BERLIN Freitag 1. Juni 1928 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 256 B 126 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Pofticheck konto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Der Schießbefehl des Generals Eröffnung des Funkdienstes Deutschland- Argentinien. 131 Alter Sender Nauen 1906- 360 Leidener Flaschen. Frauen und Kinder sind zu erschießen! General v. Epp, ein würdiger Vertreter der Hafenfreuzler. " Mit dem Zusammentritt des Reichstages in der übernächsten Woche wird auch ein neuer Parlamentarier" seinen Einzug in den Ballotbau halten, der schon recht eigenartige Proben seiner parlamentarischen Fähigkeiten abgelegt hat: Herr v. E p p. Dieser General ist von Hitlers Gnaden in den Reichstag gewählt worden. Er fann nach seiner bisherigen Laufbahn als würdiger Vertreter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei" gelten. Weniger bekannt dürfte ein Erlaß dieses Herrn aus der Nach. revolutionszeit sein, in dem er als Kommandeur der Bayerischen Schützenbrigade zur Vertreibung von Demonstranten folgendes schrieb: Bahr. Schütenbrigade 81 Ia Nr. 11683. München, 23. Juli 1919. An die Stadtkommandantur( zu dort. Nr. 1 S. 629). ,,... Die Vorschläge der Stadtkommandantur, trok der Anrufe der Posten weiter vordringende Volksmengen mit Schreckschüssen aufzuhalten, stehen im Gegensatz zu den bei der Brigade geltenden Prinzi pien... Bekanntermaßen sind Truppen erst dann in der Hand ihrer Führer, wenn durch scharfes Feuer, durch Schießen auf Treffen, Verluste in der angreifenden Menge entstanden sind, wenn dadurch eine unüberbrückbare Kluft zwischen Angrei fer und Verteidiger geschaffen ist. Ich bin entschieden gegen jede Art von Schreckschüssen und stelle mich auf den Standpunkt, daß der Gebrauch der Waffe seitens der Truppen mit allem Nachdruck von vornherein zu geschehen hat. Ein kritischer Fall ist gegeben, wenn der Angreifer Frauen und Kinder oder Kriegsbeschä= digte vor sich hertreibt. Auch in diesem Fall ist das Feuer rücksichtslos zu eröffnen, wobei es sich empfehlen dürfte, vom erhöhten Standpunkt aus gleich vom Anfang an auch mehr gegen rückwärts, wo die Hauptheher zu suchen sind, zu wirken. Dieses Stock. werkfeuer muß aber schon vorher vorbereitet sein. gez. Epp, Oberst und Führer." Dieser Mann, der nicht davor zurückschrecken wollte, demonstrierende Frauen, Kinder und Kriegsbeschädigte niederſchießen zu lassen, dürfte eine besondere Zierde des neuen Reichstags bilden. Nicht besser konnte sich die Nationalsozialistische Arbeiter"-Partei tennzeichnen, als daß sie diesen General zu ihrem Bertreter machte! Neuester Telephoniesender 1928. Königswusterhausen. Platz der Republif- Buenos Aires Die erste Unterhaltung über den Ozean. Der große schöne Festsaal der Kroll- Oper am Plaz der Republik| postbefördernde Dokumente und Briefe Reservate seien der elekwar gestern abend Endpunkt einer funktelephonischen Uebermittlung von Buenos Aires nach Berlin. Auf dem Platz jedes Gastes, dem die Telefunkengesellschaft aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens geladen hatte, lag ein seltsam geformter Kopfhörer. Ihn zu ergreifen nötigte ein Gongschlag, der gleichzeitig die Lichter im Saale erlöschen ließ und dann begann das Wunder des Hörens um den Erdball. Zwischen Deutschland und Argentinien begann die Unterhaltung. Ein Sprecher auf dem Podium stellte Fragen an dem leitenden deutschen Ingenieur der Station Monte Grande bei Buenos Aires.„ Kurze" Wellen von etwa 15 meter, unter einer Sendenergie von etwa 20 Kilowatt stehend, waren die Träger durch den Raum, von Kontinent zu Kontinent. Neuartige Strahlmerferantennen und Einrichtungen zur Beseitigung der periodischen Empfangsschwächungen ( Fadings) hatten eine bisher bei drahtlosen Verbindungen nirgends. erreichte Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Gespräche bewirkt, so daß man es wagen fonnte, in einem Riesensaal eine Unterhaltung über eine Entfernung von 12 000 Kilometern vorzuführen. Die Verbindung ging über Nauen nach der Empfangsstation Billa Eliza und von der Sendestation Monte Grande beide in der Umgegend von Buenos Aires liegend zurück nach Geltow bei Potsdam. Die Gesprächsteilnehmer in Buenos Aires befanden sich im Herzen der Stadt in den Räumen der Betriebszentrale der " argentinischen Gesellschaft Transradio Internacional", die durch ge= wöhnliche Drahtverbindungen mit der Sende- und Empfangsstation verbunden war. Ebenso führten von hier gewöhnliche Drahtverbin bungen( Sabelleitungen) nach der Transradio Aktiengesellschaft für drahtlosen Ueberseeverkehr Nauen und Geltow bei Potsdam. Nach der Unterhaltung zwischen dem Bertreter der Telefunkengesellschaft und dem der AEG. in Buenos Aires richtete der deutsche Geschäftsträger in Buenos Aires, Herr v. Blücher, über den Ozean Worte herzlicher Begrüßung an die Berliner Festversammlung, auf die Graf Arco mit warmen Worten erwiderte. Zum Schluß der Veranstaltung gab Grof Arco als ältestes Mitglied des Vorstands der Telefunkengesellschaft und als der Mann, dem es vergönnt gewesen, die Entwicklung der Funktechnik in Deutschland von Anfang an mitzumachen, ein ergreifendes Bild der unendlich schweren Arbeit, die schließlich zu den Errungenschaften lose Sendung die Draht- und Kabellinien nicht von heute geführt hat. Jezt erst beginne die Zeit, wo die drahtallein ergänze oder zum Teil deren Funktion vertrete, mehr noch: Die Möglichkeiten transatlantischer Telephonie, extremster Schnelltelegraphie, Bild- und Fatfimileübertragung als Ersatz für trischen Welle und Leistungen, die Draht und Kabel so bald nicht erreichen würden. Der moderne Uebermensch habe sich eine fün st= liche neue Stimme geschaffen, die uns im Rundfunk bereits vertraut sei, die in Einzelfanälen die fernsten Punkte der Erde verbinde, Klang und Wort, Schrift und Bild mit Blizesgeschwindigkeit befördernd. Die elektrische Strahlung sei ähnlich wie bei einem Scheinwerfer in engen Bündeln konzentriert und bleibe zusammengehalten, so daß viele solche sich freuzenden Strahlenkegel störungsfrei nebeneinander und durcheinander wirken. Die Wellenlängen sind in einem im Verhältnis zum sichtbaren Licht enorm breiten Bande über viele Oktaven ausgenutzt und erregen jeweils nur den haarscharf auf die betreffende Schwingungszahl abgestimmten Empfänger. Damit ist ein so weites Anwendungsgebiet geschaffen, daß die Propheti des Dichters, der solche Zukunft an der Wiege unserer Technik vorausgesehen habe, der Erfüllung nahekommt: „ Ob du im schnellen Schiff über das Weltmeer eilst oder fern auf einsamer Höhe der Berge oder in der Tiefe der Erde weilst, dich findet der rufende Freund, und er spricht mit diefer elektrischen Stimme zu dir, die nur zu deinem elektrischen Ohre hörbar wird, wenn du es richteft und einstellſt! Republikanischer Wunsch aus Megito. Dem Präsidenten des Reichstages ging aus der Hauptstadt Meritos folgendes Kabeltelegramm zu: Die deutschen Republikaner in Merito, zur Feier des heimetlichen Wahlresultats versammelt, wünschen vom neuen Reichstag Erflärung der schwarzrotgoldenen Fahne zur deutschen Einheitsflagge und Erklärung des Berfassungstages zum Nationelfeiertag. Deutscher republikanischer Club in Merito- City. Das Gesicht des neuen Reichstags. Die Hilfsaktion für Nobile. Drei Todesopler durch Gas. Berichte 2. Seite. Das Gesicht des neuen Reichstags 129 Neulinge in der deutschen Volksvertretung. Der neue Reichstag wird nach den bisherigen Feststellungen| sigenden oder sonst privilegierten Klaffen haben die ,, Gewerkschafter 129 Abgeordnete aufweisen, die seinem Borgänger nicht angehörten. und Arbeitnehmer" nur 7 Vertreter: aljo nur eima 10 Prozent der Unter ihnen befinden sich jedoch eine Anzahl Abgeordnete, die in deutschnationalen Reichstagsabgeordneten gehören zu den minderfrüheren Barlamenten saßen. Neue Mitglieder weisen auf bemittelten und proletarischen Schichten, aus denen die Mehrzahl der deutschnationalen Stimmen stammt. Sozialdemokraten Deutschnationale Zentrum Kommunisten 9 Deutsche Boltspartei Demokraten Wirtschaftspartei . Bayerische Boltspartei Nationalsozialisten Christlich- nationale Bauernpartei Deutscher Bauernbund. Weljen Aufwertungspartei.. 31 Abgeordnete 14 11 " 30 " 18852255821 " " " " zusammen 129 Abgeordnete Besonders unter den Sozialdemokraten befinden sich eine Anzah Abgeordnete, die bereits früheren Reichstagen angehört haben, so Beims, Brandes, Girbig, Müller- Lichtenberg, Peus, Puchta, Frau Schreiber- Krieger und Spiegel, Die Kommunisten mußten 15 ausgeschlossene Abgeordnete durch neue ersetzen und haben weitere sechs von den alten nicht mehr auf gestellt. 31 Frauen, davon 19 Gozialdemokratinnen. Nur durch den Sieg der Sozialdemokratie ist ein stärkerer Rüdgang der Frauen im Deutschen Reichstag verhindert worden, denn selbst bei den großen Rechtsparteien ist die Anzahl der weiblichen Abgeordneten erheblich gefallen. Es weisen Frauen auf Deutschnationale Fraktion Deutsche Volkspartei Zentrum Demokraten Kommunisten Sozialdemokraten • 223239 19 Auf der Linken fizen 22 Frauen, auf der Rechten 4, bei den beiden Mittelparteien( Demokraten und 3entrum) 5. Folgende Parteien haben Frauen überhaupt nicht auf gestellt: Wirtschaftspartei, Nationalsozialisten, Deutsche und Christlich nationale Bauernpartei, Welfen und Aufmertungspartei. Die Bayerische Volkspartei hat ihren einzigen weiblichen Abgeordneten durch ihren Stimmenverluft verloren. # Die Deutschnationalen veröffentlichen eine Darstellung der Berufsgliederung ihrer Reichstagsabgeordneten. Daraus geht die soziale Zusammenlegung diefer Bartei hervor: die Landwirtschaft", d. h. Die Agrarbesizer, haben 20 Vertreter, die BeamtenDeutschnationale Parolenschufterei. Die einen für Bürgerblock, die anderen für sozialdemokratische Alleinregierung. Die deutschnationalen Zeitungsredaktionen fönnten es fich bequem machen. Sie fönnten, nachdem ihre Partei so gründlich geschlagen ist, sich in den Zuschauerraum begeben und abwarten, mas die anderen zustande bringen. Statt dessen scheuen sie feine Mühe, um jeden Tag neue Rezepte für die Regierungsbildung auszugeben, wobei sich dann herausstellt, daß jede ihr eigenes Spezialrezept hat. Die Deutsche Tageszeitung", das Organ des Landbundes, möchte auf alle Fälle die Sozialdemokratie von der Regierung fernhalten. Sie bemüht sich täglich, zu beweisen, daß es gar nicht notmendig sei, einen Sozialdemokraten mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Sie möchte gern den Bürgerblod wieder haben und ihn durch die neuen agrarischen Gruppen und die Wirtschaftspartei perstärten. Das gibt immer noch feine Mehrheit, sonbern nur 237, das sind aber immerhin mehr als die 206 Marristen". In Preußen, meint das Landbundorgan, sei es drei Jahre ohne Mehrheit gegangen, warum sollte es nicht auch im Reiche gehen. Umgefehrt möchte die Hugenberg- Bresse zunächst einmal eine sozialdemokratische Regierung haben und momöglich eine rein sozialdemokratische. Die Bürgerlichen sollten der Sozial: demokratie allein die Regierung überlassen, denn das hieße, ,, dem Bolk die Lage flarmachen, die durch die Wahlen geschaffen worden ist". Der„ Lotal- Anzeiger" hofft, daß sich die Sozialdemofratie sehr bald blamieren würde, und er sett dabei bezeichnenderweise seine Rechnung auf Poincaré, der bei Verhandlungen über die Räumung die sozialdemokratische Regierung in eine unmögliche Lage drängen und sie dadurch zum Sturz reifmachen würde. Das Hugenberg- Blatt wünscht also eine sozialdemokratische Regierung nur zu dem Zwecke, daß man sie mit Hilfe Poincarés wieder stürzen tann. Wir empfehlen den verantwortlichen Bolitikern Frankreichs diese interessanten Gebantengänge zur Beachtung. Die einander widersprechenden Barolen der Rechtspreffe zur Regierungsbildung geben ein Spiegelbild des Wirrwarrs, ber im Lager der Geschlagenen eingetreten ift. Das Zentrum berät. Der Reichsparteivorstand des 3entrums ist heute vormittag 10 Uhr zur Fortsetzung seiner Beratungen zusammengetreten. An der Sigung nehmen auch die Borstände der beiden Zentrumsfrat. tionen fowie die Borstände der Wahlkreisorganisationen ſchaft", d. h. die faft durchweg die höhere Beamtenschaft hat 17, der gemerbliche Mittelstand 7, die Industrie 8, die Afademiter und freien Berufe 7, die Dffiziere" 3, die Geistlichkeit 2, die Frauen 2 Bertreter. Gegenüber diesen 66 Vertretern der be-| teil. Was geht bei der KPD. vor? Der Kampf um die Führung.