Morgenausgabe Nr. 223 Ä 140 4S.Zahrgaug WSchentlich 85 Pjg, moiiatlich S.OVM. im vorall, zahlbar, Postbezug<52 M. einschl. Bestellgeld, Lu»land«abom»«- ment K,— M. pro Monat. * Der.Bomärtä* erjchewt wochentig» ltch zweimal, Sonntag, und Montag» einmal, die Abendau»gab«n für Berlin und im iiandel mit dem Ditel»Der Abend", Illustrierte BeUoaen.Volt und Zeit" und �Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",»Frauen» stimme",.Technik"..Blut in dt» Bücherwest" und ,? »Jugend-Lorwiri»". P> Berliner voUSblatt Dienstag 12. Juni 1928 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. Sie« i n> p a> t> g e Nonpareillezeiie 80 Pfennig. Sieklamezeile ä.— Reichs- mart.»Kleine Anzeigen" da, sestge- orultle Wort 25 Piennig lzulissig zwei seNaedrultt« Worte), jede, weitere Wort 12 Psennig. Stellengesuche da» erst« Wort 15 Psennig, lede, wettere Wort 10 Psennig. Worte über 15 Buchstaben »SHIen für zwei Worte. Lrbeitsmarit Zeil« 50 Pfennig. Familienanzeigen lür Abonnenten Zeil« tO Pfennig. Anzeigen- annahm« im chauptgefchift Linden- ilrasteZ. wochentSgl. von 8»/, bi» 17 Uhr. Jsntealovgan der Sozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 892—291 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berli» Dorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin S1 535.— Bankkonto: Bank der Lrbeiter,«ngeftellten und Beamten Wallstr. 65. Ditkonto-Gesellfchaft, Depositenkafi« Lindeustr. L Parker Gilbert für Endlösung. Neuer Bericht des Reparationsagenien.— Kritik an ZUichsetat und Reichsbahn' Deutschland erwartet mit Recht die regelmäßigen Be- richte des Reparationsagenten an die Reparationskommission. von denen für Ende Mai der Zwischenbericht für die neun Monate des ab September laufenden Reparationsjahres fällig war. mit besonderer Spannung. Der Wortlaut des neuen Berichtes liegt bisher nur in englischer Sprache vor. Seine autoritative Uebersetzung wird in etwa acht Tagen er- folgt sein. Die Reichsregierung veröffentlicht aus dem 126 Seiten umfassenden Bericht einen vorläufigen Auszug. Im Vergleich zu dem in der ganzen Welt hart umstrittenen Me- morandum vom Oktober 1927, das auch in Deutschland zu heftigen Diskussionen und besonders zu der scharfen Beschnei- dung der öffentlichen Anleihen geführt hat, hält der Mai- bericht des Reparationsagenten an jener etwas freundlicheren Rote fest, die schon seinen Jahres- bericht vom Dezembers. Is. auszeichnete. Aber auch der neueste Bericht gibt in jeder Zeile die Bestätigung dafür, daß sich der Reparationsagent ausschließlich als Anwalt der interalliierten Gläubiger gegenüber Deutschland fühlt, der nichts zu tun hat, als seine ganze Kritik der ener- gischen Sicherung der interalliierten Reparationsforderungen dienstbar zu machen. Wir haben anläßlick des Jahresbericht» vom Dezember bereits darauf hingewiesen, daß die Schlußbemerkungen des damaligen Berichtes in Deutschland vielfach falsch aufgefaßt worden sind, wenn man aus ihnen ein persönliches Interesse des Reparationsagenten etwa an der H e r a b- s e tz u n g der deutschen Reparationszahlungen konstruierte. Der Reparationsagent hat in seinem neuen Bericht über seine begreiflicherweise einseitige Einstellung noch we- „igerZweifel gelassen, indem er die Notwendigkeit der endgültigen Festsetzung der Reparationssumme mit dem Interesse begründet, das der Kapitalgeber für deutsche Aus- landsanleihen an dieser endgültigen Festsetzung habe, und weiter mit der Feststellung, daß deutsche Auslandsanleihen und das Risiko teurer fem müßten, das der ausländische Ka- fitalgeber in der zahlenmäßigen Unbestimmtheit der deut- hen Reparationsverpflichtungen erblicke. Oeuischland hat regelmäßig und pünktlich erfüllt. In der Einleitung stellt der Reparationsagent fest, daß Deutsch- land seine Zahlungen regelmäßig und pünktlich geleistet Hab«. Es sei zunehmende Gewißheit vorhanden, daß die vom nächsten September beginnenden Standardzahlungen von 2% Milliarden ge- währleistet würden. Die Reichsbahngesellschaft habe trotz ihrer durch neue Lasten erschwerten Finanzlage den Beweis für ihr« Fähigkeit für die Aufbringung der vollen Reparationsleistung abgelegt. Dabei macht Parker Gilbert die politisch bedeutsame Ein- schränkung, daß er von der Reichsbahn eine weise Finanzpolitik erwarte, und daß da» Reich sein Aufsichtsrecht nicht benutze, um die Fähigkeit der Reichsbahn zur vollen eeistung in Frage zu stellen. Aus dieser Bemerkung ergibt stch, daß das vielfach vermutete In- teresie des Reparationsagenten an erhöhten Einnahmen der Reichs- bahn im Zusammenhang mit der letzten Tarifsteigerung in der Tat die ablehnende Entscheidung der Regierung über die Tariferhöhimg erschwert haben dürste. Die Tatsach«, daß die Reichsregierung in der letzten Zeit ein« bestimmte Führerschaft auf dem Gebiet der öffentlichen An- l e i h e w i r t s ch a f t eingenommen Hab«, nennt der Reparations- agent„ermutigend'. Etwas später führt er, was stch dann noch an mehreren Stellen in ähnlicher Weise wiederholt, den hohen Zins und die für die Expansion der Wirtschaft hinderliche Kredit- knappheit in Deutschland aus die„hartnäckige Nochfrage der öffent- lichen Körperschaften' zurück— eine unseres Erachtens die Tatsache übersehende Bemerkung, daß die Kreditnachfrage besonders der Gemeinden auf dem inländischen Kapitalmarkt eine Zwangs- läufige Folge gerade jener produktive Ausgaben be- schneidenden Anleihedrosselung für Gemeinden war, die dem Me- morandum des Reparotionsagenten vom vorigen Herbst unmittel- bar folgten. Mit einem Hinweis auf den Wohlstandsindex hält der Reparationsagent die Erinnerung für zweckmäßig, daß mit dem Herannahen des Normaljahres für Reparationszahlungen die Stan- dardannuität von 2,5 Milliarden erhöht werden könne. In den ersten neun Monaten des vierten Reparationsfahres feien 1,25 Milliarden transferiert worden. Dabei habe stch die gleiche Tendenz wie früher gezeigt, daß die Uebertragung in fremden De- vifen zunehme. Zur Finanzlaqe der Reichsbahn nimmt Parker Gilbert selbst Stellung. Der Rcparationsagent hält strikt an seiner bisherigen Auf- fassung fest, daß die 1t Milliarden Schuldverschreibungen der Reichsbahngesellschaft eiue der grundlegende» Sicherheileu für die denk- schen Reparattonsverpflichtungeu und eines der wichtigste« Elemente für jede Schluhregelung de» Reparationsproblems darstellen. Dieser Standpunkt Parker Gilberts schließt einmal in stch. daß auch Parker Gilbert die Kommerzialisierung der Reparationslaften unter Verwendung der Eisenbahnobligationen für möglich hält, und zum anderen, daß er aus diesem Grunde eine Vorbelastung des aus- ländischen Kapitalmarktes durch die Begebung von Vorzugsaktien der Reichsbahu las Auslaud nicht wünscht. Daraus erklärt stch seine Forderung, daß prompte und wirksame Maßnahmen gc- troffen werden sollen, um der durch die Anträge der Reichsbahn auf Tariferhöhung geschaffenen Lage zu begegnen. Er weist denn auch nach diesem deuttichen Wink für die Reichsregierung darauf hin, daß für die Befriedigung des Kapitalbedarfs der Reichsbahn die Ausgab« von Vorzugsaktien auf dem Inlandsmarkt der gegeben« Weg fei. Immerhin hebt der Reparattonsogent aus dem Bericht des Treuhänder» für die Eisenbahnschuldverschreibungen dessen Vor- schlag hervor, wonach die deutsche ReichÄ>ahvgesellschaft einen wohlerwogenen Finanzplan aufstellen möchte, der ihr die Ausgaben innerhalb der Einnahmen zu halten gestattet. Die Inoestitionspolitit der Reichsbahn scheint dem Reparation s» agenten also auch zu weit zu gehen. Sie Kritik am Reichechaushult wiederholt die freundlicheren Tön«, die Parker Gilbert schon in seinem letzten Jahresbericht gefunden hat. Seine im Memorouduni geübte scharf« Kritik betrachtet er in einigen Punkten in der Aus' stellung des neuen Haushalts und in der Politik des Reichsfinanz Ministeriums als erfolgt/ Im Sinne einer größeren Berant- w o r t l i ch k« i t habe Deutschland in der Zwischenzeit die Unter- drückung außerordentlicher Ausgaben im Haushalts- entwurf 1928/29 vorgenommen, die Länderkonferenz vom IS. Ja- nuar 1928 habe die öffentliche Aufmerksamkeit aus die Frage der öffentlichen Auslandsanleihen gelenkt. Die Beratungsstelle prüfe nunmehr auch, ob die Finanzpolitik der Gemeinden gesund sei, und endlich sei«n Ausbau der Publizität über die Finanzen 1 der Länder und Gemeinden eingetreten. Es bleibe aber noch viel J. zu tun. Weitere Fortschritte hängen von dem eigenen Beispiel des Reiches und der Mitarbeit der Länder und Gemeinden ab. Nach der Feststellung, daß der Reichshaushalt durch die er- höhten Einnahmen in einer gesunderen Verfassung sei, als vor einem Jahre, wendet stch der Reparationsagent fast mit derselben, u. E. aber nicht gerechtfertigten Schärf« gegen das Be- stehen eine» außerordentlichen Etat» im Reichs- Haushalt, der mit seinen setzt 622 Millionen noch ein offenes Problem der Reichsfinanzen sei und auf Anleihen zurückgreifen wolle. Begrüßt wird die Einschaltung des Kriegslastenetats in den allgemeinen Haushalt: die Aufgabe der Praxis, außerordentliche Ausgaben durch Anleiheermächtigungen zu decken, wird die kon- struktioe Entwicklung in der Gebarung des Reichshaushalts genannt, die die gefährliche, durch die Entwicklung der außerordent- lichen Ausgaben geschaffene Lag« allmählich zu beenden oersprechen. Zur zukünftigen Finanzpolitik, die ja für da» normale Reparattonsjahr dadurch gekennzeichnet?t, daß der ordentliche Haushalt aus den verpfändeten Einnahmen um über 7M Millionen weniger Rückflüsse erhalten wird, bemerkt der Reparationsagent, daß der Schlüssel zur Lösung de» Problem» vor- ausflchttlch im Umfang der zu bewerkstelligenden Ausgaben liege. Er fordert für die Zeit nach dem ZI. März 1929 statt der vorläufigen eine endgültige Regelung de» Finanzausgleichs und sagt dazu: „Ein Aufschub würde nicht nur den Erfolg haben, daß die Mindestbedürfniss« der Länder und Gemeinden ständig steigen würden, sondern daß die Ungewißheit der ihnen zufließenden Ueberweisungszuschüsse sie mehr zu unnötigen Ausgabe n, als zur Sparsamkeit anregen wür» den.'(?) Die Bestimmung des vorläufigen Finanzausgleichs- gefetzes von 1927, wonach Länder und Gemeinden die Real» steuern ermäßigen sollten, scheine angesichts der Erhöhung des Aitteils der Realsteuern um 22 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahre nicht innegehalten worden zu sein. Hinsichtlich der deutschen Kredit- und Währungsverhältnisse spricht der Reparationsagent nach der Feststellung, daß die deutsch« Konjunktur einschließlich der Kreditwirtschast sich gegenwärtig m einem Stadium ziemlich abgeschlossener Ausdeh. nung befinden, eine Mahnung gegen weitere Preissteigerungen aus. Solle für die groß« Gegenwartsproduktion ein innerer oder äußerer Markt gefunden werden, so dürfen die Preise nicht weiter steigen. So richtig diese monopolisierten Industrien sind, so wenig ist es der von Parkert Gilbert auch hier wieder konstruierte Zusammen- hang zwischen der Kreditaufnahme der öffentlichen Körperschaften und der Entwicklung der deutschen Warenmarktverhältmss« (Fortsetzung auf der 2. Lette.) Reform der Revolution. Mindestens noch hundert Jahre bis zum vollkommenen . Kommunismus. „Mögen die herrschenden Klassen vor einer tonunu- nistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben in ihr nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben ein« Welt zu gewinnen.' Mit dieser Anleihe bei dem.Kommunistischen Manifest' von Marx und Engels schließt der Entwurf eines Pro- Gramms der Kommunistischen Internationale, der am 5. Mai d. I. von der Programmkommisswn des„Etki' an- genommen wurde. Man kann nicht behaupten, daß der Inhalt des Pro- gramms mit dem Zitat übereinstimmt. Denn ein nicht geringer Teil des umfangreichen Schriftstücks soll dem Be- weise dafür dienen, daß die Proletarier Rußlands ihre Ketten schon verloren haben. Rußland marschiert an der Spitze der Zivilisation. Rußland ist das Vaterland nicht nur der russischen Proletarier, fondern des gesamten Welt- Proletariats, des französischen, englischen, deutschen usw. Rußland über alles in der Welt! Nicht ganz wörtlich oder beinahe wörtlich so kann man es in drei enggedruckten Spalten lesen. In Rußland ist es also hell, überall sonst ist es noch finster. In Rußland gibt es keine Ketten mehr, die die Proletarier zu verlieren haben. Boshafte Kritiker könnten bemerken, die Ketten des russischen Proletariats seien nach der Meinung der bolschewistischen Programmschmiede eben dazu da, nicht verloren, sondern behalten zu werden. Aber diese Kritik würde wohl die Sache nicht treffen. Da? Pro- ramm geht vor der Illusion aus, daß Rußland für die roletarier ein freies Land ist. Hat sich also in Rußland in den 80 Iahren seit der Eni- stehung des„Kommunistischen Manifests" alles geändert, so in der übrigen Welt gar nichts. Republik, gleiches Wahlrecht zu allen Vertretungskörpern, Pressefreiheit, Vereins-, Bor- sammlungs-, Koalitionsfreiheit, Gewerkschaften mit Millionen- zahlen von Mitgliedern, modernes Arbeitsrecht, Tarifwefen, Verkürzung der Arbeitszeit, Kranken-, Unfall-, Alters-, In- validen-, Arbeitslosenversicherung, Aufblühen der Genossen- schaften, Kommunalisierung und Verstaatlichung großer Be- triebe— das alles, wovon vor 80 Jahren noch keine Spur ge- wesen ist und das seitdem geworden ist durch den zähen Kampf, die unermüdliche Aufbauarbeit des westeuropäischen, zumal des deutschen Proletariats, wird als nichts betrachtet und mit einer verächtlichen Geste abgetan. Wenn gelegentlich die an solcher Stelle auffällige Bemerkung ge- macht wird, die Kommunisten müßten überall die„E r- er Rei rungenschaften dl Evolution" verteidigen, so ist doch klar, daß die meisten der hier aufgezählten Dinge nach kommunistischer Meinung n i ch t zu den Errungenschaften ge- hören, die wert sind, verteidigt zu werden. Das gilt besonders von den p o l i t i s ch e n F r e i h e i t s r e ch t e n, die sich das europäische Proletariat in schweren Kämpfen erobert hat— sie werden sehr geringschätzig als„bürgerliche Demo- kratie' abgetan, und ihnen wird die„proletarische Demokratie Rußlands gegenübergestellt. Das Wort„pro- letarifche Demokratie' wiederholt sich in dem Entwurf sehr oft. Man kann daraus schließen, daß den Kom- munisten doch sehr viel daran liegt, ihr russisches Vaterland als ein demokratisches Land erscheinen zu lassen und den Vorwurf abzuwehren, es fei eben doch bloß die Fort- fetzung einer asiatischen Despotie. Daß man aber auch in Rußland von dem Endziel der kommunistischen Internationale, dem Weltkommunismus, nock> recht weit entfernt ist, wird gleichwohl zugegeben. „Gleichzeitig', so heißt es von diesem Endziel,„verschwinden auch die Organe der Klassenherrschaft, vor allem die Staats der Klassenherrschaft wie die Klassen verschwinden. auch allmählich jede Form fewalt. Als Verkörperung tirbt sie in dem Maße ab, Damit stirbt aber des Zwanges ab.' Das„Absterben jeder Form des Zwanges' ist also kommunistisches Endziel. Das bedeutet, wenn Worte noch einen Sinn haben, volle politische Gleichberechtigung aller, volle politische Freiheit aller, höchste Dollendung der Demokratie. Das ist kommunistisches Endziel. Für die Verwirklichung dieses Endzieles ist in Rußland die Zeit noch nicht gekommen, in der übrigen Welt aber muß nach kommunistischer Auffassung alles was an Demokratie schon erkämpft fft, wieder zerschlagen werden. Das ist Glauben. Logik kommt dagegen nicht auf. Immerhin ergibt stch, daß auch nach dem kommunisti- fchen Programmentwurf Rußland nach zehn Iahren„pro- letarifcher Diktatur' noch weit vom Endziel entfernt ist. Der Kommunismus ist in genau derselben Lage wie der sozial- demokratische„Reformismus' auch er hat noch einen weiten Weg vor sich. Beiläufig wird daran erinnert, daß die bürgerliche» Revolutionen zu ihrer Vollendung„ganzer Jahrhunderte' bedurften, tröstend wird hinzugefügt, daß das Ziel der proletarischen Revolution„in einer kür- icrcri'&1 erreichen ist, aber dach handle es sich mn „eine g a e E p-o ch e":„Erst auf den endgültigen Weltsieg des Proletariats wird eine längere Peri- c d e rastlosen Av�baues chsr sozialistischen Wirtschast folgen.� Also bevor SUle„längere Periode" kommt, muß der end- gültige Weltsieg etV�chten sein. Der aber ist auch, wie sehr ausführlich dargetan wird, nur in Etappen zu erreichen. da der Reifegrad der', kapitalistischen Wirtschaft in den ver- schiedenen Teilen der W�lt sehr verschieden ist. Der Aufbau der sozialistischen Wirtschaft ist dann auch nur wieder eine U eb e r a a n g s p e r i o d e— in der sich nach der Auf» fassung des Programms Rußland zurzeit befindet— und erst nach dieser Uebergan�speriod« kommt der Ausstieg zum richtigen Kommunismus, den. wie gesagt, nach dem Urteil der Programmtommiffion ,auch Rußland kaum noch begonnen hat Man sieht, das ist ein l a n g e r V e g.«in sehr langer Weg, und es wird ernstlich zu überlegen sein, ob nicht der Weg des vielgeschmähten„Reformismus am Ende doch der kürzere fein könnte Der Weg des kommunistischen WeltprogrSwms ist aber nicht nur sehr, sehr lang. Er ist auch sehr blutig, mit Trüm» mern und Leichen übersät. Denn er geht..u n v e�r m e i d- I i ch"— mindestens drei dutzendmal wird das Wort iin diesem Zusammenhange verwendet— durch neue Kriege, die in neue Bürgerkriege umschlagen. Denn so lehrt der rechtgläubige Kommunismus: Unver- meidlich und notwendig ist als Folge der weiteren kapita- listischen Entwicklung der Krieg.„Die Kriege lokalerr Cha- rakters werden durch Koalitionskrieae und W e l t l r.i e g e (man beachte die Mehrzahl!) abgelöst." Ausdrücklich wird der Krieg von 1Sl4 bis 1918 als„der erste imperialistische Weltkrieg" bezeichnet. Vivant s�quenre»! Es leben die folgenden! Wieviel Weltkriege noch notwendig sind, um die kom- munistisäie Weltrevolution zu ermöglichen, wird nicht ver- raten. Aber die größte Hoffnung wird auf den Krieg der imperialistischen Mächte gegen Sawjetruh- l a n d g e s e tz t In diesem Krieg, der genau so unvermeid- lich ist wie alle anderen, wird das Weltproletoriat die Partei seines„einzigen Vaterlandes". Rußlands, ergreisen, und von diesem Bundesgenossen unterstützt, wird Rußland den Sieg des Kommunismus vollenden. Das sind Glaubenssätze. Man glaubt sie oder man glaubt sie nicht. Der Zweifler, der ja in Deutschland einstweilen noch nicht verbrannt und auch nicht nach Sibirien geschickt werden kann, wird einwenden: „Wenn Kriege, besonders der Krieg gegen Rußland, un- vermeidlich und notwendig zum Weltsieg des Bolschewismus führen— werden dann die Kapitalisten nicht alles tun, lim solche Kriege zu oermeiden? Wenn aber die Kapitalistenklosse aus Selbsterhaltungstrieb dazu kommt, eine Politik der Friedenserhaltung zu treiben, wenn sie dazu übergeht, durch internationale Abkommen die Märkte auf- zuteilen, womit ja schon begonnen ist, und wenn sie dos Geschäft mit Rußland dem sicheren Untergang im Kriege mit Rußland vorzieht— was dann? Wenn neue Weltkriege doch nicht so unvermeidlich sind, wenn sie durch die wachsend« Macht des Proletariats verhindert werden, ja, wenn nur ihr Ausbruch um Jahrzehnte verzögert wird— was dann? Oder was bis dahin? Wo bleibt da erstens der end- gültige Sieg des Proletariats, zweitens die sozialistische Auf- bauperiode und drittens der— auch in Rußland noch nicht begonnene— Aufstieg zum wirtlichen und ganzen Kom- munismus, in dem sich die menschliche Freiheit erst ver- wirklichen soll?" So fragt der Zweifler. Der Gläubige wird ihn� mit einer Flut von Beschimpfungen antworten. Wer zweifelt, ist ein Sozialdemokrat, und— das hätten mir beinah« ver- geffen— auch die Vernichtung der Sozialdemo- k r a t i e gehört natürlich zu den Voraussetzungen des kom- munistischen Revolutionssiegs. Der Programmentwurf nationale bedeutet in vielen________________________ früherer Vorstellungen. Er zerstört mit grausamer Gründlichkeit den Glauben an die Möglichkeit eines kom- munistischen Siegs von heute auf morgen. Er verwirft ausdrücklichden Putschismus und fordert nur vor- bereitende Arbeiten für eine spätere Zeit, die, so meint man, ganz bestimmt kommen wird, man weiß nur nicht wann. Das ist ein offenbarer Rückzug und, alles in allem, ein B e- ginn der Selbstbesinnung. Viel stärker aber sind noch die Kräfte des Selbstbetrugs. der Kommunistischen Inter- Beziehungen eine Re v i s i o n Weil die offene Anerkennung der Tatsache, daß e i n e a k u t' revolutionäre Situation nicht vorhanden i st und daß keiner weiß, wann und wie sie kommen wird, auf eine Kapitulation vor der Sozialdemokratie hinauslaufen würde, spinnt man scholastische Hirngespinste, berauscht man sich in blutrünstigen Borstellungen eines S p ä t s i e g s des Kommunismus nach einer ganzen Periode von Weltkriegen und Bürgerkriegen. Wer nicht mit Wahnsinn geschlagen ist. steht doch, daß nach dieser Serie von Weltkriegen und Bürger- kriegen, ohne die es die Moskauer Programmschmiede nicht tun. kein Fetzen menschlicher Kultur mehr übrig bliebe, und letzter Sieger dabei nicht der Kommunismus wäre, sondern die Laus, der Flecktyphus, die Tuberkulose und die Pest. Um den Entwurf des bolschewistischen Weltprogramms zu lesen und dann noch Kommunist zu bleiben, dazu gehört ein Janitscharenglauben und ein Janitscharengemüt. Wer über diesen Glauben und dieses Gemüt nicht verfügt, wird das Schriftstück als doppelt und dreifach überzeugter Sozialdemokrat aus der Hand legen.