Nr. 279. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer " 5 Big. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inserate für die nächne Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramin- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Freitag, den 29. November 1895. Expedition: SW. 19, Benth- Straße S H. W. M. von Walthausen beginnen, der in einer deutschen Residenzstadt spielt und tiefe Blicke in das Leben Mit dem 1. Dezember eröffnen wir ein neues Abonne- der guten Gesellschaft" thun läßt. ment auf den Vorwärts" mit der ustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Die Weltlage ist so bewegt, daß sie mehr und mehr das Juteresse jedes denkenden Menschen in Anspruch nehmen muß. Die Umsturzvorlage ist zivar gefallen, allein ber Umsturz von oben wird eifrigst fortgesetzt. Namentlich richten die Anstrengungen der reaktionären Barteien sich gegen das allgemeine Wahlrecht und das gleiche Recht der proletarischen und besitzenden Staatsbürger. Das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterklasse foll politisch entrechtet werden. Und der Kampf um das allgemeine Wahlrecht, um die Rechte des Volkes muß vor allem in der Presse geführt werden. Die Presse ist die mächtigste Waffe des Volkes und diese Waffe zu stärken, ist Pflicht des Volkes. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonne ments zum Preise von 1,10 M. für den Monat Dezember entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts". Das Schriftliche Erkenntniß in Sachen Liebknecht's, geklagte die Gröffnungsrede vor einer zahlreichen Versammlung von Delegirten und Genossen der deutschen sozials demokratischen Partei. Nachdem er in dieser Nede und ihrer Kämpfe in furzen Zügen geschildert, auch nach den Entwickelungsgang der deutschen Sozialdemokratie einer Lobrede auf Lassalle, der schlesischen Weberrevolution und der Scheiterung der sogen. Umsturzgesetz- Vorlage gedacht hatte, fuhr er wörtlich wie folgt fort: Unter dem Schuge der höchsten Staatsmacht beleidigt man Aber jetzt fängt ja wieder eine neute Bewegung an. die Sozialdemokratie; unter dem Schutze der höchsten Staatsmacht ist der Partei der Fehdehandschuh hingeworfen worden, der Fehdehandschuh zum Kampf auf Leben und Tod. Wohlan, was die Beleidigungen unserer Partei betrifft, so stehen wir so hoch, daß die, kommen sie, woher sie wollen, nicht an uns heranreichen. Diese Stelle brachte dem Angeklagten den Beifall der Versammlung ein. Gegen den Schluß der Rede bemerkte der Angeklagte noch: Für uns ist die Logik der Thatsachen, welche steht über welches wir nachstehend veröffentlichen, weicht von dem der Straft aller einzelnen Menschen und hätten sie tausende Wortlaut der mündlichen Urtheilsverkündigung in mehreren nd millionen von Bajonetten zu ihrer Verfügung!.... Punkten ab. Die Fassung ist eine vorsichtigere, die Schluß ersten Bassus den Thatbestand einer Majestätsbeleidigung Die Anklage findet in dem vorstehend wiedergebenen folgerungen sind in einzelnen Partien viel weniger scharf nach zweifacher Richtung. Wie der inkriminirte Bassus selbst und die Widersprüche, die bei der mündlichen Urtheils und die Stelle am Schluffe ergebe, hätten diese in bezug verkündigung Publikum und namentlich den dem zu gerufen werden. Jetzt, wo man unsere Partei ohne Ausnahme anwesenden Juristen so sehr auffielen, sind etwas Sr. Majestät des Kaisers, nämlich dem gerichtsbekannten gesetz durch Majestätsbeleidigungs- Prozesse, Verurtheilungen sorgfältiger verhüllt. Sie sind aber noch vorhanden. Und am Gedantage 1895 bei dem Paradediner im weißen Saale anwesenden Juristen so sehr auffielen, sind etwas gebracht werden sollen zu einer der jüngsten Kundgebungen wegen groben Unfugs u. s. w. mundtodt zu machen sucht die Thatsache, daß der Ausdruck, auf grund dessen Liebknecht ausgebrachten Trinkspruche Sr. Majestät, in welchem zum und der Parteipresse die Existenzbedingungen möglichst zu schuldig befunden ward, grammatikalisch, der ganzen Satz- Ausdrucke gebracht ist: eine Notte von Menschen, nicht werth rauben sucht, ist es doppelt nothwendig, daß das Volfwendung( unter dem Schutz der höchsten Staatsmacht") fratischer Agitatoren und ihre Presse, wage es das deutsche Volk konstruktion und dem Zusammenhang nach, durch die Rede den Namen Deutscher" zu tragen, d. i. die sozialdemo für seine Presse eintritt. gedeckt wird, welche nach den Ausführungen des ErDie Redaktion des„ Vorwärts", deren Mitglieder in kenntnisses die Beziehung auf die Person des Kaisers aus- 3 schmähen und die geheiligte Person des allverehrten verder Mehrzahl jetzt gefangen oder zu schweren Gefängniß- schließt diese Thatsache und dieser Widerspruch tritt weiteren seitens Sr. Majestät, im Falle das gesaminte Bolk nicht ewigten Kaisers in den Staub zu ziehen, und in welchem des strafen verurtheilt sind, wird fortfahren, ihre Schuldigkeit auch in dem schriftlichen Erkenntniß klar zu tage. nach besten Kräften zu thun. Sie rechnet aber auch darauf. natürlich die ihm gebührende Rolle ein. die Kraft finden sollte, die Angriffe der Sozialdemokratie Der Eventualdolus nimmt in dem schriftlichen Erkenntniß zurückzuweisen, die Festtheilnehmer, die Offiziere des Garde daß die Genossen ihre Schuldigkeit thun und uner- Da von einigen Blättern behauptet worden ist, die korps, zur Wehr gegen die hochverrätherische Schaar aufmüdlich für die weitere Ausdehnung unseres Zeitungsberichte über die mündliche Urtheilsverkündung Leser und Abonnentenkreises thätig sind. feien ungenau und tendenziös gewesen, so sei hiermit fest der höchsten Staatsmacht beleidigt man" dahin verstehen: Deshalb müsse man die Wendung unter dem Schuße Jeder neue Abonnent ist für uns und für die Partei gestellt, daß die Berichte sämmtlicher Zeitungen, die der Kaiser, der nach allen Staatsrechtslehrern die höchste Staatsbei der Gerichtsverhandlung Reporter hatten, trotz der Ver- macht verkörpere, repräsentire, benutze die ihm verfassungsschiedenheit der Parteistellung im wesentlichen übermäßig zukommende strafrechtliche Unverantwortlichkeit, um einstimmen. Und in allem Wesentlichen werden diese die Sozialdemokratie zu beleidigen. Verstehe man aber auch Berichte ja auch durch das schriftliche Erkenntniß be nach milderer Auffassung unter dem von dem Angeklagten stätigt. gewählten ma it die der Sozialdemokratie gegnerischen Dieses lautet: Parteien und ihre Presse so habe der Angeklagte immerhin sagen wollen, daß unter dem aktiven Schuhe und der Mitwirkung des Souverus Beleidigungen gegen die Sozialdemokratie begangen würden, eine Auslegung, zu der man grammatikalisch und logisch genöthigt sei. Eventuell habe Angeklagter des Glaubens sein müssen, daß nicht alle feine Zuhörer so feine Unterscheidungen zu machen fähig sind wie er, er habe es aber doch gewagt, seine offenbar leicht Als am 6. Oktober 1895 in Breslau der sozialdemo- anders zu deutenden Worte in die Versammlung zu kratische Parteitag seinen Anfang nahm, hielt der Anschleudern. ein Macht zu wa ch 3. Wir fordern daher die Genossen auf, ohne Unterlaß für die Verbreitung des Vorwärts" zu arbeiten. In unserem Feuilleton veröffentlichen wir jetzt einen in der Gegenwart spielenden, hochinteressanten Roman:„ Der Verrückte", welcher die Vernichtung eines hoffnungsvollen In der Straffache gegen Liebknecht wird für Recht erkannt: Menschenlebens durch kirchlichen Fanatismus dar Der Angeklagte Liebknecht wird wegen stellt und ähnliche Zustände beleuchtet, wie sie jüngst durch beleidigung zu 4 Monaten Gefängniß und zu einen sensationellen Prozeß aufgedeckt worden sind. Nach des Verfahrens verurtheilt. Beendigung dieses Romans etwa Mitte des nächsten Monats werden wir mit dem Abdruck eines OriginalRomans aus der Gegenwart: ,, Clotilde" von 35 Ein Verrückter.[ Nachdr. verboten. Kampf und Ende eines Lehrer 3. Roman von Joseph Ruederer. Auf daß es immer so bleibe, erhebe ich mein Glas!" Noch schriller klangen dem Lehrer die Trompeten in die Ohren. Alles stand auf und fluthete zu dem Plage des Ministers. Gründe: Die Hauptverhandlung ergab folgendes: Majestätsden Kosten und zwar zum allgemeinen Gejohle und Gebrülle mancher Herren, die heute so wohlanständig und gesittet da unten saßen und kaum den Zigarrenrauch vor sich hinzublasen wagten. " 1 • es Gattl nicht mehr in seinem Verstecke. Er jagte die Treppe hinunter und eilte vor das Haus, wo er mit klopfendem Herzen wartete. Drinnen schmetterten die Trompeten einen Tusch, die Heute freilich war das Programm ein wesentlich anderes. Versammlung brüllte:" Hurrah!" und nun tauchte inmitten Man sang die bekannten, dümmen Almenscherze und jodelte einer schiebenden Menge der Minister auf. Zwei Windin breiten Tönen dazwischen. Wie langweilig und öde lichtträger am Portale erwarteten ihn. Wiederholt bat der waren diese Kerle, wenn sie nicht ordinär sein durften! hohe Herr, man möge sich in der allgemeinen Fröhlichkeit Und nun klatscht diese hohle Gesellschaft mit erheuchelter nicht stören lassen, und endlich gelang es ihm, die Leute Jetzt unterhielt sich der Gefeierte mit dem Assessor, der Fröhlichkeit Beifall, ja, sogar der Minister hebt die Hände so weit zurückzuhalten, daß ihn nur zwei Herren auf dem den Kneifer herabgeschleudert hatte und sich bei jedem Worte empor und schlägt sie mit eleganten Bewegungen zusammen. Nachhauseweg begleiteten. tief verneigte. Ein leichter Händedruck und überglücklich Jetzt läßt er den Förster herankommen und schüttelt schied der Geehrte, indem er ehrfurchtsvoll einige Schritte ihm die Hand. Natürlich), er muß Göpfert ja danken, daß nach rückwärts trat. Die ganze Gesellschaft trug ihr er sich noch eigens soweit herbemüht hat, wo doch morgen Bier herbei und wollte anstoßen. Auch den Förster die Hochzeit stattfindet. Göpfert entdeckte der Lehrer dabei. War der auch da, wo Morgenmorgen! Wenn es da unten nur zu Ende doch morgen seine Hochzeit war? Morgen! Gattl schüttelte gehen wollte! Aber das hatte noch lange Zeit. es. Diese Nacht gehörte noch ihm, aber was wird morgen sein? Jede Minute dieser Anhimmelei brachte ihn in größere Aufregung und steigerte das Verweilen auf der heißen, vollgepfropften Tribüne zur Unerträglichkeit. Nicht weit hinter ihnen schritt der Lehrer. Er war jetzt fest entschlossen, den Minifter anzureden, mochten die beiden, die da mit ihm gingen, auch sein wer sie wollten - für ihn gab es nichts mehr zu verlieren. Am Ende des Marktes hielt der Zug vor einer eleganten Villa. Also, nochmals, besten Dant, meine Herren, für den reizenden Abend," sagte der Minister und bot seinen Bes gleitern die Hand. Auch hierbei zeigte er die gleiche Freundlichkeit wie vorher und lächelte verbindlich. Plößlich aber blickte er betroffen nach der Seite. Erst kam ein Soloscherz des Herrn Grenzkontrolleurs, wie der Redakteur eben verkündete. Als Doktor Eisenbart erschien der Verheißene und hielt eine läppische Predigt. Dann sang die Tochter des Bezirksamtmanns zwei Lieder mit einer fadenscheinigen Stimme und endlich hackten der Als nun gar der Redakteur im Saale verkündete, daß Amtsrichter und der Rechtspraktikant gemeinsam eine„ Wer ist da? Was wollen Sie?" fragte er, als Gattl der Herr Postadjunkt Adolf Berger und der Herr Förster Beethoven'sche Sonate auf dem verstimmten Pianino mit abgenommenem Hute in den Kreis trat und eine VerGöpfert sich erlauben würden, einige Schnadahüpfeln zum herunter. beugung machte. Welk und gespenstig sah das Gesicht des besten zu geben, da glaubte Gattl in dieser gefünftelten Die Zeit verging und Gattl faßte es nicht, daß ein Lehrers aus, als es die flackernden Lichter beschienen. Der Luftbarkeit, die ihm wie ein grauser Spott auf seinen Jammer hochgebildeter Mann, wie der Minister zu solchem Unfug Minister war ein Stück zurück gewichen. erschien, zu grunde gehen zu müssen. Waren ihm doch Beifall spenden konnte. Endlich aber schien es auch ihm zu Wer sind Sie denn?" Sichtlich unangenehm berührt diese beiden Burschen, die jetzt auf das Podium traten, die viel zu werden. Ein gewaltiges Stuhlrücken hub an und fragte er so. verächtlichsten Subjekte, die er kannte. Er hatte sie schon in ge- jetzt wanderte der hohe Herr eilig die Tischreihen ab, an Erzellenz, ich bin der Hilfslehrer Gattl von Oberschlossenen Herrengesellschaften singen hören, wo sie, wenn die den knigenden Damen vorüber, denen er freundlich die farbach... mein Schwiegervater ist der Förster Balder." Luft rein war, die gemeinsten, schmuzigsten Boten vortrugen Hand reichte. Näher kam er zur Saalthüre und nun litt! Das stimmte den Minister aber nicht freundlicher. Er wollen. 1 " " Der Angeklagte hat sowohl die obigen thatsächlichen Anerbieten eines ritterlichen Kampfes gekennzeichnet wird. I mehr sollen sie zu Zwangsorganisationen umgefrempelt werten. Vorgänge bei der Parteitags- Eröffnung am 6. Oktober cr., Indessen haben die weiteren Worte, daß die Der Zweck der Vereine ist nach dem Entwurf: Förderung als auch, daß ihm die erwähnte kaiserliche Kundgebung am tommen sie woher sie wollen 2c., nach Ansicht ärztlicher Kunst und Wissenschaft, der wirthschaftlichen Interessen Sedantage dieses Jahres in allen ihren Einzelheiten nach des Gerichtshofes in der Schaar der Hörer die Meinung der Merzte, Pflege des Gemeingeistes und Wahrung ihrem Wortlaut wohl bekannt gewesen sei, zugegeben, sich hervorgerufen, daß Sr. Majestät zur Laft gelegt werde, der Stande sehre ihrer Mitglieder. aber dennoch nicht als schuldig bekannt; nicht diese Kund- mit Der Abg. Geyer wies unter lautloser Aufmerksamkeit des - zu haben. Zu diesem Schluffe zwingen Hauses das tendenziöse und beleidigende des Gefeßentwurfes für die gebung des Kaisers habe er beantworten, sondern nur folgende Erwägungen: Mag infolge der Kaiserrede noch so Aerzte nach. In der Motivirung machte sich die Regierung eine sagen wollen, die unter dem Schuße der Stellung schwer von seiten der politischen Parteien gegen die sozial- angeblich von Aerzten eingegangene Klage zu eigen, nach der nahme des des Kaisers gegen seine Partei inszenirte demokratische Partei agitirt worden sein, so hat doch keiner der die Aerzte den moralischen und materiellen Halt Bewegung der gesammten gegnerischen Parteien und Angriffe das Gewicht und die Bedeutung jener aus dem Munde verloren hätten. Geyer erklärte, das entspreche ihrer Presse beleidige die Sozialdemokratie; die Feinde des Kaisers gekommenen Aeußerung, die der Leitung der den Thatsachen nicht und sei deshalb um so beleidigen derselben hätten es sich zu nutze gemacht, daß die Kund- sozialdemokratischen Partei die Berechtigung absprach, Deutsch der für die Aerzte, zumal, wenn die Sachen so stünden, ge bungen des Kaisers insofern der Kritik seitens der Sozial- genannt zu werden und ihr das Attribut einer hoch- Es sei schon beschämend, zur Wahrung der Standes= durch die geplante Zwangsorganisation nichts gebessert werde. de motratie entzogen seien, als jeder von dieser ausgehende verrätherischen Schaar verleiht. Wenn der Angeklagte ehre" Zwangsorganisationen zu empfehlen. Die Aerzte würden Versuch einer Kritik ihr auch die Gefahr strafrechtlicher lediglich behaupten wollte, daß es Gegner nicht auch ihre Ghre ohne diese zu wahren wissen. Die wilde Kon= Verfolgung bringe, die Sozialdemokratie also die Be- der Kaiser- seien, die mit hätten, turrenz" und die Kurpfuscherei", von der im Entwurf leidigungen der Gegner ohne Erwiderung einstecken müsse. so mußte angesichts der den Hörern bekannten politischen die Rede sei, werde nicht beseitigt. Dagegen müsse das Geset Er habe vor der Rede jedes Wort derselben reiflich über- Kundgebung des Kaisers dies in einer jede Beziehung zu zur Beschränkung der persönlichen Freiheit der Aerzte führen; legt, diese auch vorher schriftlich entworfen, weil er als den Kaiserworten ausschließenden Weise gefchehen. An- es sei geradezu auf eine Unterdrückung der politischen Ueberlangjähriger, durch eine Reihe von Vorftrafen vorsichtig geklagter hat diese Beziehung nicht ausgeschlossen, sondern zeugung Andersdenkender zugeschnitten, die Zwangsvereine gewordener Politiker gerade durch die gewählte Fassung durch den Zusatz: fommen sie( die) woher sie wollen, gemißbraucht werden. In Leipzig habe man schon Maßregeln würden zu den politischen Zwecken der herrschenden Parteien jeder Majestätsbeleidigung habe aus dem Wege gehen in einer Weise offen gelaffen, daß sich den Hörern, nament gegen fozialdemokratische Aerzte versucht. lich bei ihrer Parteistellung und der ihnen bekannten anti- Der Minister des Innern, Herr v. Mezsch bestritt, daß poDas Gericht ist aus folgenden Erwägungen zu der weiter monarchischen Richtung des Redners, die Ansicht aufdrängen litische Gründe maßgebend gewesen seien bei der Ausarbeitung unten enthaltenen positiven Thatfeststellung und damit zur mußte, daß zu den- der Kaiser gerechnet werden des Geseßentwurfs, allein ein heißsporniger Konservativer, Abg. sollie, von dem unter der Bezeichnung höchsten Staats- Dr. Kühlmorges plauderte aus der Schule und meinte, die geDie Beziehung der den Gegenstand der Anklage macht" kurz vorher die Rede war. Es ist darnach an- planten Vereine sollten gegen sozialdemokratische Anklage bildenden Aeußerung des Angeklagten zur Kundgebung genommen worden, daß sich selbst in einem politisch un- endenzen einen Wall bilden. Nun war's heraus. Er. Majestät am Sedantage ist offensichtlich und von dem befangenen Hörer durch die Worte des Angeklagten die demokratische Abgeordnete Fräßdorf besprach dann in einDer für Dresden- Friedrich stadt neugewählte sozialAngeklagten insofern zugegeben, als dieser erklärt, die neue Vorstellung festsezen mußte, der Kaiser habe auf gehender und sehr ansprechender Weise die Verhältnisse zwischen Bewegung", von der er, gesprochen, nehme von jener Kund die Sozialdemokratie Daß diese Auf Aerzten und Ortskrankenkassen. Frä ßdorf ist Vorsitzender der gebung des Kaisers ihren Ausgangspunkt. Der Gerichtshof fassung, die bei der dem Angeklagten flaren poli- Dresdener Ortskrankenkasse. Bis jetzt sei das Verhältnis zwischen hält sich für überzeugt, daß die Worte des Angeklagten eine tischen Stellung der Hörer einen besonders geeigneten beiden Theilen ein günstiges gewesen. Durch die geplanten VerGegenfundgebung gegen die kaiserlichen Worte sein sollten, Boden finden mußte, in der That Wurzel gefaßt eine fönne es aber gestört werden. Warum schüße die Regierung welche die sozialdemokratische Parteileitung schwer getroffen hat, ergiebt sich einmal zur Evidenz aus dem lebhaften nicht die Organisationen der Arbeiter, die doch auch zur Förderung hatten, und daß der sozialdemokratische Parteitag, auf Beifall, den gerade der inkriminirte Paffus der Rede des der wirthschaftlichen Intereffen der Arbeiter geschaffen worden seien? welchem die Parteileitung zum ersten Male seit jener faiser Angeklagten bei der Versammlung gefunden hat und zwar un- dann noch scharf gegen den nationalliberalen Abg. Niethaumer, Statt dessen löse sie die letzteren auf. Fräßdorf wandte sich lichen Rundgebung zusammentrat, als die geeignete Stelle mittelbar, nachdem er ausgesprochen war, gefunden hat, ferner der Angriffe gegen die Ortstranfenfassen unternahm und diese für die Gegenkundgebung erschien, zumal die Partei aber auch aus dem Umstande, daß, wie Angeklagter zugestanden, staatlich eingerichtete sozialdemokratische von ihrer Führung erwarten mußte, daß sie Stellung die qu. Stelle der. Rede von den Partei- Organen nicht ver- Organisationen" nannte. Der Abg. Kaden erwiderte zu der Rede des Kaisers nehmen werde. Angeklagter öffentlicht wurde und zwar, so nimmt das Gericht an, weil ebenfalls auf Niethammer's Ausfälle und hob hervor, daß die hat auch, wie selbst zugiebt, seine, die neue die Publikation als gefährlich erkannt wurde. Einflußlos Sozialdemokratie gegen 3wangstassen gewesen sei, nur für Bewegung" charakterisirenden Worte wohl durchdacht und hierauf ist die Behauptung des Angeklagten, daß erst die Kaſſenzwang sei sie eingetreten. Beim Etat der Landesgefeilt. Wenn er auch bestrebt gewesen sein mag, seine Schlesische Zeitung" der Parteivertretung die Gefahr der Brand- Bersicherungstaſſe rügte fodann der Abg. Kaden, daß Worte so zu wählen, daß eine Verfolgung wegen Majestäts- Verfolgung nahegelegt haben soll, denn schwerlich Monat Lohn bekämen. die Schreiber der Inspektoren nur 30, 40, höchstens 50 M. pro Das sei eine beleidigung ausgeschlossen erschien, so hat er doch bei den hat die sozialdemokratische Preßleitung vor der Arbeitskräften. Der Minister de Sorte Ausnüßung von will Erörterungen Hörern seiner Rede den Eindruck hervorrufen wollen, und Publikation der Rede die Stimmung anderer Bei anstellen, ob dies wahr sei, fannte also die Dinge nicht. Es hat ihn thatsächlich hervorgerufen, daß er sich gegen die der tungen abgewartet. Sollte dies aber auch der Fall war also wieder fein guter Tag für die Regierung und ihre Barteileitung feindliche Kundgebung des deutschen Kaisers sein, so hat das Gericht angenommen, daß die sozial- Helfer, die Kartellparteien. wende. Allerdings ist bezüglich der ersten Säße seiner demokratischen Organe die Tragweite der Liebknecht'schen Gegenfundgebung, wenn auch leicht möglich, so doch dem Gegenkundgebung und ihre Beziehung auf die Person des Angeklagten nicht bestimmt und sicher nachweisbar, daß deutschen Raisers selbstständig erkannt habent. dieser den von der Auflage hineingelegten Sim bezw. Es liegt klar auf der Hand, daß die Behauptung, der überhaupt einen einen objektiv beleidigenden Sinn damit Kaiser habe auf eine Partei, objektiv eine schwere Der Prozeß und das Urtheil gegen Liebknecht hat verbinden wollen. Denn den Say Unter Beleidigung desselben, eine die Geringschäßung, die Miß- haben nicht blos im Inland, sondern auch im Ausland das dem Schutze der höchsten Staatsmacht beleidigt achtung des Kaisers zum Ausdruck bringende Kundgebung peinlichste Aufsehen erregt. Das peinlichste und allgemeinste man die Sozialdemokratie" dahiu aufzufassen, daß ist, umsomehr, als, wenn es schon beleidigend ist, daß dem Kaiser Aufsehen aber in England, dessen Volk sich seit zivei gesagt sei: der unverleßliche und strafrechtlich nicht die Begehung einer Beleidigung vorgeworfen ist, in concreto Jahrhunderten das Recht der freien Meinungsäußerung verantwortliche Raiser beleidige selbst die Sozialdemokratie, noch die Niedrigkeit, die Gemeinheit dieser Beleidigung erkämpft hat und in der Freiheit der Meinungsäußerung scheint dem Gericht schon grammatikalisch schwer angängig, durch den Ausdruck" besonders gekennzeichnet ist. Es Preßfreiheit und Redefreiheit das Fundament der staatindem der mit dem unpersönlichen man" bezeichnete Be- wird auch einem Zweifel nicht unterliegen können, daß ein so lichen Ordnung erblickt. In den zahlreichen Zuschriften, leidiger in einen Gegensatz zur höchsten Staatsmacht ge- gewandter und erfahrener Politiker, als den der Angeklagte die aus England an Liebknecht gerichtet worden bracht wird, somit nothwendig ein anderer sei muß, als die selbst sich hinstellt, bei subjektiver Beziehung seiner sind und noch täglich einlaufen, ist fast durchhöchste Staatsmacht. Aus demselben Grunde kann man Aeußerung auf den Kaiser sich des ehrenkränkenden Charakters veg dieses Moment hervorgehoben. Der gestern zu gunsten des Angeklagten auch für nicht abweisbar derselben wohl bewußt war. Bezüglich dieser subjektiven mitgetheilte Beschluß der Fabier Gesellschaft ist in halten dessen Angabe, daß er die erwähnte Rede- Beziehung sei in rechtlicher Hinsicht folgendes bemerkt: dieser Beziehung typisch. Bezeichnend ist noch, daß von wendung in dem passiven Sinne hat gebrauchen Der Angriff der Beleidigung erfordert vorfägliches dem Sekretär dieser Gesellschaft im Briefe an Liebknecht wollen, daß sich Dritte an die nicht kritisirbaren Handeln, mithin neben dem auf die äußere Handlung ge- bemerkt wird, die Resolution würde einen weit schärferen Raiserworte anknüpfend sich dieser zur Einkleidung eigener richteten Willen die Vorstellung des Thäters von der Wortlaut erhalten haben, wenn man nicht die Möglichkeit Beleidigungen bedient haben. Die weitere Behauptung des Kausalität seines Thuns. Die Majestätsbeleidigung hat der Veröffentlichung in Deutschland im Auge gehabt hätte. Angeklagten, daß der Partei mit Hilfe der Staatsmacht der die allgemeinen Vorbedingungen der Strafbarkeit mit den Man sieht, welche Meinung man im Auslande von der Fehdehandschuh hingeworfen worden, ist nach Annahme des gewöhnlichen Beleidigungen gemein, deshalb ist erforderlich deutschen Preßfreiheit hat. Die Rücksicht war allerdings sehr Gerichts insofern nicht beleidigend, als hier nur das das Bewußtsein des Thäters von dem ehrenkränkenden praktisch, denn alle, von anderen sozialistischen Organis Charakter der Kundgebung gegen die verletzte Person. sationen Englands und Schottlands in dieser Sache gefaßten Aus diesem Grunde muß nicht blos objektiv die Be Resolutionen sind unter den heutigen Breßverhältnissen einfach leidigung sich auf einen andern beziehen, sondern es muß unübersetzbar. Und was in dem gestrigen Brief unseres auch die Beziehung subjektiv von dem Vorsatze des Thäters englischen Korrespondenten schon angedeutet ist die umfaßt sein. Läßt sich aber objektiv die Aeußerung auch bürgerliche Presse Englands ist in ihrem Verauf einen andern beziehen oder mitbeziehen, so kann die dammungsurtheil ebenso scharf wie die Arbeiterpreffe. Handlung nur dann als gegen den andern vorsätzlich be- Angesichts dieser Verfolgungen und diefer Richtersprüche gangen angesehen werden, wenn sich der Dolus des Thäters fönnen die Engländer, wie ein bürgerliches Blatt es ausauch auf diesen andern mitbezog. drückt, das Deutsche Reich nur noch in die Reihe der Türkei stellen. balbbarbarischen Staaten, wie Rußland und die gewann zwar seine Ruhe wieder, jedoch das gnädige Lächeln war verschwunden und die geschmeidigen Wendungen der Schlanken Gestalt wichen einer steifen Haltung. " Das ist ganz gut", sagte er kurz, aber, was fällt Ihnen denn ein, mich so spät in der Nacht auf offener Straße anzureden?" Erstaunt blickten die beiden Herren auf den Lehrer, " der hin und her schwankte und nach Worten rang. Exzellenz... ich... ich bin ein armer, von Gott und der Welt verlassener Mensch, ich wart' seit Jahren auf mei' Anstellung, ich bin verlobt, ich hab das Bewußtsein der Möglichkeit der Kaujalität, hier der Hierfür genügt aber schon der sogen. Eventualdolus, Möglichkeit der Beziehung auf den andern( Entsch. R.