BERLIN Donnerstag 7. Juni 1928 R Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr. 266 B 131 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Vosscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Anträge im Kußmann- Prozeß. Dienstentlassung für Kußmann, Verweis für Caspari und Peltzer. Der richterliche Disziplinarsenat beim Kammergericht nahm heute das Plädoyer des Oberstaatsanwals Dr. Schönfeld entgegen. Dieser stellte zuallererst fest, daß die Hinzuziehung des Knoll durch die Staatsanwälte Kußmann, Caspary und Pelzer vollkommen unzulässig gewesen sei. 3war gestatte die allgemeine Verfügung vom Jahre 1854 die Hinzuziehung von Privatpersonen zu Ermittlungen; zwar sei das gleiche auch durch das Schreiben des Rammergerichtspräsidenten an das Justizministerium bestätigt worden, doch gehe es nicht an, daß der einzelne Staatsanwalt ohne Billigung seiner vorgesetzten Behörde eine belie bige Person mit der Ermittlung bettaue. Hier habe es sich aber um eine politische Angelegenheit gehandelt, und Knoll war eine politisch einseitig festgelegte Person, wie seine Veröffentlichungen im Fridericus" und in der Deutschen Zeitung" und seine Tätigkeit als Leiter eines Informationsbureaus, das in engster Beziehung zu Bacmeister, Leopold und Medem stand, bewiesen. Man habe fast den Eindrud, daß nicht so sehr Knoll der Hilfsarbeiter der Staatsanwälte, als vielmehr die Staatsanwälte Hilfsarbeiter Knolls gewesen seien. Dieser habe aber an den Informationen der Staatsanwälte ein persönliches Interesse gehabt.: Knoll habe verschiedene Abschriften für sich zmecs meiterer Verwendung behalten. Die Staatsanwälte haben sich aber des Knoll als Vertrauensmannes selbst nach der erlassenen Verfügung des Generalstaatsanwalts, daß in allen derartigen Fällen seine Genehmigung eingeholt werde, bedient. Kußmann hatte seine Beziehungen zu Knoll sowohl seinen Vorgesetzten als auch Pelzer gegenüber, der die Bernehmungen im Strafverfahren gegen Knoll und Kußmann zu führen hatte, ver= fchwiegen. Zu dieser Unwahrhaftigkeit gefellte sich eine zweite gegenüber dem Amtsgerichtsrat Schneider und eine weitere gegenüber dem Polizeivizepräsidenten Weiß, vor dem er, wie er selbst von sich gesagt hat, Theater gespielt" habe. Verschwiegen hat seine Beziehungen zu Knoll auch Belger. Eine unwahrhaftigfeit liegt auch bei ihm vor. Als vollständig unmöglich ist die Art zu bezeichnen, mit der er die vertrauliche Denkschrift dem Knoll im Restaurant übergeben hat. Die Berufung der Angeschuldigten darauf, daß sie das Gefühl gehabt hätten, das Justizministe= rium wolle die Barmat- Angelegenheit im Sande verlaufen lassen, fönne nicht maßgebend sein. Wenn das wirklich der Fall gewesen wäre der Verlauf der Barmat- Untersuchung beweist das Gegenteil, so mußte der Versuch, dem Justizministerium durch den Vertrauensmann Knoll entgegenzuarbeiten, als unzulässig bezeichnet werden. Zusammenfassend beantragt der Anklagevertreter gegen Belger und Cafparŋ einen disziplinarischen Berweis, gegen Caspary außerdem 200 Mark Geldstrafe. Was den Angefchuldigten Kußmann betrifft, so ist die VerDie gesteinigte Botschaft. sadi mi musie Unsere Bilder zeigen den italienischen Botschatter Aldovrandi und das Haus Victoriastr. 36, in dem die Botschaft untergebracht ist. In diesem Haus zertrümmerten kommunistische Jünglinge einige Fensterscheiben, dann verschwänden sie in der Dunkelheit. Ein Waffenlager aufgehoben. fchlung, die er durch die Heranziehung des Hauptmanns Knoll als Hamburger Hakenkreuzler verstecken Maschinengewehre, Handgranaten, Munition Bertrauensmann begangen hat, bereits gekennzeichnet worden. Sein Charakterbild und seine dienstlichen Verfehlungen fennzeichnete der Hamburg, 7. Juni.( Eigenbericht.) zweite Anklagevertreter, Erster Staatsanwalt Beiermann, erIn der Hamburger Bürgerschaft machte der Senat am Mittwoch gänzend. Als weiteren Anklagepunkt gegen den Angeschuldigten abend in Beantwortung einer Anfrage nähere Mitteilungen über behandelt er den Fall Müller- Plauen. Bereits nach Eröffnung des Disziplinarverfahrens hat Dr. Kußmann dem Rechtsanwalt die Beschlagnahme von Waffen bei natinalsozia Dr. Müller Material gegen den Minister Stresemann verschafft.listischen Parteiangehörigen. Am Freitag, dem 12. Mai, ist von Diesem dienstlichen Vergehen gesellt sich ein zweites, ebenso großes der Polizei ein umfangreiches Waffenlager der Nationalsozialisten in dem Falle Schlichting- Severing zu. Hier hatte er ver- ausgehoben worden. Die näheren Mitteilungen an die Deffentlichsucht, Schlichting durch Bacmeister Geld zu verschaffen, damit der keit sind von der Polizei deswegen noch nicht früher herausgegeben, erftere Material gegen den Minister Severing anfaufen könne. Als um die weiteren Nachforschungen nach den Zusammenhängen der schweres dienstliches Bergehen ist schließlich sein Verhalten gegen Angelegenheit nicht zu stören. Nach den Angaben des Senats find über der Frau W. und deren Ehemann zu betrachten. Der Ehebruch eines Beamten fann als eine private Angelegenheit beschlagnahmt: 1 Maschinengewehr, 6 Fliegermaschinen: betrachtet werden, sofern dies in einer Weise geschieht, daß die gemehre, verschiedene Zubehörteile, 21 deutsche und auslnädische Deffentlchkeit davon unberührt bleibt. Hier war dies jedoch nicht Gewehre, 14 Pistolen, 36 Handgranaten mit Zubehör der Fall. Kußmann hat durch sein Verhalten zu der Frau die( Sprengkapseln), 6216 Stüd deutsche und ausländische Gewehr Pflichten des Beamten gegenüber der Allgemeinheit verlegt. Er munition und 730 Stück Pistolen munition. Die Nachhat dies in noch höherem Maße getan, als er vom betrogenen Ehe- forschungen über den Ursprung der Waffen sind auch jetzt noch nicht mann die Rüderstattung der Kosten verlangte, die ihm durch die abgeschlossen. Gegen die Verantwortlichen ist bei der StaatsanwaltSegelfahrt mit der Frau W. entstanden waren! schaft ein Strafverfahren eingeleitet worden, Besonders intereffant ist, daß es sich bei den Berantwortlichen für dieses Baffenlager um den Nationalsozialisten Böckenhauer handelt, der früher Der Staatsanwalt fommt in bezug auf Kußmann zu folgendem Schluß: Alle Handlungen des Angeschuldigten ergeben ein voll. schen und zur tommunistischen Partei gehören, nicht geeignet erscheinen, in der republikanischen Polizei Dienst zu tun. Diese entschloffene Stellungnahme des fozialdemokratischen Polizeiherrn hat sich also als sehr berechtigt erwiesen. " Petermannland!" Dort soll die, 3talia" angeblich gelandet sein. schaft von Freunden der Luftflotte gebildete Hilfsausschuß für Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der von der GesellMobile den zweiten von dem Radioliebhaber Schmidt angeblich aufgenommenen Funkspruch analysiert, der den Namen Petermann" enthält. Daraus schließt der Ausschuß, daß es sich nur um das nördlich von dem Franz- Joseph- Cand gelegene Petermannland handeln kann. Aus diesem Grunde wird ein Wasserflugzeug nach Franz- Joseph- Land aufsteigen. Kingsbay, 7. Juni. ständiges Charakterbild von ihm. Die Art der Heranziehung des hamburgischer Polizeibeamter mar, vor einigen Mo. jezt wieder gegen die Küste getrieben und die beiden Schiffe vorgegen die Bertrauensmannes und der Ausschaltung seiner Vorgesetzten, mit der Absicht daß sie seine Maßnahmen nicht durchschauen sollten, feine Unwahrhaftigkeit, feine Schimpfartifel höchsten Spizen der Behörden, seine politische Betätigung und schließ ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) sozialistischen Umtriebe. Bon deutschnationaler Seite war damals naten aber aus dem Dienst entjernt wurde wegen feiner nationalder Senat megen dieser Angelegenheit interpelliert worden. Die Balizeibehörde hat im Zusammenhang mit dieser Entlassung grundfäglich erklärt, daß Bersonen, die zur nationalsozialisti. Die Nachforschungen der beiden Dampfer hobby" und Braganza" im Norden und Nordwesten von Spitzbergen dauern unermüdlich fort. Starker Nordwestmind hat die Eisdecke läufig blockiert. Der Flieger Holm hat auf seinem ersten Kundabgesucht sowie das Nordland, ohne eine Spur bertalia" fchafterflug sowohl die Küste der Woode- Bay als der Liefde- Bay zu finden. Heute hat er Flüge über der Moffen- und WijdeBan somie über Neu- Briesland auszuführen, wo man Nobile am ehesten zu finden glaubt. Was wird in Preußen? Llnnöiige Sorgen.- Ruhig weiterarbeiien. Während alle Welt darauf wartet, daß endlich im Reiche aus dem Ergebnis der Neuwahl die Konsequenzen gezogen werden, wirft die„Germania" die Frage auf, was denn nun in Preußen geschehen solle. Zwar muß auch sie zu- geben, daß die preußischen Wahlen die Regierungsmehrheit bestätigt und gestärkt haben, aber trotzdem fordert sie nicht mehr und nicht weniger, als daß gerade die preußische vom Zentrum mitgetragene Regierung den Anfang mache, sich nach rechts zu erweitern. Das Zentrumsblatt schreibt: Die Frage erscheint uns wohl berechtigt, ob eine Umbildung der Regierung auf längere Zeit, möglicherweise sogar bis zum Herbst oder etwa auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden soll. Di« Eile, mit der die Einberufung des Landtages betrieben und seine baldige Entlassung vorgesehen wurde, kann doch wohl nur den Zweck haben, politische Tatsachen in Preußen zu schaffen, bevor im Reiche die Würfel gefallen sind. Wir können nicht umhin, offen auszusprechen, daß wir«in solches Verfahren für bedenklich und bedauerlich halten würden. Denn es wäre nur zu geeignet, die klaren Entscheidungen, die sowohl im Reiche als auch i» Preußen im Hinblick auf eine möglichst stabile und starke Regie- rung zu treffen sind, erheblich zu verzögern oder zu gefährden. Die preußische Regierung dürste auch selbst ein Interesse daran haben, ihre parlamentarische Grundlage so bald als möglich zu ver- breitern. Die Mehrheit, über die sie nach den Neuwahlen verfügt, ist zwar gewochsen, aber trotzdem noch nicht so groß, wie es im Interesie einer gegen alle Zwischenfälle gesicherten Politik wünschens- wert wäre. Es sei in diesem Zusammenhange nur aus die Aus- schüsse oerwiesen, in denen die Regierungsparteien infolge eines für sie ungünstigen Verteilungsschlüssels nicht überoll die Mehrheit be- sitzen. Noch andere Gründe sind beachtenswert. Die preußische Re- gierung, ja sogar ihr Ministerpräsident, hat wiederholt die grund- sätzliche Bereitwilligkeit ausgesprochen, ihre parlamentarische Mehrheit tragfähiger zu gestalten. Noch im vorigen Jahr« hat über diese Frage eine Fühlungnahme stattgefunden, deren Erfolg nicht zuletzt an den taktischen Erwägungen darüber gescheitert ist, wer den ersten Schritt zur praktischen Losung machen sollte. Im I übrigen darf man noch darauf hinweisen, daß die große Zoali. tion in sehr viel schwierigerer Zeit, als sie jetzt vor uns liegt, in Preußen reibungslos und fruchtbar zu arbeiten vermochte. Aus allen diesen Gründen möchten wir daher hoffen, daß die Dispositionen der preußischen Regierung so gehalten sein werden. daß eine Umbildung nicht ausgeschlossen, sondern ins Auge ge- faßt und bald durchgeführt wird. Das preußische Kabinett wird, wie wir hören, am Freitag vormittag sich in einer Sitzung mit der politischen Lage in Preußen befassen. Es darf wohl angenommen werden, daß es sich mit der hier berührten Frage beschäftigen und sie so entscheiden wird, daß überflüssige und schädliche Verzögerungen ausgeschaltet werden. Zn Preußen handelt es sich n i ch t darum, wie die„Ger- mania" fürchtet, vollendete Tatsachen zu schaffen, sondern einfach darum, vollendete Tatjachen f e st z u st e l l e n. Das vom Zentrum mitgetragene preußische Regierungssystesn ist durch das Votum des Volkes gutgeheißen worden. Das preußische Kabinett ist das einzige, das durch die Wahlen inseinemAmtbeftätigt worden ist. während das Reichskabinett und das württembergische Bazille-Regi- ment gestürzt sind und auch in Bayern alles ins Wanken ye- raten ist. Infolgedessen ist die R e g i e r u n g s f r a g e im Reich, in Bayern und in Württemberg brennend, in Preußen ist sie es nicht. Angesichts dieser Tatsachen kann wohl auch das Zentrum nicht meinen, es müßte mit der Um- bildung der Regierungen just in Preußen angefangen werden. Darin.' daß die preußische Regierung so viele Krisen im Reich und in den anderen Ländern in ruhiger Arbeit überdauerte. liegt ihr hoher Wert nicht nur für das Land, sondern auch für das Reich. Es liegt im wohlverstandenen Interesse des Ganzen, daß die preußische Regierung ruhig weiterarbeitet, bis sich auch im Reiche wieder feste Verhältnisse herausgebildet haben, und daß preußische Regie- rungssragen, falls überhaupt das Bedürfnis besteht, sie auf- zuwerfen, bis zu diesem— hoffentlich ja gar nicht fernen— Zeitpunkt vertagt werden. Anträge im KuHmann-prozesi. (Fortsetzung von der 1. Seite.) lich sein Benehmen nach dem gegen ihn erhobenen Disziplinar- verfahren, da er sich nicht gescheut hat, die Beziehungen zu Frau W. auch weiter zu unterhalten, auf seiner Koftenforderung dem Ehe- mann gegenüber zu bestehen, und dem Rechtsanwalt Müller Ma- terial gegen Siresemann zu beschaffen— alles das beweist, daß ihm die Vorstellung von dem, was sich für einen Beamten ziemt, voll- kommen abgeht. Wo diese Begriffe aber fehlen, können sie auch nicht entwickelt werden, kußmann hat sich als vollständig ungeeignet für die Tätigkeit als Beamter oder als Richter erwiesen. Daher kann der Antrag gegen