> Oer Bericht Parker Gilberts. fFortiel-vni, von der 1- Seite.) Der Rcparotionsagent suggeriert der Reichsregie- rung, d. h. dem Reichsfinanzministenilm auch an dieser Stelle die Meinung, daß Auslandsanleihen de« Reiches und der Länder oder non dicsen übernommene Bürgschaften für Ausländsanleihen nicht ratsam, und daß kommunale Anleihen strikter Begrenzung zu unter- mersen seien. Wenn Im übrigen die Ausgaben der öfsentlichen Körper nicht verringert würden, so griffe die Kontroll« der aus- »artigen Anleihen nur eine der Folgen an. ließe aber die U r- fachen unberührt. Hinsichtlich der öffentlichen Unternehwungs- anleihen im Ausland weist der Reparationsogent zwar wieder auf deren Uebcrwiegen gegenüber den Anleihen der Privatwirkschaft hin. untorlößt aber diesneal die von früher gewöhn»«, auf den Bvnwirf der T-nschwendung abzielende Thornlterisicrnng. Oze A-uchtbarteii der AuSlandclanteihen wird diesmal, wenn auch mit kl'»g«- Umfchreibuno. nach deutlicher «l».W» tMUg» Iii TW VA v» "TM Zur Regierungsbildung. Die sozialdemokratische Fraktion läßt Hermann Müller freie Hand. Die SoziÄdemokratische Reichstagsfraktion hat sich gestern konstituiert. Sie hat den alten Borstand wiederge- wählt und dann einen Bericht Hermann Müllers über die Probleme der Regierungsbildung entgegengenommen. Es wurde nicht viel debattiert. Anträge wurden nicht ge- stellt, Beschlüsse nicht gefaßt. Das heißt: die Fraktion ist da- mit einverstanden, daß Hermann Müller den Versuch der Re« gierungsbildung unternimmt. Ohne Bindung durch die eigene Partei, mit ihrem Vertrauen ausgestattet, als Führer einer Fraktion von 132 Männern und Frauen, gebt er an feine Arbeit. Die Fraktion läßt ihm für seine Verhandlun- gen freie Hand: zu ihrem Ergebnis wird sie selbfwer- ständlich Stellung nehmen. Das Verfahren, das damit eingeschlagen wurde, läßt eine rasche Klärung der Lag« erwarten. Es ist zu wünschen. daß die andern für die Regierungsbildung in Betracht kom- wenden Parteien sich ihm anschließen. Im übrigen bot die gestrige Fraktionssitzung das Bild eines Parlaments im Parlament. Man hat den alten Sitzungssaal behalten müssen, weil ein größerer nicht zur Verfügung steht. Tischreihen und Stühle sind zusammen- gerückt, die Enge des Raumes erschwert die geordnete Ver- Handlung. In der Zusammensetzung der Fraktion fällt der verstärkte Anteil der Frauen auf. die, 19 an der !ahl, schon für sich allein mehr als Fraktionsstärke besitzen. abei handelt es sich nicht nur um quantitativen Gewinn, zu- mal mehrere der Reugewählten sich längst einen angesehe- nen Platz im öffentlichen Leben erworben haben. Die Fraktion tritt heute 2 Uhr nachmittags zu einer neuen Sitzung zusammen, in der vor allem Fragen, die die Geschäfte des Reichstags betreffen, erörtert werden sollen. Der Fraktionsvorstand besteht wie bisher aus den Ge- nassen Hermann Müller und D i t t m a n n als geschäfts- führenden Vorsitzenden, Henke, Scheidemann und Wels als weiteren Vorsitzenden, Hertz als Sekretär und den Genossen Aufhäuser, Breitscheid, Crispien, Graßmann. Hildenbrand, Hilferding. Mari« Iuchacz, Lobe. Schumann und Stampfer. Derftühte Ministerlisten. Die bürgerliche Presse läßt es sich nicht nehmen, nach alter aber übler Gewohnheit ganze Ministerlisten des zu bildende« Kabinett» zu veröffentlichen. Dazu ist zu bemerken, daß Hers mann Müller« r st h e u t e seine Besprechungen mit den Bor, sitzenden anderer Fraktionen beginnen wird. Alle Der- öffentlichungen über die persönliche Zusammensetzung des neuen Reichskabinetts eilen also den Tatsachen weit voraus« Zentrum und Regierungsbildung. Besprechung des Fraktionsvvrfiandes. Der bisherige Vorstand der Zentrumsfraktion des Reichstags nahm am Montag einen Bericht des Abgeordneten von Guerard über den Verlauf des Empfangs der Partei- führe? durch den Reichspräsidenten entgegen. Guerard hat dein Reichspräsidenten gegenüber am Sonnabend u. a. erklärt, daß dia Zentrumsfraktion durchaus bereit fei, sich an Verhandlungen des mit der Regierungsbildung zu beaustragenden sozial- demokratischen Abgeordneten Hermann Müller in positivem Sinne zu beteiligen. Der Vorstand der Zentrumsfraktion stimmte dieser Auffassung zu. Dr. Heß verzichtet auf sein Reichstagsmandat. Der Landtagsabgeordnete des Zentrums. Dr. Heß, der auf Wunsch der Reichs Parteileitung de» Zentrums auch ein Reichs- tagsmandat übernahm, hat jetzt, da der Führer des Verbandes der Windthor st bünde Deutschlaichs, Dr. Krone, Berlin, auf der Reichsliste nicht durchgekommen ist, sein Reichstagsmandat für den Vertrauensmann der Zentrumsjugeich zur Verfügung gestellt. In einem Schreiben an Reichskanzler Dr. Marx erklärt Dr. Heß u. a.: Das mir übertragene Doppeimandat hatte den Zweck, eine engere Verbindung zwischen den beiden Berliner Fraktionen herbeizuführen. Nach den durch die Ergebnisse der letzten Wahl geschossenen Verhältnissen muß nach meiner Ueber- zeugung mein Doppeimandat hinter der Wiederzuführung des Herrn Dr. Krone zur Neichstagsfraktion zurückstehen. Ich werde aber, wa» an mir liegt, um die Herstellung einer engeren orga- nischen Verbindung zwischen den beiden Fraktionen nach besten Kräften auch ohne Besitz eine» Doppelmandat» bemüht bleiben. Frankenstabilisierung noch imZuni? Die Rechte gibt ihren Widerstand auf. Pari». 11. Zanil. lElgenbericht.) Die lang erwartete Staliilifiervag der sraazöfi. schon Währung wird nach allen vorliegeadcn Zuformaiioaeu nunmehr bestimmt«och im Lause diese» wauat» voll- zogen werde«. Es ist anzunehmen, daß der Peusionsmiuister M a- Hu der vrohoog Poincart». wenn er dir Zustimmung verweigere, die Demission des gesamten Kabinett» einzureichen, nachgeben wird, lk, ist vichi ausgeschlossen, daß da» Stabilisierungs- detret völlig überraschend verkündet wird. Oie Kraktionen in der neuen Kammer. Dorchavs keine Rechtsmehrheii. Pari», 11. Juni.(Eigenbericht.) Die nunmehr abgeschlossen« Liste der Kammersraktio- nen gibt eine zahlenmäßig« Unterlage für die bereits seit dem ersten Tage der neuen Kammer feststehende Tatsache, daß die Linke eine durchaus führende Stellung einnehmen wird. Di« Gruppe warin. die mit einer witgliederzohl von 150 ge- rechnet hatte, ist auf 103 zusammengeschmolzen, während die Ra» ditalen mit 125 Abgeordneten die stärkste Frak- t i o n der neuen Kammer bilden. Hierzu muß noch die 15 glieder zählend« neu« Gruppe der.Unabhängigen Linken" gerechnet werden, deren Anhäng-rschost durchaus die Ideenwelt der Radilal- sozwtisten teilt. Ihr gehört u. a. auch der au» der Sozialistischen Partei ausgeschlossene früher« Gouverneur oon Jndochüu» V a> renne an. Ein« ähnlich«, mehr äußervch« Spaltung ist bei der dritten Kartellpartei, den Linksrepublikanern, festzustellen, deren beide Gruppen zusammen 31 Mitglieder zählen. Es ergibt sich, daß die ehemaligen Kartellparteien ungefähr die Hälfte der Kammer bilde», wenn man noch die auf 53 Mitglieder angewachsene Gruppe L o u ch« r hinzuzählt, die wie. derholt erklärt hat, mit den Radikalen zusammenarbeiten zu wollen. Wo» die andere Hälft« der Kommer anbetrifft, so üt hie? die Zersplitterung noch erheblich größer. Auch hier ist die Tendenz, nach link» zu gehen,«vre sich schau nach den Woh- len zeigte, stärker als die Anziehungskraft der Gruppe Marin von der äußersten Rechten. Diese Gruppe ist angesichts der Un- sicherheit des Zentrums außerstande, den Stamm eines neuen Ra- tlonalen Blocke abzugeben, und es zeigt sich, daß die von ihr so übel empfuichene Uebergehung anläßlich der Neubesetzung de» Ar- beitsinimsteriums nur den tatsächlichen Verhältnissen entspricht, von einem Siege derRechten in den frairzösischen Kammerowhlen wird danach keineRedemehr sein können. auswärtigen Anleihe« die Ausdehnung der Geschäststätigkeit stimn- liert hätten, folgt die außerordentlich inleressaute Bemerkung, daß die allgemeine Bildung van Kapital innerhalb Deutschland» größer geweseu sei. al» die Ansammlung der Auslandsschuld. So hoch man nun auch die Auswirkungen der Konjunktur an- zuschlagen hat, so wäre dies« Konjunktur u. E. ohne die Ausländsanleihe kaum möglich gewesen, damit auch nicht der Ueberschuß der inlä irdischen Kapitalbildung, womit der Reparationsagent seine bisherige Stellung auch zu den öfsentlichen Auslandsanleihen fat einem gewissen Umfang selbst desavouiert. Zur Festsetzung der Reparationsschuld äußert der Reparationsagent in seinem neuen Bericht seine Mei- mnrg nicht diwkt, wie wir schon hervorgehoben haben. Er fragt, welche Bedeutung der Zeichner deutscher Ausländsanleihen den gegenwärtigen deutschen Reparationsverpssichtungen zumesse. Dieser müsse, wenn die deutsche Auslandsschuld steige, in steigendem waße nach einer klaren(feslstellung de» endgültigen Ausmaßes der Repa- rakionsverpflichluvgen verlangen, wenn diese Frage nicht in absehbarer Zeil beantwortet würde, könne angenommen werden, daß die Kapilalisten der well weniger geeignet sein werden, ihre Ersparnisse Denlschland zu leihen, und daß sie die» jedenfalls nur zu solchen Sähen tun werden, die sie für die damit verbundenen Risiken ent- schädigen. Die endgültige Festsetzung der deutschen Rcporotionsver- pflichtungen werde daher zum mindesten au» diesem Grunde eine Angelegenheit von wachsender praktischer Bedeutung. Auch die gegenwartige Kreditkrisis in der L a n d w i r t s cha s t hält der Reparationsogent für ein« Angelegenheit, zu der er Stellimg nehmen muß. Er macht dabei die generell die preu. ßische Agrarpolitik rechtfertigende Bemerkung. daß bei der lebenswichtigen Reorganisation landwirtschastlicher Methoden zunächst Bedacht genommen werden müsse auf Produktions- zweig«, die ein dicht bevölkertes Ind-chrieland am besten aufrecht erhalten können, z. B. Milckz-, Vieh-, Geflügel- und Ge- m ü s c p r a d u k t i o n. Aus der ondeoeu Seite bezeichnet er die Ai-ltskiiaungen der deutschen K o h l e n i n d u st r i e, P reicht bor- böb'mgrn oni dnn Inlandsmarkt z»o»nltrn des Koblennbsake? in den bestrittenen Gebieten durchzuführen, als verkleidete braucher», die nur die gegenteilige Wirkung für den Inlands« markt und den Aussuhrhandet haben können. In seinem Schlußwort sagt der Reparationsogent. daß der van* s- Plan nicht Selbst. zweck, und daß da, Hauptproblem in der eudgültlgen Festsetzung der deutschen Reparationsverpstichtungen zu erblicken fei. Zm Interesse aller Beleillgteu läge es,.durch gemeinsame» Abkommen zu einer endgültigen Regelung, und zwar, wie dte Sachverständigen beschlossen hätten, so bald, wie die Umstände dies erlaubten, zu gelangen". (Sowjetrubel in England. Sine Erklärung von Johnson Hicks. London. 11. Juni. Im Unterhaus gab heute in Beantwortung mehrerer An- fragen der Staatssekretär des Innern, Ioynson Hicks, eine sehr ausführliche Erklärung über die Untersuchung ab, die er in der Frage der Unterstützung der britischen Kommu- nistendurch russisches Geld hat anstellen lassen. Er sagre, es seien eine Anzahl Transaktionen festgestellt worden, die in Au». tausch von englischen Banknoten gegen Schatzichein« bestanden, und es sei nicht zu bezweifeln, daß dies auch der Weg sei, auf dem Geld an die komnumistijcheu Organisationen während der Zeit vom Juni 1327 bis April 1028 gelangte. Diese Transaktionen in Höh« von 40 000 Pfund Ste-ting seien von einem Angestellten der Wechsel- stell« der Moskwa-Narodny-Lank in London unternommen worden. Eine groß« Anzahl Schatzschem», die dieser Mann erhalten habe, seien in die Hand der kommunistischen Partei Großbritanniens und der ihr angeschlossenen Körperschaften ge- langt. Aehni-.chc Transaktionen in Hol* oon lZlM bis 14000 Pfund feien von drii Angestellten einer n esst scheu Handel sorgen? ja» tioii in London ausgeführt worden. Die drei Augestellten seien darausbin entlassen worden, und die Direktor«« der Bank Mteg chre Bücher.zur noilca, EmKchtmchwe zur Borjügi mg gestellt, Nur kurze Tagung des Landtags. Am Donnerstag Vertagung bis 10. Juli.— Vorher Miß- traveasanträge. Anschloß Wolbecks, Klaggenfrage. Dem Landtag liegen drelItitztrauensantrSge vor. zwei Anträge gegen das Gesamttabinett, die von den Kommunisten und von den Deutschnotionalen eingebrocht vordsn sind, und ein non den Deutschnatianalen eingebrachter Sondermißtravensantrag gegen den Kultusminister Becker. Zur Abstimmung«erden nur zwei Anträge gebracht«erden, nämlich der kommunistisch« gegen da« Gesamtkabinett und der deutschnational« gegen de» Kultusminister Becker. Ueber den kommunistischen Antrag wird, da er als erster eingebracht wurde, auch an erster Steve abgestimmt »erden: damit erledigt sich der deutschnationale Antrag gegen das Kabinett. Der Asltestenrat beschloß, in« Ausschüsse in der alten Stärke bestehen zu lassen. Ferner wurde die Reihen« folge festgesetzt, in der die Fraktionen Anspruch auf die Aemter d«s Ausschußvarsitzenden haben. Bor der Abstimmung über die Miß. trauensooten sollen ein« Reihe von Dorlagen zur Beratung komme.,, so der Staatsvertrag mit Waldeck und die Flaggennotver- ordnungen. Am Donnerstag wird sich dann voraussichtlich der Landtag bis zum 10. Juli vertagen. Den, Gesetzentwurf über die Bereinigung WaldecksmitPreußen ist der mit Waldeck abgeschlossen« Staotsvertrag beigefügt. In der Begründung weist das Staatsministerium aus di« nicht unerheblichen Lasten hin, die sich aus dem Staatsoertrag und dem Schlußprotokoll für Preußen ergeben. Trotz dieser Lasten und trotz dem Wegfall einer eigenen preußischen Stimme im Reichsrat glaubt sich das Staatsministerium für die Genehmigung einsetzen zu sollen, da diesem ersten Anschluß eine» Landes an Preußen nach der Staats- un, wälzung besondere politische Bedeutung bei- zumessen sei. Die zur Durchführung des Staatsvertroges erforder- lichen Mittel werden im Haushaltsplan 1029 angefordert werden. Oer Erfolg der Landbundhche. Eliernbeiraiswahlen in Leipzig. Sieg der wettlichen Schule. Leipzig. U. Juni.(Eigenbericht.) Bei tat Sltarnbeieatswahlen am Sonntag erzielten: Ehristliche Elternverelne«. �. ZI 085 Stimmen, 294 Sitze Weltliche ElternrSt«(SPD.) 21 4«3. 200. Proletarische Elternräte(KPD.). 6 252. 73. Mithin besteht ein« Mehrheit von 372 weltlichen Vertretern gegen 204 christliche Vertreter. Bemerkenswert ist„eben einer zurückgegangenen Wahlbeteiligung, die nur 60 Proz. betrug(im Barjahre 70 Proz.) und auf die kurz vorhergegangene Reichstags- wahl wesentlich zurückzuführen ist. der S t i m m e n r ü ck g a n g der Chri st lichen. Der Anteil der christlichen Stimmen an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen betrug noch im Jahre 1024 52 Proz. Bei der jetzigen Wahl betrug er nur knapp 44 Proz. An 30 von 56 Schule« bestehen nun weltliche Mehrheiten._ Cm Jubiläum und ein Malheur. Die ehemaligen Angehörige« des 1. Garderegiments feierten über Wochenend in Potsdam da« 240, ährige Jubiläum de» Regiments. Man kann dies« Kriegervereine, die naturgemäß stark von ihren monarchistischen Erinnerungen leben, ihre Feste feiern lassen, wie sie fallen, solange sie nicht di« Geschmacklosigkeit begehen. die Reichewehr zu politischen Zwecken zu mißbrauchen. Di« Koier der ehemaligen Angehörigen des Leib-Sarde- chusoren-Regiments acht Tag« vorher hatte durchaus da» Gesicht«wer gegen die Republik gerichteten monarchistischen Demon- stroiio«, und nach einem Bericht der Jst reu z- Z«i tung" folltesich riire Abteilung des Potsdamer Reiterregiments an einem Teil der Feier beteiligt haben. Da» war aufs schärfst« zu tadeln. Das Reichs- mehrmimsterium hat inzwischen die„Kreuz-Zeitung" Lügen gestrast, indem es darauf hinwies, daß das Reiterregiment sich in den frag- lichen Tagen gor nicht in Potsdam befand. Die Feier desl. Garderegimentsist nach dem Bericht der .Lreuz-Zeiwng"— dem Reichswehrministenum wird diesmal das Den�nti erspart bleiben— ohne Zwischenfall verlaufen, und man brauchte sich nicht mit ihr zu befchättigen, wenn nicht das Blatt des Grafen Westarp dem Hofprediger Dr. Bogel bei seiner Ansprache mährend des Fetdgottesdienstes ein Wort in den Mund legte, dos der Rochwelt erhalten bleiben muß. Es lautet: .Unsere Ehre ist zerschlagen! Aber mag es auch noch so au». sichtslo» erscheinen, so glauben und bekennen wir uns doch zu dem asten Alliierten von Fehrbellin, Hohensrtedberg, Qeuthen, Katzbach und Leipzig. Es gilt, hilf dir selbst, dann Hilst dir Gott." Der alte Alliierte von Fehrbellin wird über die Skepsis seine« Hofprediger, nicht wenig erbost sein. Oder zieht« auch Dr. Bogel vor, da» Blatt de» Grafen Lügen zu strafen? Keug und Leu. Mvalitäi zwischeu den Eroberen» von Peking. Peking. 11. Juni. General Feng hat entgegen seinem Abkommen mit Gene- neral Jensischon die Regierungsgebäud«. die Bonken, die Post und da» Gebäude des Präsidenten der Republik besetzt. Dadurch beherrscht General Feng die Stadt Peking. Jensischon droht, seine Truppen aus Peking zurückzuziehen, wenn die Nankingregierung General Feng nicht Befehl gibt, die besetzten Gebäude zu räumen. Vierfacher Mord! Die Tat eines Verzweifelten. Magdeburg, tt. Zani. 3a tan Dorfe Osterweddingen bei Magdeburg tötete heute der 41jährige Feuerwehrmann Karl Schwan die Sricgerwitwc Eichwauu. bei der er seit 1010 wohnte, ferner deren 1 4 j S h r i g e Tochter. Seine beide« eigene« Sin- der. e« töjährlge» Mädchen und«inen jrjährigen Sohn verwundete er schwer. Sie sind zwar lebend los Kranken- hau» nach Magdeburg gebracht worden, doch besteht keine Hoffnung. sie am Leb« zu erhalte». Der Täter wurde im Stall der Jtaa Eichmann erhängt aufgefonde«. Auf einem hinterlassenen Zettel erklärte der Mörder. baß er dt« Tat an, Derzwelflvng begeh«,«erde. Der Täler. der mit der Fron Eichmona in Uv stieben lebte, ist als jähzornig bekannt. Er kam in angetrunkenem Zustande noch Hanfe und man glaubt, daß er sich dann zu der Tat hinreißen ließ. Oer Schuß ist hinten hinaus gegangen! Die Opposition im Landtag. Parteienaufmarsch zur Regierungserttärung. J«, Landtag«röfsnete gestern Abg. Herold(Z.) die allgemeine Aussprache über die Regierungserklärmig mit folgender Erklärung der Kootitionsparteien: Die dtui koalierten Parteien billigen die Erklärung, die am 0. Juni d. I. durch den Herrn Mmisterpräsidenten Dr. Braun namens des Staatsministeriums abgegeben worden ist. Sie stimmen den Richtlinien der Regierung zu, die auf die soziale und kulturelle Hebung der breiten Volkskreise und die För- derung der Wirtschaft hinzielen: sie hoffen mit dem Staatsnüniste-- rmm auf eine gedeihliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit tan Landtag. Sie sind insbestmder« avch ihrerseits bereit, z« ge- gebener Zeit in ein« Beratung über die Erweiterung der Regierungsbasi» unter den vom Staatsministerium dafür angegebenen Aoraussetzungen einzutreten. Abg.