Morgenausgabe 3Ir. 269, A 135 4S.Iahrgang Wöchenttich 85 Psg� monaMch 5,60571 im voraus Zahlbar, Postbezug 4.52 5K. einschl. Bestellgeld. Auslandsabonne» ment 6.— M. pro Monat. * Der.Vorwärts- erscheint wochentSg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend- Illustrierte Beilogen.Volt und Zeit- und„Ainderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen-,.Frauen» stimme-.Technik-.Blick in die Bücherwelt- und.Jugend-Bonvürts- Vsrlincr Vowsvlatt Eonnabenv 9. Juni 1926 Groß'Äerlin Pf- Auswärts its Pf. DU c t n I p a 1 1<< t'JionpatriDtjeiK 80$f»» tarnen sie näher, so wie« er die Zähne rntd ging ruck- 4 märts. Es glückte keinem, ihn mit der Hand zu berühren, und sie taten wohl daran, es nicht zu tun. Bald begriff er, daß nur wenige Weihe— nicht mehr als etwa ein Dutzend— am Orte selber wohnten. Allein alle zwei, drei Tage kam ein Dampfer an— auch solch eine kolossale Offenbarung ihrer Macht!— und legte auf ein paar Stunden am Ufer an. Die Weißen, die mit diesen Dampfern kamen, fuhren jedoch wieder damit ab, und es kam Wolfsblut vor, als wäre die Zahl dieser weißen Leute eine ungeheure. In den ersten Tagen sah er schon mehr, als er in seinem ganzen Leben Indianer gesehen hatte, und wie die Tage ver- gingen, kamen immer mehr den Fluß herauf, hielten an, fuhren fort und verschwanden auf immer aus seinem Ge- sichtskreise. So stark und mächtig aber auch die weißen Leute waren, so taugten ihre Hunde nicht viel. Dies entdeckte Wolfsblut schnell, als er sich unter die mischte, welche mit ihren Herren ans Land kamen. Sie waren höchst verschieden an Gestalt und Größe. Die einen hatten zu kurze, die andern zu lange Beine: einige hatten statt des Pelzes nur ein glattes Fell. und keiner verstand, richtig zu kämpfen. Als Todfeind seiner Gattung suchte Wolfsblut sich mit ihnen zu messen. Aber es dauerte nicht lange, so hegte er für sie tiefe Verachtung. Sie waren tölpelhaft und ungc- schickt, sie machten großen Lärm und sprangen die Kreuz und die Quer und suchten durch größere Kraft das zu tun, was er durch Geschicklichkeit und List vollbrachte. Wenn sie mit lautem Gebell auf ihn losstürzten, so sprang er zur Seite, und schauten sie sich nach ihm um, sa drängte er sich an sie und biß sie in die Kehle. Gelang ihm das, und rollte der be- siegte Hund in den Staub, so fielen die Indianerhund«, die wartend im Kreise herumgestanden hatten, über das Opfer her und rissen es in Stücke. Aber Wolfsblut war schlau. Er wußte, daß die Menschen sich ärgerten, wenn ihre Hunde getötet würden, und die Weißen bildeten keine Ausnahme davon. Also begnügte er sich damit, den Gegner zu besiegen, und überließ es dem großen Haufen, ihm den Rest zu geben. Dann pflegten ober die Weißen einzuspringen und ihren Zorn an den anderen Hunden auszulassen, während Wolfs- blut ungestraft davonkam. In solchen Fällen pflegte er in geringer Entfernung stehen zu bleiben und zu schauen, wie Steine und Knüttel, Beile und andere Waffen gegen die Ge- fährten seiner Missetat gebraucht wurden. Ja, Wolfsblut war ßhlcn»? Auch die andern wurden es bald, und Wolfsblut begriff wie sie, daß er nur gleich nach dem Anlegen des Dampfers seinen Spaß haben könne. Denn waren zwei oder drei Hunde erst niedergeworfen und umgebracht, so riefen die Weißen entweder ihre Tiere an Bord zurück, oder sie nahmen an den Missetätern grausame Rache. Einmal feuerte ein Weißer, der seinen Hund, einen kostbaren Hühnerhund, vor den eigenen Augen hatte in Stücke reißen sehen, seinen Re- volver blitzschnell in den Haufen ab, und sechs Hunde lagen tot oder im Sterben da, was auf Wolfsblut als neue Kund- gebung der Macht der Weißen tiefen Eindruck machte. Aber er amüsierte sich herrlich dabei, da er seine Gattung nicht liebte und schlau genug war, ohne Schaden davonzu- kommen. Zuerst war es für ihn ein Zeitvertreib gewesen, die Hunde der Weißen zu töten, mit der Zeit wurde es eine Beschäftigung. Er hatte keinerlei Arbeit zu tun. Der Graue Biber war mit seinem Handel beschäftigt und sammelte Reichtümer, also trieb sich Wolfsblut mit der schlimmen Bande der Indianerhunde am Landungsplatz umher und wartete auf die Dampfboote. Allein man konnte kaum sagen. daß Wolfsblut zu der Bande gehörte, denn er mischte sich nicht unter die andern Hunde, sondern hielt sich abseits und wurde sogar von ihnen gefürchtet. Allerdings machte er mit ihnen insofern gemeinsame Sache, als er den Streit mit dein fremden Hunde anfing, während die andern zusahen, und — wenn er ihn niedergeworfen hatte— ihm den Garaus machten. Dann zog er sich jedoch zurück und überließ sie der Rache der erzürnten Weißen. Es machte ihm nicht viel Mühe, den Streit zu beginnen: er brauchte sich den fremden Hunden nur zu zeigen, wenn dies« ans Land kamen. Denn kaum erblickten sie ihn, so stürzten sie auf ihn los. Das lag bei ihnen im Instinkt. Er mar für sie die Verkörperung der Wildnis, alles dessen, was unbekannt, schrecklich und grauenhaft im Dunkel um die Feuer im Urwald gelauert hatte, und da viele Generationen dieser Hunde sich um die Feuer der Menschen geschart hatten, war ihr Instinkt umgeformt worden, und sie hatten die Wildnis fürchten gelernt, aus der sie doch herstammten und die sie verlassen und verraten hatten. Seit Jahrhunderten war diese für sie ein Sinnbild des Schreckens geworden, und sie hatten in dieser ganzen langen Zeit von ihren Herren die Frecheit genossen, die Geschöpfe der Wildnis zu töten, und hatten dadurch sich selber undz chre Herren geschützt, deren «efihd« ffe geworden waren.(Fortsetzung folgt.) Ein Zuftizſelbstmord.Neu- Strelißer Versicherungsverbrechen. Wiederaufnahmeverfahren. Als einen„ Justizfelbstmord" bezeichnet Rechtsanwalt Themal den Fall des früheren Polizeiwachtmeisters 3n, der vor fünf Jahren unschuldig wegen Diebstahls zu. 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden war, diese Strafe bis auf den letzten Tag abgesessen hatte und gegen den nun vor dem Schöffengericht mitte in einem Wiederaufnahmeverfahren von neuem verhandelt wurde. Ein Versicherungsagent und ein Pächter unter Mordanklage. Seit Dienstag fpielt fich in Neu- Strelih ein großer Mord prozeß ab. Angeklagte sind der Versicherungsagent Brauer und der Pächter Krüger; sie sollen den schwachsinnigen Anecht Rohde ermordet haben. Der Sachverhalt ist furz folgender. Ms In. unter der Diebstahlsantlage, damals noch vor der Straffammer, stand, verschwieg er, daß ihm der mirtliche Dieb, der Polizeioberwachtmeister J. bekannt war, und er ließ es auch ruhig zu, daß 3. als Zeuge fich meineidig machte. Erst nach der Verbüßung seiner Strafe betrieb In. das Wiederaufnahmeverfahren und bewirkte dadurch, daß 3. auf fein eigenes Geständnis hin megen Meineides und Diebstahls zu 1½ Jahren Zuchthaus verstorben sei. Man grub die Leiche aus, obduzierte sie, fand aber keine urteilt worden ist. 3. verbüßt jezt diese Strafe und wurde aus dem Zuchthaus dem Gericht vorgeführt. Der Angeklagte In entschuldigte sein Verhalten damit, daß er den ihm bekannten Dieb nicht angegeben habe, weil er bis zum Schluß überzeugt gewesen wäre, daß man ihm selber nichts anhaben könne, weil er doch unschuldig gemesen sei und weil er auch fürchtete, daß sein befter Freund, der Bolizeimachtmeister B., Unannehmlichkeiten haben könnte. Dem Diebstahl lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im Jahre 1922 war dem Betriebsletter H. bei einer Festnahme zwei Stück Kriegsanleihe abhanden gekommen. I. hatte die beiden Stüde einige Tage später B. zum Bertauf übergeben und dieser wiederum In, damit beauftragt. Als In. die Stücke verkaufen wollte, wurde er festgenommen, weil die Papiere gesperrt worden maren. Nun erzählte Jn. bei seiner Bernehmung ein Märchen, daß er die Kriegsanleihe von einem unbekannten be Manne, der in Geldverlegenheit war, auf der Straße erworben habe. Er erklärte sich aber bereit, die Papiere gegen Ersatz der ge zahlten Summe herauszugeben. H. hat dann auch 850 Papiermart an Jn. gezahlt, das Geld aber später im Abzugsverfahren zurüdbekommen. Jn. entschuldigt sein Berhalten jetzt damit, daß er in der Furcht, B. fönnte in die Sache verwidelt werden, diesen aus Kameradschaftsgefühl habe schonen wollen, nicht aber mit Rücksicht auf J., der ihm unsympathisch gewesen sei. Der Zeuge B. bestätigte diese Angaben des Angeklagten und erklärte mit Bestimmtheit, daß auch er bis zu der Festnahme des In. von der murechtmäßigen Herder Borsitzenden erklärte er: Solange J. es nicht für nötig hielt, sein Märchen aufzuklären, hatte ich selbst feinen Anlaß dazu. Als damn In. das Wiederaufnahmeverfahren betreiben wollte, hätten er und J. Am 5. Februar v. I verschwand plötzlich Rohde, der als Knecht auf dem Gut Krügers in Blankenburg beschäftigt war. Einige Tage später fand man ihn tot in einem Wafferloch. man nahm an, daß er erirunten sei und beerdigte ihn. Dann kam aber der Verdacht auf, ob er nicht eines gewaltsamen Todes geZeichen des gewaltsamen Todes. Berdächtig schien folgender Umstand: Kurz vor dem Tode hatte sich Rohde bei der Berliner Bersicherungsgesellschaft Agrippina für den Fall des Todes durch ein Unglüd in der Höhe von 50 000 Mart versichert. Die Untersuchung ergab jedoch, daß die Versicherung auf Veranlassung des Versiche rungsagenten Brauer geschehen war und daß in Wirklichkeit an Stelle von Rohde sich Krüger auf deffen Papiere hatte vom Arzt untersuchen lassen und das Ergebnis der Untersuchung als Grundlage zur Versicherung gedient hatte. Es ergab sich auch ferner, daß somohl Brauer als Krüger sich zu jener Beit in äußerst mißlichen Bermögensverhältnissen befunden haben. Noch ein anderer Umstand wurde bekannt. Einige Zeit vorher war Brauers Tante gestorben. Auch sie war furz vor ihrem Lode in der Höhe