Morgenausgabe Nr. 246 A 126 45. Jahrgang Wöchentlich 88 monatlich 8,8V M. Im oorouf zahlbar, Pastbezug 4,32 M, elnschl. Bestellgeld, iluflandsabanne- ment ö,— M. pro Manal. -s- Per»vaimllrtf* erscheint wachenlSg. Ilch zweimal. Sannlags und Züanlagf einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mil dem Tirei.Der Abend*. Jllustrien» Beilagen.Boll und Zeit* und.Kinderfreund*� gerner .Unierhaltung und Wislen',.Frauen- stimme*..Technil*.Blick in die Dücherwelt* und. Jugend- Barwärts*. NeMttsv VvMblaii Sonnabend 26. Mai 1�928 Groß-Äerlinlvpf. Auswärts 45 Z)f. Vi« e I» I p a i I i g e Nanpareillezeil« 80 Pfennig. ZieNamezeiie 6.— Reichs- mort..«leine Anzeigen" das �»gedruckte War, 23 Pfennig lzuiäfsig zwei fettgedruckte Warte), iedes weitere Wan 12 Pfennig. Stellengeiuche das erste Wart 13 Pfennig, jedes weitere Wart 10 Pfennig. Warte über 13 Buchstaben zählen für zwei Warte,«rbeitsmarli geil« 60 Pfennig. Fainilienanzeigen für Abannenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschast Linden- i.ra'jf 3 wachentägl. na» lst/z bis 17 Uhr. Jentvalovsan der«Sozialdemokratistben Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 2 Fernsprecher: Dönhoff 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokral verli» Vorwaris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S7bgS.— Bankkonto: Bank der«rbetter, Sngestellien und Beamten Wallst,. SS. DiSkonto-Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. S Polen und der Dawesplan. Erklärungen des polnischen Außenministers. Warschau, 25. Mai. Jw Auswärtigen Ausschuß des Senats besprach Außenminister Zalesti zunächst Polens Teilnahme an den internationalen Friedensbestrebungen, besonders an den Abrüstungskonferenzen und den Einrichtungen zur Verständigung unter den Staaten. Bei letzterem Punkt müsse man freilich, sagte der Minister, sich vor dem Mißbrauch dieser Bestrebungen durch solche Faktoren verwahren, die Tendenzen einschmuggeln wollten niit dem Ziel, die Grundlagen der bestehenden Weltordnung zu erschüttern. Ueber den Dawesplan sagte der Minister:„Unzweifelhaft wird der Zahlungspflichtige nach Revision in zwei Richtungen streben: 1. eine möglichst geringe Entschädigungssumme festzusetzen, 2. zur Abzahlung der Entschä- digung Kredite zu finden. Gegenwärtig ist die Frage n o ch z u sehr im Fluß, um sich darüber zu verbreiten. Ich wollte nur die Aufmerksamkeit daraus lenken und besonders darauf hinweisen, daß mit der A b Zahlung(?) der Entschädigung die Frage der Rheinlandräumung zusammenhängt. Diese Frage aber be- trifft uns unmittelbar, und ohne auf Einzelheiten einzugehen, möchte ich nur hervorhoben, daß sie Polen nicht gleichgültig sein rann/ Zu den deutsch-polnischen Verhandlungen über einen Handelsvertrag führte er aus, Polens Bestroben sei gewesen, diese Frage nicht unmittelbar mit aktuellen politischen Problemen zu verknüpfen. Bor dem Zollkrieg habe der deutsch-polnische Warenaustausch ü b« r e i n e Milliarde Goldzloty betragen. Das beweise, daß beide Staaten normale Handelsbeziehungen unterhalten sollten, die auf einem den wirtschaftlichen Interessen beider Staaten dienenden Ber- trag aufgebaut sein müßten. Die Verhandlungen seien auf Schmie- rigkeiten gestoßen, als der Zollkrieg ausbrach, weil Deutschland die polnische Kohleneinfuhr hindert«. Das deutscherseits in Anwendung gebrachte System der Reglementierungen und Verbote oerletzte die wichtigsten wirtschaftlichen Interessen Polens. Unter diesen Um- ständen habe Polen, um der Ueberflutung durch ausländische Waren vorzubeugen, Schutz maßnahmen treffen müssen. Polen, das den deutsch-polnischen Vertrag aus eine möglichst breite Grundlage stellen wollte, sei stets bereit gewesen, diesen anormalen Zustand jju ändern. Leider hätten die Verhandlungen bis jetzt ein positives Resultat nicht ergeben. Wenn, so erklärte der Minister, bei unseren Nachbarn die Ueberzeugung durchdringt, daß auf wirtschaftlichem Gebiet Zugeständnisse gleichwertige Gegenleistungen erfordern, dann wird die Berständigung erzielt werden. Bürgerblockdämmerung in Prag. Beschleunigt durch das reichsdeutsche Volksurteil. Prag. 25. Mai.(Eigenbericht.) Der reichsdeutsche Bürgerblock ist gestürzt der tschechoslowa- tische kommt immer mehr ins Wanken. Im Innern der allbürger- lichen tschechisch-flowakisch-deulschen Koalition und Regierung ist eine schwere Krise ausgebrochen, die man vorläufig noch zu vertuschen versucht. Es geht um die Beteiligung der slowakischen und deutschen Regierungsparteien an den Festlichkeiten zur Feier des zehnjährigen Bestandes der tschechischen Republik im Oktober. Die Slowaken erklärten sich bisher nur unter der Bedingung zur Mitseier bereit, daß auch der 30. Oktober, der Tag des Pittsburger Bertrages, der den Slowaken volle Autonomie versprach, amtlich gefeiert werden soll. Daraufhin äußerten die deutschen Minister auf einmal, daß auch sie sich über die Beteiligung an den Feiern noch nicht klar seien. Die Lösung ist erschwert durch die andauernd« ernste Erkran- tung des Ministerpräsidenten Svehla. Die innere Unsicherheit des Bürgerblocks Hot durch den sozialistischen Wahlerfolg in Deutschland eine beträchtliche Verschärfung erfahren. Es ver- lautet zuverlässig, daß besonders die Klerikalen durch die Niederlage des Zentrums und den allgemeinen Linksruck nicht wenig bestürzt sind. So erklärt es sich auch, daß der deutsche christlich- soziale Minister Mayr-Harting plötzlich sein herz für die..Große Koalition" entdeckt hat und sogar an Präsident M a s a r y t ein Schreiben gerichtet haben soll, in dem er sich für die Einbeziehung der tschechischen und der deutschen Sozialdemokraten in die Regierung einsetzt. Di« sozialdemokratischen Parteien vertreten dem- gegenüber die Auffassung, daß zunächst die Wählerschaft um ihren Willen zu befragen ist und nur«in neugewähltes Parlament zu der Gestaltung der künstigen Regierung positiv Stellung nehmen kann. Bor Neuwahlen hat aber der tschechische Bürgerblock mächtige Angst. Auch darin unterscheidet er sich nicht von seinem deutschen„Bruder". Die Giegerländer müssen abrüsten! Eine Forderung der holländischen Sozialdemokratie nach den deutschen Wahlen. Amsterdam, 25. Mai(Eigenbericht.) Das Zentoalorzav der holländischen Sozialdemokratie J) e t Volk", schreibt im Zusammenhang mit dem Wahlerfolg der deut- scheu Sozialdemokratie, es weiche jetzt Zeit, in bezug auf die Ab- rüstung erodtich etwas zu tun. Wolle man nicht, daß der Mili- tarismus in Deutschland wieder sein Haupt erhebe, dann müsse man dem Militarismus in den Siegerländern«inen Stoß ver- setzen. Wenn das nicht glücke, könne ytan fest darauf rechnen, daß man eines Tages durch einen Antrag Deutschlands, um von den Bestimmungen im Kapitel V des Versailler Bertrages hinsichtlich der Abrüstung enthoben zu werden, überrascht würde. Di« Ungarn brauchten unter Leitung von Dater und Sohn Rothermere nur noch etwas mehr Unruhe im Südosten wachzurufen, Mussolinis Banden brauchten in Eüdtirol nur eine herausfordernde Hol- tung einzunehmen, und ein sehr großer Teil des deutschen Volkes werde es als einen unerträglichen Zustand empfinden, daß das große Reich wehrlos inmitten schwer bewaffneter und triegssüchtiger Nachbarn liege. Es werde dann daraus hinweisen, daß die Abrüstungsoerheißung der Sieger in der Ein- leitung zu Kapitel V imnier noch nicht verwirklicht sei. Im Augen- blick schwanke Europa noch zwischen Abrüstung und Rüstungswett- streit. Zwischen diesen beiden habe es auf die Dauer keine Wahl. Der deutsche Wahlausfall habe die Aussichten der Ab- rüstung verbessert. Das sei bitter nötig gewesen. Immer wieder Besahungskonflikte. Verhaftungen in Ztveibrücken. Zweibrücken, 25. Mai. Die Besatzungsbehörde hat wegen der in der Nacht zum 1. M a i am französsschen Offizierskasino herabgerissenen Trikolore Anna Kornberger gegen fünf Uhr aus dem Bett heraus verhaftet und nach sechs Uhr in der Richtung nach Landau abtransportiert. Um %6 Uhr wurde auch, ein Autogarageybesitzer Eugen Franck aus dem Bett heraus verhastet. Er wurde um neun Uhr gefesselt und durch zwei französische Gendarmen ebendahin weggeschafft. Beide Verhaftete sind vor einigen Tagen bereits vernommen worden, weil sie mit zwei jungen Leuten im Kraftwagen ins rechtsrheinische Gebiet gefahren sind. Diese jungen Leute wurden von den Fran- zosen als Täter angesehen, b e st r e i t e n aber jede Teilnahme an dem Dorfall. Sie befinden sich noch jenseits des Rheins. Krylenkos Zeugen. Oer Moskauer Prozeß. Riga, 25. Mai.(Eigenbericht.) Im«eiteren Verlauf des Donezprozefses sagten die Belastungszeugen der Staatsanwaltschaft lediglich aus, daß die Ingenieure und Monteur« antirevolutionär gesonnen seien, mit dem Bürgertum sympathisierten und im Bürgerkrieg mit ihren Sympathien zu den Weißgardisten gestanden hätten. Eine interessante Feststellung ergab sich aus Kreuzfragen an einen Zeugen. Er mußt« zugeben, daß er, einer der Hauptbelastungs- zeugen, mehrere Monate in der Charkower GPU. tätig gewesen ist, also die„gegenrevolutionären Handlungen" der In- genieur« zu beaufsichtigen hatte. Als man ihn fragte, warum er über die angebliche Sabotage der Ingenieure geschwiegen habe, gab er keine Antwort. Ein anderer Zeuge folgerte die sowjetfeindliche Gesinnung der Angeklagten daraus, daß sie niemals die Rede- wendung„Genosse" anwendeten. In Radzionkau(Ostoberfchlesscn) verhaftet wurden in der vorigen Woche sechs deutsche Minderheitsangehörige wegen Ver- dacht? der Spionage für Deutschland. Vier Personen sind bereits wieder entlassen, da sich die Verdachtsmomente nicht aufrechterhalten ließen. „Kautsky kontra Luxemburg." Oder: Bolschewistische Wahrheitsliebe. Von Karl KautSky. Im Jahre 1S2Z erschien bei der„Viva"(Berlin) der dritte Band der„gesammelten Werke" von Rosa Luxemburg, mit einer Einleitung von P a u l F r ö l i ch, die ein Beitrag zur Parteigeschichte sein will. Ihre Schiefheiten und Verdrehungen sind so gewöhnlich kommunistisch, daß sie mich nicht weiter interessieren. Wohl aber wurde ich überrascht durch die Tatsache, daß Frölich einige Sätze von mir zitierte, die ich bisher nie ver- ö f f e n t l i ch t harte. Als ich davon erfuhr, was erst einige Zeit nach Er- scheinen des Buches geschah, klagte ich Frölich wegen un- befugten Nachdrucks an und er wurde verurteilt, aus seiner Einleitung die betreffenden Stellen fortzulassen. Darob großes Geschrei der Kommunisten; in der „Internationalen Presse-Korrespondenz"(Inprekorr) wird mir ein Artikel gewidmet, in dem schon der Titel irreführend ist:„Kautsky kontra Luxemburg', als ob mein Einspruch dem Luxemburgschen Buche und nicht der unbefugten Ber- öffentlichung metner Sätze gegolten hätte. Der Artikel erschien schon am 31. Januar d. I. Ich weilte damals in Südfrankreich, wohin mein Arzt mich ge- schickt hatte. Erst jetzt erfahre ich von dem Angriff. Etwas verspätet, aber docb nicht zu spät, um die Sache klar zu legen. Nur darum handelt es sich mir. Die kommunistischen Pöbeleien zu widerlegen, erscheint mir höchst überflüssig. Wichtig aber ist es, daß meine eigenen Genossen klar in der Angelegenheit sehen, die durch die kommunistische Schilderung völlig verwirrt wird. Meine Freunde werden fragen, warum ich zum Kadi lief. Waren die zitierten Sätze der Art, daß ich wünschen mußte, sie geheim zu halten, weil ich mich ihrer zu schämen hatte? Die Genossen mögen selbst entscheiden. Es handelt sich um Sätze aus Briefen aus dem Jahre 1893. Sie feien hier ohne Kürzung so wiedergegeben, wie Frölich sie abdruckte. Am 8. Juli jenes Jahres schrieb ich: „Meiner Meinung nach leiden wir in Deutschland nicht an zu viel, sondern an zu wenig Parlamentarismus, und es wird die Aufgabe des Proletariats fein, nachzuholen, was die deutsche Bourgeoisie in ihrer Feigheit versäumt, ein wirklich parlamentarisches Regime zu schaffen... für die Diktatur des Proletariats kann ich mir aber eine andere Form«cht denken, als die eines kraftvollen Parlaments nach englischem Muster mit einer sozialdemokratischen Mehrheit und einem starken, bewußten Proletariat hinter sich. Der Kampf um einen wirklichen Parlamentarismus wird meines Er- achtens in Deutschland zum Entscheidungskamps der sozialen Revo- lution werden, denn ein parlamentarisches Regime bedeutet in Deutschland den politischen Sieg des Proletariats und umgekehrt." Und am 15. Juli führte ich aus: „Was Deutschland anbelangt, so gebe ich gerne zu, daß das Bürgertum hier des Militarismus nicht mehr Herr werden wird und daß dieser nicht ruhig zusehen wird, bis wir die Majorität haben und die demokratische Republik beschließen, worauf er gehorsam sich fügen und verschwinden wird. Wir werden mit dem Militarismus einen harten Kampf zu kämpfen haben, vielleicht eher, als wir glauben, einen Kampf, in dem wir mit parlamentarischen Mitteln nicht ausreichen werden. Aber worum wird sich dieser drehen? Schließlich doch nur um das Parlament. Nur die parlamentarische Republik— ob mit oder ohne monarchische Spitze, wie in England— kann meines Erachtens den Boden bilden, aus dem die Diktatur des Proletariats und die sozialistische Gesellschaft erwachsen kann. Diese Republik ist der Zutunstsstaat, den wir erstreben müssen." Endlich heißt es in einem Brief vom September 1893: „Seit dem Ablauf des Sozialistengesetzes sind eine Reihe Partei- Publikationen erschienen— von Marx' Briefen angefangen*)—, die weitverbreitete Vorurteile oder Anschauungen in der Partei angriffen; ohne daß es in der Regel gelungen wäre, eine wirklich ernsthafte, sachliche Diskussion zu provozieren. Ich hatte z. B. erwartet— und auch Liebknecht geschrieben, daß ich es für notwendig halte— eine Aus e in an d ers etzung der Motiv«, die vor Gotha(dem Gothaer Partei- tag von 1875 K.) bewirkt hatten, daß die Marxsche Kritik ignoriert wurde. Statt dessen kam nichts als ein Utas mit sittlicher Eni- rüstung. Auch im Falle Lollmar wurde mehr mit sittlicher Eni- rüstung gearbeitet, als mit sachlichen Erwägungen, und die Bern- steinsche Lassalle-Biographie hat auch, wenn man.von einigen ihrer Bemerkungen absieht, nur stille Verurteilung aber keine Kritik er- fahren." Man mag über diese Sätze denken, wie man will, ihrer zu schämen habe ich mich keineswegs. Im Gegenteil. Meine Aeußerungen über die Diktatur des Proletariats bezeugen, daß ich 1893 schon darüber genau so dachte, wie heute, und doch werde ich von Frölich als„anerkannter Hüter des Marxschen Erbes um die Jahrhundertwende"(S. 3) be- *) So läßt Frölich mich schreiben. Im Original heißt es wohl: „vom Marxbrief angefangen", nämlich dem Brief über dos Gothncr Programm/ t zeichnet. Sollte ich trotzdem 1893 schon ein„Renegat" und „Lakai der Bourgeoisie" gewesen sein? Merkwüroig, daß zwei Jahrzehnte lang Rosa Luxemburg, Trotzti, Lenin und all sonstigen Revolutionäre nichts davon merkten. Ich habe mich also der von Frölich zitierten Aeußerungen in keiner Weise zu schämen. Sie müßten vielmehr meine jetzige Haltung selbst in den Augen der Bolschewiki recht- fertigen, wenn diese fähig wären, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und nicht, wie sie sie brauchen. Wenn ich aber keine Bedenken trage, diese Sätze selbst zu veröffentlichen, warum dann mein Nachdrucks-Prozeß? War das nicht doch eine kleinliche Schikane? Mit nichten. Der Prozeß erschien mir viel- mehr dringend geboten als prophylaktische Maßregel. Frölich entnahm meine Sätze Briefen, die ich an Mehring geschrieben hatte. Diese Briefe sind mit dem übrigen literarischen Nachlaß Mehrings in b o l s ch e- w i st i s ch e Hände geraten, deren Ehrlichkeit und Anstand ich aufs höchste bezweifle. Nach den bisherigen Erfahrungen halte ich die Bolschewiki jeder Lüge und Fälschung für sähig. Was hätte ich, was die Parteigeschichte zu erwarten, wenn ich es den Bolschewiki freistellte, in ihren Händen befindliche Briefe von mir oder gar einzelne aus dem Zusammenhang gerissene Sätze aus den Briefen nach Belieben zu veroffent- lichen, ohne daß ich die geringste Möglichkeit hätte, ihren Wortlaut und den Zusammenhang, in dem sie stehen, zu kontrollieren? Ich kann nicht einmal feststellen, ob der von Frölich zitierte Wortlaut meiner Briefe korrekt wieder- gegeben ist!« Bon mir wurden zahlreiche Briefe an Mehring gerichtet, die sehr wichtige politische, theoretische, persönliche Fragen betrafen. Da habe ich alle Ursache, im Interesse nicht nur meiner Person, sondern auch der von mir vertretenen Sache, dafür zu sorgen, daß sie nicht veröffentlicht werden, ohne daß ich. oder mein Rechtsnachfolger Einsicht in sie nehmen und Gelegenheit bekommen, die Korrektheit der Beröfsent- lichung prüfen zu können. Zu diesem Zweck werde ich alle Hilfsmittel benützen, die mir das Urheberrecht bietet. Deshalb und nur deshalb habe ich Einspruch gegen die unbefugte Beröffentlichung meiner Briefe durch Herrn Frölich erhoben. Daß die„Jnprekorr" sich jetzt dumn» stellt und meinen Zweifel an der Ehrlichkeit und dem Anstand der kommunistischen Drahtzieher in einen Versuch verwandelt, die Herausgabe der Luxemburgfchen Werke zu schädigen, verstärkt nur diesen meinen Zweifel. Doch die„Jnprekorr" weiß noch ein anderes Motiv für mein Vorgehen. Sie schreibt über die Herausgeber und den Verlag der Luxemburgfchen Werke(die„Vereinigung Jnter- nationaler Verlagsanstalten", kurz„Viva"): „Diese wollen— in Uebereinstimmung mit den Erben Rosa Luxemburgs und unstreitig auch im Sinne Rosa Luxemburgs selbst — Briefe Rosa Luxemburgs an Dritt« nicht zu beliebiger Verwendung der Frau K a u t s k y(der Name ist im Original fett gedruckt K.) überlassen. Ostenbar deshalb strengt« Herr Kautsky den Prozeß an, der ohne Vorgang stt, um bei einem Vergleich dann diese Recht« für Frau Kautsky zu echalten. Diese Rechte sind nicht zugestanden worden." Ich bin der„Jnprekorr" sehr dankbar dafür, daß sie auf diesen Fall Bezug nimmt und mich dadurch veranlaßt, ihn öffentlich darzulegen. Er ist allerdings ohne„Vorgang". das heißt, ohne Vorgänger. Nur handelt es sich dabei nicht etwa um eine Forderung meiner Frau, der Verlag„Viva" solle ihr Briefe der Rosa Luxemburg„zu beliebiger Verwertung überlassen." Meine Frau hat an den Verlag der Luxemburoschen Werke gar kein Verlangen gestellt." Am allerwenigsten ein so naives. Die Sache verhält sich ganz anders. Meine Frau hat die Briefe, die unsere Freundin Rosa Luxemburg an sie richtete, in einem Bündchen gesammelt veröffentlicht. Dieses fand so viel Beifall, daß eine Reihe von Freunden Rosas sich veranlaßt sah, Briefe, die sie von ihr bekommen hatten, meiner Frau zur Verfügung zu stellen, damit sie in einem weiteren Bändchen veröffentlicht würden. Die Erben Rosa Luxemburgs, die das Erscheinen des ersten Bandes der Briefe mit Freuden begrüßt hatten, erteilten gerne die Erlaubnis zur Herausgabe eines zweiten Bandes. Leider verzögerte sich diese, da meine Frau nach noch weiteren Briefen forschte. Je mehr die Bolschewiki auf die Gegnerschaft aller lebenden Sozialisten von Belang stoßen, umso mehr suchen sie jeden toten, der sich dagegen nicht wehren kann, für sich auszunützen. In Frankreich klammern sie sich sogar an die Rockschöße des toten I a u r ö s, dessen„Humanits" sie ge- kapert haben. Da mußte es ihnen hoch willkommen sein, daß Rosa Luxemburg, die durch ihrjBeben und ihren grauenhaften Tod zu einer von so vielen Sozialisten geliebten und oerehrten Persönlichkeit wurde, bis zu einem gewiflen Grad bolschewistische Neigungen gezeigt hatte. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Sie hatte nur die Anfänge des Bolschwismus gesehen und dennoch in ihrem nachgelassenen Buche über die russische Revolution, (S. 112, 113) geschrieben: „Lenin vergreist sich völlig im Mutet, Dekrete, diktatorische Gewalt der Fabrikausseher, drakonische Strafen, Schreckensherrschaft, das alles sind Mittel, die die Wiedergeburt(der Massen K.) ver- hindern. Der einzige Weg zu dieser Wiedergeburt stt die Schule des öffentlichen Lebens selbst, uneingeschränkte breiteste Demokratie. öffentliche Meinung. Gerade die Schreckensherrschaft demoralisiert." Der Schrecken über diese Klarlegung des Luxemburgfchen Denkens ist den Bolschewikis arg in die Glieder gefahren. Wenn meine Frau jetzt noch unbekannte Briefe Rosa Luxemburgs veröffentlicht, könnte dem bolschewistischen Lager dadurch nicht eine ähnliche Ueberraschung dereitet werden? Vielleicht sind die Briefe so harmlos wie die an Sophie Liebknecht. Aber wer kann ihnen das gewährleisten? Um gegen neue Ueberraschungen gefeit zu sein, gibt es für die Bolschewiki nur eins: die Gewinnung des Mono- pols auf sämtliche Schriften Rosa Luxem- b u r gs. Nur wenn die Bolschewiks das erreicht haben, sind sie sicher, daß kein Luxemburgscher Gedanke mehr an den Tag kommt, der ihnen unbequem ist. In Sowjetrußland ist das sehr einfach, da haben sie die ganze Pressefreiheit erdrosselt. Jedoch läßt die Weltrevolution noch auf sich warten, und so gibt es außerhalb Rußlands noch einige Preßfreiheit. Aber die Bolschewiks haben ein Mittel gefunden, um sie wenigstens für Rosa Luxemburg in der ganzen Welt aufzuheben: Das Erbrecht des so sehr von ihnen ver- fluchten kapitalistischen Staates. Zu diesem Zwecke setzten sie sich mit den Erben Rosa Luxemburgs m Verbindung. Sie erwarben von diesen das Der sozialdemokratische Aufstieg. Seit-1924 60 proz. Stimmenzuwachs in Mecklenburg-Schwerin. Uns wird geschrieben: Das Ergebnis der Rcichstagswahl in Mecklenburg-Schwerin hat bewiesen, daß der seit einiger Zeit zu verzeichnende Aufstieg der Sozialdemokratie in Mecklenburg anhält. Es wurden in Melken burz-Schwerin für die Sozialdemokratische Partei bei den letzten Wahlen an Stimmen abgegeben: bei der Londtagswahl Februar 1924<■, 74 924 bei der Reichstagswahl Mai 19Z4.-», 81 2*1 bei der Reichstagswahl Dezember 1924,, 108525 bei der Landtagswahl Juni 1925,,,» III 408 bei der Landtagswahl Mai 1927,.»» 126 746 bei der Reichstogswahl Mai 1928.,«. 133 827 Die Sozialdemokratie hat also ihre Stimmenzahl in Mecklenburg-Schwerin seit 1924 um rund 80 Prozent erhöhen können. Im gleichen Zeitraum ist auch die Zahl der Mitglieder der Parteiorganisation in mindestens dem gleichen Verhältnis gestiegen; die Zahl der Abonnenten der„Mecklenburgischen Volkszeitimg" Hot sich sogar um 154 Prozent erhöht. ' Jni Angesicht dieser erfreulichen Entwicklung nimmt sich die Bemühung der Deutschnationalen geradezu komisch aus, durch Unterschriftensammlung einen Volksentscheid über die Auf- lösung des Landtages herbeizuführen. Räch ihrer Nieder. löge vom 20. Mai sollten sie dies Bemühen schleunigst einstellen, um nicht eine noch größere Blamage zu erleben. « Am 1. April 1029 iritt der preußisch, waldeckische Staatsvertrag in Kraft, nach dem das Land Waldeck seine problematische Selbständigkeit ausgibt. Da der Waldecker Landtag dann zu aniticren aufhört, wird im Gebiet des jetzigen Freistaats Waldeck eine Nachwahl notwendig. Die Sozial- demotrati« hat bei den letzten Wahlen in Waldeck 4851 Stimmen erhalten. Do ihr in Preußen an 137 Mandaten nur noch 6603 Stimmen fehlen, stt es nicht ausgeschlossen, daß bei den Wahlen in Waldeck das 13 7. Mandat sür den Preußischen Landtag gewonnen wird. Zum 44, August bekehri! „Köllnische Zeitung" für den Nationalfeiertag. Köln. 25. Mai.