«. Mnterfelß lDnot.) betont, daß nach der Verfassung der Landtag den Minister- Präsidenten zu wählen hat. Danach hätte di« Regieruu, .zurücktreten müssen.(Sehr wahr! bei den Dnat.) Em Irrtum sei es, daß die Wähler der Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen hätten. 0 150 000 Wähler hätten für die Rogienmgsparteien gestimmt, aber 9 650 000 für die anderen Parteien.(Hört, hört! bei den Dnat.) Die Landtogsmehrheit der Regierunqskoalition sei nur auf den Ausfall der für Splitterparteien abgege- benen Stimmen zurückzuführen. Die Vcrbreitimq der kurz vor den Wahlen abgegebenen Regierungserklämng mit Hilse von Steuermitteln sei nichts anderes als amtliche Wahlbeein- s l u s s u n g gewesen.(Sehr richtig! bei den Dnat.) Warum de- kämpfte diese Regierung denn die Farben S ch w a rz w e i ß r o t? An Schwarzrotgold hätten doch höchstens die paar Demokraten ein Interesse: die Sozialdemokraten wallten doch ihre rote Fahne hoben.(Große Unruhe links.) Wir sprechen dieser Regierung unser Mißtrauen au»!(Lebhafter Beifall bei den Dnat. und Händeklatschen, das vom Präs. Bartels gerügt wird: Zischen links.) Abg. Pieck(Komm.): Mit Recht hat der Vorredner hervorgehoben (Aha!>Ruf« bei den Soz.), daß der Wahlausfall kein Vertrauens- votum für die Regierung ist Di« Mehrheit der Regien, ng»- koalition ist nur aus den ungehenren Linksruck der Wähler- massen zurückzuführen, die den bürgerlichen Parteien davon» laufen, wovon heute noch allerdings di« Sozialdemokratie den Hauptgewinn gehabt hat. Aber die Radikalisierung der Werktätigen durch die Politik des Schwerkapitols und der Truste macht Fortschritte, sie wird über die Sozialdemokratie hinweggehen, meik diese die schwerkapitalisiische Politik überhaupt erst ermöglicht. (Sehr wahr! bei den Komm.) Für die Kommuni st en sei eine Regierungsgemeinschaft mit den Sozial- demokraten undenkbar, solange die Sozioldemokrotie zur Grundloge ihrer Politik die Erhaltung de» kapitMtischen Staat«« mache. Schärfer noch al» den Sozialdemokraten gelte der tommu- nistische Kampf den Rechtsparteien.(Händeklatschen bei den Komm.) Abg. Cichhaff sv.pp.) erklärt, seine Freunde seien der Meinung, daß der Berfassung gemäß ein« Neuwahl des Ministerpräsidenten notwendig wäre. In dem Ausfall der Wahlen könne die Volkspartei eine Vertrau enskundgebun� für die heutig« Regierung nicht erblicken. Die Bolkspart«, könne dieser Regieruno ihr Der- trauen nicht aussprechen. Wörtlich fuhr Abg. Eichhoff dann fort:„W,r haben immer auf dem Standpunkte gestanden. daß im Reich und in Preußen ,m Interesse einer reibungslosen Zusammenarbeit gleichartige Regierunge« zu bilden sind. Auch an dieser Stellungnahme hallen wir gerade heute fest. Die Erttärungen de» Herrn Ministerpräsidenten über feine künftige Politik sind derart allgemein gesaßt, daß ihr« politi- (che Wertung nur von ihrer praktischen Ausführung ab- höngig gemacht«erde« kann. Mit der praktischen Ausführung ähn- sicher früherer Erklärungen des Herrn Ministerpräsidenten sind wir. wie die Regierung und das Hau» wissen, in der Vergangenheit pieisach nicht einverstanden gewesen. Zu einer eingehenderen Stellungnahme zu de» Erklärungen des Ministerpräsidenten liegt im Augenblick ein Anlaß für uns nicht vor." Abg. Vieftex(D.Hannov. P.)«klärt, di« Deutschchannov«, sche Partei spreche der gegenwärtigen Regierung da« schärfste Mß- trauen au». Abg. Laden dorff(Mrtfchaftspt.) Der Ausgang der Wahlen ist kcinesmeq« eine Bertrauenskund- gsbung für die Weimarer Koalition gewesen: man müsse auch die schweren Verluste des Zentrums und der Demo» k raten berücksichtigen. Mit der Rogierungsvolitik diestr Koalition seien nur di« Geschäfte der Sozialdemokraten auf Kosten de» Zemrums und der Demokraten besorgt worden. Dk Wirtschojtspaetei könne, der jetzigen Regierung ihr Der- trauen nicht aussprechen. Abg. Sude(Nat.-Soz.): Die Nationlsozialisten werden für den deutschnationalen Mißtrauensantrag stimmen, aber auch für den der Kommunisten. Abg. Haas(Soz.): Als Herr von Wintsrseldt von der Unehrlichkeit der Regierungs- Politik sprach, war ich versucht, seine Kritik auf die Bürgerblock- regierung im Reich« und die Stellung der Deutschnationalen zur Frage de» Republikschutzgesetzes, zur Aufwertung und zur Außen- potittk zu beziehen. Die Berufung der Deutschnationalen aus den lebendigen Geist de» Christentum» ist gänzlich ummge'.'rochl. Wer wie sie gegen die Berteilm, g der Steuerlasten nach der wlrtschastlichen LeifiunzssShigkeit. jede« Zollabbau und damit für die per- «eueruug der cebensmiltel der Aermften ist. verrät wenige. christlichen Gast. 3n unserem Programm fleht nichts vom Christentum: doch beweisen unsere Taten auf sozialpolitischem Gebiete, daß wir mehr von ihm in uns haben, als die. die sich immer auf da» Christentum berufen.(Sehr wahr! link») Im übrigen scheint da« Verlangen der Deutschnationalen gegenüber 1025, unter allen Umständen in die preußische Regierung hinein- zukommen, durch den Wahlausfall merkwürdig gedämpft zu sein. Allerding» bemüht sich auf der anderen Seite Herr Pieck mit seinem Mißtrauensvotum, für die Deutschnationalen di« Kastanien au» dem Feuer zu holen. Es ist richtig, daß auch di« Kommunisten an Stimmenzahl gewonnen haben, und die„Rote Fahne" schrieb unmittelbar nach dem Wahlkampf, daß nicht Worte und Agitation allein, sondern auch Taten nunmehr für die Kommunisten zeugen müßten. Soäter hat allerdings Herr Eberlein das Gegenteil davon bekundet. Und Herr Pieck hat heilte ausdrücklich am Schlüsse seiner Rede erklärt, daß den Gewerkschaften und der Sozioldemokrotie verschärfter Kampf gebühre. Noch schärfer sollen allerdings die Rechtsparteien angefaßt werden. Wir bekennen, daß wir im alten Landtag und im Wahlkamps davon nichts gespürt haben. Da ging der Kampf ausschließlich gegen die Sozialdemo- k r a t i e und der sofort von den Kommunisten ein- gebrachte Mißtrauensantrag gegen die Staatsregierung zeigt, daß das auch in Zukunft so bleiben soll. Herr Gchwenck von den Kommunisten wird allerdings als neugewählter Präsident des Landtages Gelegenheit zu praktischer Mitarbeit haben. Die Bolkspartei steht nach ihrer heutigen Erklärung der Regierung immer nach mißtrauisch gegenüber: gleichwohl will sie der Regierung das Vertrauen nicht absprechen. Die Regierungserklärung hat der Bolkspartei zur BUlorbeit die Tür geoffnel. Wir verlangen indes, daß der Einfluß der Sozialdemokratie sich nach Bloßgabe des Wahlergebnisse» durch- fetzt, gleichgültig wie die Regierung der Zukunft aussieht. Trotz allen Geschreies über sozialdemokratisch« Futterkrippenposilik hat die Sozialdemokratie im Wahlkampf den größten Erfolg gehabt. Die Republik gehört den Republikanern. Wir lassen keinen Zweifel darüber: Mehr noch als bisher müsse» Arbeiter in die maßgebenden Posten de» Staate, hineinkommen. Hier ist da» Unrecht de» alle« Staates gegenüber der Arbeiterschaft wieder gutzumachen. Wir erwarten auch, zehn Jahre nach der Revolutinv, nunmehr die baldige Verabschiedung einer neuen Städte- und Landgemeindeordming, die stch von der allen allerdings durch«inen «esenttich fortschrittlicheren Inhalt unterscheiden muß.(Sehr wahr! bei den Soz.) Di« Wahlen haben durch dos Anwachsen der Arbeiterparteien sehr deutlich die Stimmung gegen die kapitalistische Ausbeutung»- Wirtschaft aufgezeigt. Die Konsequenzen können nur sozial« Taten und die Heranziehung der Arbeiterschaft zu den öffentlichen Aemtern tri größerem Umfang als bisher fein. In diesem Bestreben wird die Regierung die Unterstützung der erheblich verstärkte« sozial- demokratischen Fraktion finden.(Lebhafter Beifall bei den Soz,) Abg. Dr. Lauscher(Ztr.): Hchte der Rechenschaftsbericht, der Staqtsregierung wirklich nichts Positives entHallen, dann ist es verwunderlich, daß die deutsch- nationale Presse ihn ihre« Lesern ängstlich verschwiegen hat. Der Erfolg der Wirtschaftspartei ist lediglich auf ihre skrupellose Agitationspraxis ,u setzen, di- frei pon jedem B«. antwvrtlichkeitsgesühl ist. Es mich unsere Aufgab, sein, nicht mehr der verlorenen Vergangenheit nachzutrauern, sondern darüber zu sprechen, was in Zukunft ,u tun ist. insbesondere auf den, Gebiete des Hohnungswesens. Der Redner setzt sich sodom, für die wirt- schaftliche Hebung der gefährdeten Grenzgebiete ein. Hieraus wird die Besprechung abgebrochen und auf Dienstag, dem 12. Inn!. 12 Uhr, vertagt. � Auj der Tagesordnung stehen außerdem»uug« tUümt Säctiatm. England und der Achtstundentag. Auf der Lnternaiionalen Arbeitskonferenz. Im Verlauf der gestrigen Debatte über den Bericht des Direktors Albert Thomas auf der internationalen Arbeitskonferenz gab der englisch« Regierungsvertreter Wolf« in Beantroor- tung einer Frag« des englischen Arbeiteroertreters P o u l t o n eine überraschende Erklärung ab. Di« englische Regierung suche seit Iahren vergebens zu einer einheitlichen international gültigen Inter» pretatlon über die Anwendung des Washingtoner Achistundenabkommens zu gelangen. Wolse oerlas dann eine kurz formulierte Erklärung der englischen Regierung, wonach „die englisch« Regierung bei aller Zustimmung zu den Grundsätzen des Achtstundenabtommens und im Lichte der Besprechungen auf der Londoner Konferenz zur Sicherung des notwendigen Fortschritts wünscht, die Grundsätze der Konvention in genauer Weise zu definieren und damit die unerläßliche Grundlag« sür eine einheitliche internationale Anwendung des Abkommens zu schaffen". Di« englische Regierung sei erstaunt über die vielfach miß- verständlichen Interpretationen, die schon die erste Erklärung des englischen Regierungsdelegierten B e t t e r t o n im Verwaltungsrat hervorgerufen Hab«, denn die e r n st e A b s> ch t der englischen Regierung, die Washingtoner Acht. stundenkonvention so schnell wie möglich zu rati- f i z i« r« n, ergebe sich ja schon aus der Tatsache, daß sie ihren Reoisionsantrag jetzt schon«ingebracht hat, während sie, wenn sie schlechten Willens wäre, wenigstens bis zum Jahre 1931, wo die Revision aus alle Fäll« vorgenommen werden muß, hätte warten können. Wenn die Erklärung des früheren englischen Regierungs- Vertreters Betterton allgemein und nicht zuletzt in England selber derart..mißuerständlichen" Interpretationen" begegnete, so lag dies an der damaligen Erklärung und der ganzen Art, in der sie vorgebracht wurde. Offenbar hat der E n t- r ü si u n g s st u r m, den die damalig« ErNärung unter der ge- samten internationalen Arbeiterschaft Hervorries, und das p e i n- liche Aufsehen, das sie in allen sozialistisch gerichteten Kreisen erregte, die englische Regierung veranlaßt, ihren Standpunkt in dieser Frage neuerdings zu revidierem Hätte es sich lediglich um ein Mißverständnis gehandelt, dann hatte die englische Re- Pierling längst Gelegenheit, in Irgendeiner Form«in« Klarstellung zu geben. Der englische Regierungsvertreter lehnte es ab. die einzelnen Revisionswilnsche aufzuzählen. Die Arbertnshinervertreter erklärten einmütig, sich mit dem allgemeinen Satz der Erklärung nicht be- gnügen zu können. Ziemlich allgemein kam zum Ausdruck, daß die Zahl der Ratifikationen noch völlig ungenügend sei. Iouhaux betonte, daß der Optimisnni» des Direktors in dieser Beziehung nicht der Wirklichkeit entspräche. Wenn man den wahren Wert der voll- zogcnen Ratifikationen berücksichtige und daran denk«, wieviel Konventionen überhaupt nicht oder nur von ganz kleinen Staaten ratifiziert worden seien, so müsse man von traurigen Er- g« b n i s s e n spvecwn. Der belgisch«. Arbeitsminister Heyman betont«, daß feine Regierung unbedingt an der Äufrechterhaltung der Rechts- komx-ntionen ohne jede Einschränkung sesthält. Der deutsch« Regierungsvertreter, Ministerial- dirigent Dr. Weigert, erklärte in Besprechung des Standes der Ratifizierung der Arbeiisubereinkommen, daß der Direktor Albert Thomas mit Recht in feinem Jahresbericht darauf hinweist, daß es mit der Ratifizierung allein nicht getan ist, daß es vielmehr darauf ankommt, ob und wie die ratifizierten Abkommen angewandt werden.(Die Ratifizierung muß also vorgenommen und durchgeführt werden! R-d.s Die Zahl der deutschen Ratifikationen werde vor ollem dadurch bestimmt, daß Deutschland sich nach wie vor un- bedingt in der Reihe der Länder hält, die ein Abkommen« r st ratifizieren, wenn die nationale Gesetzgebung diesem Abkommen entspricht. Es sei mit Sicherheit anzunehmen, daß sich auf diesem Weg« die Zahl der deutschen Ratifizierungen in naher Zukunft wesentlich vermehren werde. Uebergehend zu den deutschen Veröffentlichungen des Arbeitsamts gab er seinem Bedauern Ausdruck, daß sie trotz ihres weiteren Anwachsens zahlenmäßig immer noch nicht der Bedeutung entsprechen, die die deutsche Sprache gerade auch für die sozialpolitische Unterrich- tung Hab«. Schließlich behandelt« Dr. Weigert das Problem der inter- nationalen Freizügigkeit des Arbeitnehmers, das, wenn nicht schon für heute, so doch für ein« nahe Zukunft ein« große Auf- gäbe des Internationalen Arbeitsamts darstelle. Die Freiheit des Arbeitnehmers, Arbeit in jedem Lande aufzunehmen, in dem er sie finden kann, muß zurückgewonnen werden, und in dem Kampf um dies« Freizügigkeit sollte die internationale Arbeitsorganisation stärker führen als bisher, da sie nur durch ein« internationale Aktton zurückgewonnen werden kann. * Der Generalsekretär des Internationalen Eh ristlichen Gewert- fchaftsbundes Serrorens-Holland beklagte sich, daß bei den Wahlen der letzten Woche in den Vcrwalwngsrat die christliche Arbeiterschaft wieder keinen Vertreter erhalten konnte, und verwahrte sich unrer Berufiing aus Abmachungen mit der Amsterdamer Gewertschasts- zentrale gegen die Aschenbrödelrolle, in der die Arbeitergruppe der Konferenz die christlich-soziale Arbeiterschaft halten wolle. Wir sind fest davon überzeugt, daß in dem Augenblick, in dem eine christliche Gruppe der Unternehmer im Verwaltungsrat vertreten sein würde, die Klage von Serrarens gegenstandslos wäre. Vom Arbeiisschuhgeseh. Der Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes ist in der vom Reichs- rat abgeänderten Fassung soeben in einem Sonderheft zum Reichsarbeitsblatt veröffentlicht worden. Damit sollen, wie verlautet, nicht fertige Tatsachen geschaffen werden: das Reicks- arbeitsministerirnn Hobe es nur für zweckmäßig gehalten, die Reichs- raisfassung zusammenzustellen, um so eine bessere Gnmdlog« für die Weiierorbeit zu geben. Ein Blick in die neue Fassung zeigt, daß an der Borlage von der neuen Reichsregierung wie vom neuen Reichstag noch recht kräftige Beränderungen vorgenommen werden müssen, wenn das Gesetz für die Arbeiterschaft annehmbar werden soll. Bei dem Kapitel der A r b« i t s a u f s i ch t ist z. B. alles beim alten ge- blieben. Eine Neuorganisation der Arbeitsaufsicht ist aber unumgänglich notwendig. Die dem Sonderbest beigegebene Karte über die Gruppierung der Bezirk« der Gewerbeaufsichts- Kmter im Reich gibt die beste Rechtfertigung sür die vom Allgemeinen Deutschen Gewerdschastsbund gefordert« Reform der Arbeitsaufsicht. Die Kart« der Aewerbeauffichisbezirke zeigt ein buntscheckiges Durcheinander. Auch hier muß wie bei der Reu- gnippisrung der Arbeitsämter endlich einmal reiner Tisch gemacht werden. Der Auibau der Grnpvierung muß im großen und ganzen nach dem Borbild der Reich sanft alt für Arbeitsvermittlung und ArbcHsiosennerfickerunq erfolgen. 2I!fn_ lokale Auksichtsömter, Landesarbeitsaufsicktsämter, und eine Reichsarbeiisaufficht: Errichtung der Landesarbeiisaufstcht für die Bezirk« der Landesarbeits- Smter, aber keine Abtrennung der Reichsorbeiisaufsicht vom Reichs- orbeitsministerium wie bei der Rcicksanstalt! Keine übermäßige Zentralisierung, da das Sckweroewicht in der Aufsicht künftig wie bisher bei den lokalen Auffichtsämtern liegen muß! Die drei Hauptmängel, an denen bisher die Durchführung des Arbeitsschutzes litt, sind: Nebeneinander von Körper- s ch a f t e n. die vielfach gleiche Arbeit zu erledigen haben. Mangel an Einheitlichkeit infolge der einzelstaatlichen Zersplitterung und Mangel an Selbstverwaltung in der Arbeitsaufsicht. Hier muß gründlich Wandel geschaffen werden. Neue. Gauleitung des ZdA. Am Sonntag vormittag wurde auf der Gaukonferenz des ZdA. zunächst längere Zeit über die Zufammenfastung der bisher selb- ständigen Gaue Brandenburg-Mecklenburg und Grenzmark-Nieder- lausitz sowie der Ortsgruppe Berlin zu einem einheitlichen Gau Brandenburg-Mecklenburg-Grenzmark debattiert. Nur wenig« Delegiert« hielten diese Reorganisation für unzweckmäßig oder ver- früht. Die meisten Redner begrüßten diesen Schritt des Verbands- Vorstandes, der doch nur die Ausführung eines. Befchlusies des letzten Verbandsiages sei und sich bestimmt nur zum Vorteil der Org.ani- sation auswirken werde. Die letzten Zweifel dürsten durch die Aus- fühnmgen des Genossen Wucher vom Verbandsvorstand beseitigt worden sein, der mitteilt«, daß sich die im Reich bereirs überall durchgeführte Reorganisation sehr gut bewährt habe. In einer im Anschluß an die Aussprache«instimmig enge- nommenen Entschließung verpflichteten sich die Delegierten, ihre Werbearbeit aus das höchste zu steigern, um auch in den kleinsten Städten die Grundlage zu schaffen für den Abschluß von Tarif- vertrögen, in denen die Bezahlung der Angestellten und Lehrlinge, die Arbeitszeit, der Urlaub und die übrigen Arbeitsbedingungen ver-� nünftig geregelt sind. In einer ebenfalls einstimmig angenommenen Entschließung zur Sozial- und Wirtschaftspolitik, wird im Interesse der älteren stellungslosen Angestellten die Herabsetzung der Altersgrenze in der Aageftelltenoersicherung auf mindestens 60 Jahre gefordert. Es wird weiter oerlangt die Sicherung des Achtstundentages im Arbeiisschutzgesetz.«ine planvoll« Arbeitsmarkt- organisaiion und die Einführung des Melde- und Benutzungszwanges beim Arbeitsnachweis, wodurch die Unternehmer gezwungen, auch älter«, höher bezahlte Angestellte einzustellen. Die zum Schluß vorgenommenen Wahlen der ehrenamtlichen Gauleitung, der Gaufachgruppenlvtungen und der Gaujugendleitung erfolgt« noch den Vorschlägen, wie sie in einer gemeinsamen Sitzung der beiden bisherigen Gauleitungen gemacht worden waren. Nheinschiffahrts-Schiedsf�ruch abgelehnt. , Duisburg, 11. Juni.(Eigenbericht.) Das Deck- und Maschinen personal der Rhein- schiffahrt Hot den vom Reichsarbeitsministeriinn gefällten Schiedsspruch für die Rheinschiffahrt vom 4. Juni gegen eine oer- schwindende Minderheit abgelehnt. Ueber die Stellungnahme der Arbeitgeber liegt noch kein« Mitteilung vor. Auch die Arbeitgeber lehnen den Schiedsspruch ab. ,/Vergmannsglück." Ein Spiel mit Arbeiterexistenzen. a Lochum. 11. Juni(Eigenbericht.) Di« Betriebslag« der verschiedenen Schacht- anlagen hat noch Mitteilungen der Staatlichen Bergwerke A.