von 35 000 Mart versichert worden. die Prämie ausgezahlt erhalten sollte. hinzu tam, daß laut Bersicherungsvertrag nach Rohdes Tob Krüger Die Berhandlung selbst begann mit einer Auseinandersetzung. Rechtsanwalt Bahn, der Berteidiger des Angeklagten Brauer, lehnte den bereits vom Jatubowski- Prozeß bekannten Landgerichtsdirektor v. Buchta wegen Befangenheit a b. Er habe, erklärte der Verteidiger, in Erfahrung gebracht, daß der Borsigende den Staatsanwalt veranlaßt habe, gegen Krüger, der anfangs nur wegen Unterlaffung einer Anzeige angeflagt war, die Anlage gegen diesen | aufs Wort auszudehnen. Dies fei erst in den letzten elf Tagen geschehen, während die Untersuchung ein Jahr vier Monate gedauert habe. Durch diesen Schreck habe der Borsigende sich bereits nor der Verhandlung festgelegt. Dem Ablehnungsantrag des Berteidigers wurde nicht stattgegeben. Aus der verlesenen Erklärungen des Landgerichtsdirektors v. Buchta und des Oberstaatsanwalts Müller es ist derselbe Oberstaatsanwalt, dessen eigentümliches Berhalten in der Wiederaufnahmefache Jakubowski ergibt sich, daß Gegenstand ausführlicher Preffeerörterungen war die Aenderung der Anklage nach einer unverbindlichen Unterredung mit dem Landgerichtsdirektor zustande gekommen sei. Sowohl Brauer als auch Krüger bestritten, an dem fraglichen Abend mit Rohde zusammengewesen zu sein. Das Gericht bemüht sich festzustellen, wo Krüger die Mittel herzunehmen hoffte, um die jährliche Versicherungsprämie von 1690 Mart zu zahlen. Strüger erklärt, er habe gehofft, daß er auf diese Bersicherung ein Darlehen erhalten werde, um durch dieses Darlehen seine Wirtschaft zu verbessern. Aber, hält der Vorsitzende dem Angeklagten vor, Sie haben ja selbst in der Boruntersuchung erflärt, Brauer gegenüber geäußert zu haben, daß es ihm unmöglich sei, die jährliche Prämie aufzubringen und Brauer soll versprochen haben, daß er sie zwischendurch zahlen würde. Brauer will vom Untersuchungsrichter falsch verstanden worden sein. Er habe immer bas aufzunehmende Darlehen im Auge gehabt. Der Schriftfachverständige ftellt feft, daß die Unterschrift im Versicherungsvertrag tatsächlich von Krüger gefälscht worden ist. Für den Angeklagten Brauer ist aber charakteristisch, daß im Bertrage die Eltern Rohdes als tot angegeben waren, während sie in Wirklichkeit noch leben. Zu der Verhandlung sind mehr als 100 3eugen ge faden. Er wird ebenso, wie der Fall des deutschen Mareks durdy Rühr in das eigenartige Treiben der Bersicherungsagenten hineinleuchten. kein ZweiPunit bus Mertpapiere nichts gewußt habe. Auf einen Vorhalt des Die Versenkung der Phosgenbestände. die Fantipräche von Nobile ausgehen, ſcheint k el a 3 we iauf ihn eingewirkt, davon Abstand zu nehmen, weil er doch nun einmal die Strafe verbüßt und die Zeit nicht mehr zurückder Abfindungssumme versprochen, die er im Jahre 1927 nach zwölf jähriger Dienstzeit zu erwarten hatte, wenn sie das alte Märchen aufrechterhielten. befäme. J. habe Jn. 1500 Goldmart und ihm 2000 Goldmart aus Der Bertreter der Antlage beantragte, nachdem J. rechtsträftig megen Diebstahls verurteilt worden war, die Freisprechung des In. von dieser Anklage, hielt ihn aber der Hehlerei für schuldig. Das Schöffengericht, sprach Jn. von der Anflage des Diebstahls und der Hehlerei frei. Eine Entschädigung für unschuldig erlittene Strafhaft mird n. taum beanspruchen fönnen, da er durch sein Berhaften bie Berurteilung selbst verschuldet hat. Durch Starfstrom getötet. Einsturz einer Dampframme. Auf dem Bahnhof Grunewald ereignete sich gestern ein fchymerer Unfall. Der 28jährige Arbeiter Bauf Baris aus der Trift. straße 66 war am Stellmert mit Arbeiten an der Starfstrom. leitung beschäftigt. Beim Hantieren mit einer Eisenstange berührte P. die Stromleitung und wurde auf der Stelle getötet. Die Leiche wurde ins Charlottenburger Schauhaus gebracht. Auf dem Gelände der Städtischen Elektrizitätsmerte Am Spreebord in Charlottenburg, wo zurzeit Bauarbeiten vorgenommen werden, stürzte gestern nachmittag eine etwa a cht zehn Meter hohe Dampframme um. Der Zimmermann Mag Egers aus Hamburg wurde unter den Trümmern begráben, fonnte jedoch von seinen Arbeitskollegen noch vor Eintreffen der alarmierten Feuerwehr aus seiner gefährlichen Lage befreit werden. Die Berlegungen waren glücklicherweise nur. leichter Natur. Die übrigen Arbeiter der Kolonne, die in unmittelbarer Nähe der Dampframme beschäftigt waren, hatten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen fönnen. Das Dunkel einer Nacht. Die Frau, die fich überfahren ließ, festgestellt. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag warf fich eine zunächst unbekannte Frau auf dem Bahnhof Lichterfelde. Ost vor die Räder eines Schnellzuges. Sie war auf der Stelle tot. Jetzt ist es gelungen, die Persönlichkeit der Selbstmörderin festzustellen. Es ist eine 28 Jahre alte Margarete Kind, die als Haustochter bei einer Familie in der Dürerstraße angestellt war. Am 1. Juni erbat und erhielt fie Urlaub, um ihre Eltern in Leipzig zu besuchen. Als sie am 6. Juni nicht, wie vereinbart, zurückkehrte, fragte der Hausherr bei den Eltern telephonisch an und erhielt den Bescheid, daß die Tochter rechtzeitig abgefahren sei. Wo sich das Mädchen in der Nacht vor seinem Tode auf gehalten hat, ließ sich nicht feststellen. Die Gründe, die die Achtundzwanzigjährige zum Selbstmord veranlaßten, müssen deshalb zunächst in Dunkel gehüllt bleiben. Weihe des neuen Reichsbannerbootshauses. Am Sonntag, dem 10. Juni, um 15 Uhr, weiht das Reichsbanner sein neues, in Tegel, 11ferstraße 1, gelegenes großes Bootshaus durch einen Festatt ein. Die Weiherede hat Stadtrat Hente, M. d. R., übernommen. 3m 4000 Meter tiefen Atlantit. Hamburg, 8. Juni Auf Borstellungen, die der Rat der Stadt Cuxhaven bei der andherrenschaft und beim hamburgischen Gewerbeaufsichtsamt gegen die laut Pressemeldungen beabsichtigte Bersenfung der Hamburger Bhosgenbestände in die Nordsee erhoben hatte, haben Landsherren schaft und Gewerbeaufsichtsamt mitgeteilt, daß das Phosgen nicht in die Nordsee, sondern an einer 4000 Meter tiefen Stelle des Atlantischen Ozeans versentt merden soll. Für den Abtransport der Restbestände des Gases nach dem Atlantischen Dzean find der Hamburger Dampfer Subitspall" und das Hamburger Tantmotorfchiff Grete Blab" auserfeben. Die Subitsvall" ist bereits nach der Deutschen Werft geholt worden, wo ihr Kabinen für die Pioniere eingebaut werden, unter deren Mitwirkung die Versenkung des Phosgengases erfolgen wird. Die„ Italia" an einer Klippe zerschellt? Funffprüche zweifellos von Nobile. Wie verlautet, soll der in Altona in Nordamerifa von einem Amateur aufgefangene SOS- Ruf Nobiles besagen, daß die Jtalia an einer& lippe jerichellt jei, daß die Bejagung am Leben, jedoch zum Teil verlebt sei. Außerberichten. Man vermutet jeht, daß das Cuffschiff bei der Hudsondem soll der Funkspruch von Hunger und furchtbarer kälte Bucht gescheitert ist, doch lassen die unklaren Cageangaben auch einen Punkt nördlich von Spitzbergen als Unfaüftelle zu. Auf der„ Citta di Milano" ist man eifrig bemüht, die, am geffrigen Nachmittag durch eine atmosphärische Störung abgebrochene Verbindung mit der Italia" wieder aufzunehmen. Darüber, daß Funkwinkel. " Berlin, der Mittelpunkt des politischen Geschehens in Deutschland, ist nun auch im Begriff, sein wirtschaftlicher Mittelpunkt zu werden. Dr. Kurt Zielenziger zeigte das in feinem Borirag Ber= lin als Wirtschaftszentrum an Hand einer Reihe interessanter Zahlen. Fast ein Biertel aller deutschen Aktiengesellfchaften haben ihren Siz in Berlin. Von den 1534 Reichsnerbänden Der Unternehmer entfallen auf Berlin 915, von den 994 Arbeit nehmerorganisationen 443. Mit seinen 42 Millionen Einwohnern hat Berlin eine höhere Bevölkerungszahl als Dänemark, Finnland, Lettland oder Norwegen. In Preußen ist jeder zweite Mensch berufstätig, in Berlin ist das Verhältnis noch beträchtlich höher. Bon seinen Einwohnern stehen 54,27 Proz. im Beruf. Um diese Riesenbevölkerung gesund und fräftig zu erhalten, dazu muß, wie Carl Better in feinem Vortrag Wochenende tut not" betonte, ein gründlicher Ausbau tragen. Immer mehr muß sich die Erkenntnis Bahn brechen, daß ein Wochenendes bei völliges Ausspannen nach sechs harten Arbeitstagen zur Gesundung und Gesunderhaltung von Geist und Körper unerläßlich ist. Der Der Abend brachte ein Chortonzert, das unter Prof. Hugo Rüdels Leitung Funtchor und Funtorchefter auf der Höhe zeigte. Die Leichtigkeit und Sicherheit, mit der die schwierigsten Kompositionen vom Chor gesungen wurden, war bewundernswert. Als Soliftinnen wirften hete Mor und Hildegard Gajemsta mit. Die Kapelle Emil Roofs bot am Nachmittag ein geschmackvolles Unterhaltungskonzert, in dessen klassisches Programm das Balzertraum- Potpourri allerdings nicht recht hineinpaßte. bes Tes. fel mehr zu herrschen. Die Kommunisten veranstalteten gestern abend im Berliner Sportpalaft, Potsdamer Straße, eine Kundgebung für die Frei laffung der politischen Gefangenen. Der Berliner Bolizeipräfident hatte, um zwischenfälle zu vermeiden, den geschlossenen An- und Abmarsch zum Sportpalajt verboten. Die Kommunisten fümmerten sich wenig um dieses Berbot, fie trafen sich in ihren Bezirken und marschierten auf dem Bürgersteig geschloffen in langen Reihen zum Sportpalast. Die Bersuche einzelner Streifenbeamter, diese geschlossenen Aufmärsche zu verhindern, wurden mit Gelächter bes antwortet. Als die Kommunisten dieses Spiel auch in der Nähe des Sportpalastes fortsetten, wurde eine ganze Reihe von Ruhes störern verhaftet. Die Kundgebung im Sportpalast verlief polllommen ruhig. Der Sportpalast war gut besucht. Als Fauptredner des Abends sprach der Kommunist Pied, der besonderen Beifall fand, als er über seine Heldentaten in der Eröffnungsfizung des Bandtages berichtete und sich rühmte, daß man dort auch mit ganz berben Argumenten sprechen fönne. Er betonte weiterhin, daß es feineswegs dumme Jungen gewesen seien, die im italienischen Konsulat die Scheiben eingeworfen hätten. Trotz des polizeilichen Umzugsverbotes formierten sich auch nach Schluß der fommunistischen Rundgebung im Sportpalast mehrere Trupps von jugendlichen Kommunisten und Rotfrontkämpfern, die unter Schmährufen geschloffen durch die Straßen zogen. Am Poisdamer Platz wurden 15 jugendliche Kommunisten und turze Zeit darauf 13 Rotfrontfämpfer zur Bache gebracht. Während die wurden, mußten die Rotfrontfämpfer den Weg zum Alexanderplatz Jugendlichen nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen Auf dem Boisantreten, wo sie der Abt. Ja zugeführt wurden. damer Platz hatie sich aus Anlaß der Zwischenfälle eine große Menschenmenge angesammelt. Sport. 