(Eigenbericht.) Di« voltsparteiliche.kölnische Leitung" schreibt zu dem Beschluß des Reichsrats, den 11. A u g u st zum National- f eiertag zu erklären, u.a.: „Wer cnrslhlolsen und freudig den Weg zur inneren und äußeren Volkseinheit beschreiten will, darf nicht immer wieder be- tonte Gegensätze hervorkehren, sondern muß oerbinden oe Brücken suchen. Darum soll zum Nationalseicrtog der Tag be- stimmt werden, an dem der erste Präsident der deutschen Republik die neue Rcichsverfossung ausgefertigt Hot, die alle Deutschen in Einheit, Freiheit und Gcrechtigleit zusammenschließt. Die Gesamtheit des deutschen Volkes muß einen National- feiertag haben, an dem sich alle zusammenfinden können, ob begeistert oder zurückhaltend, das spielt keine Rolle. Di« Hauptsache ist, daß sich an diesem Tage jeder bewußt wird, ein dienendes Glied im großen Vaterland zu sein. Bedauerlich wäre es deshalb, wenn der Beschluß des Nationalsciertages nicht von einer einmütigen Größe des Gefühls getragen wäre. Alle Bedenken gegen den Tag erscheinen verschwindend kleinlich vor dem über- wältigenden Gedanken der nationalen Einheit." Die„Kölnische Zeitung" war bisher gegen den Der- faffungstag als Nationalfeiertag. alleinige Recht auf Herausgabe Luxemburgischer Schriften und verbieten, darauf gestützt, meiner Frau die Herausgabe der Briefe, die sie in der Hand hat. Wenn die Luxemburgfchen Erben verlangt hätten. Ein- ficht in die Briefe nehmen und die Korrektheit der Ausgabe nachprüfen zu können, so ließe sich dagegen nichts einwenden. Aber die Bolschewiks verbieten jede Herausgabe von Luxem- burgschen Briefen, die sie nicht selbst herausgeben, das heißt, nach Belieben zurecht retuschieren können. Daher droht diesen Briefen das Schicksal, überhaupt nicht zur Kenntnis der Welt zu kommen. Dafür ver- antworllich find allein die Kommunisten. Sie vertragen die Wahrheit nicht einmal aus dem Munde derjenigen, die sie aufs überschwenglichste feiern. Sie können nur gesinnungslose Tintentulis und eine völlig geknebelte Presse brauchen._____ Noist/, 73 311.--- 3,66% 124 676 632803 59 230 - 6,23% «»31.61% -- 2,96% An größeren Notstandsarbeiten, fürdieein Förde- rungsbetrag von mehr als 200 000 M. zugesichert war, befanden sich im Berichtsvierteljahr in der Ausführung u. a. in der Stadt Berlin: Verlängerung der Nordsüdbahn Neukölln und über das Tempelhofer Feld vom Bahnhof Kreuzberg bi» zur Borussia- straße: Bau der Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln; Er. Weiterung des Volksparks Rehberge. Bau der Unter- grundbahn Alexanderplatz bis Lickstenberg-Friedrichsfelde; Ar- beiten auf dem Gebiet« der Stodtentwässerung; Bau der Untergrundbahn von der Zietenstraße bis Mariendorfer Weg; Herstellung eines Schmutzwasseffammlers V. und Arbeiten auf dem Gebiet« des Straßenbaues. Im Regierungsbezirk Potsdam wurde die Aus- führung der Vollkanalisation in Bad Freienwalde a. d. O. unterstützt. Für die Förderung des Treib- und Frühgemüfe- b a u s sind im verflossenen Vierteljahr insgesamt 6 000 000 M. Reichs- und Staatsmittel den Regierungspräsidenten, dem Ober- Präsidenten in Berlin und dem Verbanidspräsidenten in Essen zur Verfügung gestellt worden. Auf dem Gebiete des La»da r b eite r w oh nun g s b a u s wurden im Berichtsvierteljahr m den einzelnen Provinzen Darlehm für folgende Wohnungen(Eigenheime und Werkwohnungen) be- willigt: in Ostpreußen für 218, m Pommern für 223, in der Grenz- mark für 32, m Brandenburg für 218, in Niederschlesien für 23, in Oberschlesien für 150, in Sachsen für 87, in Hannover für 208, in Hessen-Nassau für 26, in Westfalen für 47, in der Rheinprovinz für 38, in Schleswig-Holstem für 91 Wohnungen. Insgesamt sind seit dem Bestehen der Maßnahme bis zum 1. April d. I. 3 3 824 Landarbeiterwahnungen(20 412 Werkrvohnungen und 13 412 Eigenheime) aus Mitteln der wert- schaffenden Arbeitslosensürsorge(produktive Er- wevbslosenfürsorge) gefördert worden. Einstellung des Kotomak-prozeffes. Auf Grund des Bremischen Amnestiegesehes. Bremen, 25. Mai.' Der Kolomak-Prozcß, der am 15. Juni das Bremer Gericht in der zwellen Instanz beschäftigen sollte, ist gestern Plötz- lich eingestellt worden. Diese Nachricht kommt mn so überraschender, als das Gericht noch vor kurzem den Antrag der Verteidiger auf Verschiebung des Haupt- Verhandlungstermins abgelehnt und erklärt hatte, daß auf Grund der Bremer Dispositionen am 15. Juni mit dem Prozeß begonnen werden müsse. Wie wir erfahren, beruht der plötzliche Einstellung«- beschluß aus Anwendung des BremischenKlmnesticgesetzes vom 2. Dezember 1925. In diesem Gesetz war die Amnestierung aller derjenigen Straftaten vorgesehen, die aus Not oder infolge Der- führung begangen und mit nicht mehr als einem Jahr Gefängnis geahndet morden waren. Die Verteidiger der Frau Kolowak. die nach dem Auf- sehen erregenden Prozeß wegen Kuppelei zu neun Monate» Et- fängnis verurteilt worden war, hatte» schon vor länger e-r Zeit die Anwendung der Bremer Amnestie auf diese» Fall be- antragt, weil Frau Kolomak, wenn sie sich wirklich der Kuppelei schuldig gemacht haben sollte, ihre Tat nur aus Rot begangen haben könnte. Das Bremer Gericht hatte diesen Antrag damals ab- gelehnt, aber nicht aus Grund eines Beschlusses, vielmehr auf Grund einer Berfiigung. Diese Tatsache gab dem Gericht die Mög- llchkeit, auf Grund eigener Initiative die Amnestie vom Jahre 1925 anzuwenden. Was das Gericht m Bremen zu seiner plötzliche» Aenderung in der Einstellung zur Amnestiefrag« im Fall Kolomak veranlaßt hat, ist bisher nicht bekannt. Frau Kolomak selbst hat sich immer gegen«ine Amnestierung gewandt, da sie in der zweiten Instanz ihre- Unschuld beweisen und sich von dem schweren Vorwurf, ihre Tochter Lisbeth verkuppelt zu haben, reinigen wollte. Die Waffen der KPD. Erst Mord, dann Lüge. Der in der Nacht zum Wahlsonntag in Glauchau von Keuimu- nisten ermordet« Genosse Stadtverordneter Paris wurde am Mitt- woch beerdigt. Erst nachträglich«fährt man die Geschichte dieses Mordes. Sie«innert in manchem an die Zeit der völkischen Attentat«. Auch hier ging dem Mord eine ungehemmte Hetze voran, in der sich vor allem das kommunistische Organ in Glauchau, „Der Kämpfer", hervortat. Als die Tat geschehen war. ver- sucht« man zunächst, sie abzuleugnen. Noch am Sonntag ver- breitete die kommunistische Parteileitung von Glauchau ein Flugblatt, in dem behauptet wurde, die Ermordung des Genossen Paris sei e i n B l v s f. ein plump« Wahlschwindel. der von der Sozialdemokratie nur«flrnden worden sei. um die Arbeiterschaft im letzten Moment gegen die Kommunfftffche Partei aufzuhetzen! Am Montag ging der Zynismus der Kommunisten noch weiter. Auf d« einen Seite griff der„Kampfer" die Ab- lcugnung des Flugblattes auf. verteidigt« aber auf der anderen Seite die Mordtot, indem er die Sozialdemokratie und ihre Presse für den Vorgang verantwortlich machte. Zugleich erschien ein zweites kommunisti-sches Flugblatt, in dem erklärt wurde, Paris sei von seinen Kameraden erstochen worden! Die„Ehemnitzer Volksstimme', die dies« Vorgänge klarlegt, bemerkt dazu: „Eil»« solche Schreibweis« wie die des.Kampf«»" muß zügellosen Haß unter die Arbeiterschaft säen und muß die Men- schen vergiften. Ein« Zeitung, die in solcher Weffe ihre Leser aufputscht, verhetzt, trägt dann die moralische Schuld dafür. wenn d« Haß zu blusigen Ausschreitungen führt. Aufgabe der Sozialdemokrati« muß« ab« fein, daß unser« Kraft nicht erlahmen darf, um tue kommunistisch orientierte Arbeiterschaft von der Schändlichkeit und skrupellosen Demagogie der kommunistischen Presse zu überzeugen und zu ver. suchen, diese Arbeiter für uns zu gewiimen. Wir haben am Sonntag einen Wahlsieg davongetragen, bereiten wir den neuen Sieg vor durch die werberche Kraft für unser« Ideal«. Das fft der best« Dienst, den wir unseren gemordeten Kam«aden er- weisen können." Di«„Volksstimme" betont im übrigen, daß die Sozialdemokratie eine Gewaltpolitik, wie sie von den Kommunisten und Völ- k i s ch e n betrieben wird, ablebnt, und daß sie den politischen W a h l k a m p f mit f r i« d l i-ch e n Mitteln führt, solange der Gegner diesen demokratischen Kampsboden beibehält und nicht selbst zur Gewalt greift. Bürgerkartell— ist nicht! Eine Stimme aus dem Zentrumslager. Im bürgerlichen Lager ist in den letzten Tagen wieder- holt einem festeren Zusammenschluß der bürger- lichen Mittelparteien dos Wort geredet worden, um ein Gegengewicht gegen die um mehr als zwanzig Ab- geordnete verstärkte sozialdemokratische Reichstagsfraktton zu schaffen. Zentrumsabgeordnetcr Joseph Ioos setzt sich in dem München-Gladbacher„Westdeutschen Volksblatt" mit diesen Vorschlägen auseinander. Er sagt: Die Zentrumspartei braucht sich nicht den Siegern anzubieten. noch weniger aufzudrängen. Eine Regierungsbildung ohne sie wird nicht möglich sein. Acxilitionspal irisch hat der Jammer für Sozial. bemokralie und Deutsche Doltspartei begonnen. Vor Jahr und Tag Härten es beide leichter gehabt. Die Zeutrumspartel wird die Sorgen der Deutschen Volkspartei nicht winder« könne«, auch nicht auf dem Wege der Bildung eines.Kartells bürgerlicher vlittelparteieu" als Gegenpol gegen eine Lberstarke Sozialdemokratie, die noch dazu unter kommunistischem Druck steht. Was.bürgerlich" ist, das ist für uns nicht gleichbedeutend mit dem, was eine Deutsche Voltspartei meint. Unser Slntisozialismus ist ein anderer alz der, den wir landläufig finden. Do» Zentrum geht immer auf da» Positive. Dabei wird es bleiben, ob in dieser oder in jener Koalitien. Auch der„Deutsch e", das Blatt der christlichen Ge- merkschoften. rückt deutlich von einer bürgerlichen Einheit?- front, wie sie manche Unternehmerkreise wünschen, ab. Er spricht die Hoffnung aus, daß der Teil der Unternehmer, der mit S i l v e r b e r g übereinstimmt, bereit sein wird, aus dem Wahlausfall die notwendigen Schlußfolgerungen zu ziehen, und fährt dann fort: „Andcverstits losten sich aber Stimmen voll ernster Besorgnis aus dem Untcrnehmerlager feststellen. Man befürchtet, daß„ein weiteres Abgleiten der Wirtschaft auf die schivsc Ebene sozialistischer Tendenzen sich kaum verhindern lasten wird". Diese ssormulierung ist zu groß, denn was z. B. die „Deu'sche vergwerkszeitung". welcher der eben zitierte Satz ent- nowmen ist. und die ihr nahestehenden Anteroch merkreise unter sozialistischen Tendenzen verstehen, da, bezeichnet ein normaler Staalsbärzer meist als ZNindeflmah notwendiger Sozialpolitik, die mit Sozialismus recht wenig zu tun Hot. Es ist möglich, daß im neuen Reichstag mit der Sozialdemokratie in der Regierung Wirt- schaftspolitik in vielen Fällen mehr unter Arbeitnehmer- gefichtspuntten gemacht wird als bisher. Es gibt so manchen Mißstand, der beseitigt werden muß. Eine derartige Wirtschafts- Politik wird der Gesamtwirtschaft nicht schaden, sondern nur nützen, wenn auch der unverdiente Gewinn mancher Unter- nehmer vielleicht verringert und Unternehmerwünsch« noch Steuerab- bau, wie sie insbesondere von demokratischer Seite immer wieder laut werden, keine Erfüllung finden." Das sind zwei Stimmen aus dem Zentrum, aber es ist nicht das Zentrum selbst, das gesprochen hat. Die vergangene Wahlperiode hat gezeigt, daß das Zentrum auch einem Bürgerblock nicht abgeneigt ist, wenn es glaubt, daraus Vorteile ziehen zu können. Man wird abwarten muffen, ob es jetzt, wenn nicht bekehrt, so doch belehrt ist. Kommunisten vor die Kroui! Die letzte Hoffnung der Reaktion. In seiner Trauer über die Wahlniederlage der Deutschnationalen entschlüpft dem„R e i ch s b o t e n" vom 23. Mai ein interestames Geständnis. Es heißt da in«iner Wahlbetrachtung: Ob mm wohl nachträglich die, welch« ihre Stimme den Splittern gegeben hoben,„grenzenlos« Wohlnot" empfinden? Fast wäre es an der Zeit. Denn sie haben in Wahrheit die Linke, di« Kirchense inde, gewählt. Wie damals hindenlmrq nicht durch uns. sondern durch die Kommunisten gewählt Ist. denn hätten st« nicht Th ulmann ausgestellt, sondern mit für Marx gestimmt, so wäre es anders getonwnm! So ist es auch heule auf unserer Seite gegangen. Ja, von Herzen host« ich. daß diese„grenzen- lose Wohlnot" den Leuten auf dem Gcwtffen brenne. Wie damals, so heute. Der„Rcichsbote" spricht es ganz offen aus: Es wird auch in Zukunft mit Master gekocht werden. Und in den Legeist«rungewein der Linken wird manches Tröpflein Wasser geschüttet werden. Es könnten Eimer voll Wasser hineingegossen werden, toerai alle», was rechis von Kommunisten und Sozialisten steht, Korpsgeist hätte. Das ist nicht der Fall. Aber, daß Sozialisten und Kommunisten Feinde sind. daß die Kommunisten gerade in den alten Bezirken der Sozial- demokratie so starken Zulaus gehabt haben, da» dürfte da, Der- hängnis ein wenig im Lause hemmen. Das Verhängnis sind die Sozialdemokraten. Man fürchtet im reaktionären Loger ihre positiv« Politik und setzt die letzte Hoffnung aus die negative Politik der Kommunisten. Siegreich woll'n wir... Aber nur halb und halb! Die Deutschnoti analen haben bei der Wahl vom deutschen Volk gründlich ein« auf die Ras« bekommen. Infolgedessen ziehen sie ihr Gchlachtroß aus dein Stall, um ihre siegreiche Parteifahn« über den Rhein zu tragen. Frankreich ist unten durch, liest man in der „K r e u z z« i t u n g",-» h«st Italien zmn Feind, e» hat England zum Feind und deshalb immer mm mal wieder: „Betrachtet man diesen Wandel der Weltpolitik, in dem sür uns das wichtigst« Ereignis der Abstieg Frantr. iip- ist. so fragt man sich, ob aaser Drang noch einer Verständigung mit Frankreich nicht schou etwas antiquiert ist." Aber wir wollen trotzd«m„bestimmt keinen Krieg mit Frank- reich", versichert das Blatt der Halb und Halben treuherzig weiter. Was wollen sie denn? Seme Verständigung, keinen Krieg— bleibt nur die Verewigung der Rheinlandbesatzung! Die nationale Parteiopposition hat ihre schwarzweißrote Visiten- karte abgegeben._ Wien baui ein Stadion. Eröffnung am Ztepublittag. wie«. 25. Mai.(Eigenbericht.) Der Sozialdemokratische Gemeinderatsklub hat heute beschlossen. dem Antrag zuzustimmen, daß im Prater ein Gebiet von 12 Hektar zur Errichtung eines Stadions angekauft wird. Die Tribünen werden 50 000 Zuschauer fassen. Das Stadion soll«in Staatsfeier- tog, des 12. November, dem Gründungstag der Republik, feierlich eröffnet werde», proiekiionskinder. .. wenn Keudell nicht mehr da ist, weiß ich wirtlich nicht, wie aus dem Zungen noch mal ein Ministerialrat werden soll.. Schatten über Georgien. Zum-10. Lahrestag seiner Ltnabhangigseitserklärung. Von georgischer Seite wird uns geschrieben: Am 26. Mai dieses Jahres vollzieht sich zum zehnten Male der Jahrestag der Erklärung der nationalen Selbständigkeit Georgiens. Von hundertjähriger russischer monarchistischer Unterjochung hatte sich das georgische Volt im Jahre 1317 durch die Revolution befreit. Durch eine allgemeine Volksabstimmung hott« e» sich ein Parlament und eine— fazialdemotratisch-inenschewistische—- Regierung gegeben. Drei Jahre später ist Georgien durch die russischen roten Oktobcrtruppen wieder besetzt worden, wodurch di« Bevölkerung der elementaren Rechte eines Staatsbürgers, der Freiheit der Person, der Rede, der Presse, der Versammlung und des Gewistens, sowie des Rechtes auf- nationale Eelbständigkert beraubt wurde.——: Aber trotzdem wird das rote Moskau, mag es noch so sehr aus sein« roten Truppen pochen, diesen Erfolg nicht tn Ruhe ge- nießen. Moskaus Tat wird immer wie«in großer dunkler Schatten über Georgien liegen und die moskowitifchen Gewalt- Haber ewig begleiten, ihnen keine Ruh« geben. So hört« auch der rot» Kommissar T s ch i t s ch e r I n. ol» er bei seinem Aufenthalt in Litauen Litauens Selbständigkeit mit großen pathetischen Ergüssen über Veltsreiheit und Selbständigleit der Nationen feierte, wie man ihm mahnend zurief:„Du H e u ch- I c r! Hast du nicht selbst durch Bajonette das litauenähnliche G e o r- gien gewaltsam erobert, unterjocht?" Ebenso erlebte Herr Djagaschwili-Stalin, dieser ob- trünnige Georgier, daß ihn georgisäie Arbeiter au»- pfiffen, als er sich auf einer Versammlung in Tiflis zu ihrer und„georgischer Befreiung" vom„menschewistischen Jach" beglück wünschte. Seit jener Zeit spricht dieser verstehierte„Grusior" (Georgier) nicht mehr von Georgien, noch zeigt er sich in seiner Heimat! Auch Klara Zetkin, diese fanatische Anhängerin de» Mos- lauer Asiatismu». mußt«, als sie in ihrer Reichstagsred««in Loblied über die„Bemühungen" Moskaus um die„Freiheit der Völker" an- stimmte, hinnehmen, daß in ihrer Rede der Ruf des Arbeiterführers Wels platzte:„Und das durch eure roten Truppen eroberte Ge- orgien?" Solch«In dunkler Schatten steht auch heute vor den russischen Kommunisten auf, wenn sie sich jetzt al» Freiheitskämpjer gebärden und sür Bessarobien ein Plebizit verlangen. Ein dunkler Schotten, der mahnend aus das gcsesielie Georgien weist, das schon längst ein Plebiszit für sich verlangt. Wie oft hat das georgische Volk diese Forderung umsonst gestellt? Das heutige militärische Moskau will nichts davon hören. Infolge dieses roten Zwange» hat sich das georgische Volk zweimal zum A u s st a n d erhoben, ober jedesmal wurde es durch'die llebermocht der russischen Truppen blutig unter« drückt...-... Und so geht es fort. Dies« Hsldcm der dritten International« verwerfen Immer dt« Loeariioverträge, verwerfen auch den Völker- bund. Da» ist kein Wunder. Denn ein Eintritt Rußlands in den Völkerbund würde ein Plehiszitrecht für die duxch die russischen Truppen eroberten Länder und deren Unabhängigkeit bedeuten. Mit der Unabhängigkeit de» Kaukasus und insbesondere Georgiens würde das militaristisch« Moskau ein« groß« strategische Basis für s»in« roten Truppen gegen den„europäischen Kapitalismus" verlieren. Es würde aber auch große Reichtümer vrrlieren: das Petroleum in Baku, Mangan und sonstige Reichtümer in Georgien. �as alles ist das eA) t e imperialistische Streben und der Ehanjkter de? heutigen raten Sowjetrußlands. Entsprechend dieser militaristischen Natur können die roten Russen nicht abrüsten, können sie nicht ein aufrichtiges Mitglied der Abrüstungskommission bei dem Völkerbund sein. Der große dunkle Schatten wird aber immer«in ewiger Verfolger dieser roten heuchlerischen Moskauer Rufer nach der „großen Weltfreiheit" bleiben: er droht, beuncihigt und erschreckt immer und immer! Aach dem Ltrieil in Kolmar. Lleberraschung in Paris. Pari». 25. Mai.(Eigenbericht.) Mehr noch al» das Kolmarer Urteil haben in breiten palitstchen Kretsen di« Rückwirkungen überrascht, die diese« Urteil im ganzen Elsaß ausgelöst hat. Die Heftigkeit der Protest- kundgrbungen, zu denen es am Donnerstag nicht nur in Kolmar, sondern auch in anderen elsässischen Städten gekommen ist, hat in Paris selbst Kreis«, die bis zuletzt glaubte», die outonomistische Bewegung mit Gewalt niederschlagen zu können, zu der Erkenntnis gebracht, daß die französische Politik im Elsaß mitschuldig an der dort herrschenden Unzusrledenhett ist. Selbst ein Blatt wie di« „L i b e r t 6" muß z. B. zugeben, daß die Verstimmung de» Elsaß in erster Linie durch die Drohungen, auch U n g e s ch i ck l i ch- leiten der französischen Verwaltung verursacht worden sind. Der„Temps" gehört im Gegensatz zur„Liberia" zu den Blättern, die aus den Dorgängen im Elsaß nicht» gelernt haben. Nach seiner Aufsasiung handelt es sich hier um ein Urteil der Klarheit und einen Beginn der notwendigen Entgiftung der elsässischen Nerven. Das Blatt erklärt dabei den elsässischen Parti- kularismus für eine geistige Bereicherung des französischen nationali- stischcn Leben» und verspricht di« Aufrechterhaltung der religiösen Sondergesetzgebung. Demgegenüber warnt er di« Elsäster vor zukünftigen Verbindungen mit„pongermanistischen Organisationen", trotzdem der Prozeß erwiesen Hot, daß«in« solch« Verbindung niemals bestand. Im übrigen sieht das Blatt ei» be» sondere» Verdienst des Prozesses darin, daß er die schändliche B er- bindung zwischen Klerikalen und Kommunisten ins rechte Licht gerückt Hab«. Amnestieantrag in der Kammer eingebracht. Paris. 25. Mai. Wie die Abendpreste mitteilt, hat der Abgeordnete van Hagenau Michel Walter(oth. Dem) heut« in der Kammer ein« Ent- jchlicßung baontragt, in der die Regierung ersucht werden soll, so schnell wie möglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den den im Eolmarer Prozeß Verurteilten volle Amnestie gemährt werde und bis zur Annahm« des Gesetzentwurfs die Verurteilten sofort in Freiheit zu setzen und sie nicht einem?l»f«nthaUsverbot zu unterwerfen. Wie Havas berichtet, hat derselbe Abgeordnete weiter den Antrag eingebracht, die beiden Abgeordneten R i ck l i n und R o s s« auf Grund der verfassungsmäßigen Bestimmungen sür hie Dauer der Sessivn in Freiheit zu setzen. Verzicht aus japanischen Schuh. Nordamerika will mit der Znvasion nichts gemein haben. Tokio, 25. Mai. Das japanische Außenministerium hat ein Telegramm des Ge- sandten Ioschisava verösseittlicht, wonach der»ordamerikanische Gesandte im Namen seiner Regierung die Maßnahmen der jopa- nischen Regierung zum Schutze der japanischen Staotsange- hörigen in Ehina nicht billigt und di« japanischen Truppen ersucht, amenkonischen Staatsbürgern und der nordamerikaniscl�n Gesandlschost keinen Schutz angedeihea zu lassen. Dieser Schritt hat in Japan Unzufriedenheit hervorgerufen. Aus Peking wird gemeldet, daß eine japanische Truppenabteilung gestern den Garten der ehemalige» österreichisch-ungartschen Gesandtschaft besetzt und Maschinengewehre eingebaut Hot. Zapon gegen Nordchinesen. Tslnglau, 25. TOffli. Der japanische Oborkommandierende, General D a s u m I t s u, hat di« nordchmesischen Truppen in Tsingtau ausgefordert, sich sieben Meilen von der Stadt zurückzuziehen, ohne die Dauer der Maßregel zeltlich zu begrenzen. An Stelle des abberusenen tuifisdjen Militärattache» tunew in Berlin wurde der.bisherige Oberkommand-erenv« des Leningrader Militärbezirks Kork eracrmit, Der Etat der Metallarbeiter. Weber 30 Millionen für Beiträge 1927. Wir berichteten fürzlich über die glänzende Aufwärtsentwidfung in der Mitgliederbewegung des Deutschen Metallarbeiterverbandes; das gleiche können wir heute über die finanBielle Entwicklung sagen. Wie aus dem Rechnungsabschluß für das Sahr 1927 hervorgeht, sind im Berichtsjahre die Einnahmen der Hauptkasse des Verbandes um rund 3½ Millionen Mart höher gewesen, als im Jahre 1926. Welche ungeheure finanzielle Belastungsprobe das Krisenjahr 1926 für die Organisation war, erhellt am deutlichsten ein Bergleich der Ausgaben für Erwerbslosenunterstüßung in den beiden Jahren 1926 und 1927. Während 1926 rund 17 Millionen Mark zur Unterstützung der erwerbslosen Verbandsmitglieder ausgeworfen werden mußten, benötigte man im Berichtsjahre für diesen Zweck nur noch rund 3 Millionen Mart, also etwa 14 Millionen Mart weniger. Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß der wirtschaftliche Aufschwung, besonders in der Metallindustrie, erst zu Beginn des zweiten Halbjahres 1927 einsetzte, das erste Halbjahr also noch erhebliche finanzielle Anforderungen an den Berband stellte. Der Mitgliedergewinn spiegelte sich auch in der er höhten Einnahme an Eintrittsgeldern und Beiträgen wieder, die mit Berliner Personenschiffahrt! In den letzten Tagen mehren sich die Anfragen aus unseren Reihen, welche Reedereien für Pfingstfahrten und für die Sommersaison nicht gesperrt seien. Wir weisen deshalb nochmals darauf hin, daß nur folgende Reedereien die Lohn- und Arbeitsbedingungen mit den zuständigen freien Gewerkfchaften geregelt haben: 1. Langwaldt u. Schmolfe, Stralauer Brücke 8; 2. Reederei Riempin, Stralauer Brücke 7; 3. Reederei Kieck, an der Oberbaumbrüde; 4. Reederei Bauer, Friedrichshagen. P Alle anderen Personenschiffahrtsbetriebe, wie" Stern", Waldow und Märk. Lloyd, Spandau"," Bathte u. David, SpandauBerlin"," Nobiling", die Grünauer Fährboote" usw. bleiben für unsere Mitglieder weiter gesperrt. Wir bitten dieses beachten zu wollen. Falls Aenderungen eintreten, geben wir dieses bekannt. Deutscher Verkehrsbund, Abteilung Schiffahrt. Zentralverband der Maschinisten und Heizer, Sektion Schiffahrt. Graphische Hilfsarbeiter und arbeiterinnen! Zur Wahl der Berliner Verbandstagsdelegierten. Nach der Veröffentlichung im Mitteilungsblatt" finden die Wahlen der Delegierten zum Verbandstag in den Betrieben statt. Seit zwei Tagen macht nun die sich stets schamhaft Oppofition" nennende Fraktion der KPD. in der Roten Fahne" und durch Flugblätter für ihre vier Kandidaten eifrig Propaganda. Wie gewöhnlich strogen ihre Aufrufe von bewußten Unmahrheiten und Verdrehungen. Sie zeigen damit nur, daß sie von den tariflichen und sonstigen sachlichen Dingen nichts verstehen. Wir begnügen uns zunächst mit diesem Hinweis, ohne näher auf diese kommunistische Agitation einzugehen. In den Aufrufen wird gefordert, auf dem Stimmzettel alle Namen zu streichen, bis auf die vier der KPD.