Morgenausgabe Nr.25S A 131 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pfg� monatlich 8,00 ÜR. im voraus zahlbar. Postbezug<22 M. einschl. Bestellgeld. Auslandsabonne- mem 6,— M. pro Monat. -st Der»Vorwärts- erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel»Der Abend-, Illustrierte Beilagen»Voll und Zeit- und»Kinderfreund-. Ferner »Unterhaltung und Wissen-»Frauen- stimme-»Technit-»Blick in die Bücherwelt" und»Iugend-Vorwürts- |P-f> WG»> Berliner voltsblati Freiiag 1. 3un( 1928 Groß-ÄerlinIVVf- Auswärts 45 pf. Die e t n i p a« t l g e Nonpareillezetle 80 Pfennig. ReNamezeile S.— Reichs« marü»Kleine Anzeigen" das iertge- oruckte Wort 26 Pfennig tzuläfflg zwe, ettgedruckte Worte), edes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengeiuche das erste Wort 16 Pfennig,!edes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Wotte. Arbeitsmartt Zeile SO Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. 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Die republikanifch-demokratische Union(Gruppe Marin) rerlangt in einer Entschließung, daß die künftige Zusammensetzung der Regierung, des Präsidiums der Kammer und der Kammeraus- fchüsse deutlich dem Siege Rechnung tragen müßte, den die überzeugten Anhänger der„Nationalen Union" davongetragen hätten. Nicht ohne Grund wurde diese Entschließung von den R a- d i k a l e n als Kriegserklärung aufgefaßt und entsprechend beant- wartet. In einer Sitzung des radikalen Parteivorstandes erklärt« Daladier:„Wenn die Rechte die Regierung übernehmen will, soll sie es tun, aber st« muß dann mit unbeugsamer Feindschaft der Radikalen rechnen. Wir sind bereit, den Fehde» Handschuh aufzunehmen." llnterrichtsmimster Herriol selbst verstärkte diese Erklärung noch. indem er betonte, die radikale Partei, als die Verstärkung des demokratischen willens Frankreichs, müsse auch in der neuen Sammer die Achse der politischen Tätigkeit bilde«: „Wenn wir es verstehen, zu wollen und zu handeln, werden wir bald Meister der Loge sein." Im übrigen zeigen sich die Radikalen sehr unzufrieden mit dem Ausgang des sozialistischen Parteitage» in Toulouse. Schon Daladier glaubte gestern an ihre Adresse die Frage richten zu müsien, ob sie durch ihre„bewußt glänzende Isolierung" die Rechtsorientierung in der neuen Kammer erleichtern wollte. Peking und Tientfin vor dem Fall? LnternationaSe Verteidigungsmaßnahmen in Tienifln.— Amerika machi nicht mit. London. Zt. Mai.(Eigenbericht.) Aus Tokio eingetroffene Meldungen deuten daraus hin, daß die Räumung von Peking und Ilenlsln durch die Truppen der chinesischen Rordarmeen unmittelbar zu er- warten ist. Obwohl die Möglichkeit besteht, daß die nationalistischen Truppen bei ihrem Vormarsch ans Veting aus die Besetzung von Tientjia verzichten werden, sind in Tieutjin sieb er- hafte Vorbereitungen zur Verteidigung der dortigen internationalen Siedlung in Angriff genommen worden. Eine IS Kilometer lange Verteidigungslinie befindet sich im Ausbau. Sie soll von ausländischen Truppen beseht werden. Das Oberkom- mando hak der japanische General Arai übernommen. Das geplante gemeinsame vorgehen sämtlicher ausländischer Staaten. die in Tientsin Truppen besitzen, ist allerdings, wie es scheint, ge- scheitert, da die vereinigten Staaten„unabhängig vorgehen" wollen. An Mililärkräslen unterhalten in Tientsin: Zapan S000 Mann, ii Feldgeschütze, 16 Flugzeuge: Amerika 4000 Mann. 18 Kanonen und 12 Flugzeuge: Großbritannien 1500 Mann, 2 Kanonen: Ztalien 380 Marinesoldaten, Frankreich 2000 Mann und 14 Feldgeschütze. Tschangtsolin beginnt zu räumen. Tokio. 31. Mai. Nach Berichten aus dem japanischen Hmiptquartier soll Mar- schall Tschangtsolin beschlossen haben, Peking zu räumen. Ein Teil seiner Truppen sei bereits auf dem Rückzug nach Muk- den. Die japanischen Behörden rechnen daher mit der u n m i t t e l- bar bevor st«henden Besetzung von Peking durch die Süd- chinesen. Nach einem Telegramm aus offizieller Quelle besteht die Aussicht, daß der Rückzug des Marschalls Tschangtsolin und die schnelle Räumung der Städte Peking und Tientsin zur Wieder- Herstellung des Friedens in Ehina führen könnte. In gut- unterrichteten politischen Kreisen Japans ist man der Ansicht, daß die Südchinesen wahrscheinlich die große Mauer nicht über- schreiten werden. Die einzige gegenwärtig existierende Gefahr sei, daß die in voller Auslösung zurückflutenden n o r d chinesischen Soldaten Unruhen anstiften. Man hält jedoch die zum Schutz der Ausländer ergriffenen Maßnahmen für hinreichend. Japanisches Ultimatum an die Nordtruppen. Tsingtau, 31. Mai. Der Kommandeur der dritten japanischen Division General I a s um i t s u. der hie in der vergangenen Woche von den Nord- tr u p p e n, ohne einen Zeitpunkt hierfür festzusetzen, verlangt hatte, sich sieben Meilen von der Stadt zurückzuziehen, hat an die chinesi- schen Generöl« ein Ultimatum gerichtet, in dem er sie auffordert, die Stadt bis zum 1. Juni spätestens zu räumen. Alles läßt darauf schließen, daß das llltimawm erfüllt wird. Die Rot Oeutschösterreichs. Wieder keine Dollaranleihe. Wien. 31. Mai.(Eigenbericht.) Zm Rolionalral teilte Bundeskanzler Dr. S e i p e l mit. daß infolge der Vertagung des amerikanischen Senats dessen Zustimmung zu der großen Anleihe Oesterreichs nicht gegeben werden könne. Die Anleihe müsse infolgedessen um ein halbes Jahr verschoben werden. Genosse Dr. Bauer wandte sich gegen den Versuch des Bundeskanzlers, die Tragweite dieses schweren Miß- erfolge» verkleinern zu wollen. Er erklärte, dieser Zwischenfall zeige die unmögliche Lage Oesterreichs gegenüber dem Ausland. Die Bundesregierung trage ganz allein die Verantwortung für die Verzögerung der Anleihe, weil sie das Porta mentnichtrecht- zeitig Informier« habe, wenn die Bundesregierung im vorigen Zahre Verhandlungen wegen der Ernährungskredite. die Oesterreich in der Nachkriegszeit nehmen mußte, eingeleitet und sich bereit erklärt ha«, eine vorzeitige Abzahlung zu beginnen. so hätte die Regierung auch daraus hinarbeiten wüsten, einen Zustand herbeizuführen, in dem Oesterreich nicht dauernd in der Gefahr schwebe, in seiner Kreditpolitik vom Einspruch irgendeines Staates behindert zu werden. « Diese Debatte und was ihr zugrunde liegt, zeigt wieder einmal aller Welt, was der Frieden von St. Termain ge» schaffen hat: einen Alpenstaat fast ohne Kohle, mit viel zu schmaler Ernährungsbasis, auf Rohstoffeinfuhr angewiesen, in seiner Industrieausfuhr aber einer gleich hoch entwickelten tschechoslowakischen Industrie gegenüberstehend— von weit überlegener Konkurrenz größerer Industriestaaten aar nicht zu reden! So ist dieses Land andauernd auf Auslands- kredit angewiesen, und die. die es in aufgezwunge- ner, unerträglicher„Selbständigkeit" erhalten wollen, müsten ihm stets wieder Geld leihen. Wenn man jetzt wieder einmal mit einer„zunächst nur wirtschaftlichen" Zusammenfassung Tschecho» slowakei-Deutschösterreich-Ungarn kommt, so werden die Oesterreicher von einem solchen Plan nichts wissen wollen, der dazu geeignet und bestimmt ist, den Weg zum Anschluß zu verbauen. Dem klagenden Seipel aber wird es nur ein schwacher Trost sein, daß das rote Wien seine Dollar- a n l e i h e hat, auf die man den Staat mit seiner Bürger- blockregierung wieder ein halbes Jahr warten läßt! Ltniersuchung polnischen Wahlterrors. Im Berwaltungsausschuß des polnischen Landtages gab der Innenminister, General S k l a d k o w s k i, zu, daß die Re- gierung bei den Sejm- und Senatswahlen die Kandidaten unterstützt Hab«, die sich zu einer Zusammenarbeit mit der Re- gierung bereü erklärt hatten. Obgleich sich der Minlstei gegen die Bildung eines außerordentlichen Ausschusses zur Prüfung der Wahlmißbräuch« aussprach, wurde doch beschlossen, ein« solch« Kommission einzusetzen. gusa in M schimpft, hier die südslawischen Farben entehrt. Polizei und Gendarmerie zu Fuß und zu Pferd, Angriffe auf die Menge Spannung an der Adria. Das Abkommen von Rettuno. Von Hennann Wendel. »Trotz aller Bemühungen der Wissenschast tan« Italien seine Bevölkerung nicht ernähren. Italien bedarf der Ausdehnung, sonst kommt es zu einer Explosion. Ich vermag an die humanen Ideen der Pazifisten nicht zu glauben." Mussolini. In Belgrad, in Agram, in Laibach, in Spalato, in Ra- erregte Kundgebungen: Nieder mit Italien! In Rom, in Mailand, in Bologna, in Venedig, in Bari erregte Kund- gedungen: Nieder mit Südslawien! Dort versuchen natio- naliftische Studenten die italienischen, hier faschistische Hoch- schüler die südslawischen Konsulate zu stürmen, dort wird das Bildnis Mussolinis verbrannt, hier das Porträt des Königs Alexander zerfetzt, dort die italienische Fahne be- .............. ifd~'-"*" ._. D SU...1. und Verhaftungen hier wie dort, und die südslawische Re- gierung protestiert in Rom, die italienische in Belgrad. Warum der ganze Wirbel? Weil das Kabinett W u k i t s ch e- witsch angekündigt hat, daß es jetzt endlich das Ab- kommen vonRettuno, das am 10. Juli 1925 von den Unterhändlern beider Staaten unterschrieben wurde, zur Ra- tifizierungder Skupschtina zuleiten werde. Die Mamelucken- kammer Mussolinis hat den Vertrag längst genehmigt, aber wenn ihn die südslawische Regierung bisher in der Schublade behielt, hatte sie, wie man sieht, einigen Grund dazu. Zu einem Teil fließt die Entrüstung gegen die Kon- oentionen von Nettuno aus innerpolitischen Quellen. In Südslawien hat sich in den letzten Monaten eine merkwürdige Parteischichtung vollzogen. Mit Ausnahme der größten slowenischen Gruppe, der Christlichsozialen, die mit Radikalen und Demokraten in der Regierung sitzen, stehen alle Parteien, die sich im wesentlichen aus den ehemals österreichisch-ungarischen Gebieten rekrutieren, die Serben ebensogut wie die Kroaten und Slowenen, gegen die Serben des früheren Königreichs, die sogenannten„Serbianer". Da Serbien bei der südslawischen Einigung eine ähnliche Rolle spielte wie Preußen bei der deutschen Einigung, behauptet die Opposition nicht zu unrecht, daß in dem jungen Staat nur einseitig„s e r b i a n i s ch e" Interessen zur Gel- tung kämen. Daß jetzt die Konventionen von Nettuno auf der Tagesordnung erscheinen, liefert der Opposition Gelegen- heit, über eine auswärtige Politik aus der Erbschaft des alten statt der Adria starre und dem griechischen Hafen den Vorzug vor dem südslawischen von Spalato gebe. Gelingt es, mit Entfachung dieser Erregung das Kabinett zu stürzen, um so besser für die Oppositton! Aber in weit höherem Maße steckt hinter Nettuno ein schwerwiegendes außenpolitisches Problem. Das Abkommen, um das es sich handelt, umfaßt 31 Konventio- nen und ist Teil des gesamten südslawisch-italienischen Per- tragswerks, das sich auch auf den Konventionen von Santa Margharita und Belgrad aufbaut. Da bei der Regelung einer langen Reihe von ökonomischen und sozialen Fragen, zu denen das Recht der Ansiedlung, der Freizügigkeit, des Handelsbetriebs gehört, Gleichberechtigung beider Partner vorgesehen ist, scheint dieses Werk harmlos, aber nicht nur der südslawische Rationalismus schmäht das Abkommen von Rettuno, weil es die Läsung der Agrarfrage in Dalmatien erschwere und die italienische Durchdringung des slawischen Ariaufers begünstige, sondern auch sozialistiscke Kritik nennt die Verträge«ine Schande und Blamage, meyr, eine schwere ökonomische und soziale Schädigung für Südslawien, eine Etappe des Weges, auf dem der ferbisch-kroatssch-slowenische Staat wirtschaftlich und politisch zum Vasallen Italiens werde. In der Tat sind die Konventionen von Rettuno so wenig harmlos, wie die ganze Balkanpolitik des Faschismus harm- los ist. Das Italien Mussolinis steht heute wie ein über- heizter Dampfkessel unter gefährlich hohem Druck, und alle- mal in solchen Fällen gilt Diktaturen die auswärtige Politik als Ventil, angesammelte Spannung verzischen zu lassen. Nicht zuletzt deshalb deliriert das Fascio von einer r ö m i- schen Weltpolitik großen Stils, deren Voraussetzung die Verwandlung der Adria in ein italienisches Meer sei. Zwar sitzen an der„anderen Küste" auf 500 Kilometer Länge nur Südslawen, keine Italiener, und die Fahne des König- reichs der Serben, Kroaten und Slowenen weht von Suschak bis Cattaro, aber südlich davon haben sich die Italiener in Albanien wie in einem bombensicheren Unterstand ein- gegraben, und eifrig trachtet Mussolinis Staatskunst alle Nachbarstaaten Südslawiens, Ungarn. Rumänien, Bulgarien, Griechenland, neuerdings auch die T ü r k e i. fest an die faschistische Politik zu binden. Daß das nächste Ziel dieser Expansionsbestrebungen Dalmatien ist, daraus macht man in Italien gar kein Hehl. Gegenwärtig hängt in einem Pavillon der Mailänder Aus stellung eine Landkarte, auf der eine gelbe Linie ganz Dalmatien fühn umfassend, als die natürliche Grenze Italiens" angegeben ist, und durch Zeitungen und in Bereinen, in Boltsschulen und auf Universitäten wird von privaten, offiziöfen und offiziellen Stellen ohne Unterlaß der jungen Generation in die Köpfe gehämmert, daß Dalmatien mit Italien eine gottgewollte Einheit bilde, daß Dalmatien an Italien fallen müsse. Angesichts so bedrohlicher Tatsachen betrachtet das füdslamische Bolt den Bersuch, durch die Konventionen Don Nettuno den italienischen Ausdehnungstendenzen noch ein Sprungbrett hinzuschieben, mit mehr als gemischten Gefühlen. Dieses Abkommen wird ihm um so eher zum Sinnbild für die ewige Bergewaltigung der Kleinen durch die Großen, als auch nach dem Eingeständnis der ,, Times" hierbei der Drud der englischen Finanzleute, von denen Südslawien eine dringend nötige Anleihe erwartet, auf die Belgrader Regierung mirksam geworden ist. Der italienische Faschismus im Bunde mit dem britischen Im perialismus gegen den füdslawischen Kleinbauern so sieht im Grunde das Problem aus, und immer wieder wird es, wie eben jetzt, zu Konflikten, zu Zusammenstößen, zu Be drohungen des europäischen Friedens führen, wenigstens folange Italien ein Irrenhaus mit umgekehrtem Vorzeichen ist, in dem gemeingefährliche Narren die vernünftigen und besonnenen Clemente der Nation unter Berschluß und Terror haften. Koalition?- Opposition? Mußerordentlicher Parteitag oder Entscheidung durch die Frattion? Bolschewistisches Weltprogramm. Wie sich Moskau die Weltrevolution vorstellt. 181 A Die Prawda" Deröffentlicht den Entimurf eines neuen Bro-! Für Länder mit hoher tapitalistischer Entwidlung, wie die gramms der Kommunistischen Internationale, der am 25. Mai d. J. von der Programmkommission des Etti angenommen worden ist. Der Entwurf, der in der Bramba" nicht weniger als 22 Spalten zu 200 Zeilen füllt, stellt, was Länge betrifft, auch für fommunistische Verhältnisse eine Refordleistung dar. PT Dieser Entwurf, für den sechsten Kongreß der Kommunistischen Internationale bestimmt, enthält neben Altbekanntem auch manches Erwähnenswerte. Er bedeutet den Sieg jener Richtung inner balb des ruffischen Stommunismus, die ihre Soffnungen auf die Beltrevolution fest, versucht aber gleichzeitig ein Kompromis, indem er den Bersuch macht, sich den jeweiligen Verhältnissen in den verschiedenen Ländern anzupassen. Nach einigen einleitenden Beschimpfungen der Sozialdemofratie ,, die vom Imperialismus forrumpierte und de= moralisierte Spitze der Arbeiterbewegung" wird ausein andergesetzt, daß die Revolution den Bedingungen des Kapitalismus entspringt. Die Ungleichmäßigkeit seiner Entwidlung ist aber ein unbedingtes Gefeß des Kapitalismus. Deshalb tann die inter nationale Revolution des Proletariats nicht als eine ein malige und allgemein durchgeführte einheitliche Aktion betrachtet werden. Daraus folgt, daß der Sieg des Sozialismus zuerst in wenigen, ja selbst auch bloß in einem fapitalistischen Lande vollzogen werden kann.( Diese Möglichkeit wurde früher geleugnet, die orthodoxen Leninisten in Deutschland leugnen sie auch jetzt noch.) Im zweiten Abschnitt des Programms wird die allgemeine Krisis des Kapitalismus und die erste Phase der Weltrevolution be fprochen. Die„ Verräterrolle" der Sozialdemokratie wird ausführ, lich dargestellt. In verschiedenen sächsischen Parteiblättern wird an dem Leitauffaz des„ Borwärts" vom letzten Sonntag lebhafte Kritik geübt. Die Kritiker glauben aus diesem Auffah herauslefen zu können, daß wir den Eintritt der Partei in eine Re- Aus dem dritten Abschnitt, der von dem Endziel der Kommugierung der Großen Koalition ohne Bedingunnistischen Internationale handelt, erfährt man, daß der Kommu= gen befürworten. Sie unterliegen damit einer Suggestion, nismus als geschichtliche Boraussetzung des Stadiums des So die von der demokratischen Bresse ausgeht, für die der Bor- zialismus bedarf. Hier entsteigt die kommunistische Gesellmärts" aber nicht verantwortlich ist. Dieser hat schon am schaft erst der kapitalistischen Weltordnung und ist mit allen Malen 23. Mai davor gewarnt, die Große Koalition als die, Patent diefer alten Gesellschaft bededt, sowohl in wirtschaftlicher als molösung" zu proklamieren und damit die Vorstellung zu er- ralischer und geistiger Hinsicht. zeugen, als stände alles, was wird oder nicht wird, im Belieben der Volkspartei. Inzwischen hat auch der Reichstags präsident Genosse Löbe in seiner gestrigen Besprechung mit dem Reichspräsidenten den gleichen Standpunkt vertreten. Die Große Koalition ist eine der vorhandenen Möglichkeiten, aber nicht die einzige. Selbstverständlich sind wir der Meinung, daß man der Sozialdemokratie, die zur Füh rung bei der Regierungsbildung berufen ist, nicht eine von vornherein gebundene Marschroute mitgeben darf. Ebenso mißverständlich ist die Auffassung, wir wollten einen bedingungslosen" Eintritt in eine fünftige Roalitionsregierung. Man muß sich doch vorstellen, wie sich solche Dinge in der Wirklichkeit abspielen: Selbstverständlich wird der Sozialdemokrat, der den Auftrag zur Regierungsbildung übernimmt, und der daran verschiedene Mitglieder bürgerlicher Parteien zum Mittun auffordert, sagen müssen, mie er sich das Regieren vorstellt. Man wird versuchen, sich darüber zu verständigen, was zunächst einmal zu tun und was zu unterlassen ist. Aus diesen Be sprechungen wird sich dann ergeben, welche Koalition und ob überhaupt eine gebildet werden kann. Wovor wir warnten, das war der Versuch, in weitausgesponnenen Berhandlungen von Fraktion zu Fraktion ein allumfassendes Programm auszuarbeiten, das die Parteien für unbegrenzte Zeit festlegen soll. Wenn man aus Angst, es tönnte sonst zu einer Krise fommen, alles im voraus regeln will, regelt man in Wirklich feit gar nichts, und alles bleibt in allgemeinen Redens arten stecken. Abschreckende Beispiele gibt es da wahrhaftig genug! Wenn ab und zu die Meinung vertreten wird, die Sozialdemokratie müsse, solange sie nicht allein regieren fönne, unter allen Umständen in der Opposition bleiben, so ergibt sich sofort die Frage, gegen men Oppofition gemacht werden foll? Dazu gehört doch unter allen Umständen eine Regierung, gegen die man Opposition machen fann! Wenn aber die nicht zu finden ist was dann? Kann feine Regierung gebildet werden, dann haben wir den Berfall der parlamentarischen Demokratie und spielen das Spiel der Diftatur und des Faschismus. Daß die deutsche Arbeiterklasse schließlich auch damit fertig werden kann, bezweifeln wir nicht; nur wieviel Opfer auf einem solchen Umweg liegenbleiben könnten, und wie weit er uns zurückwerfen würde, weiß feiner. Bon einigen Parteibezirken und Parteiblättern wird ein außerordentlicher Parteitag gefordert, um diesen ganzen Fragenkompler zu besprechen. Aller Wahrscheinlich. feit nach würde dieser außerordentliche Parteitag zu dem Schluß kommen, daß er der neugewählten Fraktion der 152 ihre Verantwortung nicht abnehmen kann. Dies um so meniger, als ber 3eitpunft, zu dem die Verhandlungen soweit sein werden, daß ein entscheidendes Ja oder Nein gesprochen werden tann, fich im voraus gar nicht absehen läßt. Die Fraktion wird also dieses Ja oder Nein zu sprechen haben, und auch bei dieser Entscheidung wird nichts anderes bestimmend sein, als der Wunsch, ben arbeitenden Maffen mit allen Kräften zu dienen. Das Zentrum berät. Die Sigung des Zentrumsparteivorstandes beschäftigte sich gestern abend mehr mit inneren Barteifragen als mit der politischen Lage und der Koalitionsbildung. Man war der Meinung, daß die Entscheidung über die Regierungsbildung im Reiche im wesentlichen der Reichstagsfraktion, in Preußen der preußischen wesentlichen der Reichstagsfraktion, in Preußen der preußischen Landtagsfraktion des Zentrums überlassen werden müsse. Die Beratungen werden heute gemeinsam mit den Fraktionsvorständen der Reichstags und der preußischen Landtagsfraktion sowie mit den Reichs- und Landesparteisekretären fortgesetzt werden. Nach Abschluß der Beratungen ist ein parteioffiziöses Kommuniqué zu erwarten. Adolf Köfter verläßt Riga. Der deutsche Gesandte Genosse Dr. Röfter hat gestern bem Staatspräsidenten sein Ab= berufungsschreiben überreicht. Saftbefehl gegen Straffer. Der Oberstaatsanwalt in Mannheim hat gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Gregor Strasser einen Saftbefehl erlassen. Strasser mar vor dem Mannheimer Schöffengericht wegen Beleidigung der Reichsfarben angeflagt, ohne jedoch zu erscheinen, Der vierte Abschnitt ist der llebergangsphase vom Kapitalis mus zum Sozialismus und der Diktatur des Proletariats gewid. met. Es folgt eine detaillierte Aufzählung der hauptsächlichsten Aufgaben der proietarischen Diktatur. Es werden hier behandelt die Industrie, der Transport, Telegraph, Telephon, Radio, die Landwirtschaft; der Handel und Kredit; die sogenannte geistige Produktion; der Wohnungsfonds; der Arbeitstag und die Ueber nahme der Wirtschaftsführung durch die Arbeiter. Hier verwerten die Autoren des Programms die schlimmen Erfahrungen, die die Somjet regierung während der zehn Jahre ihres Bestehens gemacht, und die Rückschläge, die sie insbesondere in be zug auf die Bauernschaft erlitten hat. Hier macht man Bereinigten Staaten Ameritas, Deutschland und England, wird die Forderung des diretten lleberganges zur„ Diftatur des Proletariats" gestellt. In Ländern mit mittlerer fapita liftischer Entwicklung, wie Rußland bis vor 1917 oder Polen, wo noch Reste feudaler Berhältnisse in der Landwirtschaft bestehen und nur eine geringe Industrie vorhanden ist, wo die bürgerliche Demo frafie ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, tann sich je nachdent eine schnelle Umwandlung der bürgerlich- demokratischen Revolution in eine sozialistische Revolution vollziehen oder auch eine längere Zeit dazu erforderlich sein. In den kolonialen und halbkolonialen Ländern ist jedoch der lleber gang zur Diftatur des Proletariats mur über eine Reihe von vor bereiten den Stadien zu erreichen. Es folgt der fünfte Abschnitt: Von der Dittatur des Prole tariats in Sowjetrußland und der internationalen fozialistischen Revolution. Rußland, so wird auseinandergesetzt, wird unter der Bedingung der allgemeinen Krisis des Kapitalismus zum mäch tigen Hebel für die internationale Revolution. Zu gleicher Zeit ist es aber gezwungen, Die Chaht durch geschicktes Manövrieren die wirtschaftlichen Beziehungen mit den fapitalistischen Staaten auszunutzen. Die Gefahr der militärischen Intervention wird als sietig wachsend dargestellt. Aber der militärische Angriff auf Sowjetrußland werde uncusbleiblich zu einer mächtigen revolutionären Explosion führen, die berufen ist, den Kapitalismus in einer Reihe non sogenannten zivilisierten Ländern zu begraben. Die Frage, wie sich die Dinge gestalten werden, wenn der Kapitalismus auf die Intervention und damit auf seinen militärischen Selbstmord verzichtet, wird offent gelaffen. Schließlich der letzte Abschnitt: Die Strategie und die Taftif der Kommunistischen Internationale". Ser setzt man sich eingehend mit dem Anarchismus, dem revolutionären Syndikalismus, den tonftaut tiven Sozialismus, dem Gildensozialismus und mit der Sozialdemo fratie auseinander. Die„ linfen" Sozialdemokraten werden übrigens für noch viel schlimmer erflärt als die ,, rechten". Tattisch gesehen, so wird weiter ausgeführt, muß die Kommunistische Partei in jedem einzelnen Falle die konkreten inneren und äußeren Verhältnisse in Rechnung ziehen. Angesichts eines revolutionären Aufschwunges, wenn die herrschenden Klassen desorganisiert sind, wenn die Massen fich im Zustande der revolutionären Gärung befinden, wenn die Mittelschichten zur Seite des Proletariats hinneigen, wenn die Massen bereit sind zur Aktion und zu Opfern, da stellt sich vor die Kommunistische Partei des Proletarials die Aufgabe, es in die dirette Attade auf den bürgerlichen Staat zu führen. Die Massen müssen aber an die revolutionären Pofitionen in einer Weise herangebracht werden, daß sie aus eigener Erfahrung sich von der Richtigfeit der Partellinie überzeugen. Die Nichterfüllung dieser Forderung führt unausbleiblich zur Loslösung der Massen von der Führung, zum Puffchismus und zur ideologischen Ausartung in linken Doffrinarismus Konzeffionen an das Eigentumsbewußtsein der Bauern und trägt den mangelnden organisatorischen Fähigkeiten des Bro letariats, wie sie sich in Rußland zeigten, Rechnung. Um die fleinbürgerlichen Elemente nicht vor den Kopf zu stoßen, soll der freie handel in gemiffen Grenzen aufrechterhalten bleiben. und fleinbürgerlichen ultralinten Avanturismus( Abenteuerfinn). Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile der sozialisierten Broehlt der revolutionäre Aufschwung, fo find die kommunistischen duftion und die Sentralisierung aller wichtigster leitender Wirtschafts Barieien verpflichtet, von den täglichen Bedürfnissen ber stellungen in den Händen des proletarischen Staates usw. führen Arbeitenden ausgehend, Teilparolen aufzustellen. Die Absage port bei einer richtigen Politit der proletarischen Diktatur zum ständigen solchen Teilforderungen ist mit den taktischen Grundsäzen des Komund systematischen Hinausdrängen der Reste des Privatfapitals. munismus unvereinbar, da sie die Partei zur Paffivität perurteilt dheinbar tapitalistische( 1) Formen und Me. und die Massen von ihr loslöst. thoden der Wirtschaftstätigteit werden in Wirt. lichkeit zu Hebeln der fapitalistischen Umwälzung. Was für Reformisten" diese Revolutionäre! Kirche oder Parteifiliale? Die evangelische Kirche putscht gegen die Behörden auf. Die evangelische Kirche in Pommern scheint den Boden der politischen Neutralität endgültig und ganz offen verlassen zu wollen. Der Wahlbeeinflussung von höchster Stelle folgt jetzt ein zweiter Uebergriff. Mitte Juni finden in Breußen Elternbeirats mahlen statt. Es stehen sich der Hauptsache nach zwet Richtungen gegenüber: die Schulfortschrittler und die Schulreaktionäre. Die Reaktionäre, hinter denen sich vor allem die Deutschnatio nalen verstecken, haben auch ihre Methoden den Deutschnationalen entlehnt. Sie nennen sich, indem sie auf die Gedankenlosigkeit der Eltern spekulieren, dhristlich- unpolitis. In Stettin wer ben mun die Eltern schulpflichtiger Kinder mit einem pfarramt It en Rundschreiben beehrt, in ben die Parole ausgegeben wird: Wählt christlich- unpolitisch!" Ein neuer Versuch, auch hier die Wähler unter Mißbrauch der Kirche in das deutschnational- reattio: nare Lager zu preffen! " Das Schreiben ist auch noch in anderer Hinsicht interessant. Es beginnt mit der Versicherung, daß die evangelische Kirche durch die veränderten Verhältniffe genötigt wird, fich nun noch um die Schulen besonders zu kümmern". Beiter heißt es: Es ist leider nicht mehr fo, daß Eltern, gleichzeitig oder vertrauensvoll den Behörden alle kommenden Geschehnisse überlassen können." Der Entwurf läuft aus in die Schlußjäße des Kommunistischen Manifests von Marg und Engels, die beide leider nicht mehr imftande sind, fich gegen diesen barbarischen Mißbrauch zu mehren. daß der Erlaß des Innenministers notwendig war, es läßt es auch als wünschenswert erscheinen, daß derartige Nachprüfungen an möglichst vielen Orten angestellt werden. Osnabrüd zählt 83 Wahllofale. Die Sozialdemokratische Partei erzielte in 58 von diesen 83 Lokalen die höchste Stimmen zahl, darunter in 11 bie absolute Majorität. Daneben konnte das 3entrum nur in 15, die Deutsche Volkspartei mur in 10 Lotalen die höchste Stimmenzahl auf sich ziehen. Die absolute Majorität erhielt von allen anderen Parteien mur noch das Zentrum in zwei Lofalen. Sozialdemokratische Wahlvorsteher fonnten aber trot forgfältiger Rachforschungen nur in zwei, höchstens drei Wahllokalen festgestellt werden! Weiter ergab sich, daß in einem Teil der Wahllokale, darunter solchen, in denen der Sozialdemokratie die absolute Mehrheit zufiel, unter dem Wahlvorstand nicht ein einziger Sozialdemokrat war. Die Ausrede, daß man den Wahlausfall nicht habe Doraussehen tönnen, verfängt nicht, da die Sozialdemokratie im Dezember 1924 14 079 Stimmen( gegen 15 522 Stimmen bei ber jezigen Wahl) hatte, so daß sie unter Zugrundelegung dieser Wahlen nach der amtlichen Anweisung Anspruch auf 27 der 83 Wahlvors steherposten erheben durfte. Es heißt also auch in dieser Hinsicht: Augen auf! Bielleicht laffen fich auch andernorts noch dementsprechende Feststellungen machen. Sie werden für fünftige Wahlen Fingerzeige geben. Oskar Gecks Beisehung. Mannheim, 31. Mai.( Eigenbericht.) Der am Pfingstmontag an den Folgen einer Gallensteinopera Ged murde am Donnerstagnachmittag unter großer Anteilnahme weiter Bevölkerungsfreise zur letzten Ruhe bestattet. Für den Selbst wenn der Keudelische Entwurf Gesez geworden märe, hätte die Kirche nicht das Recht gehabt, sich um die Schule zu fümmern". Auch nach diesem Entwurf wäre die Schule Sache des Staates und der Erziehungsberechtigten gewesen, wobei auf ein Vertrauensverhältnis zwischen Staat und Erauf ein Bertrauensverhältnis zwischen Staat und Ertion verstorbene sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Ostar ziehungsberechtigten besonderes Gewicht gelegt wurde. Das pfarr amtliche Rundschreiben fündigt nicht nur eine Einwirkung über den nicht zum Gesez gewordenen Entwurf hinaus on, sondern es macht auch den direkten Versuch, die Erziehungsberechtigten gegen den Staat aufzuheßen. Der Staat wird diese Entwicklung einer Kirche mit größerer Aufmerksamkeit als bisher verfolgen müssen! Barteivorstand sprach er mann Müller am Sarge des Berstorbenen die legten Abschiedsmorte; außerdem widmeten ihm der Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Bertreter des badischen Landesvorstandes, des Ortsvereins sowie der Gemertschaften herzliche Borte des Gedenkens. Auch das Reichsbanner beteiligte sich an der Trauerfeier auf der Freitreppe des Krematoriums. Der Parteistärke und Wahlvorstand. Sarg war in rates Fahnentuch eingeschlagen und mit roten Kränzen Notwendige Nachforschungen. 1522 Der preußische Innenminister hat vor den Wahlen die Un weifung gegeben, bei der Besetzung der Wahlborstände in den einzelnen Bahllokalen die Stärke der Parteien zu berüd. fichtigen. In Osnabrüd ist nun von sozialdemokratischer Seite nachgeprüft worden, wie der Magistrat diese Anweisung befolgt hat. Das Resultat der Nachprüfung ist überraschend. Es zeigt nicht mur, und Blumen bedeckt. Die effländische Regierung erklärt sich bereit in einer Note an den deutschen Gesandten mit ben enteigneten Großgrumb befizern über ihre Entschädigung zu verhandeln. Ungarische Reform. Das neue ungarische Militärstrafgesetz wird als große Reform des seit Maria Theresia bestehenden jezigen Rechts ausgegeben: statt auf Sinrichtung fann bei Fahnenflucht im Kriege auf Stod prügel erkannt werden. Stahlhelm im Parlament. Geldtes Mannen im Reichstag und Landtag. Nach einer Zusammenstellung des Stahlhelm find folgende seiner Mitglieder in den Reichstag gewählt worden: Deutsch nationale: Graf zu Eulenburg, Breyer, Berndt, Stubbendorf, Minister v. Keudell, v. Troilo, Schlange, Jandren, Wolf, Schmidt- Stettin, Rieseberg, Hemeter, Leopold, Graef, Dr. Oberfohren, Schmidt- Hannover, Dr. Bienbed, Treviranus, v. Lindeiner, Wallraf, Dr. v. Dryander, v. Lettom- Borbed, Dr Bang, Hartmann, Dr. Hanemann, Dr. Enerling, n. Golbader, Haßlacher. Sächsisches Landvolk: Dr. Philipp. Christlich nationale Bauernpartei: Hepp, Doebrich, Hänse, Dr. Wendhausen. Deutsche Boltspartei: Dr. Scholz, Dr. Kulenkampff, Dr. Albrecht, Cramm, Hued, D. Gilja, Dr. Moldenhauer, Dr. Wunderlich, Brüninghaus. Dem Breußischen Landtag gehören folgende Stahlhelmer an: = Deutsch nationale: Krischid, Müller Königsberg, n. Plehwe, Dr. Kaufmann, Koch, Brund, Steinhoff, v. Gersdorff, Roennice, Klein, Gauger, Günther, D. Rohr, Dr. Semmler, Wende, Schäfer, Straube, Frizsche, Heden, Milberg, Logemann, Lange Windhof, Martin, Schwecht, Dr. Weisemann, Janssen, Hein, Bachem, Meyer- Hermsdorf, Bord. Böltisch Nationaler Blod: Gieseler. Deutsche Volkspartei: Graf Kaniz, Dr. Schiftan, Heidenreich, Helmers, Wurm, Krämer, Dr. Wigand, Dr. Heinemann, Schröder- Krefeld. Das sind im ganzen 42 Reichstags- und 40 Landtagsabgeordnete. Westarp will Wahlpleite heilen. Rotstandsaktion für Schlesien, nachdem die Korruptionstaler nichts gefruchtet. Auch in Schlesien waren die Reichstagswahlen für Deutschnationale und Reichslandbund eine große Pleite- trok der vielen runden Taler, die die Großagrarier zur Beeinflussung der Wahlen dort haben springen laffen. Die Deutschnationalen haben es deshalb nötig, schon jekt für den nächsten Reichstag, nachdem der neugewählte noch nicht zusammengetreten ist, gute Stimmung zu machen. Graf Westarp, der geschlagene Held vom 20. Mai, hat an den Reichsfinanzminister Dr. Köhler nicht an seinen Parteifreund Schiele, die Trauben hängen dem zu hoch ein Schreiben gerichtet, in welchem für die von den Pfingstunwettern betroffenen schlesischen Gegenden weitestgehende und sofortige Hilfsmaßnahmen gefordert werden. Auch von dem landwirtschafts ,, feindlichen" Preußen wird jede nur mögliche Hilfe verlangt. Wir glauben, daß sich Herr Westarp seinen politisch- demagogischen Schritt hätte schenken dürfen. Das sozialistische" Preußen hat nie einer Mahnung der Deutschnationalen be= durft, mo es der Landwirtschaft wirklich zu helfen galt. Mohl aher das Reich, in dem Bestarps Parteifreund Schiele als Landwirtschaftsminister fungierte. Was für Breußen gilt, gilt noch mehr für die Sozialdemo Eratie. Hilfe zu bringen, mo durch Naturgewalten große Notftände eintraten, ist für bie Sozialdemokratie selbstverständlich. Sie will aber auch Gerechtigkeit bei solcher Hilfe, nicht aber, mie es meift in den großagrarischen Gegenden geschah, eine glatte untone trollierte Subpention der Großbefiger, während die Kleinen betrogen werden. Westarp und sein Reichslandbund werden sich die Finger nerbrennen, menn fie auch int neuen Reichstag wieder ihre Parteifuppe fochen wollen. Dazu ist wirkliche Rot der Bauern, denen fein Großagrarier helfen kann und will, zu gut. Kriegsschäden als Geschäft. Banten planen Anfauf der Geschädigtenforderungen. Schon vor zwei Monaten ist das Kriegsschädenschluß gesetz im Reichstage angenommen worden, aber die Mobilifierung der Geschädigtenforderungen, die im Interesse der Geschädigten so schnell wie möglich durchzuführen wäre, ist bisher noch nicht vom Fled gelommen. Weder wissen die Maffen der gänzlich verarmten Kleingeschädigten, mann fie auf die Barauszahlung ihrer Forde rungen rechnen tönnen, noch. ist in der Frage der Mobilisierung der Forderungen, die in das Reichsschuldbuch eingetragen werden, irgendein Fortschritt erzielt worden. Mehr als das Reichsentschädi gungsamt scheinen sich private Finanzkreise für die Lösung dieses Problems zu intereffieren. So ist jetzt von Großbanten an die Verbände der Geschädigten ein Angebot eingereicht worden, das zur Mobilifierung der Geschädigtenforderungen folgende Bor schläge enthält: Alle Geschädigten, die nicht durch Barzahlung abgefunden merden, sollen in einer deutschen Körperschaft zusammengefaßt merden, die ihnen ihre Schuldbuchforderungen beleiht oder abfauft. Ferner wird eine amerikanische Trustgesellschaft gegründet, die gegen Abtretung der Schuldbuchforderungen die nötigen Mittel zur Verfügung stellt. Die amerikanische Gesellschaft selbst würde fich durch Ausgabe von Dollarobligationen finanzieren. Das Angebot der Banten hölt die Finanzierung durch Kauf der Schuldbuchforderungen für leichter durchführbar als auf dem Bege der Beleihung. Durch ben Kauf werden die Forderungen der Gefchädigten gegen einen festen Preis an die amerikanische Gesell schaft endgültig abgetreten, wobei vier Fünftel des feftgelegten Preises in bar, ein Fünftel in Aftien ausgezahlt werden. Bei einer Festsetzung des Uebernahmepreises für die Schuldbuch forderungen auf nur 85 Broz. des Gegenwartswertes würden neben ciner Dividende für die Attien noch Mittel zur Verfügung bleiben, die zur Schaffung eines weiteren Wertpapiers für die Geschädigten Berwendung finden fönnten. Würde aber aus Zweckmäßigkeitsgründen von der Schaffung dieses weiteren Wertpapieres, das ein Genußschein oder ein Zertifikat sein könnte, abgesehen merden, so wäre mit einer Gesamtauszahlung an die Geschädigten in Höhe von 90 Broz. des Gegenwartswertes der Schuldbuchforderun gen zu rechnen. Das Erposé tommt zu dem Schluß, daß den Geschädigten damit mehr gedient jei als mit der Ausgabe von Gemuß fcheinen oder Zertifikaten. Ohne zu den noch nicht durchsichtigen Einzelheiten dieses Bankenvorschlags Stellung zu nehmen, muß doch jetzt schon grundfäßlich gefagt werden, daß die Einschaltung von Zwischeninftanzen im Interesse der Geschädigten durchaus unerwünscht ist. Diese 3mischeninstanzen arbeiten natürlich nicht umsonst und beanspruchen 3wischengewinne auf Rosten der Geschädigten. Dem Reichsentschädigungsamt und dem Reichsfinanzministerium aber sei gesagt, daß es nicht sehr für ihre Tätigkeit spricht, wenn private Finanzfreise bereits mit fertigen Vorschlägen an die Oeffentlichkeit herantreten fönnen, die Behörden bagegen bisher noch teine Bor Lhläge für die Lög biejes Broblems made fouten. nadison Haltet feftatoot Nur nicht verzagen, liebe Frau! Der liebe Gott vergißt feinen braven Deutschen... , 3a ja, ich bitte ihn schon jeden Tag, daß er mir endlich mal das Beschwerdebuch schickt!* Der Sturm in Südslawien. Fortdauernde Kundgebungen und Tumult im Parlament. 240 DIU09 Zu den Borgängen in Südslawien ist festzustellen, daß zuerst| runter 2 schwer, und außerdem mehrere Geheimpolizisten ver. italienische Faschisten in 3ara, der zu Italien ge mundet. schlagenen ehemaligen Hauptstadt Dalmatiens, das südslawische Konsulat gestürmt und den Konsul Simits fo zuge richtet haben, daß er ins Krankenhaus mußte. Daraufhin fam es zu den Ausschreitungen gegen Italiener in südslamischen Städten und zu den erregten Kundgebungen gegen die Ratifi zierung der Nettuno- Berträge mit Italien, da jetzt eben die Regierung diefe Ratifizierung beantragt hat. Das hatten auch schon frühere Regierungen in den drei Jahren seit jenen Vertragsab: schlüssen getan, das Parlament hatte jedoch die Ratifizierung immer verzögert. Wie schon gemeldet, ist die füdslawische Polizei gegen die Kundgebungen sehr scharf vorgegangen, und Demonstranten sogar getötet. Dies findet nun im Barlament, der Belgrader Stupfchtina, ein stürmisches Echo. Wir erhalten darüber folgende Meldung: Belgrad, 31. Mai.( Eigenbericht.) Die italienfeindlichen Kundgebungen in Belgrad dauern fort; dabei sind bisher drei Personen getötet und etwa 60 verlegt worden. Auch im südslawischen Suschat, der Nachbarstadt des italienischen Fiume, waren am Donnerstag neue Demonstrationen gegen Italien. Außenminister Marincowitsch erklärte Don nerstag in der Stupschtina, die Regierung habe bei der Unterbreitung der Nettuno- Berträge zur Genehmigung durch das Barlament nur die Erlangung einer Anleihe in London im Auge gehabt, und feineswegs unter italienischem Drud gehandelt. Das Barlament folle in feiner Weise beeinflußt werden. Wegen des scharfen Borgehens der Polizei gegen die Demonstrationen hatte die Oppofition einen Antlageantrag gegen den früheren Juftigminister eingebracht. Als der Schriftführer die Verteidigungsschrift Subotisas zu verlesen begann, protestierten die Abgeordneten des bäuerlich- demokratischen Blods. Stürmische Rufe wie Blutige Regierung" und Mörder" erflangen; einmütig verlangte die Oppo fition den Rücktritt der Regierung. Als Innenminister Koroshez sprechen wollte, setzte ohrenbetäubendes Bultdeckelkonzert ein, bei dem viele Deckel in Stücke gingen. Der Lärm wurde begleitet von den immer aufs neue wiederholten Rufen der Opposition, daß fie jede Beratung unmöglich machen werde, solange die gegenwärtige blutbefleckte" Regierung im Amt sei. Die Belgrader Polizeipräfeftur hat über die Unruhen in der legten Nacht ein Kommunique ausgegeben, in dem u. a. die Behauptung zurüdgewiesen wird, daß Bolizei und Gendarmerie die Menge provoziert hätten und betont wird, daß an den Demonstrationen sich weniger Studenten als tommunistische Arbeiter beteiligt hätten; die berittene Gendarmerie sei erst in Attion getreten, als fich zeigte, daß es der Feuerwehr nicht gelingen werde, durch Sprißen die Demonstranten zu zerstreuen. Die ersten und die meisten Schüsse sollen die Demonstranten abgegeben haben, und die Gendarmerie ihrer Weifung gemäß von der Schußwaffe erst im Augenblick der Not Gebrauch gemacht haben. Die Zahl der, Berhaftungen wird von der Polizei mit 65 angegeben, darunter 12 Studenten, die bereits wieder auf freien Fuß gejezt wurden, und 43 Kommunisten. Der im Café" Russischer Zar" angerichtete Schaden wird auf 200 000 Dinar geschätzt. Während Des Rampjes murden 9 Gendarmen und 16 Demonstranten, da Im Gegensatz zu der Darstellung der Polizei wird in Belgrader Blättern behauptet, daß im Besitz der Demon ftranten faum einige Revolver maren, und daß aus der Menge nur wenige von den rund 50 Schüssen abgegeben worden seien. Die Zahl der Verwundeten habe bisher nicht genau ermittelt werden können, da nur 2 Berlegte ins Strantenhaus eingeliefert morden feien, während sich offenbar viele leichter Verwundete nach Haus begeben hätten. Diese Berichte sprechen davon, daß sich in den Reihen der Demonstranten zahlreiche unserantwortliche Elemente befunden hätten, benen es weniger um Teilnahme an einem Protest gegen Italien als um eine Demonstration gegen die Staatsgewalt und die Polizei zu tun gewesen wäre. Bertagung des Parlaments. dazsibs Belgrad, 31. Mai. insul fol62 anta Die heutige Sigung der Stupichtina wurde unter bauerndem Lärm geschlossen. Einige Minuten nach Sigungsschluß teilte Präsident Peritsch mit, daß die Sigungen der Gfupfchtina bis zum 18. Juni pertagi würden. Die offiziöse Bramda" veröffentlicht einen Appell an die Demonstranten, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Nation ihre Stimmung bereits gezeigt hat, und daß weitere Demonftrationen einen Charakter anzunehmen beginnen, der nur dem Feinde zur Freude gereichen würde. Es sei daher an der Zeit, die Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Das Blatt fordert die Bürgerschaft und die Jugend auf, sich weiterer Demon ftrationen zu enthalten. Italienische Banfherrschaft in Südflawien. Belgrad, 31. Mai. Während die Opposition gegen den Außenminister Marinfowitsch in der Skupschtina Sturm läuft und die Studenten Barrifaden errichten, wird bekannt, daß auf Grund von Verhandlungen der Berliner Finanzgruppe Michael mit der Banca Commerciale Italiana in Mailand sämtliche Aktien der„ Hrvatska Banka"( Kroatische Bank) in Agram in den Besitz der Mailänder Bank übergegangen sind. Damit hat sich diese führende italienische Bank in Südflawien festgesetzt. Sie braucht teine Genehmigung der Regierung, um eigene Filialen in Südslamien zu errichten, da sie jetzt eine füdslawische Bank befigt. Es ist faum anzunehmen, daß die füdslawische Regierung vom llebergang der Aktien der Hrvatska Banka an die Banca Commerciale Italiana gar nichts gewußt hat. Ob sie von ihm besonders entzüďt war, steht freilich auf einem anderen Blatte. Militärskandal in Merifo.ndal Der Generalstabschef der merikanischen Armee, Alvarez, ist auf persönliche Anweisung des Präsidenten alles jeines m tes enthoben und under 2nflage gestellt worden. Die Zollbehörden haben bedeutende Schmuggeleien aufgedeckt, wobei der Name und die Autorität des Bräsidenten miberrechtlich zur Täuschung der Behörden bemuzt worden sind. Staatszechen und Zechenverband Verfrühte und übertriebene Kombinationen? worden. Lohn und Arbeitszeit im Bergbau. Eine Erhebung des Internationalen Arbeitsamtes. Das Internationale Arbeitsamt hat soeben die Ergebnisse seiner Erhebung über Lohn und Arbeitszeit im Kohlenbergbau veröffentlicht. Die Erhebung wurde im April 1925 von der 7. Internationalen Arbeitskonferenz auf Antrag der Bergarbeiter3nternationale beschlossen, Die Arbeit des JAA. ist gerade jetzt, wo die Bergarbeiter- Internationale auf ihrer Tagung in Nimes von neuem zur Welttohlentrife Stellung genommen hat, von besonderem Interesse; denn die Lösung des internationalen Kohlenproblems ist nicht möglich, solange nicht genaue inter= nationale Vergleiche im Lohn und in der Arbeitszeit der Bergarbeiter vorliegen. Erst die Arbeit des JAA. hat folche Vergleiche ermöglicht, und zwar nicht nur in der Kohlenfrage, sondern das ist besonders zu beachten darüber hinaus für die allge= Zu den Breffenachrichten über beabsichtigte Einschränkungen im| 5 Broz. vorsieht, von Amtswegen für verbindlich erklärt westfälischen Staatsbergbau teilt der Amtliche Preußische Presse- worden. Der Schiedsspruch war von beiden Parteien abgelehnt dienst mit, daß allerdings auch die Bergwerksaktiengesellschaft Reclinghausen Belegschaftsverminderungen wird eintreten lassen müssen, falls die vom Kohlensyndikat in Ausficht genommenen Absatzeinschränkungen zur Wirklichkeit werden. Ueber das Maß der vorzunehmenden Fördereinschränkungen wird der Aufsichtsrat sich erst demnächst schlüssig werden. Alle Kombinationen über die Zahl der etwa notwendig werdenden Belegschaftsverminderung sind verfrüht; die Ziffer von 2000 Mann, die gelegentlich genannt wurde, ist voraussichtlich ganz erheblich zu hoch gegriffen. Freilich würde der Belegschaft nicht damit gedient, wenn jetzt ein lebermaß von Feierschichten eingelegt würde. Der Aufsichtsrat steht auf dem Standpuntt, daß mehr als 3 wei Feier fichten je Mann und Monat im sozialpolitischen Interesse der Be1: gschaft nicht in Rauf genommen werden fönnen. Die Betriebs. vertretung hat bisher diesen Standpunkt geteilt. Es ist selbstver: ständlich, daß bei den Beratungen die sozialen Gesichtspunkte in den Vordergrund treten werden. Der Aufsichtsrat wird sich nicht etwa, wie in einzelnen Pressestimmen befürchtet wurde, dem„ Dittat des 3echenverbandes beugen.