1 Rennen zu Ruhleben am Freitag, dem 8. Juni 1. Rennen. 1. Mephisto( Ch. Mills), 2. Primel( J. Mius), 3. Baffer( Snopnadel jr.). Toto: 22:10. Plat: 12, 12, 13:10. Ferner liefen: Abendstern, Gondel, Anfer I, Nanu, Nebeltappe, Arosa, Peter Spinne, Dolman, Beter Hall, Eitelfried, Birus. 2. Rennen 1. Bauntönig( Ch. Mills), Turiddu( Tirftigel, 3. Inge Toto: 11:10. linde( Hedert). Dolerit, Einsiedler, Morgentan, Botsdant, Plaz: 11, 12, 13: 10. Ferner liefen: 3. Rennen. 1. Naturbursche( Schröber), 2. Heider( Elias), 3. Theofrat( Lemzer). Toto: 29:10. Blab: 18, 18, 54:10. Ferner liefen: Rörgler, Artifer, Leuchie, Linde, Biedermann, Hallig, Silberpappel, Bartburg, Constanze, Erzgauner, Medardus, Zierde. 4. Rennett. 1. Lucie Watts( Strauß), 2. Dahlte( Ch. Mills), Dlympia( Großmann). Zoto: 19: 10. Plat: 11, 11, 11:10. Ferner liefen: Orientalin, Heliotrop, Fliegerin, Brachtmabels offer Quise( Kaupper jr.). Toto: 47:10. Blag: 51, 24, 22: 10. Ferner liefen: 5. Rennen. 1. Divifionär( Röpfe). 2. Graf Don( Haller), 3. Marie Luftschiffer, F. Quintessenz, Petronella A, Leffing, Turandot, Campanulla, Kohlentönig, Gelbstern, D'Captain Leerberg, Kinotönigin, Potsdam, Dante, Kerrigan jr., Kart Alerander, Grifa. Arnfried, Torrero. 6. Sennen. 1. Lodung( Sauß jr.), 2. Beter Harvester( Knöpnadel jr.), 3. Barometer( Rogowski). Loto: 50: 10. Blab: 29, 33, 66:10. Ferner efen: Damson Watts, Manzanares, Franlet, Bainsca, Königsadler, Trotteur, Velmin. 3. Beate( J. Mille). Toto: 141: 10. Play: 17, 11, 14:10. Ferner 7. Renfe n. 1. Malteser( Knöpnadel jr.), 2. Marimus( Ch. Mills), liefen: Harfenmädchen, Liebesbote. Hellina, Flaggenlied, Esparfette. 8. Rennen. 1. Tizian( Ch. Mills), 2. Nelly Arnold( Frömming), 3. Alpenfeuer( J. Mills). Toto 12: 10. Blag: 12, 17: 10. Ferner liejen: Modena, Tamerlan, Lindowgold. 3. Niederländer( Weidner fr.). 9. Hennen. 1. Jiegrimm( Stozal), 2. Baron Gabler( Czerson), Toto: 97:10. Blab: 26, 38, 61: 10. Ferner liefen: Irrteufelchen, Lachmustel Goudsters Gloria, Stobientönigin, Friedrichsd'or, Dunajec. Heidemann, Zerraria, Etashöferin, Erb. bring jr., Minni Halle, Eulenspiegel, Hauptmann, Stapit. Halle, Abdulah Silver. 3MAIZENA Rhabarber- Flammeri( 6 Personen). Bon 12 Stangen Rhabarber werden die Blattftiele abgezogen und in recht feine Scheiben geschnitten, mit 1 Liter Waffer, 1/2 Pfund Suder, der Schale einer Zitrone und mit Zimt ver. focht; man nimmt die beiden letzteren dann wieder beraus und gibt unter die fochende Masse 120 Gramm in Wasser aufgelöstes Maizena", läßt ordentlich durchfochen und gibt die Masse in eine mit taltem Wasser ausgespülte Form. Der Flammeri wird mit einer falten Banillesauce serviert, Stachelbeergrüße( 6 Personen). se 3 Pfd. Stachelbeeren, 1 Zitrone, 1 Pfb. Zuder, 160 Gramm Maizena" 3 Pfund un eife Etachelbeeren gibt man nach dem Waschen in Liter faltes Waffer, etwas Zitronenfchale und Pfund 3uder und läßt dieses ½ Stunde fochen. Nun streicht man bas Ganze durch ein Sieb ober einen Fruchtbeutel, quirlt 160 Gramm ,, Maizena" in 1/4 Liter Wasser glatt, gibt diefes unter bie Masse und beendet wie Hamburger rote Gürse = Rezepte für Frühling und Sommer Flammeri mit Kirschen( 6 Personen). 2 liter fehr reife Gauertirschen werden ohne sonstige Zutaten fo lange gefocht, bis man die Kerne herauslösen fann, dann paffterf man durch em Saarlieb, gibt 1/2 Pfund Zucker, bas Abgeriebene einet fauberen Zitrone, 1 Nelte und e Liter Wein hinzu, fodit Durch und rührt während des Kochens 120 Gramm Maizena", in Waffer aufgelöst, darunter. Dann schüttet man bie Masse in eine mit faltem Waffer ausgespülte Form und gibt beim Servieren eine Banillesauce dazu, Sonnabend 9. Inn» �92S Unterhaltung unö ÄNtssen Seilage des Vorwärts Lüne. Don Hermann Ssfig. (Schluß.) Die Umarmung war formell und steif. Als fie sich über„fein Mitgebrachtes" freuen sollte, schnitt Lucie ein enttäuschtes Gesicht. Unter diesem Sachverhalt war'das best«, von Kartoffeln und Obst zu reden--. Dem widerstrebte ihr Eigensinn, die Erinnerung daran, was sie heute von ihm beantwortet haben wollte, stellte sich langsam wieder in magnetische Richtung. Und mit der Gewaltsamkeit ihre» ganzen Willen? leiste sie das Gespräch zur Liebe hinüber. Bald stand er erbarmungslos im Examen. Und fein Weib glicht« neben ihm, an ihm, voll Entzücken, daß«r so herrlich bestand und der Mann sie so wahnsinnig liebt«. Aber warum wollte er ihren Küssen immer ausweichen, warum wollte«r es nicht merken, was sie von ihm wünschte. Es war noch «in Hinterhalt in ihm, den mußte sie erforsche». Da. Nun kam sie an die letzte Pforte. Der Mann reckte sich, als hätte er bis jetzt geschlafen. Dann frug er sie. Dos war die einzige Möglichkeit, dem letzten Bekenntnis seiner ewigen Liebe und Treue auszuweichen. Lucie wurde unruhig und der Mann wurde immer interessierter. Es ging schließlich zu, wie in einem lebhaften Feuergesecht. Dos Ende war surchtbor. Lucie heulte erschütternde Neuetränen, und der schwarze Mann zerstört« seine Haare wiid, daß er aussah wie ein zürnender Prophet. Er schrie mit zischenden Worten:„Wir sind geschieden," betrachtete noch den mclyerfrainpsten Leib des schönen Weibes, ging dann mit entschlossenen Schritten zum Zimmer hinaus. Lucie horchte aus, entsetzt, mitten aus dem Schmerz des Weinens: wahrhaftig, er nahm draußen den Hut und den Mantel. Sie sprang aus dem Bett. Dos Zufallen der Korridortüre stärkte chre wankenden Beine. Sie schrie ihm nach:„Hans," laut, daß dos Mädchen aus der Küche herausstürzt«. Im Hemd trat si« auf den Treppenflur hinaus und schrie dem Weggohenden verzweifelt seinen Kosenamen durch dos Treppenhaus. Aber er stand darauf nicht still. Er ging. Lucie brach in Ohnmacht zusammen. Houibswohner trugen die arme Verlassen« zurück ins Bett. Di« fotgende Nacht faß dos Dienstmädchen bei ihr. Die Beiden fürchteten sich, er könne in der Nacht zurückkoimnen und schießen. Die Nacht verging bei eiaktrischem Licht und gespanntem Horchen noch der Korridormre. Und der Morgen kam nur wie«in Lichta verdunkler. Grau und düster war draußen dos Wetter. Ach. die Einsamkeit nvir so alle Phantasie ernüchternd. Was sollt« in Zukunft werden??--- Darüber sprach sich bald seine letzte Geldsendung au». Damit konnte sie wie bisher«in Lahr weiterleben und in diese? Zeit sollte sie sich nach etwas umsehen, dos ihr dos Fortkommen sicherte. Dein Brief lautet«:„Du host ja kein Kind, für dos Du zu sorgen hättest.' Du wirst darum auch kein« weitere» Celdopfcr von mir »erlangen.. E, war zum Einsehen, was er argumentiert«. Aber worum konnte er nicht bei ihr bleiben? War es denn so schlimm, daß sie sene frühere Beziehung, welch- fie bisher hartnäckig geleugnet, ihm endlich eingestanden hatte?! Ja. es war ihre Dummheit, offen zu fein. Wie mußte sie dies« Dummheit büßen! Das Glück ihres Lebens wäre von ihrer Zlusdouer im Leugnen, in der Beharrung, in der Lüge abhängig geblieben. Und sie grollte dem Manne nicht. Ein Weib ist nur um ihrer Verschlossenheit willen zu achten, sagte sie sich- Was ist«s für ein Weib, das dem Manne das Ertragen einer Unkeuschheit zumutet. Was ist es für ein Mann, der sie trägt! Dieses Uebcrlszcn kam ihr zu spät. Nun sah sie voraus, daß sie bald wieder nichts war. ol, die arm» Trine, ivelch««in reicher Baron hinter den Lumpenfäckcn für sich hervorgeholt hatte. Sie fühlte sich als Rvmanfigur. Und in diesem schönen Gefühl faq ihr einziger Trost. *»* Einmal in ihrem Leben war sie dach reich und glücklich gewesen, davon hatte sie jetzt das harte Drücken und Schluchzen in der Kehle, da» Heulen über olles, was ihr zustieß. Man hielt si« nicht gerade für verrückt, aber doch hielt man si« reif zum Irrenhaus. Weil si« beim geringsten Ding« gleich heult«. Sucht« si« irgendwo Arbeit, fragte sie:,.Haben sie keine Arbeit für mich?" und gliich schluchzt« sie so laut hinaus, daß ihre Bewer» bung nur selten Erfolg hotte. Wie mußte sie oft hungern, daß sich der Nabel einzog, an dem das schöne Kind ernährt worden war zu dem schönen prächtigen Jungen, dem der Arzt und die Hebamme zusammen den Haiswirbel bei der Geburt abgerissen hotten. Es war ihr Wahnsinn, daß die beiden ihr Schicksal verschuldeten. Es war nicht ihr Wahnsinn, sondern es war ihr Schicksal. Aus dem St. Matchäi-Hriadhof lag es, da» Kind. Sie fuchtelt« es jedermann in» Gesicht, so daß es bald das ganze Stadiviertel, wo die Lucie wohnt«, wußte. Dl« arm« Lucie. Ein W«>b mit einer Haarwarze zuletzt auf der Backe, damals ein jung«, Liebchen mit einem Schönheitsfleck auf der Wange. Di« Alt» hatte»st tagelang nichts zu essen und lief doch immer hinaus auf den Friekchof an die wild umwucherte verdeckte Stell«, wo vom Goldregenbaum im Frühling die schweren goldenen Trauben herabhingen. Dort