- Annäherungsversuche an die Sozialdemokratie. Wir haben vor einigen Tagen eine Zuschrift wiedergegeben, in der gesagt worden war, daß sich in der Kommunistischen Partei eigenartige Entwicklungstendenzen zeigen. Es wurde daran erinnert, daß schon der fommunistische Wahlkampf mit fozialdemokratischen ,, reformistischen" Parolen geführt worden sei, und daß bei manchen Führern der Kommunistischen Partei der Wunsch bestünde, zusammen mit der Sozialdemokratie eine sogenannte Regierung der Arbeiter und Bauern zu bilden. Dem jetzt in Berlin erscheinenden ,, Bolkswillen", dem Reichsorgan des Lenin- Bundes, wird nun von einem KPD.- Funktionär geschrieben: " Wie schon richtig pom Bolfswillen" angedeutet, findet augenblicklich in der Partei ein vorläufig noch verborgen gehaltener heftiger Kampf um die politische Führung statt. Es stehen sich die offen Rechten und die Thälmannicute gegenüber, zwischen denen Ewert mit der sog. Gerhartrichtung zu lavieren wünscht. Die redyte Fraktion drängt das 3K. zum Handeln, zur Ausnühung des Wahlsieges im positiven Sinne. Die Bolitik der ThälmannSchneller wird von den Rechten als eine Wiederholung der Bhrasen und bombastischen Schlagwortpolitik der Ruth- FischerAera" bezeichnet. In der Tat wirft das Pol.- Bureau des 38. mit allen möglichen Kraftworten um sich, hinter denen nichts steckt als unfruchtbare Renommiersucht und politische Unfähigkeit. Thälmann glaubt den Wahlerfolg seiner sieghaften Person zuschreiben zu können. Er braucht nur die Faust zu reden und theatralische Schwüre leisten zu lassen, dann ist, so meint er, dem bei den Wahlen zum Ausdruck gekommenen Willen der drei Millionen deutscher Proletarier Genüge getan. Der heutige Vorsitzende ciner Millionen beeinflussenden Partei macht sich seine Aufgabe allzu leicht. Mit hohlen Redensarten und lächerlichen Spiegelfechtereien wird er die Massen nur vorübergehend fesseln. Das Gros der KPD. Wähler die organisatorisch zu erfassen der gespaltenen Bartei und ihrer lediglich schimpfenden Breffe nicht gelingen wird verlangt Einlöfung der Wahlversprechen und positive Taten. Diesem Verlangen kommt der brandieristisch orientierte Flügel auf seine Art entgegen. Er verlangt ein Aktionsprogramm im Rahmen der heutigen Republik und ihrer Verfassung. Die Andeutungen des„ Vorwärts" hierüber waren nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruhten auf wirklichen Unterlagen. Den Kampf um die Führung spiegelt auch die Tatsache wider, daß das 3., im Gegensatz zu seinen sonstigen Gepflogenheiten, nach der Wahl nicht einmal einen Aufruf über die Auswirkung des Wahlergebniffes und der weiteren politischen Arbeit erlassen hat. Die Parteirechte scheint sich in Mostau pergewissert zu haben, daß ein Annäherungskurs an die linke SPD, die bei den Koalitionsverhand. lungen augenblicklich eine proletarische" Opposition mimt, um in Wirklichkeit den Regierungspaft mit der Schwerindustrie dema gogisch zu decken, erwünscht erscheint. Die„ Branda" deutete die Anbahnung, wenn auch in vorsichtigen Wendungen, an. 2n der Aktivität und der Heftigkeit der Borstöße der Rechten in der Partei ift zu ersehen, daß sie ihre Zeit für gekommen erachten. Sie werden Thälmann nur noch als Schrittmacher ihres Kurses dulden." Selbstverständlich wird die fommunistische Presse auch die hier mitgeteilten Tatsachen abzuleugnen suchen. Man braucht aber nur zum Beispiel die ,, Rote Fahne" anzusehen, wo jeden Tag von neuem ein Berbrüderungsfest mit den von ihr erfundenen„ linken" Sozialdemokraten gefeiert wird, um zu erkennen, wohin der Weg geht. Immerhin solte die Führung der Kommunistischen Partei nur in einem Zeitmas nach rechts rutschen, der ihren Anhängern das Mittommen noch gestattet. Falsche Finanzpolitik. Drei Todesopfer durch Gas. Ein Säugling im Kinderwagen erstickt aufgefunden. Gestern nacht wurde das neun Wochen alte Kind des Briefs trägers Harry Sch. in der Badestube der elterlichen Wohnung. Spichernstraße 22 in Wilmersdorf durch Gas vergitfet aufgefunden. Bieberbelebungsversuche der Feuerwehr waren ohne Erfolg. Nach den polizeilichen Ermittlungen ist der Säugling das Opfer eines Unglücksfalles geworden. Als Sch. gegen 1 Uhr vom Dienst heimfchrie, nahm er starken Gasgeruch wahr und fand den Haupthahn geöffnet. Als der Mann die Badestube betrat, fand er das Kind in dem völlig vergasten Raum im Wagen leblos auf. Der Hahn des Gasbadenfens mar nur halb geschlossen und die ausströmenden Gaje hatten den Tod des Kleinen herbeigeführt. Ein weiteres Gasunglüd murde heute früh gegen 47 1hr im Hause Stolpische Straße 44 entdeckt. In der mit gaserfüllten Küche der elterlichen Wohnung wurde die 20jährige Erika Arendt von Familienangehörigen tot aufgefunden. Der Hahn des Gasfochers war nur halb geschlossen, so daß größere Mengen Gas ausströmen fonnten. Das Mädchen ist dann im Schlaf der Gaseinwirkung erlegen. Der 51jährige Bankvorsteher Artur Kahn, Breite Straße 12 in Bankow, wurde heute früh in seinem Bett, durch Gas vergiftet, tot aufgefunden. Die Gründe, die R. in den Tod getrieben haben, find nicht bekannt. Konflikt bei den Glasern. Schiedsspruch abgelehnt. Bon der Fachgruppenleitung der im Baugewerfsbund organifier. ten Glaser war zum 31. Mai der Lohn- und Rahmentarif gefündigt worden. Gefordert wurde eine Erhöhung der Löhne um 15 Proz. fowie die Einbeziehung der Lehrlinge in den Tarifpertrag und die Bezahlung der Hilfsarbeiter und Chauffeure in gemischten Betrieben nach dem Lohntarif der Glaser. Die Unternehmer hatten mit den üblichen Argumenten in den direkten Verhandlungen jedes Zugeständnis glatt abgelehnt und darauf den Schlichtungsausichuß angerufen. Dieser fällte am 23. Mai einen Schiedspruch, wonach ab 1. Juni bis 31. Dezember auf die bestehenden Löhne ein Zuschlag von 7 Pf. ie Stunde und ab 1. Januar bis 31. Mai 1929 ein weiterer Zuschlag Don 3 Pf. gezahlt werden soll. Die Forderung nach Berbesserung des Rahmentarifes berücksichtigt der Schiedsspruch überhaupt nicht. Er soll unverändert bis zum 31. Mai 1929 perlängert werden. Die Erklärungsfrist zu diesem Schiedsspruch wurde auf den 2. Juni festgejezt. In einer außerordentlichen Branchenversammlung am Donners tag abend im Gewerkschaftshaus wurde dieser Schiedsspruch mit 257 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Die weiteren Maßi nahmen wurden der Fachgruppenleitung überlassen. Sozialversicherung muß sozial handeln. Reichskonferenz der Augestellten der Sozialversicherung. Fehlbetrag, der durch Maffenbelaffung gedeckt werden soll Dr. Griefer. Daneben wird sie die Forderungen der SozialKöln, 1. Juni. In der gestrigen Kölner Stadtverordnetenversammlung stand die Erhöhung der Straßenbahntarife um 20 bis 25 Pro3. sowie der Tarife für die Gas- und Strompreise zur Beschlußfaffung. Mit dieser Erhöhung sollte ein Gesamtfehlbetrag von 5,9 Millionen Mark gedeckt werden. Nach ausführlicher Begründung durch die Stadtverwaltung, wandten sich Sozialdemokraten, Kommuniften und Mieter entschieden gegen die Boriage und forderten an ihrer Stelle die Erhöhung der städtischen Steuern, während die übrigen Parteien sich im großen und ganzen hinter die Berwaltungsvorlage stellten. Bei der Abstimmung verließen Sozialdemokraten, Kommunisten und Mieter den Saal und führten dadurch die Beschlußunfähigkeit der Versammlung herbei. Die Berufsgewerkschaft der Sozialversicherungsangestellten, der Zentralverband der Angestellten, hat zum 3. Juni die 5. Reichs fonferenz der Sozialversicherungsangestelltem nach Eisenach einberufen. Diese Konferenz wird sich in erster Linie mit der Entwidlung der deutschen Sozialvers icherung beschäftigen. Referent ist Ministerialdirektor versicherungsangestellten zur Neuregelung ihres Dienstrechts zum Gegenstand eingehender Beratungen machen. Die Auffichtsbehörden, die heute noch vielfach ein Genehmigungsrecht bei der Regelung der Arbeits- und Bergütungsbedingungen haben, bemühen sich immer noch, einem wesentlichen Teil der Sozialversiche. rungsangestellten die Rechte aus der Tarifvertragsverordnung aus dem Betriebsrätegesez und aus anderen neueren Arbeitsgesehen streitig zu machen. Die Reichskonferenz wird die Forderungen bes Zentralverbandes der Angestellten auf Neuregelung des Dienstrechts wieder erheben und Wege meisen, wie dieses Recht modern und einheitlich gestaltet werden fann. An der Reichskonferenz werden Dele. gierte der Berwaltungen aller Sozialversicherungsträger aus allen Teilen Deutschlands teilnehmen. Die Hilfsexpedition für Nobile. Deutsche Großflugzeuge in Reserve. Die Führer der schwedischen und norwegischen Hilfsexpedition, die von der norwegischen und schwedischen Regierung ausgerüstet wurden, um nach der„ Italia" zu forschen, hatten gestern in Oslo eine Besprechung über einen gemein. schaftlichen plan. Beide Länder stellen zwei Flugmaschinen zur Verfügung, die zunächst von Spitbergen aus jene Gegend absuchen sollen, in der sich die ,, Italia" wahrscheinlich zuleht befand. Falls die Nachforschungen ergebnislos fein follten, wird man noch einen Versuch mit großen deutschen Dorniermaschinen unternehmen. Rom, 1. Juni. Nach Prüfung aller ernsthaften Anhaltspunkte für Zeitpunft, Natur und Ort des Borfalles, der zur Störung in der Navigation des Luftschiffes Italia geführt hat, hat, wie die Agenzia Stefani" mitteilt, die italienische Regierung beschlossen, daß die„ Citta di Milano" an der Nordküste von Svalbard und be. fonders in dem Gebiet zwischen der Liefde- Bucht und der Straße von Hinlopen, d. h. in einer Entfernung von nicht weniger als 50 und nicht mehr als 160 Kilometer von Kingsban Nachforschungen anstellen soll. Dieses Unternehmen wird in drei Abschnitten durchgeführt werden. nicht erreicht werden kann. Dieses Borgehen zu Bande wird gegen. märtig organisiert, doch soll es erst durchgeführt werden, wenn die Erkundigungen durch Flugzeuge und die Nachforschungen genaue positive Ergebnisse über den Ort erbracht haben, wo sich die Bejagung der Italia" befinden könnte. Wenn die Landung nicht unter gewaltsamen Umständen erfolgte, dann ist in Anbetracht der Mittel, über die die Besagung verfügte, die Hoffnung auf günstige Ergebnisse durchaus gerechtfertigt. Eine Hilfsexpedition Roald Amundsens. Nordpolforscher Roald Amundsen hat sich an die Spitze einer Hilfsexpedition gestellt, die von dem Amerikaner Lincoln Ellsworth finanziert werden soll. Ellsworth selbst trifft in etwa zehn Tagen in Oslo ein und wird sich zusammen mit Amundsen und dem bekannten norwegischen Flieger Dietrichson, ber bereits an der Amundsenexpedition im Jahre 1925 teilgenommen traf der Führer der schwedischen Hilfsexpedition, Kapitän Lorn hat, von Bergen aus nach Spigbergen begeben. Am Donnerstag berg, in Oslo ein, um mit dem Kapitän Riiser Larsen zu vera handeln.. Kapitän Tornberg bestätigte, daß Schweben zmei große Flugzeuge zur Verfügung stellt, die einen 2ftionsradius pon 600 Kilometer haben. Stapitän Tornberg ist jedoch überzeugt, daß dieser Aktionsradius auf das Doppelte erhöht werden fann. Die schwedische Expedition, die frühestens am Sonntag starten zwischen Riiser Larsen und Tornberg wurde eine enge Zusammenfann, wird sich direkt nach Tromsö begeben. In der Besprechung arbeit der beiben Expeditionen erörtert. Zunächst wird die Citta di Milano" durch Entfendung von Batrouillen, die mit Drtslundigen zusammenarbeiten, Erkundigungen einziehen und Nachforschungen anstellen. Außerdem werden die Dampfer hobby" und„ Braganza", die von der Regierung sofort gechartert wurden, bald in Svalbard eintreffen. Darauf werden zwei Flugzeuge, die von der norwegischen Regierung mit entschlossener Hilfsbereitschaft zur Berfügung gestellt worden sind, Nachforschungen anstellen. Der Pilot des einen, Lügow Holm, befindet sich bereits an Bord der„ Hobby", der zweite Pilot ist Riiser Larsen. Die Regierungen Schwedens London, 1. Juni, und der Sowjetunion find hilfsbereit am Wert, Vorbereitungen zu Nach Meldungen aus Tofio wurde an der Nordostküste von treffen, um dies zweite Hilfsunternehmen zu unterstützen. Der dritte Hokaido eine Fisherflotte durch eine Sturzwelle ver Teil des Unternehmens soll der Hilfeleistung für die auf nichtet. 