| meine internationale Lohn- und Arbeitszeitstatistit. Bielmehr wird er sich lediglich an den wirtschaftlichen Erfordernissen orientieren und feinesfalls eine Einschränkung vor= nehmen, die im geringsten das Maß des wirtschaftlich ganz unbedingt Notwendigen überschreitet. Im übrigen ist es inrichtig, daß eine Aufsichtsratssitzung in Gegenwart der preußischen Minister des Handels und der Finanzen stattgefunden hat oder gegenwärtig in Aussicht genommen ist. Die Politif des Zechenverbandes. Zur Ergänzung dieses Beruhigungsdementis, das im wesent lichen die Befürchtungen der Belegschaft bestätigt, ist der Bericht einer Tagung des 3echenverbandes recht aufjólußreich. Ein Assessor v. Löwenst ein erstattete da einen Bericht, monach von 1924 bis 1928 achtmal Lohnerhöhungen eingetreten feren und in dieser Zeit 69 Zechen zum Erliegen famen; womit der Herr Assessor wohl andeuten will, daß die Lohnforderungen der Bergarbeiter die Zechenbesitzer veranlaßt haben, Bechen stillzulegen. Er wagt freilich nicht, direft diese Behauptung aufzustellen, aber die Zusammenstellung der beiden Tatsachen ist bezeichnend und im übrigen für ganz Dumme berechnet. Also nicht für Mitglieder des Bechenverbandes. Nach der Erhöhung der Kohlenpreise ist der Assessor auch besorgt über die angekündigte Erhöhung der Eisenbahntarife. Dann heißt es weiter: „ Bei dem Kampf gegen die englische Kohle wurde befont, daß die Ruhrkohle aus eigener Kraft weiteren Kampf nicht mehr befehen fönne..." Auf den weiteren Inhalt des reichlich fonfusen Referats einzugehen, erübrigt sich. Es ist jedenfalls bezeichnend für diese Wirtshaftsführer", daß sie erst die Kohlenpreise erhöhen und dann erffären, daß infolge der verteuerten Kohle der Konkurrenzfampf in Auslande nicht ausgehalten werden könne. Schiedsspruch für Aachener Bergbau verbindlich. Für den Aachener Steintohlenbergbau ist der vor furzem gefällte Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Löhne für die Untertagearbeiter um 7 Broz. und für die Uebertagearbeiter um Das JAA. mußte zuerst eine Vereinheitlichung der 2ohnelemente( Geldlohn, Sachlohn, Zulagen, Versicherungsbeiträge) vornehmen und genaue Grundlagen für die Arbeitszeitberechnung( für Ein- und Ausfahrt, für den Weg zum Stollenmundloch und zurüd usw.) festlegen. Diese Methoden waren zur Fest stellung der durchschnittlichen Verdienste der Bergarbeiter, ihres Reallohnes unter Berücksichtigung der Lebenstoften in den verschiedenen Bergbaugebieten, ihres Durchschnittslohnes für jede geförderte oder verkaufte Tonne Kohle, ihrer tatsächlichen Anwesenheitszeit im Stollen usw. sowie zur Herstellung der Vergleichbarkeit all dieser Dinge unbedingt notwendig. Das Wert gliedert sich in drei Abschnitte: 1. Die Art der Aufstellung von Statistiken über Arbeitszeit und Löhne im Kohlenbergbau, 2. Die Ergebnisse der Erhebung über die Arbeitszeit und die Löhne im Kohlenbergbau der wichtigsten europäischen Länder im Jahre 1925. Der dritte Teil bringt in fünf Anhängen folgende Unterlagen: a) Berechnungsmethoden und Begrenzung der Arbeitszeit in den europäischen Ländern im Jahre 1925; b) Methoden der Lohnstatistik im Kohlenbergbau der europäischen Staaten; c) Berech nungsmethoden zur Ermittlung der Kaufkraft der Durchschnittslöhne; d) Beränderungen der Arbeitszeit und der Löhne in den europäischen Ländern in den Jahren 1925-1927; e) die Arbeitszeit und die Löhne in den außereuropäischen Ländern. Streif bei ,, Muster- Schmidt". Appell an die Solidarität der graphischen Arbeiter. Die Belegschaft der Firma„ Muster- Schmidt, Berliner Musterfartenfabrik", Berlin S 42, Wassertorstr. 46-47, hat am Freitag, dem 25. Mai, die Arbeit geschlossen niedergelegt. Der Grund zu dieser Maßnahme ist in dem provokatorischen und despotischen Verhalten des noch reichlich jungen Betriebsleiters Hut zu suchen. Dieser Mann, der ohne Sachkenntnis den Betrieb leiten will, gibt fortgelegt neue Anordnungen, wodurch ernsthafte Zusammen Stöße zwischen Belegschaft und ihm entstehen, setzt Termine, die technisch unmöglich einzuhalten find, um hinterher alles mögliche dafür verantwortlich zu machen. Da er auch glaubt, die gesetzlich und tarifWERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Moritzplatz Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Spargel Pfund 24 Pf. 55 Pf. 95 Pl. Rhabarber u. Spinat 5 Plund 20 Pf. Salat hiesiger.. 3 Kopt 20P, Radieschen. 6 Bund 10 Pf. Grüne Gurken St.v. 28 Pl, an Grüne Bohnen Plund 40 Pf. Jung. Kohlrabi Mandel 55 Pt. Konserven 11 Dose Neue Kartoffeln 5 Pid. 42 Pl. Algier- Tomaten Pfd. 48 Pf. Zitronen Dubend 58 Pf. Aepfel austral., Pfd. 55, 65 Pt. Bananen Pfund 58Pf. Ananas Pfund von 1.05 an Fische Br.- u. Schnittbohn. 1 75 Pt. Hornaale Spinat, Rotkohl 48 P. Schellfische Junge Erbsen..... 76 PI. Kaiserschoten.. mittelPfund 10 Pt. Pfund 18 Pt. ohne Kopf, ganze Pfund 28 Pt. Fische Pfund 30 Pl. Pfund 34 P. Plund 25 Pid. 1.05an 1.57 Kabeljau Leipziger Allerlei 82 P Makrelen Gemischt. Gemüse fel 1.12 Fischfilet Frische Blele Lebende Aale Gemischt. Gemüse fein 1.50 50 Pt. Erbsen mit Karotten mittelfein, Dose Spargelköpfe grin, dünn 2 M Riesenbruchspargel 2.85 Pflaumen. Stein 40 Pf. 65 PL Apfelmus Dose 35 Pt. 60 Pt Mirabellen D. 65 Pt. 1.20 Ananas Hawall, a Schelb 1.05 1/2 Dose 14Dose hoch Oelsardinen 36, 45, 78P Oelsardinen französische 1.20 Tafelöl 62PI. 95 Pf. 1.50 Olivenöl Kanker 1.603.20 Pf an Boa- Lin ZitronenGärungsgetränk Verkauf: Drogen- Abtellung Ausschank: In den Erfrischungsräumen lich garantierten Rechte nicht beachten zu müssen, hat das Arbeits gericht sich fortlaufend mit der Firma„ Muster- Schmidt" zu be schäftigen. So zum Beispiel zahlt sie in der Buchbindereiabteilung teine Tariflöhne, droht Lehrlingen mit schlechten Zeugnissen, wenn sie nicht Afford arbeiten, entläßt Mitglieder des Betriebsrats ohne sichtbaren Grund usw. Am Freitag hatte H. einfach eine Urlaubssperre, die bis zum 15. Juli gehen sollte, verhängt. Als aus diesem Grunde mittags der Betriebsrat eine Versammlung abhalten wollte, verbot H. diese kurzerhand. Sie fand aber doch statt, und es wurde in dieser einstimmig beschlossen, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis die gesetzlichen und tariflichen Forderungen restlos bewilligt sind. Darauf entließ Hut fristlos die Belegschaft und erklärte, er würde weder mit dem Betriebsrat noch mit den Organisationen verhandeln. Die drei graphischen Organisationen, Buchdrucker, Buchbinder- und Hilfsarbeiterverband, billigten das Vorgehen der Belegschaft und sperrten die Nachweise. Die Belegschaft richtet baher an alle graphischen Kollegen und Kolleginnen die Aufforderung, Solidarität zu üben, die Arbeitsangebote Muster- Schmidts un beachtet zu lassen und die Ausführung von Arbeiten zu verweigern, die Muster- Schmidt in anderen Betrieben vornehmen lassen will. In der Thüringischen Schieferindustrie ist der Streit in vollem Gange. Im Thüringischen Oberland stehen 90 Broz. und im Unterland 80 Broz. der Belegschaft in der Streitbewegung. Jm Tarifftreit der Ruhrbergbauangestellten finden heute im Reichsarbeitsministerium Schlichtungsverhandlungen über Lohn und Arbeitszeit statt. SPD.- Metallarbeiter! Am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, Fraktionsversammlung in den Musikerfälen. 1. Vortrag. 2. Wichtige Verbandsangelegenheiten. Partei- und Gewerkschafts Der Fraktionsvorstand. buch legitimieren. Achtung, General Motors! Seute 16 Uhr bei Matter, Eichbornftraße 94, wichtige Besprechung aller SPD.- Arbeiter und Angestellten. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Freitag, 19% Uhr, tagen bie Gruppen: Hermannplag: Gruppene heim Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Heimbesprechung. Gesellschaftsspiele. Nur mit Verbandsbuch und Heimausweis 8utritt. Zeppelinplay: Gruppenheim Jugendheim des Bez rksamts Wedding, Turiner Ede Geefiraße, Eingang Turiner Straße. Heimbesprechung. Wir üben neue Kampf- und Wanderlieder. Webbing: Gruppenheim Stadtbad Wedding, Gerichtstr. 65/69. Heimbesprechung. Liederabend. Verbandsbücher und Heim ausweise mitbringen. Rorbring: Gruppenheim Jugendheim Holzhaus auf dem Sportplaz Cantianstraße, an der Schönhauser Allee. Heimbesprechung. Verbandsbuchtontrolle, Anßenspielabende ab 18 Uhr: Weißensee: Sportplat am Faulen See, Play 3, Buschallee. Südosten und Erdwesten: Sportplay m Urban. Babeabenb ab 18 Uhr: Oftkreis: Jm Städtischen Flußbad Lichtenberg ( Klingenberg), Röpenider Chaussee. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwäris- Buchdruderet und Berlaasanstalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen, Stadtbeilage" und Unterhaltung und Wifen". Was ist Togal? Togal Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Ueber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mt. 1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl. Gaskocher schwarz, 2 Loch Gasherd 950 135 3 Loch 19 50 79M • weiß emaill., mit brauner Platte u. Abstellrosten, Bratofen 3 Loch.. Teilzahlung für Gasabnehmer der Berl. Städt. Gaswerke Bruch- Reis Pfund 18 Pt. Burma- Reis.Pfund 22 Pf. . 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Krankenwein ausgePrima Gefrierfielsch Rinderkamm u. Brust Pid 65 Pl Hammelvorderfleisch Pid.82 Pt. Kubenter 20 Pt. Herzen 45 Pt. Preise für 1 Flasche ohne Glas Camembert 48 Pl. niol ( Alpenstern) vollfett, große Schachtel mit 6 Portionen Tilsiter volltett, in Stan- 72 Pf. Pfund Edamer halbfett, Pfund 72 PL Holländer halbfett, Pfd. 72 Pt. Steinbuscher fett, 75 PL. Steinbuscher I vollfett 95 PL. Tilsiter vollfett, Pfd. 95 Pf. 1.15 Pfund Pfund an Geflügel Wolgahühnerfed 1.05. Suppenhähne irisch geschlachtet, Pfund 1.10a Suppenhühner trisch geschlachtet, Plund an 1.25a an an Puten ... Pfund 1.15 a Backhähnchen unge Stuck 1.50 a 80 PL 1926 Randersackerer Berg wein, im Boxbeutel kräftiger Franken90 Pt. 1924 Chât. Clarke lelchisußer, weißer Bordeaux 1921 Piesporter Pichter Wachstum Haardt, 1923 Gimmeldinger Ziegler Riesling Wachstum Deutsch, würziger Plaizwein 140 schmackhalter Mosel 160 1921 Chât. La Lagune- Gouny seft, Bordeaux Orangeade 12 Flasche 1M 1/1 Flasche an 180 210 1.70 Erfrischungswaffeln 28 P.| Fettbücklinge Pfund 44 u. 50 Pl.| Gebr. Kaffee 44 Pld Pfd. Eisbonbonessna 18 35 Pt Drops Milchkaramellen 25 45 P Pfd. 4 Ptd 12 Pid. Dessertbrezeln 38 75P Sandgebäck Pid 25 Pid 95 Pl Creme- Schokolade( Apielsinen- u Himbeer- Geschmack) 45P: Vollmilch- Relief Pid 45 Pt. Schmelz- Relief/ Pid 40 Pt * Tatein à 100 Gramm Sprott- Bücklinge Kieler 58 Pt Schellfische ger, Pfund 45 Pt Seelachs geräuch. Pfund 52 Pi Spickaal Plund von 2M an Matjesheringe Stück 10 Pt. Konfitüre, 2- Prund- Elmer Pflaumen 1M Aprikosen 1.10 Erdbeer 1.25, Ananas 1.45 dreiviertelfett vollfett, Pfund Allgäuer Stangen volifett, Pfund 75 Pt. Schweizer dänischer, 85 Pf. Schweizer bayrischer, 1.55 Margarine Pfund 52, 58P, Tafelbutter Pfund 1.90 Dänische Butter Pfund 1.94 Wurst ( Braunschw. Schles. Rotwurst Pfd. 65 Pf. Speck felt 95 Pf. mag., Pfd. 1.05 Dampf- u. Landleberw. 1.10 Mettwurst Ar) Pfund 1.15 Jagdw. u. Mortadella 1.25 Schinkenpolnische Ptd.1.40 Pökelfleisch gekocht, Pfd 1.40 Filetwurst Pfund 1.45 Schinkenspeck In 1 Pfd- 1.60 Silicken Nußschinken ca. 2 Ptd. 1,75 Plund Zervelat u. Salami holsteinische Pfund hannov. 1.70 2.10 Pfund Königstraße, Rosenthaler Straße, Moritzplatz: Speckwurst Pfund 70 PL Feine Leberwurst Pid. 1.35 Teewurst..... Pfund 1.50 gene Röstere Konsum- Misch., Pfd. 240 Globus- Misch. Plund 3.80 Residenz- Misch. Pid 4.20 Haushalt- Misch, Plund 2.60 Sonder- Misch. Plund 3 M Olympia- Misch, Plund 3.40 Spezial- Mischung 20% Bohnen 67Pt. kaffee, Pfund Elite- Mischung Pfund 4.60 40% Bohnenkaffee, Piund 1.10 sid Nr. 2S5- 45. Jahrgang Freitag, 4. Zum 4 928 G«s(l)tmitdigkeit ist feine Hexerei! Auf dieser banalen Wahrheit beruht der ganze Erfolg des Jaubertünftlers. Diese Berufsgattung ist jetzt auch, sobald sich ihre Angehörigen aus Deutschen zusammen- fetzen, daraus angewiesen, mit„kleinen Sachen" aufzuwarten. �Kleine Sachen�. Die sogenannten„großen Nummern", die in den Varietes durch ihre Ausstattung und das ganze Drum und Dran di« Blicke von den Händen des Artisten ablenken, sind daher für diesen oft die leichtesten. Doch die Handtricks, die auf Geschicklichkeit beruhen, stellen unbedingt den Höhepunkt und die Feinheit auf diesem Gebiete dar. Hier wird gearbeitet! Wieviel Kleinigkeiten gehören dazu, um«inen Trick bühnenfähig und sensationell zu machen. Tricks, die man sieht und nie vergißt. Wenn der weltbekannte Illusionist T h o r n im Variete, frei im Publikum stehend, einen Dogelkäfig mit lebenden Kanarienvögeln ohne Bedeckung oerschwin- drn ließ, oder aus einer Taube plötzlich zwei wurden, das sind Eindrücke, die dem Zuschauer unvergeßlich bleiben. Ein origineller Trick ist auch die Wanderung eines Master- glases durch einen Tisch mit massiver Holzplatte(siehe Abbildung). Der Künstler zeigt ein einfaches Wasserglas vor, ergreift einen Bogen Zeitungspapier und rollt das Glas in diesen ein, so daß die Oeffnung des Glases unbedeckt ist, die überstehende Länge des Bogens knifft er fest zusammen. So stellt er das Glas eingewickelt auf den Tisch. Er läßt mm einen Zuschauer durch Niederlegen eines Geldstückes oder Ringes di« Stelle des Tisches bestimmen, an der das Glas durch den Tisch wandern soll. Das Glas wird nun,- eingewickelt wie es ist, über das Geldstück gestellt. Im nächsten Augenblick schlägt der Künstler mit der rechten Hand aus das eben «ingewickelte Glas und holt es mit der linken Hand unter dem Tisch unversehrt hervor. Allgemeines Erstaunen! Der Tisch hat ein Lach? Nein! Auf der beigefügten Abbildung ist das Geheimnis zu ersehen. Der Künstler zieht mit drei Fingern der linken Hand schnell das Glas aus der Papierumwicklung in dem Augenblick h-raus, wenn der Zuschauer die Stelle auf dem Tisch bestimmt, und hält es links gedeckt. Er schlägt dann nur die Papierhülle auf dem Tisch zusammen und produziert dornt das Glas unter dem Tisch hervor."... Einfach? Bitte versuchen! Zu jeder Sache gehört Uabung und Sachlichkeit.— Eine oberflächlich« Vorführung nimmt stets jeden Erfolg. Korienincks. Zu den schwiierigsten Sarkentrick» gehört unbedingt auch die „Kunstvolt«", die selbst die Drehkarie,„!» carte tournee", bei ttteifem überbietet. Ein großer Effekttrick, der vor allem dem Hand- künstler ein« gewist« Achtung vor seinem Können gibt. Hier arbeitet die ganze Hand, jeder Finger hat seine Arbeit. Im hellen Bühnen- vcht erscheint di- Tätigkeit der Zauberer oft mühelos, oft spielerisch leicht, da man die SchViersgkeiten nicht kennt. Dies« Illusion zu erwecken ist aber das Bestreben aller guten Artisten. Die Finger- fertigkeit zu erlangen, erfordert oft jahrelanges Training und äußersten Fleiß, hinzu kommen noch die Apparate, auch sie sind Spezialarbeit, und oft verschlingen si« große Summen, ehe sie zur vollsten Zusriedetcheit funtticmieren. Zeigt nun«in Zauberkünstler dem Publikum seine Kunst, so nennt er diese Vorführungen„feine Arbeit". Dagegen kann ein Schauspieker sein Auftreten nicht„Ar- best" nennen, denn er spielt seine Rolle. Schon in diesen beiden Worten liegt der Unterschied zwischen dem Künstler des Varietes und des Theaters. Em sorgenfreies Leben führt also ein Zauber- künftler auch nicht— wie sagte doch Bellachinn„Wenn ich zaubern könnte, würde ich nicht aus der Bühne stehen." Straßenbahn gegen Brauereiwagen. Drei Todesopfer des Verkehrs. Ein schwerer Znsaimnenstoß zwstchen einer Strahe». bahn der Linie 68 und einem Vrauereiwagen. bei dem drei Personen verletzt worden, ereignete sich gestern nachmiktag an der Ecke Grotze Zranksnrter und Memelcr Straße. Des weiteren forderte der Straßenverkehr in verschiedenen Gegenden der Stadt in den Nachmittagsstunden allein wieder drei Todesopfer. Der Zusammenprall zwischen dem S tr aßenb ahnwagen und beta Brauereigespann erfolgte mit so großer Heftigkeit daß der Vorderperron der Straßenbahn eingedrückt und fast sämtliche Scheiben zertrümmert wurden� Ein Fahr- gast, der SZjährige Emit Heinrich aus der Rigaer Straße 12, der 18jährige Bierjahrer Robert Hei mann aus der Ocker- straße 11 zu Reukölln und der Straßenbahnführer Lange aus der R v r m a n n e n st r. 3, erlitten erhebliche Kopf- und Beinver-letzungen; di« V-rimglückten wurden zur nahe. liegenden Rettungswache 9 gebracht. Während Lange in das Krankenhaus am Friedrichshain übergejührt werden mußte, konnten die beiden anderen Verletzten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlasten werden. Durch den Vorfall entstand eine Verkehrsstörung von halbstün- diger Dauer. Ein weiterer schwerer Zusammenstoß zwischen einem Posttraftrad und einem Lastkraftwagen trug sich gegen '%ck London: Die Knechtschaft hatte ihn verweichlicht, die Fürsorge anderer ihn schwach gemacht. Er war nicht mehr daran gewöhnt, für sich selber einzustehen. Die Nacht rings umher gähnte ihn an. Seine an den Lärm und Tumult des Lagers, an fortwährende Eindrücke auf Seh- und Hörnernen ge- wähnten Sinne waren müßig. Hier war nichts zu sehen, nichts zu hören oder zu tun. Er strengte sich an, einen Laut in der Stille zu vernehmen, einen Gegenstand in der Dunkelheit zu unterscheiden. Die Untätigkeit ängstigte ihn, das Gefühl, das etwas Furchtbares ihm bevorstände. Er fuhr vor einem unförmigen Dinge, das sein Auge traf, entsetzt zurück, doch war es nur der Schatten eines Baumes, als der Mond aus den Wolken hervortrat. Als er sich beruhigt hatte, winselte er leise, aber er unterdrückte sogleich diesen Laut aus Furcht, die Aufmerksamkeit der um ihn lauernden Gefahren auf sich zu ziehen. Ein Baum, dessen Holz sich in der kalten Nacht zu- sammenzog. knarrte laut. Es war dicht über ihm, und er schrie vor Angst laut auf. Es ergriff ihn Entsetzen, und er rannte wie toll nach dem Dorfe hin. Er hatte ein über- wältiaendes Verlangen nach dem Schutz und der Gesellschaft der Menschen. Er glaubte den Rauch der Lagerfeuer zu riechen, das Geschrei und die Rufe im Lager zu vernehmen. Er lief aus dem Walde und auf die vom Mondlicht be- fchienene Fläche zu, wo es keine Schatten, keine Dunkelheit gab. Allein kein Dorf begrüßte fein Auge; er hatte vergessen, daß es fort war. Er hielt in seinem tollen Laufe inne. Wohin sollte er auch fliehen? Er schlich verlassen über den öden Lagerplatz, beschnupperte die Kehrichthaufen und weggeworfenen Lum- pen seiner Götter. Er würde über einen Steinhagel, womit eine ärgerliche Indianerin ihn begrüßt hätte, erfreut gewesen sein, er wäre froh gewesen, w?nn der Graue Biber ihn zornig geprügelt hätte, und mit Entzücken würde er Liplip und das ganze kläffende, feige Rudel begrüßt haben. Er kam zu der Stelle, wo der Wigwam des Grauen Biber gestanden hatte. Mitten auf dem Platze setzte er sich nieder und hob den Kopf zum Monde empor. Es zuckte krampfhaft in seiner Kehle, er öffnete den Mund, und in herzbrechendem Geheul stieg seine Verlassenheit, seine Furcht. seine Sehnsucht nach Kische, ja, all der Jammer und das .Elend der Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft in langgezogenen, lauten, traurigen Tönen empor, dem ersten Wolfsgeheul, das er ausgestoßen hatte. Das Licht des anbrechenden Tages verjagte seine Furcht. zeigte aber seine Verlassenheit noch deutlicher. Die kahle Erde, die noch vor kurzem so dicht bevölkert gewesen war, führte sie ihm noch mehr zu Herzen. Doch nun schwankte er nicht lange in dem, was er zu tun habe. Er rannte durch den Wald und am Flußufer stromabwärts. Er lief den ganzen Tag, ohne auszuruhen, als wollte er immer laufen. Sein eiserner Körper kannte keine Ermüdung, und selbst als diese kam, machte seine ererbte Ausdauer ihn zu endloser Anstrengung fähig, die den schmerzenden Körper rastlos vorwärtstrieb. Wo der Fluß sich um steile Ufer krümmte, erkletterte er die Anhöhen, wo Bäche und Nebenflüsse w den Haupt- ström mündeten, schwamm er hinüber oder durchwatete sie. Ost lief er auf dem Eise am Rande, und mehr als einmal brach er ein und kämpfte in der eiskalten Flut um sein Leben. Immer aber schaute er nach der Spur seiner Götter aus, wenn er den Strom verlassen und landeinwärts biegen muhte. Zwar war er klüger als der Durchschnitt seiner Gattung, doch sein geistiges Auge schaute nicht weit genug, um an das andere Ufer oes Mackenzie zu denken. Wie, wenn die Fährte der Götter auf jener Seite lief? Das fiel ihm nicht ein. Später, als er auf seinen Fahrten mehr Flüsse kennen gelernt, hätte er eine solche Möglichkeit begriffen, aber im Augenblick rannte er blindlings vorwärts, da ihm nur dies Ufer des Mackenzie in den Sinn kam. Er lief die ganze Nacht hindurch, stolperte über Hinder- nisse, die ihn zwar aufhalten, doch nicht abschrecken konnten. In der Mitte des zweiten Tages war er dreißig Stunden lang gelaufen, und selbst seine eisernen Muskeln gaben nach. Nur seine Ausdauer und sein Mut trieben ihn weiter. Er hatte seit vierzig Stunden nichts gefressen, und der Hunger machte ihn schwach-, auch war das wiederholte Untertauchen in dem kalten Wasser nicht ohne Wirkung auf ihn geblieben. Sein glattes Fell war besudelt und die breiten Sohlen seiner Füße waren zerrissen und wund. Er halle zu hinken anae- sangen, was von Stunde zu Stunde zunahm. Das Schlimmste aber war, daß das Tageslicht dunkel wurde, denn es be- gann Schnee zu fallen, ein nasser, schmelzender, zusammen- klebender Schnee, der glatt unter den Füßen war, dle Gegend verhüllte und die Unebenheiten des Bodens ver- deckte, so daß das Gehen schwer und schmerzhaft wurde. An jenem Abend hatte der Graue Biber beabsichtigt, am anderen Ufer zu übernachten, da die Iagdgründe tn jener Richtung lagen. Allein kurz vor dem Dunkelwerden 16 Uhr auf dein Gelände des W e st h a s e n s zu. Hierbei wurde der Postschaffner Gustav Dachrodt aus der Kolonie„Gemütlichkeit" in Plötzensee tödlich verletzt. Die Schuldfrage konnte noch nicht geklärt werden.— Beim 11 e b e r sch r e i Un des Fahr- dammes in der Ring bahn straße zu Tcmpelhof wurde der Postschaffner Gustav Marquardt, Tempelhofer Ufer 2. von einem Traktor umgerissen und überfallen. Die Räder gingen so un- glücklich über den am Boden liegenden hinweg, daß der Tod sofort eintrat.— Ein furchtbares Ende fand gestern nachmittag der 40jährige Ingenieur Fritz Kuhn aus der PotsdamerElraße. K. wollte den Torweg des Hauses Wusterhausener Str. 13 durchschreiten, als plötzlich vom Hof ein La.stkraftwa gen heran- rollte. K. sprang zur Seite, wurde jedoch von dem Auto erfaßt, gegen die Flurwand gedrückt und aus dex Stelle getötet.— Am Siemensdamm fuhr gestern abend der 18jährige Lehrling Hans Stark aus der Schillingstraß« 29 mit feinem Fahrrade gegen eine Straßenbahn. Der junge Mann «litt einen schweren Schädelbruch: St. fand im Westend- Krankenhaus Aufnahme. �tue Ehrungen für die Aordpolflieger. Durch die Gesellschaft zur Erforschung der Arktis. Die International« Gesellschaft zur Erforschung der Arktis auf dem Luftwege veranstaltet« gestern nachmittag im preußischen Landtag für die zurzeit in Berlin weilenden Polarflieger W i l k i n s und E y e l f o n eine Festsitzung. Der geschäftsfijhrend« Borstand der Gesellschaft, Professor We gener verlaß zunächst ein BegrußungÄelegnrnim des ersten Aorsitzendan der Gesellschaft, Fritjof Nansen, in dem dieser seinem Bedauern Ausdruck gab, nicht persönlich an der Feier teilnehmen zu können und seine Bewunderung für die Tat der beiden Flieger aus- druckte. Nach einer Begrüßung der zahlreich erschienenen Vertreter der Regierungen, der ausländischen Bertretungeir und der Wissen- fvkaft seteri« der Vorsitzende besonders die wissenschaftliche Bedeutung der Tat Wilkins und Eyelfons, die er als ein Abctfteuer edelster Art feierte. Sie seien Männer der Wissenschaft und der Tat zugleich. Ihr Flug sei kern waghalsiges Unternehmen, sondern die letzte Frucht vielsährtg« und sorgfältigster wissenschaftlicher Arbeit gerocten. Bezeichnend sei, daß sie nicht, wie das vielfach fälschlich be- houptet worden ist, den Pol selbst überflogen, sondern rechts vorbei geflogen feien, quer durch den größten bisher unbekannten Fleck auf der nödlichen Halbkugel. Der Ehrenpräsident der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Geheimrat Vollmann, überreichte sodann Kapitän Wilkins die .m w eda i lle dieser Gesellschaft. Darauf ergriff Kapitän Wilkins das Wort, nm zunächst seinen Dank für die unerwartete Ehrung seitens der Gesellschaft Ausdruck zu verleihen. Er entwarf scrdann ein umfassendes Bild der Vorbereitungen und der Durchführung ihres Unternehmens. Das Ziel der Polarforfchungen Wilkins' und Eyelfons fei nicht so sehr erd- rundlicher Art gewesen, als vielmehr meteorologischer Art. Durch Studium der Strömungen des Pack- und Treib- e i f c s ließen sich ihrer Ansicht nach Rückschlüsse auf das Wetter ziehen, und diese Forschungen seien somit von großer Bedeutung für die Wettervoraussagen. Kapitän Wilkins schilderte sodann die vielfachen Schwierigkeiten, mit denen sie z» kämpfen hatten. 73 Meilen vor Erreichung ihres Zieles, Spitzbergen, ging ihnen der Gasolinvorrat aus und sie mußten diese letzte Strecke z u Fuß zurücklegen. Als besonders wichtig bezeichnet er die Ersahning, daß man Rotlandungen auch auf dem Packeis vor- nehmen könne. Seinen Flug bezeichnete Kapitän Wilkins im Sinne von Senfations- und Effekthascherei als einen Mißerfolg, da es ihm nicht gelungen fei, Land zu entdecken. Im wissenschaftlichen Sinne sei jedoch ein günstiges Ergebnis gezeitigt worden. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Lichtbilder illustriert. Zum Schluß dankte der Vorsitzende Kapitän Wilkins nochmals für feine Ausführungen und teilte mit, daß sowohl Eyelson als Kapitän Wilkins den Wunsch ausgesprochen hätten, ordentliche Mit- war ein Elch auf dieser Seite zum Flusse herabgekommen, um zu saufen, und Klukutsch, die Frau des Grauen Biber, hatte ihn gesehen. Wäre der Elch nicht zum Trinken ge- kommen, hätte Mitsah, durch den Schnee geblendet, nichk beim Steuern die Richtung verloren, Klukutsch das Tier nicht gesehen, und der Graue Biber mit einem glücklichen Schuß aus seiner Büchse es nicht erlegt, so wäre alles anders qe- kommen. Der Graue Biber hätte nicht am diesseitigen Ufer des Mackenzie übernachtet, und Wolfsblut wäre weiter- gelaufen und entweder gestorben oder zu den wilden Brüdern gerannt und wie sie bis an sein Lebensende ein Wolf geblieben. Die Nacht brach herein. Der Schnee siel immer dichter, und leise vor sich hin wimmernd stolperte und hinkte Wolfs- blut vorwärts, als er auf eine frische Spur im Schnee traf. So stisch war sie, daß er sie sofort erkannte. Eifrig winselnd verfolgte er sie vom Flußufer rückwärts bis unter die Bäume. Die Töne des Lagers trafen sein Ohr. Er sah den Schein des Feuers, sah, wie Klukutsch kochte und der Graue Biber auf dem Boden hockte und ein Stück Talg verzehrte. Also gab es frisches Fleisch im Lager! Wolfsblut machte sich auf Schläge gefaßt. Er duckte sich bei dem Gedanken daran und sträubte das Haar, allein er ging vorwärts. So sehr er auch die Prügel fürchtete, so ange- nehm war doch wieder der Gedanke an das Feuer, das ihn erwartete, an den Schutz der Menschen, ja, selbst an die Gesellschaft der Hunde, so feindselig sie ihm auch waren. Auf dem Bauche kriechend kam er dicht an das Feuer. Der Graue Biber erblickte ihn und hörte auf zu kauen. Langsam kroch Wolfsblut näher, demütig und unterwürfig, geradeswegs auf den Grauen Biber zu, indem er jeden Zollbreit der Eni- fernung immer langsamer und mühseliger zurücklegte. End- lich lag er zu den Füßen des Herrn, um freiwillig sich ihm zu unterwerfen. Zitternd wartete er auf die Strafe, die ihm bevorstand, und schon bewegte sich die Hand über ihm. Unwillkürlich duckte er sich noch tiefer, um den Schlag zu empfangen,— aber es kam keiner. Verstohlen blickte er empor. Da brach der Graue Biber das Stück Talg entzwei und reichte es ihm hin. Vorsichtig und argwöhnisch beroch es Wolfsblut, dann erst sing er an, es zu verzehren. Darauf ließ der Graue Biber Fleisch bringen und wehrte, so lange Wolfsblut fraß, die anderen Hunde ab, worauf Wolfsblut dankbar und zufrieden sich zu den Füßen des Herrn nieder- legte und zwinkernd in das wärmende Feuer schaute, bis er einschlummerte, sicher, daß der Morgen ihn nicht mehr einsam im öden Walde antreffen würde, sondern bei den Menschen im Loger, bei den Göttern, denen er sich mit Leib und Seele hingegeben hatte, und denen er nun untertänig war. (Fortsetzung folgt.) gffeder der Geletschaft zur Erforschung der Arttis zu werden. Der Y Borstand habe diesen Antrag abgelehnt und beschlossen, die beiden Bolarflieger zu den ersten Ehrenmitgliedern der Ge= fellschaft zu ernennen. Die Verkündung des Beschlusses wurde von dem zahlreich erschienenen Publikum mit lautem Beifall aufgenommen. Die Irrfahrten des Gefangenen. Das schweigfame Stuttgart. Um 27. Januar berichteten wir über die Irrfahrten eines Gefangenen, der 22 Tage gebrauchte, um von Lindau nach Berlin transportiert zu werden. Wir forderten die zuständigen Behörden dringend auf, den Dingen nach zugehen, und dies ist, wenigstens zum Teil, geschehen. Die Deutsche Liga für Menschenrechte" hat unferen Artikel zum Gegenstand von Eingaben an den preußischen Minister des Innern und den württembergischen Innenminister gemacht. Das preußische Ministerium des Innern hat sehr bald geantwortet, daß die Prüfung der dem Artikel zugrunde liegenden Originalbeldywerde ergab, daß es sich im wesentlichen um würt tembergische Verhältnisse handele. Das preußische Ministerium habe deshalb die Beschwerde an das württembergische Ministerium des Innern in Stuttgart weitergegeben. Für Preußen fomme nur die Ueberführung des Beschwerdeführers im Gefangenenwagen von Frankfurt a. M. über Kassel, Halle, Magdeburg nach Berlin in Frage. Dieser Transport fei den Borschriften entsprechend auf dem kürzesten Wege erfolgt und habe im ganzen etwa zrocieinhalb Tage Zeit beansprucht. Während der Nacht würden die Gefangenen vorschriftsmäßig in Polizeigefängnissen beherbergt. Bont württembergischen Ministerium des Innern ist trok Anmahnung fein Bescheid erteilt worden. Hoffentlich geben fich die Herren vom Kabinett Bazille, solange sie noch im Amt sind, die Mühe, einmal in die Reichsverfassung hineinzuschauen. Der Artikel 126 befagt, daß jeder Deutsche das Recht hat, sich schriftlich mit Bitten und Beschwerden an die zuständige Behörde oder an die Volksvertretung zu wenden. Dieses Recht fann sowohl Sinngemäß besagt der Artikel natürlich, daß solche Beschwerden Vielleicht aber haben die Herren vom württembergischen Bürgerblock ein zu schlechtes Gewissen, um sich angesichts der von uns geschilderten Zustände rechtfertigen zu fönnen. non einzelnen als auch von mehreren gemeinsam ausgeübt werden. und Anfragen auch beantwortet werden müssen. Die Einsponnleute vor Gericht. Ein gewinnsüchtiger Geprellter als Zeuge. Endlich ein Zeuge! Nach den undurchsichtigen und widerspruchsrollen Bekundungen der Angeklagten die eindeutige Aussage eines Menschen, der vor der Wahrheit nichts zu fürchten hat. Er braucht fich ja nicht zu verteidigen. Nicht er hat gerupst, sondern er ist gerupit worden. Eine turze allgemeine Betrachtung über alle Opfer der gefchäftstüchtigen Einsponnleute jei aber erlaubt. Sie wollten viel verdienen, und deshalb haben sie alles verloren. Besonderes Mitgefühl wird man deshalb für sie nicht aufbringen. Psychologisch gehören sie ungefähr zur gleichen Kategorie wie die Angeklagten. Auch sie gingen darauf aus, auf leichte Weise große Profite zu machen. Zum Beispiel der erfte Zeuge Jänide. dienste versprochen wurden. Es meldete sich der Desterreicher Er las Injerate, in denen faustsichere Garantien und große VerBaranni und offerierte lombardierte Ware zu billigem Preise. Der Käufer jei bereits vorhanden. Den Verkäufer spielte Baljon. Das Geschäft flappte. Es war dies tern Einsponn, sondern ein Lodgeschäft. Dann meldete fich Baranyi ein zweites Mal. Diesmal follten es zwei Waggons Heugabeln sein, mit denen er Jänicke vorschlug, Geld wie Heu zu gabeln. Als Käuferin fungierte die Industrie Material G. m. b. H. Jänickes Forderung, in den Kaufvertrag einzutreten, wurde ohne weiteres stattgegeben. Pro Stück sollte die Heugabel 1,30 M. fosten, der Berkaufspreis war auf 1,70. berechnet, der zu zahlende Betrag machte 7800 m. aus. Zuerst ging es mit dem Auto zur Industrie Material G. m. b. 5. Hier gab es liebenswürdige Leute, Zigarren und Liföre. Der Bertrag wurde ausgefüllt, zur Sicherheit erhielt Jänide jogar eine Anzahlung von 900 M. Dann im Auto weiter zu Balson. Der Käufer dränge, meinte Baranyi. Jänides 7800 M. wanderten in Baljons Kasse. Rum führte der Weg zum Spediteur Trojekty. Janice gab den Auftrag, die zwei Waggons Heugabeln an seinen Spediteur zu liefern. Die Lieferung blieb aus. Die„ In dustrie Material G. m. b. H." verweigerte die Annahme von Heugabeln: es seien nicht beide Waggons gleichzeitig geliefert worden. Baranyi war unauffindbar. Jänide inserierte seine Heugabeln, er fah fie fich schließlich an und stellte fest, daß es völlig untaugliches Zeug war; die ruische Handelsvertretung wollte sie selbst für die ruffischen Bauern für 10 Bf. das Stüd nicht laufen. Er schlug sie schließlich für 8% Pf. los. Die Herren von der Industrie Material G. m. b. H.", die Angeklagten Braun und Meinhold, wollen bei der Anzahlung von 900 m. fich nichts Schlimmes gedacht haben: es sei dies nur eine Gefälligkeit Barauni gegenüber gewesen, fie hätten im Traume nicht daran gedacht, die Heugabeln zu kaufen, der eigentliche Käufer sollte die Drahtmetall G. m. b. 5. sein. Ueber diese Drahtmetall G. m. b. 5. wird man heute mehr hören; der Inhaber dieses Unternehmens hat fich erschossen. Baranyi erklärte aber gestern, daß alles, was Balfon sage, Schwindel sei. Das wolle er haarklein dartun. Balson will aber auch in diesem Falle den reellen Raufmann gespielt haben. Also heute inorgen wird es in der Einsponn- Gerichtsfizung hoch hergehen. Die Berteidiger von Baljon und Baranyi tamen schon gestern hart aneinander. Im übrigen herricht ein gewisser nedischer Geist im Gerichtssant. Wenn die einen Angeklagten alles leugnen und die Unschuld selbst spielen, lächeln die anderen Angeklagten verdächtig verständnisvoll. Man braucht nur die Physiognomien zu ſtudieren, um zu wissen: vor dem Herrn Untersuchungsrichter haben die Herren die Wahrheit gesagt. Zwei Fabrikbrände. 3m Offen und in Staafen. Weltreise im Zeppelin! Letzte Arbeiten am Luftschiff.- Neue Brenngasfabrik in Friedrichshafen. Die Schar der Besucher. Friedrichshafen, 31. Mai. Auf der Friedrichshafener Berft wird unter Einjazz aller Kräfte an der Fertigstellung des neuen Luftschiffes, des bisher größten, das in Deutschland gebaut wurde, gearbeitet, und zwar ist bereits der größte Teil des Gitterrumpfes mit der Außenhaut über30gen, die zurzeit ihren aluminiumfarbigen Anstrich erhält. Noch sind die Gaszellen nicht eingebaut, so daß ein Blick in das Innere des Rumpfes eine Vorstellung von den riesigen Ausmaßen des L. Z. 127 gibt, in den rund 15 Kilometer Alluminiumträger und Mehr als mehr als 100 Kilometer Stahldraht eingebaut sind. 20000 Quadratmeter Baumwollstoff verkleiden den Schiffskörper. Diese Weltreise ist vorläufig so gedacht, daß sie in drei bis vier Etappen durchgeführt werden soll. Die erste Etappe von rund 10 000 Kilometer würde Friedrichshafen- Lotio sein, wo für das Luftschiff eine große Halle zur Verfügung steht. Die zweite Etappe, die quer über den Stillen Ozean führt und ebenfalls etwa 10 000 Kilometer lang ist, soll die Strecke Tokio San Diego( Kalifornien) sein, eventuell aber auch die annähernd 13 000 Kilometer lange Strecke Tofio- 2akehurst unter Auslassung San Diegos. Wird dieser kalifornische Flughaben angeflogen, dann würde das Luftschiff dort an einem Ankermast befestigt werden und von hier aus zur dritten Etappe ( 4500 Kilometer) nach Lakehurst starten, wo die große Halle bereits von den amerikanischen Marinebehörden für den Besuch des deutschen Zeppelins zur Verfügung gestellt ist. Die letzte Etappe mit 7000 Kilometern wäre Lakehurst- Friedrichshafen. Infolgedessen müssen Brenngasflaschen nach Tokio, San Diego und Lakehurst transportiert werden, und zwar haben sich die Japaner, mit denen bereits Fühlung genommen ist, bereit erflärt, mit eigenen Schiffen diese Transporte von Genua aus durchzuführen und auch sonst dem Unternehmen jegliche Unterstützung zu gewähren. Bei Für diese Weltreise und auch die sonstigen großen Fahrten des 3eppelin- Kreuzers wird die Besayung so vermehrt, daß jeder Bosten mit drei Wachen besetzt wird, während beim Z. R. III auf der Amerika- Fahrt nur zwei Wachen eingerichtet waren. den vorangehenden kleineren Werkstätten- und Probefahrten, die über Deutschland und die benachbarten europäischen Länder führen werden, wird nur ein Teil der Besatzung und dafür eine größere Anzahl von Passagieren an Bord sein. Es ist übrigens nicht unwahr scheinlich, daß man in Friedrichshafen den 8. Juli, an dem Graf Seppelin 90 Jahre alt geworden wäre, zur feierlichen Taufe des L. Z. 127 auf den Namen„ Graf Zeppelin" benutzen und hierzu die Spitzen der deutschen Behörden einladen wird, doch sind endgültige Beschlüsse in dieser Richtung noch nicht getroffen. Im Laufe des Monats Juli wird neben zahlreichen sonstigen Behördenvertretern auch der Reichsrat in Friedrichshafen eintreffen, um das Schiff zu besichtigen. In der großen Kabinengondel, die zum erstenmal in ihrem hinteren, sich äußerlich scheinbar verjüngenden Teil in den Rumpf hineingebaut ist und so in allen Räumen gleiche Höhe auf: weist, wird augenblicklich die Einrichtung des Wohnraumes und der zehn zweibettigen Passagierkabinen eingebaut und die Mahagonitäfelung angebracht. Für den Fußboden hat man ein besonders leichtes südamerikanisches Holz, das den Namen Balsaholz trägt, verwandt. so daß der Bodenbelag der Kabine bei aller Leichtigkeit nahezu einen Zoll start ist. 3u beiden Seiten des unteren Laufganges sind bereits Benzintanks eingebaut, da das Luftschiff, das bekanntlich als Brennstoff in der Hauptsache das neue Brenngas verwenden wird, aus bestimmten Gründen auch einen kleinen Benzinvorrat mitführen wird. Dieser Borrat soll nämlich als brennbarer Betriebsballast dienen, wenn das Schiff mit prallen Zellen aufsteigt und durch den hierbei entstehenden Gasverlust entsprechend schwerer wird. Pro 100 Meter Höhe wird das Luftschiff in diesem Fall um gegeben werden muß. Dieser Ausgleichsballast besteht nun in dem 1 Broz. schwerer, so daß zum Ausgleich entsprechender Ballast ab. Benzinvorrat, der solange in den Motoren verbrannt wird, bis der Gewichtsausgleich erzielt wird und dann die Motoren auf das Brenngas umgeschaltet werden können, mit dem unter diesen Um ständen sparsamer gewirtschaftet werden kann. Die erste Füllung der Brenngas zellen wird von der auf dem Friedrichshafener Werftgelände neben der alten Gasanstalt errichteten neuen Brenngasfabrik des Luftschiffbaues erfolgen, die demnächst fertig wird und eine Leistungsfähigkeit von rund 250 Kubit meter Brenngas in der Stunde haben wird. lleber die eigentliche Füllung des Schiffes hinaus muß dieses Brenngas in Hochdrucktreffen neue Massenanmeldungen ein, von Reisegesellschaften und behältern auch gelagert und dann in Stahlflaschen abgefüllt werden, die entsprechend den noch nicht ganz feststehenden Dispositionen des Luftschiffbaues Zeppelin nach den verschiedenen ausländischen Stütz punkten transportiert werden sollen, die der I.. Z. 127 bei seinen kommenden Amerika- Fahrten und vor allem bei seiner beabsichtigten Weltreise anlaufen wird. paraturlager der Deutschen Lufthansa Feuer ausEin anderer Feueralarm fam furz nach 22 Uhr aus der 3eppelinwerft in Staaten. Dort war in einem Redes Branddirektors Dr. Kreis an der Brandstätte nach kurzer Zeit gebrochen, das von der Spandauer Wehr, die unter Leitung eintraf, durch starkes Wassergeben nach einstündiger Löschtätigkeit niedergekämpft werden konnte. " milf d 25 Jahre Telefunken. Feftveranstaltung im Herrenhaus. Der Vorwärts" hat in seiner gestrigen Morgennummer die technisch- wissenschaftlichen Arbeiten von Telefunken einer Bürdigung unterzogen. Gestern sand nun im früheren Herrenhaus ein Festakt statt, an dem die Vertreter der Regierung, der Stadt Berlin, der Diplomatie, Wissenschaft, Handel und Presse erschienen waren. Die Veranstaltung wurde vom Kosledschen Bläserchor eingeleitet, der Beethovens„ Die Himmel rühmen" spielte. Reichspostminister Dr. Schäßel eröffnete den Reigen der Redner, indem er auf die Arbeit hinwies, die Telefunken in dem Zeitraum eines Vierteljahrhunderts geleistet hat. Die Firma habe seit ihrer Gründung in enger Zusammenarbeit mit den Behörden des Reiches und der Länder Deutschland große Dienste geleistet. Insbesondere habe sich die Deutsche Reichspost bei der Verwirklichung ihrer Pläne auf dem Gebiete des Nachrichtenwesens stets auf die tatkräftige Mitarbeit von Telefunten stügen fönnen. Reichspostminister Schäßel verlas ein Handschreiben des Reichspräsidenten v. Hindenburg und überbrachte die Glückwünsche der Regierungen des Reiches und von Preußen. Für die Stadt Berlin sprach Oberbürgermeister Dr. Bö B, der insbesondere auf die Tatsache hinwies, daß der größte Teil der deutschen Funkindustrie in Berlin sein Heim habe, und daß es Berlinischer Geist gewesen sei, der auch in der Arbeit von Telefunken zum Ausdruck gekommen sei. Der Rundfunkkommissar Staatsjetretär a. D. v. Bredow erinnerte an die Arbeiten von Slaby und Braun und an die Funkversuche, die im Jahre 1897 unter Lei tung von Prof. Slaby und feinem damaligen Affiftenten, dem Grafen Arco, an der Heilandskirche in Safrom stattgefunden Er übergab im Namen des deutschen Rundfunks eine Gedenktafel, die an der Kirche in Safrow zur Erinnerung an die Errichtung der ersten deutschen Antenne angebracht werden soll. Im Anschluß hieran sprachen dann für die Technische Hoch schule Prof. Boost und für die Berliner Universität Dr. Nernst. Lieben, der sein Freund und Schüler war, und dem wir in Der letztere erinnerte vor allem an die Arbeiten von Robert von Deutschland die Erfindung der Verstärkerröhre verdanken. Präsident Dr. Wagner sprach alsdann für die Heinrich- Herz- Gesellschaft und für das Institut für Schwingungsforschung, Prof. Dr. Petersen für den Verband deutscher Elektrotechnifer, für den Reichsverband der Deutschen Industrie Geheimrat Raft I, Oberregierungsrat Huber für den deutschen Industrie und Handelstag, Generaldirektor Sieg für den Zentralverbang der deutschen elektrohaben. An unsere Lefer! In der Leder- und Polstermöbelfabrik von Breuß in der Baul Singer- Straße 109 brach gestern abend aus ungeflärter Ursache Feuer aus, das in furzer Seit einen sehr gefährlichen Umfang annahm. Das Feuer muß längere Zeit geschwelt haben, denn plötzlich wurde von Hausbewohnern auf dem Hofe des Grundstücks ein starter Feuerschein wahrgenommen, und.nur In den nächsten Tagen werden unsere Botenfrauen wieder bei wenige Augenblicke später schlugen auch schon aus den Fenstern den Abonnenten vorsprechen, um zu fassieren. Dabei werden sie meter hohe Flammen hervor. Die Feuerwehr wurde ge- Quittungen vorlegen, die zum erstenmal eine wichtige rufen, die mit, drei Löschzügen an der Brandstelle eintraf. Das Feuer, das an Berg, Polstermöbeln, Solzvorräten Neuerung bringen. Die Rüdseiten sämtlicher Monats und ähnlichen leicht brennbaren Materialien reiche Nahrung fand, quittungen und der ersten Wochen quittung im Monat tragen von hatte sich inzwischen nach allen Seiten mit großer Schnelligkeit aus jeßt ab aufklärende und fnapp gehaltene Hinweise auf Fragen gebreitet. Der gefamte Haustom pleg war in dice Rauch- aus der Sozialgefeggebung. Die erste Quittung beantwolfen eingehüllt, was naturgemäß die Löscharbeiten der Feuer- wortet z. B. die für sehr viele ungemein wichtige Frage, wer Anmehrbeamten, die nur mit Rauchschuhmasten ausgerüftet gegen den spruch auf 3nvalidenrente hat und unter welchen Boraus. Brandherd vorrüden tonnten, erschwerte. Aus vier Schlauch fegungen dieser Anspruch geltend gemacht werden kann. leitungen größten Kalibers mußte längere Zeit Baffer gegeben Die unscheinbaren Quittungsformulare erhalten dadurch Dauer merden, ehe es gelang. dem Feuer Einhalt zu gebieten. Die Aufräumungsarbeiten dauerten large bis na mitterer i min deshalb einern, die Quittung nacht. Die Entstehungsursache des Feuers tennte noch niet ieitiferig: ierisuwesjen, fondren su jamin und bei Ge night einwandfrei ermittelt werden legenheit nachzuschlagen. au Der Andrang von Schauluſtigen auf der Luftschiffwerft übersteigt alle Vorstellungen. Ueber Pfingsten wurde das Luftschiff von rund 20000 Personen besichtigt, und fortwährend Automobilklubs bis zu Gewerkschaften und geselligen Vereinen. In allen Teilen Süddeutschlands werden für die nächsten Wochen Sonderzüge nach Friedrichshafen angekündigt, außerordentlich ist auch der Andrang aus dem Ausland, vor allem aus der nahegelegenen Schweiz und aus Deutschösterreich. technischen Industrie und Dr. Seibt für den Verband der deutschen dunkindustrie. Dr. Seibt erinnerte in sehr dezenter Weise an die Monopolstellung, die Telefunken auf dem Gebiet des Funta erhalten, nachdem Telefunken ihr Lizenzen zur Ausführung ihrer wesens einnimmt und an die Tatsache, daß es erſt längerer BerGeräte erteilt hatte. Für den Verein deutscher Zeitungsverleger beglückwünschte Dr. Carbe Telefunken, er betonte, daß Bresse und Funt immer zusammen gearbeitet hätten, und daß die Presse gleichfam der Schrittmacher des Funkwesens gewesen sei. Dr. Richter vom Reichsverband der deutschen Presse sprach vor allem von der Direttor Gemeinschaftsarbeit von Rundfunk und Journalisten. Milch der Deutschen Lufthansa mies auf die wertvollen Dienste hin, die das Funkwesen der Fliegerei geleistet hat, Direttor Passa. vant erwähnte vor allem den großen Vorteil, den die Elektrizitätswerfe heute durch die Errichtung eigener Funkanlagen( Hochfrequenz längs Drahtleitungen) haben. Endlich sprach noch Aler Beil für den Reichsverband der deutschen Funthändler, Direttor Stoop für die Auslandsvertretung von Telefunken, und endlich der Generaldirektor von Siemens u. Halske, Dr. A. Franke, der allen Gratu lanten den Dant der Telefuntengesellschaft aussprach. Den Beschluß dieser Beranstaltung, für die das ehemalige Herrens haus festlich mit Blumen geschmückt war, bildete wiederum ein Vorfrag des Rosteckschen Bläserchors. Der Wertspionageprozeß. Sachverständigengutachten... Stuttgart, 31. Mai. Bei den Beratungen des zweiten Verhandlungstages des großen Wertspinageprozesses nahm die Aussprache über die Frage, ob die Meßapparate, die der Hauptangeklagte Karrer durch Angestellte der Norma für sich herstellen ließ, unter dem Geschäftsgeheimnis stehen oder nicht, nochmals einen breiten Raum ein. Die Auffassungen der Sachverständigen gingen hier weit auseinander. Auf der einen Seite wurde behauptet, die Konstruktion dieser Instrumente sei allgemein bekannt. Was die Norma. daran besonders habe, sei nicht von entscheidender Bedeutung. Demgegenüber betonte einer der Sachverständigen, Professor Widmeyer von der Stuttgarter Technischen Hochschule, daß die Merkmale des Betriebsgeheimnisses in der Eigenart der Norma- Meßinstrumente zweifellos gegeben seien. Im weiteren Verlauf der Sigung wurde einzelnen Delikte, die ihm zur Last gelegt sind, fortgesetzt. Es kam die Vernehmung des Hauptangeklagten Karrer über die meiteren die Beschaffung einer großen Anzahl von Innenmeßapparaten zur Sprache, die Karrer teilweise durch Bermittlung des früheren Fabrifmeisters Reim bei dem Werkzeugmacher Hafner gemacht hat. Diese Apparate wurden auch geliefert. Karrer bestritt jedoch, daß er Norma- Apparate bestellt habe. Er habe sich vielmehr Fortuna Apparate machen laffen wollen. Der Angeklagte, Fabrikmeister Reim, war damals dem angeflagten Werkzeugmacher bei der Ausführung der Bestellungent Karrers behilflich und besorgte dem Angeklagten Karrer Abgüsse von Apparaten der Norma. Eine Belohnung habe er, sagte der Angeflagte, nicht erhalten. Für seine Mitarbeit erhielt er bei der Ausführung der Bestellungen für Karrer von dem Angeklagten Hafner 20 Mart fowie einen Sanarienvogel. Die Angeklagten Reim und Hafner befunden übereinstimmend, dem Angeflagten wäre es ein Leichtes gewefen, die fraglichen Apparate nach dem Gedächtnis zu tonftruieren. Zum Beweis für diese Behauptung zeichnete der Angetlagte Hafner einen Meßapparat an die im Gerichtsjaal befindliche Tafel, wozu von einem Sachverständigen bemerkt wurde, solch eine Zeichnung würde für den Fachmann zur Konstruktion genügen. In der Nachmittagsfißung wurde sodann in der Bernehmung der Angeflagten fortgefahren. überlegen Sie gründlich, wenn Sie die Nahrung für Ihr Kind wählen. Geben Sie und frische Sis paren dann Geld, Sorgen und ernten freude ZZZZZ RK DES VORWARTS STADT BETLAGE Zur Berliner Schulpolitik. Die Forderungen der Gozialdemokratie. An der Spize der Berliner Schulverwaltung steht ein sozia listischer Schulrat, unterſtügt im Boltsschul- und Fort bildungsschulwesen von je einem sozialdemokrati fchen Oberschulrat, auf dem Gebiete des höheren Schulwesens von einem Demokraten. Die Zentrale Schuldeputation weist eine sozialdemokratische Mehrheit auf, ebenso die Bezirks schuldeputationen 1 bis 6. Wenn also irgendwo, so könnte wohl • auf dem Schulgebiet zu allererst von rechts und links der Angriff einsetzen gegen das, was man zur Zeit der Wahlen so gern sozialdemokratische Mizwirtschaft" zu nennen pflegt. Wie fah es tatsäch lich mit diesen Angriffen bei der diesjährigen„ Generalabrechnung", den Haushaltberatungen, aus? Deutschnationale„ Borschläge". Angriffe auf die Schulverwaltung, find überhaupt nur von der äußersten Rechten und der äußersten Linten erfolgt, und was man vorbrachte, bemeist am besten, wie wenig man trotz eisrigsten Suchens zu finden vermochte. Was der Redner der Deutschnationalen, ein Berliner Schulaufsichtsbeamter, an ,, Borschlägen" im Ausschuß zum besten gab, erregte allgemeine Heiterkeit und fann als ernſt zu nehmende Anregung überhaupt nicht gewertet werden. Er verlangte vom Magiftrat, er folle im Schulwesen in geeigneter Weise sparen. Als besonders geeignet erschienen ihm folgende Dinge: 1. Die Stadt könnte viel sparen, wenn sie aufhörte mit dem Bestreben, die Privatschulen allmählich sämtlich zu yerstadtlichen ein Grundsay, der der Arbeit unserer Ge nossen zu danken ist. Sie täte besser daran, wenn sie weiter wie bisher den Schulen städtische Unterstützungen gewährte. Deutschnationales Ziel: Beibehaltung der privaten Standesschulen auf städtische kosten. 