- Kandidaten. Man hält die Berliner Mitgliedschaft für so dumm, dieser Anweisung nachzukommen. Die vier Helden der Opposition" find da, wo es nichts zu verantworten gibt, mit dem Mund sehr radikal. Wo sie aber die Interessen der Kollegen vertreten sollen, find sie so zahm, daß man nur ein Kopfschütteln dafür übrig hat. Darum teine Stimme diesen Heuchlern! Diese Rapedisten können die Berliner Mitgliedschaft nicht vertreten. Die Mitglieder. versammlung hat seinerzeit alle ihre Anträge abgelehnt! Welche Anträge wollen denn Gabriel, Jammrath, Meyer und Krenzlin vertreten? Etwa die von ihnen bekämpften reformistifchen"! Hier zeigen sie wieder ihr wahres Gesicht. Die Berliner Mitglieder müssen diesen„ revolutionären Gewerkschaftern" die richtige Antwort bei der Wahl geben. Alle Kolleginnen und Kollegen geben darum bei der Wahl ihre Stimme folgenden Kandidaten: 1. Richard Arnold, 4. Mar, Blankenburg, 6. Gustav Grohmann, 7. Willi Grohmann, 8. Richard Günther, 9. Mar Hofmann, 11. Her mann Klaus, 17. Paul Nig, 18. Karl Pohl, 19. Wilhelmine Runge, 21. Oskar Schäfer, 22. Östar Stache, 23. Adolf Strahlendorff, 24. Hans Voß. Alle anderen sind zu streichen! Der Gärtnerverband holt auf! Der Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter hat in den Monaten März und April 2160 neue Mitglieder gewonnen, und zwar wohl hauptsächlich infolge seiner Frühjahrslohnbewegungen. Bis zum 15. Mai waren 54 Lohnbewegungen abgeschlossen mit dem Erfolg, daß für 19 650 Gärtner und Gärtnereiarbeiter eine wöchentliche Lohnerhöhung von 58 450 M. oder durch schnittlich drei Mart pro Person erreicht wurden und zu gleich eine Arbeitszeitverfürzung für 10 680 Berufsgenossen in einer Anzahl von möchentlich 29 771 Stunden oder 2½ Stunden durchschnittlich pro Person. Diese Erfolge kommen auch Unorganisierten zustatten, von denen immerhin ein Teil inzwischen eingesehen hat, daß derartige Erfolge nur zu halten sind bei straffer Organisation." 3st die Krisenfürsorge überflüssig? Nein, fie muß neu geregelt werden! Die Zahl der Unterstüßten in der Krisenfürsorget at, wie aus den neuen Arbeitslosenzählungen der Arbeitsämter gervorgeht, auffallend abgenommen. Diese Abnahme hat jedoch nicht ihren Grund in der Besserung des Arbeitsmarktes, sondern in den das kann nicht genug hervorgehoben werden einschränkenden Bedingungen für die Krisen unterstügung. Die Einschränkungen, die schon wiederholt in der Arbeiterpresse scharf tritisiert worden sind, haben auf der einen Seite ein verstärktes Ausscheiden von Unterstüßten aus der Krisenfürsorge und auf der anderen einen schwächeren Zugang zur Folge. Die Krisenfürsorge muß bis Ende Juni- dem Termin, an dem ihre Geltungsdauer abläuft grundsäglich neu geregelt werden. Mit einer bloßen Berlängerung der Geltungsdauer der bisherigen Bestimmungen ist nicht geholfen. Notwendig ist vor allem die Einbeziehung aller Berufsgruppen in die Krisen fürsorge. Das bisherige tomplizierte System der verschiedenen Ausnahmen, Einschränkungen und Erweiterungen in der Zulassung zur Unterstützung schafft praktisch nichts anderes als zahllose Härten und Ungleichmäßigkeiten in der Behandlung, die nur verbitternd wirten. 30% Millionen Mart bänden, ein Problem, das in Dänemark eine bedeutendere Rolle spielt als in den meisten anderen Ländern. Die Grenzstreitigkeiten nehmen in der Organisationstätigkeit einen viel zu großen Platz ein. Die streitenden Parteien müßten sich nachher auch den Entscheidun gen des Grenzausschusses fügen. Einen breiten Raum nahm die Frage des Zusammenschlusses aller dänischen Ge. mertschaften im Gewertschaftsbund ein. Im Jahre 1926 hatte die Landeszentrale eine besondere Kom mission zur Förderung der Einheitsbestrebungen eingesetzt, die mun dem Kongreß Bericht erstattete. Die Kommission hat sich an alle um etwa 4 Millionen Mark höher ist als im Jahre 1926. Gleich nichtangeschlossenen Verbände gewandt und teilweise auch mit ihnen zeitig sind aber durch Sparmaßnahmen die Untoften so gewegen des Anschlusses an die Landeszentrale verhandelt. Da jedoch senkt worden, daß der Vorstand dem nächsten Verbandstag eine Erdiesbezügliche Beschlüsse erst von den Verbandstagen oder durch Urabstimmung gefaßt werden können, konnte die Arbeit der Kom höhung der Leistungen, besonders der Streitunterstützung vorgeschlagen wird, ohne diese Leistungssteige- mission noch feine positiven Ergebnisse zeitigen. Jedoch ist anzunehmen, daß sich die Einheitsbestrebungen in den nächstfolgenden rung von einer Beitragserhöhung abhängig zu machen. Jahren günstig auswirken werden. Es wurde besonders der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß es bald gelingen möge, den Wiederanschluß des Fabritarbeiterverbandes führen. Die Kommission soll ihre Arbeit fortsetzen. Eine ebenso günstige Entwicklung wie die Hauptkasse weisen auch die Lokaltassen auf, die an Stelle von 5% Millionen Mark Zuschuß im Jahre 1926 im Berichtsjahre nur noch 1,4 Millionen Mark Zuschuß benötigten. Die Bestände der Lokal. tassen betrugen am Schluß des Vorjahres fa ft 6 Millionen Mart, haben sich also gegenüber dem Jahresschluß 1926 verdoppelt. Alles in allem fann gesagt werden, daß die Entwicklung des Deutschen Metallarbeiterverbandes im vorigen Jahre mit Riesenschritten vorwärts gegangen ist und der Vorstand den Delegierten des Verbandstages, die sich am 13. August in Karlsruhe einfinden werden, einen Bericht erstatten können, wie er leider seit einigen Jahren infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht gegeben werden konnte. Deutsch- polnischer Sozialversicherungsvertrag Das Deutsche Reich wurde durch Ministerialdirektor Dr. Grieser, die Republik Polen durch Dr. Pradzynski und Departementsleiter Dr. Horowit vertreten. herbeizu Die zur Urlaubsfrage angenommene Resolution besagt u. a., daß der Vorstand zu gegebener Zeit mit dem Arbeitgeber. verband verhandeln soll, um eine generelle Lösung der Urlaubsfrage für die Berufe herbeizuführen, denen es noch nicht möglich war, eine Urlaubsregelung zu treffen. Ein vom Sattler- und Tapeziererverband gestellter Antrag, den Internationalen Gewerkschaftsbund( JGB.) aufzufordern, eine Konferenz zwischen dem JGB und der RGI. und den außerhalb dieser Internationalen stehenden Landeszentralen einzu berufen, wurde gegen nur 15 Stimmen verworfen. An Stelle des Genossen Madsen, der jahrelang an der Spitze der Landeszentrale gestanden hat, wurde der bisherige zweite Borfizende W. Nygaard zum Vorsitzenden gewählt. Unter stürmischem Beifall der Kongreßteilnehmer dankte der neue Vorsigende Madsen für seine große Arbeit in der dänischen Gewartschaftsbewegung wie für die Treue, mit der er stets den Interessen der Arbeiterklasse gedient hat. Am letzten Kongreßtage wurde befannt, daß der Höchst e Am 25. Mai wurde nach langen und schwierigen Verhandlungen Gerichtshof den Landarbeiterverband und den Gewerkschaftsim Reichsarbeitsministerium in Berlin der deutsch- polnische Bertrag bund verurteilt hatte, einigen Bauern, über die der Land. über die Sozialversicherung paraphiert. Er bezweckt, in der Sozialarbeiterverband einen nach Meinung des Gerichts rechts= versicherung Angehörige der beiden Staaten in weitem Umfange Kronen Schadenersatz zu zahlen. Dies ist bereits das widrigen Bontott verhängt hatte, insgesamt 155 000 gleichzustellen und erworbene Rechte auch im Falle der Abzweite Urteil in derselben Sache, in der dasselbe Gericht schon früher wanderung eines Berechtigten von dem einen Gebiet nach dem andie beiden Organisationen zur Zahlung eines Schadenersages von deren zu erhalten. 138 000 kronen verurteilt hat, obwohl vor Gericht nachgewiesen werden konnte, daß die betreffenden Bauern einen derartigen Schaden überhaupt nicht erlitten haben fönnen Das Urteil hat meder mit Recht noch Gerechtigkeit etwas gemein, es ist von der Parteilichkeit und dem Arbeiterhaß der betreffenden Richter diftiert. Im Hinblick auf die Mitgliederzahl wird man verstehen, daß diese werkschaftsbund einen harten Schlag bedeutet. Das Urteil rief unter Geldbuße von insgesamt 293 000 Rronen für den Geden 600 Kongreßteilnehmern große Empörung hervor. In einer Entschließung wird das Urteil als ein Klassenurteil und als feindliche Handlung gegen eine schlecht entlohnte und während vieler Jahre unterdrückte Gruppe von Arbeitern bezeichnet. Es wird dann der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß dieses Klassemurteil dem Landarbeiterverband Tausende von neuen Mitgliedern zuführen werde. Die endgültige Unterzeichnung erfolgt zugleich mit der Berständigung über die finanzielle Auseinandersetzung in Ansehung des vormaligen Oberschlesischen Knappschaftsvereins. Ueber diesen Gegenstand schweben noch Verhandlungen. Stillegung von Mühlen. Troh Mehlzollerhöhung! Vor den Wahlen schrieben die deutschnationalen Blätter, durch Erhöhung der Mehlzölle feien für die Mühlenarbeiter mehr Arbeitsmöglichkeiten beschafft worden. Jeht sollen in Breslau die beiden größten Mühlen tillgelegt werden- trotz der erhöhten Mehlzölle und weil trotz des Mangels an mahlfähigem Brotgetreide die jeßige Regie: trog der erhöhten Mehlzölle und weil rung das Einfuhrscheinsystem durchaus nicht aufheben will. Aus der Textilindustrie. Nachverhandlungen in Württemberg. Der Internationale der Handels- und Bureauangestellten hat fationen der Handels- und Bureauangestellten von 19 Ländern in sich der griechische Handels- und Bureauangestelltenbund mit 4000 Mitgliedern angeschlossen. Damit sind zurzeit die Organi ber Internationale vereinigt. Karten für die Ausstellung„ Die Ernährung" zum verbilligten Preise von 1 M.( statt 1,50 M.) sind in allen Gewerkschaftsbureaus fowie im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus), zu haben. Deutscher Werkmeisterverband, Geschäftsstelle Bezirk X. Des Pfingstfestes wegen bleiben die Bureaus vom Gonnabend, 26. Mai, 1 Uhr, bis Mittwoch, Am gestrigen Freitag haben in Stuttgart im Wirtschaftsministerium Nachverhandlungen über den Schiedsspruch für die württembergische Textilindustrie stattgefunden. Die Entscheidung 80. Mai, 9 Uhr, geschlossen. über die von den Arbeitern beantragte Berbindlich teitserklärung des Schiedsspruches dürfte sehr bald fallen, da bereits heute, Sonnabend, die von rund 10 000 Textilarbeitern eingereichten Kündigungen abgelaufen sind. Für die Laufiger Tuchindustrie ist in den Manteltarifverhandlungen beim Reichsarbeitsministerium eine Einigung zustande gekommen. Es gelang vor allem, in der Urlaubs. frage eine Reihe von Verbesserungen herauszuholen. Internationaler Transportarbeiterfongreß. Ein internationaler Transportarbeiterfongreß findet in der Zeit vom 9. bis 14. Juli in Stockholm statt. Auf der Tagesordnung er tehrsmittel" und eines von Fimmen über Welt. des Kongresses steht ein Referat von Nathans über Moderne ta pitalismus". Der englische Eisenbahnerverband und die norwegischen Seeleute haben Anträge eingebracht, in denen der Anschluß der russischen Transportarbeiter- Internationale als wünschensmert bezeichnet wird. Die Niederländische Bereinigung des Eisenbahnund Straßenbahnpersonals fordert eine internationale Regelung der Dienst- und Ruhezeiten des Eisenbahn- und Straßenbahnpersonals unter Mithilfe des Internationalen Arbeitsamtes. Der geschäftsführende Borstand der Transportarbeiter- Internationale wünscht, der Kongreß möge sich dafür aussprechen, daß in allen Ländern, deren Regierungen an dem Madrider Internationalen Eisenbahnkongreß im Jahre 1930 teilnehmen, die Eisenbahnerverbände von ihren Regierungen die Entsendung von Berfonalvertretern nach Madrid verlangen. Der Desterreichische Transportarbeiterverband fordert bessere Organisation der Chauffeure. Das Transportwesen steht infolge der in der jüngsten 3eit gemachten großen technischen Neuerungen auf der ganzen Erde vor einer großen Umwälzung. Die Eisenbahnen werden elektrifiziert, Autobus und Frachtauto konkurrieren mit Eisenbahn und Straßenbahn. Das Flugwesen beginnt sich ungeahnt zu entwideln, und neuerdings hat der Ratetenmotor gewaltige Perspektiven für die Umgestaltung des Verkehrs aufgetan. An diesen Umständen sind die Probleme des Betriebes und des Transportes nicht mehr nur Fragen, die allein die Unternehmer angehen. Immer unhaltbarer wird der Zustand, daß der Unternehmer noch vielfach das vollständige Bestimmungsrecht über Betriebe und Unternehmungen im Transportwesen hat. Der dänische Gewerkschaftsbund. ( JGB.) Die gewertschaftliche Landeszentrale Dänemarks hielt fürzlich in Kopenhagen ihren ordentlichen Kongres ab, der von annähernd 600 Delegierten und Gästen besucht war, darunter auch C. Mertens als Vertreter des Internationalen Gewerfschaftsbundes. Aus dem vom Vorsitzenden Madsen erstatteten Bericht geht hervor, daß die dreijährige Berichtsperiode durch umfassende Arbeitstämpfe, große Arbeitslosigteit und versteckte und offene Angriffe der Reattion und der arbeiterfeindlichen Regierung gefennzeichnet war. Durch den Austritt des Fabritarbeiterverbandes hat die Landeszentrale ein Drittel ihrer Mitglieder verloren, während drei kleinere Verbände sich neu angeschlossen haben. Die Landeszentrale umfaßt nun 52 Verbände mit insgesamt 156 955 Mitglie. dern oder ungefähr die Hälfte der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter Dänemarts. Nach Annahme des Geschäftsberichts behandelte der Kongreß die Frage der Grenzstreitigteiten zwischen den BerJugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Beute, Sonnabend, Abfahrt zum Reichsjugendtag in Frankfurt a. M. Treffpunkt pünktlich 21% Uhr im Vorraum des Anhalter Bahnhofs. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. und Berlaasanstalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68, Lindenstrake 3. Sierzu 2 Beilagen. Unterhaltung und Wiffen" und Frauenstimme". Schöne gepflegte Schuheder Stolz jeder Dame!! Für die reizenden, feinfarbigen Modeschuhe von heute gibt es nur eins: " Urbin flüssig" Sie brauchen kein Benzin kein Fleckenwasser " mehr, Urbin flüssig" reinigt das Leder von Schmutz and Staub. Es ist farblos und läßt daher jedem Leder seine natürliche Farbe, die nach jeder Behandlung schöner ist, Urbin & Luxusschuhpflege FEV flüssig Urbin Jlr. 246» 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 26. Mal 4S2S Filmen ist G el« g enhelts- n r t> e, t im wahrsten Sinne des Wortes. Keine einzige Rolle, auch nicht die größte, ist von bestimmten künst- lerischen Fähigkeiten abhängig. Bekanntlich haben sich ja schon des öfteren künstlerische Analphabeten, wie Bauern, Zigeuner, Kinder usw. als hochwertige Darsteller erwiesen. Einzig die darstellerische Llusdrucksmöglichkeit einer bestimmten Figur in Verbindung mit dem dazugehörigen körperlichen Typ entscheidet für die Derwendungs- Möglichkeit eines Menschen als Fiwidarsteller. Und so hat sich naturgemäß die Zahl derer, die auf die Entdeckung ihrer schlummern- den Talent« warten und in der Zwischenzeit kleine und kleinste Röllchen spielen, zu einer wahren Armee angewachsen. Wer mit dem Startum ist da» bekanntlich eine verwickelt« Sache, es ist das alte Lied von den vielen Berufenen und allzuwenig Auserwählten. Obendrein sind die filmischen Mosienszenen bereits aus der Mode ge- kommen, aus künstlerischen, oder aus finanziellen Gründen, wahr- scheinlich aus beiden zusammen. Und so sitzen all die vielen Men- sehen und warten und hoffen und darben. Die(Zdelkomparsen. In einem der Säle des großen Kasseehouses in der Friedrichstraße hat der Zentralverband russischer Bühnen tün st ler in Deutschland seine Zelte in Form einer Filmbörse aufge- schlagen. E» ist dies keine rem russische Angelegenheit, sondern die Deutschen sind hier sogar im weitesten Uebermaß. Die Geschäfts- leitung liegt m russischen Händen und natürlich suchen auch alle Filmanwärter russischen Geblütes, die sich aus der großen Zahl der hier lebenden russischen Emigranten rekrutieren, ihr Heil. Gegen «inen Monatsbeitrag von 4 Mavt und Nachweis mehrerer Bühnen- oder Darieteengogements kann man, bei ansprechendem Aeußern, die Mitgliedschaft und zugleich die Anwartschaft auf kleinere Filmenga- gements erwerben: von Zeit zu Zeit, wenn der Mitgliederstand ein allzuhoher ist. finden keine Neuaufnahmen statt. Zwei große Säle mit Menschen harren hier alltäglich in den Nachmittogsstunden von S bis 7 Uhr der FUmregiffonre. Jugend, männlichen und weiblichen Geschkechts. ist hier in der Ueberzahl vertreten und die» mit Recht, denn wie überall. Hot sie auch beim Film unbedingt den Dortritt. Daneben trifft man aber auch den..flotten Herrn" in mittleren Jahren sTyp Lebemann), der die Herzen auf und vor der Leinewand unbarmherzig knickt, den älteren,„soignierten Herrn" mit leicht m«> liertem Haar und der gewissen überpeinlichen Eleganz, die„reife Frau", die„mädchenhast zarte Frau",.hie Kesse".„die Hypermondän«" und dann all die vielen, kleinen Mädchen. Girltyp, Trench- coot, Stadtköfierchen» bemaltes Lärvchen. Bei allen aber streckt, wenn man ganz scharf hinsieht, Frau Sorge irgendwo ihre häßliche Fratze durch Di« Girl-Beine und Aermchen sind etwas allzu- schlank geraten und die jungen Gesichter zeigen Schärfen, weit über ihr Alter hinaus.- Auch die flottgetupfte Lebemannskrawatle zeigt bedenkliche Alterserscheinungen. und die gestreiften Hosen des älteren Signierten stich des ewigen scharfen Plätteffens nach und nach recht müde geworden. Aber oll diese Vago teilen steht doch natürlich kein Mensch im Film und soll und darf auch keiner sehen... Wenn es im Film ganz vornehm herzugehen hat, dann besitzt man ja noch einen, wenn auch nicht ganz neuen, aber doch gutsitzenden Frack und die filmend« Weiblichkeit hat Gesellschaftskleidung, die mit ein paar geschickten Griffen wieder todchick aussieht: dazu ein paar statt« Schühlein auf schlanken Beinen, Wuschelhaar oder Madonnenscheitel und die vornehme Grandezza, teils angeboren, teils angelernt, stempelt sie alle zu würdigen Vertretern gesellschaftlicher Salon- staffage. Natürlich mimen sie auf Wunsch ebenso gern„Volk". Die Warlezelt verkürzt mau sich mit Kartenspiel und lebhafter Unter- Haltung, und das Ganze macht eigentlich so den Eindruck einer ge- mütlichen Kaffeehausstunde. Innerlich aber bibbert jeder und jede Bei den„Edelkomparsen' aus den Augenblick, daß die Wohl des engagierende» Reyisieur» auf ihn fallen möge. Der niedrigste Honorarsatz beträgt hier 15 Mark pro Tag. Typenmarkt. Im Ulap, der ursprünglichen allgemeinen Filmbörse, haben sich jetzt alle diejenigen zusammengesunden, die„Volk" im eigentlichen Sinne des Wortes auf der Leinwand verkörpern wollen. Männer und Frauen der Arbeit, junge, ältere und ganz alt«. Da ist der kräftige, muskelstarke Mann vertreten, dem man den Arbeitsmann, den Boxer, den Schlächtermeister usw. ohne weiteres glaubt, das alle, vertrocknete, spindeldürre Männlein mit den listig zwinkernden Aeuglein, der den Gevatter Schneider, oder den verknöcherten Schreiberknecht mimen wird, die breithüftig«, starkbustge Frau in mittleren Iahren, die Vertreterin des Typs der Höckerin, des Mädchens für alles und handfester Weiblichkeit, das dürftige Prole- tarierkind mit dem eingefallenen Brustkasten und den tiefliegenden, wisienden Augen. Alle, alle, die uns da» Leben tagtäglich hundertmal vor Augen führt, die den zwar nicht immer schönen, aber wahren Alltag auf die Leinwand verpflanzen sollen. Met ernster und nüchtern-sachlicher vollzieht sich hier auch der Nachweis der Film- engagemenis. Alles ist mehr auf dos allerdinglichfte Moment de» Verdienenmüssens zugeschnitten. Der Mitgliedsbeitrog beträgt hier nur 50 Pf. im Monat, außerdem müssen Arbeitgeber und Arbeit- nchmer je Z Proz. pro Aufnohmetag vom festgesetzten Honorar als Vermittlungsgebühr abführen. Von den charakteristischen Lebens- äußsrungen des nervösen, stark impulsiven KuMervölkchens ist hier so gut wie gar nichts zu bemerken. Zur festgesetzten Stunde finden sich alle ein und still und geduldig harren sie der Dinge, die da kommen sollen. Zur besieren Uebersicht der engagierenden Regisseure oerteilen sich die Leute in zwei Gruppen: jung und alt mit den dazwischen liegenden Unterabteilungen. Auch sitzen Männer und Frauen getrennt. Die Männer spielen Karten, die Frauen. Haupt- sächlich soweit sie den höheren Jahrgängen angehören, machen Handarbeiten. E» muß größte Ruhe und Ordnung herrschen und der Uneingeweiht«, der diesen Raum betritt, käme nicht auf den Ge. danken, daß e» sich hier um eine Künstler börse handelt. Es ist eben ein Stellennachweis, wie er sich gehört. Der Engagementstarif de» ginnt hier mit 10 Mark pro Tag. Der erste und zugleich strengstens gehandhabte Paragraph der Hausordnung lautet: Wenn ein Re- gifleur durch die Rethen geht, um Leute auszuwählen, sitzen bleiben! Keiner darf aufstehen, oder sich In irgendeiner Weise vordrängen. Vollkommen unbefangen, unbeeinflußt und ungerührt muß die Wahl getroffen werden. Zur Kontrolle, daß dies alles auch wirklich ge- schieht, folgt einer vom Vorstand dem Arbeitgeber auf dem Fuße. Und es klappt auch alles, wie es klappen muß. Dies war beileibe kein schweres Stück Arbeit, denn Rot und Elend haben all diese Menschen schon mehr als zahm gemacht. Aber was sich in aller Ge- sichter an immer wieder erneutem Hoffen bei den Jungen, an de- mutigem Bitten bei den Alten widerspiegelt in dem einzigen Mo- ment, da der Blick des Regisseurs sie ganz flüchtig streift, das spricht ein« tief«, beredte Sprache. Freigabe des Riesdorfer Schloßparks. Der in den letzten Iahren etwas vernachlässigte Biesdorfer Schloßpark, den das Bezirksamt Lichtenberg nach Ankauf des Gutes Biesdorf durch die Stadt Berlin wieder in Ordnung bringen ließ, soll am Pflngstsonirtag der Oefsentlichkeit freige- geben werden. Der alte rund 56 Morgen große Park aus dem Privatbesitz der Familie v. Siemens ist in seinem Hauptteile von dem früheren städtischen Gartendirektor Brodersen im englischen Stil angelegt worden. Der prächtige und reiche Baumbestand ist von großen Wiesenflächen mit herrlichen Ausblicken durchzogen. Das Schloß soll später in ein Mütter- und Säuglingsheim umgebaut werden. Für eine vollständige Instandsetzung des Parks, an dem sich später der große Biesdorfer Sportplatz an- schließen soll, sind aber noch größere Mittel nötig, damit diese für die Bevölkerung des Berliner Ostens mit seinen wenigen Grüna»- lagen notwendige Erholungsstätte zweckmäßig ausgebaut und ge- pflegt werden kann. Jack London: 2. Die Knechtschaft. Die Tage waren für Wolfsblut reich an neuen Er- fahrungen. Während Kifche angebunden blieb, rannte er neugierig schauend und lernend umher. Er lernte die Ge- wohnheiten der Menschen schnell kennen, aber die Vertraut- heit mit ihnen setzte sie in seinen Augen nicht herab. Je mehr er von ihnen sah, desto höher wuchs ihre Ueberlegen- heit. desto größer