Morgenausgabe Nr. 253 A 130 45.Jahrgang Böchentlich 85 Pfg., monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonnement 6,- M. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen ftimme", Technit", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 31. Mai 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipaltige Konpareillegeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen" bas iettge orudte Bort 25 Pfennig( zuläifig zwei ettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Belle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G.m.b. H. Gegen das System Pilsudski. Oppositionsreden der Sozialisten und der Deutschen im Gejm. Warschau, 29. Mai. Heute begann die Budgetdebatte im Sejmplenum. Die Regie: rungserklärung des Vizepremiers Bartel beschränkte sich auf Fragen des Budgetgleichgewichts, das die Regierung unter feinen Umständen erschüttern laffen werde. Politische Fragen berührte Bartel nicht. Aus der infolge der Ablehnung zweier Steuervor. lagen entstandenen Situation werde die Regierung versuchen, einen Ausweg zu finden. Abg. Niedzialkowski( Soz.) erflärte, das gegenwärtige System in Polen sei an eine einzige Person gebunden, und darum wäre seine Stabilisierung unmöglich. Die polnische sozialistische Partei strebe dahin, daß die unvermeidliche Liquidierung dieses Systems zugunsten der Demokratie und nicht einer Art Faschismus erfolge. Einer weiteren Entfaltung und Feftigung des jeßigen Systems werde die follektive Kraft der Massen ein Ziel setzen. unbeachtet, daß größere Grundstücke vor den fleineren heranzuziehen seien. Während 10 000 bis 20 000 Hektar große polnische Latifunden geschont werden, würden fleine deutsche Besize bis auf das Restgut aufgeteilt. Naumann beleuchtete ausführlich die Wirkungen der Grenzverordnung, die angesichts der vorgesehenen Machtvollkommenheit der Lokalbehörden besonders die deutsche Minderheit benachteilige. Die Freizügigkeit in der Grenzzone sei geradezu illusorisch. Handelsfirmen seien im Besuch ihrer alten Rundschaft behindert. Handelsangestellte könnten Freistellen im Grenzgürtel nicht antreten. Selbst Wahlversammlungen seien vielfach nicht zugelassen worden. Der Deutsche werde durch die übliche behördliche Auskunftserteilung über seine Person geschädigt. Man nennte ihn illo y al und damit sei sein Schicksal besiegelt. Auf diese Weise nehme man dem Lehrer die Stelle, den Söhnen deutscher Ansiedler das Erbrecht, deutschen Landsuchenden die Anwartschaft auf Parzellen der Agrarreform. Auf diese Weise würden Ronzessionen für Gewerbe- und Handelsbetriebe entzogen. Nur wer das Boltstum verleugnet, wer Renegat ist, der gilt als loyal. Naumann erwähnte, daß Der deutschbürgerliche Fraktionsvorsitzende Eugen Naumann betonte, daß die Versprechungen des neuen Kurses unerfüllt geblieben seien. Kein Ministerpräsident oder auch Bizepräsident habe fich mehr von chauvinistischen Strömungen treiben lassen als Bartel Die deutsche Fraktion sieht es als Gebot des Taftes an, die Auseinandersetzung über mehr oder minder parlamentarische Regierungsformen dem polnischen Voltsteil im Staate zu überlassen. Unter der systematischen Beiseitefchiebung des Rechtsfeien; er schilderte ausführlich die Leidensgeschichte der deutschen gedankens müssen jedoch die Deutschen besonders schwer leiden. Naumann erinnerte an die tendenziöse Anwendung des Pressedekrets und an Amtsmißbräuche bei den Sejmwahlen. 15 000 deutsche Kinder allein in Posen und Pommerellen ohne deutsche Schulen Kolonisten in Wolhynien und schloß mit der Erklärung, daß angesichts so vielfacher rechtmidriger Zurücksetzung und Benachteili gung des deutschen Volksteiles die deutsche Fraktion der Regierung fein Bertrauen entgegenbringen fönne und gegen das Budget Bei der Anwendung der Agrarreform bleibe die Bestimmung stimmen werde. Amerikas Rüstung und Friedensbemühung Eine Rede des Präsidenten Coolidge. New York, 30. Mai. Anläßlich des Memorial Day, dem Andenken derer gewidmet, die für das Baterland gefallen find, hielt Präsident Coolidge auf dem Schlachtfelde von Gettysburg, auf dem vom 1. bis 3. Juli 1863 eine der schwersten Schlachten des nordamerikanischen Bürgerkrieges geschlagen wurde, eine Rede. Zur Frage der amerikanischen Streitkräfte führte er u. a. aus: Unsere militärischen Streitkräfte halten sich in außerordentlich mäßigen Grenzen. Unser stehendes Heer ist flein. Unsere Nationalgarde und unsere Reserven bedeuten faum mehr als eine Er gänzungstruppe für die Polizei, wenn wir die große Ausdehnung der Bereinigten Staaten und ihre Verpflichtungen auf thren Besizungen in Betracht ziehen. Unsere Flottenstärke, die zum Schutze unseres fich auf die ganze Welt verteilenden und von keinem Lande an Ausdehnung übertroffenen Handels notwendig ist, muß durch Kreuzer und andere Hilfs schiffe verstärkt werden. Der Bau solcher Schiffe ist bereits eingeleitet, und die Pläne für die erforderlichen Flottenverstärkungen werden bearbeitet. Unsere Luftstreitkräfte werden ständig verbessert und vermehrt. Bei der Aufrechterhaltung dieser sich in mäßigen Grenzen haltenden Streitkräfte sind wir besonders darum beforat, die Welt wissen zu lassen, daß diese Streitkräfte lediglich Berteidigungszweden und der Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens und der Ruhe dienen. Keine fremde Nation befindet sich im Besize irgend einer Sache die wir mit Gewalt an uns bringen wollten. Unser Einwanderungsgeseh, das die Einwande- rung beschränkt, bedeutet eine Erklärung der nationalen Politik gegen den Erwerb von Gebietsteilen eines fremden Bolkes. Obwohl wir gegenwärtig Streiffräfte auf Haiti, in Nikaragua und China unterhalten, stehen sie doch nirgendwo zu dem zwed, um Krieg zu führen, fondern zu dem Zwede, eine friedliche Lage zu sichern, bei der die Rechte unserer Staatsangehörigen und ihr Eigentum jenen Schutz finden, auf den sie nach den Bestimmungen des Völkerrechtes Anspruch haben. In Haiti und Nikaragua verfolgen wir weit' r den 3med, das Volk und die Regierungen dieser beiden Länder dabei zu unterstützen, den Staat zu feftigen und ordnungsmäßige und friedliche Einrichtungen aufrecht zu erhalten. Unsere Truppen stehen in diesen Ländern auf Grund einer ausdrücklichen Aufforderung, die von diesen Ländern ausgegangen ist, und in Uebereinstimmung mit entsprechenden Abkommen. Man fann fagen, daß unser Land in feiner Geschichte nie mals Borbereitungen getroffen hat, um ein anderes Land anzugreifen. Benn immer unser Land in einen Konflikt verwickelt wurde, trat es in folchem Unvorbereitetfein hinein, das bewies, daß der Konflikt nicht gesucht, ja nicht einmal erwartet wurde. Während andere der Meinung waren, fie feien gezwungen, sich für den Krieg vorzubereiten, war unsere Lage stets die, daß wir uns immer für den Frieden vorbereiteten. Wir wissenen, daß in Zeiten von Rassengegensägen und natio= nalen Berstimmungen und bei inneren Unruhen, denen alle Nationen mehr oder weniger unterworfen sind, der Bestand einer angemessenen Armee die einzige prattische Methode für den Schutz von Leben und Eigentum darstellt. Die Welt ist jedoch so weit genug fortgeschritten, in ihrer Zivilisation und in ihrer Erfahrung, daß es nicht wahrscheinlich ist, daß ein großer Konflikt, sei es planmäßig, sei es zufällig, entsteht. Es hat sich herausgestellt, daß der Krieg nicht gewinnbringend. fein tann. Der Zug der Zivilisation geht unzweifelhaft in der Richtung nach dem Frieden. Krieg ist vollständige Geseglosigkeit, Frieden die Herrschaft des Gesetzes. Die Hauptanstrengung der Zivilisation soll darin bestehen, die Welt unter die Herrschaft des Rechts zu bringen. unseren Staatsangehörigen liegt die Verpflichtung ob, wenn sie im Auslande sind, sich ebenso dem Rechte zu unterwerfen wie im Inlande. Eine Regierung der Vereinigten Staaten, die ihre Pflicht, Leben und Eigentum ihrer Bürger zu schützen, nicht erfüllen würde, würde mit Recht im Inlande verurteilt und im Auslande verhöhnt werden. Unsere Staatsangehörigen follten aber auch eingedent sein, fich selbst bei ihrem Berhalten gegenüber ausländischen Intereffen fo zu führen, daß fie jeglichen Schuhes ihrer Regierungen wert find. Nach weiterer Betonung der Bedeutung des Bölkerrechts sprach Coolidge über die Friedenspakt- Diskussion, worüber er sagte: Der Entwurf Kelloggs ist im Inland und Ausland nicht nur von der öffentlichen Meinung unterstützt worden, sondern die Regierungen haben diese Frage mit einem Interesse und einer Sympathie aufgenommen, die höchst ermutigend find. Es ist meine aufrichtigste Hoffnung, daß diese Verhandlungen Erfolg haben und daß die Ideale, die den französischen Außenminister und den Staatssekretär der Vereinigten Staaten bei ihren Bemühungen geleitet haben, eine praktische Verwirklichung durch den baldigen Abschluß eines allgemeinen Vertrages finden werden, der fünftig den Ausbruch von Kriegen erschwert. Der rumänische Bauernfampf. Bostichedkonto: Berlin 87 536.- Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse. Lindenstr. 3 Arbeiterleben in Argentinien. Gieben Arbeiterparteien.-Kein Mittelstand.- Blechhütten neben Pruntpaläften.- Kapitalisten als Lockspizzel. ( Von unserem Rorrespondenten.) L. G. Buenos Aires, im Mai. Die Präsidentenwahl mit gleichzeitiger Teil- Erneuerung des Kongresses und Senats ist am 1. April in völliger Ruhe verlaufen, allein das Wahlergebnis wird wegen des tomplizierten Verfahrens erst nach vielen Wochen bekannt.( Es hat den Sieg Irrigonens gebracht. Red. d. B.) Tatsache ist, daß die dreifachen Wahlen eine Kraftprobe für die argentinischen Arbeiterparteien gewesen sind. Deren gibt es sieben, und zwar die Sozialistische Partei, die Unabhängige Sozialistische Partei, die Kommunistische Partei, die Argentinische Kommunistische Partei, die Kommunistische Arbeiterpartei, die Unabhängige Arbeiterpartei und die Laboristische Partei! Bon diesen Parteien tämpften bei den Wahlen die zwei sozialistischen um die Vorherrschaft in der Arbeiterbewegung. In Argentinien gibt es tatsächlich nur zwei Klassen, nur Arme und Reiche, denn einen goldenen Mittelstand" kennt man weder in den Städten noch auf dem Lande. In den Städten werden Unternehmer, die mit einem Rapital von 20 000 Pesos aufwärts arbeiten, ebenso zu den Reichen gezählt wie sich diejenigen, deren Geschäftskapital unter dieser Grenze steht, von selbst zu den Armen zählen. einen Baugrund bis 200 Hektar befizt oder eine Viertel Legua In noch schärferer Form tritt das auf dem Lande hervor. Wer ( 625 Hektar) als Bächter bewirtschaftet, gehört in die Klasse ( 625 Hektar) als Bächter bewirtschaftet, gehört in die Klasse schuldenfreies und gut bewirtschaftetes Anwesen von mehr als der Armen. Zu den Reichen wird erst gezählt, wer ein 200 Hektar sein eigen nennt. Bon einem Mittelstand, einem Buffer zwifchen arm und reich, fann nicht gesprochen werden. In den Städten stehen die elendesten Blechhütten neben den luguriösesten Palästen, und auf dem Lande haust der Kolonist in seinem aus Gras und Erde erbauten ,, Rancho" in Sicht der prachtvollen Landhäuser der Großgrundbesitzer, die ihre Gewinne aus der Verpachtung ihrer Ländereien, aus Viehzucht im großen usw. im Auslande verbrauchen und zum großen Teil faum einmal im Jahre ein paar Wochen in ihrem Landhause verbringen. Entsprechend diefer Gliederung von Kapital und Arbeit ist die Stellung der Exponenten im politischen Kampf. Die Handarbeiter in Stadt und Land stehen mit ihren radikalen Ansichten politisch zum Teil noch immer im Lager der Syndikalisten, Anarchisten, Marimalisten oder Bolschewisten, die mehrheit allerdings in den zwei sozialdemokratifchen Parteien. Die Wiedervereinigung der beiden Fraktionen fönnte bei einigem guten Willen auf beiden Seiten nicht allzu schwer fallen. Ist doch die Spaltung im wesentlichen eine Frage der Taktik. Die alten Führer der Sozialistischen Partei sind für eine gemäßigte Politik, während die jüngeren, die bei den Unabhängigen Sozialisten führen, eine schärfere Politik des Klassenkampfes münschen. Die geistigen Arbeiter sind noch immer in überwiegender Zahl Schleppenträger der bürgerlichen Parteien, besonders aber derjenigen Partei, die gerade die politische Macht in Händen hat, denn sie versprechen sich von ihr gut bezahlte Anstellungen mit wenig Arbeit. Gewerkschaftlich sind diese zwei proletarischen Lager in zahllosen und vollfommen selbständig arbeitenden Berufsvereinigungen organisiert, deren Sekretäre die 3entralisierung der Gewerkschaftsbewegung ebenso fürchten, wie das Zusammenarbeiten mit der Sozialistischen Partei. Eine Ausnahme bildet der Verband der Hafen- und Verkehrsarbeiter, der auf strenge Disziplin hält, das Schicksal des ganzen argentinischen Berkehrswesens in Händen hat und seinen Mitgliedern nicht nur die höchsten Löhne, sondern auch das Recht erkämpft hat, über die Entlassung alter und Einstellung neuer Arbeiter selbst zu bestimmen. Aus dieser Machtstellung zieht der Verband der Eisenbahner einen guten Teil seiner Kräfte zu dem Kampf gegen die Unersättlichkeit der privaten Eisenbahngesellschaften, was wieder dem Agrarverband der selbständigen und der Pächterkolonisten zustatten fommt, obgleich dieses ländliche Proletariat politisch vollkommen undiszipliniert ist. Ein furzer Rückblick ist da nötig. Als Ende 1918 und anfangs 1919 die magimalistische Propaganda ihren HöheDer Borstand der nationalen Bauernpartei beschloß, den Kampf puntt erreicht hatte, war beinahe das ganze ländliche Progegen die Regierung nach einer neuen, in Karlsburg beschloffenen letariat magimalistisch gefinnt und es hatte nur auf das StichTaftit fortzusetzen und die Parlamentsmitglieder der Partei sowie wort aus Buenos Aires gewartet ,, Roloniſtenräte" zu bilden, die nicht gewählten Kandidaten der Partei, die Mitglieder des Stän- um den Latifundienbefiz aufzuteilen. Die Marimalistendigen Ausschusses, ferner des Hauptvollzugsausschusses und der Pro- bewegung in Buenos Aires ist aber eine fapitalistische vinzausschüsse zusammenzuberufen, um die verschiedenen gegen Mache gewesen, an der sich beispielsweise das deutsche wärtigen Probleme in Wirtschaft und Politik zu erörtern. Diese Großkapital mit der Gründung und Finanzierung der täglich Versammlung werde im nächsten Monat gleichzeitig mit der erschienenen ,, La Bandera Roja"( Die Rote Fahne) sowie der Sondertagung des Parlaments tagen. Die Beschlüsse Wochenschriften Spartacus" und ,, La Revuelta"( Der Umwerden einer Versammlung in Bukarest, zu der je de Gemeinde sturz) beteiligt hatte! Diese Bewegung ist im Blute des Prodes Landes einen Delegierten abordnen wird, zur Gutletariats in der Bundeshauptstadt und im argentinischen heißung vorgelegt werden. Petroleumgebiet erstickt worden. In Buenos Aires geschah " das nnm 5. bis 11. Januar 1919, die denn auch offiziell unter der Bezeichnung seman trägica"(Die tragische Woche) in die Geschichte Argentiniens aufgenommen wurde. Die Ereignisse dieser Woche hotten die Arbeiterschaft derart mit lähmendem Entsetzen erfüllt, daß sie tatsächlich betäubt und unfähig war, irgend etwas zur Abwehr des Reaktions- terrors zu unternehmen. Ganze Schiffsladungen ausländi» scher organisierter Arbeiter sind damals deportiert war- den. Das ist die schwerste Zeit der Arbeiterbewegung in Argentinien gewesen, die schließlich zu dem Beschluß des Ge- werkfchaftskongresses im gleichen Jahre führte, mit der Sozia- listischen Partei zusammenzuarbeiten. Durchgeführt ist aber dieser Beschluß nicht worden. Die revolutionären Wogen in Europa hatten ihre Spritzer auch an die Gestade des Rio de la Plata geworfen und bei dem Proletariat Hoffnungen er- weckt, die aber undurchführbar waren und so lange ein schöner Traum bleiben müssen, als es politisch zersplittert und ge wcrkschaftlich zerrissen ist. Das größte Hindernis der argentinischen Arbciterbcwc- gung ist das Fehlen eines bodenständigen Proletariats. Eingeborene und eingewanderte Arbeiter sind gezwungen. Beruf und Arbeitsstellen fortwährend zu wechseln. Das System, Arbeiter jahrelang zu beschäftigen, wird hier vcr- warfen, denn der einwandernde Arbeiter ist willig und an spruchslos. Qualitätsarbeit wird nicht verlangt. Jeder Unternehmer will möglichst schnell reich werden. Die Bor bedingungen sind dazu in der gewaltigen Größe des Landes, seiner geringen Bevölkerungszahl und in dem unermeßlichen Reichtum des Bodens vorhanden. Dieser Stand der Dinge übt einen entscheidenden Einfluß auf das politische und soziale Leben und Werden der Republik aus. Der Arme will reich, der Reiche noch reicher werden. Die Armen sind die wert tätigen Massen in Stadt und Land, die Reichen die Nach kommen der in der Kolonialzeit allmächtig gewesenen Pa trizierfamilien und die ausländischen Kapitalisten, von denen die ersten der Republik die Präsidenten und Regierungen, die anderen aber das Geld zur wirtschaftlichen Entwicklung geben. Die Armen sind aber politisch zersplittert, haben nur zum geringen Teil eine gesunde Weltanschauung und fördern so die Ziele ihrer Unterdrücker und Ausbeuter. Wir haben hier erwartet, daß die Aprilwahlen der Arbeiterschaft die Grund- läge zu einem festen Zusammenschluß geben werden, damit endlich der Weg für die kraftvolle Entwicklung der argcntini- schen Arbeiterorganisationen freigemacht werden kann. Ob die Wahlen diese Hoffnung gestärkt haben, werden wir als- bald berichten. Aus Hugenbergs Küche. Brauns! Znterviev, wie e6 war und was der.Tag"' daraus macht. Die Berliner Tageszeitung.D e r T a g" hat am 26. Mai unter der Ueberschrist„BraunsuchtRückenbeckungbeiFrank. reich" eine Darstellung eines Interviews des bekannten fvanzA- fischen Iounnrlisten Sausrwein mit dem preußischen Ministerpräsi- deuten Dr. Braun gegeben, in der behauptet wird, Mnnsterprästdent Dr. Braun habe für den Fall einer llebernahme der Mitverantwor- tung im Reich durch die Sozialdemokratische Partei offenbar um eine«genügende Unterstützung(der Franzosen) gebeten. Sauerwein sage diese Unterstützung in der Form zu, daß er die französische .„Regierung auffordere, noch vor dem Iamwr 1939 Koblenz, also die z w e it c Zone zu räumen. Dadurch„würde die Sozial. demokratie m Deutschland sehr gestärkt werden". Der«Tag", dessen Darstellung übrigens auch in einige Promnzblattcrn übergegangen ist, folgert daraus, daß Sauerwein aus der Unterredung mit dem preußischen Ministerpräsidenten den Eindruck gewonnen habe, eine Eroße Koalition in Deutschland bedürfe nach der Auffassung Brauns der Unter st ützung durch Frankreich Hierzu stellt der Amtliche Preußisch« Pressedienst fest, daß diese gesamte Darstellung, wie der Wortlaut des vorliegenden Artikels des Herrn Sauerwein im„Tclegraaf" vom 24. Mai 1928 auch ohne weiteres beweist, vollkommen unrichtig ist. Zunächst ist festzustellen, daß die von Herrn Sauerwein erbetene Unterredung sich lediglich um i n n« r p o l i t i s ch e Fragen und insbesondere um den vermutlichen Ausfall der damals noch bevorstehenden W a h- l« n gedreht Hot. Der preußisch« Ministerpräsident hat es a b s o l u t oermieden, in dem Gespräch das Gebiet der auswärt«- gen Politik zu berühren. Der Artikel des Herrn Sauermcin ist daher auch gar keine Wiedergabe dieser kurzen innerpolitischen Unterredung in der üblichen Form eines Interviews, sanäern Herr Sauerwein faßt in einem politischen Artikel offenbar die Gesamteindrücke zusammen, die er bei eigenen Beobach- tungen in Deuischland empfangen hat. Der ganze Abschnitt des Artikels über die Räumung der zweiten Zone und die Beziehungen Frankreichs zu der kommenden deutschen Reichsregierung überhaupt stellt sich für jeden unbefangenen Leser des Artikels sofort lediglich als die persönliche Meinung des Herrn Jules Sauer- wein dar, der auch gar nicht etwa den Eindruck erwecken will, als ob ihm diese Gedankengänge vom preußischen Mimstorpräsidenton Dr. Braun iirsiltviert worden seiein. 1 Hiernach kann die Auffassung, Ministerpräsident Dr. Braun „erbitte Unterstützung durch Frankreich für die kommende Große Koalition im Reich und zur Stärkung der Position der deutschen Sozialdemokratie" nur ertlrälich sein, wenn entweder dem«Tag" der Artikel selbst iin Original nicht vorgelegen hat, oder wem« eine Tendenz hineingelegt werden sollte, die weder in der Unter- Haltung ihre Grundlage findet, noch aus dem Saucrweinschen Artikel selbst Gvch nur mit einem Anschein von Berechtigung hergeleitet werden kann.