-G. Recklinghausen, angeblich infolge von Absatzschwierigkeiten, eine weitere Berschlechterung erfahren. Die durch die zahl- reichen Feierschichten notwendig gewordenen M a s s e n e n t» lassungen werden etappenweise durchgeführt. Die Verwaltung hat den Abbau von 1450 Belegschafts- Mitgliedern beschlossen. Für die einzelnen Schachtanlagen sind die Ziffern der zur Entlastung gelangenden Belegschaftsmitglieder noch nicht festgelegt. Lediglich für Schacht Waltrop steht der Umfang des Belegschaftsabbaues fest. Hier sollen 250 Bergarbeiter entlassen werden. Voraussichtlich wird die Zeche Bergmannsglück die Haupttast des Abbaues zu tragen haben. Es heißt, daß hier 850 Mann entlasten werden sollen. Auf Bergmannsglück beabsichtigt man künftig nur noch mit einer Schicht zu fördern. Das letzte Wort ist in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht gesprochen. T»»tlcher S,i!gciv«�,bv»d. B-ug-uxrlschasi Belli». R«chgr»n>e der TIpfe«. saunnlung allen Kollege» bekanntzugeben. Die?»chgr»pp«»leit»»g. I. Dreher. t Freie Gewertfchasts-Iugend Groß-Verlin Trankfnrter Blee: Gruppenheim Städtische« Zuaendheim Litauer Str. IS. Zimmer 2. Borirog:„Eerualprodleme."— Re». Lichtenberg: Jugend- heim HaufsstraKe(Sp-rtDwtO, an der LessingstraK«. Hans-Rnmann- und itarl-Ettinger-Abcnd.— Landsberger Plag: Gruppe nheim Jugendheim Dlcstelmeqcrstr. 5. Vortrag:»Sinn und Wert de» Wanderns.'— Trepto»: Sruppenheim Jugendheim Schule Wildenbruchstr. 53/54. Vortrag:.Religion und Aberglaube.'— Südofteu: Grupvenheim Jugendheim de» Verk-hrsbunde«, tkngclufer 24/25, Aufgang B, part. Der Gruppenabend fällt au». Wie gehen zum fflnßbad Klingenderg.— Snmboldt: Gruppenheim Jugendheim Groua» Ecke LortzingftraKe.—«uhenfpielabende ad 18 Uhr: Südwesten: Sportplatz Am Urban. Seinndbrunaen: Sportplatz im Humboldtbain. Moabit:- Sportplatz Bremer Straße.— Rardkrei», Rorbwestlrei,: Badeabend im Volkspart Plätzen. see. Treffpunkt IStzi Uhr am Eingang. l€7\ Iuaendqruppe des Zentrakverbandes der Anqestettten. vjytv Heute, Dienstag, ab Itz Uhr, gemeinsamer Spielabend aller Iugendbezirke auf der Spielwiese 7 im Treptower Pari.— Di« Augendmitglieder de« Bezirks Äetding spielen ad 19 Uhr auf dem Sportplatz Humboldthatn.— Uedungsabend aller Teilnehmer am Iugentfpiel zur Sannenwendfcier ab 20 Uhr im Ortsdureau, Belle-Alliance-Str. 7/19. Verantwortlich kür Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: S. Kli»gelhZser: Seo/erkschaitsbewegung: Z. Steine«: Feuilleton: Dr. Zoh» Schikow,ki: Lokale» und Sonstiges: Fritz K-rftödt: Anjernen: Th. Glocke: sämtlich in Verl:» Berlaa: Borwärts-Verlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buckdruckerrt und Verlagsanktalk Paul Singer u?».. Berlin EM 88. Linden straße 8. Hierzu 1 Beilage und.Unterhaltung»ad Wiflen*. omane n. a. 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Aus der umgestürzten Ma- schine war gleich nach dem Unglück eine mächtige Feuersäule durch die daraufliegenden Wagen in die chöhe geschossen. Es hatten sich die Dogen nicht entzündet. Da» verderben kam au» den geborstenen Vampsrohren, au» denen minutenlang der Dampf aus die wagen strömte und entsetzlich« E ritte unter den unglücklichen Eingeschlossenen hielt. Nur wenige der geretteten Fahrgäste konnte Hilfe leisten. Die Nerven versagten bei den furchtboren Schreckens- schreien der verbrannten Menschen. Aber immer wieder versuchten einig« Männer in die Wagen zu gelangen, um die Unglücklichen heraus« zuholen. Allmählich begann es zu dämmern. Der Hilfs- zug aus Fürth und die Sanitätsoutomobile trafen ein. Bis dahin hatten wir den Berwundeten nur durch etwas Wasser aus den Schlafwagen und durch Decken helfen können. Arbeiter mit Schweiß- o ppa roten schnitten mm die Wagen aus, um nach Verwundeten und Toten zu sitchen. Die ersten Saniiätszüg« gingen ab. Di« un- verletzten und leichtverletzten Fahrgäste wurden mit Cxtrazügen nach Nürnberg befördert, darunter auch der wie durch«in Wunder davongekommene Heizer des Zuges, während sein Lokomotivführer in den Trümmern der Moschine tot eingeklemmt lag. Als ein großer Fortschritt hat sich die elektrische Beleuchtung der Wogen er- wiesen, denn bei der früher üblichen Gazölbeleuchtung wäre ohne Zweifel der ganze Zug mit all seinen Insassen verbrannt. Ein ungelöstes Rätsel. Die Sachverständigen der Reichsbahn, die mit der Unter- isuchung der folgenschweren Zugkatastrophe bei Siegel sdors besaßt sind, stehen noch immer in der Frage der vermutlichen Ursache vor einem oöikigrn Rätsel. Weder die Ausjagen des beteiligten Zu(si und Bahnpsrsonals, noch der bisherige Fund der Lokomvtiv- und Wckgentrümmer sowie des Gleisoberbaues lasten auch nur eine annähernd wahrscheinliche Erklärung über den Hergang de» Unglücks zu. Bisher ist man lediglich auf Kombi- Nationen angewiesen, von denen man nicht weiß, ob sie auch wirklich Glauben verdieiten. Zu diesen Kombinationen dürsten auch die immer wieder austauchenden Attentotsgerüchi« gehören. Tatsächlich hat die Reichsbohndirektion Nürnberg gestern von der Möglichkeit eines verbrecherischen Airschlages gesprochen, ohne jedoch mich nur den geringsten Anhalfepunkt für eine solche Mut- maßung zu haben. Diese Hypothese ist bei der betreffenden Reichs- bahnbehörde wohl nur deshalb in Erwägung gezogen worden, «eil eben die bisherig« Untersuchung, wie gesagt, kein« Klärung gebrocht hat. Von der hanptvenvolwng der Aeichsbahn wird jedenfalls die Möglichkeit eine» Atlenkal» sehr entschieden verveint. Tatsächlich entbehren solche Gerüchte von vornherein sehr stark der Wahrscheinlichkeit, weil noch den feststehenden Berichten des über- lebenden Lokomotivpersonals der unruhige Lauf der V-Zug-Mafchlae bereit» in Höh« des Stellwerks an der Ausfahrt des Bahnhofs Siegelsdorf konstatiert wurde. Man darf es ober als aus- geschlosien bezeichnen, daß Verbrecher sich zur Durchführung ihres Vorhabens gerode die Gleisstell« ausgesucht haben würden, die unmittelbar an dem hellerleuchteten Stellwerk in Sicht des Block- Wärters liegt. Auch die etwa 300 Meter weitergclegen« eigentliche Unglücksstellc befindet sich noch im Sehbereich des Stell- werksbeamten. der nach seiner eigenen Aussage die Eni- gleisung mitangesehen hat. Verbrecher, die einen Zug zum Ver- Unglücken bringen wallen, würden sich auf jeden Fall einen ganz abgelegenen und wenig kontrollierten Streckermbschnitt ausgesucht haben. Auch für die Annahme, daß«in Geisteskranker diese Tot verübt haben könne, fehlt bisher jeder Anhalt, zudem wüßten sich in diesem Falle, da doch ein Wahnsinniger die Strecke kaum mit der Sachkunde eines Eisenbahnarbeiters zerstören würde, in der Nähe der betressendcn Weiche irgendwelche Spuren nachweisen lassen. Die Untersuchungskommission hat all« Zug- und Gleis- trümmer, die zu Anbaltspunkien für die Feststellung der Ur- fache irgendwie dienen können, sorgfältig sammeln und nach den Nürnberger Reichsbahnwerkstötten überführen lassen, wo soweit als möglich untersucht werden soll, ob die Beschädigungen auf Materialsehler oder aus Zerstörung bei der Katastrophe zurück- zuführen sind. Vach wie vor bleibt ol, größte Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit eines Achsbruche» am vorderen Drehgestell der Lokomotive bestehen, worauf auch die bisherigen Sckplderungen der in Arag« kommenden Zeugen hindeulcn. Bielleicht hätte sich ein solcher Defekt auf grader Streck« weniger verhängnisvoll ousgemirkt. In diesem Fall aber mußt« ein solcher Schaden bei der kurzhimereinandersolgenden Durchsahrung einer Links- und einer Nechtskurve mit der dabei hervorgerufenen starken Beanspruchung der Drehgestelle zur Katastrophe führen. Im Laufe de» gestrigen Tages gelang es nach angestrengter Arbeit, die Strecke wenigstens in der Richtung Würzburg— Nürnberg fahrbar zu machen und durch Einbau von Not- weichen den Betrieb auf dieser Linie wieder ordnungsgemäß durchzuführen. Bei den Opfern. In der Leichenhalle auf dem Fürther Friedhof ruhen bis jetzt 19 Tot«. Di« elf tödlich verunglückten sind in Zeltbahnen gebetet. Acht in den Krankenhäusern Verstorbene liegen in Särgen, aus deren Deckel mit Kreide die Namen der Toten geschrieben sind. E» ist gelungen, die bei dem Unglück ums Leben geklMimenen Frauen, die bisher auf der Totenlift« als„unbekannt" verzeichnct waren, zu identifizieren. Ihre Nomen sind: Gabriel« provarcy, deren Mann, Ingenieur Eugen Pronarry, ebenfalls getötet wurde. Henriette Kaiser, Frau des gleichfalls ums Leben gekommenen Reisenden Kaiser. Fräulein Anni Gatavder. kaufmännisch« Angestellt« aus München. Frau Emma Müller, München. Da» Befinden der im Krankenhaus daniederliegenden Schwerverletzten ist nach wie vor ernst, doch besteht Hoffnung, sie am Leben zu erhalten. An der Unfallstelle, die in weitem Umfange abgesperrt worden ist, da au» allen Himmelsrichtungen Tausend« von Neugierigen herbeikommen, ist mit den Aufräumungsarbeiten begonnen worden. Dabei wird mit größter Sorgfalt verfahren, da man noch immer an irgendwelche Beschädigungen der Schienen»der Lokomotive die Ursache der fiirchtbaren Katastrophe festzustellen hofft. Die Auf- räumimgsarbeitcn, die von einer großen Arbeitsknlomie durchgeführt werden, werden aller Voraussicht nach vor 14 Tagen kaum beendet sein. Der Betneb wird während dieser Zeit eingleisig durchgeführt. Die amtliche ttniersuchung. Nürnberg, 11. Juni. Nach Mitteilung der Reichsbahndirektion Nürnberg hat die am Montag vormittag weitergesührt« Untersuchung des Eisenbahnunglücks bei Siegelsdorf, an der als Kommissar des Reichsverkchrsministcrs Ministerialrat Dr. Fritzen und als Kommissar des Generaldirektors der Reichsbahn-Gcsellschast Reichsbahn- dircktor Kilp teilgenommen haben, noch kein Ergebnis ge- zeitigt. „Liebe Eltern!" »Lieb« Eltern!" steht auf einem gedruckten Zefiel, den in Berlin die G« i st l i ch e n einer Kirche ngeineinde zur Eltern- beiratswahl verteilen lasseu. Mit..freundlichem Gruß" bitten sie die»lieben Ellern", in bewährter Weise an der evangelischen Kirche festzuhalten und die„christlich-unpolitische" Liste zu wählen. Schulter an Schulter mit den Deutschnationalen, die G e i st l i ch« n l Das sind die Schützer derjenigen, die zur Eltern- beiratswahl für ihr«„christlich-unpolitischen" Kandidaten werben. Oder richtiger gesogt: nicht Schützer, sondernSchützl sind sie! Demi die Geistlichen und die Deutschnationalen wih&fjt von einem Sieg der..Christlich-Unpolitischen" bei der Elternbcrrat»- «ahl den eigentlichen Gewinn haben. Wie oft hat man'z erlebt, daß die Schwarzweihroten auf die Ergebnisse früherer Elternbeirats- wählen hinwiesen, um zu„beweisen", wie sehr auch in Berlin die Elternschaft in ihrer Mehrhäit noch mit der von der Kirche beherrschten Schule zufrieden sei. Die Gedankenlosigkeit der immer noch viel zu vielen, die bei der Elternlteiratswab! sich durch die Schlagworte der„Christlich-Unpoliiischen" fangen lassen, wird hinterher ausgenutzt zur Förderung von Bestrebungen, mit denen diese Wähler sonst nichts zu tun haben wollen. Soll es diesmal wieder so kommen, daß die hinter den„Christlich- %dc London; QSotf§btUt. Doch Schmitt kannte die Indianer. Er besuchte den Grauen Biber oft und trug jedesmal unter dem Rock ver- steckt ein paar dunkle Flaschen. Run ist es«ine«igentüm- liche Eigenschaft des Branntweins, daß er Durst erzeugt, und der Graue Biber bekam Durst. Seine fiebernden Pulse, seine versengten Eingeweide verlangten immer mehr von der brennenden Flüssigkeit, und sein Gehirn, durch das unge- wohnte Reizmittel verstört, trieb ihn an. alles zu tun, um es zu erlangen. Das Geld, das er für Felle, Handschuhe und Mokassins eingenommen hatte, fing an zu schwinden, und je leerer sein Geldbeutel wurde, desto schlechter wurde sein« Laune. Endlich waren Geld, Waren und Standhaftigkeit dahin: nichts blieb ihm übrig als der Durst, der mit jedem nüchternen Atemzug möchtiger wurde. Da redete Schmitt wieder über Wolfsblut Verkauf mit ihm und bot ihm dies- mal den Preis in Flaschen und nicht in Geld an. Der Graue Biber spitze die Ohren. „Wenn du den Hund greifen kannst, so magst du ihn haben," war des Grauen Biber letztes Wort.— Die Flaschen wurden übergeben, ober zwei Tage später sagte der schöne Schmitt zu ihm:„Greif du den Hund." Eines Abends hatte sich Wolfsblut ins Lager geschlichen und mit zufriedenem Seufzer niedergelegt, denn der ge- fürchtete Weiße war nicht da. Seit Tagen war es ihm klar geworden, daß der ihn zu greifen wünschte, und er hatte darum das Lager gemieden. Er wußte nicht, was ihm von dem Manne Schlimmes drohte, nur daß es ihm drohte, das wußte er, und daß es bester wäre, ihm fern zu bleiben. Allein kaum hatte er sich niedergelegt, als der Grau« Biber auf ihn zutaumelte und ihm einen ledernen Riemen um den Hals schlang. Dann setzte er sich neben Wolfsblut nieder, indem er das Ende des Riemens'n der Hand be- hielt. In der anderen Hand hielt er eine Flasche, welche er unter der Begleitung gurgelnder Töne von Zeit zu Zeit umgekehrt über den Kopf hielt. So verging eine Stunde, da verkündete das Geräusch von Tritten einen Ankömmling. Wolfsblut hörte es zuerst, und sein Haar sträubte sich, denn er erkannte den Kommenden, während der Graue Biber schlaftrunken nickte. Wolfsblut versuchte, den Riemen leise aus der Hand seines Herrn zu ziehen, aber die Finger faßten . fester zu. und der Graue Biber ermunterte sich. Echwrtt kam ins Lager und blieb vor Wolfsblut stehe». i»�1*5»ü 4�1* aZ.»... r Dieser knurrte den Gefllrchteten an und verwandte kein Auge von den Händen desselben. Die eine war ausgestreckt und senkte sich longsam auf Wolfsblut Kopf nieder. Je näher die Hand kam. desto lauter und rauher wurde das Knurren dann duckte sich Wolfsblut, und, indem er die Hand immer argwöhnisch im Auge behielt, wurde das Knurren durch die schnelleren Atemzüge kürzer, bis er plötzlich so flink wie eine Schlange zuschnappte. Di« Hand fuhr schnell genug zurück, so daß die Zähne leer zusammen- klappten, aber Schmitt war erschrocken und ärgerlich, und der Graue Biber gab Wolfsblut ein paar derbe Ohrfeigen, so daß dieser sich gehorsam tief zur Erde duckte. Allein sein Augen oerfolten mißtrauisch jede Bewegung der beiden Männer. Er sah, wie Schmitt wegging und mit einem derben Stock zurückkam. Dann ergriff er den ledernen Riemen und schickte sich zum Gehen an, wobei er an dem Riemen zerrte. Doch Wolfsblut widersetzte sich. Da stieß ihn der Graue Biber rechts und links, so daß er endlich auf- stand, um zu gehen. Aber er tat es mit einem Satz, indem er auf den Fremden, der ihn wegschleppen wollte, lossprang. Doch Schmitt hotte das erwartet und gebrauchte den Stock so tüchtig, daß er Wolfsblut mitten im Sprunge zu Boden warf. Der Graue Biber lachte und nickte billigend. Schmitt zoa wieder den Riemen straff an, und Wolfsblut schlich mit gesenktem Kopf und Schwanz hinterdrein. Er lehnte sich nicht ein zweitesmal auf. Ein Schlag mit dem Stock hatte hingereicht, um ihn zu überzeugen daß der weiße Mann wußte, wie er ihn gebrauchen sollte, und Wolfs- blut war zu klug, um sich nicht in das Unvermeidliche zu fügen. Also folgte er verdrossen und leise knurrend, aber Schmitt behielt ihn wohl im Auge und hielt den Stock immer zum Schlage bereit. Im Fort angekommen band ihn Schmitt fest an und ging schlafen. Wolfsblut wartete eine Stunde, dann biß er den Riemen in wenigen Sekunden so glatt durch, als wäre er mit einem Mcsier durchschnitten. Wolfsblut blickte grollend und mit gesträubtem Haar zum Fort empor, dann kehrte er um und trabte ins Lager des Grauen Biber zurück. Er schuldete dem Fremden keine Treue, er gehörte dem Grauen Biber, dem er sich immer noch zu eigen glaubt«. Am folgenden Tage ereignete sich die nämliche Szene. nur mit dem Unterschlede, daß Schmitt ihm eine tüchtige Tracht Prügel verabfolgte. Da Wolfsblut festgebunden war, so half alles Rasen nichts, und er mußte sich der Strafe unterwerfen. Stock und Peitsche, beides wurde gebraucht. und nie mar Wolfsblut in feinem Leben so geschlagen worden. Selbst was der Grau« Biber ihm w der Jugend i angetan hatte, war nichts dagegen. Schmitt hatte seine Freude daran. Seine Augen leuchteten, als er Stock und Peitsche schwang und dem kläglichen Geschrei und Gebelfer des geschlagenen Tieres lauschte. Schmitt war wie all« Feiglinge grausam. Er krümmte und bückte sich unter den Sch'ägen oder unter den ärgerlichen Worten eines Menschen, dafür rächte er sich darauf an schwächeren Geschöpfen. Denn alles was lebt, liebt die Macht, und Schmitt bildete keine Ausnahme. Da er aber über andere Menschen keine Macht besaß, so machte er sich über niedrigere Wesen her. Wolfsblut wußte wohl, warum er geschlagen worden war. Als der Graue Biber ihm den Riemen um den Hals gebunden und das Ende Schmitt übergeben hatte, ahnte er wohl, daß es seines Herrn Wille sei, mit dem andern zu gehen, und als er ihn draußen im Fort angebunden hatte, wußte er, daß es Schmitts Wille sei, daß er da bliebe. Wo war er gegen beide ungehorsam gewesen und hatte Strafe verdient. Er hatte früher beobachtet, daß 5)unde ihre Eigen- tümer wechselten, und daß jene, wenn sie entliefen, wie er jetzt, geschlagen wurden. Klug war er zwar, aber es lagen noch höhere Kräfte in seiner Natur als die Klugheit, und dazu gehörte die Treue. Er liebte den Grauen Biber nicht, doch war er ihm, obgleich er ihm zürnte, treu. Er konnte nicht anders. Diese Treue lag in dem Stoff, aus dem er gemachte war. Es war die Eigenschaft, die sein Geschlecht vor andern Tieren auszeichnet, und die den Wolf und den wilden Hund zwingen, die Freiheit aufzugeben, um Gefährten de« Menschen zu werden. Darauf wurde Wolfsblut ins Fort zurückgeschleppt. Diesmal band ihn Schmitt mit einem Stock fest. Allein Wolfsblut gab einen Herrn nicht so leicht auf. und wenn der Graue Biber ihn auch verraten und oerlasien hatte, so machte das nichts. Nicht umsonst hatte er sich ihm einst mit Leib und Seele hingegeben. Aufs Wolfsblut Seite war kein« Klausel bei dem Bündnis, und es konnte nicht so leicht gebrochen werden. Also machte er sich nachts, als die Leute im Fort schliefen, mit den Zähnen daran, den Stock, mit dem er angebunden war, zu durchnagen. Zwar war da Holz hart und trocken und der Stock so dicht am Halse fest- gebunden, daß er ihn nur durch die stärkste Anspannung der Halsmuskeln zwischen die Zähne bekommen konnte, dennoch gelang es ihm durch unendliche Geduld— und es mußte Stunden gedauert haben,— den Stock zu zerbeißen, mos Hunde gewohnlich nicht tun. Aber Wolfsblut tat es und wanderte am frühen Morgen vom Fort hinw>z, während das End« des Stockes ihm noch am Hälfe hing. ...