sah sie niemand, wie sie al»„schöne junge Frau, den innigen Liebesiuß auf die Lockenstirn des Knaben drückte"— so wähnt« si« ihn im Geiste vor sich— Verblüht« der Baum, so hingen long« Schoten an den Zweigen. Auch dann war st« draußen und sah den Schoten zu, wie si« xeisten. De» laufend« vors. Das klein« italienische Dörfchen Cazzaso, da, 200 Häuser zählt, ist im Davonlaufen begriffen. E» rückt von dem Abhang unaufhaltsam hinunter in die Eben« und hat bereits ZOÜ Meter zurückgelegt. Es ist nämlich auf einen Felsen gebaut. der langsam abrutscht, ohne die Häuser unmittelbar zu gefährden Immerhin hat die Bevölkerung vorsichtshalber die Wohnungen ge- ,äumt-und sich in der Ebene angesiedelt, um hier das Ergebnis de» jtfdimtjchens m Sicherheit abzuwarten, Oer rote Löns. Dan Andersson, ein schwedischer Arbeiierdichter. Wer weiß von ihm etwa»? Höchstens die, denen das Glück beschieden war, den Lautenjänger Sven Scholander, den feurigen Alten aus dem Schwedculand, zu hören. Er erkannte das Genie seines jungen Landsmannes, die packende Schönheit der Dich- tungeu eines fahrenden Gesellen, den«in tragisches Geschick früh ins Schattenreich hinüberrief... Sven Scholander übersetzte die Gedicht« Dan Anderssons, komponierte sie, sang sie auf seinen Reisen durch Deutschland und eroberte mit ihnen die Herzen der Arbeiter im Sturm. Denn«s waren die Lieder eines P r 0 l e t a- riers, der seine Herkunft nie verleugnete und seiner sozialistischen Ueberzeugung treu geblieben ist bis zum letzten Atemzug.... In der Strafanstalt Plötzensee Hörle ich Sven Scholander zum erstenmal. Dort sang er an einem Sonntagmorgen— in der Anstaltskirche— vor den Gefangenen, Sang die Lieder des jungen Andersson, nachdem er denen, die m blauen Drillichjacken vor ihm saßen und mit äußerster Spannung seinen Worten lauschten, von dem Lebensweg und dem Schicksal seine» Landsmannes erzählt Hatto. Ihrem Beifall durch Händeklatschen Ausdruck zu geben, war den Gefangenen nicht gestattet. Nach jedem Liebe erhoben sie sich von den Plätzen. Standen zwischen den Bänken wie die Bäume— fest, verwurzelt— minutenlang. Bis ins Innerste ergriffen. Zum Schluß der Feierstunde rannte einer von ihnen zu dem greifen Sänger hin und schüttelte ihm beide Hände: für alle! Ein Blumen- strauß, im Gesöngnisgarten gepflückt, hielt dann der weißhaarige Sänger in seinen Händen— für Dan Andersson. Erschüttert verließ Sven Scholander die Gefangenen. Mit seinen humorvollen Liedern hotte er si« erheitert, mit den Liedern Dan Andersson aber in«inen seltenen Bann gerissen— ihr Innerstes aufgewühlt— gleich« Saiten in ihnen angeschlagen— durch die Lieder eines Menschen, den sie als Freund. Kamerad und Mitkämpfer empfanden. Die Botschaft eines Freiheitskämpfers hotten si« gehört, eines Kämpfers für soziale Gerechtigkeit. Die Gestolt eines ruhelosen Wai, derer» vor ihnen, den innige Heimotlieb« von einem Ort zum anderen trieb, um hie Heimat auskoflen zu können von Grenz« zu Grenze. Abends, wenn er unter Köhlern, Flößern oder Fischern vor dem Zeit oder der Hütte saß, über sich das Leuchten der Sterne, um sich das Sausen der Wälder und das Brausen der Ströme, die Gefährten in ihren Decken und Fellen auf dem Boden lagen und schliefen, dann blickte er in die rote Loh« des Logerfeuers und fühlt« in der stillen Stunde, die ein neues Lied gebor, sein Herz schlagen für dos schaffende Bolk... Dan Andersson war der Sahn eines om-n Kleinbauern und DorffchuUehrera in D a l« k 0 r l i e n. Schon al» Neunjähriger mußt« er mit seinen zahlreichen Geschwistern in die großen Wälder hinaus, um mit eigenen Händen das tägliche Brot zu verdienen. Seine ganze Jugend verlebt» er alt Waldarbeiter. Arbeitet« als Flößer. Köhler und Housterer. Trabt« auch al, Vagabund durch das Land. Oft zag«r mit einem fast erblindeten und einem schwachsinnigen Bruder von Dorf zu Dorf, mir den Leuten zu Kindtause. Hochzeit oder Begräbnis— wie es gerade kam— aufzuspielen. Begrub auch selbst einen Gefährten, trug ihn mit anderen auf seinen Schultern meilenweit über Land zum Friedhof. Sang davon ein Lied. Hier ein Vers: Wie der Sarg nun schaukelt longsam durch die Ocde, Schritt für Schritt, Geht ein Schweigen über morgenwocher Au, Und der Wind bleibt stchn und lauscht, wer so schwer und wuchtig tritt Heber Roirn hin, durch Morgendämmerung grau. „'s ist nur Ol«, unser Spielmonn", rauschen die Mchten, singt der Tann, ..Seine heimatlosen Jahre sind vorbei." Ei wie lustig— ruft der Wind—, wenn ein Orkan ich war, nun dann I6) spielt ihm vor die allerschönstc Melodei! >«mm«!,„in«,.................... 1 1 1 1 1......... Verlorene Mühe. Wozu Lineal und Zirkel nicht ausreichen. Wer zweitausend Mark zahlen soll und nur tausend Mark hat, steht vor einer mit»eigenen Mitteln" unlösbaren Aufgabe. Ebemso unlösbar ist da,»Problem", mit einer zehn Meter laiigen Leiter vom Erdboden aus«in zwanzig Meter hohe» Fenster zu erreichen. Man ist sich darüber ohne weiter«, klar und weiß auch, daß alles Nachdenken verlorene Müh« ist, sofern man nicht die Möglichkeit hat, zu fremden Mitteln zu greisen— im ersten Jolle zu geborgtem Geld; im zweiten zu einer längeren oder zweiten Leiter. Ganz genau so verhält sich', mit einigen Aufgabin der Mathe- malik, an denen törichterweise nach immer getüfleU wird, abgleich auch das verlorene Mühe bedeutet. Da ist zunächst die Drei- teilung de« Winkels. Die Ausgabe, einen beliebigen Winkel mit Zirkel und Lineal in drei gleiche Teile zu teilen, ist unlösbar— nicht etwa, weil bisher noch niemandem die Lösung gelang, sondern weil dl« vorgeschriebenen Mittel nicht ausreichen. Den Beweis dafür bracht« der berühmteste oller Mathematiker, C. F. Gauß: und niemand, der diesen Beweis versteht, wird sich weiter um die Drei- teilung des Winkel» kümmern. Si« ist erledigt: nur ist das leiter nicht fo leicht einzusehen, wie etwa die Unlösbarkeit einer der beiden eingangs genannten kindlich«infachen Aufgaben. Wer sich haute noch um die Winkeldreiteilung bemüht, zeigt damit nur, daß er«in schlechter Mathematiker ist, weil er den Gaußschen Beweis entweder nicht kennt oder nicht oerstehen will. Der immer wieder auftauchende Hinweis, daß schon mancher Laie die Fachwelt durch umwälzende Erkenntnisse überraicht habe, ist hier ganz unangebracht: denn es handelt sieh gar nicht darnm,«ine Aufgab« zu lösen: nur eben in dem Vinn«, daß Zirlel und Lineal zur Winkeldreiteilung nicht aus- reichen. Man tonn allensall, Näherungskonstruktionen finden, die aber gar keine BedeutunZ haben und durchweg viel umständlicher und ungenauer find al» die einfache Benutzung eines Winkelmessers, wie er zu jedem Reißzeug gehört. Ebenso verhält es sich mit der Quadratur de» Kreise», also mit der geometrischen Konstruktion«ine« Quadrates, da» einem gegebenen Kreise slächenglelch sein soll. Auch für diese Konstruktion reichen Zirkel und Lineal allein nicht aus, wie der Mathematiker Lindemann im Jahre 1882 bewies. Und wieviel tausend mathema- tisch interesstert« Laien haben es trotz Gauß und Lindemann immer wieder versucht, da» Unmöglich« möglich zu machen! Gewiß darf man sich darüber freuen, daß so viel« Leute Neigung zu Wissenschaft- licher Arbeit haben: andererseits aber ist es zu bedauern, daß sich diese Neigung gelegentlich auf so abwegigen Bahnen verzettelt. Es ist überhaupt nicht leicht, auf mathematischem Gabiete irgend etwas wirklich Neues zu finden. Dazu gehört gewaltiges Rüstzeug, das sich nur durch jahrelangen Fleiß(bei guter mathemotifchsr Bs- gobung!) erkämpfen läßt. Wer sich aber ohne dieses Rüstzeug gern mit ouithemattschen Fragen beschästige» möchte, de« raten mir, sich Dan Andersson war von einer tiefen Lieb« zu seiner Heunot beseelt. Als ihn in jungen Iahren ein Onkel noch Amerika geholt hatte, wurde er schon nach kurzer Zeit von einer durch nichts zu erstickenden Sehnsucht nach seinem Heimatland gepackt— nach einem halben Jahr bereits fuhr er als Schiffsjunge seinem geliehten Schwedenland Vieder entgegen. Aus dieser Zeit das wilde, urkraft- volle Lied vom„Bootsmann Iansfon": Hcioho, Bootsmann Ionsson, wird dein Schicksalslos wohl fallen Nicht auf Weibsleut, sondern Haie in der Südse«, irgendwo? Vielleicht lauert Henker Tod hinter Stümpfen von Korallen? Er ist derb, aber ehrlich so sing heiohot Bielleicht sitzest du als Farmer, wenn schon alt, in Alabama, Dieweil Jahre sachte färben dir die Schläsen grau? Recht so! Hast du Sine dann vergessen für'ne Dir» in Yokohama, 's ist wohl lottrig— ober menschlich! So sing heioho! Mit 22 Iahren kam Dan Andersson in eine V 0 l k s h 0 ch- schule— Brunswik— oben in Norddalekarlien und blieb dort drei Jahr«. Lernt« in dieser Zeit viele Sprachen, studierte Philo- sophie, Acsthetik, Literatur und fing—?S Jahre alt— zu dichten an. Im Alter von 82 Jahren wurde«r von seinem tragischen Schicksal ereilt. Auf einer Reis« stieg er in einem Stockholmer Hotel ab, suchte abends sein Zimmer auf, schlief ein— und erwacht« niemals wieder. Cyairgas, das von einer vorhergegangenen Desinfeltion zurückgebli«l,en war, hotte den jungen Dichter getötet. Schweden stand an der Bahre eines seiner hoffnungsvollsten Söhne. Heute, nachdem man einen Uebcrblick über die Werke dieses proletarischen Dichters gewonnen hat, darf man sagen, daß die internationale Arbelteriveit mit Dan Zlndorsson«inen unersetzlichen Berlust«rlitien hat. Er war Blut von ihrem Blut, Geist von ihrem Geist. Leider ist bisher das Wenigste von dem Werk Dan Andersson ins Deutsch« übersetzt. Er hat auch Novellen m;d Romane geschrieben. Sven Scholander hat mir in seinem Beniner Heim Lieder omge- sungon und vorerzählt, in denen sich die heiße Liebe Dan Andersson, zum Proletariat, sein ganzer Zorn gegen jede Unterdrückung, gegen Knechtschaft und Unrecht offenbart. Aber auch die Tiefe seiner Gefühlswest und Natürlich«, aus denen die menschlichen Gestatten realistisch emporwachsen. Und die schönste und herrlichste Stimmung bleibt nicht bloß«»Stimmung", schwebt nicht im luftleeren Raum. sondern läßt immer das Herz eine, Mitkämpfers hervorleuchten: Meilenweit liegen Felder und Häuseit von hier, Wo der Frost steht mit eisigem Hauch. Hier ist'» lustig beim flammenden Siockfeuer, wo wir Sind umwoben von Funken und Nauch. Bist niedlich, Brogren, im Feuerglanz rot. . Mit der schwarzbraunen Geijj« parat»...