__ „Beleuchiungsproben". Entschließung der Arbeitsgenfeinschast der Berliner presse. Die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Presse, in der die Tctleger und Redakteure der Berliner' Zeitungen zusammen- geschlossen sind, hatte Veranlosiung, sich auf Grund bestimmter Vor- fälle erneut mit der Frage der„Beleüchtungsproben" zu beschäftigen: sie Hot ihren Standpunkt dazu wie folgt festgelegt: Die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Presse ist der Auffassung, daß die Presse zwar die Aufgabe hat, über Veränftalwngen, bei denen ein Interesse der Oessentl'chkeit obwaltet, zu berichten, daß sie es aber weder wünscht noch erwartet, die Erfüllung dieser Ausgabe verbunden zu sehen mit irgendwelchen Bewir- I u n g e n, insonderheit, wenn bei den Beranstaltern damit etwa die Poestellung einer Gegenleistung verbunden ist. Die Arbcltsgemeinschasl der Berliner Presse muß daher für ihr« Mitglieder die Teilnahme m\ derartigen Bewirtungen ablehnen, un- beschadat der Wahrnehmung der Berichterstattung. Sie erwartet, daß ihr durch Verzicht auf derartig« zusätzliche Einladungen eine aus- drücklichc Ablehnung im Einzels alle möglichst erspart bleibt, Was wird in Bayern? Oie Bayerische Volkspariei am Scheideweg. München, 39. Mai.(Eigenberilht.) Der große und eindrucksvolle Sieg, den die Sozialdemokrätie am 29. Mai auch in Bayern errungen hat, wirkt sich aus den Bayerischen Landtag und damit aus die Landespolittt des weißblauen Freistaates in recht eigentümlicher Weise aus. Trotzdem die sozialdemokratische Landtagsfraktion einen Mandat sgewinn von rund 49 Proz. buchen kann, ist der berüchtigte Regierungs- bürgerblock der bayerischen Reaktion nickst nur nicht geschwäckst, sondern oer stärkt aus der Wahl hervorgegangen. Die Ursache dieser auf den ersten Blick merkwürdigen Totsache liegt darin, daß der verflosiene Landtag und die Held-Regierung aus jenen Hitlcrprozeßwahlen im April 1924 hervorgegangen nwr, die allen Parteien zugunsten des Völkischen Blocks, der auf Hitler ver- pflichtet war und damals 23 Mandate erringen konnte, empfindliche Verluste gebracht hatte. Die Niederlage der weißblaum Re- gierungsparteien mn 29. Mai besteht nun darin, daß sie mit Aus- nähme des Bayerischen Baucrnbundes, dem spezifisch lokale Verhall- nisse starken Auftrieb brachten. In« wesentlichen auf dekn Verlust- stand des April 1924 flehen geblieben sind, wahrend die Sozialdemo- kratie als einzige Partei um nahezu die Hälfte gestärkt ins bayerische Parlament einzieht. Praktisch liegen die Dinge also so, daß der 29. Mai endlich die schon vor drei Jahren fällig gewesene Korrektur der in der Hitlerhypnose abgehaltenen Wahlen gebracht hat. Durch den Kauernböndlerischen Gewinn hat sich die Grundlage der allen Regierungskoalitton in Bayern verbreitert. Trotzdem herrscht noch keineswegs Gewißheit darüber, wie in Boyern künftighin regiert wird. Erhebliche Teile der Bayerischen Poltspartei hoben sich in den Monaten des Wahlkampfes und was ihm an letzter„gemein- samer" Regierungstötigkeit unmittelbar vorausging, in eine so scharf» Animosität gegen den Bauernbund hrneingelebt, daß ihnen die Selbstuberwindung zum neuerlichen Zusammengehen in einer Regierung mit dem Bauernbund außerordentlich schwer wird.„Mit Leuten, welche der Bayerischen Volkspartei Lüge, Schwindel über Schwindel und Verrat am ganzen werktätigen Volk voriverfen, sollen sich die Bolksporteiler wieder in einer Regierungskoalllion zu- sammensetzen...", so schrieb vor wenigen Tagen das führend« Blatt der Bayerischen Volkspartei, der„Bayerische Kurier". Diese Hemmungen wären aber bei der potftischen Wandlung?- fähigteit der Bayerischen Volkspartei sicherlich zu überwinden, wenn nickst die oorausstckstlich führende Stellung der Sozial« demokratie innerhalb der neuen Reichsregierung den bayeri, schen Löwen zur besonderen Borsicht mahnte. Infolge der neuen Verbindung mit dem Zentrum ist es heule die offizielle Auffassung der Bayerischen volkspartchsührung. daß unker den gegenwärtigen Ilmstände« die Bayerische Balls- parle! unter gar keinen Ilmständen Schwanzstück einer irgend- wie gearteten deokschnationalen Opposition sein und dadurch die ueugebaute Brücke zum Zentrum wieder zerstört werden darf. Die Bayerische Volkspariei wird also, was nur irgendwie geht, daransetzen, um mit dem Zentrum dsn Anschluß an die neue Reichsregierung nicht zu versäumen. Dieser Weg mag be- schwerlich sein, jedenfalls weiß man in München, daß er für die Bayerische Bolk-partei nicht einfach ist. und um ihn nickst zu kom- plizieren, hüll man mit der Regierungsbildung in Bayern einstweilen völlig zurück. Rian wartet die Entscheidung in Berlin ab. Inzwischen hält die Presse der Bayerischen Bolls» partei ein großes Palaver über dsic Möglichkeit und Un- Möglichkeit einer neuen Orientierung auch in Bayern ob. vorangegangen ist der„Bayerische Kurier", �>cr wenige Tage nach der Wahl die bisher bei ihm ganz uuMwohntc Parci ausgab, daß man sich gegen den radikalen Sozialismus de Bolschewismus nur durch eine verantwortliche Vli�vlrkung dc gemäßigten Sozialismus(die Sozialdemokratie) �am Stau. wehren könne. Den Deutschnationalen tropfen natürlich ob fofiper theoretisch aufgeworfenen Untreue der Bayerischen Volkspartei ,an eine? Rechtskoalition die Augen. Sie verfolgen mit einer geradezu grotesk« komischen Aengstlichkeit jede Zuckung des auf Abwarten gestellten Volksparteikörpers und wittern in allem,«vas geschieht und wos nicht geschieht, die Taktik, die ein neuerlicher Zusammengehen m.t ihnen erschweren soll. Die Entscheidung in Bayern aber drängt gor nicht- da die amt- lichc Feststellung des Wahlergebnistes infolge des etwas kgmplizicrtcn Wahlsystems noch gut zwei Wochen auf sich«oarten la�en wird. Der Zusammentritt des Bayerischen Landtages, der auch, die De- Mission der bisherigen Regierung bringt, erfolgt nicht vog: dein IS. Juni./ Ostelbisches Idyll. »Haltet fest am Gebet!" Man erinnert sich der Devise, mit der der Landbund in die Wahlen hineinstieg. Zuckerbrot und Peitsche! Wer deutschnational wählt, bekommt einen Taler, wer es nicht tut, fliegt' auf die Straße. Graf Rantzau, der seine Liegen- schaften bei P r o n s d o r f, Kreis Segeberg, hat, gehört zu den Großagrariern, die sich diese Parole nicht zweimal haben sagen lassen. Er erschien in einer sozialdemokra- tische« Wählerversammlung als einer dar erste« mit einem Hosgefolge von einem Inspektor, einem Verwalter, einem Förster und einer Anzahl Eleven. Was dann noch später an Landarbeitern und Zeitpächtern kam, wurde aussortiert. Zu welchem Zweck, kann man sich denken. Die„Schleswig-Holsteinische Vßfüszeitung" veröffentlicht nun eine Zuschrift, die diesen Grafen etwas näher beleuchtet: „Der Gutsbesitzer scheint alle Ursache zu haben, mit derartigen politischen Druckmitteln sich die Einwohner gefügig zu machen. Di» Wohnungsverhöltnifse in Pronsdorf spotten jeder Be- schreibung In einer Landarbeitcrwohnung aus dem sogenannten Holm, die von einer kranken Witwe bewohnt wird, deren Mann nach einem langen Kra n k e n l a g e r in derselben Wah» nung oerstorber ist, ist das Dach voller Löcher im Umfang« von 49 bis S9 Zentimeter. Eine Katze saß auf dem Hausboden und blinzelte durch eines dieser Löcher hinaus in die Sonne. Die B e- handlungderZeitpächter und der Inhalt der Pachtverträge sind so haarsträubend, daß hier unter allen Umständen sofort Wandel geschaffen werden Muß. Pächter, deren Darsahrcn jahrhustdertolang in Pronsdarf ansässig waren, werden einfach wirtschaftlich r u i« niert und oertrieben, Landarbeiter, die dreißig Jahre und darüber auf dem Gute Pronsdarf tätig waren, werden ohne Grund entlassen und aus den Wohnungen Hinausgcwor- f e n. Daß uitter diesen Umständen der Gutsherr vor einer politischen Aufklärung der Bewohner dieses Bezirks die größte Angst hat. ist erklärlich. Es ist veranlaßt, daß die Staatsrcgierung sich um die Abstellung der haarsträubenden Zustünde in Pronsdorf bemüht." So sind sie. diese Herren Junker. Und deswegen kann man auch an allen Straßenecken von ihnen Plakatx finden: ..Haltek fest am Gebet!" Der Feldherr der Geschlagenen, Gras W e st a r p, weih, weswegen er in seinen Rückblicken auf die Wahl nach einem Programm christlicher und staats» bürgerlicher Ideale ruft. Das schöne Mäntelchen soll von dem wahren Wesen der schwarzweißroten Reaktion ablenken. Kanzetmißbrauch zu Wahlzwecken. Erfolg: Zuwachs der Sozialdemokraten! Bor dem Kriege betrachtete der preußische Junker den protestantischen Landpfarrer als feinen potitischen Einpeitscher. Eben- so hatte es die bayerische Reaktion verstanden, sich in den Landgeistlichen eine zuverlässige Stütze zu schaffen. Das ist auch heute noch nicht viel anders, wie ja Überhaupt weder die katholischen noch die protestantischen Kirchcnbehörden immer die Zurückhaltung in politischen Dingen üben, die eine Borbcdingung für ihr Amt sein sollte. Es ist deshalb nicht wester verwunderlich, wen» auch wahrend der Wahlen die Kanzel öfters mit dem Rednerpult ln einer öffent- lichen Wähleroersammlung verwechselt worden ist. Wenn alle Fälle notiert worden wären, käme wahrscheinlich eine ganz erstaunlich« Statistik heraus. Ein besonders krasser Fall wird aus Pommern gemeldet. Dort wurde in der Wahlzeit von ollen Kanzeln herab ein Schreiben des Generalsupcrintendenten, also der höchsten Kirchenbehörde verlesen, in dem alle Wahlberechtigten aujgejordert wurden, nur der Partei ihre Stimme zu geben, die für die unumschränkte Erhaltung der evangelischen Bekenntnisschule ein- tritt, Da das nur die DcutsHnationale Polks�artxt tut. hat dieser oberste Vertreter der evangelischen Kirche in Pommern die ihm unterstellten Geistlichen dazu genötigt. Kanzelmißbrauch im schlimmsten Sinne des Wortes zu treiben. Die evangelische Kirche als offizielle Filiale der Deuts chnatio. nalen Bolkspärtei— und da wundern sich die Herren nach. daß weite Kreise, denen das Gewissen oerbietet, für die Deutsch- nationale Bolkspärtei zu ftirnmev, einem derart inifzgclcifctcn Institut den Rücken kehren! Wie der Herr, so dos Gescherr. Da ist der Psarr« S ch l i e p aus Vorwert Labes, der seinen Generalsupcrintendenten ossenbor nockj übertumpsen wollte...Alle, die gegen die Bekenntnisschule sind, sind die Feinde 3esu". ließ er von der Kanzel herab seine Schelle er, tönen. Der Generalsuperintendeist wie Pfarrer Schliep haben osser- bor ganz vergessen, daß die preußischen Konservativen vor dem Kriege olles andere als begeisterte Anhänger der Bekenntnisschule waren,«nd daß noch zur Zeit, als der Deutschnationale Schiele dos Reichsinnenministerium testete, ein namhafter Teil der Deutsch» nationalen und Autorstäten innerhalb der evangelischen Kirckze sich gegen die Bekenntnisschule aussprachen, weil man vor d ept Zentrum Angst hotte. Gott als Wahlschlepper? Nicht nur protestantische Geistliche haben sich eine derartige Blasphemie zu schulden kommen lassen. Da ist der Stodtplarrer von S p a i ch i n g e n, der am Toga vor der Wahl im Kirchenanzeigcr einen Ukas erließ, in dem es hieß:„Auch der Wahlzettel kommt einmal vors Gericht Gottes? Wähle nach deinem chrisllichen Gewissenl" Geschmacklos, aber immerhin noch eine vorsichtige Wahlbeeinslussung. Pfarrer Stehle In S t o ck a ch dagegen spannt seinen Herrgott direkt vor den Parteikarre m In einem Rundschreiben warnt er die Psarr- angchörigen davor, ihre Stime einer„ausgesprochen kirchenfeind- lichen Partei"(wie er sie versteht natürlich) oder einer Partei zu geben,„die je noch Laune und Dorteil bald für, bald gegen die Kirche stimmt: Ein solcher Wähler oder eine solch« Wählerin schließt sich ganz von den heiligen Sakramenten aus und kann nie«in Ehrenamt in der Kirche bekleiden.... Laßt euch nicht irreführen, der Herrgott findet und richtet jeden." Zwei Fälle von vielen! Interessant wäre nun, seftzusteUen, wie solche Pressionsversuche gewirkt haben. Unser Parteiblatt in Regens- bürg, die«Volks wacht", gib« einige Beispiel«. In Adens- b u r g, wo wie in den erwähnten Fällen die katholische Kirche in den Dienst der Bayerischen Volkspartei gestellt wurde, stiegen die sozialdemokratischen Stimmen von 147 auf 369. während die Bayerische Bolkspärtei um rund ZS0 abnahm. In Regen, wo der Pfarrer den lieben Gott während des Gottes- dienstes um«ine„gute christliche Wahl" anrief, brachte es die S o- zialdemokratie auf 555 Stimmen, während die Bayerische Volkspariei 22? Stimmen verlor. In Berntshausen verstieg sich der Pfarrer am Himmelßrhrtstage zu öffentlichen Drohungen gegen die Sozialdemokratie. Erfolg: Steigerung der sozialdemokratischen Stimmen von S2 aus 140! Man könnte derartige Wahlbeemflussungcn mit einem be- lustigton Lächeln hinnehmen, da sie aus die Dauer den D 0 r m a r s ch der guten sozialdemokratischen Sache nicht auf- halten werden, wenn sie nid>t doch eine ernste Seite hätten. Es wäre ein leichtes, den betreffenden Geistlichen mst einem Geschütz au antworten, das besser treffen würde, als ihre etwas künstliche Bemühung, eine ernste polittsche Bewegung durch Knrderschreck- methvden aufziibalten. Wahrscheinlich würden dann gerade die- jemgen. die die Kirche für den Wahlkampf mißbrauchen, mn empör- testen tun. Es wäre also dringend zu raten, daß die vom Berant- wortungsbewußtsein getragenen Geistlichen künftig dafür sorgen, daß die Kanzel das bleibt, was sie ihrer Bestimmung gemäß fein soll. Schwarzrolgold in hombunj. Senat und Bürgerschastsvorstavd in Hamburg haben beschlossen, Einladungen zu Beronstaltungen, bei denen Flaggenschmuck verwendet wird, nur anzunehmen, wenn die Reichssarben Schwarzrotgold auf ihnen gebührend gezeigt werden. Den städtischen Behörden fft ein gleiches Verhallen zur Pflicht go macht worden,_ j Gegen Spaltung, für Einheit. Der Parteitagsbeschluß von Toulouse. Paris, 30. Mai.(Eigenbericht.) Die Entschließung de» Sozialiftischen Parteitag» in Toulouse tautet in chrem wesentlichen Teil: Die beiden Ereignisse, die in den letzten Wahlen am meisten in die Äugen springen mußten, sind die Aufrechterhaltung der lommunistischen Kandidaten im zweiten Wahl' gang und die ilnzuverlossigkeit de» Radikalismus. Iirdem die Bolschewisten ihre Kandidaten im zweiten Wahlgong aufrechterhielten, hoben sie die Niederlage von ungefähr Z0 sozialistischen und etwa Z» radikal- sozialen Kandidaten verursacht. So haben sie die Mehrheit der„Rationalen Union" in "der neuen Kammer befestigt und die Kraft der parlamentarischen Opposition vermindert. Sie haben damit bewiesen, wie sehr wir recht hatten, als wir sie anklagten, an der S p a l t u n g des Proletariats zu arbeiten und damit die Absichten der Feinde der Zlrbeitcrklasse zu begünstigen. Wenn es aufrichtige Radikale gibt, die nicht zögerten, die von den Republikanern eroberten Stellen zu verteidigen und der Reaktion den Weg zu versperren, so hat doch der größte Teil unter ihnen ohne Eiscr gegen die Reaktion gekämpft, ja sogar gan,; otscn mit ihr paktiert und aus dem Vorgefühl des Sieges heraus sich hinter ihre Fahnen eingegliedert. Die Sozialistische Partei wäre nicht des Vertrauens würdig, das ihr 1700 000 Wähler bezeugt haben, wenn sie nicht die Lehren aus diesen doppelten Erfahrungen zöge, die nötig sind für die Aktion, die sie morgen gegen die bolsche» wistische Pcuztei wird unternehmen müflen, die sich die D e m o r a l i- s i e r u n g und Degradicrung der Arbeiterklasse zum Ziel gesetzt zu haben scheint. Die Wohlstärkung unserer Position ist ein Ansporn zur Verstärkung unserer Aktion. Wir werden niemals die vergifteten Waffen, deren man sich gegen uns bedient, anwenden. Wir werden auf Schmähungen und Lügen nur mit der Wahr- h e i t antworten. Wir werden niemals vergessen, daß die Wiederherstellung der politischen Einheit der Arbeiterklasse unser teuerstes Ziel ist. Wir werden niemals uns zu Versuchen hergeben, die gemacht werden sollten, um gegen den Bolschewismus eine Koalition der Parteien zu finden, in welcher Hinsicht es auch sei, und wir werde» die reaktionären Motive jedes sogenannten Kreuzzuges der Zivilisation gegen die bolschewistische Gefahr enthüllen." Oer Schachty-prozeß. Anträge zur Verteidigung der Deutschen. Wie au» Moskau gemeldet wird, hat die Verteidigung im Schachty-Prozcß wieder beantragt. Rechtsanwoll Münte als Per- teidiger der deutschen Angeklagten zuzulosien und deutsche Sachverständige zu vernehmen, um die Tätigkeit dieser An- geSaaten ins rachto Licht zu fetzen. Ingenieure verlassen Rußland. Moskau. 30. Mai. Wie die Sawietpresie zugesteht, verlassen die auslän- di schon Ingenieure und Techniker in Scharen Sowjet rußlobd. Räch der„Iswestpn" sind es besonders deutsch« Spezialisten, die ih« Pässe in den letzten Tagen und Wochen forderten. Heber hundert haben bereits Sowjetrußlond verlassen. Immer neue Verhaftungen. Moskau. 30. Mai. In K a l u g a find fünf ehemalig« Fabritbesitzer verhaktet worden, die als Fachlctite im dortigen Textiltrust tätig waren. Diese Verhaftungen stehen im Zusammenhang mit der Aufdeckung großer Mißstände bei grundlegenden Erneuerungsarbeiten und Reu- bauten des Trusts. Den Sowjelblättern zufolge waren die jetzt vor- leiteten Fabrikbesitzer die wahren Herren de» Trusts, die groß« Mittel für den Wiederaufbau„ihrer" Fabriken verausgabten. Bei- fpiclswsise wurden für die Tischinjlisabrik. die stillgelegt werden sollte, im Laus« von drei Jahren 375 000 Rubel ausgegeben, während der Wert der Fabrik auf nur 130 000 Rudel geschätzt wird. Gegen Sie Gewerkschaften wird der Vorwurf erhoben, bei dieser An- «Gelegenheit ausfallend gleichgültig und untätig gewesen zu sein. Ferner hat die GPU. gegen den technischen Leiter der Storostin- Fabrik in Eharkow, Ingenieur Kotz, und gegen den Produvion». leüar derselben Fabrik wegen angeblicher schwerer Schädigungen de» Unternehmens eine Untersuchung eingeleitet. Katz ist der Söhn des ehemaligen Besitzers der Fabrik. Oer litauische putsch. Smetona läßt sich huldigen. kowvo, 30. Mai. Wähnend in der Oppositions presse sich die ablehnenden Stimmen gegen die dekretierte neue Verfassung mehren, hat die Regierung in der Kreisstadt Mariampol bereits eine Feier der neuen Verfassung arrangiert. Der Putschpräsident Smetona hielt eine Rede, in welcher er seine„Verfassung" als die den Wünschen der breiten Volksmassen entsprechend« verteidigte. Er erwähnte auch Wilna(welches in dieser Verfassung als Hauptstadt Litauens be- zeichnet ist) und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Wieder. gewinnung Wiloas kommen müsse. Während der Feier wurde der Präsident wiederholt init Zurufen begrüßt, die ihn ol« „Herrscher aus Lebenszeit" bezeichnete».— Die Oppo- sittonspress« setzt ihr« Kritik der oktroiiiertett Versirssung in vor- sichtiger Form fort. Die.-Jüdische Stimme" schreibt, die ganz überraschend gekommene Verfassungsänderung lasle formell die demokratisch« Republik bestehen, degradiere aber tatsächlich den Sesm einer mehr oder weniger ohnmächtigen Versammlung. Ob die Minderheitsvölker jetzt auf ein« Verbesierung ihrer Lage hassen dürften, erscheine recht zweifelhaft. Wie Litauen Verabredungen hält. Sechs bei der Memeler Polizei totige Betriebsassistenlen, die als Fürsorgeberechtigte für Deutschland optiert hatten und mit Ablauf der Optianssrift um Versetzung noch Deutschland nachgesucht hatten, ober dahin beschieden worden waren, daß sie nach«e�er Krüher die Krone,- heuie das Geld... „... Völker Suropas, wahrt Eure heiligsten Güter!" Forderungen der Lehrer. Tagung des Oeuisthen Lehrervereins. Braunschweig. 30. Mai.