(Fortsetzung folg'., 1 nnpontlfdjen* stehenden»refje mit elaem .Anhang' prahlen dürfen. den sie tzar nicht habe»? Soll in Berlin, der Reichshauptstadt, die soebchi erst bei den Reichs- tags, und LandtaqswaVn sich in thwr Mehrheit für die Link«. Parteien ausgesprochen hat. bei der Elternbniratswahl wieder an einer nicht geringen Zahl Schulen sich eine Mehrheit für die Rechtsstehenden ergeben? Venn die.Th ristl i ch. U n p o l i tfi s ch e n' stehen recht»! In Flugblättern, Zeitungsartikeln und Bersammlungsreden erzählen sie, daß sie keine Parteipolitit tqeiben. Wa» haben die Parteien mit der Schule zu hin? fragen sie. Ach, das find ja leer« Redensarten, mit denen sie da wirken' wollen. Reaktion in der Politik de» Reiche« und de?» Staate» und Reaktion in der Schulpolitik sin?» nicht vonetn- ander zu trennen. Wer bei der Elter»beiratswahl für die ..Christlich. Unpolitischen' stimmt, der fördert die Schulreaktion. Rur wer für die Liste„Schulaufbau' stimmt, VLgt dazu bei. einer gesunden Weiterentwickl.ung der Schule die Wege zu ebnen._ Amerikanische �Ookioren� in Moabit. Fahrlässige Tötung bei einer Abtreibung. Die Angeklagten sind zwei amerikanische„Doktoren'. Der«in«. Dr. Berg,«instmal» Offizier, dann Student an der Technischen chochschule, schließlich länger« Zeit in Amerika, /ehrte von dort al» „Doktor' zurück. Wo er den Titel erworben hatte, tonnt« nicht fest- gestellt werden. Da» Institut, das er angab, gibt es da nicht. Be- stand bi» zu diesem Augenblick seine einzige Beziehung znr Medizin darin, daß sein Vater Arzt war und er selbst als Patient an Irren» hau» Jahre hindurch an sich und seinen Leidens geaositn Studien machen durste, so wurde«r nun plötzlich Homöopath und fand tatsächlich Anstellung in einem homöopathischen Institut. So lernt« er einen anderen amerikanischen Doktor, den„Professor' Berget kennen, seines Zeichens gleichfalls Homöopath. Mit der Professur diese» Homöopathen hatte e» seine eigene Bewandtnis. Nachdem«r mehrere Semester Philosophie und noch einige andere, Fächer ftu- diert hatte, wurde er während des Krieges vom ftü n i g von Sachsen.zu Vorträgen für die Reichszentrwl« für Hei» matdienst ouserwählt. Bom Herzog von Koburg-Gotha erhielt «r. und zwar ausgerechnet noch am g. November 1918, seinen Pro. fessorentltel. illso gewissermaßen ein Revolutionsprofessor. In Berlin war er Inhaber eines homöopathischen Institut», in welchem er die Krankenschwester W. beschäftigt«. Gr trat zu d«m Mädchen in Beziehungen, die nicht ohne Folgen blieben. Da» bo- hauptet wenigstens die Anklage. Sie behauptet sanier, daß Dr. Bergel es gewesen sei, der seinem Kollegen Dr. Berg bebeten habe, an der Schwester W. eine Operation vorzunehmen, und zwar im achten Monat« der Schwangerschaft. Die' OperoLion verlief so. wie sie verlausen mußte. Die W. starb in Bergs Wohnung. Die beiden Doktoren wurden wegen fahrlässiger Tcktung verhaftet. Bergel bestritt sowohl seine Beziehungen zur W. als auch irgendwelche Beteiligung an der Operation. Barg schwieg anfangs »rnd nahm die ganze Schuld auf sich, dann beschuDete er aber Bergel dar Anstiftung. Und dabei blieb er auch in der gestUigen Gerichts- Verhandlung vor dem Schöffengericht Schöneberg. Aber auch Prof. Bergel blick b«i seiner Behauptung. Cr wolle nach wie vor mit dem ganze» nichts zu tun gehabt hoben. Iii spater Abendstunde fällt« das Gericht das Urteil und erkannt« Bürg 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und Bergel 9 Monate Ge- fängni» zu. Dem erster«» werden neun, dem letzteren zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet. Oer Lteberfall auf den Chauffeur. Schwere Zuchthausfirafe für einen Lugendlich««. Am 28. November 1927 brachten in« Zeitungen ein« aufsehen» erregende Meldung von«knem Ueberfall aus einen Chauffeur: In der Röhe von Staaken hatte der Fahrgast auf den Chauffem?«inen Schuß abgegeben und war verschwunden. Am Morgen de»(i November überraschte der Laubenhesitzer Pf. in seiner Laube in Falken- höhe den ihm nicht unbekannten 21jährigen P. mit einem Anzug, der dem P. nicht gehörte. Pf. übergab P. der Polizei, und dort war er am nächsten Tage geständig, in der Nacht vom ö. zum«. November «inen Chauffeur angeschossen zu haben. Cr erzählt, daß er. übermüdet und verregnet, sich zu "vuß von Berlin nach Staaken befunden Hab«, um hier in einer Laube zu übernachten, als ihm an der zweiten Heerstroßenb rücke«in Ai't» entgegengekonnnen sei. Cr habe das Gefährt bestiegen, uni schneller zu seinem Ziel zu gelangen. DaerkeinenPfennigGeldbei s i ch gehabt habe und nicht wußte, wie er sich unbezahlt au» dem Staube machen könnt«, sei er auf de» Gedanken gekommen, den Chauffeur durch einen Schutz am Arme zu oerletzen und dann zu entfliehen. Er habe aber nicht di« Absicht gehabt, ihn zu ermorden noch zu derauben. Der Chauffeur, der lebensgefährlich verletzt war — auch heut« ist er noch nicht ganz geheilt—, erklärte, daß P.. nach. dem er den Wagen verlassen hatte, noch«ine kurze Zeit in«imger Entfernung gestanden habe, als wolle er sehen, was passiert ist. Ist es nun denkbar, daß der 21jährsge Bursche, nur um«inen Chauffeur um die Bezahlung zu poellcn, diesen anschießt? Bei P. war e« vielleicht nicht ganz unmöglich: hatte er nicht vor einiger Zeit ein Auto geslahlen, bloß um di« Reisen und den Schlauch zu verkaufen? So tonnte P.s Tat nur von seiner Gcsarmpersönsichkeit au» beurteilt werden. Was stellte er aber vor? Als Kind mußte er in«in« Hilfsschule, weil er in der normalen Schule nicht mitkonnte. Cr war ein schwieriger Junge, hielt sich oder dos letzt« Schuljahr ausgezeichnet. Dann kam er zu einem Schlosser in die Lehre, besuchte«in« Autojahrschul« und wurde Chauffeur bei seinein Vater, der zwei Autodroschkeu hielt. Jetzt ereilt« aber den bereits Neunzehnjährigen das Verhäng- ms. Seit je litt der Knabe schwer unter der Zwietracht im elterlichen Hause: die Mutter hatte ihren Freund, der Dater seine Freundin. Leicht beemslußbar und widerstand». unfähig, war der Chausfeurberuf für ihn nicht geeignet. Er lieferte dem Bater öfter» zu wenig Geld ob, so daß dieser ihn aus dem Haus »«f. Der junge Mensch war nun auf eigene Füße gestellt. Schließ. l>ch wurde er arbeitslos, und nun folgte wegen Bagatellen«ine G«fängnisstraf, nach der anderen.� Am 22. Oktober vorigen Jahres verlies er das Gefängnis in Spandau, nächtigte bald bei einem Freund, bald beim anderen, suchte auch bei der Heil». arme« Unterkunft, bis er am d. November abends den Schuß auf den Chauffeur abfeuert«. Das Gericht verurteilt« ihn zu 6 Zähren 6 Mc» aalen Zucht- Hern». S Jahren Ehrverlust und 10 Jahren Polneiomücht.— Dr. Vyrensurth tonstati«rt« bei ihm«inen gewissen Grad Schwach. sinn und Psychopathie. Hütt« ihm nicht, sa sagte sein Lehrer, die Führung aeiehlt, wäre das Familienleben nicht zerstört worden. so wäre e« mit ihm nicht so weit gekommen. Run scheint da, Zucht» hau» gut machen zu sollen, was an dem jungen Menschen verdorben wurde.__ Dypagraphla, Achtung, Sänger? Die nächste Uckungsstunde findet erst am 19. Juni statt. Der Vorstand, Ttobile-Cxpediiion dreigeteili? Deutsche Flugzeuge und russische Eisbrecher zur Hilfe. Oslo, 11. Zani An, den der tkalleutschen Gesandlschaft neuerdings zugegavgenen Nachrichten ergibt sich ein Talfacheubestand, der die vollständige Bergung dar„Ztalta'-wanufchast noch schwieriger erscheinen läßt als vorher, da infolge der Vorgänge bei d« erzwungenen Landung der„lllalla" auf dem Ei» eine Zerreißung der Expedition nicht nur. wie die ersten ankhen tischen Berichte vermuten ließen, in zwei, sondern sogar in d r e i T e i l e eingetreten ist. während bisher nur voa einer Gruppe von sechs Personen die Rede war. bei der sich Nobile befindet und voa der zwei wüglieder verwundet sind, sowie von einer 30 Kilometer östlich davon befindlichen Gruppe von sieben Personen, erfährt man jetzt, daß ein� dritte kleine Gruppe uou drei Personen vorhandev ist. von der mau nicht genau weiß, wo sie sich befindet, und die sich in der Richtung aus da» Land tu Marsch gesetzt haben soll. Der italienisch« Geschäftsträger in Moskau übergab am M v N» tag die offiziell« Bitte der italienischen Regie» rung,«neu Eisbrecher nach Spitzdergen zur Rettung R o d i l« s zu entsenden. Dem größten Eisbrecher der Soevsetunion ist Befehl erteilt worden, sich sofort für die Abfahrt nach Spitzbergen bereitzumachen. Auch der Eisbrecher„Malygin' läuft von Archangelsk nach der Hofsming-Inssl au». Freitag, den 15. Laut, 19 Vi llhr Allgemeloe Junkßonärkovferenz für den Bezirksverband Berlin der GpO. in den Germaaia»S6len(großer Saal), Ehausseestr. 110 Tagesordnung: Die politische Lage nach den Wahlen! Referent: Senosse Franz«flnftler.- Aussprach«. Zutritt haben alle Parteifunktionäre sowie die Beirieb«- und Gewci-kschaftvfuntnonärederSPV.- Ohne Mitgliedsbuch und ZunkttouSrauswei« für 192» kern Zutritt. Oer Bezirksvorstand. «wseodimgea für diese Zwdrtt find •«»Ii««»«. Sindeostraz. N pariein achn'chien für Groß-Berlin ftet,»» de» e«jlxl,|tfttt4riae Z. ft t«re». recht«, i» richte». 8. Ätei, Seddin«. Ächtnna, KVD.-SllernbeirSt� Dienital, 13. Juni, 39 Uhr. bei fftani Müllei, Uferstr. 12, Stnimizettel und Bahlmaten»! daselbst ad- holen. 6. Nee!, Urenzier«. Di« Abteilungen kZvnen beute die Migdlütter tat altern- bciratAmaijI abholen von Aiepp, Vlannfer 7b. 7. Jtrti, Üborlottc-brrg. Da» Material Nr die Slterndeiratxvahl« ist heute von 17 bi» 1» Uhr van Reimer,»ilmerkdorfer Str. 21. Sit stanolstratze, in Ostvfana«u vehmon. heule, vieaskag, 12. Zuni. 32.«Vt. W Uhr bei Drescher. Stralauer Dlad d. wichtige fiu««tiovLrIlzin»g. St» dieser Sidimg nehmen die CUmibeiräle so«!« die an den Schulen be- tttmmltn 0t>Uu» teil. Sie abq-s-briedeo,, W-iblerliste» find miteubrwaen. w. Abt.>s>.a.?mlom. ��>tl.rertcUunz in allen Bceirle-t. sofern bi« Srnidsfüfirrt noch nicht im Beste« des Material» stnd. Haie» st« dMfelbe M. Hbt ZccuiaalT'affPuhr Mittwoch. 18. Anvi, vor den Sahlabenden von den bekannten Lokalen an» ziugblattoerdreltung für die Stiernbeirat«. wähl. E» ist Pflicht aller Genossen, sich daran m beteilige». Da» Programm de« Sonntags war trostlv« oder mindest«» falsch zusammengestellt. Erscheint der Sendegesellschast die Tagung der Ingenieur« in Essen derart wichng, daß die Eröftnungs» sttzung und di« Vorträge übertragen werden müssen? Uckrigen» wurde im Berliner Sender vor kurzem auch ein Vortrag über „Technik und Kunst' geholten. Zweimal in einer Woche mit demselben Thema aufwarten ist zuviel de» Guten. Run da» Rachmittagsprogrammt Instrumentalmusik ernsten Charakter»: Beethoven, Schumann, Mendelssohn in wirtlich guter Aussührung. Ist dies« Art von Musik aber die richtige Sonntagsnachmittag». veranstaldmg? Bestimmt nicht: fie ist, abgesehen oon ihren künst- lerischen Werten, zu schwer, zu eintönig. Ein leichteres Orchester- tonzert wäre besser am Platz gewesen. Die Abendveranstaltung versagt wiederum m anderer Beziehung. Beim besten Wllen kann man ihr nicht lastende Schwer« nachsagen. Wilhelm Lendo« ist ja olle« andere eher als mit Lebensernst überlastet. Doch«in Ueberwiegen der orchestralen Darbietungen am Sonntogabend ist mehr zu begrüßen. Auch da» Funkorchester trat in Tätiglett, aber es blieb im Hintergrund, und die Gesangstechnik Edith Karin» läßt zuviel zu wünschen übrig, als daß ihre Chansons einen Ersatz für die übrig« Langeweile bieben könnten. Das einzig(Erfreuliche war die Uebertrogung der Funkmatinäe ans deni Großen Schauspielhaus. Stepp» und Trotts dazu auch keine Dinge von Rameau und Strawinsky auf vier Klavieren. Witzig improvisiert. alt« Themen hübsch abgewandelt, gut da» Zusaimneiispsel, und di« Spieler in guter Laune. Frida Weber»Fleßburg sang den Walzer der Musette und die Pogenarie mit einem Sopran, der allmählich oll« Sclzänheitefehler verloren hat. Bereits am Sonnabend erzählt« Herbert Rosen allerlei über Spiele. Zauberkunststücke und dergleichen. Das Ganze war für Kinder bestimmt und Rosen verstand es. Vorgänge, die rein visuell sind, so anschaulich zu schildern, daß man sie auch ohne Bild be» greifen konnte. Am Montag spricht nun derselbe Herr zu Erwachsenen über unterhallende Gesellschaftsspiele. E» werden die ältesten Dinge hervorgekramt und niemand steht ein, wa» dieser Bortrag eigentlich bezweckt. Handelt es sich hier oielleicht um«inen billigen Witz oder um eine Verulkung der Hörer? Auch was Dora Sophie Kellner Über den Eheurlaub zu sagen weiß, ist alles anders«her als bedeutend und berührt unangenehm durch die frisierte Sprechweis« der Rednerin. Unter einem Berg mondain aufgezogener Hausfrauen» weishellen ist der vernünftige Gedanke verpackt, daß Ehslntte. die sich nichts mehr zu sagen haben, ihre Ferien aetrennt verbringen sollen. In dem Zyklus„Frauenfragen und Frauensorgen' sollte man endlich einmal mehr auf ein« gute sprachliche Formulierung und auf natüttiche» Sprechen legen.— Vollkommen sachlich behandelt Dr. Otto Schwer» da» Thema:.Li« Versorgung der großen Städte mit 2eb«n»mitteln' anknüpfend an die große Berliner Ernährungsausstellung. Er beschränkt sich nicht allein auf Aufzählung statistischen Materials, sondern er betrachtet auch da» Thema von sozialen Gesichtspunkten und erörtert dabei die Kinder» und V o l k» s p e i f u n g.— Das Aberckckonzert wird auf die Auslandseuder Wien, Prag, Warschau und Agram übertragen. Es sollte also repräsentattvzn Charakter zeigen, aber«» bleibt in de» Bahnen«ine» guten durchschnittlichen Orchesterkonzert». Werk« oon Wcker. Mendelssohn und Wcogner gelangen zur Aufführung. Besser wäre es gewesen, wenn man auch neuere deursch« Kompö- nisten berücksichtigt hätte. Wie immer bietet Setdler-Winkker ein« gut« gckeegene Leistung. F. 6, flg. Wi, benvAsef. st»»nfn« Damvferkck-k«« ö- stall st»L startett» iabtn. Sin- un>> Rückfahet kosten 2,— M.. CVnTrfen 50 Pf. stl-rd« nr-irr 14 Zalzren sind frei. ÄdEteit sind auf dem Zadladend hti der(Benofsm Schmidt. Dsbnbofstr. S. Gennssin Gentsch. Waldseestr. 11. vvd Genossin 21)vrow, tSooIcueUftc. 15, in feadcit. Alle Genossinnen injfc Genvsies bsrllNchsi eitiffelöden, Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen. Mittwoch. 13. Zuni, 19� Uhr. 1.«t. Si-kis»« fiof, Siosenlbal« Str. 40/41, Bortvog:.Die voNtisch« S«je unS unsere fornmcnJen Uufetoben." Referent fon» Sana. 2. Abt. Westen stet Äufsilhtunst von.ffoufts Sccstaintnunir' am IS. stavf'M Svortvolast unstet der Sadlaftend am �reitstg. 13. Sunt, 19H Uhr, d« Oo»- «ematfi. miruntstuntenftr. 88. statt. EämMch« Jftotmotfcn and Saimnel. listen stnd abzurechnen.___ 3. Att.?m Saal 1 de, Sewerlschafisbause», Engelufer 24/23. Bortrag:.Der üamvf um stie volitische Rachi' Referent Sermann Wäger- 4.«3t. 3m Lakai Stommel. Reu« priest richstr. 1, Vortrag:.Die»olittsche Lage und Restierunstobildung." Referent Richard Meier. 3. Abi.?m.Rosen tbaler tar. Rosenibolee Str. 11/12. Vortrag:.»et«er. fsolTcne Dabll-mvf und der neue Relch-!-».� Referent Dr. Piechowlkt. Erscheinen ist Pfiicht.„.... «.«bi. Sei Bütiner. Sch medier Str. 28. B<»rfr-S de»«-Nossen Suet K«nig. M. d. R. 7. Abt. stablabenbe bei Ranker. Bonenffr. 1»— Beirou. Pflug str. l � Bär. walde. Schl-stelftr. 8— Doli. Verastr 71-«übe. Strelider Str.». 8. Abt.-Achtung! Der stoblabenst für da. Viertel Potsdamer Straße. Sur- fürssenstraße. Zieroarten. früher bei bis« d-uv. bei Kr«, ist verlegt 3U «lose. Ltistowuier 13.— Kerner gadlahende bei Merer. Lußowstr. 7— Se'. Tot. Steinmedftr. 29: Referent August starten, M. d. R.— Richert. Stein. mevstr. 23. Refer-ut Auaust starten. M. d ,S.— Rtckert Steinmevstr 86- Referent Karl Deiner.». h. L.. nnd bei L-uschner. Elßd°l,str. 3, Referent Michael birschder». Thema in allen stadlabenden:.Di« politisch« Lag». I tat 3m Lokal«rüger. Duilißstr. W. Vortrag:.Die volitische Lage»ach den Dahlen.� Rcfereni Viktor Schiff. Keiner darf fehlen! «. Abt. Veraer. Leveßowstr. 21. Scke Iagoivsiraß«. Bortrag de»«-Vossen Will» Großmann.„ tl nt 3m Lokal Nachtigall. Veusselfir. 32. Vortrag:-Sdrch de» Dahlen» Referent Wlvn Lemlnkki... �.«--• 13. Abt. Im Lokal Paßenhofer. lurmstr. 23. Bortrag: JHafi de» Wahlen. Referent Berndard KrUster. � �. 13.«dt. sta blähende d-l Gottschalk. Vutduss«, Str. 24—»tack. P-ttusser Straße Ii. und stallieo. Draunltr. 41.._.__ IS,«dt. stahladende bei Schmledl. Vinetavlaß 7. und stnckomski. Aewssr. 3. 3n beiden Lokalen Aussprache Uder da» Ergednt» der Wadlon. 17. Abt. stahlatcnd« b»i Sotffjl, Tegeler Str. S»— Reundrcch. Itiftte. 42, und Schresher. Trist str.(S._ 18.«61. stadladenste bei Schmidt, stolderger Str. S4 Sachse L-ndomer Str. 26 — Schade, stöiliner Str.»— stövk«. Pank«. 4«. und Müller. M-rstr. I.- 1».«dt. stadladenste.?e,irk 805/806: Geunert. Pan'str. 50- MkV«: Schre». vdel. Grüntdaler Str. 13— 811: VeodtinAi. Grüntd-ler Str.«— 812- Schul,. Stettiner Str. 52_ 813: steile, Grüntdaler Str. 14— Sli®19; Schuchhardt. Sbrlstianiastr. US— 820: Pricser, Prinynalle« 31. 2». Abt. stadladenste de! Richter, Drontdeimer Str. 4— rulgner.«olgviefir.. Eck« stechli'ier Sir.— Bontk«. Schulstraß«. Ecke Gdristianmstraß« «.«dt. Mittwoch. 20 Uhr. stahladend in folgenden Lokalen: Pährn. Mai«tr. 18 � Damme. Echulstr. 24- Sevve. Mcrstraßc 5_ Kilmann. Ragarethkrrch- liraße 41. f>o smann, Prinr-Eugen-Str. 7—«roll, Utrecht-- Str. A— Schol».«dolkstr. 12- Sch»!"!. Anton str. 8_ So«, COidenotbet«tt. 8. 22. Abt. stadl-denst«»et Sem,,. MMerstr.»- Rad, an.»rosseler Str. 43- «arisch, ssehmarnftr. 1. Erscheinen jede» Müalied«, tst�Pfllcht. � 23.«dt. stahladend in folaenden Lokalen: Be,irk 1—8. Lewandows«, See- straß, 104: Be,kk 4—6: Grunewald, Kameruner Str. 1».— Be«lrk 7: Gnt- fchow. Tran-naalstr. 2«-?e,irt 8 und 2: ließe,«-rfuvfir. 9-»«„d l 6 und 11: Rollnau. Müller str. 62, Bortrag de» Gen. KKdner:.gttimuytfi »Ts Waffe.'_»Mir! 12 und 13;«nig. vtawissr 87.. 24.«dt. stahladend«. 1. Gruvve: Ro»n«r, stnon-vu-Ikirchstr. S— Wltwiem, Ehriltdura-r Str..«ch- W!n?str.-S. Gruvve: VoffS. 5-hl-ng!. straße s— Vortrag:.Da, ist s-,iali,n>u,?' Referent Bildelm Mietdke. 8. Gruvve: Schul,. Earmen-Svlna-Sir. 31. ».«dt. stadladenste bei Daranlti. Pasl-urkir. 6- RSck«. Galdav« Str. 2— stüftner, ssldinaer Sir. 24»-.Werneuchener Schloß'. ENnng« Str. 37. Die Eltern der List« Schulaufdan müssen unbedingt«rscheinen.... 3t. 2CU. Sm Lokal Peinlich. Weißendurger Str. 1. Bortrag tut Landtag,- abgeordneten Richer».___...„. T7. nt stahladend« bei stetige. Mtlastr. 5- Mebldttg,««tate. 8—«»ch. Sonnenburgcr Str. 1— Doobsmann. Gleiwstr. 10— Glan». Soven- Hagener Str. 87._____— 28. Adi. stahladend« bei Maa». Bxen, lauer Allee 282-»chAll.«�td° Str. 1»— Vortrag bn GenoMn Srn« Kresse— Wegrrer. SStidet Sft. 36 IS» ecke. Sagenauer Str. 5- Rechende«. Edormer Str. 4«— Mener. Wer. derger Str. 32— stuwdel. Kastanienallee 29/30, Vortrag de» Gen. Otto«uft- 2». Abt. 3m artetrteün, Dantiger Str. n.»«ticht von den detoen Vevrkt. tagen und Neuwahl de» AdteilungsfaMerer».»U B«,irkÄW>r«r nMrteit «steten..Uvl.r«ea" umgehend von-Burg. Pr�an« Wle» �todolm. m.«tu.«nßerv-dentlich« Mitgliestero-rsammlung tn den Vavvclalle« 13. Rur Mitglieder der 80. Adtealang haben stntatt. 2»tr. IL SSt�ehtiSeiSr�ef«oldschmidt.«tolvische Str. 3»— Meißner, Schrvel- beiner Srr. 34- SSwarh. Bornholmer Etr. 9.� 82.«dt. stahladenst«? Grnvv« Schumann bei Kromvd-rt-t. BaulSrngernsttr. 49. Eruv»« Suchmann d-i Drelcher, Etralauer Via» 5..GruAe D-�iann der Sorlwann. Am Ostdahnh-f 13. Gruvve Meister d«, Tdesch. N-rkuckn 36. Gruvve»lug« h,i Schmidtk«. Krautftr. 44 sEmganft Paul-Singer-Str.). Gruvve Ztbbn bei Kllinig. Bre.lauer Str. 23. Referent Genosse Nahron über:.Sahen, ollern im Rachtgewand._„,... M. Att. stabladend» bei Abraham. WertoUa nnd s-ffmnnn. Bericht»her d>« Auawirkung de» WahIergebniilM._... u. Abt. stahladend« in den Eomen'.ursülen,«erneler Str. m. vorteaa d'a Grossen Mllv R-gg». Mücke.«arsHto» Str.». Refermrt D- K-tß SchSnderr. Lokal Cadin er Str. 10. Referent Arno Schol,. Dir hrttcn 3U. nt� st/ch n Bomb«. Voigtfir. 23.«ortrag de» Lont>tag»at>g-orst. neten Beter Berten. Lokal B-ck-wM, Schmiwirfir.««ortvag de* tonb- »agoadgeordn-ten D-idemann. Lhema in hetden Zcklad«nd«t: tische Lage und unsere rirfünfttaen«ntgahen. Lokal Otto, Riga« Str. in. Vortrag:.,Dahlau»falI und So,>alstmakratie. Rekmnt Hän, Kra:.ß. THule Samaritorftr. 20. Vortrag:„WirtschaftavolitS.' Referent Gtnostc 38.«M. st-dl-hende. I. Sruvv«:»Usch. TMtter Str. TT. Grnvv».:!MH»». Lowestroße Ecke storndorfer Strohe, z und 4. Sruvv«: Dittschaß, Beter». durger Str. 5. Tagetordnung: Bericht von der FunkttonSrversammlung. 37.«t nia 8. TSerbeadend bei Raschle. Matternstr. 14. Riferent Erich»nitner. R. d. 2. Vorwdrteleser und Smavathistevend« find gansf besonders eingeladen. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 1. Bezirk: stahladend bei 8«vke. Gbertvfir. 7. 2. und 8.»«ick: Zerafch. Ederinftn 10. 48.«dt.«reutoeeg. 