ihn nur auf Dienstentlassung lauten. Außerdem hat jeder Angeschuldigte die Auslagen zu erstatten, di« durch das gegen ihn geführte Verfahren entstanden sind. OEEiEiEEEO Soeben läuft die Trauernachricht ein, daß Max Schippe! am 6. Juni an den Folgen einer Operation gestorben ist. Max Schippet ist ein Jahrzehnt auf das engste mit der Berliner Ar- beiterbewegung oerknüpft gewesen. Er war 1886 politischer Redakteur des„Berliner Volksblattes" und gründete 1887 die„Der- liner Boltstribllne". Als Leiter der Berliner Opposition ist er durch seine Gutachten über die Bedeutung der Kommunalwahlen hervor- getreten. Um Schippel scharten sich die Genossen der„intimen Bewegung", die theoretisch und taktisch in leidenschaftlicher Fehde mit den söge- nannten„Fraktionellen", den Anhängern der Reichstogsfraktion, standen. Max Schippel arbeitete in der„Berliner Volkstribüne" klar den Charakter der sozialdemokratischen Kulturbewegung heraus. In dieser Zeitung gab sich das junge Deutschland der naturalistischen Bewegung ein Stelldichein, und in ihr lebte vor allem die Volks- bühnenbewegung auf. Schippel verfocht mit ganzer Energie den Maifeiertaggedanken und legte sich für die volle Arbeitsruhe an diesem Tage«in. Da- durch kam er damals in einen schweren Konflikt mit der Partei- leitung. Schippel ist am 6. Dezember 18Z9 in Chemnitz geboren. Er 'studierte Nationalökonomie und Staatswissenschasten in Leipzig und schloß sich zuerst dem Sozialökonomen und Staatssozialisten Rod- bertus an, zu dessen begabtesten Schülern er gehörte. Er überwand den Staatssozialismus innerlich sehr schnell und entwickelte sich zu einem konsequenten Marxisten. Später wurde er zu den deutschen Revisionisten gezählt. Im Jahre 189(1 wählte Chemnitz Max Schippel in den Reichs- tag. in dem er sich durch gehaltvoll« sozialpolitische Reden aus- zeichnet«. Er war auch längere Zeit Sekretär der sozialpolitischen Abteilung der Generalkommission der deutschen Gewerkschaften. Seine wissenschaftlichen Arbeiten liegen vorwiegend auf dem Gebiet der Handelspolitik. So schrieb er 1961 seine„Grund- zöge der Handelspolitik", dann später„Zuckerproduktion und Zucker- Prämien",„Amerika und die Handelsvertragspolitik". Schippel zählte zu den kenntnisreichsten und geistvollsten Lite- raten der Sozialdemokratischen Partei. Nach der Revolution war er Leiter der Sächsischen Landesstelle für Gemeinwirtschast. Zuletzt hatte er in Dresden eine Professur für Nationalökonomie und Stäatswisienschasten inne. Die Wissenschast verliert in ihm einen kläi'en Denker und zielbewußten Kämpfer. Und die Sozialdemo- kratie wird immer stolz darauf sein, ihn zu ihren Vorkämpfern zählen zu dürfen, deren Namen in der Geschichte fortleben. Kommunistische Steinwürfe. Stalinisten für Mussolini. Die„Rote Fahne" von heute morgen berichtet unter der Ueberschrift„Starke Erregung der Berliner Arbeiter über das italienische Schandurteil" über die Steinwllrfe auf die Fensterscheiben der Berliner Mussolini-Botschaft: „Gegen �416 Uhr ertönte gestern abend in der Viktoriastraße, Ecke Kemperplatz, vor der italienischen Botschaft ein Ruf:„Nieder mit dem Bluthund Mussolini!" und gleich darauf prasselte ein« große Anzahl von Steinen gegen die Fechter der Botschaft, so daß all« Fenster der untenliegenden Front vollkommen zertrümmert wurden. In kurzer Zeit war das Ueberfallkommando zur Stelle, das aber selcht niemanden mehr feststellen konnte. Am Boden selcht fand man Flugzettel mit einem Aufruf„Nieder mit Mussolini!" und der Aufforderung, sich am Freitag an der Amnestiekundgebung im Sportpalast zu beteiligen. Als unser Berichterstotter am Tatort eintraf, hotten sich in der Nähe der italienischen Botschaft zahlreiche Gruppen von Arbeitern angesammelt und diskutierten erregt über das Schandurteil von mehr als 366 Iahren Zuchthaus gegen die kommunistischen Führer in Italien. Alle Umherstehendcn billigten die Zertrümmerung der Fenster der Musfolini-Botschast, und viele Passanten stimmten dem Protest gegen den niederträchtigen italienischen Faschismus zu." Die„Rote Fahne" ist die einzige Berliner Zeitung, die sich rühmen kann, an Ort und Stelle einen Berichterstatter gehabt zu haben. Die angebliche Arbeitenvut gegen die neuesten Terrorurteile des Faschismus ist also eine künstliche, in der Berliner kommunistischen Zentrale ausgeheckte Mache. Wenn man die Urheber des Dummenjungenftreiches an die Hammelbeine zu fassen bekommt, so wird sie das freilich nicht hindern, diese Opfer ihrer Hetze als faschistische Spitzel und Provokateure zu bezeichnen, wie sie das im Falle Braun mit größtem Zynismus tat. Im übrigen ist der ganze Streich vom Standpunkt der Sowjetpolitik unsagbar töricht. Was Angriffe auf diplo- matischen Vertreter angeht, ist Mussolini so empfindlich wie Stalin: die Moskauer sollten also solche Attacken lieber unter- lassen. Sollte die italienische Regierung etwa ein Bedauern oder eine Entschuldigung von der deutschen verlangen, so' wäre es richtig, darauf hinzuweisen, daß die Moskauer Elique in Berlin den Klamauk veranstaltet hat. Das bezieht sich auch auf die für heute abend angekündigte Demonstration der Kommunisten gegen die faschistischen Terrorurteile. Solange faschistische und kommunistische Demonstrationen auf'dem Boden der Demokratie friedlich verlaufen, ist gegen sie von Staats wegen nichts einzuwenden: die Polizei ist nur dazu, Gewalttätigkeiten zu verhindern. Im übrigen sollten sich bei ihren vortrefflichen Beziehungen Moskau und Rom über die Methoden lieber direkt verständigen, mit denen die beiden diktatorischen Regierungssysteme die Anhänger des anderen behandein. Großfeuer im Südwesten. Ein Petroleumlager explodiert. Mit der Bekämpfung eines Großfeuer» war die Feuerwehr vergangene Nacht in der Möckernstroße III mehrere Stunde« beschäftigt. Kurz nach 23 Uhr erfolgte im Hintergebäude des Grundstückes Möckernstraße III eine heftige Explosion. Durch den Luftdruck wurden sämtliche Scheiben zertrümmert. Unmittelbar nach der Detonation schlugen aus den Fenstern des dritten Stockwerkes, in dem 4666 Liter Petroleum in Fässern lagerten, haushohe Stichflammen hervor. Als die alarmierte Feuer- wehr mit vier Löschzügen an der Brandstätte eintraf, erfolgten zwei weitere heftig« Explosionen. Di« Flammen breiteten sich mit rasender Schnelligkeit aus das vierte Stockwerk, in dem sich die Filmkopieranstalt von Adler befindet, und auf den darüberkiegenden Dachstuhl aus. Ueber die stark verqualmten Sang des Siaaisanwalts pelher. pelher ging auf die Toilette, um Knolt Gelegenheit zur Atteneinsicht zu geben. „Ich Hab' mein Herz auf der Toilett' verloren.. Treppenhäuser und zwei mechanische Leitern wurde dos Feuer mit zahlreichen Schlauchleitungen unter größter Lorsicht angegriffen, da jeden Augenblick weitere Explosionen befürchtet werden mußten. Die brennenden Petrolmmmossen konnten nur unter Benutzung eines Schaumlöschers erstickt werden. Erst in den Morgenstunden war die Hauptgesahr beseitigt und die Ausröumungsarbeiten konnten vorgenommen werden Die Eni- stchungsursache ist noch unbekannt. Oachstuhlbrand in Lichtenberg. Im Dachstusjl des Vorderhauses Frankfurter Allee 163 in Lichtenberg entstand heute mittag gegen 12 Uhr Feuer. Die Flammen ergriffen den Dachstuhl in seiner gesamten Ausdehnung und sprangen auf den Seitenflügel über. Die Feuer- wehr, die mit vier Zügen zur Stelle war, ist bei Redaktionsschluß noch an der Brandstelle mit den Löscharbeiten beschäftigt. Es wird Brandstiftung vermutet. Mißhandelt? Oer Tod eines Heimzöglings. Der Tod eines Zöglings vom Berliner Erziehungsheim „Tannenhof" in Lichtenrode gibt Anlaß zu behördlichen Untersuchungen, weil der Verdacht entstanden ist, daß der Berstor- beve mißhandelt worden sei. Der zwcr.rzigjährige schwachsinnige Erich«toi mann aus Berlin(kein Fürsorgezögling), der auf Wunsch seiner Eltern und gegen Zahlung in der Obhut des Heims war, wurde von hier zu einem Bauern H ö r i ck e in Glau- chou(Kreis Züllichau) in eine Arbeitsstelle gebracht. Nach zehn Tagen ineldete Höricke, er müsse den Jungen, weil er die Arbeit nicht richtig mache, zurückgeben. Er fuhr dann mit Erich nach Berlin, brachte ihn zum Potsdamer Bahnhof und wies ihn an, weiter nach Lichtenrade zu jähren. Erich kam aber nicht in Lichtenrade an, sondern es traf vom Bahnamt die Meldung ein. daß er führerlos angeholten worden sei. Nachdem er dann abgeholt worden war, stellte man im Heim am Abend fest, daß er Fieber hatte. Am anderen Morgen wurde er in das Neu- köllner Krankenhaus geschafft, doch starb er dort schon an dein- selben Tage an Lungenentzündung. An seinem Körper hatte man auffällige Striemen gesunden, die auf erlittene Miß- Handlungen hinzudeuten schienen. Der Leiter des Heims suh» sofort nach Glauchau und erhielt von dem Bauern di« Auskunst, daß Erich beim Kuhhütcn sich den Strick um den Leib zu schlingen pflegte, und daß hieraus die an ihm bemerkten Spuren zu erklären feien. Die Angelegenheit ist der Staatsanwaltschaft übergeben worden, und auch das Jugendamt jetzt die sogleich angestellten Ermittelungen fort. Kolgenschwere Ammoniakexplosiou. Vier Verletzte in einer Schlächterei. In den kellerräumen der Schlächterei von weidemüller in der Elisabethstraße 1? zu cichlerfelde-wefi explodierte heute mittag aus bisher noch unaufgeklärter Ursache die Ammoniak- anlag«. Durch den hervorgerufenen Luftdruck wurden mehrere WändczumEin sturzgebracht und die über dem Erplosions- Herd siegenden wohn, und Berkaussräume zum Teil schwer ver- wüstet, ver Fleischereibesitzer und ein« Verkäuferin wurden durch herumfliegende Glassplilter erheblich verletzt. Die Frau des Fleischers erlitt einen schweren Nervenschock. Ein Geselle muhte mit einer schweren Gasvergiftung in dos Krankenhaus über- geführt werden. Die hinzugerufene Feuerwehr war mehrere Stunden lang mit Ausräumung», und Absteifungsorbeiten befchäftigt. Die Schreckenstai der Mutter. Tlot und Wahnsinn. Die unnatürliche Tal jener Mutter, die. wie gnneldcl. zwei ihrer Sinder in einem Wahnsinnsanfall von der Grün- flraßenbrücke in die Spree warf, hat wieder furchtbare Zustände im wohnungs- und Fürsorgewesen verlins eni- hüllt. Die beiden geretteten kleinen Kinder des Ehepaares Preuße sind von der Polizei des 14. Reviers im Waisenhause in der Alten Iaknbstroßc untergebracht wurden. Sie find ohne Schädigung ihrer Gesundheit davongekommen und befinden sich wohl. Die Mutter befindet sich in der Nervenabteilung der Cha- rite. Eine Besichtigung der im 3. Stock des Hauses Grünstr. 2 gelegenen, aus drei Zimmern bestehenden Wohnung ergab, daß an Einrichtungsgegenständen im ganzen nur ein Kinderbett, zwei Betten, eine Chaiselongue und ein paar Decken zum Zudecken vorhanden sind. Die Räume und die Möbel sind sauber, ebenso die Kinder und ihr« Kleidung, ein Beweis, daß die Frau trotz ihres Zustandes und der ärmlichen Verhältnisse doch stets auf Ordnung gehalten und nach Möglichkeit für ihre Kinder gesorgt hat. Die Unterstützungen, di« der seit über einem Jahr arbeitslose Mann erhielt, reichten für den Unterhalt der Familie nicht aus. Weil Preuße gelegentlich nur aus ein paar Stunden Aushilfsarbeit bekam, so bot auch sein Erwerb keine hin« reichende Ergänzung. Spielmann Roßbach. Mysterienspiele in pommerschen Kirchen. Das Urteil im Stetliner Fememord ist gesprochen worden. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß die beteiligten Roßbachleute Mörder sind und Beihilfe zum Mord geleistet haben. Die Tat wurde, wie der Gcrichtsvorsitzendc erklärte,„mit beispielloser Roheit, Hinterlist und Gemeinheit verübt". Auf Grund vager, unbestätigter und unbeweisbarer Gerüchte wurde ein.Lomerad" gemordet. Der Mörder ist der ehemalige Leutnant Heines Derselbe Heines ging nach dieser Tat mit seinem Chef, dem ehemaligen königlichen Oberleutnant Roßbach mit einer sogenannten S p i e l s ch a r „E ck e h a r d" auf Reisen, um für„B o l k s o e r s ö h n u n g" und „D o l t s g« m e i n s ch o f t" zu werben. Di« Spielschar„Eckehard" ist in Pommern sehr bekannt. Sie zog von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dors, überall gut ausgenommen und unterstützt von Deutschnationolen, Gutsbesitzern und Pastoren. Heines, der neben Roßbach Führer dieser Spielschar war, durfte u. a. im Kolberger Dom und im evangelischen Gemeindehaus in Käslin Gastspiele geben, ebenso in vielen anderen Kirchen. Trotz der eindringlichen Warnungen und des energischen Protestes der ostpommerschen Presse, denen diese Roßbach-Truppe schon vor dem Prozeß mir Recht verdächtig war, konnte die evangelische Geistlich- keit es nicht loflen, dem Mörder Heines die„geheiligten" Räum« für feine Propaganda zur Verfügung zu stellen. Gespielt wurde in den Kirchen außer den üblichen M y st e r i« n- spielen ein von Roßbach selbst gedichtetes Stück: Die Fahne. Teilweise verschleiert, aber doch erkenntlich, propagiert dies Stück die Pflicht zum Verschweigen dessen, was man ehemals unter der„Föhne" erfuhr und heute oerraten könnte. Da man öffentlich und direkt nicht mehr an all« ehemaligen Freischärler herankann. versucht� man nun, ihnen die sogenannt« Pflicht den früheren Kameraden gegenüber im Gewände eines geistlichen Mysterienspiels von den Altären der Kirchen herab zu predigen. Nach Abschluß des Stettiner Fememordprozesses gegen Heines hat Roßbach seinen Komödiantenberuf in Ostdeutschland wieder mit