400 Fischer werden vermißt; man befürchtet, daß sie ergefundene Bejagung dienen, falls sie auf dem Wasserwege| trunken find. Eine amtliche Bestätigung steht noch aus. 400 japanische Fischer ertrunken. Ihr Gedenken. Skagerrakfeier im Clou— eine Parade der Generale. Feier im Clou, dem Konzerthaus Berlins. Zu Ehren des 12. Jahrestages der Seeschlacht am Skagerrak. Alle sind sie da, die Admiräle von gestern: von Throta, Scheer, von Schröder, von Holleben und wie sie heißen. Schmetternde Marschmusik, die Bootsmannsmotenpfeifen schrillen„Zur Flaggenparade", Befehl„Oberdeck stillgestanden!", Gedenkrede von Throtas: Macht... Krast... Disziplin... Todesmut... treue Kameradschaft. „Den alten Skagerrak-Kämpsern ist es dabei sicherlich recht heimatlich zu Sinn geworden", fügt ein bürgerlicher Bericht hinzu. Heimatlich? Bei der Erinnerung an die Seeschlacht am Stöger. rat, in der Tauseiche verstümmelt worden und Tausend««inen grauenvollen Tod fanden? Wem war der Schützengraben, wem das Schlachtfeld Heimat? Sicherlich nur solchen, die nicht dabeigewesen sind. Und diese Gedenkrede: Macht, Kraft, Disziplin, Todesmut, treu« Kameradschaft... Mit einiger Bitterkeit erinnert man sich daran, daß gerade jene, die diese Worte heute schon wieder überheblich in olle Welt hinausschmettern, es gewesen sind, die Todesurteile, ohne zu zögern, unterschrieben, vor denen selbst höchste Richter zurück. schreckten. Man erinnert sich der erschütternden Ergebnisse der Untersuchungen im Reichstagsausschuß über Schuldfrage im Kriege. Ist das olles schon vergessen? Es ist vergessen. Bergessen eben von jenen, die sich«rinnern sollten. Aber ihr Erinnern haftet an der glänzenden Oberfläche. An jener glänzenden Oberflächlichkeit einer herrschenden Schicht, die ein ganzes Volt ins Unglück stürzte. Sie sind unbelehrbar, weil sie nicht lernen wollen. Franz Kotzke, Gauleiter des deutschen Textilarbeiter-Verbandes in Berlin, vollendet am 2. Juni sein 60. Lebensjahr. Kotzke, ein gebürtiger Berliner, erlernte die Teppichweberei, seiner gewerkschaftlichen Organisation schloß er sich bereits in ihren Anfängen an. Seit 1906 bekleidet er seinen jetzigen Posten. Auch der politischen Arbeit hat Kotzke sich schon frühzeitig gewidmet. Er wurde erst zum sozialdemokratischen Stadtverordneten gewählt, von 1920 ab ist er Vertreter des Wahlkreises Frankfurt a. O. im Reichstag. Raupenplage im Ruhrgebiei. Bekämpfung durch Gifigose. Gelsenkirchen-Baer. 1. Juni. Die Waldungen im Stadtteil B ü l s e und Bergmanns- glück sind in den letzten Tagen von einer gefährlichen Raupe heim- gesucht worden. Die zu Tausenden urtd aber Tausenden auftretsnden Insekten haben sämtliche, vor ollem aus Eichen bestehenden Hol» zungen kahl gefressen. Di« Raupen dringen sogar in die Wohnungen ein, so daß die Bevölkeru..g durch die städtisch« Gefundheitspolizei und die Unfallwache mit Giftgasen von dieser Plage befreit werden mußte. Stellenweis« sind die Straßen vollständig mit Raupen bedeckt. Wetterbericht aus deutschen Reifegebieten. Herausgegeben von der Oeffentli'chen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Borkum: neu« Aufheiterung. Westerland: teils heiter, teils wolkig, nachts kühl. Bremen, Hamburg: kühl, Werterbesserung. Osts««. Warnemünde: n»eist wolkig mit Abkühlung, morgens Aufheiterung. Stettin: Abkühlung, gegen morgen Aufheiterung. Stolp, Danzig.Zoppot: kühl und meist wolkig. harz. Schierke: plötzlich« Abkühlung mit Wetterverschlechterung. Horzburg: kühl, teils heiter, teils wolkig. Bad Sachsa: Plötz- liche Abkühlung, teils heiter, teils wolkig. Brocken: Abkühlung mit Schauern. Thüringen. Erfurt: Abkühlung. Jnfelsberg, Eisenach: kühl, teils heiter, teils wolkig. Hessen. Wasserkuppe/Rhön: vielfach starker Nebel. Sachsen. Dresden: Abkühlung mit Gewittern. Annaberg: teil» heiter, teils wolkig. Fichtelberg(Erzgeb.): Abkühlung, nachts Regeir. Schlesien. Breslau: Abkühlung mit Regenschauern. Ftlnsberg: plötzliche Abkühlung und veränderlich mit Schauern. Schreiberhau: kühl und messt heiter. Reinerz: teils heiter, teils wolkig. Landeck: teils heiter, teils wolkig, nachts kühl. Schneekoppe: Abkühlung mit wiederholten Regeniällen. Bheingebiel. Bad Aachen: Abkühlung. Köln: plötzliche Ab- kühlung, teils heiter, teil? molkig. Koblenz: teils heiter, teils wolkig, gestern warm. Wiesbaden: meist heiter, gestern warm. Frankfurt a. M., Feldberg/Taunus: vielfach heiter und warm. Baden. Karlsruhe: heiter und wann. Baden-Baden: teil» heiter, teils wolkig. Württemberg. Stuttgart, Friedrichshafen, Freudenstadt: meist trüb«. Bayern. Hof: Abkühlung. Würzburg. Fürth, München: meist wolkig und warm. Garmisch-Partenkirchen: veränderlich mit Schauern. Berchtesgaden. Oberstdorf: oerändertich mit Schauern. Bad Tölz, veränderlich mit Schauern, gestern warm. Tegernsee: veränderlich mit Schauern. Zugspitze: nachmittags Gewitter. Oesterreich. Innsbruck: Wkühlung mit Regen. Salzburg: Ab- kühlung mit starken Regens ällen. Wien: meist wolkig. m Wetterbericht der össenMchen Welterdienssstelle Verlin und Um- gegend.(Nachdr. vcrb.) Trocken und ziemlich heiter, nachts sehr kühl, am Tage etwas Erwärmung..?ür Deutschland: Nirgends wesentliche Niederschläge und überall ziemlich kühl, in der nördlichen Halste des Reiches ziemüch heiler. Pfaffe« und Gegenpfaffen. Oer anstößige Katholik Mozart. Nichts fördert die Interessen einer Partei besser als kurzsichtige Gewaltpolitik der Gegenpartei. Die Kirchenaustrittsbewegung blüht um so kräftiger, je mehr engstirnige Pfajsenschikane den Menschen verletzt. Gerade angesichts des Todes ist solche Zeloten-Kleinlichkeit widerlich, wie sie neulich hier geschildert wurde, al» ein weihevolles Grablied durch einen Volkschor auf dem Friedhof nicht gesungen werden durfte, weil es nichts von Gott, nichts von Jesus im Text enthielt. Brav. Herr Pfarrer! Das kann die Kirchenaustrittsbewe- gung sehr gut brauchen! Aber— wird nur drüben gesündigt? Nicht auch hier? Leider haben auch wir„Pfaffen" an wichtigen Stellen. So geschah es vor kurzem, als ein Mitglied des Berliner Bolkschors einge- äschert wurde, das dem Freidenkerbund angehörte. Auch hier sollte ein Groblied, von Chormitgliedern gesungen, der Sangesfreundin den letzten Gruß bringen, lind— man würde es kaum glauben— der„Gegenpfaffe" verhindert« den Gesang, weil das Lied„katho- lisch" sei! Was aber war dies„verbotene" katholische Lied? Eines der allergrößten Kunstwerke aller Zeiten, ein Lied, das Mozart ge- schaffen und durch das er im Volke weit berühmter geworden ist als durch alle feine anderen Werke, die— auf der Bühne oder im Konzertsaal— ja doch nur den wenigen, zahlungsfähigen Schichten «mgehörigen, zugänglich find—, ein Lied, das bei allen Trauerfeiern als weihevollster Todesgefang die Hörer tief erschüttert und zugleich durch feine herrlichen Harmonien erhebt und tröstet,«in Lied, dos die Klage um den, der für die Menschheit den qualvollen Kreuzestod erlitt, ms allgemein-tneisschliche verklärt, ein Lied, das wir zu Rosa Luxemburg's Trauerfeier gesungen hoben, Mozarts„Ave verum", in dessen Tönen die Unsterblichkeit weht. Man faßt sich an die Stirn! Das fall„katholisch" sein? Weil es von einem Katholiken komponiert ist? Weil es einen lateinischen gläubigen Text hat? Ja, leben wir denn noch im Mittelalter, daß solche„Ketzerrichter" über die höchsten Glücksgütcr, die uns die Musik schenkt, das Verdammungsurteil sprechen dürfen? Gibt es unter den„Freidenkern" nicht eine ausschlaggebende, kulturell hochstehende Persönlichkeit, die solche Kulturblamagen verhindern kann? Und abgesehen von der Schande, wie schädlich in propagandistischer Hinsicht wirken solche„Verbote". Ein altes Wort von Wilhelm Lieb- knecht wird berichtet, es lautet:„Die Antipfaffen sind mir noch mehr zuwider als die Pfaffen!" Dr. Alfred Guttmann. Gchönberg-Abend. Konzert in der Neuen phonographischen Gesellschast. Zu einem Schönberg-Abend in den Räumen der Reuen Phonographischen Gesellschast hat die Orts- gruppe Berlin der Internationalen Gesellschaft für Reue Musik eingeladen, für den besonderen Zweck verbunden mit dem Berein ehemaliger Hochschüler der staat« lichen akademischen Hochschule für Musik in Berlin. Der Derein mit dem umständlichen Mrmen hat vor kurzem erst im Meistersaal«in Konzert mit Werken von Paul Hindcmith, dem Hochschullehrer und Kollegen Schönbergs, gegeben, das ebenso unher- kömmlich wie anregend oerlief. Junge Menschen der Tat und der sachlich-positiven Arbeite solche Veranstaltungen einer vorwärts- gerichteten, früh zur Mitverantwortung ensschlvssenen Musikjugend sind als Symptom eines guten Zeitgeistes mit herzlicher Sympathie zu begrüßen. Publikum dieses Schönberg-Slbends, an dem nichts von Widerspruch oder Ablehnung laut wird? Ein kleiner Kreis er- gebener Anhänger, unter ihnen die Stammgäste der.Inier- nationalen"— klein, doch groß genug, um den Raum, der ihn nicht faßt, zu überfüllen und die Atmosphäre mit unbedingter Zustimmung zu sättigen. Junge Leute stehen, sitzen herum, lesen mit, leben mit, dos Bild wäre durchaus erfreulich— wäre nicht so unsagbar uner- freulich, was hier von abgerichteten Musikanten dem Ohr systematssch präparierter Hörer— die Schönberg-Spezialisten sind unter sich— an Musik geboten wird: drei Lieder aus den.„Hängenden Gärten", kleine Klavierstück«, eine Suite für Klovier, ein Sonotensatz für Klavier und Bioline, Erzeugnisse antimusikalischer Spekulation, nach Gesetzen konstruiert, deren erstes, geschrieben oder ungeschrieben. Auf- Hebung aller Musik bedeutet. Das ist ein Tatbestand, der durch die Jahre nicht gemildert wird und durch keinen Einführungsvortrag aus der Welt disputiert werden kann. Der Respekt vor einem hochentwickelten, leidenschastlich-prözis arbeitenden' Kunstverstand, vor fanatisch ernstem Kunstwillen und unerbittlicher Kunstüberzeugtheit— der Respekt, der sich der seltenen Verbindung so hoher Eigenschaften nicht versagt, darf uns nicht von dem Kern des Problems ablenken, das der Fall Schönberg darstellt. Jüngst in Schwerin Hot er sich in seiner ganzen Hofsnungslosigkeit. nun hat er sich von neuem in oll seiner Gefährlichkeit geoffenbart. E» sind Umstände von werbender Kraft, die dos Schaffen Schönberg« begleiten, suggestiv« Hilfskräfte der Persönlichkeit, die dem Kompo- nisten dienstbar sind, und«» ist eine nachhaltig zwanghast«, ober es kann nur eine äußerst verhängnisvolle Wirkung sein, die von diesem starken, rettungslos oerirrten Musikergeist ausgeht. Klaus Pringsheirn. Küsse, die töten. Smetka-Palast. Auf Beranlassung und nach dem Manuskript von Dr. Tartann Malachowski, Ritter der französischen Ehvenlegion, wurde dieser Film gedreht, den man in Frankreich ein« nationale Tat nennt. In sehr mutiger und sehr eindrucksvoller Art weist er auf die Gefahren der Geschlechiskrankheiten hin. Dabei zeigt er durch die Erlebnisse eines brelonifchen Fischers, der sich als Marinesoldat angesteckt hat, sich aber in sachgemäße Behandlung begibt und sich auch seiner Braut offenbart, daß noch alles zum Guten gewendet werden kann. Obwohl wir schon eine ganze Serie von Aufklärungssidnen hinter im» haben, darf man es nicht persöumen. auch diesen Film wegen seines Ernstes zu loben, Vom rein künstlerischen Standpunkt aus muß man freilich sagen. er könnte besser gemacht sein. Technisch ist er. oft unerträglich, weil er gar zu wirr die Weltreise des Matrosen erzählt. Di« Bilder wirbeln derart durcheinander, daß einem das Hinsehen verleidet ist. Zudem kann uns Jean C h o u x, der Regisseur, auch nicht immer zusagen. Er wechzet sich mit besonderem Nachdruck, der leider in Naivität ausartet, an die Soldaten und bekundet zugleich eine schwärmerische Lieb« für die Kriegsmarine. Jean Choux liebt auch dr« Landschaft, doch bleibt sie bei ihin eine willkürliche Bildsolge. Mensch und Landschaft haben bei ihm nichts miteinander zu tun. Er verquick! Roman und Theater, aber er schafft keinen Film. Ueberdie, paßt sich Alfred Halm» deutsche Bearbeitung nicht ge- nügend unserem Empfinden an. Seme äußerst kernige Erscheinung kommt G. O l t r a m a r a für die Rolle des Fischers gut zu pah, doch spielt er für unseren Geschmack gar zu großes Theater. Die weibliche Hcmptdarstellerin Claude Harold sagt uns weit mehr zu. Fabien F r a ch a t spielt den kleinen Pierre sehr frühreif, e. b. Erwerbung