(Eigenbericht.) I» den Psingsttagen tagt« in Braunschweig die 36. Vertreter, Versammlung des Deutschen Lchrervereins. In seiner Begrüßungsansprache wies der sazialdemokratischc Kultus- minister von Braunschweig Sievers daraus hin, daß gerade das Land Braunschweig in der Frage der Lehrerbildung und in der Lehrerbesoldung crsreuliä)« Fortschritte auszuweisen hat. Unter dem lebhaften Beifall der Versammlung crtlärte er: Es ist ein« der vor- nehnrsten Ausgaben der Länder, aus dem Gebiete der Schulpolitik neue Wege zu ebnen. Es gilt der Schule für ihre eigene Arbeit Freiheit und Raum.zu schassen und Ansprüche der Kirch« und rückständiger Elternkrcis« einzudämmen und schwerfälligen Gemeinden Anregungen zu geben. Wir haben hier das unsrtg« getan. Die Ausgabe der Lehrer ist es, ihre Freiheit zu nützen. Der Vorsitzende de» Deuts äsen Lehrernereins dankt« dem Mi. nister und erkannte an, daß Braunschweig auf dem Wege der Bildungsorbeit oorangesch ritten sei. Der Redner streifte dann kurz den Kamps gegen da» reattionar« Reichsschulgesetz und sprach sein« Freude aus, daß es bis jetzt abgewehrt werden konnte. Jetzt fei der Weg frei für eine Förderung des Schulgesetz«». Oer Aufbau der Volksschule. Schulrot Günther- Berlin referierte über den Ausbau der Volksschule, die durch Gründung der Mittelschule zur Schule de» vierten Standes geworden sei. Der Redner begründet« eine Reihe von Leitsätzen für den Ausbau der Volksschule. Bs- sonders setzte er sich für«in nouifte» und.zehnte» Sclplljohr«In, serner für Fremdsprachen in den Volksschulen. Dem beifällig aufgenommenen Reierat folgte eine lebhafte Aus- sprach« und schließlich die Annahme der von dem Redner vorgelegten Leitsätze, in denen auch hygienisch einwandfrei« Tchulraüm« und leistungsfähige Schulen auch in ländlichen Gemeinden gefordert werden. Ein« allgemein« Herabsetzung der Klassenstärke sei not- wendig. Die Volksschulen seien in dön Haushaltsplänen ebenso gut zu behandeln, wie die höheren Schulen. lieber den Stand bor Lehrerbildung sprach P r e tz c l. Seine Rede löste ebenfalls ein« reiche Aussprache aus und gipfelte in der Annohme von Leitsätzen, in denen die in den deutschen Ländern bestehende Ungleichheit in der Lehrerbildung bedauert und oll- gegemein das dreijährige Hochschulstudium für di« Lehrer gefordert wird. Diese Mindestforderung sei durch ein Reichsgesctz zu erfüllen. Am 2. Verhandlungstag sprach Schuldirektar Otto Schulz- Berlin über„A u s l a n d s d e u t s ch t u M und Schule". Es fei Ausgabe der Volksschule im Ausland, den ausländischen Deutschen ihr Deutschtum zu erhalten. Der Deutsche Lehrerverein habe die deutsche Schule im Ausland zu stützen und den deutschen Lehrer im Ausland ideell und materiell zu unterstützen, möglichst gemeinsam mit dem Verein für das Deutschtum im Ausland. Diese Leitgedanken des Referats wurden in einer«instiminig angenom- menen Entschließung niedergelegt, nachdem ein Antrag Braun- schweigs. einen Beitragszuschuß von 10 PffenMgeN für di« Arbeit im Ausland« zu fordern, abgelehnt worden war. Zur I u n g l« h r e r f r ag e wurde eine Entschließung gefgstt. die die einmalig« Bereitstellung von 300 000 Mark für die Reichs- junglebrer-Rothilf« als völlig unzulänglicki bezeichnet und vom neuen Reichstag eine gerechtere Behandlung der Junglehrer fordert. Die Besoldungsftage. In bezug auf die Besoldungzfrage wurde eine Ent» schließunz angenommen, die die Vesoldungsregelung in Preußen und einigen anderen Ländern alz ungünstig bezeichnet. Der Lehrer- verein soll« unermüdliä? an der Verbesserung der Lehrerbesoldung arbeiten. Der geschästssührend« Ausschuß wurde beauftragt,«ine Denkschrift über die Vejaldungsverhgjtnisse der Lehrer in den deut- sären Ländern auszuarkeiten. Im übrigen maren auch am zweiten Zag« die Verhandlungen von allerlei festlichen Veranstaltungen umrahmt. Am dritten Verhandlungstag wurde über da» Verhältnis des Deutschen Lchrerverelns zum Deutschen Ve- a m t e N b u ii d beraten. Da» Ergebnis war die Annahme einer Reib« von Anträgen, in denen u. a. gefordert wird, daß di« In- teressen der deutschen Lehrerschaft vam Deutschen Beamtenbund stärker vertreten werden sollen und der Deutsche Lehrerverein einen der Plätze für den stellvertretenden Vorsitzenden erholten soll. Di« VertreteroersaMMluNg ermächtigte den Larstand des Deutschen Lehrerverein?, im Falle der Nichtdurchführung dieser Forderunge» zu der ibm geeignet erscheinenden Zeit die Mitgliedschaft im Deutschen B e a m t e n b u n ü z u k ü n d i g t n. Die Zu- sonimcnfassung der gesamten Beamtenschaft in einem großen Pc- amtenbund sei weiterhin mit Nachdruck zu erstreben. Di« der Arbeitsgemeinschaft sozialdomakratischer Lehrer ange- hörenden Kongreßteilnehnier kamen durch einen Antrag aus Schluß der Aussprache nicht zur ausgiebigen Vertretung ihrer Aussassungen. Vereinbarung Ungehindert im Memelgebiet bleiben dürsten, haben sicherem Vernehmen Nach die Auftordcnmg erhalten, bis zum 1. Juni das Memelgebiet zu verlassen. Als Be- gründung wird angegeben, daß diese Beamten den Bestimmungen über die Einholung der Aufenthaltsgenehmigung nicht entsprochen haben._ Oie Reaktion in Spanien. Auch eine Verfassung. Auf Veranlassung des spanischen Diktators Prima de R i- Vera hat eine Kommission der spanischen„Nationalversammlung" eine Verfassung ausgearbeitet, über die jetzt Einzelheiten bekannt werden. An Stell« des Senats joll künjtig ein„Königlicher Rat" treten. Seine Mitglieder sollen vom König und den Provinz- und Stadtverwaltungen ernannt werden oder„au» eigenem Recht" königliche Räte sein. Der„Königliche Rat" kann, wenn da» Parla ment nicht tagt, Dekrete gutheißen und Gesetzentwürfen, die vom Parlament abgelehnt werdcn. Gesetzeskraft geben: er kann auch beantragen, daß ein vom Parlament angenommener Gesetzentwurf no ihm als diskutiert werde. Im Parlament soll es»veierlei Abgeordnete neben, vam König ernannte und ge- wählte. Die Minister werden vom König ernannt und abgesetzt. Die Kammer ist nur für bestimmte im voraus gesetzlich festzulegende Fragen zuständig. Alle übrigen Fragen soll das Kabinett durch Gesetzdekret erledigen können. Zwei Meter über die Alpengrenze— und schon im Fafchistengefängnis. Innsbruck. 30. Mai. Die italienischen Grenzbehörden haben während der Psingst- feiertage den Innsbrucker Studenten Kanltscheider verhaftet, als«r bei einem Ausflug zwei Meter über die Grenze auf italienisches Gebiet hinauskam. Der Verhaftet« soll nach Brixen eingeliefert worden sein. Das Vundeskanzleromt hat das Generalkonsulat in Mailand angewiesen, sofort Schrift« zur Klarstellung des Falles und zur ehesten Freilassung Kanitscheiders zu unternehmen. Die Kundgebungen gegen 7 lalle» in Südslnwien dauern an, d!« Belgrader Universität ist aus drei Zage geschlossen worden Als ein Zeichen großer Sorge um die Folgen dieser neuen Spannung mit Italien wird es betrachtet, daß der König von feinem Aufenthaft im Süden früher als geplont nach Belgrad zurückgekehrt ist. Die Ge- sandten Südstawiens in Poris und London hoben diesen Groß- möchten beruhigende Erklärungen� gegeben. Italien stellt die An- grisse aus italienische Geichäste in Sebenicn und Spalalo lDalmasien) als ganz schrner hin. In der Skupichtina bestritt Außenminister M a r i Ii t 0 w i t s ch entschieden, daß die ilnterbreitung der Nettunoverträge zur Genehmigung aus einen Druck Italiens oller der Anleiheverhondlungen zurückzuführen fei. Belo Khu» sr>0»och dem Beschluß der Rotstammar de» Landes- gerichts Wien nicht aussÄ«�ert werden,..., Extra Angebote Damen Bekleidung Sportjumper Faltcheu, fesch verarbeitet... aus gutem Panama, Gürtelform mit Krawatte und Aermellose Weste Wolle mit Kunstseide, in schönen, lebhaften Farben Vollvoile- Jumper und Valenciennes- Spitzen, elegant verarbeitet Kleid in fast allen Abteilungen Modewaren Voile- Bindekragen weiss und champ. 75Pt. 590 Voile- Fichus Voile- Fichus mit Valenciennes- Spitze. 125 Damen- Krawatte modernen Farben..... Crêpe de Chine, in 65 Herren Bekleidung Nur Leipziger Strasse/ Alexanderplatz/ Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse/ Wilmersdorfer Strasse ca. 5 cm breit........ Meter UPL schöne helle Sommerstoffe, gute Strapazierqualität.......... 875 Voile- Blende Spachtelkragen F45,65,85 mit reichem Handanszug 1375 1375 aus Vollvoile, moderne Formen, in den neuesten 1975 aus Waschkunstseide, flotte, jugendliche Form, mit Volants garniert.. Kleid Druckmustern Mantel Mantel zweireihige Form aus reinwollenem Rips, fesche Form....... in guter, herrenstoffartiger Qualität, Damen- Wäsche 1975 2950 Schlüpfer g. Kunst- 195 Complet gestreifte 750 seide, grosse Farbenausw. Kunstseide mit Spitzen Hemdhose farbig. 75 Bubi- Nachthemd 245 Opal, reich garniert 375 weiss mit farbig Unterkleid Kunst 4 90 Pyjama seide m. Spitzengarnierung 4,90 mit kurzen Ärmeln aus farbigem Batist Pagenform, Kunstseide, 59⁰ Damen- Schlüpfer Fade, mod, Farben 15145 Damen- Schlüpfer Kunstseide, gute Qualität, modernes Farbsortiment. 145 Damen Handschuhe Leinen imitiert Spezial- Qual, Ferties Leinen imitiert mit moderner Man- 195 schette Waschleder- Imitat. 195 Qual. ,, Hertie Weiss und farbig.... Ziegenleder genäht, in Schwarz oder 390 HassiaSana ist der Anzug Sportanzug langer Hose, schöne Muster, feste Qualität Anzug 4- teilig, mit Sport- und 4800 48⁰⁰ 7800 mit kariert. in guten haltbaren Qualitäten, moderne Muster, 1- und 2- reihige Form.. Mantel a.Gabardine, imprägnierte Qualität, moderne Schlupferform... 00 29⁰⁰ Gabardine- Mantel gute Wollqualität, moderne 1- und 2- reihige Form.... Flanellhose in grau und weiss, gute Wollqualität, modern gearbeitet anerkannt vollkommenste orthopädische Schuh vom Strassenschuh bis zum elegantesten Gesellschaftsschuh für Damen. Herren und Kinder. Wir unterhalten ständig ein gut sortiertes Lager Achten Sie beim Einkauf auf die Schutzmarke. Alleinverkauf für Gross- Berlin: Leipziger Strasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Wilmersdorfer Strasse, Belle- Alliance- Strasse, Kottbuser Damm Badewäfthe 295 95 Badeanzüge Badeanzüge für Kinder, 2-3 Jahre Damen- Hemdhose mit Spitze, gestreifte 320 Kunstseide, Windelform, in neuen Farbtönen Strumpfwaren Damen- Strümpfe prima Mako oder Baumwolle.. 125 mit Blende, Länge 85 95 PL 175 Badetrikots elegante Garnierung....... Gr. 42 315 Badecape Frottierstoffe farbig gemustert, mit Rüschenkragen... für Bademäntel, neue Jaquardmuster Damen- Strümpfe Seidenflor oder Mako.......... 16 65 Badegürtel vielen Farben Damen- Strümpfe guter Beidenflor künstliche Waschseide oder 195 Damen- Strümpfe gute künstliche Waschseide... 245 in Badehauben Damen- Strümpfe Seide, Goldstempel...... Bemberg, Seide( künstl. Wasch- 375 Badeschuhe 114 guter Gummi Meter von 79⁰ 4.90 an 3600 00 78⁰⁰ 1750 Berven- Actićet Panama mit Schillerkragen Oberhemd Perkal 390 Sporthemd weiss 75 Oberhemd Perkal 90 Wollhüte in neuesten Perkal 590 in neuen Streifen m. Kragen gefütterte Brust m. 2 Kragen Farben. 75 Strohhüte Oberhemd Popelin. 75 875 durchg. mod. Streif., Kragen Geflechte Herren- Hose echt Mako. Herren- Jacke 6,90 675 4.5° SO modern. 75 3,90 245 zur Hose passend, echt Mako.. 245 2222 Herren- Hemd echt Mako, mit Doppelbrust... 25 gute Herren- Einsatzhemd Qualit 245 295 Strumpfwarett in modernen Jacquard mustern oder 95Pt. Herren- Socken gute Schweisssocken 65P Herren- Socken guter Seidender oder Kunstseide, 145 95Pt. aus gutem Satin mit Gummisohle einfarbig. Herren- Fantasiesocken gute Qualitäten 945 ***** Herren- Socken Mako, extra starke Strapazierqualität, 75 einfarbig 175 Eleg. Fantasiesocken in neuesten Dessins 195 HERMANN TIETZ Am 29. Mai verschied plöglich und unerwartet unfer lieber Bater, Großvater, Bruder und Schwager der Pensionär Wilhelm Vetter im Alter von 66 Jahren. Die frauernden Hinterbliebenen Die Einäscherung findet am Frei tag, dem 1. Juni, um 12 Uhr, in Baumschulenweg statt. Die inäscherung unseres lieben Verstorbenen Fritz Schallhorn findet am 31. Mat, nachmittags 1/22 Uhr( 132), im Krematorium Baum chulenweg ftatt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Bureauschluß Achtung b 1 Juni find unsere Bureauräume Sonnabends nur bis 1 Uhr geöffnet Dafür werden Freitags alle BureauAm 27 Mai starb nach 2, jährigem Leiden unser lieber Bater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater. der Tischler Gustav Krößner im 81. Lebensjahre. Familie Paul Kröhner. Die Einäscherung erfolgt am Freitag, dem i. Juni, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Am 26. Mat verschied durch Unglücksfall im Beruf mein lieber, treu forgender Mann, der Fassadenpuher Hermann Wittke Jm Namen aller Hinterbliebenen Elise Wittke, geb. Graunte Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. Juni, nachm. 31 Uhr, von der Leichenhalle des St. GeorgenFriedh Weißenfee, Roeldeftr. 142-150, aus ftatt. räume für unsere Mitglieder bis 7 Uhr Su- Belten, Hader: abends offen gehalten. Wir bitten, dies zu beachten. Die Ortsverwaltung. besten. Stahlmatratzen, instit an Priv. Kat.2049 fr. Eisenmöbellaoran Suh( Tnür.. Röftlich Röstlich erfrischend und nahrhaft sind kühle Limonaden, selbstbereitet aus Reichels Limonaden- Sirup- Extrafien Des gelündete und billige Sausgetränk. 13aidhe ergibt a. 3 Bfund haltbaren Limonaden Eimp in Simbeer, Kirsch, Citronens, Orangens, Erdbeers etc. Geschmach. Borzüglich auch als Beiguh zu fühen Spe sen. In Drogerien erhältlich. fonst bei Otto Reichel, Berlin 60. Eisenbahn- Straße 4. Strümpfe billiger meine Damen! Bei jedem Strumpfeinkaut ein Würfel Mercerisin gratis! Mercerisin erneut SelVom 31. Mal bis 7. Juni 1928 besonders vorteilhafte Angebote: z. B. für nur Mk.2.35 vorzügliche Damenstrumpf aus künstlicher guter Waschselde in allen modernen Farben. dengriff und der Seldenglanz GRUNACH KÖNIGSTRASS MERCERISIN SPANDAUERSTR Verkäufe Alappiportwagen 19,-, eleganter Rin- Schlafzimmer. Speisezimmer, Herrenberwagen 39,-. Ball, Große Frank- zimmer, Küchen, Büfetts, Bücherschränke, Werkzeuge u. Maschinen furterstraße 47. Teppiche mit leinen Webfehlern. Sonderpreis 2X3 19,-, Sonderpreis 2X3 24,-, Gonderpreis 2X3 35,-, GonBildhauer. Schreibtische, runde Tische, Standuhren, Antleibeschränke aller Größen, Sofas, Paul Friedrich, Charlottenburg 2, LeibWerkzeuge für Glafer, Ralante Zahlungsweise. nizstraße 17. Ruhebetten. Morigplak. Fabrit Moebel- Boebel. berpreis 2X3% 39,-, Gonderpreis gebäude. Werkzeuge für Sattler, Schuhmacher. 2X3% 48,-, Gonderpreis 3X4 59,-, Gonderpreis 3X4 85,-. Rörner, Bots- unsere gutgearbeiteten Möbel mit unse- niastraße 17. Sie laufen nur bei uns, sobald Sie Paul Friedrich. Charlottenburg 2, LeibDamer Straße Nr. 26a. ren billigen Breisen vergleichen. Riesenauswahl über 300 tompletter Einrich- arbeiter. Werkzeuge für Steinfeger, BetonPaul Friedrich, Charlotten Bekleidungsstücke. Wasche gsw tungen. 14 Etagen Ausstellung! Stadt- burg 2, Leibnizstraße 17. bekannt niedrige Preise, Berliner MöbelStaunenerregend! Prachtteppiche fünf- haus Morig Sirschomik, nur Südosten, zehn! Fehlerhafte! Riefenlager! Diwan Staligerstraße 25. Hochbahn Kottbusser becken 6,50! Federbetten Stand 25,-1 Tor. Anzüge 20,-1 Monatsgarderobe! Gummimäntel! Teilzahlung.( Reine Bersagware.) Biandleih- Berkaufshaus, Schönhauser Allee 115( Nordring). Musikinstrumente Kaufgesuche Zahngebisse. Gilberfachen, ginn, Blet, Quedfilber. Goldschmelze, Christionat, Ohne Anzahlung. Pianos in großer Röpenickerstr 39( nahe Adalbertitrake). Bon Ravalieren wenig getragene, wie Auswahl. neue und gebrauchte, mit herr. Münzen, Briefmarken lauft Großauch neue elegante Sadettanauge, Smo- licher Tonfülle Langjähriger Garantie. mann. Johannisftraße 4. Herer. ting, Fradanzüge Baletots Gummi.[ chein, fleine Ratenzahlung mäntel. Sofen, für febe Figur paffend. Brunnenstraße 191. 1 Treppe. am Rofen. verlauft fpottbillig, teine Lombardware. thalerplag Leihhaus Friedrichstraße 2 am Halle- gintpianos, überaus preiswert. Biano. Verschiedenes fchen Tor Getragene Herrengarderobe. Speziali. tät Bauchfiguren, fpottbillig. Naß. Gormannftrake 25/26 früher Muladstraße Getragene unb neue Serrengarderobe billigft. Raß. Raftanienallee 84 fabrik Bint. Brunnenstraße 35. Fahrräder Emaille- Vereinsabzeichen, hochfein po. liert. vergoldet, 18 Millimeter groß, Toften per Stüd bei 12 Stüd 1,10. Teilzahlung. Geringe Anzahlung 25-90. 50-, 70, 100,60, breifarbig, Kleine Kate, troßdem billig Nur Quali einAlb. und zweifarbig billiger! tätsräder, drei Jahre Garantie. Fahr. Betfch. Bereinsabzeichen. und Stempel rabbau Bima. Aderstraße dreißig. fabrit, Berlin- Niederschöneweide, Köl Mufterpreisliste frei. Fahrrader. erstklassige Martenräder nischestraße 58 Teilzahlung Fahrradhaus Centrum, Geschäftszeit 8-6 Uhr. Möbeltrebit bis 20 Monatsraten. Linienstraße neunachn. Schlafzimmer, Speifezimmer Einzel Dürkoppfahrräder, Opelfahrräder, möbel Küchen, Metallbetten Möbel Nedarfulmer. Teilzahlungen ohne Aufhaus Luisenstadi Köpenickerstraße 77/78. fchlag. Berkaufsstelle: Knoch, Gneisenau Seute in zwei großen Sälen altdeutscher Möbel Ede Brüdenstraße Straße 111 Vergnügungen Colibri- Säle, Martin- Luther- Straße 69. Ball und moderner Tang 2 Rapellen. Batentmatzagen, Primissima"-Metall. 2,50 wöchentlich. Erstklassige Fahr Tanzleitung: Reinhold und Ditchen. betten, auflegematragen, Chaiselongues räder. 5 Jahre Garantie. Hiefenaus. Mittwochs Balzerabend, Donnerstags. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spe. wahl. Großberliner Fahrradvertriebs- Sonnabends und Sonntags Elite- Ball. ges., Turmstraße 70. Fabelhafte neue Gaaldekoration. aialaeldhäft Ramerling, Staftanienallee 56. An Teilzahlung! 