren kann, wird es mehr und billigere Lebensmittel geben, aber auch der Ertrag der Arbeit für den Landwirt wird steigen. Hierauf wird man nach diesen Festftellungen die Tätigkeit konzentrieren müssen, die die Reichsregierung und die preußische Regierung im Interesse der Landwirtschaft gu leisten hat. Bericht über den Chemietrust. Die Benzin- und Kunstseideproduktion wird verdoppelt. Auf der Generalversammlung der J. G. Farbenindustrie in Frankfurt, des Deutschen Chemietrusts, berichtete Generaldirektor Bosch über die Arbeiten an der Kohleverflüssigung. Von der jetzt im wesentlichen fertiggestellten Leuna- Anlage wurden bis fanden dort ohne Schwierigkeiten Käufer. Bis Ende 1928 soll die Ende 1927 steigende Mengen Benzin auf den Markt gebracht; sie Benzinproduktion auf 100 000 Tonnen, bis Ende 1929 auf 200 000 Tonnen erhöht werden. Dabei wird die höhere Produktion ohne Vergrößerung der Leuna- Anlagen möglich sein. Man darf daraus schließen, daß die Viertelmilliarde der von der J. G. Farben begebenen Schuldscheine, deren voller Erlös im Jahre 1928 dem Chemietrust zufließen wird, für die Ausdehnung der Braunkohleverflüssigung nicht mehr erforderlich sein, sondern für die Verflüssigung von Steinkohle, die nach den Mitteilungen Boschs jetzt stärker betrieben werden soll, in größerem Maßstabe Verwendung finden wird. Auf die Anfrage eines Aktionärs über den gegenwärtigen Stand der Kunstseidenerzeugung teilte Herr Duisberg mit, daß gegenwärtig pro Tag 11 000 bis 12000 Stilo erzeugt werden, und daß sich diese Tagesproduktion nach der Fertigstellung aller Fabriken auf 22 000 kilo erhöhen werde. Die Erzeugung von fünstlichem Rautschut erfolge augenblicklich noch nicht für den Markt. Man fei noch damit beschäftigt, durch Laboratoriums. versuche für die Massenerzeugung von fünstlichem Kautschuk ein rentables Verfahren zu finden. Reichs Elettrogesellschaft wächst. A.-G. Sächsische Werte und Vereinigte Elettrizitätswerfe Westfalen verhandeln über Beitritt. Wir haben vor furzem berichtet, daß die Elektrizitätsunternehmungen des Reiches, Preußens und Bayerns sich zu einer Aktiengesellschaft für deutsche Elektrowirtschaft zusammengeschlossen haben, die sich die Rationalisierung der deutschen Elektrowirtschaft, zunächst durch Vereinigung der großen öffentlichen Krafterzeuger in einer Studiengesellschaft, zum Ziele gesetzt hat. Gegenwärtig schweben mit der A.-G. Sächsische Werke in Dresden, deren Kapital sich ebenfalls voll im öffentlichen Befih befindet, Anschlußverhandlungen, und auch von der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen GmbH., die von der Provinz und den Kreisen beherrscht wird, wird ein Generalversammlungsbeschluß gemeldet, der die Beteiligung an der A.-G. für Elektrizitätswirtschaft Berlin vorsicht: Der Beitritt foll voraussichtlich erst dann erfolgen, wenn auch mit der A.-G. Säch fische Werte- Dresden eine volle Verständigung über den Anschluß erzielt worden ist. Englische Kredite für Rußland. 200 Millionen Mart für mehrere Jahre. Die Deutsche Allgemeine Zeitung" läßt sich aus London be stätigen, daß es der dortigen Filiale der Russischen Bank für Außenhandel gelungen sei, bei der Londoner Midland- Bank einen Kredit für industrielle Lieferungen von mehr als 10 Millionen. Pfund Sterling für die Dauer von drei bis fünf Jahren zu erlangen. Abgeschlossen seien bisher englische Lieferungsaufträge für Textilmaschinen und elektrische Kraftmaschinen im Werte von 40 Millionen Mart. Ferner sollen Verhandlungen über den Antauf landwirtschaftlicher Maschinen laufen. rund Wenn diese Mitteilungen richtig sind, woran zu zweifeln zunächst kein Anlaß besteht, so scheinen die englische Industrie und auch die vornehmste englische Bank die Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland anders einzuschäßen, als die englische Regierung die politischen Beziehungen zum Sowjetstaat einschätzt. Auf der anderen Seite scheint Rußland, das sich allerdings bei den englischen Liefe rungen auf günstigere Zinsbedingungen beruft, von Deutschland in der nächsten Zeit teine vom Reich garantierten Lieferungskredite mehr zu erwarten. REIFEN Vorträge, Vereine und Versammlungen. Charlottenburg Schiafbeden extt, milbringen, Bilmersbori; Sonntag vor bene Bolsh, Sauptb. Charlattenburg: Sonnabend, 26. mai, 17 he, Bhf. evtl. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 St. Gauvorstand. Standquartiere zum Gaufeft in Brandenburg a b. S.: Areis Westen: Sonnabend Restaurant Escher, Annenstraße; Gonntag Altstädter Rathaus. Kreis Often und Süden: Boltshaus Steinstraße. Kreis Norden: Schweizergarten, Grebenstraße. Nachrichtenzlige, bie nach Branden. burg fahren, treffen fich Sonnabend, 26, Mai, 18 Uhr Bhf. Heerstraße. Sonntag, 27. mai, 11 Uhr, Führerbesprechung im Boftshaus in Brandenburg. Dazu die Kreisführer, Bezirksführer und für Berlin auch die Abteilungsführer. Sur Fahrt nach Brandenburg treten die Ortsvereine wie folgt an: Kreis Osten: Sonntag, 27. Mai, 5 Uhr. Abfahrt per Auto vom Kaiser- Wilhelm- Plaz, Schöne berg. Ramenaben, die mit der Bahn fahren, erwarten ben Kreis auf der Berlin. Brandenburger Chauffee gegen 8 Uhr, Mitte: Sonntag, 27, Mai, 4 Uhr, Neuer Markt. 6. Rameradschaft 3% Uher Gartenstr. 6. Wedding: Radfahrer Sonnabend, 26. mai, 18 Uhr, bei Bonte, Schul, Ede Schwedenstraße. Der Ortsverein fährt Conntag, 27, Mai, vom Potsd. Bhf, 6.50 und 7.20 Uhr. Fahr tapten find am Bahnhof zu haben. Blaketten bis Connabend, 26. Mai, nach mittags, bei Müller, Uferstr. 12. Prenzlauer Berg: Conntag, 27, Mai, 5 Uhr, 27, Mai, 614 Uhr, in ber Borhalle Botsb, Fernbhi. Steglis Ortsverein): 5% Uhr Antreten Sändelplas( fahrt fostenfrei). Angehörige milfen mit der Bahn fahren. Röpenid( Ortsverein): Connebenb, 26. mai, 16 Uhr, Bhf. Röpenid Ab Potsd. Bhf. 18 Uhr, Schlafbeden mitbringen. Sonntag, 27, Mai, 4% Uhr, Bhf. Stopenid. Abfahrt ab Botsb. Bhf. 6.55. Sermsdorf ( Rameradschaft): Sonntag, 27, Mai. Ab Bhf. Hermsdorf 5.23 Uhr, ab Potsd. Bhf. 6.55 Uhr auf Sonntag Rückfahrkarte. Breis 280 M. Standquartier Schweizergarten. Waffersport- bt., Sug Oberfpree und Bug Suderriege: Connabend, 26. mai, 14% Uhr, Botsd, Bhf., Hauptbahnsteig. Nachaligler 18 Uhr Potsd. Bhf., Aufgang Treppe 6. Tiergarten: Radfahrer Sonnabend, 26, Mai, 18% Uhr, Heerstraße, Anfolus an Nachrichtensüge. Kreuzberg: Sonntag, 27. Mai, Autoabfahrt pünktlich 6 Uhr Fontanepromenabe, Treptow: Sonne abend, 26. Mai, erftes Auto 164 Uhr Adlershof, Martiplag: 16% Uhr Niederfchöneweide, Grünauer Str. 8. 8weites Auto: 17 Uhr Baumschulen meg( Berg mann); 17% Uhr Treptow( Dettinger). Abfahrt erfolgt pinktlich, Deden mit nehmen. Reukölln: Jungbanner Sonnabenb, 26. Mai, Abfahrt 17 Uhr, 19.25 und 23.35 Uhr. Standquartier Kreisvoltshaus, Steinstraße. Schlafdecen mitbringen. 3. Kameradschaft Sonnabend, 26. mai, 17 Uhr; Sonntag, 27, Mai, 5.28 Uhr Botad, Bhi. Beißensee: Sonnabend, 26. mai, 16 Uhr, Ab. fahrt von Gallas. Sangesfreudige Genoffen, die die Arbeiter- Sänger- Bewegung förbern wollen, merden gern aufgenommen im Freien Vollschor Tegel, der bestrebt ist, die Sunst pes Boltsgefanges auch in Arbeitertreifen weiter zu entwideln. Uebungsstunden jeben Freitag von 20-22 Uhr Schulaula Trestomstraße. 1. Bfingitfeiertag großes Frühtonzert im Seepavillon Tegel. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Typographisches Drchester. Direktion: Erich Gutzeit. Die Webungsabende finden jeden Freitag von 20%-22% Uhr in Neukölln, Hermannstr. 199, statt ( Restaurant Gängerheim, Inh. Joh. Lausch). Gesucht werden ein Klavierspieler, Schlagzeuger, Baß, zur Verstärkung Cello, Bratsche, Trompete, Posaune, Klari nette und Flöte. Freitag, 25. Mai, nach Schluß des Uebungsabends, Bersamm lung Neuwahl der Vorstandes. Berschiedenes. Gäfte zum Uebungsabend stets willkommen, Juteressenverband der burch Automobil. und andere Verkehrsunfälle Ge. schädigten, e. V. Geschäftsstelle: Berlin NB. 40, Rathenomer Str. 5( am alten Kriminalgericht). Sprechstunden und fostenlose Auskunftsertellung täglich von 5-7 Uhr nachmittags. Freie Schulgemeinde Bohnsdorf. Die am Freitag, 25. Mai, fällige Monats verfammlung wird auf Freitag, 1. Juni, perlegt. Tagesordnung: Bienreise unferer Kinder; Elternbeiratswahlen. Zahlreiches Erscheinen dringend notwendig. Jetzt ist es höchfte Za MAI 25 FREITAG SONNABEND für Jhre PfingſtKleidung! Wir liefern sie Ihnen nach wie vor TeilZahlung ohne Preisaufschlag in Raten auf unfere ausgezeichneten niedrig. Preife IM OSTEN: IM SÜDEN: Gr. Frankfurter ftrol+ Kottbuserdamm 72 Ecke Krautstraße Ecke Lenaustraße Am Straußberger- PL Nähe Hermann- PL Vereinigte Industrie- Unternehmungen A. G.