zeigten sich ihre geheimnisvollen Kräfte, ja ihre Gottähnlichkeit. Der Mensch hat oft das Unglück, das ihm seine Götter vom Altare gestoßen werden, oder daß sie zu Staub zer- fallen: der Wolf aber oder der wilde Hund, der aus der Wildnis zu dem Menschen kommt, erfährt, diesen Kummer nicht. Seine Götter sind nicht unsichtbar,' nicht nebelhafte Gestalten der Phantasie, sondern greifbare Wesen aus Fleisch und Blut, denen man nicht entrinnen kann, die auf zwei Beinen und mit dem Knüttel in der Hand dastehen, bald zornig, bald liebevoll, ober immer groß, mächtig und geheimnisvoll. So erging es auch Wolfsblut. Auch er begriff, daß er ihnen nicht entrinnen konnte, und wie seine Mutter Kische beim ersten Ruf ihres Namens ihnen gefolgt war. so lernte auch er, ihnen Gehorsam zu leisten. Er gab ihnen überall den Vortritt. Kamen sie, so ging er ihnen aus dem Wege, riefen sie, so eilte er zu ihnen: drohten sie, so duckte er sich, und hießen sie ihn gehen, so entfernte er sich schleunigst. Denn es wußte, daß hinter jedem ihrer Wünsche die Macht lauerte, demselben Nachdruck zu verleihen, die Macht, ihm durch Püffe und Stockschläge, durchs Steinwürfe und Peit» schenhiebe wehe zu tun. Ihnen gehörte er, wie alle Hunde ihnen gehörten, und seine Handlungen standen unter chrem Machtgebot. Sie konnten ihn mit Füßen treten oder um sich dulden, das war ihm schnell eingebläut worden, und wenn es auch in direktem Widerspruch mit vielem stand, was in seiner Natur stark und heroisch war. und was ihm nicht gefiel, so lernte er es doch unwillkürlich, und er legte damit sein Geschick in die Hände und schob ihnen damit die Perantworwng für die Bedürfnisse seines Dasein» zu. Die» war an und für sich ein Ersatz, denn es ist immer leichter, sich auf andere zu stützen, als auf eigenen Füßen zu stehen. Dies geschah jedoch nicht alles an einem Tage, dieses Aufgeben der eigenen Persönlichkeit an die Menschen. Nicht sogleich konnte er das Erbtest der Wildnis und die Erinne- rungen an das freie Leben in derselben hingeben. Es kamen Tage, wo er zum Rande des Waldes lief und dort auf etwas lauschte, was ihn aus der Ferne zu rufen schien, und ruhelos und unglücklich kehrte er dann zurück und drückte sich leise und sehnsüchtig winselnd an Kisches Seite oder leckte ihr zärtlich und eifrig Gesicht und Schnauze. Rasch lernte er die Gewohnheiten des Lagers kennrn Er begriff, wie gierig und ungerecht die älteren Hunde waren, wenn Fleisch oder Fisch ihnen hingeworfen wurde. Er erkannte, daß bei den Menschen die Männer meistens gerecht, die Kinder grausam und die Frauen gutmütig genug wären, um ihm dann und wann ein Stückchen Fleisch oder einen Knochen hinzuwerfen, und nach einigen unangenehmen Abenteuern mit den Müttern junger Hunde kam er zu dem Schlüsse, daß es besser sei, diesen Müttern weit aus dem Wege zu gehen und sie zu meiden, wenn er sie kommen sah. Aber der Fluch seines Lebens wurde Liplip. Aelter, größer und stärker als Wolfsblut, hatte jener ihn zum Gegen- stand seiner Verfolgungen ausersehen. Zwar balgte sich Wolfsblut nur zu gern, aber es war doch nicht schön, immer im Nachteil zu sein. Wenn er nur von der Mutter sich fort- wagte, so erschien der andere und heftete sich ihm an die Fersen, knurrte ihn an. schnappte nach ihm, und wenn niemand in der Nähe war, so stürzte er auf ihn los und zwang ihn zum Kampfe, aus dem Liplip stets als Sieger hervorging. Das amüsierte den ungeheuer, und so wurde Liplips höchstes Vergnügen Wolfsbluts höchste Qual. Dennoch hatte diese Behandlung keine einschüchternde Wirkung auf ihn. Obgleich er stets den kürzeren zog, blieb sein Mut doch ungebeugt. Nur auf seinen Charakter blieb diese Behandlung nicht ohne schlimmen Einfluß. Sie machte ihn verdrossen und bissig. Er war von Natur mit einer guten Portion Wildheit ausgestattet, aber diese fortwähren- den Verfolgungen machten ihn noch wilder. Der freundliche, spielende Zug der Jugend kam bei ihm fast gar nicht mehr zum Ausdruck. Nie spielte oder sprang er mit den anderen jungen Hunden im Lager umher, denn das erlaubto Liplip nicht. Sobald er sich in ihrer Nähe zeigte, stürzte Liplip auf ihn los und raufte sich mit ihm, bis er ihn weggescheucht hatte.-, Das alles trug dazu bei, seine Jugend zu verbittern unt ihn im Wesen älter erscheinen zu lassen. Da der Ueberschuss seiner Kräfte keinen Ausweg im Spiel fand, so kehrten dieselben auf sich selbst zurück und beschleunigten seine geistige Entwicklung. Er wurde schlau, denn er hatte Zeit genug, auf Ränke und Kniffe zu sinnen. Erhielt er bei der Fütte- rung der Hunde im Lager nicht seinen Anteil an Fleisch oder Fisch, so wurde er zum Dieb, und zu einem schlauen Diebe, der oft die Indianerinnen ärgerte. Er schlich im Lager umher, paßte pfiffig auf alles auf, was vorging, sah und hörte alles und konnte dabei auf Mittel und'Wege sinnen. wie er seinem unversöhnlichen Feinde entschlüpfen könnte. In den allerersten Tagen dieser Feindschaft spielte er seinem Verfolger einen wirklich schlauen Streich und kostete zum erstenmal die Süßigkeit der Rache. Wie Kische bei den Wölfen die Hunde aus dem Lager der Menschen hinaus- gelockt hatte zum Tode, so machte es Wolfsblut jetzt ähnlich, indem er Liplip bis zu den rächenden Zähnen der Mutter lockte. Scheinbar zog er sich vor Liplip zurück und floh im Zickzack um die Wigwams herum. Er war ein schneller Läufer, flinker als irgend ein junger Hund seines Alters und flinker auch als Liplip. Allein diesmal tat er nicht sein Bestes, sondern blieb immer nur ein paar Schritte vor dem Verfolger, der durch die Jagd und die beständige Nähe seines Opfers erregt, alle Vorsicht vergaß und erst auf die Um- gebung achtete, als es zu spät war. Da, als Liplip in vollem Laufe um einen Wigwam bog, rannte er geradenwegs auf Kische los, die am Ende ihres Stockes lag. Er ließ ein bestürztes Kläffen hören, da hatten aber ihre Zähne ihn schon gepackt. Trotzdem sie angebunden war, konnte er nicht von ihr loskommen, denn sie warf ihn kopfüber zu Boden und bearbeitete ihn mit den Zähnen. Als es ihm endlich gelang, aus ihrem Bereich zu ent- kommen, kroch er arg zerzaust und an Leib und Seele tief verletzt davon. Dann stellte er sich auf die Füße und brach in ein langgezogenes Klagegeheul aus. Aber auch dies wurde ihm nicht gestattet, denn Wolfsblut schoß wütend auf ihn los und packte ihn am Hinterbein. Aus war es da mit aller Kampfeslust des Raufbolds, und schmachvoll rannte er davon, während sein Opfer ihm dicht auf den Fersen folgte und ihn auf dem ganzen Wege bis zum Wigwam seines Herrn belästigte. Hier kamen die Frauen Liplip zu Hilfe und verscheuchten Wolfsblut, der sich wie ein rasender Teufel gebürdete, durch einen Hagel von Steinen. __(Fortsetzung folgt.), Heim und Technik." Eröffnung der Münchener Ausstellung. München, 25. Mai.( Eigenbericht.) Auf dem prächtigen Münchener Ausstellungsgelände der Theresienhöhe wurde am Freitag in der üblichen offiziellen Meise die Ausstellung Heim und Technif" eröffnet. Zweck dieser Ausstellung ist, für die Einführung technisch erprobler und wirtschaftlich bewährter Einrichtungen in den Haushalt weitester Volksschichten zu wirken. Der Pfingstverkehr. Beginn der Reisen.- Der Frühbetrieb an den Feiertagen. bzw. Nachzüge nach Stettin, Neustrelitz, Stargard und Belgard, vom Anhalter Bahnhof wurden zwei, Borzüge nach Frankfurt a. M. und ein Zug nach Leipzig eingelegt. Vom Schlesischen Bahnhof fuhren 2 Vorzüge nach Breslau, 2 nach Königsberg und je 1 nach Schneidemühl und Landsberg, vom Bahnhof Charlottenburg mußten 2 Borzüge nach Köin eingelegt werden, und vom Görlitzer Bahnhof fuhr ein Vorzug nach Hirschberg. Außerdem fuhr am Donnerstag der erfte der beiden Ostpreußenfonderzüge ab, der voll befeht war. Das falte Wetter und vor allem die Geldknapphei! dürften einen stärferen Verkehr verhindert haben. Frühverkehr bei der Straßenbahn. dorf von 5,36; Cinie 76( am 2 Pfingstfeiertage), ab Halensee bis Rollendorfplatz von 5,23 bis 6,08, ob Nollendorfplatz bis Lunapart von 5,43 bis 6,28;£ inie 177, ab Händelplatz bis Lichterfelde- Süd von 4,25, ab Bahnhof Zoologischer Garten bis Lichterfelde- Süd von 5,26, 5,41 und weiter alle 10 Minuten, ab Steglitz bis Bahnhof 3oologischer Garten von 4,52, ad Lichterfelde- Süd bis Bahnhof Zoologischer Garten von 4,55; Cinien 87E, 187E, ab Donhoffplatz bis Treptom, Spreeiunnel von 4,10, ab Treptow, Elsenstraße, bis Dönhoffplag von 3,44; Linie 93, ab Görlitzer Bahnhof bis Treptom, Rathaus, von 4,49; Cinie 96, ab Belle- Alliance- Plaz bis Kranhotplay von 4,51, ab Stranoleplay bis Belle- Alliance- Blah von 5,37; Cinie 97, ab Steglig von 5,13, ab Mariendorf von 5,40, zwischen Bahnhof Steglitz und Bahnhof Südende alle 7 bis 8 Minuten; Mariendorf, Dorfstraße, ab Marienfelde von 5,35, ab Mariendorf. Linie 199, ab Belle- Alliance- Platz nach Marienfelde von 4,47, bis Dorfstraße, von 4,43. Die Hoch- und Untergrundbahn ist für den stärksten Andrang an beiden Feiertagen gerüstet Man glaubt allerdings, daß der Verkehr sich voraussichtlich taum über den durchschnittlichen Werktagsverkehr ausdehnen wird. Doch ist man auf alle Fälle gerüstet. Go ist es möglich, im Bedarisfalle sofort zahlreiche bereitstehende Züge einzusetzen. Lediglich auf der Dahlemer Strede( Grunewald) ist eine dichtere Wagenfolge vorgesehen. Gestern machte sich auf den Berliner Fernbahnhöfen| bis Hakenfelde von 6,05 bis 7,20, ab Spandau, Markt, bis Bichelsdas Einsetzen des Pfingstverkehrs bereits bemerkbar. Die Züge wiefen eine Befehung von 80 bis 90 Proz. auf, und um alle Reifenden zu befördern, mußten 16 Bor- und Nachzüge, die ebenso stark befeht waren, nach den verschiedensten Richtungen geEs soll gezeigt werden, daß auch im Haushalt durch die Ausfahren werden. Bom Stettiner Bahnhof fuhren 4 Bornugung der modernen Technik die Arbeit vereinfacht und die Arbeitsfraft geschont werden kann. Der geistige Vater der Ausstellung ist der Erbauer des Deutschen Museums, Oskar von Miller. Er sollte auch ihr Schöpfer und Leiter werden; es fam jedoch nicht dazu, meil dem von Miller die zum Aufbau der Ausstellung zur Verfügung stehenden paar Monate völlig ungenügend erschienen. Er war der Auffassung, daß von dieser Ausstellung eine bahnbrechende Umgestaltung des Haushalts ausgehen müßte. Dieses Ziel verlangte aber eine so jorgfältige Vorbereitung, daß die Ausstellung erst 1929 hätte durchgeführt werden können. Vornehmlich aus Gründen des Fremdenverkehrs entschloß sich aber die Stadt München, die Ausstellung doch in diesem Jahre ohne von Miller zu machen. Ein erster lleberblick über die allerdings noch nicht fertige Ausstellung führt zu dem Eindruck, daß die Auffassung Millers die richtige mar. Wohl sieht man eine Ueberfülle aller jener Artikel und Einrichtungen, die die moderne Technik für die Rationalisierung des Haushalts geschaffen und erfunden hat. Es fehlt ihr aber die große bahnbrechende Idee, diese technische Errungenschaft auch wirflich der Allgemeinheit des Volkes zu erobern und sie nicht nur einer fleinen tauffähigen Oberschicht zugute kommen zu lassen. Infolgedessen vermißt man das eigentlich Sozial- Schöpferische, das der Leitgedanke gerade dieser Ausstellung sein müßte. Beim ersten Rundgang ist das Ausstellungsgut in allen seinen Einzelheiten unübersehbar und macht einen faft verwirrenden Eindruck. Gar vieles in den acht großen Hallen ist direkt basar mäßig aufgestellt. Hier wurde offensichtlich den geschäftlichen Bedürfnissen zu weitgehend Rechnung getragen, wenn auch auf der anderen Seite der Mut anzuerkennen ist, daß alles Unpraktische, Veraltete und Allzukostspielige von der Ausstellung ferngehalten wurde. Vor allem zeigt die Ausstellung 21 Musterwohnungen, die zu den Hauptsehenswürdigkeiten gehören. Alles neue in der Wohnungskultur mird gezeigt: Beleuchtung, Brennstoffe, das Heizen mit Strom und Gas und alle Ersparnismöglichkeiten. In einer anderen Halle sind alle möglichen Typenräume für Kochanlagen. Auch die Kältetechnit nimmt einen wesentlichen Play ein. Eine große Halle ist der Ernährung gewidmet. Es werden alle neuen Verbesserungen ge zeigt, die der Hausfrau das Herrichten und Instandhalten der Kleibung ihrer Familie erleichtert. Außerdem wird dem Schmuck des Heimes Aufmerksamkeit geschenft, ebenso der Säuglings- und Kleinfinderpflege und der Behandlung der Kranken im Hause. Eine Abteilung zeigt alle Einzelheiten der Kleider- und Wäschebehandlung, die zum großen Teil auch praktisch vorgeführt wird. Ein deutscher Fall Marek. Unfall oder Versicherungsbetrug. Am 6. Juni findet vor der Straffammer in Arnsberg eine Berhandlung gegen den Kernmacher Heinrich Kühr aus Olpe in Westfalen megen Versicherungsbetruges statt. Es handelt sich um einen in der deutschen Kriminalgeschichte einzig dastehenden Fall, der nur mit dem Wiener Fall Maret verglichen werden kann. M Dem Angeklagten Kühr wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, daß er sich mit voller Absicht vor die Räder eines D- 3uges geworfen habe, um sich die Beine abfahren zu lassen und dadurch eine Versicherungssumme von 60 000 mart zu erhalten. Die Berhandlung findet in Verbindung mit einem Lokaltermin an der Eisenbahnstrecke in Olpe statt. Kühr wird von den Rechtsanwälten Dr. Sidney Mendel- Berlin und Dr. Münstermann- Siegen verteidigt. Im August v. J. hörte der Schrankenwärter Ebbert nachts, als der D- 3ug aus Dlpe vorbeigesaust war, von der Straße laute Hilferufe. Kurz darauf klopfte es an seiner Tür. Eine männliche Stimme rief: Silfe, ein Mann ist überfahren worden." Ebbert eilte mit seiner Sturmlaterne zu dem Eisenbahnübergang. Hier bot sich ihm ein entseglicher Anblid. In einer großen Blutlache fand er den Stöhnenden Kühr mit abgefahrenen Beinen neben den Schienen, daneben lag ein Fahrrad. Um Kühr bemühte sich der gleiche Mann, der Ebbert aus dem Hause geholt hatte. Der Fremde erklärte, er sei gerade unterwegs gewesen und auf die Hilferufe an die Bahnlinie geeilt. Er habe Kühr überfahren vorgefunden und das Bein sofort mit einem Fahrradschlauch abgebunden. Während Ebbert nach ärztlicher Hilfe telephonierte, entfernte sich der Fremde, ohne je wieder auszutauchen. Alle Nachforschungen der Staatsammaltschaft maren vergebens. Es fand sich teine Spur mehr von dem unbekannten fremden, Retter". Kühr wurde ins Krankenhaus nach Dipe eingeliefert und machte bei seiner Einlieferung einen frischen und gefaßten Eindruck. Er wurde operiert, wird aber sein Leben lang sawer beschädigt bleiben. Noch vor seiner Entlassung aus dem Krantenhaus meldete er Schadenansprüche bei zwei Versicherungsgesellschaften an, bei denen er sich turz vor dem Unfall mit 60 000 Mart gegen Fahrrad unfälle versichert hatte. Diese Versicherung hat er bei einem Freunde abgeschlossen, der ebenfalls nach einem Unfall von der Verficherung 20 000 Mart erhalten hatte. Da die Krankenhausärzte Zweifel daran hatten, ob es bei dem angeblichen Eisenbahnunfall mit rechten Dingen zugegangen sei, wurde die Zahlung der Berficherungssumme verweigert und Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Gegen Kühr wurde ein Verfahren wegen Versicherungsbetruges eingeleitet, nachdem ärztliche Sachverständige, ebenso wie die Krankenhausärzte eher einen beabsichtigten Betrug als einen Unfall für wahrscheinlich hielten. In der Hauptverhandlung, zu der 20 Zeugen und drei Sachverständige geladen sind, wird vor allem versucht werden, ob das sachgemäße Abbinden des Bein stumpfes ohne großen Blutverlust darauf schließen lassen, daß Kühr zusammen mit dem geheimnisvollen Retter" die nötigen Vorbereitungen getroffen hat, um den Betrug zu begehen. Rechtsanwalt Dr. Sidney Mentel hat eine Anzahl weiterer bekannter Berliner Gerichtsärzte als Sachverständige geladen, die ein Gutachten abgeben sollen, ob mit ebenso großer Wahrscheinlichkeit ein Unfall oder ein wohlvorbereitetes Betrugsmanöver vorliegt. Auf der Bierreise... In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag bis zum Beginn des fahrplanmäßigen Betriebes am 1. Pfingstfeiertage ununterbrochener Betrieb auf den Linien 1, Stadtring; 15, zwischen Bahnhof Neukölln und Potsdamer Bahnhof; 44, zwischen Kaiserplaz und Görlizer Bahnhof; 55, zwischen Spandau, Pichelsdorfer Straße und Anhalter Bahnhof; 69, zwischen Leipziger Platz und Lichtenberg, Gudrunstraße; 74, Kniprodestraße- Lichterfelde, Händelplatz: 76, zwischen Lunapart und Königstraße, Rathaus: 99, zwischen Uferstraße und Tempelhof, Friedrich- Karl- Straße. Außerdem sind bei günstigem Wetter an den beiden Pfingstfeiertagen außerplanmäßige Frühfahrten auf den folgenden Linien vorgesehen: Linie 1, Stadtring( am 2. Pfingstfeiertage) ab Hallefches Tor nach beiden Richtungen 4,57, 5,13, 5,29, 5,37 und weiter alle 8 Minuten. Linie 4 E ab Baltenplay bis Strelizer Straße von 4,21; ab Treptow, Spreetunnel, bis Strelizer Straße von 4,28; ab Warschauer Straße, Ede Frankfurter Allee bis Spreetunnel von 4,10; ab Strelißer Straße bis Spreetunnel von 4,48; Cinie 13, ab Werftstraße bis Seestraße von 5,03 bis 6,33; Linie 28, ab Tegel bis Oranienburger Tor von 4,00, ab Oranienburger Tor nach Tegelort von 4,48; Cinie 128, ab Tegel bis Oranienburger Tor von 4,15, ab Oranienburger Tor nach Heiligensee von 5,03; Linie 42, ab Bahnhof Lichterfelde- Ost nach Lichterfelde- West von 5,51, ab Bahnhof Steglitz von 6,17, ab Lichterfelde- West, Drakestraße, E. Stegliter Steglitz von 6,17, ab Lichterfelde- West, Drakestraße, E. Stegliter Straße von 5,31, ab Bahnhof Lichterfelde- West von 6,10; Linie 43, ab Roburger Straße nach Dahlem von 6,10, ab Kniprodestraße hauser Tor von 4,00, ab Schönhauser Tor bis Nordend von 4,32; von 7,46, ab Dahlem von 6,38; Cinie 48E, ab Nordend bis SchönLinie 5, ab Petersburger Straße über Görlizer Bahnhof bis Bahn hof Zoologischen Garten von 4,28, ab Bahnhof Zoologischer Garten bis Elbinger Straße von 5,36; Cinie 51E, ab Nordend bis Stettiner Bahnhof von 5,45 bis 6,15; ab Stettiner Bahnhof bis Nordend von 6,21 bis 6,51; Cinie 56, ab Lichterfelde- Ost bis Stettiner Bahnhof von 4,47, ab Stettiner Bahnhof von 6,15; Linie 60, ab Belziger Straße nach Lindenhof von 5,07, ab Lindenhof von 5,25; Cinie 66, ab Berlin, Rathaus( Königstraße, Ecke Jüdenstraße) nach Hohenschönhausen von 5,10, ab Hohenschönhausen von 5,51, ab Bahnhof Landsberger Allee bis Königstraße von 4,50; Linie 68, ab Lichtenberg, Siegfriedstraße, bis Stettiner Bahnhof von 4,47, ab Stettiner Bahnhof nach Herzberge von 5,34; Cinie 75, ab Bahnhof Zoologischer Garten bis Pichelsdor von 5,00; ab Bahnhof Zoologischer Garten Das Rauchen auf der Straßenbahn. „ Grundsätzliches" Halten an jeder Haltestelle. Auf Anordnung der fleinbahngesetzlichen Aufsichtsbehörden ist vom Freitag, dem 1. Juni d. 3., ab das Nauchen auf der Hinter plattform der Triebwagen durchweg verboten, gestattet ist es dagegen ohne zeitliche Beschränkung auf der Vorderplatt form von Triebwagen, die ohne Anhängemagen verkehren. Auf den Anhängewagen darf nach wie vor unbeschränkt geraucht werden. Zum 1. Juni tritt versuchsweise eine anderweite Regelung für das Halten der Straßenbahnwagen an den Haltestellen ein. Die Wagen werden grundsäßlich an jeder Haltestelle zum halten gebracht; die Schaffner brauchen also kein Haltezeichen mehr zu geben, wenn Fahrgäste an der Haltestelle den Wagen verlassen wollen. Wenn bei Aufruf der Haltestellen niemand zu erfennen gibt, daß er absteigen will, gibt der Schaffner dem Fahrer das Durchfahrtzeichen. Falls nach Abgabe des Durchfahrtszeichens, jedoch noch vor Erreichung der Haltestelle Fahrgäste den Wunsch, abzufteigen, erkennen lassen, gibt der Schaffner dem Fahrer das Haltezeichen. Trotz des Durchfahrtzeichens des Schaffners hat der Fahrer aber den Wagen an der Haltestelle zum Halten zu bringen, wenn Fahrgäste der Borderplattform absteigen wollen oder an der Haltestelle fich Bersonen befinden, die die Mitfahrt begehren. Durch das neue Verfahren soll die Abfertigung an den Haltestellen beschleunigt und damit die Reisegeschwindigkeit erhöht werden. Im Funkwinkel. Die Die Wohnungsnöte der Stadt Berlin wurden durch einige Zahlen beleuchtet, die Dr. Kurt 3ielenziger in seinem Vortrag Die Zukunft Berlins. Bau- und Verkehrsprojekte" gab. Schar der Wohnungsuchenden ist seit 1925 um 15 000 gestiegen. Wir haben augenblicklich in Berlin etwa 120 000 Haushaltungen ohne eigene Wohnung. Dabei sind allein 1927 etwa 27 000 neue Wohnungen errichtet worden, ebensoviel sollen in diesem Jahre erstehen. Zur Rettung aus dem Wohnungsmangel ist aber eine weit großzügere Baupolitit nötig, die Berlin leider vorläufig nicht finanzieren kann. Durch die außerordentlich, ungünstige Aufteilung der Haus zinssteuer in Preußen sind Berlin in den Jahren 1924 bis 1927 76,6 Millionen Mart Steuergelder verloren gegangen. Die Entwicklung des zufünftigen Berlins strebt von den berüchtigten MietEin Sittlichkeitsverbrechen unter recht merkwürdigen Umständen, fajernen fort, die ihren Bewohnern Licht und Luft fernhalten. Aber das dem 52jährigen Handelsreisenden Friedrich Schwarz zur Laft die dadurch entstehende Auflockerung des Stadtbildes erfordert einen gelegt wurde, bildete den Gegenstand eines Brozesses vor dem er- umfassenden Ausbau des gesamten Verkehrsmesens. Einen ersten meiterten Schöffengericht Neukölln. Am 21. Juli 1925 Schritt hierzu bedeutete bereits die Zusammenfassung sämtlicher Berlandete der Angetlagte nach einer Bierreise in einem Bartefaal tehrsmittel durch den Umsteigefahrschein. Theodor Rappstein in Dortmund. An einem Tisch saßen schlafend zwei 11- und 12jährige begann einen 3yklus über Pessimismus und Optimismus“. Er Schülerinnen, die von einem Polizeibeamten in die Heimat zurüd erörterte die pessimistischen Weltanschauungen des tassisden gebracht wurden. Diefer aber schlief auch. Der völlig betrunkene Griechentums und des Buddhismus. Der Buddhist wird durch seine Reifende berührte plöglich beide schlafenden Mädchen unfittlich, wurde Weltbetrachtung zur Flucht in sich selbst und über sich hinaus gejedoch von anderen beobachtet und festgenommen. Der Guttempler führt der Griede juchte einen Ausweg aus seinem Beffimismus gab nor Gericht an, sich an nichts mehr erinnern zu Pönnen, durch die Bejahung der menschlichen Gemeinschaft, die trotz aller ohne aber die Tat bestreiten zu wollen. Als Quartalstrinter" jei mangelhaftigkeit selbst von den mächtigen, sinnlos schaltenden Göttern er manchmal Zuständen unterworfen, die dem§ 51 genügen. Diefer für begehrensmert gehalten wurde. Am Abend murde die inhalt Auffaffung schloß fich das Gericht an und entannte auf Freilich ziemlich fade, aber durch Kalmans flotte Mufit hörenswerte loud. Der Staatsanwalt hatte 7 Monate Gefängnis beantragt. Operette Der Zigeunerprimas" gefaabt, Tes Die Autobusse. nach Wie die Aboag mitteilt, hat auch sie alle Vorkehrungen ges treffen, um die reibungslose Abwicklung des Bjingftverfehrs zu ers möglichen. Ein großzügiger besonderer Fahrplan ist deshalb für den Pfingstsonntag und Pfingstmontag ausgearbeitet worden. Aue zur Verfügung stehenden Wagen sollen in den Dienst des AusflugsAusflugslinien nach Cladow- Nedlih und Schild. verkehrs gestellt werden. Besondere Berücksichtigung haben die horn ab Bahnhof 300 gefunden. Bereits von 8,30 Uhr ab foll hier eine verstärkte Wagenfolge eingerichtet werden. Bom Stettiner Bahnhof fährt ziemlich viertelstündlich ein Wagen mach Wandlitsee hinaus. Ebenso ist die Wagenfolge vom Kurmärker Blaz über Hundefehle- Paulsborn- Ontel Toms Hütte, von Charlottenburg Wilhelmplatz Karlshof( Blößensee) und von Zehlendorf nach der Glie. nider Bride( Potsdam) wesentlich verstärit. Für den großen Flugtag in Staaten stehen von 12,30 Uhr Sonderwagen vom 300, Alexanderplatz und Pichelsdorf bereit. In gleicher Weise ist für die Karlshorster Rennen am Pfingstsonntag und für die Rennen in Hoppegarten am Pfingstmontag Borsorge getroffen. Die Sonderwagen fahren an beiden Tagen um 12,30 Uhr ab 300 und Alexanderplatz. Sogar für das Radrennen auf der. ab Olympiabahn find Sonderwagen eingesetzt, die ebenfalls 12,30 Uhr vom Alexanderplak bzw. Bahnhof Beusselstraße bereit stehen. Am dritten Feiertag führt die Aboag ausnahmsmeise ab 10 Uhr Verkehr nach Cladow- Nedlig und nach Schildhorn ab Bahnhof 300 durch. Zur Bewältigung des Verkehrs. aus Anlaß des Flugtages int Staaten am Pfingstmontag find für Sin- und Rückfahrt zwischen Lehrter Bahnhof- Staaten und CharlottenburgStaaten eine größere 3ahl von Sonderzügen vorgesehen, die nach Bedarf abgelassen werden. Die ersten Züge verfehren ab Lehrter Bahnhof ab 11,55 Uhr, Charlottenburg ab 12,34 Uhr. Blanmäßig in Spandau Weft endende bam, beginnende Borortzige werden zum Teil bis und von Staaten durchgeführt. Intereffe der leichteren Durchführung der Anordnung merben bie Fahrgäste ersucht, bei Anruf der Haltestelle fich dem Schaffner be mertbar zu machen, falls sie abzusteigen wünschen. Der rasende Bater. Ueberfall auf einen Potsdamer Richter. Das Alimentezahlen gehört unstreitig zu den unbeliebtesten Ein. richtungen unserer Gesellschaftsordnung. Wenn auch nicht jeder der störrischen Väter gleich zu so schlimmen Mitteln greift, wie der Kutscher 3., der sich gestern vor dem Potsdamer Amts gericht in einem Alimentationsprozeß verantworten sollte. über einen Güteantrag verhandelt, als 3. mit einem Rohrstock be maffnet zum Richterpult stürzte und zu einem Schlag gegen den Richter ausholte. Dieser sprang fofort zur Seite. Im selben Moment drehte 3. sich um und schlug auf den Pfleger feines Kindes ein, so daß diefer unter das Richterpodium fiel. Damit nicht genug, zerschlug der Rasende noch eine Ecke des Richterpultes. 