Morgenausgabe Sonnab !Jlr.257 � � � � Postbezug1ch«m> noiSfntdj. � �H|. Hh«t�brutfte tto«eI ede einmal. dleLbendausgaden für Berlm � 1/ H�> Dort 15 Pfennig, edes an» ,m Kandel mu dem Titel.Ter �'S // 10 Plennig. WoNe üb« übend*. Illustrier!-«eilagen.Boll �W/ Zgfl�J�BV zählen iür zwei Won«. und Aeit" und.Kindersreund*. Ferner � �_ V �---* Zell» 60 Pi-nnia. gamil Unterhaltung und Wisj-N*..grauen. � a Wft» QUTa � A JL«bonnenlen Zeile 40 Plei gsg�«i.*«Aa vitltT r SMHygWflfl sr..;.»*.' Jenteawvsan der SozialdemoSratifchen Partei Deutschlands env 928 �sopf. .5 pf. llonparelllezeile lle 5.— Relcho- c»" das lenge» , lzulässigLw'i s weitere WoN uche da» erst, weitere Wort 15 Buchstaben ilrbeitsmarlt lenanzeigen sür rnlo. Anzeigen- IchasI Linden- 8>/, bU 17 Uhn Vorwaris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Perlin 37 636— Bankkonto: Bank der Ardetter.«ngtltellien und Beamten Wallstr. KS. Diskonto-Geselllchasi. Deposttenkasie Ltndenstr» Tschangtsolin will abdanken. Peking vor dem Fall.-- Ausländerflucht. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 irernsprecher: Tönhosi 292—297 Telegramm-Sdr: Sozialdemokrat Berlin London, l. Juni.(Eigenbericht.) Äu< zuverlässiger japanischer Quelle verlautet, daß iveiieral Tschangtsolin. der..Diktator" von Peking und oberste kommandierende General der chinesischen '.-.mischen Stimmen streng parallel mit der Abnahme der rechten bürgerlichen erfolgte. Es ist für uns gewiß tief bedauerlich, daß für die proletarischen Wähler, die 1324 deutschnational oder völkisch wählten, die Kommunisten stärkere Anziehungskraft ausübten als wir. Nicht zuletzt ist diese Tatsache darauf zurückzuführen. daß diese gefühlsmäßig nationalistischen Wähler zwar ihren sozialen Gegensatz zu der bürgerlichen Reaktion emp- fanden haben, aber von ihren nationalistischen Stimmungen noch nicht losgekommen sind. Es fiel ihnen daher leichter, für die Kommunisten mit ihrer Agitation gegen die Verständi- gungspolitik, gegen den Völkerbund und für das Bündnis mit SowjetruKand(was bei den Nationalisten sehr populär ist) zu stimmen, als sür die Sozialdemokratie, diese wahre Trägerin des Internatlonalismus und des Friedensgedankens. Wir sehen aber der weiteren politischen Aufklärung und sozialistischen Erziehung der Massen entgegen. Wer schon den ausgesprochen nationalistischen und reaktionären Parteien den Rücken gekehrt hat. wird auch den zweiton Schritt machen. An unserer Arbeit wird es liegen, diesen zweiten Schritt zu er- leichtern und zu beschleunigen. Wir müssen jenen Massen. die vorgestern völkisch oder deutschnational und gestern kom- munistisch wählten, zum Bewußtsein bringe», daß ihre Zu- kunst von der Stärke und von den Erfolgen der Partei ab- bänat, die unermüdlich positive Arbeit für alle Werktätigen leistet, und die Wiedervereinigung der Ar- b e i t e r b e w e g u n g mit ihrer ganzen Leidenschaft erstrebt. Dann wird ihre Zuflucht zu den Kommunisten nur eine kurze Etappe auf dem Wege zur Sozialdemokratie sein. Die Zenirumsbesprechungen. Dw INegiermtgSfroge nicht erörtert.— Em&ervsung eines Parteitags beschlossen. Zlm Freiiag wurde» die Zentruinsbesprechungen im Reichstag beendet, die unter dem VorsiZ des Reichskanzlers Dr. Marx stattgefunden hatten und an denen der Rsichspartei- vorstand des Zentrums, die Vorstände der bisherigen Reichstags- und Landtogsfraktion. die Landssvarfitzenden und die Generalfekre- täre der Partei teilnahmen. ?n einem offiziösen Bericht über diese Sitzung wird betont, daß die Tagung nicht einberufen war, um allgemeine politische Fragen oder die Regierungsbildung zu erörtern, vielmehr habe sie sich lediglich mit internen Porteifragen und den Lehren besaht, die tür die JeMruwspartei aus dem Ergebnis der Wahlen zu ziehen seien. Die Ursachen des S t i m m e n r ü ck g a n g e s bei den letzten Wahlen seien gründlich und offen besprochen worden. Die Beden- tüng der Wahlschlapp« des Zentrums sei nicht verkannt worden, doch sei ebenso der Zuversicht und Hoffnung Ausdruck gegeben wor- den. daß nicht nur der Verlust eingeholt werden könne, sondern daß es gelingen müfl«. der Partei einen neuen Aufschwung zu geben. Zur weiteren Erörterung all dieser Fragen wurde die E i n b«- rufung eines Parteitage» beschlossen. Zell und Tagungs- ort sollen noch bestimmt«erden. Aus Zentrumskreisen wird dazu ergänzend mitgeteilt, daß die Frag« der Regierungsbitdung nur durch einen Redner gestreist worden sei. Sie müsse naturgemäß der Frccktionsberotung vorbehalten bleiben. An der Debatte, die mehrere Stunden andauert«, beteiligten sich auch Reichskanzler a. D. Wirth, Stegerwald und der preußische Polkswohlfahrtsininsst« H i r t s i e s e r sowie eine Reihe Borsitzender der Landesorganisationen. Stahlhelmiag in Hamburg. Iftir die Kommunisten zeigen Laieresse. Hamburg. 1. Juni.(Wgenbsrichr.) tzn Hamburg ist zurzeit Stahlhelmtag. Er soll dazu be-üregen. J)it Stahlhelmidee in all« Ärcise Hamburg» hineinzubringen". So verkündeten es die schwarzweiß roten Organisationen ihren Gesrnnungssreurchen zum Gruß. Der Erfolg? Di« h a m- burger Bürgerschaft zeigt sich fast völlig desinter- eisiert. so daß die von auswärts franko und frei nach Hamburg beförderten Stahlhelmleute unter großen Schwierigkeiten in der timgebung Quartier suchen müssen. Dabei sind« nicht einmal allzu viel. Als die einzig wahren Freunde des.Stahlhelms' erwiesen sich auch in Homburg wieder die Kommunisten. Sie ries«, zwar zu Demonstrationen gegen dem.Stahlhelm' auf. aber lnese Ver- »nstoltvngen sollten weniger den schworzweißroten Helfershelfern, als den Sozialdemokraten im Hamburger Senat gelten. Die kommunistische Ankündigung, gegen den Stahlhelm zu demonstrieren, ging von der selbstverständlich«» Annahme aus, daß gleichzeitige Demonstrationen von rechts und sink« zu Zusammen-- stoßen führen können und deshalb au» Gründen der Sicherhell ein Verbat der viel später beantragten kommunistischen Veranstaltungen «rfol�en würde. In der Tat Hot bereits eine maßlos« Hetze mch« «iwo gegen den Stahlhelm, sondern gegen di« Hamburger Sozialdemokratie begonnen. Dabei steht fest» daß gerade auf Grund ihrer Initiative dem Stahlhelm jede staatliche Unter- nützung zur Durchführung semer Veranstaltungen in Homburg ver. weitzMt«Mfce»& Dir»aik chr z» vlWtMtziM»»»» gamünschtey güllige Ergebnis der Reichstagswahlen festzustellen. Die Ziffern | der für die einzelnen Parteien abgegebene« Stimme» haben sich seit der Bekanntgab« des vorläufigen Ergebnisses noch um einige Tausend verändert, doch hat sich die Mandatszuteilung nicht mehr verschoben. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen beläust sich auf 31 14? 308 gegenüber 30 703 SA im Dezember 1S24. Da aber die Zahl der Wahlberechtigt« n von 38 387 385 auf 41 233 102 gestiegen war. so ist die Ziffer der Wahlbeteiligung mit 7 5,4 gegenüber 1324, wo sie 78.8 betrug, nicht unerizeblich gesunken. Die Ziffer wird sehr beträchtlich gedrückt durch die außer- ordentlich schwach« Beteiligung im Südwesten Deutschlaitde. Im Wahlkreis Baden haben sich nur 61,7 Proz. der Stimmberechtigten an der Wahl betelligt. In Hessen-Darnistadt sind es 633, in Württemberg 683 Proz.: von den übrigen Wahlkreisen zeigt nur noch Köln-Aachen eine ähnlich geringe Detelligung mll 66.4 Proz. Well über durchschnittlich groß war die Wahlbeteiligung in Magdeburg mll 84,4 Proz., in Leipzig mll 833 ur-d in Südhannover-Braunschweig mll 81,6 Proz. Die Wahlkreise Magdeburg und Leipzig waren auch im Jahre 1324 die mit den eifrigsten Wählern. Sehr erheblich gewachsen ist die Zahl der abgegebenen Stimm- scheine: sie beträgt 436 415 gegenüber 277 785 im Jahre 1324: ohne Zweifel hat hier der Einfluß der Iahreszell die entscheidende Rolle gespielt. Gewachsen ist auch die Zahl der ungülligen Stimmen und zwar von 391 656 auf 420 830: etwa 1,3 Proz. aller Stimmen sind ungüllig. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß nur ein geringer Prozenffatz der Stimnrzellel versehentlich ungüllig ist und daß der größte Teil absichtlich ohne Kennzeichnung abgegeben wird. Immer- hin hat das Wahlprüfungsgericht eine Nachprüfung der Sümmzellel vorzunehmen, die erfahrungsgemäß noch einen Zuwachs an Stimmen bringt. So wurde» nach der vorigen Reichstagswohl noch 23386 Stimmen für güllig erklärt. Wohlcrgebms erhebt, well auf die 480 000 Stimmen der Bolls- Der Reichswahlausschuß nahm dann noch zur Kenntnis, daß der' Vorsitzende der Bo-ltsrechtspartei Einspruch gegen das Wahlergebnis erhebt, well auf die 480 000 Stimmen der Bolls- rechtspartei wir zwei Mandate entfallen, da die Bolksrechtspartei nur in einem Wahloerband die nötigen 60 000 Stimmen erreicht hat. Der Reichswahlausschuß gab den Einspruch an das Wahl- Prüfungsgericht weiter, das ihn abzuweisen haben wird, da den Bestimmungen des Reich- Wahlgesetzes entsprochen ist und das Reichswahlgcsetz seinerzeit mll verfassungsändernder Mehrhell an- genommen wurde. Das Zentrum verliert noch ein Landtagsmandat. Der Landeswahlausschuß für Preußen trat am Freitag nachmittag zu einer Sitzung zusammen, um das endgültige Landtagswahlergebnis festzustellen. Eingegangen waren Wahl» Proteste des Bundes der Polen in Deutschlcmd, die für die pol» nischsn Minderheiten eine andere Wahlkreiseinteilimg forderten. Die Reichspartei für Aufwertung und Dolksrecht« und der Völkisch- nationale Block hatten Einsprüche gegen die Wahl angekündigt, die mit ausführlicher Begründung gemäß dem Landeswahlrecht einen Monat nach Bekanntgabe des amtlichen Wahlergebnisses eingereicht werden müssen. Im verlaufe der Sitzung ergab sich, daß die Zentrums- parte! im Preußischen Landtag nochein Mandat verliert. well für den Wahllreis Schleswig-Holstein eine Verbindungser- klärung auf die Sanderliste Zentrmnspartei Niedersachsen abgegeben worden war. Infolge dieser Verbindungserklärung konnten 8000 Zentrumsstimmen der Landesliste des Zentrums nicht angerechnet werden, und daraufhin erhielt das Zentrum ein Marchat weniger. Warum keine Einigung? Gin ehemaliger Kommunist über die Hintergründe der kommunistischen Methoden Frankfurt a. Main. 1. Juni(Eigenbericht). Der ehemalige Sekretär der R o t e n Hilfe und kommunistische Stadtverordnete Joseph aus Frankfurt am Main wurde kürzlich von seinem Posten entferill. Joseph ist jetzt aus der Kommunistischen Partei ausgetreten. Er rechtfertigt diesen Schritt in einem Rund- schreiben, das er an bekanntere Mllglieder dar KPD. versendet. Aus dieser Rechtfertigungsschrift erfahren wir u. a., daß sich in der KPD.«in Ueberwachungssystem mll dem dazu ge- hörigen Denunziantentum herausgebildet hat, das jedem das Leben in der KPD. unerträglich macht, der nicht kritiklos vor den „Oberbanzen' kapituliert und zu Kreuze kriecht. Jedes Will«! sei recht, einen mißliebigen Parteigenossen politisch oder moralisch zu erledigen.„B e z i r k s i f ch« l i st e»' würden vorgehetzt, um selbst den Briefwechsel der Sekretäre der Rote» Hi lf ezu überwachen, und Joseph erklärt weller, daß man nicht vor Diebstählen zurückschrecke, um diesen Zweck zu erreichen. Auch das Zentralkomitee der KPD. arbeite mll derartigen Me- thoden: „Es verpulvert die Mitgliederbeiträge der Proletarier für Spaltung»- undSäuberungsoktionen, um ihm unbequem weroende Genossen durch organisatorische Maßnahmen zu erdrosseln, ganz gleich, ob«s alle osrdieillc Genossen sind oder nicht. Masjenausschlüsse sind an der Tagesordnung. Die besten Genossen werden durch Intrigen und Bouernsängermethoden zur Strecke gebracht. Das Zenrralkomitee ist- nicht zurückge- schreckt und hat die am 10. und 11. Dezember 1327 aus dem B«» zirksparteitaq der Pfalz mit Zweidrittelmehrheit gewagte Leitung abgefetzt und durch eine kommissarische Auh Wirtschaft ersetzt. Wo nichts mehr hilft, da hilft«in �Kommissar. Kommissar« sind in der Partei, im Roten Frontkämpferbund und in der Roten chllfe. Kommissare, Schleimkröten überall! Treu«rieben« Fridoline, die aus d>rs olle chausinventar in Berlin schworen bis zum Sturz dieser Spalter der Arbeiterklasse.' Der Schluß des Rundschrelliens sagt:«Die Mitglieder der Partei müssen sich wirklich einmal die Frage vorlegen, ob es eine» Zweck hat. nun fast ein Jahrzehnt aus die SPD. zu schimofen. Ml es. was die SPD. tut. wird rücksichtslos kritisiert, sobald aber diese Kritik einmal im eigenen Haus« angewandt wird, werden die Kritiker als polllisch unzuverlässige Parteischädlinge gsbrandmarkt und aus der Partei entfernt. Es gibt Genossen genug, die sich im Mea darüber einig sind, daß die Arbeilerfchaft schon längst einig wäre, wenn sie nicht durch«in starre, Porteldogma. die so oft zitier. ten 21 Punkte, künstlich auselnaudergehalteu würde.... Gin KPO.-Redatteur vor dem Arbeitsgericht. Gotha, t. Juni.(Eigenbericht.) Dar dem hiesigen Arbeitsgericht stand dieser Tage eine Klag« de, früheren kommunistischen La ndragsabg«ordneten Otto G e i t h n e r gegm das in Gotha«rschetziend« kommunistische „Thüringer v o l t s b l a t t" an. Die Erlebnisse des Klägers aus den Jahren 1924 bis 1326 bildeten den Gegenstand der Klage. Dte ÄPD. verlangte von Geithner, daß«r auf Grund seinerLmmunitätals 2lt>geordneter für den gesamten Inhalt des Gothaer Polksblott verantwortlich zeichnen sollte. Geithner erklärt« sich dazu außerstand«: er wollte nur die Berant- wortung für den politischen Teil tragen. Die KPD. diktierte jedoch und führte ihn als verantwortliche» Redakteur für den gesamten Inhalt des Wattes an. Roch und nach finh Geichner 10 Strafoerfolgunge» durch Artikel erwachsen, für die er die Verantwortung abgelehnt Halle und die wesentliche Auslogen für Fahrgeld, Porto und SchrerbmateriaLen verursachten. Außerdem muß Geichner mit mnfangreicheo Gefängnisstrafen rechnen. Adge- fchen davon hat der Verlag des Gochaer Dolksblall für Geichner weder Bellräge zur Angeftelltenversicherung gezahlt noch überhaupt fem« Anmeldung zur Versicherung erwirkt. Infolgedessen ist Geithner sämtlicher Bersicherungsausprüch« verlustig ge- gangen, während er bei ordentlicher Beitragszahlung heute alle Rechte eines Bollversicherten erlangt Hölle. Geichner will nun von der KPD. so gestellt werden, daß« den Stand der Versicherung von früher«rreichi. Außerdem klagt«r auf Schadenersatz, dessen Höhe er dem Gericht überläßt. Als Beklagter erschien ein„Geschäflsführer' de« Thüringer Aoiksblalls, S o ch, der nicht einmal wußte, ob er die Zelluog allem oder mll anderen oder nur in Gemeiuschaft mll allen Gesellschaftern vertreten konnte. In seiner Verlegenheit plauderte er aus, daß der Gothaer Dolksoerlag nur dem Name»»ach existiere. Die Zentrale der KPD. regele und bestimme alle» und ma» die Zentrale nicht festsetzt, bestimme die„Peucag" tn Bertin, die kommunistische„Papier. Er zeuzungs. und Lerwertungs-A�S.'