( Viag), Berlin. Aktiva Beteiligungen und Wertpapiere Forderungen Bilanz zum 31. März 1928. RM . 172 718 982.97 37 429 001.80 Anleihe- Disagio 1 718 187.93 Abschreibung 1718 187.93 Bankguthaben Kasse Einrichtung Bürgschaft für Elektrowerke- Anleihe 31 500 000.Bürgschaften für uns angeschlossene Unternehmungen 9 422 995.9 873 668.49 2215.71 1.220 023 869.97 Aktienkapital Gesetzl. Rücklage 6°, amort Goldschuldverschr. v. 1925 ( 5 700 000 Dollar). 61% amort. Goldschuldverschr. v. 1926 ( 6 000 000 Dollar). 7% amort. Reichsmarkschuldverschr. von 1926 Verbindlichkeiten Gewinn: Vortrag aus 1926 27 174 024.71 Reingewinn 9950 140.66 Bürgschaft für Elektrowerke Anleihe 31 500 000.Bürgschaften für uns angeschlossene Unternehmungen 9422 995.Gewinn und Verlustrechnung zum 31. März 1928. Aufwendungen Unkosen einschl. Steuern Zinsen. Abschreibungen auf Anleihe- Disagio Gewinn 515 320.54 2381 585.35 1718 187.93 10 124 165.37 14 739 259.19 Gewinnvortrag Provisionen Dividendeneinnahmen Passiva RM 120 000 000.12 000 000.23 940 000.25 200 000.20 000 000. 8 759 704-60 10 124 165.37 220 023 869.97 Erträgnisse 174 024.71 18 105.13 14 547 129-35 14 739 259.19 Auch für Sie das Richtige zu unseren wirklich günstigen Zahlungsbedingungen. Wir kommen Ihnen vor dem Fest besonders entgegen! Herren- Konfektion Sakko- Anzüge 1.2- reib, aus Cheviot, Melton, Gabardine, Kammg- gute Verarb. 36.- 42,- 48,- 55.- 64.- 72.84-92-110.- bis 145.- M. Blaue Sakko- Anzüge 1- und 2- reihig aus Melton, Kammgarn, Twill 58. 63.- 75.- 84.98,- bis 130.-M. Ulster- Paletots ans Gabardine, Shetland- und Marengo- Stoffen, nene Fassons 48.- 56.- 64-75.- 86.95.- 105.- 112.- bis 180.- M. Sport- Anzüge mit .2 Hosen, auch mit Knicker bocker, aus besond. haltb. Stoffen 94.- 35.- 42.- 49.- 56.- 64.75.- 86.- bis 115.- M. Damen- Konfektion Damen- u. Backfisch- Mäntel aus Rips, Kasha, Herrenstoff, Seide 16.50 19.50 25.- 36.- 45.- 58.69.- 75.- 84,- bis 110.- M. Straßen- u. Sportkostüme aus Rips, Kasha, Herrenstoff 28,- 36.- 48.- 55.- 62, 75.- 84.- bis 100,- M. Nachmittags- Kielder aus Popelin, Rips, Kasha. Veloutine 9.75 12.- 16.50 19.75 25.- 29.50 36.- 43.- 52.- 60.- bis 80.- M. Tanz- u, Gesellschaftskleider as Taffet, Crêpe de Chine, Georgette, Veloutine 14.50 17.50 22.- 29.- 36.- 45.52.- 59.65.- bis 80.- M. Strickkleider, Lumberjacks, Pullower, Strickwesten aparte Neuheiten in enorm großer Answahl Lelbwäsche, Tischwäsche, fertige Bettwäsche Weißwaren, Inlette, Drelle. Trikotagen, Oberhemden Teppiche, Gardinen, Stepp-, Chaiselonguedecken Wandbehänge. Tischdecken, Vorlagen Frottlerwäsche- Bademäntel Bettfedern u fertige Bettenräftigen Qualition Unsere Schuhwaren- Abteilung bietet Ihnen eine große Auswahl für Damen, Herren und Kinder in einfacher u. Luxusausführung. GateFabrikate, tadellose Paßform KAUFHAUS Modern Großer Anzug- Verkauf 10 Monate Kredit Serie 1: Sport- Anzug mit 2 Hosen 59, Anzahlung 6 M. Serie II: Straßen- Anzug 7 M. ged. Qual. 72, 98.- Anzahlung Serie III: Blauer Anzug 9 M. guter Kammgarn 89.- Anzahlung French- Coats, Regenmäntel 20% Rabatt auf die Anzahlung für die Leser des Vorwärts" Gebr. Kassner Bülowstr. 6, am Nollendorfplatz Eleganter Herrenanzug aus gut. Kammgarnstoffen, gestreift und kariert, guter Sitz u. Verarbeitung 69.Fesches Sommerkleid aus prima VollVoile in, mod. Mustern, wie Abbildung 22.A Kenner trinken nur Pilsator ■ das Qualitätsbier in allen einschlägigen Geschäften zu haben, eventuell weisen wir Bezugsquellen nach. Anzufragen: Amt Alexander 2975. LÖWENBRAUEREI BÖHMISCHES BRAUHAUS AKTIENGESELLSCHAFT Allein Vertretungen werden für größere Provinzplätze vergeben. en! htig angezogen können Sie ohne Schwierigkeiten sein wenn Sie sich Kleidung für Damen Herren aufTeilzahlung Raufen Kleine Anzahlung! Geringe Wochenraten! Heinrich Georg Schöneberg Berlin.O. Hauptstr.157 Andreassin 28 T Zum Pfingstfest TRAURINGE Preisliste gratis 1 Ring Dukatengold( 900 gest.) zum Reklamepreis von Mk. 18.Gediegen und modern Mk. 22.Mk. 28.Schwere Ausführung 1 Ring( 585 gest.) Gediegen und modern Schwere Ausführung Mk. 12.Mk. 15. 8 karat, Ringe v. Mk. 4. bis 1. p. Stick. Gravieren gratis zum Mitnehmen. Ges. geschützt Hermann Wiese, Berlin Nassauer Str. 12 Ständig ca. 3000 fugenlose Trauringe am Lager. Was ist Togal? Togal Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! lleber 4500 Aerzte und Professoren anerkennen die hervorragende Birkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apothefen. Preis Mr. 1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl. Unterhaltung und �Nissen II UM II II IWIW I i WI>»I>MW>»»MIM»»I»M�M»MrM»rM»MMM1sIsNI Wo der blaue Peter weht. Bilder aus dem dunklen London. Die Nacht in der Opiumkneipe. Die gelbe Schminke ist gut verrieben, die Augenhöhlen haben ihre natürliche Rundung verloren und find etwas schlitzig geworden, auch die Perücke sitzt sest. Ti To, der Wirt des chinesischen Boardinghauses, in dem ich eine Nacht zubringen will, ist zufrieden mit mir. Zeitig leg ich mich zu„Bett", und so können die anderen fünf, die noch mir komnien, nicht ahnen, daß ich unter der schmutzigen Decke eine für einen echten Chinesen verdächtige Ueberlebensgröße besitze,«sie kümmern sich nicht um mich, unterhatten sich noch ein wenig, drehen das Gaslicht aus und schlafen ein. Sie schlafen fest. Die Arbeit eines anstrengenden Tages liegt hinter ihnen. Wenn das Radiumgeleucht auf der Armbanduhr schwächer wird, ist es wieder Tag, und die Chinesen werden auf- stehen. Tee trinken, in den Docks arbeiten, sich zanken, sich wieder vertragen: was für Witze sich Chinesen wohl erzählen werden? Auch dieser Tag wird wie die anderen Tage sein, diese Nacht ist wie die onderen Nächte in ihrer asketischen Einfachheit dieses Zimmers, dos wie eine schlecht« Gefängniszelle aussieht... Halb drei. Zwei flüstern miteinander. Wovon? Bestimmt doch vmn Opiumschmuggel. Warum? Erstens ist Opium immer inter- essant, und wir Reporter lieben das. Zweitens hat hier erst neu- lich die Polizei eine Streike nach seinen Spuren unternommen und dabei Erfolg gehabt. Dos Opiumverbot, das der Londoner Magistrat 1S1K erlassen hat, ist in Kraft geblieben, wird aber noch vielfach übertreten. Um drei. Das Geflüster hat aufgehört. All« schlafen wieder. Keiner ist auf den Gedanken gekommen, das Fenster zu öffnen. Die Lust wird schlecht. Mir auch bald. Da stehe ich auf. Und streiche m der Richtung, in der ich den Ausgang vermute, durch das Haus. Aus einigen Türspatten dringt Licht. Zwei sind so weit ge- öffnet, daß man durch sie hindurchsehen kann. Ein Chinese saugt gierig an einer Opjumpfejse. Ein langer Europäer liegt wie im Delirium am Boden, neben ihm die Pfeif«. Die Gaslampe flackert, zitiert, verstärkt den Eindruck, als ob Leben hier verlösche nach einer hohen Fieberkurve des Entzückens. Es fft— furchtbar? Was wissen wir? Es ist so traurig alles in der Hafennacht. Wie es tagt, wird hinter den schiefen Mauern an einem Schiffsmast gerade der Blaue Peter hochge, zagen: der internationale Wimpel des ausfahrenden Schiffes. Das halbe Leben arbeitslos. Im Gesamtbild des Hafens verliert sich die Menge der Chi- tiefen. Fest ansäflig sind in London kaum lausend(aber Zehn- tausende fahren als Heizer auf britischen Schiffen, wo sie nicht be- liebt sind bei den Klassengenossen, weil sie in ihrer Bedürfnislosig- keit die Löhne drückend ihre Häuser verteilen sich aui wenig« Straßen nur. ihre Läden und Ca lös vermeiden jede aufdringliche Reklame, ihr« Söhne sind in den chinesischen Freiheitskrieg kämpfen und sterben gegangen, ihr« Frauen bekommt man überhaupt nicht zu Gesicht. Verläßt man ihr Revier und geht man d tri wärt? bis zur Towerbridgs den Hafen entlang, den in seinen Grundzügen die Themse bildet, verschwinden sie bald ganz und der„Docker" be- herrscht das Feld. Aber auf diesem Feld ohne Erde