3. wurde von einem hinzueilenden Justizobermachtmeister gebändigt und in 48 Stunden Haft gebracht. Es ist dieses binnen zwei Tagen der zweite Ueberfall auf amtierende Personen. Gerade wurde vom Borsigenden, Amtsgerichtsrat Westphal, Zur Elternbeiratswahl am 17. Juni. Der Bund Entschiedener Schulreformer" fordert die Erziehungsberechtigten auf, bei den Elternbeiratswahlen am 17. Juni ihre Stimmen nur schulfortschrittlichen( antiflerifalen, anti reaktionären) Listen zu geben, damit die Ge fahren der drohenden Ronfessionalisierung des Schul wesens abgewendet und solche Reformen angebahnt werden, daß die deutsche Jugend in Sachlichkeit und Selbstzucht zur Lebens. tüchtigkeit heranreifen kann. Jeder Wiederholung des Keudellschen Reichsschulgefehentwurfes muß vorgebeugt werden. Ein schwerer" Diebstahl. Ein schwerer" Diebstahl im eigentlichsten Sinne des Wortes wurde von zwei Malern, einem 22 Jahre alten Rudolf Kolberg und einem 23 Jahre alten Otto Kunze, verübt, die festgenommen wurden. Die beiden arbeiteten fürzlich in Mellen- Saalow bei Bossen und fahen bei dieser Gelegenheit eine große Kruppsche Registriertasse, die ein Gastwirt sich angeschafft hatte. Diese Raffe hatte es ihnen angetan. Als sie mit der Malerei fertig waren, fahen fie sich in Berlin nach jemandem um, der die Kasse faufen könnte. Sie fanden auch einen Bewerber, fonnten sich aber mit ihm über den Preis nicht einigen. Sie wußten nämlich, daß der Wert um 3000 M. herumi betrug und wollten deshalb nicht allzu billig verkaufen. Jetzt versuchten sie es auf gut Glüd, ohne sich einen Räufer gesichert zu haben. Sie nahmen ein Auto, famen in der Nacht um 3 Uhr damit im Orte an, schafften die 3 mei3entnerla ft mit großer Mühe in den Wagen, fuhren eiligst nach Berlin zurüd und stellten die Beute einstweilen bei einem Trödler unter. Endlich fanden sie einen Käufer, mit dem fie fich auf 1000 m. einigten. Sie hatten aber nicht damit gerechnet, daß die Berliner Kriminalpolizei von dem schweren Diebstahl schon unterrichtet und mit den Nachforschungen beschäftigt mar. Als die Diebe die Kaffe von dem Trödler zur llebergabe an den Räufer abholen wollten, wurden sie in der Rantstraße von Beamten der Dienst Belle B. 6 erfanut und festgenommen Mitglied vom Wahlvorstand... Ein Freund unseres Blattes, der Mitglied eines Wahlvor standes in Moabit mar, sendet uns eine längere bittere Klage über seine Erlebnisse am 20. Mai, von denen wir einiges wiedergeben zu müssen glauben. Als man sich um 8 Uhr früh versammelte, lagerte dumpfe, alkohol- und tabafgeschwängerte Luft über dem Wahllokal, das sich in einer Schantmirtschaft befand. Ja, ein Teil der Mähler hielt es nachher nicht einmal für nötig, beim Wahlaft den Hut vom Kopf und die Zigarre oder Zigarette aus dem Munde zu nehmen, nein, man blies den Vertretern am Wahlvorstand den Rauch unbekümmert ins Gesicht. Da die lange Wartezeit in dem Lokal viele Bähler veranlaßte, mehr 21fohol zu sich zu nehmen, als ihnen Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Areis Ereptom, Bezirk Oberschöneweibe: Treffpunkt aller Bfingfahrtteil nehmer am 27. Mai( Conntag), 7 Uhr Bhf. Nieberschöneweide, Haupteingang. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 41. Abt. Unsere Genoffin Emma AtIt ist verstorben. Ehre ihremt Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Andenken! Eindscherung heute, Connabend, 26. Mai, 15 Uhr, im Krematorium 86. Wht. Mariendorf. Unser alter Genosse, der Schriftfcher Hermann Krause, Chauffeeftr. 44, ist präglich verstorben. Ehre seinem Andenten! Einäfcherung am Dienstag, 29. Mai, 12 Uhr, im Krematorium Baumschulen. weg. Wir bitten um rege Beteiligung. 131. bt. Ricberschönhausen. Unser langjähriger Genosse, der Restaurateur Robert lindt, ist am Mittwoch nad langer Krankheit verstorben. Chre seinem Andenken! Einäfcherung am Dienstag, 29. mai, 19. Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung ist Ehrenpflicht. SAT Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. Einsendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Ferlin SB 68, Lindenstraße 3 Jeltlagerteilnehmer! Treffpunkt zur Abfahrt der 1. Gruppe am Sonnabend pütlich 17% Uhe Schlesischer Bahnhof, Südseite; 2. Gruppe 13% Uhr am gleichen Ort. * Das Jugendsekretariat bleibt am 3. Feiertag geschlaffen. Heute, Sonnabend: Suwannplog: Treffpunkt zur Pfingstfahrt 17% Uhr Görliger Bahnhof Sinterfelde: Treffpunkt zur Fahrt Rheinsberg- Stechlin 19 Uhr Rathaus Steglig. Rentölln V: Treffpunkt zur Pfingstfahrt 18 Uhr U- Bahnhof Bergstraße. Reukölln VI: Treffpunkt zur Pfingstfahrt 194 Uhr Herzbergplag( vätestens 20% Uhr Görliger Bahnhof).- Reukölln III: Treffpunkt zur Pfingstfahrt Echar mügelfee 19 Uhr Görlizer Bahnhof. Lichtenberg- Nord: Treffpunkt unt brunnen( Gadgaffe). Wörther Blah: Treffen zur Pfingstfahrt 18 Uhr Fern bahnhof Aleranderplas( Eingang Dirdsenstraße). Rottbusser Tor: Treffpunkt zur Pfingstfahrt nach Dubrowberg pünktlich 18% Uhr Görlizer Bahnhof. gut und dem Wahlvorstand angenehm war, verzögerte fich oft der Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bellager 16 Uhr Rote Ede. Gesundbrunnen 11: 16 Uhr Bahnhof Gefund. Wahlaft, da mancher Wähler nicht mehr in der Lage war, seinen Ramen ridtig zu nennen.„ Das Wahllokal" so heißt es ,, in dem mir fizen mußten, war den ganzen Tag in dichten Rauch gehüllt, und schon in den frühen Morgenstunden sejte nebenan im Schantzimmer ein wüster Lärm, ein wildes Singen und Johlen ein." Rauma fonnte man sein eigenes Wort verstehen. Mancher Wähler und manche Wählerin haben hier deshalb von ihrem Wahlrecht feinen Gebrauch gemacht, meil es ihnen einfach nicht möglich war, etwa eine Stunde lang zwischen den betrunkenen und Lieder grölenden Menschen in dem Lokal zu stehen. Bei dem müsten Lärm dauerte die Auszählung der über 1400 Wähler nach den Angaben unseres Gewährsmannes bis nach 22 11hr. Mit Recht heißt es in der Zuschrift, daß, wer derartige Schant. wirtschaften als Wahllokal bestimmt, die Verantwortung trägt, menn viele Wähler nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und sich in Zukunft niemand mehr dazu hergibt, ein solches, mit perfönlichen Anpöbelungen verbundenes Ehrenamt anzunehmen. Im Hinblick auf die Wichtigkeit des Wahlrechts scheidet doch der Staatsbürger über das Schicksal des ganzen Bolkes muß gefordert werden, daß mehr denn je als Wahllofale Schulen oder andere öffentliche Gebäude zur Verfügung gestellt werden. Ein neues Selbstanschlußamt Cornelius. ent= Nach einer Mitteilung der Oberpostdirektion Berlin ift geplant, im Gebäude der Fernsprechpermittlungsstellen Bavaria und Barbarossa in der Geisbergstraße eine dritte Bermittlungsstelle für Selbstanschlußbetrieb zu er= öffnen, der in der Hauptsache Anschlüsse aus dem gemeinsamen Bereich der Vermittlungsstellen Lützow, Kurfürst und Nollendorf zugeführt werden sollen. Für die neue Vermittlungsstelle ist der Name ,, Cornelius" in Aussicht genommen. 1000 m. für Ermittlung des Eisenbahnräubers. Die Reichsbahndirettion Berlin hat unter Ausschluß des Rechtsweges für Angaben, die zur Ermittlung des Täters führen, der den Kauf. mann Fritz Seelenfreund umd dessen Braut in dem nach Leipzig fahrenden Zug überfallen hat, eine Belohnung von 1000 m. ausgesetzt. 3mecdienliche Nachrichten, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nehmen das Raubdezernat beim Polizeipräsidium Berlin und die Ueberwachungsabteilung der Reichsbahndirektion in Berlin, Tempelhofer Ulfer 28, entgegen. Nachtbetrieb für Straßentelephonsprecher. Der Einbau von Fernsprechzellen in die Glasreflamesäulen hat sich so gut bewährt, daß beschlossen worden ist, in allen Säulen, die neu aufgestellt oder erneuert werden, Münzfernsprecher einzubauen. Nun mehr wird mit diesen Automatenfäulen in Berlin zum ersten Male ber Berfuch gemacht, auch nachts die Bellen offenzu halten und damit einem seit langer Zeit von der Bevölkerung geäußerten Wunsch nachgekommen. Die Oberpostdirektion mill ab. marten, immiemeit das Bublifum von der Neueinrichtung Gebrauch macht und ob nicht zuviel Beschädigungen vorkommen merden, mie fie früher in den Holzfernsprechzellen zu beobachten maren. Andere Automaten fommen für den Nachtbetrieb vorläufig nicht in Frage. Borwärts"-Filiale und Bücherstube. Bon Freitag, den 25. Mai, an befindet sich unsere Filiale nicht mehr Prinzenstraße 31, sondern Brinzenstraße 63, Ede Annenstraße. Diese Filiale ist verbunden mit einer Bücher stube des Dieß Berlages. Bfingftfrühkonzerte im 300. An beiden Feiertagen finden morgens um 7 Uhr im Hauptrestaurant des Zoologischen Gartens Militärfonzerte statt. Pfingstfrühkonzert der Arbeiterfänger. Die Arbeitsgemeinschaft des Arbeitergefangvereins, Mitglied des Arbeiteriängerbundes, Sängergruppe am Falkenberg" und Sangesluft", Grünay, veranstalten am ersten Pfingstfeiertag in Grünau im Lokal von Sander ( Friedrichstraße) ein Frühfonzert. Sturmflug der ,, 3talia". Noch nicht gelandet. Geffern nachmittag war die Jtalia" noch nicht in kingsbag eingetroffen. Nach den inzwischen eingegangenen Nachrichten ist an Bord alles wohl 3hr Rüdflug verzögerte fich infolge eines ffarten Südwestwindes, der vermutlich das Luftschiff nach Nordosten abtreibt. Es ist zurzeit unmöglich, den Zeifpuuft seines Eintreffens in kingsban anzugeben. Einwanderungsvisa nach Amerifa. Das amerikanische Generalfonfulat teilt amtlich mit, daß von Montag, den 4. Juni 1928, 9 1hr vormittags an, wieder Bormertungen für Einwanderungsvisa nach den Bereinigten Staaten von Personen, die der deutschen Quote zugerechnet werden, d. h. Personen, die im Gebiet des jetzigen Deutschen Reichs geboren sind, auf allen amerikanischen Konsulaten in Deutschland angenommen werden. Neue Registrierungsformulare, auf denen die Anträge eingereicht werden müssen, find bei allen amerikanischen Konsulaten sowie bei den meisten Don Donnerstag, den 31. Mai 1928, Schiffahrisgesellschaften 9 lhr an, erhältlich. Es werden nur Anträge auf neuen Formularen angenommen. Die Listen werden, wenn nicht inzwischen anderweitig bekanntgegeben, am Montag, dem 18. Juni, geschlossen werden. Personen, die bei einem amerikanischen Konsulat bereits registriert find, und deren Namen noch nicht an der Reihe sind, sollten nicht crneut registrieren. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin B 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets au bas Bezirkslefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 7. Sireis Charlottenburg. Alle Genossen, deren Rinder eine tittlere ober höhere Schule in Charlottenburg besuchen, werden dringend gebeten, ihre Adresse unter Angabe der betreffenden Gaule an Genossen Dr. Beidler, Berlin W. 62, Raldreuthstr. 4( 2ügom 2882) einzusenden. 14. Streis Reutälln. Heute, am Pfingstfonnabenb, fopie am Dienstag, 29. Met ( 3. Pfingstfeiertag), bleibt bas Barteiburean gefchlofien, 137. bt. Rieberschönhausen. Der Ausspracheabend fällt aus. Frauenveranstaltungen: GA 8. Streis Spandau. Agtung, Genoffinner! 5. Feiertag, 15 1hr, bet 2bells Rarisluft. Spandau- Satenfelbe, Unterhaltungsnadimittag. 2 Senoffinnen ber anderen Areife find eingeladen, gans befonbers die Charlottenburger Genoffinnen, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Gebastianstr. 37/38, Sof 2 Ir. Ganvorstand. Das Gaubureau ist Eonnabend, 26. Mai, bis 13 Uhr geöffnet. Dienstag, 29. Mai, bleibt das Bureau geschlossen. zur Fahrt nach Brandenburg a. b. S. treten die Ortsvereine wie folgt an: Siergarten: Connabend, 26. Mai, Radfahrer 18½ lihr Bhf. Seerstraße. Anfchluß an Nachrichtenzüge. Brenzlauer Berg: Rameradschaft Arnswalder Blak 4 Uhr Pasteur, Ede Aniprodeftroße, Straßenbahn Nr. 74. Nachzialer 5 Uhr Botsd. Thi. Nicht Küftriner Plas. Atreuzberg: Sonntag, 27. Mai. Autoabfahrt Botsd. Bhf. mit Fohnen und Musil. Friedrichshain: Sonntag, 27. Mai, 6 Uhr. pünktlich 6 Uhr Fontanepromenade. Reutölln- Briz, Jungbanner: Sonnabend, 36. mai, 17½, 19.25 und 23.35 Uhr. Standquartier Kreis- Boltshaus, SteinStraße. Schlafdeden mitbringen. 3. Rameradschaft: Abfahrt Gounabend 17 Uhr. Sonntag. 27. Mai, 5.28 Uhr Told. Bhf. Treptam: Sonnabend, 26. Mai, 1. Auto 16% Uhr Adlershof, Marktplag: 16% 11hr Niederschöneweide, Grünauer Str. 8. 2. Auto 17 Uhr Baumschulenweg( Portmann): 17 Uhr Seeptom( Dettinger). Abfahrt erfolgt pünftlich. Decen mitnehmen. Zeblen. horf: Conntag, 27. Mai, Abfahrt niinftlich 8 Uhr von Schnorre. Potsdamer Straße 3. Fahrpreis 1,50 M. Weikensee: Sonnabend, 26. mai, 16 Uhr, h fahrt von Gallas. Reinidendorf( Ortsverein): Antreten 7 Uhr Potsh. Bh. Sonntag, 27. Mai, zu dem Rug 7 22 Uhr. Zichtenberg nebst Rameradschaften: Sonntag, 27. Mai, Brandenburg- Fahrer 4 Uhr Bhf. Lichtenberg- Friedrichs felde mit Tambourkorps und Fahnen zur Autofahrt. Fahrgelb 2.50 m. Nachzügler 5 Uhr Sammelplaß des Areifes Often, Vltes Rathaus Schöneberg. Benzlauer Berg: Achtung! Fürstenberg- Fahrer melden fich his Dienstag, 29. Mai, bei Ram. Bisdalsti, Nordkapstr. 1. Dortfelbst wird auch Abfahrtszeit bekanntgegeben. Freireligiöse Gemeinde. Eonntag 11 Uhr Bappeloffee 15, Festvortrag des Herrn Dr. A. Rosenberg: Auferstehung". Gäfte miDommen. Der Boltschor Harmonie Charlottenburg veranstaltet am 1. Bfingstfeiertag auf dem Spandauer Bod ein Frühtonzert, wozu alle Parteigenossen freundlichst aingeladen sind. Beginn 6 Uhr. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienstffelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Bechselnd bemölft. einzelne Niederschläge, fitbl. Für Deutschland. Sm Dften ergiebiger Vandreger, in Weste und Süddeutschland zeitweise ettons Aufbeiterung, in Pitteldeutschland noch unbeständig. Suce KON LINON . Die Reederei Ried veranstaltet an den Pfingstfeiertagen ab Oberbaum. bride große Dampfer- Ertrafahrten nach Woltersdorfer Schleuse, Neu- Herings. dorf und Grünheide, sowie mit dem Riefenlurusdampfer Columbus" nach Ferch am Echwielowsee. Giche das heutige Inserat. Was sollen Autorennen zeigen? Neben dem sportlichen Ehrgeiz, Rekorde aufzunellen. joul in erster inte vemonstriert werden, werden, was das Automobt und sein Zubehör auch bei ganz außerordentlicher Höchstbeanspruchung au leiften vermag. Ganz besonderer Prüfung unterliegen natürlich die Reifen und fa haben sich die Peters Union Reifen bei dem Neroberg- Rennen in Wiesbaden wieder selbst das Seugnis bester deutscher Qualitätsmare ausgestellt; denn bei Dauerregen und auf einer turnenreichen, mit scharfem Felssplitter- Ries be Streuten Straße erzielte S. n. Meister, Frankfurt a. M., auf Amilcar mit Beters Union- Reisen nicht nur den 1. Preis seiner Rennwagenklasse, sondern auch die beste Zeit aller Rennwagen; beim Bergrennen auf die„ Hohe Wurzel": hatte er schon den 2. Preis erhalten. An beiden Pfingstfeiertagen wartet der Zunapart mit einem befonderen Feftprogramm auf. Für 6 Uhr ist Frühfonzert festgelegt. b 15 Uhr noller Betrieb mit ununterbrochenen artistischen Darbietungen auf dem Mittel podium, großen Festkonzerten und abends großes Feftfeuerwerk. Im Radio. hans neben dem Luna Bier Rabarett findet am Pfingstionntag 7 Uhr die Eröffnungsvorstellung des bekannten Sabaretts der Unmöglichen" aus dem Toppfeller statt. Auch am dritten Feiertag wird den Besuchern ein großes Festprogramm geboten. Rachdem das Strumpfhaus Megger dieser Tage eine Verkaufsstelle in Bois. dant ecöffnet hat, wurde jegt die Ecke Neukölln, Berliner, Ede Boddin stroke.. mit neun Schaufenstern gemietet. Die Filiale Wilmersdorfer Str. 60-61 mrd zurzeit einem modernen limbau unterzogen In Friedberg bei Frankfurt a. M. wird ebenfalls in nächster Zeit eine Verkaufsstelle des Strumpfhauses Metzger errichtet werden. Die Engelhardt- Brauerei A.-G. zeigt auf ihrem Etand in der Ausstellung Die Ernährung"( Salle 2, Nr. 131) die Herstellung des Engelhardt- CaramelMalzbieres. In einem Rino mit etwa 100 Sigplägen fehen mir die Erzeugung dieses Spezialproduktes der größten Malzbierbrauerei der Welt vom Fohstoff bis zum Ausstoß. Neben dem Kinoraumt bietet sich in einem künstlerisch ausgeftatteten Probierraum Gelegenheit, Softproben zu erhalten. Damit auch hee Sumor zu seinem Rechte fommt, ift die gefamie Fassade des Standes mit Malereien von Gimmels Sand geschmückt. Was sagt der Bär? 333 JOSETTI JUNO Pfingsten, das liebliche Fest, ist ein Jungborn der Freude für Groß und Klein! Hier sportliches Treiben, dorf wanderfrohe Menschen, aber überall: Josetti Juno Berlins meistgerauchte 4.8 Cigarette S Bäderu. Kurorte Obstblüte und Ginster. Mit Obstblüte und Ginster zieht der Bergfrühling in den Schwarzwald. Er ist lange nicht so stürmisch wie sein zarter Bruder unten im Tal, den die ersten Sonnenstrahlen lockend zurufen, dem bösen Winter schnellstens den Garaus zu machen. Das Blühen da droben an den Hängen kommt gleichsam im gemäßigten Schritt, aber hart und wetterfest troßt es dann auch allen feindlichen Gewalten. Genügsam aus fargem Boden entsproffen blüht es dankbar bis in die Einsamkeit der tiefften Bergwintel 3ur Kirsche und Ginster gefellt sich auf den östlichen Hochflächen noch der Apfel baum. Es ist der Monat Mai einmal, der dies Gebirgsblühen sich entfalten sieht und auch noch der Anfang Juni. Dann liegen die fonnigen Halden und Felsflüfte, die großer Begetation wenig Halt sonnigen Halden und Felstlüfte, die großer Begetation wenig Halt bieten, im Glühen der Ginsterbüsche und Sträucher, die in langen Flammen hochkletternd mit ihren legten Zungen bis auf die Ruppen streichen. In sie eingestreut die weißen Blühkugeln der Bergtirsche, zwischen sie eingewebt die windgewellten Mattöne triebfroher Roggen und Faferfelder. Eines der bemerkenswertesten Gebiete für diese Frühlingsform im Schwarzwald findet sich längst der badischen Schwarz waldbahn, wenn sie aus dem offenen Tal der unteren Kinzig in die eigentliche Gebirgsftrede durch das Gutachtal in den befannten Kehrterrassen, die zehn Jahre meiter für die Gott hardbahn Borbild wurden, aufsteigt und dem Mittelpunkt diefer Landschaft, den Triberger Wasserfällen, auftrebt. Ber hältnis menige Besucher nehmen diefes Frühlingsbild in fich auf, es sind die Kenner, die fommen und in diesen Farben von Weiß, Gelb, Lichtgrün und Tannendunkel schwelgen, über allem ein Himmel von einer alpenflaren Reinheit. Ein Schwerpunkt liegt im Lebensgang dieses Bergfrühlings, das ist sein Bestand über längere Zeit, die durch den Bechsel der Höhenlage bedingt ist. Es ist nicht das Aufgehen und Schwinden einer Blüte innerhalb verhältnismäßig furzer Frist, nein, es geht wochenlang, wobei jede 50 Meter Höhenunterschied schon Beitinter valle bedeuten. So treffen sich auf fleinen, horizontalen Entfernungen von wenigen Kilometern Vegetationsgegenfäße erheblicher Art, die einen besonderen Reiz ausmachen. Blüht in Triberg die Bergtirsche, so brennt gegen Hornberg zu der Ginster. Rückt die Bergfirsche auf die Höhen der Wasserscheid zwischen Rhein und Donau, fo folgt der wetterharte Ginsterftrauch als treuer Trabant in gleich mäßigem Respektabstand. Und unter ihnen malen die faftvollen Schwarzwaldwiesen einen Teppich von schwellender Dide, in dem nacheinander Schlüsselblumen, Wiesenschaumfraut, SumpfdotterGebirgsluftkurort, Fichtennadel-. a. med. Bäder, Schwimmbassin, Luft- u. Sonnenbad, Tennisplätze. Preisw. Bade Hotels u. Privatwohn. Führer usw. durch die Städt. Kurverwaltung Oberharz Pausch.Kur.3Wch. 130.-M. Arbelter, Angestellte u. Beamic finden gute und billige Erholung im Hegewaldheim m. Jugendherberge BAD blunne, Löwenzahn und gelber und weißer Hahnenfuß Bafette finb, Rirdhe, bes Dries felbft, verschiebener vorgeschichtlicher Siedlungs aus der die leuchtenden Farben genommen werden. Und wer der Naturfreube auch noch ein wenig tunftbegeisterung beigesellen möchte, der stattet dem alten Bischofsschloß in Bruchsal seinen Besuch ab. Es ist das alte schöne Bild. Was ehemals bem genußfrohen Zeitalter des 17. und 18. Jahrhunderts angehörte, ist nicht Bergangenheit. Alljährlich wird es zu neuem Leben erweckt und immer wieder verbreitet sich dieselbe Stimmung eines fast märchenhaften Geschehens. Das alte Schloß ist kein Museum historischer Herrlichkeiten. Immer wieder weiß es fich in die Gegenwart zu stellen und behält so doppelte Anziehungskraft. Die alten Bäume rauschen noch, die Statuen der Elemente und Jahreszeiten loden zur Bewunderung. Auch im Innern der hohen Hallen spiegelt sich das alte Bild. Rofofofavaliere grüßen fofett von den Bänden, pruntvolle Dedengemälde geben Zeugnis von vergangener Bracht und das Ganze, eingehüllt in matten Kerzen fchimmer, spiegelt wahrheitsgetreu längst entfchwundene Zeiten miber. Ein Kammerorchester in Kostüm jener Beit betritt das Podium, Instrumente taften sich vorsichtig zur Lonreinheit, das Flüstern der Menge verstummit, wenn der Dirigent erscheint und den ersten Einsatz gibt. Bab Grund( Oberharz). Pauschal- Heilfur oder Erholungsauf. enthalt? Diese beiden Möglichkeiten werden häufig verwechselt. während der Erholungsaufenthalt dem Großstadtmüden in den Be rufsferien eine allgemeine Ausspannung und Ablenkung der Nerven sowie engeres Berbundensein mit der Natur verschafft, will die Pauschaltur dem wirklich Kräntlichen Heilung bringen und zwar auf wohlfeilste Weise. Die in Bad Grund eingerichteten Bauschalturen( 3 Wochen= 130 M.) find in erster Linie für Erkrankungen des Nervensystems, für Rheuma und Gicht sowie bei allgemeiner Schwäche und Retonvalizenz angebracht. Für den Pauschalsag von 130 M. wird neben guter Unterbringung und geeigneter Verpflegung auch volle ärztliche Behandlung und eine Serie von Heilbädern gewährt. Bedürftigen wird außerdem die für den Besuch einer Rutanstalt mögliche Fahrpreisermäßigung von 50 Broz. vermittelt. Heimatfundlicher Ausflug nach Ferch am Schwielowsee. Am Montag, dem 4. Juni, veranstaltet die Brandenburgia, Gesellschaft für Heimatkunde und Heimatschuh in der Mart Brandenburg, mit Unterstützung des Bezirksamts Spandau eine Dampferfahrt nach Ferch am Schwielowsee. Es findet eine sachgemäße Führung durch die Umgebung des Drtes statt. Besichtigung des alten Urstromtales der Havel, verschiedener Naturdenkmäler, der angenau Im Glatzer Gebirge Herz- und Nervenleiden, heilt Gicht u. Rheumatismus Prospekte durch Kurverwaltung und Reisebureaus an d. schönen masurischen Seen u. Hochwald gelegen. Republikaneru. Genossen Einzelzimmer für Tage und Wochen mit und ohne Verpflegung Anfragen an das Verkehrsburean Kreisausschuß Angerburg, Ostpreußen. Altenbrak im Harz m schönsten Teile des Bodeales gelegen, inmitten herrcher Laub- und Nadelwälder. Kein teures Modebad. Ständige Kraftomnibus- Verbindg. mit Blankenburg u. Wernigerode. Auskunft und Prospekte durch die Hotel Waldfrieden, gut bürgerliches Kur verwaltung. Haus. Tel. 4. Prospekte. finden freundl. Aufnahme u gute Verpfl. im Gast- und Logierhaus Sturmeck Allrode i. Harz. Verlangt Prospekt Malchow( Mecklbg.