der Ochs'schen Noienschahe. Eine der bedeutendsten Musikalienbibliotheken der Welt, die von Siegfried Ochs, stand vor der Auflösung. Bekanntlich tritt Ochs nach Erreichung der Altersgrenze von der Leitung des Chors der Staatl. akadem. Hochsdzule zurück. Seine in Jahrzehnten gesammelten Notenschätze verlieren also ihren Sinn. Ochs entschloß sich, sich van seiner kostbaren Bibliothek, die etwa 250 Werke mit allen Orchester» stimmen und Chorstimmen in 200— ZOOfocher Besetzung, Klavier- ouszüge usw. enthielt, zu trennen. Bevor die gesehäftstüchtigcn Musikaliengeschäft« aber dies« Bibliothek erwerben konnten, war der DAS. zur Stelle und es gelang so, dank dem Entgegenkommen von Och», für die Arbeiterschaft eine der wichtigsten Musikbibliotheken zu gewinnen. Die Bibliothek, die viele Schränke umfaßt, wird in den Räumen des Bundes, Elbinger Straße 4, aufgestellt und soll min zur Belehrung aller Fachleute und zur Unterstützung aller Volkschär«, denen das Notenmaterial leihweise zur Verfügung steht, dienen und die Tradition Ochs scher Chorgesangspfleg« der singenden Arbcitersd)ast vermitteln._ preußischer philologeniag in Oanzig. Di« Tagung wurde eingeleitet-durch«in« eingehe nide Besichtigung des alten Danziz. Am Vormittag fanden besondere Dersamm- langen der Arbeitsgemeinschaft der Direktoren, des Verbandes der Studienassessoren und Referendare und der Arbeitsgemeinschaft der Mädchenschulphilologen statt. Auf der Vollsitzung des Nachmittags wurden ein« unüberfeh- bore Fülle von Einzelfragen beraten. Es seien nur einige heraus- gehoben. Der Verband hält fest an der neunjährigen höheren Schule für Rormaibegabte. Die Aufbcnsschule sei nur zuzulassen auf dem Lande für besondere lesstungssähig« Kinder. Für die körperliche Cr- tüchtigung der Jugend sind Mittel zur Beschaffung von Spiel- und Spottplätzen bereitzustellen. Di« Uebmigen sind zu leiten von Philo- logen, die gleichzeitig die Befähigung für Leibesübungen besitzen. Zur Durchführung der Schulreform ist die Pflichtstuirdenzahl der Philo- logen zurückzuführen auf höchstens 22 bzw. 20 und 18. und die Schülerzcchlen der Klassen dürfen 30, 25 und 20 in den Unter-, Mittel- und Oberklassen nicht übersteigen. In der Befokdungsfrage wendet sich der Verband gegen die Zurücksetzung der Philologen gegenüber den anderen höheren Beamten. Oer zweite Deutsche Tänzerkongreß. Für den Tänzerkongreß, der in den Tagen vom 21. bis 26. Juni in Essen stattfindet, ist jetzt sowohl das Festspiel- wie dos Arbeitsprogramm festgestellt. Am 21. Juni wird die neu« Tanzbühne am Stadttheater Essen, am 22. Juni das Ballett der Staatstheater von Berlin und München auftreten. Der 23. Juni bringt im Rahmen eines Kammertanzobends die Kammertanzgruppe Laban, ferner Dvonn« Gcorgi und Harald Kreutzberg, Gret Palucca, Vera Skoronel. Edgar Frank, Rosalia Chlodek u. a. Der 24. Juni wird sich mit der neurussischen Tanzkunst in Theorie und Praxis be- fassen, am 25. Juni tanzt Mary Wigman, der 26. Juni schließlich�l� bringt Mozart»„Idomenec".— Die praktische Arbeit des Kongresses wird sich auf die Tage 22., 23., 25. und 26. Juni vormittags ver- teilen, und Zwar werden am 22. künstlerische Fragen(Theatertanz und Tanztheater) behandelt werden, am 23. Juni wird über Chorea- logie und Tanzschrift gearbeitet werden, am 25. Juni über tanz- pädagogische Fragen und am 26. Juni über die Probleme des Laientonzes. Die Arbeit wird sich so abwickeln, daß jeweils ein objektives kurzes Hauptteferat gehalten wird, das die Probleme ohne Stellungnahme im einzelnen aufrollt. Anschließend Referate über Einzelfragen und freie Diskussion über die jeweiligen Probleme. Di« Referate haben hervorragende Fachleute, u. a. KZirt Joos-Essen, Fritz Böhme-Berlin, Dr. Lemmel-Saalseld, Martiji Gleisner-Berlin, Professor A. Levinsohn-Berlin u. a. übernommen. Zur Diskussion werden prominente Vertreter sprechen und demonstrieren. „Kannibalentanz der Roheit." Vernichtendes Urteil Lunatscharskis über das Sowjetschulwesen. Der Bolkskammissar für Unterricht und Biidungswesen, Luna- tscharski, hat vor einigen Tagen in einer großen Arbeiteroersammlung in Leningrad einen Vortrog über dos Schulwesen und die Erziehung der Jugend in den Sowjetländern gehalten, in weld)em er sich auf- sollend scharf und kritisch äußerte. Lunatscharski ging davon aus, daß ihm häufig aus Arbeiterkreisen Klagen über die Verwilderung und Verwahrlosung der Schuljugend eingereicht würden. Er müsse diese Beschwerden als berechtigt anerkennen, denn die erzieherische Arbeit in den Sowjetschulen sei„unter aller Kritik". Di« Schul« konzentriere ihre ganze Arbeit nur auf die Vermittelung von Kennt- nissen und leiste in dieser Hinsicht recht Anerkennenswettes. Die eigentliche Erziehung der Kinder werde aber so gänzlich vernachlässigt, daß einerseits die ärgste sittliche Verwilderung«inreiße und anderer- seits sogar in einzelnen Fällen die Gründung von Geheim ver- bänden mit sowjetseindlicher, ja sogar gegenreoolutio- närer Tendenz festgestellt worden ist. Der Volkskommissar beschwerte sich darüber, daß diejenigen Lehrettreis«, welche dos Uebel erkennen, nichts Besseres vorzuschlagen wüßten, als„eiserne Strenge". E» handle sich nicht um Strafmaßnahmen, sondern um wirkliche erzieherische Arbeit, welche die Kinder in den Schulen zur Selbstzucht und zur Erkenntnis d-es Wertes der Selbstbeherrschung führen würde. Weiter äußerte sich Lunatscharski außerordentlich scharf gegen das rohe und unsittliche Verholten gegenüber dem weib- lichen Geschlecht, welche» in den älteren Schulklassen und auch auf den Hochschulen sich breitmache. Lunatscharski geißelte mit bitteren Motten den.�kamiibalentanz der Roheit", dem unter ollen Um- ständen ein End« gemacht werden mühte. Die ausführliche Wiedergabe dieser Rede in den Leningrader Sowjetblättern läßt erkennen, daß Lunatscharski in der Tat eines der aktuellsten Probleme besprochen hat, zu dessen Lösung er aller- dings mehr.theoretische Betrachtungen als praktische Vorschlön bringt._ „Faust'» Verdammung', daS große Choriverk mit Orchester von Hello Berlioz. da» aus dem Deutschen SlrbeitersSnger-vundeZfelt in Hannoner(IS.— 16 Juni) anlgesubtt werden sog. wird am Kt Juni. 10'/, llbr, im Berliner Sportdalast ,ur Voraussildruiig gelanaen. Unier Dr. Ernst Zander« Leitung sind etwa 1000 Mitwirkende daran beteiligt. Karten bei Bote& Bock, an den Theatertassen Wertbeim. in der Gaugeschält«. stelle Schneider, Hufeiandftr. 31 und an de» durch Plakat keanllichen Stellen. Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 1. 6. 28 Staats- Oper Unter d. Linden 12 Uhr: SinfonieMittagskonzert Anf. 20( 8 U. 9. Sinfoniekonzert Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 105. Anf. 20( 8) U. Der schwarze Domino Freitag, 1. 6. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV Anf. 192( 72) U. Die Hochzeit des Figaro Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 110 Anf. 20( 8) U. Zwischen tanzenden Kleidern Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Müllers Prinzesschen. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. NEUE WELT Arnold Scholz. Hasenheide 108/14. Täglich: Gr. Gartenkonzert u. gr. Revue 100 Jahre Rauf und Runter Dienstag, Donnerstg., Sonnab., Sonntg. Tanz unter Palmen. Konzert ab 6 Uhr, Im Garten oder Saa! 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Die Komödie Saltenburg- Bühnen Bismarck 2414/7516 81 Uhr Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Dts. Künstler- Th. 81 Uhr Verbrechen ( ,, Crime") Planetarium am Zoo Berliner Theater Verlang. Joachimsthaler Straße Charlottenstr.90/ 91.05nh.170 81, U. Ende geg. 11 Gastspiel d. Deutschen Th Der Proze Noll. 1578 Freitag, den 1. Juni nachmittags 3 Uhr Trabrennen Ruhleben Sonnabend, den 2. Juni nachmittags 3% Uhr. Verkehrslokal E der organisiert. Arbeiterschaft Willy Hoffmann BERLIN N, Lychener Straße 8 Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 81, Uhr Verlorene Töchter oder Das Mädchen aus dem Freudenhaus Nur Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4,- nur 60 Pi. 16%, 18, 19, 21 U. Thalia- Theater Im Reiche der Mitternachtssonne Eintritt 1 M. Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Mary Dugan Kinder unt. 15 Jahren 0.50 Dyckerpotts Erben Theater des Westens Steinpl. 931 8 Uhr woman Max Adalbert Das Ekel" SCALA s Uhr Nollendor 7360 Kleines Theater Heute Premiere Täglich 8 Uhr: Rosa Valetti, Eugen Rex in Die Großschnauze arnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm, 2110. Täglich 72 Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8 Uhr Broadway mit Herb. Williams der eigenartigste amerikanische Excentrik- Star sowie die übrigen Varieté- Sensationen! Sonnabends u. Sonntags te 2 Vorstellungen: 330 u. 8 Uhr- 330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Renaissance- Theater Steinplatz 901. Uhr: Krankheit der Jugend PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 4. Juni BTL Potsdamer Straße 38 Harry Plel in Mann gegen Mann Rheinstraße 14 Schwejk in russ.Gefangenschaft Rod la Rocque, der Bandit Odeon, Potsdamer Str. 75 Die Durchgängerin mit Käthe v. 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Madame wagt einen Seitensprung Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Der Geliebte seiner Frau Heppla, wir fliegen Bühne Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Agnes Esterhazy, Louis Ralph, Paul Heidemann in Flucht aus der Hölle Bühnenschau Tempelhof Das Mädchen der Straße mit Tivoli- Lichtspiele Carmen Boni Präriebanditen Südwesten Film- Palast Kammersåle Teltower Straße 1-4 Rosen aus dem Süden Charlott etwas verrückt Tempelhof, Berliner Str. 97 Charlie Chaplin, Jackie Coogan in The Kid Luciano Albertini in Der größte Gauner des Jahrhunderts Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Osten Kolibri Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Kosmos- Lichtspiele Belle- Alliance- Platz 2 Harry Piel: Bezwinger der 1000 Gefahren Gutes Beiprogramm Die Kaiserjäger Die große Ausstattungs- Revue: Entzückt, Beglückt, Verrückt Das gute Belprogramm Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Er geht rechts- Sie geht links Bühne: Berlins lustigste Revue: ,, Das ist richtig!" Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Das Spreewaldmädel Bühnenschau Concordia- Palast Andreasstraße 64 Der gelbe Paß( Kontrollmädchen) Man steigt nach Große Bühnenschau Friedrichsfelde Nur avaren Zum Kopfwaschen Herst Friedr. Sauer- 6- m- b- H- Gotha. Großdestillation Ernst Friedrich, Belle- Alliance- Str. 3 Flaschenverkauf zu Engros- Preisen Skala- Lichtspiele Humboldt- Theater Schönhauser Allee 80. Wenn die Mutter und die Tochter Der Landarzt Bühne: Filmnachwuchs- Schönheitskonkurrenz Große Bühne Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Das Frl. von Argentinien 0 Jugend, wie bist du so schön Auswanderer gesucht Weißensee Schloßpark Film- Bühne Kammerlichtspiele Berliner Allee 205-210 Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Der fröhliche Weinberg mit Carl de Vogt Der nächtliche Kämpfer mit Fred Thomson LSP Norden Lichtspiele am Senefelderplatz R. A. Roberts in Fürst oder Clown Pique Dame mit Jenny Jugo Die Kaiserjäger Bühne: Große Ausst- Revue: Wir wollen lachen Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Ein Seitensprung ins Ehebett Die Insel der Gestrandeten Gesundbrunnen Alhambra Müllerstr. Alhambra" Trommelfeuer der Liebe Auf der Bühne die große Revue: Liebe, Lenz und Mädchenbeine Metro- Palast Chausseestraße 30 Die Braut am Scheldewege Bühne: Die Macht der Blumen Große Bühnenschau Badstraße 58 Wenn ein Weib den Weg verliert ( Café Elektrio) Große Bühnenschau Badstraße 19 PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 4. Juni Charlottenburg Scampolo, das Mädchen der Schlüter- Theater Straße mit Carmen Boni Versiegelte Lippen Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Majestät schneidet Bublköpfe Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Die Geliebte des Gouverneurs Magda Sonja in Mit Lindbergh um die Welt Wunder der Wildnis, der große Faun- Lichtspiele Afrikafilm Große Bühnenschau Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Henny Porter in Lotte Belprogramm und die ausgew. Bühnenschau Palast- Theater Breite Straße 21 a Carmen Boni in Das Mädchen der Straße Reinickendorf- Ost Krumme Str. 37, gegenüb.Trinitatiskirche Pat und Patachon auf dem Wege zu Kraft und Schönheit Die Fremdengasse v. New York Jugendliche haben Zutritt Emelka- Palast Kurfürstendamm 68 Uraufführung: Küsse, die... töten( Ein Film von verheimlichten Sünden) Schöneberg früher Bürgergarten- Lichtsp. Titania( uta Schöneberg) Hauptstr. 