großem Eifer aufgenommen. In großen und kleinen Ortschaften läßt er immer wieder„Die Fahne" spielen und wiederum geschieht das in den Kirchen(Stolper Marienkirche u. a.). Vater- ländische Verbände, Frauenoereine und andere nationalistische Orga- nisationen laden mit mächtigen Plakaten zum Besuch seiner Gast- spiele. Die katholische Geistlichkeit hält sich wohlweislich zurück, die evangelische aber unterstützt ihn ganz offen. Aber die Herren Super- intendenten von Köslin, Kolberg, Stolp und anderen Städten werden sich vor ihren Gemeindekirchenmitgliedern und vor der Oeffcntlichkeit wohl kaum entschuldigen brauchen, daß sie«inen Roßbach in den Kirchen spielen lassen: denn der Grund der Fememorde war ja die „Vaterlandsliebe". So darf der ehemalig« Freikorpsführer sein Mysterienspiel in den pommerschen Kirchen unentwegt weiter vor- führen— bis er keinen Zulauf mehr hat. Hoffen wir, daß er das übrige Deutschland verschont und bald nach Amerika iibersiedelr, wohin ihn ein geschäftstüchtiger Iantee angeblich engagieren will. Ein schwarzweißroter Amtsrichter. Oer Landgerichtspräsident sieht leinen Anlaß... Der Amtsgerichtsrat B u ch h o l tz bei dem preußischen Amts- gericht in Wetter a. d. Ruhr gefiel sich darin, bei festlichen An- lässen eine schwarzweißrot« Fahne in seinem an der Rathcnau- und Marktstraßen-Eck« gelegenen und zur Dienstwohnung gehörigen Gärten zu hissen. Das letzteinal geschah dieses am 4. März, dem sogenannten Volkstrauertag. Die Di«nstwohmmg und der Gartett liegen unmittelbar neben dem Anitsgerichtsgebäude. Die Republikanische Beschwerdestelle Berlin unterbreitete diesen Tatbestand dem Landgerichtspräsidenten in Hagen i. Wests., der jedoch mit Bescheid vom 3l. März 19Z8 erklärte,„es ist für mich kein Anlaß zum Einschreiten im Aussichtswege gegeben". Auf weitere Be- schwerde hat nunmehr der Oberlandesgerichtspräsident in Hamm unter dem 29. Mai 4928 der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin solgenden Bescheid erteilt:„Airs Ihr« Beschwerde vom 23. April d. I. babe ich nach Prüfung des Sachverhalts das Erforderliche im Aufsichtswege veranlaßt." Die-lOvstündige Arbeiiswoche. Arbeitskampf auf dem Rostocker Schlachthof. Der Schlachthof Rostock gehört zu den G re n z s ch l a ch t- Höfen. Es werden bis zu 1909 dänische Rinder pro Woche geschlachtet. Die Anlagen sind klein, die seuchengesetzlichen Bestimmungen werden nur wenig beachtet. Di« Stadtverwaltung läßt olles laufen, um das gute Geschäft nicht zu stören. Die Be- Hörden, denen die Mißachtung der Schutzbestimmungen für Men- schon und Tiere bekannt ist, unternehmen ebenfalls nichts. Die Organisation hatte vor längerer Zeit«in« Arbeitszeit bis 199 Stunden pro Woche festgestellt. Di« Meister haben lange Zeit mit Erfolg chr« Gesellen von der Organisation fern- gehaltem Für den Hirsch-Dunckerschen Gesellenbund wurden Mittel zur Verfügung gestellt, um den Verband niederzuhalten. Dennoch ist«z gelungen die Beschäftigten zu organisieren und Lohnforde. rungen zu stellen. Jetzt versuchen die Meister durch Maßregelung die Bewegung unmöglich zu machen. Verhandlungen sind gescheitert. die Beschäftigten haben die Kündigung eingereicht. Wird in den nächsten Tagen keine Verständigung erzielt, dann wird der Schlacht- hos für Auslandsschlachtungen stillgelegt werden. Dieser Kamps wird auch den Behörden nicht gleichgültig sein können, denn ihr Verhalten l)ot mit dazu beigetragen, daß die Meister sich jede Kühnheit erlauben konnten. Di« Kündigung des'Altgesellen(Bot- sitzenden des Gesellenausschusie») hat dem Faß den Boden aus- geschlagen. Zuzug ist fernzuhalten. Proteststreik der Marseitter(Seeleute. pari». 7. Juni. Die organisierten Seeleute in Marseille haben Mittwoch abend eine Versammlung abgehalten, in der in einer Entschließung die sofortige Freilassung der in Bordeaux und Dun- kirchen gefangen gehaltenen 14 Matrosen der „C o r d o b a" und ihre Uebersührung noch Marseille verlangt wurde. In der Versammlung wurde beschlosien, in einen 2 4 st ü n. digen Proteststreik einzutreten. Wenn dieser keinen Erfolg hoben sollte, sollen die verwandten Organisationen, insbesondere die. jenigen der Hafenarbeiter, zur Unterstützung aufgefordert werden. AuSsperrungin derBaumwollmdustrieinLancafhire London. 7. Juni. In Nelson(Lancashfh:). wo ungefähr 19990 Arbeiter der Baumwollspinnereien ausgesperrt sind, haben weitere 5999 Arbeiter die Kündigung erhalten, die in zehn Tagen wiiljam wird, �■■■■ „Die ägyptische Helena" von Richard Strauß. Llraufführung im Dresdener Siaaisiheaier. Ein neues Bühnenwerk von Richard Strauß, feit Iahren mit Spannung erwartet:„Die ägyptische Helena", Oper in zwei Akten. Das außerordentliche Ereignis, dem die internationale Musikwelt entgegensah, ist die gestrige Uraufführung in Dresden mehr nach dem äußeren Bild, das sie bot, geworden, mehr noch ein kunst-gefellschaftliches als ein eigenllich künstlerisches Ereignis. Aus aller Welt waren die ersten Männer vom Opernfach versammelt, die Prominenz des einzelnen sozusagen sich verlierend in einem Publikum noch Prominenterer, alle angezogen vom Klang des Namens, der heute der erste Musikername der Welt ist. Doch an dem Maßstab gemcsien, zu dem dieser Name auch den Hörer ver- pflichtet, hat der Eindruck, der vom Wert ausgeht, enttäuscht. Das liegt an der Dichtung: aber es liegt nicht weniger an der Mustk. Die erste Berührung mit dem Dichter Hugo von Hof- m o n n s t h a l, vor mehr als zwanzig Iahren, der Griff nach seinem, durchaus nicht für die Opernbllhne gedachten„Elektra"- Drama, ist für den Opernkomponistsn Richard Strauß von schicksal- haster Bedeutung geworden. Ohne Hofmannschal keine Strauß- Elisabeth Rettberg als Helena. Oper. Zwei Persönlichkeiten, grundverschieden noch Art und Anlag«, doch eben auf Grund solcher Verschiedenheit einander ergänzend und bereichernd, ganz einig in ihrer Auffassung von dem, was der wo- dernen Opernbühne noltut— die Zusammenarbeit dieser Zwei be- deutet in der unglücklichen Geschichte der deurschen Oper gewiß eine der glücklichsten Lösungen des Problems, um das es immer wieder geht: von Oper zu Oper die Zwiespältigkeit der Gattung, ihre kon- stutionelle Brüchigkeit vergessen zu machen. Die Einheit von Hand- lung und Musik, von Wort und Gcfang ist von relativer Vollkommen- heit auch in diesem neixpn Werk. Unkräftig wie die Dichtung ist der Ton, in dem der Komponist sie klingen macht. Oder ist es Richard Strauß', des auch innerlich längst Arrivierten, Unjugend und ein wenig nun wohl doch schon nachlassende Produktivität, die in Hofmannsthals Dichtung, ja, bis in die Wahl des Stoffes zurück- gewirkt hat? Helena, um die in griechischer Sagenzeit der Trojanisch« Krieg geführt wurde, seit Ofsenbach fast nur noch als Operettenfigur leben- dig, wird als seriöse Operngestalt, zugleich als schönste Frau der Well rehabillliert. Als schönste, nicht als treueste. Darum Handell sich's, um den Sieg ihrer Schönheit über ihre Untreue. Dieser Sieg ist gewissermaßen das Motiv der Opernhandlung: aber diese Hand- lung, im Grunde nur seelischer Vorgang, begibt sich im Inneren des Gatten Menelas. Wieder, um ihr zu folgen, ist erste Be- dingung, Bellenbergs Menelaus zu vergessen. Aber auch dieser Opern-Menelas soll durch Vergessen kuriert werden. Was geht vor? Als er zu Beginn des ersten Aktes die Insel der ägyptischen Zauberin Aithra betritt, scheint sein Entschluß, die Frau, die ihn betrogen, zu töten, unerschütterlich. Am Ende des zweiten Aktes ist er mit ihr, nun zu ewig ungetrübtem Glück, neu vereint. Da- zwischen liegt allerlei märchenhaft-abentsuerlicher Spuk, Märchen- Haft, doch mit psychologischer Bedeutung und symbolischen Hinter- gründen. Menelas wird verwandelt, Helena wird verwandelt: und wenn auch Geschehenes sich nicht ungeschehen, aus Ehebruch nicht rückwirkend Gattentreue, aus Helena sich kein Fidelio machen läßt, Zaubertränke tun, wie bei Wagner, das ihre, die Handlung an ihr Ziel zu führen. Wie in der„Götterdämmerung", wie in „Tristan": kein Wunder, denn es ist die Welt Wagners, in der. wie nirgends sonst, der Opernkomponist Richard Strauß heimisch ist. Doch, wie bei Wogner, spürt man hinter den Zauberrequisiten einer unwirklichen Opernwelt den Willen zu reeller Psychologie, hier vorstoßend bis in die Bezirke Freudscher Psychoanalyse. Kein Wunder, denn Freud zittert in der Luft, die der Dichter Hofmonns- thal atmet. Das Menschliche soll märchenhaft verklärt, das Zauberhafte psychologisch gesichert werden. Rur leider, der Vorgang, der solcher- art mit dem Vorsatz zu zweifacher Verdichtung betraut wird, bleibt dennoch dem, der vor der Bühne sitzt, unverständlich: oder uninter- essant. Es fehlt dem Geschehen an Plastik, den Gestalten, die aktiv oder passiv darein verwickelt sind, an Lebendigkeit, und es bleibt, ein wenig verstimmend, die Gesuchtheit eines Stoffes, der von gor so weit hergeholt ist. Jedenfalls, Hofmannsthals Dichtung ist nicht stark genug, die Musik zu großer Wirkung zu steigern, und Richard Strauß' Musik nicht stark genug, sich und uns über die Schwäche der Dichtung zu täuschen. Diese Musik, selbstverständlich, ist die Arbeit eines Meisters, mit allen individuellen Kennzeichen einer Meister- schast, die gewiß einmalig ist. Aber kein neuer Ton, kaum ein neuer Einsall, keine überraschende, unerwartete Wendung verändert mehr das Bild des Komponisten, wie es längst feststeht— feststeht in den Opern von„Salome" bis„Ariadne", in denen summarisch alles ent- halten ist, was an Strauß wahrhaft neu war und geschichtlich bleibende Bedeutung erlangt hat. Sekundäre Fachfragen beiseite. scheint es nur«ine immer stärkere Hinneigung zum schönen Gesang und zum schönen Klang, die den späten vom frühen und mittleren Strauß unterscheidet, eine Neigung, die ihn yun öfters hart an die Grenze des Kitschigen führt. Aber sein Stil, dieser wahrhast virtuose Stil, der einst die Welt geblendet hat, ist längst nicht mehr wandelbar, und nicht viel mehr als die Virtuosität ist heute zu bewundern, mit der er ihn mühelos beherrscht. Hier, im griechisch-mythologischen Milieu, sind es vor allem„Elektra" und„Ariadne". die ihm gewisser- maßen das stilistische Vorbild liefern. Aber„Elektra", vor zwanzig Iahren geschrieben, ist auch heute noch ein unerhört kühnes Werk: die„ägyptische Helena" wäre auch damals keine austührerifche An- gelegenheit gewesen. Die Uraufführung ist in ollen Teilen und von allen Beteiligten mit größter Liebe und mit dem Einsatz ihrer besten Kräfte vorbereitet worden. Unvergleichlich schön spielt die Dresdener Staat?-, ka pelle unter Fritz Busch. Die Frau, die auf der Bühne dig schönste der Welt sein soll und obendrein die schönste Stimme der Opernwelt haben muß, ist Elisabeth R et Hb er g: man hätte nicht leicht eine bessere finden können. Und Maria Ras dl als Zauberin Aithra übertrifft noch die Erwartungen, mit der wir, von Berlin her, ihrer gesanglichen und darstellerischen Leistung entgegensahen. Nicht ganz sa glücklich die Besetzung der männlichen Hauptrollen. Sehr schön die Inszenierung, wenn auch das Bühnenbild— geraffte Borhäng«, Säulen, bunte Gruppierungen, olles, wie man es oft genug gesehen hat— ein wenig im Geschmackvoll-kunstgewerblichen steckengeblieben ist. An die Regie stellt die Wiedergabe des Wertes keine ungewohnten Anforderungen. Die vier gewaltigen Probleme, vor die der Dresdener Regisseur, Otto E r h a r d t, sich gestellt sah, stehen nur auf dem Papier des Programmheftes, das ihm dafür zur Verfügung steht. Kisus Pringsheim. Generalprobe für Hannover. Es gibt abergläubische Leute, die es gar nicht gern sehen, wenn eine Generalprobe allzu vollkommen ist. Dann fürchten sie für den Ernstfall das Konzert um so mehr. Die Arbeitersänger des 6. und 8. Bezirks, die am Mittwoch in der„Reuen Welt" generalprobtcn. können aber getrost nach Hamiover fahren, es gibt noch allerlei zu bemängeln. Was das Programm anbelangt, so hat Wilhelm Knöchel für seinen 8. Bezirk drei ganz philosophische Lieder ge> wählt, von denen das aus der„Lebensweise" von Wilhelm Knöchel(Richard Dehmcl) durch sein allzu gewichtiges, freudloses Pathos, namentlich durch die Nachbarschaft der beiden an-deren, nahe cm der Grenze des Wirkungslosen steht. In der soliden, fest in der Aufgabe verankerten Ausführung fehlt noch die frisch zupackende Ueberzeugungskraft, das„Gran in Grau" überwiegt. Ein«igenl- licher Fehlgrist aber war„Der Arbeitsmvnn" von Felix Malden, den Richard Bütte für seinen l>. Bezirk neben drei russisch« Volks- lieber gestellt hatte. Felix Molden hat sie meisterhaft bearbeitet. Darin wird der jüngst so jäh verstorbene Tondichter für immer fortleben. Aber seine Komposition oerzerrt die leise, aber um so wirksamer« Ironie Dehmels mit ihren uferlosen dissonierenden Kolo- roturen und wahllosen, grellen Modulationen ins Ungemessene. Die tiefgreifende, revolutionäre Schlagkraft, die mit ein paar einfachen Strichen Richard Strauß in seinem gleichnamigen Sololied erzie.!, wird bei Molden herostatisch, dazu ganz unmöglich schwer. We.m auch die vielfach unsichere und unreine Ausführung durch verschie- dene. in Hannover zu umgehende Nebenumstände vielleicht mit be- «influßt worden ist, so bleibt auch der Rest noch ein« völlige Nieder- lag« für Werk und Sänger. Wozu sich oerrennen, Sehr zu begrüßen war die Wiederausgrabung des großzügigen klangprächtigen„Das i st