- Schwerin). Sommer- Wohnungen mit und ohne Küche Luftkurort und Sommerfrische, idyll. Hodhwald- Grundstück 99 8P 90 Landstädtchen mit 4100 Einwohnern, eine Perle mitten im südmeckibg. Seen- Waldesfrieden" bel Fredersdorf gebiet, am Malchower und Fleesensee, ( Ostbahn) meilenweite Laub- und Nadelwälder, Vorortzug bis Petershagen 25 Min. zu Fuß Fredersdorf 40 gesunde Höhenlage, herrlicher Stadtwald unmittelbar am Orie, ideales Ge- Züge 12% u. 165 ab Schles. Bhf. haben lände für Rudern, Segeln, Angeln und in Fredersdorf Postauto- Anschluß bis Jagd, Dampf- und Motorbootfahrt zum Lustige Sieben"( 20 Pf.) 5 Minuten bis Plauer See und zur Müritz, Kurkonzerte, Grundstück Kolonie Neu- Vogelsdorf, gute Hotels und Cafés sowie zahlreiche Schillerstraße und Memeler Straße Ecke Privatwohnungen, angenehmer Aufent Adolph Hoffmann. halt zu mäßigen Preisen, keine Kurtaxe. Station der mecklbg.Südbahn WarenEisenmoorbad Pretzsch, Elbe Neubrandenburg, gute Autostraßen, das Bad des Mittelstandes Glänzende Hellerfolge Auskunft durch die Badeverwaltung. WYK u. von Sonntagskarten Berlin- Waren Waren- Malchow. und Güstebiese/ Luftkurort ( Neumark) herrlich an Wald und OderProspekte und Auskunft durch den strom gelegen. Bade- und AngelgelegenRat der Stadt, Kurverwaltung. Nordsee Insel FÖHR Vornehmes Familienbad.. Eisenmoorbad Wilsnack Berlin- Hamburger Bahn 27,72 Proz. Eisen heilt Rheuma, Gicht, Ischias und Frauenleiden Angeschlossen Kurhotel " Badhaus 52 Zimmer mit allen mod. Einrichtungen Das ganze Jahr geöffnet.- Auskunft durch die Badeverwaltung. Herrliche Waldungen Oftreebad Arendsee ift auf der Döb'! Neue Wandelhalle. d. Badevero. Profp. durch heit, gute und reichliche Verpflegung ftellen u. a. m. Die Führung haben übernommen Naturschutztom missar Dr. Hilzheimer und der von seinen Vorträgen in Spandau wahlbefannte Universitätsprofessor Dr. Solger; als ortskundige Führer haben sich dankenswerterweise die in Ferch wohnhaften Lehrer Ball und Förster Discher zur Verfügung gestellt. Der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt zufammen beträgt nur 1 M., für Kinder die Hälfte. Fahrkarten find bis 1. Juni im Rathause Spandau, 3immer 245, wo nähere Auskunft über Abfahrt usw. erteilt wird, erhältlich. Nener Personendampfer für den Oberrhein. In Duisburg wurde ein neuer Doppelbedpersonendampfer fertiggestellt, der der Baltüre" getauft ist. Der Dampfer, der 700 Personen faßt, wird Duisburger Schiffsreederei van Holt gehört und auf den Namen nach ber Abnahme auf dem Oberrhein in Dienst gestellt. Regelmäßige Autobusverbindung auf den Broden. Die Kraft verkehrsgesellschaft Braunschweig wird auf ihrer Strecke Bad Harz burg Braunlage- Schierte vom 16. Juni ab täglich einen Wagen bis zum Brodengipfel verfehren lassen. Damit hat der Brocken neben der Eisenbahn von Wernigerode oder Nordhausen aus auch eine zeitgemäße Autobusverbindung von Bad Harzburg aus. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Freitag, dem 25. Mai. 1. Rennen. 1. Fingal II( M. Schmidt), 2. Ingraban( Barga), Zoto: 137: 10. Plat: 20, 12, 25: 10. Ferner 3. Bergola( Haynes). liefen: Stolzer Kämpfer, Simulant, Tarnschild, Perseverenzia, Balachon, Olymp, Alimbim, Gerald, Goldtraut, Rotbart. 2. Rennen. 1. Bragedis( Huguenin), 2. Lago( Heidt), 3. Anton ( Ladendorff). Soto: 46: 10. Blag: 16, 46, 14:10. Ferner liefen: Fehrbellin, Taunus, Mulatte, Reichstag, Brünas, Boglinde, Kileriki II. 3. Rennen. 1. Contessa Maddalena( Grabjch), 2. Selecta( Pregner), 4. Sennett. 8. Signora( Böhlle). Toto: 10: 10. 1. Impreffionist( Bregner), 2. Lampos( D. Schmidt), 3. Bardar( Sajdit). Toto: 48: 10. Plat: 20, 19: 10. Ferner lesen: Rheinwein, Dominitus, Gute Sitte 5. Rennen. 2. 1. Farinelli( D. Schmidt), Mstari( Jane), 3. Normanne( Bregner). Toto: 14:10. 6. Rennen. 1. Statius( Böhlle), 2. Duelle( Mint), 3. Jamasch Ferner liefen:" Stönigs ( Streua). Toto: 26:10. Blaz: 11, 17, 12: 10. ferze, Detave, Pommard, Patron, Traulich, Dreftes, Baradenia. 7. Rennen. 1. Diocletian( Bleuler), 2. Mansbach( Ladendorff). 3. Frih Fromm( D. Schmidt). Toto: 34:10. Blah: 17, 22, 14: 10. Ferner liefen: Sperrmal, 8ter, Alfterlust, Karo- Bube, Südkap, Nutria. Gelenk-, Nerven- Frauenkrankheiten, Alterserscheinungen usw. heilf Bad Landeck in Schlesien Radium- Thermalkuren Moorbäder pp. Mässige Preise Auskunft u. Prospekte: Stadt. Badeverwaltung und Reisebüros. Waldstadt Fürstenwalde Tagungsort u. Ausflugsziel der Gewerkschaften und Vereine ( 5 Mahlzeiten) mit Zimmer 4 M. Garten Mellenweite stadfeigene Wälder mit schöner Aussicht. Pension Deutsches Haus". Telephon: 6 Ostseebad Ist es Ihnen möglich Heiligenhafen nach Westerland schon im Juni zu kommen, so sollten Sie es tun. Sie finden auch im Juni alle Annehmlichkeiten der Hochsaison ohne deren Trubel. Dabei leben Sie billiger, denn Sie zahlen nur Vorsaison- Preise. Baden können Sie ebenfalls: in der See, im Warm- Badehaus, das ganzjährig im Betrieb ist. Im übrigen auch in diesem Jahre wie früher schon: Schönste Sommerfreude: Baden am Strand, Graben im Sand Von Westerland! Stärkste Brandung. schönster Strand der Nordseebäder. Direkter Eisenbahn Verkehr über den Damm durchs Meer". Flug- Verkehr. Seebäderdienst durch Hapag und Lloyd. Bitte, lassen Sie sich unsere Kurschriften schicken. Städtische Badeverwaltung Westerland In Holstein. Pension 4 bis 5.50 RM. Führer durch Badeverwaltung. OKT 1928 7 AUSSTELLUNG 40Ph Die Technische Stadt Jahresschau Dresden Mai- Oktober Pfingstheimatspiele EISEN- MOORBAD heilt Gicht Ischias Rheumatismus Frauenkrankheiten auf SO JAHRE H NORDERNEY Zu Pfingsten bereits Bäderzüge nach Norderney. Seebäderdampfer Bremenu. Hamburg- Norderney über Helgoland BAD SCHMIEDEBERG Bez. Halle a. d. Saale Bahn: Berlin- WittenbergEilenburg Leipzig Kurzelt: April bis Oktober. Herrliche Waldgegend. Großes Kurhaus mit Versammlungsräumen für Kongresse u. s. w. Wochenend- Aufenthalt. Prospekt durch Magistrat- Badeverwaltung. LLAUME Freie Aerztewahl. LINDAU BODENSEE ALA Reizende Inselstadt in unvergleichlich schöner Lage. Herrlicher Erholungsaufenthalt. Sehr bequeme und lohnende Ausflüge mit Dampfschiff, Aus sichtswagen, Flugzeug und der Pfän= derbahn, See- und Bergsport. Neuzeitliche Badeanstalten und Strandbäder. Prospekte durch das Städt. Verkehrsbureau/ Tel. 614 Stahltrinkkuren heilen Ihr Blut Salztrinkkuren regen in milder Weise thren Stoffwechsel an Beide Heilmittel hat BAD PYRMONT Prospekte und Wohnungsanzeiger durch Reisebureaus und Kurverwaltung. Gut und vornehm wohnen Sie im„ Kurhotel", Bad Pyrmont. Ar. 246* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 26. Mai 4926 Der höchste Profit der Welt. Fast-1 Milliarde Mark bei General Moiors.— phantastische Aktiengeschenke. Das große Wettrennen nach dem höchsten Profit, das seit Jahren zwischen den beiden größten amerikanischen Konzernen, dem Stahltrust und der General Motors-Gesellschast, stattfindet, ist im vergangenen Jahre durch einen Sieg der General Motors entschieden worden. Während die Bilanzen früherer Jahre einen Gewinn von annähernd 100 Millionen Dollars bei beiden Gesellschaften ent- hielten, hat der große Automobilkonzern im Jahre 1927 einen Rein- gewinn von etwa 226 Millionen ausgewiesen, d. h. einen Jahresprofit von fast einer Milliarde Mark er- Zielt. Der Stahltrust brachte es nur auf 62 Millionen Dollar, obgleich sein Kapital doppelt so groß ist als das der General Motors. Man kann die Bedeutung dieser Riesensumme erst ermessen, wenn man bedenkt, daß in Europa nur zwei Großunternehmungen ein diesen Gewinn übertreffendes Aktienkapital haben, nämlich die deutsche I. G. Farbenindustrie und der englische Chemietrust. Das Wachstum, der General Motors in den letzten Jahren hat zur Kehrssite die A b s a tz st o ck u n g b e i F o r d. Die billigen und bescheidenen Fordschen Wagen werden von dem gesättigten ame- rikanischcn Automobiloerbrauch nur schwer aufgenommen. Heute kommt in Amerika auf jeden sechsten Einwohner ein Auto, und eine weitere wesentliche Vermehrung der Automobilzahl ist kaum zu erwarten. Darum wendet sich die kauskräftige amerikanische Nach- frage besseren und teureren Fabrikaten zu, was in erster Linie den General Motors zugute kommt. Die glänzenden Geschäfte dieser Gesellschaft kommen aber noch viel stärker in ihrer Emissionspolitik als in ihrer Gewinnverteilung zum Ausdruck. Ihr Aktienkapital stand in den meisten Jahren ihres Bestehens in gar keinem Verhältnis zu ihren Gewinnen, so daß dauernde Kapitalverwässerung durch Neuausgabe von Aktien nötig war. Die Art, in der diese Verwässerung vorgenommen wurde, ist nach europäischen Begriffen geradezu ungeheuerlich zu nennen. Man betrieb sie durch fortgesetzte Schenkun- gen der neuausgegebenen Aktien an die Aktionäre des Unternehmens. So wurden 1916 anderthalb junge Attien auf je eine alte kostenlos ausgegeben, 1916 schenkte man fünf und 1926 gar zehn junge Aktien dem Besitzer einer alten. In den Jahren 1916 und 1926 wurde also eine Kapitglerhöhung von S66 Proz. bzw. von 1666 Proz. vorgenommen, ohne daß auch nur ein Cent neu ein- gezahlt wurde! Später kam eine empfindliche Kapitalzusammen- legung, 1926 und 1927 aber neue Kapitaloerwässerungen. Das Er- gebnis dieser Geschäftsführung im Laufe von zwanzig Jahren war die kostenlose Verhundertfachung des Aktien- b e s i tz e s eines jeden Aktionärs. Berücksichtigt man noch den heutigen Kursstand der Aktien, so ergibt sich, daß ein Aktienbesitz von 16 666 Dollar im Jahre 1968, wenn er von dem Besitzer fest- gehalten wurde, inzwischen einen Wert von 1 666 666 Dollar er- reicht hat. Selbstverständlich sind diese Aktiengeschenke durch riesenhohe Gewinne, die man wohl aus politischen Gründen, namentlich während des Krieges, nicht ausweisen wollte, verursacht worden. In hieser Beziehung wird wohl auch in der nächsten Zutünft keine wesenlliche Veränderung eintreten. In New Porker Dörsenkreisen schätzt man den Gewinn der General Motors im laufenden Jahre auf 366 Millionen Dollar. Dieses Beispiel zeigt, daß selbst verhältnismäßig hohe Löhne, wie die in Amerika gezahlten, noch phantastisch hohe Unter- nehmergewinne ermöglichen. 280 Millionen Karstadi-Llmsah. Neues Wachstum.— 90 Millionen neue Gelder. Der Rudolf-Karstadt-Konzern, die kapitalstärkste Warenhausgesellschaft Deutschlands, hat bekanntlich auch in Berlin Fuß gefaßt und steht kurz vor der Fertigstellung seines neuen Waren- Hauses in Neukölln. Der Abschluß des Karstadt-Konzerns zum 31. Januar 1928 zeigt die stürmische Entwicklung, die diese sehr aktive Gesellschaft in den letzten Jahren genommen hat. Die Umsätze im Detailhandel stiegen von 175 auf 232 Millionen Mark und die Umsätze der cmge- gliederten Fabriken betrugen rund 45,5 Millionen Mark. Rechnet man noch den Umsatz der im Aufbau befindlichen Epa-Organisation (Einheitspreisläden) mit 3 Millionen Mark hinzu, so ergibt sich im letzten Jahr ein Gesamtumsatz von mehr als 286 Millionen Mark. Allerdings muß bei einem Vergleich mit den Umsätzen der beiden Vorjahre, die 166 und 175 Millionen Mark betrugen, die Angliederung einer großen Anzahl fremder Betriebe in Be- tracht gezogen werden, so daß das Tempo der Umfatzerhöhung künftig nicht so in Erscheinung treten wird. Zurzeit herrscht noch Hochbetrieb in den Karstodt-Häusern: auf der Generalversamm- lung wies der Vorsitzende auf eine weitere rund 15 Proz. betragende Steigerung der Umsätze in den ersten vier Monaten dieses Jahres hin. Vielversprechend sei ferner die Entwicklung der Ein- heitspreisläden, die bald wesentlich ausgebaut werden sollen. In welchem Umfang das Unternehmen sich ausgedehnt hat, geht schon aus seinem enormen Kapitalbedarf hervor. Das Kapital, das erst 1926 von 34 auf 51 Millionen Mark erhöht wurde, ist jetzt wieder auf 76 Millionen Mark heraufgesetzt worden. Gleichzeitig mit dieser Kapitalerhöhung wird eine Anleihe von 15 Millionen Dollar in Amerika aufgenommen, so daß bei 156 Proz. die junge Karstadt-Aktie insgesamt etwa neunzig Mil« lionen Mark neu« Gelder dem Unternehmen zufließen werden. Natürlich weisen infolge des Wachtums der Gesellschaft in den letzten drei Iahren auch die Vilanzziffern bemerkenswerte Veränderungen auf. Es betrugen ISA 102» 1927 in MillionenMk. Rohgewinn»... 54,6 56,3 75,3 Unkosten..... 39,9 44,6 54,1 Reingewinn.... 4,25 4,86 16,3 Dividende..... lö0� lö0/0 12°/,, Langfr. Schulden«, 16,2 31.1 41,9 Kurzfr. Schulden,, 35,2 23,7 51,9 Bankguthaben.»» 15,6 12,7 16,7 Warenbestand.., 51,6 56,2 76,6 Unter den kurzfristigen Schulden von 1927 befinden sich rund 37 Millionen Mark Bankschulden, die sich gegen das Vorjahr um dasVierfache erhöht haben. Dieses gewaltige Ansteigen der Schuldenlast erklärt sich aus den zahlreichen neuen Grundstücks- täufen, für die etwa 27 Millionen Mark aufgewendet wurden. Die neuen Kapitalien, die dem Konzern in kurzem aus der Anleih« und der Kapitalerhöhung zufließen, werden sicher teilweis« zur Abdeckung alter Schulden verwendet. Banken— Börse— Wirtschast. Was lehren die April-Äilanzen der Banken? Ob dem Daniederliegen der wirtschaftlichen Tätigkeit während der kalten Jahreszeit, das alljährlich eintritt, in diesem Jahre ein definitiver Rückgang der Konjunktur oder ihre Fortsetzung mit ähnlicher Intensität wie im vergangenen Jahre folgen wird, das ist eine von den Beobachtern des Wirtschaftslebens in den letzten Monaten mit ganz besonderer Spannung verfolgte und diskutierte Frage. Die jetzt monatlich erscheinenden Zwischenbilanzen der deut- schen Bankwirtschaft haben für die Entscheidung der Frage eine besondere Bedeutung. Di« gestern für Ende April 1928 verösfcnt- lichten Monatsbilanzen zeigen für die Beurteilung der Wirkschafts- läge außerordentlich charakteristische Merkmale. Die für den G e s a m t u m f a n g der Bankentätigkeit charakte- ristischen Ziffern sind die sogenannten Kreditoren, d. h. die den Banken insgesamt zur Verfügung stellenden fremden Geldes neben dem Eigenkapital und den Reserven. Bei den Kreditoren zeigt sich für die sieben Berliner Großbanken(einschließlich Reichskredit-A.-G. und ohne Berliner Handelsgesellschaft) die sehr bemerkenswerte E r- h ö h u n g von 8325 auf 8617 Millionen Mark. Zieht man davon diejenigen fremden Gelder ob, die sich die Banken gegenseitig zur Verfügung stellen, so ergibt sich für die eigentlichen Kundschasts- gelder bei den sieben Berliner Banken eine Steigerung von 7267 auf 7563 Millionen oder um 236 Millionen Mark. Den Banken standen Ende April im ganzen also erheblich mehr Gelder zur Verfügung als Ende März. Zu beantworten ist die Frage, was dies« Steige- rung der Kreditoren für die Wirtschaftstätigkeit im ganzen bedeutet und was sich aus der Verwendung des Neuzugangs fremder Gelder durch die Banken für diese Frage ergibt. Maßgebend sind dafür die Peränderungen der Wechselbestände, Vorschüsse auf Waren, laufend gewährten Krediten, Börsenkredite und flüssig gehaltenen Gelder. Da zeigt sich nun bei den sieben Großbanken, daß der Zuwachs von 236 Millionen eigentlicher Mnd- schaftsgelder nur mit 43 Millionen aus Wechsel und Schecks entfällt, mit 49 Millionen auf W a r e n v o r s ch ü s s e und mit 57 Millionen auf Kredite in laufender Rechnung, wenn man wieder die gegenseitigen Kredite der Banken von den Gesamt- kreditoren in Abzug bringt. Das sind von 236 insgesamt 149 Mil- lionen. die man als neu« W i r t s ch a f t s k r e d i t e ansprechen darf. Auf der anderen Seite sind aber die früher im allgemeinen rück- gängigen Börsenkredite um 49 bzw. 54 Millionen gestiegen und gleichzeitig die von den Berliner Banken bei anderen Banken unterhaltenen Guthaben um 3 Millionen, die Guthaben bei Noten- danken um 8 Millionen und die Kassenbestände um 6 Millionen Mark. In diesen Veränderungen zeigt sich recht deutlich, daß der Zugang fremder Gelder mit fast einem Drittel neuen Wirtschaft»- krediten nicht zugute gekommen sind und daß auf der anderen Seite die Börse und die Kosienhalwng der Banken nicht unerheblich gestärkt wurden. In diesem Zusammenhang« Ist w i ch t i g, daß seit Ende März bis zum 19. Mai sich das durchschnittliche Kurs» Niveau aller Aktien an der Berliner Börse verhältnismäßig sehr stark, nämlich von 157,5 auf 172,4 Proz. erhöht hat. Daraus ist zu schließen, daß beträchtliche Summen der Börsenspekulation zugeführt werden konnten, wobei sicherlich die Attienkäufe des Aus- londes bedeutsam sind, die Tatsache an sich als Moment zur Kon- junkturbeurteilung aber entscheidend bleibt. Die nicht unbeträchtliche tatsächliche Vermehrung der Wirtschasts- kredite verbietet es nun, bis Ende April an sich von einem tatsäch- lichen Stillstand oder gar von einem Rückgang der Gesamtkonjunktur in den letzten Monaten zu sprechen. Daß die Börse aber beträchtliche Gelder an sich gezogen hat, und die Kurse gleichzeitig trotz heftiger Schwankungen erheblich gestiegen sind, das macht die Unsicher- heit der konjunkturellen Eesamtlage offenbar. Im Monat April sind, abgesehen von den ausländischen Spekulationskapitalien für deutsche Börsen, verhältnismäßig nur wenig Auslandsanleihen nach Deutschland hineingeflossen. Dafür waren aber im Mai die Zuflüsse von Auslandsanleihen bisher kaum unter dem Betrage von 266 Millionen Mark und in den kommenden Wochen sind noch sehr erheblich viel größere Beträge zu erwarten. Da mit dem Hereinkommen dieser ausländischen Leihkapitalien viel- fach neue große Aufträge für die inländisch« Wirtschaft verknüpft sind, kann die gegenwärtige Unsicherheit der Wirtschaftslage wieder einer starken Belebung weichen. Erhaltung und Belebung der Konjunktur sind aber davon abhängig, daß nicht ebenso törichte als gefährliche reparationspolitische Absichten mancher Stellen die Konjunkturbelebung hintertreiben und weiter davon, ob die Belebung der Konjunktur insbesondere des Bau- Marktes durch Wohnungsbauonleihcn, im ganzen aber durch eine Neuauffüllung der nicht unerheblich geschwächten inländischen Kaufkraft in der Zukunft weiter gefördert wird. Der neue Reichs- tag und all« an der Erhaltung der Konjunktur interessierten Kreise und Stellen werden also in den nächsten Monaten wachsam und energisch auf dem Posten zu sein haben. Schwerindustrie und Vorarbeiter. Vermählung der„holden Rheintochter" mit dem„schweren Zungen". Der Verband Rheinischer I n d u st r i e l l« r hat auf seiner Tagung vom 16. Mai den Beschluß gesaßt, dem Verein zur Wah- rung gemeinsamer wirffchaftlicher Interessen in Rheinland und Westfalen(L a n g n a m v e r e i n) als korporatives Mitglied beizu- treten. Damit wurde eine Entwicklungsstufe, erreicht, die seit langem angestrebt wurde, aber immer wieber an den gegenteiligen Interessen beider Verbände scheiterte. Sie ist von großer Bedeutung. Schon lange versuchte der Langnamverein den Kölner Verband zu schlucken. eine systematisch« Zernierungsarbeit fetzte ein, die trotz aller Heftigkeit nicht zu dem gewünschten Ziele führte. Selbst Geheimrat Dr. Dulsberg hat auf der letzten Jahrestagung des Verbandes Rheinischer Industrieller die Meinung geäußert, daß er an eine baldige Ehe der»holden Rheintochter' auf der linken Rhein- seit« mit dem„schweren Jungen' aus der rechren Seite nicht glaube. Prophezeiungen auf wirtschafttichem und politischein Gebiete sind ein schwieriges Unterfangen. Hier zeigt es sich sehr deutlich. Der Langnamverein bildet die Kulisse, hinter der die Schwerindustrie ihr« eigennützigen Sondergeschäfte be- treibt. Im Jahre 1871 gegründet, beschäftigte er sich vor dem Kriege in der Hauptsache mit bezirkswirtschaftlichen Fragen, so mit dem Frachtwesen, den Wasserstraßen, Kanälen, Bahn- und Straßen- bauten, Schulangelegenheit usw. Der langjährige Geschäftsführer Dr. Bäumer verstand es, den Langnamverein, obwohl er alle Industriegruppen, Verkehrsunternehmungen, Banken, Handelskam- mern usw. umfaßte, zu einer ausgesprochenen Interessenvertretung der schweren Industrie zu machen. Seit 1919 bildet er die Be- zirksorg anisation des Reichsverbandes der deut- schen Industrie. Mit dieser Umstellung wurde das Interessen- gebiet des Langnamvereins weiter ausgedehnt. Er umfaßt heute Organisationen und Einzelmitglieder aller Unternehmungen vom Rohstoff bis zur Fertigindustrie. Di« Industrie- und Handelskammern Aachen, Al- tena, Barmen-Elberfeld, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsieldorf, Duisburg, Esten, München-Gladbach, Hagen, Köln, Krefeld, Minden, Münster, Neuh, Remscheid, Solingen, Stollberg und Wetzlar gehören ihm als korporative Mitglieder an. Der Langnamverein steht in Personalunion mit der Nordwestlichen Gruppe Eisen- und Stahlindustrieller. Der bekannte Industrielle Paul R e u s ch ist bei beiden Vorsitzender. Eine Reche gemeinsamer Einrichtungen, Aus- schüste und Organisationen sind vorhanden. Daneben besteht noch ein Zweckoerband N o rd w e std eu t s ch e r Wirtschasts- Vertretungen, der 1919 von den Ruhrkammern ge- meinfam mit dem Langnamverein, dem Bergbauverein, der Nord- westlichen Gruppe und den größeren Werken des Ruhrgebiets zur Erörterung der Fragen der Bezirkswirtschaftsräte mit dem Sitz in Esten gegründet' wurde. Eine derartige Ueberlagerung und Ver- knotung von organisatorischen Machtkomplexen gibt es in Deutsch- land nur einmal. Sie bildet, wie bereits bemerkt, den Wandschirm, hinter welchem die Schwerindustrie chre Interessen rücksichtslos wahrzunehmen in der Lage ist. Der Perband Rheinischer Industrieller wurde im Jahre 1922 auf der Grundlage des bereits 44 Jahre bestehenden Vereins der rheinischen Industriellen gegründet. Der Verband um- faßt in der Hauptsache Werk« der Fertigindustrie und erstreckt sich von Köln bis Koblenz und auf dem linken Rheinufer bis nach Aachen hinüber. Schwerindustrielle Vorposten hatten bereits feit langem hier Fuß gefaßt. Dennoch bildete er«inen gewisten Gegensag gegen die Organisationen der schweren Industrie. Eines der maß- gebendsten Mitglieder des Verbandes ist die Rheinische Braun- kohle, die durch den bekannten Industriellen Dr. Silverberg eine Orientierung nach dem Ruhrbergbau hin(Harpen) bereits voll- zogen hat. Der Verband rheinischer Industrieller tritt dem Lang- namversin als korporatives Mitglied bei; einige ssiner Vorstands- Mitglieder traten in den Ausschuß des Langnamvereins ein. En neues Glied m der langen Kette der ununterbrochenen Durchdringung des V e rb a n d s l e ben s der Fertigindustrie durch Organ« der Schwerindu- st ri e. Wie die AVI. bei der letzten Effenpreiserhöhung allzu schnell die Waffen gestreckt hat, wie sich überhaupt der Einfluß der Fertigindustrie immer mehr und mehr oermindert, so setzt sich diese eigentümliche Entwicklung in allen möglichen Auswirkungen fort. Das Schwergewicht liegt auf sozialpolitischem Gebiete. Von Männern des Langnamvereins wurden bekanntlich im Herbst vorigen Jahres die sogenannten„Gefahrenge. m e i n s ch a f t e n' errichtet, mit dem Zweck, den Kampf gegen die Arbeiter energstcher als bisher aufzunehmen. Die Ge- fahrengemeinschaft Westdeutschland sollte alle Unternehmer der Schwer- und Fertigindustvi« umsasten. Der große Rahmen kam nicht richtig zustande, weil der Verband rheinischer Industrieller ein hemmendes Moment bildete. Nunmehr ist auch dies beseitigt, und bei der Auseinandersetzung zwischen Schwerindustrie und Arbeiterschaft bildet die gesamte rheinisch-westfälische Industrie eine geschlossene Gruppe. Darin liegt die groß« Bedeutung des Zufammenschlustes, die in der Zwangsehe zwischen der„holden Rheintochter" und dem„schweren Jungen' vor einigen Tagen zustande kam. Es ist nicht zu hoffen, daß nach den Flitterwochen eine Ernüchterung ein- tritt. Die Bande sind hier zu fest geknüpft, als daß sie so leicht zerreißen könnten. Es wird also Hinsort mit einem Mschlossenen Plock der gesamten Industrie Westdeutschlands be! sozialpolitischen Auseinandersetzungen zu rechnen sein. Es ist notwendig, dies klarzustellen. p. u. Das Melallwerk Ehrich und Graetz 2l.