2. Der Magistrat solle feine neuen meltlichen Schulen amtlich noch immer ,, Sammelschulen" genannt zulassen, da diese hohe Soften verursachten eine Behauptung wider besseres Wissen! Deutschnationales Ziel: Berhinderung der verfaffungsmäßig gewährleisteten Gewissensfreiheit von Eltern und Kindern! 3. Der Magistrat soll Experimente im Schulwesen nicht zulassen, wie sie der geplante Schulneubau in Neukölln darstelle. Deutschnationales Ziel: Berhinderung des erffen Berliner Schulsystems, das eine praktische Berwirklichung der Einheitsschule vom Kindergarten bis zur Hochschule darstellen wird. 4. Streichung der Mittel für Schulverjuche überhaupt. Sozialistische Forderungen. Deutlicher als alle Erklärungen beweisen diese Angriffe", in welchem Sinne die Sozialdemokratie ihre Schulpolitif betrieben hat. Die Hauptgesichtspunkte, die unsere Genoffen geleitet haben, jeien hier aufgeführt. 1. Die Beseitigung der Standesschule. a) Die Stadt übernimmt allmählich sämtliche Privat schulen, soweit sie nicht als entbehrlich aufzulösen sind. b) Die Schulgelderhebung wird immer sozialer gestaltet. Zurzeit sind durchschnittlich bereits 50 Broz. der Schüler in unseren höheren Schulen schulgeldfrei, in proletarischen Bezirken erheblich mehr. c) Die Wirtschaftsbeihilfen an bedürftige Schüler werden erhöht und vermehrt; zurzeit stehen 900 000 m. im Haushalt für 1928. d) Die Studienbeihilfen für Bedürftige werden auch auf die Zeit des Studiums an der Universität ausgedehnt, erst malig mit 50 000 m. e) Die Gewährung freier Lernmittel wird weiter ausgebaut, bis endlich Reich und Staat die nötigen Summen bereit stellen, um sämtlichen Kindern an den öffentlichen Schulen volle Lernmittelfreiheit zu gewähren, wie es die Verfassung verlangt. Eigentlich follie" bereits heute nach den staatlichen Grundfägen für den llebergang zur höheren Schule die Schulart nur noch den Begabten offenstehen, leider sieht die Braris doch noch wesentlich anders aus. Die Sozialdemokratie im Rathaus ist dauernd bemüht, alle früheren selbstverständlichen Unterschiede zwischen den Schularten, fomeit fie nicht fachlich geboten find, aufzuheben. 2. Neben der Beseitigung der alten Stlassenvorrechte auf dem Gebiete des Sajulwesens bemühten sich unsere Genossen um die Erfüllung der allgemeinen Schufforderungen unseres Kommunal= programms: a) Unbeschadet unseres Zieles der Vermeltlichung des gesamten Schulmefens fordern mir die Schaffung von einzelnen weitlichen Schulen, soweit der Wille der Erziehungsberechtigten danach verlangt. Zurzeit bestehen in Berlin 49 Sammelschulen, von denen 10 die innere Umstellung zur Lebensgemein schaftsschule vorgenommen haben. b) Durchführung der Einheitsschule; solange dieses Ziel nicht zu erreichen ist, fortschreitenden Ausbau der Bolksschule. Der erste praktische Versuch ist vor kurzem beschlossen worden. Und zwar soll bei diesem Versuch vom 7. Schuljahr ab die Ausbildung in einem besonderen dreijährigen Lehrgang erfolgen, der den Volksschülerinnen den Weg eröffnet zum Beruf als Kindergärtnerin, Hortnerin, Fürsorgerin, technische Lehrerin, Gewerbelehrerin. c) zur Durchführung des Arbeitsunterrichts Ein richtung von Schülerwerkstätten zurzeit hat Berlin 300, in denen täglich 20 000 Kinder unterrichtet werden Schaffung von Nähzimmern und dergl. d) Pflege der körperlichen Ausbildung durch Einführung des obligatorischen Spielnachmittags, Schaffung von Landschulheimen, die gleichzeitig der Erholung und der Gemeinschaftserziehung dienen sollen; zurzeit bestehen solche in Zoffen: für den klaffenweisen Besuch von 500 bis 600 Kindern zur gleichen Zeit; somit jährlich von vielen Tausenden; in Zerpenschleuse: für ständig 120 Kinder; in Dubrow: neu eröffnet, Aufnahme für 100 Kinder. Förderung der Schülerwanderungen, der eintägigen in die Umgebung von Berlin, sowie der mehrtägigen, die an die See oder ins Gebirge führen. Für 1928 stehen 175 000 m. zur Verfügung. Alle diese bereits durchgeführten Maßnahmen bedeuten selbstverständlich nicht die restlose Erfüllung unserer Schulforderungen. Sie beweisen aber mit aller Deutlichkeit, daß unsere Genossen unentwegt auf die Erreichung ihrer Schulzicle zusteuern. Außerordent lich hemmend wirken bei unseren Bestrebungen die Eingriffe der staatlichen Aufsichtsbehörde. Deshalb hat unsere Rathausfraktion bei den diesjährigen Haushaltberatungen erneut einen Borstoß unter: nommen zur Beseitigung des Provinzialschultolle. giums von Berlin sowie der Landesschul- und Landesmittelschul taffe. Die Kommunisten... Wie haben sich nun die Kommunisten im Rathause zu unserer Schulpolitik gestellt? Natürlich mußten sie ein fleines Schein= manöver ausführen, um zu beweisen, daß sie durchaus nicht efma zufrieden wären mit dem Stande des Berliner Schulmefens fie hätten ja sonst zugeben müssen, daß die SPD. im Sinne des Schulfortschritts gearbeitet hat. So brachten sie wie jedes Jahr den Antrag ein, die Stadt solle volle Lehrmittelfreiheit in ihren Schniert einführen. Es galt ja, den ,, Arbeiterverrat" der SPD. aufs neue festzustellen; denn man mußte bereits vorher, daß dieser Antrag von den Sozialdemokraten abgelehnt würde( nach der Verfassung Bflicht von Reich und Staat). Man griff den Magistrat scharf an, weil er die Summen für Schulneubauten verringert hat. Man wußte natürlich, daß diese Abstriche praktisch nichts bedeuteten, meil fein einziges Projekt dadurch verzögert wird. Im allgemeinen aber fann festgestellt werden, daß bei der sonst beliebten Taktik der Kommunisten, recht viele Anträge aus Agitationsgründen zu stellen, das Schulwesen auffällig wenig bedacht wurde. Besser noch als der überaus schwache Angriff der Deutschnationalen zeigt dieses Verhalten der KPD., daß wir Arbeit geleistet haben, die sich sehen lassen kann. Wie gern hätte man sonst ,, Wahlmaterial" gesammelt! Lisbeth Hübner Riedger. Der Kampf um die Schule. = Am 17. Juni finden, wie im Vorwärts" schon mitgeteilt murde, die Elternbeiratswahlen an sämtlichen öffentlichen und privaten Schulen Berlins statt. Der Termin ist, so furz nach den großen Barlamentswahlen, nicht gerade günstig gewählt, zumal da auch die Pfingstferien die Vorbereitungsarbeiten start beeinträchtigen mußten. Es wird der eifrigen und eindringenden Arbeit aller ben am 20. Mai über die Reaktion errungenen Sieg nun auch bei schulpolitisch fortgeschrittenen Eltern bedürfen, um den Elternbeiratswahlen durchzusetzen, damit auch auf schulpolitischem Gebiet den Reaktionären für ihre Pläne der Boden entzogen wird. Eine Niederlage der Christlich Unpolitischen bei den Elternbeiratswahlen ist ein Schlag gegen die rechtsstehen den Parteien und gegen ihre Versuche, die Schule der Kirche auszuliefern. An allen Schulen muß den Chriftlich- Inpolitischen nicht wieder so tommen, daß an vielen Schulen die Chriftlich- Unpolieine Liste Schulaufbau" entgegengestellt werden. Es darf tischen allein eine Liste aufstellen, wodurch sie bei den legten Elternbeiratswahlen tampflos mehr als 100 Schulen mit über 1000 Sigen erlangten. Bis zum 7. Juni müssen die Kandidatenlisten beim Wahlvorstand( nicht beim Schulleiter!) eingereicht sein. Aber auch um die in den Schulen ausgelegten Wählerlisten sollen alle fich fümmern, die es angeht, alle Mütter und Bäter oder Pflegeeltern von Kindern der betreffenden Schulen. Die Wählerlisten liegen nur noch bis einschließlich 2. Juni aus. Eröffnung der Gartenbühnen. Traditionsmäßig öffnen alljährlich um Pfingsten herum die Berliner Gartenbühnen ihre Pforten. Denn eine Belt für sich iſt's, die sich hier auftut. In all ihrer Ursprünglichkeit, viel wahrer und echter als unsere geschniegelte, gebügelte. Mit Kind und Kegei rückt man aus, trifft Freunde und Nachbarn; Stullen und Kuchen sind in Bereitschaft. Der Nachwuchs befreit sich möglichst rasch von der elterlichen Autorität und geht seine eigenen Wege. Man sondiert das Terrain, äugt nach einer möglichst günstigen Singelegenheit in den vordersten Reihen, prüft eingehend die Leistungen des Orchesters, im übrigen harrt alles der schönen Dinge, die da angefündigt find. Beit erhalten haben, nimmt unbedingt das Rose GartenBon den wenigen Sommerbühnen, die sich noch bis in unsere jezige Theater den ersten Platz ein. Bon 6 Uhr nachmittags bis nach 11 Uhr abends, Sonntags sogar schon ab 5 1hr wechseln hier in bunter Reihenfolge Konzert, Operetten- und Varieté- Borführungen. Das Eröffnungsprogramm fommt ganz flaffisch mit Offenbachs heiterem Einafter ,, Die Insel Tulipatan". Die Komödie von Rose als Bjeudomägdelein und Erna Böwe als zarter Jüngeling mit den vertauschten Geschlechtern zmeier Liebesleute, wobei sich Willi Gesang und Artistik und zum Schluß folgt Lehárs Operette„ Der Erfolg präsentieren. Im darauffolgenden Barietéteil wechseln Lanz, fidele Bauer", die bei flotter Darstellung fröhliche Stimmung schuf. Mufitaufträge übergibt man nur dem Nacnets Dre Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Rom mandantenftr. 63,64 Dönhoff 3277-78 Beschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbefuch. Eine gute Zigarette 4 ist ein wahres Heilmittel. Sie enthält das Nikotin in homöopathischen Mengen, d. h. in jenem geringen Grade dee Beimischung, in dem es unvergleichlich heilsam wirkt. Nichts ist besser imstande, die vielfachen Verstimmungen, welche uns begegnen können, in gleich leichter und vorzüglicher Weise zu beheben. Wie auch nichts imstande ist, die feinen Acomastoffe einec guten Zigarette zu ersetzen. Ueberdies ist nicgends in der Welt ein Mensch so vecstimmt, als daß ihm nicht durch eine gute Zigarette geholfen werden könnte. Rauchen Sie eine Greiling- Auslese und Sie werden wissen, was eine gute Zigarette ist. Die Bohnungsnot in Wilmersdorf. Und was die„ Deutsche Zeitung" Dazu fagt! Das preußische Arbeiterbildungswesen. Preußen ist auf dem Gebiet des Arbeiterbildungsmejens dem| Schulen merden Staatslehre, Recht und Wirtschaft als Reich und zum Teil den anderen deutschen Ländern vorangegangen. Behrgebiete gepflegt. Borlesungen wechseln ab mit SeminarEs war der damalige preußische Kultusminister aenis, der übungen. Die Methode der Arheitsgemeinschaft im mirtfichen in Verbindung mit 2üdemann als preußischem Finanzminister Sinne des Wortes tommt zur Anwendung. Erste Fachleute auf aus der gegebenen Situation heraus die Gründung der Ata den in Frage kommenden Gebieten werden zu Gastvorträgen herdemie der Arbeit in Frankfurt a. M. möglich machte. angezogen, so daß der Lehrstoff in seiner ganzen Vielseitigkeit und Zugleich wurde damit ein bisher neuartiger Typ der Wirtschafts. Broblematit an den Bernenden herantommt. Daß mit Ernst und für Arbeiter geschaffen. Alle Eifer gearbeitet wird, hat schon mancher Universitätslehrer fonstatiert und zwischen dem studierenden Arbeiter und dem Universitätsstudenten Vergleiche gezogen, die für die Arbeiter nicht un günftig find. Aus eigener Kraft! politische Arbeit der Borkriegszeit war für die Arbeiterschaft 2 gitationsschulung. Das tonnie nicht anders sein, denn die Arbeiterschaft stand außerhalb entscheidender Mitbestimmung in Staat und Wirtschaft. Die Agitation war zugleich negative Kritif, war Opposition und schärffte Ableh die Wirkungen des Krieges und der Revolution die bisherigen poAls durch nung der Staatspolitik des wilhelminischen Systems. litischen Machtverhältnisse zusammenbrachen, bedeutete das für die Arbeiterschaft die Notwendigkeit, sich selbst aktiv an dem Aufbau des neuen Staates zu beteiligen. Leitende Stellungen in der Staatsverwaltung und bedeutungsvolle Aufgaben find Männern aus der Arbeiterschaft anvertraut worden, aber die Frage des Nachwuchses ist ein ernſtes Problem. Hier sollen die von der preußischen Staatsregierung geschaffenen Einrichtungen Gelegenheiten zur geistigen Heranbildung eines Teiles der Führerschaft Die Bilmersdorfer Bezirksversammlung vom 23. Mai bewilfigte einstimmig die Mittel zur Einrichtung von ausreichenden Unterkunftsräumen für die Arbeiter des Balbfriedhofes in Stahnsdorf somie der anderen Einrichtungen der Bart. verwaltung. Ferner wurde die Berwendung von Borbehaltsmitteln zum Ausbau der Tageserholungsstätte im Grune wald, die vielen erholungsbedürftigen Kindern unjeres Berwaltungsbezirts während der Sommermonata den so bringend notwendigen Heilaufenthalt gewährt, bebattelos geneumigt. Der Ber sammlung wurde dann von dem Plan der Errichtung zweier Unschule terfunftshallen und Umtleibebaraden auf bem ju= bertus Sportplaz Kenntnis gegeben. Dabei wurde die intereffante Feststellung gemacht, daß die städtischen Rörper. fchaften, die ja so oft die Zielscheibe unberechtigter An griffe unserer Rechtsmehrheit sind, unserem angeblich so stief= mütterlich" behandelten Wohnbezirt fast den doppelten Betrag an mitteln bewilligt haben, die seinerzeit vom Bezirt beantragt worden waren um auf dem schönen Sportplay massive Dauerbauten zu errichten. Einen breiten Raum nahm die Besprechung der sozialbemokratijchen Anfrage über das entsetzliche Wohnungselend in ber Ciceroftraße 26 ein. Dert biente ein Schuppen als Unterfunfts- und Schlafraum für fünf Personen. Der Bezirksamts. vertreter mußte bie Richtigteit der geschilderten Berhältnisse zugeben. Er wies darauf hin, daß die Bewohner des Schuppens von außerhalb zugezogen feien, ohne sich vorher eine angemessene Wohngelegenheit zu sichern. Die große Wohnungsnot hat auch in Wilmersdorf bisher nicht behoben werden können. Der Bezirksamts: vertreter erklärte, daß von den zuständigen Dienststellen alles in die Wege geleitet sei, um in diesem tralien Fall helfend einzugreifen und die mit den geschilderten Elendsverhältnissen verbundenen gesundheitlichen und fittlichen Gefahren zu beseitigen. Geradezu grotes? aber ist es, daß ausgerechnet die Deutsche Zeitung" auch diesen Fall glaubt gegen die Sozialdemokratie ausschlachten zu müssen. Nach ihrer Ansicht braucht die Sozialdemokratie frante und unzufriedene Menschen, damit man sie mit verlogenen Bersprechungen dem Wählerheer einverleiben tanu.. Belcher Ignorent mag diesen Blödsinn in der Nummer vom 23. Mai verzapft haben! Zu seiner Belehrung falls er überhaupt zu belehren fein sollte möge ihm gesagt sein, daß die Sozialdemo Praten schon vor mehr als Jahresfrist den Bau von Kleinstwoh nungen zu erschwinglichen Mietpreisen in Wilmers dorf gefordert haben. Daß sie mit ihren Forderungen bis heute nicht durchdrangen, liegt nicht an ihnen. Die entscheidende Mehr heit der maßgebenden Instanzen steht aber der politischen Dent weise der Deutschen Zeitung" erheblich näher als der Sozialdemokratie. Autolotfen in Berlin. www.w Gestern vormittag wurde im östlichen Berlin, in Friedrichs. felde, die erste Autolotfenstelle des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs eröffnet. Der Klub hat die Absicht, auswärtigen Automobilisten, die nach Berlin kommen, durch diese Autolotsen ein befferes Durchfinden durch den Berliner Verkehr zu ermöglichen. Das ankommende Auto nimmt auf Anforderung einen jungen, hübsch uniformierten Mann auf, der eine Prüfung über seine Dris fenntnisse in Berlin abgelegt hat. Die dafür zu bezahlende Gebühr ist mäßig. In den nächsten Tagen wird eine weitere Lotfenstelle in Tempelhof eröffnet, die den Verkehr von Dresden und Görlitz nach Berlin aufnehmen soll. Weitere Stationen sind im Norden Berlins in der Greifswalder Straße, im Westen in 3ehlendorf und an der Heerstraße für die Zufahrt von Hamburg aus vorgefchen. Die Sptfenstellen find durch Schilter, die nachts beleuchtet werden, weithin fanntlich gemacht; fie führen gleichzeitig Betriebsstoffe für die Autos Blindenarbeit. In der Städtischen Blindenanstalt, Berlin, Oranienftr. 26, mer. ben in der Zeit von 8 bis 16 Uhr etwa 250 Blinde aus allen Bezirken Berlins mit Stuhlflechtarbeiten und ber n fertigung von Bürsten, Besen, Rörben und Matten beschäftigt. Die Blinden brauchen diese Beschäftigung notwendig, weil für sie Sie Arbeit der Inhalt des Lebens ift. Nur durch kauf von Blin denwaren und durch Stuhlflechtaufträge fönnen die Blinden uneingeschränkt beschäftigt und vor Rot geschüßt werden. Im Interesse Der Blinden werden die Berliner Hausfrauen erneut aufgerufen, der Blindenanstalt namentlich Stuhlflechtaufträge zu erteilen, da es der Stuhlflechterei wieder an Arbeit mangelt. Die Stühle werden fostenlos zum Flechten abgeholt und ebenfalls zurückgebracht. Es ift empfehlenswert, daß die Stühle schon vor der Reisezeit der Anſtalt zum Flechten übergeben werden. Außerdem sind von den Blinden auch in diesem Jahre für die Reisezeit preiswerte Reiseförbe und Hängematten aus besten Rohstoffen gefertigt worden, die in großer Auswahl im Berfaufsraum der Blindenanstalt ausliegen. Besonders wird darauf hingewiesen, daß die Stäbtische Blindenanftalt teine Hausierer von Haus zu haus schickt und daher in der Lage ist, ihre Erzeugnisse zu gewöhnlichen Tagespreisen abzugeben. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Geschäftsstelle der Städtischen Blindenanstalt unter Fernruf Mag. 266 und Morigplah 972 gern bereit. Schmusfinken in öffentlichen Anlagen. Sin letzter Zeit sind die Papierförbe in den öffentlichen Anlagen häufiger in nicht wiederzugebender Beife verunreinigt worden. Nidy nur, daß für die Arbeiter der Gartenämter die schmutzige Arbeit der Reinigung entsteht, ist es auch für die Besucher der Anlagen efelervegend, einen derart beschmutzten Papierforb zu sehen. Für Kinder besonders besteht die Gefahr der Uebertragung von Krantheitsfeimen. Alle Besucher der Anlagen werben beshalb im eigenen, mie auch im Allgemeininteresse dringend gebeten, derartige Berschmugungen zu verhindern und lebertretungen zur Anzeige zu Besucht Borkum! Das Heilbad an der deutschen Nordsee. Reines Seekiima. Steinfreier Strand. Stärkster Wellenschlag. Prospekt durch die Badedirektion. bieten. Die Akademie der Arbeit in Frankfurt will eine solche Führerschule sein. Aufnahme finden aus den Kreisen der Arbeiterschaft Männer und Frauen, die, losgelöst von den Sorgen ihrer Berufsarbeit, sich in einem Lehrgang von neun Monaten bestimmten Studien hingeben können. Die Teilnehmer werden delegiert, und zwar vorwiegend von den Gewerkschaften aller Richtungen, so daß ein natürlicher Ausleseprozeß stattfindet. Wer sich aus der Masse der Arbeiterschaft durch Anlagen und Fähig feiten heraushebt und Arbeitsenergie und Fleiß ertennen läßt, wird gefördert. Dieses System hat den Vorzug, daß die Arbeiter: schaft selbst durch ihre Organisationen mit der Frankfurter Akademie verbunden bleibt. Nach dem Bertrag zwischen dem preußischen Staat und den Organisationen hat die Arbeiterschaft un mittelbaren Einfluß auf Lehrplan und Lehr törper. Ebenso ist ihre Mitwirkung bei den beiden staatlichen Wirtschaftsschulen in Düsseldorf und Berlin geregelt. An allen drei Kunstausstellung in Tegel. Schülerarbeiten der Humboldtschule. Diese Tatsache ist durch die Eigenart der besonderen Zieljeßung bedingt. Es handelt sich nicht um Parteischulen. Parteipoli if wird hier nicht getrieben. Ist das möglich, ohne in die Fehler der Gesinnungslosigkeit zu verfallen, die jeder flaren Entscheidung und Bertung ausweicht? Es ist möglich geworden, weil sich Menschen zusammenfinden, die politisch schon eine Drientierung mitbringen. Denn die Menschen, die hier lernen, sollen und wollen sich nicht eine politische Weltanschauung erarbeiten, die hat ihnen das Leben draußen schon gegeben. Worauf es ankommt ist nicht die irrationale Wertung der Probleme in Staat und Birt Die subjektive Wertung fchaft, fondern die rationale Analyse. wird durch die exakte Untersuchung vertieft und fundamentiert. Die Lehre vom modernen Staat wird soziologisch be= trachtet, das Recht kommt zur Darstellung als Ideenbildung, die Wirtschaft wird untersucht nach den treibenden Kräften, nach den realen Grundlagen und Notwendigkeiten. Menschen aus der Arbeiterwelt, die hier gearbeitet haben, lehren, bereichert mit wertvollen Einsichten und weitem Ueberblick, wieder zu ihrer früheren Tätigkeit zurüd. Deshalb war die Fragestellung falsch, als man im Breußen Landtag und im Preußischen Staatsrat wissen wollte, welche Stellungen die Teilnehmer dieser Lehrgänge nach ihrem Abgang angetreten haben und ob das Anlagefapital rentabel gewesen fei. In Wirklichkeit erwirbt der Schüler aus Frankfurt. Düsseldorf oder Berlin sich nicht die gesicherte Anwartschaft auf irgendeine Stelle. Er soll sich aus eigener Kraft emporar arbeiten. Immerhin hat sich im Laufe der Jahre schon jetzt gezeigt, daß sowohl die Arbeiterbewegung wie auch Wirtschaft, Staat und Gemeinde sich manche werivolle Persönlichkeit, die pon der Akademie fam, nußbar machen fomnten. Richard Woldt. Tagesfurstätte im Schloß Ruhwald. bringen. Ferner werden in die Papierkörbe häufig Küchenabfälle und andere Dinge geworfen, die in die Hausmülltäften gehören. Auch diese Unfitte kann für die Gesundheit nachteilig werden. meil Das Bezirksamt Charlottenburg eröffnete am 14. Mai eine fich leicht Ungeziefer onjammelt, das zur Ausbratung von Krantagesturstätte für Frauen im Schluß Ruhwald. Das heitsfeimen beiträgt. Die öffentlichen Anlagen sind zur Freude und Schloß mit seinen ausgedehnten Barfanlagen liegt an der SpanErholung da. Es sollte sich eigentlich von selbst verstehen, daß lin- dauer Chaussee Ede Spreetalallee, etma auf halbem Wege zwischen sitten der gerügten Art nicht vorkommen. Krantenhaus Bestend und dem Spandauer Bod. Aufgenommen werden Frauen und Mädchen über 14 Jahre, die sehr blutarm, fchwächlich und in der Ernährung heruntergefommen, ober auf beginnende Tuberkulose verdächtig, oder für Heilstätten beantragt find, megen lleberfüllung aber noch nicht aufgenommen werden können, oder eine Nachfur nach Heilstättenbehandlung machen follen. Keine Aufnahmen finden Berfonen mit on stecender Tuberkulose, sonstigen onsteckenden Krankheiten, Magenund Darmleiben. Die Erholungsstätte flebt unter ärztlicher ufficht. Die Tagesturzeit dauert von 8 Uhr morgens bis 6 1hr abends. Ms Berpflegung merden verabfolgt: als 2. Frühſtüd: Suppe und belegtes Brot, mittags: reichliche und fräftige Mittagss toft, nachmittags: Milch und Butterbrot. Der Tagesfah beträgt 2 M. Die Aufnahme ist abhängig von einer vorherigen ärztlicher Untersuchung im Fürsorgeamt für Zungentrante, Berliner Str. 137 ( Sprechzeit: Dienstag und Freitag 10 bis 1 Uhr, für werfiätige Frauen aud) Donnerstag von 18 bis 20 Uhr), oder von der Beibringung eines ärztlichen Atteftes einer anderen Fürsorgestelle oder des behandelnden Arztes über den Grund der Einmeifung sowie darüber, daß feiner der vorgenannten Ausschließungsgründe vorliegt. Gleichzeitig ist eine Erklärung wegen Uebernahme der gesamten Koften vorzulegen. Alle Anträge find an das Charlottendas den Ausnahmetag feſtſetzt. burger Fürforgeamt für Lungentrante zu richten, Schüler der Humboldtschule in Berlin- Tegel, die diefes Jahr auf ein fünfundzwanzigjähriges Bestehen zurüidbliden fann, haben in bem Zeichensaal der Schule eine Ausstellung aufgemacht, die von der üblichen Art der Schulausftellungen höchst vorteilhaft abfticht. Schon im Treppenaufgang feffelt ein großes, farbiges Wandbild. Vor dem Eingang machen Terrafotten, die in einem mächtigen Blod eingelaffen sind, auf die Grundgedanken aufmerksam, die der Ausstellung zugrunde liegen: Arbeit und Freude. Daß gerade Legel als gutes Beispiel für einen Ort der Arbeit und Freude gelten kann, ersehen wir auf einem furzen Rundgang durch die Ausstellung selbst. Drei große Transparente