51 und Lindauer Straße H. Liedtke und Chr. Tordy in Amor auf Ski Tom Mix in Die Todesfahrt auf dem Black River Bühne: Kunterbunt Jugendliche haben Zutritt Nieder- Schönhausen Ballschmieder- Lichtsp. Film- Palast Badstraße 16 Die Durchgängerin Tragödie im Zirkus Royal Große Bühnenschau Blankenburger Str. 4 10 Tage, die die Welt erschüttert. Die Sandgräfin Hauptstraße 49 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Schwejk in russischer Gefangenschaft Ausgewähltes Beiprogramm Steglitz Titania- Palast Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Chikago Auf der Bühne: Claire Feldern Die ber. musikalische Parodistiq föeilage Freitag, 1. Juni 1928 toHUnwft SfLalcuiX/faße Ael)/ofvyvs4l Hödels Nachfolger Nobiling Das Kaiserattentat und seine Urheber./ von Bruno Aitmann. Am 2. Juni 1878, also kaum einen Monat nach der Demon- strationsschießerei Hödels, hat Karl Nobiling ein Attentat gegen Wichelm I. verübt. Bei ihm darf man von einem Attentat sprechen, denn die Absicht, den Kaiser zu ermorden, geht aus der Tatsach« hervor, daß er als guter Schütze nach ihm zielte, ihn traf, und daß er hinterher vorbehaltlos zugestand, den Monarchen töten zu wollen. Wilhelm I. wurde verwundet. Nobiling jagte sich selbst mit seiner Schrotflinte eine Kugel ins Hirn und erlitt dabei so schwere Ver- letzungen, daß er ein paar Monate später starb. In dieser Zeit zwischen Tat und Tod lag er in der Krantenzelle des Untersuchungsgefängnisses und redete, wenn er überhaupt redete, meistenteils recht konfuses Zeug. Er gewann das Bewußtsein nie- mals in dem Maße wieder, um in größeren Zusammenhängen zu- treffende Auskünfte zu erteilen. Bestimmt formulierte Fragen konnte er zuweilen beantworten. Diel mehr als ja und nein brachte man aus ihm nicht heraus. Gelegentlich entsann er sich auch noch aus Vorgänge, die in Verbindung mit seinem Attentat Interesse gewannen. Zu einem abschließenden Verhör über sein Vorhaben und dessen Motive konnte man aus dem Mann, der mehr lallte als sprach, mehr in Erinnerungsbruchstülken herumtastete als wirkliche Besinnungen fertig brachte, nichts herausbekommen. Es existiert nur ein einziges Protokoll, das mit Nobiling aufgenommen wurde. Untersuchungsrichter:„Ist das Attentat denn allein beschlossen oder mit anderen?" Nobiling:„Ich habe es noch mit anderen beschlossen." Untersuchungsrichter:„Waren es sozialdemokratische Parteigenosien?" Nobiling:„Nein!" Der Untersuchungsrichter wollte noch mehr fragen. Nobiling verlor das Bewußtsein. Man stellte noch wiederholt Versuche an, ihn zu vernehmen. Es war immer vergebens. Die Behörden haben sich redliche Mühe gegeben, Nobiling gesundheitlich soweit herzu- stellen, daß er wenigstens gelegentlich vernünftige Auskünste erteilen konnte. Es ist ihnen nicht gelungen. So ist man denn auf die Nachprüfung seiner Vergangenheit angewiesen, um festzustellen, was ihn bewogen haben mochte, das Attentat aus den Kaiser zu oerüben. War Nobiling Sozialdemokrat? Für die Regierung Bismarck und die Justizbehörden standen wie im Falle Hödel von vornherein politische Motive fest und innerhalb dieses Komplexes wurde auch hier einfach die Behauptung unter- stellt, daß ein Sozialdemokrat es begangen habe, daß sozialistische Gesichtspunkte maßgebend gewesen seien und daß das Attentat einen komplottmäßigen Charakter ge- habt habe. Unter der Herrschast dieser Annahme suchten die Be- Hörden Nobilings Lebenslauf ab. Der Staatsanwalt T« s s e n d o r s leitete das Ermittlungsverfahren. Er fand einen Amtmann G n e i st zu Domnitz bei Torgau und der bezeugte ihm folgendes: Schon im Alter von 2S Jahren hat der damalige Landwirtschaftspraktikant Nobiling ihm gegenüber mehrfach kommunistische Ansichten ge- äußert. Als er später sein abgebrochenes Studium der National- Ökonomie in Halle wieder aufnahm, sei er ein wüster Sozialist ge- »esen. Er las Lassalle und hielt die Zeitung der„Neue Sozialdemokrat". Im persönlichen» Verkehr mit Studenten und anderen Leuten seiner Umgebung habe er es ganz schlimm getrieben. Da habe er Aeußerungen wie„Ich weiß nicht, zu welchem Zwecke Stände, Fürsten, Könige da sind": Aeußerungen, wie„Eigentum ist Diebstahl, die dermalige staatliche und gesellschaftliche Ordnung muß umgestürzt werden, alles muß in eine gemeinsame Kaste fließen, be- sonders dos Erbrecht der Dynastien muß abgeschafft werden", getan. Tessendorf nahm von jedem Gespräch, das Nobiling in politischen Angelegenheiten mit Dienstmädchen, mit Wirtinnen, zufälligen Tisch- genosten in Kneipen und Restaurants gehabt hat, Notiz, um daraus hochpolitisches Kapital zu schlagen. So brachte er schließlich eine Sammlung von Sprüchen und Sentenzen zusammen, die Nobiling als knallroten Revolutionssozialisten, wenn nicht gar als Anarchisten erscheinen ließen. Wae« ist des Menschen Vaterland? Irgendwann hat Nobiling ein Gedicht in Nachbildung des be- kannten Liedes„Was ist des Deutschen Vaterland?" fabriziert. Das war ein Jahr vor dem Attentat. Er hat es einem Dresdener sozio- listischen Blatt zugeschickt, die Redoktion hat den Abdruck verweigert. Nun summte ihm jetzt, da er fast immer besinnungslos im Unter- suchungsgefängnis lag, dieses Gedicht in seinem halbzerschmetterten Schädel herum, und er schrieb es in kritzeliger Schrift auf Papier: „Was ist des Menschen Vaterland? Ist's das glorreiche Frankenland? Das Land Dantons, Marats, Voltaires? Das Land Rousteaus und Robespierres? Das aller Welt das Licht gebracht nach tiefer Knechtschaft, Schmach und Nacht? O nein, sein Vaterland muß größer sein." Nach dem Vorbild des Arndtschen Liedes stellte Nobiling nun in jeder weiteren Strophe einleitend die Frage:„Was ist des Menschen Vaterland?" Der Hinweis auf jeden einzelnen Staat wird dann immer als unbefriedigende Antwort abgewiesen, so Großes den Völkern im Dienste der Menschheit auch nachgerühmt wird. Zum Schluß beantwortet Nobiling selbst die Frage: Was ist des Menschen Vaterland? So nenne endlich mir das Land! Soweit der Menschen Zunge klingt llnd man der Freiheit Lieder singt. Wo alles gleich ist, olles recht, Wo keiner Herr ist, keiner Knecht. Das soll es sein, das soll es sein, Die ganze Menschheit soll es sein, Dann kann die Freiheit ruhig sein. Ihr' Hüter werden alle sein. Was Tessendorf unterschlagen hat. Das waren die Zeugnisse, die der Staatsanwalt Testendorf für Nobilings angebliche sozialdemokratische Gesinnung beibrachte. Er unterschlug alle die Aeußerungen und Kundgebungen, in denen sich Nobiling politisch ganz anders darstellte. Einer ganzen Reihe von Leuten hat Nobiling erzählt, daß er der Nationalliberolen Partei am nächsten stehe. Es ist schon richtig, daß der Mann sozialistische Versammlungen besucht hat. Er ist ober dort als Oppositionsredner aufgetreten. Das wurde der Oeffentlichkeit verschwiegen. Nobiling war den Dresdener Sozialdemokraten bekannt. Sein Auftreten charakterisierte das dortige Parteiorgan im Juni 1877, also ein Jahr vor dem Attentat, anläßlich einer Diskussionsrede als„gehässiges Gebaren eines Gegners". Alles gegeneinander gehalten, sagen die politischen Aeußerungen nichts Bestimmtes. Der Mann war trotz seiner 30 Jahre politisch vollständig unreif. Es ist überhaupt eine Frage, ob er die Fähigkeit zur Unterscheidung politischer Systeme gehabt hat. Seine Tat ver- dient sicher mehr nach außenpolitischen Motiven gewertet zu werden. So gesehen wird sie auch verständlich. Schiffbrüchig und verzweifelt. Nobiling hatte mancherlei Pläne. Er war als Hilfsarbeiter im Landwirtschaftlichen Ministerium tätig und konnte sich dort nicht halten. Er arbeitete dann im Dresdener StatistisHen Seminar und verlor auch da seinen Posten. Nirgends konnte er so recht Fuß fasten. Und nun stand Nobiling da als Schiffbrüchiger, als Ver- zweifelter— mit der.Syphilis behaftet und von dem Bewußtsein geplagt, seine Freundin, die in der Charite lag, angesteckt zu haben. Nein, den Mann hat kein politisches Motiv aufgewühlt und kein Fanatismus ist in ihm wach geworden. Nobiling war eine Hero- stratennatur. Für diese Menschen war die damalige Zeit sehr ge- fährlich. Vor ein paar Wochen hatte Hödel seine Schüsse gegen den Wagen des Kaisers abgegeben. Die bloße Unterstellung der Be- Hörden und der Presse, daß hierbei eine Attentatsabsicht vorgelegen habe, hatte den minderwertigen Burschen in wenigen Tagen zu einem vielgenannten Exemplar der menschlichen Spezies gemacht. Sollte davon nicht auch er, Nobiling, profitieren? Ihm gebührte minde- stens doch der gleiche Lorbeer wie dem Hödel, zumal er entschlosten war, nicht nur einen theatralischen Streich wie jener, sondern ein wirkliches Attentat auszuführen und diese Tat mit einem ebenso ernst gemeinten Gewaltakt gegen sich selbst zu oerbinden. So knallte seine Flinte am 2. Juni 1878, als Wilhelm I. Unter den Linden spazieren fuhr. So brachte er sich selbst die Schußverletzung bei, an der er am 10. September starb. Für die ärztliche Wissenschaft kann Nobiling ein interessantes Studienobjekt abgeben, allenfalls auch für die Kulturgeschichte, wo sie uns in das Raritätenkabinett größenwahnsinniger Köpfe Ein- blick gewährt. Für den Politiker ist sein Leben und„Wirken" bis zum Augenblicke des Altcntcus Lar sticht interessant und hinterher arlch'nllr."we1l ez unter' die politisch so reichhaltige Rubrik: Kleine Ursachen, große Wirkungen, im unerfreulichsten Sinne gehört. Aus dem Attentat Nobilings hat Bismarck Kapital mit Wucherzinsen schlagen können. Er hatte bis dahin fünf Jahre lang einen vergeb- lichen Kampf um das Sozialistengesetz geführt. Nun gelang es ihm, einem neugewählten Reichstag dieses schändliche Ausnahmegesetz ab- zupressen. „Die technische Stadt." T on der Jahressrhau DeutscJipr Arbeit in Dresden. Das erste Kugelhaus der Well. Die Außen wände bestellen fast, nur aus Eisen und Glas. Ein„Amcrikahof" in der Heidelberger Universität. Mit den Mitteln der vom amerikanischen Botschafter, Dr. S ch u r- man, jetzt Ehrendoktor der Heidelberger Universität, veranstalteten Amerikaspende soll— voraussichtlich in, nächsten Frühjahr— der Ausbau der Heidelberger Universität begonnen werden. Es ist beabsichtigt, das Kollegienhaus, das Seminorienhaus, den Hexenturm(den ältesten Turm der Stadtbefestigung) und die ehemalige lutherische Administrationskanzlei zusammenzubauen und zu ergänzen.» Dies« Gebäude werden dadurch zu einem Hof ver- einigt, der zu Ehren der Spender den Namen„A m e r i k a h o s" erhalten soll. Die Baukosten dieses Projektes, das in einjähriger Bauzeit durchgeführt werden soll, betragen schätzungsweise Ich bis 2 Millionen Mark. Die neuen Gebäude werden hauptsächlich den Philosophen, Juristen und Theologen dienen und daneben auch Hörsäle siir alle übrigen Fakultäten für Borträge allgemeiner Art erhalten. Ferienheime der Naturfreunde Für wenig Geld gute Unterkunft! Wir haben in der vorigen Woche auf die Arbeit hingewiesen, die der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsorbeit zur Aus- gestaltung des Ferienwanderns des arbeitenden Volkes leistet. Aber auch von anderer Seite wird schon viel Gutes auf diesem Gebiet geschaffen. So bietet die Ferienheimgenossenschast Naturfreunde in Jena unseren Volksgenossen gute Unter- kunftsmöglichkeiten für längeren oder kürzeren Ferienaufenthalt in- mitten herrlicher, waldreicher Gegenden. Wer dort ausruhen will vom Tages- und Daseinskampf, findet, was er zur Stärkung des Körpers braucht: Ruhe und Annehmlichkeit bietende still« Heime, abseits vom Trubel sogenannter„Mode-Sommerfrischen", weite Wälder, Berge, stille Täler, sonnige Wiesen, Badegelegenheit, Aus- gangspunkte für genußreiche Wanderungen und vieles ander« mehr. In den Heimen der Genossenschaft gibt es zweckmäßig ausgestattete hell« Räume, schmackhafte und reichliche Beköstigung, Lesezimmer und Tageszimmer: man findet Gleichgesinnte für Gedankenaustausch und gemeinsame Spaziergänge. Ueberall herrscht praktischer Gemeinschaftsgeist. Aus ihm schöpft man Erholung und neue Lebensfreude. Folgende Ferienheime stehen zur Verfügung: Geuossenschoftsserienheim in Friedrichroda im Thüringer Wald, am Ausgang des bekonnten Kurortes Friedrichroda gelegen. 