Morgenausgabe Ar. 221, >139 Wöchentlich«i Pfg� monatlich L.60M. im voraus zahlbar, Postbezug 4.32 M. einschl. Bestellgeld. Auslandsabonne- ment 6.— M. pro Monat. -sc Der.Vorwärts" erscheint wochentäg- lich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend* illustrierte Beilagen.Boll und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Jugend-Borwärts*. Bierttner V»ttsbla« Sonntag 10� Juni 1925 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. l>>« e> n! p a i>> g« Nonpareillezeil« 80 Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichsmark..Kleine Anzeigen" da» fettge» oruckte Wort 25 Pfennig izuläffig zwei cligedructte Wort«),>ede» weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» erst« Wort 15 Pfennig, tede» weiter« Wort 10 Psennig. Worte über 15 Buchstaben zähle» für zwei Worte. Arbeitsmarkt kraße 3. wochentägi. von S>/, bi» 17 Uhr. Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstrahe Z F«insprech«: Dönhoss ZS2— 297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin Z7SZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. SS. Diskonto. Gelellschast, Depositenkaste Lindenstr. S Hermann Müllers Aufgabe. Die entscheidende Woche.- Km die Große Koalition. Veränderte Ltmstände, unveränderte Ziele. Seit dem 20. Mai sind nun drei Wochen ins Land ge- gangen, und es ist Zeit, daß nicht nur geschrieben und ge- jprochen, sondern auch gehandelt wird. Der Reichs- Präsident hat darum auch gestern das Zweckmäßige getan, um den Lauf der Dinge zu beschleunigen: er hat dem Genossen Hermann Müller seine Absicht mitgeteilt, ihn am Dienstag nach der Demission des Kabinetts Marx mit der Bildung einer neuen Regierung zu beauftragen. So können jetzt schon einige Vorarbeiten geleistet werden, um die kommenden offiziellen Verhandlungen zu erleichtern. Es ist kein Geheimnis, daß Hermann Müller o e r- suchen will, eine Regierung der Großen Koalition zustande zu bringen. Für diesen Versuch sprechen vor allem zwei Umstände: erstens ist eine breite sichere Mehrheit— wenn sie zusammenhält— einer knappen und unsicheren vor- zuziehen, zweitens aber haben gerade die beiden volks- parteilichen Minister des alten Kabinetts der sozialdemo- kratischen Opposition am allerwenigsten Gelegenheit zu An- § rissen gegeben. Einer von ihnen, Herr Stresemann, at sich sogar durch geschickte Adaptierung. der von der So- zialdemokratie empfohlenen Außenpolitik eine überaus an- gesehene internationale Position erworben. Auch während der Bürgerblockperiode herrschte zwischen dem Außenminister und der sozialdemokratischen Opposition mehr Vertrauen und Uebereinstimmung als zwischen ihm und der deutsch- nationalen Regierungspartei. Sollte trotzdem die Bildung einer Großen Koalition an der Haltung der volksparteilichen Unterhändler scheitern, so bliebe die Weimarer Koalition, etwa durch die Bayerische Voltspartei oder die Deutsche Bauernpartei ver- stärkt, die weitaus aussichtsreichste Kombination. Ihre Brauch- barkeit hat sie in Preußen bewiesen, das die Wahlen ohne Krise überstanden hat. Wer auf diese Möglichkeit verzichtet, macht den rechten Flügel der Voltspartei zum Herren der Situation. Das hieße aber gerade das erstrebte Ziel, eine Dauer versprechende Regierung zustande zu bringen, schwer gefährden. Praktisch handelt es sich darum, die Personenfragen zu ordnen und über die nächsten dringendsten Aufgaben eine Verständigung herbeizuführen. Im übrigen wird man sich eben an den Satz halten müssen, daß Probieren über Stu- dieren geht. Man darf annehmen, daß es der Energie und Umsicht Hermann Müllers rasch gelingen wird, den Auf- trag des Reichspräsidenten auszuführen—, vorausgesetzt, daß nicht künstliche Schwierigkeiten geschaffen werden. » Manche unserer Freunde hätten es lieber gesehen, wenn die Partei nach ihrem Wahlsieg mit der Geste des Trium- phators in die Arena gestiegen wäre. Sie haben die N ü ch- ternheit und Mäßigung getadelt, mit der sie an ihre neuen Aufgaben herangetreten ist. Mögen diese Freunde bedenken, daß für den Erfolg der Partei nicht der schöne An- fang, sondern der gute Schluß entscheidend ist. Die Auf- erlegung eines Diktatfriedens nach dem Siege ist in der Innenpolitik eine noch bedenklichere Sache als in der Außen- Politik— auch dann, wenn die dazu notwendige Macht vor- Händen ist. Was die Partei an praktischen Ergeb- nissen erstrebt, kann nur zum geringsten Teil durch Ver- Handlungen vor der Regierungsbildung„gesichert" werden, es muß durch zähe Fortsetzung der bisherigen Arbeit unter veränderten Umständen erreicht werden. Diese Arbeit wird von den Vertrauensmännern der Partei im Kabinett zu leisten sein, und sie wird desto größeren Erfolg versprechen, je ver- ständnisooller sie von der Fraktion und der Gesamtpartei ge- fördert wird. Leicht wird sie nicht sein, das wissen wir alle. Ein Blick in die Presse zeigt, daß sich noch dem sozialdemokratischen Wahlsieg eine gewisse Psychose in weiten bürgerlichen Kreisen eingestellt hat. Dabei sind Tendenzen zu einer a n t i- sozialdemokratischen Sammlung innerbalb der kommenden Regierungskoalition unverkennbar. Würden diese Tendenzen siegreich sein, so wäre damit der neuen Koali- tion der Todeskeim in die Wiege gelegt. Eine ähnliche Stimmung wie jetzt herrschte in bürgerlichen Kreisen nach dem Zusammenschluß der beiden sozialdemokra- tischen Parteien. Man befürchtete ein Ueberwiegen des sozio- listischen Einflusses und b'ldete— noch rührend de* Bestehens der Weimarer ftoalitum—, die aus Zentrum, Demo- traten undBoltspartei bestehende»Arbeitsgemeinschaft der Mitte". Damals wurde hier gesagt, daß damit eine Ent- wicklung eingeleitet sei, die zum Bürgerblock hinweise. Wer jetzt der antisozialdemokratischen Sammlung innerhalb der neuen Koalition das Wort redet, muß sich darüber klar sein, daß er damit die antisozialdemokratische Sammlung außerhalb der Koalition vorbereitet und konservative Parolen aus der Kaiserzeit verwirklichen hilft. Die Sozialdemokratie weiß genau, daß sie keine Diktatur über ihre künftigen Koalitionsgenossen ausüben kann. Desto grotesker wäre ein Versuch, die Sieger des 20. Mai einer Diktatur der Nichtsieger zu unterwerfen. Der Wahlausfall bedeutet einen Ruck nach links, der auch im Kurs der neuen Regierung zu sichtbarem Ausdruck kommen muß. * Die bürgerlichen Parteien, die zur Mitarbeit in der Re- gierung berufen sind, sind damit zur s a ch l i ch e n Mit- arbeit in diesem Sinne eingeladen. Gefährliche Ratgeber möchten ihnen anstatt dessen die Rolle der Aufpasser, Be- denkenträger, Bremser und Quertreiber zuschieben. Das hieße dann eine Regierung schaffen, in der ein Paar Pferde vorne und ein Paar hinten angespannt sind. Die bürgerlichen Parteien werden besser tun, sich die Klugheit zum Muster zu nehmen, die die konservative Partei Englands in älteren Zeiten so oft bewiesen hat, indem sie selber praktische Forderungen, die sie früher bekämpft hatte, verwirklichte, sobald sie zur Verwirklichung reif waren. Aehn- Der Landtag war auch in der gestrigen zweiten Sitzung stark besetzt. Abg. Dr. P o n f i ck(Christl.-Rat. Bauernp.), der eine Schutz- klappe vor dem verletzten linken Auge trägt, hat seinen Platz wieder eingenommen. Alterspräsident Graf v. Posadowskv eröffnete die Sitzung gegen 13% Uhr und teilt« mit, daß der Aelleslenrat beschlossen hat, den kommunistischen Abg. Oolke wegen Beteiligung an den Borgangen in der Eröffnungssitzung auf acht Sihungstage auszuschließen.(Stür- mische Pfuirufe b. d. Komm.— Abg. Golke ist nicht im Saale an- wesend.) Das Haus schreitet dann zur Wahl des Präsidiums. Abg. Herold(Ztr.) schlägt vor, den bisherigen ersten Präsidenten Bartels(Soz.) durch Zurus wiederzuwählen. Abg. kube(Rat.- Soz.) widerspricht. Infolgedessen muß die Wahl durch Stimmzettel und Namensaufruf erfolgen. Als der Abg. Dr. P o n f i ck aufgerufen wird, ertönen bei den Kommuni st en taute Pfuiruf«. Ein Kommunist ruft:»wie ist Ihnen die Abreibung von gestern bekommen?" Die Auszählung ergibt die Wahl des Abg. Bartels(Soz.) zum ersten Präsidenten mit 348 Stimmen. 48 Stimmen erhielt der kommunistische Abg. E b e r l« i n, 12 Stimmen der nationalsozialistische Abg. Dr. Ley, einige weitere Ab- geordnete erhielten je eine Stimme. Fünf Zettel waren unbeschrieben, ein« Stimme war ungültig. Abg. Bartels(Soz.) nimmt die Wahl an und übernimmt sofort das Präsidium. Er dankt dem Alterspräsidenten für die Mühe- moltung und der überwiegenden Mehrheit des Hauses für das Der- trauen. Er werd« bemüht sein, sein Amt gewissenhaft und un- parteiisch auszuüben.(Zwiichenrusc der Komm.) Er bittet alle Mit- glisder des Hauses, ihm die Führung der Geschäfte dadurch zu er- leichtern, daß sich alle im Rahmen der Geschäftsordnung halten und zur Förderung der Geschäfte beitragen. Ich weiß, so fährt der Präsident fors daß politische Gegensätze die Leidenschaften oft auf- flammen lassen, aber man muß von allen Volksvertretern erwarten, daß st« Selbstbeherrschung üben und auch ander« Meinun- gen anhören und ertragen.(Lebh. Zusttmmung b. d. Mehrh.) Das l.'tzten Ende« die Grundlage allen p a r l a ni e n> a n;- l ö- e n Hand«stts. istisaab« d-« Presidenten ist es, die Geschäftsordnung so zu handhaben, daß nicht das H a u s r e ch t an Stelle des parlamentarische» Rechts treten muß. Ich appelliere noch liche Vorgänge weist übrigens auch die neueste deutsche Ge- schichte auf, denn in der Weimarer Koalition halfen Zentrum und Demokraten manches verwirtlichen, wofür früher die Sozialdemokratie allein gekämpft hatte. Zum Beweis dafür, daß sie dabei keine nebensächliche Rolle gespielt haben braucht man nur die Namen W i r t h und Rathenau zu nennen. Aber auch Stresemann wäre nicht zu der angesehenen Stellung, die er heute in der Welt einnimmt, emporgestiegen, wenn er es nicht verstanden hätte, mit seiner Zeit zu gehen und aus der Geschichte zu lernen. Die Bremser, die Quertreiber, die Propagandisten der antisozialdemokratischen Sammlungsparole, all diese Ewig- gestrigen sind zum politischen Tode verurteilt. Leben wird nur, wer mit uns zu den Zielen der Republik, des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit vorwärts- schreitet. » Die Sozialdemokratie tritt mit dem Versuch, den sie jetzt unternimmt, in ein Entwicklungsstadium ein, das sie nicht überspringen kann. Sie tut es im Bewußtsein der Stärke, die ihr die Kraft ihrer Ideen und ihr Anhang in den arbeitenden Massen verleiht. Sie ist, seit sie besteht, schon durch manchen Sturm gegangen, und sie bleibt weit von der Illusion entfernt, daß ihr Eintritt in die Reichsregierung das Eingehen in einen stillen Hafen bedeutet. Für sie handelt es sich um nichts anderes, als um die Fortsetzung des Kampfes unter veränderten Verhältnissen um unveränderte Ziele. einmal an das Haus, mir diese Aufgab« zu erleichtern. Wir haben eine Reihe wichtiger Ausgaben zu erledigen. An Meinungsoerschieden- besten wird es nicht fehlen. Unsere höchste Aufgab« ist aber, das Wohl des Volkes an die Spitz« zu stellen. Ich hoff«, daß dieser Gesichtspunkt in erster Linie Leitstern aller Handlungen sein wird.(Lebh. Beifall.) Das Haus geht dann zurWahlderdreiVizepräsiden- t« n über. Abg. Dr. v. K r i e s(Dntl.) wird darauf durch Zuruf zum ersten Vizepräsidenten gewählt und nimmt die Wahl dankend an. Zum zweiten Vizepräsidenten wird Abg. Dr. Porsch(Ztr.) durch Zuruf gewählt. Zur Wahl des dritten Vizepräsidenten erklärt Abg. heilmann (Soz.), die kommunistische Fraktion habe dem Präsidenten Bartels ihre Stimme nicht gegeben und damit die parlamentarischen Gepflogenheiten verletzt. Das könne ober die sozialdemokra- tische Fraktion nicht veranlassen, auch ihrerseits die parlamen- tarischen Gepflogenheiten zu verletzen. Da die kommunistische Fraktion die viertstärkste des Hauses sei, und heute im Aeltestenrat die Erklärung abgegeben habe, daß sie wisse, welche Pflichten sie über- nehme, wenn sie den Abg. Schwenk-Berlin zum Vizepräsidenten vor- schlage, beantrage er, zum dritten Vizepräsidenten Schwenk durch Zuruf zu wählen. Abg. Buchhorn(DVp.) erhebt gegen die Wahl durch Zuruf Widerspruch. Sie muß also wieder durch Stimmittel erfolgen. Die Deutschnationalen, die Deutsch« Volkspartei, die W i r t- schaftspartei und die Deutsche Fr a k t i o n geben weiße Enthaltungszettel ab, ebenso ein Teil der Abgeordneten der Re- gierungsporteien. � Die Abstimmung ergibt 181 Stimmen für den Abg. S ch w e n ck, 22 Stimmen für den Abg. Dr. Ponfick, vier Stimmen für Wiemer, zwei Stimmen für Varteld, zwei Stimmen für Golke, je eine Stimme für Graf Könitz, Kube und Ehristion(Bauernp.). Der kommunistische Abgeordnete Schwenk ist somit zum dritten BlzeprSfldenten gewählt und erklärt, daß er die Wahl annimmt. Zu Beisitzern werden aus Vorschlag des Aeltestenrots durch Zuruf gewählt die Abgg. Brecour(Soz.). Paetzel(Soz.). Frau Kröger(Soz.). Oslze» a- -- V(r-ERCM __ Der Kirchberg in Ferch. chäuschen und neuen Villen und Wochenendhäusern und einer ur- alten Dorfkirche bildet es den beliebten Ausflugsort von Natur- freunden zu Wasser und zu Land«. Welche Schicksale aber bis zu dieser kultivierten Verbeugung der Natur dieser Landstrich erlebt hat, das erfährt man aus dem Mund« der Heimatfreunde in der „B r a n d c n b u r g i a", der Gesellschaft für Heimatkunde und Heimotschutz in der Mark Brandenburg. Professor Dr. S o l g e r erläuterte in einem Vortrag in Ferch vor einigen hundert Gästen die ursprüngliche Situation in grauer Vorzeit. Vorausschickend erklärte er das Bild des malerisch sich in die Höhen einbuchtenden Sees. Obwohl wir gewohnt sind, die Havel- feen ebenfalls als Flußbett« anzusprechen, muß man unterscheiden zwischen Fluß und See. Der Fluß ist ein Wasscrlouf, der sich sein Bett formt. Verengt er sich an einer Stelle, so schneidet er sich seinen Lauf ein und macht sich Platz: wo das Tal zu weit ist, lagert er ab. Der Fluß ist also überall gleich breit lind, als be- stimmtes Charakteristikum, der Talboden ist überall eben. Die Talränder tm zu engen Stellen erscheinen scharf angeschnitten, wie es bei der Havel oberhalb Hennigsdarss und irnterhalb Pritzcrb« deutlich zu sehen ist. Der See dagegen ist einfach als Wamie zu denken, die von Wossermafsen vollgelasscn ist und deren Wasser- fläche der Form der Wanne folgt. Solche Wanncnseen sind auch die Hovelseen, obwohl der Fluß durch sie durchläuft. Die Havel bildet eine Seenkette, die bei Hennigsdorf in die Seen fließt uird sie hinter Brandenburg erst wieder verlaßt. Nur an zwei Stellen ist die Scenketle wieder zum Fluß verengt, in Spandau bei der einmündenden Spree und bei Polsdom. wo die Ruthe ihr« Schlammassen zwischen dem Babelsberg und dem Brauhausberg absetzt. Der Schwielowsce ist einer van diesen Seen, die den Warmen- charakter deutlich zeigen. Der gesenkte Wasserspiegel schuf eine Rand- tcrrassc, die teils durch die Wirkung der Wellen, teils durch die Verlandung durch Sflanzen entstanden ist. Allgemein besteht die irrige Auffassung, daß zu jedem Tal ein Fluß gehörte. Umgekehrt wäre es richtiger, daß zu jedem Fluß ein Tal gehört, denn über die Berge kann er nicht fließen. Hinter Ferch geht dos Tal des Schwielowsees noch weiter. Es hatte die Aufgabe, die lokalen Wasser beim Abschmelzen der Gletschermoränen am Ende der Eis- Zeiten dem Schwielowfee zuzuführen. Doch der Ausflug der„Brondenburgia" galt einem älteren und größeren Zeugen urgeschichtlicher Vergangenheit unserer Erde. Nord- westlich von Ferch, im Walde zwischen Kemniher Heide und Kammerode, zeigt sich ein ebener Talboden zwischen scharfen Userrändern, der alle Zeichen eines Stromtoles trägt. Da er aber 10 Meter über der Höhe des jetzigen Schwielowsees liegt, mußte hier ein Fluß seinen Lauf gesunden haben, dem der Havelabfluß über Bmimgortenbriick, Werder und Ketzin verschlossen blieb. Di« gco- logische Untersuchung führte zu folgender Auffassung: Am Ende der Eiszeit, als das Eis abtaut«, lag fein Rand eine Zeitlang so, daß ein Eislnppen van Osten bis an die Ravensberge und den Brauhausberg reichte, ein anderer im Nordwesten bei Sakrow oder Nedlitz bis zu den Höhen von Glindow hinüberreichie. Dieser oer- sperrte den heutigen Havelabfluß. Die Schmelzwasser füllten die dazwischenliegenden Talbecken soweit auf, bis sie westlich van Ferch 10 Meter höher als heute einen Abfluß in Richtung Kemnitzer Heide, Lehnin— Kanin und zu der unteren Elbe hinter Brande»- bürg fanden. Das Tal dieses Abflusses sieht man zwischen Kein- nitzer Heide und Kammerodc deutlich verlaufen. Der Talboden ist heute stellenweis mit kleinen und größeren Hügeln gefüllt, die ebenso bewachsen sind wie die Umgebung, nur daß sie ursprünglich kahl wie die ganze Eben« waren, denn sie sind aus Flugsand ge- bildet und zu Dünen im Talbodcn aufgeworfen. Spater, als der Wasserspiegel sank, wurde der Weg nach Ketzin frei. Bei diesen Erklärungen setzt mali voraus, daß die Havelfecn in der Zeit der Dünenbildung bereits aufgefüllt waren. Ihr eigenes Zustandekommen wird aus Veränderungen der Erdoberfläche zurück- eesührt, die weit über 100 000 Zahre zurückliegen. Das geologische Merkmal der Gcbirgsbildung erklärt es, denn sie werden im Osten von einem Höhenzug begleitet, dessen Teile dem Berliner ja bc- könnt sind, der wiedkikenberg bei Ferch, die Krähenberge bei Kaputh, Brauhau-berg und Böllcherbcrg bei Potsdam, 5)avelberg bei Wannsce, Karlsberg. Pichelsberg« im Grunewald. Es sind die- selben Kräfte, die in größeren Verhälttnsscn unser« Gebirg« erzeugt Sanddünen auf dem Tslboden. Jade London: QSolf�btUf. So trabten diese Hunde aus dem milden, weichen Süden gemächlich das Laufbrett entlang und betraten das Ufer des ?)ukon, um bei Wolfsbluts Anblick den unwiderstehlichen Trieb zu empfinden, auf ihn soszustürzen und ihn zu ver- nichten. Mochten sie auch in Städten aufgewachsen sein, so war die Furcht vor der Wildnis doch in ihnen. Denn sie sahen das wolfsähnliche Tier, das da im hellen Tageslicht vor ihnen stand, nicht nur mit den eigenen Augen, sondern auch mit denen ihrer Vorfahren, und erkannten durch ererbte Erinnerungen in ihm den Wolf, den Gegenstand uralter Fehde. Wenn ober Wolfsbluts Anblick die fremden Hunde reizte, und sie auf ihn als ihre rechtmäßige Beute blickten, so schaute er sie mit denselben Augen an. Nicht umsonst hatte er das Licht der Welt in einer einsamen Höhle erblickt, hatte er seine ersten Kämpfe mit dem Schneehuhn, dem Wiesel und dem Luchs ausgefochten: nicht umsonst war seine Jugend durch die Verfolgung der jungen Hunde des Lagers verbittert worden. Wäre Liplip nicht gewesen, so würde er die Jugend- zeit spielend mit den Gefährten verbracht haben und wäre mehr als Hund und mit freundlicheren Gesinnungen gegen seinesgleichen aufgewachsen. Hätte andererseits der Graue Biber die Tiefen in Wolfsbluts Natur mit dem Senkblei der Liebe und Zuneigung ergründen wollen, so hätte er aller- Hand freundliche Eigenschaften an die Oberfläche bringen können. Aber dem war nicht so gewesen. Der Lehm, aus dem Wolfsblut gemacht war, war so geknetet worden, daß er ein mürrisches und einsames, ein unliebenswürdiaes und blutdürstiges Geschöpf— kurz, der Feind seiner Gattung wurde. 2. Der tolle Gott. Nur eine kleine Anzahl weißer Leute lebte in Fort Aukon. und sie waren schon seit langer Zeit dort ansässig. Sie nannten sich„Sauerteig" und waren auf diese Bezeichnung stolz. Auf die andern, die mit den Dampfern kamen. blickten sie herab und bezeichneten sie als„Chekaquos", weil sie ihr Brot mit Hefe zubereiteten, was diese etwas übel nahmen. Und doch war alles nur Neid von seilen der Sauer- tsigs, denn sie backten das Brot nur deshalb so. weil sie es Tiicht besser verstanden. Also blickten die Leute im Fort auf die neuen Ankömm- tinHe herab und freuten sich, wenn es ihnen übel erging. Sie freuten sich besonders über das Unheil, das Wolfsblut und fein Anhang unter den Hunden der Fremden anrichtete. Wenn ein Dampfer ankam, so erschienen die Leute aus dem Fort stets am Ufer, um sich den Spaß anzusehen, und sie freuten sich darauf ebensosehr wie die Indianerhunde, und sahen auch bald, wie schlau und mordlustig Wolfsblut sich dabei gebürdete. Bor allem ergötzte sich ein Mann an dem Schauspiel. Beim ersten Pfiff des Dampfers kam er ange- rannt, und wenn der Kampf vorüber war, so kehrte er lang- sam und wie bedauernd ins Fort zurück. Manchmal, wenn ein sanfter Hund aus dem Südland niedergeworfen wurde und in Todesnöten schrie, so jubelte der Mann laut auf und sprang vor Freude hoch in die Höhe. Immer aber blickte er mit begehrlichem Auge auf Wolfsblut. Die Leute im Fort nannten den Mann den Schönen. Man kannte seinen Vornamen nicht, so wurde er in der Gegend allgemein der schöne Schmitt genannt. Allein er mar durchaus keine Schönheit. Ganz im Gegenteil! Die Natur hatte ihn stiefmütterlich behandelt. Er war klein, und auf dem hagern Körper saß ein winziger Kopf, der nach oben spitz zulief, so daß er als Knabe bei den Kameraden die „Stecknadel" hieß. Die niedere Stirn war flach, und der Hinterkopf zeigte keine Wölbung. Die Gesichtszüge, als ob die Natur ihre Sparsamkeit bereue, waren verschwenderisch breit, die Augen groß und so weit voneinander entfernt, daß noch ein Paar dazwischen Platz gehabt hätte. Was aber dem Gesicht die größte Breite gab, war der ungeheure Kiefer. Sa breit und massig sprang derselbe vor, daß er für den hagern Hals fast zu schwer erschien. Dieser Kinnbacken hätte den Eindruck großer Festigkeit erregen können: allein dies wäre eine Täuschung gewesen, denn Schmitt war weit und breit als ein erbärmlicher Feigling bekannt. Die beiden Augen- zahne, länger als ihre breiten, gelben Gefährten, ragten wie Stoßzähne zwischen den schmalen Lippen hervor, und die Augen sahen so unbestimmt in der Farbe aus, als hätte die Natur die Neste aus all ihren Farbentöpfen zusammenge- kratzt. Dasselbe galt von dem spärlichen Haar, das auf dem Kopfe zu Berge stand, im Gesicht jedoch wie Korn wuchs, das vom Winde verweht war. Eine solche Ungeheuerlichkeit war der schöne Schmitt, der für die Leute im Fort die Küche, das Aufwaschen und alle graben Arbeiten besorgte. Man behandelte ihn nicht gerade schlecht— im Gegenteil—, denn man fürchtete ihn. Konnte er nicht in feiger Wut einen van hinter erschießen oder einem Gift m den Kaffee mischen? Jemand mußt« doch die Küch« bejorgcn, und warum sollte es nicht durch Schmitt geschehen, was auch immer feine Fehler waren! Deser Mann aber war von Wolfsbluts Tapferkeit und Blutdurst so sehr entzückt, daß er wünschte, ihn zu besitzen. Er näherte sich Wolfsblut freundlich, ohne daß dieser ihn beachtete. Als diese Annäherungen zudringlicher wurden, knurrte Wolfsblut und wies ihm die Zähne, indem er rückwärts ging. Der Mann gefiel ihm nicht. Wolfsblut witterte in ihm Schlimmes und fürchtete feine ausgestreckte Hand und die sanften Worte. Die Tiere unterscheiden leicht zwischen Gut und Böse: jenes bringt ihnen Behagen, Zufriedenheit, Schmerzlosigkeit, und sie haben es darum gern: dieses verursacht Unbehagen und Pein, und darum hassen sie es. Und Wolfsblut fühlte, daß Schmitt böse wäre. Aus dem mißgestalteten Körper. aus dem verderbten Gemüt stiegen geheimnisvoll wie Nebel aus den Fieber erzeugenden Sümpfen ungesunde Ausdün- ftungen und Ausstrahlungen empor. Nicht durch den Ver- stand, auch nicht allein durch die Sinne, sondern durch feinere, noch unerforschte Kanäle, kam ihm das Gefühl, daß dieser Mensch Uebles im Schilde führe, daß er ihm schaden könne: kurz, daß er schlimm sei und verabscheut werden müsse. Als Schmitt zum erstenmal den Grauen Biber besuchte, befand sich Wolfsblut im Lager. Beim leisen Ton der fernen Fußtritte, noch bevor er den Ankömmling sehen konnte, wußte Wolfsblut, wer da käme, und fein Haar sträubte sich. Er hatte bequem gelegen, aber er stand rasel) auf, als der andere sich näherte, und schlich wie ein echter Wolf ans äußerste Ende des Lagers. Er wußte nicht, was die beiden miteinander sprachen, aber er verstand es dennoch. Als Schmitt einmal mit dem Finger nach ihm nlies, zeigte er knurrend die Zähne, als hätte die Hand des Mannes ihn be- rührt, während sie doch eine weite Strecke von ihm entfernt war. Schmitt lachte darüber, und Wolfsblut schlich in den Schutz des Waldes und wandte den Kopf zurück, als er laut- los über den Boden glitt. Allein der Graue Biber hatte keine Lust, den Hund zu verkaufen. Er war durch den Handel reich geworden und verlangte nichts weiter. Auch war Wolfsblut ein wertvolles Tier, der stärkste Schlittenhund, den er je gehabt hatte, und der beste Leithund. Es gab nicht seinesgleichen, weder am Mackenzie, noch am Pukon. Wie konnte er kämpfen! Er brachte dw Hunde so leicht um, wie man Mücken totschlägt, und bei diesen Worten zuckte es wie ein Blitz in den Augen des schönen Schmitt auf, und er leckte sich gierig die dünnen Lippen. Rein, Wolfsblut war»m kernen Preis zu haben! ________....