wächst Ihm nicht viel. Die Handelsschiffahrt, vom Willen der Naturmächte gleichermaßen abhängig wie von dem der Politiker und Kausleute, bringt es mst sich. daß. tagelang überhaupt nicht» zu tun ist, dann wieder Hochbetrieb flutet. Derbrennen die Farmer in Südamerika «inen Teil der Kornernte, wie es ja tatsächlich geschehen ist, damit auf dem Weltmarkt die Getreidepreise in die Höhe getrieben wer- den, dann sind es nicht nur die hungernden Kinder Europas, die darunter zu leiden haben. Wenn in der Schiffahrtsbörf«, wo mit Vermittlung des Brokers das Frachtangebot des Schiffsbesitzers mit dem Frachlbedürfnis der Verfchiffers in Uebereinstimmung gebracht wird, Laderaum gekauft wird und Schiffsruten bestimmt werden— dann bat das Tag«. Wochen und noch Monate später sein Echo aus dem Mund der„Ganger" auf den langen Hafenkais. Die Ganger, «ine Art Obleute, heuern an Docken, halbtagsweise an, wen sie brauchen, wenn ein Schiff einläuft und gelöscht oder geladen werden will. Es ist eigentlich immer ein Ueberangebot an Dockern da. Und schon dos Glück, einen nur halbtägigen Arbeitsabschluß zu machen, bat im allgemeinen nur, wer im Besitz einer Preferenzkarte ist. Der Docker arbeitet kaum jemals länger als eine halb« Woche. Unter» stützung bekommt er erst bei längerem Arbettsousfall und auch dann mir wenig. Leise, wie«In großes Versprechen, fährt so ein Schiff ein. macht sest, läßt die Quarantöne'laage fallen, sich von Behörden und Agenten der Compani« wichtig« Unterschriften geben, den Bauch aufreißen. Ladung entnehmen, Ladung wieder hineinstopfen, schluckt, ein unersättliches Tier, einen Eisenbahnwagen nach dem anderen, läßt an den Zahnlücken des Geländers, an denen das Fallreep hängt, noch ein paar Passagiere durchschlüpfen, läßt sich sauber putzen und scheuern, mit de», Blauen Peter bewimpcln. diirchkliit- geln, durchsuchen, durchdampfen, um dann wieder leise weiterzufahren, indes vom letzten Steward bis zum ersten Offizier die Be- sotzung verärgert fft, kaum an Land gekommen zu sein. Mst der Hoffnung aus Segen war es aber auch bei den Dockern nicht allzu viel, und niemand weiß, was morgen sein wird... „Trinken wir noch«inen Porter zum Trost!" Wo denn? In Kellern und Klubs. Ab zehn Uhr abends darf in England öffenttich kein Altohol- getränk mehr ausgeschenkt werden. Selbst dort, wo aus dem Plan von London zwischen den blauen Flecken, welche die Lage der Docks verraten, die Linien ganz eng aneinanderrücken, so daß man in den Straßen, die sie bezeichnen, das verruchteste Hafenleben er- warten könnte—. selbst da sst es in der Nacht still und traurig, leer und dunkel. Das etwas nördlicher gelegene Whitechopel haben die dort eingewanderten Ostjuden kutttviert. und sogar das achtund- achtzigste Haus der Hantrury Street, tn dem Jack, der Ausschlitzer, gelebt haben soll, lehrt nicht mehr das Gruseln. Was imn die mehr nach der Themse zu gelegenen Hafengassen anbetrifft, so hat sich hier in der jüngsten Zeit vieles verändert. Gewiß, auch jetzt wird noch nach zehn Uhr geschimpft und geboxt, doch geschieht es unter. irdisch, heimlich, in Kellern, ohne Orchestrionbegleitung. ohne Radau. Man kam, in diese Keller schon mal hineinkommen, wenn man nicht allzu fein angezogen sst, und man wird sehen, daß es ziemlich übel zugeht, ohne alle Romantik, ganz anders als im Kino, ganz anders als tn Romanen. Wie sst es nun oben? Nie wagt str den Quartieren der Londoner Docks ein Mädchen einen Mann anzusprechen, obwohl die Not oft leicht genug dazu verleiten könnte. Di« brutale und einfache Formel, nach der sie hier ihr ängstliches Leben führen, heißt: Lieber einen Mann weniger im Bett als«in Jahr mehr im Gefängnis. So streng wird das An- sprechen bestraft. Der Manr. muß den Ansang inachen. Das er- laubt die Polizei. So ist es wie auf einem großen, häßlichen Friedbos. So sst « wie in allen anderen Armenvierteln von London. Haus neben Haus steht wie Elendblock neben Elendblock. Licht fehlt, Platz fehlt, Lachen fehlt. Die Zimmer sind winzig klein. Die Lust ist schlecht. Nicht nährkrästig das Essen. Sparsamkest mutz an allen Ecken und Enden wallen. Kleine Kinder kriechen durch Schmutz. Kommt der Docker abends müde nach Haufe, kann er sich freuen, wenn die Frau Geld genug hatte, ihm ein warmes Essen zu kochen. Aber jedenfalls kommt er nach Hause. Die Kelle, kneipen sind mehr ein« Angelegenheit der Seeleute. Zeitig gehen die Familien zu Bett. Ost haben sie bloß«ins. Nur im Umkreis der Kanadadocks kommen weit mehr als Hirn- dert jung« Menschen allabendlich ziemlich spät nach Hause. Sie kommen aus ihrem Klub. Jungen und Mädchen spielen dort, lesen, hören Vorträge. Am Montag und Freitag dürfen die Jungen sogar mit den Mädchen Zusammensein, am Montag, um miteinander Whist zu spielen, am Freitag, um miteinander zu tanzen— und ihr habt hier gleich ei» Beispiel von der permanenten englischen Revolution, denn ,chas mit dem Zusammentanzen," sagte mir der Kapitän,„das ist ein Experiment, hat sich aber, wie zu- gegeben werden muß, bewährt. Aber auch schon vor diesem Experi. ment der Koedukation"— man merkt noch beute dem Kapitän einen gewissen Horror vor dem Wort an—„kamen die jungen Menschen gern zu uns, froh, dem häuslichen Elend auf einige Stunden entlaufen zu können..." Was sich ja nun allerdings verstehe,, läßt. Charlies Museum. ..Eee«, mmoch zwei Porter..." „Na, Sie sind doch bloß eine Frau!" „Die andere liegt draußen..." Dieses tragikomische Gespräch Härle ich bei Charli« Brown. Charlie Brown» Haus. Ecke Westindia Dock Rood und Earford Street, nimmt nämlich eine Ausnahmestellung ein. Hier fließt das Bier reichlich, warten Mädchen darauf, angesprochen zu werden, schließlich sind sie auch selber mal ansprechend, und vor ollem ist«s der ganze Rahmen: Da stehen und hängen aus Tischen, an Decken und Wänden kunstvolle� Schiffchen, ausgestopsl« Tiere, die es gar nicht gibt. Schlangen, Schildkröten, B iffelköpis, Kannibolenschädel, Bärenfelle, ein zweiköpfiger Hirsch, ein zwölfbeiniges Kalb. Bei diesen herrlichen Sachen muß der Polizist ein Auge zudrücken, falls er nicht will, daß es ihm blau geschlagen wird, wenn auch noch nach zehn Uhr ein Schnaps ausgeschenkt wird. Bor Eharlie hoben die Seeleute Respekt, und sie mögen ihn gern. Sie haben ihm auch alle diese wunderlichen Sachen mitge- bracht, die da herumhängen. Warum soll man dem vervückien Huhn, wenn es so etwas sammelt, nicht ein« Freude machen? Das verrückte Huhn hinter der Tek«, hemdsärmelig, fett und bieder, gehört mit zu den schwerreichen Leuten von London... Im ersten Stock, in einem an sich ziemlich geschmacklos möblier- ten Zimmer, hat. was nur ganz wenigen bekannt ist, Eharlie«in« äußerst wertvoll« Sammlung bronzener und elsenbeinerner Kunst auigehauft: Götter und Menschen, Gläser und Porzellane, Waffen und Schmuck. Münzen und Spiel«, Indien, China, Mexiko— und die Londoner Museumsdirektoren, die von de? Herrlichkeit wissen, blicken neidisch nach Osten. Manchmal kommt einer mrgewoirdert, was ab, zukaufen, hat aber nie Erfolg. Eharlie gibt nichts raus. Die Seeleute und Docker haben andere Sorgen als die um Elfenbein und Bronze, wissen auch gar nichts von der kostbaren Sammlung über ihren Köpfen. Wichtig ist ihnen Cbarlies Ale. Wichtig ist Charlies Whisky. Wichtig ist, daß dos Mädchen ein Zimmer hat, aber es geht auch so. Wichtig ist. daß morgen neue Schiffe kommen. Wichttg sst, daß der Ganger«inen zum Kisten- karren, der Kapitän zum Fahren nimmt. Wichtig ist der Blaue Peter. Und wenn gar nicht» klappt? Dann stellt man sich vier Straßenecken weiter am Beeches Square mit an, wo der Staat die Eilsschreibungen vornimmt zur Auswanderung nach Australien und Kanada. �___ Erich Gott getreu. Delinquentenmühe. Von Friß Neck-Malleczewen. Am IE März Neunzehnhundcrttrndfechs, als eben die Revolu- tion zerschlagen war, fuhren wir in den Kapitelsaal zu Angelique Rosens Hochzeit. Der Tag war«in nagelneuer Frühlingstag und schon ganz warm, und wir fuhren im offenen Wagen durch diesen Frühlingstag über den Thronfolgerboulevard, und es war sehr an- genehm, dos wir zum ersten Male nach der Assäre in der Mond- schurei wieder die weiße Uniform trugen. An der Ecke des Tollebenboulevards l>ält mit einem plötzlichen Ruck