40 Zimmer, 100 Betten, sämtliche Zimmer heizbar, elektrisches Licht. Bad, 500 Meter Seehöhe. Herrliche Ausflüge nach Spiesberg, Heuberg. Inselberg, der Talsperre Tambach— Diecharz. Ferienheim Frauenwald hoch oben am Rcnnstieg— mitten ,m schönen Thüringer Wald— gelegen. 65 Zimmer, 135 Betten, Ferienheim Sfeigerhaus bei Saalfeld a. d. Saale Zentralheizung, elektrisches Licht, Bäder, 750 Meter Seehöhe. Herrliche Lage. Umfassende Fernsicht, große Waldwiesen. Schöne Ausflüge nach Masterberg, der Fehrenbacher und Suhler Schweiz, dem Großen Finsterberg, dem Schneekops, der Schmücke usw Ferienheim Sleigerwaldhaus auf waldiger Höhe mit umfassender Fernsicht bei Saalfeld in Thüringen. 15 Zimmer, 35 Betten, ein« halbe Stunde von der Stadt entfernt. Sonnige Höhenlage. Herr- lich« Wälder, Ausflüge nach den berühmten Feengrotten bei Saalfeld (Tropftteinhöhle), dem Schwarzatal, nach dem Trippstein, mit dem wundervollen Blick auf Schwarzburg, nach dem oberen Saaietal, nach der Talsperre bei Ziegenrück usw. Ferienheim Muldenhaus inmitten riesiger Waldungen des vogt- ländischen Erzgebirges in Rautenkronz i. Vogtland. 20 Zimmer, 60 Betten, 650 Meter SeeHöH«. Geologische Sehenswürdigkeiten, Hochmoor«. Schöne Spaziergänge auf guten Wegen der schier endlosen Waldungen. Ferienheim Eisenhammer in stiller waldiger Gegend der Dübener Heide unweit der Stadt Eilenburg. 20 Zimmer, 80 Betten, große Gasträume, schöner Laub- und Nadelwald. Begueme Wald- wege. Großer Teich für Badegelegenheit. Große Wiesen Schöne Ausflüge weit hinein in die Dübener Heide, die sich stundenlang erstreckt. Ferienheim Reiherhorst direkt am waldumstandenen Klein- Köriser See im märkischen Seengebiet(Kreis Teltow). 20 Zimmer, 50 Betten, elektrisches Licht, direkt am See gelegen. Eigenes, flach- eingehendes, sandiges Badegelände, ideale Ruder- und Paddelmöglichkeiten. Haltestelle für Motorboote. Seen- Verbindung bis Berlin. Gute Wasserverbindung nach allen Teilen der märtischen Seenplatte bis hinein in die stillen Schönheiten des Sprxewaldes Die beiden letztgenannten Heime kommen für alle jene Berliner in Betracht, denen es der magere Geldbeutel verbietet, große Reisen zu unternehmen. In der Zeit vom 1. September vis 31. Mai(Vor- und Nach- saison) wird ein besonderer Preisnachlaß gewährt. Anfragen mit Rückporto sind in Berlin zu richten an Wilhelm Grothe, Berlin-Lichtenberg. Wcichfelstroße 10. Außerhalb Berlins erteilt die Ferienheimgenostenschaft Natursreunde in Jena, Marienstrahe 4, selbst jode gewünschte Auskunst. Wer weiß das? Die Rinde der Birke wird in steinarmen Gegenden beim Wege- bau verwendet, da sie wegen ihres Harzreichtums sast unverweslich ist. Zu den gewaltigsten Reichtümern der ehedem deutsch-südwest- afrikanischen Gebiete gehören ganze Bergketten massiven Marmor?, von denen über 100 verschieden« Sorten entdeckt wurden. Viele Milliarden Kubikmeter vollständig gesunden Marmors— der Kubik- meter bis zu 1000 Mark können daraus gebrochen werden. * Das Areal der Stadt London ist fast 30mal so groß, wie das der Stadt Berlin. * Der Bau des Suezkanals dauerte vom 25. April 1859 bis 19. November 1869. Es arbeiteten ständig gegen 25 000 Arbeiter daran. * Das Marmara-Mccr ist das kleinste Meer der Erde. Bei klarem Wetter ist von jeder Stelle desselben ein Teil der es umgebenden Festlondsküste sichtbar. Das Tote Meer(Palästina) und das Stein- huder Meer(Prooniz Hannover) sind noch kleine/ als das Marmara- Meer, doch sind dies keine richtigen Meere, sondern Binnenseen. Der erste Flug zum Mars Eine tedmisdi-phaniastischc Erzählung von Kurt Delta/ Zeichnungen von A.Florath Die Motorfahrer der grohen Zeitungen ratterten durch die Straßen. Da und dort, an den Straßenecken, sprangen sie von den Rädern. Mit flinken Bewegungen schwangen sie die Kleisterpinsel, und bald leuchteten überall weiße Flecke über schnell sich bildende Gruppen hinweg. Telegramm! schrien schwierigfette Drucktypen über die Straße.— Telegramm— und drei Zeilen Luchstoben darunter, so brachte es jede Zeitung. Keines der Blatter hatte es gewagt, den dürren Worten des Telegraphen noch ein. Kommentar zu geben. „Die Gesellschaft zur Eroberung des Weltraumes(Erowelt) hält heute die.Sitzung od, in der der Zeitpunkt zum Start des Projektils endgültig festgelegt wird." So stand es gleichmäßig auf all den tausend Zetteln, die an den Mauern klebten. Moistitelang hotte man schon auf dieses Wort gewartet. Die Zeitungen hatten im Fettdruck erzählt und prophezeit. Man hatte den Start»er- schoben. Die- Zeitungen hatten das Publikum hingehalten. Da wuchs das Mißtrauen aus flüsternden Gruppen, bis es einer laut hinaus- schrie— Betrug! Da hatten die Zeitungen neuen Schreibstosf, der hieß„Skandal". Nun dieses Telegramm.— All dos, was trüb« Gehirne die letzten Tage gebrütet hatten, es war nicht wahr. Dort stand es schwarz auf weiß! Die Rakete startet! Aber— der Bogen war wochenlang in Spannung gestanden, er hatte seine Elastizität ver- loren.— Man glaubte auch den Telegrammen nicht mehr.— Man wallte sehen! Worten wir ab, warten wir, das sagten all die Gesichter, die auf die weißen Flecke starrten. Di« Sitzung der Erowelt hotte Punkt zwanzig Uhr begonnen. jetzt war es bereits dreiundzwanzig. Es log um diesen Augenblick eine erwartungsvolle Ruhe im Saal. Der Präsident der Gesellschast erbob sich von seinem Sitze, der am oberen Ende des Stohlgewölbos lag. „Meine Herren," begann er nochmals,„Sie wissen, daß man uns zum Start zwingt. Das Publikum will einen greifbaren Erfolg der Weltspende sehen. Verfolgen Sie in den Zeitungen das Wachsen der Erregung! Man ist so ungeduldig geworden, daß man, trotz besseren Wissens, von einem groß angelegten Betrug zu sprechen wagt! Di« drei Männer au» unseren Reihen, die aus der Urne das Startlos ziehen, wissen, daß sie für eine große Idee sterben! Nicht für Regierungen, die morgen gestürzt sein können.— Nicht für einen Mob, der nach Sensation und Rekord hungert! Wir haben bisher äfsentlich und mit Unterstützung oller Notio- nen gearbeitet. Mißlingt der Start, so wird man einen Prügel- jungen brauchen. Man wird uns zur Rechenschaft ziehen wollen. Ich' sage e» Hier ober, drei Tage nor dem Start," und die Stimme de« Präsidenten wurde wie Stokl,„wir sind niemand auf dieser Erde Rechenschaft schuldig als unseren Toten und all denen, die ihnen folgen werden. Mißlingt der Start, zu dem man uns zwingt, meine Herren, wir werden das nicht vergessen, mißlingt der Start, so werden wir stark genug sein, allein zu arbeiten." Hier unterbrach das Signallicht des Fernschreibers die Rede des Präsidenten. U«b«r das silbergrau« Rechteck Hinte/ dem Präsi- dentenstuhl flammten rote und weiße Lichter. Das Zeichen.-„Auf. gemerkt— Aufgemerkt—* Ein Wink des Redners, und die Lampen wurden abgeblendet. Atemlose Stille herrschte.— Und nun huschten aufgeregte, zitternde Buchstabenreihen über die Fläche:-- Nachdem die Insel Zentron-- durch Beschluß der Völkerliga-- in unseren Besitz übergegangen-- haben mir heute morgens— gegen acht Uhr-- unsere Apparate gelandet --- und Besitz ergriffen--. Langsam oerschwimmen die Buchstaben. Aus tan.zenden Licht- kreisen entsteht da» Bild des Meldungsverantwortlichen. Man er- kennt die Züge des leitenden Ingenieurs der Erowelt. Cr legt grüßend die Hand an die Mütze-»» und dann flimmern die Licht- reihen wieder durcheinander. Rat— dunkel—— rot jagt über die Silberfläche—. Es ist das Zeichen des Meldungsfchlusses. Die Lampen flammen auf. Der Präsident erhebt den Arm, und seine Stimme, die ein erregter Unterton trägt, klingt durch den Raum. „Unsere Apparate sind in Sicherheit—. Die Insel ist unser rechtmäßige» Eigentum! Nun, so kann ich Ihnen mitteilen, daß un» die Mitglieder, mit der Nummer neunundsiebzig und achtzig, Erfindungen zur Verfügung gestellt haben. Diese werden un» die Macht geben, nach einem Fehlstart unsere Apparate und unsere Mitglieder gegen die ganze Erde zu schützen. Wenn der Mob die Regierungen zu Handlungen gegen uns zwinge» will, wir werden unseren Weg allein und unbehindert fort- setzen! Meine Herren, Sie haben ja diese Entwicklung alle voraus- gesehen. Ich frage Sie nun. um den Artikeln nnserer Gesellschaft zu genügen: Sind Sie mit unserer Arbeit einverstanden?" Angespannt richten sich alle Augen auf das Sitzbild hinter dem PräsidentenstuHl. Eine Nachbildung des hufeisenförmigen Raumes war es. Vor elektrischen Glühbirnen standen die siebenundneunzig Nummern der Mitglieder der Erowelt. Da— Nummer sechsundsünfzig flammt in rotein Licht.„Mit- glied sechsundsünfzig hat das Wort." sagt der Präsident und schaltet Mitglied sechsundsünfzig auf den großen Lautsprecher ein. Er- wartungsvolles Geflüster geht durch den Saal.— Der Lautsprecher beginnt die Stimme in den Saal zu tragen.„Meine Herren, Sie werden über einige Dinge noch im Zweifel sein. Sie werden fragen, mutz das und muß dos unbedingt so geschehen? Sic werden vor allem sagen, wenn wir die Macht haben, uns für di« Zukunft zu schützen, sollen wir dann unsere drei Mitglieder ins Ungewisse starten lassen? Sie wissen, man überwacht olle unser« Schritte. Aber glauben Sie mir, wir würden Wege finden, noch vor dem Start nach Zentron zu kommen.— Nein, wir können sogar noch mehr! Wir haben die letzten Wochen an alle Apparate unserer Rakete Fernsteuer- «inrichtungen gebaut. Wir könnten die Rakete von hier ohne Be- mannung aus dem Schwerkreis der Erde steuern. Niemand würde den Bluff erkennen, wir allein bedienen ja di« Funkverbindung auf geheimer Welle! Aber, meine Herren, warum wollen wir zögern? Weil noch keine Versuchsrakete geflogen ist, sagten einige. Das erste Flugzeug war auch kein Bersuchsslugzeug, und— meine Herren— unsere Berechnungen stimmen! Unsere Formel stimnit! Es ist der Zweck oller Wissenschaft, nie gesehene Ereignisse genau voraussagen zu können. Das Material der Ratete wurde Stück für Stück geprüft. Die Pulvekmenge iß genau berechnet.— Die Triedkrastformel stimmt!— Unser Wille ist stark! Wir werden starten, und sollten wir stürzen, so war eben die Nawr noch stärker wie wir!" .* Hunderttausende umsäumten Kops an Kaps gedrängt den Start- platz. Ein Mrlitärkordon hiell alle die Unvorsichttgen fern, die trotz der zu erwartenden Gluthitze näherzudrängen suchten. �e&TX, ... nun s/artd nur noch ein gl uhüler Streif auf dem Ifaer Mächtige Scheinwerfer machten di« Nacht zum Tage. Sie hallen olle die Slrahlenkegel auf ein riesiges Betonfundament gerichtet. In dessen Mitte stand da» filbergrau«. glänzende Projektil, einer grSßejyn Granate gleichend. Da und dort richtete einer das Fernglas. Dann sah er an der Spitze die kleinen Glosaugen der Rakete. Aber man sah es auch mit bloßem Auge, daß dos zylindrische Projektil unten in ein« Fwrm überging, die- im Querschnitt einem vierbkätttckgen ftlceMtttt Hier unten lagen die vier Triebkraftbehäller, die man aus der Ferna für die Eckpfeiler dieses weißen Turmes hatten konnte. Schon hatte der„Wal", das Riesenftugschiff der Erowelt, den! Startplatz verlassen. Er war mit den modernsten optischen unk» radioelektrischen Apparaten ausgerüstet. Mit ihnen sollte die Be- satzung der Rakete vom Moment der Abfahrt bi» zur Rückkehr in Verbindung bleiben. Funkenteiegraphifch wurden die letzten Ine formationen vom„Wal" zum Projektil gegeben. � Dy— eben strahlten die Scheinwerfer des„Wals in fünf Richtungen auseinander. Es war das Signal für di« den Ptotz um- säumende Menschenmenge und für die Vertreter der Regierungen» daß der Augenblick des Startes da sei. Eisige Stille herrschte. Nach einigen Augenblicken erhob sich vom Projektil ein wüstes Fauchen. Die Scheinwerfer erloschen. und nun sah man, wie sich vier blaurote Feuerström«, im Biereck aneinander liegend, in die Nacht emporschaben. Eine brüllende, jauchzend« Brandung aus Meröchenkehlen schlug herauf. Der glühend heiß« Luststrom drohte dabei den Nächst- stehenden die Lunge zu verbrennen. Da— noch stand di« blaue Feucrsäute wie der Schweif eines Kometen am Himmel, da klang es wie ferne Kanonenschüsse. Die vier blauen Säulen trugen zwei tiesrote leuchtend« Sternbüschel. und an diesen führt« In jäher Kurve ein blauroter zweifacher Schweif schräg zur Erde hinaus ins Meer. Das blaue Leuchten erstarb, und nun stand nur noch ein glutroter Streif auf dem Meer. Er wg wie ein erhobener blutiger Finger über dem entsetzensstarren Schweigen der Menge. � Der erste Flug der Rakete war mißglückt. Im Konnnondoraum des„Wal" starrten drei Männer durch di« Beobachtungsfchlitze, ohne die Hände von den Hebeln zu ziehen. Der am rechten Schlitz beginnt wie zu sich selber zu sprechen:„Die Triebstosfbchälter wurden zu heiß.