2,50. Diamanträder, richtetilchen, Abwaschtische, Weißlad Görideräder, Triumphräder, WittlerIchränke, Flurmöbel. Riefenauswahl. räder, Waffenfahrräder, Neckarsulm Spottpreise. Rahlungserleichterung. räber, Multiplegräder, Monopolräder. Billige Preise und gute Fabritate bie- Schlawe, Weinmeisterstraße vier. ten Ihnen unsere Kiefenlager tom. pletter Speisezimmer, Schlafzimmer, Nähmaschinen Ohne Anzahlung in 12 Monatsraten Serrenzimmer, Küchen, Einzelmöbel zur Arbeitsmarkt Stellengesuche Installateur Teppiche, Diwan, Tisch, Daunenbeden, Ergänzung in allen Holz- und Stilarten. DErlopp- Nähmaschinen gegen 3- Mart Läuferstoffe, bequemste Monatsraten, Befichtigung unbedingt lohnend! Möbel Wochenraten Biofit. Brunnenstraße 185, um Raden der Attus und für fleine RevaDeutsche Teppich- Bertriebs- Gesellschaft, haus Often, Andreasstraße 30, gegen zwischen Rosenthalerplaz und Invaliaren gesucht. Offert unt E. U. 1503 Aronenstraße Nr. 66-67. über Markthalle. benstraße. Norden 118. befördert Rudolf Mosse, Moritzplatz. Nr. 253 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Nordpolflieger in Berlin. Wilkins und Eyelsons Empfang auf dem Tempelhofer Flugplatz. Frühlingstag auf dem Flugplah Tempelhofer des Willkommens und gedenkt dabei der Freundschaft der beiden Feld! Strahlende Maiensonne und eine Fülle von Nationen, Sie sich in den letzten Jahren in den Empfängen von Menschen, die herbeigeeilt sind und draußen im Freien an Chamberlin, Köhl und Wilkins jg so deutlich gezeigt hat. Mi: den Kaffeetischen sihen, um zur Stelle zu sein, wenn die furzen Worten begrüßte Botschafter Lindsay seinen Landsmann beiden Nordpolflieger, Hauptmann Wilkins und Leutnant Eyelson. Egelson, in Berlin eintreffen! Bunte Fahnen, deutsches Schwarztofgold, das amerikanische Sternen banner, der Union Jad, das preußische Schwarzweiß, der Berliner Bär, Corbeerbäume, Blumen und eine Tribüne, auf der die offiziellen Vertreter zum Empfang der beiden kühnen Kämpfer der Technik und der Geographie versammelt find! Die Presse aller Länder ist versammelt und mit ihr eine Unzahl von Pressephotographen mit gerüsteten Kameras! Das war das Bild, das der Flugplatz gestern um 16 Uhr bot. Staatssekretär 3 meigert und Ministerialdirektor Dr. Branbenburg vertraten die Reichs- und preußische Staatsregierung, Oberbürgermeister Dr. Böß war als Oberhaupt der Stadt Berlin erschienen. Man begrüßte freudig die populäre Figur des amerikaischen Botschafters Dr. Schurmann, und man jah weiter den englischen Botschafter Lindsay. Die internationale Gesellschaft zur Erforschung der Arktis hatte Professor Dr. Wegener dele. giert...... Sie fommen! Blöhlich wird alle Unterhaltung unterbrochen. Alles schaut zum Himmel. Da fommen sie, ein stolzes Geschwader im Bogel flug. Vorne das große Junkersflugzeug mit den beiden Helden des Tages und dann immer zu zwei und zwei sechs Flugzeuge als Ehrenestorte! Beifallsflatschen erschailt, Hochrufe ertönen! Man flettert auf die Stühle und auf die Papierkörbe, um besser schen zu können. In langfamem Fluge umkreisen die Appa vate das Feld, und als sie dann landen, wird der Beifall zu stür= mischem Jubel. Wilfins und Eyelson winfen aus der Kajüte. Die Kapelle stimmt die amerikanische Nationalhymne an. Begrüßung und allgemeines Händeschütteln, das freilich erschwert wird durch einen großen Run der Breffephotographen, die todesmutig die Polizeikette durchbrechen, um möglichst nahe an die beiden gefeierten Piloten heranzukommen. Die offiziellen Reden nehmen ihren Anjang. Zuerst spricht der Bertreter des Deutschen Reiches und der preußie fchen Staatsregierung. Herzlich heißt er die beiden Männer auf deutschem Boden millkommen, die eine heroische Tat vollbrachten. Sie dienten der Wissenschaft, um die Menschheit mit Kenntnissen über bisher unerforschte Gebiete zu bereichern. Staats: fefretär 3 weigert erinnert an ein Wort Carlyles, nach dem die Menschheit immer ein großes Bert mit Bersönlichkeiten verbindet und diesen Persönlichkeiten dann ihre Bewunderung zolft. Diese Bewunderung müßten sich die beiden Flieger jetzt während ihres Aufenthaltes in Berlin freundlichst gefallen laffen. Ernit ftimmt die Hörer die Erwähnung des Namens Robile, über dessen Geschick die gesamte zivilisierte Belt in banger Erregung sei. Wird die Hoffnung, die der Redner ousspricht, daß Nobile und seine madere Mannschaft, doch noch gerettet werden, zur Erfüllung tommen? Wir alle wünschen es! Oberbürgermeister Dr. Böß erinnert daran, daß einstmals die Bertreter des Berliner Magistrats Fürsten und Könige empfangen hätten, die in pruntenden Karossen famen. Die Flieger, so sagt er, besuchen uns mit dem modernsten Verkehrsmittel, aber es mird ihnen ein Empfang zuteil, der von der allergrößten Herzlichkeit ist. Sie sollen fich mohlfühlen hier in Berlin, der Stadt der Wissenschaft und des Fortschritts, und gern an die Tage zurückdenken, die sie bei ams nerleben. Der sympathische Schurmann findet herzliche Worte 27] Jack London: Wolfsblut. Kein Hund im ganzen Lager, ob jung oder alt, konnte fürchterlicher knurren als er; aber da das Knurren nur zur Warnung oder zum Abschrecken dient, so gehört Ueberlegung dazu, wie und wann es angewendet werden darf. Wolfsblut verförperte in feinem Knurren alles, was es Boshaftes, Bösartiges und Schreckliches gab. Seine frause Nase zudte fortwährend, sein haar sträubte sich in dicken Wulsten, die Zunge spielte im Munde wie eine rote Schlange, feine Ohren legten sich platt zurüd, und die hochgezogenen Lippen entblößten die Zähne, mährend der Geifer herabfloß. Durch folchen Anblick konnte er fast jeden Angreifer stußig machen, und ein Augenblick, in dem er nicht auf der Hut zu sein brauchte, gab ihm Zeit zur Ueberlegung und zum Entschluß. Oftmals führte eine solche Pause, die sich verlängerte, ein völliges Aufgeben der Feindseligkeiten herbei, und mehr als einmal fonnte er selbst dabei vor einem erwachsenen Hunde einen ehrenvollen Rückzug antreten. Wenn aber die jungen Hunde ihn als Ausgestoßenen behandelten, so vergalt er ihnen ihre Feinschaft reichlich durch feine tödliche Angriffsweise und erstaunliche Geschicklichkeit im Kampfe. Da sie ihn nicht in ihren Reihen duldeten, so erlaubte er auch nicht, daß einer aus der Rotte außerhalb Der Reihe lief. Mit Ausnahme von Liplip fürchteten die anderen seine Ueberfälle aus dem Hinterhalt und fahen fich gezwungen, zu gegenseitigem Schuß gegen den schrecklichen Feind, den sie sich gemacht hatten, zusammenzubleiben. Ein junger Hund allein am Ufer des Flusses war so gut wie perloren, oder er schredte das Lager durch schrille Schmerzens. und Angstlaute auf, wenn er vor Wolfsblut, der ihm aufgelauert hatte, entfloh. Professor Begener würdigt die wissenschaftliche Bedeutung des fühnen Nordpolfluges. Es ist nicht nur die Tat, die Leistung, sondern auch das Ergebnis, das höchfter Achtung wert ist. Terra incognita, unbekanntes Land, ist von den Fliegern erforscht worden, und es ist eine besondere Freude für die Wissenschaft, daß morgen Wilkins in einem Vortrag über die wissenschaftliche Ausbeute seines Fluges uns Bericht erstatten will. Daß den beiden Piloten der Dank für den Empfang in Berfin aus dem Herzen kommt, das sieht man ihren Gesichtern an, als fie freudebewegt den offiziellen Vertretern die Hand schütteln. Auf Berliner Boden. Unter neuem Jubel geleitet man die Beiden in das Ber= maltungsgebäude des Flughafens. Die amerikanische Hymne und das Deutschland- Lied erklingen, und die Häupter entblößten sich. Jetzt sieht man Wilkins und Enelson ganz aus der Nähe. Scharfgeschnittene, angelfächsische Gesichter, helle Augen, die zeigen, daß die beiden Jungens zäh und leistungsfähig im höchsten Grade sind, daß sie aber auch wahr haft herzlich I a chen können. Im Garten des Flughafens ist eine Raffeetafel gedeckt, der erste Imbiß auf deutschem Boden, der den beiden Bolfliegern geboten wird! 1m 18 1hr fahren sie, stürmisch mit Hochrufen und Tücherschwenken gegrüßt, zum Hotel ab. Abends sind sie Gäste des Deutschen Aero- Klubs. Die Maschine des Reichsverkehrsministeriums, das dreimotorige Junkersflugzeug D. 1000, mar um 14.14 1hr in Kopen hagen gestartet, mit Wilkins, Eyelson, Professor Berson von der Aero- Arctic und Hauptmann a. D. Bruns an Bord. Bon Warnemünde aus, non dem Augenblick an, mo das Fingzeug in den Bereich der deutschen Hoheitszone fam, gab das deutsche Geschwader von sechs Wassermaschinen das Ehrengeleit. Steuermann mar Lufttapitän Bauerhin. Auf die Minute pünktlich ist das Geschwader in Tempelhof eingetroffen. In den nächsten Tagen werden die beiden Flieger Gegenstand zahlreicher Ehrungen und Empfänge sein. Heute werden sie beim Reichspräsidenten vorgestellt werden. Die Einsponnbetrüger. Sie nehmen das Geständnis zurüd. Die 87 Sjerren auf den Anflagebänken diesseits und jenseits der Barriere scheinen sich im Gerichtssaal nicht übel zu fühlen. Manchmal glaubt man ,, man befände sich auf der Börse oder in einem Café, in dem vorteilhafte Geschäfte abgeschlossen werden. 3um Glück find die Einsponnleute unter sich und so besteht teine Gefahr, daß irgendwelche dritte Personen zu Schaden kommen. 87 Angefiagte! Keine Kleinigkeit! Zu allererst muß festgestellt merden, ob alle anwesend sind, dann muß der Eröffnungsbeschluß perlesen werden und schließlich muß ein jeder von den 87 zur Berfon befragt und furz über seine Stellung zu der ihm zur Laft gelegten Anflage vernommen werden. So geht die ganze erste Sigung drauf. Trotzdem ergibt sich manches Interessante. Da bittet z. B. ein in Haft befindlicher Angeklagter, daß das Gericht ihm einen Berteidiger zur Seite stelle; er fühle sich frank und sei nicht fähig. aus eigenen Kräften seine Verteidigung zu führen. Der Vorsitzende meint dazu, daß mit Ausnahme eines Falles, mo es sich um einen Angeklagten gehandelt habe, der geistig nicht ganz auf der Höhe häufig, denn in der Erregung der Jagd waren die Hunde, wenn sie in vollem Laufe maren, nur zu geneigt, sich zu vergeffen, was Wolfsblut nie tat. Da junge Hunde immer zum Spiel aufgelegt sind, so machten sie notgedrungen aus diesem Kriege im kleinen ein Spiel. So fam es, daß die Jagd auf Wolfsblut ihr haupt sächlichster Zeitvertreib wurde, der manchmal einen tödlichen Ausgang für einen von ihnen nahm. Denn Wolfsbiut, der flinker zu Fuße als sie war, fürchtete nicht, sich überall hin zu wagen. Oft führte er das Rudel auf wilder Jagd durch die angrenzenden Wälder, immer aber verloren die Hunde ihn dabei aus den Augen, und der Lärm, den sie machten, warnte ihn, während er auf Samtpfoten, mie einſt ſein Bater und seine Mutter, einem Schatten gleich, still unter den Bäumen dahinglitt. Auch stand er dem wilden Leben im Walde näher als jie und fannte mehr von den Geheimnissen und Listen desselben. So war es ein beliebter Kunst griff von ihm, seine Spur im fließenden Wasser verschminden zu lassen, und ruhig im Dickicht zu liegen, während das Rudel verblüfft ein lautes Gefläff um ihn herum erhob. Donnerstag, 31. Mai 1928 fei, allen übrigen die Stellung eines Offizialverteidigerst abgelehnt worden sei. Troz wiederholten Ersuchens des Angeklagten bleibt der Borsitzende bei seiner Erklärung. Es ist schon einmal so: be= figt man das nötige Kleingeld, so nimmt man sich einen Berteidiger; besitzt man es nicht, so muß man ohne Verteidiger aus tommen. Eine kleine Einführung des Vorsitzenden belehrt die Schöffen diteur, Bankier steckten unter einer Decke, das Geschäft mar ein finüber die Art der Einsponngeschäfte. Berkäufer, Bermittler, Spegiertes mit dem einzigen Zweck, den Geldmann um sein Geld zu bringen. Die Geprellten ,, Wir haben niemand um das letzte Huhn gebracht", meinte einer der Angeklagten, als er aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde wird man erst in den mittler, Spediteure und Bankiers fonnte man in ihrer geschäftigen nächsten Tagen zu Gesicht bekommen; die Verkäufer, Käufer, BerRührigkeit bereits gestern bestaunen. Natürlich bestritten eine Anzahl von ihnen vor dem Untersuchungsrichter, sich in irgendeiner Weise schuldig gemacht zu haben; die einen wollten überhaupt nichts mit den Einsponngeschäften zu tun gehabt haben, die anderen erklärten, gutgläubig gehandelt zu haben, mieder andere maren geständig und wollen vor Gericht ihre Ausführungen, die sie in der Voruntersuchung gemacht haben, aufrecht erhalten. Und schließlich gibt es auch solche, und das sind nicht menige, die behaupten, in der Voruntersuchung ihre Teilnahme an den Einsponngeschäften bloß aus dem Grunde zugegeben zu haben, um nicht in Untersuchungshaft zu kommen. Nanu, wundert sich der Vorsitzende, ist das möglich? Jawohl, meinen die Herren auf den Bänken, wovon hätten sonst unsere Kinder gelebt. Man wird also den Untersuchungsrichter hören müssen; da fann es unter Umständen auch dramatisch werden. Noch dramatischer als es gestern bereits zu werden drohte, als einer der Verteidiger eine Protesterklärung dagegen verlas, daß in der strafrechtlichen Vereinigung der staatsanwaltliche Sachbearbeiter der Einsponnanklage einen der Angeklagten als Vater des Einsponngedankens bezeichnet hat und ein anderer Verteidiger die Schöffen davor marute, jih alizu sehr in die Anklagefchrift zu vertiefen, da diese Tatsachen als feststehend hinstelle, deren Hinfälligkeit in der Gerichtsverhandlung er zu erweisen beabsichtige. Wie vorsichtig man mit dieser Antlagechrift umgehen müsse, zeige schon allein der Umstand, das hier zum Beispiel dem Angeklagten Balson zwei studierende Söhne cn= gedichtet merden, während der eine Student in Wirklichkeit 14jähriger Volksschüler und der andere eine 10jährige Schülerin sei. Der Herr Staatsanwalt, der diese Anflageschrift verfaßt hot, ver tritt allerdings nicht die Anklage. Das tut für ihn sein Kollege. Die Frage bleibt aber bestehen: War es denn wirklich erforderlich, alle 63 Fälle zur Auflage zu stellen? Hätte man sich nicht auch mit einer kleineren Zahl begnügen fönnen, um Zeit und Geld 34 ſparen? Ein Tag der Verkehrsunfälle. ein Reihe von schweren Berkehrsunfällen. Im Laufe des geftrigen Nachmittags ereignete fich eine große Beim Ueberqueren der Straßenkreuzung Belle Alliance und Kreuzbergstraße murte um 16 Uhr der 31jährige Arbeiter Paul Hörl aus der Müllerstraße 35a, der sich auf seinem Fahrrad von seiner Arbeitsstelle in Tempelhof auf dem Heimmeg befand ,, von einem Silfs gerätewagen der Straßenbahn überfahren und schwer verletzt. Der Berunglüdte murde in dos Urbanfrankenhaus übergeführt und sofort einer Operation unterzogen. Die ärztliche Hilfe tam aber bereits zu spät; 5. starb an den Felgen eines schweren Schädelbruches. Vor dem Hause Tauen zienstraße 6 wurde gegen 17 Uhr ein etwa 11 bis 13jähriges Mädchen Don einem Privatauto überfahren. Das Kind wurde mit schweren inneren Berlegungen zur nächsten Rettungsmache und von dort in das Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht, wo turz nach seiner Einlieferung ft ar b. Die Personalien des tödlich verunglückten Mädchens, dessen Wäsche mit den Buchstaben H. G. gezeichnet ist, fonnten noch nicht ermittelt werden. Beim Spielen auf dem Fahrdamm wurde die 9jährige Ursula Manz vor dem Hause Strausberger Straße 8 von einem Privatauto überfahren und lebensgefährlich verlegt. Die Kleine murde in das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, mo die Aerzte einen doppelten Schädelbruch feststellten. An der Ecke 2 izom und Potsdamer Straße murde der Sommerlager ward abgebrochen, und der Stamm schickte sich an, mit Sad und Pack nach den herbstlichen Jagdgründen abzuziehen. Wolfsblut beobachtete alles mit aufmerksamem Auge, und als die Wigwams sich sentten und die Boote am fer beladen wurden, da verstand er, was das bedeutete. Schon fuhren einige Boote stromabwärts und waren bald dem Auge entschwunden. Er beschloß mit voller Ueberlegung zurückzubleiben. Er mariete auf eine günstige Gelegenheit, um aus dem Lager. und in den Wald zu schleichen. Hier angekommen, verbarg er im Wasser, das schon zu gefriern begann, feine Spur, froch dann ins Dickicht und wartete. Die Zeit verging, denn und wann schlief er ein paar Stunden, endlich weckte ihn bie Stimme des Grauen Biber, der seinen Namen rief. Auch andere Stimmen wurden laut; er unterschied die der Frau des Grauen Biber und die Mitsahs, des Sohnes des Grauen Biber, die ebenfalls an der Suche teilnahmen. das Bersted zu verlassen, aber er miderstand diesem BerWolfsblut zitterte teils vor Angst, teils vor Verlangen, un- langen. Nach einer Weite wurden die Stimmen schwächer, Die Dunkelheit brach herein, und eine Zeitlang spielte er und er frod) ins Freie, um den Erfolg seiner Tat zu genießen. unter den Bäumen umher und freute sich der wiedergemonnenen Freiheit. Dann murde ihm plötzlich seine Einsamfeit flar. Er setzte sich nieder, um nachzudenken, er lauschte auf das Schweigen im Walde, das ihm drückend erschien. Es So von seiner Gattung und den Menschen gehabt, gezähmt, fortwährend verfolgt und selber fortwährend Krig führend, ging es mi feiner Entwicklung rasch vormärts. Doch war sie einseitig. Da gob es feinen Boden, auf dem freundliche Gefühle, wie Liebe und Zuneigung, erblühen fonnten; von solchen hatte er keine Ahnung. Was er gelernt hatte, mar, dem Starken zu gehorchen und den Schwachen zu bedrüden. Der Graue Biber mar sein Gott und war start, und darum gehorchte er ihm, aber fleinere, schwächere Hunde, die konnte er vernichten. So strebte seine Entwicklung auf Stärke und Macht hinaus. 11m der beständigen Gefahr, perlegt oder gar getötet zu werden, zu entgehen, murde er flinter, behender, schlauer und outdürftiger als seine Kameraden. Seine Sehnen und Muskeln waren dünn und geschmeidig mie Stahl, und er war ausdauernd, grausam und flug. Dies alles mußte er sein, sonst hätte er sich in der feindseligen Umgebung, in der er aufwuchs, nicht behaupten fönnen. 4. Die Fahrt der Götter. Aber Wolfsbluts Rache hörte damit nicht auf. 3war hatte das Rudel junger Hunde gelernt, daß sie zusammenhalten müßten, wenn sie ihn angriffen und fein Anblid allein genügte, sie zur Verfolgung aufzustacheln, allein feine Schnelligkeit brachte ihn immer in Sicherheit. Doch wehe dam Hunde, der bei der Jagd finen Gefährten voraus- Is die Tage im Herbst immer fürzer murden, und lief! Wolfsbluts Mejode war es, sich nach den Berfolger, häufige Fröste die Luft abfühlten, machte Wolfsblut einen her voran war, umzukehren und ihn gründlich zu bearbeiten, Bersuch, seine Freiheit wieder zu erlangen. Seit einigen bevor noch die übrigen herantommen fonnten. Dies geschah| Tagen herrschte im Dorf großes Leben und Treiben. Das war so unheimlich, daß nichts sich bewegte, daß fein Ton laut murde. Er fühlte, mie etmas Furchtbares unsichtbor um ihn lauerte. Er ängstigte sich vor den hohen Bäumen, vor den dunklen Schatten, hinter denen allerlei Gefahren sich versteden fonnten. Auch fing es an falt zu werden. Hier mar nicht die warme Band eines Wigwams, an die er sich schmiegen konnte. Die Füße froren ihm, und er hob bold den einen, bald den anderen Borderfuß empor, um ihn zu erwärmen, und deckte den buschigen Schwanz darüber. Zugleich zogen vor seinem inneren Auge die Bilder der Erinnerung vorüber. Er sah wieder das Lager, die Zelte, den Schein des Feuers. Er hörte die hohen schrillen Stimmen der Weiber, die Baßtöne der Männer, das Knurren der Hunde. Ihn hungerte, und ihm fielen die Stücke Fleisch und Fish ein, die ihm hingeworfen worden maren. Hier gab es nichts zu essen, nichts als drohendes Schweigen, das nicht satt machte. ( Fartjeßung folgt.) 1 83jährige Straßenweichensteller Willi Schürmann aus der Brinzenallee 47 Don einem Motorradfahrer zu Boben geschleudert Sch. mußte mit schweren Ber. fegungen in das Elisabeth- Krantenhaus übergeführt werden. Der Wurft- Kavalier. Gittlichkeitsverbrecher unschädlich gemacht. Das Hilfegefrei eines jungen Mädchens alarmierte in der Nacht zum Dienstag Baffanten und Bouzeibeamte in der Lynar straße zu Spandau. Das Mädchen, das die Straße entlang lief, murde angehalten, und auf der Revierwache ergab sich, daß es einem Ravalier eigener Art in die Hände gefallen war. In Finkenkrug hatte die Tanzlustige einen 38 Jahre alten Bursthändler G. kennen gelernt. G. erbot sich, seine Tänzerin, die in Charlottenburg wohnt, nach Hause zu bringen und holte ein Múto. Er fuhr mit ihr nach Spandau, lud sie dort zum Essen ein und bestieg mit ihr dann wieder den Magen, angeblich, um nach Charlottenburg zu fahren. In Wirklichkeit aber schlug der Chauffeur auf feine Weifung die entgegengelegte Richtung ein. In der Nähe non Schwanenfrug ließ G. halten, entlohnte den Chauffeur, der foleppte das Mädchen in den Wald und vergewal. tigte es. Um die Wohnung des Mannes zu erfahren, begleitete sie ihn nach Spandau zurüd. As er hier ein Haus betreten hatte, schrie fie um Hilfe, und so konnte G. festgenommen werden. Bald ergab sich, daß er frühmorgens am 2. Feiertag ein gleiches Berbrechen begangen hatte. Auf einem Bergnügen in Staaten hatte er ein Mädchen fennen gelernt, mit dem Kraftwagen nach Finfentrug ftatt nach Spandau gebracht und ihm dort Gewalt an getan. Die lleberfallene hatte das Spandauer Krankenhaus auf fuchen müssen. Der Verhaftete tommt höchstwahrscheinlich auch noch für andere Ueberfälle dieser Art, die in der Gegend von Span dau nerübt wurden, in Betracht. Die Wenststelle E 4, Kriminal fommissar Nordhausen, der G. vorgeführt wurde, hat die Ermitt hungen nach dieser Richtung eingeleitet. Wie die Müllabfuhr arbeitet. Der Weg Weg der Funktechnif. Ein Telefunkenjubiläum. Am heutigen Tage wird das 25jährige Bestehen der Telefunken| Maschine burch Frequenzumwandler auf ein Mehrfaches der Grund gesellschaft festlich begangen. Am 27. Mai 1903 wurde Telefunfen von der AEG. und Siemens u. Halste gegründet. Die neue Gesell schaft hatte von vornherein die Aufgabe, die Hochfrequenztechnit wissenschaftlich zu fördern und wirtschaftlich auszunußen. Ein großer Teil der in der Funktechnit gemachten Fortschritte hat denn auch tatsächlich seinen Weg aus dem Laboratorium dieser Gesellschaft ge nommen. geleistet und dazu beigetragen, daß lange Zeit hindurch der Name Bahlreiche hochbegabte Funtingenieure haben hier ihr bestes Telefunken" tatsächlich zur Markenbezeichnung für die drahtlose Telegraphie und Telephonie wurde. Als es dem dänischen Ingenieur Waldemar Poulsen gelungen war, den Lichtbogen, also die ungedämpften Schwingungen der mit Gleichstrom gespeisten Bogen lampe, für die drahtlose Telephonie nugbar zu machen, begann auch Telefunken sich mit der Erzeugung ungedämpfter Wellen und damit mit der Funk telephonie zu beschäftigen. Im Herbst 1906 begannen bie Versuche mit ungedämpften Schwingungen, und es gelang, drahtlose Sprachübertragung auf eine Entfernung von 40 Kilometer zwischen dem Telefuntenlaboratorium in Berlin und dem bei Nauen aufgestellten provisorischen Sender. Im April 1927 murbe drahtloser Sprechperfehr zwischen Nauen und Dresden, alfo auf eine Entfernung von rund 200 Kilometer erzielt. Die Funkhörer wird es interessieren, daß zum