fangen das Licht von den Fenstern in leuchtenden Farben auf und schaffen durch den kojenartigen Aufbau eine geschickte Dreiteilung des Raumes. Auf dem ersten Transparent holen mit Zangen das Werkstück aus der Glut der Schmiedepreffe. machen wir einen Blick in den Betrieb des Borsigmertes. Arbeiter konstruktivistische Dekorationen schmücken die schwarzgehaltenen Seitenwände, die kunstvoll aus Kreppapier zusammengeheftet find. ftaben, die in origineller Weise mit farbigen Kreiden auf den ,, Tegel ein Ort der Arbeit" pertünden wuchtige, gut verteilte Buch Linoleumfußboden gemalt sind. Das mittlere Transparent schildert die ewige Sehnsucht des Menschen nach dem„ Sonnenland". An schweren Bittern rütteln die Ausgestoßenen des Lebens, die auch ihren Anteil am ,, Glid" haben möchten. Rot und Gold sind hier die vorherrschenden Farben. Ganz in heiterem Gelb und hellem Grün gehalten sind die Dekorationen zum dritten Transparent: Legel ein Ort der Freude." Ein jugendliches Baar mandert mit Rudfad und Klampfen am Ufer des Sees, auf dem große Segel boote schaufeln. Gegenüber an der Längsmand hängen in Meineren Formaten zahlreiche bildliche Abwandlungen des Themas Arbeit und Freude", sicherlich in der Mehrzahl Durchschnittsleistungen, die aver in einigen hervorragenden, prattischen und farbigen Lösungen auf talentvolle Schüler und auf einen talentvollen Lehrer schließen laffen. Einen großen Fortschritt schon bedeutet der erwachende soziale Sinn, der auf der Mehrzahl der Bilder zum Ausdrud fommt und den auch die Gedichte miderspiegeln, die z. B. das Leben des Bergmanns zum Vorwurf haben. Wie groß ist der Unterschied diefer Arbeiten zu den schmächlichen, ausschließlich aus der Landschaft geholten Bleistiftzeichnungen einer Unterrichtsmethode vor 20 Jahren, die zum Bergleich ebenfalls ausgestellt sind und durchweg die jugendliche Schaffensfreude vermiffen lassen. Bandalen im Treptower Part. In den letzten Mächten find im Treptower Part acht Bänte herausgeriffen und zum Teil beschädigt worden. Ein Papierforb und Banklehnen wurden von den Bandalen in die Spree geworfen. Die städtischen Anlagen stehen unter dem Schuße der Einwohner. Jeder sollte dazu beitragen, daß derartigen Personen das Handwert gelegt wirb. Neue Parkanlage in Reinickendorf. Stadt Reinidendorf ein 27 Morgen großes Gelände überlassen morAm Schönholzer Weg ift von einer Eiedlungsgesellschaft der den, auf dem eine neue Bartanlage errichtet werden soll. Der neue Part wird sich zwischen Kopenhagener Straße und der Unterführung an der Stettiner Straße hinziehen. Es ist bereits ein Entwurf der Stadtverwaltung vorgelegt worden. Man will nicht nur Rasenflächen schaffen, sondern auch mehrere fleine Gehölze, in benen Eichen, Afazien, Tannen, Kiefern und Fichten angepflanzt werden folien. Zwischen diesen Gehölzen werden mehrere ausgedehnte Ruhepiäte angelegt, auf denen Bänte errichtet merden. Außerdem ist ein großer Kinderspielplaß vorgesehen, ebenso follen zwei Tennispläge errichtet werden. Kinderspielplaz und Tennis plab merden so von Baumgruppen eingerahmt, daß fie für die übrigen im Bart promenierenden Erholungsbedürftigen versteckt liegen und durch etwaigen Lärm nicht die Ruhe stören. Der Kinderbrei für mein Bübchen ist zart und weich und überaus bekömmlich! Wissen Sie, woher das kommt, liebe Leserin? Ich bereite diesen Brei, den mein Kind schon seit seinem 5. Monat bekommt, aus dem nahrhaften Mondamin( 1 Eẞ. löffel voll, kalt angerührt, auf 200 g Vollmilch). Man sieht's dem Kleinen an, wie fein ihm diese Mahlzeit schmeckt. Das Schönste dabei ist für mich das Bewußtsein, durch den Neben Mondamin gibt es jetzt auch Puddingpulver aus echtem Mondamin zu 10, 15 und 25 Pfennig. GEGEN Haemorrhoiden Salbe DAS VON DER ÄRZTLICHEN WISSENSCHAFT ANERKANNTE RM 1.75 Zäpfchen RM. 2.65 Posterisan Jn den Apotheken erhältlich Mondaminbrei seinem Gedeihen und seiner Verdauung den Sesten Dienst zu erweisen. Uebrigens setze ich auch seinem Milchfläschchen schon von Anfang an die ärztlich vorgeschriebene Menge Mondamin zu. Wirklich, mein Junge ist eine lebende Reklame für Mondamin! Bine von den Mulionen, die auf Mondamin schwören. 1 Nr. 255» 45. Jahrgang 2» Freitag 1. Juni 492� Palastrevolution im Hochkapitalismus Prof. Schmalenbach über Kartelle und eine neue Wirtschafisverfaffung der Zukunft Professor Schmalenbach, der Mitoersasier des Braunkohlen- und des Steinkohlen�gutachtens, der anerkannte Führer der scheinbar bürgerlichsten aller Tßissenschasten, der Betriebswirtschosts- und der dynamischen Dilanzlehre, hat auf der Tagung der deutschen Be- triebswirtschastler in Wien ein« Red« gehalten, die«in Bekenntnis und ein sensationelles Ereignks ist. Wir nennen diese Rede ein«„Palastrevolution nn chochkapitalismus�, weil der Kapitalismus der Riesenbetrieb« aller Art ohne die von Schmalenbach seit 30 Iahren geführte und g«- förderte moderne Betriebswirtschosts- und Bilanzwisienschast nicht denkbar ist und weil Schmalenbach selbst es ist, der das Ende der freien und das Kommen einer stark gebundenen Wirtschaft verkündet, die vom Staat ihre Rechte empfängt und dem Staat Wer die Erfüllung ihrer Pflichten Rechenschaft schuldet. Daß Schmalenbach zugleich ausruft:„Was ist es denn im Grunde genommen anders als die Erfüllung der Voraussagen des großen Soziali st en Marx, die wir erleben?', das verleiht der Programmred« Schmalenbachs zugleich den Charakter einer großen Sensation. Wie alle Fundamentalkritit geht auch die Kritik Schmalenbachs von einer fundamental einfachen Erkenntnis, der chaupterkenntnis der modernen Betriebslehre aus: von der Verschiebung der Produktionskosten im Betrieb mit der wachsenden Größe des Betriebs, Das Wesen der wachienden Betriebskonzen- tration sei es, daß der Anteil der proportionalen Kosten(etwa Löhn« und Material) kleiner, der Anteil der fixen Kosten(Zinsen. Ab- fchreibungen, Verwaltung und andere Bereitschaftskosten) dagegen immer größer geworden sei, und zwar so sehr, daß schließlich der Anteil der fix«n Kosten für die Produktionsgestaltung bestimmend wurde. Frei« Wirtschaft sei nur möglich, wenn die Produktions- tosten Im Wesentlichen proportionaler Natur seien. Da das Steigen der fixen Kosten noch lange anhalten w«rd«, sei es völlig hossnungs- los, auf die Wiederkehr der freien Wirtschaft zu rechnen. Mit den hohen fixen Kosten der Riesenbetriebe sei die moderne Wirtschaft des Heilmittels beraubt, das selbsttätig Produktion und Kon- fumtion in Einklang bringt und so das wirtschaftliche Gleichgewicht herstellt. Die große Wirtschaftsmaschinerie im ganzen, die Volks- Wirtschaft, habe ihr selbständiges Steuer verlassen. Die freie Wirt- fchaft des 19. Jahrhunderts müsse unter der Herrschaft der fixen Kosten einer neuen gebundenen Wirtschast Platz machen, für die Schmalenbach hinsichtlich der Kartelle zu der Konsequenz kommt, daß die Monopolgebilde der neuen Wirtschaft ihr Monopol vom Staat empfangen, der Staat aber aus der anderen Seite die Einhaltung der aus dem Monopol entspringenden Pflichten über- wacht. Die Arbeiterschaft wird natürlich die Bedeutung der Schmalenbach-Feststellungen nicht überschätzen. Karl Marx hätte auch dann recht gehabt, wenn Schmalenbach das nicht feststellte, und die gebundene Wirtschaft, wie sie Profesior Schwalenbach sieht,>st zwar eine Etappe zum Sozialismus, bleibt aber blühendster Hoch- kapitalismus, wenn auch unter der Kontroll« des Staates. Schmalenbach war ein Bewunderer des steien Unternehmer- kapitalismus: er ist noch lange kein Sozialist, wenn er eine Epoche des gebundenen, vom Staat zu kontrollierenden Monopolkapitalismus verkündet. Daß er aber in aller Oefsentlichkeit ein« vernichtende Kritik an dem sich fälschlich als freie Wirtschaft gebärdenden Kartell, und Monopolkapitalismus übt. daß er das in dem Augenblick tut, wo er in den von ihm geführten Kommissionen tiefe Einblicke in die Syndikate der Schwerindustrie getan hat und wo die Schwerindustrie sich aus seine Autorität für ihre zerstörerische Monopotpolitik beruft, das gibt dem Auftreten Schmalenbachs in Wien auch für die Politik der organisierten Arbeiterschaft eine hohe Bedeutung. Wir zitieren aus dem Dortrag, den uns Professor Schmalenbach im Wortlaut zur Verfügung gestellt hat, im folgenden einige der markantesten kritischen Stellen. Neue Wirtschast— alte Köpfe. „Die Wirtschaftsgeschichte kommender Jahrhunderte wird oer- mutlich das 19. Jahrhundert als das Jahrhundert der "reien Wirtschaft bezeichnen; und zwar wird man diese Wirt- chast die freie nennen, weil sie sich an eine gebundene Wirtschast an- chlicßt, und weil es wieder eine gebundene Wirtschaft ist, die ihr olgt. Das, was der freien Wirtschaft vorausging, war die Wirt- fchaft einer aus Stadt und Land bestehenden Wirtschastsgemeinde, deren industrielle,; Teil durch das System der Zünfte beherrscht ward. Ihr wesentlichstes Kennzeichen war ein« durch natürliche und gesetzlich« Schranken bewirkt« Gebundenheit. Die dem Zeitalter der freien Wirtschaft folgende Ordnung dagegen ist, wie wir Zeitgenossen dieser Entwicklung sehen, eine solche, die durch Kartelle, Trusts und ander« Monopolgebilde, durch Staatseisenbahn, Staatsposten, Staatsbanken, staatliche Bersiche- rungseinrichtungen, staatlich beherrschte Landeszentralen für Licht- und Kraftlieferung, gemischte Unternehmungen vielerlei Art, staat- lich« Preisregelung für Kohl«, 5t« li, Wohnung steten und staatlich« Festsetzung von Lohntarifen gekennzeichnet ist und die gegenüber dem, was vorher war, die mannigfachsten Züge der Gebundenheit ausweist. Und man darf annehmen, daß sich diese.Kennzeichen der Gebundenheit tn der Zukunft noch stark vermehren werden.'... „Immerhin hat dt« frei« Wirtschaft des 19. Jahrhunderts auch durch die ihr eigene Natur der Gebundenheit manche grstze, fast bei- spiellose Erfolge aufzuweisen. Sieht man genauer zu. so besteht der tiesst« Grund der großen Erfolg«, die mit der freien Wirtschaft verbunden waren, in der ganz außerordentlichen Rücksichtslvstgkeit dieser Wirtschast-sorm; in ihrer großartigen, vvrher selten da- gewesenen und nicht leicht wiederkehrenden Unbekümmertheit, mit der sie alles, was nicht wirtschastskräftig war, niedertrat und es ohne Erbarmen umkommen ließ: in der robusten Selbstverständlichkeit. — man möchte«s fast Taktlosigkeit nennen—, mit der sie den Wirtschoftskräftigen an die Oberfläche trug.'... „Wir, die Spätlinge des Jahrhunderts, die wir nun schon wieder 28 Jahre im neuen Säkulum leben,«ehöre» dieser Wirtschaft» Periode nur noch halb an. Wir sind eine Generation, dde auf der Schwelle steht, ausgestattet mit allen Vorzügen und Rachteflen, die einer solchen Schwellen generali o n eigentümlich sind.'... „Hierbei ist zunächst festzustellen, daß von einem b»wußten Willen(in eine neue Wirtschaft hineinzumarschieren. D Red.) nicht die Red« sein kann. Diejenigen, die die Wirtschaft sü'.'en. haben sich nicht das Ziel gesetzt, die alle Wirtschaft zu verlasien und sich an einer neuen zu oersuchen. keiner unserer Wirtschastssührer geht mit freiem Willen In die neue WIrtschaftssorm hinein. Nicht Menschen, sondern starke wirtschaftliche Kräfte sind es, die uns in die neue wirtschaftliche Epoche hineintreiben. Es ist sogar festzustellen, daß nahezu oll- unsere Wirtschafts- führer wenigstens theoretisch ausgeGrochene Gegner der Wirtschaft- lichen Ideen sind, die der«reuen Wirtschaftsform den Untergrund geben. Was Ist es den« Im Grunde genommen anders, als die Er- füllung der Voraussagen des großen Sozialisten Marx, die wir erleben? Seine Vorstellungen von der Zukunft der Wirtschast sind es, die wir sich ersüllen sehen. Wenn wir unseren Wirtschastsfiihrern von heut« sagen würden, daß sie gewollt oder ungewollt sozusagen Voll- strecker des Marxistischen Testaments seien, so würden st«, ich nehme es an, mit allem Nachdruck dagegen protestieren. Nein, man kann wirklich nicht sagen, daß unsere Wirtschastssührer uns mit bewußter Absicht in die neue gebundene Wirtschost hineintreiben. Sie sind Werkzeug«, nichts als Werkzeuge. Und wenn wir nach den inneren Gründen' des Systemwechsels fragen, den wir erleben, so müssen wir diese Gründe nicht in den Menschen, sondern in den Dingen suchen.'... Kartelle, Monopole und ihre Mandatare. „Wenn Sie die Geschichte der Wirtschast, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten vor uns abgespielt hat. ansehen, so bemerken Sie überall, daß die monopolartigen Gestaltungen, insbe- sondere die Kartelle, zuerst da entstanden sind, wo große fixe Kosten vorhanden waren; im Verkehrswesen, im Bergbau, bei den Hüttenwerken, bei den Industrien der großen Ofenanlagen; viel weniger und viel später in der Textilindustrie, in der Fertigindustrie sür Eisen und Holz usw. In der Fertigindustrie haben die fixen Kosten sich langsamer entwickelt und machen sich erst neuerdings stark bemerkbar. Und so sind wir in der Industrie der Rohstosse schon vor einigen Jahrzehnten aus der freien in die gebundene Wirtschaft hineingegangen. In der Industrie der Fertigprodukte dagegen hat dies« Entwicklung erst begonnen. Schon sehen wir, wie die Tendenz in der Industrie nicht haltmacht, sondern hineingreift in den Handel. Denn auch hier gilt der Satz, daß der Anteil der fixen Kosten fortgesetzt zunimmt, der Anteil der proportionalen Kosten sich dagegen oermindert. Man kann es heute, nachdem wir so viele Beispiele einer gleich- laufenden Entwicklung gesehen haben, mit voller Sicherheit aus- sprechen, daß das Ucberhandnehmen von fixen Kosten mit der Existenz der freien Wirtschaft aus die Dauer unverträglich ist, daß die freie Wirtschaft unter der Herrschaft der fixen Kgsten einer neuen gebundenen Wirtschaft Platz machen muh. Dieses zu konstatieren, wird mir nicht leicht. Denn die Erscheinungsformen der neuen ge- bundenen Wirtschast, die wir nun schon seit einigen Jahrzehnten be- obachten können, sind keineswegs überall sympathisch. Wenn ich irgendeinen Weg sähe, zu der alten freien Wirtschaft zurückzukehren, so würde ich ganz gewiß raten, diesen Weg zu beschreiten.'... „In diesen großen Monopolgcbilden, die wir heute vor uns sehen, sitzt der glücklich Arrivierte viel fester im Sattel, als er früher bei dem System der freien Wirtschaft sitzen konnte. Bei dem System der freien Konkurrenz mußte er sich immer wieder aufs neue seinen Platz verdienen. Heute hat er das in viel geringerem Grade notwendig. Nicht nur einzelne Personen, sondern tjanze Familien, ganze Interessengruppen können sich heute im Schutze eines Monopols erhallen, wo sie früher unter dem System der freien Konkurrenz rücksichtslos und unbarmherzig hinweggeräumt worden wären. Daß dieses Parasitentum sich durch seine Erbkrankheit, die Ueberheblichkest, tüchtig auszeichnet, ist kaum zu sagen nötig. Auch auf anderem Gebiete läßt die neue gebundene Wirtschast die Grundsätze der Oekonomie unliebsam vermissen. Veraltete und völlig unwirtschaftliche Berwaltungs- «inrichtungen, unnützerwcise«ingeschobene Handelsgesell- schaften, allen diesen Dingen begegnet man in der neuen Wirtschast auf Schritt und Tritt. Uebertriebenen Bureaukratis- mus, übermäßige Schwerfälligkeit, übermäßige Kostspieligkeit der Verwaltung und übergroße Gehälter und Tantiemen leitender Per- Jonen findet man bei diesen monopolistischen Organisationen allent- lalben. Und mit Bedauern muß man feststellen, daß alle diese Un- Wirtschaftlichkeiten Jahre und Jahrzehnte hindurch ruhig fortbestehen können, weil die reinigende Lust der Konkurrenz fehlt.'... „Ganz besonders charakteristisch ist es, daß nicht einmal d i e Verfassung dieser großen Monopolgebilde, insbe- sondere der großen Kartelle den Grundsätzen einer halbwegs ver- nünstigen Oekonomie folgt. Man braucht sich nur ein blind ge- griffenes Dutzend Kartellverträge anzusehen, um sofort zu erkennen, daß in ihnen die schwersten Verstöße gegen das wirlschostliche Prinzip vor- kommen. Wenn irgendwo ein Syndikat entsteht, so ist die wesentlichste Schwierigkeit die, die Beteiligungsziffern festzustellen. Man sollte nun glauben, daß bei dieser Feststellung die wirtschaftlichen Grundsätze aufs svrgfältigste beobachtet würden. Denn wenn es nicht ge- schteht, so muß das Syndikat für die Dauer seines ganzen Bestehens mit Unwtrtschastlichkeiten kämpfen. Man sollte meinen, daß ein UMerschied gemacht würde zwischen besonders leistungsfähigen und weniger leistungssähigen Werken. Man sollte weiter annehmen, daß eine gewisse Arbeitsteilung eingejührt werde. Das Gewöhnliche ist jedoch, daß von alledem nichts geschieht. Man ist froh, daß das Syndikat unter Dach und Fach kommt, nimmt alle Unwirtschafllichkeiten in Kauf und erklärt sie sozusagen in Permanwiz. Damit diese permanente Unwirtschaftlichkeit nun nicht etwa Irsendwie durchbrochen würde, macht man e» den Syndikatskontoren zur Pflicht, daß sie. soweit es irgend möglich ist, allen Mtigliedern des Syndikats eine möglichst gleiche Beschäftigung verschaffen. Sollt« e« sich doch irgendwie ereignen, daß«in besonders leistungsfähiges Werk stärker beschäftigt Ist als ein weniger leistungsfähiges Mitglied des Syndikots, so wird s» bald wie möglich«in Ausgleich,«nt- weder ei» Naturalausgleich oder«in Geldausgleich, herbeigeführt. Wenn die Konjunktur schlecht ist und die Synditatsmitglieder sich ein« Einschränkung der Produktion gefallen lassen müssen, so wird keineswegs das Werk, da» eine Einschränkung auf die billigste und bequemste Weise bewerkstelligen kann, gegen angemessene Entschädi- gung damit beauftragt. Es wird überhaupt eine Untersuchung über diese Frage nicht angestellt. In vielen Syndikaten ist es so, daß die einmal feflgestelllen Peleillgungen aus alle Ewigkeit bestehen Sollte aber die Möglichkeit einer Beränderung vvrgesehen sein, so entbehrt auch diese Beränderung de? wirtschaftlichen Prinzips. Das Gewöhnliche ist in diesem Falle, daß jemand, der eine höhere Kapa- zität nachweisen kann, dafür früher oder später gleichviel, ob eine Kapazitötsvcrmehrung am Platze ist oder nicht, eine höhere Betcili- gungsquote bekommt. Erhält er diese höhere Beteiligungsquote, so ist er ebenso wie mit der alten Beteiligung am Absatz zugelassen, auch wenn der Markt eine Absatzvermehrung keineswegs zuläßt. Die Folge davon ist, daß eine Kalkulation, d. h. eine wirischostliche lieber« lcgung darüber, ob Aufnahmefähigkeit des Marktes und Vermehrung der Anlagen bzw. Erhöhung der Kapazität im Einklang stehen, überhaupt nicht stattfindet. Kritik der Kohlenwirtschast. Selbst bei schlechtester Konjunktur gibt es Werke, die zwecks Erhöhung ihrer Beteiligung ihre Anlage erweitern, indem sie etwa «inen Schacht oder eine Koksofenbatterie errichten. Das Mitglied, das auf diese Weise seine Beteiligung erhöht, tut es nicht zum eigenen Schaden, sondern immer nur zum Schaden der Gesamtheit der Syndikatsmitglieder. Infolgedessen zielt in derartigen Syndikaten alles darauf hin, daß die Kapazität nicht etwa in Einklang mit den Berhältnissen des Marktes bleibt, sondern daß sie fortgesetzt weit über diese hinausragt. Die Folge davon ist dann, daß das Syndikat genötigt ist, bestrittene Absatzgebiete aufzusuchen und dort zu ganz niedrigen Preisen die Fabrikate zu oerschleudern. Und so sehen wir, daß diese Gebilde der gebundenen Wirtschast vielfach gerade die Krankheiten der freien Wirtschaft, zu deren Beseitigung sie geschaffen wurden, nicht einmal zu vermeiden wissen.'... „Wenn Sie einmal die Preispolitik der Kohlen- syndikate und fyndikotähnlichen Gebilde ansehen, so bemerken Sie zu Ihrem großen Erstaunen, daß es offenbar zu den größten Nachteilen eines Landes gehört, Kohlen zu besitzen. Es muß wirk- lich so sein, denn die Kohienindustrien der KohlemänScr liefern ihre Kohlen zu einem Preise in die nicht Kohlen besitzenden Länder, die weit unter den Selbstkosten liegen. Di« Kehlen liefernden Länder bringen dadurch zum Ausdruck, daß es ihnen die größte Unannehm- lichkeit bedeutet, Kohlen zu haben, und sie bemühen sich, to schnell wie möglich, dieses Ueberflusses ledig zu werden Sie lasten sich dieses Bemühen sogar noch viel Geld kosten. Ein unbeteiligter Zu- schauer muß den Eindruck erhalten, daß Kohlcnbesitz eine lirankheit ist. Allerdings tun die Kohlenerzeugcr dies nun nicht etwa mit vollem Bewußtsein, sondern sie tun es so, wie w:nn«in Trunkener ein Fenster einschlägt. Ihre tatsächlichen Maßnahmen und das. was sie bei einiger Bernünft für gescheit halten müßien steht in schroffstem Gegensatz zueinander. Es wäre noch einigermaßen verständlich, daß die Kohlen Industrie. nachdem sie sich infolge verfehlter Syndikalsorganisativn eine übergroße Kapazität zugelegt hat. vorübergehend den Uoberschuß ihrer Produktion verschieuderi. Aber auch in diesem Falle wäre es ein wirtschaftlicher Nonsens, den Schleuderpreis lo tief zu setzen, daß nicht einmal die proportionalen Selbstkosten gedeckt werden. Die Godankenlosigkeit aus diesem Gebiet geht so weit, daß nicht einmal ein« genaue Kalkulation darüber angestellt wird, wie hoch sich die prcporiionalen Selbstkosten belaufen. Ein noch größerer Wirtschaft- licher Nonsens besteht darin, daß man nicht alles daran setzt, die übergroße Kapazität für die Zukunft zu vermeiden. Man macht auf diese Weise die vorübergehende Krankheit zu einer Dauerkrankheit. Weist man den Synditaten nach, daß dies« ganze Politik für die Gesamtheit der im Syndikai vereinigten Zechengesellschasten ungemein unwirtschaftlich ist, so hört man oft merkwürdige Ausslüchte. Besonders beliebt ist der Hinweis, daß man sich die beftriitsnen Ge- biete für die Zukunft sichern müsse; vielleicht komme einmal ein« international« Preisvereinbarung zustande. Und für diese Hoffnung gibt man hundert Millionen im Jahre aus! Es ist völlig ungloub- Haft, daß, wenn sich die Hoffnung auf internationale Preisvercin- barung in der Kohlenwirtschast einmal verwirklichen wollte, das für diese Hoffnung schon seit Jahrzehnten hineingesteckte und oielleicht noch viele Jahre hineinzusteckende Kapital sich angemessen verzinsen wird. Geht man den unzweifelhaft großen Unvollkommen- heiten der Syndikate nach, so findet man als ihre grund- sätzlichsten Mängel die folgenden. Sie haben es nicht fertig gebrocist, den wesentlichen Grundsatz der Wirtschaftsorganisation zu befolgen. daß in jeder guten Organisation das Interesse der einzelnen Mit- glieder und Interesse der Gesamtheit gleichberechtigt sein müssen. Außerdem sind die Mitglieder zu wenig geneigt, das nötige Maß an Selbständigkeit auszugeben; die Direktoren und Generaldirektoren haben im kleinen die Mentalität, die den deutschen Fürsten eigne'- als es darum ging, das Deutsche Reich zu gründen. Der Bismarck, der ihnen den nötigen Pakrioiismu» gewaltsam beibringt, ist noch nicht erstanden. Und schließlich leiden die meisten Syndikate entsetzlich an der Un- gewißheit ihrer Dauercxistenz. Dies« Ungewißheit nötigt die Mit- glieder oft, sozusagen mit eirkem Fuß im freien Markt zu bleiben und sich ihrer Hoheitsrechte nicht leichtsinnig zu entäußern. Ich glaube so, an dem Beispiel der Kartellorganisation gezeigt zu haben, daß wir nicht gerade mit organisatorischer Eleganz tn die neu« Wirtschaftsform hineinreiten.'... Rückkehr zur freien Wirtschast eine tttopie. „Wie wenig erfolgreich derartige Versuche sind(zur freien Wirt- schast zurückzukehren.— D. Red.), sieht man deutlich an der A n t i. trustgesetzgebung der Bereinigten Staaten. Die Antitrustgesetzgebung hat, im Grunde genommen, das Ziel, die alt« freie Konkurrenz zu erhalten auch dort, wo ihre Voraucsetzungen nicht mehr gegeben sind.'... „Ich möchte auch glauben, daß die leisen Versuche der beut- scheu Wirtschaftspolitik, die Oekonomie der gebundenen Wirtschaft durch staatliche Einwirkung zwangsweise herbeizusühren, z>l eincnt vollen Erfolge nicht führen können. Ich selbst habe ja der Kommission angehört, die im mitteldeutschen Kohlenbergbau die ..