(0«urtft„ Gutes Essen! und Dranntwäm— da hat', kein« Not: Deine Stirn chi« die Sonne. Kamerad! lind du, der du sitzst mit de? Pfanne, Freund John, Wie'n Baron in der Moleskintracht, Wenn auch.zäh und gegerbt deine Haut, bist du schon Einem Goli gleich in rußiger Pracht! lind Wolsströms-Friedrich. du lochender Mann, Den Elenden Helfer und Trost, Sing ein Lied deiner sünbhosten Jugend— und dann Deiner knabenhaften Seele«in Prost! Aerszcilcn aus dem Gedicht»Feierabend in der Block« Hütte". Bon den wenigen Liedern, die in deutscher Sprache(Snen Scholander hat si« auch vertont) vorliegen, habe ich keine weiteren aufnotieren können. Aber die wenigen lassen wissen, warum ich vom roten LLns, der den Elenden Helfer und Tröster war, sprach. Alfred Frttzsche. aus die Anwendungen der Mathematik in Naturwissenschaften und Teckpiik zu beschränken. Da gibt es lohnende Aufgaben in Hüll« und Füll«, und wenn si« auch die Wissenschaft nicht gerade um Jahrzehnte überholen, so genügen sie doch der innere» Befriedigung dessen, der sich mit ihnen beschäftigt und der— vielleicht doch einmal etwas findet, wa, dem Ingenieur oder dem Naturwissenschaftler irgend- ein Rechenverfahren erleichtert. Wie man in einerGowietbuchhandlung Bücher kaust Ein Märtyrer des heiligen Sowjellmreaukratismus, wie er sich in manchen Städten gebärdet, singt foltz«ndc Klagslönc: In Kursk befindet sicb seit kurzer Zeit eine Sowictbiichhandlung. Man will hier natürlich Bücher kaufen. Der»nglückiiehe Käufer eines Buches mußte seinen kecken Wagemut bitter bezalssen.„Haben Sie auch «ine Erlaubnis vom Borsitzenden?"—„Nein, wozu denn."— „Ohne Erlaubnis wird kein Buch verkauft."—»Aber erlauben Sic..."—„Verlieren Sie nicht unnütz viel Zeit, ohne Erlaubnis gibt's nichts."— Der Käufer geht nun aus die Jagd um Erlaubnis. Zuerst in die Verwaltung...Ich möchte ein Buch kaufen."— „Wollen Sie sich in die Abteilung für Volksbildung begeben."— Also auf zur besagten Abteilung. Hier schreibt nun der Käufer »ach einem Formular sein Gesuch auf und mächt« es abgeben. Doch Gesuche nimmt nur der Sekretär entgegen. Cr sucht den Sekretär auf.»Kommen Sie morgen wieder," heißt es da.—»Ich bin aber auf der Durchreise."—»Kommen Sie morgen früh, eher geht's nicht." Am anderen Morgen stellt sich der Käufer wieder ein.»Wenden Sie sich an die Abteilung für Volksbildung."— „Da war ich ja schon gestern."—„Dos Gesuch ist durch die Registratur dahingeschickt worden." Der Käuser begibt sick) also, aus das Schlimmst« gefaßt, in hie betreffende Abteilung und wendet sich an den Borsleher.»Sofort wird da» erledigt sein, ich werde nur zum Vorsitzenden gehen." erklärte dieser. Noch einer halben Stunde kehrt er zurück, auf dem Gesuch steht:„Zu gestatten."—„Ihr Ge> such bleibt hier. Sie bekommen«in Duplikat." Endlich, nach einer reichlichen Stunde, hat der Käuser seine Erlaubnis. Er eilt in den Läden.»Hier ist die Erlaubnis, kann ich nun das Buch de- kommen?"—„Ja, nun müssen Sie erst in die Berwaltungskasse geh«, und dort bezahlen.„Aber hadsn Sie doch sin Einsehen, ich muß heut abfahren, wenn Ich noch zur Kasse laufe, komme ich zu spät."—„Dos geht uns nichts an." Der Käufer macht noch einen Spaziergang zur Berwaltungskasse. Dort wird die Rechnung abae- stempelt und muß nun zur Buchhollerei gebracht werden. Hier wird ein Bermerk aufgeschrieben und der Käufer wieder zur Kasse geschickt. Endlich sind alle Hindernisse überwunden, der Reisende erhält sein Buch und läuft zum Bahnhof. Dort kann er nur fest- stellen, daß dar Zug sich diesmal nicht verspätet hatte, sondern schon abgegangen ist und dm nächste geht erst morgen,., Elle geboten!!! Wegen vollständiger Aufgabe des seit 40 Jahren bestehenden Detailgeschäftes Mohrenstraße 37 a gabe des seit 40 Totaler Ausverkauf!!! 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Der Schritt dieser Weber war zunächst eine Art Selbstverteidigung; fie wollten sich vor der Ausbeutung des Krämers, vor der Warenverfälschung und der Bewucherung durch den kleinen Ladeninhaber schützen; aber die Sagungen, die sich die Redlichen Pioniere von Rochdale gaben, beweisen, daß sie schon damals ein letztes Ziel hatten: die Befreiung von den Fesseln der Lohnsklaverei. Da sie nun einmal beim organisierten Warenbezug, bei der Gründung eines Konsumvereins angelangt waren, lag das andere Ziel, die tapitalistisch anarchistische Wirtschaft von der Seite des Konsums her zu organifieren, nur nahe. Sie wollten Produktion für den Gebrauch anstatt Produktion für den Tausch. Diesen Weg bewußt beschritten zu haben ist die große Tat der Redlichen Pioniere von Rochdale. Ihre Erfolge fennt die Welt. Die Idee der Redlichen Pioniere von Rochdale wurde auch in aller Form die Grundlage für die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung, als es am 17. und 18. Mai 1903 in Dresden zu der Gründung des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine H fam. Der Aufruf an die deutschen Genossenschaften zur Gründung des Zentralverbandes schloß mit den bezeichnenden Worten: Unjer hohes Biel, eine einheitliche Organisation der deutschen Konfumgenossenschaften auf der Klassischen Grundlage, die von den Redlichen Pionieren in Rochdale gelegt worden ist, rückt in greifbare Nähe. Auf zur Errichtung des Gesamtverbandes deutscher Konsumvereine!" Die deutschen Genossenschaften sind rechte Kinder der Rotstandsperiode in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts und knüpfen an den Namen des sächsischen Juristen Schulze Deligsch und des Bürgermeisters von Weŋerbusch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, an. Eine unzureichende Bedarfsdeckungswirtschaft wurde durch die moderne Geld und Verkehrswirtschaft abgelöst, was selbstverständlich nur unter heftigen Krisen vor sich gehen konnte. Die Bevölkerung des damaligen Deutschlands bestand in der Hauptsache aus Bauern und Handwerkern. Produktion und Produktionsmittel waren durchaus rückständig, außerdem waren diese bäuerlichen und handwerkerlichen Schichten fast ohne jedes Kapital. Eine immer wiederkehrende Erfahrung in der Wirtschaftsgeschichte zeigte fich auch Damals; die kapitallojen Maffen des Bauern- und Handwerkertums wurden das Ausbeutungsobjekt neuer Kräfte, die durch die Wirtjchaftsumwälzungen an die Oberfläche tamen. Rohstoff- und Viehwucher blühten wie noch niemals im Lande und Bauern und Handworker gerieten in drückende Schuldknechtschaft. Hier sollten Schulzes Borschußkassen und Raiffeisens Kredit vereine Wandel schaffen. Die Ideen fanden fruchtbaren Boden und im Jahre 1864 tonnte Schulze bereits rund 500 Borschuß- und Rohstoffvereine im Allgemeinen Verband der auf Selbsthilfe beruhenden Birt Erwerbs= fchaftsgenossenschaften" zusammenfassen. und Bis zum Jahre 1865 hatten rund 45 Konjumvereine ihren Beitritt zum Allgemeinen Verband erklärt. Ronjumvereine gab es um das Jahr 1852 schon in Hamburg, Eilenburg und Delitzsch. In anderen Orten Deutschlands bestanden sogenannte Sparvereine, die den gemeinsamen Eintauf von Wirtschaftsartifeln betrieben. Mit des Allgemeinen Verbandes zu enimachsen; zur Trennung tam es aber erst nach Jahrzehnten in Kreuznach und dann 1903 zur Gründung des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine. Die Gründungsversammlung wurde von 621 Delegierten aus 302 Konsumvereinen besucht; sie fand in Dresden statt, also an der Stätte, wo Mar Radestock wirfte, der als Direktor des Verbandes Sächsischer Konsumvereine jene Entwicklung, die mit dieser Tagung ihren vorläufigen Abschluß fand, wesentlich bestimmt hatte. Mit dem Schritt, der in Dresden getan wurde, vollzog sich ohne Zweifel ein Stück Emanzipation der deutschen Arbeiterschaft und Heinrich Kaufmann stellte am 18. Mai 1903 unter Beifall der Delegierten der Gründungsversammlung am Schluß einer proflamierten Rede feſt: ,, Wir haben gesehen, daß die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung als ein Zweig des großen Konsum= genossenschaftsbaumes mit der englischen Wurzel eins ist. Die Grundlage, welche die Redlichen Pioniere gelegt haben, die Grundsätze, welche sie aufgestellt haben, und das Ziel, das sie sich gesetzt haben, gelten heute in Deutschland wie in England und wie in allen Kulturländern. Die moderne deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung ist feine 2bfehr von den großen, grundlegenden konsumgenoffenschaftlichen Prinzipien, sondern viel cher eine Rückkehr zu denselben. Nicht etwas Neues wollen wir heute, sondern es ist das Alte und Bewährte, was wir wollen und was wir ganz wollen. Die deutsche Konsumgenossenschaftsbewegung stand unter dem Bann des Allgemeinen Berbandes in Gefahr des Absterbens, der Bersimpelung und der Berfnöcherung. Was wir wollen und erstreben, ist frühlingsfrisches, fonsumgenossenschaftliches Leben, Vorwärts- und Aufwärtsentwicklung. Es ist Frühling geworden in der deutschen Konfumgenossenschaftsbewegung. Möge diesem Frühling ein fruchtbarer Sommer und ein segenschmerer Herbst folgen, auf daß noch die spätesten Geschlechter segnen mögen die Dresdener Tage als den Geburtstag eines selbständigen Gesamtverbandes aller deutscher Konsumvereine." Die Statistik des Allgemeinen Verbandes wies vor der Gründung des Zentralverbandes in Dresden 638 Konsumvereine mit 631 000 Mitgliedern auf. Diese verfügten über ein Eigenkapital von 18,9 Millionen Mark und erzielten einen Umjag von 156 Millionen Mark. Bon dieser stattlichen Heerschau verlor der Allgemeine Verband durch Dresden gut zwei Drittel. Zwischen dem Jahre 1903 und der Jubiläumstagung, die der Zentralverband Deutscher Konsumvereine in der nächsten Woche in Dresden abhalten wird, liegt eine beispielloje Entwicklung, denn 1903 waren dem Zentralverband erst 666 Konsumgenoffen schaften mit 573 085 Mitgliedern angeschlossen; 1927 waren es 1086 Genossenschaften mit 2,909 969 Mitgliedern. Die Zahl der Verteilungsstellen wuchs von 1597 auf 9230. 