Empfang mur ganz ein fache Detektorgeräte, allerdings mit guten Hochantennen, benutt wurden. Mit der Vollendung dieser ersten Versuche war eigentlich schon die Grundlage für den modernen Rundfunt geschaffen. Während in Amerika die Funfpioniere Fessenden und Alexanderson Hochfrequenzmaschinen schufen, die die für den drahtlosen Verkehr notwendigen Schwingungen direkt erzeugten, ging man in Deutschland und so auch bei Telefunten andere Bege. In den Jahren 1912 und 1913 probierte Telefunken die o frequenzmaschine des Grafen Arco, bei der die sehr hohen Umlaufzahlen der amerikanischen Maschinen dadurch vermieden wurden, daß die Maschine eine niedrige Grundfrequenz erzeugte, während die gewünschte höhere Schwingungszahl außerhalb der Man zerstört das Ehrenamt." Auch die vielen fleinen Ehrenamter der städtischen Verwaltung in Berlin find zu besoldeten Aemtern geworden. Die Bezirksvorsteher, die Vorsteher der Wohlfahrts- und Jugendkomis fionen erhalten Aufwandsentschädigungen, und jetzt sollen auch die Schiedsmänner einen Blag an der großen Futterfrippe be tommen." schwingung gebracht wurde. Noch heute arbeiten die Maschinen nois Telefunken in Nauen zur allgemeinen Zufriedenheit. Aber alle diese Arbeiten wurden hinsichtlich des Erfolges weit übertroffen durch den Dr. Meißner fand auch die Rückkopplung. Seinen Arbeiten ist es Röhrensender, der eine Schöpfung Dr. Meißners ift. im wesentlichen zu verdanken, daß die Ra dioröhre sowohl auf der Sende- wie auf der Empfangsseite die überragende Bedeutung erlangte, die sie heute besitzt. Noch während des Krieges wurden eine Anzahl von Röhrensendern von Telefunken fertiggestellt, und tadellos funktionierende Verbindung zwischen Deutschland und der bereits 1917 gelang es, mit einer Antennenleistung von 20 Watt eine Türkei zu erzielen Röhrensender, Rudfopplung und Hochfrequenzverstärker haben die letzte Grundlage für den Ausbau des Unterhaltungsrundfunks geschaffen. Der größte Teil der heutigen Rundfunksender von der kleinsten Enpe mit etwa 0,4 Kilowatt bis zu dem Deutschlandsender bei 3eesen mit seinen 35 Kilomatt Antennenleistung wurde von Telefunken ausgeführt. So ist denn die Geschichte dieser Gesellschaft aufs engste mit der Geschichte des deutschen Rundfunks verbunden. Bon den Sendern, die Slaby und Braun fonstruiert hatten, führte der Weg der Funktechni? über den Lampenfender und die Hochfrequenzmaschine zum Röhrenfender. Er führte vom primitiven Empfangsgerät über ben Detektor. empfänger zum hochwertigen Röhrengerät. Diese Entwidlung fennzeichnet die wissenschaftliche Arbeit, die bei Telefunken geleistet wurde. Heute steht vor allem die Ueberfeetelegraphie wieder vor einen und furzer Bellen ist es gelungen, früher ungeahnte Reich Wendepunkt. Mit Hilfe relativ schwacher Röhrensender meiten zu erzielen. Solche Anlagen vermögen wirtschaftlich, aber dennoch betriebssicher zu arbeiten. Man wird wahrscheinlich diese Kurzwellenstationen vor allem auch zu bildtelegraphischen Ueber. tragungen heranziehen, da gerade furze Bellen für diese 3mede hervorragend geeignet sind. Die Arbeit, die Telefunken leistete, wird am besten durch eine Zahl iüustriert: Seit 1913 find nahezu 5000 Röhrensender fertiggestellt worden. Dazu kommen Millionen pon Telefunfenröhren, die in ungezählten Empfangsappa raten glühen, eine über die ganze Welt verbreitete Festbeleuchtung befonderer Art... Der Werfspionageprozeß. Betriebsgeheimnisse oder nicht? gegent Zu den schwersten Aufgaben, die für die Großstädte aus der Anhäufung der Menschenmillionen sich ergeben, gehört die Beseitigung der Wirtschaftsabfälle, des Straßenschmutzes, der Fäkalien. Die Kanalisation, die Straßenreinigung, die Der Botal- Anzeiger" läßt Dr. M. 3. bewegliche Klage bar Müllabfuhr müssen hier Betriebe von einer technischen und über führen, daß ,, bas ehrenfeste, alte städtische Ehren organisatorischen Bollkommenheit fein, non der selbst der amt unterminiert und ausgehöhlt worden sei und mehr und In dem Stuttgarter Wertspionageproge die Bertreter der Riebe- Berte treten bei der Bernehmung der Großstadtbewohner meist feine rechte Vorstellung hat. Wie mehr zu einer Domäne der Lintsparteien werde." ,, Alles wird bezahlt Die Hauptsache: das Sachverständigen über den Charakter und die Bedeutung die Müllabfuhr arbeitet, legte Stadtrat Reuter Parteibuch. Man amtiert im Hinterhaus der einzelnen Wertzeuge und Apparate sehr große Meinungsver in einem Vortrag dar, den er vor Bertretern der Presse hielt. fauten die Unterzeiten des Verdächtigungsartifels. Sein Verfasser schiedenheiten darüber zutage, ob die der Norma gehörenden GegenDaß dieses Arbeitsgebiet nicht mir ehedem privater Tätigkeit behauptet, die städtischen Ehrenamter würden nicht mehr nach der tände etwas so Neues an fich tragen, daß sie überhaupt als Geüberlaffen werden fann, sondern Sage der Gemeinde sein Qualifikation des Bewerbers vergeben, sondern nach deffen politischäftsgeheimnisse zu bewerten seien. Die Sachverständigen der muß, wird heute selbst der verbohrteste Gegner tommunaler Bescher Parteieinstellung. Diese Aemter würden auch so oder so Norma, Direttor Stuber und Oberingenieur Sch meilhardt. triebe nicht mehr bestreiten. Nach Schaffung der Groß- Berliner Ein bezahlt. behaupteten dies von einer 2ä ptzange, die zum Bolieren von Kugellagern benötigt wird, während der Angeklagte Kahn das heitsgemeinde von 1921 wurde die Wereinheitlichung der entschieden in Abrede stellte und dabei von dem Sachverständigen Müllabfuhr so gefördert, daß wir sie jetzt immerhin schon für Professor Toussaint Charlottenburg sehr wirkungsvoll unterden größeren und baulich wichtigften. Teil des gesamten Groß ftügt wurde. Toussaint versicherte, daß er diese Sange, wenn aud Berliner Stadtgebietes haben. Die Bereinheitlichung wurde möglich, ohne auswechselbare Baden, schon seit 1886 fenne. Die Behauptung nachdem Berlin die Mehrheit der Aktien der Berliner Müllabfuhr ber Norma, daß eine jahrelange Entwidlung für sie benötigt worden Gesellschaft an sich gebracht und sich damit den entscheidenden Einfluß fei, bezmeifelt er. Er hatte sie für ein Betriebsgeheimnerschafft hatte. Der Betrieb fonte jetzt vereinfacht werden, nis und würde teine Bedenken tragen, fie anderweitig zu ver. und Ersparnisse wurden gemacht, die einer niedrig menden. Der Angeklagte, Betriebsleiter 3iegler pan den Riebe Werken, erflärt, daß er Wertzeuge dieser Art ohne jede Unterlage haltung der Müllgebühren zugute famen. Dem Betrieb fehlt trotzdem nicht eine den Bedürfnissen sich anpassende Mannigschon angefertigt babe, so daß sie jetzt bei den Riebe- Berten verden Bedürfnissen sich anpassende Mannigwendet würden. Zu ähnlichen sehr ins einzelne gehenden Erörte falligfeit. So hat neben dem Autobetrieb, der in den weitläufigen rungen fam es bei den beschlagnahmten Meßapparaten und anderen Außenbezirten nötig ist, in den vollbebauten Innenbezirfen noch Gegenständen, wobei Rechtsanwalt Alsberg und Direttor Rahnder hier vorteilhaftere Pferdebetrieb sich erhalten. Zur Frage der Berlin sich entschieden gegen die enge Auslegung des Begriffs eines müllverwertung teilte Stadtrat Reuter mit, daß Bersuche Betriebsgeheimnisses wandten. gemacht werden, deren Ergebnis man abwarten muß. Wie im Laufe der Jahrzehnte die Bauart der Abfuhrwagen und die sonstigen Einrichtungen der Müllbeseitigung sich geändert haben und ver vollkommnet worden sind, sah man in einem Film, der mit seinem bewegten Treiben die in dem Vortrag gegebene Schilderung der Müllabfuhr ergänzte. Die Bemühungen, eine möglichst staubfreie Müllabfuhr zu erreichen, find nicht erfolglos geblieben. Bon der Menge Mülls, die aus Berlinr herausgefchafft werden muß, fann man fich eine ungefähre Borstellung machen, menn man hört, daß die Räften der Abfuhr eines Jahres nebeneinandergeftellt eine Strede von 6500 Kilometer ergäben, das ist die Entfernung von Berfin bis Peking. Die Wichtigkeit einer Arbeit, die eine solche Riesenaufgabe be wältigen muß, liegt auf der Hand. Daß die Vereinheitlichung dieser dem Wohl der Bevölkerung dienenden Arbeit fortschreitet, ist dringend zu wünschen. Von der vollen Durchführung der einheit fichen Organisation in dem gesamten Stadtgebiet ist eine weitere lichen Organisation in dem gesamten Stadtgebiet ist eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit zu erwarten. Typographia! Achtung, Sänger! Die Vormittagsstunde cam Donnerstag, dem 31. Mai, fällt aus, dafür abends 8 Uhr Hauptprobe in der Hochschule. Alle Teilnehmer an der Reise müssen am Sonnabend, dem 2. Jumi, früh 6 1hr, auf dem Anhalter Bahnhof sein. Hierzu fei bemerkt, daß die Herren in dem ehrenfesten, alten städtischen Ehrenamt" des Armenvorstehers die gleiche, immerhin sehr schäzenswerte Bergrößerung ihres Einkommens von 30 Mart monatlich belamen, wie sie ihre Amisnachfolger, die jebigen Wohlfahrtsvorsteher, erhalten. Und wer ihre Arbeit, zumal in den Außenbezirken femit, die sie nach Feierabend verrichten müssen, wird wahrlich keinen um ihre Bergütung beneiden, Wenn jetzt auch die Bezirtsvorsteher entschädigt werden, so ist dies hauptsächlich auf das Betreiben der früheren ehrenfesten Bezirtsvorsteher zurückzuführen, die nach dem Kriege einen größeren Betrag als einmalige Entschädi gung forderten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit während der Kriegszeit. Die Gelder waren auch schon bewilligt, doch glücklicherweise war teine Deckung" für diese Ausgabe vorhanden. Daß die Besetzung städtischer Ehrenamter nicht mehr ein Privileg der Hausbefizer und ähnlicher schlichter Leute aus dem Bolt ist, kann mir bei Hugenberg als ein Manto gewertet werden. Für die Unterstützungsbedürftigen ist es ein Glüd. Und das Blatt, das als erstes die Striegserflärung voreilig aus pofaunte, hätte am wenigsten Ursache, sich darüber luftig zu machen, daß infolge der Wohnungsnot mancher Bezirks- oder Wohlfahrts vorsteher im Hinterhaus amtiert, weil nicht alle Bürger im Borderhaus wohnen fönnen. Ihre Besucher pflegen audy meist im Hinterhaus zu mohnen. und und An= Der ganze unmotivierte Angriff auf die städtische Verwaltung die Beschimpfung der Arbeiter gestellten als städtische Ehrenbeamte ist offenbar ein geftellten als städtische Ehrenbeamte ist offenbar ein Ausfluß der starten Berschnupfung, die sich die Deutschnationalen bei den jüngsten Wahlen zu gezogen haben. Es ist Zeit"-fo schließt das Klagelied ,,, daß das Bürger tum, wenn es nicht gänzlich der Vernichtung durch die rote Parteimaschine ausgeliefert werden soll, zum Rechten fehe" Es war wirklich Zeit für die Arbeiter, Angestellten und unteren Beamten nach dem Rechten auch in der fommunalen BerIwaltung zu sehen!. Noch ein Kriegerdenkmal in Berlin? # 3 widmet den Gefallenen eines einzelnen Regiments ein Im Stadtgebiet Berlin mehren sich die Kriegerdenkmäler. Man besonderes Dentmal und verlangt Aufstellung an öffentlichem Blah. Benn dieser Brauch sich durchsetzt, tönnten in Berlin bald die Bläge für Kriegerdenkmäler rar werden. Wie wir hören, soll demnächst auch in Berlin- Süd der Kaiser Friedrich Blah ein Kriegerdentmal erhalten, das an der dort stehenden Garnisontirhe angebracht werden soll. Der Plan geht aus von ehemaligen Offizieren. des Garde Pionier- Bataillons, das in der Nähe seine Raserne hatte. Die Herren wollen ein Denkmal für die im Kriege gefallenen Gardeoffiziere an der Chorseite der Garnisonfirche aufftellen. Der Reichswehrminifter hat, wie verlautet, bereits die Genehmigung zur Errichtung des Dentmals gegeben. Die Stadtverwaltung hat hier feinen Einfluß, da somohl die Kirche wie auch der davor liegende Geländestreifen des RaiserFriedrich- Plages dem Militärfiskus gehört. Es handelt sich also fo zusagen um eine Brivatangelegenheit" des Militärs. Das an die Kirche fich anlehnende Denfmal würde aber wirken, wie wenn es auf öffentlichem Plak errichtet ist nach 1870/71 wurden folche Regimentsdenkmäler auf Rafernenhöfen aufgestellt. Den Herren Offizieren des Garde- Pionier- Bataillons wird es eine Freude sein, daß sie den friegerischen Geist, der aus dem Denkmalsentwurf spricht, auf die Straße hinaustragen dürfen. Stand Betten Bettlaken 1 Oberbett, 1 Unterbett, 1 Kisson, graurot Inlett, mit grauen Federn. starkfädiger Dowlas, ca. 146 × 220. .75 19.75 Ueberlaken guter Wäschestoff mit handFertiges Oberbett blau- gold, indanthren, licht-, luft-, waschecht, mit weichenEntenfedern, 130X200 29.50 Oberbett- Inlett ca. 130x200. rot oder rotrosa gestreift, 50 Dimiti- OberbettBezug zum Knöpfen, ca. 130x200. gezogenen Hohlsäumen und reich bestickt, 150x250. 8.75 Frottler- Handtuch bunt gemustert, indanthrenfarbig. 95 Pt. Frottierlaken weißer Kräuselstoff mit roter 160x200.. 5.90 zum Knöpfen. 6.45 Gerstenkorn- Handtuch 98 Pl. Kissenbezug starkfädiger Wäschestoff, 1.25 zum Knöpfen, 80 × 80 Satin- Reste olafarbig u. bunt, 80 cm br. Meter 160 cm brait.... Meter 58 Reinleinen mit Jacquardkante 1.35 BettfedernGustav Ultimo Preise! Fabrik Lustig Schlafdecke grau, mit Streifen- Kante, 140X190 2.1 Metall- Bettstellen .75 Bogenform, mit Zugfedermatratze, weiß oder 13.75 Bogenform, mit Zugfedermatratze, Steppdecke schwarz, 80x185... 27.50 33 mm geschlossenes Stahlrohr, mit Oberseite kunstseidener Damassee, Handarbeit, 150X200 und .50 Messingstäben Kugeln verziert, weiß Daunendecke oder schwarz, 90x190 Seidenglanzsatin, mit Daunen, 20.pa. Seldenglan: 45- Weißlackiertes 150X200.. Damen- Wäsche Schlafzimmer ( Verkauf nur Prinzenstraße Ecke Sebastianstraße) bestehend aus: 1 Schrank, 120 cm breit. mit Hutboden und Stange, 2 Metallbettstellen, 33 mm Rohr, mit Nachthemd 2.45 uten Zugfedermatratzen. 90x190 cm mit Klöppelspitze 2 Auflegematratzen, dreiteilig, mit Prinzeß- Rock 325 Kail, 2 Nachttische mit Tür u. Schubtisch mit Türen und Schubkasten, Rückwand und Tablett, 1 Spiegel, oval oder abgerundet, 32 X 50 cm, Gesamtpreis Prinzen- Str. Wilmersdorfer Str 138 ECKE 245.Sebastian Strander Bismarck- Ste Die Teile werden auch einzeln abgegeben. Größtes Spezialhaus Deutschlands für Bettfedern, Betten und Schlafzimmerbedarf Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 58 68, Lindenstraße 8, für Groß- Berlin ftets on bes Bezirkssefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Erweiterte Bezirksvorstandsizung am Sonnabend, 2. Juni, 18 Uhr, im Konferenzzimmer der ,, Borwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3, 4. Hof, 4 Tr. 1. Areis mitte. Elternbeiratswahlen: Die Genoffinnen und Genossen, deren Rinder in nachstehenhe Schulen gehen, treffen fich au einer bringenden Besprechung bei Spiegel, Aderstr. 1: Friedrich- Gymnafium mit SaempfRealschule, Ulbrechtstr. 26/27. Robert- Belle- Realschule, Auguftftr. 21. Zarifent2ngeum, Biegelfte. 12. 1. Gemeindeschule, Stoppenplag 12. 24. Gemeinde. fahule, Sintez der Garnisonkirche 2. 26. Gemeindeschule, Albrechtstr. 20. 179. Gemeindeschule, Albrechtstr. 20. 45. Gemeindeschule, Auguftstr. 67/68. 146, unb 180. Gemeindeschule, Hannoversche Str. 20 Die KnabenmittelIchule der Jüdischen Gemeinde, Große Samburger Str. 27a. Diefe Bu fammenfunft findet heute, Donnerstag, 31. Mat, 20 Uhr, ftatt. 3. Arels Webbing. Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, Sigung des erweiterten Arcis vorstandes an bekannter Stelle 5. Kreis Friedrichshain. Freitag, 1. Junt, 19 Uhr, in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67, Sigung des erweiterien Kreisvorstandes. Sämtliche Elternbeiräte müffen erscheinen, 7 Streis Charlottenburg. Bozanzeige: Sonntag, 24. Juni, 10 Uhr, Führung durch den Botanischen Garten.( 50 Bt.) Abfahrt 9 Uhr Wilhelmplat. Autobus 20. Maifeftausschußitung am Sonnabend, 2. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Postnenstr. 4. Tagesordnung: Abrechnung der Malfeier. Borbereitung des Waldfeftes im Juli. 3. Are's Biturersdorf. Donnerstag, 1. Mai, 20 Uhr, fm Bittoriagarten, Bilhelmsane, Kreismitgliederversammlung. Vortrag: Bas Ichren uns bie Wahlen?" Referent Franz Künstler, R. 1. R. Cr scheinen i Bilicht. Die 11. Rreis Schöneberg. Freitag, 1. Juni, 20 Uhr, bei Will, Martin- LutherStraße 69, Gigung der Elternbeiräte mit ben Abteilungsleitern. Bertreter der S3. nehmen an der Sigung teil. Freie Schulgemeinde: Gemeinsame Bersammlung mit ben Elternbeiräten der 79. Abt. bei Wid, Martin Buther- Str. 60, heute, Donnerstag, 31. Mai, 20 Uhr. Referent Genoffe Sinte. Thema: Elternbeiratsmahlen." 13. Areis Bantom. Freitag, 1. Juni, 18% Uhr. Fraktionsfigung art ben Bürgerbeputierten im Rathaus Lichtenberg. Simmer 17. Heute, Donnerstag, 31. mai: 1. Abt. Ginn 19% Uhr bei Spiegel, cerstr. 1. Funktionärsigung &. Abt. e fchreibgemanbten Genossen und Genasfinnen velden fich 20 Whe bei Dobroblam, Swinemünder Str. 11, sum Abschreiben der Wählerlisten. Ebenso werden die Elternbeträte um the Erscheinen gebeten, auch diefenigen aus ben Schulen Raftanienallee und Behbenider Straße melden fich zum Einteilen. Die Bestrfsführer werden gebeten, möglichst die kandi baten aller Schulen anzugeben. 15. Abt. Die Sammelliften find fofort beim Genoffen Schill, Ruppinez Etz. 19. abzurechnen. 17. bt. Die Funktionäre, die no Gammeliften in Händen haben, mefen biefelben umgehend beim Genossen Karl Söhne ahrechnen. 47. 6. Sammellisten und Maimarten find fofort abzurechnen. 99. Abt. Brig- Budom. 19% Uhr wichtige Funktionärligung bei Beder, Chauffeefreaße 97. Alle an fhulpolitischen Fragen interessierten Genoffen fomie Elternbeirate finb besonders eingelaben. 102. ht Baumjdulenweg. 19% Uhr außerordentlich wichtige Funktionärsigung bei Baß, Baumschulen str. 73. Alle Funktionäre find dringend eingeladen. 136. Abt. Reinidenborf- Oft 20 Uhr in der Barade Linboner Straße außer nrdentliche Funktionärsgung. Stellungnahme zur Elternbeiratswahl. Jeder Begirl muß nertreten fein. Morgen, Freitag, 1. Juni: 2. t. 19% The bei Sübner, Wilsnader Str. 34. Funktionärftigung. Funkwinkel. Zwei Borträge über Weltanschauung, grundverschieden in Einstellung und Ausführung und grundverschieden durch die Berfönlich feit der Redner. Ein Titel wie„ Der Mensch im Fortschritt des Lebens" flingt von vornherein wenig fachlich und trotzdem sagt der Vortragende S. Pfeiffer zuerst fehr vernünftiges über die Unzufriedenheit und innere Leere des modernen Menschen. Ueber die Spannungen, die fich für ihn aus der Verschiedenheit von Jdeal und Wirklichkeit ergeben, und er fordert mehr Wirklichkeitsfinn. Die Kritik ist gut, leider nicht die folgenden Borschläge. Denn Pfeiffer zitiert am Schluß den Gott der christlichen Religionen als probates Alheilmittel. Dieser ausgesprochene Propagandavortrag ist im Rundfunt überflüssig. Es stünde um die Menschheit sehr schlecht, wenn das Jenseits tatsächlich der einzige Tröfter wäre. Jedenfalls macht sich feiffer das Leben bequem. In dem Zyklus Weltanschauungen der Gegenwart" charakterisiert 2nna Siemfen aus Jena, ein neugewähltes Mitglied unserer Reichstagsfraktion, die sozialistische mit tühler wissenschaftlicher Dbjektivität und mit vorbildlich dialektifcher Klarheit, die besonders in der begrifflichen Scheibung von Individuum und Gesellschaft zum Ausdrud tommt. Entfaltung der Persönlichkeit auch in der sozialistischen Gesellschaft, aber im Rahmen diefer Gesellschaft; denn persönliche Freiheit bedeutet nur unge Theater, Lichtspiele usw. Donnstg., 31.5.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 27. Anf.19%( 7) U. Donnstg., 31.5.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV Ant 18%( 6%) U. Troubadour Lohengrin Staats- Oper Am PL.d. Republ. Res.-S. 93. Anf. 19%( 72) U Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 109 Ant. 20( 8) U. Freischütz Die Weber Denisches Theater Norden 12310 Uhr, Ende nach 10 Pygmalion von Bernard Shaw itsch. v. Siegfr. Trebitsch Kammerspiele Norden 12310 U. Ende nach 11 Zum 136. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält? Die Komödie Bismarck 2414/7516 8 Uhr Es Wegt In. der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Berliner Theater 20( 8) Uhr: PEER GYNT Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 SU. Ende geg. 11 Gastspiel d. Deutschen Th Der Prozes Stellungnahme zur Elternbeiratswahl. Alle Bezirksführer und intereffierte Volksbühne Mary Bugan Genoffen milfsen pilnttlich erscheinen. 