-G. IX. 417, XII. 297, XVI. 363 Lucas, subj. Verschuldung 11 ff. der Eventualdolus auch bei den Delitten, bei denen der Erfolg schon mit der Handlung selbst eintritt, für aus Auf Anstellung warten gar viele und verlobt sind auch viele, deswegen braucht man noch lange kein unglück licher Mensch zu sein. Ueberdies, wenn ich mich recht bereichend hält, speziell bei der Beleidigung). finne, find Sie ja angestellt." Gatti riß die Augen auf. Angestellt, Exzellenz?" Ter Minister wurde ärgerlich.. " So viel mir zufällig erinnerlich, sind Sie es," sagte " er hastig. Wenn Ihnen das Dekret vielleicht noch nicht zugestellt ist, dann warten Sie eben und reden mich nicht wieder so unpassend an. Verstehen Sie?" Die Begleiter gaben lebhafte Zeichen der Entrüftung von sich, indem sie den Athem durch die Nase pusteten. Unverschämter Bursche," schrie einer zu Gattl zurück, als der hohe Herr im Hause verschwunden war. Dieser Eventualdolus muß im konkreten Falle als dem Angeklagten innewohnend angesehen werden. Der Angeklagte wußte, daß derjenige Erfolg, von dem das Gesetz die Straf barfeit abhängig macht, d. i. die von seinen Hörern aus gehende Auffassung seiner Worte dahin, daß auch der Kaiser die sozialdemokratische Partei 415050 chil Politische Neberlicht. 206 GH Berlin, 28. November. Eingeschüchtert sollen wir sein durch die massenhaften Berhaftungen und Majestätsbeleidigungs- Prozesse fagen die nationalliberalen Mannesseelen", die in Ohn macht fallen, wenn ein Polizist huſtet, und als Beweis geben sie unsere jüngste Notiz über den Vorschlag des Hamburger Echo", betreffend die Möglichkeit, den Londoner " Sozialdemokrat" wieder erscheinen zu lassen. Die natio nalen Hasenfüße haben wieder einmal Gespenster gesehen. Erstens hat das Hamburger Bruderorgan feinen Vor ich I ag gemacht, sondern nur einen Gedanken zur herbeigeführt werden könne, und er war mit diesem Erfolge Vorschlag abgelehnt, auch nicht den Gedanken des„ Echo" habe, durch seine Handlung Erwägung gegeben; und zweitens haben wir keinen für den Fall seines Eintritts daß der Erfolg thatsächlich verworfen. Obgleich selber in der exponirteften Stellung, eingetreten, ist oben ausgeführt einverstanden, hat ihn sind wir doch der Ausicht, daß die Lage noch nicht so eventuell gewollt. fritisch ist, wie das Echo" annimmt. Wir haben noch treffliche Waffen für den Hausgebrauch und ein gefülltes Arsenal. Sollte der Kampf in der jetzigen Form uns unmöglich gemacht werden nun, dann eine andere Form. lange, das thut man. Inzwischen freut es uns, daß die Das versteht sich von selbst. Und davon redet man nicht betreffende Notiz des Hamburger Bruderorgans in der ganzen Parteipresse erwogen wird. Es ist also thatsächlich festgestellt: daß Angeklagter am 6. Oktober 1895 zu Breslau Der Lehrer hörte es nicht. Er stand wie angedonnerte. Maj. den Kaiser, feinen Landesherrn, beleidigt hat; auf der leeren Straße und griff nach der Stirne. Was Vergehen gegen§ 95 Str.-G.-B. hatte ihm der Minister zugerufen? Er sei angestellt, das Bei Abmessung der Strafe tamen einerseits die vielen, Defret unterwegs? Ja, ja, das waren seine Worte. Und da wollte man seine Zukunft noch einmal zer zum theil einschlägigen Borstrafen des Angeklagten in betracht, andererseits sein hohes Alter, daß seine Auslassungen trümmern und die arme Anna mit ihrem Vater der Schande die Antwort enthalten auf die Kundgebung des deutschen Kaisers, endlich, daß der Angeklagte eine Reihe von Zugeständnissen über Umstände gemacht hat, die im Bestreitens- die Polizeibehörden jetzt mehr berücksichtigt. So schreibt die falle schwer erweislich gewesen wären. preisgeben? " Nein, nein!" schrie er laut in die Nacht hinaus. Das sollte nicht geschehen! Gott sei Dant. Es lag ja noch alles in seiner Gewalt und er konnte handeln, ehe es zu spät war. Eine wilde Leidenschaft, ein furchtbarer Troh kam jetzt über ihn, wo die unerwartete Botschaft seine Brust mit den heftigen Wallungen einer jähen Freude erfüllte. Er ballte die Fäuste und schwang die Arme in der Luft herum, als wollte er aus seinem Körper gleich mit der Wurzel alle Nachgiebigkeit herausreißen, die ihn zum ehrlosen Schuften gemacht hatte. Kampf bis aufs Messer! dachte er und knirschte mit den Zähnen, als er endlich seinen Platz verließ, um in das Dorf hinauszuwandern. ( Fortsetzung folgt.) 33d sign Wegen der Kosten cfr.§ 497 Str.-P.-D. gez. Lindenberg, Worsig, Schmutter, Thomale, Wagner. Sächsischer Landtag. 101 Auch in der Provinz werden unsere Genossen durch " Volkswacht" in Breslau: 92300 Massen- Haussuchungen haben in Breslau noch nicht stattgefunden, dafür scheint die Polizeibehörde durch Vernehmungen das erfahren zu wollen, was sie zu einem Vorgehen gegen die Organi sation der sozialdemokratischen Partei braucht. Heute Vormittag ist zunächst der frühere Vertrauensmann, Genosse Gießmann, auf dem Polizei- Präsidium über alle möglichen Parteiangelegenheiten ausgefragt, und dahin befchieden worden, daß man be. hördlicherseits die letzte Parteiversammlung als eine solche beGine unglückliche Stunde bereiteten die Sozialdemokraten der trachte, in welcher die Anwesenden Vereins angelegenheiten Regierung in der Sigung vom 22. November, auf die weder die erörterten. Diese Vernehmung beweist jedenfalls zur genüge, Regierung noch die Kartellparteien vorbereitet waren. Auf der was man im Schilde führt und wir möchten die Genossen nur Tagesordnung stand der von der Regierung eingebrachte Gefeh- nochmals ersuchen, auf der Hut zu sein."- indic entwurf, die ärztlichen Bezirksvereine betreffend. Zu welchem Zweck veröffentlicht wohl die offiziöse Bisher waren diese nach dem Gesetz vom 1872 fakultativ, nun-( Köller'sche) Berliner Korrespondenz" folgendes: ( Eigener Bericht.) dirbo " ge Aber Von derselben wurde F. B. wegen fahrlässigen Meineides zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Mit Hilfe des Reichstags= Abgeordneten Frhr. v. Heeremann gelang es dem Vater des Verurtheilten, dem Kommerzienrath B., die Begnadigung seines Sobnes zu erzielen. Freiherr v. Heeremann hat das GnadenDer Straffenat des königlichen Kammergerichts der Besitzenden, die Bünde von Industriellen und Landwirthen Deutsches Reich. zu Berlin hat in der Revisionsinstanz am 14. Oktober 1895 eine fo ziemlich thun tönnen, was sie wollen; die Behörden finden Ueber ein erfolgreiches Gnadengesch das Vereins- und Versammlungsrecht betreffende nichts Politisches darin. Die Vereine der Arbeiter aber, die au schreibt man uns: Der früher in Borghorst i. W. bei der Firma Entscheidung gefällt, deren Gründe folgendermaßen lauten: fich nur ihre Berufsangelegenheiten zum Zweck haben, Lohn, Rabe, Brader u. Gie. beschäftigte, jetzt in Burgsteinfurt wohnende Der Revision war der Erfolg zu versagen. Die Rüge der Arbeitszeit, Arbeitsbedingung, werden aus sorgfältigste be- Kommis Schulte hatte die Magd des Kommerzienraths Verlegung des§ 1 der Verordnung vom 11. März 1850, auf ivelche obachtet und sobald sich etwas politisches bei ihnen finden läßt, Brader geschwängert und wurde in eine AlimentationsSie Revision sich stützt, scheitert an der thatsächlichen und nicht aufgelöst." flage verwickelt. Er machte geltend, daß auch der Sohn revisiblen Feststellung des Berufungsrichters, wonach der Angeklagte Herr Delbrück meint uun, wenn die Regierung die des Kommerzienraths Brader, Ferdinand Brader mit der bei Einberufung der beiden Versammlungen behufs Gründung gewerkschaftlichen Vereinigungen frei gewähren ließe, so Magd in der Konzeptionsperiode geschlechtlich verkehrt habe und Ideen zu verbreiten und zu befestigen, und beabsichtigte, fährt dann fort: eines Arbeiter- Turnvereins das Ziel verfolgte, sozialdemokratische würde das„ beruhigend" auf die Arbeiter einwirken. Er wurde F. Brader darüber vor dem Amtsgericht zu Burgsteinfurt vernommen. Hier machte er unter Eid die Aussage, daß er mit daß dieses Ziel in den Versammlungen Gegenstand der Erörterung unter dem Deckmantel des Turnens sein sollte. Man sieht, wie viel auch unter den heutigen Umständen der Magd keinen solchen Verkehr gehabt habe. energischer Minister des Innern, der den Zorn ein Als die Magd aber das Gegentheil beschwor und sonstige Mit anderen Worten: Angeklagter beabsichtigte die Bildung eines König Stumm's nicht scheut, für die Beruhigung der Umstände vorlagen, die gegen F. B. sprachen, wurde gegen sozialdemokratischen Vereins von Arbeitern unter dem Namen eines Arbeiter Turnvereins, und zur Besprechung dieser Vereins- Arbeiterwelt thun könnte. Ich fage ausdrücklich„ Beruhigung", diesen wegen Meineids eingeschritten. Nur dem Umstande, daß bildung waren die Versammlungen einberufen. obgleich ich sehr wohl weiß, daß im ersten Augenblick angenommen wurde, daß F. B. die an ihn gestellte Frage, ob er der Fesseln im Gegentheil eine mit der Magd geschlechtlich verkehrt, dahin verstanden und beWenn aber der Berufungsrichter eine Versammlung, in nach der Lösung wisse Unruhe in der Arbeiterwelt entstehen würde. antwortet habe, daß er wegen seiner syphilitischen Erkrankung welcher die Bildung eines sozialdemokratischen Vereins besprochen bas ist es, was ich unserer jezigen Staatsleitung zum Vorwurf nicht Water des Kindes sein könne, hatte er es zu verdanken, werden sollte, als eine solche erachtet, in welcher öffentlich e Angelegenheiten erörtert werden sollten, so fällt ibm ein mache, daß sie nur das Nächstliegende fieht. Die wahren Folgen baß gegen ihn nicht die Geschworenen, sondern die Strafkammer Rechtsirrthum nicht zur Laft. Denn ein Verein, welcher sich die eines bedeutenden politischen Attes sind aber nicht die nächst des Landgerichts Münster verhandelte. Verbreitung liegenden, sondern die ferneren und dauernden. Ob man auf und Befestigung sozialdemokratischer, jene oder auf diese sieht, das ist der Unterschied zwischen dem also auf Umsturz der Verfassung und der bestehenden Gesellschaftsordnung und Aende Polizeimann und dem Staatsmann." rung der Gefeßgebung gerichteter Ideen zur Solche Erwägungen werden natürlich die Herren Elufgabe macht, bezweckt die Erörterung solcher Angelegenheiten, v. Köller und Bosse nicht von ihren staatsretterischen Heils gesuch dem Chef des kaiserlichen Zivilkabinets, Herrn v. Lukanus welche unmittelbar den Staat und seine Gesetzgebung thaten, zurückbringen. Haben sie doch noch einen Haupt- überreicht und dieser hat nach erfolgter Begnadigung dem Freiberühren( Groschuff, die Preußischen Strafgesetze Note 2 zu Strumpf in Reserve. Wie erinnerlich, war der erste Versuch, herrn v. Heeremann mitgetheilt, daß das Gnadengefuch Erfolg der Verordnung vom 11. März 1850, S. 43; Entscheidungen des den Privatdozenten Dr. Leo Arons wegen seiner hatte.. Reichsgerichts in Straffachen Band XXII. S. 340), somit sozialdemokratischen Agitation durch die philosophische politischer Angelegenheiten. Hieraus folgt aber, daß auch Fakultät diszipliniren zu lassen, völlig mißlungen. Wie wir vom Kaiser ein sehr reicher Wurstfabrikant in Breslau, Giesche, Begnadigt wurde nach der Leipziger Volkszeitung" die Besprechung der Bildung eines solchen Vereins als die bereits mittheilten, hat das Ministerium sich von dem Profeffor der vor zwei Jahren wegen Nothzucht, begangen an mehreren Erörterung öffentlicher Angelegenheiten anzusehen ist, und eine Versammlung, in welcher diese Angelegenheiten erörtert werden inschius ein Gutachten ausarbeiten lassen, in seiner Ladenmädchen, zu längerem Zuchthaus verurtheilt war. fellen, zu den nach§ 1 der mehrgedachten Verordnung der dem zur vollen Zufriedenheit des Minifteriums nachgewiesen ist, Kürzlich wurde G. im Wiederaufnahmeverfahren in einem Falle 2.nzeigepflicht unterliegenden Versammlungen gehört. daß dem Ministerium das Recht der Amtsenthebung der Privat- von der Anklage der Nothzucht freigesprochen, da sich herausdozenten aus eigener Machtvollkommenheit zustehe. Die stellte, daß das betreffende Mädchen seiner Zeit über ihre anBrest. 3tg." meint nun, daß der Kultusminister für ein solches gebliche Unbescholtenheit falsche eidliche Angaben gemacht hatte. Gutachten keinen geeigneteren Rechtsgelehrten finden konnte. beren er jetzt durch die Gnade des Kaisers ledig ist. Bei der Giesche hatte nun noch fünf Monate Zuchthaus zu verbüßen, Der Minister wollte nachgewiesen haben und Herr Hinschius Verurtheilung G.'s nahm man in Breslau allgemein an, daß nur ein weise in seinem Gutachten auch nach, daß der Kultusminister Theil seiner empörenden Verbrechen zur Anzeige und Sühne gedas Recht habe, mißliebigen Privatdozenten die venia legendi fommen sei, da die armen Mädchen, die in seinem Geschäft rasch ( die Erlaubniß, Vorlesungen zu halten) zu entziehen, obwohl wechselten, meist aus Scham die Anzeige unterlassen hätten. er nicht das Recht hat, ihnen diese zu ertheilen( der Hergang ist vielmehr der, daß dem Minister die Habilitation einfach mitgetheilt wird, und zwar auch erst, nachdem diese erfolgt ist). Dieselbe juristische Konstruktion, daß der Staat ein Recht entziehen könne, das er nicht ertheilen tanu, liege den ersten Kulturkampfgesetzen aus den 70er Jahren zu grunde, die auf die Autorschaft desselben Herrn Hinschius zurückgehen. Tie Revision war daher zurückzuweisen und waren die Kosten es erfolglos eingelegten Rechtsmittels gemäß§ 505 Straf- ProzeßOrdnung dem Revidenten aufzuerlegen." Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Glasbläser Dakar Karl zu Haselbach bei Sonneberg zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Wegen Münterbeleidigung verurtheilte das Landgericht in Dortmund den Redakteur der Rheinisch Westfälischen Arbeiter Zeitung" Genossen Hans Block zu vier Wochen Gefängniß. Herr v. Stumm dementirt. Es hat lange gedauert mit dem Dementi. Aber jetzt ist's da. Uns wird folgendes Schriftstück ins Haus gebracht: Freiherr von Stumm- Halberg theilt dem„ Louis Hirsch'schen Telegraphen- Bureau" auf dessen Anfrage mit, daß der ihm zu geschriebenen, in der Presse kolportirten Aeußerung, er werde den Raiser zu einem Kampfe gegen die Sozialdemokratie auf Leben und Tod zu veranlassen suchen, auch nicht annähernd etwas Wahres zu grunde liegt. Die Aeußerung beruht im wesentlichen einfach auf Erfindung. " " Schnelle Karriere. Im amtlichen Theile des ReichsAnzeigers" findet sich folgende Notiz: 3ur Wü Zur Würdigung des Denunzianten = thums in Majestätsbeleidigungs- Prozessen ist ein Bescheid bemerkenswerth, den nach der Volks- Zeitung" ein Staatsanwalt fürzlich auf eine Denunziation ertheilte. Zwei Damen waren wegen einer Zappalie in ernsten Zwist gerathen, aus welchem schließlich eine Denunziation wegen angeblich beleidigender Aeußerungen gegen die Kaiferin hervorging. In dem " von dem Staatsanwalt erhaltenen Bescheide heißt es wörtlich: Bei Ihrer Feindschaft mit der Beschuldigten, die einen Nach eatt nicht ausschließt, reicht Ihr Zeugniß zur Ueberführung der Beschuldigten nicht aus. Ich habe deshalb das Verfahren gegen dieselbe eingestellt." Marine u. f. w. rath von Kiederlen- Waechter, hat einen ihm allerhöchft bewilligten Der faiserliche Gesandte in Kopenhagen, Geheime LegationsUrlaub angetreten. Während der Abwesenheit deffelben fungirt dem Ausschußberichte über den Gesezentwurf, betreffend die FestDer Bundesrath stimmte in seiner heutigen Sigung der etatsmäßige Legationssekretär der kaiserlichen Gesandtschaft, stellung des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das EtatsWenn die Aeußerung im wesentlichen" auf Erfindung Freiherr von Seefried auf Buttenheim als Geschäftsträger. beruht, so find wir doch noch im unklaren, welche jahr 1896.97 zu. Ferner wurde die Zustimmung ertheilt dem Der junge Mann, der jetzt das Deutsche Reich diplomatisch Ausschußberichte über Entwürfe von Etats zum Reichshaushaltsunwesentlichen Theile dann richtig wiedergegeben in Dänemark vertritt, war vor zwei Jahren noch bayerischer etat für 1896/97 und zwar des Auswärtigen Amtes und der Reichswurden. Um so mehr tappen tappen wir im Dunkeln, Sekondelieutenant und hätte es kaum bis jetzt zum Bremier- schuld, sowie über Gesezentwürfe, betreffend die Feststellung des weil unseres Erachtens an jener Mittheilung alles lieutenant gebracht, wenn er nicht die Enkelin des Reichshaushalts Etats für 1896/97 und die Aufnahme einer interessant oder wesentlich war. glaubhaften Eindruck überall die erste Mittheilung der regenten Welchen österreichischen Kaisers und des bayerischen Prinz- Anleihe für Zwecke der Verwaltung des Reichsheeres, der als Frau heimgeführt hätte. Hierüber Frankfurter Beitung" gemacht hat, geht aus den inter- herrschte unter der Verwandtschaft der Freifrau von Seefried--Betreffs der Gröffnung des Reichstages effanten Mittheilungen hervor, mit denen das„ Volk" die große Erbitterung, der Lieutenant und sein Vater mußten am 3. Dezember wird amtlich bekannt gemacht: Erzählung von Stumm's Jagdplänen begleitete. Das Blatt den Dienst quittiren, der junge Ehemann trat hierauf als folgen in dem Bureau des Reichstages am Königsplay am Die weiteren Mittheilungen über die Eröffnungssigung erbemerkt, Herr von Stumm habe schon wiederholt versucht, Lieutenant in ein wenig bevorzugtes österreichisches Re- 2. Dezember d. J. in den Stunden von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr den Kaiser scharf zu machen". Bei einem im vorigen giment. Vor wenigen Monaten wurde er zur Dienstleistung abends und am 3. Dezember von 8 Uhr vormittags ab. In Winter stattgefundenen Diner so erzählt das Bolt" an das Auswärtige Amt des Deutschen Reiches kommandirt diesem Bureau werden auch die Legitimationstarten für die Er entwickelten der Kaiser, Freiherr von Stumm und und nun ist er in der Diplomatie schon so erfahren, daß öffnungssitzung ausgegeben, sowie alle sonst erforderlichen Mits mehrere hochgestellte Persönlichkeiten den Begriff eines er das Deutsche Reich in Dänemark vertreten kann. theilungen gemacht werden. Zuschauer zu dem Er= festen Regiments". Herr v. Stumm vertrat dabei öffnungsatte tönnen nicht mehr zugelassen werden, den in seinen jüngsten Auslassungen zur Geltung kommenden Amt und Partei. Die Rede, die neulich der königl. nachdem bei dem Umbau des Weißen Saales die frühere ZuStandpunkt mit solchem Erfolg, daß sogar ein Minister, Landrath v. Bethmann- Hollweg bei der Einführung des schauertribüne fortgefallen ist." der selbst Sehnsucht nach einem„ festen Regiment" und neuen Bürgermeisters von Eberswalde über die Stellung - Die Reichstags Erfahwahl im Wahlkreis einer günstigeren parlamentarischen Lage zeigte, später eines Verwaltungsbeamten im Streite der politischen Bar Stadt Köln für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Freunden gegenüber seinen Besorgnissen Ausdruck gab. teien gehalten hat, gefällt der" Bossischen Zeitung" so gut, Greiß ist auf den 18. Januar anberaumt, die Landtags. Sollte Herr v. Stumm übrigens nicht mehr der wesent- daß sie ihr einen Leitartikel widmet, der in die trüb- Ersay wahl aus gleichem Anlaß auf den 10. Februar. lichen Einzelheiten seiner Unterredung sich erinnern, so find selige Klage ausläuft, warum fein Freisinniger - Gine Studienreise nach England unternahm vielleicht noch andere Zeugen da, die ein besseres Gedächtniß in Preußen Landrath werde? Es wird dann unter vor kurzem, wie wir aus der Kreuz- Zeitung" ersehen, der Geheimhaben. schiedliches Schöne darüber gesagt, daß ein öffent rath Neuhaus vom Handelsministerium mit zwei Gewerberäthen, liches Amt mit einer Partei nichts zu thun haben um an Ort und Stelle zu beobachten, wie die englische GroßSom Kampf gegen die Schwarmgeister der Uni- dürfe und ganz besondere Charakter- Eigenschaften verlange. industrie sich der Sonntagsruhe unterworfen und ihre veitäten liegen allerhand neue Gefechismeldungen vor. Die Vossische Zeitung" macht sich die Worte des Herrn Betriebe entsprechend eingerichtet hat. Nur die Hochören Der Dr. Jastrow hat seinen Lohn weg. Herausgeber der Jahresberichte für Ge- werde dermaleinst mit voller Befriedigung auf seine Thätig weshalb eine ähnliche Sonntagsruhe in Deutschland undurch Er war v. Bethmann zu eigen, der sagte:„ Der Bürgermeister bleiben am Sonntag weiter in Brand, sonst ruht alles. Es erscheint uns, schreibt die Kreuz- Zeitung", unerfindlich, schichtswissenschaft", die von der Historisch en feit nur zurückblicken, wenn es ihm gelinge, sich über die führbar sein sollte, weshalb von den grundsäglichen Bestimmungen Gesellschaft" zu Berlin begründet wurden. Dieser Parteien zu stellen und durch Wort und That allen Mitbürgern fo zahlreiche Ausnahmen gemacht werden müssen. Industrie und Gesellschaft ist die bisher vom Kultusministerium gewährte den Beweis zu liefern, daß er nur für das Gesammt Handel find in England weiter vorgeschritten als in Deutschland, Staatsunterstügung entzogen worden. wohl der Stadt, nicht für das Wohl und und dennoch lassen sie sich dort die strenge Sonntagsruhe ge Dem Bureaupersonal der Redaktion ist, wie es in ver- ehe einer Partei jorge. Wirklich sehr schön fallen. Man hat dort eingesehen, daß sie nach keiner Richtung schiedentlichen bürgerlichen Blättern heißt, bereits gekündigt gesprochen und aller Anerkennung werth; aber doch drängt hin schadet. Wo man am Sonntage nichts einkaufen kann, da worden. Die Jahresberichte bildeten für die Gelehrten aller fich dabei uns die neugierige Frage an die Bossische Zeitung" ist nian eben gezwungen, es an anderen Tagen zu thun. europäischen Länder die hauptsächlichste Fundgrube auf den auf, ob sich nicht ein ähnliches Verhalten im Amte auch verschiedensten Gebieten zu historischen Studien. Zu ihren wohl für Stadträthe und Stadtverordnete geMitarbeitern gehörten unter anderen hervorragenden Aus ziemie, die zwar nicht gerade für ihre Parteien, wohl aber ländern der französische Minister des Auswärtigen, für ihre Aktiengesellschaften aus den städtischen Hanotaur, der gleichzeitig zu den angesehensten Angelegenheiten, Rapital schlagen" tönnten? Historikern Frankreichs zählt, der frühere bulgarische Unterftaatssekretär Jirecet, Geschichtsprofessoren fast aller deutschen Universitäten und zahlreicher ausländischer, wie Kiew, Warschau, Turin, Lyon, Prag, Athen, Wien, Balti more u. a. Die Jahresberichte erschienen seit dem Jahre 1878, also feit siebzehn Jahren. " Nichts gelernt und viel- vergeffen. Die Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der 1895. Regierung des Königreichs Sachsen schrieb: 1872. Beitung" über die Sonntagsruhe äußert. Bei der Berathung der Es ist merkwürdig, wie vernünftig sich nun die KreuzBewerbenovelle im Jahre 1891 hatte ihre Partei es in der Hand gehabt, das Zustandekommen des Gesetzes von der Durchführung einer vollkommenen Sonntagsruhe abhängig zu machen. Schade, daß sie zu spät zur Einsicht kommt. Gut wäre es, wenn die Ergebnisse der Studienreise nicht blos das Material der Archive des Handelsministeriums vers vollständigen, sondern auch auf die Durchführung der deutschen Sonntagsruhe von Einfluß sein würden. Wir freilich sind nicht so naiv, so etwas in der Aera Stumm- Köller zu erwarten. Prenzlau. Bei der heutigen Landtags- Erfahwahl im Wahlfreise Prenzlau- Angermünde wurde Schloßhauptmann v. BuchStolpe( fons) einstimmig mit 290 Stimmen gewählt. Ein Drittel der Wahlmänner fehlte." Keine Macht der Welt kaun Man muß die Bewegung, mehr die soziale Frage, die soweit sie sozialrevolutionärer Mit dem Bureaupersonal" geht natürlich auch der soziale Bewegung unterdrücken, Natur ist, um ihren Kopf bringen, Schwarmgeist Jastrow feines Einkommens verlustig. Das denn sie ist eine nothwendige d. h. die Führer des Landes ver ist doch wirklich ein Beispiel großartigfier Staatsmanns Folge der Großindustrie, der weisen, die Presse der Umsturztumst. Assoziation der Kräfte, der partei unterdrücken, ihre Fonds Unterrichts.Verbot. Dem dänischen WanderProfeffor Delbrück hat seine Anklageschrift zu Theilung der Arbeit, des Er- auflösen und ihre Versammlungen lehrer Kaspar Jensen, der im Sundewitt Kindern dänisch vornherein sages der mechanischen Menschen- von gestellt erhalten wegen Beleidigung der Königlich preußischen traft durch die Maschine. Denn nur in der Agirung in Schleswig die Ertheilung von Privatunterricht verboten untersagen. gesinnter Einwohner Privatstunden gab, ist von der RegiePolizei und ihrer Organe". Er nimmt daraus Veran- Soll die Masse in dem weiteren tation, in der Person worden. laffung, sich mit dem Polizeiminister Herrn v. Köller Verlauf der Dinge nicht fort der Agitatoren liegt das So wird bei uns für Bildung, Aufklärung und- Patrio wegen seiner staatsretterischen Thaten auseinander zu während an die Gewalt appel- staatsbedrohende Glement. Nur tismus gesorgt. schen und kommt da zu einigen Bemerkungen, die gerade liren, so thut vor allem Bildung der Heerdentrieb, Bebel selbst durch die Ereignisse der letzten Tage höchst aktuelle Be- noth, aber da die soziale Frage spricht ja von Heerdenvieh, sichert wird aus Ulm in der Pfizer- Sache mitgetheilt. Die Verhandlung Gine bemerkenswerthe Richter ablehnung deutung erhalten: eine wirthschaftliche ist, der Bewegung ihre sozialrevoEine Hauptbeschwerde des Arbeiterstandes ist das preußische am meisten wirthschaftliche Billutionäre Wirkung. Man ent- gegen Rechtsanwalt G. Pfizer wegen Führung des Titels Vereinsgesetz. Dieses Gesetz verbietet, daß Vereine, die sich mit dung, Kenntniß der Gesetze des ferne die Agitatoren... man Landgerichtsrath a. D.", die am 26. November hätte stattfinden ersticke die Agitation in Verein follen, wurde auf den 10. Dezember verlegt. Die Verhandlung politischen Angelegenheiten beschäftigen, unter einander in Ver- wirthschaftlichen Lebens." bindung treten. Der Begriff der politischen Angelegenheiten ist sehr und Presse, und man wird wurde verschoben, weil der Beklagte gegen den Vorsitzenden des dehnbar. Schutzölle, Agrar Gesetzgebung, Gewerbe Gesezftaunend sehen, wie schnell die Gerichts, einen stellvertretenden Amtsrichter, GinBewegung in sich zusammen- sprache erhob, da derselbe als nicht definitiv an= gebung, Normalarbeitstag, Frauen und Kinderarbeit, Sonntagsfintt..." gestellt vom Justisminister zu abhängig sei. arbeit sind alles Dinge, die man als politische betrachten kann ( Jüngst veröffentlicht im AnHandwerkerbescheidenheit. Der Zentrals oder auch nicht. Jede Petition an die Staatsregierung, sie be= fchluß an die bekannte„ Leistung" Vorstand des Allgemeinen Deutschen Handwerkerbundes hat eine treffe was sie wolle, die einen Einfluß auf die Entschlüsse der der Hamburger Nachrichten".) Petition an alle Innungen und sonstigen Handwerkervereini Obrigkeit zu üben beabsichtigt, kann als etwas Politisches an= gungen unter Befürwortung der Einreichung dieser Petition gesehen werden. Die Praxis hat nun dahin geführt, daß die Vereine ( Hepner im Leipziger Hochverrathe- Prozeß S. 740.) gelöst ist," München, 27. November.