BERLIN SieiMg 12. Zum 1928 B 135 45. Jahrgang. Erscheint t S g l i ch außerSvnntags. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,SNM. pro Monat. Kedakrion und Expedition: Berlin SW 68, Lindensir. 3 tlnzeigenprei«: Die einspaltige Nonpareillezeil« «o Pf., Reklamezeilt s M. Ermäßigungen nach Tarif. Posifcheckkonro: Vorwürts-Verlag G. m. d. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Ein Lustmorder im Mckfall. Bild I: Das Fahrgestell der Lokomotive, das aller Wahrscheinlichkeit nach die Ursache der Entgleisung war. Es hat sich tief in das Erdreich gebohrt, während der Lokomotivkörper den Abhang hinunterstürzte.— Bild 2: Die Aufräumungsarbeiten an der Unglücksstelle mit Hilfe fahrbarer Kräne. Selbst gerichtet? Magdeburg. 12. Juni.(Eigenbericht.) Eine furchtbare Bluttat ereignete fich, wie bereits kurz mitgeteilt, am Montag früh in Osterweddingen bei Magdeburg. Hier erschlug der 4ljährige Iabrikseu erwehrmann Karl Schwan die mit ihm zusammenlebende Kriegerwitwe Irau E i ch h o l z, deren 15jährigen Sohn, den Maurer- lehrling Willi Eichholz und seine beiden Kinder. die ISjährige Curie und den 17 Zahre allen Rudi und erhängte sich daraus selbst. Folgende Einzelheiten sollen die furchtbare Tat erklären: In Osterweddingen bei Magdeburg wohnte In einer ruhigen Strohe in einem tfeinen Häuschen, das der Kriegerwitwe Anna Eichholz gehörte, der Fabrikfeuerwehrmann Karl Schwan seit dem Jahre 1919. Frau Schwan hatte ihren l 5 j ä h r i g« n Sohn Willi bei sich und Schwan sein« beiden Kinder L u c i e und Rudi. Das Zusammenleben war allmählich unerträglich ge- worden, da Schwan zum Haushalt nur wenig beisteuert«, weil er sehr viel Geld für sich verbrauchte. Seit längerer Zeit war Frau Eichholz wegen einer Venenentzündung bettlägerig. Di« Wirt- schast führte während dieser Zeit die ISjährige Lucie Schwan. Am Montag nachmittag gegen S.1S Uhr kam der Schlosser Karl Schwan aus Todendorf, ebenfalls ein Sohn des Schwan, um seinen Dater zu besuchen, nach Osterweddingen. Zu seiner Verwunderung fand er die Haustür verscylosicn. Er nahm an. daß sein« Schwester zum Einholen fortgegangen war und stieg deshalb über den Zaun. Schon im Hausslur bemerkte er einen merkwürdigen Geruch und sah B l u t s p r i tz e r an den Fenstern der Swb«. Er kehrt« sofort um und begab sich Zum Amtsvorsteher, der mit ihm zurückging und die Tür öffnen ließ. In dem am Fenster stehenden Bett lag blul- überströmt und tot Frau Eichhol,, aus dem gegenüberstehenden Sofa vor dem mit Frühstücksgeschirr besetzten Tisch lag in sich zusammen- gesunken ihr Sohn Willi. Auch er war tot. Beide wiesen schwer- Kopfverletzungen auf. Im Beisein des sofort herbeigeholten Landjägers wurden bei der Durchsuchung in einem anderen Zinnner Lucie Schwan und ihr Bruder Rudi ebenfalls in ihrem Blute liegend aufgefunden. Da beide noch schwache Lebenszeichen von sich gaben, wurden sie sofort in ein Magdeburger Krankenhaus übergeführt, wo st« aber perz nach der Einlieferung starben. Es mar von vornherein klar, daß der Täter nur S ch V a a fein könnt«. Zunächst war von ihm keine Spur zu entdecken. Bei einer erneuten gründlichen Durchsuchung des Hauses und des Grund. stückes fand man ihn im Stall erhängt vor. Die Tat muß in den frühen Morgenstunden geschehen sein. Schwan kam gegen 5 Uhr früh von einem Vergnügen in Osterweddingen angetrunken nach Hause und hat vermutlich mit Frau Eichholz, die unter seinem Jähzorn schon immer schwer zu leiden hatte. Streit angefangen. Im Verlaufe dieses Streits hat Schwan dann wahrscheinlich«inen W u ta n s a l l bekommen und zu einem im Wohnzimmer vorgefun- denen Beil gegriffen und damit die furchtbare Tat verübt. Die Leichen waren, als man sie ausfand, schon erkaltet. Aus dem Tisch in der Stube fand man einen Zettel mit den Worten: „Diel verfehlt, nicht geliebt, nicht verstanden, scheinbar geehrt, ln der Verzweiflung nur sich gewehrt. Osterweddingen, den 11. Juni, Karl Schwan." (Sieht auch 2. Seite.) Oie v-Zug-Katastrophe. Die weitere llnkersuchung über die Ursachen der furchtbaren O-Zug-Saiastrophe in Siegelsdorf hak noch immer keine Klärung gebracht. Die von der Reichsbahn für derartige Unglücksfälle vorgesehene S o n d e r k o m m i s s i o n. die sich aus Mitgliedern der Berliner und Nürnberger Reichsbahndirektion zusammenseh», ist bemüht, über die Zusammenhänge, die zu der Katastrophe geführt haben, Anhaltspunkte zu gewinnen. Die Aufräumungsarbeiten. die im Gange sind, werden ständig von Sachverständigen überwacht, um keine Spur zu verwischen, die vielleicht über die Ursache de» Unglücks Ausschluß geben könnte. Da» Befinden der fünf Schwerverletzten scheint sich, nach einer Meldung aus Nürnberg, weiter gebest erl zu haben. Die Aerzle hoffen, alle Verunglückten, falls nicht noch unvorher- gesehene Komplikationen hinzutreten, am Cebcn zu erhalten. Die Neubildung der Redierund. Uebcsfradddic in Ddbcrifz. Berichte 2, Seite. Keine Rettung! Die„Zialia"-Mannschast im Polareis verloren? Oslo, 12. Juni. Es steht nunmehr einwandfrei fest, daß die Mannschaft der „Zlalia" bei der Landung in drei Gruppen geteilt worden ist. Es fehlt sowohl an Brennstoff als auch an Proviant. Besonders bemerkbar macht sich der Mangel an Medikamen- t e n. Ob die Schiffbrüchigen über Gewehre und Munition verfügen. ist nicht bekannt. Jedenfalls versuchen sie mit allen Mitteln zu Fuß das Land zu erreichen, doch ist ihr Vordringen mit den furchtbarsten Strapazen verbunden. Am Dienslagmorgen traf eine Mitteilung ein, daß ein Mechaniker bei der versuchten Notlandung verschwunden ist. Wahrscheinlich ist er ertrunken. Nobile weigert sich, die Namen der vermißten und der verwundeten zu nennen. Die letzten Mel» düngen lassen klar erkennen, daß die„Z t a l i a" sich losgerissen hat und in unbekannter Gegend vor dem Heinde treiben muß. Der größte Teil der Nahrungsmittel und der Ausrüstungsgcgenstände befindet sich auf dem Cuftschiff, so daß alle drei Gruppen aus dem Eise Not leiden müssen. Leutnant Lühow-holm befindet sich jetzt auf einem Lagerplatz an der Mossel-Bay. wo mehrere Seehundsänger überwintert haben. und wartet daraus, daß ihm neuer Benzin- und Oeloorrat gebracht wird, von der„Hobby" aus soll eine Hundeschlitten-Expedition nach Mostel-Bay geschickt werden. Aus Rom wird gemeldet, daß in den dortigen amtlichen Kreisen wenig Hoffnung aus eine Rettung der „Jta li a">M a n n s chos t besteht. Man ist dort davon über- zeugt, daß die Angaben des Generals Nobile über die Positionsbe- ftimmung der nicht in seiner unmittelbaren Nähe befindlichen beiden Gruppen seiner Mannschaften nur auf einer Kalkulation beruhen und die führerlose Hülle infolge der zu verzeichnenden starken Winde und Stürme viel weiter sortgetrieben sein kann als er bisher vermutete. Andererseits nimmt man an, daß die Luftschiffhülle und das Jnnengestell für einen Aufenthalt längere Zeit guten Schutz bieten. General Nobile hat inzwischen um rasche Entsendung von gutem Schuhwerk, Medikamenten und Kautschuk- booten ersucht. Oer Mcktritt des Kabinetts Marx. Hermann Mütter übernimmt die Neubildung. Der Reichskanzler Dr. Marx überreichte dem Reichs- prästdenten hente vormittag S,4S Uhr die Gesamt- demission des Kabinetts. Eine Biertelstunde später wurde der Führer der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Hermann Müller vom Reichs- Präsidenten empfangen und ohne jede Bindung mit der Neubildung der Reichsregierung beauftragt. In Uebereiastimmung mit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hat Hermann Müller diesen Auf- trag angenommen und die Verhandlungen über die Neubildung der Regierung sofort begonnen. Hermann Müller-Franken, der mit der Regierungsbildung beauftragte Führer der sozialdemokratischen- Fraktion, Abg. Müller sanken nahm sofort di« Besprechung mit den Führern der in Frag« kommenden Partei«» aus. Er verhandelte uinächst mit den Abg. o. Gu6rard(Ztr.), Koch- Weser(Dem.), Seicht(Payr. D.), Scholz(DDp.). dann mit dem bisherigen Reichs- rehrminister G r o e n e r und dem Wirtschaftsparteiler Drewitz. Das Zentrum hat, wie wir hören, ein« besondere Per- )andlungskommission eingesetzt, die aus den Abg. v.(Buirard, xfser, P erlitiu s. St eg erwald und Wirth besteh!. Diese Kommission soll heute nachmittag um 17(S) Uhr mit dem ttbg. Müller. Franken in Fragen der Wirtschafts-, Sozial, und Schulpolitik gewisse Klärungen herbeizuführen suchen. In Zentrums. kreisen erzählt man sich, daß Arbeitsminister Brauns feine Ab- >icht, definitiv aus dem Amte zu scheiden, wieder aufgegeben habe. Schützer des Mchiertums. Man kennt die auherordentliche Schärfe, mit der die Rechtspresse lachliche Kritik an der Rechtsprechung zurückweist, di« von sozialdemokratischer Seite geübt wird. Jeder noch so begründet« Zweifel an der Unfehlbarkeit der Justiz wird von rechis als„unerhörte Beleidigung des Richterslandes" ausgeschrien. Run hat am Montag der Nationalsozialist K u b e nicht mehr und nicht weniger als eine„Berlumpung des preußischen Nicht er. t u m s" behauptet, an der der jetzige Justizmin ister Schniidt schuld sein solle. Wie reagiert die Rechtspresse auf diese Beschimpfung? Nicht in einem einzigen Rechtsblatt finden wir ein Wort der Entrüstung oder Zurückweisung. Vielmehr schreibt die „Deutsche Tageszeitung": „Diese Deutlichkeit trug ihm(Kube) am Ende noch einen Ordnungsruf ein." Der Bericht des„Lokal-Anzeigers" lautet: „Zum Schluß übte Abg. Kube an dem Richterstand überaus s ch a r f e K r i t i k. die den Vizepräsidenten Dr. Porsch zu ernein nachträglichen Ordnungsruf Anlaß gab." Der Wortlaut der Kritik, namentlich der Ausdruck„Der- lumpung" wird von beiden Blättern ängstlich den Lesern oorent- halten. Warum sollten die auch erfahren, wo die wirklichen B e s ch i m p fe r des Richterstandes sitzen?! * Herr Kube ist nicht der einzige Rechtsparteiler, der dem Richter. stand„Berlumpung" vorwirft. In diesen Spalten wurde häufig der deutschnationale Amtsgcrichtsrat Dr. Rudolf B e i n er t aus Wernigerode zitiert, der schließlich im Disziplinarwege vom Kammer- gericht wegen seines„das Ansehen des Richlerstandcs erheblich gefährdenden, unbeherrschten politischen Aufiretens" zur Strafversetzung verurteilt wurde und daraufhin seine Entlassung aus dem Justizdienst genommen hat. Herr Beinert sucht sich jetzt in � einer Schimpfbroschüre reinzuwaschen, di« allerdings in jedem Absatz das Urteil des Kammer gerichts über Herrn Beinert bekräftigt. So schreibt Herr Beinert wörtlich auf S. 26 seiner Schmähschrift: Auf einen Teil der deutschen Beamtenschaft tnessen leider die Worte des Dichters Bogislow v. Selchow zu: Die über Nacht sich umgestellt. Die sich zu jedem Staat bekennen, Das sind die Praktiker der Welt, Man könnt« sich auch Lumpen nennen. Die nachträglichen Pöbeleien eines Erledigten lassen an sich kalt. Aber interessant ist di« Behauptung des Herrn Beinert: der Vorstand desPreußischenRichtervereins habe es für erwünscht erachtet, daß Beinert auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand Mitglied des Richtervereins bleibe. Ein Mann, der die republikanischen Justizbeamten als Lumpen bezeichnet, wäre danach dem Preußischen Richterverein ein erwünschte? Mitglied? Man darf«ine Erklärung dieses Veoeins hierüber um so eher erwarten, ol» er im vergangenen Jahre in einer vielbeachteten öffentlichen Erklärung seine amtierenden Mitglieder aufgefordert hat, die republikanisch« Staatsform mit voller innerer Ueber- zeugung zu schützen. Mädchenmord vor Gericht. Alfred Oppenkowski auf der Anklagebank. Vor dem Landgericht I begann heute morgen unker großem Andrang von hörlustigen die Verhandlung gegen den zgjährigen Former Alfred Oppenkowski wegen Tlot- jucht mit Todeserfolg und Totschlag an der iSjährigen Hausangestellten Elisabeth Standierski. Es ist dies der berüchtigte Lustmord auf dem Arnswalder Platz, der seinerzeit soviel Aufsehen erregt und zu zahl- reichen Verhaftungen Unschuldiger geführt hat. Die Sitzung muß auf eine Stunde ausgesetzt werden, da der Ossizlal- verleidiger Dr. Anderssen. der an Stelle des erkrankten Rechtsanwalls Dr. Frey eingesprungen ist. erst mit dem Angeklagten Rücksprache nehmen will. Am 2S. Januar 1S24— also vor mehr als vier Iahren— fand man um S Uhr morgens auf dem Arnswalder Platz die Leiche eines jungen Mädchens. Es lag Notzucht und Erwürgung vor. Die 18jährige Elisabeth Standierski— ihr Name konnte mit Leichtigkeit festgestellt werden— eine Hausangestellte aus der Elbinger Straße, hatte den Abend zuvor bei ihrer Tante in der Stolpischen Straße verbracht. Als sie sich gegen 1 Uhr nachts in Begleitung ihrer Bekannten auf dem Heimwege befand, sprach sie ein junger Mensch an, mit dem sie sich in eine Unterhallung einließ und sich bald darauf in der Richtung zum Arnswalder Platz ent- fernte. Allem Anschein nach mußte er der Mörder gewesen sein. Die Fahndungsmaßnahmen der Polizei blieben anfangs erfolg- los. Die ausgesetzte Belohnung in Höhe von 1000 Mark brachte aber eine Flut von Anzeigen, die auch verschiedentlich zu Verhaftungen führten. So gelang es einem verbummelten Korps- studenten, der sich als Autowäsche? durchs Leben schlug, nur mit größter Mühe, den Erweis seiner Unschuld zu erbringen. Sein Alibi mißlang, von einer großen Anzahl Zeugen war er aufs schwerste belastet worden. Auch ein früherer Schupowacht- m e i st e r mußte über sich eine Verhaftung und Berösfentlichung seine» Namens in der Press« ergehen lassen. Die schweren Verdachts- Momente gegen einen dritten Verhafteten zuschlugen sich bei näherer Betrachtung. Dann wurde es eine Zeit in der Oeffentsichkeit still um den Lustmord auf dem Arnswalder Platz. Die Mordkommission setzte aber ihre Nachforschungen fort. Eines Tages wurde der damals 27jährige Oppenkowfkt wegen eines Slttlichkeitsoerbrechens an einem sechs- jährigen Mädchen verhaftet und verurteilt. Da er nicht vorbestraft war, erhielt er eine Bewährungsfrist. Die Polizei jedoch ließ ihn nicht aus dem Auge, er wurde gleich sämtlichen Sittlichkeits- Verbrechern weiter beobachtet und so verdichteten sich allmählich die Verdachtsmomente