25. Abt. 19 Uhr im Lotal Rösler, Goldaper Str. 3, Gigung des Vorftandes mit ben elternbeiraten. Jebe Schule muß vertreten fein, 3. b. 1914 Uhr Funktionärsigung mit fämtlichen Elternbeiraten ber b teilung bei Busch, Tilsiter Str. 27. 38. 6, 19 Uhr pinktlich bei Bartufo), Friebenste. 88, Funktionärkigung ber an hen Elternbeiratsmahlen beteiligten Funktionäre und Dbmänner. # 8. 6. 20 hr bei Sibner, Gitschiner Straße, erweiterte Borstandsßigung. Wichtige Tagesordnung. 36. Abt. Reutolla. 19 Uhr bei Lohann, Wipperfie, 18/19, wichtige Funktionär fizung. Sämtliche Beairte nuiffen Bertreter entfenden. 105. b. Ablershof. 20 Uhr bei Ghent, Badenbergste. 10, Funktionärftung. Die Mitglieder des Elternbeirats haben ebenfalls zu erscheinen. 108. 6, Rupenid. 19 Uhr Sigung der Bezirksführer mit den Elternbeiraten und aller parteigenössischen Eltern an chriftlichen Schulen, Schloßfte. 27 1. 109, bt Friebrichshagen. 20 Uhr bei Schola, Friedrichstr. 81, außerordentliche Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Aufgaben der Sozialdemokratic in der Schule. Referent Reftor Richard Schröter. Stellungnahme auf den Elternbeiratswahlen Gäfte haben Sutritt. 157. D. Reiniden borf- West. Die fozialistische Elternschaft der a. weltlichen Schule, Reinidenborf- Beft, wird hiermit au einer Befprechung am 31. Mai, 20 Uhr, im Boltshaus Reinidendorf- Beft, Scharnweberstraße, herzlicht ge Iaben. In Anbetracht ber bevorstehenden Elternbeiratswahl ist bas Cr. fheinen ber Elternschaft unbedingt erforderlich. Frauenveranstaltungen. 4. Sreis Brenzlauer Berg Freitag, 1 Juni, 20 Uhr, bei Rug, Danaiger Straße 71, Rraisfunttionärinnenkonferenz. Reuwahl der Kreisleiterin, 138. Abt. Steinidendorf.Dft. Heute, Donnerstag, 31. Mai, 20 Uhr, in dez Barade Lindauer Straße Funktionärinnenfibung. Bunttliches und be ftimmtes Erscheinen ist notwendig. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Rreis Beenglauer Berg. Heute, Donnerstag, 31. mai, 1916 Uhr, Beforechung aller Wbteilungsleiterinnen im 3inumer 314. Um Rudgabe der ten wird gebeten. Jungsozialisten. Groß- Berlin: Gruppenkonferens am 31. Mal, 19% hr, brechtfix. 11, im Bund Freiheitlicher Studenten. 18 Uhr ebenda Arbeitsausschußigung. Grappe Reinidenbort- West: Pünktlich 20 Uhr im Jugendheim Seidelftraße Bolitischer Unterhaltungsabend. Jeder Genoffe und jebe Genoffin bringt eine Beitung mit. 3. und Gäfte willkommen. Kinderfreunde. Groß- Berlin. 8ufammenkunft aller Selfer, die am Beltlager intereiert find, Freitag, 1. Juni, 19½ Uhr, Lindenstr. 3, 1. Sof, Reichsarbeitsgemeinschaft. Charlottenburg. Jungfallen müffen heute, Donnerstag, auf dem Plak in Westend fein. Bichtige Besprechung. Sonnabend, 2. Juni, Fahrt nach Birten merber. Treffpunti 16 Uhr Bahnhof Westend. Köllnisches Gymnasium und Kempf- Realschule. Senoffen, beren Rinder diese Schulen besuchen, werden ersucht, ihre Abreffen an den Genoffen Karl Barg. Weißensee, Langhansstr. 146, einzusenden. Geburtstage, Jubiläen usw. 22. Abt. Gestern, am 30. Mai, feierte unser Genosse Otto Beder mit feiner Chefrau Martha das Fest der Silberhochzeit. Die herzlichsten Glüld wünsche ber 22. bt. begleiten beide. Wir wünschen, daß ihre Araft noch zecht lange ber Bartei erhalten bleibt. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretarlet Berlin SW 68, Lindenstraße 3 1997 Ibeater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 8 Uhr: 8 Uhr Was ihr wollt Der Zigarettenkasten SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Paul Lincke sowie das Internat. Varieté- Programm Komische 81, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 7 Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr Broadway Piscatorbühne Theater am Nollendorfplatz Kurfürst 2091/93 Heute letzte Vorstellung! Malborough zicht in den Krieg! Ab Morgen Sommerspielzeit. Künstlerische Leitg Emil Lind 72 Premiere 72 Der Feldherrnhügel Theater des Westens Steinpl. 931 8% Uhr Max Adalbert „ Das Ekel" Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr: CASINO- THEATER& Uhr Verlorene Töchter Müllers Prinzesschen. Das Mädchen aus Lothringer Str. 37. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.10 M., Sessel 1.60 M. Elite- Sänger Theater am Kottbusser Tor. Mpl. 160 77. Täglich 8 Uhr: Das grosse Sensations- Programm Versäumen Sie es nicht! Stothe Renaissance- Theater Steinplatz 901. Heute, Donnerstag, 31. mai, 19% Uhr: Anischer Barl: Seim Engelufer 24/25. Mitgliederversammlung. buffer Tor: Seim Briker Gir. 27/30. Wilmvortrag über Die Schädlichkeit des Südwest: Heim Bindenstr. 4. Mitglieder. Alkohols und des Ritoting". nerfammlung. Zehlendorf: Nordschule, Potsdamer Straße. Funktionärsigung. Wörther Play: Borstandstigung bei der Genoffin Stoldt, Gleimste. 16. Berbebegiet Rentzun: Morgen, Freitag, Werbebezirksvorstandssigung im Seim Steinmekte. 114. Bichtige Tagesordnung. Beginn pünktlich 19% Uhr. Sämtliche ausstehende Abrechnungen müssen unbedingt vorgenommen werden. Werbebegirl Prenzlauer Berg: Sämtliche Genoffen treffen sich am Sonn abend, 2. Juni, aur Demonstration nach Weißenfee um 18 Uhr vor dem Bezirks. amt Prenzlauer Berg.( Tambourkapelle muß pünktlich erscheinen.) Es wird zegfte Beteiligung erwartet. oder dem Freudenbaus Nur Erwachsene haben Zutriti Park.auch Sonntags statt 4.- nur 60 Pi. Lessing- Theater Norden 12798 Sommerspielzeit Künstlerische Leitung Emil Lind Täglich 8 Uhr Nr. 17% v. Jefferson Farjeon Regie: Hans Lotz Lustspielhaus Jir. Or. Martin Zidkal 8 Uhr: SUhr: Krankheit der Jugend Guido Thielscher in„ Unter Geschäftsanfsicht" Thalia- Theater NEUE Arnold Scholz WELT Hasenheide 108/14. Täglich: Dresdener Str. 72-73 Täglich& Ubr hinderte Entfaltung des Individuums in den gesellschaftlichen Bildungen. Anläßlich des 150. Todestages von Boltaire hält Willy Haas die Gedenkrede, in der er den großen Franzosen als den unerschrodenen Kämpfer für Wahrheit und Freiheit hinstellt, doch merkwürdigerweise liest nachher Hermine Straßmanu feines pon diesen blendenden Pamphleten, von diesen eleganten scharfgeschliffenen Angriffen, sondern nur zwei schwache philosophische Gedichte und einen Brief Friedrichs II. Der Hörer erhält deshalb nur ein Bild von dem Drum und Dran, aber nicht von der eigentlichen Bedeutung Boltaires, und so erübrigt sich die Feier. Das Abendkonzert bringt Tichaitomin mit felten gehörten Werfen, mie mit der Serenade für Streichorchester und der symphonischen Dichtung Fatum", die Seidler- Winkler etmas lieblos dirigiert. F. 6. Der Berliner Hausfrauennerein( Lina Morgenstern) e. 3. arigt im Saufe befte Rat" In gefonidter Weise wird die Hausfrau auf die Notwendigkeit des Borhandenseins eines Borrates der michtigen Lebensmittel und aller zur Haushaltführung nötigen Gegenstände aufmerksam gemacht. So fport mon seit, Straft und Geld! Gezeigt wird ein preftifcher Borratschrank, rationell gefüllt, fowie die Herstellung neuzeitlicher Abendgerichte aus Borräten, Dauerfuchen und Einmeden. Die Vorträge sind vormittags ab 11 Uhr und nachmittags ab 16 Uhr: Mittwoch, 30, Mat, Donnerstag, 31. Mai, und Freitag, L Juni. Sermann Ticz, Leipziger Straße, 3. Etod, eine Ausstellung„ Borrat ift der Berantwortlich für Bolitik: Dr, Curt Geyer; Wirtschaft: G. Aliagelböfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R.. Döider: Lotales und Sonstiges: Kris Karstadt: Anzeigen: Sh. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, Drud: Bocwärts.Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Singer u Co., Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen und..Unterbaltuna und Willen". NUGGET ULGET SCHUHPUTZ POLISH CO NU BOOT POLISH TEALD SCHUHPUTZ FOR GLACE KID Box CALP LEATHERS PATENT 916 SPER Sachgemäße Pflege des Schuhzeuges ist von größter Wichtigkeit! Nugget Schuhputz entspricht allen Anforderungen! Ist garantiert säurefrei! Gibt vollendeten Hochglanz und damit elegantes Aeusseres! Ist leicht im Gebrauch, sparsam im Verbrauch Leiser Das größte Schuhspezialhaus Berlins Kleines Theater Rose- Theater Wospetst man Täglich 8 Uhr. Gr. Franki. Str. 132 Rosa Valetti, 8% Uhr: ga! u. billig? Nur Groß- Berlin Eugen Rex in Das Paradies d. Ehe Alexanderplatz. Die Großschnauze Vorträge, Vereine und Versammlungen. Gr. Gartenkonzert u. gr. Revue Dyckernotts Erben Planetarium am Zoo 100 Jahre Rauf und Runter Dienstag, Donnersig., sonnab.. Sonnte. Tanz unter Palmen. Ronzert ab 6 Uhr. Eintritt Im Garten oder Saal Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte 87/38. Sot 2 Tr Donnerstag, 81. Mai Söneberg- Friebenau: 19 Uhr Sportabend in der Rheingaufchule, Südwesttorio. Kameraden find eingeladen. Bichtenberg nebst Ramerabschaften: 20 Uhr Rug- und Kameradschaftsführer, Freitag, Sommissionsableute mit Gelaminorstand bei Alofe, Rupprechtstr. 87. 1. Juni. Prenzlaner Berg: 20 Uhr erweiterte Vorstandssigung. Areuzberg: Die Kameraden treffen fich mit Angehörigen im Orpheun, Safenheide, au Commerkonzert der Ortsgruppe Kreuzberg der Schuspolizeifapelle. 40 B1. Jeben Dienstag und freitag auf dem Sportplag Rabbachstraße sport. The Uebungen. Bahlreiche Beteiligung erwünscht. Lichtenberg: Sämtliche Ramezaben haben die fälligen Ramerabschaftsversammlungen zu besuchen. Weißenfee: 20 Uhr Borstandssigung bei Baper. Bitterau: 20 Uhr im Lokal non Souls, Hauptstr. 46, Sigung aller altinen und paffiven Rameraben. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin Trabrennen Ruhleben Gartenbühne: 6 Uhr nachm Konzert und bunter Teil 81 Uhr: Verläng. Joachimsthaler Straß: Der fidele Bauer Noll. 1578 16 und 19%, Uhr: Der Sternhimmel Berliner Prater der Heimat Kastanienallee 7/9. Heute 18 und 21 Uhr: Im Reiche der Krause- Pianos grosser Volkstag Mitternachtssonne zur Miete Eintritt 1 M. KLEINE Für die zahlreichen Glückwünsche au meinem 50. Geburtstag, besonders den Genoffen der 101. Abteilung, meinen besten Dant. Lina Cohen. Schiller- Garten vorm. Friedrichwilhelmstädt.Garten ANZEIGEN Taglich großes Orchester- Konzert In der Gesamtauflage des Vorwärts sind besonders wirksam and trotzdem Polnische Wirtschatindant. 15 Jahren 8,50 W50, Ansbacherstr. Schr billig! Mus. v. Jean Gilbert Außerdem: Grosse Vari té. Saltenburg- Bühnen Tanz. Kaffeekochen. Dis. Künstler- Th. Auf allen Plätzen Membr. serb.). Bechfeind wolfig, ziemlich warm, image nördliche Donnerstag, den 31. Mais Pig außer Loge. Binde, etwas Gemifterneigung. Für Deutschland: Ueberall parm oder sieplich warm, in Beften und Süden Gewitter. Bachmittags 3½ Uhr. 81 Uhr Eden- Palast Verbrechen Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Str. 24 ( ,, Crime") Heufe Rundtanz RB.- Kameraden, Parteigenoss. Eintr. frei. 17 Mann. Anfang Wochentags 5 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Spezial- Kindlausschank. Gute billige Küche. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Zum Schluß: Stuckes Pfingstfahrt Purleske von Mevsel. Anfang 8 Uhr. conhoff- Brett' ( Saal a. Garten. Varieté, Tanz. Kapelle Wilhelm Frenket rz?:L-Unterhaltung unö Missen Seilage des Vorwärts Verschollene Polarexpeditionen. Dos Schicksal dor„Jtalia" unter General Notnles Führung, von dem keine ober doch nur höchst widerspruchsvolle Meldungen vor- liegen, läßt uns zurückblicken auf die Geschichte der Polarforschung, die ja leider nur allzu reich ist an traurigen Unglücksfällen. Zwar muß die„Itolia" nicht verloren(ein, auch wenn der Betriebsstoff zu Ende gegangen ist, da sich das Luftschiff ja dann noch vom Winde treiben lassen kann. Und auch wenn die Besatzung dos Luftschiff verlassen mußte, so ist sie durchaus noch nicht dem sicheren Unter- gange ausgesetzt. Denn General Nolbil«, der ja kein Neuling in den arktischen Gebieten ist, führt in seinem Luftschiff für diesen Fall alles mit sich, was bei einem Unglück der.�ftalia" zur Rettung der ziemlich großen Besatzung dienen kann: Pelze, hochwertige Nahrungs- mittel, die doch wenig Raum wegnehmen, Schneeschuhe und andere Beförderungsmittel für Schnee und Eis. So besteht also immer noch die Hoffnung, daß die italienische Rordpolarexpedüion auf die eine oder andere Weise glücklich, wenn auch mühevoll, zurückkehren kann. Ganz anders gefährlich waren natürlich Expeditionen in die Eisgebiete rund um den Nord- und Südpol, als der Fortschritt der modernen Technik, vor allem der Flugtechnik sie nach nicht unab- hängig mochte von zum Teil noch recht unvollkommenen Schiffen und von den von Polarhunden gezogenen Schlitten. So ist es nicht verwunderlich, daß schon von ein« der ersten Expeditionen, die sich überhaupt an die Erforschung der Arktis machten, nur ein Schiff von dreien zurückkehrte. Es war die Unternehmung von Willoughby, Gefferfon, Durfooth, Chancellor, die im Jahr« 1553 auf drei Segel- schiffen versuchten, die nordöstliche Durchfahrt, also die Umsegelung von Europa und Asien zu vollbringen. Bon diesen drei Schiffen kehrte nur das«ine unter Chancellor nach mehreren Jahren zurück. Die größte Tragödie in der Geschichte der Rorbpoteexpeditionen ist aber der Untergang Franklins, der, nachdem er von einer Expedition im Jahre 1823 nur mit 5 von 23 Leuten zurückkehrte, im Jahre 1845 mit den beiden großen Segelschiffen„(jrebus* und»Terror" absegelte, um die nordwestliche Durchfahrt zu vollenden und die ameri- konischen Teile des Kontinents zu erforschen. Die Schiffe waren mit Lebensmitteln für fünf Jahre ausgerüstet, ober als Franklin im Eise eingefroren war, zeigte es sich, daß ein großer Teil der Lebens- mittel unbrauchbar und daß so die 138 Mann starke Besatzung schon im zweiten Winter vom.Hungertode bedroht war. Es gelang Franklin allerdings, durch Jagd und Fischfang sein« Vorräte zu strecken, aber der Versuch, im zweiten Jahre, als die Schiffe für einige Zeit aus dem Esse frei wurden, durch das Packeis ins offene Meer hindurchzustoßen, mißlang, und für den dritten Winter lagen die Schiff« im Eise fest. Da enffchloß sich Franklin mit sein« Be- fatzung die Schiff« zu verlassen und als letzte Rettung zu Fuß den Rückweg nach bewohnten Gegenden anzutreten. Bekannt sind die Schilderungen jenes grausigen Marsches, wo zuletzt die Leute m der Wut der Verzweiflung sich(wörtlich) gegenseitig auffraßen. Bekannt ist auch jene Taffache, daß die letzten Eskimos, die Franklins Leute sahen, enffctzt vor diesem Haufen menschlichen Elends flüchteten. Erst viele Jahre nach dem Untergang fand man das Tagebuch Franklins und manche anderen Spuren seines letzten Zuges, und konnte so die ganzen Grausigkeiten seines Unterganges ermessen. Der»Terror" aber, das eine der beiden Schiffe, mit denen Franklin ausgezogen war, kam nach einigen Jahren an der Rordwestküste von Alaska an: Ohne Kopitan und Mannschaft hatte es den Weg zurückgelegt, den Franklin zu fahren beabsichtigt hatte. Dies« Trist des scheinbor festen Polareffes benutzte ja später Nansen zu seiner denkwürdigen Polarexpedüio-n ans dar„gram". die ja für das jahrelange Festliegen im Esse b ff anders stabil gebaut war. Durch diffe Eistrist wurde z. B. im Sommer 1896 die Mann- schast der deutschen Expedition aus dem Dampfer„Hansa" gerettet, die vom 70. bis zum 61. Grad auf ein« Eisscholle nach Süden trieben und dann nach langen Fahrten und Märschen endlich wieder menschliche Siedlungen«reichten. Unglücklicher war die Expedition unter Gordon Bennett aus d«»Jeanette", das Schiff wurde zer- drückt, und die Besatzung versuchte zunächst zu Fuß, dann auf Booten an die Küste von Sibirien zu gelangen. Ab« nur eines von den drei Booten kam bis zum Leno-Delta. die beiden anderen gingen bis auf zwei Mann verloren. Ab« die Antarktis, der sechste Kontinent rund mn den Südpol, hat auch groß« Menschenopfer erfordert. bevor es Amundsen gelang, den Südpol zu erreichen. Gerade Kapitän Scott, der wenig« Tage nach Amundsen am Südpol an- langte, hat ja auf dem Rückwege ein trauriges Ende gefunden, od« die Geschichte seines Kampfes und Todes ist durch die V«öffent- lichung des von ihm bis in die Sterbestunde geführten Tagebuches so bekannt geworden, daß wir nur an seinen Nomen zn erinnern brauchen, hoffen wir, daß die �stalia"-Expedition nicht diffe Unglücksliste vermehrt. Mein Nekrolog. Don Iaroslav Pofek. Während meines ungefähr sechsjährigen Aufenthalts in Ruß- fand wurde ich von meiner Mitwelt einigemal totgffagt: verschiedent- lich hieß es. ich sei im Auftrag irgendwelcher Gcheimorganisationen erschlagen, andere Mole, ich sei von Privatpersonen in ein besseres Jenseits befördert worden. Als ich im meine Heimat zurückkehrte, hörte ich, daß ich dreimal gehenkt, zweimal erschossen und einmal von wilden, rebellierenden Kirgisen am Kale-Wchela-See gevierteilt worden sei, und schließlich war ich endgültig Währendeines wüsten Streits mit betrunkenen Matrosen in einer Spelunke zu Odessa er- schlagen worden. Letztere Todesart schien mir auch die wahrschein- lichste. Doch nicht nur mir, sondern auch meinem guten Freunde Kol- man leuchtete die Wahrscheinlichkeit diffes meines Abganges«in. Nachdem er einen„Augenzeugen" meines schmählichen und Helden- hosten Todes aufgetrieben hatte, schrieb er für das Blatt, in dessen Redaktion er tätig war, einen Artikel über diffe für mich so un- angenehme Begebenheit. Er begnügte sich ab« nicht«dwa mit der bloßen Nachricht! Sein mitfühlendes herz bewog ihn, mir einen richtigen Nekrolog zu schreiben, den ich kurz nach meiner Rückkehr nach Prag las. In elegant« Form beschimpfte er mein Andenken in der Ueberzeugung, daß Tote sich doch nicht zur Wehr setzen können. Um ihn vom Gegenteil zu überzeugen, suchte ich ihn auf. und so entstand diffe Gffchichte. Nicht einmal Poe. der meisterhafte Schilder« des Schreckens und Grauens, hätte einen gruseligeren Nooellenstoff«sinnen können.... Den Peffass« meines Nekrologs fand ich in einer kleinen Prager Meinstube, just um 18 Uhr, zu der Stunde, in der laut irgend- einer koss«licheu Derordnung vom Jahre 1856 die Lokale gffperrt werden mußten. Er betrachtete de» Plafond. Im Lokal war man damit beschäf- tigt, die Tische abzuräumen. Ich setzt« mich zu ihm und fragte sanft: „Gestatten Sie, daß ich hier Platz nehme." Er fuhr fort, eine ihn anscheinend interessierende Stelle des Plafonds zu betrachten, und seine Antwort war immerhin logssch: „Bitte sehr, dos Lokal wird ja doch eben geschlossen!" Ich«faßt« seine Hand, drehte ihn zu mir herum. Eine Zeit- long starrte er mich stumm an, dann sagte er mit leiser Stimme: »Waren Sie bitte nicht in Rußland?" Ich antwortete lächelnd: »Sie hoben mich also doch erkannt! Ja, ganz richtig— ich wurde in Rußland bei einem Streite mit betrunkenen Matrosen erschlagen." Er erblaßte:„Sie sind... Sie sind.. „Ja," sagte ich nachdrücklich,„ich wurde in einer Spelunke in Odessa von Matrosen effchlagen Und Sie hoben meinen Nekrolog geschrieben!" „Sie haben gelesen, was ich geschrieben habe?" entfuhr es ihm. „Allerdings. Es ist ein bis auf einige Mißverständnisse sehr interessanter und ungewöhnlich ausführlicher Nekrolog. Nicht einmal üb« Seine Majestät, unseren verstorbenen Kaiser, i,„t man nach seinem Tode so ausführlich geschrieben! Ihm hat Ihr Blatt' nur 152 Zeilen gewidmet, mir aber 186 zu je 33 Hellern, macht 55 Kronen 15 hellen" „Was wollen Sie eigentlich von mir?" fragte er mich ängstlich. »Wollen Sie etwa die 55 Kronen 15 Heller haben?" „Behalten Sie Ihr Geld," erwiderte ich ruhig.„Tote nehmen kein Honorar für ihren eigenen Nekrolog." Er erblaßte. „Wisse» Sie was." sagte ich.„wir wollen zahlen und noch irgendwahin gehen. Ich will die heutige Nacht mit Ihnen ver- bringen." „hätte das nicht Zeil bis morgen?" Ich blickte chn nur schweigend an.„Zahlen!" rief er. Nachdem ich an der Ecke einen Fiakerkuffcher angerufen hatte, befohl ich meinem Nckrologdichter, in den Wagen zu steigen und sagte zu dem Kuffcher mit Grabesstimme:„Fahren Sie uns zum Wol- schöner Friedhof!" Mein Nekrologdichter bekreuzigte sich. Lange, lange herrschte Grabesstille zwischen uns, nur das Knollen der Peitsche und das Schnauben d« Pferde war vernehmbar. Dann beugte ich mich zu meinem Gefährten und fragte:„hören Sie nicht auch die Hunde in den Zizkover Gassen heulen?" Er«bebte, richtete sich im Wagen auf und stotterte:„Sie waren tatsächlich in Ztußland?" „Jawohl. Und ich wurde in einer Spelunke zu Odessa beim Streit mit betrunkenen Matrosen erschlagen," antwortete ich trocken. 