(Fortsetzung folgt.) haben und eima in der Mitte des Eiszeitalters var einhundert bis 3meihunderttausend Jahren den Untergrund zusammengeschoben und haburch eine Art fleiner Gebirge hier erzeugten. Die jungen Gletscherströme haben diese Gebirgsformationen in verschiedener Hin ficht umgestaltet, in etwas verblaßter Form bestanden sie noch am Ende der Eiszeit. In ihrer Tiefenlinie fanmmelten sich die Schmelz waffer und ihnen folgen auch heute noch die Flüsse. Ab Montag elektrische Stadtbahn. Zunächst vereinzelte Züge auf der Strecke Erfner- Potsdam. Das Cangerfehnite foll nun endlich Ereignis werden. Die elettrische Stredeneinrichtung auf der Stadtbahn ist, wie vom new Borwärts wiederholt ausführlich mitgeteilt, so weit noll. Vegetation und tierisches Leben entstanden erst viele Jahrtausende später, als von Gletschern, falten Klimaten und Dünen bildung längst feine Rede mehr war. Den Pflanzen und Tieren in diesen Sand- und Flußbetten folgte der Mensch, über dessen Siedlung die vorgeschichtliche Forschung in den letzten Jahrzehnten ebenfalls ungeahntes Licht verbreitet hat. Und wieder sind einige Jahrtausende vorübergegangen, bis die ,, Brandenburgia" ihre Gäste auf einem schmuden Haveldampfer nach Ferch expedieren fomnte, um in dem aufgeschlagenen Buch der Natur die Wunder der Bergangenheit zu zeigen. Zuchthaus für Gutowski. Dreieinhalb Jahre ohne Bewährungsfrist. S Das Landgericht I verurteilte den des Todschlags an der Prostituierten Else Arndt angeflagten Seifenhändler und ehemaligen Schupowachtmeister Paul Gufomiti wegen gefährlicher körperverlegung mit Todeserfolg unter Verjagung mildernder Umstände zu drei Jahren sechs Monaten 3uchthaus und 5 Jahren Chrverluff. 10 Monate Untersuchungshaft sind ihm auf die Strafe angerechnet worden. Dem Anfrage der Berteidiger, der Rechtsanwälte Dr. Herbert Fuchs und Dr. Artur Brant auf Haftentlassung wurde wegen der Schwere der Strafe nicht stattgegeben. In der Urteilsbegründung führte der Borsigende aus, daß dem Angeklagten wegen der bewiesenen außerordentlichen Roheit mildernde Umstände versagt werden müßten. Wenn man bedenkt, daß die Kammer unter dem Borsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Tolt durchaus nicht zu den unverständig harten gehört, so wird man annehmen müssen, daß für sie triftige Gründe vorlagen, dem Angeflagten mildernde Umstände" zu verfagen. Das Gericht wird auch nicht umsonst bei der Urteilsbe gründung auf den Fall der Haus angestellten Destreich zurückgekommen sein. Daß dieses Mädchen in seiner Wohnung verschieb, mar Gutowsfis Inglück. Jedoch fein ganz unverschuldetes. Als Else Arndt sich nicht nach dem Gelde durchsuchen lassen wollte, sprach plößlich aus ihm der brutale Soldat, der Polizeimana, der feinen Widerstand duldet und auf eigene Faust Recht übt, das Unrecht gebiert. Der medizinische Sachverständige Odermedizinalrat Dr. Bürger bestritt nicht einen Affeitzustand beim Angeklagten, rerneinte aber irgendwelche pinchische Boraussetzungen, die eine folche Tat gerade bei diesem Menschen als notwendige Folge seiner Erregung hätten zeitigen müffen. Und Prof. Strauch erflärte mit aller Bestimmtheit, daß das Mädchen nicht nur gewürgt, sondern auch mit dem Streifen des Bettlafens gebroffelt worden sei. In dez Bergangenheit des Angeklagten, soweit diese überhaupt durchforscht murde, soll nichts auf die Möglichkeit einer derartigen Tat hinweisen. Dann bleibt aber nur die einzige Erklärung, auf die fich auch alle Prozeßbeteiligten einigten: 12 Jahre äußerer 12 Jahre äußerer Disziplin hatten bei diesem Mann eine innere Disziplin nicht entwickelt. Und er wurde zum Spielball feiner hemmungslosen Triebe. Eine tragische Einzelheit aus der Gerichtsverhandlung als Nachtrag. Ein Studienrat hat in ciner schriftlichen Eingabe an Das Gericht die Bermutung ausgesprochen, daß die Getötete seine Frau fein tönnte, die ihn und seine beiden Kinder im Jahre 1914 verlassen habe. Seitdem sei sie spurlos verschwun dent, schrieb der Studienrat. Sollte die Getötete seine Frau sein, so wäre, er gern bereit, für den Angeklagten manches Entlastende auszusagen, Der Bersicherungsmordprozeß. Die lehten Beugenaussagen in Neustrelit. Im Mordprozeß Brauer- Krüger, der in Neustrelitz verhandelt wird, fämpft man um 3ndizien. Sind die Verdachtsmomente start genug, um zu einem verurteilenden Spruch zu kommen, oder muß das Gericht dem alten Rechtssah folgen: im Zweifelsfalle für den Angeklagten? Als gestern der Angeklagte Brauer weiter vernommen wurde, gab es einen auffehenerregenden 3 wischenfall. Der Borsitzende fragte Brauer, ob es richtig fel, daß er seine Ehefrau bei der endet, daß am Montag die ersten elettrischen Juge auf der Strede Erfner- Botsdam verkehren fönnen. Am Sounabend gab es eine abschließende Probefahrt, die die Vorzüge der neuen Betriebsart noch einmal offenbar merden ließ. Bom Bahnhof in Erfner, der auch einen neuen Wagenfchuppen für die Unterstellung der elektrischen Züge erhalten hat, setzt sich der Probezug in Bewegung. Die sechs Wagen, die einen„ Bollzug" bilden, glänzen im Schmud der frischen, lebendigen Farben, die gegen das trifte Braum und Grün der alten Züge so ungewohnt wirken. Er sieht aus wie eine Schlange mit gelbem Rücken und rot und blau gesprenteltem Bauch. Die Dächer leuchten filbern in der Sonne. Vom Anfahren des Zuges ist kaum etwas zu merken. Es ist wie bei der Untergrund: ein vorsichtiges Anrüden und dann gleich das Uebergehen in eine Schnelligkeitsstufe, die auf der Stadtbahn ganz ungewohnt ist. Der Aufenthalt auf den vielen Stationen der langen Strede ist auf ein Mindestmaß herabgefekt und das erneute Anfahren wird mit größter Genauigkeit und Borsicht geübt. Auf den Bahnsteigen staunt man das neue schmide Bunder an und ist enttäuscht, daß es nur ein Probezug ist, der feine Fahrgäste mitnimmt. Im Innern der Wagen ist es gegen die anderen Behifel der Reichsbahn, so hell und freundlich, wie man es, in Berlin wenigstens, noch nicht fennen gelernt hat. Der elektrische Betrieb wird zunächst nur mit fünf agere zügen zu je 6 Wagen durchgeführt. Die zur Aufnahme des vollen elektrischen Betriebes fehlenden Wagenzüge folgen nach und nach und werden gruppenmeise eingefeßt. Die eingesetzten fünf Bagenzüge fahren vorläufig mit den Fahrzeiten der Dampfzüge und zwischen diesen nach einem bestimmten Um loufplan zwischen Erfner und Potsdam. Insgesamt fahren in jeder Richtung 20 Züge. Sonntags( in Stundenabständen) fahren in jeder Richtung 23 3üge. Die weitere Ausdehnung des elektrischen Befriebes ist so gedacht, daß zunächst die Strede Grtner Botsdam volt aufgefüllt wird. Am 1. Auguft wird voraussichtlich die Strede Spandau erhält damit stündlich 4 Züge in jeder Richtung. So Die Strede Charlottenburgbald die Strede Erfner- Potsdam voll bedient werden fann, wird auf den Außenstreden zwischen Erfner und Stralau Rummelsburg und Charlottenburg und Botsdam mit den Fahrzeiten des deftrischen Betriebes gefahren werden, die rund 25 Pro3.( teilweise mehr) fürzer find als die Fahrzeiten der Dampfzüge. Bei weiterem Fortschreiten der Wagenlieferung werden nacheinander die Streden Kaulsdorf- Stadtbahn- Süd ring- Barschauer Straße und Grünau- Stadtbahn nord- ing- Stadtbahn in der gleichen Weise auf den elektrischen Betrieb umgestellt mie die Strede Erfner- Botsdam. Es darf damit gerechnet werden, daß dies bis etwa Ende des Jahres der Fall sein wird. Sobald alle an die Stadtbahn angeschlossenen Vorortstredet voll auf den elektrischen Betrieb umgestellt worden sind, wird auch auf der Stadtbahn mit den fürzeren Fahrzeiten dez elettrischen 3üge gefahren werden. Auch hier beträgt die Fahrzeitfürzung rund 25, Proz.( Fahrzeit der Dampfzüge ErtnerPotsdam 2 Stunden. Fahrzeit der elektrischen Züge Ertner- Pots dam 1½ Stunden. Die Strede Charlottenburg- Schlesischer Bahn hof wind statt in 33 Minuten später beim elektrischen Betrieb in etwa 22 Minuten durchfahren werden können, und eine Rundfahrt um den Ring, die jetzt fast 2 Stunden dauert, wird voraussichtlich in etwa 80 Minuten durchgeführt werden können.) Die neuen Wagen. Der Vorgänge der neuen elettrischen Stadte bahnmagen läuft seit etwa 2 Jahren auf den zum größten Teil bereits elektrisierten nördlichen Vorortstreden. Der neue Stadtbahnwagen ist etwa 8000 kilogramm leichter als der ältere, dabei ebenso stabil und träftig gebaut. Das erheb lich geringere Eigengewicht( zirfa 20 Broz) gestattet schnelleres Uns fahren und ergibt beträchtliche Stromersparnisse. Für die am stärks ften beanspruchten Teile ist Siliziumstahl verwendet worden, Die neuen Wagen befizen eine Länge von rund 17 Metern und eine Breite von fast 3 Metern. Jeder Bagen ruht auf zmei zweiachfigen Drehgestellen mit dreifacher Abfederung. Hierdurch wird sehr sanfter rubiger Lauf der Wagen, auch auf der furven reichen Stadtbahn, erzielt. Der Fußboden liegt zur Erleichterung und Beschleunigung des Ein- und Aussteigens in fast gleicher Höha mit der Bahnsteigobertante. Seitliche Schutzborbe verringern den Spalt zmifchen Wagen und Bahnsteigtante. Jeder Bagen besitzt auf jeder Seite vier Doppelschiebetüren von 1,20 Meter fichter Beite, so daß gleichzeitig 2 Bersonen die Türen durchschrei ten fönnen. Die Schiebetüren merden furz vor der Abfahrt des Zuges vom Führerstande aus durch Druckluft selbständig geschlossen. Die Innenfanten der Schiebetüren find mit breiten Gummihohl feiften verfehen, durch die jede Berlegung von Reisenben, auch wenn fie unglücklicherweise einmal zwischen die sich schließenden Türen fommer follten, verhindert wird. Während des Anfahrens der Züge( zirta ½ Minute) merden die Türen durch die Druckluft perfchloffen gehalten; nachher entweicht sie wieder selbst tätig. Bor dem Bersuch, auf fchon fahrende 3üge aufzu fpringen, muß bei den neuen elektrischen Bügen ganz beson ders gewarnt werden, weil dies bei den ungewohnt hohen An fahrbeschleunigungen äußerst gefährlich ist und außerdem die Türen während des Anfahrens doch nicht mehr geöffnet werben formen Die Raumeinteilung ist bei den neuen Wagen im wesentlichen die gleiche geblieben wie bei der älteren Bauart 1925, Querfige mit Mittelgang und reichlich Raum für Stehplätze. Der Triebwagen enthält 54 Sitz- und 154 Stehplätze, der Beiwagen 58 Sig- und 150 Stehplätze. Berbindung mit der„ Italia". zusammen mit dem ermordeten Rhode an dem Wasserloch gesehen| Der verunglückte Radfahrer wurde in bedentlichem Zustande in das baben mill. Der Zeuge tennzeichnete Rhade als ängstlich und außer Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt. Ein Pferd bes Sex ordentlich wasserschen. Es sei nur einmal geglüdt, Rhode zu verfpannes wurde bei dem Zusammenstoß schwer verlegt und mußte anlassen, daß er mit ihm Kahn fahre. Beim Abendbrot habe er getötet werden. Schreie wie„ au au gehört, aber gedacht, daß es Hunde wären, die fläfften. Jest tam der fritische Moment. Der Borsigende vermies. auf die Behauptung Brauers, daß er den Zeugen mit Rhode an dem entscheidenden Abend am Wasserloch zusammen gesehen habe. Der Zeuge antwortet mit erhobener Stimme: Nein!" Troy aller Borhaltungen, an denen es besonders der Vorsitzende Herr v. Buchta nicht fehlen ließ, blieb der Zeuge Lamprecht bei seinen Befun dungen. Er bestätigte ausdrücklich, daß er, der bisher unbereidigt vernommen wurde, bereit wäre, feine Aussage durch Eid zu be stätigen. Biederholt tam es zu 3ufammenstößen zwischen dem Borsitzenden und der Berteidigung. Die Verhandlung wurde auf Mittwoch früh vertagt. Montag wird ein gofaltermin stattfinden, am Dienstag ist teine Sigung vorgesehen. d in de med chup na Der Straßenschreck. Stuttgarter Lebensversicherung in der Höhe von 150 000 Marf ver. fichert habe unter dem Susaß, diese Summe joll bei einem Tode Betrunkener Chauffeur verschuldet ein Unglück. infolge eines Jagdunfalls verdoppelt werden. Brauer mich pr aus. Er sagte, daß dieser Antrag als verdächtig von der VerGeffern nachmittag hat ein betrunkener Chauf ficherungsgesellschaft abgelehnt fei. Der Vorsitzende fragte: mußte feur in der Grellstraße schweres Unheil angerichtet: Er Ihre Frau von diesem Antrage?" und der Angetlagte antwortete: u benutte in seinem Alfoholzustand verbotswidrig die linte Bei diesem Nein bemächtigte sich des Gerichtssaals eine große Bewegung. Nachmittags schritt man zur 3eugenvernehmung. Da= bei handelt es sich hauptsächlich darum, welchen Weg Brauer an dem fritischen Abend auf dem Heimwege gegangen ist und ob noch genügende Helligkeit herrschte, um ihn zu ertennen. Der Ange Magte selbst behauptet, daß er den gleichen Weg zurüdgegangen sei, den er auf dem Hinwege benutzt habe. Das widerspricht aber den Angaben der Zeugen. Die Zeugen, darunter der Bahnhofsvorsteher, befunden, gegen 19 Uhr ein furchtbares Schreien gehört zu haben. Alle glaubten, es müsse etwas ganz Schredliches passiert sein. Einer der wichtigsten Zeugen ist der Knecht Lamprecht, der Brauer am Abend des 15. Februar Seite des Fahrdammes und überfuhr den Schloffer Paul Genth aus der Pappel- Alee 27. Man glaubt zu wissen, wo die Nordpolfahrer find. Kingsbarn, 9. Sunt Nach einer Funfmeldung, die die„ Citta di Milano" um 4 Uhe nachmittags aufgefangen hat, ist die genaue geographische Position der Italia": 80 Grab 30 minuten nörd licher Breite, 28 Grad öfflicher Länge. Die Cilla di Milano" richtet an die hiesige Funkstation die Bitte, nicht zu telegraphieren, da sie mit der Italia" Funkverbindung erhalten habe. Der Kapitän der Citta di Milano" erflärte um 22 Uhr, direkte Berbindung mit der Jfalia" gehabt zu haben, die sich in einem Buntie zwischen 81. und 80. Grad nördlicher Breite und 25. bis 30. Grad öfflicher Länge befinde. Torbisra Rom, 9. Jumi Sonderausgaben der Morgen- und Mittagsblätter bringen a großer Aufmachung die letzten Nachrichten über die von der„ Citta di Milano" am Freitag gehörten Juntsprüche der Staña fowie Bilder von Nobile, seiner Frau und seinen Gefährten. Diese Nach richten haben in den Bormittagsstunden an mehreren Stellen 1979( Haben don Genth befand sich auf seinem Fahrrad auf dem Nachhaufe- ids char meg. Er wurde überfahren und von dem Lastwagen noch etwa 8 bis 10 Meter mitgeschleift. Der Lastkraftwagenführer verfor nun vollends die Gewalt über sein Fahrzeug, stieß mit einem 3meispänner zusammen, raste auf den Bürgersteig und fuhr in das Schaufenster eines Friseurgeschäftes im Hauſe Grellstraße 38 hinein. Als der Mann sah, was er angerichtet hatte, perjuchte er au flüchten; er fonnte aber von Baffanten bald eingeholt und der Polizei übergeben werden. Die Feuerwehr zog den schwerbeschädigten Laftkraftwagen aus dem Innern des Friseurgeschäfts, das start demoliert war, heraus, und schleppte ihn ab. BERLIN Straße 20-22 Ste schon einen Grünfeld- Badeanzug? Meine Bedewäschepreisliste 28. sende ich Ihnen kostenlos und umgehend Grünfeld Landeshuter Leinen- u. Gebildweberel. Größtes Sonderhaus für Leinen u. Wäsche SommerDaunendecke Rosemarieprima franz. Daunenperkal, bunte Blumenmuster Ia Daunen, M. Rettfedern Gustav Fabrik 34 Lustig Prinzen Str. ECKE Sebastian Str. Wilmersdorfer Str 138 ander Bismarck- Str. Fraubenhundgebungen ausgelöst. Der Druid, der feit 14 Tagen auf| Berghängen gelangt. Trugig steilen hier die beiden Borphyrfelsen Jhalien laftete, hat sich in die Hoffnung gewandelt, daß die Nord polflieger gerettet werden können. Mit um so größere: Spannung merden nähere Nachrichten erwartet. Die Funkstation Sao Paulo bei Rom und die zuständigen Stellen wer den ununterbrochen von nah und fern um ergänzende Auskunft angerufen. Die Rheintaler. 11 Bad Kreuznach und Münfter a. Stein im Rahetal. Wer den Rhein sah und die osel, die Ahr, die 2a hn und die Sieg, muß auch die Nahe gesehen haben, damit ihm nicht ein gewaltiger Afford in der rheinischen Landschaftssymphonie fehlt. Bahlreich reihen sich die Orte am Flußufer auf. Bizarre Felsbildungen wechseln ab mit bewaldeten Kuppeln und gepflegten Rebenhängen; dann wieder schlängelt sich die Nahe durch Wiesen: matten und wogende Getreidefelder, indes Burgen und Schlösser erinnerungsschwer herabbliden. Schloß Daun und Anrburg, ge maltig in der Ausdehnung, überraschen in der Art ihrer Anlage, dann Callenfels, in Fels gehauen und erschütternd in der Hilflosig feit feiner Trümmer, und weiter der Wald, darin der Friede mohnt und die Einkehr in sich selbst; dazwischen malerfich verstreut die Städtchen und Dörfer Nerheim, Duchroth, Sobernheim, Simmern, Kirn und wie sie alle heißen. Die Bewohner des Nahetales haben von allem etwas gemein; die Heiterkeit des Rheinhessen, die Berschlossenheit der Leute von Hunsrück und die Herbheit des Eifel Böllchens. Der Bewohner des Nahetales ist ein arbeitsamer Gesell: er schuf die Lederindustrie, die in Kirn gipfelt, er betätigt fich in der Stein, Eisen und Holzindustrie und weckte die zahlreichen Schleifercien, darin Halbedelsteine verarbeitet werden, ins Leben. Troz aller Schönheiten des Nahetales, gipfeln die Erinnerungen in den beiden Bädern Kreuznach und Münster a. Stein. Bielleicht sind einzelne Bandschaftsbilder des Oberlaufes der Nahe charakteristischer und eindrucksvoller, vielleicht auch abgeschloffener und typischer, doch in den beiden Bädern, die gang aus der Land schaft heraus machsen, die sich eng an sie anschließen, vereinigt sich pulsierendes Leben und Raturverbundenheit, die Kraft der Grabier merte und Wafferräder mit der Lieblichkeit des Tales und mit der Bürzigkeit und Heilkraft der Luft, die das Tal erfüllt. Bunder und Winkel ist das alte Kreuznach mit seiner Kirche, die eine barode Turmhaube trägt, und der Brüde, darauf sich die be fannten Brüdenhäuser najemreis und vorwigig angefiedelt haben. Gie schauen den ganzen Tag dem Rauschen des Flusses zu, daran fich die Häuser anfchmiegen und sich so nabe über das Ilfer hervor beugen, daß durch das Angeln der Bewohner aus den Fenstern ein überaus prächtiges Wyll entsteht. Wintlig und versonnen sind die Straßen der Altstadt. Hell liegt die Sonne auf dem holprigen Pflaster und klettert die spiggiebligen Häufer hinan, deren Gipfel alle etwas vorgefragt sind. Die Neustadt aber mit Rurgarten und Kurhaus, deffen Einfachheit überrascht, leitet zum Kur- und Badeleben über. Die Nahe ist der nimmermüde Gesell, der durch den Garten rausdyt und den viele zierliche Brüden lenzfrisch überspannen. Bad Kreuznach hat sich über eine alte Geschichte hinmeg, die in der Ruine Kauzenburg einen stummen Zeugen hinterließ, zum bedeutendsten Radiumsolbad Deutschlands entwidelt, und weithin berühmt sind seine Heilerfolge bei Gicht und Rheumatismus. Bad Münster a. Stein, das alte Solbad, zu dem man von Kreuznach aus in einer halben Stunde durch das Safinental mit seinen großen Gradierwerfen und seinen hohen bewaldeten Beige, grau und braun BoxcalfSpangenschuhe 96 mit Krepprubbersohle. in sehr schönen Dessins Derselbe in braun Boxcalf, zum Schnüren 20 20 1650 tbnar19itto 19 Rheingrafenstein und der Rotenfels auf. Beiden Felfen gegenüber fräumt die Ebernburg, der ehemalige Sih Franz von Sidingens, von seiner reichen Bergangenheit, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Eine prachtvolle Sicht hat man vom Burgberg aus in die Schönheiten des Nahetales. Am unteren Lauf der Nahe liegen dann noch Brezzenheim, Laubenheim, das den Laubenheimer auf feinen Höhen reifen sieht, und Münster vor Bingerbrüd, mit all seinen übereinandergetürmten Dächern. Bei Bingen folgt der Ausklang des Tales und die Bereinigung von Nahe und Rhein. Das Unglück bei der Marine. Die Behörden vor einem Rätsel. Der Obermafrosengefreite Da um ift geffern nachmittag feinen fhweren Berlegungen erlegen. Damit ist die Zahl der Opfer des Sprengunglüds bei Schleimünde auf sieben geftiegen. Die Untersuchung der Explosionstatastrophe bei der Minensperrübung hat bisher noch fein flares Bild über den Her gang des Unglücks und seine Ursachen ergeben. Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, daß die beteiligten Marineangehörigen entweder tot oder so schwerverlegt sind, daß sie nicht ver nehmungsfähig find. Die Elife- Sänger om Soffbuffer Tor habet au für den Monat Junt etwas bringen, scheint der Grundfaz dieser munteren Echar zu sein, die im eint nettes Programm zusammengestellt! Wer nieles bringt, wird jedem Süden Berlins so rührig wirkt. Und wenn Augen und Ohren nicht mehr fo recht mit wollen, baun faucht der unverwüstliche Schorsch Russellt auf und alles muß mitlachen. Eingeleitet wird der Abend durch ein Genrebild aus Berlin N, zusammengesteät von Bernhard Groe. Die Herren Rick, Naumann, Hohenfels und Beder bestreiten es flott. Der Damenstimmen imitator Hennings hat bald sein Publikum gefunden, während Bornemann wahre Lachfalven im Barkeit entfesselt. Ein Duett René- Raumann beBühne. Bersteht sich, baß ein Stammpublikum ihn mit Beifall überschließt den ersten Teil. Nach einem Schlagerpotpourri betritt Russelli bie Ichüttet, ebe er überhaupt den Mund aufmacht. Und dann philosophiert er! Legt eine Bhilofopbie fo meit aus, daß fein Auge troden bleibt. Einatter beschließen den Abend. Die Haustapelle unter Hermann Blüthgens Leitung sorgt für gute Musit. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik sind Berlin SBB 68, 2inbeuftraße 3, a Zwei für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten. 3. Kreis Bedding. Sämtliche Abteilungen holen die ihnen zustehenden Jahrbücher vom Bezirksverband ab. Es wird erwartet, das alle b teilungen mit Banner nach Möglichkeit an der heute. Conntag, statt. findenden Bannerweihe der 131. Abt. Niederschönhausen sich beteiligen. 