1914 Uir in der Aula»««8. nnd«8. Gemcknd-schul'. »agelberaer Sie. 34. Eliernversammlnng de» Wien Schnlgemetnd». Bor. trag de» Genossen Dr. 6. Drucker 33»»„Gesvnddeitliche FSrlorge für die »inde, in der Schul».'. All« sgmv-chifierrnden Eltern find da« eingeladen. ßn Stelle»er Riialiederversommlun!, findet die«teimversgmmlnna finrt.) «. Dreulied. Wilhelmsir. 114. Vortrag: �Moderne Pädagogik. Reserent Oberlehrer Artdur Rachow. Geschäftliche»..__— llaßlmnegen für die steltnugzdruckerm.Stlfaardeiter früh I Ahr im .Stohren'. Zernsalemee Str. 9 1 Trp. Dortrag:..»rnarg-nilati-u de« stahlmoegrn«.' Referent Carl Litte, M. d. R. 47.»dt. stahladend«. 1. Gruvve: Elbrandt, Lankwißstr. 5. 2. Gruppe:»ein. hoff.««lIe.Alliance.SIr. 74».». Gruppe:»oamann. ssidicinsir. 18. 4. Sruvv«: Schuster, Chamislovlaß ch 3. und 8. Gruvve: Lust«. Bergmann. straße»3. Bortrag:..Der neue Reich«tag.' Referent Genosse Kracht. 7. und 8. Gruvve: Schult. Mariendorser Str. 3. 43. Abt. stahladende in den hekannien Lokalen. 4ch Abt. stadlabend in der Schule Mariannenstr. 47. Vortrag:„Sie politische Lage.' Referent Otto Meier, M. d. L. 43. Adi. stadlabend«. Niunto, Laufißer Str. 45. Referent Kurt Lacke. Sommee, Wiener Sir. 26. Referent Sana flamm, Maischen,. Jorfter Str.». Referent Genosse Grün. Wiuuiers, Reichende raer Str. 104. Referent Willi» Marale. Wahlmaterial und aelirhene ssahnen sind adtuaeden. 4ch Att. Lokal Vurckhardt, Gorlltzer Str. 32. Vortrag:„Wa, nun?' Referent Rechteanwalt Dr. Tichauer. Dtokulfion. Partei angelegcnhciten. Wir bitten um rege Beteiligung. 47. Abt. Gemeinsamer stahladend bei Nowack, Manteuffelstr. 9. Lkvrtrag: „Rückblick und Ausblick.' Refernnt Stadtverard neter Pa,,t Robinson. Di»- fuffum und Verschiedene». 48. Abt.«Nefina» lf-stsale. Wasseriorfir. 68. Bortrag de« Genossen Sack Stile, M. d. R. Neuwahl de» Abteikungtlci'.cro. Eharlottenburg. 31. Abt. Schelldach, KSnIain.Eltsabetd.Str. 8. Bortrag:„Die Arbeit unserer Parte! im neuen Reich, tag.' Referent Gustav Fuh». 92. 473 t. Lokal R»i«, Kaisertn.Avgusta.Äll«« 81. Sortiag:„Die Saltunq unserer Partei Im neuen Reichztag.' Referent Rodert Breuer.— 33.»dt. stahladend«. 1, und 2. B«»trk: Schwelkert. Erasrnuestr. 2. 9. und ch Bezirk: Sur, Suitenstr. 28. 3. di, 8. Bezirk: Siemiger, Suitenstr. 84.— 33.«dt. 20 uhr bei Reimer. Wilmetsdotfet Str. tri. Vortrag:„Was lehren un, die Wahlen?' Referent Dt. Norbert Mark. Sic ElleriiK-ieatswahsen. Ber. lchichenes. 38. Abt. stahladende. 1. und 3. Gruppe: Lterfch, flanlstr. 32. Wahl der«ruppenleituna. 2. Gruppe: Zoskowiack, Solßendorffstr. 20.— 37. Abt. stahladend«. I. Gruppe: Arndt, Kantstr. 31. Bortvig:„Die ssinanznot der Stodt Berlin.' Neferent E-uosse Gharlinfki. 2. Gruvve: Thunack, Wielandstr. ch— 38. hfbt. Rankehau», Rankestr. 4, 4 rrp. Bor. W°3>ti'. W>!tDa:°n'-?° � Eottalimmiv.' Reftornt Dr.«alter Sturm. 93. Abt So and an-AÄadt. Türkisch», stell,«Imnarckfiraße Eck« MolSt straße. «ortvag:..Nach den Wahlen.' Referent Paul Zudrian. «.«ch Dpandan-LUdelmfiadt. Lokal Künia, Picheledorker Str. 38. vortragt „DU Lehren der Wahl. Reserent Dr. Alexander Schituher«. 97. lllbl Grnvewald. 20 Uhr im Lokal Wur,da!der. Vahnhofsrrs'aurant Grüne. OZF' Wltgliederoeetommknng, All, Genossen müssen«rfcheinen. 93. Aßt. Salevsee. stahladend des Sandmann, Westfültsch» Hr. 42. Bortrag: ..Sozial- und»«sundhetispolitisch« Ausgaden de» neuen Reichmag««.' Rv, serent Dr. Walter Dami«. «ll-Utod«f. 79. 2ldl stahladend des Ktolh«. Loksteinssche Str. 90.«ortrag, Rußland fragen.' Referent Wart Zestmof«dramowitsch. DU?-.n"io. ndre erscheine» tut SocBaaMlfcung bereit» pünktlich 19H Lhr«heckcrt.— €& D fiOut ab, es wirkt sehr znäde, vesnucb es, wtd WWWMwr Du bist im ßiLU H.«t.«M tat«ftcaszMc. U. Mb*«*, tettmi JSUt 9tn&k in tsmaumix» Sri«« und ih« Akweyr. Neter«»» Protessar Mehner,-e 72.?dt. 20 Uhr bei öenpcimW), Laudacher. Urft Säumer Straße. Zahl. ehcTih. Scrtrna:„Di«?u»zahen der Pariei nach de« Wahlen." Reterent Landiaaeodzeordneier Prit. Achtung! Die ffunktioniire trcsfea sich eu einer wicht»gen kureen Besprechung bereit» eine halbe Stunde früher ira cleichen Lokal. n. Abt.«chmarge-dors. SO Uhr im Deutsche« Hau». Breite Str. 34. Mit. aliaderoersoamilung. TS. SM. W anale». 20 Uhr lm Rrichiadler. Shniglir. Mltglieberoer�ammkung. 74. Abt. Dahl«». 20 Uhr Mi talicderoersaaun siina und Zohlabend bei Schilling. Sdnigin.Lllile.Str.<2. nah« U-Vahnhof Dahlem. Die restlichen Sammel. listen sind umgehend abzurechnen. Schdneberg. 77. Übt. �hsiibend». l. Be»irk: Milbe, NollenbSrsstr. 14. Bor» trog: �iach ber Rescrent Dr. Georg Heidenreich, z. Betirk: �tr�«n», �barbarossastr.!&._ Vertrag:„Die Regiermigdbildllng."� Rclrrent Sromer. . t. ve�ck:.....>........ HHWWIW loracheabertd. stielerent Dr. Otto Fried länder. 4. Bezirk: Sill. Martin. Luchcr-Etr. bg. Zielcrent Dr. Heroen Schiißlnger. Dhema:„Tie Re. gtOTingdHildiing im Reich und in Preusicn.— 78. Abt. Zahlabende. I. und 2. Bezirk: Wandtke, Bahnltr. V>. Borirag:..Wähler und politisch« Parteien." Referent Mar Döhlick-. Z. und 4. Dezirk: Resenthal, Uber?. braß« 88. Reserent Dr. Manuel Suvperberg. Thema:..Dsllsmirtlchallliche Unsere gahlabendc sindeu wie folgt statt: L Bezirk 10, 2. Bezirk bei�Grunow, Geßlerstr. Ist, st. B». " M." bei Groß. Eedanftr. 17, Siedlung Lindenhof. MWWWWW. �__________________.. Au« fall her Wahlen und ihr« Au«w>rkung." Referenten werden in der Mittwoch.Morgenou». aabe dctanntgeaeden.— bb. Abt. H-lmHo!tz.a i»' sterto. Bortrag:.Schnlansban i» der Repnblik." Besrrrnt Stabtneroch. »eicr»nd Lehrer Ha»» Wo am,». Wir bitten u» recht rege Betoilignng, 83. Abt. Mariendarf. 28 Uhr öffentliche Eltern««rsammlnng I» der Schal anla AanIgNraße. Bort«»-.DI« Bedelltnng der Eltern beirotowohlen." Res«. «nt vbersillbiendlaeSor Gr. Siegtried stawera». 88. Abt. Lichtenrade. 20 Uhr Schule Roonstraßr. Mitgltedorversammlung. Sichtig« Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. «Odlran. 39. Abt.«vttbusser«sause.«a»>erstr. 14, Eck»»nttbusse? »irk hei Lehmann, Tellstr. 8. Ti lf«. ■ und 3fi. Bezirk bei SchnbeUd, Weichsel» stleistaer. München»» Str. Sst. N. Bezirk ......"|" Tr.flll. ftoast» 88. Ui.»nd 28. Bezirk bei im Lokal Zanfastr. U. 17. und Si. zfrk bei kietz, Mainier Str. t. 28. lknab«». 34. und ist. Bezirk bei st im Zdealkasiao, Deichs: Bertrag:..Wo» nun?" WI�W| 14 80. Bezirk bei Gau«er, Harzer Str. 83. Vortrag:.Die Lag« der Partei nach bell Wahlen." Referent Genosse Franz Reitig. 27., 28. Bezirk bei Silorra, Schandauer Str. 1, Siic Elnestraß». Bortrag:„Die Partei nach den Wahlen." Reserant Genosse Schmonnski. Sekretär de»«DGB. 32.. iE. Bezirk bei stvuia, Dildenbruch. Ecke Weserstraß«. Tagesordnung:.Der Auogan« ber Reichstazswohlen." stl., 44., 48., 8». Bez'rk bel Wolsf.»«Iser» Friedrich�tr. IIS,«et, Roseggerftraße. Bortraa:.Grob. Berliner vor. ezlrk b«? B-9 D,« , Eck, Rosegg�straße. Bortrag:.Grotz.Berliner vcr. Referent Genosse Fritz Höhne, Bezirkmierordreter. 4«.. ' Simon. Bertbesedorter Str. 9. Bortraa:..Reichetan». .......'wi. k egmrunaxbildinig." 72., 77. Bezirk b« Schenk, Rofenftr. ü. i« politisch. Log« i» Reich und Staat nach de» Wahlen." nosse Pvlenfb»..?n allen Znbkobende» aufierde» wichtig« Sf*; mahl und Bortrag:„ Referent Genosse organisatorische Ritteilungen. Deshalb regster Besuch dringend»riorder- lieh.— SZ. Abt. Zohladenbe:««.,»8., tzl., 8Z. Bezirk bei �inmie-mann, Gllittaarter Str. 41..Der Wahlsiea der Linken." Referent Genosse Dr. Decken � B�trk bei.««hlar.�Trevwwer�Str.«0. 38.�34, Vc unk bei 49,44. Bortraa:.«ozialiftis»« itulturairtgaben Prsermit Genosse Rektor Link«. 98.,»g. De» stöllnische Seide im Börwinkel. WWWWWMWMWMWWWW b«- M. am. Zahlabend«: Sl„ 88., 78. Bezirk bei GchrSder, Steinmetzstr. 82. SE. Bezirk bei SchrSder, Selchower Str. 3. 84.�«„«., Vf., 77.�78. Bezirk t«t««»«er, Schiller. nach den po' __ JM? hn£ Ä?&««» Ä»d au».- 94. Abt_ habende: I if Ii Bezirk bei Frenkes, 7»„?».,«.««irk iblnna: Zohlabend im Buschkrng, Ru. Adthlen Referent Eduard Zacherl. Backnnann, Rudower Str. 90. Bortraa m. __ Im reg,.. bittet der Horstend.— 9«. Abt. gahlatend«: 88., 101. Bcz.rk bet Brandt. achllringrr Str. stst. Referent Dr. Ernst Sesstnann. 102.. ll».. 104. Bezirk bm Zilüner, Roggtstr. 88. Referent Stadtverordneter Fritz Brolat. 80., 97., 38. Bezirk bei Lübbe«. Thomaostr. st. Referent Genosse Brinkmann, gg., 94. Bezirk bei Freokel. Schierke. Eck« Bodestraße. � 97. Abt. Zahlabenbe: ?»., 19., 92. Bezirk bei»utzki. Lefnestr. 1. Reserentin Stadiverordnete Rinwa Todenhagen. 108., 108., 107. Beziri im Lokal Emier Str. 98,87. kterta!««: �ioemullitele Foag�i." Referent August Heitmann. 90.. 91. B». itrk Bei Helmte, Wartbc str 43. Referent wird in ber Bersanmtlung be. ranntzeaebrn.— 98. Abt. Tei«, stnesebeckstr. W. Ritaliedernerfammfung. Die bei den Elternbeiratswahlen tätigen Genvssen müssen erscheinen 23. Abt. Prltz.PrSow.«ezirk Grotz.Sleblnn. bower Alle«. Bortraa:.Aach den Wah f.' LR. d. L. 8., st., 6. Bezirk bei stark Bachmann._______ " de, Genossen Ernst Gehrke. 1. Bezirk im Lokal Lindenpark, Ehanssee» i. ftraße 19. 2.»nd 4. Bezirk bei«abllchllifdt. Rudswer Str. 38. Portrast: .Die Lehren der Wahlen am 20. Mai." Referent Stadtrat Schröder.— v 0!««. Buckow: Zm Lokal Meskat, Rudower Straße, gegenüber dem A ranken. baufe.— Bezirk Buckow: Lokal Sifcher, Ehausseestr. 12. 203. Vit Rudow. 20 Uhr im Lokal von strvger Zohlabend. . Referent Ifen Maß«. Ehanm. Thema:»Nach de» Wahlen ucks die Bedeutung der«lternbeiratswablen. �. 102. 216 t. Bauwickulenwea.?m Lokal Borg mann. Siekholz., Eck« Baumschulen- straße. Bortraa:.Die Bedeutung der Slternbeiratrwahlen." Referrnt Bürgermeiss-r Dr. Ostrowski. Di« Bezirksfllhrrr laden all« Elter» schul- rflichtiger Rinder, dte iv ihren Bezirken wohnen, zu dieser Versammlung ein. Alle Mitglieder müssen bestimmt zur Stelle sein. gsttz. gibt. Vberfchäaeweid«. Z-blabende. 1. und 2.«ezirk: Lokal«nappe, 3. nnd 4. Bezirk: Lokal Dinkker. st. und 3. Bezirk: Emmerich Referenten: Genosse» Domde» und Lehmann. ,34. Abt. Riederschöneweid«. Im Lokal Brückenkl-us«, Brückenstr. Ist.«artrag: -Sozialdemokratisch« und kommunistisch» Taktik. Referent: Stadtrat Earl 2««»"�»dlerahof. Im Lokal Bogel, BIsmarckstr. 74, Bortrag:.DI« politisch« Lage und Regierungsbildung. Referent Redakteur JZolfgang Schwarz. 233. Abt. Iohanntethal. Im Lokal Botha.«tubenrauchstraße.«ortrag:-Ster Aussall der Bahlen und dte Politik der Partei." Referent Franz von Put- kam er. IG&ZeM I aemorrhelden DAS VON OER ÄftZTÜCHEN WISSENSCHAFT ANERKANNTE Jn den ApothaKen eobihlMicb» wt tat Faktenberg-AS�Neat-te.»«he An ffifcATiß8B9hwt» de» Wtate Itedt. Vortrag: Rückblick auf dte letzten Wahlen." Partei»»gelegenbeitin. Berfchiedcnes. 138. Abt.»lpenick. Stobtthtet er. Fri ck>rf chstr. Referent Willi .-. Scholz, Fried richftr.«I, Dortopa:.Sin« Fahrt nach Ostpreußen." Referent Pfarrer August Bieter. Da» Ergedn!» und Regierungsbildung/' Referent 1 193. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr bei 3. Bortrog:.D!« politische Lag« lli Drügemüller, M. d. L. Fmedrichstr. 81. Bor'- der Reichstagsmoblen. Gäste baten Zutritf. 113. Abt. Grüna». Zohlabend bei Werner, stöpenicker Str. 128. Vortrag:.Die Rechte der Frau im öffenilichen und politischen Leben." Referent,» Mari« stunert. M. d. L. Der Frauenobend am Freitag fällt au». Dafür be. teiligen sich sämtliche Genossinnen an dem Zadlobend am Mittwach. III. Ate. Bahnsdorf. Werbe oerfomnilnng he, Heimaan. walteraüarfer Str. 130. Vortrag:.Di« Sozialdemokroti«»I»»olitilcher Machtsaktor." Referent Alfred Flöten. Alle.Dorwärt»".Leser»nd Syn-patdisterende sind he» foadar, eingeladen. Lichtende rg. 114. Abt. Lokal Schenti». Erossener Str. 14. Bortrag:..Rückblick auf de« Wohsitemps." Referent Rudolf starsten.— Ust. tzlbt. Zohlabende: 1. Gruppe bei Hemvek. Jung. Ecke Schar nwed erstra tze. 2. Gruvp« bei Lobann. Loder. Ecke Iungstraß». 8. Gruppe bei Rodtk«. Rüggel. Ecke Lodann. Ooder. Ecke Zuntzstraß«. 3. Gruppe bei R Schornweberstraß». 4. Gruppe bei Seipke. stronprin», Lostal Albrecht. Boxhogener Str. 82. Bortrag:.Dl« den Wahlen und Regier,, ngodichung." Refere»: rvlu, saonewer.-- 117. Abt. Schule Lückstr. 80. Bortrag:.Dt« Aufaaben des neuen Besch» tag,." Referent Georg Stieglitz.— 113. 2lt4. Zeichensaal de» Eeeilien. Svzeums, Rathousstr. 8. Bortrag:„Die politisch« Lage und«ns«r« zu. künftigen Ausgaben." Referent Bitter strüger. Degen der wichtigen Eagerordnnng müssen olle Genossen erscheinen. 123. AH. Friedriisisselde. Lokal Tempel, Prinzenalle» 48. Vortrag:.Die B». deutun» und Aufgaben der Polizei in der Republik." Referent Emil stlenz. ltt. Abt- starlehorsi. Deutsche, Hans. Gto'zenfelsstraße. Vortrag:.Sozial» politische Aufgaben bes neue« ssteichstag«-" Referent Franz Svliedt. 129. Abt. Biesdorf. Di« Mltgllederpersoarmiung fällt aus und findet dastür am Mittwoch. 20. Juni, statt. '—""nf. Sttoavi�_______________________ «ordnetet Sraicht über:.Die Ausgaben de» neue« Reick 128. Abt. st-nledarf. Lokal«scheri». 3rlt.stavl«dors. Ecke Dprststraß»� �»efmtenk 124. Abt. Mahlsdorf. Lokal Anders. Bahnhofstr. Ilk. vartoog:.Dte Anfpaben Lantt All« tageaugeordneter streicht üver: Mitglieder müssen erscheinen. __ Jllahlsdorf. Lokal Anders.__...________ de» neuen Reichotegs." Referent Stadtrat Willi Sühn«. Abt. LSeißeafe«. volftifch« Lag« na «»schick. All« M 12». Abt. Weißenfc«. Lokal zum Pferb�mrkt, Schstnstroß«. Vortvast: Di, politische Lage nach den Wahlen und Negiceirngedildiing. Referent Adolf Mitglieder müssen erscheine«. 123.1». Reiche,»nd Landtag VI» die ToziaBeinokvatie." Referent Robert Fendel. S». Beziri im Mvbleneck. Brenner. Ecke Msiblenstraße.«ortrag:.Di, sozialpolitischen Ansgaben de» neue» Reichstag»." Referent Ott» Vach. Su foitew»!....- ». Bezirk bei Dreier Stadt Berlin." Refer_________... Ecke schulstvaß«. Buntrr Abend. 8. Bezirk Straße 14- Bnrtrag:.Berufsberatung.� I S. BegiÄ bei Reuman». Mendelftr. 17. Vortrag: Sozialiwnns." Referent Baltin Hartig. 7, Be. —~-------"" Vm« Sche» _________ J_____..Foellßaite" HntK, Wollonkstr. A. Bortrag:.Dte pnz «ier. SIssinaenstr- 4. Vortrag:-GefundKeitsamfe« ber eferent Stadtrat Günther. 4. Bezirk iw Lokal Gvunow, Bunter Abend, st. Bezirk im.Türkischen Zelt", vneite """»Hg/ Referent Geross« Scharfstedt. 17. tztertraa:.Die Sultvrmission des .srtifl. 7. Bezirk It» �ängercheim', oraftr. l». Bortrag:.Modern« Gchmgchsin nigenerzi'hung." Referent °°°l... tE«....-- Bottenf fir llst. 0. Bteirk bet sse Fever. 3. Beztrk im.g nosse Hilber. 1«. Abt. Rlederschtznharse». pazifistische« Ideen." Referent Go» Lostal WMelteobof, 187. Lindemer�Strasie. ___________.W-. stasseochstilhel-n�te. 84. Nortrag de« Landtegsabgeorsneten Philipp Frie». Di« ststezlrksführ», werhen ersucht, destimini einzuladen. Alle Mitglieder müsse« erscheine». Abt. Vlavienburst. Lokal»lug. Tarfstn 2. vorteag de, Landtag«idge»rd. neten Dr. Siegfried Rosen»eld. Alle Mtglieder müssen«rfcheinon. � 138.«dt. Buch. L-i-l SSpfert, Am Bohtihos. gahlabrnb. Wicht, fle Tage». ordnung. 138. Abt. Reinickendorf �»st. vi« Zahlabende finde» t» hm knien statt. Donner-taa. 14. Juni. 20 Uhr. in her Baracke. Vorstandssitzung mit dem Bildungoauofchuß nn» der! Pünktlich«» Erschein en ist notmendig.._,.. 127. Abt.»eteickendorf.West. Gemeinsamer S-hteb«»h fik Äle vmirk« n» BollkShans. Scharnweherftr. 114. Bortrag:.Dte«oetelV-nokmkte im«ae« Reichstag." Referent Paul Zivpel. 183. Abt. Hermsdorf. In der«Ute da»»tealewmnaftew,. v es fentAche Eltern. »ersammlnng»m 20 Ubr. Referent Do. ktert Llweostel». Rt. b. 2k. Wir erwarte» recht reg« Beteiligung.__ 133. Abt. Teflel. 20 Ubr bei Schade, Berlin«« Str. 17 Ecke veitst straße. Bor. trag:..Die kehren der Wahlen." Referrnt Güntder Joachim. Alle Mit» glieber müsse« erscheinen.. 183. Abt. B-tsigwalb«. Lokal Waitfchach.«rnststr. 1. Bortraa: �Dte volttisch, Lage nnd unser« zukünftigen Aufgaben." Referent Dr. Fritz Schloß. 140».«dt. Witt-na«. Lokal Schul,. Am Rordbahnbos Wittenau,»orteagt ..Die Stellung unserer Partei im neuen Reichstag." Referent Bezirk». «erordneter Bttlno llheek. 143. Abt. Waidmannetest- Lokal«chmisch ollgemeine politische Lage" Referent l Genossen Müssen bestimmt erscheinen. ifef? .«■«sate« 12. vekbeschrl«, Tempelbof.«s W-terieb nersammluna Mittwoch 20>lhe in der Ante der «rdnnnq:.SchrlausKau w der Republik." Stef Oteleuwt wmgsmmmmammmmBmmmm Anmeaveravstakknog«. 3. ltoei» Wedding. Um unser» diess ährige Dampferpartie nochmals eingehend besprechen zu kstnne«, werden all« Funvionlrfnnen««beten, zur Funk. tivnärfnnenfitzvng am Tonne rstag. Ich Juni. 20 Uhr, bei Lwomtzen, Bat. busser Str. 11, zu kommen. 4. Are!« Prenzlauer«erg. Achtung, Genossinneoi Der Franenadend im Monat I'.'nl fällt aus- Dafür findet am 20. Juni«ine BeftchMgun Batanilchon Gartens statt. Um zahlreich« Beteiliapna wird s» Räber« Mitteilung erfolgt Ndchmale durch den-Borwarte� de, n. 4. Koei» all, v«zirk»au»schuh für Lrbeitermohlfahrl. Iferbefprechun' ____ er Akten vom 2 128. Abt.»aulsdorf. mann, vormals Ansfpracheabend... Referentin Genossin Dr. Hellinger. Donnmstflg. 14. Juni. 19 Uhr, findet«in« im gunmer sslt de» Bezirksamtes statt. Um wird ersticht. Heut«, Dienstefl, IS. Juni. 20 Uhr pünktlich. Hühner, Bahnhof. Ecke Wilbelmstraße, Vortrag» über»Arbeiterwohlsahrt und äfientlich« Wohlfadi �" Re». und Zahlreich« Beteiligung l-, u*iaj Dohrfachrtepflefl'-' ng wird erwartet straße! Zuagsozlalifteu. * Lichtenberg. Heute, Dienstag, 20 Uhr. in der Bibliothek, Weichsel. Bortrag:„Arbeiter und Staat." { Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 13. A stt. 1 Otto Schmidt. Sttomftr. 41. bereit» stattzesunden. Am 7. Juni oerstarb unser alte» Mitglied, der Genosse Gastwirt ■■■-— seinem Andenken. Die Einäscherung hat Ehr« ' 44. Abt. Am 3. Juni»erstarb unser Ganosse Johann Fischer, ttettbusser Uker zz. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag, 12. Juni, 17 Uhr. »rematarwm Baumschulenweg. Wir Hilten um«st« Betetligung. atz""—"—*""—'—■—""* ute er——" f* August «inen unserer dienst. 18. Juni. Uli Uhr. ____________-. 3. Zu,,>> WWW.___ W einer Operation unsere Genossin Anna Huhn, Kaolagartenfir. 14. Ehre ihrem Andenken. Beerdigung am Mittwoch, 18. Juni, 16 Uhr, auf dem neuen Michael» im«rcnmtorium Milmerodorf. Wir bitten um rege Beteili �WDWWWWWDWWM WWW».simi»> W - starlas . 16 Uh, ----- V.___ 140. Abt. Borsigwalde. Unser Senosie, der Betriedsinspekter Paul Wohlthat, ist am 8. Juni im 04. Lebensiah« verstorben. Ehr« seinem Andenken. Sin. «scherung am Dienstag, 12. Juni, 18 Uhr. im strewatorium Gerichtstrasie. Wir bitten um rege Beteilig —___________________——..ge Beteiligung. 91. Abt. Reukölln. Am Sonnabend, dem 9. Juni, früh 8 Uhr, verstarb nach - jH» � WM" frichhof, Marienhvrfer Weg in Reukälln." Um �rege Beteiligung wird ersucht. Iigung. W Soziallstische Arbellerjvgend Groß- Berlin skinseoduoem für dies- Ttabfff nur«■ da» ZUMMsidsIwlet ?-rdeo straße Z Abtellnngsleiter, gebt dte Juli. Programme odl �»-»Rlfch«, Brrooer.p� heule. Dienstag. ISX Uhr. scher Batl! Helm Große Frankfurter Str. 18 ieseosträßV-'-Bud'unb'�M�l?�«»!»»»- Ulnser Dortmunder SWt nst lteg/ ätz>l4itf»s R91S, Heim Sea»«che Aoriner SKaße.--Das Stecht de.» Leißling»."— Human»platz: Schule schere nberflfkr. 7...Was ist Sozialismus?� Zarbslirr: Heim Danzigor Str.«2.-Arieiteriugend und Äcichsdanncr."— SchZnhanfer Vorstadt: Schul« Drieseoer Str. 22..Dir Derfassung.' Wärther Berfassung."— Wärther latz: Schul« staftonienalle« 8l..Seiuelle Fragen."— Schonebcrg I: Heim LKripiiie- 15...Fabrtenerlebniffe."— Schöaeborg ITI: Heim Houptfto. 15.„Der Welilelertag der Arbeit."— Kesto» ll! Heim Bülowstr. 88.„Die Enrwickluoa der Familie."— Lichterfeld«: Heim Albrechtsir. 14».„Aus der Geschichte des Eisenbahnwesens."