. Der „Geschäftsführer' lehnte die Forderungen Gellhners ab und be- Haupt et«, daß er tn der Zell seiner Landtagstätigkell olle Gerichts- kosten und Strafe» selbst hätte tragen müssen. Geichner widersprach dieser Behauptung. Er Hab« nicht einmal gewußt, weshalb er an- geklagt worden war: darüber sei ihm auch vom Berlage kein« Aus- kunst erteilt worden. Erst durch dt«(Berichtsalten Hobe er sich Klar- heit verschaffen-müssen. Wörtlich fuhr er fort:' „Meine Arbeit Hobe ich hundsmiserabel bezahlt be- kommen. Tag und Nacht bin ich unterwegs gewesen, ohne zu schlafen: vom Landtag bin ich in die Redoktionsstube und von da zum Landtag. Zeitweise habe ich in Halle und Gotha veranl- wörtlich zeichnen müssen. Weine Artikel emstonden nur auf der Fahrt oov Weimar nach Halle und von Weimar nach Gotha. Heiniii aber habe ich in oeo letzt«» wachen überhaupt nicht bekomme».' Da« Gericht machte darauf«inen Vergleichsvorschlag, noch dem die Beklagte an Geithner 1200 Mark zahlen soll. Schulromne und die später angeforderte Rindviehhalle wur- den nicht zur Verfügung gestellt. Blut muh fließen- die Boischafi des Stahlhelm. Bundesführer Seldt« trug anläßlich der ersten öffenllichen Kundgebung in Hamburg ein« Stahlhelmbotschast vor. Eine Sammlung pathetischer Phrasen im allgemeiuen, bei denen die Logik nicht Pal« gestanden hat: die sozialistischei: Parteien haben sich an Stvmnenzahl dem Stand genähert, den sie bei den Wahle» zur Nationalversammlung erreicht hatten, die n i ch t s o z l a l i st i- schen Parteien haben ein« schwer« Niederlage erlisten: in dieser schicksalsschweren Stunde erwartet das deutsche Volk die Stimme des Stahlhelms zu hören!! Es ist dann viel van heroischer Lebensaufgabe und Erziehung zum„GeiUteinan' die Rede, und plötzlich enthüllt sich die schön« Seele des Stahlhelm ganz. Da heißt es wörtlich: „Will man ober so denken, dann kann man nur in einem freien Lande leben, und es wird bei der Bitterkell de» Kampfes auch der beste Man» eines Tages vor dte Tatfache gestellt, daß man letzte Enffchrttmng nicht durch Geld abkaufen kann, sondern. daß dann das Blut seine Sprache spricht. Wenn schon oll« Din« aus dieser Ende ihren Preis haben, io ist der stärist« Zahler und der größte der. der bereit ist. sein eigenes Blut für die Enffchei- dung«inzusetzen, lind über die Macht des Goldes siegt alsdann die Kr»kt de» Sterbevkäun«»»« des Fechtenkön«ns, und derjenige ist der Herr des Schicksals, für den die letzten Dinge de» Lebens um das Sterbe rllönnen gruppiert sind.' Der Krieg die letzte Hoffnung des Stahlhelm! Das hat dem deutschen Volk, das sich nach dem viereinhalbjähngen Weltkrieg mühsam wieder heraufarbeitet, gerade gefehlt. Immerhin, man weiß jetzt, woran man mll dem Stahlhelm ist: Kriegshetzer! In einer zwelle» Botschaft werden Bersailler Dertrag. Dawes- Abkommen und Völkerbund als für den Stahlhelm nicht existierend erklärt. Streiks dürften nicht geduldet werden, sie seien gleich- bedeutend mll Bürgerkrieg. Im übrigen: Kampf dam Marxis- mus! Westarp macht Kotau. Graf Westarp, der Feldherr der Geschlagenen, der heute an den Veranstaltungen des Stahlhelmtoges teilnehmen wird, hat folgendes Begrüßungstelegramm gesandt: „Dem Stahlhelm, Bund der Fronffoldaten, entbiete ich, gleich- zeitig im Namen der Deutschnatianalen Dolkspartei, zum Reichs- srontsoldatentag Fronthell zum neuen Bormarsch für die nationale Sache. gez. Gras W e st o r p.' Die Stettiner Staatsanwalts chast hat gegen das Urteil des Schwurgerichts gegen Älapproth, Hein und Schulz beten Ztetehszericht Revision beantragt. j Armes China, du hast zuviel freunde". Ein Völkerbundsjubiläum. Vor der 50. Tagung des Vaies. Senf. 1. Juni.(Eigenbericht.) Am 4. Sunt tritt der Bol kerb und sr«t zu leiner S0. Ta- gung zusammen, häufige außerordentlich« Einberufungen in den ersten Jahren des Völkerbundes lassen ihn schon jetzt, kaum mehr a!» acht Jahre nach seiner ersten Sitzung am 16. Januar 1920 in Paris, dieses Jubiläum erleben. Es ist nichts vorgesehen, um dieser S0. Tagung ein besonderes Gepräge zu geben, auch Ihr Inhalt birgt keine für dien Völkerbund grundlegenden und wichtigen Fragen, deren Behandlung die 50. Tagung zu einem wirklichen Markstein in der Geschichte des Völkerbundes und seines Rate» machen könnte. Sang- und klanglos wird der Rat— ohne den deutschen und den sronzöstschen Außenminister— eine jener einförmigen und nicht recht erquicklichen Tagesordnungen erledigen, wie si« in den letzten Jahren häufiger geworden sind. Seit der Erledigung der großen aktuellen Ewscheidungen(Oberschlesien— Wiederaufbau Oesterreichs— Irak— griechifch-bulgarifcher Streit— und dem großen Kampf um die neue Aufammensetzung des Rotes im Juni 1926) leistet der Dölkerbimdsrat mehr lausende Tagesarbeit und Aujräumuugsarbeit. als Aufbau und Ausbau. An den Ausbaudqs Paktes wogt man feit der endgültigen Zlbsage Englands an das Genfer Protokoll in dar öS. Ratstagung im März 1926 erst in neuester Zeit in der Sicherheitskommission schüchtern zu ariimern. Die Abrüstungs- kommisfion ist von den Weltmächten zu einem m i l i t ä- rischen Diskutierklub, von Sowjetrußland zu einer neuen Tribüne sefner Demagogie gemacht worden. Daran kann die 50. Ratstagung nichts ändern, aber sollte nicht wenigstens die Wlkerbundsverfammlung im September daran denken, die zweiten 30 Ratstagungen mit neuen konstruktiven Ar- beiton zu füllen? Minderheitsbeschwerden der verschiedensten Art. der ?1lbomcr gegen Griechenland, der deutschen Oberschlesier gegen die Polen, der polnischen Minderheit in Schlesien gegen Deutschland werden diesmal den Rat daran erinnern, daß viel mehr als 50 Ta- gungen nötig sein werden, um den völkischen Minderheiten ihr Recht zu goranlieven, um den Geist nationaler Verträglichkeit und Gleich- bevecbtigung überall in Europa zur Herrschaft zu bringen. Die polnisch-litauisch« Frage wird mich diesmal kaum zu endgültiger Losung gebracht werden: die ungarische vpkanlensrag«. seit l9ZZ ständiger Gast im Rat. schetnt-v« rf a h r« n e r als je. nachdem das rumänische Parlament dos neue, vom Rot empfohlene schiedsgerichtlich'' Berfa Kren abgelehnt hat. Ungarn ist in dieser Frage in der glücklichen Lage, das Interesse seiner Minderheit wohlgemut mit der Förderung des schiedsgerichtlichen Gedankens gleich- setz«, zu können. In der anderen Frage, dem Maschinen- gewehrschmuggel, hat«s da» etwa« anrüchig. Glück, fein« Papiere sozusagen in Ordnung zu haben. Wenigsten« soll es so sein. Das Dreierkomit«« zur Untersuchung des Maschinengewehr- schmuggÄs vom Januar— so verloutet zuverlässig— hat festgestellt. daß man Ungarn zum unndesten juristisch nicht beweisen kann, diese Maschinengewehre bestellt zu haben. Mna kann sehr viel über dieses Umerfuchungsergebnis denken, man mag denken, daß es wohl inhaltreicher ausgefallen wäre, wenn sofort im Januar gr- wiegte Kriminalisten in Szent Gotthard und nicht zuletzt in Turin, dem Abgangsort der Maschinengewehr«, nachgeforscht hätte« — ohne Beweise kann jedoch weder innerstaatlich m-ch international gerichtet werden. Aber wird sich der Rat mit der Feststellung be- gnügen, daß heutzutage in Europa fünf Waggons Moschlucugewehrc plötzlich Irgendwo als Heimo l- loses Gut auftauchen rönnen, ohne daß«s ausrelchende Mllel gibt, ihre Besitzer und ihren Zweck festzustellen? Das Dvoierkomitee hat u. a. auch noch einen Bericht abzugeben, tn dem über die Befugnisse des Ratspräsidenten gesprochen werden soll. Von kann� ruhig prophezeien, daß auch« nicht sehr gehaltreich sei» wird und für die Zukunft Organs schafft, die Europas Wassenhersbellung und Waffenhandel unter Auisichi halten. Es ist noch nicht so weit, daß Europa oder der Völkerbund oder die Welt«inen einheitlichen Orga» msmus darstellen, dessen Organe nach festen Regeln und Gesetzen miteirnrnder und füreinander lebcnyjs ist noch nicht so weit, daß es «ine europaisch« Gerechtigkeit gibt, vi« so einwandfrei ist. daß man ihr einen polizeilichen Machtapparat zur Verfügung stellen könnte, ohne Gefahr zu laufen, daß«r von politischen Gruppen für Sonder- zwecke mißbraucht würde. Mag die 50. Ratstagung Anlaß geben, mit bitteren Gefühlen an das hohe Z i s l de» Völkerbundes zu denken, eben das Ziel. Kund d«r Völker zu fein, so ist sie doch gerade mit ihren wenigen hochpolitischen TaguiUsordimngzpunUen und den viel«» laufenden Ar- betten, Flüchtlingsfürsorge. Opiumkontrolle. Anleibengewährung ein Symbol dafür, daß«5 immerhin schon so etwas gibt wie ein internationales Eloaring-Houf«,«in Forum, da« von verun rechtsten Völkern angeritten werden kann und im Sinne des Friedens arbeitet. Im Vergleich zu vergangenen Zeiten liegt darin bereits ein u n- bestreitbarer Fortschritt. Oeutschlanös Delegation abgereist. Die deutsch« Delegatton für die Tagung des Völkerbundsnats. die unter Führung des Staatssekretärs von Schubert si«hf und der außerdem die Ministerialdirektoren Gau« und von Dirtsen, Gesandter Frcytag. Geheimrot von Weizöcker und mehrer« Sach- bearbeiter de« Auswärtigen Amts, sowie Geheimrat Guelich vom preußischen SLittiusministerium angehören, hat heute abend Berlin mit dem fahrplanmäßigen Zuge vorlassen. Das Problem der Erwachsenenbildung. Oevtscher Dolkshochscholtag ia Dresden. Dresden. 1. Juni.(Eigenbericht.) In Dresden findet gegenwärtig der Deutsche Volkshoch- schultag statt, zu dem der Reichsverband der deutschen Volks- Hochschulen all« in den deutschen Volkshochschule» arbeitenden Lehrer und Hörer eingeladen hat. Den eigentlichen Veranstaltungen ging«in Begrüßungsabend voraus, auf dem der Reichsminister a D. Dr. Külz über die Pflicht«, de» Reiches, der Lander und der Gemeinden auf dem Gebiet des Bolkshochschulwefens sprach. Er bedauert lebhaft, daß im deutschen Etat ein so beschämend ge. ringer Vertag für die Arbeit der Erwachsenenbildung ein- gesetzt fei. Leider vergoß er zu erwähnen, daß die dafür verant- wörtlichen Parteien da» Geld der deutschen Steuerzahler lieber zum Bau von Panzerkreuzern und für ähnliche Zwecke verwenden. Im übrigen forderte Dr. Külz ein« weitgehende Unterstützung der Volk». Hochschulbewegung durch Staat. Länder und Gemeinden, verlangt« aber glcichzeiilg, daß die Volkshochschulen auch weiterhin ohne jede Bindung und Vceluslussung durch den Staat arbeiten sollten. In einem zweiten Referat sprach Universttätsprvfessor Dr. F r e y e r(Leipzig) über.Akademisch« Bildung und Volksbildung�. Er glaubte feststellen zu können, daß die Wissenschaft heute in einem Wandlungsprozeß begriff«, sei und den Weg zum Leben zurückfinde. Damit sei die Voraussetzung für einen Zu- sommenklang und«in Zusammenwirken von Akademikerbildung und Volksbildung gegeben. Außer diesen beiden Referaten wurden eine Anzahl Begrüßungsreden des sächsischen Lolksbildungsministers. des Dresdener Oberbürgermeisters usw. gehalten. Zlm ersten Verhandlungslage sprach zunächst Regierungsrat Dr. Kaphah»(Dresden) über die großstädtische Abend» Volkshochschule. Er wünscht« als Hörer dieser Bolkshoch- schule Menschen, die mitten in den sozialen Konflikten der Gegen- wart stehen und an deren Lösung mitarbeiten wollen. Die Volks- Hochschule soll diesen Menschen Kenntnisse und Erkenntnisse oer- Mitteln, ii, allen weltanschaulichen Fragen aber Neutralität bewahren. Hier wandle sich der Referent gegen ein Abgleiten der Volkehochschul« in de» Bereich der Fachschulen und fordert« zum Schluß Errichtung von Bolkshochschulheime» in den Großstädten. Der zwettc Redner Eduard Weitsch, der Letter der Volks- Hochschule Dreißigacker, sprach«ingehend und im wesentlichen«rf Grund feiner praktischen Erfahrungen über die Bedeutung der Volkshochschulheime für die Erwachsenenbildung. Auch er lehnte jede weltanschauliche Bindung der Volkshochschukorbeit ob. Dieser Ausfassung trat in der Diskussion in sehr wirkungsvoller Weise Jensen, der Leiter der Volkshochschule Tinz, entgegen, der erklärte, auch vom pädagogischen Standpunkt aus fei eine wirk- liche Erziehung und Leitung der Menschen nur vom festen Boden einer bestimmten Weltanschauung aus möglich. Am Sonnabend wird u. a. noch der sozialdemokratisch« Ab- geordnet« Graßmann über Arbeiterbildung und Volksbildung sprechen._ Klappsrstorchkneg in Thurmgen. Hodanns Slufklärmigsschrifiea wieder freigegeben. Auf Veranlassung dos aus Ltteraturprozessen bekamtten Stuttgarter Staatsanwalts Cuhorst wurden sin Dezember 1027 van der Rubolftädler Sto>rtsaltschast die beiden Wcher des Berliner Stadtarzt«» Dr. H o d a n n:„Geschlecht und Liebe in biologischer und gesellschaftlicher Beziehung� und„Bringt uns wirklich der Klapperstorch?" wegen angeblicher Unzüchtigkett vorläufig b e- schlagnahmt, obwohl da» ülapperstorchbuch in dm» Schweizer Schule« amtlich eingeführt«st. Eine große Anzahl Wissenschaftler. Aerzte, Iugenderzieher wandten sich nach Prüfung der Werke scharf gegen diesen Eingriff in das freie wissenschostliche und erzieherische Schaffen. Die Justizbehörden toten jedoch nicht einmal entscheideiche Schritte, um das ordentlich« Verfahren durchzuführen, d. h. entweder Anklage gegen Verfasser und Verleger zu erheben oder aber die Ein- stellung des Verfahrens zu veranlassen. Als vier Monate nach der vorläufigen Beschlagnahme noch immer kein weiterer Schritt erfolgt mar. stellte dio Sozialdemokratie im Thüringer Landtag eine Groß« Anfrage an die Regierung, ob sie diese» Verfahren und seine Methoden bWge oder gar veranlaßt habe. Der Jusnzminister Leutheußer hatte es nämlich für angebracht gehalten, im Landtag mst seinem Urteil in da» schwebend« Verfahren einzugreisen und das erch gültige Verbot der Bücher als selbstverständlich hinzustellen. Roch der sozialistischen Interpellation, die übrigens noch nützt beantwortet ist. haben noch zahlreiche Juristen gegen die Beschlagnahm« öffentlich protestiert. Endlich, also nach fünf Monaten.ist am Donners- tag die vorläufige Beschlagnahme aufgehoben und das Verfahren eingestellt worden, da sich kein Sachverständiger fand, der die Beschlagnahme als gerechtfertigt bezeichnen wallte. Dos ganze Verfahren gegen Hodann und seinen Verleger er- innert stark an dunkelste Vergangenheit- Reben den sieben Prozessen gegen die Sozialdemokraten Hermann, Loeh und Worch ist dieses Verfahren ein wetterer Justizskandal der Aera Leutheußer. Klage vor dem Gtaaisgerichtshof. Die bayerische Wirffchastspartei wehrt sich. Münch», 1. Juni. Der Landesausschuß Boyern der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes nahm scharf dagegen Stellung, daß die Wirt- schaftspartei im Bayerischen Landtag nicht ein einziges Mandat erhallen soll, während«in« ander« Partei mit weniger Stimmen vier Mandate zugeteilt bekommt. Der Landesausschuß be- schloß einstimmig, daß sich die Wirtschastspartei zunächst der Be-- fchwerde anschließt, die die Demokratische Partei beim Staatsgerichts- Hof eingereicht hat. Bolschewistische Lustizmeihoden. Ttochforschvngea über die politische Gestmumg der 2ln- geklagten vor 20 Jahre»! Moskau. 1. Juni(Vom Vertreter des W. 1, 58.). Im weiteren Verlaufe des Schachty-Prozesses wurden eine Reihe russischer Angeklagten vernommen, deren Aussagen für die Beurteilung des Prozesses nicht wesentlich sind. Dagegen ist die Der» nehmung des Angeklagten B e l e n k o insofern von Interesse, well sie erwies, daß es im Grunde v o l l st ä n d i g gleichgültig ist, ob die Angeklagten schon vor dem Untersuchungsrichter«in G«- st ö n d n i s abgelegt oder sich ieilwe'se schuldig bzw. unschuldig er- klärt heben, da bei ihnen jede Widerstandsfähigkeit ge- brachen erscheint. Die Vefragungen der Angeklagten gehen bis 1909 zurück und bezwecken, die Gesinnung der Angeklagten vor der Revolution km Sinne der Anklage festzustellen, um auf Grund dieser von Zeugen teils zuverlässiger, teils unzuverlässiger Art fest- gestellten Ergebnisse die Schuldfvage b« noch der Revolution begangenen Delikten zu beurteilen. Besonders charakteristisch erscheint das Verhalten des Angeklagten Belenko. Ihm, der seit seiner Ver- Haftung fünfmal zwischen dem Bekenntnis und dem Abstreiten seiner Schuld geschwankt hat. wurde vom Vorsitzenden Wyschinsky die Gewissengsrage vorgelegt, ob etwa„Unter- suchungsorgane" auf ihn irgendwelchen Druck ausgeübt oder ihn gar bedroht hätten. Belenko überlegte einig« Minuten und war sichtlich verlegen, was er antworten sollt«. Dann verneinte er die Frage.