der Wagen. Freuichchen... Du, was hältst du? Weißt du nicht, daß es Zeit ist?" Da antwortet der Kusscher nun durchaus nicht. Ruit was denn? Es quillt da aus der Nikolaistraß« eine ganze Menschen- kolonne: in Sektionen zu acht graugekleidete Menschen... gefesselte Menschen, und an jedem Sektionsflügel geht je ein Soldat mit auf- gepflanztem Bajonett. Nun, was denn weiter? fragen sie. Es waren Revolutionäre, die in den nächsten Tagen in den Sandbergen an der Düna erschossen werden sollten. Ach bitte, es fällt mir gar nicht ein, darüber zu spintisieren! Ich habe nun drei Revolutionen«riebt, bitte ich Sie zu bedenke». ich weiß, daß man solch« Dinge mindestens von zwei Seiten be- trachten kann und vergesse durchaus nicht, daß ich selbst auf der«inen stehe.... Aber was wirklich merkwürdig war an diesem Falle: eine alte Mütze flog, als wir den Zug passierten, in unseren Wagen, mitten aus diesem Zug heraus war sie gekommen. Vielmehr der Teil einer Mütze, ein mit Droht versteifter Mützznboden, und er flog gerade in den weißseidenen Schoß von Nastascha Plate?, deren Brautführer ich war. Es war ja nun ganz klar, daß einer dieser Delinquenten sie nach uns geworfen hatte, und unklar war nur, ob ihm gerade die Hände ungesessell geblieben waren oder wie es sonst hatte kommen können. Und klar war es nur nur, daß er sich geärgert hatte, well er sterben mußte, und wir beide im Wagen waren doch junge Menschen und fuhren durch den Frühlingstag und wollten Angelique Rosen verheiraten, und die Sonne schien auf uns beide und aus meinen weißen Kürassierkoller und meinen Stahlhelm,. und nachher würde man sich dann doch die Nase begießen und de» alten Herren Räubergeschichten erzählen von Liao-Iang und von Mukden, und dann würde das immer lustiger werden, bis man in aller Seligkeit gerode einschlafen würde, wenn man die grauen Kerle da in den Zentralgefängnissen zum Sterben weckte. Nun ja. solch ein Unbekannter hotte sich geärgert über sein zweifelhaftes Leben und sein unzweifelhaftes Sterben und da hatte er fein schöbiges Mützenskelett nach uns geworsen, daß es gerade in Nataschas weißseidencn Schoß gefallen war. „Geben Sie her... ja, bitte, nicht fortwerfen, derlei bringt Glück!" Infolgedessen habe ich die Mütze behalten. Und wenn sie mir heute, nach beinahe zwanzig Iahren, in die Hände gefallen ist, was kann ich dafür, daß ich von Zeit zu Zeit den Drang bekomme, in den Requisiten meiner Jugend zu wühlen, wie andere den „Sapoj"') bekommen? Das merkwürdigste an dieser Mütze ist übrigens, daß unter dem Futter der Boden mit altem Zeitungspapier ausgeklebt ist, mit alten vergilbten Zeitimgsfetzen. Man kann nur noch Bruchstücke lesen, dort, wo die Falten etwas übrig gelassen haben. Was man da lesen kann in dieser papierenen Hirnschale des Toten? Erste Kolumne: „Eisbrecher Permak... drei Meinbürger... Alkohalvergif- tting.. moskausche Dorstadt... sechsundsünfzigjährige Prostituiert« Isakowna..." Räch st«Kolumne: Zur Ankunft des kaiserlichen Hofzuges... Dwinsker Bahnhof. Generalgouverneur Sakomelski und andere hohe Militörc... Empfang erschienen... Ferner hotten das Glück, von Se. Majestät angesprochen zu werden... Erzbischos Agathangel... auf einer geschnitzten Schüssel Salz und Brot überreicht... Weiter:„Baltisches Geschwader... Kreuzer Korejez.-, Kaiserstandorte... Salut von hundert Kanonenschüssen..." Wieder eine:.„Kaiserliche Pacht... Polarstern... Newa- brücke... ständig unter Dampf. Leben des Zaren... Oranien- bäum... Gardcrcgiment Preobrashensk... Zwangsansiedlung im Gouvernement Olonetz..." * Wenn man den Fetzen auseinanderzerren wollte, so könnte man wohl noch mehr russische Geschichte lesen, hat schließlich keinen Witz. Die«ine Partei ist schlafen gegangen und die andere, repräsentiert durch den verschollenen Besitzer der Mütze, hat am Morgen des siebzehnte» März Nennzehnhundertundsechs in den Sandbergen an der Düna aus kaiserlich russischen Dreiliniengewehren sechs Schüsse bekommen... visp in die Brust und einen in den Leib und noch «inen mitten ins Gcsscht. über dem einmal dieser Fetzen da gesessen hat. Um die gleiche Stunde, als wir von den Whisttischen ous- standen. Ach Gatt, was ist schließlich dabei? Bor zwanzig Jahren die eine Partei und vor bald sieben Jahren die andere und morgen vielleicht wir und dann wieder die andere. Die Mütze sst ein unappetitliches und sentimentales Residuum. Ich werfe die Mütze ins Feuer. Die Mütze wenigstens fährt gen Himmel. Und Angelique Rosen, die wir damals verheirateten, hat inzwischen acht lebendige Kinder zur Welt gebracht. Troposphäre und Stratosphäre. Was wir von den Lustschichten wissen. Die vielbesprochenen Versuche unserer Flieger, in immer höher« Luftschichten«mporzugelangen, der kühne Plan, mit der„Luitrakete" über die Atmosphäre der Erde hinauszufliegen, haben das Interesse für die höchsten Luftschichten immer mehr gesteigert, und man hat auch bereits ein« ganze Anzahl neuer Erkenntnisse gewonnen, über die I. Bartels in den„Nalutwisseisschasten" berichtet. Man unterscheidet in der Atmosphäre.zwei Schichten: eine untere, die T r o p o s p h ä ne, in der sich die Witterungsvorgäng« abspielen und die Temperatur nach oben abnimmt, und eine obere, die Stratosphäre, in der die Temperatur in vertikaler Rich- tuna nahezu gleichmäßig ist oder longsam ziininmn. Die Grenzfläche zwischen beiden liegt am Aequator lö Kilometer, am Pol etwa 8 Kilometer hoch. Mit dieser verschiedenen Höhenlage hängt es zu- sammen, daß die Stratosphäre über dem Aequator kälter ist als in gleicher Höhe über dem Pal. Die höchsten Ballonausstiege, bei denen mit meteorologischen Instrumenten Messungen vorgenommen wur- den, erreichten in Batavia eine Höhe von ZI Kilometer. Datei war die tiefst« mittlere Temperatur minus 85 Grad in 17 Kilometer Höhe: in einem Fall wurde minus»2 Grad in 15,5 Kilometer Höhe gefunden. Wenn man etwas über den Zustand der darüberliegende» Schichte» erfahren will, ist man vorläufig noch auf indirekt« Schlüsse angewiesen. Unter den Vorgängen, die von dein Dorhondenjei» einer'Atmosphäre in sehr großen Höhen zeugen, ist die Dämmerung schon lange systematisch beobachtet worden, ohne jedoch' genauere Angaben zuzulassen. Einfacher liegen die Verhältnisse be! den leuch- tenden Nochtwolken. bei denen es sich venrnttlich um sein verteilte Eluptionsprodukte handelt. Man hat silberhelle Wolken nach um Mitternacht in einer Höhe bi« zu 83 Kilometer beobachtet. Sternschnuppen erscheinen durchschnittlich in einer Höhe von 12tt Kilo. meler, gelegentlich auch von 170 Kilometer: sie bestehen aus Eisen oder Stein und sind ost nicht größer als eine Erbse. Das Polarlicht geht nach den photogra,»metrischen Messungen niemal? unter 77 Kilometer herab. Man hat Strahlen gemessen, die bis über 1 0 0 0 Kilometer hinaufreichten. Heber den Zustand dieser höchsten Atmosphärenschichten ist man vorläufig noch auf Verinutun- gen angewiesen, aber es ist«in rascher Zuwachs unseres Wissens zu«rhofsen, durch den viele der noch hypothetischen Aussage» an Sicherheit gewinnen werden. Lichlcmpsindüchkcil augenloser Tiere. In der bayerischen Akademie der Wissenschaften wurden bemerkenswerte Beobochkungen über das Zwisihenhirn alz Lichtsivnesorgan mitgeteilt. Donach reagieren Elritzen auch noch nach vollständigem Verlust beider Augen auf Licht: sie färben sich bei Belichtung dunkel und bei Verdunkelung hell, so sie lasse» sich auf Lichtrsizc dressieren. Bringt man sie in einem schwach erhellten Raum unter und belichtet sie kurz vor jeder Fütterung und wahrend derselben mit einer stärkeren Lampe, so lernen sie in wenigen Tagen, daß die Belichtung flir sie Futter be- deutet: sie reagieren dann schon auf den Lichtreiz ollein ohne An- Wesenheit von Futter, suchen dieses auf die Belichtung hin, schnappen nach ollen Seiten und springen sogar aus dem Wasser, wenn sie ge- wohnt sind, das Futter an der Oberfläche zu erl>atten. Diese Reaktion wird nicht durch einen allgemeinen Houtlichtsinn, sondern sie läßt sich nur von einer bestimmten Stelle des Kopses auslösen, die der Loge des Zwischenhirns entspricht. Hier ist bei Reptilien das Parietal- organ(Scheitelauge), das man auf Grund seines Baues schon lange als rudimentäres Aug« anspricht. Das bei Fischen an der«nt- sprechenden Stelle liegende Pari eml organ steht auf einer primitiveren Stuf« und hat keine Augenähnlichkeit. Versuche an Elritzen leh'«". daß die Lichtempfmdlichkeit nicht aus dieses Organ beschränk sondern anscheinend den, ganzen Zwischenhirn zukomntt •) Säuferwahnsinn. Billige TIETZ Lebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee* Belle- Alliance- Strasse* Brunnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausseestrasse Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Obst and Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen. von an Geflügel Wolga- Hühner und 108 Tauben... Stück von 78Pf. an Junge Gänse Pfund v. 150 an Seifches Sleisch Pa. Schweinebauch ohne Beilage, Ptd. 80Pt. Pa. Schweineschinken .Pfund 92Pt. Pa. Kassler mild gesalzen........ Pfund 1,15 Pa. Eisbein mit Spitzbein, mild.... Pfund 52Pt. Pa. Liesen u. Rückenfett bratfertig, Pid. 72Pt. Kalbskamm ohne Beilage......... Pfund 84Pt. Kalbsnierenbraten Pfand 92Pt. Kalbskeule u.- blatt. .Pfund 98Pt. Pa. Masikalb- Schnitzel.......... Ptand 2,60 Pa. Schmorfleisch ohne Knochen, Pfund 1,20 Pa. Suppenfleisch Pfund von 74Pt. Pa. Schabefleisch Pa. Ochsenschwänze Pa. Rinderleber. Pa. Rinderbacken. an ...... Pfund 1,24 .......... Pfand 76Pt. Pfund 1,06 ..Pfand 38Pt. Pa. Rindertalg ausgelassen...... Pfund 52Pt. Gefrierfleisch Pa. Ochsenschmerfleisch Keale, o.Kn., Pid. 1,08 Pa. Goulasch ohne Knochen...... Pfund 80Pt. Pa. Suppenfleisch Pfund von 60Pt. an Pa. Hammelvorderfleisch Pfund von 78Pf. an Pa. Kubeuter frisch... Pfund 20Pt. Pa. Rinderlungen frisch.......... Pfund 28Pt. Pa. Rinderherzen frisch.......... Pfund 45Pt. Pa. Schweinekopiem, Fettbacke, frisch, Pfund 48PL Konferen 1/1 Dose 110 Sische und Räucherwaren Kolonialnarnn * Kabliau o.Kopf, 1.g., Ptd. 18PL. Seelachs od. Rotbars Pid. 45Pt. Kalif. Pflaum. Pid. 55, 45, 38Pt. Kaisererbsen....... 1,57 Schellfisch..... Pfund 20Pt. Pomm.Flundern Ptd. 34Pt. Bosn. Pflaumen... Ptd. 26Pt. Jg. Erbsen mittel...... 82Pf. * Rotbars......... Ptand 25PL Räucherheringe st. 15Pf. Pllaumen entsteint, Ptd. 38Pt. Jg. Erbsen......... 76PL Erbsen m. geschn.Karott. 78Pt.* Filet v. Kabliau Ptand 30Pt. Räucheraale... Pfand 2,60 Kalif. Birnen.. Plund 78Pt. Sellerie in Scheiben..... 98Pt.* Leb. Hechte Ptd. v. 85Pt. an Stückenlachs..Pfund 2,30 Kalij. Aprikosen pid. 85Pt. Stangenbrechbohn. 88Pt. Fettbücklinge.. Pfund 38Pt. Nur Leipziger Str., Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kottbuser Damm. Belle- Alliance- Sir. Kalif. Pfirsiche Pfand 76Pt. Spinat................. 50Pf. Gem.Backobstpid.58,45Pt. Grat, 1.85P Karolinen- Reis Pfund 38Pt. Jung.Gemüse sehr fein 1,60 Portug Delsardinen Part 952 Klub- 850. Grat, 10585. 4 Käse und Sette Dose Moulmain- Reis Pta. 30Pt. Hartgriess...... Pfund 29Pf. Weizengriess.. Pfund 27Pf. Jg. extr.kl. Karotten 96Pt. Rote Beete............ 48PL Birnen halbe Frucht.... 1,05 Camembert vollfett, 28t.35Pt. Margarine Ptd. 62 and 52Pt. Birnen ganze Fracht.... 95Pt. Harz. Käse Kleteca.1Ptd. 40Pt. Kokosfett.. 1- Pfd.- Paket 62Pt. Mirabellen............ 1,20 Briekäse......... Pfund 40Pt. Bratenschmalz Pfand 78Pt. Kaiserkirschenm. Stein 1,30 Edamer od.Holländer, Ptd. 75Pt. Griebenschmalz Pia. 80Pt. Kirschen rot, mit Stein..1,10 Dän. Schweizer Ptd. 85Pt. Rohschmalz.... Pfund 80Pt. Konfitüen Kirschen rot, ohne Stein 1,30 Pfirsiche halbe Frucht.. 1,45 Erdbeeren....... 1,40 Ananas, Dose 105 8 gr. Scheiben Inhalt.. FL Erdnussöl 1098P 58Pf. Olivenöl 370 FL. 195 m. 110 Konfitüren Mürbegebäck tägl. frisch," Pid.55Pf. Erfrischungswaffeln, Pfund 55Pt. Apfelsinen- und Zitronenscheiben, Himbeer- u.Geleewürfel Pfd.45Pt. Vollmilch- u. Vollmilch- NussSchokolade gebd., 8 Tafeln 1,00 Streuselkugeln Pfund 55Pt. Friech gebrannter Kaffee Ptd. von 2 Steinbuscher vollf., Ptd. 88 Pt. Molkereibutter Pfand 1,84 Tilsiter vollf., 1.Stann., Pta. 75Pt. Tafelbutter..... Pfand 1,94 Ananas Münsterkäse... Pfand 96Pt. Holst. Grasbutter Pid. 2,00 Erdbeer 40 an Eimer ca. 2 Pfund 1,45 1,25 Himbeer. 1,35 Orangen 1,15 00 Aprikosen Pflaumen.... Fassesse bite In uns. bekannt Weine vom Fass guten guten Qualitäten Preise ohne Flasche Gefässe mitbringen 1 Ltr. 5 Ltr. 95Pf., 4,50 Rheinpfälz. Weisswein, gut. Bowl- a. Tischwein 125 6° Alter Tettausser Malaga, dunkel.. „ Sonnengartner", vorzügl span. roter Süsswein} 1 Roter Johannisbeerwein, süss... Vorzüglicher roter Tarragona.. 160 750 00 Str. 1900 Fl. 10 FL Uns. Spezialität! Deutscher*** Weinbrand a.altabgelag.französ. Weindestillat. hergest., Ltr. Bowlen- und Tischweine: Oberhaardter Maikammerer... 1926 er Burrweilerer, angenehmer Tischwein:) 1251200 1925 er DienheimerRoedern, vorzügl.Tafelwein 1,60 15,00 1927 er Niersteiner Domthal.................. 1926 er Kestener Herrenberg. 1851750 50 17.F. 1925 er Graves, süsser weisser Bordeauxwein ZUR BOWLE: 10 FI. Oberhaardter Weisswein, 1F1. ,, Club- Star", vorzügl.Traubenschaumwein, 1 Dose Ananas in Scheib., zus. Vorzügl. Erfrischungsgetränk: Besonders preiswert! sehr gute m. Fl. Limonad- Sirup Erfrischungsbonbons, Ptd. 35Pt. Orangeade in guter Qualitat Himbeersalt qualit Pralinenmischung Pfund 95Pt. **** FI. 100 Fl 75 1,10 .... 1,00 Obft und Gamüla Austral. Aepfel Pfund 55Pt. Blutapfelsinen 3 Pfund 1,05 Bananen......... Pfand 55pf. Ananas..... Junger Spinat 3 Ptand 10PL. Rhabarber stark., 3Pfd. 20Pf. Salat............... Kopf 12Pt. Gurken... Stück von 38Pf. an Radieschen... 5 Bund 10Pf. Neue Pfund 95Pt. 50 la Raffinade eingekocht, 150 Halter Kartoffeln 3 Ptd. 25Pt. 1650 1 10 FI. Champagner- Flasche Die Ziehung der grossen Rheinland- Lotterie findet unwiderruflich am 29. Mai In Berlin statt. Lose zu 1,-ind an allen Kassen unserer Häuser erhältlich. Berliner Schlachtung ***** TE Speck tetter Pland 95Pf. Speck magerer..Pfund 105 Schinkenecken Pfd. 90P Burstwaren Pf. Braunschw. Rotwurst Ptd. 60Pt. Sülzwurst Speckwurst Hausmacher Jagdwurst...... Pfand 80Pt. .Pfund 85Pt. .Pfund 95Pt. Pfund 1,10 Knoblauchwurst..Pfand1,15 Fleischwurst.......... Pfand1,20 Mettwurst Braunschw. Art, Pfand1,20 Polnische............... Pfund 1,20 Hildesheimer Pfund1,30 Schinkenwurst...... Pfand1,40 Bierwurst.... Pfund 1,50 Feine Leberwurst Pfund1,50 Schinkenspeck...... Pfand1,55 Teewurst...... ..... Pfand 1,60 Holst.Zervelatwurst Pid. 1,65 Holsteiner Salami Pfand1,65 Schalotten- Leberwurst Ptd. 1,75 Nussschinken....... Pfand1,75 Pomm.Zervelatw. Pland1,95 Pomm. Salami Pfand1,95 Rügenw.Teewurst Pfand2,40 Zervelat- u. Salamiw. nach Thüringer Art............ Pfund 2,65 Fettdarmw. Braunschw., Pfund 2,80 Lachsschinken g.. halb, Pfd.2,95 ATA SCHEUER PULVER Ata Henkel's Scheuermittel putzt alles! Wöch. Teilzahlung Extra billiges Angebot in fertiger Herrenu.Damen- Garderobe Julius Fabian Maßschneiderei Große Frankfurter Str. 37 Kein Laden! Nur II. Etage! Bitte genau auf Straße u. Hausnummer zu achten! Für 2 bis 4 Mark Wöchentlich 1-2Mark chuhe Heinrich Georg Schöneberg Hauptstrasse 157, I.Etg Wenig getragene, teils auf Geide ge arbeitete, erstklassige Jadettanzüge, Frad Musikinstrumente anzüge, Smokinganzüge, Gehrodanzüge, Pianos ohne Anzahlung, neu und ge Sommerpaietots, Gabardinemäntel, braucht, in großer Auswahl verkauft Bauchanzüge, für jede Figur passend, Herer, Brunnenstraße 191, 1 Treppe, außerdem hochelegante neue Garderobe, Rosenthaler Blaz. Langjährige Garan Don erstklaffigen Schneibern gearbeitet, tie. Eleinste Ratenzahlung. zu staunend billigen Preisen. Besonders billig: Belajaden, Belamäntel im Leih- Lintpianos, überaus preiswert. Biano haus Lowidi, Prinzenstraße 105, eine fabrit Lint, Brunnenftraße 35 Treppe. Reine Lombardware. Ebelpians, vornehmes, mit Flügelton, Gelegenheit. günstigste Enlauer ftraße 19 I, Kreuzberggegend. Gewerbl. Fahrräder Getragene Herrengarderobe, Speziali. tät Bauchfiguren, fpottbillig. Nas, Gor. mannstraße 25/26. früher Muladftraße. Teilzahlung. Riesenauswahl! Dia 1000 Frühjahrs- Anzüge, Gabardine mäntel, Trench Coats, der Allwettermantel, 42,-, billige Breise, bequeme manträder, Görideräder, Triumphräder, Teilzahlung. Walter Stein, Invaliden- Multiplegräder, Bittlerräder, Monopol Straße 135. räder, bildschöne Rennmaschinen, ent zückende, schnellaufende Straßenrenner, Benig getragene