( Eig. Bericht.) Die Strangulirung der General debatte zum Militäretat durch den Kammerpräsidenten hat sich, wie vorauszusehen war, bereits in der Spezialdiskussion gerächt. Der Referent hatte in seinem Schlußwort die Weisheit verkündet, die Kammer habe tein Recht, gegen einen Etat zu stimmen, das sei verfassungsTürkei. Nußland. fallen ชิน denen das weber an den Reichstag versandt, welche sich gegen den dem Bundes- Izuführen, wonach in Zukunft Redatteure Universitäts- 1blattes aus. Gleichzeitig leitete fie das Strafverfahren gegen den rathe derzeit vorliegenden Gefeßentwurf, betreffend die Errichtung bildung haben müssen. auf dem Flugblatt als verantwortlichen Redakteur und Verleger von Handwerkskammern, wendet und befürwortet:„ Der Reichstag Man sieht die Belgrader Reaktionäre sind selbst den Preußen zeichnenden Schriftseter Franz Schulze und gegen alle bisherige möge nur einem solchen Gesetzentwurfe seine Zustimmung er- noch über.-; Praxis auch gegen den als Drucker des Flugblattes bezeichneten theilen, welcher die vollständige Organisation des Handwerks Buchdruckereibefizer May Bading ein. Vom Vertheidiger, dem gleichzeitig und zwar unter Berücksichtigung der Beschlüsse des Konstantinopel, 28. November.( B. S.) Die vom Sultan Rechtsanwalt Freudenthal, wurde noch in der Voruntersuchung 1894er Deutschen Innungs- und Allgemeinen Handwerkertages erlaffenen Befehle haben in den einzelnen Bezirken eine sehr gute unter Hinweis auf das gänzliche Unbetheiligtsein Bading's durchzuführen bestimmt und geeignet ist." Ferner wird gebeten: Wirkung erzielt; größere Gewaltthaten sind in letzter Zeit nicht der Antrag geftelit, das Verfahren gegen Bading " Jede den Handwerkerstand neu belastende Gesetzesvorlage, so vorgekommen. Dagegen ist das Glend unter der Bevöl Die Beschlußkammer eröffnete zu lassen. namentlich die die Erweiterung der Unfallversicherung auf terung sehr groß, so daß eine Hungersnoth aus Verfahren jedoch, es tam am 18. Mai zur Hauptverhandlung. das gesammte Handwerk und die die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit betreffende, solange zurückzuweisen, bis die zubrechen droht. In Konstantinopel ist alles ruhig, doch greift Schulze wurde zu vier Monaten, Bading zu zwei Monaten verurtheilt. In der Verhandlung beschwor Frage der Organisation des Handwerks in befriedigender Weise in türkischen Kreifen die Unzufriedenheit immer stärker um sich. der Faftor in der Bading'schen Druckerei, Rosen, daß er den Druckauftrag felbständig angenommen, Bading von dem Inhalte selbst - Kriegsvorbereitungen? Wie der„ Times" aus feine Kenntniß erlangt habe; daß er ihm nur einige Tage vorher Odessa vom 25. d. Mts. gemeldet wird, werde keinem der in gesagt habe, es sei möglich, daß dieses Jahr wieder eingeliefert werden Südrußland, einschließlich des Militärdistrikts von Kiew oder in eine rothe Märznummer zum Druck daß Rosen dem Bading von dem mehrere der Kaukasus- Armee stehenden Offiziere Urlaub ertheilt. Alle würde, Tage später thatsächlich erfolgten Eingang des DruckTruppen seien für den aktiven Dienst bereit. Aus Russisch- Polen. Wir haben unlängst berichtet über auftrages aber feine Mittheilung gemacht habe. Von der Ver widrig. Darauf nahm in der folgenden Spezialdiskussion zum den Kongreß, den unsere polnischen Genossen trotz der größtentheidigung wurde außerdem der Beweis angeboten, daß der Inhalt der rothen Märznummer 1895 bis auf einen einzigen Artikel mit Etat des Kriegsministeriums Gen. Vollmar das Wort. Er Verfolgungen in Warschau abgehalten haben; einen anderen dem Inhalt der früheren Märznummern identisch sei, daß schon tommt zuerst darauf zurück, daß seitens des Ministers vor zwei Beweis des kraftvollen Gedeihens dieser einzigen im Augenblick der Inhalt zweier früheren Märznummern unter Anklage gestellt Jahren die Frage, ob im Kriegsministerium ein eigenes Preß- im Machtbereich der russischen Regierung thätigen revolutionären worden sei, beide Prozesse aber mit Freisprechung der bureau bestehe, ausdrücklich verneint worden sei. Es scheinen Partei liefert das seit mehr als einem Jahre erscheinende PreßAngeklagten, betreffenden übrigens aber, wenn auch keine offiziellen, so doch offiziöfe Federn im organ„ Robotnik"(" Der Arbeiter"). Der gegenwärtige Gouverneur, Schulze noch Bading gehörten, geendet hätten. Der Dienste des Kriegsministeriums thätig zu sein. Er möchte aber Graf" Schuwalow ist ein würdiger Nachfolger des rauhen Gerichtshof unterstellte diese Behauptungen, um der langwierigen dem Kriegsminister empfehlen, in der Auswahl dieser Söldners Gurko, die Berliner Zivilisation hat ihn wenig um Beweiserhebung überhoben zu sein, auch ohne weiteres als öffiziösen Federn recht vorsichtig au sein. So sei gestimmt, feine Spizel, Zensoren und Gendarmen bieten alle wahr. am 25. September in der Augsburger Abendzeitung" von ihnen zu Gebote stehenden Mittel auf, um die Geheimdruckerei, Das Urtheil lautete, wie schon berichtet, gegen Schulze auf einer solchen offiziösen Feder ein Artikel erschienen über den Fall wo das genannte Blatt, wie auch die Streif- Aufrufe 2c. er: 4, gegen Bading auf 2 Monate Gefängniß. In den Urtheils eines Offiziers( Strafft), der in neuester Zeit eine Broschüre ge- scheinen, zu entdecken trotzdem erleben wir das für die gründen ist zu lesen: Das inkriminirte Blatt enthält eine schrieben und deshalb vor ein militärisches Ehrengericht gestellt russischen Schergen Unerhörte; die zehnte geheim gedruckte Reihe von Artikeln und Gedichten, durch die in einer den öffentwurde, an dessen Schlusse es ungefähr heißt:" Für fraglustige Nummer des„ Robotnik" liegt uns vor. Wir entnehmen ihr lichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene BevölkerungsVolksvertreter können wir verrathen, daß das Kriegsministerium folgende Notizen: in diesem Falle feine Antwort geben wird, denn hier handelt es Aus der Zitadelle. Zu den zahlreichen Opfern der Klassen zu Gewaltthätigkeiten gegen einander öffentlich angereizt werden. Es will die Besitlosen veranlassen, den Kampf gegen sich um eine disziplinäre Angelegenheit, für welche der Landtag ausschweifenden Brutalität der Gendarmen ist ein neues hinzu- die Besitzenden aufzunehmen. Zu diesem Behuse wird das Annicht zuständig ist." Den Referenten Abg. Wagner möchte Redner gekommen. Der Genoffe Dombrowski, der am 23. Juni ein- denken an die Ereignisse des 18. März 1848 aufgefrischt, die im nicht als Staatsrechtslehrer sehen, nachdem derselbe gesagt hat, gekerkert wurde, wurde nach einer Woche in der Zitadelle wahn- Straßenkampfe Gefallenen werden verherrlicht. Der Umstand, daß eine Abstimmung gegen den Militäretat unzulässig, Berfinnig, da er die Quälereien des Barengefindels nicht ertragen daß es sich am 18. März 1848 um ein recht blutiges fassungs- und Eidbruch sei. Auf einen Zwischenruf habe konnte. Man ließ ihn frei und brachte ihn in sein Haus zurück. Ereigniß gehandelt hat, daß außerdem in einem Artikel auf die der Referent die wunderliche Erklärung abgegeben:„ Man flimmt Er hat auf dem ganzen Körper zahlreiche Spuren von Schlägen französische Revolution angeknüpft wird, läßt keinen Zweifel ab, um zu beweisen, daß wir in allen Fragen mit der Kriegs- und ist bis nun ohumächtig. Sobald er einen Unbekannten sieht, barüber aufkommen, daß es sich bei der inkriminirten Druckschrift verwaltung einverstanden sind." Redner und seine Freunde sind flieht er, versteckt sich in einem Winkel und rust:„ Man schlägt nicht um einen geistigen Kampf mit geistigen Waffen, sondern aber eben mit der Kriegsverwaltung nicht einverstanden. Die mich, man schlägt mich!" Theorie, daß der Abgeordnete durch seinen Eid verpflichtet ist, Der Wolf unter den Schafen. Der Gendarmerie- um die Aufforderung zu Gewaltthätigkeiten handelt. Dem entfür jede Boſition zu ſtimmen, kann unter keinen Umständen auf General und bisherige Polizei- Ausschuß- Vorsteher, Piotrow, wurde ſpricht auch die Benutzung des rothen Papiers und eines Bildes, recht erhalten werden. Der Eid verpflichtet den Abgeordneten zum Direktor der Posten und Telegraphen ernannt. Also ein auf dem zu Füßen eine Frauensperson, die in den erhobenen Händen ein Band mit der Inschrift: Unser die Welt„ trok nur dazu, nach bestem Wissen und Gewissen des Volkes Wohl zu Mann, der sein ganzes Leben als Gendarm damit beschäftigt alledem" trägt, zwei Arbeiter fuien, von denen der eine in der wahren. Wenn der Abgeordnete nicht das Recht hätte, gegen war, mit dem Aufsuchen und Lesen fremder Briefe und linken Hand eine Fahne, in der rechten eine Brandfackel empor eine Position oder gegen einen Etat zu stimmen, so wäre der ganze Korrespondenzen, soll nunmehr auf die regelrechte Funktionirung hält. Nach dem allgemeinen Charakter der Druckschrift erscheint die Parlamentarismus, die ganze Verfassung und das ganze Be- der Posten achten, das ist aber vor allem die Wahrung des emporgehobene Fackel nicht sowohl als eine Leuchte der willigungsrecht der Abgeordnetenkammer der reinste Mumpiß. Briefgeheimnisses. Wir möchten daher die Genossen warnen, in Wahrheit, wie von Seiten der Angeklagten behauptet wird, Reduer schließt seine Ausführungen mit den Worten: Wir sind ihren Korrespondenzen vorsichtig zu sein. also der Ansicht, daß wir das Recht und die Pflicht haben, wie bei dem Militäretat so auch bei allen anderen Etats nach unserer Ueberzeugung abzustimmen. Hier gebietet uns unfere Ueberzeugung die Bekämpfung des Militarismus. Die beste Abstimmung ist für uns die Ablehnung des Etats und so werden wir jetzt und auch in Zukunft gegen diesen Etat stimmen, wobei wir uns auch in vollem Einklange mit unseren Wählern befinden. " Unter anderem lesen wir auch im„ Robotnik" folgende intereffante Ziffern aus der Kommunalverwaltung der Fabrikstadt Lodz: Von den 378 499 Rubel Einnahmen werden 192 444 Rubel für Polizeizwecke ausgegeben, dagegen nur 32 278 Rubel für Schulen. Die Wirkungen dieser großen Förderung des Polizeiwesens zeigen fich in der großen Anzahl der Arreststrafen, von denen der Robotnit" folgende zu nennen weiß: " 1 Die Der als vielmehr als ein Sinnbild der bei den Gewaltthätigkeiten Druckschrift ist also sehr wohl geeignet, den Ausbruch von mit in Anwendung kommenden Brandstiftung. Gewaltthätigkeiten verschiedener Bevölkerungsklassen gegen einander hervorzurufen und so den öffentlichen Frieden zu gefährden. Das ist auch dem Angeklagten Schulze bewußt gewesen. Mitangeklagte Bading ist der Eigenthümer der Druckerei, in der der Druck des Blattes stattgefunden hat. Er giebt zu, daß in Orterer( 3.) wendet sich gegen den Kriegsminister, weil seiner Druckerei der Vorwärts" und der Sozialdemokrat" derselbe seit Beginn des Etatsjahres( 15. April) aus den vom In Warschau wurden Ende September verhaftet: Matraszer, gedruckt würden, auch" der Druck der Märzblätter der früheren Landtag noch nicht genehmigten Mehrerfordernissen von er wurde in die Bezirksbehörde gerufen und nicht mehr freigelassen; Jahre erfolgt sei, er bestreitet aber, Kenntniß von dem 23 895 M. eine Erhöhung und Regelung verschiedener Beamten- einstweilen wurde seine Wohnung gründlich durchsucht, seine Druck des inkriminirten Blattes erlangt zu haben. Er beschäftige gehälter vorgenommen hat, ohne rechtzeitig um Indemnität nach- Sachen von den Gendarmen genommen und dem Wirthe mit zusuchen. Der Landtag müsse sehr auf der Hut sein, getheilt, daß M. nicht bald zurückkehren werde. In der Konditorei gegen 120 Leute und könne sich deshalb unmöglich um alles beDenn es scheine etwas vorzugehen, was nicht mehr ganz in der von Zawislowski beim Bahnhof der Warschau- Wienerbahn wurde fümmern. Die Besorgung derartiger Geschäfte habe er seinem Faktor Rosen übertragen. Dieser hat die Angaben bestätigt, Ordnung ist. eine Person, auf der Wlodzimirskastraße 3 Personen verhaftet. außerdem aber befundet, er habe an dem Tage, als Schulze ihn Abg. Geiger( 3.) spricht sich als Jurist dahin aus, daß Die Ursachen aller dieser Verhaftungen sind unbekannt. das Recht des Abgeordneten, gegen eine Position oder In Kowno wurden Ende September 3 Brüder Catkowicz gebeten, ihm eine Kostenberechnung über den Druck von 10 000 gegen den ganzen Etat zu stimmen, in der Verfassung begründet verhaftet( einer ist Schuster, die beiden anderen arbeiteten in der Exemplaren einer solcher Druckschrift zum 18. März 1893 aufs ift, wenn auch das Recht der Zustimmung zum Etat darin ent- Fabrit von Schmit), ferner der Schuster Mankowicz und ein zustellen, dem Bading mitgetheilt, es könne sein, daß sie eine rothe halten ist. Er kann daher dem Referenten( Abg. Wagner) nicht Lehrer. Die Schwester der Catkowicz wurde durchgeprügelt, weil manuskript gekommen und gedruckt worden. Bading habe das Nummer zum Druck bekämen. Am zweiten Tage darauf sei das beipflichten, wenn er sagt, daß die Ablehnung des Etats ein sie ihren Brüdern ins Gefängniß Effen brachte! Mantowicz Manuskript nicht zu sehen bekommen Verfassungsbruch sei. Striegsminister v. Asch erklärt auf die( der frank ist) fizt schon zehn Tage und erhält außer Wasser nicht gelesen, ebensowenig habe er, Rosen, über ihren Inhalt Frage Vollmar's auf das bestimmteste, daß das Kriegs- und Brot keine Nahrung. Vor der Verhaftung machte man bei referirt. Der Juhalt der Druckschrift sei im wesentlichen eine ministerium dem fraglichen Artikel der Augsb. Abendzeitung" Cattowicz eine Haussuchung, wobei auch der Fußboden auf vollständig fernsteht. Weder er selbst noch ein Beauftragter des gerissen wurde und im Keller 15 Fässer Kartoffeln ausgeschüttet Wiederholung des Inhalts der in früheren Jahren zum 18. März gedruckten Blätter. Schon seit mehreren Jahren sei diese Kriegsministeriums sei in der Preffe offiziös thätig. Das wurden. Nächsten Tag machte man eine Revision in der Fabrik Wiederholung Gebrauch." Danach hat der Angeklagte Bading Kriegsministerium stehe allen Auslassungen in der Presse von Schmit, man fand dort 2 sozialistische Broschüren und eine vor der Ausgabe des Blattes zwar feine direkte Kenntniß von vollständig fremd gegenüber. Bezüglich der von Orterer gerügten Nummer des" Robotnik". Der Grund dieser Borgänge war eine seinem Inhalt erhalten, ihm war aber als Drucker der sozialEinweisung der höheren Beamten in die ihnen jezt zukommenden Denunziation des Fabrikanten Schmit; es wurden gleichzeitig demokratischen periodischen Druckschriften Vorwärts" und Gehälter erklärt der Minister, daß er sein Unrecht damit aus der Fabrik gegen 20 Arbeiter entlassen. " Sozialdemokrat" die Tendenz dieser Schriften bekannt und bekannt habe, daß er sich zur Erbittung der Indemnität ver- In Wilna sind folgende Urtheile über die im vorigen ebenso der Inhalt der früheren Märzblätter, auch die Gewohnheit, anlaßt sah. Es sei ihn nicht eingefallen, in die Rechte der Jahre verhafteten Arbeiter gefällt worden: Der Tischler Btaze- den Inhalt derselben in der neuen Druckschrift zum 18. März im Rammer irgendwie einzugreifen. jewski 6 Jahre Verbannung nach Ostsibirien; der Schlosser wesentlichen zu reproduziren, wie auch daraus hervorgeht, Nach kurzen Auseinandersetzungen zwischen Wagner, Miller und der Schuhmacher Ponto zu je 5 Jahren Berbannung daß Rosen sich begnügte, dem Bading mitzutheilen,„ es tönne Geiger und Genossen Volimar, der konstatirt, daß die nach der Gubernie Archangielsk; der Schuhmacher Cynger sein, daß sie eine rothe Nummer zum Druck bekämen", von Rosen Aeußerung des Kriegsministers beweise, welcher Werth den 4 Jahre nach Rußland, endlich Sotowien 11/2 Jahre Gefängniß. also die Kenntniß der näheren Umstände bei Bading einfach voroffiziösen" Berlautbarungen beigumessen sei, wird der Titel Im Urtheile über Sotowien ist zu dessen Entschuldigung gesagt, ausgesetzt worden ist. Unter diesen Umständen hatte Bading auch gegen die Stimmen unserer Freunde, der Bauern. daß er nicht bewußt am Verbrechen theilnehmen konnte, da er das Bewußtsein, daß, im Falle eine rothe Nummer zum 18. März bundler und des Demokraten 28iemer angenommen. nicht polnisch lesen kann. bestellt werden sollte, dieselbe geeignet sein würde, GewaltthätigKuba. teiten verschiedener Bevölkerungsklassen gegen einander hervor - Das Ende des Streits von Carmaux. Man- Vom Aufstandsgebiete. Nach einer Depesche zurufen und so den öffentlichen Frieden zu gefährden. Wenn schreibt uns aus Paris unterm 26. November: Um bis zur des Heraldo" aus Havannah wird dort die Lage infolge von nahm und keine Verfügungen traf, welche eine Verlegung Bading also die Mittheilung des Rosen stillschweigend entgegen. Errichtung der Kooperativ- Glashütte die Gewerkschaftstasse nicht Bränden auf Zuckerpflanzungen pessimistisch betrachtet. Fünfallzusehr in Anspruch zu nehmen, haben die Glasarbeiter be- hunderttausend Zentner Zucker sollen an zwei Tagen durch Fener des§ 130 des Straf- Gesetzbuchs hätten verhindern können, er für den Fall der schloffen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Zu diesem Behuse zerstört worden sein. Die Eigenthümer gaben, mit dem Tode ber inkriminirten rothen Nummer, auch wenn sie gegen§ 130 Bestellung den hat eine Delegation der Gewerkschaft der Direktion der Glas- bedroht, die Ernte preis. Derselben Depesche zufolge brachten fabrik eine Liste derjenigen Arbeiter überreicht, welche die Arbeit die Aufständischen einen Zug zur Entgleisung, nahmen der wieder aufnehmen wollen. Die Direktion hat diese Arbeiter in Eskorte des Zuges die Waffen weg und plünderten die Reisenden. mehrere Kategorien eingetheilt, von welchen die erstere, die Ferner brannten die Aufständischen die Barke Merceditas" einige 80 Arbeiter umfaßt, noch im Verlaufe dieser Woche, die nieder, welche an der Küste von Trinidad als Lebensmitteldepot zweite Kategorie je nach Bedarf eingestellt werden wird, während diente.für die Einstellung der dritten Kategorie vorläufig noch kein Zeitpunkt angegeben, und die vierte Kategorie, welche täglich 2 000 Mt. die Rädelsführer" umfaßt, überhaupt nicht eingestellt werden wird. Diese lettere Kategorie wird hingegen die erste sein, die in der Kooperativ- Glashütte beschäftigt werden wird, der sodann die dritte Kategorie folgen wird, welche die thätigsten Gewerk. schaftsmitglieder umfaßt.Frankreich. Paris, 28. November. So uligour, der Genosse Arton bei der Vertheilung der Panama- Checks, wurde heute Vormittag verhaftet. Eine Haussuchung bei dessen Geliebten führte zur Beschlagnahme von Checkbüchern und Talons. Italien. " " -e Kosten der Bekämpfung des Aufstandes betragen Der dolus eventualis des Druckers. so hat Druck St.-G.-B. verstoßen sollte, genehmigt und son ach mit dem eventuellen Dolus gehandelt. Wie aus dieser Urtheilsbegründung zu ersehen ist, ist mit Inhalt dieser rothen Nummer schon zweimal für straffrei erfeinem Worte die Thatsache in betracht gezogen worden, daß der flärt worden ist. Im Protokolle war der betreffende Beweis antrag des Vertheidigers ebenfalls mit feinem Worte erwähnt. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Freudenthal beantragte des halb zunächst die Ergänzung des Protokolls nach dieser Richtung. Der Antrag wurde zunächst vom Landgericht abgelehnt. Das Kammergericht wies aber den Vorsitzenden in der Verhandlung, den Landgerichtsdirektor Leonhard an, die Ergänzung vorzus nehmen. Gegen das Urtheil wurde nun eine ausführlich begründete Revision beim Reichsgericht eingelegt, die heute vor dem Reichsgericht zur Verhandlung kommt. Vor dem Neichsgericht in Leipzig kommt heute, Freitag, ein Prozeß zur Verhandlung, dem nicht nur juristisch, sondern auch politisch und wirthschaftlich eine ganz ungewöhnliche Bedeutung innewohnt. Es ist der in der Presse aller Parteien schon vielfach erwähnte Prozeß gegen den Verleger des Vor- Die Verhandlung in Leipzig findet vor dem zweiten Strafs wärts", den Buchdruckereibesizer Mar Bading in senat des Reichsgerichts unter dem Vorsiz des Senatspräsidenten Berlin, der von der achten Strafkammer des Landgerichts I Dr. Löwe statt. Die Reichsanwaltschaft vertritt Reichsanwalt Amtliche Wahlbeeinflussungen bösartigster in Berlin mittels des dolus eventualis für den In Dr. Galli, die Rechtfertigung der Revision und Bertheidigung Art tamen gestern in der Abgeordnetenkammer zur Sprache. halt einer in seiner Offizin hergestellten Druckschrift verantwort: hat der Rechtsanwalt beim Reichsgericht Haber. Leipzig fiberWährend des Wahlkampfes ließ der Unterpräfett von Frosinone lich gemacht und mit zwei Monaten Gefängniß bestraft nommen. einem 20 000 Lire anbieten, wenn er seine Kandidatur zurück- worden ist. Die Verurtheilung erfolgte, obwohl Bading nachziehen würde. Man versprach ihm auch eine Beförderung in weisen konnte, daß er von dem Inhalte der Druckschrift keine feiner Richterfarriere. Da aber das Parlament aus Kreaturen Kenntniß gehabt hatte, obwohl er nachweisen konnte, daß er vor Depeschen und lehte Nachrichten. Crispi's besteht, wird auch die Aufdeckung dieser Geschichte Crispi der Drucklegung nicht einmal von dem thatsächlichen Eingehen nichts schaden. Die Sache ist in eine Kommission verwiesen, wo des Druckauftrags Mittheilung bekommen hatte. sie harmlos dargestellt oder ganz begraben werden wird. Es handelt sich um die sogenannte rothe März Nom, 28. November. Der Ausschuß, welcher mit der nummer", ein auf rothem Papier gedrucktes, vier Seiten Prüfung der Dokumente Giolitti's beauftragt ist, wird seine starkes Flugblatt, das ähnlich wie in den Jahren 1892, 1893, Arbeiten heute beginnen. Die gefaßten Beschlüsse, sowie die 1894 auch am 18. März dieses Jahres von sozialdemokratischer Tarnopol, 28. November.