-G. Berlin wird für das Jahr 1927 auf das Kapital von 4 Millionen Mark eine D i v i- d e n d e von 16 Proz. verteilen. Auch im Jahre 1926 wurden 16 Proz. ausgeschüttet, während die beiden vorhergehenden Jahre ohne Dividende blieben. kohlenabsaß und Kohlenerzeugung im Rheinisch-Westfälischen Syndikat. Für den Monat April meldet das Rheinisch-Westsälische Kohlensyndikat einen Gesamt a b s atz von 9,66 gegen 16,38 Mil- lionen Tonnen im Monat März. Der arbeitstägliche Absatz liegt aber gegenüber März 1928 um 2,51 und gegenüber April 1927 um 6,76 Proz. höher. Dir Förderung der M'tfüiedszechen betrug im April 9 gegen 16,78 Millionen Tonnen im März, ivas einem Rückgang der arbeitstäglichen Förderung um 2.62 Proz ent- spricht. Gegenüber dem Monat April 1927 liegt noch immer eine orbeitstägliche Fördersteigerung von 3.63 Proz. vor. Der Gesamt- absatz im Jahre 1927 28 betrug 117 Millionen Tonnen gegenüber einer Förderung der Mitgliedszechen von 117,5 Millionen Tonnen. Alaschinenerporl auch im April noch gestiegen. Obwohl der Mont April einen nicht unerheblichen Rückgang des Fertig- Warenexports gebracht hat. hat sich der gesamte Maschinenexport Deuffchlands gegenüber dem Monat März noch leicht von 83,68 auf 83,84 Millionen Mark erhöht. Gleichzeitig ist der Import von Maschinen von 14.44 auf 13.81 Millionen Mark zurückgegangen. Gegenüber dem Monatsdurchschnitt des Jahres 1927 ist für April 1928 ein Maschinen m e h re x p o r t von reichlich 25 Proz. zu verzeichnen. Ausländsanleihen für den Wohnungsbau forderte in einer Ent- schließung auch der Aufsichtsrat und die Mitgliederversammlung der Westfälischen Heimstätten E. m. b. H., der Wohnungs- fursorgegejelllchast für die Provinz Westfalen. Kein Zweifel sei über die Notwendigkeit, daß bei der gegenwärtigen Lage des in- ländischen Kapitalmarktes für 1928 zur Finanzierung des Woh- nungsbaues in größerem Umfange Auslandstapital erforderlich fei. Der von der Reichsregierung vorgesehene kapitalertragsteuerfreie Petrag von 166 Millionen Mark könne bei weitem nickt genügen. Namentlich dem Kleinwohnungsbau müssen dieselben Möglichkeiten zur Heranziehung von ausländischem Kapital für erststellige Hypothe- ken in derselben Weise gegeben werden, wie der Industrie, der"" Produktivität nicht besser sei, als die des Wohnungsbaues. Theater, Lichtspiele usw. Sonnab.. 26. S. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 22. Anf. 19( 7) U. Die Macht des Schicksals Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 101. Anf. 20( 8) U. Fidelio Sonnab., 26. 5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus ill Anf. 20( 8 U. Cavalleria rusticana DerFeuervoge! Staat!. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 105 Anf. 20( 8) U. Louis Ferdinand Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20( 8) Uhr: CLAVIGO Deutsches Theater 1 Norden 12310 Uhr, Ende nach 10 Zum 50.Male Pygmalion fon Bernard Shaw itsch. v. ieafr. Trebitsch Kammerspiele Norden 12310 U., Ende nach 11 Zum 131. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Uhr Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater narioltenstr.90/ 91.9önh.170 Ende geg. 11 Volksbühne Gasisniel d. Deutschen Th. Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm Der Prozek 8 Uhr: 8 Uhr Was ihr wollt Der Zigaretten kasten SCALA 3 Uhr Nollendor 7360 Paul Lincke sowie das Internat. Varieté Programm Sonnab. n. an beiden Feiertagen e z Vorstellungen: 330 u. 6 Uhr 3 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Berliner Prater Kastanienallee 7-9 Pfingsten d. große Eröffnungsprogr. Jean Gilbert Polnische Wirtschaft Musik von Außerdem: GROSSES VARIETÉ An beiden Pfingstfeiertagen: Mary Dugan Sarnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 7, Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägi. 8 Uhr Broadway Theater des Westens Steinpl. 931 8, Uhr 92 Max Adalbert Das Ekel" Lessing- Theater Norden 12798 Sommerspielzeit Künstlerische Leitung Emil Lind Täglich 8 Uhr ,, Nr. 17% v. Jetierson Farjeon Regie: Hans Lotz Frühkonzert u.Vorstellung Walhalla- Th. Tanzbelustigung. all. Art-- Kaffeekochen Weinbergsweg 19/20 Voranzeige An beiden Pfingsteleriagen Großes Frühkonzert t Anfang 6 Uhr. Schiller- Garten vorm. Friedrichwilhelmstädtischer Garten Inh.: O. Rutz, Chausseestr. 30-31 täglich Großes Orchesterkonzert 17 Mann Anf.: Wochent. 5, Sonntags 4 Uhr Spezial- Kindi- Ausschank Gute billige Küche Täglich 8, Uhr Verlorene Töchter oder Das Mädchen aus dem Freudenhaus Mur Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4,- nur 60 Pt. Am 1. Feiertag 4 Uhr Tischlein decit dich 2. Feiertag 4 Uhr Die Puppenfce Parkett v. 35 Pt. an. Thalla- Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Dyckerpotts Erben Komische Oper 8% Heute wie an allen Ptingst- Feiertagen James Klein's Revue gewaltige neue 250 Mitwirkende! Zieh' dich aus! Ein Abend ohne Moral in 30 Bildern. Unter Mitwirkung von 60 Akt- Modellen 60 Unter anderem: Die Jagd auf schöne Frauen Erlebnisse mit einer 15 jährigen Badeleben im natürlichen Wasser Das Riesen- Himmelbett Die Frau mit der Peitsche Sonnenbild und Nacktzauber Lebende Glocken u. lebende Blumen und weitere 20 Bilder Original Pariser Revue- Kostüme Nur an beiden Feiertagen ausnahmsweise noch 2 Nachmittagsvorstellungen 3%-U. der ganzen Revue zu kleinen Preisen. Parkett nur 4.50 M., Rang 3.50 M. Vorverk. ab 10 Uhr ununterbrochen geöffn. NEUE WELT Arnold Scholz Hasenheide 108-114 Pfingsten Eröffnung der Sommersaison An beiden Feiertagen: Gr. Früh- Konzert u. die gr. Revue 100 Jahre Rauf u. Runter Einlaß früh Uhr Nachin. 3 Uhr Voranzeige! Täglich ab 6 Uhr: Konzert. 8 Uhr; Die gr. Revue Außerdem Dienstags, Donnerstags, Sonnab. u. Sonntags: TANZ UNTER PALMEN * Fins ist sicher: für on Unfere Erzeugniffe- Lux Seifenflocken. Sunlight Seife, Suma und Vim- be. rechtigen zum koſtenlofen Bezug der Haushaltslehrkurle des Sunlicht- Inftituts. Profpekt koftenlos auf Wunfch. CASINO- THEATER& Uhr Kleines Theater Piscatorbühne Lothringer Str. 37. Die schwebende Jungfrau Ab 30. Mai: Müllers Prinzesschen. Ausschneiden: Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M.. Sessel 1.60 M. Renaissance- Theater Steinplatz 901 Uhr Krankheit der Jugend Heute 8 Uhr Premiere Rosa Valetti, Eugen Rex in Die Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Täglich 8, Uhr Großschnauze Malborough zieht Vorzeiger halbe Kassenpreise. in den Krieg von Marcell Achard Insz. Erwin Kalser 98.0 Lux Seifenflocken gibt es keinen Ersatz! Walchen Sie Ihre empfindliche Wäsche und Ihre reizvollen Frühlingskleider mit Lux Seifenflocken- nur dann haben Sie volle Gewähr, daß die feinen Sachen gefchont werden. Mit harter Seife walchen bedeutet Reiben und diefes zermürbt den Stoff, Scharfe Waschmittel fchaden außerdem auch den Farben. Mit Lux Seifenflocken vermeiden Sie dies alles, fie reinigen auch die empfindlichsten Stoffe fchonend und vollkom men. Ihre feinen Sachen aus Seide, Kunftfeide, Leinen und Wolle werden viel länger halten, wenn fie im milden Lux- Schaum> bad gewalchen werden. Lux Seifenflocken erfparen Ihnen vorzeitige Neuanfchaffungen. Normalpaket 50 Pfg. Doppelpackung 90 Pfg. Nur echt in dieser Rackung LUX SEIFENFLOCKEN L216/ 21 SUNLICHT A.G- MANNHEIM Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr, an beiden Feiertagen nachm. 3 Ubr Stettiner Sänger Studies Pfingstiahrt" Nachmittags halbe Preise Dönhoff- Brett'l: ( Saal a. Garten) Varieté, Tanz. Kapelle Wilhelm Frenkel Die sensationellen Windhund- Rennen finden statt auf der Olympia- Rennbahn Berlin- Charlottenburg, Königsdamm, Bhf. Beusseisir, Pfingst- Sonnabend und Pfingst- Montag abends 20 Ubr Eintrittspreise 1,50 bis 6 M. Fahrverbindungen: Strassenbahn 3, 5, 11, 12, 13, 14, 44, 45, 64, 113, 155; Autobus: 11, 16, 28; Stadt- und Ringbahn: Bahnhof Beusselstrasse. Opern Saltenborg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81 Uhr n- Verbrechen ( Städtische Oper) RESTAURANT Mittags Nachmittags Abends Vorzügliche Küche Gepflegte Biere u. Weine Zum Tanztee und abends Kapelle: (..Crime") Lustspielhaus lir. Dr. Martin Zicka! 8% Uhr Juido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Planetarium am Loo ALEXANDER BEREGOWSKI Verläng, Joachimsthaler Straße Wilhelm 3737 Noll. 1578 161, 18, 19, 21 U. CHARLOTTENBURG Der Sternhimmel Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6. Tel. Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr Phantasien im Bremer Ratskeller Genrebild von Max Horst Unsere Käthe Posse von Oskar Klein Dazu das Mai Solo Programm. FRUH KONZERT 1.u.2.Feiertag Beginn: 6 Uhr Eintritt: 25 Pl. der Heimat Eintritt 1 M. Kinder unt. 15 laaren 0.50 M. Rose- Theater Gr. Franki. Str. 132 844 Uhr: Das Paradies d. Ebe 10PF OSNABRUCE EKG 100 MARK Quittungs-, Rabattu. Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 45 Jahr, als Spezialität Conrad Müller Leipzig Schkeuditz nferate im LUNA PARK Borwarts fichern Erfolg! Sonnabend 26. Mai 1925 Unterhaltung unö ÄVissen Seiloge des Vorwärts Mamottenedes Hochzeit. Von Hans Hyan. „Menuecken kommt fwlbc! Er beforgl erscht noch das Hochzeits- Voschent!... Ich bring n Schinken!"' Boutzl Der ZZierundzwanzigpfündig« flog auf einen Holzstuhl, daß das gebrechliche Möbel m ollen Fugen knockt«. Zodellene bedankte sich, und der Fleischermaxe kniff sie in ihre roten, runden Kacken. Sie war knapp 17 Jahre alt. klein und sehr rundlich, übrigens wahrscheinlich jüdischer Abkunft. Ihr schwarzes. in kein« Frisur zu bringendes Haar, aber auch ihre eminent« Finger- sertigkeit hatte ihr den doppelsinnigen Schemen(Spitznamen) ver- schafft. „?la, wie wa'n det jestan Amd, Lene? Ick sah dir doch an' Schles'chen Vahnhof mit sonne krumm« Reese rumtürmen.., Host'n orn'tlich beschnitten, ja?" Zodellene lacht«. Ihre Spezialität bestand darin, dos keusche, nen den Eltern strengbewocht« Judenmädchen zu spielen, dos, einen Moment unbeobachtet, an einer dunklen, möglichst ungeeigneten Stelle dem Drängen ihres Freiers nachgibt. „Was soll ich d'n tun." sagte sie,„ich lieb' doch mi mal de Iiden! Un denn machen se auch kein Halles, w«il se Angst ham vor ihr« Schickse!" Fleischermaxe vollbe sie umfosien und küssen. Aber Lene ver. stand keinen Spaß, sie gab ihm einen derben Stoß vor den Magen. ,/?ch Heirat doch Heitel" „Olles, jlubsches Paket bist«! Du. vastchste!— Mir konnste doch ecn jem! Wo ick dein Ollen sozusagen von' Block i«holt Habel" Indem kam der Bräutigam, Älamotteilede, ein wahr er Ries«, näher. Er hatte sich bis jetzt mit ein paar„Briedern" aus seinem Athletenverein unterhalten. „Wat is deim, Maxe?" „Ach, der Zobdel will ma kenn Kuß nicht jem!" ..Wie?" fragte der Athlet, und sah mit seinem vierkantigen Gesicht, das selbst in den Augen die eigentümlich«, an Starrheit grenzende Ruhe dieser Art Menschen auswies, seine Braut an. „Du willst'» keen Kuß jem', Lene?.. Jieich, sag' ick! Ileich jibbst'n«n! Maxe ist doch mein Fremd!" „Was geht das mich an! Ich denk gar nich dran!" In dem Moment faßt« die Klaue ihres Bräutigams zu und zog die klein« Schwarz« heran, wie«in Hühnchen. Gleichgültig, ob er ihr weh tat. hielt er sie mit einer Hand bei den Armen sest und reichte mit der anderen das volle, jetzt von Zorn und Aufregung ge- rötete Gesicht der Kleinen feinem Freunde hin. Der gab ihr drei schallende Küsse. .Laß dir ja»ich insallen. beste setz' mietend wirst!" sagte Kla- mottenede,„sonst sperr'» wa da uss'n Hängboden. Do kannst« denn als Ieist rumgehn!... Du weest, ich liebe dir sehr, un bist ja och'n proppret Mecchcn! Aber wat ich oalange, det muß jeschehen, sonst jchbts wat uss't Ooge!" Die sck�varzhaarige Zflem« wußte sich nicht zu lasten vor Wut. Sie spuckte nach Fleischermax« und rannte dann hinaus auf d«n Korridor. Draußen läutet« es! eine ganze Schar von Gästen kam. Darunter «in paar Geldschrankknacker, die wi« Kavalier« aussahen. Di« (Frauen gehörten sämtlich der Prostitution an,«ine war tzZ Jahre, aber noch sehr rüstig. Sic hieß„Schmalzelse". und rief, sowie ste eintrat: „Ratierlich ist noch nich fertich.'t Mtiagessen!.. Jebt ma mal so lange'n Schmalzstulle!" .Mußte dir selber holen," sagte Lene, denn so recht traute sie sich doch nicht hinaus in die Küche. Indem kmn„Sarah", wie die Jüdin allgemein genannt wurde. mit der Suppe herein. Zodellene und Älainottenede setzten sich mitten an den langen, weiß gedeckt«» Tisch und das Mahl begann. „Sekt jibbt et nich! Der war nich zu finden in den Keller!" sagte der„Blaue", ein gewesener Polizeibeamter,„aber Roiwein is »nostenboch vorhanden!" „Also orn'tlich saufen, vastehst'o!" setzte der Bräutigam diese Erklärung fort,„un det een«. det muß ick jetzt schon sagen, et is' ne Hochzeit, wie et sich vor unsan Stand jeheert. Jekoost i» so jut wie jarnicht morden. Ab«r da is allens! Sowie mein Freund„Men- necken" uff de Bildsläche ascheint, seht de Zeremonie vor sich!" Die Braut lobte die Gerichte, besonders den Fisch, den Sarah gleich danach brachte. Den hatte die Jüdin kaufen müssen und natürlich daran verdient. Si« kam daraus an Zodellene» Stuhl, die sich zuerst vorsichtig umsah. Dann aber stießen die beiden Frauen miteinander an, und Lene sagte: „Det macht jantschtl Man muß sich doch aussprechen! Man weiß doch denn, wodran man is. Prost Sarah!" „Du sollst leb«n und gesund sein," sagte die Jüdin so laut, daß alle es hören mußten. Indem tarn Mennecken. Das war ein Junge von 18 Iahren, der in einer sehr zweifelhaften Freundschaft zu vielen der hier anwesen- den Männer gestanden hotte, während sie im Gcjäisgniz in gemein- schaftlicher Haft saßen. Mennecken zählte zu den gefährlichsten Taschendieben, und es war bezeichnend ftlr die Art seines.�Zessins", daß er nicht nur so, solcher» auch schlankweg ,cher Paragraph" genannt wurde. Er ging auf die Braut zu, küßte ihr in gelungener Parodie seiner gewöhnlichen Opfer die Hand und sagte, seine Stimme noch höher stellend, als sie ohnehin war: „Mein gnädiges Fräulein, ich bitte tausendmal um Verzeihung, aber mein Freund, der Gras Möchtegern, hat mich solange ausge- halten. Hier diesen Brillantring schickt er Ihnen, und er bittet Sie. dieses Andenken zu tragen, solang», bi, er selbst imstande ist, sich Ihnen persönlich zu nähern!" Alles brüllte vor Lachen. Zodellene steckte den Ring an. ein prächtiger Brillant suntelle da im Gold«. Doch war er ihr zu groß. Flestchermax« meinte: .Libb'n her! Ich lassv dir endern." „Schiteten," sagt« Lene,„den jeb' ick meinen Edewacht, der »asteht det ooch un kann Brillantringe vasetzen." .�all'n Rachen!... de Zermoni« besinnt!" Ein ehemaliger Bolksschullehrer, der jetzt als Flebbenschustor alle möglichen un- sicheren Kantonisten mit nachgemachten Ausweispapieren versorgt«, hatte sich feinen Pafetot angezogen, vorne ein Stück weißes Papier hineingesteckt, als Bässchen, und trat nun, al» Pastor, auf einen Stuhl. „Geklebte Anwesende," begann er mit«iner öligen, den pasto- raken Tan sehr gut imitierenden Stimme. „Wir begehen heute ein schönes und ein heiliges Fest, wir»er- Heirat«» unsere Freundin Helen« mit unserem geliebten Fxeund« fSbuoäftl Sie P eine rein« Jungfrau,«_ Kaspar Hauser. Eine Erinnerung an den 26. Mai 4829. An diesem Tag« war es nämlich— an einem Pfingstmontag — als Kaspar Hauser, das.Lind von Europa", wi« ihn die päda- gogische Nachwelt in pomphafter Weise nannte, in Nürnberg aus- tauchte und von da an der Gegenstand zahlloser Zeitungsberichte, vielfacher Broschüren und wissenschaftlicher Abhandlungen wurde. Sein seltsames Schicksal wurde auch poetisch ausgeschmückt und fand seinen Weg von Gutzkow(„Die Söhne Pestalozzis") bis zu den Leierkasten und Bilderbogen. Der wertvollste Beitrag der Hauserliteratur ist die Schrift Anselms von Feuerbach, der seit 1817 Ge- richtspräsident in Ansbach war und mit edler, tief menschlicher An- teilnähme für den Findling eintrat. Es steht fest, daß der junge Mensch bei seiner Ankunft in Riiniberg in körperlicher wie seelischer Be- ziehung ganz abnorme Erscheinungen zeigte: äußerlich glich er einem Jüngling von 17 Iahren, in der geistigen Entwicklung aber war er einem Kinde von wenigen Jahren gleich und stand in mancher Hinsicht aus der untersten Stufe des Begriffsvermögens. Roch seinen eigenen Erinnerungen hatte er etwa von seinem vierten Jahr« an bis kurz vor seinem Auftreten in Nürnberg in einem kleinen finsteren Räume sitzend gelebt, war täglich mit Master und Brot versorgt und von Zeit zu Zeit gewaschen worden. Ein paar hölzerne Pferdchen und einige Bänder gaben ihm die einzige Unterhaltung. Sein« Nahrung blieb in den ersten Rürn- berger Wochen trocken Brot und Wasser: gegen alles andere reagierte seine physische Natur mit unechörter Empfindlichkeit. Sein neu- ernannter Vormund, Freiherr von Tucher, beauftragte den be- konnten Profestor Doumer mit der Erziehung Kaspars. In diese glückliche Zeit fällt der erste Mordversuch(Oktober 182») wie ein böser Schatten auf den aufblühenden Geist des liebenswerten Iüng- lings. Wegen der Krankheit seines Lehrers kam Hauser Ende 182g in die Famllie des Kaufmanns Biberach und im Sommer 1880 in die persönliche Obhut seines Vormundes. Ein halbjähriges ruhiges, von Fleiß und glücklichen Erfolgen- ausgefülltes Leben folgte, und hier wie bei Daumer zeigte sich das tindlich-gute Gemüt Kaspars vo» der reinsten und schönsten Seit«.— Mitten in diese gedcch- lichst« Entwicklung trat das Verhängnis in Gestalt des exzentrischen Lords Stanhope ein. Der Lord war ein Mann, der die Richtung aus das ganz Ungewöhnliche geinein hatte mit seiner Schwester, der durch ihre orientalischen Phantasien berühmten Lady Esther Stan- Hope. Die Schicksal« und persönlichen Eigenschaften Kaspars mußten ihn für den Lord in höchstem Grade iiüerestant machen, zumal bereits die abenteuerlichsten Vermutungen über den Ursprung des Findlings aufgetaucht waren. So schloß sich der Lord sofort und lebhast der Meinung an, daß Kaspar von hoher Abkunft sei. Er ließ sich in der Folge den Jüngling gerichtlich zusprechen, reiste mit ihm nach Ungarn, weil er aus einigen ungarische» Worten in Kaspars Iugendsprache irrtümlicherweise den Schluß zog, dieser sei der Sohn eines ungarischen Magnaten, verlor aber bald das Jnter- est« für seinen Schützling— wie es psychologisch im verlause solcher Exaltatione-n ganz folgerichtig ist— uich gab ihn In da» Haus des Lehrers Meusr in Ansbach, der nun keinesialls zu der Mission geeignet war, eine so eigenartige und norsichtig zu behandelnde Natur wi« die Kaspars zu entwickeln.— In wahrhaft wohlwollender Freundschaft blieben besoirdors drei Männer: Professor Daumer, Freiherr von Tücher und Zlnselm von Feuerbach dem Findling zu- getan: in der Frau des Kausmonns Biberach. in Lord Stan-hope und seinem Anhang und dem Lehrer Meyer erwuchsen ihm später die eifrigsten Gegner, die sehr geneigt waren, in Hauser nur«inen schlauen Betrüger zu vermuten. Am 11. Juli 1833 wurde Kaspar während eines Spazier- ganges im Hofgarten zu Ansbach von einem unbekannt gebliebenen Manne tödlich verwundet. Drei Tage daraus erfolgte sein Tod: ober bis zum letzten Augenblick blieb er der arglose, gutherzige Mensch, welcher er gewesen. Mit rührender Dankbarkeit nahm er von seinen Freunden Abschied. Am 20. Dezember wurde er zu Ans- dach beerdigt. Die Nachforschungen über Hauserg Herkunft waren mit seinem Tode nicht abgeschlossen. Man verfolgte verschiedene Spuren, und es bildeten sich förmliche Parteien seinetwegen. Einige wollten in ihm das reine Urbild unverfälschter menschlicher Güte erkennen., andere sahen in ihm einen halbblöden Bauernburschcn oder gor einen abgeseimten Betrüger. Besonders interessant ist deshalb das Buch Daumers über seinen Schützling. Daumer, ein Poet und Völkerpsychologe, Mystiker wie Justin»? Kerner und der„natur- gemäßen Lebensweise" zugetan, mußte die Erscheinung Kaspar Hausers als von ganz ungewöhnlicher Bedeutung empsmden. Die abnorme Entwicklungsgeschichte dieses Jünglings mochte dem Gelehrten in vielen Fällen als willkommenes Beweismittel für seine Behauptungen gelten. Deshalb ist er wie kein anderer mit der ganzen Literatur über die Housersche Frage vertraut, und um jo mehr ist seiner Vermutung Gehör zu schenken, Kaspar Hauser sei der älteste Sohn der Grohherzogin Stephanie von Boden gewesen. In einer Denkschrift an die Königin Karoline von Bayern(eine badische Prinzessin) spricht Anselm von Feuerbach die gleiche Ver- mutung offen aus. Tatbestand ist, daß der Großherzogin Stephanie (Tldoptivtochter Napoleons, Tochter der Iosephine Bcauharnois aus erster Ehe) in ausfälliger Weise zwei Prinzen 1812 und 1817 starben, während die zwei Prinzessinnen in irischer Gesundheit auswuchscn. Auch Vehs« hat in seiner Geschichte der deutschen Höse den Fall Hauser ausführlich behandelt. Die Reichsgräfin von ksochberg war mit dem Markgrasen von Boden vermählt und ging daraus aus, ihre Nachkommen auf den Thron zu bringen. Dies konnte nur geschehen, wenn die Söhne der Grohherzogin beseitigt wurden. Und das geschah. Der Großherzog Karl starb ohne männliche Erben (wie man sagt, an Gift) und ebenso sein Nachfolger und Neffe, der Markgraf Ludwig, der das Erbfolgcrecht der Markgrafen von Hoch- berg anerkannte. Es würde zu weit siihren, wollten wir die zahl- reichen und überraschenden Tatsachen aufzählen, die Daumers Hypv- these unterstützen und dafür sprechen, daß Hauser der auf die Seite geschaffte älteste Sohn der Großherzogin Stephanie war, an besten Stelle ein fremdes sterbendes Kind in die Wiege gelegt wurde. So soll der Knabe auf einem Jagdschloß in der Nürnberger Gegend unter Zlussicht eines aus Ungarn stammende» Mannes gelebt haben, wodurch sich dann auch die ungarischen Reminiszenzen Kaspars leicht erklären lasten. Die Gegcupariei, weiche In Hauser nur dm abgefeimte» Betrüger erkennen wollte, suchte ihre Argumente dadurch zu unterstützen, daß die geistige Entwicklung des Findlings später nicht über das Maß mittlerer Befähigung hinausging. Aber gerade dies ist ja ein Beweis gegen die Annohme der Simulation. Anfangs verneehrte Kaspar seine Begrisse in erstaunlich rascher Weise, weil sein Gehirn eben noch die größte Empfänglichkeit für alle Ein- drücke besaß. Exaltierte Menschen, die an der Sonderbarkeit seines Geschickes nicht genug hatten, wollten nun auch nach ein ganz un- gewöhnliches Genie in ihm sehen, und als dann das erste heftige Bedürfnis seiner nach Anschauungen dürstenden Seele gestillt war, und er im rapiden Aneignen neue? Begrisse nachlieh, mochte man daraus wieder«inen Angrissspunkt gegen ihn. Merkwürdig in der Geschichte des Streites um Kaspar Hauser erscheint, daß auch Anselm von Feuerdach, der am 23. Juli 18ZZ starb. Opfer seines Eifers in dieser Sache gewesen sein soll. Sein Sohn Ludwig schreibt darüber:„Das Publikum schrieb die Ursache seines Tades einer Vergiftung wegen seiner Teilnahme an Kaspar Hausers Schicksal zu." Hundert Jahre sind seitdem verflossen. Kaspar Hauser ist ein pädagogischer Begriff geworden, ein Muslerbeispiel für den Wert und die Notwendigkeit menschlicher Erziehung. Wer sich ober frei von pädagogischer Wissenschast und ihren Dogmen mit den sym- pothischen Gesichtszügen des Findlings besaßt— Feuerbach fügt seiner'Abhandlung ein Porträt Kaspars bei— oder sich in die unvergleichlich schöne Darstellung Wallermanns in seinem gleich- natziigen Roman vertieft, der wird nur inniges Mitleid spüren mit dem Unglücklichen, den eine tiefe Ironie zu„Europas Kinde" stempelt und dem doch olle unverdiente und unerwartete Roheit seiner Mitwelt den Zug allerimurster Herzensgüte nicht vertreiben konnte. Dr. Schufte r. Des Sprechers offen gebliebener Mund fuhr, wie die Gesichter oller übrigen, noch der Tür herum, gegen die offenbar mit einem Säbel kräftig gepocht wurde. „Aufmachen!" „Soll'n wa?" fragt« Fleischermaxe lest« .Kommt druss an, wi« viele't stich." sagte der ehemalige Stein- kustcher. „Bor allen Dingen laßt mir raus!" flüsterte mit wildem Blick Mennecken. „Unsinn, hinten sind s« ooch!" meinte Lene,„krauch unter'n Dstch, und wenn se uns fiebben(Ausweispapiere nachsehen), bann türmst du daweilel" Schlag« donnerten gegen die Tür. Tateleben öffnet«. In der nächsten Minute war das Zimmer voller Beamten. Al» alle ausstanden, sagte einer der Kommissare: „Schmeckt euch woll so, was?!