____ Armenien in Ooppelfeffeln. Zum zehnten Jahrestag seiner llnaSHSnglgkeitserklSruag- Wie überall, wo sich je eine Anzahl Armenier zusammenfinden, feiert auch die armenische Kolonie zu Berlin am Sonnabend, dem 2. Juni, den zehnten Jahrestag der Unabhängigkettserklarung der armenischen Republik. Kaum ein anderes Volk hat so lange und so hartnäckig um feine Freiheit gerungen wie das armenisch«. Aber auch schwerlich hat ein« zweite Nation so viele und so tiefe Eni- täuschungen erleben müssen. Kaum hotte Armenien, jetzt vor zehn Iahren, seine Selbständig kell errungen, kaum hatt« die jung« armenische Republik mit einer i o z i a l t st i s ch«» Regierung an der Spitze angefangen, den Grund eines neue» Lebens zu legen, ds ver- bündelen sich zwei Machlsoktore, der russisch« Bolschewismus und der türkisch« Kemalismus miteinander und brachten u. a. auch Armenien ihrer gemeinsamen Orientpolitik zum Opfer: der eine im Rom eu der Wsltreoolution, und der andere im Namen der noti»- nalistische» Revolution, beide aber als typische Vertreter asiatischen Imperialismus. Die Miierten und namentlich England ließen Armenien ohne Hilf«, die sie vorher feierlich zugesagt hatten. Roch 1919 hatt« R a d e k hier in Berlin mit den Henkern des armenischen Volkes Enoer,-Talaat und anderen iposchas SLaffenbrüder- fchaft geschlossen, die auch bald darauf von Lenin und von Kemal sanktioniert wurde. Diesen ersten Ab machung an folgten andere, tn« später in geheimen und nicht geheimen Vertragsabschlüssen zu- sanm, engefaßt wurden. Der Moskauer Vertrag vom März uvd da» Karser Abkommen vom Oktober 1921 besiogelten die bolschowistisch- kemalistische Freundschaft. Moskau brachte nicht nur da» ganze Türkis ch-Armenien zum Opfer, dessen Seldftbestimmungsrecht Lenin mehrer« Mals feierlich deklariert hatte, sondern zugleich auch «inen Teil der 1918 in den Grenzen Transkaukastsch�lrmenl«,« in» Leben gerufenen armenischen Nationalstaates, indem nämlich die Moskauer Machthaber, die angeblich für die Befreiung der Völker kämpfen, einige Landkreise der armenischen Republik ihren kemalistt- schen Verbündeten abtraten, während sst da» übrige Armenien „sowjetisierten". Seitdem ist Armenien mtt Doppelsesseln gefesselt. Wen» aber auch geknechtet, ringt es dennoch, wie der sagenhafte Prometheus. um feine Freiheit. Auch sind die vollen Sympathien der Zivilist« rien Welt mit Armenien. Mehr als einmal hat auch die Sozialistisch« Zrtbeuer-Imernationale Beschlüsse gefaßt, in denen sie die voll« Freiheit und die unumschränkte llnabhängigtett des ungeteilten Armemens gefordert hat. Armenien wird si« sich noch erringen. Jahrbuch des Hamburger Arbeiterrats. 100 m. verlangen, das mir nach dem Anstellungsvertrag am Ende alle Berufe, vor allem für Bandarbeiter, und begründete das Wirtschafts- und sozialpolischer Rückblick. Das vom Arbeiterrat Groß- Hamburg fürzlich herausgegebene Jahrbuch 1927 ist besonders für den Gewerkschafter, der aufmerksam die sozialpolitische Entwicklung in Deutschland verfolgt, nicht nur ein midtiges Nachschlagewerf, sondern eine Quelle neue: Anregungen. In der Einleitung des fast 200 Seiten umfaffenden Buches wird zunächst mit Unterstützung übersichtlicher Graphiten ein Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands im Vorjahre gezeichnet und nachgewiesen, wie die durch die Rationalisierung erzielte Leistungssteigerung fast ausschließlich dem Unternehmertum, nicht aber der Arbeiterschaft zugute gefommen ist. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß eine Rationalisierung nur dann einen Sinn habe, menn sie wie in Amerika durch Preissenfung und Lohnerhöhung zur Steigerung der Konfumfähigkeit führe, daß aber heute leider noch zwischen dem amerikanischen Vorbild und der deutschen Unbeweglichkeit der Abfahmethoden noch ein weites Feld für die vollkommene Ausnußung der Rationalisierung in der Richtung einer Abfaherweiterung durch Preissentung liegt“. des Monats April zustand. Wie eine Berhöhnung tam es uns Ver. tretern vor, als man uns am 12. Mai mitteilte, daß den Ozean. fliegern durch die Firma 50 000 m. zugestellt worden seien. Ich frage: Müssen die Angestellten darunter leiden, daß ihre Firma durch flingende Münze Reflame für fich machte? Bei dem ueberangebot an faufmännischen Angestellten muß sich leider der in Arbeit stehende Angestellte manches bieten laffen. Biele Mißstände fönnten aber trotz der ungünstigen Arbeitsmarktlage beseitigt werden, wenn sich die Angestellten beffer organisieren würden. Dies wenn sich die Angestellten beffer organisieren würden. Dies trifft auch für unsere Firma zu, wo fast feiner meiner Rollegen organisiert ist." Dieses Schreiben bedarf feines Rommentars. Die angeführten mißstände, die wir nachgeprüft haben, sind nicht gerade eine Empfehlung der sonst so reklametüchtigen Firma. Den Angestellten selbst fei aber ans Herz gelegt, sich im Zentralverband der Angestellten zu organisieren, um gesicherte Gehaltsbedingungen zu erreichen. Nach einer mehr chronologischen allgemeinen Betrachtung der Tagung des Bundesausschusses des ADGB. fozialgesetzgeberischen Maßnahmen im Vorjahre, bei der objektiv die Fortschritte in der Erwerbslosen, Invaliden- und Krankenversiche rung anerkannt werden, wendet sich der Jahresbericht den erledigten und unerledigten sozialpolitischen Gesezen im besonderen zu. Eines der interessantesten und ausführlichsten Kapitei ist das über den Entwurf eines Arbeitsichuggejeges. Bevor die einzelnen Bestimmungen dieses Gefeßentwurfes fritifiert werden, faßt der Arbeiterrat feine Stellungnahme zu dem gesamten Entwurf in folgenden Sägen zusammen: ,, Es trete zwar ein neues Gesetz an die Stelle der vertrauten Schußvorschriften; eine entsprechende Klarheit und Ueber fichi sei aber damit nicht verbunden. In zahlreichen Beftimmungen werde versucht, selbst die unwahrscheinlichsten Ausnahmemöglichkeiten zu regeln, die aber in der Bragis ein völliges Durcheinander erzeugen müßten und der Umgebung gefeßlicher Borschriften Tür und Tor öffneten. Weiter habe die Frage der Arbeitszeit eine Regelung erfahren, die den veränderten Zeit- und Wirtschaftsverhältnissen feine Rechnung trage. Für die Arbeitnehmerschaft bedeute deshalb der Entwurf, deffen wichtigster Teil die Arbeitszeit regelung sei, eine starte Enttäuschung. Auch der Arbeiter. erfahren müsse, wenn dem Arbeitnehmer damit gedient sein solle. rat perhehle sich nicht, daß dieser Entwurf eine völlige Umgestaltung Die Unzulänglichkeit des am 1. Mai erlassenen Arbeitszeitnotgefeges wird in der gleichen Form fritisiert wie von den Gewerkschaften. Es ist unmöglich, hier auch nur stizzenhaft ein Bild von der umfangreichen Tätigkeit des Arbe terrats zu geben, wie sie sich weiter in dem Jahrbuch widerspiegelt. Das arbeitsrechtliche und sozialpolitische Gebiet ist so ausgedehnt, daß felbst in dem Jahrbuch des Arbeiterrats in gedrängter Form nur das wichtigste herausgestellt werden konnte, was ihn im Berichtsjahr beschäftigte. Nur angedeutet werden soll, daß sich der Arbeiterrat u. a. gutachtlich zur Arbeitszeitfrage im Baugewerbe, im Fischereis gewerbe, in der Mineralölindustrie, im Bäckereigewerbe ufw. ge= äußert hat, daß er sich gegen die in den verschiedensten Gewerben versuchte Durchbrechung der Sonntagsarbeit wandte, fich für die Erweiterung des Unfall, Frauen-, Jugendlichen- und Heimarbeiterschutzes und eine beffere gejegliche Regelung der Berufsausbildung einsetzte, daß er von den Behörden ein Einschreiten gegen den skandalösen Baustoffwucher forderte usw. Wenn dem Arbeiterrat Groß- Hamburg auch feine gesetzgeberischen Befugnisse zustehen, so hat er sich doch auf arbeits. und fozialpolitischem Gebiete bemüht, die Interessen der Hamburger Arbeiterschaft weitestgehend wahrzunehmen. Wenn troß der objettiven Stellungnahme des Hamburger Arbeiterrats zu allen Fragen in einigen bürgerlichen Zeitungen versucht wird, ihm eine einseitige und bazu noch parteipolitische Einstellung zuzufchreiben, so ist das nur ein Beweis bafür, daß ihnen manche in dem Jahrbuch angeführte Tat. fachen unangenehm sind. Dem Arbeiterrat fann das aber nur eine Bestätigung dafür sein, daß er die Intereffen der Hamburger Arbeiterschaft richtig vertreten hat und den bisherigen Weg weiter verfolgen muß. Die Kunst geht nach Brot. Hilfe für engagementslose Schauspieler. " Die Engagementslofenfürsorge der Bühnengenossenschaft mit Unterstüßung des Reichs und der Stadt Berlin im Bezirt Groß- Berlin hat sich nun schon den zweiten Winter bewährt. In 16 Städten der Mart Brandenburg gelangten„ Kabale und Liebe"," Pension Schöller", Geographie und Liebe"," Der Bogel händler"," Der Sprung in die Ehe"," Der Waffenschmied"," 3wölf taufend",„ Stiefmama"," Der Better aus Dingsda" zur Aufführung, in denen 192 erwerbslose Bühnenangehörige beschäftigt wurden. Bei ben Städtischen Schüler Nachmittagsvor stellungen im Theater des Westens", die ebenfalls der fünſtlerischen Leitung der Bühnengenossenschaft unterstehen, fanden 195 Engagementslose Beschäftigung. Folgende Werke wurden in der Regie Emil Binds aufgeführt:„ Räthchen von Heilbronn"( zur Kleift- Feier),„ Egmont"," Wilhelm Tell"," Das tapfere Schneiderlein",„ Der Berschwender". Ab 8. Juni finden in dem ideal angelegten Freilicht Theater im Boltspart Jungfernheide Aufführungen von Shakespears„ Sommernachtstraum" mit der Mufit von Mendelsohn und großem Ballett statt, in denen ebenfalls nur zurzeit Engagementslose spielen. Ab 15. Juni folgt Hauptmanns Bersuntene Glode".- Die Gesamtleitung hat Berner Bernhardy. Die insgesamt 387 beschäftigten engagementslosen Schauspieler bedeuten wohlgemerkt nur die produttive Erwerbslosenfürsorge für Berlin. In anderen Bezirken, Frankfurt a. M., Dresden, Köln, Hamburg usw., sind ebenfalls viele erwerbslose Schauspieler be schäftigt worden, ganz abgesehen von den Darlehn und Unterstützungen, die die Bühnengenossenschaft ihren Mitgliedern gewährt. ,, Elettrolur" hat kein Geld. Die Vertreter müssen wochenlang auf ihr Gehalt warten. Bon einem Berliner Stadtreifenden der bekannten ger fabrit ,, Elettrolug" erhalten wir mit der Bitte um Beröffentlichung ein Schreiben, das auf die Entlohnungsmethoden dieser Firma ein eigenartiges Licht wirft. Der Reisende schreibt uns: ,, Das nicht beneidenswerte Los der Vertreter ist im ,, Borwärts" Schon öfter geschildert worden. Wenn ich Ihnen dennoch die Verhält nisse in einer Firma schildere, die Weltruf befigt, so tue ich das nur aus dem Grunde, um der Deffentlichkeit zu zeigen, daß sich hinter den Kulissen einer Weltfirma genau dasselbe Angestell tenelend verbirgt wie bei vielen weniger oder gar nicht befannten Unternehmen. Ich habe im Monat April an Gehalt und Provision ungefähr 210 m. verdient, wovon auf das Gehalt 100 M. entfallen. Von diesen 210 M. habe ich am 30. April 50 m. à conto erhalten, mit dem Bemerken, daß die Abrechnungen noch nicht fertiggestellt sind. Da ich nicht wußte, woher ich das Softgeld und die Miete nehmen sollte, bat ich um einen höheren Betrag. Nach langen Bitten bekam ich schließẞlich nach einigen Tagen 20 M. ,, Borschuß". Endlich wurde uns, damit will ich sagen. daß es nicht nur mir, sondern allen Bertretern so geht, mitgeteilt, daß am 15. Mai die endgültige" Abrechnung er. folgen würde.. Anstatt der Abrechnung bot man uns eine ,, Atonto- Bahlung" von 10 M. an. Mit gutem Recht tonnte ich zumindest mein Gehalt von Vorbereitung des Gewerkschaftstongresses. Anfang der fommenden Woche ist eine Tagung des Bundesausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes im Ber. liner Gewerkschaftshaus. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Borbereitung des Gewertschaftstongresses, der Dom 3. bis 8. September in Hamburg stattfindet. Internationale Arbeitskonferenz. Schluß der Debatte über den Unfallschuh. Genf, 1. Juni( Eigenbericht). der Generalaussprache über die Mindestlohnfestlegung nur Infolge eines energischen Beschlusses der Konferenzleitung, bei turze Bemerkungen zu geftatten, da es sich um die zweite Lefang handele, gelang es der Arbeitskonferenz am Freitag, die GeneralSchiffsreeber gegen die Einbeziehung des Schußes der Dod debatte zu Ende zu führen. Borher wandten sich die englischen arbeiter in dem vorliegenden Entwurf zur Unfallverhütung. Sie verlangten unter dem Vorwand, daß der Hafenarbeiterschutz in das Gebiet der Schiffahrt falle, Absehung dieses Punktes von der Tagesordnung und leberweisung an den maritimen Ausschuß des Arbeitsamtes. Das würde eine Hinausschiebung der Behandlung ins Ungewisse bedeutet haben. Der englische Transports arbeiterführer deckte den nationalen Hintergrund dieses Borstoßes auf, in dem es heißt: Die englischen Reeder wollen ein neues englisches Unfallverhütungsgesek, das den Hafenarbeitern für Unfälle an Bord denselben Schuß gewährt wie für Arbeiten an Land, unterminieren. Während Jouhaur, die bel gischen Regierungsvertreter, der Holländer und andere das Borgehen der Reeder als völlig unzulässig a blehnten, erklärte der deutsche Unternehmer Bogel im Namen der deutschen Reeder" sich für die Engländer. Er erlebte aber die Blamage, daß bei der Abstimmung über die Abtrennung der englischen Regierungsvertreter und sogar der englische Unternehmer nicht zu ihrem Antrag standen, worauf er sich ebenfalls trop feiner Unterstügungszusage der Stimme enthielt. Gegen fünf Ber treter des Reedereitapitals aus fleineren Ländern wurde der Borstoß abgewehrt. In der Frage der Festsekung von Mindestlohnen traten sich wiederum der englische Standpuntt, Mindestlöhne für alle Industrien festzusetzen, und der deutsche Standpunkt, fie auf die Hauptindustrien que befdyränken, gegenüber. Der indische Ar. beitervertreter forderte ebenfalls Mindestlöhne für DamenStrümpfe Mako oder Baumwolle 125 DamenStrümpfe Seidenflor oder Mako oder englische Sportstrümpfe 165 DamenStrümpfe künstliche Waschseide 195 ταξι mit der fehlenden gewerkschaftlichen Organisation in manchen Ländern.- Am Sonnabend werden die Kommissionen für die Einzelberatung der Tagesordnungspunkte gewählt werden. Schluß des Internationalen Bergarbeiterfongreffes Der Internationale Bergarbeiterfongreß ist nach Annahme von mehreren Entschließungen über Me Arbeits= eit, die Sozialversicherung und die Benfionen ge= schlossen worden. In bezug auf den geforderten Anschluß des russischen Bergarbeiterverbandes wurde nach langer Debatte einstimmig beschlossen, daß nur Organisationen, die die Grundfäße, die Beschlüsse und die Disziplin der Amsterdamer Internationale anerkennen, zuzulassen seien. Zur Kriegsfrage wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die jeder Kriegshege Rampf anfagt und die Beseitigung aller Friedenshindernisse fordert. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Begen Tarifbruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises werden hierdurch für die Mitglieder unseres Verbandes. folgende Gastwirtsbetriebe geSperrt: Tegel, Tegeler See: Restaurant zur Waldhütte, Inh. Karius, Tegel Restaurant zum Leuchtturm, Inh. Mar Becker, Tegelort- Restaurant Seeblid, Inh. Radowik, Tegelort Restau rant zum Lindenbaum, Inh. Wilh. Reinhold, Tepelort Restaurant Seglerhaus, Inh. Bergmann. Tegelort Restaurant Zur Here mannsbaude, Inh. Hermann Baude, Jörsfelde Sport- Restaurant, Inh. Dannenberg, Heiligensee Restaurant Alter Krug, Inh. Paul Himborg, Tegel. Treptow: Restaurant Deutscher Garten, Inh. Frau Grünberg, Alt- Treptow 2-3Schloß Treptow, Inh. Dittmann, Alt- Treptow 6. Grünau: Restaurant Jägerheim, Inh. Gustav Ehrhardt. In den Müggelbergen: Restaurant Waldschente am Teufelssee, Inh. Rost. Friedrichshagen: Gesellschaftshaus, Inh. Ww. Schröder Bürgerfäle, Inh. Trepping. Café Mignon Restaurant Hubertus, Inh. Maus. dorf: Restaurant Sur Bärenhöhle Baradies- Garten, Ind. Sorge Restaurant Witte an der Fähre.