— Wannfe«: Schule Cbarlottenftraße.„Berliner Humor."— Reulollo Ii Heim Sander. Ecke Hodrechtslraßc.„Ter Faichiswutu"— Re«. idll» lli! Heim Flughafenstr. 7.„Sriebniffe unter dem Sozialistengesetz-" Reukbll» 7: Helm Steimnotzsteaße...Unser« Keaner."— Rentäll« VI: Heim Hertzbergnlatz.„Staat, Mensch. Wirtschaft."— Hermsdors: Heim Roonsttaße. Dorimund-Zifni.— Aefnlckerdors-Ost: Heim Lindauer Straße, Baracke 1. .«egenfätz«»wischen KPD. und SPD."— Riederschinhapsen: Außenspiele. Trefspupit 10 Uhr Friedeo�latz.— Pankow Iii! Heim SSrschstt. 14. Zehn, R'iUtten-Reseratt. Vortrage, Vereine und Versammlungen. LA%. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin 6. 14. SebafU-nstr. 87/88, Hof 2 Dr. Breorle-ee Bei»: Teilnehmer für Liebeowalb« melden stch bei stamee Mw« rad staminslq, Iablonsknitr. 87. Schlußmelduno Donnerstag. Fahr. seid etwa 120 D. M>.. d. lä., 1»� Uhr. Drelsenhas-p""'"""""" »er Iongmannschaften a!'...... Sicherung de»»amrraden tertum Wilmersdorf statt. Die stamrraden �...„ Bannerklesduirg und lang» dunkle Hofe.— lraptow: Dr.. d. 1S-. 18 Ubr, treffen stch dte Äametaden auf dem Spottplatz stari, nem 14. v.>>» icrrun-piieoer- leide, Schultheiß> Restaurant Hische, Berliner Straße 128, >nhos. am Freitag, dem 15. 8., «e, sch fach solchen Schwerhärlgeu empfohlen, hei denen ärztliche Hille Niehl mehr möglich war. Nalariell heglauhigle Dantschreiden mit peiller Adressen-' angade. Unser Bettrele'r ist em Don. nerstaa, dem 14. 6., in-Leriin-Niede,. sehänewetde," mX:.__________ in Känigewnstordausen, Bahnhofs. Hotel, Gnsta» Scholz, am Bahnhof, am Sann abend, dem 16. 6.. in Strausberg, Hotel zum Schwan, Große Straße bi», am Mar«, von II bis 19 Uhr»u sprechen, erteilt kostenlos Auskunft und nimmt Bestellungen entgegen. SrUl« mlibctnaen. Dte Hörkapsel muß für I«de» Ohr ertea anaeserttgl werden, daher müssen Schwerhörige persönlich vorsprechen. l W.S!>!Z!'li�eI!!M.l!mIiISlK.- ��WWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWUWW� -"' vj, kennt jeder! VAS e N i s v 5 L SKV'SSTe 81. vcu-r50ILbl�SQNUU ssA».»t A Aluminium in der Welt. Fünf Konzerne beherrschen die ganze Industrie. Dichtig« Borgüng« in der internotirmal«« Alummiumindustri«. insbesondere der Lamps zwischen den amerikanischen und«uro- päischen Produzenten um die Nbsatzmärkt« und die damit zusammen hängenden Probleme der Produktions- und Preisentwicklung sowie der Rohstoffversorgung, lenken die Aufmerksamkeit auf diesen noch so jungen und doch schon so möchtigen Industriezweig. Erst 100 Jahre find vergangen. seitdem es dem Chemiker Friedrich Wähler gelungen ist. Aluminium in reiner Form im Laboratorium herzustellen. Es dauerte aber lange Jahre, bis diese Loboratoriumsversuch« in die Technik einge- führt worden sind, und von einer umfangreichen Produktion kann «gentlich erst seit den IWter Iahren gesprochen werden. An der Jahrhundertwende setzte dann aber ein gewaltiger Aufschwung in der Produktion ein, wie ihn kein anderer Industriezweig jemals ver- zeichnen konnte. Wie stark Deutschland an diesem Aufschwung beteiligt ist, zeigt folgende Ueberstcht: Die Weltproduktion erhöht« sich im Jahre INS gegenüber INZ um S0k> Prozent. Diese Steigerung wurde von keinem anderen der farbigen Metall« auch nur annäherild erreicht. Die Führung unter den Produktionsländern haben nach wie vor die Vereinigten Staaten, die im Jahre 1925 das Dreieinhalbfach« der Dorkriegs Produktion erzeugten. Den zweiten Platz unter den Aluminium- Produzenten der Welt, den früher Frankreich behauptete, nimmt heute Deutschland ein, da» seine Produttion seit 1913»er- dreisjigsachte und seinen Anteil an der Welterzaugung fast verzehn» facht hat. Di« Vereinigten Staaten sind trotz ihrer hohe« Eigenproduktion aus die Einfuhr von Aluminium angewiesen, während die Schweiz, Rorwegen und Kanada zu den bedeutendsten Aluminiumproduzenten gehören. Deutschland, da» in früheren Jahren eine im Verhältnis zu seiner Eigenproduktion nicht unwesentliche Meng««inführt«, ist im Jahre 1926 Aluminiumexportland geworden. Reben dem ungeheuren Praduktionsaufschwong wird die Entwicklung der internationalen Aluntiniumerzeugung noch durch die Tatsach« der ebenfalls beispiellosen straffen betrieblichen, finon- ziellen und organisatorischen Konzentration gekennzeichnet. Es gibt nur fünf große weltkouzerve. die'MK gesamte Almninimnindustri« der Welt beherrschen. Di« Alu- mlniumproduktion der Vereinigten Staaten geht au» den Werk- stätten der.Aluminium Company ok Awerica hervor. die gleichzeitig den weitaus Hrötzten Teil der kanadischen, mehr als die Hälfte der norwegischen und einen erheblichen Prozentsatz der französischen Aluminiumindustrie kontrolliert. In Deutschland beherrschen die Vereinigten Alu- minium- Werke A.-G. in Laute mit ihrer Eigenerzeugung und ihrem Einfluß auf die Inn-Werk« Bayerisch« Alu- minium A.-G. und die Erft-Werk« etwa 80 Prozent der deutschen Produktion. Die Aktien der im Besitze des Reiches befind- lichen Vereinigten Alumlnium-Werk« liegen im Portefeuille der Viag tVereimgte Industrie-Unternehmungen A.-G.), deren alleiniger Aktionär das Reich ist. Neben diesen Werken kommen als Er- zeuger nur noch die Aluminium-Werk« G.m.b.H. in Bitter- feld in Betracht, die zum Konzern der Metallbant und Metellur- zischen Gesellschaft gehören. In Frankreich wird der Aluminiumtrust Aluminium kVsiKais�) durch den Alois, Kroges et Camarque-ftonzern gebildet. Außer den französischen Werken kontrolliert der Trust noch die nur- w« zischen Werke Arendal, Tyssedal und die Norsk Nitrid Kompagnie. In England wird die Aluminiumindustri« hauptsächlich durch in« British Aluminium Company repräsentiert, in der Schweiz durch die Zociäte pour l'industrie de st Aluminium de Neuhausen. Die Tatsache dieser erstaunlichen Konzentration die dies« In- dustri« in den Händen weniger großen Firmen vereinigt(es gibt in jedem Lande gewissermaßen nur einen Produzenten), findet ihr« Erklärung in den besonderen Voraussetzungen dieser Produktion, insbesondere in der Schwierigkeit der Kapitel-, Energie- und Roh- jtoffversorgung. lieber diese nationale Konzentration hinaus haben sich Ende 1926 die Aluminiumproduzenten Deutschland».der Schweiz» Frankreichs und Großbritanniens unter Beteiligung der erwähnten norwegischen Unternehmungen und der von der Schweiz kontrollierten österreichischen Firmen zu einem europäische» fiaricfl zusammengeschlossen. da» etwa SO Prozent der Weltproduktion repräsen- tiert. Das Kartell, dessen Aweck der Austausch von Erfahrungen auf dem Fabrikofionsgebiet. Absatzregelung und Preisverständigung ist, sichert die Aufrechterhaltung der festgesetzten Produktionsquote nicht auf dem Wege der in anderen Fällen unvorteilhaft bekannten Strafzahtengen, sondern weit wirksamer durch Uebernahme von Metallmengen unter den beteiligten Län- der». So mußten von Deutschland als Folge de» im vergangenen Jahre stark gestiegenen Inlandsbedarfs und de» geringen Spiel- raums, den die Bemessung der deutschen Sartellquote gewährt. größer« Mengen Aluminium von Frankreich und der Schweiz übernommen werden. Es stehen sich also heut« auf dem Aluminiumwettmarkt eigent- lich nur zwei große Erzeugergruppen geschlossen gegenüber: Da» Europa-Kartell und die Aluminium Company ok America, der Trust des Schatzsekretärs Mellon, der groß« Anstrengungen macht, den heute noch gleichstarken und gleich- wertigen Gegner in Europa zu überholen und auf dem Weltmarkt zu verdrängen- Die großen deutschen Erfolg« haben die Vereinigten Staaten berests im Jahre 192S veranlaßt, hohe Schutzzölle in Kraft zu setzen. Ueberhaupt sind die sämtlichen Aluminium pro- duzierenden Länder auf einen Dumpingkampf mit schweren Zoll- rüstungen vorbereitet, mit Ausnahme Deutschlands, da» einen Alu- mimumzoll nicht besitzt. Vermutlich ist hier der Ruf nach Zoll- schütz noch nicht erhoben worden, weil die Aluminiumindustri« von hervorragendem öffentlichen Interesse ist und sich im wesentlichen im Besitz des Reiches defindet. Zweifellos wird in den nächsten Iahren eine weitere bedeutend« Zunahm« der Welt-Zlluminiumproduktion«intreten» was mit der steigenden Derwendunq der Metalle und ihrer Legierungen zusam- menhängt. Die Hauptabsatzgebiete sind die Alugzeug-, Mokor-, Automobil, und Waggonbauindustrien. Ferner findet das leicht« Metall steigende Verwendung als Baustoff für Geräte und Gefäße der chemischen Industrie, als Roh Material für Spulen in der Tertil-, namentlich Seidenindustrie, sowie in der Fabrikation von Hochspannungsdrähten. Die Ent- wicklung der Alumimumindustrie schreitet besonders kräftig in Nor wegen und Kanada vorwärts, wo die elektrotechnisch« und elektro- metallurgische Industrie auf Grund der reichen und billigen Wasser kräfte äußerst günstig« Vorbedingungen findet. Di« neue kanadische Großanlage der Aluminium Company ok America soll allein aus eine jährliche Leistungsfähigkeit von 180 000 Tonnen abgestellt sein, die der Wetterzeugung von 1925 entsprechen würde. Bei dieser in nächster Zukunft zu erwartenden Steigerung der Delt-Alllminiumproduktion wird die Rohstofffrage dringlich werden, da bisher nur wenige Länder den erforderlichen Rohstojf, das Bauxit, fördern. Immerhin gibt es in der ganzen Welt. so auch in Deutschland, in reichlichen Mengen andere Rohstoffe (Tonerde-Oxyde), deren Ausbeutimg auf Aluminium technisch mög- lich, wirtschaftlich ober noch nicht rentabel ist. Es ist anzunehmen, daß die amerikanische Industrie mit der europäischen eine Verständigung anbahnen will, wie überhaupt in den letzten Iahren wiederhast Anregungen zu internationalen Zu- sammenschliisten von asnerikanischer Seite ausgegangen find. _ Z-w. Firma Hugenberg- Mussolini. Inieressengemeiufchafi zwischen tlfa und einer italienischen Filmgesellschaft. Di« seit gut Jahresfrist von Herrn Hugenberg beherrscht« llmversum-gilm-A.-G. ist redlich bemüht, ihr« auch heut« offenbar noch nicht glänzenden finanziellen Grundlagen durch die Derbesse- rung ihres Auslandsgeschäfte» zu verstärken. Jetzt ist zwischen der Ufa und dem Institute Nazi anal« Luc« in Rom ein Interessen- gemeinschastsoertvag abgeschlossen worden, besten Ziel nach einer Meldung aus Rom die Wiedevoufrichtung der itolienischen Filmindustrie sei. Dazu wird bemerkt, daß die faschistische Regierung Zlalien» bei den Verhandlungen mitgewirkt und daß Mustalini per- äullch sich für da» Zustandekommen de» Vertragswerte» lebhaft inlerestierl habe. Die deutsch« Oeffenllichkeit wird also mtt ewigem Recht die für die Zukunst des deutschen Films bedeutsame Frag« auf- werfen dürfen, ob das Geschäft der Ufa mit der der italienischen Regierung nahestehenden römischen Filmgesellschaft nicht in dem Sinne auch ein« Transattion mit politischen Auswirkun- gen sein wird, als die politischen Kreis« um Hugenberg mit jenen berufsstöndischen und scheinparlainentarischen diktatorisch«irksamen Verfassungsformen seit Jahren sympathisieren, die den staats- politischen Untergrund des Faschismus bilden. Hugenbergs Film- interessen sind zusammen mit seiner die Oeifentlichkeit weit er- astenden Presfemacht durchaus geeignet, auf unterirdischen Wegen den m den politischen Wahlen sich äußernden Willen des Volke» zu verfälschen. Darauf hinzuweisen gibt die Mitteilung Anlaß, daß die Kul- tur- und Lehrfilme bei beiden Gesellschaften eine Spezialität darstellen und weiter die wesenlliche Bestimmung des Vertrages, daß Italien die Herstellung einer Anzahl italienischer Großsiline garantiert wird, deren Vertrieb außerhalb Italiens, also auch in Deutschland, w den Händen der Ufa liegen soll. Die römische„Luc«' übernimmt auf der anderen Seite für die italienischen Theater Ufa- Films zur Aufführung. Aus dem sonstigen Vertragsinhalt ergibt ich, daß die Ufa der römischen Gesellschaft ihre gesamten Er- o h r u n g e n bei der Einrichtung modernster Filmateliers zur Verfügung stellt. Ferner ist der A u s ta u f ch und die Ausbildung von technischem und künstt«risd,zin Personal, Regisseuren, Operateuren und Star» vorgesehen. Die Ufa wird die römische Gesell- schast aud) darin unterstützen, daß«in italienischer Stemm ausgebil- deter Fachleute herangebildet wird, die in den kaufmännischen, tech- nischen und Thcaterbetricben der Ufa„erstklostig" erzogen werden sollen. Gin neuer Texiiltrufi. Die deutsche Textilindustrie ist jetzt um«inen Großtrust bereichert worden. Die bisher im Christian Dierig-Konzern zusammengefaßten, vertikal vom Baum Wollhandel bi» zum Fertigproduktalle Produktions stufen einschließlich der Färberei und Bleicherei umschließenden Textilbetriebe, werden zu einer neuen Aktiengesellschaft, der Christian D! e r i g A.-G Langenbielau in Schlesien, oereinigt. Die neue Gesellschaft Hot ein Aktienkapital von 30 Millionen Mark; sämtliche Aktien des neuen Trusts bleiben im Besitz der Familie Dierig. die auch den sechsköpsigen Aussichtsrot mit ihren Familienmitgliedern besetzt. Die neue Gesellschaft mird über 60 000 Spindeln, etwa 6000 Webstühle und mehrere modern eingerichtet« Zlusrüstungs- anstasten oerfügen bei einer Belegschaft von 7000 Arbektersi und Angestellten. Di« größte Stärk« de» Diertg.Trufts liegt in der Boumwoll Weberei; sein schwacher Punkt liegt in den eigenen Spinnereien. Das hatte seit Jahren Berhandlungcn mit dem Hammersen-Konzern über eine Interessengemeinschaft zur Folge. Sie konnte aber bisher noch nicht zu einem erfolgreichen Abschluß gebrocht werden. Da die Verhandlungen weiter lauten. würde eine Verbindung zwischen dem neuen Dierig-Trust und der Hammersen-Gruppe zur größten Textilkombination in Deutschland führen. Zur Lage der Maschinern'ndustrie. Oer Maibericht des DOMA. Der Maibericht Deutscher Maschinenbauanstalten über die Loge der deutschen Maschinenindustri« meldet eine weitere leichte Verschlechterung des Geschäftes. Das Jnlandsgeschäft sei weiter zurückgegangen, auch das Auslandsgeschäft sei ab- geflaut. Noch stärker als mit Anfragen habe die Kundschaft mit Auftrogen zurückgehalten. Bemerkenswert erscheint dem Verein Deutscher Maschinenbauanstelten, daß sich der Rückgang nicht auf jene Zweige der Maschinenindustri« beschränkt habe, für die in den ersten Monaten dieses Jahres ein« saisonmäßige Belebung erfolgt sei, sondern sich aus die meisten Erzeugnisse des Maschinenbaues erstrecke. Immerhin werden für einzeln« Zweige doch noch größere Umsätze als im April gemeldet. Im Gegensatz zur Auftragsentwicklung hat sich die Beschäftigung der Fabriken noch nicht verringert, weil von sricher her große Austräge abzuwickeln sind. Einschränkungen der Arbeitszeit waren nur in unwesentlichem Maße erforderlich. Der Bericht des Vereins Deutscher Maschinenbauanstelten gibt zu einigen kritischen Bemerkungen Anlaß. Es wird von einer'erheblichen Verstimmung in der Maschmenindustrie darüber berichtet, daß einige Eisenhändlerverbände Preiserhöhungen durch- zusetzen versuchen, die über die Erhöhung der Eisenpreise hinaus- gehen. Der Derein Deutscher MaschinenbauanstaUen sieht der we!- teren Entwicklung der Wirtschaftslage mit Sorge entgegen, weil die sortgesetzten Lohnerhöhungen der letzten Zeit sowohl von der Lohnseite als auch von der Materialseite her zu einer heftigen Erschwerung der Konkurrenzverhöltnisie geführt haben. Wir sind der Meinung, daß die eisenverarbeitend« Industrie sich weniger über die Lohnerhöhung als über die unangemessenen Eisen- Preiserhöhungen, damit ober auch über den Derein Deutscher Ma- schinenbauanstalten selbst zu beschweren hat. Aus der eisenver- arbeitenden Industrie wird gemeldet, daß die Erhöhung der Kohlen- und Eisenpreise ein« Verteuerung der Materialkosten wn rund ZS Prozent zur Folge gehobt hat. Di« deutsch« Oefientfichteit Hot ober nichts davon gemerkt, daß etwa der Derein Deutscher Maschinen- bauanstalten, mos seine Pflicht gewesen wäre, sich gegen die Er- höhung der Kohlenpreise, die nutzlos ist, und gegen die Erhöhung der Eisenpreis«, die überflüssig war, energisch eingesetzt hätte. Bis heut« hat auch der Verein Deutscher Maschinenbauanstelten sich noch nicht dazu geäußert, daß der Reichswirtschafts- m i n i st e r Dr. C u r t i u s voraussichtlich die Entscheidung über die eventuell« Anrufung des Sartellgerichtes immer noch hinaus- gezögert Hot. Der Verein Deutscher Maschinenbauanstelten durste so lange auch an die Wirts chaftspoliftik der neuen Reichsregierung vergeblich appellieren, als er selbst allen möglichen Versuchen, gegen die monopolistische Au»- beuterpolitik der Schwerindustrie vorzugehen, Knüppel zwischen die Beine wirst. Grleichierung für die Bauern. Start steigende Schweinepreise. Für die Beurteilung der Lage in der Landwirtschaft ist es wichtig, daß der Reichslandbund selbst in seiner letzten Wochen- schrtft vom 9. Juni eine außerordentlich starke Besserung der Vieh- und besonders Schweinepreis« feststellen muß. Obwohl die Austriebe bei starker Nachfrage noch zugenommen haben, trat eine wesentliche Preissteigerung für Schwein««in. Gegen Ende des Monats Mai lagen die Schweinepreise um 25 Prozent höher als einen Monat vorher. Die Preis« stiegen in H a m- bürg von 58 auf 68 bzw. von 51 auf 70 Mark, in Köln van 56 auf 73 bzw. von 60 auf 75 Mark und in Frankfurt a. M. von 56 auf 62 bzw. 53 auf 65 Mark. In Berlin betrug die Preissteigerung rund 15 Mark pro Zentner, was gegenüber April eine Erhöhung um 30 Prozent bedeutet. Was die so- zialdemokratische Presse während der ganzen Kampagne des Reichslandbundes und während der Verhandlungen über das landwirtschaftlich« Notprogramm vorausgesagt hat, ist also weit- gehend eingetroffen. Besonders die Schweinepreis« sind ganz außer- gewöhnlich stark gestiegen, wodurch in der Lage der Landwirtschaft selbstverständlich auch eine sehr bedeutende Besserung für den ein- zelnen Betrieb eingetreten ist. Der Wachenausweis der Reichsbcmt zum 7. Juni Hot die zum Maiend« um 450 Millionen Mark vermehrte Kredite eanfpruchung der Reichsbank um über die Hälfte wieder zurückgehen lasten. Die Wechselbe stände sind um 231,3 auf 2238,1, die Lombarddarlehen um 21.4 aus 21,6 Millionen gesunken. Das Konto der fremden Gelder(zinsfreies Girokonto) zeigt mit 532,7 nod; die außergewöhnliche A b n a h m e ukn 48,9 Millionen Mark. Der U m- lauf von Reichsb anknoten ist um 268.9 auf 4218,0 Mit- lionen gesunken, derjenige an Rentenbankscheinen um 23,4 auf 562,8 Millionen. Wi« schon zum Ende Mai zeigt der Reichsbankousweis kein« Bestände an Reichsfchatzwechseln mehr. Die Goldbestände sind-mit 2040,8 Millionen unoerändert, dl« Bestände an Deckungsdevise» mit 266,9 um 7,1 Millionen Mark verringert. Konkurs bei Wannesmann- wulag vermieden. Auf der Gläubigerversammlung der Mann«, mann. Mulag A.-G in Aachen stimmten 86 Prozent der Anwesenden für di« Annahme des Vergleichsverfahrens, wodurch der Konkurs des Unternehmens ver- mieden wird. Es muß bei der Gesellschaft mit dem Verlust des ge- samten Aktienkapitals von 3,5 Millionen Mark gerechnet werden den die Verwaltung, die nähere Erklärungen verweigerte, mit„technischen Schwierigkeiten" erklärt. Mausgraue 20«Pf.. Zigarren für 12 Pf. 10 Gratisproben wwwwwwwwwwwwwirwwwwwwwwwirwwwwwi'www I für alle Oftsl-Speleen« für Flammeri, Pudding» und ' GebäeSr. an ollen Saucen» Sappen and Gemüsen. Unterhaltung unö Wissen Vellage des Vorwärts Warenhausdiebstahl. Von Elfe Bergmann. .D!» Skrtomoir.f ist erfunden tnortxn, um den rachgierigen Eifer der Eigentümer der Warenhäuser zu mildern, welch««lue» TeU der Verantwortlichkeit dei diese» Delikten durch die Verführung tragen, welche sie ihren Besucher» bieten." Dränier. Man liest kaum ein« Zeitung, ohne einen Bericht darüber zu finden, daß jung« Mädchen und Frauen aller Stände und Alters- stufen sich des Diebstahls im Warenhaus schuldig gemacht haben. Meistens handelt es stch jedoch fast nie um eine Mutter oder Frau, die ,, stiehlt' um ihrer hungernden Kinder oder chres arbeitslosen Mannes willen. Nein— die meisten dieser Warenhausdiebinnen sind bemittelt oder sogar wohlhabend, und der Wert des entwendeten Gegenstandes steht in geradezu lächerlichem Gegensatz zu den ökono- mischen Verhältnisten der Betreffenden. Sie könnten sich die Sachen sehr wohl kaufen oder sie entbehren, da sie in den meisten Fällen sogar ganz unzweckmäßige Dinge nehmen, für die sie keinen direkten Gebrauch haben. Werden sie festgenommen, leugnen sie in der Regel nicht den Diebstahl, sondern bekennen noch, daß sie zu Hause ein ganz kleines Lager mit Preiszetteln versehener Gegenstände haben, was unter Cosas, Sesseln in Kisten und Kasten verborgen ist. Sie konnten nicht widerstehen, heißt es. Es war«in« Art Suggestion. Si« ver- loren den Kopf. So und ähnlich lauten di« Erklärungen.