— Na, laßt man, ihr sitzt bald wieder bei Rumfustch un blauen Heinrich!" Nun kamen noch einig« Schutzleute nach, die vorher draußen Poften gestanden hatten. In dem Moment fuhr es wie eine Katze unter dem Tisch hervor, einem besonders großen Wachtmeister zwischen den Beinen durch. Der stürzte. Und im Tmnult, der darauf entstand, entkam Mennecken. „Dafür müßt ihr alle mit aus, Präsidium l" schrie der Kommissar. Aber er nahm doch bloß die mit, die kein« Papiere hatten. Homer in der Siraßenbahn. Von Willy Dlumenthal. Der Alltag ist nicht nüchtern. Selbst der täglich« Weg zum Beruf ist voller Wunder. Da sitze ich wie immer am Morgen in der „IIS", die von westlichen Gefilden allmählich den Regionen de» Wedding» zusteuert. Dementprechend ist auch da» Publikum:„Ge- mischt", würde der Spießbürger sagen. Mein Gegenüber ein Arbeiter. Kleidung recht„schäbig". Kein Kragen. Bor sich aus dem Päd«» hat er noch dazu«in ziemlich unförmiges Bündel liegen, aus dem Eisen- stücke hier und da herausrogeu. Emer von den„Beladenen" also, denen für ihr hiesiges Elend ewiges Hosianna im Jenseits neripra6,en wird. Und neben ihm ein ganz anderer T»p: Auiqezwirbelter Kaiser- Wilhelm-Schnurrbart. Ueberhaupt, der ganze Man» ausgczwirbclt. In ein zugeknöpftes, gehrockariigcs Etwas gehüllt. Liest ein Rechts- blatt, Marke„Untertan". Fühlt sich in der Republik sichtlich unwohl, die ihn neben einen Arbeiter zu sitzen zwingt.(Dos märe ihm untc'' Wilhelm nicht postiert.) Seine Füße sind genötigt, an ein Eisenbündel zu stoßen. Psui! Run kommt das Wunder. Der'Arbeiter zieht ein Büchlein heraus. Mein geübtes'Auge erkennt sogleich: e? ist eines der kleine» Belhagen-iind-Kiasing-Bäiide. Ich werde neugierig. Was liest der Abgerissene? Und ick erblicke den Titel:„Homers Odyssee". In der Uebersetzung von Voß. Er beugt einmal da« Buch etwas herab, und da kann ich auch sehen, wo ungefähr er halt. Mitten auf dem unendlichen Meer,»mheult von der Sknlla und Charnbdis, treibt sein Held wohl jetzt dahin. Zluf der Fahrt nach dein Wedding liest dieser Mensch die Abenteuer de» göttlichen Dulders Odysteiis. Da sehe ich in sein Gesicht: Blaß, gute matte Augen, van Brillen- gläsern umrahmt. Das Antlitz eines Geistigen! In der Pank« straße muß er absteigen. Noch ein liebevoller Blick!n das Buch, dann klappt er es zu und schiebt es in feine Racktofche. Er ergreiii den schweren Eisenstoß Ist wieder i» der Wirklichkeit. Schleppt sich 'hinaus. Der„Großköpsige" rückt sich breitspurig zurecht. Blickt an- gewidert dem„Kerl" nach. Aber oben im Dichterparnaß wird der alte Boier Homer In diesem Augenblick über«ine gut« und treue Seele gelächelt haben...._ fimmibafea Entsetzliche Vorgange werden aus Sydney ge- meldet. Es handelt sich um ein« Schlacht zwischen zwei Kannibale,,- stammen, Papuas, die auf der Neinen Insel Morigio— zi. Neu- Guinea gehörig— Kausen. Um die Weihnachtszeit de» vorigen Jahres waren neun Männer des«inen Sa»nibalenstommes von dem anderen Stamm gesangen und erschlagen worden. Die Blutrache, die unter den Papuas herrscht, befahl dem Stamme, zu dem die Erschlagenen gebärten, gegen den anderen Stamm mit aller Grausamkeit vorzugehen. Es kam zu wilden, graiienhasten Kämpfen, die mit der völligen Vernichtung des angegriffenen Stammes endig- ren. Die siegreichen Papuas ließen nach beendetem Kampf fünf- hundert Körper der getöteten Feind« zerstückeln: die Leichenteile wurden dann verspeist.— Da die englischen' Regierungsbeamte» die Insel über die Feiertage verfassen hatten, konnien Menschen- srejser ihrer grgiisigen Lust frönen, ohne von jemand gehindert zu werden. Die eingeborenen schwarzen Polizisten hatten selbst mit Vergnügen an dem seltenen Schnwus teilgenommen. ,, Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme haus 3 Tr. Hauptexpedition: Berlin. Lindenstraße 3, Laden. Dön- Charlottenburg IV: Bufentat, Augsburger Str. 47,* Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Borhagener* Schmargendorf I: Ne ha b, Breite Str. 3. H 1 Pfalzboff 292-297. Portier. Straße 62. E 8 Andreas 733. burg 3541. * Zentrum: Aderſtr. 174, am Stoppenplay. D1 Norden 121 35. Charlottenburg V: Schulz, Droysenstr. 12, L. Garten- Lichterfelde- it, Lankwiß: A. Wenzel, Lankwiz, Schmargendorf II: Frau Schröder, Cunoftr. 60. Neumann, Grünstr. 21( Ausgabe: Kleine Bietenstr. 15. Tel.: Lichterfelde G. III 2703. Kurstr. 4a). Charlottenburg VI: Kantstr. 128, Laden. Geöffnet 2 bis Lichterfelde- Weft: Höhn, Zehlendorf. Teltower Str. 6 Uhr. Telephon: Zehlendorf 1853. Dabendorf: Walter Hohls, Dabendorf, Provinzial- Lichtenrade: Rüffer, Prinzessinnenstr. 1, Lenz, Chaussee. Bahnhofstr. 20. Walter, Wwe., Kronenstr. 2. Westen: Steglizer Str. 37, Ede Magdeburger Straße. * Süden: Baerwaldstr. 47, a. d. Gneisenaustraße. F. Baerwald 6918. Prinzenstr. 63, Laden. * Often: Markusstr. 36. E 4 Alexander 9735. " 6 ftraße 10. * Schöneberg: Belziger Str. 27. G 1 Stephan 7409. 3. Senzig: Friedewald, Chauſſeeftr. 54. Siemensstadt: Stenzel, Brunnenstr. 6, v. 1 Tr. Steglib: Frest, Schadenrute 2. Südende: Ludwig. Halskestr. 36. 4. Eichwalde: Hans DüII, Waldstr. 24/27, Siedl. DVB. Mahlsdorf: Wilhelm Kurz, hönower Str. 177. Ertner: Poite, Flakenstr. 9. Mariendorf: August Leip, Chauffeeftr. 29. Fichtenau: Kraeßte, Bismardstr. 1. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Marzahn: Siedlung der Kinderreichen. Gimper lein, Landsberger Chauffee 39c, Blod I, Wohnung Neuenhagen: Wenzte. Ziegelstr. 71. Friedenau: Petermann, Rheinstr 28 Ede Rönne-* Neukölln I: Neckarstr. 2. F 2 Neukölln 5707. bergstraße. Rheingau 9054 und 3027 und Wilmers-* Neufölln II: Siegfriedstr. 28/29. F 2 Neukölln 5706. dorf, Lauenburger Str. 23, Laden. Neukölln III: Winkler, Hobrechtstr. 40, v. 1 Tr. Friedrichshagen: Mittenzwet, Lindenallee 14.* Neukölln- Briß: Mittag, Briz. Chauffeeftr. 82. F 2 Neukölln 2550. Fredersdorf- Petershagen: Otto Wilinski, Fredersdorf, Arndtstraße. Petersburger Plazz 4. E 4 Alexander 9734. * Südosten: Laufiber Plaz 14/15. F 1 Morisplat 894. Faltenberg: Salzmann, Faltenberg, Gartenstadt* Nordosten: Immanuelkirchstr. 24. E 4 Alexander 9736. Carmen- Sylva- Str. 57, Gillmann. * Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. C 5 Hansa 4095. Suttenftr. 67, bet Bitterling. * Wedding: Müllerstr. 34, Ede Utrechter Str. C5 Hansa 4094. * Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Wattstr. 9. D 4 Humboldt 7875. * Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. D 4 Humboldt 7874. * Schönhauser Vorstadt: Greifenhagener Str. 22. D 4 Frohnan: Adolf Burlies, Hermsdorf, Schloßftr. 8. Humboldt 7805. " Adlershof: Frau Walter, Genossenschaftsstr. 6, part. Alt- Glienice: Frau Noda, Wendenstr. 34. * Baumschulenweg: Strahl, Kiefholzftr. 179. Oberschöneweide 1078 Bernau, Röntgental, Bepernid, Schönbrüd, Karow und Glienice a. d. Nordbahn: Willi Engler, Hohenzollernallee 208. Gräßwalde: Mühlbach, Fichtenau, Mittelstr. 14. Grünan: Pfigner. Köpenicker Str. 119. Buch: Heinrich Brose, Bernau, Mühlenstr. 5. Heinersdorf: Schulz, Hildestr. 28. Bergfelde: Tilch, Hohenneuendorfer Straße. Biesdorf- Nord: W. Danneberg, Viktoriaftr. 11. Biesdorf- Süd: Georg Wintler, Fortuna- Allee 40. Hermsdorf: Gustav Schley, Moltkestr. 11. Birkenwerder: Frau 3oor, Bergfelder Str. 6. Bohnsdorf: Karl Ruste, Eichbuschstr. 9. Neu- Schulzendorf: Wilhelm Kubl, Brunoftr. 77. Niederschöneweide: Friedrich Stanlewis, Spreestraße 4, v. 3 Tr. Niederschönhausen- Ost: Fran Goldbach, Schloßallee 45, b. 3 Tr Tegel, Tegelort: Spieß, Tegel, Schlieperftr. 52. Teltow: Hasel, Ritterstr. 29. Tempelhof: Harsdorf, Werderstr. 31 v. part. Neutempelhof: Rindfleisch, Fidicinstr. 35, v. ptr. Trebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. * Treptow: Medelburg, Graetstr. 50. F 1 Mpl. 8048. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Wannsee: Wolter, Glienider Str. 29. Weißensee: Reintnecht. Röldestr. 175, b. 1 r. Weißensee 978. Wildau, Hoherlehme: Rud. Lettow, Hoherlehme, Friedrich- Ebert- Str. 66. Wilmersdorf I: Lauenburger Str. 23, Laden. Rheingau 9054. Wilmersdorf II: Friedrich Bauer, Paulsborner Straße 22, 1. Stfl. IV. Halensee, Grunewald, Eichkamp: Frau Noad, Riost Wilhelmshagen, Hessenwinkel: Schulze, WilhelmsHenriettenplay. Privatwohnung: Ratharinenstr. 4. Nowawes: Krohnberg, Eisenbahnstr. 10. hagen, Wilhelmstr. 31. Oranienburg: Heinr. Leonhardt, Stralsunder Wittenau: 3 ibell, Hauptstr. 65. Hennigsdorf: Fris Hermany, Feldstr. 70. Straße 6. Woltersdorf: Friz Erdmann, hleusenstr. 24. * Oberschöneweide: Paul Wilhelminenhofstraße 44a. F 9 Oberschöneweide 4321. * Zehlendorf, Schlachtensee, Nikolassee: Höhn. Zehlen Hohenneuendorf: Frau Neuendorf, Berliner Str. 28. Panlow: Rißmann, Mühlenstr. 70. dorf, Teltower Str. 3. G 4 Zehlendorf 1853. Hohenschönhausen: Frau Sahr, Oranteftr. 19, Hof part. Botsdam: Gebr. Schubert, Junkerstr. 26. Bernsdorf. Niederlehme: Otto Liesegang. Berns Borgsdorf: Oswald Börner, Siedl. Borgsdorf 36. Hoppegarten: Rausch, Hoppegarten- Birkenstein, Var- Rahnsdorf: Urbaniat, Rahnsdorf Mühle, Hohendorf, Aue 18. Borsigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, b. 3 Tr. * Buchholz- Blankenburg: Wagner. Burgwallstraße 63. zollernstr. 136. Johannisthal: Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 6. Pankow 333. Reinidendorf- Oft: Wahle, Provinzstraße 56. Cablow, Neue Mühle: Jätel, Cablow, Mühlenweg 59. Rarlshorst: Berndt, Kiost, Bahnhofsplan. öffnet 2-6. Caputh: Frizz Dau, Krughofstr. 23. Raulsdorf: Vogt, Brederedftr. 19. Reinidendorf- Weft: Bendt, Scharnweberstr. 114, Bolls* Charlottenburg I: Sefenheimer Str. 1. C1 Steinpl. 4156. Rönigswusterhausen: E. Meyer Botsdamer Str. 9. haus. * Charlottenburg II: Eisfeld, Tauroggener Str. 11. Köpenid, Hirschgarten, Mahlsdorf- Süd: Schlag, Ro- Rosenthal: Mag Dehmel, Schillerftr. 13. C 4 Wilhelm 7798. penid, Kiezer Str. 6( Laden). * Charlottenburg III: Joachimt, Kaiserdamm 95, Ein-* Lichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. E 5 Lichten- Sadowa, Kaulsdorf- Süd: Henschke, Kaulsdorf- Süd, nachmittags von 2-6 Uhr unter der angegebenen Numgang Rognizstraße. C 3 Westend 3154. berg 1536. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, bekanntzugeben, daß am 23. Mai mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Gastwirt Robert Klindt nach kurzem, schweren Lelden im vollendeten 63. Lebensjahre durch den Tod erlöst wurde. In tiefer Trauer Elise Klindt verw. Harbach Paul Klindt Margarete Grob geb. Klindt Milda Klindt geb. Bohne Fritz Grob Fritzchen, als Enkel. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 29. Mai, im Krematorium, Gerichtstraße, abends 7 Uhr statt. zelle Nr. 119. Papierhaus L- Juergens jetzt Nr. 43 NEUE KÖNIGST Neue Königstr. Blumenspenden jeder Art tetert preiswert Paul Golletz. Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3, Ede Naunynftraße Amt Morigpl. 103 03 Kauen Sie nur Deutscher Metallarbeiter- Verband Kapitän Kaufabak Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Schlosser Karl Hirsch geb. 22. Februar 1889, am 22. Mai gestorben ist. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 26. Mai, 12 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Am 23. Mai 1928 verschied nach schwerer Operation, infolge Herz schwäche, plöglich und unerwartet mein liebevoller, unvergeßlicher, treuforgen. der Mann, unser herzensguter Bater, Schwiegervater, Schwager und Onkel, der Schriftfezer Hermann Krause im 53. Lebensjahre. die Qualitätsmarke 15 Pf. Kapitän- Kopenhagener 20 Pt. Vik. In den meisten Geschäften erhältlich. Teppiche ohne Anzahlung zahlbar in 10 Monatsraten, liefert Teppich- Vertrieb Berlin NW 7. Ia Referenzen! Pumpen, Röhren, Filter, Ersatzteile alslists gratis Roblank... Pumpenfabrik Berlin N 65, Reinickendorfer Str. 95 Reederei Falckensteinstr. 49 Rudow: Otto Raiser Waltersdorfer Chaussee. Waldstraße 66. Pfingstausflug mit Motorboot nach Marienlust Direkter Aufstieg nach den Müggelbergen Täglich ab Schillingbrücke an der Köpenicker Straße Vormittags 8, 10, 12 Uhr, nachm. 2, 4, 6 Uhr zurück. Fahrpreis hin und zurück Mk. 1,50. Einfache Fahrt Mk. 1,-. Kinder die Hälfte. Für Mondscheinfahrten und Tagespartien stehen 2 große Säle sowie Motorboote und Dampfer gegen kulante Bedingungen zur Verfügung. Telephon: Köpenick 36 Paul Polzin Telephon: Köpenick 36 Konditorei und Cafè Albert Obst Invalidenstr. 129, a. Stettiner Bhf. empfiehlt zum Pfingstfest Kuchen Torten Feinste Gebäcke Napfkuchen Altdeutsche Stollen Eis und Speisen Eisbomben und Halbgefrorenes Bunte Schüssein Lieferung frei Haus. Bestellen Sie bitte unter Norden 2699. Eigene Brot- und Feinbückerei Borsigstraße 18 Bettfedern Adolf Pohl Dresdener Straße 15 ( Fabrikgebäude) A Kieck Moritzplatz 8197 Ab Oberbaumbrücke an all. drei Pfingstfeiertagen und weiter täglich Dampferextrafahrten Neu eröffnet! Beuthen, Miersdorf: Ab. Behling, Bahnstr. 2. Ge- 3offen: Witt. Baruther Str. 12. Sämtliche Literatur sowie alle wissenschaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags find die Geschäftsstellen geschlossen. Die mit einem bersebenen Ausgabestellen find mer telephonisch zu erreichen. Berleih hocheleganter Gesellschafts- Tourenfahrräder, Damenfahrräder, Anzüge. Leihhaus Lowidi. Brinzen. Rennräder, Halbrenner, Zubehörteile, Straße 105. fpottbillig, nur Weberstraße 42. Getragene und neue Herrengarderobe Teilzahlung. Riefenauswahl! Diamantbilligst. Naß. Raftanienallee 84 räder, Görideräder, Triumphräder, MultiWenig getragene, teils auf Geibe ge- plerräder, Wittlerräder, Monopolräder, arbeitete, erfttlaffige Jadettanzüge, Frad bildschöne Rennmaschinen, entzückende, anzüge, Gmotinganzüge, Gehrodanzüge, schnellaufende Straßenrenner, sechsjäh Sommerpaletots, Gabardinemäntel, rige Garantie. Raufzwanglofer LagerBauchanzüge, für fede Figur passend, besuch. Fahrradrahmen 18,-, Rafiaaußerdem hochelegante neue Garderobe, räder 38,-. Schlawe, Weinmeisterstraße von erftklassigen Schneidern gearbeitet, pier. au ftaunend billigen Preisen. Besonders Salbrenner, Bollrenner 10,- Anzah billig: Belaiaden, Belzmäntel im Beih- lung, 3,- Wochenrate. Lanz. Opel. haus Lowidi, Prinzenstraße 105, eine Mittler, Spezialräder, Radioanlagen Treppe. Reine Lombardware. 12 Monatsraten.„ Arena". Paul- SingerStraße acht. Nähmaschinen Benig getragene Jadettanzilge, teils auf Geibe. 18.-. Gmotinganzüge, Bauch anzüge, Taillenmäntel, Baletots, ftau Hiermit zur gefl. Renntnis, daß nend billig Gelegenheitstäufe in neuer ich im Hause Serrengarderobe. Leihhaus Rofenthaler Dürlopp- Nähmaschinen gegen 3- Mart Rosenthaler Straße 54 or, Linienstraße 203-204, Ede Rofen. Bochenraten. Wlofit, Brunnenstraße 185, ein allen Anforderungen der Neu- thalerstraße Reine Lombardware awifchen Rofenthalerplaß und Invali zeit entsprechendes benstraße. Norden 118. Bettenverkauf! Reue! 9,751 15,-, Restaurant und Café 19.50! Prachtvolle 27.501 Bauernbetten eröffnet habe Durch Verabreichung von nur 32,-1 Daunige 37,501 Rinderbetten ff Getränken zu zivilen Preisen, sowie erftti 8,751 Bettwäsche! Inletts! spottbillig Unterhaltungsmusik u. freundl aufmertfame und gut! Keine Lombardwaren. Leih. Bebienung hoffe ich, jedem Besucher einen haus. Brunnenstraße 47 angenehmen Aufenthalt bieten zu können Bernhard Exner, Brunnenstr. 106 d Dachgarten" " Kaufgesuche Bahngebiffe, Gilberfachen, 8inn, Blei, Goldschmelze, Christionat, Ravalieranzüge, Frühjahrs- Mäntel, Quedfilber, Rodvaletots, Tanzanzüge( Frad. und Röpeniderftr. 39( nahe Adalbertstraße). Gmotinganzige, Gehrodanzüge, auch Teihweise) verkauft Alexanderstraße 28a, hochparterre. ftaunend billig Verschiedenes KLEINE ANZEIGEN Monatsaarberaben, wenig getragen, Jedes Wort 12 Pf. Anzeigen, welche für die Fettgedrucktes Wort 25 Pf. ( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das 1. Wort( fettgedruckt) 15 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 42 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe istwochentags von morgens 812 Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen geöffnet. Verkäufe 8 Uhr früh nach Woltersdorfer Schleuse bermagen, 39, Ball, Große Frant 12, 1 u. 2 Uhr) Hin u. zurück 2- M., Wochentags 1.50, Kinder die Hälfte. Uhr früh Dies zeigen im Namen der$ inter Inferieren 21.2 Uhr) nach Neu- Heringsdorf bliebenen tiefbetrübt an Frau Auguste Rranse geb. 2ipte Erich Krause. Hildegard Güdler. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 29 Mai, mittags um 12 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzftr, 222, ſtatt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meiner lieben Frau sage allen Be teiligte n meinen tiefgefühlten Dant. Willi Mahnkopf und Kind. bringt ERFOLG! Wanderkarten at 11 L- Juergens Deutscher Metallarbeiter- Verband Alexanderplatz Achtung! Augenmonteure Achtung! Neue Königstr. An den Bingftfeiertagen findet eine Konferenz aller auf Montage be: Inferieren findlichen Kollegen nicht statt. Die Ortsverwaltung. bringt ERFOLG Gegründet 1858 zu Pfingsten Zu empfiehlt Baumkuchen Torten • Hausbadiene Napfkuchen Stollen tf. Kaffeekuchen . Il. Eisbomben/ Baisertorten Aufträge für Pfingstsonnabend werden zum Donnerstag erbeten F.W.Gumpert, Konditorei Berlin C 2, Königstr. 22-24. E. 1 Berolina 0025 Zweiggeschäft: 034, Frankfurter Allee 336 Auf Wunsch wird Pfingstpreiskarte gesandt. u. Hin u. zurück 1.50 M., Wochentags 1.-, Kinder die Hälfte. Ab Dienstag, 29. Mai, tägl.9 Uhr früh( auß. Sonnab. u. Sonnt.) mit Rundfahrt nach Grünheide bis Alt- Buchhorst Hin und zurück 2- M., Kinder 1.- M. Ferner: An allen drei Pfingstfeiertagen und weiter tägl. auß. Sonnab. m. Riesenluxusdampt., Columbus' für jede Figur passend, zum fpottbilligen Breife. Weberstraße 40b, Leibo- mann. Johannisstraße 4. wicz. Möbel Münzen, Briefmarken Lauft Groß Emaille- Bereinsabzeichen, hochfein po liert, vergoldet, 18 Millimeter groß, toften per Gtüd bei 12 Stüd 1,10. 25-90, 50-70, 100-, 60, dreifarbig, A16. Ramerling, Rastanienallee 56. Nuß ein und zweifarbig billiger! baum- Waschkommoden, englische Bett- Petsch, Bereinsabzeichen und Stempel fabrit, Berlin- Niederschöneweide, Köllftellen, Nachttische. Riefenauswahl. nifchestraße 58. Musterpreisliste frei. Blitschfofas. Spottpreise. Zahlungs Geschäftszeit 8-6 Uhr. erleichterung. Batentmatragen, Primiffima"-Metallbetten, Auflegematragen, Chaifelongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn, Spe zialgeschäft. Musikinstrumente Vergnügungen Colibrisäle, Martin- Luther- Straße 69. Mittwochs, Donnerstags, Sonnabends und Sonntags Eliteball der reiferen Jugend Fabelhafte neue Gaaldekoration. Brachtsäle des Ostens, Frankfurter Arbeitsmarkt Kochherbe, eiserne, Gas, Rohle, jeder Art, Größe, Siedlung, Haushalt, Reftauration( Gelegenheiten), billige Bade. einrichtung, Teilzahlung, Eisschränke, Pianos ohne Anzahlung, neu und ge Waschteffel, Ofentüren, Defen aller Art. braucht, in großer Auswahl verkauft Allee 48. Säle frei 250 bis 600 VerDie alte Spezialfabrik Semmler u. Herer, Brunnenstraße 191, 1 Treppe, fonen. Anruf Andreas 4208. Blenberg A.-G., Dresdener Str. 98-99. Rosenthaler Blag. Langjährige Garan Klappiportwagen 19,-, eleganter Rin- tie. Eleinste Ratenzahlung. Ball, Große Frant Lintpianos, überaus preiswert. Viano. furterstraße 47. fabrik Lint. Brunnenstraße 35. Preiswerte Pianos, fabrikneu. Ge ackleidungsstücke, Wäsche usw. brauchte 200,- Wunschgemäße BahPianomagazin Prinzen Tungsweise. Bon Ravalieren wenig getragene, wie ftraße neunzig. auch neue elegante Jadettanzüge, Smo. ting, Fradanzüge, Baletots, Gummimäntel, Sosen, für jede Figur passend. vertauft spottbillig, teine Lombardware, Leihhaus Friedrichstraße 2. am Sallefchen Tor. Leihhaus Morigplak 58a. Bertauf von teils auf Geide, Fahrräder 2,50 Teilzahlung. Damenräder, Her renräder, Halbrenner, Rennmaschinen. Kraus, Große Frankfurterstraße 52. Teilzahlung. Geringe Anzahlung, nach Ferch am Schwielowsee Savalier- Garderobe, tea, Gabar. Eleine Rate, Troßdem billig. Nur Qualt Hin- u. zurück 3.- M., Wochentags 2.- M. Freitags 1.50. Abfahrt 9 Uhr früh nur ab Charlottenburg, Tegeler Weg ( nahe Landgericht III, zwischen Stadtbahnhof Jungfernheide und der Schloßbrücke) M. 15. 34.- 21. Woch. 1.2.1.- M. Stellenangebote Schlofferlehrling verlangt Semmler u. Blenberg A.-G., Dresdenerstraße 98. Züchtige u. spezialisierte Arbeiter a.s Former/ Dreher Schloffer/ Bolierer Jackett, Smokinganzüge, dinemäntel, Bauchanzüge, für jede Figur tätsräder, drei Jahre Garantie. Fahr. paffend. Extra- Angebote für neue Gar. radbau Wima. Aderstraße dreißig. auf Gas- und Wafferarmaturen gut ein derobe. Belafaden 50,- Belzmäntel Fahrräder, erstklassige Markenräder gearbeitet, finden dauernde und gut be 95,-, Sportpelze 85,-, Gehpelze 100.- eilzahlung. Fahrradhaus Centrum, zahlte Beschäftigung Nur erste Kräfte Reine Lombardware! Linienstraße neunzehn. lönnen in Betracht fommen. Halbe Reiseipesenvergütung. Offerten an Metallgießerei und Armaturenfabrik Stmilor S. A., Carouge- Genf( Schweiz 10.90 M. 15.50 3.85 0.50 1.- M. Wöch. ohne Aufschlag auf Teilzahlung Hackescher Markt 1 1 Minute vom Bahnhof Börse. M. 49.- 58. 59. Wöch. 2.Liebermann Vertreter Für das Gedenkwerk., Friedrich Ebert und seine Zeit suche ich tüchtige, zuverlässige Herren bei sehr gutem Verdienst.( Vertreter, die noch nicht auf Bücher gearbeitet haben, werden eingearbeitet.) Mitarbeiter des Prachtwerkes sind: Müller- Fracken, David, Scheidemann, Landsberg, Wirth, Gerhart Hauptmann usw. Nur Mitglieder der SPD. oder des Reichsbanners wollen sich bewerben bei Dr. Glass& Co. Berlin- Charlottenburg Kuno- Fischer- Straße 15 Intelligentes fchulentlassenes Mädchen mit guter Handschrist als Lehrmädchen für Bureau( Sedattion) fofort gesucht. Bewerberinnen mit Bureauvortenntnissen bevorzugt. Meldung im Verlag ven J. H. W. Dietz, Lindenstr. 3( 4 Sof).