«arbeitet HW Gutachten sehr nützliche Hinweise finden. Trotzdem habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß man auf dies« Weise die Dinge schwer meistern kann Ich will damit nicht sagen, daß die neue Wirtschafts- form starker staatlicher Kontrollen und Eingriff« entraten kann; ich kann mir sogar nicht einmal denken, daß«in halbwegs kräftiger Staat mächtige Kartell«, mächtige Alleinverfüger über Bodenschätze wichtigster Art, einfach noch ihrem Belieben schalten lasten kann. Ich bin überzeugt, daß wir in nicht zu ferner Zeit zu einem Zustand« kommen müssen, den auch di« Zünfte besaßen: die Moaopolgebild« der neuen wirkschast müssen ihr Monopol vom Slao» empfangen, und auf der anderen Seite überwacht der Staat die Erhaltung der aus dem Mouopol entsprinr/nden Pflichten. Ich glaube nicht, daß di« gegen jede staatliche Ueberwachung ein- gestellten Ansprüche der Kartelle diese der Natur der Ding« ent- sprechende Gestaltung der Dinge auf die Dauer abweisen können." Die Anleihen im Mai. 431 Mill. Ruslands und 62 Mill. Inlandsanleihen. Nachdem im Monat Mai die Beratungsstelle nicht mehr anders fonnte, als die bisherige Sperre der Auslandsanleihen zu Todern, hat sich die deutsche Kapitalbeschaffung aus dem Ausland im Monat Mai außerordentlich verstärft. Es wurden 19 Auslands anleihen im Gesamtbetrage non 4309 Millionen Mart aufgelegt gegen nur 71.1 Millionen im April. In den ersten fünf Mo naten des Jahres 1928 wurden insgesamt 70 Auslandsanleihen im Betrage pen 876.5 Millionen Mart begeben, so daß auf den Monat Mai allein die runde Hälfte dieser Gesamtsumme entfällt. Bon den rund 431 Millionen fommen 354,9 Millionen aus dem Neue Brauntohlenfelder für Ceuna. In Mitteldeutschland find die Werke des Chemietrufts für ihre riesige Stiftofferzeugung und bie jest im großen Maßstabe betriebene Kohleperflüssigung die größten Verbraucher von Braunkohle. Natürlich hat die 3G.- Farben die Förderung der Braunkohlen in eigener Regie, d. h. fie fördert die von ihr verbrauchten riefigen Braunkohlemmaffen in eigenen Braunkohlenwerfen. Um die Reserven für ihren Kohlenhunger zu erweitern und gleichzeitig billig den späteren Abbau durchführen zu fönnen, wurde jetzt von der Braunfohlenbergwerf Caroline" bei Dffleben 2.-G. ein großes unverrittes Tagebaufeld mit über 300 Millionen Heftoliter und 17 Meter mächtiger Tagebaufohle ermorben. Das Braunkohlenfeld grenzt unmittelbar an die Grube Theodor der Leunawerfe, so daß diese ihre Abraum und Förder maschinen mur auf das neue Feld vorzutreiben brauchen, statt die neue schr fostspielige Maschinerie extra zu erbauen. 2. Rennen. 1. Großmogul( Sauß jun.), 2. 3. Belosi( Trenberg). 3. Ingrid Halle( Sedert). Toto: 13:10. Plat: 12, 15, 17: 10. Ferner tiefen: Kapitän Halle, Morgentau, Dunajec, fegrim. 3. Rennen. 1. Kletterrose( Lautenberger), 2. Schüler Teddy( Hedert), 3. Heimchen(. Schmidt). Toto: 92: 10. Plaz: 30, 76, 18: 10. Ferner liefen: Mistral, Storyphae, Minz, Constanze, Anter I, Friedrichsdor, Leuchtturm, Potsdam, Kronsbeere, Goudsters Gloria, Weinbrand, Glüidsbogel. 4. Rennen. 1. Magowan jun.( Ch. Mills), 2. Cotta( Schleusener), 3. Belwin( Ed. Mills). Toto: 14:10. Blag: 12, 20, 34: 10. Ferner liefen: Stönigsadler, Jobanuistäfer, Lodung, Trotteur. 5. Rennen. 1. Halma( Krause), 2. Balencia I( Tell),& Reuchtfäfer ( Robling). Soto: 173: 10. Plag: 43, 94, 91: 10. Ferner liefen: Lessing. Graf Dorn, Gelbstern, Cilento, Minni valle, Etashöferin, Dante, Carl Allerander, Heliogabel, Erich S., Neiddommel, Heider, Noblesse, Primel, Quintessenz, Liebesbote, Ditmart, Mirabelis I. amerifanichen Rapitalmarkt, 38,7 Millionen aus der Schmeis, 25,700 Aga, Sanna Archdale, Celerit, beidemann aus Holland, aus England nur 8,4 millionen und aus Schweden 3.2 Millionen Mart. Zum ersten Male hat der Monat Mai auch den Städten wieder ausländisches Rapital gebracht; nach den Feststellungen des ,, Berliner Tageblattes" rund 166 Millionen Mart, monon aber für Wohnungsbauzwede eine traurige Tatfache nur 5 Millionen Mart in Frage kommen! Im deutschen Inland wurden im Mai Anleihen im Betrage non rund 67 Millionen Mart aufgelegt, und zwar ausschließlich Staats, Rommunal- und Provinzialanleihen. Sie waren durchmeg sehr teuer, fosteten mit Ausnahme der sogenannten Schatzwechselanleihen. 8 Proz. bei einer verhältnismäßig sehr niedrigen Auszahlung. Sie mußten aber aufgenommen werden, solange die Beratungsstelle die Sperre für Auslandsanleihen aufrechterhielt. Stiflegung im Zündholzsyndikat. Wie gemeldet wird, soll in dem durch Gesetz geschaffenen deut. schen Sündholzsyndikat die Stillegung des Kasseler Wertes der Deutschen Zündholzfabriken 21.- G.. der früheren Stahl u. Nölke 2.-G. durchgeführt werden. Gleichzeitig sollen bei allen dem Syndifat angeschlossenen Fabriken die Produktionstontin gente herabgesetzt werden. Wie weiter mitgeteilt wird, erfolgen diese Einschränkungen einmal als Rationalisierungsmaß nahme, um die heutige nur 50prozentige Ausnutzung der Syndikats: fabriten zu erhöhen und sodann als zwangsläufige Folge der Tatsache, daß zahlreiche trotz des Sperrgefeges neu ge= gründete Fabriken den Ennditaiswerken starke Konkurrenz machen. Man hat im Zündholzsyndikat mit der notwendigen Zu sammenfassung der Produktion, ganz abgesehen von der neuen Kanturrenz, offenbar allzu lange gewartet. 50- Millionen- Auftrag für Luftdruckbremjen. Wie vor kurzem die belgische Eisenbahn, geben jetzt auch die privaten französi fchen Bahnen dazu über, ihre Güterwagen mit Luftdruck bremien auszurüsten. Diese Umstellung wird auf Reparations fonto erfolgen und nach dem jetzt vorliegenden Beschluß der franzöfifchen Regierung wird für den ersten Teil der Arbeiten ein Berteilungsschlüssel vorgesehen, wonach die deutsche Industrie Aufträge in Höhe von 50 Millionen Mark und die französische Industrie Aufträge in Höhe von 300 Millionen Franken( 50 Millionen Mart) erbolten soll. Die Montagearbeiten, die auf etwa 260 mil lionen Franten geschäzt werden, fallen dagegen ausschließlich der französischen Industrie zu. Da die Berhandlungen mit den deutschen Werken bereits im Gange find, so wird für die in erster Linie beteiligte Anorr- Bremse A.-G. in Berlin, die erst fürzlich einen gleichartigen Millionenauftrag von Belgien erhielt, dieser neue Riesenauftrag bald perfeft werden. 1. Rennen. Sport. Rennen zu Ruhleben am Donnerstag, dem 31. Mai. 1. Tamerlan( Rautenberger), 2. Hut ab( Hedert), 3. Naturbursche( Schröder). Toto: 45:10. Blab: 19, 15, 14:10. Ferner liesen: Hallig, Belletrist, Sterde, Barones E., Leuchte, Long Albert, Gerolfeiner, Silberpappel, Nebelkappe, Frideritus Reg. Linde. Funkwinkel. 6. Renne it. 1. Ehrenberg( J. Mills), 2. Surgast( B. Finn), 3. Meister B.( Bahr). Toto: 13:10. Plat 11, 14, 12:10. Ferner liefen: 7. Rennen. 1. Nation( Schleusenes), 2. Frebegundis( 3. Minis), 3. Theodora( B. Finn). Toto: 15: 10. lab: 18, 19, 15: 10. Ferner liefen: Malteser, Freibeuter, Irrteufelchen, Harfenmädchen, D'Captain Leerberg, Baron Gabler, Bichtelmann. 8. Rennen. 1. Antimon( Jang jan.), 2. Eitelfried( Lautenberger), 3. Wintermärchen( J. Mills). Toto: 25:14 Bb: 19, 20. 42:10. Ferner liefen: Crispa, Erbpring jun., Dancing Girl, Arofchel, Beter Hall, Dina Batts, Mistral, Gram, Koblenfönig. SES Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für biefe Rubrif nur an das Jugendfetrefadot, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Achtung, Raffierer! Heute, Freitag, zwischen 17 und 19 21hr, Abrechnung der Beiträge, Ausgabe der Juni- Jugend voran!" und der Arbeiter- Jugend". Die Ausscheidungstämpfe für den Dortmunder Jugendtag finden Sonntag, 10. Juni, 8-12 Uhr, im Lichtenberger Stadion, Herzbergtrage, tatt. Treffpunkt der Teilnehmer 7 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde und Endhaltestelle der Linie 68. 1 22 Rofenthaler Vorstadt: Heim Zehdenider Str. 25. Zentrin: Heim Lands. berger Str. 50. Sanfa: Heim Bochumer Str. Sb. Moabit I: Schule Waldenserstr. 21. Moabit II: Seim Lehrter Gir. 18/19.$ 4 henschönhausen: Heim Freienwalder Str. 5.6. Nordofien: Heim Danziger Str. 62. Beißen. Wörther Play: Schule Kastanienallee$ 1. Andreas. fee in Vroumpit play: Heim Brommnstr. 1.- Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18. üben: Seim Vorchſtr. 11. Schöneberg 1: Seim Hauptstr. 15. Westen 1: Heim Hauptstr. 15( Thüringenzimmer). Charlottenburg: Sem Rofinenstr. 4. Salensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35. Bohnsdorf: Heim WachielReu- Lichtenberg: straße 1. Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Beinidendorf- Weft: Heim anf dem AußenSeim Sauffstraße( Sportplag). Niederschönhausen: Schule Blankenspielplas Tegel, Echarnweberstraße. Tantom II: Heim Kissingenstr. 48. Banow III: Heim burger Straße. Görschstr. 14. * Tempelhof: Seim Mariendorf, Alte Schule, Dorfstraße. Bericht vom Reltlager. Wer fennt heute in Deutschland die amerikanische Literatur? Gewöhnlich glaubt man, sie sei mit den Abenteurerromanen und der Abteilungsmitgliederversammlungen heute Freitag, 19% Uhr: Magazinnovelle erschöpft, und Wildwest, Alaska oder die 5. Avenue bedeuteten die einzigen Themen. Aber Dr. Herbert Rosenfeld weist nach, daß auch ein sozialer Gedanke in der modernen ameri tanischen Literatur lebt. Upton Sinclair oder Jad London find feine Ausnahmen, sondern die stärksten Begabungen in einem Kreis Gleichgesinnter, die mit Jronie, Sachlichkeit und Pathos gegen die sittliche und geschäftliche Verlogenheit des 100prozentigen amerifanischen Bourgeois kämpfen, die in ihrem Denken und Schreiben auf feiten der Entrechteten stehen. Kurz und prägnant caratterisiert Rosenfeld die einzelnen Persönlichkeiten, wie Dorris, Drenser oder Lewis, beinahe fällt diese Charakteristik schon zu fnapp aus, boch es handelt sich schließlich nur um einen orientierenden Ueberblick. Dann zwei psychologische Vorträge. Dr. Georg 3 ehden analysiert das Lampenfieber, jene Scheu vor dem öffentlichen Hervortreten, die hauptsächlich in innerer Unsicherheit oder in nervösen Störungen begründet ist, und Dr. Barfsch zeigt, daß reine Gefühlsmomente wie Heimweh, Eitelkeit oder Eifersucht oft den Menschen zum Verbrecher machen. Die wenigsten Verbrechen entstehen überhaupt aus dem Intellekt, im Gegenteil erst durch Ausschaltung der gedanklichen Funktion werden sie ermöglicht. Beide Vorträge sind überfichtlich gegliedert und behandeln ein wissenschaftliches Thema durch aus im Hinblick auf ein Laienpublikum, das aufgeflärt werden soll, beide Redner sprechen ohne jede Prätension. Dagegen verkennt Edmund Erpf die Grenzen eines Rundfunkvortrages. Er verfällt bei seinem Referat des 7500 Rilometer im Auto auf spanischen und franzöfifchen Landstraßen" in Beschreibung der Landschaft, eine Be schreibung, die dem Hörer menig bietet. Warum übersteht man hier wie auch in der Serie„ Städtebilder" das Volfsleben, die Sitten und Gewohnheiten, die eher fesseln, als die Aufzählung historischer Daten landschaftlicher und architektonischer Sehenswürdigkeiten. Abends wird aus dem Zentraltheater die Operette„ Der Goldfisch aus Amerita" übertragen. F. S. Nachzügler Faltplag II: Schule Sonnenburger Str. 20. Zehn- Minuten- Referate. Wannsee: Schule Charlottenstraße. Unser Zeltlager." Köpenid: Heim Grünauer Str. 5. Warum bin ich in der GAJ.?" Baumschulen meg: Seim Ernststr. 16. Unsere Fahrt." Treptow: Heim Elfenfte. 3. Wie tam ich zur Lichtenberg- Mitte und West: Spielen auf dem Sportplas Arbeiterjugend?" Lückstraße. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg. auf dem Plaz. Lichtenberg- Nord: Mitgliederversammlung fällt aus. gehen zum Schloßpark. Treffpunkt 19 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. Brig( Sieblung): Treffpunkt 20 Uhr vor dem Heim Chausseestr. 48. Werbebezirk Renkölln: Heim Steinmegstr. 114. Werbebezirksvorstandssitung. Wichtige Tagesordnung. Beginn pünktlich 194 Uhr. Sämtliche ausstehende Abrechnungen müssen unbedingt vorgenommen werden. Wir Werbebezirk Prenzlauer Berg: Sämtliche Genossen treffen fich morgen, Sonnabend, zur Demonstration nach Weißensee 18 Uhr vor dem Bezirksamt Brenzlauer Berg.( Die Tambourkapelle muß pünktlich erscheinen.) Es wird regste Beteiligung erwartet. Berbebezirk Kreuzberg: Sonntag, 3. Juni, Beteiligung der Gruppen ab 15 Uhr an dem Kreisfest der Kinderfreunde auf dem Urban- Spielplay. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Teils heiter, teils mollig, etwas fühler, frische Nordminde. Für Deutschland: Jm Südwesten Gewitterneigung, sonst wolliges, etwas fühleres Better, ohne wesentliche Niederschläge. Frobes Wochenende mit Electrola MOR Abwechslungsreiche Unterhaltung zu jeder Zeit. Bequeme Monatsraten von Mk.16.50 an. Preisliste auf Wunsch kostenlos. ELECTROLA GES.M.B.H. BERLIN W.8 LEIPZIGERSTR.23 W.15 KURFÜRSTENDAMM 35 FRANKFURT AM GOETHESTR.3 KOLN ARH- HOHESTR.103 Thre Kleidung NUR vom Kaufhaus PERN Ade Haare SEMELLENBERG WELTBE DORMIE 20 Jahre junger EXLEPANG WIRING BERLIN Nur echt in diesem OriginalKarton. Warnung! 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Befäßen, fie Schlittschuhe, dann würden unter ihnen die besten Schlittschuhläufer aufwachsen, und befäßen sie Fußbälle, dann würden sich unter ihnen die besten Torwächter und Stürmer in Europa befinden. Das alles ist möglich; zumal die Sportleidenschaft unter den Einwohnern von Miefierst sehr verbreitet war. Zum größten Leidwesen aller besaßen sie aber meder Fußbälle noch Tennisfchläger noch Schneeschuhe noch Fahrräder. Borhanden waren Verlangen, Muße, gesunde Fäuste und zwei Blafate im Klub Seifenblase": Durch Körperkultur zum Sozialismus“,„ jeder Arbeiter muß Sportsmann fein!" Beilage des Borwärts Der1.Deutsche Arbeitergesangverein Bon Bictor Road. daß ihre Entwicklung schwer barunter lift. Daneben erfuhr sie auch alle Schilanen des damaligen fächsischen Vereinsgesetzes. Bor wenigen Tagen berichtete der Vorstand des Deutschen Ar-| sängerbewegung wurde durch diese Ausweisungen so hart betroffen, beiter Sängerbundes, daß die Voranmeldungen zu dem ersten deut: schen Arbeiter Sänger- Bundesfest am 16., 17. und.18. Juni in Han nover bereits 45 000 überschritten haben. Die Reichseisenbahngefellfchaft wird Sonderzüge einlegen, um für den einzigartigen Andrang zu dieser Arbeiterfundgebung gerüstet zu sein. Das Fest in Hannover ist ein Gipfelpunkt in der Geschichte der deutschen Arbeiter- Sängerbewegung, von dem aus man mit großer Befriedigung zurückschauen fann auf den zurückgelegten Weg. Es war deshalb kein Wunder, daß der Sport hier ungesunden Ich erinnere mich angesichts dieses großen Erfolges nicht unCharakter besaß. An jedem Sonntag blühte am Fluß oder am bewegt der vergilbten Dokumente, die mir im Jahre 1910 der Schlachthaus der Borkampf. Da es aber zu viel Verlegungen gab, Bundesvorstand in die Hände legte als Material für die Geschichte verbat man ihn. Eine Zeitlang gab man sich voll Leidenschaft der des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes, die im Frühjahr 1911 im Tötung von Hunden hin. Diese Sportbegeisterung hatte eine Ber- Verlage des Bundes erschienen ist. Briefe, Protokolle, Berichte, ordnung erweckt, die in der ganzen Stadt plakatiert war:„ Um die mühsam von Arbeiterhand geschrieben, die nur selten zur Feder griff Tollwutepidemie zum Erlöschen zu bringen, wird den Genossen ge- und im Schreiben nicht geübt war. Dokumente der Not, aber auch stattet, Hunde, wo man fie nur immer trifft, zu töten." des unbeugsamen Willens, der Arbeiterschaft den ihr gebührenden Platz im Reiche der Musik zu" erobern. " Im Berlaufe von zwei Wochen waren alle Hunde getötet, und Die Sportsleute gingen zum Hochsprung" über. Wer vom höchsten Bunfte herabspringen fann. Der höchste Bunkt war der Turm der Feuerwehr. An drei Sonntagen sprangen fie. Die Erfolge waren wenig heiter: 25 zerbrochene Beine und 17 zerbrochene Arme. Trogdem erlosche Liebe zum Sport feineswegs und besonders leidenschaftlich flammte sie im Juli unter der Leitung des Klubs ..Seifenblase" auf, dem Genossen Czystiakow, der eben aus der Krim gekommen war, wo er seinen zweiwöchigen Urlaub verbracht hatte. Auf seinen Antrag fanden am nächsten Sonntag Wettkämpfe statt, die darin beruhten, daß derjenige Sieger fein sollte, der sich am längsten den brennenden Sonnenstrahlen aussehen könnte. Ein halbes hundert Genossen lag reihenweise am Flußufer mit dem Rücken nach oben. Daneben stand ein Tischchen, hinter dem mit der Uhr in der Hand die Jury mit Czystiakow an der Spize saß. Nach drei Stunden fuhr einer nach dem anderen empor, tragte sich ungestüm den Rücken und fegte wie geiftesabwesend am Ufer entlang. Die Haut auf ihren Rücken war unheilverkündend purpurn und mit Blasen bedeckt. Am nächsten Sonntag wollte tein einziger mehr an diesem Wettkampf teilnehmen. Da erließ Constiakow, nachdem er sich mit jemandem über diese Frage geeinigt hatte, die Bekanntmachung: ,, Wer am längsten im Wasser aushält, erhält eine filberne Uhr", Weiter war in dieser Bekanntmachung davon die Rede, daß der Sportverein von Miefiers Tauchwettkämpfe veranstaltet, die am Sonntag, 12 Uhr mittags, bei gutem Wetter stattfinden werden". An diesem Tage machten sich die Einwohner von Miesierst rechtzeitig bereit. Um die bezeichnete Stunde versammelten sich soviel Menschen mie auf einem Jahrmarkt. Händlerinnen verfauften falies Waffer, faure Getränke und Selter. Punti 12 Uhr, als die verschwigten Trompeten des Feuermehr. orchesters losbonnerten, trat Czyftiatow auf den Tisch und begann zu sprechen: „ Genossen! Ich erinnere mich nicht mehr genau, meiß aber un gefähr, daß ein Franzose am längsten unter Wasser aushält, und zwar 15 Minuten und 10 Sekunden. Länger war niemand unter Waffer. Amerikaner versuchten es, auch Engländer, ja fogar Japaner, niemandem aber gelang es. Bei uns wurden, da der Sport unter bem früheren System vollkommen auf dem Boden lag und durch den Barismus verfolgt wurde, erst in legter Zeit Bersuche angestellt... Einer dieser Versuche findet jetzt in unserem Ort statt. Wenn jemand von unseren Genossen ungefähr 30 bis 40 Minuten aushält, ist er ein Held. Ihn werden sofort alle Zeitungen und das Radio verfünden, und nicht nur bei uns, sondern auch im Ausland... Unser Preis beschränkt sich nur auf diese Uhr." Czystiatom zeigte der Menge die silberne Uhr. Die Wettkämpfer in ihren blauen Badehosen, die um den Tisch herumftanden, wurden sichtlich ungeduldig, doch Czystiakow fuhr fort: Die Uhr mit der Kette ist 22 Rubel mert. Wer also am längsten unter Wasser aushält, bekommt sie. Wir beginnen sofort." Das Orchester spielte einen Marsch und verstummte dann. Statt seiner erdröhnte alarmierend eine Trommel. Einer der Taucher trat on die Brüstung der Brücke und warf sich unter dem Beifall der Menge ins Wasser. Nach einer Minute sprang er wieder empor. Wieder erdröhnte die Trommel, mieder flatschte man Beifall und ein zweiter warf sich ins Wasser, ein dritter, ein vierter. Niemand hielt es aber länger als eine Minute unter Baffer aus. Schließlich Pam hie Reihe an den Angestellten des Speisehauſes Ignaz Mattaronikom. Unter den Schreien der Volksmenge: Ignat, mach' teine Kunstſtüce!" ging er fühn an die Brüstung und wollte bereits herunter springen, als er plötzlich unerwartet durch seine legitime Gattin an den Hofen gepackt wurde und die Menge ihr Seifen hörte:„ Ich lah dich nicht, ich laß dich nicht! Säufer! Talpatsch." Man drängte die unaufgeklärte Frau zur Seite. Die Trommel erdröhnte alarmierend und unter dem Rauschen des Beifalls sprang Ignaz kopfüber ins Waffer. Es verfloß eine Minute, es nerfloffen zwei Minuten, drei, zehn, und Ignatz zeigte sich nicht. Der von diesem Erfolg hocherfreute Czystiakow ließ wiederum eine Rede diesem Erfolg hocherfreute Czyftiatow ließ wiederum eine Rede Es mar damals nicht so einfach wie heute, einem Arbeitergesangverein anzugehören; weil die Arbeiter- Sängerbewegung damals viel unmittelbarer mit der politischen Arbeiterbewegung verknüpft war und diese damals den wütendsten Verfolgungen der machthabenden Kreise ausgejeßt mar. Anfang der sechziger Jahre vorigen Jahrhunderts gründete der in liberalem Fahrwasser segelnde Nationalverein" in ganz Deutschland sogenannte Arbeiterbildungsvereine". Auch Leipzig murde 1861 mit einer solchen Blüte liberaler Arbeiterfreundlichkeit beglückt. Unter den Arbeiterbildungsvereinen der Fortschrittspartei war der Leipziger Gewerbliche Bildungsverein", wie man diesen Arbeiterverein rüdsichtsvoll nannte, besonders be merkensmert. Unter seinen Dozenten treffen wir Namen, wie: Wilhelm Liebknecht, Robert Schweichel, Dr. Dammer, den späteren Bizepräsidenten des 1863 von Lassalle gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins". Unter seinen Mitgliedern finden wir auch August Bebel. " Dieser Gewerbliche Bildungsverein" in Leipzig gründete auch eine Gesangsabteilung. Obmann dieser Gesangsabteilung war fein geringerer als August Bebel; obwohl Bevel fich durchaus nichts auf seine Gingstimme eingebildet hatte. Schrieb er doch in seinen Lebenserinnerungen: Ich sang ersten Baß, den bekanntlich jeder fingt, der feine Stimme hat." In dieser Gesangsabteilung dürfen wir den ersten Gesang verein tiassenbewußter Arbeiter zur Pflege des profetarischen Kampfverein tiassenbewußter Arbeiter zur Pflege des profetarischen Kampf chores erkennen. Seine Entwicklung ist typisch für die Arbeiter gejangnereine überhaupt. Der Gewerbliche Bildungsverein" wurde mit 400 Tafer jährlich unterstützt, und die Gesangsabteilung fonnte fich zunächst mit an der Sonne bürgerlichen Wahlwollens pärmen. Aber diese Sonne tühlte fich in demselben Maße ab, wie sich die MitAber diese Sonne tühlte sich in demselben Maße ab, wie sich die Mit glieder des Vereins ihrer befanderen wirtschaftlichen und fozialen Lage als Lohnarbeiter bemußt murben und dieser Erkenntnis ouch Ausdruck verliehen. Nachdem Bebel sich offen zur Sozialdemokratie bekannt hatte, perschwand diese Sonne auf immer hinter den schwarzen Wolfen des bürgerlichen Mißmutes. In diese Scheidung der Geister war natürlich die Gesangsabteilung einbezogen. War doch Bebel ihr Domann. Der Leipziger Arbeiterbildungsverein mar eines der ersten Opfer des Ausnahmegesetzes gegen die Sozialdemokratie, das Bismard am 14. Mai 1878 im Reichstage eingebracht hatte. Der Verein war aber noch nicht endgültig aufgelöst. so waren schon aus der Gesangsabteilung zwei felbständige Arbeitergesangvereine ge worden. Als dann im Januar 1879 tatsächlich die Auflösung erfolgte, war auch die Neuauflage unter der Firma: FortbildungsDerein für Arbeiter bereits im Entstehen, und zu Weihnachten 1879 fonnten 8 Leipziger Arbeitergesangvereine mit 300 Stimmen fonzer tieren. Aber was foftete das auch für Kämpfe und für Opfer! In feiner blinden Wut über das Anwachsen der Sozialdemokratie frog Sozialistengesetz verhängte Bismard 1881 den Belagerungszustand nicht nur über Hamburg- Altona, sondern auch über Leipzig. 