( B. S.) Hier fand eine 3us= Debatten werden geheim gehalten. Man glaubt allgemein, daß Seite zur Verbreitung gelangte. Die Staatsanwaltschaft sah in sammenrottung von etwa 180 Bauern statt, welche mit dem Inhalte der diesmaligen rothen Märznummer das Bergehen ihren Frauen und Kindern auf der Auswanderung nach Brasilien der Ausschuß das Vorgehen Crispi's billigen wird. gegen§ 130 des Strafgesetzbuchs, in einer den öffent- begriffen sind. Da ihnen auf der Bahn die Verabfolgung von lichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen Fahrkarten verweigert wurde, zogen sie vor das Gebäude des Belgrad, 28. November.( B. H.) Wie verlautet, beab der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander an- Bezirkshauptmanns, von dem sie stürmisch die Aushändigung der sichtigt die Regierung eine einschränkende Preßnovelle ein- gereizt zu haben, und sprach die Beschlagnahme des Flug- Reisepässe verlangten. Die Polizei vertrieb die Erzedenten. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Elecke in Berlin. Truck und Verlag von Mog Vading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen Serbien. " Wien, 28. November.( W. Z. B.) Auf der Südbahn. Station Steinbrück fuhr ein Güterzug gegen einen Personenzug. Sechs Passagiere und ein Kondukteur find leicht verlegt; beide Maschinen und acht Wagen sind beschädigt. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 279. Freitag, den 29. November 1895. 12. Jahrg. Für den verstorbenen Stadtrath Beelih endlich wird von ergeht hiermit das dringende Ersuchen, uns die Wahl. der Bersammlung der Stadtv. Wagner mit 71 von 97 Stimmen resultate aus jedem Bezirk sofort nach deren Bekanntwerden gewählt und nimmt die Wahl an. Damit ist das ebenso monotone wie zeitraubende Wahl- durch einen mit Legitimation versehenen Boten genau mittheilen geschäft in den von der Städte Ordnung und Geschäftsordnung zu lassen. Auch wolle man die Boten, die ermächtigt sind, über vorgeschriebenen Formen nach reichlichen zwei Stunden erledigt. den Ausfall der Wahl aus den anderen Kommunal- Wahlbezirken Von der neuen Fraktion der Linken"( Stadtv. Dr. Preuß auf unserer Redaktion Erfundigungen einzuziehen, mit ent und Genossen) wird das autokratische Vorgehen des Unterrichts- sprechender Legitimation versehen. ministers Bosse gegenüber der bisherigen Ordnung des kommunalen Schulwesens in folgendem Antrage zur Erörterung gestellt: Die Versammlung wolle beschließen, einen Ausschuß von 15 Mitgliedern zu beauftragen, das Material über die neuer dings von den Staatsbehörden in bezug auf das kommunale Schulwesen erlassenen Anordnungen zu prüfen und der Ver: sammlung darüber, sowie über die von den städtischen Be hörden ergriffenen oder zu ergreifenden Maßregeln Bericht zu erstatten. wird. " Bu den heutigen Stadtverordneten- Stichwahlen! Am heutigen Freitag von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr finden im 17. und 27. Kommunal- Wahlbezirk die Stichwahlen zwischen den freisinnigen Kandidaten und unseren Genossen statt. Jm 27. Wahlbezirk fehlten uns bei der Hauptwahl nur Die Redaktion des Vorwärts". einige Stimmen an der absoluten Majorität. Die Wahl des bisherigen Vertreters, Genossen Hente ist absolut sicher, wenn Schwindel ist ein Flugblatt, welches von liberaler eifrig für rege Betheiligung an der Stichwahl gesorgt wird. Ebenso Seite zur heutigen Stadtverordneten Stich dürfen wir mit Bestimmtheit auf den Sieg im 17. Wahlbezirk, wahl im zweiten Kommunal- Wahlbezirke verbreitet in welchem unser Genosse Börner zur Stichwahl steht, rechnen, Es ist überschrieben: An die Genossen im 2. Kommunal- Wahlkreise III. Abtheilung" und enthält eine Berwenn in letzter Stunde noch in Haus, Werkstatt und Fabrik energisch himmelung des liberalen Kandidaten Bergemann, der be für seine Wahl agitirt wird. Es gilt diese beiden Bezirke für die kanntlich heute mit dem reaktionären Zünstler Obermeister Beutel Sozialdemokratie zu erobern. Die Genossen dieser Bezirke haben in die Stichwahl kommt. Die ganze Fassung des Machwerkes foll Stadtv. Dr. Preuß betont, daß der Antrag zunächst einen den sozialdemokratischen Wählern vorschwindeln, als ob diese Liebesdie Pflicht, alles aufzubieten, um den Sieg an unsere Fahne zu vorbereitenden Charakter habe und daß er daher für jetzt nur werbung für Herrn Bergemann von sozialdemokratischer fesseln. Aber auch die Genossen, welche nicht zur Wahl berufen sind, die Nothwendigkeit und Nüglichkeit nachweisen wolle. Die Seite herrührt. Es braucht wohl kaum erklärt zu werden, daß es müssen fleißig bei der Agitation helfen und sich den Wahlkomitees Anordnungen, welche der Antrag im Auge habe, zielten unserer Partei oder deren Vertretern gar nicht zur Verfügung stellen. Die Wählerlisten liegen zur Einsichtnahme für offenbar darauf ab, die Bewegungsfreiheit der Selbst- eingefallen ist, sich zu einem derartigen Manöver her verwaltung auf dem Schulgebiete einzuschränken. den 17. Bezirk bei Börner, Ritterstr. 15, und für den 27. Bezirk einzustehen sei das Recht und die Pflicht der Vertretung wird, steht von den 26 Namen, welche das Flugblatt als UnterDagegen zugeben. Wie uns noch von vertrauenswürdiger Seite versichert bi Hente, Naunynstr. 27, aus. In erfolgreicher Weise können der Bürgerschaft. Natürlich müsse dabei mit äußerster Borsichtschrift trägt, fein einziger in der Wählerliste die Genossen thätig sein, wenn sie die Wohnung ihrer Arbeits- und Sachlichkeit vorgegangen werden und dazu gehöre die that- verzeichnet; es ist daher anzunehmen, daß auch die Untergenossen erfragen und diejenigen, welche im 17. und 27. Kommual. sächliche und rechtliche Sichtung des Materials durch einen Aus- schriften sämmtlich fingirt sind. Derartige unanständige Wahlbezirk wohnen, energisch zur Erfüllung ihrer Wahlpflicht schuß, mit dem hoffentlich der Magistrat gern in Verbindung Brattifen sind wahrlich nicht geeignet, unter den sozialdemo treten werde. fratischen Wählern für den liberalen Kandidaten Sympathien zu anhalten. Wir fordern alle Genossen auf, sich in den Dienst der erwecken. Wahlagitation zu stellen und durch Verbreitung von Flugblättern, Durch energische und andauernde Agitation in Werkstatt und Fabrit sowie durch lebhafte Hausagitation für die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten thätig zu sein. Dann kann uns der Sieg nicht fehlen! Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 28. Nov., nachmittags 5 Uhr. Der gemischten Deputation zur Berathung über eine event. Reform der Gewerbesteuer gehört u. a. auch Stadtv. Singer an. Der Antrag wird angenommen. Mit dem von der Versammlung am 21. März cr. gefaßten Nach Plötzensee ist am Donnerstag unser Parteigenosse Beschluß, über die eventuelle Uebertragung des Eigenthum 3 der Aktiengesellschaft Berliner Elektrizitätswerte Reichstags- Abgeordneter Mar Schippel gegangen, um eine auf die Stadtgemeinde in gemischter Deputation zu ver- Gefängnißstraße von zwei Monaten, welche die preußische Gerechtig handeln, erklärt fich der Magistrat durch Schreiben feit über ihn verhängt hat, dort zu verbüßen. Die Staatsvom 21. November einverstanden, schlägt die Bildung einer anwaltschaft hatte es mit Schippel's Strafverbüßung so eilig Deputation von 15 Mitgliedern vor( 10 Stadtverordnete, 5 Stadt- wie selten vorher; am 12. November hatte die Revisionsinstanz räthe) und wird sie einberufen, wenn er in den Besitz des ihm entschieden, gleich darauf kam die Aufforderung, die Strafe an für die Verhandlungen noch fehlenden Materials gelangt ist, was zutreten. Möge unser tampfgewohnter Genosse die harte Haft ihm die Gesellschaft bis zum 1. Dezember zugesagt hat. hinter Kerkermauern ohne allzu schlimme Schädigung seiner Gesundheit überstehen. Die Wahl der 10 Mitglieder der Versammlung zu dieser Deputation wird vor Beginn der nächsten Sigung erfolgen. Dem Abbruchunternehmer Fischer, der das Meistgebot für den Abbruch der Häuser an der Gertraudtenstr. 8/9 und Kleinen Gertraudtenstr. 1 abgegeben hat, soll nach einem Magistrats: Für eine am 12. Januar 1896, dem 150 jährigen Geburtsantrag die Summe von 2500 M., um welche er sich angeblich tage Johann Heinrich Pestalozzi's zu veranstaltenden im Lizitationstermin geirrt hat, zurückerstattet werden. Nach Feier( Feftrede des Professor Paulsen und Vorträge des Sänger- längerer Debatte wird, um ein so gefährliches Präjudiz nicht zu bundes des Berliner Lehrervereins) wird der Festsaal des Rath- schaffen, der Antrag abgelehnt. hauses unentgeltlich überlassen. Schluß 8/2 Uhr. Darauf erfolgt die Wahl eines befoldeten Stadtraths( an stelle des Stadtraths Voigt) und diejenige von 10 unbefoldeten Stadträthen( an stelle der Herren Bail, Borchardt, Heller, Hübner, Kochhann, Krause, Marggraff, Straßmann, Struve und Beelitz+.) Ebenso wird Stadtrath Borchardt mit 91 von 92 giltigen Stimmen( 18 weiße Bettel) wiedergewählt, desgl. Stadt rath Heller mit 104 von 106, Stadtrath Hübner mit 70 von 80 Stimmen( 34 unbeschriebene Zettel) und Stadtrath Roch hann mit 102 von 107 giltigen Stimmen. Tokales. Achtung, sechster Wahlkreis! Anläßlich des bevorstehenden Monatswechsels werden den Parteigenossen unsere ParteiSpeditionen in Grinnerung gebracht; es ist Pflicht eines jeden Barteigenoffen, sich der Agitation für dieselben, sowie der Verbreitung unserer Literatur nach Kräften zu widmen. Folgende Parteifpeditionen nehmen Bestellungen auf unsere Literatur entgegen: Für Moabit: Hempel, Lübeckerstr. 16.; für Wedding und Oranienburger Borstadt: Stolzenburg, Wiesenstr. 14; für Ge sundbrunnen und Rosenthaler Borstadt: Gaßmann, Grünthaler straße 67, Rosenthal, Granseeerstr. 6; für Schönhauser Vorstadt: Mars, Kastanien- Allee 96. In der gestrigen Stadtverordneten- Versammlung find Als besoldeter Ein großes Vokalkonzert findet am Sonnabend Abend die Stadtrathswahlen vorgenommen worden. Zum befoldeten Stadtrath wird Stadtrath Voigt mit 106 Stadtrath ist der bisherige Juhaber der Stelle, Stadtrath Boigt 81/2 Uhr in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor statt. Vervon 108 giltigen Stimmen wiedergewählt. auf 12 Jahre wiedergewählt worden. Für die unbefoldeten anstaltet ist dasselbe von den Männerchören, Nordwacht"," Olympia" find mit wechselnden Majoritäten die und Norddeutsche Schleife", sowie von den gemischten Chören Die Wahlen der unbefoldeten Stadträthe erfolgen in der Stadtrathsſtellen vorstehend angegebenen Reihenfolge. Bei der Wahl für den Stadträthe Bail, Borchardt, Hübner, Kochann, Marggraf, Freya I"," Freundestreue"," Glockenrein“ und„ Alpenveilchen", An stelle sämmtlich Mitglieder des Arbeiter Sängerbundes. Aus dem Stadtrath Bail werden 113 Bettel abgegeben, von denen 38 un- Dr. Straßmann, Struve wiedergewählt worden. beschrieben sind. Von den giltigen 75 Stimmen erhält Stadtrath der ausgeschiedenen Dr. Krause und Beelitz sind Bankdirektor reichhaltigen Programm des Konzerts sei namentlich die AufBail 68, die übrigen zersplittern. Stadtrath Bail ist wieder- Kaempf und Stadtverordneter Wagner in den Magistrat gewählt. führung der melodramatischen Dichtung Columbus von Julius gewählt. Bemerkenswerth ist es, daß bei der Wahl der Herren Bail und Becker hervorgehoben. Bei dem billigen Eintrittspreis von Hübner 38 bzw. 34 weiße Stimmzettel abgegeben wurden. Es ist dies 30 Pf. wird ein starker Besuch des Konzerts zu erwarten sein. eine Folge der sozialdemokratischen Forderung, keine Aufsichtsräthe Die Parteigenoffen von Rigdorf werden auf das am von Attiengesellschaften, welche mit der Stadt geschäftliche Be- Sonnabend in den Vittoriasälen stattfindende Wohlthätigkeitsziehungen haben, zu wählen. Außer den Sozialdemokraten haben noch fonzert aufmerksam gemacht, dessen Ertrag zur Unterstützung etwa ebenso viel andre Stadtverordnete durch die Abgabe weißer zweier in bitterste Noth gerathenen Proletarier bestimmt ist. Der aufsichtsrathswüthigen Magistrats- Mitgliedern Bertrauensmann. Bettel den erkennen gegeben, δαβ es fich nicht schickt, zu Mitglied des Berliner Magistrats zu sein und In dem Verwaltungs Streitverfahren des Vereins gleichzeitig von der Großen Berliner Pferdebahn bezw. von der Freie Volksbühne gegen den Oberpräsidenten Achenbach, der in erster Instanz die bekannte Verfügung des hiesigen PolizeiPräsidenten vom 18. April d. J. bestätigt hatte, ist nunmehr zum 3. Januar 1896 Termin vor deni Ober- Verwaltungsgerichte angesetzt worden. In der schriftlichen Klagebeantwortung des Oberpräsidenten wird die berühmte Theorie der lockeren Vereine" breitgetreten; dann aber werden als Zeugen für die„ Berechtigung" des Bestrebens, die Freie Volfsbühne unter Zensur zu stellen, einige Beamte des Berliner Polizeipräsidiums" und der frei finnige Dichter, Doktor, Durchfallskandidat und Rechtsanwalt Grelling vorgeschlagen. Die Beamten" sollen unter anderem bezeugen, daß beim Erwerb der Billets der wirkliche Name des Für den Stadtrath Dr. Krause, der sein Amt niedergelegt hat, wählt die Versammlung den Bantier Kämpf, der schon früher dem Berliner Magistrat angehört hat, mit 95 von 98 giltigen Stimmen( 16 weiße Zettel). dabei Bei der Wahl für den Stadtrath Marggraff, Asphalt- Gesellschaft Jeferich als Aufsichtsrath Tantième zu be der einzigen von allen heute vorzunehmenden, die erstlich ziehen. In den häuslichen Streit der Fraktionen Meyer- Dinsebestritten wird, werden 117 Stimmzettel abgegeben; Spinola bezüglich der Marggraf'schen Wahl haben sich die davon sind 17( fozialdemokratische) unbeschrieben, also ungiltig. Sozialdemokratischen Stadtverordneten nicht eingemischt, sondern Von den verbleibenden 100 giltigen Stimmen erhält Stadtrath weiße Bettel abgegeben, und es damit den feindlichen Brüdern Marggraff 57, Stadtv. Wagner 42, Stadtv. Ulstein 1 Stimme. überlassen, ihren auf die Person zugespitzten Streit unter einander Herr Marggraff wird also dem Magistratskollegium weitere sechs auszutragen. Jahre angehören. Auch die Herren Straßmann und Struve werden wiedergewählt und zwar mit 91 von 95 und mit 89 von 96 giltigen Stimmen. " " Achtung, Wahlresultate! An die Parteigenossen, in deren Händen die Agitation zur heutigen Stadtverordneten Stichwah! im 17. und 27. Kommunal Wahlbezirke ruht = " " = OP wandlung der französischen Bühne, die sich von da ab mit Vor- Nachrichten. Gegen 6 Uhr hatte Alexander Dumas um Thee Kunst und Wissenschaft. liebe der Schilderung des täglichen Lebens, seiner Stoffe und ersucht, welchen seine Gemahlin ihm reichte. Dumas nahm die Tasse seiner Sprache zuwandte. Dumas vertrat mit der ganzen Leb- und trant einige Tropfen ohne Unterstützung; dann fiel er Alexander Dumas. In Alexander Dumas, den man haftigkeit seiner feurigen Natur die Rechte der Frauen, besonders jedoch auf das Kissen zurück und blieb unbeweglich liegen. Nach zur Unterscheidung von seinem Vater als den„ Sohn" zu be- der Gefallenen"; er verlangt auch für sie die Achtung und die einigen Minuten fuhr Dumas noch einmal zusammenzuckend auf, zeichnen pflegte( Dumas fils), ist einer der größten französischen Sympathie der Männer, er plädirt für das( früher in Frankfeine Gemahlin rief erschrocken Hilfe herbei. Der Arzt erschien Schriftsteller gestorben. Er war im Jahre 1824 zu Paris ge- reich nicht vorhandene) Recht auf Ehescheidung und für die be- sofort und fand den Kranken in den letzten Zügen. Die Be boren, hat also ein Alter von 71 Jahren erreicht; von seinem, rechtigte Sehnsucht der Frauen auf ein selbständiges Sichaus- stürzung der Familie war eine überaus große, da man noch Die Gesichtszüge Dumas' im Zenith des Ruhmes stehenden Vater frühzeitig schon in die leben in der Gesellschaft. In seinen späteren Werk treten diese immer Hoffnung bewahrt hatte. Literatur eingeführt, hat es ihm in feiner langen schriftstellerischen sozialreformatorischen Gedanken so start hervor, daß manche fan zeigen große Rube; Dumas gleicht einem Schlafenden.- Die Leiche wird voraussichtlich am Freitag nach Paris gebracht Laufbahn nie an Erfolg und Anerkennung gefehlt. Von dem zu Tendenzdichtungen geworden sind. Tage ab, da feine noch ganz im Stile seines Vaters verfaßten Der Politik ist Dumas, ebenso wie Scribe und Balzac, fast werden. Abenteuer der vier Frauen" erschienen, hat er mit jedem neuen völlig fern geblieben; aber sein Einfluß auf die Geistesrichtung Wert neuen Ruhm geerntet und jeder Titel eines seiner Werke be- und die Anschauungen des modernen Frankreichs, die sich doch zeichnet eine Erhöhung seines Namens. Sie sind so bekannt auch bei auch wieder in der Politik äußern darf darum nicht geringer Zur Deutung des Kuackfuß- Bildes übersendet eine unserer uns geworden, daß wir nur einige daraus anführen wollen, wie die angeschlagen werden. Alle hervorragenden Vertreter des franzö- Leserinnen uns folgenden Beitrag: Kameliendame"," Der Fall Clemenceau", den„ Roman einer fischen Geistes sind und waren umgeben von ganzen Schaaren Ich habe mir natürlich auch das schöne Knackfuß- Bild ans Frau". beeinflußter und in ihrer Richtung wirkender Vertreter; gesehen und in die tiefsinnigen Geheimnisse dieser Allegorie ein= bei uns ist es in Frankreich erlaubt, zubringen versucht. Nun gaben Alle Werke Dumas' zeichnen sich aus durch ihren pracht- und mehr wie ja die gaben ja Deutungen den Büchern auf das Leben zu schließen, 100 die der meiner berufenen Ausleger Wißbegier vollen, Ilaren und übersichtlichen Stil, ihre packende Handlung von erfreulichen wven der Drache und die und die Feinheit, mit der der Verfasser selbst die gewagtesten Schriftsteller, wenigstens durch ihre Massenerfolge, lehrreiche Aufschluß. Ich weiß jetzt, Situationen darzustellen vermochte: Dumas war eben ein Meister Vertreter und auch Schöpfer der Neigungen und Stimmungen Pagodenfigur auf seinem Rücken versinnbildlichen, ich weiß den der Sprache. Nach französischer Sitte hat er die meisten seiner ihrer Landsleute sind. Tarum werden als soziale Denkmäler architektonischen Zierrath der Landschaft zu würdigen; ich kenne Romane auch für die Bühne bearbeitet und dabei ein besonders auch die Werke Dumas' immer ihren Play in der Weltliteratur ausgebildetes Gefühl für das auf den Brettern Wirksame behalten. Sein bestes Lustspiel, Demi- Monde", beweist das gezeigt. ebenso sehr, wie seine ernsteren Schauspiele. Sie sind fast alle Ueber Dumas' Absterben liegen aus Marly folgende Nachim Residenztheater auch dem Berliner Publikum vorgeführt richten vor: worden Alexander Dumas starb hier Mittwoch Abend um 73/4 Uhr, Die höchste Ehre, die Frankreich seinen literarischen Söhnen zu theil werden lassen tann, die Aufnahme in die umgeben von seiner Familie. Seine letzten Augenblicke waren Afat emie, erlangte Dumas vor zwanzig Jahren, 1875. ruhig. Bis zuletzt hatte man noch einige Hoffnung bewahrt, da die Tumas wurzelt ganz und gar in der französischen Bourgeoisie, eingetretene Besserung anzuhalten schien, und noch um 6 Uhr war wie sie unter dem Kaiserreiche Napoleon III. sich entwickelte; folgendes Bulletin veröffentlicht worden:" Nach einer ruhigen Nacht da mit festem Griffe hält, ist offenbar eine Feuerzange. aber er war einer ihrer besten Söhne, dem bei seinem scharfen irat eine leichte Besserung ein, welche tagsüber anbielt." Am Nein, gewiß ich irre nicht Blick auch die Fehler der herrschenden Klasse nicht verborgen Abend war der Kranke in einen ruhigen Schlaf verfallen, sodaß heilige Hermandad. Sie hat die Aufgabe, wenn der bleiben fonnten. So wurde er zum Neuerer, freilich nur die Aerzte um 5 Uhr nach Paris zurückgekehrt waren und erst Ümsturzbrand gedämpft ist, den Aschenhausen mit der Fenerinsoweit, als er innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft für eine am folgenden Tage wieder nach Marly tommen wollten. Nur zange nach halbverbrannten Geheimpapieren zu durchwühlen, Heihe aufklärerischer Reformen eintrat; heißt es ja doch schon die Dr. Baye blieb bis 61/2 Uhr bei dem Kranken, welcher um diese damit die schuldigen Brandstifter zu gebührender Strafe gebracht bürgerliche Gesellschaft kritisiren, wenn man sie nur naturwahr Zeit aufwachte und einige Worte mit sehr leiser Stimme sprach. werden können. Es würde mich sehr freuen, wenn Professor Knackfuß die darstellt. Und das that Dumas. Er wurde der Vater des Zahlreiche Personen sind nach Marly gekommen. Der Präsident modernen Bühnenrealismus und seine Stücke aus der ersten Zeit Felix Faure ließ sich Bericht über den Krankheitszustand erstatten, Liebenswürdigkeit haben wollte, zu erklären, ob meine Deutung ( etwa 1852-59) bewirkten eine rasche und entscheidende Üm- ebenso erbat die Kaiserin Eugenie telegraphisch von London aus die richtige ist. den Jüngling mit dem flammenden Schwert und der theatralischen Pose; ich bewundere die sechs Pensions- Fräuleins vor ihm in dem ansprechenden Mastenkostüm der europäischen Großmächte aber wen stellt die siebente weibliche Gestalt im Gefolge der großmächtigen Damen dar? Da lassen mich sowohl die Erläuterungen der Verlagsbuchhandlung wie die Erklärung des Professor Knackfuß im Stich. Dennoch scheint mir die Antwort sehr nahe zu liegen. Die unbekannte Dame trägt die Erklärung selbst in der Hand. Was sie diese Dame versinnbildlicht die Käufers nicht immer verzeichnet" worden sei; sie scheinen sich worden. Die Einstellung der Berücksichtigten, deren Babl etwa allein in der Verschiebung und Gäuberung der Bürgerlisten in also unter unrichtigem Namen in den Verein gedrängt zu haben. 4000 betragen soll, erfolgt je nach Bedarf vom 1. bis 20. De einer unserer Wählerzahl nachtheiligen Weise, sondern nicht zum Herr Grelling erfährt die Ehre seiner Beugenschaft wegen der zember, die Beschäftigungsdauer währt bis zum 27. Dezember, wenigsten auch in der Thatsache, daß die Genossen nicht mit der alten bekannten denunziatorischen Ausfälle, die er im Interesse eines resp. bis zum 2. Januar. Die Hilfsbeamten, die einen Tages: Rührigkeit und Kampfesfreude für unsere Sache eingetreten sind". Bourgeoistheaters gegen die Freie Volksbühne gemacht hat. Die lohn von nur 3 M. erhalten, haben eine zwölfstündige Dienstzeit Die Lässigen unter ihnen werden sich hoffentlich den diesmaligen Qualität dieses Zeugen erscheint dem Oberpräsidenten umso be- in der Weise, daß auf acht Arbeitsstunden eine achtstündige Ruhe- Ausfall der Wahl zur Lehre dienen lassen. Ohn' Fleiß, kein deutender, weil er selber Dichter" sei. Die trampfhaften Be- panfe folgt. Zur Beförderung der Weihnachtssendungen von und Wahl war lau. Hierzu geht uns noch folgende Nachricht zu: mühungen des Herrn Grelling, die Mitwelt von seinen nach den Bahnhöfen sind neben 500 Postlarriols 20 Möbelwagen Bei der Beisitzerwahl zum Gewerbegericht erhielten die Kandi den Remo semiethet. literarischen Fähigkeiten zu überzeugen, haben also, wenn auch und 180 Kremser gemiethet. daten der Arbeitnehmer 1054 Stimmen; gegnerische Kandidaten nirgends sonst, so doch bei dem Oberpräsidenten der Mart waren überhaupt nicht aufgestellt. Bei den Arbeitgebern erhielten Brandenburg einen schönen Erfolg gehabt, und das lohnt dann 697 Stimmen brachten. 3d mad E unsere Kandidaten 206-210, während die Gegner es auf 691 bis schon so ein lumpiges Denunziatiönchen. Hallesches Thor Kroll's Theater hat bereits wieder, als zu Omnibuswesen. Die erft fürzlich eröffnete Omnibuslinie wenig lohnend, ihren Betrieb eingestellt. Dafür ist die Zahl der Der Bierboykott des vorigen Jahres, den die Mehrzahl auf der neu eröffneten Linie Halle'sches Thor- Schönhauser Ser Brauereien Berlins sich zum Leide in so leichtfertiger und Thor kursirenden Wagen vermehrt worden. frivoler Weise heraufbeschworen hatte, wirkt in diesem Jahre Mehrere Wagenladungen Weihnachtsbäume, Tannen with fergebnis eine vielfach weit stärker als 1894 auf die Geschäftsergebnisse ein. und Fichten sind gestern auf dem Schlesischen Güterbahnhofe ein Manches bewegte klagelied ist aus den um diese Zeit erscheinenden getroffen und zu hohen Preisen verkauft worden. Die Käufer Berichten an die Aktionäre zu entnehmen. Besonders augenfällig waren durchweg Restaurateure, welche die Bäume mit echt Berichten an die Aktionäre zu entnehmen. Besonders augenfällig find die Aeußerungen der Aftienbrauerei- Gesellschaft Friedrichs Berliner Pietät zur Weihnachtsdekoration ihrer Lokalitäten behöhe vormals Pazenhofer, in denen es laut einer von uns aus dem Handelstheil der Kreuz- Zeitung" entnommenen Notiz heißt: Für das letzte Jahr wird, obwohl die Produktionsnußen. = Bei der Gemeinderaths Wahl in Pforten Kandidaten der sozialdemokratischen Liste gewählt worden. = vier 1° Die Gewerbegerichts Wahlen in Lübeck find für die Arbeiter zufriedenstellend ausgefallen. Die Arbeitnehmerliste von unserer Seite ging glatt durch, bei der Arbeitgeberlifte haben wir eine achtbare Minorität erziehlt. Die Betheiligung an der Wahl war lau. " Eine Parteiversammlung der Straßburger Genossen Mit einer Blutthat", die am Mittwoch von dem be in Neumühl( Baden) wählte am letzten Sonntag den Genossen bedingungen für die Brauereien im allgemeinen feine ungünstigen fannten Gytrablatt- Industriellen Hecht gemeldet wurde, verhält Böhle einstimmig wieder als Vertrauensmann für Straßburg. waren, über ein sehr wenig befriedigendes Ergebniß berichtet. es sich folgendermaßen: Auf dem Grundstück Nr. 20 der Neuen Ferner wurde ein aus 7 Personen bestehendes Agitationskomitee Die Gründe für den im Vergleich zu früheren Jahren so geringen Königstraße besteht ein Möbelgeschäft von Spohr, das beim Vergebildet. Endlich nahm die Versammlung mit 21 gegen Gewinn bezeichnet der Bericht wie folgt: Von dem in aller Er- laden und anderen Arbeiten häufig arbeitslose Leute, die in 17 Stimmen zahlreiche Genossen hatten das Lokal bereits innerung lebenden Boykott, der über die Mehrzahl der Ber- großer Menge sich in jener Gegend aufhalten, vorübergehend be- perlaffen eine Resolution an des Inhalts, daß sie sich mit liner Brauereien verhängt war, ist unsere Brauerei am schäftigt. In dem Keller des Hauses liegt die Spohr'sche Sämmtlichen Beschlüssen des Parteitages einverstanden erklärt schwersten betroffen worden, indem das auch in Arbeiter- Tapezier- Werkstatt. Vor dieser hatten sich nun gestern Abend die Angelegenheit Rüdt ausgenommen. freifen so beliebte dunkle Payzenhofer Bier, einmal aus den Fa- Arbeitslose so aufgestellt, daß sie dem Tapezirer Schulz das Licht briten und Ausschänkstätten mit fast ausschließlichem absperrten. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Als Schulz die Leute aufforderte, wegzugehen, Arbeiterverfehr hier wie außerhalb Berlins widersetzte sich der 41jährige Arbeiter Kusich aus der Frieden Buch Die Frau"' mal wieder für ärgernißerregend erklärt - Die Polizei in Braunschweig hat Bebel's ausgeschlossen, felbft nach der formellen Aufstraße 97, der angetrunken war. Im Streite gab Schulz dem hebung des Boykotts nicht wieder so leicht Eingang Kusich einen Stoß, daß er hinfiel und sich am Kopfe unbedeutend und zwar sowohl in ſittlicher wie in religiöser Hinsicht. Genoſſe finden konnte." Gegen das Vorjahr ist der Absah verletzte. Ein Schuhmann brachte den Verlegten auf die Unfall- Matthies hatte für die Erlaubniß der Kolportage ein Schriftenum 4259 Hektoliter zurückgeblieben und die Dividende, die, wenn station in der Alten Schützenstraße und von dort ging K. nach verzeichniß bei der Polizei eingereicht; das ganze Berzeichniß wir nicht irren, 1894 noch 13 pet. betragen hat, ist für 1895 Hause. Die Kollegen des Verletzten machten erklärlicherweise wurde verworfen, weil das ärgernißerregende" Buch Bebel's Arbeiterschaft Berlins wird sich der Hoffnung hingeben dürfen, Das ist der ganze Vorgang, aus dem Hecht eine Blut- mehr Glück, wie ein Fall in Halle a. S., über den wir kürzlich auf nur 5 pet. veranschlagt worden. Die sozialdemokratische einigen Lärm, die Polizei brauchte jedoch nicht einzuschreiten. Darunter war. Vielleicht reicht unser Genosse Matthies nunmehr ein Verzeichniß ron Hintertreppenromanen ein und hat dann daß die Brauereien sich zum zweiten Male hüten werden, ihre that" machte. Finger so empfindlich zu verbrennen. Wann wird der Verstand berichtet haben, zeigt. anderer Leute, die gegenwärtig die Sozialdemokratie mit scham- eine unbekannte Greifin von etwa 70 Jahren gestorben. Die Auf der Straße ist am Mittwoch Nachmittag gegen 6 Uhr lofen Schmähungen überhäufen, so weit gereift sein, um sich Frau ging durch die Neue Friedrichstraße, brach plötzlich zu das Schicksal der Ringgenoffen zur Warnung dienen zu lassen? fammen und war todt. Wahrscheinlich hat ein Schlaganfall Eine außerordentliche Rüftigkeit und Schaffenskraft ihrem Leben ein Ende gemacht. Ihre Persönlichkeit hat bisher zeigt der am 15. Dezember 1815 geborene Dichter Heinrich nicht festgestellt werden können. Kruse noch in seinem 80. Lebensjahre. Er hat erst kürzlich Redakteur des„ Volksboten" in Stettin, verurtheilt worden, -Zu einem Monat Gefängniß ist der Genosse Ohl, weil er in einem Artikel das Vorgehen des Staatsanwalts gegen Genoffen Herbert abfällig kritisirt hatte. Der Staatsanwalt foll dadurch beleidigt worden sein.. -Wegen Beleidigung zweier Privatpersonen, des Redakteurs Unvorsichtigkeit beim Abziehen von Petroleum hat dem eines gegnerischen Blattes und eines Seyers, wurde Genoffe ein Drama vollendet, das uns den vielgereiften und in allen 15 jährigen Hausdiener Hermann Neue aus Velten sehr schweren Martens als verantwortlicher Redakteur des Harburger möglichen Künſten wohlbewanderten Kaiser Nero menschlich näher Schaden gebracht. Neue hatte bei seinem Dienstherrn in Belten Volksblatts", in zweiter Juſtanz zu 500 bezw. 200 m. Geldstrafe bringt. Die von den getreuen Unterthanen bei Todesstrafe pflicht ein Faß Petroleum abgefüllt und dabei seine Schürze mit der verurtheilt. In erster Instanz war auf 20 und 15 M. erkannt gemäß bewunderte Vielseitigkeit des Zäsaren und die Verbrechen, Flüssigkeit durchnäßt. Als er später ein Streichholz anzündete, worden. Der Antrag Martens auf Widerklage wurde abwelche zu dem unrühmlichen Ende des von Größenwahn heimgesuchten Monarchen führten, werden aus dem Milieu, in dem Licht zu machen, fing die Schürze Feuer und Neue stand gewiesen. bald in hellen Flammen. Auf seine Hilferufe eilten Leute herbei,- Die Parteigenossen 2an tau und Baumüller in der Kaiser lebte, folgerichtig erklärt. Das Drama läßt uns das die das Feuer bald löschten. Trotzdem aber hatte sich der junge Magdeburg haben dieser Tage eine je vierwöchentliche Haft Spottgebilde eines Gäfaren, dessen Andenken heute noch in dem Mann schon so schwer an den Händen und den Beinen ver- ftrase angetreten, die ihnen wegen Verübung" groben Unfugs" Namen so manchen Hundes erhalten wird, aus der verfaulenden brannt, daß man ihn am Mittwoch nach Berlin in ein Kranken- zudiktirt worden war. und dem Untergange geweihten Gesellschaft heraus, die haus bringen mußte. Genosse Maier, Redakteur der Frankfurter, Volts. Nero umgab, begreiflich erscheinen. Der Dichter, der wenn wir nicht irren, in Bückeburg demnächst sein 80. Lebensjahr vollendet, Plöhlich erblindet ist am Dienstag nachmittag der 30jährige st i m me", war am 3. Oktober wegen groben Unfugs, verübt ist längere Zeit, nämlich von 1872 bis 1884, auch in Berlin Schlosser Adolf Schmidt aus der Stromstr. 37. Schmidt besuchte durch Notizen über einen Brauereiboykott, zu 4 Wochen Haft publizistisch thätig gewesen. ra wegen eines Augenleidens um 12 Uhr die Klinik von Professor verurtheilt worden. In der Berufungsverhandlung wurde auf Die Kameel- Juſchrift, durch welche eine der neuesten in der Louisenstraße, um ein Glas Bier zu trinken. Als er das bezeichnete die Entscheidung des Reichsgerichts, wonach in der Hirschberg in der Karlstraße und ging später in ein Schanklofal eine Geldstrafe von 10 M. erkannt. Staatsanwalt Hefelsberg Kirchen Berlins zu freilich sehr unliebsamer und sehr unchrist- genossen und bezahlt hatte und sich eben auf den Rückweg machen Ausübung jeder Form des Koalitionsrechts grober Unfug in den licher Berühmtheit gelangt ist, war nicht, wie der Baumeister wollte, war er plöglich vollſtändig erblindet. Ein Schußmann begleitenden Umständen gefunden werden kann, als eine wahre Schwechten gefagt hat, ein flüchtiger Architektenscherz", sondern brachte den Bedauernswerthen in die nahe gelegene Charitee. genau so wie wir es zu Anfang mittheilten, ein von langer -Genosse Ebeling in Halle wurde von der Anklage, Hand vorbereiteter Jungenftreich. Wir erfahren aus sicherer Ans Liebesgram fuchte sich Mittwoch, nachmittag um zum Vertheilen von Flugblättern auf öffentlichen Pläßen anQuelle, daß die standalöse Inschrift sich schon auf dem 4 Uhr, die 18jahrige Olga Gl., die Tochter eines Kohlen- gestiftet zu haben, vom Landgericht in der Berufungsinstanz Gipsmodell befunden hat. Jezt ist sie allerdings aus dem händlers aus der Ackerstraße, das Leben zu nehmen. Das freigesprochen. felben ausgefragt, jedoch bis vor wenigen Tagen so mangelhaft, Mädchen stürzte sich vor dem Hause Schiffbauerdamm 40 in die daß die Spuren der geistlosen Schimpferei noch zu erkennen waren. Spree, wurde aber von einem Laternenanzünder, der ihr seinen Das strohgedeckte ,, Nationaldenkmal". Eine traurige Anstecker zureichte, gerettet und in ein Krankenhaus gebracht. Runde bringt ein Berichterstatter:" Der Bau des Kaiser Wilhelm Polizeibericht, Am 21. d. M. vormittags stürzte im Denkmals fonnte leider nicht so gefördert werden, daß der Sockel Landes- Ausstellungsgebäude ein Schlosser von einem Gerüst noch vor Einbruch des Winters fertiggestellt werden konnte. Es etwa 12 Meter tief hinab und erlitt so schwere Vermuß daher das Mauerwerk, soweit es bis zur Marmorkleidung legungen, daß er bald darauf verstarb. An der Ecke des Sockels gediehen, mit Stroh gedeckt werden, um es vor den der Elsasser- und Chauffeestraße gerieth ein Tischler unter Stationen. Barometerstand in mm, ទី ៩៩១ reduzirt auf d. Meeressp. GOS Windrichtung Windstärke 767 OND und abends in Wetter wolkig Nebel Temperatur nach Celsius ( 5° C.= 4° R.) Erlösung. Aus Wurzen meldet uns eine Privatdepesche, daß Genosse Weichelt, der Redakteur der Neuen Wurzener 3tg.", der durch Veröffentlichung des Artikels Am Erbswurst- Jubiläum" groben Unfug begangen haben sollte, freigesprochen worden ist. 10:19 dins " Der Streit besteht noch heute, gipfelt fich dermaßen zu, daß wir stets polizeiliche Bewachung während der Arbeitszeit haben. Das Bolt will nämlich nicht entlassen sein, hält alle Leute, die sich zur Arbeit meldeten, zurück, und hat doch mal jemand Arbeit angenommen, so wird ihm aufgelauert und derselbe jämmerlich zerbauen, das tönne froß polizeilicher Macht nicht verhütet werden, da die Leute doch an verschiedenen Orten der Straße wohnen und sie von der Partei gekennzeichnet werden. Gestern hatte Papa an die Regierung zu... telegraphirt, da kam der Generalinspektor( gemeint ist wahrscheinlich der Gewerbeinspektor. D. R.), zuckt die Achseln, sagte, ohne Graeffe ginge ein Streit nimmer ab. Weiter als die Thäter zu ergreifen und 24 Stunden brummen lassen, könne die Polizei auch nicht. So stehen wir denn machtlos da. Wenn die Kerle uns etwas thäten, Fenster einwürfen, Drohungen gegen uns ausstießen, dann wäre die Sache anders, dann würde blank gezogen, ein Krawall unvermeidlich. Die Sozialisten sind aber zu gut geleitet, soweit lassen sie es nicht kommen, und so find wir denn schutzlos in einem Staate, wo die Steuern bezahlt werden. Was wird also kommen? Wir müssen die Kerle wieder annehmen, sollen wir nicht untergehen. Glaube mir, ich bin manchmal in einer Wuth über dieses Wolf, daß ich dazwischengehen möchte." Soziale Nebersicht. Unbilden des Winters zu schützen. Die Aufstellung der Sand: die Räder eines Omnibus und erlitt mehrere schwere intimen Storrespondenz einer Fabrikantenfamilie liegt uns der Ansicht einer Bourgeoismama über Streifs. Aus der steinmauer der Feldherren- Gallerie um das Monument wird Verlegungen. Nachmittags sprang am Schiffbauerdamm ein jedoch noch fortgesetzt und voraussichtlich in diesem Jahre noch Mädchen in der Absicht, sich zu ertränken, in die Spree, wurde Brief einer Mama an ihren lieben Sohn vor, in welchem sie fertiggestellt werden. Das ist wenigstens ein Trost. aber noch lebend wieder herausgezogen. über den Stand des in der Fabrit von Papa ausgebrochenen Auf dem Oranien- Streits berichtet. Der Brief zeigt, wie in Fabrikantenkreisen Das nene Adressbuch für Berlin und seine Vororte( Druck plate wurde ein Mann durch eine Kutscheund Verlag von Aug. Scherl, Preis 6 M.) ist soeben in einem der Kommandantenstraße ein Kind durch einen Rollwagen über- über den Arbeiter gedacht und gesprochen wird: mächtigen Bande erschienen. Es enthält, soweit eine oberfläch fahren und beide schwer verletzt. liche Betrachtung zu einem Urtheil tommen läßt, unleugbar in Witterungsübersicht vom 28. November 1895. der Eintheilung eine Reihe ins Gewicht fallender Vorzüge vor dem alten Adreßbuch. Was den Inhalt des Buches betrifft, so soll dasselbe nach Angabe des Verlages etwa 80 000 Haushaltungen und Geschäfte von Berlin und den Vororten mehr enthalten als das bisherige Nachschlagewert dieser Art; den Adressen des Einwohnertheils sind vollständige, ein Telephon- Adreßbuch entbehrlich machende Telephonvermerke beigefügt; im Straßentheile ist jede Straße mit einem schematischen Situationsbilde versehen, welches die Orientirung Swinemünde. unterstüßt. Der Vorortstheil behandelt 22 Vororte mit Hamburg Berlin eingehender Ausführlichkeit. Besondere Aufmerksamkeit ver= dient das ausführliche Sachregister. Der beigegebene, in Wiesbaden großem Maßstabe ausgeführte Plan erstreckt sich auch auf die München entlegeneren Vororte und verdient wegen seiner flaren Uebersichtlichkeit und der verschiedenfarbigen Ginzeichnung sämmtlicher Haparanda Petersburg Linien der Pferdebahn, Dampfbahn 2c. besondere Beachtung. Cort Daß die erste Auflage eines solchen Riesenwerkes eine Reihe Aberdeen. Fehler enthält, ist erklärlich; wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürfte die Kritik des Publikums hier mit Erfolg einsetzen. So beschwerte sich gestern Abend bereits ein in Ansehen stehender Bürgerdeputirter bitter bei uns darüber, daß sein Name im Scherl'schen Adreßbuch nicht verzeichnet ſtehe.- Ernſter fällt die Mangelhaftigkeit des Vereinsverzeichnisses ins Gewicht. Während die Organisationen wohl sämmtlicher bürgerlicher Parteien im Neuen Adreßbuch enthalten sind, fehlen gänzlich die sozialdemokratischen Wahlvereine u. s. w. Gleichfalls sind die Gewerkschaften nur in einem sehr mangelhaften Maße darin vertreten. Woran dieser immerhin auffällige Fehler liegt, ist uns unbekannt. Wien Paris. 030 766 • 766 . 764 765 767 535 Still NW 766 NNW 753 DSD 763 761 . 330 ( 1-1) 21213 22342 B0004 bedeckt wolkig 3 bedeckt Nebel halb bedeckt -4 -5 -14 wolkenlos Nebel -10 11 bedeckt bedeckt 7 7 Wetter- Prognose für Freitag, den 29. November 1895. Etwas tälteres, zeitweise heiteres, vorwiegend nebeliges Wetter mit schwachen östlichen Winden ohne wesentliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Partei- Nachrichten. Parteiliteratur. 11 Frau Mama wird gut thun, nicht dazwischen zu gehen, und sich durch die Berührung mit den Kerlen" nicht zu beschmutzen. Der Brief illustrirt aber auch wirksam die heutige Klassenherr= schaft, indem er die enge Fühlung zwischen Unternehmerkreisen und Regierungsbehörden schildert und den Wunsch nach einer blanken" Lösung der sozialen Konflikte ziemlich unverhüllt zum Ausdruck bringt. " 1 der In der gegenwärtigen Aera Majestätsbeleidigungs- Prozesse ist der Prozeß Eine finnige Weihnachtsfreude ist, wie eine Lokal- Liebknecht ein so typischer, daß es wohl angebracht erscheint, forrrespondenz meldet, den höheren preußischen Polizeibeamten eine genaue Darstellung desselben in die weitesten Kreise zu bescheert worden. Fortan dürfen danach die Polizei- Juspektoren und-Kommissare, für welche im allgemeinen derselbe Waffenrock bringen. Die Buchhandlung des Vorwärts" wird daher eine nach militärischem Schnitt vorgeschrieben ist, wie ihn die Polizei zur Massenverbreitung bestimmte Broschüre erscheinen wachtmeister und Sergeanten zu tragen haben, eine dem Ueberlassen, welche die Anklageschrift, einen vollständigen Bericht über rock der Offiziere von der Armee nachgebildete die Verhandlung, das schriftliche Urtheil, sowie ein Vor und Uniform mit& pa uletts und einer ihrer Rangklasse entsprechen nach wort aus der Feder Liebknecht's enthalten wird. den Stickerei auf Kragen und Aermelaufschlägen tragen. Ebenso soll der Mantel der Inspektoren und Kommissare, gleich Diese Broschüre erscheint anfangs nächster Woche unter dem werde. demjenigen der Offiziere, nicht mit Achselklappen und Kragen Titel:„ Der Prozeß Liebknecht", zum Preise von 10 Pf. dem Waarenhaus Wertheim und ähnlichen ein Konkurrenzabzeichen versehen sein, wie dies für die Wachtmeister und Bei Bezug von größeren Partien zu Verbreitungszwecken wird Sergeanten vorgeschrieben ist. Bezüglich der Bewaffnung wird in den Bestimmungen bemerkt, daß überall dort, wo dafür ein der Preis selbstverständlich noch wesentlich ermäßigt. Bedürfniß hervortritt, der Minister des Innern gestatten fann, Bei den Gemeinderathswahlen in Weida( Sachsendaß die Bewaffnung der Polizeibeamten, welche font nur den Weimar) gelang es in diesem Jahre zum ersten Male einen Schuhmanns- bezw. den früheren krummen Infanterie- Offiziers- Sozialdemokraten burchzubringen. fäbel tragen dürfen, durch Revolver vervollständigt werde. Lieb Vaterland, kannst ruhig sein. Bei der Ober- Postdirektion hierselbst ist bereits mit dem Engagement der Hilfsarbeiter für den Weihnachtsmonat begonnen Die Stadtverordneten- Wahlen in Brandenburg haben mit einem Rückgang der Stimmenzahl unserer Genossen gegen über dem Ausfall vom Jahre 1898 geendet. Den Grund für dieses Ergebnis sucht unser Brandenburger Parteiorgan nicht Die Entwicklung der großen Waarenhäuser in Deutschland kommt durch die Münchener Firma Leonhard Tiek wieder Lied von niedriger Bezahlung singen können, hat nicht nur in in augenfälligen Fluß. Diese Firma, deren Verkäuferinnen ein München eine Reihe stattlicher Großmagazine, sondern gründet jest außerhalb Münchens in Groß- und Kleinstädten den modernen Anforderungen gewachsene Waarenhäuser. So hat die Firma in Stuttgart sich neulich erst etablirt, und die Folgen der Konfurrenz des dortigen Waarenhauses machen sich in Stuttgart schon so unangenehm fühlbar, daß in der Presse gegen den neuen überlegenen Konkurrenten schon die Kriegstrommel gerührt Die Firma läßt sich jedoch in ihrem Gründungseifer nicht stören und wird auch nunmehr in der Reichshauptstadt unternehmen in der Leipzigerstraße gegenüberstellen. Die Firma Tiez hat bis jezt Waarenhäuser in den Großstädten München, Stuttgart, Köln, und beabsichtigt Neugründungen in Berlin, Hamburg und Breslau. Wir haben hier wohl nicht nöthig, eingehender auf die Umgestaltung des Kleinhandels durch solche Großmagazine einzugeben, auf den ökonomischen Fortschritt dieser Waarenhäuser, die aber innerhalb unserer privatkapitalistisch zugeschnittenen Produktions- und Distributionsweise ein Heer sozialer Schädigungen, hier besonders auf die kleinen Kaufleute und Händler, hervorrufen müssen. Der brave Unternehmer, welcher das Einkleben der erscheinen fönnen. Die Buchdruckereibesitzer wollen nur ein| Die hierauf vollzogene Neuwahl des Vertrauensmannes fiel wiederum Merken in die Quittungskarte für die Invaliditäts- und Alters- Minimum von 13 fl. pro Woche bewilligen und auf die Forderung auf Richard Heinrich, Wienerstr. 31; die Amtsdauer foll versicherung eines bei ihm beschäftigten Arbeiters unterläßt, ob- des achtstündigen Arbeitstages nicht eingehen. Eine Versammlung von jetzt ab nicht ein halbes, sondern ein ganzes Jahr betragen. wohl er bei der Lohnzahlung die von dem Arbeiter zu leistenden der Streifenden beschloß, den Achtstundentag fallen zu lassen, Mitgetheilt wurde noch, daß in der Fabrik von Spinn Antheilsbeträge abgezogen hat, fann, nach einem Urtheil des aber bei der Forderung eines Wochen- Minimums von 14 fl. zu u. Sohn, Wafferthorstr. 9, ein Gesangverein besteht, dessen Reichsgerichts vom 29. April d. J., deshalb nicht wegen beharren. Mitglieder aber nicht auf dem Boden der modernen ArbeiterUnterschlagung bestraft werden; Der Konflikt im britischen Schiffebaugewerbe scheint bewegung ständen, wenn sie dies auch vorgäben, da sie andern nach dem Invaliditätsversicherungs- Gefehen erhalten berechtigt nur den Vorstand der vor seinem Ende zu stehen. Auf der Börse in Glasgow liefen, falls nicht die Lolalitäten der Unionsbrauerei zu Vergnügen be= Versicherungsanstalt zur Festsetzung einer Ordnungsstrafe. wie von dort depeschirt wurde, Gerüchte über wahrscheinliche Bei- nußen würden. Nach Beantwortung einiger Fragen wurde die die ta ein Für Nothstandsarbeiten haben die städtischen Kollegien legung des Zwistes um und verursachten sogar ein Steigen der gutbesuchte Versammlung geschlossen. von Neumünster 1500 m. bewilligt.uxus Eisenbahnaktien. Da die Börse für Vorkommnisse auf dem wirth Die Anarchisten setzten in ihrer vorgestrigen Versammlung dschaftlichen Gebiete die feinste Witterung hat, ist dem Gerüchie Unterhaltung über Genossenschaftsvesen fort. wohl zu trauen. Gewerkschaftliches. din Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Russtände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. " " = Soziale Rechtspflege. " Stürme Vermischtes. Eingelaufene Druckschriften. der Sozialdemokrat, Bentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beutlstraße 3). Die Nr. 48 hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Vereins- und versammlungsgesetzliche Zustände in Sachsen.. Die Sozialdemokratie und die Industrie- Arbeiter in Augsburg. Aus Frankreich. Die allgemeine Boltsschule. Parteinachrichten. Die Sozialdemokratie und das Genossenschaftswesen. Ueber die evangelischen Arbeitervereine im Ruhrgebiet. Kongreß der Landarbeiter in Ungarn. Arbeiterorganisationen. Arbeiterschuß. Wie man uns be= handelt. Todtenliste. Vermischtes. Literarisches. Redakteur ndauer empfahl seinen Gläubigen die Gründung eines Voshauses", dessen Vorbild das Maison du Peuple unserer Brüffer Parteigenossen sein soll. Er denkt sich die Sache vermuthlich daß wenn in seinem, wie man sieht, nichts weniger Der Streik der Hutarbeiter und Arbeiterinnen der als originenen Volkshause" die Gewerkschaften, Krankenkassen Achtung, Metallarbeiter! Die noch ausstehenden Sammel: Firma Silber und Brandt beschäftigte am 28. November und sonstigen Arbeitervereine verkehren, die skeptischen Berliner Listen für den Streit bei Welles find baldigst abzurechnen, das Gewerbegericht in seiner Eigenschaft als Einigungs- Arbeiter leichter zu den Heilswahrheiten" des Anarchismus beaber nur an die Kollegen W. Stähr, N., Basewalkerstr. 11, a m t. Das Schiedsgericht bestand aus dem Magistrats- Assessor fehrt werden. aunt. 3. Eingang, 2 Treppen, Otto Gunther, S., Boekhstr. 47 von Schulz als Vorsitzenden, den Hutfabrikanten P. Lucht oder den Unterzeichneten. Sollten irgendwo solche und B. Gattel als Arbeitgeber- Beifiyern und den ArbeitListen noch zirkuliren, so sind dieselben sofort nehmer- Beisitzern Hutmacher Lund und Tischler Millarg. anzuhalten und abzuführen. Der Vertrauensmann Nach den Verhandlungen lag dem Streit folgender That Die„ Times" meldet aus Der Berliner Metallarbeiter: Otto Maether, N., Unflamer- bestand in handan ver Fabrit von Gilber und Brandt Odeſſa Durch Stüzme if Güdrußland wurde großer Schaden straße 44. ITS PAC bestand bisher für die männlichen Arbeiter eine verschiedene angerichtet. Viele Hafenpläge am Schwarzen Meere find theilDas Organ des Vereins der Glacéhandschuh Fabri- rbeitszeit; die Former arbeiteten im Sommer 9/2 und weise überschwemmt. Der am Lande allein entstandene fanten 2c., die in Berlin erscheinende Zeitschrift Berliner im Winter 10 Stunden, während die übrigen Arbeiter( Presser, Schaden wird auf mehr als 40 Millionen Rubel geschätzt. Berichte über Leder, Häute, Felle, Hauchwaaren, Wolle zc.", Zurichter) und auch die Arbeiterinnen nur 9 Stunden nach der mehr als 80 Menschen sollen durch die Stürme ums Leben ge= cuthält in Nr. 47 vom 23. November folgende Notiz: Fabrifordnung zu arbeiten brauchten. Diesen Zustand beab fommen fein, Berlin, 20. November. In der hiesigen Gla céleder sichtigten die Inhaber der genannten Firma insofern zu ändern. Türkische Justiz. In englischen Zeitungen liest man: fabrik von Emanuel Meyer haben ca. 120 Zurichter ihre als die zehnstündige Arbeitszeit für sämmtliche männliche Ar- Kürzlich waren in Konstantinopel Taucher damit beschäftigt, einige Arbeit niedergelegt. Wie uns berichtet wird, verlangten die beiter hinfort maßgebend sein sollte. Diese Neu- Ordnung der Pfähle für einen neuen Pier außerhalb des Goldenen Horns in Weißlederzurichter Erhöhungen, welche in anbetracht der all- Arbeitszeit, welche im Anschluß an eine Vergrößerung des Betriebes den Meeresboden zu treiben. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie gemeinen Geschäftslage zurückgewiesen werden mußten, wie denn im Entwurf zu einer neuen Fabrikordnung den Angestellten in der Tiefe sich von lauter aufrechtstehenden Zeichen umgeben sahen. auch die Farblederzurichter Preise in Anrechnung brachten, die in vorgeschlagen wurde, motivirten die Herren Silber und Brandt Es waren die Leichen von Studenten und viele vermochten die teinem Verhältniß zu der geleisteten Arbeit standen. Vor einigen damit, daß sie ihm Interesse ihrer Konkurrenzfähigkeit die einmal Taucher selbst zu erkennen. Sie waren vor kurzem wegen TheilWochen sind bereits aus der Meyer'schen Fabrit 30 Mann für 10 Arbeitsstunden gemiethete Dampffraft gehörig ausnügen nahme an den Ruheftörungen getödtet und dann in den Bosporus wegen Unpünktlichkeit entlassen worden und sollen die Zurichter müßten. Die betheiligten Arbeiter glaubten sich um so weniger geworfen worden. Sie hatten alle schwere Bleiklumpen an den troh unpünktlicher Arbeit durchschnittlich 30 Mark wöchentlich hiermit einverstanden erklären zu können, als sie die bisherige Füßen. Daher kam es, daß sie aufrecht standen. Der Anblick verdient haben. Es ist eine merkwürdige Erscheinung, daß gerade Arbeitszeit schon nicht immer auszunuzen im stande waren, son- war grauenhaft. Die Taucher erzählen, daß sie 40-50 solcher bei denjenigen Leuten eine dauernde Unzufriedenheit schon längere dern vielmehr manchmal statt um 7 Uhr früh erst um 8 Uhr Ertränkter gesehen haben." Zeit hervorgetreten ist, welche den erwähnten anständigen Wochen- und auch noch später mangels vorbereiteten Materials lohn verdienten. der Arbeit Im Intereffe der Streifenden selbst, ist die mit beginnen konnten. Sie erklärten sich Arbeitseinstellung zu bedauern und für jeden, der die einschlägigen indessen bereit, gern dann Ueberstunden machen zu wollen, Verhältnisse kennt, muß der Zeitpunkt des Streits als verfehlt be- wenn dies im Geschäftsinteresse durchaus nothwendig sei und es Die zeichnet werden. Die betreffende Fabrit arbeitet hauptsächlich sich nicht erst verlohne, neue Arbeitskräfte einzustellen. für das Ausland, wohin der Absatz jetzt, wo der Winter vor Fabrikanten bestanden aber darauf, daß die zehustündige Arbeitsder Thür steht, sehr klein und die Geschäftslage recht gedrückt ist. zeit gesetzlich", d. h. durch die Fabrifordnung für die männ Vielleicht geht die sozialistische Parteileitung lichen Arbeiter festgelegt werde. Betreffs einiger anderer Punkte der Sache auf den Grund durch Einsichtnahme der neuen Fabrifordnung, die ebenfalls nicht den Beifall der in die Lohnbücher. Schließlich müssen doch auch die außer Arbeiter gefunden hatten, gaben die Unternehmer nach. Am halb der Branche stehenden Klassen den Streifenden Beihilfe 26. November fam es wegen der beabsichtigten Verlängerung der leisten und es tann nicht bezweifelt werden, daß bei einer un- Arbeitszeit zum Ausstand, und zwar erklärten sich sämmtliche Arbeiter parteiischen Feststellung der nackten Thatsachen der Streit im und Arbeiterinnen der Fabrik mit den von der fraglichen MaßInteresse der Arbeitnehmer als Arbeitgeber baldigft beigelegt sein regel betroffenen 14 Zurichtern, Pressern zc. solidarisch; somit wird. Auch für die Arbeiter ist es schmerzlich, erst durch Schaden betheiligten sich am Ausstande 22 Arbeiter und 28 Arbeiterinnen. flug zu werden." Diese waren fast vollzählig zur Verhandlung des EinigungsIn schroffstem Gegensatz zu dieser Schilderung der Ursachen antes erschienen, in der sie sich durch vier Arbeiter und zwei Von der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutt m Gegenfat des Streits stehen die Angaben, die von den Arbeitern darüber Arbeiterinnen aus ihrer Mitte vertreten ließen. Nach gründlicher gart, J. H. W. Diez' Verlag) ist uns foeben die Nr. 24 des 5. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: in der Versammlung am 22. November gemacht wurden. Erörterung der bei der Regelung der Arbeitszeit irgendwie mitEin Merkmal. Professorenweisheit in der Frauenfrage. I. Bon Dr. Danach brach der Streit aus, weil Herr Meyer, der im Laufe spielenden Verhältnisse in der Fabrik wurden VergleichsJosef Schwarz- Budapest. Aus der Bewegung. Der Staatsanwalt im des Einigungsamtes sowie beider der Zeit den Lohn schon fortgesetzt reduzirt habe, zuletzt einen vorschläge seitens Kampfe gegen die proletarische Frauenbewegung.- Die rechtliche Stellung von denen gemacht, aber feiner der Frau. Bu Frauen als Erfinder. Etwas von der Pariser DamenLohnabzug vorgenommen hätte, der sich bei den Zurichtern auf Parteien schneideret. Die birmanische Frau. Feuilleton: Das Sparkassenbuch. wöchentlich 4 M. belaufe. In der Versammlung wurden ferner ftimmung beider Parteien fand. Darauf fällte das Gericht Grizze von K. Roland. Buruf( Gedicht). Bon Herwegh.- Kleine Nachüber die sanitären Verhältnisse, die in den Arbeitsräumen nachstehenden Spruch:„ Mit Rücksicht auf die im Hutmacher- richten. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., jener Firma herrschen, Mittheilungen gemacht, die uns gewerbe bestehende Geschäftslage wird vom Ginigungsamt der durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1895 veranlaßten, den Streikenden den Rath zu geben, sich Borschlag der Firma Silber und Brandt für annehmbar er unter Nr. 2756) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellan den Gewerbe- Inspektor zu wenden. Aus den Lohntürzungen achtet, für die Arbeiterinnen und Former die bisherige Arbeits- gelb 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene und aus den ſanitären Uebelfiänden würde sich also sehr leicht zeit unverändert zu laffen, für die anderen Arbeiter( Zurichter te zener Wochenschrift„ Die Zeit" ist soeben das 60. Heft erschienen. Petitzeile 20 Pf. erklären, warum wie das Fabrikantenorgan sagt" gerade und Presser) aber in der Saison, d. h. in der Zeit vom bei denjenigen Leuten eine dauernde Ünzufriedenheit schon 1. Januar bis Ostern und vom 1. Juni bis 1. September eine längere Zeit hervorgetreten ist, welche den erwähnten anständigen zehustündige Arbeitszeit, beginnend im Sommer um 6, im Winter Wochenlohn( von durchschnittlich 30 M.) verdienen". Wünscht um 7 Uhr, einzuführen, während es für diese Arbeiter betreffs der die Firma einen Ausgleich, wie es nach dem Artikel des übrigen Zeit des Jahres bei der bisherigen neunstündigen Arbeitszeit Fabrikantenorgans den Einschein hat, so wäre das natürlich nur ebenfalls verbleibt. Indessen werden die Arbeitgeber für zu begrüßen. Dann aber soll sie sich an die Gewerkschaft der verpflichtet gehalten, in Zukunft eine zweckentsprechendere ArbeitsLederarbeiter oder der Revuen. an die Berliner Gewerkschaftskommission eintheilung einzuführen." Gründe:„ Es ist zugegeben worden, wenden, in deren Wirkungskreis die Angelegenheit gehört. daß die bisherige Eintheilung unpraktisch gewesen ist und daß Die Deutsche Hutfabrik Berlin( Borgmann u. Schierjott), hierunter die Arbeiter und Arbeiterinnen zu leiden hatten. Bei der Festsetzung der zehnstündigen Arbeitszeit in der Saison anderen Hutfabriken " In Nr. 278 des Vorwärts" stellt die Firma Silber war zu berücksichtigen, daß in den u. Brandt die Behauptung auf, daß in allen Berliner Fabriken durchgängig die Arbeitszeit zehn Stunden beträgt. Außerder Hutbranche der mindestens zehnstündige Arbeitstag Gesetz ist. dem tam in betracht, daß die Arbeiter keinen Nachtheil Diese Behauptung entspricht der Wahrheit nicht, was die Herren an Lohn haben, sondern vielmehr, da sie Akkordarbeiter sind, sich Silber u. Brandt auch wissen müßten. Denn in unserem Be- ihr Verdienst erhöhen wird. Hinsichtlich der übrigen Zeiten find triebe, der dreimal soviel Leute als Silber u. Brandt beschäftigt, wir der Meinung, daß die neunstündige Arbeitszeit genügt. Als ist der neunstündige Arbeitstag seit 6 Jahren eingeführt. Durch selbstverständlich betrachtet es das Ginigungsamt, daß von den obige falsche Behauptung fann also die Firma Silber u. Brandt Streifenden bei einer Einigung auf grund des Schiedsspruchs niemand wegen des Streiks gemaßregelt wird." ihr Vorgehen nicht begründen." Pappel- Allee 3/4, schreibt uns: deu Versammlungen. die Von der euen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diey' Berlag) ist soeben das 9. Heft des 14. Jahrganges erschienen: Aus dem Inhalt heben wir hervor: Dogmen- Fanatismus. Die Arbeiterbewegung in den Bereinigten Staaten. Von F. A. Sorge.( Schluß.)- Die Bauernbewegung in Galizien. Bon Dr. Sigmund Lefer. Der Weltmarkt und die Agrarfrisis. Von Parvus. ( Fortsehung.) Notizen: Ueber den Ursprung des Wortes ,, Sozialismus". Bon Louis Pierre Leroux. Die russische Zuckerindustrie. Von M. Beer.. Feuilleton: Taube Freuden. Von Bernard Tag. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Lord Salisbury's Rede noch mal. Von Geheimrath F. Heinrich Geffcken. Das böhmische Staatsrecht. Bom Reichsraths Abgeordneten Dr. Karel ramar. Darwinismus und Politit. Von Dr. Paul Ernst. Nach dem Sturm. ( Finanzieller Brief aus Deutschland.) Bon S. v. H. Massenpsychologie. Von Georg Simmel. Ueber erweiterte Voltsbildung. Won Prof. Dr. E. Reyer. Der magnetische Rapport. Von Carl du Prel. Francis Theodor Viele Griffin's Gedichte. Bon Hugo v. Hoffmannsthal. von Hörmann. Von Hermann Bahr.- Die Woche. Bücher. Revue Memento mori. Bon Amalie Stram. Licht und Leben. Von Prof. Ludwig Büchner. 2. Auflage. Leipzig, Berlag von Th. Thomas. Aus dem Geistesleben der Thierwelt. Von demselben Verfasser und aus dem gleichen Verlag. fort mit dem Morschen. Ein radikaler Vorschlag von M. C. Hut. Leipzig, Berlag von Wilhelm Friedrich. Briefkasten der Redaktion. wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. St., Bromberg. Der Artikel ist von uns bereits gebracht. Die Leipziger Markthelfer übten am Bußtag eine Postämter Kontrolle aus und stellten dabei fest, daß vier größere K. E., Schwarzwald. Besten Dank für die interessante Zuschrift. Firmen während der Kirchzeit und eine Anzahl auch nach der Kirchzeit expediren ließen. Dagegen fonnten sie nicht 27. November in Henke's Lotal, Naunynstraße 27, abgehalten land) ist am Schluß der 3. Spalte von Seite 1 ein englisches Eine öffentliche Versammlung der Gürtler, die am Druckfehler. In unserem geftrigen Leitartikel( Aus Engfeeling ob die Inhaber diefer Firmen, die jedenfalls mit zu Statt Woustons muß es von Thron und Altar gehören, ihren christlichen wurde, ehrte zunächst das Andenken an den am selben Tage Wort böse verstümmelt worden. Sinn innerhalb des Gotteshauses bethätigten, oder ob sie das beerdigten Kollegen entscher, hörte dann einen Vortrag des heißen Monstrous! Monstruös- Ungeheuerlich!, zu Hause im stillen Kämmerlein erledigten, oder endlich ob sie es Genoffen Litfin über Florian Geyer und nahm hierauf welches Wort das Urtheil der Engländer über die deutschen vorzogen, durch Antreiben ihr er Angestellten diese vor un den halbjährigen Rechenschaftsbericht des Vertrauensmannes Majestätsbeleidigungs- und sonstigen politischen Tendenzprozesse nügen Gedanken über den Zwiespalt unseres christlichen Bcit entgegen, worin ein erfreulicher Fortschritt tonstatirt wird, ausdrückt. alters zu bewahren. sowohl was die Aufbringung der Mittel für den öffent St., Jakobstraße. Der am 28. November 1878 über Berlin Die Gewerkschaften in Arustadt veranstalteten im Auguftlichen Agitations- und Unterſtüßungsfonds, wie die Beitrittsverhängte tleine Belagerungszustand wurde erst bei Ablauf des dieses Jahres ein Sommerfest, bei welchem für die Theilnehmer erklärungen zur Organisation anbetrifft. Die Zahl der jetzt Sozialistengefeßes, am 30. September 1890, aufgehoben. im Berliner Metallarbeiter Verband organisirten Gürtler iſt Schwarmgeift, Leipzig. Im Septemberfurs und seiner cine fleine Lotterie stattfand. Die Behörde fand hierin 700. Dem öffentlichen Fonds wurden 120 M. zugeführt und für Nachweben ist so etwas natürlich unverwendbar. Sonderbarer die Veranstaltung einer öffentlichen Ausloosung zu der keine Ge- die Streits bei der Taxameter Gesellschaft und bei Schwärmer! nehmigung eingeholt war. Das Landgericht in Erfurt trat dieser ellis ca. 60 m. auf Listen gesammelt. Der Vertrauens- Martin Heimfarth. Wenn Sie etwa glaubten, daß wir Auffassung bei und verurtheilte die Veranstalter des Sommermann erfuchte seine Berufskollegen, auch im fünftigem Jahr, Ihnen durch Aufnahme Ihrer Zuschrift die Möglichkeit bieten festes zu 10 resp. 5 M. Geldstrafe. selbst bei etwaiger Arbeitslosigkeit( für welche Zeit Beiträge zum würden, das in Rede stehende Schimpfwort gegen die Gewerk 28 Mechaniker und Schlosser der M a nometerfabrik Verband nicht erhoben werden) der Organisation treu zu bleiben, schaftskommission noch einmal zu erheben, so waren Sie auf von Max Schubert in Chemnitz haben wegen einer n allen Werkstuben darauf zu sehen, daß mindestens eine dem Holzwege, denn wir lehnen die Veröffentlichung Ihrer Zu Reduktion der Affordfäße die Arbeit niedergelegt. Herr Schubert Person mit dem neuzuwählenden Vertrauensmann der Branche schrift ab. ist der antisemitische Landtags Abgeordnete, der am Dienstag in Fühlung bleibt, damit bei gelegener Zeit die in diesem Jahre noch im Landtage bei Besprechung der Interpellation Hufte eingeleitete Bewegung auf Berkürzung der Arbeitszeit, 25 pet. über die Eisenbahn- Unfälle für das Wohl des Volkes" Lohnerhöhung und Wegfall der Ueberstundenarbeit siegreich durch geführt werden könne. Jakob schloß sich in seinen AusfühDer Segerstreik in Budapest hat zur Folge, daß nicht rungen denen des Vorredners an und ermahnte zur eifrigsten weniger als 22 Tageszeitungen nicht in dem bisherigen Umfange Agitation auf allen Gebieten, wo Arbeiterinteressen in Frage kommen. ihrer Berichtigung des Druckfehlers. eintrat. 14. Brunnen- Strasse 14.) . " 14. Brunnen- Strasse 14. Billigste Bezugsquelle für Mehl, Mühlenfabrikate, Hülsenfrüchte u. Kolonialwaaren im Spezial- Geschäft Lust& Co. 14. Brunnen- Strasse 14. Berlin N. 3764L* Bei Bestellungen von 3 M. an franco Versand, auch nach den Vororten. Nach ausserhalb franto Bahnhof Berlin bei freier Verpackung. DF Bitte genau auf die Firma u. Nummer zu achten.: 14. Brunnen- Strasse 14.) Vittoria- Eisbahn auf dem 8Morgen großen militärfistalischen Terrain Alegander und Magazinstr.- Ecke. Täglich: Eisbahn, Konzert. Geöffnet bis 11 Uhr abends. Elektrische Beleuchtung. Entree Wochentags: Erwachsene 30 ẞr., Kinder 20 Pf. 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November, verstarb Gustav Martin. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Freitag, 29. Nov., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle d. St. Golgatha- Kirchhofes. 15966 Der Vorstand. Im Auftrage: H. Kude. bedeutend unter Preis Kränze, Schleifen, zum Ausverkauf. Rerte u. zurückgesetzte Gegenstände sind in der 1. Etage spottbillig ausgelegt. Carl Schloss Waarenhaus ,, Süd- Ost" Franz Feld, Gesangshumorist. Frl. 22 Wienerstraße 22, Marion, Roftümsoubrette. Gust. Conrad, Grünauerstr. 1, am Görlitzer Bahnhof. Charakter Komifer. Geschw. Tilly, Duettisten. 9 Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag Alte Stiefeln, Rear Bestellung. u. nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Säle zu Festlichkeiten u. Versamml. unentgeltl. Alexanderstr. 27c. Ein Vereinszimmer ist zu vergeben H. Konjolke, Mendelssohnstr. 2. ausw. Reparaturen billig Naunynstr. 72, Runge. Jed. Sonnabend Gänse- Ausspielen bei Boelz, Breslauerstr. 9. Freitag und Sonnabend Wurst bei R. 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Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 279. Freitag, den 29. November 1895. An die gewerkschaftlich organisirten Arbeiter und Zentralverbandes und der Möglichkeit des Anſchluſſes an den Arbeiterinnen Deutschlands. Unter Zustimmung der Mehrzahl der Zentralvereinsvorstände Zweite Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands am Montag, den 4. Mai 1896, hat die Generalfommission beschlossen, daß der in Berlin stattfindet. Als Tagesordnung ist vorläufig vorgesehen: 1. Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten.( Wahl der Kommissionen, Prüfung der Mandate u. s. w.). 2. Rechenschaftsbericht der Generalfommission und Berathung der Anträge, betreffend: a) Agitation; b) Lohnstatistik und Arbeitslosenstatistik; c) Streikunterstützung und Streifstatistik; d) Korrespondenzblatt". 3. Die Arbeitslosenunterstützung. 4. Die Arbeitsvermittlung als gewerkschaftliche und kommunale Einrichtung. 5. Berathung der nicht unter den vorstehenden Punkten er ledigten Anträge. Anträge, welche auf die Tagesordnung kommen sollen, oder auf die vorstehend genannten Tagesordnungspunkte Bezug baben, find bis zum 1. März 1896 an die Generalkommission einzu senden. Sämmtliche bis dahin eingegangenen Anträge werden veröffentlicht, damit sie in den Gewerkschaften diskutirt werden fönnen. 12. Jahrg. hört als Einzelmitglieder den Zentralverbänden an. Daß aber die lokalorganisirten Arbeiter, welche trotz Bestehens eines Der Luftmord bei Spandau. Genau vor zwei Jahren, am 28. November 1893, wurde das selben ihre Sonderorganisation aufrecht erhalten, nicht zum Verbrechen verübt, welches gestern Gegenstand der Verhandlung Kongreß zugelassen werden sollen, geht aus den getroffenen Be vor dem Schwurgericht des Landgerichts II bildet. An dem stimmungen deutlich hervor. Der erste Gewerkschaftskongreß hat genannten Tage, abends gegen 8 Uhr, wurde in der Kieferndahin entschieden, daß die Gewerkschaften sich zentralisiren Gebiet, die Leiche des vierzehnjährigen Schulmädchens Hedwig sich eingehend mit der Organisationsform beschäftigt und schonung zwischen Hakenfelde und Wilhelmsruh, auf Spandauer sollen. Wenn trotz der Beschlüsse auf Berufskongressen, die Franke, Tochter des Bootseigners Rudolph Franke zu Balentius. zentralisirte Organisationsform zu wählen, ein Theil der Berufs- werder, gefunden. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß genossen die Lokalorganisationen aufrecht erhält, damit zum Krieg an dem Mädchen ein schweres Verbrechen Verbrechen begangen unter den organisirten Arbeitern Veranlassung giebt und die worden war. Neben der Leiche lag ein Zettel, auf ohnehin schwache Organisation noch mehr zu schwächen sucht, so welchem Hedwig Franke selbst die Besorgungen geschrieben, hat sicher ein Gewerkschaftstongreß, der eine Vereinigung der die sie in Zentralorganisationen ist, keine Veranlassung, Delegirte dieser von fand man eine Pappschachtel und ein Taschentuch, welche Spandau auszuführen gehabt; unweit da lokalorganisirten Arbeiter anzuerkennen. Eigenthum der Verstorbenen gewesen waren. Die Schulmappe Vor allen Dingen dürfte aber auf dem ersten Gewerkschafts- des Mädchens war ihr unter die rechte Schulter geschoben, der fongreß so viel über lokale und zentrale Organisation ge: Inhalt durchwühlt. Ein Portemonnaie, welches nach der angesprochen sein, daß eine Wiederholung dieser Debatten mehr als hellten Berechnung etwa 1' m. 20 Pf. enthalten haben mußte, fo überflüssig erscheint. Die Frage der Organisationsform ist für wie anderthalb Psund Hammelfleisch, welches Hedwig Franke in Diejenigen, welche auf dem ersten Gewerkschaftskongreß Beschlüsse Spandau gekauft hatte, fehlten. Dagegen waren ihre goldenen gefaßt haben, erledigt, und hat der nächste Gewerkschaftsfongreß Ohrringe, sowie ein goldener Fingerring vorhanden. Alle Anzeichen wichtigere Aufgaben, als nochmals auf einen so überflüssigen sprachen dafür, daß der Mord durch Erdrosselung stattgefunden, die Streit einzugehen. Der Kongreß wird also Delegirte lokal- Eindrücke des Daumens auf der einen, sowie die Finger- Gindrücke organisirter Arbeiter der Berufe, für welche Zentralorganisationen auf der anderen Seite des Halses waren deutlich zu sehen. Alle bestehen, nicht anerkennen. übrigen Anzeichen, der Zustand der Kleidung. s. v. sprachen dafür, daß das Mädchen das Opfer eines Lustmörders geworden war. Der Kongreß wird am 4. Mai 1896, morgens 9 Uhr, erarbeiter in Frage. 8ffnet werden und dürfte voraussichtlich 4 bis 5 Tage dauern. Die Wahlen der Delegirten werden nach den untenstehenden von dem ersten Gewerkschaftskongreß gegebenen Bestimmungen von den Zentralvereinsvorständen ausgefchrieben werden. Das Lokal, in welchem der Kongreß stattfindet, sowie die näheren Bestimmungen über die Anmeldung der Delegirten u.f.w. werden rechtzeitig bekannt gegeben werden. Neber die Ginberufung der Gewerkschaftskongresse, sowie über die Delegation zu denselben, beschloß der erste Kongreß der deutschen Gewerkschaften folgendes: 1. Die Einberufung des nächsten Kongresses bleibt der Generalfommission unter Zustimmung der Mehrzahl der Bentralvorstände überlassen. Die Einberufung muß erfolgen, wenn zwei Dritttheile der Zentralvereinsvorstände dieses beantragen. 2. Bentralorganisationen bis zu 1500 Mitgliedern entfenden zum Kongreß einen Delegirten, größere Organisationen auf jede Johann Bande. Es ist gegen ihn von der Auflagebehörde Dieser That beschuldigt ist der 22 jährige Bootsmann Baul eine Reihe schwerwiegender Belastungsmomente zusammengetragen worden. Dagegen ist die Frage offen, ob Delegirte der Lokalorganisirten, die nicht prinzipiell, sondern mit Rücksicht auf die Eigenthümlichkeiten des Gewerbes die Lokalorganisation mit Vertrauensmänner- System aufrecht erhalten, vom Kongreß anerfannt werden. Es kommen hier die Organisationen der Gastwirthsgehilfen, der Handlungsgehilfen und der Handelshülss Hedwig Frank wohnte bei ihren Eltern auf der Insel Die Generalfommission schlägt vor, die Delegirten diefer Valentinswerder, einem vielen Berlinern bekannten VerOrganisationen auf dem Kongreß anzuerkennen, und ersucht die- gnügungsort. Sie wurde täglich von den Angeklagten, der bei jenigen Gewerkschaften, welche diesem Vorschlage nicht zustimmen ihren Eltern im Dienst stand, von dort nach dent Dreffel'schen wollen, dies möglichst bald bekannt zu geben. Sollten Ein- Lotale, welches auf der gegenüberliegenden Seite des Festlandes wendungen nicht gemacht werden, so nehmen wir an, daß unser lag, übergesetzt. Dort vereinigte sich Hedwig Franke mit den Vorschlag allfeitig angenommen ist. Zur Begründung unseres drei Kindern des Restaurateurs Drefjel, sowie dem Sohne des Vorschlages wollen wir nur anführen, daß wir die Organisations auf Valentinswerder wohnhaften Fuhrherrn Leonhard. Der form anzuerkennen haben, die ein Kongreß eines Berufes be- Dressel'sche Kutscher Karl Müller fuhr die 5 Kinder dann nach schließt, und daß wir nur entschieden Diejenigen zu bekämpfen Spandau zur Schule. Die Dressel'schen Kinder besuchten eine haben, die entgegen diesen Beschlüssen handeln und dadurch Zwie andere Schule, in der der Unterricht länger zu dauern pflegte spalt in die Reihen der organisirten Arbeiter tragen. Nach den und deshalb kam es, daß Hedwig Franke zumeist schon früher Verhandlungen auf den Kongressen der genannten Organisationen den Nachhauseweg in Begleitung des 12jährigen Knaben Leonhard ist nicht zu erwarten, daß deren Delegirte Veranlassung zu einer antrat. Debatte über die Organisationsform geben werden. Am 28. November morgens gegen 7 Uhr find die Kinder Ebenso halten wir es auch für zweckmäßig, wenn fämmtliche wieder gemeinschaftlich zur Schule gefahren. Das weitere Thun Bentralorganisationen, ohne Rücksicht darauf, ob sie die Beiträge der Hedwig Franke an diesem Tage hat sich genau nachweisen an die Generalfommission bezahlt haben oder nicht, auf diesem lassen. Um 12 Uhr mittags hat sie die Schule verlassen, in Kongreß vertreten sind. Werden doch gerade die Delegirten der Spandau noch einige Besorgungen gemacht, dann die Pferdebahn weiteren 1500 Mitglieder ebenfalls einen Delegirten. 3. Lokalorganisirte Arbeiter in den Landestheilen, in welchen Organisationen, welche beschlossen haben, keine Beiträge an die bis zum Fehrbelliner Thor benutzt und dann von hier den Weg 3. Lotalorganisirte Arbeiter in den Landestheilen, in welchen die gesetzlichen Bestimmungen die Errichtung von Zahlstellen der Generalkommission zu bezahlen, die Gründe für diese Stellung eingefchlagen, der von Spandau nach Hakenfelde führt. Sie hat Zentralverbände nicht zulassen, können sich auf dem Kongreß nachnahme und damit auch die Gründe gegen das Institut der hierbei die Kiefernschonung passiren müssen, in der sie als Leiche demselben Wahlmodus vertreten lassen, sofern für den betreffenden deshalb für dringend nöthig, daß diese Organisationen vertreten hat deutlich erkennen lassen, daß zwischen dem Thäter und demselben Wahlmodus vertreten lassen, sofern für den betreffenden Generalkommission selbst vorzubringen baben. Wir halten es gefunden wurde. Die Stelle, an der sie überfallen worden ist, Beruf ein Zentralverband nicht besteht, ein Anschluß als Einzel- sind, und ersuchen die Zentralvereins- Borstände, zu mitglieder also unmöglich war. Orte, in denen nicht 1500 ver seinem Opfer ein furzer Kampf stattgefunden hat. das Mädchen nach Der etwa der in Frage kommenden Arbeiter organisirt sind, haben sich anlassen, daß die Organisationen sich auch über diesen Vorschlag Thäter muß sodann 30 Meter entfernten mit anderen Orten zu gemeinsamer Wahl in Verbindung entfernten Riefernfchonung geschleppt geschleppt haben. Jedenfalls ist es angebracht, im letzteren Punkte die Grenze Hier wurde es als Leiche gefunden. Die Anflage nimmt au, zu setzen. nicht zu scharf zu ziehen, da es nothwendig ist, daß auf diesem daß der Thäter das Portemonnaie und das Hammelfleisch nur Kongreß die Meinungen über die in den letzten Jahren ge- mitgenommen hat, um dadurch den Anschein zu erwecken, als machten Erfahrungen ausgetauscht werden und daß an diefem liege ein Raubmord vor. Ein Raubmörder würde sich aber in Meinungsaustausch alle zentralisirten Organisationen theilnehmen. erster Linie die Werthfachen des Mädchens, die Ohrringe und Boraussichtlich werden gegen diese von uns gemachten Vorschläge den Fingerring angeeignet haben. Jedenfalls hat der Thäter teine Ginwendungen kommen und somit auf dem zweiten Stongreß die Behörde falsche Fährte lenken Anklage führt eine Menge Umstände an, die der Gewerkschaften Deutschlands sämmtliche Zentralverbände und Die auch die Berufe, in denen durch Vertrauensmänner zentralisirte dafür sprechen, daß das Mädchen das Opfer der Organisationen bestehen, vertreten sein. Sinnenluft eines Wüstlings geworden ist. Zunächst lenkte fich der Verdacht auf andere Personen, bald wurde dieser, bald jener in Untersuchungshaft genommen, sie mußten aber bald wieder auf freien Fuß gesetzt werden, weil sie ihr Alibi nachzuweisen tongressen. 