1903 wurde ein Erlös von 12,7 Millionen Mark aus selbst produzierten Gütern( in der Hauptsache Bäckerei und Fleischerei) ausgewiesen, 1927 jedoch 241 Millionen Mark. Beschäftigt wurden 1927 43 984 Personen gegenüber 6440 Personen im Gründungsjahr. Die Großein faufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine, die bei der Gründung des Zentralverbandes in Dresden Pate stand, setzte im Jahre 1927 373 Millionen Mark um, wovon fast 17 Broz, auf die Eigenproduktion entfallen. Wir wünschen dem Jubilar von Herzen, daß er sich in den nächsten Jahren selbst übertrifft. Viel Glüd zur weiteren Arbeit! Sonnabend, 9. Juni 1928 zu 1000 m. besigt, die einen Wert von rund 215 000 M. darstellen, erhält von den jungen Aktien 10 Stück zu je 1000 m. Da der Kurs der jungen Aktien sich schnell dem Stand der alten nähert, verdient also dieser Aktionär, der in Finanzfreijen immerhin mur als ,, kleiner Pinscher" angesehen wird, rund 33 000 m., ohne den Finger frumm zu machen. Die Summen, die bei Großattionären hängen bleiben. sind danach leicht vorstellbar. Außerdem nehmen die neuen Aktien, die erst zum August mit 25 Proz. einzuzahlen sind, an der vollen Jahresdividende für 1928 teil, so daß also auch daraus noch ein hübscher Sondergewinn fließt. So wird wohl für die bevorstehende Generalversammlung auch dem anspruchvollsten Aktionär der Mund gestopft sein, und Direktion und Aufsichtsrat fönnen in Ruhe ihrer Entlastung ent= gegensehen. Die 3000 Mann Belegschaft aber, die bei jeder noch so geringen Lohnerhöhung von den Unternehmern zu hören bekommt, daß die ständig wachsenden" Löhne die Konjunkturgewinne megfressen, werden jetzt wissen, was Konjunkturgewinne für das Unternehmen und die Aktionäre bedeuten. Die Welle der Fusionen. Zusammenfchlüffe in Metallwirtschaft und Gummi- Industrie Die Metallbant und Metallurgische Gesellschaft und die Metallgesellschaft in Frankfurt a. M. haben beschlossen ihre bisherige Interessengemeinschaft in eine Bollfusion umzuwandeln. Die Gründe zu dieser Verschmelzung liegen einmal darin, daß der völlig gleichartige Aufbau der Handelsorganisation beider Gesellschaften zu einer Zusammenlegung wie geschaffen ist und außerdem hat sich ge= zeigt, daß die Metallgesellschaft als reines Handelsunternehmen bei der heutigen Organisation der Metallwirtschaft feine ausreichende Betriebsbasis mehr besitzt. Die Metallbank, die auch starke Interessen in der chemischen und Eisenindustrie besitzt, wird zur Durchführung der Fusion ihr Kapital um 25 Mill. Mark erhöhen, so daß die neue Gesellschaft über 70,8 Mill. Mark Aktienkapital verfügen wird. Das Unternehmen wird damit der stärkste Metallfonzern auf dem europäischen Kontinent sein. 11 Auch in der Gummiindustrie sind Verhandlungen im Gange, die den Zusammenschluß mehrerer führender Werke bezwecken. So hat die Continental Caoutchuf Gesellschaft, Hannover, erst fürzlich bei den Erzelsior Werken in Hannover maßgebenden Einfluß gewonnen und steht zurzeit mit den Harburger Gummimerken ,, Phoenix" in Verhandlungen. Ob der Zusammenschluß bis zur völligen Verschmelzung der drei Unternehmen, die zusammen mehr als 53 Mill. Mark Kapital befizen, durchgeführt werden soll, steht noch nicht fest. Sicher aber ist, daß die Konzentrationsbewegung in der Automobilindustrie, dem größten Gummiverbraucher, sowie die starte Konkurrenz der amerikanischen Reifenindustrie und die Erschütterung des Roh= gummimarktes durch die Aufhebung der englischen Gummirestriktionen die deutsche Gummiindustrie zu einheitlichem Zusammengehen zwingen. Eine Erklärung der Arbeiterbanf. Zu den von uns bereits mitgeteilten Veränderungen im Direktorium der Arbeiterbank teilt die Verwaltung folgendes mit: Der bisherige Direktor Bern Meyer ist aus dem Vorstand der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamten A.-G. ausgeschieden. Bis für Meyer ein neues Borstandsmitglied gewählt ist, wird die Bant von Direktor Dr. Bachem allein geleitet. Der Austritt Meyers ist mit Zustimmung des Aufsichtsrates erfolgt. In der Deffentlichkeit sind an den Austritt von Direktor Meyer Vermutungen geknüpft worden, als ob interne Streitigkeiten über die Geschäfte der Bant und ihre zukünftige Tätigkeit bestanden hätten. Diese Vermutungen treffen nicht zu. Die Bank wird ihre bisherige Geschäftspraxis unverändert fortsetzen. Sie braucht um so weniger davon abzugehen, als ihre erfreuliche Aufwärtsentwicklung und auch der zunehmenden Induſtrialifierung Deutschlands vollzog fich die Wie sage ich es meiner Steuerbehörde? ihr gegenwärtiger günstig er Stand dazu teinerlei Amaß bieten. Gründung von weiteren Konsumvereinen sehr schnell. Auch waren nun schon nicht mehr alle jene Ursachen, die in den 40er Jahren dem Genossenschaftsgedanken Eingang nach Deutschland verfchafften, für die Gründung von Konjumgenossenschaften maßgebend; es waren vielmehr ,, allgemeine wirtschaftliche Notwendigkeiten", Berlin- Gubener Hut A.-G. verdient 32 Prozent, zahlt aber nur 16 Prozent Dividende. Ein Unternehmen, das alljährlich ein Viertel seines Kapitals und mehr verdient, hat es nicht leicht, feine Gewinne vor der Steuerbehörde zu verschleiern. In dieser unerfreulichen Lage befindet sich auch die Direktion der Berlin Gubener Hutwendigen Anweisungen durch die Oberpräsidenten bereits ergangen. die sich immer stärker bemerkbar machten und die genossenschaftliche fabrit 2.-G., die seit 1924 weit mehr als ihr gesamtes Attien Entwicklung vorwärts trieben. Immer mehr wurde auch die Artapital von 5,2 Millionen Mark verdient hat. Die Gesellschaft hätte beiterschaft, die lange Zeit dem Konsumverein wenig Neigung entalso Jahr für Jahr 25 Proz. Dividende zahlen können. Um gegenbrachte, in diese Entwicklung einbezogen. So mußte früher aber außerhalb der Aktionärkreise nicht allzu unliebsames Aufoder später der Rahmen des Allgemeinen Verbandes für die Konsum- fehen zu erregen, hat die Gesellschaft es vorgezogen, in den letzten genossenschaften zu eng werden. Jahren nur 14 und 16 Proz. auszuschütten und hat den letzten Sah auch für das Rekordjahr 1927 beibehalten. Dr. Richard Find beurteilt in seinem bekannten Buch„ Das Schulze- Delitzschsche Genossenschaftsmejen" die Entwicklung ganz richtig, wenn er sagt, daß Schulze- Delitzsch sich den Algemeinen Verband als ein System von Genossenschaften gedacht habe, das dem Wohl und der Aufrechterhaltung des selbständigen fleinen Unternehmeriums in Stadt und Lond dienen sollte. Er fagt ferner richtig, daß die alte Schulze- Delitzschsche Organisation das Eindringen der Arbeiterflaffe in den Allgemeinen Verband mit Freude und Stolz fonstatiert habe, so lange diese nicht die Oberhand erlangte, und daß man erst US Ro fpäfer die große Kluft gemahr murde, die sich zwischen verschiedenen Genossenschaften aufgetan hatte und den Allgemeinen Berband über turz oder lang zu zerreißen drohte. Bereits im Jahre 1858 hatte der Sozialreformer Huber, der die Rochdaler Genossenschaftsbewegung genau fannte, fich bereits 1852 in Wernigerode am Horz für die Errichtung einer Konsum und Baugenossenschaft verwandte und in Berlin auch die crfte Gemeinnügige Baugesellschaft ins Leben rief, das Recht der Ronfumenten auf Selbsthilfe mit folgenden Sätzen verteidigt: 9 Rein berechtigtes Intereffe, geschweige denn ein überwiegendes, wird durch die Genossenschaft in unberechtigter Weise gefährdet. Wohl aber werden eine gewisse Anzahl von Müllern, Bädern, Fleischern usw. und eine noch größere Anzahl von KleinDiese werden sich nach händlern aller Art überflüssig werden." anderen Erwerbszweigen umsehen müssen, weil ein großer Teil ihrer Kunden ihrer Bermittlung nicht mehr bedarf, sondern sich beffer und wohlfeiler selber bedienen kann, und weil sie um der Kunden willen da waren und nicht umgekehrt. Bon einem fitt= lichen Unrecht hier zu reden wäre eine Absurdität oder eine Heuchelei. Ein formoles Recht wird schon nach den gegenwärtigen Gefeßen nicht verlegt, jolange die Kundschaft in der Genoffenschaft bleibt. Die Genossenschaft verlangt nur gleiches Recht. Ob echte Staatsweisheit nicht mehr und anderes zur Förderung der Sache in tönnte und follte das laffen mir dahin gefhelft." Die lebergewinne wanderten in alle möglichen Schlupfwinkel. So wurde in den letzten Jahren außer der schon bestehenden gesetzlichen Reserve eine Sonderreserve von 200 000 m. geschaffen, während weitere Gewinne von 500 000 m. in einen sogenannten Dispositionsfonds floffen, in dem nach den Angaben der Direktion die für die Rationalisierung und Umstellung der Betriebe notwendigen flüssigen Mittel bereitgehalten merden sollten. In ihrem Bericht von 1927 aber erflört die Verwaltung, daß sie die Umstellung der Betriebe ans laufenden Gewinnen bezahlen tonnte und den Dispositionsfonds daher nicht anzugreifen brauchte. Auch diese halbe Million fließt daher jetzt den Reserven zu, die sich damit auf 25 Proz. des Aktienkapitals erhöhen. Durchführung der landwirtschaftlichen Umschuldungsaktion. Die Umschuldungskredite, die einen