gegen ihn: Niemand anders als er tonnte der Mörder der Standierski sein. Der Beweis gegen ihn wurde fast schlüssig, als man bei einem völlig unbescholtenen jungen Mädchen, das er eben erst tennengelernt hatte, den Ring der ermorde- ten Standierski fand. Sie hatte ihn von Oppenkowski er- halten. Verhastet, leugnete dieser seine Tat. Als ihm jedoch das der Standierski gehörige Schlüsselbund vorgelegt wurde, das bei einer Haussuchung im Klosett seiner Wohnung gesunden worden war, bracherzusammenundlegteeinGeständnisab. Er erzählte, daß er am Tage vorher viel getrunken habe und selbst nicht wisse, wie er zur Erwürgung der Standierski gekommen sei. Der Angeklagte macht einen unheimlichen Eindruck: schmal und bleich steht er da, mit verzerrtem Mund, tiesliegenden Augen, anormalen langen Fingern, di« wie für einen Würgegriff bestimmt erscheinen und bewegte seinen Körper hin und her. Anfangs weint e r unaufhörlich und wird während der Sitzungspause von seiner Frau, die ihm die Haare streichelt, getröstet. Die anwesenden Sach- verständigen, Geh. Modizinalrat Dr. Störmer, Prof. Frankel, Direktor der Irrenanstalt Wittenau Dr. Bratz, Dr. Baluff und der an Stelle des verhinderten Dr. Maymis Hirschfeld erschienene Dr. Abraham werden über den Geisteszustand Oppentowskys zu urteilen haben. Unter den Zeugen befinden sich Verwandte sowohl des Mörders als auch der Ermordeten. Der Zlngeklagte erzählte seinen Lebenslauf so stockend und leise, daß er vor den Richtertisch auf einem Stuhl Platz nehmen mußte. Aus feinen ab- gerissenen Sätzen erfährt man, daß er außer für das Sittlichkeits- verbrechen an einem kleinen Mädchen, im trunkenem Zustande be- gangen, noch wegen Diebstahls und Hehlerei beftrajt ist. Sohn eines Werkmeisters, ist er aus der ersten Klasse der Gemeindeschule entlassen, zuerst in die Kaufmannslehre, dann in die Formerlehre gegangen. Im Jahr« 1317 ist er zum Militär eingezogen worden, 1918 kam er an die Front, wurde verschüttet, geriet in Gefangenschast, kehrte 1919 nach Deutschland zurück, wohnte anfangs bei seinen Eltern, dann bei seiner zukünftigen Schwiegermutter, im Jahre 1920 heiratete er. Der Ehe ist ein Kind entsprossen, das jetzt acht Jahre alt ist. Mit seiner Frau will er glücklich gelebt haben. Als Kind soll er stets verwöhnt ge- wesen sein, von besonderen Krankheiten kann er nichts berichten. Dem Alkohol gab er sich nur in Gesellschaft hin. -» Eine zweite Bluttat in Magdeburg. Neben der grausigen Tat des Feuerwehrmannes, der vier Menschen das Leben nahm, bewegt noch ein anderes schreckliches Geschehnis die Einwohner von Magdeburg: Der achtundzwanzig. jährige Handlanger Georg Mufche ermordete nachts im Hinterhaus seine Braut, die Landarbeiterin Selina Proske mit dem Brotmesser. Auf dem Bette lag entblößt und gräßsich vcr- stümmelt, das Opfer. Eng und ärmlich ist die Stube, in der die junge Arbeiterin aus Schlesien hauste. Schwer hat sie seit frühester Jugend schuften müssen, wenig Freude hat sie gekannt. Da fand sie einen Menschen, der nett und lieb zu ihr war: den Mörder. Ihr Bräutigam verdiente als Handlanger einigermaßen, und sie bat ihn, ihr ein paar Mark abzugeben. Es gab einen Wortwechsel, einen Ssteit, und dann kam— das Brotmesser. An sich ein— leider— nicht einmal ungewöhnlicher Fall! Aber der Tod Selma Proskes ist von eigener Tragik. Wüsche ist schon einmal vor 10� Iahren wegen Lustmordes zu IS Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wüsche hat von seiner Strafe 19 Jahre abgesessen. Für die Reststrafe von S Jahren war ihm Bewährungsfrist erteilt und er war vor knapp einem Vierteljahr aus der Strafanstalt entlassen. Lustmörder im Rückfall? Es scheint so. Die entsetzlichen Wunden am Körper des toten Mädchens sprechen dafür, daß Wüsche seine Tat nur im Sexualrausch, im Blutrausch begangen haben kann. Es handelt sich um einen geistig und sexuell abnormen Menschen. Am S. April ist Wüsche aus dem Gefängnis entlassen worden, zwei Monate später vollführt er fast Li« gleiche Tat, um deretwillen er bestraft war. Ein Zellenkamerad schildert ihn als einen gel st ig minderwertigen Menschen, der sich zum Beispiel gefreut habe, ols die Mutter der von ihm gemordeten jungen Arbeiterin Lammes starb, weil„die so auf ihn geschimpft habe". Als der andere ihm sagte, daß di« Mutter der Toten in ihrem Kummer doch ollen Grund hierzu gehabt habe, sagte er:.,5 ch habe der Alten doch nichts getan." Seinen starken Gr- schlechtstrieb befriedigte er durch ständiges Onanieren und weigerte sich deshalb, die Einzelhajt zu verlassen und in Gemein- schaftshaft zu gehen. Von der ganzen verhängnisvollen geistigen und seelifchen Der- fassung des Müsch« hat man bei der Gesängnisleitung nichts de- merkt. Es wundert einem, daß man gerade ihn, der nach zwei Monaten rückfällig ward, dem Gnadenrichter zur Strafaussetzung empfahl. Musche wurde bald nach der Tat, als er in der Umgebung Magdeburgs umherirrte, v e r h o f t« t und dem Untersuchungsrichter zugeführt.' Bei dem Prozeß werden die Sachverständigen ein ernstes Wort mitzureden haben. Anttage gegen die Vraun-Vefreier. Verhandlung vermutlich Ende Juni. Gegen den Schlächlergefellen Karl Philipp, d«r am 11. April, gemeinsam mit einigen anderen Kommunisten, dem Unlerfuchungsgefangenen Olto Braun aus dem Moadiler Gerichtsgebäude zur Flucht yerholfen hat, ist Anklage wegen Gefangenenbefreiung erhoben worden. Außer ihm wird sich auch der Kommunist p s e i s e r t zu verantworten haben. Pfeifert soll am Morgen des 11. April Philipp abgeholt und draußen Schmiere g e ft a n d e n haben, während seine Genossen im Gerichtsgedäude die Befreiung Brauns inszenierten. Pfeifert bestreitet foine Teilnahm«. Er leugnet nicht, mit Philipp eng befreundet zu sein und ihn auch am 11. April von seiner Wohnung abgeholt zu haben. Das fei ab«r auch sonst öfters vorgekommen. Auch Philipp behauptet, daß Pfeifert mit der Sache nichts zu tun habe. Im übrigen bleibt er bei den Aussagen, die er sosort nach seiner Derl)aftu>ig gemacht hatte. Es sei nwhl einige Tag« vor dein II. April iin Kreis« von Kommunisten darüber gesprochen worden, daß viele Genossen im Gesängnis sähen und so d e m W a h l- kämpf entzogen würden, irgendeine Verabredung sei jedoch nicht getroffen worden. Erst am Vorabend der Befreiung Brauns sei ein unbekannter Mann an ihn herangetreten und Hab« ihm gesagt, daß etwas unternommen werden sollte. Aber auch jetzt seien Einzelheiten nicht beredet worden, und auch er, Philipp, habe nicht weiter gefragt. Der Unbekannt« habe ihm nur erklärt, wenn er die Sache mitmachen wolle, soll« er sich am Mittwoch morgen um 9 Uhr am Löwendentmal vor dem Ktiminalgericht ein- finden. Das Hab« er auch getan. Vor dem Löwendenkmal hätten sich am 11. April noch einige ander« junge Leute eingefunden, die ihm unbekannt gewesen seien: einer von ihnen habe dann die Führung übernommen, während er bis zum letzten Augenblick in Unkenntnis darüber gewesen sei, wer befreit werden sollte. Der Führer habe nur gesagt: Jetzt geht? los!, und dann seien sie Ins Gerichtsgebäude gegangen. Wie die Befreiung selbst vor sich gegangen ist. ist ja durch Augenzeugen festgestellt worden. Da es sich um«in« Haftfache handelt, dürft« der Prozeß bereits Ende Juni stattfinden. Ueber den Verlauf der Gerichtsverhand- lung dürsten Braun und feine Freundin Benario sich aus der Mos- kauer„Prawda" informieren. Die Verteidigung Philipps und Pfeiferts hat Rechtsanwalt Dr. Fritz Löwenthal übernommen. Chapmanns neues Angebot. Der 2lusschuß der Stadtverordneten, der sich mit dem sozialdemokratischen Antrag über das zusätzliche Baupro- gromm 1928 befaßte, vertagte sich heute vormittag nach kurzer Aussprache, weil von verschiedenen Seiten noch neue Bau- a n g« b o t e eingegangen waren. Darunter befand sich auch ein Angebot der amerikanischen Firma Shopmann u. Comp. Sämtliche Angebote sollen im einzelnen nachgeprüft und die Vorarbeit so beschleunigt werden, daß noch vor den Ferien das Plenum der Stadtverordnetenversammlung über die Angebote beschließen tonn. Liebestragödie in Oöberitz. Ein Matrose erschießt seine Geliebte und sich selbst. Eine Liebestragödie endete dieser Tage— wahrscheinlich erst gestern— in der Nähe von Döberitz mit dem Tode zweier junger Menschen. Soldaten des Uebungsplatzes fanden gestern abend in einem abseits nach dem Dorfe Merbitz gelegenen Wäldchen einen Matrosen in Uniform und ein junges Mädchen als Leichen auf. Der Amtsvorsteher von Döberitz, den sie benach- richtigten, nahm sofort den Befund und die Ermittlungen auf. Das Mädchen hatte einen Schuß im Hinterkopf, dem Matrosen war eine Kugel in di« rechte Schläfe eingedrungen und an der linken Seit« durch das Mützenband hindurch wieder herausgetreten. Neben den Leichen lag eine kleine Selbstladepistole. Der junge Mann wurde festgestellt als der Mottos« Bruno D o i g t. das Mädchen als eine 16 Jahre alte GertrudWerner. die in der Bismarckstraß« zn Spandau bei ihrer Mutter wohnte und in einem Spandauer Fabrikbetriebe arbeitete. Beide wurden seit dem 3. Juni vermißt. Voigt gehörte der Artillerieabteilung der 1. Matrosendivision an. die in Döberitz Uebungen abgehalten hat und gestern wieder abgerückt ist. Er hatte sich seit dem 3. Juni bei dem Truppenteil nicht inehr sehen lassen. Bei dem Mädchen fand man eine Kart« an eine Freundin, der sie ihre„letzten Grüße" über- mittelt. Durch Draht und Funk. Die Stadt Budapest baut am Plattense« einen Kalvarienberg, der die„Leidensfahrt" des letzten Königs von Ungarn darstellt. Nach seinem letzten Putschversuch im Oktober 1921"wurde dort Karl Ententeoffizieren übergeben, die ihn nach Madeira brachten. * Das Gebetbuch der engstschen Staatskirche wird im Parlament wieder beraten werden. In London fand eine Versar-. lung statt, die neun Stunden dafür betete, daß das Polarem m richtigen Geist geleitet werde. » Sämtliche Faschistenzeitungen in Südtirol veröffentlichten einen gleichlautenden Artikel unter der Ueberfchrift:..Wir wollen itakie- nifche Kunst!", in dem gefordert wird, daß alle Bauten in Südtirol im italienischen Stilcharakter errichtet werden sollen. Die Versorgung der Volksschulen in Südtirol mit itolie» nischen Büchern an Stelle der beschlagnahmten deutschen Schulbibliotheken wird systematisch fortgeführt. * Die türkischen Zeitungen dürfen keine Nachrichten über di« türtischen Rüstungen und über Flugzeugunfälle veröffentlichen. Kunde aus Schivelbein. Hindenburg ist Schützenkönig geworden! Erfreuliche Nachricht dringt aus Schivelbein. Desien wacker« und im edlen Kriegshandwerk geübte Bürgerschaft hat«in Schützen- fest abgehalten. Dabei wurde, ganz von ungefähr, für den Reichs- Präsidenten Hinbenburg ein Ehrenschuß abgegeben, und siehe da, ei potz, welch ein neckischer Zufall! Welch eine, nicht vorauszu- ohnende Merkwürdigkeit! Welch ein überraschendes Ergebnis! Aus den Ehrenschuh entfiel der Königsschuß und somit erklärten die Schioelbeiner Hindenburg zu ihrem Schützenkönig. Dos heißt, wenn man's genau nimmt, verdient ja eigentlich der Abgeber des Schusses das Prädikat Schützenkönig, denn weder das Reichsstraf- gesetzbuch noch irgendwelche anderen Gesetze kennen den Begriff des stellvertretenden Schützenfestehrenschusies, und werde er selbst in Schivelbein abgegeben. Hinwieder muß freilich auch gesagt werden, daß der Titel eines Schioelbeiner Schützenkönigs eine allzu hohe Auszeichnung bedeutet, als daß ein gewöhnlicher Wold- und Wiesen- schütze ihrer würdig erschiene, auch wenn seine Gewöhnlichkeit mög» licherweise durch Vorstandsämter gemildert ist, die er bekleidet. Diesen triftigen Erwägungen folgend, hat man also in Schivelbein eine fürwahr geniale Lösung gesunden. Aus den Königsschub hat man den Ehrenschuß für Hindenburg entfallen lasten... oder nein. nicht doch: auf den Ehrenschuh sür Hindenburg ist der Königsschuß cnlsallen, und glückstrahlend hat man es dem alten Herrn nach Berlin telegraphiert, durch welch wunderliche Fügung man imstande sei. seinen Lebensabend mit der höchsten Auszeichnung zu verschönen, die Schivelbein zu vergeben hat. Hindenburg wird sich schön gefreut haben, als er, möglicherweise in der Nacht, das Telegramm erhielt. Generalfeldmarschall im Kriege, Reichspräsident im Frieden— und nun gar noch, durch einen zielsicheren, männlich-unbeirrten Ehren schuß Schützenkönig von Schivelbein! „Mehr Macht dem Reichspräsidenten!" forderten die Deutsch nationalen vor den Wahlen. Damit konnten sich die deutschen Re- publikaner nicht ganz einverstanden erklären. Aber da kommen jetzt den Schwarzweißroten unerwartet die Schioelbeiner zu Hilf« und schanzen dem Präsidenten des Deutschen Reiches zu den Machtvoll kommenheitcn, die er schon besitzt, noch die heimische Schützenkönigs gswalt zu! Idyll in Schwedt a. d. Oder. Bon dem Markgrafen von Brandeiiburg-Schwedt. Friedrich Heinrich, der die Herrschaft über das„Schwedter Land* von 1771 bis 1788 ausübte, weiß die Chronik der Stadt Schwedt folgendes zu vermelden: .Er liebet« den Soldotenstand nicht viel mehr, als sein Bruder Philipp Wilhelm— weiland hochdero regierender Markgraf vom Schwedter Land. Auch kann man ihn nimmermehr einen großen Krieqeshelden nennen, allwo sich Jhro Gnaden, der Ipöter« hoch- regierende Herr Markgraf während der Schlacht von Mollwitz "1741 in einem tiefen Graben verstecket hielten und das Gelöbnis taten, daheim in Schwedt eine Kirche zu bnuen, jaus er wieder mit heiler Haut und Körper aus diesem groufamlichcn Getümmel nach Haus« käme/ Dieses Gelöbnis erfüllte Markgraf Friedriche Heinrich, nachdem er zur Regierung gelangt, 1777 durch den Bau eines Neinen runden Dempels. der später den„BefugiSs". den französischen Flüchtlingen, als Kirche und Fomilienbegräbnis dient«. Heute, im Jahre des Heils 1928, dient dieser Tempel als Ehrenhalle zum Gedächtnis der im Weltkriege gefallenen Schwedter Bürger, versehen mit folgender Inschrift: „ISZS renoviert und der Stadt Schwedt geschenkt als Ehren halle für die im Weltkrieg Gefallenen von Kaiser Wilhelm II.' Wilhelm der Letzte hatte osfenbor seine Gcsinnungsgemeinschaft mit„weiland hochdero