4. Areis Brenzlauer Berg. Achtung, Boranzeige! Freitag, 22. Juni, 13½ Uhr, in den Kasino.Festfälen, Bappelallee 15, Recisvertretertag. Die Stimma zettel und Flugblätter für die Elternbeiratswahlen find abzuholen am Dienstag, 12. Juni, von 19 bis 21 Uhr, von Klug, Danziger Str. 71. De Abteilungen müffen bestimmt kommen. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, 11. Juni, 19 Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Kreisfunktionärsgung. Bortrag: Die Bahlen am 20. Mai und die Stellungnahme der SPD." Referente wird in der Sigung bekanntgegeben. Distuffion. Rxcisangelegenheiten. Erscheinen aller Funktionäre bringend erforderlich. Auf der anderen Seite stammen die leichter Berletzten größtenteils von dem Minenhilfsboot C. 8, die naturgemäß über den Eintritt der auf dem Boot C. 12 erfolgten Explosion teine näheren Angaben machen tönnen. Bei den Marinebehörden steht man vor. fäufig noch vor einem Rätsel. wie der zur Sebung benußte Sprengförper plötzlich explodieren konnte, zumal fich bei allen bisherigen Manövern dieser Art niemals der geringste Unfall ereignet hat. Ob es sich um eine nicht ordnungsmäßige Zusammensetzung der Sprengladung oder um einen Fehler an der Zündvorrichtung ge handelt hat, wird sich schmer feststellen laffen, da der Spreng förper durch die Detonation in Taufende von Splittern auseinadler. Rönigftr. 27, Borstandsfisung. Die noch nicht abgelieferten Kreisandergerissen worden ist. am 21 Bermikt wird seit dem 2. Juni Ernst Schwarz, 22 Jahre alt. Der Bater, der in großer Sorge ist, bittet seinen Sohn, fich zu melden, Leffingstraße 37. Boulevard- Theater. Szöte Szafall, der direktoriale Haus fomiter, blödelte in alter ergöglicher Frische; zuerst in der Bur Teste Inventurausnertauf" einen gänzlich verbooften. Berläufer, den Schreden von Chef und Kundschaft, später ben fleinen Krause, das enfant terrible einer Echulstunde. Um ihn berum fchart sich ein fleiner Kreis guter einfünftler. Allen voran Lajos Szendy, der Parodist am Flügel, der Mann mit dem humorigen Kehltopf. Eine quietschende und quarrende ländliche Feuerwehrkapelle, einen nödelnden Tenor, eine tremolierende Sängerin und einen brumorchestralen Begleiterscheimingen, stellt er mit Humor und Musimelnden Baß im Rahmen eines opernhaften Geschehens, samt allen Petera Bergmann ist eine Stimmungskanone liebens. mürdigsten Kalibers; mit Biß und viel Routine erzählt sie die Moritat von des Ehemanns ewig talten Füßen, vom legendären Jungfräuleint und vom eigenen Erlebensdrang. Mar Landa zeigt sich in einem gut durchdachten Stetch Kleptomanie als Schauspieler von Format. Das Ganze trebenzt Hellmut Kruger in einer launigen, aftuell gewürzten Conference. falität Ehrlicher Finder gelucht. Ein brauner Ieberner Geldbeutel mit 425,-. Inhalt auf dem Wege Bornig bis Möllendorfstraße Freitag abends verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, ihn an B. Rubusch, Gabelsbergerftr. 7 2 rp., abzugeben. 9. Kreis Bilmersdorf. Abteilungen 67 bis 73: Montag, 11. Juni, 20 2hr, Beamtenversammlung bei Nauen( früher Andreas), Bfalzburger Str. 55, Ede Güngelitzake. Bortrag: Was haben die Beamten von der tommenden Regierung zu erwarten?" Referent Genoffe Dr. Sensler. Sehr wichtig! Rein Beamter barf fehlen. 101 10. Areis Zehlendorf. Dienstag, 12. Juni, 19% Uhr in Wannsee, Reichsfammellisten für die Wahlen find in diefer Sigung mit dem Raffierer abzurechnen. 11. Kreis Schöneberg. Das Material für die Elternbeiratswahlen ist Dienstag, 12. Juni, von der Spedition, Belziger Str. 27, abzuholen. 18. Areis Zempelhof. Montag, 11. Sunt, Zusammenkunft aller GBD.Freis denier pünktlich 20 Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. Wichtige Bea fprechung. Erscheinen aller notwendig. e 14. Rreis Reulan. Rontag, 11. Juni, 19 Uhr, im Barteibureau, Bedarfir. 3, wichtige Sigung der Elternbeiräte und Biftenführer sowie oller Deleute der Schulen, schrift der eingereichten giffen ist mit zubringen. Jm Behinderungsfalle ist unbedingt Bertreter zu feuben. 17. Areis Fichtenberg. Montag, 11. 3nni, 19 Uhr, Arcisfunttionartonferen im Arbeitsomt, Schreiherbauer Straße. 2ichtenberg und Außenbezirke Das Material zur Elternbeiratswahl. ing. Blätter und Stimmzettel von ber Borwärtsspedition, Richter, Boghagence Straße 62, am Dienstag, 12. Juni, bis 18 Uhr, abzuholen. 20. Kreis Reinickendorf. Dienstag, 12. Juni, 20 Uhr, Gigung der Arbeiter mohlfahrt im Verwaltungsgebäude, Reinidendorf, Sauptstr. 46, Bimmer 60. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. GUTER RAT GUTER RAT set 02 FÜR KRANKE UND GESUNDE IST GOLDES WERT Verlangen Sie portofrej und kostenlos das 96 Seiten starke Buch„ Guter Rat" mit vielen Abbildungen. Ausführliche Beschreibung vieler Krankheiten u. Leiden, und was man dagegen zu tun hat. Schreiben Sie an: Otto Reichel, Berlin 43 SO., Eisenbahnstraße 4 Kreppgummi- Sohlen für Reise und Ferien. ien. Leichter, elastischer Gang, der Fuss ermüdet nicht, äusserst i in haltbar und strapazierfähig. tim - 99509b58 ns 08101 20 l9b58 og ide Tennis- Schnür- u. 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Die Genoffinnen und Genoffen, die fich an einer Echreibarbeit( Adressenschreiben) für die Elternbeiratswahlen beteiligen mollen, treffen fich vormittags 10 Uhr bei Rittmann, Anabenschule, Rubower Straße. 131. bt. Rieberschönhausen. Sonntag, 10. Juni, Bannerweihe um 14 Uhr auf bem Martiplag in Riederschönhausen. Beiberebner Dher. lehrer Artur Rachom. Untreten zum Umang 13 Uhr auf hem Dismard plag. Mitmirtenbe: Deutscher Mukiterverband, Reichsbanner, Arbeiter. fänger, Arbeiterfportler, Sprechgemeinschaft Niederschönhausen... Rachfeier in ben Gesamträumen bes 2otels Sanssouci, Nieberschön. hausen- Nordend. Alle Genoffinnen und Genossen, auch die anderer Ab feilungen, fowie Sympathifierenbe fub bazu herzlichst eingeladen. Morgen, Montag, den 11. Juni: 4 1. Abt. 19% Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1, Funktionärfisung. Gammellisten und Maimarten find umgehend abzurechnen. 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelftr. 8, Funktionär figung. Bichtige Tagesordnung. 11. Abt. 19 Uhr bei Berger. Zevekomftr. 21, Funktionärfizung. 12. bt. 191 Uhr bei Schmidt, Wicleffit. 17, Funktionärßigung. 14. bt. 191 Uhr bei Laurigen, Butbuffer Str. 11, Funktionärkigung. 15. bt. 19% Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, Sigung fämtlicher Funktionäre mit den Betriebsvertrauensleuten. 16. Abt. 19 Uhr bei Rinzel, Usedomftr. 22, Sigung fämtlicher Funktionäre mit den Elternbeiräten. Erscheinen ist Pflicht. 17. bt. 19% Uhr bei Dofe, Nordhafen 6, Funktionärkigung. 19. Abt. 191 Uhr bei Schrepel, wichtige Funktionärssung. 20. Abt. 19 bei Bofe, Rolonieftr. 15, Funktionärfißung. Bichtige Tages. ordnung. Rein Funktionär barf fehlen. 21. Abt. 19% Uhr Funktionärversammlung bei roll, Utrechter Ste. 3. 22. t. 19 Uhr bei Radzay, Brüffeler Str. 43, Funktionärtigung. 23. Abt. 19 Uhr bei Grunewald, Rameruner Str. 19, Funktionärtigung. Jeber Bezirk muß vertreten fein. 24. Abt. Pünktlich 20 Uhr bei Rösner, 3mmanuelfirchste. 25, Funktionde. fikung. 27. Abt. 1914 Uhr bei Woohsmann, Gleimftr. 10, wichtige Funktionärligung. 28. Wbt. 191 Uhr bei Büttner, Edmedter Str. 23. Funktionärligung. 34. bt. 10 Uhr bei Schmidt, Fruchtstr. 36, Atreisfunktionärsisung. Jeder Bezirk muß vertreten fein. Die Bezirksführer werden gebeten, zu den Rahlabenden am Mittwoch, dem 13. Suni, beftimmt einzulaben. 39. bt. 19 Uhr in der Suristischen Sprechstunde, Lindenste, 3, Funktio. närfizung. Sammelliften und Maimarten find abzurechnen. 40. Abt. 19% Uhr bei Reufner, Hagelberger Str. 20a, Funktionärßigung. Einteilung zur Wahlarbeit zur Elternbeiratsmahl. Ane Funktionäre und Kinderfreundehelfer müssen erscheinen. 41. Abt. 19% Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Str. 6, Funktionärkigung. 42. Abt. 20 Uhr bei Biersdorff, Urbanftr. 6, Funktionärfisung. 43. Abt. 19% Uhr bei Brufe, Graefeftr. 41, Funktionärigung. Maimatter und Gammelliften müssen unbedingt abgerechnet werden. 44. Abt. 19% Uhr bei Ewald, Etaliger Str. 126, Funktionärligung. Bich tige Tagesordnung. Alle Funktionäre müffen erfcheinen. 45. bt. 19 Uhr bei Bolff, Forster Str. 44, Funktionärigung. Ausgabe der Funktionärßigung und Unfer Beg". Bahlmaterial und geliehene Fahnen find mitzubringen und abzugeben. 46. Wbt. 19 Uhr bei Eichholz, Cuprnftr. 23, Funktionärkigung. Funktionäre müffen erscheinen. ge 47. Abt. 20 Uhr bei Gesche, Brangelstraße Ede Büdlerftmaße, wichtige Funktionärsikung. 53. bt. Charlottenburg. 1916 Uhr bei Zur. Suttenfte. 26, Funktionärtigung. 86. bt. Marienbort. 18% Uhr( 61 Uhr) Flugblattverbreitung bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. Der 1., 2. unb 7. Begir? verteilt von Reumener aus. 123. Abt. Raulsborf- Süb. 20 Uhr Bersammlung der Freien Schulgemeinde im Lotal Jägerheim. Die Genoffinnen und Genoffen milffen dazu bestimmt erfcheinen. 137. bt. Reinidendorf.Weft. 1914 Uhr im Bolshaus, Scharnweberfte. 114, Funktionärtigung. Erfcheinen ist Pflicht. Dienstag, den 12. Juni: 8. t. 20 Uhr pünktlich Funktionärfizung bei Schneider, Binderfeldtstr. 8. Auch die Elternbeiräte milfsen baran teilnehmen. 3. Abt. 19 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34, wichtige Tagesordnung. Alle Bezirksführer müssen bestimmt anwesend fein. 16. st. 18 Uhr betrüger, Suffitenfte 84 Ede Geringftrate, Mit. gliederversammlung. Bortrag: Die Lommende Elternbeiratswahl. Redner Stadtverordneter und Rektor Gustav Hänide. Gäfte find herzlichst millkommen. 69. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr im Lofal Sulfa, Lauenburger Str. 21, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die politische Rage nach den Wahlen und Regierungsbildung." Redner Redakteur Wolfgang Schwarz. Alle Mitglieder werden um bestimmtes Erscheinen gebeten. 85. Abt. Tempelhof. 19 Uhr Bahlabend des 2. und 5. Bezirks bei Pommering, Berliner Str. 100 Ede Bittoriastraße, Bortrag: Rommunale Arbeit im 13. Bezirk. Referent Richard Sille. Briefumschläge für die Elternbeiratswahl find umgehend vom Genossen Dito Burgemeister, Berliner Str. 90, abzuholen. 80. Abt. Schöneberg. Boranzeige. Sonnabend, 16. Juni, ab 15 Uhr, großes Sommerfest im 2ofol Carlshöhe, Mariendorf. Attilaftraße, nabe Bahnhof Mariendorf. Festbeitrag für Erwachsene 50 Pf. Rinder frei. Befreundete und benachbarte Abteilungen, insbesondere Mariendorf, Tempelhof und 2antwig find herzlichst eingeladen. 110. Ast. Grünau. Mittwoch, 13. Juni, bei Berner, Röpenider Str. 125, Bahlabend. Der Frauenabend am Freitag, dem 15. Juni, fällt aus. Dafür beteiligen fich alle Genoffinnen an dem Sahlabend am Mittwoch. 111. Abt. Bohnsdorf. Mittwoch, 13. Juni, 20. Uhr, Berbeversammlung bei Heimann, Baltersdorfer Str. 100, Bortrag: Die Sozialdemokratie als politischer Machtfattor." Steferent Alfreb Flaten. Alle Mitglieder fomic Sympathisierende nnd Borwärtslefer sind herzlichst eingeladen. Wir erwarten rege Beteiligung. Frauenveranstaltungen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Achtung, Genoffinnen! Der Frauenabend fänt im Monat Juli aus. Dafür findet am 20. Juni eine Besichtigung des Botanischen Gartens ftatt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 7. Abt. Freitag, 15. Juni, 19% Uhr, in Cornis Feftsälen, Gartenstr. 6, Frauenabend. Bortrag des Genossen Dr. Max Schütte. Unt regen Befuch wird gebeten. 30. Abt. Montag, 11. Juni, 20 Uhr, bei Rohft, Stargarder, Ede 2nchener Straße, Frauenabend. Gemütliches Beifammensein. Alle Genossinnen find bazu eingeladen. D40. Abt. Kreuzberg. Mittwoch, 13. Juni, 19% Uhr, in der Aula der 108. und 116. Gemeindeschule, Hagelberger Str. 34, Elternversammlung ber freien Schulgemeinde. Vortrag des Genossen Dr. S. Druder über .Gefundheitliche Fürsorge für die Kinder in der Schule". Alle sympathifierenden Eltern find dazu eingeladen. 48. Abt. Montag, 11. Juni, 191 Uhr, m Alexandriner, Alexandrinenftr. 37a, Bortrag des Genoffen Ganswindt über Sypnose und Suggestion". Alle Genoffinnen find dazu herzlich eingeladen. Gäfte willkommen. 71./72. bt. Wilmersdorf. Montag, 11. Juni, 19% Uhr, bei Gängebusch, Laubacher Str. 29, Ede Warziner Straße, Bortrag des Genossen Ramm über Alt- Berliner Humor"( Bille). Alle Genoffinnen find dazu herzlich eingeladen. 82. unb 83. bt. Steglig und Zichterfelbe. Alle Genoffinnen werben gebeten, ben Frauenabend der 84. Abt. Zanimiz am Montag, 11. Juni, in Lehmanns Feftfälen, Zantwis, Raifer- Wilhelm- Str. 29, zu besuchen. Bortrag des Genoffen Dr. Mener- Brobnis über Frauenkrankheiten und Geburten. regelung mit Lichtbildern. 21 84. Abt. Santmis. Montag, 11. Suni, 19% Uhr, in gehmanns Festfälen, Bantwis, Raifer- Wilhelm- Str. 29-31, Frauenabend. Bortrag des Genossen Dr. Mener- Brohnig über Frauenerantheiten und Geburtenregelung( mit Lichtbildern). Ame Genoffinnen, Sympathifierende und Borwärts" Refer find hierzu herzlich eingeladen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 123. Abt. Raulsborf. Dienstag, 12. Juni, 20 Uhr pünktlich, bei Neumann, vor. mals Sübner, Bahnhof, Ede Wilhelmstraße, Bortrags- und Aussprache= abend über Arbeitermohlfahrt und öffentliche Wohlfahrtspflege". Refezentin Genoffin Dr. Hellinger. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Jungjozialisten. Gruppe Beißenfee. Montag, 11. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim, Barl ( traße 86, Bortrag: Dinta, fein 8med und feine Bedeutung für die Arbeiter. Referentin Dora Fabian. Gruppe Bilmersbort. Montag, 11. Juni, Juwelen- Belmonte kontrae 30- Uhrenr, im Jugendheim, Wilhelmsaue, Bortrag:„ Arbeiterfport". Referent Königstraße Silberwaren. Größte Auswahl.Höchste Qualität. Billigste Preise. Goldwaren G. Kruczynz. Gäste willkommen. WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Bereinigung Sozialdemokratischer Studierender. Montag, 11. Juni, 20 Uhr: Funktionärsigung. Donnerstag, 14. Juni, 30 Uhr: Arbeitsgemeinschaft: heorie des Cozialismus." Referent Ernst Habe. Individuum und Gesellschaft vom Standpunkt der materialistischen Geschichts. auffassung." Freitag, 15. Juni, 20 Uhr: Geminar:„ Recht und Sozialismus." Referent F. Friedensohn. Freitag, 15. Juni, 20 Uhr: Margistische Studiengruppe: Laffalle und die deutsche Arbeiterbewegung." Referent Alegander Eltin. Montag, 18. Juni, 20 Uhr: 1. Wirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft. 2. Arbeitsgemeinschaft: Margismus und Pinchologie." Mittwoch, 20. Juni, 14 Uhr: Besichtigung der Freischule Scharfenberg. Näheres am Brett. Donners. tag, 21. Juni, 20 Uhr: Außenpolitische Arbeitsgemeinschaft: F. J. Furtwängler: „ Indien". Sämtliche Beranstaltungen finden in unserem Heim, Albrecht. straße 11, Gartenhaus 2 Tr., statt. " Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Areis Mitte: Die nächste Selferzusammenkunft findet Montag, 11. Juni, ab 191 Uhr am Teufelssee( Grunewald) statt. Die Gruppenleiter müssen bestimmt erscheinen. Die Gruppenleiter und Helfer haben dafür Gorge zu tragen, dağ die Eltern unserer Rinder am kommenden Sonntag ihrer Wahlpflicht bei den Elternbeiratswahlen genügen. Kreis Tiergarten. Rote und Jungfallen: Am Dienstag, 12. Juni, um 17 Uhr, im Heim Waldenserstraße, gemeinsame Mitgliederversammlung. Gruppe August Bebel und Rülen: Mittwoch, 13. Juni, von 17-19 Uhr, Spielen im Heim. Donnerstag, 14. Juni, von 18-20 Uhr, spielen alle Gruppen auf dem Sportplaz Bremer Straße. Kreis Kreuzberg: Montag, 11. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Bordstr. 11, Rreishelfersigung. Abrechnung vom Kreisfeft; die übrigen Programme mitbringen. Gruppe Südwest: Dienstag, 16% Uhr, Baerwaldstraße, Treffen zum Rettungsschwimmen. Kreis Wedding: Connabend, 16. Juni, Pflichtfahrt der Zeltfahrtteilnehmer. nach Birkenwerder. Treffpunkt 17 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Näheres Zeitung beachten. Kreis Charlottenburg: Achtung! Montag, 11. Juni, pünktlich um 20 Uhr, Elternabend im Seim Rosinenstr. 4. Besprechung über das zeltlager und Licht. bildervortrag. Kreis Lichtenberg: Mittwoch, 13. Juni, findet um 17 Uhr in den Baraden Rathausstraße eine Besprechung der Rinder, die ant geltlager teilnehmen, statt. Rreis Reukölln. Montag, 11. Juni, 17-19 Uhr, gemeinsames Spielen aller Roten Falten auf dem Blag an der Sonnenallee. Dienstag, 12. Juni, 19½ Uhr, Zusammenkunft aller am 3eltlager teilnehmenden Helfer in der Baracke Ganghoferstraße. Geburtstage, Jubiläen usw. 29. Abt. Unserer Genoffiu Martha Rühle zu ihrem 50. Geburtstage bid herzlichsten Glüdwänsche. Die Genoffinnen und Genoffen der 29. Abteilung. Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fris Raritädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Ginger u Co., Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 4 Beilagen,„ Unterhaltung und Wiffen“ und„ Blid in die Bücherwelt. dreses DR. THOMPSON'S SCHUTZMARKEO SCHUTZMARKEC SEIFENPULVER Fabrikzeichen bietet die Gewähr für ein Waschmittel ohne schädliche Substanzen das die Wäsche durchaus schont und schneeweiß macht. Dr. Thompson's Seifenpulver Mode- Album Wertheim Nr. 9, Reise- u. Bade- Nummer ( Portofr. Zusendung nach Eingang v. 45 P.) 30 Pf. Ausstellung Bade- Artikel Wiener und Pariser Modelle Neuheiten in Bade- Kleidung, Wiener und Badetrikot Damen n. Herren schwarz mit Besatz, Größe 42 Badetrikot für Damen u. Herren Oberteil blau- weiß oder rot- weiß gestreift. ... Größe 40 Badetrikot 220 3M f. Damen, Trägerform, schwarzweiß gemustert. Oberteil, Gr. 42 510 Badetrikot f. Damen, mit 2 Volants, Gr. 40 540 für Kinder, farbig gemustert 190 660 Badelaken Bademantel für Kinder, Länge 80 cm Cravisé Neue kunstl. 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Der Schiedsspruch ist von 98% der Streifenden abgelehnt worden. Für den Schiedssprudh stimmten sage und schreibe 71 Mann von rund 8000. Das Rheinschiffahrtspersonal hat sich also gefchloffen gegen den Schiedsspruch ausgesprochen. Die Situation im Konflikt hat zugleich durch die | Haratiri machen und sich selbst umbringen. Größte Borsicht und Berständnis für die Lage des Rheinschiffahrtspersonals in einer 3eit der Lohn- und der Preiserhöhung ist dringend notwendig; Borficht, ihr Berantwortlichen! Im Westen hängt eine schwarze Wetterwolfe! Arbeitseinstellung beim staatlichen Schleppmonopol des Rhein- Vorstandsbeschlüsse des JGB. Herne- Kanals eine neue sehr beachtenswerte Berschärfung erfahren. Die Bejagung von neun Booten hatte sich am Freitag geweigert, unter Bolizeiaufsicht zu arbeiten und bestreitte Schiffe zu schleppen. Die Antwort der Unternehmer mar: fristlose Entlassung. Prompt und scharf wurde diese Brutalität vom Personal pariert. Auf allen 80 Booten des Schleppmonopols stellte am Sonnabend das Perfonal aus Solidarität mit den Entlassenen die Arbeit ein; es handelt sich um 76 Schiffsführer, 71 Matrosen, 79 Heizer, 8 Kohlenarbeiter, 81 Matrofen und einige Schiffsjungen, insgesamt um rund 360 Mann. Damit ist die letzte Möglichkeit des Kohlentransports von den Zechenhäfen nach dem Rhein unterbunden. Was bisher noch transportiert wurde, war im wesentlichen Reparations tohle. Auch diese Transporte sind also jetzt zum Erliegen gekommen. Es bleibt nur noch die Frage, wie weit nun auch die Berts hafenarbeiter den Betrieb einschränken. Kommt es auch dazu, bann werden in furger Seit die Zechen selbst zum Stillstand kommen. Im Mai betrug bereits die Zahl der Feierschichten 312 000. Mit der Stillegung der Kanalschiffahrt find nun auch die französische and belgische Rheinschiffahrt zur Einstellung der Arbeit gezwungen, denn beide haben im wesentlichen nur Kohle nach Straßburg, Antwerpen und Rotterdam gefahren. Es ist schließlich nicht ausgeschlossen, daß das gesamte Monopolpersonal auf bem Dortmund- Ems- Kanal und dem Ems- Weser- Kanal zur Solibaritätsaktion greift. Dies würde die Stillegung der gesamten weftdeutschen Binnenschiffahrt inschließlich der Rheinschiffahrt bedeuten. Die Reorganisationsfrage um zwei Monate vertagt. Den Presseberichten des Internationalen Gewerkschaftsbundes entnehmen wir folgende Beschlüsse der letzten Borstandssigung des JGB.: Reorganisationsfragen: Da die Abhaltung der auf der letzten Ausschußsigung beschlossenen speziellen Tagung zur endgültigen Lösung der Reorganisationsfragen aus verschiedenen Gründen um zwei Monate verschoben werden mußte, wurde be schlossen, auch die Frist für die Beantwortung des an die Landeszentralen gesandten Fragebogens betr. die Wahl eines Bor= sizenden und eines Generalsekretärs des JGB. sowie die Bestimmung des neuen Sizes des JGB. um einen Monat zu verlängern, d. h. bis zum 30. Juni. Auf der nächsten, am 23. Juli in Köln anberaumten Borstandsfizung sollen die bis dahin eingelangten Antworten geprüft und bestimmte Borschläge ausgearbeitet werden, so daß die Landeszentralen die Möglichkeit haben, ihren Delegierten zu der außerordentlichen, am 24. September in Amsterdam tagenden Ausschußsitzung bestimmte Aufträge zu erteilen. Unterstügung an Landeszentralen: Es wurde verschiedenen Landeszentralen eine laufende Unterstützung aus dem für solche 3wecke zur Verfügung stehenden Fonds zugebilligt. Außerdem wurde auf Grund eines von der indischen Landeszentrale eingegangenen Unterstügungsgesuches beschlossen, die in Lilloah in Streit stehenden Eisenbahn- Wertstättenarbeiter aus den gleichen Mitteln mit einer einmaligen Summe zu unterftügen. Erhebung über die Arbeitszeit: In der Angelegen heit der bereits für dieses Jahr angesezten Erhebung über die effettive Arbeitszeit in verschiedenen wichtigen Industrien der angeschlossenen Länder ist den Landeszentralen der Entwurf eines Frage: Die geradezu unheimliche Wirkung des Rheinschiffahrtskonflikts bogens zugegangen. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen, auf das Wirtschaftsleben liegt offen zutage. Die Schäden gehen be durch Rundschreiben an die angeschlossenen Organisationen die Mögreits in die Milliarden. Was soll werden? Sollen die lichkeit einer Erhebung über die Arbeitslosigkeit unter den Streitenden, die sich und das muß doch auch dem Reichsarbeitsmitgliedern der Gewerkschaften zu prüfen. minifterium zu denten geben einmütig gegen den Schiedsspruch Berufsinternationale des Theaters: Auf Er ausgesprochen haben, mit Gewalt in die Betriebe gezwungen fuchen des französischen Verbandes der Bühnenangehörigen wurde werden? So geht es nicht meiter! Wollen die Schlichtungsbehörden beschlossen, durch Rundschreiben an die Landeszentralen Erkundigunele Sonntag. 10. Juni 1928 ! gen über die Organisationsverhältnisse in dieser Berufsgruppe einzuziehen. Herausgabe des Jahrbuches: Es wurde beschlossen, fünftig im Tätigteitsbericht an die ordentlichen Kongreffe einen statistischen Teil aufzunehmen, der das bis jetzt her= ausgegebene Jahrbuch ersetzen und ergänzen soll In der Zeit zwischen zwei Kongressen werden die Bewegungen in den Mitgliederzahlen der angeschlossenen Organisationen sowie andere wichtige statistische Angaben laufend in der Monatsschrift des 3GB. befanntgegeben. Kurzarbeiterunterstützung bleibt. 