- Ertner: Bürgers Woltersdorfer Schleuse: Restaurant Zum Kranichsberg, Inh. H. Günther. garten, Inh. W. Schröder. Café und Restaurant Matschke( An der Brüde). Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Café- Angestellten. hof. a -OCO -OW Rahns Grünheide: Achtung, SPD.- Buchbrucer! Bor ben nächsten Bezirksverfamm lungen finben in allen Bezirken wichtige Fraktionsfigungen ftatt. Goweit nicht besondere Einladungen ergangen find, treffen sich die RolTegen eine Stunde vor ber Bezirksverfammlung in ben Bersammlungslokalen. Erscheinen aller Kollegen bringend erforderlich.. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Connabend, 19% Uhr, folgende Beranstaltung: Spanbau: Jugendheim Linbenufer 1. Lichtbildervortrag: Die Mar! Branden burg." Morgen, Conntag, folgende Fahrten: Südwesten: Wanberung Bernau Rüdnisfließ- Hellfee. Treffpunkt 1 Uhr Stettiner BerortbahnRorbring: Fahrt nach Bernau- Hellfee. Treffen 7 Uhr Stettiner VorCüboften: Wandeartbahnhof. Webbing: Fahrt nach der Römerschanze. rung Bernau- Rübnißfließ- Hellfee. Treffen um 7 Uhr Stettiner Borsttbahn. hof Die Teilnehmer am Rursus für Körperschulung Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Badstraße. Bero atwortlich für Politit: Dr. Curt Gener; Birtfchaft: 6. Klingelhöfer: Gevertschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales and Sonstiges: Fris Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glede. sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag Gmb... Berlin Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlansanftalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Bellanen und unterbaltuna and Biffen. Rider Vollvoile- Kleid Vollveile- Kleld in dem von der Mode bevorzugten Bordürenmuster, mit langem Aermel u. modernem Bindekrag., m.Spitzenbesatz 1850 in a parten Druck. mustern, mit kleidsamen Ueberwurt 875 DamenStrümpfe gute künstl. Waschseide 245 DamenStrümpfe Hertie Seide, feine künst liche Waschseide 325 DamenStrümpfe Bemberg- Seide,( künst liche Waschs.), Goldstempel 375 3 Paar 10,75 HERMANN TIETZ Leipziger Str Alexanderplatz Frankfurter- Allee Belle- Alliance Str. Brunnenstrasse Kottbuser Damm Wilmersdorfer Strasse Chausseestrasse Andreasstrasse Ar. 25745. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Rettungsaktion für Nobile. Wird die Dornier Maschine starten? treben. Selbst wenn aber die italienische Luftverkehrsgesellschaft den Superwal in Friedrichshafen freigibt, so würde bis zu seinem Abug nach Norden noch einige Beit verstreichen, da der Einbau einer untentelephonstation sowie eine spezielle Borbereitung der ganzen Maschine für Flüge in der Arttis erfolgen müßte, und zwar müßten insbesondere auch die Kühler der vier Motoren entsprechende AbBei den Dornier Berten in Manzell bei Fried| richshafen erwartet man für den heutigen Sonnabend das Eintreffen bes norwegischen Fliegers Dietrichson, der nach den aus Oslo tommenden Meldungen im Auftrage Amundsens und Ellisworths über die Bereitstellung eines Dornier- Flugbootes für die von Ammbjen durchzuführende Hilfsexpedition für Nobile veränderungen erhalten. Es ist daher kaum anzunehmen, daß Diethandeln soll. Die Dornier- Werte tömten für diesen Zmed einen Dornier Supermal zur Verfügung stellen, der mit vier Bristol Jupiter: motoren zu je 450 PS ausgerüstet ist und gerade jezt seine Abnahmeflüge beendet hat. Allerdings gehört die Maschine, die auch schon das italienische Zulassungszeichen„ IRATA" trägt, eigentlich nicht mehr den Dornier- Werten, sondern der italienischen Luftverfehrsgesellschaft„ Sana", die den Dienst zwischen Genua und BaTermo persieht. Dieser Supermal hat fürzlich einen 13% stündigen Brobeflug abjolniert und sollte demnächst nach Gemia über geführt und dort abgeliefert merden. Ueber die Möglichkeit, ihn jetzt für eine Hilfsexpedition in das arttische Gebiet zu benutzen, ist bereits mit der italienischen Gesellschaft verhandelt worden, und Mussolini selbst, der die italienischen Hilfsmaßnahmen für Nobile persönlich organisiert, ist ebenfalls in diesem Sinne an die„ Sana" herangetreten, ohne daß allerdings, eine definitive Zusage über die Bereitstellung des Flugzeuges abgegeben worden ist. Es scheint, als ob man in italienischen Kreisen auch die Hilfe leistung für Nobile und seine Schicksalsgenossen in erster Linie als eine nationale Angelegenheit betrachtet. Aus diesem Grunde wird jetzt auch in aller Gile in Italien ein Flugboot vom Inp Savoia fertiggemacht, um die Reise nach Spitzbergen anzuAus Berlins Arbeit für Spiel und Sport. 3m Dienste der Boltsgesundheit. T Das Stobtamt für Beibesübungen veranstaltete unter Führung hes Obermagistratsmats äusler eine Bresse Rundfahr: zu städtischen Spiel- und Sportplätzen. Besucht murde der Norden Berlins, für dessen in enge Wohnungen aufammengepferdchie Bevölkerung die Bersorgung mit Stätten zur Pflege von Spiel umb Sport besonders nötig ist. Man weiß, wieviel vor dem Kriege die von einer bürgerlichen Mehrheit beherrschte Stadtverwaltung versäumt hat. In den menigen Jahren der neuen Beit ift es trok aller Geldknappheit möglich geworden, schon manche Lüde auszufüllen. In der Rosenthaler Borstont murhe der rtonapiak be. fucht, der wie Bürgermeister Schneider( Berlin- Mitte) ere läuternd ausführte aus einem fahlen Platz zu einer freundlichen Stätte des Spiels für die Kinder und der Erholung für die Er wachsenen umgewandelt worden ist. Dann fuhren die Gäste, norbei an dem Spiel und Sportplan 3ur einiamen Bappel", hinaus nach Weißenfee zu dem Boltspartam eulen See, mo Stadtrat Reimann( Weißensee) die Ent ftehung dieser schönen Anlage schilderte. Der Sportplatz ist beträchtlich gmß, aber schon jetzt tönnen nicht mehr alle sporttreibenden Bereinigungen, die sich melden, dort untergebracht werden. Dann ging es hinunter zu dem benachbarten Bezirk Bantom, zum Sportplag an der Kissingenstraße und zum BolleSportplay, wo Stadtrat Gütig( Bankom) die Erläuterungen gab. Die Besichtigungsfahrt schloß in Berlin- Nordwest mit dem Besuch des zum Bezirt Charlottenburg gehörenden Bolfsparkes Jungfernheide und der zum Bezirk Wedding gehörenden Anlagen des Wassersportplages Plößensee und des Volkspartes Rehberge. Im Boltspark Jungfernheide hat man den Gedanken der Bereinigung von Sportplatz und Bart am vollkommnensten durch führen können. Der Wassersportplay Blößenfee hat in den menigen Jahren seit seiner Eröffnung fich sehr gut entwidelt. Die Anlage ift baulich ausgestaltet worden udder Besuch bat so 29] Jack London: Wolfsblut. 5. Der Bund mit dem Menschen. Der Dezember war zur Hälfte verstrichen, als der Graue Biber mit Klukutsch und Mitjah den Mackenzie hinaufzog. Den einen Schlitten, der mit gefaujien oder geborgten Hunden bespannt war, tutschierte er selber, den anderen fleineren, deffen Gespann aus jungen Hunden bestand, lenkte Mitjah. Dieser Schlitten war mehr ein Spielzeug, aber Mitfahs ganzer Stolz und ganze Freude, weil er fühlte, er beginne damit, in der Welt die Arbeit eines erwachsenen Mannes zu verrichten. Auch lernte er dabei, während die jungen Tiere eingefahren wurden, fie abrichten und lenken. Außerdem hatte der Schlitten feinen Nugen; trug er doch fast zweihundert Pfund an Gerätschaften und Lebensmitteln! Bolfsblut hatte gesehen, wie die Hunde der Indianer im Gespann gingen, also nahm er es nicht übel, als man ihn zum erstenmal anipannte. Man legte ihm dabei um den Nacken ein mit Moos mattiertes Halsband um, woran ein Riemen befestigt war, der um die Brust und über den Rücken ging, und an diesem mar der lange Strid gebunden, mit deffen Hilfe er den Schlitten zog. In dem Gespann gingen fieben junge Hunde, die alle ein oder zwei Monate älter als Wolfsblut waren. Ein jeder mar mit einem besonderen Strid an den Schlitten gebinden, und alle dieje waren von ungleicher Länge, so daß der Unterschied mindestens die Körperlänge eines Hundes betrug. Jeber Sirid mar an einen King am vorderen Ende des Schlittens feftgemacht, und diefer selbst hatte teine Rufen und war aus Birtenrinde gemacht, das Borderende emporgebogen, um den Schnee leichter unterzu pflügen. Durch diese Bauart verteilte fich das Gewicht der Ladung wie das des Schlittens auf die breiteste Fläche des weichen, loderen Schnees. Nach demselben Prinzip breitete sich auch das Gespann der Hunde am Ende ihrer Stride fächerförmig vor dem Schlitten aus, so daß teiner in die Fußtapfen des anderen trat. Noch einen anderen Borteil hatte jedoch diese Form des Gespanns. Die ungleiche Länge der Stride hinderte die Hunde, sich anzufallen; mollte einer den anderen angreifen, fo mußte er sich nach dem an einem fürzeren Stride ziehenden umwenden, und daim befand er sich sowohl dem Angegriffenen als auch der Beitsche bes Benfers gegenilber. Allein ber größte ridyson etwa schon in den nächsten Tagen das Flugboot übernehmen nd nach Spißbergen bringent fönnte. Weitere deutsche Flugboote vom Typ Dornier und Rohrbach ständen auch bei der Deutschen Lufthansa in Travemünde und Stettin zum Einsatz für Rettungserpeditionen bereit, ohne daß jedoch von italienischer Seite irgendwelche Anregung oder Aufforderung an die in Frage fom menden deutschen Stellen bisher ergangen wäre. Nach alledem dürfte, da auch die Vorbereitungen der anderen Expeditionen noch nicht sehr weit gebiehen find, viel toftbare Zeit verstreichen, bis eine wirklich umfassende Rettungsaktion in der Arttis einsetzen tann. Der Flieger Riser Larsen, der feinerzeit zusammen mit Dietrichson die Ammadsen- Nordpolexpedition mit zwei Dornier- Walen mitmachte, hat sich am gestrigen Freitag früh von Oslo nach Bergen begeben, um sich nach Spizbergen einzufchiffen, um dort die offizielle norwegische Hilfserpedition zu organisieren. Allerdings wird man auch dort zunächst das Ergebnis der Erkundungsflüge von Lützow Holm abwarten. Bon der Bermendung von Luftschiffen für diese Hilfsoftion scheint man vollkommnen abgekommen zu sein, obgleich gerade Italien menn auch fleineres Zeppelinluftbekanntlich noch über ein schiff verfügt, nämlich über bie ehemalige Bodenfee", die jetzt den Namen ,, Esperia" trägt. start zugenommen, daß bort im vorigen Jahr 860000 Ber: fonen und manchmal an einem Sonntag 30 000 Personen gezählt wurden. Bürgermeister eid( Webbing) fonnte mit berechtigter Freude den Gästen über die Entwicklung dieser für die Bolfsgesund heit fegensreichen Stätte des Wassersportes berichten. Mit dem Boltspart Rehberge erhält der dicht benölferte Stadtteil Bedding eine Erholungsstätte von ganz besonderem Bert Für Spiel- und Sportmöglichkeit ist hier in umfoffendem Maße gesorgt, so daß diese Anlagen auf längere Zeit hinaus genügen tönnen. Man darf mohl sagen, daß Berlin mit dent, was auf dem Gebiet von Spiel und Sport zielbewußte Arbeit geschaffen hat, fich sehen lassen kann. In der Berliner Stadtverwaltung hat die Einsicht fich durchgesetzt, daß Spiel und Sportpläge nicht Lugus find, sondern zu den besten Kapitalanlagen gehören, meil fie der Boltsgesundheit dienen. Biel Lärm um nichts. Ein Raubüberfall als erdichtet aufgeffort. Mehr als drei Monate mußte sich das Rarbdezernat der Kri minalpolizei mit einem Kaubüberfall beschäftigen, deffen Opfer in der Nacht vom 23. zum 24. Februar ds. Is. ein 45 Jahre alter Kaufmann Kurt Rosenbaum aus der Ansbacher Straße geworden sein wollte. Rosenbaum erschien damals auf einer Reviermache und teilte mit, daß er auf einem Abendspaziergang durch den Tiergarten in der Nähe der Bahnhöfe Tiergarten und 300 plöglich von einem unbekannten Begelagerer angefallen worden sei. Der Bandit habe ihm unversehens eine„ betäubende Maffe" ins Gesicht, geworfen, so daß er augenblicklich befinmungslos zu Boden gefallen sei. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er feststellen müssen, daß der Räuber ihn um die goldene lhr, einen Brillantring, ein goldenes Gebiß und die Brieftasche nebst Inhalt erleichtert hatte. Rosenbaum gab eine ausführliche Beschreibung des Täters: er sollte 1,85 groß und wie ein Schiffer gekleidet Borteil dieses Gefpanns lag darin, daß der Hund, der einen Dorderen anfallen mollte, den Schlitten schneller ziehen mußte; bewegte sich dieser jedoch schneller, so fonnte auch der Angegriffene schneller laufen, und so fein Hund den anderen einholen, denn je flinter einer rannte, desto schneller lief auch der, hinter dem er her war, und desto flinter rannten alle anderen. So vermehrte der Mensch durch Klugheit seine Macht über die Tiere. Mitjah glich dem Bater auch darin, daß er ein gut Teil von dessen Schlauheit besaß. Er hatte früher beobachtet, daß Liplip Wolfsbluts Feind war, aber damals gehörte Liplip einem anderen Indianer, und Mitfah hatte nur gewagi, ihn dann und wann mit einem Stein zu werfen. Jetzt, da Liplip sein Hund war, nahm er an ihm Rache, indem er ihn an den längsten Strick band. Zwar wurde Liplip dadurch zum Führer, was scheinbar eine Ehre war, aber in Wirklichkeit nahm ihm das jede Ehre, denn nun wurde er von den anderen gehaßt und verfolgt, anstatt sie zu beherrschen und anzufnurren. Da er an dem längsten Strid zog, fam es den anderen immer vor, als liefe er vor ihnen weg. Sie sahen nur seinen buschigen Schwanz und die fliehenden Hinterbeine, ein viel weniger einschüchternder Anblick als gesträubte Nackenhaare und blizende Zähne. Auch erzeugt der Anblid eines fliehenden Hundes- das liegt in der geistigen Beschaffenheit der Tiere- das Verlangen, ihm nachzurennen, und das Gefühl, als liefe er aus Angst vor ihnen davon. Von dem Augenblid an, wo der Schlitten losfuhr, jagte alfo das Gespann hinter Liplip her, und so ging es den ganzen Tag hindurch. Zuerst versuchte jener, zormig mie er war und eifersüchtig auf seine Würde, sich gegen die Verfolger umzumenden, aber dann pflegte Mitfah die Schmize der dreißig Fuß langen Peitsche aus Renntierdarmen ihm ins Gesicht zu schnellen, was ihn zur Umfehr und zum Beiterlaufen zwang. Bohl fonnte Liplip den Hunden die Stirn bieten, aber nicht der Beitsche, und es blieb ihm nichts übrig, als den Strid straff zu erhalten und die Beine aus dem Bereich der 3ähne feiner Berfolger zu bringen. | Sonnabend, 2. Juni 1928 gewesen sein. Die Nachforschungen, die Kriminalkommissar Berneburg, der Leiter des Raubdezernats, mit seinen Beamten alsbald aufnahm, brachten aber nirgends die geringste Spur eines solchen Mannes, der durch seine Größe und Kleidung immerhin eine Ausnahmeerscheinung sein mußte. Da sich der Bevölkerimg außerdem eine starke Beunruhigung bemächtigt hatte, so wurden auch im Tiergarten verstärkte Streifen Jezt ist es gelungen. die ganze Räubergeschichte als das zu enteingerichtet, die auf den gesuchten und andere Räuber fohndeten. larven, was sie wirklich ist, nämlich eine Erfindung des an geblich Beraubten. In einer Pfandleihe entdeckten die Beamten den Pfandschein, auf den Rosenbaum am 23. Februar- also vor dem ,, leberfall" Uhr und Brillantring für zusammen 70 Mart versetzt hatte. Bei der Versicherung, bei der er gegen Einbruch und Raub versichert mar, hatte er den erlittenen Schaden mit 950 m. angegeben. Uhr und Ring murden beschlagnahmt und Rosenbaum gestern unerwartet auf dem Polizeipräsidium vorgelegt. Er konnte fie als sein Eagentum nicht verleugnen und räumte nach längerem zögern denn auch das ganze Märchen ein. Auch das gestohlene" Gebiß tam plößlich zum Vorschein. Rosenbaum trug es in ein Tafhentuch eingewickelt in der Hosentasche. Abgesehen von der muizlosen Arbeit, die Rosenbaum der Kriminalpolizei durch Wochen hindurch zugenmutet hat, während die Beamten wahrlich Besseres zu tun haben, hat seine Erzählung Unruhe und Besorgnis bei vielen Beuten hervorgerufen. Die Versicherungsgesellschaft