wesentlichen Teil des Notprogramms bilden, werden schon in den nächsten Wochen zur Ausgabe fommen. ausschüsse werden in ziemlich allen Ländern schon in der kommenden Es handelt sich um eine Summe von 25 Mill. Dollar. Die KreditWoche ihre Tätigkeit aufnehmen. Für Preußen sind die notBon der zuständigen Reichsstelle sind die Formulare ausgearbeitet und den Landesbanken zugestellt worden, auf denen der Einfachheit halber die Kreditsuchenden ihre Anträge einzureichen haben. Die Einreichung erfolgt über die örtlichen Genossenschaften, Sparkaffen und Banken, mit denen der betreffende Landwirt in dauernder bzw. die bei ihnen tätigen Kreditausschüsse. Man hofft, in drei Verbindung steht. Die Anträge gelangen dann an die Landesbanken bis vier Wochen die Unterlagen beisammen zu haben, so daß nach meiteren zwei Wochen mit den ersten Auszahlungen begonnen werden kann. Schaffung einer vom Saargebiet ausgehenden Ferngasversorgung Die Ferngasversorgung im Saargebiet. Die Pläne zur im Saarrevier felbst haben mummehr greifbare Gestalt angenommen. Die Gründung einer Ferngasgesellschaft Saar steht unmittelbar bevor. An dieser Neugründung sind die jaarländischen Kommunen und Kommunalverbände, die Hüttenwerfe an der Saor und die Gasanstalt betriebsgesellschaft beteiligt. Die Mehrheit liegt mit 58 Proz. in den Händen der Kommunen. Als Gaslieferanten treten die Hüttenwerke auf, die durch Umstellung ihrer Kofsöfen die jährliche Gasabgabe nach dem übrigen Deutschland von 85 auf 285 Millionen Kubikmeter fteigern können. Nach Rücklauf der Saargruben durch Deutschland ist auch mit einer Beteiligung des preußischen Bergfistus zu rechnen. Da die Verwaltung aber den Weg der Anhäufung von Reser ven nicht bis ins Unendliche fortsetzen fanm, hat sie jetzt einen anderen Ausweg gefunden. Nach Abzug von normalen Abschreibungen, wie sie in Höhe von 162 000 m. in den beiden letzten Jahren vorgenommen wurden, verbleibt für 1927 ein Reingewinn von 1.66 Millionen Mark. Die Gesellschaft tönnte alfo Pfarrer Heumanns Heilmittel 32 Proz. Dividende zahlen, menn sie wollte. Da aber die Berwaltung plötzlich entdeckt hat, daß ein rascher Modewechsel ungünstige Rückwirkungen schaffen fönnte, sieht sie sich„ genötigt", ihre normalen Abschreibungen Don 162 000 m. diesmal auf 741 000 m.(!!), also fast um das Fünffache, herauszuschrauben, womit dann der überflüffige Reingewinn glücklich untergebracht wäre. Damit mun die Aktionäre nicht allzu sehr aufmuden, ist auch ihnen ein fetter Bissen zugedacht. Die Gesellschaft schwimmt zwar im Gelde, hält aber trotzdem eine Kapitalerhöhung( zur Vermässerung des Aktienkapitals. D. Red.) um 1,05 Millionen auf 6,3 Millionen Mark für erforderlich. Zurzeit steht der Kurs. an der Börse, 430 Proz ,, d. h. eine 1000- Mart- Attie der Berlin- Gubener Hurtfabrit foftet 4300 m. Die jungen Attien aber sollen im Berhält. mis 5: 1 an die Aktionäre zu Pari, d. h. 3 1000 m. je Etüd, Man sieht, daß die Konfumgenoffenschaften anfingen, der Form ausgegeben werden. Also sin Aktionär, der zurzeit 50 Stück Aktien stets auch vorrätig in den Niederlagen: zions- Apotheke Berlin N 31, Anklamer Straße 39, a. d. Ecke Brunnenstr. 5 Min. v. Rosenthaler Pl. Adler- Apotheke Berlin Friedenau, Rheinstraße 16. Friedrich- Wilhelm- Apotheke Charlottenburg 2, Leibnizstraße 106. Heeges- Apotheke Berlin O. Gubener Straße 33 Schweizer Apotheke Berlin W 8. Friedrichstraße 173. Kronen- Apotheke Spandau, Schönwalder Str. 26 Rosen- Apotheke Elchwalde- Berlin Das Pfarrer- Heumann- Buch ( 272 Seiten, 150 Abbildungen) erhält jeder Leser umsonst und portofrei von Ludwig Heumann& Co., Nürnberg M. 45 12000 Metallarbeiter gekündigt. Aussperrung am 23. Juni. Lüdenscheid, 8. Juni.( Eigenbericht.) Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin 53 68, Lindenstraße 3, Vineta 775. für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Rachbem in ben verschiedensten Betrieben der Lüdenscheider Anfragen wegen der Elternbeiratswahl Metallindustrie Lohnbewegungen zu offenen Differenzen, an Richard Schröter, N 58, Danziger Str. 23, Telephon: teilmeise schon zu Aussperrungen geführt hatten, haben die Unternehmer gestern beschlossen, daß alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Lüdenscheider Metallindustrie zum 23. Juni ausgeiperrt werden. Von dieser Generalaussperrung werden rund 12 000 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen. Das schwedische Schiedsgerichtsgeseh. Es verbietet Aussperrungen und Streits während der Bertragsdauer. * 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Fahnendelegationen der Abteilungen! Die Delegierten der 8. bis 13. Abteilung treffen sich zur Abfahrt nach Niederschönhausen( Bismarcplag) am Sonntag, 10. Juni, 11% Uhr, an der Rathenower, Ede Perleberger Straße, pünktlich. 7. Kreis Charlottenburg. Die Jahrbücher können von den Abteilungen ab 18 Uhr vom Jugendheim Rosinenstr. 4 abgeholt werden. 9. Kreis Wilmersdorf. Abteilungen 67 bis 73: Montag, 11, Juni, 20 Uhr, Beamtenversammlung bei Neuen( früher Andreas), Pfalzburger Str. 55, Ede Güngelstraße. Bortrag: Was haben die Beamten von der tommenben Regierung zu erwarten?" Referent Genoße Dr. Hensler. Sehr wichtig! Rein Beamter darf feblen. 19. Kreis Pantow. Die Kreisbelegiertenversammlung am Montag, 11. Juni, fällt aus. Am Sonntag, 10. Juni, Bannerweihe in Niederichönhausen. Die Genoffinnen und Genoffen treffen sich um 13 Uhr zum Abmarsch am Bismardplay. Nach dem Ummarsch Feier im Lokal Sanssouci, Niederschönhausen- Nordend. Heute, Sonnabend, den 9. Juni: 35. Abt. Die Bezirksführer holen Unser Weg" heute beftimmt vom Genoffen Biertel ab. 47. Abt. Unser Weg" ist umgehend vom Genossen Jakobi abzuholen. Trog eines fräftigen Widerstandes seitens der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung inner- und außerhalb des Barlaments hat der schwedische Reichstag nun die Gejezze betr. Rollet tipperträge und das Arbeitsgericht angenommen. In bezug auf den Abschluß von Kollektivverträgen und die Proklamierung von Streits und Aussperrungen fönnen die Ge- Charlottenburg. 52. Abt. 20 Uhr bei Bade, Kaiserin- Augufta- Allee 52, Funt mertschaften und Unternehmervereine wie bisher unbehindert ihre Entscheidungen treffen Dies bedeutet, daß hier der gegenwärtige Zustand bestehen bleibt und in dieser Beziehung fein gesetzlicher Zwangseingriff vorgesehen ist. Das im Gesetz vorgesehene obligatorische Schiedsgerichtsverfahren bezieht sich ausschließlich auf bereits bestehende Rollettivverträge. Es bestimmt u. a., daß Rollettiv verträge bindend sind für alle Mitglieder der vertragschließenden Organisationen. Sonderabmachungen, die im Widerspruch zu den Bertragsbestimmungen stehen, sind ungültig. Während der Bertragsdauer darf teine der Parteien Streits oder Aussperrungen proflamieren oder ähnliche Rampfmaßnahmen treffen, ganz gleich ob diefe die Einhaltung, die Durchführung oder die richtige Auslegung der Kollektivverträge oder die Durchführung von Aenderungen und Bestimmungen beameden, die erst nach Ablauf der Berträge in Wirkung treten sollen. Gleichfalls ist es verboten, jemandem beizustehen, dem eine derartige Handlung selber verboten ist. Die vertragschließenden Drganistionen dürfen in solchen Fällen auch nicht Sympathie maßnahmen veranlassen resp. unterstützen, oder ihren Mit gliedern hierbei Unterstüßung verleihen Bei Uebertretung dieser Beftimmungen fann der schuldige Teil zur 3 ahlung eines Schadenersages verurteilt werden, dessen Höhe vom Arbeitsgericht festgesetzt wird. Enthalten die betr. Kollektivverträge dagegen fein ausdrüdliches Berbot, so ist es im übrigen den Gewerkschaften und Unternehmervereinen gestattet, Sympathiemaßnahmen zu ergreifen. Alle Klagen und Streitfälle über die Auslegung der Rollettinnerträge sollen gemäß dem Arbeitsgerichtsgesetz einem Arbeitsgericht zur Entscheidung vorgelegt werden. Das Arbeitsgericht fegt sich aus einem Bertragsvorsitzenden und 6 Beifizern zusammen und hat seinen Sig in Stockholm. Gegen feine Urteile fann feine Berufung eingelegt werden. In bezug auf die schädlichen Auswirkungen des Gesetzes auf die Tätigkeit der Gemertschaften stimmen bie Meinungen der schwedifchen Arbeiterpreffe nicht gang überein. Doch herrscht die Auffaffung vor, daß die Gemertschaften auch diese Hemunungen überwinden merden, und daß nieles non der Dbjettinität bes Arbeitsgerichtes abhängen wird. Man befürchtet jedoch, daß die Regierung, falls fie die im Herbst stattfindenden Reumahlen überlebt, auf dem hier ein gefchlagenen Bege fortfahren und verfuchen wird, gemertschafts. feindliche Geseze durchzusetzen. Wie in Sowjetrußland geschlichtet" wird. Bei der Abfaffung von Tarifverträgen, die in Somjetrußland Bon Beit zu Seit erfolgt, erhalten fowohl die Wert und Trust leitungen wie die Spitzen der Gewerkschaften von den Zentral organen, z. B. dem Obersten Bolkswirtschaftsrat oder dem ,, Rat für Arbeit und Verteidigung" feste Richtlinien für die Höhe einer etwaigen Lohnaufbefferung oder für sonstige Bergünstigungen. In diesen höchsten Staatsorganen find die Gemertschaften vertreten. Ihre eigentliche Aufgabe besteht aber nicht darin, die Interessen der Arbeiterschaft zu verfechten, sondern die Beschlüsse diefer Zentralorgane der Arbeiterschaft verständlich zu machen, d. h. dafür zu sorgen, daß feine überipannten For= derungen gestellt werden. Die eigentlichen Zarifverhandlungen beziehen sich daher weniger auf Lohnhöhe oder Arbeitszeit, sondern nur auf nebensächliche Fragen der Arbeitsbedingungen. Benn zwischen den Wertleitungen und den Gewerkschaften feine Einigung zustande kommt, dann werden die Streitfragen schiedsgerichtlich von einer höheren Instanz entschieden, gegen die es feine Berufung gibt. Ein Streitrecht