Jadettanzilge, teils fechsjährige Garantie. Raufzwanglofez auf Geibe, 18,-, Gmofinganzüge, Bauch- Lagerbesuch. Fahrradrahmen 18, analge, Taillenmäntel, Baletots, ftau- Saffaraber 38,-. Schlawe, Wein nenb billig. Gelegenheitskäufe in neuer meisterstraße vier. Serrengarderobe. Leihhaus Rosenthaler Tor, Linienstraße 203-204, Ede Rosen. thalerftraße Reine Lombardware. Getragene und neue Herrengarderobe billigft. Naß. Raftanienallee 84. Frühjahrsmäntel 12,-, prachtvolle 52 Zimmer mit allen Neuheiten, teils auf Geibe, Rasba 10, Linienstraße neunzehn. Eisenmoorbad Wilsnack Berlin- Hamburger Bahn 27,72. Proz. Eisen heilt Rheuma, Gicht, Ischias und Frauenleiden Angeschlossen Kurhotel Teilzahlung. Geringe Anzahlung Pleine Rate, trogdem billig. Nur Quali tätsräber, brei Jahre Garantie. Fahr rabbau Wima. Aderstraße dreißig. Fahrräder, erstklassige Markenräder, Teilzahlung. Fahrradhaus Centrum, ,, Badhaus" mod. Einrichtungen Ripsmäntel 14,-, Covercoatmäntel, Tourenfahrräder, Damenfahrräder, Möbel Das ganze Jahr geöffnet. Auskunft durch die Badeverwaltung. auch große Weften, 12, Uebergangs Rennräder, Halbrenner, Zubehörteile, mäntel 6,- Räufer erhalten 10 Pro- spottbillig, nur Weberstraße 42. gent. Charlottenburg, Bismard Wenig getragene Ravaliergarderobe ftraße 59 II. 2,50 Teilzahlung. Damenräder, Her renräder, Halbrenner, Rennmaschinen, Verkäufe Don Millionären, Aerzten, Anwälten. Fabelhaft billige Preise. Empfehle Kraus, Große Frankfurterstraße 52. Klappiportwagen 19,-, eleganter Rin- Faillenmäntel, Baletots, Frads, GmoFahrräder, gebrauchte, Mart 15,-, Neue Tourenräder 20,- 25,-, 35,-. derwagen 39, Ball, Große Frant. tings, Gehrodanzüge, Sofen, Sport, Ramerling, Rastanienallee 56. Ruß mit Torpedofreilauf, prima Bereifung, Gelegenheitsfäufe in nener baum- Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, tomplett mit Dynamolampe, 5 Jahre furterstraße 47. Gehpelze. Garderobe. Weitester Weg lohnend. Gofaumbaue. Billige Schuhwaren und trotzdem halt- Lothringerstraße 56, 1 Treppe, Rosen preise. Zahlungserleichterung. Riefenauswahl. Spott Garantie, Mart 68,- Fahrradrahmen bar taufen Sie am besten bei R. Herrn thaler Blag. 17, 19,-22,-, 25,- Laufmäntel ftadt, C. 25, Münzstraße 7. Patentmatragen, Brimissima"-Metall- 2,25, 2,50, 3,- Continental- Cyklop Leihhaus Morigplay 58a. Berkauf von beften, Auflegematragen, Chaiselongues. Laufbeden 2,75. Dunlop und Continen Bekindungsstücke, Wäsche Tw Ravalier- Garderobe, teils auf Seide, Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spe. tal prima Laufmäntel( ftahlblau) 4,50. Sadett, Frad, Smokinganzüge, Gabar- zialgefchäft Luftschläuche 0,85, 1, 1,50. E. MachBerleih hocheleganter Gesellschafts- dinemäntel, Bauchanzüge, für jede figurj Anzülge. Beihhaus Lowidi, Brinzen passend. Extra- Angebote für neue Gar. Möbelbaus Stein, Weinbergsweg 24. now, größtes fahrrabhaus Deutschlands, ftraße 105. berobe. Belziaden 50 Belamäntel Besonders günstiges Angebot: Schlaf- Weinmeisterstraße 14. Speisezimmer, Ruß- Dürkoppfahrräber, Opelfahrräder, Pfingstfrende! bieten wir. Ohne An- 95,- Sportpelze 85,-, Gehpelze 100,-simmer 475baumbüfetts, Ankleideschränke mit Nedarfulmer. Teilzahlungen ohne Aufzahlung. Herren-, Damengarderobe. Reine Lombardware! Bett-, Leibwäsche, Gardinen, Decken. Bon Ravalieren wenig getragene, wie Spiegel 105, Küchen, Bolstermöbel. fchlag. Anzahlung wird eventuell bis Juni gestundet. Berkaufsstelle: Knoch Große Auswahl. Ferner Einzel- Möbel auch neue elegante Jadettanzüge, Gmo- Rahlungserleichterung. aller Art. Schränke, Betten, Gofas, ting-, Fradanzüge, Baletots, Gummi- Möbelkrebit bis 20 Monatsraten. Gneisenaustraße 111. Ruhebetten, Rüchen usw. Fahrgeldver- mäntel, Sofen, für jede Figur paffend. Schlafzimmer, Speifezimmer, Einzel giltung. Möbel- und Warenausstattung verlauft fpottbillig, teine Lombardware, möbel. Rüchen, Metallbetten. Möbel Abisch u. Co., Berlin, Raiserstraße 6 Leihhaus Friedrichstraße 2 am Salle- haus Luisenstadt, Röpeniderstraße 77/78, ( Nahe Aleganberplag). schen Tor. Ede Brüdenstraße. wwwwww M. 15.50 Woch. 1.3.85 10.90 0,50 1.- M. ohne Aufschlag auf Teilzahlung 15- 34.- 21. Hackescher Markt 1 1 Minute yom Bahnhof Börse. 1.40.- 58.- 50.M Liebermann Nähmaschinen Nähmaschinen. Billige. erstklassige Fabrilate für Hausbedarf und Gewerbe. Böchentlich 8,-. Fischer, Botsdamer ftraße 109 Garten: Laube Balkon Waffer- Beschaffung, Pumpen, Röhren, Filter, Schläuche, Sprigen, Gartentarren, Jauchefäffer gut und billig. Profpelt gratis. Fachmännische Bera fung. Röchlin u. Co., Alte Jakob. ftraße 20. Telephon: Dönhoff 987. Kaufgesuche 8abngebiffe, Gilberfaden, 8inn, Blei, Quedfilber. Goldschmelze, Chriftionat, Röveniderfte 39( nahe balbertstraße). Briefmarken, Münzen tauft Groß mann, Johannisstraße 4. Anto Material, Restposten, tauft Schäfer, Invalidenstraße 11, B Verschiedenes Gmaille- Vereinsabzeichen, hochfein pow liert, vergolbet, 18 inimeter groß toften pet Stud bet 12 Stild 1,10, 25,90, 50-70, 10000, breifarbig, ein- umb zweifarbig billiger! Alb. Betsch, Bereinsabzeichen und Stempel fabrit, Berlin- Niederschöneweide, Röll nischestraße 58. Musterpreislifte fret. Geschäftszeit 8-6 Uhr. Rr. 24445. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Parteinachrichten Kaufmännische Berufsbildung. Partenari Berufsschulen- Handelsschulen- Handelshochschule. Was für alle Berufe, gilt auch für den faufmännischenschied besteht in der längeren Schuldauer, indem ein abgeschlossener Beruf: die Anforderungen steigern sich mit der Ausdehmmg Lehrgang der Handelsschule jetzt zwei Jahre umfaßt. und der Intensivierung des gesamten Handelswesens, wobei für viele Spezialberufe auch spezielle Kenntnisse notwendig sind. Im nach folgenden follen in furzen Umrissen die Möglichkeiten der kaufmännischen Berufsbildung dargelegt werden. Als notwendige Ergänzung der praktischen Lehre find die faufmännischen Berufsschulen ( früher Pflichtfortbildungsschulen) geschaffen worden, die von jedem Lehrling und jugendlichen Angestellten bis zum achtzehnten Lebensjahre besucht werden müssen. Nach einem neuen Ortsstatut für die kaufmännischen Berufs- und Fachschulen in Berlin vom 1. April 1926 find auch Mittel- und Realschüler, die die mittlere oder die Reife für Obersetunda erworben haben, zum Besuch der Berufsschule verpflichtet. Infolge der Spezialisierung der kaufmännischen Berufe in den verschiedenen Branchen hat sich eine fachliche Gliederung der Berufsschulen als notwendig erwiesen. Neben diesen von der städtischen Deputation für das faufmännische Berufs- und Fachschulwesen direkt unterhaltenen und ein gerichteten Schulen gibt es noch einige weitere Schulen, die von der Industrie und Handelstammer zu Berlin errichtet sind und von dieser Institution unterhalten werden. Diese Schulen unter stehen der Aufsicht staatlicher Schulbehörden. Die Industrie- und Handelskammer hat besondere Schulen für das Bersicherungsgewerbe und für das Bantgewerbe errichtet. Die gesetzlichen Bestimmungen lassen zu, daß an Stelle der Berufsschulen Fachschulen besucht werben tönnen, nach deren Befuch das Ziel der Berufsschule als erreicht angesehen wird. Es handelt sich hier um die sogenannte Handels- und Höheren Handelsschulen, na bie sowohl von der Stadt Berlin wie auch von der Industrie- und Handelstamemr eingerichtet find. Die Höhere Handelsschule ftellt fich die Aufgabe, Jünglinge und Mädchen mit höherer Allgemein bildung, die sich dem kaufmännischen Beruf oder einer ähnlichen Tätigkeit widmen wollen, hierfür eine zweckmäßige, für gehobene Stellen erforderliche Fachbildung zu vermitteln. Aufnahme in diese Schulen finden Schüler und Schülerinnen, die das Reifezeugnis für Obersekunda oder das Schlußzeugnis einer anerkannten Mittelschule mit dem Bräbifat„ gut" im Deutschen und in einer Fremdsprache Haben. Die Ausbildung, die im Vormittagsunterricht erfolgt, dauert ein Jahr. Für die Aufnahme in die Hanbefsschule genügt bas Schlußzeugnis einer Boltsschule. Die Aufgabe, die sich die Handels Schute stellt, entspricht der der höheren Handelsschule. Der Unter Mufitaufträge Der Besuch der Handelsschulen befreit vom weiteren Besuch einer Berufsschule. Durch den Unterricht, den die Handelsschüler erhalten, werden sie, wenn auch