— Es sind zwei davon explodiert. Wir hätten es endgültig sür dieses erste Projektil bei der Fern- steuerung lassen können.— Der alle Wilm hatte auf oll« Ettrwürs« nur das' Wort: Die Formel stimmt.— Die beiden jungen Hitzköpfe mußten unbedingt mit der ersten Rakete fliegen. Nun hat sie all« drei das Meer." Gebt den Kurs Westnordwest," spricht der in der Mitte. „Wir müssen nach Zentron!" Ihre Augen liegen wieder auf den spielenden Zeigern. Ihre Hände sassen die Hebel.— Sie schweigen.— Doch ihr Gesicht trägt eine Rune mehr. * Ionny konnte nickst länger an sich halten.„Die Admiralität der Völkerliga weiß," risf er erregt,„wohin die beiden englischen Krouzer verschwunden sind. Der Funker Jim hat mir genug erzählt, bevor er, auf den dringenden Wunsch der Admiralität hin, oerrückt wurde. Die Schiffe sind in die Luit geflogen!" „lind das Bulletin, daß die Schifte an die Eroweti übergegangen sind, daß die Mannschast desertiert ist?" rief man erregt. „Das Ist alles gemacht, um neue Freiwillige zu finden," sagt« Jenny ruhig.„Sie haben hier ein« Mannschait beisammen, die es gewohitt ist,' für Geld ihr Leben zu riskieren. Aber wenn wir für Geld unser Leben opfern sollen, dann soll sie der Teufel holen!" (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. niiiiHiimiiiiiiiniiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiniiuiiiiiiiiiitiiniiiiiiiiniiiiiiiiniuiiiiHiimiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiHiiiHiiiiimniiiiiniiiiiiiuiiiiimmiimiiiiHimnm und die Arbeit der Arbeitermassen geschossen ist. Da ich meinen Vater als erstklolsigen Feind und Hasser der Arbeiter kenne, so er- hebe auch ich meine Stimme und bitte gleich allen anderen Werk- tätigen, die Konterreoolutinäre hart zu bestrafen. Da ich seit zwei Jahren die Beziehungen mit den Kolodubs eingestellt habe, und ich es als schändlich erachte, auch ferner diesen Namen zu tragen, nehme ich den Namen Schachly an." Das Gericht beschloß, sich das Original dieses Briese» zu bcschaisen, und falls das nicht möglich sein soll!«, den Sohn selbst zu laden, damit er über seinen Pater aussage. Botschaft aus dem Jenseits. Gibt es ein Fortleben noch dem Tode? Die Antwort, die die Kirche ans diese Frage erteilt, beruht auf Kombinotionen und aus Fabeln: sie weiß gar nichts darüber. Aber man muß gereckst sein: Das glatte Nein, das manche Atheisten bmit holten, ist nicht weniger unbeweisbar, als das Ja ihrer Gegner. Immerhin haben die Un- gläubigen den Gläubigen die» eine voraus: jene stellen sich den ewigen Tod nicht so kindlich vor, wie diese dos ewige Leben. Da gibt es in Berlin eine Deutsche Gesellschaft für wissenschostlichen Okkultismus, und dieser Verein, dem Im übrigen zuzugestehen ist, daß er noch der ernsthafteste unter ollen okkultistischen ist, hat kürzlich den Pastor Dr. Arthur Ford aus New Port, den Prediger an der dortigen ersten Spiritualistenkirch«,.zu Wort kommen lassen. Mister Ford hat sich in Trance versetzt und verschiedenen ihm unbekannten Anwesenden Nachrichten toter Angehöriger und Bekannter über- mittelt. Unter anderem hat sich auch der im Krieg gefallene Kampf- slieger Manfred von Richthosen seiner bedient, um denen einen Be- scheid zukommen zu lassen, die ihm im Leben nahestanden. Was hat Richthofen au» dem Jenseits mitzuteilen? Nun, die Brustver- wundung, die er seinerzeit durch den tödlichen Absturz davontrug, macht ihm noch immer zu schaffen, im ganzen geht es ihm aber gut. und er läßt olle Fvsunde bestens grüßen. So also stellt dieser „wissenschastliche Okkultismus" sich die Welt über den Welten vor: Es ist in ihr nicht völlig gleichgültig, woran einer starb. Irdische Brustverletzungen wirken auch im Tod« noch nach, und die Ber- blichenen machen noch ganz die konventionellen Phrasen wie die Lebenden. Sie entbieten Grüße, wie unsereiner sie Herrn Schulze entbietet, und„es geht ihnen gut", wie es unsereinem gut geht, wenn er Zulage bekommt oder wenn sein Stuhlgang nichts zu wünschen übrig läßt. Welch ein Gaurisankar von Phantasielosigkeit und Un- beschwingtheit de» Vorstellungsoermögens gehört doch dazu, nicht nur irdische Moral- und Sittlichkeilsbegrisfe nach drüben zu ver- legen, sondern die Toten auch in der Anjchauungswclt unseres lldnen Alltagsdrecks, unserer Gcußzereinonien und Wohlbesindensausdrucke, unserer Redensarten und Lust- und Unlustempfindungen leben zu lassen. Der Himmel In Ehren, aber wenn man darin denn doch wieder nur Leute trifft, die an der Brust laborieren, die einem Grüße für die Familie austragen und denen es, ganz nach irdischem Zuschnitt, gut oder schlecht geht, dann muß er ja ein« wahr« Hölle sein. Hans B»uer. Vater und Sohn. In einer der letzten Sitzungen de» großen Schachtyprozesses in Moskau wurde der Angeklagte Andrej Kolodub vernommen, ein früherer Kohlengrubenbesitzer. Er leugnete mit Entschiedenheit jede Schuld und erklärte, mit der eigentlichen Grubentätigkeit nichts zu tun gehabt und von der Sabotagetätigkeit der Ingenieure nicht» gemerkt zu haben. Bei diesen Behauptungen bleibt er trotz de» scharfen Verhör» durch den Staatsanwalt Krylenko. Zum Schluß der Vernehmung dieses Angeklagten werden die Beziehungen zu seinem Sohne besprochen. Dieser Sohn ein Mitglied der Kam- munlstischen Jugend, hat nämlich an da» Gericht ein Schreiben ge» richtet, in dem es wörtlich heißt:„Da Ich der Sohn eines der Der» schwörer, des Andrej Kolodub, und gleichzeitig auch Mitglied der Kommunistischen Jugend bin und mich aktiv an der Errichtung de« Sozialismus in unserem Lande betätige, so kann ich nicht ruhig der vcrNiterischen Handlungen meines Vaters und der anderen Verbrecher zusehen, dir bewußt zerstören, was durch die Energie Er glaubt es nicht. Kürzlich wurden in der indischen.Hauptstadt Delhi graße Fest» lichkeitm veranstaltet, an denen fast alle Fürstlichkeiten Indiens teil- nahmen. Auf einer der abendlichen großen Gejellsthaften erzählt« der Maharadscha von Gwalior Erlebnisse, die er auf einer England- reise gehabt hatte. IIyi unauffällig die Stadt kennenzulernen, hotte er eines Tages allein einen Autobus bestiegen. Als der Schaffner das Fahrgeld verlangte, kramt« der Maharadscha in allen Taschen herum, fand aber keinen Pfennig. Bezahlungen aller Art hotte sonst stets sein Adjutant vorzunehmen, so daß Sein« Hoheit im allgemeinem nie mit dem schäbigen Mammon in direkte Berührung kamen. Große Verlegenheit! Steif und ungerülirt saßen die gutbürgerlichen Omnidusgäste da. in ihren Augen las man deutliche moralische Verurteilung d:s Menschen, der nicht einmal Geld für eine Omnibus- fahrt sem eigen nannte. Ein Arbeiter jedoch,� der die peinliche Loga seines unbekannten Nachbarn sah, sprang hilfreich ein und bezahlt« sür den Fremden die Fahrt. Der Maharadscha, der sich zu reoan- chieren wünschte, fragte den Arbeiter nach seiner Adresse. „Lossen Sc man!" sagte der Arbeiter. Der Maharadscha ereiferte sich: „Aber ich bitte Sie, ich bin der regierende Für st von G wn l i 0 r!" Der Ardeiter stand ans, verbeugte sich und sagte: „lind ich bin der verstorbene König Leopold v ön Belgien!" Von einem Adler getötet. In Zemmora in Marokko litten die Eingeborenen unter einem großen Adler, der ihre Viehherden heimsuchte und Lämmer, Hühner, Küken, Tauben. Ferkel und Kaninchen stahl, um seine Jungen zu füttern. Ein Cingeborenenjunge beschloß daher, das Rest ouszu- nehmen. Er wurde dabei von dem alten Adler überrascht, der ihm mit Schnabel und Krallen schwere Verletzungen zufügte und den Jungen schließlich über den Felsrand stieß. Der Junge stürzte über ZY Meter tief hinab und blieb tot liegen. Gendarmen gelang es, den Adler einzufangen. Die Pihei immer noch das meistverkaufte Buch. Von der Amerikanischen Bibelgesellschaft liegt der 112. Jahres« bericht vor Im Jahre 1927 sind von der Bibel insgesamt 10031797 Exemplare verkauft worden, die sich auf 166 Sprachen verteilen. In der Luba-Lulua-Sprache, die von etwa 2Vt Millionen Bantu- negern im belgischen Kongogebiet gesprochen wird, ist die erst« Ilebersetzung im vorigen Jahre erschienen. Von neun der zehn Verteilungsstellen dieser Bibelgesellschaft wurde ein größerer Absatz gemeldet. In Japan betrug die Steigerung gegenüber dem Jahre 1926 10 Prozent, in Aegypten sogar Z0 Prozent. In China wure den 3 Millionen Bibeln ausgegeben. j Sport und Spiel Spiele im Arbeitersport. Fußball am Sonnabend Auf dem Teutonia 09- Sportplak in der Christianiastraße findet Sonnabend um 18 Uhr ein Auswahlspiel im Bezirk Norden zwischen Mannschaften der ersten Klasse und zweiten Klasse statt. Der Zwed des Spiels ist, zu den kommenden Spielen des Nordbezirks eine gute Bezirfsmannschaft festzustellen. Aus diesem Grunde sind in der einen Mannschaft nur Spieler der ersten Klasse aufgestellt, während die gegnerische Mannschaft nur Spieler der zweiten Klasse zu verzeichnen hat. In der Mannschaft der ersten Klasse vermißt man die Spieler des Bundesmeisters ,, Adler 08" oder hat er wirklich so viele anderweitige Spiele zu erlebigen? Die Mannschaften spielen in folgender Aufstellung: L& Iaffe: Lewin ( Minerva) Rube Weiher Krüger ( Spandau) Balter ( Minerva) Roesler Kirsch ( fämtl. Bader 20) Späth ez Rienaß Czech Morig ( Minerva) ( Union) ( Teutonia 09) Schmidt Wiesner Heinsch ( Fichte- N.) Henschte Rhenffer ( ASB.) ( Fichte- Nord) Günther ( Hennigsdorf) Aremmling ( ASB) Senftleben ( Hennigsdorf) II. RIafie: Höte ( Sowjet) Rönhert ( Hennigsdorf)( Borussia) ( Boruffia) ... und am Sonntag. Auf dem Dominitusplay in Schöneberg findet aus Anlaß des Bezirksfeftes ein Spiel zweier Bezirksmannschaften des Oftens gegen den Südwesten statt. Zu diesem Zweck find von den Bezirken folgende Spieler mit der Vertretung beauftragt: Osten: Stolpe, Bussom, Weidauer, Hartwich, Neujahr, Hase, Baſtmann, Behlad, Schulz, Schreiber, Stober, Büttte und Rückfohrt. Südwesten: Raum, E. Sydom, Rantom, Gallasch, Meißner, Kupsch, Robe, Henschel, Schlichter, Mönsch und E. Schulz. Das Spiel beginnt nachmittags 18 Uhr. Vorher finden noch einige Propagandaspiele statt. In Sadowa hält der 15. Kartellbezirk sein diesjähriges Kartellfeft ab. Zu dem im Festprogramm vorgesehenen Fußballspiel find folgende tombinierte Mannschaften aufgestellt: A Mannschaft: Schreiber ( alle Oberspree) Gollstein ( Oberspree) Schweißer Schulz ( Johannisthal) Breitenfeld Meiland Dommisch Arunewald ( Johannisthal) Piontel Seibig ( Oberspree) Bistured Laurisch ( Adlershof) Raul ( alle Adlershof) Gollnig ( Alt- Glin.)( Frisch- Frei) Dammer B.Mannschaft Gutsmann ( Alt- Glin.) Rettle ( Frisch- Frei) Hoffmann ( Johannisthal) Tamm Hoffmann ( Frisch- Frei)( Adlershof) Unruh ( Frisch- Frei) Krauz An Serienspielen sind folgende Treffen festgesetzt: Alemannia gegen Fichte- Gesundbrunnen in der Christianiastraße. Fichte 24 gegen Buch. Bormärts 20 gegen Kaulsdorf. Fichte- Südost gegen Briezen( 14 Uhr). Fichte 22 gegen Berliner Sport- Berein 22. Am Sonnabend spielt Lichtenberg I gegen Stralau am Bahnhof Stralau Rummelsburg. Um die Handball- Kreismeisterschaft. Die weiteren Spiele um die Arbeiterhandball- Kreismeisterschaften finden am Sonnabend ,. 