4. Diejenigen Gewerkschaften, welche ihren Verpflichtungen gegenüber der Generalfommission bezw. Zahlung der Beiträge nicht nachkommen, haben weder Sitz noch Stimme auf den von nicht nachkommen, haben weder Sitz noch Stimme auf den von der Generalfommission einberufenen allgemeinen GewerkschaftsNach diesen Bestimmungen würden zu dem Kongres aus schließlich die Zentralorganisationen Delegirte zu entfenden haben, denn die unter 3 genannte Bestimmung wird kaum zur Anwendung kommen, da lokalorganisirte Arbeiter, welche unter diesen Bedingungen zur Wahl von Delegirten berechtigt wären, nur in ganz geringer Zahl vorhanden sind. Die Mehrzahl der gewertschaftlich organisirten Arbeiter in diesen Landestheilen geHausluchung") Schließt auf, schließt auf! Man öffne mir Die Thür! Zurück den Riegel! Vollmacht befundet das Papier Mit Unterschrift und Siegel. Bei Ihrem Namen steht bereits Im schwarzen Buch ein Doppel- Kreuz Und zwar mit rother Tinte, D'rum fort mit jeder Finte 6 " Fürwahr, ich staune"-Nicht gemuckt! Wir wissen, was wir wissen. Was für ein 8etttel, eng bedruckt, Wird hier so schnell zerrissen? Verlegen scheint der Intulpat, Gleich wie ertappt auf böser That. Ich las auf dem Papiere: Schweiz, Frankreich ha, ich spüre! 3wölf Röhre dort, auf dem GestellSie gleichen FlintenläufenZu welchem Zweck, man beichte schnell. Diesmal sind's Tabatspfeifen." Das wäre, Herr? Nein, das Gestell Ist sonder Zweifel das Modell Für neue Höll'n- Maschinen. Sie Fieschi! 2) Wehe Ihnen! Der Stock, der dort im Winkel ruht, Dient?... Zum Spazierengehen." So? meinen Sie? Das flingt ganz gut: Kann jedes Kind doch sehen, Dies sei ein Stock wie Alibaud'3.3) Am Ende geht das Unding los Behutsam ihr Kollegen, Ich wittre Flint' und Degen. Das Buch, hier steht es deutlich, seht! " Es handelt von zwei Polen". Verdächtig! Nennt Sie! Herr, gesteht Es frei und unverholen. äußern. Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschland 3. C. Legien, Hamburg, 3.-V.-N., Wilhelmstr. 8, I. Fürchterlich, Süd pol und Nord pol." Um diese Zwei dreht alles sich! Hier steht's! Sieht doch der Blind' es, Zwei Hauptrebeller sind es." Und hier! Geschrieben steht ja groß Und breit: ein Bundes- Hemde? Ein bunt- es, meint die Waschfrau blos, Rechtschreibung blieb ihr fremde." Elende Ausflucht! Hochverrath! Ein Bund mit Hemden! in der That, Jetzt kommen wir dem Dinge Doch endlich auf die Sprünge. " Was schreibt man jetzt?... Nen Brief."... An wen? Nen Freund." Den muß man lesen: Ich muß dir leider nur gesteh'n, Daß ich mordfaul gewesen Mordfaul! gerechter Gott! Zum Mord Nennt er sich faul! Gendarmen fort, Fort mit dem Bösewichte Bum heimlichen Gerichte! F. v. Gaudy. = auf eine Der wollen. um dem Häuptling Mandara die Geschenke des deutschen Kaisers zu überbringen. Er hat auch Verder- und Hinter Indien, Tongting, China, die Mongolei und Sibirien bereift. Daß er neben seinen Reisebeschreibungen auch Zeit zur Poesie fand, wird vielen neu sein. Es existirt von Otto Ehlers ein Band Gedichte, Kornähren der Poesie" betitelt. Zur Ermittelung der Sonnenscheindauer werden gegenwärtig auf den meteorologischen Beobachtungsstationen aus schließlich automatische Registrirapparate verwendet: Um eine Glaskugel ist ein aus präparirtem Papier bestehender Zylinder gelegt, auf welchen die durch die Kugel in einen Brennpunkt vereinigten Sonnenstrahlen eine Spur einbrennen. So lange die Sonne scheint, finden wir ihr Merkmal auf den Bapier, während dies bei eintretender Bewölkung verschwindet. Das Be obachtungsmaterial ermöglichte es zunächst, das Verhältniß der wirklichen Dauer des Sonnenscheins zu der möglichen, d. h. der Zeit, innerhalb deren die Sonne sich über dem Horizont befindet, zu berechnen. Letztere Dauer beträgt für Mitteldeutschland ungefähr 4450 Stunden im Jahre; thatsächlich haben wir aber nur für Hamburg 28 pCt., 1236 Stunden, und für Magdeburg 36 pet., 1603 Stunden. Im allgemeinen ist die Dauer des Sonnenscheins ctwa: in England 1400, mittleres Deutschland ( Geb. 1800 zu Frankfurt a. D., geft. 1840 in Berlin.) 1700, Desterreich 2000, Italien 2300, Spanien 3000 Stunden Kunft und Wissenschaft. Theaterzensur. Dem Berliner Tageblatt" zufolge ist in Breslau das Schauspiel„ Die Worte des Erlösers" von Giovanni Bovio, das von Direktor Dr. Löwe zur ersten deutschen Aufführung am Stadt- Theater vorbereitet wird, von der polizeilichen Zensur ohne Angabe der Gründe verboten worden. Das Sujet schildert eine biblische Szene, wobei Chriftus handelnd auftritt. im Jahre. Hieraus ergiebt sich eine augenfällige Zunahme der Dauer mit dem Fortschreiten nach Süden. Von Interesse ist außerdem noch eine Abnahme mit dem Emporsteigen in Wie von vornherein zu vermuthen ist, höhere Regionen. zeigen Großstädte eine weit kürzere Dauer des Sonnenscheins als Beispiel Londons. Die Ausdünstungen der Riesenstadt bringen das flache Land. Sehr lehrreich ist in dieser Beziehung, das die Bildung häufiger, theilweise sehr dicker Nebel mit sich, die fanntermaßen auf die Gesundheit der Menschen schädlich einLicht und Wärme den Bewohnern entziehen, sogar auch anerDer Afrikareisende Otto Ehlers ist dem Hamburger wirken, wie aus der Zunahme der Todesfälle nach dem Auftreten Korrespondent" zufolge beim Versuch, das englische Gebiet von eines besonders starken Nebels hervorgeht. Da der Wind in SüdNeu- Guinea aus zu durchqueren, ertrunken. Bon seiner Expe- england nun meistens von Westen nach Osten weht, muß eine dition, die aus 43 Köpfen bestand, find 20 Eingeborene um westlich von London gelegene Stadt klarere Luft, als eine im Often gekommen, 3 defertirt und der Rest ist in Port Moesby auf befindliche haben, die von der Londoner Luft überweht wird; englischer Seite angelangt. Auch die Tagebücher und Journale diefer Ueberlegung genau entsprechend haben wir für Kew, weftEhlers sind verloren gegangen. Zu den Umgekommenen gehört lich von London, 1891, für London selbst 1026, für Greenwich, 1) Die deutschen Polizeikünste sind von Alters her immer die auch Unteroffizier Piering, der sich Ehlers angeschlossen hatte. Otto östlich von London, 1227 Stunden Sonnenschein per Jahr. nämlichen geblieben. Aus den Zeiten der Demagogenriecherei in Ehrenfried Ehlers war am 31. Jan. 1855 in Hamburg geboren, Für Hamburg gilt fast genau das nämliche. Was die Sonnenden zwanziger Jahren geräth uns ein launiges Gedicht Gaudy's er studirte in Heidelberg, Jena und Bonn Landwirthschaft und scheindauer in den einzelnen Monaten betrifft, so haben wir in in die Hände. Die Haussuchung, die da geschildert wird, trägt Jurisprudenz und trat dann im Jahre 1887 in den Dienst der unserer Gegend, z. B. Magdeburg, den meisten Sonnenschein in eine frappante Familienähnlichkeit mit den allerneuesten Be- deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft. Er machte im Sommer 1888 Mai, nämlich 235 Stunden, eine Zahl, die im Dezember bis auf thätigungen des Köller- Regimes. Trotzdem das Gedicht bereits eine Expedition nach dem Rudfidschi und Novuma mit und begab 40 Stunden hinabrückt; je weiter wir jedoch nach Süden und einmal in der„ Berl. Volfstribüne" zur Zeit des Sozialisten sich im Herbst in das Dschaggaland am Fuße des Kilima- Diten gehen, um so mehr rückt das Maximum nach dem HochGesetzes abgedruckt wurde, halten wir den Wiederabdruck auch Noscharo. Ein Jahr später traf er mit einer Gesandschaft des sommer zu. Der Gegensatz zwischen Winter und Sommer in der jeht für zeitgemäß. Häuptlings Mandara in Berlin ein, hielt sich hier aber nur Dauer des Sonnenscheins wird mit der Erhebung über dem 2) Fieschi( sprich: fi- es- ti) beging 1835 ein Attentat auf den zwei Monate auf. Nachdem tehrte er nach Zanzibar zurück, Meeresniveau bedeutend verringert, wie die Beobachtungen auf französischen König Louis Philipp. begleitete Wißmann während des Araberaufstandes auf seinem den Sonnblick und Hoch- Ober zeigen; auf erferem Berge z. B. 3) Alibaud( sprich: áliboh) beging 1836 ein ähnliches Buge nach Mptwapwa und begab sich im Dezember des- beträgt das Maximum im August 156 Sunden, das Minimum selben Jahres zum zweiten Male an den Kilima- Ndscharo, im November und April 125 Stunden. Attentat. vermochten. Auch der Angeklagte war längere Zeit in Saft, mußte! Urtheil. In der Begründung heißt es: es sei nicht erwiesen, daß " Schließlich entspann sich eine längere Auseinandersetzung zwischen aber ebenfalls wieder freigelassen werden, weil das Belastungs- in der betreffenden Versammlung öffentliche Angelegenheiten erörtert den Buchbindern und Hilfsarbeitern einerseits und den Druckern material zur Erhebung der Anklage nicht ausreichte. Er begab sich wären. Wenn auch über die Bismarckfeier verhandelt worden sei, so und Setzern andererseits, weil jede dieser beiden Gruppen sich dann nach Schwerin a. d. Warthe, seinem Heimathsort. Länger als sei dies fein Punkt der Tagesordnung gewesen, sondern sei nachträglich das Verdienst zuschreibt, die besprochenen Mißstände zuerst in ein Jahr war verstrichen, schon schien es, als folle auch diefe erft in der Form eines Antrages zur Erörterung gebracht worden. das Licht der Deffentlichkeit gebracht zu haben. Gegen 11/2 Uhr Greuelthat ungefühnt bleiben. Aber, nachdem der Angeklagte Es sei daher nicht erwiesen, daß die Bestimmungen des§ 1 des begann die von 150-200 Personen besuchte Versammlung sich fich über Jahr und Tag in seiner Heimath befunden, wurde aufs Vereinsgefehes verletzt seien. Im anderen Falle, menn in jener alimälig zu lichten. Es wurde daher die Diskussion geschlossen neue zu seiner Verhaftung geschritten. Bande hat seit Mai Versammlung thatsächlich öffentliche Angelegenheiten erörtert und folgende Resolution angenommen: 1898 als Bootsmann bei dem Vater des ermordeten Mädchens wären, tönne§ 17 des Vereinsgesetzes die Redner nicht schützen, Die Versammlung spricht ihre tiefste Entrüstung über die in Diensten gestanden. Er fuhr täglich die Tochter fondern müßte jeder Leiter und Redner bestraft werden, weil arbeiterfreundlich sein wollende Druckerei von Maurer u. Dimmick feines Brotherrn nach dem Festlande zum Dressel'schen jeder die nöthigen Schritte thun könne, um beim Veriammlungs- wegen fyftematischer Ueberschreitung der Gewerbeordnung aus Lokale hinüber, um sie des Mittags von dort wieder abzuholen. leiter zu erfahren, ob die Versammlung angemeldet sei oder und beauftragt ihre Vertrauensperson, mit aller Energie dahin Dies ist auch am 28. November um 121/2 Uhr mittags geschehen nicht. Der Polizeibeamte sei nicht verpflichtet, sondern nur be- zu wirken, daß, wo Mißstände in Betrieben vorhanden sind, dieKurz vor dieser Zeit will nun der bei Dressel bedienstete Rutscher rechtigt, die Versammlung aufzulösen, selbst dann, wenn sie nicht felben in die Deffentlichkeit gebracht werden."-" Müller gefehen haben, daß der Angeklagte einen fremden Mann angemeldet ist. In einer Mitgliederversammlung der Filiale nach Valentinswerder übersetzte und dann zurückkehrte, um die Moabit des Deutschen Metallarbeiter- Verinzwischen eingetroffene Hedwig Frank herüberzuholen. Der Einen überraschenden Ausgang batte die Privatklage, bandes referirte am 19. November Genoffe Adolf Hoff. Angeklagte habe eine überaus charakteristische und unverkenn- welche der Schriftsteller Schneidt im Verein mit dem Ver- mann über das Thema„ Glaube und Vernunft". Die Disbare Kopfbedeckung, einen sogenannten„ Süd- Wester" oder leger der Wochenschrift Die Kritit", Buchhändler Storm, fuffion bewegte sich im Sinne des Vortrags. Die Versammlung Wolkenschieber" getragen. Der Angeklagte hat die ein- gegen den Herausgeber der Zukunft", Maximilian Harden, beschloß dann, sieben weitere Bahlstellen in Moabit zu eröffnen. fachsten Thatsachen, die nachgewiesen wurden, bestritten, angeftrengt hatte. Die Privatflage sollte gestern vor dem hiesigen Es werden dort Sonnabends und Sonntags vormittags von Verer hat sich in viele Widersprüche verwickelt und sich durch viele Schöffengericht verhandelt werden. Termin war auf 9 Uhr vor- trauensleuten Aufnahmen vollzogen und Beiträge entgegen Redensarten, die auf ein böses Gewissen schließen lassen, ver- mittags angefegt; als die Kläger um 9 Ubr 6 Minuten an Ge genommen. Die Berwaltung wurde beauftragt, eine Vorstellung dächtig gemacht. Als der Gendarm eines Tages auf das Frank' richtsnelle erschienen, erfuhren sie zu ihrer Ueberraschung, daß( Experimentalvortrag) in der Urania festzumachen. fche Gehöft tam, fing der Angeklagte, der mit Holzzerkleinern der Termin bereits sein Ende gefunden hatte. Der Gerichtshof beschäftigt war, dermaßen an zu zittern, daß er sich kaum auf hatte dahin erkannt, daß wegen Nichtanwesenheit der Kläger den Beinen zu halten vermochte. Er soll dabei ohne weiteres das Verfahren einzustellen sei. Die Privatkläger die Worte ausgestoßen haben:" Ich habe es nicht gethan!" beabsichtigen nunmehr, die Einsetzung in den vorigen Stand zu Dergleichen Verdachtsmomente führt die Anflage in großer beantragen. Menge auf. Versammlungen. vollständige Adresse anzugeben. Es sind zur Verhandlung 40 Beugen und zwei Sachverständige geladen. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Garh eröffnet die Sigung um 10 Uhr. Der Zubrang zum Zuhörer: Die Berichte sind nur auf einer, nicht auf beiden Seiten des Papters, und raum ist ein gewaltiger, vorwiegend ist das weibliche(!) Gemit Tinte, nicht mit Bleifitft zu schreiben. Zwischen den Beilen i schlecht vertreten. Die Anklagebehörde wird durch Staatsanwalt genügend Raum zum forrigiren zu lassen. Der Verfasser hat seine Rhode vertreten, die Vertheidigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Th. Marcuse. Der Angeklagte macht mit feinem bartlofen jugendlichen Gesicht keineswegs den Eindruck als sei er des ihm zur Last gelegten schweren Berbrechens fähig Sein Haar ist sorgfältig geordnet und durch einen bis in den Nacken reichenden Echeitel in zwei Hälften getheilt. Aus dem Verhöre des Angeklagten, der sich für nichtschuldig erklärt, ist folgendes hervorzuheben: Er giebt zu, daß es zu feinen täglichen Obliegenheiten gehörte, Hedwig Frant des Morgens um fieben Uhr nach dem Festlande überzusetzen und sie mittags gegen ein Uhr wieder herüberzuholen. Am Mittage des 28. November sei dies nicht geschehen, er habe es vergessen. Der Präfident weist den Angeklagten darauf hin, daß dies ein ganz neuer Ein wand sei. Der Angeklagte giebt über die Zeit, welche in Betracht tommt, folgendes an: Um 12 Uhr habe er zu Mittag gegeffen, welches etwa zehn Minuten in Anspruch genommen habe Dann habe er die Pferde gefüttert und getränkt und seine Rammer gereinigt. Die Uhr müsse dann gegen 123/4 Uhr gewesen sein. Er habe sich darauf nach dem Kloset begeben und hier sei er eingeschlafen. Es sei 11/2 Uhr gewesen, als er wieder erwacht sei. Nun habe er daran gedacht, daß er die Hedwig Frant abholen müsse, er habe den Kahn gelöst unt sei übergesetzt. Wie er erwartet hatte, sei Hedwig Frant nicht dort gewesen, er habe angenommen, daß sie in Spandau ge blieben sei. Wäre Hedwig früher nach Wilhelmsruh gekommen, so würde sie sich wohl durch einen der Dressel'schen Leute haben übersetzen laffen. Da er Hedwig nicht antraf, habe er erst im Dreffel'schen Lokale ein Glas Bier getrunken. Dann sei er wieder nach der Insel zurückgekehrt. Er habe sich mit dem Bootsmann Walter verabredet, daß sie zusammen nach Spandau zum Jahrmarkt gehen wollten, der Angeklagte wollte sich ein paar Stiefel faufen. Um 3 Uhr habe sein Brotherr ihm Urlaub gegeben, der Angeklagte habe dabei den Auftrag erhalten, bei resiel zu bestellen, Hedwig möge von dort aus übergesetz: werden, wenn sie fomme. ver: Eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Holzarbeiter Nixdorfs erörterte die Frage, wie man sich zu der von den Berliner Kollegen in Aussicht genommenen Lohnbewegung zu stellen habe. Kollege Hoppe schilderte die Verhältniffe in Rixdorf und zeigte an einigen Beispielen, daß dort die Lohn- und Arbeitsbedingungen in schiedenen Branchen noch ungünstiger sind, als in Berlin. Die technischen Fortschritte im Maschinenwesen begünstigten die Unternehmer in ihrem Bestreben, die Arbeitsfraft des Arbeiters noch mehr als bisher auszunuzen, und es sei bei den Kollegen in Rixdorf wohl kaum ein Zweifel vorhanden, fich der Bewegung der Berliner Kollegen anzuschließen. Der inWas haben die Arbeiter von der liberalen Stadt: zwischen erschienene Referent für diesen Abend, Kollege Glocke, verwaltung zu erwarten? Ueber diese Frage hatte sich die begründete das Vorgehen der Berliner Holzarbeiter, gab Voltsversammlung, die am 27. d. M. im Märkischen Hofe" an einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der Krisen, als einer läßlich der heute im 17. Kommunal- Wahlbezirk zwischen dem nothwendigen Folge der heutigen fapitalistischen Produktionssozialdemokratischen Kandidaten Zigarrenfabrikant Boerner und weise und betonte, wie nothwendig es sei, daß die nur noch bem freifinnigen Kandidaten Stadtverordneten Liebenow vorübergehend auftretenden günstigeren Konjunkturen sofort bei stattfindenden Stichwahl unter starker Betheiligung abgehalten ihrem Gintreten von der gewerkschaftlichen Organisation zu wurde, klar zu werden. Stadtverordneter Singer führte gunsten der Arbeiter ausgenügt würden. Es sei deshalb auch in seinem einleitenden Vortrage nochmals in eingehendster Pflicht der Arbeiter und liege in deren eigenftem Interesse, ohne Weise alle die Mängel und Schwächen der liberalen Unterbrechung für den Anschluß an die Organisation zu wirken, damit Stadtverwaltung vor Augen und betonte, daß wir nicht gegen diese im gegebenen Augenblick mit der nöthigen Stärke und den Personen, sondern gegen Parteien und Systeme kämpfen. Wenn erforderlichen Hilfsmitteln ausgestattet sei, um die Durchführung auch zugegeben werden könne, daß Herr Liebenow als Stadt einer Lohnbewegung in die Hand zu nehmen. Was die Stellung verordneter nicht einer der schlechtesten ist, so gehöre er doch der Rixdorfer Kollegen zu dem Vorgehen der Berliner anbelange, immerhin zur liberalen Majorität in der Stadtverordneten so sei diese von selbst gegeben. Berlin stehe mit den Vororten Versammlung, die sich selbst Sen berechtigtsten Forderungen hart- durch die geschäftlichen und Verkehrsverhältnisse in einem so nädig entgegenstemme. Der Referent behandelte dann in innigen Zusammenhange, daß es undentbar sei, es würden bei eingehendster Weise die Forderungen, die unsere Partei einer Bewegung der Berliner nicht auch die Kollegen der Vorauf allen Gebieten der kommunalen Verwaltung stellt, orte in Mitleidenschaft gezogen werden, und da die Erwerbs- Verund begegnete mit feinen Darlegungen vielfachen Bu- hältnisse in Rigdorf genau so traurig lägen wie in Berlin, so stimmungs- und Beifallsbezeigungen. Zum Schlusse wies er müsse auch in Rixdorf für das Vorgehen der Berliner Kollegen darauf hin, daß, wenn auch alle Verfolgungen das Wachsthum mitgearbeitet werden, was dadurch zu geschehen habe, daß die der Sozialdemokratie nur fördern können, es in der jetzigen Zeit indifferenten Kollegen aufgerüttelt und für Hebung ihrer eigenen doch nothwendig sei, jede neue Verfolgung mit einem neuen Lage interessirt würden. Nachdem sich verschiedene Kollegen für Siege zu beantworten; er hoffe, daß der 17. Kommunahl- Wahl ein Vorgehen im Sinne der Berliner ausgesprochen hatten, wurde bezirk von uns erobert werden würde und daß jeder Wahlberechtigte eine dahingehende Resolution angenommen. Da die Zeit der in fich feiner Wahlpflicht bewußt sein werde zur Ehre der Partei. Nixdorf berühmt" gewordenen Polizeistunde herangerückt war, ( Lebhafter Beifall.) der Vorfizende jedoch, weil er den Saal für diesen Abend ge= Ter Kandidat Börner ließ in der Diskussion den pachtet hatte, die Versammlung nicht schließen wollte, löfte der Gegnern den Vorrang. Trotz der Aufforderung des Vorüberwachende Gendarm die Versammlung auf. fizzenden, das Wort zu ne'men, meldete sich aber fein Gegner. In Adlershof wurde am 26. November eine BoltsversammDerr Dr. med. Bernstein, der in der Versammlung lung abgehalten, wo Genoffe Nät her bie bekannte Broschüre anwesend war, hatte diefe zum allgemeinen Bedauern bereits vor des Amtsvorstehers v. Oppen- Adlershof, in der dieser Herr Beendigung des Referates verlassen. So nahm denn Börner Präs. Hatten Sie Stiefel oder Pantoffel an, als Sie um das Wort, präzisirte kurz seinen Standpunkt und forderte allerlei sonderbare Vorschläge zur Aenderung des Reichstags= Wahlgefezes macht, einer sehr eingehenden Kritik unterzog und 11/2 Uhr herüberfuhren?- Angefl.: Pantoffel.- Präs.: zum Schluß die Wähler des 17. Bezirks auf, so zu dem Schluß tam, daß die Arbeiterklasse allen auf Beschräns Die Zeugen werden befunden, daß sie Stiefel anhatten. hanteln, wie die Prinzipien der Sozialdemokratie es er Angeklagter: Das fann nicht möglich fein. fordern.( Beifall.) Wagner nahm dann Veranlassung, sich fung ibrer wenigen Rechte hinzielenden Bestrebungen gegenüber sich um so geschlossener um das Banner der Sozialdemokratie zu Bras.: Sie sollen auch an diesem Tage wie gewöhnlich um mit den Ausführungen etwas näher zu beschäftigen, die Herr schaaren habe. Der lebhafte Beifall der Versammlung bewies 12 Uhr nach dem Festlande gefahren sein. Angefl.: Nein, Dr. Bernstein in der vorigen Versammlung gemacht hat und ich bleibe dabei, daß ich zum ersten Male um 11/2 Uhr hinüber die zu widerlegen wegen Auflösung dieser( vorigen) Versamm deren vollstes Einverständniß mit den Ausführungen des Resefuhr. Präf.: Es wird angenommen, daß sie nach dem Füttern lung unmöglich war. Auch er richtete noch einen zündenden renten. Von einer gründlichen Diskussion des Vortrages und der Pferde hinübergefahren, dem Mädchen entgegen gegangen sind Appell an die Wähler, im eigenen Interesse für den Kandidaten der in der Broschüre enthaltenen Vorschläge mußte Abgenommen werden, da Amtsvorsteher von Oppen und bei der Begegnung ein unfittliches Attentat gegen es ver Borner mit aller Straft einzutreten. Der Wille der Versammunter Berufung auf§ 10 2. L.-R. II, 17, dem Befizer des Lofals fucht haben. Sie haben miteinander gerungen. Das Mädchen lung hierzu bekundete sich in dem kräftigen Hoch auf die Sozial- aufgegeben hatte, seine Lokalitäten um 10 Uhr zu schließen, ist von ihnen in die Echonung geschleppt worden und hier sollen demokratie, mit welchem die Versammlung schloß. widrigenfalls er ihn auf grund des§ 132, II, des Gesetzes über Sie das Verbrechen begangen haben. Der Erdboden weist Eindrücke von Stiefelabfäßen auf, welche zu den ihrigen passen. Frau Gubela bestreitet in einer längeren Zuschrift an uns, die A. L.-V. in eine Geldstrafe von 30 M. oder im UnvermögensAngeklagter: Ich habe erst Stiefel angezogen, als gefagt zu haben, wie es in dem in Nr 274 des„ Vorwärts" falle in eine Haftstrafe von 3 Tagen nehmen würde. Hilde= ich um 3 Uhr nach Spandau ging. Präs. Wann veröffentlichten Bericht hieß, die Redaktion habe versprochen, brandt war der Meinung, da der Saal gemiethet, hätte der find Sie von dort zurückgekehrt?- Argell.: Es fann gegen nicht mehr die Berichterstatterin Frau Timm in Versammlungen Vorsitzende der Versammlung und nicht der Wirth des Lokales acht Uhr gewesen sein. Präs.: Hörten Sie nicht schon bei der lokalorganifirten Schneider zu entsenden". Demgegenüber erklärt das Haus- und Verfügungsrecht darüber. Dressel's, daß Hedwig Frank noch nicht nach Hause gekommen unser Berichterstatter, daß er durchaus zutreffend berichtet habe. fammlung, sich vor 10 Uhr genügend mit Bier zu versehen und estüßt auf eine Kammergerichts- Entscheidung dann weiter zu Angefl.: Jawohl, sie wurde mit Laternen gesucht. Ueber die Mißstände bei Maurer und Dimmick wurde tagen. Der Vorsitzende machte hierauf die Mittheilung, daß Präs. Sie sollen dann sofort gefagt haben:" Sie liegt gewiß am Mittwoch in einer öffentlichen Versammlung der in Buch der Gemeindevertreter Schimansky( Stereotypeur) sich in den Riffeln"( Schonung).