das Meer" aus der großen, ehemals so berühmten Symphonicode des Dresdener N'code, sodann des „Grablied-" von Peter Cornelius, eines entzückenden Genie- blitzes in Dichtung und Musik(mit der unterlegten Melodie Schubert?) durch Fichte-Georginio Richard Bütte machte mit demeisterlichen Ausführung der drei russischen Volkslieder sein anderes Unglück wieder r,ollstän>dig weit. Philipp Heid m't seinem„Be-- liner Sängerchor" hatte d'e beiden vom Klavier(Knöchel) begleite- ten Schubertschen Chöre„Dörfchen" und G o n d e l s a h r e r" in ihrer schwebenden Leichtigkeit und scharf pointierten Halbporlando sehr gut ersaßt. Nur noch«lwas mehr Rückgrat,(Pcken und Konten im„Gondelfahrer", bessere» Hervortreten der Bässe—, dann ist der volle Erfolg da. Die Pclline allerdings wird sich Wilhelm Knöchel l mit seiner Fichte-Georginia niemals entreißen lassen. Welche Disz!» plin, technische Durcharbeitung, klassische Breite und Schärfe in allen Darbietungen! Zu wünschen wären noch hier und da etwas streudi- gere, lichtvollere Klangfarben! Der Gesamtchor unter Knöchel sang dann frisch und ausdrucksvoll Uthmanns„Ich wart« Dein", übrigens keines seiner stärkeren Werke> aber melodisch reizvoll und im Schluß sehr glücklich. H. M. Bureauchef Lohengrin und Kommissar Atom. Nach dem Umsturz in Rußland mußte sich olles eine gründliche Verwandlung gefallen lasten. So bemühte sich die Sowjetregierung auch, neue Personennamen an Stelle der früheren bürgerlichen und christlichen Namen einzuführen. Hierbei kamen geradezu groteske Uebertreibungen vor. Die Kinder, die, in eine rote Fahne gewickelt, „oktrobriert" wurden, erhielten entweder Namen, die an eine Rc- volutionsgröße erinnerten, oder solche von leblosen Gegenständen, wie Stuhl, Tisch, Holz usw. Heute, wo das Leben allmählich mieder tu ruhigere Bahnen zurückgekehrt ist, siudet man noch immer aus- reichenden Stoff für die Witzblätter. Zum erstenmal hat in diesem Jahr der Staatsverlag der Sowjetunion einen Namenskalender her- ausgegeben." Ueber dies« Veröffentlichung macht sich sogar ein Blatt wie die .Frasnajaniva"(„Rotcs Feld") lustig. Der Kalender enthält, so schreibt die genannt« Zeitung, merkwürdigerweise auch christliche Namen, die in Rußland früher sehr beliebt waren, wie Vera, Olga, Sophie, Alexander. Neben diesen„bourgeoisen" empfiehlt des Staotsverlag den Sowjetbürgern olle möglichen anderen Namen, die romantisch, phantastisch oder auch einfach lächerlich klingen. Mo» findet dort mythologische Namen, wie Hera, Isis, Benus, Artemis. Mors, Neptun. Auch die babylonische Astarte und die sagnhafte Lilith sind vertreten, daneben römische und italienische Nomen, wie Iuvenal, Caesar, Nero, Franciscus, Pius. Was soll man aber zu abstrakten Rufnamen, wie Ozan, Idee, Poem, Novelle, Roman. Re. oolution. Marseillais« und Eurasien sogen? Da das russische Publi- kum sebr viel für die Oper übrig hat, werden auch Namen wie Tra- viato. Orpheus und Euridike empfohlen. Bor allem aber enthält der Nomenskalender sämtliche Namen von Wagner-Helden und -Heldinnen, von Rienzi bis Parsifal. Es amtiert ein Genosse Lohen- grin Iwanow, der sich nach der Revolution„umoktobrieren" ließ, als Bureauchef in einer Moskauer Sowjetbehördc, während Ge- nossin Brünhild« Petrowa als Stenotypistin in einem Kommissariat tötig ist. Das Bauunglück am Hermannplatz. Zu dem Bauunglüd am Hermannplay in Neukölln, bei dem der 53jährige Einschaler Julius Krüger tödlich verlegt murde, schreibt uns die Bauarbeiter- Schußkommission: Außerdem haben die fertigen Schuhgerüste an den Pfeilervorsprüngen nur die Hälfte der vorgeschriebenen Breite, so daß ein abstürzender Arbeiter glatt darüber hinweg fällt; solche Rüstungen find für das Auge bestimmt, für den Schuh reichen sie nicht aus. Die Lichthöfe und sonstigen Durchgangsstellen sind entgegen den Borschriften über und über mit Material aller Art bedeckt und bilden somit gleichfalls eine Quelle für Unfälle. Die Verordnung des Berliner Polizeipräsidenten vom 9. Mai d. I. fordert, daß bei Bauten von mehr als 7 Meter Höhe an den Außenseiten Standgerüste anzubringen sind, die jedoch nicht mehr als jeweils 4 Meter unter der Arbeitsstelle liegen dürfen. Wäre diese Borschrift beachtet worden, so hätte das Unglück nicht vorkommen fönnen. Auf dieser Baustelle versucht man Die große Erregung der Belegschaft, die in einer es mit Auslegerschuggerüsten, deren erstes eben auf fofort abgehaltenen Bersammlung zum Ausdruck kam, ist nur allzu 9,30 Meter Höhe errichtet werden sollte und gerade bei dieser Arberechtigt. Wir erwarten, daß die Baupolizei hier Ordnung schafft, beit erfolgte der Absturz. ehe sich noch mehr Unfälle ereignen. Wohnungstauschbörse. Nirgends wird es einem vielleicht stärker bewußt, wie einschneidend das Kapitel der Wohnfrage in das heutige Wirtschaftsleben vieler Menschen eingreift, als bei einem Besuch der Wohnungstauschbörse. Auf der einen Seite wachsen Menschen heran und wollen sich einen eigenen Hausstand gründen; doch sie können diesen mehr als selbstverständlichen Gedanken fast nie zur Wirklich ( 9mZeit ( 99 Peit werden laffen und die Zahl der Wohnungsuchenden weist eine unendlich hohe Ziffer auf. Auf der anderen Seite zwingt viele die wirtschaftliche Not, ihren Hausstand zu verkleinern und sich nach einer billigeren Wohnung umzutun. Das Los all dieser Suchenden ist so ziemlich das gleiche; es sind ihrer allzuviele und ihren Wünschen fann taum jemals Rechnung getragen werden. Eine Unzahl von Vermittlungsstellen arbeitet auf diesem Gebiete, ohne jedoch eine nur halbwegs nennenswerte pofitive Tätigkeit nachweisen zu können. Ueberall erhalten die Leute Versprechungen, Bertröstungen, hier zahlt man Einschreibegebühr, dort versucht man auf demfelben Wege sein Heil, aber der Gang der Dinge ist ein mehr als schleppender und der Erfolg fast stets ein negativer. Eine der zahlreichen Wohnungstauschbörsen, die den Tauschluftigen Gelegen heit zur Erlangung des gewünschten Objektes auf Grund gegen ſeitiger mündlicher Aussprache geben soll, tagt jeden Freitag abend im Schubertsaal, Bülowstraße. Der unbeteiligte Zuschauer, der hier einen Blick hineinwirft, findet eine aufgeregt geftitulierende Menge von Menschen, die mit haſtigem Blid immer und immer wieder den Aushang der Tauschobjekte studieren, dazwischen genau nach allen Seiten horchend, ob das Schmerzenskind des einen oder des anderen vielleicht das geeignete Objekt für sie selbst wäre. An langen Tischen, geordnet nach der Zahl der Zimmer, fizen Mieter und Vermieter. Auf einer Tafel am Podium werden alle jene Nummern notiert, deren Inhaber anwesend, also zu einer Ber: handlung mit dem jeweiligen Reflektanten zu haben sind. Neu eintreffende Wohnungsangebote werden laut verlesen und, ebenfalls Theater, Lichtspiele usw. Donnerst., 7.6.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 32. Anf.192 7( 2) U. Die Macht des Donnerst., 7.b.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I Anf. 20( 8) U. Schicksals Rigoletto Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 46 Anf. 20( 8) U. Luisa Miller Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark? Ab.-V. 115 Anf. 20( 8) U. Zwischen tanzenden Kleidern MAA OOD Deutsches Theater Norden 12 310 sarnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110 Heute und morgen wegen Vorbereitung Täglich 7, Uhr der Erstaufführung Leinen aus „ Artisten" geschlossen! Sonnabend, 9. Juni, abends 7 Uhr Zum 1. Male: Artisten Irland Komödienhaus Norden 6304. Tägl. 8, Uhr Regie Max Reinhardt Broadway Kammerspiele Theater des Westens Norden 12310 U., Ende nach 11 Zum 143. Mal Finden Sie, daß Constance sich richtig verbält? Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Die Komödie 20( 8) Uhr: Die beiden Seehunde Bismarck 2414/7516 81 Uhr Es liegt in der Luft Steinpl. 931 8 Uhr Heute Premiere Max Adalbert * nach Nummern geordnet, auf der Tafel notiert. Die Einschreibegebühr für ein Tauschobjekt beträgt 3 Mart, nach Abschluß des Tausches find weitere 12 Mart zu bezahlen. Der Besuch der Tausch börse kostet 50 Pf., für 2 Marf erhält man eine Besuchsdauerfarte. Ob der Erfolg dieser Vermittlungsweise ein tatsächlicher ist, läßt fich natürlich nicht behaupten, vielleicht könnte man von einer Beitersparnis der Wohnungsuchenden sprechen, die darin besteht, daß die gegenseitige Aussprache manchen unnötigen Weg nach der Woh nung selbst erspart. Die Not der Kleingeschädigten. Die Erbitterung der Kleingeschädigten über das vom alten Reichstag verabschiedete Kriegsschadenschlußgesez empfängt weitere Nahrung durch das säumige Verhalten des Reichsentschädigungsamtes und des Reichsfinanzministeriums, die scheinbar nicht in der Lage find, die Mobilisierung der Geschädigtenforderungen zu förödern. Von der Notlage der Kleingeschädigten zeugte eine vom Schußverband geschädigter Auslandsdeutscher, Kolonialdeutscher und Berdrängter, E. B." in den Schubertsaal einberufene Bersammlung. Vor einer starten Zuhörerschaft referierten hier die Herren Dr. Full, Trapp und scher( Vorfizender der Interessenvertretung Selbsthilfe") über die vergangene Arbeit ihrer Verbände und der Demonstration vor dem Reichsfinanzministerium. In seinem Vortrag über den augenblicklichen Stand der Entschädigungsfrage und über die von den Verbänden für die Zukunft zu treffenden Maßnahmen wandte sich der Syndikus Dr. Full mit Recht gegen die Willtürherrschaft der Finanzbureaukratie". Nach kritischen Kommentaren zu dem Schlußgesetz nebst seinen unvollkommenen Ausführungsbestimmungen wurde auf die eigenartigen Verfahren hingewiesen, die das Reich gegenüber den Geschädigten von Elsaß- Lothringen, Polen, dem Memellande und den Randstaaten anwendet. Die Bekanntgabe fraffer Notfälle beleuchtete mit grellem Schlaglicht die Derzweifelte Situation von Tausenden, aus der heraus auch die Tat des Farmers Langkoop zu verstehen ist. Die Versammlung war ein neuer Mahnruf an die in Frage kommenden Behörden, im Rahmen der beschlossenen Gefeßze alles zu tun, um durch schnelle Kleines Theater Täglich 8 Uhr Rosa Valetti, Eugen Rex in Die Großschnauze Ab Sonnabend: Täglich Uhr Galante Nacht! Lustspielhaus Jr. Martin Zicka Unwiderruflich letzter Monati 8 Uhr. Guido Thielscher in „ Unter ,, Was ist denn Geschäftsaufsicht" nur mit Saltenburg- Bühnen Ots. Künstler- Th. Uhr Verbrechen Dienstag, 12. Jnni 73 Uhr Premiere ..Das sind ja reizende Leute... Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 162 und 1912 Uhr: Der Sternhimmel der Heimat 18 und 21 Uhr Im Reiche der Balduin?" Rose- Theater Mitternachtssonne Residenz- Theater Blumenstr. 8. Ab Sonnabend: Täglich 8 Uhr Am Rudesheimer Eintritt 1 M. Gr. Frankt. Str. 132 Kinder ant. 15 Jahren 0.50 84 Uhr: Wospeist man Das Paradies d. Ehe eut u. billig? Gartenbühne: 1/26 Uhr nachm. Nur Groß- Berlin Konzert und bunter Teil Alexanderplatz. 8 Uhr: Schloß steht eine Linde Der fidele Bauer Revue von Schiffer. mit Loni Pyrmont Musik v. Spoliansky und Krafft- Lortzing Walhalla- Th. Volksbühne Berliner Theater Weinbergsweg 19/20 heater am Bülowplatz] Th. m Schiffbauerdamm narlottenstr.90/ 91.06nh.170 Täglich 814 Uhr 8 Uhr: 31, U. Ende geg. 11 Verlorene Töchter 8 Uhr: Rennen zu Grunewald Orpheus in der Schieber des Gastspiel d. Deutschen Th. Sitten st. in 4 Akten. Donnerstag, den 7. Juni Unterwelt Ruhms Nur Erwachsene haben Zutritt Der Prozeß Park.auch Sonntags Mary Dugan statt 4,- nur 60 PL. nachmittags 3 Uhr Arbeit ein sehr großer Beamtenapparat fteht ihnen zur Ber fügung die Not der Aermsten zu lindern, damit nicht der Eindruck entsteht, als ob man zum Unrecht auch noch den Hohn fügen will. Berlins Fremde im Mai. Starte Zunahme des Ausländerverkehrs. t 3= Im Mai wurden nach Angaben des Statistischen Amts der Stadt Berlin in den Berliner Gasthöfen, Hotels, Pensionen ufw. 134 558 Fremde gemeldet gegen 132 964 im April. Von de Fremden tamen 20 988 oder 15,6 Proz. aus dem Auslande, während im April der Anteil der Ausländer nur 17 421 oder 13,1 Proz. betrug. Die starke Zunahme der Zahl der Ausländer überhaupt ist vor allem auf die hohe Steigerung der Meldungen von ameri= tanischen Staatsangehörigen zurückzuführen. 2023 Hotelcäften aus Amerita im April stehen im Mai 3209 gegenüber, das f im Tagesdurchschnitt eine Zunahme um 53,6 Proz. Ein verh mäßig nicht viel geringeres Ansteigen der Besuchsziffer in mit 40,8 Proz für Asien zu verzeichnen. Für europäische Ausländer ist die Verkehrsziffer von 14 822 auf 16 958, d. i. durchschnittlich täglich um 10,7 Broz. gestiegen. An den rund 17 000 nichtdeutschen Europäern sind Desterreich er mit 2100 beteiligt, Bolen mit 1600, Engländer mit 1500, Sweden, mit 1400, Tschecho= flomaten mit 1300 und Dänen mit 1200. Eine 50 Proz. übersteigende Zunahme des Besuches von Fremden ist gegen April festzustellen für Lettland und Litauen. Um mehr als 40 Broz. hat sich die Zahl der Fremdenmeldungen aus Finnland erhöht, um mehr als 30 Proz. aus Jugoslawien, Estland, den Niederlanden und Danzig und um mehr als 20 Proz. aus England und aus Polen. Augfehobene Sperre. Die Sperre für unsere Mitglieder über das Restaurant Waldschenke in den Müggelbergen am Teufelssee, Inh. Ernst Rost, wird hiermit aufgehoben. Zentralverband der Hotel-, Restaurant und Cafe- Angestellten. Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Helgoland: Wetterbesserung, aber noch fühl, Tempe ratur 12 Grad. Westerland: Wetterbesserung, aber noch hühl, Temperatur 10 Grad. Bremen: meist heiter, Temperatur 11. Grad. Hamburg: Aufheiterung, Temperatur 13 Grad. Offfee. Warnemünde: heute morgen Aufheiterung, Temperatur 13 Grad. Sagnik: Wetter besser und wärmer geworden, Temperatur 16 Grad. Swinemünde: teils heiter, teils wolfig, fühle Nacht. Temperatur 13 Grad. Stettin: Aufheiterung, Temperatur 14 Grad. Kolberg: Wetter besser geworden, fühle Nacht, Temperatur 12 Grad. Danzig- 3oppot: noch meist bewölkt, Temperatur 8 Grad. Harz. Schierke: meist heiter, Erwärmung, Temperatur 14 Grad. Bad Harzburg: meist heiter, Temperatur 11 Grad. Bad Sachsa: meist heiter, Temperatur 12 Grad. Brocken: Aufheiterung, Temperatur 8 Grad. Thüringen. Erfurt: Temperatur 11 Grad. Heffen. Kassel: Temperatur 12 Grad. Wassertuppe( Rhön): Temperatur 10 Grad. Sachsen. Dresden: Aufheiterung, Temperatur 14 Grad. Annaberg: Wetterbefferung, nod) fühle Nacht, Temperatur 10 Grad. Fichtelberg( Erzgeb.): nachts Aufheiterung, Temperatur 9 Grad. Schandau: Wetter besser geworden, noch fühle Nacht, Temperatur 9 Brad. Zittau: Better beffer geworden, noch fühle Nacht, Temperatur 7 Grad. Schlesien. Breslau: Aufheiterung, Temperatur 14 Grad. Flinsberg: teils wollig, teils heiter, ziemlich fühl, Temperatur 9 Grad. Schreiberhau: Wetter besser geworden noch fühle Nacht, Temperatur 13 Grad. Schneefoppe: nachts Aufheiterung, Temperatur 4 Grad. Bad Reinerz: teils woltig, teils heiter, Temperatur 9 Grad. Bad Landed: Wetterbesserung, Temperatur 9 Grad. Rheingebiet. Köln: teils heiter, teils wolfig, Temperatur 16 Grad. Bad Aachen: nachts etwas Regen, Temperatur 17 Grad. Roblenz: teils heiter, teils wolfig, Temperatur 15 Grad. Wies baden: teils heiter, teils wolfig, Temperatur 15 Grad. Frankfurt am Main: nachts etwas Regen, Temperatur 14 Grad. Feldberg ( Taunus): nachts etwas Regen, Temperatur 9 Grad. Baden. Karlsruhe: nachts Regen, Temperatur 15 Grad. Feldberg( Schwarzw.): nachts etwas Regen, Temperatur 9 Grad. meist bewöltt, Temperatur 16 Grad. Württemberg. Stuttgart: Temperatur 14 Grad. Friedrichshafen: 13 Grad Nürnberg: Temperatur 15 Grad. München: gestern vorBayern. Hof: Temperatur 11 Grad. Bürzburg: Temperatur mittag Gewitter, Temperatur 16 Grad. Sugipize: Schneehöhe mittag Gewitter, Temperatur 16 Grad. Zugspize: Schneehöhe 245 Zentimeter, Temperatur 3 Grad. * * Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Nach gewitterartiger Störung wechselnd wolfig und mäßig warm, südwestliche Winde. Für Deutschland: Nur in Südostdeutschland Fortdauer des trockenen, heiteren Wetters, in den mittleren Landesteilen und längs der Küste oftwärts fortschreitende Gewitterbildungen, im Westen wollig; überall mäßig warm. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. CASINO- THEATER 8 Uhr Thalia- Theater| Lothringer Str. 37 Dresdener Str. 72-73 Müllers Prinzesschen. Täglich 8 Uhr Gutschein 1-4 Pers. Dyckerpotts Erben Ausschneiden Fauteuil nur 1.10 M.. Sessel 1,60 M. SCALA Berliner Prater Uhr vollendor 7360 Herb.Williams der eigenartigste amerikanische Exzentrik- Star und die übrigen Varieté- Sensationen! Komische 8%, Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges: neues evue- Stück: Zich' Kastanienallee 7/9. Heute gr. Volkstag! Polnische Wirtschatt" Mus. v. Jean Gilbert Außerdem: Grosse Varieté. Tanz. Kaffeekochen Auf allen Plätzen 50 Pf. außer Loge Opel NUR RADER Photo 3º Mk Wochenti Teilzahlung Vertreterbesuch unverbindlich! Reichshallen-Theater APPARATE Radio ANLAGEN Sprech MASCHINEN SHERLOCK GES.M.BH. BERLIN, N.54 HACKESCHER MARKT 2-3. TEL NORDEN4791-93 Ohne Anzahlung! Stettiner Sänger Stuckes Pfingstfahrt Hugo Stucke: Britton Frau Stucke Meysel Anf. 8 Uhr. Preise 60 Pf.- 2 M Donhoff- Brett'l Varie é- Konzert- Tanz. did aus! Trabrennen Ruhleben 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Freitag, den 8. Juni nachmittags 3½ Uhr Elite- Sänger Theater am Kottbusser Tor. Mpl. 160 77. Täglich 8 Uhr: Wie immer erstklassig. Programm, a.a„ Ein gerissener Schwiegersohn" ( Schwank) Ein kleines Geschenk"( Schwank) Volkspreise. Renaissance- Theater Steinplatz 901 Uhr Krankheit der Jugend Berliner Ulk- Trio Neukölln, Lahnstr.74/ 76% föelfoge Donnerstag, 7. Juni 1928 S?rhbmd �fuUauhjaße Aei �Jotvfasih China und seine Generale Die Armee der südchinesischen Freiheitsbewegung hat soeben Peking besetzt; so gut wie das ganze China ist wieder in die Hand einer einheitlichen Regierung gekommen. Lieber die sozialen und militärischen Kämpfe, die in den letzten Jahren zu diesem Ergebnis führten, unterrichtet das Buch des englischen Arbeiter abgeordneten C. Malone:„Das neue China und seine sozialen Kämpfe", das soeben in der Verlagsgesellschaft des ADUB. zum Preise von 3,50 M. für Gewerkschaftsmitglieder(sonst 5 M.) erschien. Wir entnehmen der historisch-politischen Einleitung, die Franz Jos. Furtwängl er dazu schrieb, den folgenden Abschnitt über„Die Armeen im Bürgerkrieg". Unsere Bilder sind gleichstalls diesem Buche entnommen. Was an dem unklaren Bilde Chinas, welches der Europäer aus der Lektüre der Zeitung gewinnt, vielleicht am meisten verwirrt, ist die Zahl der einander bekämpfenden Armeeführer und militärischen Abenteurer, von denen jeder sich„General" nennt. Ja, man hört zuweilen fragen, was denn nun jeder dieser Armeeführer eigentlich „wolle". Sehen wir von der Nationalarmee der Kuomin Tang ab. die um die Einigung und Freiheit des Lapdes kämpft, und auch von dem noch zu erwähnenden Marschall Feng Au Hsiang, so wollen sie alle dasselbe: als richtige Bandenführer ihre Macht erhalten und vermehren. Mit diesem Bestreben stehen sie im Kampfe gegen die Die„historische" Englische Brücke in Shameen, Kanton, von der aus der britische Generalkonsul gesehen haben will, auf welcher Seite des nur wenige Meter breiten Kanals der erste Schuß fiel, der am 23. Juni 1925 das Blutbad von Shak.ee eröffnete, das auf das Nankinger Gemetzel der Engländer vom 30. Mai folgte und der gewerkschaftlichen und politischen Bewegung der Chinesen einen gewaltigen Antrieb gab. Armee der Nationalregierung, und nur ausnahmsweise machen sie sich sogar die Mühe, den Verrat an der Volksbewegung mit der Theorie der Erhaltung oder des Schutzes der lokaisn, provinziellen Eigenart des von ihnen beherrschten Gebietes zu drapieren, ähnlich wie seinerzeit manche uns sattsam bekannte„Separatisten" im be- setzten Gebiet Deutschlands. Die materielle Macht, die ihre militä- rifchen Unternehmungen in Gang hält, ist die Unterstützung, die je eine Ausländergruppe jeweils einem dieser Abenteurer angedeihen läßt. Dem einen geben die Engländer Flugzeuge, Gewehre und die „Erlaubnis", die Steuern seiner Provinz für seine Armee zu ver- wenden, dem anderen lassen die Japaner dies Wohlwollen an- gedeihen. Diese Armeen und ihre Kriegführung erinnern— wenn man von der Verwendung von Flugzeugen absieht— in mehr als einer Hinsicht an den ZOjäHrigen Krieg in Europa. Glücklicherweise auch darin, daß, außer den Distrikten, in denen der Kampf unmittelbar stattfindet, das Land nicht allzusehr davon berührt wird. Der modern anmutenden Kampsesweise mit Flugzeugen steht auf der anderen I Seite die Belieferung der Truppen mit Regenschirmen gegenüber, was immerhin auf eine nicht gerade„rationalisierte" Kriegführung schließen läßt. Auch der Handel Chinas wird durch den Kampf nicht sehr stark beeinflußt, wie wenigstens von verschiedenen Seiten versichert wird. Der erfolgreichste und bi« vor kurzer Zeit mächtigste unter den „Generalen" ist T s ch a n g T s o l i n. der schon von 1321 und 1922 Eine der chinesischen Arbeiterinnen, die beim Rudern von Transportbooten und anderer Schwerarbeit gleichzeitig ihr Kind auf dem Rücken tragen. an stark in Erscheinung trat. Dieser beherrscht das nördlichste Ge- biet Chinas, insbesondere die Mandschurei, die Provinz Tschili mit Peking, Teile von Schantung und Schansi. In diesen Gebieten haben die Japaner hervorragende stra'egisch« und wirtschaftliche Interessen(sie besitzen die dortigen Eisenbahnen, viele Handelsunternehmungen und beherrschen die Hafenstadi Dairen mit ihren 200 000 Einwohnern und dem intensivsten Handel des nördlichen China). Tschang Tsolin war deshalb immer der besondere i Schützling Japans, das ihn auch bei der Verfolgung seiner Pläne> unterstützte. Aus der Kontrolle von Peking, das er seit 1926 be- herrscht, erwachsen ihm vielerlei Vorteile. Malone nennt ihn(in Uebereinstimmung mit dem Urteil hervorragender Chinesen)„den schlimmsten Feind des chinesischen Volkes". Die geographische Lage seines mandschurischen Herrschaftsbereichs im fernen Norden macht sein Heer für die Nationalarmee, deren Siege über die von fremden Mächten unterstützten Hordenführer das chinesische Volt einigen sollen, schwerer angreisbar als irgendeine der übrigen Banden. Um 1924 waren seine Truppen weit nach dem Süden vorgedrungen. Seine Hoffnung, sich ganz China zu unterwerfen, hat Tschang Tsolin »nach den erfolgreichen N o rd e x p e d i t i o n e n der Nationalarmee 1926 und 1927 wohl endgültig ausgeben müssen. War er früher der große Rivale däs Südens im Kampf um die chinesische Herrschaft, so ist er heute lediglich noch der erste unter einigen Wemeurern. — Außer dem militärischen Abenteurer Tschang Tsolin hatten die Chapaner im Norden Chinas auch ein politisches Helfertum unter den Chinesen in der sogenannten Aufu-Clique, einer politischen Gruppe, die den Japanern in die Hände spielte und dafür von diesen finanziert wurde. Sie sei hier genannt, weil ihr Name in Büchern und Zeitungsberichten über China zuweilen zu lesen ist. Im Gebiet der Landesmitte,, am Pangtse-Fluß(und auch in Hankau!) herrschte bis � ins Jahr 1926 der mit englischen Geldern unterhaltene W u P e i- F u, der von den Engländern zu jener Zeit nicht nur unter der Fahne des„Antibolschewismus" gegen die chinesischen Freiheitsbestrebungen, sondern gelegentlich(1922) auch gegen Tschang Tsolin im Norden, d. h. mittelbar gegen die Japaner, vorgeschickt wurde. Er ist bereits ein betagter Mann und spielt seit der Vertreibung seiner Truppe aus Hankau durch die Nationalarmee 1926 in dem inneren Kampf um China keine Rolle mehr. Malone schildert ihn als einen alten Trottel. In den Städten und Provinzen, in denen er regierte, unterdrückte er vor allem die Arbeiterbewegung und ließ die Gewerkschaftsführer verhaften und erschießen. Rund um die internationale Niederlassung von Schanghai re- gierte zu jener Zeit Sun Tschuan Fang,«in ehemaliger Unterführer von Wu Pei-Fu, der persönlich als sehr besähigt gilt, und von dem zuweilen prophezeiend gesagt wird, daß man künftig noch viel von ihm hören werde. Auch er ist inzwischen von der Nationalarmee weit nach dem Norden verjagt worden. Ein anderer, in letzter Zeit oft genannter unter den Aben- teurern, die wir hier nicht alle aufzählen können, ist T s ch a n g Tsung Tschang, der zur mandschurischen Armee gehört und zeitweise von Schantung aus gegen die Nationalarmee kämpfend sein Glück versucht. Eine besondere Figur stellt unter den militärischen Führern der „christliche"(getauste)(Marschall Feng Du Hsiang dar, der vor einigen Jahren eine Zeitlang in Moskau war. Seine Kuo Min Tschun(„Volksarmee") kämpft im Norden, unabhängig von der Nationalarmee der Kuomin Tang, aber für das gleiche Ziel wie die letztere, gegen Tschang Tsolin und die Mand- schurischen Armeen. Nachdem man lange Zeit nichts mehr von ihm gehört hotte, tauchte er in der zweiten Hälfte von 1927 wieder mit einer starken Truppe in der Provinz Honan aus. In seiner Armee sind größere Trupps mohammedanischer Reiter aus der Provinz Kansu(bis wohin sich, vom Westen her, der keilförmige Ausläuser des Verbreitungsgebiets der Jslam-Religion nach China hin erstreckt). Ein mit Feng verbündeter Armeeführer, der also auch der Nationalarmee und der Kuomin Tang nahesteht, ist der in letzter Zeit viel genannte Regent der Provinz Schansi, Pen Hsi Shan, der mit Feng zusammen als eine Art Unterführer die Nordtruppen von Südwesten her angreist, wenn die Nationalarmee von Südost vorstößt. Chinas Freiheitskampf: Die Whampoa- Militärakademie zu Kanton, die Kriegsschule und das Rekrutendepot der Kantonarmee, gegründet von T schlang Kai Schek. In den Kämpfen der Nationalarmee(damals Kanton-Armee) gegen Peking und die den Fremdmächten dienstbaren„Generale" des Nordens trat um 1926 ein militärischer Führer hervor, der den Verhältnissen innerhalb der Kuomin Tang eine Wendung gab. Tschiang Kai Scheck, der schon zu Lebzeiten Sun Pat Sens militärischer Führer in Kanton war, dort die Wampoa-Militär- akademie gründete und bald auch erfolgreiche Kämpfe gegen den Norden führte, riß die Oberleitung in der Nationalarmee an sich und errichtete im Frühjahr 1927 die Diktatur im Nangtse-Gebiet. Wichtig sind die Aenderungen innerhalb der Kuomin Tang, die der neue Kurs des militärischen Führers Tschiang Kai Schek zur Folge haste, in bezug auf Politik und Arbeiterbewegung. Der neue General kehrte sich mit aller Schärfe gegen die kommunistische Be- wegung und olle kommunistischen Einflüsse in der Kuomm Tang Filchners Ankunft in Indien. Die englische Presse berichtet aus China, daß in diesen Tagen in Lhe, dem nördlichsten Punkt Indiens August Filchner ange- kommen ist. der Führer der deutschen wissenschaftlichen Tibet- Expedition. Jahrelang hatte man von Filchner und seinen Leuten nichts mehr gehört und