—-- Da es m den meisten Fällen Frauen sind, die als Warenhaus- diebe austreten, muß man wohl davon ausgehen, daß es sich bei sonst ehrbaren Frauen und Bürgerdamen nm irgendwelche mora- lischen Defekte, um beginnende Paralyse oder geistig« Schwäche handelt, oder auch um ausgeprägte pathologische Individuen, die durch mentale oder körperliche Krankheiten oder Schwankungen be- einflußt sind, weswegen sie im Grunde nicht verantwortlich ge- macht werden dürfen. Das ist die eine Seite der Sache. Die andere Seite ist un- bestreitbar, um an obiges Zitat anzuknüpfen, die Beschaffenheit der Warenhäuser, und die Art wie di« Kontrolle gehandhabt wird.— Die großen Warenhäuser stellen die größte Versuchung für alle Frauen dar. Eine jede Frau hegt den an und für sich berechtigten Wunsch, stch gut Neiden zu wollen. Der ganze moderne Warenhaus- apparat ist eine einzige, großzügige angelegte Spekulation in der natürlichen Eitelkeit der Frauen. Diese„Frauenparadiese' werden zur Fallgrube für viele sonst moralische Frauen, da st« mit geradezu genialem Raffinement in Versuchung geführt werden. Alles ist darauf angelegt, zu verlocken, zu reizen. Selbst, wenn sich eine Frau in eines dieser Paradiese begibt, nur um die ausgestellten Dinge zu betrachten, der Eintritt ist ja frei, und sie ist fest dazu ent- schlössen, nichts zu kaufen, kann man trotzdem davon überzeugt sein, daß sie das Geschäft mit einem kleinen Einkauf verläßt. Das ist die erst« und hormloseste Art der Verführung. Kann man sich auch schließlich darüber wunbern?, v,' Dort liegen Haufen von Stoffen, Spitzen, LuxuswSsch«, Taschentüchern, Hairdschuhen, Strümpfen und reizenden Modeartikeln. Es ist erlaubt, die Stoff« zu befühlen, und in den aufgestapetten Haufen von Rastern zu wühlen, was allein schon ein Genuß sein kann. Eine Frouenhand schmiegt sich nicht, ohne Freude zu empfinden, in kostbare Stoffe. Ueberall ist festlich« Beleuchtung, im Winter ist es dort angenehm warm, alles ist Liebenswürdigkeit und Ueppigkeit, olles wirkt verlockend und reizt ihre Eitelkell oder den Wunsch nach Besitz. Da sind Ersrischungen, in denen es belebend nach Kaffee duftet, dort kann man irgendeinen Imbiß genießen und oft sogar Musik hören. Die herausfordernde und oberflächliche Unterhaltung irgendwelcher zufällig anwesender Luxusweibchen trägt außerdem noch dazu bei, die Atmosphäre zu trüben. Die Frauen fühlen sich unbeobachtet, und wenn sie die Ware gefunden haben, welch« ihnen begehrenswert erscheint, dann rufen si« die Verkäuferin— oder— die Katastrophe geschieht— sie nehmen selbst. Alles dies geschieht, während sie wähnen, sich vollständig allein überlassen zu sein, aber plötzlich taucht dann doch dieser oder jener von der geheimen Ge- schästspolizei auf, der sie festnimmt, wenn das Unglück geschehen ist. Darin, daß diese Aufpasier heimlich sind, beruht ein großer Fehler. Die modernen Frauenparadiese nnt ihren lockenden Waren und ihrer verführerischen Atmosphäre sind unweigerlich ein« große Gefahr für haltlose oder krankhafte Frauen. Der ganze Zuschnitt und die Einrichtungen dieser Warenhäuser tragen so oder so zum Fall der Frauen bei. Viele Frauen, deren mentaler Zustand in ihrem täg- lichen Umgangskreis als„normal' befunden wird, kommen trotzdem mit den Gesetzen m Konflikt, da die Versuchung zu groß ist, auch für solche Frauen, die nie in ihrem Leben über so viel Geld oerfügt haben oder oerfügen werden, daß sie es auch nur ein einziges Mal ihren begüterten Mitschwestern gleichtun könnten oder sich einen Wunsch zu erfüllen, den sie vielleicht seit Jahren hegen. Summa summarum— die Warenhäuser müssen Aufsichtsbeamt« haben, die an einer Art Uniform erkennbar wären, genau wie die Pförtner oder die Fahrstuhlführer, an einer bestimmten Kleidung kenntlich sind. Oder, sie müßten ein Abzeichen tragen, da» sie als die Polizei des Geschäfts charakterisiert. Außerdem sollten diese Herren oder Damen versuchen, vorzubeugen, sobald st« den Verdacht schöpfen, daß eine der Kundinnen im Begriff steht, sich selbst zu bedienen. Sie sollten nicht warten, bis di« Betreffenden den Musf oder die Tasche vollgestopft haben, um sie dann erst„um ein« Unter- redung auf dem Bureau' zu ersuchen,— und zwar mit einer per- fiden, vielsagenden Grimasse, innerlich schmunzelnd, daß ein Opfer in die Falle gegangen ist. Auch in diesem Fall« wäre di« Methode des Vorbeugens besser, zumal e» sich oft um hysterische oder neu- rasthenische Schwankungen oder um unkontrollierbar« Gelüste gra- oider oder sich in der Menstruation befindender Frauen handelt, was ja auch von sozialistischen Schriftstellern, an erster Stell« von Zola, eingehend geschildert wurde. Dadurch, daß manche Frauen die Gewißheit hätten, ständig be- obachtet zu werden, würde man sie vor Schande und Skandal, Sen- sationsprozesien und eventueller Gefängnisstrafe bewahren. Eine Ausnahme bilden natürlich jene gewerbsmäßigen Warenhaus- diebinNen, die wahr« Taschenspielerkunststück« vollführen, wie zupz: Beispiel jene..talentierten' Frauen, die ein HSteiliges Porzellanseroice im Wert« von 14 000 M. innerhalb von vier Tagen aus einem Geschäft in der Leipziger Straße in Berlin wegschleppten. Diese Leute sind natürlich ein Kapitel für sich. Im übrigen ist aber die Einrichtung, dos Publikum unauffällig zu beobachten(vermittels Spiegel), oder den Angestellten Prämien zu geben, falls sie Dieb- stähle entdecken, eine ganz verwersllch« und gemeine Methode. Oiensiag 12. Juni 1928 Oer Schauspieler. Von Michael Soschtschenko. Dies« Erzählung ist wahr. Sie passierte in Astrachan. Ein Amatcurschauspieler erzählte sie mir. Ihr fragt mich, Bürger, ob ich Schauspieler gewesen bin? Ja. ich war Scheuspieler. Ich trat im Theater auf, mit der Kunst bin ich also in Berührung gekommen. Aber das Ganze ist Blödsinn. Nichts, gar nichts ist daran. Natürlich, wenn man es von einer anderen Seite betrachtet, so hat die Kunst auch ihr Gutes. Sagen wir mal, du trittst auf die Bühne, und das Publikum guckt heraus. Im Publikum sitzen Bekannte, vielleicht Verwandte deiner Frau, Nachbarn oder wer sonst. Du siehst, wie sie vom Parterre aus dir zuwinken:„Nur keine Schüchternheit, Wasjal Leg' los, Wafjal' Und du machst ihnen Zeichen:„Nur kein« Sorge, Freunde!' Ich weiß also Bescheid und trage selbst meinen Schnurrbart. Aber wenn mau tiefer über di« Sache nachdenkt, so ist schließlich an der Kunst doch nichts Gutes. Sie macht ein böses Blut. Wir gaben einmal das Schauspiel:„Wer ist schuld?' Ein sehr starkes Stück. In einer Szene wird ein Kaufmann vor den Augen des Publikums ausgeraubt. Das kommt ungemein naturalistisch heraus. Der Kaufmann schreit und schlägt um sich mit Händen und Füßen. Aber die Räuber plündern ihn aus.— Ein schauriges Schaufptel! Und wir haben es gespielt. Kurz vor Beginn der Borstellung hotte nun ein Schauspieler noch rasch in's Gläschen geguckt. Derselbe, der die Rolle des Kauf. mann» spielen sollte. Und infolge des Alkohols war der Kerl jetzt nicht imstande: wir merkten es deutlich. Kaum kommt er an die Rampe geschwankt, so tritt er absichtlich mit dem Fuß gegen die elektrischen Lampen. Der Regisseur Iwan Palytsch sagt zu mir: „Im zwetten Akt,' sagt er,„können wir ihn unmöglich auf die Bühne lassen. Der Lump wird alle Lampen zerknallen. Vielleicht kannst du für ihn einspringen? Das Publikum ist ja blöde: es wird nichts bemerken.' Ich sage„Bürger, ich kann unmöglich an die Rampe. Bittet mich gar nicht erst. Ich habe eben zwei ganze Arbusen gegessen.' Aber er fleht:„Errette uns aus der Rot, Bruderl Wenn auch nur für einen Akt. Bielleicht wird der Besoffene sich bis dahin er- bvlen Du mußt uns schon in unserer Aufklärungsarbeit unter- stütz:»!' Schließlich überredeten si« mich. Ich trat auf. Ich spielte in meinen gewöhnlichen Kleidern. Nur einen falschen Bart Nebt« ich mir an. So trat ich an die Rampe. Wenn auch das Publikum blöde war. so erkannt« es mich doch sofort...--•-- .A,' riefen sie>„Dasia spiel! Na. jetzt nur keine Schüchternhettl Leg' einmal lost� Ick» entgegne:„Bürger, schüchtern ln einem so kritischen Moment? Da» war' mir das Rechte!' Da» Spiel begann. Ich gab den Kaufmann. Und die Räuber- szene kam immer näher. Ich schreie also... ich fange zu stampfen an uick» erwehre mich nnt Händen und Füßen der„Wegelagerer'. Plötzlich fühl« ich, daß irgendein Kerl mir ganz echt in die Tasche fährt. Ich knöpfe meinen Rock fester. Und rück« ein bißchen von Den Schauspielern ab. Ich verteidige mich aus Leibeskräften. Bei Gott! Ich haue st« einfach in die Fratzen? „Laßt ab. ihr Bant»«!' sage ich.„Ich bitf euch in Ehren...' Sie aber drängen um mich, wie es der Gang der Handlung vorschreibt. Da war meine Briestasche weg(18 Tscherwonzenl), und jetzt angelten sie nach meiner Uhr! Nun schreie ich aber doch, was ich komn �lilfei Zu Hilf«! Ich werde ausgeraubt-- ganz im Ernst!' Das ergibt aber nur einen glänzenden Bühneneffekt. Das blöde Publikum klatscht vor Begeisterung und schrett: „Los, Wasjal los! Verteidige dich! Hau' den Teufeln di« Schädel ein!' Ich brüste: hilft nichts, Brüder!' Und dabei wische ich dem Nächstbesten über die Fratz«. Ich sehe: ein„Schauspieler' blutet schon, aber die übrigen Gauner geraten immer mehr in Wut. Sie stürmen geradezu auf mich ein. „Brüder?' heule ich.„Was ist denn los? Was Hab' ich euch denn getan?!' Ich merke: Schreien hilft nicht— alles paßt nur immer glänzend In den„Gang der Handlung'. Ich fiel auf die Knie. „Brüdert' wimmere ich.„Regisseur! Iwan Palytsch! Ich kann nicht mehr! Laßt den Vorhang herunter. Es geht ernstlich um meine letzten Ersparnisse. Nun wird so ein paar Theaterspezialisten doch klar, daß'meine Worte nicht zur Handlung gehören. Sie stürzen auf die Bühne. Der Sousfleur— Gott lohne es ihm! klettert aus seinem Kasten hervor. „Bürger!' sagt er.„Hat man dem Kaufmann tatsächlich die Brieftasche geklaut?!' Der Borhang fiel. Man brachte mir einen Krug Wasser und gab mir zu trinken. .Regisseur!' schluchze ich.„Brüder! Was soll denn nun werden! Jemand hat die Situatton ausgenutzt und mir meine Brieftasche ge- siohlenl' Was sag« ich? Man veranstaltete eine Durchsuchung. Das Geld fand man nicht. Die leere Brieftasche hatte jemand hinter di« Kulisse geworfen. So war mein Geld verloren. Wie verbrannt. Kunst?— jagt ihr?! Kennen wir. Kennen wir. War auch beim Theater.., lBerechtigte Ueberscdung vo» a. Morit.) t Brikett, mit Löchern. Die gewöhnlichen Briketts haben eine starke Rauchentwicklung, unter denen die Nachbarschaft industrieller Betriebe leidet. Man verwendet daher bereits jetzt Brennftosf«, die nuchschivach verbrennen, wie z. B. Anthrazit» Nußkohlen und Eßkoblenstücke. Wie in„Reclame Universum' berichtet wird, hat da» Berliner städtisch« Brennstofflaboratorium nun Versuche mit gelochten Brikett» ars Anthrazitstaub angestellt. Diese haben die Form deutscher Eierbrikett», besitzen jedoch ein Loch von Rant» zu Rand in der Längsachse von etwa 1 Zentimeter Durchmesser, sie behalten im Feuer gm ihre Form und zeichnen sich durch ein« sehr schwach« Rauchentwicklung aus. Robinson auf Spitzbergen. Im Archiv der russischen Akademie der Wissenschaften ist soeben ein interessantes, längst verschollenes Schriftstück gefunden worden. Es ist der Bericht des Professors der russischen Akademie P. L.— de Roy über die abenteuerliche Expedition, die von einem russischen Kaufmann im Jahr« 1743 nach Spitzbergen entsandt wurde und deren Schicksal an das Los der verschollenen Nobile-Expedition denken läßt. Ein Kaufmann des kleinen Städtchens Mejen im weiten Norden Rußlands(Gouverne- tnent von Archangelsk) rüstete«inen Walfischsänger au», dessen Be- satzung 14 Mann betrug, um nach Walsislhjägern. die vor einiger Zeit im Eismeer verschollen waren und von denen man wissen wollte, daß sie sich auf Spitzbergen aushielten, zu suchen. Das klein« Schiff wurde von Eismassen an die Küste Spitzbergen» getrieben. Bier Mann der Besatzung unter der Führung des Steuermanns Alexander Hinkop, eines gebürtigen Finnländers, begaben sich über Cisblöcke ans Land. An der Südostküste der Insel fanden st« eine halbzer- fallen« Hütte, von deren Bewohnern jede Spur sehll«. Die vier Männer übernachteten in der Hütte, mußten sich aber die ganze Nachi in Bewegung halten, um nicht zu erfrieren. Als sie am nächsten Tag zu ihrem Schiff zurückkehren wollten, war es ver- schwunden. Die See war frei. Das Eis war weggetrieben: niemals hat man etwas von dem Schicksal des Schiffes erfahren. Wahrschein- lich wurde es von treibenden Eismassen zerrieben und ging mit seiner 10-Mann-Besatzung unter. Die Unglücklichen waren jetzt allein in der Eiswüste. Sie hatten Büchsen und Pulver, das gerade für 12 Schüsse reichte, mitge- nommen. Jetzt fing«in Leben an. das die Abenteuer Robinsons zur Wirklichkeit machte. Zuerst gelang e» den neuen„Robinsonen' 12 Füchse zu erlegen. Nachdem dos Pulver verschossen war, mußten sie an die Erlangung anderer Waffen denken, denn in der Näh« gab es unzählige Eisbären. Mit Hilfe von Steinen, die zugleich als Hammer dienten, gelang es, die Büchsen in Spieß« umzuarbeiten. Aus Renntierhäuten fertigten sie sich Strick« an. Tierfelle dienten als Äleidev Aus Lehm wurde ein« Lampe hergestellt. Oel wurde aus Fett bereitet. Die Not verwandelt« die Leute in Fischer, Jäger, Zimmerleute, Schreiner, Schuster und Schneider. Im Laus« von sechs Iahren richteten sie stch einen Haushatt ein, der mit allen nötigen Geräten und Instrumenten versehen war. Ihre Jagdbeute betrug in dieser Zett zehn Eisbären. 250 Renntiere, 1000 Füchse und ein« unzählige Menge von Walrossen. Einer von ihnen, Theodor Marogen, brach unter den Anstrengungen des harten Kampfes mit der Natur zusammen und starb. An einem Augusttage des Jahres 1743 sahen die drei am Leben Gebliebenen ein Schiff, das sie wieder in die zivilisierte Welt zurückführt«. Als der Bericht über das abenteuerliche Leben dieser Robinson« In Petersburg durch die Arbeit L. Roy» bekannt wurde, entsandt« die Zarin Katharina die Große«ine Expedition auf drei großen Schiffen unter dem Befehl de» Admiral» Tschitschagoff im Jahr« 1785 nach Spitzbergen. Erst viel später wurde Spitzbergen von nicht- russischen Forschern besucht. Las wichtigste Resultat erzielte di« schwedisch« Expedttion unter der Leitung des bekannten Polarforscher» Nordenskjöld im Jahre 1864. Nordenskjöld gelang«s, unter unglaublichen Entbehrungen und Anstrengungen ins Innere Spitzbergens zu dringen und als erster«ine genau« Karte der Insel zusammenzu- stellen.— Heute ist ein Flug nach und über Spitzbergen eine gewöhnlich« sportliche Leistung. Dr. P. Enihalien Konserven Vitamine? Die Erkennung der Vitamine als lebensnotwendige Bestandteile unserer Nahrung hat zu einer Prüfung aller der Formen, in denen wir unsere Speisen zu uns nehmen, geführt, und man hat dabei zunächst die Behauptung aufgestellt, daß Konserven keine oder nur wenig Vitamin« haben. Bei der Bedeutung, die konservierte und sterilisierte Nahrungsmittel heut besitzen, ist di« Frage, inwieweit Vitamine bei der Konservierung erhallen bleiben, von außerordent- licher Wichtigkeit, und sie ist jetzt von amerikanischen, deutschen und englischen Forschern beantwortet worden, wie Dr. E. Remy in der Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik ausführt. Der Nachweis von Vitaminen in Konserven konnte nur durch den Tierversuch geführt werden, da sich diese Stoffe auf chemischem Wege noch nicht einwandfrei nachweisen lassen. Aus dies« Weise wurde fest- gestellt, daß der Gehalt an Vitamin C, das den Skorbut verhütet. durch den gewöhnlichen Kochprozeß bei grünen Erbsen, grünem Kohl und Spinat stärker beeinträchtigt wird als durch Konservierung. Dieses Vitamin wird allerdings schon durch sehr geringe Mengen Kupfer, die den Konserven bisweilen zur Färbung beigesetzt werden, zerstört. Die Zerstörung erfolgt aber nicht, wenn die Konservierung in Gläsern vorgenommen wird. Auch bei der Sterilisierung bleibt Vitamin C In Tomaten, Spinat und grünen Erbsen in genügender Menge erhalten, aber nicht bei Blumenkohl. Bohnen und Karotten. trotzdem diese von Natur aus genügende Mengen des Nährfaktors aufweisen. Nach den heutigen Ersahrungen ist Bitamin C gegen Temperaturerhöhung und chemische Stoffe am empfindlichsten. Die anderen Vitamine erhalten sich also bei der Konservierung noch besser. So bewahrte Butter ihren Vllamingehall. auch wenn sie 4 Stunden long auf 120 Grad erhitzt wurde. Wird hierbei ein Luststrom durch die Butter geleitet, so geht di« Wirkung des Bitamin» A, aber nicht die des Vitamins v verloren, so daß auf dies« Weise eine Trennung der beiden Vitamine möglich ist. Empfindlicher gegen Erhitzen ist das Vitamin B, das gegen Beri-Beri schützt. Dieses Vitamin wird von Säuren und Alkalien angegriffen und bei Temperaturen über 120 Grad zerstört. Im allgemeinen läßt stch aus Grund der bis- herigcn Forschungen sagen, daß die Vitamine bei Konseroierung oder Sterilisierung mitunter eine Herabsetzung in Ihrer Menge erleide» und daß fehlerhafte Methoden sogar zu völligem verschwinden führen können. Bei richtiger Behandlung ober bleibt auch in den Konserven eine ausreichende Menge der Vitamine, wenn der ge. nügende Vitamingehalt In der frischen Ware vorhanden war. L. WERTHEIM AUTOMOBIL-GES. Berlin W9, Friedrich-Ebert-Str. 14 Opd 01 S.U. •juAA-f*** qxziäfi- Sm* Qjk�t £sse* CAevec&t (OdaQ* JCcuPP MlgiettS Reparaturwerkstatt: Cicerostraße 17 V-:f*■.".4 if>' V; v.• | Ulcnstid, 12 6.2ii Stuts-Oper Lfntet d. Linden Ab.-V. 36- l Anf- i�.-avu. Sie«Müll Sdiidisßls Staats-Qpn t ArDPI.d.Repu61. Res,-S. 1t4 Ant IV/tü'itili, Don GloramH L) enstag.12 i. 26 j Slidtisdiö SM Bismarcksir. Turnus il AnL 20(8) Uhr| Madame Bntterfly Stull. Stüaospjjlh.| *ff jatoMnrti Res.-S. 47. Ant 19(7) U Kalkutta, 4. 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Der Verstorbene gehörte eu den Mitbegründern des Besirtnsaussehusees Berlin des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes und war jahrelanger treuer Sachverwalter unserer Kasse. Dnermüölich war der Verstorbene bemüht, für die frei- gewerkschaftliche Bewegung unter den Beamten zu werben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Allgem. Dealscher Beamlenband Beclrktaiuicfaul Berlin. LeiHbau« Moritzplatz 58a. Kavalier» Gord�ro», teils Jackett.. Frack-, S: Verfaul osu auf Seibe, lilae, Iva bar- bincmäntcl, Baiichaazllae, für leb« Figur passend Sxtra-SngrSol« tilr neue Sar. derobe. Prl�jaifen 50,—, Pelzmänrel S5.—. Sporrpeige Sö.—. Eebpelze U>0.—. Keine Lombarbrvarel betragene litt La'" mannsl Herrengarderade. Cveziali» JÜ&mSSf Zdatz. Gor. innfttöB« 23/2d/ früher Muutck1rr/ Daiser-Ifetz rotte ifllutser in Galante Nacht! 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