2lls wir uns auf der Straschnitzer Straße befanden, winkt« ich meinem Gefährten, den Kutscher abzulohnen. Wir standen nun in der Finsternis auf der menschenleeren Straße. „Ist hier nicht, bitte,«in Restouraiü?" wandte sich ratlos und kloglich mein Nekrologdichter an mich. .„Restaurant?" lachte ich.„Jetzt werden wir über die Fried- hossmouer klettern und auf einem Grobstein üb« den Nekrolog sprechen.. Klettern Sie zuerst und reichen Sie mir dann die Hand!" Stumm und betend kam er meiner Aufforderung nach, mir ließen uns von d« Mauer aus den Friedhof hinab. Leise schwankten die Zypressen, melancholisch rauschte der Wind über die Grabsteine. „Ich gehe nicht vniiter," stöhnt« er.„Wohin schleppen Sie mich denn?" „Jetzt," sagte ich vergnügt und stützte den Schwankenden,„jetzt xverden wir uns die Gruft der alten Präger Familie Bonepiani besehen. Es ist eine ganz verwahrloste Gruft, Abteilung 1, Reihe 6, an d« Mauer. Verwahrlost seit dem Tage, an dem man den letzten Nachkommen bestattete, der im Jahre 1874 hierher aus Odessa über- geführt wurde, wo« beim Streite von Matrosen in einer Spelunke erschlagen worden war." Als wir uns auf den Grabstein setzten, unter dem die Gebein« d« Familie Bonepiani modern, nahm ich den V«fass« meines Ne- krologs bei d« Hand und sagte mit leiser Stimme: „Teurer Freund! In der Mittelschule wurde Ihnen von den Herrn Professoren der schöne Wahlspruch beigebracht:„Von den Toten soll man nur Gutes reden!" Sie aber, Sie fühlen sich be- müßigt, über mich Derstarbenen so abfällig als möglich zu schreiben. hätte ich selbst mir einen Nekrolog geschrieben, so würde ich darin gesagt haben, daß kein Sterbefoll mich so tief effchüttert Hot, als der Tod des Soundso. Ich hätte ferner geschrieben, daß die schönste Eigenschaft des leider verstorbenen Schriftstellers leine glühende Liebe für das Gute und sür alles, was reinen Herzens ist, war. Sie aber schrieben noch meinem Tode, daß hier ein Lump, ein Komödiant gestorben ist. Weinen Sie nickst! Es gibt Augenblicke, in denen das herz überströmt« der Kehnsvckst. die schönsten Eigenschaften und Taten eines Derstarbenen zu schildern! Sie ob«, Sie haben geschrieben, daß der Vefftorben« Alkoholiker war!" Mein Nekrologdichter weinte noch jämmerlicher. Sein Schluchzen erfüllte die Stille des Friedhofs und verklang in der Ferne der Zizkover Borstadt. „Teurer Freund!" sagt« ich nachdrücklich.„Weinen Sie nicht, jetzt ist es zu spät..." Noch diffcn Worten schwang ich mich üb« die Friedhossmau«, klingelt« den Pförtner heraus und nieldete ihm, daß ich, otff dem Heimweg von meiner Nachtarbeit begriffen, hinter der Friedhofs- mauer, Abteilung 1, Weinen gehört habe. „Das wird wohl ein betrunkener Witwer sein," meinte der Pförtner.„Wir werden ihn einsperren lassen!" Ich wartete im Schutze der Friedhofsmauer. Etwa zehn Minuten später führten die Wärt« meinen Nekrologdichter zur Sichcrheits- wache. Er wehrte sich mit Händen und Füßen und schrie:„Ist das Traum oder Wirklichkeit?" OIcBerfc&ntfl rnis dem Tschechisch«» von Grete Reiner.) Ein neuer planet jenseits des Reptun. Schon verschiedentlich ist von Astronomen die Vermutung aus- gesprochen, daß es einen Himmelskörper jenseits des Neptuns gebe, das heißt einen Planeten, der sich in dem kolossalen Zwischenraum zwischen dem Neptun und der Sanne befindet. Schon einmal ist das Vorhandensein eines noch nicht gffehcncn Planeten mathematisch berechnet worden, nämlich im Jahre 1846 der Neptun, auf dessen Borhandensein man aus gewissen Störungen im Lauf des Uranus schloß. Nun glaubt der hervorragende amerikanische Astronom Prof. W. h. Pickering einen neuen Planeten berechnet zu haben, wie er in einem Aufsatz der amerikanischen ZeUschrift„Populär Astronomy" ausfuhrt. Da der Neptun 164 Jahre braucht, um eine Umdrehung um die Sonne zu vollführen, so ist es natürlich nicht einfach, irgendeine Störung in seinem Lauf festzustellen. Da der Neptun erst 1846 entdeckt wurde, hatte man noch keine Gelegen- heil, seinen ganzen Umlauf.zu beobachten. Vermutungen üb« solche Störungserscheinungen sind aber schon früher aufgetaucht, und Pickering glaubt mm bewiesen zu haben, daß der Neptun von einem unbekannten Körper beeinflußt wird, geradeso wie man während des letzten Jahrhunderts gefunden hatte, daß der Uranus van einem unbekannten äußeren Planeten beeinslußt wurde. Pickering komrte nachweisen, daß die Störungen des Neptun nicht von den Riffen- Planeten Saturn»der Uranus hervorgerufen wurden, und durch eine lange Reihe van mathematischen Berechnungen kam er zu Er- gebnissen, die er folgendermaßen zissammonsoßt: Der neue Planet, den er O benennt, ist«in kleiner Himmelskörper, der etwa die Hälfte des Baliiinens der Erde hat: der Durchmffser ist 6300 Meilen, etwa drei Viertel von dem der Vemis und um die Hälfte größer als der Durchmesser des Mars. Die Masse des iTeuen Planeten ist fast halb so groß wie die der Erde, beträgt zwei Drittel non der der Venus und das Bierfache von der des Mors. Da Planet O viel weit« enffernt ist als der Neptun selbst, so ist er schwer zu lokalisieren, und es bedarf gut« Fernrohre, um ihn festzustellen. Er liegt vermutlich in der Konstellation des Krebses, einer Gruppe, die jetzt hoch am westlichen Abendhimmel«scheint. Bisher ist es noch nicht gelungen, diesen neuen Himmels-- körper mit dem Fernrohr.zu beobachten, aber nach den Berech- nungen ist die bemerkenswerteste Toffache, daß der neue Planet eine von ollen anderen Planeten vollkommen verschiedene Bahn aufweist. Bekanntlich bewegen sich olle unsere großen Planeten — mit alleiniger Ausnahm« einiger Asteroiden— in konzentrischen Kurven und Ellipsen um die Sonne. Aber d« neu« Planet hat eine so merkwürdige Bahn, daß er die Bahn de? Neptun kreuzt. Das b'deutet so oiol, daß während des halben Jahres dieses Pla- neten seine Bahn innerhalb der des Neptuns verläuft und daß er während des anderen halben Jahres sich außerhalb dieser Bahn befindet. Um 1841 war Kfanet 0 mnerhalft der Bahn de» Neptun, während er 1850 schon außerhalb dies« Bahn sich bffand. Gegen- wältig ist er in derselben Stellung, aber auf der andern Seite der Sonn«, in d«« 1850 war. und innerhalb weniger Jahre wird « sich wieder innerhalb der Bah» des Neptuns befinden. Ans ! diesem Grunde darf man keine Zeit vertieren, um den Planeten zu lokalisieren, denn die nächste Störung, die Wied« dazu benntzt werden könnte, ist ein« des Saturn und wird«st 1950 stattfinden. Die Frage«hebt sich mm, wenn es einen neuen Planeten jenseits des Neptuns gibt, ob sich nicht auch ond«e noch enfferntere Planeten feststellen lassen könnten. Diese Frage ist keineswegs zu ver- neinen. Vielleicht wird die Zeit auch noch weit«« Entdeckungen bringen. Sich« fft es, daß uns« Sonnensystem eng mit anderen Systemen verbunden ist und mit großer Geschwindigkeit durch den Weltraum eilt. Wir wissen aber noch nicht einmal, melche Sterne oder Stcrnensystcme uns« Sonnensystem anziehen, und Entdeckungen, wie die von Pickering, würden uns helfen, einig« diff« großen Probleme des Universums zu lösen. Deffelbe. der nämliche, d« gleiche. Im denffchen Sprachgarten wucherte besonders üppig das Fürwort: deffetbe, dieselbe, dasselbe. Das Unkraut ist fast ausgerottet, es fristet fein kümmerliches Dasein haupffächlich noch m der ftanjlcffpoochc und bei ungebildeten Schrei- kern und bei solchen, die es nie für nötig befuilden haben, ihre Sprache durch ein gutes Fortbitdungsbilch zu pflegen. Der arge Mißbrauch, der damit getrieben wurde, hat aber dazu geführt, daß man nun eiimnddeffelbc oder ebendeffelbe sagen zu müssen glaubt. wo man„derselbe" in sein« wirtlichen Bedeutung„der nämliche" meint. Das Bürg«liche Gesetzbuch sagt immer:„Das Gleiche gilt." Nur ausnahmsweise heißt es:„Dasselbe gilt", nämlich da, wo das Wort„gleich" in demselben öatz od« unmittelbar vorher steht, wo man das Gleiche wegen des Gleichklanges hat vermeiden wollen. Das Gleiche mnnnt ab« immer mehr überhand imd wird— namentlich auch in Zeitungen— oft falsch gebraucht. Im Rundfunk hörte ich über hoffmann von Fallersleben: Im Jahre 1848, also im gleichen Jahre, in dem er das Lied„Deutschland, Deutschland über alles" dichtete.... Gemeint war natürlich dasselbe Jahr. Eine Gesellschaft in der Luffenstroße 38 preist Anzüge an und fügt hinzu: „Verkaufsräume im jjleichen Haufe." Warum nicht in demselben Hause? Oder in dem nämlichen Hanse? A. P.(Deutsch« Sprachverein.) Jährlich« Verlust von 300 Millionen Arbeitstagen durch An- fälle. Nach einer neuen Statistik«eignen sich in der amerikanischen Industrie jährlich mehr als 25 000 tödliche Unfälle, 700 000 Unfälle, die eine mehr als oienvöchige Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, und etwa 2 Millionen Unfälle, die Arbeitsunfähigkeit von mehr als einem Tag bedingen. Die dadurch verlorene Zeit wird mit 296 Millionen Arbeitstogen berechnet. Noch dem Urteil maßgebender Persönlichkeiten könnten diese Unfälle zum größten Teil vermieden iverden, wenn entsprechende Sicherungsmaßnahmen getroffen würden. Durch die herabsetz nng der Arbeitszeit von 12 Stunden auf 10 oder 8 Stunden wird stets eine bedeutende Verminderung der Unglücksfälle beroorgerufen. Bei den Riffenverlusten, die auf diffe Weise«nfftehen, würden sich die Kosten für die Einrichtung und Instandhaltung der Sicherheitsmaßnahmen sehr rentieren. Auch die Verluste durch Krankheiten sind außerordentlich groß. Man hat berechnet, daß die 30 Millionen Industriearheit« der Bereinigten Staaten im Jahre etwa je neun Tag« durchschnittlich krank sind. Auch hier ließe sich durch regelmäßige ärztlich« Untersuchungen und durch Bekämpfung d« Berufskrankheiten etwa 40 Proz. ver- meiden. Eine grauenhafte Strafe fft die in China bestehend« Entziehung von Schlaf. Rur Männer, die ihre Frauen ermordet haben, w«deu durch Entziehung von Schlaf zum Tode verurteilt. D« D erurteilt« wird in den Kerker geworfen, und unter Aufsicht von Wärtern gestellt, die jede Stunde abgelöst werden, und den Verbrecher Tag und Nacht daran hindern, auch nur ein Auge zu schließen, um zu schlafen. Nach Verlans von etwa acht Tagen flehen die Unglücklichen dringend, ihrer Onol doch ein End«.zu machen, und sie zu töten dlirä. Ertränken, Erschießen oder auf irgendeine andere Art, welche wich immer es sein möge. Zuweilen leben diese Unglücklichen vi«- zehn Tage, ohne zu schlafen; dann ab« sterben sie tratet den grauenhastesteu Schmerzen. 53 Nr. 253 45. Jahrgang 45.3abrana 2012. Beilage des Vorwärts Ruhrsfandale ohne Ende. Gasmonopolistisches Wildwest.- Handelsministerium als Wandschirm. Donnerstag, 31. Mai 1928 RWE. abgelehnt hat. So steht der Kampf um das Nahrgasmonopol an der Rhein- Main- Linie. Sozialpolitischer Drud und Boyfoffandrohungen. Gegenüber der Stadt Köln, wo Frankfurt ebenfalls durch das Angebot eines Rofereineubaues mit den Ruhrzechen tonfurriert, rücksichtslos gearbeitet. Aehnlich wie gegenüber der Stadt und wird zur Erzwingung eines Gaslieferungsvertrages nicht weniger Provinz Hannover werden die Bergarbeiter des WurmGebietes entlassen werden müßten, falls der Gaslieferungsvertrag Inde- Gebietes mit dem Gerücht beunruhigt, daß 4000 Mann dieses mit der Ruhr, der durch einen Lieferungsvertrag aus dem Aachenter Gebiet ergänzt werden soll, nicht zustande kommt. Die Finanzverlegenheiten Kölns werden dadurch zugunsten der Ruhr gelenkt, Handelsgesellschaften von Rheinland- Westfalen der Stadt Köln drohen daß man unter der Hand die schwerindustriellen Berbände und läßt, daß der neue Kölner Hafen boyfottiert werden würde, falls das Angebot der Stadt Frankfurt, dort eine Kokerei zu errichten, von Köln angenommen werden würde. In den letzten Monaten ist es in der deutschen Deffentlichkeit| In Südwestdeutschland hat sich in den letzten Monaten über die Ferngaspläne der Ruhrzechen und die Kämpfe zwischen eine vom Standpunkt der öffentlichen und gesamtwirtschaftlichen den Interessenten sehr ruhig gewefen. Die Deffentlichkeit macht sich Interessen sehr erfreuliche Konstellation gebildet. aber faum eine Vorstellung davon, mit welcher Erbitterung und Hessen hat nicht nur eine staatliche Regelung der Wegerechte Der Freistaat Rüdsichtslosigkeit tatsächlich die Ruhrzechen für die Durchsetzung geschaffen, sondern auch eine fommunalstaatliche Ferngasgesellschaft ihrer gasmonopolistischen Pläne kämpfen. Es ist im Gefamtinteresse gebildet, die in vernünftiger Weise die hessischen Käuferinteressen wieder einmal notwendig, einheitlich zu schüßen sucht. Die Städte Frankfurt und Mannheim Bartner für Hessen und Baden in Frage kommen konnte und zuhatten sich zur Südwestdeutschen Gas- A.- G. verbunden, die als gleich die Brücke über die Pfalz nach der Saar und nach Württem berg zu bilden vermochte. Da die Kohlenlieferungsverhältnisse wegen der Wasserfrachten und wegen der Selbstverbraucherrechte Frankfurts günstig waren, da weiter der Ferngasbedarf Südhessens und der Pfalz auch der zukünftigen preußischen Kohlenwirtschaft oben geschildert haben, so wird selbstverständlich auch das Vorgehen an der Saar günstige Aussichten boten, war die Bildung eines gegenüber Hessen und gegenüber Köln sorgfältig dementi füdwestdeutschen öffentlich tommunalen Blods fähig" gehalten. Den beteiligten Unterhändlern mird Stillöffentlich- fommunalen gegenüber Hessen und gegenüber Köln sorgfältig dementi mit Einschluß des Saargebietes nicht nur volkswirtschaftlich amed- schweigen auferlegt; wo die Methoden anrüchig sind, verhandeln mäßig, sondern auch eine politische Notwendigkeit. Die Ruhrzechen schweigen auferlegt; wo die Methoden anrüchig sind, verhandeln mußten, wenn ihre Behauptung richtig war, daß fie fein Ferngas- nicht offizielle Persönlichkeiten, sondern leicht als unverantwortlich monopol erstreben, diese südwestdeutsche Kombination, die den zu erklärende Agenten. Wo die Dinge flar liegen und auch klar Kohlenabsatz der Ruhr eher steigert als verringert, auch im Interesse liegen dürfen, wie beispielsweise bei den jetzigen Verhandlungen mit des Saargebiets hinnehmen. Hessen über die hessischen Wegerechte, da verhandelt dagegen die allererste Führergarnitur der Ruhrzechen. den Schleier zu lüften und die Dinge so zu zeigen, wie sie sind. Wie das Ruhrtapital in der Vergangenheit gearbeitet hat, um feine gasmonopolistischen Pläne durchzusehen, dazu am laufenden Bande nur ein furzes Erinnerungsbild. Wir erinnern daran, wie 1926 bereits zu Beginn der großen Ferngastampagne der Ruhr die Mitglieder des Rheinisch- westfälischen Kohlensynditats fich gegenseitig durch einen Revers verpflichteten, jedem Konfurrenten der Ruhrpläne nötigenfalls die Brennstoffe zu sperren. Nur weil in überschwänglicher Zuversicht eine Riefen dummheit gemacht worden war, nicht weil wirklich etwas zu dementieren gewesen wäre, hat man die Existenz dieses Reverses, aus dem man schnell die Klausel mit der Liefersperre beseitigte, bestritten. Als Frankfurt und Köln die rheinischen Kohlenfelder getauft hatten, um der Drohung der Liefersperre zu begegnen, murde Köln von seinem Vertrage mit Frankfurt durch das Angebot finanzieller Borteile abspenstig zu machen gesucht, eine Tatsache, der trotz aller Dementis die ernste Presse bis heute Glauben schenkt. Den mehr berüchtigten als berühmten Ferngasvertrag mit der Stadt Hannover fonnte die Ruhr nur dadurch ermöglichen, daß fie die mit Stillegungsgerüchten alarmierten Bergarbeiter des Deister- Kohlengebiets bei der Regierung Sturm laufen ließ und gleichzeitig das preußische Fistalbergmert Obernkirchen mit einer 18 Jahre lang laufenden Subvention in die Lieferung mit hereinnahm. Wir erinnern an die Irreführung der Oeffentlichkeit gelegentlich des Verkaufs des Gasnezes des Rheinisch- Westfälischen Elettrizitätswertes an die private 2.-G. für Kohleverwertung: für das RWE. sei die Gaswirtschaft unrentabel, die Rohrneße seien nicht verwendbar, seien Schrott, müßten herausgerissen und ersezt werden, so wurde damals behauptet, um die kommunalen und staatlichen Aktienbesizer im RWE. über die Tragweite des Berkaufs hinters Licht zu führen. Heute bucht die 2.-G. für Kohleverwertung das Gasnetz des RWE. und die damit verbundenen Lieferverträge als wichtigstes Attivum. Dieses turze Bild für die Vergangenheit. Die Deffentlichkeit würde sich sehr täuschen in der Annahme, daß in den Geschäftsmethoden der Ruhrzechen, seit es in der Presse über die Ferngasfrage etwas ruhiger geworden ist, sich etwas gebeffert hätte. Das Gegenteil ist der Fall. C& A BRENNINKMEYER Nachdruck von Wort und Bild verboten i Gerade gegen diese Kombination aber wird von der Ruhr in den letzten Wochen der schärfste Kampf geführt. Es wäre dagegen noch nichts einzuwenden, menn dieser Kampf nicht mit Mitteln geführt würde, die die A.-G. für Kohlevermertung in Essen vor der Deffentlichkeit geheimzuhalten allen Anlaß hat. In Darmstadt hat die A.-G. für Kohleverwertung das für die Kenner der gefetz lichen Kohlebewirtschaftung faum faßbare Angebot gemacht na türlich nicht durch verantwortliche Persönlichkeiten, sondern durch Strohmänner, deren Vorgehen man jederzeit dementieren tann den an der staatlich- tommunalen Ferngasgesellschaft Hessen intereffierten öffentlichen Gaswerfen Wie schon die früheren Methoden der Ruhrzehen, wie wir sie Das preußische Handelsministerium als sympathisierender Zuschauer. Was aber fast noch mehr als die Methoden der A.-G. für Kohle verwertung die Deffentlichkeit beunruhigen muß, das ist das Ver halten des preußischen Handelsministeriums, in dessen Hand die Wahrnehmung der öffentlichen Interessen in erster Linie gelegt ist. Das moralisch die öffentliche Wirtschaft belastende Geschäft der Staatszeche Obernkirchen mit der Ruhr wurde auf seine öffentliche Vertretbarkeit überhaupt nicht geprüft; meder die künstlich geschürte Erregung der Barsinghausener Belegschaften noch derjenigen des Wurm- Inde- Gebietes wurde beachtet. Als die A.-G. für Kohleverwirtschaftlich aufzuziehen, soll das preußische Handelsministerium erklärt haben, daran nicht interessiert zu sein. Der Verkauf des RWE.- Gasnetzes an die A.-G. für Kohleverwertung fonnte praktisch erst dadurch zustande kommen, daß das preußische Handelsministerium sein Einverständnis dazu gab. Obwohl. der Aufbau des Westfalen- Vertrages und des Hannover- Bertrages mit ihren Ausschließlichkeitsklausein Monopolabsichten der Ruhr deutlich erkennen lassen, obwohl dem Handelsministerium das Borgehen der Ruhr in Hessen bekannt sein muß, vertritt es in der Deffentlichkeit den Standpunkt, daß Monopolgefahren bis heute nicht vorlägen. durch einen fingierten Vertrag Selbstverbraucherrechte für ihre bisherige Gaserzeugung zu sichern, wenn die hessische Gesell- wertung sich bereit erklärte, ihre Ferngaswirtschaft gemischtschaft( Sekoga) bereit ist, in der Zukunft den zufäßlichen Gasverbrauch bei der A.-G. für Kohleverwertung zu deden. Man hat Synditats juristen in Bewegung gesetzt, die einen entsprechenden Proforma vertrag für eine Ruhrbeteiligung an den hessischen Gasmerten prüfen, ohne daß diese Beteiligung, auf der die Selbstverbraucher rechte basieren müssen, prattisch durchgeführt würde. Selbstverständlich richtet sich dieser Schlag gegen die Mannheim- Frankfurter Kombination, deren Hauptwaffe bekanntlich das Selbstverbraucherrecht der Frankfurter Gasgesellschaft darstellt. Zugleich richtet sie sich gegen die politischen Zukunftsinteressen des Saargebietes, deffen Gasinteressen zu berücksichtigen die 2.-G. für Kohleverwertung mit der größten Kaltblütigkeit nach dem berühmten Muster des Das preußische Handelsministerium läßt sich von der BöglerBum Das Preis- Niveau hat eins abbekommen, und es macht einen recht gedrückten Eindruck. Was bei uns über Nacht passiert ist, das verraten Ihnen zum Teil schon diese sensationellen Preise. Aber die ganze, für Sie so freudige Wahrheit offenbart sich Ihnen erst in unseren Fenstern und in unseren Verkaufsräumen. Kommen Sie schnell zu uns! Sie werden Ihr Wunder und Ihre Freude erleben. C& A BRENNINKMEYER Oranienstr.40 Am Oranienplatz Chausseestr.113 Königstraße 33 Beim Stattiner Bahnhof Am Bahnhof Alexanderplatz Jetzt gibt's bei uns für: 50 Praktische Mantel auch herrenstoffähnlich 1950 Kashaartige Mäntel 875 Karierte kunstseid. Gummimäntel 50 Ripo Mäntel 12 Covertcoat Mäntel 75 25 Praktische Kleider 6 40 Jndanthr Kleider 3 90 Tennis. Kleider 75 Bedruckte Voile Kleider 675 Kasha- ähnliche u. Woll- Kleider Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Donnerstag zur Verfügung!