3hre Gültigkeit vorläufig bis Ende Juni verlängert. Die Kurzarbeiterunter stützung, deren Geltungs dauer am 2. Juni ablief, bleibt in der bisherigen Form zunächst bis zum 30. Juni in Kraft. Das Reichsarbeitsminifterium hat sich also einstweilen wenigstens dem Vorschlag des Verwaltungsrates der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung angeschloffen. Daß auch nach dem 30. Juni die Kurzarbeiterunterstügung in Geltung bleiben muß, davon wird sich nunmehr wohl auch das Reichsarbeitsminsterium überzeugt haben; denn die Kurzarbeit ist, wie die Statistik zeigt, neuerdings im Steigen begriffen. Reorganisierung im ZDA. Gau Brandenburg- Mecklenburg- Grenzmart. Gestern nachmittag begann im Sigungssaal der Ortsgruppe Berlin des Zentralverbandes der Angestellten die erste Gau konferenz des neuen Gaues Brandenburg Medienburg- Grenzmark, der sich aus den bisherigen Bauen Brandenburg- Mecklenburg und Grenzmark- Niederlaufiz, sowie aus der Ortsgruppe Berlin des 3dA. zusammensetzt. = Außer den rund 55 Delegierten waren noch zahlreiche Gäste er: schienen. Nach einigen kurzen Begrüßungsansprachen des neuen Gauleiters, Genossen Gottfurcht, und der Vertreter der befreundeten Angestelltenorganisationen, erstatteten die bisherigen Gauleiter Beil( Brandenburg- Mecklenburg) und Stöckel( Grenzmart- Niederlaufig) die Geschäftsberichte für die Zeit vom 1. Januar 1927 bis zum 31. März 1928. Sie konnten übereinstimmend mitteilen, daß es während der Berichtsperiode, sowohl in der Mitgliederbewegung als auch in finanzieller Hinsicht gut vorwärts gegangen ist. Anschließend hieran sprach Genosse Gottfurcht über„ Grenzen, Aufbau und die zukünftigen Aufgaben des neuen Gaues" Er teilte mit, daß in diesem neuen Gebiet zurzeit etwa 32 000 Mitglieder vorhanden sind. Die Organisation verspricht sich von dem Zusammenschluß, daß durch das llebergewicht der bisherigen Ber liner Ortsgruppe in dem neuen Gau den bürgerlichen Angestellten= verbänden in den kleineren Orten besser als bisher gegenübergetreten werden fönne. Ausschlaggebend ist aber für diese Reorganisation die Absicht gewesen, für alle Arbeiten im gesamten neuen Gaugebiet der Reise Vor der the exadeb du do 88 at brand Zoben 115 0001 sollten Sie noch einmal zu uns kommen, um zu sehen, für wie wenig Geld Sie bei uns allerhand nette Sachen bekomzweckmäßige- elegante- schöne so recht geschaffen, um Ihre Reise- und Ferien- Freuden voll und ganz auszukosten. So bekommen Sie bei uns z. B. Für die Reise Flotte moderne Kostüme in verschiedenen Modeformen. Die angenehme Kleidung für jede Gelegenheit 39.13.50 27Karierte Fantasie- Mäntel in hochmodernen Farbstellungen und fescher sportlicher Verarbeitung 29.22.50 Für Sport und See Flotte Tennis- Kleider teils ärmellos, in modernen Ausführungen, mit farbigem Aufputz und Gürtel 7.50 5.50 375 Praktische Bast- Kleider 650 aus deutscher Bastseide. Acußerst angenehm im Tragen und waschbar 12.50 9.75 14.00 Für Regen und WindKunstseidene Mäntel in modernen Karos und Farbstellungen. 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Die Hauptaufgabe des neuen Gaues ist, laden werden. auch an den entlegensten Orten eine stärkere Agitation als bisher zu betreiben. Daneben soll auch mehr als bisher für die Bildung der Funktionäre und Mitglieder getan werden, was jetzt leider nicht immer möglich war. Genosse Gottfurcht sprach zum Schluß seiner Ausführungen die Erwartung aus, daß die Funktionäre in Zukunft genau so freudig für die Organisation wirken werden, wie sie es bisher getan haben. Seine Ausführungen fanden den ungeteilten Beifall sämtlicher Anwesenden. Die Partei der Unorganisierten. Ihre Schwäche und ihre Taftif. In einer Versammlung der kommunistischen Zellenobleute, Gewertschaftsobleute und der Organisationsleiter, die anfangs Juni abgehalten wurde, referierte Frenzel über die Lehren aus dem Wahlkampf. Die Kommunisten, die in ganz Groß- Berlin noch nicht 14 000 Mitglieder zählen, sind selber überrascht über die ihnen bei der Wahl zugefallene hohe Stimmenzahl. Sie verdanken diese in erster Linie den Unorganisierten, die ihr schlechtes Gewissen vor ihren organisierten Arbeitskameraden durch die Abgabe eines kommunistischen Stimmzettels zu salvieren suchten. Daß der Stimmenzuwachs der KPD. in Berlin bei den jüngsten Wahlen nicht etwa dem Einfluß der kommunistischen Presse zuzuschreiben ist, ergibt sich daraus, daß nach der Angabe von Frenzel die Zahl der Abonnenten der„ Roten Fahne" nur rund 22 000 beträgt. Die Zahl der Mitglieder müsse bedeutend erhöht werden, um den Einfluß in den Betrieben und besonders bei den Wirtschaftsfämpfen zu erweitern. Für dieses Ziel müsse in besonders starkem Maße der Kampf in der Metallindustrie ausgenützt werden. Streit auf Bestellung. Innerhalb der Betriebe, in den Funktionärkonferenzen und in den Abteilungsversammlungen müsse für die Durchführung von Lohnbewegungen in der Weise hingewirkt werden, daß zum 1. Juli ein allgemeiner Streik in der Metallindu strie begonnen werden könne. Die Forderungen in den Betrieben feien so zu stellen, wie sie vor der Wahl von den reformistischen Gewerkschaftsführern aufgestellt worden seien, so daß diese ge= zwungen werden könnten, an ihren Forderungen unter allen Umständen festzuhalten. Den Lohnforderungen könne u. a. dadurch Nachdruck verliehen werden, daß zur Eröffnung des Reichstags Delegationen geschict würden. Die Radikalisierung der Belegschaften solle dadurch herbeigeführt werden, daß man sie mit den Führern der Gewerkschaften in Konflikt bringt. Ein anderer Redner behandelte speziell die Fragen der Propaganda. Die Redaktion der Roten Fahne" habe nach längerem Widerspruch fich bereit erklärt, die Betriebsseiten, die seit dem Wahlfampf in der Roten Fahne" täglich erschienen, in Zukunft beizu behalten. Frenzel sprach zur bevorstehenden Verbandstagswahl im Metallarbeiterverband. Die Liste der Opposition fönne man mit großer Mehrheit durchs Ziel bringen, wenn zu der Wahl alle MitIn einem Rundschreiben an die Leiter der Bezirks- und Branchenfraktionen der KPD. im Metallarbeiterverband wird be= tont, der Rahmentarif und die Festlegung von Mindestlöhnen müßten bis zum 30. Juni erledigt sein, um bei einem nicht genügenden Resultat am 1. Juli in den Streik zu treten. Eine Resolution fordert die sofortige Einberufung einer Metallarbeiterfonferenz, die zur Wahl der Verhandlungskommission bzw. der Streit leitung und zur Beschlußfassung über die notwendigen Kampfmaßnahmen Stellung zu nehmen hat. Die Metallarbeiter wissen jetzt, welches Spiel die KPD. mit ihnen treiben mill. Achtung SPD.- Eisenbahner! Am Montag, dem 11. Juni abends 7, Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus Fruchtstr. 36 Versammlung aller im Einheitsverband organisierten Parteigenoffen. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht der Genoffen rege Propaganda zu betreiben. Mitgliedsbuch des Verbandes und der Partei als Ausweis mitbringen. Der Werbeausschuß. Klarer Blick der Gemeindearbeiter. Hoffnungslose Verwirrungsversuche der Kommunisten. Am Freitagabend fand im Gewerkschaftshause eine außerordent liche Generalversammlung der Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter statt, in der die Mitgliedschaft zum Verbandstage Stellung nahm. Polenske sprach über die Ergebnisse der verflossenen drei Jahre, die für den Gemeindearbeiterverband in materieller wie organisatorischer Beziehung einen ganz besonderen Aufstieg bedeuten. Die Mitgliederzahl hat sich in der Berichtszeit im Gesamtverbande um 25 Pro 3., in der Ortsverwaltung Berlin um etwa 50 Pro3. gehoben. Finanziell steht die Organisation gefestigt da. Die Borstöße der Unternehmer gegen den Achtstundentag sind zum großen Teil zurückgeschlagen worden, so daß heute etwa 90 Proz. der Belegschaften die achtstündige Arbeitszeit haben. In der Verschmelzungsfrage sind die Hoffnungen der Berliner Mitgliedschaft auf baldige Verschmelzung leider bisher nicht erfüllt worden. Es wird Aufgabe des Verbandstages sein, auch in dieser Beziehung klare Bahn zu schaffen. Ueber die Abänderungen des Verbandsstatuts und des Programms, insbesondere über Beitragsfragen und Unterstügungseinrichtungen, referierten Schaum und 3iete: mann. In der Diskussion bemühten sich vier Vertreter der„ Opposition". den Nachweis zu erbringen, daß der ADGB., der Verbandsvorstand wie überhaupt die freigewerkschaftlichen Organisationen, in allen Fragen versagt haben. Die Ausführungen wurden von der großen Mehrheit der Versammlung mit gutem Humor aufgenommen. Umfangreiche Arbeit leistete die Resolutionsfabrik der Kommuniften. Ihre Anträge wurden von der Generalversammlung mit großer Mehrheit abgelehnt. In der Amnestiefrage beschloß die Generalversammlung: „ Die Generalversammlung fordert von der Reichstags- und Landtagsfraktion der SPD., wie auch der KPD., ihre ganze Kraft einzu setzen für die Freilassung aller proletarischen politischen Gefangenen, einschließlich Mag Hölz und Rudolf Margies. Die Versammlung begrüßt das mannhafte Eintreten des Genossen Moses für die politischen Gefangenen, insbesondere für Mar Hölz." Die Versuche der KPD., auch diese Generalversammlung für ihre Zwecke zu benutzen, sind restlos an der geschlossenen Front der Amsterdamer Richtung gescheitert. Internationale Arbeitskonferenz. Die Wahlen zum Verwaltungsrat. Genf, 9. Juni. Die Internationale Arbeitskonferenz hat heute mit der allgemeinen Aussprache über den Jahresbericht des Diret tors begonnen. Die Stellungnahme des englischen Arbeiter delegierten und Mitgliedes des Verwaltungsrats Foulton gegen die englische Regierung wegen ihres Revisionsantrages zum Washingtoner Abkommen über den Ach t stundentag war dabei besonders bemerkenswert. Nachmittags nahmen die Vertreter der Regierungen, Unternehmer und Arbeiter in Gruppenfizungen die Wahl des neuen Verwaltungsrates vor. Das Ergebnis bedeutet mit wenigen Ausnahmen die Wiederbestätigung der bisherigen Bertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die deutschen Unternehmer sind nunmehr erstmals durch ein vollberechtigtes mit= glied im Verwaltungsrat vertreten, und zwar in der Person des bisherigen Ersagmitgliedes Kommerzienrats Vogel- Chemnitz. Bei den Arbeitnehmern wurde Hermann Müller= Deutschland wiedergewählt, während Oudegeest Hoiland durch den belgischen Gewerkschaftsführer Mertens ersetzt wurde. ADGB., Ortsausschuß Berlin. Donnerstag, 14. Juni, 19 Uhr, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Jahresplenatversammlung. Tages erdnung: 1. Jahresbericht, 2. Neuwahlen. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß: Berlin Achtung, Boranzeige! Sonnabend, 23. Juni, um 21 Uhr, im Freilicht. theater Jungfernheide, Connenwendfeier. Mitwirkende: Heinrich Witte vom Staatstheater, Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne Berlin, Berliner Voltschor. Karten zum Preise von 40 Bf. sind in den Gruppen, Zahlstellen und Ortsverwaltungen der Berbände zu haben. Kursus für Rörper. fhulung: Montag, ab 19 Uhr, in den Räumen der Laban- Schule, Elfafferstr. 26, Uebungsstunden. Handtuch und Seife mitbringen. Brauseanlage vorhanden. Morgen, Montag, 11. Juni, Außenspielabende ab 18 Uhr: Nordtreis: Sportplak Cantianstraße, Plaz 4 H; Treptow: Wiese Nr. 8 im Treptower Park. Bollstanzkursus ab 19½ Uhr, Weißensee, in der Turnhalle Pumpstation Pisto riusstraße. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, 19% Uhr, finden folgende Beranstaltungen statt: Norben: Jugendheim Rastanienallee 81. Bortrag: Die Zeit des Gozia. liftengefeges." Tempelhof: Jugendheim der Schule Germaniastr. 4-6. Bor. trag: Arbeiter und bürgerlicher Sport." Charlottenburg: Jugendheime Rosinenstr. 4. Vortrag: Bölkerbund und Weltfrieden." Die Jugendmitglieder des Bezirks Nordwest spielen ab 6 Uhr auf dem Sportplag Bremer Straße. Beschlossen wurden zum Verbandstag folgende Anträge: Die Generalversammlung der Filiale Berlin fordert vom Verbandstag, Zur Ausstellung, Die Ernährung". The daß das in Frankfurt im Jahre 1925 abgeschlossene Kartellver= hältnis zwischen Verkehrsbund, Eisenbahnerverband und Berband Die 20. Dietz- Filiale könnten wir eröffnen, wenn Ihr, Partei- und Gesinnungsgenossen, uns noch mehr als bisher bei Euren Büchereinkäufen berücksichtigen würdet. Jedoch zum Anfang freuen wir uns, Euch mitteilen zu können, daß unsere 1. 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Hedwig Bittner Bln.- Lichtenrade, Gellertstr. 90 Die Liste der 100 Einsender, auf die in der Verlosung je 100 Stück unserer Zigarette ,, Kalif" und der weiteren 500 Einsender, auf die je 1 Sammelalbum unserer Bilder Serie ,, Deutsche Heimat" mit 25 Bildern als Gewinn entfiel, liegt bis zum 1. Juli 1928 bei uns aus. Die Gewinne lassen wir in den nächsten Tagen den Preisträgern zugehen. Die überaus große Anzahl von Einsendungen macht es uns unmöglich, für jede einzelne der selben zu danken. BERLIN, den 10. Juni 1928. CIGARETTENFABRIK GARBÁTY BERLIN- PANKOW Sonntag 10. Juni 1928 Unterhaltung und Wissen Jan Polat zieht aus. Bon Stephan Lipinski. In meiner Heimat, dem Dorfe Podlasie( wörtlich übersetzt: Hinter dem Walde), im damaligen Russisch- Polen, gab es 14 Bauern. Darunter waren vier, die drei und vier Pferde hatten. Der Rest maren nur ganz fleine Bauern von ein bis zwei Pferden. Mein Bater hatte ein Pferd, drei Stück Rindvich, vier Schweine und eine Anzahl Gänse und Hühner. Außer Vater und Mutter waren vier oder sechs Geschwister im Hause. Nun ist es für einen Kleinbauern niemals gut, wenn die Anzahl der Familienmitglieder ebenso groß oder gar noch größer ist als die Zahl der vierbeinigen Haustiere. Und wenn auch jeder von uns von frühester Jugend an hart mitarbeiten mußte, so war doch ständiger Mangel im Hause Auch die gelegentliche Beschäftigung auf diefem oder jenem der umliegenden Güter brachte nur sehr wenig ein, weil die gnädigen Herren außer dem Effen nur etwas Getreide und einige Kopeken den Tag zahlten. Da kommt an einem Winterabend, ich weiß es noch wie heute, der alte Gustomski zu uns ins Haus. Die blaue, schlappe Tuchmüze mit dem lackierten Lederschirm hatte er weit im Genid fizzen, und dazu roch er so schön nach Schnaps. Der alte Gustomsti war ein Mann, der in die Welt paßte Er hatte den russisch- japanischen Krieg als Unteroffizier mitgemacht und trug einen Orden. Und auch in Deutschland war er schon gewesen. Auf Jahrmärkten und Ablässen handelte er in seiner Bude mit Zwirn und Schlachtenbildern, Rosenfränzen und Mundharmonikas und noch vielen anderen nützlichen Dingen. Sonst zog er sozusagen mit einer Filiale seines Hauptgeschäfts auf dem Budel von Dorf zu Dorf und von Haus zu Haus. Ueberall war Vater Gustomski gern gesehen. Aber nicht nur deswegen war er so beliebt, nein auch aus einem anderen Grunde. Er vermittelte nämlich Arbeitsstellen nach Deutsch= land. Und wenn dann im Epätherbst die Burschen und Mädels mit vollen Taschen singend aus der deutschen Fremde zurückkehrten, dann erntete auch Bater Gustomsti. Nicht immer, ganz gewiß nicht. Oft= mals tam es vor, daß ihm ein oder mehrere Burschen oder auch Mädels zernige Borwürfe machten. Bloß auf den Gütern durfte sich Bater Gustomsti nicht sehen laffen, meil er da schon so manchen Knecht und manches Mädchen meggeholt hatte. Also an jenem Abend, da brachte Bater Gustomski nach diesem und jenem, und nachdem er meinen älteren Bruder und mich, der ich der zweitältere und schon ein stämmiger Bengel von 18. Jahren war, ein paarmal abschäzend betrachtet hatte, auch die Rede auf die Wanderarbeit in Deutschland und daß für junge Burschen dort in den nächsten Jahren viel Geld zu verdienen sei. Bater Gustoms, der merkte, daß er hier leicht gewonnenes Spiel hate, 30g mit fröhlichem Schmunzeln ein Fläschchen aus der Tasche. Zur Gesundheit, mein lieber Wladet," sagte er zu meinem Boter gewendet und nahm einen träftigen Schluck. Trink mit Gott," sagte mein Vater, der bisher etwas trübfinnig dreingeschaut hatte, nun aber beim Anblick der Flasche über das ganze Gesicht strahlte. Nun machte die Flasche bei uns allen die Runde. Nach einigem Hin und Her einigte sich dann mein Bater mit dem alten Gustomsti, daß ich kommendes Frühjahr mitgehen sollte Dafür jollten bei meiner Rückkehr im Herbst an Vater Gustomski drei Rubel Fezahlt werden. Meinen älteren Bruder wollte der Vater nicht fortschicken, weil der förperlich etwas zurückgeblieben war. Unter verschiedenen Borbereitungen, von denen mir nicht alle angenehm waren, war endlich der Tag der Abreise angebrochen. Schnell war ich auf den Wagen geklettert und ließ mir mein Bündel hinaufreichen. Fort im Trabe ging es. Der alte Jankowski futschierte. Es maren außer dem Kutscher acht Bersonen auf dem Wagen und zwei Tage follte die Fahrt bis zur Bahnstation dauern Wir waren kaum eine Stunde auf dem helprigen Landwege gefahren, als uns plötzlich Salt" zugerufen wurde. Dies geschah aber mit so fläglicher und hittender Etimme, daß wir uns nach dem ersten Schrecken sehr schnell beruhigten. Gleichzeitig fam, mit einem Bündel beladen, ein junger Mensch aus dem Gebüsch gekrochen, der uns um Jesu Christi willen bat. ihn mitzunehmen. Auf unsere Fragen erzählte er, daß er von seinem Gutsherrn, der hier in der Nachbarschaft megen seiner Brutalität berüchtigt war, wegen eines geringen Versehens so furchtbar gezüchtigt worden war, daß er den Entschluß gefaßt habe, auszuwandern, ganz gleich wohin. Tränenden Auges bat er uns, ihn doch zur Bahnstation mitzunehmen, da er sonst unfehlbar von den Leuten des Gutsbefizers ergriffen und zurückgebracht würde. ,, Das fann für mich eine böse Suppe werden, mein Sohn, wenn fic dich hier bei mir auf dem Wagen erwischen. Du weißt ganz genau, was mir alles dabei passieren kann." ,, Da wärst du ja schön dumm," fuhr hier der spignafige Bzorka mit scharfer Stimme dazwischen. Hier jeden Wegelagerer auf den Wagen zu nehmen und dann vielleicht noch dafür nach Sibirien zu gehen. Wer weiß, was der Lümmel alles ausgefressen hat. Grad mie ein rechter Räuber schaut er aus und gar nicht wie ein gutgläubiger Christ. Fahr man zu, Jankowski, damit wir weiter fommen." ,, Ach, halt die Schnauze!" fuhr ihn jetzt Josef Napierak an. Und zu dem Flüchtling sagte er:„ Eteig nur ruhig ein. Bäterchen Janfomiti erlaubt es schon." Der alte Jankowski brummelte zwar immer noch etwas vor sich hin, duldete es aber, daß der Knecht auf den Wagen kletterte. In den Nachmittagsstunden des zweiten Tages erreichten wir die Stadt und damit auch die Bahnstation, die ja unser erstes Ziel mar. Ich hatte bis dahin in meinem Leben noch feine Stadt ge= sehen und auch noch keine Eisenbahn. Was mich am meisten verwunderte, waren die vielen Menschen, die in den Straßen umhergingen und herumstanden und nichts taten, trotzdem kein Feiertag uns auch fein Sonntag war. Und dann hatten die meisten Häuser Ziegeldächer. und nur vereinzelt sah man ein Strohdach. Leider fonnten wir uns in der Stadt nicht näher umsehen, weil es hieß, wir müßten gleich zum Bahnhof, der Zug füme gleich. Als wir auf dem Bahnhof antamen, war ich sehr enttäuscht, da stand nichts weiter als ein kleines rotes Häuschen, das noch einmal so groß wie ein Bauernhaus mar. Was mir allerdings wieder sehr merkwürdig vorfam, das waren die eisernen Stangen, die zu zwei oder drei Boaren nebeneinanderlaufend sich in der weiteren Entfernung ineinander zu verknoten schienen. Ich lehnte mich an den Holzschuppen und betrachtete die Eisenschienen. Da hörte ich plötzlich von der anderen Seite des Schuppens die gedämpfte Stimme Bäterchen Gustomstis: Fürchte doch Gott, Franet, du wirst doch an mir als ehrlicher Chrift handeln und mich nicht betrügen wollen. Einen Rubel haben mir auf den Kopf aus. gemacht, und du millst jetzt bloß 75 Ropeten zahlen." Ja, meißt du, bei der Rolonne find eine ganze Menge, von Die Stadt im Urwald. Reisebilder aus Südamerika von Mar Winter. Die Stadt im Urwald, so müßte man eigentlich die herrlichste Stadt der Belt nennen: Rio de Janeiro. Anfang März beginnt auch in der Hauptstadt Brasiliens die Hitze erträglich zu werden, zumal wenn man Gelegenheit hat, seinen Leib Morgen für Morgen von den Wellen des Ozeans umbranden zu lassen, die wenigstens um 6 Uhr morgens noch Kühlung bieten. Da tut sich vor dem Beschauer auch immer wieder von neuem das Wunder dieser Stadt auf, die vom Meere weg geradenwegs ansteigt zu den dunklen Waldbergen ringsum, bis sie sich in ihnen verliert, bis sich die Stadt mit ihren letzten Ausläufern in den Urwald flüchtet. Wo immer man vom Strand aus in die Höhe strebt, überall tut sich das Urwaldwunder auf, mit seinem undurchdringlichen Dunkel, mit seinen tausend leuchtenden Farben, mit seiner Blütenpracht, mit den gaufelnden blau- und weißseidenen Faltern, den vielbegehrten Morphos, mit seinen großen und seltsamen Käfern, mit dem vielen Kleingetier, das Schreckformen und Schreckfarben hat, um sich zu schützen, mit dem nicht auszuschöpfenden Farbenreichtum der Blätter, Blüten und all anderem Lebenden um uns herum bis zu den Baratten, den hier daumengroßen und ganz plattgedrückten Schaben, die wie ihre viel fleineren deutschen Schwestern, die Küchenschaben, auch das Dunkel vorziehen und die, in der Farbe ganz dem Moder angepaßt, unter der Rinde gefallener Baumriesen zu finden sind. Und die Eidechsen, die Frösche, die Schlangen. Diese bekommt man recht selten zu Gesicht. Auf etwa zehn Urwaldwanderungen freilich in Urwäldern in der Nähe von Städten sah ich nur zweimal Schlangen, und beidemal mendeten sie sich so rasch vor dem Menschen zur Flucht, daß ich Mühe hatte, sie zu sehen. Zunächst tauchst du in der Stadt unter, mit ihren großen eleganten Straßen, mit der Avenida Rio Branco vor allem, die Tag und Nacht von weltstädtischem Leben beherrscht wird, mit ihrer Küstenstraße, deren einzelne Teile miteinander wetteifern, und den Wohnvierteln der vielen Reichen, die dahinter liegen. Dann aber drängt es dich hinaus an die oft sehr weit abliegende Stadtgrenze, die nicht selten erst in ein- oder anderthalbstündiger Fahrt mit der Bahn, Straßenbahn oder Autobus erreichbar ist. Einmal fuhren wir zwanzig Minuten mit dem Expreßzug, dann eine halbe Stunde mit dem„ Bond", wie wegen der seinerzeit bei der Gründung ausgegebenen Bonds die Straßenbahn allgemein in Rio de Janeiro heißt, dann liefen wir noch eine halbe Stunde zu Fuß und als wir dann endlich einen großen Blumen- und Orchideengarten, unser Ziel, erreicht hatten, erfuhren wir von dem österreichischen Obergärtner Rien 3 l, daß wir noch immer nicht am Ende der Stadt seien. Diese gewaltige Ausdehnung dankt die Stadt dem Umstand, daß fast alle Einwohner in Einfamilienhäusern wohnen. Und Rio de Janeiro hat mehr als eine Million Einwohne:. Die Straßenbahn im Urwald. Ein andermal machten wir Don dem herrlichen Ausfichtsberg Corcovado aus, de:, 700 Meter hoch, der Stadt vorgelagert und bis weit hinauf Don Villen im Urwald besiedelt ist, einen fünfstündigen Spaziergang auf einem Waldweg, zuerst einem Fußsteig bergan folgend, einer