Markgras' entdeckt, als er den braven Schwedtern den Tempel schenkte. Er selbst hat sich allerdings nicht versteckt geholten, sondern ist gleich nach Holland ausgekratzt. Aber daß die republikanische Stadt Schwedt auf ihrer Erinnerungstafel noch von einem„Kaiser' spricht, zeigt wieder einmal, daß es nicht nur alt« Tempel, sondern auch noch andere Dinge zu„renovieren' gibt._ Die„TltV der Auslandsdeutschen. Eine Jubiläumsfeier in Südamerika. Bei allen Verhandlungen im Reichstag, im Retchswirtfchoftsrat, bei Presiekonferenzen, Versammlungen ufw. spielt die sogenannte „Not der Auslandsdeutschen' ein« große Rolle. Ostmals kann man sich gor nicht genug daran tun, um diesen angeblich armen und be- drängten Pionieren de» Deutschtums im Austande zu helfen. Da ist e» nun sehr interessant zu sehen, wie diese„Not' der Auslands- deutschen in manchen Fällen aussieht. Der Deutsche lverein zu Balparaiso(Chile) hat folgende überreichlich mit Schwarzweißrot aus- gestattete Speisenkart« zu der Feier seines SOjShrigen Bestehens am 12. Mai 1928 drucken lasten: Maloßol-Kaviar auf Toast. Rinderkraftbrühe mit Käsestanaen. Hummer warm auf amerikoniiche Art. Römischer Eispunsch mit Kupserberg-Rießling. Truthahn gebraten mit Diplomatensalat. Fürst-Pückler-Bombe mit feinem Gebäck. Mokka mit Sahne. Dos werden die tausend« in Not geratenen Auslandsdeutschen mit besonderer Freud« lesen. Zeigt es ihnen doch, wie wirtschaftlich die Wiederaufbauanleihen an die Grohgeschädigten angelegt werden. Baukunst von morgen. Wanderschau des deutschen Werkbundes. Die Opfer des Minensprengers. Echwarzrotgold am Grabe. Kiel, 12. Juni(Eigenbericht). Auf dem Sarnlsonfriedhof in Kiel wurden am Montag die sieben Opfer der Sprengtörperexplosion, die in der Nähe van Schlei- münde beim Minensprengen ersolgte. zu Grabe getragen. Der Bundesvorstand des Reichsbanner- Schwarzrotgold ließ einen Kranz mit s hwarzrotgoldener Schleife am Grabe niederlegen Gleichzeitig wurde dem Chef der Morinestation Ostsee ein Beileidsschreiben de» Bundesvorstandes und der Gauleitung Schleswig-Holstein über- Mittelt Die„Hamburger Stimmen', da» seit sieben Jahren in Hamburg zuletzt als Tageszeitung erscheinende volksparteiliche Organ, hat sein Erschemen eingestellt. Der Schachty-Vrozeß als politische» Propagandaschausplel. Au« Leningrad sind Delegationen der Arbeiterschast mehrerer Fabriken in Moskau eingetroffen, um als Zuhörer an den Verhandlungen de» Douezproz-sse« teilzunehmen. Im Rahmen der Großen Berliner Kunstausstellung ist endlich auch die Wanderschau des Deutschen Werkbundes, .Internationalen Baukunst', eröffnet worden. Sie nimmt die hintersten Säle des weitschichtigen Glaspalastes ein, und um ihretwillen lohnt es sich, hineinzutreten und geradenwegs auf das rückwärtige Ziel loszugehen. Denn obwohl man hier außer einigen kleinen Modellen nur Photographien von großem Maßstab zu sehen bekommt, steht Nutzen und Genuß doch unvergleichlich hoch über dem an irgend welcher ausgestellten Malleinwand. Hier nämlich handelt es sich um unser eigenes Wohl und Wche, um die Form, in der unsrer Wohnungsnot gesteuert und der Verschandelung der schönen Erde Einholt geboten werden soll. Wenn uns heute etwas angeht, was bester zu machen ist, als die Vergangenheit es tat, so ist es wahrhaftig die Architektur. Und die Ausstellung beweist das schöpfe- rstche Vermögen, unserem Berlangen nach Berbessenmg und Der- schönerung des Lebens zu entsprechen, nicht blas in Deutschland, sondern in Europa und Amerika. Fabrik und Geschäftshaus, Masten- quartier wie Einfamilienhaus, Bahnhof, Garten und vor allem auch die Gesamddispositton der Siedlungen stnd heute auf dem besten Weg«, eine allgemeingülttge, unserm Weltempfinden und persönlichen Bedürfnis voll entsprechende Gestalt zu gewinnen. Di« schauerliche Stilmaskerade, die seit einem halben Jahrhundert das Angesicht der Erde schändete und das Leben schlechthin unerträglich zu machen drohte, ist nun abgetan. Aus unfern unmittelbaren Bedürfnisten, aus dem Funkttonieren des Wohnens, der Arbeit, der Erholung wird die neue Bauform gewonnen. Das zu erleben, ist ein unoergleich. licher Gewinn, eine unverhoffte Gnade des Geschicks in einer dunklen und beschwerlichen Zeit. Was unsere Architekten schaffen, trägt den Stempel der Wahrheit und neuen hoffnungsvollen Geistes, der über politisches und soziales Elend hinausffihrt zum Symbol einer einigen und ihres Daseins wieder frohen Menschheit. Man kann den Ton gegenüber dieser jungen Baukunst nicht hoch genug preisen: denn sie ist wirklich Schrittmacherin einer allzu trägen Sozialpolitik und staatlichen Neuorientierung Europas. Wer dazu skeptisch lächelt, denke nur an das schmachvolle Versagen des Völkerbundes gegenüber dem Wettbewerb für seinen Bundespolast in Genf. An Stelle der glänzenden, ausrichtigen und zukunftshellen Projekte von Le Corburier und einigen Deutschen, die allen Erforder- nisten genügten, und ein gewaltiges Symbol für Paneuropa ge- worden wären, ist das übelste und reaktionärste Kompromiß mit einem halben Dutzend Allerwelts-Architekten geschlossen worden. Die Ausstellung ist international, sie zeigt das Beste, was heute auf der Erde gebaut und geplant wird, mit einer so vollkommenen Einigkeit der Formen, mit so überzeugender Wahrheit des für die Zu- kunft allein möglichen Weges, daß sich auch der Laie ihrer lieber- redungskunstnicht entziehen kann. Führend sind Deutschland undHolland. am kühnsten einige Franzosen. Es versteht sich, daß der stärkste Nach» druck auf das deutsche Schaffen gelegt wird, daß die P o e l z i g, Behrens, Gropius, Mins van der Roche, Hilber- seimen. Taut, Gellhorn, Luckhardt, May, Scha- raun usw. den breitesten Raum einnehmen. Anschließend die Schweiz(die beiden Moser, Artaria und Schmidt) und Oesterreich(A. Laos, Jos. Frank). Den stärksten Anteil hat danach Holland: van Cesteren, Ound, Mart Stam. van der V l u g t sind die Führer. In Frankreich: Le Corburier, nach dem Amerikaner Frank Lloyd Wright der größte An- reger, Mallet-Stevens, Garnier, Perret, Sauvag e; in Belgien: V. Bourgeois: die Tschechoslowakei. Ruß. l a n d, U. S. A.. selbst Italien(dieses mit starken Einschrän- kungen) nehmen Teil an dem allgemeinen Aufschwung. Er ist der einzige Komplex in dem Trümmerhaufen europäischen Daseins, der einem ein bißchen Gelegenheit gibt zu dem klassischen Zitat: Es ist eine Lust zu leben! Dr. Paul F. Schmidt. Amerikanischer Filmkitsch. „Verrat" im Titania-palast. Da» Programm nennt den berühmten Eecil de Milles als künstlerischen Oberlelter. Im Jntereste dieses verdienstvollen Regisseurs wäre es wünischen-wert, wenn hier eine bösartig« Re- klame vorliegen würde. Der Film bedeutet annähernd das Schlimmste, was Amerika sich bisher geleistet hat. Don etilem Filmmanuskript darf man nicht mustergilttge Logik und Psychologie erwarten, aber eine Handlung, die gegen die Elementargesetze der Pentunst verstößt, ist unerträglich. Die gegen die Franzosen revoltierenden Araber senden eine auf Dämonie stilisiert« junge Dome als Spionin zu dem französischen Kom- mandeur, der sie auch sofort ehelicht. Scheinbar hält er dos Araber. Dr. E. Dovifat. Erster Inhaber des Lehrstuhls tür Zeitungskunde an der Berliner Universität. madchen für«ine Französin. Um eine Katastrophe von großem Format an den Haaren herbeizuziehen, entspinnt sich eine Liebe zwischen der Frau und dem Bruder, der als der größte Geiger beider Hemisphären bezeichnet wird. Nun gluten unentwegt Küsse über die Leinwand, begleitet von schmachtenden Augäpfelchen und schaurigem Text, mit dem verglichen eine Eourths-Mahler-Sentenz als klassisches Deutsch gewertet werden kann. Dann folgt die Eni« deckung. Der Kommandeur bekommt vor Wut einen Kinnbacken- trampf und verpflanzt sein holdes Brüderchen nach Arabien in die Fremdenlegion. Und in Arabien ereignen sich allerlei Verrätereien. Beinahe erschießt man den Bruder, aber im letzten Augenblick wird die Frau aus Gründen der Filmgerechtigkeit an die Wand gestellt, wahrend die beiden Brüder ihre Hände in Großaufnahme zeigen. Da» ist fürchterlicher Kiffch. Wenn die Amerikaner einmal ent- gleisen, dann entsteht ein« Katastrophe von monumentalem Ausmaß. Der Regisseur Paul Ludwig Stein setzt den ganzen Film aus Großaufnahmen zusammen, in denen er nur die trivialsten Ding« zeigt. Di« Handlung kennt keine Spannung und Steigerung. Orient und Orientalen stammen aus einem Ammenmärchen. Jetta G ou da l ist übliche Filmdämanie, und auch Josef Schildkraut und Viktor V a r c o n i fällt nichts Bemerkenswertes ein. Schließ- lich könnte uns aber Amerika mit solchen UNsinn verschonen,—t. sehr heikel aussehen und im Grunde doch ganz harmlos sind. So kehrt denn der erste Liebhaber zu Dorine zurück, und alles ist in Butter. Fritz Freister, der das gleichbetitelte Lustspiel für den Film bearbeitet und inszeniert hat, hätte mehr Tempo einsetzen können und sich vor allem nicht auf die witzigen Titel verlassen sollen. Die Situottonskomik, die manchmal etwas mühsam herbei- geführt wird, ist immerhin besser als die Komik der Titel. Als be- sondere Einlagen werden ein paar Alpenlandschaften im Schnee. ein Schuhplattlertanz mit obligater Keilerei und ein Maskenball geboten. Eine Liebeserklärung mit Niesen zeichnet die Art der Witzigkeit. Das Mädchen aus der Fremde kommt wirklich aus dem Dollarlande. Fay M a r b ö, die sich persönlich vorstellte, soll drüben ein Revuesior sein: sie macht ihr« Sache nicht übel. In der bedenklichsten Situation zeigt sie die vollendetste Harmlosigkeit. Di« drei Freunde sind Ernst B e r e b e s(der Schüchterne), der schließ- lich die Braut heimführt, Igo S y m und Hans T h i m i g. Sie stnd im Grunde nur die Marionetten in der Hand des Zufalls und der Frau. t. Rundfunk und Straßenbahn. Ost schon werden viele recht unangenehme Störungen bei ihrem Rundfunkempfang wahrgenommen haben, deren Ursache ihnen ver- borgen blieb, zumal die Störungen meist nur ganz kurze, nach wenigen Sekunden zählende Zeit währten, aber durch mehrmalige Wiederholungen sich um so empfindlicher geltend machten. Die wenigsten werden daran gedacht haben, daß die an ihrer Wohnung vorübersahrende Straßenbahn der Störenfried oder Uebeltäter war Jeder hat wohl schon bemerkt, wenn er seiner herankommenden Straßenbahn entgegensah oder einer davoneilenden nachblickte, daß sich häufig zwischen dem ausgespannten Fahrdraht und der von ihm den Strom abnehmenden Rolle bzw. Schleifdügel bisweilen sekunden- long hell« Funken ausbilden. In jedem derartigen Funken gehen eine Reihe schneller elektrischer Schwingungen vor sich, die in ebenso schnellem Wechsel Aenderungen der elektrischen Kapazität und In- dukttvität de« Leitting-drahte» hervorrufen, also Schwingungen, die weiter ausgestrahlt werden und dadurch die Empfangseinrichtungen ganzer Häuserreihen bis zu vier Kilometer in der Längsrichtung des Drahtes und bls zu einigen hundert Metern in der Richtung senkrecht zum Draht empfindlich stören können. Wie in der Elektro- technischen Zeilschrift berichtet wird, hat die Firma Siemens u. Halsk« eingehende Versuche hierüber in ihrem Laboratorium anstellen lassen, die zu dem Ergebnis geführt haben, daß die Störungen viel geringer werden und fast gäyzlich verschwinden, wenn als Material zum Stromabnehmon Kohle statt der üblichen Metalle verwendet wird. Natürlich werden die Störungen auch um sa seltener, je glatter der Fahrdraht ist: denn die Funken zwischen ihm und dem Strom- -abnehme? entstehen ja nur bei nicht ganz glatter etwas unebener Fläche. Dauerversuche verschiedener Straßenbahngesellschaften über die Eignung der Kohle als Material zum Stromabnehmen haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Verschleiß der Kohle bei glatter Oberfläche des Fahrdrahtes nur gering ist. Es Ist also Hoffnung vorhanden, daß die genannten Empfangs. störungen wesentlich herabgemindert werden. bt. „Dorine und der Zufall." Eme'.ka-Palaft. Drei Freund« und eine Frau— das gibt eine Reihe von Kombinationen, die witzig und neckisch sein können. In unserem Fall«»erliebt sich jeder der drei jungen Leute nacheinander in die Frau, ein« Dallarprinzessin aus Amerika, die in Europa auf Reisen und— Abenteuer geht. Aber jeder gibt sie wieder auf. zwei nach einer regelrechten Verlobung, weil sie sie jedesmal in einer Situa- tion mit dem nächsten erwischen, die si« als Zufall nicht gelten lassen wollen. So hat Dorine schließlich drei Verehrer und doch keinen, und die drei Freunde müssen erst durch«inen neuen Zufall, der si« detrifft, davyn überzeugt werden, paß es Zufälle gibt, die Siadttunftwarte. Die Siadtoerwaliimg von Hagen plant, Dr. Karl With, Lehrer bei den Kölner Wertschulen und Leiter de» Karl-Ofthaus-Bundes, als Stadtkunftwart anzustellen, um das Erbe- von Osthaus fortzu- führen. Hagen ist die dritte Stadt, die sich«inen solchen Kunstpsleger erwählt: München mit Dr. Eberhard Hanfstängl und Frank- f u r t a. M. mit Prof. Fritz Wichert sind vorangegangen. Leider fehlt Berlin: es besitzt walst einen städtischen Museumsdirektor und einen städtischen Denkmals-Konseroator, aber es besitzt innerhalb der Stadtverwaltung keine Persönlichkeit, die für Fragen der bilden. den Kunst unserer Zeit zuständig Ist. Das traurig« Kcmtel städtischer Kunstpflege in Ankäufen, bei den Denkmälern usw.. wird erst schließen, wenn auch Berlin sich so etwas wie einen Stadtkunstwart nimmt. Berichtigung. J5n der Kritik über die.A r t i st« n'-Premter« des Deutschen Theaters soll der romantische Liebhaber nicht ein„Schiedsrichter', sondern ein Viehzüchter sein und er wird nicht von Gülsdokf, sondern von Gülstorfs gespielt. „Zuda»', ein Albeiterdrama von Erich Mühsam, wird alt ein. malige Sonderaussührung für die Sonderabteilungen der Volksbühne am Sonntag, 17. Luni, 14'/, Uhr, von der Piscalorbühne t« Theater am Nollendorj platz gespielt, Der Amerika— Australien=FIug. Das Flugzeug„Kreuz des Südens" bewältigte mit außerordentlicher Pünktlichkeit die Riesenstrecke Amerika— Australien in vier Etappen und landete glücklich in Brisbane. Unsere Bilder zeigen oben die Mannschaft: Kapitän C. F. Kingsford- Smith und Charles T. P, Ulm, die Piloten; Kapitän Harry PF. Lyon fr., den Navigator, und den Radiotelegraphisten James Warner. Unten das„Kreuz des Südens" kurz vor dem Start Auf Bestellung. „Kampfbeschlüsse in der Metallindustrie.