in gewisser Hinsicht theoretisch, so doch in ausgezeichneter Weise auf den Beruf des Angestellten vorbereitet. Ein weiterer Vorzug besteht darin, daß sie entweder von einer praktischen Lehrtätigkeit ganz befreit sind, oder daß die Handelsschulzeit vielfach bei der praktischen Lehre in Anrech= nung fommt. Um besonders erforderliche Kenntnisse und Fertigkeiten erweitern und vertiefen zu können, sind sogenannte Abendschulen errichtet worden, die Gelegenheit geben, neben der Berufs. tätigteit fich Kenntnisse in Sprachen, Buchführung, Kurzschrift, Masachinenschreiben, Werbemesen u. a. zu erwerben. Hierzu gehört auch eine besondere Schule, die den Angehörigen des Textilgewerbes Gelegenheit gibt, fich fpezielle Fachtenntnisse anzueignen. Es ist dies die Höhere Fachschule für das Tertilgewerbe( furz Webeschule" genannt). Für das Studium der Handelswissenschaft, des Handelswefens mit allen damit zusammenhängenden Fragen besteht die Handels mit allen damit zusammenhängenden Fragen besteht die Handelshochschule. Sie gibt die Möglichkeit zum Erwerb des Diploms für den Kaufmann oder den Handelslehrer. Auch die Doktor promotion ist, wie bei der Universität, an der Handelshochschule möglich. Die Aufnahmebedingungen sind durch eine vor einigen Jahren durchgeführte Studienreform sehr erschwert worden. während vordem die Reife für Obersetunda genügte, um bei der Handelshochschule studieren zu fönnen, müssen die vollberechtigten Studenten jetzt das Reifezeugnis einer staatlich anerkannten höheren Lehranstalt nachweisen. Sie müssen außerdem eine halb oder ganzjährige prattische taufmännische Tätigkeit ausgeübt haben. biefe find Berlin G 68, 2indenstraße 3, Freitag, 25. Mai 1928 für Groß- Berlin ftets an bas Bezirksfefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, au riten. Das Bezirkssekretariat ist Pfingstsonnabend bis 13 Uhr geöffnet. Am 3. Pfingsttag( 29. Mai) ist bas Gekretariat geschlossen. Alle Parteinachrichten, die veröffentlicht werden sollen, müssen bis Sonnabend. mittag dem Bureau Fischer mitgeteilt werden. 11. Areis Schöneberg. Freitag, 25. Mai, bei Bill, Martin- Luther- Str. 69, 20 Uhr, Sigung des Kreisvorstandes mit ben Abteilungsleitern und den Obleuten der Elternbeiräte, den Bertretern der GAS. und der Kinderfreunde. Thema:„ Die Elternbeiratswahlen.* Heute, Freitag, 25. mai: 86. bt. Marienbors. Heute 20 Uhr Funktionärsigung mit Elternbeiräten bei Niendorf, Chauffeeftt. 19. 118. Abt. Sichtenberg. 20 Uhr bei Lenz, Magdalenenftraße, am Bagnerplaz, Functionärsigung. Bichtige Tagesordnung. Seber Funktionär muß zu diefer Sigung erscheinen. Frauenveranstaltungen: 1-01 7. Abt. Seute, Freitag, 25. Mai, 20 Uhr, in Cornis Festfalen, Gartenstr. 6, Ausspracheabend; anschließend gemütliches Beisammensein. Bortragender Genoffe Sofemann. Alle Genoffinnen find hierzu eingeladen. Gäste will. Lommen # 88. 6. Marienbort. Am Babltage ist bei Nienborf, Chauffeeftr. 19, ein Herrenschirm vertauscht worden. Um Rüdtausch beim Abteilungsleiter, Dorfite, 2 wird ersucht. Die fehlenden Rinofarten find sofort beim Ge noffen Ritter abzurechnen. Jungfozialisten: fahrt nach dem Scharmügelfee 15% Uhr Kaiferin- Augusta- Straße. Ab Görliger Grappe Tempelhof- Mariendorf: Sonnabend, 26. Mai, Treffpunkt zur Pfingst Bahnhof 16.43 Uhr. Nachzigler 1945 Uhr Kaiferin Augusta- Straße. Gruppe Schöneberg: Sente, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Hauptstr. 15, Brogramm. beratung. Distusfion über das Wahlergebnis. Gruppe Siben: Heute, Frei tag, im Jugendheim Bordste. 11, 8immer 3, Bortrag: Staat und Revolution." ( Arbeitsgemeinschaft) Referent Erwin Blaffert. Wingstfahrt nach Fürstenberg ( Mecklenburg). Treffpunkt Sonnabend, 26. Mai, 14% Uhr und 20% Uhr, Stet iner Fernbahnhof. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ 25. bl. Achtung! Die Eindscherung unserer verstorbenen Genoffin II a elif findet nicht vormittags 10 Uhr, fondern abends 10 Uhr( 22 Uhr) im Strematorium Gerichtstraße statt. Wir bitten um rege Beteiligung. Raisers Raffee- Geschäft auf der Ausstellung: Die Ernährung. Der Stand von Raisers Raffee- Geschäft in der zweiten Halle darf als besonders eigenartig bezeichnet werden. Am stärksten fällt ein im Halbkreis aufgebautes, in präc tigen Farben erstrahlenbes Panorama auf, bas Dom Urwald bis zum Raffeetisch in plastisch geschnittenen, perspektivisch aufgebauten Bildern Heimat, Wanderfahrt und Biel der Kaffeebohne zeigt. Gefchichte Ausschnitte der Fabriten laffen ben Auslese und Berarbeitungsgang der Kaffeeforten in anschau nicher Weise deutlich werben. Wir sehen die gewaltigen Lager, die Röftmaichitaufend Filialen von Raifers Raffee- Geschäften auführen. Am stärksten wird das Intereffe gefeffelt, wenn der Film zu laufen beginnt, den Kaisers Raffee. Geschäft in diesen Tagen herstellen ließ: Kaifers Raffee vom Urwald auf den Raffeetisch." Es besteht allerdings auch für Boltsfchüler und Schüler mit der mittleren Reife die Möglichkeit, die Handelshochschule besuchen zu tönnen. Boraussetzung für diese bildet jedoch die Obersetundareife, die evtl. auf einer sogenannte Presse erworben werden tann, sowie eine Erfagreifeprüfung bei der Handelshochnen, die Backereien und die Autokolonnen, die das duftige Gut den weit über Schute. Auch ist eine sogenannte Brüfung für praktische Kaufleute zu beftehen. Es besteht die Möglichkeit, als Laien hörer den Borlesungen der Handelshochschule beizuwohnen, ohne daß davon besondere Berechtigungen zum Shbium abgeleitet werden können. So stellt sich in furzen Umriffen das Bild der kaufmännischen Berufsbildungsmöglichkeiten dar. Für diejenigen im Handelsgewerbe tätigen Berfonen, die über mannigfache Berufstenntnisse verfügen müffen, ist damit reiche Gelegenheit zur Vervollkommming und Ber tiefung ihres beruflichen Wissens gegeben. Es ist allerdings au übergibt man mur bem Rachels bes wnüschen, daß diese Notwendigkeit, Erfahrung und Wissent besigen Deutschen Mufiterverbanbes, Berlin, Rom mandantenfz. 63/64 Dönhoff 8277-78 zu müssen, dadurch Anerkennung findet, daß die hohen An Gefchäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr. forderungen, die an die Angestellten heute gestellt werden, auch ent Wuf Wunsch: Bertreterbefuch. fprechend bezahlt merben. Walter Eschbach Haemorrhoiden DAS VON DER ÄRZTLICHEN WISSENSCHAFT ANERKANNTE Salbe RM 175 Zapfchen RM 265 Posterisan Jn den Apotheken erhältlich SCHON- GUT PREISWERT MERCEDES SCHUHE Dienstag- Ziehung rband arri Rheinland- Lotterie Sichern Sie sich die letzten Lose à RM 1.In den bekannten Loseverkaufsstellen und in sämtl. Häusern der Firma Hermann Tietz A bybanU Wegen vollständiger Aufgabe des seit 40 Jahren bestehenden Detailgeschäftes Mohrenstraße 37a Totaler Ausverkauf!!! Es kommen nur Qualitätswaren zum Verkauf In allen Abteilungen Auswahl auch für stärkste Figuren In allen Abteilungen Auswahl auch für stärkste figuren Ia Pelzmäntel Frühjahrsmänfel aus la Stoffen Wintermäntel mit und ohne Pelz Scalplfisch mäntel la Qualitäten R Seal Elektric Maulwurf Persianer Seal Bisam Gazelle früher bis 550.Ausverkaufspreis 250.früher bis 49- 74. 115.Ausverkaufspreis 18. 28. 39. Wollplusdumäniel unverwüstliche 600.298.1200.575. 2100.1000. 195.130.Qualitäten früher bis 29.- 65- 135. Ausverkaufspreis 650 29. 48.früher bis 79. 118 185Ausverkaufspreis 49,- 59. 95. früher bts 65. Ausverkaufspreis 39.Kunstscidenc Mäntel früher bis Ausverkaufspreis 1439.- 790 125. Kostüme entzückende Ausführungen, darunter Modelle für Straße, Sport, Reise früher bis 39.Ausverkaufspreis 12. Komplets in eleganter früher bis 58.85. 115. 180.25.- 45.- 62. 118.179.42. 60. 28.45.Verkauf 10-1, 3-7 Uhr Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 25. 5. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 21. Freitag, 25. 5. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III Anf. 19%( 7) U. Anf.19%( 7) U. Zauberflöte Fidelio Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 91. Anf. 19%( 7%) U. 1. SehaljapinGastspiel Don Quichote Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Res.