glaubte daher, daß sie in dem unwirstichen Lande zugrundegegangcn seien. Jetzt aber stellt es sich heraus, daß es nur der Ausbruch der chinesischen Unruhen war, der Filchner jede Verbindung mit Europa unmöglich machte. Die Expedition Filchners hatte die Aufgabe, die noch unerforschten Teile Nord-Tibets, also die Route, die von Sven Hedin und den anderen Tibetforschern der letzten Jahrzehnte nicht berührt worden waren, geographisch zu erforschen und außerdem in zwei Richtun- gen, zunächst von Westen nach Osten und dann von Norden nach Süden ein« Kette von erdmagnetischen Messungen vorzunehmen. Diese Messungen sind ja heute nicht nur, wie früher, ausschließlich vom wissenschaftlichen Standpunkt aus höchst interessant, sondern be- kommen heute durch die rasende Entwicklung des Flugverkehrs auch höchst aktuelle Bedeutung: denn nur, wenn sich die Abweichungen des Kompaßausschlages einigermaßen genau tabellarisch festlegen lassen, wird es möglich sein, sich überall auf der Erde nach der Karte genau zu orientieren. Diese Aufgabe, deren Bedeutung vielleicht erst in Jahren oder Jahrzehnten ganz deutlich zu Bewußtsein kommen wird, hat Filchner mit seiner Expedition unter den allerschwierigsten Umständen gelöst. Er begann seine Reise in Kuldscho am Iii, nahe der russischen Grenze. Zunächst ging alles gut, besonders deswegen, weil Filchner die Unterstützung der russischen Regierung genoß. Aber als er dann quer durch Tibet, in das eigentliche China vorstieß, stellten sich ihm ungeahnte Schwierigkeiten in den Weg. Inzwischen war ja der Bürgerkrieg in China von neuem ausgebrochen: alle Verbindungen mit den europäischen Siedlungen an der Ostküste waren abgeschnitten und man begegnete überall den Fremden mit dem allergrößten Miß- trauen. So kam es, dos Filchner in der Provinz Kansu, der Grenzprovinz zwischen China und Tibet, halt machen mußte. Ueber «in Jahr war er gezwungen, im Kloster K u m b u m zu bleiben, einem der größten, ältesten und bedeutendsten Kloster der ganzen buddhistischen Welt. Filchner war schon auf früheren Reisen an diesem Ort gewesen und wurde daher von den Mönchen als alter Bekannter gut aufgenommen. Während dieser Zeit erkrankte der Forscher lebensgefährlich und die Mitglieder seiner Expedition befürchteten schon das äußerste, Nach seiner Genesung erkannt« Filchner, daß es unmöglich sei, noch der Küste hin sich durchzuschlagen-, außerdem war ja seine Aufgabe erst halb erfüllt: so kehrte er zurück nach dem eigentlichen Tibet und begann unter schwierigen Umstäizhen von neuem mit seinen wissen- schaftlichen Arbeiten. Nach Jahren waren seine Vorräte, aufge- braucht, Kleider und Instrumente waren beschädigt, aber trotzdem verfolgte der Forscher seine ursprünglich geplante Route Doch nicht nur Klima und Boden hinderten sein Vorwärtskommen: Je mehr er sich Lhasa, der Haupsttaht Tibets, und dem Sitze des Dalai- Lama näherte, umso argwöhnischer wurde er von den Eingeborenen bewacht. Man weiß ja aus Schilderungen früherer Forschung?- reisender, wie peinlich sorgsälltig die Tibetaner darauf achen daß kein Fremder ihr Mekka betritt. Filchner hotte damit gerechnet, in Lhasa eine englische Truppen- abteilung vorzufinden, aber er sah sich in seinen Erwartungen gc- täuscht. Dagegen wurde er von den Tibetanern völlig eingeschlossen, geradezu in seinen Zelten belagert und Tag und Nacht aufs ge- naueste kontrolliert. Ohne Proviant, am Ende seiner Kräfte wuchs täglich die Erbitterung der fanatischen Bevölkerung gegen den Forscher. Da gelang es ihm, nachts unbemerkt von den Truppen einen Boten abzuschicken mit zwei Briefen, einen an den Dalai- Lama, einen an den Kommandierenden der englischen Grenztruppen. Dadurch wurde seine Loge geändert: der Dalai-Lama sicherte ihm den 2lbzug nach Indien zu und unterstützte die Expedition sogar noch mit Mehl und anderem Proviant Filchner halte auch in den schweren Tagen der Bedrohung durch die Tibetaner seine Forschung nicht aufgegeben: So stellte er sein« astronomischen Messungen, als ihm nachts das Verlassen seines Zeltes verwehrt war, durch einen Schlitz in der Zeltleimvand weiter an. Endlich gelangt« er in Lhe auf englisch-indischcs Gebiet: Aber auf diesem letzten Gebirgsmarsch hatte die Expedition nochmals bei der schlechten Bekleidung unter der Kälte aufs heftigst« zu leiden. Fred Bern(i Der erste Flug zum Mars Eincicdinisdi'phaniasüsche Erzählung von Kurt Delta/ Zcidmungen von A.Florath 5. Fortsetzung(Schluß). „So wollen wir losen," Haucht die Lady leise. „Lady Merimcer," sagt Ionny ernst,„zu solchen Erbärmlich' leiten haben wir keine Zeit mehr. Lord, Sie sind allein imstande, die Peilungsberechnungen zu machen. Ich und die Lady sterben also zuerst." Der Lord nickt. Er ist zu groß, um an etwas anderes, als an die Papiere zu denken.„Sei es, handeln wir sofort." jagt er. . In aufwallendem Gefühl drücken sich die Männer die chände. Der Ladr> küßt Merimeer zärtlich und liebevoll die schwarzen Locken. „My darüng," flüstert er,„farewell." Ionny und die Lady treten zurück.— Auf einen Hebeldruck schieben sich die gummibesetzten Stahlplotten von der Decke. Ohne daß ihm die Hand gezittert hätte, zieht Ionny die Mutterschrauben mit dem Schlüssel fest. Es ist der Lohn für meinen Tod, denkt er sich, daß ich mit ihr zusammen sterben darf— * Jäh wendet er sich zur Lady. Diese war beim Senken der Schotten über eines der lederbezogenen Ruhelager hingesunken. Der steigende und steigende Sauerstoffgeholt hat chr blühende Farben in das Gesicht gezaubert. Schweigend starrte er sie an— Da hebt sie die Augen— zu ihm.„Oh, Ionny," flüstert sie, ,«s ist gut, daß wir sterben müssen—"„Lady", jubelt er. Er kniet vor ihr. In seinen braunen Händen liegen ihre schmalen Finger. „Ionny, ich habe nicht geschlafen damals, als du mich vom Stahlgehänge nahmst. Seitdem habe ich mich gesehnt— nach deinen Küsten.— Es war mein Wunsch, daß wir nie wieder auf die Erde zurückkehrten. „Oh, Lady, ich mußte dich damals küssen.— Du— so, wie ich dich jetzt küssen muß.— Dein schwarzes Haar— und deinen Mund—" � Der wachsende Sauerstoff bringt ein Brennen in der Brust, er treibt das Blut in das Gehirn. „Ionny," flüstert sie, ihre Augen glänzen Glut und Nacht, „unser Tod— gibt uns ein Recht--" Eisern hatte Lord Merimeer Zahl neben Zahl gesellt, als ihm ein Flimmern um die Augen kommen wollte. Dann hatte er mit dem Triebstoffhebel die drei Grad Fahrtänderung gegeben, die der Richtung fehlten. Auch die Beobachtungen waren Nim alle eingetragen. Mit An- strengung hob er die Kassette aus Chromstahl auf den Tisch. Sorgfältig schichtete er die Dokumente und Bilder hinein, die denen auf der Erde ein unermeßlicher Besitz waren. Schraube um Schraube zog er dann sorgfältig mit dem Schlüssel an, so daß der klein« Hohl- räum der Kassette mit einer schweren Panzerung umgeben war. Oben, mitten auf dem Deckel der Kassette, lag eine runde, kuppel- förmige Erhöhung. Ueber dieser lag, durch ein Gewinde gehalten, eine metallisch rot glänzende Schutzhülfe. Es war wie ein Zögern über Merimeers Gesicht gegangen, ehe er die halbkugelige Hülle entfernt hotte. Die Zeiger aller Instrumente sprangen in diesem Moment aus und nieder. Der Stromanzeiger drehte sich wirbelnd im Kreise, als wäre er rasend geworden. Radium war es, das eingeschmolzen in der Kuppel lag. Eine besonders legierte Hülfe hatte bis jetzt das Projektil vor den strah- lenden Kräften dieses Elements bewahrt. Ein froher Schein ging über das bleiche Gesicht Lord Merimeers: Nun konnte die Rakete beim Einsturz in Trünmier zerschellen. Nach dieser Kassette würden die Instrumentenzeiger der Erowelt springen, und sollte sie auch fünftausend Meter tief am Grund des Meeres liegen. Aber die Sanduhr lief.— Schon brannte ihm der Kopf, und rote Funken tanzten Kreise um seine Augen. Das Radium tat seine Wirkung. Rasch riß er sich die Kleider von der Brust und warf sich über die Kassette.— Bündel um Bündel der tödlichen Strahlen schickte das Radium ihm ins Herz-- Fiebernd« Aufregung herrschte aus Zentron. Die Rakete sollte 3 Uhr dreißig Minuten in den Gaskreis der Erde treten. Doch hatte sie bis jetzt keinen Versuch gemacht, ihre Geschwindigkeit abzustoppen. Auch war man merkwürdigerweise seit der Umkreisung des Mars ohne Funkverbindung. Daß dos Projektil nicht ohne Führung war, sah man daran, daß es fast genau auf die verabredete Einsturzstelle zuhielt. Nun war das Projektil in den Luftring getreten. Seine Ge- fchwindigkeit vergrößerte sich von Sekunde zu Sekunde. Auf Zentron hatte man all« Hoffnung auf Rettung der Bemannung aufgegeben. Man sah, daß die Rakete nicht einen Rest Triebstoff besaß. Schon war das Projektil der Erde auf 20 Kilometer nahegekommen. Da— plötzlich war es verschwunden. Die Beobachter ahnten, was das zu bedeuten hätte.— Bald darauf schlugen die Bruchstücke ins Meer. Tage und Rächte suchte nian nach Ueberresten und Bruchstücken. Taucher in rötlichen, metallisch glänzenden Apparaten arbeiteten an der Bergung der Kassette: Unter besonderen Vorsichtsmaßregeln wurde sie aus dein Meere geholt. Sie war von den Instrumenten bald ani Grunde entdeckt worden, wo sie aus einer Tiefe von fünf- hundert Metern ihre Strahlen sandte. Mit Schneid- und Bohrwerkzeugen ging man auf Zentron an die Oeffnung der Kassette. Man hatte sie bald so weit von der Umhüllung befreit, daß sie mit einigen leichten Hammerschlägen zu öffnen war. Rund stand sie im Sitzungssaal der Erowelt, aus dem Tisch des Präsidenten. Zusammengeschmolzen hatte man die Außenhülle aufgefunden. Aber die raffinierte Isolation hott« erreicht, daß der dcn Hohlraum umgebende Kern von der Hitze wenig berührt war. Tiefe Stille herrschte unter den Mitgliedern, als der Präsident mit klingenden Hammerschlägen die Teile auseinander trieb. Wie die Gralsschale hob er den unteren Teil der Kassette empor. In ihm lagen leicht angebräunt und brüchig, sonst aber noch völlig unver- sehrt, die Bilder und Berichte der Expedition. Als nun dem Präsidenten das Goldene Buch überreicht wurde, erhoben sich die Mitglieder von den Sitzen. Wolst zitterte die Spitze der Feder leicht, ehe er ansetzt«, aber dann trug er mit festen, keil. förmigen Zügen ein: Er sie erfolgreiche Erpedition zum Mars— Die Rakete ist zur Erde zurückgekehrt und wurde beim Einsturz zertrümmert— Die Mannschaft ist tot— Helden der Menschheit sind sie— Lord Merimeer— Lady Merimeer— Ionny Hellar— Darunter setzte er das Datum des Tages— Eine heilige Stille herrschte—. Aber in diese Stille klang schüchtern ein leises Pochen und Hämmern. Draußen auf dem Betonfundament baute man ein neues, stärkeres Projektil. Der machsende Sauerstoff bringt ein Brennen in die Brust-- Weil- Lcopoldshöhe. Das„Sclbsterlcdigungsfach" in Basel. Die erste reichsdeutsche Station aus der Schnell;:: gsstrecke Basel— Frankfurt— Berlin, W e i l- L« o p o l d s h ö h e, hat vor kurzem die ungeheure Ehre gehabt, Schauplatz der ersten Begrüßung eines leibhastigen, noch nicht abgefundenen und sogar absolut Herr-- schendeu Königs durch die deutsche Republik zu sein. W« tn im Sommer der Ferienzug nach Basel Beriiner Tourisl-n nach der Schweiz führt, zu ermäßigtem Holzklassenpreis und immer hübsch regelmäßig vier aus jeder Bank, dann freut sich gewiß alles beim Anblick dicier Station, denn nur noch ein paar Minuten und man ist in Bi-Ba-Bafel. So schnell ging das in der„Großen Zeit" nicht, da man überall und schon gar an jeder Grenz- einreisende Spione und ausreißende Deserteure roch. Gegen die neutrale, an Frankreich und Italien grenzende Schweiz war dieser Argwohn so stark, daß man den Zugverkehr Leopold-höhe— Basel überhaupt einstellte. So war es auch noch ISIS, als zwei„Vorwärts". Leute am 2. August zur I üernotionalen Sozialistenkonferenz in Luzern eilten. Di« schöne Fahrt zwischen Rhein und Schwarzwald mit dem Blick auf die f-rr-blaueu Vogesen und hinüber in das ach so nahe Elsaß war vorbei, der berühmte Idsteiner Klotz, die schon zerstört« Riej«nsestung, umfahren— raus! Und wie weiter? Es galt, die Grenzkontrolle Ottersbach auf der Landstraße zu er- reichen. Man hatte dies- und jensetts d«r Grenze solchen Gefalle t an der Wiedereinführung mittelalterlicher Paßwirtschaften gefun- den, daß man noch lang«-richt davon abgehen wollte: war auch der Krieg aus, so hatte der Bolschewismus die Rechtfertigung dafür ge. liefert. Kein Fuhrwerk war da. Di« Straßenbahn von Bafel— Ottersbach war nicht gekommen, also stellten auch die Fuhrwerker ihrer Betrieb ein. Glücklicherweise übernahm ein Handkarrenfohrer die Koffer und so konnten wir unbeschwert di« schöne Nachmittagswan» derung antreten. In der Zollbaracke Ottersbach deutsche Geiiwrmen und Schweizer Soldaten. Die Kontrolle geht ziemlich glatt:„Wo wollet Ihr hi?"„Zur Sozialistenkonfereiz in Luzern."„Passieret. Don glich bi der E-i-dgenössischen Fremdenpoliz-e-i melde!" Nun ober auch nach Basel kein Fuhrwerk. Warum?„S' ischt G«n«ralstr e-i-k." Ahoi! Trapp-trapp weiter aus der Straße im Sonnenschein, dann endlich über die Rheinbrücke. Feiertägliche Stille, es ist Schweizer lltattonalfeiertag. der 2. August. Eine Woche später Rückfahrt. Zwar hatte ich über di« Ost- schweiz nach Deutschösterreich fahren wollen, aber man durfte nur über di« Einreisestatton wieder hinaus und mein Gesuch um 2lus- nahmebewilligung war. wie nnr der Beamte in Luzern sagte, ver- nrutlih— nein, das muß man wörttich erzählen:„Wisset Ei«, in Bern hent sie er Selbschterledigungsfach, was da hino-i-chömmt, blo-i-bt drin liege!" Also wieder nach Leopoldshöh«. Diesmal ging die Elektrische wieder.