sogenannten Pikade, dann aber einer fünftigen Straßenbahnlinie, die von einer französischen Gesellschaft mitten in den Urwald gelegt wurde, aber nie in Betrieb gekommen ist, weil die englische Straßenbahngesell: schaft mit ihrem Einspruch bei Gericht obsiegte, daß sie allein das Recht habe, für Rio de Janeiro Straßenbahnlinien zu betreiben. So bleibt diese Bahn, deren Trasse wir drei Stunden bergab folgten, ohne daß uns auch nur ein Mensch begegnet märe, eine Zukunftshoffnung. Ganz an ihrem Beginn stehen längs ihrer Strecke schon Villen. Die rasa wachsende Stadt drängt weiter und über furz oder lang wird auch in Santa Theresa, wie dieser herliche Urwald heißt, bevölkert sein. Gleich ausgedehnte Spaziergänge mit herrlichsten Ausblicken fann man aber auch im Gebiet der Tijuca machen oder in der Gegend der Gavia, der gegenüber sich im Sattel der beiden Brüder"( Does Irmaos), zweier anderer gewaltiger Berge, wo ein begabter Wiener Künstler, der Maler Nöbauer, fich festgesetzt hat, um in der Urwaldeinsamkeit künstlerisch zu schajfen. Auch ihn zieht es manchmal mit dem großen blauen Nezz hinaus auf die Jagd nach den blauen Atlasfaltern und dem anderen schönen Getier. Riesenspinnen aber spannen an der Waldseite seines Häuschens ihre Netze gegen die Moskitos, die dem Lichte zusummen. Auch zwei Frauen, die tapfere Mutter und die nicht weniger tapfere Frau des Künstlers, teilen mit ihm die Einsamkeit. Aber auch diese Einschicht gehört noch zur Stadt. Eine sechzig Meter hohe Chriftusgestalt. Der Cocovado, eigentlich der Bucklige, hat eine beherrschende Lage. Bon vielen Punkten der Stadt aus ist er sichtbar, und wer auf seiner Höhe steht, der sieht zu Füßen des Steilfelsens die Stadt in ihrer ganzen Größe und Schönheit und tief unter sich die Bucht und recht bescheiden niedrig auch ihren Wächter, den 400 Meter hohen Zuckerhut. Diesen herrschenden Punkt hat der Katholizismus ausersehen, um sich mit Hilfe der brasilianischen Regierung ein Wahrzeichen aufrichten zu lassen, das alle anderen überbieten soll. Der Katholizismus ist in dem Lande, wo die Trennung von Kirche und Staat streng durchgeführt ist, so mächtig, daß er nun auf der höchsten Stelle des Berges eine 60 Meter hohe Christusgestalt mit ausgebreiteten Armen aufrichten läßt, die wie ein Kreuz wirten denen ich noch gar nicht weiß, ob sie mir von den Deutschen abge= nommen werden. Sie sehen so mager und frant und schwächlich aus." ,, Was mager und frank!" entrüstete sich Väterchen. So gefunde Arme und Beine findest du sobald nicht wieder. Die machen jede Arbeit, nichts ist ihnen zu schwer. Du fommst bloß her und füllst dir die Taschen und willst noch ehrliche Christenmenschen um ihre paar Ropefen betrügen." ,, Ach, halts Maul," unterbrach ihn der andere barsch. Denkst du denn, ich weiß nicht, daß du jedem noch zwei oder drei Rubel abnimmst, und wenn es geht, auch noch mehr, und dabei erzählst du ihnen, daß du mir noch davon etwas abgeben mußt, du Gauner." Welchen Ausgong dieser Streit genommen hat, habe ich bis heute nicht erfahren, denn mit einem Male ertönte ein schriller. Pfiff und bald darauf braufte der Zug heran. Ich mar einer der legten, Beilage des Borwärts wird. Die Nase Christi ist oben schon zur Schau gestellt. Sie wird einen Meter hoch sein, der Kopf Chrifti, vier Meter hoch. Dieses Denkmal wird gegenwärtig in Italien gemeißelt. Um es in fremdes Land führen zu dürfen, wird es feines Kriegsplans bedürfen, wie ein solder nötig war, als ein für das Arbeiterheim in Buenos Aires bestimmtes Matteotti- Dentmal über das Meer gebracht wurde. Es ist glücklich gelungen, und heute erinnert in der Aula des schönen und alkoholfreien Arbeiterheims von Buenos Aires das Denkmal an die graufige Bluttat des Faschismus. Das der Verherrlichung des Katholizismus dienende Denkmal wird natürlich solche Schwierigkeiten nicht haben. Die beiden Gewalten haben sich ja längst gefunden, auch in Brasilien. flrwaldbilder. Etwa in 500 Meter Höhe ist auf dem Corcovado, hart an der Zahnradbahn, die hinauffährt, ein Hotel mit einer Speiseterrasse, te direkt über dem hier ziemlich steil abfallenden Urmald angebracht ist. Wer hier seinen Imbiß einnimmt, bekommt als besondere Tafelfreude noch das Spiel der Schmetterlinge dazu. Ein Dutzend blauer und weiße: Morphos schweben mit ihren in der Sonne glänzenden Altasschwingen über den Bäumen oder sie suchen durch die Lianen, da und dort wieder aufblizend, ihren Weg. Dieser Schmetterling hat in Brasilien eine ganze Kunstindustrie hervorgebracht. Die Flügel werden zu Schmuckstücken verwendet. Unter Kristallglas ruhend und in Metall gefaßt, werden sie zu Broschen, Anhängern, Aschenschalen und Tassen verarbeitet. Ganze Bilder werden gefügt, Landschaften, die herrliche Avenida Niemeyer, die am Südende der Stadt, von Leblon weg, als Felsenstraße hoch über dem Meere führt, die Präsidentenstadt Petropolis, die einst auch der Sitz der Diplomatie war, und viele andere Stimmungsbilder aus dem schönen Lande. Am größten wird das Erlebnis der Begegnung mit diesen Falten allerdings im Urwald selbst, wie etwa in dem zur Pflanzen- und Tierbeobachtung vorbehaltenen Schuhgebiet in der Nähe San Paulos, auf der Alto da Serra, das heißt auf der Höhe des Gebirges, das, von Santos aufsteigend, zur Hochfläche führt, auf der die größte Geschäftsstadt Brasiliens, auch noch vielfach berührt vom Urwald, liegt. Ein wiziger Mann hat den schönsten Bart von San Paulo, der gegen die Siedlung" Amerika" zu auf der Höhe liegt, den„ asphaltierten Urwald" genannt und damit wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Brasilianer wissen ihren Urwald richtig einzuschätzen und darum sind sie auch bemüht, überall die Urbestände auch in der Nähe der Städte oder inmitten der Städte zu schonen. An einzelnen Bunften haben frühere Geschlechter ohnehin schon viel gesündigt, wie etwa die Curitiba, deſſen wundervolle Aroufarienmälder voll träumerischer Stimmung schon an vielen Stellen stark gelichtet sind. Auf dem„ Sklavenmarkt". Eine Stunde Eisenhahnfahrt, und man ist wieder mitten im haftigen Getriebe eine Arbeitsstadt oder man steht wieder auf dem Largo San Bento von Sao Paolo, der darum den Namen„ Sklavenmartt" führt, weil sich hier tagsüber die Arbeitslosen sammeln, um durch freie Vermittlung Arbeit zu bekommen. Wer eine Hausgehilfin braucht, der sucht sie hier. Sao Paolo ist ein stark von Deutschen durchsetzter Plah. Auch viele der Mädchen und Frauen, die hier stehen, sind Deutschhe. Meist Desterreicherinnen alten Stils, Frauen aus den deutschen Gebieten Ungarns, Rumäniens, der Tschechoslowakei oder Jugoslamiens. Auch auf eine Gruppe von Burgenländerinnen stoßen wir. Eine war schon einmal ameritamüte geworden und ging wieder in das Dorf bei Eisenstadt zurück. Da sie dort aber feine Arbeit befam, machte sie wieder rasch fehrt, ehe ihre Ersparnisse alle maren, und ging nach Sao Paolo zurüd. Sie kennt schon den Markt und ist nicht bereit, unter 150 Millreis ( das sind etwa 71 M.) eine Stellung als Hausgehilfin und Köchin anzunehmen. Sie verhandelt mit einer Hausfrau so bestimmt, daß es sicher scheint, daß sie ihr Ziel auch erreichen wird. Auch so eine gedrückte Burgenländerin fann drüben weltläufig werden. Das ist einer der letzten übelsten Eindrücke, die wir von der Arbeitsstadt Soa Paolo mit herübernehmen in die Stadt im Urwald, von der mir eigentlichen Abschied nahmen auf der Dampferfähre, die uns von Niktheron aus am Abend vor der Rückfahrt ein letztes Mal an den schönen Strand jetzt. Es war ein gemütlicher Abschiedsabend in einem einst unheimlichen Hause, in der früheren Festung der Sklavenschmuggler, in deren Mauerwerk heute noch die Ringe zu sehen sind, an die die Sklaven gefesselt maren. Auf nächtlichen Schleichwegen wurden sie dann über Land in die Plantagen gebracht. Und heute hat sich der deutsche Ruder- und Seglerklub dieses Haus als Heim erobert, wo die sportfreudige weiße fauf männische Jugend ihre, freien Stunden des Sonntags verbringt. Welch ein Wandel in der Bestimmung dieses Hauses, eins der ältesten übrigens am Strande. Förmlich ein Symbol des Aufstiegs Brasiliens, des Aufstiegs vom Sklavenland zum Lande des freien Spieles und Wettbewerbs der Kräfte, morgen vielleicht des Aufstiegs zum großen Zukunftsland der Erde. Breit spiegelt sich der Mond in der stillen Bucht und zeigt die leicht schaukelnden Kähne. Ein Bild des Friedens beleuchtet heute der Mond in demselben Erdenwinkel, aus dem ihm noch vo: fünfzig Jahren Seufzer angefetteter Sklaven geantmortet haben. Und einmal wird er wirklich Freien leuchten! Das ist auch Brasiliens größte Zukunfishoffnung. die in den Bahnwagen fletterten, denn mir war nach dem Streit unferer beiden Führer die ganze Fahrerei verleidet. Eineinhalb Tage dauerte die Fahrt bis zur Grenze, wobei eigentlich kaum etwas Merkwürdiges passierte. Ein paarmal mußten wir umsteigen. Einmal murden wir dabei genau gezählt, und da stellte es sich heraus, daß eine Berson zuviel mor. Unser Führer bestritt es. Wir ebenfalls. Nach langem hin und her von seiten unseres Führers und des Beamten ließ man uns schließlich abziehen. Als mir dann weiter fuhren, fam unser Führer in unseren Wagen herein und ließ sich von jedem die Namen sagen, die er mit den ihm übergebenen Papieren verglich. Und da fand er denn unferen Schwarzfahrer Stach Gluba heraus. Wieviel Geld, haft du?" fragte er ihn ohne alle Borwürfe ganz fachlich. ,, Elf Rubel." ,, Das ist zwar sehr wenig wie man in Deutschland sagt menn du bis nach Deutschland willst, aber ich werde sehen. wie ich bich dafür bis zur Grenze durchbringe, genau zusagen fann ich es dir nicht. Gib das Geld mal her, ebenso, was du an Papieren bei dir haft." Gluba reichte es ihm. An einem späten Abend tamen wir auf der Grenzstation an. Als der Führer uns am nächsten Morgen weďte, sagte er uns, daß wir heute noch über die Grenze gehen würden, vorher aber noch eine Baßkontrolle durchzumachen hätten. Endlich nach langem Marien ließ sich ein Beamter in Begleitung zweier Soldaten am Eingang unferes Aufenthaltsraumes schen. Wir wurden nun von unserem Führer, der mit unseren Papieren neben dem Beamten stand, namentlich aufgerufen, worauf dann der Uniformierte einen entsprechenden Bermerk in unseren Bapteren machte. Darauf mußte der Kontrollierte den Raum verlassen. Ich war gespannt, was mit unserem Flüchtling Stach Gluba werden würde. Es waren schon annähernd die Hälfte von uns draußen, und die Situation murde immer brenzliger. Da ruft mit einem Male unser Führer: ,, Heda, Stach Gluba, und du, fouler Lümmel, nehmt mal die Bank und tragt sie den Herren hin, damit sie sich sehen können." Haftig stürzte sich Stach, der den Wint verstanden hatte, auf die nächste Bant und schleppte sie ins Freie. Es war alles sehr gut gegangen. Die Gendarmen hatten sich gleich auf der Bank niedergelassen. Ich war wieder in den Schuppen getreten, und Stach hatte sich schnell unter die draußen stehenden, bereits Kontrollierten gemischt. Da hörte ich, wie der versoffene Beamte, ohne den Kopf zu heben brummte: Barum tommt denn der andere nicht zurüd?" Dann, nachdem noch ein paar aufgerufen und hinausgegangen waren, hob er den Kopf und fah unseren Führer, der etwas unruhig geworden war, lauernd eine Weile an. ,, Wieviel?" fnurrte er endlich leise. ,, Drei," beeilte sich der andere zu antworten. 3u wenig." ,, Bier, Euer Gnaden." Fünf, du Hundeblut. Denkst du, daß ich hier mit dir handeln werde?" ,, Aber, Euer Gnaden, ich bitte untertänigst..."„ Fünf, ja oder nein??- Gewiß, Cuer Gnaden, fünf."- ,, Gut." " Und weiter ging der Namensaufruf, als wenn nichts ge= schehen wäre. ( Aus dem im Berlag Büchergilde Gutenberg erschienenen Buche Jan Polat" Don Stephan Lipinski.) 500 000 Vögel für„ Museumszwecke". Auf der Internationalen Bogelkonferenz, die zu Genf abgehalten wurde, ist wieder viel über die Bernichtung unserer gefiederten Freunde gesprochen worden. Ein deutscher Teilnehmer erklärte, baß mehr als 500 000 teine Smud Dögel jedes Jahr in Deutschland allein für Museumszwede" erbeutet werden. Der nord- und südamerikanische Markt für Kanarienvögel und Pirole sei die größte Gefahr für das deutsche Begelleben. Ein amerikanischer Abgeordneter stellte fest, daß Tausende von amerikanischen und englischen Frauen alljährlich Alegretten trogen, die feine natürlichen Federn enthalten, sondern überaus geschickte Nach ahmungen sind. Die tröstlichste Kunde tam son einem italienischen Redner, der das Aufhören des Bogelmordes in Italien vorausfagie; er meinte, daß die Italiener ihre Anschauung, nach der sie jedes ge= fiederte Lebewesen anstandsios töten fönnten, geändert hätten und die Bögel nunmehr als Eigentum des Staates anfähen. Muffolini, der ein großer Freund der Blumen, Bäume und Bögel fei, habe Bogelschuhgebiete eingerichtet und das Eriegen gewisser Bogelarten nur in bestimmten Jahreszeiten gestattet. Altweimarer Erinnerungen. Neues von Goethe und Edermann. fchallendes Gelächter anhoben. Nur Goethe wurde böse, fuhr dem Jungen mit seinem Stod gröblich unter die kleine Nase und sagte: ,, Na, da riech, du Bengel." In Redslobs Großelternhaus, der Drogerie Zum meißen Falken" am Markte, wohnte lange Zeit Edermann zur Miete. Er war fein angenehmer Mieter, der fleine unruhige Mann, dessen Geficht dem eines Bogels glich und der gebüdt mie eine Krähe in einem abstehenden Schultermäntelchen ging. Als er einzog, tamen wenig Möbel, aber eine ganze Menagerie von Eulen, Hühnern, Kampfhähnen und anderem Getier und eine Fülle von Pflanzen Das schlimmste Mitglied seiner Menagerie hielt Eckermann außer dem Hause in einem großen Drahtbau; das war ein Steinadler mit gewaltigem Appetit. Während der Unruhen von 1848 floh Edermann nach Berta und fam auch nicht zurück, als Goethes 100jähriger Geburtstag gefeiert wurde Aber die Großmutter wollte bei der geplanten lumination Ehre einlegen, und damit alle thre Fenster in Lichtern glänzen fönnten, schrieb fie an Eckermann und bat um die Schlüssel zu dem von ihm gemieteten Zimmer. Als Antwort fam ein recht grober Brief: seinetwegen fönne der ganze Marfi stodfinster bleiben, ehe er einen fremden Menschen an seine Sachen ließe. So blieben am 28. August 1849 die Fenster dunkel, in denen Edermann hauste; den Brief aber bettelte ihr ein Weimarer Professor ab und hängte ihn als wertvolles Autogramm unter Glas und Rahmen in seiner guten Stube auf... Die Schrift des Tänzers. Rudolf v. Laban sprach dieser Tage vor den Mitgliedern des Berliner Tanztrititerverbandes über seine neue Tanzschrift. Länger als zwanzig Jahre haben Labans Versuche auf diesen Gebiet ge dauert. Jezt sind sie abgeschloffen. Das neue System lehnt sich äußerlich an die musikalische Notenschrift an. Auf fünf parallete Linien werden die Hauptzeichen eingetragen. Striche von verschiedener Länge bezeichnen den langsameren und schnelleren Rhythmus, Pfeile geben die Richtung der Körperbewegung an. So spiegelt das äußere Bild der Tanzschrift zugleich den Charakter des betreffenden Tanzes Man erkennt 3. B bei einer alten Menuette schon in der Aufzeich nung das Zierliche, Kleine, Abgehackte, bei einem modernen Tango das Schwebend- Fließende der Bewegung. Für die Enge, die Beite, das Crescendo, das Piano der Bewegungen gibt es besondere leisebenzeiden. Die Choreographie Labans hat den großen Vorzug leichter Erlernbarkeit. Ein Studium von wenigen Stunden genügt, um fie einigermaßen zu beherrschen. Auch ist sie, ebenso wie die Tanzschrift Joe Vischers, von der wir neulich berichteten, geeignet, nicht nur tänzerische, sondern alle Arten von Körperbewegung zu firieren, z. B. die typischen Bewegungen eines Handwerkers, eines Fabrifarbeiters an der Maschine usw. Welche praktischen Folgerungen sich hieraus für die rationelle Gestaltung förperlicher Arbeit und weiterhin, für die Arbeitshygiene ergeben, kann erst die Zukunft Ichren. Der Reichskunstwart Edwin Redslob, ein Weimarer Kind, hat während des Krieges im Lazarett die Bilder seiner Kindheit und die Gestalten, die sie belebten, an sich vorüberziehen lassen und in einem Buch„ Garten der Erinnerung" festgehalten, das jetzt bei der Deutschen Dichter- Gedächtnis- Stiftung in Hamburg erschienen ist. Besonders viel über die große Weimarer Zeit fonnte er noch von seiner Großmutter erfahren, der Tochter des Geheimrats Julius Boelkel, die die Spielgefährtin von Goethes Enfel gewesen war.„ Deutlich war ihr das Bild", erzählt Redslob ,,, wie sie einst bei einer Gesellschaft der Enfel im Haus am Frauenplan den Dichter gesehen. Die Kinder waren zur Belohnung für ihre Mitwirkung bei einer sehr geglückten Aufführung von Goethes Fischerin" zum Schokoladetrinken eingeladen worden. Als sie schon eine Zeitlang in dem von Talgkerzen schwach erhellten Zimmer sagen, tat sich plötzlich die schmale Tür auf, und Goethe stand wie in einem Leuchten vor den Kindern. Er sei nicht groß gewesen im Vergleich zu andern Erwachsenen, aber in der Erinnerung erscheine er über alle erhoben durch seine Haltung und den Blick der mächtigen Augen. Einmal hatte sie mit Walter ein kleines Theaterstück mit Namen ,, Adin und Saphise" vor Goethe aufgeführt, da habe er sie auf seinen Schoß genommen, geherzt und gefüßt und ihr als Belohnung eine große Drange geschenkt. Fast vorwurfsvoll erzählte sie von dieser Frucht: Damals hatte eine Orange etwas Märchenhaftes für ein Kind und war eine besondere Seltenheit. Sie machte mir auch viel mehr Eindruck als der feierliche alte Herr, der frog seiner Freund lichkeit so unnahbar neben mir saß, so ganz geheimnisvoll." Auch von Goethes legten Tagen wußte sie zu erzählen, denn allein mit den Enkeln hat sie als Kind von faum mehr als 11 Jahren lange Stunden in dem kleinen Parterrezimmer an seinem Totenbett zur Trauerwache gestanden. Unvergeßlich sei ihr der Anblick, obwohl sie es damals nur gesehen, viel später erst in sich begriffen habe. Die Schönheit der Hände sei im Flackern der Kerzen so lebendig gewesen und edel, daß sie, die im Verlauf eines langen Lebens an so vielen Betten Sterbender gestanden hat, in dieser Nacht jede lichen Schaffens lagen sie nun ausruhend still übereinander." Scheu vor dem Tode verlor." Gleich heiligen Symbolen unermüdDie Großmutter erzählte auch, daß Walter von Goethe fie denschaftlich geliebt habe, aber sie wollte nicht Frau von Goethe werden, denn sie ahnte die Tragit, die über den Erben von Goethes Größe lag:„ Diese Menschen waren nicht für die Wirklichkeit gefchaffen, sie waren zu zart, zu übertrieben in ihrem Empfinden." Eine andere Verbindung mit den Altweimarer Tagen schuf die Gestalt des Urgroßvaters Wildmeister Boyz, der ein besonderer Lieb: ling Carl Augusts gewesen war. Es war bezeichnend für die Art des Herzogs, wie er auf den Jungen aufmerksam wurde.„ Gr griff ihn eines Tages aus der Reihe der Zuschauer heraus und setzte ihn auf sein Pferd, das bisher jeden andern Reiter abgeworfen hatte. Er solle sein Jagdmesser holen, das auf dem Schreibtisch des Schlosses liegen geblieben sei. Er habe das Tier so feurig angesehen, da werde das Reiten schon von selber gehen. Es war fein Messer zu finden, aber er hatte die Probe bestanden und gehörte von nun an ständig zur Jagdbegleitung Carl Augusts." Als der Leibjäger dann später das schöne Troiſtedter Revier erhielt, da fam er auch mit Goethe in Berührung. Das nahe bei Troiſtedt gelegene Ilmstädtchen Berta joute als Schwefelbad eingerichtet werden, und in dieser Zeit er Ein Friedenstongreß vor 2500 Jahren. In einer der legten eignete sich eine lustige Geschichte, die der Sohn von Boz Sigungen der philosophisch- historischen Klasse der Breußischen Ata- gern zu erzählen pflegte:„ Goethe hatte eines Tages die Kommission demie der Wissenschaften sprach Brof. Franke über Den Frie in den Kurpark geführt, um die Heilquelle wieder ausfindig zu denstongreß der chinesischen Staaten von 546 v. Chr."