hat gegen ihn jetzt Strafa'ntrag megen nersuchten Betruges gestellt. Da in letzter Zeit wiederholt Raubüberfälle sich als völlig erfunden herausgestellt haben, so hat fürzlich ein Gerichtsbeschluß, einen dieser Märchendichter wegen groben Unfugs zu einer Geldstrafe von 30 M. verurteilt. Dieses Schicksal wird vermutlich auch Rosenbaum noch blühen. Die Einsponnleute. Angeklagter Baranyi packt aus. Die Bernehmung des Desterreichers Baranyi bilbet gemisfermaßen den Höhepunkt des Prozesses. Nachdem Herr Bollo über die Rlebeapparate berichtet hatte, an denen er allein flebengeblieben ist, beginnt der Desterreicher Baranyi auszupacken. Ein Nervesbündel, dieser Angeklagte, allzu herzkrant. Er ist in Büßerstimmung und seine Mitangeflagten mittern höchste Gefahr für sich; sie lauschen ihm aufmerksam, halb verbissen, halb ironisch. Herr Baranyi ist Wiener, seines Zeichens Vertreter. In dieser Eigenschaft fam er nach Berlin. Als er im Jahre 1921 durch die Unterschlagungen einer Bank fein ganzes Geld perior, mandte er sich den Einsponngeschäften zu. Baranni mill in sie von dem Mitangeklagten Hirsching eingeführt worden sein. Go tam er auch zu Balson, der die Ware hatte. Baranyi suchte und fand Geldleute und vermittelte die Geschäfte. Die Geschäfte mußten gemacht werden, ob man wollte oder nicht; denn die Geprellten wollten ihr Geld zurüdhaben. Sie drohten mit bem Staatsanwalt. Das Geld war aber perteilt und nicht mehr da. Balson rückte mit dem seinigen nicht heraus. So suchte man neue Geldmänner, um mit ihrem Gelde die früher Geprellten zu be=. friedigen und sich den Staatsanwalt vom Leibe zu halten. Es war ein Spiel ohne Ende. Man fonnte nicht mehr aus dem Kreise der Einsponngeschäfte heraus. Man hatte sich selbst imff ein gesponnen und schließlich fielen auch gute Gewinne ab. Eines Lages pacte aber die Kriminalpolizei zu, und alle famen hinter Schloß und Riegel. Baranyi hate die Schlinge um den Hals seiner Mitangeklagten fast zugezogen. Noch fönnen sie aber reden. Herr Hirsching protestiert. Die unwahren und phantastischen Angaben Barangis tönne er nur so erklären, daß die lange Untersuchungshaft auf seinen Auch Balson meldet geistigen Zustand gewirkt haben muß. sich zum Wort. Er soll es später erhalten. Es folgt der Einzelfall Philipp. Den Bermittler spielte hier der Angeklagte Löbmann. In die Einsponngeschäfte hatte ihn Baranyi eingeführt, Batson versorgte ihn mit Heuga bein. Der Selbstkostenpreis war mit 20 Pf. berechnet, Philipp wurden 60 Pf. genannt und die Rön- Gesellschaft wollte dafür 1,30 M. zahlen. ihn bewachte, und wenn fein Fleisch mehr da war, so pflegte Mitjah das Gespann in der Entfernung zu halten und so zu tun, als ob er ihn noch weiter füttere. Die Arbeit gefiel Wolfsblut. Er mar meiter als einer der anderen Hunde gewandert, um sich den Menschen zu unterwerfen, und er hatte gründlicher als jene gelernt, mie nuklos es sei, sich ihrem Willen zu widersetzen. Auch ließ die Anfeindung, die er von dem Rudel erduldet hatte, dieses ihm meit unwichtiger erscheinen als den Menschen. Er war nie auf den Berkehr mit seinesgleichen angewiesen gewesen und hatte Kische fast ganz vergessen, also fand, was er an Anhänglichkeit besaß, seinen Ausdrud in der Treue, die er den Menschen, die er als seine Herren anerkannt hatte, darbrachte. So arbeitete er fleißig und war gehorsam. Treue und Willigkeit zeichneten ihn bei der Arbeit aus. Das sind wesentliche Charakterzüge des gezähmten Wolfes und des wilden Hundes, und Wolfsblut befaß fie in ungewöhnlich hohem Grade. Sein Verhältnis zu den anderen Hunden war und blieb feindselig. Er hatte nie mit ihnen gespielt, er verstand darum nur mit ihnen zu raufen, wobei er hundertfach die Bisse zurückgab, die er in den Tagen, als Liplit Führer des Rudels gewesen war, empfangen hatte. Allein Führer war dieser nur noch infomeit, als er am Ende eines Strides vor den Gefährten herlief, und der Schlitten hintennach stolperte. Im Lager hielt er sich dicht an Mitjah, an den Grauen Biber oder Klukutsch. Er wagte sich nicht von ihnen hinweg, denn dann waren die Zähne aller Hunde gegen ihn gerichtet, und er fostete die Berfolgung, die er früher Wolfsblut hat angedeihen lassen, bis auf die Hefe aus. Da Liplip als Anführer des Rudels abgefegt war, so hätte Wolfsblut jegt feine Stelle einnehmen tönnen. Aber dazu stand er zu einsam und war zu verdrossen. Er strafte nur die Genossen, fonst ließ er sie in Ruhe. Auch gingen fie ihm aus dem Wege, wenn er hertam, und der Frechste unter ihnen magte es nicht, ihm ein Stüd Fleisch zu stehlen; im Gegenteil verzehrten sie den eigenen Bissen hastig, aus Furcht, daß er ihnen davon wegnehmen würde. Wolfsblut fannte gut das Allein in den Tiefen des Indianergemüts Lauerten noch Gesetz: Unterbrüdung dem Schwachen, Gehorsam dem tüdischere Ränte und Kniffe. Um den Führer zur Zielscheibe Starten. Er verschlang seinen Anteil so rasch er fonnte, und unaufhörlicher Berfolgung zu machen, schmeichelte ihm Mitjah wehe dem Hunde, der dann nicht fertig war. Ein Knurren, vor den anderen Hunden und erregte durch Gunstbezeugungen ein Aufblizen der Zähne, und bitter beklagte sich der andere in ihnen Haß und Eifersucht. In ihrer Gegenwart pflegte er bei den gleichmütigen Sternen über seinen Verlust, während ihn, aber nur ihn, zu füttern, mas sie wie toll aufregte. Sie Wolfsblut die Portion des Beraubten hinunterschlang. Dann raften dann um ihn herum, dicht außerhalb des Bereichs der und wann empörte sich einer gegen eine solche Behandlung, Beitsche, währenb Liplip das Fleisch verzehrte, und Mitfah I murde aber schnell zum Schweigen gebracht. forts. folgt.) Philipp gab 7800 m. hin, die Non- Gesellschaft nahm die Heugabeln nicht ab. Um nicht mit dem Staatsanwalt nähere Bekanntschaft zu machen, speiste Balfon Herrn Philipp mit 3000 m. ab, ließ sich aber eine Quittung auf 7800 m. ausstellen. Mit dem Fall Philipp tann Der Werkspionageprozeß. Man fann fich nicht einigen. bie Berichterstattung über den Einiponnprozeß vorläufig abschließen. Beginn ber Gigung des geftrigen Lages wiederum eine Gegenfäßlich Im Prozeß megen der Werkspionage bei ber Norma trat zu Mormonen in Berlin. Die auch in Europa verbreitete kultusgemeinde der MorPfingsttage nach Berlin eingeladen. Wer das geistige Gefüge einer Religionsfefte einer Untersuchung für wert hält, um die Kräfte kennenzulernen, die die Boltspsyche bewegen, der konnte bei dieser Mormonentagung einen der interessanteffen Einblide gewinnen. monen halte ihre Mitglieder in Deutschland während der " Bornehmlich gilt die Arbeit dieser amerifarischen Kirche der Jugend. Hier arbeiten sie mit Erziehungstunden, die Sinne und Gefühl bei jungen Menschen frisch halten. Sie verschmähen den pietistischen wang und verbinden Tanz und Welmissen, insbe fondere Naturkunde, mit ethischen Gelöbnissen, wie es ein empfäng. liches Kinderherz fordert. Aber, mie schon ausgeführt, das inter. effanteste ist das System. Die Knaben werden in Boy Scout" Pfadfindervereinen zusammengefaßt und erlernen auf Wanderun. gen Naturfenntniffe, Signalisieren, Morsetelegraphie erhalten Unterricht in Erste Hilfe( fünstliche Amung) und vielen anderen prat. tischen Dingen. Die Mädchen sind als Bienentorbmädchen in„ Schwärme" zusammengefaßt und erfahren Unterweisung im Haushalt, Säuglingspflege, Nähen und Stiden. Bei jeder Sibung mirb erneut der Treuschwur von der Jugend gesprochen, deffen erste Bedingung ,, Duldsamfeit" heißt und, der die Jugend zu ernster Lebens- und Liebesbetätigung gegen die Mitmenschen verpflichtet. Die Leitung der deutschen Mission liegt nur in den Händen von jungen Amerikanern. Bei den Vorführungen dieser Jugend im Lehrer. pereinshaus fonnte man beobachten, daß bei den Tanzvergnügen felbft Tänze wie Walzer und Fortrott enterotisiert waren Die Dr. ganisation ist nach gedruckten Regeln von den Amerikanern feftgelegt, wobei auch nicht vom Tüpfelchen auf dem i abgewiche werden darf. In dem Handbuch der Unterweisungen heißt es an einer Stelle: Die Organisation bildet Beamte heran, verleiht Autorität, befümmt und erklärt die Pfdyen, fördert den Gehorsam, baut Systeme auf, schafft Ordnung, erhält Disziplin aufrecht, teilt die Arbeit ein, fordert die Leistungsfähigkeit und befestigt das Ber. antwortungsgefühl. Jede Pflicht wird genau umschrieben und über alles Tum eines Beamten muß Bericht an vorgelegter Stelle gegeben werden. Gewertet wird( auch in ten Glaubenssachen) na Punkten we bei einem utprennen. Aber man jage nicht, baß die Leute es nicht verstehen, diefes starre System mit leben, bigem Wesen zu füllen, bazu war die Begeisterung der hier tagenden Jugend zu groß. Jeder Junge und jedes Mädchen, die in den ge forderten Disziplinen und Kenntnissen voran wollen, erhalten Mar. fen in ein Buch eingeflebt, teren 3ahl sie befähigt, in eine höhere Stufe der in eine Hangordnung eingeteilten Gemeinschaft einzu rüden. Die Kirche der Mormonen hat es eben verstanden, aus allen bestehenden Organisationsformen das Beste für ihre Zwede heraus. zubiben; sie darf als eine der reichsten und angefehenften Gemeinben bes ameilanifchen Settenmelens bezeichnet werden. Saltlose Angriffe gegen die„ Bewag". Cin Berliner Mittagsblatt beridtete in fenfationeller Aufmachung über peinliche Vorgänge bei der Umstellung des elettrischen Stromes". In einem zmei Spalten langen Artikel mird ber Bewag" vorgeworfen, minderwertige Beleuch tungsförper an tas Bublifum geliefert zu haben. Bei der Umstellung einiger Berliner Bezirke auf Einheitsstrom ist die Stadt verpflichtet, die Glühbirnen für die alte Stromftärte umzutauschen und dafür Lampen, die für die Einheitsstromstärke poffen, zu liefern. Nach dem Bericht des Mittagsblatts sollen die neuen Birnen, die von der Osram Gesellschaft hergestellt wurden, minderwertig fein. In tendenziöfer Aufmachung wird der Bemag" por geworfen, fich bei der Bergebung des Auftrages an die DsramGesellschaft nicht ganz forrett verhalten zu haben. P Wir sind den Angaben nachgegangen und haben feftgeftelt, ba der Artikel in feinem Bunfte der Wahrheit entspricht. Auf Nachfrage wird uns mitgeteilt, daß im vergangenen Jahr 238 000 Gihbirnen an die Bemag" geliefert wurden, und daß banon 1500 um getauscht werden mußten. Selbstverständlich bas mird uns pon der Bewag" bestätigt hat Dsram den Auftrag zur Lieferung der Lampen erst erhalten, nachdem Ron. turrengofferten eingeholt maren. Im vergangenen Jahr haben übrigens auch andere Firmen für die Bemag" geliefert. In den legten Abfäzen des Artikels werden dunkle Bormurfe gegen bestimmte Personen erhoben. Es heißt dort:„ Ohne Zweifel gibt es, sowohl auf feiten der Stadtverwaltung, als auch auf feiten ber Osram Gesellschaft, in dieser Angelegenheit bie fdjon beinahe eine Affäre ift- bestimmte Persönlichkeiten, die ver. antmorifich zu machen sind und die sich in diesem Falle zu verantmorten haben." Weil er den Puls zu lange fühlte. Zu einem bebauerlichen Unfall tam es am Weihnachtsabend aorigen Jahres in der Kantine der Potsdamer Schupotaferne. Die Rantinenwirtin Frau Engel wurde non einer plöglichen Unpäßlich. teit befallen und die Polizeioberwachtmeister Richard Hurthe und Schmidt bemühten sich um die Erkrankte. Als Schmidt den Puls der Frau Wirtin etwas zu lange befühlte, tam es amischen den beiden Schupobeamten zu gereizten Meinungsverschiedenheiten. Dabei ließ Schmidt in bezug auf seinen Kollegen die Worte fallen: Du bist ja geistig minderwertig." In demselben Moment ergriff Hurthe ein Bierfeibel und warf es dem Schmidt so unglüdlich an ben Ropf, baß ber linte Augapfel plaßte Das Schvermögen des linken Auges ist fast vollständig erloschen und nur eine schwierige Operation fann das Sehvermögen wieder Schärfen. Begen gefährlicher Körperverlegung vor dem Pots bamer Schöffengericht angeflagt, erging das Urteil gegen Hurthe auf brei Monate Gefängnis. Der Angeklagte muß einen Monat der Strafe verbüßen, für den Rest ist ihm eine dreijährige Bewährungsfrist zugebilligt worden. In der Urteilsbegründung führte der Borfizende, Landgerichtsdirettor Dr. Warmuth, aus, daß der Ungetlagte als Polizeibeamter verpflichtet gemesen ist, sich fo in der Gewalt zu halten, daß er sich auch in der Situation als Beleidigter beherrschen müsse. Es war ein großer Mangel an Selbstbeherrschung, die der Angeflagte, her ein Polizeibeamter ift, an ben Tag gelegt habe. Generalversammlung bei Cindcar. Auf der gestrigen General. verfammlung der Linbcar Fahrradwerte wurden die Regularien genehmigt und die Dipibende auf 10 Bros. feftgelegt. Neu in ben Aufsichtsrat gewählt wurde Gen. Roller vom Fabril arbeiterverband, Gen. Gweinig pom Buchbruderverband und ein Bertreter bes Steinarbeiterverbandes. Machy Beendigung ber um. ftellung wird die tägliche Probuftion 600 Räber betragen. Im laufen ben Jahr wurden bereits 18 000 Räder hergestellt und 16 000 per fauft, mährend im ganzen Jahr 1927 etwa 26 000 Räder hergestellt wurden. Die Entwicklung dieses Arbeiterunternehmens zeigt aljo einen erfreulichen Aufschwung. Im Anschluß an die Generalverfommlung wurden die Betriebe sichtigt, über die wir an anderer Stelle nach eingehend berichten merben feit der Auffassungen über den Begriff Betriebsgeheimnis zutage, als es sich darum handelte, ob die Bertreter der Norma verpflichtet werden sollen, durch Borlage von Zeichnungen, Modellen, Werte, die sich als Nebenklägerin der Anklage angeschlossen haben, Apparaten usw. den Sachverständigen die Möglichkeit zu geben, sich über das Bestehen von Betriebsgeheimnissen bei den einzelnen Ron ftruftionen ein Urteil zu bilden. ftruftionen ein Urteil zu bilden. " Die Vertreter der Rebenflägerin wandten sich gegen dieses Anfinnen mit dem Hinweis, daß eine offene Darlegung ihrer Kon ftruftionsunterlagen der Nebenflägerin nicht zugemutet serben tönne. Die Bertreter der Angeklagten bekämpften diefe Auffang mit der Erklärung, daß die Anflage und mit ihr die Nebentlägerin den Tatbestand der Berlegung von Betriebsgeheimniffen nadmeifen und den Sachverständigen Einblick in die Konstruktionsunterlagen der ,, Norma" gewähren müsse. Das Gericht tam nach eingehender Beratung zu dem Schluß, daß ein gefeglicher 3wang zur Borlegung von Zeichnungen um nicht bestehe Das Gericht fönne die Sachverständigen der Norma" zu Aussagen über Sonderfonstruktionen zwingen, von dieser Verpflichtung feien die Sachverständigen aber zu befreien, soweit nach ihrer Auffassung eine Schädigung der Norma" eintrete. Es handle fich da um eine Frage die Barteien möchten aus dem Kreise der Sachverständigen einige der Beweisführung. Der Vorfizende machte sodann den Vorschlag, auswählen, die die verschiedenen Standpunkte zu vertreten hätten. Das Gericht behielt sich vor, eventuell noch einen Dbergutachter zu berufen. Bertelbiger Alsberg erflärte fich mit der Bildung einer Art Sachverständigen follegfums einverstanden. Als bie Bertreter der Nebenflägerin nochmals Einwände erhoben, bemertte Staatsanwalt Wechsler, daß die Norma" bet folh weitgehender Abneigung, das Material porzulegen, eigentlich einen Strafantrag hätte stellen dürfen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin G 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an Das Bezirksjefretariet 2. Sof, 2 Erep. rechts, au richten. Erweiterter Bezirksvorstand. Sente, Sonnabend, 2. Juni, 18 Uhr, Situng im Kon ferenzzimmer der„ Bortvärts" Redaktion, Lindenstr. 3, 4. Hof, 4 Treppen. 2. Kreis Tiergarten. Montag, 4, Juni, 19 Uhr, Sigung der Gefchäftsleitung mit den ersten Abeilungsleitern oder deren Stellvertretern bei Krüger, Buttligste. 10. 