� Wie der„Vorwärts' am Sonntag berichtete, bcobfichtigt die KPD.-Zentrale, zwecks Erhöhung ihrer Mitgliederzahl und Erweite- rung ihres Einflusses in den Betrieben,„in besonders starkem Matze' die Tarisbewegung in der Berliner Metallindustrie aus- sßunutzen. Der der Fraktionsleitung der kommunistischen Metall- orbeiter von der Zentrale übermittelte Entwurf einer Reso- lution zur Einleitung der Kampagne wird jetzt in den Spalten der„Roten Fahne' unter der Etikette„Kampf- beschlüsse in den Metallbetrieben' als angebliche Willenskundgebung der Betriebsversammlungen veröffentlicht. Damit der zum 1. Juli von der KPD.-Zentrale bestellte allge- meine Streit in der Berliner Metallindustrie nicht zuvor gegen- standslos wird, soll eine etwaige Berständigung von vornherein hintertrieben werden. Die Arbeiter in den Betrieben sollen nach der kommunistischen Anweisung fordern, daß die Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes ein« Funttionärkonserenz einberuft: die Funktionärkonfe- renz soll eine Berhandlungskommission aus den Betrieben wählen, „die die Verhandlungen mit dem VBMI. zu führen und die Vorbereitungen zum Kampf am l. Juli zu treffen hat, wenn die Forderungen der Metallarbeiter nicht erfüllt sind'. Von der Funktionärkonserenz wird insbesondere gefordert, daß sie jede Anrufung der Schlichtungsinstanzen ab- lehnt und jeden Versuch mit aller Entschiedenheit v e r h i n. dert, die Tarisbewegung mit Hilfe der Schlichtungsinstanzen bei- zulegen, oder, um im KPD.-Bilde zu bleiben,„abzr, würgen'. Di« bestellten Resolutionen sind sofort der OB.(Ortsverwaltung des Metallarbeiteroerbandes), der RF. und der Gew.-Abt. der BL., d. h. der Bezirksleitung der KPD., zuzuleiten. „Von vornherein sagen wir der Arbeiterschaft, daß die Vor- bereitung der Bewegung gleichzeitig die Vorbe- reitung zum Streik sein muß, unter schärfstem Kampf gegen die Schlichtungsinstanzen... und daß sich die Metallarbeiter Berlins von Anbeginn der Bewegung darauf vorbereiten müssen, den Streik auch gegen die Schiedssprüche und gegen die Verbindlichkeitserklä- rung... durchzuführen, auch wenn die soz.-demokr. Gew.-Bureau- krati« dagegen den heftigsten Widerstand leistet.' Im Interesse der kommunistischen Parteitaktik soll also mit den Interessen der Berliner M etal la r beite rs cha st Schindluder getrieben, die Arbeiter unter allen Umständen zum 1. Juli in einen Streik gehetzt werden. Die Arbeiterschaft soll mit den Gewerkschaftsführern in Kon- flikt gebracht und bei den Wahlen zum Metallarbeiterverbandstag der KPD. zum Sieg verholfen werden. Es genügt, diesen Plan aufzuzeigen, um das kam- munistische Manöver rechtzeitig zu entlarven. Keuer bei Bergmann. Ein Oellager niedergebrannt. Ein gefährliches Feuer, das in kurzer Zeil großen Umfang annahm, entstand heute früh in einem Oellager der Bergmann Elektrizitätswerke in der Lindenallee zu Reinickendorf-Rosenchal. Ein etwa Z0 Meter langer Schuppen brannte nieder. Inmitten der umfangreichen Fabrikanlagen befand sich der niedergebrannte Schuppen, in dem Schmirgel- und Oel» Vorräte lagerten. Gegen 8 Uhr bemerkten Arbeiter, wie aus den Dachlucken dicke Oualmfchwaden hervordrangen. Die Fabrikfeuerwehr trat sofort in Tätigkeit, doch stand ein Teil des Schuppens bereits in hellen Flammen. Auf den Alarm„Groß- f eue r" eilten drei Züge der Berliner Feuerwehr und die frei- willigen Wehren von Rieder-Schönhaufen, Reinickendorf-Ost und Wilhelmsruh zur Hilfeleistung herbei. Inzwischen war die Brandstelle so stark verqualmt, daß die Löschmannschaften mir mit Rauchschutzmasken versehen gegen das Feuer vordringen konnten. Die Fkammen hatten bereits«inen angrenzenden hölzernen K ü h l t u r m ergriffen. Zum Glück gelang es, die Gefahr an dieser Stelle durch starkes Wassergeben nach kurzer Zeit zu beseitigen. Ein Niederbrennen des Kühlturmes hätte eine Lahmlegung der gesamten Turbinenanlage zur Folge gehabt. Nach mehrstündiger Tätigkeit konnten die Wehren wieder abrücken. Die Entstehungsursache ist noch ungeklärt. Die neue Gchwimmschule der Polizei. Anläßlich der Fertigstellung der neuen Havelschwünmanstalt der Preußischen Polizeischul« für Leibesübungen in Spandau fand ein P o l i z e i s ch w i m m f e st statt. Einzel- und Mannschafts- konkurrenzen, an denen sich Polizisten aller Chargen beteiligten, wurden in flotter Folge abgewickelt. Ein 2M-Meter-Bnistschwimmen beendet« Wachtmeister Möller in 3,12,7 siegreich. Zweiter wurde Wachtmeister Busse. Im Igg-Meter-Rücken-Schwemmen konnte Wachtmeister Wiedemann in 1,24 überlegen gewinnen. Im 400-Meter-Schwimmen, beliebig, siegte Wachtmeister Gehrmann in 6,47,7 vor Wachtmeister Bünger. Bei den 100-Meter, beliebig, konnte Wachtmeister Möller wider Er« warten nur den zweiten Platz belegen. Sieger wurde Wachtmeister Böttner mit mehreren Metern Vorsprung in 1,16,2. Einen recht wechselvollen Verlauf nahm die Chargenstaffel über Sv Meter beliebig, an der sieben Mannschaften teilnahmen. Jede Gruppe stellte sieben Schwimmer aus allen Dienstgraden, vom Wachtmeister bis zum Major. Der Polizeischule gelang es schließlich, die Staffel in 4,54,3 vor Gruppe Nord mit 5,14,4 zu gewinnen. Ein Kür- springen,«in« 4 mal 266-Meter-Stoffel und ein Dasserdallspiel, Polizei-Berlin gegen Polizeischule Brandenburg, das Berlin mit 3:2 für sich entschied, beschlossen die Veranstaltung. Vor Beginn der Wettkämpfe überbrachte Oberst Lingen der Polizeischule noch die Grüße des preußischen Innenministers und empfahl die neugeschaffene Schwimmanstalt zur regen Benutzung. Die Neuonlage befindet sich auf dem Gelände der früheren Pionierschwimmanstalt in der Schäferstraße in Spandau. Hier soll jeder Schupo, der noch des Schwimmens unkundig ist,.zum Schwimmer ausgebildet werden. Das massive einstöckig«, etwa 70 bis 80 Meter lange Gebäude, enthält Umkleideräume, Sanitäts- zimmer usw. von spartanischer, aber geschmackvoller Einfachheit. Fen'enspiele auf den Außenspielplätzen. Die diesjährigen Ferienspiele für die Berliner Schulkinder finden in der üblichen Weise an den Wochentogen vom 5. Juli bis einschließlich 1. August auf den Außenspielplätzen Grüne- wald, Dahlem. Iungfernheide, Tegel. Blankenfelde, Buch, Warten- berg, Pferdebucht, Wuhlheide, Königsheide und Plänterwald statt. Die Kinder werden unter zuverlässiger Aufsicht von morgens bis abends auf den Spielplätzen untergebracht und verpflegt. Für die Spiele stehen Spielgeräte zur Versügung. Zu den K o st e n müssen von den Eltern geringe Beiträge er- hoben werden: sie betragen wie im vergangenen Jahre 3 0 P s. täglich für das erste Kind und 15 P s. für da s zweite Kind einer Familie. Bei Entnahme einer Wochenkarte ermäßigt sich der Betrog auf 1,50 M. für das erste und 75 Pf. für dos zweite Kind. Alle weiteren Kinder derselben Familie sind b e i t r a q s f r e i. Die Kinder erhalten dafür freie Hin- und Rückfahrt, auf den Spielplötzen ein Morgengetrank (Kaffee. Kakao oder Suppe), Mittagessen und Nachmittagskaffee mit reichlichem Gebäck. Die Wochenbeiträge werden von den Kindern am Montag jeder Woche, die Tagesbeiträge täglich auf den Sammel- stellen vor dem Abmarsch erhoben. Das Sammeln der Kinder ge- schiebt täglich um 7,30 Uhr auf Schulhöfen, die in den Schulen bekanntgegeben werden. Es ist notwendig, daß sich die Kinder gerade am ersten Ferienspieltage recht frühzeitig auf den Sammel- Höfen einfinden. Trinkgefäße aus Glas oder Porzellan dürfen am die Spielplätze nicht mitgebracht werden. Sammelplätze der Kinder sind folgende Schulhöse: 1. Spielplatz Grunewald: Berlin: Levetzowstr. 26. Derfflinger- straße 18o, Tulmstr. 15. Tempelhofer User 20. Gneisenaustr 7: Schöneberg: Feurigstr. 57(Ecke Ebersstr.): Friedenau: Albestr. 31/32: Spandau:"Mauerstr. 10. 2. Spielplatz Iungfernheide: Charlottenburg: Wiebestr. 53/58, Kirchhofstr. 5, Joachimsthaler Str. 31/32, Spreestr. 29, Kamminer Straße 17/18, Schloßstr. 2. Witzlebenstr. 34/35, Hallerstr. 3/4: Siemensstadt: Gemeindeschule. 3. Spielplatz Tegel: Berlin: Turmstr. 75. Bremer Str. 13/17, Alt-Moabit 23. Stephanstr. 3, Müllerstr. 158. Schulstr. 99. Ostender Straße 39. Müllerstr. 48, Schöningstr. 17: Reinickendors: Lindaucr Straße, Eichbornstraße, Ponkower Allee. 4. Spielplatz Blankenfelde I: Berlin: Kxibelstr. 31. Prenzlauer Allee 227, Pasteurstr. 5, Seneselderstr. 6,� Greifcnhagener Str. 20; Pankow: Grunowsrr. 17, KaiserFriedrich-Str. 58; Nordend: Rosen- thaler Weg Ecke Kaiser-Wilhelm-Straßc. 5. Spielplatz Blankenfelde II: Berlin: Gipsstr. 23a, Stralsunder Straße 54, Christianiastr. 36, Sonnenburger Str. 20, Odcrbergcr Straße 57, Driesener Str. 22; Rosenthal: Kastanienallee(Volksschule). 6. Spielplatz Buch: Berlin: Hannoversche Str..20, Kesselstr. 3/4, Gartenstr. 107a, Demminer Str. 27, Pankstr. 17, Prinzenallee 8. 7. Spielplatz warlenberg: Berlin: Fruchtstr. 38, Friedenstr. 31, Olivaer Str. 19, Straßmannstr. 6, Petersburoer Str. 4, Hausburg- straße 20, Samariterstr. 20: Weißensee: Wörthstr.: Lichtenberg: Roederplatz. 8. Spielplatz Bferdebuchl: Berlin: Goßlerstr. 61(Schulhos): Lichtenberg: Holteistr.(Schulhof): Grünau: am Bahnhof Grünau: Friedrichshagen: Kurpark: Altglienicke-Adlershof: Süßer Grund am "lahnhof Adlershos; Köpenick: Borgmannstr.(Volksschule), Glienicker Straße 3/4(Volksschule), Amtsstr. 1/2(Volksschule): Friedrichsfelde: Schule Friedrichstraße am Bahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde; Karlshorst: Stolzenselsstr. Ecke Andernacher Straße. 9. Spielplatz Wuhlheide: Berlin: Köpenicker Str. 125, Marian- nenufer 1a, Lange Str. 76, �Markusstr. 49, Niederwallstr. 6/7: Oberschöneweide: Frischenstr.(Schulhof). 10. Spielplatz Königsheide: Neukölln: Doddinplatz, Warthestraße Ecke Hermannftr., Emser Str. Ecke Bergstr., Hertzbergplatz: Britz: Buschkrug: Niederschöneweide: Am Bahnhof Niederschöneweide- Johannisthal(Ausgang Johannisthal). 11. Spielplatz Plänterwald: Berlin: Dieffenbachftr. 60, Alte Iakobstr. 127, Wilmsstr. 10, Britzer Str. 17. Reichenberger Str. 131, Görlitzer Str. 51, Köpenicker Str. 2: Baumschulenweg: Kiefholz- straße 274: Treptow: Kiefholzstr. 46: Mariendorf: Ecke Kurfürsten- straße: Tempelhof: Bahnhof(Nordseite). ■. Arndt- Richardstraße, ------ r-„.—,—,----,—.....ästanienstr. 7: Lankwitz: Realgymnasium Kaulbachstraße. verantwortlich für die Redaktion: Suaea Prooer, Berlin: Unzeioen: Td. Glocke. Berlin. Berlag: vorwärts Verlag/, U. Ende 10»,. U. Es liegt In der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spolianskj Berliner Theater •hariottrartr.lO'II.Ddih.WG SV, U. Ende geg. II Gastspiel IDantsdien Tb. Der Prozeft Mary Dntoa Komische 1 8>/, Öhr Oper SV, Öhr J JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue-Stück: Zieh' didi ans! 200 HttwirKende- Vorverkaui ab 10 Uhr ununterbrochen. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Stuckes Ptingstfahrt Hugo Stucke: Britten Frau Stucke Meysel Int. 8 Uhr. Preise 60 Pf.-2 M D ö u ho{!■ Brett* 1 Variete— Konzert— F anz. Renaissance- Theater Stcinpiatz 901. unr Krankiieit der Jugend Gewerkscfaaftstag! Gr. Feuerwerk 6B0SS• TONBOU 1 Jedes Los gewinnt I Binirttt Th Pf. Die artist. Sensation am 50 tn hoben Mast COSTICA PLORBSCU Auto-Parkplatz Hose-Theater Qr. Frankf. Str. 132 Sv, Uhn Bat Paradies übe Gartenbflhne: >/z0 Uhr nachm.; Konert und bunter Teil. 8V, Uhr: OerfldeleBsaer Blumenstr. 8. Täglich 8'/, Uhr los Rüdeshsiflier SdiloB steht eise Linde Loni Pyrmont Krafft-Lortzing Gaston Briese Emma Klein Berliner Prater Kastanlcnatlce 7/9. Täglich „PolnisdieWirtsthatt" Mus. T.Jean Gilbert Auderdem; Orouc Varlelt Tans. Kaffeekochen. SaltMbirg-Sübuun Ott. Künstler-Th. Heute 7»/, Uhr Premiere „r*; sied ja Theater des Westens Steinpl.931«V.Uhr Täglich: Max Adalbert „Was ist denn nur mit Balduin 7" Hleinet Theater Täglich SV, Uhr Kaiser-TIclz Lotte minder in Galante Nacht I Thaila-Tlieater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr VllMMlliW Elite-S&näer—, [ an Kottbusser Tor. MpL 16077. Täglich 8 Uhn Witinnercntklusig.PrograiBB. u.a. (Schwank) \„Ein kleines Gesdieok"(Sdiwaek) Volkspreise. Walhalla-m. Weinbergs weg 19/20 Täglich 8V, Uhr: Verloreoe Töchter SittensL in 4 Akten. Uir Erriiäun hihe lotnti Park-auch Sonntags statt 4.— M. nur 60 PF. Lastspielbans lir. Dr. itrfii SiU Unwiderruflich letzter Monat «-/, Uhn Ouido Thielscher m„Unter Geschäftsanfsidir Banwnlyfiüintfr Th.KöiiIgfirräti. St. Bergm.21ia. Täglich«'/« Uhr Leinen ans Irland Komddtenh.a, Norden 6304 Tägl. 8V, Uhr Broadway Planetarluin an ioo Iwähnftil« Stnb Noll. 1578 >6>,» 18, 19'� 21 U. Sternhimmel und Kalender Eintritt I M. ant. IS IVmMi'I.SI\ KOchen noch rn meinen alten Preisen nh imillliirt .Anna'-KOche.... 