- AngelL: Das bestreite ich. bindereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen bei Bolz, einer gemeinen Handlung schuldig gemacht und Adlershof Ich bleibe dabei, daß ich unschuldig bin und die Wahrheit sage. Alte Jakobstr. 75, verhandelt. Seiler leitete die Besprechung heimlich verlassen habe; infolge dessen fei eine Ersatzwahl noth Präs. Neben der Leiche lag das Taschentuch der ein, indem er ausführte, daß sich die Unternehmer infolge des wendig. Den Sitz wieder zu erobern, werde für unsere Genossen Hedwig. Es zeigte Fettflecken und diese Flecken sollen Konkurrenzkampfes genöthigt fähen, ihre Arbeiter möglichst intensiv unter den gegebenen Verhältnissen feine leichte Aufgabe sein. von dem Maschinenöl herrühren, mit welchem Sie auszubeuten, und daß die Arbeiterorganisationen dem entgegen- Nach furzer Debatte über diese Angelegenheit wurde folgende täglich 311 schmieren hatten. Sie sollen es mit treten müßten, vor allem über die Durchführung der Arbeiter Resolution angenommen:" Die am 26. November in Adlershof dem Waschen Ihrer Hände nicht genau genommen und selbst schutz Bestimmungen zu wachen hätten, namentlich dann, tagende öffentliche Volksversammlung erklärt den Gemeindemit unsauberen Händen gegessen haben. Es wird daher an- wenn die Geschäftsinhaber sich so grobe Verstöße zu vertreter Sd imansky wegen feines die Partei- Interessen außer genommen, daß Sie das Tuch der Ermordeten mit Ihren schulden tommen lassen, laffen, wie dies bei Maurer und acht lassenden Verhaltens und wegen der der Partei dadurch fettigen Händen angefaßt haben. Ungetl.: Das ist nicht Dimmick der Fall sei. Die Sonntags- und Ueberstundenarbeit zugefügten Schädigung für unfähig, die Partei noch weiter zu richtig. Ich habe stets meine Hände mit Lehm und sei bei diefer Firma an der Tagesordnung; selbst Arbeite- vertreten oder jemals wieder eine Vertrauensstellung innerhalb derSeife abgerieben, um sie rein zu bekommen. Präs.: rinnen und minderjährige Arbeiter würden über die selben einzunehmen." Abeling theilte dann namens der LokalfomBestreiten Sie auch, daß Sie am Mittage des 28. November gesetzlich zulässige Arbeitszeit Arbeitszeit hinaus beschäftigt. Um mission mit, daß Leopold's Lokal( am Bahnhof) für Arbeiters einen fremden Mann nach der Insel herüber gefahren haben? die Thatsache der Feiertagsarbeit festzustellen, habe der Ver- Versammlungen nicht mehr zu haben ist. Auch Anget.: Jawohl, das bestreite ich. Präs.: Sie sollen trauensmann der Buchbinder, Bittowski, am Bußtag den Menzel und Hildebrand gingen des näheren auf die nun allerlei verdächtige Redensarten gemacht und nach der That Betrieb von Maurer u. Dimmick revidirt, und gesehen, daß Lokalfrage ein; noch während letzterer sprach es wir inein auffallend scheues Wesen gezeigt haben. Angefl.: Herr dort die Maschinen in Thätigkeit waren und gearbeitet wurde. zwischen 10 Uhr geworden löne der überwachende Gendarm Präsident, ich wußte, daß ich als der Thäter im Verdacht stand, als er kurz darauf mit einem Polizeibeamten zurückgekehrt sei, die Versammlung im Namen des Gesetzes" auf. Der Auffo deda war ich natürlich gedrückt. Ich bleibe dabei, daß ich un- wären nur die Geschäftsinhaber und ihr Werkführer, aber keine rung an die Menge, sofort den Saal zu verlassen, wurde oone schuldig bin. Arbeiter angetroffen worden. Jedoch habe Bittowski einen Widerspruch Folge geleistet. Vor Eintritt in die Tagesordnung jugendlichen Arbeiter in einem Papiersack versteckt gefunden. war noch bekannt gegeben worden, daß der Arbeiter- Bildungss Auch soll es im Geschäft von Maurer u. Dimmick Brauch verein am 8. Dezember der Urania einen Besuch abstattet, wozu fein, daß sich Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Billets noch erhältlich find. Eine für Gewerkschafter sehr wichtige Verhandlung fand artigen Kontrollen in der Papierstube und unter Papierverkriechen. Den dieser Tage vor dem Schöffengericht in 28itten( Westfalen) schnitzeln Schriftfeßern, die mehrere Im sozialdemokratischen Arbeiterverein von Weißensce statt. Angeklagt waren 3 Metallarbeiter, die in einer polizeilich hundert Mark an rückständigen Löhnen zu fordern hätten, wäre und Umgegend mußte in der Versammlung am 26. November nicht angemeldeten Versammlung als Leiter und Redner auf auf ihr Verlangen nach Geld mit einer Verlängerung der täg- der angekündigte Vortrag leider ausfallen, da Genosse Keßler getreten sein sollten. Sie hatten deswegen Strafmandate von lichen Arbeitszeit um eine Stunde geantwortet worden. Wenn abgesagt hatte. Genosse Sassenbach hielt an dessen Stelle 15 bezw. 20 n. bekommen, aber richterlichen Entscheid beantragt. Maurer und Dimmick sich nur durch schrankenlose Ausbeutung einen febr beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: Es handelt sich um eine Veranstaltung des Metallarbeiter der Arbeiter über Wasser halten könnten, dann sollten sie lieber Die heilige Inquisition. Von der Abhaltung eines StiftungsVerbandes, dessen Versammlungen vorläufig alle 14 Tage ihr Geschäft aufgeben und wieder in die Reihen der Arbeiter feftes wurde Abstand genommen, weil dant der Aufmerksamkeit der Behörden der Zutritt von Frauen unbedingt untersagt werden um 3 Uhr stattfanden. Der Vorsitzende hatte nun im eintreten. März eine Versammlung auf 7 Uhr abends einberufen, Nun folgte eine sehr lange Diskussion, die sich auch auf den würde, was dem Verein schon zu wiederholten Malen passirt ist. aber nicht polizeilich angemeldet. Er gab vor Gericht an, zweiten Punkt der Tagesordnung: Ueberschreitungen der Ge- Nachdem die Genoffen auf einen Denunzianten aufmerksam gees habe sich nur um eine Mitgliederversammlung gehandelt, in werbe- Ordnung in Buchbindereien im allgemeinen" eritrecken macht worden waren, damit fie fich vor ihm schüßen können, der Fremde nicht zugegen waren, und es war beabsichtigt, nur sollte, aber ausschließlich bei dem Fali Maurer u. Dimmick blieb. rügte Preuß gewisse Mängel der Schulverhältnisse und Frenz über interne Vereinsangelegenheiten zu verhandeln. Die anderen Von verschiedenen Seiten wurden die Angaben des Referenten bat darum, daß der Verein sich mehr mit Kommunalfachen reAngeklagten erklärten, überhaupt nichts von der Nicht anmeldung bestätigt und durch Erzählung weiterer Vorgänge ergänzt. schäftigen möge. Der Vorstand versprach, Remedur zu schaffen, er habe nirgends eine so und schloß dann die sehr gut besuchte Versammlung mit einem jener Versammlung gewußt zu haben. Da ein Polizeibeamter Bittowski behauptete, die Versammlung überwachte, seien sie geradezu in ihrem Glauben raffinirte Ausbeutung fennen gelernt, als bei Wlaurer ut Dimmick. Hoch auf die Sozialdemokratie. bestärkt worden, daß sie sich in einer angemeldeten Versammlung Am 26. Oftober hätten Arbeiterinnen bis 10 oder 11 Uhr abends befänden. Genoffe König erklärte ferner, im Jahre 1891 im gearbeitet. Ein anderer Redner gab an, daß zur Bedienung von gleichen Falle voin Schöffengericht in Elberfeld freigesprochen fünf Maschinen nur ein Maschinenmeister und ein Lehrling, der worden zu fein. Zudem schütze die Redner der§ 17 des Vereins erst 1/2 Jahre in der Lehre sei und in einer Woche 29 Uebergesetzes. Er beantragte die Freisprechung. Der Amtsanwalt stunden habe machen müssen, vorhanden wären. Die Schuld befürwortete Auj.echterhaltung der Strafmandate. Nachdem der an den erwähnten Mißständen wurde hauptsächlich dem Gerichtshof 20 Minuten berathen, verkündete er ein freisprechendes schäftsführer zugeschrieben. war? : Gerichts- Beifung. V -Er rieth der VerVerein deutscher Schuhmacher. Sonntag, den 1. Dezember, bei Gohn. Beuthfir 22: Kombinirte Witgliederversammlung. Vergnügungsverein Einigkeit". Sigung 9 Uhr mit Damen tm Restaurant Thiessen, Bionetirchplay 1 part. Arbeiter- Bildungefchnie. Unterricht am Freitag. Südoft: Schule, Waldemarir. 14: Rede- Uebung. Nord- Schule, Wüllerstr. 179 a: GeGefchichte. Beginn e Uhr, Schluß 10 Uhr. Die Echuhäume sind zur Berutung der Biothet und des reichhaltigen 8eitschriftenmaterials schon von 18 Uhr an geöffnet. nopnultime Das es may be SE aches13 Nene Adrehbuch 促 für Berlin und seine Vororte ist erschienen! Zur Einführung. Das Erscheinen des Neuen Adreßbuches, welches am heutigen Tage zum ersten Male vor das Urtheil der Deffentlichkeit tritt, macht es mir vor Allem zur Pflicht, meinen aufrichtigsten Dank für die Hilfsbereitschaft auszusprechen, welche ich bei dem im Stadium der Neuschaffung besonders schwierigen, vielverzweigten und zeitraubenden Werke allenthalben in so reichem Maße gefunden habe. Neben den Staatsund Gemeindebehörden, den Leitern öffentlicher Anstalten und anderen maßgebenden Persönlichkeiten gebührt der Ausdruck meines Dankes der gesammten Einwohnerschaft unserer Reichshauptstadt und ihrer Vororte, welche ausnahmslos meinen Beamten stets in liebenswürdigster, hilfsbereiter Weise begegnet ist und denselben mit Ertheilung erbetener Auskünfte zur Seite gestanden hat; der Herren Hauseigenthümer und Vicewirthe nicht zu vergessen, die sich keine Mühe verdrießen ließen, die Zusammenstellung unserer Listen zu fördern und dieselben nöthigenfalls zu berichtigen. Besonderer Dank gebührt auch allen Denen, welche mir schon auf die bloße Ankündigung des Werkes hin durch ihre Vorbestellungen den Beweis ihres ehrenden Vertrauens gegeben haben. Weit über 30,000 Exemplare sind es, welche die Subscriptionsliste aufweist, eine Zahl, welche die gewöhnliche ganze Auflage der bisherigen Berliner Adreßbücher um mehr als das Doppelte übersteigt. Ein näheres Eingehen auf die Eigenschaften und Vorzüge des Neuen Adreßbuches glaube ich mir versagen und eine Würdigung derselben dem Urtheile des verehrlichen Publikums überlassen zu dürfen. Ich beschränke mich nur auf folgende kurze Hinweise. Nach dem Beispiele der Adreßbücher in den großen Weltstädten Europas und Amerikas habe ich eine Spaltung des Werkes vermieden und das Neue Adreßbuch in einem Bande von entsprechend großem Formate hergestellt. Hierdurch kommt das lästige Suchen in zwei Theilen, das mit der Zweitheilung nothwendig verbundene Nachschlagen zweier oder mehrerer Register, deren Auffindung selbst immer schon einen Zeitaufwand erfordert, gänzlich in Wegfall. Das Neue Adreßbuch enthält nahezu alle Haushaltungen Berlins und der Vororte, indem es insbesondere auch die nicht selbstständigen Gewerbetreibenden aufgenommen hat. Dasselbe weist ca. 80,000 Haushaltungen und Geschäfte mehr auf, als man in den bisherigen Berliner Adreßbüchern zu finden gewohnt ist. Sämmtliche Fernsprechanschlüsse sind im Verzeichniß der Einwohner mit„ Amt" und„ Nummer" angegeben, sodaß das Nachschlagen in einem Telephon- Adreßbuch entbehrlich gemacht ist. In dem Theile„ Straßen und Häuser" ist jeder Straße ein Plan vorangesezt, welcher ein getreues anschauliches Bild der Straße und ihrer Querstraßen bietet. Außerdem führt dieser Theil neben den Familiennamen aller Bewohner auch die abgekürzten Vornamen derselben an, eine Einrichtung, welche sicherlich allgemein willkommen geheißen werden wird. Das am Schlusse dieses Theiles angefügte Verzeichniß sämmtlicher Hauseigenthümer mit Angabe der einem Jeden gehörigen Grundstücke dürfte nicht nur von Denen als die Erfüllung eines dringenden Wunsches empfunden werden, welche an dem Grundstücksmarkte interessirt sind. Der Gewerbetheil ist den Bedürfnissen des vielgestaltig sich entwickelnden praktischen Lebens angepaßt und enthält über 1700 specialisirte Gewerbebetriebe. Andererseits sind aus dem Gewerbetheile Stände, welche nicht zu den gewerbetreibenden gehören, wie z. B. Aerzte und Rechtsanwälte, an eine andere, passendere Stelle verwiesen. Der allgemeine und behördliche Theil ist besonders eingehend behandelt und enthält eine Reihe praktisch wichtiger Angaben und Hinweise, welche man in den hiesigen Adreßbüchern vergeblich suchte, ebenso ist der die 22 Vororte behandelnde Theil mit einer bisher nicht üblichen Ausführlichkeit bearbeitet worden. Das am Eingange des Adreßbuches befindliche ausführliche Sachregister macht jedes Theilregister entbehrlich und ermöglicht die Auffindung alles Gesuchten schnell und zuverlässig. Seine zahlreichen, den Bedürfnissen des täglichen Lebens angepaßten Hinweise werden dasselbe sehr bald zu einem unentbehrlichen Führer durch alle öffentlichen Einrichtungen der Residenz machen. Endlich mag auf den Verkehrsplan von Berlin und den Vororten, welcher dem Neuen Adreßbuche beiliegt, hingewiesen werden; derselbe erstreckt sich auch auf die entlegeneren Vororte und dürfte wegen seiner klaren Uebersichtlichkeit und der verschiedenfarbigen Einzeichnung sämmtlicher Linien der Pferdebahn, Dampfbahn 2c. besondere Beachtung verdienen. Im Bewußtsein, das Bestmögliche geleistet zu haben, hoffe ich mit Hilfe des sorgfältig ausgewählten und geschulten Beamtenheeres von über 450 Personen, welche in diesem Jahre das gewaltige Material gesammelt und mit dankenswerther Gewissenhaftigkeit bearbeitet haben, das Neue Adreßbuch von Jahr zu Jahr immer vollkommener zu gestalten. Voraussetzung hierfür ist allerdings die fernere stete Hilfsbereitschaft aller Derer, welche dasselbe schon in diesem Jahre so wirksam und einmüthig gefördert haben. Mit der Bitte, daß diese Hilfsbereitschaft mich bei meinem dem allgemeinen Interesse gewidmeten Bestreben auch fernerhin begleiten möge, verbinde ich die Versicherung, daß jeder Himveis auf etwaige Irrthümer mit Dank entgegengenommen, jeder Verbesserungsvorschlag, jede Anregung sorgfältig geprüft und geeignetenfalls berücksichtigt werden wird. Berlin, den 28. November 1895. nich? pun August Scherl. NB. Die vorbestellten Exemplare des Neuen Adreßbuches können bis zum Dienstag, den 8. December, bei der Berliner Packetfahrt- Gesellschaft, S. Ritterstraße 98/99, gegen Zahlung des Vorbestellpreises von 6 Mark pro Exemplar abgeholt werden; alsdann beginnt die portofreie Zustellung der vorbestellten Gremplare. Bis zum 3. December einschließlich werden Bestellungen auf das Neue Adreßbuch noch zum Preise von 6 Mart, vom 4. December an zum Preise von 7 Mart 50 Pf. pro Exemplar von der Expedition des„ Neuen Adreßbuches für Berlin und Vororte", SW. Simmerstraße 40/41, entgegengenommen. uph Deutscher Holzarbeiter- Verband.| Algem. Drts- Krankenkaſſe ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen Sozialdemokratischer Wahlverein gewerblicher Arbeiter u. s. v. für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. w. Die berechtigten( einzelnzahlenden) Mitglieder werden hierdurch zu einer Vorversammlung Große Versammlung für den Welten und Südwesten zur Wahl von 24 Delegirten zur General- am Freitag, den 29. November, abends 82 Uhr, im Sonntag, den 1. Dezember, vormitt. 10 Uhr, im Lokale Königshof, Bülowstr. 37. Tages Ordnung: 9 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vorschlagswahl eines Bezirksleiters und Ergänzungswahlen der Werkstatt- Kontrollkommissionen. 4. Werkstatt und Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen folgender Tischlerwerkstätten sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen: Thiemann, Mittenwalderstr. 17; Gerds, Charlotten versammlung pro 1896 und 1897 zum Freitag, 29. Nov, abends 81/2 Uhr, in Buske's Lokal, Grenadierstr. 33, ergebenst eingeladen. Das Kaffenbuch legitimirt. Louiseustädtischen Concerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tages Ordnung: 1. Verkündung des Wahlresultats für den 17. und 24. Bezirk. 2. Vortrag des Genoisen Georg Wagner. 3. Diskussion und VereinsangelegenGäste haben Zutritt. E 15916 J. A.: Oskar Weigand. heiten. Die Mitglieder können das Protokoll vom Breslauer Parteitag in der Der Vorstand. Bitte lesen Sie! erfammlung in Empfang nehmen. ich große ſtraße, Ede der Schüßenſtraße; Winkel, Belleallianceftr. 62; Wörth, Glebitſch ſehr billig gelauft habe, empiehle ich Allgemeine Orts- Krankenkasse gewerblicher 26; Funk, Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Rosenthaler. Schönhauser Vorstadt Montag, den 2. Dezember, abends 8½ Uhr, in Mörschel's Salon, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Sollen die Organisationen Kampf- Organisationen oder Unterftügungs- Organisationen sein? Referent: Genosse Näther. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. jedem Genossen, der seinen Bedarf an Winter- Paletots, Arbeiter und Arbeiterinnent. Die Mitglieder der Kaffe werden hierdurch ergebenst ersucht, sich zur Anzügen, Mänteln, Joppen, einzelnen 1897 laut 88 38 und 49 des Statuts in folgenden Wahllokalen resp. AbAnzügen, Mänteln, Joppen, einzelnen ahl von 272 Delegirten zur Generalversammlung pro 1896 und Jaquets, Hosen, Westen, ferner Arbeitsanzügen billig und gut faufen will, theilungen am Sonntag, den 8. Dezember, vormittags 10 Uhr, mein bekanntes reichhaltiges Lager von gefälligst einzufinden: Herren- und Knaben- Garderoben aller Art zu enorm billigen Preisen. A. Wergien, Schneidermeister, 3515L* Abtheilung I: Alle im Süd- Osten und Süden Beschäftigten im Lokal von ente, Naunynstr. 27, zur Wahl von 68 Delegirten. Abtheilung II: Alle im Süd- Westen, Westen und Zentrum Beschäftigten im Lokal des Englischen Gartens", Alexanderstr. 27 c, zur Wahl von 72 Delegirten. Abtheilung III: Alle im Nord- Westen und Norden Beschäftigten im Bu Mierk 3, Chönhauſer Alle 167 eger folgender rätten eta: 127 Sfaligerstraße127. otal pou echt bereit. Die Diften Beschäftigten in geladen: Harms, Schönhauser Allee 167a; Werk, Rytestr. 2; Reibsch, Zehdenickerstr. 5; Lehmert, Gr. Hamburgerstr. 4. Die Kollegen obengenannter Werkstellen werden dringend gebeten, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch Nicht- Mitglieder haben 3ntritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. A. Dierke, Schönhauser Allee 154, v. 3 Tr. Branche der Parquetbodenleger. Montag, den 2. Dezember 1895, abends 8 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstraße 29. Zages Ordnung: Die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse und die noch immer stattfindenden Abzüge bei mehreren Firmen. 7916 Die Ortsverwaltung. Heute Abend: Sigung der Ortsverwaltung und Werkstatt- Kontrollkommission bei Röllig, Hene Friedrichstraße 44. Steinarbeiter Berlins und Umgeg. Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20( großer Saal): Grosse Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Unterstützungsentwurf der ausgesteuerten Kollegen. 2. Unterstügungsgesuche. 3. Gewerkschaftliches.- In anbetracht der wichtigen Tagesccönung wird ein jeder Kollege ersucht, zu erscheinen. 172/12 Der Vertrauensmann. Achtung, Vergolder! Sonntag, den 1. Dezember, vormitt. 10 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße Nr. 57: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: • 1. Abrechnung vom Generalstreit. 2. Unser letter Streit und unsere ferneren Ziele. 3. Berichterstattung des Delegirten der Gewerkschaftskommission. Bestellungen nach Mank werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten. Teppiche Eine große Partie Teppiche mit fleinen Farbenfehlern in Germania, Brüssel und Plüsch zu spottbilligen Preisen. Größe Mart 138X200 cm 3,50, 5,-, 8,50 170X250 5,75, 11,50, 13,50 200X300 8,50, 13,-, 17, " " von Nieft, Weberstr. 17, zur Wahl von 50 Delegirten. Abtheilung V: Alle berechtigten( einzelzahlenden) Mitglieder im Lokal von Buske, Grenadierstr. 33, zur Wahl von 24 Delegirten. Die Herren Arbeitgeber im Lokal von Göpner, Rosenthalerfir. 38, 2. Etage, fleiner Saal, zur Wahl von 124 Delegirten. Für diese Eintheilung sind die Bezirke der Reichspost maßgebend. (§ 49 des Statuts.) Die Wahl ist geheim. Abgabe der Stimmzettel daher von 10 bis 12 Uhr. Die Stimmzettel dürfen nicht mehr Namen enthalten, als oben die Zahl an gegeben ist, ferner müssen die Stimmzettel enthalten: Vor- und Zunamen, die Wohnung und die Buchnummer der zu Wählenden, bei den Arbeitgebern die Art des Betriebes. Stimmzettel, welche obige Angaben nicht oder mehr als die betreffende Zahl der in den Abtheilungen angegebenen Zahlen enthalten, sind ungiltig. Um 12 Uhr wird der Wahlakt geschlossen und die Ermittelung des Wahlresultats beginnt. Wahlberechtigt und wählbar sind männliche und weibliche Kassen- Mit glieder, welche großjährig( 21 Jahr) und im Besiz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. M. Das Legitimationsbuch ist bei Abgabe des Stimmzettels vorzuzeigen. in reiner Wolle, Portieren bas Stück 2,00 m. in allen Farben, Steppdecken eine Wolle, 160x200cm, das Stück 5,50 M. Otto Büchler, Berlin C. Königstr. 26, Ecke Klosterft. Aeltest. Versandgeschäft Berl. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck Jophastoff Nr. 185, Brunnenstraße Nr. 185. S Reste = in Rips, Damast, Crêpe, Phantafe, Gobelin und Plüsch spottbillig! Proben franko! Die Bertrauensmänner werden ersucht, für die Verbreitung des Flug Läuferstoffe blattes und der Annonce Sorge zu tragen. 227/15 in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. Berlin S., Die Agitationskommiffion. J. A.: W. Schnorre, Gerhardtstraße 6. Emil Lefèvre, oranienstraße Deutscher Metallarbeiter- Berband ( Verwaltung Berlin Often). Am Sonnabend, den 30. November, abends 8½ Uhr, bei Wilke, Andreasstraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Achtung! 158. Die Herren Arbeitgeber und Betriebsunternehmer werden daher dringend ersucht, den Mitgliedern ihre Legitimationsbücher zum Zweck der Wahl auszuhändigen. Die Herren Arbeitgeber legitimiren sich durch das ihnen durch die Poft zugesandte Schreiben. Berlin, den 24. November 1895. 263/10 Achtung! Der Vorstand. R. Haeger. Achtung! Brauerei Friedrichshain minister). ( Am Königsthor). Sonnabend, den 30. November: Grosses Vokal- Konzert, ausgeführt von den Gesangvereinen ,, Nordwacht" ,,, Olympia",„ Norddeutsche Schleife", Freya F, Freundestreue" ,,, Glockenrrin und Alpenveilchen"( M. d A.-S.-B.) ca. 200 Personen, Dirigent R. Blobel. Auf vielseitigen Wunsch zweite Aufführung von Anfang 812 Uhr. Columbus von Julius Becker. Deklamation, gesprochen von Julins Türk. 66/1 Nach dem Konzert: Ball. Entree 30 f. Billets sind bei Rasche, Reichenbergerfir. 160; Nagel, Bigarrengeschäft, am Königsthor; Wernau, Rosenthalerstraße 57; öppner, Fennstraße la, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Achtung! Rixdorf. Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahnziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Laufizerplatz 2, Elsasserstr. 12. Strickwoll- Reste, Zephyr, Rockwolle 1. Verbandsangelegenheiten, Fragetaften und Verschiedenes. 2. Vortrag zu Partiepreisen jetzt Holzmarktstr. 60, des Schriftstellers Herrn Schulz über:" Die häusliche Erziehung im heutigen Hof links 1 Tr. Klaffenstaate". 3. Diskussion. 114/11 Säfte willkommen. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Agtung! Maurer. Achtung! Grohe öffentliche Versammlung der Maurer Berlins u. Umg. am Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, in Berh. Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23. 3 Tages Ordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung eine Vorbedingung zur politischen Freiheit. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für den Wedding. 4. Ge131/18 werkschaftliches.- Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer: Fritz Kater, Vertrauensmann der Maurer Berlins und Umgegend. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 10½ Uhr: Grosse öffentliche Versammlung aller im Baufach besch. Arbeiter als: Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Klempner, Staaker, Töpfer, Stuckateure, Maler, Einsetzer, Anschläger, Glaser und Bauarbeiter in ,, Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. W Tages Ordnung: 263/11 1. Die Mißstände im Baugewerbe". Referent: Genosse SilberschmidtBerlin. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch dieser so wichtigen Versammlung ersucht Die Gewerkschafts- Kommission. Kaiser Wilhelmstraße 18 M, R. Buske( Seefeld) 2. Eing. Grenadierstraße 33. Grosse u. kleine Säle, mehrere Vereinszimmer, Kegelbahnen, Billard.[ 33212* Viktoria- Säle. Sonnabend, den 30. November 1895: Wohlthätigkeits- Konzert Rixdorf. für zwei in Noth gerathene Kollegen des Zentral Vereins der Böttcher Deutschlands, unter Mitwirkung verschiedener Musite sowie Gesangvereine. BF Programm 20 Pf. Wir richten an die Genossen die Bitte, obiges Konzert recht zahlreich zu besuchen. Liquidations- Ausverkauf. Sämmtliche Waarenbestände der Damen- Mäntel- Fabrik von Berg& Nesselroth fowie Anderer 47/5 8794L* werden zu Berlin C., König- Strake 33, fest taxirten Preisen ausverkauft, da die Lokalitäten bereits anderweitig vermiethet sind. Zum Verkauf gelangen in größter und beffer Auswahl Elegante Winter- Stoff- Jaquettes, Plüsch- Capes, Seiden- Plüsch- Jaquettes, wattirte elegante Abendmäntel, ( aus dem besten englischen Seiden- Seal) Façon, Pelräder, Kinder- Mäntel, Regen- Mäntelenen reinw. 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