-S. 40 Anf. 19( 7) U. Zwischen tanzenden Kleidern Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr: 8 Uhr Kabale Der Zigarettenund Liebe kasten SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das Internat. Varieté- Programm Sonnab. n. an beiden Feiertagen je 2 Vorstellungen: 320 u. 8 Uhr- 3 30 zu ermäßigtes Preisen das ganze Programm. CASINO- THEATER& Uhr Lothringer Str. 37. Westmann Fröhliche Pfingsten! verschafft Ihnen Ein eleganter Anzug ein apartes Kleid Wenn das Geld zum Kauf nicht reicht, Wir helfen Ihnen gern Eine mäßige Anzahlung genügt, der Rest wird auf 15 Wochenraten verteilt. Kommen Sie rechtzeitig. die Auswahl ist groß Verkauf nach Amerika- System Bekleidungsgesellschaff Südost m. b. H. Berlin SO Brückenstraße 2 Charlottenburg Wilmersdorfer Straße 150 Bei Einkauf von M. 20.- an vergüten wir M. 1.50 für Fahrtspesen Deutsches Theater Theater des Westens| Walhalla- Th. Norden 12310 8 Uhr, Ende nach 10 Pygmalion von, Bernard Shaw dtsch. v. Sieefr, Trebitsch Reichshallen- Theater Steinpl. 931 8Uhr Weinbergsweg 19/20 Abends 8 Uhr, an beiden Feiertagen nachm. 3 Uhr Max Adalbert Täglich 8 Uhr: Das Ekel" Verlorene Tochter oder Das Mädchen aus Kammerspiele Lessing- Theater dem Freudenhaus Norden 12310 Zum 130. Mal 8 U., Ende nach 11 Sommerspielzelt Künstlerische Leitung Emil Lind Täglich 8 Uhr Finden Sie, daß Norden 12798 Nar Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4.- nur 60 Pt. Am 1. Feiertag 4 Uhr Tischlein deck dich 2. Feiertag 4 Uhr. Die Puppenfee Parkett v. 30 Pf. an Die schwebende Jungfrau Constance sich richtig Nr. 17" Ab 30. Mai: Müllers Prinzesschen. Ausschneiden: Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M.. Sessel 1,60 M. Komische 8% Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges nenes Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance- Theater Steinplatz 901. 8 Uhr: Krankheit der Jugend Circus Busch Pfingsten 2 Feiert. je 2 Vorst 3% u. 8 U. Nachm. halbe Preise! Circus- Attraktionen u z. Schluß: Tolle Circus- Revue ,, Berlin steht Kopp" Saison- Schluß: Sonntag, 3. Juni. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. verhält? v. Jefferson Farjeon Regie: Hans Lotz Die Komödie Thalia- Theater Rose- Theater Bismarck 2414/7516 Dresdener Str. 72-73 Gr. Frankf. Str. 132 8 Uhr Es liegt In der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Täglich 8 Uhr 8 Uhr: Dyckerpotts Erben Hopfenraths Erben Berliner Theater Rennen Hoppegarten Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 8% U. Ende geg. 11 Gastspiel d. Deutschen Th. Der Proze Mary Dugan zu Freitag, den 25. Mai, nachmittags 3 Uhr Stettiner Sänger Stuckes Pingstfahrt" Nachmittags halbe Preise Dönhoff- Brett'l: Ausführung Ausverkaufspreis 27.Gummimantel früher bis 42 Ausverkaufspreis 1975 Berlin, Mohrenstr. 37a an den Kolonnaden Untergrund- Bahnstation Friedrichstadt Ausgang Mohrenstraße Am 23. Mai 1928 verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter, unvergeßlicher Vater und Großvater, Herr Fritz Springer Großdestillateur, Müllerstraße 157 im 62. Lebensjahre. In tiefer Trauer und im Namen der Hinterbliebenen Elise Springer, geb. Hautmann Berlin S. 59, den 25. Mai 1928. Urbanstr. 112 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 26. Mai 1928, nachmittags 4 Uhr, vom alten Luisenfriedhof, Bergmannstraße 48-50, aus statt. Piscatorbühne Malchow( Mecklbg.- Schwerin). Theater am Luftkurort und Sommerfrische, idyll. Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Landstädtchen mit 4100 Einwohnern, eine Perle mitten im südmecklbg. SeenTäglich 8, Uhr gebiet, am Malchower und Fleesensee, Malborough zieht meilenweite Laub- und Nadelwälder, in den Krieg gesunde Höhenlage, herrlicher Stadtvon Marcell Achard lände für Rudern, Segeln, Angeln und wald unmittelbar am Orte, ideales GeInsz. Erwin Kalser Jagd, Dampf- und Motorbootfahrt zum Plauer See und zur Müritz, Kurkonzerte, gute Hotels und Cafés sowie zahlreiche Privatwohnungen, angenehmer Aufenthalt zu mäßigen Preisen, keine Kurtaxe. Station der mecklbg. Südbahn WarenNeubrandenburg, 4 gute Autostraßen, 150 km Berlin u. 80 km von Rostock, und Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81 Uhr: Verbrechen Sonntagskarten Berlin- Waren ( Crime") ( Saal a. Garten). Varleté, Tanz Kleines Theater Kapelle Wilhelm Frenkel Voranzeige An beiden Pfingsfeiertagen In Großes Frühkonzert MMA Anfang 6 Uhr. Schiller- Garten vorm. Friedrichwilhelmstädtischer Garten Inh.: O. Rutz, Chausseestr. 30-31 täglich Großes Orchesterkonzert 17 Mann mununam Anf.: Wochent. 5, Sonntags 4 Uhr Spezial- Kindl- Ausschank Gute billige Küche Die sensationellen Täglich 8 Uhr: Frau Käte läßt sich verführen Lotte Klinder, v. Mellendort Vorzeiger halbe Kassenpreise. Waren- Malchow. Prospekte und Auskunft durch den Rat der Stadt, Kurverwaltung. Treff ● der Parteigenossen und R.- B.Kameraden Charlottenburgs im Eden- Café, Kaiser- FriedrichStraße 24.== Täglich Konzert. Planetarium am Zoo Sonnabend 18 Uhr Verläng. Joachimsthaler Straße Premiere Die Noll. 1578 16%, 18, 19, 21 U. Großschnauze Im Reiche der Lustspielhaus Dir. Dr. Martin Zickel 8 Uhr: Guido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Windhund- Rennen 91 finden statt auf der Olympia- Rennbahn Berlin- Charlottenburg, Königsdamm, Bhi. Beusselstr. Pfingst- Sonnabend und Pfingst- Montag 31PIC& abends 20 Uhr Eintrittspreise 1,50 bis 6 M. elb Hoia Fahrverbindungen: Strassenbahn 3, 5, 11, 12, 13, 14, 44, 45, 64, 113, 155, Autobus: 11, 16, 28; Stadt- und Ringbahn: Bahnhof Beusselstrasse. Rach furzem, schwerem Leiden verschieb am 22. Mat mein lieber Mann, der Schmied Alexander Kleemann Jn tiefer Trauer Witwe Wally Kleemann. Einäscherung Sonnabend, 26. Mat, mittags 1hr, Krematorium Gerichtstr. Central- Kranken- Unterstützungsverein der Schmiede Zahlstelle III, Sterbekasse. Den Mitgliedern aur Nachricht, daß unfere Rollegin, Frau Auguste Köhler am 22. Mai gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend, bem 26. Mai, 12% Uhr, im Rrematorium Gerichtstr, statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. NEUE WELT Mitternachtssonne Arnold Scholz Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 Jahren 0,50 M. Barnowsky- Bühnes Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 7, Uhr Hasenhelde 108-114 Pfingsten Eröffnung der Sommersaison An beiden Feiertagen: Gr. Früh- Konzert u. die gr. Revue Leinen aus 100 Jahre Rauf u. Runter Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl 8 Uhr Broadway Einen gesunden Schlaf und damit eine Kräftigung des ganzen Nervensystems erzielen Sie nur durch den echten Patentamtlgesch. Einla8 früh 4 Uhr Voranzeige! Nachm. 3 Uhr Täglich ab 6 Uhr: Konzert. 8 Uhr: Die gr. Revue Außerdem Dienstags, Donnerstags, Sonnab. u. Sonntags: TANZ UNTER PALMEN Reederei Bathke& David Spandau, Hamburger Str. 90b Fernsprecher: Spandau C7 2883 Berlin, Tegeler Straße 2, Fernsprecher: Moabit C6 8669 Pfingst- Sonderfahrten Am 1., 2. und 3. Feiertag und anschließend an allen Sonn- und Feiertagen: Nach Werder( Bismarckshöhe), Nedlitz( Parkrestaurant), Potsdam. Luftschiffhafen, Templin, Caputh, ab Berlin, Weidendammbrücke( an der Komischen Oper), 8.30 Uhr, ab Berlin, Fennbrücke, 9 Uhr, , Baldravin Beusselbrücke( an der Seestraße) 9.20 Uhr, ab Spandau, Lindenufer 10.30. Nach Lehnitzsee( Seelöwen) über Heiligensee, ab Berlin, Weidendammbrücke, 9 Uhr, Fennbrücke 9.30 Uhr, Beusselbrücke 9.50 Uhr. Nach Sar winkel, Tegelort, Jörsfelde, Conradshöhe, Hellig see- Schweitz, Heiligensee, ab Fennbrücke 8.30, 9 10.30, 13.30, 14.30 Uhr, ab Beusselbrücke 8.50, 9.50, 10.50, 13 14.50 Uhr. Am 1. und 3. Feiertag und jeden Mittw nach Brandenburg a. H. über Götzer Berg, am 2. Fei tag und jeden Freitag nach Brandenburg und Plai Schleuse ab Spandau, Lindenufer 9 Uhr.- Die Fahrten n Heiligensee üb. Saatwinkel, Tegelort usw. gehen auch an Wochentag ab Fennbrücke 10.30 und nach Bedarf 13.30 Vermietung von med. Dampfern und Motorschiffen an Gesellschaften und Vereine zu billigsten Preisen. unter Nr. 342681. Er enthält sämtl. Extraktivstoffe d. Baldrian- Wurzel in kräftigen Südwein gelöst. Alle Nachahmungen, die als ebensogut angeboten den, weise man entschied. zurück. Zu haben in Apotheken und Drogerien. were Otto Stumpf A.-G. Chemnitz. Hersteller: Republikaner u. Genosse finden freundl, Aufnahme Verpfl. im Gast- und Logierhaus Sturmeck Alirode i. Harz. Verian gt Prosp