7. Areis Charlottenburg unb Spanbau. Juristische Sprechstunde heute, Sonns abend, 17-18 Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 4. Gelegenheit zum Kirchenaustritt. 15. Kreis Treptow. An der Werbeveranstaltung des Arbeiter- Sportlartells auf hem Eporiplag Sabowa am Sonntag, 3. Jun!, bitten wir unsere Mitglieber, fich redt zege zu beteiligen. Abmarih mit Musil 14 Uhr Bahnhof Nicherf öncweide, 20. Areis Reinidendorf. Montag, 4. Juni, 19% Uhr, im fleinen Gigungsfaat des Rathauses Mittenau Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. Heute, Sonnabend, 2. Juni: 19. Abt. Die Gammellisten sind bis zum 3. Juni beim Genossen Remnig abe zurechnen. 21. e Genoffen, deren Rinder Schulpflichtig find, werden um fofortige ggbe ihrer Adressen und der Schulen gebeten. Meldungen an Genoffint Krüger, Adolfftr. 7. Die Mitglieder des Büchertreifes werden gebeten, die Bücher für das 1. Viertel 1928 abzuholen bei Kroll, Utrechter Str. 21. Die Genoffen werden gebeten, die Gammellisten und Maimarten abzurechnen bei Kroll, Utrechter Str. 21. 81. Abt. Frichenau. 19 Uhr im total Schilling, Dahlem, am Unter. grundbahnhof Dahlem.Dorf, Sommerfest. Eintritt 75 Bf. Alle Parteimitglieder sowie befreundets Organisationen werden um recht rege Be teil gung gebeten, 125. Abt. Weißenfee. 19 Uhr veranstaltet bie Sozialistische Arbeiterjugend iv Gefelicaftshaus Barfftr. 18 einen Werbeabenb. Bir bitten die Genoffinnen urb Cenoffen um redt rege Beteiligung. Sämtliche 13. abt. Regel. 20 Uhr im Rotel Dito Stabe, Berliner Str. 17, ElternBerjammlung. Tagesordnung: Die Elternbeiratswahlen. Eltern, welche für die Liste Schulaufbau eintreten, finb baan eingeladen. Hauptmann Hefter von der Schuhpolizei in Potsdam, gegen Beziehungen zu der Gräfin Bothmer durchgeführt wurde, ist den im Februar dieses Jahres ein Disziplinarverfahren megen seiner 101. burch Perfügung des preußischen Ministeriums des Innern zur Schutzpolizei Dortmund verfeßt worden. Damit hat das jahre fange Steffeltreiben der Botsdamer sogenannten Hofgesellschaft gegen den republitamischen Hauptmann sein verdientes Ende gefunden. Wir berichteten seinerzeit ausführlich über die Verhandlung nor dem Digipunarlenat. Der Anflagevertreter plöblerte für die Höchftstrafe der Dienstentlassung, das Urteil aber erging nur auf Strafper. fehung in ein Amt von gleichem Range bei geringem Gehaltsabzug und stellte ausdrücklich fest, daß die bisherigen Ronduitenüsten des Hauptmanns ausgezeichnet waren. Gartendirettor Ceffer wird als Dozent der Humboldt. ochiule am Sonntag, dem 3. Juni, eine Führung durch ( chöne Bripatgärten in Berlin Dahlem vornehmen. Treffpuntt 10 Uhr normittags Untergrundbahnhof Dahlem Dorf. Karten während der Führung erhältlich. Morgen, Sonntag, 3. Juni: zeptome Genoffinnen und Genoffen, die an der Besichtigung ber ustellung Die Ernährung" teilnehmen wollen, treffen fich früh 8 Uhr am Bahnhof Treptow. Karten aum ermäßigten Breise von 1 M. find noch eri. Jungjozialisten. Groß- Berlin: Achtung, Gruppenleiter! Die Anmeldefrist für den Rurfus Aufgaben und Methoden bey prattifchen Bildungsarbeit"( Referent Alexander Stein) läuft am 6. Juni ab. Der Rurfus fndet am 9. und 10. Juni in dep Jugendherberge Tiefensee( Camengrund) statt. Gendet umgehend die Teil nehmerzahl an Genossen Sans Waldeann, Berlin- Wittenau, Sauptstr. 17, ein. milli Liljeberg, Johannisthal, Beftfir. 8. Gruppe Reinidendorf Oft: Montag, Suni, 20 Uhr, im Jugendheim Einbauer Straße( Baraden) Bortrag und Aussprache fiber Agrarprogramm und Agrariolitik der SPD. Sempelhof- Marienboel: Conntag, 3. Juni, Fahrt nach dem Ober- Spree- Kanal. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Tempelhof. Die Gruppenleiter fenben die Berichtegen für Mai balbigft an den Genoffer.. Kinderfreunde Gruppe Tiergarten, Sonntag, 8. Suni, treffen fich die Gruppen August Bebel und Rillen aur Fahrt nach fallenfee um 7% Uhr am Ufa, Surmstraße. Fahrgelh ( 50 f.) mitbringen. Azels Arensterp., Gruppe Südwest: Achtung! Sente 17-19 Uhr Jugend Alle Eltern und Freunde laben mir berglich ein zu unserem Kreisfest, Sonntag, 8. Juni, 16% Uhr, auf dem Urban- Sportplag. Pel Segenwetter findet unfer Feft aur gleichen Seit in Der Turnhalle her weltlichen Schule( 93. Echule) Dieffenbachstraße ftatt. Kreis Charlottenburg Treffpunkt zur Fahrt heute um 17 Uhr am Bahne heim Vorofir. 11 Cauptprobe zu unserem Feſt. Dampferzufammenstoß. Die amerikanischen Dampfer refi. dent Garfield und ershaw sticken acht Meilen östlich bot Bestend. Wir bitten, pünklich zu fein. Arbeiterjugend ist millkommen. der Marthainsel bei Svineyard im Staate Massachusetts zusammen. Die ,, Kersham" fant. 12 Personen find ertrunken. Geburtstage, Jubiläen usw. 181. 5. Rieberschäuhaufen. Genoffe 3ohannes Buchweis mich heute, am 2 Junt, 60 Jahre alt. Ein säher Rämpfer, der befaubers während unb nam bem Kriege immer in der porberften Reihe geftanben hat. Sumer von Jugend auf, hat er sich geweetschaftlich unb politisch betätigt. Seit 1913 pertritt er law. Bez risverordneter im 18. Bezizl. Bir gratulieren herzlichst. Der Borstand. Sterbetafel der Groß Berfiner Partel Organisation Vorträge, Bereine und Versammlungen. et ble utereffen ber meritatigen Bevölterung als Gemeindevertreten Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". .39 Gefää tstelle: Berlin 14 Sebaftianftr 87/88, Sof 2 Tz. Cornaberb, 2. Suni. Stegl's( Dutsverein): 20 Uhr algemeine Funzi onarperfemmung bei Schulz, Birtbuschte, 90. Baymidvic weg: 15% Uhr bei Porgmanu Lichtbildervortrag: Bier Sahre Reichsbanner in Taumschulen weg." Geselliges Beifammensein mit Angehörigen. Sonntag, bei Sam. James Breslauer, Martgrafenfte. 22. 3. Jurt. Zennisfpleler tönnen sich zum fofortigen Spielbeginn noch melden Wintersportabteilung: Treff punt 6 Uhr Totebamer Bhf.( ingbbf.), mit Fahrrädern. Mitte: 9 Uhe Jungbanner hf. Karlshorst, Sporthemben, Grortgeräte Beddings adfahrer. abteilung Fahrt nach Rehn fee bet Oranienburg in Siniltleidung. Angehörige Lönnen per Bahn bis Bahnhof Lehnigfee nad tommen, Start 6 Uhr bei Banbtle, Gulfte. 74. Brenzlauer Berg: Fahrt nach Fürstenberg. Meldung bei Ram, Bisbalsti, Rochtapftr. 1. Kreuzberg: Freimige Beteiligung aur Fahrt nach Fürstenberg( Mediba.) zur Saha nmeihe. Renn: 10 Uhr Treffen Schüßen. haus Reuten. ebbing: 8% he treffen sämtliche Giusfportler in SportEleibung auf dem Sportplak Sumboldthain ein. Schöneberg- Friedenau: Jung banner Treffpuntt 7 Uhr wühlen. Ede Fauptstraße aur Badefahrt nach Bann fee oder Zetfnahme beim Deutschen Autoklub Fennbahn. Montan, 4 Juni. Bitter Jugendheim Tiedftr. 18, 20 Uhr pilnftlich, Lefeabend. Ungefürste Aussaheeders Räuber" mitbringen( eelam). blevehef: 19 Uhr zufammen, Tunft im Sugerdheim Toonftraße. fchaftsperfammlung bei Miller, am Bahnhof Fosenthal, Erfdeinen unbedingt Rofenthal 1: Co., d. 2., 20 Uhr, Ramerab erforderlich. Tiergarten: Co., b. 2, 17-20 Uhr, Baben im Schw'mmbab Weftstabion, Eingang Lehrter Straße. Göneberg- Frieberan: Die Fürften. bergfahrer treten Co., b. 2., 18 Uhr, an Untergrundbahnhof Nollenborfplos an. Fahrgeld bin unb auriid 8,30 m. Steicheburb bez triegsbefbigten, Kriegste'Inehmer unb Ariegerhinter. blieberen. Beşiri Pentrum Montag, 4. Juni, findet im Riefenthaler Sof, Rofenthaler Str. 11/12, 20 be, ble Monatsverfammlung ftatt. Referat Rame tab Ed pars: Aenderungen im Berfahrensgefes." Freireligiöse Geme'n be. Sonntag 11 Uhr Tappefalee 15 Vortrag des Beren Dr. S. Saffe: ffüde bie pfe." Sarmonium: Wilhelmus por Raflau( t niederländisch). Cäfte mitonmen. Republikanice Rebnervereinigung. Montag 20 Uhr im Alten Ustanier, Anhaltstr. 11, Bertragsperfammlung. Republikanet als Gäfte fiets willkommen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienftfielle Berlin und Umaegend ( achbr. verb.). Seiter, etwas warmer, allmählich abnehmende nordöstliche Für Deutschland: Im Nordosten febr mindig und fübl, im übrigen Deutschland allmähliche Bindabnahme und schwacher Temperaturanftleg. inde Funkwinkel.Z 102. Abt. Baumsdrienweg. Die Beerbigung unserer verstorbenen Genoffin Marie Martin findet heute, Connabend, 2. Juni, 14 Uhr, im Kremas torium Baumschulenweg statt. Die Organisation beteiligt sich daran gefchloffen. 121. Abt. Karlshorst. Unfer Genosse Wilhelm Gildemeister, des ältefte Genoffe unferer Abteilung, ist verstorben. Chre seinem Andenten. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginfendungen für diefe Rubrif mur an bas Jugendfelretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 B.- B.- Sigung Montag, 4. Juni, pünktlich 18 Uhr, im Eaal 8 bes Preußis Then Bandtages. Tinttliches Ericheinen ist notwendig. Ohne Ausweis tein Butritt. Borfigenbenkonferens Montag, 4. Suni, pünktlich 19% Uhr, im Saal 8 bes Breußischen Landtages. Ohne lusmeis und Mitgliebsbuch Lein Butritt. Der Berichtsbogen om 1. Quarial ist trop perfchiebener Mahnungen vom nachstehenden Abteilungen noch nicht abgeliefert morben: Faltenberg, Lichten Die Abteilungen berg- Mitte, Pankow- Nord, Buahola, Caöneberg I und II. haben am Montag auf der Borsigendenkonferenz lein Stimmrecht. Heufe, Sonnabend, 2. Juni, 19% Uhr: We'ßenfee: Beim Partstr. 36. Werbefeier. Tempelhof: Heim Germania, fraße 4/6. Torstandssigung. Schönhauser Borstadt: Treffpunkt 17% Uhr Bahnhof Schönhauser Vuce, Werbebezirk Brerzlauer Berg: Camtiche Genoffen treffen fich heute gue Demonstration nach Weißensee 18 Uhr vor hem Bezirksamt Prenzlauer Berg. ( Die Tambourtapelle muß plnftlich erfd) einen.) Es wird regfte Beteiligung exmartet. Berbebesit? Telkomlanal: Bünktlich 18 Uhr Vorstandsfigung im Seim Stege Tig, Albrechtstr. 47. Morgen, Sonntag. 3. Juni: baf: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Tempelhof. Saltplas: Fahrt Grynewalb. Treffpunkt 7 Uhr Ehönhaufer Allee. Wannsee: Schule Charlotten ftraße. Bunter Abend. Reinidendorf- West: Scim Tempel auf dem Außenspielplan Fegel, Echarnmeberstraße. Bunter Abend. Meutelin VI: Funktionäre figung. Treffpunkt 10 Uhr Connenallee Ede Tasmaniafportplag. Erscheinen Reukölln 1: Fahrt Groß- Beften. Treffpunkt 7 Uhr Reuterplag. Turnhalle Schönfließer Str. 7. Muffinstrumente mitbringen, Werbebegirt Arenaberg: Beteiligung der Gruppen ab 15 Uhr an bem Kreis feft ber Kinderfreunde auf dem Urban- Spielplag. unbedingte Pflicht michtige Tagesordnung Schönhauser Vorstadt: Heimabenb in bet Sport. Rennen zu Hoppegarten am Freitag, dem 1. Juni. 1. Rennen. 1. Bieltein( Williams), 2. Helnan( Böhlle), 8. Bergola ( aynes). Toto: 44:10 ab: 19, 82, 22:10. Ferner lieien: Ingraban, Rotbart, Stolzer Kämpfer, Botafogo, Irländerin, Bilgamelch. 2. Rennen. 1. Fockenbach( Janek), 2. Bostenleite( Williams), 8. Aranfonia( Huguenin). Tota: 201: 10. Platz: 51, 21, 30: 10. einer 3. Rennen. 1. Lucetta( Suguenin), 2. Ausnahme( D. Schmidt). 3. Siela( Grabich). Toto: 98: 10. Plat: 34, 13, 26: 10. Berner liefen: Brunfzeit. Tellice. Du filana. Luft und Leib, Serollia, Honesia, Beilagen grund, Minute, Variante, Künstlerin, Seraflea. 4. Rennen. 1. In preffionit( repner), 2. Fürsterbrauch Williams), 8. Etolzenfels( Sajdit). Toto: 18: 10 Plaz: 12, 20: 10. Ferner liesen: Patrizier. 5. Nennen. 1. Metreborus( D. Schmidt), 2. Markgraf( Barga), Ioto: 86: 10, Blas: 13, 19. 14: 10. Ferner 3. Grenadier( Grabsch). liefen: Rochus, Mongole, Zantzis, Walhall, Batgulli, Angelus, Augenbiener, Dbyffeus. 6. Rennent. 1. Dffenfive( Ludwig), 2. Wanderluft( Barga). 8. Tende ( Göllein). Toto: 295: 10, Plat: 42, 12:10. Ferner liesen: Herzlōnigin, Seufchiede, Bantomime. Bekanntlich glauben die älteren Leute immer Grund zu haben, sich über die Jugend zu beklagen. Die alten, guten Zeiten waren felbstverständlich unerreicht schön. Nun versucht wenigstens Helene Braun die moderne Jugend aus der Zeit heraus zu verstehen, da fie aber die Dinge aus der Perspektive fleinbürgerlicher Frauen liefen: Silberjalan, Curaçao, Bardar, Fürst Emmo, Wacholder, Palamedes. vereine betrachtet, scheitert dieser zage Bersuch, und man hört schon wieder einmal Jammerlaute über die Entfittlichung der Jugend. An Wichtigerem geht Helene Braun dagegen vorüber. Sie zitiert den Sport aber fie bringt nicht zu der Ertenntnis durch, daß der Sport heute bereits das Hauptintereffengebiet der Jugend bedeutet, und zwar derart, daß geistige und andere Intereffen schon dadurch in den Hintergrund gebrängt worden find. Aber natürlich ist es für die Bortragende leichter, die Sittlichkeit zu mobilisieren und mit einem niveaulofen Bortrag die Menschheit zu beglüden. Gewissermaßen als eine Anleitung zu eigener Beobachtung ist ber Bortrag, Psychologie im Gerichtssaal des Amtsgerichtsrats Dr. Alfred Unger zu werten. Aus der Fülle der Erscheinungen zeichnet er ein paar scharf umriffene Inpen von Angeflagten, Zeugen und Richtern auf, und Re- 7. Rennen. 1. Bigcunerin Saynes), 2. Affuan( Zarras). 3. Honoria gierungsrat Brof. E. Fader beginnt seinen Byflus Neues Bauen( Bregner). Toto: 151: 10. Blag: 60, 26, 68: 10, Ferner licfen: Stein Neues Wohnen mit einer Charatteristit der modernen Siebeibe, Mauft. Beluga, Immortelle, Rosenherzog, Zürfenbund, Batachon, lungsbauten, beren Formen er mit der wirtschaftlichen Lage der Gegenwart verknüpft. Seine Ausführungen sind von startem, fozialem Gefühl gefragen. Als Auftakt für die Schubertfeier ein sehr gutes Konzert am Abend. Bronsgeeft singt acht Schubertlieder mit kultur und feinstem Empfinden für die Eigenarten eines Liedes, und beshalb nimmt man auch ohne Murren ein paar stimmliche Mängel gern in Raut 6. 