— n. VK4S DER TAG BRINGT. iiiHiiiiiiiiiiniiiiiiiiHniiiimiiiiimHiiiininiinniinnitmnuiiiiiiMniiimimiiiiinmiiiiiiiiiiiimiiniiiimmiiiiiiimuiHMiiiiitiiiinimiiiniiiiiiimiimniiuiiiinimiiinmimiiinnnmmiinum Lektion für Aktenfanatiker. Ein österreichischer Ministerrat hat in diesen Tagen beschlossen, an der Stätte des im Juli vorigen Jahres niedergebrannten Justiz- palaftes wieder Aufbauarbeit zu leisten. Bei dieser Gelegenheit erinnert nian sich an die damaligen Vorgänge und im besonderen daran, daß mit dem Justizpalast eine große Anzahl Aktenstücke und vor allem Grundbücher in den Flammen aufgingen. Damals wurde grimmig über den Verlust gezetert, man sagte, daß diele Aktenstücke unersetzlich wären und daß gar nicht abzusehen sei, wie die Der- nichtung so umfangreichen Materials sich auswirken werde.- Ein Jahr ungefähr ist oergangen und in diesem Jahr hat sich das für Aktenfanatiker Unfaßbare herausgestellt: Es ist so gut wie nie die Rede inehr gewesen von den verbrannten Papieren. Möglich, daß hier und dort einmal in einem österreichischen Blatt beiläufig eines Falles Erwähnung getan worden ist, wo Erschwerungen aus der Aktenoernichtung entstanden sind: größeren Unifang können diese Komplikationen auf keinen Fall angenomnten haben, sonst müßte Kunde davon zu uns herübergekommen sein. Welch eine Diskredi- tierung der Grundbücher und des Aktenstaubes schlechthin bedeutet aber diese Tatsache! Wieviel Menschen werden ihr Arbeitsleben verbraucht haben im Dienste des dem Feuer anheimgefallienen Pa- piers, wieviel Nervcnkraft, Bcrufsfleiß, Gewissenhaftigkeit mag in jenen Faszikeln aufgespeichert gewesen sein! Welche Recherchen wird nicht jede Ungcnauigkcit im Gefolge gehabt haben! Eines Tages fraß Feuer den ganzen Klumpatsch auf. Und di« Welt geht weiter. Und Oesterreich geht weiter. Und man hört überhaupt nichts mehr von ihren Heiligkeiten, den schriftlich fixierten Berbriefungen bürgerlicher Rechtsansprüche. Diese Urkunden über die Bcsitztitel: sie sind gar nicht so wichtig. Es geht, es geht ohne sie. Es ist ein von Archivverwaltern aus Existenzgründen in Umlauf gesetzter Aber- glaube, daß in den Iustizpalästen und anderswo die großen, die riesigen Stapel lagern müßten...! Vielleicht stellt es sich eines Tages auch heraus, daß es nicht nur ohne die Urkunden über die Besitztitcl(oder wenigstens ohne die meisten der vorhandenen), nein. daß es auch ohne die Bcsitztitel selber geht. Das wäre dann ja eine schöne Ueberraschung! I!aii> Bauer. Der beleidigte Recht. In Köln lebt eine Rentenbezieherin, die mit der staatlichen Kreis- kasse II in Dortnnind, Stiftstraße 5, einen Briefwechsel zu führen hatte. Vor einigen Tagen erhielt sie nun als Antwort auf ihren Brief folgendes Schreiben: /Staatliche Kreiskasse II. Dortmund, Stiststraße S. Dortmund, dcn 18. Mai 1928. Bank-Girokonto, Fernsprecher 8181. Postscheckkonto: Dortmund 2017. Auf die Karte vom 18. Mai 192 8. Wenn Ihr« Iohresquittung nich» spätestens 25. d. M. hier vorliegt, dann sperre ich Ihre Iunibezüge. Falls Sie sich noch einmal die grobe Ungehörigkeit erlauben sollten, einer Steuerbehörde das Prädikat„Achtungsvoll" anstatt .„Hochachtungsvoll" zuteil werden zu lassen, dann werde ich, soweit die von mir vertreten« Behörde in Frage kommt, gegen Sie wogen Beleidigung vorgehen. gez. Pecht. Bielleicht gibt der Regierungspräsident in Arnsberg Herrn Pecht davon Kenntnis, daß in der deutschen Republik mit Staatsbürgern. und seien es auch nur arme Rentenbezieherinnen, anders verkehrt werden muß, als das zu Wilhelms Zeiten oft der Fall war. Er arbeitet wahrscheinlich nicht. „Fünfzig Jahre sind Sie und wollen noch Arbeit hoben?" „Sie sind doch auch ein Fünfziger, Herr Direktor!" „Ja, mein Lieber, bei mir ist das auch etwas ganz anderes!" „Wahrer Jakob." Skagerrak im Modell. Zeitungsnotiz:„Der Hauptanziehungspunkt der Ausstellung Ist aber unstreitig die Darstellung der Skagerrak-Schlacht. Zivilingenieur Joachim Hon: hat aus einem langen Tisch im Maßstobe 1: 1000 den Stand der Schlacht um 8 Uhr abends aufgebaut. Die deutsche Jugend, die die alte Flotte nie hat sehen können. sollte es nicht verabsäumen, die Ausstellung zu besuchen. Hier kann sie sich eine Vorstellung schaffen von unserer früheren Hochseeflotte, die den Engländern trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit durch straffe Manneszucht und den Willen der Führer die empfindlichsten Der- luste beibrachte." Wo ist die„Ausstellung"? In Potsdam natürlich! Wo man sich im„Garnisonmufeum� die„Wachtparade" mangels lebender Muschkoten mit Zinnsoldaten wieder aufgebaut hat! Ein Studentenstreich in Belgien. Ein Aachener, der sich mit seinem Kraftwagen auf dem Wege zu den belgischn Seebädern befand, wurde in Löwen das Opfer eines Studentenstreichs. Während er in einem Lokal zu Mittag speist:, durchstach ein wallonischer Student ani Wagen sämtliche Schläuche »nd Decken, auch an den Reserverädern. Eine immer mehr an- wachsende Menschenmenge amüsierte sich stundenlang über die Bc- mühungen des Wagenbesitzers und seines Chauffeur«, das Fohrzeug wieder flott zu machen. Obwohl die Polizeiwache dem Cafe gegen- überliegt, mar zunächst kein Polizeibeomter zu sehen. Ein von einem belgischen Zeugen als Täter bezeichneter Student wurde festge- nommen, aber sofort wieder freigelassen und dann von seinen Kom- militonen stürmssch gefeiert. „Lange Kerle" für Kowno. Der Chef der Polizei der litauischen Hauptstadt Kowno Hai ein« Verordnung erlassen, die die Erinnerung an die berühmten Potsdamer„langen Kerls" im l8. Jahrhundert lebendig werben läßt. Der Polizeichrf schreibt für di« Polizeibeamten der Hauptstadt ein Längenmaß von mindestens 180 Zentimeter vor. Die Polizisten, die diesen Anforderungen nicht genügen, sollen nur in der Provinz verwendet werden. Wer weiß das? In Nürnberg durste ein Patengeschenk im 15. Jahrhundert nicht mehr als 32 Pfennig, in Württemberg 1459 nicht mehr ol» drei Schilling betrogen. * Fischdompfer gibt es in Deutschland noch nicht gar so lange; erst 1884 war es. als«in Geestemünder Fischhändler den ersten Fischdampfer in Betrieb setzte. * Die Zahl der Kausleute in London betrug im Jahre 1590 nur vier. Ihr gesamtes Vermögen wurde auf 1200 bis 1600 Pfund Sterling geschätzt. * Der Name Antwerpen wird abgeleitet von„an de Werp". d. h. am Halen. Die Stadt war schon im 10. Jahrhundert ein be- deutender Welthandeisplatz und Industrieort. Ein Kubikmeter Wasser des Wlauttstheu lVmr. enchait H Kilo, jjrtxnrm Salz. ~ Sportund Spiel„ Trockene Spaltung" Tennis- Rot tritt aus. Die fünf bundestreuen Abteilungen von Tennis- Rof( Lichten. berg. Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Gesundbrunnen und Wed. ding) haben am 6. Juni ihren Austritt aus der Arbeiter. Tennis- Bereinigung erklärt; sie gehen nunmehr ihren eigenen Weg. Die von dem langjährig bewährten" Friedmann angekündigte ftodene Spaltung" gegenüber Tennis- Rot" ist bereits in Szene gefeht worden. Die Tennisabteilung der FL. Neukölln ist am Dienstag gegen Tennis- Rot Friedrichshain im Serienspiel nicht angetreten. Dieses Berhalten der unter fommunistischer Leitung stehenden Neuköllner Abteilung veranlaßte Tennis- Rot zur Austrittserklärung. nach Lauter im Erzgebirge, um dort gegen eine Bezirksmannschaft ein Spiel auszutragen, während der Südwesten" seine Mannschaft nach Hannover schickt. Im Post stadion treffen sich beim Leichtathletik- Städtekampf Minerva“ und„ Adlershof Beide Mannschaften gelten in ihren Bezirken als Anwärter auf die Meisterschaft. Die Serienspiele neigen sich ihrem Ende zu. Im Nor= den spielen:„ Nordiska" gegen„ Alemania", auf dem Ererzierplatz Schönhauser Allee. Im Osten: Johannisthal gegen Oberspree in Johannisthal. Treptow gegen Alt- Glienicke im Plänterwald. Rudow 12 gegen Frisch- Frei. Wusterhausen gegen Niederlehme. Südwesten: Luckenwalde I gegen Wacker- Lankwiz. Wolters dorf gegen Seddin in Woltersdorf. Stern- Frankenfelde gegen Fichte 19. Ruhlsdorf gegen Fortuna 23. Beginn der Spiele um 17 Uhr. Vorher untere Mannschaften. bie bekannte Ablehnung zweier neuer Abteilungen von Tennis- Rot Deutsche Ländermannschaft gegen Belgien. = Die Krise in der Tennisbewegung steigerte sich zum Bruch durch durch die ATVB., obwohl diese Körperschaft überhaupt kein Ablehnungsrecht hat. Als formåler Ablehnungsgrund wurde angegeben: Rein sozialistische Abteilungen fönnen nach dem Bundesſtatut nicht aufgenommen werden"(!). Es stimmt vollkommen, daß sich„ Tennis- Rot" mit seinen fast 200 Mitgliedern nur aus Sozialisten bzw. Freigewerkschaftlern zusammensetzt. Die Aufnahme von Kommunisten, die nach Angabe von Friedmann hundertprozentig nach den Richt linien der KPD. im Arbeiter Turn- und Sport bund zu arbeiten verpflichtet sind, wurde abge lehnt, um eine Schwächung der Stoßkraft der Organisation durch parteikommunistische Bühlereien zu verhindern. Diese Abwehrmaßnahme zeigte sich als außerordentlich wirkungsvoll, Tennis Rot wurde die weitaus stärkste und am besten fundierte Arbeiter- Tennisorganisation. Sämtliche Mitglieder find organisiert, den Gewerkschaften wurden neue Mitglieder zugeführt. Tennis Rot ist in jeder Hinsicht bundestreu und führte seit zwei Jahren in der ATV. den Kampf gegen die„ lang= jährig bewährten" Friedmänner. Wie in der jungen Tennisbewegung sieht es auch in den anderen Sparten in Berlin aus: Parteitommunistische Bühlarbeit gegen den Bund im Interesse der Mosfauer Sportinternationale. Städtekampf der Leichtathleten. Arbeitersportler aus Nürnberg, Leipzig, Magdeburg, Berlin. Nach Einsicht in die Meldeliste sind am Sonntag im Boststadion ausgezeichnete Rämpfe zu erwarten: Rund 1000 Teilnehmer find am Start. Auf den Tennisplägen werden die Schlußspiele des bundes: offenen Tennisturniers abgewickelt. Die freisoffenen Kon furrenzen haben eine glänzende Besetzung gefunden. Die 10 X 100 Meter Stafette für Sportlerinnen ist mit 10, die 10x ½= Runde mit 15 Mannschaften besetzt. Den Clou, neben dem Städtewettkampf, bildet die 20x ½ Runden Stafette, zu der 13 Mannschaften gemeldet haben. Das 3000 Meter= Gehen weist 24 Teilnehmer auf. Ein Zeichen für die aufsteigende Gehfportbewegung. Arbeiter- Turn- und Sportbundes die Gelegenheit, ihre 1927 von Am 9. Juni bietet sich in Stuttgart der Fußballvertretung des der belgischen Verbandsmannschaft in Antwerpen erlittene 2: 3- Niederlage wettzumachen. Die Aufgabe ist eine schwere. Die SpielBerbandsleitung war in der Lage, eine Mannschaft aufzustellen, kultur des belgischen Arbeitersportes hat sich stetig gehoben und die die allen Respekt verdient. Erfahrene internationale Spieler bilden das Rückgrat, neue Talente sind ihm beigegeben. Zwei Tage vor Stuttgart tritt Belgien in Wien gegen das spielstarte Desterreich an. Die Lehren daraus werden in Stuttgart dazu beitragen, hochstehende Leistungen zu zeigen. Das Spiel findet um 18 Uhr statt und wird durch den Stuttgarter Rundfunksender übertragen. Mit der FTGB. nach Treptow! Sportwerbefest am 10. Juni. Das Sportwerbefest der Freien Turnerschaft Groß Berlin am 10. Juni in Treptom beginnt mit einem Festzug sämtlicher Kinder, Jungmädchen, Jugend-, Frauen- und Männerabteilungen. Abmarsch um 13,30 Uhr vom Rathaus Treptow, Neue Krugallee, zur großen Stadionwiese im Treptower Park. Dort folgen Boltstänge und sportliche Wettkämpfe. 24 Mannschaften werden um 15 Uhr gymnastische Massenfreiübungen aller 80 Abteilungen, sich im Trommelhandball, Faustball, Schlagball gegenüberstehen. Allgemeine Spiele und humoristische Wettläufe der Rinderabteilung beenden die Veranstaltung auf der Wiese. Zum Abschluß findet ein großes Gartenfest im Spreegarten Treptom mit Konzert und turnerischen Vorführungen statt. Alle bundestreuen Sportvereine und sozialistischen Organisationen sind herzlich eingeladen. 13 Uhr zum Umkleiden in der Schule Neue Krugallee, neben dem Alle Abteilungen und Bezirke müssen bis spätestens Rathaus Treptow, anwesend sein. Alle Fahnen mitbringen. * Die Naturfreunde in Niedersachsen. Die Naturfreunde Niedersachsens hielten fürzlich ihre Gau fonferenz in Hannover ab. Eine schöne Begrüßungsfeier am Borabend der Tagung, auf der zum ersten Male der neugegründete Gau- Mufittreis an die Deffentlichkeit trat, leitete die Tagung ein. Aus dem Bericht der Gauleitung ging hervor, daß sich die Weiterentwicklung der Bewegung in gesunden ruhigen Bahnen vollzieht. Der Gau Niedersachsen besitzt in seinem Wandergebiet 14 Naturfreundeheime und Wanderhütten. In den beiden größten, in dem Mellendorfer Heim der Ortsgruppe Hannover und im Braunschweiger Haus bei Bündheim a. H., der Ortsgruppe Braunschweig gehörig, wurden im Jahre 1927 14 867 Uebernachtungen gewährt. In den Anträgen, die der Gau Niedersachsen zu der diesjährigen Reichs- und Hauptversammlung der Naturfreunde in Zürich stellt, steht der vom Schriftleiter des Bum eigentlichen Städtewetttampf eine furze Vorschau: Der Kampf führt eine Reihe von Bundesmeister aus Hannover zusammen. Im Weitsprung wird Hauerstein- Nürnberg antreten, der in Hannover mit 6,93 Meter eine Prachtleistung vollbrachte. Im Hochsprung ist wieder die alte Springergilde beijammen. Koch, Wilde- Magdeburg und 3aein, Lippert- Berlin werden sicher 1,70 Meter überspringen. Um einen Genuß fommen wir im Hürdenlaufen, Mehnwald Berlin weilt in Finnland. Koch- Magdeburg dürfte hier der Sieger sein. Die 50 Meter werden im Speerwerfen bald erreicht sein. Reinhard und Beyer- Berlin warfen am Sonntag 46,77 Meter und 45,80 Meter. Das 100- Meter- Laufen follten Heldt und Wienecke- Berlin gewinnen. Jedoch ist auch hier mit den Leipzigern zu rechnen. Bei gutem Wetter müßte von den fich gut im Schuß befindlichen AECern eine neue Höchstleistung auf- ,, Naturfreund für Niedersachsen" formulierte Antrag im Border gestellt werden. Einen sehr interessanten Kampf versprechen die 800 Meter. Bener, Andrä- Berlin stehen hier Wagner, SchirdewahnLeipzig gegenüber. Die 5000 Meter führen drei alte Rivalen zufammen. Luch- Leipzig und Lawerenz, Andrä- Berlin werden den Sieger stellen. Rugelstoßen beidhändig werden sich Starka und Wehn- Berlin nicht nehmen lassen. Die Jugend Berlins dürfte nicht die Leistung des Vorjahres erreichen. Gegenüber den Leistungen der Berliner Jungens blieben die der anderen Städte weit zurück. Das schwache Geschlecht war in Leipzig sehr start. Die 4X100- meter wurden in 51,7 Sefunden gelaufen. Die Olympiamannschaft lief 1925 in Frankfurt a. M. nur 51,3 Sekunden, also 10 Sekunden weniger. 