43 75 41. Anrlchte-KOcbe, Hanna' 88 118.M. Anrlchte-KOche.Louise' 108 155 M. Anrichte-Küche, Lübeck' 1 35 I85M. Kleiderspind, 92 ein.. 43 55 M. Initellung fiiuei Rbtluiuto Rüdien KUch enmöbel«Haus Laserstein, LDdcaoer Str. 1 Ecke Oraalenstr.nabeMorltzpIau ®el,aöe SprAbpnd Dienstag, 12. Juni 1928. Fori mit der Todesstrafe! Eine Kulhirbarbarei� unwürdig der menschlichen Gesellschaft. Von Friedrich Wendel*) Darf noch allem, was in dieser Artikclreihe ausgeführt worden ist, nunmehr außer Frage stehen, daß die Bekämpfung des Ver- brechens in der Beseitigung der materiellen Elendslage breiter Schichten der Bevölkerung zu erfolgen hat, so muß die Todes- strafe ganz sinnlos erscheinen. Hämisch weisen die unbelehrbaren Anhänger der Todesstrafe darauf hin, daß, wenn die„soziale Bor- beugung" das Heilmittel gegen das Verbrechen darstelle, die Konse- quenz wäre, überhaupt kein« Strafen verhängt werden dürften. Man kann mit derselben Sorte Logik demgegenüber darauf hin- weisen, daß selbst die konservativen Verfechter des reinen Straf- charokters der Justiz gern von einer Besserung des Ver- b r e ch e r s durch die Strafe zu reden pflegen. Besteht auch diese Besserung nur in der Einbildung der Herren, ist auch mit einer Besserung des einzelnen— angenommen einmal, sie sei wirklich ein- getreten— noch gar nichts erreicht, wenn man nicht durch die Be- feitigung der Quelle des Verbrechens die Möglichkeit weiterer Wiederholungen eindämmt, so kann man doch die Erklärung der Strasfanatiker, daß die Strafe Besserung bedeuten solle, mit Ver- gnügen zur Kenntnis nehmen. Inwiefern dann aber die Todesstrafe Besserung bedeuten soll, ist nicht recht einzusehen! Wieso wird der gebessert, der getötet wird? Die Todesstrafe ist und bleibt zwecklos und stellt überdies durch ihre demoralisierenden Folgen eine Gefahr für die öffentlich« Moral dar. Will man den Gegensatz zwischen alter und neuer Schule der Derbrechensbehandlung.recht eindeutig zum Ausdruck bringen, so darf man sagen: Die alt« Schule stellt die Einzelperson des Ver- brechers, stellt die menschliche Gesellschaft mit ihrem Be- dürfnis nach Schutz vor dem Verbrechen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, die Person des Verbrechers rückt ste in die zweite Linie. Anerkannte Rechtsforscher haben zunächst einem Abbau der Todesstrafe das Wort geredet. Der Abbau soll einmal bestehen in einer möglichst seltenen Vollstreckung der Todesstrafe, zum anderen aber auch in einem dem modernen Empfinden angepaßten Vollzug der Todesstrafe. Anstatt des Köpfens mittels eines qucckfilber- gefüllten Hackbeils, wie es in Deutschland üblich ist, hat man beispiels- weise schnellwirkendes Gift oder Einätmung ebenso schnell wirkender Gase empfohlen. Wir können auf diesem bedenklichen Wege nicht folgen. Die Todesstrafe ist ein Strafmittel, demgegenüber es wirklich nur ein Ja oder ein Nein gibt. Sie kann ohne weiteres aufgehoben worden. In den Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben, sind seitdem die Mordverbrechen stark zurück- gegangen. ' Ohne Aenderung der wirtschaftlichen Verhältnisse, ohne Hebung der Elcndslage der unteren Schichten läßt sich das Verbrechen nicht eindämmen, aber fene blutige Derbrechen, die ihr« Ursache in der verrohenden Wirkung der Todesstrafe haben, lassen sich sofort oermeiden: Durch die sofortige Aushebung der Todesstrafe! Di« nächst der Szialdemokratie stärkste Partei Deutschlands, das Zentrum, stützt sich bei der Verteidigung der Todesstrafe auf Gründe, die im Gebiet des Religiösen liegen. Was in dieser Beziehung die in Die„neue Zeit", Der elektrische Hinrichtungsstuhl, 1928. einem früheren Artikel erwähnte Autoritätsidee ang:ht, so ist eine nochmalige Auseinandersetzung überflüssig. Dogegen ist es nötig, zu der oft erwähnten Stützung der Todesstrafe durch Texte der Bibel«in paar Worte zu sagen. Anhänger der Todesstrafe berufen sich auf die alttestamentarische These:„Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden!" Wir wollen uns den Einwand verkneifen, daß diese These den Herren Scharfrichtern, die nach ihr samt und sonders selber dem Block ver- fallen sind, kaum sehr genehm sein wird, wir wollen auch nicht auf die Betrachtung einer Logik eingehen, die eine Schraube ohne Ende ins Auge faßt. Wichtiger ist, darauf hinzuweisen, daß dem zitierten Bibelwort jens andere entgegensteht, nach dem niemand gegen Kain die Hand erheben dürfe. Der bekannten Stelle aus dem 2. Buch Moses:„Du sollst Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Fuß um Fuß geben," steht das Wort des Propheten Ezechiel«nt- gegen:„So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich habe keine Lust an dem Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre und lebe!" Der Christus der Evangelien ist unzweifelhafter Gegner der Todesstrafe, er fordert völlige Preisgabe der Rachetheori« und empfiehlt, Böses mit Gutem zu vergelten, das heißt also, das Bös« durch das Gute zu überwinden— womit er in die Reihe der Ver- treter der sozialen Dorbellgungstheori« tritt. Vom Boden bibelgläubiger Erörterungen also ist dem Problem der Todesstrafe nicht beizukommen. Hier gilt es, die Augen für die Tatsachen unserer Zeit und unserer Umgebung zu offnen und nach den praktischen Bedürs- nissey unserer Gesellschaft Entschlüsse zu treffen, die der prüfenden Vernunft standhalten. Das Erfordernis unserer Tag« verlangt, daß mit einem Straf- mittel Schluß gemacht werde, das weder verbrechenverhütend, noch abschreckend, noch bessernd wirkt, dafür aber verrohend, barbarisch und verbrechenbegünstigend!„Es ist eine Schmach für unser« Zeit," bat Wilhelm Liebknecht einmal gesagt,„daß überhaupt die Frage der Todesstrafe in einem Zkulturlande noch gestellt werden muß." wer den kulturellen Fortschritt will, muß Gegner der Tode». strafe sein! Der alie und der neue Lucher. Artur Dinier, Verfasser dreier berüchtigter Schundromane, „feiger und mutloser Soldat" nach der Aussage vereidigter Zeugen, schuldhaft geschiedener Ehemann, hat neuerdings das ins Leben ge» rufen, was uns schon lange gefehlt hat, was wir brennend nötig brauchen, und was könnte das anderes fein, als eine„Geistchrist- liche Religionsgemeinschaft, e. V.". Eines der Mitglieder dieses Kegelklubs scheint sich eines Abends einmal den Magen überladen zu haben, denn er hatte in der daraufsolgenden Nacht eine von Dinter emsig weiterverbreitete Vision. Es erschien ihm Martin Luther und verkündete ihm folgendes:„Was ich vor 400 Iahren lehrte, war noch nicht das Richtige. Heute mache ich mir alles das zu eigen, was ein gewisser Artur Dinter in Nürnberg vorträgt. Es ist kein Zufall, daß in der Stadt meines Freundes Albrecht Dürer euch die Lehre von der Vollendung der Reformation gepredigt wird. Das, was Dinter euch lehrt, ist in der Tat das Richtige. Ich selber, Martin Luther, könnte es nicht anders lehren, wenn ich Dr. Dinter wäre. Wer Ohren hat zu hören, der höre-- wer Augen hat zu sehen, der sehe!" Wohlan, wohlauf! Dinter als Nachfolger, nein, als Vollender Luthers! Zwar hat er die Bibel nicht verdeutscht, sondern es wird, im Gegenteil, jemand gesucht, der Dinters„Sünde wider das Blut" aus ihrem Kolmückendeuffch in unsere Muttersprache überträgt. Vor dem Reichstag zu Worms hat Dinter auch noch nicht gestanden, viel- mehr gewährt man ihm nicht einmal Zutritt zu dem in Berlin, und überhaupt ist auch sonstens ein gewisser Abstieg bei der Be- trachtung der beiden Luther zu konstatieren. Der Luther der Resor- mation war immerhin ein ganzer und charakterstarker Mann. Der Luther von heute hingegen ist gewissermaßen eine komische Figur. Aber ist nicht gerade diese Gegenüberstellung ein Beweis dafür, wohin wir geraten find, aus welcher schiefen Ebene wir uns be« finden, wie recht Dinter hat, wenn er sich gegen unsere Zeit wendet! O, diese Fremdrassigen! O, diese Juden! Nun haben sie uns glücklich soweit heruntergewirtschaftet, daß wir mit einem Dinter als Luther vorlieb nehmen müssen. Welch ein, auf das Schuldkonto unserer undeutsch gesinnten Zeit zu schreibender Niederbruch! Dinter als Luther! blans Lauer. Herrliche Natur- aber schändliches Elend Ein Verzweiflungskampf der Thüringer Schieferarbeiter. ♦) Siehe die Artikel in Nr. lOO, 104, 122, 144, 162, 102, 214 und 250, Mit diesem Beitrag schließen wir unsere Artikelreihe über den LuMrskandch der.Todesstrafe ab..-.Ii Wer in diesen Togen auf der Urlaubsreife dem sonnigen Süden zustrebt, durchfährt zwischen Saals«ld und Ludwig st adt das Gebiet der Schieferindustrie. Schon der Wechsel des Landschafts- bildes— eben noch das heitere, fruchtbare Saaletal und plötzlich dann das düstere, eingeschlossene, von Geröll und verkrüppelten Fichten bedeckte fränkisch-thüringische Grenzgebirg«— zeigt den Reisenden, daß in diesem Gebiet die Bewohner einen scharfen Kampf ums Dasein kämpfen. Die Schieferindustrie fft in diesem Land- strich kaum 100 Jahre alt. Die Bewohner des Grenzgebirges haben sich vor dem Einzug der Schieferindustrie hauptsächlich durch Wald- arbeit, Kräutersammeln und Kleintierzucht ihr Brot verdient. Heut« ist der größte Teil auf die Lohnarbeit in den Schieferbergwerken angewiesen. Frauen und Kinder quälen sich damit ab. durch das Sammeln von Beeren und Kräutern und mit Hilfe eines landwirt- schaftlichcn Zwergbetriebes noch ein paar Pfennige zu dem kargen Lohn des Mannes hinzu zu verdienen. Die Arbeit ist schwer und gefahrvoll. Jeder Arbeiter muß in den Schieferspaltereien neun Zentner Schiefer pro Schickst zurichten. Da ein Zentner Roh- j schiefer 60 Pfund fertige Ware ergibt, und diese Ware pro Zentner 7 Mark kostet, ist leicht zu errechnen, welchen Gewinn die Unter. nehmer in die Tasche stecken, wenn sie, wie bisher, nur 4,60 bis 6 Mark pro Schicht an den Arbeiter Akkordlohn zahlen. Für jeden Zentner Mehrarbeit erhalten sie sag« und schreibe 40 Pf.— vierzig Pfennig!— Die Arbeitszeit 1 beträgt durchweg 5 3 Stunden pro Woche: dazu kommen aber für viele Arbeiter weit«, stundenlange Wege zur Arbeitsstelle— bei manchen täglich drei bis fünf Stunden! Wer länger als neun Jahre in einem Betrieb beschäftigt ist, hat Anspruch auf 6 Tage Urlaub. Selbst diese kümmerlichen sozialen Bestimmungen find den Unternehmern— noch zu viel„Sozialpolitik"! In Probstzella wird der Grisfelschiefer zu SchreibgriffSln oerarbeitet und bietet vielen Frauen zur Heimarbeit Gelegenheit. Diese Heimarbeit wird schauderhaft schlecht bezahlt. wohl am schlechtesten von allen Heimarbeiten. In der Verarbeitung sind überhaupt viele Frauen, stellenweis« bis zu 50 Proz. der Belegschaft, beschäftigt. Die Schiefxrarbeit zerrüttet frühzeitig die Gesundheit. Die Stollenardeiter leiden unter dem im Stollen sich entwickelnden feinen Staub, der tief in die Atmungsorgan« eindringt. Auch die Uebertageardeiter, die bei Regen und Wind und in heißer Sonnen- glut an den Lerghängen sich festklammern und in schwierigster Körperhaltung stundenlang mit dem Brecheisen die Schieferblöcke losschlagen, sind der Proletarierkrankheit, der Tuber- kulose, besonders stark ausgesetzt. Die Lungentuberkulose ist in den stillen Walddörfern sehr verbreitet. Der gefährlich« Beruf, die lange Arbeitszeit und die elende Ernährungslag« zermürben früh- zeitig die organischen Reserven. Am 20. Mai haben etwa 2000 Schieferarbeiter die Arbeit niedergelegt, das sind 80 bzw. 00 Proz. der Arbeiter im Unter- und Oberland. Sie forderten eine Erhöhung der- Stundenlohn« um 10 Pfennig. Die Unternehmer lehnten jede Verhandlung ob: da die jetzigen Verdienste schon weit über den Friedensreallohn hinaus- reichten, könnten sie die Forderungen der Arbeiter nicht annehmen. In diesem Sinne unterbreiteten sie dem Schlichter eine Denkschrift, mit dem Erfolg, daß ein Schiedsspruch gefällt wurde mit einer Lohnerhöhung um zwei Pfennig. Die Unternehmer ge- ruhten, diesen Schiedsspruch anzunehmen. Die Arbeiter, die ihren Kampf in der Hauptsache gegen die Ausbreitung der Lungenlubertulofe führen, mußten den Schiedsspruch ablehnen. In der Nachverhand- lung über die von den Unternehmern beantragte Verbindlichkeits- «rklärung des Schiedsspruches zogen die Unternehmer ihren Antrag zurück. So kam es zu dem Streik. Der Staatsbetrieb, in dem 500 Arbeiter beschäftigt waren bei einem Stundenlohn von 62 Pfennig oder einem Schicht» lohn von 4,96 M., ist ebenfalls stillgelegt. Die thüringische Regie- rung hat die Lohnpolitik der Unternehmer mitgemacht. Sie hat Polizei ins Streikgebiet geschickt, um die„Ordnung" aufrechtzuerhalten. Sie duldet es, daß die Streikenden bedroht und terrorisiert werden. Den Familien der Streitenden wird die Aus- Weisung aus den Wohnungen angedroht! Arbeitswillige haben sich nur wenige bis jetzt gefunden. Drei von ihnen mußten den Streikbnich schwer büßen. Auf einer Grub« stürzte am 4. Juni eine Felswand ein, unter der sie begraben wurden. So birgt dos landschaftlich reizvoll« Gebirgsland schauderhaftes soziales Elend. Es beherbergt ein ausgemergeltes, elendes Arbeiter- volk, das, weil es bisher noch kein rechtes Klassenbewußtsein hatte, der privatkapitalistischen Ausbeutung besonders arg preisgegeben war. Der Streik der Schieferarbeiter ist eine Explosion der Ver- zwciflung,«ine Auflehnung gequälter, aber jetzt allmählich wochwerdender Arbeiter. Die Sympathie der ganzen organisierten Arbeiterschaft begleitet die thüringischen Schieferarbeiter in ihrem Kampfe, der zu einem erfolgreichen Ende geführt werden muß. Die„alte Zeit". Enthauptung aufrührerischer Bauern, 1525. Zu dem Artikel; JFort mit der Todesstrafe P 15 000 Dollar für eine Erstausgabe Poes. Dreißig Jahre lang hatte sich eine Schneiderin von Worceste. in Massachusetts(Vereinigte Staaten) über ihrer Nähmaschine ge- plagt und müselig ihren Lebensunterhalt verdient, bis sie eines Tages unter ihren alten, kaum beachteten Büchern eine Erstausgabe von Edgar Allan Poes„Tamerlan" fand. Sie erhielt 15 000 Dollar für das Buch, der Antiquar verkaufte es aber sofort an Dr. Rosenbach» einem Antiquar von Philadelphia, sür 28 000 Dollar weiter. dcr ceiBe orcaAN 3. Sortfc�nno. ,�d> weiß nicht, wo sie ist/' wied«rholt- er.„So etwa, ist nie früher vorgekommen. Wahrscheinlich findet e« eine ganz natürliche Erklärung. Aber offen gesogt, ich weiß nicht, was ich tun soll. An die Polizei möchte ich mich nicht wenden... sieht ja aus, als ob ich aus einem Nichts eine große Geschichte machen wollte. Aber jegt ist's neun Uhr..>. und ich bin... ein bißchen... b«. sorgt..." Einen Augenblick herrschte Schweigen in dem stillen Raum. Dann streckte der Redakteur die Hand au» und drückte auf einen Knopf, kxlr an der Seit« des Schreibtisches in Kniehöhe angebrocht war. Seine anfänglich zurückhaltend« Art hatte sich nun in die Haltung eines aufmerksamen Zuhörer» verwandelt. „Haben Sie denn gor keine Erklärung?" fragt« er. Ein Klopsen an der Tür und das Erscheinen eines Jungen in Livree unterbrach ihn. „Mr. March!" befahl er und fuhr, sich wieder an Eranmor« wendend, sort:„Irgendein« häusliche Differenz ist wohl ausge- schlössen... oder... hem...?" Er stockte. In Jim Eranmores Augen kam ein leichtes Lächeln, während «r den Kopf hob und Harringoy voll ins Gesicht blickt«. „Nicht das geringste zwischen uns," sagte er nachdrücklich.