24 Siegberte, Remus. Richt weniger als 3246 Anfragen ihrer Rundschaft: Wann finden die nädin 10 bi gen Sage statt?" hat die bekannte erren- und Knaben. tonfettionsfirma Edulme fter am Rotbuffer for veranlaßt, solche in der Reit Dom 2. bis 11. Juni abzuhalten. Unter biefen Umständen fann man sich Räuferschar zu entsprechen, um mirtid 10 billige Tage au veranstalten. Un echart! Die Breise unter und wieder runter benken, baß bie firma alles mögliche aufgestellt hat, um den Winschen ihrer Unterhaltung unö �Dissen Vellage de« Vorwärts Oer Kampf gegen das Rheuma. Man war gewohnt, KrantheUen nach ihrer Sterblichkeitsziffer I zu bewerten und die Bestrebungen unb Maßnahmen zu ihrer Be- i tämpfung in erster Linie auf diejenigen zu richten, die rasch zum I Tod« führten und gleichzeitig eine erhebliche Verbreitung hatten.' Allmählich haben sich aber diese Maßstäbe verschoben. Dies ist ein- mal auf das Sinken der Sterblichkeitsziffer und die allgemeinen Fortschritt« der Dolkshygien« zurückzuführen, zum andern aber auch darauf, daß die Fortschritte der fazialen Versicherung eine ander« Bewertung ergaben: man sah die Krankheit auch unter dem Gesichts- Winkel der Arbeitsunfähigkeit und Jnoalidisierung. Durch diese Verschiebung traten die rheumatischen Erkrankungen stärker in den Lordergrund. All die Erkrankungen, die man unter dem Begriff Rheuma zusammenzufassen pflegt, hoben ja die Erscheinung, daß sie zunächst kaum merklich einsetzen und ganz ollmählich schleichend fortschreiten, bis sie«inen typischen Charakter ongenommen hoben und langfristig« Arbeitsunfähigkeit oder frühzeitige Invalidität her- vorrusen. Di« volkswirtschaftlichen Schäden dieser Erkrankungen wirken sich daher heut« in stärkerem Maße aus. als die der Er- krankungen, in deren Bekämpfung man bereit» erhebliche Fori- schritte gemacht hat. in erster Ante der Tuberkulose. Di« Sozial. Versicherungen mußten daher die rheumatischen Erkrankungen als immer drückender empfinden. Ihr« Bekämpfung wird aber erheb- lich dadurch erschwert, daß dies« Krankheiten in ihre» Ansangsstodien nicht leicht zu erkennen sind. Es ist daher durchaus verständlich, daß sich Organisationen zur systematischen Bekämpfung gebildet haben, die zum Teil schon internationalen Eharakter angenommen haben. Die Zahl der Rheumatiker, die der Zlllgemeiitheit zur Last fielen, erschien in England besonders groß. Dies veranlaßt« führend« Kreise Englaick« und besonders das Gefundheitsministsrium, sich mit den Fragen der rheumatischen Erkrankungen und chrer B» kämpfung zu befassen. Den englischen Bestrebungen waren die Arbeiten zur Erforschung und Bekämpfung des Rheumas in Deutsch land nicht entgangen und so ergab sich aus einer zunächst losen Fühlungnahm« eine gewisse Arbeitsgemeinschast. der sich auch bald ander« Länder anschlössen, so vor allem Holland und die stand« na. vischen Länder. Erscheinen auch in de» Küstenländern die rheurna» tischen Erkrankungen besonders zahlreich und hartnäckig, so ist Ihr« Verbreitung und Bedeutung auch in Deutschland durchaus nicht gering anzuschlagen. Für die Bekämpfung der rheumatischen Erkrankungen hatte die Erfahrung gezeigt, daß den ersten Platz die Hellnüttel der Kurorte beanspruchen. Ehe es gelungen war. wissenschaftliche Erklärungen dafür zu finden, war die Tatsache ihrer Wirksamkeit schon allgenxin bekannt unb von dieser Kenntins wurde ausgiebig Gebrauch go macht In erster Linie geschah dies von den Trägern der Sozial- Versicherung in ganz besonderem Maße während des Kriege« und nach dem Krieg«, als Scharen von Rheumatikern tu die Heimat zurückströmten. Das Relchsarbektsministerium hotte für diese be- sondere Kuranstalten eingerichtet, auch die Reichsversicherungsanstolt für Angestellte trägt für die Unterbringung der rheumatisch Kranken in Kurorten Sorge, wie auch die Krankenkassen ihren Rheumatikern Badekuren«rmSglichen. Entsprechend diesen Maßnahmen befaßt« man sich schließlich auch damit, dl« durch die Erfahrung gewonnenen Kenntnisse der Bäderkuren wissenschaftlich zu ergründen. Den Haupt. antell hat« dabei die Lalneologische Gesellschaft, die sich auf ihren Kongressen in den letzten Iahren mit den Fragen der rheumatischen Erkrankungen eingehend befaßt«. Hierdei wurde auch die Volks-- wirtschaftlich« Bedeutung der Erkrankungen durch Statistiken der Arbeitsunfähigkeit und der verlorenen Arbeitstage zu erfassen und ins recht« lÄcht zu rücken versucht. Diese Arbeiten führten dazu, baß der Vorstand der Balneo- logischen Gesellschaft in Berkin von England aus aufgefordert wurde, dafür Sorge zu tragen, daß Deutschland sich der internationalen Rhemna-Defärnpfung anschließe. Diesem Ruf« wurde. auch von Deutschland Folge geleistet Im ganze« haben sich 24 Länder zu einer festgefügten Organisation.Internat!«. aale« Komitee zur Erforschung und Bekämpfung de« Rheuma� zllsanlmengeschlossen. Di« deutsch« Sektion dm»- stktuierte sich im Januar 1927 in Schreiberhau. Diese Organisation wurde wesentlich erleichtert durch das Interesse und die praktische Unterstützung, die Reichs, und Landesbehörden sowie die Träger der sozialen Fürsorge und Bcrsichening entgegenbrachten. Aus all- gemeinen volkswirtschaftlichen Interessen wurde die deutsche Sektion schließlich zu einer eigenen.Deutschen Gesellschaft für Rheumabekämpfung" ausgebaut, die gleichzeitig Sektion des internationalen Komitees blieb. Di« wichtigste Aufgabe, mit der sich die deutsche Gesellschaft zunächst zu befassen hat, erstreckt sich daraus, das Wesen und die Verbreitung der rheumatischen Erkran- klingen zu ergründen. Als Grundlage soll dazu zunächst die Schaf- fung einer einheitlichen Bezeichnung der verschiedenen rheumatischen Erkrankungen und ihr« Abgrenzung untereinander sowie gegenüber anderen Krankheiten dienen. Darüber hinaus wird der Ausbau und Aufbau wissenschaftlicher Forfchvngsstellen erstrebt. Bisher ist der Ausbau der Station für rheumatisch« Erkrankungen auf der chirurgischen Universitätsklinik in Berlin«rreicht, für die Preußen bereits Mittel bewilligt hat. Weiterhin werden in einer Reih« von deutschen Bädern mit Unterstützung von medizinischen Fatul- täten und Reichs- und Landesbehörden sowie der Bersicherungs- onstalten besonder« Rheumastationen geschaffen werden, die auf dem Gebiete der Erkennung und Behandlung besonderes Rüstzeug ver» Mitteln sollen. r. Es rst eine Beleidigung, die nicht nur uns Affen angeht, sondern die sich gegen die Geschichte und den gesunden Menschenverstand richtet. Wir selbst haben nichts mit der menschlich«« Wissenschaft zu tun. an d« wir wir al» unschuldige Opfer bateiligt sind. Wir haben dab« die Er- fahrung gemocht daß di« Schutzpockenimpfung und die verschiedenen BchanAungsmeihod«, durch Sern dem Menschen weder die Eigen- schaften der Kuh noch We des Pferdes vermittelt haben. Der Mensch bleibt, was« imm« gewesen ist: das grausamste oll« Tier«, und der raffinierteste Lüstling, mag er sich immerhin sein« grotesken Achn- lichkett mit uns rühme«: er lvird bleiben, was er ist, so sehr sich auch Dr. Woronow bemühen mag, aus ihm«inen anständigen Affen zu machen. Ihr ganz ergeben« Eonsul junior. Geschrieben fin Assen- Haus in London am 26. Mai 1325." Die Karioffeliomate. Ben»«« auf dem Gebiete der Pflanzenzüchtung heut««och«in Wunder gibt, so wird dieses durch«in« Pflanze dargestellt, di« über dem Erdboden als Frucht Tomaten, und unter dem Erdboden Kartoffeln als Knollen trägt Ueber dies» erstaunlich«.Aartoffel, tomate" wird in der St Louis erscheinenden Zeitschrift des Botam. schen Gartens von Missouri berichtet:„Obwohl die Pflanzen an und für sich nah oerwandt sind, stellen Tomaten und Kartoffeln in ihr« Entfaltung doch s«hr verschiedene Früchte dar." heißt es hi«.„Die Tomate entsteht oberhalb der Erde, während die Kar. toffel Im Boden liegt. Di« Tomate ist eine Frucht un streng bo- tonischen Sinne, da sie das samentragende Organ der Pflanze dar- stellt: die Kartoffel dagegen ist mehr eine angeschwollene Knosp« auf einem unterirdischen Stengel. Tomaten pflanzen haben niemal» Knollen an ihren Wurzeln, aber Kartoffeln bringen nicht selten Frücht« hervor, di« kleinen grünen Tomaten ähnlich sehen, ab« nicht eßbar sind. Da die beiden Fvücht« an verschiedenen Teilen der Pflanze entstehen, so konnte man Hofisn. sie zu kreuze« und sine Züchtung hervorzubringen, deren Früchte eßbar« Tomaten und deren Wurzeln kartoffelähnliche Knollen tragen würden. Eine solche Kreuzung gelang nicht, da di« Pflanzen nicht nahe genug verwandt sind, ab« man konnte di« Wleger der einen auf die Wurzeln der anderen pfropfen. Wir enlfsrnten also di« Knospen einer Kartoffel und«rsetzten sie durch Knospen einer Tomatenpslanz«: auf diese Weise erhielten wir ein mrekwördigee Gewächs. Di« Kartoffekschöß- linge wurden weggeschnitten und statt ihr« begannen di« Tomaten- knospen zu wachsen. So entstand also«ine Pflanze, die in ihrer Entwicklung üb« der Erde Tomaten hervorbrachte, während sich unten ruhig die Kartoffelknollen entwickekiew Einige solch« Pslan« zen sind im Botanischen Garten von Missouri zu sehen, und es ist ein überraschender Anblick. Wenn man die Tomaten>n d« Luft reife» sieht, während di« jungen Kartoffeln an d« Oberfläche des Boden» schon sichchar»«den. Es Ist bemerkenswert, daß die bei- den Pflanzen keinen Einfluß aufeinander ausüben. Die Kartofiel- wurzeln bleiben in ihr« natürlichen Form, während der ober« Teil d« Pflanze sich wie«ine Tomate«ntwickell. Derartig« Pfropfungen sind nichts Neues: sie wurden fibon vor 199 Jahren ausgeführt Aber eine solche Verbindung von KartosiÄ und Tomate ist doch ei» Retard auf diesem Gebiet Ein« praktisch« Perrvertung der Kartoffeltomate ist vorläufig nicht möglich, da d« Pfropfungsprozeß bei jed« pflanze von neuem ausgeführt«erden muß." Bader u. Kurorte Beranstaltungen im Harz. gemeines Tennisturnier auf der großzügigen Anlage im Stadtparf statt. Ferner im Anschluß an die Norddeutsche ZuverDas wegen feiner altertümlichen Bouten gern besuchte Sal- lässigkeitsfahrt ein Automobilturnier vom 29. Juni bis 1. Juli, berstadt vereint vom 17. bis 19. Juni die Mitglieder des Reichsnerbandes der Schuhwarenhändler in seinen Mauern zu einer Haupt. nerfammlung. Die für 17. bis 24. vorgefchente Reichs- Arbei: fer Sportwoche wird burch ihre Darbietungen ein Anziehungs puntt für weite Kreise werden. Die rührige Kurverwaltung Tanne im Hochharz wird demnächst ein neues Freibad im Schenkenthal einweihen. * In Bad Harzburg findet nom. 7. his 10. Juni ein allBad Ems. Um ihrer heilkräftigen Quellen willen merden die Rurbäder von den Heilung und Erholungsuchenden als Aufenthalt gewählt, doch nicht zum menigsten ist der ganze Charakter und die Umgebung des Ortes als psychisch mirtender Heilfaktor zu be Bad Salzuflen Teutoburger Wald Ganzjährige Kurzeit ad Schandau Bad merten. Unter den deutschen Bädern hat Ems die schweren Ge schehnisse der letzten Jahre nicht nur als hochgeschätztes Heilbad bea fonders gut überwunden, es tonnte vielmehr zugleich als staat< liches Bad unter der Fürsorge des Staates die zum Badebetrieb gehörigen neuzeitlichen Anlagen gerade in letzter Zeit in ganz bea sonderem Maße erweitern. An erster Stelle ist hier das staatliche Kurmittelhaus zu nennen. Es umfaßt neben der Bäder abteilung mit Ruheräumen eine Fangnabteilung, pneumatischs Kammern, eine Inhalations- und hydro- therapeutische Abteilung ferner eine diagnostische Anstalt und bioklimatische Station. Herz, Rheuma, Nerven, Luftwege, Frauenleiden u. a. m. Bade-, Inhalations- u. Trinkkur 1925: 25570 Kurgäste Werbeschriften frei durch die Lippische Badeverwaltung. Staatl. Hotel Fürstenhof, 1. Haus am PlatzeZimmer mit Verpflegung Mk. 10,- bis 14.-. Elbbadestrand KurHerz und Perle der Sächsischen Schweiz Eisenquelle KURANSTALT- Stahlbäder Flußbäder- Familienbad- Sportplätze- Lesezimmer konzerte Tanzabende Kinderfeste Auskunft unentgeltlich durch die Badeverwaltung, Fernruf 70 Brunshaupten Starker Wellenschlag Gas Elektr, Licht Mod, Badeanstalten Ostseebad und klimatischer Kurort in Mecklenburg Das bekannte Familienbad d. Ostsee Freibad Warme Seebäder Med. 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Nur raus aus dem Schlamassel, ich habe alles versucht. alle Pläne, fielen ins Wasser. Das Wenige, was ich gehabt habe, alles futsch. Ich wäre froh, wenn ich als Geschirrwäscher oder Stiefelputer starten tann, um erst mal wieder Boden zu gewinnen." ,, Und junger Freund, wir, was fangen wir in Amerika an?" ,, Bah, ganz einfach, ich bin Monteur und Werkzeugmacher von Beruf. Bin, das kann ich wohl ohne Ueberhebung sagen, ganz tüchtig. Klappt das eine nicht, so das andere. Mein Freund Karl Müller in Detroit, wissen Sie, ift vier Jahre im Lande, verdient 70-100 Dollar die Woche. Wir sind Freunde und Lehrkollegen. Er hat schon das dritte Auto, wissen Sie, eine piffeine Buid- Maschine, schreibt er mir, 8-3ylinder, außerdem wohl zweitausend Dollar auf der Bank, dann ein Stück Land, wo er sich im nächsten Jahre ein Haus bauen will. Alles einfach in Amerika. Geld wie Heu fann man machen, wenn man Ja wenn, das leidige Wenn, da haben mir's. Hier haben wir die beiden Haupttypen vom Bord. Den Pessimisten, der anscheinend nichts Redjies gelernt hat und alles an sich herankommen läßt, und den lieben, frommen Optimisten, der Starfe, der ihnen schon zeigen will was' ne Harte ist. Nr. 1 wird es bestimmi dreckig gehen, zumindest die erste Zeit. Leute, denen alles Burscht ist, hat Amerika in Hülle und Fülle und fann sie überhaupt nicht gebrauchen. Wenn man schon als Einmanderer mit Stiefelpugen anfangen mill, vielleicht tein Wort englisch versteht, dann geht's einem selbst im ungünstigsten Falle in Deutschland kaum schlechter. Nr. 2 ist bestimmt mutiger. Aber ich meite, er bekommt erst mal eine recht talte Dusche. Zumal auch er fein Wort englisch versteht. Brauche ich gar nicht, lerni man alles so nebenbei, Hauptsache man versteht zu arbeiten. Alles andere tommt von selber." " Erstens tommt in Amerika nichts von selbst und zweitens ist dort außer den Wangen. der Girls und einiger faber Limonaden nichts rosig. In der Heimat, an Bord und ver einzelt auch noch hier hört man die Ansicht: der Amerikaner ist überhaupt fein tüchtiger Facharbeiter, ist von solchen vom Ausland abhängig. Persönlich habe ich diese Mäßchen nie geglaubt. Denn ein Land wie Nordamerika würde ohne eigene Tüchtigkeit nie das geworden sein, mas es heute ist. Die Eingewanderten der letzten Generation( die anderen zählen doch schon zu den Amerikanern) bilden doch immerhin nur einen bescheidenen Bruchteil des Ganzen. Amerikanische und deutsche Facharbeiter. Als Henry Ford um die Jahrhundertwende seine beispielloje Laufbahn begann, als dieser beispiellose Wunderbetrieb zu dem, was er heute darstellt, emporflomm, gewiß, damals waren die nordeuropäischen, und vorzugsweise die deutschen Ingenieure, Monteure, Konstrukteure, Schnitt, Stanz- und Werkzeugbauer die Standartenträger Henry Fords. Ohne diese Männer mit ihren gründlichen Fachkenntnissen und Erfahrungen hätte er's wohl faum geschafft. Er hat oft auf sie hingewiesen und betont, mas er ihnen verdankt. Als nach Kriegsende die Siegerbegeisterungsmelle stieg, verfügte sich eine Soldatenabordnung zu ihm und forderte, alle Boches" aus seinem Betrieb zu entlassen. Der Autotönig fah dem Sprecher scharf in die Augen und sagte mur:„ Schön, so bin ich gezwungen, meine Betriebe sofort zu schließen." Damit war die Angelegenheit erledigt und der Wert der deutschen Hilfskraft vor aller Welt anerkannt. Damit ist aber nicht gesagt, daß Ford sowie Amerika heute immer noch hochnotwendig die neueingewanderten Deutschen gebrauchen muß. Als Amerika in den Krieg ging und die Konjunktur ins Grenzenlose stieg, war für die Lösung der Arbeiterfrage besonders bei Ford guter Rat teuer. Man entschloß sich, Trade- Schools" zu gründen. Der junge Nachwuchs wurde in Galloppfurie ge3mängt. Rurze praftische und theoretische, Borfurfe halfen über die erfte Zeit hinweg; dann sogen die Betriebe sie auf. Der Stamm mar start genug und mit straffer, fast fleinlich anmutender Arbeitsteilung fam die Sache in Schmung. Es stimmt, auch heute hat Amerika noch feine Lehrmeister, die imftande und willens find, mehr oder weniger ehrlich für einen Nachwuchs zu sorgen. Aus dieser Tatsache heraus entsteht die Ansicht: es gibt feine tüchtige amerikanische Facharbeiter. Diese Anficht ist blühender Unsinn! Eins steht fest: der Durchschnittsamerikaner ift geistes. gegenwärtiger und elastischer als der Durchschnittsdeutsche. Schon auf dem ersten Blid fann man überall, auf der Straße, in den Betrieben und sonstwo diese Eigenschaften beobachten. Die Bauhandwerker auf dem Wolfenkrazer find förmliche Kletter. artiften. Der Schaffner in der Straßenbahn mechfelt eine 5- Dollar note in ,, Nullfommanichts", ohne seine Augen zu gebrauchen. Schon die Kinder auf der Straße sind Boger und Baseballspieler en miniatur. Diese Beispiele lassen sich hundertfach erweitern. Und so tommt es: wozu der Deutsche vier Jahre und länger ge braucht, das zwingt der Amerikaner in einer meit fürzeren Zeit. Gewiß, diese Handwerker würden in vielen Fällen in Deutschland taum bestehen können, da dort doch, und meinetwegen auch gottlob, meist gründlicher gearbeitet wird. Aber für Amerifa genügt es. Und nun kommt das Kuriose. Der tüchtige, erfahrene und gründliche Deutsche plaßt zu Beginn in den meisten Fällen gründlich auf. Er wird gezwungen, ganz hinten anzufangen. Mit Hilfe seiner Ausdauer und des Ehrgeizes lebt er sich allerdings rasch ein. Ford von innen. Nun zu Ford. Borweg will ich betonen, daß es mir am Herzen liegt, die Wahrheit so fachlich wie möglich zu schildern. Hoffentlich tomme ich nicht in den Verdacht, für Henry Reflame zu machen, das besorgt er schon selbst. Rommt man zum ersten Male nach Detroit, so erfundigt man fich