53 Ausweisungsbefehle trafen Leipzig gerade um die Weihnachtszeit und zumeist Familienväter. Sie wurden brutal ausgeführt. Auch Lieb: tnecht, Bebel und Hasenclever wurden ausgewiesen. Die Arbeiter Neues über die Herkunft der Indianer. Bis vor wenigen Jahren galten die Indianer als die llreinwohner Amerikas und als die Angehörigen einer eigenen Raffe, eben der amerikanischen. Man nahm an, daß sie in diluvialer Zeit, als noch eine Landbrücke zwischen Alaska und Nordostasien bestand, non dort aus eingewandert wären, sich nach Süden über den ganzen im Laufe der Jahrtausende zu einer eigenen neuen Raffe entwickelt Kontinent verbreitet und unter den veränderten Lebensbedingungen hätten. Diese bisher allgemein verbreitete Ansicht wird jedoch durch Zusammenhang der kanadischen Estimo mit den nordostasiatischen die Ergebnisse neuerer Forschungen widerlegt. Wohl ist der genetische Böllern unbestreitbar; aber die Indianer weichen sowohl in sprach. „ Genossen! Noch zehn Minuten und der Weltrekord wird von uns erreicht sein. Hurra!" Alle schrien:„ Hurra!" Man beglücklicher als auch in somatischer Beziehung so sehr von diesen ab, daß münschte Maffaronifows Frau. Diese blidte nadyfichtig in die Tiefe eine raffische Berwandtschaft ausgeschlossen erscheint. des Fluffes und dachte nach, was sie für das für die Ihr erhaltene Geld taufen wird. Es verfloffen noch zehn Minuten. Das Drchefter spielte. Die Menge wurde nervös. Wieder schrien fie Hurra!" -schon 23 Minuten und 15 Gefunden; ein Dom Stapel: Czyftiatom mar erregt unerhörter Reford. Aber Ignaz zeigte und zeigte sich noch immer nicht. Wir haben den Weltreford erreicht," schrie nach einer Stunde ber heisere Conftiatow. " Das Bolf glaubte es aber nicht mehr. Das Bolf zweifelte. Und jemand behauptete fogar, daß er gleich in der ersten Minute sah, mie Ignaz emporgekommen und wieder wie ein Stein auf den Grund gegangen war. Es dämmerte. Die Menge ging auseinander. Als letzter ging Canftiafon und feufzte: 19869 ,, Ach, wenn er emporgekommen wäre, hätte man in ganz Europa eine Sensation gehabt... Die tränenüberströmte Witwe erhielt die Uhr. ( Dentic& Roagele) Dagegen zeigen neueste Untersuchungen, wie sie vor allem von dem hervorragenden Anthropologen Rivet angestellt wurden und von argentinischen und nordamerikanischen Gelehrten bestätigt wurden, auffallende Hebereinstimmungen zwischen den melanesisch- polyne fischen Sprachen und den indianischen Hofasprachen und weiter zwischen der Sprache der Maori auf Neuseeland und der Ketschuafprache in Beru. Und die gleichen bis ins einzelne gehenden Webereinstimmungen finden sich bei den Sprachen der Eingeborenen vieler ozeanischer Inselgruppen, wie Hawaii, Samoa, Tonga, Karolinen und Marquesainseln. Dazu kommt als Beweis aus dem Bereiche der Ethnographie die Gleichheit vieler Kulturgüter bei Indianern und Ozeaniern: Bumerang, Hängematte, Tanzmasten, Lianenhänge brüden, Blasrohr, Knotenschrift u. a., wie der Elefantenkult ber mittelamerikanischen Mana- Indianer, der einen schlagenden Bemeis für die Einwanderung aus Indochina darstellt: denn Elefanten gibt es in Amerika bekanntlich nicht. Sichere Anhaltspunkte für die Raffenverwandtschaft geben jedoch die neuen Methoden der Blut untersuchung durch Johämoagglutination, die zeigen, daß die BerAuch diese Schläge wurden tapfer pariert, und nachdem 1902 das Berbindungsverbot für Sachfen gefallen war, erhob die Arbeiter Sängerbewegung stolz ihr Haupt als Arbeiter Sänger= bund Leipzig und Umgegend". Bon 1918 ab aber sprang die Bewegung in riesenhaften Schritten vorwärts. Mit großer Genugtuung empfanden die als Arbeiterfänger organisierten Arbeiter, die die schweren Anfänge der Bewegung nicht vergessen hatten, die Ehrungen, die die stolze Hanjaftadt Hamburg dem Deutschen Arbeiter Sängerbunde erwies, als er seinen legten Bundestag 1926 in Hamburg abhieft. Ehrenpforten am Hauptbahnhofe, Begrüßungsrede des Senatsvertreters bei der Eröffnungsfigung und am Schluß der Tagung der feierliche Empfang der Arbeiterfänger als Gäste des Hamburgischen Senats im Rathause, mobei der Bürgermeister die Begrüßungsansprache hielt. Welch ein Weg auch von dem Festkonzert des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes in der Hamburger Musithalle im Rahmen der Bundestagung 1926 bis zu dem auf Anregung von Ferdinand Lassalle 1863 in Frankfurt a. M. gegründeten Arbeitergesangverein Sängerbund", der seine lebungsstunden in einer finsteren, dumpfigen Nebenstube des Gasthauses..3um Rebstoc" in der Kruggaffe zu Frankfurt abhielt. Genze zwölf Stimmen war dieser Chor start. Aber diefes Dugend brachte Lassalle, als et auf seiner Reise in die Schweiz in Frankfurt übernachtete, ein Ständchen. fangen ihm das von Herwegh gedichtete, von Hans v. Bülow fomponierte Bundeslied Bet und arbeit!" Der Geschichtsschreiber berichtet: Lassalle sei tief bewegt gewefen. Wir können's ihm glauben: hatte doch Herwegh erst nach halbjährigem Drängen Lassalles das Gedicht und Hans v. Bülow nach nicht fürzerem energischen Zufeten des stürmischen Freundes die Mufit zu diesem Gedicht hergegeben. Sie Welch ein Weg nun von jenen verflungenen Tagen zu dem Ersten Deutschen Arbeiter Sängerbundesfest in Hannover! Der Deutsche Arbeiter Sängerbund hat heute 280 000 attive, 150 000 paffive, zufammen 430 000 Mitglieder, die in rund 6500 Männer-, Frauen, gemischten, Kinder- und Jugendchören( in 30 Gauen) 3: 1ſammengeschlossen sind. Die„ Deutsche Arbeiter Sängerzeitung" erscheint in einer Auflage von 80 000. Der Bundesverlag hat über 1000 Berlagswerte, darunter die Gemischte Chorsammlung, die 308, und die Frauenchorsammlung, die 130 Chöre enthält. 2ẞelch ein Weg von dem Lassalle- Ständchen der zwölf Frant furter bis zu bein Begrüßungskonzert des Bundes in der mächtigen Stadthalle zu Hannover, bei dem das Hannoversche Opernhausorchester mitwirten wird, oder zu den 8 großen Chororchestertonzerten in der Hannoverschen Ausstellungsballe, die die über 4000 Stimmen starte hannoversche Arbeiter- Söngerschaft geben, wobei außer dem Hannoverichen Opernhausorchester das Berliner Sinfonieorchester und das Berliner Philharmonische Orchester und 20 erste Solisten mitmirfen merden. Diese Kundgebund der deuijchen Arbeiterfänger wird sich mürdig anreihen ben machtprllen Arbeiterfundgebungen der neuen Zeit, mie etwa dem Reichstreffen des Turn- und Sporibundes 1922 in Leipzig, moran 120 000 organisierte Arbeiter teilnahmen, pder der 160 000 Teilnehmer starten Internationalen Arbeiter- Olympiode in Frankfurt a. M., oder dem Reichsbannertage in Berlin, an dem 150 000 Arbeiter marschierten, oder dem Aufgebot von 35 000 Jungproletariern der Sozialistischen Arbeiterjugend in Hamburg. Der Rückblick in die Geschichte der deutschen Arbeiter Sänger. bemegung zeigt, daß sie in politischen Kampfe der Arbeiterschaft wurzelt. Es find die politischen Ideale der sozialistischen Arbeiter fchoft, die dieser kulturellen, im besonderen musikalischen Bewegung die Richtung und auch die Kraft verliehen, unentwegt vorwärts zu drängen. Nur durch den zwedmäßigen, zielbewußten feiten organifotorischen Zusammenschluß Gleichgefinnter wurde die wirtschaftliche Macht errungen, die eine solche Bewegung zu solchen Erfolgen tragen tonnte. Wie in der Vergangenheit, so wird auch in Zukunft die deutsche Arbeiter Sängerbemegung mit der politischen Arbeiterbewegung auf Gedeih und Berderb verbunden sein. Eine starte Sozialdemokratie führt auch die deutschen Arbeiterfänger zu weiteren glänzenden Erfolgen. andtschaft zwiſchen Snodings näher ist als zwischen irgendwelchen anderen Menfchenraffen der Erde. Wahrscheinlich ist der Hauptteil der Indianer aus Polynesien eingemandert, während die Polynesier ebenso wie die Australier ihrerseits vom sidostasiatischen Festlande stammen. Die weite Entfernung diefer Wanderungen quer über den ganzen pazifischen Ozean hin darf nicht wundernehmen, denn man tennt ähnliche weite SeeMadagaskar von Malaien, die Andamaneninsein von Birmanen, die reifen früherer Völker und weiß, daß z. B. der Ostteil von Dfterinsel von Melanesiern und neufeeländischen Maori besiedelt der Marschallinseln und des Bismarcharchipels außerordentlich hoch. wurden. Der Stand der Nautit ift noch heute bei den Insulqnern Die Polynester befizzen die Fähigkeit, Fische und Früchte zu Konferpen zu verarbeiten, was für die Durchführung langer Seereisen fehr wichtig ist. Nach dem neuesten Stand der Forschung waren es mehrere Barallelwanderungen, die von Best nach Ost über den Bazifik hin nach Amerika stattgefunden haben. Die nördliche führte non den Philippinen über die Marshallinseln und Hawaii nach Kalifornien, bie mittlere vom Bismardarchipel über Samoa, Marquesas und Galapagosinjein nach Mittelamerita und Beru, die südliche von Neufeeland und den Longainfein über die Ofterinfel nach der mittleren Weftiüfte Südamerikas. Der Zeitpunkt dieser Bölkerbewegungen dürfte zwischen 6000 und 2000 v. Chr. gelegen haben. Cine Dolmetfchermaschine für Genf. Ein englischer Missen= schaftler läkt bei der nächsten Sigung des Internationalen Arbeits: amts in Gent eine. Borrichtung ausprobieren, die eine gleichzeitige Uebersetzung verschiedener Sprachen ermöglicht. Dolmetscher der betreffenden Sprache sprechen die lleberlegung des Vortrages in einen Mitrophon, und die Förer fönnen je nach Wunsch sich bei einer Sprache einschalten, und mit einem ffeinen Hörrohr die Rede in ihrer Landessprache abhören. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin GB 68, Lindeuftraße 8. für Groß: Berlin ftets an das Bezirksjefretartat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Erweiterter Bezirksvorstand. Morgen, Sonnabend, 2. Juni, 18 Uhr, Sigung im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstraße 3, 4. Hof, 4 Treppen. " # Achtung! Die Wahlvorschlagslisten für die Elternbeiratswahlen sind vom Bezirkssekretariat, Bureau Fischer, Zimmer 4, Lindenstr. 3, in der Zeit von 9 bis 17 Uhr abzuholen. * 5. Kreis Friedrichshain. Sente, Freitag, 1. Juni, 19 Uhr, in ben Comeniusfälen, Memeler Str. 67, Gigung des erweiterten Kreisvorstanbes. Sämt. liche Elternbeiratso blente müssen erscheinen( nicht, wie irrtümlich angegeben, die Elternbeiräte). 7. Kreis Charlottenburg. Sonnabend, 20 Uhr, geselliges Beifammensein der Parteigenossen mit Tang im Eden- Palast, Raiser- Friedrich- Str. 24. Eintritt 10 Pf. 14. Kreis Reukölln. Elternbeiratswahlen: In fast allen Gemeindeschulen, auch in den weltlichen, findet am Sonnabend, 2. Juni, die zweite Eltern versammlung statt. Alle Genossen, welche Kinder in einer Schule haben, befuchen die auftändige Berfammlung zweds Beſegung des Wahlvorstandes. Die Wählerlisten liegen noch am 1. und 2. Juni aus. Jeder nehme Einsicht. Heute, Freitag, 1. Juni: 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelstr. 8, Funktionärsizung mit den Elternbeiräten. Wichtige Tagesordnung. 42. bt. 20 Uhr bei Wiersdorff, Urbanstr. 6, Funktionärsigung gemeinsam mit den Elternbeiräten. Der Abteilungsvorstand tritt um 19 Uhr pünktlich zur Besprechung einer wichtigen Angelegenheit zusammen. 91. Abt. Rentölin. 19% Uhr bei Straßmann wichtige Funktionärsizung. Die Elternbeiräte müssen erscheinen. 101. Abt. Treptow. 20 Uhr in der Spedition Brackstr. 50 Borstandssigung. Um 19 Uhr Sigung der Elternbeiräte. Einladungen find hierzu ergangen. 137. Abt. Reinidenborf- West. 19 Uhr Funktionärsigung im Boltshaus Scharnweberstr. 114. Alle Genossen müssen erscheinen. Morgen, Sonnabend, 2. Juni: 86. Abt. Mariendorf. 20 Uhr Funktionärsfizung mit den Elternbeiräten bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. 181. Abt. Nieberschönhausen. 20 Uhr Funktionärkonferenz bei Alindt. Bildungsausschuß eine halbe Stunde früher. * 141. Abt. Rosenthal und Niederschönhausen- Weft. Montag, 4. Juni, 19% Uhr, Funktionärsigung bei Frische, Rieberstraße. Dazu müssen alle Genossen, die Elternbeiräte find oder iegt als Elternbeiräte in Frage kommen, erscheinen. Pünktliches Erscheinen unbedingt erforderlich. Frauenveranstaltungen. 14. Rreis Neukölln. Rarten für die Dampferfahrt am 19. Juni sind bei allen Abteilungsleiterinnen zu haben. 32. Abt. Sonnabend, 2. Juni, 18% Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, gemütliches Beisammensein mit gemeinsamer Raffeetafel. Außerdem Heitere Rezitationen". Vortragender Genosse Puggi Mud. Alle Genoffinnen sind dazu herzlich eingeladen. Gäfte können mit eingeführt werden. Jungfozialisten. Gruppe Süden: Seute, Freitag, 19½ Uhr, im Jugendheim Bordstr. 11, Conn Bimmer 3, Jortschung der Aussprache über Staat und Revolution" tag, 3. Juni, Fahrt nach Hangelsberg- Marsce. Treffpunkte: Sonnabend 18 Uhr und Conntag 7 Uhr vor dem Schlesischen Bahnhof. Gruppe Schöne berg: Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Hauptstr. 15 Vortrag:„ Sozialdemokratie und Völkerbund." Referent Dr. Otto Friedländer. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Tempelhof. Connabend, 2. Juni, Treffpunkt zur Fahrt nach Wüns dorf- Egsdorf( Teupigsee) um 16 Uhr Bahnhof Mariendorf. Geburtstage, Jubiläen usw. Unserem Genofen Otto Baerfch, Sinienstr. 29, zu seinem 25jährigen Partei und Gewerkschaftsjubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Der Borstand des Zenrtalverbandes ber Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 99. Abt. Briz- Budow. Unser Genosse Wilhelm Vetter, Pensionär, Chauffeestr. 129, ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, Freitag, 1. Juni, 12% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten un rege Beteiligung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Typographisches Orchester. Direktion Erich Gutzeit. Uebungsabend jeden Freitag 20 Uhr in Neukölln, Hermannstr. 199. Gäste ftets willkommen. Mit glieder werden noch aufgenommen. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten E. B. Ortsgruppe Berlin, Bezirk Dit: Sonnabend, 2. Juni, in der Alhambra, Wallner- Theater- Str. 15, Strandfest. Beginn 20 Uhr. 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Am 1. März maren an fließenden Mitteln einschließlich des Notstocks rund 100 Millionen Mart vorhanden; dazu kamen die lleberschüsse von Bestfalen( rund 1 Million Mark) und von Südwestdeutschland ( 464 000 M.); die Zuschüsse betrugen rund 44 Millionen Mart. Es verblieb also am 31. März( 102 Millionen meniger 44 Millionen Mark) ein Gesamtbestand von 57 980 334 M., davon betrug der Notstoď 16 370 239 M. Die Arbeitervertreter, für deren deutschen Teil Sachs vom ADGB. sprach, forderten vertragliche Bindung, eine infernationale Unfallverhüfungstonvention. Hier scheinen ihnen nur Deutschland, vielleicht Frankreich, vielleicht auch die belgischen Unternehmer zu folgen, dagegen lehnten sowohl der englische Regierungsvertreter wie der englische Unternehmer und mit ihnen der ganze Kreis der angelsächsischen Staaten eine inter nationale Konvention ab und verwiesen darauf, daß die Konferenz die schon bestehenden privaten Unfallverhütungsbewegungen unterstützen und die Durchführung von Schutzmaßnahmen der freien Vereinbarung zwischen Unternehmern und Arbeitern überlassen soll. Der zweite Streit wird um die Mitwirkung der Arbeiter Freitag, 1. Juni 1928 Internationale der Textilarbeiter. 1 Solidarität mit den indischen Streifenden. Brüssel, 31. Mai.( Eigenbericht.) der zurzeit in Gent( Belgien) stattfindet, ist von 13 Organisationen Der Internationale Tegtilarbeitertongreß, beschidt, die sich auf 12 Länder verteilen. Es sind im ganzen beschickt, die fich auf 12 Länder verteilen. Sannyn Belgien eingeleitet 105 Delegierte anwesend. Die Begrüßungsansprachen von dem Kampf der indischen Textilarbeiter. Die Grüße beschäftigten sich eingehend mit der indischen Textilarbeiterschaft, die der Internationale noch nicht angeschlossen sind, wurden von dem als Gast anwesenden indischen Gewerkschaftsvertreter Bathala überbracht. Er schilderte die ungeheuren Schwierigkeiten, die die indischen Tertilarbeiter noch zu überwinden haben, um Mitglied der Internationale werden zu fönnen, glaubte aber, daß der Tag, an dem der Beitritt erfolgt, bei der Kontrolle der Unfallverhütung entstehen. Hier waren der nicht mehr allzu fern sei. Bakhala ging dann auf den gegenwärtigen Streif der Tertilarbeiter in Bombay ein und schloß mit der französische und rumänische Unternehmer ablehnend, die meisten Hoffnung, daß der Kongreß die Streitenden moralisch und mateRegierungen etwas ausweichend bis auf den deutschen Regierungs- riell unterstüge. Der Kongreß nahm hierauf einstimmig eine EntDie normalen Einnahmen in Höhe von etwa 70 Millionen vertreter von Nostig, der allerdings auch der Präsident der Gesellschließung an, die den streifenden indischen Textilarbeitern die Mart reichen aus, um 750 000 Arbeitslose zu unterstützen. Am schaft für soziale Reform in Deutschland ist. Um was es sich aber Sympahtie des Kongresses ausspricht. 1. April betrug die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der für die Arbeiterklasse in Ländern handelt, in denen die gewerkschaftBersicherung, noch 1010 000, am 15. April 845 000, am 30. April liche Organisation noch nicht festen Fuß gefaßt hat, zeigte eine dra729 000 und am 15. Mai 642 000. Die Reichsanstalt fann also matische Anklage des indischen Regierungsvertreters. jest wieder einen Notstock, der zur Unterstügung von 600 000 Ar- Der Inder berichtete von steigen den Unfallziffern in den beitslosen für 3 Monate ausreichen soll, bilden. Ob der Rückgang indischen Minen und betonte, daß die Gewerkschaften Indiens an der der Arbeitslosigkeit im Laufe des Sommers so start sein wird, daß Unfallverhütung nicht mitarbeiten fönnten, weil sie in der Notstock im kommenden Winter ausreicht, ist eine schwierige den meisten Betrieben des Landes verboten sei. Lange ArbeitsFrage, da niemand die Entwicklung des Arbeitsmarktes voraus- zeit, schlechtes Material, ungeschützte Maschinen, ungenügende Erfehen kann. Nur soviel läßt sich jetzt bereits fagen, daß eine ernährung infolge unzureichender Löhne hätten dazu geführt, daß die absezung des Beitragssages von 3 Broz. nicht in Unfallziffern in Indien von Jahr zu Jahr wachsen. Die indische ArFrage kommt. Die Senkung kann nach den Bestimmungen erst beiterklasse erwarte vom Internationalen Arbeitsamt Schutz ihres erfolgen, wenn der Notstock aufgefüllt ist. Lebens und Schuß vor Ausbeutung. Interessant find die 3iffern der 3uschüsse und leberschüsse der Landesarbeitsämter. Ueberschüsse Ueberschüsse erzielten nur zwei Landesarbeitsämter: Westfalen( 1096 599 m.) und Südwestdeutschland( 461 734 M.). Alle übrigen Landes arbeitsämter erhielten Zuschüsse, und zwar: Schlesien 7,4 Millionen Mart, Bayern einschl. der Pfalz) 6,6, Mitteldeutschland 4,4, Heffen 4,3, Ostpreußen 3,5, Brandenburg 3,4, Nordmart 3,1, Sachsen 2,8, Niedersachsen 2,8, Pommern 2,7 und Rheinland 2,5 Millionen Mart. Internationale Unfallverhütung. Die Debatte in Genf. Einzelfragen wurden wenig berührt. Der tanadische Arbeiter wie der japanische Regierungsverteter traten mit bemerkenswerter wie der japanische Regierungsverteter traten mit bemerkenswerter Energie für die internationale Einführung der automatischen Ruppelung ein. Im Namen der Menschlichkeit und der sozialen Gerechtigkeit müsse er die automatische Stuppelung fordern", rief der Japaner aus. Am Freitag wird die Generaldebatte über die Unfallverhütung geschlossen werden. Der Kampf in der Rheinschiffahrt. Ergebnislose Verhandlungen. Köln, 31. Mai.( Eigenbericht.) Der schriftliche Bericht des Internationalen Sefretärs Tom Shaw( England) weist darauf hin, daß 1925, als das Sekretariat nach London verlegt wurde, 13 Länder mit 14 Verbänden angeschlossen waren. Später feien Italien, Ungarn und Frankreich ausgetreten. Frankreich sei im Laufe der Berichtszeit wieder beigetreten, aber Ungarn und Italien stünden noch fern. In Italien sei feine Organisation vorhanden, die der früheren gleiche, und es bestehe keins Aussicht, eine ähnliche Organisation zurzeit wieder ins Leben zu rufen. Die Tätigkeit der Kommunisten und die schwere Krise in der Textilindustrie hätten die Organisationen geschwächt, so daß größere Fortschritte nicht zu verzeichnen wären. Die Bemühungen in außereuropäischen Ländern für den Anschluß an die Internationale hätten noch keine greifbaren Erfolge gehabt. Immerhin seien wichtige Verbindungen mit vielen Länderorgani lationen hergestellt worden. Tom Chaw macht zu dem von ihm schriftlich vorgelegten Geschäftsbericht noch einige Erläuterungen. Er verlangt die Einsegung einer Finanzkommission, in die aus aller Landesorganisationen je ein Vertreter entsandt werden soll. Die Aussprache über den Bericht wird von Schrader ( Deutschland) eröffnet. Er spricht dem Bericht seine Anerfennung aus und verbindet damit den Wunsch, daß es dem Sekretär gelingen möge, die der Internationale noch fernstehenden Länder anzuschließen. Hierauf begrüßt Anseele( Belgien) den Kongreß. Er verweist auf die Schöpfungen der belgischen Arbeiterchaft, namentlich der Konsumgenossenschaft, die allein in Gent 15 000 Webftühle und 170 000 Baumwollspindeln beschäftigt. Genf, 31. Mai.( Eigenbericht.) Die am Donnerstag geführten Berhandlungen im 2ohnberg( Tschechoslowakei). Er begründet den vorliegenden Entwurf Zu Punkt 2,„ Neue Satzungen", referiert Roscher ReichenDer zweite Tag der Arbeitstonferenz brachte nach der streit der Rheinschiffahrt haben wiederum zu feinem Erund bittet um Annahme. Bildung einiger Komissionen die allgemeine Debatte über die inter- gebnis geführt. Die Unternehmer bestanden auf Lohnabbau. nationale Regelung der Unfallverhütung. Prin Die Arbeiter hielten dagegen ihren Antrag auf Lohnerhöhung zipiell erklärten sich Unternehmer wie Regierungsvertreter in ab- aufrecht. Der Borschlag, durch eine Kommission die Lohn- und gemogenen Dorsichtigen Worten mit den Forderungen der Arbeit auf Arbeitsverhältnisse der ausländischen Schiffahrt, die Lebensverhält. einen international garantierten Unfallschutz ein- niffe ihrer Arbeiter und die Betriebsergebnisse der Rheinreeder felt nerstanden. Wer jedoch genau hinhörte, tonnte Gegenfäße Der- stellen zu lassen und die Ergebnisse dieser Feststellungen bei der nehmen, die bei den Kommiffionstagungen der nächsten Woche in späteren Regelung der Löhne als Grundlage zu berußen, nurde noller Schärfe aufeinanderplagen werden. Zwei Streitfragen schei- Don den Arbeitervertretern abgelehnt. Neue Berhandlungen ben hie Staffen der zivilifierten Rationen. zwischen den Barteien stehen vorläufig nicht in Aussicht. MMC Für die oberschlesische Gementindustrie ist ein Lohnabtoma men getroffen worden, dem beide Parteien zugestimmt haben. Danach werden die Löbne in Gruppe I( Handwerfer) um 10 Pf. ( von 64 auf 74 Bf.), für die Betriebsarbeiter ebenfalls um 10 31. und für die Ungelernten um 9 Pf. erhöht. Das Abkommen hat Geltung bis zum 30. April 1929. Die Nachverhandlungen für den oberschlesischen Bergbau sind ergebnislos verlaufen. stoffe kleide K B G พบ Baumwolle, schöne Muster Musseline Wollmusseline moderne Muster Kunstleinen Indenthren, gemustert Vollvoile Meter 2,95, 2,50 gemustert, bis Größe 44. 7,90 Meter 78 PL, 68 Pt. 48Pf. Voile- Kleider ..675 195 Waschmusseline- Kleider bis Gr. 4580 90 120 195 Meter 1,75, 1.45 doppelbreit, bedruckt Meter 2,50, 2,25 . Seidenstickerei, etwa 125 cm breit. 90 Voile- Bordüren Sere Meter 6,50 500 Waschseide Kunstseide, in großer Ausmusterung 125 Bastseide bedruckt, etwa 80 cm breit. Meter 1,40 125 . . Meter 425 Bastseide Bordüren, etwa 120 cm breit, in teinen 625 Druckmustern . Meter 6,90 Bastseide Bordüren, bestickt, etwa 125 cm brett 790 Meter 8,25 Trikoline gestreift und kariert, etwa 80 cm breit Meter 2,25 175 Zephir einfarbig und gestreift. Meter 78 Pf., 69 Pf. 65 Pf. 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Barteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Die 24. Abteilung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechaniker Robert Stillmann geboren am 25. Februar 1891 in Berlin, am 30. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäfcherung findet am Sonnabend, dem 2. Juni, 13 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Nach kurzem Krantenlager verstarb am Dienstag, dem 29. Mai, unser lieber Mitarbeiter und Kollege Fritz Lösche im blühenden Alter von 16 Jahren. Den Heimgang dieses unseres Eugen Rex in Das Paradies d. Ehe jungen Freundes empfinden wir be Die Großschnauze Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 Täglich 7%, Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr: Broadway Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr: Gartenbühne: 6 Uhr nachm Konzert und banter Teil 84 Uhr: Der fidele Bauer Planetarium am Zoo erlang. 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Infolge seines lebensfrohen immer freundlichen, Wesens war er allgemein beliebt, stets war er willig und hilfsbereit, so daß ihn troß seiner Jugend ein prächtiger Charafter auszeichnete, der thm die Zuneigung aller ficherte. Er wird uns immer unvergeßlich bleiben. Bertin, den 31. Mat 1928. Geschäftsleitung und Personal der Yorwärts- Buchdruckerei. Die Beerdigung findet am Gonn abend, dem 2 Juni, 14 Uhr, auf dem Luisenstädtischen Friedhof, Neukölln, Hermannstraße 186, statt. Am 31. Mai, riih 17 Uhr, verschied nach langem, fchwerem Leiden meine innigftgeliebte Frau, unsere über alles geliebte Mutter, Schwester, Schwägerin, Schwieger- und. Großmutter, Frau Minna Bahn geb. Naumann im 57. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetciibt im Namen aller Hinterbliebenen an Robert Bahn u. Kinder. Bin. Karlshorst, den 31. Mlai. Kraufeftr. 9. Die Einäfcherung findet am 4. Juni schulenweg, Riefholzstr. 221, statt. fichern Erfolg! mittags 21 Uhr, im Krem. 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