„Wir waren immer sehr glücklich miteinander, und wenn S>« an einen Skandal oder irgendein Geheimnis denken... da sind Sie auf dem Holzwege... wirklich!" Harringoy hotte nach einem blauen Bleistift gegriffen und schien lausmerksam dessen Spitz« zu betrachten. „Natürlich... natürlich," sagte er und fügte mit gemachter Unbefangenheit hinzu:„Wissen Sie zufällig, wie Ihre Frau gekleidet war, als sie h«ut nachmittag aus ihrem Ztlub kam?" Langsam wich alle Farbe au« Cramnorcs Gesicht. Er stand schwankend auf und ließ den Hut fallen, der unbeachtet über den Teppich rollte. „Mein Gott, Harringay," flüsterte er und beugte sich über den Schreibtisch,„Sie wissen etwas! Meiner Frau ist ein Unglück zuge- l.. Harringay," /lästerte er und beugte sieh über den Tisch. stoßen! Nicht wahr? So reden Sie doch! Sehen Sie denn nicht, wie furchtbar das für mich ist...?!" Aber der Redakteur sprach nicht gleich. Ein weicher, mitleidiger Ausdruck war in seine sonst etwas harten, blauen Augen g«rommen, während er seine Hand einen Augenblick auf Jim Tranmores Schulter legte. „Sie werden all Ihren Mut brauchen," sagte er zögernd.„Ich fürchte, mjr haben schlimme Nachrichten für Si«."' Ein Klopfen an der Tür ließ ihn herumfahren. Ein junger Mann mit dunklen Haaren und scharfen Aug«n, in einem gutsitzenden blauen Anzug, trat schnell«in. „Entschuldigen Sie, Mr. Harringay," sagte er.„Haben Sie mich rufen lassen? Ich wußte nicht, daß Sie Besuch haben..." „Kommen Si« nur herein, March... dies ist Mr. Cranmore." Der Redakteur sprach ein paar Worte leis« zu dem jungen Mann, dessen Augen in plötzlichem Interesse aufblitzten. Dann wandt« er sich an Cranmore. „Dos ist March, der die Verbrechen für uns bearbeitet." Cranmore blickte totenbloß von einem Manne zum anderen. Nun sollte er also erfahren, welchen Schlag dos Schicksal gegen s«in Glück geführt hotte. Seine Hände verkrampften sich, während er angstvoll wartete. Und Carmens Gesicht mit den dunklen, sehnsüchtigen Augen stieg por ihm auf. 4. Zm Hwlerzimmer de» Drogisten. Auf dem Kamin de» Redaktionszimmer» stand eine kleine Uhr. Ihr Schlagen bracht« Cranmore wieder zu sich selbst. Er hotte an Carmen gedacht, wie sie ihm am Morgen Lebewohl gesagt und ihn zum Abschied geküßt hatte. Nun war er sich wieder bewußt, daß er zwei Männern gegen« Überstand, die eben von einer schauerlichen Tragödie mit ihm ge. sprachen hatten. Daß ein« junge, elegant gekleidete Dame diesen Abend in ein«r Seitenstraße Westkensington» erstochen aufgefunden worden und wenige Minuten spater im Laden eines Drogisten gestorben war: daß sie einen kleinen schwarzen Hut, ein Cape aus blauem Serge und«ine Perlenschnur getragen hatte und daß Wäsche und da» Taschentuch mit«ff. ff." bezeichnet waren,,. „... Sie könnten mit March in die Aldonstraß« gehen." sagte Harringay,„aber nach allem, was Sie mir mitgeteilt hoben, fürchte ich, daß kein Zweifel mehr möglich ist." Jim Cranmore versuchte, seine Stimme freizubekommen. Mit seinem tot«nblassen Gesicht und den gläsernen Augen machte er den Eindruck eines Betrunkenen. „Es muß ein Irrtum sein," stieß er endlich hervor.„Wo ist diese Aldonstraße? Wir kennen doch niemand da draußen. Und was hätte mein« Frau dort tun sollen? Es... ist... ja... verrückt... So ein« Geschichte, wie ihr Zeitungsleut« sie gern zusammen« stoppelt... nicht wahr, Harringay...?" Der Redakteur warf einen unruhigen Blick auf den Hausen seucht«r Druckbogen auf dem Schreibtisch. „Ich tonn nur hassen, daß Sie recht hoben, Cranmore. Gehen Sie jetzt mit March in die Aldonstraße. Er war schon dort und kennt das Haus. Und mit der Polizei steht er auch auf gutem Fuß..." Cr hielt Cranmore die Hand hin und fügte in warmem Tone hinzu:„Wie sroh wäre ich, wenn wir uns diesmal getäuscht hätten!" Obwohl das Verbrechen in der Aldonstraße zu spät entdeckt worden war, um noch in die Abendblätter zu kommen, schien e» sich doch auf geheimnisvolle Weis« schon überall herumgesprochen zu hoben. Die große, rote Lampe vor Mr. Ruddick? Loden war zum Richtpunkt für die ganz« Nachbarschaft geworden. Schon hundert Meter vorher fand Eranmores Chauffeur die Straß« durch«ine Mast«, meistens barhäuptiger Leute, gesperrt, die zwar nichts Iiiter- esfanteres als die Helmspitzen der Schutzleute über den Vornstehenden sehen konnten, sich ober doch eifrig flüsternd miteinander unterhielten. March, ein ruhiger junger Mann, der in ollen Kniffen ein«» ausgepichten Reporter? erfahren war, verstand es ober doch. Crom mores Auto bis dicht an den Kordon zu bringen, den die Polizei um dos Haus gezogen hatte. Ein paar Schutzleute in Uniform hielten Wache vor dem Laden. Ein dunkl«r Kraftwagen stand daneben. In den Dorgärten drängten sich unfrisiert« Weiber mit Säuglingen auf den Armen und starrten auf das Haus, in dem die Ermordete lag. Sie sprachen leise miteinander oder betrachteten auch nur schweigend die drei großen Flaschen mit geiärbtem Wasser in der Auslage des Drogisten. Die Polizei hielt den Wagen an. Einer der Konstabler ließ sich überreden, den Inspektor Manderton zu suchen, der den Fall üb«r, nommen hatte. Er verschwand im Laden und kam gleich wieder zurück mit einem dicken, mittelgroßen Mann in dunklem Anzug. March stieg aus und trat auf ihn zu, aber der andere schob ihn beiseite. „Habe jetzt keine Zeit, mit Ihnen zu reden," sagt« er kurz. „Schon gut, Manderton," antwortete dcr Reporter.„Ich glaube, wir haben den Mann von der Dame da drinnen gefunden." Der Polizist warf ihm einen durchdringenden Blick zu. Obwohl sein« rot« Gesichtsfarbe und der massive Mund mit der kleinen Zahn- bürste darüber ein cholerisches Temperament zu verraten schienen, war der Ausdruck seiner Augen äußerst scharf, gutmütig und klug. „So... so," sagt« er langsam.„Das würde uns freilich helfen. Bis jetzt haben wir nur die Zeichen auf der Wäsche. Im Hand- täschchen war nichts, um sie zu identifizieren. Wer ist sie?" „Eine Mr?. Cranmore— ihr Mann ist Effektenmakler. Er sitzt hier im Wagen." Cranmore trat zu den beiden Männern, blickte zögernd von einem zum anderen, sagte aber nichts. Nur mit den Händen machte er eine leise, pathetische Gebärd«. Der Inspektor sah den Reporter mißtrauisch an. als ob er einen Trick argwöhnte, um sich Eingang in den Laden zu verschaffen. „Es ist alles in Ordnung," flüsterte ihm March zu.„Die Be> schreibung der Kleidung stimmt völlig. Lassen Sie den Mann nicht warten.©i< sehen doch, daß er am Zusammenklappen ist..." Er zog Cranmore nach vorn und stellt« ihn vor. Manderton nickte kurz und ging über die staubige Straße in den Laden voran. Der kleine, mit allerlei Gerüchen durchschwöngerte Raum war nur trübe von einem zerbrochenen Gasbrenner erhellt. Hinter einer Abteilungswand aus Milchglas stand ein kleiner Mann mit einem Mardsrkopf. langer roter Nase und großem, rotem Schnurrbart und sprach halblaut mit einem schwarzbärtigen Herrn in Hemd- ärmeln, der sich die Hände in«inem Zinkbecken wusch. Manderton nickte dem Polizeiarzt zu und sagte zu dem marbcr« köpfigen Individuum: „Bl«ib«n Si« nur da, Mr. Ruddick, ich werde Si« gleich wieder brauchen." Er stieß eine Tür im Hintergrund auf. auf der in großen Buch- staben„Privat" zu lesen war. Ein starker Karbc>lg«ruch schlug March und Cranmore entgegen, als sie ihm in das enge, dunkle Wohnzimmer folgten. Am Tisch in der Mitte unter der Gaslampe saß ein Mann mit dem Rück«n gegen die Tür, der mit«inem Pinsel und«inem Flöschchen herumhantierte. In' der linken Hand hielt er an der mit Watte umwickelten Schneide ein langes Messer. March sah den Metollgrisf im Gaslicht schimmern, während der Mann mit dem Pinsel darüberstrich.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Frauensergen. Ein„Magazin" citthielt kürzlich«in« Rundfrage:„Berühmt« Frauen verraten ihr Geheimnis, schön zu sein": Jenny Iugo: Abends eine Nichtig« Portion Oel ins Gesicht und d«r ganze Talg wird damit aus der Haut gewischt. Carola Neher: Ich nehm« für die Haare rohe Eier, für die Stirn« Fett. Maria W e st: Ich pflege meinen Teint mit Agaven-Saft. Maria Solveg: Ich lege mir eine dünne Schicht frisches Eiweiß auf die Gesichts- haut, mein Mann, Ernst Matray, fächelt si« mir trocken. Dann kommt«ine zweite Schicht darauf. Räch einer Weil« wasche ich olles wieder mit reiner Schlagsahne ab. Hierdurch bekommt der Teint eine dauerhafte, saubere, helle, frische Farbe. Ich pflege meine Wimpern, indem ich sie abwechselnd hintereinander einmal mit kondensierter Milch und dann mit reinem Olivenöl abwische. A n n i M e w e s: „Das Gelb eines Eies mit einem Löffel Olivenöl, sodann Ka- millentee. Das Gelb von vier Eiern mit einer sorgsältig gereinigten Zitrone gemischt und die Sauce immer rein ins Haar. Was sich mir sonst störend vor meinen Spiegel stellt, bekämpfe ich mit Oliven- öl. Spröde Hönde mit Olivenöl, harte Haut mit Olivenöl, vor jeder Autofahrt Olivenöl." Oel— Talg— rohe Eier— Schlagsahne— Kamillentee!— Das sind die Sorgen dieser Frauenschicht, die nichts von den Nöten der kleinen Leute weiß! Das Frauenkloster. Das Kloster„der Frauen vom guten Hirten" in München, Cr- ziehungsheim für gefallene Mädchen, bildete einen eigenen, nämlich den 3S1. Wahlbezirk. Es wurden 183 Stimmen abgegeben: 181, wie es sich gehört, für die Bayerische Dolkspartei. eine war un- gültig, eine aber entfiel auf die Kommunisten. Woraus sich das Unmoralisch« des Wahlgeheimnisses von selbst ergibt! Auswandererschicksal. Diesmal ist nicht von den Europäern die Rede, die nach Amerika ziehen, um dort eine„Neue Welt" zu finden. Es Handell sich viel- mehr um das Schicksal von Amerikanern, die nach Sowjetrußland kamen, weil si« glaubten, am„Ausbau des Sozialismus" teilnehmen zu können. Die„Prawda" vom 30. Mai berichtet darüber: „Eine Gruppe amerikanischer Arbeiter und kleiner Farmer war von dem Wunsch'beseelt, an dem Aufbau des Sozialismus teil- zunehmen- 8 S Familien trafen in der Sowjetunion«in und er» hielten unweit von Leningrad 140 Hektar Land zum Bebauen. Aber anstatt Unterstützung zu erhalten, stießen si« dauernd auf solch« Hindernisse, die direkt an«in« bureoukratilche Verhöhnung grenzen. Die Einwoird'erer. die«ine Kommune gebildet haben, unter- zeichneten einen Vertrag über die Investierung von 280 000 Rubel. Allmählich begannen auch die in Amerika bestellten landwirtschaft- lichen Maschinen einzittreffen. Damit begann eine neue Qual für die Einwanderer: Jedesmal beim Eintreffen einer neu«n Sen- dung verlangte die Zollbehörde die gleiche Bescheinigung: Hiermit wird bestätigt, daß dcr Dorzeiger dieses londwirtschastlicher Einwan- derer ist.... Unter anderem kam ein Auto an. Das war für die Zollbehörde zu viel. Ach so, mein« Lieben, ihr wollt hier wähl «in angenehmes Leben führen! Ein Auto ist«in Luxu>g«genstand. Ihr müßt für diesen raffiniert«» Luxusgegenstand 1100 Rubel Zoll» gebühren zahlen. Die Einwanderer gaben sich alle Mühe, die Zoll» beamten vom Gegenteil zu überzeugen. Sie wiesen daraus hin, daß für die Kommune dos Auto genau so unentbehrlich sei wie ein Pferd. Aber die Zollbeamten blieben unerbittlich. Ihr seid als Dauern, um da» Land zu bearbeiten, zu uns gekommen und habt deshalb kein« Autos zum herumfahren nötig. Es ist ja unerhört, wozu braucht denn ein Dauer ein Auto? Es blieb nicht» anderes übrig, als die 1100 Rubel zu bezahlen. D«r ihnen zugewiesene Landonreil erwies sich als zu klein. Sie baten, man möge ihnen vom benachbarten Sowjetgute ISO Hektar Land Überlossen, da» brachlag. Di« landwirtschaftliche Bezirks« abteilung hielt lang« Beratungen darüber ab, forderte Akten ein, verfaßte Protokolle und beschloß endlich, ihnen SO Hektar zu über« lassen. Genug für si«! Die Bewirtschaftung bringt den Einwanderern infolge dieser Ilmstände nur Verluste ein. Die Enttäuschung ist groß. Zwei Familien haben da» Land bereit» verlassen. Zahlreiche andere Fa> Milien wollen ihrem Beispiel« folgen." Ein Senator in Handschellen. Die weißrussischen Abgeordneten des polnischen Sejm» haben einen Antrag eingebrocht, wonach politischen Gefangenen kein« Fesseln angelegt werden dürfen. Dieser Antrag ist die Folg« dcr großen Erregung, die in Wilna dadurch horoorgerusen wurde, daß der bekannte weißrussische Politiker Rahula, der Vorsitzend« de» weißrussischen Dauernbuirdes, bei der Verhandlung des gegen ihn angestrengten politischen Prozesses dem Gericht mit gefesselten Händen vorgeführt wurde. Rahula war bei den letzten Parlament», wählen in den polnischen Senat gewählt worden. Der„Spirit of St. Louis" im Museum. Im Smithonian-Institut in Washington hat man jetzt das Flug» z«ug aufgestellt, mit dem Charles A. L i n d b e r g h den ersten Transozeanflug ausführte: den„Spirit of St. Louis". Während bisher die durchschnittliche tägliche Besucherzahl des Smithonian- Instituts sich auf 1S00 Personen b'eli«f. ist diese Zahl seit der Auf- stellung des Lindberghfchen Flugzeuges auf 3000 Personen täglich angewachsen! Amerika hat die meisten Studenten. Dos amerikanische Bundesbureou für Erziehung hat festgestellt. daß die Zahl der amerikanischen Studenten die oller anderen Länder zusammen� übertrifft. Auf amerikanischen Hochschulen gab e» 1 000 000 Studenten, die Studierenden aller anderen Länder werden mit OSO 000 angegeben. Die Zahl der höheren Schiller in Amerika beträgt 4 200 000, die oller anderen Lander zusammen S 700 000. Die gesamten Schulen Amerikas umfassen 29 Millionen Schüler, etwa ein Fünftel oller Schulkinder der übrigen Länder, Das Telephon als Verräter. Ein bekannter amerikanischer Schnapsschmuggler. Roy Lll- st e a d, und mit ihm 18 andere Personen waren wegen Schnaps» schmuggels zu erheblichen Strafen verurteilt word«n. Da» Urteil wurde auf Grund von Telephongesprächen gefällt, die Prohibitions» beomt« auf eigene Faust überwacht hatten. Das Urteil wurde angefochien und ging durch mehrer« Berusungsinstanzen bis vor den obersten amerikanischen Gerichtshof. Dieser entschied dahin, daß d>e Prohibitionsbeomten berechtigt wor«n, in ihren Bemühungen. Be» weismoteriol gegen vermutlich« Schnaps!chmuggl«r zu sammeln, TelephongesprSch« zu überwachen. Jugend der Naturfreunde. 