logischerweise nach Ford und ist gespannt, auch den Betrieb fenrenzulernen. Aber bald hört man, Ford, für fein Geld will ich in diesem Zuchthaus arbeiten! Zufällig handelt es sich dabei aber immer um Leute, die den Betrieb nur von außen tennen. Ich war willens, dieses Buchthaus fennenzuTernen und fing etwa vor einem Jahre dort an zu arbeiten. Das erfte mas mir auffiel: Keine Plante, fein Bitter. und statt ateiben bligfauber geputzte Fensterscheiben. Alles offene Schau: stellung, freie Bühne, freies Theater. Dann las ich etwa, gold auf mattschmarzem Grunde: Besucher in der Zeit von bis täglich angenehm." zu solcher Toleranz versteigt sich wohl selbst nicht der humane Zuchthaus direktor in Hamburg- Fuhlsbüttel. -Drinnen in der Employment- Office( Anstellungsbureau) werde ich von einem sehr freundlichen Herrn empfangen und dieser riß bald die prächtigsten Wize, so daß ich Tränen lachen mußte. Dann lief die Rarre amerikanisch schnell ohne Ueberstürzung ihren Beg. Name, Alter, Geburtstag, Auswanderungsland- wie lange im Lande usw. Dann marsch ins Hospital. Hell, blizsauber- Weißfittelige. Untersuchung auf Nieren, Herz, Lunge, Blutdruck nur nicht auf Gefinnung und„ Referenzen". Inzwischen hat man schon Momentbilder vom Betrieb gesehen, und zwar im doppelten Sinne. Alles ist in der Tat blizsauber. Man denke in einem Fabrikbetrieb: Wände und Decken mit feinstem Emaillelack gestrichen. Man sieht so etwas von dem, was ein Be: sucher so täglich sich ansehen kann. Ueberall Maschinen im blendenden Zustand, Männer, zumeist in hellen Hemden, aufgetrampt und heller Schürze. Nirgends den Blid eines mürrischen Zuchthäuslers, nirgends einen dreckigen Arbeiter, und was besonders auffällt, nirgends eigentliches Hasten und Jagen. Damit hat man vom Betrieb allerdings nicht viel gesehen. Die große Umstellung für das neue Modell. Gerade um die Zeit, als ich anfing, entließ die Firma 40 000 Arbeiter und Angestellte. Die gesamte Welt horchte auf. Der 3usammenbruch eines Phantasiebetriebes", Henry Fords Glück und Ende", so war zu lesen. Ehr liche und Unehrliche fagten sich teils Furchtbares, teils Schadenfrohes ins Dhr. Die, Lizzy" war schon sowieso eine Unmöglichkeit geworden; fein Mensch liebte sie, kein Mensch fonnte sie mehr sehen, diesen hohen Hoder auf vier splittrigen Rädern. ,, War alles vorauszu sehen" sagte alle Welt. Es war die Zeit, als Henry Ford umbaute. Das Merkwürdige, was dem aufmerksamen Beobachter besonders in Detroit auffiel, war, daß von diesem Vehikel( das 15 millionite ging von diesem alten T- Modell noch gerade aus dem Betrieb) in furzer Zeit fein Ladenhüter mehr zu haben war. Alle Ford- Läden waren wie reingefegt! Also ein Beweis dafür, daß dieses Ungetüm" doch noch gar nicht so ausgespielt hatte. Aber eins steht fest, es war die höchste Zeit. Lange hätte sich Fords Lizzy" nicht mehr behauptet. Die General Motor Com p.", die schärffte und wohl einzige Konkurrentin, brachte ihre Chevrolet" auf den Markt. Sie war äußerst geschmackvoll und dabei nicht viel teurer als die Fordcar. Was nach dieser Zeit, etwa von Mai bis Dezember 1927, drinnen vor sich ging, mußten nur die Eingeweihten. Alles was an Werkzeugmachern( im weibesten Sinne) aufzutreiben mar, murde eingestellt. Sechstägig in drei Schichten wurde m. Bolldampf gearbeitet, doch, wie betont, ohne Nervosität Bolldampf gearbeitet, doch, wie betont, ohne Nervosität für den einzelnen. Und das ist das Eigenartige bei Ford, alles ohne unnüze Treiberei. Um den Werkzeugbau zu schildern, würde ein Artikel nicht ausreichen. Jedes einzelne Werkzeug, jete Schablone, jeder Schnitt muß auf das allergenaueste stimmen. Die minzigste Differenz wird nicht durchgelassen. Die Just'erer laffen auch selbst die belangloseste Unterschiedlichkeit, die mirklich nichts ausmacht", nicht passieren. Schon hierin stedt ein Stück vom " Ford- Rätsel". Dann der Material- Stahl! Es könnte jemand auf den Gedanken kommen, daß bei diesem billigen Massenauto an Material und der Verarbeitung gespart wird. Man jehe sich darauf. hin mal selbst die unbedeutenden Einzelteile an. Alles glatt und präzise! Kurz vor Weihnachten tam das neue Modell( A) heraus. Da es wohl schon alle Welt fennt, erübrigt sich die Beschreibung. Bei der gewaltigen Umstellung, feit Bestehen zum erstenmal, stand die Firma vor einer Riefenaufgabe. Um es vorweg zu sagen, sie ist heute noch nicht beendet. In den ersten Wochen wurden täglich nur einige Hundert Autos hergestellt. Damn ging es langsam auf Tausend; heute ist die 3ab1 3meitausend pro Tag erreicht. Bon dieser Produktion kann natürlich der Betrieb nicht leben. Sie genügt natürlich nicht, um die gewaltigen Kosten des limbaus und lauferd die Löhne von 95 000 Mann zu decken. Um in einem Jahre die schon heute bestellten Aufträge zu liefern, müßte Ford schon täglich 6000 Autos herstellen. Geplant ist schon für absehbare Zeit eine Tagesproduktion von 9000 Stüd. Diese Zahlen, denke ich, bedeuten nicht Henry Fords„ Glück und Ende". Was soll Deutschland fun? In letzter Zeit scheint man fich in Deutschland viel mit der Frage zu beschäftigen, wie man Henry Ford folgen fann. Fachleute zerbrechen sich den Kopf, mo und wie hier der Hebel anzusetzen ift. Abgesehen davon, daß die Welt wahrscheinlich noch mal im Autorummel erstickt, mache ich den deutschen Autofabrikanten folgenden Vorschlag: Zahlen Sie Ihren Arbeitern und Angestellten, so wie Henry Ford es macht, einen Mindestlohn, und zugleich den höchsten Fabritarbeiterlohn der Belt. Drängen Sie darauf, daß alle Unternehmer Ihnen annähernd folgen, und streben Sie dann dahin, ein Ford- Auto, oder, wollte ich sagen, ein deutsch; es Auto in Ford- Qualität ab Fabrik für 1400-2400 W. zu verkaufen. Sorgen Sie ferner dafür, daß sämtliche Preise auf alle Dinge des täglichen Bedarfs io 5leiben, mie sie heute stehen; üben Sie womöglich Ihren Einfluß quf den Staat und die Länder aus, daß Automobilstraßen so glatt und breit gebaut werden, wie Amerika sie hat. Der Qiter. Benzin ist, natürlich bei den obizen Löhnen, auf 20 Pf. zu reduzieren; die Garagen dürfen nicht mehr als 16-20 M. Miete pro Monat fosten, der Führer: schein nicht mehr als 3 M., das Fahreramen ganz megfallen. So nebenbei wäre dann der Dawes- Plan noch zu revidieren, und wir merden wohl bald nicht gerade den Himmel, dafür die Autohölle auch in Deutschland haben. Detroit, im Mai 1928. Emil Reinte Sonnabend, 2. Juni 1928 Sieben Milliarden öffentliche Aufträge. Die Wirtschaftsmacht der öffentlichen Hand. Der Arbeitsausschuß des Reichswirtschaftsrates hat vor einigen Wochen wir haben darüber berichtet der Reichsregierung ein Gutachten darüber erstattet, wie die großen Aufträge der öffentlichen Körperschaften und Unternehmungen tonjuntiuraus gleichend wirkjam gemacht werden könnten. Diesem Gutachten ist eine Zusammenstellung des Statistischen Reichsamtes über den Um= fang der öffentlichen Aufträge beigefügt. Ohne Bayern waren es im Jahre 1927 allein vom Reich und den Ländern 3,21 Milliarden, davon bei der Reichsbahn allein 1,79 milliarden. Die Sachaufträge der größeren Gemeinden wurden auf mehr als 4 Milliarden beziffert. Daraus ergibt sich, daß von der öffentlichen Hand jährlich mindestens für 7 Milliarden Mark Aufträge an die Privatwirtschaft vergeben werden. Es ist erfreulich, daß man bei der Reichsregierung, endlich eingesehen hat, wie außerordentlich bedeutsam die ökonomische Verteilung dieser öffentlichen Aufträge für die Lenkung der Konjunktur sein kann. Darüber hinaus aber erwächst für die öffentliche Wirtschaft die noch viel größere Aufgabe, die in diesen Aufträgen zusammengeballie Wirtschaftsmacht zugunsten des Staates und der Kommunen gegenüber der Privatwirtschaft wahrzunehmen. Es ist unabsehbar, melche Preisvorteile mög lich wären, menn die Vergebung dieser Aufträge in großen Bartien zusammengefaßt und so die öffentliche Hand als einheitlicher Käufer gegenüber der Vielzahl der Anbieter auftreten würde, um günstigere Einkaufsbedingungen zu schaffen. Das wäre ein Weg zur Rationalisierung der öffentlichen Berwaltung, den sicher fein Unternehmerprogramm gutheißen würde, der aber eine außerordentlich wirflame Ersparnisquelle für die öffentliche Hand darstellen würde. Die Zusammenfassung der Aufträge und bei Preisüberforderungen die Drohung ihrer Bergebung an eventuell fartellfreie oder ausländische Firmen vermöchte auch eine sehr mirffame Bekämpfung der monopolistischen Marktbeherr schung durch das Privatkapital sicherzustellen. Staat und Gemeinden müssen lernen, daß sie gegenüber demt Privatkapital nur Rücksicht auf sich selbst zu nehmen haben, denn fie erfüllen damit nur die demokratische. Bilicht, die sie den Steuer: zahlern schuldig sind. Die Steuerpolizei des Staates. Jährlich werden 100 Millionen Steuerhinterziehungen aufgedeckt. Der Beruf der amtlichen Sachverständigen des Buch und Betriebsprüfungsdienstes ist noch neu. Die Nachtriegszeit mit dem gesteigerten Geldbedarf des Staates auf der einen und der gesunkenen Steuermoral auf der anderen Geite brachte es mit sich, daß die Reichsfinanzverwaltung fidy einen eigenen Stab betriebswirtschaftlich, steuertechnisch und steuerrechtlich bejonders geschulter Beamter schuf, die die prinaten Bücherrevisoreff' bei der Kontrolle der Steuererklärungen privater Unternehmungen, gänzen bzw. ersetzen sollten. Auf der gestrigen Tagung des Bundes dieser amtlichen Sachverständigen wurden Entwicklung und Ziele- tiefjes jungen Berufs standes eingehend dargelegt. Econ im Etatsjahr 1924/25 fonnte der Bund auf den beachtenswerten Erfolg hinweisen, daß eine Steuermehreinnahme von rund 100 Millionen der Stantsfasse durch die Tätigkeit der Buchprüfer zufloß, die sich in den folgenden Jahren noch erhöhte. Fast noch wichtiger als diefer Ilingende Erfolg ist abe: für den Staat, daß sich auf Grund der periodisch durchgeführten Kontrollen die Einschätzung der Steuerpflichtigen von Jahr zu Jahr gebessert hat. Die überwiegende Mehrheit dieses Berufsstandes sept sich aus mittleren Beamten zusammen. Unter den rund 1500 Mitgliedern befinden sich nur 43 Regierungsräte. Da in diesem Beruf nur sachlich und persönlich hochqualifizierte Beamte gebraucht werden fönnen, außerdem die Vorbildung langmierig ist, so erscheint die Forderung des Bundes nach einer Sonderbehandlung außerhalb der„ Ochsentour" berechtigt. Es erscheint unvernünftig, daß Beamte, die in Großbetrieben für Millionen Steuermerte die Verantwortung tragen, infolge ungenügender Bezahlung eventuell der Bestechung ausgelegt werden, und es scheint unbillig, daß diese Beamten, an die besonders hohe Anforderungen geftellt werden, nur die allgemeine Stufenleiter des mittleren Beamtentums mit zunehmendem Alter erflettern sollen. Da die Gefahr nahe liegt, daß unter diesen Berhältnissen gerade die befähigsten und erfahrensten Beamten in die Wirtschaft abwandern können, so wäre eine Reform hier im öffent lichen Interesse zu überlegen. Bücher der Nachfolger von Deutsch? Seit dem plötzlichen Tode des bisherigen Leiters des AEG.. Konzerns, des Generaldirektors Deutsch, zerbricht sich die Deffentlichkeit den Kopf über den Mann, der Deutsch folgen wird. Die Leitung des AEG.- Konzerns stand befanntlich mit der Berfon von Herrn Deutsch auf zwei Augen: ein geeigneter Nachfolger war einfach nicht da. Run spricht man zwar davon, daß ein mehrföpfiges Stollegium das Präsidium im AEG.- Konzern bilden soll. Offen bleibt doch die Frage, wer in diesem Kollegium präfidieren wird. Viele raten auf Herrn Bücher, der vor einigen Monaten in den Vorstand der AEG. eingetreten ist und sich vorher beim Reichsverband der deutschen Industrie und im jeßigen J. G. Farben- Trust seine jungen Unternehmersporen verdient hat. Das ist deshalb nicht ganz unmöglich, weil bei der ersten uns jetzt betannt gewordenen Neuwahl zu den zahlreichen bisher. Don Dr. Deutsch besetzten Aufsichtsratsposten Bücher an Stelle von Felig Deutsch gewählt wurde. Das ist bei der Gebr. Körting A. G. in Hannover geschehen, die schon sehr lange mit der AEG. in Verbindung steht. = Mehr Konturfe im Mai. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Monat Mai 1928 durch den„ Reichsanzeiger" 692 neue Konfurje ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 275 eröffnete Bergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat ftellen sich auf 614 bzw. 239. 3m Mal unveränderter Lebenshaltungsinder. Die Reichsindeg ziffer für die Lebenshaltungskosten( Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und fanftiger Bebari") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Mai mit 150,6 gegenüber 150,7 im Vormonat nabezu unnerändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen( 1913/14= 100) für Ernährung 150,8, für Wohnung 125,5,7,5 mill Mart ab. von dem nach Abzug von 5 Mill. Mark Ab für Heizung und Beleuchtung 143,6, für Bekleidung 170,3, für den fouftigen Bebarf" einschließlich Bertehr 187. 1 Günftiger Abschluß der staatlichen Zeche Hibernia, Die bem Herne schließt das Jahr 1927 mit einem Betriebsgewinn von preußischen Staat gehörende Bergmertsgesellschaft Hibernia in dyreibungen eine Dividende von 4 Broz gegen 5 Broz im Borjahr zur Berteifung tommt. Dittmar Möbel Deutscher Metallarbeiter- Verband Theater, Lichtspiele usw. Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Heiz- Helfer Johannes Laßmann geboren am 12 Dezember 1894 in Schöneberg, am 25. Mai gestorben ist. Am 31. Mai starb unfer Rollege, ber Arbeiter Artur Ligner geboren am 27 Dezember 1884. Die Cinäscherung findet am Diens tag, bem 5 Juni, 14 Uhr, im Krema torium Baumschulenmeg ftatt. Au 31. Mai starb unfer Rollege, der Zuleger August Reichelt geboren ani 7. Dezemb. 1865 in Wohlau. Die Einäfcherung findet am Diens. tag, bem 5 Juni, 16 Uhr, im Arematorium Baumschulenweg statt. Am 28. Mai starb unser Rollege, ber Former August Hartwig 67 Jahr. Sonnab., 2. 6. 28 Sonnab., 2.6.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 28 Anf.19%( 7) U. Städtische Oper Bismarckstr. Geschl. Vorstellung Anf. 19,( 7) U. Jonny Othello spielt auf Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 106. Anf. 20( 8) U. Luisa Miller Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab- V. 11 Anf. 20( 8) U. Zwischen tanzenden Kleidern Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20( 8) Uhr: Die belden Seehunde Die Beerdigung findet am Sonn- Volksbühne abend, dem 2. Juni, 16 Uhr, auf dem Stahne dorfer Friedhof statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Am 28. Mat verstarb ber Buger Wilhelm Güldemeister im Alter von 82 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Adolf Rhode Berlin Karlshorft, Räbelstr. 12. Am 31. Mai verschied nach einem arbeitsreichen Leben nach furzer Cr franfung mein lieber Mann, unier herzensguter Bater und Großvater, Der langjährige Geschäftsführer der Ortstrantentaffe der Sischler Julius Schulz im 76. Lebensjahre Sm Namen bet trauernden Hinterbliebenen: Frau Minna Schuls Berlin SO, Briger Str. 22 Die Beerdigung findet am Montag, bem 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, auf heater am Bülowplatz Th. am Schiffbanerdamm 8 Uhr: 8 Uhr Orpheus in der Der ZigarettenUnterwelt kasten Komische 8%, Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Str. 37. Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. dem neuen Jatobi Kirchhof, Reu- Müllers Prinzesschen. töln, Sermanníte. 100, statt. 121. Abt. Karlshorst Am 31. Mai ftarb nad) längerem Leiben unsere Barteigenoffin Minna Bahn Chidherung Montag imi, mittags 12, Uhr, im rentatorium Baumschulenweg, Riefholzffraße. 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