-Schriftl. Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! 商 Filiale, der Industrie und Handelstammer Düsseldorf, Gutachten liefern, um fie für seine Bolitik in der Ferngasfrage zu beachten. Es fällt dem Ministerium gar nicht ein, die Frage zu prüfen, ob durch eine schärfere Einsetzung des fistalischen Zechenein. Fluffes die öffentlichen Interessen in der Ferngaswirtschaft nicht beffer gemahrt werden können. Obwohl die 4.-G. für Kohlepermertung erklärt hat, daß die Ruhrzechen nor 1935 gar nicht daran denten, auf die Ferngasintereffen des Saargebietes Rücksicht au nehmen, gibt sich das Handelsministerium menigstens nach außen der illufionären Hoffnung hin, daß die Saarinteressen schon nicht zu Lurz Commen werden, menn man den Ruhrinteressen die stille attive Sympathie bewahrt, statt die Berücksichtigung der Saar durch die Ruhrzechen zu fordern. So wird das preußische Handelsministerium, meil es gegenüber den Methoden der Ruhr weder Augen zu fehen noch Dhren zu hören hat, für das Borgehen der A.-G. für Kohlenermertung und für die damit verbundene Verlegung öffentlicher und gesamtwirtschaftlicher Intereffen mit verantwortlich. Man hätte erwarten fönnen, daß der Ausgang der Bahlen im preußischen Handelsministerium einen Ein druck hinterlassen hätte. Davon aber scheint teine Rede zu sein. Der neue Preußische Landtag, der denmächst zusammen. tritt, wird sich mit diesem Berhalten des preußischen Handels ministeriums in der Ferngasfrage gründlich zu befaffen haben. So mie bisher kann es unmöglich meitergehen. Soher deutscher Kohlenverbrauch. Deutscher Auslandsabfah immer foftspieliger- Gynditats. umlage von 2,20 Marf. www Nach amtlichen Feststellungen hat sich der Kohlenverbrauch Deutschlands im ersten Quartal 1928 auf sehr beträchtlicher Höhe gehalten. Der Gesamtverbrauch an Kohle alle Brennstoffe auf Steinkohle umgerechnet betrug im Januar 1928 14,04 gegen 13.12 Millionen Tonnen im Januar v. 3., im Februar 13,28( 12,55) Millionen Tonnen und im März 14,27( 12.84) Millionen Tonnen. Der höchste Monatsverbrauch des Jahres 1927 vom Dezember mit 14,21 millionen wurde also im März noch übertroffen. Auch die Stein: tohlen bilang war im ersten Quartaf 1928 nicht viel ungünstiger als im ersten Quartal 1927. Rots auf Steintohle umgerechnet ergab fich insgesamt für das erfte Quartal 1928 ein Berbrauch von 31,95 gegen 30,25 Millionen Tonnen im Vorjahre. Die deutschen Kohlen bilanz war also, und zwar auch für den Eicinfohlenverbrauch, außer ordentlich günstig. Angesichts dieser Lotsache fann man ermelfen, mie start die letzte Sohlenpreiserhöhung die an sich weiter vordringende englische Kohle in den bestrittenen Gebieten begünstigt und das un bestrittene Cebiet der deutschen Kohlenerzeugung eingeengt haben muß. Die legte Kohlenpreiserhöhung, deren Ziel es zwar war, auf Kosten der deutschen inländischen Kohlenverbraucher den Absatz im bestrittenen Gebiet und im Ausland zu stärken, scheint in der Tat nur ben inländischen Kohlennerbrauch erheblich verteuert, die Konkurrenz fähigkeit der deutschen Kohle im beftrittenen Gebiet aber nicht erhöht 84 haben. Tarifabschluß des Kosmos- Verlags Die ,, Reflamefiguren" der Kommunisten. Gestern wurde vor dem Schlichtungsausschuß zwischen dem Kosmosverlag( Belt am Abend) und dem Berkehrsbund über den Abschluß eines neuen Manteftarifes und eines Lohnabkommens für die Spezialhändler des Blattes verhandelt. Wir hatten über die Lohnbewegung, die schon im Herbst vorigen Jahres eingeleitet wurde, bis gestern aber infolge der Verschleppungstaktik des Kos mosnerlages noch nicht beendet werden konnte, bereits eingehend berichtet. Benn man auch gestern endlich zu einer Berständigung fam, so bot doch die Berhandlung so interessante Einblicke in das Geschäftsgebaren dieses angeblichen dieses angeblichen Arbeiter unter nehmens, daß man der Dejfentlichkeit einige Einzelheiten der Berhandlungen nicht vorenthalten tann. Die Verhandlung hat den Beitungshändlern einmal gezeigt, als was sie von dem Verlag angesehen werden. Wenn sie sich bisher auf Grund ihres früheren Tarifvertrages mie überhaupt ihres gesamten Arbeitsverhältnisses als angestellte Händler des Kosmosverlages betrachteten, sind sie gestern eines anderen belehrt worden. guteingeführten Standplag aufzugeben und fich entmeber auf einen anderen Platz zu stellen, an dem wenig Ausficht auf ausreichenben Absatz besteht, ober an ihrem alten Platz ohne Zuschuß meiter zu verbleiben. Der Berlagsvertreter erflärte, daß man nicht verlangen könne, daß man einem Händler auch dann noch einen festen Zuschuß zahle, wenn er ein bestimmtes Quantum Zeitungen jeden Tag mit Sicherheit abjezze. Diese eigenartige Auffassung veranlaßte jogar den Unternehmerbeisiger Herrn Assessor Scheuer, Vertreter des Scherlverlages, zum Kopfschütteln und zu der Erklärung, daß es seinem Verlag nicht einfallen würde, einen tüchtigen Händler für die Umsatzsteigerung mit der Enta ziehung des Zuschusses zu bestrafen. Nach längerem Hin und Her gab der Vertreter des Kosmos verlages endlich die von den Händlern längst erkannte Absicht zu, daß der Berlag wegen der Unrentabilität des Händlerapparates Nach der Erklärung des Bertreters des fommunistischen Berlages seinen zurzeit aus etwa 55 Personen bestehenden Spezial. waren und sind für ihn die Spezialhändler ,, nichts weiter als Reflamefiguren". der Welt am Abend". Ueberhaupt sei der frühere Tarife vertrag nur infolge einer irrigen Auffassung des Berlages über das Arbeitsverhältnis seiner Händler zustande ge fommen, doch sei der Verlag bereit, wieder einen solchen Irrtum" zu begehen. Erstaunen rief bei den anwesenden Händlern die Erklärung des Berlagsvertreters hervor, daß man sich bei der Festlegung der Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht von Beltanschauungen, sondern von taufmännischen Grundfäßen leiten laffen müsse, wenn das Unternehmen nicht zusammenbrechen folie. Trotzdem es eine alte fommuniftische Losung ist: Alle Macht den Räten, wollte der Bertreter des Kosmosverlages nichts miffen von einer Mitbestim mung des Betriebs- oder Gruppenrates bei Einstellungen und Entlassungen oder der Verteilung der Standpläße der Händler. händlerstab auf etwa 30 Mann abbauen müffe. Da die Händler munmehr wußten, was der 3med der Berfegungen und anderer Schifanen jei, betamen die Berhandlungen eine ganz andere Wendung. Nachdem sich der Berlagsvertreter dieses Bekenntnis abgerungen hatte, fam man bald zu einer Berständigung. Beide Parteien unterzeichneten sofort einen bis zum 30. September 1929 gültigen Manteltarif, der im mesentlichen dem früheren Tarifvertrag gleidht. Ferner einen bis zum 30. April 1929 geltenden Lohntarif, der den Händlerzufchuß auf 14 M. anstatt bisher 10 M. festsetzt und der bestimmt, daß die Sozialbeiträge nach den gesetzlichen Beftimmungen von beiden Parteien entrichtet werden müſſen. Schriftlich feftgelegt wurde, daß den Spezialhändlern, die abgebaut werden sollen, je nach der Dauer ihrer Beschäftigung eine Entschädigung von 100 m. bis 225 M. gezahlt merden muß. Um zu diesen Abmachungen zu kommen, bedurfte es erst der Wie sich der Verlag der Spezialhändler und des an diese zu Bermittlung der Schlichtungsinstanz, die man sonst zahlenden Zuschusses zu entledigen versucht, bewiesen einige immer als handlanger der Bourgeofie" herunterreißt und beseitigt wissen will. Jedenfalls hat diese Lohn- und Tarifbewegung wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß auch zwischen fommu von den Händlern vorgelegte Briefe, in denen die Händler aufgefordert werden, ihren alten, nistischer Theorie und Pragis ein fleiner Unterschied besteht. Die Rheinschiffahrt liegt noch still! An Sekt wird vom Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikal berichtet, daß man die Synditatsumiage, die erst nor menigen Wochen Im Rheinschiffahrtstonflift hat sich trotz der verzweifelten Ber wieder um 10 auf 148 Pf. erhöht worden ist und in der die Breis- suche der Reeder, mit Hilfe von Streifbrechern die Abwehrbewegung verluste im bestrittenen Gebiet auf die Gesamtförderung der Mitdes Rheinschiffahrtspersonals zu brechen, an der allgemeinen Situa tion nichts geändert. Die Streitfront steht unerschütter glieder umgelegt werden, auf nicht weniger als 220 Pflich fest. Die Reeder, die den starken Mann martieren, find erhöhen müsse, wenn die Breisnerluste ihre Deckung finden sollen. nervös. Darum nerfuchen fie immer mieder frampshaft, das nicht Diese Erhöhung werde notwendig, meil mit der Kahlenpreiserhöhung gekündigte Bersonal der Schiffsführer und Kapitäne zu Streifarbeit auch die Berrechnungpreise für die Mitglieder gestiegen feien und bei heranzuziehen. Alle diese Verfuche sind erfolgins geblieben. gleichbleibenden oder finfenden Erlösen im beftrittenen Gebiet damit manchen Stellen, wie z. B. bei der Sarpener Bergbau, bei auch die Spanne, die durch die Syndifatsumlage zu denen sei. ter Rhenania und anderen Firmen, ist man deshalb schließlich Diese neuerliche Erhöhung der Eynditatsumloge auf 2.20 m. dazu geschritten, nicht gefündigtes Personal fristlos pro Tonne der Gesamtförderung, mas ein Bielfaches auf die Abfahu entlassen. Die Folge dieses Vorgehens mar, daß sich das übrige Personal mit den Entlaffenen solidarisch erflärte. tonne im bestrittenen Gebiet ausmacht, mutet bei michterner Be Die Rnüppeltatt it der Arbeitgeber hat also die entgegen trachtung mie ein Stüd aus dem Tollhaus an. Die Zechenherren gelegte wirtung gehabt. Selbstverständlich wird gegen diese dürften sich selbst darüber for sein, daß es mit biefen maffen fristlosen Entlassungen getlagt werden. Kapitäne, Schiffsführer und haften toten Rosten für die Bestreitung eines taum zu halten Maschinisten brauchen meder Streifarbeit zu leisten, noch mit Streifden Absatzgebietes unmöglich so weitergehen fann, brechern zusammenzuarbeiten. Ebenso brauchen fie feine Matrosen oder Heizerdienste zu tun, die ihnen sonst zu normalen Zeiten nicht zugemutet werden. Allerdings ist es gar nicht ausgeschloffen, da auch den Engländern die Gewaltfonkurrenz nicht gut befommt, daß mit dieser riefigen Steigerung der Umlage, letztlich auf Kosten der inländischen Kohlenfäufer, für ein eventuelles internationales Demarfationsablommen zur Verteilung der Märkte die deutschen Ansprüche fünstlich hoch gehalten werden sollen. Wäre das in der Tat der Fall, so fönnte noch ein Schatten von Berechtigung der jezigen Bolitik des Kohlensyndifats zukommen. Ist dem aber nicht so, so ist es höchste Zeit, daß sich die öffentlichen Kohlewirtschaftsorgane, insbesondere der Reichswirtschaftsminister um die Politik des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats zu fümmern beginnen. Neuer 2- Milliarden- Autotrust. Gegen General Motors und Ford. Die maffige Ueberlegenheit der beiden drei Biertel der gesamten amerikanischen Autoproduktion umfassenden Großtrufts General Motors und Ford gegenüber der unabhängigen Automobilindustrie Ameritas zwingt diese zur Abwehr. Die beiden größten unabhängigen amerikanischen Autofabriken, die auch in Deutschland be fannte Chrysler Corporation und die Dodge Brothers haben deshalb ihre Verschmelzung beschloffen, die in den nächsten Tagen durchgeführt werden soll. Die Chrysler- Gesellschaft mit ihrer Wagenproduktion von 350 000 Bagen wird die Dodge Brothers Gesellschaft mit ihren faft 400 000 Bagen in sich aufnahmen. Dennoch wird bieser neue für deutsche Berhältnisse riesige amerikanische Truft mit seiner jährlichen Produktion von% Million Wagen gegenüber General Motors und Ford mit ihrer Produktion von jährlich 6 Millionen Wagen noch verschwindend flein bleiben. Die Ueberlegenheit der General Motors und der Ford Co. beruht nicht nur auf ihrer unvergleichlich viel größeren Produktion, sonbern auch auf der viel größeren Beistungsfähigkeit ihrer durch alle Länder verbreiteten Berlaufsorganisationen. Die überragende Rolle, bie in Amerika die Absagfinanzierung beim Autoverlauf spielt, wird so ebenfalls ein wichtiger Grund zum Zusammenschluß der unab hängigen Gesellschaften. Der neue Zusammenschluß soll aber nur ein Borläufer fein für weitere Großfufionen in der amerikanischen Autoindustrie. Der Güterverkehr der Reichsbahn fieigt. Der für die Beurteilung ber Konjunkturentmidlung michtige Güterversand der Reichsbahn gesellschaft unterlag in den letzten Wochen sehr erheblichen Schwantungen. Im ganzen hat sich aber die Güterwagengestellung arbeitstäglich auf etwa 150 000 Wagen, das ist etwas mehr als im Borjahre, gehalten. In der Woche zum 19. Mai ist eine erhebliche Steigerung erfolgt. Die arbeitstägliche Wagengestellung ist um 6600 auf 155 400 gestiegen, womit gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres 4800 Wagen mehr in Anspruch genommen sind. Der Einheitsverband sozialistischer Handels- und Gewerbefreibender mich am 2. und 3. Juni im Boltsheimfaol in Hannover feinen zweiten ordentlichen Verbandstag abhalten, mit schärffter Wirkung durchgeführt worden. Bereinzelte Ausnah Die Abwehrbewegung des Schiffahrtspersonals ist wuchtig und men, wie z. B. die Arbeit der Wertshafenarbeiter in Ludwigshafen bei den Transporten des Rheinischen Braunfahlensyndikats an die Badische Anilin- und Sodafabrik ein gewiß nicht erfreulicher Vorgang, ändern das Gesamtbild nicht. Das gleiche gilt für die von Holland kommenden Dampfer und Rähne, die nur mit Eigentümern und deren Angehörigen bemannt find. Diese Schiffe laufen Gefahr, in den deutschen Häfen nicht gelöscht und nicht geladen zu werden, und die mit Hilfe von Streifbrechern ermöglichten Transporte sind nur Demonstrationen ohne praktische Wirkung. Die Abwehrbewegung hat in den letzten Tagen auch bereits das Personal des staatlichen Schleppmonopols des Rhein- Herne- Kanals erfaßt. Das Bersonal ist der Auffassung, daß ihm nicht zugemutet werden fann, bestreifte Schiffe zu schleppen, und es verlangt deshalb, daß in Berhandlungen über diese Frage hier mit einer weiteren Verschärfung der Lage zu rechnen. eingetreten werde. Kommt es zu feiner Berständigung, dann ist Die Reeder verbreiten in den ihnen nahestehenden Blättern immer wieder das Märchen von ihrer ungeheuren sozialen Belastung gegenüber den ausländischen Konkurrenten. Dabei wurde ihnen in den Kölner Berhandlungen nachgewiesen, daß ihre Behauptungen abfolut grundlos find und in Holland 3. B. die soziale Belastung höher ist als in Deutschland. * Für die Duisburger Holzladefirmen ist in freier Bereinbarung eine ohnerhöhung um 8 Broz festgelegt wor Diese Vereinbarung ändert natürlich nichts daran, daß be streikte Schiffe nicht geladen und nicht gelöscht werden. den. Duisburg, 30. Mai.( Eigenbericht.) Die Unternehmer der Westdeutschen Kanalschiffahrt haben die Tarifverträge gefündigt. Das Personal hat ebenfalls die Kündigung beschlossen. Internationale Arbeitsfonferenz. Genf, 30. Mai.( Eigenbericht.) Arbeitervertreter erfienen, meil die Gewerkschaften die Beteiligung an den Arbeitsfonferenzen ablehnen. In der Nachmittags[ igung wurden als Bizepräff4 denten der irische Regierungsvertreter, der deutsche Arbeitgeber Bogel und der kanadische Gemertschaftsfetretär Moore gewählt. Für die Arbeitnehmer wurde in die Mandat prüfungskommission 3o u haug berufen, in den Geschäftsordnungs ausschuß ebenfalls Jouhaug und Hermann MüllerLichtenberg. Das Hauptgewicht des Rongreffes mirb megen bes starten technischen Einschlages des zweiten Tagesordnungspunktes. der Unfallverhütungsfrage, auf den Sitzungen der Sady peritändigentommiffionen beruhen. Damit ist nicht gesagt, daß es nicht zu starten Zusammenstößen fommt. Schon am Mittwochabend reichte Joubaug in der Mandatprüfungsfommission einen Protest der Arbeitnehmer dagegen ein, daß aus Italien wiederum der Führer der faschistischen Syndikate, Roffini, als Arbeit nehmernertreter präsentiert wird. Internationaler Bergarbeiterfongreß. Nimes, 30. Mai.( Eigenbericht.)! Der Internationale Bergarbeiterfongreß stimmte einer von der englischen Delegation vorgeschlagenen Entschließung zu, in der alle Bergarbeiterdelegationen aufgefordert werden, über die Kampagne für die Beachtung der Washingtoner Konvention hinaus energisch für die Einführung des Siebenstundentages bam. der 46- Stunden- Arbeitswoche zu kämpfen. Der Kongreß nahm schließlich noch eine Resolution an, in der auf den besonders gesundheitsschädlichen Charakter der Bergarbeit hingewiesen und nach energischen prophylatti schen Maßnahmen verlangt wird. Die Landesorganisationen werden aufgefordert, bei ihren Re gierungen unabläffig auf internationale Maßnahmen und den Austausch gegenseitiger Erfahrungen bei der Bekämpfung der Berufstranfheiten im Bergbau zu drängen. Internationale Metallarbeitertagung. London, 30. Mai. Der Zentralausschuß des Internationalen Metallarbeiterver bandes hielt gestern in London eine Sonderfonferenz ab, beren med die herbeiführung engerer Beziehungen unter den organisierten Metallarbeitern der Welt ist. Den Borsitz führte der Sefretär der Metallarbeiter- Internationale 3lg aus Bern. An der Konferenz nahmen Bertreter aus Deutschland, Großbritannien, Dänemart, Schweden, Ungarn, Holland, Norwegen, Schweiz und der Tschechoslowakei teil. Karien für die Ausstellung„ Die Ernährung" zum verbilligten Preise von 1 M.( statt 1,50 m.) find in allen Gemertschaftsbureaus fomie im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkjchaftshaus) zu haben. Baugewertsbund, Fachgruppe Glajer. Seute 19 Uhr int großen Eaal des Gemertaftshauses Mitgliederversammlung. Bericht über die Schlichtungs perhandlungen. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Sente, Donnerstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Borirag: Sozialistische Lebensgeftaltung und tapita liftische Unumelt." Frankfurter Allee: Gruppenheim Städtisches Jugendheim gitaner Str. 18, Simmer 8. Bunter Abend. Röpenid: Gruppenheim Jugendheim Grünauer Str. 5. Fahrtenberichte. Erlebtes und Erlauschtes von unseren Pfingstwanderungen, Schöneweibe: Gruppenheim Jugendheim Niederschöneweide, Berliner Str. 31. Brettspielabend. Südosten: Gruppen. Die Zahl der Arbeiterführer, die an der Konferenz teilnehmen, ist recht beträchtlich. Neben Müller- Deutschland, Jo u haur- Franfreich, Dudege cst. Holland, ThorbergSchweden und Schürch, dem Generalsekretär der Schweizer Gewerkschaften, sind als Arbeitnehmervertreter ihrer Länder u. a. erschienen der Sekretär des südafrikanischen Gewert haftsbundes M. W. H. Andrews, Forstner- Dester- heim Sugenbheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehrhaus). Ernſtes und Heiteres reich, Mertens, der Generalsekretär der belgischen Gewerkschaften. Thomas Moore, der Präsident der kanadischen Gewerkfchaften, Frau Bondfield, Sekretärin der Frauen jektion der englischen Gemeindearbeiter, Capa= lero, der Generalsekretär der spanischen Gewerkschaften. Einige Staaten haben es auch diesmal nicht für nötig gehalten, Arbeitervertreter zu entfenden. So it für Norwegen fein aus ben Betrieben. I Tempelhof: Gruppenheim Jugendheim Lyzeum Germaniaftraße 4/6. Bunter Abend. Charlottenburg: Gruppenheim Jugendheim Spreestrarge 30. Sosemann fommt, gehrter Str. 18/19. Ausspracheabend:„ Sport und Körperpflege in der JugendMaabit: Gruppenheim Städtisches Jugendheint bewegung. Spanden: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Lindenufer 1. Bunter Abend. Humboldt: Gruppenheimt Jugendheim Graun- Ede Lorgingtraße. Bortrog:„ Alkohol und Nikatin." Jugendabteilung des Deutschen Belleibungsarbeiterverbanbes; Sebaftianste. 37/38. Bortrag: Betrachtungen über das Arbeitsgericht." Safenheide, Treptow; Treptower Bart, Wiese Rt. 8, Außenspielabenbe ab 18 Uhr: Reukölln; Bolfspart elodsend napide eld