2lm Sonntag fanden sich die Gau-Iugendnertreter des Touristenvereins„Die Naturfreunde' in Probst. Zella im„Haus des Volkes' zU der ersten Neichstagung der Jugendgruppen zusammen. Von den achtzehn deutschen Gauen waren nur dje zu weit entfernt gelegenen Danzig. Schlesien, Teutoburger Wald, Pfalz und auch Niederhessen nicht vertreten. Wie aus den Berichlen zu entnehmen war, hat die Jugend- bewegung der Naturfreunde einen bedeutenden Aufstieg erfahren, da große Scharen Jugendlicher in die Arbeitcrwanderbewegung strömten. Wie aus dem Bericht des Reichsjugendleitcr», Burger- Nürnberg, ersichtlich mar, haben neben den Derbemaßnahnren (Flugbläiter und Plakate) entsprechende Veranstaltungen eine gute propagandistische Wirkung gehabt. Die engere Zusammenfassung der vielen neuen Mitglieder in den Ortsgruppen und Gauen ist inzwischen schon überall erfolgt. Voran stehen die Gaue Rhein- land, Thüringen, Niedersachsen, Sachsen. Maingau, Nordboyern und Württemberg. Jugendtreffen besonders im Rheinland, in Baden, Württemberg, Süd- und Nordbayern, sowie in Sachsen, Thüringen und Niedersachsen stärkten das Erlebnis und förderten die Geselligkeit. Diese steht überhaupt im Vordergrund der Jugend- arbeit mit Musikpflege. Volkstanz, Gymnastik und Festkultur. Jugendsührerkurse wurden mit gutem Erfolge in Sachsen, Thüringen. Württemberg, Mittelrhein-Main-' und im Rheinland durchgeführt. In diesen Gauen geht in erster Linie auch die Arbeit auf dem Gebiete der Jugendbildung voran. In der ausgiebigen Diskussion wurde neben wertvollen Erläuterungen der praktischen Arbeit besonders betont, daß für die Zukunft ein besseres Zusom rn«»arbeiten mit den übrigen proletarischen Jugendorganisationen angestrebt werden müsse, damit mehr Vereinheitlichung in der proletarisäien Jugendarbeit durchgeführt werden kann. In' einem Referat wies Fritz Wildun g- Berlin auf die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit mit den Jugend- ämtern und Iugendpflegeausschüssen hin. Die Naturfreund« haben sich bisher noch zu sehr abseits gestellt. Die Diskussion bot Material aus der Mitarbeit bei Behörden in einzelnen preußischen Gebieten, in Baden und Sachsen, in negativer Hinsicht vor ollem aus Boyern und Württemberg. Hier werden alle erdenklichen Schwierigkeiten gemacht. Zur engeren Zusammenarbeit unter den proletarischen Jugendorganisationen soll der solgende, einstimmig gefaßte Beschluß dienen: „Die am 10. Juni 1928 in Probstzella tagende Reichsjugend- konferenz des Touristenvereins„Die Naturfreunde' begrüßt den Beschluß der Reichskonferenz der Sozialistischen Arbeiterjugend in Leipzig auf Bildung eines sozialistischen Reichs» jugendkartells, sür das die Anerkennung der Reichs- Wichtigkeit erkämpft werden soll. Sie erklärt daher ihre Bereitschaft, mit allen Kräften- an der Bildung des angestrebten sozialistischen Reichsjugendkartells mitwirken zu wollen und erwartet vom Vor. stand der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands die baldige Einleitung der Arbeiten zur praktischen Durchführung des Leipziger Beschlüsse?.' Ein weiterer Punkt beschäftigte sich mit dem Schrifttum. Ein Antrag auf Schaffung eines Reichsjugendblatte», etwa als Beilage zum kommenden Reichsblatt»der zu den GaublSttern, fand Zustimmung. Schließlich wurde noch beschlossen, im nächsten Jahre immer für mehrer« Gaue gemeinsam geltende Treffen zu veranstalten, während für 19 8 0 ein Reichsjugendtreffen geplant ist. Der weiteren Ausbildung der Jugendführer wird 1929 «in Reichsjugendführerkursus dienen, dem ähnliche in den Gauen folgen sollen. So wird von dieser Tagung sicher eine wertvolle Ergänzung der proletarischen Jugendarbeit ausgehen, die in erster Linie dem Zwecke dient, mehr wie bisher auch die Jugend der sozialistischen Bewegung zuzuführen. Kldrheit im Kartell Wedding. Um die„Einheii" im Arbeitersport. Die„Einheit' im Arbeitersport wird von den Kominunisten mit aller Macht gefördert. In der gestern abgehaltenen Sitzung des Bezirkskartells Wedding hat man den langjährigen Vor. sitzenden Dabbert abgesetzt mit der Begründung, daß er die Ge> schäftsorönung in der vorigen Sitzung parteiisch gehandhabt l>ab«n soll! Auch bei den folgenden Ergänzungswahlen wurden nur Kommunisten oder„Sympathisierende' gewählt, so daß also kein einziger Sozialdemokrat im Amte ist. Nachdem so die D»» Werberfest der FTGB. Der.steife Mann", ein sehr lustiges Spiel. „Einheit' hergestellt war. erklSrken die Vertreter der„Freien Turnerfchaf« Groß-Berlin'. der„Sportlichen Vereinigung Alt Wedding', der Schachabteilungen„humboldlhoin' und„Norden" und anderer gleichgesinnter vereine, daß sie sich an den weiteren Arbeiten de» Bezirkskartells nicht mehr beteiligen! Krasser als hier konnte wohl nie der Machrstandpunkt hervor. gekehrt werden. Rur weiter so, dann werden die ewig Schwan- kcnden doch einmal erkennen, wer die„Spalter" sind! Oer Arbeitersport wirbt? In der Woche vor dem Rcichsarbeitersporttag. der am 17. Juni im Grunewald-Stadion stattfindet, führen die Berliner Arbeiter. sportvcreine ihre Werbewoche durch. Die Sport- K�u�artelle der kommunalen Verwallungsbezirte stnd die veranstaltenden Organe Im Bezirk F r i e d r i chs h a i n find Dienstag, 19 Uhr, auf dem Petersburger Platz Vorführungen der Freien Turnerfchaf! Kroß-Berlin. am dem Andrcasplatz Ringen, Heben und Boxen. Am Müiwoch Veranstaltung aller Kulturkartelle auf dem Sportplatz -ericdrichshain, Eintritt 20 Pf. Donnertag, 19 Uhr, an der Ober- baumbrücke, wassersportliche Vorführungen, auf dem Bstersburger mum und im Friedrichshain wieder die Freie Turnerschaft Groß- Berttn Freiing, 19,30 Uhr, Küftriner Platz, gymnastisch« Uebungen. Landsberger Platz Schwerathletik. Weberwiefe Turnen und Sport. P-rersburgcr Platz Dorführungen der Frauenabteilungen Sportklub Bezirk Tiergarten: Dienstaa. 19 Uhr. Aufmarsch aller Vereine ün Kleinen Tiergarten, anschließend Turnen und Sport. Donnerstag Uhr. Sportfest auf dem Sportplatz Tiergarten. Al" Absch?ub der Werbewoche fahren die Arbeiterrgdsahrcr am ?»nnobend ein» W-rbesohrt durch die Straßen Moabits. Svort. und Kulturkortell C h a r l o t I c n b u r g: Dien- og. 21 Ubr oroße Kundgebung Friedrich-Karl�Platz. Mittwoch, M Uhr. IchwLffi im Lietzenfee Donnerstag. 19 Uhr. Friedrich-««!. mm?»arl.August.Platz turnerische und sportlich« Borfuhrungen. F Uaa Lrb Ndurch Ehar.ot.enburg, Start 19 Uhr Stuttgarter VlaN In der Turnholle Spreestraße 29 Großkampf im Boxern Ve,irk Mitte: Dienstag. 18 Uhr. Gerateturnen für Madchen. Männer und Jugendliche. Turn IM e Prinzenftraße?0. M Uhr. Turnfviele und Geröteturnen für Mann er und Jugendliche, Turn Halls Gartenft'-aße 197- 20 Uhr. Frauen, Turichalle Zehdcmcker Straße 17/1« 20 Uhr. Boxen und Expanterziehen. Turuholle EMobethkirchstraße Ecke Ackerftraße. Mittwoch. 18 Uhr. Flach"rnen 8r Knaben Turnhalle Steinstraße 32.31. 18 Uhr. Mediz'nballsp.ele V Ä, ÄfSfe Steinstraße 32/34. 20 Uhr, Rillen und Heben, Turnhalle Elisabeth. kirchstroße Ecke Ackerstraße. Bezirk Wilmersdorf: Montag, IQM Uhr, Umzug aller Sportler. Rothaus Schmargendorf. Dienstag. 18 Uhr, Fußball- spiele, Sportplatz Seepark. Mittwoch, 18 Uhr, Leichtathletische Kämpfe, Sportpiatz Seepark. Donnerstag, 20 Uhr, Hockeyspiele, Sportplatz Seepark. Freitag, 18 Uhr, Kinderturnen. Handbollspiel der Frauen, Rodfahrreigen,«Sportplatz Seepark. Sonnabend, 17 Uhr, Hockey-, Handball-, Fußbollspiele, Sportplätze Seepark und Fehrbelliner Platz. Bezirk Prenzlauer Berg: Auf dem Exer vom 10. bi» Iß. Juni allabendlich Werbevorsührungen der Arbeitersport- und Kulturvereine des Bezirks. . Arbcitcr-Rascnspiclc. Fußball: Das Spiel gegen Belgien.— Handballspiele Bor mehr als 10000 Zuschauern gelang e» der deutschen Fuß- bollmannschost in Stuttgart, die belgische Ländermann- schaft zu schlagen. Daß der Sieg in solcher Höhe ausfällt. hatte allerdings niemand geglaubt. Die Belgier konnten sich nur schlecht zusammenfinden. Erst zu Deginn der zweiten Halbzeit, die die Deutschen schon mit 1: 0 in Führung sah, dominierten die Belgier. Doch nicht long«, dann übernahmen die Deutschen wieder das Kommando. Beim Stande von 2: 0 erhielten die Belgier einen Elfmeter zugesprochen, der auch glatt zum ersten und einzigen Tor verwandelt wurde. Der weitere Spielverlauf gehörte dann wieder den Deutschen. Noch vier Treffer tonnte der schußfreudige Sturm buchen.— In H a n- n o o e r verlor die Berliner Südwest-Bezirksmannschoft gegen die dortige Städtemannschast mit 2:3.— Auch die Bezirtsmannschast de» Nordens mußte ein« Niederlage einstecken. Adler 08, der BundeKineister, gewann gegen die Kombinierten mit 3: 1. Stralau schlug die sie besuchenden Lindenhofer sicher mit 4:1. Wacker 20 stand einer kombinierten Mannschaft Nordiskas gegenüber und gewann ebenfalls 4: 1. Das S e r i e n s p i e l Luckenwald« I gegen Wacker-Lankwitz sah den vorjährigen Bezirksmeister mit 1:0 sieg- reich. Borussia siegte gegen Teutonia mit 7: 2. Biesdorf hatte einen Handballwerbetag. Zuerst spielt« Erkner und Wilmersdorf. Erkner konnte durch besseres Stellungs- spiel bis zur Pause ein 2:1 herausholen, mußte aber nachher ein Unentschieden von 4: 4 gelten lassen. Di« Frauenmannschaften Wilmersdorf und Rüstig-Donoärt» trennten sich 8: 0(S: 0) sür Wil> mersdorf. Erkner trat dann nochmals zu einem zweiten Spiel gegen Biesdorf an, sie mußten eine Niederlage von 4:2(2:1) hinnehmen. Anläßlich des Städtekampfe» standen sich Neukölln 2 Abtlg. und Bohnsdorf gegenüber. Bon einem Werbespiel kann man hier wenig reden, denn in den ersten 10 Minuten ging e» sehr langsam und wurde auch wenig Technik gezeigt, dafür aber sehr große Ueberkombinatiou. Neukölln siegte mit 8:3(ß: 1). Groß- Berlin-Wedding-Jugend war den Bohnsdorfern technisch und körper- lich weit überlegen, die aber dasür sehr eifrig spielten. Wedding hatte einen sehr sicheren Schuß, die Verteidigung ließ die Bohns- dorfer nicht vorbeikommen. Wedding siegte mit 7: 1(4: 0). Abdienende mit den Naturfreunden. Am Sonnabend, dem 16., und Sonntag, dem 17. Juni, ver. anstaltet der Tvuristenverein„Die Naturfreunde'(Reisebureau)«ine Gesellschastsfahrt durch die Grumsln-Forst. Die Wanderung führt durch den herrlichen Buchenwald mit weiten HQrdenspriniten beim Stadtekampf. stkmstchten. Der Rückweg folgt an den Endmoränen Mlang nach Schmargendorf/Uckermark. Treffpunkt der Teilnehmer: am Sonnabend, 17 Uhr. am Wortesaol 3. Klasse des Stettiner Fern- bahnhvses, Ankunft in Berlin am Sonntag. 22 Uhr 5 Min. Preis der Teilnehmerkarte 7,50 M.(Bahnfahrten Bettenquartier, Früh- stück und Mittagessen.) Teilnehmerkarten sind erhältlich nur im Reisebureou des Touristenvereins„Die Natursreunde", Berlin N 24, Iohannisstr. 14/15, täglich von 18—20 Uhr. Da nur eine be- schränkt« Teilnehmerzahl mitgenommen werden kann, empfiehlt es sich, die Karten schon in den nächsten Togen abzuhalen. Das fnbilänrn Weißensees. 30 Jahre Arbcitcrsporlvercin. Bor 30 Iahren lösten sich in W e i ß e n f e e die Arbeiter van den bürgerlichen„Hurra'-Sportvereinen und schloffen sich zu einem Arbeitersportverein zusammen. Wer am Sonntag den Aufmarsch der Tausende und den Flaggenschmuck in den Straßen gesehen hat, der hat«in Bild von der heutigen Stärk« der Arbeitersportbewe- gung oennittelt erhalten. Am Sonnabend begann das Bezirkssportfest mit einer Feier im Schloßpark Weihense«. Nach der Eröffnung der Feier durch Gesangsvorträge des Männerchors Weihensee begrüßte der Motorrad-FuHdaU. Anläßlich der Turn- und Sportwoche veranstaltete die Landes- grupp« Nord de? Deutschen Motorradfahrer-Berbandes am Sonn- tag das erste Motorrad-Fuhballspiel auf dem Sportplatz des F.-C. Preußen in Tempelhof. Di« Mannschaft des Polizei- Molorrad-Clubs Berlin trat gegen den Motorrad-Club Luckenwalde an. Nach einem sehr interessanten Wettkampf siegte die Polizei mit 3:2 Toren gegen die Luckenwalder. Zum LelAtefhleHk-VlersIMlekampf der Arbeit eriporller. Dorsitzende des Arbeiter-Turn- und Sportoereins Fromml5ng die Gäste. In seiner Ansprach« berichtete er von der schweren Ar- beit der Gründer der Sportvereins, sich gegen die Polize- durchzu setzen. Nach der Ansprache zeigten die Frauen Freiübungen und die Männer ihr Können am Barren. Im Seebad Weißen see konnte sich im 50-Meter-Brustschwimmen Grabert ATB. Weißensee mit 49,1 Sek. vor Seip ATB. mit 50 Sek. den ersten Preis holen. Im Wasserballspiel konnte der Bundesmeister Weißensee gegen die Bezirksmannschaft mit 12: 0 einen überlegenen Sieg heraus- holen. Iugend-Norden siegte gegen Freiheit mit 1: 0 und Freiheit- Welle kombiniert« Mannschast gegen Weißensee endete mit 0: ö. Am Sonntag begannen schon in den frühen Morgenstund« im Stadion Weißensee die Bortämpse. Gegen Mittag traten sämtliche Sportler zu einem Fest zu g zusammen. Bon den Stellplötzen in der Sedanstrahe ging es in stattlichem Zug« zum Stadion. Dort begannen die Wettkämpfe mit den Freiübungen der Männer- und Fmuenabteilungen. An allen Ecken des weiten Stadion» wurde es dann lebendig. Dort bauten die Turner ihr« Geräte auf, aus dem Rasen wurden Fußbollkämpfe ausgetragen. Rund um die Bahn maßen die Sportler ihre Kräfte im Lang- und Kurzstreckenlauf. Darrenwrner, Reckturner wechselten ab mit Hoch- und Weitsprung. Der Regen zwang immer wieder zu kurzen Unterbrechungen. Tau- sende Zuschauer umsäumten den Platz und belohnten die ausge- zeichneten Leistungen der Sportler durch starken Beifall. De» 2lb- fchfuß des Programms bildet« ein Fußballspiel der Bundesmeister- mannfchait Adler 08 gegen eine kombinierte Mannschaft der Nordbezirke. Der Bundesmeister war ftändigXberlegen. Bis zur Halbzeit war die Gegenmann schaft stark, ihr Spiel wußte zu ge- fallen. So konnte auch die Nordmannschast mit einem 1:0 in die Halbzeit gehen. Nach der Halbzeit zeigt« sich die Ueberlegenheit der Adler-Leut«, di« ausdauernder und flinker waren. Die letzten 15 Mnuten kam der Ball fast kaum vom Tor der Nordmannfchaft weg und wenn der Torwart dieser Mannschaft kein so fixer Spieler gewesen wäre, dann stände das Resultat noch anders. Mit 4: 1 für Adler 08 endete das Spiel. Lin«Erfolg" der Olympiade. Di« teilweis« skandalösen Borgänge auf der Amsterdiimer Olym- piad« haben insofern einen gewissen Erfolg gehabt, als zahlreiche niederländische Arbeiter sich von den neutralen Sportvereinigungen getrennt haben und den Arbeitersportvereinen beige- treten sind. Aus allen Ortsgruppen der Arbeiter-Turn- und Sportverein« wird neuerdings eine erfreuliche Zunahme der Mitgliederzahl gemeldet. In Amsterdam traten dieser Tage einer Schwimmabteilung der Arbeitersportler 150 neue Mitglieder bei. Vcreinskalsnder. Zaxnfttnamiii„Di«»«iurfrcunb«'', Zextk-le SBirn Prienrutn» SSfriin; Uni««««Wtciliqumj am Kall sollt au«, beaalcidjrit die»etciliqung aa di««er. aafialw»-«» de«»e»lrl«lv»etlartell«.