." Eine aus machen, da der Zufluß für das Badehaus nach einem Wolkenbruch führliche Schilderung dieses Stongresses findet sich in verschiedenen spurlos verschwunden war. Da standen nun die Herren, mein Uraltchinesischen Terten; wiederholt wurde der Tert von Sinologen großvater feinen fleinen Sohn an der Hand, an einem Morast, und bearbeitet, niemand aber hat ihn auf feine Echtheit untersucht. Eine Goethe erklärte, hier röche man ganz deutlich das schwefelhaltige Reihe von fritischen Ermägungen loffen es als ausgeschlossen er Wasser und hier sei der ursprung zu fassen. Als man ihm nicht fcheinen, daß seine 2bfaffung den geschilderten Borgängen zeiflich gleich glauben wollte, machte er eine gereizte Bemerkung, daß die naheftehen fönnte. Er macht vielmehr den Eindrud einer um me- Wolken, die aus der Pfeife des Wildmeisters fämen, den Schwefelnigftens 5 Jahrhunderte späteren Erfindung mit satirischer Spize. geruch übertrumpften, stieß mit seinem Spazierstock in den Sumpf Db und wie sich die Borgänge wirklich abgespielt haben, missen mir und meinte, daran fönne man deutlich riechen, daß er recht habe, fomit nicht. Immerhin lag der Text am Anfang des ersten nach- und nun ging der Stoc entscheidender Augenblick der Geschichte christlichen Jahrhunderts fertig por, so daß wir in jedem Falle ein des Bades Berka- von Nase zu Nase Nur das Söhnchen Bozz interessantes Beugnis für das Alter der Gebanten einer bich afstand enttäuscht zwischen den Herren, da es ausgelassen worden war. fung des Krieges und der Gründung eines Bölter Schließlich zupfte es Goethe am Rockschoß und sagte:„ Auch mal riechen!" Da wurde allen die Komit der Szene flar, daß sie ein Danke und drüben über Thessaliens gesegneten Hügeln wächst der| Galgen Er verbündet sich mit der neuen Aristokrafte; mit den Olymp: bis über die Wolken hinaus droben sizzen die Götter, ver- schmellenden Geldsäcken, Er fördert Manufaktur und Handel menschlicht und der junge Er sigt bei ihnen- spielt die Flöte Er baut Dörfer und Städte höheren Steuern wegen Er zieht Er selber ein Gott, griechischer Mythos, griechische Liebe! Kanäle und trodnet Sümpfe aus Er baut Kartoffeln und Mühlen Monsieur, et la Réligion de votre pays? Der Gott Branden= Er ist überall Bauer! pariere du, hier ist der Knüppel! Bürger burgs? Oilala trifou! Derselbe Tyrann wie Papa. Nä, mit den und Handwerker, arbeitet und zahlt Stevern: aber kuscht euch! Pfaffen ist Fritzchen fertig: für alle Zeiten, Er hat zu scharfen Blick Ei, warum lebt Er denn eigentlich? Um ganz Er zu sein! Um Er durchschaut ihre Tendenzen, schon als achtjähriger Junge hat zu gelten. Und Er gilt was Europa respektiert den Weisen" in Er dem Oberpfaffen in die Safristei gepißt: Voilà messieurs, euer Sanssouci Schloß Ohnesorge? Wie denn? Unter Namen verMittagswein, das Mittagsmahl ist euch wichtiger als das Abendmahl. friecht man sich. Er hat Sorge und Hunde ihr müßt Sein nächt Gott? Ein Kinder und Bauernschreck- nichts mehr. So der Jüngliches einsames Flötenspiel hören: Klage um Seine einsame Seele, ling mit fiebzehn Jahren. Er ist ein verlassener ,, Gott", Hohn und Spott für die Menschen, die find weniger als Hunde. Hat Er nicht den Boltaire mit Kübeln geistigen Urins übergießen laffen? Ei, gewiß doch. Und warum? Weil der Ihn durchschaute, weil der Ihm die Wahrheit sagte. Es gibt aber feine Wahrheit( außer der eigenen ,, Beisheit"), nur Macht gibt es: und die bin Ich, der herrschende Flöten- Reg! bundes vor uns haben. Der Flöten- Rex. Bon Mor Dortu. Don Als Er geboren mard, hatte Er den Finger im Mund Geburt an pfiff Er auf alle Tradition, Er war ein Eigener. Er mürbe im Leben Seine eigene Melodie spielen, und Er tat es, die Welt tennt Ihn als den Flöten- Reg. Er blies Hohn und Spott selten Sehnsucht, immer Einsamkeit. Wie Er war, so pfiff Er fich in Seine Flöte hinein. Gehst du nachts durch die Kiefern wälder der Mart, dann kannst du Ihn spielen hören, im Seufzen des Windes. Kannst du Ihn hören" vorausgefeßt, daß du überhaupt Dhren haft oder beffer: vorausgefeßt, daß die hundert Deutungen um ben großen" Flötiften die Aufnahmeplatten deines Hör- und Gefühlapparates nicht„ verlichtet" oder„, verbunkelt" haben. Den Flöten- Reg mußt du dir suchen, dann hast du Ihn, mie Er wirklich war. Du selbst bist Maßstab. Messe das höchfte. Bertleinere dich aber auch zum Atom. Der Flöten- Rer. Wer waren denn seine Ahnen? Das wußte Er schon als Bengel von dreizehn Jahren Strauchritter und Strauchbiebe waren Seine Ahnen gewesen, Gemaltmenschen, einzig mert: drauf zu pfeifen. Her die filberne Flöte aber Vorsicht, baß es der Alte nicht hört, der Tyrann, der Bielgehaßte, der von bem eigenen Sohne zumeist Gehaßte. Nicht ausgesprochen, aber ausgespielt das Leid, das aus der Flöte des Jungen, des Mannes und des Greises flang, war dieses: Nie hatte Er Eltern, nie hörte Er Sein Blut aus der Wange eines lieben Anverwandten wiederflopfen. Ein hartes Schidjal: allein zu sein! Der Reg überwand es durch Berachtung aus Seinem jugendlichen Berlassensein wuchs Sein späterer Hohn: Sein Spott auf Belt und Mensch heit war die Nache auf Sein Ungeliebtjein in der Jugendzeit. Er mard überhaupt nie geliebt. Die Lebenden fürchteten Seinen Knotenstod, drum heuchelten fie Liebe. Die Nachwelt verstand den töniglichen Flötiften zu wenig, drum schäumte sie über in Bergötterung. Hätte Er noch gelebt Er hätte mit dem Steden dreingeschlagen, Seinen Schmeichlern quer über den gebeugten Untertanenbudel: oder darauf: was devotest drunter sitzt. Jaha, der Flöten- Rer. Monsieur Frédéric, maintenant: Combien d'années? Hoheit, mie alt ist Er jegt? Ah oui, mir parlieren französisch. Deutsch? Hundesprache: ohne Kultur. Was tönnen rohe Bauern aus einer Sprache machen rien de tout! Combien d'années? Siebzehn. Ah, et les Dames? Gewiß, Er hat schon genascht, hier und da: an einem Rammerzöfchen, auch mal an einer Komtesse aber ist nichts, l'amour des femmes, für die Razz! Da schon besser die andere Liebe: jeune homme à jeune homme Jüngling zu Jüngling: das schmeckt beffer, die alten Griechen haben es uns gefehrt. Die Griechen, jawohl, die sind ein Garten baherinnen spaziert ber Fédéric, mit langbärtigen Beripatetifern: an blauen Geftaden der forinthischen See, bie Welle überschlägt sich filbern am Strande, der Bind harft in den Dlipenbäumen, die Schwalbe fligt wie der GeLektüre? Alexander. Cäsar. Plato. Sokrates. Der Mensch ist Gott! Jede Tat ist Schöpfungsatt. Wolle du- und du kannst. Blato der Staat? Der Jüngling bekommt einen heißen Kopf: wartet, bis Ich herrsche Ich werde der Welt ,, Meinen" Staat oftropieren. Aber vorläufig herrscht Papa noch der wird wilder und härter ist aufgebracht gegen die nächtlichen Flötenserenaden: so ein Filius Goulträger ja, die Gaulsfräße friegt der Herr Vater, Dor Aerger so ein Sohn aber auch, ein Flausenmacher ist Er: Jch ziehe die Kandare schärfer an! Soll mir egerzieren und parieren lernen! Aber der Junge pariert nicht, im Gegenteil, Er schlägt über die Stränge I bei Nacht und Nebel rückt Er aus fort über die Grenzen: Paris das Ziel. Doch die Garden des Herrn Papas er wischen den Filius marsch ins Kittchen der Mitausrücker, der Freund: piffpaff!, da liegt er,' ne Leiche, erschossen. Des Alten Befehl! Friedrich weint. Zwanzig Jahre. Epousieren! Heiraten! Wen denn?' nen Burschen? Nä,' n Maidle,' ne Prinzessin. Friedrich beißt in zwei bittere Pomeranzen, schwellende Mädchenbrüste Kinder würde Er me zeugen. Die Flöte her die Melodien, voilà mes Enfants! Hundert und einmal donnert es von den Wällen Alt- Spandaus hurra, der Alte ist tot, es lebe der junge König! Die erste Tnt als ein Marschlied, auf der Flöte. Und dann Herrscher die Ideale verwirklichen, den besseren Staat: Noch über Plato hinaus oder so was. Seinen Stant! 1 Aber zunächst: Krieg! Gegen das Weibsbild in Wien Maria heißt sie ja wohl, oder Theresia und Er entreißt ihr Schlesien. Macht will Er sein! Er ist es. Den Botentaten Europas setzt Er die Faust unter die Nase, brüskiert sie alle die verschwören sich, wollen Shn überfaller, Er aber ist flinker, Er fällt Sachsen an muß zu rück: sieben Jahre lang wehrt Er sich, die Jugend Alt- Preußens verblutet auf hundert Schlachtfeldern Menschen?, was sind Ihm Menschen?, weniger als ein Flötenspiel Er will sein! Er will gelten! mögen die andern trepieren. Er ist flug vor den Ruin macht Er Frieden. Berliert nix und gewinnt nig. Gewinnt nig? Hinterher gewinnt Er doch. Bolen wird zerstückelt, das Deutsche Reich wird malträtiert, Friedrichs Reich" aber wächst was fümmert Ihn Deutschland? Er fühlt französisch die Welt bin Ich! L'Etat c'est moi! Und Seinen" Staat bringt Er in Ordnung, mit Knüppel und Respekt vor Mumien. Der gegenwärtige Herrscher auf dent Throne der Pharaonen, Fuad I., hat es offenbar als unpassend erkannt, daß seine Vorgänger auf dem Königsthron in Aegypten in Gestalt von Mumien dem schaulustigen internationalen Publikum jur Betrachtung preisgegeben werden. Jedenfalls wird das Publikun, das das Museum von Kairo besucht, von jegt an eine der größten Sehenswürdigkeiten des Museums, nämlich eben die Mumien der Könige von Altägypten nicht mehr bewundern können. Die Regierung hat verordnet, daß alle Mumien der Pharaonen in einen be sonderen Raum gebracht werden, zu dem nur noch Aegyptologen auf Erlaubnis des Ministers der öffentlichen. Arbeiten hin Zutritt erhalten. Auch das Grab des Königs Amenophis, das zweite im Tal der Könige, in dem auch die Ueberreste des Pharao ausgestellt sind, wird für das Publikum geschlossen. Begründet wird diese Berordnung damit, daß die Ausstellung der Mumien in Glasfästen feinem wissenschaftlichen Zwed diene, sondern nur die müßige Neugier des Bublifums befriedigen wolle. Das aber widerspreche der Ehrfurcht, die man den alten Königen schuldig sei.. Bozu nur zu bemerken märe, daß, wenn man schon von Chrfurcht sprechen will, solche den Toten insgesamt, aber nicht nur taten Königen zu zollen wäre, und daß man dann folgerichtig auch jegliche Beschäftigung mit dem Inhalt der alten Gräber aufgeben müßte. Andernfalls soll man getrost auch den nichtwissenschaftlich, dafür aber sonstwie ernsthaft Interessierten die Möglichkeit gebent, fich ein lebendiges Bild von allem zu machen, was zu jenen Zeiten gehört. " 1 der Immerhin: Ich habe was geleistet ,,, Mein" Reich ist in Ord nung, 50 Millionen Taler in den Kassen( dem Bolte entpreßt), 50 000 lange Kerle parieren auf den Pfiff: die Garden! Der Bauer front, der Handwerter jägt und schustert und webt für Seine Kaffen. Schulen? Ja, für die höheren Stände". Bolt bleibt Plebs: wert der Berachtung! Die Melodie der einsamen Flöte: Titirildi, Menschen: hier tanzt der Rüppel, hoppla: immer rundum! Es wird Abend, die Nacht kommt heran. Monfieur Reg, bitte: die letzte Melodie die letzte Melodie und schaurig flingt Sein Flötenspiel durch die einsamen Räume des Schlosses Sanssouci, Seine Hunde heulen warum hat Er nun eigentlich gelebt? Er wollte gelten, durch Sein Bert wollte Er gelten, Sein Staat blüht", aber das Herz? Sein Herz? Und das Bolt-? Buh, zum Flöten. Er hatte gute Gebanten, aber feine großen Ideen, Er glaubte an Sich, nicht an die Menschen mit Ihm stürzt die Welt ein: Er hat gelebt für die Razz! Hier kommt Heing Klappermann: Monsieur Roi, s'il vous plait, voici mon Arm. Der Reg legt die Flöte hin Arm in Arm geht Er fort, mit Ihm: dem andern Flötiften, mit dem Konzertmeister Tod. 1 Der Flöten- Rer. Wer war Er? Ein Einsamer war Er, unglücklich bis zum Selbstmord, unglücklich bis zur Hundeliebe. Bas( chuf Er? Fragt Seine Zeitgenossen, die leibeigenen Bauern und die Kriegsverstümmelten ihr Fluch war der Refrain zu Seinem göttlichen" Flötenspiel. Knüppel und Garde und Flöte und Erefutor! Seine Biographen waren Schmeichler und Falschseher, schweifwebelnde Hofhunde paren fie nig mehr. Fédéric mar weder guter Deutscher noch großer Mensch, Er stand abseits, ein ,, Olympier", trunken von der Melodie Seiner herrlichen" Flöte. Benoide und ehre niemand den Flöten- Reg, Sein Lied war Spott und Hohn und Berzweiflung. Manchmal vergaß Er sich im Spiel, dann war Er idyllisch. Er hatte teine großen been. Seine GeDanfen mündeten im Kondell der eigenen Grenzpfähle. Er mar Tyrann. Die Menschheit springt über Ihn hinweg Er mar nur ein Schlagbaum: nicht mehr!. Nr. 221* 45. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Gonntag, IG. Juni 192& Zur neuen Wirtschaftspolitik. Des Hansa-Dundes alter Wein in alten Schläuchen. Es ist überflüssig, darauf hinzuweisen, dah der neue Reichstag neue wirtschaftspolitische Aufgaben zu lösen hat. Seine Mittel müssen andere sein als die der vergangenen Rechtsblockregicrung: es kann nicht einfach die Bilanz des Soll und Habens der Unter- n c h m e r durch Begünstigung des Besitzes und der Unternehmun- gen besser gemacht werden: es muß organische Wirtschasts- Politik gemacht werden, die auf lange Sicht die Bilanz der Volks- Wirtschaft verbessert. Der sich demokratisch gebärdende Hansa- Bund, der zu seinem und der Gesamtwirtschast Glück kaum mehr ernst genommen wird, ist anderer Meinung. Er hatte gestern in Berlin seine Hauptversammlung, und in einer Denkschrift an die neue Reichsregierung, natürlich von der bei Fischers und Mosichs gewohnten Länge, hat der Hansa-Bund seine Forderungen für die kommende Wirtschaftspolitik angemeldet. Der Hansa-Bund war auch diesmal fix bei der Hand: aber nur deshalb, weil die Wünsche des Hansa-Bundes die erste programmatische Aeußerung des Privatkapitals für die kommende Wirtschafts« Politik darstellt, muß sein Programm mit einigen Worten behandelt werden. Das Loch im kommenden Reichshaushalt, der von ter vergangenen Rechtsblockregierung auf tws gründlichste aller Reserven beraubt wurde, und der bekanntlich durch die erhöhten Reparationszahlungen aus dem Reichshaushalt entsprechend ge- ringere Rückflüsse aus den verpfändeten Einnahmen enthalten wird, wird vom Hansa-Bund auf 500 Millionen Mark geschätzt. Charak- teristisch für die Ernsthaftigkeit, mit der der Hansa-Bund arbeitet, -.st aber die von ihm sofort kategorisch getroffene Fest. »t e l l u n g, daß der Fehlbetrag durch Steuererhöhung unter gar keinen Umständen aufzubringen sei. Danach kommt das o l t e S t e u e r l i« d des Hansa-Bundes vom Ausgabenabbau und darüber hinaus noch von einer weiteren Steuerbefreiung der„Wirtschaft". Sein Programm für Ausgaben- abbau ist entweder nicht neu oder unrationell. Unrationell ist sicher bei der gegenwärtigen Konjunkturlage die Forderung einer ent- scheidenden Einschränkung der Bauvorhaben der öffentlichen Verwaltung. Wenn der Abbau der Zuschüsse des Reiches an die Sozialversicherung verlangt wird, so tut der Hansa-Bund so, als ob diese Zuschüsse überflüssig wären oder irgendwie für die Gesamtwirtschaft, wo sie tatsächlich zur Ver- mögensbildung beitragen, verloren wären. Natürlich wird in erster Linie eine Senkung der Besitz st euern angestrebt, wozu eine Bindung in der Höhe der Realsteuern, eine Tarifrevision der Einkommensteuer, die endgültige Beseitigung der Vermögenszu- wachssteuer und die generelle Beseitigung der Kapitalertragssteuer verlangt wird. Da der Hansa-Bund sich schon' immer darin gefallen hat, eine Filiale des Reichsverbandes der Deutzen Industrie und der Ver- einigung der Deutschen Arbeitgeberoerbände zu sein, wird noch eine umfassende Reform der deutschen Sozialpolitik ver- langt. Obwohl klar ist, daß nur deshalb der Staat Sozialpolitik treiben muß, weil„die Wirtschaft" nicht tut oder nicht tun kann, ivas sie für den Massenwohlstand sollte, formuliert der Hansa- Bund für die kommend« Sozialgesetzgebung das Gesetz. ,chie Emp- findung der eigenen Verantwortung des einzelnen für sich und sein« Familie" müsse mehr als' bisher gepflegt werden. Da es dem Hansa-Bund auch hier nur aus Ausgabenabbau zugunsten des Be- fitzes und gegen die Versicherten ankommt, braucht man sich mit seinen widersprüchlichen Forderungen nicht zu beschäftigen. Dasselbe gilt für die dem Jargon aller deutschen Scharfmacher entnommene Forderung zur Beseitigung der„zwangsweisen Bestimmungen der Löhn« durch den Staat", die den„natürlichen Erfordernissen einer gesunden Wirtschaftsführung" widersprechen. Endgültiger Abbau der Zwangswirtschaft, grundsätzlich« Einschränkung der Be- tätigung der öffentlichen Hand dürfen natürlich in dem Wirtschafts- Programm der Hansa-Bund-Fragen nicht fehlen. Daß man sich den historisch amüsanten Witz leistet, gemischtwirtschaftliche Unterneh- mungen der öffeMlichen Wirtschast zu konzedieren, das zeigt, daß der Hansa-Bund einige Jahrzehnte geschlafen hat: denn die öffentliche Wirtschaft ist längst darüber hinaus, die Hilfe des Privatkapitals für ihre Unternehmertätigkeit noch nötig zu haben. Bei der entscheidend wichtigen Zoll- und Monopol- politit werden die platonischen Forderungen von Genf über Zoll- abbau. Ein- und Ausfuhroerbote, Ausbau der Handelsverträge, ein- fach wiederholt. Von einem Abbau etwa der Eisenzölle ist keine Rede und gegen das bisher gegen die Monopole noch gar nicht wirksam gewordene Kartellgericht wird noch eine Revisionsinstanz gefordert, die offensichtlich, da sie wieder„die Wirtschast" gegen Staatseingrife schützen soll, von den Interessenten selbst zu besetzen sein dürste. „Durch Freiheit der Wirtschaft zur Freiheit des Vaterlandes" — mit diesem Ladenhüter des Hansa-Bundes, der offenbar von der Kritik des Engländers Keynes und des Deutschen Schmalcnbach keine Ahnung hat, schließt das Hansa-Bund-Programm. Viel Ehre werden die Koalitionsgenossen der Hansa-Bund-Parteien mit diesem Programm für die„neue" Wirtschaftspolitik nicht einlegen können. Oer preisdruck nach oben. Don April bis Mai hat sich die vom Statistischen Reichsamt er- rechnete Ziffer für den Großhandelsindex verhältnismäßig sehr stark, nämlich von 139,5 auf 14.2 Proz. erhöht. Die hauptsäch- lichen Teurungsquellen liegen bei der Landwirtschaft und der monopolistisch geleiteten Schwerindustrie. Agrarstroffe insgesamt stiegen von 133,5 auf 135,9 Proz.. darunter die Viehpreise, die an sich sehr niedrig lagen, von 99,5 auf 105,3 Proz. Der Index für Kohle ist von 127.9 aus 131,4, der für Eisen von 126,2 auf 127,9, der für Textilrohstoffe von 164V auf 167,1 Proz. gestiegen. Der Index für industrielle Fertigwaren hat sich erheblich weniger, nämlich von 157,6 auf 158,4 erhöht. Luftverkehr wächst weiter. Wie der Vorsitzende auf der Generalversammlung der Deut- schen Lufthansa A..G. mitteilt«, hat der Personenverkehr, der im letzten Jahr um 64,1 Proz. gestiegen war. um weitere 20 Proz. zugenommen. Der Zuwachs im Frachtenverkehr, der 1927 um 123 Proz. stieg, ist rtvch größer, doch wurden hierfür keine Ziffern angegeben. Für einen künftigen Ozean ver kehr leistet die Ge- sells-baft bereits wichtige Vorarbeiten, indem neue Flugzeug« mit besonders starken Moloren und erhöhten Sicherheitsvorrichtungen bereits in Bau gegeben seien. Das Flugnetz der Gesellschaft ist bereits größer, als das aller anderen europäischen Staaten zusammen. Kartoffelwucher mit Staatsmitteln Getreidehandelsgefellfchast sabotiert Stabilisierung der Kartoffelpreise.- Betrogene Bauern. Zur Beseitigung der kolossalen Schwankungen der Roggenpreise wurde im Jahr« 1926 unter erheblicher Subventionierung aus öffent- lichen Mitteln die Gctreidehandelsgesellschaft gegründet. Sie bekam die Aufgabe, nach Möglichkeit die Roggenprcise auf einer Höhe zu halten, daß der Roggenpreis im Vorkriegsver- hältnis zum Weizenpreis steht und daß die Rcggenerzeugungskosten auf leichten Böden gedeckt werden, ohne Gefährdung der Er- nährungsoerhältnisse. Dieser Ausgabe ist die Getreidehandelsgesell- schaft in keiner Weise gerecht geworden. Sie war ständig, unter Erzielung erklecklicher privatwirtschastlicher Gewinn«, bemüht, die Roggenpreise recht hoch zu halten. Während vor dem Kriege die Preise von Roggen und Weizen sich wie 80: 100 verhielten, stehen sie jetzt wie 100: 921 Das einzige Mal, als die Getreidehandelsgesellschaft im Frühjahr 1927 die Roggenpreise etwas zu drücken versuchte, geschah dies nur, um gegen den sozialdemokratischen Antrag auf Sus- Pension der Roggenzölle zu agitieren. Diese selbe Gesellschaft, die sich auf dem Gebiet der Roggenpreis- stabilssierung so mit Ruhm bedeckt hat, will nun ihre Tätigkeit auch auf die Preisregulierung der Kartoffeln ausdehnen. Auf dem Kartoffelmartt liegen die Verhältnisse in mancher De- Ziehung ähnlich wie auf dem Roggenmarkt. Auch hier führt eine überreiche Ernte, wie z. B. die des Jahers 1925, zu äußerst niedrigen Preisen, während nach knappen Ernten, wie im letzten Jahre, die Preise auf ein Vielfaches steigen. Der Hauptunterschied zwischen dem Kartoffel- und Roggenmarkt ist jedoch der, dah eine erfolgreiche Stabilisierung der Roggenpreis« nicht nur ein« Regelung des inner- deutschen Marktes, sondern auch des R og g« n a u ß e n ha n- dels zur Voraussetzung hat. Die Kartoffelpreise bilden sich dagegen ausschließlich im Inland. Hier wäre, wenn es gelänge, aus reichen Erntejahren größere Kartoffelbestände in die folgenden Jahr« schlechter Ernte zu übertragen, die Stabilisierung der Kartoffel- preise möglich. Kartoffeln lassen sich allerdings nicht in frischem Zustande längere Zeit lagern. Sie müssen ent- weder eingesäuert oder, was noch wichtiger ist, getrocknet werden. Um Einfluß auf die Preisbildung der Kartoffeln zu erlangen, muß die Möglichkeit bestehen, in reichen Erntejahren mindestens 3 Millionen Tonnen Kartoffeln zu trocknen und dadurch dem Markt zu entziehen. Es muß ferner die Ver- fügung über die Trockenkartoffeln den einzelnen Trocknereien ent- zogen werden und einer zentralen Trockenkartoffelstelle über- tragen werden, die nur dann Trockenkartoffeln auf den Markt wirst, wenn die Kartoffelpreise zu hoch steigen und dann mit ihrer Marktbelieferung zurückhält, wenn die Kartoffelpreise unter eine bestimmte für die Landwirffchaft notwendige Preisgrenze zu sinken drohen. Eine solche zentrale Trockenkartoffelbewirtschaftung muß serner über recht erhebliche Kredite verfügen, um nicht aus Geld- mangel zum Derkauf zu unrechter Zeit genötigt zu sein. Bis jetzt haben die Trockenkortoffeln ihre Aufgabe, auf diese Art stabilisierend aus die Kartoffelpreise zu wirken, nicht erfüllt, weil es jeder Kartoffeltrocknerei frei stand, so viel Kartoffeln zu trocknen wie sie wollte und weil schtießlich die zu langer Lagerung nötigen Kreditmöglichkeiten für die einzelnen Kartoffeltrocknereien fehlten. Infolgedessen waren die Trockenkartoffelpreise niedrig, wenn die Kartoffelpreise tief standen, hoch, wenn d'e Kartoffeln teuer waren. Eine Gründung zu verfehlten Zwecken. Vor kurzer Zeit wurde nun unter Mitwirkung der Kartoffel- baugesellschaft in der„ftartoffelflockenzentrale" ein Derwertungs- kartell gegründet, das dem Chaos der Trockcnkortoffelpreise ein Ende machen soll. Di« der Zentrale angegliederten Trocknereien müssen sich oerpflichten, bereits im Herbst- die voraussichtlich produzierte Trocken- kartofselmenge anzugeben und ihr« gesamt« zum Verkauf bestimmte Produktion an die Zentrale abzuführen. Die Zentrale übernimint aber den Verkauf der ihr angelieferten Kartoffeln nicht selbst. Sie ist vielmehr nur Treuhänderin und Abrechnungsstelle der einzelnen Trocknereien. Die Verwertung soll in den Händen der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft, mit der die Kartoffelflockenzentrale einen enffprechenden Vertrag abgeschlossen hat, liegen. Die Getreidehandelsgesellschaft soll die ihr gelieferten Kartoffelslocken nach Möglichkeit bis zu 50 Proz. bevorschussen, hat aber dann völlige Freiheit über den Zeitpunkt des Verkaufs. Ihre Aufgabe ist nur,„durch eine angemessene zeitliche Verteilung der Verwertung und unter Berücksichtigung der jeweiligen Marktlage eine Herabdrückung der Marktpreise tunlichst zu vermeiden. Der Zweck des Abkommens ist die Wahrung des Interesses der Kartoffeltrockner an der Erzielung möglich st g ü n st i g e r Preise". Bereits diese kurze Charakterisierung, die die neuen Pläne der Getreidehandelsgesellschaft zeigt, daß es sich hier ebenfalls, wie in dem bisherigen Tätigkeitsbereich der Eetreidehandelsgesellschaft, um eine Unternehmung mit rein prioatwirtschastlichen Zwecken handelt. Aufgabe soll nur die Vermeidung einer Herabdrückung der Preise für Kartoffelflocken sein. Es wird nicht von der großen agrorpolitischen Stabilisicrungsaufgabe ge- sprochen. Es wird nicht von der Ausgabe der Kartosfelflocken- Wirtschaft, eine Ueberhöhung der Kartoffelpreise zu verhindern, ge- sprochen. Eine Erzielung„möglichst günstiger Preise" bedeutet natürlich Preisbemessung nach dem teuersten dem Kartoffelflocken-. kartell angeschlossenen Produzenten und eine entsprechende Rente für billiger arbeitende Fabriken. Durch eine solche Preis- bemessung werden alle Rationalisierungserfolge in der Kartoffel- trocknung allein den Kartoffeltrocknern, nicht auch den Flockenab- nehmern, also der schweinemästenden Landwirffchaft, zugute kommen. Gegen die bäuerliche Landwirtschaft. Das Kartoffelflockenkartell richtet sich durch seine Zielsetzung schroff gegen die schweinemästend«, also vor allem die bäuerliche Landwirtschaft, der sie ein wichtiges Produktionsmittel verteuern will. Getragen wird sie zum Teil von der an der Kartoffelirocknung interessierten o st elbi schen Großlandwirtschast, zum Teil von der Kartoffelslockenindustrie, da etwa 60 Proz..der ge- samten Kapazität der Trocknereien, die insgesamt 2 Millionen Tonnen Frischtartoffeln verarbeiten können, nicht in den Händen der Land- wirffchaft, sondern von genossenschaftlichen und gewerblichen Trock- nereien liegen. Es zeigt sich hier erneut die durchaus verschiedene Interessenrichtung von landwirffchafilchem Klein- und Groß- betrieb einerseits und von landwirtschaftlichem Kleinbetrieb und Industriekapital andererseits. Die Kartoffelflockenzentrale kann allerdings zu einer für die g«- samt« kartoffelanbauende Landwirffchaft und für die Kartosfelver- braucher segensreichen Einrichtung ausgebaut werden, wenn sie ihre bisher rein privatwirtschaftlichen Ziele dem volkswirtschaftlichen Ziel der Kartoffelpreisstabilisierung unterordnet. Ihre Aufgabe wäre dann allerdings nicht„die Interessen der Kartosfeltrockner an der Erzielung möglichst günstiger Preis« zu wahren", sondern durch Forcierung der Trocknung