2 Juni, auf dem Urbanplatz statt. Es spielen um 17½ Uhr Fichte- Nord- Jugend gegen Köpenid, um 18% Uhr Adlershof- Männer gegen Fichte- Nord und um 20 Uhr Groß- Berlin- Wedding- Frauen gegen Lichtenberg 2. Abtlg. Der interessanteste Rampf ist der Kampf der Männermannschaften Adlers hof und Fichte- Nord, da die Gegner fich ebenbürtig sind und Fichte alle Anstrengungen machen wird, Adlershof den Sieg streitig zu machen. Bei den Jugendlichen dürfte Köpenick gewinnen, während das Frauenspiel Wedding in der Hand hat. Da das Männer- und Frauenspiel Endspiele sind und der Eintrittspreis nur 30 Pf. beträgt, wird die Arbeiterschaft um regen Besuch gebeten. Spiele am 3. Juni. Am Sonntag spielen in Zehdenick Siemens. stadt und Spanndau III Männer gegen die dortige erste und zweite Männer. Ertner empfängt Lichtenberg 2. Abilg. um 11 1hr in Ertner. Bohnsdorf spielt um 16 Uhr gegen Wildau in Woltersdorf. Allzeit- Bereit hat um 10 Uhr Neukölln- Buckow in Neukölln, Grenzallee, zu Gaste. Arbeiter- Turnverein Bantom 1. Männer fährt nach Rosenthal und spielt um 11 Uhr in der Hauptstraße gegen Groß- Berlin, Rofenthal, während die Frauen um 16 Uhr der neugebackenen Frauenhandballmannschaft des Fußballvereins Nordiska auf dem Plaz an der Schönhauser Allee gegenübertreten. Wer wandert mit? Eine Banderung von Schmante über Sommermalde zur Luchhütte am Kremmener See veranstaltet die Abteilung Mitte des Touristenvereins Die Naturfreunde" Sonntag, 3. Juni, zu der Gäfte herzlich willkommen find. Abfahrt ab Stettiner Borortbahnhof 6.39 1hr mit Fahrkarte bis Schwante; in Belten umsteigen. Treffpunti am Bahnhof in Schwmante. Ferienreise in den Harz Dienstag, 5. Juni, 20 Uhr, findet eine Teilnehmer zusammen funft der Harzfahrer im Sizungszimmer der Geschäftsstelle des Touristenvereins„ Die Naturfreunde", N. 24, Johannisftr. 14-15, statt. Lichtbilder über den Harz. Zu dieser Reise können sich noch einige Teilnehmer melden. Bezirkssportfest.in Weißensee. In Weißensee findet am Sonnabend, 9., und Sontag, 10. Juni, das Bezirkssportfest des 2. Bezirks im 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes und das 30jährige Stiftungsfest des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Weißensee statt. Ueber 1000 aus: märtige Sportler und Gäfte nehmen an den Veranstaltungen teil. De bie Teilnehmer in Brivatquartieren untergebracht werben follen, fällt der Arbeiterschaft von Weißensee, Hohenschönhausen und den an Weißenfee angrenzenden Teilen von Bankow und des 4. Bezirks die Aufgabe zu, für Quartiere zu sorgen. Quartiere sind unter der Angabe, ob ein männlicher oder weiblicher Teilnehmer beherbergt werden soll, an folgende Adressen zu melden: Erwin Malissa, Weißensee, Langhansstraße 60( Papiergeschäft); Artur Rosenthal, Weißensee, Berliner Allee 250 I; Wilhelm Koppe, Weißensee, Mezstraße 86 II; Richard Jeanneret, Weißensee, Lichtenberger Str. 131; Artur Trisch, Weißensee, Gürtelstraße 10. Eine Verpflegung der Quartiergäste ist nicht nötig, da der Festausschuß die Verpflegung in eigener Regie in der Weißenseer Schloßküche durchführt. Leichtathletik- Städtewettkampf. Nürnberg- Leipzig- Magdeburg- Berlín. Am 10. Juni steigt der zweite Rampf zwischen den vier Städten, das größte diesjährige leichtathletische Ereignis im Arbeitersport Groß- Berlins. Umrahmt wird der Kampf von den Schlußkämpfen des bundesoffenen Tennisturniers der Arbeiter Tennisvereinigung, einem Handballspiel von zwei führenden Mann schaften und zum Schluß ein Fußballspiel zwischen„ Minerva", der führenden Nordkreismannschaft, gegen Treptower Ballspiel- Club". Der sportfreudige Oberbürgermeister. Oberbürgermeister Böß verteilte bei der Sport- Flugveranstaltung in Staaken persönlich die Preise. Neben diesen Sonderfämpfen sind noch freisoffene Wettkämpfe für Leichtathletik eingelegt worden; als spannendste Konkurrenz die 30X Runde für Männer. Der erste Städtewettkampf, der in Leipzig stattfand, sah Berlin als Sieger mit 3403% vor Leipzig mit 3010 Punkten. Magdeburg erreichte 3004, Nürnberg hatte das Pech, mit 2846% Punkten als Letzter zu enden. Ersaẞleute und ein Verletzter waren die Ursache. Berlin hatte in der Jugend sowie in den Sportlerinnen eine ausgezeichnete Vertretung zur Stelle. Auch die Männer warteten mit teilweise hervorragenden Leistungen auf. Die Kampfbahn im Poststadion ist eine der besten und so find höchst interessante Kämpfe zu Die Kampfbafis der anderen Städte ist in diesem Jahre vergrößert morden, so daß der Sieg Berlins nicht in der Höhe des Borjahres ausfallen wird. ermarten. alle anderen Bläge 0,50 m. Erwerbslose und Jugendliche 0,30 mur an der Kasse. * Städtekampf in Neukölln. Morgen, Sonnabend, 2. Juni, findet im Garten der Kindl- Brauerei, Neukölln, Hermannstr., der megen ungünstiger Witterung verschobene Städtetampf Branden. burg a. H., gegen Allzeit- Bereit Neukölln in Jiu- Jitsu statt. Im Boren haben die Neuköllner den Borklub Tasdorf zu Gast. Außerdem finden 3 Jiu- Jitsu- Ausscheidungsfämpfe zwecks Aufstellung einer Berliner Städtemannschaft statt. Im ganzen find 15 spannende Kämpfe zu erwarten. Die Veranstaltung wird durch ein Schalmeienkonzert eröffnet. Einlaß 19 Uhr. Eintritt 50 Pf. Jugendliche und Erwerbsloje die Hälfte. Berlins Radfahrer gegen die Fahrverbote. Am 5. Juni, 20 Uhr, veranstalten die Berliner Radfahrer im Restaurant ,, Märchenbrunnen am Friedrichshain eine Protesttundgebung gegen die in der neuen Verkehrsordnung geplanten Straßensperrungen für den Fahrradverkehr. Die neue Verkehrsordnung sieht die Sperrung aller Straßen erster Ordnung für eine bestimmte Tageszeit vor, aber die Radfahrer stehen auf dem Standpunkt, daß nicht ein Verbot des Fahrens, sondern die Anlage von Radfahrwegen das Verkehrsproblem lösen fann. Die Kundgebung gegen die Fahrverbote wird also gleichzeitig eine Kundgebung für die Schaffung von Radfahrwegen sein. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Wegen Ausa besserung der Turnhalle Boedhstraße fann fie am Montag und Dienstag nächster Woche nicht benutzt werden. Freitag dieser und nächster Woche Turnen der Männerabteilung im Bezirk Südosten, Schule Staliger Straße.- Sonntag, 3. Juni: Beteiligung am Bezirksfest in Schöneberg in Sportkleidung. Treffen 12 Uhr am Urbanplay. 12 Uhr am Urbanplatz. Die neu gegründete Sportabteilung für Männer, Frauen und Jugendliche übt Dienstags 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle Kaiser- Friedrich- Straße 4, am Hermannplay, und Donnerstag von 18 Uhr ab auf dem Spielplatz an der Urbanstraße. Mitglieder werden in den lebungsabenden aufgenommen. Freie Schwimmer Neukölln. Ortsgr. Lichtenberg. Sonnabend, 2. Juni, 20 Uhr, Gruppenversammlung bei Wegner, Frankfurter Allee 236. Boraussagen für Ruhleben: 1. Mephisto Hut ab; 2. Hannis bal Dorier; 3. Antenor Ladyship; 4. Ordensritter König Lear; 5. Natalis Miger; 6. Marie Luise- Lindowkind; 7. Ges Fahrt J. Mills; 8. Cilly Dillon Antimon; Peter Harvester. stüt Falkenhagen 9. Barmaid Vereinskalender, Arbeiter- Radfahrer- Bund Colidarität". Conntagstouren am 3. Juni. 1. Bezirk, 1. Abt.: 2. Juni, 21% Uhr, Ruppiner Schweiz; 12 Uhr Großes Fenster, Grunewald, Start Bülowstr. 55. 2. Abt.: 5 und 12 Uhr Werisec, Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: 6 Uhr Dubrow, Start Laufiger Blaz. 4. Abt.: 6 Uhr Krossinsee, Start Comeniusplay. 5. Abt.: 2. Juni, 17 Uhr, Seegermühle; 5 Uhr Brenden, 10 Uhr Liepnisfee, Start Landsberger Blaz. 6. Abt.: 6 und 10 Uhr Stolzenhagener See, Start Schönhauser Allee 164. 7. Abt.: 2. Juni, 19 Uhr und 4 Uhr Dubrow; 13 Uhr Schmöckwit( Balme), Start Brunnenplag. 8. Abt.: 2. Juni, 17 Uhr und 5 Uhr Werbellinsee, Start Arminiusplag. 9. Abt.: 6 Uhr Frauensee, 12 Uhr Humboldthain, Start Schul Straße 114. 10. Abt.: 6 Uhr Störigsee, Start Comeniusplag. 11. Abt.: 6 Uhr Gorinfee, Start Blochplaz. 12. Abt.( Motorfahrer): 7 Uhr Kallinchen, Start Laufiger Plaz. Abt. Norben: 6 Uhr Werbellinsee, Start Brunnenstr. 101. Rennfahrerabt.: 11 Uhr Sammelftart Tempelhof, am Kanal. Jugendgruppe Friedrichshain: 2. Juni, 17 Uhr, Heegermühle, Start Comeniusplat. Jugend. gruppe Prenzlauer Berg: 2. Suni, 18% Uhr, Badetour Uederfee, Start Helme holzplay. 2. Bezirt, Ortsgr. Reukölln: Badetour Väzer Bordersee, Start 5 Uhr Herzbergplay. Abt. Motorfahrer: Start 6 Uhr Herrfurthstr. 27. Ortsgr. Köpenid: Mogener See, Start 6. Uhr Köllnischer Plaz. Ortsgr. Charlotten burg: 5 Uhr Rangsdorfer See, Jugend Mohener Gee, Start 5 Uhr Galbant. ftraße 13. Ortsgr. Schöneberg: 5 Uhr Bezirksrennen; 9 Uhr Kranznieberlegung Kirchhof Blanke Sölle; 14 Uhr Großes Fenster, Start Vereinslotal. Ortsgr. Steglig: Bichelswerder( Freund), Start 7 Uhr Birkbuschstr. 90. 21. Bezirk, Ortsgr. Reinidendorf: 1. u. 2. Abt. Rahmerjee, Start 6 hr Residenzstr. 109. 2. Abt.: 6 und 12 Uhr Antonienstr. 61. Ortsgr. Lichtenberg: 6 Uhr Lehnitsee, Start Jung, Ede Oderstraße. Ortsgr. Riederschönhausen: 2. Juni Dubrow, Start 19% Uhr Bornholmer Straße, Ecke Schönhauser Allee. 23. Bezirk: 50- Kilometer- Einzelfahren, Bezirksmeister, Marwig, Schwante, Marwig. Achtung, Rennfahrer und Wettfahransschuß! Die Kranzniederlegung für den verstorbenen Rennfahrer Günther Wittig findet Sonntag, 3. Juni, statt. Der Treffpunkt für alle Rennfahrer befindet sich in Tempelhof, Berliner Straße, vor dem Ullstein- Gebäude( am Kanal) um 10% Uhr. J. A.: Meinert. Freie Ruberervereinigung 1913, e. V. Bootshaus: Oberschöneweide, Sprees straße 4. Nächste Sigung am Freitag, 1. Juni, 20 Uhr. Mitglieder werden aufgenommen. AGC. Freitag, 1. Juni, 20 Uhr, Monatsversammlung bei Behnigt, mithlen. straße, Ecke Brommybrücke. Gonnabend ab 16 Uhr Training im Lichtenberger Stadion. Connntag, 3. Juni, 13 Uhr, auf dem Sportplay Sadowa( Bewage Blaz an der Spree), zum Kartellsportfest. Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Conntag, 3. Juni, 5 Uhr, Krummen See bei Zoffen, Gasthof Summ Krummen Gee"; 13 Uhr Grünau, Sportdenkmal. Start. Waldemarstraße, Ecke Mariannenplag. Gäste willkommen. Wassersportverein Recomania". Gigung 1. Juni, 20 Uhr, bei Hoffmann, Wismarplatz 2. Jedenfalls sei die sportfreudige Arbeiterschaft schon heute darauf aufmerksam gemacht, daß das Poststadion eine ausgezeichnete Sicht bietet. Es werden nur numerierte Tribünenpläge auch an der Kasse herausgegeben. Karten sind bei der Märkischen Spielvereinigung, Landsberger Str. 82, im Sporthaus Fichte, Köpenider Str. 108 und Kaiser- Friedrich- Straße, bei Schipple, D, 34, Posener Str. 29, sowie bei sämtlichen Funktionären der Leichtathletiffparte erhältlich. Die Preise betragen Tribünenpläge 1 M., Fahnen und Werbeplakate nicht vergessen, AWJ. Montag, 20 Uhr, Jugendheim Steinmeßftr. 114, Vortrag: Winter sport im Sommer. Dienstag ab 18 Uhr Training Sportplay Treßburger Ufer, Brig. Straßenbahnen: 21, 27, 28, 29, 32, 63, 128 bis Germaniapromenade. Ausstellungsgeräte bis zum 6. Juni bei Better, Weigandufer 8, abgeben. Sport- Club Zurich. Sonnabend, 2. Juni, Halbjahresgeneralversammlung, Andreas Festfäle, 19½ Uhr. Die Radfahrer der Freien Turnerschaft Groß- Berlin treffen sich am 2. Juni zur Werbefahrt um 19 Uhr Ringbahnhof Frankfurter Allee; Gustav- Meyer- Allee, Ede Brunnenstraße und Gneisenau-, Ede Belle- Alliance- Straße Wimpel, Die FTGB. tauft einen Kanuvierer. Der erste Paddelvierer der Freien Turnerschaft GroßBerlin wird am tommenden Sonntag, 15 Uhr im neuen Bootshaus des Ranubezirks in Rahnsdorf, Dorfstr. 9, getauft. Froh- Frei- Start- Treu" wird der Name sein, den das Boot führt. Der Wahlspruch des Arbeiter- Turn- und Sportbundes soll und wird der jeweiligen Mannschaft des Bootes Leitgedanke sein bei der Ausübung des Sports. Mit Idealismus und ernster sportlicher Hingabe seiner Mitglieder hat der Kanubezirk der FTGB. es verstanden, in seinem zweijährigen Bestehen 100 Boote um seine Flagge zu sammeln. Ein schön eingerichtetes Bootshaus in Rahnsdorf bietet den Mitgliedern Aufbewahrung für ihre Boote und ist Ausgangsort für ihre Wanderfahrten und des Sporttrainings. Das neue Mannschaftsboot, nach allen Erfahrungen der Neuzeit durchtonstruiert, soll nun den Mitgliedern zur Ausübung des Paddelsports dienen, die noch fein eigenes Boot haben, vor allem der Jugend. Ein Jahr Mannschaftssport im großen Boot mit all seinen Freuden und Schönheiten, aber auch ernsten Situationen soll der Lehrplan sein für die jungen Mitglieder. Erst dann werden sie im eigenen Boot den wahren Genuß vom Wassersport haben, frisch und geftärtt von den Fahrten heimtehren Mitglieder, mit und ohne Boot, können noch aufgenommen werden. Auskunft in der nächsten Sigung am 5. Juni, 19 Uhr, Weichselstraße 8, Neukölln, Ideal Passage, Restaurant. Anschrift Alfred Find, Berlin EM 29, Mittenwaldes Straße 30 EINE PRESE Dec Sinn dieser Veranstaltung ist kleinste Preise für beste Qualitäten. Meine eigene große Einkaufsmacht wird verstärkt durch Anschluß an den größten Kaufhauskonzern Deutschlands. Ueberzeugend sind diese gewaltigen Leistungen. 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