«dt. tzriedeich-hai«! fiinifton, 15.?uin, 50 Uit, S erlöste.>5.„Straoen und 3 Treulpiner Zizrs. —«erbebe, Irl Witt»! chiensia?. 12. Iunj. 20 Uhr. in der iMcmsi-ilelle Zohannlsstr. 14/15. erscheinen oller Berlrctcr ist Pflicht.— SUit. Ticrnorien? Donnerstag. 14. Öum, 20 Uhr, Lehrler Sir. Ill/Ill...Religion/'. Abt. Lichten» der«: Donnerstag, 14. 3>IN>, SN Uhr, Käiornwederslr. zn. Lusiiaer Abend,— «dt. Südwest! Donnerstag. 14. Juni. 2N Uhr, Porchstr. 11. Kichtbildernorirag: „Ferientoge im Ronnkrei» der Zugspitze."_ Roturwissenlchaitliche Abt.: Don. ncrotaa. 14. Juni, SN Uhr, Jobanniostr. 14/15.„Vcrmehrunn der Pflanzen," Berliner«rdeiier-Schachllvb. Dienstag, 12. Juni. Kl Uhr: Abt. Nordwest: Werdeadend. Wilhelniohanener Sir. 24 fron IN di,?n Uhr>!N?iergarie>!>. AM. Norden: Tegeler Str. 58.«di. Rcinichendors-We«,. Scharnwederstr. 115. AM. Weihensec: Ledderstr. 122. Abt. iünmdosdjhoin: Pollgiir. 15. AM. Plemel: Memeler Str. IN. AM. Lichlendera:«ürici. Site Dosscltrak-. Adt. ilharloilen. durg: Bismorchstr. 6t.— Werbe dc»>ri Norden: Der Bezirk»rögl in d'N Sommer. inonaten ein Mannschoftsturnie« der Abteilungen untercinonder aus, Der erste »armf:«dt. Mitte oegsn Dartenpla». findet heut- A Uhr Ä>u«str. it und da» SUÜtfpÜt Ott IS. Ium, 50 Uhr. Fionskirchplaz 5 statt. Stifte itbcrall willkommen. Schafft mehr Kinderspielplätze! Zur Vermeidung von Verkehrsunfällen in den Straßen Berlins ist in den Berliner Schulen ein Preisausschreiben ergangen, bei dem die besten Plakate zur Vermeidung von Verkehrsunfällen preisgekrönt werden. Unser Bild zeigt eine originelle Idee des 12 jährigen Schülers Rudolf Zipkes, Berlin-Grunewald:„Schafft mehr Kinder- Spielplätze, dann vermeidet ihr Verkehrsunfälle!'' Tat ohne Zeugen. Ganz, ganz still sini> in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag drei Menschen, Vater, Mutter und Tochter, aus dem Leben gegangen. Sorge, Unfriede im eigenen heim und all jene Trabanten körperlicher und seelischer Not. die die Lebenskraft erlahmen lassen, sollen die Ursache gewesen sein. Sonnabend abends, Feierabend. Der Mann kommt von der Arbeit nach Hause, guckt, wie die Nachbarn erzählen, ganz friedlich aus dem Fenster, die Frau holt unterdes für den Sonntag ein, geht dann der Tochter, die aus dem Geschäft kommt, ein Stück ent- gegen: an der Haustüre plaudern die beiden Frauen fröhlich und guter Dinge mit Bekannten. Die Tochter, die fünfzehnjährige Margot, ein hübsches, lebenslustiges Mädchen, freut sich auf den morgigen Sonntag. Da wird die Verlobung ihrer Kusine und gleich- zeitig Großmutter? Geburtstag gefeiert.„Großmutter bekommt eine ganz feine Schürze," meint sie stolz, und für die Braut gibt es drei Cilbsrlösjcl. Dann verabschiedet man sich und wünscht sich gegenseitig einen fröhlichen Sonntag. In den ersten Sonntagvor- Mittagsstunden werden die Hausbewohner des Hauses Prinzen- st r a ß e 8 auf einen unangenehmen Gasgeruch aufnierksam, der aus der Wohnung der Fannlie B c i st c r strömt. Nach erfolglosem Läuten und Klopfen erbricht man die Türe; Guckloch und Schlüssel- loch find dicht oerhängt, drinnen in der Wohnung liegen alle drei Meeschen tot, weil sie das tödliche Gas geatmet haben. Am Küchentisch liegt der Sonntagsbraten, im Schrank zu- rechtgerichtet Mutters Geburtstagsschürze und das Geschenk sür die Braut. Daneben ein Brief, von der Hand des Mannes ge- schrieben, in wirren großen Zügen. Kurz erörtert er die B e- statt ungsfrage und bittet, wenn das Geld, das die Versicherung gibt, reichen sollte, die Asche von allen dreien in eine gemein- same Urne zu tun, die die Aufschrift„warum" tragen soll. KeineCrklärung.keineAnklage, keine Beichte. Die Leute hatten einst bessere Tage gesehen, dann ging es ihnen schlecht und schlechter und nun, wo sie das Leben nicht mehr meistern zu können glaubten, warfen sie es einfach von sich. Am Nachmittag kommt die alte Mutter. Sie war bei der Verlobten, wo man sich treffen sollte und wunderte sich, daß keiner kam. Die Türen sind verschlossen, niemand öffnet. Sie geht zur Nachbarin: aber die bringt es nicht übers Herz, ihr das Schreckliche zu eröffnen, stellt sich un« wissend und schickt sie zu einer anderen Hausbewohnerin» wo sie die gräßliche Wahrheit erfährt. Eine einsame, alte Frau steht rotlos in einer ausgestorbenen Wohnung. Sie kann all dos Schrecklich« gar nicht fassen. Ihr Ge- burtstag ist doch, keiner ist da, all ihre Lieben sind fort, um nie mehr wiederzukomnien. Ohne Gruß, ohne Abschied. Im Schrank liegt vergessen die Geburtstagsschürze... Cine kampslustige Dame. Mit einem Krach enöet« das Arbeitsverhältnis der Hausangestellten des Kaufmanns D. Das Mädchen konnte der Frau D. die Arbest nie recht machen. Immer hatte sie zu tadeln und zu mäkeln. Als das Mädchen einmal einen Fußboden mit warmem Wasser aufgewischt hatte, gab es wieder heftige Vorwürfe, weil das Mädchen nicht kaltes Wasser genommen hatte. Das Mädchen ver- bat sich die fortgesetzten grundlosen Nörgeleien, worauf sfrau D. erregt antwortete:„Si e dumme Liese, ich werde Ihnen gleich eine herunter hauen." Den Worten folgt« die Tat. Frau D., eine große, starke Dame, packte dos Mädchen am Arm und schüttelte es mit solcher Wucht, daß dos Mädchen heftige Schmerzen bekam und deswegen zum Arzt gehen wollt«. Dar- über geriet Frau D. in neu« Erregung. Wieder ging sie auf da« Mädchen los, das zur.Tür hinaus wollte. Dabei wurde ,hr von Frau D. der Fuß eingeklemmt. Das Mädchen schri« vor Schmerz, auch Frau D. verhielt sich bei diesem Austritt nicht schweigend. Hausbewohner, die durch das Geschrei aufmerksam geworden waren, sagten» ach. das ist bei Frau D., die macht es ja immer so mit ihren Mädchen, da kann ja keine aus- holten. Dos Mädchen ging zum Arzt und als es nach zwei Stunden zurückkehrte, erklärte der inzwischen durch seine Frau verständigte Dl, dke«nyesteklle feit fetstk»,«»ttasß«». dem» sie Hab« — weil sie den Arzt aufsuchte» dt« Arbeit ver« weigert. Das Mädchen klagte beim Arbeitsgericht auf Zahlung eines Monatslöhnes nebst Kostgeld, ging aber schließlich einen Per» gleich auf Zahlung von KS M. ein, behiell sich jedoch vor, Schadenersatzansprüche gegen Frau D. wegen der erlittenen Mißhandlungen gellend zu machen. Anderer- seit? stellt« Herr D. eine Beleidigungsklage gegen das Mädchen in Aussicht. Haus in Einsturzgefahr? Die Feuerwehr wurde gestern abend gegen 23 Uhr auf den Alarm„haus in Einsturzgefahr" nach der Rofenthaler Straße ZZ gerufen: einige hausfundamente hatten sich gesenkt. Zn der Decke zum ersten Stockwerk zeigten sich mehrere starke Riffe, so daß sich Hausbewohner bedroht suhlten und hilse Herbeiriesen. Es wurden einige Absteifungen vorgenommen. Von sachverständiger Seite wird betont, daß sür das Grundstück keine Gefahr vorliegt. Die Senkung ist vermutlich durch Ausschachtungsarbeiten. die im Zuge der Rofenthaler Straße für die im Bau befindliche L'-Vahn vorgenommen werden, entstanden. Die Stadtverordnelea haben in dieser Woche ihre Sitzung am Donnerstag um Uhr. Auf der Tagesordnung stehen u. a. zur zweiten Beratung die Mogistratsoorlage über die Verlängerung der Dahlemer U-Bahn und der sozialdemokratische Antrag auf Verwirklichung eines zusätzlichen Wohnungsbaupro, g r a m m s für 1928. Ein Gewerkscheslstag im Loaapark ündet beute statt. Die Mitglieder der freien Gewcrlichasten und deren Angehörige und Bekannte erhallen »affee und Kuchen oder ein ttUaZ Bier oder eine Zelter gratis. Auger- dem findet eine Verlosung statt, bei der jede» ItooS gewinnt. Die Hauptgewinne bei der Verlosung sind fünf Lindcar-Fabrräder, geliefert von den Lindcar- stahrradweiken, und 23 Sparkassenbücher mit Betrögen von 10 und 5 M. von der Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wetterbericht aus deutschen Retsegebieten. Herausgegeben von der Oeffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Helgoland: wolkig. Borkum: heiter. Bremen: heiter. Hamburg: heiter. Ostsee. Warnemünde: heiter. Saßnitz: heiter. Swinemünd«: heller. Stettin: heiter. Kolberg: heiter, vorher Regen. Donzig- Zoppot: heiter. Seebad Kranz: heiter. Harz. Schierke: heiter. Bad Sachsa: heiter. Brocken: heiter. Thüringen. Erfurt: heiter. Inselsberg: wolkenlos. Oberhof: heiter. Eisenach: heiter. heffen. Kassel: heiter. Wasterkuppe/Rhön halb bedeckt. Sachsen: Dresden: ziemlich heiter. Fichtelberg(Erzgeb.): wolkig. Schlesien. Breslau: bedeckt, vorher Regen. Flinsberg: Regen. Schneekoppe: Regen. Schreiberhau: Regen. Bad Reinerz: wolkig. Bad Landeck: Nebel. Rheingebiet. Köln: heiter Bad Aachen: ziemlich heiter. Koblenz: heiter. Wiesbaden: heiter. Frankfurt a. M. wolkenlos. Feldbcrg/Taunus: heiter. Baden. Karlsruhe: wolkig. Feldberg/Schwarzwald: Neb«l. Württemberg. Stuttgart: heiter. Freudenstadt: heiter, vorher Regen. Bayern. Hof:, ziemlich Heller. Würzbuvg: heiter. Nürnberg: Heller. München: wolkig. Garmisch-Partenkirchen: wolkig, vorher Regen. Zugspitze: Nebel. Berchtesgaden: Regen. Oberstdorf: w.ll- tig, vorher Regen. Bad Tölz: leichter Regen. Tegernsee: leichter Regen. Osterreich: Innsbruck: wolkig. Salzburg: Regen. Wien: bedeckt. « Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um- gegend.(Nachdr. vcrb.) Trocken und heiter, wieder etwas wärmer» scknvache Luftbewegung. Für Deutschland: Ueberall trocken und heiter mit neuer Erwärmung. Nie Wuillfzer Wunder-On < Auf der Bühne: Filmschau: Krvtze Verwandluiigs- Revue Casanovas Erbe Peharsha und Robby Kids(10 Personen) 6 Ute m Frauen niiil LieWeDteoeni ICH Prinzenallee 1-6 im Krlslall-Palasl PROGRAMM für die Zeit Tom 12. bis 14. Juni K I N O- TAF E L PROGRAMM für die Zeit vom 12. bis 14. Juni ©OG Potsdamer Straße 38 Die Liebe vom Zigeuner stammt *) Akte mit Doloren del Klo Kultur und Wildnis Rheinstraße 14 Da« Karussell des Todes mit Clalre Roramer Acbtungl Sprengstolf! Odeon, Potsdamer Str. 75 Die letzte Oalavorstellunx des Zirkus Wolfson Rod la Rocque, der Bandit Turmstraße 12 Greta Garbo in Totentanx der Liebe Alexanderstraße 39-40 (Passage) Verläneert! Harry Picl in Mann gegen Mann Filni-Palasl Kammersäle TeHower Str. I—< W. 6, Sbd. 5, Stg. 4U Der Weltkrieg» II. Teil Natur und Liebe Jugendliche haben Zutritt_ Kolibri- Lichtspiele Belle-Alliance-Platz i Mensch unter Menseben I. und II. Teil Jugendliche haben Zutritt « U d e n Th. am Moritzplatz Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Die Apachen von Paris Fräulein, b tte Anschluß! Luisen=Theater Reichenberger Straße 34 Die Hölle von Montmatre Der schwarze Satan Bühnenschau PassagetLichtspiele .Neukölln, Bergstraße 151—152 Die letzte Galavorstellnng des Zirkus Wolfson Bühnensf hau Tivoli=Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Mary Phllbln, Iwan Mosjukln in Opfer B&hnenscfaao Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstiaße 70—73 Herbstzeit am Rhein Buffalo Bill jr.. Bühnenschau Schwarzer Adler FranKfurter Allee 99 Die Hölle der Jungfrau Der Chinesenpapagei Bubnenschau Viktoria>Llchtblld>Th. Frankfurter Allee 48 Das Erwachen des Weibes Der Apache Bübnenschau Concordia�Palast Andreasstraße 64 Das Karussell des Todes Cowboyderby Grolle Babnenschan Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Die Oebelinagentin ron NewTork II. Teil: DasMSdcben ans Prlsco LSF Lichtspiele am Senefeldcrplatz John Gilbert in Die Galgen« hochzeit Die Liebe der Fürstin Dimltrl Alhambra Müllerstr. Die letzte Galavorstellung des Zirkus WoHson Beiprogramm und BDhaenscbau iVletro«Palast Chausseestraße 30 Ledige Mütter Die Müdchenräuber von Kansas GroiSe Bübnenschau Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80. Der Kellner aas dem Pnldstbotel KlndertragSdle Bübnenschau Pharus« Lichtspiele Müllerstr. 142 Chaplin und Jackle Coegaa in The Kid H. Porten in KohlUcseU TSchlcr H W e 1 B« Schloßpark flta-Mnu Berliner Allee 205-210 Evas TScbter, ein großer Wild- West-Schlager Bfihnenscbaa WeltsKino Alt-Moabit 99 Taumel von Paris(LH Dagover) Alt. Wien W OewuiKibriinnon M „Alhambra� Badstraße 58 Hoppla, wir fliegen Pat und Patachon als Müller Grote Bübnenschau Humboldt«Theater Badstraße 19 Die Hülle von Montmartre Die Frau auf 24 Stunden Große Bühnenschau Ballschmleder-Llchtsp. Badstraße 16 Wenn ein Weib den Weg verliert Donna Juan mit Elisabeth Bergner Große Bühnenscbaa Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Casanovas Erbe(nur bis 13 6.) Ab 14.6.; Das Spreewaldmüdel Große Bühnenschau Tivoli-Lichtspiel-Th. Berliner Straße 27 Dos Abenteuer von Paris 1+ 1= 3 Bühne: Im Rausche des Alkohols PalasthTheater Breite Straße 21 a Die zestoblene Braut Die Frau im Hermelin BürgergartenaLlchtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Die letzt. Nichte d. MIß Orcbard (Das Problem der Todesstrafe) Die vertauschte Braut Bühne Film=Palast ßiankenburger Str.* Die Czardasfürstln Grand.HoUl Schlüter-Theater Schlütemr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Harry Plel in Panik Der Chlnesenpagagei Paun'Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb-Trinitatiskirche Dolores del Rio I Die Liebe vom Zigeuner stammt Am Rfidcshaimcr Schloß steht eine Linde Bmelka'Palast Kurfürstendamm 68 Uraufführung: Dorlne und der Zufall Bühne: Talo u. Selery Qescbw, Iwanow Titania(ufa SchSneberg) Hauptstraße 49 6J0, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Magda Sonja: Sensationsprozeß Bübnenschau g'' 1»■ TitaniarPalast Schioßstr. 5. Ecke Qutsmuthsstr. Uraufführung; Verrat Oberleitung: Cecil B. de Mille Bühne: Prof. Max Saal von der Bett. Staatsoper(Karle)