nach reichen und Abdrosseiung der Trocknung nach armen Erntejahrcn, durch Ausdehnung der Kanoffel- flockenfabriken auf eine Kapazität von mindestens 3 Millionen Tonnen unter rücksichtsloser Förderung billigster Trocknungsmethoden und Stillegung veralteter teuer produzierender Flockenfabriken, serner durch großzügig« Trockenkartoffellagerung nicht für einige Monat«, sondern für ein oder etoentuell mehrere Jahre aus die Kartoffelpreise stabilisierend einzuwirken. Einem solchen Unternehmen wäre nicht nur die Unterstützung der Landwirtschaft, sondern auch aller sonstigen an der Entwicklung der Landwirffchaft interessierten Wirtschaftskreise und politischen Parteien gewiß. Rlihbrauch öffentlicher Mittel. Einem fortschritt-hemmenden Unternehmen mit rein privat- wirffchastlichen Zwecken, wie der eben geschilderten Kartoffelflockenzentrale, muß jedoch das größte Mißtrauen entgegetige- bracht werden. Ganz besonders dann,'wenn dieser rein privatwirk- schaftliche Nutzen nicht mit privatwirtschaftlichen Mitteln, sondern mit Hilfe öffentlicher Kredite erzielt werdsn soll, die durch Staatszuschüsse verbilligt und an die Getreidehandelszesellschaft weitergegeben werden sollen. Die Kartoffelflockenzentrale scheint auch daran interessiert zu sein, daß die im Notprogramm für Kartofseltrocknung vorgesehenen Gelder durch sie verwendet werden. Sowohl die Verwendung der öffentlichen Gelder der Getreide- Handelsgesellschaft als auch noch mehr des Notprogromms für die Zwecke der Kartoffelflockenzentrale, stellen jedoch einen ausge- sprochenen Mißbrauch dieser öffentlichen Mittel dar, gegen den aufs schärfste protestiert werden muß. Schiele weiß immer noch nicht— Der Reichsausschuß zur Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms hat nach der Entgegennahme des Berichtes der alten Reichsregierung über die Förderung des Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch und nach einer scharfen Kritik an den für den Landwirt zu hohen Zinslasten für die vor einigen Wochen abgeschlossene 100- Millionen-Landesbankenanleihe sich aufgelöst. Der verflossene Reichs- ernährungsminister Schiele ist bis zum letzten Augenblick seiner Amtsführung sich treu geblieben. Er hat erklärt, daß er auch jetzt noch nicht in der Lage sei über die Verwendung der 25 Millionen Reichsmittel, die zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens ausgeworfen werden, zu berichten, weil die Verhandlungeti zwischen den Genossenschaften noch nicht abgeschlossen seien. Es scheint in der Tat so, als ob kräftigere Hände als die deutsch natio- naler Minister und ihrer bureaukratischen Helfershelfer die Rationalisierung der Genossenschaften in die Hand nehmen müssen. Preußen dieni Wirischast und Volk. Zur Einweihung der Kali-llmschlagstelle in Harburg. Es gehört zu den Traditionen der deutschen Unternehmer, zu glauben, daß sozialdemokratisch geführte Regierungen nur wirt- schaftsfei*dliche Politik machen können und daß der Staat zur Wirtschaftsführung unfähig sei. Die preußisch« Regierung hat die deutschen Unternehmeer wieder eines anderen belehrt. Sie hat außerordentlich schnell, mit vollem Erfolg, für die Export- intcressen der deutschen Kaliindustrie eine Großtat vollbracht. Nach anderthalbjähriger Bauzeit hat das Preußische Han- delsministerium dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Deutschen Kalisyndikats, Dr. Körte, den Schlüssel zu einer vom preußischen Staat finanzierten, im neu erschlossenen Gelände des Harburger Hafens neu errichteten Zentralkaliumschlagsstell« überreicht, die der deutschen Kaliinduistrie kaum zu überschätzende Lagerverluste erspart, die Kaliqualität erheblich verbessert, dadurch die Konkurrenzfähig- keit erhöht und nicht nur den gesamten Kaliexport über Hamburg zusammenfaßt, sondern auch die Umschlags- und Verfrachtungs- kosten erheblich senkt. Die Vertreter des Deuffchen Kalisyndikats waren gezwungen, anzuerkennen, daß hier schnelle und mustergültig« Arbeft geleistet worden ist, unter teilweis« revolutionierenden tech- nischen Neuerungen bei der Ein- und Auslagerung der vorläufig bis zu 100 000 Tonnen In Harburg zu lagernden Kalimossen, und für die Oeffentlichkeit glauben wir hinzufügen zu können, daß die Kalitransport GmbH., die dfn Export leitende Tochtergeselljchojt des Kalffyndikats, mit den an P-.-uben zu zahlenden Pachten ein gutes Geschäft machen wird. Die deutsche Oeffentlichkeit wird das neue Denkmal, daß die Preußenregierung für den Staat als Unter- n e h m e r in den Harburger Hafenanlagen errichtet hat, nie über- sehen. Genosse Lüdemann, der Regierungspräsident von Lüne- bürg, hat den bei der Einweihung anwesenden Unternehmern, Be- Hörden und Vertretern der Presse deutlich gesagt, wie diese wirt- schaftsfördernde Tätigkeft des preußischen Staates verstanden sein will. Wenn statt wie bisher 1000 bis 1200 in der Zu- kunft nur mehr 50 bis 100 Arbeiter und Angestellte mit dem Um- schlag der zu exportierenden Kalimossen beschäftigt sein werden, so sei dieser der Privatwirtschaft zugute kommende Rationalisie- rungsakt, der aus öffentlichen Mitteln finanziert sei, ein Beispiel dafür, daß das neue Preußen mit derselben Entschiedenheit wie für das Privatkapital, auch für die von solcher Rationalisierung be- trosfenen Arbeiter zu sorgen habe. In Harburg sei gezeigt, daß Wirtschaft und Verwaltung keine Gegensätze zu sein brauchen, daß aber das neue Preußen das alte in der Förderung der gesamtwirtschaftlichen Interessen, zu denen die sozialwirt schastlichen gehören wie die privatwirtschaftlichen, übertreffen wol! und müsse. Sehr klar und prägnant kam der schöpferische Wirt- f ch a f t s w i l l e des neuen Preußen in der Rede des Staatsßekn- tärs im Preußiichen Handelsministerium zum Ausdruck, die d vielumstritten« Preuhenpolttil an der Wasserkante, besonders v Hamburg und Bremen, als eine entschiedene Friedens politik bezeichnete, die durch wirtschaftliche Zusammenarbeit jene Schäden heilen will, die vielfach turzsichtiger Hafen- und Hansas partikularismus unvermeidlich zur Folge hat. Keine preußischen Truzbauten, sondern das gemeinsame Borgehen mit Hamburg zum gemeinsamen Nutzen sei das preußische Ziel. Auf die Opfer hinweisend, die Preußen noch fürzlich durch die Stillegung eines Ham burg benachbarten preußischen Kraftwerkes gebracht hat, gab er einen finnfälligen Beweis dafür, daß es der preußischen Wirtschaftspolitit vor Hamburg um den gesamtwirtschaftlichen Nutzen, nicht aber unbornierte partikularistische Ziele gehen. Es war bedauer: I ich, daß der Vertreter des Hamburger Senats die Bereitschaft Samburgs, die von Preußen angebotene Zusammenarbeit zu akzep= tieren, froß der von Preußen gebrachten Beweise nur für seine Person erklärte. der Trust Lettland zu einem Zinssatz von 6 Broz. eine Anleihe von 25 Millionen Mark, die zur Stärkung der staatlichen Agrarbant in Lettland verwandt wird. Zu gleicher Zeit haben die Fangarme des Trusts auch nach Italien hinübergegriffen, wo die Schweden ickt ein Drittel des italienischen Zündholzkapitals erworben haben. so wird es bei den bekannten Methoden des Zündholztrusts bis zur Da die Verhandlungen mit den Italienern noch fortgesetzt werden, Beherrschung des italienischen Marktes nicht mehr weit sein. Reuer englischer Schutzoll. Die Fortdauer der tonservativen Herrschaft in England bedeutet eine sehr bedauerliche verschärfte Fortführung der für England relativ reuen Schu133011 politit. Das englische Unterhaus hat trok des Protestes der Arbeiterpartet und nach Ablehnung der von dieser eingebrachten Abänderungsvorschläge für die nächsten fünf Jahre einen 25 pro zentigen Wertzoll auf eingeführte Schmiede, maille und Topfwaren beschlossen. Die deutsche Jurduftrie wird nach den im englischen Unterhaus abgegebenen Gr flärungen, daß 66 Proz. dieser Einfuhrwaren aus Deutschland stamumen, besonders empfindlich betroffen. Die Grundlagen des deutsch- englischen Wirtschaftsvertrages werden dieses Vorgehen der fonservativen englischen Parlamentsmehrheit immer mehr gefährdet, da Deutschland mit Recht von der Erwartung ausgehen konnte, daß England von seiner bisher int ganzen dem Schutzzoll abgeneigten Politik niemals someit abgehen würde, als es in den legten drei Jahren geschehen ist. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Wir sind aber überzeugt, daß die preußische Regierung mit ihrer, immer die gesamtwirtschaftlichen Interessen in erster Linie ins Auge fassenden Wirtschaftspolitit auch an der Waffertante Sonntag. 10. Juni: nicht nachlaffen und mit allen ihren Kräften dazu beitragen wird, auch die Widerstrebenden davon zu überzeugen, daß man entweder Bolkswirtschaftspolitik treiben muß oder darauf verzichten Vereins Deutscher Ingenieure Kunst und Technik". 13: Kurzschrift. 13.30: muß, überhaupt eine nügliche Wirtschaftspolitik vertreten zu können. Arbeitsmarkt im ganzen unverändert. Rur leichter Zugang von Erwerbslosen in Brandenburg. Auf dem Arbeitsmarkt haben sich gegenüber der Vorwoche Abweidjungen nicht bemerkbar gemacht; die Lage ist im großen und ganzen stabil geblieben. Der Zugang Arbeitsuchender somohl wie Unterstüßungsempfänger bewegte sich in engen Grenzen. Eine Berschlechterung der Gesamtlage fann hieraus teineswegs geschlossen werden. 6.30: Frühkonzert. 9: Morgenfeier. 11.30: Funkmatinee. Uebertragung Großes Schauspielhaus. 13.43: Uebertragung aus Essen von der Tagung des Für den Landwirt. 17: Instrumentalkonzert. 19; Stunde des Journalisten. 19.30: Geschichte und Bedeutung des Jiu- Jitsu- Sports. 20: Persisches Frauenleben. 20.30: ,, Kunterbunt." 22.30; Tanzmusik. Montag, 11. Juni: 15.30: Der Ehe- Urlaub. 16: Unterhaltende Gesellschaftsspiele. 16.30: Die Versorgung der Großstädte mit Lebensmitteln. 17: Unterhaltungsmusik. 18.45: Führerpersönlichkeiten der deutschen Bühne. 19.10: Am Bett des Kranken. 19.35; Neues Bauen neues Wohnen. 20: Vortrag. 20.30; Lieder- und Musikvorträge. Dienstag, 12. Juni: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Afrikanische Zwergvölker, 16: Die Wirklichkeit als Dichtung. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Junge schweizerische Dichtung. 17.30: Unterhaltungsmusik. 19: Die Reisėstunde. 19.30: Die großen Mächte in ihren weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Beziehungen( Frankreich). 20: Uebertragung aus der Philharmonie: Konzert des Berliner Lehrer- Gesangvereins. Riga 15.30: Die Vereinfachung der Hauswirtschaft und ihre tiefe Bedeutung. 16: Märchen und Sage im Wandel der Zeiten. 16.30: Städtebilder: Kowno Reval. 17: 2. Kinderfest. 18.45: Das Bühner bild und seine Meister. 19.10: Der Optimismus in seinen Haupterscheinungen. 19.35: Wandern und Jugendherbergen. 20: Warum muß dem deutschen Volke das Berufsbeamtentum erhalten bleiben? 20.30: Kolportage." Einleitende Worte und Rezitationen. 21.15: Cellokonzert. 22.30: Vom Walzer zum Charleston. An und für sich ist zudem der Arbeitsmarkt örtlich sehr verschiedenartig gestaltet. In einigen Orten und Bezirken der Etadigemeinde Berlin stieg die Zahl der Arbeitsuchenden, wohin Mittwoch, 13. Juni: gegen andererseits Abnahme zu verzeichnen war. Bemerkenswert ift, dag steigende Arbeitslosigkeit lediglich bei den weiblichen Perfonen in Frage kommt. Hierfür dürften in erster Linie die umfangreichen Entlassungen in der Konfetionsbranche die Urfache bilden. In der Haupsache ist die Metallindustrie und der Bergbau noch gut beschäftigt, ebenso das Baugewerbe sowie die Baustoffindustrie und die Berufe, die für Außenarbeiten in Frage kommen, Auch im Holz- und Schnitzstoffgewerbe, namentlich in Berlin, wurden steigende Vermittlungsergebnisse erzielt.. Dagegen haben u. a. die Konfettions industrie und ebenfalls die Schuh fabrikation einen recht erheblichen Rückgang in dem Grade der Beschäftigung erfahren. Es wird sich nunmehr in der nächsten Zeit zeigen, ob das Baugewerbe sowie die hiermit in engster Berbindung stehenden Berufe in der Lage sein werden, vor allem die saisonmäßigen Schwantungen auszugleichen, und ob das Spinnstoffgewerbe, namentlich in den Standorten der Tuch fabrikation in der Mark Brandenburg, eine Aufwärtsbewegung erfahren mird. Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Bersonen betrug in der Berichtswoche 115 063( 114 416), davon entfallen auf die Arbeitslosenunterstügung 98 323( 97 497), Krifenunterstützung 16 740( 16 919). 3 15 Proz. Dividende in der Textilmaschinenindustrie. Die starke Beschäftigung der Textilindustrie hat im vergangenen Jahr natürlich auch den Textilmaschinenwerfen eine sehr gute Ernte beschert. Go hatte die Großenhainer Webstuhl und Maschinenfabric. G., die auf eine 75jährige Tätigkeit zurüdblidt, 1927 ein Rekordjahr seit ihrem Bestehen aufzuweisen. Die Gesellschaft, die schon stets eine hohe Rente abwarf und seit der Inflation jahr: lich 12 Broz. Dividende zahlt, setzt die Aktionärgewinne diesmal auf 15 Broz. herauf. Auch im laufenden Jahr ist die Gesellschaft, dem Bericht der Verwaltung zufolge, noch auf eine Reihe von Monaten voll beschäftigt. Die Fangarme des Schwedenfruffs. Der schwedische Zündholztrust, der erst türzlich sein Monopol in Estland aufgerichtet hat, fonnte jezt auch seine Verhandlungen mit der Regierung Lettlands erfolgreich abschließen. Es wird ein Vertrag auf 35 Jahre abgeschlossen, in dem der Schwedentrust der lettischen Regierung die Abnahme von 80 Millionen Zündholzschachteln und 6000 Tonnen Zündholzdraht jährlich garantiert. Außerdem gewährt Funkwinket. Donnerstag, 14. Juni: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Der Ahnherr deutscher Bühnenkunst. 16: Das Unbedingte im Willen. 16.30: Fremdsprachliche Vorträge: Englisch. 17: Uebertragung aus der Garnisonkirche Potsdam: Orgelkonzert. 19: Kupfer- und Steindruck. 20: Rechtsfragen des Tages. 20.30: Per neue Zeppelin- Riese L. Z. 127 und seine englischen Rivalen R. 100 und R. 101. 21: Arien und Ouvertüren. 22.30: Tanzmusik. Freitag, 15. Juni: 15.30: Die moderne Frau. 16: Beerenobst im Kleingarten. 16.30: Das Wochenende. 17: Chorkonzert des Arbeitersängerchores Ostoberschlesions. 19.30: Uebertragung Staatsoper Unter den Linden: Fidelio", Oper von Beethoven. Sonnabend, 16. Juni: 16: Was ist eine Aktie wert? 16.30: Sitten ued Gebräuche der Eskimos, 17: Heiteres Allerlei. 17.30; Unterhaltungsmusik. 18.45: Der Seedienst Ostpreußen. 19.10: Aus dem Leben und Denken der großen deutschen Philosophen des XIX. Jahrhunderts. 19.35: Eine Vortragsreihe zur Pflege der Mutter. sprache,.Sprachhilfe". 20: Besitz und Eigentum. 20.30: Quodlibets" aus alten Possen. 22.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 10. Juni: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 15: Praktische Winke für Liebhaberphotographen. Ab 13.30; Uebertragung aus Berlin. 18.30: Die Reichseisenbahn und ihre Fahrgäste. 19: Die Musik im evangelischen Gottesdienst der Gegenwart, Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Montag, 11. Juni: 16: Französisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Die olympischen Spiele in Amsterdam. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Die deutsche Kleinstadt in der Dichtung. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55; Die Beschickung der Grünfutterbehälter( Silos) auf maschinellem Wege. 19.20: Technische Physik( Anfänger- Einführungskursus für Facharbeiter und Werkmeister). Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 12. Juni: 17: 1830: Französisch für Anfänger. 18.55: Deutschlands Eintritt in die Weltpolitik zer Ab 20: Uebertragung 16: Das Schulwesen Südamerikas. 16.30: Frauen der Romantik. Uebertragung aus Leipzig. 18: Bühnensunst im Wandel der Zeiten. 50jährigen Wiederkehr des Berliner Kongresses 1878 aus Berlin. Mittwoch, 13. Juni: 16: Schulkundliche Fragen. 16.30: Künstlerschicksale im 19. Jahrhundert. Kreditpolitik. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Wesen und Grenzen der amerikanischen 18.30; Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer, Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Finführung in das Verstehen von Musik. 20: Wesen und Ziel der Kritik. 20.15: Uebertragung aus Frankfurt. Ab 22: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 14. Juni: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Anpassungserscheinungen im Tierreich.. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Die Ergebnisse der Rechtsprechung zum Arbeitsgerichtsgesetz. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.33: SommerKäufer und Verkäufer entspann, aus den Witzchen und Redensarten, Aus der gemütvollen Unterhaltung, die sich früher zwifchen hat sich heute eine Verkaufswissenschaft auf psychologische Grundlage entwickelt. Dr. Kurt Friedländer gibt in seinem Vortrag„ Die Kunst des Verkaufens" eine Art von Einführung in dieses Gebiet, gleichzeitig verknüpft mit einer llebersicht über die Grundlagen. An Frage, jedes Wort bezweckt, den Käufer zum Abschluß des Geschäfts Stelle der familiären Reberei ist Sachlichkeit getreten. Aber jede logischen Erfenntnissen arbeitet und unbedingte Menschen und zu veranlassen. Es ist dies eine Technik, die durchaus mit pinchoWarenkenntnis beim Verkäufer voraussetzt. Die Jazz Kapelle Barnabas von Geczy ist an sich ausgezeichnet, aber erftens verlieren Saxophone bei der Uebertragung vieles von ihrer Klangfarbe und dann ist Tanzmusik am Nachmittag sehr wenig angebracht. Wer Musik hören will, Pat davon sehr wenig. Die Funtstunde milßte darauf Rücksicht nehmen, und nur dann Teemuit übertragen, wenn das Programm außer Tänzen auch andere Stüde vorsicht. Die Beranstaltung des ersten Abends der win enunder Musik: fest mo che wird auf den Berliner Sender übertragen. Zur Auf führung gelangt Gluds zweiaftige Spieloper Der letzte Rausch", eine der vielen Gelegenheitsarbeiten die fieben Jahre vor dem Orpheus" entstanden, mit graziösen Melodien im tänzerischen Geist des Rofoto mit seiner ganzen dekorativen Berschnörkelung. 2ber daneben auchy Arien, die an die Dramatik und Lyrit der phigenie" oder des Orpheus" erinnern, Melodien von glühender Schönheit. Keine reine Buffo- Oper mehr, denn an manchen Stellen wirft schon das Werf wie eine flüchtige Skizze zum„ Orpheus". Die Aufführung betont mehr das Buffoneste als das Lyrische. Die Sänger fällen meder angenehm noch unangenehm auf. Manchmal vermist man die Bühne, manchmal verflattern die Löne, doch im großen und gangen Spanisch für Anfänger. 18.53: Chormusik. 19.20: Goethes Prosa. Ab 12.20: befriedigt die llebertragung. F. S. arbeit am Obstbaum. 19.20: Verträge im Geschäftsverkehr des Fanfnapns. 20: Das Loftschiff als Verkehrsmittel. 20.30: Uebertragung aus Berlm Die Anfänge der Arbeiterbewegung in Europa. 21.20; Wesen und Ziels di Kritik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 15. Juni: 16: Der Beruf des Betonbauarbeiters, 16.30: Das junge Deutschland. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Der Urheberrechtskongreß in Rom. 15.36: Englisch für Fortgeschrittene. 18.35: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend. 16. Juni: 16: Das Ringen um die neue dentsche Körperkultur. 16.30: Die Verfol gung der Rechtsar sprüche der Beamten an der Verwaltungsreform. 17: Ucher-. tragung aus Hamburg. 18: Berufsgenossenschaften und Unfallverhütung. 18.30: Uebertragung aus Berlin. Am 8. Juni verschied plötzlich und unerwartet nach kurzem, schwerem Leiden mein guter Mann. unser treusorgender Vater, der Amtsobergehilfe August Leip im 58. Lebensjahr. Sabine Leip und Kinder Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 13. Juni, 13, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101-108, statt. Paul Göhre unser langjähriger Vorsitzender ist gestorben. Welche großen Verdienste er sich um Bestehen und Gedeihen unseres Chors erworben hat, können nur die gebührend würdigen, die jene schweren Jahre miterlebt haben. Er, der durch seine vielen Pflich ten und Aemter aufs höchste beansprucht war, hat für den Chor immer Zeit, selbst zu mühseliger Kleinarbeit gefunden. Als Muster eines pflichteifrigen Vorsitzenden wird er stets in unserer Erinnerung fortleben. Der Berliner Volkschor Am 8. Juni verstarb plöglich an Herzschwäche meine liebe Frau Anna Kupfer geb. Langhans Um Teilnahme bi tet Ferdinand Kupfer. Bin Lichtenberg, Friebe- Karl- Str 13. Die Einäfcherung findet am Diens. tag, dem 12 Juni, 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Unser langjähriger Zeitungsspediteur in Mariendorf, Genosse August Leip ist am 8. Juni 1928 unerwartet verstorben Wir betrauern einen treuen, pflichteifrigen Mitarbeiter und werden sein Andenken in Ehren halten. Vorwärts- Verlag Allen Berwandten, Genoffen und Rameraden die traurige Nachricht, baß mein geliebter Mann, urfer Bater und Schwiegervater, der Zimmerer Johann Fischer am 8. Mai gestorben ist. Im Namen der trauernben Familie Witwe Auguste Fischer. Die Einäscherung findet am 12. Juni, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am Sonnabend, ftilh 3 Uhr, ber fchied nach einer fchweren Operation und hinzutretender Herzschwäche meine liebe gute Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Tante Anna Huhn geb. Machunzel im 51. Lebensjahre. In tiefer Trauer Otto Huhn nebst Kinder Die Beerdigung findet am Mittwoch, bem 13. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Salle bes neuen St. Michaeltirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Von Ger Reise zuruck Dr. Caro Westend, Ahorn- Allee 29. G.m.b.H. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Pflegevaters. des Maurets Ernst Baum sagen wir allen Berwandten, Freun den, Bekannten und Kollegen unseren herzlichsten Dank Richard Tews und Frau. Danksagung Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an läßlich des Hinscheidens meines lieben Mannes und Bruders, des Kraft wagenführers Ernst Greiser fagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Rameraden des Reichsbanners, den Genossen der 41. Abteilung der SPD, allen Kollegen der Konsumgenoffen schaft, den Mietern des Hauses Dreibundstraße 15 sowie dem Freibenterverband für Feuerbestattung unferen aufrichtigsten und herzlichsten Dant Ww. He'ene Greiser Ella Greiser, als Schiefter Treff der Parteigenossen und R.- B.Am 8. Juni verstarb im VincenzKrankenhause zu Berlin Lichterfelde. nach einer Operation das langjährige Vorstandsmitglied, Herr August Leip im 58. Lebensjahre. Der Verstorbene gehörte der Generalversammlung seit 1909, dem Vorstande von 1911 bis 1922 und von 1924 bis zu seinem Tode an. Er war während der ersteren Zeit mehrere Jahre Vorsitzender der Kasse. Wir betrauern den Verlust dieses treuen Mitarbeiters, der mit seltener Hingabe und unermüdlichem Interesse für die Sozialversicherung sein Amt verwaltete. Sein warmes Herz für die Versicherten, sein Wohlwollen für das Kassenpersonal und sem ehrlicher, aufrichtigor Charakter, der ihn stets auszeichnete, sichern ihm ein dauerndes ehrenvolles mein da Andenken. Berlin- Mariendorf, den 9. Juni 1928. Der Vorstand und das Personal der Allgemeinen Ortskrankenkasse fürBerlin- Mariendorfu.Umgegend. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 13. Juni, um 13, Uhr in Krematorium Berlin- Wilmersdorf, Berliner Straße 100-103, statt. Danksagung. Für die erwiesene Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes fage allen Beteiligten meinen herzlichften Dant. Ww. Berta Paplat Stargarder Straße 71. icezial' enandi, far für Ischias Huff, Cess und Bain, woen drell. festgestellt. In 15 Tagen sind Gelegenheitskäufe! Erholungsheife an Gee bezw. Ge birge gelegen, bollit. einger. f. Raffen, Genoffent fchaften, Bereini gungen glad. geeignet, preiswert unter günstigsten Bed zu vert Off unt. C. 10 an die Exped die es Bl. Plötzlich und unerwartet riß der Tod einen unserer Besten fort. Am 8. Juni verstarb nach beendeter Kur in Nauheim unser lieber Kollege, der Betriebs- Inspektor Paul Wohlthat vom Gaswerk Tegel. Allzeit hilfsbereit, nie arbeitsmüde, hat der Verstorbene sein Bestes für die Organisation hergegeben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Der deutsche Werkmeister- Verband Fachgruppe städtische Meister. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 12. Juni 1928, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. de o LEDE WON Lebewohl Muzig Hühnerongen DROGUERIE Einbruch. Da seine Hühneraugen schmerzen Und tags der Laden ist zu, voll, Holt er des Nachts beim Schein der Kerzen Das schwer entbehrte Lebewohl**! *) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene Hübneraugen- Lebewohl und Lebe. wohl Balienschelben, Biechdose( 8 Pflaster) 75 Pfg. Lebewohl Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß. Schachtel( 2 Bäder) 50 Pfg, erhältlich in Apotheken und Drogerien. Wenn Sie keine Enttäuschungen erleben Kameraden Charlottenburgs im schwere Fälle baseitigt werden. 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Sittenst. in 4 Akten. Musik v. Spoliansky Nur Erwachsene haben Zutritt 1000 Mark in bar Berliner Theater Nash- Autopreis sowie das Blaue Band" des Reichsverbandes für Schönheits- Wettbewerbe der schönsten, reizendsten, anmutigsten Frau BERLINS und 25 wertvolle Trostpreise. Zur Vereinfachung der Wahl sind in dies. Jahr zum 1. Mal 3 Vor- Wahltage und zwar am Montag, den 11., Dienstag, den 12., Mittwoch, den 13. Juni festgesetzt. Uhr: Krankheit der Jugend Meldungen der Bewerberinnen an 00696908 00 000000000 ZOOLOGISCHER GARTEN Täglich ab 4 Uhr nachm. DienstagDonnerstag Gr.Konzert Berl. Sinfonie- Orch. Sonnabend- Dir. Clemens Schmalstich Auf dem Sonderschauplatz: ZOO- OSTAFRIKASCHAU AQUARIUM SPORTKUNSTgeöffn. v. 9-7 U. AUSSTELLUNG 1928 7 AUSSTELLUN den Vorwahltagen und am Hauptwahltag ab 6 Uhr im Bankettsaal, Lunapark. Rennen zu Hoppegarten Sonntag, den 10. Juni nachmittags 3 Uhr Putols Planetarium am Zoo ferlang. 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Frizz Fromm( Fister), 3. Greif ( Kutulies). Toto: 26:10. Plaz: 17, 32:10. Ferner liesen: Brandmeister, Sperrmal, Lusitania. 4. Rennen, 1. Herzog( v. Göt), 2. Manitou( Braune), 3. Le Challenge( Staudinger). Toto: 31: 10. Blag: 14, 15, 24: 10. Ferner liefen: Alleluia, Rosenkönig, Boros, Grille. 5. Rennen. 1. Turmalin( Hauser), 2. Karodame( Eichhorn), 3. Erl fönig II( Wolff). Toto: 24:10. Blag: 17, 22, 30: 10. Ferner liefen: Das Lied, Atout König, Norge Creme de Menthe. 1. Menelaos( v. Borde), 2. Parsifal( v. Reibniz), 3. Marc Anton( v. Horn). Toto: 16:10. Blaz: 12, 15, 10:10. Ferner lief: Ulster. 6. Rennen. 7. Rennen. 1. Jna( M. Schmidt), 2. Polydor( Bermann), 3. Blanker Hans( D. Schmidt). Toto: 34:10. Plak: 17, 33, 13:10. Ferner liefen: Teja, Landluft, Finnland, Leubelfing, Angelus, Electrola, Der Mud, Tantor, Rogane. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Monatsprogramme für Juli sofort abliefern! Die Ausscheidungskämpfe für den Dortmunder Jugendtag finden Sonntag, 10. Juni, 8-12 Uhr, im Lichtenberger Stadion, Herzbergstraße, ftatt. Treffpunkt der Teilnehmer 7½ Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde und Endhaltestelle der Linie 68. Der Singkreis übt am Montag, 11. Juni, pünktlich 19% Uhr, im Seim verkehrsministerium.- Das Problem des Raketenflugzeugs. Anfang Juni fand in Danzig die diesjährige Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt statt, an der die verschiedensten Vertreter der Reichs-, Staats, Rommunalbehörden, der Industrie, der Luftverkehrsgesellschaften und der Flugzeugführer, insgesamt etwa 400 Personen, teilnahmen. Es wurden wertvolle Vorträge gehalten, an die sich eingehende Aussprachen anschlossen. Als erster sprach der Referent des Luftfahrtwesens im Reichsverkehrsministerium, Ministerialdirigent Brandenburg, über den Stand der deutschen Luftfahrt im Jahre 1928. Er legte zunächst die Rechtslage des Luftverkehrs dar und stellte in Aussicht, daß die seit Jahren erwarteten Aus= führungsbestimmungen zum Luftverkehrsgeset nunmehr demnächst dem Reichsrat und dem Reichstag zugehen merden. Er berichtete des ferneren über die neue Zentralstelle für den Funkdienst, über die Lage der Luftfahrt sowie über die Gesichtspunkte der Subvention des Luftverkehrs durch Reich und Staat. In der anschließenden Aussprache wurde u. a. von Marinebaurat Engberding beanstandet, daß für den Luftschiff verkehr, der für die Ueberwindung weiter Entfernungen von großer Bedeutung wäre, seitens des Berkehrsministeriums zu wenig geschehe. Ferner beanstandete er, daß der Vortragende tein Wort über die Hauptforderung, die an den Luftverkehr zu stellen sei, die Verfehrssicherheit ermähnt habe. Er forderte mit Rüdsicht auf Schöneberg IV: Seim Sauptstr. 15. Scimabend. Reinidendorf- West: verschiedene Unfälle der letzten Zeit, daß viel schärfer als bisher den Seim Scharumeberstraße( Außenspielplaz). Bunter Abend. Tempelhof: Sport und Spiel" in Tempelhof. Treffpunkt 9 Uhr Dorf, Ede Berliner Straße. Ursachen solcher Unfälle nachgegangen werde. Schließlich wurde Abends Matteotti- Gedenkfeier des W.-B. Treffpunkt 17% Uhr Attilaplag Lindenstr. 4. ( Straßenbahnhaltestelle). Heute, Sonntag: Werbebezirk Teltowfanal: Matteotti- Gedenkabend im Heim Lichterfelde, Albrechtste. 14a, pünktlich 19 Uhr( oberer Eaal). Alle Abteilungen müssen sich beteiligen. Morgen, Montag, 19% Uhr: Der Singkreis übt wieder pünktlich 19% Uhr im Heim Lindenstr. 4. Moabit II: Seim Lehrter Str. 18-19. Fahrtenbericht. Frankfurter Biertel: Heim Litauer Str. 18. Mitgliederversammlung. Friedenau: Heim Offenbacher Str. 5a. Rousseau." Treptow: Seim Bildenbruchstraße. Bub 1nd Mädel." Pankow II: Schule Kaiser- Friedrich- Str. 57-58. Matteotti. Gedenkfeier. Werbebezirk Lichtenberg: Funktionärverfammlung des B.-B. im Seim Sauffftraße. auch die Subventionspolitif des Reiches fritisiert, die das durch, daß sie nicht nach der tatsächlich geflogenen Leistung Beiträge gebe, der Unwirtschaftlichkeit der Deutschen LuftHansa Tür und Tor öffne. Ministerialdirigent Brandenburg antwortete zum größten Befremden vieler Zuhörer, daß die Sicherheit des Cuffverkehrs nicht das Wichtigste wäre. Diese eigenartige Anficht des Ministerialrefe renten mag zutreffend sein bei der Militärfliegerei, wo es darauf ankommt, das gegnerische Flugzeug an Geschwindigkeit, Steigfähigkeit und Wendigkeit zu übertreffen. Beim Berkehrs flug aber muß selbstverständlich das erste und wichtigste Erfordernis der Fluggäste, sondern sie ist auch eine selbstverständliche Forderung für das Sutrauen der Bevölkerung zum Luftverkehr und dadurch auch zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die Sicherheit fein. Sie ist notwendig nicht nur im Intereſſe Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianstr. 37/38, of 2 Tr. Tiergarten: Eonntag, 10. Juni, 13% ihr, Antreten in Tegel, Montag, dent Treffpunkt nachmittag und abends Strandschloß. 11. Juni. Mitte: Jungbanner Jugendheim Tiedstraße 18, pünktlich 20 Uhr. Erscheinen Samerad Anton Fischer spricht über Boolitische Sagesfragen". cller Kameraden ist Pflicht. Tiergarten: 20 Uhr Turnhalle Schleswiger fer, Gründung einer Handballmannschaft. Schöneberg- Friedenau: Rameraden, die Interesse an der Neubildung des Tambourkorps haben, werden gebeten, um 20 Uhr in der Mühlenstr. 9 fich einzufinden. Adlershof: 19 Uhr Zusammen funft im Jugendheim. Dienstag, 12. Juni. Sportleiter: Sigung 20 Uhr im Gaubureau. Wichtige Tagesordnung. Lichterfelbe- Lantwig: 20 Uhr Ramerad fhaftsversammlung bei Rrull, Lankwiger Str. 10. Vortrag des Ram. Min.Dir. a. D. Sizler: Die Lehren der Wahlen." Rreis VIII, Bezirk Bernau: Gämtliche Ortsvereine halten Conntag, 17., für das Bezirkstreffen in Lieben. malde, verbunden mit Fahnenweihe, frei. Eintreffen dort spätestens 12% Uhr. Sibt. Bernau: Abfahrt der Ortsvereine nach Liebenwalde am 17. Juni 10 Uhr. Friedrichshain: c5 Bernau, Lokal Modisch, Kaiserstraße. Fahrpteis 1 M. 1infer Bläsertorps übt wieder jeden Freitag 20 Uhr in den Comenius- Sälen. Bläser sämtlicher Instrumente find herzlich willkommen. Arbeiter Samariter- Rolonne. Gigung haben folgende Abteilungen: Mon tag, 11. Juni. Schöneberg: Lokal von Rosenthal, Ebersftr. 66. Neukölln: Lotal Gailling, Kirchhofftr. 41. Köpenid: Lokal Stippekohl, Schönerlinder Str. 5. Tempelhof: Lotal Lindisch, Friedrichshain: Lokal Groß, Palisadenftr. 77. Mariendorf, Königstr. 44. Weißensee: Lokal Stärke, Charlottenburger Str. 3. Dienstag, 12. Juni. Treptow: Schule Wildenbruch, Ede Gracßstraße. SpanDonners dau: Lokal Supte, Lutherplaz. Hermsdorf: Turnhalle Roonstraße. tag, 14. Juni. Wedding: Lokal Bellin, Schulstr. 12. Pankow: Jugendheim Riffingenstraße. Freitag, 15. Juni. Lichtenberg: Lokal Heers, Weserstr. 20. Beginn 20 Uhr. Die Antwort des Referenten läßt über die eigenartige Einftellung des Reichsverichrsministeriums zum zivilen Luftverkehr Schlüsse zu, die allerdings dem, der die Berhältnisse im Reichsver fehrsministerium fennt, nichts neues sagen. Es ist in diesen Spalten zuerst und wiederholt darauf hingewiesen worden, daß in der Luft fahrtabteilung des Reichsverkehrsministeriums, von einigen wenigen Berwaltungsbeamten und Juristen abgesehen, nur ehemalige Fliegeroffiziere fizen. Diese Herren haben sich von ihren früheren Anschauungen nicht freimachen fömmen oder wollen, und sehen, wie allein schon die mitgeteilte Antwort von Herrn Brandenburg schlagend bemeift, auch heute noch das ganze Luftfahrtwesen von dem Standpunkt aus an, von dem sie früher die Militärfliegerei anzusehen hatten. Ihre Einstellung ist um so bedenklicher und gefähr licher, als fie verstanden hatten, ihre Position innerhalb des Verfehrsministeriums zu einer ganz selbständigen zu gestalten. Dadurch, daß die Verteilung der hohen, vom Reich zur Verfügung gestellten Luftfahrt- Subventionen vollkommen in ihren Händen lag, daß jahrelang niemand erfuhr, nach welchen Grundsätzen diese Dutzende von Millionen verteilt werden, und wer die Empfänger find, sowie ferner durch ihre enge personelle Verbindung mit der Männerchor Fichte- Georginia. Wegen der Bannover- Fahrt findet bie nächste Verfuchsanstalt, war es ihnen gelungen, fich die unumschränkte Rontrolle des ganzen deutschen Luftfahrtwesens in all seinen Berzweigungen zu sichern. Feutsche Friebensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Deffentlicher Vortragsabend am Montag, 11. Juni, 20 Uhr, im Restaurant Wahlstatt", Belle- AllianceStraße 89, Ece Yord- und Gneisenaustraße. Thema:„ Ein neuer Reichstag! Was nun?"( Reichswehr, Kriegsächtung, Landesverrat, Todesstrafe usw.) Referenten: Hellmuth von Gerlach und Gerhard Eeeger( Generalsekretär der Deut fchen Friedensgesellschaft). Freie Aussprache. Zutritt für jedermann frei. Brobe schon am Dienstag, 12. Juni, im Leibniz- Gymnasium statt. Dort legte Bekanntmachungen zur Fahrt und Materialausgabe. Es müffen alle anwesend fein. Der Borstand. Bu: d entschiebener Schulreformer. Am 12. Juni, 19% Uhr, spricht in der Aula des Werner- Siemens- Realgymnafiums, Schöneberg, Hohenstaufenstr. 47-48 ( Untergrundbahn Bittoria- Luise- Play), Prof. Paul Deftreich in öffentlicher Versammlung des Bundes über das Thema„ Nach den politischen Wahlen, vor ben Elternbeiratswahlen". Revublikanische Rednervereinigung. Montag 20 Uhr im Alten Astanier", Anhaltstr. 11, Vortragsversammlung, Republikaner als Gäste stets willkommen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Ariegerhinter. bliebenen. Bezirk Westen: Generalversammlung Dienstag, 12. Juni, 20 Uhr, im Zahnärztehaus, Bülowstr. 104. Bezirk Webbing: Mitgliederversammlung Rontag, 11. Juni, 20 Uhr, Chauffeestr. 64, Pagenhofer. Schöneberg: Diens tag, 12. Juni, 20 Uhr, Mitgliederversammlung in der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 122. Referat:" Das Verfahrensgesetz und die Rechtsprechung." Brieffaften der Redaktion. F. G. 77. Die 4 Proz. dürfen nicht gekürrzt werden. Sie können den lageweg beschreiten oder sich an das Wohnungsamt( technische Abteilung bzw. 7687 2. Die Ehe tann nicht geschlossen werden. Schlichtungsstelle) wenden. f. 70. 1. Für jede bis zum 30. September 1921 ordnungsmäßig entrichtete Beitragsmarte beträgt der Steigerungsfag der Lohnklasse I= 3 Reichspfennig, 18 Reichspfennig, V II= 6 Reichspfennig, III= 12 Reichspfennig, IV 27 Reichspfennig. Für jeden seit dem 1. Januar 1924 entrichteten Beitrag werDen 20 Proz. als Steigerungsfag gewährt. 2. Außer den Steigerungsbeträgen mird ein Grundbetrag von jährlich 168 RM. und ferner ein Reichsschuß von F. G. 52. Es besteht eine Schadenersaßpflicht. jährlich 72 RM. gewährt. Zuständig ist das Arbeitsgericht( Bimmer 90/1.) Chbg. 5. 1.%. 2. Ja. 3. Es $. N. 22. 1. Der Apparat darf nicht hergestellt muß Rlage erhoben werden. werden. 2. Die Unterzeichnung des Schriftftüdes fönnen Sie ablehnen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Rachdr. verb.). Teils beiter, teils wolfig, warm, mäßige bis frische SüdFür Deutschland. In Weft- und Mittelwestwinde, Gewitterneigung. deutschland Gewitter, sonst meist troden, nur in Westdeutschland Temperaturen etwas niedriger als heute. Die Kunstseidenschau bei Gerson. Entwicklung der Kunstseiden industrie hat in den legten zehn Jahren in bezug auf Berbefferung der Qualität gewaltige Fortschritte gemacht und aus der Kunstseide eine selbständige Tertilfajer eigenartigen Charafters geschaffen. Sie hat die reine Seide in qualitativer Beziehung nicht nur erreicht, sondern an Feinheit des Fadens und somit Weichheit des Gewebes fogar übertroffen. Troy all diefer unleugbaren Borzüge und dem Umstand, daß Deutschland zu mehr als 90 Proz. Erzeuger der Kunstfeide ist und naturgemäß als Absatzgebiet an erster Stelle stand, wurde es in den letzten Jahren von Amerika und Italien überholt. Deutsche, fauft deutsche Seide" ruft der Fabrikant dem Publikum zu und es wäre auch zu wünschen, daß das deutsche Erzeugnis den ihm gebührenden Biak erhält. Bei einer Modenschau der Firma Gerson wurden die neuesten Sommermodelle cus Agfa Travisseide vorgeführt. Das weiche, schmieg jame Gewebe findet die reichhaltigste Verwendung. Kleider, Wäsche, Strümpfe für Damen, Wäschegegenstände für Herren werden daraus verfertigt. Auch als Futterstoff läßt sich die Travisseide gut vermenden. Anschließend an die Modenschau fand eine Vorführung des Spinnverfahrens, die Gewinnung des kunstseidenen Fadens auf Originalspinnmaschinen der 3. G. Farbenindustrie statt. 50jähriges Dienstjubiläum. Am 11. Juni feiert der Prokurist, Herr Franz Reuter, feine 50jährige Zugehörigkeit zur Firma W. Spindler A.-G., Spindlers feld. Durch feine unermüdliche Schaffenstraft und seinen Fleiß hat er mitgeholfen, den Weltruf der Firma zu begründen. Seine umfassenden faufmänni fchen Renntnisse befähigten ihn, auf allen Boften des fehr umfangreichen Be triebes Hervorragendes zu leisten. Der Jubilar wird von seiten des Aufsichts. rates, des Borstandes sowie der Kollegen und der gesamten Angestelltenschaft besonders geehrt werden. Wenn die Dame an die See fährt, braucht fie zur Reiseausstattung neben ihrer alltäglichen Toilette ebenso nötig das Badetritot und das Strandkostüm. Bielleicht spielen diese sogar die Hauptrolle in ihrer Toilettenausstattung, und eine unternehmungsluftige Industrie hat sich dieser Tatsache bemächtigt, indem fie Badekleidung in mannigfacher Art auf den Markt gebracht hat. Die Firma Wertheim bringt im Mittellichthof ihres Hauses Leipziger Straße in dieser Woche eine Ausstellung von Bade- und Strandkleidung. Man wird über die phantasievolle Art dieser Kleidung darunter viele französische Modelle ebenso wie über Muster- und Farbenpracht entzückt sein, wie man über die billigen Preise erstaunt ift. Zur Reisezeit bringt die Firma Julius Fabian, Große Frankfurter Str. 37, Spezialhaus für elegante Herren- und Damenbekleidung, ihr reichhaltiges Bager in fertiger Serren- und Damengarderobe in Erinnerung. Ganz besonders wird auf die große Maßahteilung hingewiesen, in der befte Stoffe und gute Zutaten verarbeitet werden. Die Firma hat sich während ihres fast 25jährigen Bestehens einen großen Rundenkreis erworben. Auf dem Gebiet der Herrenbekleidung ist die Firma Fabian für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet worden. Ein Befuch ist nur zu empfehlen. Im Reiseanzug. Gerade für den Reiseanzug ist die Mode so anspruchslos und praktisch, daß jedermann ihren bescheidenen Forderungen auch mit geringen Mitteln entsprechen tann. Der Reifeanzug des Herrn ist der vierteilige Eportanzug, bei dem zu Gatto und Wefte ein langes Beinkleid und Knickerboder aus gleichem Stoff gehören. Er unterscheidet fich vom Straßenanzug heute nicht mehr unbedingt durch Gürtel, Steppnähte, aufgefeßte Taschen und vielfache Fältelung, sondern dadurch, daß anstatt feinfädiger Stoffe und dezenter Farben Der moderne gröber gedrehtes Gewebe in freudigen Mustern gewählt wird. Mann with gleidhniel, ob es sich um die schnelle Bahl eines guten und elegan. ten Reifeanzuges oder um die Beschaffung des sommerlichen Straßentleides oder Mantels handelt, am fichersten und zuverlässigsten wählen, wenn er sich in eines unferer großen Raufhäuser der Herrenbekleidungsbranche, wie z. B. Bern. ward Zeineweber, Am Röllnischen Fischmarkt 4-5, begibt, mo er den Gommer bedarf des Herrn in feiner Gesamtheit in ausgezeichneten Qualitäten in den modernen Fassons und Mustern und in einer so erheblichen Anzahl von vetschiedenen Größen vorgelegt erhält, daß er für seine Figur unbedingt das Richtige finden wird. Die toloffale Bertschägung, bie bie Ausstellung Das Deutsche Borzellan", Biesbaben 1928, fomohl bei den Besuchern als auch bei ber in und ausländi fchen Bresse gefunden hat, ift entscheidend gewefen für den Beschluß des Bies badener Magistrats, den Endtermin vom 10. Juni vorerst auf den 1. Juli 1928 zu verlegen. Die ständig steigende Besucherzahl, die fich aus allen deutschen Gauen zusammenscht, die in Wiesbaden anwesenden Ausländer, alle tragen den Puf des hier Gefehenen hiraus und werben für diefe einzigartige Edan. In rinheitlichem Rahmen, in fünstlerisch hot mertiger Form zeigt die Ausstellung die Leistungen der drei staatlichen Manufakturen Berlin, Meißen, Nymphen burg und der 40 größten privaten Brozellanfabriken. Der Eintrittspreis ift auf 1 M. herabgefest worden und ist die Ausstellung durchgehend von 10-7 Uhr, auch an Sonntagen, geöffnet. | Es ist das große Verdienst der Sozialdemokratie, bei den letzten Etatsberatungen diese Alleinherrschaft empfindlich erschüttert und einen Beschluß durchgesetzt zu haben, nach dem fortan dem Reichshaushaltsausschuß regelmäßig genaue Nachweisungen über die Verteilung der Subventionen zu geben sind. Der Beschluß wurde mit Zustimmung des Reichsverkehrsministers Dr. Koch gefaßt. Und so wenig die Sozialdemokratie sonst mit den Taten und Worten von Herrn Dr. Koch sich einverstanden erklären fann, so muß anerkannt werden, daß Dr. Koch hier die Rechte des Barlaments gegen eine selbstherrliche Bureaukratie wahrgenom= men hat. Die Lüftung des Schleiers über die zukünftige Verteilung der Gelder und die Kritik an dieser Verteilung wird sicherlich nützlich wirken. Aber genügen wird das nicht. Der neue Kurs, der als Ergebnis des Volkswillens nunmehr im Reich gesteuert werden soll, muß auch dazu führen, die Offiziersherrschaft in der Luftfahrtabteilung des Reichsverkehrsministeriums zu brechen und Männer hineinzubringen, denen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, die Sicherheit des Luftverkehrs nicht nebensächlich, sondern das wichtigste ist. Im weiteren Verlauf der Tagung hielt Professor Lorenz Danzig einen besonders aktuellen Vortrag über den Raketen flug in der Stratosphäre und die Ausführbarkeit der Weltraumfahrt. Nach seinen Ausführungen und Schlußfolgerungen ist die Ausführbarkeit technisch und wirtschaftlich in Frage gestellt. In der Aussprache platzten die Meinungen scharf aufeinander. Der Konstrukteur Balier von den Opel- Werken, der mit Sanders den ersten Opelschen Rafetenwagen gebaut hatte, bekannte sich als absoluter Opitimist und teilte mit, daß ein Rafetenflugzeug sowie ein Rafetenmotor mit flüssigem Treibstoff schon in den nächsten Monaten zur Ausprobung gelangen würden. Er sei überzeugt, daß es in Zukunft möglich sein würde, mit einem Raketenflugzeug bis in 15000 Meter Höhe den Luftraum zu durchfliegen. Natürlich müßte dies in entsprechend mit Luft verschenen Rammern erfolgen. Man war sich schließlich darüber einig, daß das Rafetenflugzeug große Bedeutung für die Meßtechnik haben würde und auch vorauss fichtlich für die Postbeförderung. Für Personenbeförderung erscheint derzeit besonders die Anfahrbeschleunigung noch viel zu hoch. Ueber die Bedeutung der Meßtechnik für die Luftfahrt sprach Koppe, Adlershof. Er brachte die neuesten Verbesserungen auf diesem Gebiete zum Vortrag, die es ermöglichen sollen, bei nebligem, unsichtigem Better und beim Fluge in den Wolfen absolut sicher und zuverlässig das Ziel zu erreichen. Es ist dies ein Gebiet von grundlegender Bedeutung für den Fortschritt und die erhöhte Sicherheit der Luftfahrt überhaupt. An der Aussprache beteiligten sich sehr lebhaft auch Flug zeugführer, die eine Reihe von Mängeln des jezigen Instru mentariums am Führersiß vorbrachten und Verbesserungsvorschläge machten. Diese Vorschläge sollen nunmehr auch bei den weiteren Arbeiten berücksichtigt werden. Interessant war u. a. auch der Vortrag von Dr. Gillert, Berlin, über neuere medizinische Ergebnisse des Höhenfluges und die Mitteilungen, daß Flieger, die sich in Höhen von über 10 000 Meter begeben hatten, ohne die erforderlichen Sauerstoffapparate samt Zubehör mitzuführen, oft noch Wochen nach dem Fluge schwere Störungen des Nervensystems aufwiesen. Einen weiten Raum in der Tagung nahmen die mehr technischen und konstruktiven Vorträge über Flugzeugbau und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge ein. Auch über die Verbesse rungen auf dem Gebiete der Nachrichtenübertragung von und nach den Flugzeugen und der am zwedmäßigsten zu verwenden. den Wellenlänge murde eingehend besprochen. clic2 Zigaretten HAUS BERGMANN KLASSE Baus Bergmann DRIVAT 5 6 Haus Bergmann Zigarettenfabrik A- G⚫ Dresden Spar Feld und Kraft Die Wasch mit Die Persil- Wäsche 107 Persil Robbist im höchsten Grade sparsam und billig. 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