besteht überhaupt nicht; die Sowjetregierung steht auf dem Standpunti, daß die Arbeiterschaft in ihren eigenen Betrieben" nicht streiken darf, weil das inlogisch" wäre. Ist das nicht der Gipfel der Berhöhnung der Arbeiter? Im Sowjetparadies ist Streifen unlogisch! Das Hungern ift demnach- logisch und völlig in der Ordnung. Zahlt die Imprimatur" G. m. b. H.? Man schreibt uns: Die 211 gemeine 3eitung" die in Bitterfeld, Delizich und Eilenburg etwa vier Jahre lang erschien, mußte ihr Erscheinen einstellen, da sie als demokratisches Blatt offenbar durch die Machenschaften der reaktionären Preffe zu Fall gebracht wurde. Die Leibtragenden sind die Arbeiter und Ange: stellten des Betriebes, die jezt auf die Bezahlung ihrer rückständigen Behälter warten. Die Berliner Geldgeber haben sich rechtzeitig vor dem Konturs die Maschinen übereignen lassen, so daß das Konfursverfahren wahrscheinlich wegen Mangel an Masse wird eingestellt werden, ohne daß die bevorrechteten Gehaltsforderungen erledigt merden. Die geschädigten Angestellten appellieren daher an die Imprimatur Gmbh. in Berlin, ihnen die rückständigen Löhne zu zahlen, zumal sie durch die versäumte Abführung der Beiträge zur Krantentaffe und zur Erwerbslosenfürsorge geschädigt wurden. Der Die Differenzen der Mühlenarbeiter in der rheinisch- westfälischen Mühleninduftrie find beigelegt. Zwischen dem Arbeitgeberverband rheinisch- westfälischer Mühlen und den Arbeiterorganisationen ist ein Rahmen und 2ohnvertrag abgeschlossen worden. Rahmenvertrag hat Gültigkeit bis zum 30. Mai 1930, das Lohnabtommen bis zum 31. Januar 1929. Es gelang, im Rahmentarif wesentliche Berbesserungen zu erzielen. So ist der Urlaub von zehn auf zwölf Werktage erhöht und für die Nachtschichtarbeiter bei der Gruppenschicht eine 3ufage von 5 Broz erreicht worden. Der Lohntarif sieht eine drei bis vierprozentige Lohnerhöhung je nach Ortsflaffe vor. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin. Wallstr. 65, ift täglich mit Ausnahme non Sonnabend Don 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. tionärsigung. 53. Abt. Die Bezirksführer holen Einladungen für Juni von Lug, Huttenstr. 90, ab. 85. Abt. Tempelhof. Die Bezirksführer, die zur Elternbeiratswahl die Schulen bearbeiten, holen sich die Briefumschläge umgehend von Burgemeister, von Lug, Huttenstr. 26, ab. 139. Abt. Tegel. Heute, Sonnabend, und Sonntag, 10. Juni, beteiligen fich die Genoffinnen und Genossen an der Veranstaltung des Reichsbanners. Sonntag 12 Uhr Treffpunkt Dorfaue, Ece Hauptstraße, zum Umzug. Bernau. Seute, Sonnabend, 20 Uhr, bei Modisch, Kaiserstraße, Mitglieder. verfammlung. Die Polizei im Boltsstaat." Referent Polizeischulrat Bose, Berlin. Morgen, Sonntag, den 10. Juni: 21. Abt. Laut Beschluß der Tekten Mitgliederversammlung beteiligen fich die Mitglieder an der Bannerweihe in Niederschönhausen. Treffpunkt 12% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21. Nachzügler: Straßenbahn 23 oder 199. 131. Abt. Niederschänhausen. Sonntag, 10. Juni, Bannerweihe um 14 Uhr auf dem Marktplay in Niederschönhausen. Weiheredner Dher. lehrer Artur Nachow. Antreten zum Umang 13 Uhr auf bem Bismard plag. Mitwirkende: Deutscher Musikerverband, Reichsbanner, Arbeiter. fänger, Arbeitersportler, Sprechgemeinschaft Niederschönhausen u. a. m. Nachfeier in den Gesamträumen bes 2otals Sanssouci, Nieberschön. haufen- Norbend. Alle Genoffinnen und Genofen, auch die anderer Abteilungen, sowie Sympathifierende find dazu herzlichst eingeladen. 128./130. bt. Bankow. Treffpunkt zur Bannerweihe in Niederschönhausen 13 Uhr auf dem Bismardplay. Alle Genoffinnen und Genossen müssen erscheinen. 132. bt. Blankenburg. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Bannerweihe in Niederschönhausen. Treffpunkt 12 Uhr bei Klug, Dorfstraße 2. 134. Abt. Buh. Alle Mitglieber beteiligen fich an der Bannerweihe in Niederschönhaufen. Treffpunkt 12 Uhr bei Göpfert, am Bahnhof. Treffpunkt für Nachzigler 15 Uhr bei Göpfert. 136. bt. Reinickendorf- Oft. Alle Genoffinnen und Genossen treffen sich 11% Uhr am Geebad und beteiligen fich gemeinsam an der Bannerweihe 140. Abt. Borsigwalbe. Die Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich um in Niederschönhausen. 14 Uhr in Tegel an der Boots- und Safenweihe des Reichsbanners. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Wilmersdorf: Ale Rinder treffen fich am Baben und Spielen aur aang 11. Juni, um 15% Uhr Untergrundbahnhof Fehrbelliner Blaz. 25 Bf. find mitzubringen. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 11. Abt. Unfer Genosse, der Bankangestellte Albert Graßmann, Sidingenstr. 5, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. 28. Abt. Unsere Genossin Auguste MahIom, Raftanienallee 90, ift am 5. Juni verstorben. Ehre ihrem Andenten! Einäscherung heute, Connabend, 9. Juni, 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Be teiligung. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginfendungen für diefe Rubril nur an bas Jugendiefretariat Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Monatsprogramme für Juli sofort abliefern! Die Ausscheidungstämpfe für den Dortmunder Jugendtag finden Sonntag, 10. Juni, 8-12 Uhr, im Lichtenberger Stadion, Herzbergftraße, fatt. Treffe puntt der Teilnehmer 7 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde und Endhaltestelle der Linie 68. Der Singkreis übt am Montag, 11. Juni, pünktlich 19% Uhr, im Heim Lindenstr. 4. Heute, Sonnabend: Fallplag II: Nachtfahrt Melchow- Uebersee. Treffpunkt 21 Uhr Gesund brunnen. Schönhauser Borstadt: Treffpunkt zur Fahrt 18 Uhr Bhf. Gefundbrunnen.- Lichtenberg- Mitte und Weft: Treffpunkt aur Fahrt 18 Uhr Bhf. Stralau- Rummelsburg Untoften 75 Pf. Werbebegir! Weften: 19% Uhr B.- B.- Borstandsligung im Heim Charlottens burg, Rosinenfte. 4. Werbebezirt Reutölln: Treffpunkt 17 Uhr Sergbergplah für alle Handballspieler und Läufer zum Training auf dem Sportplay Grenzallee. Morgen, Sonntag: Schöneberg IV: Seim Hauptstr. 15. Heimabend. Reinidendorf- West: Tempelhof: Heim Scharnweberstraße( Außenspielplaz). Bunter Abend. Sport und Spiel" in Tempelhof. Treffpunkt 9 Uhr Dorf-, Ede Berliner Straße. Abends Matteotti- Gedenkfeier des W.-B. Treffpunkt 17% Uhr Attilaplas ( Straßenbahnhaltestelle). Frankfurter Biertel: Treffpunkt zur Fahrt 6 Uhr Baltenplag. Schönhauser Borstadt: Treffpunkt aur Fahrt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Lichtenberg- Mitte und Best: Treffpunkt zur Fahrt 6 Uhr Bhf. Etralan- Rummelsburg. Werbebezirk Teltowtanal: Matteotti- Gedentabend im Seim Lichterfelde, Albrechtstr. 14a, pünktlich 19 Uhr( oberer Gaal). Alle Abteilungen müssen sich beteiligen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Sonnabend, 9. Juni. Brenzlauer Berg: 16 Uhr Bezirksamt, Bflicht dienst Sportplag Lichtenberg. Die Badeabende fallen wegen Renovierung der Badeanstalt bis Mitte Auguft aus. Tiergarten: 17-20 Uhr Baden im Boststadion. Sonntag, 10. Juni, 13% Uhr, Antreten Strandschloß. Treffpunkt nachmittags und abends Strandschlog. Sonntag, 10. Juni. Friedrichs. hain: Schussportler und Jungkameraden 9 Uhr Stadion Weißenfee. Bilmers dorf: Antreten zum Ausmarsch 7 Uhr Raiferallee, Ede Trautenaustraße. Kreuz berg, Jugend III: Fahrt nach Strausberg. Treffpunkt 6 Uhr Rottbusser Tor. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag 11 Uhe Bappelallee 15, Bortrag des Herrn B. Rogal: Die biologische Tragödie der Frau." Harmonium: Vorspiel aus La Traviata"( Berdi). Gäste willkommen. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montag, 11. Juni, 20 Uhr, Restau rant ur Hütte", Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Str. 53, Uebungsabend. Gäste willkommen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. ( Nachdr. verb.). Zuerst noch ziemlich beiter, später zunehmde Bewölkung Für mit Neigung zu gewitterartigen Regenfällen. Beiterhin mäßig warm. Deutschland. eftostparts vorübergehende Betterbesserung, danach wieder Flughafens 10 Uhr Dorfstraße. Gruppe Tempelhof: Sonntag, 10. Juni, Treffpunkt zur Besichtigung des Neigung zu gewitterartigen Regenfällen. Temperaturen im ganzen etwas niedriger. Am Mittwoch, bem 6. Juni, morgens 5 Uhr, verschied nach langem, Schmerem Belden meine liebe Frau und unsere gute Mutter Sewerina Kähler im 69. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Otto Kähler und Tochter Steglig, Botsdamer Str. 7. Die Cinäscherung findet am Montag, dem 11. Juni, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101, ftatt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Nachruf Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Konrad Glados geboren ben 17. Februar 1885 zu Roßberg, am 28. Mai geftorben ist. Chre seinem Andenken! Die Detsverwaltung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung un feres lieben Gohnes, meines lieben Bruders, sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, insbeson bere den Genossen des 2. Areises, der 11. Abt., ben Kameraden des Reichsbanners, ben Kollegen u. Rolleginnen des Zentralverbandes der Angestellten und den Bewohnern des Hauses AltMoabit 78 uufern herzlichsten Dant. Gustav Herrmann, Frau und Sohn. Achtung! Franko und verpackungsfrei versende ich täglich frisch gepflückte Kirschen in Körbchen von netto 9 Pfd. Inhalt zum Preis von 5.50 RM. per Postnachnahme. Bei Voreinsendung auf mein Postscheckkonto Stuttgart 35 095, 50 Pf. billiger. Bestellungen auf Karte bzw. Zahlkarte genügen. Bestellen Sie sofort. Wiederverkäufer Vorzugspreise. Albert Laukhuf, Obstversand. Eschenau b. Heilbronn a. N. Papierhaus LJuergens 10 PF jetzt Nr. 43 NEUE KONGS OSMARROCK 100 MARK Quittungs-, Rabattu. 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