100 Meter liefen Schulz und Rau 13 Setunden bzw. 13,1 Sefunden. Geschwister Bleul von der Freien Turnerschaft Groß- Berlin sind die Vertreter im Hochsprung. Magdeburg ist hier schärfster Konkurrent. Das Diskus werfen ist von Berlin glänzend besetzt. 3aein- ASC. und Schulz Fichte werfen beide über 24 Meter. Es wird bei gutem Better ein Bundesrekord fallen. Berlin tann als Sieger vor Magdeburg und Leipzig erwartet werden. Nürnberg tönnte jedoch in den Kampf um den zweiten Plaz entscheidend eingreifen. Resultat vom Vorjahr: Berlin 3403% Buntte, Leipzig 3010 Punkte, Magdeburg 3004% Punkte und Nürn berg 2846% Bunfte. Die Kämpfe beginnen um 14½ Uhr im Post stadion, Lehrter Straße. Arbeiter- Fußball am 10. Juni. Im Weißenseer Stadion, am Faulen See, stehen sich am Sonntag aus Anlaß des 30jährigen Jubiläums des Turnvereins Beißensee" die Bezirksmannschaft„ Norden" und der Bundes: meister, bler 08" gegenüber. Die Bezirksmannschaft ist aus Spielern des Auswahlspiels vom letzten Sonnabend zusammengestellt und spielt in folgender Aufstellung: Beber ( Fichte- Ges.) Krüger ( Spandau) Rösler ( Wader 20) Schauß Henschke Glvel Abel ( Bader 20) ( Fichte- Nord) Wiesner Moriz Kube Weiher ( Borussia) ( Adler 12) ( Teutonia 09) Der Bundesmeister hat hier Gelegenheit zu beweisen, baß feine Niederlage gegen die Fichtemannschaft nur auf unglüdliche Um Stände zurückzuführen war. Die Bezirksmannschaft D sten" fährt grund, der die Schaffung einer monatlich erscheinenden Nature freunde Zeitschrift für das Deutsche Reich verlangt. Große Anerkennung fand das als Werbenummer herausgegebene Mai- Heft des„ Naturfreund" für Niedersachsen. Das Heft enthält neben guten literarischen Beiträgen die Wiedergabe wertvoller Holzschnitte, die das Mitglied der Naturfreunde, Leopold Kertou Braunschweig, von Beruf Modelltischler, in seiner Freizeit schnitt. = Außenseitersieg im Englischen Derby. historischen Rasen von Eps om das größte Zuchtrennen der Welt, Im gewohnten festlichen Rahmen fam am Mittwoch auf dem das Englische Derby, zur Entscheidung, das im Jahre 1780 begründet wurde. Unabsehbare Menschenmassen hielten bereits von den frühen Morgenstunden ab die weiten Flächen rund um das Geläuf besetzt, auf den Tribünen drängte sich Kopf an Kopf. 19 gestarteten Dreijährigen errang Sir Hugo Cunliffe- Owens Das Rennen endete mit einer großen Ueberraschung. Von dea Felstead unter Jockey Bragg den Sieg, leicht mit anderthalb Längen vor dem von Elliot gerittenen Flamingo, der als eineinigermaßen zu rechtfertigen vermochte. Sechs Längen hinter diesem ziges von den im Vordertreffen erwarteten Pferden das Vertrauen feiter ein. Den vierten Platz besetzte, ebenfalls unerwartet, Fern fam in Black- Watch unter Joten Smirte ein weiterer großer Außenfloof unter R. Berryman. Mißglückte Rekordversuche. Auf der Rütt Arena versuchten Lipari und Ehmer gestern Abend den Eggschen Weltrekord über 1000 Meter mit Rekordzeit von Mori von 32,2 auf 30 Gefunden, über 1000 Meter fliegendem Start zu unterbieten. Beim ersten Versuch mißlangen beide Versuche. Linari verbesserte zwar über 500 Meter die gebrauchte er jedoch eine volle Sekunde mehr als seinerzeit Egg. mehr Aussicht auf Erfolg hatte Ehmer, der nur um zwei Zehntel Sefunden hinter der auf 1: 08,8 stehenden Welthöchstleistung von Egg zurückblieb. Bundestag und Sozialdemokratie. Auf dem diesjährigen Bundestag des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, der im Juni in der Bundesschule in Leipzig tagt, wird die Sozialdemokratische Partei Deutschlands durch den Parteivorsigenden Arthur Cris pien vertreten werden, der auch an dem vorjährigen Kongreß der Sozialistischen Arbeitersport- Internationale in Helsingfors teilgenommen hat. Vereinskalender, Abt. Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, Spreeftr. 30. Geschäftliches, Lieberabend. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Bien. Abt. Charlottenburg: Südost: Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, Priser Str. 27. Naturwissenschaftlicher Abend. Abt. Treptow: Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, Elsenstr. 3. Geschäftliches, Liederabend. Abt. Neukölln: Freitag, 8. Juni, 20 Uhr, Kopfftr. 55. schäftliches, Liederabend. Naturwissenschaftliche Abt.: Sonntag, 10. Juni, Ge= vorgeschichtliche, geologische und botanische Wanderung nach den Gipsbrüchen von Sperenberg. Abfahrt 6,38 Uhr Potsdamer Ringbahnhof bis 3offen, Mitglieder und Gäste jederzeit willkommen. Photogemeinschaft: Montag, Montag, 11. Juni, 20 Uhr, Jugendheim Rathaus. Geschäftliches, Lieberabend. 11. Juni, 20 Uhr, Ebertyftr. 12. Das beste Bild", Ausstellung. Abt. Brig: Arbeiter Radfahrerbund Solidarität". 1. Bezirk: Sonnabend, 9. Juni, Start 18 Uhr an folgenden Sammelstellen: Kleiner Tiergarten( Moabit), 19 Uhr, Radfahrerdemonstration nach dem Lustgarten gegen die Straßensperre. Sonntag, 10. Juni. 1. Abt.: 5 Uhr Schmöldefee, 12 Uhr Falkenhorst. Start Gustav- Meyer- Allee( Sumboldthain), Elbinger Straße( Friedrichshain), Fontanepromenade( Am Urban), Kaiser- Wilhelm- Blas( Schöneberg). Touren für Bitlowstr. 55. 3. Abt.: 6 Uhr Bucowsee( Sophienstadt). Start Laufiger Plaz. 4. Abt.: 5 Uhr Finkenkrug. Start Weberwiese. 5. Abt.: 5 Uhr Lehnigtanal. Start Comeniusplag. 5 Uhr Krüpelsee, 13 Uhr Krossinsee. Start Landsberger Blaz. 6. Abt.: 6 und 12 Uhr Tour am Start Schönhauser Allee 164. 7. Abt.: 4 Uhr Saarmund- Morlate, 13 Uhr Morlate. Start Brunnenplatz.-8. bt.: 5 Uhr Tiefensee. Start Arminiusplay. 9. Abt.: 6 Uhr Tour am Start Schulstr. 114.- 10. Abt.: 5 Uhr Dubrowol Start Comeniusplay. 11. Abt.: 6 Uhr Ramersee. Start Blochplak. Jugend Friebrichshain: 6 Uhr Lehnig. Start Comeniusplay. Brenzlauer Berg: 6 Uhr Mellenfee bei Rossen. Start Helmholzplaẞ. Jugend 2. Bezirk: Alle Ortsgruppen beteiligen fich an der Bezirkssternfahrt nach Zoffen. Sammelstart 10 Uhr in Ragow. Ortsgr. Charlottenburg: 6 Uhr Galvaniftr. 13. Ortsgr. Schöneberg: 8 Uhr. Ortsgr. Steglig: 7 Uhr Birkbuschstr. 90. Ortsgr. Lichter. felbe: 7 Uhr. Ortsgr. Brik: 8 Uhr. Drtsgr. Köpenid: 6 Uhr Köllnischer Blas. Ortsgr. Neukölln: 7 Uhr Bahnhof Hermannstraße. fahrt nach Tasdorf. Ortsgr. Reinickendorf: 1. Abt. 6 Uhr Residenzstr. 109; 21. Bezirk: Bezirksstern2. Abt. 6 und 12 Uhr Antonienstr. 61. Ortsgr. Lichtenberg: 9 Uhr Jung: Ede Oberstraße. Ortsgr. Weißensee: 6 Uhr Berliner Allee 256. Ortsgr. Heinersborf: 9., 17% Uhr, und 10., 6 Uhr, Seinersdorfer Kirche. Ortsgr. Rieberschönhausen: 6 Uhr Bornholmer Straße Ecke Schönhauser Allee. Motorfahrer: Berlin 12. Abt.: 7 Uhr Finsterwalde; Start Laufiger Plaz. Abt. Norben: 7 Uhr Möllenfee; Start Brunnenstr. 101. Abt. Reutöln: 5 Uhr Finsterwalde; Start Herfurthstr. 27. Der 10. Juni bringt die Austragung der Bezirks. meisterschaft im 50- Kilometer- Mannschaftsrennen auf der Strecke PotsdamFahrland- Wustermark- Faltenrehde- Botsdam. Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 10. Juni, 5 Uhr, Liepnisfee bei Uendorf. 13 Uhr Schulzendorf bei Tegel, Restaurant Lindenhof. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplak. Gäste willkommen. Jiu- Jitsu Rurfus bei Nord- Ost 06. Am 18. Juni beginnt ein Rurfus im Straße 7. Anmeldungen schon jest an bezeichneten Abenden ab 20 Uhr. Jiu- Jitsu. Uebungsabende Montag und Mittwoch Turnhalle Chriftburger Arbeitersport mit Rotfront! Die Kommunisten fühlen sich bereits als Alleinherrscher in der verlangen. Ein neuer Beweis für die politische und freigemerk. Berliner Arbeitersportbewegung. Bei Demonstrationen und Kundschaftliche Berrettung in den Reihen der kommunistischen Sportler! gebungen werden nur noch fommunistische Redner zugelassen, die es dann als ihre erste Aufgabe betrachten, die Sozialdemokraten 34 beschimpfen und gegen den Bundesvorstand zu hetzen. zu Das Arbeitersport- und Kulturfartell Lichtenberg wollte am 10. Juni ein Kindersportfest im Lichtenberger Stadion veranstalten. Die kommunistische Leitung fam aber erst mit dem Antrag um Ueberlassung des Stadions, als es längst an christliche Vereine vergeben war, die für diesen Tag schon alle Vorbereitungen zit einer Veranstaltung getroffen hatten. Auch der Sozialistischen Arbeiterjugend, die vor dem Arbeitersportkartell, aber nach den christlichen Vereinen ebenfalls für diesen Tag das Stadion haben wollte, fonnte aus diesem Grunde die Genehmigung nicht erteilt werden. Ihr wurde jedoch durch Verständigung mit den chriftlichen Vereinen die Benutzung des Stadions an diesem Tage bis 13 Uhr gestattet. Aber auch rein äußerlich soll nunmehr dokumentiert werden, daß die Berliner Arbeitersportbewegung nach Ansicht der Kommunisten ihr alleiniges Reservat darstellen soll. Nach dem Bezirksfartell Kreuzberg hat am Montag das Arbeitersportkartell Friedrichshain init 16 gegen 6 Stimmen bei etwa 20 Stimmienthaltungen beschlossen, daß der Werbeumzug des Kartells in der nächsten Woche von der Rot Fronttämpfer Musik angeführt werden soll. Gegen diesen Beschluß wandten sich die fozialdemokratischen Sportler ganz energisch mit dem Einwand, daß die Roten Frontfämpfer- Kapellen mit der Arbeitersportbewegung Obwohl der zuständige Dezernent über den Antrag des Arnichts zu tun hätten. Der RFB. sei und bleibe die militärisch aufbeitersportfartells allein entscheiden konnte und an seine ersterteilte gezogene Kampftruppe der KPD. Die Kommunisten erwiderten, Genehmigung gebunden war, brachte er die Angelegenheit in der daß sie endlich einmal Klarheit wünschten. Nur diese Verwaltungsausschusigung zur Sprache, die den Antrag gegen drei Kapelle sei eine wirklich proletarische Gruppe" Sinne der Stimmen ablehnte. Darüber große Entrüstung bei den Kommu= Arbeitersportler Berlins. Wer nicht mitmachen wolle, nisten, die dieses Vorkommnis wieder für geeignet halten, gegen fönne zu Hause bleiben. Das ließen sich die Mitglieder die SPD. loszuziehen. Selbst auswärtige kommunistische der Freien Turnerschaft Groß- Berlin und Tennis- Rot nicht zweimal Beitungen werden dazu benugt. So hat die Sächsische Arbeiterfagen, sie gaben die Erklärung ab, daß sie auf die Teilnahme Zeitung" in Leipzig in ihrer Nummer 121 vom 25. Mai unter der ander Werbewoche perzichteten, darüber hinaus würden Ueberschrift:„ Sozialdemokraten gegen den Arbeitersport! Christfic in einer besonderen Sigung Beschluß fassen, ob sie dem Kartell, liche Jünglingsvereine sind ihnen lieber als die Arbeitersportler", das solche Beschlüsse faßt, nicht besser den Rücken tehren sollten. eine ganz verdrehte Darstellung gebracht. Daß das Arbeitersportund Kulturkartell Lichtenberg mit seinem Antrag zu spät gekommen ist, wird natürlich nicht gesagt. Die sozialdemokratischen Sportler wenden sich nicht nur als Sozialisten, sonder auch als Gewertschaftler gegen die Schalmeienfapelle unter Hinweis auf die Not der freigemert. schaftlich organisierten Berufsmujiter. Ein unent wegter tommunistischer Klassenfämpfer von den Arbeiterathleten er flärte hierzu, daß die Berufsmufiter mindestens 100 Mart verlangen dürften, während sich die Rotfrontleute für höchstens 25 Mart zur Verfügung stellen würden. Rotfrontleute als Schmußtonturrenz der Zivilnujiter, mehr fonn man mirtlich nicht " Warum hat aber auch der Dezernent nicht vorher bei dem hochwohllöblichen Kartell in Lichtenberg angefragt, ob dieses etwa am 10. Juni ein Fest plane, oder ob das Stadion anderweitig vergeben werden dürfe! So ungefähr scheint man sich die Erledigung der Geschäfte durch die Stadtverwaltung vorzustellen. Rechtzeitig die nötigen Schritte zu tun, ist ja nicht notwendig. Kommen die Rommunisten zu spät, dann haben natürlich die verräterischen" Sozialdemokraten schuld, Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Often. Fahrräder wöchentlich 2,50. 5 Jahre Garantie Riesenauswahl Stock- Motorräder auf Teilzahlung Grammophone von Mk. 1,- an Groß- Berliner FahrradVertriebs- Gesellschaft Turmstraße 70[ G.F.90 „ Rosenthaler Hof“ Rosenthaler Str. 11-12 3 Säle, 6 Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten. Kurbadeanstalt Treptow Bouchéstraße 18 an der Graetzstraße[ 131 Lieferant aller Krankenkassen. 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